यद 57 n ल Gottes Segen ist Alles gelegen. Gb- 1638 APPAM drina Jambintoft OD Jur P.C.Geifsler gez. 20 117 Stahlstich v.Carl Maver's Kunst- Anstalt in Nürnberg. Und da Jesus, die sein eigen waren in der Welt liebte, liebte er fie bis an das Ende. Joh. XIU, 1. In NurmberO Allgemeines Evangelisches Gesangbuch für das Großherzogthum Hessen. Im Verlage der Großherzoglichen Invaliden- und Soldaten- Waisen- Anstalt. Darmstadt 1877. Druck der 2. C. Wittich'schen Hofbuchdruckerei. Gb 1638 Univ.- Bibl. Giessen Inhalt. Allgemeine Lieder beim Anfang und Schluß der öffentlichen Gottesverehrung. Nr. 1-9. 716. Erste Abtheilung. Christliche Glaubenslehren. Nr. 10-289. Gott und sein Wesen. Nr. 10-41. Majestät 56. 57. Dasein Gottes 10. Einheit Gottes 11. 12. und Größe Gottes 13-17. Auch 11. Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes 18-20. Allgegenwart und Alwissenheit Gottes 21. 22. 24. 25. Allmacht Gottes 23. Auch 50. 72. Allweisheit Gottes 26. 27. Auch 50. 59. Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes 28. 29. Auch 270-275. Wahrhaftigkeit und Treue Gottes 32-39. Geduld, Langs muth und Gnade Gottes 40. 41, 703. Die heilige Dreieinigkeit. Nr. 42-46. Werke und Wohlthaten Gottes. Nr. 47-242. Schöpfung 47-53. Auch 420 und 589. Vorsehung, Erhaltung und Regierung der Welt 54-66. Auch 26. 34. 36. Von den Engeln 67-69. Der Mensch, seine Würde und Vorzüge 70-73. Bes stimmung des Menschen zur Gottähnlichkeit 74-77. Ere IV Erlösung 78-187. Von der Sünde 78-83. Folgen der Sünde 84-88. Erlösung des Menschen durch Christum 89-100. Würde des Erlösers 101-103. Sendung und Geburt Jesu( Adventslieder) 104-109,704.719( Weihnachtslieder) 110-119. 729. Erscheinung Christi 120. 121. Darstellung Christi im Tempel 122. 123. Johannes, der Vorgänger Jesu 124. 125. Lehre, Leben und Thaten Jesu 126-134. 333. 479. Leiden, Tod und Begräbniß Jesu( P ass fionslieder) 135-173. Auferstehung Jesu( Osterlieder) 174-184. 705. 723. 724. 725. Christi Hingang zum Vater und Verherrlichung( Himmelfahrtslieder) 185-187. 706. 726. Heiligung 188-242. Sendung des heiligen Geistes ( Pfingstlieder) 188-197. 727. Wort Gottes 198-208. 707. Von der heiligen christlichen Kirche 209-218. 728. 729. 730. 733. 734. 750. Am Reformationsfest 210-218. Heilige Taufe 219-224. Das heilige Abendmahl 225-242. Auch 133. 161, 164. 312. 335. Unsterblichkeit und Vergeltung nach dem Tode. Nr. 243-289. Vom Tode 243-263. 665. 666. Auferstehung 264-269. Auch 699, 708. Gericht 29. 270-275. 709, 710. 748. Seligkeit der Frommen nach dem Tode 276-287. 289. Auch 77. 178. 312. Verdammniß der Gottlosen 273. 275. 288. Zweite Abtheilung. Chriftliche Lebenspflichten. Nr. 290-498. Gefinnung und Leben des Christen im Allgemeinen. Nr. 290-354. Eigenschaften des Chriften überhaupt 290, 292, 293. 317. 325 328, 336, 346, 347, 354, Berth und Wichtigfeit V keit der christlichen Tugend 291. 296, 314. 318. 319. 322. 324. 331. 342. 353. zur christlichen Tugend 297. 313. 223. 330, 341. Selbstprüfung 295, 300, 338. 349. Erkenntniß der Sünde und Reue 78, 79. 83. 294. 306. Buße oder Sinnesänderung und Lebensbefferung 298, 299. 301. 304. 711. 735. Bitte um Gottes Beistand zum Guten 80. 337. 339, 340. Wider den Aufschub der Buße 303. 307. Am allgemeinen Bußtage 309. Trost der Sündenvergebung durch Christum 302. 305, 308. 316. Auch 144. Thätiger Glaube an Jesum Christum 312. 320. 321. 326, 331-333. 335. 343-345. 347. 348. 504 736. 738. 710. Wachfamkeit auf unsern Sinn und Wandel 81. 274. 349. Beharrlichkeit und Fortschritte in der Besserung 315. 327, 332. 350-352. 737. 310-312. Entschluß Gesinnung und Leben des Christen in Beziehung auf Gott. Nr. 355-420. Erkenntniß Gottes 355-359. Ehrfurcht vor Gott und Heilighaltung des Eides 359-361. 754. Liebe zu Gott 362. 365. 739, 752, 753. Gehorsam gegen Gott 366. 367. Freude in Gott 368-370. Vertrauen auf Gott 371-390. 744. Gebet 391-403. 742. Dankbarkeit gegen Gott 404-411. 712. 206 Gottes 412-420, 713. 713, 717. 718. Gesinnung und Leben des Christen gegen sich felbst. Nr. 421-476. Selbstliebe Selbsterkenntniß und Demuth 421-425. 426. Selbstadtung 71. 73-76. 443. Gorge für die Seele 427-431. Sorge für Leib, Leben unb Gesundheit 432-435. 432-435. Berufstreue Berufstreme 436-439. Würdigung und meijer Gebrauch der irdischen Giter 440-448. Beifer Gebrauch der Lebens jeit 445-448.260-262. Genügsamkeit und ZufriedenSeit VI heit 449-452. Streben nach Herzens- und Ge wissensruhe 453. 454. 500-503. Weiser Genuß der Lebensfreuden 455-458. Geduld und Gelassenheit im Leiden 459-476. Gesinnung und Leben des Christen gegen andere Menschen. Nr. 477-498. Allgemeine Menschenliebe 477-482. Mitfreude und Mitleid 482. Gerechtigkeit und Billigkeit 483.484. Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit 485. 486. Dienstfertigkeit und Gefälligkeit 487. Sanftmuth, Fried fertigkeit und Eintracht 488. Versöhnlichkeit und Feinbesliebe 489-491. Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit 492-496. Gutes Beispiel 497. Demuth und Bescheidenheit 421-424. 498. Glückseligkeit wahrer Christen 469-509. Auch 316. 319. Dritte Abtheilung. Die Pflichten des Christen in besonderen Verbindungen, Zeiten und Umständen. Nr. 510-702. Gesinnung und Leben des Christen in besonderen gesellschaftlichen Verbindungen. Nr. 510-559. Häusliche Gesellschaft 510-532. Der Ehestand 512. 513. 745. Bei Trauungen 514. 515. Nach der Trauung 516. Aelternpflicht 517-521. Kindespflicht 522-524. Geschwisterliebe 525. Für Herrschaften 526. 527. Für Dienende 528. 529. Für VII Für Wittwen 530. Für Waisen 531. Dankbarkeit gegen Wohlthäter 532. Kirchliche Gesellschaft. 533-544. Lehrer und Zuhörer 533. Bei Einführung eines Religionslehrers 534. 731. Bei der Confirmation 535-542. 330. Vor der Einsegnung 539. Nach der Einsegnung 540. Nach der Confirmation 541. 542. Bei Einweihung einer Kirche 443. 732. Bei Einführung eines Schullehrers 544. Bürgerliche Gesellschaft 545-556. Baterlandsliebe 546. Regent, Obrigkeit und Unterthan 402. 547. 548. Hoher Stand 549. Der Richter 550. Der Soldat 551. Der Landmann 552. Der Nachbar 553. Umgang 554. Freundschaft 555. 556. a Gesinnung und Leben des Christen zu beſonderen Beiten. Nr. 560-624. Tageszeiten. Am Morgen 560-570. Am Sonntagsmorgen 571. Beim Anblicke der aufgehenden Sonne 572. Am Abend 573-583. Unter gestirntem Himmel 584. Jahreszeiten 63. Im Frühling 585-587. Im Sommer 588-590. Im Herbst 591. 592. Winter 593. 594. m Saat- und Aerndtezeit. Zur Saatzeit 595. Nach einer reicher Nerndte 596, 597. 62. Nach einer sparsamen Aerndte 598. Witterung. Flehen um Regen 599. Nach verliehenem Regen 600. Flehen um Sonnenschein 601. Nach verliehenem Sonnenschein 602. Beim Gewitter 603. 604. Nach dem Gewitter 605. Jahreswechsel. Neujahrslieder 606-613. 721. 722. Beim Anfang eines Kirchenjahres 212. 614. 719. Lebenszeiten. Am Geburtstage 66. 615. 616. 407. 411. 418. 576. Die Lebensalter 617. Für die Jugend 618-620. Für Jünglinge 621. 447. 455. 457. Für Jungfrauen 622. Für das Alter 623. 624. Ge VIII Gesinnung und Leben des Christen unter besonderen Umständen. Nr. 625-702. Bei allgemeinem Wohlstand 625. In allgemeiner Noth 626. 627. Jn Kriegszeiten 628-630 3ur Fries densfeier 631. 632. In Theuerung 633. Jn Wasfersnoth 634. 635. Nach überstandener Noth 636. Nach einer Feuersbrunst 637. Nach einem großen Verluste 638. Auf der Reise 639. 55. 752. Der reisende Jüngling 640. Fürbitte für liebe Abwesende 641. Bei ansteckenden Krankheiten 642. Nach denselben 643. In Krankheiten 611-652. 252. 378. 382. 462, 463. 474. Abendmahlsfeier eines Kranken 653. 654. Fürbitte für Kranke und Leidende 655. 656. Nach der Genesung 657. 274. Vorbereitung auf den Tod und Trost für Sterbende 658-668. 247. 260-262. 268. 270. 282-286. 746. Der sterbende Jüngling 669. Das sterbende Kind 670. Fürbitte für Sterbende 671. 672. Cinsegnung eines Sterbenden 673. Der Tod des Frommen 674. Beim Tode guter Aeltern 675. Beim Tode Hoffnungsvoller Kinder 676. 677. Beim Tode eines guten Chegatten oder eines Freundes 678. Bet Begräbniffen 679-702. Auch 243, 250. 258. 264. 265. 267. 269. 276. 278-287. 289. Am Trauerhause und beim Zug zum Grabe 243. 246. 248. 255. 254. 258, 260. 262. 679. 680. 747. Am Grabe 681-691. Beim Grabe eines Verunglückten 692. Am Grabe Frühverstorbener 693-695. Am Grabe eines vere dienfivollen Lehrers und Seelsorgers 697. Trost und Gelübde auf Gräbern 698-700. Trost des Wiedersehens 701. 702. Anhang. Nr. 703-754. Liturgien zu den Geburtsfesten des Großherzogs und der Großherzogin. -S X. Allgemeine Lieder bei der öffentlichen Gottesverehrung. Domm, heiliger Geift! stärk uns und erhalt uns Erfüll die Herzen dei ner Gläubigen und entzünd in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe, der du durch Mannichfaltigkeit der Zungen die Völker der dir! Mit deinem Trost, o Gott, verlaß uns nicht in un'rer letzten Noth! Erbar= me dich! In eigener Melodie. haft zur Einigkeit des Glaubens! Halleluja! Halleluja! In eigener Melodie. 2 Schöpfer, Gott, Herr Zeit und 3 bringen wir, Gott, Vater, Sohn und Geist, nur dir! Es müsse jedes Land auf Erden mit deinem Ruhm erfüllet werden! Wie felia, teit, Vater der Barmherzigteit, aller Welt Erhalter und Regierer! Erbarme dich! dek Zuversicht du bist! O Höchster, deinem großen Namen sei ewig Ruhm und Ehre! Amen! Erhör uns, Gott! Erhör uns, Gott! 2. Christe, aller Welt Licht, unser Heil und Trost und Zuve sicht, du Gottes emger Sohn, ach, unser Mittler vor des Höchsten Thron, Vor der Predigt. x In eigner Melodie. Heiland! brünstig feufzen 4 Niebster Jefu, wir find zu dir: Erbarme dich! 3. Heilger Geist, dich, dich flehen wir; führ uns, um Wort zu bören; lenke Sin nen und Begier zu des HimA mels V B 2 mels heilgen Lehren, daß das Herz jetzt von der Erde ganz zu dir gezogen werde! Allgemeine Lieder 2. Dieses Lebens Wissenschaft bleibt mit Finsterniß von Gott erfüllet! Lehr aufs Wort uns glaubend merfen, laß es uns zur Tugend stärken! umbüllet, wenn nicht deines 6 Den 3. D du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht aus Gott geboren, dir sei unser Herz geweiht, dir zum Tempel außerkoren! Lenke du Gebet und Lehre uns zum Heil und dir zur Ehre! Leid und keine Freude uns von dieser Liebe scheid! Mel. Liebster Jesu, wir sind err! vor deinem An5 Herr! gesicht hat die Andacht uns versammelt. Ach, verwirf das Flehen nicht, das dein Volk dir, Höchster, stammelt! Hör auf unsre schwachen Lieder und sieh gnädig auf uns nieder! 2. Laß das Wort, das hier erschallt, viele gute Früchte bringen mit göttlicher Gewalt tief in unsre Seelen dringen; laß es unfern Sinn erneuen und des Irrthums Nacht zerstreuen! 3. Mach uns so dein Wort bekannt, daß wir seine Vorschrift üben, dich und den, den du gesandt, Jesum Chris stum herzlich lieben, daß kein In voriger Melodie. emuthsvoll komm ich zu dir, dich im Geiste zu verehren. Vater! ach verleihe mir wahre Andacht, daß die Lehren deiner Weißheit mich recht rühren, mich den Weg zum Himmel führen. 2. Ach gib, daß dein theures Wort meine Seele ganz durchdringe und in mir, o Herr, mein Hort, Frucht zum ewgen Leben bringe; gib, daß es mich mächtig stärke zur Vollbringung gu ter Werke! 3. Laß es sein mein Trost, mein Licht, Herr, auf allen meinen Wegen; meine starte Zuversicht, wenn sich Zweifel in mir regen, meines Herzens höchste Freude, wann ich von der Welt einst scheide! Mel. Vom Himmel kam der Gott! du biſt mein Preis und mein Herz sei ganz dein Eigenthum! Laß mir den Sonntag heilig sein und gern ihn deinem Dienste weihn. 2. Gib, daß ich mein Gemüth bewahr, wenn ich mit deiner Christenschaar zu dei nes Hauses Stätte geh und hier mit Ehrfurchtvordir steh! 3. Er bei der öffentlichen Gottesverehrung. 3. Erinnre selber meinen Geist, daß du mir gegenwär tig seift, damit ich deines Wortes Lehr mit Andacht und mit Nußen hör! 4. Mel. Liebster Jesu, wir sind wir Herz hinein und laß mich 9 Höchster Bott, bas nicht blos Hörer sein; steh mir mit deiner Gnade bei, daß ich des Wortes Thäter fei! du uns dein Wort gegeben; hilf uns ferner, daß auch wir nach demselben heilig leben; gib dem Glauben solche Stärke, daß er thätig sei durch Werke! 5. Hilf, daß ich deinen Ruhetag zu meinem Segen feiern mag; bewahr mich vor dem Geist der Welt, der deinen Tag verächtlich hält! 6. Was dein Wort heute in uns schafft, behalt die ganze Woche Kraft, und meine ganze Lebenszeit sei deinem Dienst und Ruhm geweiht. Mel. Herr Jefu Chrift, dich 8 Der er du stets unsre Zuflucht bist, sei mit den Deinen, Jesu Christ! send uns den Geist, der uns regiert und uns den Weg zur Wahrheit führt! 3 2. Er stärkt den wankenden Verstand, macht deine Lehre uns bekannt; er flammt zur Heiligkeit uns an; er leitet uns des Lebens Bahn. 3. Halleluja! Einst singen wir, Gott, heilig! heilig! heilig! dir und schauen dich in deinem Licht von Ungesicht zu Angesicht. Bei dem Schlusse der Gottesverehrung. 2. Uns, o Bater, lehrest du, was wir thun und glau ben sollen; schent uns deine Kraft dazu! Gib zumn Wissen auch das Wollen und zum Wollen das Vollbringen, so wird Alles wohlgelingen. 3. Gott sei Preis und Dank gebracht! Auch jetzt haben wir vernommen, was uns fromm und weise macht: Gottes Wort, den Trost der Frommen, Lehren, die zu guten Werken unsern schwachen Glauben stärken. 4. Unser Gott erbört Ge bet, gibt uns seinen Vatersegen. Wer nur seine Wege geht, findet Heil auf diesen Wegen. Laßt uns, um ihm zu gefallen, freudig seine Wege wallen! 5. Unsern Ausgang segne A 2 Gott V B Gott 4 Gott, unsern Eingang gleichermaßen, fegne unser täglich Brod, segne unser Thun und Lassen, segne uns mit selgem Sterben und mach uns zu Himmelserben. Erste Abtheilung. Lieder über die christlichen Glaubenslehren. Gott und sein Wesen. Dasein Gottes. Mel. Kommt her zu mir 4. Nein, wahrlich nicht von 10 Wer tönnte zwei ungefähr entstanden Himfeln, daß du bist, o Gott! Der ganze Weltbau ist ein Zeuge deines Lebens. 3u sichtbar ists, daß Güt und Macht mit Weisheit ihn hervorgebracht. Nichts ist daran vergebens. mel, Erd und Meer; so konnte nichts entstehen! Nur du, Gott, schufest die Natur, und einzig deine Creatur ist Alles, was wir sehen. 2. Wohin auch nur mein Auge blickt, da seh ich Ordnung, die entzückt, im Gro ßen und im Kleinen; ich seh und ganz erstaunt bin ich, wie der Geschöpfe Heere sich zu Einem Ziel vereinen. 5. Du bists, der die geschaffne Welt in ihrer Ordnung stets erhält, mit Weisheit sie regieret. Du bist es, der nach seinem Rath auch uns auf unsers Lebens Pfad mit weiser Gnade führet. 3. Eins muß dem andern nußbar sein, daß die sich thres Dasein freun, die sich empfinden können. Und wie? doch wäre die Natur und ihre 6. O wohl mir, Höchster, daß du bist, daß dein Werk Erd und Himmel ist! Nun ist gewiß mein Leben nicht eines blinden Zufalls Spiel, ich darf nach meiner Wünsche weise Ordnung nur des Zufalls Werk zu nennen? und sein Wesen. sche Ziel nun nicht vergeb. lich streben. 7. Mein Sehnen nach Zus friedenheit, mein Durst nach ewger Seligkeit wird sicher nun gestillet, wenn nur zu dir mein Geist sich hält und nicht die schnöde Lust der Welt hier mein Gemüth erfüllet. 8. Drum soll es stets mir Freude sein, dir, Gott, mein ganzes Herz zu weihn, zur Ehre dir zu leben. Du wirst mir dann in jeder Noth hier reichen Trost und einst im Tod des Himmels Wonne geben. Einheit Gottes. Tel. Rommt, kommt, den 11 Der er Herr ist Gott und keiner mehr. Frohlockt ihm, alle Frommen! Wer ist ihm gleich? Wer ist, wie er, so herrlich so vollkommen? Der Herr ist groß, sein Nam ist groß, er it unendlich, gränzenlos in seinem ganzen Wesen. 2. Er ist und bleibet, wie er ist. Wer strebet nicht vergebens, ihn auszusprechen? Wer ermißt die Dauer sei nes Lebens? Wir Menschen sind von gestern her; eh noch die Erde war, war er, noch eher, als die Himmel. 3. Um seinen Thron her strömt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet; ihn fas 5 sen alle Himmel nicht, wie weit er sie erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, verborgen und auch offenbar in seiner Werke Wundern. 4. Wo wären wir, wenn seine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er kennt uns, kennet, was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weisheit und Verstand und Kraft und Stärke, seine Hand umspannet Erd und Himmel. 5. Ist er nicht nah? ist er nicht fern? weiß er nicht alle Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Umsonst hüllt ihr in Finsterniß, was ihr beginnt; er siehts gewiß, er sieht es schon von ferne. 6. Wer schüßt den Weltbau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwär tig breitet sich dein Fittig über Alle. Du bist voll Freundlichkeit, voll Huld, barmherzig, gnädig, voll Geduld, ein Vater, ein Verschoner. 7. Gerecht bist du, bist heilig, gut und reiner, als die Sonne! Wohl dem, der deinen Willen thut, denn du vergiltst mit Wonne! Du hast Unsterblichkeit allein, bist selig, wirst es ewig sein, der Seligkeiten Fülle! 8. Du nur verdienest Lob und Dank, du nur Gesang A 3 und V Gott 6 und Ehre! Kommt, werdet Gottes Lobgefang, ihr alle seine Heere! Der Herr ist Gott und keiner mehr! Wer ist ihm gleich? Wer ist wie er, so herrlich, so vollkommen? Mel. Mein erft Geschäft sei Preis 12 ist nur einer Herr und Gott im Himmel und auf Erden. Nur sein allmächtiges Gebot hieß Erd und Himmel werden. 2. Was er erschuf, das kann allein durch seine Kraft bestehen; will er, die Welt soll nicht mehr sein, so muß die Welt vergehen. 3. Mit Allgewalt und Majestät ist er nur Welt regterer, der Sterne, die er ausgesät, und unsers Lebens Führer. 4. Groß ist sein Name, mit der That kann ers der Welt beweisen. Herr! groß an Huld, an Macht und Rath, wer sollte dich nicht preisen! 5. Dich preist entzückt der Himmel Heer: es kennt nicht deines Gleichen! Nur du bist Gott, sonst keiner mehr; sollt ich von dir je weichen? 6. Nein, ewig bleibst du mir allein der Herr, dem ich anhange; und ewig solls tein Andrer sein, von dem ich Heil verlange. 7. Mein ganzes Leben weih ich dir, du Gott, auf den ich traue, bis ich dich einst noch mehr, als hier, in deiner Größe schaue. Majestät und Größe Gottes. In eigener Melodie. 13 Schwingt, heilige Gedanken, euch von der Erde los! Gott, frei von allen Schranken, ist unaussprechlich groß. Lobsinget Gott, lobsingt vor seinem Angesichte! Er wohnt in einem Lichte, zu dem kein Auge dringt. 2. Kein Sinn kann ihn erreichen, kein endlicher Verstand; was kann sich ihm vergleichen? Wer hat ihn ganz erkannt? Macht euch von ihm kein Bild, der aller Welten Kreise zu seinem ewgen Preise mit Herrlichkeit erfüllt! 3. Die Sonn in hoher Ferne mag strahlenreicher glühn; glänzt heller noch, ihr Sterne, was seid ihr gegen ihn? Jhr seid mit eurer Pracht in eurem schönsten Lichte von seinem Angesichte nur Schimmer seiner Macht. 4. Wie sollen wir dich nennen, dich, Vater der Natur? und sein Wesen. 7 tung sein. tur? Was wissen wir? Wir stets vor dir voll Ehrerkennen der Wesen Hülle nur. Der Weisen Scharfsinn steigt nie zur Natur der Geister. Hier staunt der flügste Meister; er glaubet nur und schweigt. 2. Du bist das höchste Gut, du weißt von keinem Leide; höchst selig in dir selbst, schmeckst du vollkommne Freude. Dein ist die Herrlichkeit, auch ohne Creatur bist du dir selbst genug, du Schöpfer der Natur. 5. Von dir strömt alles Leben, du bist der reinste Geist; du hast die Kraft gegeben dem Engel, der dich preist. In deinem Heilig: thum ertönen Lobgesänge in seiner Brüder Menge zu deines Namens Ruhm. 3. Du riefst dem, was nicht war, um Luft und Seligkeitenaufsmannichfaltigste rings um dich auszubreiten. Du bist die Liebe selbst; Verstand und Rath sind dein, und du gbrauchst sie gern, zu segnen, zu erfreun. 4. Du sprichst, und es geschieht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand dein großes Werk, der Himmel und die Erde. Mit deinem träftgen Wort trägst du die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns unmöglich fällt. 5. Du bist der Herren Herr, der Erde Majestäten sind, Höchster, vor dir Staub; auch Geister kannst du tödten. Wen du ernie: drigest, Gott, wer kann den erhöhn? wen du erhöhen 6. Stimm in der Engel Chöre, o meine Seele, auch; jei voll von Gottes Ehre, du, seines Odems Hauch! Wie groß ist dein Beruf! Auf, widme deine Kräfte dem würdigsten Geschäfte, wozu dich Gott erschuf. 7. Im Geiste bet ihn, Seele, bet ihn in Wahrheit an! Liebst du des Herrn Befehle, wie jelig bist du dann! Er hat Unsterblichkeit und Seligkeit und Le: ben. Das Alles wird er geben dem, der sich ganz ihm weiht. Mel. Nan dantet Alle Gott 14 Anbetungswürdger willst, deß Hoheit muß beGott, mit stehn. furcht stets zu nennen! Du bist unendlich mehr, als wir begreifen können. O flöße meinem Geist die tiefste Demuth ein und laß mich 6. Du bist es, der allein Unsterblichkeit besißet, der Leben gibt und nimmt, der unsern Odem schüßet; den Geißt, der in uns lebt, den 24 has V 2 Gott 8 haben wir von dir. Willst du, so wird er Nichts; doch du bleibst für und für. 7. Wer hat, Unendlicher. wer hat dich je gesehen? Kein sterblich Auge reicht bis zu des Lichtes Höhen, von welchen du mit Huld auf deine Schöpfung blickst und Alles, was da lebt, mit Seligkeit beglückst. 8. Was wir, Unendlicher, von deinem Wesen wissen, das hast du selbst zuvor uns offenbaren müssen. Die Schöpfung zeugt von dir; und deines Sohnes Mund macht uns noch deutlicher, Gott, deine Liebe fund. 9. Wir schaun dich nur von fern, noch schwach, noch unvollkommen; doch wird die grobe Hüll dereinst hinweggenommen, die, Unbe: greiflicher, dich unserm Blick verschließt, dann sehen wir dich, Gott, so herrlich, wie du bist. 10. Indeß sei auch schon hier dein Ruhm von uns besungen. Verschmähe nicht ein Lob von lallend schwachen Bungen! Dort soll, wenn wir dereinst vor dir verherrlicht stehn, ein beßrer Breisgesang dich, großer Gott, erhöhn. Was sind Engel? Was bin ich? Du, an den tein Seraph reichet, wer, ach, wer begreifet dich? Niemand war und Niemand ist, was du warst und immer bist. Wer ersteigt des Himmels Höhen, um dich selbst im Licht zu sehen? 2. Unerschaffner, Erster, Bester, Schöpfer, Vater der Natur, du, der höhern Geister größter, Gott der Menschen, Gott der Flur! Du bist ganz Vollkommenheit, lebst und wirkst von Ewigs teit. Wer verkennt bei dem Gedanken seiner Einsicht enge Schranken? 3. Du, der Ursprung als ler Gaben und Beherrscher jeder Welt, über Alles hoch erhaben, was ihr Umfang in sich hält, du bist unveränderlich, Alles, Alles blos durch dich. Nur in deines Reiches Gränzen sehn wir deine Wunder glänzen. 4. Ja, du wohnst in ei nem Lichte, das kein Mensch durchdringen kann. Deine Wege und Gerichte staunet selbst der Engel an. Kein Erschaffner siehet ganz dei ner Hoheit vollen Glanz. Stets wird neue Tiefen finden, wers versucht, sie zu ergründen. 5. Dennoch soll mir mei 15 nie der nen Glauben, daß du bist Thor Mel. Freu dich sehr, o meine öchster, wer ists, und sein Wesen. 9 Thor und Spötter rauben, 5. Mein eigner Geist kann der vom Tugendpfade wich. sich leicht hintergehen. Dein Sei gleich unerforschlich mir, Wort ist wahr, es bleibet dennoch bleib ich stets an ewig stehen. Erforsch ich dir. Welten sinds, die von gleich dein göttlich Wesen dir zeugen und mein Herz nicht, so gnüge mir davon zum Glauben neigen. dein Unterricht. 6. Von dir, durch dich, zu dir sind alle Dinge; gib, daß ich dir mich selbst zum In eigner Melodie. 16 rhabner Gott! was Opfer bringe. Begreif ichs nicht, wie du die Welt regierst, so sei mirs gnug, daß du mich selig führst. reicht an deine Größe! Dent ich an dich, so fühl ich meine Blöße; ich fühle, Herr, daß du unendlich bist, und daß beschränkt mein forschend Denten ist. 2. Du wohnst im Licht, wozu kein Mensch kann kommen. Was haben wir von deinem Ruhm vernom men? Den kleinsten Theil von deiner Majestät, die die gebührt und über Alles geht. 3. Dein ewges Sein, dein gang vollkommnes Wesen; das, was du wirkst, und was dein Rath erlesen, ist viel zu hoch für menschlichen Verstand, von Engeln selbst wird es nie ganz erfannt. 4. Wie sollt ich denn, ich Staub, mich überwinden, Unendlicher, dich völlig zu ergründen? mache mich von frei und gib, daß nur dein Wort mir Richtschnur sei. 7. Einst wirst du dich mir näher offenbaren; einst werd ich mehr von deinem Raih erfahren, wenn ich nur dem, mas mich dein Wort ge lehrt, geglaubt, gefolgt und treu dich hier verehrt. 8. Drum hilf, daß ich mit Ehrfurcht vor dir wandle, in allem Thun nach deinem Willen handle, zufrieden sei, wie du mich hier regierst, bis du mich einst zu deinem Himmel führst. 9. Dann werd ich dich im hellern Lichte sehen und, froh in dir, dein ewig Lob erhöhen! Herr! du bist groß und zeigst es mit der That, unendlich groß an Huld, an macht und Rath! In eigener Melobie. 17 Gott ist mein Lieb! Er Gott der Stärke; groß ist sein Nam, und groß sind seine A 5 Wer 2 Gott 10 Werke und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und sprichts, so sind und leben Welten; und er gebeut, so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist kein Kleid und seine Wahl das Beste, er herrscht als Gott, und seines Thrones Feste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn Anfang Gott und Gott in ewgen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war im Himmel, Erd und Meere, das tennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe, er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr! immerbar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fass sen? Ein jeder Staub, den du hast werden laſsen, verfündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Pfalm. 13, Du träntst das Land, führst uns auf grüne Weis den; und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Rein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; sollt ich mein Herz nicht mit dem Trofte stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 7. Er ist dir nah, du sißest oder gehest. Ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöheft, so ist er allenthalben da. 8. Er tennt mein Flehn und allen Rath der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt, mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang ich Mel. Liebster Jesu, wir sind leben ſollte, da ich noch un= 18 Gott, du bist von bereitet war. dein 15. Jst Gott mein Schuß, will Gott mein Retter werden, so frag ich nichts nach Himmel und nach Erden und biete selbst der Hölle Truß. Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes. und sein Wesen. 11 dein herrlich großes Wesen in deinem Willen übe! Dann ändert sich zu feiner Zeit. Du bleibst stets, was du gewesen. Laß dieß meinen Geift beleben, ehrfurchtsvoll dich zu erheben. o Herr, wirds meiner See len nie an wahrem Wohlsein fehlen. 2. Ewig und unwandelbar ist, o Gott, dein hohes Wissen; was dir einmal Wahrheit war, wird es ewig bleiben müssen. Niemals kann dein Ausspruch fehlen. Laß mich ihn zum Leitstern wählen. 3. Herr! du bist kein Menschentind, daß dich ets was reuen sollte; immer bleibst du gleichgesinnt. Was dein Ratbschluß vormals wollte, willst du noch. O hilf uns allen thun nach deinem Wohlgefallen. 4. Sünden bleibst du ewig feind; wehe denen, die sie lieben! Ewig bleibst du derer Freund, die, was recht und gut ist, üben. Laß uns darin schon auf Erden deinem Bilde ähnlich werden. 5. Deine Worte trügen nicht. Du bist ewig der Getreue, der da hält, was er verspricht. D, daß dieß mich stets erfreue! Laß nur deinen Geist mich treiben, dir, Herr, auch getreu zu bleiben. 6. Stets ist Wohlthun deine Lust, ewig währet deine Liebe. Wohl mir, wenn ich auch mit Lust mich 7. Erd und Himmel wird vergehn; alle Welt wird mich verlassen. Nur durch dich kann ich bestehn, deine Hand wird mich umfassen, wann ich nun von hinnen scheide. Ewig bist du meine Freude! 8. Laß mir doch zu jeder Zeit, Herr des Himmels und der Erden, diese deine Ewigkeit einen starten Antrieb werden, dich zu lieben, dir zu trauen und mein Gsück auf dich zu bauen. Rel. Erhabner Gott 19 Herr, Gott, du bist Zeiten, denn du bist Gott in allen Ewigkeiten. Du warst es schon, eh Erd und Himmel ward, eh noch dein Arm sich uns geoffenbart. 2. Was bin ich, Herr, und alle Menschenkinder? Staub ist vor dir der Heilige, der Sünder. Wie schnell entflieht das Leben doch von mir! Du, Höchster, du nur bleibest für und für. 3. Du hast vorhin die Erde zubereitet; dein Arm hat, Gott, den Himmel ausgebreitet. Doch sie vergehn, 26 per 12 veralten wie ein Kleid; du aber bleibst in alle Ewigteit. Gott 4. Es werden noch die Himmel und die Erden wie ein Gewand von dir verwandelt werden; du bleibest, wie du bist: denn welche Zeit umgränzet wohl, Herr, die Unendlichkeit! 5. Das ist der Trost, die Hoffnung deiner Knechte, du schüßest sie mit deiner star. ten Rechte, du läßt ihr Herz sich ewig deiner freun und bleibst ihr Gott: denn sie sind ewig dein. 6. Das sei mein Trost in allen trüben Stunden; vom Tode selbst bleibt er uns überwunden. Kein Tod, kein Grab trennt mich, o Gott, von dir; mein Fels, mein Heil, das bleibst du ewig mir. Del. Ich freue mich, mein Gott 20 S o wie du bist, so warst du schon, Gott, ehe du von deinem Thron Geschöpfe, die nicht waren, beriefft zu sein, um deine Macht und Güte zu erfahren. 2. Du wirst auch sein, so wie du bist, wenn längst die Erde nicht mehr ist, wenn längst schon Ewigkeiten uns Kämpfer frönen, die wir hier um deinen Himmel streiten. 3. Von Ewigkeit zu Ewigkeit kann deines Wesens Herrlichkeit sich selbst nicht ungleich werden, bedarf auch nie, sich gleich zu sein, der Himmel und der Erden. 4. Gott, mit dir unver änderlich, bezeugte deine Weisheit sich Geschöpfen, die da waren, und wird den Welten, die du schufft, sich ferner offenbaren. 5. Ob Felsen weichen, Berg ins Thal sich stürzen, daß von ihrem Fall die Erde weit erzittert, bleibt deiner Liebe Bund mit mir doch ewig unerschüttert. 6. Was zaget denn mein Herz in mir; was flag ich ängstlich, daß ich hier kein dauernd Gut genieße, und daß in Unbeständigkeit dieß Leben mir verfließe! 7. Was flag ich, der dein Wort noch hat, den Trost, daß meine Missethat mich einst gewiß nicht richte, und daß mein Erbtheil ewig sei vor deinem Angesichte! 8. Was flag ich! Liebes du mich doch mit aller dei ner Liebe noch und willst mich ewig liesen, haft sel ber meinen Namen dir in deine Hand geschrieben. 9. Ja, ich bin Gottes, Gott ist mein; und ewig ewig wirst du's sein. Von di kann mich nichts scheiden Die Welt vergeht mit ihrer Luft und sein Wesent. 13 Lust, nicht du und deine ter, zählest du die Thränen, Freuden. die ich meine! Du siehst und wägest meinen Schmerz und stärkst mit deinem Trost mein Herz. Allgegenwart Gottes. Mel. Auf, Chriftenmensch! uns ie bist du, Höch21 fern; du wirfst an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb und athme ich; denn deine Rechte schüßet mich. 6. Odrück, Allgegenwär tiger! dieß tief in meine Seele, daß, wo ich bin, nur o mein 3. Wenn ich in stiller Einsamkeit mein Herz an dich ergebe und, über deine Huld erfreut, lobsingend dich erhebe, so hörst du es und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer sei. 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rath verkehrte Wege wählet; und bleibt auch eine böse That vor aller Welt verhehlet, so weißt du sie und strafest mich zu meiner Beßrung väterlich. 5. Du höreft meinen Seufs zern zu, daß Hülfe mir erscheine. Voll Mitleid, Va zur Zuflucht wähle; daß ich dein heilig Auge schen und dir zu dienen eifrig sei. 7. Laß überall gewissens haft nach deinem Wort mich handeln und stärke mich dann auch mit Kraft, vor dir getroft zu wandeln. Daß du, o Gott, stets um mich seist, das tröst und beßre meinen Geist. 2. Was ich gedenke, weis: sest du; du prüfest meine Seele. Du siehst es, wenn ich Gutes thu; du siebst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug In eigener Melodie. entfliehn und nichts mich 22 Allgegenwärtiger! Hand ich verborgen, wo ich bin, wollt auch auf schnellen Schwingen mich an die fernsten Meere hin die Morgenröthe bringen. 2. Flieg ich zum Himmel hoch empor, mich unter seinem Sternenchor im Glanze zu verstecken, so bist du da, ziehst mich hervor, und Schande wird mich decken. 3. Steig ich vor deinem Thron hinab ins Haus der Finsterniß, das Grab: du bist auch da zugegen; auch da folgt mir dein Richterstab auf schauervollen Wegen. 4. Der Gott 14 Allmacht Gottes. 4. Der Alles schuf, ist überall o fürchterlicher Donnerschall in aller SünDer Phren! Sie fürchten 23 macht reicht so In eigener Melodie. err! deine teinen Ueberfall- nun zittern sie, die Thoren. 5. Der Gott des Himmels ist so nah, das Heiligste der Wesen sah, was wir im Herzen dachten, was in geheimer Nacht geschah, wann wir und Satan wach: ten. weit, als selbst dein Wollen reichet. Nichts ist, das deiner Herrlichkeit und deinen Thaten gleichet. Was ist zu groß, was ist zu schwer, daß dir zu thun unmöglich wär! 6. Wir Thoren haben wohl gedacht, du würdest uns, o Mitternacht, mit schwarzen Flügeln decken! Umsonst! Gott wacht um uns, er wacht mit allen sei nen Schrecken. 7. Noch feines Herzens böser Rath, ihr Sünder, keine schnöde That ist seinem Aug entronnen. Er kennet den geheimen Pfad des Staubes und der Sons nen. 8. D gehe nicht, Herr, ins Gericht, wenn wider die gelobte Pflicht wir, deine Knechte, handeln! Laß uns vor deinem Angesicht in frommer Ehrfurcht wandeln! 9. Daß deinem Blicke nicht entflieht, was war und ist und einst geschieht, sei meine Ruh und Freude! Ein Gott, der Alles weiß und sieht, der weiß auch, wann ich leide. 2. Du sprichst, und auf dein mächtig Wort fällt Alles dir zu Füßen. Du führeft deinen Rathschluß fort bei allen Hindernissen. Wenn du gebeutst, so steht auch da, was noch zuvor kein Auge jah. 3. Du hast dein großes Schöpfungswert allmächtig ausgeführet. Es bleibet stets dein Augenmerk und wird durch dich regieret. Noch immerfort besteht die Welt, weil deine Allmacht sie erhält. 4. Die Größe deiner Thaten zeigt, daß Schöpfer, dein Vermögen weit über alle Kräfte steigt, die die Natur bewegen. Du bleibst ihr Herr, in deiner Hand bleibt alles, was durch dich entstand. 5. Was für ein Wunder deiner Macht wird unser Aug einst sehen, wann nach der langen Grabesnacht die Todten auferstehen, wann du und sein Wesen. du von unserm Staub den Rest zu neuen Körpern werden läßt! 6. Almächtiger! erstaunt fall ich vor deinem Throne nieder: mein blöder Geist verlieret sich und lallt nur schwache Lieder, bewundert dich und deine Kraft, die aus dem Tode Leben schafft. 7. O schenke mir Zuversicht, die deiner Macht vertrauet, der Macht, die Hülf und Trost verspricht, wenn man auf dich nur bauet, auf dich und deines Armes Kraft, die Alles kann und Alles schafft. die 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o Herr, nicht wissest. Du schaffest, was ich thu; du crdnest, du beschließest, was mir begegnen soll. Erstaunt seh ich auf dich. Wie groß ist dein Verstand! Wie wunders bar für mich! 15 Wo könnt ich jemals wohl mich deinem Aug entziehen? führ ich gen Himmel auf, so bist du, Höchster, da; führ ich zur Tief hinab, auch hier bist du mir nah. 5. Spräch ich zur Finsterniß: sei um mich, mich zu decken! so sucht ich doch umsonst vor dir mich zu vers stecken, denn auch die Finsterniß ist vor dir helles Licht; die Nacht glänzt wie Allwissenheit Gottes. Mel. O Gott, du frommer Gott 24 Herr, du erforscheft der Tag vor deinem Anmich, bin nicht verborgen; du kennst mein ganzes Thun und alle meine Sorgen. Was meine Seele denkt, war dir bereits bekannt, eh der Gedankenoch in meiner Seel entstand. 3. Wohin, wohin soll ich por deinem Geiste fliehen? 4. Nähm ich auch, schnell zu fliehn, die Fittige vom Morgen, selbst an dem fernsten Meer blieb ich dir nicht verborgen. Auch da umschlösse mich doch deine Allmachtshand, denn du bist überall, und dein ist jedes Land. 6. Du warst schon über mir in meiner Mutter Leibe; du bildetest mein Herz, Gott, deß bin ich und bleibe! Ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht und meiner, eh ich war, schon väterlich gedacht. 7. Du kanntest mein Gebein, eh ich ans Licht gekommen, da ich im Dunkeln erst die Bildung angenommen. Dein Auge sah mich schon, eh ich bereitet war, und meiner Tage Lauf war dir schon offenbar. 8. Was für Erkenntnisse, Gott 16 für köstliche Gedanken! Unzählbar sind sie mir, denn sie sind ohne Schranken. Mit Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer, sehn, dir folgen und dein Lob, so gut ich kann, erhöhn. 9. Erforsche mich, mein Gott, und prüfe, wie ichs meine; ob ich rechtschaffen bin, wie ich von außen scheine. Sieh, ob mein Fuß vielleicht auf falschem Wege geht, und leite mich den Weg, der mich zu dir erhöht. wüßt ich gegen Gott noch Nichts. 3. Nichts gegen ihn, der sie durchschauet, die Tiefen der Unendlichkeit und jede Welt, die er gebauet, und jeden Punkt der Ewigkeit. D du, der Alles weiß und nennet, was ist, was werden soll und war, wie bist du jedem, der dich kennet, unendlich groß und wunderbar! 4. Ja, dich bewundern, dir vertrauen ist meines Geistes erste Pflicht. Mit Ehrfurcht darf ich nach dir schauen, doch dich begreifen Mel. Wie groß ist des Allmächt. kann ich nicht. Gott! nach sind Licht, in dem du 25 W jer, die mich mest, schau ich mit heiliger Begier. Du siehst es gnä: dig und belohnest mit Weiss heit meinen Blick nach dir. lehren, wie unser Gott allwissend ist? Wer kann mir Forschenden erklären, was sein Verstand faßt und ermißt? Wer kennet ihn von Angesichte? wer, wenn er noch so hoch sich schwingt? Bekennts: Er wohnt einem Lichte, zu dem kein sterblich Auge bringt. in 2. Könnt ich die Sterne Gottes zählen, der Erde Staub, den Sand am Meer und die Gedanken aller See len von ihrem ersten Ursprung her, so wär ich weiser, als auf Erden ein Mensch ist, als am Strom des Lichts vielleicht selbst Engel jemals werden; doch 5. Die Weisheit warnet mich vor Sünden, vor Selbstbetrug und Heuchelei. Ich denke stets: Gott kann mich finden, wie tief ver: borgen ich auch sei. Vor ihm kann keine Nacht mich decken, kein falscher Schein betrüget ihn. Mich würde stets sein Dasein schrecken, tönnf ich gleich aus der Welt entfliehn. 6. Wer kennet feines Herzens Tiefen? Wer darf, o Gott, sich selber traun? Üllwissender! du wollst mich prüfen, du wollest ganz mein und sein Wesen. mein Herz durschaun. Er wenn tausend Hindernisse blickst du mich auf bösen Wegen, so führe mich auf deine Bahn und laß mich einst am Ziel den Segen der Frömmigkeit von dir empfahn! kommen, so triumphirt dein hoher Rath. Den besten Zweck wählt dein Verstand; die Mittel stehn in deiner Hand. 5. Die Menge so verschiedner Willen, wo jeder seinen Weg erwählt, muß boch den deinen blos erfüllen, der seines Zieles nie verfehlt und aller Feinde Mel. Wer nur den lieben Gott 26 Du weiser Schöpfer stolzen Wahn als Unvers Weisheit Gottes. 17 Alles weiß, erkennt, vers steht! Nichts ist so groß, nichts so geringe, das nicht nach deiner Ordnung geht. Denn der Geschöpfe ganzem Chor schreibst du Maas, Ziel und Regel vor. 2. Die vielen wundervollen Werke, was unsern Augen fern und nah, stehn als Beweise deiner Stärke, als Zeugen deiner Weisbeit da. Unendlich, Herr, ist dein Verstand; der ganze Weltbau machts bekannt. 3. Mit eben diesen Meisterhänden, mit welchen du die Welt gemacht, regierst du auch an allen Enden, was dein Verstand hervors gebracht. Du brauchst, o unerschaffnes Licht, der Menschen Rath und Beir 27 Unerforschlich fei mir immer meistand nicht. 4. Was du zu thun dir vorgenommen, frönt auch, sobald du willst, die That; 6. D Weisheit! decke meiner Seele die angeborne Thorheit auf, damit sie dich zum Leitstern wähle auf ihrem sonst verwirrten Lauf. Ich weiß den Weg zur Wohlfahrt nicht, drum leite mich dein sichres Licht. 7. Du hast mich durch mein ganzes Leben nach deinem weisen Rath geführt. Mein Geist muß dir die Ehre geben, daß du aufs beste mich regiert; o leite mich durch Welt und Zeit hinüber in die Ewigkeit! Mel. Gott des Himmels und der Erde. nes Gottes Weg und Rath, und die Nacht sei ohne Schimmer, die mich hier umschattet hbt; doch ist Alles, 18 les, was er thut, wie's auch scheine, weis und gut. Heiligkeit und Gerechtigfeit Gottes. 2. Sollt ich meinen Gott nur loben, wenn ich seine Mel. Freu dich sehr, o meine S. Absicht seh? Pflicht ist's, 28 ott! vor deſſen Angesichte nur ihn auch dann zu loben, wenn ich sie noch nicht versteh. Frevelt der nicht, welcher flagt, daß ihm Gott mehr Licht versagt? 3. Soll ein Vater unter lassen, was dem Kinde Thorheit ist? Kühner Tadler, Engel fassen das, wo du im Dunkeln bist. Hier sollst du dem Herrn ver. traur, glauben, noch nicht völlig schaun. ein reiner Wandel gilt; ewges Licht, aus dessen Lichte stets die reinste Wahrheit quillt, deines Namens Heiligkeit werde stets von uns gescheut! Laß sie uns doch kräftig dringen, nach der Heiligung zu ringen! 4. Sollt er zu Regiere rinnen seiner Werke, seiner Welt meine Lüfte seßen? finnen, ordnen, thun, was mir gefällt? Wohl uns, wenn er nie gewährt, was ein thöricht Herz begehrt. 2. Heilig ist dein ganzes Wesen, und kein Vöses ist an dir. Ewig bist du so gewesen und so bleibst du für und für. Was dein Wille wählt und thut, ist untadelhaft, ist gut; und mit deines Armes Stärke wirkst du stets vollkommne Werke. 5. Hier in meinem Pilger stande sei mein Theil Zufriedenheit; dort in meinem Vaterlande wohnt die wahre Seligkeit. Führt mein Gang zum Himmel ein, mag er immer dunkel sein. 6. Wenn du auch auf rauhen Wegen wandelst, ach, so klage nicht. Was hier schmerzet, wird dort Segen; was hier Nacht ist, wird dort Licht, und ich faß erst Gottes Sinn, wann ich ganz vollendet bin. Gott 3. Herr! du willst, daß deine Kinder deinem Bilde ähnlich sein. Nie beſteht vor dir der Sünder; denn du bist vollkommen rein. Nur der Fromme darf sich dein, deiner Gnad und Huld erfreun. Wer beharrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. 4. O! so laß uns nicht verscherzen, was du uns noch zugedacht. Schaff in uns stets reine Herzen; tödt in uns der Sünden macht! Denn was sind wir, Gott! vor dir? Du bist hei und sein Wesen. heilig, aber wir sind verderbt, und wer kann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen! 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn dahin. D so rei nige vom Bösen unsern gan. zen Sinn durch ihn. Gib uns, wie dein Wort verheißt, gib uns deinen guten Geift, daß er unsern Geist regiere und uns zu dem Himmel führe. 6. Jede Neigung und Begierde, jede That sei dir geweiht! Unsers Wandels größte Zierde sei rechtschaffne Heiligkeit! Mach uns deinem Bilde gleich; denn zu deinem Himmelreich wirst du, Herr, nur die erheben, die im Glauben heilig leben. 29 Berechter Mel. Schon ist der Tag von Gott Gott! vor dein Gericht muß alle Welt sich stellen; du wirst in ihrem Angesicht auch mir mein Urtheil fällen. O laß mich jede Sünde scheun und hier mit Ernst befliffen sein, vor dir einst zu bestehen. 2. Du siehst von deinem hohen Thron herab auf deine Kinder; bestimmest jedem seinen Lohn, dem Frommen und dem Sünder. Nicht siehst du die Personen an, auf das allein, was 19 wir gethan, siehst, du gerechter Richter. 3. Das Vorgefühl der Seligkeit gibst du schon hier den Frommen; du schüßest sie vor manchem Leid, in das die Sünder kommen. So zeigest du vor aller Welt, daß dir der Eifer wohlgefällt, den man der Tugend weihet. 4. Du liebst, was recht ist, Herr, und gut, du bist ein Freund der Frommen. Wer deinen Willen gerne thut, wird von dir aufgenommen. Sein Tugendfleiß gefällt dir wohl, ist er gleich nicht so, wie er soll, ganz heilig, ganz vollkommen. 5. Doch dem, der dich, o Gott, nicht scheut, dem frevelnden Verbrecher, der dein Gesetz und Recht entweiht, bist du ein firenger Rächer. Verachtung, Elend, Schmerz und Hohn, Ge wissensmartern sind sein Lohn oft schon in diesem Leben. 6. Bleibt hier viel Böses ungestraft, viel Gutes unbelohnet, so kommt ein Tag der Rechenschaft, der feines Sünders schonet. Da zeigest du im hellsten Licht, wie recht und billig dein Gericht; dann triumphirt der Fromme. 7. Gerechter Gott! Laß mich Gott 4. O drücke tief dieß in mein Herze, daß es vor deinem Wort sich scheut; gib, daß ich nie leichtsinnig scherze mit deiner Strafgerechtigkeit. Nie werde das von mir gewagt, was dein Befehl mir untersagt. mit festem Glauben dem 5. Doch laß mich auch Worte deiner Gnade traun. Wer kann den Trost uns jemals rauben, den wir auf Mel. Wer nur den lieben Gott 30 Noch nie hast du dein Versprechen baun? Du Bund steht feft; wohl dem, der sich auf Gott verläßt! 20 mich, wie du, das Gute eifrig lieben; verleihe mir die Kraft dazu, es willig auszuüben. Regt sich die Sünde noch in mir, so stärke mich die Furcht vor dir, daß ich sie überwinde. Treue und Wahrhaftigkeit Gottes. brochen, nie deinen Bund, o Gott, verlegt. Du hältst getreu, was du versprochen, vollführst, was du dir vorgeseßt. Wenn Erd und Himmel auch vergehn, wird ewig doch dein Wort bestehn. 2. Du bist kein Mensch, daß dich gereue, was uns dein Wort verheißen hat; nach deiner Macht, nach deiner Treue bringst du, was du versprichst, Wiel. Gott des Himmels und That. Scheint die Erfül 31( a) Weicht, ihr Berlung gleich noch weit, so kommt sie doch zur rechten Zeit. ge, fallt, ihr Hügel, brecht, ihr Felsen, stürzet ein! Fester wird, als Berg und Hügel, Gottes Vatertreue sein, unbewegter noch, als sie. Seine Wahrheit trüget nie. 3. Und wie du das un fehlbar giebest, was deine Lieb uns zugedacht, so wird, wann du Vergeltung übest, die Drohung auch gewiß vollbracht. Wer hier verleget seine Pflicht, entgehet deiner Strafe nicht. 6. Erwäge dieß, o meine Seele, und traue Gott, der's treulich meint. Sei stets nach seines Worts Befehle der Wahrheit " Freund, der Lügen Feind; beweise dich als Gottes Kind, dem Treu und Wahrheit heilig sind. 2. Gnade hat er mir versprochen, das ist Gottes Bund mit mir. Dieser Bund wird nie gebrochen, seine Treue bürgt dafür. Erd und sein Erd und Himmel mag ver gehn, was er zusagt, muß geschehn. 3. Nicht auf Menschen will ich bauen. Wie betrüglich ist die Welt! Meinem Gott will ich vertrauen, der, was er gelobt, auch hält. Er, ein Feind der Heuchelei, ist wahrhaftig, ist getreu. In eigener Melodie. 4. Dräut die Welt mir, 31( b) ott ist getreu! Sein mich zu bassen, und verfolgt mich, will ich mich immer auf den Herrn verlassen: er erbarmt doch meiner sich. Denn er blei bet immerdar, was er ist und was er war. 5. Scheint auch er mich nicht zu achten und verbirgt sein Angesicht, läßt mich rufen, läßt mich schmachten, so vergißt er mich doch nicht: denn er bleibet immerdar, was er ist und was er war. 6. Friede will er mit mir halten, wenn sich auch die Welt empört; ihre Liebe mag erkalten, bleib ich meinem Gott nur werth. Er, der meinen Kummer stillt, bleibt mir immer Sonn und Schild. Wesen. 21 8. Ihm allein will ich vertrauen, will auf diesem Felsen ruhn, will mein Glück auf ihn nur bauen, was er sagt, wird er auch thun. Erd und Himmel mag vergehn: ewig wird sein Bund bestehn. 7. Er der Herr ist mein Erbarmer; so hat er sich selbst genennt; das ist Trost genug: ich Armer werde nie von ihm getrennt. Er will meine Zuflucht sein; follte nicht mein Herz sich freun? sein Vaterherz verläßt die Seinen nie. Gott ist getreu! Im Wohlsein und im Schmerz erfreut und schüßt er sie. Mich decken seiner Allmacht Flügel. Stürzt ein, ihr Berge, fallt, ihr Hügel! Gott ist getreu! 2. Gott ist getreu! Er ist mein treuster Freind! Dieß weiß, dieß hoff ich fest: ich bin gewiß, daß er mich keinen Feind zu bart versuchen läßt. Er stärket mich nach seinem Bunde in meiner Prüfung trübster Stunde. Gott ist getreu! 3 Gott ist getreu! Er thut, was er verheißt. Er sendet mir sein Licht. Wenn dieses mir den Weg zum Leben weist, so irr und gleit ich nicht. Das Laster soll mich nicht belügen, mich um den Himmel nicht be trügen. Gott ist getreu! 4. Gott ist getreu! Er handelt väterlich, und was er thut, ist gut. Auch Trübfal Gott 22 fal ists; mein Vater bessert mich durch Alles, was er thut. Die Trübsal gibt Geduld und Stärke zum Fleiß in jedem guten Werke. Gott ist getreu! 5. Gott ist getreu! Er, dem ich theuer bin, führt mich nach weisem Plan im Wechsellauf der Dinge zum Gewinn hinan; vergibt mir gnädig meine Sünden und läßt mich Trost durch Christum finden. Gott ist getreu! 6. Gott ist getreu! Stets hat sein Vaterblick auf seine Kinder Acht. Auch freut es ihn, wenn schon ein ir disch Glück fie froh und dankbar macht. Was uns zu schwer wird, hilft er tragen und endlich stillt er alle Klagen. Gott ist ges treu! 7. Gott ist getreu! Mein Herz, was fehlt dir noch, dich Gottes stets zu freun! Sei Gott getreu und fürchte nichts: mag doch die Welt voll Aralist sein. Selbst falscher Menschen Neid und Tücke gereichen mir als dann zum Glücke. Gott ist getreu! 8. Gott ist getreu! Bergiß, o Seel, es nicht, wie zärtlich treu er ist! Jhm treu zu sein, sei deine liebste Pflicht, weil du so werth ihm bist! Halt fest an Gott, sei treu im Glauben, laß nichts den starken Trost dir rauben: Gott ist getreu! Liebe, Güte und Barmherzigkeit Gottes. 3n eigener Melodie. 32 Wie groß ist des 20. mächtgen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? der mit ver härtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihr gebührt? Nein, seine Liebe zu ermeſsen, sei emig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen; vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich ge leitet? Er, dessen Rath ist oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Jsts nicht der Herr, der Alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden, durch Gottes Güte sind sie dein. Auch darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. 4. Und und sein 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren und seine Güte nicht verstehn? Er follte rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz geschrieben, fein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über Alles lieben und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dieß ist mein Dank, dieß ist sein Wille: ich soll vollkommen sein wie er. Solang ich dieß Gebot er fülle, stell ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht, und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. O Gott! Laß deine Güt und Liebe mir immer dar vor Augen sein. Sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu meihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des leßten Augenblicks. Mel. Herzliebster Jesu auchzt unserm Gott! Wesen. 23 2. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und läßt verschonend uns das nicht empfinden, was wir, weil wir ihm unser Herz nicht gaben, verschuldet haben. Güte, barmherzig und von duldendem Gemüthe; will Allen Heil und ewge Luft gewähren, die ihn verehren. 3. Hoch ist der Himmel über seiner Erde. So groß ist auch, daß er geliebet werde, die Huld des Herrn bei denen, die ihn lieben und Gutes üben. 7. Von Ewigkeit zu Ewigkeiten währet die Güte Got33 denn tes jedem, der ihn ehret. 4. Wem bleibt sein Antliß, wenn ers sucht, vers borgen? Soweit der Abend ist entfernt vom Morgen, entfernt auch Gott der Sünde Schuld und Schmerzen von unserm Herzen. 5. So zärtlich sich ein Vater seiner Kinder erbarmet, so erbarmt sich Gott der Sünder, wenn sie von Herzen sich zu ihm bekehren, ihm Treue schwören. 6. Er schlägt und heilt, verwundet, läßt genesen. Er weiß, der Mensch ist ein gebrechlich Wesen; er denkt daran, daß das Geschöpf aus Erde doch Asche werde. auf deinem Pfade, du Gott der Gnade. 8. So werd ich ewig deine Huld genießen; so wird mein Gott 24 mein Leben sanft vor dir verfließen; so werd ich dort mit allen Engelchören dich fröhlich ehren. Mel. Mein Gott, das Herz 34 Wen enn sich mein Geist, Allmächtiger, der Gnaden Menge denkt, womit du mich, mein Gott und Herr, so unverdient beschenkt; 2. Dann ist mein Herz so hoch erfreut, ganz deiner Güte voll und weiß vor beißer Dankbarkeit nicht, wie es danken ſoll. dem Laster, das noch mehr, als sie, zu fürchten war. 8. Ich sah, vor Krankheit bleich, durch dich mein Leben hergestellt, und deine Gnade schmückte mich, wenn Sünde mich entstellt. 9. Von Freudestrahlen glänzt mein Blick, da du ſo hoch mich liebst und mir wahrer Freundschaft Glück mehr, als ich wünschte, gibst. in 10. Und welche Wohl. that, Herr, ist nicht dieß Herz, das fühlen kann, dieß Herz, ganz dein, das dankbar spricht, was du an mir gethan! 11. Kein Tag soll würdger mir vergehn, als, Ewger, dir zum Preis; ich will frohlockend dich erhöhn als Jüngling und als Greis. 12. Jn Schrecken, Angst, Gefahr und Noth trau ich allein auf dich. Durch dich gestärkt ist selbst der Tod mir nicht mehr fürchterlich. 3. Als ich noch in der Mutter Schooß in Nacht verborgen schlief, bestimmtest du, o Herr, mein Loos, das mich zum Leben rief. 4. Du wählst des Sterb, lichen Geschick, eh er geboren ist; und so ward ich, o welch ein Glück! durch die Geburt ein Christ. 5. Als ich noch schwach, vernahmst du schon, was kein Gebet noch war, und neigtest zu des Weinens Ton dein Ohr gefällig dar. Mel. Mein ganzer Geift, Gott 6. Wenn ich als Jüng: 35 Gott, deß flarte ling von dem Pfad der Tugend mich verirrt, hat mich unsichtbar, Herr, dein Rath oft wieder drauf ge führt. Hand die Welt erschaffen hat und noch erhält, ich spüre deine Güte hier auf der Welt an jedem Ort. Sie hilft mir Schwachen gnädig fort; und wenn ich mein Gemüthe von hier zu dir, o Gott, wende; streckst du Hände voll 7. Du warst mein Schuß und meine Wehr vor Unglück und Gefahr und vor und sein Wesen. 25 voll Erbarmen und voll reichen, reicht deine Huld, Wohlthun nach mir Armen. die uns erhält. Eh werden Berg und Hügel weichen, als deine Gnade wankt und fällt; gleich mächtigen Gebirgen steht die Güte, die dein Volk erhöht. 2. Seh ich den weiten Himmel an, so viel ich davon sehen kann, so seh ich deine Güte. Der Himmels körper Lauf und Pracht, das Sternenheer, das du gemacht, erreget mein Gemüthe, mächtig, freudig dir zu singen, dir zu bringen Ehr und Stärke. Groß sind deiner Hände Werke! 3. So oft ich athme und den Hauch der Lüfte fühle, fühl ich auch, Gott, deine große Güte. Wind, Wasser, Feuer, Schnee und Eis sind deines Wohlthuns lauter Preis und rühren mein Gemüthe, täglich hier mich dein zu freuen und von neuem, Herr, mein Leben dir zum Dienste zu ergeben, 4. Herr! dazu, bitt ich, hilf du mir. Beuch immer näher mich zu dir durch deine große Güte. O heilige zu deinem Preis mich ganz, daß ich mit allem Fleiß mich vor dem Undank hüte. Laß mich, was ich bitt, erlangen, dir anhangen hier auf Erden, bis mir wird der Himmel werden. Mel. Wer nur den lieben Gott 36 Koweit, Herr, deine Himmel 2. Gott, dir ist kein Geschöpf verborgen, nicht Eins vom Seraph bis zum Thier. Du würdigst alle deiner Sorgen, sie danken Lust und Leben dir. Es mag auch klein und niedrig sein, dir, Gott ist nichts zu groß, zu klein. 3. Mit frommen, freu digem Gemüthe erheb ich, Gott der Gnade, dich; wie theuer ist doch deine Güte! Wie liebst du uns so väterlich, uns, die wir ohne Furcht und Graun dem Schatten deiner Flügel traun! 4. Mit welchem reichen Ueberflusse erfüüst du diese Welt, dein Haus! Du theilst ihn Allen zum Ge nusse so väterlich, so reichlich aus. Herr, unsers Lebens Quelle fließt aus dir, der du das Leben bist. 5. Wir sehn, o Herr, in deiner Sonne den Schatten deiner Huld, dein Licht. Entzeuch uns deiner Güte Wonne, dein gnadenvolles Antliß nicht, Herr, deine Huld erfreue die, die dichverehren: segne sie! B 26 Gott Mel. Herzliebster Jesu 37 Bott ott ist die Liebe! Gott kann nur beglücken! Dieß ruft uns Alles zu, wohin wir blicken. Sei blau der Himmel, sei er schwarz und trübe: Gott ist die Liebe! 2. Gott ist der Menschen Vater, und ich fände, selbst wenn ich an dem Saum der Erde stände, selbst wenn ich in die tiefste Gruft mich grübe, dich, Gott der Liebe! 3. So sei es denn mein höchstes Zeil auf Erden, dir, Geist der Liebe, ähnlich hier zu werden; der heißeste, der erste meiner Triebe sei Menschenliebe! 3. Dein Auge schaut auf ihn herab, so geht er nicht verloren; nicht für die Welt, nicht für das Grab ist er allein geboren. Die Welt vergeht mit ihrer Lust; der du den Willen Gottes thust, dein Glück soll ewig dauern. 4. Wann ich erwache, denk ich dein, und wann ich schlafen gehe; denn du, mein Vater, kannst verleihn. um was ich kindlich flehe. Drum seufz ich tindlich stets zu dir: Herr, was mir nüßet, schenke mir um deiner Güte willen! Tel. Herr, wir singen 39 Huldigt Gott, ihr Mel. Es ist das Heil uns Der Gott des Himmels ist 38 Wie viele Freuden die Liebe! Er ists in alle dant ich dir, die du mir, Herr, verliehen; und wie viel Sünden haft du mir aus Gnaden schon verziehen! D Gott, voll Langmuth und Geduld! noch täglich häuf ich meine Schuld, und deine Liebe währet. Ewigkeit! O wo kann ich Worte finden, den Ruhm der Liebe zu verkünden, die ewig segnet und erfreut? Wer bin ich, Herr, vor dir? Nur stammeln kann ich hier: Liebe! Liebe! Kein Mensch ermißt, wie gut du bist; ja selbst der Engel faßt es nicht. 2. Bedenk ich Schöpfer, deine Macht, blick ich in 2. Wundervoll sind deine jene Ferne und überseh des Werke. Ich sehe Weisheit, Himmels Pracht und Sonne, Macht und Stärke, und Mond und Sterne, so bet meine Seele beuget sich. ich dich voll Ehrfurcht an. Aber deine Liebe thronet Was ist der Mensch, ruf da auch, wo Macht und ich alsdann, daß du dich Weisheit wohnet; ich seh sein erbarmest! es und erhebe mich. Was Univ.- Bibl. ifts, Giessen und sein Wesen. 27 ifts, das mich erschreckt? und lockst mich hin zu dir Mein heller Blick entdeckt nichts, als Liebe. Der kleinste Wurm, der Donnersturm und Alles, Alles preiset sie. durch die Liebe. Und wer dich ehrt und wiederkehrt, o Preis dir! den begnadigst du 3. Huldreich riefst du mich ins Leben, um hohe Kräfte mir zu geben, um Freude um mich her zu streun. Je der Tag erzählts dem andern: die Erde, wo die Menschen wandern, soll Vor hof deines Himmels sein, Ich jauchze, daß ich bin, und öffne Herz und Sinn deiner Liebe. Von dir ge. schüßt und unterstüßt, durch lauf ich fröhlich meine Bahn. 4. Trüben sich auch meine Tage, hinweg mit jeder Jammerklage! Nur du, mein Vater, trübest sie. Licht entströmt den Dunkelheiten; du wirst nur Segen mir bereiten, und Trost und Hoffnung fehlt mir nie. Vor dir entweicht der Schmerz, und froh erfährt mein Herz deine Liebe. Wenn Alles bricht, ich zage nicht! Du reichst mir deine Vaterhand. 6. Ja, du willst der Sünder Leben, Selbst deinen Sohn hast du gegeben, daß er ihr Seelenretter ſei. Weisheit kam mit ihm hernieder; er litt und starb für seine Brüder und sprach ihr Herz von Aenasten frei. D Gott, was fühlt mein Geist! Wie staunt er nun und preist deine Liebe! Dein Sohn erschien, du fandtest ihn. Wie hoch hast du die Welt geliebt! 7. Gott! ich will dir folg sam werden. Wer ist im Himmel und auf Erden, der so, wie du, beglücken kann? Finst umstrablet, gleich der Sonne, mich ewig, ewig Licht und Wonne, geb ich nur gern auf deiner Bahn. Dann schwebt mein Geist empor und singt im Sternenchor: Liebe! Liebe! Herr der Zeit und Ewigteit! Ich weiß, daß du die Liebe bist. 5. Ach! wie kann ich dir vergelten, was du, Beherrscher aller Welten, mir armen Erdbewohner gibst? Sünde häuf ich oft auf Sünde und dennoch seh ich und empfinde, daß du, ErMel. Ein Lämmlein geht barmer, mich noch liebst. 40 mit welcher Langs mir 2 buld Geduld, Langmuth und Gnade Gottes. Gott 28 duld trägst du die Mens Häufe Schuld auf Schuld schenkinder, o Gott! Auch durch fühnen Mißbrauch bei gehäufter Schuld trägst deiner Huld! Nur Tugend du die frechen Sünder! sei uns Freude, damit uns Sie nahen dem Verderben in der Prüfungszeit der fich; du siehst es, und es Reichthum deiner Gütigkeit jammert dich des Elends zur wahren Beßrung leite. dieser Armen. Daß sie dem: felben noch entfliehn, suchst du ihr Herz zu dir zu aus innigem Erbarmen. 2. Du gönneft ihnen Zeit und Raum, noch in ihr Herz zu gehen, du läßt den unfruchtbaren Baum nicht ohne Pflege stehen. Du schoneft sein von Zeit zu Zeit; vollziehest voll Barmherzigkeit, ihn gänzlich abzuhauen. O welche Langmuth und Geduld! Wer follte beiner Vaterhuld nicht inniglich vertrauen! 3. Erbarmest du dich schon so sehr selbst frevelhafter Sünder, fo trägst du schonend noch vielmehr die From men, deine Kinder. Läßt ihrer Tugend Eifer nach, und werden sie im Glauben schwach und träg zu guten Werken, so zürnst du nicht; du denkst daran, wie leicht ein Herz sich täuschen kann, und eilest, sie zu stärken. 4. Laß diese Langmuth und Geduld, Gott, unsre Herzen rühren! Nie müsſe deine Vaterhuld zur Sicherheit uns führen! Ach, teiner In eigener Melodie. 41 Aller Welten Herr, scher, Gott, dein ganz Gebiete ist ein Schauplaß deiner Güte. Sie verherrlicht täglich sich auch an uns allen, die wir noch auf Erden wallen. Ja, fie pflegt, nährt und trägt nicht nur deine Kinder, selbst die größten Sünder. 2. Dieser Langmuth Größe läßt sich zwar empfinden; aber wer kann sie ergründen? Sünder so verschonen, Millionen Schulden mit so vieler Nachsicht dulden und dabei doch so treu warnen, die dich haffen: Herr! wer fann dieß fassen? 3. Doch du strafft nicht gerne, liebst nur unser Le: ben, Zeit zur Behrung uns zu geben, dringt dich deiner Liebe zärtliches Er barmen. Darum hast du mit uns Armen, so voll Huld, noch Geduld, daß wir darauf achten und nach Beßrung trachten. 4. O daß doch der Reichthum deiner Vaterliebe uns zur Sinnesändrung triebe! D und sein Wesen. 29 O daß wir, voll Reue, daß du unser schonest und Unsre Schuld bedächten und dir willig folgen möchten! unser Schmerz rührt dein Hers, Schulden, die uns tränken, gnädig uns zu schenken. nicht nach Verdienst uns lohnest. Stets noch ist uns Schwachennöthig deineGnade selber auf dem Tugendpfade. Leit uns doch damit noch, bis wir dich einst dro5. Dank sei dir, o Vater, ben ohne Sünden loben. Von der heiligen Dreieinigkeit. Gott, Vater, Sohn und ben und im Tod: erbarm heiliger Geist. dich unser aller! 4. D heilger Geist, du Geist von Gott! Erleuchte, beßre, tröste, die Jesus Christ durch seinen Tod vom Sündendienst erlöste. Auf deinen Beistand hoffen wir; ach, leit uns stets, so sind wir hier beglückt, bort ewig selig. 42 Alei In eigener Melodie. llein Gott in der Höh sei Ehr und Dant für seine Gnade! Er forget, daß uns nimmer mehr Gefahr und Unglück schade. Uns wohlzuthun ist er bereit, er will nur unfre Seligkeit. Erhebet ihn mit Freuden! 2. Ja, Vater, wir erhe ben dich mit freudigem Ges müthe, du herrschest unveränderlich mit Weisheit und mit Güte. Unendlich groß ist deine Macht, und was sie wirkt, ist wohlbedacht. Wohl uns, daß du regierest! 3. O Jesu Chrift, des Höchsten Sohn! Dich, seinen Eingebornen, dich sandte Gott vom Himmelsthron zur Rettung der Verlornen. Du Mittler zwischen uns und Gott, hilf uns im LeMel. Erschienen ist der herrlich 43 Dank und Anbetung bringen wir, Herr, unser Gott und Vater, dir. Du bist es, der die ganze Welt erschaffen hat und noch erhält. Halleluja! 2. Dank und Anbetung bringen wir, Sohn Gottes, Herr und Heiland, dir. Du littst für uns des Todes Pein, uns vom Verderben zu befrein. Halleluja! 3. Gelobet feit du, Geist des Herrn! Wir waren einst von Christo fern. Du hast durch deines Wortes Macht B3 uns 30 Gott uns allen Licht und Heil den. Er flößt uns im Todesgebracht. Halleluja! schmerz des ewgen Lebens Trost ins Herz. In eigener Melodie. 44 Wir glauben an den eingen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden. Er, aller Vater, unser Gott, hieß uns seine Kinder werden. Er will uns auch stets ernähren, jedes wahre Gut gewähren. Er erwog schon, eh wir waren, unsre Rettung in Gefahren. Er ists, der für uns sorgt und wacht, und Alles steht in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Gottes Sohn, den Eingebornen, den Herrn, der Mensch geworden ist, den Erretter der Verlornen. Er, er achtete sein Leben nicht zu theur, für uns zu geben. Er erstand, herrscht hoch erhöhet in dem Reich, das nie vergehet. Er läßt uns auch im Erabe nicht und kommt dereinst zum Weltgericht. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, unsern göttlichen Regierer, den Jesus Christus uns verheißt uns zum Beistand und zum Füh rer, der in Trübsal seine Christen eilt mit Muth und Kraft zu rüsten, der uns lehrt Vergebung finden und der Tugend Werth empfinMel. Mein ganzer Geift 45 Nobfinget Gott! Dant, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke! Von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt er und herrschet weit und breit mit Weisheit, Güt und Stärke. Singet, bringet frohe Lieder! fallet nieder! Gott ist herrlich, unaus: sprechlich groß und selig. 2. Lobsinget Gott, Dank Preis und Ruhm set von uns, deinem Eigenthum, Herr Jesu, dir geſungen. Du Mitiler zwischen uns und Gott, hast durch Ge. horsam bis zum Tod das Leben uns errungen. Heilig, selig ist die Freundschaft undGemeinschaft aller Frommen, die durch dich zum Vater kommen. 3. Lobsinget Gott! Du Geist des Herrn, sei nie von unserm Geiste fern, mit Kraft ihn außzurüsten! Du machst uns gläubig, weise, rein, hilft uns getroft und siegreich sein im Streit mit unsern Lüsten. Leit uns, stärk uns, in der Freude, wie im Leide, Gott ergeben und der Tugend treu zu leben. und sein Wesen. 31 Mel. Es wolle Gott uns zu befrein von Sünd und err, unser Gott, Tod, kamst du zu uns auf 46 Du bist das höchste Wesen; und doch haft du, an Gnade reich, uns dir zum Dienst erlesen. Gemeinschaft sollten wir mit dir du Allerhöchster, haben. Mit deinem Heil willst du uns hier und ewig einst begaben, du Quelle alles Segens. 2. Wir beten dich, o Vater, an. Sind wir gleich por dir Sünder, so nimmst du dich doch unser an, wie Väter ihrer Kinder. Du haft für uns aus großer Huld selbst deinen Sohn gegeben; dein Herz, voll Güte und Geduld, verleih uns Trost und Leben, daß wir dich findlich fürchten. 3. O Jesu, ewger Gottessohn! Du Heil, darauf wir hoffen! Durch dich sieht zu des Vaters Thron der Weg uns wieder offen. Uns Herr und Gott, froh deines Gegens werden und dir im Glauben dienen. 4. O heilger Geist, du Geist von Gott! wehr in uns dem Verderben! Im Glauben an des Mittlers Tod hilf uns der Sünde sterben. Du gibst zum Gu ten Lust und Kraft; laß es uns stets erfahren. Stärk uns in unsrer Pilgrimschaft, bewahr uns vor Gefahren, hilf uns dir willig folgen. 5. Laß, Gott, uns dein auf Erden schon als unsers Gottes freuen. Herr, segne uns von deinem Thron, daß wir vor dir gedeihen! Dein ist das Reich, die Herrlichkeit, dir wollen wir hier leben; und du wirst nach vollbrachter Zeit uns einst dahin erheben, wo wir dich ewig schauen. Werke und Wohlthaten Gottes. Schöpfung. Wälder, Feld und Au, befahl dem Regen, ſprach zum Mel. Es ist das Heil uns kommer Thau: Erquicke Saat und 47 Wer machte dieſe Blüthen? schöne Welt, das Nahe und das Ferne? Wer hat am Himmel hingestellt die Sonne, Mond und Sterne? Wer schuf die 2. Auf wessen mächtiges Geheiß entstanden Strom und Seen? Wer gab dem Winter Schnee und Eis? Wer hieß die Winde we hen? 32 hen? Wer rief der Thiere zahllos Heer in Flur und Wald, Werke und Wohlthaten Gottes. im Staub selbst frohe We ſen? 3. Das Alles, Alles groß und klein, ist dein Werk, Unsichtbarer! Du bist der Erste, du allein bist Schöpfer und Bewahrer. Durch deine Macht und dein Gebot ist Alles, liebevoller Gott, ist auch der Mensch geworden. 4. Wie gut, wie liebevoll du bist, seh ich, wohin ich blicke; denn gut ist, was geschaffen ist, und dient zu meinem Glücke. Luft, Sonn und Mond und Pflanz und Thier und Stein und Wasser nüßen mir und nüßen allen Menschen. 5. Für dich nicht, für Geschöpfe nur, daß jedes glücklich werde, schufst du die prächtige Natur, den Himmel und die Erde. O du, der uns als Vater liebt und Allen alles Gute gibt, was kann der Mensch dir geben? 6. Wie bin ich froh! Du machst auch mich zu Zeugen deiner Güte. Ich danke dir und denk an dich mit freudigem Gemüthe. Ich seh dich nicht, doch lieb ich dich; du schufft und du er hältst auch mich zu immer größern Freuden. In eigener Melodie. 48 Nobfinget Gott! Er Welt zum Schauplaß seiner Güte; lobsingt ihm, der sie noch ers hält, mit freudigem Gemüthe! Gott ist die Liebe! rühmt es laut, Geschöpfe, die ihr ihm vertraut, die ihr ihn kennt und ehret! Rühmt es, daß seine Gütig: keit mit jedem Morgen sich erneut und ewig, ewig wäh ret! 2. Du wolltest, daß vor dir nichts leer von Freud und Leben bliebe, drum schufst du, Gott, der Himmel Heer, schufft unsre Welt aus Liebe. Du selbst bedurftest ihrer nie. Unendlicher, du ließeft sie zu ihrem Heil nur werden. Dich aber, dich erfreuet nur die Wonne, Allen wohlzuthun im Himmel und auf Erden. 3. Kein Mensch, kein n gel selbst ermißt dein Wohlthun, deinen Segen, wie groß, wie weisheitsvoll du bist in allen deinen Wegen. Gott, deine Güte reicht so weit, als deines Reichs Unendlichkeit, so weit, Herr, als dein Leben. Ach! was sind wir, die deine Macht aus todtem Staub hervor gebracht, uns ewig Heil zu geben! 4. D Vater, welchem Reis ner Schöpfung. ner gleicht an Liebe, wie an Stärke, tein Dank, tein Lobgesang erreicht die Wunder deiner Werke; doch ist dirs angenehmer Dant, dir ist es mehr als Lobges sang, wenn ich dich thätig liebe und gern in meiner Lebenszeit Erbarmen und Wohlthätigkeit an andern Menschen übe. 5. Du bist die Liebe! Dank sei dir, daß ich dich so erkenne und dir zum Ruhm, zum Troste mir dich meinen Vater nenne! Auch will ich gerne liebreich sein, will glücklich machen, will erfreun, will helfen und dir gleichen. Von die sem Heil und dieser Pflicht, o Gott der Liebe, laß mich nicht, solang ich lebe, weichen! Mel. Gott, der da die Menschen 49 Gott! aus deinen Schöpferhänden ging die herrliche Natur. Solchen Bau so schön vollenden, konnte solch ein Schöpfer nur. Dwie tönnt ich deine Werke, ihre Regels mäßigkeit, Pracht und Mannichfaltigkeit, wie die Zeu. gen deiner Stärke, deiner Huld und Weisheit sehn und doch stumm vorüber gebn? 2. Rings auf Erden hallt es wieder: Gut und groß ist, der uns schuf! Betend 33 werf auch ich mich nieder; Herr, dein Preis sei mein Beruf! Preis, daß ich dich Vater nenne, Preis, daß ich dich preisen tann, daß auch ich durch dich begann, dich als meinen Schöpfer kenne und von hohem Eifer voll mehr dich kennen lernen soll. 3. Ja, wenn Thränen mir entgleiten, will ich deine Schöpfung sehn und durch ihre Herrlichkeiten stets mit offnem Herzen gehn. Alle stehn ja unverschloffen, sind dem Äermsten ja betannt. Näher werd ich dir gewandt, hab ich schuldlos sie genossen. Still und heiter wird mein Sinn, wenn ich hier nicht fühllos bin. 4. Du gedachtest meiner Leiden, eh noch dieses Herz dir schlug; sorgteft schon für meine Freuden vor dem ersten Athemzug. Zum Genuß für Leib und Seele hast du, Herr, mit Freundlichkeit so viel Gaben ausgestreut, daß ich im Genuß oft wähle. Wer so viel, so gern mir gibt, o der zeigt, daß er mich liebt. 5. O wer wollte je vermessen mitten in der schönen Welt deiner Macht und Huld vergessen und nicht thun, was dir gefällt? Du, der selbst dem kleinsten Wurme seine Vaterforge B5 weiht, 34 Werke und Wohlthaten Gottes. weiht, du bists, der auch nem Schöpfer Ehre! Mich, mich erfreut in der Stille, ruft der Baum in seiner wie im Sturme. Herr, dir Pracht, mich, ruft die Saat, will ich ganz vertraun und hat Gott gemacht: bringt mein Heil auf dich nur unserm Schöpfer Ehre! baun. 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunder bar bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Ver. stand dich zu erkennen leitet; der Mensch, der SchöpfungRuhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt und Größe. 6. Erheb ihnewig, o mein Geist, erhebe seinen Na men! Gott, unser Vater, sei gepreist, und alle Welt sag: Amen! Und alle Welt fürcht ihren Herrn und hoff auf ihn und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? 50 Mel. Sei Lob und Ehr dem Jenn ich, o Schöpfer, deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für Alle wacht, anbetend über: lege, so weiß ich, von Bewundrung voll, nicht wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge sieht, wo hin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn an ihm erhöht? Wer kleis det sie mit Majestät? Wer In eigener Melodie. ruft dem Heer der Sterne? 51 Den Gottes Ehre, 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schooß der Erde auf, mit Vorrath uns zu segnen? Du, Gott der Macht und Herrlichkeit! Gott, deine Güte reicht so weit, als deine Himmel reichen. ihr Schall pflanzt seinen Namen fort. Ibn rühmt der Erdkreis, ihn die Meere! vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort! 2. Wer trägt die unzähl baren Sterne? Wer führt die Sonn aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet uns von ferne und lauft den Weg gleich als ein Held. 3. 4. Dich predigt Sonnen schein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meis Vernimms und sieh die Wunderwerke, die die Na Schöpfung. Natur dir aufgestellt! Ver kündigt Weisheit, Ordnung, Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du die unzählbaren Heere der Wesen fühl los wohl beschaun? Durch wen ist Alles? Gib ihm Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun! 5. Mein sind die Himmel, mein die Erde; an meinen Werken kennst du mich! Ich werde sein, der ich sein werde, dein Gott und Vater ewiglich! 6. Ich bin dein Schöpfer, Weisheit, Güte, ein Gott der Ordnung und dein Heil! Ich bins! Mich liebe dein Gemüthe und nehm an meiner Gnade Theil! Mel. Herr, wir fingen 52 Unser Gott ist groß und mächtig, und seine Schöpfung schön und prächtig, voll Weisheit und Vollkommenheit. O ihr, seis ner Allmacht Heere, verkündigt eures Schöpfers Ehre und preiset seine Herrlichkeit! Sein Kleid ist reines Licht! Er hältimGleichgewicht ganze Welten. Der Wesen Heer, das weite Meer, den Engel und den Wurm schafft er. 2. Allmacht sprach zum Nichts: es werde! Da trat auch unsre schöne Erde vor ihren Herrn, um aufzublühn. 35 Allmacht spricht: so stürzen Welten, die Berge fliehn vor ihrem Schelten und sinken vor dem Donner hin. Er hat wie ein Gewand die Himmel ausgespannt. Durch ihn geht, gleich wie ein Held aus seinem Zelt, die Sonne und erfreut die Welt. 3. Er, der auf den Winden schwebet, er schaut die Erde an: sie bebet! Er rührt den Berg an, und er raucht! Vögel nährt er, speist die Heerden, erneuert die Gestalt der Erden, erfreut, was in ihr lebt und haucht. Mit milder Freundlichkeit gibt er zu seiner Zeit Allen Speise, liebt und erhält die ganze Welt und tränkt die Thiere auf dem Feld. 4. Kräuter schuf er, uns zu heilen; den Mond, das Jahr danach zu theilen; der Sonne Licht zur Fruchtbar: keit. Gott ist gnädig, Gott regieret, wenn er die Flur mit Blumen zieret und sie mit Saaten überstreut. Der Wallfisch und der Wurm, der Blüthenduft und Sturm zeugt vom Schöpfer. Der Tag, die Nacht rühmt seine Macht und rühmt, daß er für Alles wacht. 5. Gott voll Weisheit, Gott voll Stärke, wie viel und groß sind deine Werke! wie reich an Gütern ist das Land! Schiffe gehn in weiB6 ten 36 Werke und Wohlthaten Gottes. ziehe mich doch ganz zu dir und offenbar dich selber mir! ten Meeren; da wimmelts Ding verborgen ist, ach von den frohen Heeren der Thiere zahllos wie der Sand. Mit Mannichfaltigkeit, mit Regelmäßigkeit prangt die Erde; wohin entzückt mein Auge blickt, da ist die Welt mit Reiz geschmückt. 6. Wer vergänglich Gras bekleidet, die Fische nähret, Lämmer weidet, der sorgt als Vater auch für mich. Seele, wolltest du für more gen schon heute bang und ängstlich sorgen? Nein, sei getrost, ermanne dich! Ver: traue Gott! Auf ihn werf alle Sorgen hin! Er wird sorgen, er, der uns hört und gern gewährt, was unser wahres Wohl vermehrt. 7. Dank dem guten Gott zu singen und stets mein Herz ihm darzubringen, soll meine höchste Freude sein. La soll ihm mein Lob erichallen! mein Opfer wird ihm wohlgefallen, gerührt will ich mich seiner freun. Sein Lob ist Seligkeit! Es macht schon hier bereit für den Himmel. Dort werd ich stehn, entzückt ihn sehn und ewig seinen Ruhm erhöhn. 2. Wohin ich Herz und Augen lenke, da find ich deiner Gottheit Spur. Wenn ich voll Andacht überdenke dein Werk, die prächtige Natur, so ruft mir Alles, Alles zu: Wie groß ist Gott! wie flein bist du! 3. Mirzeigen alle Elemente Macht, Güt und Weisheit überall. O wenn das Stumme reden könnte, wie groß wär stets der Jubelschall! Rühmt, Menschen, Gottes Güt und Macht, die euch und uns hervorgebracht! 4. Herr Gott! wie groß ist deine Liebe! Die Erd ist deiner Güte voll. O gib mir dankbar fromme Triebe, daß ich dich preise, wie ich soll. Nimm, was ich kann und hab und bin, zu deinem Dienst auf ewig hin! 5. Hilf, daß die Güter dieser Erden mich zu dir locken, höchstes Gut, daß sie mir nicht zum Fallstrickt wer den und ihr Genuß mir Schaden thut! Laß allen Mißbrauch ferne sein; mein leptes Ziel sei du allein! 6. Hier ist mein Leben eine tel. Wer nur den lieben Gott 530 Gott des Himmels Reife, ich geh nach jener und höhern mache der du allgegenwärtig bist, du mich fromm und weise, von Niemand kannst begrif- daß ich hier thu, was dir fen werden, vor dem tein gefällt! Und end ich diesen fura Borsehung. turzen Lauf, so nimm zu höherm Glück mich auf! Vorsehung, Erhaltung und Regierung der Welt. Mel. Nun dantet Alle Gott 54Nichts ichts ist von unges fähr; ein großer Gott regieret, ein Gott, der seine Welt mit reichem Se gen zieret. Auch was uns Bufall heißt, ist, eh es noch geschieht, in seinem Plan bestimmt und einer Kette Glied. 2. Er sah vor aller Zeit, was künftig werden sollte, und nichts ist, nichts wird sein, als was sein Rathschluß wollte; und Alles, was er will, ist weise, recht und gut. Owohl mir, daß mein Glück in Gottes Händen ruht! 3. Wie dürft ich mißvergnügt in meinem Stande les ben? Kann jemals böse sein, was Gott mir pflegt zu geben? Der Thor nur klagt und murrt und lästert Gottes Rath; er hat nicht, was er will, und will nicht, was er hat. 4. Wer wahre Weisheit liebt, der liebt auch den Gedanten: Mein Heil, mein Fals ist Gott, und wenn auch Welten wanken! Ich sollte, was ich bin, nicht etwas Anders sein, und mein befondres Loos stimmt mit dem Ganzen ein. 37 5. Mein Unmuth ändert nie die Ordnung aller Dinge. Ich quäle nur mich selbst, wenn ich die Hände ringe. Doch folg ich meinem Gott, so lindert sich mein Schmerz; denn was mich elend macht, ist immer, nur mein Herz. 6. Wie thöricht würd ich sein, wenn ich begehren woll te, dast alles Ungemach nur mich verschonen sollte! Mein Vater liebt auch mich und mischt mit Freundlichkeit in seinen Gegenstelch des Leidens Bitterkeit. 7. Jm Leiden lern ich mich und meinen Gott erkennen und mich mit edlem Sinn von falschen Freuden trennen. Wie kann mir schrecklich sein, was mich vollkommner macht? Mehr ist die Tugend werth, als Sinnenlust und Pracht. 8. Die Tugend wird bald schwach im Schooße niedrer Freuden und stark erschei net sie, umringt von stillen Leiden. Sie strahlt am göttlichsten aus tiefster Dunkelheit; da leuchtet sie der Welt und überlebt die Zeit. 9. Hinweg mit blöder Furcht! Der Herr will mich regieren, mich auch auf rauher Bahn zu meinem Ziele führen. Hier bin ich, Herr, mein Gott! O stehe du mir bei, daß selbstin Noth und Tod mein Herz dir folgsam sei! 87 38 Werke und Wohlthaten Gottes. In eigener Melodie. 7. Ihm hab ich mich ers 55 In n allen meinenTha: geben, zu sterben und zu Höchsten rathen, der Alles kann und hat. Er muß in allen Dingen, solls anders wohlgelingen, mein Helfer sein mit Rath und That. beut. Sei mir mein End verborgen, komm es heut oder morgen: er weiß dazu die rechte Zeit. 8. So sei nun, Seele, stille, dich leitet dessen Wille, der dich erschaffen hat. Es gehe, wie es gehe! Dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath! 2. Nichts hilft mein banges Sorgen vom Abend bis zum Morgen, nichts meine Ungeduld. Er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen: ich traue seiner Vaterhuld. Mel. Es ist das Heil uns 3. Es kann mir nichts ges 56 Dir, unser Gott, ift iſt schehen, als was sein Rath ersehen und mir für heilsam hält. Mit dem, was Gott beschieden, bin ich, sein Kind, zufrieden: mir geh es, wie es ihm gefällt. 4. Jch traue seiner Gnade, die mich auf meinem Pfade vor allem Uebel schüßt. Leb ich nach seinen Säßen, so wird mich nichts verlegen, nichts fehlen, was mir ewig nüßt. 5. Leg ich zum Schlaf mich nieder, weckt mich der Mors gen wieder zu meines Lebens Pflicht; irr ich auf finstern Wegen, geh ich dem Leid entgegen, so sei sein Wort mir Trost und Licht. 6. Was über mich beschlos sen, dem will ich unverdross fen, getrost entgegengehn. Kein Unfall unter allen soll je zu hart mir fallen; ich will mit Gott ihn überstehn. im Himmel und auf Erden. Du bist der Höchste und dein Reich fann nie begriffen werden. Unendlich ist die Majefiät, die über Alle dich erhöht, die Kron und Scepter tragen. 2. Wie weit erstreckt sich dein Gebiet? Wo ist der, der es messe? Wohin auch nur mein Auge sieht, da seh ich deine Größe. Weit über alle Himmel weit geht detnes Reiches Herrlichkeit. Du herrschest über alles. 3. Du herrschest weislich, recht und gut, nach heiligen Gefeßen. Du willst auch deiner treuen Hut das Kleinste würdig schüßen. Auf Alles geht dein Augenmerk, und immer ists dein liebstes Werk, zu fegnen, zu beglücten. 4. Wohl Vorsehung. 4. Wohl uns, daß du das Regiment, Gott, über Alles führest! Und wohl dem, der den Zweck erkennt, dazu du uns regiereft! Ich, dein so schwacher Unterthan, ich bete dich in Demuth an. O sich auf mich mit Gnade! 5. Ich bin verderbt und fehlervoll, bin auf dem Tugendwege nicht stets so eifrig, wie ich soll, bin oft zum Gu: ten träge; doch du bist gnäs dig und voll Huld vergibst du Reuigen die Schuld. Drum hoff ich auf Verge bung. 6. Ich hoffe, weil mich der vertritt, den du für mich gegeben. Mein Jesus, wel cher für mich litt, erwarb mir Recht zum Leben. Sein Tod macht mich von Zweifel frei, ob ich der Gnade würdig sei: auch mich hat er versöhnet. 7. Herr! ewig will ich dei nen Ruhm mit Lob und Dank erheben. Dir will ich, als dein Eigenthum, mich ganz zum Dienst ergeben. Lust will ich bis in den Tod nach deinem heiligen Gebot durch deinen Beistand wan: deln. Mit In eigener Melodie. 57 Kommt, kommt, den Herrn zu preisen, der groß von Rath ist, groß von That, den Gütigsten, 39 den Weisen, der keinen ſeines Gleichen hat! Der Herr thut große Werke. Wer beuget seine Kraft? Wer seines Ärmes Stärke, die alles Gute schafft? Er dehnet, gleich Gezelten, den weiten Himmel aus; er spricht, so gehen Welten aus ihrem Nichts heraus. 2. Er will, und Sonnen flammen: auch drängt das Wasser, wenn er spricht, in Wolken sich zusammen, und ihre Schläuche reißen nicht. Er ruft den Ungewittern, das Meer wird ungestüm, des Himmels Säulen zittern, die Erde bebt vor ihm. Er will, und Blitze zünden, daß Städte flammend stehn. Er winkt und droht den Winden, schnell wird sein Himmel schön. 3. Er, er gebeut den Welten: Bis hierher!- Ihm gehorchen sie. Er legt in Felsen Quellen: sie rieseln und versiechen nie. Er füllet Wüsteneien mit seinen Wuns dern an; heißt Thiere da sich freuen, wo kein Mensch wohnen kann. Wer kann die Sterne führen? Wer kann, als er allein, der Dinge Lauf regieren, zerstören und erneun? 4. Herr! dein ist alle Stärte, und alle Hülfe, Gott, ist dein! Das preisen deine Werke, die deiner Allmacht sich Werke und Wohlthaten Gottes. 40 sich erfreun. Auch wir erfreun uns ihrer: ihr Lob sei unsre Pflicht! O Vater, o Regierer, men hält, wen schüßt sie nicht? Du lebst du wirkst in Allen, wir leben nur in dir. Erhalter, wer kann fallen? Dir, dir vertrauen wir! Mel. Bon Gott will ich, oder Beuch ein zu deinen Thoren geben und frohe Zuversicht. Wenn ich bekümmert war, so seufzt ich und war stille, und dein stets guter Wille entriß mich der Gefahr. 5. Dein Name sei gepries sen, der jederzeit an mir so herrlich sich erwiesen! Mein Herz und Mund soll dir, du Retter aus Gefahr, mein schuldig Opfer bringen, von deiner Güte singen jegund 58 Gott, der an allen und immerbar. Enden viel große Wunder thut, du bists, in dessen Händen mein ganzes Schicksal ruht; haft in der Prüfungszeit mir jeden meis ner Tage, mein Glück und meine Plage bestimmt von Ewigkeit. 6. Du hast mir wohlge rathen und lauter Guts gethan, daß deiner Liebe Thaten ich nicht aussprechen fann. Hilf, Bater, daß ich dort verklärt und ganz vollkommen mit allen deis nen Frommen dir danke fort und fort! 2. Da ich noch tief verborgen im Mutterleibe lag, wacht über mich dein Sors gen. Ach, Bater! wie ver- 59 F Gott, verborgen, Rel. Wer nur den lieben Gott du bist, o mag mein dürftiger Verstand das Gute zu erheben, daß du in meinem Leben mir huldreich zugewandt? 3. Drückt mich auf meinen Wegen gleich mancheLast und Müh, so führt auch sie zum Segen, und du versüBest sie. Du bleibest mitleidsvoll, hilfft liebreich deinen Kindern sie tragen und vermindern, beförderst stets ihr Wohl. 4. Stets hat in meinem Leben mir dieses Trostes Licht von neuem Kraft ges dein Rath bleibt für uns wunderbar! Umsonst sind alle unsre Sorgen: du sorgtest, eh die Welt noch war, für unser Wohl schon väterlich. Dieß sei genug zum Troft für mich. 2. Dein Weg ist zwar in Finsternissen vor unsern Augen oft versteckt; doch wenn wir erst den Ausgang wissen, wird uns die Ursach auch entdeckt, warum dein Rath, der niemals fehlt, den uns so dunkeln Weg gewählt. 3. Nie Vorsehung. 3. Nie sind die Tiefen zu ergründen von deiner Weisheit, deiner Macht; du kannst viel tausend Wege finden, wo die Vernunft sie nie gedacht. Aus Finsterniß bringst du das Licht. Dir folgen sei stets unsere Pflicht. 4. Drum will ich mich - dir überlassen mit Allem, was ich hab und bin; und kann ich auch nicht Alles fassen, so trau ich dir mit frohem Sinn. Der Ausgang macht mir endlich klar, daß stets dein Rath voll Güte war. 5. Gib, daß dieß mein Vertrauen mehre in Glück und Unglück, Freud und Leid; denn Alles wirkt zu deiner Ehre und meiner Seelen Seligkeit, und einst preis ich vollkommen dich und freue deiner ewig mich. 41 3. Schau die Werke seiner Hände! Mensch und Thier melden dir seinen Ruhm ohn Ende. Was wir noch so Kleines nennen, Gras und Laub, selbst der Staub, gibt ihn zu erkennen. 4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh, in der See oder sonst zu finden, rühmt die Weisheit seiner Werke; jeder Wurm, Wind und Stürm preisen seine Stärke. 5. Sollt ich denn nicht ihn erheben? Wie so gar wunderbar gab er mir das Leben! Was ich hab, ist sein Geschenke, auch der Geist, der ihn preist, mit dem ich ihn dente. 6. Wie mich sein getreues Sorgen Tag und Nacht nimmt in Acht, das zeigt jeder Morgen. Ja, fein Augenblick verschwindet, der mich nicht, Gott, mein Mel. Warum sollt ich mich 60 Sei zufrieden, mein Licht, dir zum Dank verbindet. Gemüthe! Gott ift gut; was er thut, ist voll Lieb und Güte! Er nur weiß in allen Sachen, groß von Rath, wie von That, Alles wohlzumachen. 2. Beides, Erd und Him. mel preifen seine Macht; Tag und Nacht müssen sie beweisen. Sonn und Mond, das Heer der Sterne, was sich regt und bewegt, lobt ihn nah und ferne, 7. Septen mir des Kreuzes Plagen heftig zu, so halfft du, o mein Gott, sie tragen. War kaum noch Geduld vorhanden, deine Kraft hat geschafft, daß ich überstanden. 8. Nun, mein Herz, das hat schon lange Gott ges than! Denke dran, wird dir jemals bange, als wollt er dich ganz verlassen. Es geschicht 42 Werke und Wohlthaten Gottes. schicht wahrlich nicht; er und Leben, Alles sei dir kann dich nicht hassen. 9. Drum ergib dich sei nem Willen, heiße gut, was er thut, er wirds auch er füllen. Denn er ist in allen Sachen groß von Rath, wie von That; er, er, wirds wohlmachen. 6. Soll ich hier noch länger leben, o so wollst du In eigener Melodie. 61 Alles ist an deinem Kraft mir geben, daß ich Segen, großer Gott, allein gelegen; du bist unser höchstes Gut. Uleber Aues hoch dich schäßen und auf dich Vertrauen seßen, gibt allein getrosten Muth. stets dir folgsam sei. Alles Jrdische vergehet; nur die Frömmigkeit bestehet und sie macht mich sorgenfrei. 2. Du, der mich bisher ernährte, manche Freude mir ewig mein. Du, mein Schöpfer und Regierer, wirst mein Helfer und mein Führer durch mein ganzes Les ben sein. 3. Sollt ich ängstlich mich um Sachen, die nur Sorg und Unruh machen, nur um eitles Glück bemühn? Nein, ich will nach Gütern streben, die mir wahre Ruhe geben und im Tode nicht entfliehn. heimgestellt! 5. Ist mein Wunsch nach deinem Willen, o so wirst du ihn erfüllen, und gewiß zur rechter Zeit. Dir hab ich nichts vorzuschreiben; wie du willst, so soll es bleiben; was du willst, ist Seligkeit. 4. Auch die Hoffnung kann erquicken: was mir gut ist, wirst du schicken; du bist Herr der ganzen Welt! Dir will ich mich froh ergeben; Glück und Unglück, Tod Mel Robt Gott, ihr Chriften 62 Gott sorgt für uns! ihm Dant, ihr Christen, singt ihm gern! Vom Aufgang bis zum Niedergang trägt uns die Huld des Herrn. 2. Bom Menschen bis zum kleinsten Wurm reicht seine Gnad und Macht; im Sonnenschein, sowie im Sturm ist er auf Heil bedacht. 3. Mit froh gerührter Seele bringt ein Herz voll Dank ihm dar! Die Nehre, die vom Segen sinkt, ist sein; Gott trönt das Jahr. 4. Ja, Höchster, wir vers ehren dich mit findlich frohem Dant; du nährst uns und gibst väterlich auch mehr, als Speis und Trant. 5. Fried Vorsehung. 43 5. Fried und Gesundheit, Quell, und die Natur ist Kraft, Gedeihn zu unsrer Hände Fleiß, auch das gibst du, und dir allein gebührt dafür der Preis. 6. Laß deines Segens Ueberfluß uns nun auch nüßlich sein und hilf uns, daß wir beim Genuß uns dessen mäßig freun. 7. Vermehr in uns die Zuversicht, dir ewig zu ver traun, bis wir dereinst in deinem Licht des Glaubens Nerndte schaun. unerschöpflich reich. 6. Wem strömt sie nicht, von dir erfüllt, Lust und Erquickung zu? Wer ist so gut, so treu und mild, so väterlich wie du? 3. Von deinem Himmel, Höchster, träuft Gedeihn und Fruchtbarkeit; die Saat geht auf und blüht und reift und sättigt und erfreut. 4. Von dir gesegnet gibt der Baum, wenn Einer Schatten sucht, ihm unter seinen Zweigen Raum, Erfrischung und auch Frucht. 5. Wie fröhlich lächelt jede Flur! Es fließt, sich immer gleich, der Freude 7. Herr! ohne dich vergingen wir und wir vers dientens auch; und dennoch leben wir in dir, beseelt durch deinen Hauch. 8. Nicht Einem mangelt deine Huld; wem strablet nicht dein Sicht? Mit welcher Langmuth und Geduld verschonst du unser nicht! Mel. Lobt Gott, ihr Chriften, oder Mein Gott, das Herz ich bringe 63 Noch immer wech feln ordentlich des Jahres Zeiten ab, und früh und spät ergießet sich dein. Segen, Gott, herab. 2. Noch öffnest du die milde Hand, Herr, wie du Mel. Vom Himmel hoch stets gethan; du segneft und 64 Mein Auge fieht, das Land mit ner Güte an. Gott, nach dir: von deinem Throne hilf du mir! Mein Heil kommt nur von deiner Macht, die diese Welt hervorgebracht. 9. D betet, Menschen, betet an! Erwägts und dentet nun: Was hat Gott schon an uns gethan! was will er nicht noch thun? 2. Getrost, mein Herz! Mein treuer Hirt schafft, daß mein Fuß nicht gleiten wird, der mich behütet, schlummert nicht; in Finsterniß ist er mein Licht. 3. Kein Uebel sei mir fürchterlich: denn Gottes Rechte schüßet mich. Durch feis Werke und Wohlthaten Gottes. 44 feine treue Baterhand wird aller Schade abgewandt. 4. Sein Schuß gewährt mir Sicherheit, sein Troft füllt mich mit Freudigkeit. Er leitet mich auf ebner Bahn und nimmt mich einst zu Ehren an. 5. Herr, segne und be hüte mich! Du bist mein Heil, ich hoff auf dich. Dein Segen folg aus dieser Zeit hinüber mir zur Ewig, keit! Mel. Gott Bater, an Erbarmen 65 ott! ott! deine weise Macht erhält die ganze lebevolle Welt, und Aller Augen freuen sich und warten hoffnungsvoll auf dich, auf dich, der du sie alle liebst und allen ihre Speise gibst. 2. Du öffnest deine Hand, so fließt berab, was jedem nöthig ist; mit Wohlgefallen sättigt sie dein Aufsehn und versäumt sie nie. Nie sind Geschöpfe deiner Hand dir unwerth oder unbekannt. 3. Auch mir gabst du, mein Gott und Heil, noch täglich mein bescheiden Theil, gabst mirs mit Huld und Freundlichkeit, solang ich bin, zu rechter Zeit. Kein Bater sorgt so väterlich für seinen Sohn, als du, für mich. 4. Ich bins gewiß, du fannst mich nicht verlassen, meine Zuversicht! Ich bins gewiß, du thust mir wohl, solang ich hier noch leben soll. Nicht Ueberfluß bitt ich von dir: was ich bedarf, das gibst du mir. 5. Der Vogel bauet nicht das Land; du nährst ihn doch mit milder Hand. Du schmückst die Blume königlich, die nicht zur Arbeit eilt, wie ich. Vergiß es, meine Seele, nie: weit mehr bin ich vor Gott, als fie. 6. Mich schufst du nicht für diese Zeit, mein Ziel ist in der Ewigkeit. Du gabst mir Weisheit und Vers stand und machteſt selbst dich mir bekannt. Nichts was die Erde zeugt und nährt, gleicht mir an Hoheit und an Werth. 7. Von dir, der das an mir gethan, werd ich auch Speis und Trant empfahn. Selbst dem, der dich mit Sünden schmäht, gibst du sie ohne sein Sebet; und fleht ich nicht darum zu dir, gewährtest du sie dennoch mir. 8. Laß du mich nur ge nügiam sein und deiner Gaben mich erfreun, mehr aber deiner, der du dich so freundlich zeigest gegen mich, der du des Lebens Quelle bist, aus welcher aller Wohlthat fließt. 9. Bei Vorsehung. 9. Bei deiner Gaben Uebers fluß erhalt mich mäßig im Genuß; bewahr mich in der Dürftigkeit vor Schmach und Unzufriedenheit. Du nährst mich immer. Preis und Dank bring ich dir, Gott, mein Leben lang. Mel. Jeju, meines Lebens Leben 66 Bester, weisefter Regierer! Aller Welten Preis sei dir! Dir, auch meines Lebens Führer, sei auch ewig Preis von mir! Unter allen Millionen, die dein weites Reich bewohnen, siehst du huldreich auch auf mich und vers sorgst mich väterlich. 2. Kann ich dich genug erheben? Du, der Alles werden heißt, gabst mir mit des Leibes Leben, auch die Seele, die dich preist. Ich, ein Wunder deiner Güte, feh mit staunendem Gemüthe, ohne daß ichs fassen kann, als ein Bild von dir mich an. 3. Auf der Menschheit hohe Stufe stellte, Herr, mich deine Hand, wo den Schall von deinem Rufe früh ich hörte, früh verstand. Aus unendlichem Erbarmen zogst du mich mit Baterarmen in der Kindheit schon zu dir. O wie preis ich dich dafür! 45 4. Täglich warest du mir nahe; deine Weisheit lehrte mich. Was ich hörte, was ich sahe, zeigte mir, o Vater, dich. Ja, du tamst mit neuem Segen jeden Morgen mir entgegen. Was nur je mir heilsam war, reichte deine Hand mir dar. 5. Wie so viele frohe Tage schenkte deine Güte mir! Sandtest du auch eine Plage, o so kam auch Trost mit ihr. Und wer zählt die Güter alle, die mir, seit ich hier schon walle, deine Vaterhuld verlieh? Nein, zu zählen sind sie nie. 6. Sollt ich dir denn nicht mit Freuden dankbar und ergeben sein? Sollt ich zagen, wenn mir Leiden widerfahren oder dräun? Nein, o Herr, dich laß ich walten, du, du wirst mich aufrecht halten. Sende Wonne, sende Schmerz, dankvoll nimmts von dir mein Herz. 7. Fliehn mich auch die besten Freunde, fehlt auch jede Freude mir, wären viel auch meiner Feinde, dennoch bleib ich stets an dir, dennoch will ich nicht verzagen, will aufs Ziel von meinen Tagen, auf die beßre Zukunft schaun und von Herzen dir vertraun. das 8. Besser noch, als selbst Leben, ist, o Vater, dei 46 Werke und Wohlthaten Gottes. deine Huld. Was mir nüßt, bung, Allerseligster, mit wird sie mir geben und dir! Gib, o Vater, stets mich tragen mit Geduld. Empfindung deiner VaterLaß mich nur, du Aller liebe mir! Mache du mich befter, immer inniger und immer reiner, daß mein fester bier mit dir vereinigt Herz auch einst noch deiner fein, deiner Gnade mich zu sich in deinem Reiche freu freun. und in dir ganz selig 9. D der seligen Verbin- sei! Die vorzüglichsten Geschöpfe. Die Engel. Mel. Auf, Christenmensch! ott! deine Güte, so oft entehret, vom Blendwerk jedes Wahns befreit, der die Vernunft bethöret, voll Kraft zu jeder guten 67deine Macht, kann That, betreten sie der Tu nie ein Mensch ergründen. Sie zeigt sich in der Erde Pracht und in den tiefsten Schlünden; und noch begreift bei aller Müh, der größte Weise niemals fie. 2. Du bildetest im Stufengang, sich deiner zu er freuen, durch Ordnung und Zusammenhang der Wesen lange Reihen; vom Men schen bis zum Thier und Baum ist nirgends leerer Zwischenraum. 3. Auch Engel, deren Geisterblick kein schwaches Licht begränzet, und denen hohes Himmelsglück im reichen Maaße glänzet, schufft du, o Gott, Unendlicher, der Wesen Vater und ihr Herr! 4. Fern von dem Hang zur Sinnlichkeit, der uns gend Pfad. 5. Voll Eifer und voll Thätigkeit sucht jeder deinen Willen und was dein hoher Wink gebeut, gehorsam zu erfüllen und preist mit lautem Jubel gern dich, seinen Vater, seinen Herrn. 6. Auch Menschenglück und Menschenheil vermehret ihre Freuden, froh nimmt an ihnen jeder Theil, er wird sie nie beneiden; wird, wenn der Sünder Reue weint und Tugend liebt, des Sünders Freund. 7. Gott, laß mich deinen Engeln gleich, mit reinen, frommen Trieben, wie sie an Tugendfrüchten reich, dich und die Brüder lieben, so werd ich einst ganz engelrein mich deiner, o mein Vater, freun. Die Engel. 47 Mel. Vom Himmel tam der verschwistert schuf, nur meis 68 er zählt, Unend- ner Hülle hier ein Grab, Unlicher, die Reihn sterblichkeit dem Geiste gab. der Wesen, die sich deiner freun, hinauf zu dir, als Mel. Alle Menschen müssen Vater sehn, aus allen Wel 69 Wann wir unsern ten zu 2. Unzählbar ist der Seelen Schaar. die einst an Staub gefesselt war, nun losgewunden, diese Welt nicht mehr in ihren Schranten hält. 3. Unzählbar ist der Seelen Schaar, die unbegreiflich wunderbar du noch zur Erde senden wirst und durch den Tod zum Leben führst. 4. Auf diesem Erdball nicht allein sind Wesen, die sich deiner freun, hinauf zu dir als Vater sehn, die jauch zen, betend dich erhöhn. 5. Ein ungezähltes Gei sterheer riefst du ina Leben, Gütigster! Dein Reich ist unermeßlich groß, ist, Allerhöchster, gränzenlos. 6. Wann einst auf deinen Wink mein Geist sich seinen Fesseln auch entreißt, misch ich in eure selgen Reihn mich, Mitanbeter Gottes, ein. 7. Entzückt vernimmt mein schärfres Ohr das höhre Lied im Geisterchor, und meine Seele strebt und ringt euch nach, wenn sie dem Vater fingt. 8. Dem Vater, dessen Allmachtsruf auch sie mit euch wann wir unsre Seele nun übergeben deinen Händen, bald in deinem Schooße ruhn, eilen wir aus allen Leiden hin zu deiner Engel Freuden, ewig, Gott, bei dir zu sein, ewig deiner uns zu freun. 2. Wir, zu Gnaden angenommen, hoffen, Vater, voll Vertraun auch wie sie mit allen Frommen deine Herrlichkeit zu schaun. Gleiche Hoheit wird uns schmücken, gleiche Wonn uns dann entzücken; wir, erhoben in dein Reich, werden deinen Engeln gleich. 3. Dieses Heiles der Erlösten, dieser Wonne, dich zu sehn, dürfen wir im Tod uns trösten, wenn wir deine Wege gehn; wenn wir ringen, schon auf Erden deinen Engeln gleich zu werden, standhaft in der Heiligkeit dir zu dienen stets bereit. 4. Wenn wir von Begierde brennen und, den Engeln gleich, uns freun, immer mehr dich zu erkennen, immer heiliger zu sein; wenn wir hülfreich gern mit ihnen unsern schwächern Brüdern dienen; wenn ohn allen Eis gennuß Werke und Wohlthaten Gottes. 48 genuß wir ihr Beistand sind, ihr Schuß. 5. Welch ein Heil, Gott, schon auf Erden Engeln an Vollkommenheit immer ähnlicher zu werden, ähnlich einst an Seligkeit! Laß uns nicht in eitlen Träumen die ses große Ziel versäumen; lehr uns deine Wege gehn, einst, wie sie, dich auch zu sehn. Der Mensch, seine Würde und Vorzüge. Mel. Wer nur den lieben Gott ein bin ich, Gott! 70 Dein Dein ist mein Les ben! Erfreulich ist mein Ursprung mir! Du hast das Dasein mir gegeben; mein ganzes Wesen kommt von dir. Du, Vater, riefft mich aus dem Nichts zum frohen Anschaun deines Lichts. 2. Du gabst mir die ver nünftge Seele, die nur so lang den Leib belebt, bis sie, daß ihr kein Wobljein fehle, dein Ruf zum höhern. Geist erhebt. Du gabst Verstand und Willen mir, Vernunft und Freiheit dank ich dir. 3. Wenn ich auf meinen Körper sehe, den du so kunstvoll ausgeschmückt, so wird, o Vater in der Höhe, mein Herz vor Freude ganz entzückt. Ein jeder Sinn, ein jedes Glied erweckt zum Preise mein Gemüth. 4. Ich bin nicht werth der großen Güte, die du, mein Gott, an mir gethan; voll Rührung preist dich mein Gemüthe und betet dich in Demuth an. Dir will ich Herz und Leben weihn und stets ein Freund der Tugend sein. Mel. Wer nur den lieben Gott 71 werde Gott von & dir erhoben, du seines Odems Hauch, mein Geist. Sollt ich nicht meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preist; ihn, der mich schuf, sein Bild zu sein und seiner Liebe mich zu freun? 2. Schön ist der sonnenreiche Himmel, den er zu sei nem Stuhle wählt; doch ist der sonnenreiche Himmel ge dankenlos und unbeseelt: mir nur, dem Werke seiner Hand, gab er Gefühl, gab er Verstand. 3. Anmuthig, prächtig zum Entzücken ist seine ganze Körperwelt. Wer zählt die Reize, die sie schmücken? Was ich nur sehen kann, gefällt, und dennoch kann sie nicht, wie schön, wie wundervoll sie sei, verstehn. 4. Für Engel nur und nur für Seelen, die Gott zu ihrer Würd erhob, find sie so herrlich; sie erzählen nur Geistern meines Schöpfers Vorsehung. 49 pfers Lob. O Seele, jauchze, ben, Gott, mich an, hab ich daß der Ruf der Allmacht dich zum Geiste schuf. nur dich, was fehlt mir dann? 5. Gott, ich kann denken; ich gewinne, weil ich zu einem Geiste ward, durch die Empfindung meiner Sin ne Gedanken tausendfacher Art. Ach, strebt ich, alle Gott zu weihn, wie selig könnt ich hier schon sein! 6. Je kann sie sammeln, fie verbinden, sie trennen, Mel. Es ist das Heil uns wie es mir gefällt, die Welt 72 Dir, Gott, fei Preis empfinden, mich empfinden, und Dank mich unterscheiden von der Welt. Zu tausend Thaten hab ich Kraft; die gibt mir Gott, der Alles schafft. 7. Wiefenrig dürftet meineSeele nach Glück und Lust und Seligkeit! Nur, daß ich oft betrogen wähle, was mich nach dem Genusse reut. Doch das ist, Vater, meine Schuld: du schaffeft, was du schaffft, aus Huld. 8. Begabt mit wundervollen Sinnen, mit Freiheit, mit Vernunft von dir, sollt ich nur dich, Gott, liebgewinnen, dich nur, und was gebräche mir? Ach, möchte meine Seele dein mit allen ihren Kräften sein! 10. Es werde Gott von dir erhoben, du, seines Odems Hauch, mein Geist! Sollt ich nicht meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preift? Ihn, der mich schuf, sein Bild zu sein, zu lieben ihn, mich ihm zu weihn? 9. Gott, meine Lust sei, dich zu kennen, dich, Urquell der Vollkommenheit; von deiner Liebe ganz zu brennen, das sei mir Ruhm und Seligkeit! Nimmst du zum Erbracht! Dich rühme Harf und Psalter! Ich bin ein Wunder deiner Macht, mein Schöpfer und Erhalter! Mein ganzerLeib, erbaut von dir, ein jeder Sinn und Nerv an mir beweiset deine Größe. 2. Haupt, Aug und Ohr, Herz, Mund und Hand, die ich zu dir erhebe, die Haut, so künstlich ausgespannt, der Adern fein Gewebe und alle Glieder sagen mir: ich sei, o Gott, ein Werk von dir und deiner Weisheit Spiegel. 3. O hättest du mein Auge nicht so künstlich zubereitet, was nüßte mir der Sonne Licht, der Glanz, den sie verbreitet? Dann säh ich nicht, mit welcher Pracht du, Herr, durch deine weise Macht die ganze Schöpfung schmückest. 4. Ich jauchze, daß ich sehen kann und hören und C empfinden; Werke und Wohlthaten Gottes. empfinden; froh bet ich mei- mir verliehn, Gewissen mir nen Schöpfer an, Jhn über- gegeben. all zu finden, in allen Werfen, die er schuf, das ist mein seligster Beruf, mein Lobgesang und Opfer. 4. Der Mensch nur ists, der reden kann, sonst kein Geichöpf auf Erden; der Mensch nur ruft dich, Schö pfer, an, kann Andrer Lehrer werden. 5. Wer leitet meines Blutes Lauf? Wer lenkt des Herzens Schläge? Wer regt die Lung und schwellt sie auf, damit ich athmen möge? Gott ist es, der dieß Alles thut. Preis, Schöpfer, dir! Dir wallt mein Blut, mein Herz schlägt dir, o Schöpfer! 6. Ja, dir sei Lob und Dank gebracht! Dich rühme Harf und Psalter! Ich bin ein Wunder deiner Macht, mein Schöpfer und Erhalter! Gib, daß ich nie mich selbst entweih, auf daß mein Herz ein Tempel sei, in welchem dein Geist wohnet. Mel. Mein erft Geschäft sei Preis 73 welch ein Glück, ein Mensch zu sein! Wer kann genug es preisen? Laß des Berufs, ein Mensch zu sein, Gott, würdig mich erweisen! 2. Den Leib, die Sinne dank ich dir; du gabft mir auch die Seele, Verstand, Vernunft, Gefühl mit ihr, durch die ich denk und wähle. 3. Mich allen Wesen vorzuziehn, die auf der Erde leben, hast du auch Freiheit 50 5. Jhn schufst du zur Ge selligkeit, gabst ihm ein Herz voll Triebe zum Mitgefühl für Freud und Leid, zur Freundschaft und zur Liebe. 6. Und dieser Gaben Fülle schafft mir unzählbare Freuden, gibt mir zu edlen Thaten Kraft und Ruh und Trost im Leiden. 7. Dich, meinen Gott, erkenn ich hier in jedem deiner Werke. Du bist, dieß find ich selbst an mir, voll Weis. heit, Güt und Stärke. 8. 3ch höre deinen heil gen Ruf, die Tugend ist dein Wille. Du, dessen Güte mich erschuf, gib, daß ich ihn erfülle! 9. Ich bin ein Mensch und darf vor dich getroft und freudig treten; ich darf, du höreft liebreich mich, dic preisen, zu dir beten. 10. Heil mir! o Heil der Zuversicht, die ich im Staube babe: Ich bin unsterblich! Gott, dein Licht erhellt die Nacht am Grabe! . 11. D welch ein Glück, ein Mensch zu sein! Ich will es dankbar preisen und bel Berufs Vorsehung. Berufs, ein Mensch zu sein, mich würdig stets er weisen. 51 Freund; laß mich auch Wahrheit lieben und mit stets munterm Fleiß in allem dem mich üben, was mich zur Weisheit führt, zur Weisheit, die dich ehrt und Allem Beifall gibt, was Bestimmung des Menschen zur Gottähnlichkeit. Mel. Nun dantet Alle Gott 74 Allmächtig großer du uus selbst gelehrt. Gott, wer fann dich gnug erheben! Du gabst der ganzen Welt Bewegung, Kraft und Leben. Was Geist und Körper heißt, was Erd und Himmel hegt, hat deine Huld gebaut, die jest noch Alles trägt. 2. Du schufft, ich dank es dir, auch mich zu deiner Ehre; und wolltest, Gütig: ster, daß ich dein Bildniß wäre. Darum hast du den Geift, der in mir lebt und denkt, mir zur Unsterblichkeit aus deiner Huld geschenkt. 3. O welch ein großer Zweckt, dazu du, Gott, mich schufest! Wie herrlich ist das Theil, dazu du mich berufest, dir, Höchster, ähnlich sein, vollkommen sein, wie du! Owohl mir, wenn ichs bin! Hilf du mir selbst dazu! 4. Laß mir dieß großeZiel doch stets vor Augen schweben; mein allerstärkster Wunsch, mein eifrigtes Bestreben in allem meinem Thun sei dieß, o Gott, allein, daß ich auch so mie du gefinnet möge sein. 5. Du bist der Wahrheit 6. Laß deine Heiligkeit mich stets zum Muster nehmen. Hilf mir die Sünde fliehn, des Fleisches Lüfte zähmen, nur das, was recht ist, thun, des Guten mich er freun und dem, ders üben will, auch gern behülflich sein. 7. Gib, daß ich so wie du ein Freund der Men= schen werde, dem Wohlthun Freude macht, der Kummer und Beschwerde dem Näch: sten gern erspart, sein Leben ihm versüßt und, wo er helfen kann, zu helfen willig ist. 8. Noch bin ich weit entfernt, o Gott, von diesem Ziele; du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich fels ber fühle, wie wenig ich dir noch im Guten ähnlich bin. D bilde du mich ganz nach dir und deinem Sinn! 9. Beglückt ist nur alsdann mein Lebenslauf auf Erden, wenn ich dir immer mehr schon hier kann ähnlich werden. Dann werd ich ewig auch mit dir vereinigt sein und mich ohn Unterlaß, Gott, deiner Güte freun. € 2 52 Werke und Wohlthaten Gottes. Mel. Mein Gott, das Herz 75 Ich bin, o Gott, dein Eigenthum. Du schufft mich, dein zu sein, mein ganzes Leben dir zum Ruhm und deinem Dienst zu weihn. 2. Du gabst mir den vernünftgen Geist, bewundernd Mel. Schon ist der Tag einzuſehn, wie dich, Herr, 76 Herr, lehre mich den preift, mit ihr dich zu erhöhn. 3. Was um mich ist, verkündigt mir, Gott, deine Herrlichkeit; zu ihrem Preise reizt mich hier selbst jede Jahreszeit. Höchster, zugethan, in dir Zufriedenheit. 9. Nach hier vollbrachter Prüfungszeit nimmt ihn der Herr! laß Himmel ein. nach dieser Seligkeit mein ganz Bestreben sein. 4. Und ich, ich sollte fühllos sein? Ich rühmte dich, Herr, nicht? Ein Herold deines Ruhms zu sein, bleibt meine größte Pflicht. 5. O mache dieser Pflicht mich treu, so treu, Herr, als ich soll. Mein Herz, mein Mund, mein Wan del sei stets deiner Ehre voll! 6. Wer dich verehrt, hält dein Gebot, ihm ists nicht Lest, nicht Bein. Drum gib auch mir die Kraft, o Gott, gehorsam dir zu sein. 7. Was du gebeutst, ist für uns gut; du willst nur unser Heil. Wohl dem, der deinen Willen thut! Du bist sein Trost und Theil. 8. Er wandelt hier auf ebner Bahn und selbst in Traurigkeit schmeckt er, dir, des Menschen tief empfin den und Allem dem, was mich entehrt, voll Abscheu mich entwinden. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich als Mensch vermag und bin durch deine weise Güte. 2. Jch, ich bin mehr, als Fleisch und Bein. Du hauch. test, Gott, aus Liebe mir auch die rege Seele ein und gabst ihr Kraft und Triebe, mehr, als was diese Sinne rührt und nur zu Sinnen freuden führt, zu fühlen und zu faſsen. 3. Gott, diesen Vorzug gabst du mir vor so viel Millionen, die, auch beseelt, genährt von dir, auf deiner Erde wohnen. Was ihnen fehlt, gabst du mir hin. Vernunft und Freiheit und den Sinn für Wahrheit, Weisheit, Tugend. 4. Du schufst mich zur Geselligkeit und für der Freundschaft Freuden, gabft meinem Herzen Fühlbarkeit für Vorsehung. für Andrer Glück und Leiden und seßtest auch mich in den Stand, das, was ich dachte und empfand, in Worten auszudrücken. 5. Ich kann mich selbst und deine Welt und dich er: kennen lernen; ich kann von dem, was dir mißfällt, mich ohne Zwang entfernen und wer, wer zeigt die Gränzen an, wo ich nicht weiter streben kann nach Licht und Herzensgüte? 6. Jn stiller Andacht kann mein Geist sich bis zu dir erheben und dir, den Erd und Himmel preift, auch Preis und Ehre geben. Ich kann mich deiner Liebe freun, dir folgen, dir ergeben sein und deiner Vorsicht trauen. 7. Nicht blos für diese turze Zeit riefst du mich in dieß Leben. Zum Vollges nuß der Seligkeit soll einst die Seele schweben. Und wird auch einst mein Leib su Staub, er bleibt doch nicht des Grabes Raub. Du, Heir, wirst ihn verklären. 8. Vom Himmel kam gefandt von dir, dein Sohn zu uns auf Erden; er kam und ward ein Mensch, wie wir, um Heiland uns zu werden. Wie hoch sind wir durch ihn geehrt! wie ernstlich durch ihn selbst belehrt, der Menschheit Werth zu schäßen! 53 9. Und ich, ich sollte mich entweihn und gleich den Thieren handeln, der Fleischeslust ergeben sein und, Herr, vor dir nicht wan deln? Fern sei ein solcher Sinn von mir! Bewahre mich, daß ich mich hier so frevelhaft nicht schände! 10. Gib, daß ich jetzt und allezeit auf mein Gewissen achte, nach Weisheit und Gerechtigkeit mit allem Eifer trachte, dich liebe und mich deiner freu und so des Vorzugs würdig sei, den du mir haft verliehen. Mel. Es ist das Heil uns Mie Zie wichtig ist doch der Beruf, den uns der Herr gegeben! Gott, als uns deine Liebe schuf, da schuf sie uns zum Leben, zum Leben, welches ewig währt, das weder Leid, noch Angst beschwert, willst du uns hier erziehen. 2. Nicht hier ist unser Vaterland; allein bei dir dort oben, da ist der Ort, wo deine Hand das Glück uns aufgehoben, das nie ein traurig Ende nimmt. Hier sind wir nur von dir bestimmt, uns dazu anzuschicken. 3. O laß mir doch dieß große Ziel durch nichts verrücket werden! Was hilfts, wenn ich auch noch so viel C 3 von 54 Werke und Wohlthaten Gottes. von Gütern dieser Erden, Die Erlösung von der von Ehre, Geld und Luft gewinn, wenn ich dabei nicht tüchtig bin, dein Himmels-= reich zu erben? 4. Dein Pilgrim bin ich ja nur hier; lak mich dieß nie vergessen. Nur wenig Tage hast du mir zur Wall, fahrt zugemessen. Schnell wie ein Traum sind sie vollbracht, und dann wird dieser Erde Pracht auf ewig mir ve gehen. 5. Drum laß des Himmels Herrlichkeit mich stets vor Augen haben. Laß mich in meiner Prüfungszeit um jene bessern Gaben, die mir im Tode nicht entfliehn, am ersten und mit Ernst bemühn, damit ich nicht einst darbe. 6. Ein Herz, das dich, o Vater, liebt und deines Sohns sich freuet, das in dem Glauben Tugend übt und sich vor Sünden scheuet, ein solches Herz, das wird allein sich ewig deiner Güte freun und einst dein Antlig schauen. 7. Und solch ein Herz, das wollst du mir, Gott, aus Erbarmen geben, damit ich möge auch schon hier nach den Geseßen leben, die selbsi im Himmel gültig sind, bis ich als dein bewährtes Kind zu deiner Freude gehe. Sünde durch Jesum Christum. Von der Sünde. Mel. Auf meinen lieben Gott 78 Du, ber kein Bojes Böses schufſt den Menschen gut; du gabst ihm Licht und Kräfte zum seligen Geschäfte, in Heilig: keit zu wandeln und recht vor dir zu handeln. 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach, wir, dein Eigenthum, wie tief sind wir gefallen! Wo ist jetzt unter allen ein Mensch ganz rein von Sünden vor dir, o Gott, zu finden? 3. Hier ist kein Unterschied. Dein Auge, Höchster, sieht auf alle Menschentinder; vor dir sind alle Sünder. Vor dir, o Herr, ist keiner ganz schuldlos, auch nicht Einer. 4. Verderbt ist unser Sinn; die Weisheit ist dahin, die uns regieren sollte, nur, was dein Wille wollte, mit freudevollen Trieben zu wählen und zu lieben. 5. Der Sinne Lust und Schmerz rührt leider unser Herz mehr, als die höhern Freuden, mehr, als die größern Leiden, die wir für Ewigkeiten selbst unserm Geist bereiten. 6. Dir folgen dünkt uns Zwang; Erlösung. Zwang; des Herzens böser Hang reißt uns mit starkem Triebe zu schnöder Sündenliebe, und wer vermags zu zählen, wie oft wir vor dir feblen! 7. O Herr, gib uns dein Licht, daß wir, was uns gebricht, beschämt vor dir bekennen und stets von Ernst entbrennen, der Sünde zu entsagen, der Beßrung nachzujagen. 8. Wohl dem, der sie ge winnt! Gott, so verderbt wir sind, so willst du doch uns heilen und neue Kraft ertheilen, durch Christum schon auf Erden von Gün den frei zu werden. 9. Ach, laß durch unsre Schuld uns deine Vaterhuld nicht freventlich verscherzen! Erwecke unsre Herzen, dir nicht zu widerstreben, damit wir ewig leben. 79 Mel. Schon ist der Tag von Gott ein Mensch, oGott, ist fündenfrei; wer dürfte sich erheben? Was hilft uns Trug und Heuchelet? Du fennest Herz und Leben. Umsonst, um sonst verbergen wir selbst die geheimsten Triebe dir; dein Blick durchschauet Alles. 2. Du weißt, wie oft wir frevelhaft uns böser Thaten freuen und unsers Geistes edle Kraft dem Sünden55 dienste weihen. Gereizt von Welt und Sinnlichkeit, verscherzen wir oft unsre Zeit und unsers Herzens Ruhe. 3. Wir sollten stets auf dein Gebot mit frommer Seele merken; wir könnens auch; denn du, o Gott, willst gern die Schwachen stärken. Und dennoch unterdrücken wir so oft die Ehrfurcht, Herr, vor dir, und folgen unsern Lüsten. Wie im 4. Wie leicht entwöhnt sich unser Herz, im Glück auf dich zu schauen! bald vergessen wir Schmerz, dir kindlich zu vertrauen! Wie mächtig reizen Stolz und Neid uns oft zur Unzufriedenheit mit deiner freien Güte! 5. Du hast mit Menschen uns vereint, die dir, Gott, angehören; wir sollen, aller Bosheit Feind, auch ihre Freuden mehren. Doch wer ist immer liebevoll, sorgt für den Nächsten, wie er soll? Wer hilft, so viel er könnte? 6. Oft wirkt auch unsers Beispiels Macht, daß Andre wie wir fehlen. Sie sehn auf uns, die Luft erwacht, das Böse zu erwählen. Gleich uns verschmähn sie deine Huld und ihr Verderben, ihre Schuld vermehret ihre Schulden. 7. O großer Gott, hier € 4 ftes 56 Werke und Wohlthaten Gottes. stehen wir, verklagt von uns und Wahn zerstreut. Mach jern Sünden. Vor dir, Alheilger, vor dir ist kei ner rein zu finden. Wie kümmert unsre Seele sich: Wir alle fehlen wider dich! Erbarm dich unser aller! mich ledig von den Ketten trügerischer Sinnlichkeit! Tilg die Quelle meiner Schmerzen, die Begier aus meinem Herzen! Tief im Staube bitt ich dich: leite selbst zur Tugend mich. Mel. Alle Menschen müssen sterben 5. Sieh, mich dürftet nach 80 Vater, heilig möcht dem Guten. Früh und ſpät ich leben, Recht thun wär meine Lust; aber Lüste widerstreben dem Geseg in meiner Brust, und der Sündentrieb im Herzen ist noch oft nur Quell von Schmerzen. Mich beschwert der Sünden Joch; was ich nicht will, thu ich doch. rief ich zu dir: laß mein Herz nicht länger bluten; deinen Geist verleihe mir! Hilf die böse Luft bezwingen und nach deinem Beifall ringen; stärke mich mit deiner Kraft, das zu thun, was Segen schafft. 2. Sieh um Kraft mich Schwachen beten; meinem Borsaß trau ich nicht. Lotfende Begierden treten swis schen mich und meine Pflicht. Selbst den heilgen Andachtsstunden, wo, der niedern Welt entschwunden, ich von dir und Tugend sprach, folgten Sündentage nach. 6. Ja, du hörst mein findlich Flehen, du erquickst mein Herz mit Ruh. Leben werd ich, nicht vergehen; meine Stärke, Gott, bist du! Ueberwinden, überwinden werd ich durch dich alle Sünden und in deinen Himmelshöhn rein vor deis nem Antlig stehn. 3. O wie oft hab ich ge mel. O Gott, du frommer Gott weinet, schmerzlich meinen 81 Wer nur Ein Laſter wie leicht bereut, gläubig mich mir dir vereinet und mich deiner Huld gefreut! Gnädig sahst du zu mir nieder, aber bald vergaß ich wieder meine Pflicht und, Vater, dich, und die Welt besiegte mich. 4. Du allein, du kannst mich retten, wo mich Sünd fällt der in alle! Wer Ein Geseß entweiht, entheiligt in dem Falle die andern auch zugleich in seinem Herzen mit und schwächt die Kraft in sich, die sonst fürs Gute stritt. 2. Ein Fehltrit kann den Grund zu hundert andern le= Erlösung. 57 legen und gibt nicht selten 7. Denn Tugend wird uns das schreckliche Vermögen, dann, dreift und ohne Furcht vor des Gewissens Bein, auch jede andre Pflicht vorsäßlich zu entweihn. ins Reich der ewgen Herrlichkeiten den Geist, der sie geliebt, vor Gottes Chron begleiten. Und wie? mir Sterblichen wär dieses Glück zu klein, um strenge gegen mich und tugendhaft zu sein? 3. Wie oft versucht der Mensch, aus Scham, aus Furcht und Schrecken, durch eine zweite Schuld die erste Mel. Herr, ich habe mißgehandelt zu bedecken! So führt zur 82 Sünde iſt nie klein Nennt sie klein: doch bringt sie Schuld. Denn sie widers spricht Geseßen, die mit Weisheit und voll Huld uns der Heilige gegeben, um durch sie beglückt zu leben. 2. Sein Geset ist gut und weise, wie sein Wille jelbst es ist. Mensch, bes folg es und beweise, daß du seiner nicht vergißt! Ewig muß Gott Sünde hassen, kann nie ungestraft sie lassen. 3. Über gibt es nicht selbst Dinge, die der Sünder Schuld erhöhn? D, die Schuld ist nicht geringe, wenn wir kein Geset verstehn, es als wahrhaft gut zwar schäßen, doch aus Leichtsinn oft verlegen. 4. Sündgen wir mit Ueberlegung wider des Gewissens Spruch; achten nicht des Herzens Regung, nicht des innern Richters Fluch, so ist das, was wir vollC 5 brachs ler hin; und wo die Tu gend weicht, muß auch die Ruhe fliehn. 4. So sei es mir denn Pflicht, der kleinsten Schuld zu wehren und jede Tugend stets mit Eifer zu verehren. Kein Fehltritt scheine mir und fein Vergehen klein; dieß könnte leicht der Grund von schweren Sünden sein. 5. Durch Tugend steigen wir zum göttlichen Geschlechte und ohne Tugend find selbst Könige nur Knechte. Sie, fie nur macht uns erst des Lebens Anmuth schön, nur sie kann über Zeit und Schicksal uns er höhn. 6. Jm leßten Augenblick, wenn Alle von uns gehen, wird sie in Lichtgestalt zu unsrer Seite stehen. Hell wird durch sie der Blick auf die durchlaufne Bahn, und muthig treten wir die neue Wallfahrt an. Werke und Wohlthaten Gottes. 58 brachten, schon für größre Schuld zu achten. 5. Hat dich Gott hervorgezogen und mit Wohlthun überhäuft und du bleibest dem gewogen, was der Pflicht entgegenläuft, so mehri Undank deine Sünden; wichtiger wird Gott sie finden. 6. Fühltest du in dir schon Kräfte, Lieblingssünden zu entfliehn, und eilst doch zu dem Geschäfte, welchem Gott dich wollt entziehn; wirst, gestärke durch ihn, nicht bes ser, so wird deine Schuld noch größer. 7. Wenn dich nichts von außen reizet und die innre böse Lust bloß nach solchen Dingen geizet, deren Unrecht dir bewußt, o, so ist dann dein Vergehen größer als sonst anzusehen. 8. Machen ganz besondre Dinge gutes Beispiel dir zur Pflicht, und du schäßest sie geringe, ärgerst, aber besserst nicht, größer wird dann dein Verbrechen, und der Richter wird es rächen. 9. Doch wer kann das Alles zählen, was Trop, Unbesonnenheit, Wahn, Stolz, Heuchelei sich wählen, was der Thaten Sündlichkeit vor dem Richter nur vermehret, weil es sein Geseß entehret! 10. Gott, laß mich dieß wohl bedenken und, entfernt von Sicherheit, meines Lebens Gang so lenken, daß ich mit Behutsamkeit das nur thu, was dem gebühret, der den Christennamen führet! 11. Laß mir niemals eine Sünde klein und unbedeutend sein! Vater, flöße deinem Kinde Redlichkeit und Kräfte ein, folgsam dem Gesetz zu leben und nach Tugend nur zu streben. Mel. Alle Menschen müssen 83 G roßer Gott, erhabnes Wesen, das voll segnender Begier Menschen sich zum Dienst erlesen, ach, was ist der Mensch vor dir! Wenn ich deine Größ erwäge und was ich bin überlege, o wie niedrig und wie klein muß ich mir doch selber sein! 2. Ach, es herrscht der Trieb zur Sünde mächtig oft in dem Gemüth und macht mich zu einem Kinde, das vor seinem Vater flieht. Ach, ich seh mit Reu und Schrekfen tausend Fehler, tausend Flecken, und in der verderbten Brust regt sich öfters böse Lust. 3. Was ich Gutes an mir habe, ist von deiner Vaterhand. D, wie manche gute Gabe hast du, Herr, mir zuge wandt! Selberauf dem Süns denpfade trägt mich schonend deine Gnade. Nähmest du zus Erlösung. zurück, was dein, ach, was wird mir übrig sein! Folgen derSünde. tel. Jesu, meine Zuversicht 4. Doch die Menge deiner 840 wie sanft ist, Herr, aben nur Undant an, weil ich sie oft ganz vergraben, oder damit groß gethan; oft voll Leichtsinn sie verschwendet und zu Sünden angewendet. O, wie häuft sich meine Schuld durch Verachtung deiner Huld! dein Joch! o wie leicht dein guter Wille! Oft gedentt die Seele noch jener Ruhe, jener Stille, die in reinen Herzen wohnt und den Fleiß der Tugend lohnt. 5. Sieh, hier lieg ich in dem Staube tief vor dir, mein Gott, beglückt. Doch mein demuthsvoller Glaube, der auf meinen Heilandblickt, hofft auf deine Vatergüte, und mein tief beschämt Gemüthe, daß den Muth fast ganz verlor, hebt sich noch zu dir empor. 6. Ja, die Wunder deiner Liebe ziehen ganz mein Herz zu dir. Ach, erhalte selbst die Triebe treuerDanks barkeit in mir. Vater, laß das schmache Lallen deines Lobes dir gefallen; bilde mich, dein Eigenthum, ganz zu deines Namens Ruhm. 59 7. Meine Kräfte, meine Glieder sind zu deinem Dienst bereit. Herr, ich falle vor dir nieder voller Ehrerbietigkeit. Was du willst, zu thun, zu leiden, dieß gelob ich dir mit Freuden. Gott und Herr der ganzen Welt, thu mit mir, was bir gefällt. 2. Aber ach, ist er entflohn des Gewissens sanfter Friede, dann wird Qual der Sünde Lohn, und ihr Dienst macht frank und müde. Reine wahre Freude blüht, wo des Herzens Unschuld flieht. 3. Drückend ist des Lasters Joch, schwer der Sünde harte Bande; und ihrSclave wählt sie doch, taumelt an des Abgrunds Rande, dünkt sich glücklich, groß und frei bei der tiefsten Sclaverei. 4. In der ungestümen Brust weilet keine Freude lange. Unmuth folgt auf Sündenluft. Angsvoll bebt sein Herz und bange, sucht vergebens Fried und Ruh und eilt neuen Lastern zu. 5. Unter schuldlos frohen Reihn wandelt er mit trübem Blicke, will und kann nicht fröhlich sein, wünscht vergangne Zeit zurücke, wird, das Herz voll Groll und Neid, Störer ihrer Fröhlichkeit. 6. Gottes schön geschmückte Welt ist umsonst für ihn geschmücket; Blumenau und 56 Sag 60 Werke und Wohlthaten Gottes. Saatenfeld, was den Tus von jenem Reiche fern, nach gendfreund entzücket, dem dem die Frommen streben. sein Herz entgegenwalt, läßt Wie thöricht und wie undankbar! Entreiße, Gott, die stumpfe Seele falt. mich der Gefahr! 7. Herr, dein heiliges Gericht trifft die Sünder, die dich hassen, die Verächter ihrer Pflicht. Herr, ich will dich nie verlassen, steh mir in Versuchung bei und ers halte dir mich treu! 5. Wer Sünde thut, ach, der entzieht sich stolz dem Ruf der Gnade. Verkehrt, verstockt wird sein Gemüth und tief sein Seelenschade. Dwelch ein frevelhafter Sinn, wenn ich dir, Gott, nicht folgsam bin! 6. Wer verMel. Auf Chriftenmensch! Sünde thut, 85 Wer inte hur wirft das Wort, das Heil und Frieden stiftet; er eilet auf dem Pfade fort, wo sich sein Herz vergiftet, wo sein Gewissen einst ihn nagt und laut ihn, Herr, vor dir verklagt! 7. Wer Sünde thut, sieht schreckenvoll die letzte Stunde kommen; die Hoffnung, die ihn trösten soll, ist seinem Geist benommen. Er liebte Gott und Jesum nicht; nun droht ihm Tod und Weltgericht. 8. So täuscht die Sünde ihren Freund. So lohnt sie schon auf Erden. Ach, wann die Ewigkeit erscheint, ach, wie wirds dann ihm werden! Viel Gutes, Herr, ist mir verliehn! O lehre mich auch Sünden fliehn! Wahn, nur Träume, die ihn trügen. Er wandelt auf des Irrthums Bahn und lernt sich selbst belügen. D hilf mir, Gott, daß ich dir treu und fern vom Selbst betruge sei! 2. Wer Sünde thut, der unterdrückt und schwächt die Seelenkräfte, wird frech und blind und ungeschickt zum Heiligungsgeschäfte. O Vas ter, gib, daß nie mein Geist sich seine Würde selbst entreißt! 3. Wer Sünde thut, der haßt das Licht, das Gott uns angezündet; er kennt die wahre Weisheit nicht, die uns mit ihm verbindet. O lehre, Gott, mich weise sein und stets den Reiz zur. Sünde scheun! 4. Wer Sünde thut, der Mel. Herzliebster Jesu! trost dem Herrn, durch den 86 Wo ist wohl Noth wir sind er auf der Erlösung: 61 der Erde, das von der Sünde Mel. Herr, ich habe mißgehandelt ott, wie sind nicht geboren werde? Ver. 87 G Verbrechen, wandeln sich nicht stets der Thorheit Freuden in bittre Leiden? ▸ 2. O wären wir vom Jüngling bis zum Greise dir, Gott, gehoriam, immer gut und weise; was würden wir mit freudigem Gewissen für Glück geniesen! 3. Erhöhet würde jede Luft auf Erden und jede Bürde uns erleichtert werden, wenn unser Herz den Lockungen der Sünde stets widerstünde. 4. Doch ach, sie herrscht, um Alles zu zerrütten, er schüttert Thronen und verwüstet Hütten, trübt jeden Segensquell, droht unsern Tagen mit harten Blagen. 5. Wann können Sünder froh zum Himmel schauen, an dich, Herr denken ohne Furcht und Grauen, an Lod und Grab und an das ewge Leben und nicht er beben? 6. Die Lust zum Bösen fest selt sie und wüthet; fie leiden jelbst durch das, was sie gebietet, sie bahnen sich den Weg durch ihre Freuden zu Gram und Leiden. 7. D du, zu dem wir fromm die Hände falten, gib, daß wir fest uns an die Tugend halten und, siegend in Versuchung, uns zum Leben in Gott erheben! weil sie, kaum vollendet, sich selbst verfolgen, furchtbar rächen, Richter, dein Gefeß und dich! Ach, dem Laster folgt Verderben, Armuth, Schmach und frühes Sterben. 2. Und wie quält den sein Gewissen, der verworfne Thaten übt! Kann er jenen Troft genießen, den nur reine Tugend gibt? Kann er, ohne zu erbeben, denken an ein fünftig Leben? 3. Nur ein Fehltritt auf den Wegen, die wir wandeln sollen, Goit, was vernichtet der für Segen, wie versenkt er oft in Noth! Ach, was müssen wir oft leiden blos für Einer Thorheit Freuden! 4. Starke, Gott, verfolgen Schwache, Schwache Schwächre, Geiz und Neid, Menschenhaß und Durst nach Rache, Wollust, Stolz und Ueppigkeit, wie erfüllen sie mit Plagen deine Welt, mit welchen Klagen! 5. Wie die Arglist Frevel brütet! Wie Gewalt und Tyrannei gleich der Best im Mittag wüthet! Wie im Finstern Heuchelei trachtet, über alle Zeiten Fluch und Jammer zu verbreiten! 6. Und wir Sünder könn € 7 ten 62 Werke und Wohlthaten Gottes. ten wähnen, Gottes heiliges ich Gutes wähle, er sehnt Gericht strafe keines Elends Thränen, acht auf unsre Laster nicht? Der Gerechte, der Verbrecher gält ihm gleich? Es sei tein Rächer? sich, Gott, so heiß nach dir; allein das Fleisch verführt den Willen, macht ihn den Sinnen unterthan, strebt ihre Lüfternheit zu stillen und schmiegt sich, ach! den Sünden an. 7. Wären wir nur gut und weise, deinem Willen unters than; gingen Jünglinge und Greise immer auf der Tugendbahn, o wie strömte Heil und Segen jeglichem von dir entgegen! 2. Ein doppeltes Geset regieret mein Wesen; o wie räthselhaft! Wenn mich der Wahrheit Strahl berühret, dann schmeck ich Frieden, fühle Kraft; doch schnell ent= zieht ein Todesschatten mir dieses himmlisch reine Licht, ich muß im halben Lauf ermatten, ich will, doch ich vollbringe nicht. 8. Würde nicht, wenn schon auf Erden keiner je der Noth entgeht, jede Last erleichtert werden, jede wahreLuft erhöht, wenn den Lotfungen der Sünde unser Herz stets widerstünde? 9. Ich erschrecke, Herr, ich bebe, daß mein Herz so oft vergißt, daß, wenn ich nicht heilig lebe, eitel meine Hoffnung ist, selig dort und schon auf Erden ruhig und getroft zu werden. 10. Laß des Lasters bittre Früchte mir stets in Gedanten sein, mich nie zweifeln am Gerichte, auch den kleinsten Fehltritt scheun! Stärke mich, daß ich die Sünde immer glorreich überwinde. Mel. Wie groß ist des Allmächt. 882, welch ein Kampf in meiner Seele, welch fteter Widerspruch in mir! Mein Geist will, daß 3. Der gute Vorsatz, den ich fasse, er bleibt ein Traum der Phantasie; ich thu das Böse, das ich baffe, und scheue oft der Tugend Müb. Getrieben, wie ein Schiff vom Winde, dem Mast und Steuerruder brach, reißt sie mich hin die Macht der Sünde; zu späte Thränen folgen nach. 4. Wer löst mich von den Sclavenketten? Wer schafft in meinem Innern Rub! Wer kann mich von mir selbst erretten? Nur du, Allmächtiger, nur du! Ein Strahl von deiner Gnade gnüget zur seligsten Genesung mir; o send ihn, daß mein Glaus be sieget, und schenke Kraft zur Tugend mir! Erlösung. Erlösung. In eigener Melodie. 89 Herr err, wir singen deiner Ehre! Erbarm dich unser und er höre, nimm gnädig unser Loblied an! Herr, wir dan: ter voll Entzücken; wo ist ein Gott, der so beglücken, so lieben und so segnen kann? Der Gott, den wir erhöhn, er, dessen Heil wir sehn, ist die Liebe; schon vor der Zeit, in Ewigkeit war Gott die Liebe, wird sie sein. 2. Um zu dir uns zu erheben, hauchst du in unsre fest Bruft uns der Erde Glück. das Leben und schen= Um zu dir uns zu erheben, entziehst du unsrer Brust das Leben und schenkest uns des Himmels Glück. Du gibst das Leben, Gott! und führst auch durch den Tod uns zum Leben. Du suchst allein uns zu erfreun, das wir verderben, willst du nicht. 3. Als wir von der Sünde Plagen gequält in unserm Elend lagen und Nacht des Todes uns umfing, fern von deiner Wahrheit Pfade, da war es, Gott, als deine Gnade erbarmend vor uns überging. Da rief dein Va: terblick durch Jesum uns zurück von der Sünde. Aus ihrer Nacht sind wir erwacht. 63 erwacht, um Gottes Licht zu sehn. 4. Breiset ihn, ihr Jubellieder! Der Sohn des Höchsten stieg hernieder, ward Mensch und starb der Sünder Tod. Christus hat den Tod bezwungen! EinSieges lied werd ihm gesungen! Uns segnet und begnadigt Gott. Wir sind mit ihm versöhnt; ihr Lobgesänge tönt, tönt zum Himmel! Herr, Preis sei dir! Einst knieen wir an deinem Thron und beten an. Mel. Mache dich, mein Geift der Zukunft Zeiten, kann, 90 Unser Gott, der Herr der Welt, schaut was ihm zu thun gefällt, lange vorbereiten. Stets zur hat wird sein Rath, auf verborgnen Wegen kommt uns Heil entgegen. 2. Jesus ward zum Heil der Welt einer unsrer Brüder; freudig, wie zum Sieg der Held, kam er zu uns nieder; rang mit Noth, Schmach und Tod, um zu edlerm Leben Menschen zu erheben. 3. Seiner Ankunft frohe Zeit ließ in frühen Jahren Gott mit ihrer Herrlichkeit Völkern offenbaren. Was geschah, fern und nah, wußt er dann zu lenken, um uns ihn zu schenken. 2. Preiset Werke und Wohlthaten Gottes. 64 4. Breiset ihn voll Zuver sicht, der die Welt regieret! 3mmer wird, was er verspricht, herrlich ausgeführet. Ehret ihn, der erschien, uns zu Gott zu leiten, folget ihm mit Freuden! 91 Geb Mel. Mein erft Geschäft sei Preis edanke, der uns Leben gibt, wer kann dich ganz durchdenken? Also hat Gott die Welt geliebt, uns seinen Sohn zu schenken. 2. Hoch über die Vernunft erhöht, umringt von Finster nissen, füllst du mein Herz mit Majestät und stillest mein Gewissen. 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Bau ergründen; und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm empfinden. 4. So kann ich auch nicht Gottes Rath von Jesu Tod ergründen; allein das Göttliche der That, das fann mein Herz empfinden. 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ nicht meine Schuld getragen, nicht Gott und mein Erlöser ist, so werd ich angstvoll zagen, 6. Ist Christi Wort nicht Gottes Sinn, werd ich stets irren müssen und wer Gott ist und was ich bin und werden soll nicht wissen. 7. Nein, diesen Trost der Christenheit soll mir kein 3weifel rauben; ich fühle seine Göttlichkeit und halte fest am Glauben. 8. Des Sohnes Gottes Eigenthum, durch ihn des Himmels Erbe; dieß bin ich, und das ist mein Ruhm, auf den ich leb und sterbe. 9. Du gibst mir deines Geistes Kraft, im Glaus ben mich zu stärken, der Wollen und Vollbringen schafft zu allen guten Werten. 10. Solang ich deinen Willen gern mit reinem Her zen thue, so fühl ich eine Kraft des Herrn und schmecke Fried und Ruhe. 11. Und wenn mich meine Sünde kränkt und ich zum Kreuze trete, so weiß ich, daß er mein gedenkt und thut, um was ich bete. 12. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt und mich einst aus der Erde erweckt und zu dem Reich erhebt, da ich dich schauen werde. 13. Erfüll mein Herz mit Dankbarkeit, so oft ich dich, Herr, nenne: und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne. 14. Soll ich dereinst auch würdig sein, für deinen Ruhm zu leiden, so laß mich keine Schmach und Bein von deiner Liebe scheiden. 15. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt, laß mich noch Erlösung. noch sterbend denken: wie sollt uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht Alles schenken? Rel. Schwing dich auf 92 Komm Dommt mit Dank vor Gottes Thron! Breiset Gott auf Erden! Denn er sandte seinen Sohn, unser Heil zu werden. Ehret, preist ihn, der da fam, daß wir selig würden! Er ward Mensch und übernahmschwes rer Leiden Bürden. 2. Treu vollbracht er seine Beit. Seines Vaters Ehre, Wahrheit und Gerechtigkeit war des Heilgen Lehre; Menschen trösten und er freun immer sein Bestreben, und um aller Heil zu sein, ließ er selbst sein Leben. 3. Nun, als Herr von Gott erhöht, nach vollbrachtem Werte herrschet er voll Majestät und mit Gnad und 65 zugleich Gott, durch den wir leben; denn der Tugend hei lig Reich ist ihm übergeben. Wer zu Jesu: Herr, Herr, spricht und doch Böses übet, kennt ihn und den Vater nicht, der nur Fromme liebet. 4. Ehrfurcht und Gehor: sam soll ihm der Mensch bezeugen. Aller Knie sich des muthsvoll vor dem Mittler beugen, freudig jede Nation es mit Dant bekennen: Er fei Gottes höchster Sohn, unser Herr zu nennen. 5. Wer ihn ehret, ehrt 6. Laßt uns, Christen, laßt uns ihn reines Herzens lieben, auch die kleinste Sünde fliehn, jede Tugend üben, eifrig thun, was er gebeut, auf sein Vorbild sehen und wie er mit Freudigkeit auch durch Leiden gehen. 7. Rönnen wir: es ist vollbracht! froh wie er einst sprechen, o dann schreckt uns nicht die Nacht, wenn die Augen brechen. Sicher wird uns seine Hand zu den Seligkeiten seines Reiches in das Land der Verklärten leiten. Mel. Vom Himmel hoch Stärke, sammelt all uns in 93 Auf! freue dich mein in mir Reich, die wir danach streben. Fromme sollen, Engeln gleich, mit ihm ewig leben. preise deinen Gott, der dir selbst seinen Sohn zum Hel. fer gibt: preif ihn, daß er so sehr dich liebt! 2. Er, den dir Gott zum Heil gesandt, er machte dir den Trost bekannt, wie innig seine Batertreu, wie werth ihm deine Wohlfahrt sei. 3. Durch ihn hat er die sichre Bahn zur Seligkeit dir funda 66 Werke und Wohlthaten Gottes. kundgethan; durch ihn hat er dir Muth und Kraft, auf dieser Bahn zu gehn, verschafft. 4. Vergiß, vergiß zu leis ner Zeit die Größe seiner Gütigkeit; dent oft und stets mit Freuden dran und bete Gott in Demuth an. 5. Aus Gegenlieb und Dankbarkeit sei ihm dein ganzes Herz geweiht, dein Herz, das ihm ganz zugehört und selig ist, wenn es ihn ehrt. Mel. Allein Gott in ber Höh 94 Nimm imm unsre Dant2. Sonst sahn wir Furcht im Angesicht auf Gräber unsrer Brüder; doch bald erschien ein neues Licht dem bangen Herzen wieder. Des Menschen Geist umschließt tein Grab, nur seine Hülle sinkt hinab; dieß lehrte Jesus glauben. 6. Dem, den er dir zum Helfer gab, dem folge redlich bis ins Grab; folg ihm und wende dankbar an, was er zu deinen Heil gethan. 7. Erwecke dich dadurch zum Fleiß der Heiligung, das ist der Preis, den echte Dankbarkeit dem gibt, der dich so göttlich groß geliebt. 8. In diesem Preise übe dich, mein Geist, so hilft er Mel. Sei Lob und Ehr dem sicherlich dir zu dem Glück, 95 Auf, Christen, laßt Gott bas Gottes Rath durch ihn der Welt bereitet hat. gefühle an, die wir dir, Bater, weihen; durch Jesum zeigtest du die Bahn der Tugend uns von neuem. Ja, ewig ewia Dank sei dir; belehrt durch J: sum, können wir uns unsrer Würde freuen. 3. Mit edler Wärme lehrte er als erste Pflicht die Liebe, und jedes Gute immer mehr zu thun aus reinem Triebe. Er selbst, er gab sein Leben hin aus edlem reinem Tugendsinn zum Besten für die Brüder. 4. Auf, Christen, ehrt ihn lebenslang durch reine Tugendliebe! O daß ihm Keis ner diesen Dant, kein Christ ihm schuldig bliebe! Wir sind erlöset, Dank sei dir, o Vater, möchten alle wir frei von der Sünde leben! mit frohem Dank erheben! Er hat nicht Lust an unserm Tod, will, daß wir ewig leben. Was uns zum Heile nöthig ist, das hat er uns durch Jesum Christ erbarmungsvoll bereitet. 2. Nach seinem gnadenvollen Rath kam er, sein Sohn, auf Erden, von uns frer Schuld und Miſsethat Erretter uns zu werden. Er Erlösung. 67 Er wards und hat sein diesen Pfad, zeuch uns zu Werk vollbracht und sich deinem Sohne, daß Glaub nach kurzer Grabesnacht an ihn auch mit der That in gen Himmel aufgeschwun- unsern Herzen wohne; so ha gen. ben wir an seinem Heil. zur Freude für uns, ewig Theil, so preisen wir dich ewig. 3. Wo ist des Todes Herrschaft nun? Hier ist sein Ues herwinder, die Furcht davor hinwegzuthun, starb er, das Heil der Sünder. GebroDel. Schon ist der Tag chen ist uns nun die Bahn, 96 Nun laßt uns alle die von der Erd uns himmelan zur ewgen Wonne leitet. fröhlich sein, daß Gott uns Jesum sandte! Laßt hoch des Gottes uns erfreun, den Jesus Vater nannte; der Alles schuf und liebt und nährt, der alle seine Kinder lehrt und alle gut erziehet. 4. Wie hat uns doch der Herr so lieb! Wie sucht er unser Bestes! Er gibt für uns aus freiem Trieb sein Liebstes und sein Größtes! Preis ihm, der so viel an uns thut! Preis seinem Sohn, der uns zu gut sich bis zum Tod erniedrigt! 5. Was er zu unserm Glücke schafft, das ist in seinen Händen; sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er jo liebreich uns erwarb, als er für uns am Kreuze starb. Wohl Allen, die ihm trauen! 6. D laßt uns ihm uns anvertraun und seine Stimme hören, auf seine Mitt lerhülfe baun, ihn mit Gehorsam ehren! Das ist der Weg zum ewgen Wohl, der Weg, auf dem wir friedevoll auch schon auf Erden wandeln. 7. Herr, leite selbst uns 2. Zur Reife der Vollkommenheit, die schon hienieden keimet, erzieht er Alle weit und breit; nicht Einer ist versäumet. O wohl mir, ich bin Gottes Kind! wohl mir, alle Menschen sind des höchsten Vaters Kinder! 3. Er schaut auf Alle mild herab, führt auf verschiednen Wegen uns alle über Tod und Grab zu höherm Ficht und Segen. Der Gott, den jede Sprache nennt, der Gott, den Niemand ganz verkennt, hat Jesum uns gegeben. 4. Vertrauensvoll auf Gott zu sehn, der mit Ver nunft uns zieret, und findlich fromm den Weg zu gehn, der uns zum Ziele führet, der Menschheit hohen Zweck und Werth hat Jesus Chris stus Werke und Wohlthaten Gottes. 68 stus uns gelehrt: Gott sei dafür gepriesen! 5. Wie Wahrheit nie dem Trug erliegt; wie Pflicht und Weisheit handelt; wie Tugend über alles siegt und fest zum Ziele wandelt, auch wenn ihr Hohn und Marter droht, verkündigt Jesu Lehr und Tod: Gott sei dafür geprieſen! 6. Wir zagen nicht; was kann uns je des Vaters Liebe nehmen? Für Armuth, Sorgen, Schmach und Weh, für Krankheit, Schmerz und Grämen und für den schweren Schritt ans Grab beut Jesus einen festen Stab: Gott sei dafür gepriesen! 7. O guter Gott, wir zagen nicht, du wirst zum höhern Leben, wirst zu des Himmels reinstem Licht einst unsern Geift erheben. Wohl uns! die Lehre Jesu beut uns Hoffnung der Unsterblichkeit: sei hoch dafür gepriesen! Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren 97 Erhebt den Herrn, Er hält, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Völker Troft und Licht. Gott, der uns nicht verstößt, hat uns zum Heil und Leben felbst seinen Sohn gegeben: durch ihn sind wir erlöst. 2. Erlöst! o welche Liebe hat uns der Herr erzeigt: mit welcher Vaterliebe sein Herz zu uns geneigt! Von seines Himmels Thron kommt, Rettung vom Verderben uns Sündern zu erwerben, sein eingeborner Sohn. 3. Er kam zu uns auf Erden in tiefer Niedrigkeit, nahm auf sich die Beschwer den von unsrer Pilgerzeit, enthielt sich seiner Macht, verläugnet Himmelsfreuden, bis er durch Todesleiden sein großes Werk vollbracht. 4. Er hats vollbracht! D bringet Gott euren Lobgefang! Erlöfte Menschen sin get dem Mittler ewig Dant! Wo Niemand helfen kann, da hilft er gern aus Gnaden, heilt unsrer Seele Schaden. O nehmt ihn gläubig an! 5. Du Freund der Mens schenkinder, verwirf uns, Jesu, nicht! Dein Name, Heil der Sünder, ist unsre Zuversicht! Drum kommen wir zu dir. Hilf jeden Reiz zu Sünden uns glücklich überwinden: denn dein, o wir. 6. Bet dir steht unser Leben. Zu unserm ewgen Heil hast du dich hingegeben. Gib uns am Himmel Theil. Laß uns dir folgsam sein! Was wird uns, Herr, dann fehlen? Dann werden unsre Seelen sich Gottes ewig freun. Erlösung. Mel. Herzliebster Jesn 98 ott, ber bu für uns deinen Sohn gegeben, o wer kann gnugfam deine Huld erheben! Wie herrlich zeigst du im Erlösungswerke der Gnade Stärke! 69 ter nennen und zum Gehorsam dir mein ganzes Leben willig ergeben. 8. Was mir dein Sohn, da er für mich gestorben, von deinerHuld durch seinen Tod erworben, das werde mir zu meinem ewgen Heile nun auch zu Theile! 9. 2. Dein ewger Sohn stirbt für die Menschenkinder, der Heiligste tritt an die Statt der Sünder, der Se ligste begibt sich seiner Freuden, für uns zu leiden. 3. Er wird das Lamm, das Aller Sünden träget, drauf du die Strafe weislich selbst geleget, daß du die Schuld 99 ott verhieß, den In eigener Melodie. eiland, den an den verlornen Schafen nicht dürftest strafen. 4. Was ist der Mensch, daß du sein so gedenkest und deinen Sohn ihm zum Verföhner schenkest? Was findest du an mir und an uns allen für Wohlgefallen? der Himmel jauchzend pries, als bu, Sterblichen zum Dienst, huldreich auf der Erde erschienst. 2. Wie dein Nam, ist auch dein Ruhm! Jesu, wir, dein Eigenthum, ehren dankvoll und erfreut deine große Gütigkeit. 5. Verdient Verachtung göttlicher Gesege, verdient Verschwendung unschäßba. rer Schäße, verdient ge häufte gröbliche Verschuldung so viele Duldung? 3. Du, deß Hand die Himmel hält, du kamst willig in die Welt, uns von Sünden zu befrein, unser Licht Trost zu sein. 6. O welche Tiefe deiner Menschenliebe! Wer fast, o Gott, die größte ihrer Triebe? Du thuft weit mehr zu unserm Wohlergehen, als wir verstehen. 4. Start in deines Vaters Kraft, hast du Leben uns verschafft. Wir, von Rath und Hülf entblöst, sind, o Herr, durch dich erlöst! 7. Ach, lehre mich recht 5. Preis sei dir in Ewigdeine Huld erkennen, voll keit! Auf, die ihr erlöset Zuversicht dich meinen Vas seid, rühmt den, der mit Lehr Dein Friede wohne stets in meinem Herzen und tröste mich bei des Gewissens Schmerzen; dein Geist sei mit mir, deinen guten Willen treu zu erfüllen. Werke und Wohlthaten Gottes. 70 Lehr und That euch vom Tod erlöset hat. 6. Der du liebreich zu uns famst, unsre Rettung übernahmst, dein uns theur erworbnes Heil sei auf ewig unser Theil! 7. Unsre Seele trau auf dich, unser Leben preise dich; und du selber Heil, der Welt, hilf uns thun, was dir gefällt. feiten wiederum uns zu bereiten. 3. D ein Rathschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit, der uns, uns verlassnen Armen, Gnad und reichen Troft verleiht! O wie hast du uns geliebt, daß dein Sohn sich für uns giebt, die verscherzten Selig 4. Ja, du zeigst aus weiser Liebe uns zur Gnade selbst die Bahn, führst durch deines Geistes Triebe uns zu Buß und Glauben an. Wer nicht in der Sünde bleibt. standhaft an den Mittler gläubt, soll, befreit von dem Verderben, Himmelsseligteiten erben, 5. Du bestimmtest zum Verderben auch nicht Einen, In eigener Melodie. 100 Mit frohloden. deine Huld hilft auch Sün dem Gemüthe schau ich, Gott, voll Dankbegier in die Tiefen deiner Güte und verliere mich in ihr. O wie groß ist deine Huld! Unsre ganze Sündenschuld willst du uns so gern vergeben, denn du haft nur Lust am Leben. dern. Wenn sie sterben, sterben sie aus eigner Schuld. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, den trifft seines Fre vels Lohn; sein beharrlich Widerstreben raubt ihm Gnade, Heil und Leben. 2. Ich verehre, Gott voll Liebe, deiner Gnade weisen Rath, die aus eignem freiem Triebe unser sich erbarmet hat. Uns Verlornen dachtest du Rettung vom Verderben zu, und dieß Heil uns zu erwerben, sollte dein Geliebter sterben. 6. Ewig sei mit Dant besungen, was dein Rath beschlossen hat. Mit uns preisen Engelzungen dieser weisen, heilgen Rath, den der Glaub in Demuth ehrt, die Vernunft erstaunend hört, wo der Engel Tiefen findet, die er niemals ganz ergründet. 7. Bater, Hilf mir bas nach streben, meines Heils gewiß zu sein. Richte du mein ganzes Leben nur nach deinem Willen ein. Laß des Glaubens Licht und Kraft, die dein Geist nur in uns schafft, mir das sichre Zeugniß geben, ich sei auf 71 4. Du hast durch deine Lehren des Irrthums Nacht zerstreut. Wenn wir sie folgsam hören, wird unser Herz erfreut. Es lernt mit Kraft und Muth nach wah: rer Tugend streben, lernt für die Zukunft leben, gewinnt das höchste Gut. Würde des Erlösers. Mel. Beuch ein zu deinen Thoren 5. Um unser Heilzu gründen, nahmst du so brüder: lich den Sold der schwersten Sünden, des Kreuzes Last auf dich. Du tilgtest fremde 101 Du famft herab Schuld, ertrugest Haß und Bande und starbst bei Qual und Schande mit göttlicher Geduld. zum Staube, herab von deinem Thron; in dir erblickt mein Glaube des ewgen Vaters Sohn. Glanz seiner Herrlichkeit! Wer kann dich gnug erheben? Du schentft uns neues Leben und Herzensfreudig: teit. 6. Doch, Herr, im Siegsgepränge tommst du zur Welt zurück. Dann steht der Völker Menge vor det nem Richterblick. O welche Angst und Pein verfolget dann den Sünder! Und Gottes fromme Kinder, wie wirst du sie erfreun! 7. Dich, Heiland, zu verehren sei stets mir theure Pflicht; befolg ich deine Lehren, so seh ich einst dein Licht. Du bist, was Reiner war im Himmel und auf Erden, was auch nicht Engel werden; du bleibst es immerdar. Erlösung. auf dem Weg zum Leben. 8. Ueberzeugt von deiner Gnade und gewiß, dich einst zu sehn, will ich selbst des Todes Pfade ohne Graun und muthig gehn. Hab ich deine Gnade nur, so wird keine Creatur mich von deiner Liebe trennen, mich dir Nichts entreißen können. 2. Wer reicht an deine Größe? Im weiten Schöpfungsreich fühltJeder seine Blöße, fühlt Reiner dir fich gleich. Du warst, eh Meer und Land, eh Sonne, Mond und Erde durch jenes Machtwort: Werde! hervorging und entstand. 3. Der höchste Seraph beuget sich demuthsvoll vor bir, verhüllt sein Antliß, schweiget, bewundert dich, wie wir; und deiner Hobeit Mel. Rommt, tommt den ben, wird er zu blendend fin- 102 Mein Heiland, deine Größe den, auch er schaut nie sieganz. geht über alle Himmel weit, Wer 72 Werke und Wohlthaten Gottes. Du warst bei Gott in Ewigkeit. Du bist der Erstgeborne vor aller Creatur, kamst zwar für uns Verlorne in menschlicher Natur; doch in der Menschheit Dr den tratst du erst in der Zeit; eh noch die Welt ge worden, warst du voll Herrlichkeit. Wer ist, der sie ermesse? widerfährt. Dir soll sich Alles beugen; denn götts lich groß ist, Herr, dein Werth. Du bist das Heil der Erden. Wer auf dein Wort nicht hört, der kann nicht selig werden; wer aber dich verehrt, dem hilfft du vom Verderben, schaffst ihm Zufriedene heit und machst ihn einst zum Erben vollkommner Seligkeit. 5. Wie herrlich ist dein Name schon jept, o Herr, in aller Welt! Dich preist der Frommen Same, der gläubig dir zu Füßen fällt. Dich preisen Seraphinen, erhabner Menschensohn! Mit Freuden dir zu dienen, stehn sie vor deinem Thron. Wer sollte dein sich schämen? Werth bist du, Preis und Ruhm auch, Herr, von uns zu nehmen, uns, deinem Ei genthum. 2. Der Himmel und die Erde sind durch dein kräftig Wort gemacht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand die Welt mit ihrer Pracht. Du bist auch unser Meister; auch uns schuf deine Hand; sowie das Heer der Geister, das dich noch nie erkannt. Ein Erbe über Alles! das ist dein ewger Ruhm; drum jammert dich des Falles von deinem Ei genthum. 3. Du trägest alle Dinge durch deiner Allmacht starkes Wort. Das Große und Geringe geht blos durch deinen Willen fort. Sohn Gottes, du regiereft den ganzen Kreis der Welt; weil du das Ruder führest, geschieht, was dir gefällt. Bei dir steht Tod und Leben; drum wird einst jede Gruft die Todten wieder geben, wann deine Stimme ruft. 4. Gott läßt dir Ehr er zeigen, die keinem Andern 6. Sohn Gottes, ich verehre und bete dich in De muth an; beschäme und be fehre die, die dir noch nicht zugethan, die deinem Wort nicht glauben und dir, der für sie litt, die schuldge Ehre rauben. Theil ihnen Gnade mit, dich gläubig zu erkennen; laß nichts, die dich erkannt, von deiner Liebe trennen. Dein Ruhm füll jedes Land! Erlösung. 73 Mel. Mein ganzer Geist. nun machst du selig, die ver103 Wie groß, wie jöhnt der Sünden Gräuel hassen. Ihnen willst du Heil und Leben gerne geben und uns allen helfen, daß wir Gott gefallen. angebetet ist dein Nam, o Heiland Jesu Christ, wie theuer deinem Volke! Welch Licht ging in der Finsterniß mit dir der Welt auf! Wie zerrik, wie floh des Irrthums Wolfe! Als du famest, hörten Taube, und der Glaube half den Kranken, Stumme sangen, dir zu danken. 5. Vom Aufgang bis zum Niedergang erschallet dir der Lobgefana erretteter Ges rechten. Unzählbar sind die Schaaren schon, die gerne dir vor deinem Thron ein würdig Loblied brächten. Ihrer mehr noch, Jesu, werden schon auf Erden dir lobsingen, Preis und Dank und Ruhm dir bringen. 6. Wie groß, wie angebetet ist dein Nam, o Heiland Jesu Christ, wie herrlich bei den Deinen! Führst du uns einst zu deiner Rub, o wie weit herrlicher wirst du den Frommen dann erscheinen! Ewig müsse, dir zur Ehre, ihrer Chöre Lob erschallen, durch die Himmel wiederhallen! 2. Nur Schwache warens, die dein Licht verbreiteten, die Weisen nicht. Wo sind fie? Wo die Hohen? Und wo die Reichen? Wo die Macht, vor der des Gößendienstes Nacht und seine Schatten flohen? Macht nicht, List nicht, deine Gaben, Mittler, haben dich verkläret, uns den Weg zu Gott gelehret. 3. Wir werden deinen Ruhm erhöhn; wir werden deinen Himmel sehn, den Preis von deinen Leiden; genießen, was du uns erwarbst, da du für uns am Kreuze starbft, der Engel hohe Freude Welche Gnade, daß wir Sünder Gottes Kinder werden sollen, wenn wir an dich glauben wollen! 4. deiner Herrlichkeit entäußert eine turze Zeit, für uns von Gott verlassen. Und nun mit Ehr und Ruhm gekrönt, Dankbares Andenken an die Sendung Jesu. ( Adventslieder.) Mel. Jesu, tomm doch selkft zu 104 ott ſei Dank in aller Welt der sein Wort beständig hält und der Sünder Trost und Rath zu uns hergesendet hat. D 2. Was 74 Werke und Wohlthaten Gottes. 2. Was der frommen Mel. Aus meines Herzens Grunde Väter Schaar Wunsch und 105 Mi Gent, D o MenschentinTrost und war, was sie fern im Dunkeln fah, Heil uns! ist im Lichte da. 3. Hier ist mehr, als Davids Sohn. Unvergänglich ist sein Thron; denn der Tugend Reich ist sein, hier und dort uns zu erfreun. 4. Licht der Seelen, ewges Heil ward durch ihn der Welt zu Theil. Menschenfreund, wie dank ich dir! Du schenkst dieses Heil auch mir! 5. Deines Segens mich zu freun, laß mein Herz dein eigen sein; mach es von der Sklaveret jeder Sünde völlig frei. 6. Und wie deine Ankunft war Hülf und Rettung aus Gefahr, so erscheine stets auch mir Hülf und Rettung, Herr, von dir. 7. Deine Wahrheit leuchte mir, Herr, bei Allem, was ich hier zur Befördrung. meiner Ruh denke, wünsche, wähle, thu. 8. Trifft mich Traurigkeit und Schmerz, tröste dann mein zagend Herz! Wenn kein Mensch mir helfen kann, so nimm du dich meiner an! 9. Und, o Jesu, wann du einst herrlich zum Gericht erscheinst, laß mich freudig zu dir gehn und gerecht vor bir bestehn! der, bereitet euch dem Herrn! Er kommt, das Heil der Sünder, er rettet sie so gern. Er kommt, den Gott allein aus Gnaden uns zum Leben verheißen hat zu geben: ihr könnt nun selig sein. 2. Kommt, reinigt eure Seelen, seid heilig, seid bes reit, was ihm gefällt, zu wählen, zu flieh'n, was er verbeut! Gilt willig in sein Reich, verabscheut und verlasset, was euer König haffet, vertraut ihm, bessert euch! 3. Das hat der Herr ge boten, sein Sohn hats selbst gelehrt, das lehren seine Boten, und selig ist, wer hört! Ach, leben wird, wer glaubt, und wer nicht glaubt, wird sterben. Ein Jeder wird verderben, der noch ein Sünder bleibt. 4. Wer wahre Demuth liebet, den will Gott einst erhöhn; wer aber Hochmuth übet, der wird ihn nimmer sehn; wer ihm sein Herz ergibt, wird gut und selig werden, nicht dort nur, schon auf Erden erfahren, wie Gott liebt. 5. Doch was vermag ich Schwacher, ich Sünder ohne dich? Mein Heil, mein Seligmacher, bereite selber mich! Erlösung. 75 kannst du Größers geben! mich! Schon seufzt mein kommt das Leben; o was Herz nach dir, es seufzet dir entgegen: Komm, komm mit deinem Segen und wohne stets in mir! 4. Wir bringen dir ein dankbar Herz, gebeugt durch Buße, Reu und Schmerz, bereit, vor dir zu wandeln; ja, dir und unserm Nächsten treu, aufrichtig ohneHeuchelei, zu denken und zu handeln. Zu dir flehn wir, hilf uns Schwachen, daß wir wachen, beten, ringen und des Fleisches Luft bezwingen. 106 Mel. Mein ganzer Geift, Gott er Heiland kommt, lobsinget ihm, dem Herrn, dem alle Seraphim das Heilig! Heilig! singen. Er kommt der eingeborne Sohn und steigt von seines Himmels Thron, der Welt das Heil zu bringen. Preis dir, daß wir von der Sünde Rettung finden, höchstes Wesen! Durch dich werden wir genesen. 5. Laß uns zu unserm ewgen Heil an dir im wahren Glauben Theil durch deinen Geist erlangen, auch wenn wir leiden, auf dich sehn, im Guten immer weiter gehn, nicht an der Erde hangen, bis wir zu dir mit den Frommen ewig kommen, dich erheben und in deinem Reiche leben. 2. Willkommen, Friedefürst und Held, Rath, Vater, Kraft und Heil der Welt, willkommen hier auf Erden! Du kleidest dich in Fleisch und Blut, wirst Mensch und willst der Welt Mel. Befiehl du deine Wege zu gut selbst unser Bruder 107 Wie soll ich dich werden. Ja du, empfangen, die Arme voll Erbarmen uns entgegen und verwandelst Weh in Segen. 3. Du bringst uns Trost, Zufriedenheit, Heil, Leben, ewge Seligkeit! Sei hoch dafür gepriesen! O Herr, wie viel zu schwach sind wir, die Treue zu vergelten dir, die du an uns erwiesen! Von dir, da wir im Verderben müßten sterben, Heil aller Sterblichen! Du Freude, du Verlangen der Trostbedürftigen! Gib selbst mir zu erkennen, wie, deiner Güte voll, dich meine Seele nennen, dich würdig preisen soll. 2. Einst streute man dir Palmen; jetzt soll die Dank begier, mein Heil, in Freudenpsalmen ergießen sich vor dir. Dich, dich will ich ers D2 heben, 76 heben, so gut ich Schwacher kann: mein Herz will ich dir geben; o nimm es gnädig an! Werke und Wohlthaten Gottes. 3. Damit du mich befre: teft, gabst du dich selbst für mich mich zu erretten, freu test du, Seligmacher, dich. Du sahest. daß hier Reiner vermögend war, dazu; da jammerte dich meiner, da kamst und halfest du. Nicht sie in ihrem Leide zut trösten stets gewußt? Erfreun ist seine Freude und Wohlthun seine Lust. 8. Er macht uns von dem Bande des Tods auf ewig los, entreißet uns der Schande der Sünd und macht uns groß, gibt Weisbeit, Muth im Leiden und Kraft zu jeder That, versichert uns die Freuden, die Gott bereitet hat. 4. O du, an den ich glaube. was wars, was dich bewog? Was mars, was dich zum Staube zu mir hernieder30g? Dein göttliches Erbarmen. Ja, du, o Jesu, haft mit mitleidsvollen Armen die ganze Welt umfaßt! 5. Das schreibt in eure Herzen, Betrübte, klagt nicht mehr! Bagt nicht in euren Mel. Gott, der du die Menschen Schmerzen, als ob kein Hel 108 Der er du uns das fer wär! O fehet auf! Jhr habet den besten Helfer nah, der eure Seele labet, der treue Freund ist da! 6. Die ihr mit ernster Reue still eure Schuld be weint, wißt, daß er euch verzeihe. Er selbst. der Menschenfreund, ruft heilbe gierigen Sündern der Gnade Troftwort zu, macht sie zu Gotteskindern, schafft ih= ren Seelen Ruh. Heil errunaen, Mensch gewordner Gottessohn! Ewig sei dir Lobgesungen, daß du von des Himmels Thron uns zu gut ins Fleisch gekommen: der du voller Freundlichkeit längstens schon vor meiner Zeit dich auch meiner angenommen und mein Bruder worden bist, sei ges lobt, Herr Jesu Chrift! 2. Sei gelobt, denn dir gehöret Preis und Dank und Ruhm mit Recht. O wie hoch haft du geehret unser sterbliches Geschlecht! 7. Er übersiehet Keinen und weiß, was Jedem nützt. Hat er nicht stets die Seinen von Anbeginn beschüßt? Herr 9. Er kommt zum Weltgerichte; der Bösewicht ver geht, wenn da im bellen Lichte der Tugendfreund besteht. Wohl ewig allen deden, die seine Wege gebn und einst mit Freudentbränen zu seiner Rechten stehn! Erlösung. 77 Gott vereint; Gott ist Vater und mein Freund. Herr, du hast es selbst ver- ten. Durch ihn bin ich mählet mit der göttlichen Natur und vor aller Creatur es zum Wohlthun dir erwählet; ja, in dir, du Gottessohn, herrscht die Menschheit auf dem Thron. 6. Herr, wie groß ist deine Güte! Meine Seele freut sich dein. Laß doch stets mein ganz Gemüthe voll von deinem Ruhme sein! Nimmer will ich dein vergessen; dir will ich mich ganz vertraun, freudig folgen, auf dich baun. Deine Huld ist nicht zu meſsen; gib, daß ich für deine Treu dir auf ewig dankbar sei! 3. Du, du bist der Völter Segen, kamst, von Noth uns zu befrein; und wir können deinetwegen jegt schon Kinder Goites sein. Hat die Sünd uns gleich verdorben, o so hast du neue Kraft uns zur Heiligung verschafft und die Tüchtigkeit erworben, einst, Rel. Nun dantet Alle Gott von Sünden völlig rein, 109 Er ist gekommen, & r er, auf die ähnlich dir, o Herr, 4. Du, du bist der Mittler worden, der die Welt mit Gott versöhnt; haft der schwachen Menschheit Orden wieder mit den Recht belehnt, in den Himmel einzugehen und da Gottes Herrlichkeit nach vollbrach ter Prüfungszeit ewig einst verklärt zu sehen. Fromme! faffet Zuversicht, glaubet fest, nur fündigt nicht! Väter harrten, und länger dürfen wir nun keines Andern warten. Sein Lob erschallet laut in aller Welt umher! Wer brachte je der Welt mehr Licht und Heil, als er? 2. Gott ist mit uns, wir sehn den Sohn, den eingebornen, des Vaters Ebenbild, den Retter der Verlornen, der Reuevollen Trost. Ihr Sünder, nehmt ihn an! Freut des Erlösers euch, der selig machen kann! 5. Sollte mich wohl Gott verlassen, wenn ich krank und hülflos bin? Nein, sein Heil wird mich umfassen, trösten den betrübten Sinn. Und da kann mich nichts anfechten. Er, der meinen Jammer kennt und mich gnädig Bruder nennt, sigt als Herr zu Gottes Rech3. Gott ist mit uns! Nun hört der Arme seine Lehren, und, was er lehrt, ist Heil. Er ists! Die Tauben hören; der Blinde sieht und schaut voll Dank zu Gott hinauf; des Lahmen Füße gehn; die Zodten stehen auf. D3 4. Er 78 Werke und Wohlthaten Gottes. 4. Er ist gekommen, uns tären. Jesus erschien, und dem Vater zu versöhnen und es ward Friede durch ihn. mit der Tugend Kranz die Friede! Singts laut ihm zu Gläubigen zu krönen. Gott Ehren! ist mit uns! Er will die Traurigen erfreun; er will der Schwachen Kraft, der Müden Stärke sein. 4. Unschuld und Tugend entteimten des Göttlichen Tritten, Trost und Erquil fung trug er in der Weinenden Hütten, ward ihnen Freund, hatte oft selber geweint, selber geduldet, gelitten. 5. Gott sei gelobt! Er ist's, auf den die Väter harrten. Heil uns! wir dürfen nun nicht eines Andern warten. Er schließt den Himmel auf; er nimmt die Sünder an. Frohlockt und betet ihn und seinen Vater an! Geburt Jesu. 5. Ehre sei Gott in der Höhe! ein ewiges Leben hat er durch ihn, seinen Sohn, uns erbarmend gegeben. Bis in das Grab flieg er vom Himmel herab, einst uns zum Himmel zu heben. ( Weihnachtslieder) Mel. Lobet den Herrn 6. Selige Hoffnung, einst Jesum, den Retter, zu sehen 110 hre sei Gott in und mit den Schaaren der der Höhe! der Herr ist geboren, Sündern zum Heiland vom Höchsten aus Gnaden erforen. Lasset uns sein dankvoll, ihr Christen, uns freun! Ist er nicht uns auch geboren? Himmlischen ihn zu erhöhen! Völlig beglückt, sing ich dann himmlisch eutzückt: Ehre sei Gott in der Höhe! 2. Schatten und Dunkel bedeckte den Erdkreis; es irrten Völker umber wie die Heerden, verlassen vom Hirten. Jesus erschien! Nächte verschwanden durch ihn, die auch den Weisen verwirrten. 3. Menschen, berufen, durch Liebe die Gottheit zu ehren, folgten der Zwietracht und haßten sich vor den AlIn eigener Melodie. 1112obt Gott, ihr Christen, freuet euch! Von seiner Gnade Thron beruft er uns zu seinem Reich und sendet seinen Sohn. 2. Er kommt nach seines Baters Rath, mit Heil uns zu erfreun und auf des ewgen Lebens Pfad der Welt ein Licht zu sein. 3. Bet seinem Eintritt in die Welt umgibt ihn feine Pracht, die glänzend in die Augen Erlösung. Augen fällt und groß vor Menschen macht. 4. Er wird dem ärmsten Knechte gleich, begehrt kein Erdenglück, verlangt allhier kein Königreich von einem Augenblick. 5. Er kommt, durch seiner Wahrheit Macht zu Gott uns hinzuziehn. Vor seinem Lichte muß die Nacht des Aberglaubens fliehn. 6. Er lehret uns die Sünde scheun, spricht Muth dem Schwachen zu und schafft uns, wenn wir sie bereun, Begnadigung und Rub. 7. Er bringt den Trost der bessern Welt vom Himmel uns herab. Nun schreckt, wenn unsere Hülle fällt, uns weder Tod, noch Grab. 8. Er öffnet uns dereinst die Thür zu seinem Himmel: reich. Ihr Christen, wie beglückt sind wir! Lobt Gott und freuet euch! 79 liebgewinnet? Nimm froh an seiner Liebe Theil und werd ihm gleich gesinnet! Wer nicht wie er gefinnet ist, der ehrt ihn nicht, der ist kein Christ. Der Herr erfennt die Seinen. 2. 3 der ein Christ, der dieses Heil nicht schäßt und 3. In Dürftgen laßt uns ihn erfreun, bekleiden, spetsen, tränken! Ja, laßt uns frohe Geber sein und sein dabei gedenken! Was ihr den Meinen habt gethan, das, spricht er, habt ihr mir gethan; und er, er wills vergelten. 4. Wer ihn mit treuem Herzen ehrt, den wird sein Name trösten. Vertraut auf ihn, von ihm geehrt, lobsingt ihm, ihr Erlösten! Es freut sich deine Christenheit, Herr, deiner Menschenfreundlichkeit. Dir, dir sei ewig Ehre! Mel. Mein ganzer Gelft, Gott Mel. Allein Gott in der Höh 112 Qaßt uns mit ehr. 1130 flimm auch du furchtsvollem Dank den Gott der Lieb erhöhen, mit feierlichem Lobgefang des Heilands Fest begehen! Preis sei dem Vater, der ihn gab! Preis sei dem Sohn! Er kam herab und ward das Heil der Menschen. mit frohem Dank, mein Geist, in jenen Lobgesang, von dem der Himmel tönte, als er zur Welt herniederkam und unfre Menschheit an sich nahm, der uns mit Gott versöhnte! Freu dich innig! Er, dein Führer und Regierer, kam auf Erden, Licht und Heil auch dir zu werden. 2. Ja, Preis und Ehre, D4 Gott Werke und Wohlthaten Gottes. 80 Gott, sei dir! Mie gnadenvoll bist du auch mir in deinem Sohn erschienen! Du fandtest aus Erbarmen ihn, die dem Verderben zu entz ziehn, die schnöden dienen. Preis dir, daß mir neue Pfade zu der Gnade offen stehen, mich der Sünd entrückt zu sehen! 3. Und wie vergelt ich, Heiland, dir die große Treue, die du mir schon, eh ich war, bewiesen? Du bahntest unter bittrem Leid auch mir den Weg zur Seligkeit: sei hoch dafür gepriesen! Durch dich kann ich nun hienieden Gottes Frieden schon empfangen und einst volles Heil erlangen. 4. O gib, daß ich an die sem heil nun auch im wahren Glauben Theil durch deis nen Beistand nehme; daß ich hinweg vom Eitlen seh, die Wege deiner Wahrheit geh und deiner nie mich schäme; bis ich durch dich, wann ich sterbe, zu dem Erbe deiner Frommen auch dereinst werd aufgenommen! 5. Jch bringe dir ein dank bar Herz, bereit, in Freuden und in Schmerz, wie dirs gefällt, zu wandeln. Verleihe du mir selbst die Kraft, nach deinem Wort gewissen haft zu denken und zu handeln. Fröhlich will ich hier im Leben dich erheben und einst droben wonnevoll dich ewig loben. Mel. Fröhlich soll mein 114 Laßt uns unserm hocherfreut laßt uns heut ihm Verehrung bringen! In des Himmels hohe Chöre stimmet ein: Gott allein, unserm Gott sei Ehre! 2. Jeder, der sich fühlt verloren, freuet sichinniglich: Christus ist geboren! Er, der König aller Wesen, steigt herab bis ins Grab, Sünder zu erlösen. 3. Wer kann Gottes Rathschluß fassen? Aber dieß ist gewiß: wir sind nicht verlassen! Kommt sein Sohn aus freien Trieben zu uns her, wie sollt er nicht die Menschen lieben? 4. Wenn er uns verwors fen hätte, nähm er dann Menschheit an? Er spricht: Ich errette! Deß soll sich der Erdkreis freuen! Zum Ge richt kommt er nicht, sondern zum Verzeihen. 5. Gilt im Geist nach Bethlems Hütten, seht, was dort euer Hort schon für euch gelitten. Er wird niedrig euretwegen. Welch ein Freund! er erkämpft seinen Feinden Segen. 6. Er, er will für eure Schulden Armuth, Noth, Schmach und Tod göttlichgroß Erlösung. 81 groß erdulden. Lernt den viel treuer. Keine Creatur, Menschenfreund gnadenreich will er euch seine Brüder nennen. erkennen: keine Leiden, keine Noth und kein Tod soll von dir mich scheiden. 7. Dankt ihm, der des Herzens Sehnen stillen kann; betet an; weinet Freudenthränen; liebt ihn, der von Liebe brennet; preist den Herrn, der euch gern seine Brüder nennet. 13. Du kommst einst zum Weltgerichte. Dann werd ich, Richter, dich schaun von Angesichte; und wenn dann die Frevler beben, so werd ich deiner mich freun und ewig leben. 8. Wenn euch eure Sünden kränken, eilt herzu, suchet Ruh; er will sie euch schenken. Schaut auf ihn mit Glaubensblicken; zitiert nicht; denn er spricht: Ich will euch erquicken. 9. Jhr Erdulder schwerer Tage, euren Schmerz fühlt sein Herz. Kein Erlöster zage! Bringet ihm zu seinem Feste Butraun her! Wisset, er wählt für euch das Beste. 10. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen; mehr, als ihr, litt er hier, euch beglückt zu machen. Eure kleine Zeit der Leiden und der Müh, was ist sie gegen ewge Freuden! 11. Herr, du nahmst auch, meine Bürde gern auf dich, daß auch ich frei und selig würde. Wer kann deine Lieb ergründen? Ewig soll freudenvoll sie mein Herz empfinden. 12. Dir, mein göttlicher Befreier, folg ich nach, ob wohl schwach, doch um so Mel. Jesu, meine Freude ottes Sohn ist 115 Gottes fommen! Dankt ihm, seine Frommen, dankt ihm, daß er kam, daß er hier auf Erden, unser Heil zu werden, seine Wohnung nahm! Mensch, wie wir, erschien er hier, um an uns des Vaters Willen liebreich zu erfüllen. 2. Last uns niederfallen, danken, daß er Allen Freund und Bruder ist! Gott auf seinem Throne liebt uns in dem Sohne, hilft durch Je sum Christ. Welch ein Heil, an Christo Theil, Theil durch seiner Sendung Gaben selbst an Gott zu haben! 3. Reine Macht der Leiden soll von ihm uns scheiden: er bleibt ewig treit. Dort wird er vom Bösen völlig uns erlösen; hier seht er uns bei. Unser Freund, mit Gott vereint, kann nicht seine Brüder hassen oder hülflos lassen. D 5 4. Wann 82 Werke und Wohlthaten Gottes. 4. Wann wir einst er mich so herrlich hoch in müden, führt er uns zum Frieden durch des Grabes Nacht. Unsre todten Glie der gibt die Erde wieder ihm, der sie bewacht. Jesus ruft uns aus der Gruft, er, der selbst den Tod einst schmeckte, den das Grab auch deckte. 5. Auf dem Richterthrone werden wir im Sohne uns sern Bruder schaun, Heil und ewig Leben wird er Auen geben, die ihm hier vertraun. Er ward hier versucht, wie wir; überschwänglich wird er lohnen und der Schwachheit schonen. 6. Gilet, eilt, ihr Sünder! Werdet Gottes Kinder! Werdet seiner werth! Eilet, eilt, ihr Frommen! Seid, wie er, vollkommen! Bleibet seiner werth! Preiset ihn, daß er erschien; daß er sich für euch gegeben durch ein göttlich Leben! deinem Sohn geliebet? 3. Er unser Freund, mit uns vereint zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren, er wird uns gleich, um Gottes Reich und seine Lieb als Mensch zu offenbaren. 4. An ihm nimm Theil! Er ist das Heil. Thu täglich Buß und glaub an seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, wer Herr! Herr! spricht und doch nicht sucht sein Vorbild nachzuahmen. 5. Aus Dank will ich in Brüdern dich, dich, Gottessohn, bekleiden, speisen, tränken; der Froimen Herz in ihrem Schmerz mit Troft erfreun und dein dabei gedenken. 6. Rath, Kraft und Held, durch den die Welt und Alles ist im Himmel und auf Erden, die Christenheit preist dich erfreut, und aller Knie soll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den Herrn! Er hilft uns gern: und wer ihn ehrt, den wird sein Name trö sten. Gelobt sei Gott! Gelobt sei Gott! Freut euch des Herrn und jauchzt ihm, ihr Erlösten! In eigener Melodie. 116 Auf! schicke dich, recht feierlich, des Heilands Fest mit Danken zu begehen! Lieb ist der Dank, der Lobgesang, durch den wir ihn, den Gott der Lieb, erhöhen. Mel. Ermuntre dich, mein 2. Sprich dankbar froh: 117 Gott, deine GnaAlso also hat Gott die Welt in seinem Sohn geliebet! O! per bin ich, Herr, daß du de Sie schuf uns Heil und Le ben. Ermuntre dich in mir, mein Geist, ihr Wohlthun 844 Erlösung. 83 zu erheben! Denk an die nach deines Vaters Rath Nacht, da auf der Welt des Höchsten Sohn sich dargestellt, um sein so theures Leben für Sünder hinzugeben. 2. O große That! er wünschte Nacht, von Engeln selbst besungen! Du hast den Mittler uns gebracht, der uns das Heil errungen. In dir erschien der starke Held, der Alles schuf und Alles hält, der Freund der Men schenkinder, des Todes Ueberwinder. 3. Der du, zu uns gesandt von Herrn, aus deinem Himmel famest und unser Fleisch und Blut so gern in Demuth an dich nahmest, Sohn Gottes! o wie haft du dich so tief erniedrigt auch für mich! Wie arm bist du erschienen, um mir zum Heil zu dienen! 4. O lehre mich den großen Werth von deiner Huld recht fassen! Was reizte dich, auf dieser Erd dich so berabzu lassen? Hier warteten dein nichts als Noth, Verachtung, Kummer, Schmerz und Tod, und doch kamst du auf Erden, ein Menschensohn zu werden. dich ein, wardst Mensch und kamst, mit Freuden für uns den Tod zu leiden. 6. Dein, Sohn des Höchsten, freu ich mic ,: du bist auch mein Erretter. Auch mir zum Troste sandte dich der Herr der Gott der Götter. Was mir ein wahres Wohl verschafft, Erleuchtung, Friede, Beßrungsfraft und Freuden, die stets währen, willst du auch mir gewähren. 7. Was soll ich dir, mein größter Freund, für deine Treue geben? Du bist's, der mich mit Gott vereint, du bringst mir Heil und Leben. Herr! was ich hab und was ich bin, das geb ich dir zum Dienste hin; ich will dich ohn Aufhören mit Leib und Geist verehren. 8. Ich sehe dich zwar hier noch nicht; doch du wirst wiederkommen; und dann schaun dich von Angesicht, Herr, alle deine Frommen. Dann werd auch ich, Herr Jesu Christ, dich schaun, so herrlich, als du bist; dann wirst du mich zum Leben, das bei dir ist, erheben. 5. Viel stärker, Herr, als Schmerz und Tod war deisaMel. Vom Himmel tam der ne Menschenliebe. Du jaz 118 Dies ist der Tag, ieß mit mitleidsvollem Triebe. Du stelltest, unser Heil zu sein, macht, sein werd in aller Welt gedacht! Ihn preise, D6 mas 84 Werke und Wohlthaten Gottes. was durch Jesum Christ Herz erhöht. Gedanke volim Himmel und auf Erden ist! ler Seligkeit! du bist es, der das Herz erfreut. 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward; da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dieß Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still; er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch zu unserm Heil. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, verbindest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt. Ein Mittler ist's, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schüßt, der in des Vaters Schooße sißt? 8. Gedanke voller Majestät! du bist es, der das 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt; und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 5. Dein König, Zion, kommt zu dir! Ich komm; Mel. Kommt, kommt, den im Buche steht von mir; 119 Vom Grab, an deinen Willen thu ich gern. Gelobt sei, der da kommt im Herrn! len, soll, Jesu Christ, dein Lobgesang empor zum Himmel 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel, du Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich bet auch ich, mein Heiland, an. schallen! Dir opfre jede Seele Dank! und jeder der Gebornen erfreu sich Mensch zu sein; und jeder der Verlornen rühm es, erlöst zu sein! Uns Sündern ward gegeben einst Jesus, Gottes Sohn; mit ihm erschien das Leben, mit ihm des Himmels Lohn. 11. Dieß ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist! 2. Kommt, laßt uns niederfällen vor unserm Mittler Jesu Christ und danfen, Erlösung. 85 fen, daß er Allen Erretter, dann dem Throne und schauFreund und Bruder ist. Er en deine Majestät. Nicht gleicht der Morgensonne mit mehr aus dunkler Ferne ihrem ersten Strahl, ver- bringt dann der Dank zu breitet Licht und Wonne und Leben überall. Durch ihn kommt Heil und Gnade auf unsre Welt herab; er leuchtet unserm Pfade durchs Leben bis zum Grab. 3. Frohlockt, ihr Mitge: nossen der Schwachheit und der Sterblichkeit! Nicht länger ist verschlossen der Eingang zu der Herrlichkeit. Erscheinung Chriſti. Wel. Was mein Gott will Zu unsrer Erd hernieder 120 rfreue dich des kam ewger nun hebt er seine Brüder empor zu Gottes Thron. Er ward das Heil der Sünder und der Verlornen Hort. Hier sind wir Gottes Kinder und Gottes Erben dort. mein Geist, das Gott für dich erkoren! Der Heilige, der Jesus heißt, ward auch für dich geboren. Er machte klar, was dunkel war, daß uns kein Zweifel bliebe. Wem leuchtet nicht sein reines Licht hinaufzum Gott der Liebe? 4. O du, dem laut die Menge der Engel und Verklärten singt, vernimm die Lobgesänge, die dir dein Volk im Staube bringt! Auch du warst einst auf Erden, was deine Brüder sind, ein Dulder der Beichwerden, ein schwaches Menschenkind. Was du nun bist, das werden einst deine Brüder sein, wenn sie, entrückt der Erden, sich deines Anschauns freun. 5. Bald sind wir zu dem Lohne der Himmelsbürger dort erhöht. Nah sind wir dir; weit über Sonn und Sterne erhaben, jauchzen wir. Mit aller Himmel Heere schallt unser Lobgesang: Dem Ewigen sei Ehre, dem Weltversöhner Dant! 2. Der Mensch soll von der Sinnlichkeit die Freiheit sich erringen und, von der Sünde Macht befreit, zum ewgen Leben dringen, gutthätig sein, wie Gott erfreun und stets zufrieden leben! Dazu verschafft der Herr auch Kraft, den Gott uns hat gegeben. 3. Drum sei uns sein Erscheinungsfest ein Fest der Liebe Gottes. Wohl dem, der sich auf ihn verläßt, trop aller Macht des SpotD7 tes 86 tes! Der ihn uns gab, blickt hold herab auf seine from men Kinder und väterlich erbarmt er sich der reuerfüllten Sünder. 4. Mit dieser frohen Zuversicht geh ich dem Tod entgegen. Ich weiß, mein dunkler Pfad wird Licht und Leid und Schmerz mir Segen. Schließt sich mein Lauf, werd ich hinauf zu Jesu mich erheben und mit der Schaar, die treu ihm war, in seinem Himmel leben. Werke und Wohlthaten Gottes. Mel. Gottlob, ein Schritt zur em ganzen Erd4. Drum laß mit froher Dankbarkeit uns nun im Lichte wandeln, uns in der gnadenreichen Zeit stets fromm und weise handeln, auf dich, bei treu erfüllter Pflicht, zufrieden und voll Zuversicht in Noth und Tod vertrauen. 5. Es müsse, wer dich, Gott, erkennt, erkennen deinen Willen, und wer das Thun vom Wissen trennt, nun seine Pflicht erfüllen! 121 des noch jeßt den Gößen dienen. Nicht sie, nicht eigne Würdigkeit, nur deine Huld hat uns befreit von jenen Finsternissen. Herrn ein helles Licht erschienen; es leuchtet nah, es leuchtet fern. Zahllose Völker dienen den todten Gößen nun nicht mehr; sie kennen ihn, den Herrn, und er läßt sie im Lichte wandeln. Gebets dem, der da glaubet und noch stets der Sünde sclavisch dienet. 6. Und wo noch bange Dunkelheit undfalscheSchatten liegen, wo Irrthum, Wahn und Sinnlichkeit noch Sterbliche betrügen, auch da geh nun im Stegeslauf das schöne Licht der Wahrheit auf, daß alle Welt dir diene! 2. Kaum sandte Gott durch seinen Sohn der Erde große Freuden, so sammelt er sich selber schon die Erstlinge der Heiden. Der Wahrheit Bild, ein schöner Stern, führt sie zu ihrem neuen Herrn. Sie kommen, anzubeten. Darstellung Jesu im Tempel. Licht, o Gott, so hell und 3. D wär uns nicht dein Mel. Chriftus der ist mein Leben Va122 Dem großen Baz rein erschienen, der Vernunft zum Spott am heiligen Altar jeßt die Ge Erlösung. Gebenedeite den Sohn, den sie gebar. 2. Da betete im Tempel ein Greis zu seinem Gott und ward uns ein Erempel von einem schönen Tod. Del. Rommt her zu mir 3. Gott sah ihn still und 123 Entreiße dich, weise den Weg der gehn, verhieß dem frommen Greise, den Heiland noch zu sehn. Geift, der Welt, dem, der für dich sich dargestellt, nun dich auch darzustellen! Er ist das Licht, drum sei gewiß, er wird auch deine Finsterniß durch seinen Glanz erhellen. 2. Er macht das Herz von Sünden rein, um dich zum Leben einzuweihn, zum fittlich schönen Leben. Er gibt die Kraft zu jeder Pflicht und stärket deine Zuversicht, zu Gott dich zu erheben. 4. Jest lag vor seinem Blicken das Kind, des Himmels Luft; er nahm es mit Entzücken und drückt es an die Brust; 5. Und rief: Nun, Herr, mit Freuden neig ich mein Haupt zur Gruft; voll Dantes will ich scheiden, sobald dein Wink mich ruft. 6. Dein Heil hab ich ge fehen, hier ist der Völker Hirt, der Israel erhöhen, die Welt erleuchten wird. 7. So schloß am Pilgerstabe der Fromme seinen Lauf; und, Gott, du thatst am Grabe ihm deinen Himmel auf. 87 Lieder: Heil mir, nun seh ich ihn! Der Himmel tönet wieder; Heil dir, nun siehst du ihn! 8. Gib daß auch ich mit Treue den Weg der Tugend geh, wie er den Tod nicht scheue, mit Freuden Jesum feb. 9. Zwar werd ich ihn nicht sehen, nicht hier, wie Simeon, doch in des Lichtes Höhen erwartet er mich schon. 10. Dort tönen meine 3. Wer noch der niedern Sinnlichkeit, wer noch des Lasters sich erfreut, ach, der verscherzt den Segen. Nie wird ihm wahres Glück und Heil, nie wird ihm Seelenruh zu Theil auf seinen bösen Wegen. 4. Wer aber wünscht, wie Simeon, das Heil der Welt, des Höchsten Sohn, zu seinem Heil zu haben: wer Recht thut, sich der Welt entwöhnt, nach wahrer Heiligung sich sehnt, der opfert rechte Gaben. 5. Wer durch das Wort, darauf er traut, im Glauben 88 Werke und Wohlthaten Gottes. ben seinen Heiland schaut, 3. Ein himmlisch Licht ist kann einst im Frieden fahren. Der Herr erfüllt, was er verspricht; er wird sich einst in seinem Licht ihm herrlich offenbaren. seine Lehre, und Geist wird seine Taufe sein. Jhm, ihm allein gebührt die Ehre! Er kommt, und jedes Herz ist fein. Schon wurden ganze Völker rege, schon strömte froh es auf dem Wege nach dem erhellten Kanaan, und Heiden riefen Jesum an. 4. Und wir, die Jesu Stimme hören, wir sollten träg und sicher ruhn? wir nicht still weinend uns bekehren? nicht froh des Höchsten Willen thun? Laßt uns entrinnen dem Verder= ben, fromm leben, um einst fromm zu sterben? Dann werden wir nie muthlos sein, wenn Trübfal, Noth und Tod uns dräun. 6. Jch komme, Herr, mich dir zu weihn. O mache mich von Sünden rein und laß mich heilig leben, bis du auch mich, wenn dirs gefällt, im Frieden wirst aus dieser Welt zu deiner Wonn erheben. Johannes, der Vorgänger Jesu. In eigener Melobie. 124 ging ein Mann voll Gnad und Segen, Johannes, dem Erlöser vor. Die Hügel bahnt er ihm zu Wegen, hob Herzen dem Staub Es bebte, wer ihn reden 125 hörte, bekannte seine Fehler, kehrte gerührt, mit thränenvollem Blick zur Tugend und zu Gott zurück. 2. Er schreckte Heuchler, strafte Sünder: er rief: das Himmelreich ist nah! Thut Buße, werdet Gottes Kinder; denn der Verheißene ist da! Er kommt und wird die Menschheit sichten, par: teilos alle Thaten richten. Heil krönet die erfüllte Pflicht, den Frepler trifft sein Strafgericht. In eigener Melodie. mmer sich bereben, zu erfüllen seine Pflicht, fromm und gut zu leben, bis das Auge sterbend bricht: dieß nur ist nach Jesu Lehre wahre Weisheit, Tugend, Christenehre." 2. Heil dir schon auf Erden, Freund der Wahrheit und des Rechts! Denn durch Tugend werden Menschen göttlichen Geschlechts. Unter aller Leiden Bürde bleibt die Tugend unsre höchste Würde. 3. So Erlösung. 3. So, in höhrer Klarheit, so umstrahlt von Gottes Licht, ging den Weg der Wahrheit ein Johannes, wantte nicht, fest entschlossen, selbst sein Leben für die Pflicht zum Opfer hinzu geben. 4. Und vergebens drohte Kerter, Marter, Blutgerüst; treu dem Pflichtgebote, das Gebot des Ewgen ist, stirbt er, stirbt mit edlem Muthe, zeugt für Wahrheit selbst mit seinem Blute. Christenthums, durch dich kann der Mensch auf Erden Gottes höhern Geistern ähnlich werden. 6. Tugend, unter Freu den dieses Lebens bist du schön; doch nur unter Leiden kann man deinen Ursprung sehn; sehn, daß du vom Himmel stammest und den Geift fürs Göttliche entflammest. 5. Tugend, Segensfülle du, o Ziel des höchsten Mel. Liebster Jesu, wir sind Ruhms, du der Gottheit 126 Führer zur VollWille, 7. Du, o hehre Sonne, strahlst mit überirdschem Schein, schafft dem Geiste Wonne, weihst zu Gottes Himmel ein; du veredelst unsre Freuden, du veredelst uns durch Schmerz und Leiden. 89 auf; aus dem Todesthale ringen wir zum Ziel hinauf, wo in deinen lichtern Höhen wir die Wunder Gottes heller sehen. 8. Unter deinem Strahle blühn auf Gräbern Blumen 9. Heilge mein Bestreben; gib, o Gott, mir Kraft und Muth, tugendhaft zu leben, christlich weise, christlich gut, daß mich weder Schmerz, noch Freude, noch der Tod von wahrer Tugend scheide. Lehre, Leben und Thaten Jesu. Lehrer, Muster uns zu werden hoher, reiner Sittlichkeit wurdest du ein Mensch auf Erden. Dir schlägt unser Herz entgegen, Jesu, dir, der Menschheit Segen! 2. Du gabst unserm Geiste Licht, lehrtest uns Gott näher kennen und mit froher Zuversicht unsern Schöpfer Vater nennen, der uns liebt, versorgt, beschüßet und uns gibt, was wahrhaft nüßet. 3. Du hast uns der Menschheit Werth durch dein Leben und die Lehre, die von Gott kommt, aufgeklärt, uns gelehrt, des Geistes Ehre nur auf wahre Tugend gründen und das Laster überwinden. 4. Dann 90 Werke und Wohlthaten Gottes. 4. Dann auch, wenn das einherzugehn; ihr Licht, Auge bricht, Todesschrecken mit freudigem Vertraun uns umgeben, blickt, erhellt hin in die Ewigkeit zu von deinem Licht, unser schaun. Geist in jenes Leben, in das Land vollkommner Freuden, um mit frohem Muth zu scheiden. 4. Und um der Welt dieß Licht zu werden, wie willig übernahmst du nicht auch selbst die größesten Beschwerben! Und drückte dich gleich ihr Gewicht, so trugst du doch voll Güt und Huld sie gern mit himmlischer Geduld. 5. Danket, Christen, bes tet an! Laßt uns Christum herzlich ehren, wandeln auf der Tugend Bahn, willig folgen seinen Lehren, treu durch Noth und Leiden gehen, um sein ewges Licht zu sehen. Mel. Wer nur den lieben Gott 127 Auf Erden Wahrheit auszubreiten, die Wahrheit, die vom Himmel stammt und, uns zum ewgen Glück zu leiten, das Herz zu Gottes Lieb entflammt, dazu erschienst du, Jesus, hier von Gott gesandt, zum Heil auch mir. 2. Dieß war das tägliche Geschäfte, darin dein Geist Vergnügen fand. Wie emsig hast du Zeit und Kräfte, beseelt von Liebe, angewandt, durch deiner 5. Führwahr, für immer ist das Leben, das du auf Erden hast geführt, ein Segen, den uns Gott gegeben, dafür ihm ewger Dank gebührt, ein Segen, dessen auch mein Geist sich freut und dich, Erlöser, preist. sein! 3. Ihr Licht, den Weg zu Gottes Gnade und ihrem Heil recht einzusehn; ihr Licht, auf diesem selgen Pfade mit sicherm Schritt 6. Ja, Preis sei dir, du befter Lehrer, auch mir zum Heil von Gott gesandt! D, würde jeder dein Verehrer, der deinen Werth noch nicht erkannt! Hilf, daß ich deiner Wahrheit treu und ewig durch dich selig sei! Mel. Liebster, Jesu wir find Lehre hellen Schein der 128 Theuer fei mir zn allezeit, Herr, mein Heiland, deine Lehre! Gib, daß ich mit Folgsamfeit treulich ihre Vorschrift ehre, dem, was sie verheißet, traue, fest mein Hoffen darauf baue. 2. Nur Erlösung. 2. Nur bei deiner Wahrheit Licht lernen wir Gott recht erkennen, ihn mit froher Zuversicht unsern Gott und Vater nennen und nach seinem heilgen Willen unsre Pflichten treu erfüllen. 3. Was die Weisen dieser Welt vor dir nicht erfüllet haben, das hast du uns aufgehellt; und durch dei nes Geistes Gaben wirkest du in unsern Seelen, daß wir Heil und Leben wäh len. 4. Du entdeckst uns unsre Schuld und der Sünde großen Schaden, doch auch deines Vaters Huld und den Reichthum seiner Gnaden; lehrst uns aller unsrer Sünden gnädige Vergebung finden. 91 nen Lobgesang, den ich hocherfreut dir finge! Du bes freist auch mich aus Gnaden von der Sünde Macht und Schaden. 7. O nimm gnädig an den Dank, den ich dir voll Ehrfurcht bringe. Höre meis Dant, dir für 8. Köstlicher, als Gold, fei mir, was dein göttlich Wort mich lehret! ja, ewig Dank sei den Trost, den es gewähret! Werd ich einst zu dir erhoben, will ich würdiger dich loben. 9. Stets, solang ich hier noch bin, will ich dir zur Ehre wandeln, täglich mit erneutem Sinn nur nach deinem Worte handeln; so nimmst du mich einst im Scheiden auf zu deinen höhern Freuden. Mel. Liebster Jesu, wir sind 5. Huldreich riefest du uns 129 hon anf Erden wir zu: Kommt zu mir, beschwerte Seelen; es soll euch zu eurer Ruh nicht bei mir am Troste fehlen, wollt thr anders von mir lernen, euch von Sünden zu entfernen. 6. Herr, dein Evangelium batt vel tausend, tausend Zeugen, die zu deines Namens Ruhm dankbar ihre Kniee beugen, daß du noch dein Wort erfüllest und der Seelen Kummer stillest. Himmelsseligkeitempfinden, wenn nur Lieb und Eins tracht hier unsre Herzen fest verbinden, wenn wir dich nach Jesu Lehren, dich, o Gott der Liebe, ehren. 2. Diese Herzensfreudigfeit danten wir dir, Gott der Gnade; Jesu Chrifti Lehre streut Frenden auf des Lebens Pfade, lehrt uns Mäßigung in Freuden, gibt nns hohen Muth im Leiden. 3. Sie gewährt uns Trost und Rath in den allerbängsten Leiden; sie erleuchtet unsern 92 Werke und Wohlthaten Gottes. sern Pfad, wenn wir von erscheinen, sich der Blinden, der Erde scheiden; uns, von Lahmen, Armen mehr als Todesnacht umgeben, leitet väterlich erbarmen, der Besie zum bessern Leben. trübten Klagen hören, sich in Andrer Dienst verzehren, das sind Proben wahrer Güte; und so, Herr, war dein Gemüthe. 3. D du Zuflucht der Elenden! Wer hat nicht von deinen Händen Segen, Trost und Heil genommen, der gebeugt zu dir gekommen? Wie ist dir dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angesprochen! Und wie pflegtest du zu eilen, das Erbetne mitzutheilen! 4. Wenn uns Erdenglück verläßt, unsre Lieben uns verlassen, hält sie unsern Muth noch fest, lehrt uns, frohe Hoffnung fassen; lehrt Geduld uns, gibt uns Stärte zur Vollbringung guter Werte. 5. Sie lehrt: Menschen zu erfreun, sei des Herzens größter Segen; lehrt uns, Feinden selbst verzeihn, die in Noth sind, trösten, pflegen, brüderlich die Menschen lieben, segnen die, die uns betrüben. 6. Heil dem Menschen, der sie übt, diese schönen Tugendlehren! Heil dem, der die Brüder liebt, sich bestrebt, dich, Gott, zu ehren! Ewig selig wird er leben, stets nach höhrer Zugend streben. Mel. Schmücke dich, o liebe G. 5. D wie hoch stieg dein 130 eiland, beine Erbarmen, Heiland, da du für und unerhörte Schmerzen littest mit gelaßnem Herzen, dich von Sünden ließt verhöh nen und zur Schmach mit Dornen krönen, ja, uns Les ben zu erwerben, willigwarst, am Kreuz zu sterben. Menschenliebe war die Quelle jener Triebe, die dein treues Herz regieret und dich selbst dahin geführet, daß du, unserm Heil zu dienen, bistinKnechtsgestalt erschienen. Dwer faßt die heilgen Triebe deiner treuen Menschenliebe! 4. Die Betrübten zu erquicken, sie dem Kummer zu entrüden, die Unwissenden zu lehren, die Verkehrten zu bekehren, Günder, die sich selbst verstocken, langmuthsvoll zu dir zu locken, das war täglich dein Geschäfte, wars mit Aufwand aller Kräfte. 2. Uleber seine Feinde wei nen, Jedermann mit Hülf 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben, Haß mit Haß Erlösung. Haß nicht zu vergelten, dei wir, befreit von Sündenne Schmäher nicht zu schelten, Allen freundlich zu begegnen, die dich lästerten, zu ſegnen, deine Mörder zu vertreten und für sie zu Gott zut beten. 7. Aller Welten Herr und König, Sohn des Höchsten, o wie wenig hast du je nach Ruhm getrachtet und auf Menschenlob geachtet! Wil lig littst du, um den Willen deines Vaters zu erfüllen, Armuth und Erniedrijungen. Lob sei dir dafür Jesungen! 8. Laß mich. Herr, u meinem Segen deinen Wandel oft erwägen. Laß mich in der Anaft der Sünden Trost und Hülfe bei dir finden! Heilige auch meine Triebe zu wahrhaftger Menschenliebe: laß mich immer mehr auf Erden deinem Bilde ähnlich werden! 93 2. Du kamst zu uns, von Gott gefandt, und machtest uns den Weg bekannt, wie schuld, theilhaftig werden feiner Huld. Auf ewig sei dir Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangelium! 3. Du sahest in der Gottheit Licht mit aufgeklärtent Angesicht, was nach des Höchsten weisem Rath die Welt noch zu erwarten hat; du machtest selbst durch deinen Mund das Künftige den Menschen lund. 4. Dieß und die Wunder deiner Hand sind uns ein göttlich Unterpfand, was man aus deinem Mund gehört, sei Wahrheit, die uns Gott gelehrt. Nie schwäche mir der Frevler Spott den Glauben an dieß Wort von Gott! 5. Du lehrtest uns durch Wort und That; man trifft der reinsten Tugend Pfad in deinem heilgen Wandel an. Gib, Herr, daß ich auf dieser Bahn, gestärkt von dir, Mel. Gott Vater, an Erbarmen mit steter Treu dir nachzu 131 ein Lehrer ist dir folgen eifrig sei! Jesu, gleich! An Weisheit und an Liebe reich, bist du sowohl durch Wort, als That der Schwachen Menschen sichrer Rath. Es freut mein Geist im Glauben sich, Herr Jesu, dein und lobet dich. 6. Du bist es, Herr, von dem das Amt, das die Versöhnung predigt, stammt; du machst durch treuer Lehrer Mund noch jetzt dein Heil den Menschen kund. Bealeite stets mit deiner Kraft ihr Amt, damit es Nußen schafft! 7. Noch immer hilfft du deinem Wort in seinem Siege 94 Werke und Wohlthaten Gottes. ge mächtig fort; du sendest, und selbst die Todten aufwie dein Mund verheißt, noch erstehn. immer deinen guten Geist, der dem, der Wahrheit sucht und liebt, zum Glauben Licht und Kräfte gibt. 8. Mein Heiland, send ihn auch zu mir, daß ich mit heiliger Begier nach Wahrheit strebe, fromm und treu den Lehren deiner Weisheit sei, bis mich bei dir in Ewigteit ein hellres Licht dereinst erfreut! 4. Sein Segen speiste ganze Heere da, wo es selbst an Brod gebrach; und faum gebot er Wind und Meere, so ließ ihr Sturm gehorsam nach. So sah man ja bei allem Thun auf ihm der Gottheit Fülle ruhn. 5. Wir danken, Höchster, deiner Stärke, die Jesum vor der Welt verklärt, der durch so große Wunderwerke als dein Gesandter sich bewährt. Wir nehmen solchen Mel. Wer nur ben lieben Gott 132 Wie göttlich find gläubig an und sind ihm Jesu ren! wie überzeugend seine Macht! Wer könnte seine Thaten hören, wer, was für Wunder er vollbracht, und stimmte nicht dem Glauben bei, daß er der Welterlöser fet! 2. Erbarmen war es voller Gnaden, was man in seis nen Zeichen sah. Nie wirkte er zu Jemands Schaden, Mel. Was mein Gott will wie von Propheten selbst ges 133 mmt, die ihr ichah; er raffte nie in ihrem Sinn die Sünder schnell im Borne hin. 6. Erfüll, o Herr, nur unsreHerzen mit seiner Lehre Göttlichkeit, damit wir nicht das Heil verscherzen, das uns dein Sohn allein verleiht, und schaffe, daß ihm unsre Treu bis in den Tod ergeben sei! 3. Er schenkte das Gesicht den Blinden, den Tauben gab er das Gehör, der Ausfaz mußte vor ihm schwinden, der Stumme sang ihm Dank und Ehr; sein Macht wort hieß die Lahmen gehn nicht gewohnet seid, daß ihr euch lelbst entjaget, die ihr nur stets nach Eitelkeit, Ruhm, Vortheil, Wollust fraget, kommt, schauet Jesu Vorbild an! Dieß, dieß muß euch beschä men. Kommt, lernt, geheilt von eurem Wahn, hinfort euch selbst bezähmen! 2. Gott Erlösung. 2. Gott war sein Alles; nur an ihm hing seine ganze Liebe. Jhm dienen war ihm angenehm; ihm weiht er seine Triebe. Wozu er stets sich willig fand, war bieß: den ganzen Willen des Vaters, welcher ihn ges sandt, vollkommen zu erfüllen. 3. Hoch über Welt und Eitelkeit, ganz heilig, ganz Gott eigen, vermied er nie aus Schüchternheit sich, wie er war, zu zeigen; und er Bosheit freveln sah, war er voll edler Schmerzen; wenn aber Got tes Wort geschah, quoll Freud aus seinem Herzen. 4. Die Freude, die die Welt verheißt, verlangt er nicht zu schmecken. Und rein bewahrte sich sein Geist, ganz rein von allen Flecken. In Allem sah er immerdar mit Eifer, nie zum Scheine, auf das, was seiner Brüder war, nicht aber auf das Seite. 5. Stets floh er das Geräusch des Ruhms, blieb niedrig und geringe, ent der Erbe aller Dinge. Arm ward er selber, daß wir reich aus seiner Armuth würden. Er ist der Herr, fein ist das Reich, doch trug er fremde Bürden. 6. War Gottes Hand auf 95 ihm schon schwer; er fands doch gut und billig; denn jeden Tropfen Bluts war er ihm aufzuopfern willig. Stets zeigt er, daß ihn keine Noth auch nur zur Klage reize. Er ward gehorsam bis zum Tod, ja, bis zum Tod am Kreuze. 7. Von Gott verlassen, blieb sein Herz an ihm, trop alles Spottes. Sein Sehnen war, im bängsten Schmerz, Nichts, als das Antlig Gottes. Folgt, Menschen, seinem Vorbild nach! Er hat für euch gelitten; er selbst hat euch, ihr seid zu schwach, die Kraft dazu erftritten. 8. Hilf meinem Glauben, daß ich dir, mein Heiland, ähnlich werde! Bezähm das Fleisch, vertilg in mir die Liebe dieser Erde, daß ich dein großes Beispiel mir allzeit vor Augen seße; des Vaters Willen thun, gleich dir, für Freud und Leben schäße! Mel. O Gott, du frommer Gott 134 Erscheine meinem erhabnes Bild der Tugend, du Muster jeder Pflicht, des Alters, wie der Jugend! O Jesu, Himmlischer, dein Beispiel leite mich! Ich irr und strauchle nicht, seh ich nur fest auf dich. 2. Wie 96 Werke und Wohlthaten Gottes. 2. Wie unschuldsvoll, wie mitten durch sie hin mit rein, wie unentweiht von Festigkeit und Ruh. Sünde. floh deine Jugend hin! Wie theuer war dem Kinde, wie lieb dem Jüngling schon, was Gottes Wille wählt! Doch ach, wie oft hab ich, noch jung, doch schon gefehlt! 3. So arm, so freudens los und allem Glanz entrissen, durch frühen Druck geübt in Müh und Kümmernissen, floß dir das Leben hin, und dennoch bliebst du groß; nie riß das Elend dich von deinem Vater los. 4. Gehorsam warst du ftets bereit, des Vaters Willen selbst bis zum Kreu: zestod mit Freuden zu erfüllen; trugst mit Geduld und Muth des Lebens herb. ften Schmerz; du sahst die Glücklichen, und neidlos blieb dein Herz. 5. Nie hast du deine Pflicht, die kleinste nie ver lebet; nie Leidende gesehn und nicht mit Troft ergötet; stets hast du Irrende ge warnt, belehrt, gerührt und sie mit Freundeshand auf bessern Weg geführt. 6. Versuchung ohne Zahl, hier Ruhm und Schmeiche. dort Gewinn, da bittrer Feinde Dräuen umgaben, wo du gingst, dich, Heiliger, doch du gingst 7. Voll stillen Friedens blieb dein Herz bis an das Ende; da gabst du deinen Geist in deines Vaters Hände. Vollendet war der Lauf; am Ziele deiner Bahn sahst du den großen Lohn der Ewigkeit dir nahn. 8. Vollendeter, auch ich, auch ich kann ohne Beben am Ziele einst den Geist dem Vater übergeben, wenn er dir ähnlich war an Tugend und Geduld; denn du, Erlöser, tilgst der Schwachheitssünden Schuld. 9. Schau drum, mein Geist, auf ihn; verschmäh des Lasters Freuden! Der Sünden Sold ist Tod und ihre Frucht sind Leiden. Wie Jesus, weihe Gott des Lebens kurze Zeit! Dann gehst auch du, wie er, ins Reich der Herrlichkeit. Leiden, Tod und Begräbniß Jesu! ( Passionslieder.) Mel. Wie groß ist des Allmäht'. 135 Laß mir die Feier o großer Dulder, heilig sein! Sie lehre mich die Sünde meiden und dir mein gan Erlösung. ganzes Leben weihn, dir, der so ruhig und entschlossen für mich die Last des Kreuzes trug, deß Herz, als schon fein Blut geflossen, mich noch heiß von Liebe schlug. für 2. In der Betrachtung heilgen Stunden will ich am Leidenshügel stehn und dich für deine Bein und mit Mel. Herzliebster Jesu! stärke Dant erhöhn; ich wil die 136 Herr, fete mich, Lieb und Huld ermessen, womit dein Herz die Welt umfaßt, und nie gefühllos es vergessen, was du für mich erduldet haft. 3. Mir sollen diese Feier zeiten der größten Liebe heilig sein; sie soll mich stärken, foll mich leiten, was bir mißfällig ist, zu scheun. Dein Leiden sei auch mir zum Segen, dein Tod mir feliger Gewinn. Dir schlage stets mein Herz entgegen, weil ich durch dich gerettet bin! 4. Bleibt mir in diesen Tagen theuer, Gethsemane und Golgatha! Jhr Stätten, wo die Welt die Feier der allerhöchsten Liebe jab! Nach euch will ich voll Andacht schauen, wo mein Erlöser litt und starb, und hoffnungsvoll auf den vertrauen, der mir die Seligkeit erwarb. 5. Da will ich lernen Tus gend üben, in Noth und 97 Tod gelassen sein, die Menschen so wie du zu lieben und selbst dem Todfeind zu verzeihn. Dann wird dein Leiden mir zum Segen, dein Tod mir seligster Gewinn. Dir schlage stets mein Herz entgegen, da ich durch dich gerettet bin! bedenken, mich in das Meer von Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen! 2. Du wolltest, Herr, ein Mensch, gleich uns, auf Ers den und bis zum Tod ame Kreuz gehorsam werden, an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen! 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, mein Herz erbebt, ng ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. eipbet 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Böjen: Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen. Dieß kann mein Geist mit Schreckenb und Entzücken am Kreuz erblicken. tenet 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst das nieder, es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder; € lehrt tigen Werke und Wohlthaten Gottes. 98 lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. Herr, mein Heil, an den ich findlich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deine Güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken. Al lein sollt ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch, darf der sich unter winden, Gott zu ergründen? 8. Des Höchsten Thun ist: Gnad und Lieb erweisen. Uns kommt es zu, sie des muthsvoll zu preisen, zu fehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget, die Gnade steiget. 9. So sei denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir erwiesen, da du, mein Heiland, auch für mich dein Leben dahingegeben. 10. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben und ftets mit Freuden deinen Willen üben! O gib zu diesem seligen Geschäfte, Herr, selbst mir Kräfte! du, der lieber wollt erblaffen, als mich im Verderben lass sen, ach, wie dank, wie dank ich dir, mein Erlöser, gnug dafür! 2. Menschenfreund, von Gott gefendet, feines Raths Verkündiger! Längst hast du dein Werk vollendet. Preis sei dir, Erhabener! Doch in den Gedächtnistagen deiner Leiden, Jesu, sagen deine Hochbeglückten dir billig neuen Dank dafür. 3. Du betratst, für uns zu sterben, williq deine Leidensbahn, stiegst, uns Leben zu erwerben, gern den Todesberg hinan, dachtest nicht an deine Schmerzen, trugt uns Menschen nur im Herzen. Tausend-, tausendmal fei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 4. Meinetwegen truaft du Bande, littest frecher Lästrer Spott achtetestnichtSchmach und Schande, Elend nicht, nicht Kreuz und Tod. Du warst werth der höchsten Freuden und trugst willig Gram und Leiden. O wie dank, wie dank ich dir würdig. Heiligfter, dafür! In eigener Melodie. 5. Frevler frönten dich zum Hohne; deine Stirne 137 eu, meines Les blutete unter einer Dornen: deß aller sich meine Seele freut, der mir zu gut hast du gelitten, für mich sich hingegeben, mir die Lebensfron erstrit: Stifter meiner Seligkeit, ten, Preis, Anbetung, Dant fet Erlösung. sei dir, Ehrfurchtswürdigster, uns strömt Beßrungskraft dafür! und Ruh aus deinem bittern Leiden zu. 6. Du, der tausendfache Schmerzen mir zu Liebe gern ertrug, deinem groß muthsvollen Herzen war mein Heil Belohnung gnug. Trost in meinen letzten Stunden floß für mich aus deinen Wunden. Herr, ich dant, ich danfe dir einst im Tode noch dafür. 4. Daß Gott uns als ein Vater liebt, gern Reuigen die Schuld vergibt; daß ewig unsre Seele lebt und sich zur bessern Welt erhebt; 5. Daß deine Lehre fest besteht, und daß dein Reich nie untergeht, den großen Trost, von dir, o Gott, belebt und stärket Jesu Tod. 7. Rub im Leben, Trost am Grabe, unaussprechlicher Gewinn, den ich dir zu danken habe, du, deß ich nun ewig bin! Jesu, dir mein Herz zu geben, deiner Tugend nachzustreben, dir zu traun, zu sterben dir, dieß, dieß sei mein Dank dafür! 2. Im Geiste folgen wir bir nach von Schmerz zu Schmerz, von Schmach zu Schmach: wir schaun zu deinem Kreuz hinan und beten dich mit Freuden an. 99 7. Mit Dank und Freude folgen wir dir, unserm Heil und Retter, hier; und du wirst uns, wenn wir dich Mel. Jefu Chrift, meins 138 2n deine Leiden sehn, zu deines Himmels Ant denken wir, Wonn erhöhn. Herr Jesu Chrift, und dan fen dir, daß du so willig ihre Last zu unserm Heil 139 Mein getragen haft. 3. Auch uns zu gut, o Herr, betrat dein Fuß den dornenvollen Pfad. Auch 6. Und wir, wir glaubten an dich nicht? Herr, ohne sichern Trost und Licht, mit ungewissen Schritten geht des Lebens Pfad, wer dich verschmäht. Mel. Schwing dich auf Erlöser gingst du hin zum Leiden auch für mich und begabst, Erretter, dich aller deiner Freuden. Du sahst Bande, Schmerz und Hohn, sahst den Tod von ferne, doch ertrugst du, Gottes Sohn, alle Leiden gerne. 2. Du entflohst nicht der Gefahr, die dem Leben € 2 droh 100 Werke und Wohlthaten Gottes. brohte. Als die Stund er Willen leben? und nicht schienen war, gingst du froh zum Tode. Willig übergabst du dich in der Feinde Hände und bliebst unveränderlich treu bis an das Ende. vielmehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? 4. Jch sollte nicht, wenn Leiden dieser Erden, wenn Kreuz mich trifft, gelaffnen Herzens werden, da du so viel für uns, die wirs verschuldet, liebreich erduldet? 3. Lehre mich, wie du, so still und so froh zu leiden, und, wenn es dein Rathschluß will, selig zu verschei den. Stärke mich, wenn ich einmal sterbend zu dir flehe, daß ich durch des Todes Thal ohne Schrecken gehe. 4. Dant, o Jesu, Dant sei dir für dein willig Leis den; denn dadurch erwarbst du mir deines Himmels Freuden. Nunmehr weiß ich, daß im Tod ich nicht ewig fierbe; denn ich bin verföhnt mit Gott, bin des Himmels Erbe. 5. Für welche du dein Leben selbst gelassen, wie könnt ich sie, sie, meine Brüder, hassen? Ich will wie du, wenn sie mich untertreten, für sie noch beten. 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten; wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. Du, Heiliger, du Herr und Haupt der Glieder, schaltst auch nicht wieder. 7. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, dieß ist der Dank für deines Kreu Mel. Herzliebster Jesu 140 Laß deinen Geist zes Schmerzen. Und Gott gibt uns die Kraft, in deinem Namen dir nachzuahmen. mich stets, mein Heiland, lehren, dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich christlich übe. 2. Das Gute thun, daß Böse fliehn und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir erlauben und an dich glauben? 3. Da du dich selbst für mich dahingegeben, wie könnt ich noch nach meinem 8. Unendlich Glück! du litteft uns zu Gute. Ich bin versöhnt in deinem theuren Blute. Du haft mein Heil, da du für mich gestorben, jam Kreuz erworben. 9. So bin ich denn schon selig hier im Glauben! So wird mir nichts, Nichts meine Krone rauben! So werd ich dort, von Herr lichkeit umgeben, einst ewig leben! 10. Ja Erlösung. 10. Ja, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, im Glauben kämpf, im Glau. ben wach und bete, so ist mein Heil schon so gewiß erstrebet, als Jefus lebet. 11. Lockt böje Luft mein Herz mit ihrem Reize, so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze! Und werd ich matt im Laufe guter Werke, so sei mirs Stärke! 12. Seh ich dein Kreuz ben Klugen dieser Erden ein Nergerniß und eine Thorheit werden, so seis doch mir, trop alles frechen Spottes, die Weisheit Gottes! 13. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden fränken, so laß dein Kreuz mir wie der Ruhe schenken; dein Kreuz, dieß sei, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried und Freude! In voriger Melodie. 141 Sei hoch gepries sen, Herr, für deine Liebe! Sie drang dich zu dem mitleidsvollen Trie be, für eine Welt von Sündern selbst dein Leben dahinzugeben. 2. Fürwahr, du trugest unsrer Sünden Schmerzen. O welch ein Herz gleicht deinem edlen Herzen! Du ließeft unfre Schuld an dir besira zu 3. O laß dieß schaffen. Heil doch 101 auch mein Erbe werden! Was hab ich sonst für sichern Troft auf Erden? Was gibt mir sonst wohl wahren Grund zur Freude, wann ich einst scheide? 4. Für mich, o Herr, bist du ja auch gestorben! Was du der Welt durch deinen Tod erworben, das hast du ja, von großer Treu geleitet, auch mir bereitet. 5. O stärke selbst mein Herz in diesem Glauben! Rein banger Zweifel müsse mir ihn rauben; er müsse mich zum Fleiß in guten Werken beständig stärken. 6. Sollt ich mich nun noch frevelhaft erkühnen, der Sünde, die dich tödtete, zu dienen, so wär ich ja, o Herr, nicht dein Erlöster, du nicht mein Tröster. 7. Nein, dir allein, der du durch deine Wunden auf ewig mich zu deinem Dienst verbunden, nur dir, mein Heiland sei mein ganzes Leben zum Dienst ergeben! 8. Nichts soll mich je von deiner Liebe scheiden. Ich bleibe dein, bis du mich dort wirst weiden, wo deine Liebe mit verklärten Zungen stets wird besungen. Mel. Schwing dich auf 142 Mein Erlöfer, Gottes Sohn, der du für mich litteft und € 3 auch 102 Werke und Wohlthaten Gottes. auch auf der Himmel Thron jeßt noch für mich bittest, welche Wohlthat ist für mich dein versöhnend Leiden! O wie preis ich würdig dich, Ursprung meiner Freuden! 2. Unermeßne Herrlichkeit war dir, Herr, gegeben; und du konntest jederzeit voller Freuden leben. Aber, o der großen Huld! daß ich selig würde, übernahmst du mit Geduld schwerer Leiden Bürde. 3. Nun kann meine Misse. that noch Vergebung finden; denn du starbst nach Got tes Rath auch für meine Sünden. Unsre Strafe trugest du, uns vom Fluch zu retten, daß wir im Gewissen Ruh, mit Gott Frieden hätten. 4. Was uns Lust zur Beß rung schafft, was zur Tu gend leitet, dazu hast du neue Kraft durch dein Kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun mich um Kraft bewerben, Gottes Willen stets zu thun, Sünden ab: zusterben. 6. Herr, was bin ich, daß du mein so dich angenommen! Laß die Frucht von deiner Pein nun auch auf mich kommen; gib mir Weis heit, gib mir Kraft- du haft sie in Händen- was du mir zum Heil verschafft, gläubig anzuwenden! 7. Laß das Wort von deinem Kreuz mich mit Muth beleben, siegreich jedem Süns denreiz hier zu widerstreben und voll Dankes dir zum Ruhm alle meine Pflichten als dein theures Eigenthum treulich zu verrichten! 8. Drückt mich meine Sündennoth, straft mich mein Gewissen, o dann laß aus deinem Tod mich den Trost genießen, daß du auch für meine Schuld büßend bist gestorben und Vergebung, Gnad und Huld mir bei Gott erworben. 9. Stärke mich durch deinen Tod in den leßten Stunden! Wie du deine Todesnoth siegreich überwunden, o so hilf dazu auch mir! Laß mich fröhlich scheiden! Herr, so dank ich ewig dir für dein bittres Leiden. 5. Nun kann ich aufs To. desthal auch mit Freuden sehen und zu jener Welt einmal ohne Schrecken gehen. Du, Herr, hast aus 143 Jeunden, deiMel. Freu dich sehr, o meine tiefen aller Noth Rettung mir er rungen und durch deinen Kreuzestod meinen Tod be zwungen. ne Qual, dein bittrer Tod, geben mir in bangen Stun den Kraft zur Tugend, Trost in Erlösung. in Noth. Mich sollt ich durch Sünd entweihn? Nein, ich denk an deine Pein; sie, sie lehrt mich Sünden lassen und sie als mein Unglück hassen. 2. Die Erinnrung deiner Leiden stärke mich mit Kraft und Muth, alle schnöde Lust zu meiden, zu bekämpfen Fleisch und Blut! Ach, wenn meine Seele jagt, Gram an meinem Herzen nagt, laß, im Glauben mich zu stärken, mich auf deine Leiden merken. 3. Will die Welt mein Herz verführen auf der Eitelkeiten Bahn, wo so Viele sich verlieren und sich dem Verderben nahn, dann denk ich, o Jesu, nach über deine große Schmach, daß ich dir getreu verbleibe und die böse Lust vertreibe. 4. Gib bei Allem, was mich fränket, mir aus deinem Leiden Ruh! Wenn mein Herz daran gedenket, ströme ueuer Trost mir zu! Wenn mich meine Fehler reun, müsse mich dein Tod erfreun; denn du hast, da du gestorben, diesen Trost auch mir erworben. 5. Auf dich seß ich mein Vertrauen, Jesu, meine Zuversicht! Du vertreibst des Todes Grauen, durch dich schadet er mir nicht. Sicher ist bei dir mein Heil! Hab ich, Herr, an dir nur Theil, o so wirst du ewges Leben 103 mir auch einst aus Gnaden geben. 6. Hab ich dann in meinem Herzen Hoffnung jener Herrlichkeit, so besieg ich auch die Schmerzen von dem legten Kampf und Streit. Wenn gleich meine Hülle bricht, quält doch Todess furcht nicht nicht: überwunden, überwunden hab ich, durch dich überwunden. In eigener Melodie. 144 Wenn mich die ten, so laß, Herr Jesu Christ, mich glaubensvoll bedenken, wie du gestorben bist und Rettung von der Schuldenlast den reuerfüllten Sündern amKreuz erworben haſt. 2. O wundervolle Liebe, bedents, o Seele, recht! Es starb aus freiem Triebe der Herr für seinen Knecht. Selbst seinen eignen Sohn gab Gott für mich verlor. nen Menschen in Marter, Schmach und Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Fluch, der Sündern droht! Gott sieht auf mich in Gnaden; durch Jeju Mittlertod bin ich von diesem Fluch befreit und darf nicht ängstlich fürchten Gericht und Ewigkeit. 4. Drum sag ich dir von Herzen jetzt und mein Lebenlang für deine Todesschmer4 gen Werke und Wohlthaten Gottes. 104 zen, o Jesu, Lob und Dank. Hilf, daß ich dir für deine Kreu auf ewig ganz erges ben und thätig dankbar sei! 5. Herr, laß dein bittres Leiden mich reizen, als ein Christ mit allem Ernst zu meiden, was vor dir fündlich ist! Nie komme mirs aus meinem Sinn, wie viel es bich gekostet, daß ich erlöset bin! 6. Mein Kreuz und meine Plagen, und wärs auch Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen. Laß nur mein Herr und Gott, mich fliehen jede Luft der Welt und dem Erempel folgen, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an Andern üben, was du an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen Jeder mann ohn' Eigennuß und Heuchelei und, wie du mirs erwiesen aus wahrer Lieb und Treu! 8. In meinen legten Stunden erquicke mich dein Tod, daß ich, mit dir verbunden, besieg auch diese Noth! Du bist es, Herr, auf den ich trau! Stärt meine Seel im Tode, daß ich dich ewig schau! Mrl. Beftehl bu deine Wege 145 Du, der sich einst voll Liebe selbst bis zum Tod und Grab aus mittleidsvollem Triebe zu unsrer Rettung gab, ach, unter welchen Plagen schloß sich dein Lebenslauf! Mit Bittern und mit Zagen fliegst du zum Delberg auf. 2. Die schauervollen Stunden der Martern waren da. Du sahest Hohn und Wunden, dein Kreuz auf Golgatha, den Tod, die Grabeshöhle und fühltest Angst und Noth; betrübt war deine Seele, betrübt bis in den Tod. 3. Ach, welche Angstge: fühle ergriffen da dein Herz! Jm nagenden Gewühle von Bangigkeit und Schmerz lagst du vor Gott im Staube, mit Todesschweiß bes deckt. Wie kämpfte da dein Glaube, von banger Furcht erschreckt! 4. Auf dich, der Menschen Bester, drang Angst auf Angst herzu, und doch hing Niemand fester an seinem Gott, als du. Wie sehn lich bat dein Flehen um Schonung und wie still: Es soll nur das geschehen, was Gott, mein Vater, will! 5. So warest du mit Freu den gehorsam und bereit, nach Gottes Rath zu leiden, und gingst mit Willigkeit der fre chen Schaar entgegen, die blutbegierig kam, dir Bande anzulegen, und dich gefangen nahm. 6. Der Erlösung. 6. Der Menschen Heil zu fördern, gabst du mit sanf tem Sinn dich willig deinen Mördern und ihren Martern hin. Um dich war Alles trübe; doch du bliebst ruhevoll. So stark war deine Liebe zu uns und unserm Wohl! 7. O Freund der Menschenkinder, den nun fein Leid mehr drückt, wie hoch hast du uns Sünder durch diese Huld beglückt! Dich wollen wir erheben, so viel die Schwachheit kann, und dir zur Ehre leben. Nimm unfre Opfer an! 105 nender Geduld. Erbarmend spricht du: Freunde, wacht! O macht mit mir und be tet: nah ist des Feindes macht! 4. Du Tröster schwacher Brüder, Herr, nimm dich meiner an! Wie leicht fall ich auch wieder, verführt durch stolzen Wahn! Ach, oftmals schlummr' ich sorglos ein, bin ruhig bei Ge fahren, die meiner Seele dräun! 5. Herr, rette du mich Schwachen, wenn Stolz und Sicherheit den Geist vers droffen machen. Gib Kraft und Muth im Streit; flöß meiner Seele Tröstung ein; Mel. Wann mich die Sünden 146 inft, als im sprich zu ihr: kämpf und Angstgebete, Herr, deine Seele rang bete! Bald ist die Krone dein! und immer heißer flehte, so tiefgebeugt, so bang, da Mel. Herzliebster Jesu! fandst du keinen Trost, tein 147 Bekenner Jeſu, Licht, da als Marter vor deinem Angesicht. 2. Auch sie, die so entschlossen, so männlich dich bekannt, sind muthlos, sind verdroffen, vom Schlummer übermännt. Sieschauen deis ner Seele Schmerz, und keiner deiner Brüder spricht Labsal in dein Herz. 3. Doch diese schwachen Seelen trägt deine Lieb und Huld, wie sehr sie gleichwohl fehlen, mit schomessen! Der Fall ist nahe, wenn wir je vergessen, Be ständigkeit und Sicherheit vor Sünden auf Gott zu gründen. 2. Dann gleichen selbst die feurigsten Entschlüsse den lichten Dünsten, die durch Finsternisse schnell in die Höhe schimmern und vergehen, wie sie entstehen. 3. Die Jünger stärkten in der ernsten Stunde durch Wachen und Gebet sich nicht im Werke und Wohlthaten Gottes. 106 im Bunde mit ihrem Herrn; fie fielen selbst vor Kummer in tiefen Schlummer. 4. Als der Verräther kam mit seinen Schaaren, wie bebten sie vor drohenden Gefahren! Wo war ihr Muth, für ihren Herrn mit Freuden den Tod zu leis den? 5. Uneingedent des Hir ten flohn die Schafe. Er ward verlassen, er, der unsre Strafe so willig duldete, daß seine Heerde gerettet werde. 6. O welche Liebe! Jesu, welche Treue! Du littest, daß der Mensch sich deiner freue; ach, laß uns nie mit zweifelnden Gedanken im Glauben wanken! 7. Wer dich bekennet, fürchte, Herr, auch Alles von jeiner Schwachheit! Eingedent des Falles der bes fern Jünger, fireb er, sein Vertrauen auf dich zu bauen! 8. Laß deinen Geist uns, Herr, zur Seite treten! Er lehrt uns machen, lehrt uns ernstlich beten! So werden wir im Kampfe nicht erliegen; wir werden siegen. Glaube, wenn Tod und Sünde mich schrecket; dein tiefer Schmerz, dein Klagen, dein Todeskampf, dein Zagen sei meine Ruhe, Herr Jesu! 2. Du littest ganz unschuls dig von Frevlern Schmähung und Schmerzen und trugest allzeit geduldig sie mit vergebendem Herzen. Dein Geist soll uns bele: ben, zu dulden, zu vergeben, wie du zu lieben, Herr Jesu! 3. Am Kreuze hingst du kläglich entstellt, gemartert, verschmachtet. Dein Tod bes lehr uns täglich, wie hoch du Seelen geachtet! Er schreck uns ab von Sünden; er soll uns dir verbinden zu ewger Liebe, Herr Jesu! In eigener Melodie. 149 Chrifte, bu Sohn Gottes, trägst die Sünde der Welt; erbarm dich unser! 2. Christe, du Sohn Gottes, der du trägst die Sünde der Welt; erbarm dich unser! 3. Christe, du Sohn Gottes, der du trägst die Sünde der Welt: gib uns deinen Frieden! Amen. Met. Samm Gottes unschuldig 148 Srlöser, der im Staube einst Mel. In allen meinen Thaten lag, mit Angstschweiß bes 150 Wer kann bie tröfte Leiden fassen, die Erlösung. die du, o Herr, gelassen für mich erduldet haft! Daß ich gerettet würde, trugst du die schwerste Bürde und übernahmst auch meine Last. 107 Trauer im bangen Todesschauer: Verläßt du mich, mein Gott? Nun mag ich einst erblassen, du wirst mich nie verlassen; du fühltest selbst des Todes Noth. 8. Du sprachst am Ziel der Leiden mit namenlosen Freuden: Mein Werk ist nun vollbracht! Lehr es auch mich volbringen und einst zum Ziele dringen durch meines Todes dunkle Nacht! 9. Du gabst am Leidensende in deines Vaters Hände getroft die Seele hin. Wann ich auch meine Seele ihm einst, wie du, befehle, dann ist auch mir der Tod Gewinn. 2. Laß deine legten Stunden, und was du da empfunden, mich trösten und erfreun! Es lehre mich dein Leiden, den Dienst der Sünde meiden und dir mich jetzt und ewig weihn. 3. Du starbst mit einem Herzen, das auch in Todes schmerzen für deine Feinde bat. Wie du, will ich mich üben, auch meinen Feind zu lieben. Oft wußt auch er nicht, was er that. 4. Du trösteteſt den Urmen, der sich auf dein Erbarmen am Kreuze fest verließ. Auch ich bin, wann Mel. Befiehl zu deine Wege ich sterbe, war ich dir treu, 151 Der Herrscher als dir Lande muß dein ins Paradies. 5. Du sorgteft, voll von Liebe, aus regem Mitleidstriebe noch für der Deinen Ruh. Ach, wenn auch ich muß leiden und von den Meinen scheiden, so sende Trost und Muth mir zu. sich gebunden sehn, er muß bedeckt mit Schande vor seinen Knechten stehn und hier sich richten lassen. Sie suchen ihre Wuth, womit sie längst ihn haffen, zu sättigen mit Blut. 2. Die Unschuld seiner Lehren, wem war sie unbewußt? Wer wars, der ihn mehr ehren, wer, der ihn schüßen mußt? Wem waren dieß mehr Pflichten, als denen, die ihr Stand, ein recht Gericht zu richten, aufs heiligste verband? € 6 3. Doch 6. Du mußtest, matt von Plagen, auch über Durst noch klagen, und keiner labte dich. Warum sollt ich denn beben, wann Leiden mich umgeben? Dulabft ja und erquickest mich. 7. Du riefft voll tiefer 108 Werke und Wohlthaten Gottes. 3. Doch hier wird fal sanft und mild! Lehr mich scher Zeugen Verleumdung die Rache meiden; und gern gehört; hier wird durch muß ich ohne Schuld doch Lästerungen der Heiligste Schmach und Unrecht leiden, entehrt; hier wird das Recht so tröst mich deine Huld! gebeuget, entweiht das Richteramt; hier, wo die FalschMel. So schlummerst du Durst heit zeuget, die Unschuld 152 Blut, o blinde nach frech verdammt. 4. Entweiht ist zwar die Stätte, entheiligt dieß Gericht, in dem man Jefum ichmähte, doch seine Unschuld nicht. Er schweigt; es macht sein Schweigen und selbst der Lügner Mund, die wider ihn hier zeugen, schon seine Unschuld kund. 5. D würde nie mit Ränten der Ungerechtigkeit, die Recht und Unschuld kränten, ein Richterstuhl entweiht! entweiht an teinem Orte die Wahrheit und das Recht, daß nie durch Lästerworte die Unschuld leiden möcht! 6. Lehr mich, Herr, wo ich schweigen und wo ich reden soll! Mein Schweigen und mein Zeugen sei flug und wahrheitsvoll! Laß meinen Mund nie trügen, mach mich von Falschheit fret, daß ich ein Feind der Lügen, ein Freund der WahrHeit sei! 7. Laß mich nie wieder schelten, wenn mich die Bosheit schilt, nie Haß mit Haß pergelten! Mein Herz sei Wuth, die kaum erhört ist worden! Den Erlöser will sein Voll grausam schändlich morden! 2. Da geht er hin, ach, seht auf ihn! gefesselt durch die Straßen, muß vom heid nischen Gericht sich verdammen lassen. 3. Sein Richter sieht, wie Alles glüht von Grimm und wilder Rache, und vertheidiget zuerst des Gerechten Sache. 4. Doch zittert er, wankt hin und her, verlangt des Volkes Stimme; und sie rufen: Barrabas! mit er bostem Grimme. 5. Da gibt er ihn zur Geißlung hin, die Wache darf ihn höhnen und mit einer Dornenkron ihn zum König krönen. 6. Wer hat ein Herz und fühlt den Schmerz des Hei ligen, des Beßten nicht mit Wehmuth? Möchte ihn doch das Mitleid trösten! 7. Seht, welch ein Mensch, seht, welch ein Mensch, spricht selbst Bilatus, ftellet ihn Erlösung. 109 ihn zur Schau dar, eh er ein Gerechter, ward frecher noch ihm sein Urtheil fället! 8. Ans Kreuz mit ihm! ans Kreuz mit ihm! so schreit die tolle Menge. Und der feige Richter kommt endlich ins Gedränge. 9. So sterb er dann! sprach jetzt der Mann, der ihn erretten sollte, aber nie um Recht und Pflicht etwas leiden wollte. 3. Geschäftig war der Frevler Wuth, erfindrisch, ihn zu plagen. Sein Leib war ganz bedeckt mit Blut, voll Striemen und zerschlagen. Mit einer Dornens fron gekrönt, in Königskleidern ausgehöhnt, stand er vor seinen Feinden. 4. Den Heiden, der sein Richter war, ergriff ein menschlich Schrecken; er stellt ihn seinen Brüdern dar, ihr Mitleid zu erwecken. Seht, welch ein Mensch! Ich kann ihn nicht verdammen; denn die Unschuld spricht zu mächtig für sein Leben. 5. Vergeblich, ach! vergeblich war die Menschlich feit des Heiden! Die aufge Mel. Schon ist der Tag von Gott 153 Seht, welch ein brachte wilde Schaar fah Mensch! mit lag so schwer auf ihm die Sein Tod befriedigt sie al Last der Sünder! Wie uns lein, sie stürmten auf den aussprechlich duldet er für Richter ein und schrien: euch, ihr Menschentinder! Er sterb am Kreuze! So leiden sah von Anbe: ginn die Erde feinen je, als ihn, so wird auch keiner leiden. 6. Du dentest ohne Schaus dern nie an solche Wuth der Sünder, du sprichst: Die Rache strafte sie! noch straft sie ihre Kinder. D Seele, denkst du auch dabei an deine 7 Sün10. Ach, uns zu gut floß hier dein Blut, trugst du mit stillem Herzen deiner edlen Seele Qual, alle deine Schmerzen, 11. Du hasts gethan. Wir beten an mit dantendem Gemüthe, mit Bewunderung und Preis deine Treu und Güte. 12. Dir wollen wir, o Herr, dafür uns selbst zum Opfer bringen. Gib dem guten Willen Kraft, gib ihm das Vollbringen. Missethäter Spott und seines Volks Gelächter. Wie ein Verbrecher stand er da, verklagt, verleumdet. Wer ihn sah, der sah ihn mit Verachtung. 2. Der Sohn des Höchsten, Eins mit Gott, ein Helfer, 110 Werke und Wohlthaten Gottes. Sünden? Bist du frei von auf deinen Leidenswegen! Schuld am Tode Jesu? 7. Sieh, welch ein Mensch! er wird für dich verschmähet und zerschlagen! Hör ihn, er spricht: Ich selber, ich muß deine Sünden tragen. Die Schuld ist dein, durch meinen Tod versöhn ich, Sünder, dich mit Gott und sterb um deinetwillen. Mit welcher hohen Seelenruh gehst du dem Tod entgegen! Voll Zärtlichkeit und Edelmuth warst du bereit, nur uns zu gut, des Kreuzes Schmach zu tragen. 2. Die Menschen für die Ewigkeit voll Weisheit zu erziehen, war stets bei deiner Lebenszeit dein ernstliches Bemühen und selbst im Tode wolltest du für sie Heil, Trost und Seelenruh voll Großmuth noch erwerben. 8. O hochgelobter Gottessohn, du Tilger meinerSünden, erhöht auf deines Va: ters Thron, ach, laß mich Gnade finden! Laß deines Todes Schmach und Pein Gerechtigkeit und Heil mir sein um deiner Liebe willen. 9. Ich schwöre, Welter löfer, dir, und willig will ichs halten: So wahr du lebest, soll in mir nie deine Lieb erfalten! Dein Leiden und dein Lod soll mich, solang ich lebe, Herr, an dich und deine Lieb erinnern! 10. Lockt mich die Welt, lockt Fleisch und Blut mich auf den Weg der Sünde, so rüste mich mit Kraft und Muth, daß ich sie überwinde. Dann rufe du mir liebreich zu: Dent, welch ein Mensch ich war und du, du wolltest mich nicht lieben? 3. Drum stiegst du auf der Leidenbahn voll Hels denmuth, mit Freuden getroft auf Golgatha hinan, den Kreuzestod zu leiden; hier zeigest du dich, Gottes Sohn, bei Schmerzen, Martern, Spott und Hohn in deiner wahren Größe. 4. Mit hoher Würde duldest du des Kreuzes Schmach und Schmerzen sprichst Troft betrübten Seelen zu nnd flehst mit edlem Herzen selbst in der lezten Todesnoth für deine Mörder noch zu Gott; du stirbst als Menschenretter. 5. Ach, sieh ihn hier, erlöfter Christ, schuldlos zum Kreuze bringen! Sieh, wie sein Blut zur Erde fließt; sieh ihn im Tode ringen! seine Wunden, In voriger Melodie. groß, o Herr, 154When Schmerz! Denk an sein Liebes 111 verbrochen; doch ward das Todesurtheil dir gesprochen. Du Heiligster, bist ja in Missethaten niemals gerathen. 2. Und doch wirst du verworfen und verhöhnet, mit einem Dornenkron zur Schmach gekrönet, gegeißelt, und von Schmerzen schon entkräftet ans Kreuz geheftet. 3. Was ist die Ursach aller solcher Plagen? Ach, unsre Sünden haben dich geschlagen! Zu ihrer Tilgung hast du, Herr, erduldet, was wir verschuldet. 4. D große Lieb! o Liebe, kaum zu fassen! Auch mir zum Heil hast du dich martern lassen. Damit ich lerne Sünden ernstlich meiden, willst du, Herr, leiden. 5. Ach, großer Mittler, groß zu allen Zeiten, wie kann ich gnugsam deine Treu ausbreiten? Wer hat dich je für deiner Liebe Proben genug erhoben? 6. Doch dir gefällts, wenn ich mich selbst bekämpfe, dir folge und des Fleisches Lüste dämpfe. So sei denn auch forthin mein ganzes Leben nur dir ergeben! 7. Gib selbst zu diesem heiligen Geschäfte mir Schwachen deines guten Geistes Kräfte, daß er mich Met. Herzliebster Jesu! 155 Unschuldiger, du auf den Pfad der Tugend hattest mich regiere! 8. Dann Erlösung. bevolles Herz! Ach! sieh ihn duldend sterben. 6. Hier denk an jenen Zweck zurück, der ihn hier her getrieben! Nun sag bei diesem Trauerblick, willst du noch Sünden lieben? Nein hier, o Chrift, entschließe dich bei seinem Tode feierlich, dein Leben ihm zu weihen! 7. Entsag den Sünden dieser Welt und sündenvollen Freuden: flieh Men schenhaß, der ihm mißfällt; such Alles zu vermeiden, was dich zur Sünde reizen kann; geh standhaft auf der Tugendbahn der bessern Welt entgegen! 8. D Jesu, der du für uns starbst zur Rettung vom Verderben, uns so viel Heil und Trost erwarbst durch Lehren, Leiden, Sterben, steh uns mit deiner Hülfe bei, daß wir, stets unsrer Pflicht getreu, nach deiner Lehre leben! 9. Doch auch bei unsrer Sündenschuld und bei dem Druck der Leiden wollst du uns Trost, Muth und Ge duld durch deinen Tod bereiten; und naht einst uns ser Tod heran, so laß uns diese Pilgerbahn als Gläubige beschließen! 112 Werke und Wohlthaten Gottes. 8. Dann werd ich dank verwegen dem tiefen Fall bar deine Huld betrachten, entgegen. dich lieben und die Lust der Welt verachten, mit allem Eifer suchen, deinen Willen treu zu erfüllen. 9. Zu deiner Ehre will ich Alles wagen, kein Drohen achten, feine Schmach, noch Plagen, mich sollena auch des, bängsten Todes Mel. Wann mich die Sünden Leiden nicht von dir schei- 157Von Furcht dahin, gerissen vers läugnet Petrus dich. Bald straft ihn sein Gewissen, da weint er bitterlich. Tief bringet ihm dein Blick ins Herz, er fleht zu dir um Gnade, und du stillst seinen Schmerz, 10. Empfang ich einst vor meines Gottes Throne, wie du empfingst, die Seligteit zum Lohne, dann will ich würdiger dein Lob besingen, und Dank dir bringen. 4. Wie ist der Mensch so schwach! So viel sein Muth versprach, dort liegt er tief im Staube, erloschen ist sein Glaube, sein kühner Muth gedämpfet. Ach, Christen, wacht und kämpfet! Mel. Auf meinen lieben Gott 2. Wie wuchs nun dei156 Mein Jefu, für nem Zeugen Beständigkeit dein Herz, welch ein so herber Schmerz, den du weit mehr empfun: den, als Striemen, Schläg und Wunden: die kleine Zahl von Freunden fränkt dich gleich deinen Feinden! und Muth! Furcht fonnt ihn nicht mehr beugen; für dich floß selbst sein Blut. Dich, seinen Herrn und seinen Gott, verherrlichte sein Leben, verherrlichte seint Tod. 2. Raum naht sich die Gefahr, so bebt der Jünger Schaar. Die erst sich hoch vermessen, eh sie der Treu vergessen, den Tod selbst vorzuziehen, verlassen dich und fliehen. 3. Der kühn sein Schwert gezückt, dein Petrus felbft erfchrickt; er flieht, eh Bande drohen, schämt sich, daß er geflohen, kehrt um und eilt 3. Bewegt ist meine Seele, erfüllt mit Reu und Schmerz. Was hilfts, daß ichs verhehle? Du schaust mir ja ins Herz. Bekennen will ichs, Jefu, dir: auch ich hab dich verläugnet; vergib, vergib es mir. 4. Wenn deines Namens Spötter dich schmähten, wenn ihr Spott dich höhnte, Welterretter, dich, ihren Herrn Erlösung. Herrn und Gott, dann schwieg ich furchtsam, schämte mich ein Christ zu sein und scheute mehr ihren Spott, als dich. 5. D du, der du dein Leben, du Herr der Ewig 158 teit, so willig hingegeben für meine Seligkeit, wie undankbar, wie schwach war ich, daß ich den Spott der Sünder mehr fürchtete, als dich. 6. Ach, Vater, ich empfinde die Größe meiner Schuld. Vergib auch diese Sünde nach deiner großen Huld! Erbarmend sahst du Petrum an, laß eine gleiche Gnade mich, o mein Heil, empfahn I 7. Laß mich bei meiner Reue den Bund mit dir erneun, Standhaftigkeit und Treue dir, mein Versöhner, weihn! Dich zu verläugnen, Herr, mein Gott, das fürchte meine Seele weit mehr, als selbst den Tod. 8. Ich will dich frei be fennen. Wann Gott Gericht einst hält, wirst du mich auch bekennen dem Richter aller Welt. Dein Kreuz ist meine Zuversicht, dein Kreuz ist meine Ehre, dich laß ich ewig nicht. 113 Schild, o Gott; von mei nem Haupte fällt tein Haar, und drobte mir von Allen die schrecklichste Gefahr! 9. Beschirmt von deiner Gnade fürcht ich selbst nicht den Tod. Wer ist es, der mir schade? Du bist mein Mel. Wie wohl ist mir, o Freund 158 Den größten Sterbenden au sehen, schwing dich, mein Geist, auf Golgatha, wo man des Mittlers Kreuz erhöhen, den Weltbeglücker bluten sah! Erwäg an diesem heilgen Orte des sterbenden Erlösers Worte und rufe Gott um Glauben an. Sie können dir den Trost im Leben und einst den Trost im Tode geben, wenn hier dich nichts mehr trösten kann. 2. Geduldig bei den größten Schmerzen, nimmt er sich seiner Feinde an und ruft mit sanftmuthvollem Herzen: sie wissen nicht, was sie gethan! Der göttliche, der größte Beter fleht liebreich noch für Missethäter, Werkzeuge seiner Pein und Schmach. Mensch, wenn dich Rach und Zorn verführen, laß dich durch dieses Beispiel rühren und bete deinem Heiland nach. 3. Welch Beispiel kindlich frommer Triebe, als unter Leiden ohne Zahl der Herr dem Jünger seiner Liebe die Mutter sterbend noch empfahl! Ach, wird mein Aug 114 Werke und Wohlthaten Gottes. Aug einst um die Meinen der dich so theur erlöft, der in meinen legten Stunden Heiland rufet dich noch heute weinen, so soll dieß Wort im Armen, den an deiner mir Trost verleihn. Der, Seite auch Hunger, Durst als der Tod schon um ihn und Mangel drückt. schwebte, die Seinen noch lig, wer den Ruf erfüllet! zu schüßen strebte, wird auch Denn wer des Armen Mander Meinen Pfleger sein. gel stillet, der hat den Heiland selbst erquickt. O se4. Frohlockt, bußfertige Verbrecher! Wer glaubet, kommt nicht ins Gericht. Hört, was zu dem gebeugten Schächer der Mund der Liebe sterbend spricht: Du wirst, so ruft er ihm ent gegen, noch heute deines Glaubens wegen mit mir im Paradiese fein! D Herr, laß an des Todes Pforte einst diese trostesvollen Worte mich auch im letzten Kampf erfreun! 7. Nun enden sich die schweren Leiden; der Heiland spricht: Es ist vollbracht! O Wort des Sieges, Wort der Freuden! du nimmst dem Tode seine Macht. Heil uns! wer darf es nun wohl wagen, uns, die Erlößten, zu verklagen? Der Friede ist mit Gott gemacht. Gib, daß am Ende meiner Tage auch ich, o Herr, mit Freuden sage: Es ist vollbracht! es ist vollbracht! 5. Wer kann die hohen Leiden fassen, als Christus an dem Kreuze rief: Warum, Gott, hast du mich verlassen! Wie beuget ihn die Last so tief, die freche Sünder auf ihn brachten! Vor Angst und Bein müßt er verschmachten, wär Gott nicht feine Zuversicht. Herr, der für mich zum Tod gegangen, für mich verlassen da ge hangen, o Herr, mein Trost, verlaß mich nicht! 6. Der Herr des Himmels und der Erde, von allem Labsal jest entblößt, wünscht, daß sein Durst gestillet werde. O Mensch, 8. Das letzte Wort aus deinem Munde soll, Jesu, auch das meine sein! Laß es in meiner Todesstunde mir Muth und Zuversicht verleihn! Du rufest: Vater, ich befehle in deine Hände meine Seele! du, der du Allen Heil erwarbst. Nun war das größte Werk vollendet, wozu der Vater dich gesendet, du neigtest sanft dein Haupt und starbst. 9. Mensch, kannst du ohne fromme Zähren den Liebling Gottes sterben sehn? Mußt du ihn nicht mit Freuden ehren und willig seinen Ruhm erhöhn? O bei seinen fröhlich seh drei Tagen aus Grabe auferstehn! weine fromm Plagen und ihn nach seinem Erlösung. Und wenn ihn Spötter hier entehrten, dort wirst du 115 dank ich dir: du brachtest ihn vom Himmel mir. Du haft verheißen: ihr seid mein, wo ich bin, sollt ihr ewig sein! Mel. Beftehl du deine Wege ihn als den Verklärten zur 160 Du, deſſen Augen Rechten sie Zion sahn, zur Frevelthat entschlossen, sich seinem Falle das Mel. O Jesu Chrift, meins in der 159 D tiefsten Noth, Thal, die Höhle, die, Jeſu, dich verbirgt? Verfolger feiner Seele, habt ihr ihn schon erwürgt? ergriffen, Herr, von Qual und Tod, an deiner Freunde Gram und Schmerz und flößeft ihnen Trost ins Herz. 2. Du siehst die Mutter, siehst den Freund und sprichst zu ihr, die trostlos weint: Sieh, Mutter, dieser Sohn ist dein; was ich dir war, wird er dir sein. 3. So innig bis zum Tod, so treu sei meine Zärtlichteit; ich sei so willig, An: dern beizustehn und ihnen Beistand zu erflehn! 4. Wenn euch, die hier mein Herz geliebt, ihr Freunde, einst mein Tod betrübt, dann übergeb ich euch dem Herrn, er hört, er hilft, er segnet gern. 5. Froh geh ich, wenn es ihm gefällt, den Weg jener bessern Welt, euch sag ich, die ihr um mich weint: Getrost, bald werden wir vereint! 6. Den Trost, o Jesu, 2. Welch jammervolles Klagen seufzt in Gethsemane! Wer ist der Mann der Plagen, der langsam Sterbende? Ist Jeſus das, der Beste, den je die Erde sah? Er fühlt der Qualen größte, er ist dem Tode nah. 3. Ach, wie er tief im Staube bedeckt mit Angstschweiß liegt, mit dem Gefühl sein Glaube im Kampfe dennoch siegt! Schon kommt der Mörder Rotte, die fein Erbarmen rührt, die ihn, zu Hohn und Spotte, ihn ach! zum Kreuze führt. 4. Sein Volt im bittern Grimme erweicht sein Anblick nicht, nicht fremden Mitleids Stimme, die von dem Richtstuhl spricht. Er ist ihr Hohngelächter; fie drohn mit wildem Ton: auf 116 Werke und Wohlthaten Gottes. auf uns, auf Söhn und lohnst, ist Tod! Der am Töchter, komm seines Blu- Kreuz ist meine Liebe, dem tes Lohn! ich treu zu sein mich übe. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe! Frevler, was befremdets dich, daß ich Jesum Chriftum liebe? Jesus gab sich selbst für mich; sollt ich nicht sein eigen sein? mich ganz seinem Dienste weihn? Der am Kreuz ist 2c. 5. Bur fernen Schädels stätte trägt er sein Kreuz hinan! Sie freuzgen ihn! Obete, mein Geist, mit Wehmuth an. Noch höhnt in frechen Mienen das Volk des Dulders Schmerz. Er ruft: Vergib es ihnen! Vergebend bricht sein Herz. 6. Es bricht, und schwer von Kummer sinkt auf die Bruft zur Ruh sein Haupt; nun schließt der Schlummer sein müdes Auge zu. Am Kreuze ruht die Hülle, der Geist schwebt sanft ent rückt zu Gott, wo ihn die Fülle des hohen Lohns erquickt. 7. D Freund der Mens schenkinder, wir danken dir gerührt! Dein Leiden hat uns Sünder zu großem Heil geführt! Dich ehre unser Glaube, Anbetung sei dein Dank; hör ihn, vernimm vom Staube den schwachen Lobgesang. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe! Sünde, du bist mir verhaßt. Weh mir, wenn ich den betrübe, der für mich am Kreuz erblaßt! Undank für so herben Schmerz nie beflecke er mein Herz! Der am Kreuz ist 2c. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe! Was ist mir noch fürchterlich? Ruh, Gewiss fen! Er, die Liebe, Jesus starb ja auch für mich. Wer verdammt nun? Gott ist hier; Gott verzeiht durch Christum mir. Der ám Kreuz ist zc. 5. Der am Kreuz ist mein Vertrauen! Nichts, wie furchtbar es auch ist, keines, keines Todes Grauen reißt von bir mich, Jesu Christ! Mel. Werde munter, mein 161 Der am Kreuz ist nicht Gewalt, nicht Gold, Meine Lieb ist Jesus Chrift! Weicht von mir, des Eitlen Triebe, Alles, was nicht ewig ist! Was du gibst, ist nicht von Gott; und womit du Fürstenthum! Dir, dir will ich liebend trauen, sterben dir, dich werd ich schauen. 6. Der am Kreuz ist meine Liebe! Komm, o Tod! Du bift Erlösung. 117 bist mein Freund! Wenn gefunden, zur tiefsten Dankich wie der Staub verstiebe, wird mein Geist mit Gott vereint. Da, da schau ich Gottes Sohn, ärndte seiner Leiden Lohn. Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu sein mich übe. barkeit! Dir sei mein ganzes Leben zum Opfer hingegeben, dir, Jesu, Leib und Seel geweiht! 6. Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets vor Augen sein, von meinen Chritenpflichten mich täglich unterrichten und mir zur Tugend Kraft verleihn! 7. Dein Beispiel soll mich lehren den Rath des Höchsten ehren, ihm gern gehorjam sein; auch meine Brü der lieben und, wenn sie mich betrüben, mit edlem Wohlthun sie erfreun. Mel. In allen meinen Thaten 162 Welt, fieh hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben! Dein Heil sinkt in den Tod. Der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Banden, Schlägen, Hohn und Spott. 2. Komm, schaue seine Schmerzen! Erwäge, was im Herzen der Unschuldsvolle fühlt, was er am Leibe leidet, wie, bis er endlich scheidet, die Qual in seinen Adern wühlt! 3. Wer ists, der dich geschlagen, mein Heil, und diese Plagen dir aufgebürdet hat? Du warst ja nicht ein Sünder, wie andre menschenkinder, warst rein von aller Missethat. 4. Du gingest meinetwegen dem Todeskampf entgegen mit wahrem Heldenmuth: du starbst, mir vom Verderben Errettung zu erwerben, und littest Alles mir zu gut. 5. Wie bin ich dir vers bunden, durch den ich Heil 8. Als Christ will ich mich üben, die Feinde selbst zu lieben, wie du, der für sie bat. Ich will des Lebens Plagen getrost und willig tragen und thun, wie mein Erlöser that. 9. Nie will ich wieder schelten, nie Spott mit Spott vergelten, nie, wenn ich leide, dräun. Selbst Unrecht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden, wie du, von Herzen gern verzeihn. 10. Gerührt von deinen Plagen will ich mit Ernst entsagen dem, was dir nicht gefällt; was deine Augen haffen, das will ich fliehn und lassen, gefiel es auch der ganzen Welt. 11. Und 118 Werke und Wohlthaten Gottes. 11. Und soll ich endlich häufter Plagen fiel da so sterben, so laß dein Reich schwer auf dich, daß sie dich mich erben, mich so getroft, drana, zu klagen: Gott, wie wie du, in deine Vaterhände verläßt du mich! den Geist an meinem Ende empfehlen zu der ewgen Ruh. 5. Ach, diese Last und Mühe hab ich auch dir ges macht! O mein Erlöser, siehe vom Throne deiner Macht in Gnaden auf mich Armen, der sie verschuldet hat, und Mel. Befiehl bu beine Wege er du voll Blut 163 aus von für uns am Kreuze starbst und unsern legten Stunden den höchsten Troft erwarbst; der du dein theures Leben, noch eh ich war, auch mir zur Rettung hingegeben, mein Heil, wie dank ich dir! 2. Wie viel hast du erduls det, erhabner Menschensohn, als du, der nichts verschuldet, empfingst der Sünder Lohn! Da folgte Schmerz auf Schmerzen; da traf dich Schmach auf Schmach, da lag auf deinem Herzen Angst, die das Herz dir brach. 3. Entblößt von allem Reize, der Menschen wohl gefällt, hingst du an deinem Kreuze, ein Fluch vor aller Welt. Dich flohen deine Freunde, du warst der Leute Spott; dich höhnten deine Feinde: wo ist denn nun dein Gott? 4. Wer kann dir nach empfinden den Schmerz, die Todesangst, mit welcher du, von Sünden uns zu erretten, rangst? Die Last ge meiner Missethat. 6. Ich will auf dich stets sehen mit aller Zuversicht; wohin sollt ich sonst gehen? Verwirf nur du mich nicht! Wo soll ich Ruhe finden, wenn du mich, Herr, nicht liebst? wo Reinigung von Sünden, wenn du sie mir nicht gibst? 7. Du hast mir durch dein Leiden zur Tugend Muth und Kraft, in Trübsal Troft und Freuden, die ewig sind, verschafft. D gib an dieser Gnade auch meinem Glauben Theil und auf des Lebens Pfade mir Muth, Kraft, Trost und Heil! 8. Wann ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir, wann ich den Tod soll Leiden, so tritt du dann herfür; wann mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den engsten fraft deiner Angst und Bein! 9. Laß du mein ganzes Hoffen dann in Erfüllung gehn Erlösung. gehn und mich im Geifte offen, Herr, deinen Himmel sehn! Mit heiligem Ent. zücken will ich dann glaubensvoll nach dir, mein Heiland blicken. Wer so stirbt, der stirbt wohl! 119 ausbrechen, verlör auchgleich mein Pfad im Dunkel sich. Durch Leiden ging zum Ziele Jesus hin; ich folge ihm, weil ich sein Jünger bin. 5. Was fürcht ich noch des Todes Schrecken? Im Grabe schlief auch einst der Menschenfreund. Mag Erde In eigener Melodie. 164 Ah, fieh ihn dul- meine Asche decken, wenn den, einst des Todes dunkle Nacht erscheint: der Gott, der ihm das Leben wiedergab, ruft einst auch mich aus meinem dunklen Grab. fterben! O meine Seele, fag ihm frommen Dank! Sieh Gottes eingen Sohn dort sterben, weil Menschenliebe ihn so heftig drang! Wo ist ein Freund, der je, was er gethan, der so, wie er, für Sünder sterben kann? 2. Ja, mir zum Trost und ihm zur Ehre gereicht sein ganzer Kampf, sein Kreuzes tod: bestätigt ist nun seine Lehre: ich baue fest darauf in jeder Noth. Unschuldig litt er zwar; doch Preis und Ruhm ist auch im Kampf der Unschuld Eigenthum. tel. Wer nur den lieben Gott 3. Mich soll das Beispiel 165 r flarb, der größJesu lehren, der frommen Unschuld Lohn sei Seligkeit. Auch ich will Gott durch Tugend ehren und willig thun, was sein Gefeß gebeut. Die Pflicht des Danks dringt inniq mich dazu, und Tugend gründet wahre Seelenruh. te Freund der Tugend, er starb, von seinem Volt verkannt, das nicht in ihm den Freund der Jus gend, des Mannes und des Greises fand, in ihm, der nie auf Rang und Pracht, nur Anspruch auf das Herz gemacht. 4. Nie will ich mich am Feinde rächen, auch dieß lehrt Jefu bohes Beispiel mich; in bange Klagen nie 2. Wie aber werden wir erkennen, daß wir den größ: ten Menschenfreund nicht auch, wie einst sein Volt, pers 6. Nimm hin den Dank für deine Liebe, mein Retter, den mein ganzes Herz dir bringt! Dort dank ich dir mit reinerm Triebe, wenn dich mein Geist unsterblich einst besingt. Dann ſtimmen alle Selgen fröhlich ein: dann soll der ganze Himmel Zeuge sein! 120 Werke und Wohlthaten Gottes. verkennen, daß unser Herz in deinen Mienen, in deiner es besser meint mit Jesu, dessen Tod uns rührt, dem unser ganzer Dank gebührt? 3. Wenn seinem liebevollen Herzen auch unser Herz an Liebe gleicht; wenn unter Leiden, unter Schmer zen es nie von seinen Pflichten weicht; wenn wir dem Feinde selbst verzeihn und ihn mit Rath und Trost erfreun; Dein hohes Beispiel soll mich lehren, das Uns recht dulden und verzeihn. Will Rachsucht meinen Geist empören, Gefreuzigter, dann denk ich dein, wie du gemartert und geschmäht für deine Beiniger gefleht. 4. Wie sollt ich nun nicht Alle lieben, für welche du gestorben bist? Wie könnt ich Einen noch betrüben, für den du littest, Jesu Christ? Wie nun nicht freudig Gu tes thun und still in Gottes Willen ruhn? 5. Schreckt mich der Lohn der Uebertreter und quält die Schuld der Sünde mich, dann denk ich, göttlicher Vertreter, mit froher Zuversicht an dich. Auch mir, auch mir hat dein Gebet In voriger Melodie. 166 Du befter aller Begnadigung und Heil er 4. Wenn wir stets reines Herzens leben, wie Jesus, uns der Tugend weihn, und unser eifrigstes Bestreben nur das ist: Gott ergeben sein: und wenn wir jede böse That vermeiden, wie es Jesus that. Seele Zuversicht; du flebst: Vergib, o Vater, ihnen, was sie jest thun, verstehn sie nicht! und ruhig, bis dein Herz dir brach, trugst du des Kreuzes Qual und Schmach. 3. 5. Dann können wir den Troß uns geben, daß unser Herz ihn ehrt und liebt, und hoffen, daß nach diesem Leben Gott jene Seligkeit uns gibt, mit der er in der Ewigkeit den, der die Tugend ehrt, erfreut. der, wie martert dich voll blinder Wuth der Frevel Mal. Herzlich lieb hab ich dich ausgelaßner Sünder! Aus 167 Um die Sünder allen Adern strömt dein Blut, und tiefer, nie gefühlter Schmerz durchdringet Glieder, Sinn und Herz. 2. Doch Sanftmuth ist welt rufft du, mein Heil, am Kreuz gequält von frecher Sünder Rotten. Dir blutet das bedrängte Herz, & wann Erlösung. 121 mein Herr und Gott! vers triit du mich bis an den Tod! wann dich bei deinem her Chrift, mein Herr und Gott! ben Schmerz die Bösewichter spotten. Du siehst mit segensvollem Blick von ihnen weg auf den zurück, den diese Schaar in dir entehrt; rufft, daß es Erd und Himmel hört: Vergib, o Gott, und führe nicht sie ins Gericht: denn was sie thun, verstehn sie nicht! 2. Erstaunend seh ich diese Huld. Wie mitleidsvoll ist die Geduld, die Mörder so erträget! Jhr, die ihr euren Heiland ehrt, fühlt seis ner Großmuth hohen Werth und danket ihm beweget! Er hat durch segnendes Gebet auch uns ein ewig Heil erfleht. Er sagt auch uns zu unsrer Ruh Erbarmung und Vergebung zu. Herr Jesu Christ! Gelobt seißt du für deinen Tod! Gott ist durch dich auch unser Gott! 3. Daß Gott mit Lange muth und Geduld, auch felbft bei sehr gehäufter Schuld, der Sünder dennoch schonet; daß er so liebreich ihrer denkt und ihnen Frist zur Buße schenkt, eh nach Verdienst er lohnet; daß ich noch fröhlich sagen kann: auch mich, mich Sünder, nimmt Gott an, hast du durch deines Fürspruchs Kraft, mein treuer Heiland, mir verschafft. O Jesu 4. Wird je mein Herz vom Troste leer, weil meiner Sünden furchtbar Heer aufs neue mich erschrecket, o dann versichre mich aufs neu, du stehest mir als Mittler bei, der meine Schuld bedecket! Mein Geist blickt glaubensvoll auf dich. Sei du mir nur nicht fürchterlich! Und schließt sich meine Pilgrimschaft, so stärs te mich mit neuer Kraft, Herr Jesu Christ! Der lebte Kampf wird mir versüßt, wenn du mein Trost im Tode bist. 5. Den sanften liebevollen Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, flös, Herr, in meine Seele; gib, daß bei der Verfolgung Schmerz ich dir des Feindes hartes Herz und meine Sach empfehle. Besänftige mein res ges Blut, und flammt des Bornes wilde Gluth mein Herz zur Rachbegierde an, o so erinnre mich daran, Herr Jesu Christ, wie du am Kreuz durch dein Ges bet selbst deinen Mördern Gnad erfleht. 6. Mich tröste dein Versöhnungstod; es bilde mich dein Geift, mein Gott, daß ich dir ähnlich werde! D F zeuch 122 Werke und Wohlthaten Gottes. zeuch mich, erhöhter Held, Vaters Willen, auch wenn zu dir hinauf vom Dienst der Welt, zum Him mel von der Erde! Du bist der Deinen Schußpanier. Zeuch dir uns nach, so laus fen wir, so wollen wir uns deiner Pein und deiner Fürbitt ewig freun. Herr Jesu Christ! wie felig ist, wie felig ist der Mensch, dem du ein Heiland dist! er Leiden vor sich sah, durch Lehr und Thaten zu erfüllen, fühlt er sich nun dem Ziele nah und, Demuth auf dem Angesicht. freut er sich der vollbrachten Pflicht. 5. Jest nähert sich die ernste Stunde, wo mancher schon nicht Fassung hielt; doch seht, wie er, mit Gott im Bunde, getroft ihm seinen Geist empfiehlt und unsrer Seelen hohen Werth Mel. Wer nur den lieben Gott 168 Golgatha, zu durch dieses letzte Wort deinen Höhen verklärt. erheb ich andachtsvoll mein Herz. Ich will den Heilgen Gottes sehen in seines Opfertodes Schmerz; ich will für seine Todespein mein ganzes Leben ihm nur weihn. 2. Wie rührend scheidet der Gerechte, im Tod als Gottes Sohn bewährt! 3war leidet er den Tod der Knechte, von Frevlern noch am Kreuz entehrt; doch seines Muths Erhabenheit zeugt laut von sei ner Göttlichkeit. 3. Er fleht für die, die ihn verkannten, mit himmlischer Gelassenheit; er sieht die traurigen Verwandten und sorgt für sie voll Zärtlichkeit: spricht hohen Trost und Fried und Ruh den tummervollen Seelen zu. 4. Stets eifrig, seines 6. So stirbt denn Jesus, seine Lehren von Tugend und Unsterblichkeit der Welt als göttlich zu bewähren, und macht die Seinigen bereit, Verkündiger des Worts zu sein und weder Schmerz, noch Tod zu scheun. 7. Er stirbt, der Wohl thun ausgebreitet, oft Nächte im Gebet durchwacht, der Irrende zu Gott geleitet und Leidende gefund ge macht! So freudenvoll stirbt auch der Christ, dem Jesus Licht und Beispiel ist. 8. Schon viele tausend Fromme schieden dir, Jesu, nach mit Freudigkeit, em pfanden jenen Seelenfrie den, den nur die Tugend uns verleiht. Ihr will ich denn mein Leben weihn, so wird mein Tod wie deiner sein. Erlösung. In voriger Melodie. 169 Seht, Chriften, bricht. sehet Jesum scheiden, wie er im Tode standhaft ist, wie nach dem bängsten sein Auge sich so ruhig schließt; und wißt, daß, wer die Tugendbahn stets wandelt, ruhig sterben kann. 2. Die Welt mit ihrer Lust verachten, des Reich thums eitlen Glanz ver schmähn und Tugend über Alles achten, in jedem Tu gendkampf bestehn, das machte, daß auf Golgatha manJesum ruhig sterben sah. 3. Des ewgen guten Vaters Willen durch seine gan: ze Lebenszeit treu und gewissenhaft erfüllen war Jesu größte Seligkeit. Jbn schreckte Grab und Zukunft nicht, denn Gott war seine Zuversicht. 4. Er liebte herzlich seine Brüder selbst noch im leßten Augenblick; schalt nie, ward er gescholten, wieder; beförderte des Feindes Glück. Und diese Menschenfreundlichkeit gab sterbend ihm noch Heiterkeit. 123 wann sterbend unser Auge 5. Auf! Laßt an Jesu Todestage den heilgen Vorjag uns erneun: wir wollen unsre Lebenstage, wie Jesus, nur der Tugend weihn! Dann strahlt auch uns ein helles Licht, In voriger Melodie. 170 am s ist vollbracht! Kreuze des sterbenden Erlöſers Mund. O Wort voll Trost und Leben reize zur Freude meines Herzens Grund! Das große Opfer ist geschehn, daß Gott auch mir zum Heil ersehn. 2. Mein Jesus stirbt, die Felsen beben, der Sonne Schein verlieret sich; in Todte dringt ein neues Leben, der Heilgen Gräber öffnen sich, der Vorhang reißt, die Erde kracht, der Welt Versöhnung ist vollbracht. 3. Wie viel, mein Heil, hast du vollendet, als dir das Herz im Tode brach! Du hast den Fluch hinweggewendet, der auf der Welt voll Sünde lag, und uns die Bahn durch Todesnacht zur frohen Ewigkeit gemacht. 4. Dankvolle Thränen, neßt die Wangen! Mein Glaube sieht nun offenbar die Schuldschrift an dem Kreuze hangen, die wider meine Seele war. Er, den mir Gott zum Trost gemacht, rief auch für mich: Es ist vollbracht! 5. O hilf mir, Herr, nun F2 auch 124 Werke und Wohlthaten Gottes. auch vollbringen, was wahre und hast doch in dir selbst Dankbarkeit begehrt! Laß das Leben. Gleich als Sterbnach der Heiligung mich rin- liche hält dich nun das gen, dazu dein Tod mir umgeben. Kraft gewährt! D stärke mich dazu mit Macht, bis meine Beßrung ist vollbracht! 6. Du littst so viel zu meinem Leben! Wie sollt ich nicht, voll Eifer sein, mich deinem Dienste zu ergeben? Sollt ich dabei vor Schmach mich scheun? Dein Dienst, mein Heiland fei mein Ruhm; denn ich bin ganz bein Eigenthum. 7. Soll ich bei dir ergebnem Herzen auch hier durch manche Trübsal gehn, und bat mein Gott gehäufte Schmerzen zu meiner Prüfung außerfehn, so laß die Hoffnung mich erfreun: auch das wird einst geendet sein! 8. Ja, fühlt mein Herz des Todes Schrecken, so stärte mich in solcher Last; laß mich den Trost auch sterbend schmecken, daß du ihn über wunden hast. So tret auch ich in Todes Nacht mit dem Triumph: es ist vollbracht! 3. Doch Heil sei mir! Herr, du willst hier nicht die Verwesung sehen; sondern bald aus eigner Kraft aus dem Grabe gehen. 4. Ich weiß, du wirst mein Lebensfürst, wie dich, auch mich erwecken. Sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? erworben! 2. Du bist erblaßt, o Herr, 5. Hier werd ich einst, bis du erscheinst, in sanftem Frieden liegen, denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab besiegen. 6. 3hr, die die Welt gefesselt hält, zagt nur vor der Verwesung! Ich, ich hoff in Chrifto einst mei nes Leibs Erlösung. 7. Nein, nichts verdirbt; der Leib nur stirbt; doch wird er auferstehen und zu Himmelsglanz verklärt aus dem Grabe gehen. Grab, 8. So sint ins mein Leib, hinab; ich will mich drum nicht fränken; Jesu, an dein Grab will ich mir zum Trost geden In eigner Melodie. 171 So schlummerst ken. du in stiller In voriger Melodie. Ruh, der du für uns gestorben, uns am Kreuz in 172 Am Kreuzer Müh ewges Heil blaßt, Martern Last, der Todess qualen müde, findet mein Er. Erlösung. Erlöser erst in dem Grabe Friede. 2. Ein heilger Schmerz durchdringt mein Herz, und Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tiefgerühret schlagen. 3. Du mich, und über dich gehn aller Trübjal Wetter; sterben wolltest du für mich, einziger Erretter! 4. Du hast's gethan; dich bet ich an, du König der Erlösten! Dein will ich im Tode mich glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht! riefft du mit Macht; du zeigt, daß du dein Leben, mein Versöhner, aöttlich frei ha best hingegeben. 6. Hochheilige That! des Höchsten Rath will ich in Demuth ehren; der Erwerber meines Heils wird mirs einst erklären. 7. Allmächtig rief er, der entschlief, den Todten, sie erstanden? Leicht entschwingt der Lebensfürst sich des Todes Banden. 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen; denn durch dich, Erlöser, ists mir der Pfad zum Schauen. 9. Ich preise dich, erforsche mich und siehe, wie wenn ich still meinen Dank dir weine. 125- 10. Vergeß ich dein, so werde mein in Ewigkeit vers gessen! Herr, ich will, solang ich bin, deine Lieb ermessen. Mel. Nun laßt uns den Leib 173 Ah, endlich, Dulder, findest du ein stilles Grab zu deiner Ruh, das nach der Noth, die dich gedrückt, mit sanftem Schlummer dich erquict. 2. Wohl dir, daß du gefunden hast, wo nach des heißen Tages Last dein Haupt du legtest, einmal nun von langer Arbeit auszuruhn! 3. Nicht modernder Verwesung Raub wird, Heiliger des Herrn, dein Staub. Aus dunklen Todesnächten bricht bald deiner Auferstehung Licht. 4. O daß, wann einst mein ewger Geist der Erdenhülle sich entreißt, auch ich von edlen Thaten Ruh, auch Ruh verdiene, Herr, wie du! Auferstehung Jesu. ( Osterlieder.) mel. Wer nur den lieben Gott 174 eil ihm, dem der! Aus seiner Gruft geht er hervor. Als Retter der 3 vera 126 verlornen Sünder empfängt ihn nun der Engel Chor, und aller Himmel Jubelton preist ihn, des großen Gottes Sohn. Werke und Wohlthaten Gottes. 2. Er hat des Grabes Ruh empfunden, doch kurzer Schlummer war sein Tod. Er hat gekämpft und überwunden; dahin ist alle seine Noth. Ihm, der das Felfengrab durchdrang, erschallt nun ein Triumphgesang. 3. Das segenreichste seiner Werke, die Rettung einer Mel. Jesus, meine Zuversicht Menschenwelt, vollendet ists 175 Jeſus lebt, mit mit Gottes die ihm auch ich! Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Todten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht, dieß ist meine Zuversicht. 2. Jejus lebt; ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht, dieß ist meine Zuversicht. des Irrthums ist erhellt. Sein göttlich Evangelium steht fest zu seines Namens Ruhm. 4. Auf Felsen ruht des Christen Glaube, da sein Erlöser ewig lebt und einst mit Macht aus seinem Staube ihn zur Unsterblichkeit erhebt. Nun wird der Tod an Jesu Hand ihm Hingang in ein beßres Land. 5. Ja, Christen, singt: Er ist erstanden! Singt ihm Triumph und Preisgefang! Entfesselt von der Sünde Banden sei nun Gehorsam euer Dank! Nicht mehr der Welt und Eitelkeit, nein ihm weiht eure Lebenszeit! kommt der Herr von neuem wieder, und Engelheere folgen nach. Dann dringet auch in euer Grab des Lodtenweckers Ruf hinab. 7. Dann werdet ihr zum böhern Leben, zum Lohn der Frommen auferstehn und, mit des Himmels Glanz umgeben, getroft zum Richterstuhle gehn, dann wird euch der erstandne Held ein Führer in der bessern Welt. 6. Ein Tag erscheint, ers löste Brüder! Freut euch, es ist ein Wonnetag! Dann 3. Jesus lebt; wer nun verzagt, sündigt wider Gottes Ehre. Gnade hat er zu gesagt, daß der Sünder sich befebre. Gott verstößt in Christo nicht, dieß ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt; sein Heil ist mein: sein sei auch mein ganzes Leben! Reines Herzens will ich sein und den Lüften Erlösung. Lüften widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht, dieß ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt; ich bin gewiß, Nichts soll mich von Jefu scheiden, keine Macht der Finsterniß, feine Herrlichkeit, kein Leiden. gibt Kraft zu dieser Pflicht, dieß ist meine Zuversicht. Er 6. Jesus lebt, nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird er meiner Sees le geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Mel. Vom Himmel kam der 176 ich bet ich an, er Erretter einer Sündenwelt! du, unsre Zuflucht für und für, froh huldigt meine Seele dir! 127 mel sind, der ist mein Vater, ich sein Kind. 5. Nun ist dieß erste Leben mir ein segensreicher Weg zu dir. bin, Herr, mein Heil, hab Solang ich hier ich an deinem Frieden Theil. Erde, sei der Schauplaß 6. Holdselig sprachst du: meiner Huld und Treu! Wir sehen deine Huld und Treu auf deiner Erde täglich neu. cher Schmerz uns hier, noch, 7. 3war trifft noch man: o Erbarmer, sterben wir. Doch du regierst; und wir sind dein, und Herr, wir werdens ewig sein! 8. Ich weiß, daß mein Erlöier lebt! Du Trost, der meinen Geist erhebt, ich seh, Grab mit unerschrocknem Aug hinab. 9. Welch neue Welt von Seligkeit erwartet mich nach dieser Zeit! Dort findet der verklärte Christ das Heil, das unaussprechlich ist. 2. Um deinen Thron, der ewig stebt, glänzt Wahrheit, Heil und Majestät. Jch nahe mich voll Zuversicht zu dir; denn du verwirfst mich nicht. 3. Herr, meine Seele preis fet dich! Erlöst, erlöset hast du mich, so wahr du selbst vom Himmel famst, dein Leben gabst und wieder nahmst. Mel. Wer nur den lieben Gott 4. Wer ists, der mich ver. 177 Auf, meine Seele dammen kann? Ich glaub an dich und sage dann: der Gott, durch den die Himdenn dein Erretter, Jesus, zur lebt, der dich nach überwund4 nem 10. Der du für unfre Seelen wacht, sie zu dir ziehst und selig machst, laß mich mit freudigem Vertraun im Tod auf dich, Vollender, schaun. 128 Werke und Wohlthaten Gottes. nem Leide einst zur Unsterb- wie sie nicht verlassen blielichkeit erhebt. Halt im Ge- ben, wird auch mit dir dein dächtniß Jesum Chrift, der Freund vereint. Halt im von dem Tod erstanden ist. Gedächtniß Jesum Chrift, der von dem Tod erstanden ist! 2. Denk lebend ihn, wenn dich die Sünde mit der Verfuchung überfällt. Er lehrte dich die stärksten Gründe, fie zu besiegen und die Welt. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 3. Denk ihn im Leben, wenn die Bürde des Stan des und Berufs dich drückt; denn wer sie trägt, wird einst mit Würde zum Lohne 178B Ruhm dem Hei Mel. Chrift lag in Todesbanden ringt Preis und seines Kampfs geschmückt. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! land dar! Froblockt ihm, alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, der is dem Grab entnommen. Sei gelobt, o Jesu Christ, daß du für uns gestorben biß und siegreich auferstanden! Hallelujah! 4. Fühlst du die Schmerzen harter Leiden, denk, wie's dem frommen Dulder ging. Sein neues Leben ist voll Freuden, die er von Gott zum Lohn empfing. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 5. Dich schrecket Tod und Grabeshöhle? Denk ihn, den Sieger, der erstand; im Tode stärke deine Seele mit Hinblick in das beßre Land! Halt im Gedächtniß Jesum Chrift, der von dem Tod erstanden ist! 7. Ja, ewig werth sei dir das Leben des Ueberwinders Jesu Christ! Folg ihm, so wird er dir auch geben die Stärkung, die dir nöthig ist. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 6. Du weinst beim Grabe deiner Lieben, wie Jesu Schüler ihn beweint; doch 2. Dein Leben in der Majestät befestigt unsern Glau ben. Wer kann nun, da dich Gott erhöht, den gro ßen Trost uns rauben, daß du von der Sünde Macht Befreiung haft ans Licht gebracht, den Himmel haft geöffnet? Halleluja! 3. Gott selbst, der dich dem Grab entrückt, hat dem, was du gelehret, der Wahr heit Siegel aufgedrückt und dich als Sohn geehret. Dei nes Todes hohen Werth hat et Erlösung. 129 er aufs herrlichste erklärt, lichkeit umgeben, mit al da er dich auferwecket. Halleluja! len Seligen vereint, durch Ewigkeiten leben. Laß dieß Heil mein Erbe sein, ſo werd ich ewig deß mich freun, daß du vom Tod erstanden! Halleluja! 4. Erstandner, ich frohlocke dir; mein ist dein Sieg und Leben! Du lebst und herrschest, um auch mir ein ewges Heil zu geben, meis ner Seele Trost zu sein, Mel. Jesu meine Freude zur Tugend Kraft mir zu 179 Auß des Grabes us verleihn Banden ist mich zu zu führen. Halleluja! 5. Mein Herr, mein Heil, hilf mir dazu, befreie mich von Sünden! Laß mich für meine Seele Ruh im Frieden mit Gott finden! Pflanze deinen Sinn in mir, damit ich, Gott ergeben, hier als dein Erlöster wandle! Halleluja! 6. Dein ist das Reich; dein ist die Macht, Verstors bne zu erwecken. Du rufft einst, und der Gräber Nacht wird Todte nicht mehr decken. Wie du auferstanden bist, so werd auch ich, Herr Jesu Chrift, durch dich einst auferstehen. Halleluja! 7. O laß, solang ich hier noch bin, mich treu im Glauben wandeln und jederzeit nach deinem Sinn rechtschaffen sein und handeln, daß ich, wann ich aufersteh und dich, der Menschen Richter, seh, vor dir nicht angstvoll bebe! Halleluja! 8. Da, wo du bist, soll auch dein Freund, mit Herr Herr erstanden, er, des Höchsten Sohn, Jesus hat gesieget, Alles, Alles lieget unter seinem Thron. Unser Freund hat jeden Feind unsrer Seligkeit bezwungen: Lob, sei ihm gesungen! 2. O wie hoch erhoben lebt nun Jesus droben in der Herrlichkeit! Seiner Herrscherehre jauchzen Engels chöre, ihm zum Dienst bereit. Er hat nun, uns wohlzuthun und sein Heil uns zuzuwenden, alle Macht in Händen. 3. Freu dich deß, o Seele, bring ihm Breis und wähle ihn zum Führer dir! Auf die sichern Pfade zu des Höchken Gnade bringt er dich schon hier. Welche Ruh strömt dann dir zu! Und wie wird zum Höhern Leben er dich einst erheben! 4. Eitelkeit der Erde, flieh von mir! Ich werde nie dein Sklav, o Welt! Unter allen Gaben wünsch ich Nichts zu haben, als was F5 Gott 130 Werke und Wohlthaten Gottes. Gott gefällt. Mich erquickt, 4. Macht, Ruhm und wenn Noth mich drückt, dort Hoheit immerdar dem, der nach überstandnen Leiden da ist und der da war! Gott mit seinen Freuden. Sein Name sei gebenedeit von nun an bis in Ewigkeit! 5. Sterb ich, meine See le, die ich Gott empfehle, steigt zu ihm empor. An des Heilands Throne strahlt des Sieges Krone glänzend mir hervor. Möcht ich hier doch mehr nach ihr, als nach allen eitlen Dingen dieser Erde ringen! 6. der hohen Freude, wenn im Siegeskleide der Erlöste prangt! Herr, zu deinen Frommen und zu dir zu kommen, ist, was mich verlangt! Hilf du mir, daß ich bei dir einst in steter Wonne lebe und dich froh erhebe! Mel. Vom Himmel tam der rinnre dich, mein 1800- ri Geist, erfreut des hohen Tags der Herrlichkeit! Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir erschien, als spräch er: Friede sei mit dir! so freue dich, mein Geist, in mir. 3. Schau über dich und bet ihn an; er mißt den Sternen ihre Bahn, er lebt und herrscht mit Gott ver eint, er ist dein König und dein Freund. 5. D Glaube, der das Herz erhöht! Was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? 6. Vor seinem Thron, in seinem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich und ewig, ewig selig sein, Herr, welche Herrlichkeit ist mein! 7. Mein Herz erliegt froh unter ihr, Lieb und Verwundrung kämpft in mir, und voll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht, fall ich, Herr, auf mein Ange sicht. 8. Du, der du in dem Himmel thronft, ich soll da wohnen, wo du wohnst, und du erfüllst einst mein Vertraun, in höherm Lichte dich zu schaun! 9. Ich soll, wann du, des Lebens Fürst, in Wolfen herrlich kommen willst, erweckt aus meinem Grabe gehn und rein zu deiner Rechten stehn! 10. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thronen und mit Cherubim, mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freun in Ewigkeit. Erlösung. 131 11. Zu welchem Glück, zu Christen, jauchzt! Er ist ers welchem Ruhm erhebt uns doch das Christenthum! Mit dir gekreuzigt, Gottes Sohn, sind wir auch auferstanden schon. 12. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, das mit ich mich in Lieb und Treu zu deinem Bilde stets erneu! 13. Er ists, der Alles in uns schafft; sein ist das Reich, ſein ist die Kraft. Halt im Gedächtniß Jefum Chrift, der von dem Tod erstanden ist! höht! Er drang durch Todesnächte an seines Vaters Rechte. 4. Besiegt ist seiner Feinde Macht und er mit Ruhm gekrönet. Er hat sein großes Werk vollbracht und uns mit Gott versöhnet. Wer an ihn glaubt, wird selig sein. O laßt euch dies sen Glauben durch keine Leiden rauben! Herrlichkeit und lernt als 5. Schaut auf zu seiner Helden leiden! Schaut hin! Die Leiden dieser Zeit sind Keime hoher Freuden. Seid Seid Mel. Was Gott thut, das ist Crohlockt, ihr 181 Freet, the Chris voll! Nach wenig bangen Stunden ist Alles überwunden. Jesus lebt! Lobsingt dem Ueberwinder! Obetet an, erhebt, erhebt den Retter aller Sünder! Er starb für sie; er starb für uns. Heil uns, nun lebt er wieder für alle seis 6. Was ist der Tod? Ein Schlaf ist er. O sanfter Schlaf des Müden! Bald glänzt ein schönrer Tag daher, dann stehn wir auf im Frieden! O Tag des Danks! ne Brüder! Tag des Heils! Gern wols len wir nun sterben: wir wissen, was wir erben. 7. 2. Er lebt! Er lebt! weiht ihm Dank mit reiner, frommer Seele! Jhn preise jeder Festgesang und jedes Herz erzähle, wie viel er litt, wie gern er starb, um tauſend Seligkeiten uns Armen zu bereiten! 3. Er starb, geschmückt mit Heiligkeit, er starb von Frevlerhänden! Wo waltet hier Gerechtigkeit? Wie fonnt er hier schon enden? Oder Frommen! F6 Erstandner, gib nur, daß wir hier auf deinen Pfaden wandeln und stets mit reinster Dankbegier als Kinder Gottes handeln! Unsterblich sein, unsterblich sein und einst dir näher kommen: o welch ein Lohn 132 Werke und Wohlthaten Gottes. Mel. Erschienen ist der herrlich meinem Wandel sei! So 182& r ist erschienen komm ich nicht in dein Ge richt, wenn deine Stimme zu mir spricht: Erwachenun! Jesus Christ, der unser Troft und Helfer ist. Als Sieger trat er auf den Staub, hinfort nicht mehr des Todes Raub. Frohlocket ihm! 8. Herr, rufe mich, wann dirs gefällt, von dieser unvollkommnen Welt und führe mich an deiner Hand einst in das beßre Vaterland! Preis ewig dir! 2. Er hat erfüllt, was er verhieß, eh er für uns sein Leben ließ: Drei Trage sollen nicht vergehn, so werMel. Kommt, kommt den det ihr mich wiedersehn. Er 183 Lobsinge, meine 3. Jch lebe, sprach er, und auch ihr sollt leben, felig sein mit mir. Ich tomme, meine Stimme ruft auch euch, ihr Lieben, aus der Gruft zur Herrlichkeit. 4. Er wirds erfüllen Jesus Christ, der selbst vom Tod erstanden ist! Er weckt auch mich, und volles Heil ist dann gewiß bei ihm mein Theil in Ewigkeit. 5. Auch führt er nach des Grabes Ruh mir meine frommen Freunde zu. Erwachen werden wir zugleich, uns wiedersehn in seinem Reich. Gott, welch ein Tag! 6. Wie sollt ich, Herr, den Tod noch scheun? Nein, fromm will ich mich seiner freun, dich preifen noch an meiner Gruft, wenn liebreich deine Stimme ruft: Ent: schlafe nun! 7. Gib nur, daß ich im Glauben treu und treu in Seele, Welterlöser, bet ihn an! Lobsing ihm und erzähle, was er aus Huld für dich gethan! Er hat für dich gerungen; durch seine Macht hat er des Todes Macht bezwungen und seiner Schrecken Heer. Du darfst nun nicht mehr be ben, sein Sieg hat dich be freit. Dein ist unsterblich Leben, dein Gottes Selig feit. 2. Frob führte Gottes Sonne den festlich hohen Tag herauf. Da stand, belohnt mit Wonne, nach kurzem Schlaf mein Jesus auf. Ge danke, der zu Freuden des Himmels mich erhebt! Ge danke, der in Leiden mein Herz mit Trost belebt; der schönsten Hoffnung Quelle, wenn die Zerstörung droht! Wo ist dein Sieg, o Hölle? Wo ist dein Stachel, Tod? 3. Der Felsen Grund er bebet; die Hüter fliehn; das Grab Erlösung. 133 Grab ist leer. Der todt war, 4. Fallt nieder vor ihm Jesus, lebet und geht vor in den Staub, der sich dem seinen Freunden her! Die schwachen Jünger wanken; er stärkt die Wankenden. Sie fehn ihn, freun sich, danken dem Auferstandenen. Sie sehn empor ihn steigen und gehn, wie er gebot, mit Freuden hin und zeugen von ihm bis in den Tod. 4. Herr, deine Boten sie gen, von dir und deinem Geist belehrt, die Gößentempel liegen, der Erdkreis wird zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freubenvoll ein Christ. Ihn bet ich an im Staube, ihn, der mein Retter ist. Ich werd ihn ewig schauen, wann er auch mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen; er starb für mich und lebt! Grab entschwang! Er ist nicht mehr des Todes Raub. Erlöste, singt ihm Dant! 5. Sein großes Werk ist nun vollbracht; errungen ist sein Sieg, weil er aus seiner Todesnacht empor zum Leben stieg. 6. Heil, Leben und Unsterblichkeit, im Tode Trost und Ruh und Hoffnung ewger Seligkeit ruft uns sein Grabmal zu. 7. Gedanke, der das Herz erhöht: wir werden auferBehn, auf Hoffnung in das Grab gesät, um schöner aufzugehn! 8. Heil dir, wenn dieser Hoffnung Licht dein Herz für ihn durchglüht, dich stärkt zu jeder Christenpflicht und ganz zu ihm dich zieht! 9. Auferstehungsfest, du bist des bessern Lebens Pfand! Dich feire dankbar jeder Christ, der deinen Trost empfand. Mel. Lobt Gott, ihr Chriften 184 Vom om Todesthal hinauf zu Gott erhebt sich mein Gesang; dem Sieger über Grab und Tod erschallet laut mein Dank. 2. Die Sonn in ihrer Majestät erhellet kaum die Nacht, als Jesus Christus aufersteht und herrlicher ers wacht. ( Himmelfahrtslieder.) 3. Die Erde bebte, als der Held aus seinem Grabe Mel. Freu dich sehr o meine flieg; hinauf bis zu dem 185 Hit Glans und err, Sternenzelt erschallete sein Sieg. Freuden auf zu deiner Herr 7 lichChristi Hingang zum Vater und Verherrlichung. 134 Werke und Wohlthaten Gottes. lichkeit; doch mich drücken noch dieLeiden dieses Lebens, dieser Zeit. Gib mir, Jesu, Muth und Kraft, daß ich meine Pilgrimschaft so in dir zurückelege, daß ich stets bein bleiben möge! du die Nacht, die des Todes Chal mir macht! Du hast ja den Tod bezwungen und den Sieg für uns errungen. 6. Kommst du endlich glorreich wieder an dem Ende dieser Zeit, o sosammle meine Glieder aus dem Staub zur Herrlichkeit, Heilge und verklär sie ganz, daß der Leib in Himmelsglanz, frei vom Staube dieser Erde, ähnlich deinem Leibe werde! 2. Laß mir deinen Geist zurücke, dir mein ganzes Herz zu weihn! Wenn ich nach dem Himmel blicke, laß mich seinen Trost erfreun! Steigt mein Flehn zu dir hinauf, helf er meiner Schwachheit auf, und du selber wollst im Beten bei dem Vater mich Mel. Herr, wir singen 3. Lehre mich die Welt 186 11eber aller Himverachten und was in ihr Eitles ist, und nach dem, was dort ist, trachten, wo du, mein Erlöser, bist! Wollust, Ehrsucht und Gewinn soll mich nicht zur Erde ziehn, da ich jenseits überm Grabe eine größre Hoff nung habe. mel Heere erhebst du dich in Sieg und Ehre, du Geber der Unsterblichkeit! Engel singen Freudenlieder, und alle die erlöften Brüder verehren deine Herrlichkeit. Du, du bist Gottes Sohn! Gott hebt dich auf den Thron seiner Ehre! Wir stehn von fern, freun uns des Herrn, vertraun und dienen ihm nun gern. 4. Diese müsse Nichts mir rauben; du erwarbst sie theuer mir! Jego seh ich sie im Glauben; dort find ich sie selbst bei dir. Dort belohnst du das Vertraun deiner Gläubigen durch Schaun und verwandelst ihre Leiden in unendlich große Freuden. 2. Der du, deines Vaters Willen zu unserm Heile zu erfüllen gehorsam warst bis in den Tod, du regierst nun auf dem Throne; Gott gibt dir seine Welt zum Lohne; dich nennt dein Volk nun Herr und Gott! Erhöhter Gottes Sohn, wie herrlich ist dein Lohn nach dem Siege! wir folgen dir mit Freu5. Dort bereit auch mir die Stätte in des Vaters Hause zu! Rufft du frühe oder späte mich zu meines Grabes Ruh, so erleuchte den Erlösung. den hier; einst lohnet Gott auch uns, wie dir. 3. Teine trauernden Er löften im Kampf zu stärken und zu trösten, gabst du vom Himmel deinen Geist. Gib auch uns in unsern Leiden den Geist des Trostes und der Freuder, den uns dein theures Wort verheißt! Er zieh uns in dein Reich, mach unser Herz dir gleich, dir zu folgen! Du gingst voran; wir sehn die Bahn, die uns zum Himmel führen kann. 4. Uns die Stätte zu bereiten, um die wir Pilger hier noch streiten, gingst du voran ins Vaterland. Herre lich wirst du wiederkommen, dann führst du alle deine Frommen mit dir hinauf ins Vaterland. Durch deinen Mittlertod sind wir versöhnt mit Gott. Wo du lebest und Gott mit mir, da sollen wir auch mit dir leben für und für. 5. Welch ein Jubel wird es werden, wenn wir dich wiedersehn auf Erden in aller Majestät des Herrn! Das wird sein kein Tag des Bebens, o nein, ein Tag des höhern Lebens; dann schaun wir dich nicht mehr von fern; dann sehn wir hocherfreut ganz deine Herrlichkeit, Welterlöser; dann führest du der Wonn uns zu dort in des Himmels ewger Ruh. 135 Mel. Vom Himmel tam der 187 Auf, Jesu Jünger, freuet euch! Der Herr fährt auf zu ſei nem Reich. Er triumphirt! Lobsinget ihm! Lobsinget ihm mit hoher Stimm! 2. Sein Wert auf Erden ist vollbracht: zerstört hat er des Todes Macht; er hat die Welt mit Gott versöhnt, und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. 3. Weit über alle Himmel weit geht seine Macht und Herrlichkeit; ihm dienen selbst die Seraphim. Lobsinget ihm mit hoher Stimm! er 4. Sein sind die Völker aller Welt; er herrscht als sieggewohnter Held: herrscht, bis unter seinem Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. 5. Er schüßet seine Chris Benheit, erhält sie bis in Ewigkeit. Er ist ihr Haupt. Lobsinget ihm! Lobsinget ihm mit hoher Stimm! 6. Ja, Heiland, wir erheben dich: und unsre Herzen freuen sich der Herrlichkeit und Majestät, wozu dich Gott, dein Gott, erhöht. 7. Wohl nun auch uns! denn, Herr, bei dir steht Kraft und macht, und dein sind wir. Nimmst du dich unser hülfreich an, was ist, das uns gebrechen kann? 136 Werke und Wohlthaten Gottes. 8, Dein Eingang in die Herrlichkeit stärt uns unsrer Prüfungszeit, dir zu leben, dir zu traun, bis wir dereinst dein Antlig schaun. in nur Heiligung des Menschen durch den Geist Gottes. ( Pfingstlieder.) Mel. Vom Himmel boch 188 Anbetung fei dir, Gott, gebracht! Du hast uns diesen Tag gemacht. Dich preise, wer durch Jesum Christ erleuchtet und geheiligt ist! 9. Dann werden wir uns ewig dein, du größter Menschenfreund, erfreun; dann singen wir von deinem Ruhm ein neues Lied im Heiligthum. 2. Der Erdkreis lag in Nacht gehüllt, mit Wahn und Gößendienst erfüllt; da kam von deinem Angesicht dein Geist, mit ihm der Wahrheit Licht. 3. Auf Jesu Boten ließ er sich herab mit Segen sichtbarlich. In fremden Sprachen that ihr Mund, Gott, deine großen Thaten kund. 4. Von ihm gestärkt gehn sie nun gern und sammeln Jünger ihrem Herrn. Vom Aufgang bis zum Niedergang wird Alles Licht und Lobgesang. Ihr Schuß ist Jesus und thr Ruhm sein theures Evangelium. 6. Und ihrer Predigt froher Schall erfüllt den Erdkreis überall, und selbst die fernste Nation kennt dich und Jesum, deinen Sohn. 7. Noch dauert dieser Segen fort; noch siegt, o Ewiger, dein Wort; und daß wir glauben, danken wir dem Glanze jenes Lichts von dir. 8. Erhalt uns deiner Wahrheit treu, mach uns von Sünd und Frrthum frei; dein Geist treib uns zum Guten an und leit uns auf der Tugend Bahn! 9. Bis wir dereinst im hellern Licht von Angesicht zu Angesicht dich schaun und in des Himmels Höhn durch dich auch uns verherrlicht sehn. In eigener Melodie. 5. Umsonst bestürmt sie Grimm Spott; sie sies gen start durch ihn, o Gott! 189 un bitten wir Geift, Heiligung. Geist, welchen Jesus Christus uns verheißt, daß er uns behüte vor falscher Lehre, Alle, die im Irrthum sind, bekehre. Erbarm dich, Herr! 2. Du Geist der Weisheit und der Kraft, mach uns durch dein Wort auch tugendhaft; hilf uns fest ihm glauben, dem treuen Heiland, der uns bringt zum himmlischen Vaterland! Ers darm dich, Herr! 3. Du Geist der Lieb und Einigkeit, mach uns allesammt dazu bereit, daß wir uns von Herzen einander lieben, gern verzeihn, Niemand gern betrüben! Er barm dich, Herr! 4. Du höchster Trost in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Grab, noch Tod; laß, wenn wir einst sterben, uns nicht verzagen, sondern mach uns frei von allen Plagen! Erbarm dich, Herr! Mel. Kommt her zu mir 190 Vollendet hatte Gottes Sohn sein großes Wert auf Erden schon, und seine Jünger zagten. Doch Gottes Geist gab ihnen Muth, daß sie bald Alles, Gut und Blut, für Jesu Lehre wagten. 2. Da that der Ungelehrten Mund des Welterlösers 137 Thaten tund, die Völker zu befehren. Der Heiden Temvel wurden leer: es stürzte jenes Gößenheer von seinen Prunkaltären. 3. Umsonst, umsonst empörten sich selbst Fürsten, Jesu, wider dich und tödteten die Jünger. Unüberwindlich war ihr Muth, und schwiegen sie, so sprach ihr Blut und zeugte neue Jünger. 4. Wie Gottes Sonne, ging dein Wort bis an der Erde Gränzen fort; der Irrthum wich dem Lichte. Die Völker wurden menschlicher, die Menschen lebten heiliger vor Gottes Angefichte. 5. Auch wir begehn, o Gott, dieß Fest, das deine Huld uns feiern läßt, dem Christenthum zur Ehre. Wir leben froher, glücklicher und, helf uns Gott! auch heilis ger durch deines Sohnes Lehre. In eigener Melodie. 191 Ko Komm Domm, o komm, du Geift des Lebens! Hilf uns Schwamen mächtig auf! Wir bes mühn uns sonst vergebens hier in unserm Pilgerlauf um das Heil, das Gottes Rath für uns außersehen hat. 2. Gib in unser aller Geea 138 Werke und Wohlthaten Gottes. Seelen wahrer Weisheit helles Licht, daß wir uns zur Richtschnur wählen Jesu Wort und Unterricht! Stehe du uns, kräftig bei und mach uns vom Irrthum frei. 3. Zeig uns, Herr, die rechten Stege zu der wah ren Wohlfahrt an, räume Alles aus dem Wege, was im Lauf uns hindern kann! Wirke Reu durch deine Gnad, wenn der Fuß gestrauchelt hat! 4. Laß uns stets dein Zeugniß haben, daß wir Gottes Kinder sind! Stärke uns mit deinen Gaben, wenn sich Noth und Drangsal findt! Lehr uns, daß des Vaters Zucht einzig unser Bestes sucht! 5. Treib uns, daß wir zu ihm treten, kindlich und mit Freudigkeit nur nach seinem Willen beten, und vertritt uns allezeit; so wird unser Flehn erhört und die Zuversicht gemehrt. 6. Wird uns auch um Trost oft bange, seufzt das Herz voll Traurigkeit: ach, mein Gott, mein Gott! wie lan ge, o so wende unser Leid! Sprich der Seele tröstend zu, gib ihr Muth, Geduld und Ruh! 7. O du Geist der Kraft und Stärke, der in uns das Gute schafft, fördre in uns deine Werke und im Kampfe gib uns Kraft, wenn Versuchung auf uns bringt, daß uns dann der Sieg ge= lingt. 8. Herr, bewahr uns unsern Glauben, daß Verfolgung, Schmach und Spott niemals möge ihn uns rauben. Du bist unser Schuß, o Gott! Spricht das Herz gleich zweifelnd; Nein! Laß dein Wort gewisser sein! 9. Wenn wir endlich sol len sterben, o so steh mit Trost uns bei; gib, daß uns, als Gottes Erben, jene Herrlichkeit erfreu, die uns unser Gott bestimmt und die nie ein Ende nimmt. Mel. Mein ganzer Geist, Gott 192beilger Geist, fehr bei uns ein und laß uns deine Wohnung sein, du Berstand unsrer Seelen! Erleucht uns durch dein göttlich Licht, entzieh uns deine Hülfe nicht, und zeig uns, was wir fehlen! Triebe, Triebe, fromm zu leben, willst du geben, wenn wir beten, gläubig vor den Vater treten. 2. Du Quell, draus alle Wahrheit fließt, die uns zum Heil so nöthig ist, o schenk aus deiner Fülle uns so viel Einsicht und Verstand, daß beilsam von uns werd erkannt des Höchsten gnäd Heiligung. gnådger Wille! Ja, gib den Trieb unsern Seelen, nur zu wählen und zu üben, was er uns hat vorgeschrieben! 3. Steh uns stets bei mit deinem Rath und führ uns selbst den rechten Pfad des Heils, den wir nicht wis sen! Verleih uns Willigkeit, wenn wir hier auch darum daß wir dir treulich folgen, leiden müssen. Drückt Last uns fast mutblos nieder, laß uns wieder Trost emfinden und die Trübjal überwinden! 4. Stärk uns durch deiner Wahrheit Kraft zum Kampf mit jeder Leidenschaft, darüber Herr zu werden! Und sind wir wo dem Falle nah, so sei mit deiner Hülfe da, erheb uns von der Erden! Neue Treue gib uns Schwachen; du kannst machen, daß wir siegen und im Kampf nicht unterliegen. 5. Erhalte bei uns immerfort den Glauben an dein göttlich Wort! Nichts müss' uns von ihm trennen! Gib, daß wir ihn von Herzensgrund mit Thaten, sowie mit dem Mund, vor aller Welt bekennen! Je sum Christum ohn Aufhören recht zu ehren, mach uns tüchtig und sein Heil uns werth und wichtig! 6. Gib, daß in wahrer Heiligkeit wir führen unsre 139 Lebenszeit: du fannst uns dazu stärken. Es bleibe uns stets unbewußt die Eitelkeit, die Sinnenlust mit ihren bösen Werken! Vater, Vater, laß uns streben, so zu leben hier auf Erden, daß wir Himmelserben werden! 193 Bort gegeben, mer. Gott bes Himmels und der Gott fomm, erleucht und heilge mich! Weise, fromm und gut zu leben, dieß vermag ich nur durch dich. Mache täglich Ernst und Treu, mich zu bessern, in mir neu! 2. Ach, ich irr in Finsters nissen, Geist der Wahrheit, ohne dich von Begierden hingerissen, täuscht die trunkne Seele sich, suchet Ruh und findet sie in der Erde Gütern nie. 3. Hilf mir nach dem Himmel streben, der den Lohn mir aufbehält, hilf mir Gott und Jesu leben, nicht den Lüsten dieser Welt; Lehre mich von Sünden rein, heilig wie mein Heiland sein! 4. Leite du mich auf dem Pfade deines Lichts zum Leben hin, und mich stärke deine Gnade, wann ich schwach und muthlos bin, daß ich näher jeden Tag meinem Ziele kommen mag. 5. Gib zu jedem guten Wers 140 Werke und Wohlthaten Gottes. Werke meiner Seele Kraft und Lust und im Kampfe flöße Stärke mir in meine schwache Brust; gib mir Trost in jeder Noth, hilf mir treu sein bis zum Tod! 6. Sei mein Beistand, Mel. Freu dich sehr, o meine wann ich sterbe; zeige meis 195 Geist vom Vater und vom nem von das mir aufbehaltne Erbe in der Herrlichkeit des Herrn! So gestärkt durch deine Kraft, send ich froh die Pilgerschaft. Mel. Mein Gott, das Herz 194Nicht um ein flüchtig Gut der Zeit, ich fleh um deinen Geist, Herr, den zu meiner Seligkeit dein theures Wort verheißt. 2. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, o Vater, lehre mich, die Weisheit, die das Herz entflammt zur Liebe gegen dich! 3. Dich lieben, Gott, ist Seligkeit. Gern thun, was dir gefällt, wirkt höhere Zufriedenheit, als alles Glück der Welt. 6. Er schaff in mir ein reines Herz, voll Dank für deine Huld, und er bewaffne mich im Schmerz mit Muth und mit Geduld. 4. Vertrauen hab ich dann zu dir; dann schenket selbst dein Geist das freudige Bewußtsein mir, daß du mir gnädig seift. 5. Er leite mich zur Wahrheit hin, zur Tugend stärk er mich und zeige, wenn ich traurig bin, auch mir als Tröfier sich. ne, der du unser Tröster bist und von unsers Gottes Throne hülfreich auf uns Schwache siebst, stehe du mir mächtig bei, daß ich Gott ergeben sei; o so wird mein Herz auf Erden schon ein Tempel Gottes werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir sein, wann ich bange Zweifel hege, deine Wahrs heit mich erfreun! Lente träftig meinen Sinn auf mein wahres Wohlfein hin! Lehrst du mich, was recht ist, wählen, werd ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über Alles treu meinen Gott und Vater liebe, daß mir nichts so wichtig sei, als in seiner Huld zu stehn, seinen Namen zu erhöhn, seinen Willen zu vollbringen, müsse mir durch dich gelingen. 4. Stärke mich, so oft zur Sünde mein Gemüth versuchet wird, daß sie mich nicht überwinde! Hab ich irgend mich verirrt, o so rühre du Heiligung. du mein Herz, daß ich unter Reu und Schmerz mich vor Gott darüber beuge und mein Herz zur Beßrung neige! 5. Reize mich, mit Flehn und Beten, wenn mir Hülfe nöthig ist, zu dem Bater hinzutreten; gib, daß ich auf Jesum Christ als auf meis nen Mittler schau und auf ihn die Hoffnung bau, Gnad und Gnad auf mein Verlangen von dem Vater zu empfangen! 6. Stehe mir in allen Leiden stets mit deinem Troste bei, daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam fei! Gib mir ein gelaßnes Herz; laß mich selbst im Todesschmerz bis zum frohen Ueberwinden deines Geistes Trost empfinden! Rel. Wer nur den lieben Gott 196 großer Gott, fen, bu haft nur reine Her du zen dir zu deiner Wohnung außerlesen; ach, schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das unbefleckt und frei von allen bösen Lüften sei! 141 der Zeit der Tugend Werth und Seligkeit. 3. Dein guter Geift, o Gott, regiere mein ganzes Herz und stehe mir in meis ner Schwachheit bei und führe mich von der Eitelfeit zu dir! Gib einen Geist, der dir getreu und willig zu gehorchen sei! 2. Laß, guter Vater, mein Gemüthe der steten Besserung sich weihn; dein Geist vermehr des Herzens Güte, so werd ich Jesu Schüler sein. Dann fühl ich hier schon in 4. Entzieh mir Schwa chen, wann ich fehle, nur deine Vaterliebe nicht und gib, damit ich Gutes wähle, mir deines Geistes Kraft und Licht. Im Kampfe laß mich fest bestehn, um einst zum Himmel einzugehn! 5. Nimm deinen Geist, den Geist der Liebe, den Geist des Glaubens, nie von mir und stärke mich durch seine Triebe, durch seinen Beistand für und für! So leite durch die Pilgerzeit mich aus der Welt zur Seligkeit! Mel. Freu bich sehr o meine 6. 197 Der bu uns als treuer Gott, und deinen Geist denen, die dich bitten, giebest, ja, uns um ihn bitten heißt, demuthsvoll fleh ich zu dir: Bater, send ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue und ihn dir zum Tempel weihe! 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit, und mein Herz 142 Werke und Wohlthaten Gottes. Herz bleibt dir entrissen und dem Dienst der Welt ge weiht, wenn er nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht, erkennen, Jesu, noch mit echter Treu meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet mir dein Geist nicht bet. Drum so laß ihn träfs liglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre und auf deine Stimme höre. 4. Ewge Quelle heilger Güter, hochgelobter Gottesgeist, der du menschliche Gemüther besserst und mit Troft erfreust; nach dir, Herr, verlangt auch mich; ich ergebe mich an dich. Mache mich zu Gottes Preise heilig und zum Himmel weise. 5. Fülle mich mit heilgen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über alles möge lieben, daß ich mit ge trostem Muth seiner Vaterhuld mich freu und mit wahrer Kindestreu stets vor seis nen Augen wandle und rechtschaffen denk und handle. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich lieb und Sanftmuth übe und mirs rechne zum Gewinn, wenn ich je ein Friedensband knüpfen kann, wenn meine Hand zur Erleichtrung der Beschwerden kann dem Nächsten nüßlich werden 7. Lehre mich mich selber kennen, die verborgnen Fehler sehn, sie voll Demuth Gott bekennen und ihn um Vergebung flehn. Mache täglich Ernst und Treu, sie zu bessern, in mir neu; zu dem Heiligungsgeschäfte gib mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick met ner Sünden mein Gewissen niederschlägt; wenn sich in mir Zweifel finden, die mit Angst mein Herze hegt; wenn mein Aug in Nöthen weint, und Gott nicht zu hören scheint, o dann laß es mei. ner Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen. 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir: selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. so setze durch dein Wort deine Gnadenwirkung fort, bis sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende. Das Wort Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott 198 Religion, von gegeben, sei ewig meinem Herzen werth! Heiliguug. 143 werth! Wie dunkel ist der 6. Du lehrst mich glauWeg durchs Leben dem, der dein himmlisch Licht entbehrt! Nur du, du führst an sichrer Hand den Pilger hin ins bebre Land. ben, lieben, hoffen, ver fündigst mir Unsterblichkeit. Der Himmel steht durch dich mir offen, und mein ist seine Seligkeit. Ich glaube fest und zweifle nicht: Du, du bist meine Zuversicht! 2. Du bist es, die mich Gott erkennen, mich meinen Schöpfer lieben lehrt. Ich darf getroft ihn Vater nen nen, darf sicher sein, daß er mich hört. Du rufft mir zu: Dein Gott ist gut! Wohl dem, der seinen Willen thut! 7. Ja, du, des Lebens reinste Wonne, begleite du mich bis ans Grab und leuchte dann mir, gleich der Sonne, den Weg ins Todesthal hinab! Mein erster Laut an Gottes Thron sei Dank für dich, Religion! 3. Wer reizt mein Herz, sich selbst zu richten? Wer schärfet meines Geistes Blick Mel. Nan dantet Alle Gott aur bellen Einsicht meiner 199 Von Herzen preif ich dich, Gott, Pflichten und schreckt vom Bösen mich zurück? Du stärs kest den Gewissenstrieb und machst mir Recht und Tugend lieb. 4. Du leitest mich auf allen Wegen; du zeigest mir das höchste Gut; du machst mir jedes Glück zum Segen und gibst im Unglück frohen Muth. Wo Nichts, sonst Nichts mich trösten kann, da hebt dein wahrer Trost erst an. 5. Du gibst dem Geiste süBen Frieden, erheiterst mild den trüben Sinn, reichst dem Beladenen und Müden den sichern Stab der Hoffnung hin. In Augst, Gefahr und Todesschmerz erquickt und heilt dein Trost das Herz. für der Bibel Lehre, die ich als dein Geschenk mit Dankbarkeit verzhre. Sie ist das Glück der Welt, der Ruhm der Christenheit, mein Kleinod, Trost und Licht bis in die Ewigkeit. 2. Zum Licht, in dem du wohnst, kann die Vernunft nicht dringen; mit Zweifeln und mit Wahn müßt ich voll Unruh ringen, hätt ich dein göttlich Wort, den klaren Unterricht von dir und deinem Sohn und meiner Seele nicht. 3. Wie kräftig ist dein Wort! Gott, vielen tausend Christen gab deine Bibel Sieg im Kampf mit bösen Lüsten. Sie bessert sanft das Herz 144 Werke und Wohlthaten Gottes. Herz, stärkt mich zu meiner Wer deinen Lehren folgt Pflicht, ist in Gefahr mein fühlt ihre Göttlichkeit; fie Schuß, in Finsterniß mein geben Licht und Trost, im Licht. Tode Freudigkeit. 4. Der Fromme wird gestärkt, der Sünder tief erMel. Wer nur ben lieben Gott schüttert, der Zweifler wird 200 Dein Wort, beschämt; des Spötters Seele zittert; es tröstet sich am Grab der Seinigen Christ, wenn er vom Wiederfehn im bessern Leben lieft. der Höchster, ist vollkommen, es lehrt uns unsre ganze Pflicht; es gibt dem Sünder, wie dem From: men zum Leben sichern Unterricht. O selig, mer es achtsam hört, bewahrt und mit Gehorsam ehrt! se 5. Hier lernt der der wahren Weisheit Schäzze; hier faßt der Blödeste die göttlichen Geseße; hier findet jeder Stand für jede Lebenspflicht in allen Fällen Rath und hellen Unterricht. 6. Wer fühlt nicht deinen Geist und seiner Wirkung Stärke! Wer nicht des Glau bens Kraft und Trieb zum guten Werke, der mit dem lautern Wunsch nach Licht und Frömmigkeit, mit Ehr furcht und Gebet der Schrift die Andacht weiht! 2. Es leuchtet uns auf unsern Wegen, zerstreut des Irrthums Finsterniß, vertündigt Gnade, Heil und Segen und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchster, was du bist und was dir wohlgefällig ist. 3. Dein Wort erweckt uns, dich zu lieben, und lehrt, wie viel du denen giebst, die dein Gebot mit Freuden üben, wie du so väterlich uns liebst. Was uns darin dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr und trüget nicht. 4. Gott, deine Tröftungen sind besser und mehr der Sehnsucht werth, als Geld; ein Schaß, weit köftlicher und größer, als alle Schäße dieser Welt. Wer gern thut, was dein Wort gebeut, dem ist dein Segen stets bereit. 5. So laß mich denn mit an meinem Herzen spüren! Luft betrachten die Wahr heit 7. So tann tein andres Buch die Größe Gottes preis sen, so faßlich rührend nicht den Weg zur Tugend weisen. Durch keine Rednerkunft wird so das Herz erquickt, zu jeder guten That so wil lig und geschickt. 8. Bei diesem Unterricht laß deinen Geist mich rühs ren und seine Gotteskraft Heiligung( Wort Gottes). 145 heit, die dein Wort mich 5. Hilf, daß sich von Zeit lehrt; laß mich auf das gehoriam achten, was dein Befehl von mir begehrt, so fließen Trost und Seelenruh auch mir aus dei nem Worte zu. zu Zeit meine Kenntniſſe vermehren! Find ich manche Dunkelheit bei geheimnißvollen Lehren, laß mich Zweifelsucht entfernen und in Demuth glauben lernen! 6. Laß mich, Herr, in deinem Licht immer rührender erkennen jener Herrlich leit Gewicht und wie glücklich der zu nennen, der danach mit Eifer trachtet und die Lust der Welt verachtet! 201 Herri Mel. Liebster Jefs, wir sind err, mein Licht, erleuchte mich, daß ich mich und dich erkenne, daß ich vollVertrauen dich meinen Gott und Vater nenne! Höchster, laß mich doch auf Erden weise zu dem Himmel werden! 2. Lautre Wahrheit ist dein Wort, lehre mich es recht verstehen! Hilf selbst meinem Forschen fort, rich tig daraus einzusehen, was zu meinem Heil mich fühMel. O Gott, du frommer Gott ret und mir, deinem Kind, 202 Soll dein vers derbtes Herz 4. Gib, daß ich den Unterricht deines Wortes treu bewahre, daß ich, was es mir verspricht, reichlich an mir selbst erfahre! Ja, es sei in meinem Leiden mir ein Quell von Trost und Freuden! 7. O verleihe mir die Kraft, deinem Wort gemäß zu handeln und vor dir gewissenhaft als dein treues Kind zu wandeln, so wird einst in jenem Leben mich ein hellres Licht umgeben. 3. Aber laß mich nicht zur Heiligung genejen, allein deines Wortes Sinn Christ, so versäume nicht, verstehen; laß mein Herz das Wort des Herrn zu leauch folgsam sein, den er sen; bedenke, daß dieß Wort kannten Weg zu gehen! das Heil der ganzen Welt, Denn sonst würd ich bei den Rath der Seligkeit, dem Wissen doppelt Strafe den Geist aus Gott enthält. leiden müssen. 2. Mert auf, als ob dir Gott, dein Gott, gerufen hätte, mert auf, als ob er selbst zu dir vom Himmel redte! So ließ, mit Ehrfurcht lies, mit Lust und mit Vertraun und mit dem frommen Ernst, in Gott dich zu erbaun. 3. Sprich 146 Werke und Wohlthaten Gottes. ist, und dann das Wort verstehn, dem du gehorsam bist. 3. Sprich fromm: o Gott, Gott, die dir verkündigt vor dem ich meine Hände falte, gib, daß ich dein Gebot für dein Wort ewig halte und laß mich deinen Rath empfindungsvoll verstehn, die Wunder am Geset, am Wort vom Kreuze sehn! 8. Spricht sie geheimnißvoll, so laß dich dieß nicht schrecken; ein endlicher Verstand kann Gott nie ganz entdecken. Gott bleibt uns endlich hoch. Wenn er sich dir erklärt, so glaube, was er spricht, nicht was bein Wiß begehrt. 9. Sich feines schwachen Lichts bei Gottes Licht nicht schämen ist Ruhm, und die Vernunft alsdann gefangen nehmen, wenn Gott sich offenbart, ist der Geschöpfe Pflicht und weise Demuth ist das glauben, was Gott spricht. 4. Er, aller Wahrheit Gott, kann dich nicht irren Laffen. Lies, Christ, sein heilig Buch. lies oft, du wirft es fassen, so viel dein Heil verlangt. Gott ist's, der Wahrheit gibt, wenn man sie redlich sucht und aus Gewissen liebt. 5. Lies frei von Leidenschaft und ledig von Geschäften und sammle deinen Geist mit allen seinen Kräfs ten. Der beste Theil des Tags, des Morgens Het terfeit und dann der Tag des Herrn, der sei der Schrift geweiht. 6. Rührt dich ein starker Spruch, so ruf ihn dir zum Glücke des Tags oft in dein Herz im Stillen oft zurücke; empfinde seinen Geist und stärke dich durch ihn zum wahren Edelmuth, das Gute zu vollziehn. 7. Um tugendhaft zu sein, dazu sind wir auf Erden. Thu, was die Schrift gebeut, dann wirst du inne werden, die Lehre sei von 10. Drum laß dich, frommer Christ, durch keinen Zweifel tränken, hier bist du Kind, doch dort wird Gott mehr Licht dir schenken. Dort wächst mit deis nem Glück dein Licht in Ewigkeit; dort ist die Zeit des Schauns und hier des Glaubens Zeit. 11. Verehre stets die Schrift; und siehst du Dunkelheiten, so laß dich deinen Freund, der mehr, als du, sieht, leiten. Ein forschen der Verstand, der sich der Schrift geweiht, ein heil verlangend Herz hebt manche Dunkelheit. 12. Halt Heiligung( Wort Gottes). 12. Halt fest an Gottes Wort: es ist dein Glück auf Erden und wird, so wahr Gott ist, dein Glück im Himmel werden. Verachte christ lich groß des Bibelfeindes Spott. Die Lehre, die er schmäht, bleibt doch das Wort aus Gott. Mel. Vom Himmel hoch da 203 Gott, heilig fei Mel. Mein Gott und Herr dein Nam und 204 Gott ist mein Hort und auf jein Wort soll meine Seele trauen! Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. Recht dem ganzen mensch: lichen Geschlecht! Dich bete, wer dich denken kann, im Geist und in der Wahrheit an! 2. Verbreite deines Wortes Schall, wie deine Werke, überall, daß Alle lernen, wer du seist: der reinste, aller höchste Geist. 3. Durch Jefum Chrift, den du gesandt, werd immer mehr der Welt bekannt, daß du, Gott, unser Vater bist, und er der Völker Heiland ist. 4. Lehr uns, die deinen Rath verstehn, gehorsam beine Wege gehn. Durch deines Geistes Licht und Kraft mach weise uns und tugendhaft. 147 6. So preiset deine Christenheit, Herr, deinen Namen in der Zeit; sie ist und bleibt dein Eigenthum, und ihre Thaten sind dein Ruhm. 7. Du sättigst sie mit Seligkeit von nun an bis in Ewigkeit, und ewig ist ihr frommer Dant, Herr, dei nes Namens Lobgesang. 5. Durch Wahrheit dämpfe jeden Wahn; erleucht uns allen unsre Bahn; das Laster tilg aus unsrer Brust und tödt in uns die böse Luft. 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräfte schmecken. Laß feinen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt ich Licht, wos fern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte! Gott, ohne sie verstünd ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben, daß diese Zeit zur Ewigkeit nur sei von dir gegeben. 5. Den ewgen Rath, die Missethat der Sünder zu verfühnen, den kennt ich nicht, wär mir dieß Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sün2 den 148 Werke und Wohlthaten Gottes. den nicht verzagen, nein, du Thäter sein; treib uns daverzeihst, lehrst meinen Geist durch kräftig an, daß wir dich im Glauben: Vater! sagen. vor Jedermann froh bekennen, findlich lieben und mit Sünden nicht betrüben. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte! Durch meine Müh vermag ichs nie; dein Wort gibt mir die Kräfte. 4. In der Seele Finster: nissen sei dein Wort uns stets ein Licht! Laß uns Trost daraus genießen, wenn es uns an Trost gebricht! Es versüß uns jede Noth; es erquick uns auch im Tod durch die Hoffnung, ganz zu schauen, was wir deiner Wahrheit trauen. 8. Herr, unser Hort, laß dieses Wort mir Licht und Freude geben! Es sei mein Theil, es sei mein Heil und Kraft zum ewgen Leben! Mel. Freu dich sehr, o meine 205 Gott, durch den Mel. Schwing dich auf wir sind und 206 Wahrheit bist, die Gott, zu dem ich singe, Gott, den kein Verstand ermißt, Ursprung aller Dinge; alle Weisheit kommt von dir zu den Menschenkindern, sie erleuchtet uns, wenn wir selbst ihr Licht nicht hindern. 2. Vorurtheil und Finsterniß füllen unsre Seelen; unser Blick ist ungewiß, un fre Schlüsse fehlen; aber dein Verstand weicht nicht von der lautern Wahrheit. Was du denkest, das ist Licht, Richtigkeit und Klarheit. 3. Wirf dich, sterbliches Geschlecht, dankbar ihm zu Füßen! Seine Wahrheit und sein Recht lässet er dich wissen. Weit erschallt das Wort des Herrn, das die Welt bekehret; glaubt es freudig, leben, deine Güte sei gepreist, daß du uns dein Wort gegeben, das zum Heil uns unterweist, das uns unsre Pflichten lehrt, warnt, er: mahnet, straft, bekehrt und, wenn uns ein Leiden drükket, uns mit reichem Trost erquictet. 2. Gib, daß wir es innig lieben, ernstlich ohne Heuchelschein das darin Befohlne üben und nicht bloße Hörer sein; denn wer dei nen Willen weiß und ihn doch nicht thut mit Fleiß, der ist ärger, als die Heiden, und muß doppelt Strafe leiden. 3. Darum präge deine Lehren tief in unsre Seelen ein, laß sie uns mit Nußen hören und derselben Heiligung( Gesetz). freudig, folgt ihm gern, Völter, die ihrs höret! 4. Gott, was uns dein Wort verspricht, wird und muß geschehen; deine Drohung kann auch nicht leer vorübergehen. Haben Tau sende nicht schon, welche vor uns waren, deine Strafen, deinen Lohn dir zum Ruhm erfahren? 5. Seele, wolltest du nicht Gott zuversichtlich glauben? Soll der Leicht finn, soll der Spott deinen Trost dir rauben? Der die Himmel aufgebaut, fann die Wahrheit lügen? Kann fie den, der ihr vertraut, heuchlerisch betrügen? 1s 6. Erd und Himmel wird vergehn; Gott, dein Wort wird bleiben. Lasterhafte, die es schmähn, werdens nicht vertreiben. Könige sind Staub vor dir, sie mit ihren Heeren. Du im Himmel lachest ihr, wenn sie sich empören. 7. Du bist Wahrheit! Ewig soll mich von dir nichts trennen, mich die Welt, von Arglist voll, nicht erschüt: tern können. Muß ich hier gleich um dein Wort Schmach und Trübsal leiden, so belohnst du mirs doch dort, Gott, mit Ehr und Freuden, 149 Gefeß. el. Gottlob, ein Schritt zur 207 err, dein GeHerr seg und dein Gebot, wonach wir sollen leben, hast du, o liebevoller Gott, mir in mein Herz ges geben, daß ich zum Guten willig sei, mit Sorgfalt, fern von Heuchelei, was du befiehlst, vollbringe. 2. Gib, daß ich dir allein vertrau, allein dich ehr und lein nicht bau, in deiner liebe, auf Menschenhülf alFurcht mich übe, daß Beifall, Lob und Menschengunst, Witz und Kunst mir nicht Gewalt, Pracht, Reichthum, zum Abgott werden. 3. Hilf, daß ich redlich mich bemüh, dich, Vater, zu erkennen, und laß mich deinen Namen nie ohn Ehrerbietung nennen. Gott, unvergeßlich sei es mir, was ich in meiner Taufe dir so feierlich versprochen. 4. Am Tag der dir ge weihten Ruh laß mich, Gott, mit den Deinen in der Versammlung, so wie du befiehlst, vor dir erscheinen; laß deiner im Gebet mich freun, ein Hörer deines Wortes sein und, wie ich soll, ein Thäter. 5. Gib, daß ich Aeltern, Obrigkeit und Lehrer ehr und liebe, sie nie durch WiderG 3 set= 150 Werke und Wohlthaten Gottes. feßlichkeit und böses Herz 10. Laß mich des Nächsten betrübe; vielmehr für ihre Sorg und Treu erkenntlich und gehorsam sei und deinen Segen erbe. 6. Hilf, daß ich nie mit bittrem Sinn, Herr, Rach und Feindschaft übe und, wenn ich auch beleidigt bin, verzeih und Feinde liebe und Jedem gönne, was er hat, und Alle segne, mit der That gern jedem Menschen diene. 7. Laß mich, wie du ges boten hast, unfeusche Werke meiden. Unreinigkeit ist dir verhaßt; auf Wollustfolgen Leiden. Schaff du in mir ein reines Herz, das Uleppigkeit und frechen Scherz sich nimmermehr erlaube. 8. Gib, Herr, daß ich mich redlich nähr und böser Ränke schäme, mein Herz von Geiz und Unrecht fehr, durch Macht und Lift Nichts nehme; daß ich nie Fleiß und Arbeit scheu, wohlthätig und zufrieden sei, nicht targ und nicht verschwendrisch. 9. Hilf, daß ich meines Nächsten Ehr zu retten mich Haus mit List und Unrecht nicht begehren; das aber, was mir nöthig ist, wollst du mir, Gott, gewähren. Doch laß mir auch das größte Gut, ein ruhig Herz und frohen Muth und deine Gnade werden. ses nicht gut heiße; stets übe Treu und Redlichkeit und Abscheu trage jederzeit vor Falschheit, Schmähn und Lügen. 11. Wie gern möcht ich, o Herr, mein Gott, nach deinem heilgen Willen, wie gern möcht ich ganz dein Gebot, das du mir gabst, erfüllen; allein du weißt, was mir gebricht; ich Schwa cher, ich vermag es nicht aus meinen eignen Kräften. 12. Drum gib du mir von deinem Thron, Gott Vater, Gnad und Stärke, daß ich, o Jesu, Gottes Sohn, stets auf dein Vors bild merke! O heilger Geiſt, hilf mir, daß ich Gott über Alles und, wie mich, auch meinen Nächsten liebe! Evangelium. Mel. Jesu, meine Freude befleiße, das, was ich kann, 208 2ort aus Got zum tes Munde, Wort vom Friedensbunde, Evangelium! Quelle wahrer Freuden, Trost in allen Leiden, unser höchster Ruhm! Gottes Kraft, die Glau Heiligung( Kirche). Glauben schafft! Frohe Bot schaft, uns zum Leben selbst von Gott gegegeben! dunkle Schatten vorgebildet hatten, das vollführt sein Rath. Daß sein Eid ihn nicht gereut, rühmen wir; in Jesu Namen wird er Ja und Amen. 2. Was sein WohlgefalIn eigener Me lodie. len vor der Zeit uns allen 209 Erhalt uns, Herr, außersehen was erst bei 3. Alles ist vollendet; Gott hat den gesendet, der verheißen war. Jejus hat sein Leben für uns darges geben, willig gab ers dar. Ja, er hat des Höchsten Rath ganz vollbracht zu seiner Ehre. O erwünschte Lehre! 4. Da uns Strafen droh. ten riefen seine Boten: Heiligt euch und glaubt! Gott will euch vergeben; ewig sollt ihr leben, wenn ihr Jesu glaubt! Seine Huld tilgt eure Schuld; nur müßt ihr die Sünde hassen, Muth zur Tugend faſſen! 151 5. Jesu, voll Vertrauen, will ich auf dich bauen und in dir mich freun, dir nur will ich leben, dir mich ganz ergeben, ewig treu dir sein. So werd ich auch einst durch dich, o mein Heiland, selig sterben und den Himmel erben! Die heilige christliche Kirche. Wort; den finstern Frrthum treibe fort; bewahr uns vor Gewissenszwang, so preist dich unser Lobge sang! 2. Die Völker fein dir unterthan! Es weiche falscher Lehre Wahn vor deiner Wahrheit klarem Licht; Gewalt hilft dem Gewissen nicht. den fremden Knecht, er 3. Die Herrschsucht, die glaube falsch, er glaube recht, gewaltsam zieht vors RichVolt verdammt! teramt, bleib unter unserm Wahrheit Krieg! Gib wi4. Nur geistlich sei der der Irrthum ihr den Sieg. Durch Gründe sieg sie und Beweis und durch des frommen Beispiels Fleiß. 5. Wir gehn in Dämmrung, irren bald! Die Weis heit übet nicht Gewalt. Laß Fried und Duldung allge mein, nicht mächtig die Verfolger sein! 6. Der Scepter übe Billigkeit, verbiete nicht der Gründe Streit! Wer friedsam ist, nicht Laster lehrt, deß Freiheit bleibe unge stört. 4 7. Bers 152 Werke und Wohlthaten Gottes. 7. Zerbrich des Zwanges 4. Das Wort fie sollen hartes Joch; die freie Wahr- lassen stahn und kein Dank heit sieget doch. Sie mache dazu haben; er ist bei uns uns von Irrthum frei und wohl auf dem Plan mit von der Sünde Sclaverei. seinem Geist und Gaben. Nehm'n sie uns den Leib, laß fahren dahin, sie habens Gut, Ehr, Kind und Weib, kein Gewinn; das Reich muß uns doch bleiben. Am Reformationsfeste. In eigener Melodie. 2100 in in feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen! frei aus aller Noth, die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind, mit Ernst ers jeßt meint, groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist, auf Erd ist nicht seins Gleichen. 2. Mit unsrer Macht ist Nichts gethan, wir sind gar bald verloren; es streit für uns der rechte Mann, den Gott selbst hat erforen. Fragst du: wer er ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott; das Feld muß er behalten! 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr; es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, thut er uns doch nicht, das macht, er ist gericht: ein Wörtlein kann ihn fällen. el. Christus, der ist mein Leben 211 Ach bleib mit dei ner uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List. 2. Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser werth, daß uns beid hier und dorte sei Güt und Heil bescheert. 3. Ach bleib mit deinem Glange bei uns, dit wer thes Licht; dein Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht. 4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns du reicher Herr; dein Gnad und all Vermögen in uns reichlich vermehr. 5. Ach bleib mit deinem Schuße bei uns, du starter Held, daß uns der Feind nicht truge, noch fäll die böse Welt. 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, meinHerr und Gott, Beständigkeit verleihe, Hilf uns aus aller Noth. Heiligung ( Kirche.) Mel. Ein feste Burg 5. Entferne Zwietracht, 212 Herr, deine Kirche Krieg und Mord, erhalt uns uns, gestärket durch dein Wort, im Guten nie ermüden. Mache leicht, was drückt, gib uns, was beglückt. Nach der Prüfungszeit ruf uns zur Seligkeit, zu deines Himmels Freuden. noch wohnt dein Wort im Lande! Von deiner Gnade haben wir noch deinen Geist zum Pfande. Kommt sie in Gefahr durch der Feinde Schaar, dann, o Jesu Christ, besiege Macht und List und herrsch in jedem Lande! 2. Sei, Herr, mit uns! Verlaß uns nie, uns, deines Leibes Glieder! Hilf deiner Kirch und schüße sie; denn wir sind deine Brüder. Sie, die dir vertraut, hast du selbst erbaut. Ach, erhalt sie rein; und die den Bund ents weihn, die heilige dir wie der. 153 4. Und du, o Jesu, bist so treu! Ach, daß wir fröm mer wären! Mach alle Her zen rein und neu, laß alle sich bekehren. Gib uns Wis senschaft, Glaube, Lieb und Kraft, gib Entschluß und Muth, zu wagen Ehr und Blut zum Preise deiner Lehre. 6. Herr, deine Kirche streitet noch, hilf deiner Kirche siegen! Wie schwer ihr Kampf ist, müsse doch kein Kämpfer unterliegen! Hör ihr findlich Flehn. Eil, thr beizustehn, daß sie standhaft sei, stets deiner Wahrheit treu! Hilf deiner Kirche siegen! 3. Eins ists, was deine Mel. Herzliebster Jesn Treuen fränkt, daß unter 213 wir bein Wort Jesu, deinen Christen noch mancher deiner nicht gedenkt, beherrscht von seinen Lüften. Vieler Glaub ist schwach, talt die Lieb, und ach, sie bedenken nicht, es wart ein schwer Gericht auf träge, fichre Christen. bestehen, und Erd und Himmel werden ehr vergehen, eh eine Macht das Reich, das du errichtet, jemals vernichtet. 2. 3mmer noch sammelst du dir auf der Erden Menschen, die willig dir gehorsam werden und deinen Frieden hier schon im Gewissen fröhlich genießen. 3. Reizt blendende Versuchung sie zu Sünden, biſt du ihr Beistand und hilfst überwinden. Nichts wird sie jemals deiner Hand ent reißen: Du hasts verheißen! 65 154 Werke und Wohlthaten Gottes. 4. Wohl allen denen, die jederzeit mit Wahrheitssinn bir, Jesu, trauen! Was sie Verträglichkeit. Die Liebe bir glauben, wird ihr Aug sei der Kirche Zier. Dann einst schauen, dich und die sieget sie. Gott ist mit ihr! Freuden, womit du beloh- Er ist ihr Schutz. neft da, wo du thronest. 6. Und wenn auch seines Wortes Licht nicht gleich durch alle Nebel bricht und Spötter stolz die Wahrheit schmähn, verzaget nicht! Sie wird bestehn; sie ist von Gott! 5. Dann erschallen fröhlich von der Deinen Menge dir, unserm Haupte, höhre Lobs gefänge, wenn einst dein Volk, das hier dein Geist regieret, bort triumphiret. Mel. Erschienen ist ber herrlich 7. Schaut auf zur Sonne; sie erhellt nicht gleich den 214 obfinget Gott! ganzen Raum der Welt. denn seine Macht vertrieb des Aberglaubens Nacht. Uns deckte bange Finsterniß; der Herr wars, der uns ihr entriß. Lobsinget ihm! Laßt, Christen, unsers Lichts uns freun und Gott durch Thaten dankbar sein, wie er sie liebt. 2. Verdunkelt war der Wahrheit Licht, selbst Christenlehrer sahn es nicht. Aus Unterricht ward Glaubenszwang, in harte Sclaverei versant das Volk des Herrn. 3. Wie tobte der Ver8. Lobsingt, lobsingt dem Herrn und freut voll Hoff nung euch der Ewigkeit! Dort wird nur Liebe, dort allein Ein Hirt und Eine Heerde sein. Lobsingt dem Herrn! Mel. Herzliebster Jesu! folger Wuth! Wie firömte 215 Las boch, o Jesu, Christen Blut! Und ihre Würger rühmten doch sich ihrer Gottesliebe noch. O welch ein Wahn! laß dein Reich auf Erden nie unterdrücket, stets erweitert werden! Gib allen Menschen deiner Lei den wegen Licht, Heil und Segen! 2. 4. Gott kam und stand der Kirche bei; da wurden die Gewissen frei; da schwanden Aberglaub und Wahn. Das hat der Herr, der Herr gethan. Singt, singt ihm Dank! 5. Vereint nun, Christen, Erleuchte sie, daß sie dich recht erkennen und glau bensvoll dich ihren Heiland nennen! Olehre sie mit Eifer deinen Willen schon hier erfüllen! Heiligung( Kirche). 155 Führe die Deinen, wie du selbst versprochen, führe sie endlich aus dem Kampf hienieden zum ewgen Frieden. 4. Ewig, o Heiland, sei dein Nam erhoben! Ewig frohlockend müsse dich einst loben, o du Beschirmer deis ner schwachen Heerde, Himmel und Erde! 3. Laß sie die Schrift mit frommer Achtung ehren; denn sie enthält der wahren Weisheit Lehren, und ohne diese suchet man vergebens den Weg des Lebens. 4. Ach, steure, Herr, dem Toben deiner Feinde und vor dem Irrthum warne deine Freunde! Gib, daß sie prüfen und dem Aberglauben die Herrschaft rauben. Mel. Eine fefte Burg 5. Sei du ihr Licht in 217Wenn Christus ſei bangen und wecke selbst ihr schlafendes Gewissen! Erhebe tröstend, schlägt sie Kummer nieder, ihr Herz auch wieder. 6. Herr, schüß uns mächtig vor der List der Bösen, bis du von ihnen ganz uns wirst erlösen und wir zum Kreise der verklärten Frommen frohlockend kommen. so mag die Hölle wüthen; er, der zur Rechten Gottes sigt, hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah: wenn er gebeut, stehts da. Er schüßet seinen Ruhm und hält das Heiligthum. Mag doch die Hölle wüthen! 2. Und wenn auch Fürs ften auf dem Thron sich wis der ihn empören, stets werIn voriger Melodie. 216 hüße die Dei den ihn, des Höchsten Sohn, nen, die nach dir sich nennen und dich, o Jesu, vor der Welt be kennen. Laß deinen Händen, wie du selbst verheißen, Nichts sie entreißen. zahllose Völker ehren. Sein Wort ist wahr; Nichts ist der Großen Macht und List. Wie lange währt ihr Spott? Auch sie sind Staub vor Gott. Sie mögen sich empören! 2. Laß deine Wahrheit rein verkündet werden. Mach ihre Siege herrlicher auf Erden. Gib Muth und Weisheit denen, die sie leh: ren, dein Reich zu mehren. 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn; uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn; wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Chrift! Wer hier sein Jünger ist, fein 3. Du hast noch niemals, Herr, dein Wort gebrochen. 6 156 Werke und Wohlthaten Gottes. sein Wort von Herzen hält, lockst der Menschen Menge dem kann nur hinweg von An und Schmerz. Selig, wer dir seine Zeit, seine Kraft, sein Leben weiht! ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Drohn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß bedecken. Der Herr, der starke Gott, hält über sein Gebot, gibt uns Geduld in Noth und Kraft und Muth im Tod. Was kann uns denn erschrecken? 5. Mag der Krieg die Welt zerrütten! Friede schwebt um deinen Thron. In Palästen, in den Hütten, groß ist überall dein Lohn. Jeder, jeder, der dich ehrt, ist und bleibt dir ewig werth. 6. Drohn dir gleich die Frevler alle, rüstet sich der Mel. Gott bes Himmels und Spötter Heer; ach, sie na: 218 Herrlich ins in hen sich dem Falle und dann toben sie nicht mehr! Ewig wird dein Reich bestehn; Wahrheit kann nicht unter: gehn. 7. Reiche diese Welt ver schwanden, Kronen fanten in den Staub; aber seit dein Reich erstanden, ward es nie der Zeiten Raub. Jezt noch blickt dein Unter than hochentzückt zu dir hinan. 8. In den fernsten Him. melsstrichen glänzt, o Herr, dein mildes Licht. Thoren nur, die von dir wichen, sehen seine Strahlen nicht: doch der Weise bleibt dir treu, und du macht ihn groß und frei. deinem Reiche, König der erlösten Schaar! Jede Sinnenlust entweiche; dennoch beutst du Wonne dar, Wonne, die den Geist erhöht und dem Strom der Zeit entgeht. 2. Was sind Rang und eitle Schäße? Was sind Kronen dieser Welt? Freunde deiner Reichsgeseße sind einst Engeln zugesellt. Edel handeln ist ihr Ruhm, deine Huld ihr Eigenthum. 3. Hier ist Weisheit, hier ist Tugend, wo dein großer Geist regiert, wo das Alter, wo die Jugend sich mit deinem Sinne ziert. Selbst der Sünder preist sein Glück, eilet er zu dir zurück. 4. Mehre selbst die Zahl mit Strenge; nur von Liebe wallt dein Herz, und du 9. Mehre selbst die Zahl der Weisen! Herr, erweitre dein Gebiet und laß einst auch den dich preisen, der noch Heiligung( Heilige Taufe). 157 noch blind vor kniet. Mel. Liebster Jesu, wir sind err, stehen Beig uns allen nach der Zeit 221 Hier vor dir: deines Reiches Herrlichkeit! Heilige Taufe. laß dieß Kind auf unsern Armen dir gefallen, bitten wir, und erzeige dein Erbarmen: laß es hier be glückt auf Erden, dort des Himmels Erbe werden. ( Vorder Taufe.) 219 Do gern ers Mel. Sollt es gleich bisweilen der ( Nach der Taufe.) freuet, immer seine Huld Mel. Wer nur den lieben Gott erneuet, weihen durch die 222 auf deinen NaTaufe wir dieses Kind, o Vater, dir. 2. Gib ihm Wachsthum und Gedeihen, laß es stets das Böse scheuen und beglücke das Bemühn, es zum Himmel zu erziehn. men, Gott, Vater, Sohn und heilger Geift! Ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volk, das dir geheiligt heißt. O welch ein Glück ward dadurch mein! Laß, Herr, mich dessen würdig sein! 3. Stärke künftig seinen Glauben, laß ihm den die Welt nicht rauben, nicht den Trost, daß es ein Christ, daß du, Gott, sein Vater bist. 4. Laß es stets dich froh bekennen, daß es niemand von dir trennen, Niemand auf der Tugend Bahn Heil und Ruh ihm rauben kann. 2. Du hast mich für dein Kind erkläret, mein Vater, und ein selig Theil hast du. Sohn Gottes, mir gewähret an dem von dir erworbnen Heil! Du willst, mein Leben Gott zu weihn, Geist Gottes, selbst mein Beistand sein. Mel. Wer nur den lieben Gott 3. Die Liebe ist nicht zu ermessen, die du, mein Gott, du mir O laß mich err 220 Helbst die Tauf nie die Pflicht vergessen, das befohlen, dir, dessen Treu unwandelbar, dir sei auch dieses Kind befohlen! Wir bringen es dir flehend dar: o segne es, Herr Jesu Christ, der du der Taufe Stifter bist! zu ich selbst mich dir vers band, als du in deinen Bund mich nahmst und mir mit Heil entgegenkamst! 4. Du bist getreu! Auf deiner Seitz bleibt dieser 67 Bund 158 Werke und Wohlthaten Gottes. Bund stets feste stehn. Ja felbft wenn ich ihn über schreite, läßt du dein Vaterherz mich sehn. Du regest mein Gewissen an und lenest mich auf die rechte Bahn. 5. Ich gebe, o mein Gott, aufs neue mich ganz zu deinem Opfer hin. Erwecke mich zu neuer Treue und bilde mich nach deinem Sinn. Weich, eitle Welt, du Sünde, weich! Gott hört es: jetzt entfag ich euch. 6. Befestige dieß mein Versprechen, mein Vater, und bewahre mich, daß ich es niemals möge brechen! Mein ganzes Leben preise dich! Gott meines Heils, sei ewig mein und laß mich dein auf ewig sein! 3. Gelobt, mein Gott, sei deine Liebe, die mir, noch eh ich dich gekannt, aus freiem väterlichem Triebe schon so viel Gutes zugewandt! Wie huldreich hast du mein gedacht und für mein wahres Wohl gewacht! 4. Dir geb ich mich, mein Gott, aufs neue nun ganz aus Dank und Liebe hin. Erwecke mich zu steter Treue und bilde mich nach deinem Sinn. Was dir mißfällt, sei fern von mir und heilig sei mein Leben dir! 5. Damit ich, was ich hier verspreche, auch redlich halte und getreu, nie mein Ge lübd aus Leichtsinn breche, steh, Gott, mit deiner Kraft mir bei, und fall ich, so verwirf mich nicht, o Herr, vor deinem Angesicht! Mel. Wer nur den lieben Gott Erwecke mich durch dei223 I nach Jefu Leh- ne Gnade zum steten Ernſt bin getauft ren, dich, Vater, deinen Sohn und Geist so zu bekennen und zu ehren, daß Herz und Mund und That dich preist, und dann des Glücks, ein Chrift zu sein, mich hier schon und einst dort zu freun. 2. Du hast zu deines Reider Besserung und leite mich auf sichrem Pfade des Glaubens und der Heiligung. Gott meines Heils, sei ewig mein und laß mich stets dein eigen sein! Mel. Jesus, meine Zuversicht ches Erben, o treuer Vater, 224 Gwia, ewig bin ich mich es hat die Frucht aus seinem Sterben dein Sohn, mein Heiland, mir gewährt; und dir mein Leben ganz zu weihn soll selbst dein Geist mein Beistand sein. dir, mein Gott, erkaufet; bin auf dich, um dein zu sein, Vater, Sohn und Geist, getaufet! Dessen soll mein Herz sich freun, Heiligung( Heiliges Abendmahl). freun: ewig, ewig bin ich dein! 2. Welch ein göttlicher Gewinn, daß ich durch der Taufe Gabe Gottes Kind und Erbe bin, daß ich ihn zum Vater habe! Heilig, Das heilige Abendmahl. heilig will ich sein; ewig, Bater, bin ich dein! 3. Jch gelobt es, und den Tel. Befiehl du deine Wege noch brach ich oft den Bund 225 Versammelt hat. kämpfte und wurde doch schwach im Kampf und matt im Laufe. Dennoch will noch Jesus mein, Gott will noch mein Vater sein! die Jünger feierlich; es nahte seine Stunde, die Abschiedsstunde sich. Die sich der Hoffnung freuten, mit ihm zum Thron zu gehn, sie sollten nun ihn dulden, ach, bluten, sterben sehn. 2. Sie sollten nun Bekenner der beilgen Wahrheit sein, für sie und für die Brüder, wie er, den Tod nicht scheun. Ach, wie er jetzt so rührend beim frommen Abschiedsmahl den Freunden, den Erwählten noch Lieb und Treu empfahl! 3. Er sah am Kreuz sich sterben und weihte Brod und Wein, den Blick zu Gott erhoben, für sie laut dankend ein. Nehmt, sprach er, diese Gaben, das ist mein Leib, mein Blut; o denket mein, ihr Lieben, so oft ihr solches thut! 4. Wie konnten sie vergeffen, was ießt ihr Lehrer that, der scheidende Geliebte jetzt, ach, so zärtlich bat! Nehmt 4. Dieß, o Gott, versprachst du mir; das hat Jesus mir verheißen. Und ich sollte, Sünde, dir, dir, o Welt, mich nicht entrei Ben? Ja, ich wills; ich will nicht dein, ich will meines Gottes sein! 159 Gott, erkaufet; bin auf dich, um dein zu sein, Vater, Sohn und Geist, getaufet. Ewig, ewig laß mich dein, ewig laß mich selig sein! 5. Jesum, dem ich bin getauft, bin von ihm so hoch erhoben, bin ihm durch sein Blut erkauft, Jesum soll mein Leben loben! Ihm will ich, denn ich bin sein, meine ganze Seele weihn. 6. Wachen will ich, flehn um Kraft, daß ich stets auf seinem Wege heilig und gewissenhaft und im Glauben wandeln möge. Und er wird mir Kraft verleihn, treu bis in den Tod zu sein. 7. Höre mich, denn ich bin dein, theuer dir, mein 160 Werke und Wohlthaten Gottes. Nehmt hin, für euch gege- Denn schon bienieden ge ben wird dieser Leib, dieß Blut; o denket mein, ihr Lieben, so oft ihr solches thut! währt die Tugend euch Beseligung. 5. Nun ward dieß Mahl zur Feier; stets schwebte liebreich mild und hehr vor ihren Blicken des treusten Freundes Bild; gab ihnen reinre Liebe, zur Tugend höhern Muth. Sie opfer ten der Wahrheit mit Freuden Gut und Blut. 6. Auch uns zum Heil gestiftet ward sein Gedächtniß mahl; für uns auch starb aus Liebe er unter Schmach und Qual. Wer könnte sein vergessen, vergessen, was er bat, eh er den Weg des Todes zu unserm Heil betrat? 7. O laßt nun am Altare uns seiner dankbar freun und froh den Bund der Lies be, der Tugend Bund erneun! Sein Mahl stärk unsern Glauben, stärk ihn in Schmerz und Noth, mach heilig unser Leben, mach freudig unsern Tod! Mel. Liebster Immanuel 226 Naht dem Altare, Unsterbliche, nahet und feiert hier den Tag Segnet den Festtag des Bundes! Empfahet bei Jesu Mahle Kraft zur Heiligung. Fühlt Gottes Frieden! 2. Aber gebietet auf rauheren Wegen die Tugend euch zu gehn, o wantet nicht! Blicket auf Jesum! Mit ewis gem Segen, mit Ruhm vor Gott belohnt erfüllte Pflicht! Auf, auf und ringet zum Ziel! Vollbringet den Ruf der Gottheit! Auf und wanket nicht! 3. Bei dem Gedächtniß des Heiligen schwöret, dem hohen Tugendbund getreu zu sein! Schwört bei dem Tode des Heiligen. Höret, ihr Mitunsterblichen, den Schwur: Wir weihn in dieser Stunde dem großen Bunde der wahren Tugend uns. Gott, wir sind dein! 4. Singt dem erhabenen Muster der Frommen, des Bundes Erstem, Preis und Lobgesang! Er ist zum Segen der Menschheit gekommen; vom Himmel bracht er Licht. Nun lebenslang im Licht zu wandeln, wie er, zu handeln, dieß, Christen, sei der ihm geweihte Dant! Mel. Ein Lämmlein geht 227 Du, Herr, haft aus Barmherzigkeit zum Denkmal deiner Gnaden das ganze Volk der Christenheit voll Liebe ein geladen. Du rufft: Mühfelge, Heiligung( Heiliges Abendmahl). 161 selge, kommt zu mir! Jch nem Reich verklärt, unsterbkomme, Heiland, ja, zu dir lich, Engeln gleich dich ewig erheb ich meine Seele. Ent: froh erhebe. zeuch mir deine Gnade nicht, sei auch mein Trost, mein Mel. Wer nur den lieben Gott Heil, mein Licht. Du siehst, 228 Hier bin ich, de ich fehle. 2. Ja, meiner Schulden sind weit mehr, als ich ver. mag zu zählen. Ich fühl es wohl und leide sehr vor Unruh meiner Seelen. Doch du bist meine Zuversicht. Verlaß mit deinem Trost mich nicht; du siehest meine Reue, Erbarmer, nimm sie gnädig an; du bist, der belfen will und kann, daß sich mein Herz erfreue. 3. Nach deinem Troste sehn ich mich, gebückt vor dir im Staube. Dein tröst ich mich, und nur auf dich, Erlöser, hofft mein Glaube. Gebeugte willst du nicht verschmähn, versprichst, den Schwachen beizustehn, die nach der Beßrung trachten. Stets bleibst du deinem Worte treu und wirst ein gläubig Herz voll Reu und meines nicht verachten. 4. Regiere nur auch fünf tig mich, daß ich vorsichtig handle und heilig, voll Ver traun auf dich, nach deinem Willen wandle. Gib, daß aus Dank für deine Huld in Liebe, Glauben und Geduld ich dir auf Erden lebe, bis ich dereinst in dei len, was du in deiner Leis densnacht, nach deinem gnadenvollen Willen zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleih zur Uebung dieser Pflicht mir deines Geistes Kraft und Licht! 2. Es werde, Herr, für mein Gewissen dein Mahl ein tröstlich Unterpfand, daß ich, der Sündenschuld ents rissen, durch dich bei Gott Vergebung fand. So freuet meine Seele sich in deinem Heil und lobet dich. 3. Bewundernd denk ich an die Liebe, womit du unser Heil bedacht. Wie stark sind deine Mitleidstriebe, die dich bis an das Kreuz gebracht! O gib von deinem Todesschmerz jezt neuen Eindruck in mein Herz! 4. Laß mich mit Ernst die Sünden scheuen, für welche du dich opfernd starbft; durch schnöden Mißbrauch nie entweihen, was du so theuer mir erwarbst. Nie führe mich zur Sicherheit der Trost, den mir dein Tod verleiht! 5. Jch übergebe mich aufs neue, o du, mein Herr und Gott 162 Werke und Wohlthaten Gottes. Gott, an dich, ich schwöre mühselig und beladen. Gott, dir beständge Treue an mein Erbarmer, würdge deinem Tische feierlich. Dein mich des Wunders deiner eigen will ich ewig sein. Gnaden. Ich liege hier vor Du starbst für mich, drum deinem Thron, Sohn Gotbin ich dein. tes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh, ich suche Ruh und finde fie im Glauben der Erlösten. 6. Nie will ich mich vor Spöttern schämen des Dienstes, den man dir erweist, mich nie zu einem Schritt bequemen, den mein Gewissen fündlich heißt. D flöße mir den Eifer ein, wie du, o Herr, gesinnt zu sein! 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben und, wenn er strauchelnd sich versieht, Versöhnlichkeit und Sanft muth üben. Nie komm es mir aus dem Gemüth, welch eine schwere Sündenlast du mir aus Huld erlassen hast! 3. 8. Es stärke sich in mir der Glaube, daß meine Seele ewig lebt, und daß einst aus des Grabes Staube mich dein allmächtger Ruf erhebt, wenn du dich, grober Lebensfürst, den Völkern sichtbar zeigen wirst! So freue dich, mein Herz, in mir: Er tilget deine Sünden und läßt in seinem Mahle hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufft, und er erhört dich schon, spricht liebreich: Sei getrost, mein Sohn! die Schuld ist dir vergeben. Du bist in meinen Tod getauft und du wirst dem, der dich ertauft, von ganzem Herzen leben. 9. Gebeugt lieg ich zu bei nen Füßen mit Dank und Lob, Gebet und Flehn. Laß auf mich neue Gnade flieBen! Mein Heiland, laß es doch geschehn, daß mir zur Stärkung meiner Treu dein Abendmahl gesegnet sei! 4. Dein ist das Glück der Seligkeit; bewahr es hier im Glauben und laß durch keine Sicherheit dir deine Sieh, ich 229 Jund suche dich vereine mich mit dir, ich Mel. Ein Lämmlein geht komme, Herr, bin 2. Dich bet ich zuversichtlich an, du bist das Heil der Sünder, hast ihre Schulden abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Nacht und an dein Wort: Es ist vollbracht! Du hast mein Heil verdienet. Du haft für mich dich dargestellt; Gott mar in dir und hat die Welt in dir mit sich verfühnet. Heiligung( Heiliges Abendmahl). 163 bin der Weinstock; bleib an du an mich gewandt! D mir, so wirst du Früchte stärke mein Gemüthe zum bringen. Ich helfe dir, ich gläubigen Vertraun auf dich, flärke dich, und durch die daß ich, solang ich lebe, Liebe gegen mich wird dir mich an deine Gnade halte! der Sieg gelingen. 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot, ich will es treu erfüllen und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn und deinen Tod zu preisen! Laß mich den Ernst der Heiligung durch meine wahre Besserung mir und der Welt beweisen. 4. Ich fühle, Herr, voll Neu und Schmerz die Last von meinen Sünden. Laß mein vor dir gebeugtes Herz den süßen Trost empfinden, daß ich in deines Vaters Huld gewiß Vergebung meis ner Schuld auf Buße finden werde! 5. Der Troft, den mir dein Tod verschafft, werd ewig mir zum Segen! Er stärke mich mit neuer Kraft, auf allen meinen Wegen nur das zu thun, was dir 230 Welt zu gefällt, und alle Furcht und Mel. Es ist das Heil uns ch preise dich, Heil, für deine Todesleiden. Hab ich an ihren Früchten Theil, was fehlt dann meis nen Freuden? Du wardst ein Opfer auch für mich; o gib, daß meine Seele sich deß ewig freuen möge! 2. Was kann mein Geist durch deinen Tod nicht noch für Segen finden! Erquis dung in der Todesnoth, Vergebung aller Sünden, Gewissensruh, zur Beßrung Kraft, das hast, du, Herr, auch mir verschafft, da du am Kreuze starbest. 3. Dein Mahl ist mir ein Unterpfand von deiner großen Güte. Wie viel hast überwinden! 6. Laß mich mit Glaubensfreudigkeit vom Bundesmahle essen und der Verbrüdrung heilgen Eid undankbar nie vergessen, daß ich aus echter Gegentreu dir bis zum Tod ergeben sei, dir und den Brüdern lebe! 7. Laß deiner Leiden großen Zweck mir stets vor Augen stehen! Nimm alle Hindernisse weg, die steile Bahn zu gehen, die mir dein heilig Vorbild weist und die einst den erlösten Geist zu deiner Freude führet! 8. 3um ewgen Leben haft du dich für mich dahingegeben, 164 Werke und Wohlthaten Gottes. geben. Dein Abendmahl er wecke mich, mit Ernst danach zu streben! Herr, mache mich dazu geschickt, und werd ich einst der Welt entrückt, so fei dein Tod mein Leben! dann nahst du dich der Tugendbahn, dann gehe zum Altar hinan. 5. Beschämt und mit ge beugtem Sinn schau auf den großen Dulder hin, der liebreich für die Sünder starb und ihnen Got Huld erwarb; dann 231 Chrift, eile nie mit glaube froh, daß Gott uns liebt, gern Reuigen die Schuld vergibt. sicherm Sinn zum Liebesmahle Jesu hin, denk nicht, des großen Dulders Blut macht jedes Sünders Laster gut! Weh dem, der dieses Mahl entweiht durch Selbstbetrug und Sicherheit! 6. So, frei von Heuche lei und Wahn, müss Jeder sich dem Mahle nahn, das du in deiner lezten Nacht, o Herr, zum Denkmal uns gemacht! Da dämpfe der Ge dank ans Kreuz der Thorheit Luft, der Sünde Reiz! 2. Wer sich zu ihm unwürdig naht, der häuft die Schuld der Missethat. Sei nicht dein Feind, empfah es nicht dir, ach, zum strengeren Gericht! Nein, erst empfinde tief dein Herz der Sünde Schmach, der Reue Schmerz! 7. Da rühr uns tief dein göttlich Bild und mach uns liebreich, sanft und mild; da schenk dein Geist uns Muth und Kraft zum Kampfe mit der Leidenschaft, daß heilig wir durchs Le ben gehn, dem Tode froh entgegensehn. Mel. Gott Bater, en Erbarmen tes 3. Erst sei dein Vorfaß fest und rein, nicht mehr der Sünde Sklav zu sein; erst gib zurück, was deine Mel. Meineu Jesum laß ich nicht Hand durch List, durch Trug, 232 Naht mit Un Raub entwandt, Zürnender, versöhne dich mit deinem Bruder brüderlich! Ge müth, Brüder, christlich dem Altare; wer in Jugendfülle blüht, und der Greis im Silberhaare, hoch und niedrig, arm und reich, naht: hier seid ihr alle gleich! 4. Besiegst du so in deiner Brust des Lasters Macht, die böse Lust; bist du entschlossen und bereit, zu käme pfen manchen harten Streit, 2. Stärkt euch für die höhre Welt! Fließt, der Lie Heiligung( Heiliges Abendmahl). Liebe Thränen, fließet! Wer vom Brode jegt erhält, wer vom Weine jest genießet, fühl Entzücken inniglich, stärke für den Himmel sich! 3. Stärket euch, bleibt rein und gut; denfet Alle: Wir sind Brüder! denket: Jesu Christi Blut floß für uns am Kreuze nieder; Menschenwürde, Menschen finn uns zu lehren, floßeshin. 4. Der uns lehrte, Kraft und Gut für der Brüder Bohl zu geben, gab für Wahrheit hin sein Blut, gab für Tugend hin sein Leben, hat, was er empfahl, geübt. D, wie hat er uns geliebt! 5. Denket seiner! Thränen fließt! Freudenthränen weinet, Brüder! Wer vom Brode jetzt genießt, wer vom trinket, Brüder, denke an den Menschenfreund! Denkt an Jesum, dankt und weint! Weine 165 niglich, stärke für den Him mel sich! 8. Wer den Kelch des Nachtmahls trinkt, wer vom Brode jest genießet, wer in Andacht fromm versinkt, wem der Reue Thräne fließet, ist mein Bruder, ist mein Freund, und ich habe keinen Feind. 9. Fließt, der Liebe Thränen, fließt! Vorgefühl der Himmelsfreuden fühle, wer das Mahl genießt, Kraft zum Guten, Troft im Leis den. Fühlt euch all als Menschen gleich, fühlt als Hims melsbürger euch! 7. Alle gehn wir Eine Bahn, Alle gehn wir zu dent Ziele edler Menschlichfeit hinan. Voll der seligsten Gefühle bete Jeder in10. Jesus Christus hat sein Blut für der Menschen Wohl gegeben. Laßt uns Kräfte, Geist und Gut Menschen widmen, für sie leben; laßt uns zu des Himmels Höhn auf der Bahn der Liebe gehn. Mel. Freu dich sehr, o meine 6. Laßt mit heiligem Ge: 233 Voller Ehrfurcht, Dank und Freumüth all uns nahen dem Altare; wer von Lebenskräften gläht und der Greis an naher Bahre, hoch und niedrig, arm und reich! Brüder, hier sind Alle gleich! den, komm ich, Herr, auf dein Gebot zu dem Denkmal deiner Leiden und gedenk an deinen Tod. Mittler, der du für mich starbst, mir ein ewig Heil erwarbst, dir zur Ehre stets zu leben fei mein eifrigstes Bea streben! 2. Ich empfind es jetzt aufs neue, was ich dir, Herr 166 Werke und Wohlthaten Gottes. Herr, schuldig bin. Du, den Augen seßen, wie nur du gabst mit großer Treue ganz dich mir zum Dienste hin: wiesest mir den Weg zu Gott und ertrugst den schwersten Tod, mir im Le ben und im Sterben sichre Tröstung zu erwerben. der daran hat Theil, der auf deine Stimme hört, mit Gehorsam dich verehrt und in deinem Dienst auf Er. den immer besser strebt zu werden! 3. Durch dich ist zu Gottes Gnade freier Zutritt und die Kraft, auf der Tus gend selgem Pfade fest ein herzugebn, verschafft. Und du rufft aufs neue mir durch dein Nachtmahl, daß ich hier Theil an deinem Segen nehme und mich deiner niemals schäme. 4. Sollt ich, Jesu, denn vergebens diese deine Huld empfahn? Nicht zur Beßrung meines Lebens mich zu deinem Tische nahn? Ja, mit neuem Ernst will ich mich vor Sünden scheun und dich durch ein dir geheiligt Leben mit vermehrtem Fleiß erheben. 5. Diesen Vorfaß, den dir zu sein, präg ihn, Jesu, bis zum Grabe tief in meine Seele ein! Gib mir Kraft, ihn zu vollziehn! Lehre mich mit Vorsicht fliehn, was ihn könnte bei mir schwächen, was mich reizt, ihn gar zu brechen! 6. Laß mich über Alles schäßen dein mir theur er: worbnes Heil und nie aus 7. Geh mir, wo ich bin und wandle, immerfort mit Hülfe nach, daß ich als ein Christ stets handle; und wird je mein Glaubeschwach, o so bilf mir liebreich auf, daß ich in dem Tugendlauf nimmer wante, nie ermüde! So erquicke mich dein Friedel 8. Ewig will ich dir es danken, daß du so barmherzig bist, daß auch, wenn wir Schwache wanfen, deine Treu beständig ist. Herr, ich hoff es froh und fest, daß sie mich auch nie verläßt! Zu des Himmels Seligkeiten wird sie mich gewiß auch leiten. Mel. Schmüde dich. o liebe S. 234 Schicke dich, er gläubig nach des Herrn Be fehle seinen Mittlertod zu feiern, deinen Dank ihm zu erneuern. Auch für dich hat er sein Leben in den bängsten Tod gegeben, dir für Zeit und Ewigkeiten Heil und Wohlfahrt zu bereiten. 2. Zum Genusse seiner Gnaden wirst du von ihm eingeladen; eil ihm demuthsvoll Heiligung( Heiliges Abendmahl). 167 voll entgegen und nimm und dich dankbar froh erheTheil an seinem Gegen. Komm getrost, es ist sein Wille, komm und schöpf aus seiner Fülle neuen Muth und neue Triebe zur Verehrung seiner Liebe. ben. Deine Huld ist unermeßlich; Herr, sie sei mir unvergeßlich, daß ich dich aus frommem Triebe tha tig ehre, folgsam liebe! 3. Herr, ich komme mit Verlangen, Seelenruhe zu empfangen. Deine Liebe soll mich stärken in dem Fleiß zu guten Werken. Mit den heiligsten Entschlüssen will ich Brod und Wein genießen, mich der Bruderliebe weis hen, deines Todes mich ers freuen. 7. Du, dem dort der Frommen Schaaren, die, wie ich, auch Sünder wa ren, ewig Dank und Jubel singen, daß sie hier dein Heil empfingen, laß auch mich einst dahin kommen, daß ich mich mit allen Frommenewig deiner Huld erfreue und dir einst mein Danklied weihe! 4. Ach, wie hungert mein Gemüthe, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ich ges 235 hit meinem mel. Schon ist der Tag von Gott will lob dir neue Treue; fiche, Herr, mein Herz voll Reue! Meinem kindlichen Begehren wollst du deinen Trost ge: währen, meiner Sünden nicht gedenken, mir Gewis: sensruhe schenken. 5. Ja, ich hoff auf deine, Gnade, daß sie mich der Schuld entlade und mit neuer Kraft zum Werke mets ner Heiligung mich stärke. Was du, da du für uns farbest, Jedem, der Gott sucht, erwarbest, Seelenruh und ewges Leben, wirst du mir gewiß auch geben. 6. Deiner will ich mich stets freuen, ganz mich meinen Pflichten weihen, nur nach deinem Willen leben Herrn bei seinem Mahl erneuern; ich will, von Weltgeschäften fern, heut sein Gedächtniß feiern. Der Tag fei hehr und heilig mir! Froh soll mein dankbar Herz zu dir, Erlöser, sich erheben! 2. Mich führe nicht Gewohnheit hin, nicht der Betrug der Sünde, als ob ein unbekehrter Sinn dadurch schon Gnade finde. Nein, frei von niedrer Heuchelei, von eitlem Selbstbetruge frei will ich dein Mahl heut feiern! 3. 3um Eigenthume will ich mich aufs neue dir ergeben; bekennen will ichs öffentlich, dein Sterben sei mein 168 Werke und Wohlthaten Gottes. mein Leben. Solang ich Herr, mit Dank des Bundes athme, will ich dein und heilgen Trank und geloben deiner Liebe mich erfreun vor dir aufs heusden Tun und sie noch sterbend preisen. gend Treu, daß uns dein Tod stets Segen sei. 4. Mit Rene will ich meine Schuld vor meinem Gott geflehen und, unwerth seiner Vaterhuld, ihn um Verge bung flehen. Laß mich mit gläubigem Vertraun auf dich, mein treuer Mittler, schaun und Seelenruhe fin2. Zu der Tugend höhern Werken, zur Liebe jedes Herz zu stärken, dazu pard dieses Mahl geweiht. Wie sein Stifter hier zu wandeln, stets liebreich gut und fromm zu handeln, sind wir ent schlossen und bereit. Reicht, Christen euch die Hand! Wir gehn ins Vaterland beß rer Wesen. Mit Freudigkeit geht im Geleit der Liebe durch Gefahr und Streit! den. 5. Es sei das Mahl der Liebe mir ein Pfand von Gottes Gnade, daß ich mit frobem Muthe dir folg auf der Tugend Pfade, mich immer meines Vaters freu und voll der frohen Hoffnung fei, den Himmel einst zu erben! 6. Hilf, daß ich, jeder Sünde feind, Gott, über Alles liebe, durch dein Verdienst mit ihm vereint das Gute eifrig übe! Gefällig ist dir dieser Dank; ihn will ich dir mein Leben lang mit reinem Herzen bringen. el. Herr, wir fingen err, wir feiern 3. Sie erfüllt mit Muth die Herzen, sie duldet Allest Denkt der Schmerzen die Jesus für uns Menschen litt! Laßt uns treu einander lieben, treu jede Liebespflicht uns üben, für sie auch strei ten, wie er stritt! Der Menschenliebe weihn bei seinem Brod und Wein wir uns alle. Wer Mitleid übt, gern hilft und gibt, der ists, der Jesum Christum liebt. 236 nis. Uns freut das heilige Vermächtniß von deinem blutgen Opfertod. Deiner nimmer zu vergessen, nahn wir uns dem Altar und es sen mit Dankgefühl des Bundes Brod. Wir trinken, 4. Gott zu leben, Gott zu sterben und seinen Himmel zu dieß ist des Le bens hohes Ziel. Jesu, hilf es uns erringen; hilf Sünd und faster uns bezwingen; richt auf den Schwachen, welcher fiel! O stärk uns all im Lauf; schließ uns den Himmel auf, wann wir ster ben. At ben! Von dir herab strömt Licht ins Grab; wir trock nen unsre Thränen ab. ini duk on st Der Chor: Saglad Heiligung. dan strale 169 diesem Licht wandeln, ewig dir sich weihen! Laß ihr Herz vom Stolze rein, voll von deiner Demuth sein! 2000 bp Mel, Heir, wir singen 4. Tröfte, die in Traudrigkeit über ihre Seele wachen; stärke, Herr der Herr237 Herr, du wollst fie lichkeit, ihren Glauben, hilf den von ferne stehn, können unerhört nicht flehn. vorbereiten zu deines Mahles Seligkeiten: sei mitten unter ihnen, Gott! Heil und Leben zu empfahen, laß fie, o Sohn, sich wür big nahen, durch dich vergessen Sünd und Tod! Denn nur von Sünde rein find sie, o Jesu, dein, deine Freunde. Laß, laß sie sehn in jenen Höhn von fern der Ueberwinder Lohn! 5. Nehmet hin und eßt sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und trinkt! Jhr trinkt das Leben. Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod. Die Gemeinde. but we in Mel. Jesus, meine Zuversicht 1. Die ihr seine Laufbahn lauft, theure, mitterlöste Brüder, all auf Christi Tod getauft, alle seines Leibes Glieder, kommt, Versöhnte, tommt, erneut euern Bund der Seligkeit! is to 2. Nehmet hin und eßt sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und trinkt! Jhr trinkt das Leben. Seht, wie er die Sünder liebt, da er selbst sich für sie gibt! 3. Die mit voller Zuver ficht deines Heils, o Sohn, sich freuen, laß sie stets in 6. Hoherpriester, Jesu Christ, du bist einmal eingegangen in das Heiligthum, du bist als ein Fluch ans Kreuz gehangen. Also bist du durch den Tod eingegangen, Sohn, zu Gott! 7. Hoherpriester, ja, du bist auch für diese eingegangen! Sprich sie los, Herr Jesu Christ, wann sie nun dein Mahl empfangen! Laß fie fühlen: ins Gericht kommen, die da glauben, nicht! 8. Augenblick voll heilgen Grauns, voller Wonn und süßen Bebens! Theures Pfand deskünftgenSchauns, Ueberzeugung jenes Lebens! Schütte deine Gnad auf sie, alle deine Gnad auf fie! 9. Nehmet hin und eßt sein Brod! Jesus Christus, $ ward 170 Werke und Wohlthaten Gottes. ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und trinkt! Ihr trinkt das Leben. Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod. 12 23ms dan Der Chor: ros 2. Nehmt und eßt zum ewgen Leben. Nehmt bin und trinkt zum ewgen Le ben! Der Friede Christi sei mit euch! Nehmt und eßt zum ewgen Leben! Nehmt hin und trinkt zum ewgen Leben! Ererbt. ererbt des Mittlers Reich! Wacht! Eure Seele fei bis in den Tod getreu! Amen! Amen! Der Weg ist schmal; klein ist die Zahl der Sieger, die der Richter Frönt! Die Gemeinde. 10. Jesu Chrifti Mittlertod werd in aller Welt vertündigt, Jesu Chrifti Mittlertod, der vorm Richter uns entsündigt! Jesus Christ, mit Preis gekrönt, hat uns Staub mit Gott versöhnt, 11. In das Chor der Himmel schwingt, Herr, sich unser stammelnd Lallen. Wenn, von Seligen umringt, wir vor dir einst niederfallen, fingt ein beßrer Lobgesang für dein Sterben Preis und Dant. Son 12. Ausgeschüttet wareft du, warst wie Wasser hin gegossen; suchtest, fandest keine Rub. Deine Todes wunden flossen, strömten über, ach, vom Blut, deines großen Opfers Blut. 13. Nehmet hin und est sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sün der in den Tod! Nehmt und trinkt 13hr trinkt das Leben! Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod.m 14. Deiner Zunge Durft war heiß, heißer noch der Durst der Seele. Müd, in deines Todes Schweiß hing dein Leib, und deine Seele lechzte schmachtender zum Herrn! Doch schien seine Hülfe fern. 15. O wie warst du fürch. terlich, Tod der Sünder! Sterben, sterben sollte der Versöhner, dich, dich zu ret ten vom Verderben! Ewig faffen dein Gericht endliche Gedanken nicht. 1790 310 16. Jesus rief: Mein Gott! mein Gott! warum hast du mich verlassen? starb darauf den Kreuzestod. Wer tann diese Liebe fassen? Fluch und Tod sind nun nicht mehr. Gebt, ach, gebt dem Mittler Ehr! U 17. Nehmet hin und eßt sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sün der in den Tod. Nehmt und Heiligung. 171 und trinkt! Zhr trinkt das mel. Schmüde bich, o liebe Seele in den eiland, Lob ward et, in der Sün: 239 Helaut gro an der Tod. 61 Treue, fieh, ich widme dir aufs neue bei dem Denkmal deiner Liebe dieß mein Herz voll heißer Triebe, dir in meis nem Lauf auf Erden immer dankbarer zu werden und an deines Segens Gaben auch auf immer Theil zu haben. 2. Laß dieß Opfer dir gefallen! Du versprichst ja selbst es Allen, die nach deinem Heil verlangen, daß sie Gnad um Gnad empfangen und, wenn sie dich lieben wollen, Kraft dazu empfangen sollen. O wie könntest du das Flehen meines Her zens denn verschmähen? 3. Nein, ich trau auf dein Versprechen, Herr, du kannst Mel. Wer nur den lieben Gott 238 Nimm hin den es mir nicht brechen; denn Dank für dei: ne Liebe, erhabner Mittler, Jefu Chrift! Gib, daß ich nun mit Freuden übe, was dir, Herr, wohlgefällig ist! Es müsse deines Todes Bein mir immerdar zum Segen sein! du siehest mein Bestreben, nur nach deinem Wort zu leben. Stärke mich denn zum Genusse deines Heils in dem Entschlusse, dich und deine heilgen Lehren mit Gehorsam zu verehren! b rr9ful_ns/ Der Chortas dun mid 19.mdsit.& 1 1311 Die dein Kreug in jes nen Tagen der Märtyrer dir nachgetragen, verließen oft das Bundesmahl, um vorm Blutgericht zu stehen, mit dir bis in den Tod zu gehen, voll Freuden in des Todes Dualls Gibs Herr, Beständigkeit auch uns nicht Lust, nicht Leidd laß uns scheiden von dir, daß treu die Seele sei dir, der uns bis ans Kreuz geliebt. 2. Heil mir! Dein Brod ward mir gebrochen; ich trant, Herr, deines Bundes Wein. Von Herzen hab ich dir versprochen, dir bis zum Tode treu zu sein; und feierlich gelob ichs dir: sei du nun Hülf und Bei stand mir! 4. Diesen Dank für deine Liebe, wenn ich den dir schuldig bliebe, wie verwerflich würd ich handeln, wie der Huld zuwider wandeln, die dich trieb, auch mir zum Leben in den Tod dich hinzugeben! Welche Qualen im Gewissen würd ich einmal fühlen müssen! 5. Retit, 52 Werke und Wohlthaten Gottes. 172 5. Nein, so strafbar, so vermessen will ich nie der Pflicht vergessen, die dir, Herr, von mir gebühret, die zum wahren Heil mich führet. Ewig dir nur anzubane gen ist mein sehnlichstes Verlangen. Hilf du selbst nur meiner Seele, daß sie nicht das Ziel verfehle! 6. Bringe mich durch deis ne Gnade auf des wahren Glaubens Pfade immer näs her zu dem Ziele, wo ich ganz mich selig füble. Laß indessen mich hienieden deinen mir erworbnen Frieden im mer reichlicher genieken, bis sich meine Tage schließen. 7. O wie wird mein Herz sich freuen! Welchen Jubel wird dirs weihen, wenn du mich dorthin erhebest, wo du ewig herrschend lebest! Nichts wird dann mich weiter stören, dantvoll, Hei land, dich zu ehren; und du wirst mich mit den Freuden deines Himmels ewig weiden. and d10) F Stel. Wann mein Stündlein 240 Seiland, des sen hohen Werth des Sünders Herz empfindet, der reuvoll sich zu Gott belebrt, auf dich sein Heil nur gründet; auch ich, ich Sünder suche dich, erbar me dich auch über mich und laß mich Gnade finden! 2. Ich nehm an deinem Segen Theil; daß ich nicht trostlos bliebe, reichst du auch mir zu meinem Heil bein Mahl, dieß Pfand der Liebe. Ich nehm es und empfinde dann, wie viel du auch für mich gethan, wie viel, mich zu beglücken. 3. Hier ist dein Leib, hier ist dein Blut, für mich da hingegeben; du starbst der ganzen Welt zu gut er warbst auch mir das Leben. Ich eß das Brod, ich trink den Wein, um ganz mit dir vereint zu sein, am ganz für dich zu leben. 4. O laß mich deines Mahles Kraft in meinem Glauben stärken! Die Zuversicht, die es verschafft, treib mich zu guten Werken, zum Eifer in der Heiligung, zur wahren Herzensbesserung, zum Kampf mit bösen Lüsten! 5. Wie? sollt ich diesen Büsten noch zu meiner Schans de dienen? Ich trüge noch ihr sclavisch Joch? Ich sollte mich erfühnen, den Heis land, der für mich auch 11 starb, mir Gnade, Trost und Heil erwarb, durch Sünden zu verläugnen? 6. Nein, göttlicher Errets ter, nein, laß mich das Böse hassen, mich jeden Reiz der Sünde scheun und Muth zum Kampfe fassen, dein Mahl nicht unbekehrt ents weihn Heiligung. 173 weihn und den Entschluß, saß dich betrüben, Alles, dir treu zu sein, mit Freubigkeit vollbringen. ala 11 w doun 190 np dard lans Mel. Schmüde bich, o liebe S. was du liebest, lieben. Doch ich tenne meine Schwäche, Jesu, da ich dieß verspreche. Morgen ist wohl schon gebrochen, was ich heute dir versprochen. 241 err, der bu dein theures Leben für mich in den Tod gegeben, mich soll deine Liebe bringen, deinen Willen zu volbringen drum komm ich, von dir geladen, zu dem Mahle deiner Gnaden, dir mein ganzes Herz zu wei hen und den Bund heut zu erneuen. 2. Ja, dir schwör ichs, mein Befreier von dem Tode, hoch und theuer, dich will dich mit allen Trieben meiner ganzen Seele lieben; immer will ich mich bestreben, nur nach deinem Sinn zu leben; mich soll weder Lust, noch Leiden, Herr, von deiner Liebe scheiden!$ 29 3. Ich gelob aus treuem Herzen, meiner Brüder Noth und Schmerzen täglich brüderlich zu lindern, Elend, wo ich kann, zu mindern. Ich gelobe dir mit Freu: den auch das Unrecht still zu leiden, ungeduldig nie zu flagen, an Gott niemals zu verzagen. 4. Was du hasseft, will ich hassen, ganz von dir mich leiten lassen, nie mit Vor5. Darum hilf du mir und stärke mich in jedem guten Werke: komm und eile, mich vom Bösen, das ich thun will, zu erlösen; hiff den ersten Reiz der Sünden, den, ach, den mir überwinden; laß mich ihre Folgen schrecken und der Unschuld Freuden schmecken! 6. Laß mich deine Treu ermessen, deine Liebe nie vergessen! Laß mich, weich ich ab vom Guten, Herr, dich sehn am Kreuze bluten! Liebe schlug dir deine Wun den, das soll mich in dunteln Stunden, wenn mich Angst und Zweifel drücken, mit erhabnem Trost erquicken. 7. Gib, daß ich und alle Christen sich auf deine Sukunft rüsten, daß, wenn heut dein Tag schon käme, keiner, Herr, vor dir sich schäme! Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirst du kom. men, daß wir mit der En gel Chören, Herr, dich sehn und ewig ehren? 53 Unsterblichkeit und Vergeltung. 0p 108 uns dein Tod. Herr, dein Ge ( Nach der Kommunion), dächtniß sei uns theuer und unvergeßlich dein Gebot! Laß nie des Himmels Vova gefühle in an ertalten und vergehn; laß würdig einſt am Kronenziele, Herr, deine Herrlichkeit uns sehr 11911in s domus dupi 19 29.1. 11/ im da bin 1969m 9duot Unsterblichkeit und Vergeltung. no 10 hin Dro distue dem nid fidla bes pends? 119 und Veben, o dann verlaß glas mich nicht s1 THE 240 Hilf, Todesüberwind der, mir dann in meiner 243 Die auf der Erde Angst, der du zum Heil wallen, die der Sünder selbst mit dem Tobe rangsti und wann des Kampfes Ende gewal tiger mich faßt, nimm mich in deine Hände, den du er löset hastfibol 8900 8⁹0 25 Des Himmels Wonn und Freuden ermißt fein sterblich Herz O Troft für turze Beiben, für kurzen To desschmers Demis Todes überwinderfei ewig Breis fnd Dant! Preis ihm, det für uns Sünder den Kelch des Todes trantped mism 16.Beiledenen, die auf Grden sich schon dem Him mel weihn, die aufgelöst za werden mit heilget Furst sich freun! Bereit es ihm zu geben, wenn Gott, diht Gott, gebeut, geha fie ge trost durchs Leben hin zur Unsterblichkeit. s rado Mel. 174 1901 Mel. Wie groß ist des allmächtgen Gütte. 910 Tag 242 Vollbracht ist nun die heilge Feier; verkündigt ward von Tod. 1 790 230 Mel. Befiehl du deine Wege Sterblichen sind Staub. Sie blühen auf und fallen, des Tajes sichrer Raub. Verborgen ist die Stunde, da Gottes Stimme ruft; doch jede, jede Stunde bringt näher uns zur Gruft 2. Getrost gehn Gottes Kinder die öde, dunkle Bahn, zu der verstockte Sünder verzweiflungsvoll sich nahn, wo selbst der freche Spöt? ter nicht mehr zu spotten wagt, vor dir, Gott, seinem Retter, erzittert und ver: zagt. dus nollrar 3. Wann diese Bahn zu gehen bein Will einst mir gebeut, wann vor mir offen stehen Gericht und Ewigs feit; wann meine Kräfte beben und schon das Herz mir bricht: Herr über Tod masas Tod. 175 Mel. Was Gott thut, das ist Gott geboren. Für ihn ist, 244 Nur tur ist hier kämpft er nur als Held, die mein halt: ich bleibe nicht auf Erden. Das Herz, das jest noch träftig wallt, wird einst entkräftet werden. Ber rüttet sinkt, wann Gott mir winkt, mein Staub zum Staube nieder; mich selbst erhebt Gott wieder. Krone nicht verloren. Er tritt hervor und schaut empor; die Krone strahlt im Himmel, hier nicht im Erd: getümmel. 6. So kämpfe denn, mein froher Geist! Sei muthig; du wirst siegen. Nur deiUnes Leibes Band zerreißt; du selbst wirst nicht erliegen. Dein Lebensquell Lebensquell fließt ewig hell, er tränkt nach kurzen Leiden dich mit des Sieges Freuden. 2. Jch selbst bin mehr, weit mehr, als Staub; er ist nur meine Hülle. Ich selbst bin nicht des Todes Raub; ein Geist hat Le bensfülle. Wenn auch die Welt in Trümmer fällt, er jauchzt, daß er noch lebet und aus den Trümmern schwebetin dal im 3.Was fürcht ich denn des Todes Macht? Sie kann mich nicht erreichen. Was fümmert mich des Grabes Nacht? Sie muß dem Tage weichen. D Tag des Danks, 7. Nur kurz ist hier dein Aufenthalt. O Dank dem Freudengeber! Wer weiß, wie bald die Stimme schallt: Verlaß das Land der Gräber! Dein Vaterland ist dir bekannt: o sei nur gut und weise und rüste dich zur Reise! des Preisgefangs! Wann 245 Wie im Herb fällt das Laub, wirst du einst mein Leib zerfallen; wirft zers stäuben, Staub zu Staub, und wie leicht Gewölk vers wallen, ruhen in des Gra bes Schooś, jedes Erdentummers los. 2. Doch nicht für die Erde nur gab der Vater mir das Leben: ich bin höherer Natur, soll vom Staube mich erheben; hier ist nur $ 4 mein du das dunkle Thal entrücken? 4. Hier glängt noch nicht mein höchstes Ziel. Was kann die Erde geben? Sie gibt, und gäb sie noch so viel, tein reines Freuden leben. Mein Geist begehrt, was ewig währt und ihn auch dann erheitert, wenn alles andere scheitert. 5. Er ist ein Glied der höhern Welt; er ist von la Mel. Jesus, meine Zuversicht Unsterblichkeit und Vergeltung. 176 mein Uebungsstand; jenseits ist mein Baterland. del. Ale Menschen müssen 246 Diu leben ir zu dir zu sterben, ewig, Bater, bein zu sein, mit des Himmels frommen Erben hier schon deiner mich zu freun und mit ruhigem Gewissen einst mein Auge sanft zu schließen, diese Gna de wünsch ich mir, sie er bitt ich mir von dir! 4. Dort erst ist mein Auge nicht trüb und schwach mehr für die Wahrheit dort umgibt mich reines Licht; dort wird Alles mir zur Klarheit; dort erscheint mir zu leisten, was ich soll! unverhüllt sie, die Wahr- Ja, mein Gott, gib Licht heit, nicht ihr Bild. 02. Daß ichs könne, laß mich streben, frei von Wahn und glaubensvoll und ge recht vor dir zu leben und und Stärke, daß im Fleiße guter Werte ich beständig dir getreu, jeder Tugend Vorbild sei! 5. Auf der immer lichtern Bahn seh ich dann mit hellern Blicken, was, Erbarmer, du gethan, Menschen ewig zu beglücken. Dunkel war mir hier dein Plan; dort bet ich ihn freudig an. 3. Allen will ich nüßlich werden, ungehorsam keiner Pflicht, nie ein Nergerniß auf Erden, auch nach mei nem Toder nicht. Seelen 6. Jauchz, o Seele, fühle dich! Ernst schwingst du dich auf vom Staube! Heil mir! einst belohnet mich, wenn er thätig war, mein Glaus be. Furchtbar ist mir nicht der Tod, wenn ich that, was Gott gebot. 7. Ohne Furcht und ohne Graun werd ich ihm entgegengehen, werde Gott anbetend schaun, werde, überm Staub beginnt erst mein echtes, wahres Leben; dort erst reift zum Mann das Kind, dort erst werd ich mich er heben zu der Tugend, die nicht fehlt, Irrthum nicht für Wahrheit wählt.no mein Tod durch Jesum Christ Eingang in den Himmel ist. noch nach seinem Sterben ihre Freuden zu verderben, sie zu reizen, dich zu fliehn, welch ein Fluch! wie fürcht ich ihn! n'dsisondi di d 4. O wer wollte nicht auf Erden immer streben, gut zu sein, um ein Dentmal einst zu werden, deß sich die Gerechten freun Ja, ich will die Sünder locken, stocken und mit mir zum Ziele gehn, deine Herrlich feit zu sein. 5. Daß Tod. 5. Daß auch, was ich hinterlasse, nie zur Ungerechtigkeit, nie zu 3ant und bittrem Hasse meinen Erben Reiz verleiht, will ich früh schon weislich sorgen; denn mein Tod ist mir verbors gen. Freudig scheid ich von der Welt, hab ich so mein Haus bestellt. pintursd 6. In den letzten Augen- Tod? stärt mich, daß ich blicken fei mein Herz von nicht wante in meiner To Sorgen frei! Sagen müss' ich voll Entzücken: Du, mein Vater, stehst mir bei, du, demnich nun meine Seele und die Meinigen befehlel Welch ein Ende! Guter Gott, gib mir einen folchen Tod! 93198 20 desnoth. So ist, obgleich ich sterbe, doch sterben mein Gewinn. Ich bin des Himmels Erbe; dein Wort sagt, daß ichs bin. 0 g 5. Du schriebst ins Buch des Lebens auch meinen Nas men ein. Dein Blut kann nicht vergebens für mich vergoffen sein. Dir trauet lid meine Seele, dich lobt was Seele, der du die Liebe bist. mel. Wenn wir in höchften Nöthen 248 Wie ficher lebt Mensch, der Staub! Sein Leben ist tein fallend Laub, und dennoch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sei noch sfern. Mel. Valet will dir gebeu 247 Gern will ich dich zu verlassen, Welt ich geh zum bessern Leben, fobald es Gott gefällt. Was märs, was mich betrübte? Dort schau 177 glücken, den Kampf zu überstehn. Im gläubigen Ents zücken laß meine Seele fehn, wie im Gericht für Sûnder du mit dem Tode rangst und wie du, Ueberwinder, allmächtig ihn bezwangst. den meine Seele liebte, noch eh ich ihn geseh'n. ndi di 12.6 Eriruft zur Zeit der Schmerzen uns voul Erbarmen zu: Kommt her, be dladne Herzen, zu mir und findet Rub! Dieß Wort aus deinem Munde, daß, Herr, mich zu erfreun, in meiner legten Stunden mir Geist und Leben sein dog slate 3. Mit dir muß es mir 4. Der frohe Siegsge dante: wo ist dein Stachel, 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greiß zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht: ich denk 55 bet Unsterblichkeit und Vergeltung. 178 bei Glück und Noth im Hers zen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weis ser macht, hat nie mit Ernst. an ihn gedacht. 4. Wir lebent hier zur # 1 Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut: und unsers Lebens kleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod tüdt Seelen vors Gericht; da bringt Gott Alles an das Licht und macht, was hier ver borgen war, den Rath der Herzen offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir täglich dräut, so sei stets wachsam und bereit, prüf deinen Glauben als ein Christ, ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Seufzer in der letten Noth, ein Wunsch, durch des Erlösers Tod vor Gottes Thron gerecht zu sein, dieß macht dich nicht von Sünden rein. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folgt und sich vom Bösen kehrt, ein gläubig von Lieb erfüllt, dieß ist es, was in Chrifto gilt. 9. Die Heiligung erfordert Müh; du wirkst sie nicht, Gott wirket sie. Du aber ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Werk von dir! W 10. Der 3wed, zu welchem du hier lebst, dein Ziel, wonach du weise strebt, und was dir ewig Heil vers schafft, ist Tugend durch des Glaubens Kraft. dmv 11. 3hr alle seine Tage weihn, heißt eingedent des Todes sein; und wachsen in der Heiligung ist wahre Tobserinnerung. 12! Wie oft verges f diese Pflicht! Herr, geh mit mir nicht ins Gericht, drück tief des Todes Bild mir ein und laß es in mir wirksam feina 1031 13, Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor biro Gott) erforschen maglob Ltebe, Demuth, Fried und Treu die Frucht des Geistes in inirbfet;#tic 19 14: Daß ich zu dir um Gnade flebitets meiner Schwachheit widersteh und freudig durch des Glaubens macht im Tode rufis Es ist vollbrachtlic 1985mh Mel. Wann mein Stündlein 249 Du wirst, o Va für mein Wohl auch einst im Tode sorgen; nur wann und wie ich sterben soll, das hast du mir verborgen. Mein Ende sieht allein bei dir, erhalte nur den Glauben mir, daß du es weislich ordnest. 2. Gib, daß ich meine höch Tod. höchste Luft an meinem Heis land habe und, seiner Lies be mir bewußt, ihm folge bis zum Grabe. Auf ihn, der für die Sünder starb und Trost und Hoffnung mir erwarb, laß freudig mich vertrauen. 3. Die Kraft zu denken bleibe mir, wenn du willst, bis ans Ende, damit mein Geist sich stets zu dir und deiner wende und voll Gebanten, Goit, an dich zulegt von diesem Leibe sich getrost und ruhig scheide. 4. Soll ich gewaltsam, o mein Gott, und schnell und angstvoll sterben, so führe nur auch dieser Tod mich zu des Himmels Erben! Ach, hilf nur, daß ich alle zeit zur Rechenschaft vor dir bereit als Christ die Welt verlasſe di donne 5. Empfind ich keine Freudigkeit, entweicht in großen Schmerzen die Stille der Belaffenheit aus meinem bangen Herzen, dann, guter Bater, rechne du bieSchwach. heitsfehler mir nicht zu, die ich begehen könnte! 6. Nimm auch verborgne Seufzer an und laß, wenn ich nicht beten, nicht den ten und empfinden kann, mich deinen Sohn vertreten! Geheiligt müss' ich dir nur sein, dann bin ich, Gott, 179 mein Vater, dein im Leben und im Tobe! 7. Ja, bleib ich immer, wo ich bin, nur dir, o Herr, ergeben, dann ist der Tod für mich Gewinn und Christus ist mein Leben. Und geh ich nur zum Himmel ein, so will ich mich des Endes freun, ich sterb auch, wie du wollest. Mel. Wer nur ben lieben Gott 250 m od rhes ch will dich noch ben, selbst nah am Grabe preis ich dich. Zum Segen gabst du mir mein Leben; nimmst du es mir, du seg nest mich. Mein Leben sucht ich dir zu weihn; mein Tob soll auch dir heilig sein. Stunden, wann du mich 2. Gott, welche feierliche mich, den du getreu befunnun der Erd entziehst, auf den, voll schonender Erbars mung siehst! Allmächtiger, in dein Gericht gehst du mit mir Erlöften nicht. 3. Der Leib wird schwach, die morsche Hütte, in der mein Geist hier wohnt, zerfällt; ich eile hier mit je dem Schritte entgegen einer bessern Welt. Ich bin getrost und zittre nicht; denn Gott ist meine Zuversicht. 4. Wie sollt ich vor dem Tode beben, da du für mich, mein Heiland, starbst? Er ift 56 durch 180 Unsterblichkeit und Vergeltung. dich der Weg zum Leben, it 2. Schnell und unaufhalt. das bu am Kreuze mir er bar fliehn die mirzugezählten warbst. Du gingst voran, Stunden. Wie ein Traum ich folge dir; zum Leben sind sie dahin und auf ewig wird der Tod auch mir dann verschwunden. Dieser 5. Laß Qual und Leid Augenblick ist mein; wird mein Grab umringen und es auch der fünftge sein? mit den letzten Schrecken 3. Laß mich bei der Flüch dräun; du hilft mir, Herr, tigkeit meiner Tage nie ver die Welt bezwingen; den Tod darf ich mit dir nicht scheun. So nah dem Sohn, den Gott verspricht, so nah am Biele sint ich nicht. gessen, wie unschäßbar sei die Zeit, die du, Herr, uns zugemessen, wie, was hier von uns geschieht ewge bi Folgen nach sich zieht. 6. Du wacheft über meine Seele, wenn ihre Stärke sich verliert gibt deinem Engel schon Befehle, der sie zu deinen Freunden führt, 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, eh die Zeit des Heils verlaufen, mir zur Wohl fahrt, dir zum Preis, jede Stunde auszutaufen, die zu des Todes Nacht um mich domeiner Seligkeit deine Gnas verscheucht und mir des de mir verleibt bill Lebens Krone reicht. 1985. Deine schonende Ge 90 7. Ich will dich noch im duld trage hier mich nicht Tod erheben, Herr, noch am Grabe preis ich dich dent ewig werd ich bei dir leben und ewig freu ich deis ner mich. Durch dich ist Sterben meinGewinn. Wohl 6. Laß mich meine Bessemir, daß ich erlöset bin! onlar dig dumps& id Meru Jesus, meine Zuversicht Kerr, ich hab aus vergebens! Herr, verzeihe mir die Schuld, wenn ich manchen Theil des Lebens nicht zu meiner Seele Wohl so benußte, wie ich foll! cirung für mein Hauptges schäfte achten und nach meis ner Heiligung mit so treuem Eifer trachten, als erwartete 251 noch Gericht und mir zum Heil noch Zeit in Händen gib, daß ich stets eifrig sei, sie auch weislich anzuwenden; denn wer weiß, wie bald zur Gruft deiner Vorsicht Wink mich Sat Ewigkeit. 19 7. Deine Gnade fteh mir bei, daß mein Leben auf der Erde reich an Tugendfrüchten sei und ich reif zum Himmel werde! Nahet Cod. het dann mein Ende fich, o so stärk und tröste mich! 01: 1018 19 gia Mel. Dein sind wir, Gott 7. Den Trost, o Jesu, 1913 252 Mein Leben steht dank ich dir; du brachtest in Gottes ihn vom Himmel mir. Du haßls verheißen; ihr ſeid mein, auch ihr sollt sein, wo ich bin, und euch ewig freun. Hand er thut, was er mir heilsam fand! Er zählte mir sowie mein Haar, schon eh ich war, auch meine Lean bens stunden dari 9 2.0 Jch nüße mit Bufriespdenheit die Tage meiner Sterblichkeit. Wie väterlich verfüßt sie Gott! Doch Müh und Noth sind ihr Gefolg Idund dann der Tod.pl 181 dein Wort: Gott, unser Hort, vereint uns bald auf ewig dort. 3. Die Blume pranget und fällt abuso blüht der Mensch und sinkt ins Grab. Nicht Jugend schüßt, nicht Stand, noch Gelb, nichts in der Welt ist, was ihn ordavor sicher stellt. 14. Wer rüstet mich mit Muth und Kraft aufs Ende meiner Pilgerschaft? Und wer beruhiget mich hier? Allein von dir, o Herr, kommt Muth und Ruhe mir, 5. Du bringst mich, bin ich nur bereit, zum sichern Glück der Ewigkeit, wo man des turzen Grams vergißt, wo mancher Christ schon froh vorangegangen ist. 6. Froh werd auch ich, wenn dirs gefällt, ein Bürger der vollkommnen Welt. Den Meinen sag ich auf 253 Mei Vel. Jesus, meine Zuversicht eine Lebenszeit verstreicht; stündlich eil ich zu dem Grabe. Und wie wenig ists vielleicht, daß ich noch zu leben habe! Dent, o Mensch, an deinen Tod, säume nicht, denn Eins ist Noth. 2. Lebe, wie du, wann du stirbst, wünschen mußt, gelebt zu haben! Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, Nichts wird dich im Tod erfreun; diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Gutes liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott bir Zeugniß gibt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, gibt im Tode Freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten Noth Freunde hülflos um dich beben, dann wird über Welt und Tod dich dieß reine Herz erheben; dann erschrect dich kein Gericht: Gott ist deine Zuversicht. 57 5. Daß 182 Unsterblichkeit und Vergeltung. 5. Daß bu dieses Herz mache du mich stets bereit erwirbst, fürchte Gott und hier in der Zeit zur Ewigs bet und wache. Sorge nicht, feit!& asd meggslist wie bald du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern nicht nur den Tod nicht scheun, lern auch seiner dich erfreund 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, dies weil der Tod viele Wege hält. Dem Einen wird das Scheiden herbe, sanft geht ein Andrer aus der Welt. Doch wie du willst! Gib nur dabei, daß ich wohl zubereitet fet, ale siz pull 6. Ueberwind fhn durch Bertraun, sprich: ich weiß, an wen ich glaube; weiß, ich schwinge, Gott zu schaun, mich empor einst aus dem Staube.in Er, der rief: Es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Stacht. mist 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe, dein Gebein berjenten: sprich: Herr, daß dich Erde bin, lehre du mich selbst beden ten: lehreddu michs jeden Tag, daß ich weiser werden magled mis mod de 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, und welcher Sand mich einst bedeckt. Doch wenn ich nur den Troft ererbe, daß mich dein Ruf zum Leben weckt, so mag es nahe, ferne ſein; die Erb ist allenthalben dein. 5.0 Drum, liebster Gott, wenn ich nun sterbe fo rimm du meinen Geist zu dir 1 Bin ich durch deinen 150 resminin and mods? Sohn dein Erbe und hab Mel. Wer nur ben lieben Gott ich ihn im Glauben hier, 254 Mein Gott, ich so gilt mir gleich und geht mirs mohl, wann, wie und wo ich sterben soll. weiß wohl, daß ich sterbe ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hier kein solches dauert dr. ismistrshire sid.119m Mel. Mein ganzer Geift, Gott V besteht. Drum zeige mir in 255 Wie wurde mir Gnaden an, wie ich recht selig sterben kann! 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe; kein Augenblick geht sicher hin. Wie bald gerbricht doch eine Scherbe! Die Blume muß gar schnell verblühn. Drum dann, o dann mir sein, wann ich, mich ganz des Herrn it freun, in ihm entschlafen werde! Von keiner Sünde mehr ents weiht, entladen von der Sterblichkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Freu dich innig, meine Seele, und era til Tod. fbildesfil 183 erwähle schon hienieden, was dir dient zum ewgen Frieden, 2. Bestege denn des Todes Graun, mein Geister ist der Weg zum Schaun, der Weg im finstern Thale. Er fei dir nicht mehr fürchter lich! InsAllerheiligste führt noß der Ewigkeit, nicht mehr der Mensch von Erde Heis lig beilig heiligd: fingen mir dir, bringen Preis und Ehre, dir, der war und sein wird, Ehre! un thin bid his bus! el. Christus, der ist mein Leben geh einst ohne bich der Weg im finstern 256 Beben su meiThale. Gottes Ruh ist une vergänglich überschwänga lich! Die Erlösten wird sie unaussprechlich trösten. A nem Tode hin: denn Chris fins ist mein Leben und Sterben mein Gewinn. im $ 5 2. Ich scheue nicht die Schrecken der nahen dun feln Gruft: Gott wird mich auferwecken, der mich zum Grabe rust. nid fo dor 3. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Todten sammelt Vielleicht umgibt mich ihre Macht, eh ich dieß Fleben noch vollbracht mein Lob dir ausgestammelt Bater, Bater, ich befehle meine Seele deinen Händen; laß mich meinen Lauf gut enden! 3. Und rief mich, abjus scheiden, auch heute schon mein Gott, sob geh ich hin mit Freuden und sterb auf sein Gebotisar i and 903 4. Ich hoff ein beßres Leben, das nimmermehr vers fließt. Ein Leib wird mich umgeben, der ewig herrlich ist aber 200 disa 4. Vielleicht find meiner Tage viel, ich bin pielleicht noch fern vom Biel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, die Hütte meiner Sterblichkeit, wird sie erst spät zertrümmert, laß mich, Ba ter, reiche Saaten guter Thaten dann begleiten vorher di sim den Thron der Ewigkeiten! 5. Dann eil ich dir entgegen, mein triumphirenb Haupt, und seh entzückt den Segen des Heils, das sich geglaubtapisz most u du 5. Wie wird mir dann, 257 Wenn meine Zeit o dann mir sein, wann ich, mich ganz des Herrn zu freun, ihn dort anbeten werde! Von einer Sünde mehr entweiht, ein Mitges Mel. Wann mein Stündlein von dieser Welt zu scheiden, ach, so verlaß, Herr Jesu Christ, mich nicht in meinem Leiden! An meinem End ems pfehl 184 Unsterblichkeit und Vergeltung. pfehl ich dir, Herr, meine Mel. Herr, wir fingen beiner Seele, die du hier zum Himmel gebildet. 2. Wenn Angst und Todesfurcht mich drückt, mich mein Gewissen naget, fo wird mein Herz mit Trost beglückt, das sonst voll Uns ruh zaget. Mich tröstet in der lezten Noth dein Leiden und dein Kreuzestod, dadurch du mich erlöset. 3. Ich bin, o Herr, mit dir vereint; deß freu ich mich von Herzen; ich weiß, du bleibest auch mein Freund in Todesnoth und Schmer. sterb ich dir; die frohe Hoff nung hast du mir durch deinen Tod erworben.ols 4. Weil du vom Tod erfanden bist, werd ich einst auferstehen, ins Reich, daß mir verheißen ist, aus meis nem Grabe gehen; denn wo du bist, soll ich auch sein und deiner Herrlichkeit mich freun, die dir dein Gott gegeben. 5. So wird mein Sterben mir versüßt; der Tod fann mich nicht schrecken; er ist ein Schlaf auf turze Frist, und Jesu wird mich weckend Er, mein Erlöser, Gottes Sohn, wird mich mit sich zu Gottes Thron ins ewge Leben führen.de 258 Selig find des Himmels ben, die Tobten, die im Herren sterben, zur Aufertellung eingeweiht In Nach den lesten Augenblicken des Todesschlummers folgt Entzücken, folgt Wonne der Unsterblichkeit. Im Frieden Müh! Gelobtro seis Gott! ruhen sie frei von der Erde Vor seinem Thron, zu fei nem Sohn begleiten ihre Werte sie ud og 10.3052 pd In eigener Melodie. 19 259 Was forgst, du ängstlich für dein Leben? Es Gott gelassen übergeben ist wahre Ruh und deine Pflicht. Du nüßen, es dankbar als ein follst pes lieben weislich Glück besigen, verlieren, als verlörst du's nicht. 112. Der Tod soll dich nicht fraurig schrecken, boch dich zur Weisheit zu er wecken, soll er dir stets vor Augen sein. Er soll den Wunsch zum Leben mindern, doch dich in deiner Pflicht nicht hindern, vielmehr dir Kraft dazu verleihn. 3100 3. Ermattest du in deis nen Pflichten, so laß den Tod dich unterrichten, wie wenig beiner Tage find. Sprich: Sollt ich Gutes wohl verschieben? Nein: meine gaben Tod. fuldis meine Zeit, es auszuüben, ist furz und sie verfliegt geschwind. 185 zeitlich und im Glauben leicht. Ich leide; doch von allem Bösen wird mich der Tag bald, bald erlösen, er ists, der mir die Krone reicht. 4. Dent an den Tod, wenn böse Triebe, wenn Lust der Welt und ihre Liebe dich rei zen, und ersticke fie. Sprich: kann ich nicht noch heute sterben? Und könnt ich auch die Welt erwerben, der Sünde Lockung folg ich nie. 15. Denk an den Tod, wenn Ruhm und Ehren, wenn deine Schäße sich vermeh ren, daß du sie nicht zu heftig liebst. Denk an die Eitelkeit der Erde, daß, wenn sie dir entrissen wer. de, du dann dich nicht so fehr betrübst. dda and 316.0Denk an den Tod bei frohen Tagen. Kann deine Luft sein Bild vertragen, so ist sie gut und unschulds voll, Sprich, dein Vergnü gen zu versüßen: welch Glück werd ich erst dort genießen, wo ich unendlich leben soll idard 107. Dent an den Tod, wenn deinem Leben das fehlt, wonach die Reichen fireben. Sprich bin ich hier, Mel. Wer nur den lieben Gott um reich zu sein? Heil 260 Wer weiß, wie mir, wenn ich Christo sterbe! Dann ist ein unbe flecktes Erbe, dann ist des Himmels Reichthum mein. nahe mir mein Ende! Hinn geht die Zeit, her kommt der Tod. Ach, wie geschwind, ach, wie behende fann kommen meine Todesnoth? Gott, gebe dann mir Kraft und Muth 8. Denk an den Tod, wenn Leiden kommen. Sprich: alle Trübsal eines Frommen ist 9. Dent an den Tod, wenn freche Rotten des Glaubens und der Tugend spotten und Laster stolz ihr Haupt erhöhn. Sprich bei dir selbst: Gott trägt die Frechen; doch endlich kommt er, sich zu rächen, und plözlich werden sie vergehn. 10. Dent an den Tod zur Zeit der Schrecken, wenn Pfeile Gottes in dir stecken, bu rufft, und er antwortet nicht. Sprich: nein, mich kann der Herr nicht haffen, er wird mich sterbend nicht verlassenza dann zeigt er mir sein Angesicht. 11. So fuche dir in allen Fällen den Tod so lebhaft vorzustellen, so wirst du ihn nicht zitternd scheun, 10 wird er dir ein Trost in Klagen, ein weiser Freund in guten Tagen, ein Schild in der Versuchung sein. 3098 186 Unsterblichkeit und Vergeltung. Muth und machs mit meis sei auch Vater mir im nem Ende gutasid immined Tod! sid: 19mmütspils 2. 63 tann por Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; folang ich lebe auf der Erden, uleb ich min steter Todsgefahr.isch, der ich jest gesund noch bin, sint, eh ichs dente, fraftlos hin. 7. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, Nichts, es sei Leben oder Tod: mer bleibt im Leiden meine Freu de, mein Schuß, mein Al les in der Noth. Er endet selig meinen Laufer und nimmt mich dann im Himmel auf. mbili n 3. Herr, lebr mich stets ans Ende denken und laß mich eh ich sterben muß, das Heil der Seele wohl bedenken und nicht verschieben meine Buß denn je ner ernste Augenblick be stimmt mein ewiges Geschick. 4. Laß seitig mich mein Haus bestellen, daß ich be reit sei fürt und für und sagen kann in allen Fällen: 8. Go tomm mein End heut oder morgen, ich weiß, daß mirs mit Jesu glüct. Er iss, der mich in allen Sorgen er ists, der mich im Tod erquidt, Er stärtet mir dann mei nen Muth und machts mit meinem Ende gut. Dalsi sinds drony iors In voriger Melodie. Herr, wie du willst, so schids 261 Noch leb ich. Ob morgen le mit daß bei jes dem Glockenschlag ich an mein Ende denken mag 35. Erhebe meinen Sinn zum Himmel, verbittre mir der Sünden Luft Gib, daß in diesem Weltgetüm mel mir nichtsin als uns schuld, sei bewußt, so eilt, wann diese Hütte fällt, der Geift in eine beßre Welt be, ob diesen Abend, weiß ich nicht. Wohl mir, wenn ich mich Gott ergebe und treu erfülle meine Pflicht! Dann bin ich, ruft er mich noch heut, zu meiner Rechenschaft bereit. ds dmx 1198 d2. Am Morgenblüht und glänzt die Blume und fällt oft schon am Abend ab. So sinkt mit seinem Glück und Ruhme der Mensch; oft eb ers benft, ins Grab und, Seele, du mißbrauchst so leicht ein Leben, daß so schnell entfleucht. 6. Ach, Vater, deck all meine Sünde um JefuChrift; willen zu, damit ich hier Vergebung finde und dort bet bir vollkommne Rub! Du warstis mein in jeder Noth, a drum Gott 3. Ent nutispred Tod. siden 187 3. Gntziehe dich dem legt? Wer weiß, ach, wer Weltgetümmel: hier ist der bestimmt die Zeit des Fina tritts in 2. Du weißt es, Gott, der meine Tage schon längs mit Weisheit niederschrieb, du, der im Glück und uns tev Plage mein liebevoller Vater blieb Bon dir, der mit den Obem gab, hängt auch mein letter Odem ab. Auf! streb und ringe nach dem: Himmel, neil deiner beffern Heimath fut Wie bald verfließt der Prüfung Zeit, und dann, dann kommt die Ewigkeit! namism pils 4. Berschiebe niemals det ne Pflichten. Was duzu thun jetzt schuldig bist, das eile heute zu verrichten, wer weiß, obs morgen mögs Itch ist nur dieser Augen blick ist dein der nächste wird vielleicht nicht sein.d 15 Gott, verleihe mir die Gnader führ du mich selbst durch deine Kraft der Tugend ebne, sichre Pfade, erhalte mich gewis senhaft und immer treu in dem Beruf, zu dem mich deine Liebe schufisid do sd 6.Dann wird mir jeder Theil des Lebens ein Segen für die Ewigkeit ich lebe dann hier nicht vergebens unds nüße sredlich meine Zeit und seh mit biriter gebnem Sinn auf Tod und Grab und Zukunft hindnu onsdi mo nap1 to 1001 9 In voriger Melobie do 3. Vielleicht in wenig Augenblicken rückt schon das große Ziel heran, wo ich nicht Andre mehr beglücken, nicht an mir selbst mehr bese fern kann. Wie bald, wie schnell erscheint die Nacht, die meinem Thun ein Ende macht! and moused sund d4. Vielleicht ist dieß der legte Arme, der kläglich mich um Hülfe fleht. Wenn ich mich heute nicht erbarme, vielleicht ist's morgen schon zu spät und dann, was bringt die erndtezeit? Die Frucht der Ungerechtigkeit, 5. Mein Pfund erst more gen wuchern lassen, welch ein Gedanke voll Gefahr! kann ich nicht Abends schon erblassen, wenn ich noch Morgens fröhlich war? O Mensch, ach, säum im 262 Wal in tiefer ist Weisheit und ist Pflicht! er weiß, nur dieß fr6. Die Kraft von meinen besten Jahren sei Gott, dem Heiligen, geweiht. Die Buße bis ins Alter sparen ist schreck Stille die Stunden meines Abschieds schlägt, wie bald man meines Geistes Hülle zu meinen Vätern schlafen Unsterblichkeit und Vergeltung. 3. Von hier, wo oft die Unschuld weint und oft das Lafter sieget, bis der Vergeltungstag erscheint, wo dieses unterlieget. Die Kla geschweigt: der Jubel steigt! Der Unschuld schönste Freu den blühn aus der Saat der Leiden. Tinging led 4 Drum freu ich mich im Glauben schon auf jentes beßredLeben, denn unsrer meinen Sterbetagamist Tugends vollen Lohn will 8. Laß, Höchfter, deinen. Geiß mich leiten! Er mache mich von Sünden rein! Dann wird der Lodzu allen Zeiten mir nur ein Friedensbote sein. Du kommst viel leicht zu Mitternacht! Dwohl dann ewig dem, der wacht! T 1000 Gott uns dort derft geben. Was Tod uns heißt, be freit den Geist; er muß zu allen Frommen als Engel Gottes tommens Th do mi puk asid d mAuferstehungua sinonnanhai 7911910 stolisano In eigener Melodie. Mel. Was Gott that, das ist 263 h bebe nicht vor 264 bersicht, lebt, I meine Tod und Grab! Im Grabe ruht der Müde; auf den Entschlummernden herab finkt schon des Himmels Friede. Aus aller Noth erlöst der Tod der Augen blick des Scheidens ist auch das Ziel des Leidens. und ich soll mit ihm leben! Dieses weiß ich; sollte nicht sich mein Herz zufrieden geben, was die lange To desnacht mir auch für Ge danten macht! To thi 2. Es gibt ja nichts auf dieser Welt, was meine Sehnsucht stillet; nur dann, wann diese Hülle fällt, wird erst mein Wunsch erfüllet. Zum Sternenchor steig ich empor, vom Schattenthal zur Klarheit, von Käuschung zu der Wahrheit. 2. Jesus, mein Erlöser, lebt! Ich erwarte mit Vertrauen, daß er mich zu sich erhebt; warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein, Haupt sein Glied, welches er nicht nach sich zieht? 188 schreckliche Vermessenheit. Zu spät verschwindet oft der Wahn, da man auch schlafend sterben kann. i 7.no Wielleicht raubt Schmerz und Fieberhite mir Ueberlegung und Vers stand! Wenn ich in Todesängsten schwige, wer macht mich dann mit dir bekannt? O Gott, vielleicht ein Fall, ein Schlag bestimmt mir 3. Jch bin durch der Hoff nung Band zu genau mit ihm verbunden. Er, der selbst den Tod empfand, hat für Auferstehung. 189 für mich ihn überwunden; auch im Tode bleib ich sein, ewig seiner mich zu freun. 004. Dieser Körper nur ist Staub: er nur sinkt zurück zum Staube. Nie wirst du des Todes Raub, du, 9. Wo ist dein Triumph, o Tod? Nimm den Staub hin! Ohne Grauen folgen wir, wir werden Gott, werden den Erlöser schauen. Unser ist der Sieg und Heil ewig, ewig unser Theil. mein Geift! D felger Glau10. Darum, Christen, auf! be! Heil mir! Mein Erlös ser lebt, der mich einst zu fich erhebt log modn erhebt euren Geift von dieser Grden; d lebet hier dem Heiland, lebt ihm, dem ihr sollt ähnlich werden! Wer sich seiner dort will freun, muß hier rein und heilig sein! 5. Dann wird mich statt dieser Haut ein verklärter Leib umgeben, für die neue Welt gebaut ein Gebild fürs höhre Leben; und in biesem Beib feh ich, mein Erlöser, ewig dich! ini@ modo dit Mel. Wer nur den lieben Gott 6. Ob dieß Aug im Tod 265 h bin zur Ewigteit geboren, für auch bricht, wirds doch seinen Retter fennen; und wie freudig werd ich nicht dann ihn den Vollender nennen, wann er von der Sterblich keit dieser Erde mich befreit! 17. Was hier leidet, seufzt und fleht, wird und kann nicht untergehen. Irdisch werd ich ausgesät, himms lisch werd ich auferstehen. Nimm, Verwesung, mein Gebein! ich, ich werd unsterblich sein and sport eine beßre Welt bestimmt; mein Leben geht dann nicht verloren, wenn hier das Grab den Leichnam nimmt. Ru groß bin ich für dieſe Zeit; mein Loos ist die Unsterblichkeit. sun 2. Was ist die Welt, was Glück und Ehre? Wär auch ihr ganzer Reichthum mein; er bliebe, wenn kein Him: mel wäre, für meine Wünsche doch zu klein. Mein Geist findt nicht im Stanbe Ruhrer eilt erhabnern Gütern zu. bunde di3. Es schuf mich ja der Gott der Liebe zum höhern Glück, zu höhrer Luft und pflanzte selbst dazu die Triebe so start, so tief in meine Brust. Er, der mit Sehne fucht 8. Seid getroft und hocherfreut: Jesus fennt euch, feine Glieder! Christen, wehrt der Traurigkeit: sterbt ihr, Jesus weckt euch wieder wann sein mächt'ger Ruf erschallt, der durch alle Gräber hallte das 190 sucht mich erfüllt läßt wahrlich sie nicht ungestillt. dr4: Der Wunsch, ihn ewig trein zunlieben, der höhern Wahrheit Licht zu fehn, der hier noch unerfüllt geblieben, muß einst doch in Erfüllung gehn. So wahr Gott dies fen Trieb mir gab, erstirbt er nimmer in dem Grabud 85 Gottsist gerechter wird einst richteng die Tus gend wird durch ihn gekrönte Er wird, was fte gedrückt, vernichten, erhöhen, die man 266 Der hier verhöhnt. Das Laster, magres hier sich freun, dort tanno esidnimmer glücklich feind and dai dul 10 06. Jsts möglich, afann Gott anders handeln Gilt denn kein Recht in seinem Reich Die Frommen, die hier vor ihm wandeln, find die den Uebelthätern gleich? Nein, Tugend siegt! Ich terbebrauf: Gotts weckt mich zur Vergeltung auf. 7. Er weckt mich auf aus meinem Staube; dieß hofft mein Herz, dieß sagt sein Wort. Dieß Wort, laut triumphirt mein Glaube, treibt mächtig alle Zweifel fort. Wie froh erhebt sich nun mein Geist, da Gott ihn selbst unsterblich heißt! 8. Mein Jesus lebt! Wer will mich tödten? Er sichert mir Unsterblichkeit. Er gibt mir Muth in Todesnöthen Unsterblichkeit und Vergeltung. und leitet mich zur Seligkeit. Auch dieser Leib muß auf erfbehnju vollkommner einst zum Himmel gebn.ud 9. Jhr Thäler sinkt! Fallt, Berge, nieder! Mein fester Glaube fürchtet Nichts. Ich sterbe, doch erwachich wieder am Morgen eines ewgen Lichts.dn Dann fängt mein neues Leben an, und, Gott, wie selig bin ich dann! nis 19d InDC asd po& ud In voriger Melodie, u 266 Der Leng erfreuet, was dartebet; er bricht des Winters Fef seln los; der Blumen schö new Flor berhebet verjüngt sich aus der Erde School und is freundlichblächeltu er mit zu Unsterblich, freu dich, Mensch, bist dul* 790 2. Die Sonne löst dem Schmetterlinge das Band mit ihrer Strahlenmacht, sich, erwerhebt die zarte Schwinge geschmückt mit neuer Frühlingspracht, und winkt mit höhrer Lust mir zu: Unsterblich, fren dich, Mensch, bist dul 3. Mir hat Gott For schungsgeist gegeben und Wünsche, die die Welt nicht stillt. Heil mir! Sie bürgen mir ein Leben, wo sich des Höchsten Rath enthüllt. Ja, Himmels abnung ruft mir zu: Unsterblich, freu dich, Mensch, bist du! Ine prutlan Auferstehung.inf In eigener Melodie. I d 2. Du, zur Unsterblich 267 empor zu Gottes und 7 Auferstehn, ja, feit erlesen, schwingit dich schaust den Ursprung aller Wesend von Angesichtdu Angesicht, bemunderst deis nes Gottes Macht in jener Welten Bau und Prachtsp 13. Dann, Geele, izmirst du das verstehen, was hier kein Sterblicher erklärt, was hier vollkommen einzusehen der Weiteste umsonit begehrto Danntäuscht dich Wahn und Irrthum nicht, und selbst die Finsterniß wird Licht. 1918 14. Dann wirst du den, ja, den erblicken, den hier allein der Glaube sieht, den, der, dich ewig zu beglücken, nach Gottes Rath am Kreuz vers schied. Dann jauchze, daß kein Wahn, kein Epott dich hier getrennt von deinem Gott! wirst du, mein Staub, nach furzer Ruh; unsterblich Les ben, wird, der dich schuf, dir geben! Halleluja! l 1921 Wieder aufzublühn, werd ich gesät. Der Herr der Nerndte geht und sam2 melt Garben uns ein, uns ein, die starben Hallelujal 3. Tag des Dants, der Freudentbränen Tag, du meines Gottes Tag! Wann ich dim Grabe genug ge schlummert habe erweckst du michu19d als 4. Wie den Träumenden wird dann mir sein.Mit Jesu geh ich ein zu seinen Freuden. Der müden Bils ger Leiden sind dann nicht mehr.fiol anno 9 191 sa im 6.5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann. Lebt ich im Heiligs thume zu feines Namens Ruhme! Halleluja! un tad Mel. Wer nur den lieben Gott 5. Wann nun der Tag des Herrn erscheinet, ver läßt dein Leib der Gräber Ruh. Zum zweitenmal mit dir vereinet wird er unsterblich, so wie du. D See le, zittre länger nicht, daß tim 268 Warum erbebst deiner Hütte Bau zerbricht. Sdurit 31( 1 du, meine Seele, bei dem Gedanken Mel. Jefus, meine Buversicht an das Grab? Nicht dich 269 Selig, Jefu, ſind einst le; nur deine Hülle sinkt hinab. Nur sie, weil sie Gott schuf aus Staub, nur sie wird der Verwesung Raub. nun schon im friedevollen Grabe von des Lebens Arbeit ruhn und sich Gottes größter Gabe, eines ewgen Lebens, freun! Möchs ten wir es auch schon sein! 2. Doch 192 2. Doch du wilft, wir le ben noch mühsam hier in Pilgerhütten. Alle trugen einst dieß Joch, die des Le bens Kron erftritten. End Unsterblichkeit und Vergeltung. aber der Tod uns auch so, wie sie, zu Gott! 3. Du, du selber lebteft hier vormals auch in Bilgers hütten. Noch unendlich mehr, als wir, hast du, Göttlicher, gelitten. Standhaft laß im Kampf mich stehn, stets auf dich, Vollender, fehn! 4. Was ist diese Lebenszeit? Ach, nur eine kurze Stunde gegen jene Ewigkeit. Aber an der kurzen Stunde hängt ( dieß präge tief uns ein) ewge Wonn und ewge Pein. 5. Gib uns Weisheit, gib uns Kraft, diese Stunde wohl zu nüßen, und beim Schluß der Pilgerschaft mol: lest du uns unterstüßen. Laß auf dich uns freudig schaun, dein begehren, dir vertraun! 6. Daß wir dein sind, nicht der Welt, daß du uns wirst auferwecken, diese Kraft der bessern Welt laß uns, wenn wir sterben, schmecken. Flöß uns jetzt den Muth schon ein, in dem Tod getroft zu sein! 7. Und wenn wir vom Kampsplay nun zu den Todten Gottes gehen, wollst du mehr noch an uns thun, als wir bitten nnd verste hen. Auch für unsre To desnacht riefst du einst: Es ist vollbracht! insis bon Gericht. ung In voriger Melobie. mmer näher 270 kommt die Zeit, stündlich eil ich ihr entgegen, da der Herr auch mir gebeut, meine Rechnung abzulegen. Dann wird Alles, Ales klar, wie ichylebte, wie ich war. 2. Selbst des Herzens stillen Rath wird der Richter offenbaren. Jedem wird für jede That dann Vergeltung widerfahren; wie er hier den Samen streut, ärndtet er in Ewigkeit. 3. Dann verstummt der Thoren Spott, Frevler ste hen dann und beben. Hei lig und gerecht ist Gott, und er sah ihr Sündenle ben. Wer beschränkt des Richters Kraft, wann er ruft zur Rechenschaft? 4. Wer hier seine Zeit verträumt, nur nach Sinnenfreuden ichmachtet, sel nes Geistes Wohl versäumt, Menschen quälet und ver achtet und sich reuvoll nicht befehrt, fühlt sich dann der Strafe werth. 5. Nur ein weises frommes Herz darf nicht vor dem Richter zittern; nur den Christen wird kein Schmerz dort popraGerichtsstilst 193 selber sagen: Die Welt vergeht mit ihrer Lust! Wohl mir, bin ich bei allen Plas gen nur keines Frevels mir bewußt! Es kommt, eres kommt die Ewigkeit, die mich aus jeder Noth befreit. 6. Christen, Christen, rich tet nicht! Laßt den Herrn das Urtheil fällen! Er bringt Alles einst ans Licht, wird einstbjede Nacht erhellen. Lieber buldet, lieber weint, bis fein großer Tag er scheint nnn@ 9p9lugdo 7. Laßt uns nur gewissenhaft stets nach Gottes Wil len handeln, eingedent der Rechenschaft, forfromm auch im Verborgnen wandeln, felbst die kleinste Sünde scheun und Verehrer Jesu jein! mm 196 19rd 79 4. Einst werd ich Jeſu Stimme hören: Der du zu meiner Rechten bist, du warst gehorsam meinen Lehren nimm hin, dwas dir bereis tet ist! Komm, erbe meines Vaters Reich sei selig und den Engeln gleich len 95. Solch eine Gnade wartet meiner, wenn ich mit brüderlichem Sinns den Näche sten lieb und gern mich sei ner erbarm und Jesu ähn1 apim) 79 11 lich bin Wien könnt ich Mel. Wer uur( den lieben Gott 271 W enn ich auf hart und lieblos sein, Betrübte fehn und nicht ers freun? obiraplis duide Gottes We dort am Gnadenthron er schüttern. Heilig war ihm seine Pflicht; es verdammt sein Herz ihn nicht. gen wankel und straucheln will, so schrecke mich der herzerschütternde Gedanke: Gott richtet einst die Welt und dich! Er hats verkündigt, sein Gericht ist uns ausbleiblich: strauchle nicht! 2. Der Weg der Tugend, den ich walle, sei rauh und steil, wo führt er hin? Zum Himmel, wenn ich Gott gefalle, wenn ich getreu und standhaft bin, gestärkt, o Gott, durch deine Huld zur Selbstverläugnung, zur Geduld. 3. Oft will ich zu mir 6. Dort, dort trifft den, der ohn Erbarmen nie menschenfreundlich sich beweist, der, fühllos bei der Noth der Armen, Bedrängte nie erquickt, noch speist, den Hungrigen sein Brod nicht bricht, ein unbarmherziges Gericht. 7. Fühllose, wird der Richter sagen, verschlossen habt ihr eure Hand, verachtet eurer Brüder Klagen. Entweicht! Ich hab euch nie erkannt! Für den, der Brü der nicht erfreut, ist freudenleer die Ewigkeit! 3 8. So 194 Unsterblichkeit und Vergeltung. 8. So wirst du jede Sünde richten, gerechter Richter, wenn du einst den Ue bertretern ihrer Pflichten in deiner Majestät erscheinst. Dann wird der Fromme sich erfreun, dem Bösen Alles schrecklich sein. 9. Gib mir, o Vater, Muth und Stärke, damit mein Glaube, dir getreu, geübt in jedem guten Werke, bewährt und dir gefällig sei; so werd ich ewig selig sein, mich ewig deiner, Gott, erfreun! 272 Hen Mel. Aus der Tiefe rufe ich err und Richter aller Welt, der auch mir mein Urtheil fällt, Jesu, nimm dich meiner an, daß ich einst bestehen kann. 2. Mache mich von Sünden frei, fest im Guten, dir getreu; so erschrickt, hälft du Gericht, vor dir meine Seele nicht. 3. Millionen preisen schon deine Hülfe, Gottes Sohn. O bereite auch in mir solche Lobgesänge dir! 4. Die dir folgen, führest du sicher deinem Himmel zu. Führ auch mich einst dahin ein; nur der Deine will ich sein. 5. Folgen will ich deinem Wort; hilf mir gnädig darin fort, bis mein Lauf, Herr Jesu Christ, selig hier vollendet ist. 6. Fröhlich hör' ichs dann von dir: Komm, Gesegneter zu mir! Nimm an meiner Wonne Theil! Dein ist nun mein ganzes Heil! 7. Und frohlockend preis ich dann, was du, Herr, an mir gethan; freue mit den Deinen mich deiner Güte ewiglich. In eigener Melodie. 273 Schon ist der Tag von Gott be: stimmt, da, wer auf Erden wandelt, sein Loos aus Gottes Händen nimmt, nach dem er hier gewandelt. Er kommt, er kommt, des Menschen Sohn; er kommt, und Wolken sind fein Thron, der Erde Kreis zu richten. 2. Hier an dem Rand der Ewigkeit versammeln sich die Schaaren, die feit dem ersten Tag der Zeit der Erde Bürger waren, nur dem Allwissenden be fannt, unzählbar wie des Meeres Sand; hier stehn sie vor dem Richter. 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahrheit unterliegen. Hier, wo das Recht die Wage hält, wird keine Sürde siegen. Hier ist zur Buße nicht mehr Frist, hier gilt nicht mehr Gericht. 195 mehr Betrug und List, hier mel. Straf mich nicht in deinem gilt kein falscher Zeuge. 274 Herr, ich bin dein 4. Der Richter spricht! Der Himmel schweigt: und alle Völker hören erwars tungsvoll und tiefgebeugt: Kommt, erbt das Reich der Ehren! So spricht er zu der frommen Schaar; zu der, die ihm nicht folgiam war: Hinweg von mir, Vers brecher! 5. Sie gehn verzweifelnd, jammern, flehn: stürzt über uns zusammen, ihr Welten, fallt, daß wir vergehn, die wir uns selbst verdammen! Die Frommen aber stehn im Licht des Friedens, und ihr Angesicht strahlt seliges Entzücken. 6. Froblockend ziehn sie in das Reich, das Gott für sie bereitet, wo er sie, seinen Engeln gleich, von Licht zu Lichte leitet. Das Stückmerk wird Vollkommenheit; teinKummer, keine Traurigkeit stört ihre felgen Freuden. 7. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! Es stärke mich mit Zuversicht, so oft mich Leiden fränken; es reize mich, gewissenhaft und eingedent der Rechenschaft nach deinem Wort zu wandeln. mir zum Heil und dir zum dein ist auch mein Leben. Ruhm hast du mirs geges ben. Väterlich führst du mich auf des Lebens Wegen meinem Ziel entgegen. 2. Einst kommst du mit großer Kraft zum Gericht auf Erden: dann soll ich zur Rechenschaft vorgefordert werden. Dein Gericht schonet nicht. Richter aller Welten, du, du wirst vers gelten. 3. Weh dann mir in Ewigs keit, wenn ich deine Gabe, meine Kräfte, meine Zeit hier gemißbraucht habe, weh dann mir, hab ich hier sie nicht treu verwendet, sorglos sie verschwendet! 4. Möchte täglich dein Gericht mir vor Augen schweben. Möcht ich mich stets meiner Pflicht treu zu sein bestreben, daß ich nie, thöricht sie aus den Augen sebe, nie sie frech verleße! 5. Lehre mich gewissenhaft meine Tage zählen, eingedenk der Rechenschaft, nur was gut ist wählen! Gib, daß ich ernstlich mich täg: lich und auch heute darauf vorbereite! 6. Zeigt sich erst die Ewigkeit furchtbar in der Nähe, o, dann ist es nicht mehr 32 Beit Unsterblichkeit und Vergeltung. 196 Zeit, daß ich Gnad erflehe! Wann der Tod schon mir droht, kann ich deinen Wil len, Herr, nicht mehr erfüllen. 7. Mein Gewissen strafe mich gleich bei jeder Sünde, daß ich, Mittler, bald durch dich Gnade such und finde. Rufe du dann mir zu: Besserst du dein Leben, so ist dir vergeben. 8. Einst, am Tage des Gerichts, werd ich mit den Frommen zu dem Anschaun deines Lichts gnädig aufges nommen. Wonnevoll, Jesu, soll dich im höhern Leben dann mein Dank erheben! Mel. Wann mein Stündlein 275 Gro roß wird des Sünders Elend sein, unendlich schwer zu tragen! Ach, unter des Ge wissens Bein wird seine Seele zagen, wann ihn, den Nichts zur Buße weckt, der Tag des Weltgerichts er schreckt, zur Rechenschaft ihn fordert! 2. Verschwendet ist die Gnadenzeit! Wie viele seis ner Stunden sind in dem Dienst der Eitelkeit vergebens ihm entschwunden! Er hat des Lebens Zweck verfehlt; o welche Reu ergreift und quält zu spät nun seine Seele! 3. Wo bleibt nun jedes Erdengut, worauf sein Wunsch sich lentte? Wo bleibt der Stolz, der Uebermuth, womit er Andre kränkte? Ge beugt ist jetzt sein tropig Herz, und jede Lust wird nun in Schmerz, in Bein und Qual verwandelt. 4. Nun flucht ihm, wer des Lasters Bahn, durch ihn verführt, erwählte. Nun klagen ihn die Seelen an, die er aus Bosheit quälte; und jeder Schmerz, durch ihn vermehrt, und jedes Glück, durch ihn gestört, tritt furchtbar ihm vor Au gen. 5. Des Richters ernste Stimme spricht: Weicht von mir, Uebelthäter! und in ihm sein Gewissen spricht: du bist ein Uebelthäter! Von Gott und Seligkeit ver: bannt, fühlt er, was er sonst nie empfand, gerecht sei seine Strafe. 6. O Sünder, sichre Sünder, eilt, euch reuvoll zu bekehren! Laßt nicht, weil das Gericht verweilt, euch durch den Wahn bethören: zur Beßrung sei noch immer Zeit, und fern sei noch die Ewigkeit, fern noch Gericht und Strafe. 7. Sie kommt, ihr mögt, was Gott euch droht, bes zweifeln oder glauben. Wie leicht kann euch ein schneller Tod die Zeit zur Beßrung rau Das tünftige Leben. 197 rauben! Jeßt noch will Gott schon, ihren Retter zu erErbarmer sein, will eure Sünden noch verzeihn. D suchet seine Gnade. heben, und erwarten ihren Lohn; hohe Himmelsgeister ringen, mitanbetend ihm zu fingen, der des Ruhms so würdig ist, dem Erlöser Jesu Christ. 5. Das fünftige Leben. In eigener Melodie. Vaterland verklärter 276 Alle Menschen Frommen! Heil, Unsterblichund ben; ihre Herrlichkeit verblüht! Keiner kann den Hims mel erben, der zuvor den Tod nicht sieht. Staub wird dieser Leib von Erde, doch damit er himmlisch werde, wird er einst von Gott er neut und erhält Unsterblichkeit. 2. Willig werd ich dieses Leben, wenn es deinem Rath gefällt, dir, mein Vater, wiedergeben, gern verlassen diese Welt: denn nach dies sem Erdenleiden warten meiner höhre Freuden. Jch, als Christ, ich fürchte nicht Grab und Tod und Weltgericht. # licher vernommen, Gottes Heil gewährest bu! Freudenärndten schenkt Gott denen, welche hier gesät mit Thränen, alle Thränen trocknet er. Sünd und Elend sind nicht mehr. 6. Möcht ich doch, sie zu empfangen, diese große Herrs lichkeit, hier nur thun und nur verlangen, was im Tode noch erfreut! Dieſe Hülle mag zerstäuben; denn mein Geist wird ewig bleiben. Mir ist Sterben ein Gewinn; denn ich geh zum Vater hin. 7. Welche Tröstung, dieß zu wissen! Dieser großen Hoffnung voll. zag ich nicht in Kümmernissen, die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz sind diese Leiden; sie verwandeln sich in Freuden, wenn ich christlich sie ertrug, bis Gott spricht: Es ist genug. 3. Nichts soll mir den Trost entreißen, er soll mir tets heilig sein: Gott er füllt, was er verheißen; seiner will ich stets mich freun. Mir macht nun der Tod nicht bange, weil durch Jefum ich erlange eine frohe Seligkeit, wenn ich nüße diese Zeit. Mel. Wann mein Stündlein 4. Dort bei ihm ist wah= 277 Ein Bilgrim bin res ich in der Welt, und 33 198 Unsterblichkeit und Vergeltung. und kurz sind meine Tage. mels Herrlichkeit, den gros So manche Noth, die mich ßen Lohn der Treue. befällt, reizt mich hier noch zur Klage. Doch, Vater, jene Ewigkeit versüßt mir meine Pilgrimszeit und stärfet mich im Leiden. 2. Jeßt, da die Sünde mich noch drückt, seufzt mei ne bange Seele. Wie bald ist doch mein Herz berückt! Wer merkt, wie oft er feh: le? Doch einst werd ich vollkommen rein, ganz heilig und ganz felig sein; dieß meine Seele. 3. In stiller Nacht wein ich, o Herr, hinauf zu deiner Höhe. Mein schwaches Herzseufzt freudenleer, wenn ich den Morgen sehe. Ein Blick gen Himmel tröstet mich; denn meine Thränen stillen sich einst ganz in jenem Leben. 4. Wenn mich der Zufunft Schicksal schreckt, die Noth der fernen Tage; wenn fie in mir die Sorg erweckt, ob ich sie auch ertrage, so stärket mich die Ewigkeit, daß bei dem Elend dieser Zeit mein Glaube nicht ers liege. 5. Wenn einst, der jetzt von ferne dräut, der Tod mir näher winket; wenn nach der Arbeit dieser Zeit meinHaupt zum Schlummer sintet, so sterb ich froh: die Ewigkeit zeigt mir des Him6. Herr, diesen Trost, der mich erfreut, vermehr in meinem Herzen! Es stärke mich die Ewigkeit hier unter Müh und Schmerzen! Ein ewig unvergänglich Heil erwartet mich und wird mein Theil, wenn ich am Ziele stehe. Mel. Wer nur den lieben Gott 278 s ist noch eine den für jeden Gott ergeb nen Geist, wann er sich die ses Körpers Banden nach Gottes Willen einst entreißt und dann nicht mehr so ein geschränkt, als hier auf Ers den, lebt und denkt. 2. Zu dieser Ruhe werd ich kommen; und, Gott, wie selig bin ich dann! In deinen Himmel aufgenommen, fang ich das beßre Leben an, wo nach der Last, die mich hier drückt, der Freu den Fülle mich erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kinder trösten, so tröstet deine Freundlichkeit mich mit der Wonne der Erlösten nach wohlvollbrachter Uebungs zeit; dann wird mir hell und offenbar, wie gut hier deine Führung war. 4. Da schweigen alle meis ne Klagen; da bringt mein fro: Das fünftige Leben. 199 froher Lobgesang dir selbst tel. Beuch ein zu deinen Thoren für dieſes Lebens Blagen hoff mit nie gefühlter Regung Dant. Froh jauchz ich dann: Es ist vollbracht; der Herr hat Alles wohlgemacht! 5. Auf ewig trifft mich dann kein Leiden, kein Schmerz und keine Schwach heit mehr; ich fühle dann die reinsten Freuden, gefrönt von dir mit Preis und Ehr. Fest steht mein Glück, und, Herr, dein Heil bleibt dann in Ewigkeit mein Theil. 6. Gott, laß mich das zu Herzen fassen, daß du den, der dich redlich liebt, nicht stets willst in der Unruh lassen, die dieses Leben noch umgibt! Dieß flöße Kraft und Muth mir ein, dir auch im Leiden treu zu sein! 7. Mein Heiland, der du felbst auf Erden der Leiden Joch getragen hast, will ich des Lebens müde werden und fühl ich dieser Tage Last, so stärke mächtig meis nen Geist, daß er dem Unmuth sich entreißt. 8. Gib, daß in Hoffnung jener Ruhe, die einst der Frommen Erbtheil ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du darin mein Vorbild bist; so lohnt nach dieser Prüfungszeit mir einst vollkommne Seligkeit. 2792eben und eine Seligkeit, die einst der Herr wird geben dem, der in dieser Zeit gern seinen Willen that, der sich schon hier auf Erden vollkommener zu werden mit Ernst bemühet hat. 2. Die Tugend lohnt mit Freuden; doch kämpft ſie hier noch oft mit unverdiens ten Leiden; das Glück, das sie gehofft, umwölft der Haß der Welt; dort aber fie Vergnügen, wo sie den wird sie siegen, dort ärndtet Preis erhält. 3. Dem Lafter folget umher in glänzendem Ge Schande. Zwar geht es oft wande, gekrönt mit Ruhm und Ehr; doch wird den mit Schrecken aus seinem Bösewicht gewiß ein Tag Taumel wecken; dem Tag entflieht er nicht! ben! Kann meine Seele hier 4. Ich hoff ein ewges Lesich schon zu Gott erheben, wünscht sie sich mit Begier des Daseins stets zu freun, so wird auch unsern Seelen ihr heißer Wunsch nicht fehlen, unsterblich dort zu sein. 5. Dieß tröstet mich in Tagen der Widerwärtigkeit. Ich darf nicht trostlos flagen und kann nun ohne Neid den nächsten glücklich 34 sehn Unsterblichkeit und Vergeltung. 200 fehn. Gott leitet und regieret mein Schicksal; wie ers führet, dient mirs zum Wohlergeben. Ist 6. Bei Reizungen zu Sünden gibt diese HoffnungKraft und Muth, zu überwinden die böse Leidenschaft. auch die Mühe groß, so werd ich dennoch siegen, und göttliches Vergnügen ist nach dem Kampf mein Loos. 7. Wie ruhig kann ich sterben! Ich fürchte nicht den Tod. Die Seligkeit zu erben, eilt dann mein Geist zu Gott, der ihn zum Leben schuf. Dort wird von beßren Freuden der Tod mich nicht mehr scheiden. Wie groß ist mein Beruf! 8. Laß mich ihn würdig wandeln, o Herr der Ewig: teit! Laß immer recht mich handeln in dieser Prüfungszeit! Nach diesem furzen Lauf wird ewig selges Leben mir dort bei dir gegeben; mich nimmt der Himmel auf! In eigener Melodie. 280 Mei ganzer Geist, Gott, wird entzückt, wenn er hins auf zum Himmel blickt, dahin dein Rath uns leitet, wo deine milde Vaterhand aus neuen Wundern wird erkannt, die du daselbst vers breitet. Mächtig fühl ich mich getrieben, dich zu lieben, der zum Leben, das dort ist, mich will erheben. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden? Du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar, daß wir sie froh empfinden; doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben. Dort nur ist vollkommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab. Dort trock nest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen; da ist kein Leid mehr, kein Ge schrei; denn du, o Herr, machst Alles neu: das Alte ist vergangen. Hinfort find dort für Gerechte, deine Knechte, feine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In deinem höhern Hei ligthum schallt deines Namens hoher Ruhm von lau ter frohen Zungen. Da strahlt die Herrlichkeit des Herrn; da schaut man sie nicht mehr von fern; da wird sie neu besungen. Heb ler, schneller, als hienieden, ohn Ermüden sehn wir dros ben, Gott, wie hoch du bist zu lieben. 5. Mit höhrer Liebe lieben wir dich, Vater, dann und dienen dir mit reinerem Gemüthe. Nichts stört den Frieden unsrer Brust und un: Das künftige Leben. 201 unfre tausendfache Luft an das Geräusch der eitlen deiner großen Güte. Kein Neid, tein Streit hemmt die Triebe dieser Liebe unter Seelen, die dann weiter nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schaar ist dort vereint! Die Frommen, die ich hier beweint, die find ich droben wieder. Dort sammelt deine Vaterhand, die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd ich, frei von Mängeln, mit den Engeln, mir zum Segen da die reinste Freundschaft pflegen. 281 Nach Nach einer Prü Mel. Wer nur den lieben Gott Jach einer Brü fung turzer Tage erwartet uns die Ewigfett. Dort, dort verwandelt sich die Klage in göttliche Bufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und jene Welt reicht ihr den Preis. 2. Wahr ists, der From me schmeckt auf Erden schon manchen selgen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm ein unvolltommnes Glück. Er bleibt ein Mensch und seine Ruh nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald Welt; bald kämpft in seinem eignen Herzen ein Feind, der öfter siegt, als fällt; bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfter leidet, das Laster öfter glücklich ist; wo man den Glücklichen beneidet und des Bekümmerten vergißt; hier kann der Mensch frei von Bein, nie frei von eigner Schwachheit sein. nie dort werd ichs finden; dort 5. Hier such ichs nur; werd ich heilig und verklärt, der Tugend ganzen Werth empfinden, den un aussprechlich großen Werth: den Gott der Liebe werd ich fehn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 6. Da wird der Vorsicht heilger Wille mein Will und meine Wohlfahrt sein und lieblich Wesen, Heil die Fülle, am Throne Gottes mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Ge winn mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah, daß wunberbar und heilig nennen, was unerforschlich hier geschah; da denkt mein Geist mit Preis und Dant bie 35 Schicks Unsterblichkeit und Vergeltung. Schickung im Zusammen- Wie nichts, wie gar nichts hang. gegen sie ist doch ein Augenblick voll Müh! 8. Da werd ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart; ein Heilig, Heilig, Heilig! fingen dem Lamme, das ers würget und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 202 9. Da werd ich in der Engel Schaaren mich ihnen gleich und heilig sehn, das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehen; da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn zu Millionenmalen noch segnen, daß er mir ihn wies; da find ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o möchte Gott es geben! vielleicht auch mir ein Selger zu: Heil sei dir! benn du haft das Leben, die Seele mir gerettet, du! Gott, wie muß dieß Glück erfreun, der Retter einer Seele sein! 12. Was seid ihr Leiden dieser Erden doch gegen jene Herrlichkeit, die offene bar an uns soll werden von Ewigkeit zu Ewigkeit! Mel. Alle Menschen müssen 282 wie unaus lig werden wir im Himmel sein! Da, da ärndten wir unzählig unsers Glaubens Früchte ein; da wird ohne Leid und Zähren unser Leben ewig währen. Gott, zu welcher Seligkeit führü du uns durch diese Zeit! 2. Hier ist zwar, was du den Frommen dort für Glück bereitet hast, noch in Reines Herz gekommen. Welcher Mensch auf Erden faßt deines Himmels große Freuden? Doch nach dieses Lebens Leiden werden Alle, die dir traun, mehr noch, als sie hoffen, schaun. 3. Neue Wunder deiner Güte werden da ihr Glück erhöhn. Mit erstaunendem Gemüthe wird dann unser Auge sehn, deine Huld sei überschwänglich und die Wohlfahrt unvergänglich, die dem, der dich redlich liebt, deine Vaterhand dort gibt. 4. Dann wirst du dich unsern Seele offenbaren, wie du bist. Keine Wonne wird uns fehlen da, wo Alles Wonne ist. Zu vollkomm nen Das fünftige Leben. 203 nen Seligkeiten wird uns zu kommen! Trachte, weil dort der Mittler leiten, der du hier noch bist, nur nach uns dieses Heil erwarb, als dem, was droben ist! am Kreuz er für uns starb. 5. Da wird deiner Frommen Menge Ein Herz, Eine Seele sein, Dienst und Dank und Lobgesänge dir, erhab: ner Gott, zu weihn, dir und dem, der selbst sein Leben willig für uns hingegeben. Mit ihm, unserm größten Freund, sind wir ewig dann vereint. 6. O, wer sollte sich nicht ſehnen, aufgelöst und da zu sein, wo nach ausgeweinten Thränen ewge Güter uns erfreun, wo sich unser Kampf in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unsre Angst in Lust verkehrt, die forthin tein Rummer stört! 7. Was ist unser Loos auf Erden? Obs auch noch so köstlich sei, ists doch nie ganz von Beschwerden, Sor gen, Furcht und Kummer frei. Schnell folgt hier auf Luft oft Weinen; dort nur wird die Zeit erscheinen, wo kein Wechsel mehr uns beugt, wo das Glück beständig steigt. 8. Sei, o Seele, hoch erfreuet über das erhabne Glück, das dir einst dein Gott verleihet! Richte dei nes Glaubens Blick oft nach jener Stadt der From men mit dem Ernst, dahin 9. Ohne Heiligung wird Keiner, Herr, in deinen Himmel gehn. O so mache immer reiner hier mein Herz, dich einst zu sehn! Hilf, o Vater, meiner Seele, daß sie nicht den Weg verfehle, der mich sicher dahin bringt, wo man ewig dir lobsingt! Mel. Schon ist der Tag von Gott 283 inft, freuet euch, einst reift die Saat zum Tag der frohen Garben. Nicht hier wird jede gute That der Edlen, welche starben, belohnt mit voller Seligkeit; drum hofft mein Geist Unsterblichkeit, ein Leben ohne Ende. 2. O Glaube, der das Herz erhebt: du, Gott, schufst unsre Seele; du, der erhält, was ist und lebt, erhältst auch unsre Seele. Zum steten Wirken schufst du sie. Heil uns! Darum vergeht sie nie, sie lebt für Ewigkeiten, 3. Nun können wir hier in der Zeit voll froher Hoff nung leben! Gott wird die größte Seligkeit dem Tugendfreunde geben, der das, was ihm die Pflicht gebot, mit reinem Herzen bis zum Tod treu suchte zu erfüllen. 36 4, Nach Unsterblichkeit und Vergeltung. 204 4. Nach diesem Glück der Ewigkeit laßt uns mit Eifer ringen; laßt, Christen, uns in dieser Zeit treu unsre Pflicht vollbringen! Belohnt wird einst der Tu- 4. gend Müh, ein guter Gott belohnet sie in jenem beß ren Leben. 2. Seis, daß der Erde Bau zerbricht, erlösche einst der Sonne Licht, wir, mehr, als Erd und Sonne, wir leben für die Ewigkeit! Schon in des Daseins er ster Zeit füllt dieß das Herz mit Wonne; und sei ne Würde fühlt der Geist, der ewig seinen Schöpfer preist. sterbliches Gebein wird, Er de, deine Habe. Hoch schwingt sich, wenn die Hülle fällt, der Geist empor zú jener Welt. Mel. Der unsre Menschheit 284 Unsterblichkeit! Unsterblich feit! Gedanke, der das Herz erfreut, den Geist zu Gott erhebet, der Trost für alle Schmerzen schafft, mit ho hem Muth, mit Gottestraft Mel. Schon ist der Tag zum Todeskampf belebet! 285 Wenn oft zu je Fühlt des Gedankens Seligs feit; denkt, Menschen, daß ihr ewig seid! 3. Gott, dir sei Dant! Gott, dir sei Dank! Nun mischt sich in den Schmerzgefang an unsrer Brüder Grabe der Ewigkeit Triumphlied ein. Nur unser Gott, dir sei Dank! Gott, bir sei Dank! und unser würdger Lobgesang fei hier ein heilges Leben! Gott, Heiligster, wir weihn uns dir; nach Jesu Beispiel wollen wir mit eifrigstem Bestreben der Tugend edlen Samen streun; dort wird die Aerndte uns er: freun. mein Geist empor sich schwin get und über sie schon hier erfreut dem Herrn ein Lob lied singet, dann fühl ich mich hier nur als Gast, und leicht wird dieses Le bens Last, die sonst so oft ermüdet. 2. So kann auch hier schon selig sein, wer sich im Guten übet; auf Erden schon darf der sich freun, der Gott und Tugend lie bet. O Vorschmack jener Himmelslust, entflamme doch in meiner Brust den Trieb zu jener Tugend. 3. Dort, Gott, belohnt du mein Vertraun vor dei nem Das künftige Lebent. 205 nem Angesichte; führst mich 2. Drum, o mein Geist, vom Glauben hin zum ermanne dich! Nimm deine Schaun, vom Dunkeln hin Last und gürte dich zum zum Lichte. Dich preis ich lezten Wallfahrtstage! Bald dann und deinen Sohn, der legst du deinen Pilgerstab, mich des Himmels Vor- legst deine Last auf ewig schmack schon im Glauben ab mit aller ihrer Plage. läßt genießen. Bange, lange Pilgerstunden sind verschwunden; allen Kummer tilgt ein süßer Abendschlummer. 4. An Kenntniß und an Herrlichkeit wachs' ich durch Ewigkeiten. Verwandelt ist in Glück mein Leid und in Triumph mein Streiten. Und diese hohe Seligkeit hat nie ein End, ist ohne Zeit, kein Tod ist mehr, kein Weinen. 5. Dann heb ich meine Hand empor und falle jauch zend nieder und stimme mit der Engel Chor in frohe Jubellieder; und unfern hohen Lobgesang, voll Halleluja, Preis und Dank hallt jeder Himmel wieder. 3. Und wenn nach einer turzen Rast, du, Müder, dich ein schönrer Morgen. ausgeschlummert hast, wecki Dann schreckt dich Finsterniß Traum schwebt um dich her, nicht mehr, kein banger dich beugen keine Sorgen. Eine reine Frühlingswonne strömt dieSonne dort heruns ter, lächelt ewig, geht nie unter. 4. Dann kämpfst du nicht mit Krankheit mehr, siehst hinter dir der Schmerzen Heer, tennst keine Noth, kein Leiden; mit neuer Kraft, Mel. Mein ganzer Geift, Gott 286 Wie freu ich mich mit neuem Sinn eilst du der Wonne zeit; wenn bald der Herr der Herrlichkeit mir winfet, heimzugehen! Bedanke, wie entzückest du: Gott läßt des letzten Abends Ruh mich in der Nähe sehen! Tröstlich, föstlich Wort vom Frieden, du kannst Müden Labung geben, ihre Hoffnung neu beleben! von Welt zu Welten hin, trinkst stündlich neue Freuden. Reiner, feiner fühlst du immer, wechselst nimmer im Gemüthe; dein Genuß ist ewger Friede. 5. Dort schielet nicht mit giftgem Blick die Mißgunst nach der Geister Glück; dort flicht der Neid nie Neße; die Rache gräbt dir da kein 37 Grab Unsterblichkeit und Vergeltung. 206 Grab, fein Stolzer drückt auf dich herab; dort stiehlt kein Geiz dir Schäße. Droben toben keine Feinde; Engel, Freunde, Brüder üben ewig sich mit dir im Lies ben. 6. Hier nähret oft zu seinem Schmerz statt eines Freunds das traute Herz die Natter in dem Schooße; oft welkt in einem Augenblick sein treuster Freund, mit ihm sein Glück, gleich einer Frühlingsrose. Drüben lieben deine Werthen, die Verklärten, dich auf immer, deine Seligkeit wantt nimmer. 7. Wie freu ich mich der Wonnezeit, wenn bald der Herr der Herrlichkeit mir winket, heimzugehen! Gedanke, wie entzückest du: Gott läßt des legten Abends Ruh mich in der Nähe se hen! Tröstlich, föstlich Wort vom Frieden, du kannst Müden Labung geben, ihre Hoffnung neu beleben! 8. Nun trag ich meiner Bürde Last, die du mir, Gott, gegeben hast, froh bis zur Wallfahrt Ende. War sie sonst schwer, jest ist sie leicht; denn meine schönste Hoffnung reicht mir lächelnd ihre Hände. Tröst lich, köstlich Wort vom Frieden, du kannst Müden Labung geben, sie mit Him melstraft beleben! 287 Der Mel. Sei Lob und Ehr bemFreuden Quell ist, Gott, bei dir; dort in dem höhern Leiden wird deine Vaterhuld auch mir in vollem Maaße geben, was mich mit reiner Lust erfüllt, was meiner Seele Sehnsucht stillt und sich ohn Ende mehret. 2. Dich lern ich dann im hellern Licht, in deiner Größe kennen und mit volltommner Zuversicht dich meis nen Vater nennen. Mit hoher Freude bet ich dann auf ewig deine Güte an, die mich zum Himmel führte. 3. Wenn mein erhöhter Geist dann sieht, wo er hier still vertrauet, wenn er dein unumschränkt Gebiet weit heller überschauet, Gott, welche Wonne ist dann mein! wie werd ich deiner da mich freun! wie selig da mich fühlen! 4. Noch größre Werte seh ich dann von deiner Vatergüte, als ich auf Erden sehen kann, und mein entzückt Gemüthe verliert voll Dank und Freude sich in deiner Herrlichkeit, die ich im vollen Glanz erblicke. 5. Da werd ich deinen heilgen Rath noch mehr, als Das fünftige Leben. 207 als hier, verstehn, dir dan. Tod, die stets das Laster fen, daß du mich den Pfad der Tugend hießest gehen und selbst durch Leiden die ser Zeit mich zu dem Glück der Ewigkeit so väterlich bereitet. liebten. Vergebens ist dann ihr Bemühn, sich und dir, Richter, zu entfliehn und deiner heilgen Ordnung. 6. In höherer Vollkommenheit werd ich dann, Gott, dich lieben, und was dein Wille mir gebeut, mit fro: hem Herzen üben. O welche Quelle reiner Luft sich keiner Sünde mehr bewußt, in Allem richtig handeln! 7. Wit allen Bürgern jener Welt werd ich dich dann erheben, werd ich dort ihnen zugesellt in reinster Freundschaft leben. Es schlägt dann froh in meiner Brust mein ganzes Herz voll Lieb und Luft, die ich mit ihnen theile. 8. Ja, ewig ist, mein Gott, bei dir der Freuden reinsie Quelle! Sie fließet täglich und bleibt mir stets unversiecht und helle. Mein Glück währt da in Ewigfeit; Nichts fehlt ihm an Bollkommenheit. Herr, hilf es mir erreichen! 2. O schrecklich wird es für sie sein, sich selbst dann anzuflagen, die Leiden alle, jede Pein durch eigne Schuld zu tragen; die sie verführ ten, selbst zu sehn, wie sie umsonst Erbarmung flehn und ihrem Beispiel fluchen. 3. Web dem, der nun ein höher Glück als wirklich vor sich siehet und doch bemerkt, wie es zurück vor ihm Unwürdgen fliehet, wie Sinnenlust im Tod zerfloß, und Freuden, die er hier genoß, er nun vergebens heischet! 4. Welch Elend, sich so weit vom Ziel mit dem Bewußtsein sehen: auch dir gab Gott der Mittel viel, zum Heile einzugehen, und doch selbst keines Trostes Spur, des innern Richters Stimme nur zu steter Qual zu hören! 5. Verbunden überdieß zu sein mit vielen Lasterhasten, die nur an Bosheit sich erfreun und Wuth der Leidenschaften und ges Mel. Schon ist der Tag von 288 Bergelten wirst du genseitig sich zur Laft, weil jeder denen, Gott, die hier die Tugend übten, doch auch bestrafen nach dem nur den andern haßt, ewgen Marter wer 6. Und zur ben! Unsterblichkeit und Vergeltung. 208 6. Und wer in dieser Leidensnacht sein Unglück ganz empfindet, vom Lasterschlafe nun erwacht und sich doch traftlos findet zum Stre: ben nach Vollkommenheit: o, Qual für eine Ewigkeit liegt dann in dem Gefühle! 7. Das ist das Feuer, wel ches brennt im Innersten des Herzens; das sind Gefühle, die nur kennt der Jammersohn des Schmerzens! O Vater, Vater, welch ein Bild, wenn sichs so jammervoll vergilt, von unsrer Pflicht zu weichen! 8. Was könnt uns also eine Welt mit ihrem Reich thum nüßen, wenn wir nicht das, was dir gefällt, der Tugend Schaß besigen? Nur sie währt ewig, sie beglückt! O, hilf mir, Gott, daß sie mich schmückt und schüßt vor solchem Elend! Mel. Gottlob, ein Schritt zur 289 Vollendet freudig euren Pfad, bleibt Christen, Gott erges ben; einst wird vergolten jede That in jenem beßren Leben. Der Fromme har ret wonnevoll bes Richters; denn wer glaubt, der soll Gott nicht als Richter fürchten. 2. Die stille That, der Pflicht geweiht, wird Gott einst offenbaren. Lob wird der wahren Frömmigkeit vor Allen widerfahren. D welch ein Ruhm, den sie gewinnt! Selbst heilige Ges danken sind bestimmt, be lohnt zu werden. 3. Wer keine Wollust, wen tein Geiz, tein eitles Lob bethörte; wer, selbst bei aller Lüste Reiz, die Stimme Gottes ehrte; wer strebte, mäßig, feusch und rein, demüthig, sanft und mild zu sein, dem wird Gott reichlich lohnen. 4. Wer eines der Gering: ften sich erbarmte, was ihn drückte, ihm tragen half und brüderlich die Leidenden er quickte, das siehet der Ge rechte an, als hätt er solches ihm gethan; und er will's ihm vergelten. 5. Laßt, Christen, tugendhaft und rein uns wandeln hier im Leben; dort wird uns Gott Vergelter sein und ewge Wonne geben; dort reift die hier gestreute Saat, dort lohnet jede gute That mit himmlischem Entzücken. Zweite 3 weite Abtheilung. Lieder über die christlichen Lebenspflichten. Gesinnung und Verhalten des Christen im Allgemeinen. 209 Mel. Schon ist der Tag von Gott er Jefum 290 Wennt, ver Nacht ein heitrer Tag der freuet sich auch wieder, wenn ihnen des Kummers Freude lacht und ihre Klagen schweigen. ehrt und liebt, mit Ernst die Sünde scheuet, wer in der Frömmigkeit sich übt und sich der Tugend freuet, nie seines Daseins Zweck vergißt, nur der wird als ein wahrer Christ stets denken, leben, handeln. 4. Er dienet ihnen, wo er kann, hört des Bedrängten Flehen als Menschenfreund erbarmend an, kann ihn nicht leiden sehen, eilt ihn zu retten und erquickt den, den die Last der Sor gen drückt, durch seines Wohlthuns Segen. 2. Gott ist es, den er findlich ehtt; bekannt mit seinem Willen, sucht er als Christ, von ihm belehrt, ihn treulich zu erfüllen; liebt jede Vorschrift, jede Pflicht und unterwirft mit Xuversicht sich ihm, dem Menschenvater. 5. Er betet und er betet gern, weil ihn sein Herz dieß lehret, und weil er Gott, der Welten Herrn, als Vater fromm verehret, entfernt von aller Heuchelei, vom Wahn des Überglaubens frei mit Andacht und mit Eifer. 3. Wie edel ist des Christen Herz, wie liebreich gegen Brüder! Er theilt mit ihnen ihren Schmerz und 6. Er freut sich der Ge legen 210 Gesinnung und Verhalten des Christen legenheit, den Vortrag heilger Lehren und jede Pflicht, die Gott gebeut, auch öffent lich zu hören. Der Brüder Andacht reizet ihn, sich der Zerstreuung zu entziehn, im Guten sich zu stärken. 7. Gott, laß mich jede Chriftenpflicht mitfrommem Eifer üben! Aus Wahn und Leichtsinn laß mich nicht den Schein der Tugend lieben! Laß, deines Beifalls mich zu freun, laß meine Pflicht mir heilig sein, als Christ stets denken, handeln! 6. Die tausend Wunder in der Welt hat er umsonst nicht aufgestellt. Mit Frohgefühl sollst du sie sehn und ihres Schöpfers Ruhm er höhn nnd dankbar sein. 7. Er lenkt mit Liebe, was er schuf, und dir ertönt der sanfte Ruf: O siehe, Mel. Erschienen ist der herrlich 291 Empfinde deinen wie bein Gott regiert und Alles, Alles, herrlich führt und nichts versäumt. hohen Werth! Gott selbst, o Mensch, hat dich geehrt, hat mit Verstand dich ausgeschmückt und über Staub emporgerückt. Vergiß es nie! 8. Bedenke, was die Menschheit ehrt und reine Freuden ihr gewährt! Er hebe deines Geistes Blick vom wandelbaren Erdens glück zum höchsten Gut! 2. Du schmähest, was dein Gott dir gab, du würdigst dich zum Thier herab, wenn deines Lebens furze Zeit in Thorheit dir und Eitelkeit vorüberflieht. 9. Dich selbst, dein Stre ben, deine Kraft erforsche stets gewissenhaft und lerne, schnödem Wahn entflohn, von Jesu die Religion, die dich verklärt. ein 10. Ja, sei ein Christ, wahrer Christ; dann siehest du, was Weisheit ist, dann stürzt des Aberglau bens Reich, dann schwingt dein Geist sich, Engeln gleich, zum Licht empor. 11. O Weisheit Jesu, leite 3. Gebrauchen sollst du den Verstand. Nur darum gab ihn Gottes Hand. Du sollst ihn treu der Wahrheit weihn, ihn bilden und ihm Licht verleihn, so viel du tannst. umhüllt von dunkler Nacht ist immer noch nicht auf gewacht. Bebaure sie! 5. Entreiße dich der Dunkelheit! Erwache, Sohn der Ewigkeit, und strebe mit entzücktem Sinn zum hohen Ziel der Weisheit hin! Das fordert Gott! 4. O sieh umher, wie roh, wie blind noch viele deiner Brüder sind! 3hr Geist, im Allgemeinen. 211 leite mich! Ich bin ein Christ durch Werk und That zu sein, jedes Unrecht stets zu scheun! und liebe dich. Ich fühle fie, die rege Kraft, die Gott in meiner Seele schafft, dir treu zu sein, 5. Was wir säen, ärndten wir. Reicher Segen wird gegeben dem, der treulich säte hier für das künftge beßre Leben. Laß mich reichlich Samen streun und mich dort der Aerndte freun. 12. Mag jeder Reiz der Welt verblühn und meines Lebens Hauch entfliehn, D Weisheit, du wirst mich erfreun und meines Geistes Zierde sein in Ewigkeit. In eigener Melodie. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 293 Wer hat den 292 Fern sei uns der Glauben, Irrthum, fern, daß auch diese Christen wären, welche Jesum zwar als Herrn wohl mit ihrem Munde ehren, aber ihm nicht gleichgesinnt, nicht der Tugend Freunde sind! 2. Ferne sei von uns der Wahn, sich mit dem allein zu trösten, was einst Jesus hat gethan, einen Christen und Erlösten sich zu nennen, wenn man nicht treu erfüllt des Christen Pflicht! 3. Schände nie, wer Jesum kennt, Jesum durch ein Sündenleben! Wer den Göttlichen bekennt, der muß sich auch ernst bestreben, stets zu wandeln auf der Bahn, die uns Jesus ging voran. 4. Gott, ergreife meinen Geist, daß kein unfruchtbarer Glaube, der dich nur durch Worte preist, mir den frommen Eifer raube, Christ sen Früchte beweisen, daß er Gott gefällt und einst vor seinem Angesichte der Tugend hohen Preis erhält? 2. Der, der durch seines Geistes Triebe zu allem Guten sich entschliest und Gott aus Dankbarkeit und Liebe gehorsam und ihm ähnlich ist; 3. Der, der vor Gott unsträflich wandelt, Nichts lieber thut, als seine Pflicht; der heilig denkt und heilig handelt und gern die Wahrheit sucht und spricht: 4. Der alle Menschen herzlich liebet, gerecht, gelind, voll Redlichkeit und mild ist, keinen je betrübet und Andre zu erfreun sich freut; 5. Der gern verzeiht dem, der ihn schmähet, an Feinden auch das Gute schäßt, nicht lästert und nicht stolz sich 212 Gefinnnung und Verhalten des Christen fich blähet und seinen Näch. sten nie verlegt; 6. Der die Berehrer Got tes ebret und thut, wie sie, was Gott gefällt; der, was er feinem Nächsten smöret, und schwür er sich zum Schaden, hält; 7. Der nie, zum Troge der Geseze auf ungerechten Wucher leiht und durch ge. recht erworbne Schäße der Armen trauernd Herz er freut; Geschäffe deines Dienstes fertig sein; doch hab ich der Gitelteit unbebachtfam fie geweiht; ja, zum schnöden Dienst der Sünden ließ i mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeben Morgen über mir, o Bo ter, neu. Bon wie man chen schweren Sorgen mach test du das Herz mir frei! Was mir nüßte, gabst bu mir; aber, ach, wie dankt ich dir! O wie hab ich so vermessen deines Wohthuns Sweck vergessen! 4. Bei so hellem Licht der Gnaden sollt ich ja die Sünde fliehn und um Ret tung von dem Schaden meis ner Seele mich bemühn. Deine Güte lockte mich oft zur Buße, aber ich floh vor ibrem sanften Locken, suchte mich selbst zu verstocken. Mel. Freu dich sehr o meine S. dent 5. Jch erkenne meine Sünden, beuge mich, mein Gott, vor dir. Laß mich bei dir Gnade finden; neige 294 Höchten' die Gü Herr, dein Ohr zu mit! Ach, vergib, was ich ge than! Nimm mich doch er barmend an! Führe mich vom Sündenpfade schnell zurück durch deine Guade! 6. Dir ergeb ich mich aufs neue. Gib, daß mein ge beugter Geist deiner Vaters huld sich freue, die dein tröstend Wort verheißt! Was dein Sohn auch mir erwarb, als 8. Der die Bedrängten und die Armen erquict, in Schuß die Unschuld nimmt, der findet auch bei Gott Erbarmen, dem ist des Glaubens Preis bestimmt. 9. Der, der im Glücke stets bescheiden, in Trübial stets geduldig ist, der, Gott, erbt deines Himmels Freuden, der ist dein Kind, der ist ein Chrift! te, die du mir bisher ereigt, o so wird mein ganz Gemüthe zu der tiefsten Scham gebeugt, daß ich dich gering geschäßt, häufig dein Gebot verlegt und dich, der mich so geliebet, mit Vergebungen betrübet. 2. Alle meine Seelenfräjte, meine Glieder sind ja dein, und sie sollten zum im Allgemeinen. 213 bereit? als er für die Sünder starb, fiehlt, auch stets zu thun Fried und Freude im Ge wiffen, ach, bas laß auch mich genießen! 7. Stärke selbst in meiner Seele ben Entschluß, mich bir zu meihn; gib, baß mits an Rraft nicht feble, folg: fam beinem Wort zu sein! Stebe mir stets mächtig bei; mache du mich selbst getreu! Dich zu lieben, dir zu leben, ſei mein ernstlichstes Bestreben! Mel. O Gott, du frommer Gott 295 Go ott, du erfor scheft mich; dir fann ich nichts verhehlen; du siebest jede That, tennst jeden Rath der Seelen. Ich flehe, Herr, zu dir, erhöre buldvoll mich: entdecke mir mein Herz, denn ach, oft täuſcht es sich. 2. Jch bin ein Christ, o Gott, getauft auf deinen Namen. Erfüllt ich jede Pflicht des Christenthums, und famen die Werke, die ich that, aus Frömmigkeit und Pflicht? Bin ich ein Heuchler nur, so ehr ich Chriftum nicht. 3. Hab ich dich, Gott, geliebt und durch ein weises Leben der Tugend mich ger weiht, mein Herz dir ganz ergeben? Hat mich dein Unterricht gebessert und freut? War ich, was er be er 4. Dankt ich dir für mein Glüd, für jebe meiner Freuben? Bertraut ich standhaft dir in Rummer, Roth unb Leiben? War ich beim Reiz der Welt aufs Gwige bes dacht? amb hab ich jeden Tag, so wie ich soll, vollbracht? 5. Gebraucht ich meinen Geist mit allen seinen Kräften zu meiner Brüder Wohl, zu nüßlichen Geschäften? Hab ich für meinen Leib mit Weisheit stets gewacht und teine böse Luft genährt und angefacht? 6. Hab ich die, welche du zur Aufsicht mir vertrauet, durch eignes Beispiel_gern gebessert und erbauet? Sorgt ich stets für ihr Wohl und ihre Seligkeit und straft ich ihr Vergehn mit Ernst und Freundlichkeit? 7. Blieb ich der Wahrheit treu? War ich voll Menschenliebe, und regten sich in mir des Mitleids edle Triebe? Brach ich dem Hungrigen mit Freudigkeit mein Brod? Half ich durch Rath und That Bedrängten aus der Noth? 8. War ich der Unschuld Trost und hab ich sie vers theidigt? Hab ich durch Härte nie den Dürftigen beleidigt? Floh ich den Ülebers 214 Gesinnung und Verhalten des Christen bermuth, des eitlen Stol bekämpft die Sinnlichkeit, ses Reiz? Verschloß ich Aug und Herz der Mißgunst und dem Geiz? 9. Hab ich, wie Jesus that, gesegnet, die mir fluchten? geliebet, Jesu gleich, die mir zu schaden suchten? beherrschet stets den Zorn? gezeigt Versöhnlichkeit? mich nie am Feind gerächt? vermieden 3ank und Streit? 10. Allwissender, wer fann, wie oft er fehlet, merken? Sei gnädig, handle nicht mit mir nach meinen Werken! Vergebung ist bei dir; laß ihren Trost auch mein und mich durch ihn gestärkt zum Fleiß der Beßrung sein. In voriger Melodie. 296 We er Gottes We ge geht, nur der hat Seelenfrieden. Wie herrlich ist sein Lohn ihm selbst von Gott beschieden! Voll Glaubens widersteht er jeder bösen Lust, ist seiner Tugend sich, sich ihres Werths bewußt. 2. Er merkt auf seinen Gang, geht ihn mit festem Muthe, wird in der Schwachheit start, liebt immer mehr das Gute. Ihn machet Gote tes Geist gerecht und tugendhaft, und er nimmt immer zu an Einsicht und an Kraft. 3. Gott hat er allezeit vor Augen und im Herzen, scheut nicht des Kampfes Schmerzen. Er eilet, wenn er fehlt, den Fehler zu bereun, und strebt mit ernstem Fleiß der Tugend sich zu weihn. 4. Getreu in seinem Stand genießt er Gottes Gaben, vergnügt, ob Andre gleich mehr Glück und Ansehn haben, als Christ, bei Wenigem zufrieden, frei von Neid, von Habsucht und von Geiz, von Stolz und Eitelkeit. 5. Schenkt Gottes Hand ihm viel, so wird er Vielen nüßen, des Freundes Glück erhöhn, verlaßne Tugend schüßen. Auch selbst Beletdiger wird er in Noth er freun und, wie sein Gott gesinnt, wird er auch gütig sein.. 6. Er fränkt den Bruder nicht, er schüßt sein Glück, sein Leben. Er ist, nach Jesu Sinn, stets willig zum Vergeben, voll Achtung ehret er in ihm des Höchsten Bild, denkt: Gott, der Heilige, ist gegen mich ja mild. 7. Im Guten sucht sein Herz die Brüder zu be stärken; er muntert alle auf zu guten, edlen Werken. Mit Christensinn nimmt er an ihrer Tugend Theil und denkt: Wir haben ja nur Eineit Herrn, Ein Heil! 8. Das im Allgemeinen. 8. Das Heil der Ewigfeit, das hier der Fromme schmecket, erhält sein Glück und macht, daß keine Noth ihn schrecket, giebt ihm im Leiden Muth und stillet jeden Schmerz. Im Tode freut sich noch sein Gott ergebnes Herz. In eigner Melodie. 297& hebt sich auf € s der Andacht Schwingen, Unendlicher, mein Geift zu dir empor, den frommen Vorsatz dir zu bringen: den Tugendpfad, den ich so oft verlor, will ich, o Gott, mit neuer Treue gehn und groß durch sie der Sünde Reiz verschmähn. 2. Wohin sich nur mein Auge wendet, erblick ich dei ner Liebe Segensspur. Wer wachte für mein Glück? Wer spendet der Freuden Fülle aus durch die Natur? Gott, deine Liebe! Liebe weih ich dir, mit Freudenthränen, Ewiger, dafür. 3. Wenn einst vielleicht sich bang und leise zu meinem Herzen trübe Sorge schleicht, Gefährtin meiner Pilgerreise nun Schwermuth wird und jede Hoffnung weicht, dann will ich auf zu dir, mein Vater, schaun und selbst im Schmerz dir kindlich noch vertraun. 215 4. Nie will ich fragen, ob zu Freuden der Pfad der Tugend und des Rechtthuns führt; nie zaghaft ihn zu wandeln meiden, wenn er in Nacht und Dunkel sich verliert. Du winkst, Gott; Gehorsam ist mir Pflicht; mein Glaube gibt mir Muth und Zuversicht. 5. Dir will ich suchen nachzuahmen, o Jesu! Menschenfreund, der du so gern den Leidenden, die zu dir tamen, Erretter warst, nie foll mein Herz mehr fern dem Armen, der verlassen trauert, sein; ich will ihm Hülfe, Trost und Liebe weihn! 6. Mit warmem, liebevollem Herzen will ich mich immer mit den Frohen freun, der unverdienten Kränkung Schmerzen nicht ahnden, dem Beleidiger vers zeihn. Bescheidenheit und Sanftmuth sei mein Ruhm, Gewissensruh mein großes Eigenthum! 7. Die Kräfte, die du mir gegeben, will ich getreu zu nügen mich bemühn; zu großen Zwecken ward dieß Leben, von dir, o Gott, aus Liebe mir verliehn. Um herrlicher dort wieder aufzublühn, sinkt es auf deinen Wink zum Grab einst hin. 8. Wenn von Versuchungen 216 Gesinnung und Verhalten des Christen gen umgeben, mein Blick jahre nicht! Laß mich Gnain Labyrinthe sich verirrt, der Sünde Reiz zu widerfireben, die täuschend lockt, oft schwer dem Herzen wird, blick ich zu dir; du wirst mir Muth verleihn, kein Opfer, das die Pflicht gebeut, zu scheun. de vor dir finden; geh nicht mit mir ins Gericht! Alle Sünden, die uns reuen, willst du väterlich verzei hen. O so höre denn auch mich! Meine Seele hofft auf dich. 9. Ja, treu zu sein, bis einst am Ziele auch mir dort der Vergeltung Palme weht, gelobt mit heiligem Gefühle dir jetzt mein Herz, das kindlich zu dir fleht: gib Kraft dazu und leit an deiner Hand den müden Pilger hin ins Vaterland. Mel. Alle Menschen müssen sterben 298 Ich ch erhebe mein Gemüthe sehnsuchsvoll, mein Gott, zu dir. Ich verehre deine Güte; o wie theuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens, Keiner harrt auf dich vergebens; nur Verächter deiner Huld stürzet ihre eigne Schuld. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege; zeige deinen Wil len mir; leite mich die rechten Stege, daß kein Abweg mich verführ! Gott, du sie hest mein Vertrauen! Sicher kann ich auf dich bauen; deine Vatertreue ist ewig, wie du selber bist. 3. Ach, gedenke, Herr, der Sünden meiner Jugend 4. Gott, du willst des Sünders Leben; dir ist seine Seele werth. Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sündenwege machst du sein Ge wissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umkehrt! Den verwirfst du nicht. 5. Allen, die zu dir sich wenden, über ihre Schuld betrübt, willst du Trost und Rettung senden, wenn ihr Herz sich dir ergibt. Freus de schenket deine Güte dem geängsteten Gemüthe, dem du seine Sündenlast gnädig abgenommen hast. 6. Herr, zu was für Seligkeiten du in jener bessern Welt jeden Sterblichen willst leiten, der dir Treu und Glauben hält, offenbarst du allen Seelen, die zu ihrem Heil dich wählen, deinen ganzen Gnadenbund machst du deinen Kindern kund. 7. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich heilig vor dir leben, treu sein meiner ganzen Pflicht! Keine im Allgemeinen. 217 Keine schnöde Luft der Sün- ja nicht, wie lange mich noch den soll mich ferner über winden. Nimm du dich nur meiner an, daß ich standhaft bleiben kann! deine Langmuth trägt, nicht, wann meine Stunde schlägt. 6. Drum will ich nicht länger weilen, wo das Eitle mich belügt, mich um ewges Heil betrügt; eilen will Mel. Sollt ich meinem Gott 299 Bilden soll ich ich, Gott, nun eilen auf mich auf Er den, Gott, für deine Ewigfeit, der Bahn der Besserung zu dem Ziel der Heiligung. hier in ungewisser Zeit, täglich weiser, besser werden, und nach dieser großen Pflicht richtet mich einst dein Gericht. 7. Ich will stets mich selbst bezwingen; eingedenk der Rechenschaft, wuchern noch mit Zeit und Kraft; will mich durch Versuchung ringen, um vor dir einst zu bestehn und zum Leben einzugehn. 2. Jede Stunde meines Lebens, selbst Minuten zähltest du, wogest jede Kraft mir zu; keine gabst du mir vergebens. Wuchern stets mit Kraft und Zeit soll ich für die Ewigkeit. 3. Und ich lebte nur auf Erden, um den Sinnen wohlzuthun, konnte träg und sicher ruhn; suchen, alücklich nur zu werden durch Gewinn der Eitelkeit, den ein Augenblick zerstreut! 4. Gott, wie war mein Geist verblendet! Wie viel Tage sind mir schon unge nügt zum Heil entflohn! wie viel Kräfte schon vers schwendet! Doch mich rufet noch die Pflicht, und ich fäume länger nicht. 5. 3u befrein mich von dem Hange meiner sündli: chen Begier wurde täglich schwerer mir; und ich weiß Mel. O Gott, du frommer Gott ch blick empor 300 bit, bu Ewiger, der Allen, die durch der Prüfung Land zum großen Ziele wallen, Vers gelter, Richter ist, und fleh voll Innigkeit: gedenk der Sünden nicht, die tief mein Herz bereut! 2. Wie oft gelobt ich dir in ernster Andacht Stille: mein heiligstes Gefeß, o Gott, sei stets dein Wille! Du kennst mein Herz; du weist, es war der Vorsat rein, dir treu auf jedem Pfad, den du mich führst, zu sein. 3. Und dennoch fehlt ich oft! Wer kennt des Herzens Tiefen? Ach, böse Lüste, die so tief verborgen schlieR fen 218 Gesinnung und Verhalten des Christen fen, erwachten, aufgereizt laß einst am großen Biel, vom Sturm der Leidenschaft; o Gott, dein Heil mich sehn! betäubt und überrascht er lag bald meine Kraft. Mel. So fliehen unsre Tage 4. Nun schau ich pru- 301 Mein Herz, Gott Vater, will ich fend hin auf die durchleb. ten Tage, fie bringt kein Wunsch zurück und keine bange Klage; doch ihre Thaten führt mit richterlichem Blick mir ernst und warnend oft Erinnerung zurück. 5. Der Edle, der sein Herz schon früh der Tugend weihte, fühlt hohe Seligkeit, sieht er an ihrer Seite auf die durchlaufne Bahn mit stiller Heiterkeit, er hat ge: sät in ihr für eine Ewigkeit. 6. Und diese Seligteit, des Herzens füßen Frieden, das höchste Gut, das hier den Sterblichen beschieden, erwarb ich mir noch nicht! Den bleibenden Gewinn gab ich, vom Schein getäuscht, für kurze Lust oft hin. 7. Ich unterließ die Pflicht, die Reizungen zu Sünden, durch Weisheit und durch Muth gestärkt zu überwin. den, ergebungsvoll und still mit ruhigem Vertraun, auf dornenvollem Pfad zu Gott emporzuschaun. 8. Verzeih, Algütiger! Du siehst der Reue Zähren. Du wirst dem Schwachen Kraft und Hülfe gern gewähren. Mit neuer Treue will ich deine Wege gehn; dir zum Eigenthume weihn. Es forderts ja dein Wort von mir, drum sei es ewig bein! 2. 3war hat es durch den Hang der Welt, durch Lust und Eitelkeit, die, Heis liger, dir nicht gefällt, sich oft, ach oft, entweiht. 3. Doch sieh, es fühlet seine Schuld, gelobt dir Befferung und fleht zu dir um Gnad und Huld, um Kraft zur Heiligung. 4. Verwirf, verwirf mein Flehen nicht, sei mir mit Gnade nah! Zu dir steht meine Zuversicht, mein Vater bist du ja. 5. Dieß bürgte mir, ge sandt von dir, dein Sohn mit seinem Blut; verleih durch deinen Geist nun mir zur Beßrung Kraft und Muth! 6. Hilf, daß ich dir, mein Herr und Gott, im Glau ben stets getreu und gegen List, Gewalt und Spott im Guten standhaft sei! 7. Hilf, daß ich sei im Leiden fest, durch Hoffnung und Geduld, mein Troft, wenn Alles mich verläßt, sei deine Vaterhuld! 8. Hilf, im Allgemeinen. 219 8. Hilf, daß ich gegen ben, gereiniget von MisseJedermann, von Stolz und that; wie feierlich war dann Neide frei, aufrichtig und, mein Eid des Glaubens so viel ich kann, zu dienen und der Frömmigkeit! willig sei! 9. Hlf, daß ich wohlzu: thun mich freu und, fern von Rachbegier, selbst meinem Feinde gern verzeih; denn du verzeihst auch mir. 3. Ach, aber bald ergriff mich wieder die Sünd und ihre Lust mit ihr, riß mei: nen frommen Vorsag nieder und herrschte wie zuvor in mir! Zum Widerstande viel zu schwach.floh ich nicht, sondern gab ihr nach. 4. Wie viele sündenvolle Tage durchlebt ich, Vater, wie im Traum und sammelte mir Schmach und Pla ge und fühlte dieß mein Elend kaum! Verwundet blutete mein Herz, betäubt empfand ich keinen Schmerz. 5. Jch ging den Weg zum Untergange, den dein gerechter Ernst mir droht. Jest ist um Trost mir Sünder bange; wer rettet mich aus meiner Noth? Mein richtendes Gewissen wacht, und Alles um mich her ist Nacht. 6. 3u wem, o Vater, soll ich fliehen? Wo findet meine Seele Ruh? Wer kann sie aus dem Elend ziehen, in dem sie seufzet, als nur du? Mein ganz Vertraun seß ich auf dich: du, Freund des Lebens, rettest mich! 10. Dich, Gott, verebren, fei mein Ruhm, entfernt von Heuchelei, damit mein ganzes Christenthum dir wohlgefällig sei! 11. So nimm es denn zum Tempel ein mein Herz hier in der Zeit und laß es deine Wohnung sein auch in der Ewigkeit! 12. Weg, Welt, weg Sind! Euch dien ich nicht! Nur Gott, nur Gott al. lein; dieß, dieß ist meine Zuversicht, tann ewig mich erfreun. tel. Wer nur den lieben Gott 302 Mein Gott, zu dem ich weinend flehe. erbarme deines Kindes dich! Ach, sieh auch jept von deiner Höhe mit gnadenvollem Blick auf mich! Vergib mir, Vater, gehe nicht mit wir, dem Sünder, ins Gericht! 2. Wie oft hast du mir schon vergeben, wenn reuvoll ich um Gnade bat; wie oft versprach ich dir ein Le 7. Für alle, auch für meine Sünden, floß einst des Welterlösers Blut. Olaß burch ihn mich Gnade finden, 2 220 Gesinnung und Verhalten des Christen ben, du, meiner Seele höch Herzen Freude bringen oder stes Gut! Noch einmal, Vas Schmerzen. ter, sprich zu mir: Auch diese Schuld erlaß ich dir. 8. Gott, sei mein Zeuge, da ich schwöre: mein Herz soll dir geheiligt sein! Dir, deinem Willen, deiner Ehre will ich mein ganzes Leben weihn; der Sünde will ich widerstehn und standhaft deine Wege gehn! 9. Vergiß nicht wieder, meine Seele, wie oft du schon gefallen bist! Vergiß nicht mehr des Herrn Befehle, nicht mehr, daß er dein Retter ist! Ruf ihn im Glauben täglich an: er halt mich, Herr, auf ebner Bahn! Mel. Freu dich sehr, o meine chaffet, schaf303 finder, schaffet eure Seligkeit! Bauet nicht wie sichre Sünder auf die ungewisse Zeit! Unverweilt bekehret euch! Ringet nach dem Himmelreich! Strebet, heilig hier auf Erden, strebet, selig dort zu werden! 2. Daß nun dieses mög geschehen, so müßt ihr mich festem Muth jeder Sünde widerstehen; nur was Gott, das höchste Gut, von euch fordert, muß allein eures Lebens Richtschnur sein, es mag eurem schwachen 3. Selig, wer im Glaus ben tämpfet, selig, wer im Kampf besteht, wer des Fleisches Lüste dämpfet und den Reiz der Welt verschmäht! D, so strebt dem Guten nach, seht dabei auf Christi Schmach! Wer den Him mel will ererben, muß erst seinen Sünden sterben. 4. Werdet ihr nicht stand. haft ringen, sondern träg und lässig sein, eure Nei gung zu bezwingen, wie kann euch der Sieg erfreun! Ohne tapfern Streit und Krieg folget nie Triumph und Sieg. Nur den Sieger schmückt zum Lohne seines Kampfs die Himmelskrone. 5. Sich voll Leichtsinn stets zerstreuen, thun, was Fleisch uns und den Kampf der Lüste scheuen, ist der Welt, nicht Christi Geist. Wer ihn haben will, der kann auf der Tugend rauher Bahn nicht in sichrem Stolze leben und den Lüften sich ergeben. 6. Brünstig beten, allzeit machen, die Versuchung weislich fliehn, sich die Pflicht zur Freude machen und mit Sorgfalt sich be mühn, selbst beim Spott und Hohn der Welt das zu thun, was Gott gefält, dieß nur wollen und vollbringen im Allgemeinen. bringen heißet: nach dem Himmel ringen. 7. Drum entreißet euch den Lüsten, die ihr noch gefesselt seid, und beweiset euch als Christen muthig und getrost im Streit! Schont der liebsten Neigung nicht, übet auch die schwerste Pflicht! Denket oft an Christi Worte: dringet durch die enge Pforte! 8. Bittern muß ich vor der Sünde und auf Jesu Vorbild sehn! Suchen will ich, daß ich finde, was mein Glück einst wird erhöhn! Fehl ich, o so gehe nicht, Richter, mit mir ins Gericht! Gib mir deines Geiftes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen! 9. Gib zum Wollen das Vollbringen! Gib mir Muth und Kraft zum Streit! Lehre mich mit Ernst bezwingen Alles, was mein Herz entweiht! Beige mir von dei nem Thron den verheißnen Gnadenlohn, daß ich wache, bete, ringe und empor zum Himmel bringe! Mel. Wer nur den lieben Gott 304 Gott, lehre mich verstehn und fassen, was Buße, wahre Buße seil Hilf mir die Sünden ernstlich haffen, damit ich ohne Heuchelei mein Leben beßre, selbst mir treu und dir, Herr, wohlgefällig sei! 221 2. Dein Wort gebeut und spricht: thu Buße, verändre, beffre deinen Sinn; fall deinem Gott voll Reu zu Fuße; sei nicht mehr Sünder, wie vorhin; von nun an sei, als Gottes Kind, ihm folgsam, ähnlich ihm gesinnt! 3. Bezähme stets in dir die Liebe zu allem dem, was Sünde heißt, und fol ge jedem guten Triebe, den Gott erweckt durch seinen Geift; flieh, flieh die Lüfte dieser Welt und thue nur, was ihm gefällt! 4. Erstatte deinem Nächsten wieder, was du mit Unrecht ihm entwandt, und leite die verführten Brüder zurück zur Tugend; beut die Hand dem Unterdrückten liebevoll; thu Jedem, auch dem Feinde wohl! 5. Flieh Neid, Verleume dung, Haß und Lügen, begehr nicht, was des Nächsten ist, zeig durch den Abscheu vor Betrügen, daß du ein Feind des Lasters bist; sei friedlich, weise, stets bereit, zu sterben, wann dein Gott gebeut! 6. Herr, dieß befiehlt mir deine Lehre. Du weist am besten, wer ich bin; hilf, daß ich deine Stimme höre, und ändre du selbst meinen Sins. Sieh, Besserung ges lob ich dir; gib Kräfte zum Vollbringen mir! R3 Mel. 222 Gesinnung und Verhalten des Christen Mel. Gott Bater, an Erbarmen 305 S( o wahr ich lebe, spricht dein 6. Hilf denn, o Bater, hilf, daß ich noch heute, heute beffre mich, eh meine Schuld noch mehr sich häuft, eh mich ein schneller Tod ergreift, damit ich heut und jederzeit zu meinem Ende sei bereit. Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; ich will, daß er vom Bösen sich mit Ernst befehr und suche mich, vom Elend seiner Sünden frei, geheiligt mir und heilig sei. 2. Bernimm, o Rensch, dieß Gnadenwort und wandRel. Wer mit den lieben Gutt le nicht zum Tode fort! Gen 306, Gott, mie will dein Gott dir gnädig sein, gern alle Sünden dir verzeihn. Sei reuvoll; doch perjage nicht und jasse Muth zu deiner Pflicht. mander von den Tagen der mir beschied nen Lebenszeit flob schon dahin, mich anzuflagen, ins Meer der langen Ewigkeit! Nicht jeden hab ich dir ge lebt, nicht stets der Tugend nachgestrebt. 3. Doch hüte dich vor Sie cherheit! Dent nicht: zur Buß ist wohl noch Zeit, erst will ich mit der Welt mich freun, und werd ich ihrer müde sein, dann beß'r ich, dann bekehrichmich, und Gott erbarmt noch meiner sich. 4. Wiß, der jetzt liebreich dir verzeiht, übt auch als Gott, Gerechtigkeit; und, Sünder, dir ist unbewußt, ob du nicht morgen sterben mußt. Dann wehe dir, sinkst du ins Grab frech von des Lasters Pfad hinab! 5. Heut lebst du, heut belehre dich! Eh morgen tommt, fanns ändern sich. Wer jest gesund ist, stirbt vielleicht, eh er den Abend noch erreicht. Drum wandle nicht in Sünden fort; du weißt, zu spät ist Buße dort. 2. Gar oft empörte sich im Leiden mein murrend Herz voll Ungeduld; und schenktest du, mein Gott, mit Freuden, o dann vergaß ich deiner Huld, genoß nicht jede, wie ich soll, nicht im mer reinen Dankes voll. 3. So war mein Herz auch gegen Brüder nicht immer sanft und liebevoll. Schlug mich erlittnes Unrecht nieder, so übernahm mich oft der Groll, und ich vergaß der Sanftmuth Pflicht und folg te Jesu Vorbild nicht. 4. Dir, Herzenstündiger, ist keine von meinen Sin den unbekannt. Bergib, was ich vor dir beweine, und leite mich an deiner Hand zu besserer Gesinnung bin, bis im Allgemeinen. bis ich ganz frei von Fehlern bin! Mel. O Gott, du frommer Gott 307 Will du die Buße noch, die Gott gebeut, verschieben, so schändest du sein Wort und mußt dich selbst nicht lie ben. Jt deine Befferung nicht deiner Seele Glüd? Und wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblic? 2. Allein wie schwer ists doch, sein eigen Herz befämpfen, Begierden wider: stehn und seine Lüste däm pfen! Ja, Sünder, es ist schwer, allein zu deiner Ruh ist dieß der einzge Weg, und dem entsagest du? 3. Ist deine Pflicht von Gott, wie kannst du sie vergessen? Nach deinen Kräften selbst hat er sie abgemessen. Was weigerst du dich noch? Gott ist nicht ein Tyrann, der mehr von mir verlangt, als ich ihm leisten kann. 4. Sprich selbst: gewinnet Gott, wenn ich ihm kindlich diene und seiner werth zu sein im Glauben mich ertühne? Wenn du die Zugend übßt, die Gott, dein Herr, gebeut, wem dienft du? Ringst du nicht nach deiner Seligkeit? 5. Was weigerst du dich noch, das Laster zu verlassen? 223 Weil es dein Unglück ist, befiehlt es Gott zu haffen. Was weigerst du dich noch, der Tugend Freund zu sein? Weil sie dich glück lich macht, befiehlt sie Gott allein. 6. Gott beut die Kraft dir an, das Gute ju vollbringen. Soll er durch Allmacht dich ihm zu gehorchen zwine gen? Er gab dir die Bernunft, und du verläugnet fie. Er sendet dir sein Wort, und du gehorcht ihm nie. 7. Sprich nicht: Gott kennt mein Herz; ich hab es ihm verheißen, mich noch dereinst, mich bald vom La ster loszureißen; jezt ift dieß Werk zu schwer. Doch diese Schwierigkeit, die heute dich erschreckt, wächst sie nicht durch die Zeit? 8. Je öfter du vollbringst, was Fleisch und Blut befohlen, je stärker wird der Hang, die That zu wiederholen. Scheust du dich heute nicht, des Höchsten Feind zu sein, um wie viel weniger wirft du dich morgen scheun! 9. Ist denn die Buß ein Werk von wenig Augenblicken? Kann dich kein schneller Tod der Welt noch heut entrücken? Ist ein Geschrei zu Gott, ein Wunsch nach Befferung und Angst der Missethat die wahre Heilis gung? R4 10. Jfts T 224 Gesiunung und Verhalten des Christen nicht ewiglich bereun! 10. 3ts gnug zur Se- dein hier versäumtes Glüd ligkeit, des Glückes der Erlösten, wenn uns der Tod ergreift, sich sicher zu getrösten; ist das Bekenntniß gnug, daß uns die Sünde reut, so ist kein leichter Wert, als deine Seligfeit. 11. Doch fordert Gott von uns die Reinigkeit der Seelen. Ist keine Seele rein, der Glaub und Liebe fehlen, ist dieses dein Beruf, Gott dienen, den du liebst, so zittre vor dir selbst, wenn du dieß Werk verschiebst. 12. Der Glaube heiligt dich. Ist dieses dein Geschäfte? Nein, Mensch! Und du verschmähst des Geistes Gottes Kräfte? Erschreckt dich nicht sein Wort? Gibt in verkehrten Sinn den Sünder, der beharrt, nicht Gott zuleßt dahin? ' 13. Hat Christus uns erlöst, damit wir Sünder bleiben und sicher durch sein Blut, das Lafter höher treiben? Gebeut uns Christi Wort nicht Tugend, Recht und Pflicht, so ist es nicht von Gott. Gott widerspricht sich nicht. 14. Noch heute, weil du lebst und seine Stimme höreft, noch heute schicke dich, daß du vom Bösen kehrest. Begegne deinem Gott, willst du zu deiner Bein 15. Entschließe dich be herzt, dich selber zu besiegen; der Sieg, so schwer er ist, bringt göttliches Vergnügen. Was zagst du? Geht er gleich im Anfang langsam fort, sei wacker: Gott ist nah und stärkt dich durch sein Wort. 16. Ruf ihn in Demuth an; er tilget deine Sünden. und läßt dich sein Gefeß erst ihren Fluch empfinden, so widerstreb ihm nicht; denn heilge Traurigkeit wirkt eine Reu in dir, die niemals dich gereut. 17. So süß ein Laster ist, so gibts doch keinen Frieden. Der Tugend nur allein hat Gott dieß Glüc beschieden. Ein Mensch, der Gott gehorcht, erwählt das beste Theil; ein Mensch, der Gott verläßt, verläßt sein eignes Heil. 18. Die Buße führt dich nicht in eine Welt voll Leis den; Gott kennt und liebt dein Glück; sie führt zu wahren Freuden, macht dei ne Seele rein, füllt dich mit Zuversicht, gibt Weis heit und Verstand und Muth zu deiner Pflicht. 19. Sprich selbst: Jst dieß fein Glück, mit ruhigem Ge wissen die Güter dieser Welt, des Lebens Glück genießen und mäßig und gerecht in dem im Allgemeinen. 225 dem Genuffe sein und sich gnädig meine Schuld und der Seligkeit schon hier im Glauben freun? heile mein verwundt Gewissen mit Trost aus deiner Vaterhuld! Ich will mit Ernst die Sünde scheun und willig dir gehorsam sein. 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke zur Tugend mir verliehen sei, laß mich durch Uebung guter Werke beweisen; mache selbst mich treu, Herr, in der Liebe gegen dich! Sie leite und regiere mich! 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, der du die Missethat vergibst, das hassen, was du mir vergeben, das lieben, was du selber liebst! Laß, Vater, mein Gewissen rein und heilig meinen Wandel sein! Mel. Wer nur den lieben Gott 308 Mie theuer, W Gott, ift deine Güte, die alle Misse. that vergibt, sobald voll Reue das Gemüthe die Sünden, die es sonst ge liebt, erkennt, bereut und ernstlich haßt und Zuver sicht zum Mittler fast! 2. Doch laß mich ja nicht sicher werden, weil du so reich an Gnade bist! Wie kurz ist meine Zeit auf Erden, die mir zum Heil ges geben ist! Gib, daß sie mir recht wichtig sei, daß ich sie meiner Beßrung weih! 3. 3war deine Gnade zu verdienen, sind Reu und Behrung viel zu klein; doch darf sich auch ein Mensch erkühnen, zu glauben, dir Am allgemeinen Bußtage. Mel. Herzlich lieb hab ich dich verjöhnt zu sein, wenn er 309 ott, der du unfre bist, Herr, unser Mittler, Jesu Chrift, Geift Gottes, Geist der Gnaden! Unendlicher, verwirf uns nicht! Wir kom men vor dein Angesicht, mit Missethat beladen. Nimm von uns unsreSündenschuld, du Gott der Langmuth und Geduld! Erhöre gnädig uns ser Flehn, daß wir dein Heil, Erbarmer, sehn! Herr, unser Gott, verbirg uns R 5 nicht fällt, und nicht dein Wort von Herzen hält? 4. Nie kannst du dem die Schuld erlassen, der frevelnd Schuld auf Schulden häuft. Der kann kein Herz zu Jesu fassen, der zwar auf sein Verdienst sich steift, doch in der Sünde noch beharrt, das für er selbst ein Opfer ward. 5. Drum fall ich dir, mein Gott, zu Füßen: vergib mir 226 Gesinnung und Verhalten des Christen nicht dein Angesicht und geh Wort verheißt, sei Licht auf mit uns nicht ins Gericht! 2. Ward Recht und Pflicht von uns entweiht, gebrochen unsers Bundes Eid, dein Weg von uns verlassen, o sieh, wir tehren voller Reu zurück zu dir; laß, Herr, aufs neu uns deine Gnade faffen! Sie leit uns auf den rechten Pfad, den uns dein Wort bezeichnet hat, daß Irrthum und Versuchung nie uns auf die Bahn des Lasters zieh! Herr, unser Gott, groß von Geduld, vor neuer Schuld behüt uns deine Vaterhuld! 3. Dein Segen komm auf unser Land! Laß es, beschirmt von deiner Hand, des Friedens Ruh genießen! Wend ab von uns der Flammen Wuth und die Verwüstung wilder Fluth. des Krieges Blutvergießen! Sei unser Retter, wenn uns Noth des Mangels und der Seuchen droht! Du, Vater, wollest mit uns sein, daß wir uns deines Schußes freun! Herr, unser Gott, verleih uns Muth! In deiner Hut sind wir; und was du thußt, ist gut. 4. Gib Frieden, wo sonst 3wietracht war; vereine, was getrennet war; schenk uns der Eintracht Segen! Uns leite, Gott, dein guter Geist, und was dein theures unsern Wegen! Laß, Herr, in Lehr und Wandel rein die Diener deines Wortes sein und bringe zu der Wahrheit Glück zu dir die Fr renden zurück! Herr, unser Gott, breit aus dein Wort an jedem Ort, gib Geist und Kraft zu deinem Wort! 5. Auch die Regenten lenke du, daß weise sie, in sichrer Ruh, der Völker Wohlstand heben! Dem Fürsten, der uns schüßt und liebt, gab der in ihm so viel uns gibt, ein frohes, langes Leben! Noch lange sei sein Vaterblick uns, sei, nen Kindern, Schuß und Glück! O schütt auf ihn und auf sein Haus und seine Räthe Segen aus! Herr, unser Gott, in deis ner Hand ist unser Land, bes glück es, segne jeden Stand! 6. Vernimm der Leidens den Gebet! Wer in der Noth um Rettung fleht, dem hilf aus seinen Nöthen! Gib Kranten Linderung und Ruh; die Sterbenden erlöse du, erhör ihr leßtes Beten! Sei aller Unterdrückten Heil, der Wittwen und der Waisen Theil; vereitle der Ver folger Rath und lehre sie den rechten Pfad! Herr, unser Gott, durch alles Leid der Bilgerzeit führ uns zu dei ner Herrlichkeit! 7. Du im Allgemeinen. 227 siehst du mit Gnade an. 7. Du thuft weit mehr, sucht redlich zu erfüllen, als wir verstehn, fannst mehr gewähren, als wir flehn; laß uns Erhörung finden! Oneig auf unser Flehn dein Ohr, heb unser Herz zu dir empor und mach uns rein von Sünden! Laß uns dir nun geheiligt sein, im Le ben und im Tode dein! Wir sind durch Christi Blut erlöst! O du, der Sünder nicht verstößt, Herr, unser Gott, erbarme dich, erbarme dich! Vergib uns, leit uns väterlich! 4. Dein Geist wohnt mir im Herzen und tröstet meis nen Sinn; stillt alle meine Schmerzen, nimmt jede Sorge hin; zeigt mir, daß Erdenleiden nicht zu vergleichen sei mit jenen Himmelsfreuden, dem Lohn bewährter Treu. 5. Auf dieß mein Heil und Erbe seh ich voll Zuversicht. Wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Geh ich auch unter Zähren hier manche rauhe Bahn, nimmt 310 auf ewig an. mich doch Gott zn Ehren Mel. Befiehl du deine Wege ft Gott für mich, 6. Dieß stärkt mich, auch im Leiden dir, Höchster, treu dir sein! Nichts soll von dir mich scheiden, auch nicht die größte Pein; du lenkst sie mir zum Besten, bist mir mit Troste nah; und wann die Noth am größten, ist deine Hülfe da. 7. Rein glänzend Loos im Leben, nicht Ansehn, Ruhm und Macht, wonach nur Stolze streben, nicht Reichthum, Glück und Pracht, Nichts soll mir je den Glaus ben an deine Vatertreu vermindern oder rauben, Nichts, was es immer seil 8. Was könnte sonst mich scheiden von deiner Lieb, o Gott? Verfolgung? Trüb fal? R6 Alles wider mich! So oft ich zu ihm bete, verliert mein Kummer sich. Hab ich nur ihn zum Freunde, wie selig bin ich dann! Was acht ich aller Feinde! Er nimmt sich meiner an. 2. Ja, dieß ists, was mich stärket: ich glaube fest als Christ, daß Gott auch mich bemerket, auch mir ein Bater ist, daß er zu allen Zeiten mit Huld herniederblickt, im Rampfe mir hilft streiten, in Angst mein Herz erquict. 3. Wenn ich aus Schwachheit fehle und nur aus Vorsag nicht, so stärket meine Seele die hohe Zuversicht: den, Herr, der deinen Willen, so gut er immer fann, 228 Gesinnung und Verhalten des Christen fal? Leiden? Schwerdt? ihm vertraun, ärndten Se Hunger? Blöße? Tod? ligteiten. Nichts, Nichts! Ich überwinde in dem, der michgeliebt und sich für meine Sünde zum Opfer selber gibt. 5. Jeju, treußter Freund von allen, mit dir will froh und still ich durchs Leben wallen! Auch der Lod kann mich nicht schrecken; denn du wirst, Lebensfürft, einf mich auferwecken, der 9. 3 Gott für mich, so trete gleich Alles wider mich! So oft ich zu ihm bete, ver liert mein Kummer sich. Mel. Wann mein Stündlein Deß ist mein Herz voll 3123h weiß, an wen Wonne! mir gebricht? Der Herr ist meine Sonne, mein Schuß, mein Heil, mein Licht! mein Glaub sich hält, kein Feind soll ihn mir rauben! Als Bürger einer bessern Welt leb ich hier nur im Glauben; dort schau ich, was ich hier ge Mel. Warum sollt ich mich Wer der mir das Erbtheil raubt, das Jesus mir erworben? 2. Mein Leben ist ein fur ger Streit, und herrlich is die Krone, die Gott dem Ueberwinder beut zum em: gen Siegeslohne. Ob aud des Kampfes Müh mich schreckt, du, der den Tod für mich geschmeckt, bu stärkst mich, daß ich siege. 3. D Herr, du bist mein höchster Rubm, mein bester Troft im Leben; einst wirft du mich, dein Eigenthum, zu deinem Reich erheben. Der Freuden Fülle ist bei dir; dort hab ich Alles, was ich hier nur suche undnicht finde. 4. Herr, lente meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf mei ner Seele Glüd, auf Ewig teit reinste Freude ist nur die, daß ich nie mich von Jeju scheide, daß ich ihn durch Glauben ehre, jederzeit hoch erfreut seine Stimme höre. 2. Freundlich ruft er alle Müden und erfüllt sanft und mild ihren Geist mitFrieden; seine Laßt ist leicht zu tragen; er macht Bahn, geht voran, tröstet, wenn wir zagen. 3. Ja, er kennt die LeidensFunden; größern Schmerz hat kein Herz, als sein Herz empfunden. Darum blickt, wenn seiner Brüder einer weint, unser Freund mit leidsvoll hernieder. 4. Will das Herz der Noth erliegen, dann hilft er, unser Herr, kämpfen uns und siegen. Die auf ihn zu allen Zeiten folgsam schaun, im Allgemeinen. feit und Himmell ist der Erbe Hertlichkeit, vergångs 313 Mas ich nicht! Mi 3n eigener Melabie einen lich alles Glück der Zeit; im Himmel sei mein Bandel! 5. Jest, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was uns die künftge Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wann mein Auge nicht mehr weint, wann mein Bollendungstag erscheint, dann werd ichs froh empfinden. Er hat sich für mich gege ben; fordert es nicht Dank und Pflicht, ihn zu lieben, ihm zu leben? Er ist meines Lebens Licht! Meinen Jesum laß ich nicht! 2. Er, in diese Welt gesandt, uns zu lehren, uns zu retten, gab sein Leben uns zum Pfand, daß wir Gottes Gnade hätten. D wie bin ich ihm berpflicht! meinen Jesum laß ich nicht! 3. Durch ein Herz voll Dankbarkeit, durch Gehorsam, den ich übe gegen das, was er gebeut, halte ich fest an seiner Liebe, traue dem, was er verspricht, und verlaß ihn ewig nicht! 4. So ist er mein Theil und Ruhm bis an meines Lebens Ende; ihm geb ich zum Eigenthum ganz mich hin in seine Hände. Er ist meine Zuversicht! Meinen Jejum laß ich nicht! 5. Wenn mein Auge schon erlischt, Wang und Lippen sich entfärbten, mich fein Labsal mehr erfrischt, alle Sinne mir ersterben und das matte Herz nun bricht, laß ich meinen Jesum nicht! 6. Dort auch laß ich Jesum nie, hange stets an seinen Blicken: denn nach diejes Lebens Müh will er 87 ewig 6. Jm Dunkeln nur, Herr, jeh ich hier, wo ich dir gläubig traue, die Seligkeit, die dort bei dir in vollem Licht ich schaue. Hier ist mein Werth mir noch ver hüllt; dort wird er sichtbar, wenn dein Bild in mir sich ganz verfiäret. 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden; auf deinen Tod bin ich getauft; wer fann mich von dir scheiden? Nicht Glück und Lust, nicht Leid und Noth, das Leben nicht und nicht der Tod! Mein sind des Himmels Freuden.d 229 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! Empfinde sie, o Seele! Vom Tand der Erde unentweiht erhebe Gott, o Seele. Der Erde glänzend Nichts vergeht; nur des Gerechten Glück besteht durch alle Ewigkeiten. 230 Gesinnung und Verhalten des Christen ewig mich erquicken. Ewig strahlt mir dort sein Licht! Meinen Jesum laß ich nicht! 7. Nichts auf dieser Erde ists, was des Herzens Wünsche stillet. Du, o Jesu, du nur bists, du nur, der fie ganz erfüllet. Dich, mein Reichthum, Ruhm und Licht, dich, mein Jesu, laß ich nicht! 8. Dich, mein Jesu, halt ich fest, lasse nichts von dir mich scheiden. Weh euch, die ihr ihn vergeßt; ihr be raubt euch ewger Freuden. Selig, wer in Wahrheit spricht: Meinen Jesum laß ich nicht! Mel. Wie groß ist tes Allmächt. 314 Was war ich ohne dich ge wesen, was würd ich ohne dich, Herr, sein? Zu Furcht und engsten auserlesen, ständ ich in weiter Welt allein. Nichts wüßt ich ficher, was ich liebte; die Butunft war ein dunkler Schlund; und wenn mein Herz sich tief betrübte, wem thät ich meine Sorge tund? 2. Ginsam verzehrt von Lieb und Sehnen erschien mir finster jeder Tag; ich folgte nur mit heißen Thränen dem wilden Lauf des Lebens nach; ich fände Unruh im Getümmel und hoffnungslosen Gram zu Haus. Wer hielt denn ohne Freund im Himmel, wer hielte auf Erden aus? 3. Hat Christus sich mir kundgegeben, und bin ich seiner erst gewiß, wie schnell verzehrt ein lichtes Leben die bodenlose Finsterniß! mit ihm bin ich erst Mensch geworden; das Schicksal wird verklärt durch ihn, und Eden muß an allen Orten um den Geliebten wieder blühn. 4. Das Leben wird zum Freundschaftsbunde; die ganze Welt spricht Lieb und Lust. Ein Balsam träuft für jede Wunde, und frei und voll klopft jede Brust. Durch ihn erhalt ich tau send Gaben; durch ihn bin ich ja Gottes Kind, gewiß, ihn unter uns zu haben, wo zwei auch nur versam melt sind. 5. O geht hinaus auf allen Wegen und holt die Irrenden herein! Reicht je dem eure Hand entgegen und ladet froh zu uns ihn ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden; im Glauben schauen wir ihn an. Die Eines Glaubens mit uns werden, auch denen ist er aufgethan. 6. Ein alter schwerer Wahn von Sünde war fest an unser Herz gebannt. Wir irrten in der Nacht wie Blin im Allgemeinen. Blinde, von Reu und Luft zugleich entbrannt. Ein je des Werk schien uns Verbrechen, der Mensch ein Gottesfeind zu sein. Bang hörten das Gefeß wir sprechen; denn ach, es drohte Tod und Bein! 7. Das Herz, des Lebens reiche Quelle, ein böses Wesen wohnte drin; und wards in unserm Geiste helle, so war nur Unruh Vel. Rommt her zu mir der Gewinn. Ein eisern 315 So hoff ich denn Band hielt an der Erde den bebenden Gefangnen fest, und Furcht, daß er vernichtet werde, perschlang der Hoffnung Ueberreft. 8. Da kam der Heiland, der Befreier, ein Menschenjohn voll Lieb und Macht, und hat ein allbelebend Feuer in unserm Innern angefacht. Nun sahn wir erst den Himmel offen als unser ewges Vaterland; wir fornten glauben nun und hoffen und fühlten uns mit Gott verwandt. 231 10. Noch steht im wundervollen Glanz der heilige Geliebte hier. Gerührt von seinem Dornenkranze und seiner Treue weinen wir. Ein jeder Mensch ist uns willkommen, der seine Hand mit uns ergreift und, in sein Herz mit aufge nommen, zur Frucht des Paradieses reift. 9. Seitdem verschwand die Macht der Sünde, und fröhlich wurde jeder Schritt. Man gab zum schönsten Angebinde den Kindern diesen Glauben mit. Durch ihn geheiligt zog das Leben vorüber wie ein selger Traum; und ewger Lieb und Treu ergeben bemerkte man den Abschied taum. Muth auf Gottes Gnad und Christi Blut, ich hoff- ein ewig Leben. Gott ist ein Vater, der verzeiht, hat mir das Recht der Seligfeit in seinem Sohn gegeben. 2. Herr, welch ein unaussprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel ha ben; im Herzen durch den Glauben rein, dich lieben und versichert sein von deis nes Geistes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt göttliche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns Trost im Elend zu, versüßet uns des Lebens Ruh und stärkt uns in Gefahren. 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort um deines 232 Gesinnung und Verhalten des Christen nes Namens willen: laß ihn mein Licht auf Erden sein, ihn täglich mehr mein Herz erneun und mich mit Troft erfüllen! 316 Mel. Jesus, meines Lebens Leben chweiget, bange 3weifel, schweiget! Mein Erlöser ist ge treu, und sein Geist in mir bezeuget, daß ich Gott verföhnet set. Mag auch selbst mein Herz mich richten, mich verdammen, mich vernichten: Gott ist größer, als mein Herz, und gibt Ruh auf bangen Schmerz. 2. Er, der das Verborgne tennet, kennt auch mich und weiß allein, wie mein Herz von Eifer brennet, ganz sich seinem Dienst zu weihn; schaut den Kummer meiner Seele, der mich beugt, so oft ich fehle, und sieht nicht, was ich gethan, sondern mehr den Willen an. weiß, ich werde leben und in ihm einst selig sein. Such ich nur den Hang zu Sünden immer treu zu über: winden, mich der Tugend stets zu weihn, so will Gott mir gnädig sein. 5. Theuer bin ich ihm erworben! Wohl mir, hier ist Jesus Christ, er, der auch für mich gestorben, auch für mich erstanden ist, nun zur Rechten Gottes fizet, auf mich sieht, mich mächtig schüßet, mich vertritt, mich nie verstößt, mich aus aller Noth erlöst! 6. Nun so mag das Unglück stürmen! Alles um mich her sei Nacht! Gott, mein Gott wird mich be schirmen, der für seine Kin der wacht. Wenn ich hier auch hülflos bliebe, leitet mich doch deine Liebe durch die Leiden dieser Zeit zur beglückten Ewigkeit. sid toift sagi Mel. Auf Chriftenmensch! 3. Wer will ferner den verklagen, welchen Gott zum 317 Wer Gottes Wort Kind erwählt? Wer darf zu verdammen wagen, den Gott selber losgezählt? Menschen zwar, und selbst die Engel sind vor ihm nicht ohne Mängel; doch das menschliche Geschlecht wird in seinem Sohn gerecht. nicht hält und spricht: Ich kenne Gott! der trüget; in solchem ist die Wahrheit nicht, die durch den Glauben sieget. Wer aber sein Wort glaubt und hält, der ist von Gott ,. nicht von der Welt. 4. Mir ist auch sein Sohn gegeben; durch den Glaus ben ist er mein. Ja, ich 2. Der Glaube, der sein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen. Je höher dein Era im Allgemeinen. Erkenntniß steigt, je mehr muß diese steigen. Der Glaub erleuchtet nicht allein, er stärkt das Herz und macht es rein. 3. Durch Jesum rein von Missethat sind wir nun Gottes Kinder. Wer solche Hoffnung zu ihm hat, der flieht den Rath der Sünder, folat Chrifti Beispiel als ein Christ und reinigt fich, wie er rein ist. 4. Nur dann bin ich Gott angenehm, wenn ich Gehors sam übe. Wer die Gebote hält, in dem ist wahrlich Gottes Liebe. Ein täglich thätig Christenthum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in Gott und Gott in ihm, wer in der Liebe bleibet. Die Lieb ists, die die Cherubim Gott zu gehorchen treibet. Gott ist die Lieb, an seinem Heil hat ohne Liebe Niemand Theil. Mel. Jesu, meine Freude 318 ie getroft und heiter, Herr, mein Licht und Leiter, machst du meinen Geist! Alle, die dir trauen, führst du zu den Auen, wo du sie erfreust. Niemals wird bei dir, o Hirt, Freund und Tröster unsrer Seelen, mir Ers quickung fehlen. 233 2. Deinem Rath ergeben freu ich mich zu leben: was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher; du, mein Seligmacher, rüstest mich mit Muth. Ob auch Noth und Elend droht! Ob auch Furcht und Angst mich schrecken, du wirst mich bedecken. 3. Ich kann ohne Grauen Gräber vor mir schauen: mein Erlöser lebt. Ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein Arm erhebt. Todestag, dein Schrecken mag frecher Sünder Herz erschüttern, ich, ich darf nicht zittern. 4. Auch in mir ist Sünde; doch ich überwinde sie, gestärkt durch dich. Sint ich oft noch nieder, du erhebst mich wieder und begnadigst mich. Deine Huld tilgt alle Schuld, und dem reuerfüllten Knechte schenkst du Kindesrechte. 5. Daß ich Gott erkenne und ihn Vater nenne, dank ich dir allein; daß ich hier am Grabe Trost und Hoffnung habe, ewig dein zu sein; daß dein Geist mich. unterweist und mich führt auf deinem Pfade, dank ich deiner Gnade. 6. Der du Leib und Leben hin für mich gegeben, daß in meiner Noth ich nicht hülflos bliebe, groß ist deine Liebe 234 Gesinnung und Verhalten des Christen Liebe, tärker, als der Tod. In eigener Melodie. Herr, und ich, ich sollte mich 319 Wie wohl ist mir, Freund Seelen, wenn ich in deiner Lieberuh! Ich traure nicht; was kann mich quälen? Mein Licht, mein Trost, mein Heil bist du. Bei dir vergeß ich meine Leiden, denn o wie viele hohe Freuden genieße ich vereint mit dir! Hier ist mein Himmel schon auf Erden, wie könnt ich jemals muthlos werden? Du, du bist überall mit mir! freuen, dir mein Herz icht weihen? 7. Würdig dir zu leben, dieß sei mein Bestreben, sei mir heilge Pflicht! Was die Welt erfreuet und sie oft gereuet, das genügt mir nicht. Hab ich dich, wie gern will ich das, wonach die Eiteln trachten, reich in dir, nicht achten! 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde in der Ewigkeit? Sind nicht hohe Würden oft nur schwere Bürden, Traum und Eitelkeit? Du erfreuft nur stets den Geist und du willst, die dich verehren, ewig wie der ehren. 9. Deinen hohen Frieden schmeck ich schon hienieden; und was hoff ich dort? Un begränzte Zeiten voller Seligkeiten hoff ich auf dein Wort! Sie sind mein durch dich allein. Bleib ich dir getreu im Glauben, wer kann sie mir rauben? 10. Voll von deiner Güte, jauchzet mein Gemüthe, Herr, mein Heiland, dir! Dieser Geist der Freuden stärke mich in Leiden, weiche nie von mir! Laß mich so beherzt und froh einst durchs Thal des Todes bringen, dort dein Lob zu singen! 2. Hab ich, Erlöser, dich zum Freunde, was fehlt mir dann? Du sorgft für mich. Hätt ich auch eine Welt voll Feinde, ich bin getroft, ich trau auf dich. Auch wenn die Sünden mich verklagen, darf ich nicht hoffnungslos verzagen, ich weiß, was du für mich gethan. Trät Alles wider mich zu sammen, ich bebe nicht; wer will verdammen? Gott nimmt sich meiner gnädig an. 3. Hier wall ich zwar auf rauhen Wegen; doch du bist meine Zuversicht. Auch Leiden werden mir einst Segen, aus dunkler Nacht strahlt mir dein Licht. Nur Sünder zittern vor dem Grabe, ich, der ich dich zum Freunde habe, tann über Tod und Grab mich freun; denn im Allgemeinen. denn ich gehöre zu den Dei nen. Bald wird nicht mehr mein Auge weinen, bald werd ich völlig ruhig sein. 4. Gelobt seißt du, oFreund der Seelen! In deiner Huld wie wohl ist mir! Was kann, da du mich liebst, mir fehlen? Ich finde jedes Heil bei dir. In noch so drückenden Beschwerden hab ich den Himmel schon auf Erden; denn du bist durch den Glauben mein. Ich darf, ich will nicht ängstlich klagen, wer kann, wo Jesus ist, verzagen? Mein Freund ist mein und ich bin sein! 3. Nach dir bilde mich, Jesu, daß auch ich gegen Feinde Sanftmuth übe, alle ohne Ausnahm liebe! Haß und Nachbegier bleibe fern von mir! 235 warne meine Seele, daß fie nicht ihr Ziel verfehle! Denn ein wahrer Christ sucht, was ewig ist. 4. Neiget sich mein Sinn zu dem Irdschen hin, o dann 5. Wecke mich stets auf, meinen Pilgerlauf nur nach deinem Wort zu enden; leite mich mit treuen Händen auf der Tugendbahn; leit mich himmelan. 7. Ohne Prüfung ist hier kein wahrer Christ. Willst du mich ins Leiden führen, Mel. Seelenbräutigam 320 Dir ergeb ich laß mich dich nur nicht vers mich, Jesu, der du dich auch zu meinem Heil und Leben in den Tod haft hingegeben! Ewig will ich dein, mein Erlöser, sein! lieren! In der Trübsal Nacht nimm mich, Herr, in Acht! 2. Laß mich dir zum Ruhm, als dein Eigenthum, recht und nach Gewissen handeln, meinen Weg dann freudig wandeln! Hilf mir sündenrein hier auf Erden sein! mir des Geistes Trieb; laß 6. Stärke mich und gib mich machen und mit Beten findlich vor den Bater treten, so erlischt das Licht meines Glaubens nicht. 8. Einen Heldenmuth, der auch Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüste hasse, gib zu deiner Ehr mir je mehr und mehr! 9. Jesu, hilf, daß ich Alles hier, was mich von dir locket, überwinde und durch deine Kraft empfinde, daß ein wahrer Christ treu und standhaft ift! 10. Wirds von hinnen gehn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Todesthal begleiten und zu deinem 236 Gesinnung und Verhalten des Christen nem Himmel leiten, daß ich da mich dein ewig möge freun! guten Werke find ich Antrieb hier und Stärte. 6. Durch mein Leben dich zu preisen sei mir hohe, heilge Pflicht, dich, den Liebevollen, Weisen, dich, der Menschheit Heil und Licht! Aehnlich, Jesu, dir zu wer den sei mein höchstes Ziel auf Erden! Mel. Gott im Himmel und auf 321 Jefu esum ewig zu verehren ist mir süße, heilge Pflicht, seine weisheitsvollen Lehren geben meinem Geiste Licht, und zu jedem guten Werke gibt sein Beispiel Kraft und Stärke. In voriger Melodie. 2. Sollt ich den nicht 322 Gins ist Noth, und, Herr, dankbar preisen, der das Heil der Menschheit ist? Nennt den Edlen, nennt den Weisen, welcher so, wie Jesus Christ, reine Tugend, die er lehrte, durch ein göttlich Leben ehrte; dieß Eine ist, was alles Heil umfaßt. Alles Andre, wie's auch scheine, ist nur Tand und schwere Last, worunter das Herz sich oft ängligt und quälet und immer der Ruhe, der wahren, versehlet. Es wohnet keine Friede im Reich der Natur; die Sinnlichkeit täuschet den Suchenden nur. 3. Der mit liebevollem Herzen hohen, festen Muth verband, der selbst bei des Todes Schmerzen Mitleid gegen die empfand, die mit Grausamkeit ihm fluchten, seine Qual zu mehren such. ten: 4. Den tein Sturm des Schicksals beugte, der gerecht und tadellos sich in Wort und Werken zeigte, göttlich edel, göttlich groß, willig, freudig Glück und Lebens für die Menschheit hingegeben! 5. D ich weil an deinem Bilde gern, erhabner Menschenfreund, wo mit so viel fanfter Milde hohe Würde sich vereint; und zu jedem 2. Dich erwählen ist das Eine. Welches Theil! D gib, daß ich ewig mich mit bir vereine, nichts so innig lieb, als dich! Es mögen die Klugen der Welt dich verachten; ich will dein Vers dienst, Herr, mit Ehrfurcht betrachten. Wer war je die Zierde der Menschheit wie du? Wer brachte mehr Licht ihr, mehr Segen und Ruh? 3. Jn dir ist der Welsheit Fülle. Du nur zeigst, was mich beglückt. Durch dein Wort nur wird mein Wille im Allgemeinen. 237 Wille niedrer Erdenlust ent- Erden, entsündigt, geheiligt, rückt. Gern will ich mich sammeln, die heiligen Lehren der himmlischen Weisheit mit Andacht zu hören, um fern in den Rathschluß der Gottheit zu sehn und freudig die Wege der Tugend zu gehn. dir ähnlich zu werden und treu dir zu bleiben im Leben und Tod! Dieß, Herr, ist das Eine; dieß Eine ist Noth. 4. Mit Vergebung mei. ner Sünden, Herr, begnadigst du mich dann, läsfest mich den Frieden finden, den die Welt nicht geben kann. Was kann mir dann fehlen, was jemals mir schaden? Ich bin ja beim Bater, dem Höchften, in Gnaden. Fallt, Welten! Ich schwebe verherrlicht empor; ein Himmel ersetzt mir, was hier ich verlor. 5. Jesu, du bist meiner Seele auch zur Heiligung gemacht. Daß ich dich zum Vorbild wähle, hast du treu dein Werk vollbracht. In bir ging die Tugend hier sichtbar durchs Leben; wie follt ich nach dir mich zu bilden nicht streben? Dir ähnlich zu werden, welch hoher Beruf! Dann bin ich deß Bild erst, der dazu mich schuf. 6. Darum sollst du mir das Eine, Jesu, du mein Alles sein. Siebe, daß ichs reblich meine! Ewig, ewig bin ich dein! So segne mit Kraft mich, stets weiser auf In eigener Melodie. 323 Daß ich der Tugend erklimme, wo unten tief die Erde liegt, wo Glaube der Verführung Stimme und jedes Hinderniß besiegt, wo in des Himmels reinem Scheine dieß Eine Ziel nur glänzend steht;- ach, Gott, erhöre mein Gebet! darum bet ich, flehe, weine. - nur 2. Es stieg voran die steilen Stufen der Menschensohn mit Kraft und Muth. Er hört im Jordan sich ge rufen und nimmt den Ruf mit aus der Fluth und geht, daß er zur That sich rüste, die außer ihm fein Mensch begreift, die nur in seiner Seele reift, zum stillen Denken in die Wüste. 3. Da steht er an dem Scheidewege; vor ihm die schauderhafte Wahl; hier aller Leiden Donnerschläge auf seinem Weg zum blutgen Pfahl. Gott, was nur Menschen reizt, verlaſſen? selbst ihre Liebe? Müh und Noth und Angst und Schmach, zuleßt den Tod mit 238 Gesinnung und Verhalten des Christen mit seiner schärfften Qual macht, daß ich mich freue umfassen? deiner, Herr, mein Heil! Hab ich dich, wie reich bin ich! Ohne dich kann ich auf Erden nie recht glücklich werden. 4. Dort liegt der Erde reicher Segen; dort hängt der Erde schöner Kranz; Bewundrung jauchzet mir entgegen; die Ruhe winkt, des Goldes Glanz. Ich sehe von des Berges Spiße die schönsten Reiche ausgedehnt. Auf, folge! und Judäa frönt dich knieend vor dem Königssige. 2. Unter deinem Schirme können keine Stürme mir erschrecklich sein. Laß auch Felsen splittern, laß den Erdkreis zittern und den Einsturz dräun! Was ists mehr? Rings um mich her mag es stürmen, donnern, blizen! Er, er wird mich schüßen. 3. Wenn der Sünde Schrecken Angst in mir erwecken, Jesus ftillet sie. Mag der Tod sich nahen, mich das Grab umfahen, Jesus läßt mich nie. Mich schreckt nicht das Weltge: richt: freudig, daß ich Je sum sehe, blick ich auf zur Höhe. 5. Nein, Gott gebeut! Weicht, Erdenfreuden! Fort, Satan, hebe dich von mir! Ich tret in diese Nacht der Leiden und hange, Vater, nur an dir. Selbst in des Sturms ergrimmten Flu then umschlingt dein Arm allmächtig mich. Ich fühle dich, ich fühle dich, wenn alle meine Adern bluten. 6. Entschlossen nun, mit innerm Frieden, wirft er sich ins Gedräng der Welt; er kämpfet, ohne zu ermü den, und überwindet als ein Held und hält sein Wert nicht für geendet, bis er, nah an der Todesnacht, zum lauten Siegesruf: voll: bracht! den letzten Athem gug verwendet. 4. Wer ist, der den Glau ben meinem Herzen rauben, ihn erschüttern kann? Bei der Feinde Toben stimm ich, Gott zu loben, Freuden lieder an. Ich vertrau auf Gottes Macht; er wird, wenn mich Feinde haffen, niemals mich verlassen. In eigener Melodie. gefu, meine Freu5. Lockt nur, Gold und Schäße, Ehre sei der Göte der Welt! Mich 324 Jbel befter Troft sollt ihr nicht blenden, nicht im Leide! meines Herzens Theil! Deine Mittlertreue von dem mich wenden, der mich treu erhält. Elend, Noth im Allgemeinen. 239 Noth und Schmach und Tod nem heilgen Befehle gehorsoll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiz den. sam bis zum Kreuzestod. Du suchtest nur des Vaters Ehre im Tempel war sie deine Lehre und was dem Heiligsten gefällt. Den Schöpfer aller Creaturen verkündigtest du auf den Fluren als Vater, der die Welt erhält. 3. Wie eifrig warst du, seinen Willen als Bürger und als Unterthan, als Sohn, als Bruder zu er füllen auf deiner ganzen Lebensbahn! Als Freund, wie zärtlich gegen Freunde! Verfolgt, wie duldend ge: gen Feinde! Für Aller Wohl schlug deine Brust. Die Menschen trösten und er. quicken, erfreuen, heilen und beglücken, war deine That, war deine Lust. 6. Weich, verbotne Liebe! Weicht, der Wollust Triebe! Thoren lockt nur ihr. Mich sollt ihr, ihr Sünden, nim mer willig finden; fliehet fern von mir! Ueppigkeit, Geiz, Schmähsucht, Neid, ihr beschweret das Gewiffen; euch will ich nicht wissen. 7. Weichet, Sorg und Bagen! Schweiget, bange Klagen! Jesus ist ja mein. Jeden, der ihn liebet, muß, was erst betrübet, noch zu legt erfreun. Hab ich hie selbst Noth und Müh: Jesu, auch im bängsten Leide bleibst du meine Freude. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund 325 Auf dich, Erlö. fer, stets zu sehen, so, wie du warst, gefinnt zu sein, der Tugend Weg dir nachzugehen, der Brüder Glück sich ganz zu weihn, hast du den Deinen, die dich lieben, als Pflicht aus Liebe vorgeschrieben. Wie dringend ist sie, Herr, wie süß! Wenn jeder Mensch nach deinem Bilde so eifrig feine Pflicht erfüllte, die Erde wär ein Paradies. 2. Entflammt war deine ganze Seele von reinster Liebe gegen Gott, war sei4. Tief rührte dich die Noth der Sünder! Wiesorg: sam gingst du ihnen nach! Wie viele wurden Gottes Kinder, wenn rührend deine Liebe sprach! Du kämpftest, Wahrheit zu verbreiten und Alle zu dem Heil zu leiten, das nicht mit Welt und Zeit vergeht. Entzogft du matt dich dem Getümmel, da war die Einsamfeit dein Himmel, dein Geist beim Vater im Gebet. 5. Du warst demüthig und bescheiden, ein Freund erlaubter Heiterkeit; bewies feft 240 Gesinnung und Verhalten des Christen fest bei den schwersten Lei- hin, Heiligkeit war deine den Geduld, Muth und Ges Zierde, Menschenrettung laffenheit; vergabst, von Liebe tief durchdrungen, im Leben und dem Tode nah und starbst so rührend und erbauend, so freudig, stand: haft, Gott vertrauend, so göttlich groß auf Golgatha! 6. Wie du gesinnt zu sein, zu handeln ist deiner Jünger größte Pflicht; der muß nach deinem Vorbild wandeln, der von Verehrung Christi spricht. Dann wird zum Fleiß in guten Werken uns göttlich der Gedanke stärken, daß wir des Vaters Willen thun, und daß sein heilig Wohlgefallen, fein Geift und Segen auf uns allen hier und im Himmel lohnend ruhn. dein Gewinn. Willig trugst du deine Bürde, tratest sanft und still hervor, hobst die Welt zu Gott empor, daß sie ewig selig würde. Nie drigkeit war, Herr, dein Loos und doch dein Ver dienst so groß! 3. Mächtig selbst im tiefsten Staube, schufest du der Seelen Glück. Zweifelsucht und Aberglaube schwanden in die Nacht zurück. Hin zum Heiligthum der Wahr heit führtest du der Deinen Schaar, und wer dir nur folgsam war, sah sein Heil in voller Klarheit. O wer bebt vor Freude nicht? Uns, auch uns umglänzt dein Licht. 4. Nun entfliehen Furcht und Schrecken vor dem gro Weltenherrn. Nichts 326 Welterlöfer, dich kann Sorg in uns erwecken; zu lieben, bis das Aug im Tode bricht, mit des Herzens reinsten Trieben ist uns theure, beilge Pflicht. Von der Liebe Gluth durchdrungen kamst du, wardt uns Menschen gleich, gründeteft ein neues Reich, haft uns Ruh uns Heil errungen. Froher Herzen Preisgesang sagt nun deiner Liebe Dank. er ist nimmer von uns fern. Seine Liebe, nichts als Liebe predigt uns die schöne Welt, die er täglich noch erhält, daß sie uns im Lieben übe. Menschenfreund, seit du er schienest, ist die Liebe Gottes dienst. 5. Selbst der Sünder darf nicht beben, eilt er nur zu dir zurück. Deine Stimme: du selbst leben! heitert sei nen Thränenblick. Ach, du blutetest am Kreuze, trugeft Schmach Mel. Gott, der du die Menschen ßen 2. Keine lockende Begiers de drängte dich zum Eitlen im Allgemeinen. Schmach und Angst und Sanftmuth, Freundlichkeit Noth; starbst für ihn, damit dein Tod ihn zum from: men Leben reize! Folgt er dir: o welche Huld! aus getilgt ist seine Schuld. und regem Mitleidstriebe; selbst deinen Feinden wandtest du großmüthig Hülfund Wohlthat zu. 5. Dank sei dir von allen Frommen, Breis und Dank fei dir geweiht! Ja, durch dich ist Heil gekommen in das Land der Sterblichkeit. Wer bir folgt durchs Erdenleben, athmet hier schon Himmelslust; Friede wohnt in seiner Brust; einst wird Gott die fron ihm geben. Wie verklärt des Todes Thal, Herr, ihm beines Lichtes Strahl! Mel. Auf Chriftenmensch! 327 mir nach, spricht Christus, un ser Held, folgt meinem Vorbild, Christen! Verläugnet euch, besiegt die Welt mit ihren schnöden Lüften; gebt ihren Reizungen nicht nach, erduldet lieber Ungemach! 2. Ja, Herr, dein Vorbild leuchtet mir zu einem heilgen Leben! Wem sollt ich auch, wem sonst, als dir, zu folgen mich bestreben? Du zeigst den Weg zum wahren Wohl, zeigt mir, wie ich ihn wandeln soll. 241 4. Dein Beispiel lehrt, was schädlich ist, mit weiser Vorsicht fliehen; es lehret mich, mein Herz der List und Heuchelei entziehen. O wohl mir, wenn mit frommem Sinn ich dir, mein Heiland, ähnlich bin! 5. Du gingst als Führer einst voran, stehst mir auch noch zur Seite; du kämpftest selbst und bracht die Bahn, stärkst nun auch mich zum Streite. Wie könnt ich denn noch zaghaft sein und mich dir nachzufolgenscheun? 6. Wer hier sein Glück zu finden meint, wirds ohne dich verlieren; wer's bei dir zu verlieren scheint, den wirst du dazu führen. Wer dich als seinen Herrn vers ehrt und dir nicht folgt, ist dein nicht werth. 7. So will ich denn dir, meinem Herrn, getreu und froh nachgehen, will wohlgemuth, getrost und gern der Tugend Kampf bestes hen; denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. 3. Dein Herz voll GottMel. Es wolle Gott uns ergebenheit war auch voll 328 s preise Gott, Menschenliebe, voll Demuth, wer £ Christ 242 Gesinnung und Verhalten des Christen Christ als seinen Heiland fennet, wer seiner Kirche Mitglied ist und seinen Herrn ihn nennet! Sein höchstes Ziel hienieben sei, daß er nach seiner Lehre, entfernt von aller Heuchelei, aufrichtig ihn verehre als echter Christusjünger! 2. Der echte Jünger Jesu hält stets fest an seinem Glauben. Er läßt durch allen Hohn der Welt sich nie dieß Kleinod rauben. Denn dieser Glaube gibt ihm Kraft und Muth zum edlen Streben, vor seinem Schöpfer tugendhaft und findlich froh zu leben, zu dulden und zu sterben. 3. Der rechte Jünger Jesu lernt, von Gottes Geist getrieben und von des Lasters Pfad entfernt, stets herzs, licher ihn lieben. Er weiß, was Jesus that und litt, die Sünder zu beglücken. Er zählt dazu sich selber mit und rühmt es mit Entzücken: auch mich hat er geliebet! 4. Der echte Jünger Jesu weiht dem Heiligungsges schäfte die Tage seiner Les benszeit und alle seine Kräfe te. Er glaubt und liebt. Wie sollt er nicht der Lüfte Reiz verschmähen und unverrückt den Weg der Pflicht wie Jesus Christus gehen, um ähnlich ihm zu werden? 5. Der echte Jünger Jesu liebt die Menschen edelmü thig; er tröstet, bessert, hilft und gibt, ist gegen Feinde gütig und liebreich eilt er Jedermann, der sein bedarf, entgegen. Er stiftet Gutes wo er tann, und lebt der Welt zum Segen, wie Jes sus ihm gebietet. 6. Der echte Jünger Jesu trägt getrost des Lebens Bürde. Auch Noth, die Gott ihm auferlegt, erhöhet seine Würde. Er bleibet selbst im herben Schmerz noch muthvoll und gedul: dig; des Gottes tröstet sich sein Herz, vor dem er hier unschuldig zur Ehre Jesu wandelt. 7. Der echte Jünger Jesu siegt auch über Todesschret. ten; denn seinen Geist, der aufwärts fliegt, wird Gra besstaub nicht decken. Er kennet den, der für ihn starb und ihm durch Todesleiden des Himmels Selig feit erwarb; drum jauchzt er im Verscheiden: ich weiß, an wen ich glaube! 8. Gib, Jefu, daß der Deinen Schaar sich stets auf Erden mehre, und daß auch ich dich immerdar im Glauben recht verehre! Nimm nach vollbrachtem Pilgerlauf zu jenen. Seligfeiten den Geist, der dich ver ehret, auf! Ihm Wohnung zut im Allgemeinen. zu bereiten, bist du vorangegangen. Mel. Auf, Christenmensch! Mel. 329 Debenbilb, ihm 330 gleich an Menschenliebe, du warst, o Jesu, ganj erfüllt mit gottgeweihtem Triebe. Er war dein Ziel, dein höchstes Gut; ihm folgtest du mit Heldenmuth. 2. Du warst mit ihm Ein Sinn, Ein Herz; sein Wille war dein Wille; du ehrtest auch im größten Schmerz ihn mit zufriedner Stille. Selbst auf der allerrauhsten Bahn sahst du ihn noch als Vater an. 243 D hilf, daß ich so gern, wie du, den Willen deines Vaters thu! 3. Du suchtest Nichts, als sein Gebot vollkommen zu erfüllen, und unterwärfft dich bis zum Tod ganz deines Vaters Willen. Dein Hauptgeschäft war das allein, Vollender seines Raths zu sein. dan 4. 3um Kreuze gingst du ruhig hin, uns Ruhe zu erwerben; bereit, mit gött lich großem Sinn zum Heil der Welt zu sterben, warst du zur tiefsten Schmach ge faßt und trugest der schwersten Leiden Last. 5. Herr, lehre mich, dein Eigenthum, nach deiner Tugend streben! Dir gleich gesinnt sein, sei mein Ruhm und Wonne, so zu leben! Schwing dich auf ollt ich jetzt noch, da mir schon deine Güt erschienen, dich verlassen, Gottes Sohn, und der Sünde dienen? mit den Lüsten dieser Zeit wieder mich beflecken und nicht mehr die Freudigkeit deiner Liebe schmecken? s 2. Hab ich doch allein bei dir meine Rub gefunden; Mittler, heiltest du doch mir liebreich meine Wunden; und ich sollte dein Gebot, wie die Sünder, hassen und mein Recht an deinen Tod wieder fahren lassen? 3. Nein, ich bin und bleib ein Christ, folge deinen Lehren, lasse weder Macht, noch List meinen Glauben stören. Fielen tausend ab, nicht ich; mags die Welt verdrießen! Sie wird mein Vertraun auf dich mir doch gönnen müssen. 4. Zeigt sie mir ein Heil, wie du? Bringt sie Kraft den Müden, den Bedrängs ten Trost und Ruh, Sündern Gottes Frieden? Gibt sie mir die Zuversicht, daß ich, trop dem Grabe, deiner Ewigkeiten Licht zu er warten habe? 5. Rettet sich mich, wann 22 vor 244 Gesinnung und Verhalten des Christen vor Gott einst die Völker du vergabft mit edlem Her stehen und das Leben und den Tod ihm zur Seite sehen; wann der Sichre nun zu spät aus dem Schlaf erwachet, und der Spötter, der hier schmäht, glaubt und nicht mehr lachet? zen deinen Feinden ihre Schuld; hörtest der Verlaß nen Flehn, eiltest ihnen bei: zustehn, kanntest keine höhern Freuden, als die Lins drung ihrer Leiden. 6. O wie thöricht, wenn ich mich noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes Huld genieße! ich weiß, auf wessen Wort ich die Hoffnung gründe, daß auch ich unfehlbar dort Gnad und Leben finde. Da 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, Trübsal nicht, noch Freuden, sollen mich, mein Herr und Gott, jemals von dir scheiden. Welt und Sünd und Eitelkeit und des Fleisches Triebe, Alles überwind ich weit, Herr, durch deine Liebe! 3. Jch auch will in Noth und Schmerzen standhaft und geduldig sein; will mit liebevollem Herzen meinen Feinden gern verzeihn. Nie soll mir des Elends Flehn unerhört vorübergehn; feft und innig will ich stre ben, deinem Beispiel nach zuleben. 4. Du, den ich zum Vorbild wähle, hebest meine Seel empor. Wenn ich wante, wenn ich fehle, schwe be mir dein Beispiel vor! Dir geheiligt sei mein Geist! Wann er sich dem Staub entreißt, dann, o dann werd ich im Sterben Freud und Wonn auf ewig ers Mel. Freu dich sehr o meine 331 Göttlicher, dich ben. erheben und mit froher Zuversicht Mel. Meinen Jesu laß ich nicht deiner Tugend nachzuftre- 332 Sanft, o Chrift, ben, meine Pflicht! Sieh, ein Beispiel laß ich dir, sprichst du: komm und folge mir! O welch Beispiel sonder Gleichen! Streb, o Geist, es zu erreichen. Jesu und was kann bei ihm uns fehlen? O wie selig find wir doch durch den Retter unsrer Seelen! Welche Wonn und Herrlichkeit wartet unser nach der Zeit! 2. Freue deines Glaus bens dich, deines Gottes, fei 2. Armuth, Haß, Verfolgung, Schmerzen trugft du still und mit Geduld; im Allgemeinen. 245 seines Sohnes! Deine Seele te nie, fleh um Rettung rühme sich ihrer Hoffnung, auch für siel feines Lohnes voller Muth und unverstellt freudig vor der ganzen Welt! 8. Sei getreu bis in den Tod; denn du glaubeft nicht vergebens. Nach dem Tode führt dich Gott zu der Wonne jenes Lebens. Und auf einen kurzen Streit frönt dich seine Herrlichkeit. 3. Hat gleich sein Bekenntniß hier seine Leiden und Beschwerden, dennoch sei ihm treu, denn dir sollen ewge Freuden werden. Was ist gegen solch ein Glück diefes Lebens Augenblick? Mel. Auf, Christenmensch! 4. Schäme feines Worts 333 Welch hohes Beidich nie vor den Frevlern, vor den Spöttern, wenn sie ihn verschmähn, wenn sie sich und ihren Wiß vergöttern! Was vermag der Lästrer Spott wider Jesum, wider Gott! 5. Was vermag er, tobt er gleich wider dich und deis nen Glauben! Gottes Beis fall, Gottes Reich kann doch feine Macht dir rauben. Halte dich an den nur fest, der die Seinen nie verläßt. 6. Welchen Kampf hat doch dein Herr für dein ewges Heil geftritten! Jene Schaar der Märtyrer, was hat die für ihn gelitten! Schmach und Marter, selbst den Tod litten sie getroft für Gott. 7. Und der Spötter Wiß und Hohn könnte je ein Herz verführen, deinen Antheil an dem Lohn deines Glaubens zu verlieren? Nein, o Chrift, nein, wanspiel gabst du mir, mein Heiland, durch dein Leben! Sollt ich nicht gern und mit Begier dir nachzuahmen streben? nicht gehn den Weg, den du betratst, nicht freudig thun, was du, Herr, thatst? 2. Dein Herz, von Sünde nie entweiht, war rein wie deine Lehre; dein ganzer Wandel Heiligkeit; dein Endzweck Gottes Ehre; hier Leitung zur Vollkommenheit und dort der Menschen Seligkeit. 3. Drum führtest du zur Tugend an und, standhaft ihr ergeben, gingst du uns selbst den Weg voran, mit Muth uns zu beleben, und ob du littest ohne Schuld, ertrugst du Alles mit Geduld. 4. Der Kummervollen Troft zu sein, zu wehren jedem Leide, nur wohlzuthun, nur zu erfreun, war deine Sorg und Freude; 23 und 246 Gesinnung und Verhalten des Christen und jede Thräne, jeder und Pflicht ist, schnell zu Schmerz drang in dein thun, spricht nicht( so spre liebevolles Herz. chen nur die Trägen): noch will ich schlummern, will noch ruhn. Er säet früh und nügt die Zeit zur Aus saat für die Ewigkeit. 5. Du trugt mit Sanft muth und mit Huld die Schwachbeit deiner Freunde; mit Sündern hattest du G.duld und batst für deine Feinde. Du warst gehorsam bis zum Tod und ehrtest selbst im Tode Gott. 6. Dieß große Beispiel hast du mir zum Vorbild hinterlassen, daß ich gesin net sei gleich dir in meinem Thun und Lassen. Komm, sprichst du, nimm mein Joch auf dich, komm, folge mir und sieh auf mich! 7. Ich komme, Herr! Gib Kraft und Licht, daß ich mein Heil erkenne, dein wahrer Jünger sei und nicht mich nur den deinen nenne, da mit ich, deinem Vorbild treu, auch Andern gutes Beispiel sei! 4. Thn schrecken keine Hin dernisse, durch edle Thaten stärkt er sich, und seine hei ligen Entschlüsse sind fest und unerschütterlich. Wie sehr er auch zu kämpfen hat, reift jeder Vorsaß doch zur That. 5. Er widerseßt mit fe stem Muthe dem Unrecht sich, gestärkt durch Gott. Träf ihn im Kampfe für das Gute der Welt Vers folgung oder Spott, so bleibt ihm doch der Preis Mel. Wer nur den lieben Gott 334 Beglückt, beglückt im Streit. Er kämpft, weil es die Pflicht gebeut. ist, wer auf Erden mit allen seinen Kräften strebt, an edlen Thaten reich zu werden, und nicht für diese Welt nur lebt, stets vorwärts dringt und nie vergißt, daß seine Seel unsterblich ist. 6. So laß auch uns als Christen handeln, aus reiner Achtung für die Pflicht laß uns die Bahn der Tugend wandeln, da strablet immer helles Licht, und unser Loos in Ewigkeit ist reiner Tugend Selig feit. Mel. 3. Erfüllet von der Tu gend Sorgen denkt er und denkt mit Lust daran, wie er hier sichtbar, dort ver: borgen ein gutes Werk vollenden kann, und nüßet je den Augenblick für Tugend und für Brüderglück. 2. Er forschet nach der Tugend Wegen, was gut 247 Mel. Auf, Chriftenmensch! 6. Nie soll des Zweifels 335 Bald ald oder spät Dunkelheit mir diesen hohen des Todes Raub wall ich noch hier auf Erden; doch nur mein Leib wird wieder Staub, ich soll unsterblich werden. Und bann, dann ist mein ewges Theil, o Gott, Verwerfung oder Heil. Glauben, dieß Vorgefühl der Seligkeit, des Himmels Hoffnung rauben. Was lindert sonst des Lebens Noth, und was versüßt mir einst den Tod? im Allgemeinen. 2. Mit Ernst und Eifer soll der Christ nach seinem Heile ringen: gern lassen, was auf Erden ist; hinauf zu Gott sich schwingen; ge= trost den Pfad der Trübsal gehn und standstaft in Versuchung stehn. Mel. O Gott, du frommer Gott 3. Noch weiß ich, daß ich 336 Du sagst: ich bin ein laufen muß; noch bin ich in den Schranken, noch nicht am Ziele; doch mein Fuß beginnet oft zu wanken. Herr, stärke mich durch deis ne Kraft auf dieser kurzen Pilgerschaft. 4. Solang ich noch ein Fremdling hier in diesem Leibe walle, schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz, das dir gefalle, und leite mich auf ebner Bahn durch deinen Geist zu dir hinan! 7. Du, der mir dieſes Heil erwarb, laß, Jesu, michs ererben; du, der für seine Menschen starb, laß, Jesu, dir mich sterben! Gib daß ich dir im Leben treu, getreu bis in den Tod dir sei! 5. Es sei mein Ruhm, dir werth zu sein, was du ges beutst, zu üben; mein höch ftes Gut, mich dein zu freun, von Herzen dich zu lieben; mein Trost, auf deinen Schuß zu baun und dir, Alliebender, zu traun! Wohl dir, wenn Herz und Leben dir dessen, was du sagst, Beweis und Zeugniß geben! Wo ist ein höhrer Ruhm? Welch Glück kann größer sein, als Gottes Wege gehn und seiner Huld fich freun? 2. Du sagst: ich bin ein Christ! Der ists, der Chris stum tennet, nicht mit dem Munde nur ihn Herr und Heiland nennet, nein, gern und willig thut, was auch sein Herr gebeut. Thust du das nicht, so ist dein Ruhm nur Eitelkeit. 3. Du sagst: ich bin ein Christ! Mit Ernst das Böse hassen, den Lüften widerstehn, gewohnte Sünden lassen, 24 dieß 248 Gesinnung und Verhalten des Christen dieß ist des Herrn Befehl; dieß seiner Lehre Sinn; tein todter Glaube führt zum ewgen Frieden hin. 4. Du sagst: ich bin ein Christ, getauft zu Gottes Erben, sein Kind und Freund zu sein und selig einst zu sterben! Du bists; doch prüfe dich, erfüllest du auch gern, treu deiner Christenpflicht, den Bund mit deinemHerrn? 5. Hast du nicht diesen Bund schon längst und oft gebrochen? Du hast als Gottes Kind Gehorsam ihm versprochen. Hast du mit Treue denn dem Guten nachgestrebt? Hat nicht die Sünde noch sehr oft in dir gelebt? 6. Du sagst: ich bin ein Chrift! Betrachte, les und höre, vom Irrthum unverführt, des Heilands reine Lehre! Wohl dir! Doch thust du auch, was Gottes Wort dich lehrt? Nur selig ist, wers thut, nicht, wers blos liest und hört. 7. Du sagst: ich bin ein Christ! Mit Gott mich zu verbinden, nehm ich oft Jesu Mahl; mich reuen meine Sünden. Doch zeiget sich bei dir in deinen Werken auch rechtichaffne Besserung nach dieses Mahls Gebrauch? 8. Nur dann erst, wenn dein Sinn, wenn alle deine Triebe dem Herrn geheiligt sind in reiner Kindesliebe, wenn du, wie Christus war, ein Freund der Menschen bist, gerecht und wahr und mild, dann sag: ich bin ein Chrift! 9. Wenn, Gutes auszustreun, die Unschuld zu beschüßen und selbst dem Feind, so viel du immer kannst, zu nügen, ohn Ei gennuß und Stolz, dein Herz stets willig ist, auch wenns Verläugnung gilt, dann sag: ich bin ein Christ! 10. Denn wenn noch Lei denschaft dir dein Gemüth regieret, wenn Wollust, Ei telkeit und Schmähsucht dich verführet, wenn Geiz und Haß und Neid noch über dich gebeut, so kennest du noch nicht die wahre Heilig: feit. 11. Sprich nicht: ich bin ein Chrift! bevor dir Herz und Leben von diesem Ruh me erst ein sichres Zeugniß geben. Der Nam ist nicht genug. Ein Christ muß ohne Schein das, was er heißen will, in seinem Wandel sein. 12. Ach, Gott, gib mir doch Kraft, mich ernstlich zu befleißen, ein wahrer Christ zu sein und nicht blos so zu heißen! Denn wer den Namen hat und nicht die That zugleich, betrügt sich und gelangt nicht in dein Himmelreich. Mel. im Allgemeinen. 249 Mel. Wer nur ben lieben Gott deiner Gnad und Huld ge337 ott, bir gefällt wih! fein gottlos 6. Wesen; wer bös' ist, bleibet nicht vor dir. Drum laß von Sünden mich genesen und schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das sich vom Sinn der Welt ent fernt und unbefleckt erhält! 2. Laß mich auf die begangnen Sünden mit inni: ger durch Mel. Freu dich sehr, o meine S. Chriftum vor dir Gnade fins 338 Gott, ich will mich den und standhaft deine Wege gehn! Ich will forthin die Sünde scheun und deinem Dienst mein Leben weihn. ernstlich prüfen, ob ich redlich bin vor dir! Du kennst meines Herzens Tiefen, ach, entdecke sie auch mir! Laß mich se hen, ob ich treu dir in meinem Wandel sei; ob ich recht zu thun mich übe, weil ich dich von Herzen liebe. 3. Du kennst und lenkest die Gedanken! Gib meinem Borsaß Festigkeit, und will mein schwaches Herz je wans ten, so hilf der Unentschlos senheit. Wie viel vermag ich, Gott, mit dir! Nimm deis nen Geist nur nicht von mir! 4. Gib, daß er mir stets Hülfe leiste und Muth und Kräfte mir verleih, daß ich mit findlich treuem Geiste dir bis zum Tod ergeben sei, so sieg ich über Fleisch und Welt und thue, was dir wohlgefällt. 5. Doch wenn ich je aus Schwachheit fehle, mein Vater, dann verwirf mich nicht! Verbirg nicht der bedrängten Seele, wenn sie dich sucht, dein Angesicht und mache in Bekümmerniß mich Erquicke mich mit deinen Freuden; schaff ein ges trostes Herz in mir und stärke mich in allen Leiden; so halt ich mich, mein Gott, zu dir, bis nach vollbrachter Prüfungszeit der Deinen Erbtheil mich erfreut. 2. Eitelkeit und Eigenliebe sind die Gößen dieser Welt; aber nie sind sie die Triebe, deren Wirkung dir gefällt. Wer das Gute, das er übt, nicht mit reiner Seele liebt, Richter, dem gibst du die Krone der Gerechten nicht zum Lohne. 3. Die um deiner Liebe willen wandeln, wie dein Wort gebeut, diese, diese nur erfüllen das Gefeß der Frömmigkeit. Nicht nur das, was wir gethan, auch die Absicht siehst du an; deine Liebe soll uns dringen, gute Werke zu vollbringen. 25 4. Wie 250 Gesinnung und Verhalten des Christen 4. Wie ein leichter Nebel schwinden meine Tugenden vor dir; denn noch irennen Lieblingssünden mich, o Hei ligster, von dir! Deine Liebe trieb mich nicht zur ErfülIung meiner Pflicht; ich ver gaß, an dich zu denken, ließ von Eigennuß mich lenken. 5. Dit gehorcht ich bei 339 nem Rechte nur, daß meine Folgsamkeit mir bei Men schen Ehre brächte und den Ruhm der Frömmigkeit. Wenn ihr Beifall mich erhob, o wie süß war mir dieß Lob! Nur von ihm ließ ich mich treiben, deinen Rechten treu zu bleiben. 6. Ach, wie konnt ich dich vergessen, wie so undant. bar dir sein, deine Liebe nicht ermessen, deines Beis falls nicht mich freun! Meinen Lohn hab ich dahin; eitler Ruhm ward mein Gewinn; aber ibn sollt ich perachten, nur nach deinem Beifall trachten.blodd 7. Gott, der jedes Herz voll Reue gern mit seinem Trost erfreut, sei mir gnädig und verzeihe die unlautre Frömmigkeit! Mache reiner meinen Sinn; lenk ihn zu dem Einen hin, dich zu lie ben und vor Allen dir, o Höchster, zu gefallen! 8. Laß, Herr, alle meine Werte Früchte deiner Liebe sein; gib mir täglich neue Stärke, gang der Tugend mich zu weihn! Ich bin, Gott, dein Eigenthum! Dieß sei mir der höchste Ruhm. Was ist mir das Lob der Erde, wenn ich deiner wür. dig werde! Mel. O Gott, du frommer Gott err, höre mein bet und laß es dir gefallen! Es ist mein ganzer Ernst, auf deiner Bahn zu wallen. Ergreife, leite, Herr, den Schwachen, der dir fleht, verwirf die Bitte nicht, die mir von Herzen gehtla di 2. Du willst, daß ich mich treu in jeder Tugend übe. Der Glaube, sagt dein Wort, soll fruchtbar durch die Liebe in wahrer Heiligkeit, in qu ten Werten sein; dir foll ich, Herr, mein Gott, mein ganzes Leben weihn! 3. Dieß will ich, und doch macht die Schwäche meiner Seele und der Versuchung Reiz, daß ich so oft noch fehle. Ich seh der Tugend Glück; ich wünsche gut zu sein und immer hab ich doch so viel noch zu bereun. 4. Das siehst du, Herr, mein Gott; o sieh es mit Erbarmen und reiche deine Hand voll Vaterhuld mir Ärmen! Gib meinem Geiste Licht; gib meinem Vorjah Kraft, so kämpf ich glück. licher im Allgemeinen. licher mit Welt und Leidenschaft. 5. Eröffne den Verstand, stets heller einzusehen, daß Sünd uns elend macht, daß wahres Wohlergehen und innrer Friede nur aus reis daß du nem mit deiner Huld der Freuden Quelle bist. 6. Laß in Versuchung mich nicht zaghaft unterliegen; ermuntre mich mit Muth und hilf dem Schwachen siegen. Mein Auge laß allein auf deine Weisheit schaun, mein Herz dir folgsam sein und dann dir froh vertraun. 6-11 7. Ich bin ein Bilger hier, umringt von vielen Sündern; ihr Beispiel könn te leicht der Tugend Eifer mindern. Wenn der Ver. führung Gift, des Leichtfinns frecher Spott dem Geist gefährlich wird, dann steh mir bei, mein Gott! 251 wann du ewig lohnst für jede gute That, frohlocken, daß mein Herz sich dir geheiligt hat." 8. Bewahre mein Gemüth, daß mich bis an mein Ende die falsche Fröhlichkeit der Sünder nie verblende! Der Thoren Jauchzen wird bald lange Reu und Bein; laß diesen Wechsel mir doch ja vor Augen sein! 9. So werd ich, Herr, mein Gott, dir nicht um sonst vertrauen; einst, wenn ich treu dir war, der Freus den Fülle schauen und, Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 340 Herr, wie lange gen, eh ich auf der steilen Bahn, deines Rechts zum Himmel dringen und vom Rampfe ruhen kann? Werd ich meinen Hang zu Sün: den endlich völlig überwinden? 2. Ach, wenn mich die Lust der Erde oder kühner Sünder Spott reizet, daß ich träger werde, wirst du mein vergessen, Gott? Wirst du, mich zu unterstüßen, eilen, wirst du dann mich schüßen? 3. Ach, ich zittre, Gott! wie lange soll ich kämpfen? Dieser Streit meiner Schwachheit macht mir bange bei so viel Gefährlichfeit, daß ich doch noch un terliege und mein Kleinod nicht ersiege. 4. Schaue her zu deinem Kinde; höre mich und steh mir bei! Herr, bewahre mich vor Sünde; mache mich getroft und treu, daß ich standhaft deine Wege wandeln und nicht straucheln möge! 5. Daß die Welt mich nicht verführe, daß sie mich 26 nicht 252 Gesinnung und Verhalten des Christent nicht ungetreu mach und spottend triumphire, daß ich auch gefallen sei: daß sie sich nicht ihrer Siege rüh me, weil ich unterliege! 6. Der du Kraft und Muth gewähreft, hilf des Schwachen Schwachheit auf! Ja, ich hoffe, daß du hörest, und ich freue mich darauf. Rühmen will ichs und dir singen, daß du Stärke gibst zum Ringen. Mel. Herzliebster Jesu! 341 ch habe, Gott, 3. Wenn deine Furcht mich überall begleitet und meinen Gang, wo mich kein Mensch sieht, leitet, wie sicher werd ich deine Wege wallen! Wie kann ich falIen! 5. Gib Eifer, Kraft und Muth zu meinen Pflichten, so mag die Welt, wie ihra gefällt, mich richten! Ehrt mich dein Beifall, so kann ich mit Freuden Verachtung leiden. 6. Du achteft nicht das Ansehn der Personen; ge recht wirst du einst richten und belohnen mit Herr. lichkeit und Ehre deine Kin der, mit Schmach die Sünder. vorgenommen, nie auf der Uebertreter Pfad zu kommen, vor dir zu wandeln, dir mich und mein Leben treu zu ergeben. 2. Erforsche mich, sieh, 3423 gib, ob ichs redlich meine; daß ich nicht blos, was ich sein soll, scheine, mit allen Kräften strebe, beinen Willen froh zu erfüllen! 4. Laß auch im Dunkeln mich dein Auge scheuen, nicht achten auf der Sünde Schmeicheleien, aufmerksam des Gewissens Stimme hören, dich thätig ehren. 7. Vollend ich meines Lezum treu bens Prüfungsstunden und erfunden, wie schön verwandeln sich dann meine Leiden in ewge Freuden! Mel. Wann mein Stündlein bin ein ott ist mein Freund! In dieser Hohen Würde steh ich und fürchte keinen Feind, trag muthig meine Bürde. Heil mir! In meines Gottes Kraft beherrsch ich jede Leidenschaft im Dulden, wie im Handeln. 2. Mein Glaube steht und wantet nicht; start, fest ist er gegründet! Er stüßt voll hoher Zuversicht auf Jesum sich und findet bei ihm Kraft, Ruhe, Rath und Heil und nimmt an jedem Segen Theil, den er uns hat er worben. 3. Mich im Allgemeinen. 3. Mich soll daher nicht Eitelkeit, nicht Bitterfeit der Leiden, auch nicht ein Schlaf der Sicherheit von Gottes Liebe scheiden. Wer Jesu glaubt und freudig thut, wie Jesus will, hat hohen Muth im Leben und im Sterben. 4. Was sind die Leiden dieser Zeit doch gegen jene Kronen, womit Gott in der Ewigkeit die Frommen will belohnen? Was ist die eitle Lust der Welt, wenn man das Glück dagegen hält, das Gott uns dort will schenken? 5. So soll denn selbst des Todes Macht mein Herz von Gott nicht scheiden! Er führt mich durch des Grabes Nacht zu jenem Licht der Freuden, wo, frei von allem Erdenleid, in seines Himmels Herrlichkeit ich ewig mit ihm lebe. Mel. Ach, fieh ihn dulden 343 Dit ir immer ähn= licher zu wer: den, du hohes Urbild der Vollkommenheit, das sei mein Ziel schon hier auf Erden, das bleib mein Biel, bem in der Ewigkeit mit höhrer Kraft mein Geist entgegenstrebt, ob er sich gleich nie ganz zu ihm erhebt. 2. Wenn ich aus reiner 253 Menschenliebe, die selbst den Schein des Eigennußes flieht, des Wohlthuns edle Pflichten übe, auch wenn mein Thun fein sterblich Auge sieht, dann bin ich ähnlich dem, der einst die Welt aus Liebe schuf, aus Liebe noch erhält. 3. Wenn ich auf seine Weisheit achte, die nicht dem kleinsten seiner Werke fehlt, wenn ich den heilgen Zweck betrachte, zu dem er stets die besten Mittel wählt, und selbst mit Weisheit handle, so wie er, dann werd ich meinem Vorbild ähnlicher, 4. Wenn ich mit immer regem Triebe das Böse hasse, das mich elend macht, und als mein Glück das Gute liebe, wie sinnenreizend auch das Laster lacht, und in Gefahr mein Herz sich nie vergißt, dann gleich ich dem, der rein und heis lig ist. 5. Wenn ich, um Tugend auszubreiten, Verdiensten helfe, lohne Fleiß und Treu, wenn ich, zur Beßrung ihn zu leiten, den Frevler strafe, selbst das Unrecht scheu, dann gleich ich dem, der mit Gerechtigkeit belohnt und straft, so gern sein Herz verzeiht. 6. Wenn ich durch Tauschung nie betrüge, die Wahr27 heit 254 Gesinnung und Verhalten des Christen heit ehre, Feine der Falsch heit bin, mein Wort nie breche, niemals lüge, und brächt es mir auch einer Welt Gewinn, dann gleich ich dem, der es aufrichtig meint und stets es ist, dem großen Wahrheitsfreund. 7. Wenn ich mich Leidender erbarme mit brüderlichem, liebevollem Sinn; nicht stolz erst frage, ob der Arme es werth sei, daß ich sein Erretter bin, dann gleich ich dem, der ewig gütig ist und keines Menschen, Feines Wurms vergißt. 8. So set, bir ähnlicher zu werden, du hohes Urbild der Vollkommenheit, mein höchstes Ziel schon hier auf Erden, mein Biel, zu wels chem einst in Ewigkeit mit Höhrer Kraft mein Geist zu bringen strebt, ob er sich gleich nie ganz zu ihm er hebt.m mil 40 mm in Mel. Freu dich sehr o meine S. 344 Rommt und last uns Chrifti Lehren, laßt uns, was er uns verheißt, Wahrheit Got tes von ihm hören, hören, wen er selig preist! Die im Glauben feit bestehn, freudig Gottes Wege gehn, den Erlöser frei bekennen, dürfen sich die Seinen nennen. 2. Selig, wer in Demuth lebet, seiner Schwachheit nie vergißt, nie sich selbst voll Stols erhebet, wenn er groß unb glücklich ist! Gottes Hulb wird ihn erfreun und das Himmelreich ist sein. Gott wird Heil und ewges Leben ihm zum Lohn der Tugend geben. 3. Selig ist, wer seine Sünde demuthsvoll vor Gott bereut und, damit er Gnade finde, sich vor neuen Sünden scheut. Gott will ihm die Schuld verzeihn und zum Guten Kraft vers leihn; froh im Geist schon hier auf Erden, soll er dort ganz glücklich werden. 4. Selig ist, wer Sanft muth übet, niemals seinem Feinde flucht; gern Belei digern vergiebet, nie fich selbst zu rächen sucht; ruhig seine Pflicht vollbringt und sein eignes Herz bezwingt. Gott wird über ihn stets machen und ihn reich an Segen machen. 5. Selig, die mit Ernst verlangen, heilig und ge recht zu sein; welche fest am Guten hangen, nicht blos an des Guten Schein; deren Herz nicht mehr be gehrt, als was ihre Tugend mehrt. Gott wird ihr Verlangen stillen, sie mit höh rer Kraft erfüllen. 6. Selig sind, die voll Ers barmen Keinem ihre Hülf entziehn, im Allgemeinen. entziehn; bei dem Kranken, bei dem Armen nie des Elends Anblick fliehn; gern behülflich sind mit Rath und nach Kräften mit der That. Diese werden Hülf empfangen und Barmher zigkeit erlangen. 7. Selig sind, die ihrer Herzen reine Unschuld nie züchtig, in ihren Scherzen, den Verdacht des Leichtsinns scheun. Die dem Reize böser Lust, regt er sich in ihrer Brust, dennoch standhaft widerstehen, werden Gottes Antliz sehen. 8. Selig, wer in Frieden lebet, wer stets Ruh und Einigkeit zu erhalten sich bestrebet und, wenn Feindschaft, Haß und Streit seie ner Brüder Glück zerstört, fie die Pflicht der Eintracht lehrt! Die des Friedens sich befleißen, werden Gottes Kinder heißen. ond nido 9. Selig, die des Guten wegen dulden Schmach und Haß und Bein! JIhrer wartet Heil und Segen, wenn fie hier den Kampf nicht scheun. Gott steht ihnen mächtig bei und wird sie für ihre Treu einst mit Wonn und Siegestronen in der Ewigkeit belohnen. 10. Herr, du wollest selbst mich leiten auf der Tugend sichrer Bahn, wo ich dieser 255 Seligkeiten hier und dort mich freuen kann! Gib, daß ich in Freud und Schmerz treu dir bleibe, daß mein Herz sich durch deines Gei stes Stärke stets befleiße guter Werke! In eigener Melodie. 345 Laß mich, o Herr, in gen auf deinen Willen sehn und dir mir weihn; gib selbst das Wollen und Vollbringen und laß mein Herz dir ganz geheiligt sein! Nimm meinen Leib und Geist zum Opfer hin; dein, Herr, ist Alles, was ich hab und bin. 2. Gib meinem Glauben Muth und Stärke und laß ihn in der Liebe thätig sein, daß man an seinen Früchten merke, er sei tein eita ler Traum und falscher Schein. Er stärke mich in meiner Pilgrimschaft und gebe mir zum Kampf und Siege Kraft! 3. Laß mich, solang ich hier soll leben, in gut und bösen Tagen sein vergnügt und deinem Willen mich ergeben, der mir zum Besten Alles weislich fügt. Gib Furcht und Demuth, wann du mich beglückst, Geduld und Trost, wann du mir Trübsal schickst! 4. Ach, hilf mir beten, wa 256 Gesinnung und Verhalten. des Christen wachen, ringen; so will ich dir, wann ich den Lauf vollbracht, stets Dank und Ruhm und Ehre bringen, dir. der du Alles haft so wohl gemacht. Dann werd ich heilig, rein und unentweiht dein Lob verkündigen in Ewigkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott 346 Mein Gott, ach, lehre mich erkennen den Selbstbetrug und Heuchelschein, daß tausend, die sich Christen nennen, mit nichten Christi Glieder sein. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 2. Hilf, daß ich dir allein ergeben, der Sünde abges storben sei; laß mich dir fierben und dir leben und mach in mir, Herr, Alles neu! Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 3. Reiß los mein Herz von dieser Erden, laß mich, der ich unsterblich bin, nach deinem Bild erneuert wers gib mir meines Heilands Sinn! Ach, wirt in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 4. Regiere du selbst meine Seele, damit ich Christo folge nach und stets den schmalen Steg erwähle, ja, Ehre such in Chrifti Schmach. Ach wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 5. Gib mir zum Streite Muth und Kräfte, hilf, daß ich dir verbleibe treu, daß ich an Christi Kreuz mich hefte und mir die Welt ge freuzigt sei. Ach, wirt in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 6. Laß in mir Glaube, Hoffnung, Liebe, beständig fest und thätig sein, daß ich bis an mein Ende übe das Christenthum ohn Heuchelschein. Ach wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 7. So hab ich schon auf dieser Erde, was mich be ruhigt und erfreut; wann ich mit Gott vereinigt werde, schmeck ich des Hims mels Seligkeit. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! Mel. O Gott, du frommer Gott 347 Mein Schöpfer, mich tobten Staub beseelte, Sinn und Vernunft mir gab, in Christo mich erwähl te, regiere ferner mich mit deinem guten Geist, daß jedes Werk nur dich, Gott, meinen Schöpfer, preist. 2. Laß, da du heilig bist, mich py im Allgemeinen. mich alle Lüfte fliehen und mich nur um den Schap, der droben ist, bemühen; gib Stärke zu dem Streit, Herr, mit der Welt und mir und Hoffnung zu dem Sieg- er tommt allein von dir. 3. Laß mich- ich bin ein Christ- nach Christi Lehre wandeln; mein ganzer Gottesdienst sei Glaub und rich tig Handeln. Die Lust an dem Gesetz ist mehr, als Lust der Welt, die nur der Frevler liebt, der Thor für Freude hält. und segne meinen Feind! Herr, was ich hab, ist dein. Laß mich im Unglück groß, im Glück bescheiden sein! 5. Dein Himmel sei mein Glück: das Irdische verge het. Weh jedem, dessen Herz mit ihm im Bunde stehet! Wohl dem, deß erster Wunsch, Gott, dein Erkenntniß ist! Er hat Zufriedenheit, wenn er auch Alles mist. 257 7. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Schuß in allen Nöthen, früh such ich dich; des Nachts will ich zu dir auch beten. Mein Stand sei dir geweiht, bei meines Amtes Pflicht vergesse ja mein Herz des Chriften Pflichten nicht. 4. Entzünde du mein Herz mit Frömmigkeit und Liebe; Mel. O Gott, du frommer Gott gib, daß ich auch, wie mich, 348 Mein Vater und den liebe, 6. Nimm alle Laster weg, die der Gesellschaft schaden. Wir sind ja, was wir sind, aus unverdienten Gnaden. Haß, Falschheit, Heuchelei und Stolz und Bruderneid sind unsrer Tage Best, und turz ist unsre Zeit. 8. Bulegt erlöse mich von mir beschiednen Leiden, laß meinen Geist voll Trost aus seiner Hütte scheiden! Herr, ihn befehl ich dir; mich führe deine Hand durchs öde Todesthal ins rechteVaterland. der du in diesem Leben zur Leuchte meinem Fuß dein heilig Wort gegeben giere doch mein Herz durch deinen guten Geist, daß ich dem folgsam sei, was, Gott, dein Wort mich heißt! 2. Verleih, daß ich zuerst nach deinem Reiche trachte und kein vergänglich Gut mehr, als es werth ist, ach. te! Wer nach dem Ewigen mit rechtem Eifer ringt, empfängt schon hier zum Lohn, was wahre Ruhe bringt. 3. Gib, daß ich von der Welt mich unbefleckt erhalte und daß in mir der Trieb zum Guten nie erkalte; hilf, daß ich immer wach, im Kampf des Glaubens treu und 258 Gesinnung und Verhalten des Christen und in der Hoffnung start und fest gegründet sei! 4. Gib, daß ich als ein Christ mich Christo ähnlich zeige und achtsam mein Ge müth zu seiner Liebe neige! Sein Geist regiere mich und nicht der Geist der Welt! So wandl ich, Herr, vor dir den Weg, der dir gefällt. 5. Hilf, daß ich dich, mein Gott, von ganzer Seele liebe und Lieb und Gütig. teit auch an dem Nächsten übe! Laß fern von Uebermuth mich bei des Glückes Schein und frei von Unge duld in trüben Tagen sein! 6. Nie müsse sich mein Herz des Fleisches Lust er geben und nie dem schnöden Geiz! Mein dir geweihtes Leben sei von Betrug und Neid, von Unbarmherzigs teit, von ungerechtem Gut und stolzem Sinn befreit! 7. Will deine Hand mich hier auf rauhe Wege letten, so unterstüße mich, wenn meine Tritte gleiten! Laß mich in aller Noth auf deine Hülfe baun und auch, wenn sie verzieht, dir doch getroft vertraun. 8. Erlöse endlich mich von allen meinen Leiden; und ist die Stunde da, aus die ser Welt zu scheiden, o Vas ter, so verlaß, wenn meine Hütte bricht, mich Sterbens den mit Trost und froher Hoffnung nicht. Mel. Wer nur den lieben Gott 349 nicht, daß ich ergriffen hätte, die beste Tugend bleibt noch schwach; doch, daß ich meine Seele rette, jag ich dem Kleinod eifrig nach. Denn Tugend ohne Wach samkeit verliert sich bald in Sicherheit. 2. Solang ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Näch ster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Luft stirbt niemals ganz in unsrer Brust. 3. Nicht jede Besserung ist Tugend; oft ist sie nur das Wert der Zeit. Die wilde Hiße roher Jugend wird mit den Jahren Sitt samkeit; und was Natur und Zeit gethan, sieht un ser Stolz für Tugend an. 4. Oft ist die Aendrung deiner Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Rubme sucht quälen, und dämpfst sie; doch du wechselst nur: dein Herz fühlt einen an dern Retz, dein Stolz wird Wollust oder Geiz. 5. Oft ist es Kunst und Ei genliebe, was Andern strenge Tugend scheint. Der Trieb des 4sdim Allgemeinen. des Neids, der Schmähsucht Triebe erweckten dir so manchen Feind; du wirst behutsam, schränkst dich ein, fliehst nicht die Schmäh sucht, nur den Schein. 6. Du denkt, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der Andern Tugend fällt, so werde nichts dein Herz verführen; doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 259 10. Du fliehf, geneigt zu Ruhe und Stille, die Welt und liebst die Einsamkeit; doch bist du, forderts Gottes Wille, auch dieser gu entfliehn bereit? Dein Herz haßt Habsucht, Neid und Bank; fliehts Unmuth auch und Müßiggang? 11. Du bist gerecht; bist du bescheiden? bist mäßig; übst du auch Geduld? Du dienest gern, wenn Andre leiden; vergibst du Feinden auch die Schuld? Von allen Lastern sollst du rein, zu aller Tugend willig sein. 7. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen. Du scheinst von Rachsucht dir befreit; jest sollst du eine Schmach verschmerzen, und fieh, dein Herz wallt auf und dräut und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst gescholten ward. 8. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum In eigener Melodie. lachet uns die Welt entge 350 Gott, du froma regt denschaft. Wir werden im Geräusche schwach und geben endlich strafbar nach. mer Gott, du Brunnquell aller Gaben, ohn den Nichts ist, was ist, von dem wir Alles haben, erhalte meinen Leib gesund und gib dabei, daß auch mein Geist gesund, rein mein Gewissen sei! 9. Du opferst Gott die leichtern Triebe durch einen strengen Lebenslauf; doch opferst du, wills seine Liebe, ihm auch die liebste Neigung auf? Dieß ist das Auge, dieß der Fuß, die sich der Christ entreißen muß. 12. Sei nicht vermeſſen! Wach und streite; bent nicht, daß du schon g'nug gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite, die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit droht dir den Fall, brum wache stets, wach überall! 1 non 2. Gib, daß ich mit Fleiß thu, was mir zu thun ges bühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet. Gib, daß ich bald es thu 260 Gesinnung und Verhalten des Christen thu, zu der Zeit, da ich soll; und was ich also thu, Herr, das gerathe wohl! 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann be stehen; laß fein unnüßes Wort aus meinem Munde gehen! Wenn aber Amt und Pflicht zu reden mir gebeut, dann gib den Worten Kraft, doch ohne Bitterkeit! zu dir hinauf zu deinen Freuden; es ruhe sanft der Leib in seiner stillen Gruft, bis ihn dein Allmachtswort ins neue Leben ruft! 8. Wenn alle Todten dann auf dein Gebot erwachen, so wird auch meinen Staub dein Ruf lebendig machen. Dann führe mich verklärt in deinen Himmel ein und laß mich selig dort mit allen Frommen sein. 4. Gerath ich in Gefahr, so laß mich nicht verzagen; gib wahren Christenmuth, das Kreuz hilf selber traMel. Was mein Gott will gen! Gib daß ich meinen 351 ft flagt bein mit wind, und sende Hülf und Rath, wenn sie mir nöthig find. Herz, schwer es sei, den Weg des Herrn zu wandeln und täg lich seinem Worte treu zu denken und zu handeln. Wahr ists! die Tugend fo stet Müh, sie ist der Sieg der Lüste; doch richte selbst, was wäre sie, wenn sie nicht kämpfen müßte? 5. Laß mich mit Jeder mann in Fried und Eintracht leben, soweit es chriftlich ist! Wilst du mir Etwas geben an Reichthum, Ehr und Glück, so gib auch dieß dabei, daß ich nicht ungerecht, nicht stolz, noch sicher sei! 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch ins Alter bringen, so gib nur, daß ich stets ein frommes Herz bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar! 7. Laß mich auf Christi Tod getrost von hinnen scheiden; die Seele nimm 2. Die, die sich ihrer Laster freun, trifft die kein Schmerz hienieden? Sie sind die Sclaven eigner Pein und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüfte dämpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er kämpft, verwandelt sich in Freuden. 3. Des Lasters Bahn ist Anfangs zwar ein breiter Weg durch Auen; allein sein Fortgang wird Gefahr, sein Ende im Allgemeinen. 261 Ende Nacht und Grauen. übe dich getreu und gern, Der Tugend Pfad ist Anfangs steil, läßt nichts als Mühe blicken; doch weiter fort führt er zum Heil und endlich zum Entzücken, dein Herz zu überwinden. Wer Kräfte hat, wird durch Gebrauch von Gott noch mehr bekommen; wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen. 4. Nimm an, Gott hätt es uns vergönnt, nach un sers Fleisches Willen, wenn Wollust, Neid und Zorn entbrennt, die Lüfte frei zu stillen: nimm an, Gott ließ den Undank zu, den Frevel, dich zu kränken, den Menschenhaß: was würdest du von diesem Gotte den fen? 8. Du streitest nicht durch eigne Kraft, drum muß es dir gelingen. Gott ist es, welcher beides schafft, das Wollen und Vollbringen. Wann gab ein Vater einen Stein dem Sohn, der Brod begehrte? Bet oft! Gott müßte Gott nicht sein, wenn er dich nicht erhörte. 5. Gott will, wir sollen glücklich sein; drum gab er uns Geseße. Sie sind es, die das Herz erfreun; sie find des Lebens Schäße. Er redt in uns durch den Verstand und spricht durch das Gewissen, was wir, Geschöpfe seiner Hand, fliehn oder wählen müssen. 6. Ihn fürchten, das ist Weisheit nur, und Freiheit ists, sie wählen. Ein Thier folgt Feffeln der Natur, ein Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geistes Eigenthum? was sein Beruf auf Erden? Die Tu gend! Was ihr Lohn, ihr Ruhm? Gott ewig ähnlich werden. 7. Lern nur Geschmack am Wort des Herrn und seiner Gnade finden und 9. Dich stärke auf der Tugend Pfad das Beispiel selger Geister: ihn zeigte dir und ihn betrat dein Gott und Herr und Meister. Dich müsse nie des Frechen Spott auf diesem Pfade hindern! Der wahre Ruhm ist Ruhm bei Gott, und nicht bei Menschenkindern. 10. Sei stark, sei männlich allezeit, tritt oft an deine Bahre; vergleiche mit der Ewigkeit den Kampf so kurzer Jahre. Das Kleinod, das dein Glaube hält, wird neuen Muth dir geben; und Kräfte der zukünftgen Welt, die werden ihn beleben. 11. Und endlich, Christ, sei unverzagt, wenn dirs nicht immer glücket, wenn dich 262 Gesinnung und Verhalten des Christen dich, so viel dein Herz auch deiner Thätigkeit. Wer bloß wagt, stets neue Schwachheit drücket! Gott sieht nicht auf die That allein; er sieht auf deinen Willen. Ein göttliches Verdienst ist bein! Dieß muß das Herz dir stillen. nach äußerm Glanze strebt, der täuscht sich selbst, solang er lebt.gido por 5. Nie mache dir zum höchsten Zwecke den Vortheil, den die Tugend bringt! Sei fromm, sei fromm, wenn auch nicht immer die fromme Absicht dir gelingt! Frag nicht: was bringt die That mir mein? Sie selbst, o Mensch, muß Lohn dir sein. od Mel. Wer nur den lieben Gott 352 Wer er stets mit rei nem Wohl gefallen der Tugend hohe Schönheit sieht und, frei von Stolz und Eigennuße, für alles wahre Gute glüht, wer jedem Laster sich entreißt, der sammelt Schäße für den Geist. 2. Er trachtet nach dem höchsten Gute, nach Weißheit und Gerechtigkeit. Denn 6. Doch übst du redlich deine Pflichten, so fet ge trofst und zage nie! Dein Gott war Zeuge deiner Tugend, und er, dein Gott, belohnet sie. Ein Herz, von Sünd und Lastern rein, kann nicht auf immer elend sein. wenn ihr das besigt, spricht 7. Ja, leb und stirb für Jesus, ist alles Andre euch bereit; ihr habt dann Friede, Seelenruh, und alles Andre fällt euch zu, 3. Doch hoffe nicht, o Christ, daß Tugend dir stets auch Erdenglück verschafft! Wie Mancher fand seit früher Jugend an ihrer Seite Licht und Kraft; wie Mans cher forgte für sein Herz und fühlte dennoch oft auch Schmerz. 4. Die Tugend nur, nur Herzensgüte, nur das, was innern Werth verleiht, nicht eitles Glück, nicht Macht und Schimmer beruht auf alles Gute; es folgt gewiß Vergeltung einst, und du gewinnest noch im Tode, in dem du zu verlieren scheinst! Auch Jesus gab sein Leben hin, und Herrlichkeit war sein Gewinn. 8. Jm Himmel dort ist nicht nur Tugend, dort ist auch hohe Seligkeit. Hier sind oft beide nicht vereinet; nur droben ist Vollkommen heit. Da schwingt der Eble ich empor, der hier im Dunkeln sich verlor. 9. Drum will ich, Gott, stets edel handeln, dem Mus ster treu, das Jesus gab. Nichts im Allgemeinen. 263 zeit nur dernem Dienst', o Gott, geweiht? 5. Unwandelbar ist deine Wahrheit, Herr, aller guten Gaben Quell! Šie leuchte mir in voller Alarheit und mache mein Erkenntniß hell, daß nie der Sünde Täuscherei gefährlich deinem Kinde sei! 6. O bilde, Vater, meis ne Seele, nach deinem Willen bilde sie, daß ich das Gute stets ermähle, das Böse immer ernstlich flieh! Um dieje Gnade bitt ich dich: ich weiß es, du erhörest mich. ciß es, bi Nichts soll den hohen Muth mir rauben, und führt er auch in Lod und Grab! Mein höchster Wahlspruch sei als lein: Wer christlich denkt, wird selig sein. In voriger Melodie. 353 Schön ist die Tus gend, mein Verlangen und meiner gan= zen Liebe werth. Mit aller Kraft ihr anzuhangen, hat meine Seel auch oft begehrt. Ach könnt ichs, wie würd ich mich freun! Wer heilig ist, muß selig sein. 2. Gott ist der Seligkeiten Fülle von Ewigkeit zu Mel. Ein Lämmlein geht Ewigkeit; denn sein Ver: 354 Was hilft es mir, Licht, Wille ist Ordnung und Vollkommenheit. Von Ewigkeit her war er gut, und recht ist immer, was er thut. 3. Wie schnell umhüllen Finsternisse mich, wenn ich auch erleuchtet bin! Dann fliehn die heiligsten Ent. schlüsse, den Morgenträumen gleich, dahin. Bald wähl ich, was dir, Gott, gefällt, bald deinen Sclaverdienst, o Welt! an ein zu sein, wenn ich nicht christlich lebe, wenn ich nicht fromm, gerecht und rein zu wandeln mich bestrebe; wenn ich dem seligen Beruf, zu welchem mich mein Gott erschuf, mich würdig nicht beweise und den, der mich erlöset hat, in Worten nur, nicht durch die That und gute Werke preise. 4. Jch Armer! Darum tommt kein Friede in mein verschmachtendes Gebein. Wie bin ich dieses Wech, fels müde! Wann werd ich fest im Guten sein? wann nicht mehr straucheln, alles 2. Was hilft der Glaub an Jesum Christ, den ich im Munde führe, wenn nicht mein Herz rechtichaf. fen ist und ich die Frucht verliere; wenn mich die Eitelkeit der Welt mit ihrer Luft gefangen hält, ich ihre Fesseln liebe und, fühl. 264 Gesinnung und Verhalten des Christen fühlbar für der Sünde Reiz, Zorn, Hoffart, Flei scheslüfte, Geiz und andre Lafter übe? meinem ganzen Lebenslauf die Schuld mir aufzudel: ken? 5. Weh mir! Was hilft es mir einst dort, erweckt aus meinem Grabe, daß ich an Christum und sein Wort zum Schein geglaubet habe, wenn keine fromme gute That mein Leben hier bezeich net hat, den Glauben zu beweisen? Nur Glaub, durch echte Frömmigkeit bewährt, wirkt meine Seligkeit, fann wahrer Glaube heißen. 3. Weit strafenswerther bin ich dann, ich, der ich Christum tenne, weiß, was er einst für mich gethan, ihn Herrn und Meister nenne, als der, der in der Finster. niß des Irrthums tappt, noch ungewiß, ob er auch richtig mandle. Was nüßet mir der Wahrheit Licht, was hilft mir aller Unterricht, wenn ich nicht danach handle? 6. Gott, dieser Hoffnung werth zu sein, hilf, daß ich 4. Und woher nehm ich christlich lebe und vor dir Trost und Ruh, wann Lei- beilig, fromm und rein zu den mich umgeben und wandeln mich bestrebe? Gib meine Sünden noch dazu mir Weisheit mir und Muth dann vor Augen schweben? und Kraft, damit ich Welt Was hilft mir in der letzten und Leidenschaft im Glaus Noth, wann sich der schauer- ben überwinde und dann volle Tod mir zeigt mit nach wohldurchlebter Zeit seinen Schrecken, und mein den Lohn in jener Ewigkeit Gewissen wachet auf, von für meinen Glauben finde! Gesinnung und Verhalten des Christen in Hinsicht auf Gott. Erkenntniß Gottes. Tichts das Glück, ein Mensch zu sein, mich inniger empfin den; lehrt mich, daß du Mel. Lobfinget Gott! er 355 Dich kennen, Gott, mein Vater bist, und daß dein weiser Rathschluß ist, schon hier mein Heil zu gründen. ift Seligkeit, und sich zu dir erheben ist Wonne, die nicht Welt und Zeit mir sonst vermag zu geben. Sie stärkt mein Herz, sich dir zu weihn, und läßt 2. Leicht kann ich deiner Größe Spur bei jedem Blick entdecken. Die ganze herr liche Natur in allen ihren Zwecken Erkenntniß Gottes. Zwecken zeigt Ordnung und Zusammenhang; ja, aller deiner Werke Gang vom Staube bis zur Sonne und der Gestirne fernstem Heer zeigt deine Macht mir täglich mehr, gibt stets mir neue Wonne. 3. Je mehr ich lerne, was du bist, je mehr ich deine Wege, und was mit mir dein Rathschluß ist, nachdenkend überlege, je mehr entdeckt mein froher Blick das mir bestimmte ewge Glück, ein künftig beßres Leben. Ich weiß, der mir geschenkte Geist, der sich dem Mel. Wer nur den lieben Gott Erdenstaub entreißt, wird 356 Mein Gott, du sich zu dir erheben. zwar 4. D laß von deiner Herrlichkeit mich immer mehr entdecken, und wenn mein Geift sich ihrer freut, ihn immer mehr erwecken, daß er mur Wahrheit sucht und liebt; doch wenn er sich im Forschen übt, laß ihn bei Dunkelheiten, wo er sich leicht zu weit verliert, wo Täuschung leicht ihn irre führt, die Pflicht des Glaubens leiten! 265 schreiten, so laß mich diesen Vorwiß scheun; du wirst mir einst mehr Licht verleihn nach dieses Lebens Zeiten. 6. Dann werd ich, was ich hier nicht weiß, erfahren und verstehen; dann läßt des Geistes reger Fleiß mich immer weiter sehen; dann wird mir Alles offen= bar was mir hier unerforschlich war in deiner Weisheit Wegen. Erhaben über Welt und Zeit eil ich dann der Vollkommenheit und reinem Licht entgegen. 5. Denn ganz kann meine Fassungskraft nicht deine Größe fehen, nicht Alles, was dein Rathschluß schafft, ergründen und verstehen. Wagt darum die Vernunft so viel, will sie das ihr gesepte Ziel aus Vorwiß über im Lichte, dahin kein sterblich Auge dringt; doch gibst du uns zum Unterrichte dein Wort, das uns Erkenntniß bringt, was du, o Allerhöchster, bist und was mit uns dein Endzweck ist. 2. So gib denn, daß ich darauf achte als auf ein Licht im dunklen Ort; und wenn ich ernstlich es betrachte, so hilf selbst meis nem Forschen fort! Laß für der Wahrheit hellen Schein mein Aug und Herz stets offen sein! 3. Hilf, daß ich deinem Worte glaube, wenn es mich warnt, ermahnt, belehrt, daß weder Lust, noch Wahn mir raube, was mir den m besten 266 Pflichten gegen Gott. besten Trost gewährt! Kein bist, Herr, dem ich angehö Spott der Welt verführe mich, kein Zweifel sei mir hinderlich! re, dich richtig zu erkennen, ist mir ewig Pflicht und Ehre. Stets heiliger durch dich zu sein, mich deiner immer mehr zu freun, dich immer mehr zu lieben, will ich mich täglich üben. 2. Jch tann ja, Ewiger, schon hier durch eifriges Be streben, so schwach ich bin, mich doch zu dir mit mei nem Geist erheben. Nur laß mich auf den Unterricht in deiner Offenbarung Licht, und wie in deinen Werken du dich uns zeigest, merken! 3. Dann wird mir nicht aus eigner Schuld entgehn, was du mich lehrest, wie du voll Weisheit, Macht und Huld uns jeden Tag ernähreft; wie Alles schön geordnet sich vereinigt, wie so väterlich du uns auf tausend Wegen entgegen kommt mit Segen. 4. Ich sehe dann und seh erfreut die täglichen Beweise von deiner Huld und Freund lichkeit zu deinem Ruhm und Preise. Zum Licht wird mir die Finsterniß, die dich ver birgt; mir wirds gewiß, es seien deine Pfade ftets Herr lichkeit und Gnade. 5. Und welchen Aufschluß gibt mir nicht vom Ziele meis nes Lebens dein Wort, das ewges Heil verspricht! Nie merk ich drauf vergebens. Ich 4. Das ist der Weg zum ewgen Leben, daß wir, o Vater, dich und den, den du zum Heil uns hast ge geben, erkennen, lieben und erhöhn. O führe du auf dieser Bahn mich selbst durch deine Wahrheit an! 5. Vor Allem gib, daß stets lebendig bei mir, Gott, bein Erkenntniß sei, und daß ich dir danach beständig Lieb, Ehrfurcht und Gehors sam weih! Hilf, daß ich thu mit allem Fleiß, was ich von deinem Willen weiß! 6. Was hilft das richtigste Erkenntniß, wenns nicht zu deiner Liebe treibt? Was nüßt ein aufgeklärt Verständniß, wenn doch das Herz noch böse bleibt? Drum Hilf, daß ich der Wahrheit treu und daß mein Glaube thätig sei! 7. Laß dein Erkenntniß mir im Leiden die Quelle wahren Trostes sein! Laß, wann sich Leib und Seele scheiden, mich deiner noch im Glauben freun! Dort seh ich dich im hellen Licht von Angesicht zu Angesicht. Mel. Schon ist der Tag von Gott 357 Gott, ber du D mein Schöpfer Erkenntniß Gottes. Ich lerne dich und deinen Sohn, der Seele Werth, der Tugend Lohn, was wahres Glück zu nennen, daraus stets besser kennen. 6. So werd ich stets erleuchteter, von Vorurtheilen freier, zum Guten immer williger, standhafter und ge treuer. Ein größer Maas der Weisheit gibt dem, der die Wahrheit sucht und liebt, mehr Trost in seinen Leiden und selbst im Tode Freuden. 7. Gewährt der Morgens röthe Licht mir hier schon so viel Wonne, wie viel verschafft mir künftig nicht des vollen Tages Sonne! Dann, Vater, wirst du näher dich mir offenbaren, dann werd ich, was wir hier dunkel nennen, im höhern Licht erkennen. 8. O laß von heiliger Begier mich immer mehr entbrennen, dich, Gott, und deinen Sohn schon hier stets beffer zu erkennen, daß ich, von Wahn und Irrthum frei, dir immer mehr ge horsam sei und täglich mehr mich übe, o Gott, in deiner Liebe! In eigener Melodie. 267 du bist der Wesen Fülle, und weise, heilig ist dein Wille. 2. Dich kennen ſei die erfte meiner Sorgen. Bist du gleich unerforschlich und vers borgen, so können wir doch überall dich finden und deinen Rath mit uns ergründen. 358 mel, Höchster, was auf Erden, das so wie du verdient erkannt zu werden? Nur du bist groß; 3. Mit lauter Stimme lehren deine Werke uns deine Weisheit, deine Huld und Stärke; die Näh erzählt von dir, von dir die Ferne; die Pracht der Blumen, wie der Sterne. 4. Ruft deine Stimme nicht in unsrer Seele uns zu: das Böse flich, das Gute wähle? Ward nicht, um uns zum Lichte zu er heben, dein Sohn zum Führer uns gegeben? 5. Und immer mehr willst du dich offenbaren, wenn wir nur deine Lehren treu bewahren und auch den Weg, den wir betreten follen mit Ernst und Eifer wandeln wollen. 6. 3u diesem großen, heiligen Geschäfte erheb und stärke meiner Seele Kräfte; gib, daß ich dich in deinem Worte höre, aus deinen Werken mich belehre! 7. Gib, daß ich demuthsas ist im Him voll aus meinem Staube zu dir hinauf schau, freudig an dich glaube, mit Eifer mich durch Trug und Zweifel ringe und immer M 2 268 Pflichten gegen Gott. immer näher zu dir drin- deinen Willen mit Kindesge! treu erfüllen. 8. So werd ich immer besser dich erkennen und immer findlicher dich Vater nennen, dir fest vertrauen, fröhlich dich erheben, o großer Gott, und ganz dir leben. 4. Erleuchte meinen Geist mit immer hellerm Licht; belebe täglich mehr mein Herz für Recht und Pflicht, damit ich als dein Unterthan auf meiner ganzen Lebensbahn mit Eifer möge streben, gefällig dir zu leben! 5. Laß deine Gegenwart mir immer heilig sein; lab auch im Dunkeln mich dein Pflicht, helles Auge scheun. Erinnre an meine an deine Macht, an dein Gericht bei jedem Reiz zur Sünde, daß ich ihn überwinde!" Ehrfurcht vor Gott. Mel. O großer Gott, von 359 Wie groß bist bu, groß ist, Herr, dein Reich! Wer ist auf Erden dir, wer dir im Himmel gleich? Die Welt erbebt, das Licht wird Nacht, gehst du einher in deiner Macht; es muß mit tiefem Schweigen sich Alles vor dir beugen. 6. Doch gib, daß meine Furcht vor dir nie knechtisch sei; befreie mein Gemüth von Zwang und Heuchelei, daß ich, was dein Gefeß gebeut, erfülle stets mit Freudigkeit, aus Ehrfurcht nur und Liebe mich im Gehorsam übe. 2. Du hast durch deine Kraft die Himmel ausges streckt, der Erde Grund gelegt, dem Meer sein Ziel gesteckt. Dein Wort bewegt der Berge Grund und stürzt fie in des Meeres Schlund. Wer kann, wer kann entflies 360 Vor dir, t hen, um dir sich zu entzie hen? 3. Wir alle sind durch dich, sind Werke deiner Hand: Leib, Seele, Hab und Gut hast du uns zugewandt. Du lehrst das menschliche Geschlecht, Herr, durch Vernunft und Schrift dein Recht, willst, daß wir Mel. Wer nur den lieben Gott o Gott, sich findlich scheuen, ist unsre allergrößte Pflicht. Kein Mensch kann deiner Huld sich freuen, scheut er bein heilig Auge nicht. Drum wirk in mir durch deinen Geist die Ehr furcht, die dich kindlich preift. 2. In Allem, was ich thu und denke, laß, Herr, bas meine Ehrfurcht vor Gott. meine Weisheit sein, daß ich mein Herz zur Sorgfalt lenke, vor jeder Sünde mich zu scheun. Denn wer noch Luft zur Sünde hat, der fürchtet dich nicht in der That. 3. Gib, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du allgegenwärtig bist, und das zu thun mich ernstlich schäme, was dir, mein Gott, zuwider ist. Der Beifall einer ganzen Welt hilft dem ja nicht, der dir mißfällt. 4. Laß immer dein Gericht mich scheuen und wirke steten Ernst in mir, mein In eigener Melodie. Leben deinem Dienst zu 361 Willst du der weihen, daß ich Weisheit nicht verlier, die mich bei mancher Missethat so liebreich noch getragen hat. 5. Ja, Vater, laß mit Furcht und Zittern mich schaffen meine Seligkeit! Soll Nichts mein ewig Glück erschüttern, so laß mich in der Gnadenzeit mit Vorsicht alles Unrecht fliehn, mich nur um deine Gunst bemühn! 269 will ich wandeln und stets, ich sei auch, wo ich sei, nach deinem heilgen Willen handeln, entfernt von aller Heuchelei. Nur wer von Herzen dich verehrt, nur der ist dir, o Vater, werth. 8. In deiner Furcht laß mich auch sterben, so schreckt das dunkle Grab mich nicht, ich werde deinen Himmel erben, dich schauen in vollkommnerm Licht. Wie werd ich dann mich deiner freun, wie selig, Gott, wie selig sein! 6. Erhalt in mir ein gut Gewissen, das weder Spott, noch Trübsal scheu, und mache von den Hindernissen der wahren Tugend selbst mich frei! Nie störe Furcht und Lust der Welt mich, das zu thun, was dir gefällt! 7. In deiner Furcht nur Quelle tennen? Es ist die Furcht vor Gott, dem Herrn. Nur der ist weis und klug zu nennen, der alle seine Pflichten gern, weil Gott fie ihm gebeut, vollbringt, wenn gleich dazu kein Mensch ihn zwingt. 2. Lern Gottes Größe recht empfinden und fühle deine Nichtigkeit, so wirst du nie dich unterwinden, mit thörichter Vermessenheit zu tabeln, was sein Rath beschließt, der wunderbar, doch heilig ist. 3. Wirst du den Höchsten findlich scheuen, so wird dir keine Pflicht zur Last. Nur das wirst du vor ihm bereuen, daß du sie oft verM 3 fäu Pflichten gegen Gott. 270 säumet hast. Wer Gott als Zeugen vor sich hat, der freut sich jeder guten That. 4. Wenn Nacht und Dune kelheit dich decken, die dem Verbrecher Muth verleihn, wird dich die Furcht des Herrn erwecken, was unrecht ist, auch dann zu scheun. Dent nur, vor seinem Angesicht ist Finsterniß wie Mittagslicht. mich regieren, mich stets auf dich, den Höchsten, sehn! Laß sie mich hier zur Weis heit führen, so werd ich nie mals irre gehn. Wohl dem, der stets dich findlich scheut! Dich fürchten, Gott, ist Se ligkeit. Liebe zu Gott. Vel. Bon Gott will ich 5. Den Höchsten öffent: 362 An dich, mein Gott, geden lich verehren sowohl, als in der Einsamkeit, auf des Gewissens Stimme hören und willig thun, was sie gebeut, auch das lehrt dich die Furcht des Herrn, auch das thut, wer ihn ehret, gern. 6. Läst dich der Thor Verachtung merken, wenn du dich fromm von ihm entfernft, die Furcht des Herrn, die wird dich stärfen, daß du dich edel schäpen lernst. Wer Gott, dem Höchsten, wohlgefällt, ist glücklich selbst beim Spott der Welt. 7. Sich stets vor dem Almächtgen scheuen gibt Heldenmuth und Freudig, feit, wenn uns der Men schen stolzes Dräuen, was unrecht ist, zu thun gebeut. Ist Gott mein Schuß, mein Heil und Licht, so beb ich vor den Menschen nicht. 8. Laß deine Furcht, Gott, ten, ist Pflicht und Trost für mich. Wenn Sorg und Gram mich tränken, so sieht mein Aug auf dich; dann mindert sich mein Schmerz, dann fliehn die bangen Sor gen wie Nebel vor dem Morgen, und Ruh erfüllt mein Herz. 2. Denk ich an deine Lie be, wie werd ich hoch er freut! Mit dankbar frohem Triebe fühl ich mich dann bereit, dir ganz mein Herz zu weihn, dich gläubig zu erheben, zur Ehre dir zu leben, vor Sünden mich zu scheun. 3. Mit fröhlichem Ge müthe dent ich an deine Treu; denn, Bater, deine Güte ist alle Morgen neu. Seh ich nur stets auf dich, so gibst du Muth und Stärke mir auch zum schwersten Werke; es wird mir leicht durch durch dich. 4. Du Liebe zu Gott. 271 4. Du gabst mir aus Er- lich Gutes zu? Daß ich barmen den Sohn, der für mich starb und liebevoll mir Armen die Seligkeit erwarb. Mit ihm ist alles mein; du willst mirs gnädig schenken, willst liebreich an mich denken und stets mein Vater sein. ward, das war dein Wille; daß ich noch bin, das schaffst du. Daß ich denke, daß ich wähle, dankt dir, Vater, meine Seele, dankt dir, daß sie dich erkennt, dich durch Jesum Vater nennt. 5. Wie gut ists, dein gedenken! Die Welt mag immerhin ihr Herz aufs Eitle lenken, wie schlecht ist ihr Gewinn! Ich halte fest an Gott, dieß bringt mir wahre Freude, dieß stärkt mich, wenn ich leide, und ist mein Trost im Tod. 3. Heil und unvergänglich Leben thats du, Gott, durch ihn mir fund. Um zu dir mich zu erheben, schloß dein Sohn der Liebe Bund, den er in dem bängsten Streite selbst mit seinem Blute weihte; und nun zeigt den Weg zu dir nur der Geist der Liebe mir. 6. Drum will ich an dich denken, solang ich denken kann. Mag man ins Grab mich senten, mein Geift steigt himmelan. Vergesse mich die Welt, du, Herr, gedenkst doch meiner, wenn auch auf Erden Reiner mich im Gedächtniß hält. 4. Und ich sollte dich nicht lieben, der du mich zuerst geliebt? Nicht aus Liebe Gutes üben, auch wenn sich mein Leben trübt? Könnt ich ohne sie auf Erden ruhig und zufrieden werden? ohne sie nach dieser Zeit würdig sein der Geligkeit? 5. Heil mir, daß ich es empfinde, welcher Liebe werth du bist, meiner das nur würdig finde, was dir wohlgefällig ist! Einst, Herr, werd ich deinen Willen ganz erkennen und erfüllen, mich der reinsten Liebe freun und in dir ganz selig sein. Mel. Ale Menschen müssen 363 Gott ott der Liebe, wie erhebet meine Seele sich in mir! Wie getröstet, wie belebet fühl ich mich, o Gott, von dir! Jeder Blick auf deine Werke, beine Weisheit, Huld und Stärke, wie befreiet er mein Herz von Bekümmerniß und Schmerz! Mel. Wer nur ben lieben Gott Menschenkin gensfülle mir nicht stünd- der, der du die Liebe selber M 4 2 Sloß aus deiner Se- 364 Du Bater deiner bift 272 bist und dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist, laß mich von ganzem Herzen dein, laß michs mit allen Kräften sein! Pflichten gegen 2. Gib, daß ich als ein Kind dich liebe, da du mich als ein Vater liebst, und so gesinnt zu sein mich übe, wie du mir selbst die Vorschrift gibst! Was dir gefällt, gefall auch mir; nichts scheide mich, mein Gott, von dir! Gott. 6. Aus Liebe laß mich Alles leiden, was mir dein weiser Rath bestimmt! Du führst durch Trübial den zu Freuden, der seine Last gern auf sich nimmt; und wer sein Leiden weislich nüßt, wird mächtig von dir unterstüßt. 4. Laß mich um deiner Liebe willen gern thun, was mir dein Wort gebeut! Kann ichs nicht, wie ich soll, erfüllen, so sieh auf meine Willigkeit und rechne mir nach deiner Huld die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld! 3. Bewahre mich durch deine Liebe vor Allem, was das Herz verführt, und gib, übe, Jn eigner Melobie... wenn Sinnenluft zu sehr 365 Wung deiner Wenn mich rührt! Wie sollt ich je die Creatur dir vorziehn, Schöpfer der Natur? Pflicht dich Gottes Liebe nicht beseelet, so rühme dich der Tugend nicht und wisse, daß dir Alles fehlet. Wenn Vortheil, Wollust, Eigen sinn und Stolz dir nur das Gute rathen, so thue noch so große Thaten, du hast vor Gott den Lohn dahin. 2. Sei durch die Gaben der Natur das Wunder und das Glück auf Erden: be glückest du die Menschen nur, um vor der Welt ge ehrt zu werden; erfüllt die Liebe nicht dein Herz, so bist du bei den größten Gaben, bei dem Verstand, den Engel haben, vor Gott doch nur ein tönend Erz. 3. Cr: 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, miße fällt; drum laß es mich mit Ernst vernieiden, gefiel es auch der ganzen Welt! Die feinste Sünde selbst zu scheun, laß, Vater, mich beflissen sein! 7. In deiner Liebe laß mich sterben, dann wird selbstSterben mein Gewinn; dann werd ich deinen Him mel erben, wo ich dir, Va: ter, näher bin; dann liebt dich meine Seele rein und liebend wird sie selig sein. Liebe zu Gott. 273 3. Erbaue Kirchen, brich was Gott von uns verdein Brod, das Volt der Armen zu verpflegen, entreiß die Wittwen ihrer Noth und sei der Waifen Schuß und Segen; gib alle deine Habe hin; vor Gott hast du noch nichts gegeben. Wenn Lieb und Pflicht dich nicht beleben, so ist dir Alles kein Gewinn. langt. Und wenn wir nicht dieß Herz besißen, so wird ein Leben uns nichts nüßen, das mit den größten Thaten prangt. 4. Thu Thaten, die der Heldenmuth noch jemals hat verrichten können; vergieß fürs Vaterland dein Blut; laß deinen Leib für Andre brennen; beseelet dich nicht Lieb und Pflicht, bist du die Absicht deiner Thaten, so schüß und rette ganze Staa. ten, Gott achtet deiner Werke nicht. 5. Läg ihm an unserm Werken nur, so könnt er uns, sie zu vollbringen, sehr leicht durch Fesseln der Natur, durch Kräfte seiner Allmacht zwingen. Vor ihm, der Alles schafft und gibt, gilt Weisheit nichts, nichts Macht und Stärke. Er will die Absicht deiner Werke, ein Herz, das ihn verehrt und liebt. 6. Ein Herz, von Eigenliebe fern, fern von des Stolzes eitlem Triebe, geheiligt durch die Furcht des Herrn, erneut durch Glauben zu der Liebe, dieß ists, Namen. 7. Drum täusche dich nicht durch den Schein, nicht durch der Tugend bloßen Seh nicht auf deine Wert allein, seh auf den Quell, aus dem sie tamen. Prüf dich vor Gottes Angesicht, ob seine Liebe dich beseelet. Ein Herz, dem nicht der Glaube fehlet, dem fehlet auch die Liebe nicht. Gott in dir, so wird sie 8. Wohnt Liebe gegen dich zum Guten stärken. Du wirst die Gegenwart von ihr an Liebe zu dem Nächsten merken. Die Liebe, die dich schmücken soll, ist gütig. ohne Neid und Tücke; ist sittsam, ist nie stolz im Glücke, langmüthig und er barmungsvoll. 9. Sie deckt des Nächsten Fehler zu und freut sich niemals seines Falles; sie suchet nicht bloß ihre Ruh; fie hofft und glaubt und duldet Alles. Sie ists, die dir den Muth verleiht, des Höchsten Wort gern zu erfüllen, macht seinen Sinn zu deinem Willen und folgt dir in die Ewigkeit, M 5 274 Pflichten gegen Gott. Gehorsam gegen Gott. Mel. Wer nur den lieben Gott was sie mir gebeut! h soll nicht Hörer nur allein, ich soll zugleich auch Thäter 366 Gott, deinen heis sein. ligen Befeh 6. Beut mir die Welt auch tausend Freuden auf unerlaubten Wegen an; sie soll mich, Herr, nicht irre leiten. Was ists, das sie mir geben kann? Im Anfang Lust, am Ende Pein und die wird groß und schrecklich sein. len will ich, dein Kind, gehorsam sein, sie nur zu meiner Richtschnur wählen und dir mein ganzes Leben weihn. Dein Wille ist ge recht und gut. Wohl dem, der ihn mit Freuden thut! 2. Gehorsam forderst du von Allen, die dich zu kennen fähig sind. Auch ich kann dir nur wohlgefallen, wenn ich dir folgjam als dein Kind thu, was du willst, aus Lieb und Dank und nicht aus Sclavenfurcht und Zwang. 3. Dein Sohn gehorchte dir so gerne; o hilf mir, daß ich immerdar dir, Vas ter, wie Jesus dir gehorsam war! Er wars auch unter Schmach und Noth, er wars selbst bis zum Kreuzestod. 4. Laß deine heiligen Gesege mir immer gegenwärtig sein; laß mich, daß ich sie nie verlege, dich, den Allwissenden, stets scheun! Dein Joch ist sanft, leicht ist die Laft, die du uns auf geleget haft. 5. Sobald ich deine Stimme höre, so mache du mich auch bereit, daß ich sie durch Gehorsam ehre und thue, 7. Wenn ich mich im Gehorsam übe und deinen Wil. len treulich thu, so bleib ich, Gott, in deiner Liebe und hab in des Gewissens Ruh den Himmel hier schon in der Zeit und mehr noch in der Ewigkeit. Mel. Was mein Gott will 367 Sei Gott getreu, halt Bund, bekenn ihn durch dein Leben. Dein Glaube ruht auf festem Grund, drum bleib ihm stets ergeben! Denk, wie er dich ver pflichtet sich durch seine Huld und Gnade; sei treu dem Herrn und wandle gern der Tugend sichre Pfade. 2. Sei Gott getreu! Du mußt als Kind, ihn auch im Leiden ehren; dein Bater waltet ja gelind und bildet dich zum Höhren. Ein edler Muth macht still und gut, der wird durch Gott dir Freude in Gott. dir werden, wenn Jesus Christ dein Führer ist zum Himmel hier auf Erden. 3. Set Gott getreu von Jugend auf! Laß dich nicht eitle Freuden in deinem gans zen Lebenslauf von seiner Liebe scheiden; denn seine Treu ist täglich neu; sein Wort kann niemals trügen. Was er verspricht, das bricht er nicht; daran laß dir ge nügen. 4. Sei Gott getreu in jedem Stand, in welchen er dich seget; dann schüßt dich seine starke Hand. Wer ist, der dich verletzet? Schau nur auf ihn voll Glaubens hier und folge dem Gewis sen; dir wird, was dir begegnet hier, zum Besten dienen müssen. 5. Sei Gott getreu, sein theures Wort freimüthig zu bekennen, vor Jedermann, an jedem Ort dich seinen Freund zu nennen! diese Welt nur in sich hält, muß Alles einst vergehen: nur Gottes Wort wird hier und dort zu unserm Heil bestehen. 6. Sei Gott getreu in jedem Streit, dann wirst du überwinden; denn er läßt Muth und Freudigkeit den treuen Kämpfer finden. Verlege nicht die tleinste Pflicht; doch wirst du dich vergehen, daß dann die Reu 275 nur ernstlich sei, um künftig zu bestehen! 7. Sei Gott getreu bis in den Tod; laß Nichts von ihm dich wenden! Er kann, er will in jeder Noth dir seinen Beisland senden. Der Leiden Nacht, der Bosheit Macht laß nie dein Herz erschrecken! Es ist dir ja dein Retter nah; sein Schild wird dich bedecken. 8. Bleibst du so deinem Gott getreu, so wirst du's auch erfahren, daß er dein lieber Vater sei, und nach vollbrachten Jahren der Sterblichkeit kommt dort die Zeit, da Gott einst seine Treuen durch seinen Sohn mit höh rem Sohn auf ewig wird erfreuen. Freude in Gott. Mel. Schwing dich auf 368 Deines Gottes dich, dank ihm, meine Seele! Sorget er nicht väterlich, daß kein Gut dir fehle? Schüßt dich seine Vorsicht nicht, wann Gefahren dräuen? Jsts nicht Seligkeit und Pflicht, seiner dich zu freuen? 2. Ja, mein Gott, ich hab an dir, was mein Herz begehret, einen Vater, wel cher mir, was mir nüßt, gewähret, der mich durch M 6 fein 276 fein göttlich Wort hier zum Guten lenfet und mit Him melswonne dort meine See le träntet. Pflichten gegen Gott. 3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, kindlich ehr und liebe; wenn ich redlich dein Gebot und mit Freuden übe, o wie ist mir dann so wohl, wie ist mein Gemüthe seliger Empfindung voll, voll von deiner Güte! 4. Dann darf ich mit Zuversicht nach dem Himmel blicken; meine Leiden acht ich nicht, wie sie mich auch drücken. Hoffnung und Bus friedenheit wohnen mir im Herzen, trösten und erhöhn mich weit über alle Schmerzen. sernLebens, himmlischeVollkommenheit such ich nicht vergebens. Wenn mein Lauf vollendet ist und vollbracht mein Leiden, ruft mein Mitt ler Jesus Christ mich zu seinen Freuden. 8. Meine Freud an dir, mein Gott, wird dann ewig währen. Noch so furchtbar sei der Tod, er wird sie nicht stören. Willig werd ich mein Gebein der Verwe sung geben; Sterben macht mich frei von Pein, führt zum neuen Leben. 9. Gib mir nur, solang ich hier in der Fremde wal le, das Bewußtsein, daß ich dir, Herr, mein Gott, gefalle! Diese hohe Freu: digkeit, die ich zu bir habe, sei mein Heil zu dieser Zeit und mein Trost am Grabe. 5. Du bist mein, so jauchz ich dann: wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ichs rühmen kann: mein ist deine Gnade! Dir ist meine Wohlfahrt werth! Du gabst mir mein Leben, wirst auch, was mein Leben nährt und erreut, mir geben. 6. Jesum ist nach deinem Rath in die Welt gekom men, alle meine Missethat hat er weggenommen. Ihm vertrau ich, bet ihn an, Mel. Jesus, meine Zuversicht glaub an ſeine Leiden, folg 369 Habe eine u kann Nichts von dir mich schei: den. 7. Dich, du Trost der Sterblichkeit, Heil des bes 10. Laß die Luft zur Sünde nie dieses Heil mir rauben! Rüste selbst mich wider sie mit Vernunft und Glauben! Gib mir deinen Geist, der mich und mein Thun regiere, daß ich mein Vertraun auf dich ewig nicht verliere. Bei dem Herrn ist Freud und Leben; und er wird, denn er gibt gern, bir auch, was dir dienet, geben. Seine Liebe Freude Liebe beut dir an, was dein Herz nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eitle Luft, die in Weinen sich verkehret. Wisse, wer in seiner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, findet stets auf seiner Bahn, was das Herz nur wünschen Indtann. 3. Lust am Herrn erfüllt damit Licht, wenn man ihn durchs Wort erkennet; Lust am Herrn stärkt den zur Pflicht, der von seiner Liebe brennet; Lust am Herrn beut Alles an, was das Herz Innur wünschen kann. 4. Wer die Lust am Höchsten hat, hat auch Lust an seinem Willen, suchet ihn durch Wort und That un perbrossen zu erfüllen, und so trifft er Alles an, was das Herz nur wünschen kann. 5. Bleibst du auch nicht ohne Last, trage willig die Beschwerden. Wenn du wohl man gelitten hast, wird dir ewge Freude werden; und im in Himmel hast du dann, was dein Herz nur wünschen kann. in Gott. 277 bist mein und ich bin dein! Was mangelt meiner Seelen? Josu Susi Arbe 2. Du hast mich vor der Welt erwählt und deinen Kindern zugezählt, nie wirst du mein vergessen! Du liebst mein Wohl, hast gnadenvoll mein Glück mir zugemessen. 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergibst in Christo mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Du gibst mir heil an seinem Heil, dieß tröstet meine Seele. 4. Du bist mir der be währte Freund, der es aufs beste mit mir meint: wo sind ich deines Gleichen? Du stehst mir bei und bleibst mir treu, wenn Berg und Hügel weichen. 5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, mein Fels und Heil; drum frag ich nicht nach allem Land der Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, das mir erfreulich werde! 6. Du bist mein allerhöchstes Gut, darauf mein wahres Wohl beruht. In dir leb ich zufrieden. So dort, als hier, Herr, bleiben wir in Liebe ungeschieden. 7. Du wenn misd In eigener Melobie. * ch freue 370 Jin Gott in man mir flucht, und wer mein dir. Du bist mein Trost, und was kann mir in deiner Liebe fehlen? Du, Herr, hier mein Verderben sucht, dem wirds doch nicht gelingen. Selbst was mich kränkt, M 7 das 278 das muß, gelenkt von dir, mir Segen bringen. 8. Du läßt mirs ewig wohlergehn. Einst werd ich dich noch näher sehn, du Ursprung wahrer Freuden! An dir wird sich dann ewiglich mein ganzes Herz, Herr, weiden. Pflichten gegen Gott. seine Weisheit litte. Er forgt für mich stets väterlich. nicht, was ich mir ersehe, sein Wille, der geschehe! 4. 3ft nicht ein ungestör tes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei dessen Last wir flagen? Die größte Noth hebt doch der Lod und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt Gott es Keinem fehlen; Ge sundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Vertrauen auf Gott. Mel. Was Gott thut, das ist 371 Auf Gott und Trübfal auch versüßen. nicht auf mei nen Rath will ich mein Glücke bauen und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewigfeit, wie viel mir nüßen würde, bestimmte meine Le6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ists überwunden! Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Gerechten! Der Herr hilft seinen Knechten. 9. Noch hats tein menschlich Ohr gehört, was uns dein Himmel einst gewährt; doch seh ichs schon im Glauben. Vollkommnes Heil ist da mein Theil, das wird mir Niemand rauben. Mel. Was mein Gott will benszeit, mein Glück und 372 Vertrauen ist des zagt mein Herz? Jst auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Gott fennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenns Christen Pflicht, ein findliches Vertrauen. Er soll, wenns ihm an Glück gebricht, o Herr, auf dich nur schauen; und nie bist du dem Frommen fern, du fannst ihn nie verschmähen, du segneft und errets teft Vertrauen auf Gott. test gern und höreft auf sein Flehen. 2. Doch nie darf er voll Zuversicht die stolze Hoff: nung wagen, du werdest auch dem Thoren nicht, was er begehrt, versagen. Wenn gleich bei aller unsrer Schuld dein Herz noch liebreich den ket, so wird doch deine Va terhuld von Weisheit nur gelentet. 3. Wie leicht, o Gott, kann deine Macht des Men schen Wunsch erfüllen! Wie leicht, noch eh er es gedacht, des Herzens Klage stillen! Doch dem, der Wunderkraft begehrt und Wunder hofft begehrt und Wunder hofft zu sehen, wird nie sein fühner Wunsch gewährt; er fündigt durch sein Flehen. 4. Wer deiner Huld verfichert ist, darf deinen Se gen hoffen. Jhin steht, weil du sein Vater bist, der Himmel immer offen. Doch wer dich nicht als Vater liebt und auf der Bahn des Le bens nicht dir sein ganzes Herz ergibt, der sucht sein Glück vergebens. 279 Schmerz sich endlich doch verlassen. 6. Wie Mancher, der noch wirken fann, bleibt müßig oder träge, verfolgt mit Blindheit seinen Blan, geht ungerechte Wege. Er hofft umsonst, du werdest ihn den Uebeln noch entziehen. Der Thor! will er sie selbst nicht fliehn, sie dürfen ihn nicht fliehen. 7. Du, weiser Gott, entfernst uns nicht von drohentheil unsrer Pflicht leicht zu die ohne Nachvermeiden waren. Wir sollen mit Besonnenheit auch Rath und Warnung nüßen; denn nie wird deine Heiligs feit uns auch beim Leichtsinn schützen. 8. Gott, laß verwegne Zuversicht doch nie mein Herz verführen! Sie schafft mir deinen Beifall nicht, sie läßt mich ihn verlieren. Nur kindlich soll ich dir vertraun, nie thöricht, nie ver messen; soll, um getrost auf dich zu schaun, nie meiner Pflicht vergessen. 5. Ja, wenn er auch mit In eigener Melodie. Sicherheit sich seiner An- 373 B Wege und Aldeine dacht freuet und dabei, fern von Frömmigkeit, doch nie die Sünde scheuet, so mag sein heuchlerisches Herz nur immer Hoffnung fassen, er fühlt bei des Gewissens les, was dich fränkt, der treuen Vaterpflege deß, der den Himmel lenkt. Der Sternen, Wolken, Winden bezeichnet ihre Bahn, der wird 280- wird auch Wege finden, die dein Fuß gehen kann. Pflichten gegen Gott. 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohlergehn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Er läßt durch Sorg und Grämen und selbstgemachte Bein sich teine Wohlthat nehmen: sie muß erbeten sein. 3. Dir, Vater voller Gnade, dir ist allein bekannt, was gut sei oder schade Ge schöpfen deiner Hand; und was du ausersehen zum Besten deiner Welt, das wird und muß geschehen, sobald es dir gefällt. 4. An Mitteln und an Wegen fehlt dirs, Allweiser, nicht. Dein Thun ist lauter Segen; dein Gang ist lauter Licht. Wenn du, Herr, deinen Kindern ein Glück haft zugedacht, so kann dein Wert Nichts hindern; du willst, so ists voll bracht! 5. Und wollten Welt und Teufel dir boshaft wider stehn, o nähre teinen Zweifel, dein Glück wird doch bestehn. Was er sich vor genommen, was er vollenden will, aufs herrlichste wirds kommen zu dem be stimmten Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unverzagt, was dich auch immer quäle, ein schönrer Morgen tagt! Gott läßt nicht von den Seinen, erwarte nur die Zeit, dir wird die Sonne scheinen mit neuer Heiterkeit. Emi 7. Auf, auf! Gib deinen Schmerzen und Sorgen gute Nacht! Berbann aus deinem Herzen, was dich so traurig macht. Du bist ja nicht Regente, der Alles führen soll. Gott sitzt im Regimente und er führt Alles wohl. walten! Er ist ein weiser 8. Jhn, ihn laß thun und Fürst und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm Rath das Werk hinausges gebühret, mit wunderbarem führet, das dich bekümmert hat. 9. Verzög der Trost auch lange, weil dir es heilsam ist, so werde dir nicht bange, daß deiner Gott vers gißt. Er wird dir Hülfe senden, wenn dus am mindsten gläubst, und all dein Unglück wenden, wenn du nur treu verbleibst. 10. Wohl dir und deiner Treue! Ste trägt den Sieg davon. Daß dich der Kampf nicht reue, blick hin auf seinen Lohn; steh fest im größten Leide, das dir begegnen kann: bald bricht der Tag der Vertrauen auf Gott. der Freude, des ewgen Friedens an. 11. M a ch, Herr, ein fröhlich Ende mit aller unsrer Noth; stärk unser Herz und sende uns Trost bis in den Tod! Laß stets uns deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unire Wege gewiß zum Himmel ein. Mel. Was Gott thut, das ift 374 Der er Herr ist meis ne Zuversicht, mein höchster Trost im Leben! Dem fehlt es nie an Trost und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist sein Gott; auf sein Gebot wirds in dem Herzen stille. Ihm gnügt des Baters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun? Du bist des Schwachen Stärke. Die Augen, welche auf dich schaun, sehn deine Wunders merke. Herr, groß von Rath und start von That, mit gnabenvollen Händen wirst du dein Werk voll enden. 281 les Dichten weißt du, Herr, zu zernichten. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlassen sehen müssen: du läßt ihn, wann ihn Noth umgibt, Berus higung genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz; der Sünder eit 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott! Der Thoren Trost verschwindet, wenn der Gerechte in der Noth Hülf und Errettung findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn jene zittern, ein Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet! Vergebens wird zu Menschen fliehn, wer von dem Höchsten weichet. Dein Heiland starb und er erwarb auf seines Todes Hügel dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her sich Ungewitter sammeln! Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er und deine Schmerzen nimmt er dir von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht; auf dich hofft meine Seele! Du weißt, was meinem Wohl gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. Wer sollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlassen und sich im Kummer fassen? 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlsein und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt gegen Gott. sehe und sie nicht so früh erscheint, als ich sie von ihm erflehe, weiß ich doch voll Zuversicht, daß sie mir nicht stets gebricht. 6. Dann auch wenn, wie mir es scheint, tel. Jesus, meine Zuversicht selbst 375 Wer auf seinen der Hoffnung Trost verschwindet, weiß ich doch: Gott ist mein Freund, der auch da noch Wege findet, wo sich keiner mir entdeckt, wo der Zukunft Nacht mich schreckt. Gott vertraut, ängstigt sich durch keine Sorgen; ihm, auf den er sicher baut, bleibt sein Kummer nicht verborgen. Gott verläßt die Seinen nicht: dieß ist meine Zuversicht! 2. Er, der Schöpfer al ler Welt, der Versorger seiner Kinder, der, was er verspricht, auch hält, huldreich selbst noch gegen Sünder, er, der uns hervor gebracht, hat auch uns zu helfen Macht. 7. Drum sei ihm, dem Herrn der Welt, ganz mein Schicksal überlassen! Er, der auch den Wurm erhält, kann und wird mich nicht verlassen. Bleib ich nur der Tugend treu, so steht er mir huldreich bei. 3. Ihm, ihm ist es imMel. Sollt ich meinen Gott mer leicht, unsre Wünsche 376 Selig, wer mit zu wie unmöglich stillem Herzen 282 Pflichten blickt auf dich, dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlig schaue. es uns däucht, kann er doch den Kummer stillen, helfen stets, wenn Noth uns quält, wenn uns Rath und Beistand fehlt. 4. Und wer ist ihm gleich, dem Herrn? wer so reich, wie er, an Segen? Niemand hilft, wie er so gern auf des Lebens rauhen Wegen, er, der liebreich unser denkt und zum Glück die Trübfal lenkt. 5. Wenn mein Auge lange weint, ich nicht seine Hülfe dem Allweisen, der uns liebt, ganz sein Schicksal übergibt und auch in den tiefsten Schmerzen seinem Kummer muthig wehrt, durch Geduld den Herrn verehrt. 2. Ach, kein Schicksal meines Lebens, sorgt ich auch von Jugend auf, nimmt drum einen andern Lauf. Sorge quält und quält vergebens; meine Kräfte zehrt sie ab, stürzt nur früher mich ins Grab. 3. Eh ich noch das Licht era Vertrauen auf Gott. 283 auf Gottes Wort seg ich meine Wallfahrt fort. Der bisher half, hilft mir weiter; er hält fest, was er verspricht! Gott, mein Gott verläßt mich nicht. erblickte, wog er, der mir Leben gab, meines Lebens Schicksal ab; ehe mich noch Kummer drückte, eh noch meine Thräne rann, sah mich Gott schon gnädig an. 4. Dankbar nehm ich Glück und Freuden aus des Höchften milder Hand; und ist 377 Di Gott, unb Mel. Herzlich lieb hab ich dich ir trau ich, Kreuz mir zuerfannt, o so faß ich Muth zu leiden! Gut ist Alles, was Gott will; willig duld ich, dulde ftill. 5. Will mein Anschlag nicht gedeihen und miß lingt, mir mein Bemühn; denk ich: was mir Glück erst schien, muß ich oft nachher bereuen. Wohlthat ist für mich gewiß, daß mirs Gott mißlingen ließ. 6. Wenn Gott nicht so reichen Segen, als dem Nächsten, mir verlieh, soll doch Anderer Wohlstand nie Neid in meiner Brust er regen! Fremden Glücks will ich mich freun, fremdes Glück wird dadurch mein. 7. Wenn mir Frevler Angst erwecken, wenn ihr Haß mich drückt und kränkt, hält sie Gottes Macht umschränkt. Droht der Tod mit seinen Schrecken, der vom Tode retten kann, nimmt sich meiner gnädig an. 8. Ich bin unverzagt und heiter, im Vertraun wante nicht, wenn gleich von meiner Hoffnung Licht der lette Schimmer schwindet. Mein Helfer und mein Gott bist du, durch den mein Herz doch endlich Ruh und Freude wiederfindet. Von jeher hast du mich geführt und meines Lebens Lauf regiert, mit segensvoller Vaterhand so manche Noth von mir gewandt. Unendlicher, ich trau auf dich: du leitest mich! Ich kämpf und siege, Gott, durch dich. 2. Zwar ist der Kampf der Leiden schwer; oft fühl ich kaum noch Stärke mehr, zu kämpfen und zu siegen; doch ewig, Vater, währt er nicht. Wenn mir dein Beiz stand nicht gebricht, so werd ich nicht erliegen. Bald ist der Thränen Maaß gefüllt, bald meiner Seele Schmerz gestillt; bald haft du, Gott, mein Flehn erhört, mich ganz geprüft und mich bewährt. Du, Gott der Huld, erhört von dir, lobsing ich hier Pflichten gegen Gott. 284 hier mit dankerfüllter Seele dir. 3. Ach, alle Leiden dieser Zeit sind doch nicht werth der Herrlichkeit, die du wirst offenbaren. Bald wird auch mir des Dulders Lohn; bald steh auch ich vor deinem Thron mit treuer KämpferSchaarenunddanke dann dir, Gott, verklärt, der jetzt mich prüft, mich dann bewährt, daß ich, von allen Leiden frei, ein Seliger des Himmels sei. Barmher ziger! fest, ohne Graun will ich dir traun; denn einst werd ich dein Antlig schaun. Rel. Wer nur den lieben Gott 378 He err, mache meine Seele stille! Bei jedem Leiden, das mich tränkt, geschieht doch nur dein weiser Wille, der Alles mir zum Besten lenkt. Du bists, der Alles ändern kann, und was du thust, ist wohlgethan. 2. Du führst uns selbst auf rauhen Wegen zu höherer Vollkommenheit. Auch Widerwärtigkeit wird Segen für jeden, welcher dir sich weiht. Siehts gleich der blöde Geist nicht ein, wird doch der Ausgang herrlich sein. 3. Drum laß mich stille sein und hoffen! Hast du mir Prüfungen bestimmt, so steht dein Vaterherz dem offen, der seine Zuflucht zu dir nimmt. Wer still in deiner Fügung ruht, mit dem machst du es immer gut. 4. Uns bleibt oft, was uns näßt, verborgen; genug für uns: du hafts erkannt! Wie oft sind unsre Wünsch und Sorgen kurzsichtig und voll Unverstand! Du siehst, was schädlich ist, von fern, und deine Güte hinderts gern. 5. Nur du erkennst und wählst das Beste! O Vas ter, mache selbst mein Herz in diesem hohen Glauben feste, dann überwältigt mich tein Schmerz. Ich duld ihn mit Gelaffenheit; was mein Gott will, g'scheh allzeit. 6. Die Stunde wird doch endlich kommen, da mich vollkommnes Glück erfreut; denn endlich führest du die Frommen zur völligen Zufriedenheit, und dann wird Jedem offenbar, daß, Gott, dein Rath der beste war. 7. Dann wird auch mich von allen Plagen ein ewiger Gewinn erfreun, dann wird mein Herz statt aller Kla gen voll Dankes voll, des Lobes sein: der Herr hat für mein Heil gewacht, hat Alles mit mir wohlgemacht! Mel. Vertrauen Mel. Auf schicke dich S 379& herrscht ein Gott, der schüßt in Noth und hilft, wenn sie ihm traun, so gern den Seinen! Drum sei vergnügt, wie er es fügt! Bald folgt dir Ruh und Trost nach kurzem Weinen. 2. D murre nicht, wenn bir gebricht, was öfters lüstet den bethörten Sinnen! Dir nüßt der Schmerz, dein eitles Herz zu bessern und fürs Ewge zu gewinnen. 3. Erkenn die Schuld und üb Geduld, wenn du um deine Sünden hier mußt leiden! Fleh ibn um Gnad, geh seinen Pfad getroft, nichts laß von seiner Lieb dich scheiden. 4. Dann führt er dich stets väterlich die sichern Wege, die dein Heil erzielen. Sein sie auch hier oft dunkel dir, entzückt wirst du ihr End einst sehn und fühlen. 5. Drum gnüge mir der Weg allhier, den ich muß gehn in meinem Amt und Stande! Sei er auch rauh! Wenn ich dir trau, komm ich auf ihm zum wahren Vaterlande. Mel. Was Gott thut, das ist 380 Gott, ott, dir vertraun ist mei= ne Pflicht, ist Seligkeit im Leben! Sie kann dem Herzen auf Gott. 285 Zuversicht und Troft und Freude geben. Des Lebens Müh versüßet sie und lässet uns hienieden im Laufe nicht ermüden. 2. Auf Erden wechseln bis ins Grab Zufriedenheit und Sorgen beständig miteinander ab wie Mitternacht und Morgen. Das Unglück flieht, die Freude blüht; und kaum ist sie empfunden, ist wies der sie verschwunden. 3. Wie würde da voll Nengstlichkeit uns jeder Tag verfließen und bei des Lebens Heiterkeit das Herz schon beben müssen, wenn Zuversicht zu dir uns nicht dann Sicherheit gewährte und ruhig bleiben lehrte! 4. Du theilst das Alles aus, was hier den Sterblichen begegnet. Im Glück und Unglück werden wir von dir doch stets gesegnet. Wenn wir nur auch durch den Gebrauch so weise werden wollten, als wir, o Gott, es sollten! 5. Nicht unser Wille soll geschehn; du wähleft stets das Beste. Wenn Erd und Himmel untergehen, steht dieie Wahrheit feste. O daß wir sie durch Leichtfinn nie an unsern Seelen schwächten, sie nie verkennen möchten! 6. Dann würde diese Uebungszeit nicht traurig uns verschwinden, des Lebens Wi 286 Pflichten gegen Gott. Widerwärtigkeit uns nie mals muthlos finden. Dann sähen wir, voll Hoffnung hier, mit Balmen und mit Kronen den Ueberwindern lohnen. 7. Gott, heilige du selbst mein Herz, damit ich dir vertraue und mit Gelassen heit im Schmerz hinauf gen Himmel haue. Einst preis auch ich auf ewig dich für überstandne Leiden im Lande fichrer Freuden. Mel. Befiehl bu deine Wege 381 Chrift, wann dich Trübsal träntet, vertraue nur dem Herrn! Er, der die Himmel lentet, ist auch von dir nicht fern. Erwach aus deinem Schlum: mer, erhebe > er siehet deinen Kummer, er liebt dich väterlich! 2. Sei auch in deinem Leiden ein Christ voll Muth und Kraft; einst kommen deine Freuden, bleibst du nur tugendhaft. Erwarte nur im Glauben getroft die Ewigkeit; wer kann das Heil dir rauben, das ewig dich erfreut? 3. Sei froh: dein Gott regieret, sein Rath ist wun. derbar. Einst wirst du über führet, daß er der beste war. Und denkest du vermessen: der Herr erbarmt sich nicht, der Herr hat mein vergessen, so höre, was er spricht: 4. Ist auch der Mütter Eine, die ihres Kinds vergißt? Denk an dieß Wort und weine Gott Freudenthränen, Christ! Und könnt sie es vergessen, will ich doch deiner nicht, ich deiner nicht vergessen! Der Herr ists, der es spricht! 5. Mit ruhigem Gemü ver auf ihn dich feft; weil seine Vatertreue dich ewig nicht verläßt. Was ist das größte Leiden, das dir begegnen kann, bricht einſt der Tag der Freuden, des ewgen Friedens an? el. Wer nur den lieben Gott 382 Mein Hort int Gott! Jhn laß ich walten; ich hoff auf ihn: er tennet mich. Ihm fehlts, die Seinen zu er halten, an Mitteln nie, und sein bin ich! Ich gründe meine Zuversicht auf diesen Fels und wante nicht. 2. Was quäl ich mich, bin ich ein Heide, der ohne Gott und Hoffnung ist? Nein, das ist meines Herzens Freude, daß du mein Gott und Helfer bist. Hilf, mein Erbarmer, stärke mich denn nichts vermag ich ohne dich. 3. Der Herr erzieht hier seine Kinder zur Ewigkeit mit Vertrauen auf Gott. mit weiser Huld. Er schont, er züchtigt viel gelinder, als wir verdient, und hat Geduld. Er hat nicht Lust an unferm Schmerz, er hat ein väterliches Herz. 4. Gott ist die Lieb, wie kann ich zagen? Gab er für mich nicht Jefum Chrift? Was könnte mir ein Gott versagen, der so unendlich gütig ist? Erhabner Trost, der nimmer trügt und jeden Zweifel überwiegt! 5. Ich harre seiner und bin stille. Wie bald verstreicht die Prüfungszeit! Dann nehm ich dort aus seiner Fülle unendliche Zufriedenheit. Er leite mich nach seinem Rath, wie er mir zugesaget hat! 287 3. Oft führt die dornenvolle Bahn weit sichrer dich zum Ziel hinan, als sanfte Blumenpfade. Drum dulde fromm, mit festem Muth! Was Gott, der Menschen Bater, thut, ist Weisheit, Huld und Gnade. 4. Doch deines Gottes dich zu freun, im Sturme, wie im Sonnenschein, Beruhigung zu finden, benutze selbst gewissenhaft Berstand und Zeit und jede Kraft, dein wahres Wohl zu gründen! 2. Die Wolken werden sich verziehn, im milden Sonnenscheine blühn bir wieder neue Freuden. Oft wird zur Wohlthat dir der Schmerz: veredelt werden Geist und Herz durch Brüfungen und Leiden. 5. Daß ich gewissenhaft und treu in meinem Amt und Stande sei und meine Pflicht erfülle, zu dem Entschlusse stärte mich, und dann vertrau ich, Gott, auf dich! Herr, es gescheh dein Wille! Mel. Rommt her zu mir In eigener Melodie. 383 rfülle reblich 384 Sollt ich meinem deine Pflicht und hoffe dann mit Zuver sicht: Gott sorgt mit Baters liebe für deines Lebens wahres Glück! Zu ihm erhebe deinen Blick, wär auch dein Himmel trübe! Gott nicht trauen, der mich liebt so väterlich? der so herzlich sorgt für mich? Sollt ich auf den Herrn nicht bauen, welcher, unbewegt und fest, seine Kinder nie verläßt? 2. Er weiß Alles, was mich drücket, mein Anliegen, meine Noth; er steht bei mir bis zum Tod; er weiß, was mein Herz erquicket. Seine Lieb und Vatertreu wird mir jeden Morgen neu. 3. Der Pflichten gegen Gott. 288 3. Der die Vögel alle nähret, königlich die Blume schmückt, jedes dürre Land erquickt, Speise jedem Wurm gewähret, sollte der verlassen mich? Nein, weit mehr, als sie, bin ich! 4. Wenn nach seinem Reich ich trachte, wenn ich nur in Frömmigkeit suche meine Seligkeit und sie über Alles achte, segnet Gott mir früh und spat Wort und Werke, Rath und That. 5. Heiter sei der andre Morgen, oder nicht: was künftig ist, quält mich nicht; ich bin ein Chrift. Ich lab meinen Vater sorgen, froh bei Allem, was sein Rath über mich beschlossen hat. 6. Gott sei Lob! Was mich erfreuet, stehet unerschütterlich; er, der Höchfte, sorgt für mich. Ewig wird ers mir beweisen. Seele, freue seiner dich! forget Gott für mich! Ewig hienieden des Menschen ungewisser Schritt; was Gottes Vorsicht ihm beschieden, was ihn erfreute, was er litt, klärt sich am Ziel von seinem Lauf für ihn als gleiche Wohlthat auf. 3. Dort findest du, von Licht umflossen, auch deiner Erdenthränen Lohn. Schau, ihre Saat ist aufgeschossen, sie blüht der nahen Nerndte schon. Im Kummer ward sie ausgestreut; bald reift sie für die Ewigkeit. 4. Drum heb empor die trüben Blicke, wenn sich in Nacht dein Weg verliert! Dich leitet Gott. O dent zurücke, wie gut er immer dich geführt; wie oft, wann Dunkel um dich lag, das Licht dir selbst aus Nächten brach! 5. Gott! gnädig, wenn du uns erhörest, oft gnädiger, wenn du den Plan, den unfre Thorheit schuf, zer: störest, dich, Vater, bet ich Mel. Wer nur den lieben Gott 385 Entschwinge dich, findlich an. Ich hoff auf dich mit festem Muth; denn was du sendest, ist mir gut. mein Geist, ben Nächten, in welche dich die Schwermuth hüllt. Willst du mit deinem Schöpfer rechten, daß er nicht jeden Wunsch erfüllt? Jeßt kennst du, was dir gut ist, nicht; einst strahlet dir ein höhres Licht. 2. In Finsternissen wankt 6. Die Liebe hat den Pfad bestimmet, den ich auf Er den wandeln soll. Ob er sich auch durch Dornen krümmet, ich geb ihn hoher Ahnung voll. Einst werd ich in des Himmels Höhn ganz deiner Führung Weisheit sehn. Mel. Vertrauen Mel. Fröhlich soll mein 386 Warum willst du will ich vertrauen. doch für morgen, banges Herz, dir zum Schmerz, immer ängstlich sorgen? Wozu dient dein täglich Grämen? Nur da: gu, dir die Ruh ohne Noth zu nehmen. 2. Wer, als Gott, gab mir das Leben? Wer, als er, hat bisher Alles mir gegeben, was mein Leben zu erhalten nöthig war? Immerdar laß ich. Gott, dich walten. auf Gott. 289 Väterlich liebt er mich; ihm ner je vergessen? Er, mein Heil, hat mein Theil längst mir zugemessen. 5. Nährt den Vogel in den Lüften nicht der Herr? Weidet er nicht das Thier auf Triften? Kleidet er des Grases Blume nicht mit Pracht seiner Macht, seiner Huld zum Ruhme? 6. Nur auf mich sollt er nicht achten? In der Noth ließ mein Gott hülflos mich verschmachten? Nein, mir soll vor Nichts mehr grauen, 7. Nüßen will ich Zeit und Kräfte, widmen sie spät und früh nüßlichem Geschäfte, immer gehn auf seinen Wegen; wird es mir dann allhier mangeln je an Segen? 3. Der das Größre uns gegeben, einen Geist, der ihn preift, diesen Leib, dieß Leben, wird uns auch das Kleinre schenken. Sein bin ich: auch an mich wird er liebreich denken. 4. Was auf meiner Le bensreise mir noch fehlt, Mel. In allen meinen Thaten was mich quält, weiß er, 387 Was soll ich der er ängfilich klagen und in der Noth verzagen? Der Höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner Seele tein wahres Wohlfein fehle; genug zum Trost, mein Herz, für dich! 2. Was nüßt es, ängstlich sorgen und jedem neuen Morgen mit Furcht entgegengehn? Du, Vater meiner Lage, kennst, eh ich dirs noch klage, mein Leid und eilst mir beizustehn. 8. Vor der fernen Zukunft zagen will ich nicht; es gebricht keinem Tag an Blagen. Heute leb ich; bin ich morgen nicht vielleicht schon erbleicht? Warum will ich sorgen? 9. Sorge du nur; ich befehle glaubensvoll, wie ich soll, dir, Herr, Leib und Seele. Sorge du; dir halt ich stille; ich soll dein ewig sein. Es gescheh dein Wille! 3. Auf deinen Wink zu schauen, dir kindlich zu verN trauen, 290 trauen, das, Herr, ist meine Pflicht. Ich will sie treulich üben und dich, mein Bater, lieben; denn du versäumst die Deinen nicht. 4. Der du die Blumen tleidest und alle Thiere weidest, du Schöpfer der Natur, siehst Alles, was mir fehlet. Drum, Seele, was dich quälet, befiehl dem Herrn und glaube nur! 5. Herr, alle meine Sor gen, die Noth, die oft ver borgen an meinem Herzen Mel. Was Gott thut, das ift nagt, werf ich auf dich, den 388 Was sagſt du? Gott regiert Treuen; den zu erfreuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt. 6. Wenn meine Augen thränen und sich nach Hülfe sehnen, so flag ich dirs, dem Herrn. Dir, Vater, dir befehle ich jeden Wunsch der Seele, du hörst, du hilfft, du segneft gern. Pflichten gegen Gott. 7. Der du mir hier im Le ben schon größres Heil gegeben und deinen Sohn geschenkt, du wirst mir Alles schenken und stets zum Besten lenken, was mich betümmert, quält und fränkt. 8. Du führest, Herr, die Deinen nicht so, wie sie es meinen, doch stets nach weisem Rath. Ob ich mich auch betrübe, bleibt doch dein Rath voll Liebe, das zeigt der Ausgang mit der That. 9. Wenn ich hier Tiefen sehe und es nicht ganz verstehe, was du mit mir ge than, kann ich doch deß mich trösten: bu nimmst mich, den Erlösten, gewiß dereinst zu Ehren an. 10. Dort, bei der From men Schaaren, dort werd ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da bring ich dir mit Freunden nach überstandnen Leiden den Dank, der deiner Huld gebührt. die Welt und Gott iſt ja allmächtig. Den Arm, der dieses Weltall hält, was macht dir den verdächtig? Wenn Meeresfluth und Feuersaluth uns schon er eilet hätten, so kann er doch noch retten. 2. Was zagst du? Gott regiert die Welt, und Gott ist ja allwissend. Selbst was dein Herz verborgen hält, ist dennoch ihm wohl wissend. Sein Auge sieht in dein Gemüth. Die Bitte, die du thatest, vers nahm er, eh du batest. 3. Was zagst du? Gott regiert die Welt, und Gott istder AI Iweise. Stetsdient der Weg, der ihm gefällt, zum Heil dir, ihm zum Preis se. Er führt gewiß durch Finsterniß, durch jede Nacht der Vertrauen auf Gott. der Leiden zum Lichte reis ner Freuden. 4. Was zagst du? Gott regiert die Welt und ist all. gegenwärtig. DerFromme, der an ihn sich hält, ist feines Heils gewärtig. O glaub es gern: Gott ist nicht fern; er, wo auch Jeder walle, hält allenthalben Alle. 5. Was zagst du? Gott regiert die Welt, und Gott ist ja die Liebe. Nichts ist, was dem, der ihm gefällt, ein Quell des Elends bliebe. Auf, fasse Muth! Selbst Jesu Blut sagt dir bei jes dem Leiden: Gott segnet uns mit Freuden. 6. Was zagst du? Gott regiert die Welt, und Gott ist auch geduldig. 3war, wenn er vors Gericht uns stellt, find selbst die From men schuldig. Doch sein Ge richt trifft Fromme nicht. Drum set gewiß, er schone auch dein in seinem Sohne. 7. Nun, Gott! da du die Welt regierst, wie dürft ich ängstlich zagen? Ein Leid, in welches du mich führst, soll nie mich nieder fchlagen: Ich hoff auf dich. Du lasseft mich bald deine Hülfe schauen. Dir, dir will ich vertrauen. Mel. Was Gott thut, das ist 389 in Gott regiert! was zagen B 291 wir? Ein Gott erzieht durch Freuden und durch des Schmerzes Druck uns hier. Was ist des Lebens Leiden? Ein ernster Streit um Seligkeit. Es mag uns übel gehen: wir wer dens überstehen! 2. Wir werden, was am Herzen nagt, mit Hoffnung überleben und über Alles, was uns plagt, uns siegend einst erheben. Die Welt vergeht, der Geist besteht. D laß den Schöpfer walten! Er will den Geist erhalten. 3. Der Geist erkennt des Höchsten Spur, des Vaters Macht und Milde im großen Reiche der Natur, in Wäldern, im Gefilde, im feinsten Wurm, im Wintersturm, im Frühlingsschmuck, im Regen und in des Herbstes Segen. 4. Der Gott, durch welchen Alles ist, der selber im Gewimmel der Thiere keines Wurms vergißt, der unter seinem Himmel, was lebet, speist, wird unsern Geist für Licht und Heil erhalten. O laßt den Höchsten walten. 5. So mag denn, was die Welt uns gab, zerfal len und zerstäuben! So drohe Krankheit, Tod und Grab! Des Schöpfers Huld wird bleiben. Er leitet gut, wir haben Muth; es N 2 mag Pflichten gegen Gott. 292 mag uns übel gehen: wir werdens überstehen! 6. Wir zagen nicht: du, Gott, regierst, und wenn du Menschenherzen durch Leiden für das Gute rührst, so segnen wir die Schmerzen. Wir haben Muth; sind wir nur gut, so mags uns übel gehen: wir werdens überstehen! Freudenstunden, er weiß wohl, wann es nüßlich sei. Wenn er uns nur hat treu erfunden und merket keine Heuchelei, io fommt Gott, eh wirs uns verfehn, und lässet uns viel Guts geichehn. 5. Dent nicht in deiner Drangsalshiße, daß du von Gott verlassen seist und der dem Glück im Schooße sige, den alle Welt für In eigener Melodie. 390 Wer nur den glüdlich preift! Die Zu kunft ändert oft sehr viel und seßet Jeglichem sein Ziel. lieben Gott läßt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in al. ler Noth und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut! 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traus rigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsers Gottes Gnaden wille, wie sein' Alwissenheit es fügt! Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. Gebet. 60 Mel. Gott, du frommer Gott 4. Er kennt die rechten 391, Gott, vers laß mich nicht; reich 6. Es sind ja Gott sehr leichte Sachen und seiner Allmacht gilt es gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich. Er ist der Herr, der Jedermann leicht hoch erhöhn, leicht stürzen kann. 7. Sing, bet und geauf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu. Denn welcher seine Zuversicht auf Gott fest, den verläßt er nicht. ol 200 Gebet. e 293 reich mir die Gnaden- ben, christlich leben nnd hände, daß ich die Pilgrimschaft des Lebens wohl vollende! Jrr ich im finstern Thal, so sei du selbst mein Licht, mein Stab, selig sterben mag, um dich von Angesicht zu Angesicht zu schaun! Ach, Gott, verlaß mich nicht! mein Hort, mein Schuß! Ach, Gott, verlaß mich vel. Wer nur den lieben Gott nicht! 392 Dein Heil, 2. Ach, Gott, verlaß mich nicht; lehr deinen Weg mich wallen und laß mich nimmermehr in Sünd und Thorheit fallen! Gib mir den guten Geist, Glaubenszuversicht; wann ich straucheln will, Gott, so verlaß mich nicht! gib und 3. Ach, Gott, verlaß mich nicht in Nöthen und Gefahren und laß zu rechter Zeit mir Hülfe wider fahren. Ist mein Gemüth in Angst, erzittr' ich in der Noth, o so verlaß mich nicht mit deinem Trost, o Gott! 4. Ach, Gott, verlaß mich nicht; gib Wollen und Vermögen; in allem meinem Thun begleite mich dein Segen! Die Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht laß, Herr, por dir gedeihn! Ach, Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach, Gott, verlaß mich nicht hilf, daß ich dir ergeben voll Lieb und Hoffnung sei, recht glaus Christ, nicht zu verscherzen, sei wach und nüchtern zum Gebet! Ein findlich Flehn aus reinem Herzen hat Gott, dein Vater, nie verschmäht. Er ist die Liebe selbst er hört, was seiner Kinder Herz begehrt. 2. Erhebe dich zu seinen Höhen mit Dank und Flehen oft und gern. Er läsfet, was dir nüßt, geschehen, ist dir zu helfen niemals fern; er thut, so du nur zu ihm flehst, mehr, als du bittest und verstehst. 3. Welch Glück, so hoch Gebet vor Gott zu stehn! geehrt zu werden und im Der Herr des Himmels und der Erden, bedarf er eines Menschen Flehn? Er will blos deine Seligkeit, wenn er zu beten dir gebeut. 4. Sagt Gott nicht: Bittet, daß ihr nehmet? Jst des Gebetes Frucht nicht dein? Wer sich der Pflicht zu beten schämet, der schämt sich Gottes Freund zu sein N 3 und Pflichten gegen Gott. 294 und stößt das ihm bestimmte Glück feindselig gegen sich zurück. 5. Sein Glück von dir, o Gott, begehren, wie leicht, wie süß ist diese Pflicht! Des Herzens Wünsche dir erklären, wie stärkt das meine Seele nicht! Gebet gibt Muth! Gebet gibt Kraft zur Dämpfung jeder Leidenschaft. 6. Was kann zum Fleiß in guten Werken mir kräftiger den Geift erhöhn? Was mehr in Leidensstuns den stärken, als gläubig, Gott, auf dich zu sehn? Ich treffe nichts auf Erden an, was mich so sehr erquicken kann. 7. Gott! laß mich nicht mein Heil verscherzen, gib Lust und Kraft mir zum Gebet! Und wenn aus reinem, frommem Herzen mein Mund zu dir um Hülfe fleht, so höre mich von deinem Chron durch Jesum Chriftum, deinen Sohn! In eigener Melodie. 393 bein Angesicht; ch komme vor verwirf, o Gott, mein Fle: hen nicht, vergib mir alle meine Schuld, du Gott der Gnade und der Huld! 2. Schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz voll Lieb und Furcht vor dir, ein Herz voll Demuth, Preis und Dank, ein ruhig Herz mein Lebenlang! 3. Sei mein Beschüßer in Gefahr; ich harre deiner immerdar. 3st wohl ein Uebel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? 4. Jch bin ja, Herr, in deiner Hand. Von dir em pfing ich den Verstand; er halt ihn mir, o Herr, mein Hort, und stärk ihn durch dein göttlich Wort! 5. Laß, deiner Liebe mich zu freun, sie stets vor meinen Augen sein! Laß, meines Glaubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thätig sein! 6. Das ist mein Glüd, was du mich lehrst. Das sei mein Glück, daß ich zu erst nach deinem Reiche tracht und treu in allen meinen Pflichten sei. 7. Ich bin zu schwach aus eigner Kraft zum Siege meiner Leidenschaft; du aber ziehst mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erringen kann. 8. Gib von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel, als dir gefällt, bei Wenigem Zufriedenheit, zur Arbeit Muth und Heiter keit. 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß, so laß mich mä: Gebet. 295 mäßig im Genuß, so laß Herz, Gott ist ein Geist. mich mild und gütig sein und dürftge Brüder gern erfreun! 10. Gib mir Gesundheit und verleih, daß ich sie nüß und dankbar sei; doch, sie zu schonen, zaghaft nie mich einer höhern Pflicht entzieh! Wie kann es dir an Worten fehlen, wenn nur dein Herz dich beten heißt! Der Glaub an Gott und seinen Sohn rührt ihn, nicht lee: rer Worte Ton. 11. Erwecke mir stets einen Freund, ders treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Trost und Beispiel gibt. 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel und werden meiner Tage viel, so sei, Herr, meine Zuversicht; verlaß mich auch im Alter nicht! 13. Und wird sich einst mein Ende nahn, so nimm dich meiner gnädig an und sei durch Christum, deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild und großer Lohn! Mel. Wer nur ben lieben Gott 394 Komm betend oft und mit Ver gnügen, o Christ vor Gottes Angesicht. Nie müsse Trägheit dich besiegen in der Erfüllung dieser Pflicht! O übe sie zu Gottes Preis und deinem Heil mit treuem Fleiß! 2. Bet oft in Einfalt reiner Seelen; Gott sieht auss 3. Wer das, was ihm zum Frieden dienet, durch Beten sucht, der ehret Gott. Wer das zu bitten sich erfühnet, was er nicht will, entehret Gott. Wer schnell vergißt, was er ihm schwur, der spottet seines Schöpfers nur. 4. Bet oft zu Gott und schmeck in Freuden, wie freundlich er, dein Vater, ist! Bet oft zu Gott und fühl im Leiden, wie göttlicher das Leid versüßt! Gott hörts, Gott ists, der Hülfe schafft. Er gibt den Müden Trost und Kraft. 5. Bet oft und heiter im Gemüthe, schau dich an seis nen Wundern fatt! Schau auf den Ernst, schau auf die Güte, womit er dich geleitet hat! Oft irrtest du: er trug Geduld; erkenn und preise seine Huld! 6. Bet oft, durchschau mit frohem Muthe das Wunder der Barmherzigkeit deß, der mit seinem theuren Blute uns von der Sünde Joch befreit; und eigne dir zu deiner Ruh und Heiligung sein Opfer zu! N 4 7. Bet 296 7. Bet oft; Gott wohnt an jeder Stätte, an teiner minder oder mehr; denk nicht, wenn ich mit Bielen bete, so find ich eh'r bei Gott Gehör. Ist, was du wünschest, recht und gut, so sei gewiß, daß Gott es thut! 8. Doch säume nicht, in den Gemeinden auch öffent: lich Gott anzuflehn und sei. nen Namen mit den Seinen, mit deinen Brüdern zu erhöhn! Fühl der ver: einten Andacht Werth, die deine eigne stärkt und nährt! 9. Bet oft zu Gott für deine Brüder, für alle Men schen als ihr Freund; denn wir sind Eines Leibes Glieder; es sei kein Glied des andern Feind! Solch Bitten, das aus Liebe fließt, ehrt Gott, der selbst die Liebe ift. Pflichten gegen Gott. 10. Bet oft, so wirst du Glauben halten, dich prüfen und das Böse scheun, an Lieb und Eifer nicht ertalten und reich an guten Werken sein. Denn Muth und Kraft und Seelenruh sagt Gott dem frommen Beter zu. mit Dankbegier im höhern Leben dienen! Es darf mein Geist, wie schwach er heißt, sich aus dem Staube schwingen und betend zu dir drtngen. 2. Jch darf mit froher Zuversicht vor deinem Thron erscheinen, und du, mein Gott, verwirfst mich nicht; du zählst mich zu den Deinen, du zeigest dich mir väterlich, so oft ich zu dir trete und findlich vor dir bete. 3. Erstickt die Sinnlichkeit in mir des Herzens fromme Triebe, so stärkt mich das Gebet zu dir in neuer Tugendliebe. Was sündlich ist, kann ich als Christ durch deine Kraft bezwingen und so den Sieg erringen. 4. Gebricht es mir an sanftem Sinn, an Liebe gegen Brüder, jo flieh ich be tend zu dir hin und hasse nun nicht wieder. Mein Herz verzeiht mit Freund lichkeit und sucht der Feinde Schelten mit Großmuth zu vergelten. 5. Betracht ich im Gebet mit Schmerz mein fehlervolles Leben, so wird und kann sich nie mein Herz, von Stolz gereizt, erheben. Mel. Was Gott thut, das ist 395 Welch hohes Vor Ich fleh zu dir: verzeihe mir! schenkst du mir, o du, dem Seraphinen mit Ehrfurcht und du gern hen und mich mit Troft er freuen. 6. Wenn Gebet. 297 6. Wenn Kummer mich nem Gott. Dieß kann mir zur Erde zieht und wenn mich Sorgen quälen, wenn mir des Lebens Glück entflieht und edle Freunde fehlen, so wend ich mich ge: trost an dich: du lehrst mich mit Entzücken im Elend Heil erblicken. 7. In stillen Stunden denk ich oft: was seid ihr, eitle Freuden? Ach, wie geschwind, wie unverhofft vertehrt ihr euch in Leiden! Und denk ich dieß, so fühlt gewiß mein Herz sich angetrieben, nur dich ,. Herr, stets zu lieben. 8. O welchen Muth gibt das Gebet mir in Berufsgeschäften! Du lohneft dem, der zu dir fleht, mit Weisheit und mit Kräften. Wer dir vertraut und auf dich baut, den krönest du mit Segen auf allen seinen Wegen. 3. Muß ich um des Gewissens willen ein Spott der Lasterhaften sein, so bet ich demuthsvoll im Stillen zu meinem Gott: Er hört mein Schrein, nimmt väterlich sich meiner an und stärkt mich auf der Tugend Bahn. 4. Ich will mich nie zu rächen suchen, wenn mich ein Feind zu kränken sucht; und dem will ich nicht wie der fluchen, der mir aus Unverstande flucht. Nein, meine Rach sei ein Gebet, das Gnade ihm von Gott erfleht. 5. Und wenn ein Kummer mich verzehret, den ich der Welt nicht klagen kann, dann ruf ich Gott, der mich erhöret, um Troft in die Mel. Wer nur den lieben Gott 396 Mein bester Trost sem Kummer an. Wer ihm in diesem Le ben ist ein Gebet zn meisein Leid mit Zuversicht entdecket, den verwirft er nicht. N 5 6. Ruf Kraft in Schwachheit geben, Geduld und Muth in je der Noth, bei jedem Gram, bei jedem Schmerz ein ruhiges, zufriednes Herz. 2. Wie kann ich Trost und Ruhe finden, wenn mein Gewissen mich verklagt, wenn bei der Menge meiner Sünden mein Herz vor seinem Richter zagt? Nichts tröstet mehr, als ein Gebet, das, Gott, bei dir um Gnade fleht. 9. Du Geist der Kraft und des Gebets, du Geist der reinsten Liebe, erweck und stärke du nur stets zur Andacht meine Triebe! Und kann ich nicht mit Zuversicht zu meinem Vater treten, so lehre du mich beten! 298 Pflichten gegen Gott. 6. Ruf ich ihn an bei Wahn, was mir gebricht, dem Geschäfte des Standes, das müssest du gewähren; den er mir verlich, so fleh nicht, Wunder von dir zu ich nie umsonst um Kräfte; erflehn; nicht, andern Pflich der Gott der Stärke gibt ten zu entgehn; nicht, träge mir sie. Er gibt aus väters dich zum Segen durch Bitsicher Huld mir Segen, ten zu bewegen. Klugheit und Geduld. 7. Wenn, böser Lüste Macht zu dämpfen, mir Schwachen Muth und Kraft gebricht, dann bitt ich Gott; er hilft mir fämpfen, er gibt mir Muth zu jeder Pflicht; und stark durch meines Gottes Kraft, besieg ich jede Leidenschaft. 8. Wann ich im letzten Kampf des Lebens bei Niemand Hülfe finden kann, so ruf ich Gott doch nicht vergebens um seinen Trost und Beistand an, der, wann die Sprache mir vergeht, selbst meine Seufzer noch versteht. Mel. Ermuntre bich, mein 397 Wie ie sanft, mein Vater, ist die Pflicht, als Kind zu dir zu treten, voll Demuth und voll Zuversicht zu dir, o Gott, zu beten! Welch Glück, das Alles übersteigt, wird im Gebete mir erzeigt, wenn ich mit Kindestreue mein Herz, o Gott, dir weihe! 2. Allwissender! Zwar bet ich nicht, um dich erst zu belehren, nicht mit dem 3. Nein, guter Bater, nur um dich recht innig zu empfinden, zum Dank, zur Ehrfurcht feierlich die Seele zu entzünden, zur Demuth, Liebe, Freundlichkeit, zu kindlicher Ergebenheit, zum Fleiß in guten Werken mein Herz vor dir zu stärken. 4. Dann, wenn ich in der Einsamkeit mein Herz zu dir erhebe, dir, Vater, voll Zufriedenheit mein Schicksal übergebe, dann schöpf ich für die Tugend Kraft, Muth in dem Kampf mit Leidenschaft, Erquickung in dem Leiden und Hoffs nung ewger Freuden. 5. Mit keiner Welt ver tausche ich die wonnevollen Stunden, wo betend dich mein Herz, nur dich, mein Vater, hat empfunden; wo ich mit Thränen vor dir stand, tief deine Baterhuld empfand, die liebevoll mich führte, mit Weisheit mich regierte. 6. Wie wird vor deinem Angesicht der Christen Glau be wichtig, wie warm mein Herz für jede Pflicht, zu jes der Tugend tüchtig! Wenn böse Gebet. 299 böse Luft in mir sich regt, mir widerfährt, von dir, eil ich, von deinem Geist bewegt, mich im Gebet mit Thränen nach Kraft von dir zu sehnen. der alle Menschen liebt und allen gern das Gute gibt. 3. Wenn ich vor dich, mein Vater, trete, dir meinen stillen Wunsch vertrau; wenn ich in meiner Kammer bete und auf zu dir nach Hülfe schau, dann sei mein Geift von Heuchelei und ganz von Eigendünkel frei! 4. Nie müss ich das von dir begehren, was deine Weisheit nicht erlaubt; nie bitten, das mir zu gewähren, was Andern ihre Wohlfahrt raubt! Denn du erhörest kein Gebet, das zu des Andern Schaden fleht. 5. Wünsch ich mir Güter dieser Erde, so sei auch dieß mein herzlich Flehn, daß ihr Besitz mir Mittel werde, der Brüder Wohlfahrt zu erhöhn, daß ich, von Geiz und Habsucht fern, mit Weisheit sie gebrauchen lern. bei kum398 3 ser er mervollen Leiden von ihrer Mel. Wer nur den lieben Gott dir, o Gott, Last mich frei zu sehn und sehn ich mich nach Lebensfreuden, so laß mich doch um das nur flehn, was deine Weisheit, Gott, beschließt und was mir gut und nüßlich ist. 7. Dein dent tch, froh von Dant gerührt, wann ich mich niederlege, die Pfade, die du mich geführt, bewundrungsvoll erwäge. Dich rühm ich, wann nach sanfter Nacht zu neuer Luft mein Aug erwacht, das die Natur entzücket, zu neuer Luft erquicket. 8. Bin ich am Ziel von meinem Lauf zu schwach, noch laut zu beten, dann blick ich, Gott, zu dir hinauf und will im Geiste bes ten. Noch sterbend, Vater, dank ich dir, der du so vie les Gute mir im Leben haft erwiesen. Sei ewig, Herr, gepriesen! heben, zu dir mit frommer Andacht flehn, um uns zum Guten zu beleben und unsre Tugend zu erhöhn, ist dein Befehl und meine Pflicht und stärket meine Zuverficht. 2. Laß diese Pflicht mich nie vergessen; laß mich befannt mit ihrem Werth, es täglich und mit Dank er messen, welch Heil von dir 7. Dann wird dir mein Gebet gefallen, und nie werd ich mich trostlos sehn; du, Herr und Vater von uns allen, erhörst gewiß mein N 6 finds 67 300 tindlich Flehn; gibst mir im Glück Zufriedenheit, Bufriedenheit, in Trübsal Ruh und Heiterteit. Pflichten gegen Gott. Mel. Es ist das Heil uns 399 Gott, deine Güte reicht so weit, soweit die Wolken gehen, du frönst uns mit Barmherzigkeit und eilst uns bei zustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, mert auf mein Wort, denn ich will vor dir beten. 2. ch bitte nicht um leberfluß und Schäße dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Jch bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren; des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren! Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht und frommer Freunde Liebe, 4. So bitt ich dich, mein Herr und Gott, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demuth, Muth in Noth, das wollest du mir geben! In deiner Hand steht meine Zeit; laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden! In eigener Melodie. 400 Nicht um Reich, thum, nicht um Ehre, bitt ich, Gott, mein Vater, dich. Wenn ich Weltbesißer wäre, ohne dich, wie arm wär ich! Nicht um thränenlose Tage steigt mein Flehn zu dir hinan; sende Freude, sende Plage, wenn ich dich nur lieben kann. 2. Weisheit nur, dich zu erkennen, dich in Freude, dich im Schmerz meinen Vater froh zu nennen, bieß erflehet sich mein Herz. Dankgefühl bei deinen Ga ben, Lust am Guten, Freud in dir und Gewissensruh zu haben, dieß, Aügütger, wünsch ich mir. 3. Kraft und Muth und Herzensfreude, meinen Nächsten wohlzuthun; Trost und Stärke, wenn ich leide, sanft und still in dir zu ruhn; Muth, die Laster zu bekämpfen, ihre Reize zu verschmähn, jede Leidenschaft zu bämpfen, dieß. Herr, ist mein kindlich Flehn. 4. Nur auf deinen Wil len sehen, dich, o Gott, sonst Niemand scheun, fest in deiner Liebe stehen und dir, Bater, ähnlich sein; diesen heißen Wunsch zu stillen, wer vermag es? Du allein, Ja, Bebet: Ja, um deiner Liebe willen wirst du, was ich bat, verleihn. Das Gebet des Herrn. 301 6. Wenn wir auf dem Pfad der Tugend straucheln, so vergib uns Schuld und Missethat; so wie wir auch ein Nächster uns getränket gern vergeben wollen, wenn hat. 7. Schüße uns in der In voriger Melodie. 401 Bater, den uns Versuchungsstunde, wo Jesus offen: baret, den der Geist mit hoher Andacht nennt, Vater, den fein Himmel von der Erde, keine Welt von seinen Kindern trennt! die Tugend mit dem Laster ringt; laß uns auf die Himmelskrone blicken, wenn die Erde unser Herz umschlingt! 8. So erlöse uns von allem Uebel, das den Geist und unser Herz bedroht! Gram und Reue werden dann verschwinden, und wir siegen über Welt und Tod. 9. Dein, Herr, ist das Reich, die Macht und Stärke; ewig währet deine Herrlichkeit! Alle Himmel rühmen deine Ehre, und dein Tempel ist die Ewigkeit. 2. Hochgelobet sei dein großer Name, angebetet deine Herrlichkeit! Heilig ehre dich der Mensch im Staube von der Wiege bis jur Ewigkeit! 3. Dein Reich komme, jenes Reich des Friedens, das durch Weisheit und durch Liebe blüht; jenes Reich, das Jesus Christus baute, das die Menschen für den Himmel zieht! 4. Es gescheh dein Wille hier auf Erden wie in je nem hohen Geisterreich; und die Wahrheit und die Tugend mache alle Menschen deinen Engeln gleich! Diel. Lobt Gott, ihr Chriften 5. Gib uns, ewigtreuer 402 G freu der Fürst des Landes Menschenvater, gib uns, sich, Gott, deiner allezeit; was wir brauchen in der Noth! Ach, wir bitten nicht um Gold und Schäße: gib uns, Herr, Zufriedenheit und Brod! sein Auge sehe stets auf dich, sein Herz sein dir ges weiht! 2. Begnadigt, Herr, mit deiner Kraft und deines N 7 GeiFürbitte für den Regenten und die Obrigkeit. 302 Geistes voll, gedent er stets der Rechenschaft, die er dir geben soll! 3. Sehr groß und schwer ist seine Pflicht, und er, ein Mensch, wie wir, wie sehr braucht er vor Andern Licht und Rath und Kraft von dir! Pflichten gegen Gott. 4. Verleih ihm das! Wenn er begehrt, bir ähnlich, Gott, zu sein, so hilf ihm, in dein Bild verklärt, sein Volk, wie du, erfreun! 5. Er fördre willig dei nen Ruhm; er denke gern daran, das Land sei, Herr, dein Eigenthum und er dein Unterthan! edler Mensch und Christ!. 7. Er zeig in seinen Thaten sich als deinen treusten Sohn! Den Lastern sei er fürchterlich, der Tugend Schuß und Lohn! 8. Der Unterthanen Liebe sei sein edelster Gewinn und tein gerechter Seufzer schrei um Rache wider ihn! Allgemeine Fürbitte. 6. Der über Christen, Gott, von dir zum Herrn verordnet deiner Met. So Gott zum Haus nicht ür alle menRirche Schuß und Bier, ein 403 Fichen beten wir, 9. Um seinen Thron sei immerdar Recht und Gerechtigkeit, und dann be schüß ihn in Gefahr, wann ihm und uns sie dräun! ihn her su jeder Tugend Muth! 11. Verdienste heb er gern empor; er folge weisem Rath und öffne freundlich Herz und Ohr, wenn ihm ein Armer naht! 12. Auch ihm bestimmtest du das Ziel, das er errei chen soll. Herr, mache seiner Tage viel und jeden segensvoll! 10. Sein eignes Beispiel wirke mehr, als jede Strafe thut, und es verbreite um 13. Sein werd in jedem Flehn zu dir mit Lieb und Dank gedacht! Erhör uns, Gott, dann jauchzen wir und preisen deine Macht. o Höchster, wie für uns, zu dir. Du, der du Aller Vater bist, gib Jedem, was ihm heilsam ist. 2. Dir tönet unser Lobgesang; wir bringen Ehre dir und Dant, daß du sie alle, alle liebst und liebend allen Gutes gibst. 3. Deß freun wir uns; dieß preisen wir und beten herzlicher zu dir für Alle, die dein hoher Ruf, wie uns, o Gott, zu Menschen schuf. 4. Nimm Aller väterlich dich an und leite le auf ebner Bahn; es sei zu deinem Dank. nem Breis und Ruhm ein jedes Volk dein Eigenthum! 5. Verirrte führe, Herr, zurück zu dir, zu ihrem wahren Glück, und wer von dir sich führen läßt, der wird im Guten treu und fest! 6. Entreiß der Laster Ty rannei die Sünder; mache, Gott, fie fret, daß sie der Tugend Pfade gehn und freudig einst dein Antlig jehn! 7. Gib allen Menschen frohen Muth; bewahr ihr Leben und ihr Gut; laß ihrer Hände Werk gedeihn, verdiente Achtung sie erfreun. 8. In ihrer Noth verlaß sie nie; und sind sie trau rig, trößte sie. Gib ihnen hier Zufriedenheit und dort der Frommen Seligkeit. 9. Wir alle, einst den Engeln gleich, erheben dich in deinem Reich und ewig, ewig danken wir, dir, unser aller Vater, dir. Dank. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 404 D¹ u bists, dem 303 2. Wenn Angst und Noth sich mir genaht, so hörte Gott mein Flehn und ließ durch seinen gnädgen Rath mich nicht darin vergehn. Ruhm gebührt, und das, Herr, bring ich dir. Mein Schicksal hast du stets re giert und stets warst du mit mir. 3. Wenn ich in Schmerz und Krankheit sant und rief: Herr, rette mich! so half mir Gott. Mit welchem Dank, mein Gott, er heb ich dich? bes Haß, so tlagt ich Gott 4. Betrübte mich des Feindaß ich ihn vergaß, und den Schmerz. Er half mir, gab Geduld ins Herz. 5. Wenn ich den richtgen Pfad verlor und mich verschuldet sah, rief ich zu dir, mein Gott, empor, und Hülfe war mir nah. 6. Oft, wann nách Trost die Seele rang, Gott sich von mir gewandt, rief ich voll Sehnsucht: Herr, wie lang! Und mich hielt seine Hand. 7. Er half; noch hilft er stets, der Herr, denn er ist fromm und gut. Aus der Versuchung rettet er und gibt zur Tugend Muth. 8. Herr, für die Leiden dank ich dir, dadurch du Ehr und mich geübt, wie für die Freuden, welche mir bein milder Segen gibt! 9. Dir dant ich, Herr, daß die Natur mich nährt und mich erfreut. Ich schmeck in 304 in jeder Creatur, Gott, deine Freundlichkeit. 10. Ich danke dir für deinen Sohn, der für mich Sünder starb und der zu deinem Gnadenthron den Zutritt mir erwarb. 11. Lobt Gott in seinem Heiligthum! Erheb ihn, Volk des Herrn! Die Erd ist voll von seinem Ruhm; er hilft und rettet gern. 12. Er hilft und läßt die Traurigkeit bald uns vor übergehn, will uns nach turzer Prüfungszeit zu ewgem Blick erhöhn. Pflichten gegen Gott. 13. Vergiß nicht, Seele, deinen Gott, was er an dir gethan! Verehr und halte sein Gebot und bet ihn ewig an! Mel. Nun dantet Alle Gott 405 Durch dich, o großer Gott, durch dich bin ich vorhanden; die Himmel und ihr Heer sind durch dein Wort entstanden. Denn wenn du sprichst, geschiehts, wenn du gebeutst, ftehts da. Mit Allmacht bist du mir und auch mit Güte nah. b 2. Du bist der Gott der Kraft; dich preisen Erd und Meere, die Himmel predigen die Wunder deiner Ehre. Dich bet ich dankend an. Mein Heil kommt von dem Herrn. Du hörst der Mens schen Flehn und du errets test gern. 3. Und wenn ich deiner Huld, o Gott, gewürdigt werde, was frag ich außer dir nach allem Glück der Erde! Im Himmel donnerst du, und Schrecken füllt das Land, doch fürcht ich nichts; denn du deckst mich mit dei ner Hand. 4. Wenn ich die Himmel seh, die du, Herr, ausge breitet, der Sonne Maje stät, den Mond, den du bereitet, so sprech ich: was ist doch der Mensch, daß du sein denkst und daß du täglich uns unzählig Gutes schenkst! 5. Voll Güte läßt du uns auf grünen Auen weiden, nährst uns mit Speii und Trank und füllst das Herz mit Freuden. Du dachtest mein, eh mich die Muts ter noch gebar; ja, sahst mich, eh der Grund der Welt ge leget mar. 6. Du wogst mein Glück mir ab, und Leiden, die mich üben, und meiner Tage Zahl war in dein Buch geschrieben. Du bist der From men Schuß, du bist der Müden Ruh, ein Gott, der gern verzeiht. Wie gnädig, Gott, bist du! 7. Wem sollt ich sonst ver traun, als dir, du Gott der Göts Dank. Götter, wen ehren so, wie dich, mein Schuß und mein Erretter? Wie sanft ist dein Befehl gib mir dein Herz, mein Sohn, und wandle meinen Weg, ich bin dein Schild und Lohn! 8. Herr, dein Gebot ist Heil, dein Weg ist Fried und Leben! Wie könnt ich einem Gott der Liebe wider streben! Der Lasterhafte mag in stolzem Glücke blühn; mich soll er dennoch nicht in seine Neze ziehn! 9. Auch wenn kein Mensch mich sieht, will ich die Sünde fliehen; denn du wirst Aller Werk vor dein Ge richt einst ziehen. Ich will, wenn meinem Fleisch was Böses noch gelüft, beden: fen, daß mein Leib, o Gott, dein Tempel ist. 10. Sollt ich nach Ehr und Ruhm mit Sünd und Unrecht trachten? Nein, Herr, wenn du mich ehrft, mag ten! Du bist es, dem zum Dienst ich Leib und Seele weih; gib, daß mein Wandel stets dir wohlgefällig feil 305 gethan. Seht, wir schöpfen, was wir haben, aus dem Strome seiner Gaben, jedes Gut, das uns entzückt, jeden Vorzug, der uns schmückt!. tet Gottes Hoheit an! Men schen, Christen, Freunde, Brüder! Viel hat er an uns 2. Reiner rühme seiner Stärke, seiner Kunst und Weisheit sich! Jeder rühme deine Werke, Vater, Jeder rühme dich! Voll von tiefer Demuth preise dich der Stärke. dich der Weise! Ihre Kraft und ihr Vers Hand sind Geschenke deiner Hand. 3. Dich, mein Vater, will ich loben demuthsvoll bis in den Tod. Ewig set von mir erhoben über Alles, o mein Gott! Angebetet sollst du werden, weil im Himmel und auf Erden Keiner dir an Größe gleicht, Keiner je dich ganz erreicht. Del. Sollt ich meinen Gott nicht 407 Alles haft du mir gegeben, Gott, bin ich durch dich; du, nur du beglückteft mich! Glieder, Kräfte, Sinne, Leben, Triebe, Freiheit und Verstand, gab mir deine Schöpferhand. Miel. Alle Menschen müssen 2. Eh ich noch dich Va406 Fallet nieder! fals ter nannte, eb ich reif zum Be war, zen und Gefahr, eh ich Glück und Freude kannte, sorgtest du schon väterlich für 306 für mein Dasein und für mich. 3. In den Jahren meiner Jugend, wo ich schwach an Einsicht war, warntest du mich vor Gefahr, gabft du mir Gefühl für Tugend, segnetest du mein Bemühn, mich Verführern zu entziehn. 4. Alle meine Lebensfreuden hab ich, Vater, nur von dir; Glück und Wohlfahrt gibst du mir, frohen Muth in meinen Leiden; und wie oft trägt deine Huld meine Fehler mit Geduld! Pflichten gegen Gott. 5. Täglich kann ich es erfahren, wie du deine Menschen liebst, ihnen Schuß und Beistand gibst, fie vor Uebeln zu bewahren, wie du sie versorgst und nährst, ihnen manchen Wunsch gewährst. 6. Wie du stets mich weise führeßt, väterlich an mich gedenkit, Uebel auch zum Guten lentst, wie du mein Geschick regiereft, meine Wohlfahrt zu er höhn, lern ich immer mehr verstehn. 7. Mit dem freudigsten Gemüthe fühl ich jeder Wohlthat Werth, die mir täglich widerfährt, preise deine weise Güte und erfleh auch fünftig mir Segen, Trost und Heil von dir. In eigener Melodie. 408 Hallelujah! Brine get Ehre, Preis und Ruhm, ihr Jubelchöre, jauchzt, Beseligte des Herrn! Bringet Ruhm, ihr Erdenföhne, singet eure Jubeltöne; er, der Herr, beglückt uns gern! 2. Sollten wir dem Herrn nicht singen, ihm nicht Freudenopfer bringen? Er er schafft und er erhält. Tief im Staub verehrt ihn, Kinder! Kinder heißt er uns, uns Sünder, er ist Vater seiner Welt. 3. 3war sein Thron steht unerschüttert, und die weite Schöpfung zittert tief gebeugt vor ihrem Herrn! Wenn gleich unsre Lieder schweigen, seht die Millio: nen Beugen, laut verkün den sie den Herrn! 4. Aber unsre Seelen heben sich zum Glück der Engel, leben schon des Himmels Leben hier. Wele che göttlich hohe Freuden, welchen Trost für alle Leiden, welche Ruhe fühlen wir: 5. Wenn der Geist zu ihm sich waget, ein Gedank dem andern saget: Er ist Vater seiner Welt; still entzückend dem Gemüthe dann die Fülle seiner Güte sich zum großen Zeugen stellt! 6. Naht Dank. 307 6. Naht euch zu ihm, und gut. Lob sei ihm imseine Kinder! Bittert nicht, merdar! seid ihr gleich Sünder, Sünder ihr; die Lieb ist Mel. Lobt Gott, ihr Christen Er! Denkt den göttlichen 410 Auf. Chriſten, 1 ne, ihm zu danken: groß und gnädig ist der Herr! 7. Hallelujah! Bringet Ehre, Preis und Ruhm, ihr Jubelchöre, jaucht, Be feligte des Herrn! Brin get Ruhm, ihr Erdensöhne, finget eure Jubeltöne: er, der Herr, beglückt urs gern! In eigener Melodie. 409 un banket Alle Gott mit Her zen, Mund und Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden, der uns so väterlich von uns frer Kindheit an bis diesen Augenblick unzählig Guts gethan. 2. Ter ewig reiche Gott woll uns bei unserm Les ben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort und uns aus aller Noth erlösen hier und dort! 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne und seinem heilgen Geist! Er, der vom Himmelsthrone voll Liebe auf uns sieht, bleibt, wie er ewig war, unendlich groß und Ehr dem Herrscher aller Welt, dem Mächtigen, der Erd und Meer und alle Himmel hält! 2. Frohlockt mit jubelreichem Schall Gott, unserm höchsten Gut, der große Wunder überall, auch an uns Menschen thut! 3. Von unsrer zarten Kindheit an hat er uns unterstüßt, er, der allein uns helfen kann und gern uns hilft und schüßt. 4. Aus seiner Fülle nehmen wir noch immer, was uns nährt und unsern Seelen auch schon hier Zufriedenheit gewährt. 5. Er streut auf dieses Lebens Pfad viel Freuden um uns her. Die Noth, womit sein weiser Rath uns prüft, erleichtert er. 6. Er fordert uns zur Tugend auf, die hin zum Glück uns führt; er ists, der unsern Lebenslauf mit weiser Hand regiert. 7. Er bleibt uns treu; sein Wort steht fest. Wer hier sich zu thm hält, kommt, wenn er diese Welt verläßt, zum Glück der bessern Welt. 8. Singt, Christen, singt ihm Y 308 ihm Breis und Dank für seine Gütigkeit! Einst wird sie euer Lobgesang noch mehr in Ewigkeit. Pflichten gegen Gott. was dir gefällt, was nütet, was auf der Lebensbahn uns vor dem Fall beschüßet, was Muth im Leiden gibt, vor guten Menschen ehrt, hast du mich, guter Gott, von Mel. Nun dantet Alle Gott 411 Der du von Ju- Kindheit an gelehrt. int gend auf mit Huld und Vatergüte für mich, mein Gott, gesorgt, mit dankendem Gemüthe dent ich voll Rührung nach, was du an mir gethan, wie wenig ich verdient, wie schwach ich danken kann. 6. Die echte Frömmigkeit, die nicht in Mienen heuchelt, die aus dem Herzen quillt, mit falschem Trost nicht schmeichelt, dieJesu Geist und Sinn nachahmt und in sich nährt, hast du von Jugend auf mich, guterGott, gelehrt. 7. Wie dank ich würdig dir? Durch Thaten will ich danken. Und wollte je mein Fuß vom Tugendwege wanten, o dann erinnre du mit deiner Gottestraft durch mein Gewissen mich der schweren Rechenschaft. 2 An treuer Weltern Hand entfloh die erste Jugend; sie zeigten sorgsam mir den Weg zur wahren Tugend. Wann ihre Stimme schwieg, sprach guter Lehrer Mund und machte redlich mir der Weisheit Schäße tund. 3. Wie weit wär ich vielleicht vom Tugendpfad entfernet, hätt ich durch ihren Rath nicht die Gefahr geLob Gottes. Mel. Mein Gott, das Herz lernet, zu der das Laster führt. Leicht werden wir fein 412 Von allen him Raub; uns mache Leichtsinn nie für ihre Lehren taub! meln tönt dir, Herr, ein froher Lobgesang. Zu dir, Anbetungswürdiger, steig auch der Men schen Dank! 4. Wie Manchem ward das Glück, das du mir gabst, entzogen; wie Mancher von der Lust der Sinnlichkeit betrogen, weil ungewarnt sein Fuß nicht jene Schlange mied die unter Blumen lauscht, verlegt, eh man sie sieht. 2. Du brauchst zwar unfers Preises nicht, wirst durch ihn größer nie; doch bleibet stets dein Lob uns Pflicht; und, Gott, wie schön ist die! 3. Dich preisen ist uns Seligkeit, dir danken hohe Lust; schon hier fühlt, wer 5. Was gut und edel ist, fich Lob Gottes. sich deiner freut, den Himmel in der Brust. na 4. Wir stammeln zwar dein Lob hier nur, so heiß das Herz auch glüht; denn deinen Ruhm, Herr der Natur, erreicht fein sterblich Lied. 5. Doch du verschmähst das Opfer nicht, das dir die Andacht bringt, die sich mit Kindeszuversicht zu dir, Erhabner, schwingt. me 6. So soll dein Lob denn allezeit in unserm Munde fein; stets unser Herz voll Dankbarkeit sich deiner Güte freun. Du Hoherpriester, du Brophet, du König, deß Reich nie vergeht, Du wardst ein Mensch, doch fündenrein, um uns von Sünden zu befrein. Dem Tode nahmst du seine Macht, zum Himmel hast du uns gebracht. Zur Rechten Gottes fitest du; mit Macht und Güte Herrschest du. O, der für uns geblutet hat, erwürgt für unsere Misse413 du bu that, im Grabe läsfest du Das Te Deum. In eigener Melodie. err Gott, dich Herr Gott, wir danken dir! Der Höchste ist von Ewigteit! Er schuf die Welt, das Werk der Zeit. Die ganze weiteSchöpfung preist, Gott Vater, dich! dich, Sohn, dich, Geist! Die Cherubim, die Seraphim, die Himmel alle singen ihm: Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott, der allgewaltge Gott! Weit, über alle Himmel weit geht deine Macht und Herrlichkeit! Sie, die den 309 fie preisen ewig dich, o Herr! Auch deine ganze Christenheit preift dich auf Erden weit und breit, dich, Vater auf der Himmel Thron, dich, Jesu Christ, des Vaters Sohn, und dich, o Geift, deß Wunderkraft in Sündern neues Leben schafft! ten, deiner Boten Schaar, der Lehre Jesu Märtyrer, tommst und hälst Gericht! Einst sei im Himmel ewges Heil mit allen Frommen unser Theil! Hilf deinem Volke, Jesu Chrift, und segne, was dein Erbtheil ist! Leit uns durch unsre Prüfungszeit den Weg zur frohen Ewigkeit! Die Erd ist auch dein Heis ligthum! Auch fie erfülle stets dein Ruhm! In dieser unfrer Pilgerschaft ist, Herr, dein Wort uns Licht und Kraft. Es ist ein reines, helles Sicht; wer ge horcht, der fündigt nicht! und wer noch fällt und es be= 310 Pflichten gegen Gott. bereut, der findet da Barm- für mich von seinem Se herzigkeit. Die Erd erfüll, gen? Herr, stets dein Ruhm, so wie des Himmels Heiligthum! Amen! 4. Wem blüht das Thal? Für wen erhebt sich das Gebirg? Wem tönt und schwebt der Sänger in den Lüften? Für wen bevölkert sich das Meer? Wem lebt der Thiere zahllos Heer auf seinen grünen Triften? Quellen rieseln, Winde we ben, Flüss und Seen werden Meere mir zum Segen, ihm zur Ehre. Mel. Mein ganzer Geift, Gott 414 rtöne, feiernder Gefang, An betung Gott und Ruhm und Dank vor seinen Thron zu bringen! Er hört der Menschen Loblied gern, obgleich die Engel ihm, dem Herrn, in höhern Psalmen singen. Darum hat er mit den Heeren, die ihn ehren, zu den Stufen seines Throns auch mich gerufen. 2. Wie groß ist Gottes Herrlichkeit! Er sprach zu seinen Himmeln: Seid! und su dem Erdkreis: Werde! Da standen sie voll Reiz und Pracht vor ihm, zum Breise seiner Macht, die Himmel und die Erde. Wie er es rief, da begonnen tausend Sonnen und er hellten ein unzählbar Heer von Welten. 3. Er hat der Sonnen hohes Zelt, die Himmel, über diese Welt für mich auch ausgebreitet; hat seiner Erde Luftgefild für mich auch liebevoll und mild bepflanzet und bereitet. Lachen 5. Noch strablt mir un geschwächt sein Licht; noch weigert die Natur sich nicht, die Welt für mich zu schmükken. Noch strömt ihr Freu denquell für mich; noch ist sie schön und jugendlich, mein Auge zu entzücken. Seine Güte wird die Werke seiner Stärke stets erhalten, schüßend über mir auch walten. 6. So hat der Herr an mich gedacht! So sorgt für mich die Huld und Macht, die mich so hoch erhoben! O strömt aus meiner vol len Brust, strömt hin, Empfindungen der Luft, den Gütigen zu loben! Schöpfer, Vater! dich erhebe, weil ich lebe, meine Seele, meine hochbeglückte Seele i In eigener Melobie. mir nicht alle Wälder, alle 415 Nobet den Her Felder froh entgegen, reich ren, mächtigen Hot Lob Gottes. 311 er uns huldreich begegnet! tigen König der Ehren! Laßt der Allmächtige kann, wie uns den Weltenbeherrscher in Demuth verehren! Tretet heran; stimmet ein Freudenlied an, des Höchsten Lob zu vermehren! 7. Lobet den Herren, der, wenn wir als Christen einst sterben, uns auch im Tode nicht lässet vergehn und verderben und nach dem Tod uns liebt und segnet als Gott, ewge Freuden läßt erben! 8. Lobet den Herren und seinen hochheiligen Namen! Lobt ihn mit Allen, die von ihm das Leben bekamen! Alle dem Herrn; lobt ihn Nahe und fern froblocket in Ewigkeit! Amen! 2. Lobet den Herren, der Alles aufs beste regieret, der uns mit Weisheit und Güte bis hierher geführet, der uns erhält in der ges fährlichen Welt, daß man sein Vaterherz spüret! 3. Lobet den Herren, der unserer Seelen gedenket, geistlichen Segen in himm lischen Gütern uns schenket, der das Gemüth, tröstet und himmelwärts zieht, wann zeitlich Trübfal es tränket! 4. Lobet den Herren, der große Barmherzigkeit übet, der, wenn wir Menschen mit Sünden ihn häufig betrübet, noch mit Geduld, göttlicher Gnade und Huld uns trägt und Sünden ver. giebet! 5. Lobet den Herren, der Nahrung dem Leibe besche ret, der uns Gesundheit und Freude und Hülfe gewähret! In wie viel Noth hat nicht der gnädige Gott, das Leid in Freude verkehret! 6. Lobet den Herren, der unser Thun sichtbar gesegnet! Ströme des Guten hat auf uns sein Wohlthun geregnet. Denket daran, was Mel. Allein Gott in der Höh 416 ob hr und Preis dem sten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der fo viel Wander thut, dem Gott, der mein Gemüthe mit seinem reichen Trost er füllt, dem Gott, der allen Jammer stillt! Gebt unferm Gott die Ehre! 2. Es danket dir des Him mels Heer, o Herrscher aller Thronen; und die, die in der Luft, im Meer und auf der Erde wohnen, sie alle preisen deine Macht, die uns und sie hervorgebracht. Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, daß will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Güte Pflichten gegen Gott. 312 Güte walten. In seinem ganzen Königreich ist Alles recht, ist alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Jch rief zum Herrn in meiner Noth: ach, Gott, vers nimm mein Weinen! Da half mein Helfer; da ließ Gott mir Heil und Trost erscheinen. Drum dank ich, Gott, drum dank ich dir! Ach, danket, dantet Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Jhr, die ihr Gottes Macht erkennt, gebt unserm Gott die Ehre! Der Sünder Gößen macht zu Spott! Der Herr ist Gott! Der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Ehre! 9. 7. Ich will mein ganzes Leben lang, o Gott, dich freudig ehren. Einst sollen meinen Lobgesana auch deine Himmel hören. Mein Geist, o Gott, erhebe dich; mein aanzes Herz erfreue sich! Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Shr, die ihr Christi Kommt, kommet vor sein Angesicht, ihm Dank uud Preis zu bringen! Be zablet die gelobte Pflicht und laßt uns fröhlich fingen: Der Herr hat Alles wohl bedacht und Alles recht und gut gemacht! Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Gott ist uns nah und nimmer nicht von seinem Voll geschieden; er, er ist feine Zuversicht, sein Segen, Heil und Frieden. Mit seiner Allmacht leitet er, der In eigener Melodie. Herr, durchs Feuer und 417 Preis reis und Anbedurchs Meer. Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Menschentraft nicht helfen kann, fein Retter uns sich zeiget, nimmt Gott sich unser mächtig an, der Allerbarmer neiget zu unserm Angstgebet sein Dhr, sein starker Arm hält uns empor. Gebt unserm Gott die Ehre! tung fet un ferm Gotte! Denn er ist sehr freundlich; weit über Erd und alle Himmel gehet seine Gnad und Güte. Laßt uns mit Danken vor fein Untlig kommen und unserm Gotte mit Psalmen jauchzen. 2. Väterlich liebt er uns, seine Kinder. Singt zu sei nem Preise! Ein Loblied ihm sei unser ganzes Leben! Jhn, ihn laßt uns lieben, der vor der Welt Beginn uns schon geliebet hat! Wer wollte Gott nicht von Herzen lieben? 3. 3war kann der Mensch nicht ihn würdig preisen; doch mit Wohlgefallen vers nimmt er hoch herab von fet= Lob Gottes. feinem Himmel unser frohes Danklied und geußt der Freuden viel in unsre Seele, wenn wir ihm danken, dem Gnadenvollen. 4. Schon hier auf Erden quillt Freud und Leben uns aus seiner Gnade. Doch größre Seligkeit ist dort bereitet denen, die ihn lieben, wenn sie dereinst erneut zu seinem Bilde verklärt und heilig vom Tode erwacht sind. 5. Laßt unsers Gottes uns ewig freuen! Halleluja! Amen! O welche Seligteit ists, sein sich freuen! hier und einst im Himmel ihm ganz sich heiligen und ganz ihm leben! Denn ewig liebt er uns seine Kinder. Mel. Jesus, meines Lebens Leben 418 höpfer der er schaffnen Hee re, freudig rühm ich deine Macht, daß du mich zu deis ner Ehre haft ans Licht der Welt gebracht! Sinne, Leib und Seel und Leben hat mir deine Huld gegeben. Großer Schöpfer, nimm dafür ewig Dant und Lob von mir! 2. Wunderbar bin ich bereitet und mit Kräften ausgeziert; wunderbar ward ich geleitet, meinem Glücke zugeführt. Für die treue 313 Vaterpflege, für die Güte deiner Wege, wunderbarer Gott, sei dir ewig Dank und Lob von mir. 3. Weislich hast du Ort und Zeiten für mein Dasein auserwählt. Hat mirs an Gelegenheiten, fromm zu werden, je gefehlt? Niemals hast du mein vergessen, immer Heil mir zuge messen. Weiser Gott, ich bringe dir ewig Preis und Dank dafür! 4. Herr, du zähltest meine Thränen; eh ich weinte, sahst du sie. Liebreich merk test du mein Sehnen unter dieses Lebens Müh; und an jedem Lebenstage lindertest du meine Plage. Nimm, o Vater, nimm dafür ewig frohen Dank von mir! 5. Hatt' ich, Heiligster, mit Sünden, mein verführtes Herz befleckt, o dann ließest du mich finden Gnade, die zur Buße weckt. Mit unendlichem Erbarmen überströmtest du mich Armen. Nimm, Barmherziger, dafür reinen Herzensdank von mir! 6. D was bin ich Mensch von Erde, daß du meiner so gedenkst und, damit ich heilig werde, mich so treulich zu dir lenkst; daß so viele deiner Gaben mich an jedem Tage laben! Dir, du ewge Pflichten gegen Gott. 314 ewge Liebe, dir opfr' ich heißen Dank dafür! 7. Treu im Glauben laß mich enden, Vater, meinen Lebenslauf! Führ, o führ an deinen Händen mich zum hohen Ziel hinauf! Mit des Himmels Erstgebornen, mit des Mittlers Auser fornen jauchz ich dann einst, Höchster, dir ewig, ewig Dank dafür. Mel. Wer nur den lieben Gott 419 könnt ich dich, mein Gott, recht preisen, wie du des Preises würdig bist! Könnt ich dir ganz den Dank be weisen, den dieß mein Herz dir schuldig ist, dieß Herz, das deiner täglich mit Entzücken freut täglich mit Entzücken freut! 2. Wer überströmet mich mit Segen? Wer theilt mir mit, was mir gebricht? Wer schüßet mich auf mei nen Wegen? Wer schenkt dem Geiste Troft und Licht? Wer gibt zu meinem Thun Gedeihn? Allgütiger, du bifts allein. 3. Zuzählen sind sie nicht, mein Vater, die Werke deiner Segenshand. Du warst schon meines Wohls Be rather, eh mein Bedürfniß ich empfand. Noch eh ich war, da maßest du mir schon mein Schicksal liebreich zu. 4. Du stärkst mir das geschenkte Leben und läsfest es nie freudenleer; zum höhren Glück mich zu erhe ben, schickst du auch manche Trübfal her. Doch stehst du auch mit Kraft mir bet, daß ich, o Herr, nicht muthlos set. 5. Schon oft hat dieß in meinen Tagen zu Freudenthränen mich gerührt, wie du mich unter manchen Pla gut geführt. In wie viel gen, zwar dunkel oft, doch drohender Gefahr halft du mir treu nicht voller Freuden bestän 6. Wie soll ich nun big deinen Ruhm erhöhn? Wie sollt ich auch im tief sten Leiden nicht freudig trauernd auf dich sehn? Ja, tritt die größte Noth auch ein, wirst du doch, Gott, mein Helfer sein. 7. Von deiner Güte will ich fingen, solange sich die Zunge regt; dir will ich Freudenopfer bringen, fo lange sich mein Herz be wegt; ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, so flimm ich noch mit Seufzen ein. 8. Nur Dank und Lob kann ich dir geben; nimm es, mein Gott, mit Gnaden an, bis ich in jenem bessern Leben dich würdiger erhe ben kann! Da steigt in seb ger Lob Gottes. 315 ger Geister Chor mein Lob. ten Abglanz in der Nacht? gesang zu dir empor. Erkennen soll ich, fühlen lernen die Größe deiner Schöpfermacht. Weit, über In eigener Melodie. 420 meine weit Schöpfer, deine Herrlichkeit. Wesen ehren, von dir kommt aller Welten Pracht. Was wir empfinden, sehn und hören, hat deine Huld hervorgebracht. Herr, deiner hohen Weis: heit Licht erforscht der größte Weise nicht. 2. Du bist's, der die Geschöpfe weidet und ihnen. Lust und Wohlsein schenkt; du bist es, der die Erde kleidet und sie mit Thau und Regen tränkt; du bists, Er babner, dessen Kraft dem Frühling seine Anmuth schafft. 6. So oft ich sie bewundernd sehe, führt mich ihr Anblick, Gott, auf dich; und wo ich steh und wo ich gehe, erfülle heilge Ehrfurcht mich vor dir, der du stets um mich bist und meines Herzens Tiefe siehst! 5. Was lehrt das Licht von tausend Sternen, der Wel7. O laß mich stets mit frommen Blicken die Wunder deiner Werke sehn! Laß mich mit dankendem Entzücken dich, ihren Schöpfer, gern erhöhn, mich deiner schönen Schöpfung freun, dir meines Herzens Andacht weihn! 3. Daß Fluren, Gärten sich verjüngen und Alles neues Leben fühlt, daß alle Bäume Blüthen bringen, das Feld in tausend Farben spielt: der Blume Wohlgeruch und Pracht verkün digt, Schöpfer, deine Macht. Mel. In allen meinen Thaten 4. Du gabst, o Urquell 421 Was ich nur Guz alles Lichtes, der Sonne Wärme, gabst ihr Schein; du bist der Schöpfer des Gesichtes und willst auch dadurch uns erfreun, daß uns die Schönheit deiner Welt hellstrahlend in die Augen fällt. ist Gottes milde Gabe; Nichts ist mein Eigenthum! Für das, was ich besiße, wodurch ich Andern nüße, gebührt, Herr, dir, nicht mir der Ruhm! 2. Mit Einsicht und mit Kräften zu des Berufs Geschäften beschenkt mich deine Huld 02 Selbsterkenntniß und Demuth. 316 Pflichten gegen uns selbst. Huld. Durch dich allein gensinn nicht sehen will, gerathen mir meine guten wie klein, wie schwach ich Thaten; an Fehlern bin al bin! lein ich schuld. 3. Das Glück, deß ich mich freue, schaffst du nach deiner Treue, du Herr der ganzen Welt. Du ordnest unsre Tage, ihr Glück und ihre Plage, wie deiner Weisheit es gefällt. 4. Sollt ich mich nun erheben, wenn mir in diesem Leben viel Gutes wider fährt? Was hat dich, Herr, bewogen, daß du mich vor gezogen? Bin ich auch je mals dessen werth? 5. Nein, ich bin zu ges ringe der Huld, die ich befinge, und werd es ewig sein. Dieß will ich nie vergessen, so werd ich nie vermeſsen durch Stolz und Hochmuth mich entweihn. 6. Das weislich anzuwenden, was du mit Vaterhänden mir gütig zugewandt, dieß sei in diesem Leben mein eifrigstes Bestreben; dazu gib Demuth und Verstand! 2. Gib, Gott, daß ich mir keine Nachsicht gönne, daß ich mich selbst und meine Sünden kenne, auch jeden Trieb, der sich in mir em pört, zum Bösen reizt und meine Ruhe stört. nes Herzens Schwäche, wenn ich zu viel mir von mir selbst verspreche und dann aus Wahn, aus Stolz und Ei3. Entdecke mir der Tu gend wahre Größe und je Ses Lasters Niedrigkeit und Blöße, daß nie sein Reiz mich blendet und verführt, daß immer nur der Tugend Werth mich rührt! 4. Nie laß, o Herr, mich selbst die kleinsten Sünden entschuldigen und unerhebsie voll tiefer Scham bereu lich finden! Gib, daß ich und ernstlich auch den kleinsten Fehler scheu! 5. Wenn mein Gemüth der Wahrheit Weg verfeh let, gern gut sein will und doch das Böse wählet, leicht: sinnig ist und nicht den Frr thum sieht, so gib ihm Licht, daß es den Irrthum flieht! 6. Verhehl ich mir beim Heiligungsgeschäfte ausstols sem Wahn den Mangel meis ver- ner In eigner Melodie. 422 Wien ihmet- ihn redlich mir gestehn und voll Vertraun zu dir um Hülfe flehn! 7. Wenn ich mich meines Sinns und Wandels freue und Demuth. und doch nicht ganz mich wahrer Tugend weihe, so gib, daß ich, von Eigendünfel frei, sie recht zu würdigen stets sorgsam sei! 8. Wie manche That entspringt aus niederm Triebe, aus Eigennuß und nicht aus Menschenliebe! Wie manche That gewinnt den Ruhm der Welt, die doch nicht dir, Allwissender, ges fält! 9. Du ließest mich von jeder meiner Pflichten und ihrem Werth schon frühe unterrichten; sie sind mein Wohl, und doch thu ich nicht immer, was ich soll. 10. O lehre mich, wie oft, wie schnell ich fehle, wie gern ich noch mich vor mir selbst verhehle, und führe du zu meinem wahren Glück mich in mich selbst und in mein Herz zurück! 317 Trag ich der Tugend Bürde aus Kenntniß ihrer Würde auch immer mit Zufriedenheit? 2. Such ich stets deinen Willen so eifrig zu erfüllen, als es dein Wort gebeut? 3. Entzieh ich mich den Sünden auch stets aus rechten Gründen, aus wahrer Frömmigkeit? Oft sind die guten Triebe nicht Früchte deiner Liebe, nur Früchte der Natur und Zeit. 5. Doch wenn auch dir zur Ehre rein meine Tugend wäre, weß ist dieß Eigenthum? Wer ließ mich unterrichten? Wer ließ in meinen Pflichten mein Glück mich sehn und meinen Ruhm? 6. Wer gab mir, dich zu lieben und dein Gebot zu üben, die Lust und FreuMel. In allen meinen Thaten 423 Wer meine i ich dir diene, Kräfte im Heiligungsge: schäfte? Wer gab mir Muth und Kraft im Streit? daß ich mich nie erkühne, darüber stolz zu sein! Wer kann bei seinen Werken, wie oft er fehlet, merken? Wer ist von Mängeln völlig rein? 7. Du schafft, daß ich bich wähle; du rufft mich, wenn ich fehle, auf rechten Weg zurück; du ziehst mich ab von Sünden und läßt mich Gnade finden und gibst zu meiner Beßrung Glück. D3 8. Sollt 4. Der Sünden meiner Jugend, der Mängel meis ner Tugend, o Herr, gedenke nicht! Willst du mit deinen Knechten, wie sie's verdienten, rechten, so trifft sie alle dein Gericht. 318 8. Sollt ich mich deß er heben, was du mir, Herr, gegeben? Hab ich zum Stolz ein Recht? Könnt ich auch Alles üben, was du mir vorgeschrieben, wer bin ich? Ein unnüßer Knecht. Pflichten gegen uns selbst. 3. Wenn mir ein größer Glück nach deinem Rath begegnet und deine Gütig keit mich mehr, als Andre, segnet, gibt diese deine Huld mir wohl zum Stolz ein Recht? bin ich darum nicht auch, was Andre sind, dein Knecht? wer erhöhte mich? Ist nicht mein Nächster oft viel wür diger, als ich? Mel. O Gott, du frommer Gott 424 Her err, der du Alles gibst, von dem ich Alles habe, was ist mein Stand, mein Glück und jes de gute Gabe? Es ist nicht metl. Wer nur ben lieben Gott mein, es ist ein unverdiens 425 Wer bin ich? bewahre mich vor Stolz und Uebermuth! 2. Wenn ich vielleicht der Welt mehr, als mein Näch: ster, nüße, und wenn ich mehr Verstand, als er besigt, besize: bin ich drum mehr, als er? O nein! Wer schenkte mir Verstand und Tüchtigkeit? Ach, Alles kommt von dir. welche ge Frage! Gott lehre sie mich recht verstehn! Gib, daß ich mir die Wahrheit sage, um mich, so wie ich bin, zu sehn! Wer sich nicht selbst recht kennen lernt, bleibt von der Wahrheit weit entfernt. 4. Wenn ich geehrt und groß in hohen Würden stehe und Andre unter mir in kleinerm Glücke sehe; wer machte sie gering und 5. Wie könnt ich mich, o Gott, des Guten überhe ben? Was ich besit, ist dein. Du sprichst, so bin ich Leben; du sprichst, so bin ich nichts. Von dir kommt das Gedeihn. Drum laß mich ewig fern von Stolz und Hochmuth sein; 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen, geschaffen, Gott, zu deinem Preis. Mein Leben nüßlich anzu wenden, will mein Beruf und dein Geheiß. Doch leb ich als dein Eigenthum auch, wie ich soll, zu deinem Ruhm? 3. Ich bin ein Christ nach dem Bekenntniß; doch bin ich das auch in der That? Herr, öffne selbst mir das Verständniß, recht einzu sehn, ob ich den Pfad, den Jefus mir gewiesen, geh und ob ich auch im Glauben steh! 4. Du Demuth. 319 4. Du tennest meines Hers frei von Wahn und Selbstjens Tiefen, die mir selbst betrug! unergründlich sind; drum laß mich oft und ernstlich prüfen, ob ich sei Chrifto gleich gesinnt? Befreie mich Selbstliebe. Mel. O Gott, du frommer Gott vom falschen Wahn, der 426 Dein Wille ifts, täuschen auch kann! 5. Wer Alles weiß und doch verborgen und unbe fannt sich selbst noch bleibt, wie will der für sein Bestes sorgen? Was ists, das den zur Beßrung treibt? Sich selbst recht kennen ist Vers stand; drum mache mich mit mir bekannt! Gott, ich soll mich selber lieben. D laß mich diese Pflicht nach deiner Vorschrift üben und schränke selbst den Trieb, froh und beglückt zu sein, den du mir eingepflanzt, in heilge Gränzen ein! 2. Gib, daß mein ganzes Herz sich deiner Liebe weihe, und daß in Allem ich dein Auge kindlich scheue! Wer als ein Christ sich liebt, der flieht auch als ein Chrift, was wider Gottesfurcht und Menschenliebe ist. 3. Kein schnöder Eigen nuß beherrsche meine Seele! Und wenn zu meinem Glück ich Weg und Mittel wähle, so laß mich stets dabei auf Recht und Wahrheit schaun, auch nie mein Wohlergebn auf Andrer Elend baun! 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, mein Vater, das entdecke mir! Hab ich der Wahrheit Weg er wählet, so gib, daß ich ihn nicht verlier! Erleuchte mich mit deinem Licht, so täuschen mich Verführer nicht. 7. Bin ich noch fern vom rechten Stege, der mich zum ewgen Leben führt, so bringe mich zurück vom Wege, der ins Verderben sich verliert! Gib mir zur Beßrung Lust und Kraft: du bists, der beides in mir schafft! 8. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war und hier gethan. O laß michs nicht bis dahin sparen, wo Reue nichts mehr helfen kann! Hier mache mich zum Himmel flug und 4. Der Fluch trifft jedes Glück, dabei die Zugend lets det, dabei der, der es sucht, Gott, deine Wege meidet. Wer Unrecht liebt und thut, hat deinen Beifall nicht. Nie treffe mich, o Gott, dieß schreckliche Gericht! 5. Nie blende mein Gemüth der Eitelkeiten SchimD 4 mer! Pflichten gegen uns selbst. 320 mer! Der Erde Reiz entflieht ja doch im Tod auf immer. Was hilft uns kurze Luft? Was hilft uns eitle Pracht? Nicht ein vergänglich Gut ists, was uns selig macht. 6. Ein Gott ergebnes Herz, ein unverletzt Gewissen, nur das kann mir allein des Lebens Last ver: süßen; das bleibt mir auch im Tod und folgt mir aus der Zeit zum großen Segen nach bis in die Ewigkeit. 7. D selig, wer danach mit heilgem Eifer trachtet und für sein größtes Glück, Gott, deinen Beifall achtet! Der liebt allein sich recht, der findet in der Zeit schon wahre Ruh und einst volltommne Seligkeit! 3. Du rufest uns zur Heiligung; drum soll schon hier auf Erden mir meines Herzens Besserung die höchste Sorge werden. Gib mir dazu nur Luft und Trieb; Nichts sei zu groß mir und zu lieb, der Tugend es zu opfern. 4. Gewänn ich auch die ganze Welt mit Allem, was den Sinnen und meinen Lü sten wohlgefällt, was würd ich dann gewinnen? Was hülfen Glück und Schätze mir, was macht und Glanz, wenn ich dafür mein ewig Heil verscherzte? 5. Was führt mich zur Zufriedenheit schon hier in diesem Leben? Was kann mir Trost und Freudigkeit in Noth und Tod noch geben? Nicht Menschengunft, nicht 427 und der Blick auf irdisch Glück, nur Gottes jenes Lebens Freuden. 6. Herr, laß nach diesem Kleinod mich vor allen Dingen trachten; mich immer Heis 8. Dieß sei auch mir mein Biel! D laß es mir gelingen, des Herzens wahres Glück, wie du willst, zu erringen! Laß mich verachten, Herr, die Eitelkeit der Welt; gib, daß ich so mich lieb, wie dir es wohlgefällt. Sorge für die Seele. Mel. Es ist das Heil uns ach meiner Seele vor dir bestehn? Wer in dein Reich wünscht einzugehn, muß reines Herzens werden. 2. Erst, wann die letten Stunden nahn, erst, wann wir sterben sollen, zu dir sich wenden und die Bahn der Sünde meiden wollen, das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht durch Je sum Chriftum zeiget. Herr, mich eifrig ringen! Sollt ich die kurze Gnadenzeit in Sicherheit verbringen? Wie würd ich einst Sorge für die Seele. Heiligster, auf dich, auf Recht und Tugend achten! Daß ich auf deinen Wegen geh und im Gericht vor dir besteh, sei meine größte Sorge! 428 Wel. Gott Vater, an Erbarmen ier ist noch unsre Prüfungszeit. Hier sind wir immerdar im Streit; hier, wo uns Irrthum leicht berückt, das schwache Herz sich bald verstrickt, die Sinne jedes Blendwerk rührt, auch böses Beispiel oft verführt. 2. Oft nehmen Lafter überhand und strömen übers ganze Land. Drum hüte dich! Das Weltges richt bringt alle Sünden an das Licht. Christ, sei zum Kampfe stets bereit und flieh den Schlaf der Sicherheit! 321 breit und voll, sie winkt mir, daß ich folgen soll. 3. Mein Vorsaß ist: ich will ihn fliehn. Doch wie gelingt mir mein Bemühn? Gefahr nehm ich hier bei Gefahr, ein Neße bei dem andern wahr. Wie so viel Feinde drohen mir! Ich Schwacher, wie entrinn ich hier? 4. Die Welt hüllt in der Tugend Schein oft ihre Laster künstlich ein, preist den Genuß des Lebens an, schilt Frömmigkeit für finstern Wahn. Ihr Weg ist lustig, 5. Du, Jesu, mußt das Beste thun! Mein Hoffen soll auf dir beruhn. Ach, durch dein Blut bin ich ja dein! Du wollest Stärke mir verleihn, daß ich unüberwindlich treu, o Herr, in jeder Prüfung set! 6. Der Sündendienst scheint zu erfreun und enbigt sich in Schmach und Pein. Drum steh dein gu ter Geist mir bei, daß ich kein Knecht der Sünde set. Gestatte dem Versucher nie, daß er mich deiner Hand entzieb! 7. Zwar ist mein Glaube klein; doch du, du star fer Held, sagst Hülfe zu. Mein ganzes Herz ergibt sich dir. Ich weiß, durch dich gelingt es mir. Auf dich verläßt in aller Noth mein Herz sich fest bis in den Tod. 8. Wenn schon die Trübsal auf mich dringt und Angst mich überall umringt, bleib ich doch stets in deiner Hand und halt in jeder Prüfung Stand. Du, du bist durch den Glauben mein, nun muß mir Alles heilsam sein. 9. Mit dir, o Herr, kann ich bestehn, sollt auch der Weltkreis untergehn. Es fürchte sich der Heuchelchrist und wer ein Sclav der LaD 5 ster 322 ster ist! Ich will nicht sagen. Ins Gericht kommt, Herr, wer an dich glaubet, nicht. Pflichten gegen uns selbst. 10. Dir, Höchster, will ich stets vertraun, flets freudig hoffend auf dich schaun. Bis dort, wohin mein Herz sich sehnt, den Sieger Preis und Ehre krönt, steh, Herr, in jedem Streit mir bei, daß ich durch dich ein Sieger sei!" Mel. Freu dich sehr, o meine S. 429 Lehre mich, Herr, recht bedenken, was wahrhafte Weisheit sei; meinen Fleiß darauf zu lenken, steh mir selbst mit Gnade bei! Denn was eitler Wahn der Welt oft für hohe Weisheit hält, fördert nicht mein Wohlergehen und kann nicht vor dir bestehen. 2. Weisheit ists, wenn unsre Seelen sich, Herr, deines Wortes Licht nur allein zum Leitstern wählen und mit fester Zuversicht diesem Licht sich anvertraun. Denn die folgjam darauf schaun, ihre Hoffnung darauf gründen, werden Heil und Leben finden. 3. Weisheit ist es, das nach trachten, recht mit sich bekannt zu sein; sich nicht schon vollkommen achten und den Eigendünkel scheun; oft auf seine Fehler sehn, reuig fie vor Gott geftehn; eifrig stets nach Beßrung streben und doch nie sich stolz erheben. 4. Weisheit ist es, Christum ehren, seiner Mittlerhuld vertraun, so auf seine Stimme hören und auf seinen Wandel schaun, daß man falsche Wege flieht und mit Eifer sich bemüht, seiz nem Bilde hier auf Erden immer ähnlicher zu werden. 5. Weisheit ist es, Alles meiden, was mit Reu das Herz beschwert; fern ſich halten von den Freuden, die der Sündendienst gewährt; eitlen Ruhm, der bald verblüht, Luft, die im Genuß noch flieht, nicht für wahre Wohlfahrt achten, nein, nach bessern Gütern trachten. 6. Weisheit ist es, Got tes Gnade sich zu seinem Ziel ersehn und auf seiner Wahrheit Pfade diesem Glück entgegengehn, gern auch Gottes Willen thun; froh in seiner Fügung ruhn und, wenn Leiden uns beschweren, hoffend mit Geduld ihn ehren. 7. Weisheit ist es, stets bedenken, daß, was irdisch ist, vergeht; Wunsch und Hoffnung dahin lenken, wo das Ziel des Glaubens steht; seine Blicke unverwandt nach dem ewgen Vaterland rich ten und sich hier bestreben, wie man droben lebt, zu leben. 8. Diese 2 Sorge für die Seele. 8. Diese Weisheit ist auf Erden, Höchster, unser be stes Theil. Die von dir geleitet werden, deren Weg ist Licht und Heil. Solche Weisheit kommt von dir. Gott! verleihe sie auch mir; laß fie mich zu allen Zeiten auf den Weg des Friedens leiten! In eigner Melodie. 430 Mache dich, mein Geist, bereit; wache, bet und flehe, daß auch in der bösen Zeit fest dein Glaube stehe. Sicher ist nie der Christ; Gott läßt auch die Frommen in Versuchung kommen. 2. Sage nicht: ich habe Zeit; jetzt noch darf ich schlafen. Denk an Tod und Ewigkeit, an der Sünde Strafen; fieh, der Tod, der dir droht, kann dich leicht in Sünden unbereitet findent. 323 du, wenn du sorglos walleft, in Versuchung fallest. 5. Wache, daß die Macht der Welt nicht dein Herz verkehre; nicht, wenn sie sich freundlich stellt, dich durch List bethöre. Wach und sieh, daß dich nie die Verführer fällen, die dir Neße stellen. 4. Wache! denn hier hat der Christ noch von allen Seiten, was der Seele schädlich ist, muthig zu bestretten. Gott läßt zu, daß auch 6. Wach und hab auf dich wohl Acht, daß dich nicht die Sünde, wenn zu ihr die Luft erwacht, schimpflich überwinde. Sie betrügt und besiegt leicht den, der sich heuchelt, festzustehn sich schmeichelt. 7. Bete aber auch dabei, bete bei dem Wachen; das wird dich von Trägheit frei und behutsam machen. Gott verleiht Festigkeit dir durch seine Gnade auf dem rechten Pfade. 8. Drum so laßt uns immerdar machen, beten, fle hen, um in jeglicher Gefahr glorreich zu bestehen! Rurge Zeit währt der Streit und dann wird zum Lohne mir die Siegestrone. 3. Wache! dir ist unbekannt, ob dich nicht auf Erden Prüfungen von Gottes Hand noch betreffen werden. Der fällt leicht, dem es Mel. Alle Menschen müssen daucht, daß er sicher stehe 431 Unser Wandel ist der im Himmel! Köstlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Muth und süße Hoffnung zu! Jeder Fußs tritt, den ich thue, bringet D6 mich 324 Pflichten gegen uns selbst. mich dem Land der Ruhe les Schimmer. Wenig, we näher, immer näher zu. nig Schritte noch und ge Wort, wie hoch erfreuest tragen ist das Joch. du! 2. Haltets fest, ihr theuren Brüder, haltets fest, dieß werthe Wort! Nichts schlag eure Hoffnung nieder! Wallet immer muthig fort! el. Wer nur ben lieben Gott Muthig blicket hin zum 432 Des Leibes ware Ziele. ergriffens, Viele. Wir, so wahr es Gott verhieß, wir ergreifens auch gewiß! ten und ihn nähren, das ist, o Schöpfer, meine Pflicht. Muthwillig seinen Bau versehren, ver bietet mir dein Unterricht. D stehe mir mit Weisheit bei, daß diese Pflicht mir heilig fei! 3. Nur, wie fromme Pil ger müssen, bleibet wacker, seid nie laß! Stets des hohen Zwecks beflissen, wacht und kämpft ohn Unterlaß! Feinde stehn an euren Wegen! Stürme toben euch ents gegen; Nebel, Klüfte, Felsen drohn; faßt nur Muth: groß ist der Lohn. 4. Was kein Auge je gesehen, was kein Ohr gehöret hat, was kein Herz hier zu erflehen je sich unterwunden hat, das, das hat Gott dem bereitet, der hier tapfer kämpft und streitet. Drum verlaßt nicht eure Bahn! Jesus selbst ging euch vors an. Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. 5. Unser Wandel ist im Himmel! Köstlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Muth und süße Hoffnung zu! Auf, mein Geist, ermüde nimmer! Schon seh ich des Bie2. Sollt ich mit Vorsat das verlegen, was deine Hand mir anvertraut? Sollt ich gering ein Kunstwerk schäßen, das du, o Schöpfer, selbst erbaut? Weß ist mein Leib? Er ist ja dein. Sollt ich denn sein Zerstörer sein? 3. Jhn zu erhalten, zu beschüßen, gibst du mit mile der Vaterhand die Mittel, die dazu uns nüßen, und zum Gebrauch gibst du Ver stand. Dir ist die Sorge nicht zu klein; wie sollte sie denn mir es sein? 4. Gesunde Glieder, mun tre Kräfte, o Gott, wie viel sind die doch werth! Wer taugt zu des Berufs Geschäfte, wenn Krankheit seinen Leib beschwert? J nicht Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. 325 ben, laß, Höchster, meine Weisheit sein! Sie ist ein Gift für unser Leben und ihre Freuden werden Pein. Drum fleh ich demuthsvoll zu dir: o schaff ein reines Herz in mir! 2. Die Wollust kürzet unsre Tage; sie raubt dem Körper seine Kraft, und Armuth, Seuchen, Schmerz und Plage sind Früchte dieser Leidenschaft. Der haßt sich selbst, der Wollust liebt und sich in ihre Fesseln gibt. 3. Sie raubt dem Herzen Muth und Stärke, schwächt den Verstand, der Seele Licht; erflickt den Eifer edler Werke, den Ernst, die Lust zu jeder Pflicht; führt Neue und Gewissensschmerz in das ihr hingegebene Herz. 4. Der Mensch sinkt unter ihrer Bürde noch tiefer, als zum Thier, herab; er schändet und entehrt die Würde, die ihm sein weiser Schöpfer gab; vergißt den Zweck, zu dem er lebt, wenn er nach niedern Lüften strebt. 5. So schimpflich sind der Wollust Bande! Schon vor der Welt sind sie ein Spott; sie sind vor dem Gewissen Schande und noch weit mehr vor dir, o Gott! Wer sich in ihre Knechtschaft gibt, Mel. Wer nur den lieben Gott 433 Der Wollust Reiz wird nicht vor dir, o Gott, zu widerstre- geliebt. 07 6. Den nicht der Erde größtes Gut Gesundheit und ein heitrer Muth? 5. So laß mich denn mit Sorgfalt meiden, was meis nes Körpers Wohlfein stört, daß nicht, wenn meineKräfte leiden, mein Geist den innern Vorwurf hört: du selbst bist Störer deiner Ruh; du zogst dir selbst dein Uebel zu. 6. Laß jeden Sinn und alle Glieder mich zu bewahren sorgsam sein! Drückt mich die Last der Krankheit nieder, so flöße selbst Geduld mir ein! Gib heitern Muth und dann verleih, daß auch des Arztes Rath gedeib! 7. Doch gib, daß ich nicht übertreibe, was auf des Leis bes Pflege zielt, nein, stets in jenen Schranken bleibe, die dein Gefeß mir anbe fiehlt! Des Körpers Wohl laß nie allein den Endzweck meiner Sorge sein, 8. Mein größter Fleiß auf dieser Erde sei meiner Seele Wohl geweiht, daß fiezum Himmel weise werde und reife zur Vollkommen. heit! Dazu, Herr, segne meinen Fleiß, so leb und fierb ich dir zum Preis. 326 6. Den übergibst du dem Verderben schon hier, der seinen Leib entweiht, und nie wird deinen Himmel erben, wer sich unreiner Lüfte freut. Ach laß mich ihre Reizung fliehn und teusch zu sein mich stets bemühn! Pflichten gegen 5. Was leicht in Krankheit stürzet, das Leben leicht verkürzet, laß mich mit Sorgfalt fliehn; doch auch nicht ängstlich zagen, es für die Pflicht zu wagen; auch dazu hast du mirs verliehn. 6. In deine Vaterhände befehl ich, Herr, mein Ende und meiner Tage Lauf. Es sei mein ganzes Leben dir hier zum Dienst ergeMel. In allen meinen Thaten 434 Was ist mein ben. Hilf bu nur selbst der Schwachheit auf! zeitlich Le ben, das du mir, Gott, gegeben? Ein unschäßbares Gut. Du gabst mirs, hier auf Erden zum Himmel reif zu werden, worauf mein wahres Glück beruht. 2. Hier wird die Saat gestreuet; dort, wenn sie wohl gedeihet, wird reich die Aerndte sein. Je länger ich hier lebe und gut zu hanel. Wer nur den lieben Gott beln strebe, le größer wird 435 Wie mannichfal mein 7. Gib, daß ich allen bösen Lüften mit Muth und Nachdruck widersteh und stets dawider mich zu rüsten auf dich, Augegen wärtger, seh! Wer dich, o Gott, vor Augen hat, flieht auch verborgne Missethat! uns selbst. 4. Mir selbst es zu verkürzen, mich in den Tod zu stürzen, ist wider meine Pflicht. Du, Herr, riefft mich ins Leben; bir soll ichs wiedergeben, wenn du ges beutst, doch früher nicht. 3. Sollt ich dieß Glück mir rauben? O Herr, laß mir im Glauben der künftigen Nerndtezeit mein Leben hier auf Erden so werth und wichtig werden, wie mirs dein heilig Wort gebeut! 7. Was nügt ein langes Leben, wenn man nicht Gott ergeben nach wahrer Tugend strebt? Wer Gott und Menschen liebet und sich im Glauben übet, nur der hat lang und wohl gelebt. Gaben, womit uns deine Güte nährt, die, uns zu stärken und zu laben, so viel des Guten uns gewährt! Ja, Alles, was der Mensch genießt, beweißt, wie freundlich, Gott, du bist! 2. Du Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. 327 2. Du segneft Auen und 7. Ach, Mancher starb Gefilde mit unerschöpfter schon längst und modert, Fruchtbarkeit, die deine vä- durch Trunk zu früh ins ferliche Milde und Allmacht Grab gestreckt, von Gott zur jedes Jahr erneut, damit Rechenschaft gefodert, mit der Mensch, von Sorgen Schmach im Grabe noch befrei, sich sättige und dank- deckt. Gott, laß mich ja bar sei. dieß Laster scheun, enthalts sam, mäßig, nüchtern sein! 3. Du läsfest uns nicht Mangel leiden; du gibst uns unser täglich Brod; du gibst noch mehr, du gibst auch Freuden für einen jeden Sinn, o Gott! Wie groß zum Wechsel im Genuß ist deiner Gaben Ueberfluß! 4. Drum will ich mäßig im Genusse der Gaben deiner Güte sein und nichts von meinem Ueberflusse durch niedreSchwelgereientweihn. Denn schon des Dankes Pflicht gebeut mir Mäßi5. Mit Speif und Trant den Leib beschweren ist schimpflich, ziemet Christen nicht. Gott gibt sie uns, daß sie uns nähren, uns stärken zu Beruf und Pflicht. Was ist, das mehr den Geist entweiht und schwächt, als rohe Sinnlichkeit? 6. Unmäßigkeit lähmt alle Kräfte, bringt Krankheit, Armuth, Zank und Streit; macht treulos im Berufsgeschäfte, raubt des Gewis sens Geligkeit; segt zu den Thieren uns herab und stürzet vor der Zeit ins Grab. 8. So oft ich Speis und Trant genieße, so laß es mit Vernunft geschehn und, daß ich beides mir versüße, mein Herz auf dich, den Geber, sehn, auf dich, der du uns zärtlich liebst und Nahrung und Erquicung gibst. Arbeitsamkeit und Berufstreue. Mel. O Gott, du frommer Gott 436 Du hast uns, Herr, die Pflicht zur Arbeit auferleget und Fleiß in dem Beruf uns ernstlich eingepräget. Dir, ist, o Heiligster, der Müßig gang verhaßt, für uns des Unheils Quell, für Andere der Last. 2. In deine Ordnung, Herr, laß willig mich bequemen und Bürden des Berufs entschlossen auf mich nehmen! Wenn auch mein Angesicht der Arbeit Schweiß beneßt, wohlauf! du haft mich selbst in den Beruf gesett. 3. Bes uns selbst. 4. Drum laß uns, Gott, auf Erden nie träg im Guten werden; du gabst der Kraft uns viel. Dich, unfern Herrn, zu ehren und Menschenglück zu mehren, sei immer unser schönstes Ziel! 5. Wenn Andre troftlos klagen, dann werden wir nicht zagen und keinen Tag bereun. Wenn Träge trau ern müssen, dann spricht uns das Gewissen getroften Muth und Hoffnung ein. 6. Wenn einst viel edle Thaten um uns gleich rei fen Saaten mit reichen 437 3 und heißen Früchten stehn; wenn TauMel. In allen meinen Thaten um Fleiße ward Dank uns weihen, wie ist dann unser Lohn so schön! 328 Pflichten gegen 3. Bewahre nur mein Herz vor eitlen Nahrungssorgen! Gib mir mein täglich Brod und sorge du für morgen! Ich will an meis nem Theil das Meine fleißig thun und dann mit Zuver ficht in deiner Fügung ruhn! 4. Auch fördre, großer Gott, die Werke meiner Hände; den Anfang segne du, beglücke du das Ende! Laß mich bei jeder Last auf jenes Leben sehn, wo wir nach treuem Fleiß zu deiner Ruhe gehn. Schöpfer uns gegeben und nicht zu träger Ruh. Wie Fruchtbarkeit dem Regen, so folgt dem Fleiße Segen; er strömt uns Glück und Freude zu. 2. Er stärkt des Leibes Kräfte, er schäfte, gibt uns ein fröhlich Herz; er schafft uns süßen Schlummer, erleichtert Gram und Kummer und lindert oft den herbsten Schmerz. 3. Er hilft den Hang besiegen zu sündlichem Vergnügen. Was mehr, was stets erfreut, der Unsern Wohlfahrt schüßen, der Welt und Nachwelt nügen, das ist das Glück der Thätigkeit. Mel. Es ist das Heil uns 438 Gott ists, der das Vermögen schafft, das Gute zu vollbringen; er gibt zur Arbeit Muth und Kraft und läßt sie uns gelingen. Was man mit ihm nur unternimmt, wird, wenns mit seinem Willen stimmt, nicht ohne Segen bleiben. 2. Wer sich zur ersten Sorge macht, vor ihm ge recht zu werden, und erst nach seinem Reiche tracht, dem gibt er auch auf Ers den Arbeitsamkeit und Berufstreue. 329 den vom Irdischen mit milMel. Allein Gott in der Höh der Hand so viel beim Fleiß 439 Uns trömt aus deiner wahrhaftig nüßet. 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn; er krö net sie mit Gnade, daß ihnen nicht der Feinde Hohn und keine Mißgunst schade. Mit seinem Schuß bedeckt er sie und fegnet bei des Lebens Müh ihr Herz mit Trost und Hoffnung. 4. Drum gib, o Gott, daß ich auf dich bei meiner daß ich auf dich bei meiner Arbeit Mit Arbeit jehe! Mit Licht und ich nie Wege gehe, die mir ich nie Wege gehe, die mir dein heilig Wort verbeut. Nach deines Reichs Gerechtigkeit laß mich vor Allem trachten. 5. Laß Müßiggang und Trägheit mich mit aller Sorgfalt meiden; thun, was ich soll, gestärkt durch dich gehorsam und mit Freuden, daß ich in meinem Stande treu und meinen Brüdern nüßlich sei und dir zur Chre lebe! hand, Herr, täglich Heil entgegen. Durch dich erbebt sich Meer und Land zur Fruchtbarkeit, zum Segen. Durch dich strömt rings aus der Natur Gedeihn auf jede Creatur; du bist des Segens Quelle. 2. Von dir kommt Weißheit und Verstand; du machst die Reiche blühen; du führest Weise in das Land und segneft ihr Bemühen; du gibst dem Geiste Tüchtigkeit; du bists, der Jedem Kraft verleiht, den nächsten zut beglücken. 6. Sei überall, mein Gott, mit mir! Die Werke meiner Hände befehl ich, Allerhöchster, dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines großen Namens Preis und daß die Frucht von meinem Fleiß in jene Welt mir folge! 3. Durch dich, Herr, bringt uns Land und Meer die Güter deiner Erde von weit entlegnen Völkern her, damit gesegnet werde mit allen Gütern deiner Hand das fernste Volk, das fernste Land und deine Liebe preise. 4. Du zeigest ihren Wir kungskreis den Bürgern dieser Erde, daß Jeglicher durch seinen Fleiß dem Andern nüßlich werde. Daß Jeder, den dein Wink erschuf, froh sei im eigenen Beruf, ist dein allweiser Wille! 5. Gib uns, o Vater, Redlichkeit in des Berufs Geschäften! Lehr weis uns brauchen unsre Beit nach un 330 Pflichten gegen uns selbst. unsern besten Kraften! Hilf bein milder Segen. Nicht nüglich werden Jedermann, zum Verderben gabst du wenn Rath und That ihm mir mein zeitliches Vermöhelfen kann zu seinem bes gen; du gabst es mir zum fern Glücke! wahren Wohl. So hilf denn, daß ichs, wie ich soll, nach deiner Vorschrift brauche! 6. Wie du für Alle Va ter bist, für Böse und Gerechte, so sei, wer Erdenbürger ist, von jeglichem Geschlechte uns Nächster, Bruder, sei uns werth; und wenn er Hülfe, Trost be gehrt, find er stets Rath und Beistand! 7. Du bist der Vater, der erfreut, verbreitest deinen Segen; du rufft: zum Seg nen seid bereit, geht Brüdern gern entgegen! Wie du die Lieb und Güte bist, so sei ein Jeder, der sich Christ nach Jesu Christo nennet! Würdigung und weiser Gebrauch der irdischen Güter. Mel. Es ist das Heil 440 err, laß mich doch gewissen haft mein zeitlich Gut verwalten! Gib selbst mir Weisheit, gib mir Kraft, damit so hauszuhalten, wie es mir nüßt und dir gefällt, damit ich nicht in jener Welt an ewgen Gütern darbe! 2. Mein Hab und Gut tommt ja von dir; es ist schenkte Gut? Vergänglich, 3. Was ist das mir ges wie die Erde. Gib, daß ich nie zum Uebermuth da durch verleitet werde! Nie reiß ein irdischer Gewinn mein Herz so weit zum Eitlen hin, daß ich mein Heil vergesse! 4. Was hülfe mir die ganze Welt mit allen ihren Schäßen, verführt mich zeits lich Gut und Geld, sorglos hintanzuseßen, was meiner Seele Heil begehrt und mir ein ewig Glück gewährt? handeln! Wie strafbar würd ich 5. Mein erstes Trachten sei allhier nach deines Geis stes Gaben! Wie reich bin ich, o Gott, in dir, wenn ich nur dich fann haben! hab ich nur, Höchster, deis ne Huld, bin ich voll Glaubens und Geduld, was fehlt dann meiner Seele? 6. Den Geiz laß ferne von mir sein, die Wurzel alles Bösen! Von Unruh und Gewissenspein kann Reichthum nicht erlösen. Er hilft in Todesstunden nichts und nichts Weiser Gebrauch der irdischen Güter. 331 3. Ein Gut, das unsern Geist wahrhaftig soll be glücken, darf nicht vergäng lich sein, muß für den Geist sich schicken. Der Thor hat Geld und Gut; er hats und wünscht noch mehr; er darbt in seinem Glück, sein Herz bleibt freudenleer. nichts am Tage des Gerichts, da schüßt er keinen Sünder. 7. Lehr du mich weise Sparsamkeit, um das nicht zu verschwenden, was du mir gabst, nein, in der Zeit es nüßlich anzuwenden! Gib mir die Klugheit, daß ich hier dadurch dem Nächsten, so wie mir, des Les bens Müh erleichtre! 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft; das laß mich stets bedenken und mein Gemüth gewissenhaft zur Treu im Jrdschen lenten; daß selbst von Gütern dieser Zeit ich einst noch in der Ewigkeit den reichsten Segen ärndte. 4. O Gott, so wehre doch der Habsucht niedern Trieben und heilige mein Herz, nie das zu sehr zu lieben, was man mit Müh gewinnt, bald schwelgerisch verzehrt, bald unruhvoll bewacht und bald mit Fluch vermehrt. 5. Ein weises frommes Herz, das sei mein Schatz auf Erden! Sonst Alles, nur nicht dieß, kann mir entrissen werden. Dieß Mel. O Gott, du frommer Gott bleibt im Tod auch mein; 441 aß mich doch dieß folgt mir aus der Zeit zum Gewinn in die Ewigkeit. nicht, Gott, den Schäßen dieser Erden so meine Neigung weihn, daß sie mein Abgott werden! Oft fehlt deim Ueberfluß doch die Zufriedenheit, und was ist ohne sie des Lebens Herrlichkeit! 2. Kann ein vergänglich Gut auch unsre Wünsche stillen? Es steht ja sein Besit nicht stets in unserm Willen; wirds Mel. Wer nur den lieben Gott bem' Theil, der ängſtlich 442 Ite Mensch auf danach ringt; und schnell verlierts oft der, dem sein Bemühn gelingt. Erden: ich hab genug: drum hab ich viel; Ein Andrer mache 6. Was sind, wenn dieses fehlt, die herrlichsten Vergnügen? Nur süße Träume finds, die unsern Geist bes trügen. Drum lenke, Gott, den Wunsch vom irdischen Gewinn durch deines Geistes Kraft zu ewgen Gütern hin. 332 mache sich Beschwerden, wie Wel. Wenn mich die Sünde er den Mammon finden will! 443 Laß, Herr, nach als Wer mehr Gott bescheert, dem ist der größte Schaß gewährt. eitlen mich niemals geizig fein! Laß deinen Geist mich lehren, der Ehre mich zu freun, die selbst vor dir, o Gott, besteht und mit mir von der Erde zum Himmel übergeht! 2. Nie blende mich der Schimmer des Ansehns vor der Welt! Nur das sei, Vater, immer mein Ruhm, was dir gefällt! Wie bald verführt ein stolzer Sinn mich von der Demuth Pfade, verbirgt mir, wer ich bin! Pflichten gegen uns selbst. 2. Der Reichthum liegt in den Gemüthern; wer sich begnügt, ist nimmer leer. Viel bleiben arm bei großen Gütern; denn sie verlangen immer mehr; und wer sich selber nicht besist, hat einen Schap, der Niemand nüßt. 3. Ein Geizhals hat bei seinem Grämen nicht Eine Stunde Fröhlichkeit. Er hats und darf sich doch Nichts nehmen, weil er sichs immer selbst verbeut; mehr als sich selbst, liebt er die Welt, verzehrt sich selbst und spart sein Geld. 4. Wie ungetrübt verfließt dagegen mein Leben bei Genügsamkeit! Gibt mir mein Gott nur Einen Segen, bin ich schon voll Zufriedenheit und denke: Gott gibt jeden Tag mehr, als ein Kaiserthum vermag. 5. Ein Geizhals gehet zum Verderben, weil er nach Geld und Gut nur strebt; ich aber kann mit Freuden sterben, weil an der Welt mein Herz nicht flebt. So fährt die Seele selig hin, wo ich bei Gott der Reichste bin. 3. Nicht in Besig von Schäßen und Gütern dieser Zeit laß meinen Ruhm mich seßen; sie sind doch bes Thoren Glück, verlassen Eitelkeit; sie sind doch nur uns im Tode und bleiben hier zurück. fre Würde verblendet meis 4. Nicht Stand und äunen Sinn! Wie oft zieht ihre Bürde den Geift zur Erde hin! Verdienst und Tugend sei allein der Ruhm, nach dem ich ringe! Nur er bleibt ewig mein. 5. Dich kennen, meine Pflichten mit Fleiß und Redlichkeit, mit Muth und Treu verrichten, wie, Herr, dein Wort gebeut, und überall mein Christenthum nach Jes fu Weiser Gebrauch der irdischen Güter. 333 su Beispiel üben, das sei ses eines Menschen Ruf, mein wahrer Ruhm! den Gott zur Ewigkeit erschuf? 6. Es sei, daß auf der Erde das Gute, das ich that, verkannt, vergessen werde; es bleibt doch stille Saat, die aufkeimt für die Ewig. keit; und, Herr, dein Beifall lohnet mich mit Bufriedenheit. 4. Der Geist erniedrigt unser Herz, erstickt die ed lern Triebe. Die Liebe für ein schimmernd Erz verdrängt der Tugend Liebe und machet der Vernunft zum Spott ein elend Gold zu deinem Gott. 5. Der Geiz, soviel er an sich reißt, läßt dich kein Gut genießen; er quält durch Habsucht deinen Geist und tödtet dein Gewissen und reißt durch schmeichelnden Gewinn dich blind zu jedem Frevel hin. Mel. Auf, Chriftenmensch 6. Um wenig Vortheil 444 Wohl dem, der wird er schon aus dir mit Meineid sprechen, dich zwingen, der Arbeiter Lohn unmenschlich abzubrechen; wird in dir der Wittwen Flehn, der Waisen Thränen widerstehn. 7. Wenn einst die ernste Wage du, Weltenrichter, nimmst und am Vergeltungstage der Thaten Werth bestimmst, dann müsse mets nem ewgen Geist des Himmels Krone werden, die mir dein Wort verheißt! beßre Schäße liebt, als Schäße dieser Erden! Wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Tugend reich zu werden, und in dem Glauben, deß er lebt, sich über diese Welt erhebt. 2. Wahr ist es, Gott verwehrt uns nicht, hier Güter zu besitzen. Er gab sie uns, doch auch die Pflicht, mit Weisheit sie zu nüßen. Sie dürfen unser Herz erfreun und unsers Fleißes Antrieb sein. 3. Doch nach den Gütern dieser Zeit mit ganger Seele schmachten, nicht erst nach der Gerechtigkeit und Got tes Reiche trachten, ist die 7. Wie könnt ein Herz vom Geize hart, des Wohl thunsFreuden schmecken und in des Unglücks Gegenwart den Ruf zur Hülf entdecken? Und wo ist eines Standes Pflicht, die nicht der Geiz entehrt und bricht? 8. Du bist ein Vater; und aus Geiz entziehst du dich den Kindern und lässeft dich des Goldes Reiz, ihr Herz zu bilden, hindern und glaubst, du habst sie wohl. bedacht 334 bedacht, wenn du sie reich, wie dich, gemacht. 9. Du hast ein richterlis ches Amt und du wirst dich erfrechen, die Sache, die das Recht verdammt, aus Habsucht recht zu sprechen; und selbst der Tugend größter Feind erkauft an dir sich einen Freund. Pflichten gegen uns selbst. 10. Gewinnsucht raubt dir Muth und Geist, die Wahrheit frei zu lehren; du schweigst, wenn sie dich res den heißt, ehrst, wo du nicht sollst ehren, und wirst um ein verächtlich Geld ein Schmeichler und die Best der Welt. 11. Erhalte mich, o Gott, dabei, daß ich mir gnügen Lasse, Getz ewig als Abgötterei von mir entfern und hasse! Ein weises Herz und guter Muth sei meines Lebens größtes Gut. Weiser Gebrauch der Lebenszeit. Mel. Wer nur den lieben Gott 445 D¹ u gabst mir, Ewger, die ses Leben nicht für den Augenblick der Zeit; du hast es mir, mein Gott gegeben zur Aussaat für die Ewigkeit. Hier ist der Vorbereitungsort, Bestrafung und Belohnung dort. 2. Du schenktest mir Verstand und Willen, die Wahrheit zu erkennen, Licht, Kraft, beine Vorschrift zu erfüllen, und lehrest selbst mich meine Pflicht. Für Tugend gabst du mir Gefühl und Freiheit, was ich wählen will. 3. Du gosfest zwar auf dieser Erde, viel Anmuth, Pracht und Schönheit aus und schmücktest durch dein mächtig Werde! auch meiner Seele irbisch Haus, gabst mir der Sinne fein Gefühl und auch dadurch der Freuden viel. 4. Doch einst muß ich dieß Leben schließen, weil dieß mein irdisch Haus zerbricht; drum soll ich zwar die Welt genießen, doch als genöß ich ihrer nicht. Ich soll der Sinne Lüste fliehn, wenn sie mich zu der Erde ziehn. 5. Der Freude soll ich oft nicht achten, so sehr sie auch luft, Ehr und Gold nicht die Sinne reizt; nach Wol trachten, wonach der Mensch so lüstern geizt; nie scheuen, was die Pflicht gebeut, und wär es auch voll Bitterkeit. 6. Dein Unterricht sei nicht vergebens! Gib, Vater, daß ich ihm getreu und beim Ges nusse dieses Lebens einst auch zu jenem tüchtig sei! Voll kommne Freude wohnt nicht hier, wohnt nur im Himmel, Gott, bei dir. 7. Wohl Weiser Gebrauch der Lebenszeit. 335 7. Wohl mir, wenn ich Nimm mit erkenntlichem es muthig wage, der gro- Gemüth der nahen Stunde Ben Hoffnung werth zu wahr: fie flieht! sein und diese turzen Uebungstage Gott und der Tugend ganz zu weihn, wenn nie mein Fuß den Pfad verliert, der mich zum bessern Leben führt! 2. Getäuscht von eitlen Kleinigkeiten, verlierst du deines Lebens Zweck, verschiebst dein Heil auf ferne Zeiten und wirfst so sicher Jahre weg. Bist du, zu fühner Sterblicher, des nächsten Augenblickes Herr? 8. Wohl mir, wenn ich den Hang zur Sünde, die Luß des Fleisches und der Welt und jede Lockung über winde, die meinem Herzen Neke stellt, wenn ich- o se liger Gewinn!- als Sieger dort gekrönet bin! 9. O gib mir deines Geis stes Stärke, der du inSchwachen mächtig bist, mir, der zu diesem großen Werke zu schwach und noch zu sinnlich ist! Das Eitle lehre mich verschmähn und auf das Ewige nur sehn! 10. Laß mich oft in ges sunden Tagen im Geist zu meinem Grabe gehn und da bei Freuden und bei Plagen auf dich und jenes Leben sehn, damit ich, mei ner Pflicht getreu, der höhern Freuden würdig sei. Mel. Wer nur den lieben Gott 446& eilt ber lepte von den Tagen die du hier lebest, Mensch, herbei; erkauf die Zeit und, statt zu klagen, sie sei zu kurz, gebrauch sie treu! 3. Ein ewig Glück einst zu besitzen, sollst du des kurzen Lebens Zeit als dei: ne Saatzeit weislich nüßen und thun, was dir der Herr gebeut. Er ruft dir menschenfreundlich zu: Sieh, Einst ist Noth! Was säumest du? 4. Drum eil und rette deine Seele und denke nicht: ein andermal! Sei wacker, bet und überzähle der Menschentage kleine Zahl. Sei. fromm und wandle vor dem Herrn, wär auch dein Ende noch so fern! 5. Mit jedem neugeschenkten Morgen erwecke dich zu dieser Pflicht! Sprich: dir, o Gott, ist nichts verbor gen, ich bin vor deinem Angesicht und will, mich deis ner Huld zu freun, mein Le ben gern der Tugend weihn. 6. Erleucht und stärke meine Seele, weil ohne dich ich nichts vermag. Du schenkst, daß ich mein Heil er= Pflichten gegen uns selbst. 336 erwähle, so huldvoll mir noch diesen Tag. Was ist doch eine Stunde werth, die deine Güte mir gewährt! 7. Wohl mir, wenn ich aus allen Kräften nach Gottes Reiche hier gestrebt, in Gott gefälligen Geschäften die Pilgertage durchge: lebt und einst im Glauben sagen kann: Du nimmst mich, Herr, zu Ehren an! 8. Mein sprachlos Flehn an meinem Ende hörst du dann, Herzenskündiger; in deine treuen Vaterhände befehl ich meinen Geist, o Herr. Er schwingt sich über Grab und Welt zu dir, wann seine Hülle fällt. tel. Wer nur den lieben Gott 20 447 Wo eilt ihr bin, ihr Lebens stunden? Zeit, edle Zeit, wo fleuchst du hin? Wie mancher Tag ist schon verschwuns den, seit ich der Erde Pilger bin! Ein großer Theil von meiner Zeit ist schon im Meer der Ewigkeit. 2. Ermuntre dich aus deinem Schlummer! Auf, auf, mein Geist, ermuntre dich! Dieß set dein Gram, dieß sei dein Kummer, daß mancher Tag umsonst verstrich! Den ungenüßten Augen blick bringt keine Reue dir zurück. 3. Der Thor durchlebet seine Jahre, eh er des Lebens Werth versteht; er na: het früher sich der Bahre, als er den Weg der Tugend geht. Was ist das Menschen leben werth, das ungenügt verüberfährt? 4. Mensch, sei ein Mensch, fang an zu leben, um nüßlich für die Welt zu sein; fang an, dem Guten nachzustreben, bring das Ver säumte doppelt ein; daß, wenn man deinen Leib begräbt, dein Werk und dein Gedächtniß lebt! 5. Sei nicht den kleinsten Zeitpunkt müßig, da du nicht deine Pflicht erfüllst; du haft den Tag nicht überflüssig, den du so frech verschwenden willst. Wiß, ein Verlust, der ewig reut, ist der Verlust der edlen Zeit. 6. Gib dir von einem je den Tage, den dir Gottschentet, Rechenschaft; durchdenk ihn, leg ihn auf die Wage: volbrachtest du ihn tugend: haft? Hast du nach Mög lichkeit gethan, was Gott von dir einst fordern kann? 7. Herr meines Lebens, sei doch künftig mein Heil und meines Lebens Kraft; so wandle ich als Mensch vernünftig, so leb als Christ ich tugendhaft; so dank ich dir in Ewigkeit für die mir hier verliehne Zeit. Mel. Genügsamkeit und Zufriedenheit. Mel. Wer nur den lieben Gott 448 Blick lick hin in die vergangnen Beiten, mein Geist, und sammle Weisheit ein, um, frei vom Dienst der Eitel: feiten, der Tugend dich al lein zu weihn. Nur sie schafft dir zu aller Zeit das wahre Glück: Zufriedenheit. 2. Dank ihm, dem Herrn, für alle Freuden, womit dich seine Huld erquickt; doch dank ihm auch für je des Leiden, das er dir liebreich zugeschickt. Denn Al les, was er an dir thut, ist weise stets, ist ewig gut. 3. Vergiß nicht, wie er dich beschüßte, wenn sich Gefahren dir genaht, dir schenkte, was dir wahrhaft nügte, oft eh ihn noch dein Flehen bat; und wie er oft dir mehr gewährt, als je dein Wunsch von ihm be4. Dent an die hinges floßnen Stunden, die der Alliebende dir gab. Sind fie in seinem Dienst verschwunden, dann schrecken dich nicht Tod und Grab, dann ist die hier verfloßne Zeit Gewinn dir für die Ewigkeit. 5. Doch blick auch voller Scham und Reue auf Fehler vorger Zeit zurück und lern aus ihnen beßre Treue und größre Sorge für dein 337 Glück, so werden Fehler, die dich reun, selbst Mittel dir zur Weisheit ſein. 6. Ermanne dich, dieß kurze Leben dem weisesten Gebrauch zu weihn; es ward vom Schöpfer dir gegeben, hier guten Samen auszüfireun, der reifend für die Ewigkeit am Tag der Aerndte dich erfreut. 7. Dann blickest du am Ziel der Zeiten mit Ruh in das Vergangne hin und freuest dich der Seligkeiten des Himmels mit entzücktem Sinn, der Wonne, die dort den umgibt, der hier sich treu im Guten übt. Genügsamkeit und Zufriedenheit. Mel. Wie groß ist tes Allmächt. 449 Du flagst und fühleft Beschwerden des Stands, in dem du dürftig lebst; du strebest glücklicher zu werden und siehst, daß du vergebens strebst. Ja, flage! Gott erlaubt die Zähren; doch denk im Klagen auch zurück: ist denn das Glück, das wir begehren, für uns auch stets ein wahres Glück? 2. Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter dem Men schen die Zufriedenheit, die wahre Ruhe der Gemüther P ist Pflichten gegen uns selbst. 338 ist Tugend und Genügsam keit. Genieße, was dir Gott beschieden, entbehre gern, was du nicht hast. Ein je der Stand hat seinen Frie: den, ein jeder hat auch seine Last. 2. Gott selbst hat dir dein Loos beschieden; nimms dankbar aus der Vorsicht Hand. Erfülle jede Pflicht zufrieden, die sie mit diesem Loos verband! Sie gibt dir munterkeit und Kräfte und nährt und stärkt sie väterlich. Sie brauchen, das ist dein Geschäfte, und ihr Ge brauch ist Glück für dich. 3. Hat Andern deines Vaters Segen mehr Güter anvertraut, als dir, darf dieß wohl deinen Neid er regen? Denk: wer ist Gott? und wer sind wir? Weiß er nicht besser, was dir nüßet und deinem Nächsten frommt, als ou? Wenn er dich nährt, regiert und schü pet, was fehlet dann noch deiner Ruh? 4. Du prangest nicht in hohen Würden; beneide nicht der Großen Glück! Sie seufzen unter schweren Bürden, und oft stürzt sie ein Augenblick. Dir ward In voriger Melobie. 450 ntebre nicht, kein Ueberfinß gewähret; mein Herz, mit Klagen den Gott, der dich zum Glück erschuf! Des Lebens Mühe zu ertragen und froh zu sein ist dein Beruf. Erdulde standhaft die Beschwerden, die teine Klugheit hindern kann; schaff nur, daß sie dir heilsam wünsch ihn auch nicht aus Selbstbetrug! Wer gern, was er nicht braucht, entbehret, der ist beglückt und reich genug. 5. Herr, der du mir zum frohen Leben, was ich be darf und mehr verliehn, laß eifrig sich mein Herz befire: 3. Gott ist der Herr und seinen Segen vertheilt er stets mit weiser Hand; nicht so, wie wirs zu wünschen pflegen, doch so, wie ers uns heilsam fand. Willst du zu denken dich erkühnen, daß seine Liebe dich vergißt? Er gibt uns mehr, als wir verdienen, und niemals, was uns schädlich ist. werden, und bete Gottes Willen an. 4. Verzehre nicht des Lebens Kräfte in träger Un zufriedenheit; besorge deines Stands Geschäfte und nüße beine Lebenszeit. Bei Pflicht und Fleiß sich Gott erge ben, ein ewig Glück in Hoffnung sehn, dieß ist der Weg zur Ruh und Leben. Herr, lehre diesen Weg mich gehn Genügsamkeit und Zufriedenheit. 339 Leben, freudenleer mein Stand, mein Loos; ist mein höchster Wunsch, mein Stre ben, reich zu sein, geehrt und groß, dann verfließen meine Tage mir in Mißmuth, Sorg und Plage. 2. Lernt ich mäßiger bes gehren, mäßiger im WünMel. Wer nur den lieen Gott ch 451 bin in meis schen sein, jest genießen, dann entbehren, o nem Gott zu frieden mit dem, was er zu meinem Theil an Glück und Unglück mir beschieden, sein weiser Rath sucht stets lich würd ich sein! Meine Freuden, meine Schmerzen fließen nur aus meinem Herzen. mein Heil. Ob er mir gleich oft widrig scheint, doch weiß ich, daß ers treulich meint. befireben, die Unzufrieden: heit zu fliehn! In Demuth laß mein Herz sich üben, Gott, deiner Güte sich zu freun; dich ehren, dir vertraun, dich lieben, müss ewig meine Wonne sein. 2. Er weiß allein, wo durch auf Erden sein großer Name für und für muß herrlich und gepriesen wer den. Erreicht er diesen 3weck an mir, so bin ich ruhig und vergnügt mit Allem, wie ers mit mir fügt. 3. Muß mir die Freudensonne scheinen, so dank ich fröhlich seiner Huld; muß aber ich in Trübsal weinen, so nehm ichs auch an mit Geduld. Denn das, was seine Weisheit thut, ist Alles ewig recht und gut. Güter schaffen nicht zufrie3. Hoher Stand und große denheit, wahre Ruhe der Gemüther wohnt nur bei Genügsamkeit, die mit Weis heit sich verbindet und ihr Glück auf Tugend gründet. 4. Gott vertheilet seinen Segen stets mit weiser Vaterband, nicht, wie wirs zu wünschen pflegen, nur wie er es heilsam fand. Auch mich hat er nicht vergessen, auch mein Theil mir zugemessen. 5. Ringet um der Tugend willen, Brüder, nach Zufriedenheit! Schwere Pflich zu hilft nur Geistesheiterkeit. Gram im Herzen tief verschlossen macht zu jeder Pflicht verdroffen. Mel. Herr, ich habe mißgehanbelt 6. Laß mich, Gott, in 452 heint mir freu meinem Leben redlich meine das und B2 kind 340 kindlich dir ergeben, fromm in deiner Fügung ruhn; und ein Blick auf ewge Freuden stärke dann mich auch im Leiden. Pflichten gegen Streben nach Herzensund Gewissensruhe. uns selbst. 4. Es ist und bleibt, wie's immer ist gewesen. Wer mag von Disteln Feigen lesen; und bringt der Dorn auch süßen Wein? Die Welt kann dir mit nichten geben, was sie nicht hat. Das rechte Leben hüllt fill in frommer Bruft sich ein. 5. In Gottes Gnade suche deinen Frieden. Wirst du das Göttliche behüten, dann hast du, was dich still erhält. Laß toben Schretken und Gefahren, du kannst nur Himmlisches bewahren. Das Andre aber, das zerfällt. In eigener Melodie. 453 Nicht icht auf den Höhn, nicht in den stillsten Gründen bist, süßer Friede, du zu finden, der Paradiesespalmen trägt! Dein Reich ist nicht der Welt Getümmel, du herrschest segnend in dem Himmel und in der Brust, die für ihn schlägt. In eigener Melodie. 2. Du weinst, o Mensch, 454 Beiß ich nur ein ruhiges Ge wissen, so ist für mich, wenn Andre zagen müssen, nichts Schreckliches in der Natur. dich treffen schwere Leiden; du ringest mit dem Druck der Zeiten vergebens, bist du nicht ein Christ? Hier weilen Kampf und Streit und Mühen; willst du ins Land des Friedens ziehen, so lerne, wo der Himmel ist. 3. Nicht Alle, die zu Christo sich bekennen, nicht Alle, die ihn Herr, Herr! nennen, sind würdig, auserwählt zu sein. Drum suchen Viele falsch hienieden in Gold und Ehre ihren Frieden und gehen nicht zum Himmel ein. 2. Dieß sei mein Theil! Dieß soll mir Niemand rauben. Ein reines Herz von ungefärbtem Glauben, der Friede Gottes nur ist Heil. 3. Welch ein Gewinn, wenn meine Sünde schwei get und Gottes Geist in meinem Geiste zeiget, daß ich sein Kind und Erbe bin! 4. Und diese Ruh, den Trost in meinem Leben, sollt ich für Luft, für Luft der Sinne Weiser Genuß der Lebensfreuden. 341 Glück, o Mensch, kann gröser sein? Sinne geben? Dieß lasse Gottes Geist nicht zu! 5. Mag auch die Pflicht, mich selber zu besiegen, die schwerste sein! Sie ist's; doch welch Vergnügen wird sie nach der Vollbringung nicht! 6. Welch Glück, zu sich mit Wahrheit sagen kön nen: ich fühlt in mir des Bösen Lust entbrennen, doch, Dank sei Gott! er schüßte mich! 7. Was kann im Glück den Werth des Glücks er höhen? Ein ruhig Herz verfüßt im Wohlergehen mir jeden frohen Augenblick. 8. Was kann im Schmerz den Schmerz der Leiden stillen, im schwersten Kreuz mit Frieden mich erfüllen? Ein in dem Herrn zufriednes Herz. wo9. Was gibt mir Muth, die nach so ängstlich niedre See len trachten? Ein ruhig Herz, dieß größte Gut. 10. Was ist der Spott, den ein Gerechter leidet? Sein wahrer Ruhm! Denn wer das Böse meidet, das Gute thut, hat Ruhm bei Gott. 11. Jm Herzen rein hinauf zum Himmel schauen und sagen: Gott, du Gott, bist mein Vertrauen! Welch 12. Sieh, Alles weicht, und du wirst sterben müssen; was kann alsdann dir deinen Tod versüßen? Ein gut Gewissen macht ihn leicht. 13. Heil dir, o Christ, der diese Ruh empfindet und der sein Glück auf das Bewußtsein gründet, daß Verdammlich's an nichts ihm ist! so 14. Laß Erd und Welt, chen, laß über mir den Bau kann der Fromme spre des Himmels brechen! Gott ist es, dessen Hand mich hält. Weiser Genuß der Lebensfreuden. Mel. Nun bantet Alle Gott 455 D¹, der to gene beglückt, Freuden uns bereitet, wie selig, wer, von dir, an Vaterhand geleitet, nur dann sich glücklich fühlt, wenn zu dir sich hält, und nur Vergnügen sucht, das dir, o Gott. gefällt. 2. Wie selig, wenn sein Geist zu dir, durch den er lebet, durch den er denkt und wählt, sich oft und gern erhebet; wenn er die Freude kennt, dir näher, Gott, zu 3 fein 342 sein, erstaunt sich deiner Macht und deiner Huld zu freun! Pflichten gegen uns selbst. 3. Wie selig, wenn er felbst der Erde kleinre Freuden mit Maaß und Weisheit wählt! Jhr Uebermaaß wird Leiden. Nach arbeitvoller Müh erquicket der Genuß; wer nur der Freude lebt, fühlt endlich Üeberdruß. 4. O gib, Allgütiger, gib, daß auch meine Seele, wenn sie nach Freude strebt, nie jene Freuden wähle, die uns dereinst gereun! Es schlage meine Brust, durch Laster Mel. Mache dich, mein Geift nie entweiht, nur für die 456 Viele Freuden hin 5. Laß meine Tage mich durch eitles Spiel nicht tödten; die Unschuld müsse nie vor meinem Scherz errö. then! Nach treu vollbrachter Pflicht darf ich der Ruh mich freun, doch keinen Augenblick den falschen Freuden weihn. 6. Vernunft und Tugend, feid Gefährten meiner Freu. den! Dem Schwelger will ich nie sein furzes Glück beneiden. Was mir an Reichthum fehlt, ersetzt Zufriedenheit; der frohsteSinn wohnt gern bei frommer Häuslichkeit. der Welt, zum Spielwerk nicht geboren. Erholung sei er mir! Es stärke mich mein Muth, des Guten mehr zu thun, so oft ich ausgeruht! 8. Nie soll durch meine Lust der arme Bruder leiden! Der Tag, der mich beglückt, sei ihm auch Tag der Freuden! Ist er verlebt, wohl mir, wenn er mich nie gereut! Nie scheid er ohne Dank für den, der mich erfreut! 7. Der Tag der Fröhlichkeit sei niemals ganz verloren! Ich ward zum Dienst auf den Weg des Lebens, Schöpfer, diesen Vaterfinn zeigst du nicht vergebens. Du erfreust unsern Geist, um ihn anzutreiben, stets dir tren zu bleiben. 2. O wie schön ist deine Welt und wie reich an Segen! Nur ein Thor, dem nichts gefällt, sinkt dem Gram entgegen. Was ist Noth, was der Tod gegen so viel Gaben, die den Weisen laben? 3. Uns, o Gott, gabst du Gefühl für den Reiz der Erde, daß der Lauf zum hohen Ziel uns erleichtert werde; und auch ich freue mich, denn du hast mir Leben und Gefühl gegeben. 4. Doch Weiser Genuß der Lebensfreuden. 343 getreu in den Taumel sinfen! Leite mich, daß ich dich auch in Freuden ehre und mein Heil nicht störe. 4. Doch ich soll des Lebens Lust menschlich nur ges nießen, meiner Würde mir bewußt, jeden Tag beschlies Ben. Deine Hand gab Vers stand, Triebe zu beschräns ken, die zum Bösen lenken. 5. Nie darf das Vergnügen mich meiner Pflicht ents locken, nie mich, Vater, ges gen dich und mein Heil verstocken. Wer vergißt, was er ist, und nur thies risch lebet, steht einst da und bebet. el. Gott bes Himmels und der 6. Ach, wie Mancher hängt 457 Bis der Tod ihm sein Herz fest an Erden: freuden! Und wie tobt in ihm der Schmerz, wenn sie von ihm scheiden! Gott, laß nie mich an sie ganz den Geist gewöhnen, nie den Sinnen fröhnen! winkt zum Grabe, danke seinem Gott der Chrift, dem die theure Seelengabe, Heiterkeit, verliehen ist, der auch nie sie frech entweiht, immer sich in Unschuld freut. 7. Wilde Freude kann gar leicht die Gesundheit schwä. chen. Dwie wird sich, wenn sie weicht, das Ge wissen rächen! Steh mir bei! Gott verleih, daß, wenn ich erfranke, doch mein Trost nicht wante! 8. Nur ein mäßiger Genuß stärkt des Lebens Kräfe te; er verscheucht den Ueberdruß, fördert die Geschäfte, und mein Geist, der dich preist, wird dabei getrieben, ewig dich zu lieben. 9. Gib denn, daß ich weise seit wenn mir Freuden wins ten! Laß mich nie, dir uns 10. Alle Luft der Sinne lichkeit wird vorüberfließen; nur was Geist und Herz erfreut, werd ich stets ges nießen. Guter Gott, laß im Tod, wann die Sinne schwinden, mich dieß Glück empfinden. 2. Er verzehret feine Kräfte nicht in unzufriednem Sinn; unter nüßlichen Geschäften fliehen seine Tage hin. Heitrer glänzt sein Angesicht im Gefühl erfüllter Pflicht. 3. Leichtsinn, der sich Freude nennet, aber von der Tugend gern sich im wilden Taumel trennet, blei bet von dem Christen fern, dessen heitrer fester Muth auf der Tugend nur beruht. 4. Wenn auch jedes Glück ihm schwände und die Erde freudenleer ihm vor seinen Augen stände, Hoffnung flieht 4 WA Pflichten gegen uns selbst. 344 flieht ihn nimmermehr; muthvoll geht an ihrer Hand er ins beßre Vaterland. 5. Stärke, Gott, auch meine Seele, daß sie sich zum Guten neigt; gib, daß ich den Pfad erwähle, den mir Jesu Lehre zeigt! Nichts stört meinen heitern Sinn, wenn ich fromm und weise bin. Mel. Mein erst Geschäft sei Preis 458 Daß unser Gott uns Leben gab, deß wollen wir uns freuen und von der Wiege bis ans Grab ihm unsern Dant erneuen. 6. Doch geben wollen wir auch gern, wie wir von Gott genommen, und ähnlich werden unserm Herrn zu dem dereinst wir kommen. 7. Wir schaun die Wunder seiner Hand aus unsern tiefen Fernen und wissen, unser Vaterland ist über jenen Sternen. 8. Auf unserm Leben schwimmt wie Schaum ein wenig Müh und Kummer. Das Leben ist ein Morgen: traum, der Tod ein kurzer Schlummer. 9. Wir sinken freudig in den Staub, der unsre Väter decket, und gönnen Würmern ihren Raub, weil Gott uns auferwecket. 2. Denn auch zur Freude gab uns Gott auf dieser Welt das Leben und hat verheißen nach dem Tod der Wonne mehr zu geben. 3. Die Frühlingswärme haucht sein Mund, und Kühlung wehn die Wogen. Am Mel. Was mein Gott will Himmel zeugt von seinem 459 Gott, immer groß an Bund der schöne Regenbogen. 4. Und Gärten, Wälder, Berg und Flur verkünden seine Gnade. Wir finden seiner Güte Spur auf jedem unsrer Pfade. 5. Drum tönnen wir bei frommem Fleiß getrost auf Segen warten. Von heitrer Stirne fließt der Schweiß herab auf Feld und Garten. Geduld und Gelassenheit im Leiden. Huld, du Geber meiner Freuden, behüte mich vor Ungeduld bei dieses Lebens Leiden! Auch sie verhängst du über mich nach ewig weisen Schlüssen; sie wer den mir, trau ich auf dich, zum Besten dienen müssen. 2. Ich raube mir durch Ungeduld selbst viele mei ner Freuden, verkenne deis Vater Geduld und Gelassenheit im Leiden. 345 mer Dulder, hier im Glauben! Noch so dunkel sei dein Pfad, lasse dir den Trost nicht rauben, daß nach dies fer Dunkelheit dich ein helles Licht erfreut! 2. Ausgerungen haben schon Viele, die im Glaus ben litten. Steh, sie stehn vor Gottes Thron, ihre Krone ist erstritten. Du, auch du wirst Sieger sein und dich bald der Krone freun. 3. Weislich hat des Vaters Hand manches Kreuz dir auferleget. Ihm ist deine Noth bekannt; er ist's, der dich liebreich träget. Väterlich ist sein Bemühn, dich zum Himmel zu erziehn. Vaterhuld, vermehre meine Leiden, vergeß oft des Bes rufes Pflicht und quäl mich jeden Morgen beim Man gel froher Zuversicht mit immer neuen Sorgen. 3. Mein banges unruh volles Herz, unfähig, sich zu fassen, wird sich dem Gram, demkleinsten Schmerz ganz trostlos überlassen, bekämpfet seinen Kummer nie; wünscht zwar ihn zu vermindern und sucht doch ohne Fleiß und Müh umsonst ihn zu verhindern. 4. Du, Bater, weißt, was mir gebricht, du ten nest meine Leiden. Wie leicht verwandeln sie sich nicht, wenn du es willst, in Freuden! Die Laft, die du mir auferlegt, fann mich nicht niederdrücken; wenn sie mein Herz nur willig trägt, wirst du mich bald beglücken. 5. Gott, deine Hülfe ist nicht fern, wenn man sich ganz dir weihet; du rettest tröstet, segneft gern den, der sich threr freuet. O laß mein bir ergebnes Herz auf diese Hülfe sehen, so werd ich auch im größten Schmerz durch dich, mein Gott, bestehen. 4. Es ist Liebe, wenn er dir Lebensglück und Freude schenket; es ist Liebe, wenn dich hier Angst und Schmerz und Kummer fränket. Gott ist Vater mild und gut; Lieb ist Alles, was er thut. 5. Lerne denn Gelassenheit, Unterwerfung und Vertrauen! Einst am Ziel der Brüfungszeit wirst du froh herniederschauen auf den Weg, der durch die Nacht dich ins Land des Lichts gebracht. 6. D dann fließet ihr nicht mehr, Thränen, die ihr hier gefloffen! Wie ein Strom Mel. Jesus, meine Zuversicht 460 Sãe beine Thrä- von oben her wird dann nenfaat, from: Troft ins Herz gegossen, und P 5 vor 346 Pflichten gegen uns selbst. vor dem verklärten Blick Sünde Lockung scheun? schwebt des Himmels ewges Wird nicht, wenn nie ein Glück. Schmerz dich rührt, dein schwaches Herz går leicht verführt? 7. Drum sei, Dulder, unverzagt; harr in deiner Nächte Grauen! Wann der große Morgen tagt, wirst du die Gefilde schauen, die dem Sieger offen stehn, und die Krone winken sehn. 8. Dort verschwindet alles Leid wie der Nebel vor der Sonne; vor dir liegt die Ewigkeit und das heilge Land der Wonne. In die Heimath gehst du ein, ewig selig da zu sein. Mel. Wer nur den lieben Gott 461 Wohltätig sind der Erde Lei den. Dieß glaube fest und murre nicht. Am Ende folgen ihnen Freuden; auf Nacht und Graun folgt Sonnenlicht. Drum dulde mit Gelassenheit und Muth die Leiden dieser Zeit! 2. Durch Leiden will dich Gott bewähren, entwöhnen von der Lust der Welt, zur Weisheit leiten und dich lehren, mit Ernst zu thun, was ihm gefällt; du souft mit kindlichem Vertraun auf ihn und seine Hülfe schaun. 3. Wirst du bei lauter Erdenfreuden und in des Glückes Sonnenschein so leicht der Thorheit Bahn vermeiden, so gern der 4. Was predigt stärker dir die Lehre: vergänglich ist die Lust der Welt, als wenn in Trübsal manche Zähre herab von deinem Auge fällt? Was lehrt dich mehr Abhängigkeit, mehr Demuth, Gottergebenheit? 5. Wenn alle deine Stüßen brechen, auf welche sich dein Arm gestüßt; wenn Krant: heit, Gram und Schmerz dich schwächen und Macht und Reichthum dich nicht schüßt, dann lernst du freudig Gott vertraun und nur auf seine Hülfe baun. 6. Ja, der Allweise schickt dir Leiden, damit er dich zur Tugend führt, schafft dir durch sie selbst künftge Freuden, indem er dein Gewissen rührt. Verehre seine Weisheit, Christ, die strafend selbst noch Güte ist! 7. Gott will, wie gute Väter handeln, durch weife Zucht dich auferziehn; gut sollst du und unsträflich wandeln, die Welt und ihre Lüste fliehn, dich bilden in der Prüfungszeit zum Leben der Unsterblichkeit. 8. So nimm in Demuth und Vertrauen den Kelch des Leidens willig an und walle Geduld und Gelaffenheit im Leiden. 347 und des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade; du, Herr, bist bei mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken. Der Herr wird Alles lenken, und was walle ohne Furcht Grauen auch auf der allerrauhsten Bahn! Ihr Ende wird dich einst erfreun und Wonne, Ruh und Friede sein. Mel. In allen meinen Thaten 462 gut ch hab in guten Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl. So will ich denn gelaſſen 463 mich auch in Leiden fassen: welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafft du gelinder, als es der Mensch verdient. Sollt ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ers geben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Menschen bauen; du hilfft und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sün: den erkennen und bereun! Jest hat mein Geist noch Kräfte, sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf Mel. Allgegenwärtiger, ich yn Trübfal, Chrift, sei unverzagt! Wann Schwermuth an dein Herz sich wagt, erheitre dein Ge müthe; du weißt, auch dich liebt väterlich der Vater aller Güte. 2. Kein Leiden kommt von ungefähr; dein Gott schickt dir es zu und er zeigt sich in seinen Wegen so groß von Rath, als groß von That und reich an Gnad und Segen. 3. Der dich in Jeſu Herzlich liebt, sucht, wann er dich durch Kreuz betrübt, das wahre Heil der Seele; weckt dich, daß nicht zu deis ner Pflicht dir Trieb und Eifer fehle. 4. Das Kreuz beugt Stolz und Uebermuth, erstickt der Wollust wilde Gluth, bricht die Gewalt der Sinne, er: weicht das Herz, daß Andrer Schmerz dein Mitleid leicht gewinne. 6 5. Auch Pflichten gegen uns selbst. 348 5. Auch übt das Kreuz dich in Geduld, erhöht den Werth von Gottes Huld, stärkt mächtig dein Vertrauen, lehrt im Verlust dich nun mit Luft aufs Un sichtbare schauen. 6. Der Leiden Zucht er hebt dich stets zu größrer Andacht des Gebets und stärket deinen Glauben. Weit minder kann Verführung dann dir deine Krone rauben. Mel. Herzliebster Jesn 7. 3war fört das Kreuz 464 in Hers, o Gott, oft deine mit bangen Thränen säest du und unter viel Beschwerden. Christ, hoffe doch! Es wird dir noch zur reichen Aerndte werden. in Leid und Kreuz, geduldig, das bin ich dir und meinem Heile schul dig. Laß mich die Pflicht, die wir so oft vergessen, täglich ermessen. 2. Bin ich nicht Staub wie alle meine Väter? Bin ich vor dir, Herr, nicht ein Uebertreter? Thu ich zu viel, wenn ich die schweren Tage standhaft ertrage? 3. Wie oft, o Gott, wenn wir das Böse dulden, er dulden wir nur unsrer Thorheit Schulden und nennen Lohn, den wir verdient be kommen, Trübsal der Frommen! 8. Verschmerzt ist bald ein irdisch Leid; kurz ist der Augenblick der Zeit; doch ewig, ewig währet dort dein Genuß ohn Ueberdruß, wie ihn der Geist begehret. 9. Auch bleibet stets dein Gott getreu, steht dir als Vater liebreich bei, sorgt, daß er dich erquicke. Er schafft dir Raft, daß deine Last dich nie ganz nieders drücke. 11. Durch Trübfal sind zu aller Zeit die Frommen in die Herrlichkeit, gleich Jesu, eingegangen. Denkst denn nur du in träger Ruh die Krone zu erlangen? 12. Ergebe dich denn gleich als sie; gleich ihnen bet und zage nie; denn Gott erhört dein Flehen. Bald weicht dein Leid; zu seiner Zeit wird dich dein Gott erhöhen! 10. Verbirgt er auch sein Angesicht, dieß raube deinen Muth dir nicht! Gott kann sein Kind nicht hassen. Wer ihn nur liebt, sich ihm er gibt, den wird er nicht verlaffen. 4. Ist Dürftigkeit, in der die Trägen klagen, sind Haß und Bein, die Stolz und Wollust tragen, des Schwel gers Schmerz, des Neids vermißte Freuden des Chris sten Leiden? 5. 3ft Geduld und Gelassenheit im Leiden. 5. Ist deren Qual, die deinen Rath verachtet, nach Gottesfurcht und Glauben nie getrachtet und die nun büßen ihrer Thorheit Freu den, chriftliches Leiden? 6. Doch selbst, o Gott, in Strafen unsrer Sünden läßt du den Weg zu unserm Heil uns finden, wenn wir sie uns, die Miſsethat zu haffen, züchtigen lassen. 7. Streb ich nur nach dem Frieden im Gewissen, wird Alles mir zum Besten die nen müssen. Du, Herr, regierst, und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle. 8. Ich bin ein Gast und Pilger auf der Erden; nicht hier, erst dort, dort soll ich glücklich werden; und was sind gegen euch, ihr ewgen Freuden, dieser Zeit Leiden? de, wenn ich als Christ gelassen leid und dulde, so kann ich mich der Hülfe der Erlösten sicher getrösten. 10. Ich bin ein Mensch, und Leiden müssen fränken; doch in der Noth an seinen Schöpfer denken und ihm vertraun, dieß stärket unsre Herzen mitten in Schmer349 bis hierher! zu dem Meere? Ist er nicht auch dein Helfer und Berather, dein bester Vater? 12. Willst du so viel, als der Alweise, wissen? Jest weißt du nicht, warum du leiden müssen; allein du wirst, was seine Wege waren, nachmals erfahren. 13. Er züchtigt uns, da mit wir zu ihm nahen, die Heiligung des Geistes zu empfahen und mit dem Trost der Hülfe, die wir merken, Andre zu stärken. tel. Wer nur den lieben Gott 9. Wenn ich nur nicht 465 Groß ist der Herr! mein Elend Die zen. 11. Schau über dich! Wer trägt der Himmel Heere? Merk auf! Wer spricht: 14. Das Kreuz des Herrn wirkt Weisheit und Erfahrung, Erfahrung gibt dem Glauben Muth und Nahrung. Ein starkes Herz steht in der Noth noch feste. Hoffe das Bestel tern vor seiner Gottesmajestät, wenn er in dunkeln Ungewittern, der Heilige, vorübergeht. Doch Liebe strömt aus seiner Hund in vollen Wolken auf das Land. 2. Vom Raum, wo sich der Halm entfaltet, bis zu der legten Sonn hinaus herrscht sein Geseß; als Vater waltet er durch das große Weltenhaus. Der Leben gibt und Freude schafft, mit Liebe waltet er und Kraft. 7 3. Was Pflichten gegen uns selbst. 350 3. Was dich auch drückt, Mel. Wann mein Stündlein mein Herz, er rettet! Ver 466 Wir trocknen un zu ist deine Er, der den Wurm im Lager bettet, der Gott verläßt den Menschen nicht. Der so viel gibt und mehr ver heißt, erhebe dankend ihn, mein Geist! 4. Vermiß dich nicht, mit ihm zu rechten; mit Demuth nahe dich dem Herrn! In trauervollen Mitternächten ist dir der Ewige nicht fern. Mit deinem Leiden, deinem Harm wirf seiner Huld dich in den Arm! 5. O schwinge dich empor vom Staube, verfinstern deine Tage sich; zu ihm blick auf und bet und glaube: versagend selbst erhört er dich; doch nie enthüllt die Ungeduld das heilge Dunkel seiner Huld! 6. Gott fehlet nicht! O Seele, thue, was dir gebührt, set fromm und gut! Versage dir nicht diese Ruhe; aus ihr erwacht der hohe Muth, der, wenn das Unglück uns umstürmt, uns rettet, trö: stet, hebt und schirmt. 7. Vertraue Gottes Vaterhänden, wenn er den frömmsten Wunsch versagt; was hier beginnt, wird dort vollenden, wo dir ein neues Leben tagt. Es ruhn im engen Raum der Zeit die Keime deiner Ewigkeit. ab; erhebet euch, Gefühle! Wir schauen vorwärts auf das Grab und weiterhin zum Ziele; und drückt uns auch die größte Noth, aus allen Leiden führt der Tod: wir wollen nicht verzagen! 2. Und wären wir auch noch so arm und hätten nichts als Sorgen und Mangel, Blöße, Frost und Harm und selbst kein Brod für morgen: zur Weisheit führt des Les bens Noth, und Glück und Fülle bringt der Tod: wir wollen nicht verzagen! 3. Und wären wir auch noch so krant: zur Tugend führen Schmerzen. Für jedes Leiden Preis und Dank! Erhebt euch bange Herzen! Durch immer wechselndes Geschick zieht Gott uns zu des Himmels Glück: wir wollen nicht verzagen! 4. Wir blicken auf so man ches Grab geliebter Menschen nieder, und manche Thräne rollt hinab, doch Eins erhebt uns wieder: Gott Lob, sie sind im Vaterland! Was hier zerstäubt, war nur Gewand: wir, wollen nicht verzagen! 5. Sie wandeln dort auf höhrer Bahn, sie blühn in neuer Jugend; wie frei ist nun ihr Geist von Wahn, wie Geduld und Gelassenheit im Leiden. 351 wie lauter ihre Tugend! dir leicht sein würden, erst Drückt uns auch mancher zur Felsenlast. Zagend Herz, heiße Tag; sie gingen vor, besieg den Schmerz! Drückt wir kommen nach: wir wol- die Bürde gleich den Schwalen nicht verzagen! chen: doch wirds Gott wohlmachen. 6. Das Leib, das schmerz lich uns zerreißt, veredelt die Gefühle; es stärkt und läutert unsern Geist und führt empor zum Biele. Wir trocknen unsere Thränen ab und schauen über Tod und Grab und wollen nicht vers jagen! 4. Du führst Christi Namen; treu ihm nachzuahmen, das ist deine Pflicht. Werde nicht erschüttert, wenn die Erde zittert und der Himmel bricht! Der steht fest, wer Gott nicht läßt. Laß rings um dich Wetter trachen: doch wirds Gott wohlmachen. dosle Mel. Jesu, meine Freude 467 Shrift, aus deinem Herzen banne Gram und Schmerzen! Fasse neuen Muth! Wenn schon Kreuz dich drücket: Gott, ists, der es schicket; was er schickt, ist gut. Wenn dich Noth ringsum bedroht, Sor gen stets mit dir erwachen: doch wirds Gott wohlmachen. 5. Herrlich ist die Krone, die der Christ zum Lohne seines Kampfs empfängt. Nur nicht selbst verschuldet und dann froh erduldet, was dein Gott verhängt! Steh als Held vor aller Welt! Mag sie deiner Hoffnung lachen: doch wirds Gott wohlmachen. 6. Dabei soll es bleiben! Nie will ich mich sträuben, Gott getreu zu sein. Stets, im Tod und Leben bleib ich ihm ergeben; ich bin sein, er mein. Was er will, sei stets mein Ziel! Er weiß alle meine Sachen ewig wohlzumachen. 2. Ist der Himmel trübe; wankt der Freunde Liebe; stehst du wie verwaist; schreckt mit jedem Tage eine neue Plage den bedrängten Geist; weicht das Glück auch stets zurück; scheints dich nie mehr anzulachen: doch wirds Gott wohlma. chen. In eigener Melodie. 3. Bürden abzunehmen, 468 Colt es gleich dazu dient kein Grämen; Gram sei dir verhaßt! Un geduld macht Bürden, die bisweilen scheinen, als verließ der Herr die Seinen, auch in Stürm und Pflichten gegen uns selbst. 352 und Finsterniß glaub ich doch: Er hilft gewiß! 2. Wird die Hülfe gleich verschoben, sieht er doch mein Leid von oben. Hilft Gott nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wenns nöthig ist. 3. Pflegen Väter stets zu geben, wonach ihre Kinder streben? Weis ist Gott; ich harre still; er gibt, wem und wann er will. 5. Laß den Feind mir bange machen: Gott, mein Schuß, wird für mich wachen! Schwer sei meines Kreuzes Joch: Gott, mein Vater, lebet noch. In eigener Melodie. 4. Kann ich, ist die Noth 469 Warum ſollt ich am größten, mich doch naher Hülfe trösten: er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. 6. Fließt so manche stille Thräne, wenn ich mich nach Ruhe sehne, jede, die mein Auge weint, zählt der treue Menschenfreund. 7. Werd ich gleich verfolgt vom Neide, leb mit Bösen ich im Streite, folgt mir Spott und Lästrung nach: Gott tilgt alle Noth und Schmach. Eitle lassen; Fürst und Bettler muß erblassen; Glüd verschlimmert, und der Tod führt den Dulder aus der Noth. 8. Will die Welt mich von sich freiben, muß mir doch der Himmel bleiben. Dort folgt Ruhe nach dem Krieg, und die Palme schmückt den Sieg. 9. Ich will gern das 10. Ach, Herr, wenn ich dich nur habe, fehlt mir keine gute Gabe! Aus der Welt durchs dunkle Grab führt zum Himmel mich deinStab. mich grämen? Hab ich doch Chri: stum noch. Wer will mir der nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 2. Nichts bracht ich in dieses Leben, da es mir einst allhier ward von Gott gegeben; Nichts nehm ich mit von der Erde, wenn ich sie nach vieler Müh einst verlassen werde. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein; Gott allein ist es, ders gegeben. Soll ich es ihm wiedergeben, geb ichs hin, preise ihn, blick aufs beffre Leben. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Bein, sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden, er wird wohl, wie er soll, all mein Unglück enden. # 5. Gott Geduld und Gelassenheit im Leiden. 353 Hirt, Chriftus, wird mich ohn Ende laben. 5. Gott hat mich bei gus ten Tagen oft ergößt; sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? Liebt er mich drum doch nicht minder; nie zu schwer züchtigt er seine treuen Kinder. 6. Stolz, Haß, Welt und ihre Rotten können mir Nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß sie spot. ten, laß sie lachen! Gott, mein Heil, wird in Eil sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, seinem Gott vertrauen. Was sollt er zu In eigener Melodie. schmerzlich finden? Selbst 470 Was Gott thut, den Tod hilft ihm Gott freudig überwinden. Das ist wohl gethan! Voll Weisheit ist 8. Kann mich doch der sein Wille. Ihn bete ich Tod nicht tödten, nein, er reißt meinen Geist aus viel tausend Nöthen, endet die ses Lebens Leiden und gibt mir einst dafür alle Himmelsfreuden. in Demuth an und halt ihm findlich stille. Er ist mein Gott, der in der Noth mich wohl weiß zu erhal ten; drum laß ich ihn nur walten. 9. O dann wird an höhern Schäßen Geist und Herz, frei von Schmerz, ewig sich ergößen. Bleibend Gut ist nicht zu finden in der Welt, sie enthält Güter, die verschwinden. 11. Herr, mein Heil, Quell aller Freuden, du bist mein, ich bin dein! Niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Her gen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, wo du mich und ich dich ewig werd umfangen. 10. Sind nicht dieses Le bens Güter Unbestand, eit: ler Tand, Lasten der Gemüther? Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Sein Wort kann ja nicht trügen, er führet mich auf rechter Bahn zum seligsten Vergnügen. Trost und Geduld gibt seine Huld, er wird mein Unglück wenden, es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er wird mich wohl bedenken; wenn ich mir selbst nicht helfen kann 354 fann, wird er mir Hüife schenken. Ja, seine Treu ist täglich neu; drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. Pflichten gegen uns selbst. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er ist mein Licht und Leben, der nie mein Unglück wollen kann; ihm will ich mich ergeben in Freud und Leid. Es kommt die Zeit, da öffents lich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken; weil mich zuleßt mein Gott ergößt mit süßem Trost im Her zen; da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Dabei will ich verbleiben. Es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, so wird Gott mich ganz väter lich in seinen Armen halten. Drum laß ich ihn nur walten. hilft in der Noth und züch tiget mit Maßen. Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, den will er nie verlaſsen. 2. Er ist mir Troft und Zuversicht, Ruh, Hoffnung Freude, Leben; drum, was er will, dem will ich nicht unmuthigwiderstreben. Sein Wort ist wahr: er hat mein Haar auf meinem Haupt gezählet! Des Höchsten Macht, die für mich wacht, gibt mir stets, was mir fehlet. 3. Wenn es sein Wille mir gebeut, das Leben zu verlassen, so will ich voll Ergebenheit in seinen Rath mich fassen. Dir, Gott, be fehl ich meine Seel in mei nen leßten Stunden; dein Sohn, o Gott, hat Höll und Tod für mich auch über wunden. allzeit! Sein Will der ist der beste. Zu helfen dem ist er bereit, der an ihn glau bet feste. Der treue Gott Mel. Wer nur den lieben Gott 472 Was ist mein der Erde? Ein Wechsel ists von Freud und Leid. Hier stört oft Unruh und Be schwerde mein Wohl und meine Heiterkeit; hier wohn ich noch in einer Welt, die 3n eigener Melodie. 471 Was mein Gott kein vollkommnes Glück ents hält. 2. Weß soll ich mich, o Herr, denn trösten? Nur deiner Huld. Du bist mein Heil und bleibst, wenn auch die Geduld und Gelassenheit im Leiden 355 die Noth am größten, doch allerrauhsten Wege blick meines Herzens Trost und fröhlich hin zur Ewigkeit; Theil und stehst nach dei- da wirst du, frei von aller ner Batertreu mir stets Bein, ganz selig, ganz zu mit Rath und Hülfe bei. frieden sein. 3. Du stärkst mir unter aller Plage, o Gott, auf mein Gebet den Muth, daß ich gelassen sie ertrage, und machest endlich Alles gut. Auf Kummer folgt zufried ner Dank, auf Klage froher Lobgesang. 8. So laß mich, Gott, stets dahin schauen und dann mit starkem Muth auf dich auch in der größten Noth vertrauen! Du bist bei mir, dieß stärke mich! Wer des sen stets versichert ist, der lebt und stirbt getroft als Christ. 4. Erwarte nicht beständge Freuden, mein Geist, in deinem Uebungsstand; denn In eigener Belodie. bliebst du frei von allen 473 Herr, mein D Leiden, Treu erkannt? Vollkommne Ruh und Sicherheit ist nur ein Glück der Ewigkeit. Gott, den ich bin und lebe, gib, daß ich mich in deinen Rath ergebe; laß ewig deinen Willen mein, und was du thust, mir theuer sein! 2. Du, du regierst, mit Weisheit, Lieb und Stärke. Du, Herr, erbarmst dich aller deiner Werke. Was zag ich einen Augenblick? Du bist mein Gott und willst mein Glück. 3. Von Ewigkeit hast du mein Loos entschieden. Was du bestimmst, das dient zu meinem Frieden. Du wogst mein Glück, du wogst mein Leid, und was du schickft, ist Seligkeit. 4. Gefällt es dir, so müsse keine Plage sich zu mir nahn; gib mir zufriedne Tage. Allein verwehrts mein ewig Hell 5. Was bist du denn, o meine Seele, in deiner Noth so tummervoll? Vertraue Gott! Nur ihn erwähle zu deinem Troft: er schüßt dein Wohl. Einst dankst du ihm nach der Gefahr, daß er dein Gott und Retter war. 6. Er wird es sein! Ruf in Gefahren ihn gläubig nur als Helfer an! Er weiß dich mächtig zu bewahren, und da, wo Niemand helfen kann, fehlt ihm die Kraft zu helfen nicht, dieß stärke deine Zuversicht! 7. Befiehl dich seiner Vaterpflege, hoff und vertrau ihm allezeit! Auch auf dem 356 Pflichten gegen Heil, so bleibe nur dein Trost mein Theil. 5. Du gibst aus Huld uns dieser Erde Freuden; aus gleicher Huld verbängst du unsre Leiden. Ist nur mein Weh nicht meine Schuld, so zag ich nicht. Du gibst Geduld. 6. Sollt ich ein Glück, das du mir gabst, verlieren, und willst du, Gott, mich rauhe Wege führen, so wirst du, denn du hörst mein Flehn, mir dennoch eine Hülf ersehn. 7. Vielleicht muß ich nach wenig Tagen sterben. Herr, wie du willst! Soll ich den Himmel erben, und dieser ist im Glauben mein, wie kann der Tod mir schrecklich sein? uns selbst. 3. Die kleinste meiner Sorgen ist dem Gott nicht verborgen, der Alles sieht und hält; und was er mir beschieden, das dient zu meinem Frieden, wärs auch die größte Last der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Er den, um glücklich hier zu werden; die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig wie mein Geist besteht. 5. Was dieses Glück ver mehret, sei mir von dir ge währet! Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glüd verleget, wenns alle Welt auch schäßet, sei, Herr, mein Gott, mir ewig fern! 6. Sind auch der Krankheit Plagen, der Mangel schwer zu tragen, noch schwe rer Haß und Spott, so harr ich und bin stille zu Gott; denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh, o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, wenn Gott mich will bewahren? Und er, mein Gott, bewahret mich! 474 Mel. In allen meinen Thaten as ists, daß ich mich quäle? Harr Gottes, meine Seele, harr und sei unverzagt! Du weißt nicht, was dir nüßet; Gott weiß es und Gott schüßet, er schüßet den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh ich die Weit noch Mel. Schon ift der Tag fah. Eh ich mich selbst noch 475 Wenn gleich aus nannte, war er mir schon ternacht Gewitter um mich mit Hülfe nah. bligen, so zag ich nicht: mein Geduld und Gelassenheit im Leiden. 357 mein Vater wacht, er wacht ken, so laß mich wohl be und wird mich schüßen. Die denken: auch das set gut, Güte, die mich werden hieß, was Trübsal heißt! die den Bedrängten nie verließ, die wird mich nie verlaſſen. 2. Nicht ewig soll sie währen; oft werden unsre Zähren schnell von dir abge wischt. Und seufzen wir: wie lange ist meiner Seele bangel so wird mit Troft das Herz erfrischt. 2. Sein Auge schaut auf meinen Schmerz, und seine Blicke zählen die Sorgen, die mein armes Herz mit Sorg und Kummer quälen. Er fandte mir das Leiden zu, daß nicht mein Herz in stolzer Ruh des Ewigen vergeſſe. 3. Du wendest solche Bürden, die uns erdrücken würden, Gott, gnädig von uns ab. Du siehst bei unsern Plagen auch auf die Kraft zu tragen, die deine Hand uns selber gab. 3. Gesegnet sind die Lei den mir, die mich der Welt entziehen, mich lehren, Gott, allein zu dir nach Trost und Hülfe fliehen. Ich weiß, einst bringst du meinem Blick der Sonne sanftes Licht zurück, das Dunkel mir verhüllet. 4. Dein väterlich Bemühen will deine Kinder zies hen, zu thun, was dir gefällt. Du willst die Lüfte schwächen, den eignen Willen brechen, uns bilden für die beßre Welt. 5. Du willst den Eifer mehren, gehorsam dich zu ehren, mit Glauben und Geduld; daß, wenn uns Feinde hassen und Freunde uns verlassen, wir stets vertrauen deiner Huld. 10 6. Was will uns, Herr, auch scheiden von dir und jenen Freuden, die du für uns ersehn? Wir leben oder sterben, so wird uns, dei o nen Erben, des Himmels Wonne nicht entgehn. 7. 3u jenem bessern Leben willst du auch mich erheben: der Tod ist mein 4. Wie will ich dann, vom Schmerz befreit, Herr, dei ne Huld erheben; wie freudig dir selbst für das Leid Lob, Preis und Ehre ge ben! Wohl denen, die dem Herrn vertraun und ihre Hoffnung auf ihn baun! Nie werden sie zu Schanden. Mel. In allen meinen Thaten 476 W mich, o Gott, hienie den des Lebens Last ermüden, so stärke meinen Geist! Wann mich die Leiden krän: WA Pflichten gegen den Nächsten. 358 Gewinn. Muß gleich mein Leib verwesen, wird doch mein Geist genesen; er eilt zu seinem Schöpfer hin. 8. D drücke meinem Herzen bei Sorgen, Gram und Schmerzen dieß doch aufs tieffte ein: der, den du, Vater, liebest, kann, wenn du ihn betrübest, doch niemals unglückselig sein. Allgemeine Menschen liebe. 2. Einen Vater, Einen Gott, der uns alle liebet, der uns täglich unser Brod, Kraft und Freude giebet; der nicht nur mit Freundlichkeit schaut auf Fürsten, thronen, der auch segnet und erfreut die in Hütten wohnen. herzlich sollen wir uns einan der lieben; wohlthun, Elend mindern hier, Keinen je be trüben. 5. Brüder, nein, dieß Herz soll nie sich vor euch verschließen; immer will ich Sorg und Müh liebreich euch versüßen. Alle, alle Mel. Schwing dich auf 477 Heilig, heilig ist leben wir, um uns zu be glücken; und ihr seid nur theurer mir, wenn euch Leis den drücken. das Band, das die Menschen bindet; ist geknüpft von dessen Hand, der die Welt gegründet; ist geknüpft, daß besser mir feine Welt gefalle. Einen Schöpfer haben wir, Einen Vater alle. 3. Wohl mir! Auch auf mich, sein Kind, blickt er freundlich nieder. Nah und fern die Menschen sind alle meine Brüder. Froh und 4. Und ich fühlte keinen Schmerz bei des Bruders Leiden? Kalt und fühllos blieb mein Herz bei des Bruders Freuden? Und es sollt in meiner Brust Stolz und Haß entbrennen? Könnt ich dann wohl Gott mit Lust meinen Vater nennen? 6. Immer will ich, wie ich kann, sie euch helfen tra gen; kann ichs nicht, euch trösten dann, trösten, mit euch klagen. Dann sollt ihr an meiner Brust euren Gram verweinen, bis die Sonne neue Lust euch ins Herz wird scheinen. 7. D gewiß, dann werdet ihr froh den Vater preisen und auch Duldern gern mit mir hülfreich euch erweisen; werdet, süßer Trost! auch mich, wann mich Leiden drücken, mitleidsvoll und brüderlich trösten und er quicken. Mel. Allgemeine Mel. Jesus, meine Zuversicht uen 478 Menschenliebe. 359 dem, der sich bemüht, nüßwie er werden, sich der Menschheit Dienst zu weihn, auch im Kleinsten treu zu sein. und auch mir hat der Herr dieß vorges schrieben: euren Nächsten jollet ihr, als euch selbst, von Herzen lieben! Heilig sei uns allezeit, was der Herr uns hier gebeut! 2. Wir sind Bürger Einer Welt, Kinder Eines Vaters, Brüder, die er huldreich all erhält, alle Eines Leibes Glieder, die sein weiser Almachtsruf alle sich zu lie ben schuf. 3. Eine sterbliche Natur hat er allen uns gegeben und auch Eine Hoffnung nur, Hoffnung auf ein beßres Leben, wenn wir hier in dieser Welt redlich thun, was ihm gefällt. In eigener Melodie. 4. Und wir sollten uns 479 Menschenfreund, entzwein, lieblos uns einander hassen, uns, zu uns rer eignen Bein, Stolz und Neid beherrschen lassen? Wer kein Freund des Nächsten ist, ist fürwahr kein Mensch, kein Christ. 5. Was wir auch aus Gottes Hand reichlicher, als Andre, haben: Ansehn, Reich thum, hoher Stand, Leibesträfte, Geiftesgaben, Alles dieß befreit uns nicht von der Menschenliebe Pflicht. 7. Darum gib uns, Gott, ein Herz, voll von wahrer Menschenliebe, das an Andrer Freud und Schmerz Antheil nehm und gern das übe, was der Liebe Pflicht begehrt, wie sie uns dein Sohn erklärt. 8. Diesem großen Menschenfreund laßt uns alle ähnlich werden, daß wir hier mit ihm vereint, nach vollbrachtem Lauf auf Ers den, dort verklärt, auf ewig sein, seiner Lieb uns ganz erfreun! 6. Nein, der Gaben Unterschied knüpft das große Band auf Erden, und wohl Bilde bilde sich mein ganzer Sinn! Deine Sanftmuth, deine Milde neig auch mich zur Güte hin! Unwerth wär ich, dich zu kennen, liebt ich meine Brüder nicht, unwerth, mich nach dir zu nennen, wich ich von der Liebe Pflicht. 2. Wo du, Jesu, Menschen nahtest, folgte Wohlthun deiner Spur, wo du segnend Gutes thateft, in den Hütten, auf der Flur, än dem Lager kranker Brüder, wo du je nur hingeblickt, NIA 360 Pflichten gegen den Nächsten. blickt, kehrte Freud und Liebe dringet, ärndtet dau Hoffnung wieder und die Menschheit ward erquickt. 3. Menschenfreundlicher von Allen, Keinen hast du je verschmäht. Wer verirrt war und gefallen, wer um Trost zu dir gefleht, hat für alle seine Wunden, Herr, in deiner treuen Hand Rettung, Heil und Trost gefunden, Hülfe, wie er nirgends fand. ernden Gewinn. 7. Zwar der Wehmuth Zähr entfließet dem, der reiche Saat gestreut, wenn der Hoffnung Feld nicht sprießet, oder wenig Frucht ihm beut; doch des Segens seiner Güte freut er einst sich, wärs auch spät; endlich, Heil uns! steigt zur Blüthe, was die Liebe ausgesät. 4. Brüder, fommt in meine Arme; wer da leidet, mel. O Gott, du frommer Gott ruhe hier! Wenn ich sein 480 Gib mir, o Gott, erbarme, sich mein Gott von mir! Ohne Liebe ist kein Leber; liebend nur gleich ich dem Herrn; sein Verschonen, sein Vergeben, o mein Herz, stets üb es gern. das jeden Menschen liebet, bet seinem Wohl sich freut, bei seiner Noth betrübet; ein Herz, das Eigennuß und Neid und Härte flieht und sich um Andrer Glück als um sein Glück bemüht. 5. Ob mich auch mein Nächster kränket: Jesus, dent ich, litt wohl mehr. Ob er Böses von mir denket: besser will ich sein, als er. Wenn mir Jemand Gram bereitet, irrt vielleicht nur sein Verstand, und ich reich ihm, wenn er gleitet, den noch liebreich meine Hand. 6. Nimmer soll mein Herz ermüden, reiner Liebe sich zu weihn! O es schafft so füßen Frieden, wohlzuthun und zu erfreun! Wer nach Dank und Lohn nur ringet, hat schon seinen Lohn dahin; wen das Herz zur 2. Seh ich den Dürftigen, so laß mich gütig eilen, von dem, was du mir gibst, ihm hülfreich mitzutheilen; nicht aus dem eitlen Trieb, groß vor der Welt zu sein und mich verehrt zu sehn, nein, Menschen zu erfreun. 3. Dieß fei mein Gottes dienst! Auch unbemerkt von ihnen, müss Andern stets mein Herz mit Rath und Hülfe dienen! Mich treibe nicht erst Dank zu milder Wohlthat an; nein, was ich Brüdern thu, das set dir, Gott, gethan. 4. Gin Allgemeine Menschenliebe. 4. Ein Trunt, mit dem mein Dienst dem Durstigen begegnet; ein Blick voll Trost, mit dem mein Herz Bedrängte segnet; ein Rath, mit dem mein Mund in Kummer Andre stärkt; Nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Herr, unbemerkt. 5. Gilt wo ein boshaft Herz Unfrieden anzurichten, so laß mich sorgsam sein, der Brüder Zwift zu schlichten. Aus Schmähsucht kränke nie mein Mund des Ruh, er rühme sein Ver dienst, deck seine Fehler zu! 6. Die Rach ist dein, o Gott, du sprichst: Ich will vergelten. Drum laß mich stille sein, wenn Menschen auf mich schelten! Gib, daß ich dem verzeih, der mir zu schaden sucht, den liebe, der mich haßt, den segne, der mir flucht! 7. Doch laß mich nicht allein auf zeitlich Wohlergehen mit eingeschränktem Blick bei meinem Nächsten sehen! Noch stärker müsse mich sein ewig Glück erfreun, noch mehr sein See: lenheil mir angelegen sein. 8. Den, der im Glauben wankt, im Glauben zu bestärken; den, der noch sicher ist bei seines Flei sches Werken, von der vertehrten Bahn des Lasters abzuziehn, dazu verleih mir 361 Kraft und segne mein Bemühn. 9. Dheilige du selbst, Herr, meiner Seele Triebe durch deine Lieb und Furcht zu wahrer Menschenliebe! Wer nicht den nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein. Laß diese Wahrheit, Gott, mir stets vor Augen sein! Mel. Wer nur den lieben Gott 481 Vereinigt laktuns wirken, o Christen, füget Hand in Hand! Es schlinge sich um unsre Herzen der Menschenliebe sanftes Band; und Jeder liebe Recht und Pflicht, bis einst sein Aug im Tode bricht! 2. Wir sind ja Eines Vas terskinder, in jedem Stande vor ihm gleich, sind ohne Unterschied hier Brüder, wir mögen arm sein, oder reich. In Eintracht sollen wir uns freun, einander Hülf und Beistand sein. 3. So schlage denn für Menschenfreude, für Men schenwohl auch unser Hers! Und leidet irgendwo ein Armer, gemildert sei durch uns sein Schmerz! Sein heitrer, dankerfüllter Blick erhöhet unser eignes Glück. 4. Wonne, Menschen glücklich machen! O Wonne, Menschen glücklich sehn! Durch D 362 Durch sie wird Gottes schöne Erde dem Herzen noch einmal so schön. Ja, eine freudenreichre Pflicht, als Menschenliebe, gibt es nicht. Pflichten gegen den Nächsten. 5. Erscheint des Todes ernste Stunde dir, Menschenfreund, so naht mit ihr ein Engel Gottes und vera fündigt den Lohn der Mens fchenliebe dir. Des Grabes Nacht wird dir erhellt, du sätest für die beßre Welt. 6. Ja. Christen, wer sein Herz hienieden der wahren Menschenliebe weiht, der ftreut zueiner reichen Aerndte den Samen für die Ewigteit. Olaß uns diesen Samen streun, o laßt uns Menschenfreunde sein! Mel. Nuf Christenmensch! 3. Ein Heil ist unser ab ler Gut. Ich sollte Brüder hassen, die Gott durch sei nes Sohnes Blut so hoch erlaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich ver fühnt, hab ich dieß mehr, als sie, verdient? 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen! Ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du ver gibst, und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen hier gethan, den kleinsten auch von diesen, das siehst du, mein Erlöser, an, als hätt ichs dir erwiesen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch sein und dich in Brüdern nicht erfreun? 482 Jemand spricht: ich liebe Gott, und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott und handelt ganz dawider. Gott ist die Lieb und will, daß ich den nächsten liebe gleich als mich. 2. Wir haben Einen Gott und Herrn, sind Eines Leibes Glieder: drum diene deinem Nächsten gern, denn Mel. Kommt her zu mir wir sind alle Brüder. Gott 483 Du liebst, o Gott schuf die Welt nicht blos für mich; mein Nächster ist sein Kind, wie ich. 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den er: gehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, bie ihn flehen. Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist! Gerechtigkeit und Billig feit. und strafest den, der sie ents weiht, am nächsten Unrecht übet. Gerechtigkeit und Billigkeit. übet. Du bists, der Jedem seinen Lohn, ohn alles Anfehn der Person, nach seis 484 Richte nicht mit nen 2. Gerechter Gott, laß deinen Geist zu dem, was recht und billig heißt, stets meine Seele lenken! Nie komm es mir doch in den Sinn, aus schnöderHabsucht, um Gewinn des Nächsten Recht zu kränken! 3. Pflanz Redlichkeit in meine Brust und laß mich flets mit wahrer Luft der Liebe Pflichten üben. Ein Herz, das nur auf Unrecht denkt, nur Schaden sucht und Andre kränkt, wie kann das Brüder lieben? 4. Nie seufze Jemand über mich! Mein ganzes Herz bestrebe sich, dem Nächsten gern zu geben, was er mit Recht verlangen kann, und immerfort mit Jedermann in Einigkeit zu leben! 5. Laß mich beständig dahin sehn, mit Jeglichem so umzugehn, wie ichs von ihm begehre, damit ich keines Menschen Herz durch Druck und Härte je mit Schmerz und Kümmerniß beschwere! 363 Mel. Gott des Himmels und der Erde. 6. Herr, mit dem Maaß, womit ich hier dem Nächsten messe, wirst du mir dereinst auch wieder messen. Dieß reize mich zur Billigkeit und lasse mich zu feiner Zeit der Liebe Pflicht vergessen! wenn du Andre fehlen siehst! Groß ist auch der Fehler Menge, die du selber noch nicht fliehst. Set bedachtsam, richte nicht! Schonung ist des Christen Pflicht. 2. Siehst du stets die tiefern Gründe von des NächstenHandlung ein? Ist auch, was du tadelft, Sünde, oder trüget dich der Schein? Urtheilst du gewissenhaft, oder reizt dich Leidenschaft? 3. Hast du auch in seiner Jugend stets den Blick ihm, zugewandt, und die Feinde seiner Tugend, sind sie alle dir bekannt? Ach, was rechnest du ihm zu, daß er Mensch ist, so wie du? 4. Oft vollbringt er nur im Stillen, was vor Gott ihm rühmlich bleibt; fehlt auch oft mit Widerwillen, oft nur, weil thn Irrthum treibt; zeigt nicht Klugheit bei der Pflicht, aber Bosheit übt er nicht. 5. Christ, vergiß nicht zu bedenken, was dein Nächster fordern kann! Ach, wie würd es dich doch kränken, griff er deine Ehre an! Deiner schont ja auch der Herr; zeig dich nachsichtsvoll wie er! 6. Selbst bei wirklichem D2 Vers 364 Wohlthätigkeit und Barmherzigkett. Vergehen meide mit Bes du gütigster Berather in scheidenheit alles unbefugte Allem, was uns drückt! Schmähen, Härte, Spott Was wir hier Gutes haben, und Bitterkeit! Menschen sind einzig deine Gaben; freundlich decke du deines du bist's, der unser Herz Nächsten Fehler zu. erquict. 7. Mit dem reinsten Herzen biete ihm die Hand zu feinem Glück! Bringe, wenn du kannst, voll Güte aus der Jrre ihn zurück! Hüte selbst dich, wenn du stehst, daß du keinen Fall begeht! 2. Du läsfest von uns Sündern durch Undank nie dich hindern, uns segnend zu erfreun! Zu ewgen Se ligkeiten uns Sterbliche zu leiten, wird ewig deine Freude sein. 8. Sehe nicht des Nächften Leiden gleich als Strafe Gottes an! Gönne dem ers laubte Freuden, der sie noch genießen kann! Nie gib seinen frohen Sinn scheinbar frommer Schmähsucht hin! 9. Laß die Liebe dich befeelen, die nur ungern Argwohn hegt und, wenn Andre wirklich fehlen, ihre Fehler sanft erträgt! Mehre niemals ihren Schmerz, rühre, beßre nur ihr Herz! 10. Gott, der Richter aller Welten, richtet mit Gerechtigkeit. Jedem wird er einst vergelten, wie er lebt in dieser Zeit. Ueberlaß ihm das Gericht, richte du den nächsten nicht! Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit. Mel. In allen meinen Thaten 485 D¹ u aller Men schen Vater, 3. Wie groß ist deine Milde! Barmherzger Vater, bilde mein Herz nach dei nem Sinn! Daß ich der Noth der Armen mich wil lig mög erbarmen, nimm alle Härte von mir hin! 4. Gib, daß ich willig gebe, mich wohlzuthun be strebe, sowie mein Heiz land that, der göttliche Er barmer, den fein bedrängter Armer vergebens je um Hülfe bat. 5. Erhalt in mir die Triebe ber mitleidsvollen Liebe! Wie du mir Guts gethan, so laß um deinet willen mich Andrer Noth durft stillen, so oft ich sie nur stillen kann! 6. 3um Fleiß in guten Werken laß mich die Hoff nung stärken: vor dir, dem Herrn der Welt, der frohe Geber liebet, sei, was man willig giebet, ein Opfer, das bir wohlgefällt! 7. Laß Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit. 365 7. Laß mich hier reichlich fäen; denn das, was hier geschehen, folgt uns in jene Zeit. Wer hier den Nächsten liebet und sich im Wohl thun übet, der ärndtet dort die Seligteit. hat und sieht den Nächsten leiden und macht den Hungrigen nicht satt, läßt Nackende nicht kleiden, der über tritt die erste Pflicht und liebt dich, Gott der Liebe, nicht. Mel. Auf Christenmensch! 486 Wer dieser Er wohl bei ihm! den Güter 2. Wer seines Nächsten Ehre schmäht und gern sie schmähen höret, sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, und Nichts zum Beften lehret, nicht dem Verleumder widerspricht, der liebet seinen Nächsten nicht. 3. Wer zwar mit Rath, mit Trost, mit Schuß den Nächsten unterstüßet, doch nur aus Stolz, aus Eigennuß, aus Weichlichkeit ihm nüßet- nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht- auch der liebt seinen Nächsten nicht. gütig forscht, obs ihm ge bricht, auch der liebt seinen Nächsten nicht. 4. Wer harret, bis ihn anzuflehn ein Dürftger erst erscheinet, nicht eilt, dem Frommen beizustehn, der Verborgnen nicht 5. Wer Andre, wenn er sie beschirmt, mit Härt und Vorwurf quälet und ohne Nachsicht straft und stürmt, sobald sein Nächster fehlet, wie bleibt bei seinem Ungestüm, Gott, deine Liebe 6. Wer für der Armen Heil und Zucht mit Rath und That nicht wachet, dem Uebel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet, nur sorglos ihnen Gaben gibt, der hat sie wenig noch geliebt. 7. 3war du, mein Herz, vermagst es nicht, stets durch die That zu lieben. Doch bist du nur geneigt, die Pflichtgetreulich auszuüben, und wünscheft dir die Kraft dazu und sorgst dafür, so liebest du. 8. Ermattet dieser Trieb in dir, so such ihn zu beleben! Dentoft, Gott ist die Lieb und mir hat er sein Bild gegeben. Ja, Höchster, was ich hab, ist dein; sout ich, wie du, nicht gütig sein? mel. Gott des Himmels und ber 487 Seid barmherzig, D 3 Hö 366 Pflichten gegen höret, hört das heilige Ge: bot, das uns Jesus Christus lehret: seid barmherzig, feids wie Gott! Gebt, ſo wird euch auch gegeben, was euch noth ist, Heil und 2. So viel Menschen, so viel Brüder; Ein Gott ists, der uns erschuf. Wird sind alle Chrifti Glieder; allgemein ist Gottes Ruf. Seine Sonne läßt er scheinen so den Bösen, wie den Seinen. 3. Gleicht dem Vater im Erbarmen! Seid barmher. zig, seids wie er! Gebt den Dürftigen und Armen; was ihr gebt, empfängt der Herr. Helft und eilt auch ungesehen euern Brüdern beizustehen! 4. Hülfreich zu Bedrängten eilen, ihnen Schuß und Retter sein, Rummer lindern, Wunden heilen, wohl. thun, trösten und erfreun, und dieß thun aus edlem Triebe, das ist wahre Menschenliebe. 5. Herr, wir geben von dem Deinen, was wir geben; laß uns nie fühllos sein, wo Brüder weinen, unser Mitleid tröste sie, daß, wenn wir zu dir uns nahen, wir auch Trost und Hülf empfahen! den Nächsten. Sanftmuth, Friedliebe und Eintracht. Mel. Bestehl tu deine Wege 488 Nach frommer ben, mit Allen in der Welt, ists möglich, friedlich leben, dieß ists, was Gott gefällt. Doch dem nur kanns gelingen, der seinen Nächsten liebt, sich selbst weiß zu be zwingen, Beleidigung vergibt. 2. Nachgebend und gefällig, des Haders größter Feind, zeigt er sich stets ge sellig, erhält sich seinen Freund. Er sucht mit Ernst zu meiden, was seine Brüs der fränkt, weil er von sich bescheiden, von ihnen rühm lich denkt. 3. So oft fie Zwift er regen, so eilet er, den Streit mit Klugheit beizulegen, und stiftet Einigkeit. Der Ueber eilung Sünden entrüsten nie sein Herz, er läßt sie Nachficht finden und hemmt des Unmuths Schmerz. 4. Nie spottet er der Brüder, soviel er Witz bes sigt; und zürnet nicht gleich wieder, wenn sie ihr Zorn erhigt. Er freut sich ihrer Freuden, troßt und erbit tert nicht und hält sich stets bescheiden, wenn man ihm widerspricht. 5. So Sanftmuth, Friedliebe und Eintracht. 367 5. So Fried und Ein- Zorn entbrenne und mich tracht lieben und nie durch vor dir gar leicht durch Haß und Streit des Näch eigne Rache verwerflich fien Tage trüben, ist Pflicht, mache. die Gott gebeut. Sie, Herr, stets hoch zu schäßen, ihr ganz mein Herz zu weihn, fie nimmer zu verlegen, soll meine Weisheit sein. 4. Jch muß es wehmuthsvoll, ach, Herr, dir tlagen: mein stolzes Herz kann noch so wenig tragen; wie schwer weiß ich, wenn Andere mich hassen, mich recht zu faffen! 6. Mich selbst zu über winden, gib Eifer, Muth und Kraft; dann werd ich froh empfinden, welch Glück die Eintracht schafft. Von aller Noth geschieden, werd ich einst selig sein und mich in ewgem Frieden des Lohns der Liebe freun. 5. Vergib mir, Herr, und wende mein Verderben! Bei Zorn und Haß läßt sich dein Reich nicht erben, und jener Tag vergilt nach strengem Rechte dem harten Knechte. Versöhnlichkeit und Feindesliebe. err, 489 Mel. Herzliebster Jesu! deine Sanftmuth ist nicht zu ermessen. Wie viel hast du vergeben und vergessen! Ach, führe mir doch deine große Güte recht ju Gemüthe! 2. Du segneteft die dir, Erlöser, fluchten; du heiltest jelbst, die dich zu fangen suchten; du zeigtest stets bei deiner Feinde Toben der Sanftmuth 6. So hilf mir denn die Rachbegier ersticken! Laß sich dein Bild in meine Seele drücken! So werd ich mich versöhnlich finden lassen, nicht wieder hassen. 7. Flucht mir ein Feind, so gib, daß ich ihn segne und seinem Grimm mit Freundlichkeit begegne, daß mich das Böse, das ich dann empfinde, nicht überwinde. 3. Ach, glich ich dir, o Heiland! Jch betenne, daß 8. Verleih mir das um deiner Sanftmuth willen, so erb ich auch im Lande deiner Stillen die Seligkeit, wozu mich jenes Leben einst wird erheben. 490 ner, der bu Mel. Herzliebster Jesu! mein Verföhner, du ich noch oft von schnellem für mich littest und noch D4 zur 368 Pflichten gegen zur Rechten Gottes für mich bitteft, erweck in mir, du Muster wahrer Liebe, der Sanftmuth Triebe! 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergolten? Du schaltst nicht wieder, als man dich gescholten; du segnetest mit Wohlthun nicht blos Freunde, auch deine Feinde. 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen und doch von Rachgier gegen Andre brennen? ich follte feindlich Haß mit Haß vergelten und wieder schel ten? 4. Wie kann ich: Vater! zu dem Höchsten sagen und Groll im Herzen gegen Brüder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeihen, und Rache schreien? 5. Wer nicht vergibt, der wird für seine Sünden auch nicht bei dir, o Herr, Vergebung finden. Dein Jünger ist nur, wer wie du vergiebet und Feinde liebet. 6. So heilige denn meiner Seele Triebe, mein Heiden der wahren Liebe, daß nie die unglückselge Luft der Rache mich strafbar mache!! 7. Wenn Brüder sich an mir worin vergehen, so Lehre mich ihr Unrecht über sehen, und sollten sie mich den Nächsten. noch so bitter kränken, an dich nur denken. 8. Erwecke dann, o Herr, in meinem Herzen aufs neue das Gedächtniß jener Schmerzen, die du in dei nen schweren Leidenstunden für mich empfunden. 9. Laß mich mit Sanftmuth meinem Feind begeg nen, den, der mir flucht, voll Großmuth wie du segnen! Herr, mache gegen Alle, die mich hassen, mein Herz gelassen. 10. Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, als wird ich sonst mein gan zes Glück verlieren, o Herr, so laß mich, ihr zu wider stehen, auf dich dann sehen! 11. Du schüßest den, der redlich vor dir wandelt und überall nach deinem Vor bild handelt. Drum laß in Allem mich schon hier auf Erden dir ähnlich werden! Mel. Chriftus, der ist mein Leben 491 Nie will ich mies der wenn mir mein Haffer flucht, nie dem zu schaden suchen, der mir zu schaden sucht. 2. Ich will ihm sanft bes gegnen, nicht drohen, wenn er droht; schilt er, so will ich Versöhnlichkeit und Feindesliebe. 369 ich segnen: dieß ist des Herrn Gebot. 3. Mein Jesus, der Gerechte, vergalt die Schmach mit Huld; die Wuth ergrimmter Knechte ertrug er mit Geduld. 4. Sollt ich denn wieder schelten, da er nicht wieder schalt? nicht so den Haß vergelten, wie er den Haß vergalt? 5. Verleumdung dulden müssen, ist schwer; doch diese Pflicht wird leicht, wenn das Gewissen für meine Unschuld spricht. 6. Dieß will ich treu bewahren, so bessert mich mein Feind, lehrt weiser mich verfahren, indem ers böse meint. 7. Ich will die Fehler meiden, die er von mir ersann; auch die will ich bestreiten, die er nicht wissen kann. 8. Durch Huld will ich mich rächen, an ihm das Gute sehn und Gutes von ihm sprechen; wie könnt er länger schmähn? 9. Im Haß ihn zu er. müden, will ich ihm gern verzeihn und als ein Christ zum Frieden, zu Diensten willig sein. 10. Wenn, mich zu un tertreten, ihn Güte mehr erhigt, so will ich für ihn beten und Gott vertraun: Gott schüßt! Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit. Mel. Alle Menschen müssen 492 Laß mich, Höchs ster, danach streben, stets der Wahrheit Freund zu sein! Vor dir müssen Lügner beben und dein heilig Auge scheun; ja, vor deinem Angesichte werden sie beschämt zunichte, weil Verstellung, Trug und List dir, o Gott, ein Abschen ist. 2. Andern zu gefallen lügen, leeren Schwägern gleich zu sein und durch Heuchelei betrügen, Herr, das falle mir nicht ein! Wahrheit leit an allen Orten mich in Werken und in Worten; redlich sei des Herzens Grund, redlich sprech auch stets der Mund! 3. Die der Falschheit sich ergeben, sind vor dir, o Gott, ein Gräul, und ein unglückfelges Leben ist gewiß ihr künftig Theil. Hier schon trifft verdiente Schans de sie bei Redlichen im Lande;/ denn ein jeder Menschenfreund ist der Falsch heit Mänken Feind. 4. Schmäht mich ohne mein Verschulden der Vers D5 leum 370 Pflichten gegen den Nächsten. leumber Lästermund, Herr, so laß michs still erdulden; einst wird doch die Wahrheit kund. Darf ich ja nicht länger schweigen, meine Unschuld zu bezeugen, o so gib, daß stets dabei Herz und Mund voll Sanftmuth fei! 5. Daß du, Herr, an jes dem Orte Zeuge meines Wandels bist; daß kein einzges meiner Worte dei nem Ohr verborgen ist, dieß erwecke mein Gemüthe, daß ich mich vor Lügen hüte; denn du liebst den Wahrheitsfreund und bist aller Falschheit Feind. Mel. Befiehl bu beine Wege 493 Wohl dem, der richtig wan delt, der als ein Wahr heitsfreurd in Wort und Werken handelt und das ist, was er scheint, nie täuschet und nie schmeichelt, nie doppelzingig spricht, nie Redlichkeit blos heu chelt, nie Treu und Glanben bricht! 2. Wohl dem, der Lügen haffet, der, wie die Pflicht gebeut, fets seine Reden fasset und Spott und Drohn nicht scheut; die Wahrheit nie verleßet, weil er an je dem Ort es sich vor Augen feget: Gott merkt auf jedes Wort! 3. Wohl dem, der Gut und Leben, droht ihm Ge fahr und List, für Wahr. heit hinzugeben bereit und willig ist! Du, Gott, wirst thn erhöhen, wenn einst in ihrem Licht die Lügner schamroth stehen, enthüllt durch dein Gericht. 4. Herr, laß drum alles Lügen stets ferne von mir sein; behüte mich vor Trügen mit gleißnerischem Schein! Erinnre mein Ge wissen, du hassest Heuchelei, damit ich stets befliffen der Treu und Wahrheit sei! 5. Laß niemals mich ver sprechen, was ich nicht halten kann, mich nie Zusagen brechen, die ich einmal gethan; nie Leichtsinn mich verleiten und nie des Bei spiels Macht, als Wahrheit auszubreiten, was Schmähsucht nur erdacht! 6. Doch laß zu allen Beiten auch deiner Weis heit Licht, Herr, meine See le leiten, damit ich meine Pflicht mit Klugheit üb und wisse, wann ich für An drer Wohl, wann für mich reden müsse und wann ich schweigen soll! 7. Wenn je, um mich zu drücken, des Feindes Rath gelingt, wenn er mit bösen Tücken in Kümmerniß mich bringt, so stärke meine See le, daß sie nicht unterliegt und Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit. 371 und Alles dir befehle, durch den die Unschuld siegt! 8. Ein Herz voll Treu und Glauben, das, Gott, zu dir sich hält, das soll mir Niemand rauben. So kann ich aus der Welt einst mit der Hoffnung gehen, ich werde als dein Kind dich mit den Frommen se hen, die reines Herzens find. Mel. Allein Gott in der Höh 494 blidt hinauf zur Ewigkeit, empor vom Staube, Brü der! Was unsre Sinne nur erfreut, vergeht und kommt nicht wieder. Die Tugend blühet ewig schön; drum laßt des Lebens Pfad uns gehn, geleitet von der Tugend. 4. Wir sind nicht blos für diese Zeit Gefährten, Freunde, Brüder; im Reiche der Vollkommenheit begegnen wir uns wieder. Drum auf! bis Herz und Auge bricht, entweihet Recht und Treue nicht! Hinweg mit Trug und Lügen! 5. Es winde sich der Treue Bund um jedes Reich der Erde; die Treue schüße jedes Land und wohn an O jedem Heerde! Menschen, Brüder, brechet nicht, was Wortund Hand und Schwur verspricht! Hinweg mit je der Lüge! und Lügen! 3. Ach, Alles, was die Welt verleiht, enteilt, als hätt es Flügel; ein enger Sarg, ein Todtenkleid und ein bemooster Hügel ist hier des Menschen legtes Loos; fürwahr, drum ist der Mensch zu groß, für Weltgewinn zu lügen. 6. Hinauf, hinauf zur Ewigkeit, o blickt gen Himmel, Brüder! Im Reiche der Vollkommenheit begegnen wir uns wieder. Der Weg der Pflicht, der Wahrheit Bahn leit uns zum schönen Ziel hinan, und fern sei Lüg und Laster! 2. O was sind Schäße, was ist Geld, und wärens Millionen? Was sind die Reiche dieser Welt, was aller Reiche Kronen? Wer gäbe für der Welt Gewinn Mel. Werde munter mein des Herzens innern Fries 495 Ob wir sind, wie mit Trug ob wir reden recht und wahr, wie wir denken, wie wir's meinen, ist dir, Höchster, offenbar. Heilig, liebevoll und rein soll des Menschen Innres sein, und du wägst an jedem Orte jedes Menschen Herz unb Worte. 2. Herr, du gabest uns die Sprache; was uns deine D6 Huld 372 Huld verleiht, werde dir, der guten Sache und dem Menschenwohl geweiht! Un ser Ja und unser Nein möge fest und redlich sein! Wir sind deines Reiches Glieder, deine Kinder, wir sind Brüder. Pflichten gegen den Nächsten. 5. Zwar sucht mancher Bösewicht Redliche zu drükfen, weil ihr Freimuth straft und nicht schweigt zu sei nen Tücken. Aber dieses rückt sie nie aus der Wahrim heit Wegen; ihnen das wissen sie, dennoch Got tes Segen. Mel. Schwing dich auf zu 496 Redlichkeit! mit auf der Erde wandeln; redlich sein mit Herz und Mund, nach Gewissen handeln; sonder Trug und Heu chelet Recht und Wahrheit lieben und, entfernt von Menschenscheu, Recht und Wahrheit üben; 2. Dieser schönen Tugendpflicht sei mein Herz erge ben! Redlich, bis mein Auge bricht, redlich will ich leben; redlich, wenn die Welt mich sieht, redlich ohne Zeugen. Kann, was auch dem Tag entflieht, Gott, die Nacht verschweigen? Biedern. Wer näch eitlen Schäßen ringt, ringt nach Sorg und Plage; aber Redlichkeit nur bringt Muth und frohe Tage. 3. Finsterniß ist ihm wie Licht, Mitternacht wie Morgen. Oft bin ich der Welt, doch nicht meinem Gott verborgen. Was ich denk und thu, erspäht er am hellsten Lichte; und kein Lügengeist entgeht seinem Strafgerichte. 4. Meines Namens höch: ster Ruhm unter meinen Brüdern und mein liebstes Eigenthum sei der Ruf des 6. Menschenvater, Geld und Gut will ich gern verschmerzen; aber einen frohen Muth, Redlichkeit im Herzen, Redlichkeit in Wort und That und ein rein Gewissen laß mich auf dem Lebenspfad nie, o nie ver missen. 7. Ich will redlich sein, bis ich hier vollendet habe! Gute Menschen segnen mich dann noch einst im Grabe. Jn ihr Herz geschrieben bleibt meine Tugend im mer, und wenn auch mein Leib zerstäubt, stirbt mein Name nimmer. Gutes Beispiel. Mel, Gott Bater, an Erbarmen 497 Von dir, der meine Freuden schuf, ist auch mein heiliger Beruf, im Herzen und im Wan Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit. 373 Wandel rein und nüßlich in der Welt zu sein. Wer diese große Pflicht nicht ehrt, ist feiner wahren Freude wehrt. Tugend nur und Frömmigkeit! Gib selbst, o Gott, gib mir die Kraft zu dem, was Heil und Segen schafft! 2. Es war, o Vater, deine Hand, die mit den Mens schen mich verband. Ich follte redlich mich bemühn, auch sie zum Guten hinzuziehn; und leuchtet ihnen stets mein Licht, so fehlt mir deine Liebe nicht. 3. Wie groß ist jedes Beispiels Macht! O würd es fiets von uns bedacht, wie viel im Stillen um sich her es wirkt und täglich mehr und mehr die schwächern Herzen, die es rührt, zum Guten oder Bösen führt! 4. O wehe dem, der sorglos bleibt und kühn des Lasters Werke treibt, den nicht der Blick der Unschuld schreckt und aus des Lasters Taumel weckt; der selbst die Schwa: chen gern bedrückt und listig in sein Neß verstrickt! 5. Wie trostlos wird er einst sich sehn, wenn um ihn die Verführten stehn, und wenn nun jeder laut ihm flucht, ihm seine Qual zu mehren sucht, vor dir, o Richter, ihn verklagt und dann sein frecher Geist ver zagt! 6. Fern sei so schwere Schuld von mir! Ja, Va ter, ich gelob es dir! Mein Beispiel reize jederzeit zur Bescheidenheit. Mel. Wer nur ben lieben Gott 498 Von dir in dieſe Welt gerufen, stehn, Vater, alle Menschen hier auf niedern und auf höhern Stufen, und was sie haben, kommt von dir: du machest arm, du macheft reich, doch vor dir sind wir alle gleich. 2. Nicht Jeder hat, was Andre haben, und das ist Güte; denn du gibst dem diese, jenem andre Gaben, weil du als Vater Alle liebst. Es sollen Alle glücklich sein und jeder sich des Andern freun. 3. Beglücken und selbst glücklich werden, ist Aller Ruf, ist Aller Loos. Darum ist dieser hier auf Erden gering und arm, der reich und groß; der hat mehr Kraft, der mehr Ver stand und jener braucht, was der erfand. 4. Wer hat mich Andern vorgezogen? wer wieder andre Menschen mir? Du, Gott, durch freie Huld be wogen, denn alles Gute kommt von dir. Ich gab 07 dir 374 dir Nichts zuvor und ich bin Alles, was ich bin, durch dich. 5. Und ich, ich sollte nicht bescheiden und fern von al lem Stolze sein; ich den, der mehr empfing, benet den, mit ihm mich meines Glück nicht freun? Wär ich wohl, hätt ich mehr, als er, auch besser dann und seliger? Sie 6. Nein, gerne will ich Andre ehren, wie arm, wie niedrig sie auch sein. können meiner nicht entbeh ren; ich kann mich ohne sie nicht freun. Nähm Keiner meines Glücks sich an, wie Glückseligkeit wahrer Christen. Mel. Wie groß ist des Allmächt. 499& ntfernet euch, uns felge Spötter! Ihr zittert, wo der Fromme glaubt; mein Herz hat seinen Gott zum Retter und eine Hoffnung, die Nichts raubt. Ich sehe meinen Heiland leben; ich weiß, daß ich nicht sterben tann; weiß, mit verklärtem Leib umgeben, schau ich ihn einst im Himmel an. arm, wie hülflos wär ich dann! 7. Wer eitler Ehre gern entbehret und Tugend an Geringen gern erkennt und schäßet, der verebret der Niedern und der Hohen Herrn! Wohl ihm! denn mit Zufriedenheit lohnt Demuth und Bescheidenheit. Glückseligkeit wahrer Christen. 2. Was seid ihr, stolze Weltbezwinger, wenn euch die größte Hoffnung fehlt? Dem Höchsten seid ihr viel geringer, als euch derSklave, 8. Sie schmückt das Alter, gibt der Jugend Reiz, Lie benswürdigkeit und Werth; gibt Würd und Hoheit jeder Tugend, die eitlen Schim mer gern entbehrt. Sie sei, o Gott, mein Eigenthum, vor dir und vor der Welt mein Ruhm! den ihr quält. Wie kurze Zeit, mit wie viel Sorgen genießt ihr eurer Ehrsucht Raub! Man rühmt euch heute, haßt euch morgen; ihr waret Götter und seid Staub. 3. Was sind, Weltmenschen, eure Freuden, die Wollust, die euch trunken macht? Ein Chrift sollt euer Glück beneiden? Folgt es euch in des Grabes Nacht? Jhr rechnet mit erhißtem Blute des fernen Tages Wollust aus? Die nahe schreckliche Minute tilgt euer Glück auf ewig aus. 4. Jhr Glückseligkeit wahrer Christen. 375 4. Jhr seid dahin. Des Andre ängstlich sagen, nichts Christen Größe geht auf, Schreckliches in der Natur. besiegt die kurze Nacht, am Tage, da Gott eure Blöße zum Abscheu aller Augen macht. Der Tag macht Kö. nige den Knechten und Bettler den Monarchen gleich: der Tag gibt Adel dem Gerechten und macht des Christen Seele reich. 2. Wenn meine Sünde schweiget und mir dein Geist bezeuget, daß ich begnadigt bin; wenn mich dein Troft erquicket, so oft mich Trübsal drücket, wie unschäßbar ist mein Gewinn! 3. Sollt ich solch ruhig Leben für Luft der Sinne geben und dann die innre Pein, mich selber zu verklagen, in meinem Busen tragen? Groß würde meine Thorheit sein. 5. Ein Blick in meine Zu kunft treibet Verdruß und Angst aus meiner Brust; ein Herz, das nicht auf Er den bleibet, ist sich des Him mels stets bewußt. Kein Unglück kann mich niederschlagen; ich weiß, mein Glück entgeht mir nie; ich darf vor Feinden nicht verzagen; ich weiß, mein Tod entwaffnet sie. 6. Du leßte Stunde meines Lebens, die du den Christen heilig bist, ich warte nicht auf dich vergebens; ich thu, was deiner würdig ist. Du lehrst mein Leben mich genießen; du bist mein Lohn aus Gottes Hand. Wie sanft wird sich mein Auge schließen! Mein Geist erblickt sein Vaterland. 4. Sein eignes Herz bekämpfen und seine Neigung dämpfen, ist freilich schwere Pflicht, doch wenn wir uns besiegen, welch seliges Vergnügen gewährt der Pflicht Erfüllung nicht! 5. Nichts kann im Wohlergehen so unser Glück erhöhen, als ein geruhig Herz; das schaffet innre Freuden selbst in den größten Leiden und stillt in Schmerzen selbst den Schmerz. 6. Die Güter zu verachten, wonach die Thoren schmachten, was gibt uns dazu Muth? Was tröstet Gottes Kinder beim Spotte frecher Sünder? Ein ruhig Mel. In allen meinen Thaten 500 in rubiges Ge- Herz, dieß größte Gut. wissen laß, 7. 8u dir gen Himmel schauen, o Gott, und mit Vertrauen sich rühmen: ich bin dein; gezählt zu den Herr, mich stets genießen; denn hab ich dieses nur, so ist für mich in Tagen, wann 376 Glückseligkeit wahrer Christen. Erlöften, darf ich mich dei. ner trösten: welch Glück, mein Gott, kann größer sein! 8. Läßt du mich im Gewissen einst diesen Trost genießen, wann Alles von mir weicht, wann ich den Lauf vollendet und sich mein Leben endet, so wird mir selbst das Sterben leicht. 9. O laß zu allen Zeiten mich deine Weisheit leiten und mache selbst mich treu! Zum Fleiß in guten Werfen laß mich die Hoffnung stärken, daß Nichts dammlich an mir sei! verMel. Schon ist der Tag von Gott 501 ichäßbares Gut ist, Herr, ein gut Gewissen! Wer dieses hat, der hat auch Muth, wenn Andre zagen müssen. Sein ruhig Herz erzittert nicht; ihn schreckt kein Tod und kein Gericht, denn mit dir hat er Friede. 2. Sich deines Beifalls, Gott, bewußt, ruht er in deiner Gnade. Dein Friede ruht in seiner Brust; und wer ist, der ihm schade? Auf dich sieht er in aller Noth, womit die Zukunft ihn bedroht, ihn tröstet deine Vorsicht. 3. Trifft ihn auch hier zuweilen noch das Gift der Lästerzungen, wird seines Herzens Ruhe doch dadurch nicht ganz bezwungen. Ge nug, er weiß davon sich rein und flieht auch sorg: sam bösen Schein. wird die Unschuld retten. 4. Sein Geist sieht mit Zufriedenheit der künftgen Welt entgegen. Die gibt ihm Muth und Freudigkeit auf allen seinen Wegen. Denn dort macht selbst, o Herr, dein Mund, den wahren Werth der Menschen fund, da wird der Fromme siegen. 5. So hilf denn, daß ich mir zum Heil ein unver leßt Gewissen, des Lebens haben zu fei befliffen. Mit dir, Gott, ausgeföhnt zu sein; dein heilig Recht nicht zu ent weihn, das sei mein größter Eifer! 6. Gib, daß ich des Gewissens Spruch als deine Stimme ehre und immer aufmerksam genug auf seine Warnung höre. Erinnerts mich an meine Schuld, so laß mich, Vater, deine Huld voll Reu und Glauben fu chen! 7. Mit deiner Gnade tröste mich und stärke meine Seele, daß sie vor Sünden hüte sich und nie aus Vorsaß fehle. Denn wer nur reines Herzens ist, hat im mer Glückseligkeit wahrer Christen. 377 mer dich durch Jesum den schwersten Kampf ge Christ, Alwissender, zum ftritten. Gib, wenn ich erTroste. mattet bebe, daß mich deine Kraft belebe! Hilf mir wachen, tämpfen, siegen! Friede lohnet nach den Kriegen. Mel. Schmücke dich, o liebe S. 502 Vom Geräuſch geschieden, schmed ich des ErMel. Wer nur den lieben Gott lösers Frieden und die Freu: 503 Wenn ich ein gut de schon auf Erden. Herr, mit dir vereint zu werden. Diese Welt mit ihren Sünden seh ich unter mir ver: schwinden und das Heil von jenem Leben den entzückten Geist umgeben. 2. D, was achten weise Christen jenen Reiz von niedern Lüften, jenen Glanz der eitlen Freuden und des Lebens turze Leiden, wenn fie schon im Geist am Throne deiner treuen Streiter Krone und den hohen Lohn erblik ten, der sie dort einst wird entzücken! 3. Mag doch Trübsal mich umstürmen, deineHuld wird mich beschirmen. Kurz nur sind des Jammers Pfade; ewig währt der Lohn der Gnade. Mit des Dankes fillen Zähren will ich deinen Rath verehren, unter keiner Bürde sinken und den Kelch in Ruhe trinken. 4. Du hast selbst der Menschen Plagen, Heiland, voll Geduld ertragen, taus sendfäches Leid gelitten und so hab ich große Seligkeit; es ist des Himmels beste Gabe, das höchste Glück in dieser Zeit, in Freud und Leiden gibt es hier die wahre Ruh der Seele mir. 2. Ich bebe nicht, wenn Sünder beben, daß Gott gerecht und heilig ist. Mein Herz gibt Zeugniß meinem Leben, daß ich gewandelt als ein Chrift, des göttlichen Berufes werth, der mich im Himmel wandeln lehrt. 3. Getroft wag ichs vor Gott zu treten und ihn voll Glaubensfreudigkeit als meinen Vater anzubeten, der, was ich habe, mir vers leiht und jedem Heil und Segen gibt, der ihn von Grund des Herzens liebt. 4. Mit Muth trag ich des Lebens Leiden; sie sind ein herber Augenblick; doch des Gewissens innre Freuden sind süßer, als der Erde Glück; und was tann hö hern Troft verleihn, als ohne Schuld im Leiden sein! 5. Die 378 5. Die Freudigkeit in mei nem Herzen verbreitet sich auf mein Gesicht; sie ist mein Labsal in den Schmerzen und in der Finsterniß mein Licht: sie macht getroft, wenn eine Welt erzittert und in Trümmer fällt. Glückseligkeit wahrer Christen. 6. Der bangen Todes furcht entwöhnet, eil ich der letten Stunde zu; dem Leis be, der nach Rast sich sehnet, zeigt sich im Grabe sanfte Ruh, indem mein Geist, der Gott belebt, zu seinem Ursprung sich erhebt. 7. Und droht mir ja noch einge Sünde, mein Hei land gibt mir Trost und Muth; ich weiß, daß ich stets Ruhe finde in der Versöhnung durch sein Blut; er, der für mich gebünet hat, tilgt alle meine Missethat. 8. D Seele, darum sei be: flissen, daß Frömmigkeit und Heiligkeit dir immerdar ein gut Gewissen und Glaubenszuversicht verleiht. Und du, mein Gott, regiere mich! Denn, o was könnt ich ohne dich? 504 Mel. Herzliebster Jesu! en wird, o Gott, die Wonne der Erlösten nach dieses Lebens furzemKampfe trösten? Wen schmückt im Himmel einst vor deinem Throne des Mittlers Krone? 2. Wer heilig wird, wer, abgewandt vom Bösen, sich von der Sünde Herrschaft läßt erlösen; wer an den Sohn glaubt, seinen Herrn ihn nennet, ihn frei bekennet; 3. Wer deine Wahrheit unter Adams Kinder ver breitet, sie erleuchtet und die Sünder durch Thaten reizt, mit einem bessern Leben dich zu erheben; 4. Wer, was er glaubt, gewissenhaft auch übet, die Menschen all als seine Brüder liebet, nicht lästert, sie nicht kränkt und stolz sich blähet und keinen schmähet; 5. Wer Sünden haffet und doch mit den Sündern Mitleiden fühlet und an deinen Kindern die Gottesfurcht und ihre Gaben ehret, hält, was er schwöret; 6. Wer nicht der Brüder Ruhm und Glück be neidet, selbst reich, die Ar men speist, die Nackten klei det, froh, ohne Wucher auch mit milden Gaben genügt zu haben; 7. Wer züchtig in Ge danken, teusch auch lebet: wer seines Werthes sich nie überhebet, im Glücke mä ßig, gütig und bescheiden, getrost im Leiden; 8. Den wird, o Gott, die Glückseligkeit wahrer Christen. 379 die Wonne der Erlöften thes sind auf Erden in nach dieses Lebens turzem Beschwerden unsre Seelen. Rampfe trösten, den schmückt Herr, was kann bei dir im Himmel einst vor dei uns fehlen! nem Throne des Mittlers Krone. 4. Es bleibet zwar der hohe Werth der Gnade, die uns widerfährt, verborgen hier auf Erden. Doch wann der Herr vor aller Welt in Majestät Gericht einst hält, dann wird er sichtbar werden. Alsdann sieht man ihn mit Kronen uns belohnen als die Seinen, ewig uns mit ihm vereinen. Mel. Mein ganzer Geift, Gott 505 Wie groß ist unfre Ses ligteit, o Gott, schon in der Prüfungszeit, selbst un ter viel Beschwerden, wenn unser Herz sich dir ergibt und treu in Jesu Dienst sich übt! Wie groß wird fie einst werden, wenn sich herrlich jenes Leben wird anheben, wo man Freuden ärndtet von der Saat der Leiden! 5. Wie glücklich, Gott, sind wir alsdann! Wie viel hast du an uns ge than! D laß uns unsre Würde vor Augen haben jederzeit, so tragen wir mit Willigkeit der kurzen Leiden Bürde. Herr, gib den Trieb in die Seelen, dich zu wählen und im Leben uns dir gänzlich zu ergeben. 2. O wie erhaben ist das Recht, das du uns schenkteft, dein Geschlecht und Bundesvolk zu heißen! Bei dir ist unser Baterland; und wer will deiner starten Hand, Allmächtger, uns entreißen? Wenn wir Mel. Schon ist der Tag von Gott gleich hier müſſen streiten 506 Wie heiter fließt zu schwach uns finden, hilfst du uns doch überwinden. 3. Du deckest unsre Schulden zu, gibt unsern Seelen wahre Ruh und stärtest uns mit Freude. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm, wir sein erkauftes Eigenthum und Schafe sei ner Weide. Gutes Mumein Leben hin und jeder meiner Tage, wenn ich dir, Gott, ergeben bin, der Sündenlast entsage, von jeder bösen Neigung frei und deiner heilge Vorschrift treu, rechtschaffen denk und handle. 2. Sanft führt dann deine Vatertreu mich auf des Lebens Wegen; mit jedem More 380 Glückseligkeit wahrer Christen. Morgen wird sie neu zu hen Freuden viel. Was reicherm Heil und Segen. hilft es mir, wenn ich auch Du, dessen Allmacht mich Welten gewinne? Vergäng beschüßt, gewährst mir Al- lich ist jedes Vergnügen les, was mir nüßt, lenkst der Sinne. Nur Freuden Böses selbst zum Guten. der Tugend entfliehen mir nicht; sie bleiben, wenn Alles auch wanket und bricht. 3. Dich kennt, dich liebt, dir traut mein Herz, wie könnt ich je verzagen! Ichdulde standhaft jeden Schmerz: du hilfft die Last mir tragen. Verlassen kannst du, Gott, mich nicht: stets warst du meine Zuversicht; du wirft es ewig bleiben. 4. 2. Die Natur streut Luft und Wonne jedem in den Pilgerlauf: aber schöner geht die Sonne für den Freund der Tugend auf. Ihm strahlet von Sternen ein höhres Entzücken; ihm pflegen die Auen sich schö ner zu schmücken. Die ir dischen Gaben sind Labfal ihm nur; drum beut sie ihm süßer die holde Natur. Wenn deine Gnade mich erquickt und Ruh ins Herz mir sendet; Gott, wenn dein Friede mich be glückt und keine Reu mich fränket, wie selig bin ich dann in dir! Wie ahn und fühl ich dann schon hier des Himmels hohe Freuden! 5. Die Bahn der Tu gend und der Pflicht führt hin zum ewgen Leben! O Gott, mein Gott, ich zweifle nicht, du wirst zu dem Bestreben, sie treu zu wandeln, deine Kraft, die alles Gutes wirkt und schafft, mir Schwachen nicht versagen! Mel. Eins ist Noth, ach 507 Lieblich sind der Tugend Pfade, Heil des Himmels ist ihr Ziel. Hier empfind ich Gottes Gnade und der ho3. Furchtlos und mit sich im Frieden geht er seine hohe Bahn. Keine Last tann ihn ermüden, täuschen ihn kein eitler Wahn. Ihn leitet die Wahrheit durchs Lebensgetümmel; sein Sinn und sein Wandel ist schon in dem Himmel. Ihm folget der Beifall der Edlen und Ruh strömt ihm von dem Throne des Ewigen zu. 4. O wer wollte diese Freuden, diese Seligkeit verschmähn? Wer nicht selbst im tiefsten Leiden auf der Bahn der Tugend gehn? Wenn oft auch die Kräfte des Pilgers ermatten; bald laben Glückseligkeit wahrer Christeu. laben ihn wieder sánft fühlende Schatten. Drum muthig, ihr Christen! Das Ziel ist nicht fern. Uns winket ein Vorbild; o folget dem Herrn! Mel. Der unsre Menschheit 508 mein Glaub ift freuden schmeckt mein Herz. Le5. Bin ich gleich schwach, so trag ich doch nicht mehr der Sünden schimpflich Joch in meinem Lauf auf Erden. Die Tugend ist mir süße Pflicht, und wenn ich gleich hienieden nicht ganz frei von Fehlern werde, so ist mein Trost: Gott hat Ge duld und straft mich nicht nach meiner Schuld. bens Ruh und führt mich deinem Himmel zu, o du, an den ich glaube! Ach, gib mir, Herr, Beständigkeit, daß diesen Trost der Sterb. lichkeit nichts meiner Seele raube! Tief präg es meis nem Herzen ein, welch Glück es sei, ein Christ zu sein! 2. Du haft dem sterb: lichen Geschlecht zu deiner Ewigkeit ein Recht durch deinen Tod erworben. Zum Staube fehrt zurück der Staub; mein Geist wird nicht des Todes Raub, du bist für mich gestorben. Mir, der ich dein Erlöfter bin, ist dieses Leibes Tod Ge winn. 381 4. Was seid ihr Leiden dieser Zeit mir, der ich je ner Herrlichkeit mit Ruh entgegenschaue? Bald ruft der Herr und ewiglich be lohnet und erquickt er mich, weil ich ihm hier vertraue; bald, bald verschwindet als ler Schmerz und Himmels3. Ich bin erlöst und bin ein Chrift; mein Herz ist ruhig und vergißt die Schmerzen dieses Lebens. Ich dul de, was ich dulden soll, und bin des hohen Trostes voll: ich leide nicht vergebens. Gott selber mißt mein Theil mir zu, hier kurzen Schmerz, dort ewge Ruh. 6. Der du den Tod für mich bezwangst, der du mich, Mittler, aus der Angst, die ich verdient, gerissen, dir, dir verdank ich meine Ruh; du heilest meine Wunden zu; du stillest mein Gewissen; und fall ich noch in meinem Lauf, so richtest du mich wieder auf. 7. Gelobt sei Gott! Ich bin ein Christ, und seine Gnad und Wahrheit ist an mir auch nicht vergebens. Ich wachs in meiner Heis ligung, ich spüre täglich Besserung des Herzens und des Lebens. Ich fühle, daß des Geistes Kraft den neuen Menschen in mir schafft. 8. Dank 382 Glückseligkeit wahrer Christen. 8. Dank sei dir, Jesu, Hoheit dieser Welt; das Dank und Ruhm! Mich Christenthum ist sein Be lehrt dein Evangelium fest hüter, daß er durch sie nicht glauben, hoffen, lieben! wankt und fällt; fein irdisch Es macht mich ruhig; es Gut ist ihm ein Reiz zu erfreut und führet mich zur Wollust, Ueppigkeit und Seligkeit; drum will ichs Geiz. willig üben. Hier rühm ich meines Glaubens mich; für ihn preis ich dort ewig dich! 5. Gerührt durch Milleid und Erbarmen beim Anblick seiner Brüder Noth, deckt er die Blöße nackter Armen, theilt mit dem Hungrigen sein Brod; er schmecket die Zufriedenheit, womit das Wohlthun uns erfreut. 6. Wirf einen Blick auf ihn, wenn Leiden und Trübsal ihn zu Boden drückt. Mein Vater, spricht er, hat durch Freuden in guten Ta gen mich erquict. Ich kenn in Leiden Gottes Huld und trag die Prüfung mit Geduld. 7. Seh ihn im Kreise der Geschäfte, wie würdig scheint der Christ dir nicht; gewissenhaft braucht er die Kräfte zur Uebung seiner heilgen Pflicht. Sein Fleiß, dem Menschenwohl geweiht, erfüllet ihn mit Seligkeit. 8. Schau auf ihn hin, wenn nun das Ende dem Wirkungskreise ihn entreißt. Mein Gott, spricht er, in deine Hände befehl ich ster bend meinen Geist. Du bist mein Trost auch in der Nacht des Todes. Herr, es ist vollbracht! Dritte Mel. Wer nur ben lieben Gott 509 Dem Wandrer gleich, der auf der Reise das festgefeßte Ziel verfehlt, durch Wüsten irrt und sich im Kreise von Furcht und Hoffnung for gend quält, lebt auch der Chrift, deß Leitstern nicht ist Jefu Lehre helles Licht. 2. Er irrt umher auf düsterm Pfade, sucht See lenruh und findt sie nicht; wünscht den Besiß von Gottes Gnade, allein er wane delt ohne Licht; greift nach dem Halm, der ihn verläßt; er sagt, sein Glaube steht nicht fest. 3. Willst du das Glück des Christen kennen, so sammle nur Erfahrung ein. Sie wird die Segnungen dir nennen, die ihn hienieden schon erfreun. Sein Glaube hebet über Zeit und Gräber seine Seligkeit. 4. Betracht ihn im Bes siß der Güter, der Ehr und Dritte Abtheilung. Lieder über 383 die Pflichten der Christen in besonderen Verbindungen, Zeiten und Umständen. Gesinnung und Verhalten des Christen in besonderen gesellschaftlichen Verbindungen. Häusliche Gesellschaft. 3. Wohl denen, deren Hausgenossen die Furcht des Herrn vor Augen schwebt; wenn Jeder treu und unMel. Wer nur den lieben Gott 510 Wohl dem, der verdroffen das, was er foll, zu leisten strebt; wenn Eintracht und Zufriedenheit das Haus zum Siz des Segens weiht! in dem Ehebunde in treuer Lieb und Eintracht lebt! Ihm wird so manche Lebensstunde mit Luft und Heiterkeit durchwebt, er blickt mit ruhig frobem Sinn auf seiner Zutunft Tage hin! 4. Wohl uns, wenn auch bei unsern Freuden sich freut der Nachbar und der Freund; wenn er bei unserm Schmerz und Leiden theilnehmend, tröstend mit uns weint, die Bruderhand uns willig reicht und Hülf und Beistand gern erzeigt. 2. Wohl dem, dem from mer Kinder Segen den Ehebund noch schöner macht; wenn sie im Herzen Tugend hegen, in ihren Blicken Unschuld lacht; wenn sie der Neltern Beispiel rührt und auf den Weg zum Heile führt! 5. Ja, denen, die dich findlich ehren, o Vater! strömt dein Segen zu. Sie wandeln, folgsam deinen Leh 384 Gesinnung und Verhalten des Christen Lehren und traun auf dich und finden Ruh; sie finden Freude, deren Werth und Dauer keine Zeit zerstört. 6. 3war wird auch oft der Kelch der Leiden den Deinen, Herr, von dir gesandt; off muß die Tod und Trennung scheiden, die Blut und Treue fest verband: oft stört des Grams, des Unfalls Wuth, oft Krantheit ihren heitern Muth. 7. Doch trinken sie den Kelch gelassen, den du, ihr Vater, eingeschenkt, du wirst, du fannst sie nicht verlas sen, du, Gott, der seiner Kinder denkt und, wenn ihr Glaube standhaft ringt, durch Leiden sie zur Wonne bringt. 8. Drum mag des Todes Arm uns trennen, wir werden einst uns wiedersehn, vor Gottes Thron die Un fern kennen, mit ihnen dankend vor ihm stehn, da, wo Mel. Wer nur den lieben Gott nicht Trennung und nicht 512 Von dir, Gott, ner droht. sind Ehe Freuden, du, der du Mann und Weib erschufft und sie im Glück, sowie im Leiden zu großer Pflichten Uebung rufft! Uns diesen Pflichten Mel. In allen meinen Thaten 511 felig, wer zu- ganz zu weihn, laß unsers Bundes frieden mit dem, was Gott beschieden, den Weg durchs Leben geht; von Herzen ihm vertrauet und fest auf bas nur bauet, Endzweck sein! 2. Erhalt uns stets auf deinen Wegen, nimm gnä dig unsers Thuns dich an! Laß Wohlstand uns und je den was mit der Frömmigkeit besteht! 2. O selig, wenn die Her zen, gefaßt auf Freud und Schmerzen, vereint durch Einen Sinn, sich liebend hier verbinden, das wahre Gut zu finden, den ewig dauernden Gewinn! 3. Es wohnet schon hienieden des Himmels hoher Frieden bei stiller Häus lichteit. Der Liebe reiner Seelen kann keine Freude fehlen, kein Segen der Zufriedenheit. 4. Sie mildert Sorg und Leiden, versüßt der Erde Freuden, führt Menschen Hand in Hand mit feft ver. eintem Streben durchs kurze Pilgerleben zum Ziel im bessern Vaterland, Der Ehestand. in besonderen Verbindungen. den Segen mit Dank aus deiner Hand empfahn und fördre unsrer Hände Fleiß, uns, Herr, zum Glück und dir zum Preis! 3. Verleih uns deines Geistes Triebe; erfülle unfer ganzes Herz mit reiner, fester, treuer Liebe in Glück und Unglück, Freud und Schmerz, mit Liebe, die in Frömmigkeit durch Blick und Wort und That erfreut! 4. Kein Christ verbittre seine Tage dem andern je durch Ungestüm; und trifft den Einen Laft und Plage, so mildre sie der Andre ihm! Das Glück, deß sich der Eine freut, schaff auch dem Andern Heiterkeit! 5. Laßt uns einander, wo wir fehlen, sanftmüthig nach fehn und verzeihn und stets mit dir geweihten Seelen im Guten uns zu wachsen freun! Dann wächst in jedem Augenblick mit unsrer Tugend unser Glück. 385 die in Ghen dein sich freun, durch dich blühen und ge deihen. 2. Wie glücklich lebt ein frommer Mann, wenn die sein Herz ihm abgewann, die Gott ihm außersehen! Wie glücklich lebt an seiner Hand die Fromme, die ihm Gott verband, ihm hülfreich beizustehen! Wohl euch, wohl euch, fromme Gatten! In dem Schatten seiner Güte jauchzt mit freudigem Gemüthe! 3. So strecket weit sich um ein Haus ein rebenreicher Weinstock aus, ſo blühn auch Ehgenossen. Ringsum umringen ihren Tisch die Kinder fröhlich, munter, frisch, wie junge Frühlingssprossen. Sorgt nicht! Sorgt nicht! Wie viel Beter zählt ihr, Väter, zählt ihr, Mütter, Sorg und Müh ist hier nicht bitter. 4. Gott, die du hier verbunden hast, erleichtre ihres Lebens Last; gib, daß kein Segen fehle! Laß nie sie Mel. Mein ganzer Geift 513 Der Ehestand isoll ihren Bund entweihn; laß heilig sein! Du, Schöpfer, septest selbst ihn ein, der Welt zum Glück und Segen. Noch immer fließt in diesem Stand aus deiner milden Vaterhand den Frommen Heil entgegen. Vater! Vater! dich erhöhen, treu sie, züchtig, friedsam sein, Ein Herz und Eine Seele! Lente, lente, Geist der Liebe, ihre Triebe weg von Sünden, daß sie häuslich Glück empfinden! 5. O leite sie von Ueppigkeit auf Freuden, die R man Gesinnung und Leben des Christen 386 man nie bereut, auf Freuden echter Tugend, damit auch einst ihr Alter frei von drückenden Beschwerden sei und heiter wie die Jugend! Segne, segne, o du Vater und Berather frommer Ehen, alle sie, die auf dich sehen! ren sie des Erdenlebens Last und Müh, so trage jeder gern sein Theil zu seines Gatten Trost und Heil! 7. Willst du durch Kinder sie erfreun, so gib zu ihrer Zucht Gedeihn, daß an den Pfändern ihrer Eh ihr Herz nie Gram und Jammer seh! Bei Trauungen. 8 Wenn dein Rath ihnen Trübsal schickt, laß sie darin nicht unerquickt; gib beitre Mel. Vom Himmel kam der 514 Gott, Schöpfer, Tage nach dem Leid und Stifter heil segn es für die Ewigkeit! ger Eh, schau auf dieß Paar aus deiner Höh, das vor dir steht, den festen Bund hier vor dir schließt mit Herz und Mund! 2. Mit Gnade schau auf sie herab, daß sie zusammen Mel. Mein ganzer Geift bis ins Grab verträglich, 515 Von dir, du Gott Einigkeit, ward einst der Ehe Bund geweiht; so weih auch sie zum Segen, die hier vor deinem Angesicht entschlossen ftebn, den Schwur der Pflicht vereinigt abzulegen! Laß fie, Vater, dir ergeben, einig leben, treu sich lieben, treu die Pflicht der Christen üben! 2. O du, der du so gern beglückst, so liebreich zu uns niederblidst auf allen unsern Wegen, Herr, laß sie stets sich deiner freun; gib auch zu ihrem Thun Gedeihn, und ihr Beruf sei Segen! Laß sie, Vater, dir ergeben, glücklich leben vor Alem gottesfürchtig sind! 3. Laß sie einander innig: lich stets lieben, doch nie mehr, als dich; von Untreu auch im Herzen rein und keusch in Wort und Werken sein! 4. Zusammen laß sie dir vertraun, zusammen ihre Seel erbaun, zusammen deinen Ruhm erhöhn und deinen Segen sich erflebn. 5. Was ihnen ihr Beruf gebeut, das laß sie thun mit Freudigkeit: und so geling ihr frommer Fleiß zu ihrem Wohl und deinem Preis! 6. Empfinden und erfah9. Und trennet einst auch sie der Tod, so sei ihr Trost, daß unser Gott die tugendhaft sich hier geliebt, einan der ewig wiedergibt. in besonderen Verbindungen. leben, freudig sterben und vereint den Himmel erben! Nach der Trauung. 516 Gott der Eis Mel. Mein Gott, das Herz eht hin! Der nigkeit hat euern Wunsch erhört! Geht hin und macht durch Frömmigkeit euch seines Segens werth! 2. Ihm heiltget Beruf und Stand; ihm heiligt euer Herz und folgt der Leitung seiner Hand durch Freuden und durch Schmerz! 3. Euch nehme, schließt nach seinem Rath ihr einst den Pilgerlauf, er, der euch hier vereinigt hat, in seinen Himmel auf. Nelternpflicht. Mel. Alle Menschen müssen sterben 517 Menschen weis 387 Zucht heran, ohn Erkenntniß, ohne Tugend, kann er dann des Lebens Bahn würdig mit Vernunft bes treten? würdig dich, o Gott, anbeten? seinem Nächsten nüßlich sein, deiner Liebe sich erfreun? 3. Jeder, dem du hier auf Erden Kinder gnädig anvertraut, sorge, daß sie weise werden, daß er ihre Wohlfahrt baut; lehre früh sie Tugend lieben und das Gute willig üben! Diese Pflicht ist ernst und groß. Nichts, ihr Aeltern, spricht euch los. ziehen, die zum Leben Gott erschuf, welch ein wichtiges Bemühen, welch ein seliger Beruf! Gott zum Ruhm, der Welt zum Segen, ih res eignen Heiles wegen, Kinder weiß und gut er siehn, welch ein wichtiges Bemühn! 5. KinMenich gut er der Herzen weiſen, from men Tugendsinn, daß sie nicht ihr Wohl verscherzen; laß sie Trägheit, Eigenfinn, Aegerniß und Leichtsinn fliehen und um Unschuld sich bemühen! Führe fie auf ebner Bahn, daß ihr Fuß nicht gleiten kann! 6. Dort vor deinem Angesichte werden die Erzies her stehn; selig, wenn sie im R 2 2. Wächst der Mensch in früher Jugend roh und ohne 4. Menschenschöpfer! Tugendmehrer! Laß, zu fördern Menschlichkeit, Väter, Mütter, Pfleger, Lehrer, Fürsten und die Obeigkeit mit vereinter Sorgfalt wachen, unsre Jugend fromm zu machen, sie durch Lehr und Beispiel ziehn, selber Sünd und Laster fliehn! 388 Gesinnung und Leben des Christen im Gerichte ihre Kinder vor dir sehn und dann sagen können: Keinen, Herr, verlor ich von den Meinen; und dann Kinder flehn für sie: Gott, vergilt nun ihre Müh! 7. Menschen weif und gut erziehen, die dein Wort zum Leben schuf, welch ein wichtiges Bemühen, welch ein seliger Beruf! Laß, o Heilger, deinen Willen alle Aeltern treu erfüllen; lohne hier schon ihre Müh, lohn Vergelter, ewig sie! Mel. Wer nur den lieben Gott 518 Her err! welch ein wichtiges Ge schäfte für Aeltern, Kinder zu erziehn! Gib Segen, Weisheit, Luft und Kräfte zu jedem redlichen Bemühn, wodurch man unter weiser Zucht der Kinder Herz zu bilden sucht! bemühn! Wohl ihnen hier in dieser Zeit und einst in jener Ewigkeit! 4. 3. Wohl Aeltern, welche deinen Willen hierin mit Redlichkeit vollziehn und, diese Absicht zu erfüllen, sich nach Vermögen treu Sie baun das Wohlsein ihrer Jugend zu deines großen Namens Preis: fie lehren Weisheit sie und Tugend durch eignen und durch Andrer Fleiß; und um Gedeihn fleht ihr Gebet zu dir, in dessen Hand es steht. 5. Ste prägen früh den jungen Seelen vor dir die tieffie Ehrfurcht ein. Viel Gutes ihnen zu erzählen und sich mit ihnen fromm zu freun, ist guter Väter, Mütter Lust, flößt Tugend in der Kinder Brust. 6. Mit weiser Liebe sie zu lenken, mit Freundlich feit in ihr Gemüth die edlern Triebe früh zu sen ken, ist ihre Sorgfalt stets bemüht. Doch widerstrebt das Kind der Pflicht, schont weise Zucht des Lieblings nicht. 2. Du rufft die Menschen in das Leben und willst, sie sollen glücklich 7. O welch ein wonne sein; haft ihnen den Bereicher Segen für Aeltern, ruf gegeben, sich gern zu Kinder und die Welt, wenn Andrer Dienst zu weihn. fromme Zucht auf deinen Durch Zucht zu beiden füh- Wegen, o Herr, der Abret man sie früh zu weiser sicht nicht verfehlt; Luft Drdnung an. strömt den Aeltern, Glück und Heil ist hier und dort der Kinder Theil. 8. Und für ein Volt, für ganze Staaten, o welch ein seliger Gewinn, wenn junge in besonderen Verbindungen. junge Bürger wohlgerathen, erzogen, Herr, nach deinem Sinn! Fleiß, Ordnung, Wohlstand, Fried und Ruh nimmt dann durch sie auf Erden zu. 9. Ach aber welche Pest auf Erden bringt die ver: säumte Kinderzucht! Sie häuft den Aeltern selbst Beschwerden, die oft her nach ihr Herz verflucht. Die Opfer ihrer Lässigkeit vermehren selbst noch dort ihr Leid. 10. Gott, lehr Aeltern dieß erwägen, erweck und stärke ihr Bemühn, daß unter deinem milden Segen sie ihre Kinder wohl erziehn! Olaß sie einst so glücklich sein, mit ihnen sich noch dort zu freun! 389 sehn und, was sie lernen, auch verstehn! 4. Besorgt für ihren Leib, doch mehr für ihren Geist, schaut stets umher, was ihrer Unschuld schaden kann, und führt sie selbst zur Tugend an! 5. Erstickt durch gute Lehr und Zucht der ersten Sünden Keim und Frucht; sorgt, daß sie werden Got tes Bild, gerecht und liebevoll und mild! Mel. Wo Gott zum Haus 519 Groß ist, ihr Aeltern, eure Pflicht! Verwarloft eure Kinder nicht! Gewöhnet sie von früher Zeit mit Gott zu frommer Thätigkeit. 2. Wohl euch, wenn keines je vergißt, was aller Weisheit Anfang ist, daß Liebe gegen Gott und Scheu vor ihm die beste Klugheit sei. 3. Lehrt sie, wenn ihr Verstand erwacht, Gott fennen, seine Huld und macht! Lehrt sie auf seine Werke 6. Zerstört des Lehrers Unterricht zu Haus durch böses Beispiel nicht; schüßt vor der Strafe seiner Hand nie ihren Troß mit Unvers stand! 7. Wißt, daß sie recht und irre gehn, so wie sie euern Wandel sehn! Sie sind durch Beispiel leicht regiert; weh, weh euch, wenn ihr sie verführt! 8. Jhr junges Herz ist schwach und weich; drum rühmt vor ihren Ohren euch der Uebertretung eurer Pflicht in eurer eignen Jugend nicht! 9. Mutbwillen nennt nie Wiß, nie preist des Knaben schadenfrohen Geist als Munterkeit, ein trüglich Herz und Lügen nie als Spiel und Scherz! 10. Lehrt friedlich sie, genügsam sein, entbehren und sich dennoch freun; tilgt 390 Gesinnung und Leben des Christen Geiz und Neid aus ihrer Brust, macht ihnen Christensinn zur Luft! 11. Gewöhnt sie an der Tugend Müh, an Ernst und Fleiß und lehret fie, daß Arbeit keine Sclaverei, daß sie das Glück des Menschen sei! 12. So nehmt euch ihrer Seelen an; Gott richtet einst und fordert dann, wenn ihr nicht, was ihr thun sollt, thut, von eurer Hand der Kinder Blut.. 13. Erwägts und fürchtet sein Gericht, um auch vor seinem Angesicht euch ewig ihrer zu erfreun; denn sie sind sein Geschenk und sein. 2. Wenn treuer Aeltern Liebe sucht sie aufzuziehen in der Zucht, so steh, damit sie glücklich sei, mit deiner Weisheit ihnen bei. 3. Gib allen Kindern Lernbegier, zum Guten Lieb und Lust zu dir und laß sie meiden ohne Zwang, Troß, Eigensinn und Müßiggang. kennen, laß sie nie gefähr lich irren, leite sie. 4. Gesegnet sei ihr Unterricht! Laß sie durch deines Wortes Licht dich recht er5. Im Glauben mache sie gewiß, bewahre sie vor Aergerniß, und naht Vers suchung ihnen sich, so stärke du sie väterlich. C 8. Erhöre, Höchsler, dieß Gebet; verleih, was wir von dir erfleht! Dann danken einst, Allvater, wir mit Mel. Vom Himmel kam der 520 Die Kinder, de allen unsern Kindern bir! ren uns freun, sind alle, Gott und Bater, bein, sind deine beste 521 Gab, o Herr; bewahre sie, Barmherziger! 6. Hilf, daß sie dich an jedem Ort vor Augen haben und dein Wort und sich be fleißen jederzeit der Tugend, Zucht und Frömmigkeit. 7. Daß wir in ihnen Christen sehn, die freudig deine Wege gehn, und Bür ger einst, voll Lust und Muth, zu thun, was edel ist und gut! Mel. Freu dich sehr, o meine eine Mei Me Gott, befehle ich dir an; du gabst sie mir. Preis sei dir von ganzer Seele, Preis und Dant, o Herr, dafür! Ach verlaß, verlaß sie nie, segne und behüte sie, daß sie, dir zum Wohlgefallen, früh schon deine Wege wallen. 2. Aber ach! wie viel Ge fahren warten ihrer in der Welt! Wer vermag sie zu bewahren, wenn nicht deine Hand sie hält? Unbezwinge lich laß sie sein allen Lüsten, fromm in besonderen Verbindungen. 391 7. Jener Siegstag der Gerechten sei auch mir ein Freudentag! Hilf, daß mir zu deiner Rechten ihrer keines fehlen mag! Dann frohlock ich: Vater, sieh, hier bin ich, hier sind auch die, die mir deine Huld geliehen, sie zum Himmel zu erziehen. fromm und rein nur nach deinem Beifall trachten, auf des Lasters Reiz nicht achten. 3. Nicht, daß du mit allen Leiden hier auf Erden sie verschonst; nicht, daß du durch stete Freuden ihre Tugend hier schon lohnst, jeden ihrer Wünsche stillst, jede Hoffnung gleich erfüüst; nicht um Schäße, die vergehen, darf und will ich für sie fleben. 4. Gib auf ihrer LebensKindespflicht. Mel. Cott des Himmels und reiſe, wie es längst dein 522 Kinoch im Kreiſe Rath bedacht, ihnen das nur, was sie weise und des Himmels würdig macht. Wichen sie von dir zurück, ihr verlornes Seelenglück wär mit allen Erdenschäßen nimmer ihnen zu erseßen. eurer guten Aeltern weilt und um Kleidung, Trank und Speise sorglos nur zu ihnen eilt, noch durch sie in jeder Pflicht Lehr empfangt und Unterricht! 2. Kinder, o bedenket frühe, was sie thun für euer Glück; denkt der nas menlosen Mühe, die sie euch vom Augenblick eures Aufblühns bis zur Zeit eurer Reife stets geweiht. 3. Aelternlieb ist ohne Schranken. Kinder, nie bes lohnt ihr sie; danken aber könnt ihr, danken euern Neltern Lieb und Müb; danken manche lange Nacht, sorgenvoll für euch durchwacht. 4. Sie aus reinem Herzen lieben, ihnen treu und folgsam sein, nie mit Vorsat sie betrüben, jede Kränkung schnell bereun, ohne Klügeln R4 ihnen 5. Doch die Bitte, die ich wage, finde gnädiges Gehör. Laß nicht ihre Lebenstage, guter Gott, ganz freudenleer. Werden sie geprüft durch dich, o so sei es väterlich, und dann laß es ihren Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen. 6. Reins von meinen Kindern werde durch das Laster elend, Gott; teins dem Nächsten zur Beschwerde, oder seiner Feinde Spott. Nüglich laß der Welt sie sein, keine Müh und Arbeit scheun, still sich ihres FleiBes nähren und durch ihn dem Mangel wehren. 392 Gesinnung und Leben des Christen ihnen traun und auf ihre Winke schaun; 5. Ringen, daß der Treuen Pflege nicht an euch verloren sei, daß ihr auf der Tugend Wege, eurem hohen Rufe treu, jedem Laster trogend geht, bis ihr einst am Ziele steht; 6. Eure Kraft den Aeltern leihen, wenn sie kraftlos sind und schwach; sie mit Trost und Hülf erfreuen bei des Alters Ungemach, dieß ist Kindesdank und Pflicht. Kinder, dieß vergesset nicht! meine Dankbarkeit, mein Gehorsam sie erfreut! 3. Was ich ihnen schuldig bin, hafte tief in meinem Herzen! Laß mich ja durch Eigensinn niemals ihre Gunst verscherzen; gib, daß 4. Laß mich, Gott, wie du verlangst, jede Kindspflicht gern erfüllen! Denn wie oft hat Sorg und Angst sie beschwert um meinetwil len! Haben sie nicht manche Nacht, wann ich schlief, für mich durchwacht? 5. Jesus stellte sich mir dar, er, das Beispiel aller Kinder, der der Herr vom Himmel war, Gottes Sohn, das Heil der Sünder, er war doch von Kindheit an seinen Aeltern unterthan. 6. Ihren Willen thun sei mir meine Lust! Denn das ist billig, auch gefällig, Gott, Mel. Jesus, meine Zuversicht 523 Gott, mein Vater, vor dir; dazu mache ſelbſt dann! Dann wird auch mein dein verheißner Segen sein! dir Du hast Gutes, Leib und Leben durch die Hand der Neltern mir ohne mein Verdienst gegeben. Mir be glückst du ihre Müh und auch mir erhälst du sie. 2. Oft hab ich sie zwar betrübt, sie, die von den ersten Tagen doch so zärtlich mich geliebt, mich mit viel Geduld getragen. Gott, dadurch kränkt ich auch dich. D wie beugt mein Undant mich! 7. Laß auf ihre Wünsche mich kindlich und mit Sorg falt achten; ja, selbst ihren Wünschen mich noch zuvor zukommen trachten; nicht für sie Beschwerden scheun und ihr Glück mit Freuden sein! 8. Ehrerbietig laß mein Herz wirklich sein und nicht blos scheinen. Laß mich auch, trifft sie ein Schmerz, zu dir heiße Thränen weinen, ihnen deine Hülf er flehn, nach der Hülfe dich erhöhn! 9. Meiner Aeliern Schuß fei in besonderen Verbindungen. Geschwisterliebe. sei du! Jhrer Wallfahrtszeit auf Erden lege viele Jahre zu, laß sie alt im Segen werden und erhör Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 393 auch ihr Gebet, das für 525 Wenn Geschwiſter um Weisheit fromm und weise, nachsichtsvoll und gütig sind; wenn in ihrem stillen Kreise stets des Friedens Quelle rinnt, o dann ruht auf ihnen allen Gottes Blick und Wohlgefallen. 2. Durch das Band des Bluts verbunden sollen sie durchs Leben gehn und den Reiz der schnellen Stunden Mel. Wer nur den lieben Gott 524 Wir flehn für freundlich mehren und erunsrer Nel- höhn; sollen Haß und Neid tern Leben dich, aller Men- entfernen und auch Andre schen Vater, an. Du hast lieben lernen. sie uns zum Heil gegeben, sie leiten uns auf deiner Bahn. Von ganzem Her zen danken wir für deine Vaterliebe dir. 3. Mit entschloßnem frohem Herzen üben sie, was Gott gebot, theilen Freude, Gram und Schmerzen, min: dern jedes Tages Noth, warnen sich, so oft fie fehlen, und veredeln ihre Seelen. 4. D wer wollt in früher Jugend nicht schon fanft und friedlich sein? Aus den Häusern dringt die Tugend in die große Welt hinein. Wer die Seinen kann be trüben, wird der Andre redlich lieben? 5. Nur das Haus, wo Liebe wohnet, wird gesegnet und erfreut. Weltern sehn sich dort belohnet, Kindern ist ihr Glück bereit; alle and R 5 Haus10. Alles Kreuz mach ihnen leicht; hilf es, Vater, selber tragen, und wenn sie ihr Ziel erreicht nach den späten Lebenstagen, so gib du vor deinem Thron ihnen frommer Aeltern Lohn! 2. Verleih uns stets für ihre Lehren ein offnes, wei: ses, sanftes Herz und laß uns gern sie kindlich ehren, daß niemals Kummer, Gram und Schmerz der treuen Aeltern Herzen fränkt und ihre Liebe von uns lenkt! 3. Gib ihnen deinen beften Segen und Alles, was ihr Herz erfreut! Beschirme fie auf ihren Wegen in ihrer ganzen Lebenszeit! Gesegnet sei ihr Erdenlos und einst ihr Lohn im Himmel groß! 394 Gesinnung und Leben des Christen 6. Liebe, komm herab vom Himmel, tomm in unser Herz herab! Leite durch das Weltgetümmel auch die Unsern bis ans Grab! Laß durch deine Macht auf Erden jedes Haus regieret werden! Hausgenossen streben, sich Eigensinn ist Verlegung mit Freuden zu umgeben. meiner Pflicht. Wenn ich gleich beglückter bin, den noch ziemt mir Herrschsucht nicht. Lieblos, hart und grausam sein heißt: der Menschheit Recht entweihn. Für Herrschaften. Mel. Nicht so traurig, nicht 526 D'Menschen Loos, uvertheilst der Gott, nach deinem weisen Rath, machst oft Einen reich und groß, wenn der Andre Mangel hat; aber weise, gut, gerecht bist du für den Herrn und Knecht! 2. Wer bei ärmerem Geschick seine Zeit und Kraft mir leiht; wer zu meines Hauses Glück treu sich meinem Dienste weiht; wer durch Folgsamkeit mich ehrt, der ist meiner Liebe werth. 3. Er hat Recht auf Güt und Huld, wenn ihn Redlichkeit beseelt, Recht auf Nachsicht und Geduld, wenn er ohne Vorsap fehlt. Ich bin selbst nicht fehlerfrei; kann ich fordern, daß ers fei? 4. Hochmuth, Stols und 5. Herr der Herren, gib mir Kraft, daß ich stets ge recht und treu, liebreich und gewissenhaft gegen jeden Menschen sei! Jeder ist dein Kind wie ich und erhält sein Recht durch dich. Mel. Auf, Christenmensch! 527 Durch dich, Gott, bin was ich bin, und es ist deine Gabe, daß ich, als Herr, so viel Gewinn vor ärmern Brüdern habe. Sie leihen ihre Dienste mir. Dieß, Gnädiger, verdank ich dir. 2. Erfüllen sie mit Redlichkeit und Aufwand ihrer Kräfte, was ihnen ihre Pflicht gebeut in ihrem Dienstgeschäfte, so gib, daß ich für ihre Treu auch dankbar und gefällig feil 3. Hilf, daß ich jedem seine Pflicht aufs möglichste versüße; daß, wenn an Hülf es ihm gebricht, er sie von mir genieße; daß ich ihm Fehler gern verzeih und, wird er krank, sein Pfleger sei! 4. Gib, daß ich auch zu rechter Zeit Erholung ihm vere in besonderen Verbindungen. vergönne, gern seine treue Redlichkeit, gern seinen Werth erkenne und ja aus nichtgem Vorwand nie ihm den verdienten Lohn entzieh! 5. Auch der geringste Die ner ist bestimmt zu höherm Leben; für mich und ihn hat Jesus Christ sich in den Tod gegeben. Vor dir, o Gott, hat einst der Knecht mit seinem Herrn ein gleis ches Recht. 6. O präge dieses tief mir ein! Nie müss ich mich erfühnen, gefühllos gegen die zu sein, die meinem Hause dienen. Der mir hier dient, ist Mensch wie ich; ich soll ihn lieben gleich als mich. 395 3. Lehr ohne bittre Klagen des Lebens Last mich tragen und Weichlichkeit verschmähn, im Reden und im Schweigen mich ehrerbietig zeigen und gern den Weg der Demuth gehn! 2. Du heißt mich Andern dienen, und dien tch redlich ihnen, so folg ich dir, mein Gott. Drum laß der Herrschaft Willen mich gern und treu erfüllen, dieß ist dein Wille, dein Gebot! 4. Der Herrschaft Wohl zu mehren und Schaden abzuwehren, soll meine Freude sein. Ich will sie herzlich lieben, mit Vorsaß nie bes trüben, verdroßnen Sinn und Frechheit scheun. 5. Ich will sie nie beneiden; will alle Trägheit meiden und alle Zankfucht fliehn: will recht thun, nicht betrügen, nicht lästern und nicht lügen und allem Leicht= sinn mich entziehn. 6. In meinem Dienst auf Erden geschickter stets zu werden sei Freude mir und Pflicht. Wer treu ist hier im Kleinen, den zählst du zu den Deinen, und er beFür Dienende. Diel. In allen meinen Thaten 528 Gott, deinen wei reut sein Leben nicht. sen Willen soll Jeder hier erfüllen; laß ihn mir heilig sein! Laß alle meine Kräfte mich eifrig dem Geschäfte, zu dem du mich berufen, weihn! 7. Du bist stets der Ges rechte, der Herr der Herrn und Knechte und beider Trost und Heil. Wer niedrig ist auf Erden, kann groß im Himmel werden, hat an ihm wie der Höchste Theil. 8. Dieß laß mich stets erwägen; denn dieß gibt Trost und Segen und reicht die Hoffnung dar: einst wirst du, Herr der Welten, R6 den 396 Gesinnung und Leben des Christen den Fleiß noch mehr vergelten, womit ich Menschen nüglich war. mir so werth, als obs das Meine wäre. 7. Die Freude, die ihr widerfährt, ihr Wohlstand, ihre Ehre, das Alles sei auch 8. Erkennt sie meine Treue nicht, so seis mein Trost auf Erden, daß sie, Gott, Mel. Wein erst Geschäft sei Preis deinem Angesicht nicht kann 529 Berufen hast du entzogen werden. mich, mein Gott, in Andrer Dienst zu leben, um mir dadurch mein täglich Brod in dieser Welt zu geben. 2. Auch ich soll hier in meinem Stand nach meinen Kräften nüßen, und du, Gott, willst mit Vaterhand mich dabei unterstüßen. 3. O laß in meinem Dienst dieß nie mich aus den Augen seßen; und tostet mirs auch Kampf und Müh, nie meine Pflicht verlegen! Für Wittwen. Mel. In allen meinen Thaten 4. Bib, daß ich, meinem 530 Auf Gott ut will ich sehen: Rufe treu, stets meiner Herrschaft Willen, damit sie meines Diensts sich freu, mit Eifer mög erfüllen! 5. Hilf, daß ich, wie mein eignes Gut, das Jhrige betrachte; auf Alles, was sie meiner Hut vertraut, mit Sorgfalt achte. 6. Nie komme mir es in den Sinn, mit raubbegier. gen Händen, aus schnöder Liebe zum Gewinn ihr Etwas zu entwenden! 9. Mit Wohlgefallen siehst du sie und wirst schon hier im Leben mir auch bei aller meiner Müh, Gott, dei nen Frieden geben. 10. Kommt meines Le bens Abend dann, so nimmst du, der die Müden gern aufnimmt, mich mit Ehren an und schenkst mir ewgen Frieden. er hört der Wittwen Flehen und nimmt sich ihrer an. In allem Schmerz und Leide ist er mir Trost und Freude, der Fels, auf den ich bauen kann. 2. Mich leitet seine Gnade auf meines Lebens Pfade bis an das stille Grab. Er wird mich nie verlaffen! Dieß Trostwort will ich fassen, es ist mein stärkster Wanderstab. 3. Wo seit viel tausend Jahren betrübte Wittwen waren, da sah Gott gnädig hin. Er pflegte die Betrüb ten in besonderen ten, wenn sie nur stets ihn liebten und wandelten nach seinem Sinn. 4. Auch mich wird er bemerken, mich trösten, segnen, stärken und mir zur Seite stehn. Wie groß ist feine Güte! Mit ruhigemGemüthe will ich auf seinen Wegen gehn. 5. Ich will ihn gläubig ehren und meine Tugend mehren in stiller Einsamkeit, Er sieht ja, wie ichs meine, er sieht auch, wann ich weine, und gibt mir, was mein Herz erfreut. 6. Auch wenn ich mehr noch litte, bis zu dem leßten Schritte will ich ihm folgsam sein. Er prüft mich nur durch Leiden und führt zu höhern Freuden bewährt erfundne Dulder ein. 7. So eilen meine Tage mit jeder Last und Plage wie Träume leicht dahin; ich lege meine Glieder im Tode ruhig nieder und weiß, daß ich erlöset bin. Verbindungen. 397 Tod uns wieder, dann schallen unsre Lieder durchs thränenfreie Vaterland. 8. Einst geh ich, den zu schauen, der ewig mein Vertrauen, mein Gott ist und mein Freund. Wie will ich dann ihn ehren, ihm dan ten für die Zähren, die ich als Wittwe hier geweint! 9. Dann find ich, den ich liebte, deß Tod mich einst betrübte, in meines Gottes Hand; dann trennt fein Für Waisen. In voriger Melodie. 531 meiner Jahre, Gott, sah ich schon die Bahre des guten Vaters stehn; und sie, die mich geboren, war früh für mich verloren, als Kind mußt ich ihr Grab schon sehn. 2. Unwissend, was mir nüße, so schwach und ohne Stüße muß ich verlassen gehn! Wer wird mir Rath ertheilen, wer mir zu Hülfe eilen, wer hört auf armer Waisen Flehn? 3. Doch wer war's, der mich beugle, so tief zum Staube neigte? Warft dus nicht, großer Gott? Dein weiser Rath regieret der Menschen Schicksal, führet es fort durch Leben und durch Tod. 4. Du willst dich an den Waisen als Vater ja beweisen und Armen Gutes thun; Verlaßne willst du hören, die Aelternlosen nähren; dein Segen soll auf ihnen ruhn. 5. Und seit viel tausend Jahren hast du, die Waisen waren, so väterlich ernährt, die sich auf dich verließen, R 7 sahn 398 Gesinnung und Leben des Christen sahn, Gott, zu deinen Füßen ihr heißes Flehn von dir erhört. 6. Auch mich kannst du nicht hassen, du wirst mich nicht verlassen; ich will dir ganz vertraun. Dein Herz ist mir ja offen, fest will ich auf dich hoffen, auf dich in trüben Stunden schaun! 7. Ja, du wirst mich ernähren, mir Rath und Hülf gewähren. Wo ist ein Gott wie du? Nur was mir nüßt, das schenke mir, deinem Kind, und lenke mir frommer Menschen Liebe zu! 8. Und wenn in diesen Jahren Verführung und Gefahren und Laster um mich sind, o dann sei, treuer Vater, mein Führer, Freund, Berather, ach, dann verlaß nur nicht dein Kind! mühen, an Aeltern Statt mir sind, mich warnen und belehren, laß herzlich mich verehren, sie dankbar lieben wie ihr Kind. 12. 3hr Lohn sei, Gott, dein Segen! Auf allen ihren Wegen wollst du ihr Führer sein; und wenn sie dann einst sterben und deinen Himmel erben, laß jenseits mich mit ihnen freun! 13. Verklärt werd ich dann stehen, die Weltern wiedersehen, um die ich hier geweint; ich werde vor dich treten, zu dir, Erlöser, bes ten: lohn ihnen ewig, Menschenfreund! Dankbarkeit gegen Wohlthäter. 9. Es schlag von früher Mel. Wer nur den lieben Gott Jugend fürGottesfurcht und 532 Wereben, dir Tugend und Unschuld nur mein Herz! Fromm sein auf deinen Wegen sei meine Lust, mein Segen und Unrecht thun und sehn mein Schmerz! 10. Arbeitsamkeit und Treue, begangner Fehler Reue, ein wahres Christenthum, ein zärtlich Herz für Freunde und Sanftmuth gegen Feinde, dieß sei mir mehr, als Glück und Ruhm. 11. Und die, die mich ersiehen mit reblichem Bean Güte und Wohlthun, Vater, gleich zu sein; wenn sie mit willigem Gemüthe durch Rath und Hülfe mich erfreun, mit reichem Se gen segne dann sie, die ich nicht belohnen kann! 2. Ich will mich aller ihrer Freuden und ihres Glücks von Herzen freun; voll Kummer über ihre Leis den gern, wie ich kann, ihr Tröster sein; und kann ich lindern ihre Noth, mit Freus in besonderen Freuden will ichs thun, o Gott! 3. Und kann ichs nicht, dann, Vater, dringe mein eifrigstes Gebet zu dir; was ihnen gut ist, das gelinge! Denn, Herr, sie thaten wohl an mir. Auf Jeden komme Freud herab, der seinen Brüdern Freude gab! 4. Ich will sie lieben und sie ehren; will über mein Bedürfniß sie mit meinen Klagen nicht beschweren, bescheiden stets und lästig nie; will, wenn ihr Herz auch Andre liebt, nie neidisch sein und nie betrübt. 5. Exfreue sie mit deiner Güte; dein Segen komme über sie; sei stets ihr Helfer und behüte vor Widerwärtigkeiten sie! Empfinden fie Gefahr und Schmerz, so tröst und heile selbst ihr Herz! 6. Nimm sie zu deines Reiches Erben, wenn einst sie scheiden, gnädig an! Ers quicke sie mit Troft im Sterben, die mir im Leben wohl gethan; und dort, o Gott, vor deinem Thron sei herr lich einst und groß ihr Lohn! Verbindungen. 399 dein; dein soll auch Dank und Ehre sein, daß du der Kirche, die du liebst, noch immer treue Lehrer gibst. 2. Gesegnet sei ihr Amt und Stand! Sie pflanzen, Herr, von dir gesandt, von Zeit auf Zeit dein heilig Wort und Licht mit ihm und Tugend fort. 3. Wie freut ein guter Lehrer sich, wenn er, er= leuchtet selbst durch dich, den Jüngern Jesu gleichgesinnt, Seelen für gewinnt! 4. Dank dir, da du auch uns so liebst, daß du uns treue Führer gibst, die weise sind und tugendhaft, in Lehr und That voll Geist und Kraft! 5. Laß ihres Unterrichts uns freun, gewissenhafte Hörer sein und schätzen deiner Wahrheit Werth, die uns ihr Unterricht erklärt! 6. Dein Wort ist, was sie lehren, Herr! Laß uns dadurch stets heiliger und besser werden; nur alsdann gehn wir einher auf rechter Bahn. Kirchliche Gesellschaft. Lehrer und Zuhörer. 7. Ermahnen, warnen, strafen sie, so weigre, wer sie hört, sich nie, zu hassen, was du uns verbeutst, zu Mel. Wo Gott zum Haus 533 Das Amt der Leh- thun, was du durch fie gerer, Herr, ist beutfi. 8. Das Gesinnung und Leben des Christen 400 8. Das ist der Lehrer bester Lohn, wenn ihrer Mühe Früchte schon sie hier in unsrer Tugend sehn, mit uns den Weg zum Himmel gehn. 9. Fern sei von uns der Frevel, Gott, durch Undant sie, durch Haß und Spott zu kränken, daß sie, was sie thun, mit Freuden, nicht mit Seufzen thun! 10. Ja, Gott, wir wollen sie erfreun und dankbar fromme Hörer sein, so führst du einst auch uns zugleich mit ihnen in dein ewges Reich. Zeit zum Leben in der Ewigkeit, gib, Herr, ihm Licht und Kräfte. Lehr ihn, hilf ihm thun und leiten, dulden, streiten, beten, wachen, selig sich und uns zu machen. 3. Laß deinen Geist stets auf ihm ruhn; laß ihn sein Amt mit Freuden thun; nichts sei, was ihn betrübe. Gib für die Wahrheit, die er lehrt, ein Herz uns, das sie willig hört, ein Herz voll reiner Liebe! Üeben hilf uns dann im Leiden, wie in Freuden, seine Lehre uns zum Heil und dir zur Ehre! 4. Wann einst dein großer Tag erscheint, laß ihn, laß unsern besten Freund uns dir entgegenführen! Die Seelen sind ihm zu Mel. Mein ganzer Geift, Gott 534 Wohl uns! Wohl gezählt; o gib, daß bort uns, daß Gott uns liebt und immer treue Lehrer gibt, die uns zum Himmel führen; die, aufgeklärt durch Wissenschaft, voll Tugendliebe, Geist und Kraft, der Sünder Herzen rühren! Rühmet, preiset seine Treue! Wieder neue ward sie heute; Dank sei unsre heilge Freude! ihm keine fehlt! Laß keine sich verlieren! Gott, wie werden wir uns freuen um den Treuen, wenn zum Lohne deine Hand ihm reicht die Krone. 2. Wir reichen segnend ihm die Hand, den Gott zum Lehrer uns gesandt. Heil ihm zum Lehrgeschäfte! Bu bilden uns hier in der Bei Einführung eines Religionslehrers. Nach der Handlung. 5. So sei gesegnet, Knecht des Herrn! Nie sei dein Herz nun von uns fern; du kommst in Gottes Namen. Wir reichen freudig dir die Hand, wir gehn mit dir ins Vaterland; du führft uns in besonderen uns. Amen! Amen! Hei lig bleib uns diese Stunde! Unserm Bunde treu zu leben, sei stets unser freudig Streben! Verbindungen. 401 Schwachheit auf; und wenn sich Lüfte regen, so laß sie gläubig auf dich sehn, die Welt mit ihrer Lust verschmähn und muthig über.. winden! 2. Sie kennen dich, o Gottes Sohn, und deine beilgen Lehren. Ist Freude dort vor deinem Thron, wenn Sünder sich bekehren, so laß auch heute Freude sein, da diese Kinder dir sich weihn und ihren Bund erneuen! Bei der Confirmation. Mel. Es ist das Heil uns 535 Die hier vor dei nem Antlig stehn, sind, Jesu, deine Glieder. Blick, wenn vereint wir für sie flehn, er barmend auf sie nieder; gib ihnen, deinen Geift das Gute, das dein 536 Starté sie, deine Mel. Mitten wir im Leben tärke, Mittler, Wort verheißt, im Leben und im Sterben! theur Erlösten! Laß sie ihr Vertraun auf dich unaussprechlich trösten! Wach Sie über ihre Seelen! flehn und schwören alle dir: Herr, dein Eigenthum sind wir! Heiliger Schöpfer Gott! Heiliger Mittler Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie nie vergessen ihre Gelübde: treu zu sein dir bis ans Ende! 2. Ach, wie Viele schwuren auch, fest an dir zu halten, aber treulos ließen sie ihre Lieb erkalten; Verderben ward ihr Ende. Beständig laß dir diese sein, die dir schwören, dir sich weihn! Heiliger Schöpfer Gott! Heiliger Mittler Gott 3. D laß sie Gnad und nicht Gericht in dieser Stund empfahen, wenn sie mit Glaub und Zuversicht zu deinem Tische nahen! Es stärke sie dieß Lebensbrod, damit sie, Jesu, dei nen Tod verkünden durch ihr Leben! 5. Zeig, Herr, den Lohn der Ewigkeit von fern den theuern Seelen, die jetzt auf ihre Lebenszeit sich hier D mit dir treuer dein! vermählen! Q Heiland, sie sind Schreib heut ins Buch des Lebens ein die Namen dieser Christen! 4. Lacht ihnen bei dem edeln Lauf die falsche Welt entgegen, so hilf du ihrer Gesinnung und Leben des Christen 402 Gott! Heiliger Gott, Leh: rer und Tröster! Dreiein ger Gott! Stärke sie, die Deinen, in des Glaubens Zuversicht und wahrer Zugend! 3. Locken wird sie nun die Welt, Herr, zu ihren Lüften; ach, du wollest sie mit Kraft aus der Höhe rüsten! Laß streiten sie und siegen. Die Triebe zu verbotner Lust dämpfe früh in ihrer Brust! Heiliger Schöpfer Gpit! Heiliger Mittler Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie alle Feinde ihres hohen Seelenheils weit überwinden! 4. In der Todesnoth laß sie, deine theur Erlösten, daß ihr Glaube standhaft blieb, unaussprechlich trösten! Herr, laß sie bei dir leben! Einst sammle sie mit uns zugleich in dein un vergänglich Reich! Heiliger Schöpfer Gott! Heiliger Mittler Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie nie vergessen ihr Gelübde: treu zu sein dir bis ans Ende! Bund, den dein Herz durchs Wasserbad fest mit Gott ge schlossen hat! Denn wie leicht geht der verloren, der ihm freulos hat geschworen! 2. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt; auch die Lieb am Nächsten übe, wenn er dich gleich oft betrübt! Dente, wie dem Heiland that, als er für die Feinde bat! Du mußt, soll dir Gott vergeben, auch verzeihn und liebreich leben. 3. Sei getreu in deinen Leiden und laß dich tein Ungemach, keine Noth von Jesu scheiden, murre nicht in Weh und Ach! Denn du machest deine Schuld größer durch die Ungeduld. Selig ist, wer willig träget, was der Herr ihm auferleget! 4. Sei getreu in deinem Hoffen, wenn dich Gott nicht bald erhört und der Noth, die dich betroffen, nicht so, wie du wünschest, wehit. Halt an seine Treu dich fest; glaub, daß er dich nicht ver läßt: seine Hülf ist schon vorhanden. Wer so hofft, wird nie zu Schanden. Wiel. Freu dich sehr, o meine S. 5. Sei getreu bis an das Ende, daß kein Leid und 537 Sei getreu in dei- keine Noth je von deinem nem Glauben, laß dir diesen festen Grund ja nicht aus dem Herzen rauben, halte treulich deinen Gott dich wende; sei ihm treu bis in den Tod! O das Leben dieser Zeit ist nicht werth der Herrlichkeit, die dein in besonderen dein Jesus dir will geben dort in seinem Freuden leben! 5. Reines, keines, ach, von Allen, die mit dir den Bund erneun, laß aus deiner 538 vers Gnade fallen und von dir Mel. O du Liebe meiner Liebe Rittler, schau auf siegle ihren Glauben, der sie ewig glücklich macht; Reinem laß die Krone raus ben, bie bu Allen zugedacht! 6. Sieh hernieder auf die Deinen, die sich jetzt zu bir gewandt; sieh, die Thränen, die sie weinen, zeugen, was ihr Herz empfand. Laß die feligen Gefühle nie ertalten, nie vergehn; bis zu ihrem Lebensziele laß sie treu im Glauben stehn! die sich deiner Gnade freun und als deiner Kirche Glie der dir geloben treu zu sein, dir, der mit der größten Treue auch für sie dahin sich gab! Segnend schau bei ihrer Weibe, segnend schau auf sie herab! 2. Laß die Blüthe ihrer Jugend dir, nur dir geheiligt sein, daß sie nie vom Pfad der Tugend in der Jrre sich zerstreun! Schüße sie vor allen Schlingen, vor den Lockungen der Welt, laß es nimmer ihr gelingen, daß sie ihre Tugend fällt! 3. Laß fie treu in deiner Liebe, fest in deiner Lehre sein und durch deines Geistes Triebe Wunsch und That des Bösen scheun! Stärke sie durch deine Gnade, wenn zu dir sie kindlich flehn, daß sie auf der Unschuld Pfade zu dem höhern Leben gehn! 4. Halte sie mit starken Armen, wenn sie firaucheln wollen, feft; Verbindungen. 403 dich, treuer Hirte, des verirrten Rindes an! bein Erbarmen, das die Schwachen nie verläßt! Und wenn eins sich je verirrte und verließ der Tugend Bahn, ach, dann nimm 7. Sammle sie einst alle wieder dort in deines Vaters Reich! Sie sind deines Bundes Glieder; einst, den Engeln Gottes gleich, singen sie dir, Herr, zu Ehren dann ihr Loblied hoch erfreut in der Auserwählten Chören laut durch alle Ewigkeit. Vor der Einsegnung. ( Die Gemeinde allein:) Mel. Chriftus, ber ist mein Leben 539 Sieh dieſe jungen Vater, bir sich nahn! Sie kommen, deinen Segen von neuem zu empfahn. 2. Sie kommen, dir, o Bater, fich feierlich zu weihn und 404 Gesinnung und und heilig zu geloben, dir ewig treu zu sein; 3. Versuchungen zur Süns de mit Muth zu widerstehn, den Weg, den Jesus lehrte und selbst betrat, zu gehn; 4. D blick auf sie mit Segen, Alliebender, herab, daß sie vom Weihaltare treu wandeln bis ans Grab! ( DieConfirmanden allein:) 5. Gott, welche heilge Stunde! Laß sie gesegnet sein! Dir, Heiligster, dir wollen wir Herz und Leben weihn. 6. Dich immer findlich lieben, gehorchen willig dir und gern dem Nächsten dienen, ja, Gott, das wollen wir. 7. Wir wollen jede Sünde, das kleinste Unrecht scheun und immer besser werden und uns in Unschuld freun. 8. D blick auf uns mit Segen von deinem Thron herab und laß uns dem Gelübde getreu sein bis ans Grab. Nach der Einsegnung. ( Die Gemeinde allein:) Mel. Wer nur den lieben Gott 540 Kinder, dieser Tag des Bundes sei euerm Herzen ewig werth; denn das Versprechen eures Mundes hat Leben des Christen der Alwissende gehört. Ihr jungen Christen, denket nach, was heute euer Mund ver: sprach! 2. Bedenkt, wozu ihr euch verpflichtet, Gott und der Tugend treu zu sein. Von neuem habt ihr euch verpflichtet, Gott euer Le ben ganz zu weihn. Oheis Vergesset dieses Tages nicht! lig sei euch diese Pflicht! ( Die Confirmirten allein:) Mel. Werde munter, mein G. 3. Heilig soll uns diese Stunde, ewig unvergeßlich sein! Mit dem Herzen, mit dem Munde schwuren wir, Gott treu zu sein, nicht zu weichen von der Pflicht, bis das Aug im Tode bricht. Gott, der Alles weiß und richtet, weiß, wozu wir uns verpflichtet. 4. Ja, wir wollen uns ers geben unserm Gott und nicht der Welt und in unserm ganzen Leben willig thun, was ihm gefällt! Wer hier jäet in der Zeit, ärndtet einst in Ewigkeit. Dort, dort wird der Herr der Welten Jedem nach Verdienst vergelten! ( Die Gemeinde allein:) Mel. Wer nur den lieben Gott 5. O wohl euch, wenn ihr Gott wollt leben, wenn euer Herz in besonderen Verbindungen. Herz es redlich meint! Dann wird auch Gott euch Segen geben; dann bleibt Gott ewig euer Freund; dann wird euch großes Glück und Heil hier und in Ewigkeit zu Theil. ( Die Gemeinde allein:) Mel. Jesus, meine Zuversicht 541 Gottes Gnade fei mit euch! Sie verleih euch Kraft und Segen! Wallet freudig, Engeln gleich, euerm hohen Ziel entgegen! Groß ist einst der Tugend Lohn vor des Allvergelters Thron. 2. Heilig sei euch dieser Tag, heilig, was ihr jetzt versprochen! Ach, was euer Mund versprach, werde nie von euch gebrochen! Bleibt auch in Gefahr und Noth fromm und treu bis in den Tod! 405 Hilf, daß unser Herz dir treu, standhaft unsre Tugend sei! ( Die Confirmirten allein:) 3. Ja, zu treuer Folgsamkeit haben wir uns dir verpflichtet. Unser Herz sei dir geweiht, unser Geist auf dich gerichtet. O wie selig werden wir in dem Bunde, Gott, mit dir! 4. Stärk uns nur mit deiner Kraft! Schüß uns ( Alle:) alle flehn: Stärke liebreich 5. Sieh, o Herr, wir unsre Seelen, laß uns niemals irre gehn, nie die Bahn des Heils verfehlen! Alles schwindet mit der Zeit, nur nicht wahre Frömmig feit. ( Zum Schluß der Confirmationshandlung.) tel. Allein Gott in der Höh err Gott! was 542 Hirdisch ist, ver geht, und schnell enteilt das Leben; Herr Gott! was ewig festbesteht, hast du dem Geist gegeben; es bleibt der Wahrheit helles Licht, es bleibet Tugend, Recht und Pflicht und Jesu heilge Lehre. 2. Die Lehre bleib uns bis ans Grab ein Licht auf allen Wegen, der Jugend Schuß, des Alters Stab des Herzens Trost und Segen! Sie leit in aller Freud und Noth, in jedem Kampf und durch den Tod uns in das beßre Leben. Bei Einweihung einer Kirche. vor der Macht der Sünden! Mel. Nun dantet Alle Gott Bib, daß wir gewissenhaft 543 Von fühl der Anböse Lüfte überwinden! dacht 406 Gesinnung und Leben des Christen dacht tief durchdrungen, dann in den Bund erwachs fet, Gott, dir heut von uns ner Christen ein. Lob, Preis und Dank gefungen! Hier wollen wir vereint uns deiner Liebe freun; drum weihen wir dieß Haus zu deinem Tempel ein. 6. Hier sollen wir ver eint das Mahl der Liebe feiern und ernstlich den Entschluß der Besserung er neuern, erinnern uns an ihn, der auf der Liebe Bahn durch Leben und durch Tod uns muthvoll ging voran. 7. Laß dieser Wohlthat Werth- uns, Vater, stets erwägen und dieses Hauses Zweck recht ernstlich übers legen. Dann wird der Tag der Weih ein Tag des Segens sein, und seiner wird sich noch die späte Nachwelt freun. 2. Anbetend dir sich nahn, dich ehrfurchtsvoll erheben, wie süß ist diese Pflicht, wie wichtig für das Leben! Drum wende zum Gebet, zum Dank, zu deinem Ruhm oft unser Herz sich hier in diesem Heiligthum! 3. Hier sollen wir den Sinn von Christi Lehre faffen und zur Befolgung uns, zur Treu ermuntern lassen; hier strahlt dem Geiste Licht, hier quillt dem Herzen Ruh; hier spricht dein Wort, o Gott, Geduld und Trost uns zu. 4. Hier sollen am Altar sich dir, du Gott der Liebe, die Neuverbundnen nahn, dir heil'gen ihre Triebe; vor deinem Angesicht sich schwören Lieb und Treu, damit ihr Leben dir stets wohlgefällig sei. 5. Hier wird mit Dankgebet das Kind in früher Jugend geweiht dem Kinderfreund, dem Vorbild je: der Tugend; hier schwört es einst den Schwur, Gott ewig treu zu sein, und tritt Bei Einführung eines Schullehrers. Mel. Laß mich, o Herr 544 Las bantbar uns die Lehrer ehren, die stets mit Ernst und Sorgfalt sich bemühn, den Geist der Jugend zu belehren, ihr Herz von seinen Fehlern abzuziehn! O welche Saat wird durch sie ausgeftreut! Sie teimt empor für Zeit und Ewigkeit. 2. Bedauernswürdig sind die Seelen, die unbelehrt durch dieses Leben gehn. Wie können sie das Gute wählen, wenn sie nicht auch das Licht der Wahrheit sehn? Wo bleibt ihr Werth? Wo in besonderen Verbindungen. 407 Woher kommt ihnen Kraft breite sich durch sie zu jeder zum Kampfe gegen Welt Zeit! und Leidenschaft? 3. Preis dir und Dank, der du der Tugend auch unter uns mit Vaterhuld gedenkst und zu der Weis: heit und zur Tugend durch treue Führer ihre Schritte lentst! Wie weise, Gott, wie liebreich, Herr, bist du! Durch Schulen auch strömst du uns Segen zu. 4. Froh sehn der Zukunft wir entgegen, wenn unser Blick auf gute Kinder fällt. Durch sie verbreitet sich dein Segen einst weit umher in deiner Menschenwelt; und naht sich uns der Tod einst auf dein Wort, so feßen sie dein Wert auf Erden fort. 5. Drum gib, o Gott, den Lehrern Kräfte und regen Trieb, die Kinder dir zu weihn! Laß treuen Fleiß im Lehrgeschäfte stets ihren Ruhm und ihre Freude sein! Erfülle fie mit Achtung für ihr Amt, aus dem das Heil so vieler Seelen stammt! 6 Laß sie durch Ernst dem Leichtsinn wehren, durch Freundlichkeit die Herzen an sie fich ziehn; auch wenn ftrafen, noch belehren und sorgsam selbst den Schein des Unrechts fliehn! Religion und reine Sittlichkeit ver7. O welche Pflichten! Welche Würde! Gott, steh auch diesem neuen Lehrer bei Erleichtre seines Amtes Bürde, damit er stets getrost und muthvoll sei, und gib auch uns ein Herz, das gern ihn hört und dankbar ist und seine Freuden mehrt! 8. Wenn ihn des Tages Lasten drücken, wenn ihm der heitre frohe Sinn ents weicht, dann laß ihn jenen Lohn erblicken, den deine Hand einst treuen Lehrern reicht; und immer zeig er dann sich als ein Chrift, der muthig wirkt, solang es Tag noch ist! 9. D Gott, laß jede Schule blühn und reich an Frucht für Welt und Nachwelt sein! Laß jedes Lehrers Eifer glühn, die Dunkelheit der Seelen zu zerstreun, und einst erheb ihn die beglückte Schaar, für die er hier ein weiser Führer war! Bürgerliche Gesellschaft. Mel. Herr Jesu Chrift, dich 545 Nach Gottes weisheitsvollem Rath, der Alles angeordnet hat, wird Völkern dauerhaftes Heil durch der Gesellschaft Bund zu Theil. 2. Nur Gesinnung und Leben des Christen Vaterlandsliebe. 408 2. Nur durch vereinte Thätigkeit, die sich dem Dienst des Staates weiht, Mel. Schon ist der Tag durch gegenseitiges Bemühn 546 Das Land, daß sieht man der fahrt blühn. 3. Bedürfniß und des Fleißes Gang wirkt Ordnung und Zusammenhang; der nüßt durch Kunst dem Vaterland und durch die Arbeit seiner Hand; mir vä terlich zur Wohnung angewiesen, läßt seines treuen Schußes mich in Glück und Noth genießen, es gibt mir Nahrung, Sicherheit, erhält Recht und Gerechtigkeit und schüßt mein Gut und Leben. 4. Der durch Verstand und Geistestraft, durch Einsicht, Kenntniß, Wissen schaft; der nüßt mit seinem tühnen Muth und der mit seinem Erdengut. 2. Drum will ich stets erkenntlich sein, durch nüt liche Geschäfte mich der gemeinen Wohlfahrt weihn, will Zeit, Beruf und Kräfte dem Vaterlande, das mich schüßt und mir und meinen Brüdern nüßt, mit treuem Eifer widmen. 5. So knüpfft du, Gott, durch jeden Stand der allgemeinen Wohlfahrt Band; vertheilst mit Weisheit und mit Wahl des Fleißes Gang, der Kräfte Zahl. 3. Nie will ich Ruh und Sicherheit im Staate fre velnd stören, will meine Landesobrigkeit als Gottes Ordnung ehren und ihren Willen jederzeit mit treucr Unterwürfigkeit nach Möglichkeit erfüllen. 4. Auch will ich meiner Brüder Glück durch meine Schuld nie hindern, will stets ihr widriges Geschid, so viel ich kann, vermin dern, will freundlich dienen Jedermann und helfen, wo ich helfen kann, zum allge meinen Besten. 5. Auf, Brüder, die ihre redlich meint, nügt eurem Va 6. Glück, Segen, Reichthum, Ueberfluß und aller seitiger Genuß, Bequemlich teit und Freud und Ruh fließt uns durch diese Ordnung zu. 7. Wer wollte denn nicht thätig sein, nicht seines Standes sich erfreun, auf der ihm angewiesnen Bahn nicht wirken, was er wirken kann? 8. Wer jede ihm verliehne Kraft gebraucht und durch fie Gutes schafft, der lebet, wie es Gott gefällt, zum Segen sich und für die Welt. in besonderen Verbindungen. Vaterlande, das euch in gleichem Zweck vereint, in jedem Amt und Stande! Und fordert es des Landes Wohl, so opfert, wie es Jeder soll, ihm freudig Gut und Leben! 6. Gott, steh uns bei, daß alle wir nach unsern Pflichten leben und schon als gute Bürger hier nach jenem Reiche streben, in das nur jene Knechte gehn, die in dem Dienste hier be stehn, zu dem du sie berufen. Obrigkeit und Unterthan. Mel. Vom Himmel kam ber 547 Gott, der zum Segen für die Welt uns Fürsten gibt und sie erhält, du willst, daß ihnen Jeder treu, gehorsam und ergeben set, word 2. Sie machen stets mit offnem Blick und sorgsam für der Länder Glück; durch fie fließt Sicherheit und Ruh den Bürgern aller Stände zu. 3. Nicht Jeder ist in Würden groß; oft ist ein niedrer Stand sein Loos; 409 Kräfte, Sorgfalt, Eifer weiht, gern thut, was jedes ihm gebeut. 5. Wenn er gewissenhaft stets ist, nie seines Bürgereids vergißt und das, was er entrichten soll, gern beiträgt zu des Ganzen Wohl. als Bürger sein. 4. Er ists, wenn er den Fürsten liebt und den Gesegen, die er gibt, Zeit, 6. Er ists, wenn er als Bürger denkt, nie andrer Bürger Rechte fränkt und fern von schlauer Ränke List zum Wohl des Landes thätig iſt. 7. Er weiß: nur des Geseges Kraft, und wär es auch noch mangelhaft, gewährt dem Volke Sicherheit und Ordnung und Zufrie denheit. 8. Er lebt, von Trug und Unrecht frei, stets folgfam dem Geseß und treu und fühlt, wenn er es gern vollführt, sich dann so frei, als der regiert. 9. D Gott, laß stets gewissenhaft und start durch deines Geistes Kraft mich allen meinen Pflichtenweihn, so kann ich deiner Huld mich freun. Mel. Aus der Tiefe rufe ich doch Jeder, sei er noch so 548 Wer gehorcht, der tlein, tann thus mit Luft! Jeder Bürger, sich bewußt, daß nicht Jeder herrschen kann, sei ein guter Unterthan; 2. Bist Gesinnung und Leben des Christen 410 2. Bist du niedrig, bist du groß sei vergnügt mit deinem Loos! Schäm dich deines Standes nicht; nöthig ist ja Jedes Pflicht. 3. Zur gemeinen Wohl fahrt sei dem Gefeße stets getreu! Wer ihm gern gehorchen kann, der nur ist ein freier Mann. 4. Schaue Jesum Christum an; er, wie du, ein Unterthan und doch aller Fürsten Gott, that, was das Gesetz gebot. 5. Ehre dem, dem Ehr gebührt. Schoß und Zoll dem, der regiert! Gib, als gäbst du Gott, dem Herrn, was dir auferlegt ist, gern! 6. Ordnung und Gerechtigkeit, Schuß und Fried und Sicherheit, welch ein Glück, das man nur hat durch der Obern Rath und That! 7. Lebe selbst gewissenhaft; ihres Wandels Rechenschaft laß dem Herrn und sich nur du, daß du selbst gerecht seist, zu! 8. Obrigkeit und Unter. than, betet Gott, den Höchsten, an! Fürchtet ihn, denn, jein Gericht wird gerecht sein. Gündigt nicht! Hoher Stand. Mel. Bom Himmel kam der 549 Wer höher durch Geburt schon ist, als seine Brüder, kenn als Christ des bessern Adels Werth und Pflicht, den fühl er, den entehr er nicht. 2. Er, sind ihm Brüder unterthan, er sei ihr Vater, kein Tyrann, so mild und liebreich, als gerecht; er ist, wie sie, auch Gottes Knecht. 3. Nicht wähn er, weil er groß und frei vor den Geringen ist, er sei erha: ben über Recht und Pflicht und Rechenschaft, das wähn er nicht! 4. Er sehe, mehr beglückt, von Gott, nicht mit Ver achtung oder Spott auf den, von dessen Schweiß er lebt, der ihm erwirbt, was ihn erhebt! 5. Er hasse Grausamkeit und Zwang, verpraffe nicht durch Müßiggang, was Gott ihm giebt, beglückt zu sein mit Andern, aber nie allein! 6. Froh neben ihm, mit ihm vergnügt sei, wer ihm seine Felder pflügt! Wohlthätig soll er sein; denn er ward darum nur des Armen Herr! 7. Er( denn er hat mehr macht und Zeit zu höhern Thaten) sei bereit, auch mehr zu thun für Volk und Staat, von dem er seinen Vorzug hat. 8. Verächtlicher als Stla ve ist im Tod einst Jeder, der vergißt, daß er des Vater: in besonderen Verbindungen. terlandes Wohl auch mehr, als Andre, fördern soll. 9. Doch wenn ers nicht vergißt, so freut der Nie brige sich ohne Neid, weil der der Welt zum Segen lebt, der wohlzuthun sich stets bestrebt. 10. Und spricht bei seinem Tode dann: Das war ein edler, großer Mann! Er, durch der Tugend Glanz verklärt, war seines Blücks und Vorzugs werth! Der Richter. 550 Ge ewöhne Mel. Schon ist der Tag von Gott dich durch Wort und That Gerechtigkeit zu üben und wandle stets den rechten Pfad, den Gott dir vorgeschrieben! Ein Richter, der dieß je vergißt, parteiisch und bestechlich ist, zerstört das Glück der Erde. 2. O wehe denen, welche nicht ihr Ohr zur Unschuld neigen, die mit Verlegung ihrer Pflicht Gesetz und Rechte beugen! Sie säen Fluch und ärndten Fluch durch ihren feilen Richter spruch; denn Gott beschüßt die Wahrheit. 411 und schreit zu ihm um Rache. Gefoltert von Gewissensqual, erscheinen sie im Todesthal und am Vergelturgstage. 4. Der Redliche nur wird beglückt, der nie das Recht verdrehet, die Einfalt nie durch List berückt und nie die Unschuld schmähet. Er gibt und nimmt und redet Nichts, wodurch die Stätte des Gerichts entheiligt werden könnte. 5. Er geht, entfernt von Sucht nach Geld, auf des Gefeßes Wegen, und jedes Urtheil, das er fällt, bringt seinem Herzen Segen. O wohl dem Land, wo jederzeit nur Wahrheit und Gerechtigkeit in allen Ständen blühen! 6. Laß Jeden hier sein Amt getreu, o Gott, vor dir verwalten und sein Gewissen vorwurfsfrei bis in den Tod erhalten! In unserm ganzen Vaterland bewahr, o Vater, jeden Stand vor Unrecht und vor Frevel. 7. Es suche Jeder, der dich kennt, im Guten fich zu stärken, und wer den Namen Jesu nennt, laß ab von bösen Werken! Gib deinen Knechten Kraft da: zu! Wer kann es anders, Gott, als du? Du bist der Tugend Quelle. 8. Gerechter Gott, be S2 lohne 3. Wenn sie nicht treu im Amte sind: Gott kennt der Wahrheit Sache. Der Unterdrückten Thräne rinnt 412 Gesinnung und Leben des Christen Lohne die, die sich vom Un- Frevel treib! Daß Jeder recht wenden! Erquicke sie schone Greis und Weil nach Kampf und Müh, und Kind und Säugling, wenn sie den Lauf vollen- wie den Mann, der wider den! Zu deinen Freuden stehn nicht mag, noch kann! nimm sie auf; denn sie vollendeten den Lauf, der Taus sende beglückte. 7. Wer vor euch nieder fällt, den hebt mit Brüder armen auf; wer bebt, den tröstet, Brüder, nie ver gießt Blut, wenn der Feind entwaffnet ist! Der Soldat. Mel. Erhalt uns, Herr, bei 551 Bewaffnete! der Krieger Stand bewacht, beschützt das Vaterland und stehet dem Geseze bei, damit sein Ausspruch wirksam sei. 8. Dann seid ihr wahn Helden, seid Vertheidige der Menschlichkeit, dem Voll wie dem Regenten werth, ven Vaterland und Gott geehrt 2. Gehorsam, Treu und Tapferkeit zeigt drum vor Allem jederzeit; vergeßt in Krieg und Frieden nicht den edlen Endzweck eurer Pflicht! 3. Welch ein Beruf, wie ehrenwerth! O daß ihr nur Weh, 9. Gott sei mit euch in Fried und Krieg, mit eu in jedem Kampf und Sieg mit euch im Leben und im Tod! Hier segne, dort be glück euch Gott! Der Landmann. wer ihn aus den Augen sept 552 Wolfe Mel. Erschienen ist der herrlich mir, und frevelnd seine Pflicht verlegt! 4. Ehrt Wahrheit, Recht und fürchtet Gott; nie werde Tugend euer Spott! Die Krieger sind zu feiner Zeit von ihrer Christenpflicht be freit. 5. Zieht ihr in Krieg, so störet nie die Rechte Andrer; schüßet sie! Gewalt ubt un. geheißen nicht; stets leit euch Ehrgefühl und Pflicht! 6. O daß nicht Einer Schöpfer, denn mein Stand ist aud von dir; du schufst das Land für meinen Fleiß und väterlich beglückt und fegnest du auch mich. Ge lobt seiſt du! 2. Gelobt sei Gott! denn herrlicher und schöner und gesegneter wird jede Flu und jedes Feld durch meinen nen Fleiß für Gottes Well und auch für mich. 3. Jm Schweiße meines Ant in besonderen Verbindungen. Angesichts arbeite ich, doch wann gebrichts mir, wenn ich thu, was Gott gebeut, an Segen, an Zufrieden heit? Was brauch ich mehr? 4. Wie lächeln freudig Au und Flur! In meiner Hütte wohne nur die Unschuld, die nie Arges thut: und Gottes Wohlgefallen ruht und wohnt bei mir. 5. Was hat der Reiche dann voraus! Mehr Macht und Pracht, ein glänzend Haus; doch auch mehr Sorg und Ueberbruß, bei als 6. Nicht mehr Gesundheit, Ruh und Kraft, wohl aber größre Rechenschaft. Und wenn ich fromm und gut bin, werd ich selig, wie der Fürst der Erd, wenn er gut ist. 7. Mühseligkeit ist Aller Loos, der Mensch sei niedrig oder groß; doch kommen wahre Ruh und Lust auch gern, doch nur in dessen Bruft, der Gott gefällt. 413 bin ein Mann fürs Vaterland, ich nähr es und durch meine Hand lebt Volk und Fürst. Mel. Was Gott thut, bas ist lem seinem Ueberfluß mehr 553 Gib, Höchster, daß und Gram. fromm 8. In seiner Werke Herrlichkeit seh ich ihn täglich; mich erfreut der Sonne Glanz, der stille Mond; Wald, Thal und Berg und Flur belohnt mir meinen Fleiß. 9. Des Weisen Achtung fehlt mir nicht, erfüll ich redlich meine Pflicht; ich 10. Wohl mir, wohl mir! Ich baue gern den Acker Gottes, meines Herrn, und ärndt ich nicht schon hier den Lohn, ich ärndt ihn einst vor Gottes Thron in Ewigkeit. Der Nachbar. treu auch meine Nachbarn liebe; daß mir ihr Glück erfreulich sei, ihr Unglück mich betrübe; daß ich mich nicht entzieh der Pflicht, mit auf ihr Wohl zu sehen und ihnen beizustehen. 2. Laß mich durch mein Benehmen nie, Gott, ihnen Kummer machen! Mein Herz sei willig, auch für sie zu beten und zu wachen! Ermuntre mich, stets nachbarlich das Gut, das sie be fißen, nach Möglichkeit zu schützen! 3. Gib, daß ich gern vers schwiegen sei nnd stets den Frieden suche, nie nähre Neid und Heuchelei, nie heimlich Nachbarn fluche! Und thun sie mir auch Unrecht hier, hab ichs nur nicht S3 414 Gesinnung und Leben des Christen nicht verschuldet, so wird lei, von Schmähung und es leicht erduldet. Verstellung frei, was sünd: lich ist, nie rede! 4. Was hilft ein feindseliger Sinn? Er führt nur ins Verderben. Wie schnell eilt unsre Zeit da. hin! Wer weiß, wie bald wir sterben! O Freunde, seid entfernt vom Streit! Denkt, daß ich euch im Grabe zu stillen Nachbarn habe. 5. Herr, präge du den Sinn mir ein, der mich vor Haß behütet, und laß mich auch als Nachbar sein, was mir dein Wort gebie: tet! Wer liebreich ist, wie du es bist, wird einst, wenn Feinde beben, in ewgem Frieden leben. Umgang. Mel. Schon ist der Tag von Gott 554 Die Bunge, die vernehmlich spricht, hat mir mein Gott gegeben. D mißbraucht ich doch ihrer nicht! Sie bringet Tod und Leben; sie stürzt in Unglück, hilft in Noth; sie flucht und segnet, fleht und droht, kann hei len und verwunden. 2. Hilf, daß in meines Herzens Grund, Herr, deine Furcht stets wohne, und daß gewissenhaft mein Mund der Wahrheit Rechte schone; daß ich von niedrer Schmeiche 3. Auf deinen Ruhm und Andrer Wohl soll stets mein Sinn sich lenken. Hilf mir, so oft ich reden soll, mit Ernst dieß wohl bedenken! 3um Guten rege selbst mich an, damit ich, wo ich nüßen kann, aus Menschenfurcht nicht schweige. 4. O wehe dem verweg nen Mund, der Fluch und Schwur nicht scheuet! Wie bald wird da der Leichtsinn kund, wie oft zu spät be reuet! Ach, Fluchen bringet Fluch und Noth, entfernet immer mehr von Gott! Herr, lehr es mich bedenken! 5. Auch wehe dem, der Tücke liebt und dessen Wor te trügen; der seinen Näch sten gern betrübt mit Falich. heit und mit Lügen! Nur Redlichkeit, nur offner Sinn, nur Wahrheitsliebe schafft Gewinn, der ewig uns be gleitet. 6. Was züchtig, keusch und ehrbar ist, was wohl und lieblich klinget, das redet überall der Christ, spricht, wenn es Nußen bringet, und scheut den Zorn der Men schen nicht. Doch wird auch Schweigen ihm zur Pflicht, wenn es die Liebe fordert. 7. D gib mir, Gott, ein reines Herz und laß mich Spöt in besonderen Verbindungen, Spöttereien und frechen, sits tenlosen Scherz mit frommem Eifer scheuen! 3um Sprechen gabst du mir die Kraft; doch soll ich einst auch Rechenschaft von meinen Worten geben. Freundschaft. Mel. Vom Himmel kam der 555 welch ein Se ein gen Freund, der, Gott, durch dich mit mir vereint, mit herzli chem Vertraun mich liebt, mit mir sich freuet und betrübt! 2. Der, fest vereinigt erst 415 Freud und Leid, mit brüderlicher Herzlichkeit; und treues Mitgefühl versüßt und Alles, was uns schmerzlich ist. 4. Vom Jrren hält er mich zurück ourch weisen Rath, durch sanften Blick; und wenn er mir zu irren scheint, so warn ich treulich ihn als Freund. 7. Trennt auch das Schicksal Freund von Freund, die Herzen bleiben doch vereint durch Liebe, durch Gebet und Rath und, wo wir können, durch die That. 8. Vollenden wir einst unsern Lauf, so nimmt uns dann ein Himmel auf. Unendlich ist die Seligkeit, die ewig uns vereint erfreut. in Einem Geiste bann mit mir für Wahr. 556 Herreundes Hand In eigener Melodie. errlich ist's heit nur und Tugend lebt, mit mir nach Einem Ziele firebt! 3. Wir theilen brüderlich dein Licht, ermuntern uns zu jeder Pflicht; wir bitten dich vereint um Kraft, gleich fromm zu sein, gleich tugendhaft. durch das Leben wandeln und durch Tugend und Verstand stets vereinigt handeln! 2. Ohne Freundschaft gleicht die Welt einem öden Grabe. Wohl mir, daß ich mehr, als Geld, daß ich Freunde habe! 3. Aber da istFreundschaft nicht, wo nicht Tugend wohnet, wo nicht auf dem Angesicht Herzensgüte thronet. 4. Sittsam ist sie, nicht beim Spiel, nicht bei Trinks gelagen, nicht im lärmenden Gewühl darfst du nach ihr fragen. 5. Nicht Argwohn, Mißtraun oder Streit, nicht Freude und nicht Traurigfeit, auch nicht des Glückes Unbestand trennt unsrer Freundschaft festes Band. 6. Wir theilen Alles, nie, nie bei bösen Herzen. 4. Herzs 5. Aber sieh, du findest sie bei unschuldgen Scherzen; nur bei der Verleumdung S4 416 Gesinnung und Leben des Christen 6. Freundschaft lehrt bescheiden sein, Andrer Vorzüg ehren, Freundschaft wird bir manche Bein in Vere gnügen kehren. 7. Freundschaft zeigt dir klar und frei alle deine Fehler, schmeichelt nicht und macht dabei fröhlich deine Seele. Erden. 8. Lächelst du, sie lächelt mit, weint bei deinen Leiden, unter ihrem sanften Tritt sprossen tausend Freuden. 9. Möcht ein Jeder doch recht früh ihrer würdig wer den! Dann vermehrte sich durch sie Menschenglück auf ( Die Lieder 557-559 find ausgefallen.) Gesinnung und Leben des Christen zu besonderen Zeiten. Am Morgen. 3. Verleih, o Gott der Lieb und Macht, daß Sünd und Gram, wie diese Nacht, Mel. Mein ganzer Geist, Gott 560 Dich seh ich wie auf ewig von mir fliehe, daß der, in licht, und freue mich der christlicher Zufriedenheit zu heilgen Pflicht, dem Höchsten nüßen mich bemühe! Prüfe, Lob zu singen. Ich will, siehe, wie ichs meine, dir entbrannt von Dankbegier, ist keine meiner Sorgen, auch o mildester Erbarmer, dir die kleinste nicht, verborgen. mit Herz und Mund lobsingen. Schöpfer, Vater, Treue rührt aufs neue mein Gemüthe: Froh empfind ich deine Güte. 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was wär ich, hättest du nicht dich so hülfreich mir bewiesen. Zu meinem Leben sepest du jept einen neuen Tag hinzu, sei hoch dafür gepriesen! Durch dich bin ich und ich merke neue Stärke, dich erhebe Herz und Mund, solang ich lebel 4. Ich bin ein Christ; o Herr, verleih, daß ich des Namens würdig fei! Mein Ruhm sei deine Gnade! Denn ach, was bin ich ohne dich! Ein Frrender! Er halte mich, mein Gott, auf deinem Pfade. Stärt mich, daß ich stets mich übe, deine Liebe zu betrachten, über Alles dich zu achten. 5. Ach, im Geräusch der Welt soll mich der heilige Gedank an dich oft still zu dir erheben. Im dunkeln Thale zu besonderen Zeiten. Thale wall ich hier; einst nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und höhern Leben. Auf dich hoff ich! Herr, ich werde mich der Erde gern entschwingen, dir dort ewig Lob zu singen. Mel. Wer nur den lieben Gott 561 Vol Dank an diesem neuen Morgen blick ich zu dir empor, mein Gott! Du hörst nicht auf, für mich zu sorgen, mein Schuß zu sein In eigener Melodie. vor jeder Noth; du schüß: 562 Gott des Himtest mich auch diese Nachi; durch dich gestärkt bin ich erwacht. der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns schei nen heißt, dessen starke Hand die Welt und was drinnen ist erhält. 2. Wem dank ichs sonst, als deiner Güte, daß mich, o Gott, kein Unfall traf? Mit innig freudigem Gemüthe dank ich dir Stär kung, Ruh und Schlaf! Auch heute wirst du mit mir sein und Kraft zum Guten mir verleihn! 3. Wie viele Tausend meiner Brüder sind jetzt nicht mehr mit mir erwacht; sie sehen nicht die Sonne wieder, nicht deiner Schöpfung neue Pracht. Ich lebe noch und mich erfreut des neuen Morgens Heiterkeit. 417 Entzieh zur Uebung meiner Pflicht mir, Herr, nur deinen Beistand nicht. 5. Froh werd ich dann den Tag vollenden, dir, Herr, getreu und meiner Pflicht. Mein Leben steht in deinen Händen, drum schrecket auch der Tod mich nicht; und endet heute ſich mein Lauf; so eilt mein Geist zu dir hinauf. Erhalter, dir soll jebe Stunde auch dieses Tages heilig sein! Ich schwöre dir mit Herz und Munde, vor allem Unrecht mich zu scheun! 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen haft behütet und bemacht und bei aller meiner Schuld mich noch trägst mit Baterhuld. 3 Gleich der Nacht laß meine Günden vor der Gnade Glanz vergehn, die durch Christum Alle finden, welche gläubig auf dich sehn, der für unsre Missethat sich am Kreuz geopfert hat. 4. Hilf, daß ich mit die sem Morgen geistlich auferS 5 stehen 418 Gesinnung und Leben des Christen stehen mag und für meine fet und, was er schuf, er: Seele sorgen, daß, wenn nun freut! dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Auf der Bahn der Tu gend leite du mich, Herr, verlaß mich nicht und verleihe mir auch heute Muth und Kraft zu jeder Pflicht. Dein Geschent, die Gnadenzeit, werde nie von mir entweiht! 2. Von dir ist mir gege ben, Herr, was ich hab und bin! Und dieß mein irdisch Leben flieht schnell zum Tode hin. Bald ist sie ganz vers schwunden der Wahrheit kurze Zeit; doch hängt an ihren Stunden das Heil der Ewigkeit. 6. Deinem Schuße sei ergeben Alles, was ich hab und bin! Dir vertrau ich Seel und Leben, werf auf dich die Sorgen hin. Herr, mein Heil, mein Schild und Ruhm, segne mich, dein Eigenthum! 7. Hülfe wolleft du mir fenden, wenn Gefahr und Noth mir droht; Alles mir zum Besten wenden, es sei Lehen oder Tod! Sterb ich, Herr, so nimmn mich hin, wo ich nicht mehr sterblich bin. 3. O süßer, hoher Glau be, vom Tod einst aufzu stehn! Mein Leib nur wird zu Staube, mein Geist wird nicht vergehn. Ach, laß michs nie vergessen! Der täglich mich ermessen, was heilgen Hoffnung voll, laß ich einst werden soll! 4. Sollt ich nach Wolluß schmachten? Ihr Lohn ist Neu und Schmerz! Nach Reichthum ängstlich trach. ten! Nie komm es in mein Herz! Hienieden schon auf Erden soll meine Seele rein, ein Tempel Gottes werden, ganz ihm geheiligt sein! 5. Getrost, mein Geist, ermüde in deinem Kampfe nicht! Dich stärket Gottes Friede mit Kraft und Zu versicht. Ermuntre dich und Lohn ift nah! Getrost! Vielleicht ist heute des Kampfes Ende da. Mel. Befiehl du deine Wege 563 ob sei Gott, der sendet nach der Nacht, der, wenn wir ohne Sorgen entschlummern, für uns wacht, der uns im Schlaf erquicket In eigener Melodie. und unsre Kraft erneut: 564 Mein erft Ge die Erde schäft sei Preis zu besonderen Zeiten. 419 Breis und Dank! Erhebe 9. Gib mir ein Herz voll Gott, o Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang, lobfing ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schüßen ohne Macht, lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wann ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß und schüßt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? Znversicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig thue. 10. Daß ich mit Freudigkeit und Muth mich stets zu bessern strebe, gottselig, züchtig, fromm und gut in Sinn und Thaten lebe. 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an Andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue. 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße und meinen Lauf mit Freudigkeit, wann du gebeutst, beschließe! 5. Du bist es, Herr und Gott der Welt, und dein Mel. Bon Gott will ich ist unser Leben. Du bist es, 565 Allmächtiger, ich der es erhält jest neu gegeben. 6. Gelobet seist du, Gott der Macht, gelobt set deine Treue, daß ich nach einer fanften Nacht mich dieses Tags erfreue! 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen! 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft meine Seele! Sei mir ein Retter in Gefahr, ein Vas ter, wenn ich fehle! empor zu dir. Preis dir, durch den ich lebe, und neuer Dank dafür! Herr, deine Huld ist groß, und niemals hat das Lallen des Dankes dir mißfallen, das aus dem Herzen floß! 2. Daß nicht in tiefem Schlummer des Lebens Licht verlischt, und daß mich, frei von Kummer ein sanfter Schlaf erfrischt, dieß dank ich deiner Macht und deiner Vatertreue. Durch sie bin ich aufs neue mit heiterm Muth erwacht. 56 3. Be Gesinnung und Leben des Christen 420 3. Beschüßer unsrer Seelen, ich traue stets auf dich. Was soll ich für mich wäh len? O wähle du für mich! Gib, was mir heilsam ist! Gott, dem ich Alles danke, mich stärke der Gedanke, daß du stets um mich bist! 4. Er stärke mich, mit Freuden zu thun, was dir gefällt; er tröste mich im Leiden; und will die Luft der Welt mich jemals nach sich ziehn, helf er mein Herz bewahren, helf er mir die Gefahren der Sünde sehn und fliehn! 5. Beglücke du die Meinen nach deiner Gütigkeit! Verlaß der Armen keinen! Wend alles Herzeleid! Du willst zwar gern erfreun, eilst Allen beizustehen; doch soll der Liebe Flehen dir auch gefällig sein. 6. Gott, dem ich ange höre, dein Friede ruh auf mir! Mein Seufzen, meine Bähre, Erbarmer, ist vor dir. Deß soll mein Herz sich freun. Wer dir nicht traut, der bebe; ich sterbe oder lebe, so bin ich ewig Dein! Lieder, und mein Herz er hebet dich, denn dein Aug hat in der Nacht über mich, dein Kind, gewacht. 2. Wann ich einst vollens det habe diese meine Pil gerzeit, ruh ich auch also im Grabe, Samen für die Ewigkeit. Auch in dieser langen Nacht wird mein Staub von dir bewacht. 3. Aber ich erwach auch wieder und mein Lobgesäng mit mir; dann erschallen meine Lieder mächtiger und reiner dir. Ewig wird der Morgen sein; ewig schlaf ich nicht mehr ein. 4. Wach auch über meine Tage, Gott, du meine Zu versicht, daß mich keiner einst verklage, wann du kommst zum Weltgericht, daß ich hier der Pflicht getreu und dort unerschrocken sei! 5. Keinen Tag zählst du vergebens, Gott, durch den ich bin, mir zu. Jeder ist ein Theil des Lebens, jeden, jeden richtest du. Lehr mich machen, daß mir nie unge: nüßt ein Tag entflieh! 6. Heute leb ich, laß auch heute nicht umsonst mein Leben sein! Laß mich nach vollbrachtem Streife dieses Tags auch mich er Mel. Gott des Himmels und 566 Gott sei Dant, ich freun; recht zu handeln, lebe wieder, fühle und empfinde mich. Herr, dir bring ich meine gib mir heut Stärke, Luft, Gelegenheit! Smel. zu besonderen Zeiten. 421 Mel. Christus, ber ist mein Leben erflehen: Gib mir ein weises Herz, auf dich laß ſtets mich sehen in Freude, wie im Schmerz! der 567 Noch läßt Herr mich le ben! Mit fröhlichem Ges müth eil ich ihn zu erheben; er hört mein frühes Lied. 2. Zu ihm entzückt mich wieder der Morgensonne Pracht; ich falle vor ihm nieder, der sie und mich gemacht. 3. Du, Herrscher aller Welten, nimmst dich auch meiner an; wie soll ich dir vergelten, was du an mir gethan? 4. Wirst du nach Opfern schauen? Sie gelten Nichts vor dir. Du for derst nur Vertrauen, nur Liebe, Gott, 10. Daß ich am ersten trachte nach dem, was dir gefällt, mehr deinen Beifall achte, als allen Ruhm der Welt. 11. Daß ich, dir innig trauend, das Gute standhaft thu und froh gen Himmel schauend dent: Herr, mich siebest du. 12. Bereit, den Lauf zu schließen auf deinen Wink, o Gott, und lauter im Gewissen, so finde mich der Tod! Dein fei mein ganzes 568 Tangich an, was Mel. Es ist das Heil uns kommep Gottes Namen ewig Leben, mein Herz sei dein! Dir will ich Ehre geben und deiner. Welt mich freun. 6. D Tilger meiner Sünden mein Mittler, Jesu Christ, laß mich den Troft empfinden, daß du mir gnädig bist. mir zu thun gebühret. Mit Gott wird Alles wohlgethan und standhaft ausgeführet. Was man in Gottes Namen thut mit frommem Sinn und festem Muth, das muß zulest gedeihen. 7. Dir hab ich mich er geben; ich freue mich in dir; du Bester, mehr, als Leben, ist deine Güte mir. 2. Gottists, der das Vermögen schafft, das Gute zu vollbringen. Er gibt Verstand und Lust und Kraft und läßt das Werk gelingen. Ist er mit uns, so fehlt uns nicht, was unserm wahren Wohl gebricht; er krönet uns mit Segen. 8. Sie führe mich auch heute auf deiner Tugend Bfad! Du, Ewigweiser, leite mich selbst nach deinem Rath! 9. Nur Eins laß mich 3. Drum leite mich sein guter Geist, den Müssiggang 57 zu 422 Gesinnung und Leben des Christen zu meiden, und das, was er mich wirken heißt, geschehe stets mit Freuden! Er stärke mich, damit ich treu, gewissenhaft und redlich sei und gern dem Nächsten diene! 4. Ja, segne, Gott, auch heute mir die Werke meiner Hände und lente meinen Blick zu dir, wenn ich sie froh vollende! Bergänglich ist der Erde Lohn; doch ewig ist vor deinem Chron der Preis der Arbeitstreue! In eigner Melodie. 569 Wach auf, mein Herz, und 2. Gott Vater, mit Er barmen bedecktest du mich Armen; du sprachst: schlaf ohne Grauen; die Sonne sollst du schauen. 3. Dein Wort, das ist geschehen; ich kann das Licht noch sehen; von Noth bin ich befreiet, dein Schuß hat sich erneuet. 4. Steig auf, mein Dank, zum Throne! Dem Vater und dem Sohne, dem Geist des Herrn sei Ehre, Anbetung, Preis und Ehre! fallen, Herr, meines Her zens Lallen! Mel. Werde munter, mein finge dem Schöpfer aller 570 Wann ich einſt dem Geber aller Güter, dem frommen Men schenhüter! 5. Hör, Gütigfter, mein. Flehen; du kannst ins Herze sehen; ach, möchte dir ge6. Dein Werk wollst du vollenden; dich nimmer von mir wenden und mich in meinen Tagen stets mit Verschonen tragen! 7. In allen meinen Tha: ten wollst du mir selber ra: then, mich stets zum Be sten leiten, zum Himmel mich bereiten! 8. Auf allen meinen We gen begleite mich dein Segen; dein Wort sei meine Speise, bis ich gen Himmel reise! von Schlummer, welcher Tod heißt, aufersteh und, er: löst von allem Kummer, je nen schönern Morgen seh, o dann wach ich anders auf; schon am Ziel ist dann mein Lauf! Träume sind des Pilgers Sorgen, großer Tag, an deinem Morgen. 2. Hilf, daß keiner meis ner Tage, Geber der Un terblichkeit, einst mich im Gericht verklage, daß ich sträflich ihn entweiht! Auch noch heute wacht ich auf! Dank dir, Herr! Zu dir hinauf müsse jeder Tag mich leiten, zur Unsterblichkeit bereiten! 3. Daß ich gern sie vor mir sehe, wann ihr letter nun erscheint; wann zum dun zu besonderen Zeiten. dunkeln Thal ich gehe und mein Freund nun um mich weint. Lindre dann des Todes Pein und laß mich den Stärksten sein, meinen Freund gen Himmel weis sen und dich, Herr des Todes preisen. Am Sonntagsmorgen. Mel. Es ist das Heil uns 571 rohlockend, Va. Fre ter, wach ich auf am Tage deiner Ehre. Mein Morgenopfer dringt hinauf ins Lied der Engelchöre und dankt, daß deine Gütigkeit mir heute wieder Ruh und Zeit zur Seelenbildung schenket. 423 ihren heiligen Gesang zum Himmel mich erhoben. Hier hör ich, Gott, im Geiste schon die Seligen vor dei: nem Thron ihr Heilig, Heilig! singen. 5. Hier seh ich jeder Tugend Preis an deinem Throne prangen und ringe nun mit Ernst und Fleiß, das Kleinod zu erlangen. Hier stärkst du mich durch deine Kraft zur Treu in meiner Pilgerschaft, zur Liebe und zur Hoffnung. 3. Drum heilig sei die Stätte mir, wohin, Gott, deine Frommen mit Dank und Luft und Heilsbegier dich anzubeten kommen! Ich liebe sie und walle gern zum Hause Gottes, meines Herrn, mit ihnen anzubeten. 2. Dich bete Erd und Himmel an, o Schöpfer al ler Dinge! Wohl mir! auch ich darf mich dir nahn; du hörst, wenn ich dir singe. Du selbst bedarfst zwar meiner nicht, doch ewig In eigner Melodie. bleibt es meine Pflicht, dich 572 Sei mir gegrüßt zu zu Gottes Ehre, du, feiner Schöpfung Königin! Steig auf und geuß aus deinem Flammenmeere Erstaunen vor dich hin! 4. Hier fühl ich durch den frommen Dank, womit dich Christen loben, durch 6. So wird dein Tag, o Vater, mir ein Tag des Segens werden! So seh ich und empfind ich hier den Himmel schon auf Ers den! So werd ich nach der Prüfungszeit einst im Ge nuß der Seligkeit verklärt dich ewig preisen. Beim Anblick der aufgehenden Sonne. 2. Daß alle Welt anbetend niederfalle vor dem, der dich so schön gemacht, der Menschen schuf und vä terlich für alle mit seiner Allmacht wacht. 3. Daß Gesinnung und Leben des Christen 424 3. Daß überall bis zur entferniften Zone, die staus nend deine Größe sieht, Zufriedenheit und Lieb und Eintracht wohne, die oft den Erdkreis flieht! 4. Und so sei du, was du ihm stets gewesen, dem Erdenvolke Gottes Blick, dem Lande Frucht, dem Kranken froh Genesen, dem Armen Troft und Glück! 5. Auch mir, wenn ich in Unmuth aufwärts blicke, weil Gottes Weg ich nicht versteh, gieß Heiterkeit ins kranke Herz und schicke mir Kraft, daß ichs besteh! 6. Und lehre mich in Freudigkeit hienieden mich jeder Christentugend weihn; voll Duldsamkeit bereit zum selgen Frieden und mild wie du zu sein. Am Abend. Mel. In allen meinen Thaten 573 un finkt die Sonne nie der, die stille Nacht kommt wieder und mit ihr Schlaf und Ruh; sie schenkt uns neue Kräfte, beschließt des Tags Geschäfte und drückt die müden Augen zu. 2. Noch wach ich und erzähle mit tiefgerührter Seele, was Gott an mir gethan. Mit dankendem Gemüthe lobsing ich seiner Güte; er hört mein frommes Loblied an. 3. Von ihm kommt jede Gabe, das Leben, das ich habe, die Ruhe dieser Nacht. Er ist der Quell der Güter, mein Schuß und treuer Hü ter, der, wenn ich schlummre, für mich wacht. 4. Er läßt es finster wer den und hüllt den Kreis der Erden in schwarze Dunkelheit; doch auch in dunk ler Stille wohnt er mit seiner Fülle und zeigt mir seine Herrlichkeit. 5. Er führt aus dunkler Ferne den Mond und tau: send Sterne mit Majeſtät herauf. Sie leuchten ihm zur Ehre hoch über Erd und Meere und seine Hand lenkt ihren Lauf. 6. Groß, wenn der Mor gen grauet, groß, wenn der Abend thauet, groß in der stillen Nacht, im Sonnen: schein und Sturme, am Menschen und am Wurme, groß, Vater, zeigst du deine Macht. 7. Voll Majestät und Stärkte stehn lauter Wunderwerke in deiner Schö: pfung da. Wie kann ich birs vergelten? Du, Gott und Herr der Welten, warst auch mir Armen heute nah. 8. Woher mein Glück, mein Leben? Du hast es mir gegeben; du bists, der zu besonderen Zeiten. 425 für mich wacht. Woher auf durch Fleiß ihn, meinen meinen Wegen, so mancher reiche Segen? Du bists, der Alles wohlgemacht. Gott, gepriesen, mir und der Welt genüßt und jeden Dienst gethan, weil ihn der Herr gebot, nicht weil mich Menschen sahn? 9. Gott, groß von Macht und Treue, jetzt, da ich dein mich freue, wird auch die Nacht mir Licht. Leg ich die müden Glieder in dei nem Namen nieder, so wa chest du, ich sorge nicht. 10. Soll mir der Schlaf zum Leben erneute Kräfte geben, so will ich deß mich freun. Soll er mein Leben enden, so wirst du mich vollenden, mein Gott auch noch im Tode sein. Mel. O Gott, du frommer Gott 574 Der er Tag ist wie: der hin; und diesen Theil des Lebens, wie hab ich ihn vollbracht? Entfloh er mir vergebens? Hab ich mit allem Ernst dem Guten nachgestrebt? Hab ich vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht gelebt? 2. Wars in der Furcht des Herrn, daß ich ihn an gefangen? Mit Dank und mit Gebet, mit eifrigem Verlangen als ein Geschöpf von Gott, mich seinem Dienst zu weihn und züche tig und gerecht und Gottes Freund zu sein? 3. Hab ich in dem Beiruf, den Gott mir ange wiesen, durch Eifer und 4. Wie hab ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? Hat mich im Stillen oft mein Glück auf Gott geführet? Erfreut ich mich des Herrn, der unser Flehn bemerkt, und hab ich im Vertraun auf ihn mein Herz gestärkt? 5. Dacht ich bei dem Ges nuß der Güter dieser Ers den an den Allmächtigen, durch den wir sind und werden? Verehrt ich ihn im Staub? Trug ich das Glück mit Dank, den Unfall mit Geduld? 6. Und wie genoß mein Herz des Umgangs süße Stunden? Fühlt ich der Freundschaft Glück, sprach ich, was ich empfunden? War auch mein Ernst noch sanft, mein Schers noch unschuldvoll? Und hab ich Nichts gesagt, was ich bereuen soll? 7. Hab ich die Meinigen durch Sorgfalt mir verpflichtet, sie durch mein Beispiel still zum Guten unterrichtet? War zu des Mit leids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? Ein Glück, das Andre 426 Gesinnung und Leben des Christen Andre traf, war dieß mir angenehm? 8. War mir der Fehltritt leid, sobald ich ihn begangen? Bestritt ich auch in mir ein unerlaubt Verlangen? Und wenn in dieser Nacht Gott über mich gebeut, bin ich vor ihm zu stehn auch willig und bereit? 9. Gott, der du Alles weißt, was könnt ich dir verhehlen? Ich fühle täglich noch die Schwachheit meiner Seelen, Vergib durch Christi Blut mir die verlegte Pflicht, vergib und gehe du nicht mit mir ins Gericht! 10. Ja, du verzeiheft dem, den seine Sünden fränken, du liebst Barmherzigkeit und wirst auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist du der Wächter über mir; leb ich, so leb ich dir: sterb ich, so sterb ich dir! Mel. Befiehl du deine Wege 575 Ermüdet von den Sorgen und der Geschäfte Last, die du mir jeden Morgen hier auf: erleget hast, eilt, Herr, nach deinem Willen der Körper jetzt zur Ruh, weint dir vorher im Stillen Dank meine Seele zu. 2. Du gabst Verstand und Kräfte zu Allem, was ich that; gabst Segen dem Ge schäfte, für das ich Frucht ers bat; du wandtest allen Schaden, warst mir Vertraun und Licht und übergabst aus Gnaden mich dem Verderben nicht. 3. Vergiß es nicht, o Seele, was Gott an dir gethan; verehr des Herrn Befehle, bet ihn in Demuth an, ihn, der von seinem Size gern auf dein Flehen hört und auch der Last und Hiße der Kreuzestage wehrt! 4. decke dein Kind auch diese Mit deinem Schilde Nacht, auf daß mich nichts erichrecke; auf daß, wann Schlaf erquicket, mein Gei ich erwacht und, durch den befreit von Gram froh nach der Höhe blicket, von wel cher Hülfe tam. 5. Die Meinen, Weib und Kinder und Freund und Hab und Gut, auch meinen Feind nicht minder, nimm, Herr, in deine Hut! Nie wird dein Auge müde, nie, Hüter, schlummerft bu; gib unserm Lande Friede, gib Jedem Glück und Rub! 6. Versag auch dieſe Bitte mir, mein Erbarmer, nicht: wann diese morsche Hütte des Leibes einst zerbricht, so laß, o Gott, mein Ster ben dem Schlummer ähnlich sein und nimm mich, dei zu besonderen Zeiten. deinen Erben, in deinen Himmel ein. bis diesen Tag gegeben, dich bet ich findlich an. Ich bin viel zu geringe der Treu, die ich besinge, und die du heut an mir gethan. Mel. In allen meinen Thaten auch dieser ist nicht mehr! Die Nacht, der Müden Trö576 Herr, ber du sterin, eilt wieder zu uns her. 2. Herr, du nur bleibest, wie du bist; du schläfft und schlummerst nicht; die Fin sterniß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. 2. Mit dankendem Ge müthe freu ich mich deiner Güte, ich freue mich in dir. Du gibst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seele, nach deines Worts Befehle einher im Leben gehn; auf deine Güte hof: fen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube, zu dir, o Gott, mein Heil! Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden und in dem Himmel ist mein Theil. 427 5. Bedeckt mit deinem Se gen, eil ich der Ruh entgegen; dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl ich, Bater, meinen Geist. In eigener Melodie. 577 So fliehen unfre 3. Dir übergeb ich voll Vertraun mich auch in dieser Nacht; wovor, Herr, sollte mir denn graun? Mich schüßet deine Macht. 4. Hab ich an deiner Gnade nur stets Theil, o Herr, mein Gott, so fürcht ich nichts in der Natur, so scheu ich nicht den Tod. 5. 3war ich erkenne meine Schuld, mit Reue fühl ich sie; doch mein Erbarmer, deine Huld, wie trostvoll ist mir die! 6. Jch eil im Glauben zu dir hin und weiß, wie sicher ich im Schuße deiner Allmacht bin; dein Schirm be decket mich. 7. Flieht, finstre Sorgen, weit von mir! Herr Jesu, du allein seist mein Gedank, o weihe dir mein Herz zum Tempel ein. 8. Vielleicht ist dieß die legte Nacht in meiner Prüfungszeit, dann führe mich durch deine Macht zum Licht der Ewigkeit! 9. Ich Gesinnung und Leben des Christen 428 9. Jch lebe dir, ich sterbe dir, dein bin ich auch im Tod. Du, mein Erretter, bist bei mir und hilfft aus aller Noth. me ruht, o Gott, von dir bewacht, der troßt mit un erschrocknem Muth dem Grauen dunkler Nacht. 2. Umringt von stiller Finsterniß sing ich dir, Herr, ein Lied. Mein Herz froh Mel. In allen meinen Thaten 578 Die stillen Abend- lockt und ist gewiß, daß mich dein stunden, wie schnell sind sie entschwunden in häuslich froher Ruh! Nun senkt die Nacht sich nieder und drückt uns allen wieder mit sanfter Hand die Augen zu. 2. lasset uns er wägen den unverdienten Segen, den uns der Tag gebracht! Laßt uns vonDank entbrennen und tief gerührt bekennen: der Herr hat Alles wohlgemacht! 3. Du hast, o Gott, voll Gnade auf segensvollem Pfade uns bis hierher geführt. Nicht uns, nur dir jei Ehre! Ein jeder Tag vermehre in uns den Dank, der dir gebührt! 4. Der Schlaf, den du den Müden nach Tageslaft beschieden, auch er sei dir geweiht! Wir schlummern ohne Sorgen, denn du er. weckst uns morgen hier oder in der Ewigkeit. 3. Der Tag ist schnell dahingeeilt, und deine Va terhand hat mir viel Gutes zugetheilt, viel Böses abge wandt. 4. Auch in der Noth und wenn ich litt, nahmst du dich meiner an, und so ist nun ein neuer Schritt zur Ewigkeit gethan. 5. Du, Herr, wirst auch noch immerdar mein guter Vater sein und jetzt und auch bei grauem Haar mich segnen und erfreun. 6. Dir, dir befehl ich meine Zeit. Ich leb in dieser Welt, o Vater der Barmherzigkeit, solang es dir ge fällt. 7. Ich trau auf dich und zittre nicht; kein Unfall wird sich nahn; du warst ja meine Zuversicht von meiner Ju gend an. 8. Ich schließ auch jest in dunkler Nacht, getroft die Augen zu; ich fürchte keine Mel. So fliehen unsre Tage 579 Mer unter bei irdsche Macht; du ſicherſt nem Schir- meine Ruh! Mel. zu besonderen Zeiten. Mel. Freu dich sehr, o meine Mel. Werde munter mein 580 Auf, Seele, fei 581 Sint ich einst in noch munter! Gottes Lob ist deine Pflicht. Seine Sonne gehet unter, aber seine Güte nicht. Er hat mich auch heut ernährt, manche Freude mir gewährt, vor Gefahren mich beschüt Bet, mich in Schwachheit unterstüzet. jenen Schlum mer, aus dem Keiner mehr erwacht; geh ich aus der Welt voll Kummer, Todess ruh, in deine Nacht, o dann schlaf ich anders ein. Weg aus dieses Lebens Pein wall ich hin zu deren Hütten, die, nun glücklich, hier auch litten. 2. Jest entschlaf ich, aufzuwachen noch für Tage dieser Zeit! Laß mich fertig stets mich machen, Vater, zu der Ewigkeit, daß ich Wanderer dann sei von der Last des Eiteln frei, von den Lasten dieser Erde, wann ich nun unsterblich werde. 2. Stets verehrt und hoch: gepriesen seißt du, treuer Gott, von mir! Was du Gutes mir erwiesen, dantet meine Seele dir. Du haft, war ichs gleich nicht werth, liebreich das Gebet erhört, das ich heut, als ich er wachte, dir im Namen Jesu brachte. 3. Gib nun bis zum frohen Morgen meinem Leibe fanfte Ruh! Durch dich schlaf ich ohne Sorgen; wenn ich schlafe, wachest du. Leib und Seel befehl ich dir, walte gnädig über mir! Sei auch du der Gott der Meinen, zähl sie alle zu den Deinen! 429 4. Laß uns doch kein ban ges Schrecken, Räuber nicht, nicht Feuersgluth plößlich dem Schlummer wecken, halt uns feft in deiner Hut; hilf, wenn Krankheit oder Tod uns in sicherm Schlafe droht, aber laß uns, wenn wir sterben, deines Himmels Freuden erben. 3. Gerne laß den Tag mich sehen, der als Retter mir erscheint, wann mit nicht erhörtem Flehen, wer mich liebet, um mich weint! Stärker, als mein Freund im Schmerz, sei mein gottverlangend Herz, und, noch sterbend dich zu preisen, laß mich ihn gen Himmel weisen. Mel. Wo Gott zum Haus 582 Ich seh im Abend rothe schön, Herr, deine Sonne unters gehn. Noch untergehend freut ihr Glanz, erhebt ein fühlend Herz so ganz. 2. Von einer halben Welt nimmt sie den Segen mit und 430 Gesinnung und und sucht ihn nie. So geht von edler T dein Freund, entweicht dem Dank, den man ihm weint. Leben des Christen Hülle so traulich und so hold gleich einer stillen Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen sollt. 3. Gott, laß dein Heil uns schauen, auf nichts Vergänglichs trauen, dem Eiteln nie uns weihn! Laß uns nur weise werden und vor dir hier auf Erden von Herzen fromm und fröhlich sein. 3. Sie sinkt. Ich blick gerührt ihr nach; nicht mehr ist jezt mein Aug zu schwach. So scheucht zu starter Glanz zurück, bescheidne Tugend stärkt den Blick. 4. Versunken ist sie. So versinkt, sobald, Herr, deine Weisheit winkt, auch unsre Herrlichkeit und Pracht; all unser Glanz erlischt in Nacht. 5. Sie sant und floh von uns, um schön dort andern Brüdern aufzugehn, die jest sich ihrer Ankunft freun und dir nun Morgenlieder weihn. 6. So gehn auch wir der einst, erwacht vom Schlummer unfrer leßten Nacht, schließt hier sich unser Les benslauf, zu einer höhern Wallfahrt auf. 4. Wollst endlich ohne Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod; und wann du uns genommen, so laß uns zu dir kommen, du lieber, treuer, frommer Gott! 5. So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Na men nieder; falt ist der Abendhauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen und laß uns ruhig schlafen und un sern franken Nachbar auch! Unter gestirntem Himmel. Mel. In allen meinen Thaten Mel. Nicht um Reichthum 583 Der Mond ist 584 infam bin ich, aufgegangen; die güldnen Sternlein pran gen am Himmel hell und klar; der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar. tiefe Stille herrscht um mich in der Natur! Unter einer dunkeln Hülle liegt der Farben: schmuck der Flur. Alles ruht, sich zu erquicken; mir noch lohnet wach die Zeit; aufge than vor meinen Blicken hat sich die Unendlichkeit. 2. Welche 2. Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung zu besonderen Zeiten. 431 2. Welche Tiefen! Wel Nacht erhellt, diesen Geist, che Höhen! Heilge Schauer der in das Leben aufstrebt faffen mich! Wie viel tau- aus der Sinnenwelt, in das send Welten drehen hier Leben, wo er freier, näher um ihre Sonnen sich! Und schaut dich, Weltengeist, dich wo sind des Raumes Grän- bei seiner heilgen Feier, frei zen, wo sich keine Welt vom Staub der Erde, preist. mehr dreht, keine Sonnenstrahlen glänzen und kein Lebensodem weht? 7. O dieß Sehnen, o dieß Streben, dieser Hohe Lebenssinn bürgt mir ein unendlich Leben, führt mich zur Vollendung hin! Nein, dein Kind wird nicht verschmachten in der tiefsten Dunkelheit, wird von Licht nach Lichte trachten in der Unermeßlichkeit. 8. Jst mein Leben hier verronnen, wird es Nacht auf meiner Bahn, o dann leuchten tausend Sonnen mir den Stufengang hinan. Ich steig auf zum Quell der Strahlen, ihn zu schaun, der nie versiecht, wo vor mir in tiefen Thalen dann der Welten Schöpfung liegt. 3. Wie viel Millionen Leben freuen sich in jeder Welt, freuen sich, den zu erheben, der sie schuf und fie erhält! Und wer ists, der stets sie alle liebend, segnend überschaut? wer, der seines Tempels Halle ins Unendliche gebaut? 4. Kann mich hier sein Name trügen, hier mir leuchten ohne Sinn? Er schrieb ihn mit Flammenzügen, und sein Name heißt: Ich bin. Ja, du bist, den GOTT wir nennen, dem das Weltall eigen ist! Se ligkeit ists. dich zu kennen, der du Aller Vater bist! Im Frühling. 5. Deine ältre Offenbarung liegt jetzt aufgeschlagen da, und im Lande 585 Lob sei Gott, der Mel. Allein Gott in der Höh der ich dich den Frühling schafft, Gott, der den Erdkreis schmücket! Preis sei ihm, Ehre, Stärk und Kraft, der, was er schuf, beglücket! Der Herr erschafft, der Herr erhält; er liebt und segnet seine Welt; lobsinget ihm, Geschöpfe! 2. Das mir immer nah. Du, der wölbte diesen Bogen und der Sterne Kreis bewegt, haft den Puls auch aufge zogen, der in meinen Adern schlägt. 6. Hast den Funken mir gegeben, der in mir die 432 2. Das Land, das erst erstorben lag, erwacht und lebt nun wieder. Es strömt an jedem neuen Tag sein Segen neu hernieder. Der Wurm, der in dem Staube lebt, der Vogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich seines Lebens. 3. Der Erde Antlig ist verjüngt; erheitert glänzt der Himmel; Gebirg und Thal und Wald erklingt vom freudigen Getümmel. Mit Wohlgefallen schaut berab, der Allen Sein unb 586 Hottes Sonne, mel. Gott, der du die Menschen. öher Leben gab, auf seiner Schöfung Werke. 4. Lobsinget ihm, er ist uns nah! Singt, alle seine Heere! Der Herr ist in den Himmeln da, auf Erden und im Meere. Ich preise dich, ich singe dir; denn du bist, wo ich bin, bei mir mit Allmacht und mit Liebe. länger strahlt uns nun ihr Licht; Alles athmet neue Wonne, wenn sie durch die Wolken bricht. Schau, der Frühling senkt sich nieder in die Wälder, auf die Flur. Die erstorbene Na tur lebet auf und wirket wieder. Opfre Gott, dem Schöpfer, Dank! Preis' ihn fröhlich, mein Gesang! 2. Munter zu der Arbeit wallet nun der Landmann hin aufs Feld, und sein fro hes Loblied schallet laut em por zum Herrn der Welt. Er vertraut die Saat ber Erde, ehrt durch fromme Zuversicht seinen Gott und zweifelt nicht, daß sie wohl gerathen werde, bringt schon Hoffnungsvoll ihm Dant. Preis' auch du ihn, mein Gesang! 3. Glau Gesinnung und Leben des Christen 5. Du rufft die Wolken in das Land und stillst den Durst der Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch gesegnet werde. Du machest Hagel, Thau und Wind, die deiner Allmacht Boten sind, zu unsrer Freude Quellen. 6. Selbst wann, von Donnersturm bedräut, ers schrockne Länder zittern, strömt Stärkung, Segen, Fruchtbarkeit aus Nacht und Ungewittern. Dann bricht die Sonne neu hervor und Alles jauchzt zu dir empor, vor dem die Wetter schwei gen. 7. Von dir kommt, was uns hier erfreut, du Brunn quell aller Gaben. Dort wirst du uns mit Seligkeit in reichern Strömen laben. Wohl, wohl den Menschen, die schon hier sich dir er geben und einst dir als Christen freudig sterben! zu besonderen Zeiten. 433 3. Glänzend und im Auf Bergen, wie im Thal, Feierkleide prangt die ist Freud an Freude hingeblüthenreiche Flur. Jede streut und Schönheit überall. Blume duftet Freude, preist den Schöpfer der Natur, der den Thau schafft, den fie trinket, daß sie nicht zu bald verblüh, der ihr Samen gibt, wenn sie welkend endlich niedersinket. Bring auch du ihm Lob und Dank, preis ihn fröhlich, mein Gesang! 4. Dieser Frühling, wie geschwinde, o wie schnell wird er verblühn! Wie die Spreu, verweht vom Winde, so wird seine Pracht ent fliehn! Aber, Gott, vor deinem Throne wird ein ewger Frühling sein; ewig wird er uns erfreun, ringen wir nur nach dem Lohne reiner Tugend lebenslang. Gott, dich preise mein Gesang! 5. Alle Herrlichkeit der Erde ist nur Schimmer von dem Licht, das ich ewig schauen werde dort vor Gottes Angesicht. Auch das freudenreichste Leben hier auf Erden ist nur Tod gegen jenes, das mir Gott dort verheißen hat zu geben. Dir, mein Gott, sei Lob und Dant! Ewig preift dich mein Gesang! 2. Belebend ist der Wiese Grün, entzückend jede Flur; und wie viel tausend Blumen blühn im Garten der Natur! 3. Mit reichen Blüthen prangt der Baum, und oben ausgespannt, wie strahlt der blaue Himmelsraum, ein unbekanntes Land! 4. Blickt hin in Tiefen und auf Höhn, auf Flur und Wald und Feld! Fühlt, was unnennbar ist: wie schön ist unsers Gottes Welt! 5. Doch nur dem Tugendhaften, nur dem Menschen freunde lacht die schöne herrliche Natur in aller ihrer Pracht. 6. Drum feit und machet froh und gut; reicht gern die Bruderhand; naht dann der Tod, so geht mit Muth ins unbekannte Land. 7. Macht diese Erde schon so schön entfernter Sonnenschein; o Gott, wie wird in jenen Höhn der Selgen Wohnung sein! Im Sommer. Mel. Lobt Gott, ihr Chriffen 588 Wher ist es 587 Der Erde Reize Mel. Wie wohl ist mir, o Freund eit um mich sind erneut. Freude, verschönt.ift, Schöpfer, 434 Gesinnung und Leben des Christen pfer, deine Welt. Es prangt in einem Feierkleide Gebirg und Thal und Wald und Feld. Wie heilig wird mir jede Stätte! Wohin ich seh, wohin ich trete, bist du mir nah und fühl ich dich: wohin ich schau auf allen Fluren, in allen deinen Creaturen erblick ich Welterhalter, dich. 2. Wie hast du, Gott der Macht und Güte, so liebevoll an uns gedacht! Schön war des Frühlings bunte Blüthe, reich ist des Sommers ernste Bracht. 3um vollen fröhlichen Genusse empfängt von deinem Ueberflusse, o Gott, was lebet, Speis und Trank. Gebirge geben, Thäler geben, was Allen nöthig ist zum Leben und Alle jauchzen froh dir Dank. 3. Weit um mich her ist Alles Freude. O freu auch, meine Seele, dich in Gottes schönem Weltgebäude! Sein Segen reifet auch für mich. Hoch müsse dessen Lob er schallen, der mir so wohlthut, Allen, Allen so wohlthut, der so freundlich ist! Stimm ein in der Geschöpfe Chöre: dir Gott, sei Preis, dir Dank und Ehre, der du so mild und gnädig bist! auf jeder segensreichen Flur, dir meine Dankgefühle bringen im großen Tempel der Natur. Vom Anfang bis zum Niedergang erschalle, Gott, dein Lobgefang! 2. Du bist der Geber aller Freude, des Segens Schö pfer bist du, Gott! Den Heerden gibst du ihre Weide und deinen Kindern allen Brod. Genährt, geschüßt, gepflegt durch dich freut Alles, was da lebet, sich! 3. Und Leben strömt mit deiner Sonne in jeden Halm, in jede Brust, sie gibt den Blüthenthälern Wonne und allen Wesen neue Luft. Verjüngt durch ihren milden Strahl jauchzt Hain und Flur und Berg und Thal. 4. Auf unsre Saaten träu felt Segen herab mit jedem Morgenthau. Gott, wie erfrischt dein sanfter Regen das Gras, die Blumen auf der Au! Der Bach, der aus dem Berge quillt, erquidt den Wandrer und das Wild. 5. Da stehn die Zeugen deiner Milde hier in der Schöpfung Heiligthum.Weit durch die reichen Korngefilbe tönt himmelan ihr Lob und Ruhm; sie dringen, Herr, zu dir empor aus aller Wesen frohem Chor. Mel. Wer nur den lieben Gott 6. Auch du frohlocke, meis 589 gütiger, bir ne Seele, und rühme beines will ich singen lan ter zu besonderen Zeiten. 435 erzähle, wie Vom Herrn der Zeit gerufen naht der Herbst mit seiner Fülle sich und nähret und erfreut auch mich. 2. Der segensreiche Garten prangt mit vollen Mel. Herzliebster Jesu! 590 Soweit nur Mene Zweigen und verlangt, von ichen deine Welt bewohnen, bist du der Vater aller Nationen, die Zuflucht Aller, die auf Land und Meeren dein Heil begehren. seiner Frucht befreit zu sein, um Gottes Kinder zu erfreun. 3. Der Sänger in den Lüften schweigt, der hin in ferne Lande fleucht, wo Gott schon eine neue Saat und Frucht für ihn bereitet hat. 2. Du blickst hernieder, und die Fluren lachen, du wässerst sie mit Thau, fie reich zu machen. Dein Strom ist voll, du sorgest für die Saaten, daß sie gerathen. 4. Auf traubenvollen Hügeln schallt des Winzers Lob und wiederhallt von Berg auf Berg; auch Most und Wein gibt uns der Herr, uns zu erfreun. 5. Wie liebevoll, wie mild und gut ist Gott, der so viel Wunder thut! Das Kind, der Jüngling, Mann und Greis sei fröhlich ihm zum Ruhm und Preis! 6. Auch wenn du alterst, sorgt für dich dein Herr und Gott noch väterlich; er, der auch, wenn dein Herbst sich naht, für dich noch viel der Freuden hat. 7. Froh kannst du sterben, wenn du nur, wie seine seg= nende Natur, gesegnet hast, wenn er die Frucht, die er verlangt, umsonst nicht sucht. 8. So blüh und reife in der Im Herbst. Mel. Vom Himmel tam der 591 Geärndtet ist der Zeit zu größerer VollkomFelder Saat. menbeit! Still keimt der Tugend T2 ter Lobgefang herrlich Alles er gemacht! Vom Aufgang bis zum Niedergang erschall ihm Ehre, Preis und Dank! 3. Die tiefgepflügten Furchen füllt dein Segen; das lechzende Gefild erfrischt dein Regen. Dein Sommer glüht, es reifet das Getreide zu unsrer Freude. 4. Die Höhn und Tiefen schmückest du mit Heerden und schaffest, daß sie froh ges jättigt werden. Dem Schnitter rauscht der vollen Felder Segen zur Aerndt entgegen. 5. Und Dank und Freud und Jubel jauchzt aus Allen, und Hain und Auen und Gefild erschallen vom lauten, dir frohlockenden Getümmel bis in den Himmel. 436 Gesinnung und Leben des Christen gend Saat hervor und reift zur reifen Aerndt empor. 4. Wie sind doch unsre Kammern voll von seiner Güte Gaben, vom Segen, Mel. Lobfinget, Gott! 592 Früh mit um der uns nähren soll, vom sicht geht schon die Sonne nieder, und später scheint ihr schwächer Licht am trüben Himmel wieder. Die schönste Zeit ist nun entflohn; die rauhen Stürme rauschen schon durch die bereiften Felder. Die leßte Blume neigt ihr Haupt; des Herbstes falter Hauch entlaubt die schattenreichen Wälder. was uns ernährt, mit väs terlichen Händen. 2. Verlaffen steht die öde Flur, entblößt von ihrem Segen; entkräftet sieht nun die Natur der Winterruh entgegen. Die Vögel, die dem Frost entfliehn, beginnen schon dahinzuziehn weit über Land und Meere. Gott nimmt der Wandernden sich an, bezeichnet ihnen ihre Bahn und sättigt ihre Heere. 3. Uns, seine Menschen, will er hier im Winter selbst versorgen. Ja, seiner Huld vertrauen wir; neu wird sie jeden Morgen. Er schafft, daß wir in Sicherheit des Herbstes rauhe Jahreszeit beginnen und vollenden. Die Erde ruht; doch er gewährt voll Liebe das, Durch deine Vorsicht muß, Gott, das Land uns für den Winter Brod, dem Vieh sein Futter geben; und Wein, der unser Herz erfreut und unsre Lebenskraft erneut, quillt aus der Frucht der Reben. 5. Wie jest das Feld um uns verblüht, verblühn auch wir im Alter. Doch wohl uns! Gott, der auf uns sieht, ist mächtiger Erhalter! Er ist es, der die Schwachen schüßt, die Müden mächtig unterstüzt, die an dem Grabe wanten. Gebeugt vom Alter, werden wir mit frohem Herzen, Vater, dir, wie in der Jugend danken. 6. Wohl Allen, die sich ihrer Pflicht von ganzem Herzen weihen! Sie werden ihre Jugend nicht im Alter einst bereuen. Wohl dem, der redlich sich bemüht, weil seiner Jahre Kraft noch blüht, der Jugend Frucht zu tragen! Ihm wird das Alter Jugend sein, und dankbar wird er sich noch freun in seinen legten Tagen. zu besonderen Zeiten. Im Winter. 593 Nicht für der Fel der Segen nur, auch für den Schlummer der Natur, für Frost und Winter danken wir, Herr, unser Gott und Vater, dir. 2. 3war liegt ihr grüs ner Schmuck zerstört, von Schnee und Eis und Sturm verheert; ein weites, weißes Grabgewand deckt Berge, Hügel, Thal und Land. 3. Doch hegt die Erde die till und groß die sarte sich im Frühling segensvoll entwickeln und uns nähren soll. 4. So nähret liebreich und geheim der holden Tugend ersten Keim die Mutter mit verborgner Lust in ihrer zarten Kinder Brust. 5. So thut, was Andre segnen kann, der gute, der bescheidne Mann, sucht, wenn sein Thun nur Gott gefällt, nicht das Geräusch des Ruhms der Welt. 6. Doch wachsen soll der Tugend Saat, aufblühn, was er im Stillen that, zu reichen Nerndten in der Zeit, zu reichern in der Ewigkeit. 437 ner, Gott, so fürchterlich er immer droht. 8. Und wie viel Freuden danken wir selbst in des Winters Tagen dir, der du so väterlich uns trägst und sättigeft, erwärmst und pflegst! 9. Durch alle Zeiten, Vater, sei dir, wer dich findlich ehrt, getreu! Laß Jeden deinen Ruhm erhöhn und freudig deine Wege gehn. Mel. Auf, Christenmensch! 7. Mag brausen dann wohl um uns her des Winters Sturm, auch er, auch er ist deines Segens DiePracht, 594 Verschwunden ist nur Schnee bedeckt die Felder. Der Wintersturm durchbraust mit Macht Gebirge, Thal und Wälder. Das Land erstarrt vom Froste nun und seine Nahrungskräfte ruhn. 2. Wohl mir in dieser rauhen Zeit! Ich darf vor Frost nicht beben; mich schützt mein Dach, mich wärmt mein Kleid, und Brod erhält mein Leben. In meinem Bette schlaf ich ein und kann mich sanfter Ruhe freun. 3. So hats der arme Bruder nicht, dem Brod und Kleidung fehlen, er, dem das Nöthigste gebricht, den Frost und Hunger quälen. Und dreifach fühlt er seine Bein, wenn Krankheit plagt und Kinder schrein. T3 438 Gesinnung und Leben des Christen 4. Ozaubre, zaudre nicht, mein Herz, ihm liebreich zu zueilen! Fühl seinen Jammer, seinen Schmerz, dein Brod mit ihm zu theilen! Wer seines Nächsten Noth vergißt, verdient nicht, daß er glücklich ist. 5. Vor Tausenden bist du beglückt, die in der Stille klagen, da Wärm und Nahrung dich erquickt in diesen rauhen Tagen. Lobsinge, frohes Herz, in mir und opfere Gott Dank dafür! 6. Seh nicht auf das, was dir noch fehlt und Mancher mehr befizet, nein auf die Noth, die Andere quält, auf Gott, der dich beschüget! Ach, Vater, lindre jeden Schmerz und gib mir ein mitleidig Herz! Zur Saatzeit. Mel. Allein Gott in der Höh 595& baut, o Gott, Saat und Pflanzen wohl. gedeihn, gib Sonnenschein und Regen! Der Landmann baut umsonst das Land, wenn Vater, deine All machtshand nicht seine Ar beit jegnet! 3. Drum fröne du mit Fruchtbarkeit das Land nach deiner Güte, und wenn die Aussaat dann gedeiht, Allvater, so verhüte, daß Kälte nicht, nicht Sonnengluth, nicht Hagelschlag, noch Re genfluth ihr zum Verderben werde! 2. Dieß Wort traf, Herr, noch immer ein. Gib jest auch deinen Segen, daß 4. Wir traun auf dich, o großer Gott: du, du wirst gnädig walten. Du kennst am besten unsre Noth, hast lange hausgehalten. Ja, Herr, du wirst zu deinem Ruhm für uns, dein Werk und Eigenthum, auch dieß Jahr wieder sorgen. Nach einer reichen Aerndte. auf dein Ge- el. Wie groß ist des Allmächt. heiß der Menschen Hand die 596 Wir alle, Men Erde, voll froher Hoffnung, daß ihr Fleiß von dir gefegnet werde. Auf dein Versprechen trauen sie: du sollst dein Brod bei Fleiß und Müh, solang du lebest, effen! bringen dir unsern feier lichsten Dank, und unsre frohen Herzen singen bir ihren lauten Preisgefang! Gekrönt hast du mit deiner Milde rings um uns her das ganze Land; dein Ge gen floß auf die Gefilde aus reicher, väterlicher Hand. zu besonderen Zeiten. 439 2. Du schenktest Sonnen- bar sein; so gütig, wie du schein und Regen für jede dich bewiesen, soll jeder der Frucht zu rechter Zeit und Beglückten sein. gabst Gedeihen, Kraft und Segen dem Samen, den wir ausgestreut. Wie prangte doch im Feierkleide das volle, ährenreiche Feld! Wie schlug von Hoffnung und von Freude dir unser Herz, 0 Herr der Welt i 3. D welchen Reichthum deiner Gaben hast du mit liebevoller Hand, uns zu ernähren und zu laben, von neuem uns herabgesandt! Für Millionen deiner Kinder ist jetzt ein voller Tisch bereit, du nährst den From men, den und Alles wird durch dich erfreut. 4. Wer kann die Güte ganz ermessen, die weiter als die Wolken reicht? Wer kann fie undankbar vergessen, da jede Stunde von ihr zeugt? Nimm deiner Kinder Freus denzähren, nimm an, Allvater, unsern Dank! Wir wollen ewig dich verehren burch Thaten, wie durch Lobgefang. 5. Was du uns gabst, wohl anzuwenden, verleih uns Weisheit und Verstand. Nicht, um es üppig zu verschwenden, empfingen wirs aus deiner Hand. Du willst, wir sollen froh genießen, doch mäßig, mild und dank6. Drum freu den Armen auch der Segen, den deine Hand uns reichlich gab; wir wollen seiner liebreich pflegen; wir trocknen seine Thräs nen ab! Er dank auch heute mit uns allen, frohlocke laut und bete an, daß du nach deinem Wohlgefallen so viel, o Gott, an uns gethan. Mel. Wach auf, mein Herz 597 ommit, laßt uns Gott lobsingen und Preis und Dank ihm bringen für alle milden Gaben, die wir geärndtet haben. 2. Aus seinem Ueberflusse zum freudigen Genusse hat er uns, was zum Leben uns nöthig ist, gegeben. 3. Die Scheunen sind voll Segen; denn er gab Thau und Regen und Wachsthum und Gedeihen der Frucht, der wir uns freuen. 4. Preis, Herr, sei deiner Milde, daß Gärten und Gefilde, was wir gefäet haben, so reichlich wiedergaben! 5. Preis sei dir, unserm Retter! Es drohten Sturm und Wetter, Verderben unfern Z4 440 Gesinnung und Leben des Christen jern Staaten. Dank dir! sie sind gerathen. 6. Uns reiften süße Früchte im milden Sonnenlichte an Baum und Strauch und Reben; Herr, Preis sei dir gegeben! 7. Du ließest froh uns ärndten. O daß wir dank voll lernten, dir ähnlich uns der Armen mit mildem Sinn erbarmen! 8. Wenn wir die gern erquicken, die Sorg und Mangel drücken, so wirst du, was zum Leben wir brauchen, ferner geben. 9. Du wirst einst deine Treuen, die gute Saat hier streuen, zu höhern Festen schmücken und ewig sie beglücken. Mühe baut das Land. Gott gibt, daß sie gelinget! Von ihm allein kommt das Gedeihn; nur er, er läßt die Saaten blühn, reifen und gerathen. denheit, preift Gott, den Herrn der Nerndte, daß sich nicht ganz die Fruchtbarkeit von unsrer Flur entfernte! Noch stets erhält er seine Welt; was nöthig ist zum Leben, wird er uns allen geben. 2. Er ist der Herr, in seiner Hand steht, was die Erde bringet. Der Menschen 3. Was trauern wir? Er sorgt ja doch, Gott sorgt für unser Leben. D last uns selbst beim Mangel noch ihm Ruhm und Ehre von Unmuth fern, laßt geben! Preis sei dem Herrn! ihm zum Wohlgefallen ein frohes Lied erschallen! 4. Wie manches segens reiche Jahr hat er uns schon bescheeret; wie gnädig uns noch immerdar von Jugend auf ernähret! Wer sollte nicht mit Zuversicht auf dich, Allvater, schauen und deiner Vorsicht trauen? Bei sparsamer Arbeit. 5. Ja, Höchster, wir vers ehren dich in allen deinen Wegen und trauen unverMel. Was Gott thut, das ist 598 Preift, Christen, änderlich auf deinen milden unser Brod wirst du in Noth und wenn wir dich findlich ehren. Theurung uns gewähren, 6. Wir beten demuthsvoll dich an, der Alles weislich füget, deß Vorsicht niemals irren kann, deß Wohlthun niemals trüget. Froh danken wir, Erhalter, dir und preisen deine Güte mit gnügsamem Gemüthe. zu besonderen Zeiten. Flehen um Regen. Mel. Komm, o komm, du 599 ott, von großer Macht und Güte, deine Hülfe suchen wir, mit geängstetem Gemüthe schauen wir empor ju dir. Herr, du weißt, was uns gebricht: o verlaß, verlaß uns nicht! 2. Ach, dem todten dürren Sande gleichet bald, Herr, unser Land, und ver sengt vom Sonnenbrande wellt die Frucht, die krafts voll stand. Schrecklich broht uns ihr Verlust, Sorge nagt an unsrer Brust. 3. D erhalt uns deinen Segen; laß uns wachsen unser Brod! Ende bald durch milden Regen unsre Angst und unsre Noth! Gott, wir trauen bir es zu: was uns gut ist, schickest du. 4. Stärke du uns dieß Vertrauen; unser Wohl versäumst du nicht. Auf dich, Gnadenvoller, bauen wir die feste Zuversicht: du, der helfen will und kann, nimmst gewiß dich unser an. 441 quickend auf die dürre Flur: wie labt sie sich, wie trinket ihn jetzt die schmachtende Nach verliehenem Regen. Natur. Die fanften Ströme kühlen die Lüfte weit umher, und die Geschöpfe fühlen sich nicht mehr träg und schwer. Gott spricht, und Seutzer schweigen und Hiß und Dürre fliehn und fromme Pieder steigen empor und preisen ihn. 2. Mit Frend im Angesichte beschaut der Landmann Gott die Früchte; er ist nun sein Feld. Erquickt hat Bersorger seiner Welt. Wie wallen nun die Nehren, vom Mark der Erde voll, das seine Menschen nähren, das sie erfreuen soll! Auf, preis set Gottes Milde! Er ists, der Regen chickt und lechzende Gefilde voll Vaterhuld erquickt! 3. Erhalter unsers Lebens, Gott, den wir uns jezt dankbar nahn, o laß uns nicht vergebens die Gaben deiner Hand empfahn! Du sendest Thau und Regen, gibst milden Sonnenschein! Du eilst, mit deinem Segen uns alle zu erfreun. Wir wollen dich erheben, dir, Höchster, stets vertraun und fromm und weise leben, bis wir dich ewig Mel. Kommt, kommt den 600 Sin milder Res schaun. gen sinket er£ 5 442 Gesinnung und Leben des Christen Flehen um Sonnenschein. scheint, sie scheinet wieder! Wir sehn sie, welche Wonne! die langverhüllte Sonne. 2. bange Smers und Sklage füllt Sorgen an jedem neuen Morgen, so oft sich Wolken thürmten und Regenwetter stürmten. Mel. Mache dich, mein Geist 601 das Land; traurig stehn die Früchte; hilft uns, Gott, nicht deine Hand, sind sie bald zunichte. Zeig uns doch Gnade noch! Vater voll Erbarmen, hilf, ach, hilf uns Armen! 2. Du regiert der Wol ten Lauf und befiehlst dem Regen. Sprich ein Wort, ſo hört er auf und uns bleibt dein Segen. Steh uns bei und zerstreu, Herr, mit starker Rechte unsers Kummers Nächtel 3. Sende warmen Son: menschein, der die Frucht erquide! Sieh, wir schaun auf dich allein mit des Glaubens Blicke. Guter Gott, gib uns Brod und nach mancher Plage wieder Ja, Freudentage! 4. Preis und Ruhm sei dir geweiht, Vater aller Gnade! Hilf, daß uns die schwere Zeit nicht am Glau ben schade! Dir, nur dir wollen wir gern zur Ehre leben und uns ganz ergeben. 3. Des Feldes Früchte jahen wir dem Verderben nahen. Was Thier und Menschen nähret, schien ganz durch Fluth verheeret. 4. Da brang zu deinen Höhen, Gott, unsers Her was wir baten, und schüßzens Flehen. Du hörtest, test unsere Saaten. 5. Schon senkten sie sich nieder, doch du erhobft fie Sonne, du segnest uns mit wieder. O Herr der milden Wonne. 6. Wir preisen deine Güte mit fröhlichem Gemüthe. unser ganzes Leben sei ewig dir ergeben. Beim Gewitter. el. Wie groß ist des Almächt. er Mächtige, 603 De der Herr der Götter, vor dem der Engel niederfällt, Gott redet don nernd aus dem Wetter und ruft voll Majestät der Welt. Mel. Nun laßt uns Gott 602 rönt, ihr Freu. Anbetend sinkt der Erdkreis denlieder! Sie nieder; der Wald erdröhnt, es bebt Nach verliehenem Son nenschein. zu besonderen Zeiten. 443 dich nicht kennt, bist du, Herr, fürchterlich; dem aber, der dich Bater nennt, zeigst du als Vater dich. bebt die Flur, und Blize 3. Dem Sünder nur, der fagens Blißen wieder: Gott ist der Herrscher der Natur. 2. Auch dich laß seine Stimme rühren, sei ganz Empfindung, o mein Herz! Den Dank, das Lob, die ihm gebühren, entweihe tein unheilger Scherz. Auch Donner rufen Gottes Kindern des Weltenvaters Segen gu; sie rufen schonend fichern Sündern, und ihren Ruf versteht auch du. 3. Verstumme, freches Heer der Spötter! Furcht und Verzweiflung warten dein. Der Herr ist Gott! Es fagts das Wetter; die Welt, die ganze Welt ist sein. Ihr bebt? Elende, wollt ihr fliehen? Kein Ort schüßt euch vor Angst und Noth; Nichts fann dem 4. Uns Segen ist der Sonne Licht und Segen Tag und Nacht; auch Segen ist uns dein Gericht und deines Blizes Pracht. fich, ein Wetter Gottes braut; ich bebe nicht, ich freue mich, Gott, deiner Herrlichkeit. 5. Du reinigst durch den Bliz die Luft; dein Gegen tränkt die Saat; es stärkt ein balsamreicher Duft, was erst geschmachtet hat. Nach dem Gewitter. Mel. Wer nur ben lieben Gott Mächigen euch entziehen. 605 Wie gnädig iſt fennt, er euch: er ist GOTT! 2. Du zürnest, wenn du donnerst, nicht, du bist der Menschen Freund. Nicht blässer wird mein Angesicht, wenn uns dein Blig er scheint. 6. Laß frei das Herz von lengsten sein, wenn uns dein Wetter droht! Weg, bange Furcht, wir sind ja dein, du bist die Lieb, o Gott! Höchsten Wille! Der Donner schweigt, die Bliße fliehn; es schmückt in angenehmer Stille der Mel. Lobt Gott, ih: Chriften 604 Der hohe Him Sonne Glanz das friſche nun opfre Dank! Erhebe deinen Lobgesang! 2. Ja, preise freudig den Erretter, der seine große Kraft bewies, den Weltenherrn, der sich im Wetter so majestätisch hören ließ, der Bligen ihre Strahlen lenkt und gnädig seines Volks gedenkt! 26 Gesinnung und Leben des Christen 444 3. Nimm mit Bewun drung seine Güte auch selbst im Ungewitter wahr; denn jedem forschenden Gemüthe stellt sich auch hier ihr Schauplaß dar. Zum Besten jeder Creatur bemerkt man ihres Segens Spur. 4. Wie träftig hebt sich das Getreide, getränket durch den Regenguß, und wie vergnügt betritt die Weide des neubelebten Thieres Fuß! Wie athmen wir so fanft und leicht, wenn schwüle Luft dem Donner weicht! 5. Herr, deine Güte sei erhoben im Wetter, wie im Sonnenschein! Wer wollte dich nicht ewig loben? Du kannst und willst uns stets erfreun. Mich schrecken Blig und Donner nicht; denn du bist meine Zuversicht. Beim Jahreswechſel. Mel. Wer nur den lieben Gott 606 Des neuen Jahres erster Morgen bricht, meine Seele, für dich an; ermuntre dich zu edeln Sorgen und wandle auf der Tugend Bahn. Bleibst du ihr treu, folgst du ihr nach, so weckt dich einst ein schönrer Tag. 2. Was ist es anders denn, als Gnade, daß Gott dir dieses Jahr noch schenkt und dich so gern auf seine Pfade mit treuen Vater händen lenkt? Was ist es anders, als Geduld, als Nachsicht gegen deine Schuld?" 3. So nüß auch dieses Jahres Tage als Tage deiner Prüfungszeit, daß, keiner dich vor Gott verklage, daß keiner dich im Tode reut! Gott fordert, dem dent immer nach, einst Rechenschaft von jedem Tag. 4. Ermuntre dich zu deinen Pflichten, sei zu den schwersten auch gefaßt: fie gern und willig zu verrichten, such dir den Muth, besteg die Last! Schnell fliehen deine Tage hin. Ach, unbenußt laß sie nicht fliehn! 5. Gebrauch, o Chrift, dieß Pilgerleben, wozu dir's Gott, dein Gott, verliehn; zur Tugend hat er dirs gegeben, so gibs denn auch der Tugend hin. Sie reichet dir nach kurzer Zeit das schönste Loos der Ewigkeit. 6. Weih jede Stunde dem Bestreben für dein und deiner Brüder Glück, so siehst du einst auf dieses Leben mit ruhig heiterm Blick zurück; du sagst, welche Wonne! dann: ich habe meine Pflicht gethan. 7. Und segneft noch an Gottes Throne dieß Jahr als eine Zeit der Saat, nimmt zu besonderen Zeiten. nimmst du aus seiner Hand die Krone, die er für dich bereitet hat. Drum, Christ, halt aus in deinem Streit, du tämpfest für die Ewig teit. Mel. Es ist das Heil uns 607 Du u Gott, du bist der Herr der Zeit und auch der Ewig feiten. Laß mich auch jest mit Freudigkeit dein hohes Lob verbreiten. Ein Jahr ist abermals dahin. Wem dank ich's, Gott, daß ich noch bin? Nur deiner Gnad und Güte. 445 dich, aufs neue, Gott, ergeb ich mich ganz deiner weisen Führung. 5. Vergib mir alle meine Schuld von den verfloffnen Tagen und laß mich deine Baterhuld in Chrifto ferner tragen! Laß mich in deiner Gnade ruhn und lehre lebenslang mich thun nach deinem Wohlgefallen! 6. Gib neue Lust und neue Kraft, vor dir gerecht zu wandeln! Laß mich, Herr, stets gewissenhaft mit mir und Andern handeln! Dein Geist belebe Herz und Muth, dich, o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt zu lieben! 2. Dich, Ewiger, dich bet ich an, unwandelbares Wesen, dich, den kein Wechsel treffen kann. Wir werden, sind gewesen, wir blühen und vergehn durch dich; nur du bist unveränderlich, du warst und bist und bleibest. 7. Die Welt vergeht, dieß reize mich, die Luft der Welt zu fliehen; um beßre Freuden müsse sich mein Geist mit Ernst bemühen. Den Engeln bin ich ja verwandt, im Himmel ist mein Vaterland; dahin, Herr, laß mich trachten! 8. D lehre selbst mich meine Zeit recht weislich auszukaufen; laß mich die Bahn zur Ewigkeit mit heilger Vorsicht laufen! Der Lage Last erleichtre mir, bis meine Ruhe einst bei dir kein Wechsel weiter störet! 3. Herr, ewig währet deine Treu, init Huld uns zu begegnen; und jeden Morgen wird sie neu, mit Wohlthun uns zu segnen. Ich kenne keinen Augenblick. da nicht von ihr stets neues Glück mir zugeflossen wäre. 4. Du haft auch im verfloßnen Jahr mich väterlich geleitet und, mein Herz voll Sorgen war, wann Mel. Allein Gott in der Höh mir Hülf und Troft bereitet. 608 Gott ruft ber ganzer und Z7 schafft 446 Gesinnung und Leben des Christen schafft den Mond, das Jahr danach zu theilen; er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen; er ordnet Jahre, Tag und Nacht. Auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Ehr ertheilen! 2. Herr, der da ist und der da war, von dankerfüllten Zungen sei dir für das verfloßne Jahr ein heilig Lied gesungen, für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, für Fried und Mel. Schwing dich auf Ruh, für jede That, die 609 wig und unwanuns Gott, 3. Laß auch dieß Jahr gesegnet sein, das du uns neu gegeben! Verleih uns Kraft, die Kraft ist dein, in deiner Furcht zu leben. Du schüßest uns und du vermehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. 4. Gib mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh und Freuden. Doch schadet mir das Glück der Welt, so gib mir Kreuz und Leiden. Nur stärke mit Geduld mein Herz und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern beneiden. drängten Glieder. Gib Glück zu jeder guten That und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern Fürsten nieder; 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit auf seinem Stuhle throne; daß Tugend und Zufriedenheit in unferm Lande wohne; daß Treu und Liebe bei uns sei, dieß, lieber Vater, dieß verleih in Christo, deinem Sohne! 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlaßnen dich und der bes ist deine Gnade, und von dir strömt immerdar Heil auf unsre Pfade. Tag und Jahre ändern sich, und wir selbst veralten, doch du bleibest, und durch dich werden wir erhalten. 2. Jedes unsrer Jahre schmückt deine Hand mit Segen; deine Vaterhuld beglückt uns auf allen Wegen. Jeden Morgen sendest du Lebenskraft und Wonne; du verbreitest fanfte Ruh mit der Abendsonne. 3. Auch des Jahres Lauf, den wir froh vollendet haben, war erfüllt, o Herr, von dir mit des Segens Gaben. Hüll und Fülle, Trant und Brod hast du mild gewähret und in Wohlthat felbg zu besonderen Zeiten. 447 felbst die Noth und den chem Grabe führtest du vor. Schmerz verkehret. über mich. Im Genuß der hohen Gabe der Gesundheit preis ich dich, preise dich für alle Freuden, preise dich für alle Leiden. 4. Daß uns deiner Almacht Hand liebevoll geleis tet; daß du über Stadt und Land Ruh und Glück verbreitet; daß gewissenhafter Fleiß uns durch dich gelungen, Gott, dafür sei Dank und Preis Herzlich dir ge= fungen. 3. Ja, auch für die trüben Stunden meines Lebens dank ich dir; denn auch sie sind nun verschwunden und sie wurden Wohlthat mir. dornenvollen Auch auf Wegen führst du mich dem Ziel entgegen. 5. Freudig, Vater, treten wir in dieß Jahr des Lebens. Wann, o Herr, vers traute dir unser Herz ver gebens? Ja, du wirst uns fernerhin, wenn wir dir nur leben, Unterhalt und frohen Sinn, Muth und Kräfte geben. 4. Uebung ist das Erdenleben, Bildung für die beßre Welt. Meinen Wünschen, meinem Streben ist ein höh res Ziel gestellt: ringen soll ich hier auf Erden, eger Freuden werth zu werden. 6. Flüchtig ist die edle Zeit, groß sind unsre Pflichten: lehr uns für die Ewige keit unser Werk verrichten! Jede gute, fromme That 5. Herr, dieß soll mich Weisheit lehren! Jeder Tropfen meiner Zeit, ohne je zurückzukehren, strömt ins Meer der Ewigkeit. Nichts kann Zeitverlust erseßen; laß den Werth der Zeit mich schätzen! 6. Laß auch dieses Jahr Mel. Herr, ich habe mißgehandelt des Lebens nüßen mich zur 610 ott, mit allen Besserung; es verfließe nicht seinen Freuden schwand ein Jahr des Lebens hin, aber auch mit seinen Leiden schwand dieß Jahr, und, Gott, ich bin, lebe noch und soll auf Er den noch geübt, gebildet werden. vergebens für des Geistes Heiligung! Laß mich, Gott, nach deinem Willen meine Pflichten treu erfüllen! 7. Alles, Alles, was ich habe, Leben und des Lebens Glück, Alles, Herr, ist deine Gabe. Dankend heb ich meinen Blick auf zu dir, gelobe 2. Vor so manchem, mans uns wohlgelingen! Frucht laß jede Tugendsaat für den Himmel bringen! 448 Gesinnung und Leben des Christen gelobe Treue heute dir, o die Stunden zugezählt, die Gott, aufs neue. legte weißlich uns verhehlt. 8. Gib uns allen deinen Segen! Knüpfe fest der Liebe Band! Auf der Tugend heilgen Wegen laß uns wandeln Hand in Hand! Fried und Heil dem Vaterlande! Fried und Heil in jedem Stande! 6. Du gibst, uns länger zu erziehn, uns Tage, Monden, Jahre hin; doch an dem Ziel der Pilgrimschaft tommt unsre große Rechenschaft. 7. D dann laß uns, wir alle flehn, mit Freudigkeit vor dir bestehn! Denn ach, wer dann vor dir erbebt, hat thöricht, hat umsonst Mel. O Jesu Chrift, meins 611 Unwiederbring gelebt. lich schnell entfliehn die Tage, die uns Mel. Werde munter, mein Gott verliehn. Ein Jahr 612 Nun ist das alte tritt und eilt Wie manches ist bereits entflohn! Jahr wir leben in dem neuen schon. O Christen, preiset Gott, den Herrn! Er half bisher und hilft so gern. 2. Dank sei dir, ewig treuer Gott, für deinen Beisland in der Noth, für tausend Proben deiner Huld, für deine Schonung und Geduld! 2. Wie Mancher, der im alten Jahr froh und voll Kraft noch um uns war, jant, eh wirs dachten, schnell dahin; nun deckt des Gra bes Hügel ihn. 3. D Schauplatz der Vergänglichkeit! O schnelle Flucht der Lebenszeit! Wie thöricht ist, wer immer fest sich auf das nächste Jahr verläßt! 3. Dank dir, wenn jetzt voll Freudigkeit das Herz sich mancher That erfreut! Weß war die Kraft? Wer gab Gedeihn? Dir, Herr, gebührt der Ruhm allein. 4. Doch oft verleßten wir die Pflicht; oft fehlten wir und merktens nicht. Nimm an, Erbarmer, unsre Reu, um Christi willen sprich uns frei! 5. Wir eilen mit dem Strom der Zeit stets näher hin zur Ewigkeit. Du haft 4. Doch bin ich stets nur eifervoll, zu wirken, was ich kann und soll, dann fliehe meine Zeit dahin, sie bringt doch herrlichen Ges winn. 5. Auch komm ich durch die zu besonderen Zeiten. 449 die Flucht der Zeit dir ben bis hierher Kraft genäher, geben. Himmelsseligkeit. Gottlob, des Lebens Ungemach folgt mir nicht in den Himmel nach. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern; die schnelle Flucht der Stunden wird kaum von uns empfunden. 6. Im Staube beug ich mich vor dir. Bis hierher hast du, Höchster, mir mit liebevoller Vaterhand mehr, als ich werth bin, zugewandt. 3. Und diese Wandertage sind nie ganz frei von Plage; wir gehn auf rauhen We gen der Ewigkeit entgegen. 7. Sieh ferner, Gott, mit Gnadenblick auf mein und meines Nächsten Glück! Entreiß uns jeder wahren Noth und gib uns unser täglich Brod! 8. Behüt uns in dem neuen Jahr vor Theurung und vor Kriegsgefahr! Uns treffe feiner Seuche Wuth, fein zehrend Feuer, teine Fluth! 9. Entferne jeden Unglücksfall! Gib Heil und Wohlfahrt überall; und, bricht ein Kreuz von dir herein, so laß es uns er träglich sein! 10. Ja, segn uns, Herr, in dieser Zeit und fähr uns dann zur Herrlichkeit! Da sagen wir dir ewig Dant, da preift dich höhrer Lobgesang! 4. Doch bist du voll Erbarmen und wirst mit Vaterarmen in Nöthen und Gefahren uns schüßen und bewahren. 5. Ach, Hüter unsers Lebens, wir sorgen nur vergebens, wenn du uns nicht beschüßest, mit Kraft uns unterstüßest! 6. Lob dir, o Gott, dem Treuen, durch den wir uns erfreuen, Lob deinen alles Vaterhänden, die Herzleid wenden! 7. Hör ferner unser Flehen und eil uns beizustehen! Gib Mäßigung in Freuden, Geduld und Trost im Leiden! 8. Gib uns und allen denen, die sich von Herzen sehnen, zu thun zu thun, Herr, deinen Willen, auch Kraft, ihn zu erfüllen! Mel. Wach auf, mein 9. Herr, wehre du den 613 mit Freuden laßt Kriegen! Laß Menſchenliebe wo nur uns treten vor Gott, ihn anzubeten, und siegen Thränen fließen, sich deinen vor Gott, der unserm Les Trost ergießen! 450 Gesinnung und Leben des Christen 10. Gib deinen milden 2. Kein Feind zerstörte Segen zu allen guten We- die Altäre, kein Feind zer gen; laß Großen, Herr, trat dein Heiligthum. Noch und Kleinen, die Gnaden- singen wir von deiner Ehre, sonne scheinen. noch predigt man von dei nem Ruhm. Durch Taufe, Abendmahl und Wort pflanzt sich auch hier die Kirche fort. 11. Sei der Verlaßnen Vater, der Jrrenden Be. rather, der Unversorgten Gabe, der Armen Hülf und Habe! 12. Hilf gnädig allen Kranken, gib fröhliche Gedanken den kummervollen Seelen, die sich mit Sorgen quälen! 13. Vor Allem, Herr, verleihe uns deinen Geist aufs neue, der uns mit Tugend ziere und so zum Himmel führe! 14. Das wollest du uns geben, du Herr von unferm Leben, so gehen wir im Segen der Ewigkeit entgegen. Beim Anfang des Kirchenjahrs. Mel. Wer nur den lieben Gott Left steht dein 614 Felsen stehen, du Gott der Gnade, Gott der Treu! Jahr und Jahrhunderte vergehen; doch deine Güt ist täglich neu. Wie bringen heute, Vater, wir dir würdig unsern Dank da für? 3. Doch fragst du nach des Wortes Früchten und bringst, was wir gethan, ans Licht, nach unsern Wer ken uns zu richten, Gott, Richter, so bestehn wir nicht. Du trugest uns mit viel Geduld; wir aber häuften Schuld auf Schuld. 4. O laß es deinem Geist gelingen, in dieſem neuen Kirchenjahr die Sünde mäch tig zu bezwingen, wo sie bisher noch herrschend war! Heut schwören wir, o Gott, auf neu dir und der Tu gend ewge Treu! 5. Laß ferner hier dein Wort erschallen; gib, daß es frevle Sünder schreckt und die, die deine Wege wal wenn wir len, zu freudenreicher Hoff hier in Andacht flehn, uns alte deine Gnade sehn. 6. Gib, daß dich forthin Alle ehren als dein gewei tes Heiligthum! Einst führst du uns zu jenen Chören, wo man erfüllt von deinem Ruhm das Leben, das uns dort zu besonderen Zeiten. dort beseelt, nicht mehr nach Tag und Jahren zählt. Am Geburtstage. Mel. In allen meinen Thaten 615 D dir. ir dant ich für Gott, der du mirs gegeben, ich danke dir dafür. Du haft, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen, durch deine Güte bin ich hier. 451 6. Daß du mit Kraft mich rüstest und mir mein Leben fristest, dieß, Vater, dank ich dir. Daß du mich liebreich führest, mit deinem Geist regiereft, dieß Alles, 4. Du hörtest schon mein Sehnen und zähltest meine Thränen, eh ich bereitet war noch war mir nicht das Leben von dir, o Gott, gegeben, da wogst du schon mein Theil mir dar. 2. Du, Herr, hast mich bereitet, mich väterlich ges leitet bis diesen Augenblick. Du gabst mir frohe Tage Mel. Mein Gott, das Herz und selbst der Leiden Plage 616 Du läßt den Tag mich verwandeltest du in mein Glück. sehn, da ich nach deinem Rath, o Gott, zu meinem Wohlergehn des Lebens Bahn betrat. 3. Ich bin, Herr aller Dinge, der Tieu viel zu geringe, mit der du mich bewacht. Damit ich Staub und Erde, auf ewig glücklich werde, hast du schon ewig mein gedacht. 2. Von ganzem Herzen preis ich dich, daß mich dein Arm bis sigt ganz unverdient so väterlich gesegnet und beschüßt. 5. Für alle deine Treue, Herr, deren ich mich freue, lobsinget dir mein Geist! Er, den du mir geschenket, er ist's, der dein gedenket und freudig dich, o Vater, preist. 7. Was mir in diesem Leben noch nüßt, wirst du mir geben. Du gibsts, ich hoff auf dich. Dir, Vater, dir befehle ich findlich Leib und Seele; Herr, segne, Herr, behüte mich! 3. Dhätt ich doch aus Dankbarkeit das nun verfloßne Jahr so dir und deinem Dienst geweiht, wie meine Pflicht es war! 4. Beschämt, o Gott, fleh ich zu dir: vergib mir meine Schuld und schaff ein reines Herz in mir nach deiner Vaterhuld! 5. Hilf, daß ich in der Folgezeit, gerührt von deis ner Treu, voll inniger Er fennt: 452 Gesinnung und kenntlichkeit dir thätig dank bar sei! 6. Schnell fliehen meine Tage hin. Mein Auge sieht nicht ein, wie lang ich noch auf Erden bin, dein Auge siehts allein. 7. Vielleicht ist bald mein Ende da. Hilf, daß ich in der Zeit, die mein noch ist, mit Sorgfalt ja schaff meine Seligkeit. 8. Dann darf ich von der Pilgerzeit den legten Tag nicht scheun. Er wird zur frohen Ewigkeit mir mein Geburtstag sein. Leben des Christen 3. Dem Mann hilf wir ken, hilf ihm ringen, den Eigennuß, den Hang zur Rast, die Lust der Welt, sich selbst bezwingen und tragen seiner Arbeit Laft; sein Lebenstag sei nicht zu schwül und immer vor ihm sei sein Ziel! 4. Erscheint sein Abend dann dem Greise, so gib dem Müden einen Stab; er freue sich des Guten weise; was er hier that, was er hier gab, dieß sei ihm, wenn er sterbend fällt, ein Füh rer zu der bessern Welt! Die Lebensalter. Für die Jugend. Mel. Wer nur den lieben Gott Mel. Werde munter, mein 617 Der bu ben Mens 618 Unsre Kindheit, schen schaffst und leitest und huldreich ihn als Vater liebst, was ihn erfreut, ihm mild bes reitest, Heil ihm in jedem Alter gibst, es lebe, Herr, zu deinem Preis der Jüngs ling wie der Mann und Greis. unsre Jugend, jedes Alter darf sich freun. Auch die Fröhlichkeit ist Tugend, aber heilig muß sie sein, nicht ein Taumel, der bethört, der Gefühl und Kraft zerstört; wilde Lüfte muß sie scheuen darf die Seele nicht entweihen. 2. Verleih dem Jüngling Kraft und lehre ihn Mässigung, wenn er sich freut; gib Demuth auf der Bahn der Ehre, gib Muth ihm, wenn Gefahr ihm dräut! D laß ihn thätig, gut und rein und start in der Vers suchung sein! 2. Nur in einem reinen Herzen, nur in einer keus schen Brust toben nie der Reue Schmerzen wahre Ruh und Lust. Un beherrschte Sinnlichkeit töd tet die Zufriedenheit; fie vergiftet alle Freuben und erzeuget bittre Leiden. zu besonderen Zeiten. 453 und Recht und Wahrheit glühn. 3. Reiner Sinn und und Tugend, für Pflicht Unschuld schmücket mehr, als Schönheit: denn sie mehrt jede Luſst, die uns entzücket, jedes Glückes Reiz und Werth. Reinen Herzen fließt der Quell jeder Wonne rein und hell; sie nur können voll Vertrauen hoffen, Gott, dereinst zu schauen. 2. Von Sorgen frei, voll Muth und heiter wallt er der Weisheit Segensbahn mit festem Schritte immer weiter und blickt getroft zu Gott hinan, besiegt durch fortgesettes Streben, durch Fleiß und Ernst Wachsamkeit Verführer, wenn sie ihn umgeben, und seine eigne Sinnlichkeit. und 3. Wie freudenreich sind seine Tage! Wie sanft entfließt ihm seine Zeit! Er fürchtet feiner Zukunft Plage, ihn reut nicht die Vergangenheit. Er sät den Samen jeder Tugend und freut sich seiner Aerndte schon; die schöne Blüthe seiner Jugend verheißet ihm im Alter Lohn. 4. Drum, o Gott, laß uns gottselig, froh und willig, zu erfreun, liebenswürdig und gefällig, aber nur durch Tugend sein; offen, ohne Schmeichelei, stets bescheiden und doch frei, ohne Frechheit, stets bedächtig, immer unsers Herzens mächtig! o 5. Laß die Frechheit wilder Sitten niemals unser Herz entweihn! Laß, Gott, Paläst und Hütten stets der Tugend Wohnung sein! Jeder strebe als ein Christ, dessen Wunsch die Tugend ist, daß sein Haus und daß die Erde durch die Tugend schöner werde. Mel. Wie groß ist des Allmächt. 619 Wohl dem, der seines Lebens Morgen nur seinem Herrn und Schöpfer weiht! Beschäftigt mit den edeln Sorgen der Aussaat für die Ewigkeit, wird er die wilde Luft der Jugend und jedes Lasters Reize fliehn; sein Herz wird nur für Gott Mel. Warum sollt ich mich 620 Habe deine Lust, o Jugend, immer gern an dem Herrn bem Reiz der und Tugend! Was dein schwaches Herz begehret, dein Verstand nicht erfand, wird dir dann gewähret. 2. Schnell muß nicht vorüberrauschen diese Luft; deine Brust muß sie nicht vertauschen gegen Lüfte dieser Erden, die dein Herz voller 454 Gesinnung und Leben des Christen ler Schmerz bald vergiften jung und unerfahren, wird werden. leicht geblendet durch den Schein und stürzt sich in Gefahren. D mache mich mir selbst bekannt und gib mir Weisheit und Verstand, damit ich meine Wege unsträflich wandeln möge! 3. Zum Leichtsinn, der das Herz verführt, das Böse zu erwählen; zum Ehrgeiz, der den Stolz gebiert, dieß Merkmal schwacher Seelen; zur Trägheit, die den Geist verzehrt und jeden Trieb zum Lafter nährt, laß nie zu diesen Sünden in mir sich Neigung fin den. 3. Nicht erst wann des Alters Sorgen dich zer streun, Jugend, nein, schon am frühen Morgen, in der Blüthe deines Lebens dien ihm gern und dem Herrn dienst du nie vergebens. 4. Glück, Gesundheit, langes Leben wird dafür willig dir dein Erschaffer geben. Weisheit sei bein Begehren; dann wird er dir schon mehr, wenn dirs nüßt, gewähren. nur 5. Auch in den gesunden Tagen laß nicht ab in das Grab einen Blick zu wagen. Suche, fern von dem Verderben, Seelenruh, dann wirst du Himmelssegen erben. Für Jünglinge. Diel. Ermuntre dich, mein 621 und Angesicht, du Schöpfer meiner Jugend! Verwirf mein findlich Flehen nicht um Weisheit und um Tugend! O nimm dich meiner Schwachheit an, und wenn sich mir Gefahren nahn, so stehe mir zur Seite, damit mein Fuß nicht gleite! 4. Wenn mir auf meiner Jugendbahn, mich in ihr Neß zu ziehen, Verführer sich voll Arglist nahn, so laß mich weislich fliehen. Ihr Beispiel, Herr, entferne nicht mein Herz von dir und meiner Pflicht; ihr 2. Mein Herz, von Lastern zwar noch rein, doch soll nie mich wankend machen! 5. Der Tugend heilige mich ganz, mein Schöpfer und Erhalter; sie werde meiner Jugend Glanz und einst mein Trost im Alter! Erhalte mein Gewissen rein; laß keinen meiner Tage sein, der nicht zu deiner Ehre wohl angewendet wäre! zu besonderen Zeiten. Für Jungfrauen. Mel. Ermuntre dich mein 622 I miteit zu Verführung droht, so lehre 5. ch will in stiller Wenn Umgang mir mich ihn meiden und lenke stets mein Herz, o Gott, zu reinen, edeln Freuden! Die Unschuld sei mein höchster Ruhm, ein guter Ruf mein Eigenthum, den Jeder gern mir gönne und Niemand lästern könne! 6. Die edle Freundin laß in mir ein Herz, wie ihres, finden, damit in frommer Eintracht wir der Freunde schaft Glück empfinden! Laß unsre Liebe sanft und rein wie deiner Engel Umgang sein, daß nimmer unfre Seelen Neid oder Argwohn quälen. 7. Der du mich selbst durch dein Gebot den Weg zum Himmel lehrest, ich will ihn wandeln, Herr, mein Gott, damit du mich erhörest. Durch Unschuld, Sanftmuth, Frömmigkeit, durch frohen Sinn bei Häuslichkeit laß, Vater, mich auf Erden geliebt und glücklich werden. dir, Gott, mich erheben! Dir sei mein ganzes Herz geweiht, geweiht zum frommen Leben! Gib du mir Kraft, sie kommt von dir, und stärke den Entschluß in mir, stets deinen heilgen Willen mit Freuden zu erfüllen! 455 der dir gefällt; drum will ich mich bescheiden in Zucht und Demuth kleiden. 2. Du bist mein Vater, ich dein Kind; mein Heil ist, dich zu lieben; ach, mache mich dir gleichgesinnt in allen meinen Trieben! Laß meine Seele keusch und rein, unsträflich meinen Wandel sein, um, Vater, dir vor Allen durch Unschuld zu gefallen! 3. Vor eitler Selbstge fälligkeit bewahre meine Jugend! Mein Vorzug sei Bescheidenheit und meine Schönheit Tugend! Gib mir den fanften stillen Geist, der dich durch fromme Demuth preist, den nächsten liebt und achtet, sich selbst zu bessern trachtet. 4. Sucht zu gefallen müsse nicht mein schwaches Herz bethören, sie würde mein Gefühl für Pflicht und meine Ruh zerstören. Ein und der Für das Alter. Mel. Mein erst Geschäft sei Preis 623 Stets warst du meine Welt ist nicht der Schmuck ,, sicht und bist es noch im Al 456 Gesinnung und Leben des Christen Alter: verlaß auch nun Alters Schwäche und harre, mich Schwachen nicht, mein bis dein Wink gebeut, daß Schöpfer, mein Erhalter! meine Hütte breche. anteb Denn die Speije? Gehet bre Vögel Mel. In allen meinen Thaten 624 Duerr von meinen Tagen, hast mich voll Huld getragen von meiner Jugend auf; auf allen meinen Wegen umgab mich, Gott, dein Segen: du lenttest meinen Lebenslauf. 2. Ich fühle die Beschwerlichkeit gehäufter Lebensjahre und steh am Rande meiner Zeit. Nah sind mir 3. Gelobt sei deine Vatertreu, die mich bis hierher brachte, mir wohlthat und mein Herz dabei mit dir zufrieden machte! 4. D sei auch ferner noch mit mir, daß ich bis an mein Ende dir folg und voll Vertraun zu dir das Leben wohl vollende! 5. Viel heitre Tage gabst du mir, von Sorgen frei und Grämen, wie sollte ich denn nicht von dir jetzt auch die trüben nehmen! 6. Es währet ja nur kurze Zeit, was ich noch etwa leide, und dann lohnt eine Ewigkeit mit ungetrübter Freude. 7. Dann drückt mich keine Schwachheit mehr; verjüngt ist dann mein Leben; dann werd ich, Gott, dir Preis und Ehr im Chor der Engel geben. 8. Hilf, daß ich täglich meinen Blick auf diesen Wechsel lente und dieß mir immer nähre Glück zu meinem Troft bedenke! 9. So bleib ich in 3ufriedenheit auch bei des als der 2. Ich hatt oft große Sorgen: doch wie ein heitrer Morgen durch dunkle Nächte bricht, so hab ich stets erfahren: der Herr weiß zu bewahren und führt durch Finsterniß zum Licht. 3. War Menschenrath vergebens, so kamst du, Herr des Lebens, und halfft und machtest Bahn.en Dich ließ ich thun und rathen; denn du thuft große Thaten und nimmst dich unser huldreich an. ital 4. Du willst in meinem Alter mein Stab sein, mein Erhalter nach deiner Vater treu. Bin ich gleich schwach und müde, bei dir ist Troft und Friede, du stehst mir in der Schwachheit bei. 5. Wie fliehn des Lebens Stunden, wie bald ist es verschwunden! Ich bin dem Biele nah, dem Ziele aller Leiden. D welche hohe Freus Jatore opette tot die& den unter besonderen Umständen. 457 den erwarten meine Seele Kampfe krönt. An meida! ner Laufbahn Ende sink ich in Jesu Hände, denn er hat mich mit dir ver6. Ich harre fromm und stille, bis, Herr, mein Gott, bein Wille mich nach dem föhnt. Gesinnung und Leben des Christen unter besonderen Umständen. Bei allgemeinem Wohl- dienste belohnt, hier ist es, wo Recht und Gerechtigkeit wohnt. stande. 5. Religion strahlt uns so himmlisch, so mild. Da wo uns nicht leuchtet die Sonne, ihr Bild, erhellt sie uns Erdenbewohnern den Pfad und gibt uns Erleuchtung, Erquickung und Rath. 6. Wünscht, Glückliche, wünschet dem Vaterland Glück! Ein Jeder bezeuge mit freudigem Blick: er schäße das Gute dem Höchsten zum Preis; es jauchze der Jüngling, der Mann und der Greis! 7. Uns bleibe das Christenthum theuer und werth; Gott werde durch Weisheit und Tugend verehrt; Gerechtigkeit ziere den fürst: lichen Thron, den Bösen zum Schrecken, den Guten zum Lohn. In eigener Melodie. 625 3 Qum Himmel er hebe dich, Freus dengesang! Hoch töne aus fröhlichem Herzen der Dank! Auf, Alle, von Vaterlandsliebe durchglüht, singt mit uns dem Höchften ein feierndes Lied! 2. Er läßt uns bewohnen ein glückliches Land, be schirmt und erfreut es mit gnädiger Hand, sein Segen ergießt sich auf alle herab und väterlich wendet Gefahren er ab. 3. Die Berge, mit Bäumen und Reben besegt, die Augen, mit schlängelnden Bächen beneßt, die Gärten, die Flächen der Felder umher, wie tragen sie wieder an Früchten so schwer! 4. Es blühen Gewerbe und Künste im Land und Nahrung und Wohlfahrt in jeglichem Stand. Mild wer den hier Fleiß und Ver8. Wohl Jedem, ders fühlet, wie glücklich er ist im Lande, wo Eintracht und Liebe sich küßt! Ein Jeder befördre, so viel er nur u kann, 458 Gesinnung und Leben des Christen kann, des Vaterlands Bestes und freue sich dann! 9. Gott, sei uns stets freundlich und fördere du das Werk unsrer Hände in Friede und Ruh, so leben wir glücklich und wallen von hier zum Vaterland droben, o Vater, zu dir! In allgemeiner Noth. Mel. Auf meinen lieben Gott 3 626 süchtigt deine Hand, o Höchster, jetzt das Land. Zu dei: nem Vaterherzen erhebt in Furcht und Schmerzen sich das Geschrei der Armen; erhör es mit Erbarmen! 2. Du sieht des Landes Noth; sie tam auf dein Gebot. Du kannst mit starken Händen sie lindern und auch enden. Ein Wort aus deinem Munde verändert Zeit und Stunde. 3. D Herr, mir murren nicht. Gerecht ist dein Ge richt bei Allem, was wir dulden; denn groß sind unfre Schulden. Du züchtigst doch noch minder, als wirs verdient, uns Sünder. 4 Ja, Vater, deine Huld ist größer, als die Schuld. Gedenke denn der Deinen, die reuig vor dir weinen; laß tiefgebeugten Seelen nicht Trost und Hoffnung fehlen! 5. Verkürze, guter Gott, die Dauer unsrer Noth, und die voll Kummer flehen, laß bald Erleichtrung sehen! Verwandle du ihr Leiden in neue Lebensfreuden! 6. Doch wenn, o Herr, der Welt, es dir noch nicht gefällt, die Trübsal zu ent fernen, so stärk uns, daß wir lernen, mit ehrfurchts vollem Schweigen vor dir uns kindlich beugen! 7. Herr, deine Züchtigung Leit uns zur Besserung! Las sie die Sichern schrecken, die Schlummernden erwecken und Reblichfromme stärken, auf dein Gebot zu mer. ken! 8. Wenn unser Herz dich liebt, so wird, was uns be trübt, uns doch zum Heil gedeihen und uns zulegt er. freuen; es wird uns deine Gnade ein Licht auf dunkelm Pfade. 9. So stärke denn das Herz, daß auch im größten Schmerz es nie an Muth ihm fehle. O sprich zu un srer Seele: getroft! dich soll kein Leiden von meiner Liebe scheiden. 10. Am Schluß von un serm Lauf flärt einst fi Alles auf! Dann wird die Aussicht heiter; dann thränt kein Auge weiter; dann finden unsre Herzen nur Wonne nach den Schmerzen. unter besonderen Umständen. In eigener Melodie. 627 Wer enn wir in höchsten Nöthen sein und wissen nicht, wo aus, noch ein und fin. ob wir gleich sorgen früh und spat; 2. So ist dieß unser Trost allein, daß wir zusammen insgemein, anrufen dich, du treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Noth! 3. Und heben unser Aug und Herz hinauf zu dir in unserm Schmerz und flehn dich um Begnadigung und unsers Elends Linderung. 4. Nach deiner Gnade sagest du sie Allen, die drum bitten, zu durch den, der unser Mittler ist, durch unsern Heiland Jesum Christ. 5. Drum kommen wir, Herr, unser Gott, und klagen dir all unsre Noth. Ach, deine Vateraugen sehn, wie hülflos, Herr, wir vor dir stehn. 6. Nur du bist unsre Zuversicht! Vergilt nach unsrer Schuld uns nicht; steh uns in unsern Nöthen bei, mach uns von aller Plage frei! 7. Dann danken und lobsingen wir mit freudevols lem Herzen dir, gehorsam deinem theuern Wort, Herr, preisen wir dich hier und dort. 459 In Kriegszeiten. met. Wer nur den lieben Gott 628& zieht, o Gott, wetter jetzt über unser Haupt einher. Doch bist du unser Schuß und Retter, so schreckt uns feines Feindes Heer, wie sehr es auch Gefahr und Noth den Völkern und den Ländern droht. 2. D gib in diesen bangen Tagen uns, Herr, den Sinn, auf dich zu sehn und da, wo Andre trostlos zagen, mit Zuversicht zu dir zu flehn, weil Menschenhülfe wenig nüßt, wenn deine Macht uns nicht beschüßt. 3. Nicht blinder Zufall es, der die Welt regiert. herrscht auf Erden; du bist Laß feßt die Menschen inne werden, daß deine Hand das Ruder führt. Du, Herr, bist unsre Zuversicht. Wir traun auf dich, verlaß uns nicht! 4. Dir werfen wir uns in die Arme und flehen um Barmherzigkeit! Sei unser Vater und erbarme dich über uns zur bösen Zeit! Beschüße gnädig Stadt und Land vor Blutvergießen und vor Brand! 5. Doch findet dein allweiser Wille noch härtre Prüfungen uns gut, so fassen 11 2 wir 460 Gesinnung und Leben des Christen flucht, Gott, bist du! wir in frommer Stille voll von neuem zu. Unsre Zu Zuversicht und Glauben Muth. Du bist gewiß zu rechter Zeit zu retten uns, o Herr, bereit. 4. Gibst du Frieden, dann, o Herr, bebet unser Herz nicht mehr. Ach, wir alle beten dann deine Macht mit Freuden an. Aber jetzt noch seufzen wir, jetzt noch flehn wir angstvoll hier um Erbarmen, Gott, zu dir! 6. Froh werden wir dann rühmen müssen, wenn du uns wieder wohlgethan: Gott brach nach uns ver: borgnen Schlüssen zum Heil uns auch durch Noth die Bahn. Du bleibest unsre Zuversicht! Barmherziger, 630 Haftu dengan Mel. Wann mein Stündlein du verlaß nicht! dein Angesicht, In eigener Melodie. o Herr, vor uns verbor gen? Vernimmst du unsre 629 11m Erbarmen fles Seufzer nicht? Entgehn dir wir, Sorgen? und Vater, jeßt zu dir. Steh uns bei, Alliebender, Herr der Welt, Allmächti: ger! Hör uns, rett uns aus der Noth! Hilf, denn allenthalben droht Raub, Verwüstung, Elend, Tod! 2. Ach, des Krieges Flammen glühn! Ordnung, Ruh und Segen fliehn. Keine Hülfe sehen wir, teine Hülfe, als bei dir. Denk an uns in Gnad und Huld, nicht an unsrer Sünden Schuld; gib uns Hoffnung und Ge duld! 3. Du, der zu dem Meere spricht: Bis hierher und weiter nicht! Sprich, o Höchster, nur ein Wort, und die Schrecken fliehen fort, Fried und Ordnung, Glück und Ruh eilen uns eine schwere Macht. Gott, wenn nicht deine Vorsicht wacht, so müssen wir ver derben. 2. Der Krieg im bluti gen Gewand verheeret die Gefilde und Noth und Ar muth drückt das Land, das sonst dein Segen füllte. Ach, Aller Herz ist freudenleer und keine Ruh er: quickt uns mehr, sie ist von uns gewichen. 3. Gefahr umgibt uns in der Nacht und wächst mit jedem Tage. Sind wir von kurzem Schlaf er wacht, so wacht auch unsre Plage. Der harten Krie ger wilde Wuth droht uns mit Feuer und mit Blut; o wer, wer kann uns schüzzen? Du unter besonderen Umständen. 461 4. Du kannst es, du, er- nicht, bis uns dein huldhabner Gott! Es steht in reich Angesicht zum Segen deinen Händen, uns zu ers wieder strahlet! retten, unsre Noth, zu unferm Glück zu wenden. Du kannst dem Elend, das uns drückt, das dein Gericht uns Zur Friedensfeier. zugeschickt, allein allmächtig 631 3ücher zu bir, All Rel. Herr Gott, dich loben dir, Unendsteuern. 5. Es haben Lanzen, Spieß und Schwert, mit welchen Feinde drohten, schon oft in Sicheln sich verkehrt, sobald dein Wink geboten. So mächtig bist du immer noch; ach, so gebeut, so rede doch! Was du sprichst, muß geschehen. gütiger, der Völkern still zu sein gebot und Frieden sandte, zu dir, Gott, fleigt unser Jubelton empor! Zu unsrer höhern Brüder Chor singt unser Herz, entflammt von Dank, den lauten hohen Lobgesang: Gelobt, geloht sei Gott! der Weltbeherrscher, Gott, der Weltbeglücker, Gott, der Friedensgeber, Gott! 6. Vergib uns gnädig unsre Schuld, vertilge unsre Sünden! Du bist ein Gott voll Baterhuld; so laß auch nun dich finden! Ach, dämpfe unsrer Feinde Wuth, lösch aus des Krieges wilde Glut, eh sie uns ganz ver zehret! 7. Gib deiner Gnade theures Pfand, gib uns den Frieden wieder! Errette das bedrängte Land, erhalt uns unsre Güter, damit wir dir, von Angst befreit, die Opfer unsrer Dankbarkeit in sichern Tempeln bringen. 8. Regiere du selbst unsern Sinn, daß wir, dir gang ergeben, des Lasters Bahn mit Abscheu fliehn und nur der Tugend leben! Wir lassen dich Erbarmer, 2. Wer ist an Majestät dir gleich? an Güte und an Macht so reich? Du sprichst ein Wort: der Himmel schweigt. Du sprichst ein Wort: der Erdkreis neigt sich tief anbetend vor dir, Gott, und ehret schweigend dein Gebot! Du siehest Völker sich entzwein, mit Schwert und Waffen sich bedräun. Die Waffen sine ten und der Streit wird still, wird Ruh und Einigkeit, sobald, Herr, deine Rechte dräut und Völkern still zu sein gebeut! 3. Wie schreckend, wie verheerend war empörter Völker Zwist! Gefahr und 11 3 Angst 462 Gesinnung und Leben des Christen Angst und Noth und Tod umgab uns drohend; offen stand das Grab, und unsre Brüder sanken hin, bei Schaaren in das Grab dahin, und Schmerz, der Mutterherzen brach, und blutge Thränen folgten nach. Gott, furchtbar war der Völker 3wist. Dank dir, Allgüti ger, er ist durch dich, der Erd und Himmel trägt, ges schlichtet und nun beigelegt! 4. Das Schwert, das Bruderblut vergoß, ist wegs gelegt; aus deinem Schooß strömt uns des Friedens sanfte Ruh und Ueberfluß und Segen zu. Hier liegen wir und beten an dich, Gott, der dieß an uns gethan! 5. Laß ihn, laß ihn beständig sein, den Frieden, deß wir uns jeßt freun; in seinem Schooße laß uns nun und spät noch unsre Nachwelt ruhn! D segne, Gott, das Vaterland, den Fürsten, segne jeden Stand! Solang du uns noch wallen heißt im Pilgerthal, laß deinen Geift den treuen Mel. Von Gott will ich nicht laffen In Theuerung. Führer Aller sein! Dann 633 Du bester Trost ewgen uns ein. Amen! vom Himmel uns schickte! Preiset ihn hoch; weg ist das härteste Joch, das unser Vaterland drückte. 2. Vater, du weißt es, was wir von der Zwietracht erfuhren; grause Verhee rungen sind noch die traus rigen Spuren! Aber wie hell rinnt nun der Seg nungen Quell durch die verwüsteten Fluren! 3. Hör, o Algütiger, gnä dig das Jauchzen der Dei nen! Höre, Erretter, den Jubel der Großen und Klei nen! Friede gabst du, Frie de und sichere Ruh, Freu de nach Klagen und Wei nen. 4. Dank, dir, o Vater, und Ehre und Preis dei nem Namen! Sie sind er duldet, die Leiden, die über uns kamen; fern ist die Noth! Segnend erhalt uns, o Gott, was du verliehen hast! Amen. Beherrscher aller Welt, bu, Vater voll Erbarmen, ber, was da lebt, erhält, schau Mel. Lobet den Herren, den 632 Nahet anbetend her auf unsre Noth; erbardem me nahet, Beglückte! Singt ihm: er ist, der den Frieden Deinen; wir Ar men gehn und weinen und schmachten, Herr, nach Brod. 2, Gr unter besonderen Umständen. 463 2. Erbarmender, ach len zittern, und da, wo, wende der Zeiten schweren Bergen gleich, empörte Wels Lauf! Thu deine milden len zum Himmel schwellen. Hände, uns zu versorgen, auf! Was irgend Leben hat, nährst du mit Wohl gefallen. Nähr uns auch, fchaff uns allen bei unserm Mangel Rath! 3. Sei Alles Sturm und Aufruhr und Getümmel: Gott schuf das Meer, den Erdkreis und den Himmel. Was er gebeut im Himmel und auf Erden, das, das muß werden. 4. Zum wilden Strome spricht er: fleuß mit Stille! und allgewaltig ist sein Hers scherwille; der Strom ges horcht, die Wolken sinken nieder und ruhen wieder. 5. Wer händeringend sein Geschick beklagte, den Ab. grund offen sah und schon verzagte, frohlocket dann und rufet: Gott ist Retter in Sturm und Wetter! 6. So mögen denn Gefahren mich umschweben und Eisgebirge sich im Strome heben und furchtbar drohend jeden Damm erschüttern: ich will nicht zittern. 3. Den Reichen gib Er barmen, Gefühl für Andrer Schmerz und zu ers freun die Armen ein mitleidvolles Herz, bamit sie mild ihr Brod trostlosen Brüdern brechen und nicht gefühllos sprechen: Geht hin, es helf euch Gott! 4. Laß unsre Frucht ge rathen, uns wieder zu erfreun; und allen unsern Saaten gib Wachsthum und Gedeihn! Mit milder Va terhand gib Wärme, Thau und Regen, so kehrt dein reicher Segen zurück in unser Land. In Wassersnoth. Mel. Herzliebster Jesu dem 634 wil 3% Herrn zu jeder Zeit vertrauen und stets mein Heil auf diesen Fel 7. Zu dir empor will ich am Strome schauen und das thun, was ich soll, und dir vertrauen. Du, Herr, kannst stets uns retten und bewahren in den Gefahren! bauen; auch in den nächsten schrecklichsten Ge- 635 Wir laß uns, o Mel. Was mein Gott will sind in Noth, fahren kann er bewahren. 2. Ich will ihm trauen und in Ungewittern, vor denen selbst der Erde SäuGott, die Fluth nicht überschwemmen; nimm uns in Acht; wehr ihrer Macht! it 4 Du 464 Gesinnung und Leben des Christen Du kannst die Wogen hemmen. Verbirg jeßt nicht dein Angesicht; gedenk an uns in Gnaden! Gott, wenn uns jeßt dein Arm beschüßt, was kann die Fluth uns schaden? 2. Ach, hilf uns, Herr, Allmächtiger, um Jesu Chris sti willen! Ach, du allein kannst uns befrein, kannst Sturm und Wellen stillen. Erbarme dich, hilf väters lich; beschüß uns Gut und Leben! Dann wollen wir dir, Gott, dafür Dant, Preis und Ehre geben. Du schüßest, du erhältst, du hilfft in jeder Noth; du bist der Fluthen Herr, du bist der Meere Gott. 4. Wer wollte dir, o Herr, durch Sünden widerstreben und nicht in Heiligkeit zu deiner Ehre leben? Folgt deinem Wink der Strom, gehorcht dir alle Welt, wie sollten wir nicht thun, was, Vater, dir gefällt? Nach einer Feuersbrunst. Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen Nach überstandner Noth. 637 Gott, beffen Macht des Feuers Kraft zum Segen und Ver derben schafft, mit welcher Mel. Nun dantet Alle Gott 636 Lob, Chr und schrecklichen Gewalt verwi Dank sei dir, o großer Gott, gesungen, daß du durch deine Macht die wilde Fluth bezwungen! Verheerend brach sie los, glich dem empörten Meer, die Wellen rauschten schon fast über uns daher. stets, und wie leicht wie bald! 2. Ach manche Häuser hate verzehrt und mancher Menschen Glück zerstört! Auch dieß hat deine Hand gethan. Wir weinen, Herr, und beten an. 3. Wir weinen und ver ehren doch auch deine Huld; sie half uns noch und hielt der Flammen schnellen Lauf, der Uebrigen zu schonen, auf. 4. Mit unsern Brüdern seufzen wir in ihrem Jams mer, Gott, zu dir. Laß fie nicht hülflos; trößte die, die du gebeugt haft, segne fie! 5. Ach, der Verschonte fliehe nicht die Uebung feiner schönsten Pflicht, der Pflicht, Be 2. Doch mitten in der Fluth bewiesest du Erbar men und hälft uns väterlich. Du zeigtest an uns Armen, daß du, Allvater, nie uns allzusehr betrübst, uns nie verlassen kannst, uns auch im Leiden liebst. 3. Dieß thatst du, Mächtiger, der jeder Fluth gebieten, der Meere zähmen kann, so mächtig sie auch wüthen! unter besonderen Umständen. 465 Betrübte zu erfreun, barm: Glück mir zugewendet, als herzig durch die That zu Noth gesendet. sein. 6. Uns wieder segnen kannst du, Gott, in Heil verwandeln jede Noth. Ja, weise, liebevoll und gut ist Alles, was dein Wille thut. 7. Gib Unterwerfung und Geduld und laß uns deiner Vaterhuld mit frommer Zuversicht vertraun und stets auf deine Hülfe baun! 8. Schüß unser ganzes Vaterland vor Mangel, Seuchen, Krieg und Brand! Gib, weil du unser Vater bist, uns allen, was uns heilsam ist! genommen: Preis dir, o Herr! Zwar ist mein Herz beklommen; doch mein Vertraun, mein Glaube soll nicht wanken; ich will dir danken! Nach großem Verlust. 7. Wie sollt ich nicht auf deine Güte schauen, nicht ruhig sein und standhaft Mel. Herzliebster Jesu! 638 Du hast es mir bir vertrauen? Auch künfmeinem 2. Verborgen mir, doch gütig ist dein Wille! Du bist mein Gott, und meine Seel ist fille. Du führst gewiß mich auch auf rauhen We gen dem Heil entgegen. 4. Du sahst vielleicht, ich würd in guten Tagen nicht mehr nach dir und deinen Rechten fragen; ich würde stolz des Glücks mich überheben und sündlich leben. 3. 5. Gott, wenn ich dieß im Stillen überlege, so preis ich dich und ehre deine Wege. Was hülf es mir, die ganze Welt zu erben und zu verderben? 6. Und viel des Guten ist mir noch geblieben, mein guter Name, Freunde, die mich lieben, und, Dank sei dir, es ist mein gut Gewissen mir nicht entrissen. und Auf der Reise. Mel. Befiehl du deine Wege Wenns nüßlich mir 639 Beglücke meine wenn es deiner Ehre, ich vertraue dir! Set gnäAllwissender, gemäß gewe- dig und beweise, sen wäre, du hättest lieber du bist, an mir! Auf allen wie treu 11 5 meinen Leben mir noth ist, geben. 8. Herr, segne du die Arbeit meiner Hände und leite gnädig mich bis an mein Ende! Mit Allem, was du fügst und mir beschieden, bin ich zufrieden. 466 Gesinnung und Leben des Christen meinen Wegen begleite vä- 2. Vergeß ich dieser Wahrterlich mit deinem Heil und Segen, mit deinem Schuße mich! 2. Jch bin in deinen Händen, deß darf mein Herz sich freun: denn du kannst Hülfe senden, wo mir Gefahren dräun. Bin ich bei dir in Gnaden, so fürcht ich nichts, o Gott; du wehrest allem Schaden, mein Helfer in der Noth! 3. So will ich denn mein Leben, mein zeitlich Glück und Gut mit Ruhe übergeben, Gott, deiner treuen Hut. Erhalte meine Kräfte, beglücke meinen Fleiß und meiner Pflicht Geschäfte zu deinem Ruhm und Preis! 4. Laß dir auch meine Lieben empfohlen sein, o Gott! Nichts müsse sie betrüben, kein Unfall, feine Noth! Gesund laß sie mich wieder bei froher Rückkehr sehn, dann sollen unsre Lie: der, Herr, dankbar dich er: Höhn! heit nicht, bin ich von Hers zen gut und üb ich treu lich meine Pflicht, so hab ich frohen Muth. 3. Doch, Herr, ich fühle mich noch schwach; drum stärke du mein Herz! D hilf du meinem Streben nach und sichre mich vor Schmerz! 4. Der Reiz der Sünd und Eitelkeit entlocke dir mich nie! Was kurz ver gnügt und lang gereut, gib, daß ichs weislich flieh! 5. Wo man mich sieht und Freund mich nennt, las tugendhaft mich sein und dort auch, wo kein Mensch mich kennt, das Laster ernst lich scheun! 6. Nur wer die Tugend ehrt und liebt, deß Beiſpiel führt zu dir; o du, der Alles hat und gibt, Gott, solchen Freund gib mir! 7. Dem Freunde wilder Fröhlichkeit, dem Freund voll List und Spott, von Wollust, Spiel und Uleppig teit entreiße mich, mein Der reisende Jüngling. Gott! Mel. Lobt Gott, ihr Christen 8. Wer Wahrheit, Pflicht und Recht verdreht, der 640 Auch außer meis flöße Graun mir ein; vor nem Vater land, wirst du, Gott, mit mir sein. Wo immer nur mich deine Hand hinführt, da bin ich dein. dem Verruchten, der dich schmäht, erzittre mein Gebein! 9. Mich lehre stets dein heilig Wort auf guten We gent unter besonderen Umständen. 467 gen gehn und, wenn ich der Noth, bewahre sie vor kann, in jedem Ort im Sünden. Auch dort sei stets Tempel dich erhöhn! der Tugend Ruhm ihr uns verleßtes Eigenthum. 10. Dann bin ich meiner Neltern Lust, im Alter einst ihr Stab und keines Lasters mir bewußt, begleit ich sie ans Grab. 3. O fehrten sie mir einst zurück, des Wiedersehens großes Glück macht froh schon meine Seele. Doch säh ich auch ihr Angesicht nun ferner hier auf Erden nicht, was ists, daß ich mich quäle? Ich weiß, o Gott, ein Tag erscheint, der wieder mich und sie vereint. 11. Mir folgt ihr Segen durch die Welt, bis einst mein Auge bricht, und mei nen Geist, der dir gefällt, erschrecket tein Gericht. 12. Gedanke der Unsterblichkeit, erhebe meinen Geist! Wohl mir, es ist die Ewigkeit, wohin der Glaube weift! 4. D wie gedenk ich dein so gern, du Tag des Lebens, Tag des Herrn! Wann wird dein Licht erscheinen? O Tag, der die mir wie dergibt, die trauernd meine Seele liebt, die Seligen, die Meinen! Wie wird sich unsre Seele freun! Wie Mel. Der unsre Menschheit 641 Du, welchen keine selig werden dann wir ſein! Welt um: Fürbitte für liebe Abwesende. schließt, der du allgegen wärtig bist mit allem deinem Segen, wo meine Lieben sind, auch da bist du voll Mel. Allgegenwärtiger, ich allen ihren Wegen! Dieß 642 Jmer fallen wir n gebeugt und demuthsvoll vor dir, o Herr, des Lebens, nieder. Ach, uns bedroht ein schneller Tod: schon würgt er unsre Brüder! 2. Der Seuchen Gift verbreitet sich, und, Gott, wen haben wir, als dich, der seine 116 ists, was meine Thränen stillt, wenn banges Sehnen mich erfüllt. Bei ansteckenden Krankheiten. 2. Mach ihnen mild das ferne Land und laß an Dei ner Vaterhand sie dort auch Freude finden. Sei, wenn ein Unfall ihnen droht, ihr Schuß, ihr Netter in 468 Gesinnung und Leben des Christen seine Wuth ihm raube? 9. Laß unser gläubiges Wenn deine Macht uns nicht Gebet, das, Herr zu dir bewacht, so werden wir zu um Gnade fleht, dir, Va Staube. ter, wohlgefallen. Der reinste Dank und Lobgesang wird dann dir, Herr, er schallen. 3. Ach, Viele sanken schon ins Grab so unerwartet schnell hinab. Wie ist um Hütlf uns bange! D schone noch! Entreiß uns doch dem nahen Untergange! Dank für Gottes Hülfe. 4. Oft retten Runft und Vorsicht nicht. Wir haben Mel. Ein Lämmlein geht keine Zuversicht, als nur zu 643 Wir kommen, Güte. bist der Herr! Gib, daß nicht mehr der Tod so schrecklich wüthe! 5. Wir glauben an den Sohn und dich; o darum schaue väterlich auf tiefge: beugte Sünder! Denn du allein kannst uns befrein, und wir sind deine Kinder. Helfer, dir Gesang und Ruhm und Preis zu bringen. Des gan zen Volkes lauter Dank soll, Retter, dir lobsingen. Wir schwebten in Gefahr und Noth; wir sahen überall den Tod mit seinem Schrecken drohen. Nun wüthet seiner Seuchen Heer durch unser Vaterland nicht mehr; sie sind vor dir entflohen. 6. In deiner treuen Baterhand ruht Tod und Leben, Volk und Land. Ent ferne jede Plage! Verzagten Sinn nimm von uns hin! Gib wieder heitre Tage! 7. Doch willst du uns noch nicht befrein, so lehre uns geduldig sein und dir uns ganz ergeben; und sterben wir, laß uns vor dir in deiner Wonne leben! 8. Zeig allen Sterbenden dein Heil und gib, daß sie ihr bestes Theil im Himmel nicht verlieren! Laß sie den Tod aus jeder Noth zum bessern Leben führen! 2. Wir sahen dort und sahen hier so viele Brüder sterben und allenthalben waren wir umfangen vom Verderben. Da galt kein Schonen! Stündlich war uns nah und furchtbar die Gefahr und alle Kunst vers gebens. Den Würger trieb fein Arzt zurück, auch ihm schien jeder Augenblick der letzte seines Lebens. 3. Allmächtiger, wir alle schrien zu dir mit bangem Herzen. Wir sind erhört, die Seuchen fliehn; du hei Teft unter besonderen Umständen. 469 left unsre Schmerzn. O du und nie umsonst, um Hülfe Erbarmer voll Gedud, du hast nach unsrer Sünden: schuld auch diesmal nicht gelohnet. Gezüchtigt, o wir preisen dich, gezüchtigt haft du väterlich und väterlich verschonet. schreit, auch mich laß nicht vergeblich flehen! Auch meis nes Herzens nimm dich an und lehre mich auf Alles sehen, was Freude mir ges währen kann! 4. Dich, der du von Gefahr befreist, dich müssen Alle loben. Sei ewig, Ba ter, Sohn und Geist, von deinem Volk erhoben! Dich, Retter, bete Jeder an! Es jauchze, wer nur danken kann, und ehre deinen Namen und rühme: Gott ist unser Gott! Er hilft uns gnädig in der Noth! Er hebt ihn! Amen! Amen! 3. Du wirst ja nie des Helfens müde; du weißt es, was der Kranke fühlt, und gibst ihm Hoffnung, Trost und Friede, wenn Schmerz in seinem Innern wühlt. Dieß sagt mir, der ich dir vertraue, zu meiner Ruh dein göttlich Wort; dieß treibt, so oft ich auf dich schaue, die Furcht aus meiner Seele fort. In Krankheit. 4. Auch dieser Krankheit schweres Leiden verhingst du liebreich über mich. Auch hier, wie im Genuß der Freuden, erkennt mein Herz als Vater dich. O gib, daß Mel. Wie groß ist bes Allmächt. 644 Hier lieg ich, Herr, ich dich stets empfinde! D in und Schmerzen und flehe, weil meiner Sünden Schuld! duld! Vergilt mir, dem verich flehen kann, aus vollem. irrten Kinde, nicht ganz nach tiefgerührtem Herzen dich kindlich um Erbarmen an. Wen hab ich sonst in die sen Stunden? Wer kennt so ganz mein Leid, wie du? Wer heilt mir die geschlag: nen Wunden? Wer sendet mir Erquickung zu? 5. Verlängre, Herr, mein Erdenleben, wenns deinem weisen Rath gefällt! Und dann sei es nur dir erge: ben, nur dir, mein Retter, nicht der Welt! Doch soll ich meinenLauf vollenden, dann hebe meinen Geist zu dir, und ist mein Geist in deinen Händen, o guter Gott, was feblet mir? 117 Mel. 2. D Gott, du Vater al ler Väter, der gern den Leidenden erfreut, zu dem so mancher fromme Beter, 470 Gesinnung und Leben des Christen Mel. Alles ist an beinem Segen Mel. Wer nur den lieben Gott 645 Sif mir, Sott, 646 Nicht mehr, als ber Krankheit Plagen, die mich drücken, still ertragen und mit kind lichem Vertraun bei der Sehnsucht meines Herzens um Erleichtrung meines Schmerzens nur auf deine Vorsicht schaun! meine Kräfte tragen, Barmherziger, legst du mir auf. Nicht immer wird der Schmerz mich nagen, es folgt gewiß Er quickung brauf. Auf meis, nem Krankenlager hier lob: sing ich, o mein Vater, dir. 2. Weil mich die Welt zu sehr zerstreute, rufft bu mich in die Einsamkeit; weil ich den Kampf zu ängstlich scheute, führst du mich mits ten in den Streit und übst durch körperlichen Schmerz mein der Geduld entwöhntes Herz. 2. Deiner Weisheit kanns nicht fehlen, immer das nur zu erwählen, was das Beste für uns ist. Dieß will ich zu Herzen faffen und mich ganz dir überlassen, der du auch mein Vater bist. 3. Sanfter Antrieb, ernfte Lehre, daß ich in mich selber fehre, sei der Schmers, die Krankheit mir! Ihre Last nicht zu vergrößern, hilf mir meine Seele bes sern; alle Hülfe kommt von dir. 4. Bater, Helfer aller Kranten, Quelle tröstender Gedanken, steh mir bei mit deiner Kraft. Sie nur kann erretten, stärken. Lehre mich auf sie stets merken, die aus Leiden Freude schafft. 5. Guter Muth und heitres Wesen fei in meinem Blick zu lesen; Ruh erfülle meine Brust! Hoffnung stärke mich und Freude sei mein Glaube, wenn ich leide, dir zu folgen meine Lust! sal soll ich leeren! Ach, Herr, 3. Den Kelch der Trüb: du weißt, das Fleisch ist schwach Vergib, wenn eine Fluth von Zähren hervor aus meinen Augen brach! huld mein Herz durch GlauDPärke, Gott voll Vaterben und Geduld! 4. Der Schmerz, der meine Glieder schwächte, beraubet mich der sanften Ruh; ich bring, o Gott, die langen Nächte auf meinem Lager schlaflos zu; der Menschen Hülf ist schwach und klein; doch du, du wirst mein Helfer sein. 5. Dein Wille mag allein entscheiden, wie lang die Prüfungsstunde währt, und wenn auch ganz im Kampf der unter besonderen Umständen. 471 der Leiden sich meine Les ruhige mein Herz und sprich: benskraft verzehrt, wenn Sei nur getrost und hoff auch mein Herz im Tode auf mich! bricht: bu, Herr, bist meine Zuversicht! 5. Wie litt im allerbängften Leiden so stille duldend Jesus Christ! Leid ich ihm nach, ein Meer von FreuMel. Wer nur ben lieben Gott den, das ewig unerschöpflich 647 Gott, der du ist, umfließt mich dann vor seinem Thron. Wie meine Leiden, so mein Lohn. Schmerz und Freude sendest, mit Weisheit unser Schicksal lenkst und Alles uns zum Besten wendest, was du auch über uns verhängst, du hast nicht Lust an meiner Pein, auch sie soll mir zum Heil gedeihn. 6. Durch Leiden wird durch mein Herz ihm offen, Glauben naht sich ihm mein Geift. Der stille Dulder nur darf hoffen, darf hoffen das, was Gott verheißt. Zu solcher Hoffnung stärke mich, so preis ich auch in Schmerzen dich! 2. Auch durch die Noth führt mich zum Ziele der Seligkeit, Gott, deine Hand, und deiner Tröstungen wie Mel. Wann mein Stündlein viele hast du mir schon ins 648 Es ist bein Wille, Herz oft ruft mir dein Wort es zu: Gott ist dein Vater, Kind bist du! 3. D du, mein bester Vater, glaubte nur meine Seele kindlich dir! O daß mir doch kein Zweifel raubte den süßen Trost: Gott ist bei mir! Ja, Vater, deine Huld und Kraft ist Allem nah, was sie erschafft. 4. Wenn Schmerz und Leiden mich bestürmen, so dent ich dein und deiner Huld. In allem Weh, in allen Stürmen verleih mir Weisheit und Geduld! Be Gott, daß ich jeßt Schmerzen leide; doch du bist Helfer in der Noth und kehrst sie gern in Freude. Was ich bedarf, ist dir bekannt; mein Leben steht in deiner Hand, deß soll mein Herz sich trösten! 2. Voll Hoffnung wend ich mich zu dir; ich bleibe bir ergeben. Herr, wie du willst, so schicks mit mir zum Sterben oder Leben! Bei dir allein steht meine Zeit; nur mache mich der Seligkeit durch deine Gnade würdig. 3. Ver Gesinnung und Leben des Christen 472 3. Verhüte, daß derkrant heit Bein zu schwer mir Schwachen werde. Laß mir Erquickung angedeihn, erleichtre die Beschwerde. Du, Vater, weißt, was jeden Tag zu tragen ich, dein Kind, vermag; hilf und erbarm dich meiner! 4. Erquicke, Gott, und stärke sie, die liebreich meiner pflegen; lohn ihnen ihre Treu und Müh mit deinem besten Segen! Gib gegen sie mir Freundlichkeit; gib ih nen, Gott, Gelassenheit, Geduld mit meiner Schwäche. 5. Soll tödtlich meine Krankheit sein, und steht mein Grab schon offen, so laß mich, Herr, von Sünden rein auf deinen Himmel hoffen! Des leßten bangen Kampfes Schmerz er leichtre mir und laß mein Herz noch sterbend dir vertrauen! traurig fließen meine Tage, wie bang die Nächte mir vorbei! Der Morgensonne neues Licht erheitert meine Seele nicht. 6. Doch willst du wieder Kräfte mir zu längerm Leben schenken, dann laß, so lang ich lebe hier, mich dankbar dein gedenken, damit ich künftig jederzeit mit aller Treu und Redlichkeit der Tugend Wege wandle! 2. Noch immer bin ich auf der Erde, wo Schmerz und Kummer mich umringt, wotäglich größere Beschwer de zu Klagen mich und Thränen zwingt; noch immer fleh ich unerhört um Stärkung, die mein Herz begehrt. 3. Erbarm dich, eil mir beizustehen, verlaß mich, mein Helfer, nicht! Ach, zeig mir wieder auf mein Flehen dein väterliches Angesicht! Gib mir Geduld, gib mir im Schmerz ein ruhig dir ergebnes Herz! 4. Noch ist mein Schicksal mir verborgen, das dies fen Tag mich treffen soll; doch bin ich ohne Gram und Sorgen, du, Vater, kennst mein wahres Wohl. Und was dein Rath be schließt und thut, ist heilig, ist gerecht und gut. 5. Soll ich die Last noch länger tragen, ich halte deiner Fügung still. Dein Will geschehe, will ich sagen, wie du, Herr, willst, nicht, wie ich will! So, Vater, laß bei Schmerz und Bein 649 Dommt, und sein! Morgen geduldig mich wie Jesus Mel. Wer nur den lieben Gott meine Plage wird mit dem Morgen wieder neu. Wie 6. Einst kommen doch der Ruhe Stunden, einst rückt mein unter besonderen Umständen. 473 mein Abend auch herbei; Ich bin getrost, wenn gleich dann, dann ist Alles übers betrübt die Freunde, deren wunden, ich bin von aller Herz mich liebt, ießt um Trübsal frei; dann folgt mein Leben zittern. auf Sorgen, Gram und Leid bort ewige Zufriedenheit. 7. Gestärkt durch diesen hohen Glauben vollend ich meiner Leiden Pfad. Nichts soll mir meine Hoffnung rauben, auch dann nichts, wann der Tod mir naht. Vielleicht noch heut erscheint er mir und führt mich, Gott, hinauf zu dir. Mel. Wann mein Stündlein 650 Nach einer schmer zenvollen Nacht seh ich den Morgen wieder. Dein Auge, Gott, hat mich bewacht; dich preisen meine Lieder. In großer Angst verliehst du mir nicht Lin 4. Auch sie verlaß, o Vater, nicht, stärt ihre bangen Herzen, erfülle sie mit Zuversicht und lindre ihre Schmerzen! Ja, dir empfehl ich sie, o Herr! Sei du ihr Schuß, Algütiger, und trockne ihre Thränen! 3. Du bist es, der mich nicht verläßt, wenn auch der Tod erscheinet; dich hält mein Glaube dann noch feft, wann Alles um mich weinet. 5. Doch sollten meiner Tage viel noch unter Lei den werden, bin ich noch fern von meinem Ziel, dem Ende der Beschwerden, so gib mir, Vater, deine Kraft, die Muth in jedem Leiden schafft, die tämpfen hilft und siegen. Mel. Wenn wir in höchsten drung nur, ich danke dir, 651 Schon wieder und auch Fassung. 2. So trag ich ruhig meinen Schmerz und dieser Krankheit Plage; zu dir erhebe sich mein Herz, du Schöpfer meiner Tage! Durch Leiden zogst du mich zu dir, und nun, mein Va ter, bist du mir ein Fels, auf den ich baue. Gram und Schmerz zerna: gen immer noch mein Herz! Wie manche, manche lange Nacht hab ich schon seufzend durchgewacht! 2. Da schleicht so langsam mir die Zeit, da ist ſo öd die Einsamkeit! Ich seufz und ring umsonst nach Ruh, kein Schlaf drückt mir die Augen zu. 3. Doch trenn ich mich noch nicht von dir, o Hoffnung! Nein, du bleibeft mir. Gelegt, zu lindern Noth und 474 Gesinnung und Leben des Christen und Schmers, hat Gott dich liebend an mein Herz. 4. Er ists, der Muth und Zuversicht durch dich zu diesem Herzen spricht. Die Hülfe kommt; ich sehe schon durch dich des frommen Dulders Lohn. 5. D wär kein Himmel, der einst lohnt, du, Bater, hättest mich verschont mit diesem Kelch voll Bitterkeit, verfüßt mir meine kurze Zeit. 6. Noch fleht vor deinem Angesicht dein leidend Kind: Ists möglich nicht, daß die ser Kelch vorübergeh? Doch nur dein Wille, Herr, ge scheh! 7. Fest halt ich immer mich an dich! Ach, stärk in meiner Schwachheit mich! Du bist so reich, so reich an Ruh; send mir nur einen Tropfen zu! 8. Doch bringt ihn nicht der Schlaf zu mir, so bringt mir hoch gewiß von dir bald mehr sein Brüder, ach, der Tod, der letzte, treue Freund in Noth. Mel. Wer nur den lieben Gott 652 So ist mit aller seiner Plage nun abermals ein Tag vollbracht. Daß ich der Leiden Last ertrage, hilfft du mir immer, Gott der Macht. Auch heute warst du Bei stand mir, und herzlich dank ich dir dafür. 2. Nur auf die Nacht wird mir jetzt bange; denn immer mehrt sie meinen Schmerz. Da seufzet, ach, mein Gott, wie lange! oft das beklommne, matte Herz; da zähl ich jeden Stundenschlag, und immer wird so spät es Tag. 3. Es flieht der Schlaf vor meinem Rummer, die Glücklichen besucht er nur. nur selten sinkt ein leiſer Schlummer auf die entkräf tete Natur; doch schließt er mir die Augen kaum, so schreckt mich schon ein schwe rer Traum. 4. Wie traurig ist ein solches Leben! Wie schwer ein Loos voll Noth und Schmerz! Ward dieß mir nur zur Qual gegeben? zum Dulden nur ein fühs lend Herz? Flieh, lästern der Gedanke, flieh! Ein Gott der Liebe quälet nie. 5. Er läßt nur Trübsal mich ergreifen, um höhern Freuden mich zu weihn. Ich soll durch sie zur Tugend reifen, um ihrer ewig mich zu freun. Den innern Men schen weckt der Schmerz; er läutert und erhebt das Herz. 6. So wird das Leiden mir zum Segen, und kurz ist hier mein Aufenthalt. Oft weht mirs auch schon fühl ent unter besonderen Umständen. 475 entgegen, heim ziehen die leihn! Laß es die Quelle Gewitter bald. Vielleicht seh ich noch herbstlich schön des Lebens Sonne nieders gehn. hoher Freuden und Vorges fühl des Himmels sein. Dein Leiden, dein Versöhnungstod erquide mich in meiner Noth! 7. Drum will ich mich nicht trostlos grämen, nein, ruhig sein in meiner Noth. Das wunde Herz mir abzunehmen, kommt endlich doch als Freund der Tod; er legt es sanft und kühl zur Ruh; den Geist führt er dem Himmel zu. 4. Wohl mir! Ich seh den Himmel offen; ich fühle meine Seligteit; ich kann von dir nun Alles hoffen, der gnädig mir die Schuld verzeiht. Umringt mich auch der Leiden Heer, mein Herz erbangt davor nicht mehr. Bei der Abendmahlsfeier in der Krankheit. 5. Erscheint der Tod mit seinen Schrecken, ich bin getrost und zage nicht. Wirst du vom Tode mich erwecken, ich bebe nicht vor dem Gericht. O mich erfüllt dein Leib und Blut so hier, wie dort mit frohem Muth! Mel. Wer nur den lieben Gott 653 A Aº [ ch, könnt ich doch mit meis nen Brüdern im Tempel, Jesu, dich erhöhn und froh mit deines Reiches GlieMel. Wer nur den lieben Gott mit bern, Herr, deines Tobes 654 Dant, Bater, dir, Mahl begehn! Doch da mich Schmerz und Krankheit plagt, ist diese Freude mir versagt. 2. Ach hier, wo ich im Stillen bete, feir ich dein Abendmahl allein; doch, Herr, ich weiß, an jeder Stätte haft du verheißen, nah zu sein. Wo je ein Frommer seufzt und weint, da bist du, großer Menschenfreund! 3. Laß das Gedächtniß deiner Leiden mir Schwachen Trost und Kraft vermen auf seine schwachen Kinder blickt! Wie hast du, o mein Gott, mich Armen durch dieses Heilge Mahl erquickt! Du bist die Liebe, wandelst Noth in Segen und in Heil den Tod. 2. Nun laß mich sterben oder leben, Herr, wie du willst, ich folge gern; von Schmerz gequält, mit Angst umgeben, freut meine Seele sich des Herrn. Ich bin erlöst; drum schreckt mich nicht 476 Gesinnung und Leben des Christen nicht des Grabes Nacht, gehn! Doch nicht, Herr, nicht das Gericht. unser Wille, dein Wille soll geschehn! 3. Und kommt sie dann, die ernste Stunde, die mich dem Irdischen entreißt, wohl mir! ich steh mit dir im Bunde, ein gnädig Urtheil hofft mein Geist. Dein bin ich, dein, und ewges Heil ist deiner Auserwähl ten Theil. 4. Reichst du den Kelch des Todes vielleicht ihm heute schon und rufft aus unsrer Mitte du ihn vor deinen Thron, dann steh ihm bei und führe ihn selbst durchs dunkle Thal, dann lindre ihm, Erbarmer, des Todes lepte Qual! Fürbitte für Kranke und mer. Alle Menschen müssen sterben Leidende. 656 ott ott der Tage, Gott der Näch te, unsre Seele harret dein, hofft auf deine starke Rechte, weiß, du kannst nicht ferne sein. Auch in stiller Nächte Stunden hat dich manches Herz gefunden, wenn es im Gebete sich sehnte, Herr, zu finden dich. 2. Vater, viele Men schen weinen, viele Kranken schmachten jetzt! Aber du verläsfest teinen, der auf dich Vertrauen segt; trod neft liebreich Rummerthrä nen und erfüllst der Deinen Sehnen, die um Ruh und Lindrung flehn und auf dich voll Hoffnung sehn. 3. Sende, Vater, Muth den Schwachen, Licht in je des trübe Herz! Allen, die bekümmert wachen, mildre freundlich ihren Schmerz. Laß die Wittwen, laß die Waisen deine Huld und Trene Mel. Befiehl du beine Wege 655 Bar armherziger, er höre der Liebe heißes Flehn! Laß, den wir innig lieben, bald deine Hülfe sehn! Er liegt und ringt und duldet, gequält von vielem Schmerz; wir sehn ihn an und weinen: wie blutet unser Herz! 2. Du pflanztest ja dem Menschen des Mitleids Triebe ein; wie solltest du nicht Helfer, du nicht Erbarmer sein? Wir würden gern ihn retten, doch ach, wir sind zu schwach. Thu, Vater, thu, was Keiner von uns für ihn vermag. 3. Sieh, deine Kinder flehen für diesen Kranken dich. Gieß Balsam in die Wunden und hilf ihm väterlich! O laß des Leidens Stunden bald, bald vorüber unter besonderen Umständen. 477 Treue preisen! Gib den schreckte nicht das Grab; Kranken sanfte Ruh! Ster- gestärkt durch deinen Geist, benden sprich Tröstung zu! sah ich getroft hinab. 4. O du treuer Menschenhüter! Nacht ist wie der Tag vor dir! Herr, allmächtiger Gebieter, dei nen Schuß erflehen wir! Allen, Allen, die jetzt leiden, öffne bald den Quell der Freuden, daß sie, frei von ihrer Pein, deiner Huld sich dankbar freun! 3. Almächtig stärktest du die halb erstorbnen Glieder; ich fand in neuer Kraft auch neue Freuden wieder; und, Herr, nun gibst du mich den Meinigen zurück! Dir dank ich, Gott, nur dir des neuen Lebens Glück! 4. Herr, durch mein Leben selbst will ich dir Dank beweisen, durch frommen Wandel dich an jedem Tage preisen und redlich meine Kraft dem Wohl der Menschen weihn, um ewig einst bei dir des Lebens werth zu sein. I 5. Jesus Christus, viele Nächte hast du für uns durch gewacht und dem menschlichen Geschlechte durch dein Wachen Ruh gebracht. Tröster, willst du deinen Kindern nicht durch Schlaf den Kummer lindern, o so lenke ihren Sinn hoffnungsvoll zum Himmel hin! Nach der Genesung. Mel. Nun banket Alle Gott 657 Mit welchem Dank kann dich, o Gott, mein Lied er heben? Nur deine Vaterhuld erhielt mir noch das Leben. Du standst mit deiner Kraft mir in der Schwachheit bei, und von Gefahr und Schmerz bin ich nun wieder frei. Vorbereitung auf den Tod und Trost für Sterbende. 658 Ball Mel. Mein Gott, das Herz ald leg ich Sorg und Schmerzen ab und diesen Prüfungsstand; die Erde nehme, was sie gab; ich ruh in Gottes Hand. 2. Ich geh den Weg zum ewgen Licht, er mag mir dunkel sein; des Todes Schlaf erschreckt mich nicht; ich geh zum Leben ein. 2. Dem Tode war ich nah; schon sah ich für mein Leben an meinem Lager, ach, Verwandte, Freunde beben; allein ich bebte nicht; mich zur Seligkeit. 3. Ich werde durch des Todes Nacht zum Himmel eingeweiht; die unerforschlich weise Macht führt mich Mel. 478 Gesinnung und Leben des Christen Mel. Wann mein Stündlein 659 ott, wann mein sterbend Auge bricht, mein letzter Hauch verschwindet, mein Leib erstarrt und selbst es nicht, daß er entschläft, empfin. det; wann um mich, den Eutschlummernden, nun alle meine Lieben stehn und angsvoll mich beweinen, 2. Dann, Vater, nimm ihn auf, den Geist, der freudig zu dir fliehet, der dankbar deine Güte preift, daß er den Tod nicht siehet: dann tröste, die betrübt um mich mit Thränen klagen, laß sie sich mehr meiner Wonne freuen! 3. Mein hingefallner Leib bleibt hier, ihn wird das Grab verschließen. Doch einst wird es verkläret mir ihn wiedergeben müssen. Du tommst, Erwecker! Deine Macht, die ihn aus Nichts hervorgebracht, kann neu ihn wieder bauen. 4. Wie könnt ich trauern, daß im Tod mein Leib zu Staub vermodert? Wie fönnt ich flagen, da ihn Gott vom Tode wieder fodert? D Hoffnung, daß nach kurzer Ruh mein Leib ersteht, wie groß bist du, und welch ein Trost im Tode! 5. Des Todes Schmerzen, Gott, will ich, wenn er nun kommt, nicht achten und mit getroftem Blid auf dich nach meinem Biele trachten und mich dem Ziele freudig nahn, mein himmlisch Kleinod zu empfahn, das Jesus mir er: worben. Mel. O Gott, du frommer Golt 660 Schon naht sich meines Laufs und meiner Leiden Ende. Gott, meines Lebens Herr, ich fall in deine Hände. Du bist, o Vater, nie mit deiner Hülfe fern, du rufft! Hier bin ich, Herr, dir fol gen will ich gern. 2. Preis dir, der seine Hand stets über mich ge breitet, dir, Gott, der bis aus Grab mich wunderbar geleitet! Wie oft vergaß mein Herz sein Heil und seine Pflicht; doch gingst du Heiliger, mit mir nicht ins Gericht. 3. Vernimm des Dankes Lied, das sterbend ich dir bringe! Ich bin viel zu ge ring, der Treu viel zu ge ringe und der Barmherzigs keit, die du an mir gethan. Frohlockend bet ich dich mit allen Engeln an. 4. Du Heil der ganzen Welt, erfülle mein Ver trauen und deine Herr lichkeit laß meine Seele schauen. Du bist die Lieb, o Gott, unter besonderen o Gott, und Gnade für und für; mein Geist wird selig sein; denn ihn empfehl ich dir. 5. Mit allen Heiligen von Herrlichkeit umgeben, unsterblich, Engeln gleich, werd ich dich schaun und leben. Noch einen kurzen Kampf, so krönt von deis nem Thron, Erbarmender, auch mich der Ueberwinder Lohn. Umständen. 479 3. Dann, dann wird nimmermehr ein Schmerz mich, den Vollendeten, verlegen; dann wirst du ewig dich, mein Herz, beglückt am Himmlischen ergößen. Ich eile über Welt und Zeit hin zu dem Siß der Seligkeit, zu der Verklärten Geister Chören; ich werde ihr Willkommen hören, und wen ich hier im Herrn gekannt, den finde ich im bessern Land. ins ewge Paradies der Freuden; dort, dort nur ist die wahre Ruh und Quelle aller Seligkeiten; dort ärndtet man der Tugend Lohn, und bei dem Vater hat der Sohn auch eine Stätte mir berei tet, wohin er gnadenvoll mich leitet. Es ist es, der nun meinen Geist auf ewig jeder Noth entreißt. In eigener Meloble. 661, lich große des heile meiner 4. O drum getrost, mein Geist! Osieh, in welche göttPilgerlebens Müh verwandelt wird nach diesem Letden! Ergib in kindlicher Geduld dich deines Vaters Lieb und Huld! Dein Je sus wird mit treuen Händen dich unaussprechlich schön vollenden, und ehe du dich wirst versehn, wirst du ver klärt dort oben stehn! Mel. Wer nur den lieben Gott 2. Hier lieg ich wie ges bunden da; dort werd ich J deine voll von Kraft und Leben, 662 faſe, Bater, dem göttlichen Befreier nah, froblockend weiter vorwärts streben, in Weisheit, Tugend, Heiligkeit, in edler Liebe Thätigkeit, befreit von Schwachheit und von Sünden, das Glück der Tugend ganz empfinden. Dort seh ich Jesu Herrlichkeit, und sie wird meine Seligkeit. und halte sie im Glauben fest; verlaß den nicht an seis nem Ende, der ewig sich auf dich verläßt! Du bist mein Gott von Tugend auf, hilf glücklich enden meinen Lauf! 2. Du hast nach deiner Vatergüte beständig wohl an mir gethan, erhör auch meine lette Bitte: nimm, Gott, 480 Gesinnung und Leben des Christen Gott, mich dort zu Ehren an! Ach, Vater, ach, noch Eins ift Noth, ein gutes End, ein selger Tod!" 3. Du hast mich je und je geliebet, versorgt, gestärkt, geschüßt, regiert, mich oft mel. Christus, der ist mein Leben erquidt, durch Leid geübet, 663 Bald ist sie nun oft wunderbar, stets wohi geführt; wohin ich ging, wohin ich sah, war mir stets deine Gûte nah. kurze Prüfungszeit, mein Erdenlauf geendet, es naht die Ewigkeit. 2. Ich bin bei meinem Ende getroft und hoffnungsvoll; sinkt doch in Gottes Hände mein Geist und ist ihm wohl. 4. Auch jetzt auf meinem Sterbebette sich meine Noth, o Vater, an! Erquicke, lindere, errette; denn du bists, der mir helfen kann. Stärt mich im Guten bis ans End, damit ich treu den Lauf vollend! nen und bleib ihr Gott zu aller Zeit! Behüte sie vor Ungemach und bringe mir fie selig nach! 7. Ich übergebe dir die Meinen, du Vater der Barmherzigkeit, laß ihnen stets dein Trostlicht schei3. Und manche gute Thate ten, Heil mir, daß ich sie that! stehn vor mir schön wie Saaten, die Gott gesegnet hat. 4. Sie reifen nun ent: gegen dem großen Aerndte: tag. Welch schöner, reicher Segen folgt mir im Tode nach! 5. Nun geh, mein Geißt, geh wieder zu Gott, von dem du bist! Seht, Schwestern, sehet, Brüder, so selig stirbt ein Chrift! 5. Mein Heiland treib die Furcht zurücke, besiege meinen letzten Feind! Lenk auch im Sterben meine Blicke auf deinen Tod, o Seelenfreund; sprich Muth mir, Trost und Freude zu, mach Ende, bringe mich zur Ruh! 6. Ihr eiteln Güter die ser Erden, ihr machet mir den Tod nicht schwer. Jeßt soll ich ewig selig werden; brum brauch ich euer nun nicht mehr. Du, Gott, bists, wann das Eitle weicht, der 664 Selig find, die Mel. Jesus, meine Zuversicht in mir Lebens dem Herrn, in ihrem Schöpfer sterben; denn es spricht der Geist des Herrn, daß sie ewge Ruhe erben, daß von nun an unter besonderen an alle sie ruhen von des Lebens Müh. 2. Göttlich Wort, wie labest du jeden Schwachen, jeden Müden! Wie so trö stend senkest du in mein Herz des Himmels Frieden; ich soll einst auch selig sein, ewig mich der Ruhe freun! 3. Nun so komme denn, In eigener Melodie. o Lod, wann du willst, 665 Chriftus, der ift zu Mich, mein Leben und Sterben mein Gewinn. Dem hab ich mich ergeben, in Frieden fahr ich hin. 2. Ich freue mich zu sterben; denn nach vollbrachtem Lauf soll ich den Himmel erben, mein Heiland nimmt mich auf. 3. Bald hab ich überwunden des Lebens Angst und Noth; nach wenig Prüfungsslunden leb ich bei dir, mein Gott! 4. Wann mir die Augen brechen, sei, Jesu, du mein Licht! Und kann ich nicht mehr sprechen, verwirf mein Seufzen nicht! 5. Wann Sinnen und Gedanken wie ein verlöschend Licht bald hier, bald dahin wanken, ach, dann verlaß mich nicht! 6. Es fliehe Furcht und Kummer, die Seele flärke sich, und, wie des Müden Schlummer, sanft sei mein Tod durch dich! 7. Herr Jesu, ich voll ende mich macht das Wort von Gott stark bei jedem deiner Schritte. Da der Herr sein Wort nicht bricht, schreckt mich auch dein Drohen nicht. 4. Schrecklich magst du Zweiflern sein; mir, ich weiß, an wen ich glaube, mir macht Sterben keine Bein, keinen Schmerz das Wort vom Staube. Staub bin ich und werde Staub, aber nicht des Moders Raub. 5. Aus dem Staube neu gebaut, ohne Schwachheit, ohne Mängel schwebt mein Leib empor und schaut nichts, als Selge, nichts, als Engel. Sterblichkeit, die hier gebeut, reicht nicht in die Ewigkeit. 6. Gönnet mir mein nahes Glück, weinet nicht, ihr meine Werthen! Nur noch einen Augenblick, dann, dann wohn ich bei Verklär ten. Fasset Muth, ich geh poran, ihr, ihr folgt auf dieser Bahn. CY Umständen. 481 7. Der du mir durch deinen Tod diese Hoffnung haft errungen, auch in met: ner Todesnoth, Jesu, sei dir Preis gesungen! Bald jauchz ich im Engelchor dir ein höhres Lied empor. X Gesinnung und Leben des Christen 482 ende im Glauben meinen Lauf, nimm mich in deine Hände, o Jesu, nimm mich auf! Mel. Wer nur den lieben Gott 666 Du, Herr und Vater mich erfreun! Tage, du weißt, daß ich, dein schwaches Kind, des Todes Reim in Gliedern trage, die irdisch und zers brechlich sind; drum gib, daß ich zu jeder Zeit zu meinem Tode sei bereit. 5. Hier allen Sünden abzusterben, zu leben der Ge rechtigkeit, um dort des Himmels Glück zu erben, dazu laß meine Sterblichfeit mir stets, mein Gott, vor Augen sein und deiner 2. Daß du hier meinem ersten Leben ein mir verborgnes Ziel bestimmt, und daß die Zeit, die mir gegeben, vielleicht gar bald ein Ende nimmt, bas flöße mir die Weisheit ein, stets auf mein Heil bedacht zu sein. 6. Willst du mich länger leben lassen, so laß es mir zum Heil geschehn; doch soll ich heute noch erblassen, so höre, Vater, auf mein Flehn: sei, wenn mein Herz im Tode bricht, mein Trost und meine Zuversicht! 7. Dir will ich gänzlich mich ergeben, dir, dessen Eigenthum ich bin; bist du, mein Heiland, nur mein Le ben, so bleibt felbft Sterben mein Gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dir sei dies mein Trost, so gnüget mir. 3. Hier hab ich lebenslang zu lernen, mein Herz Sünden abzuziehn, mich von der Weltluft su ent- 667 Hott' erschets Mel. Herr, wir singen beiner eil dir, Seele, fernen und um den Himmel zu bemühn. O mache mich dazu geschickt, eh mich der Tod der Welt entrückt. 4. Nicht auf der Erde, nein, nur droben bei dir, Gott, meiner Seele Theil, ist mir das Beste aufgehoben, dort ist für mich vollkommnes Heil. Wo Je sus ist, da sei mein Herz! Herr, lente selbst es him melwärts! net. Mein Auge hat bald ausgeweinet, der Himmel öffnet sich vor mir. Gottes Engel steigen nieder; bald werd ich nun, verklärte Brüder, an Gottes Throne stehn, wie ihr. Mein Les ben endet schon, bald ist es ganz entflohn; doch ein beßres, Gott, wartet mein, unsterblich sein soll ich, soll ewig sein mich freun. 2. Welt unter besonderen Umständen. 483 2. Welt und Sünde sind auf Erden, um selig dort bezwungen; bald ist der zu werden. hohe Lohn errungen, der nach dem Sieg den Strets ter frönt. Matt am schweren Pilgerstab sehnt ich mich oft nach Ruh im Grabe, wie sich nach Ruh 2. Herr, meine Seel entpfehl ich dir in deine Vaterhände. Sei gnädig, Gott, mein Vater, mir und mache sanft mein Ende! Du, der mich für den Himmel schuf, Ruf, ich will mit Ruh und Freuden von dieser Erde scheiden. der Wandrer sehnt. Heil ich höre deiner Stimme mir! Halleluja! ich bin dem Ziele nah! Von der Hülle der Sterblichkeit nun bald befreit, schwing ich mich über Welt und Zeit! 3. Gott, mein Heil und mein Vertrauen, du führst vom Glauben mich zum Der sterbende Jüngling. Schauen. Dank dir! mir 669 N Bilger dieſer Mel. Wann mein Stündlein lang ein ist der Tod Gewinn. Wer, wer winkt mir dort am Throne? Wer zeiget mir die Siegeskrone? Ich eile zu dem Throne hin. Wie wird mir! Wie entstellt finkt unter mir die Welt! Bald, bald seh ich von Angesicht zu Angesicht in deinem Lichte, Gott, das Licht. Zeit, schon reif zum bessern Leben, steh ich am Rand der Ewigkeit, von Hime melsglanz umgeben; bald geht der freie Geist hervor aus seiner Hütte, steigt empor, empor zum Siß der Wonne. 2. O Heil mir! Heil mir, daß ich nie die edle Zeit der Jugend den eiteln Lüften, daß ich sie nur dir geweiht, o Tugend, und ott, öffne dei- eingebenk der Rechenschaft Mel. Ermuntre dich, mein 668 nen Himmel mir! Bald nahn die letzten Stunden; bald steigt mein Geist empor zu dir; bald hab ich überwunden; bald fröstet mich nach Schmerz und Leid des höhern Lebens Herrlichkeit. Ich sterbe hier der straft, rein und unschuldig lebte. 3. Nicht fenes Lebens Vorgefühl könnt mich nunmehr erquicken, mit Schaus dern säh ich nun das Ziel des Lebens näher rücken; € 2 Dor 484 Gesinnung und Leben des Christen vor mir fäh ich den Rich terthron, an dem zum wohl verdienten Lohn Verdammung mich durchbebte. 4. Jetzt kann ich freudig zu dem Thron des Weltenrichters treten; denn Jesus Christus Gottes Sohn, wird mich vor ihm vertreten. Ihm war mein Da sein hier geweiht, und er hat meine Šeligkeit mir hier und dort erworben. 5. D Trost in meiner leßten Noth, daß ich an Jesum glaube! Willkommen ist mir nun der Tod: er hebt mich aus dem Staube; führt mich zur Ewigkeit empor, wo in der Auserwählten Chor mir neues Leben blühet. Das sterbende Kind. nicht ganz euch rauben, da Gott mich einst euch wiedergibt. Dank sei dir, Vater, dargebracht für deine Sorg falt: Gute Nacht! damit ich ewig leben kann, daß ich nicht in der Welt verderbe, schließt sich mein Lauf, der kaum begann. Ich werd in meiner Früh. lingszeit als Himmelspflanze Gott geweiht. 2. An meiner Gruft stärkt euern Glauber, ihr Meltern, die ihr mich ge liebt! Der Tod kann mich 3. Nach langem Schmerz und kurzen Freuden reißt mich der Tod aus viel Ge fahr, doch ach, was fühlt das Herz für Leiden, darunter ich gebildet war! Dir sei der treuste Dank ge bracht, getreue Mutter: Gute Nacht! 5. Gleich Frühlingsblus men wird mein Leben beim Aufblühn schon des Todes Raub; dieß kann dir, Mensch, die Lehre geben, Mel. Wer nur den lieben Gott 670 ich nur ch sterbe schon, und Staub. Bei meinem Grabe lenk den Sinn vom Irdischen zum Ewgen hin! dern Meinen, die ihr mir 4. Beruhigt euch, ihr an dern Meinen, die ihr mir durch das Blut verwandt; trostlos weinen, der Geist ihr dürft um mich nicht ist ja in Gottes Hand; der Leib verwest zu schönrer Pracht, wir sehn uns wies der: Gute Nacht! 6. Jch sterbe schon; lernt alle sterben! Vielleicht ist euer Grab nicht weit. Sind eure Kinder auch bald Erben, wie ich, der Himmels herrlichkeit, so denkt: fie gehn uns nur voran, wir treffen sie dort wieder an. Für unter besonderen Umständen. 485 Fürbitte für Sterbende. und befreit von Sünd und Schuld ruhig und gelassen sterbe und das Glück des Mel. Freu bich sehr o meine S. 671 Unter manchen Himmels erbe! bangen zen ist er schon dem Mel. Dein sind wir, Gott Tode nah. Er, so theuer 672 Du woulterhö ren, Gott, sein Flehen, nicht ins Gerichte mit ihm gehen, der jego deiner Ewigkeit sich naht, befreit nun bald von dieser Eitelkeit! 2. Des Lebens und des Todes Herr! Nun ist für ihn die Zeit nicht mehr. Du hast gezählt des Hauptes Haar, sein Todesjahr bestimmt, als keine Zeit noch war. 3. Erfüllt ist seiner Leis den Bahl, er leidet jest zum leztenmal. Ach, sei in seiner Todesnoth sein Freund und Gott; ein Schlummer sei für ihn der Tod. 4. Vollende, Vater, seinen Lauf, nimm ihn zu deinem Frieden auf. Berlaß ihn, wenn sein Herz nun bricht, verlaß ihn nicht, Herr, Herr, mit deinem Gnadenlicht! hülflos liegt er da, ist sich seiner nicht bewußt, röchelnd athmet feine Brust, ohne Kraft, sich auszudrücken, spricht er blos in starren Blicken. 2. Bald, ach, bald ent. flieht sein Leben; hin, hin ist der Jahre Zahl, die du ihm, o Gott, gegeben, hin auch seiner Schmerzen Qual; er wird nun der Welt entrückt; jede Last, die ihn gedrückt, seines Jammers bange Stunden sind bald durch den Tod verschwunden. 3. Nimm, da er uns nicht verstehen und zu dir nicht beten kann, seines Herzens stummes Flehen, seiner Lip: pen Seufzer an; gib ihm Muth und Zuversicht und durch deiner Lehren Licht auf des Todes dunkelm Pfade das Gefühl von deiner Gnade! 4. Daß er vor dem Tod nicht bebe, frei den Blick hin auf die Gruft, froh den Geist zu dir erhebe, der den Staub ins Leben ruft, daß er sicher deiner Huld 5. Erleichtre ihm den leßten Schmerz! Von dir erquicket, ruh sein Herz. Durch Jesu Todesschweiß und Blut, das ihm zu gut er einst vergoß, stärk ihm den Muth! X3 6. In 486 Gesinnung und Leben des Christen 6. In ihm vermehre seine Amen! Entschlaf in jenem Ruh, sein armes Herz er- großen Namen, vor dem quide du! Geift Gottes, laß sich Erd und Himmel beugt! ihn mit Vertraun, auf Je- Deine Laufbahn hat ein sum schaun und so entgehn Ende! Dein Vater nimmt des Todes Graun! in seine Hände die Seele, die der Erd entfleucht. Heil dir, erlöster Geist, der bald am Thron ihn preist! Je sus Christus hat dich versöhnt, von ihm gekrönt, em pfängst du nun des Glaus bens Lohn. 7. Mach ihn getrost, o Geist des Herrn! Zeig ihm den Gnadenlohn von fern; laß ihn den Himmel offen sehn und Jesum stehn, bereit, ihn gnädig zu er höhn! 8. Ach, Gnade, Gnad ergeh für Recht! Denn von dem menschlichen Geschlecht ist selbst der Heiligste nicht rein! Wer kann wohl dein, Gott, ohne deine Huld sich freun? 9. Sei, Richter, ihm nicht fürchterlich! Erbarme seiner Seele dich! Auch aus der Tiefe rufet sie: erhöre fie, erlöse, Gott, erlöse sie! 10. Behüte ihn in seis nem Tod; ihn segne, segne, fegne Gott! Wann nun sein Auge sterbend bricht, leit ihn zum Licht, tröst ihn vor deinem Angesicht! 3. Nimm von uns den letzten Segen! 3war finkt dein Leib dem Grab entge gen, doch deine Seele zittre nicht! Irdisch werden wir dich säen; doch himmlisch wirst du auferstehen und Einsegnung eines Ster schauen deines Gottes Licht! benden. Geh ein zu deiner Ruh! Du gehst dem Vater zu, der dich geliebet. O Tod ter, du, nach kurzer Ruh gesegnet wirst du zum Leben aufs Amen! erstehn. Der Mel. Herr, wir singen 2. Welcher Glanz wird dich umfangen, ist nun der Tag dir aufgegangen, des Lebens Tag nach Todesnacht! Sei gesegnet, Amen! Amen! Ruh sanft in Jesu Christi Namen! Für dich auch ward sein Werk volls bracht. Sie trugen ihn ins Grab von Golgatha herab, Gottes Opfer! Er überwand, der Herr erstand, und der Erstandne nimmt dich auf! et 673 Se unter besonderen Umständen. 487 Der Tod des Frommen. zum Vater seine Hände, um dankend sich zu freun: Preis dir, Herr! Ich befehle dir, Vater, meine Seele! Er sprichts und schlummert lächelnd ein. Mel. In allen meinen Thaten 674 Wie Zie sanft sehn wir den Frommen, wie frei, wie unbeklommen sich seinem Ziele nahn! Wo Erdenglück und Leiden von ihm auf immer scheiden, wird ihm der Himmel aufgethan. 2. Er sieht sein Pilgers leben gleich einem Traum verschweben, steht ohne Reu am Ziel. Es blühen seine Saaten, schon lohnt für seine Thaten ihm Ruh und reines Selbstgefühl. Beim Tode guter Neltern. Mel. Auf schicke dich 3. Von keiner Angst bes 675 Gott, welch ein troffen, sieht er sein Grab nun offen, er geht und fürch. tet nichts. Ein Strahl der ewgen Gnade schwebt auf dem dunkeln Pfade ihm vor: nah ist das Reich des Lichts. Schmerz trifft unser Herz! Wie groß und hart ist dieses unser Leiden! Was sehen wir? Den Vas ter( die Mutter) hier so frühe schon aus unsrer Mitte scheiden. 2. Gott, welch Geschick! Ach, einen Blick warf er ( sie) noch selbst auf unsern bangen Kummer. Doch ach, er( sie) neigt das Haupt, erbleicht und sinkt dahin, dahin in Todesschlummer. 4. Auf seinem Angesichte ruht schon vom Himmels: lichte ein sanfter Wiederschein. Oft spricht aus seis nen Blicken ein seliges Ent: zücken, ihn Laden Boten Gottes ein. 5. Er segnet froh die Seinen, die um sein Lager weinen, ermahnt und tröstet sie; und seiner Treue wegen erfüllt Gott diesen Segen, versäumet und verläßt sie nie. 6. Er faltet noch am Ende 7. D laßt, wie er, uns leben und nach dem Sinn uns streben, der uns dieß Glück erwirbt, damit auch wir als Erben der Seligkeit einst sterben, wie der bewährte Fromme stirbt. 3. O Freunde, habt ihr Thränen; labt damit als Troft die kummervollen Her zen. O weint für sie, die Waisen, die nun fast vergehn in ihren tiefen Schmerzen. 4. Ach, Sorg und Müh war spät und früh für uns sein X4 488 Gesinnung und Leben des Christen sein ftetes eifrigstes Ge schäfte; uns zu erziehn nach Gottes Sinn, dem weihte er mit Wonne Zeit und Kräfte. 5. Wie manche Nacht ward durchgewacht, zu pfle gen uns in Krankheit und in Leiden, die wir doch nicht allzeit nach Pflicht ganz 676 Fuel reiften fie, Mel. Der unsre Menschheit ür Himwillig ihm dankbare Herzen weihten! 6. Wer wird uns, Gott, in unsrer Noth erquicken nun und helfen, schüßen, trösten? Du kannst allein nun Helfer sein, du bist ja stets Erbarmer der Erlöften. ach, meinem Wunsch nach viel zu früh, doch, Herr, nach deinem Willen! Wie blutet mein verwundet Herz! Wie kämpf ich wider mei nen Schmerz! Was find ich, ihn zu stillen? Zwar für den Himmel reiften sie, doch meinem Wunsch nach viel zu früh! 7. Du nenneft dich selbst väterlich den treuen Gott verlaßner, armer Waisen; so mildre doch, Herr, uns ser Joch, wie du uns selbst so gnädig haft verheißen. 8. Sei unser Licht, särk uns zur Pflicht, zur Tugend uns auf allen unsern Wegen! Uns folge, Gott, bis in den Tod, wenn fromm wir sind, des besten Vaters Segen! 9. Wir schauen hin mit Kindessinn auf seinen Tod, auf seines Glaubens Ende! Wir folgen nach; doch wir sind schwach, o reich uns gnädig deine Vaterhände! 10. Gib, Herr, daß wir im Glauben hier treu und fest den Pfad der Tugend gehen, damit wir einst, wann du erscheint, im bes sern Land die Aeltern wie dersehen! Beim Tode Hoffnungsvoller Kinder. 2. Ach, meine Kinder sind nicht mehr! Mein armes Herz ist hoffnungsleer und freudenleer mein Leben! J jah sie wie den Frühling blühn; dir, dir hofft ich sie zu erziehn, Gott, der sie mir gegeben! Mein Alter sollten sie erfreun und Trost mir noch im Tode sein. 3. Da, Ewger, sprachst du: gib sie mir! Ich selbst, ich selbst erzieh sie dir, ich will sie hoch erhöhen. Sie werden nicht dein Alter freun, nicht Trost dir noch im Tode sein, du sollst fie sterben sehen. Dein Wille, Herr, mein Gott, geschah, ich war es, der sie sterben jah. 4. Herr unter besonderen Umständen. 489 4. Herr, ich verehre dein fireben. Ach, meine HoffGebot, nur laß mich met ner Kinder Tod, ach, laß mich ihn beweinen! Du, der du Aller Vater bist, du weißt, wie schwer mein Herz mir ist! Wie könnt ich froh erscheinen! Verzeih Gefühlen der Natur! Nicht mur. ren, weinen will ich nur. 5. Auch meine Thränen preisen dich! Sie sind die Beugen, Gott, daß ich die liebte, die du liebest und nun im Lichte deines Throns, in der Gemeinschaft deines Sohns in höhrer Tugend übest. Herr, meine Seuf. zer danken dir: du, du vertrautest sie nur mir. ich 6. Mit Thränen preis ich dich auch einst, wann du zum Weltgericht erscheinst, doch dann mit Freuden: thränen. Dann werd meine Kinder sehn, mit ih nen dankend vor dir stehn, mich nicht mehr troftlos sehnen. Dann werd ich froh bei ihnen sein und ewig mich mit ihnen freun. Mel. Der unsre Menschheit 8 677 S ist nicht mehr, für mich nicht mehr mein theures Kind! Wie freudenleer ist nun mein Erbenleben! Wie eine Rose sah ichs blühn; und weis und fromm es zu erziehn, war immer mein Benung sant ins Grab und alle Lust mit ihr hinab. 2. Gott, wie verwundet ist mein Herz, der Morgen findet mich voll Schmerz, die Nacht in heißen Zähren. Doch wider dich, Herr, flag ich nicht, nein, heilig ist mir fiets die Pflicht, dich auch im Schmerz verehren. Auch weinend will ich dankbar sein, du gabst, du nahmst, es war ja dein. 3. Wohl ihm! In Unschuld brach sein Herz; ges sichert nun vor Noth und Schmerz, genießt es höhre Freuden. Vielleicht war es zu schwach zum Streit mit Sünde, Welt und Eitelkeit, zu schwach für schwere Letden. Gerettet ists in deiner Hand, ging mir voran ins Vaterland. Beim Tode eines guten Ehegatten oder eines Freundes. Mel. Kommt her zu mir 6782, hier nicht fern von mir! Du bist nicht mehr auf Erden hier, o theure, gute Seele! Dich sucht umsonst mein trüber Blick, du kehrst nicht mehr zu mir zurück, was auch mit dir mir fehle. X 5 2. Der Gesinnung und Leben des Christen 490 2. Der Freundschaft Labsal ist dahin, dein Trost, wann ich verlassen bin, dein Mitleid, wann ich leide. Es fehlt mir deine treue Hand auf meinem Pfad zum bessern Land und mit ihr alle Freude! 3. Doch sei mein Schmerz auch noch so groß, du rus hest nun in Gottes Schooß, vor Gott will ich mich beugen. Du lebst, geliebte Seele, noch, erlöst von deines Leidens Joch. Ge duldig will ich schweigen. 4. Das Jrdische nur deckt das Grab; Gott nahm dir deine Schmerzen ab und jede Last der Leiden. Emporges hoben ist der Geist zu Gott, der Aller Vater heißt, zu seines Heilands Freuden. 5. O Trost, o hoher Trost für mich! Mein banges Herz, die erheitre dich und stille deine so treu mir war, vereint sich mit der Engel Schaar. Wie könnt ich heidnisch zagen! 6. Swar hört, wenn einst mein Auge bricht, mein Ohr von dir, o Theurer( Theure), nicht Gebet und Trost und Segen; doch wenn durch Gottes Kraft mein Geist sich auch dereinst dem Staub entreißt, so eilst du mir entgegen. 7. Du Seliger( Selige) wirst vor mir stehn; ich werde dich vollkommen sehn; o freudenvolle Stunde! Ich eil dir dann voll Wonne zu, unsterblich ich, unsterb: lich du, zum neuen Freunds schaftsbunde. 8. Dann schau und bet ich an mit dir; Ein Herz und Seele singen wir von weggeweinten Leiden und von der Zugend hohem Lohn und preisen Gott und seinen Sohn für unsre selgen Freuden. 9. Gedanke der Unsterb lichkeit! erheitre jede Duntelheit und stärk mich, wann ich wante; veredle jede Lei denschaft, erfülle mich mit Muth und Kraft, du himm, lischer Gedanke! Bei Begräbnissen. Mel. Nun laßt uns den Leib 679 Wir gehn ans Grab und wissens doch: dein Geist, Entschlafner, lebet noch, von Schmerz und Erdennoth befreit, im Lande der Unsterblichkeit. 2. Rub sanft! Dein Auge schloß sich zu, und nun umgibt dich süße Ruh. Dein Gott hat wohl an dir gethan, nun rührt dich keine Qual mehr an. 3. Du gingst voran, wir folgen dir. Auch deine Freunde wallen hier auf ihrer unter besonderen ihrer Pilgerbahn hinab zur Abendruh ins stille Grab. 4. Du wirst uns unvers geßlich sein; dein Herz war liebreich, fromm und rein, mit List und Falschheit uns bekannt; nun ruhts in Gots tes Vaterhand. 5. Gott, nun blickt bei sanftem Schmerz auch unser Glaube himmelwärts, wo Jesus Christus, unser Hirt, all unsre Thränen trocknen wird. 6. Du, der einst den entschlafnen Freund, wie wir den unsrigen, beweint, sei, Jefus, unsre Zuversicht, wann unser Herz im Tode bricht! In voriger Meloble. 680 Nun un bringen wir den Leib zur Ruh und decken ihn mit Erde zu, den Leib, der nach des Schöpfers Schluß zu Staub und Erde werden muß. 2. Er bleibt nicht immer Asch und Staub, nicht immer der Verwesung Raub; er wird, wann Christus einst erscheint, mit seiner Seele neu vereint. 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist, lern hier, was unser Leben ist! Nach Sorg und Furcht, nach mancher Noth und Arbeit kommt zuletzt der Tod. Umständen. 491 4. Schnell schwindet unfre Lebenszeit; aufs Sterben folgt die Ewigkeit; wie wir die Zeit hier angewandt, so folgt der Lohn aus Gottes Hand. 5. So währen Reichthum Ehr und Glück, wie wir selbst, einen Augenblick; so währt auch Leid und Traurigkeit, wie unser Leben, kurze Zeit. 6. Ofichrer Mensch, be sinne dich! Tod, Grab und Richter nahen sich; in Allem, was du denkst und thust, bedenke, daß du sterben mußt! 7. Hier, wo wir bei den Gräbern stehn, soll jeder zu dem Vater flehn: mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut! 8. Laßt alle Sünden uns bereun, vor unserm Gott uns kindlich scheun! Wir sind hier immer in Gefahr; nehm jeder seine Seele wahr. 9. Wann unser Lauf vollendet ist, so sei uns nah, Herr Jesu Christ. Mach uns das Sterben zum Ges winn, sieh unsre Seelen zu dir hin. 10. Und wann du einst, bu Lebensfürst, die Gräver mächtig öffnen wirst, so laß uns fröhlich aufers stehn und dann dein Antlig ewig sehn! Mel. Gesinnung und Leben des Christen 492 Mel. Nun laßt uns den Leib Mel. Jesus, meine Zuversicht 681 Begrabt den Leib 682 Senkt den Leichin seine Gruft, bis ihn des Richters Stimme ruft! Wir säen ihn: einst blüht er auf und steigt verklärt zu Gott hinauf! nám, senkt ihn ein, ehret noch bes Geistes Hülle, ruh, serfal lendes Gebein, in des Tod tenackers Stille! Was da lebet, folget dir, wie du ruhest, ruhn einst wir. 2. Was du, Todter, tha: test, bleibt wohlbewahrt von Gottes Güte; so das Sa menkorn, es treibt aus dem Boden Laub und Blüthe. Grüß erfreut den neuen Tag; was du wirkteft, folgt dir nach. 3. Die wir hier am Grabe stehn, sinken all ins Grab einst nieder. Laßt an unser Werk uns gehn, weis und redlich wirken, Brüder! Ach wer weiß den Todestag? Was wir thaten, folgt uns nach. 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr, er war schon Staub und wirds nun mehr. Er schläft, er ruht und einst erwacht er wieder aus des Todes Nacht. 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie aus aller ihrer Noth, aus aller ihrer Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Hier hat ihn Trübsal oft gedrückt; nun wird er dort von Gott erquickt. Hier trug er Jesu sanftes Joch, entschlief im Tod und lebt doch noch. 5. Gott blieb er treu bis an sein Grab, nun wischt Gott seine Thränen ab. Mel. Nun laßt uns den Leib Was sind die Leiden dieser( Die Versammlung.) Zeit, Gott, gegen deine Herrlichkeit! 6. Nun, bu Erlöster, 683 Sentt nun den schlaf in Ruh! Wir gehen unsern Hütten zu und machen zu der Ewigkeit durch Glaub und Tugend uns bereit. Leib in seine Gruft und preisfet Gott, der uns auch ruft! Hier sind wir Saat, einst blühn wir auf, zum bessern Le ben blühn wir auf. 7. Ach, Jesu Chrift, dein Mittlertod stärt uns in unsrer letzten Noth! Laß unsre ganze Seele dein und selig unser Ende sein. ( Der Chor.) 2. Grabt mein verwes liches Gebein, o ihr, noch Sterbliche, nur ein! G bleibt unter besonderen Umständen. 493 bleibt, es bleibt im Grabe uns Unsterblichkeit. Wenn nicht, denn Jesus kommt wir uns hier der Tugend und hält Gericht, weihn, kann uns der Tod nicht schrecklich sein. 3.( Vers.) Des Frommen Seele trifft dort nicht des Lasterhaften Strafgericht. Sie, felig auch im Tode schon, empfängt der Ausers 4.( Chor.) Gott ist allgütig und vereint dereinst mit sich den Tugendfreund, ihn führet er zum höhern Licht. Drum, Christen, bebt am Grabe nicht. 5.( Verf.) Auch Jesus litt hier Angst und Qual und ging durchs finstre Todesthal. Auch du gingst deinem Retter nach, auch dir glänzt nun der Freudentag! 6.( Chor.) Oft hat bei euch mich Gott erquickt; doch hat auch Trübsal mich ge drückt. Im finstern Thale wandelt ich, doch führte Gottes Rechte mich. 7.( Vers.) Vollendeter, genieße du nun ungestört die stille Ruh! Einst gehn auch wir, o Herr, der Zeit, durch Grab und Tod zur Ewigkeit. 8.( Chor.) Heil uns, wenn euch, die ihr jest weint, mit mir einst wieder Gott vereint! Dann werden wir uns ewig freun, dann ewig, ewig selig sein. 9.( Vers.) Nach dieser turzen Lebenszeit erwartet Mel. Echwing dich auf 684 Raßt dem Tode seinen Raub, Würmern ihre Habe! See. len werden nicht zu Staub, schlummern nicht im Grabe. Senkt auch diesen Leichnam ein! Laßt ihn niederrollen, uns ihn segnen und uns freun, daß wir leben sollen! 2. Seht, da liegt der Todte nun in geweihter Stille. Freunde, laßt den Theuren ruhn! Es ist Got tes Wille. Weinet nicht; er hat nun schon, was wir einst ersehnen. Ihn erweckt kein Klageton; trocknet eure Thränen! 3. Stimmet an das hohe Lied von der Auferstehung! Wißt, als Jesus Chrift verschied, folgte bald Erhö hung. Fromme ruhn in seis ner Hand, ruhn in fanftem Frieden. Er, der starb und auferstand, hat ihr Heil entschieden. 4. Nerndtefeld! Hier ruhen sie, Christen, unsre Brüder, tämpften, aber kämpfen nie nun auf Erden wieder. Heil dem Guten, der Eier fand fanfte Rub der Müden! Für das beßre Va X7 Gesinnung und Leben des Christen 494 Vaterland schlummre er hies nieden! 5. Saaten der Unsterbs lichkeit! Heilige Gebeine! Bald verrinnt auch unsre Zeit, ruft der Tod: er scheine! Ruft er dann, wir sind bereit. Wer des Lebens Gabe nüßet für die Ewigkeit, zittert nicht am Grabe. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 685 Ruhet wohl, ihr Todtenbeine, in der stillen Einsamkeit; ruhet, bis der Herr erscheine einst am Ende dieser Zeit, euch, die Nacht und Grä ber decken, durch der Allmacht Ruf zu wecken. 2. Nur getrost, ihr werdet leben! Der das Leben selber ist, wird euch neues Leben geben! Er gelobts, er, Jesus Christ; die in seinem Namen sterben, sollen nimmermehr verderben. 3. Und wie sollt im Grabe bleiben, der ein Tempel Gottes war, den der Herr ließ einverleiben seiner aus erwählten Schaar, die er selbst durch Blut und Sterben hat erkauft zu Himmelserben? 4. Nein, die kann der Tod nicht halten, die des Herren Glieder find. Laßt den Leib im Tod erkalten, laßt, weil wir von Erde sind, in der Gruft ihn immer modern! Gott wird ihn zurücke fodern. 5. Jesus wird, wie er erstanden, auch die Seinen einst mit Macht führen aus des Todes Banden, führen aus des Grabes Nacht zu dem ewgen Himmelsfrieden, den er seinem Volk beschieden. 6. Ruhet wohl, ihr Tod tenbeine, ungestört in eurer Gruft: ruhet, bis der Tag erscheine, da des Richters Stimm euch ruft. Nach des Lebens kurzen Leiden geht ihr ein zu ewgen Freuden. Vel. Nun laßt uns den Leib 686 So gib denn, fromme Chri stenschaar, der Erde das, was Erde war; sie beut dem Müden Ruhe hier in ihrem Schooß, sowie einst dir. 2. O Ruhe, Wunsch des Leidenden, du letter Trost des Weinenden, wo alle Roth vergessen ist, wo keine Thräne weiter fließt! 3. Hier endet sich der Feinde Truß: Hier findet der Bedrängte Schuß, hier wird in süßem Schlaf er quickt, den manche schwere Laft gebrückt. 4. Hier unter besonderen Umständen. 4. Hier weicht die Hos heit mit dem Glück; es bleibt der bloße Mensch zurück. Ein enger Sarg, ein Leis chenkleid sind nun die ganze Herrlichkeit. 5. Hier hört der Kampf des Christen auf; vollendet ist der schwere Lauf; der Christ eilt in sein Vaterland zur Wonne, die er hier nicht fand. 6. Erinnre uns zu aller Zeit, o Gott, an Tod und Ewigkeit, damit wir ihren Wink verstehn und freudig ihr entgegengehn! 3. Sei ihm ein Ruhebette, nachtvolle Grabes stätte, und deck ihn kühlend zu! Er schlafe hier in Fries den den sanften Schlaf der Müden, hier find er die erseufzte Ruh! Mel. So schlummerft du 4. Sowie in heilgen Hai 687 Noch stehen wir, nen naht sich hier den Geo Gott, vor dir an dieses Grabes Rande; noch erhält uns deine Macht hier im niedern Lande. beinen nicht Frost, nicht Sonnengluth. Ihr Stürme, braust gelinde und wehet sanft, ihr Winde, wo eines Christen Asche ruht! 5. Senkt dann den Leichnam nieder zum Staube seiner Brüder, die längst die Erde deckt. Im Grab ist sanfter Schlummer, ihn stört kein Erdenkummer. Gott ist es, der ihn einst erweckt. 6. Zum Leben ohne Sor gen weckt ihn der frohe Morgen, wo eine Welt erwacht. Heil diesem todten Staube, so singt der Christenglaube, auch er erwacht, auch er erwacht! 2. Wer weiß, wie bald dein Ruf erschallt: Hinweg vom Erdenpfade! Sei uns dann nicht fürchterlich, nimm uns auf mit Gnade, 3. D gib uns Kraft, ge wissenhaft zu leben und zu leiden! Führ uns alle durch den Tod zu des Himmels Freuden! 495 Wir singen auf vom Staube, uns stärkt der Christenglaube, daß Gott uns einst zum Leben ruft. 2. Fließt nur, ihr Thränen, fließet! Ein Sterblicher beschließet des Lebens turzen Lauf. Nimm, mütterliche Erde, dein Kind frei von Beschwerde in deine milden Arme auf. Mel. In allen meinen Thaten 688 Dª a stehen wir bie Deinen, Unendlicher, und weinen ein Grablied an der Gruft. 7. Schaut, schauet auf, Be Gesinnung und Leben des Christen 496 trübte! Dort wandelt der Mel. Seelenbräutigam Geliebte im hohen Himmels 691 Still erheben wir zu dir. Herr, wie könnten wir mit Grauen nun ins Grab hernieder schauen? Hoffnung sendest du uns vom Himmel zu. Mel. Gott des Himmels und der 2. Du bists, der uns liebt, 689 Ruhig ist des To wenn er nimmt und gibt. des Schlummer und der Schooß der Erde fühl, da stört unsre Ruh tein Kummer, nicht der Lei denschaften Spiel. Unsre Sorgen, groß und klein, schlummern alle mit uns ein. Ja selbst, was wir hier be weinen, wird einst freuden: reich erscheinen, wenn auch uns zur Gruft deine Stim me ruft. Freude und wehret euerm Leide und wischt die Thränen vom Gesicht! 3. Gott, wir zagen nicht. Du gibst Trost und Licht und du willst zum bessern Leben auch durch Leiden uns erheben. Bis zum Tode sei unser Herz dir tren! 2. Ueber unsern Hügel schwinget die Vergessenheit den Stab, und der Schmähe sucht Stimme dringet nicht ins dunkle stille Grab. Feh ler, die uns hier besiegt, werden dann nicht mehr gerügt. 3. Unsre Seufzer, unfre Thränen werden ewig dann mel. Chriftus, der ist mein Leben gestilt; unsre Wünsche, un 692 Verzeih der ties ser Sehnen, Alles, Ales wird erfüllt. Herzen, die sonst heiß gewallt, liegen ruhig dann und kalt. fen Trauer, die unser Herz erfüllt. Wir fehn mit bangem Schauer des Todes Schreckensbild. 4. Läg auch meines, von den Sorgen dieses Lebens unempört, in der Erde Schooß verborgen, wo nichts seinen Frieden stört! Küh les Grab, o wannn nimmst du mich in deine stille Ruh? Anm. Nr. 690 ist ausgefallen. Bei Beerdigung eines Verunglückten. 2. Was ist des Menschen Leben! Was ist des Men schen Kraft! Wie schnell, von Angst umgeben, wird er dahingerafft! 3. Gesund und muthig schreitet er durch die Welt einher. Ein Unglück wird be: unter besonderen bereitet, und ach, er ist nicht mehr. 4. Wer zählet die Gefahren, die uns auf Erden drohn? Willst du uns nicht bewähren, so stürzen sie uns schon. 5. Auf allen unsern We- Am Grabe Frühverstorgen umhüllt uns Dunkelstorbener. heit, und oft ist Noth zugeUmständen. 497 12. Da schwinden dann die Schrecken auf ewig von uns hin. Da sehen wir und schmecken: der Tod war nur Gewinn. gen, wo unser Herz sich freut. 6. Doch Alles, was ge= 693 3 wirst du von ur frühen Gruft schiehet, erfolgt auf dein Gebot. Du willst: der Tod entfliehet. Du willst: her tommt der Tod. uns begleitet! So will es Gott, der dir dein Loos bereitet und nun dich von uns zu sich ruft. 7. Ach, dieß nur macht uns stille: wir sind in deiner Hand, und gnädig ist dein Wille, allweise dein Verstand. 2. Er nahm dich auf zum Kinde seiner Gnade; er führte dich auf seines Sohnes Pfade und lenkte deines Lebens Lauf. 3. D kurze Bahn! Kaum kennst du Welt und Freu den, so heißt dich Gott schon wieder von uns scheiden. Was Gott thut, das ist wohlgethan! 4. Du bist beglückt. Ent: ronnen den Gefahren, trifft nun dich nicht, was oft in frühen Jahren dem Christen schon sein Ziel verrückt. 8. Wo wir oft ängstlich zagen, erhöhst du unser Glück und lenkst bon trübern Tagen uns wunderbar zurück. 9. Auch wenn des Todes Grauen uns plößlich niederreißt, darf unser Geist dir trauen. Du liebest un sern Geist. 10. Er kann und wird nicht sterben, er eilet nur hervor, entreißt sich dem Verderben und schwebt zu dir empor. 11. O lehr uns wachen, beten und stets besonnen sein, daß, wenn wir vor dich treten, wir deines Heils uns freun. In eigener Melodie. 5. Jn steter Ruh, in un gestörtem Frieden wohnt nun dein Geist, und tröstend sieht hienieden Gott deiner Aeltern Thränen zu. 6. Klagt nicht so sehr bei eures Kindes Bahre! E3 ging zu Gott im Frühling seiner 498 seiner Jahre, und dieser Gott ist unser Herr. 7. Es war sein Pfand, er hat es euch geliehen. O gebts ihm gern. Laßt eu ern Liebling ziehen! Er zieht ja in sein Vaterland. Gesinnung und Leben des Christen 5. Wandeln nicht in ho hen Freuden unsre Lieben dort am Thron? Sollten wir sie nicht beneiden um den früh errungnen Lohn? Du wirst uns im bessern Leben die Verlornen wieder. geben! Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 6. Vater, deines Trostes 694 Wenn der Stifter Quelle trocknet auch am der Geschlech. ter unsre Lieben zu sich ruft; wenn die Söhne, wenn die Töchter sinken in die frühe Gruft, ach, dann fühlen unfre Herzen unaussprechlich tiefe Schmerzen. Grabe nicht. Selbst des Todes Nacht wird helle durch des Glaubens mildes Licht. Alles, was wir hier beweinen, wird uns dort als Glück erscheinen. 2. Wenn der Säugling, kaum geboren, gleich der Mel. Alles ist an deinem Gegen Blume schnell verblüht, und 695 Erdentöchter, Gr die Mutter nun seid nicht stolz auf Reiz und Schöne, troket nicht auf eure Kraft! Eures Mun des Hauch verflieget, eures Lebens Quell versiechet, und des Starken Arm erschlafft. 2. Doch, ihr Christen, seid nicht traurig, wenn so früh, so dumpf, so schaurig euch die Sterbeglocke ruft; edler, kräftiger, verklärter, liebevoller, liebenswerther überfliegt der Geist die Gruft. 3. D was ist des Grabes Höhle! Eine tugendhafte Šeele fürchtet nicht, hinab zusehn. Ueber Grab und Grabestrümmer wird der Geist im Sonnenschimmer himm ihre ganze Hoffnung sieht; ach, dann will ihr Herz verzagen, dieser Trennung Schmerz zu tragen. 3. Wenn der Tod im edeln Sohne seine Lust dem Vater raubt; wenn des Hauses Stüß und Krone sintet mit des Vaters Haupt, Mütter von den Kindern scheiden, Gott, was gleichet diesen Leiden! 4. Ach, es müßte unter liegen, dieses arme, schwache Herz, hilfst du nicht, o Herr, uns siegen über Tod und Trennungsschmerz. Deine Rechte schlägt uns nieder; deine Rechte hebt uns wieder. unter besonderen Umständen. 499 himmlischer Erkenntniß 2. Laßt uns alle heute stehn. 4. Nein, umsonst ist nichts geboren. Alles ruhet unverloren in des ewgen Vaters Schooß! Süße Hoffnung! Holder Glaube! Alles windet einst vom Staube herrlicher sich wieder los. klagen, denn es starb ein edler Mann! O wie Viele müssen sagen: mir auch hat er wohlgethan! Ja, gerecht sind unsere Zähren, die ihn noch im Tode ehren. Ihn und unser eignes Herz ehret unser Leid und Schmerz! 3. Seines schönen Lebens Thaten bleiben segnend uns zurück; und die Frucht der edeln Saaten sei für Nachwelt Heil und Glück. Preis und Ruhm dem theuern Namen! Seine Tugend nachzuahmen, edel, wie er war, zu sein, wolle Gott uns Kraft verleihn! 5. Leibesschönheit wird verblühen, Seelenschönheit nie entfliehen, sie ist für die Ewigkeit. Reiner Sinn und echte Tugend lohnt mit ewig froher Jugend, lohnt mit Himmelsseligkeit. 6. Himmelsseligkeit beste het; nur der Erde Glück vergehet, nur das Eitle bleibt zurück. Wie die Gott heit unvergänglich, wie der Himmel überschwänglich ist des Christen wahres Glück. Am Grabe eines edeln und verdienten Mannes. Mel. Liebster Jesu, wir sind 696 Wer mitluft und Eifer strebte, seine Brüder zu erfreun; wer der Welt zum Segen lebte, soll uns unvergeßlich sein! Sein Gedächtniß bleib und daure! Seine Nachwelt flag und traure! Wo sein Grab ist, weine dann wer, was gut ist, schäßen tann. Am Grabe eines verdienstvollen Lehrers. Mel. Liebster Jesu, wir find 697 Sanft, wie er geendete zum Trost der Seihat, nen dieses Edeln Erdenpfad, und wir schaun ihm nach und weinen. Der hat uns treu belehret und zum Guten hingekehret. 2. Was dein Wort uns lieben heißt, Vater, das hat er verkündet und, gestärkt durch deinen Geist, Vieler Seelen Heil gegründet. Uns zu Jesu zu er heben war sein eifrigstes Bestreben. 3. Treu Gesinnung und Leben des Christen 500 3 Treulich ging er selbst den fad hoher Tugend bis ans ende und gab nun nach deinem Rath seinen Geist in deine Hände. Nur die Kraft von seiner Lehre trocknet unsre Wehmuthszähre. 4. In der Nähe seiner Gruft, die nur seine Hülle raubet, hören wir, wie Je sus ruft: selig ist, wer an mich glaubet! Ja, des Himmels Heil und Frieden ist den Redlichen beschieden. 5. Laß, o Herr, die edle Saat, ausgestreut von uns serm Lehrer, fruchtbar sein in Wort und That und uns würdige Verehrer wahrer Frömmigkeit auf Erden, dort des Himmels Bürger werden. Trost und Gelübde auf Gräbern. Mel. Auf Christenmensch! 698 Geweihter Drt, wo Saat von Gott gesät, dem großen Tage der Nerndte reift! Set mir gegrüßt, du Ort, wo jede Klage verstummt, wo Mancher Ruhe fand, der sie auf Erden nie gekannt. 2. 3war flossen hier der Thränen viel, wenn von des Freundes Herzen den treusten Freund das Schick fal riß; mit tiefgefühlten Schmerzen hab ich auch selbst, ach, manchem Freund die Abschiedszähre schon ge weint. 3. Doch Schlaf ist ja des Menschen Tod; er schaf fet Ruh den Müden, nimmt Leidenden die Bürde ab und bringt zum ewgen Frieden. Weint, Freunde, nicht; denkt: Wiedersehn! Die Todten werden auferstehn! 4. Belebend sinkt ein Sonnenstrahl einst auf die Gräber nieder; und was hier schläft, erwachet dann zum schönern Leben wieder. Im Winter starb die Blume, seht, sie blüht, vom Frühlingshauch umweht! 5. Und was man hier der Erde gibt, ist nur des Geis stes Hülle. Unsterblich ist des Menschen Geist; Vernunft und guter Wille er hebt uns über Welt und Zeit, die Tugend führt zur Seligkeit. 6. Drum kann mein Blick vom Todtenfeld zum Him: mel sich erheben; und winkt auch mir das tühle Grab, darf ich nicht ängstlich bes ben. Ich pflücke nach voll brachter Zeit die Blume der Unsterblichkeit. 7. Was ihr einst wart, das bin ich jezt, ein Pilger hier auf Erden; was ihr, entschlafne Brüder, seid, werd ich vielleicht bald wer den. Nun dann: durchs To: unter besonderen Umständen. 501 Todesthal eilst du, mein aus der Verwesung Staub Geist, dem Vaterlande zu! 8. Doch dem nur wird der Uebergang zu jenem Vas terlande ein Weg zum Heil, der muthig hier des Lasters Sclavenbande zerriß, der in der Prüfungszeit sein Herz der Tugend treu ge weiht. sich neu gebildt erheben, wann du, o großer Lebensfürst, nun deinen Todten rufen wirst, zum Leben aufzuwachen. 9. Auf Gräbern der Entschlafnen sei der Tugend Bund aufs neue versiegelt; hier gelobe ich der Tugend ewge Treue! Ja, heilig fei mir jede Pflicht, bis einst mein sterbend Auge bricht! Mel. Es ist das Heil uns 699 Mein ein Heiland lebt und hat die Macht des Todes ganz bezwungen und sieg reich aus des Grabes Nacht zu Gott sich aufgeschwungen. Er ist mein Haupt, sein Sieg ist mein. Sein soll mein ganzes Leben sein; und ihm will ich auch sterben. 2. Nicht ewig wird, wer dein Wort hält, den Tod, 0 Jesu, schauen. Das ists, was mich zufrieden stellt, selbst bei der GräberGrauen. Ich bin getroft und unverjagt, weil du den Deinen jugesagt: Ich leb, und ihr follt leben. 3. Wird gleich mein Leib des Todes Raub, er wird doch wieder leben und einst 4. Wie froh und herrlich werd ich dann vor dir, mein Heiland, stehen! Dann nimmst du mich mit Ehren an, läßt in dein Reich mich gehen. Forthin von feiner Last beschwert, an Leib und Seele ganz verklärt, leb ich bei dir dann ewig. 5. D welch ein selig Theil ist mir in jener Welt bereitet! Der Freuden Fülle ist bei dir. Von dir, o Herr, geleitet, werd ich in deinem Himmelreich, unsterblich, deinen Engeln gleich, vollkommne Luft genießen. 6. Denn wo du bist, da sollen die, die dir hier fol gen, leben und ewig frei von Schmerz und Müh, von Seligen umgeben, ge nießen deine Herrlichkeit. O was sind Leiden dieser Zeit, Herr, gegen jene Freuden! 7. Laß die zukünftge Herr lichkeit mir stets vor Augen schweben und oft in die ser Prüfungszeit mein Herz dahin erheben, wo feine Schwachheituns mehrdrückt, wo wir, der Sterblichkeit entrückt, frohlockend vor dir wandeln. 8. Ers Gesinnung und Leben des Christen 502 8. Erwecke mich dadurch zum Fleiß, der Tugend nach zustreben und als dein Jünger dir zum Preis nach deinem Wort zu ben! Und fühl ich hier noch Noth und Schmerz, so tröste selbst damit mein Herz: es kommt ein beßres Leben! le2. Hier, ach, hier ist auch das beste Leben immer noch mit Sorg und Furcht um geben. Was wir hier kennen, ist noch kein vollkomnes Glück zu nennen. Trost des Wiedersehens. In eigener Melodie. Mel. Wann mein Stündlein 700 wie felig feid 701 Schwer liegt der ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen. Ihr seid entgangen allen Leiden, die uns noch umfangen. Trennung Last auf mir; wie lieb ich sie, die Meinen! O laß, mein Gott, mein Gott, vor dir mich diese Frage weinen: werd ich nach meinem Tode gleich, werd ich, o Herr, in deinem Reich die Meinen wiedersehen?" 3. Ihr hingegen ruht in sicherm Frieden, der euch nach dem Kampfe ward be schieden. Kein Schmerz, kein Leiden stört euch im Genusse reiner Freuden. 4. Abgetrocknet sind all eure Thränen, ihr genießt schon, wonach wir uns sehnen; ihr hört und sehet, was des Menschen Geist hier nicht verstehet. Zeiten sich auf diesen Wechsel nicht bereiten! 5. Ach, wer wollte denn nicht fröhlich sterben und statt Erdenglücks den Himmel erben! Wer wollt in 6. Hilf uns, Jesu, ernst: lich danach streben! Komm und führ uns zu dem hö hern Leben, wo deine From men erst zur vollen Ruh und Freude kommen! 2. Wohl mir, o Gott, ich höre schon des Geistes Stimme wehen; sie ruft mir zu in sanftem Ton: du wirst sie wiedersehen; bist du nur fromm, sind sie nur gut, dort oben un ter Gottes Hut wirst du sie wiedersehen! 3. Des Frommen Seele trennt sich nicht von gleich. gesinnten Frommen. Sie werden all in Gottes Licht aufs neu zusammenkommen, forthin durch keinen Tod getrennt; denn Gottes En gel, der sie kennt, führt alle dort zusammen. 4. Der Freund sieht seine Freunde unter besonderen Umständen. Freunde dann am Throne fen, hoffte Freundschaft Gottes wieder; der Gatte Wiedersehn. trifft den Gatten an, der Bruder seine Brüder. Die Mutter sieht, umarmt ihr Rind; denn alle gute See len sind in Gottes Stadt beiſammen. 5. Drum laßt uns hier schon Hand in Hand auf Gottes Wegen gehen, das mit wir dort im Vaterland uns einst beisammen sehen. Wie wird uns sein, wenn wir uns sehn, wenn wir uns froh entgegengehn, fort hin uns nie zu trennen! 6. So seid getroft und freuet euch; laßt nicht die Hoffnung schwinden; wir werden in des Vaters Reich uns alle wiederfinden! Wiedersehn, o Wiedersehn, wie wirst du unser Glück erhöhn, wie tröstest du die Seele! D 503 2. Wiedersehn! In holden Bildern will uns die Natur dich schildern; drum verjüngt sie sich so schön. Wenn der Morgenröthe Strahlen nach der Nacht die Berge malen, spricht die Sonne: Wiedersehn! 3. Wiedersehn! Zu deinen Freuden wachsen Blumen frisch und kleiden herrlich sich in Frühlingswehn, und der frohen Nachtigallen fummerfreie Lieder schallen: hofft getroft ein Wiedersehn! 4. Wiedersehn! Mit Gruß und Segen o wie schmacht ich dir entgegen über Auen, Ström und Höhn! Theure, aller Welt Gewalten sollen meinen Fuß nicht halten; ja, ich werd euch wiedersehn! 5. Wiedersehn! Dich darf ich hoffen. O, ich seh den Himmel offen, winkt der heimzugehn! Theure, in der letzten Stunde ruf ich mit schon blassem Munde: Ewig, ewig WieMel. Halleluja! Bringet Ehre 702 Wiedersehn! mit lauten Herr gen klopft dir jede Brust entgegen! Nimmer kann das untergehen, was ins Herz wir liebend schlossen; und dersehn! wenn Abschiedsthränen flos Anhang. Del. Wunderbarer König 703 11numschränkte zum Born erreget. sie kaum weggeleget, dich blöden Augen, die zum Jr. dischen kaum taugen, daß sie in die Strahlen deiner Langmuth blicken, die den Erdkreis huldreich schmücken und zugleich freudenreich Bösen und den Deinen mit der Sonne scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, ja, dein ganz Gebiete ist ein Schauplaß deiner Güte. Deiner Langmuth Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. Dwie weit, o wie breit streckt sie ihre Flügel über Berg und Hügel! 3. Was wir davon den ten, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag vor Tag zu schonen, Tag vor Tag zu dulden so viel Millionen Schulden und dazu ohne Ruh lieben, die dich hassen! Herr, wer kann das fassen? 4. Du vergiebest Sünde, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen. Deine Rechte dräuet und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder, da man doch, wenn du noch 5. Herr, es hat noch Keiner, der zu dir gegangen, statt der Gnade Recht empfangen; wer zu deinen Füßen sich mit Thränen senket, dem wird Straf und Schuld geschentet. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 6. Höchster! sei gepriesen, daß du so verschonest und uns nicht nach Werken lohneft. Deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret und mit Ruhm den Scepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmuth auszuüben und die Welt zu lieben! Mel. Schon ist der Tag von Gott 704 Die Erd ist Jesu sein, wer auf der Erde wohnet. Deß müsse sich die Erdefreun und was auf Erden wohnet! Er schuf, er rettete die Welt; er trägt, er jeg net, er erhält die Welt, die er beherrschet. 2. Wer auf der Erde, wer gehört zum Volke der Erlösten? Wer darf, des hohen Segens werth, sich feiner Anhang. 505 Seinen. seiner Herrschaft trösten? treu den Himmel gibt den Der, der zu dir, o Mittler, sich bekehrt und gläubig wird und dich zu seinem Herrn erwählet. Blute 3. Und wer in deinem sich befleißigt; waat, sich vom Wahne zu befrein, der nur den Lüften gleißet; wer fromm ist, wandelt, wie er glaubt, sich keine Missethat erlaubt, nie bricht den Bund der Gnade. 4. Wer auch umringt mit Leiden gern erfüllet sein Verlangen, der wird den Segen seines Herrn im vollen Maaß empfangen, den macht er seiner Herr: schaft werth, der ist sein Erbe, der gehört zum Volte der Erlösten. 5. Kommt, Sünder, kommet in sein Reich! Macht weit der Herzen Thüren! Empfangt den König; er will euch auch segnen, auch regieren. Wer, fragt ihr, ist der Herr? Der Sohn! Der Himmel Himmel ist sein Thron, der Erdkreis seine Fußbant. 6. Kommt willig, willig in sein Recht! Macht weit der Herzen Thüren! Em pfangt den König, er will euch auch segnen, auch res gieren. Wer, fragt ihr, biefer König fei? Der Sohn, der seinem Bunde Mel. Mein ganzer Geift 705 Triumph! Tri: und Lob und Dank dem, der des Todes Macht bezwang und uns, den Staub, erhöhte. Der hohe Sieger überwand. Nacht war um ihn und sie verschwand in heller Morgenröthe. Gebet, gebet, stolze Spötter, unserm Retter Preis und Ehre, glaubt an ihn und seine Lehre. 2. Heil uns! Triumph! Das Grab ist leer. Feft steht es wie ein Fels im Meer das Wort, das er gesprochen. O selig, wer sich ihm vertraut! Er hat den Tempel neu gebaut, den blinde Wuth gebrochen! Hölle, fälle nun den Sieger, Gottes Krieger, der erstanden, macht nun deinen Stolz zu Schanden. 3. Leer ist die Gruft, die ihn umgab. Sei mir ge grüßt, mein fünftig Grab, du Wohnung ernster Stille. Nur wenge Tage werdens sein, o so empfängst du mein Gebein in deiner Schatten Hülle. Ewig selig werden wieder diese Glieder auferstehen, werden die Verflärung sehen. Y Mel. 506 Anhang. Mel. Es ist das Heil uns 706mit lautem Schall wir: 2. Das Leben ist ans Licht gebracht, uns steht der Him mel offen. Shn schloß uns auf mit großer Pracht der Herr, auf den wir hoffen. Wers glaubt, deß Herz ist freudenvoll, dabei er sich doch rüsten soll, des Heilands Pfad zu wandeln. 3. Wer den nicht geht, wird nimmermehr dort feines Heils genießen. Wer nicht sein Wort hält, dem wird er den Himmel einst verschließen. Wer wünscht zum Himmel einzugehn, der läßt in seinen Thaten sehn, sein Wandel sei im Himmel. 4. Uns treibt sein Geist, daß wir der Welt uns im mer mehr entwöhnen; stets sorgen, was dem Herrn gefällt, zu ihm hinauf uns fehnen. Er aber sieht auf uns herab; von uns läßt feine Treu nicht ab, bis wir zusammenkommen. gleich und stillet Leid und Weinen. Wonne, wann nun das der Herr ist aufgefahren! Wir sind zwar Pilger noch allhier und unter viel Gedoch drum Imfer Mulh nicht hin, buxc6 707 Getootcott, Phr Mel. Nun dantet Alle Gott du, für Jesum wissen wir, wohin die Wallfahrt führet. deines Wortes Lehre! Gib, Vater, daß ich sie mit An dacht fleißig böre! O mache doch mein Herz von Vorurtheilen rein und laß dein Wort mein Licht auf meinen Wegen sein. 2. Laß mich im Forschen doch die Wahrheit nie ver fehlen und nie, was schäd lich ist, für wahres Heil erwählen. O Höchster, leite selbst den forschenden Ver: stand, so wird, was du mich lehrst, auch recht von mir erkannt. 5. Tag, noch an größern Freuden reich, wann wirst du uns erscheinen? Gott macht uns dort dem Sohne höchste Gut erfreut! Gott, schent uns dieß Leben! 3. Wie thöricht ist es doch, blos andern Menschen glau ben. Das heißt sich selbst den Grund zur ewgen Ruhe rauben. Wer treulich hier dein Wort zu seiner Richt schnur macht, dem gibt es Licht und Trost auch in der Todesnacht. 4. Mein Gott, bewahre mich vor aller falschen Lehre und hilf, daß ich dein Wort mit festem Glauben ehre. Verleih mir deinen Geift, der Luft und Kräfte gibt, daß man die Wahr heit Anhang. heit sucht, prüft, glaubt, bewährt und übt! Mel. Auf, Chriftenmensch err, du 6. In diesem Glauben 708 Heuversicht! Du stärke mich! Laß mich den Troft empfinden, den großen Trost, daß ich durch dich den Tod soll überwinden. Grab und Verwesung schreckt mich nicht: denn du bleibst meine Zuversicht! lebst, auch ich werd leben! Du wirst mir, wie dein Wort verspricht, Unsterblichkeit einst geben. Dein Jünger kommt nicht ins Gericht, dieß stärket meine Zuversicht! 507 Du lebst, und ich soll leben! Ich glaub es dir und zweifle nicht; dein Wort ist meine Zuversicht. 2. Hier geh ich oftmals Mel Der unsre Menschheit weinend hin, den Saamen 709 Erhöhter Jefu, dort wird der herrlichste Gewinn der Aerndte mich erfreuen. Ich leide, doch verzag ich nicht; denn du bist meine Zuversicht! 3. Hier trag ich deine fanfte Laft. Wie groß ist meine Würde! Jedoch die Welt, die sie nicht faßt, nennts fälschlich schwere Bürde. Einst trifft den Sünder dein Gericht, und dann siegt meine Zuversicht! 4. Sint immer hin, mein Leib, in Staub! Gott wird dich neu beleben. Hier werd ich nur des Todes Raub; dort werd ich ewig leben. Wie stark ist dieses Trosts Gewicht! Wie sicher meine Zuversicht! 5. Herr, diesen Segen dank ich dir. Mich aus der Gruft zu heben, gingst du aus deinem Grab herfür. der du schon längst der Himmel Thron als Herrscher eingenommen, du wirst der einst zu rechter Zeit in groser Kraft und Herrlichkeit vom Himmelwiederkommen. Gib, daß dann froh und mit Vertraun dich, Herr, auch meine Augen schaun! 2. Wer fast, o Heiland, jeßt die Pracht, die deinen Tag einst herrlich macht? Wie groß wirst du dich zeigen! Wann du auf lichten Wolfen einst mit deiner Engel Heer erscheinst, die sich vor dir, Herr, beugen, dann sieht die Welt die Majestät, zu der dich Gott, dein Gott erhöht. 3. Dann tönt dein Ruf in jedes Grab mit allmachtsvoller Kraft hinab und schafft ein neues Leben. Auf deinen Wink muß Erd und 9 2 Meer Anhang. 508 Meer das große, unzähl bare Heer der Todten wiedergeben. Sie stehn durch dich, Herr, neu beseelt nun alle auf und keiner fehlt. 4. Du sammelst sie vor deinem Thron, um jedem den bestimmten Lohn nach seiner That zu geben. Dann trifft den Bösen Schmach und Bein; den Frommen aber führst du ein in das verheißne Leben. Nun zeigt die That, Herr Jesu Christ, daß du der Erde Richter bist. 5. D gib, wann nun dein Tag erscheint, daß ich in dir dann noch den Freund und Heiland wiederfinde; daß ich mit Freuden vor dir steh und mit dir in den Himmel geh, befreit von Fluch und Sünde! Laß mich im Glauben standhaft sein und auch die kleinste Sünde scheun! 6. Dein Name sei mir ewig werth, und was dein Wort von mir begehrt, das laß mich treulich üben! Nie mals ermüde hier mein Geist, dich, den schon jetzt der Himmel preist, aus aller Kraft zu lieben; so hab ich in der Ewigkeit auch Theil an deiner Herrlichkeit. Mel. Bestehl bu deine Wege 710 J ch denk an dein Gerichte, du Richter aller Welt! Der Thor nennts ein Gedichte, das Schwachen nur gefällt! mich soll sein Wahn nicht stören, weil mir dein göttlich Licht und mein Ge wissen lehren: du haltest einst Gericht. 2. Ich höre die Posaunen, o Herr, im Geiste schon: ich sehe mit Erstaunen dich auf dem Richterthron, um den die heilge Menge er habner Engel steht. Welch herrliches Gepränge! Welch hohe Majestät! Sünder vor deiner Macht 3. Umsonst sucht nun der zu fliehn. Herr, alle Menschenkinder wirst du zur Rechnung ziehn. Du rufft, und sie erscheinen vor bei nem Richterthron; denSündern und den Deinen gibst du gerechten Lohn. 4. Frohlockend sehn die Frommen dein göttlich An gesicht; schon hier dem Fluch entnommen, zagt ihre Seele nicht. Nun triumphirt ihr Hoffen; erlöst von aller Müh, sehn sie den Himmel offen, und du, Herr, seg: nest sie. 5. Wie angsvoll aber beben, die hier dein Wort verhöhnt und durch ein fleischlich Leben das eitle Herz verwöhnt. Du gibst der Sünde Knechten ihr Theil Anhang. Theil in ewger Bein und führeft die Gerechten zu deiner Freude ein. 6. Laß, Jesu, dein Ges richte mir stets vor Augen sein und drücke sein Gewichte in mein Gewissen ein! Vor dir laß fromm mich wandeln und hier zu aller Zeit so wie ein Weiser handeln, der seinen Richter scheut. 7. 3st dann dein Tag vorhanden, wird diese Welt vergehn, so werd ich nicht mit Schanden vor deinem Throne stehn. Du stellst mich dann zur Rechten, von aller Schuld befreit, führst mich mit deinen Knechten in deine Herrlichkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott ott, hilf mir, 711 South Buße thue, weil mich noch deine Stimme lockt. Bewahre mich vor falscher Ruhe, dabei das Herz sich leicht verstockt, wenn du selbst das Gewissen rührt und zum Gefühl der Sünden führst. 509 3. Den rettest du von dem Verderben, nimmst seine Buße gnädig an, machst ihn zu deinem Kind und Erben, daß er frohlockend rühmen tann: wie groß ist Gottes Vaterhuld: er tilget meine Sündenschuld! 4. Sollt ich die Güte denn verachten, die mir noch Kraft zur Beßrung reicht? Vom Trofte leer muß der verschmachten, von dem, Gott, deine Gnade weicht. Sie aber weicht von dem zuleßt, der frevelhaft gering sie schäßt. 2. Du willst nach deiner großen Güte nicht eines einzgen Sünders Tod; drum weckst du oftmals sein Gemüthe, zu fühlen seine Sündennoth. Wohl dem, der deine Stimme hört und reblich sich zu dir bekehrt! 5. So gib, daß deiner Gnadenlockung, o Gott, mein Herz stets offen sei; damit mich ja nicht die Verstockung, wenn ich mein Leben ohne Reu im Sünden, dienste zugebracht, zudeinem Borngefäße macht. 6. Sich bessern ist der Weg zum Leben, drum laß mich in der kurzen Frist, die du zum Heile mir ges geben, und die für mich jo wichtig ist, nur dafür sorgen, daß mein Geist dem Sündenelend sich entreißt. 7. Verleihe mir dazu die Gnade, die uns vom Sündendienst befreit, und leite mich selbst auf dem Pfade der christlichen Rechtschaffenheit! Wie selig bin ich dann schon hier, wie glücklich einst, mein Gott, bei dir! Y 3 In 510 Anhang. In voriger Melodie. legt sich dein Erbarmen 712 Mein Herz, er- brein, mich vom Verderben muntre dich zu zum Preise des Gottes, der dein Vater ist! Bedenke, auf wie viele Weise du ihm zum Dank verpflichtet bist. Bring ihm, der stets dein Helfer war, mit Freuden Ruhm und Ehre dar. 2. Herr, deine Hand ist immer offen, zu geben, was mir nüglich ist. Und doch bin ich oft schwach im Hoffen auf dich, der du die Liebe bist. Mein Gott, wie wenig bin ichs werth, daß mir noch Hülfe widerfährt! 3. Unendlich groß ist dein Erbarmen. Nur wohlzuthun bist du gewohnt. Drum wird auch mir, mein Gott, mir Armen von dir nicht nach Verdienst gelohnt. Noch immer steht mir deine Treu mit Segen, Trost und Hülfe bet. 4. Du bist es, der in meinen Sorgen mit Rettung mir entgegeneilt; und wenn fie, noch für mich verborgen, nach meinem Wahn zu lang verweilt, so kommst du, eh ich michs versehn, und hilfft mir und erhörst mein Flehn. 5. Du wählst und wirkest stets das Beste. Und wenn auch meine Noth sich häuft, so steht durch dich mein Wohl doch feste. Wenn mich das Elend ganz ergreift, befrein. 6. Du mein Heil! Mein ganz Gemüthe ist deines Ruhms, mein Ret ter, voll. O könnt ich deine große Güte doch so erheben, wie ich soll! Doch meine Kraft reicht nicht dahin: du weißt es, Gott, wie schwach ich bin. 7. Und hätt ich auch viel tausend Zungen, so würde deines Wohlthuns Preis nie würdig gnug von mir besungen, auch bei dem allergrößten Fleiß. Denn mehr, Herr, als ich rühmen kann, hat deine Huld an mir gethan. 8. Jedoch, du siehst mit Wohlgefallen, auch auf des Herzens Redlichkeit und hörest selbst das schwache Lallen der Deinen mit Zufriedenheit; du hörst es, wie ein Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. 9. Drum soll mir deine Huld und Güte beständig, Gott, vor Augen sein. Ich will mit redlichem Gemüthe mein Leben deinem Lobe weihn, bis ich vollkommner deinen Ruhm erheb im höhern Heiligthum. Mel. Herzliebster Jesu! Gott, du Rö mein nig 713h will, Anhang. nig, dir lobsingen und ewig Ehre deinem Namen bringen. Sei täglich, ewig sei von mir erhoben! Dich will ich loben. 2. Der Herr ist groß; wer kann ihn gnug erheben? Wer kann mit seinem eifrigsten Bestreben, wie groß er ist, begreifen und Mel. Allein Gott in der Höh empfinden, wer Gott er 714 St timmt unserm gründen? Gott ein Lob: 3. Von unsern Vätern wurdest du erhoben, dich werden unsrer Kinder Kinder loben und deine Macht besingen, deiner Stärke preisvolle Werke. 4. Wie herrlich bist du, Gott, wie schön und prächtig, wie groß in deinen Wundern, Herr, wie mäch: tig! Das preis ich, daß dein Nam erhoben werde der ganzen Erde. 5. Daß deiner Wunder Ruhm umher erschalle, die Welt von deinen Thaten wiederhalle und deine Wahrheit, deine Huld besinge und Preis dir bringe. 511 Kräften sich bestreben, dich zu erheben. 8. Ja, ewig will ich deis nen Namen loben. Von allen Menschen werde Gott erhoben! Was lebet, müsſe, Herr, zu allen Zeiten dein Lob verbreiten. 6. Der Herr ist mild, von bulbendem Gemüthe, barmherzig, gnädig und von großer Güte, erbarmt sich seiner Werke, hat an allen fein Wohlgefallen. 7. Jehovah, alle deine Werke sollen dir jauchzend danken. Deine Frommen wollen aus allen ihren lied an mit freudigem Ges müthe, es rühm und preise, wer da kann, den Geber aller Güte! Er macht uns frei von aller Noth; drum lobet ihn, drum lobet Gott und dantet seinem Namen! 2. Lobt Gott und rühmet allezeit die großen Wunderwerke, die Majestät und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt, indem er alle Ding erhält: drum danket seinem Namen! 3. Lobt Gott, der uns erschaffen hat, der Seele, Leib und Leben aus väterlicher Huld und Gnad uns allen hat gegeben; der uns durch seinen Engel schüßt, der täglich schenket, was uns nüßt: drum danket setnem Namen! 4. Lobt Gott! Er gibt uns seinen Sohn, der selbst für uns gestorben, der uns die ewge Lebenstron durch seinen Tod erworben, der Y 4 Frieden Anhang. 512 Frieden hat mit Gott ge macht und seinen ganzen Rath vollbracht: drum dan fet seinem Namen! 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet und seinen Beistand uns verheißt, wenn er uns treu erfindet; der uns stets durch sein Wort regiert und auf den Weg des Lebens führt: drum danket seinem Namen! 6. Lobt Gott! Er hat dieß gute Werk selbst in uns angefangen, vollbringt es auch, gibt Kraft und Stärt, das Kleinod zu erlangen, das er am Ziel uns vorgestellt und das den Himmel in sich hält: drum dantet seinem Namen! 7. Lobt Gott, ihr starken Seraphim, ihr Engel und ihr Thronen! Es loben Gott mit heller Stimm, die hier auf Erden wohnen! Lobt Gott und preist ihn früh und spat; ja Alles, was nur Odem hat, das dante seinem Namen! In eigener Melodie. ab Acht auf mich zu bringen, so bitt ich dich Herzinniglich, mein Vater, so hab Achí auf mich. 3. Hab Ach auf mich, wanns gehet wohl, wann mir die Glückessonn will scheinen, die meine Seel macht freubenvoll, daß sie nicht wissen mag von Weinen, daß ich dem blinden Glück nicht traue, viel mehr auf deine Güte schaue. Weil oft das Glücksrad wendet sich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 4. Hab Acht auf mich und steh mir bei, wann mir das Unglück braußt entgegen, daß ich nicht zu verzaget sei und weichen mög von deinen Wegen, die mir zu wandeln sind 715 wann mir großer Gott, Herr aller Herren, wannSatans Wuth, die Höllenrott, den Rachen gegen mich aufsperren, wann sie mich suchen zu verschlins gen und in die höchste Noth 2. Hab Acht auf mich, wann mich die Sünd will von dem höchsten Gut abwenden, so halte mich, Herr, als dein Kind, mit deinen treuen Vaterhänden; bleib du mir stets in den Gedanken. laß mich von deinem Wort nicht wanten, wann Sünden in mir regen sich, mein Vater, so hab Acht auf mich. auch des Kreuzes Kohlen mein Herze brennen bitters lich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 5. Hab Acht auf mich, wann ich gesund, wann ich empfinde Anhang. empfinde keine Schmerzen; wann keine Klag in meinem Mund, noch Trauern ist in meinem Herzen, damit ich bei gesundem Leibe dir dankbar und gehorsam bleibe. Auf daß ich nie vergeffe dich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 6. Hab Acht auf mich, auch wann ich krank, wann die Gesundheit will verschwinden, daß ich geduldig und mit Dank annehm die Arzenei der Sünden; laß mich nicht ungeduldig wer den und denke, daß ich Staub und Erden. Auch wann die Schmerzen mehren sich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 7. Hab endlich dann auch 716 Thöne Pforte, Rel. Gott des Himmels und hut mir auf die führt in Gottes Haus mich ein. Ach, wie wird an die sem Orte meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angesicht, hier ist lauter Troft und Licht. 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen, fomme du nun auch zu mir. Wo du Woh nung haft genommen, da ist lauter Himmel hier. Beug doch in mein Herze 513 Acht auf mich, wann ich der Welt Valet soll geben, daß ich im Glauben halte dich, bis ich komm in ein ander Leben, daß mir das frohe Glaubensende ertheilet werd in deine Hände. Daß ich bei dir leb ewiglich, mein Vater, so hab Acht auf mich. 8. Ach, laß mich doch nicht aus der Acht, wann uns dein jüngster Tag erscheinet, der Tag, da vor Gericht wird bracht auch das, so man hier nicht gemeinet; laß mich zu deiner Rechten stehn und zu des Lammes Hochzeit gehn; mein Jesu, dann hab Acht auf mich, so will ich ewig preisen dich. ein, laß es deinen Tempel sein. 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, heilge du Leib, Seel und Geist, daß mein Singen und mein Beten ein gefällig Opfer heißt. Heilge du, Herr, Mund und Ohr, zeuch das Herze ganz empor! 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Sams korn in mich fällt; gib mir Licht in dem Berstande, und, was mir wird vorges 95 stellt, Anhang. 514 stellt, präge meinem Herzen ein, laß es mir zur Frucht gedeihn. 5. Stärt in mir den schwachen Glauben, laß dein theures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen raus ben, halte stets dein Wort mir für, daß es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hören, und dein Wille werd erfüllt. Nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; speise mich mit Himmels brod, tröste mich in aller Noth. 3. D du meine Seele, singe fröhlich, singe, singe deine Glaubenslieder! Was da Obem holet, jauchze preife, flinge! Wirf dich in den Staub danieder. Er ist Gott Zebaoth! Er nur ist zu loben hier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet. Halleluja singe, welcher Christum nennet, sich von Her zen ihm ergiebet. O wohl bir! Glaube mir, endlich wirst du droben ohne Sünd ihn loben. 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Stärke mehr, als aller Menschen Werke. Großes Licht der Sonne, schieße deine Strahlen, die das große Rund bemalen! Lobet gern, Mond und Stern! Seid bereit, zu ehren ein solchen Herren! Mel. Wer nur den lieben Gott 718 baß ich tausend Bungen hätte und einen tausendfachen um die Wette vom aller tiefsten Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir gethan. In eigener Melodie. 717 Wunderbarerkönig, Herrscher so von uns allen, laß dir unser Lob gefallen! Deines Baters Güte hast du lassen fließen, ob wir schon dich oft verließen. Hilf uns noch! Stärt uns doch! Laß die Bungen singen, laß die Stimmen klingen! 2. O daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht! D daß mein Blut mit Jauch zen wallte, solang es noch im Laufe geht! Ach war ein jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein Gesang 3. Was schweigt ihr denn, ihr, meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euern Fleiß und stehet munter im Ge schäfte Anhang. schäfte zu Gottes, meines Herren, Preis! Mein Leib und Seele, schicke dich und lobe Gott herzinniglich! 4. Jhr grünen Blätter in den Wäldern bewegt und regt euch doch mit mir! Ihr schwanken Gräschen in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu Got tes Ruhm belebet sein und stimmet lieblich mit mir ein! 5. Ach, Alles, Alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehülfen geben, denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn. 6. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer meinen Wegen? Du, du, o Herr, Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld. 7. Auch hab ich es mein Lebetage schon so manch liebesmal gespürt, daß du mich unter vieler Plage zwar wunderbar, doch wohl geführt; denn in der größesten Gefahr ward ich dein Troflicht stets gewahr. 8. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden in deinem steten Lob tehn? Wie sollt ich auch im tiefsten Leiden 58 515 nicht triumphirend einher gehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. 9. Ich will von deiner Güte singen, solange sich die Zunge regt; ich will dir Freudenopfer bringen, solange sich mein Herz be wegt; ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm ich doch mit Seufzen ein. 10. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin; im Himmel soll es besser werden, wenn ich bei deinen Engeln bin; da sing ich bir im höhern Chor viel tausend Halleluja vor. Mel. Freu dich sehr, o mein S. 719 Warum willst du draußen hen, du Gesegneter des Herrn? Laß dir, bei mir einzugehen, wohlgefallen, du mein Stern, du, mein Jesu, meine Freud, Helfer in der rechten Zeit! Hilf, o Heis land, meinem Herzen von den Wunden, die mich schmerzen. 2. Meine Wunden sind der Jammer, welchen oft mals Tag und Nacht des Gefeßes starter Hammer mir mit seinem Schrecken macht. D der schweren Donnerstimm, die mir Got96 tes Anhang. 516 tes Zorn und Grimm älso tief ins Herze schläget, daß sich all mein Blut beweget. 3. Will ich dann mein Elend lindern und erleich tern meine Pein bei der Welt und ihren Kindern, fall ich tiefer noch hinein; da ist Troft, der mich betrübt, Freude, die mein Unglück liebt, Helfer, die mir Herzleid machen, gute Freunde, die mein lachen. 4. In der Welt ist Alles nichtig, nichts ist, das nicht kraftlos wär. Hab ich Ho heit, die ist flüchtig; hab ich Reichthum, was ists mehr, als ein Stäublein armer Erd? Hab ist Lust, was ist sie werth? Was ists, das mich heut erfreue, das mich morgen nicht gereue? 5. Aller Trost und alle Freude ruht in dir, Herr, Jesu Christ; dein Erfreuen erst ist die Weide, da man recht fröhlich ist. Leuchte mir, o Freudenlicht, ehe mir mein Herze bricht; laß mich, Herr, an dir erquicken, Jesu, fomm, laß dich ere blicken! 6. Freu dich, Herz, du bist erhöret, jego kommt und zeucht er ein; sein Gang ist zu dir gefehret, heiß ihn nur willkommen sein und bereite dich ihm zu, gib dich ganz zu seiner Rub, öffne dein Gemüth und Seele, flag ihm, was dich drückt und quäle. 7. Was du Böses haft begangen, das ist alles aba geschafft, Gottes Liebe nimmt gefangen deiner Sünden Macht und Kraft, Christi Sieg behält das Feld, und was Böses in der Welt sich will wider dich erregen, wird zu lauter Glück und Segen. 8. Alles dient zu deinem Frommer, was dir bös und schädlich scheint, weil dich Chriftus angenommen und es treulich mit dir meint. Bleibest du dem wieder treu, ists gewiß und bleibt dabei, daß du mit den En geln droben ihn dort ewig werdest loben." Mel. Schwingt, heilige Gedanken 720 Der heilge Chrift der theure Gottessohn; deß freun sich alle Frommen am höchsten Himmelsthron. Auch was auf Erden ist, soll preisen hoch und loben mit allen Engeln droben den lieben heilgen Christ. 2. Das Licht ist aufges gangen, die lange Nacht ist hin; die Sünde liegt ge fangen, erlöst ist Herz und Sinn. Die Sündenangst ist weg, der Glaube geht zum Him Anhang. Himmel und aus dem Welt getümmel auf einem fichern Steg. 3. Nun sind nicht mehr die Kinder verwaist und vaterlos; Gott rufet selbst die Sünder in seinen Gnadenschooß, er will, daß alle, rein von ihren alten Schuls den, vertrauend seinen Hul. den, gehn in den Himmel ein. 4. Drum freuet euch und preiset, ihr Seelen fern und nah! Der euch den Vater weiset, der heilge Christ ist da! Er ruft so freundlich drein mit süßen Liebesworten: geöffnet sind die Pforten, ihr Kinder, tommt herein! Mel. Wach auf, mein Herz, oder Nun laßt uns Gott, den Herren 721 Nun last uns gehn und treten mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hierher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern, wir leben und gedeihen vom alten zu dem neuen. 3. Denn wie von treuen Müttern in schweren Un gewittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bes wahret werden; 4. Also auch und nicht 517 minder läßt Gott ihm seine Kinder, wenn Noth und Trübsal blißen, in feinem Schooße sißen. 5. Ach, Hüter unsers Le bens, fürwahr, es ist ver: gebens mit unserm Thun und machen, wo nicht dein Augen wachen. 6. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue! Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden. 7. Laß ferner dich erbit: ten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden. 8. Gib uns und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 9. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern We gen, laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. 10. Sei der Verlaßnen Vater, der Jrrenden Berather, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und habe. 11. Hilf gnädig allen Kranken, gib fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermuth quälen. 12. Und endlich, was das Meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrY 7 lich 518 lich ziere und dort zum Himmel führe. 13. Das Alles wollst du geben, o unsers Lebens Beben, uns und der Christenschaare zum selgen neuen Jahre. Anhang. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 722 Jes kesus soll die Lofung sein, da ein neues Jahr erschienen; Jesu Name soll allein de nen zum Paniere dienen, die in seinem Bunde stehn und auf ſeinem Wege gehn. 723 ch geh zu deis 2. Wort soll in der Gemeinde schals len; und so oft wir an den Ort, der nach ihm genannt ist, wallen, mache seines Namens Ruhm unser Herz zum Heiligthum. nem Grabe, du großer Ofterfürst, weil ich die Hoffnung habe, daß du mir zeigen wirst, wie man fann fröhlich sterben und fröhlich auferstehn, auch mit des Himmels Erben ins Land des Lebens gehn. 2. Du liegest in der Erde und haft sie eingeweiht, wann ich begraben werde, daß sich mein Herz nicht scheut, auch in den Staub zu legen, was Asch und Staub vermehrt, weil dir doch allerwegen die Erde zugehört. 3. Sein Verfühnen und sein Heil wollen wir im Glauben ehren; also wird es uns zu Theil, wird sich täglich bei uns mehren; auch fürs neue Jahr uns beut Jesu Name Seligkeit. werden müssen. Jesu Nam sei Sonn und Schild, welcher allen Kummer stillt. 6. Jesus, aller Bürger Heil, unserm Ort ein Gnadenzeichen, unsers Landes bester Theil, dem kein Kleinob zu vergleichen, Jesus unser Schuß und Hort, bleib uns Losung fort und fort! 4. Unsre Wege wollen wir nun in Jesu Namen gehen. Geht uns dieser Leit stern für, so wird Alles wohl bestehen und durch seinen Gnadenschein Alles voller Segen sein. 5. Alles Sorgen, alles Leid soll sein Name uns versüßen, so wird alle Bitterfeit uns ein Segen Mel. Balet will ich dir geben oder: Bestehl zu deine Wege 3. Du schläfest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an diesem Orte habe, drückst mir die Augen zu. So soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht; ich werde den wohl schauen, ber mir zur Seite steht. 4. Dein Anhang. 4. Dein Grab war wohl versiegelt, du sprengtest es entzwei. Wenn mich der Tod verriegelt, so bin ich dennoch frei. Du wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt; da werd ich den erblicken, der mich vom Tode weckt. 5. Du fährest in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da ich dich finden kann. Dort ist es sicher wohnen, wo lauter Glanz um dich, da warten lauter Kronen in deiner Hand auf mich. 6. D meines Lebens Le ben, o meines Todes Tod! Ich will mich dir ergeben in meiner leßten Noth. Ich will mein Bette machen in deine liebe Gruft, da werd ich schon erwachen, wenn deine Stimme ruft: Mel. Sollt ich meinen Gott nicht 724 Uteb reberwinder, nimm die Palmen, die dein Volk dir heute bringt, das mit frohen Osterpfalmen den er tämpften Sieg befingt. Wo ist nun der Feinde Pochen und der Würger Mordge. schrei, da des Todes Nacht vorbei und sein Stachel ist zerbrochen? Tod und Hölle liegen dal Gott sei Dant, Halleluja! 519 2. Stecke nun dein Siegeszeichen auf der dunkeln Gruft empor! Was kann deinem Ruhme gleichen? Held und König, fritt her vor! Laß dir tausend Engel dienen; denn nach harter Leidenszeit ist dein Tag der Herrlichkeit, höchste Majestät, erschienen. Erd und Himmel jauchzen da: Gott sei Dant, Halleluja! 3. Theile, großer Fürst, die Beute deiner armen Heerde mit, die in froher Sehnsucht heute vor den Thron der Gnade tritt. Deinen Frieden gib uns allen, o so jauchzet Herz und Muth, weil das Loos uns wundergut und aufs lieblichste gefallen, denn der Delzweig grünet da! Gott sei Dant, Halleluja! 4. Laß, o Sonne der Ge rechten, deinen Strahl ins Herze gehn; gib_ Erleuchtung deinen Knechten, daß fie geistlich auferstehn. Hält der Schlaf uns noch gefangen, o so fördre du den Lauf; rufe mächtig: Wachet auf! Denn die Schat: ten sind vergangen, und der helle Tag ist da! Gott sei Dank, Halleluja! 5. Tug in uns des Todes Grauen, wann die legte Stunde schlägt, weil du denen, die dir trauen, schon die Krone beigelegt. Gib uns Anhang. 520 uns in den höchsten Nöthen, gib uns mitten in der Pein Seinen Trost und Glauben ein, o so kann der Tod nicht tödten; denn die Hoffnung blühet da! Gott sei Dant, Halleluja! 6. Zeige, wenn der blöde Kummer über Sarg und Grüften weint, wie die Schwachheit nach dem Schlummer dort in voller Kraft erscheint. Sind wir sterblich hier geboren, o so streift das kühle Grab nur was sterblich heißt uns ab, und der Staub ist unverloren, unser Hirte hütet da! Gott sei Dank, Halleluja! 7. Rufe die zerfallnen Glieder endlich aus der dunkeln Nacht, wenn der Deinen Asche wieder in verklärtem Glanz erwacht. Dann wirst du die Krone geben; dann wird die vers jüngte Brust, Herr, mit engelgleicher Luft ewig deis nen Sieg erheben und wird sprechen auch allda: Gott sei Dant, Halleluja! Mel. O bu Liebe meiner Liebe 725 Wandle leuchtender und schöner, Oftersonne, deinen Lauf, denn dein Herr und mein Versöhner stieg aus seinem Grabe auf. Als das Haupt er sterbend beugte, bargst du dich im nächtgen Flor; doch jetzt komm herab und leuchte, denn auch er flieg längst empor. 2. Erde, breite dich in Frieden unter deinem Him: mel aus, denn dein Herr ist nicht geschieden, er zer brach des Todes Haus. Deine starken Felsen bebten, als er seinen Geist ver: haucht. Grüße nun den Neubelebten, wonnevoll in Licht getaucht. 3. Doch du selber, meine Seele, sa3, wie feierst du den Tag, da der Herr des Grabes Höhle mit gewalts gem Arm durchbrach? Feis erst du sein Anferstehen auch in rechter Osterfreud? Kann man an dir selber sehen, welch ein hoher Festtag heut? 4. Bist du mit ihm aufs erstanden aus der Sünde Todesnacht? Hast du dich von ihren Banden losge rungen, frei gemacht? Oder liegst du noch verborgen und in deinen Sünden todt? Kündet deinen Ostermorgen noch kein helles Morgenroth? 5. D dann laß dich nicht bedecken länger mehr die finstre Nacht; sieh bein Herr ist, dich zu wecken, von dem Tode aufgewacht! Komm, vom Schlaf dich zu erheben, komm, der Fürst des Anhang. 521 des Lebens ruft: Wache Wonne durch die Himmels auf zum neuen Leben, geister fließt; prächtig wirft steig hervor aus deiner du aufgenommen, freudig Gruft! heißt man dich willkommen. Schau, dein armes Kind auch hier rufet Hosianna dir. 6. Sieh, er reicht dir hülfreich, gnädig die durch bohrten Hände hin, macht dich der Betäubung ledig, weckt mit Liebesruf den Sinn. Keine Strafe sollst du scheuen, darum bleibe nicht zurück, raff dich auf, dich zu erfreuen an des neuen Lebens Glück. 7. Sieh, dein Herr ist auferstanden, daß du könn: teft auferstehn, aus der Sünde Haft und Banden in die schönste Freiheit gehn! Willst du ihm dich nur er geben, streift er deine Ketten ab, und du siehst dein altes Leben hinter dir als leeres Grab. Mel. Alle Menschen müssen sterben 726 Siegesfürst und Ehrentönig, hochverklärte Majestät! Alle Himmel sind zu wenig, du bist drüber doch er höht; sollt ich nicht zu Fuß dir fallen und mein Herz vor Freude wallen, wenn mein Glaubensaug entzückt deine Herrlichkeit, erblickt? 2. Weit und bre du Himmelssonne, deine Klarheit sich ergießt, daß ein Strom von Glanz und 3. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Klarheit seh? Sollt mein Muth noch wollen sinken, da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen, nicht vor Welt und Teufel grauen, nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich. 4. Geist und Kraft nun überfließen; drum wirk in mir kräftiglich, bis zum Schemel deiner Füße alle Feinde legen sich. Herr, zu deinem Scepter wende Alles bis zum Weltenende, mache dir auf Erden Bahn, alle Herzen unterthan. 5. Du kannst Alles aller Orten nun erfülln und nahe sein: meines armen Herzens Pforten stehen offen, komm herein! Komm, du König aller Ehren, du mußt auch bei mir einkehren; ewig in mir leb und wohn als in deinem Himmelsthron. 6. Deine Auffahrt will mich heben, bringt mir Gott und Himmel nah. Lehr mich nur im Geifte Leben, gleich als wärst du sichtbar da. 522 da, fremd der Welt, der Zeit, den Sinnen, bei dir abgeschieden drinnen, in das Himmelreich verseßt, da mich Jesus nur ergößt. Anhang. In eigener Melodie. 727 euch ein zu dei Onen Thoren, sei meines Herzens Gast, der du, da ich geboren, mich neu geboren haft, o hochgeliebter Geist des Vaters und des Sohnes, mit beiden gleichen Thrones, mit beiden gleich gepreist! 2. Beuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hülf und Errettung schafft. Ente sündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin. Ich war ein wilder Reben, du hast mich gut gemacht; der Tod durch drang mein Leben, du hast ihn umgebracht und in der Lauf erstickt, mit dessen Tod und Blute als mit dem höchsten Gute, der uns im Tod erquickt. 4. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll, dein Beten wird er höret, dein Singen klinget wohl, es steiget himmelan, es steiget sonder Ende, bis der sich zu uns wende, der Allen helfen kann. 5. Du bist ein Geist der Freuden, das Trauern willst du nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manchesmal hast du mit süßen Worten mir aufgethan die Pforten zum güldnen Freudensaal! 6. Du bist einGeift der Lies be, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zant, Haß, Neid und Streit. Der Feind schaft Feind du bist, willst, daß in Liebesflammen sich wieder thu zusammen, was voller Zwietracht ist. 7. Du, Herr, haft selbst in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenherzen wenden, wie es dir wohlgefällt. So gib doch deine Gnad zu Fried nnd Lie besbanden, verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. 8. Beschirm die Obrig feifen, bau unsers Fürsten Thron, gib Glück zu unfern Zeiten, schmüd, als mit ei: ner Kron, die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Land. 9. Erfülle die Gemüther mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Anhang. mit Segen für und für; vertreib den bösen Geist, der dir sich widerseßet und, was dein Herz ergößet, aus unserm Herzen reißt. 10. Richt unser ganzes Le ben allzeit nach deinem Sinn, und wenn wirs sollen geben in Todes Hände hin, wenns mit uns hier wird aus, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus. Mel. Erhalt uns, Herr 728 Ah, bleib bei uns, HerrJesu Christ, weil es nun Abend worden ist; dein göttlich Wort, das helle Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht. 2. In dieser schwerbetrüb: ten Zeit verleih uns, Herr, Beständigkeit, daß wir dein Wort und Sakrament behalten rein bis an das End. 3. Herr Jefu, hilf, dein Kirch erhalt, wir sind gar Glück und Heil zu deinem Wort, gib, daß es schall an allem Ort. 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort und wehr des Teufels Trug und Mord. Gib deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Muth und Geduld.. 5. Ach, Gott, es geht gar übel zu; auf dieser Erd ist keine Ruh; viel 523 Secten und groß Schwär merei jeßt kommen haufenweis herbei. 6. Den stolzen Geistern wehre doch, die mit Gee walt sich heben hoch und bringen stets was Neues her, zu fälschen deine rechte Lehr. 7. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern dein ja ist; dar um so steh du denen bei, die sich auf dich verlassen frei. 8. Dein Wort ist unsers Herzens Truß und deiner Kirche wahrer Schuß: dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts anders su chen mehr. 9. Hilf leben uns nach deinem Wort und darauf muthig fahren fort von hins nen aus dem Jammerthal zu dir in deinen Himmelssaal. Mel. Es ist das Heil 729 Die Feinde deines dein Reich, Herr, zu zerstören. Du aber, Mittler, Gottes Sohn, kannst ihrem Troße wehren. Dein Thron be stehet ewiglich; vergeblich wird sich wider dich die Macht der Hölle rüsten. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, kein Werk von Menschenkindern; drum konnt auch keine Macht der Welt, Herr, seinen Fortgang hins Anhang. 524 hindern. Dein Erbe bleibt dir immerdar und wird selbst durch der Feinde Schaar zu deinem Ruhm sich mehren. 3. Du wollest deine Herr schaft noch auf Erden weit verbreiten und unter deinem fanften Joch zum Heil die Völker leiten! Vom Aufgang bis zum Niedergang bring alle Welt dir Preis 730 Bis hierher und Mel. Balet will ich dir geben und glaub an deinen Namen! 4. Auch deine Feinde, die dich schmähn, die frevelnd sich empören, laß deiner Gnade Wunder sehn, daß sie sich noch bekehren! Lehr sie mit uns gen Himmel schaun und unerschüttert im Vertraun auf deine Zukunft warten! nicht Noch lebt der starke Held, der sich, ein rechter Streis ter, für seine Kirche stellt. 3hr Feinde möget wüthen, euch schon des Sieges freun: uns wird der Herr behüten, euch auseinanderstreun. 2. Wir stehn auf festem Grunde, wir haben Jesum Chrift, der unserm Glaubensbunde ein Fels und Eckstein ist. Wir wandeln in dem Glanze, der von dem Herrn ausgeht, und er ist unsre Schanze, wenn unser Feind aufsteht. 3. Wer will von ihm uns scheiden, der blutend uns erwarb, als er nach schwerem Leiden den Tod am Kreuze starb? Wir blei ben an ihm hangen in Noth und Traurigkeit, ge bunden und gefangen, mit Christenfreudigkeit. 5. Uns, deine Gläubgen, wollest du fest in der Wahrheit gründen, daß wir für unsre Seelen Ruh in deis ner Gnade finden! Mach unsers Glaubens uns gewiß: vor Irrthum und vor Finsterniß bewahr uns bis ans Ende! 7. Voll Zuversicht erwar ten dich, Herr, alle deine Frommen und freun des großen Tages sich, da du wirst wiederkommen. Dann werden wir, o Gottessohn, den uns verheißnen Gnadenlohn, dein Himmelreich ererben. 6. Dein Geist führ uns auf ebner Bahn und heilge unsern Willen, so wird dein Volf, dir unterthan, gern dein Gefeß erfüllen, bis du erscheineft zum Gericht und dann vor deinem Angesicht die Menschentinder sammelst. 4. Ungläubge, ihr mögt spotten, erfinden bösen Rath und euch zusammenrotten zu Anhang. zu jeder Frevelthat: Er, Christus ganz alleine be schüßt, die ihm vertraut, die heilige Gemeine, auf ihn, den Fels, gebaut. 5. Und wenn auch Berge weichen und Hügel sinken ein, die Kirche ohne Glei chen wird wohl bewahret sein. Er wohnet bei ihr brinnen und hütet früh und spät; hell glänzen ihre Zinnen, darauf sein Zeichen steht. 525 den du uns gesandt, Herr, segne sein Geschäfte! Die Seelen, die sich ihm vertraun, durch Lehr und Leben zu erbaun, gib Weisheit ihm und Kräfte. Lehr ihn, hilf ihm thun und leiden, dulden, streiten, beten, wachen, selig sich und uns zu machen. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn; laß ihn sein Amt mit Freuden thun; Nichts sei, das ihn betrübe. Wenn er uns deine Wahrheit lehrt, gib uns ein Herz, Mel. Mein ganzer Geist 731 Jesu, Herr ber das folgsam hört, ein Herz Herrlichkeit, du König deiner Christenheit, du Hirte deiner Heerde, du siehst auf die erlöste Welt, regierst sie, wie es dir ge fällt, sorgst, daß sie selig werde. Von dir sind wir auch erwählet, zugezählet den Erlösten, die du segnen willst und trösten. voll treuer Liebe. Lehrer, Hörer laß in Freundschaft und Gemeinschaft feste stehen und den Weg zum Himmel gehen. 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst, nach dei nem Sinn ihm Hirten gibst, die es zum Himmel führen und die voll Eifer, Geist und Kraft, voll Glaubens, Liebe, Wissenschaft, das Herz der Sünder rühren. Treue Hirten laß den Seelen niemals fehlen und die Herr den mit den Hirten selig werden. 5. Wenn einst dein gros ßer Tag erscheint, laß unsern Lehrer, unsern Freund uns dir entgegenführen. Du gibst ihm unter seine Hand die Seelen als ein Unterpfand; laß keine ihn verlieren. Jesu, hilf du, beut die Hände, daß am Ende Hirt und Heerde treu vor dir erfunden werde. 3. Wir nehmen hier von deiner Hand den Lehrer, 6. Sei uns gesegnet, Knecht des Herrn! Wir heis ßen dich willkommen gern in Jesu Christi Namen. D Hirte, nimm uns bei der Hand, führ uns zum ewgen Vaterland. Gott mit dir! Amen! Amen! Mit dir gehn 526 dir gehn wir durch die Leiden dieser Zeiten zu dem Leben, das uns unser Gott will geben. Anhang. Mel. Mein ganzer Geift, Gott 732 Gott, Bater, aller Dinge Grund, gib deinen Vater namen kund an diesem heilgen Orte. Wie lieblich ist die Stätte hier! Die Her zen wallen auf zu dir: hier ist des Himmels Pforte. Wohne, throne hier bei Sündern als bei Kindern voller Klarheit, heilge uns in 2. Sohn Gottes, Herr der Herrlichkeit, dieß Got teshaus ist dir geweiht; o laß dirs wohlgefallen! Hier schalle dein lebendig Wort, dein Segen walte fort und fort in diesen Friedenshals len. Einheit, Reinbeit gib den Herzen, Angst und Schmerzen tilg in Gnaden, heil uns ganz vom Sündenschaden. 3. Gott, heilger Geist, du werthes Licht, wend her dein göttlich Angesicht, daß wir erleuchtet werden. Geuß über uns und dieses Haus dich mit allmächtgen Flammen aus, mach himmlisch uns auf Erden. Lehrer, Hörer, Kinder, Väter, früher, später gehts zum Sterben. Hilf uns Jesu Reich ererben. 4. Dreieinger Gott, Lob, Dank und Preis sei dir von Allen gleicherweis für dieß dein Haus gesungen. Du hasts geschenkt und auferbaut, dir inis geheiligt und pertraut mit Herzen, Händen, Zungen. Ach, hier sind wir noch in Hütten: Herr, wir bitten, stell uns droben in den Tempel, dich zu loben. Mel. Dir, dir, Jehova 733 Wach auf, bu Geist der sten Zeugen, der Wächter, die auf Zions Mauern stehn, die Tag und Nächte nimmer schweigen und die getrost dem Feind entgegens gehn, ja, deren Schall die ganze Welt durchdringt und aller Völker Schaaren zu dir bringt. 2. O daß doch bald dein Feuer brennte! O möcht es doch in alle Lande gehn! Gib zu der Aerndte doch die Hände! Gib Knechte, die in treuer Arbeit stehn. D Herr der Aerndte, siehe doch darein; die Nerndt ist groß, die Zahl der Knechte klein. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten uns diese Bitte Anhang. Bitte in den Mund gelegt. O siebe, wie an allen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich herz. inbrünstigdarum anzuflehn; drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn! 4. So gib dein Wort mit großen Schaaren, die in der Kraft Evangelisten sein; laß eilend Hülf uns wider. fahren und brich in Satans Reich und macht hinein, O breite, Herr, auf weitem Erdenkreis dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! 527 Wege; vertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn und nach uns bald von jedem Miethling frei, daß Kirch und Schul ein Garten Got tes fet! 7. O beffre Bions wüste Stege, und was dein Wort im Laufe hindern kann, das räume bald aus jedem 8. Laß jede hoch und niedre Schule die Werkstatt deines guten Geistes sein. Ja, size du nur auf dem Stuhle und präge dich der Jugend selber ein, daß treue Lehrer wir und Beter sehn, die kräftig vor den Riß der Kirche stehn. Mel. Jefus, meine Zuversicht 5. Ach, daß die Hülf aus 734 Cine Heerde und Hirt! Wie wird dann dir sein, o Erde, wenn sein Tag erscheinen wird! Freue dich, du kleine Heerde! Mach dich auf und werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. daß dein Geist, sowie dein Wort verspricht, dein Volk aus dem Gefängniß nähme! O würd es doch nur bald vor Abend Licht! Ach, reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei und komm herab zur Hülf und mach uns frei! 6. Ach, laß dein Wort recht schnelle laufen! Es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein. Ach, führe bald dadurch mit Haufen der Heiden Füll zu allen Thoren ein! Ja, wecke doch auch Israel bald auf und also segne deines Wortes Lauf. 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, und die Herrlichkeit des Herrn nahet dämmernd sich den Heiden; blinde Pilger flehn um Licht: Jesus hält, was er verspricht. - 3. Komm, o komm, du treuer Hirt, daß die Nacht zum Tage werde! Ach, wie manches Schäflein irrt fern von dir und deiner Heerde! Kleine Heerde, zage nicht: Jesus hält, was er vers spricht. 4. Sich, Anhang. 528 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht vor des Morgenrothes Helle, und der Sohn der Wüste kniet dür, stend an der Lebensquelle. Jhn umleuchtet Morgenlicht: Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren auf gethan. Rauscht, verdorrete Gebeine! Macht dem Bundesengel Bahn! Großer Tag des Herrn, erscheine! Jesus ruft: Es werde Licht! Je fus hält, was er verspricht. 6. O des Tags der Herrlichkeit! Jesus Christus, du die Sonne, und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried und Won ne! Mach dich auf! Es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. In eigener Melodie. 735 Kehre wieder, kehre wieder, der du dich verloren haft! Sinte reuig bittend nieder vor dem Herrn mit deiner Last! Wie du bist, so darfst du kommen und wirst gnädig aufgenommen. Sieh, der Herr kommt dir entgegen, und sein heilig Wort verspricht dir Vergebung, Heil und Segen. Rehre wieder, zaudre nicht! 2. Kehre aus der Welt Zerstreuung in die Einsam. feit zurück, wo in geistiger Erneuung deiner harrt ein neues Glück, wo sich bald die Stürme legen, die das Herz so wild bewegen, wo des heilgen Gottes Mah nen du mit stillem Beben hörst und von neuem zu den Fahnen Jesu Christi reuig schwörft. 3. Rehre wieder, irre Seele! Deines Gottes treues perz beut Vergebung deis nem Fehle, Balsam für den Sündenschmerz. Sieh auf den, der voll Erbarmen dir mit ausgestreckten Armen winket von des Kreuzes Stamme: Kehre wieder! fürchte nicht, daß der Gnädge dich verdamme, dem sein Herz vor Liebe bricht. 4. Rehre wieder, neues Leben trink in seiner Liebeshuld. Bei dem Herrn ist viel Vergeben, große Langmuth und Geduld. Faß ein Hers zu seinem Herzen. Er hat Troft für alle Schmers zen; er kann alle Wunden heilen, macht von allen Flek ten rein. Darum kehre ohne Weilen zu ihm um und bei ihm ein. 5. Rehre wieder, endlich fehre in der Liebe Heimath ein, in die Fülle aus der Leere, in das Wesen aus dem Schein, aus der Lüge in die Wahrheit, aus dem Dunkel in die Klarheit, aus Anhang. 529 gering und klein, sonst dringt ein sichres Wesen ein. 5. Ich kämpfe gegen mein Verderben im Glauben und in Christi Kraft; der alte Mensch muß täglich sterben, der noch nicht todt am Kreuze haft: dieß aber Mel. Wer nur den lieben Gott 736 h weiß von keis macht mich rein und klein und lehrt zu Jesu ernstlich schrein. nem andern Grunde, als den der Glaub in Christo hat; ich weiß von keinem andern Bunde, von keinem andern Weg und Rath, als daß man eland, arm und bloß sich legt in seines Vaters Schooß. 6. Ich suche stets vor ihm zu stehen und seh in Allem ihn nur an, nach seinem Wink einherzugehen, daß nichts mein Ziel verrücken kann. Ich seufze stets: Herr, steh mir bei, daß ich dein rechter Jünger sei! aus dem Tode in das Leben, aus der Welt ins Himmelreich! Doch was Gott dir heut will geben, nimm auch heute; fehre gleich! 2. Ich bin zu meinem Heiland kommen und eil ihm immer besser zu; ich bin auch von ihm aufgenommen und finde bei ihm wahre Ruh; er ist mein Kleinod und mein Theil, und außer ihm weiß ich tein Heil. 3. Jch bleib in Chrifto nun erfunden und bin in ihm gerecht und rein; bleib ich mit ihm nur stets verbunden, so kann ich immer sicher sein: Gott sieht auch mich in Christo an. Wer ifts, der mich verdammen kann? 4. Ich fühle noch in mir die Sünde, doch schaden kann sie mir nicht mehr, weil ich in Christo mich befinde; wohl aber beuget sie mich sehr; ich halte nichts 7. Und da ich so in Chris sto bleibe, stets vor ihm wandelnd auf ihn seh, das Wort des Friedens fröhlich treibe und unabläffig zu ihm fleh, so bleib ich stets im Grunde stehn, da tann mein Wachsthum vor sich gehn. 8. Jch bleib im tiefsten Demuthsgrunde und will von Christo nimmer gehn; ich bleib im allgemeinen Bunde, in allgemeiner Liebe stehn und hang an Chrifto ganz allein; dieß soll mein Grund auf ewig sein. 9. O Jesu, laß mich in dir bleiben; o Jesu, bleibe du in mir. Laß deinen guten Geist mich treiben, daß ich im Glauben folge 8 dir Anhang. 530 dir. Laß mich stets fromm und wachsam sein, so reißet nichts den Grund mir ein. Mel. Jesus, meine Zuversicht 737 Hi immelan geht unsre Bahn; wir sind Gäste nur auf Erden, bis wir dort nach Kanaan durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgrimstand, droben unser Vaterland. 3. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte höre, das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hingehöre. Wenn mich dieses Wort bewahrt, halt ich eine Himmelfahrt. 4. Himmelan! Mein Glaube zeigt mir das schöne Loos von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne; denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. selbst voran, daß ich freu: dig folgen fann. Mel. Schon ist der Tag von Gott 2. Himmelan schwing dich, 738 Such, wer da will, mein Geist! Denn du bist ein himmlisch Wesen und kannst das, was irdisch heißt, nicht zu deinem Zweck erlesen; ein von Gott er leuchter Sinn kehrt in seinen Ursprung hin. ein ander Ziel, die Seligkeit zu finden, mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christum sich zu gründen. Sein Wort ist wahr; sein Werk ist klar; sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden. 2. Such, wer da will, Nothhelfer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu Theil; uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. 3. Ach, sucht doch den, laßt Alles stehn, die ihr das Heil begehret; er iſt der Herr, und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund voll Herzensgrund, sucht ihn allein; denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret. 4. Mein 5. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Hei: math führen, da ich über alle Noth ewig werde triumphiren. Jesus geht mir 6. Himmelan, ach himmelan! Das soll meine Los sung bleiben. Ich will allen eitlen Wahn durch die Himmelsluft vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, bis ich in dem Him: mel bin. 531 Ungemach. Du aber nahmst ohn mein Verlangen in deis ner Liebe mich gefangen und wecktest meinen todten Sinn. Nimm, Seelenfreund, für diese Treue, mein gan zes Herz, das ich dir weihe, entreiß mirs doch und nimms dir hin. 3. Ich hange nicht an irdischen Gaben, dich, Jesu, such ich ganz allein; soll ich nichts zu genießen haben, ich will auch so zufrieden sein; dein Reich wächst nicht in lauter Freuden; lehr mich getrost und stille lei den und mach in Allem mich getreu. Nimm hin mein Wollen, Denken, Richten, mein eignes Laufen, Wirker., Dichten, daß nichts, Mel. Wie wohl ist mir, o Freund 739 Ich will dich im. benn du, mehr übrig sei. am mer treuer lieben, mein Heiland, gib mir Kraft dazu. Lang hat die Welt mich umgetrieben, nun schenkst du mir die wahre Ruh, die Ruh, mit der nichts zu vergleichen, der alle Königstronen wei chen, die uns den Himmel offen zeigt. Ach, daß ich ganz in Lieb zerflösse vor deiner Liebe Wundergröße, die alles Wissen übersteigt, 2. Wie freundlich hast du mich gezogen, wie ging mir dein Erbarmen nach! Ich floh von dir und griff be trogen nach Herzeleid und Anhang. 4. Mein Herzenstron und Freudensonn sollst du, Herr Jefu, bleiben; laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben; bleib du mein Preis, dein Wort mich speis: bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu glauben. 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, laß mich in Kreuz nicht zagen; weich nicht von mir, mein höchste Bier, hilf mir mein Leiden tragen; hilf mir zur Freud nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach dieser Klag dir ewig dort Lob sagen. e até gerathen, wenn ich aus eigner Wahl nichts thu. Ein Andrer sinn auf große Tha: ten; mein Geift erblicket eine Ruh, worin er leidend das vollführet, was von des Geistes Trieben rühret, und das heißt recht in Gott gethan. O mischte sich doch in mein Lieben nichts mehr von meinen eignen Trieben, so fing ich recht zu lieben an. 5. Getreuer Jesu, soll ich hoffen, daß meine Liebe treuer werd? Ach ja, dein Herze steht noch offen dem, 82 welcher Anhang. 532 welcher ernstlich Hülf begehrt. Ich flieh zum Reich thum deiner Güte. Durch leucht mein finsteres Gemüthe, daß ich, was du nicht selber bist, erkenn und haß und dämpf und tödte, so schau ich nach der Mor: genröthe, wie hell die Sonne selber ist. 740 Mel. Was Gott thut, bas ift ich, Jesum, laß ich ewig nicht; dir bleibt mein Herz ergeben; du kennst dieß Hers, das redlich spricht: nur Ei nem will ich leben. Du, du allein, du sollst es sein; du sollst mein Trost auf Erden, mein Glück im Himmel werden. 2. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; ich halte dich im Glauben. Nichts kann mir deine Zuversicht und deine Gnade rauben. Der Glaubensbund hat festen Grund: die deiner sich nicht schämen, die kann dir Nie mand nehmen. 3. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; aus göttlichem Erbarmen aingst du für Sünder ins Gericht und büßtest für mich Armen; aus Dankbarkeit will ich allzeit um deines Leidens willen die Pflicht der Treu erfüllen. 4. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; du stärkest mich von oben. Auf dich steht meine Zuversicht, wenn meine Feinde toben. Ich flieh zu dir; du eilft zu mir; wenn mich die Feinde hassen, wirst du mich nicht verlassen. 5. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; das Kreuz soll uns nicht scheiden. Es blei: bet jedes Gliedes Pflicht, mit seinem Haupt zu lei den. Doch all mein Leid währt turze Zeit; bald ist es überstanden, und Ruh ist dann vorhanden. 6. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; nie soll mein Glaube wanken, und wann des Leibes Hütte bricht, sterb ich mit dem Gedanken: mein Freund ist mein und ich bin sein; er ist mein Schuß, mein Tröster, und ich bin sein Erlöster. 741 hits mit mir Mel. Es ist das Heil uns err, wie du so schickts im Leben und im Sterben! Allein zu dir steht mein Begier, laß mich, Herr, nicht verderben. Erhalt mich nur in deiner Huld; sonst, wie du willst, gib mir Geduld, denn dein Will ist der befte. 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, und Lieb zu Anhang. zu deinem Worte! Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr und gib mir hier und dorte, was dient zu meiner Seligkeit; wend ab all Ungerechtigkeit in meinem gan zen Leben! 3. Sollt ich einmal nach deinem Rath von dieser Welt abscheiden, verleih mir, Herr, nur deine Gnad, daß es gescheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir; o Herr, ein felig End gib mir durch Jesum Christum. Amen. lege mich vor deinen Thron. Schwache Thränen, findlich Sebnen bring ich dir, du Menschensohn. Laß dich finden, laß dich finden von mir, der ich Asch und Thon! 2. Sieh doch auf mich, Herr, ich bitt dich, lente mich nach deinem Sinn. Dich alleine ich nur meine, dein erkaufter Erb ich bin, Laß dich finden, laß dich finden! Gib dich mir und nimm mich hin! 533 4. Hör, wie kläglich, wie beweglich dir die treue Seele singt, wie demüthig und wehmüthig deines Kindes Stimme flingt! Laß dich finden, laß dich finden! denn mein Herze zu dir dringt. In eigener Melodie. Mel. Befiehl du deine Wege 742 Sieh hier bin ich, 743& in in Wohlstand ohne Gleichen 3. Herr, erhöre, ich be. gehre nichts, als deine freie Gnad, die du giebest, wo du liebest und man dich liebt in der That. Laß dich finden, laß dich finden! Der hat Alles, wer dich hat. 5. Dieser Zeiten Eitelfeiten, Reichthum, Wollust, Ehr und Freud sind nur Schmerzen meinem Herzen, welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, laß dich finden! Großer Gott, ich bin bereit! ist eines Christen Stand, wie er bei keinem Reichen von dieser Welt bekannt. Den kann auch Niemand rauben, wie feindlich er gesinnt; ein Christ ist durch den Glauben des reichsten Vaters Kind. 2. Er kann mit Freuden kommen vor Gottes Anges sicht, da wird er angenom. men, und Niemand widerspricht. Was Alles ihn betroffen, seis Freude oder Leid, ihm steht der Zugang offen zum Vater allezeit. 3. Er kann in großen Schaaren als Diener um sich sehn, die einst ihm Herren waren und nun zu Dienste stehn. Er ist um33 ringt Anhang. 534 ringt von ihnen den ganzen Lebenstag; denn ihm muß Alles dienen, was ihm begegnen mag. 4. Und geht einmal auf Erden die Kindeszeit zu End, er weiß, was ihm muß werden nach Christi Testament: ein Erbtheil in dem reichen, geliebten Vaterland. Sein Wohlstand ohne Gleichen ist eines Christen Stand. 4. Je größer Kreuz, je größre Liebe: der Wind Bläst nur die Flammen auf, und scheinet gleich der Himmel trübe, ſo lachet doch die Sonne drauf. Das Kreuz vermehrt der Liebe Glut, gleichwie das Del im Feuer thut. 5. Je größer Kreuz, je mehr Gebete: geriebne Kräuter duften wohl; wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, so fragte man nicht kämen Mel. Wer nur den lieben Gott 744 Jie näher Him Davids Psalmen her, wenn je er nicht auch versuchet wär? mel: wer ohne Kreuz, ist ohne Gott. Beim trügerischen Weltgetümmel vergißt man Hölle, Fluch und Lod. O selig ist der Mann geschäßt, den Gott in Kreuz und Trübjal sett. wie Perlen in gesalzner Fluth. 2. Je größer Kreuz, ie beßre Christen: das Kreuz ist unser Probestein. Wie mancher Garten wird zur Wüsten, fällt nicht ein Thränenthau hinein! Das Gold wird auf dem Feuer. heerd, ein Christ in man cher Noth bewährt. 3. Je größer Kreuz, je stärkrer Glaube: die Palme wächset bei der Last; die Süßigkeit fließt aus der Traube, wenn du sie wohl gefeltert hast. Im Kreuze wächset uns der Muth 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen: im Thale steiget man bergan. Wer durch die Wüsten ist ge gangen, der sehnet sich nach Kanaan. Das Täublein, findets hier nicht Ruh, so fliegt es nach der Arche zu. 7. Je größer Kreuz, je lieber Sterben: man freut sich recht auf seinen Tod; denn man entgehet dem Verderben, es stirbt auf einmal alle Noth. Das Kreuze, das die Gräber ziert, bezeugt, man habe triumphirt. 8. Je größer Kreuz, je schönre Krone, die Gottes Hand uns beigelegt und die einmal vor seinem Throne der Ueberwinder Schei tel Anhang. tel trägt. Ach, dieses theure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht. 9. Getreuzigter, laß mir dein Kreuze je länger und je lieber sein; daß mich die Ungeduld nicht reize, so pflanz ein solches Herz mir ein, das Glauben, Lieb und Hoffnung hegt, bis dort mein Kreuz die Krone trägt. Mel. Wo Gott zum Haus 745 Wohl einem Haus, da Jesus Christ allein das All in Allem ist! Ja, wenn er nicht darinnen wär, wie elend wärs, wie arm und leer! 2. Wohl ihm, wenn Mann und Weib und Kind im rechten Glauben einig sind, zu dienen ihrem Herrn und 3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt ein Vorbild vor die Augen stellt, daß ohne Gottesdienst im Geist das äußre Werk nichts ist, noch heißt! 4. Wohl, wenn das Räuchwerk und Gebet beständig in die Höhe geht und man nichts treibet fort und fort, als Gottes Werk und Got: tes Wort! 535 ger getreuer Hand ein Jegliches nach seiner Art im Glauben seine Pflicht be: wahrt! 5. Wohl, wenn im äuBerlichen Stand mit fleißi6. Wohl, wenn die Neltern gläubig sind, und wenn sie Kind und Hausgesind versäumen nicht am ewgen Glück, daß ihrer feines bleibt zurück! mel. Befiehl du deine Wege Gast Gott nach seinem Willen 746 Ich bin ein aft und Gebot! 7. Wohl solchem Haus, denn es gedeiht; die Neltern werden hoch erfreut ihren Kindern sieht und mans Seinen an, wie Gott die segnen kann. 8. So mach ich denn zu dieser Stund sammt meinem Hause diesen Bund: wenn alles Volk vom Herren wich, so dienen wir ihm ewiglich! hab hier keinen Stand; der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland; hier reis ich nur zum Grabe, dort in der ewgen Ruh ist Gottes Gnadengabe, die schleußt all Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an, als Müh und Noth gewesen? Solang ich denken kann, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Anhang. 536 mit Sorgen des Herzens zugebracht. 3. Ich habe mich ergeben in alles Glück und Leid. Was will ich besser leben in dieser Zeitlichkeit? Es muß ja durchgedrungen, es muß gelitten sein! Wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freud hinein. 4. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt, doch denkich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt; ich wandre meine Straßen, die zu der Heimath führt, da mich ohn alle Maßen mein Vater trösten wird. 5. Mein Heimath ist dort oben, da aller Engel Schaar den großen Herrscher loben, der Alles ganz und gar in seinen Händen trä get und für und für erhält, auch Alles hebt und leget, nachdems ihm wohlgefällt. 6. Zu dem steht mein Verlangen, da wollt ich gerne hin. Die Welt bin ich durchgangen, daß ichs fast müde bin. Je länger ich hier walle, la wen'ger find ich die gefalle, das Meist ist Eitelkeit. 7. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel. Ach, komm, meinGott. und löse, mein Herz, wenn dein Herz will! Komm, mach ein selig Ende aus meiner Wanderschaft, und was mich tränft, das wende durch deinen Arm und Kraft. 8. Wo ich bisher gesessen, ist nicht mein rechtes Haus. Wenn mein Ziel ausgemessen, so tret ich dann hinaus, und was ich hier gebrauchet, das leg ich Alles ab, und wenn ich ausgehauchet, so scharrt man mich ins Grab. 9. Du aber, meine Freude, du meines Lebens Licht, du zeuchst mich, wann ich scheide, hin vor dein Angesicht, ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll, gleich als die helle Sonne, nächst Andern leuchten soll. 10. Da will ich immer wohnen und nicht nur als ein Gast bei denen, die mit Kronen du ausgeschmüt ket haft; da will ich herrlich singen von deinem großen Thun und frei von schnöden Dingen in meinem Erbtheil ruhn. A. Mel. Ich hab mein Sach 747 Wohlauf, wohlten Gang! Kurz ist der Weg, die Ruh ist lang. Gott führet ein, Gott führet aus! Wohlan, hinaus! Rein Bleiben ist im Erdenhaus. 2. Du Herberg in der Wanderzeit, gehab dich wohl und Anhang. und laß dein Leid; schleuß nur getroft die Pforte zu. Was trauerst du? Dein Gast geht hin zur ewgen Rub. 3. Tragt ihn fein sanft ins Schlafgemach, ihr Lie ben folgt ibm segnend nach. Hab gute Nacht! Der Tag war schwill im Erdgewühl; hab gute Nacht, die Nacht ist kühl. 4. Ein Festschmuck ist des Sarges Tuch, ein Sieges: zug der Leichenzug. Tri umph! der Herr macht gute Bahn! Sein Kreuz voran! das winkt und deutet him: melan. 5. Jhr Glocken tönet fest lich drein und läutet hell den Sabbath ein, der nach des Werktags kurzer Frist durch Jesum Christ für Gottes Volk vorhanden ist. B. 6. D felig, wer das Heil erwirbt, daß er im Herrn, in Christo stirbt! O selig, wer vom Laufe matt die Gottesstadt, die droben ist, gefunden hat! 537 lezten Tritt? Nichts brachtest du, Nichts nimmst du mit. Die Welt vergeht mit Lust und Schmerz; schau himmelwärts! Da, wo bein Schaß ist, sei dein Herz. 9. Mit Gott bestell dein Haus bei Zeit, eh dich der Lod an Todte reiht. Sie rufen: gestern wars an mir, heut ists an dir, hier ist kein Stand, tein Bleiben hier. 7. Was suchst du, Mensch, bis in den Tod? Du suchst so viel, und Eins ist Noth! Die Welt beut ihre Güter feil; dent an dein Heil und wähl in Gott das beste Theil! 8. Was sorgst du bis zum 10. Bom Freudenmahl zum Wanderstab, aus Wieg und Bett in Sarg und Grab, wann, wie und wo, ist Gott bewußt; schlag an die Brust, du mußt von dannen, Mensch, du mußt! 11. Da ist kein Siß zu reich, zu arm, kein Haupt zu hoch, kein Herz zu warm, da blüht zu schön fein Morgenroth. Im Finstern droht der Tod und überall der Tod. 12. Ach, banges Herz im Leichenthal, wo ist dein Licht, dein Lebensstrahl? Du bist es, Jesu, der mit Macht aus Gräbernacht das Leben hat ans Licht gebracht. 13. Dein Trostwort klingt so hoch und hehr: Wer an mich glaubt, stirbt nimmermehr! Dein Kreuz, bein Grab, dein Auferstehn, dein Himmelgebn läßt uns den Himmel offen sehn. 14. Wohl dem, der, Herr, mit dir vertraut, schon hier die Anhang. 538 die ewgen Hütten baut! Er sieht das Kleinod in der Fern und kämpfet gern und harrt der Zukunft seines Herrn. C. 15. Nun, Thor des Frie dens, öffne dich! Hinein!hier schließt die Wallfahrt sich. Ihr Schlummernden im Friedensreich gönnt allzugleich auch ihm ein Räum. lein neben euch! 16. Viel Gräber sind an diesem Ort, viel Wohnungen im Himmel dort; bereitet ist die Stätte schon am Gnadenthron, bereitet ihm durch Gottes Sohn. ihr müsset ihm entgegen: gehn. 2. Zion hört die Wäch ter singen, das Herz will ihr vor Freude springen, sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gnaden start, von Wahrheit mächtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werthe Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all zum Freudensaal und hab ten mit das Abendmahl. 3. Gloria sei dir gesun gen mit Menschen und mit Engelzungen, mit Harfen und mit Cymbeln schön. Von zwölf Berlen sind die Thore an deiner Stadt, wir stehn im Chore der En gel hoch um deinen Thron. Rein ug hat jie gesehn, fein Ohr hat je gehört solche Freude; drum jauchgen wir und singen dir das Halleluja für und für. 17. Sein ist das Reich mit Allgewalt. Er zeugt und spricht: Ich komme bald! Ja, fomm, Herr Jesu, führ uns ein! Wir harren dein: Amen, dein laß uns ewig sein! 748 Waruft uns bie Mel. Herr, wir fingen Machet auf! Stimme der Wächter sehr der Zinne, wach hoch auf Stadt Jerusalem! 749( nr.9.2.5.) us Mel. Liebster Jesu, wir find Infern Mitternacht heißt Stunde. Sie rufen uns mit Hellem Munde: Wo seid ihr flugen Jungfrauen? Woblauf, der Bräut'gam kommt! Steht auf, die Lam pen nehmt! Halleluja! Macht euch bereit zu der Hochzeit; gang jegne, Gott, unsern Eingang gleichermaßen; segne unser täglich Brod, segne une ser Thun und Lassen, segne uns mit sel'gem Sterben und mach uns zu Himmelserben. In 539 sehen, und was mir selig ist. Ich nehm es, wie ers giebet; was ihm von mir beliebet, dasselbe hab ich auch erlieft. 4. Jch traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Uebel schüßt. Leb ich nach seinen Säßen, so wird mich nichts verlegen, Nichts fehlen, was mir ewig nüßt. 5. Er wolle meiner Süns den in Gnaden mich entbinden, durchstreichen meine Schuld. Er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urtheil sprechen und mit mir haben noch Geduld. 6. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wie( Nr. 751 ist ausgefallen. Siehe der; lieg oder zieh ich fort, Nr. 211.) in Schwachheit und in Banden, und was mir stößt zu Handen, so tröstet mich sein Anhang. In eigener Delobie. 750( 209) & rh rhalt uns, Herr, bei deinem Wort und steure dei ner Feinde Mord, die Jesum Chriftum, deinen Sohn, wol: len stürzenvon deinemThron. 2. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr, aller Herren bist, beschirm dein arme Christenheit, daß sie dich lob in Ewigkeit! 3. Gott, heilger Geist, du Tröfter werth, gib deim Volt einerlei Sinn auf Erd, steh bei uns in der letzten Noth, leit uns in's Leben aus dem Lod. - In eigner Melodie." 752( 55) In allen mei. träftig Wort. laß ich den Höchsten rathen, der Alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, solls anders wohlgelingen, selbst geben Segen, Rath und That. 2. Nichts ist es, spät und frühe, um alle meine Mühe, mein Sorgen ist umsonst; er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stells in seine Vatergunft. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er auser 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unvers droffen an mein Verhängniß gehn; kein Unfall unter allen wird je zu hart mir fallen, ich will mit Gott ihn überstehn. 8. Jhm hab ich mich ers geben, zu sterben und zu leben, sobald er mir ges beut; es sei heut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen, er weiß allein die rechte Zeit. 9. So sei nun, Seele, seine und traue dem alleine, der Anhang. 540 der dich geschaffen hat! Es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath. dern ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teu. fel hier wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn. 753( 373) BeineWege und was er haben will, er In eigener Melodie. das muß doch endlich kom men zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unver. zagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken; erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf! Auf! gib deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht; laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht. Bist du doch nicht Regente, der Alles führen soll: Gott sigt im Regimente und führet Alles wohl. und was dein Herze fränkt, der allertreusten Pflege deß, der den Himmel lenkt; der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohlergehn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sors gen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein läßt Gott ihm gar nichts nehmen: es muß erbeten sein. 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt. Und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rath gefällt. 4. Weg hast du allers wegen, an Mitteln fehlts dir nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht. Dein Werk kann niemand hindern, dein Arbeit darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kin8. Jhn, ihn laß thun und walten, er ist ein weiser Fürst und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret; mit wun derbarem Rath die Sach hinausgeführet, die dich be kümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost ver ziehn und thun an seinem Theile, Anhang. Theile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich begeben und sollst du für und für in Angst und Nöthen schweben, als fragt er nichts nach dir. 10. Wirds aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, so wird er dich entbinden, da dus am mindsten gläubst. Er wird dein Herze lösen von der so ichweren Laft, die du zu feinem Bösen bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du Rind der Treue, du hast und trägst davon mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg und Ehrenkron! Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand und du fingst Freudenpsalmen dem, ber dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende an aller unsrer Noth; stärk unsre Füß und Hände und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Mel. Der unsre Menschheit 754 G Gott, oft, der du Herzensken ner bist, dem Falschheit stets ein Gräuel ist und Lügen ein Verbrechen, kein Wort spricht je ein falscher Mund, Alwissender, dir ist es tund, 541 und einst wirst du es rächen. Laß jederzeit mein Ja und Nein aufrichtig und voll Wahrheit sein. 2. Gott, wenn ich schwö rend vor dir steh, hinauf zu deinem Himmel seh und meine Hand erhebe; wenn mit des Geistes Sammlung ich zum Zeugen dich anrufe, dich, durch den ich bin und lebe, dann sei von Trug und Heuchelei mein Herz und meine Zunge frei. 3. Wenn Fredler auch noch da dich schmähn und frech vor dir mit Lügen stehn, dann laß mein Herz erschrekken. Weh dem, der dich und deine Macht zur Hülle seiner Bosheit macht, sie vor der Welt zu decken! Weh ihm, er stürzet freventlich in ewiges Verderben sich. 4. D Seele, wenn du noch dich liebst, bedenk, was du zum Pfande gibst: dein Glück, dein ewges Leben! Verwirf nicht mit Verwegenheit dein Theil an Gott und Seligkeit; wer kann dirs wiedergeben? Washilft dir dann die ganze Welt? Nichts hat sie, was dich schadlos hält. 5. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein Hels land ist, dein Himmel nicht mein Erbe; wenn bei den 31 Leiden Anhang. 542 Leiden dieser Zeit dein Trost nichtmehr mein Herz erfreut, dein Troft nicht, wann ich sterbe, wer wird mich dann von Qual befrein? Dann besser, nie geboren sein! 6. Wie thöricht, wer noch denkt und spricht: Gott sieht es nicht, Gott achtets nicht! So lästern Frevlerrotten. Zwar seine Langmuth ist bekannt, er lähmt nicht jede falsche Hand; doch läßt er sein nicht spotten, ist nich. ter uns schon in der Zeit, einst Richter in der Ewigkeit. 7. Drum soll nicht Ehre, Gut und Geld und nicht die Macht der ganzen Welt mich blenden und verfüh ren; und drohten mir auch Schmerz und Leid, ich will doch meine Seligkeit muthwillig nicht verlieren. Es gilt fein Leid, fein Glück der Zeit, nein, es gilt Gott und Ewigkeit. 8. Gott, heilige du selbst mein Herz, daß ich nicht frevelnd Spott und Scherz mit Wort und Eidschwur treibe; daß ich der WahrHeit treuer Freund, auch wenn es mir zu schaden scheint, mit frohem Muthe bleibe! Dann kann ich ohne Furcht und Graun dem Tode selbst ins Antlig schaun. Anhang. Choral- Gesänge und Responsorien für den liturgischen Gottesdienst am Geburtstage des Großherzogs. Lied der Gemeinde. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 1. Herr, höre! Herr, erhöre! Breit deines Namens Ehre An allen Orten aus! Behüte alle. Stände, Durch deiner Allmacht Hände Beschüße Kirche, Staat und Haus. 2. Ach, laß dein Wort uns allen Noch ferner reichlich schallen Bu unsrer Seelen Nuß! Bewahr uns vor den Rotten, Die deiner Wahrheit spotten, Biet allen deinen Feinden Truß. 3. Du wollst uns hoch beglücken, Mit hellen Gnadenblicken Auf unsern Fürsten sehn, Ihn schüßen auf dem Throne, Auf seinem Haupt die Krone In vollem Glanze lassen stehn. Der Geistliche: Im Namen 543 Gebet: Allmächtiger Gott==332 dir 544 Anhang. dir dienen in der Gerechtigkeit, die dir wohl gefällt. Chor: Amen. Amen. Amen. Der Geistliche: Der allmächtige Gott und unsere Füße geseßt auf den Weg des Frie dens! Amen! Chor: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und bem heiligen Geisle, wie es war von Anfang, jegt und immerbar von Ewigkeit zu Ewigkeit! Halleluja, Halleluja, Halleluja! Der Geistliche: Ehre sei Gott in der Höhe! Chor: Und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Der Geistliche: Der Herr fei mit euch! Chor: Und mit deinem Geiste. Der Geistliche: Allmächtiger Gott durch Jesum Christum, unsern Heiland und Herrn. Chor: Meine Seele erhebe den Herrn und mein Geift freue sich Gottes meines Heilandes! Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht Denn der König hoffet auf den Herrn und wird durch die Güte des Höchsten fest bleiben. Chor: Halleluja, Halleluja, Halleluja! Die Gemeinde: Hauptlied. Mel Nun dantet Alle Gott 1. Preis, Ehr und Lob sei dir, In dessen Schirm und Schatten Wir bis zur Stund allhier Viel Heil zu schmecken hatten, Der auch zu jeder Frist Allmächtig nah und fern Ein Herr und König ist Des Fürsten, unsern Herrn. 2. Du haft ihm lebenslang Den Odem treu bewahret 1 Und Anhang. Und auf manch strengem Gang Dich huldvoll offenbaret, Du hast in seiner Hand Das Scepter stark gemacht Und unser Vaterland Mit reichem Gut bedacht. Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht Habt die Brüder lieb! Fürchtet Gott! Ehret den König! Chor: Amen. Amen. Amen. Die Gemeinde: Hauptlied. 1. Du wollest deinen Geist Auf seine Stirne legen, Der tlar ihn unterweist, Des hohen Amts zu pflegen, Du wollst Gerechtigkeit Und milder Gnaden Lust Ihm stellen an die Seit, Ihm pflanzen in die Brust. 2. Du wollest allezeit In deinem Gleis ihn lenken Und Zucht und Frömmigkeit In ihm dem Lande schenken; Auf daß er Vorbild sei Von jeder Tugend Art Und Hülf und Schuß verleih, Wo man den Glauben wahrt. 3. Du wolleft seine Treu 545 Vergelten durch die Treue, Womit ihn täglich neu Ein gutes Volk erfreue, Daß dein Gebot im Bund Von ihm und uns gescheh Und seines Thrones Grund In unsern Herzen steh. Der Geistliche: Laßt uns beten Segne uns um deiner Liebe willen. Amen. V. U. Gemeinde: Schlußvers des Hauptliedes. D fegne, was wir flehn An seinem Jahresfeste, 313 - Und Anhang. Und gib zum Wohlergehn. Ihm deiner Gaben beste. Gib, daß ers nie vergißt, Noch wir, wie du so gern Ein Herr und König bist Des Fürsten, unsers Herrn. Der Geistliche: Der Friede Gottes 2c. 546 Gemeinde: 1. Nun danket Alle Gott Mit Herzen, Mund und Händen, Der große Dinge thut An uns und allen Enden, Der uns von Mutterleib Und Kindesbeinen an Unzählig viel zu gut Bis hierher hat gethan. 2. Lob, Ehr und Preis sei Gott, Dem Vater und dem Sohne, Und dem, der beiden gleich Im höchsten Himmelsthrone, Zhm, dem dreieingen Gott, Als es anfänglich war, Und ist und bleiben wird Jeztund und immerdar. Der Geistliche: Segen. Die Gemeinde: Amen. Amen. Amen. 50 Choral Anhang. Choral: Gesänge und Responsorien für den liturgischen Gottesdienst am Geburtstage der Großherzogin. Lied der Gemeinde. 1. Allein Gott in der Höh sei Ehr Und Dank für seine Gnade, Darum, daß nun und nimmermehr Uns rühren kann ein Schade. Gott Wohlgefallen an uns hat Nun ist groß Fried ohn Unterlaß, Al- Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir beten an und loben dich Für deine Ehr, wir danken, Daß du, Gott Vater, ewiglich Regierst ohn alles Wanken; Ganz ohne Maaß ist deine Macht Allzeit geschieht, was du bedacht, Wohl uns des guten Herren! Der Geistliche: Im Namen- Gebet: Lasset uns beten 1 11 547 - dir dienen in der Gerechtigkeit, die dir wohlgefält. Chor: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geißte, wie es war von Anfang, jezt und immerdar von Ewigkeit zu Ewigkeit! Halleluja, Halleluja, Halleluja. 334 Der 548 Anhang. Der Geistliche: Ehre sei Gott in der Höhe! Chor: Und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Der Geistliche: Der Herr sei mit euch! Chor: Und mit deinem Geiste! Der Geistliche: Allmächtiger Gott- - durch Jesum Chriftum, unsern Heiland und Herrn. Chor: Meine Seele erhebe den Herrn und mein Geist freue sich Gottes, meines Heilandes. Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht und ihre Werke werden sie loben in den Thoren. Chor: Halleluja, Halleluja, Halleluja! Die Gemeinde: Hauptlied. 1. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren! Stimme, du Seele, mit ein zu den himmlischen Chören: Rommet zu Hauf; Psalter und Harfe wacht auf, Lasset den Lobgesang hören! 2. Lobe den Herren, der Alles so herrlich regieret, Der wie auf Flügeln des Adlers dich sicher geführet, Der dir bescheert, Was dich erfreuet und nährt; Dank es ihm innigst gerühret! Der Geistliche: Vernehmet mit Andacht- der sich selbst gegeben hat für Alle zur Erlös fung, daß solches zu seiner Zeit gepredigt würde. Chor: Amen. Amen. Amen. Die Gemeinde: Hauptlied: 1. Ach, bleib mit deiner Gnade Bei uns, Herr Jesu Christ, Daß uns hinfort nicht schade Des bösen Feindes Lift. 2. Anhang. 2. Ach, bleib mit deinem Segen Bei uns, du reicher Herr, Dein Gnad und all Vermögen Reichlich in uns vermehr 3. Ach, bleib mit deiner Treue Bei uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit verleihe, Hilf uns aus aller Noth! Der Geistliche: Laßt uns beten- Dir aber, dem Vater unsers Herrn Jesu Christi, dir, dem Allmächtigen und dem Alweisen, dir, dem Gott der Liebe und der Gnade, sei Preis und Ehre in alle Ewigkeit! Amen. Vater unser Chor: Halleluja, Halleluja, Halleluja! Der Geistliche: Der Friede Gottes 2c. Gemeinde: 1. Nun danket Alle Gott Mit Herzen, Mund und Händen, Der große Dinge thut An uns und allen Enden, Der, uns von Mutterleib Und Kindesbeinen an Unzählig viel zu gut Bis hierher hat gethan. 2. Lob, Ehr und Preis sei Gott, Dem Vater und dem Sohne, Und dem, der beiden gleich Jm höchsten Himmelsthrone, Jhm, dem dreieingen Gott, Als es anfänglich war Und ist und bleiben wird Jehund und immerdar. 549 Der Geistliche: Segen. Der Geistliche: Amen, Amen, Amen. Register. Nr. 173 391 164 Ach, bleib bei uns, Herr 728 Ach, bleib mit deiner 211 751 Ach, endlich, Dulder, Ach, Gott, verlaß Ach, Gott, wie mancher 306 Ach, hier nicht mehr, 678 Ach, könnt ich doch mit 653 Ach, sieh ihn dulden Ach, welch ein Kampf 88 Alein Gott in der Höh 42 Alle Menschen müssen 276 Allen Christen und auch 478 Aller Welten Herrscher 41 Alles hast du mir gegeb. 407 Alles ist an deinem S. 61 Allgegenwärtiger! ich 22 Augütiger, dir will ich 589 Allmächtiger, ich lebe 565 Allmächtig großer Gott 74 Am Kreuz erblaßt 172 Anbetung sei dir, Gott 188 Anbetungswürdiger G. 14 An deine Leiden denk. 138 An dich, mein Gott! 362 Auch außer meinem 640 Auf, Christen, bringet 410 Auf Christen, laßt uns 95 Auf dich, Erlöser, stets 325 Auf Erden Wahrheit 127 Auferstehn, ja, auferst. 267 Auf, freue dich, mein 93 Auf Gott nur will ich 530 Auf Gott und nicht auf 371 Auf, Jesu Jünger, fr. 187 Auf, meine Seele, auf 177 Auf, o Seele, sei noch 580 Auf, schicke dich, recht f. 116 Aus des Grabes Band. 179 Bald ist sie nun voll. 663 Bald leg ich Sorg und 658 Nr. 753 639 147 Bald oder spät des T. 335 Barmherziger, erhöre 655 Befiehl du deine W. 373 Beglücke meine Reife Beglückt, beglückt ist, Begrabt den Leib Bekenner Jefu, werdet Berufen hast du mich 529 Besiß ich nur ein ruhig. 454 Bester, weisester Reg. 66 Bewaffnete, der Krieg. 551 Bilden soll ich mich auf 299 Bis der Tod ihm winkt 457 Bis hierher und nicht w. 730 Blick hin in die vergang. 448 Bringt Preis und R. 178 334 681 Chrift, aus deinem H. 467 Christe, du Sohn G. 149 Christ, eile nie mit sich. 231 Christus, der ist mein 2. 665 Christ, wann dich Trübs. 381 70 Dank und Anbetung Dank, Vater, dir, der Das Amt der Lehrer Das Land, das Gott Daß ich der Tugend 323 Daß unser Gott uns 2. 458 Da stehen wir die Dein. 688 Dein bin ich, Gott! Deines Gottes freue Dein Heil, o Christ, Dein Wille ists, o G. 426 Dein Wort, o Höchft. 200 Dem ganzen Erdkreis 121 Dem großen Vater w. 122 Demuthsvoll komm ich 6 Dem Wandrer gleich 509 Den größten Sterbend. 158 368 392 43 654 533 546 Register. 8 Nr. Der am Kreuz ist meine 161 Der du den Menschen 617 Der du selbst die Wahrh. 206 Der du stets unsre Zufl. Der du uns als Vater 197 Der du uns das Heil erw.108 Der du voll Blut und 163 Der du von Jugend auf 411 Der Ehestand soll heilig 513 Der Erde Reize sind ern. 587 Der Freuden Quell ist 287 Der Heiland kommt 106 Der heilge Christ ist t. 720 Der Herr ist Gott und 11 Der Herr ist meine 374 Der Herrscher aller 2. 151 Der hohe Himmel dunk. 604 Der Lenz erfreuet was 266 Der Mächtige, der H. 603 Der Mond ist aufgeg. 583 Der Morgen kommt 649 Der Tag ist wieder hin 574 Der weise Schöpfer. 557 Der Wollust Reiz zu 433 Des Leibes warten und 482 Des neuen Jahres erst. 606 Dich bet ich an, erst. Dich, Jesum, laß ich ewig 740 Dich kennen, Gott, ist 355 Dich seh ich wieder 176 560 Die auf der Erde wall. 243 Die Erd ist Jeſu 701 Die Feinde deines Kr. 729. Die hier vor deinem 535 Die Himmel rühmen 51 Die Kinder, deren wir 520 Dieß ist der Tag, den 118 Die stillen Abendstund. 578 Die Zunge, die vern. 554 Dir dank ich für mein 615 Dir ergeb ich mich 320 551 Nr. Dir, Gott, der so gern 219 Dir, Gott, sei Preis 72 Dir immer ähnlicher zu 313 Dir, trau ich, Gott u. 377 Dir, unser Gott, ist 56 Dir zu leben, dir zu 246 Du, aller Menschen V. 485 Du bester aller Mensch. 120 Du bester Trost der 2. 633 Du bists, dem Ehr und 404 Du, deines Vaters 329 Du denkeft in der tiefst. 159 Du, der kein Böses thut, 78 Du, der sich einst voll 145 Du, der so gern begl. 455 Du, dessen Augen floff. 160 Du, gabst mir, Ewger 445 Du, Gott, du bist der 607 Du hast es mir gegeben 638 Du hast uns, Herr, die 436 Du, Herr, hast aus B. 227 Du, Herr und Vater 666 Du, Herr von meinen 624 Du tamst herab zum Du klagft und fühleft 449 Du läßt den Tag mich 616 Du liebst, o Gott, G. 483 Durch dich, Gott, bin 527 Durch dich, o großer G. 405 Dusagst, ich bin ein Chr. 336 Du, Vater deiner M. 364 Du vertheilst der M. 526 Du, weiser Schöpfer 26 Du, welchen keine Welt 641 Du wirst, o Vater, für 249 Du wollst erhören, G. 672 101 Ehre sei Gott in der 110 Eine Heerde und Ein 734 Ein feste Burg ist 210 Ein Gott regiert; was 389 552 Register. Nr. Ein Herz, o Gott, in 464 Ein milder Regen sinket 600 Ein Pilgrim bin ich in 277 Ein ruhiges Gewissen 500 Einsam bin ich; tiefe 584 Eins ist Noth! 322 Einst, als im Angstgeb. 146 Einst, freuet euch, einst 283 Ein Wohlstand ohneGl. 743 Empfinde deinen hohen 291 Entehre nicht, mein H. 450 Entfernet euch, unselge 499 Entreiße dich, mein G. 123 Entschwinge dich, mein 385 Erdentöchter, Erdens. 695 Erfreue dich des Heils 120 Erfülle redlich deine 383 Erhabner Gott, was 16 Erhalt uns, Herr 209 750 Erhebt den Herrn, ihr 97 Erhöhter Jesu! Gottes 709 Erinnre dich, mein Geist 180 Er ist erstanden, Jesus 182 Er ist gekommen, er Erlöser, der im Staube 148 Ermüdet von den S. 575 Erscheine meinem Geißl 134 Er starb, der größte Fr. 165 Ertöne, feiernder Ges. 414 Ertönt, ihr Freudent. 602 Es baut, o Gott, auf 595 Es eilt der legte von Es freu der Fürst des 402 Es ging ein Mann voll 124 Es hebt sich auf der A. 297 Es herrscht ein Gott 379 Es ist dein Wille, Herr 648 Es ist nicht mehr für 677 Es ist noch eine Ruh v. 278 Es ist nur Einer Herr Es ist vollbracht, so r. 170 Es preise Gott, wer 3. 328 109 446 12 Nr. Es werde Gott von dir 71 Es zieht, o Gott, ein Kr. 628 Gs züchtigt deine Hand 626 Ewig, ewig bin ich dein 224 Ewig, o Jesu, wirddein 213 Ewigund unwandelbar 609 Fallet nieder, fallet 406 Ferne sei der Irrthum 292 Fest steht dein Bund 614 Frohlockend, Vater 571 Frohlockt, ihr Christen 181 Früh mit umwölktem 592 Führer zur Vollkomm. 126 Für alle Menschen beten 403 Für deinen Himmel 676 Fürwahr, du bist, o G. 59 Geärndtet ist der Feld. 591 Gedanke, der uns Leb. 91 Geht hin! der Gott 516 Geist vom Vater und 195 Gelobt seist du, o Gott 707 Gerechter Gott, vor d. 29 Gern will ich mich erg. 247 Geweihter Ort, wo S. 698 Gewöhne dich, durch 550 Gib Gott, wenn ich d. 423 Gib, Höchster, daß ich 553 Gib mir, o Gott, ein 480 Gott, aus deinen Sch. 49 Gott, deine Gnade sei 117 Gott, deine Güte, deine 67 Gott, deine Güte reicht 399 Gott, deinen heil. Bef. 366 Gott, deinen weisen W. 528 Gott, deine weise Macht 65 Gott, der an allen End. 58 Gott, der du für uns 98 Gott, der du Herzenst. 754 Gott, der du Schmerz 647 Gott, der du unsre Zufl. 309 Gott, der Liebe, wie er. 363 Gott der Tage, Gott v. 656 Register. Nr. Gott, der zum Segen f. 547 Gott des Himmels und 562 Gott, dessen Macht des 637 Gott, dir gefällt kein 337 Gott, dir vertraun ist 380 Gott, du bist von Ewig. 18 Gott, du erforschest mich 295 Gott, durch den wir sind 205 Gottes Gnade fei mit 541 Gottes Sohn ist tom. 115 Gott, heilig sei dein N. 203 Gott, hilf mir, daß ich 711 Gott, ich will mich 338 Goti, immer groß an 459 Gott ist die Liebe, Gott 37 Gott ist getreu, sein H. 31 Gott ist mein Hort und 204 Gott ist mein Lied! 17 Gott ist, der das Verm. 438 Gott, lehre mich verst. 304 Göttlicher, dich zu erh. 331 Gott, mein Vater, D. 523 Gott, mit allen seinen 610 Gott, öffne deinen Him. 668 Gott ruft der Sonn u. 608 Gott, Schöpfer, Stifter 514 Gott sei Dank, ich lebe 566 Gott sei Dank in aller 104 Gott sorgt für uns, Gott Vater, aller Dinge 732 Gott von großer Macht 599 Gott, vor dessen Anges. Gott, wann mein serb. 659 Gott, welch ein Schm. 675 Gott, wie schrecklich i. 87 Großer Gott erhabnes 83 Groß ist der Herr, die 465 Groß ist, ihr Aeltern 519 Groß wird des Sünd. 275 62 28 Hab Acht auf mich in 715 Hab deine Lust am 369 553 Nr. 667 193 477 185 Habe deine Lust, o J. 620 Halleluja, bringet Ehre 408 Hast du denn ganz dein 630 Heiland, deine Mensch. 130 Heiland, den uns Gott 99 Heiland, groß an Huld, 239 Heil dir Seele, Gott Heilger Geist, von G. Heilig, heilig ist das Heil ihm, dem Todesüb. 174 Herr, deine Allmacht 23 Herr, deine Kirche dank. 212 Herr, deine Sanftmuth 489 Herr, dein Geseß und 207 Herr, der du Alles g. 424 Herr, der du dein th. 241 Herr, der du mir das 576 Herr, der du selbst die 220 Herr, du bist meine 3. 708 Herr, du erforschest mich 24 Herr, du fährst mit Herr, du wollst sie Herr Gott, dich loben 413 Herr Gott, du bist die 19 Herr Gott, was irdisch 542 Herr, höre mein Gebet 339 Herr, ich bin dein Eig. 274 Herr, ich hab aus dein. 251 Herr, laß mich doch g. 440 Herr, lehre mich den w. 76 Herrlich ists, anFreund, 556 Herrlich ists in deinem 218 Herr, mache meine S. 378 Herr, mein Licht, erl. 201 Herr, mein Versöhner 490 Herr, stärke mich dein 136 Herr und Richter aller 272 Herr, unser Gott, wer 46 Herr, vor deinem Ang. 5 Herr, welch ein wicht. 518 Herr, wie du willst, so 741 Herr, wie lange muß 340 237 554 Herr, wir feiern dein 236 Herr, wir singen deiner 89 Herr, wir stehen hier 221 Hier bin ich, Jesu, zu 228 Hier ist noch unsre P. 428 Hier lieg ich, Herr, in 644 Hilf mir, Gott, der Kr. 645 Himmelan geht unsre 737 Höchster, denk ich an 294 Höchfter Gott, wir Höchster, wer ists, der 15 Höher hebt sich Gottes 586 Huldigt Gott, ihr froh. 39 9 Register. Nr. 223 451 Jauchzt unserm Gott 33 Ich bebe nicht vor Tod 263 Ich bin der reichste M. 442 Ich bin ein Chrift 342 Ich bin getauft auf d. 222 Ich bin getauft nach Ich bin in meinem Ich bin, o Gott, dein Ich bin zur Ewigkeit Ich bin ein Gast auf 746 Ich blick empor zu dir 300 Ich denk an dein Ger. 710 Ich eile meiner Heim. 661 Ich erhebe mein Gem. 298 Ich fasse, Vater, deine 662 Ich freue mich, mein Ich geh einst ohne B. 256 Ich geh zu deinem Grabe 723 Ich habe, Gott, mir 341 Ich hab in guten St. 462 Ich hoff ein ewges L. 279 Ich komme, Herr, und 229 Ich komme vor dein 393 Ich preise dich, o Herr 230 Ich seh im Abendrothe 582 Ich sterbe schon, jedoch 670 Ich trete vor bein Ang. 621 Ich weiß, an wen mein 312 370 75 265 Nr. Ich weiß von keinem a. 736 Ich will dem Herrn zu 634 Ich will den Bund mit 235 Jch will dich immer tr. 739 Ich will dich noch im 250 Ich will in stiller Eins. 622 Jch will, mein Gott, du 713 Je größer Kreuz, je n. 744 Jesu, deine tiefen W. 143 Jesu, meine Freude, 324 Jesu, meines Lebens 2. 137 Sesum ewig zu verehr. 321 Jesus lebt, mit ihm 175 Jesus, meine Zuversicht 264 Jesus soll die Loosung 722 3m Frühling meiner J. 531 Jmmer näher kommt 270 Immer sich bestreben 125 In allen meinen Th. 55 752 In Gottes Namen fang 568 In Trübsal, Christ, sei 463 In unserm Kummer 642 131 79 1 ft Gott für mich, so 310 Kehre wieder, kehre w. 735 Kein Lehrer ist dir Kein Mensch, o Gott, Kinder, die ihr noch im 522 Kommt, betend oft und 364 Komm, heilger Geist Komm, o komm, du G. 191 Kommt, die ihr nicht 133 Kommt, fommt den H. 57 Kommt, laßt uns Gott 597 Rommt mit Dank vor 92 Kommt und laßt uns 344 Laß dankbar uns die 554 Laß deinen Geist mich 140 Laß doch, o Jesu, laß 215 Laß, Herr, nach eiteln 443 Laß mich doch nicht Laß mich, Höchster, 441 492 555 Nr. 4 Mein Leben steht in G. 252 Mein Schöpfer, beffen 347 Laßt dem Tode seinen 684 Mein Vater und mein 348 Laßtunsmitehrfurchtsv. 112 Laßt uns unserm Gott 114 Lehre mich, Herr, recht 429 Lieblich sind der Lugend 507 Liebster Jesu wir sind Lob, Ehr und Dank sei 636 Lob, Ehr und Preis 416 Lobet den Herren, Lob, Preis und Ehre br. 3 Lob sei Gott, der den F. 585 Lob sei Gott, der den M. 563 Lobsinge meine Seele 183 Lobsinget Gott! Dank 45 Lobanget Gott, denn s. 214 Lobanget Gott, er schuf 48 Lobt Gott, ihr Christen 111 Menschenfreund, nach 479 Menschen weis und gut 517 Mir nach, spricht Chr. 327 Mit Ernst, o Menschent. 105 Mit Freuden laßt uns 613 Mit frohlockendem G. 100 Mit lautem Schall fr. 706 Mittler, schau auf sie 538 Mit welchem Dank 657 Mit welcher Langmuth 40 415 Register. Nr. Laß mich, o Herr, in 345 Laß mir die Feier deiner 135 Mache dich, mein 430 396 349 593 Nach einer Prüfung 281 Nach einer schmerzensv. 650 Nach frommer Eintracht 488 Nach Gottes weißheitsv, 545 Nach meiner Seele Sel. 427 Nahet anbetend dem 632 Naht dem Altare, Unst. 226 Naht mit Andacht im 232 Nicht auf den Höhn, 453 Nicht, daß ichs schon Nicht für der Felder Nicht lang ein Pilger 669 Nicht mehr, als meine 646 Nichts ist von ungefähr 54 Nicht um ein flüchtig Nicht um Reichthum Nie bist du, Höchfter Nie will ich wieder fluch. 491 Nimm hin den Dank 238 Nimm unsre Dankgef. 94 Noch immer wechseln Noch läßt der Herr Noch leb ich. Ob ich 261 Noch nie haft du dein 30 Noch stehen wir, o G. 687 Nun bitten wir den h. 189 Run bringen wir den 680 156 Nun danket Alle Gott 409 194 400 Mein Auge sieht, o Gott 64 Mein bester Trost in Meine Kinder, Gott 521 Meine Lebenszeit verstr. 253 Meinen Jesum laß ich 313 Mein Erlöser, auch für 139 Mein Erlöser, Gottes 142 Mein erst Geschäft 564 Meines Herzens reinste 311 Mein ganzer Geist, 280 Mein Glaub ist meines 508 Mein Gott, ach, lehre 346 Mein Gott, du wohnest 356 Mein Gott, ich weiß 254 Mein Gott, zu dem ich 302 Mein Heiland, deine 102 Mein Heiland lebt und 699 Mein Herz, ermuntre d. 712 Mein Herz, Gott, V. 301 Mein Hort ist Gott! Mein Jesu, für dein 21 63 567 382 556 Register. Nr. 7 Nun ist das alte Jahr 612 Nun laßt uns alle fröhl. 96 Nun laßt uns gehn und 721 Nun sinkt die Sonne 573 Nur kurz ist hier mein 244 Oblickt hinauf zur E. 494 Ob wir sind, wie wir 495 O Durst nach Blut, o 152 O daß ich tausend 3. 718 Oft flagt dein Herz, w. 351 O Golgatha, zu deinen 168 O Gott, den alle Wesen 420 D Gott, der du mein 357 D Gott des Himmels 53 O Gott, deß Barke H. 35 O Gott, du bist mein O Gott, du frommer 350 O großer Gott, du r. 196 D Heiland, dessen hob. 240 Dheilger Geist, fehr 192 D Herr, mein Gott, d. 473 Jesu, Herr der H. 731 Kinder, dieser Tag 540 O könnt ich dich, mein 419 Oselig, wer zufrieden 511 Ostimm auch du mit 113 O welch ein Glück, ein 73 O welch ein Segen ist 555 welch ein unschäßb. 501 Welt, sich hier dein 162 Owie sanft ist, Herr 84 Dwie selig seid ihr 700 D wie unaussprechlich 282 Preist, Christen, mit 598 Breis und Anbetung 417 Redlichkeit, mit dir 496 Religion von Gott geg. 198 Richte nicht mit harter 484 Ruhet wohl ihr Todt. 685 Ruhig ist des Todes 689 Säe deine Thränens. 460 Nr. 2 13 Sanft, o Christ, ist 3. 332 Sanft, wie er gewand. 697 Schaffet, schaffet, M. 303 Scheint mir freubenleer 452 Schicke dich, erlöste S. 234 Schmerz und Klage 601 Schon auf Erden könn. 129 Schon ist der Tag von 273 Schön ist die Tugend 353 Schon naht sich meines 660 Schon wieder Nacht 651 Schöpfer der erschaffn. 418 Schöpfer, Gott, Herr Schüße die Deinen Schweiget bange 3w. Schwer liegt der Tr. Schwingt, heilige G. Gehet, Christen, sehet 169 Seht, welch ein Mo 158 Seid barmherzig Mi487 Sei gesegnet! Amen 10673 Sei getreu in deinem 537 Set Gott getren, halt 367 Sei hoch gepriesen, H 1411 Sei mir gegrüßt zu Sei zufrieden, mein Selig, Jesu, sind die Selig sind des Himmels Selig sind, die in den Selig, wer in stillem Senft den Leichnam 1682 Senkt nun den Leib 583 Siegesfürst und Ehr. 726 Sieh diese jungen S. 539 Gint ich einst in jenen 581 Sieb, hier bin ich, Ehr. 742 So fliehen unsre Lage 577 So gib denn, fromme 686 So hoff ich denn mit 315 So Jemand spricht, ich 482 So ist mit aller seiner 652 Soll dein verderbtes 202 216 316 701 60 269 2581 664 376 557 Register. Nr. Nr. Sollt es gleich bisw. 468 Viele Freuden streust 456 Sollt ich jetzt noch, da 330 Sollt ich meinem Gott 384 So schlummerst du in 171 So war ich lebe! spricht 305 Soweit Herr, deine 36 Soweit nur Menschen 590 So, wie du bist, so 20 Stärke, Mittler, stärke 536 Stets warst du meine 623 Still erheben wir uns. 691 Stimmt unserm Gott 714 Such, wer da will, ein 738 Sünde ist nie klein zu Theuer sei mir allez. Thut mir auf die sch. Triumph! Triumph! Vollbracht ist nun die 242 Voll Dank an diesem 561 Vollendet freudig eur. 289 Vollendet hatte Gottes 190 Voller Ehrfurcht, Dank 233 Vom Geräusch der W. 502 Vom Grab, an dem 119 Vom Todesthal hinauf 184 Von allen Himmeln 412 Von dir, der meine 497 Bon dir, du Gott der 515 Von dir, Gott, sind der 512 Von dir in diese Welt 498 Von Furcht dahinger. 157 Von heiligem Gefühl 543 Von Herzen preis ich 199 Vor dir, o Gott, sich 360 82 128 716 705 167 90 52 Ueber aller Himmel 186 Ueberwinder, nimm 724 Um Erbarmen flehen 629 Wach auf, mein Herz, 569 Wach auf, du Geist der 733 Um Gnade für die Wachet auf! ruft uns 748 Unerforschlich sei mir 27 Wandle leuchtender u. 725 Unschuldigster, du hatt. 155 Wann wir unsern Lauf 69 Unser Gott, der Herr Unser Gott ist groß Unser Wandel ist im 43 Unjern Ausgang segne 749 Unsre Kindheit, unsre 618 Uns strömt aus deiner 439 Unsterblichkeit Unst. Unter manchen bangen 671 Unumschränkte Liebe 703 Unwiderbringlich 611 284 Warum erbebst du, m. 268 Warum sollt ich mich 469 Warum willst du doch 386 Warum willst du dr. 719 Was Gott thut, das ist 470 Was hilft es mir, ein 354 Was ich nur Gutes h. 421 Was ist im Himmel, 358 Was ist mein Leben 472 Was ist mein zeitlich 434 Was ists, daß ich mich 474 Was mein Gott will 471 Vater, den uns Jesus 401 Bater, heilig möcht ich 80 Vereinigt laßt uns 481 Vergelten wirst du den. 288 Versammelt hatte Jesus 225 Verschwunden ist der 594 Vertrauen ist des Chr. 372 Verzeih der tiefen Tr. 692 Was soll ich ängstlich 387 Was sorgst du ängstlich 259 Was wär ich ohne dich 314 Was zagst du? Gott 388 Weicht, ihr Berge, fallt 31 Weit um mich her ist 588 558 Register. Nr. Nr. 34 Welch hohes Beispiel 333 Wie getroft und heiter 318 Welch hohes Vorrecht 395 Welterlöser, dich zu 326 Wenn Christus seine 217 Wenn der Stifter der 694 Wenn Geschwister fr. 525 Wenn gleich aus tiefer 475 Wenn ich auf Gottes 271 Wenn ich ein gut G. 503 Wenn ich einst von jen. 570 Wenn ich, o Schöpfer, 50 Wenn meine Zeit vorh. 257 Wenn Menschen streben 532 Wenn mich die Sünden 144 Wenn oft zu jener S. 285 Wenn sich mein Geist Wenn wir in höchsten 627 Wenn zur Erfüllung 365 Wen wird, o Gott, die 504 Wer auf seinen Gott 375 Wer bin ich? welche 425 Wer dieser Erden Güter 486 Wer gehorcht, der thus 548 Wer Gottes Wege geht, 296 Wer Gottes Wort nicht 317 Wer hat den Glauben, 293 Wer höher durch Geburt 549 Wer Jesum kennt, ver. 290 Wer kann die Leiden 150 Wer könnte zweifeln, 10 Wer machte diese schöne 47 Wer mit Lust und Eifer 696 Wer nur den lieben Gott 390 Wer nur ein Laster liebt 81 Wer stets mit reinem 352 Wer Sünde thut, der Wer unter deinem Sch. 579 Wer weiß, wie bald in 262 Wer weiß, wie nahe 260 Wer zählt, Unendlicher, 68 Wiedersehn! mit lauten 702 Wie freu ich mich der 286 Wie gnädig ist desi 605 Wie göttlich sind doch 132 Wie groß bist du, o Gott! 359 Wie groß ist des Allm. 32 Wie groß ist unsere S. 505 Wie groß, o Herr, ersch. 154 Wie groß, wie angebetet 103 Wie heiter fließt mein 506 Wie im Herbste fällt 245 Wie leicht verkenn ich 422 Wie mannichfaltig sind 435 Wie sanft, mein Bater, 397 Wie sanft sehn wir den 674 Wie sicher lebt der M. 248 Wie soll ich dich empf. 107 Wie theuer, Gott, ist 308 Wie viele Freuden dank 38 Wie wichtig ist doch der 77 Wie wird mir dann, o 255 Wie wohl ist mir, o 319 Will mich, o Gott, hien. 476 Willst du der Weisheit 361 Willst du die Buße noch 307 Wir alle, Menschenvater, 596 Wir flehn für unsrer 524 Wir gehn ans Grab Wir glauben an den Wir kommen, Helfer, 643 Wir sind in Noth, laß 635 Wir trocknen unsre Thr. 466 Wo eilt ihr hin, ihr-447 Wohlauf, wohlan, zum 747 Wohl dem, der beßre 444 Wohl dem, der in dem 510 Wohl dem, der richtig 493 Wohl dem, der seines 619 Wohl einem Haus, da 745 Wohl mir, o Schöpfer 552 Wohlthätig sind der Erde 461 Wohl uns! Wohl uns 534 Wo ist wohl Noth und 86 679 44 85 Zu dir, o Gott, das Zu dir, Unendlicher, Zum Fleiße ward das 96811800 the top de Zum Himmel erhebe Beuch ein zu deinen Th. 727 3ur frühen Gruft Register. Nr. Wort aus Gottes Munde 208 Wo sind die Weisen, die Wunderbarer König, 25 717 Ad1.dobe mgogop siek die 201 129dapmusi, 8010101 AC min 19 DAS PORT S is GER 608 5 S$ 1 bin ipta Girnom 3782 Ta med GÖS B10 152 Bez and awns T AC SIDO TR 0 in 1 vide 12.iptor 3, õim 108 tispeises ro/ A YOS per aid ad Pr ed 9.00 ik ch ASG vid 3r & 2 ITE ato 7914 Gtn mid d 1 12:00 1575 TAS 559 Nr. 398 631 437 625 693 Shitects 37 238 Gebete zur Hausandacht. Morgengebet am Sonntage. Großer und heiliger Gott! du Schöpfer und Herr des Himmels und der Erde, bei dir ist Allmacht, Weißheit und Güte, und du bist würdig, von Allem, was auf Erden und im Himmel ist, verehret, gefürchtet und geliebt zu werden! Dich preiset meine Seele für deinen mannichfaltigen Segen, den du über mich und die Meinigen auch in der zurückgelegten Woche ausgebreitet haft, für deinen väterlichen Schutz über uns in der abgewichenen Nacht und infonderheit für die großen Wohlthaten, die du an diesem heiligen Tage erneuern willst. Deine Weisheit und Gnade hat uns denselben zu deiner feierlichen Verehrung, zur Beförderung unserer Ruhe in dir, dem lebendigen Gott, und zu unserer näheren Vorbereitung zu deiner ewigen Gemeinschaft geheiliget. O wie gesegnet wird er auch mir sein, wenn ich ihn nach dieser deiner liebreichen Absicht zur Erquickung und Heiligung meiner Seele durch dein seligmachendes Wort anzuwenden suche! Dein großer Name sei gelobet, daß du mir die öffentliche Feier dieses beiligen und frohen Tages in Gesundheit, Ruhe und Gewissensfreiheit verleiheft! Verherrliche dich heute, o Gott, in den öffentlichen Versammlungen durch einen allgemeinen Segen! Heilige du selbst die Opfer unseres Gebets und unserer Lieder, daß wir dich im Geiste und in der Wahrheit anbeten. Allwissender! du fennest insonderheit meinen und der Meinigen Seelenzustand. Ach, laß uns auch heute die göttliche Kraft deines Wortes A also 2 Abendgebet am Sonntage. d also an unseren Seelen erfahren, daß wir nach unserer Beschaffenheit dadurch wahrhaftig gebeffert, im Glauben und allen dir wohlgefälligen Tugenden gestärket, durch deine Tröftungen beruhiget und in deiner Gnade sum ewigen Leben befestigt werden. Laß uns nicht nur in deinem Heiligthume deine wohlthätigen Absichten erfüllen, sondern auch in unserm ganzen Verhalten uns befleißigen, daß wir dir geheiliget werden. Die Ruhe, die du uns heute von unseren leiblichen Geschäften perstattest, werde doch insonderheit zur wahren Erholung unserer Kräfte, gur Sammlung des Gemüths und zu dessen Richtung auf unser ewiges Heil angewandt.d Bewabre uns, gütiger Gott, daß wir nicht durch unnöthige Geschäfte und unnüße Berstreuungen den Segen dieses Tages und deines Wortes an uns vereiteln. Unser ganzer Wandel müsse dich verherrlichen und es beweisen, daß wir dir dienen. Insonderheit laß uns dieses alsbann beweisen, wenn du uns Gelegenheit gibst, unsere Liebe zu dir durch eine thätige Liebe gegen unfern nächsten an den Tag zu legen! Heilige, o Gott, auch alle uniere Vergnügungen an diesem hetligen Tage. Laß uns nichts beginnen, als was mit Versicherung deiner Gnade genossen werden kann. Laß uns burch die Freuden, die uns deine Freundlichkeit auch im Leiblichen schentet, immer mehr zu dir, der Quelle aller Freuden, geführt werden, damit also dein Tag uns in Alem eine wahre Vorberei tung zu deiner ewigen Anbetung und zu der ewigen Ruhe und Geligkeit sein möge, die du den Deinen verheißen, haft Tapi Segneßt du, Herr, deinen Tag zum ewigen Heil unserer Seele, so wirst du uns auch im Leiblichen nicht verlassen. Du, mein himmlischer Bater, weißt, was wir bedürfen. Dir sei unser Leben und unsere ganze Wohlfahrt auch heute, auch für diese Woche und für die ganze Zeit unserer irdischen Wanderschaft empfohlen. Leite du uns nach deinem Rath und nimm uns endlich zu Ehren an um Jesu Christi willen. Amen. la msisid tuo aid do Abendgebet am Sonntage. * 1992 1.tu dig! nädiger und liebreicher Gott! dein Name ist herrlich in Allem, was auf Erden ist, und dein Ruhm höher, denn die Himmel. Dant set dir für die erneuerten Gelegens Abendgebet am Sonntage? 3 Gelegenheiten, die ich dieſen Tag gehabt habe, dich in deinem Hanje anjubeten, mich mit andern Christen u deinem u bet Dienste zu vereinigen, die Erklärung deines Wortes zu Hören und dadurch unterrichtet, gestärkt und auf die Wege der wahren chriftlichen Tugend geleitet zu werden! Gib nir o Gott, daß ich nun auch die Segnungen, die du mir bereitet, gehörig nügen möge, und es nicht blos bei dem Sören bewenden lasse, sondern durch die That beweise, daß ich nie zu den Absichten, zu denen sie gegeben sind, anwendemache mich gefcidadas ich meinem hohen Berufe gemäß lebe, gemäß den Pflichten, die mir auferlegt sind und gemäß den Verheißungen, die ich empfangen babe. 9110 ergib mir, gütiger Bater, die Unvollkommenheiten, Ste meine Andacht heute noch begleitet haben. Bergib bieTrägheit und Unthätigkeit meiner Empfindungen, die Zerstreuung meiner Gebanten, bie wenige Aufmert samteit meiner Seele auf deine Gebote. Ogib, daß ich Seine Ruhetage immer heiliger zubringen, immer weifer und ernsthafter, andächtiger und himmlischer gesinnt werden möge als ich bisher gewesen bin! Erhebe mich #ber diese Welt, folese ich in ihr lebe. Laß mich nicht denirdischen Dingen for nachjagenpals ob ich biefe Welt blos zu meinem Antheil erwählet und auf kein schöner Gebtheil die Aussicht hätte; sondern lebre mich effermen, daß hier nicht meine bleibenbe Stätte ei sondern daß mir eine festgegründete ewige Wohnung aufbehaltens ist. in das ich mich hier als einen Bilger und Fremdling ansebe und als ein Bürger des Himmels febe. Jaß mache mich durch deine Kraft, Begütiger Gott, geschickt, alle Schwierigkeiten, Beschwer nisse, Bes fahren und Versuchungen zu überwinder, die mir auf meinem Wege um Himmel aufstoßen, und laß mich durch einen täglichen Zuwachs an Heiligung und Tugend immer des glorreichen Erbtheils fähiger werden, dass einer Heiligen in Vichte wartettore menisc bon snu ud 91193 Gelobet fel dein Name, bliebreicher Gott, der du mich bis auf dieſen Tag mit jo vielen und die Empfindungen Wohlthaten ar Ste Leib und deiner under dienten Güte Retz mein Herz rühren, und gib, daß ich dich nicht nur durch meine Worte, sondern auch durch mein Leben preisen möge. Und nun, o Gott, nimm បាទ ហ្វ a 2 mich 4 Morgengebet am Montage. mich auch diese Nacht unter deine gnädige Aufsicht; beschüße mich vor allem Uebel und erquicke mich durch eine fanfte und stärkende Nube Deiner liebreichen Fürsorge empfehle ich alle die Meintgen Thue ihnen Gutes und fegne fie mit allen Folchen geistlichen und leiblichen Gütern, von denen du weißt, daß sie derselben am meisten bedürfen. Stehe den Unglücklichen bei Breite deine wohlthätige Barmherzigkeit über alle Menschen ous, Tim di bim Al Erhöre, gütiger Bater, dieß mein unvollkommenes Gebet und laß dir mein demüthiges Lob und Flehen in Gnaden gefallen! Erhalte mich mein kurzes und unge wiffes Leben hindurch in der Liebe zu bir. Tröte und stärke mich in meinen lezten Augenblicken und nach dem Töde fet du mein Theil und großer Lohn durch Jeſiem Christum, deinen lieben Sohn! Die mein Himmlischer Bater, fet Lob, Breis und Ehre jetzt und immerdar! Amen. 39091 no and 2901 905 and jup medindimslin dung amu smpal dr Morgengebet am Montagesspldo tim S Hert! durch deine große Barmherzigkeit fange ich halt diesem Morgen meine Wochenarbeit von neuem an Deine ewige Liebe und Treule, die mit deinem Gegen mich und die Meinigen bisher überschüttet hat, gehe denn auch heute mir von neuem auf, wie die Morgenrötbe! Wer bin ich, d Gott, daß du mich bis hierher gebracht Bal? Saj binja leider noch immer ein Sünder dem es an allem Ruhme mangelt, det er vor bir haben sollte, Ich thue leider nicht immer, noch völlig, was ich thun follte. Meine Gebanten sind eitel, mein Herz ist bald trozig, bald verzagt. Ach! so fiche denn, mein Gott, mich auch heute ja nicht an, wie ich an mir selbst von Natur und in meinen Sünden bin. Gedenke aber, lieber Bater an deines Sohnes Gehorsam und Gerechtigkeit, daß ich durch ihn vor dir gerecht und von dir gefegnet feier laß mich nicht und thue nicht die Hand von mir ab, Gott, mein Heil! Lehre mich auch heute und die ganze Woche thun nach deinem Wohlgefallen dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. Ich weiß nicht, was mir in die fer angefangenen Woche begegnen ibieb bebüfe du mich aber vor allem Uebel, behüte meine Seele, behüte meinen Leib bebüte meinen Eingang und Ausgangehre allem Bösen, welches mir das vorgesteckte Ziel ber -3090 rücken Abendgebet am Montage. 5 rücken könnte. Baß mich leben im Glauben deines Sohnes und laß dadurch Alles, was ich thue, in dir gethan sein. Gib zu meiner Arbeit dem Leibe Kraft und Gesundheit, dem Gemüthe Ruhe und Freudigkeit bei einer gewissenhaften Sorgfalt und erfreue mich mit deinem göttlichen Gedeis hen Erhalte mir den Segen, den du mir bisher haft jufließen lassen. Ernähre mich, persorge mich, beschirme mich. Gib mir Weisheit, meine Zeit wohl anzuwenden. Seget du mir dabei eine Last auf, so hilf mir auch und laß mich allegeit erfahren, daß du der seist, der uns von allem Hebel erlöset, hat und noch ferner erlösen will. Segne die Meinigen und zeige ihnen dein Heil. Und wie Alles auf dich, mein Gott, wartet, so fegne auch heute und in dieser Woche alle gute und dir wohlgefällige Arbeit und gib, daß ein jeder dabei sich redlich nähre und mit allem gutem Gewissen por dir mandle. Ja, thue deine milde Hand allenthalben auf und erfülle Alles, was da lebet, mit WohlgefallentroDente ants uns alte und segne uns; fegne die dich fürchten, beide, Kleine und Große: segne beines lieben Sohnes, Jesu Chrift, und um seiner träftigen Fürbitte willen. Amen mmad adag tod lolradi rade waninis sid dnu bim ladtörspram Abendgebet am Montageing stund bun Fiebreicher Gott! ich dante dir und bete deine Macht und Güte an, die ich und die Meinigen auch diesen heutigen Tag erfahren haben. Was bin ich, daß du mich bis hierher gebracht, beim Leben erhalten, mir so viel Gutes gethan und mich so reichlich gesegnet haft! Bon deiner Gnade, o mein Gott, bin ich auch, was ich bin, und deine Gnade ist nicht von mir gewichen. Also hast du auch heute meiner armen Seele und meines sterblichen Seibes dich herzlich angenommen, meine Arbeit gesegnet, meinen Unterhalt mir verschaffet, alle meine geistliche und leibliche Nothdurft in Gagden angesehen, ja, liber haupt meiner Schwachheit mit deiner Kraft mächtig geholfen. Wer ist, 9 Herr, wie du, der du dich so hoch gejebet haft und doch auf das Niedrige so gnädig hehest? Nun, o mein Gott, da du nicht allein wohneft in der Höhe und im Heiligthum, sondern auch bei denen die geängsteten Geistes und zerschlagenen Herzens find, auf daß du erquiceft den Geist der mbit Gede a 3 Morgengebetnam Dienstage. Gedemüthigten und das Herz der Berschlagenen, so bitte ich dich demüthig: Silge alle an mir noch befindlichen Sünden flecken durch das Blut deines leben Sohnes Jesu Christi! Inom Du bist der Herr, nach dessen Worte Alles geschehen amd dem alles dienen sollte. Wie finde ich hingegen meinen Willen deinem heiligen Willen so sehr zuwider, und mein Herz no falt gegen das, Andenken deiner Gnadengegen wart! Um Christi willen schone meiner& Vergib miralle, anch meine verborgenen Fehlenor Erfülle ferner, anputr deine gnadenreiche Berheißung: Schawill; dich nicht ver daffen, noch versäumen. Dus bistaja nicht ein Gott, der ferne feb; dan cerfüllest vielmehr Himmel und Erde und umgibst auch mich woich fige oder diegesa So sei denn auch in dieser Nacht nicht fernes von mir eile, auch mir beizuflehen, Gott, meine Hüllels Beweise auch an mir deine große Gnade du Heiland derer, die auf dich hoffen! Beschirme mich und Alles was du mir verliehen, haft, unter den Schatten deinen Flügel.snSeis du für mich, so wird nichterswiders mich seinsdJa, Bater Inowienbu beines geliebten Sohnes nicht verschonet, sondern abndfür uns alle und auch für mich dahingegeben bastio schenke mir undi Allen, die ihn angenommen haben, heute und allezeit mit demselben alles Andres was wir an Leib und Seele bedürfene Amen, dum Jesus willen Amena tads spilis no MK med vid Morgengeber am Dienſtage mo di 6 Gott, deine Güte ist alle Morgett neu und deine Freue, die bu an fagt les demisandernnndreine Nacht: thut res kund der andern, wie geschäftig bin, Herr, in jedem Augenblicke meines Daseins zu meiner Erhaltung zu meiner Freude und Glückseligkeit bist du schaffestges, baß ich sicher ruhe: Bain Finsterniß die Erde bedeckt und wann ich selbst von mir nichts weiß, dant wachest bit, mein Leben zu bewahren. Aber auch du bist es, Herr und Gott der Welt, der an jeglichem Morgen dem Lage und seinem Lichte wieder ruft, die Seele zu erwecken; du machest es, daß ich nach einer sanften Nacht mich wieder eines neuen Tags erfreuen kann. Was ist denn billiger, mas ist eines vernünftigen Geschöpfes, welches dich zu erkennen fähig ist, würdiger, als dir, dem Gott und Bater meines Lebens aus dessen Hand ich es auch deßt wieder wie B19111 D nen Abendgebet am Dienstage. 7 neu empfangen habe, dafür zu danken und deinen Namen zw preifen? Dieß sei denn auch jetzt, in dieser frühen Morgenstunde, mein erstes Geschäft. Meine Seele lobe dich, den Herrn, und alles, was in mir ist, deinen heiligen Namen! Meine Seele lobe dich und vergesse des Guten nie, das durbis diesen Augenblick an mir gethan haft! Daß ich ficher und ruhig geschlafen habe daß tein Unfall mich in dieser Nacht betroffen hat; daß ich das Licht dieses Tages ebenso gefund wieder erblickerals tchres gestern verlöschen fah; daß ich nicht nur meine Glieder zu den Geschäften dieses Tages wieder gebrauchen, sondern auch mit erneuten Kräften gebrauchen, und was noch mehr ist, daß ich vernünftig denken und von den sämmtlichen Kräften meiner Geete einen solchen Gebrauch machen tann der einem vernünftigen Wesen geziemt das Alles Gottp habe ich deiner Güte und Treue zu danken. Berleihe mir nun auch die Ghade, daß ich den Werth der Güter, die deine Hand mir an diesem Morgen gleichjam von! nenem geschentet hat erkennen und schätzen, und daß ich sie zu der Absicht anwenden möge, zu welcher du sie mir gegeben hast.do Gib, daß ich heute in Allem, was sich beginne, in meinen Geschäften, in meinen Vergnügungen in allen Umständen und Verbindungen, in welche ich tommen kann, dich vor Augen und im Herzen heiliges Gebot habe und an deine Gerechtigkeit, an dir, dem Allund an meine zukünftige Rechenschaft wissenden, fleißig denken mögelin Dadurch werde ich am sichersten bewahrt werden, daß ich in feine Sünde willige, noch irgend etwas mit Vorsag thuej was wider dein Gebot iftis Erhalte mein Herz auch an diesem Tage bei dem Einigen, daß ich deinen Namen fürchte; denn die dichisHerr, fürchten, haben keinen Mangel an irgendeinem Gute, das wahrhaftig glücklich macht. Erhöre mich um meines Mittleba willen, in dessen Namen ich zu dir bete. Amen. med napral machine unged the rad Had dru harrs ug 91Abendgebet am Dienſtage at dun san ch freue mich seiner Güte, o Gott, und komme mit Danken vor dein Angesicht! Jeders Lag, jede Stunde, jeder Augenblick meines Lebens gibt mir neue Beweise von beiner väterlichen Huld und Gnade und legt mirdneue Verpflichtungen zur Dankbarkeit und zum Gehorsam gegen dich, a 4 meis 11911 Abendgebet am Dienstage. No meinen Vater und Wohlthäter, auf. Auch heute hast du dich an mir Unwürdigen nicht unbezeugt gelasſen. Auch heute hast du mir in allen Beziehungen niet( Butes gethan. Wie viel bekannte und unbekannte Gefahren und lebel hast du durch deine gnädige Vorsehung von mir abgewandt! Wie viele geistliche undl eibliche Wohlthaten habe ich aus deiner freigebigen Hand empfangen! Wie kann ich dir, ma dem Herrn, meine Dankbarkeit genügiam beweisen? Nimm meinen Leib und meine Seele zum Opfer hin. Sie find dein und deinem Dienste deiner Verherrlichung sollen fie auf ewig geheiligt sein! Möchte nur mein Eifer, dir zu gefallen, beständiger, möchte der Gehorsam, den ich dir leifte, reiner und pollkommner sein1. Aber mein Gott! wie weit bin ich noch von dem Ziele der chriftlichen Vollkommenheit entfernt! Wie vieler Nachlässigkeit und Trägbeit im Guten, wie vieler Vergebungen und Fehler muß ich mich täglich vor deinem Angesichte beschuldigen! Wie beschämt bin ich, wenn ich an meine Sünde gedente! Ach, Herr, ich bereue sie von ganzem Herzen. Ich entschließe mich, in beiner Furcht mich immer mehr von allen Beffe chungen des Fleisches und des Geiftes zu reinigen und meine Heiligung zu vollenden. Stärke mich selbst, o Gott, in die fem guten Vorsate. Stebe mir in der Ausführung desselben mächtig bei, Gib daß ich Alles, was dir zuwider ist, balle und als das größte Uebel meide und fliehe, Gib, daß ich Alles, was bein heiliger Wille von mir fordert, aufrichtig und mit Freuden thue. Laß mir den morgenden Tag heiliger fein, als den heutigen: laß mich täglich an Weisheit und Tugend wachsen und immer mehr nach deinem Cbenbilde erneuert werden. Dein mächtiger Schuß. bedecke mich und die Meinigen auch in dieser Nacht, damit uns kein Unglück begegne und teine Plage sich zu unsrer Wohnung nahe. Schente mir einen fanften und erquickenden Schlaf. Laß mich morgen, wenn es bir gefält, mit neuen sträften wie der aufwachen und gib, daß ich sie nach deinem Willen und zu deiner Ehre anwende. Tröfte barmherziger Gott, tröfte alle Elenden, die in dieser Nacht durch Schmerzen und Krankheit, oder andere Tribiale der füßert Rübe beraubt sind. Erbarme dich aller Menschen. Dir, Herr, mein Gott, übergebe ich meinen Leib und meine Seele. Leite mich nach deinem weisen Rath und nimm mich endlich Morgengebet dim Mittwochen. II endlich in deine Herrlichkeit auf, bitte dich um Ich dieses Alles in dem Namen und als ein Junger Jefu Chrifti, unsers Mittlers und Seligmachers, Amen. dok dhill notes Pilis un ambasado tim nou pudra spidöng anisd brud ud aun bi sdoorgengebet as induldog, bildialenu schilflise slsia sille id bi mno Mittwochenspiel mied ( Hott, Schöpfer und Herr des Himmels und der Erde, barmherziger Wohlthäter und Vater der Menschen! Dich bete ich als bent urheber und Schalter meines Lebens, als den Gott meines Heils, als die ewige und unerThöpfliche Autente meiner Glückseligkeit demüthight an. Dit panfe ich mit Freuden für mein Leben, für meine Gefundbeit, für meine Kräfte, für alle geiſtige und leibliche Güter, die ich befiße. Dir dante ich insbeſondere dafür, daß du mich in dieſer Nacht mit deinem mächsigen Schuße bedecket, daß du alle Gefahren, die mir drohten, von mir abgewandt, daß du meinen Leib durch einen fanften Schlaf erquidet und mir neue raft und neues Leben eingeflößt haft. Wer bin ich o Gott, wer bin ich ich, daß du dich meiner to väterlich annimmst? Ich bin ein Sünder, der bene helligen Befeße übertreten, der deine Wohltbaten öfters gemißbraucht, der sich des Joändlichen Undants gegen dich schuldig gemacht und als ein solcher nichts als Ungnade und Strate perdienet eBat Aber du hanoelft nicht mit uns nach infern Sünden und vergilft uns nicht nach unseren Miſsetharen. Stoc chonest du meiner, wie ein Vater feines Sohnes Imonet noch fährt du fort, mich zu fegnen und mir Gutes zu thun: noch wußt du mich durch Güte zur Buße leiten. Wie reuet es mich, o Gott, daß ich dich, meinen Vater und Wohlthäter, ſo oft beleidiget und dir ben schuldigen Gehorsam verweigert habe. Set mir gnädig m Chrifio, beltem Sohne, und verzeibe mir um jeinelwilten alle meine Sünden. Siehe, ich heilige mich bir ganz und gar. Ich erneuere hiermit in deiner Gegenpart, b( off, den aufrichtigen Vorfaß, ale unordentlichen Begierden, die mit mir aufsteiden zu unterdrüden, alle bösen Gewohnheiten, die ich noch an mir habe, zu bekämpfen und mich in meinem ganzen Verhalten nicht pim him" QIBIG ST nach bildns 10 Abendgebet am Mittwochen 9 nach demi Willen meines Fleisches, oder nach dem Bei spiele der Lasterhaften, sondern allein nach deinen guten und Heiligen Geboten zuistichteinn Ach, Herr, fiehe aur felber mit deiner Gnade obet, diefenosguten, Borjas, mit Treite zu erfüllen; denn phne dich vermag ich nichts. Bewahre mich auch heuten vor allen Versuchungen zur Sünde, und wenn ich versucht werden fodlaß mich nicht fallensi Baß mich oftdan dem Tod, an das Gericht und an die Ewigkeit gedenken und dadurch weise werden zur ewigen Seligkeit! Berleihe mir Gesundheit und Kräfte zu meinen Berufsgeschäften und begleite ofte mit deinem Segen. Dir nundo deiner Gnadead ora Gott, empfehle ich alle Menschen. I Segne infonderheit diejenigen, die du durch die Bande des Blutes und der Freundschaft mit mer verbunden hast. Gib, daß wir alle die Pflichteniounseres Berufes treulich erfüllen und deine Ehre und das Heilun ferer unsterblichen Seele zum letzten Endzweck aller unserer Bestrebungen machentpi Erhöre mich, Vater den Barm herjigkeit und seitir gnädig um Jesuwillenimen. Toto mism Abendgeber am Mittwöchent. Barmherziger Gott Nach deiner Verordnung bedeckt jest wiederum Finsterniß das Erdreich; bei dir aber, du Vater des Lichtsp muß auch die Finsterniß Licht feil. Auch diesett ag legte ich untersdeinem gnädigen Schube zurück und preise deinen heiligen Namen für alle deine guten und vollkommenen Gaben, die mir deine Gnade heute geschenkt oder erhalten hatid Ich danke dir nicht nur, daß du mir das Licht meinen leiblichen Augen verlichen und bisher bewahret hast, sondern auch vornehmlich, daß du bein heiliges Wort noch immerfort meiner Seelesleuch ten läsfeſttals ein Licht auf meinen Wegen. Zwar muh icho finein Gottd auch heute oor die bekennen, daß ich nicht stets dinodiesem heiligen Lichte gewandelt, bin Stelle aber meine heutige mir bewusste Uebertretung nicht imi Borne vor dich noch meine unerkannten Sünden ins Licht vor deinent Angesichte; sondern wir sie hinter dich zurückrund feiamtr um Christiawillen gnädigen Bleibe du muniferner bei mir mein Gotta danes djeßt Abend worden istans Bist du mein Sicht und mein Heil, por wem sollte ich mich fürchten? Bist du meines Lebens ud 80 Kraft Morgengebet am Donnerstage. 11 Kraft, vor wen sollte mir grauen? Wenn meine Augen geschlossen findp so laß deine Augen über mir offen fiehen. Laß meine Seele und meinen Leib und Alles, was ich habe, unter beiffer liebevollen Fürsorge wohl verwahret fein. Sorge für mich und die Meinigen, sorge für alle Menschen! Erbarme bich aller Armen aller Kranken und Elenden! Hilf ihnen und lindre ihren Schmerz und ihren Kummer! Bib ihnen tröstliche, Gedanken, die sie aufrichten und Pärten können und laß sie deine Macht und Liebe empfinden Soll ich nach deinem gnädigen Willen noch länger hiers deben, so laß mich morgen mit einer dankbaren Einpfindungo Dom beiner Güten erwachen und mich den Tag zu der Erfüllung deiner gütigen Absichten anwenden. Sollteraber in dieser Nacht die Zeit meiner Vorbereitung jur Ewigkeit aufhören, oj dos vergib mir, was ich zu diesem großen Endzwecke versäumt habe, um Jesu Christi willen, underfüllebeinetheure Verheißung, daß du mich um seinetwillen als völlig begnadigt annehmen und bei dir evig felig machen wolleft.Erhöre mich, mein Gott, mein Vater, durch Jesum Chriftum. Amen. min 1909ponsorS thadad puMorgengebet am Donnerstaged Gott, Quelle meines Lebens und deſſelben Erhalter, mein ich von Tag anfanger fets du mein erster Gedanke! Dankbarkeitbund Liebe gegen dich müssen die ersten meiner heutigen Empfindungen seind noch sind Leben und Gesundheit mein; beide hast du mir auch in dieser Nacht erhalten. Deine Güte wachte über mich, daß kein Unglück sich mir nahen durftebDaß ich heute von neuem thätig in meinen Geschäften und zu meinem und meines Nächsten Nußen wirksam sein kann, das ist dein Geschenk und kommt nur von dit. Was habe ich das ich nicht von dir empfangen hätte? 19Wernist mein Vater, mein Wohlthäter, mein Freund, wenn du es nicht bist? Wer ist mehr, als dit, meine ficherste Zuflucht? Du Allmächtiger, Allweiser, Gütigster, du bist mein Schöpfer, mein Gott, mein Vater. Wie glücklich bin ich könnte ich es wohl mehr sein, als ich es dadurch bin, daß ich von dir, von dir allein abhänge? Dein bin ich und dein will ich ewig bleiben, bir set mein Schicksal gänzlich heimgestellt. Regiere du a 6 8112 Abendgebet am Donnerstage. modu es nach deinem Wohlgefallen. Dein Wille ist allezeit berp beste; beinn Willen gescheheb Führeamich immer nach deinem Rath; dein Rath in Seligkeit für mich. Ich ritenne kein jeligeres Glück, als das, dirgu gehorchendein & Wille allein fei mein Geset! Seidu allein der Herr meines id Herzensl Herrsche du über meine Gesthnungen, über meine 9 Neigungen, über meinen Wünscher verstatten nicht daß Freirgend etwas, daß dir zuwider ist, sich in mein Herz einzu sschleichen suchel Fehle ich soslehre mich meine Fehler erdifenden und verbessern. Din girsgefallen, ist mein erster 90 Wunsch, solange ich denken kann, will ich so denkenio Ich sempfehles mich und die Meinigen auch dan diesem Tag nog beinem mächtigen Schuße. Laß deine Huld mich auch heute e790begleiten, auch heute über alle meine Schritte wachen; sei TTS ein, sei aller Menschen Beschüßerl Gollen meiner Tage noch dol mehr werden, so seien die bin alle geheiliget! Laß mich keinen, nsdund auch diesen nicht verleben, ohne daß ich besser werde! nid Gott, deine Güte müsse sich mit jeden Tage über mich er39dsheuern aber auch imit jedem Tage lasse mich deiner Liebe 90 und Güte würdiger werden. Erhöre mich und erfüllemeine sps dir wohlgefälligen Wünsche, wie du des mir und Allen, die mis nach deinem Willen bitten, durch Christum verheißen haft. motoDiv sei Chre von Ewigkeit zu Emigkeit! Amengul * 19 dm 9091 in Abendgeber airwainer of: schisarda am tistil 19S bermalrist von der min bestimmten Lebenszeit ein Tag vorbei. Dir, gütigster Vater, dessen Geschenk er war, bir müssen auch noch seine legten Augenblicke geweiht, dit müssen dieslletten meiner heutigen Empfindungen 170) hellig seindo Nup deiner Huld allein, unendlich gütiger op Gott, habe ich esigur danten, daß du mir bist hierher misngeholfenbhast di Alles, was ich bin und was sithathabe, and bin ich und habe ich nur allein von din. Wie viel Gutes it hast du mir heute erwiesend Wie viel Bösesnhatradein sim gnädigers Schuß von mir abgewendet! Du bist doch nur med alleino mein wahres und auch mein höchstes Gut, du madiwirstnes emig sein. Dag ich dich habe, was sind mit dioHimmel und Erde? Deine Huld verwandelt das Mißverbidgnügen meiner Tage in Heil und erhöhet das Vergnügen dun meines Lebens zur Seligkeit. Dieser Welt, fotaveit ents 319dfernt von deinem Himmel, ist doch so voll von deiner 90913 Güte! sting Donnerstage: spriMorgengebet ant Freitage. ST 13 tin Güteli Was wird erstjenea fein, wo bber Freuden 19nbiel Füllerwor deinem Angesichte und volle Geligkeit zu pedeiner Rechtennisb Welche Giactieligkeit wartet dann auf nismich nodem Stande meiner Vollendung! Diwann wirst 89nbury Bater, mich würdig Findeit, michnunter deine Haussnigenoffen, aufzunehmen könnte doch hur mein Leben dir dodimmer angenehm sein und mein Wandel dir immer gefallen Mit Alles fehenden Blicken erforscheft du mein Herz. 19 Dihöchte es doch immer rein, doch immer rechtschaffen 19vov bin erfunden werden 1 Herr, ich gelobe es dir und bewitses auch halten, daß ich nach den Rechten deiner Geporechtigkeit Lebeh will df bui mirinur bei meiner natürlichen 91uSwachheit, derfeperinein Unvermögen durch den kräftigen ist Einfluß der guten Triebendeines Geistesuo Auf dich Overborlaffe ich mich im Allen, was meine Glückseligkeit befördern kanthim Jetzt! überlasse ich mich ber Raher daß mir laß saben Meinigenjodaß diesem Hausebi lapisallen Menschen 19 Seine mächtige Beschirmung widerfahren verbütelgnädig 9d9iUnglüch undr Schädentz Solbi ich in dieser Welt wieder oniserwachenpfo feinferner mein Gott, wie du es bisher gesid meseit bistpfo fübvednich an deiner Hand auf den Wege, oben ich noch durch diese Welt zu gehen habe for laß dein Auge mich leitempdaß ich nicht von deinen Geboten abweiche; so regiere mich, daß ich, als ein Erbe der Unsterblichkeit, immer würdig meinen Berufe lebe und poschoniquf Erden mein Wandelrim himinéb fei Ymen. 0 19 Insis ad profitio i idrog disarga sbildns Morgengebet am Freitagersüm vid magn Heiland der Welt, treueſter Mittler Du biſt darum fo da 19d7nicht ihnen selbst leben, sondern die, der dudfürofie gedoftorben und auferstanden bist: Dir widme ich hente mein astulebeiu und Denken von neuem, da ich mich erinnere, daß misdbundne einen Freitage deins theures Leben aus Liebe für Tun ntich gelassen hafts Achp laß mich nie vergessen wie ud piele Mühe and Arbeit dir deine Günden gemacht haben, im damit ich keine derselben gering achte. In deinem Leiden sudaß ich mich die Güte und den Ernst Gottes schauen Gib, pidaß ich mich dieser Güte@ imi Glaubewifrewes unde dich, in di Bottes, Sohn Lebenslang für meinen höchsten und 79m besten Freund halte, indem jasnNiemand ingrößere 1910 Liebe 14 Morgengebet am Freitage. th Liebe hat, als die daßmer sein Leben läsfet für seine Freunde. Und da ich in deinem Leiden, mein Heiland, sebe, wie ernstlich Gott die Sünde hasse und ftrafe, so gib mir Gnade folche auch ernstlich zu haffen und zu meiden. Du riefest an deinem Kreuze: Mein Gott, mein Gott, warum haft du mich verlassen? Ach! bitte deinen himmlischen Bater für mich, daß er weder heute noch jemals mich verlaffe noch verläume. Du frugeft bein Kreuz felbst zu seinem Tode und unterwarfest Deinen Willen dem Willen beines himmlischen Vaters. Gib, daß auch ich mich diesem heiligen Willen in kindlichem Gehorsam unterwerfe, mein Kreuz auf mich nehme und auf allen Wegen deinem Vorbild beständig nachfolge, Und wie bu mitten in deiner Bein die Deinen nicht vergabeft, fondern auch auf deren leibliche Wohlfahrt und Erhaltung bachteft, so laß mich auch heute dieser deiner freuen Fürsorge ebenfalls mich erfreuen. Mende dadurch alles Uebel von mir ab und alles nöthige Gute mir zu. Bewahre mich und die Meinigen vor Krankheiten und Schmerzen; oder wenn wir ja an unſerm Fleische leiden sollten, so gib, daß wir uns mit demselbigen Sinne gegen alle Ungeduld waffnen, mit welchem ou gelitten haft. D Herr Jesu! Du bist am Kreuze ein Fluch für uns worden, auf daß alle Völker in dir gesegnet würden laß auch mir deinen reichen Segen an Seele und Leib und zu allen guten Verrichtungen zufließen. Bilde mich nach beinem Sinn und wie du sogar für deine Feinde, die dich gefreuzigt haben, voll Sanftmuth batest, so gib auch mir standhafte Sanftmuth bei allen unangenehmen Vorfällen, die mir etwa heute burch Menschen begegnen möchten. Ja, du Lamm Gottes, das der ganzen Welt Sünde getragen hat, erbarme dich Aller und belehre Alle, dre dich noch nicht erkennen, die nicht wissen, was sie thun, wenn sie dich verwerfen und durch vorsäßliche Sünden beleidigen. Laß das Wort von deinem Kreuse immer mehr göttliche Kraft und göttliche Weisheit werden. Gebente an mich und alle die meinen, Herr, der du im Reiche deiner Herrlichkeit herrscheff, und laß uns dereinst mit dir im Paradiese sein. In deine Hände Befehle ich heute und allezeit meinen und ihren Geist; du hast uns erlöfet, Herr, du getreuer Gott! Amen. Abends Abendgebet am Freitage. 15 Th gmist til töl Abendgebet am Freitage.In ind sdsi2 Goft, der du mich auch dieſen Tag erhalten haft, ich dante dir für deine fortgesette Sorge und Güte gegen mich. Bib daß ich dir meine Dantbartett durch mein aufrichtiges Bestreben bezeige, deinen Willen in allen Dingen zu erfüllen. Ich bitte dich demüthig um Vergebung wegen Jeden Vergehens, deffen ich mich schuldig gemacht habe, und es in mem ernfilicher Wunsch, daß ich mich nie durch den gefährlichen Selbstbetrug verleiten Taffe, als merbelt bu mit meine Sünden vergeben, wenn ich sie auch nicht von nun an zu meiden suche. Laß mich fest überzeugt jein, daß ich nie dir wohlgefallen könne, wofern ich nicht en Betliges und müßliches Leben führe, und daß, wo ich mir irgend eine Art des Verbrechens erlaube, selbst mein Gebet dir ein Abschen sein werde, Gib mir die Gnade, so zu leben, daß ich vor deiner Augegenwart nie erschrecken darf, und da bir alle meine Gedanten, Worte und Werke bekannt sind, so laß mich niemals weder dem Willen nach, noch in der That irgend einer Sache schuldig sein, die dir misfallen tönnte. Laß mich in der Tugend und Frömmigteit täglich zu nehmen, fede üble Gewohnheit abzulegen suchen und jeder lasterbaften Neiguna widerstehen... Erleuchte, du mich selbst, daß ich mein Verderben immer lebendiger erkenne und mit wahrer Ueberzeugung einsehen möge, mie noth wendig mir deine Gnade sei, und wie sehr ich der be Kandigen Führung deines Geiftes bedürfe.. Laß mich als ein weiser Chrift vorsichtig auf Erden wandeln und lehre mich oft an den Tod gedenken, damit ich nicht vergeſſe, wie eitel pleje Welt und ihre Herrlichkett ist, und nicht müde werbe, den Weg zu den Freuden des ewigen Lebens, menn ich auch oft auf rauber Bahn wandeln muß, fortzuſeßen. Wache auch in dieſer Nacht über mir, über den Meinigen und über allen Menschen, insonderheit über allen nothleidenden und bekümmerten Menschen mit deiner gnädigen und allmächtigen Fürsorge! Und wenn es bein, gnädiger Wille ist, daß ich mit dem morgenden Tag nicht wieder zu diesem Leben erwachen soll, so nimm mich, als dein um Chrifti willen begnabigtes Kind, mit Erbarmung an und laß mich zu dir und zu ihm geführet werden, nach seiner liebreichen Verheißung, daß seine Erlöſetent ednadle 198 16 Morgengebet am Sonnabend. ten da fein sollen, wo er ift. Gefällt es aber deiner Weisheit und Güte, daß ich hier noch langer leben Toll fo laß mich die noch übrige Zeit dieses flüchtigen Lebens zu deinem Robe und zum bantbaren Gehorsam gegen bie 2bsichtenwozubu Deinen tubein Leben und Krubern Kräfte gibst mit redlicher Sorgfalt anwendenga rufe bich bierum an durch Jefum Chriftum, deiner ewigen und eingebornen Sohn, um deffen willen's Su auch mich zu lieben und zu erhören verheißen hast. Amen. SHISIN On 0198 missed the sad o sa 10 min al du Morgengebet, amin Sonnabendo dnu s1993 Numächtiger, barmherziger Bott! te ettenne in dieſer Gnabe und Huld, da durch du mir von meiner Geburt an bis auf diese Stunde so viel Gutes an Beib und Seele erwiesen hast. Auch den letzten Tag dieser Woche habe ich durch deine Güte eriebet. Ich preise dich, o Bater, für solche unzählige 97 du Wohlthäten und bitte dich herzlich: Gib, daßäählige ich beiner großen Gnade nimmermehr vergesse, sondern dich mit Stetem Dante dafür ehre. Laß mich stets vor bir ball wiffender und allgegenwärtiger Gott, wandeln und fromm fein; laß mich immer wohl bedenken, daß bu mein ſteter und genauer Aufseher bist, alle meine Worte höreff, alle meine Werte haueft, alle meine Gedanken bemerteſt und alle meine Wege erforicheft. Laß auch heute all mein Thun gesegnet sein. In deinem Namen fange ich es an. Sei mit mir und lab es zu deiner Ehre und meinem und Anderer Nußen wohlgerathen. Laß mich, o Herr, auch in dem äußerlichen Berufe, Datin ich nach deiner Regierung mich befinde, treu und fle Big ſein und dabei nidit bloß auf Menschen, sondern auf dich, den Richter aller meiner Gedanken und Handlungen, sehen. Verleihe, daß ich mich oft erinnere, wie ich nicht blos Menschen biene, fondern bein Knecht selder bu einem eglichen vergelten wirft, was er Gutes oder Bößes gethan hat. Las mich aus Liebe zu dir auch meine weltlichen Gechäfte fo verrichten, daß ich dir zu gefalten suche, redlich dabei handle und deinen Willen nicht allein mit Dienst vor Augen, sondern von Herzen und mit gutem Willen thue. Segne meine Arbeit und was mit deine Hand gegeben hat, daß ich für mich und die Meinigen die tägliche Noth Abendgebet am Sonnabend. 17 Nothdurft haben möge. Soll ich nach deinem Willen an diesem Tage, oder sonst mit Noth und Trübfal beimgesucht werden, jo reiche mir Schwachen deine Hand, daß ich nicht vertage; Härte mich, daß ich Geduld habe und auf dich hoffe. Erbarme dich nach deiner unendlichen Güte aller Menschen, die dich suchen und lieben. Laß aller Rothleiden den und Verlassenen Bebet von dir erhört sein und schaffe ihnen Rath und Troft. Jasonderheit gib mir ein Herz daß dich ehret, lieber und die perfrauet. Verlaß mich nicht, mein Gott, denn ich hoffe auf dich. Mein Leib und meine Seele und alles die Meinigen 19 meine Ehre und Alles, mas ich habe, empfehle ich jeßt und allezeit in deine mächtige Cbbut. Ach, Berr, jei mein Schuß und mein Heil, mein belfer und Erretter heute und jolange ich hier bin. Erhöre mich, mein Gott, um Jesu Chrifti, willen! Amen. 91 misd Abendgebet ant Sonnabend nogal mad Durch deine Güte o. Gott, Schöpfer und Ethalter meines Lebens, habe ich nun von neuem eine Woche verlebt; um einen beträchtlichen Theil bin ich nun auf dem Wege dieses Lebens dem ernsten Augenblick näher gekommen, der alle meine Wochen und Tage endigen wird. Wie schnell find mir auch diejenigen entflohen, welche die vergangene Woche ausmachten! Wie geschwind habe ich das Ende derselben wieder erreicht! Vergnügen und Mißvergnügen, Freude und Kummer, Zufriedenheit und Unrube, Empfindungen von verschiedener Natur machten ihren Inhalt aus. Gott, Bater der Zeit und Ewigteit, wie wenig wichtig, mie gar nichts würde mein Leben ohne dich sein, Urheber, meines Daseins und meines Daseins höchstes Gut! Nur Deine Gute gibt den Augenblicken meiner Tage, einen Werth Du ließeft mich werden, um mich glücklich zu machen; du läsfelt meiner Lage mehr merden, um mein jebiges Glüd zu verlängern und mir Zeit zu geben, für mein fünftiges wirksam sein aufönnen. Unter ber Leitung deiner gnädigen Vorsehung and alle Theile. meines Schidials Mittel zu meiner Seligkeit und muß Alles, selbst bas, was mir böse scheint, zu meinem wahren Besten dienen te voll von Spuren deiner Huld i bie autüdgelegte Woche geweien 1 In wie vielen Fällen habe ich in derselben den Segen deiner weisen drose Führung Wie 18 Gebet um wahre Erkenntniß und Bereuung. Führung: empfunden! Danbufeinbir dafürjiDemiger, gültigers traind liebreichers ar himmlischer Baters Bie soll ich deine Wohlthaten vergeltend wie deine Güte würdigs genugodpreisen? Ichidwill dich lieben bir vertrauen, bir gehorchen; noteß sollen mir die heiligsten meiner Pflichtendsein. Schon hier will ich nach meinem besten Vermögen deine Gebotenerfülleng bei dir in der Gwigteit werde ich es einst vollkommner thun können. Deine Absichten sind auch die meinigen: dein Willedist mein GesedBergib mir gnädig nach deiner unendlichen Barmherzigkeit und Güte, bie du burch beinen Sohn Jesum Christum geoffenbaret hast, wenn ich dawider gehandelt habet Bak bir meine aufrichtige Rete barüber wohlgefallen. Stätte mich in der Ausführung güter Vorfäße und Ents schließungen, is bie rich gefaßt habe mich zu bessern, tund verhüte, daß ich nicht in die vorigen Sünden zurückfalle oder neue Sünden begehesioGeistins dieser Nacht mein Schuß bi Deiner gnädigen Obhubiempfehle ich mich ünd Alle diesmird angehörenid Bekannte und Unbekannte, Freunde und Feinde in Laß mich am morgenben heiligen Tage zu deinem Breise erwachen und gib, daß ich ihw fo begehe, wie es dir angenehm und, meiner Seele heilsant iftu Erhören michaumein Gottyogim meines theuersten Erlösers Jesu Chrifti willent Amenstuslis non ** 190 modni sim 9 pilditjun nedlafted dral Mer i Tält menignus of a b git Gebet umewahre Erfenntniß und Bereuungol 9001 90790 thnnyer Sünden. dnu pugilisatisf 8796nü asd do, nsd fillim bin ud 19d to obim heiliger und gerechter Gott, barmherziger Vater! Zeh bekenne und flage dir meine angeborne Blindheit, daß ich meine Sünden nicht so vollkommen erkenne, noch so herzlich bereue, als es wohl sein sollte. Allwissender Gott, bu stellest auch unsere unbekannten Sünden ins Licht vor dei nem Angesicht Ach! gibatte Kraft, die Größe; Abscheulichkeit und Mannichfaltigkeit meiner Sünben recht zuerkennen, und stelle sie mir in diesem Leben unter die Augen, auf daß sie mir nicht am füngsten Tageunter die Augen gestellet werdenund ich dadurch vor Engeln und Menschen zu Schanden werden mögen Rühre und erweiche mein hartes Herz durch dein träftiges Wort, daß ich meine Sünden recht ernfilich be 19119 reue pmuGebetum Bergebung der Sündends 19 reuem Einejede Sünde verdient ja den Fluch; denn du jagst selbst Verflüchtiftid wer nichts alle Worter dieses Geleges erfüllt, daß er danacho thued and wer auch nur an einem Gebot gefündiget, derstiftadasurganzen Geset schuldiga ft der Fluch schon dabwenn nur Ein Gebot übertreten wird, achd for habe ich unzähligen Fluch ber dient, weil ich unzähligemal gehündigt und deine Gebote übertreten haben Dießlaß mich dochbiosgerechter Gott, lebendig erkennen und zugleich den Reichthum deiner Gites recht bedenken, die du mir unwürdigen mits fo päterlicher Langmuth bis hierher bewiesenthaft, um mich dadurch zur Buße zu leiten, die ich Undankbareriaber jo dit geving geschähets und wohlogars mißbraucht und verachtet habe. DstHerpnesuaders duri dein heiliges Blut am Stammer des Kreuzes um meiner Sünden willent vergessen haftpilas mich aus diefer theuerendere töjung Lebendig erkennen, wie schwer die Schuld meiner Günden sei, dajesdich so viel getoftet hat sie zu be zabient, dauf daß ich sol mühseligounds beladendzus dir tommen mögep daß ich deiner Erquicung fähig und deitt heiliges Blut dundotheures. Beiden an mir nicht verloren febli beiligers Geift, oder du dein Gnadenwert in ber Seele mit einer träftigen Ueberzeugung von der Sünde anfängst, erleuchte auch mein Herzidaß ich das große Elend desselben aufrichtig erkenne, meine Sünden herzlich bereue und so zu Jesu, meinem Erlöser, in wahrem Glauben flehe, daß er auch mit zur Weisheit, Gerechtig. keit, Heiligung und Erlösung gemacht werde. Erhöre mich, o Gott, der du nicht willst den Tod des Sünders, sondern daß er sich belehre undatlebean Amengilisd dod tisddnile stadsgna snim id sgnil du omnoled grad af Gebetum Vergebung der Sünden, snism chi ud 1100 1969 of is door 29 210 311979d bil err, bu haft liebreich gesprochen wer zu hir tommt, eden werde ich nicht hinausstoßen. Auf solche beine Berheibung tomme ich zu dir und glaube feft, ich werde nicht hinausgestoßen werden. Ich tomme aber als ein Mühdeligeramd Beladener. Es sdrücket und beschweret mich ber Sünden Last. Ach, Bater, vor dir habe ich gesündiget und bin nicht werth, daß ich dein Kind heiße Wie oft habe ich dich beleidiget! Wie dunvollkommen ist die Beobachtung meiner 90193 20 Gebet vor dem Genusse des heil. Abendmahls.. meiner Pflicht bisher gewesen! Wie oft habe ich deinem heiligen und guten Willen entgegen gehandelt wie oft in Gedanken, Worten und Werken, auch noch unwissent lich gefündigt und wie wenig geneigt und tüchtig bin ich von Natur zu allem wahrhaft Guten! Ich erkenne daß ich durch mich selbst deiner Gnade und der Vergebung meiner Sünden gänzlich unwürdig bin Uber, o Gott der du auch gegen den Undankbaren barmherzig bis und ihm gern alle seine lebertretungen pergibst, wenn er mit, bußfertigem und gläubigem Herzen, in Chrifto deine Gnade jucht, siehe auch meine aufrichtige Reue und Betrübniß mit väterlichem Erbarmen an und set auch mir um Jesu Christi willen gnädigh Ich seze, in völliger Ueberzeugung von meinerllnwürdigkeitund Bermerflichtet allein auf deine freie Erbarmung in Christo Jesu, welche den Sünder, ohne sein Verdienst gerecht spricht, mein inniges und ganzes Vertrauen und habe keine andere Gerechtigkeit, als die durch den Glaubeng an Jesum Chriftum fommt, Bergib mir um seines theuren Beidens und um deiner erbarmungsvollen Güte willen alle meine Sünden und befestige meinen guten Borjab, dir tünftig mit mehr Treue und Sorgfalt geboriam zu fein, Erleuchte meinen Verstand, deinen Willen zu erkennen, und heilige meinen Willen, nach deinem Wohlgefallen 34 leben, damit ich in deiner Gnade bleiben und dadurch endlich zum Genuß der vollkommensten Gütergelangen möge. Erhöre mein demüthiges Gebet, nach deiner großen Barmherzigkeit um Jefu Chrifti, meines theuersten Erlöfers, willen! Amenerp and drutstsidno rim ud sid s19ist modrat dny nadis2 misd til tid emmat of find dnu medaguanid mudinaid mug tid i iO HE Bil Gebet vor dem Genusse des Heil. Abendmahl 3.³ª day mediation chim ti no se da ne id tem tednat öttlicher Erlöser, Herr Jesud Du hast ein Gedächtnis der Wunder deiner Liebe geſtiftet. Nur wenige Stunden Dor deinem Leiden settest du das heilige Abendmahl zum Troffe deiner Verehrer und zur Stärkung ihres Glaubens ein und du läsfest mich noch nicht zu dieser Gnadentafel einladen, wo ich deines für mich geopferten Leibes und deines für mich vergossenen Blutes, der Siegel und Unter pfânder meines Heils, theilhaftig werden soll. Wie glüc 802 lich Gebet bor dem Genuffe des heil. Abendmahls. 21 lich bin ich Heit, daß ich dich den einigen und vous tommnen Mittler zwischen Gott und den Menschen, daß i beine Lebre und dein Heil renne, daß ich dich meinen Herrn und Gott hennen, mich deiner heligen Gemeinfchaft rahmen und zu deinen Erlösten und Freunden Jäh len barft wie viel habe ich dir meinem Heilande, danken! Wie unwiſſend, wie verderbt, wie troftlos, wie elend wiltbe ich ohne dich und beine Grade fein! Wie uners kräglich würde mir die Last meiner Sünden wie fürchterlich die Erwartung der damit verdienten Strafen, wie schrec nch der Anb des Todes und des Grabes sein, wenn du uns nicht selbst den gnädigen Willen Göttes bekannt gemacht, wenn du dich nicht zum Opfer für unsere Süng den dahingegeben und uns durch deinen Tod Ghade, Leben und ewige Geligkeit erworben hättest! 136, alles Licht, das mich erleuchtet, aller Troft, der mich erquidt, alle Beffitung, die mich belebet, find Geschente deiner un verdienten Liebe Wie thener som mir darum dein Ges dächtniß sein! Würde ich nicht der Undantbarste, der Niedere frachtigle unter den Sterblichen sein, wenn ich deiner vers daße, wenn ich mit Kalisinn und Gleichgültigkeit an dich gedachte, wenn ich mich weigerte dir die Ehre und den Dant zu geben, die dit gebühren Nein, göttlicher Er Blerich folge deiner Liebreichen Einladung mit Begierde und Freuder Sch tomme, mich öffentlich als deinen Jünger und Verehrer zu bekennen. Ich komme als ein mah feliger und beladener Sünder Ruhe für meine Seele zu suchen und ergreife mit Bußfertigen Glauben die Gnade, die du mir anbietest, und das große Heil, bas du gestiftet haft. Ich komme, dir für dein Leiden und Sterben feierlich zu danken, mich dir zum Eigenthum hinzugeben und den beiligen Vorson zu erneuern, nicht mehr anir delber, sondern nur dir zu leben, der du für mich gestorben und auferstanden bifid Ich tomme, meine Gemeinschaftontit bet Gläubigen zu unterhalten und mich aufs neue zu einer aufrichtigen Liebe gegen sie zu verpflichten Herr! lap mein Borhaben gesegnet sein. Gib nicht nu, daß ich blog mit den Bippen zu dir nahep aber mit dem Herzen ferne von dir sei. Sende mir dein Licht und deinen Geift und laß den Gedanken, daß du Herz und Nieren prüfest, alle Falschheit und Berstellung aus meiner Seele vertreiben! ( bil Laß 22 Nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. Laß mich die Wunder deiner Barmherzigkeito obedeng ten, daß Glaube, Liebe und Hoffnung dadurch in mi gestärkt und nich auf das träftigste bewogen werde, bie Versprechungen, die ich dir thue imit unverbelichlicher Treue zu halten. Erhöre mich, mein Heiland um deiner ewigen Liebe willen Amenims nebilmmaid ad sind freut mism sinda/ 790 mism ndo nied bin ugou opnplan tist 10 bm 1000 1100 1900179 Orl Nach dem Genusse des Heiligen Abendmahls. Gütiger Gott und Baterich preiſe dich, daß du auch mich fündhaften Menschen nicht verworfen, sondern deinen Sohn Jesum Chriftum auch zu meinem Mittlep und Seligmacher verordnet haftus Wenn ich einem gött lichen Worte glaube und danach lebe, so bin ich gewiß mit dir verföhnt, tvöllig von bir begnadigt. Deffen tröste ich mich mit freudigem Vertrauen durch das heilige Abendz mahl meines Erlösers Jesu Christi, burch welches ich jeto die Versicherung babon empfangen habe, da ich mie in meinem Gewissen bewußt bin, daß ich alle Vergehune gen und Fehltritie meines bisherigen Lebens schmerzlich von dir bereue und ben aufrichtigen Vorfahilder Beffe rung bei mir hege Ach! wie soll ich dir für deine und perdienter Barmherzigkeit genugsam danten bind das schwache Bobopfer meines gerührten Herzens gnädig and bis mein fünftiges Leben beweifet, daß ich ganz von deiz net Vaterhuld durchdrungen bin. ch will deine Gnade nicht vergeblich emplahen Sie soll einen bleibenden Gine dritt auf meind Gemüth machen, meine Gesinnungen ve gieren und meinen Wandetuleitenstherr, segne den Genuß besheitigen Abendinable for an meiner Seele, daß ich baburch fräftig angetrieben werden der Sünde zu widerstehen und mich aller christlichen Tugenden zu be fleißigen Und da ich jetzt ben redlichen Vorsay, mich bei nem Dienste nach Jesu Lehrenzu widmen, an seiner Ghar dentafel erneuert habe, so bitte ich in Demuth: Hilf du selbst, der du alles Gute in uns schaffeft, mir ihn freulich vollbringen. Laß mich durch das Andenten des Todes deis nes Sohnes die Sünde in mitotädtenidamit, solange ich noch in der Welt lebe, ich im Glauben an diefen deinen Sohn lebe, der auch mich geliebet und sich selbst für mich dan gege al Joma Gebet in Noth and Trübfaled boil 23 gegeben hati Gib mir Kraft, dich auch in den Trübe falen dieses Lebens mit Geduld und Vertrauen zu eh ren und im Leben, Leiden und Sterbend meine fünftige Verherrlichung beindir in wölliger Gewißheit zu hoffen, bis ich endlich zu deiner vollkommenen Anbetung und zu der himmlischen Gemeinschaft mit dir in der Swiga feit gelange, wozu mich dein Sohn, mein theuerster Heiland, erlöset hat! Erhöre mich Gott, mein versöhnter Bater, um deiner Barmherzigkeit willen! Amen.se bunu and hid sider ist der to gi dal sa ibin nobinsi nstinddnit bin 1 mein Heiland, du hast mich abermals in dem Genuß apdeines heiligen Abendmahls auf das kräftigste vern sichert, daß du auch für mich deinen heiligen Leib in den Tod gegeben und deintheures Blut tvergoffenichast Durch dich habe ich Frieden mits Gott und einen bfreien Zutritthzucfeiner Gnades Durch dich bin ich von den Gewalt der Sünde und des Todesmerlösets Und darf mich der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit rühmen. Bie kann ich dir deine Liebe jedesmal vergelten! Ich will dich ewig lieben; denn du hast mich zuerst, du haft nich bis in den Tod geliebtal Du bist für michgestorben. Du hast dich selbst für mich geopfert.dJch will gang der Deinige sein, dir will ich leben, dir will ich sterben! Dir feb mein Beib und meine Seele, der feil mein gaite zes Leben heiliger Dich zu kennen, dich zu lieben dir zugehorchen, beinem Bespiele au folgen, deinen Namen unter den Menschen zu verkündigen, dein Reich hier auf Erden zu erweitern, um mich zu deineb mäberen Gemeinschaft im Himmel geschickt zu machen ss bießfoll meine Ehre, mein Ruhmtmein vornehmstes dund bea Rändiges Geschäft, meine ganse Seltakeita feinad Stärke mich o Herr, in diesem heiligen Vorsäge und erhalte mich in deiner Treue bis an mein Endeb Amen msn ud a dtumo mi chi stiid of adod transar leintrad 7d fldist sied 89da2 dilusti nei Gebet in Noth und Trübſal monitöllen der du die mit höchster Weisheit regievest, ich glaube an beine allgemeine Borsehung; ich glaube von Herzen, daß Alles, was mich und $ 2898 24 Gebet in Noth und Trübfal. und die Umstände meines Lebens betrifft, durch deine weise, Heilige und gütige Veranstaltung so eingerichtet sei, wie es ist, daß mir ohne deinen Willen nichts begegnen kann und beides, mein Glück und mein Unglück, aus deie ner Hand kommt. Wie oft, mein Gott, habe ich gespro chen: Dein Wille geschehe! Und nun wird mir dein Wille schmer und fast unerträglich. Soll ich denn nun widers rufen, was mein Mund so oft wiederholt hat? Das sei fernel Biel lieber will ich mich in tiefster Demuth vor dir niederwerfen und deine beilige Regierung verehren. De Herr, du bist gerecht in allen deinen Wegen! Ich bekenne vor deinem Angesichte, daß ich Alles, was ich leide, und noch weit mehr verdienet habe. Eitel Güte ist es, wenn es nicht gar mit mir aus ist; unverdiente Güte ist es, wenn du mich wegen meiner Sünden mit zeitlichen Plagen und nicht mit dem ewigen Verderben heimsucheft. Gerechter Richter! ich unterwerfe mich deinem Willen. Aber auch in deinem Ernst verehre ich dich als meinen barmherzigen, meinen in Christo Jesu versöhnten Bater. Ich weiß, daß beine heiligen Absichten allein auf meine wahre Glückseligkeit abzielen. Auch meine gegens wärtige Trübfal joll zu meinem Besten dienen. Sie soll mich die Folgen meiner Vergebungen empfinden lassen: fie soll die Liebe der Welt und ihre Eitelkeit in meinem Herzen vermindern; sie soll mich antretben, dich, meinen Gott, zu suchen, dich zu lieben, dich zu fürchten, dir zu vertrauen und mein ganzes Leben zu meiner wahren Se ligkeit nur nach deinem Willen einzurichten, D Herr, laß diese gesegneten Endiwecke an mir erreicht werden und erfreue mich wieder sur rechten Beit mit deiner gnä digen Hilfe! Du erhörest, du errettest Alle, die dich in findlichem Vertrauen in der Noth anrufen. Du wirst auch mir helfen, wenn meine Stunde kommt. Diese will ich in Demuth und Gelassenheit von deiner Weisheit ers warten. Laß unterdessen deine Kraft in meiner Schwachs heit mächtig sein! Unter deinem Schuß, mit Hülfe dei ner göttlichen Liebe kann ich Alles ertragen. Ich will auch gern Alles ertragen, Alles ausstehen und erdulden, was du mir auflegest. Stärke du nur meine Geduld und meine Hoffnung auf deine gnädige Hülfe. Die Tage meiner Trübsal werden ein Ende haben. Ja, endlich wird In Gebet eines Kranken. d 25 wird die Stunde erscheinen, die selige Stunde, da all mein Kummer und Schmerz auf einmal verschwinden wird dacht aus diesen Hüften des Elends in das Land der Freiheit, bes Friedens und der Freude binübergeben werdes Dann wird meine Trübfal, die zeitlich und leicht ilietherewigerund über alle Maaßen wichtige Herrlich feit schaffen, was betillbst die dich denn, meine Seele und bist so unruhig in mir? Barre auf Gott, denn werbeadihuumoch idanten, ewig bankten, daß er meines Angesichts Hülfe und mein Gott ist Amen.91190190911 9mmsted by Impal mengd melln hi toston hid ud HW 90191( hi& varestude( hi and slipinonnie monind red mmsar 89 fistü stre, sdnd tanidis rdsm tism bon 89 i stü sinGebet eines Kranken. tim rog tebin de err" allmächtiger Gott, Schöpfer Simmers b und der @ andern Segen gibt, aber auch wieder nimmst, wann es dir gefäut lehre mich erkennen, das alles, mas mir begegnet, von deiner Hand kommt, damit ich bei allen Leitungen deiner gnädigen Vorsehung nur auf dich sehen und fie mir zu deiner, als ihres Urhebers, Chre zu Nußen mache. Krautheit heimgesucht, von der ich nicht weiß, was fie für Folgen für mich haben kann. Ich nehme indessen meine einzige Zuflucht zu dir und bitte dich um deinen väterlichen Beistand. Erleichtre meine Schmerzen, be frefe mich, wenn es dein heitiger Wille ist, bald wieder davon verleihe mir aber vornehmlich die Gnade, daß il ich diese Krankheit, wenn sie länger anhalten sollte, nicht nur mit Gebulb und Gelaffenheit ertragen, sondern fie All auch zu meiner Heiligung anwenden möge. Gib, daß ich badurch gebenert werbe und auf die Absicht, die du bet biefer Züchtigung hast, merte, damit sie auch an mir erreicht werde. 3ft sie eine Strafe für meine Sünden, deren ich mich in meinem bisherigen Leben schuldig weiß, ſo gib, daß ich sie erkenne, sie aufrichtig bereue und dir künftig in wahrer Heiligkeit und rechtichaffener Gerechtigkeit diene. Laß mich in einer andern Absicht mein Leben lieben, als dir zu gefallen und meine Seele zu erretten. Wenn ich zu diesem Endzweckt leben soll, so schenke mir den Genuß mets nung sang his 19d93 ner dric 26 Gebet bei heftiger und anhaltender Krankheit. ner vorigen Gesundheit und Stärke wieder und die Gnade, fie auch alsdann zu diesem Endzweck anzuwenden. Soll aber der Tod das Ende meiner gegenwärtigen Krankheit sein, so gib, daß ich diese Welt als ein rechtschaffener Christ verlassen möge! Gib, daß ich sie verlasse mit einer ungeheuchelten Bereuung aller meiner Vergehungen und Sünden, mit einem festen Vertrauen auf meinen göttlichen Erlöser, Jesum Christum, mit einer freudigen Erwartung der mir durch thn erworbenen ewigen Seligkeit und mit einer willigen Ergebung meiner Seele in deine Hände, als in die treuen Hände meines Schöpfers und barmherzigen himmlischen Baters Erhöre mich, mein Gott, um Christi willen! Amen. imod drear indian d in Gebet bei heftiger und anhaltender Krankheit. aber du über die Menschen, deine Kinder, bei ihren Leiden wacheft, auch verheißen haft, die zu erretten, welche dich in ihrer Noth anrufen, ich komme jeßt, da deine Hand schwer auf mir liegt und deine Pfeile tief in mich gedrungen sind, mit meinem Gebet vor dich und bitte dich demüthig: Versage mir in dieser heftigen und anhaltenden Kranke heit deine Hülfe und deinen Beistand nicht! Sei mir gnädig, o Gott! denn ich bin schwach; heile mich, denn meine Gebeine sind erschrocken; hilf mir um deiner Güte willen! Siehe an meinen Jammer und laß dir mein Elend zu Herzen gehen! Von dir allein kann meine Hülfe kommen; wenn du willst, kannst du mich wieder gesund machen. Ich bekenne zwar, daß ich noch weniger leide, als ich verdient habe, und daß ich es deiner Güte allein zu danken habe, wenn es noch nicht gar aus mit mir ist. Ich weigere mich auch deiner Züchtigung nicht und bin nicht ungeduldig über deine Strafe; denn ich weiß, daß du meine Besserung und Heiligung dabei zur Absicht hast. Indessen wage ich es dennoch, deine Barm herzigkeit anzuflehen, daß du nicht nach meinen Ueber tretungen und Sünden, sondern nach deiner großen Güte mit mir handeln und mich nicht in deinem Borne, sondern mit Maaße züchtigen wolleft. Befreie mich Gebet nach Genesung von einer Krankheit. 27 mich, wenn es deiner Weisheit gemäß ist, bald wieder von allen meinen Schmerzen, die ich jetzt so empfindlich leiden Segne diejenigen Mittel, welche ich in dieser Abficht gebrauche. In Allem aber, was du auch über mich beschlossen hast, gib, daß ich mich deinem heiligen und weisen Willen mit einer gänzlichen Ergebung in denfelben und mit einem völligen Vertrauen, daß bu, Herr, Alles wohl mit mir machen werdeft, unterwerfe. Erhalte mir den Glauben an deine Alles regierende Vorfehung und laß auch diese schmerzliche Krankheit dazu dienen, mich in demselben zu stärken! Gib, daß ich auch in dieser Anfechtung bewährt vor dir möge erfunden werden, damit ich die Krone des Lebens empfahe, die du verheißen haft denen, die dich lieb haben! Gewähre mir meine demüthige Bitte: ich flehe darum um Jesu Chrift, meines Heilandes, willen! Amen. 190# 114 996 1160 vonjjesämrod čuo 1980 tagili radmin smisd. neminek. 190132 ma Gebet nach der Genesung von einer Krankheit. 1970 Bott, von unendlicher Erbarmung, der du gnädig biſt, Allen, die auf dich trauen, auch ich weiß es jest aus eigener Erfahrung, daß du mit deiner Hülfe nahe bist benen, die dich mit Ernst darum anrufen; denn da ich in meiner Noth zu dir rief, da erhörtest du mich und halfest mir wieder von meiner Krankheit, so daß ich dich jest mit fröhlichem Herzen dafür preifen kann. Lobe denn, meine Seele, den Herrn und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat, der mein Leben vom Tode errettet und mich frönet mit Gnade und Barmherzigkeit! O daß mein Herz durch diese neue Wohlthat so gerührt würde, daß ich es nie wieder wagte, eine so außerordentliche Güte zu mißbrauchen, sondern jeden Tag, den du, Gott, zu meinem Leben hinzuthust, zu einer treuen Beobachtung deiner Gefeße und zu deiner Verherrlichung anwendete! Ich bin nun wieder genesen. Möchte ich mich doch auch von nun an fleißig hüten, daß ich nicht wider dich fündige, damit mir nicht noch etwas Nergeres widerfahre! Laß die öftere Erinnerung an die Umstände, in welchen ich mich befunden habe, einen so starken Eindruck auf mein Gemüth machen, daß ich alles dasjenige sorgfältig vermeide, was mich von neuem auf das Krankenbett 52 werfen, 28 Gebet eines Sterbenden. werfen und in Gefahr des Todes bringen könnte. Gib, daß ich in Erfüllung aller meiner Pflichten emsig und treu fet und mit allem Ernst für meine Seele jorge. Du schenkest mir nun Zeit zur Besserung, gib mir denn auch ein Herz, das sich zu bessern bemüht sei. Lebre mich bedenken, daß ich nicht nur sterben muß, sondern auch plößlich sterben kann, und daß, wenn es nicht diese Krankheit gewesen, es vielleicht eine andere sein wird, die meinem Leben hier auf Erden ein Ende macht, damit ich bei Zeiten das thue, was ich sterbend wünschen muß gethan zu haben. Laß keine Sünde über mich herrschen, Teine Versuchung mich überwinden, oder mich auf die theueren Pflichten, die ich dir und meinem Erlöser schuldig bin, unachtsam machen. Wirke in mir nicht nur das Wollen, sondern auch das Vollbringen des Guten nach deinem Wohlgefallen. Mache mich mit jedem Tage zu deinem ewigen himmlischen Reiche geschickter, und wann du mich endlich von dem Leibe dieses Todes erlösen wirst, so führe meine Seele in das bessere Leben ein, wo kein Schmerz und kein Tod mehr sein wird. Amen. rozdni podat iluse du shy 090 misd) 30 ud si Gebet eines Sterbenden.manism Wir mun nigred Gnädiger und barmherziger Gott! Da es dir, als dem Herrn über Leben und Tod, gefällig zu sein scheinet, mich aus dieser Welt abzufordern, so danke ich dir in der tiefften Demuth meines Herzens für deine unzähligen geistlichen und leiblichen Wohlthaten, die du mir in meinem Leben so väterlich erzeigt haft, und bitte dich inbrünstig, du wollest mich auch bei meinem Ueberaange in die Ewigkeit nicht verlassen, noch versäumen. Wende dich, o Vater, mit deiner Barmherzigkeit zu mir! Siehe an meinen Jammer und meine Noth und vergib mir alle meine Sünden! Erleichtre mir meine Leiden und verkürze mir die Schmerzen des Todes! Erhalte mich bei dem wahren beständigen Vertrauen auf das blutige Verdienst deines lieben Sohnes, meines göttlichen Mittlers, Jesu Christi! Laß deinen freudigen Geiß den rechten Tröster in meinem Herzen bleiben, daß er alle Furcht, Bekümmerniß, Ungeduld, Seelenangst und Anfechtung von mir treibe und mir das Zeugnis gebe, Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. 29 gebe, daß ich um Christi willen in deiner Gnade stehe und vor Nichts erschrecken dürfe! Laß mich mein Leben selig beschließen! In deine Hände befehle ich meinen Geist: du haft thn erlöset, Herr, du getreuer Gott! Ach, Herr Jesu! auf dich gründet sich mein ganzes Vertrauen. Du wirst mich auch in meiner Todesstunde nicht verlaffen. In dir allein habe ich die Gerechtigkeit gefunden, die vor Gott gilt. Durch dein Blut bin ich rein von allen Sünden und völlig gewiß, daß auch der Tod mich nicht von dir scheiden wird. Hilf mir durch deine Gnade, wenn meine schwache Natur davor erzittern will, und gib mir Lust, abzuscheiden und bei bir in der Seligkeit zu sein, die du mir so theuer erworben haft. Ach, Gott, heiliger Geist! verlaß mich nicht in dieser leßten Noth. Hilf meiner Schwachheit auf und vertritt mich mit unaussprechlichem Seufzen. Verkläre meinen Heiland in meiner Seele und bringe mich vom Glauben zum Schauen. Dreieiniger Gott, dir befehle ich mich mit Leib und Seele, die du erschaffen, die bu erlöset, die du geheiliget haft und die also dir allein zugehören soll, demüthig und gläubig. Herr, laß mich, deinen Diener,( deine Dienerin) in Frieden fahren; nimm meinen Geist in deine Hände egen Leben, wie du verunb erwecke und verkläre dereinst auch meinen Leib zum heißen haft. Erhöre mich um Christi willen! Amen. ni tid dan sind of 40$ 1,80 map Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. Barmherziger Gott und Vater, der du den Tod und das Leben in deinen Händen hast, du willst, daß wir dich in der Noth anrufen, und verheißest uns Erhörung und Gnade. Darum treten wir auch jept in tieffter Demuth vor dein heiliges Angesicht und bitten dich für diese franke Person, die in ihrer äußersten Schwachheit und Noth außer dir, ihrem allmächtigen Schöpfer, Niemand hat, der ihr helfen kann. Wir bitten dich in dem Namen Jesu Christi, in wahrem Glauben an seine theure Verheißung: Sei ihr um Christi willen gnädig und barmherzig! Vergib ihr alle begangenen Sünden! Heilige und stärke sie mit der Kraft deines heiligen Geistes! Laß sie nicht über ihr Vermögen versucht werden, b 3 30 Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. den, sondern laß auch diese ihre letzten Leiden ein gnädiges Ende gewinnen! Sei du durch deine Kraft in threr Schwachheit mächtig! Lindre und verkürze ihre Angst und Schmerzen! Eröfte sie, du kräftiger Tröster! Hilf ihr, du starter Nothhelfer! Beruhige ihre Seele und erquicke sie mit der gewissen Hoffnung der ewigen Seligkeit. Göttlicher Erlöser! Herr Jesu! wir bitten dich um deiner ewigen Liebe und um deines bitteren Leidens und Sterbens willen: Erbarme dich auch jeßt über diese sterbende Person! Wie du sie in ihrem Leben durch die träftige Wirkung deines Geistes zu dir gezogen und ihr Herz nach dir und deinem Heile gelenket haft, so ziehe nun auch ihre Seele aus der einfallenden Hätte ihres Leibes zu dir, daß fie bald mit Freuden von dit bald mit in den Himmel, von der Sünde zur Gerechtigkeit, aus der Unruhe zur Ruhe, aus der Finsterniß in das Lichte aus allem Jammer in die Herrlichkeit, ja, aus dem Tode in das Leben kommt. Wenn ihre Augen finster gewored den sind, so erhalte in ihrem Herzen das Licht des felig machenden Glaubens, damit ihre Seele dich anschauen und in die sich freuen möge. Wenn ihre Ohren ver schlossen sind, daß sie nichts mehr hören, so erquicke und tröste sie durch das innerliche Busprechen des d heiligen Geistes. Wenn ihr Mund nicht recht reden kann, so sei, Herr Jesu, ihr Fürsprecher bei deinen und ihrem Vater und laß auch deinen Geist in ihr mit un aussprechlichen Seufzern für sie bitten. Nimm, treuer Heiland, nimm ihren Geist, wenn er sich nun vom Leibe scheidet, zu dir auf und laß ihn bei dir einer ewigen und vollkommenen Ruhe genießen. Erhöre uns, o Herr, und erfülle unsere demüthige Bitte um deiner allerhöchad sten Liebe willen! Amen. 1989 19 Sid no ne pond Jound mist " ui en moral dan pilliam 9 madruar oder an mo and stamöl noil Idiomall do win trednudised od of 790 stunt of de dag om 1991-11 si 1911n? nondi 8 19 bnrgl 1919 e nis nd sie dis and idi trommitted la pous isd smile tigan tand de modtog rim tamos anar undian ind sie tiello thin rdi tand 9119998 die norim un 19e did it and adidiste nomis ut dnedsfm od 152 stung mis msdis natgol sudi sisid bus doi madne mi imamisd trud ud 3 Transions sond srdi agritse dni ardni? Ipitcöm finden? för gitt ud si shtore ngambe dun p 3199 9rdi spidur 179leddtoft alij ud di Tum Das Leiden und Sterben unsers Herrn Jesu andis Christi nach den vier Evangelisten.nise 3900 1851 id sus 179 91 brud do? di mallud aine moj dnu mopojeg tid up asti asmisd putri &.³ of fod isimle olid med dnu no con alg id nodropinis red Sun 1993 di hun ne s war aber nahe das Fest der süßen Brode, das da Oftern heißet. Und Jesus sprach zu seinen Jüngern: Ihr wisset, daß nach zween Tagen Ostern wird, und des Menschen Sohn wird überantwortet werden, daß er gekreuziget werde. one Da versammelten sich die Hohenpriester und Schriftgelehrten und die Neltesten im Volk in dem Palast des Hohenpriesters, der da heißet Kaiphas, und hielten einen Rath, wie sie Jesum mit Lift griffen und tödteten; denn sie fürchteten sich vor dem Volte. Sie sprachen aber: Ja nicht auf das Fest, auf daß nicht ein Aufruhr werde im Volt. T smu tima gdi mi is 1991 mmilt manied tid 52. Qadasic onsdref spill bun jol on.... naguse me iso nardi adis2 pod nun hi or Und da nun Jesus war zu Bethanien in dem Hause Simonis, des Aussäßigen, trat zu ihm ein Weib, die hatte ein Glaß mit unverfälschtem und köstlichem Nardenwasser, und sie zerbrach das Glas und goß es auf sein Haupt, da er zu Tische saß. Da das die Jünger sahen, wurden sie unwillig und sprachen: Was soll doch dieser Unrath! Man könnte das Wasser um mehr, denn um breihundert Groschen verkauft haben und dasselbige den Armen geben; und sie murrten über sie. Da das Jesus merkete, sprach er zu ihnen: Lasset sie zufrieden! Was bekümmert ihr das Weib? Sie hat ein gutes Werk an mir gethan. Ihr habt allezeit Arme bei euch, mich aber habt ihr nicht allezeit. Sie hat gethan, was sie konnte. Denn daß ſie dieß Waſſer auf meinen Leib gegoffen, sie ist zus Historie vom Leiden Christi. vorgekommen, meinen Leichnam zu falben zu meinem Begräbniß. Wahrlich, ich sage euch, wo dieß Evanges lium gepredigt wird in aller Welt, da wird man auch sagen zu ihrem Gedächtniß, was sie jetzt gethan hat bisit rin 32 Es war aber gefahren der Satanas in den Judas, genannt Jscharioth, der da war aus der Zahl der Zwölfe, und er ging hin und redete mit den Hohenprieſtern und mit den Hauptleuten, daß er ihn verrieth, und sprach: Was wollt ihr mir geben? Ich will ihn euch verrathen. Da sie das hörten, wurden sie froh und boten ihm dreißig Silberlinge, und er versprach sich. Und von dem an fuchte er Gelegenheit, daß er ihn überantwortete ohne Rumor. dininde manisi uy tudi asch bon plan na bun 19 3.on nobisig napidistis@ 0 thout drur med mandi donating Idomorradle Aber am ersten Tage der süßen Brode, auf welchen man mußte opfern das Osterlamm, traten die Jünger zu Jesu und sprachen zu ihm: Wo willst du, daß wir hingehen und dir bereiten das Osterlamm zu essen? Und er sandte Petrum und Johannem und sprach: Ge het hin in die Stadt, sehet, wenn ihr hineinkommt, wird euch ein Mensch begegnen, der trägt einen Wasserkrug, folget ihm nach in das Haus, da er hineingeht, und sagt zu dem Hauswirth: Der Meister läßt dir ja gen: Meine Zeit ist herbeigekommen, ich will bei dir die Ofern halten. Wo ist das Gasthaus, darin ich das Ofterlamm essen möge mit meinen Jüngern? Und er wird euch einen großen gepflasterten Saal zeigen, daselbst bereitet es. Sie gingen hin und fanden, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Osterlamm. 101 nd, nami nd dade mod bon doll Und am Abend kam er und setzte sich zu Tische mit den zwölf Aposteln. Und er sprach zu ihnen: Mich hat herzlich verlanget, das Osterlamm mit euch zu effen, ehe denn ich leide. onia to u dnu 1000 mmol spiel, stog), Jug, Nom Denn ich sage euch, daß ich hinfort nicht mehr davon effen werde, bis daß erfüllet werde im Reich Gottes. Und er nahm den Kelch, dankete und sprach: Nehmet denfels Historie vom Leiden Christi. 33 denselben und theilet ihn unter euch; denn ich sage euch: Ich werde nicht trinken von dem Gewächs des Weinstocks, bis das Reich Gottes komme, bis an den Tag, da ichs neu trinken werde mit euch in meines Vaters Reich. dois do mar ac od rod dtoimmble no dos du mid gmig : borgt die disitu adi 19 od ustusltcung non endurg ad me Sonid 16 stlöm& rsd Idn8 196 un row dni nastaneda nad tim Und indem sie aßen, in der Nacht, da er verrathen mward, nahm der Herr Jesus das Brod, dankete und brachs und gabs den Jüngern und sorach: Nehmet, steffet, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird, solches thut zu meinem Gedächtniß. Tomure the Desselbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dantete, gab ihnen den und sprach: Trinnotet Alle daraus, dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch und für Viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtniß. Und fie tranten alle daraus stundo, an miris Stonn 19 CT immoinsaid idi muut 190s) dot sid mi and 18 ou nonis toont 19d 9mpgood.binsi nis dus jdsgrisndd 19 nd sung and on mdi tegral bi id tan siste diviceing med m id Vor dem Feste aber der Dflern, das ist auf denselbigen Abend, ba Jesus erkennete, baß seine Zeit kommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater; wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebete er sie bis ans Ende. omge Jamblis and militad dnu stod ha Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Juda Simonis Jfcharioth ins Hers gegeben, daß 10 ihn verriethe, wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte Alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott gekommen war und zu Gott ging; stand er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab und nahm einen Schurz und umgürtete sich. Danach goß er Wasser in ein Becken, hub an, den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. estrad 55 Da 34 Historie vom Leiden Christi. Da kam er zu Simon Petro, und derselbe sprach zu ihm: Herr, solltest du mir die Füße waschen? Jefus antwortete und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißt du jezt nicht: du wirsts aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus antwortete thm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du keinen Theil mit mir.. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße and allein, sondern auch die Hände und das Haupt! Spricht. Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht, denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein. Und ihr feid rein; aber nicht alle. Denn er wußte seinen Vers räther wohl, darum sprach er: ihr seid nicht alle reind 13: 00190 800 79110 mi 1 but nºrodog sitt ? Zop's TO 19d and sistracto D han 12 Aiddo, spi Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider und setzte sich wieder nieder und sprach aber mal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? Ihr heißet mich Meister und Herr und saget recht dar an; denn ich bins auch. So ich nun, euer Meister und Herr, euch die Füße gewaschen habe, follt ihr euch auch untereinander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß thr thut, wie ich euch gethan habe. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Knecht ist nicht größer, denn sein Herr, noch der Apostel größer, denn der ihn gesandt hat. So ihr solches wisset, selig seid ihr, so ihr es thut. aulat, borol ng Nicht sage ich von euch allen, ich weiß, welche ich ernd wählet habe, sondern daß die Schrift erfüllet werde: Der mein Brod iffet, der tritt mich mit Füßen. Jest sage ichs euch, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es e geichehen ist, ihr glaubet, daß ich es bin. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer aufnimmt, so ich Jemand Pain senden werde, der nimmt mich auf. Wer aber mich auf nimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. foll # 7 CP: 4p DC Da Jesus solches gesagt hatte, ward er betrübt im Geifte, und zeugete, und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch Historie vom Leiden Christi. 35 euch, Einer unter euch, der mit mir isset, der wird mich verrathen. Siehe, die Hand meines Verräthers ist mit mir über Tische. Und die Jünger wurden sehr traurig, sahen sich untereinander an und ward ihnen bange, von welchem er redete. Und sie fingen an zu fragen unter sich selbst, welcher es doch wäre unter ihnen, der das thun würde? und sagten zu ihm einer nach dem andern: Herr, bin ichs? und der andre: bin ichs? Er antwortete und sprach: Einer aus den Zwölfen, der mit mir in die Schüffel tauchet, der wird mich verrathen. Des Menschen Sohn gehet zwar dahin, wie von ihm bes schloffen und geschrieben ist; doch wehe dem Menschen, durch welchen des Menschen Sohn verrathen wird! Es wäre ihm besser, daß derselbige Mensch nie geboren wäre. Da antwortete Judas, der ihn verrieth, und sprach: Bin ichs, Rabbi? Er sprach zu ihm: Du sagsts. SHIST Hidon Sing Es war aber einer unter seinen Jüngern, der zu Tische saß an der Brust eju, welchen Jesus lieb hatte, dem wintte Simon Petrus, daß er forschen sollte, wer es wäre, von dem er sagte. Denn derselbige lag an der Bruft Jefu und sprach zu ihm: Herr wer ists? Jesus antwortete: Der ists, bem ich den Bissen eintauche und gebe. Und er tauchte den Bissen ein und gab ihn Juda Simonis Jfcharioth. Und nach dem Bissen führ der Satan in thn. 900m 13.000 pilst dir asloj dio and Da sprach Jesus zu ihm: Was du thuft, das thue bald. Daffelbige aber wußte Niemand über Tische, wos zu ers ihm sagte. Etliche meinten, dieweil Judas den Beutel hatte, Jesus spräche zu ihm: Raufe, was uns Noth ist aufs Fest; oder, daß er den Armen Etwas gebe. Da er nun den Bissen genommen hatte, ging er alsbald hinaus und es war Nacht. thi 8. Da aber Judas hinausgegangen war, erhub sich ein 3ank unter ihnen, welcher unter ihnen sollte für den größten gehalten werden. Er aber sprach zu ihnen: Die weltlichen Könige herrschen, und die Gewaltigen heißet man b6 gnädige 18 36 Historie vom Leiden Christi. gnädige Herrn. Jhr aber nicht also; fondern der Größte Jom unter euch soll sein wie der Jüngste und der Vornehmste wie ein Diener. Denn welcher ist der Größte? der zu Tische siget, oder der da dienet? Jst's nicht also, dodder zu Tische sizet? Ich bin aber mitten unter euch wie usein Diener. Jhr aber seids, die ihr bei mir beharret bor habt in meinen Anfechtungen. Und ich will euch das Reich bescheiden, wie mirs mein Vater beschieden hat, bindaß ihr essen und trinken sollt über meinem Tische in meinem Reiche und sißen auf Stühlen und richten die im zwölf Geschlechter Israels.n um es bus appl bi spratadiladeil sid ustre i 10 todell nadstrop and is to Da sprach Jesus: Nun ist des Menschen Sohn verkläret, und Gott ist verkläret in ihm. Ist Gott verkläret in ihm, so wird ihn Gott auch verklären in ihm selbst und wird ihn bald verklären. Liebe Kindlein, ich bin noch eine kleine Weile bei euch. Ihr werdet mich suchen, und, wie ich zu den Juden sagte, wo ich hingehe, da könnet ihr nicht hinkommen. Und ich nordfage euch nun: Ein neu Gebot gebe ich euch, daß ihr honeuch unter einander liebet, wie ich euch geliebet habe, bus auf daß auch ihr einander lieb habet. Dabei wird Jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger ſeid, so ihr 3d759 Liebe unter einander habet.pl] strid mod 2010 dhi Morodeffrotun 19de binns i ndar sistroarinn 19do Burtsa polilog mi sdegard dus 100 10# no sho bun on si nu mai ug borgi dau Top rid no ramrammin had him thi Biar of stysp nistus Spricht Simon Petrus zu ihm: Herr, wo gehest du bim hin? Jesus antwortete thm: Da ich hingehe, kannst du 19 mir diesmal nicht folgen, aber du wirst mir hernachmals folgen. Petrus spricht zu ihm: Herr, warum kann ich dir dießmal nicht folgen? Ich will mein Leben für dich lassen. Jesus antwortete thm: Solltest du dein Leben für dismich lassen? Simon, Simon, fiebe, der Satanas hat euer oms begehret, daß er euch möchte sichten wie den Waizen; ich taber habe für dich gebeten, daß dein Glaube nicht auf ants höre. Und wenn du dich dermaleinst bekehrest, so stärke Hodeine Brüder. Er aber sprach zu ihm: Herr, ich bin be reit, nt bir ins Gefängniß und in den Tod zu gehen. Fr 9. Historie vom Leiden Christi. 38 37 stör Er aber sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, Betrus, Ja der Hahn wird heute nicht krähen, ehe denn du dreimal fataverläugnet hast, daß du mich kennest. sic affads.. all in 18 19m9id pd 190 do 198 13 8 196 sia Und er sprach zu ihnen: So oft ich euch gefandt habe 1913 ohne Beutel, ohne Tasche und ohne Schuhe, habt ihr auch and je Mangel gehabt? Sie sprachen: Nie keinen. Da sprach toder zu ihnen: Aber nun, wer einen Beutel hat, der nehme ni sihn, desselbigen gleichen auch die Tasche. Wer aber nicht sid hat, der verkaufe sein Kleid und kaufe ein Schwert; denn ich sage euch: es muß auch das vollendet werden an mir, das geschrieben stehet: Er ist unter die Uebelthäter ges 19 rechnet. Denn was von mir geschrieben ist, das hat ein 1975 EndertoSie sprachen aber: Herr, siehe, hier sind zwei HdlsSchiverter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug. i diod ndi dim c pus isd slisu smisli snis ban 10. bi islamin säen?? stpol nadu nad ug i sin du bu bim todasar 788 bi di Und da sie den Lobgefang gesprochen hatten, ging Je di fus hinaus nach seiner Gewohnheit über den Bach Kidron dan den Delberg. Es folgten ihm aber seine Jünger nach. di Da sprach er zu ihnen: In dieser Nacht werdet ihr euch di alle an mir ärgern. Denn es stehet geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen, und die Schaafe der Heerde werden sich zerstreuen. Wenn ich aber auferstehe, will ich vor euch hingehen in Galiläa. Petrus aber antwortete und sprach zu ihm: Wenn sie sich auch alle an dir ärgerten, so will ich mich doch nimmermehr an dir ärgern. dJesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage div: Heute in und dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal trähet, wirst du mich alou breimal verläugnen. Er redete aber noch weiter: Ja, wenn bi mich mit dir sterben müßte, wollte ich dich nicht verläugnen. id Deffelbigen gleichen sagten auch alle Jünger. 10 190922 mind and silla diststroming 15910 Da kam Jefuß mit ihnen zu einem Hofe, der hieß Gethsemane, da war ein Garten, darein ging Jesus und seine un Jüngeru Judas aber, der ihn verrieth, wußte den Ort strauch; denn Jesus versammelte sich oft daselbst mit seinen Jüngern. Da sprach Jesus zu ihnen: Sepet euch hier auf, daß ich dort hingehe und bete. Und er nahm zu sich Petrum 57 und 3838 Historie vom Leiden Chrifti. und Jakobum und Johannem, die zween Söhne Zebebät, und fing an zu trauern und zu zittern und zu zagen und sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis in den Tod; bleibet hier, wachet mit mir und betet, auf daß ihr 111 nicht in Anfechtung fallet. 90( 905 hod Thollol gnutoin mi tin di god anda mot no sde 111 on 19 pd diodein dril immons stiedot ng nun is Donis nollöorg 196 W.dou. Tenairandad 1960 si de topbesid Und er riß sich von ihnen bei einem Steinwurf und kniete nieder, fiel auf sein Angesicht auf die Erde und au betete, daß, so es möglich wäre, die Stunde vorüber ginge und sprach: Abba, mein Vater! Es ist dir Alles möglich, überhebe mich dieses Kelches! doch nicht, wie ich will, sondern wie du willst, bi mochiste thoise din Und er fam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend 978 und sprach zu Petro: Simon, schläfst du? Vermöchtest du nicht eine Stunde mit mir zu wachen? Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet! Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. di natstraatind sie anid bemandi u 3um andernmal ging er aber hin, betete und sprach: Mein Vater, ifts nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe, ich trinte ihn denn, so geschehe dein Wille. Und er s kam und fand sie abermal schlafend, und ihre Augen waren voll Schlafs und wußten nicht, was sie ihm ant worteten. Und er ließ sie und ging abermal hin und 197 betete zum drittenmal diesſelbigen Worte und sprach: 89 Bater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe. 1 red and Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkete ihn. Und es tam, daß er mit dem Tode rang, und er betete heftiger. Es war aber sein Schweiß wie Blutstropfen, die fielen auf die Erde. It 981096 B2 mg 61 dn: ot 12. ndu? dr at olnud.n drm jak 779 Sed orgi Und er stand auf von dem Gebet und kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend vor Traurigkeit und sprach 311 Historie vom Leiden Chrifti. 398 ihnen: Ach, wollt ihr nun schlafen und ruhen? Was schlafet ihr? Es ist genug. Siehe, die Stunde ist genn fommen, und des Menschen Sohn wird überantwortet in der Sünder Hände. Stehet auf und laßt uns ge hen; siehe, der mich verräth, ist nahe. Betet aber, auf in daß ihr nicht in Anfechtung fallet! Und alsbald, da er noch redete, fiehe da tam Judas, der Zwölfen einer. Da er nun zu sich hatte genommen die Schaar und die Schaar der Hohenpriester und Pharisäer, der Weltesten und Schriftgelehrten, ging er gu vor der Schaar und kommt dahtn mit Fackeln, Lampen und Schwertern und mit Stangen.gam 890 180 17910 min pddle boraj dnu somig Der Verräther aber hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ists, den greifet und führet ihn gewißon monist us tol 19 dall gegeben dur Hathamisi& ud fjölbinomiota u borgt dat Als nun Jesus wußte Alles, was ihm begegnen follte, ud ging er hinaus und sprach zu ihnen: Wen suchet ihrisd Sie antworteten ihm: Jefum von Nazareth. Jesus sprachliar zu ihnen: Ich bins. but o 979790 mid 19do 13 prig lommid mu8 Judas aber, der ihn verrieth, fand auch bei ihnen. el Als nun Jesus zu ihnen sprach: Ich bins, wichen sie zu rück und fielen zu Boden. Da fragte er sie abermal: er Wen suchet ihr: Sie aber sprachen: Jejum von Nazareth Jesus antworte: Ich habs euch gesagt, daß ich es fet, Suchet ihr denn mich, so laffet biese gehen ated DER Auf daß das Wort erfüllet werde, welches er sagte: Ich habe derer feinen verloren, die du mir gegeben haft. di 15mmig mod 19ghe me 1906 190 191 ODT 9d03 mad tim is and tant és dali si ai i miste 098 ndi stofan, do 1080 pitted stated 29 di un slit aid sta Und Judas nahete sich zu Jesu, ihn zu küssen. Und alsbald trat er zu ihm und sprach: Gegrüßet feift du, Rabbi, und küssete ihn. Jesus aber sprach zu ihm: Mein Freund, warum bist du gekommen? Juda, verräthst du des Menschen Sohn mit einem Kuß? Da traten sie hinzu und legten die Hände an Jesum und griffen ihn. Da 40 Historie vom Leiden Chrifti. ni Da aber sahen, die um ihn waren, was da werden wollte, sprachen sie zu ihm: Herr, sollen wir mit dem Schwert drein schlagen? Da hatte Simon Petrus ein Schwert und zog es aus und schlug nach des Hohen: priesters Knecht und hieb ihm sein rechtes Ohr ab. Und der Knecht hiek Malchus. Jesus aber antwortete und sprach: Lasset sie doch so ferner machen. Und sprach zu Petro: Stecke dein Schwert in die Scheide. Denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umtom: kommen. Oder meinst du, daß ich nicht tönnte meinen Bater bitten, daß er mir zuschicke mehr denn zwölf Legionen Engel? Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat? Wie würde aber die Schrift erfüllet! Es muß also geschehen. Und er rührete sein Ohr an und heilete ihnianie s stadionu scholl 80 Tonsildon nis nstind diri tansi dnu std142 sid sdp ned plad i mattin medsinnd Rooms Isd Zu der Stunde sprach Jesus zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels und den Aeltesten, bie über ihn gekommen waren: Ihr seid als zu einem Mörs der mit Schwertern und mit Stangen ausgegangen mich zu fahen. Bin ich doch täglich gesessen bei euch, und habe gelehret im Tempel, und ihr habt keine Hand an mich gelegt: aber dieß ist eure Stunde und die Macht der Finsterniß. Das ist aber alles geschehen, auf daß erfüllet würden die Schriften der Propheten. Da verließen ihn alle Jünger und flohen. Und es war ein Jüngling, der folgte ihm nach, der war mit Leinwand bekleidet auf der bloßen Haut, und die Jünglinge griffen ihn: er aber ließ die Leinivand fahren und floh bloß von ihnen. 700 1909190( bilinsi ensinou nedug silo od sqms 2 msd ni dan slugersd Soll isdarop Istnil mi stibile adod dnut namun od 1978dag sid mured sid 3015,£ mured him ad oppaj ar nopidisteid sal adod isdeasg mengi ng bi aparmad 250 Die Schaar aber und der Oberhauptmann und die Die ner der Juden nahmen Jesum und banden ihn und führeten ihn aufs erste zu Hannas, der war Kaiphas Schwä her, welcher des Jahres Hoherpriester war. Es war aber Kaiphas, Historie vom Leiden Christi. 41 Kaiphas, der den Juden rieth, es wäre gut, daß Ein Mensch würde umgebracht für das Volk borga nis Burtsaf nomi stod og poli nised tube Und sie führten ihn zu dem Hohenpriester Raiphas, ( das ist zum Fürsten der Priester), dahin alle Hohenpriester und Schriftgelehrten und Aeltesten sich versammelt hatten. Simon Petrus aber folgte Jesu von ferne und ein anderer Jünger bis an den Palast bes Hohenpriesters. Derselbige Jünger war dem Hobenpriester bekannt und ging mit Jefu hinein in des Hohenpriesters Palast. Petrus aber stand draußen vor der Thür.d istog nedostat Join bls. so bile sen nomain Da ging der andere Jünger, der dem Hohenpriester bekannt war, hinaus und redete mit der Thürhüterin und führte Petrum hinein.d sislied de admis Es standen aber die Knechte und Diener und hatten ein Rohlfeuer gemacht danieden mitten im Palast; denn es war kalt, und wärmten fich.Petrus aber stand bei ihnen und wärmte sich, auf daß er sehe, wo es hinaus wollte. Die Magd aber des Hohenpriesters, die Thürbüterin, sah Betrum bei dem Lichte, da er sich wärmte. Und sah eben auf ihn und sprach: Und du warst auch mit dem Jesu von Galiläa. Bist du nicht auch dieses Menschen Jünger einer? Er läugnete aber vor Allen und sprach: Weib, ich bins nicht; ich kenne fein nicht. Ich weiß auch nicht, was bu fageft. tollis od uro nedol dun 79gnie so ndi nadili 16. ad con mudi style] 196 prilomünis mar és duji day Aber der Hohepriester fragte Jesum um feine Jünger drund um seine Lehre. Jesus antwortete: Ich habe frei öffentlich geredet vor der Welt; ich habe allezeit gelehret in der Schule und in dem Tempel, da alle Juden zusammenkommen, und habe Nichts im Winkel geredet. Was fragest du mich darum? Frage die darum, die gehöret haben, was ich zu ihnen geredet habe. Siehe, dieselbigen wissen, was ich gesagt habe. Als er aber solches redete, gab der d Diener einer, die dabei standen, Jesu einen Backenstreich und sprach: Solltest du dem Hohenpriester also antworten? Jesus antwortete: Habe ich übel geredet, so beweise es, daß 42 Historie vom Leiden Christi. daß es unrecht sei; habe ich aber recht geredet, was schlägst du mich? Und Hannas hatte ihn gebunden gesandt zu dem Hohenpriester Kaiphas. 390 291100 15qh193 190 1959700 Mor dun mal be di liur nago ns193d mi 17, tops msdnöd tim itbang song tim Tohin Tod und 90 mi Simon Petrus aber stand und wärmte sich. Und über eine kleine Weile, nach dem ersten Verläugnen, als er hinausging nach dem Vorhof, trähte der Hahn, und eine andere Magd sah ihn und hub abermal an zu sagen denen, die dabeistanden: Dieser war auch mit dem Jesu von Nazareth. Da sprachen sie zu ihm: Bist du nicht seiner Jünger einer? Und ein anderer sprach: Du bist auch der einer. Und er läugnete abermal und schwur dazu und sprach: Mensch, ich bins nicht und lenne auch den Menſchen nicht. 13 del ist ad do fogo! Und über eine kleine Weile, bei einer Stunde, bekräftigte es ein anderer mit denen, die dastanden, und sprach: Wahrlich, du bist auch der einer, denn du bist ein Galiläer, deine Sprache verräth dich. 190 Sird Tra 131 ne d moltiosd anor Justleg$ 100 40 borgi dit Spricht des Hohenpriesters Knecht, ein Befreundeter gut des, dem Betrus das Ohr abgehauen hatte: Sah ich dich nicht im Garten bei ihm? Da fing er an sich zu st verfluchen und zu schwören: Ich tenne den Menschen nicht, von dem ihr saget. er Und alsbald, da er noch redete, krähete der Hahn zum andernmal. Und der Herr wandte sich und sah Petrum an. Da gedachte Petrus an die Worte Jefu, als er zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal frå het, wirst du mich dreimal verläugnen, und ging hinaus und weinete bitterlich. referensdog sin of netlementi zado anagraf& C usd du allow and m1891 sid dnu strdelapfirdə mmdi o god must didtoft mstleid dan dini senng Die Hohenpriester aber und die Weltesten und der ganze id me Rath suchten falsche Zeugnisse wider Jesum, auf daß sie ihm zum Tode hülfen, und fanden keines, wiewohl viel falsche Zeugen herzutraten, denn ihre Zeugnisse stimmten nicht Historie vom Leiden Chrifti. 43 nicht überein. Zulegt standen auf und traten herzu sween falsche Zeugen und gaben falsch Zeugniß wider ihn und sprachen; Wir haben gebört, daß er jagte: Ich kann und will abbrechen den Tempel Gottes, der mit Händen gemacht ist, und in dreien Tagen will ich einen andern bauen, der nicht mit Händen gemacht ist. Und ihr Zeugnis stimmte noch nicht überein. nomi menguplate noflrg med can list smislt suis Und der Hohepriester stand auf unter ihnen und fragte Jefum und sprach: Antwortest du nichts zu dem, das diese wider dich zeugen? Jejus aber schwieg fille und antwortete Richts, distoni se med HOTEL inn is dull, mis on omist, toin and Da fragte ihn der Hohepriester abermal und sprach zu ihm: Bist du Christus, der Sohn des Hochgelobten? Jch beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns fageft, ob du seift Christus, der Sohn Gottes? Jesus fprach: Du sagst es, ich bins. Doch ich sage euch: Bon nun an werdet ihr sehen des Menschen Sohn sizen zur rechten Hand der Kraft und kommen in den Wolken des Himmels. Da jerriß der Hohepriester seine Kleiders und sprach: Er hat Gott gelästert, was bedürfen wir weiter Beugniß? Siebe, jetzt haben wir seine Gotteslästerung gehöret; was süntet euch? Sie aber verdammed ten ihn alle und sprachen: Er ist des Todes schuldig. hid nsbins med annet möbl u dan opulia 19. gpl adi mad noo ibin Die Männer aber, die Jesum hielten, verspotteten ihn und schlugen ihn mit Fäusten. Etliche aber bedeckten ihn und schlugen ihn ins Angesicht, besonders die Knechte, und sprachen: Weissage uns, Christe, wer ists, der dich schlug& in Und viele andere Lästerungen jagten sie wider ihn. Jad biluttid stsnigen dan Des Morgens aber versammelten sich alle Hohenpriester, Schriftgelehrten und die Aeltesten des Voltes und der ganze Rath und hielten Rath über Jesum, daß sie ihm zum Tode hülfen, und führeten ihn hinauf vor ihren Rath und sprachen: Bist du Chriftus? sags uns. Er aber sprach zu ihnen: Sage ich euch, so glaubet ihr nicht. Frage ich di aber, so antwortet ihr nicht und lasset mich dennoch nicht los thin 44 Historie vom Leiden Christi. los. Darum von nun an wird des Menschen Sohn sigen zur rechten Hand der Kraft Gottes. Da sprachen sie alle: Bist du denn Gottes Sohn? Er sprach zu ihnen: Ihr fagets; denn ich bins. Sie aber sprachen: Was bedürfen wir weiter Zeugniß? Wir habens selbst E, CHIDI FIOR D gehört aus seinem Munde. spolsnis di tonin 701 ustid Simdi ug mong du sdn 9191700mm simpsodit thin aid ndi msti 20.im indiladel! mis tibin ndi Jamden de mandi up autolių borg Distrout nochorgi, ne 89190 matus Und der ganze Haufe stand auf und band Jefum, führte ihn vor Kaiphas vor das Richthaus und überantwortete ihn dem Landpfleger Pontio Pilato, und es war noch frühe. Da das Judas sah. der ihn verrathen hatte, daß er verdammt war zum Tode, gereuete es ihn und brachte wieder die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und den Aeltesten und sprach: Ich habe übel gethan, daß ich unschuldig Blut verrathen habe. Sie sprachen aber: Was gehet uns das an? da siehe du zu. Und er warf die Silberlinge in den Tempel, hob sich davon und er henkte sich daselbst und ist mitten entzwei geborsten, und feine Eingeweide ausgeschüttet. ndi sigori dan me datatrouino du audi rog damit auis ginöf Aber die Hohenpriester nahmen die Silberlinge und sprachen: Es taugt nicht, daß wir sie in den Gottesfaften legen, denn es ist Blutgeld.doc 9rd du lac Indien und and apar#tatoor 15151511ouring 2019% 100 19 970 Tame volaid nog tin ili, big! Sie hielten aber einen Rath und kauften um die Silberlinge, um den Lohn der Ungerechtigkeit, eines Töpfers Acker zum Begräbniß der Pilger. Und es ist fund ges worden Allen, die zu Jerusalem wohneten, aljo, daß der selbe Acker genennet wird auf ihre Sprache Haleldama, das ist, ein Blutacker, bis auf den heutigen Tag. Da ist erfüllet, das gesagt ist durch den Propheten Jeremias, da er spricht: Sie haben genommen dreißig Silberlinge, damit bezahlet ward der Verkaufte, welchen sie lauften von den Kindern Israels, und haben sie gegeben um eines Töpfers Acker, als mir der Herr befohlen hat. 31249 staten 21. Historie vom Leiden Christi. da pis 350 G D mun nog usp@ mphoral o autta0 1101921.d dnog notibes the magi uda 45 Die Juden aber gingen nicht in das Richthaus, auf daß sie nicht unrein würden, sondern Ostern halten möchten. Da ging Pilatus zu ihnen heraus und sprach: Was bringt ihr für eine Klage gegen diesen Menschen: Sie antworteten aber und sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht ein Uebelthäter, wir hätten ihn dir nicht überantwortet. Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmet ihn hin und richtet ihn Da sprachen die Juden zu ihm: Wir dürfen Niemand tödten. Auf daß erfüllet würde das Wort Jefu, welches er sagte, da er deutete, welches Todes er sterben würde. 151700 2017) con 3001 79 and stind maiora di ad doi endue and n stbord du di 29 91911979 22.603 mg som Imunoding du startensdog med spisali pidiendid 956sion Da fingen an die Hohenpriester und die Aeltesten, ihn hart zu verklagen, und sprachen: Diesen finden wir, daß er das Volk abwende und verbeut, den Schoß dem Kaiser zu geben, und spricht, er sei Christus, ein König. Da ging Pilatus wieder hinein in das Richthaus und rief Jesum und fragte ihn und sprach: Bist du der Juden König? Jesus stand vor ihm und antwortete: Redeſt du das von dir selbst, oder haben dirs Andre von mir gefaget Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Voll und die Hohenpriester haben dich mir überantwortet: was hast du gethan? Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden darob kämpfen, daß ich den Juden nicht überantwortet würde. Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du dennoch ein König? Jesus antwortete: du sagst es. Ich bin ein König; ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, daß ich die Wahrheit zeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme. Syricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit! Und da er das gesagt, ging er wieder heraus zu den Juden und spricht zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm.nadog ond on all redni nad mod Und da er verklagt ward von den Hohenpriestern und Meltesten, antwortete er Nichts. Pilatus aber fragte ihn abers 46 Historie vom Leiden Christi. abermals und sprach: Antwortest du nichts? Siehe, wie hart sie dich vertlagen; hörest du nicht? Und er ant wortete ihm nicht auf ein Wort mehr, also daß sich auch der Landpfleger sehr verwunderte. manis dogbiag Topi Sie aber hielten an und sprachen: Er hat das Voll erregt damit, daß er gelehret hat hin und her im ganzen jüdischen Lande und hat in Galiläa angefangen bis hierher. bus( bi and di Moor molt Da aber Pilatus Galiläa hörete, fragte er, ob er aus Galiläa wäre? Und als er vernahm, daß er unter Herodes Obrigkeit war, übersandte er ihn zu Herodes, welcher in denselben Tagen auch zu Jerusalem war. disa mist bil dol 23 bill med fun 19 nó dull Pobl us atbill un aded pool di dol di jadi Da aber Herodes Jesum sah, ward er sehr froh, denn 1191 er hätte ihn längst gern gesehen; denn er hatte viel von ihm gehöret, und hoffete, er würde ein Zeichen von ihm sehen. Und er fragete ihn mancherlei. Er antwortete ihm aber nichts. Die Hohenpriester aber und Schriftgelehrten standen und verklagten ihn hart. Über Herodes mit fei nem Hofgesinde verlachten und verspotteten ihn, legte ihm ein weißes Kleid an und fandte ihn wieder zu Bilato. Auf den Tag wurden Pilatus und Herodes Freunde mit einander; denn zuvor waren sie einander feindandi u $ 19mmon muthird noin mod wist tim nobon nad bi Vol 1900 19 Indi spiguent 90/24, Elomiedo nesir( b) 13 1m96 39 Ind and nomor u lommettred mug borgj Pilatus aber tief die Hohenpriester und die Obersten und das Volk zusammen und sprach zu ihnen: Ihr habt diesen Menschen zu mir gebracht, als der das Volt aba wende; und febet, ich habe ihn vor euch verhöret und finde an dem Menschen der Sache teine, der ihr ihn beschuldiget, Herodes auch nicht. Denn ich habe ihn auch zu ihm gesandt, und sehet, man hat Nichts auf ihn gebracht, das des Todes werth sei, darum will ich ihn züchtigen und losgeben. Auf das Fest aber mußte derLandpfleger nach Gewohnheit dem Volle einen Gefangenen losgeben, welchen sie begehr ten. Er hatte aber zu der Zeit einen Gefangenen, der war übel Historie vom Leiden Christi. 47 übel berüchtigt, nämlich einen Uebelthäter und Mörder, der hieß Barrabas, der mit den Aufrührerischen war ins Gefängniß geworfen, welcher im Aufruhr, der in der Stadt geschah, einen Mord begangen hatte. Und das Volk ging hinauf und bat, daß er thäte, wie er pflegte. Und da sie versammelt waren, antwortete ignen Pilatus: Ihr habt eine Gewohnheit, daß ich euch einen los gebe auf Oftern. Welchen wollt ihr, daß ich euch losgebe? Barrabam oder Jesum, den König der Juden, den man nennt Christum? Denn er wußte, daß ihn die Hohenpriester aus Neid überantwortet hatten.pira nodibined ni bur 300 rusljus u un 25. Und da er auf dem Richtstuhl saß, schickte sein Weib zu mit diesem Gerechten, denn ich habe heute Viel erlitten im Traum von seinetwegen. 1139A HOND! hot Aber die Hohenpriester und die Aelfesten überredeten und reizten das Volt, daß sie um Barrabam bitten sollten und Jefum umbrächten. Da antwortete nun der Landpfleger und sprach zu ihnen: Welchen wollt ihr unter diesen zweten, den ich euch soll losgeben? Da schrie der ganze Haufe und sprach: Hinweg mit diesem und gib uns Barrabam los! Da rief Pilatus abermal zu ihnen und wollte Jesum loslassen und sprach: Was soll ich denn machen mit Jesu, den man Christum nennet? Sie schrieen abermals: Kreuzige, freuzige ihn! Er aber sprach zum drittenmal zu ihnen: Was hat er denn Uebels gethan? Ich finde keine Ursache des Todes an ihm, darum will ich ihn züchtigen und loslassen. Aber fie schrieen noch viel mehr und sprachen: Kreuzige ihn! Und sie lagen ihm an mit großem Geschrei und for berten, daß er gefreuziget würde, und ihr und der Hohen priester Geschrei nahm überhand. un adore jogilag tordeg nel tuo&' pill fod not ang 26.90 only in 59 Da nahm Pilatus Jesum und geißelte ihn. Die Kriegss tnechte aber des Landespflegers führten ihn hinein in das Richthaus und riefen zusammen die ganze Rotte und zogen 48 Historie vom Leiden Christi. gen ihn aus und legten ihm einen Purpurmantel an und flochten eine Krone von Dornen und setzten sie auf sein Haupt und gaben ihm ein Rohr in die rechte Hand und beugten die Kniee vor ihm und verspotteten ihn und fingen an, ihn zu grüßen und sprachen: Gegrüßest ſeist du, lieber König der Juden! Und schlugen ihm ins Angesicht und speieten ihn an und nahmen das Rohr und schlugen damit sein Haupt und fielen auf die Kniee und beteten ihn an. 27. Da ging Pilatus wieder heraus und sprach zu ihnen: Sehet, ich führe ihn heraus zu euch, daß ihr erkennet, daß ich keine Schuld an ihm finde. Also ging Jesus heraus und trug eine Dornenkrone und ein Purpurkleid. Und er sprach zu ihnen: Sehet, welch ein Mensch! Da ihn die Hohenpriester und die Diener sahen, schrieen fie und sprachen: Kreuzige, kreuzige ihn! Pilatus spricht zu ihnen: Nehmet ihr ihn hin und freuziget ihn; dern ich finde keine Schuld an ihm. Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Geseß, und nach dem Gesetze soll er sterben: denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht. Da Pilatus das Wort hörete, fürchtete er sich noch mehr und ging wieder hinein in das Richthaus und spricht zu Jesu: Von wannen bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort. Da sprach Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, daß ich macht habe, dich zu freuzigen, und macht habe, dich loszugeben? Jesus antwortete: Du hättest teine Macht über mich, wäre sie dir nicht von oben herab gegeben. Darum, der mich dir überantwortet hat, der hat größere Sünde. Von nun an trachtete Pilatus, wie er ihn losließe. Die Juden aber schrieen und sprachen: Läsfest du diesen los, so bist du des Kaisers Freund nicht. Denn wer sich zum Könige macht, der ist wider den Kaiser. 28. Da Pilatus das Wort hörete, führte er Jesum heraus und setzte sich auf den Richtstuhl an der Stätte, die da het Bet Historie vom Leiden Christi. 49 Bet Hochpflaster, auf Hebräisch aber Gabbatha. Es war aber der Rüfttag in den Ostern um die sechste Stunde. Und er sprach zu den Juden: Sehet, das ist euer König. Sie schrieen aber: Weg, weg mit dem! freuzige ihn! Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euern König freuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König, denn den Kaiser. ndi nating dan ibilganl Da aber Pilatus sah, daß er nichts schaffete, sondern daß ein viel größer Getümmel ward, gedachte er dem Bolt genugzuthun und urtheilte, daß ihre Bitte ge schähe, nahm Wasser und wusch die Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blute dieses Gerechten, fehet ihr zu. Da antwortete das ganze Volk und sprach: Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder! Da gab er ihnen Barrabam los, der um Aufruhres und Mords willen war ins Gefängniß geworfen, um welchen sie baten; Jesum aber, gegeißelt und verspottet, übergab er ihrem Willen, daß er gefreuziget würde. nd witiraj Butolig Indi spinner spituerneboral dan bi med ndi ispigust 29. md ndi di lomail: nandi di najstroart your aidi no diub spist sdr Da nahmen die Kriegsknechte Jesum, zogen ihm den Mantel aus und zogen ihm seine Kleider an und führeten ihn hin, daß sie ihn treuzigten. Und er trug sein Rreuz. Und indem sie hinausgingen, fanden sie einen Menschen, der vorüber ging, von Cyrene, mit Namen Stmon, der vom Felde tam, der ein Vater war Alexandri und Rufi, den zwangen sie, daß er ihm sein Kreuz trüge, und legten das Kreuz auf ihn, daß ers Jesu nachtrüge. Es folgte ihm aber ein großer Haufe Volks und Weiber, die tlagten und beweinten ihn. Jefus aber wandte sich um zu ihnen und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem, weinet nicht über mich, sondern weinet über euch selbst und über eure Kinder. Denn sehet, es wird die Zeit kommen, in welcher man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren und bie Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht gesäuget haben! Dann werden sie anfahen zu sagen zu den Bergen: Fallet über uns! Denn so man das thut am grünen Holze, was will am dürren werden? Es wurden aber auch hingeführt zween andere Uebelthäter, daß sie mit abgethan würden. CS 30. Und 50 Historie vom Leiden Christi. 30. Und sie brachten ihn an die Stätte, die da heißet auf Hebräisch Golgatha, das ist verdolmetschet: Schädelstätte, und sie gaben ihm Essig und Wein und Myrrhen und Galle vermischt zu trinken, und da ers schmeckte, wollte er nicht trinken. Und sie freuzigten ihn an der Stätte Golgatha und zween Uebelthäter mit ihm, einen zur rechten, den an dern zur linken Hand, Jesum aber mitten inne. So ist die Schrift erfüllet, die da saget: Er ist unter die Uebelthäter gerechnet. Und es war die dritte Stunde, da sie ihn freuzigten. Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun. 31. Pilatus aber schrieb eine Ueberschrift, enthaltend, was man ihm schuld gab, die Ursache seines Lodes, und sezte sie auf das Kreuz oben zu seinem Haupte. Es war aber darauf geschrieben: Jesus von Nazareth, der Juden König. Diese Ueberschrift lasen viele Juden, denn die Stätte, da Jesus gekreuziget ist, war nahe bei der Stadt. Und es war ge schrieben in hebräischer, griechischer u. lateinischer Sprache. Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilato: Schreibe nicht: der Juden König, sondere, daß er gesagt habe: Ich bin der Juden König. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben. Die Kriegstnechte, da sie Jesum gekreuziget hatten, nahmen seine Kleider und machten vier Theile, einem jeglichem Kriegsknecht ein Theil, dazu auch den Rod. Der Rock aber war ungenähet, von oben an gewirket durch und durch. Da sprachen sie unter einander: Lasset uns den nicht theilen, sondern darum lofen, weß er sein soll. Auf daß erfüllet würde die Schrift, die da jaget: Sie haben meine Kleider unter sich getheilet und haben über meinen Rock das Loos geworfen. Und sie saßen allda und hüteten sein. Solches thaten die Kriegs tnechte, und das Volk stand und sah zu. 32 3 Historie vom Leiden Christi. 32. Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und feiner Mutter Schwester, Maria, Kleophas Weib, und Maria Magdalena. Da nun Jesus seine Mutter sah und den Jünger dabeistehen, den er lieb hatte, sprach er zu seiner Mutter: Weib, siehe, das ist dein Sohn! Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von Stund an nahm sie der Jünger zu sich. Die aber vorübergingen lästerten ihn und schüttelten die Köpfe und sprachen: Pfui dich! wie fein zerbricht du den Tempel und bauest ihn in drei Tagen! Hilf dir selber. Bist du Gottes Sohn, so steig herab vom Kreuze. Deßgleichen auch die Hohenpriester und Aeltesten sammt dem Volte und sprachen: Er hat Andern geholfen und kann sich selbst nicht helfen. Ist er Christus, der König von Ifrael, der Auserwählte Gottes, so helfe er sich selber und steige nun vom Kreuz, auf daß wir sehen und glauben ihm. Er hat Gott vertrauet, der er löse ihn nun, lüftet es ihn, den er hat gesaget: Ich bin Gottes Sohn. Dasselbige rückten ihm auch auf die Mörder, die mit ihm gekreuziget waren, und schmäheten ihn. Es verspotteten ihn auch die Kriegsknechte, traten zu ihm und brachten ihm Essig und sprachen: Bist du der Juden König, so hilf dir selbst. 33. Aber der Uebelthäter einer, die da gekreuziget waren, lästerte ihn und sprach: Bisßt du Christus, so hilf dir selbst und uns. Da antwortete der andere, strafte ihn und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammniß bist? Und zwar sind wir billig drinnen, denn wir empfahen, was unsere Thaten werth sind. Dieser aber hat nichts Ungeschicktes gehandelt. Und sprach zu Jesu: Herr, gedenke an mich, wenn du in bein Reich kommst. Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradiese sein. 34. 51 Und da es um die sechste Stunde kam, ward eine Fin Berniß über das ganze Land bis um die neunte Stunde, und c 2 die 52 Historie vom Leiden Christi. die Sonne verlor ihren Schein. Und um die neunte Stunde rief Jesus laut nnd sprach: Eli! Eli! lama ajabthani! Das ist verdolmetschet: Mein Gott! mein Gott! warum hast, du mich verlassen? Etliche aber, die da stauden, da fie es hörten, sprachen sie: Er rufet dem Elias. Danach, als Jesus wußte, daß Alles schon vollbracht war, daß die Schrift erfüllet würde, sprach er: Mich dürftet. Da stand ein Gefäß mit Essig, und bald lief Einer unter ihnen hin, nahm einen Schwamm und füllete ihn mit Essig und steckte ihn auf ein Rohr und hielts ihm dar zum Munde und tränkete ihn und sprach mit den Andern: Halt, laßt sehen, ob Elias komme und ihn herabnehme. Da nun Jesus den Effig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und abermal rief er laut und sprach: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände. Und als er das gesagt, neigte er das Haupt und gab seinen Geist auf. Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stücke von oben an bis unten aus, und die Erde erbebte, und die Felsen zerrissen, und die Gräber thaten sich auf, und standen auf viele Leiber der Heiligen, die da schliefen, und gingen aus den Gräbern nach seiner Auferstehung und kamen in die heilige Stadt und erschienen Vielen. Aber der Hauptmann, der dabei stand, gegen ihm über, und die bei ihm waren und bewahrten Jesum, da sie sahen, daß er mit solchem Geschrei verschied, und sahen das Erdbeben und was da geschah, erschracken sie sehr und preiseten Gott und sprachen: Wahrlich, dieser ist ein frommer Mensch gewesen und Gottes Sohn. Und alles Volk, das dabei war und zusah, da sie sahen, was da geschah, schlugen sie an ihre Brust und wandten wieder um. Es standen aber alle seine Verwandten von ferne und viele Weiber, die ihm aus Galiläa waren nachgefolget, und saben das Alles, unter welchen war Maria Magdalena und Maria, des kleinen Jakobi und Joses Mutter, und Salome, die Mutter der Kinder Zebedät, welche ihm nachgefolget was ren, da er in Galiläa war, und ibm gedienet hatten, und viele andere Historie vom Leiden Chrifti. 53 andere, die mit ihm hinauf gen Jerusalem gegangen waren. 35, Die Juden aber, dieweil es der Rüfttag war, daß nicht die Leichname am Kreuze blieben am Sabbath,( denn desselben Sabbaths- Tag war groß) baten sie Pilatum, daß ihre Beine gebrochen und abgenommen würden. Da tamen die Kriegsknechte und brachen dem ersten die Beine und dem andern, der mit ihm gekreuzigt war. Als sie aber zu Jesu kamen, da sie sahen, daß er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht, sondern der Kriegstnechte einer öffnete seine Seite mit einem Speer und alsbald ging Blut und Wasser heraus. Und der das gesehen hat, der hat es bezeuget, und sein Zeug niß ist wahr, und derselbige weiß, daß er die Wahrheit faget, auf daß auch ihr glaubet. Denn solches ist geschehen, daß die Schrift erfüllet würde: Jhr sollt ihm kein Bein zerbrechen. Und abermals spricht eine andere Schrift: Sie werden sehen, in welchen sie gestochen haben. Danach am Abend, dieweil es der Rüstag war, welcher ist der Vorsabbath, kam Joseph von Arimathia, der Stadt der Juden, ein reicher Mann, ein Rathsherr, ein guter frommer Mann, der hatte nicht gewilligt in ihren Rath und Handel, welcher auf das Reich Gottes wartete; denn er war ein Jünger Jesu, doch heimlich, aus Furcht vor den Juden, der wagets und ging hinein zu Pilato und bat, daß er möchte abnehmen den Leichnam Jesu. Pilatus aber verwunderte sich, daß er schon todt war, und rief den Hauptmann und fragte ihn, ob er längst gestorben wäre? Und als er es erkundigt hatte von dem Hauptmann, gab er Joseph den Leichnam Jesu und befahl, man sollte ihn ihm geben. Und Joseph kaufte ein Leinwand. Es kam aber auch Nikodemus, der vormals bei der Nacht zu Jesu ge tommen war, und brachte Myrrhen und Aloe untereinander, bei hundert Pfunden. Da nahmen sie den Leichnam Jesu, der abgenommen war, und wickelten ihn in eine reine Lein€ 3 wand, 54 Historie vom Leiden Christi. wand, und banden ihn in leinene Tücher mit Spezereien, wie die Juden pflegten zu begraben. Es war aber an der Stätte, da er gekreuziget war, ein Garten und im Garten ein neues Grab, das war Josephs, welches er hatte lassen hauen in einen Fels, in welches Niemand je gelegt war. Daselbst hin legten fie Jesum um des Rüsttags willen der Juden, weil der Sabbath anbrach und das Grab nahe war. Und wälzten einen Stein vor die Thür des Grabes und gingen davon. Es war aber allda Maria Magdalena und Maria Joses, die fepten sich gegen das Grab, und andere Weiber, die da Jesu auch waren nachgefolget nach Galiläa und beschaueten, wohin und wie sein Leib geleget war. Sie fehrten aber um und bereiteten die Spezereien und Salben; und den Sabath über waren sie still nach dem Geset. Des andern Tages, der da folget nach dem Rüsttage, famen die Hohenpriester und Pharisäer sämmtlich zu Pilato und sprachen: Herr, wir haben gedacht, daß die ser Verführer sprach, da er noch lebte: Ich will nach breien Tagen auferstehen. Darum befiehl, daß man das Grab verwahre bis an den dritten Tag, auf daß nicht seine Jünger kommen und stehlen ihn und sagen zu dem Volke: er ist auferstanden von den Todten; und werde der letzte Betrug ärger, denn der erste. Pilatus sprach zu ihnen: Da habt ihr die Hüter, gehet hin und verwahret es, wie ihr wisset. Sie gingen hin und verwahrten das Grab mit Hütern und versiegelten den Stein. Episteln Episteln und Evangelien auf alle Sonntage und hohe Feste. Am I. Sonntage des Advents. Epistel: Röm. 13, v. 11-14. Lieben Brüder, weil wir solches wissen, nämlich die Zeit, daß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf, ( sintemal unser Heil jest näher ist, denn da wirs glaubten), die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbeigetommen: so lasset uns ablegen die Werke der Finsterniß und anlegen die Waffen des Lichts. Lasset uns ehrbarlich wandeln als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid, sondern ziehet an den Herrn Jesum Chrift und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. Evangelium: Matth. 21, v. 1-9. Da sie nun nahe bei Jerusalem kamen, gen Betphage an den Delberg, sandte Jesus seiner Jünger zween und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden anges bunden und ein Füllen bei ihr, löset sie auf und führet sie zu mir. Und so euch Jemand Etwas wird sagen, so C 4 sprecht: 56 Episteln sprecht: Der Herr bedarf ihr; sobald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Sa get der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir fanftmüthig und reitet auf einem Efel und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger gingen hin und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte. Und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider darauf und septen ihn darauf. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg. Die Andern hieben die Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Das Voll aber, das vorging und nachfolgte, schrie und sprach: Hosianna, dem Sohne Davids! Gelobet sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Am II. Sonntage des Advents. Epistel: Röm. 15, v. 4.13. Lieben Brüder, was zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Geduld und Trost der Schrift Hoffnung haben. Gott aber der Ge duld und des Trostes gebe euch, daß ihr einerlei gesinnet seid unter einander nach Jesu Christo, auf daß ihr eins müthig mit Einem Munde lobet Gott und den Vater unsers Herrn Jesu Christi. Darum nehmet euch unter einander auf, gleichwie euch Christus hat aufgenommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Christus sei ein Diener gewesen der Beschneidung um der Wahrheit willen Gottes, zu bestätigen die Verheißung, den Vätern ge schehen; daß die Heiden aber Gott loben um der Barme herzigkeit willen, wie geschrieben stehet: Darum will ich dich loben unter den Heiden und deinen Namen singen. Und abermal spricht er: Freuet euch, ihr Heiden mit seinem Volk! Und abermal: Lobet den Herrn alle Heiden, und preiset ihn, alle Völker! Und abermal spricht Jesaias; Es wird sein die Wurzel Jesse, und der aufer stehen und Evangelien. 57 stehen wird zu herrschen über die Heiden, auf den werden die Heiden hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Friede im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habt durch die Kraft des heiligen Geistes. Evangelium: Lukas 21, v. 25-36. Jesus esus sprach zu seinen Jüngern: Es werden Zeichen geschehen an der Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den Leuten bange sein und werden zagen, und das Meer und die Wasserwogen werden brausen, und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und Warten der Dinge, die da kommen sol len auf Erden; denn auch der Himmel Kräfte sich bewegen werden. Und alsdann werden sie sehen des Men: schen Sohn kommen in den Wolken mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfängt zu geschehehen, so sehet auf und hebet eure Häupter auf, darum, daß sich eure Erlösung nabet. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume. Wenn sie jest ausschlagen, so sehet ihrs an ihnen und merket, daß jetzt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dieß Alles sehet angehen, so wisset, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch: Dieß Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erden werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht. Aber hütet euch, daß eure Herzen nicht beschwert werden mit Fressen und Saufen und mit Sorgen der Nahrung, und komme dieser Tag schnell über euch. Denn wie ein Fallstrick wird er kommen über Alle, die auf Erden wohnen. So seid nun wacker allezeit und bes tet, daß ihr würdig werden möget, zu entfliehen diesem Allem, das geschehen soll, und zu stehen vor des MenschenSohn. Am III. Sonntage des Advents. Epistel: 1. Kor. 4, v. 1-5. afür halte uns Jedermann, nämlich für Christi Diener und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun fut ¢ 5 chea 58 Episteln chet man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sie treu erfunden werden. Mir aber ist's ein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde, oder von einem mensch lichen Tage, auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir wohl Nichts bewußt, aber darinnen bin ich nicht gerechtfertiget. Der Herr aber ist's, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt, welcher auch wird an's Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rath der Herzen offenbaren; alsdann wird einem Jeglichen von Gott Lob widerfahren. Evangelium: Matth. 11, v. 2-10. a aber Johannes im Gefängniß die Werke Christi seiner sagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines Andern warten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und saget Johanni wieder, was ihr sehet und höret. Die Blinden sehen und die Lahmen gehen, die Aussäßigen werden rein, und die Tauben Hören, die Todten stehen auf, und den Armen wird das Evangelium gepredigt. Und selig ist, der sich nicht an mir ärgert! Da sie hingingen, fing Jesus an zu reden zu dem Voll von Johanne: Was seid ihr hinausgegangen in die Wüste zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her wehet? Oder, was seid ihr hinausge gangen zu sehen? Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häusern. Oder, was seid ihr hinaus gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist, denn ein Prophet. Denn dieser ist's, von dem geschrieben stehet: Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. Am IV. Sonntage des Advents. Epistel: Philipp. 4, v. 4-7. Lieben Brüder! Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermal sage ich: Freuet euch! Eure Lindigkeit las fet und Evangelien. 59 set tund sein allen Menschen. Der Herr ist nahe. Sorget Nichts, sondern in allen Dingen lasset eure Bitte im Gebet und Flehen mit Dankbarkeit vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist, denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu. Evangelium: Joh. 1, v. 19-28 Und nd dieß ist das Zeugniß Johannis, da die Juden sandten von Jerusalem Priester und Leviten, daß sie ihn fragten: Wer bist du? Und er bekannte und läugnete nicht und er bekannte: Ich bin nicht Christus. Und sie fragter ibn: Was denn? Bist du Elias? Er sprach: Ich bins nicht. Bist du ein Prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn, daß wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben, was sagest du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Richtet den Weg des Herrn, wie der Prophet Jesaias geſagt hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharisäern und fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser; aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennet. Der ists, der nach mir fommen wird, welcher vor mir gewesen ist, deß ich nicht werth bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Dieß geschah zn Betbabara, jenseits des Jordans, da Johannes taufte. Am I. heiligen Christtage. Epistel: Tit. 2, a. 11-14. s ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen und züchtigt uns, daß wir sollen verläugnen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüfte und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichc 6 teit 60 Episteln feit des großen Gottes und unsers Heilands Jesu Christi, der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns eriöfete von aller Ungerechtigkeit und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigenthum, das fleißig wäre zu guten Werken. Evangelium: Lukas 2, v. 1-14. vom begab aber der Zeit, ein Kaiser Augusto ausging, daß alle Welt geschäßzet würde. Und diese Schazung war die allererste und geschah zur Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war, und Jedermann ging. daß er sich schäßen ließe ein Jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißet Bethlehem, darum, daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf daß er sich schäßen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie da selbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst teinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Heerde. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie, und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht; siehe ich vers tündige euch große Freude, die allem Bolt widerfahren wird. Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerschaaren, die lobeten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höbe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Am Am und Evangelien. II. heiligen Christage, zugleich 61 Am Tage St. Spephani, des ersten Märtyrers neuen Testaments. Epistel: Ap. Gesch. 6. u. 7. Cap. tephanus aber, voll Glaubens und Kräfte, that Wunder und große Zeichen unter dem Volk. Da standen Etliche auf von der Schule, die da heißet der Libertiner und der Cyrener und der Aleranderer und derer, die aus Cilicia und Asia waren, und befragten sich mit Stephano. Und sie vermochten nicht zu widerstehen der Weisheit und dem Geiste, der da redete. Da richteten sie zu etliche Männer, die sprachen: Wir haben ihn ehöret Lästerworte reden wider Mosen und wider Gott. Und bewegten das Volk und die Aeltesten und die Schriftgelehrten und traten herzu und rissen ihn hin und führten ihn vor den Rath und stellten falsche Zeugen dar, die sprachen: Dieser Mensch höret nicht auf, zu reden Lästerworte wider diese heilige Stätte und das Gefeß. Denn wir haben ihn hören sagen: Jesus von Nazareth wird die Stätte zerstören und ändern die Sitten, die uns Moses gegeben hat. Und sie sahen auf ihn alle, die im Rath saßen und sahen sein Angesicht wie eines Engels Angesicht. Als er aber voll heiligen Geistes war, sab er auf gen Himmel und sah die Herr lichkeit Gottes und Jesum stehen zur Rechten Gottes und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen und des Menschen Sohn zur Rechten Gottes stehen. Sie schrieen aber laut und hielten ihre Ohren zu und stürmten einmüthiglich zu ihm ein, stießen ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Und die Zeugen legten ab ihre Kleider zu den Füßen eines Jünglings, der hieß Saulus, und steinigten Stephanum, der anrief und sprach: Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Er tniete aber nieder und schrie laut: Herr, behalte ihnen diese Sünde nicht. Und als er das gesagt, entschlief er. Evangelium: Matth. 23, v. 34-39. Der Herr sprach zu den Pharisäern und Schriftgelehrten der euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte, und c7 dersels 62 Episteln derselben werdet ihr etliche tödten und freuzigen und et liche werdet ihr geißeln in euren Schulen und werdet sie verfolgen von einer Stadt zu der andern. Auf daß über euch komme alles das gerechte Blut, das vergossen ist auf Erden von dem Blut an des gerechten Abels bis auf das Blut Zacharias, Barachiä Sohn, welchen ihr ge tödtet habt zwischen dem Tempel und Altar. Wahrlich, ich sage euch, daß solches Alles wird über das Geschlecht tommen. Jerusalem, Jerusalem, die du tödtest die Propheten nnd steinigest, die zu dir gefandt sind, wie oft habe ich deine Kinder versammeln woller, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter ihrr Flügel, und ihr habt nicht gewollt! Sehet, euer Haus soll euch wüste gelassen werden. Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprecht: Gelobet sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Am Tage St. Johannis des Apostels und Evangelisten. Epistel: Sirach 15, v. 1.8. olches thut Niemand, denn der den Herrn fürchtet, und wer sich an Gottes Wort hält, der findet sie. Und sie wird ihm begegnen wie eine Mutter, und wird ihn empfahen wie eine junge Braut. Sie wird ihn speisen mit Brod des Verstandes und wird ihn tränken mit Wasser der Weisheit. Dadurch wird er start werden, daß er feft stehen kann, und wird sich an sie halten, daß er nicht zu Schanden wird. Sie wird ihn erhöhen über seinen Nächsten und wird ihm seinen Mund aufthun in der Gemeinde. Sie wird ihn krönen mit Freude und Wonne und mit ewigem Namen begaben. Aber die Narren finden sie nicht, und die Gottlosen können sie nicht ersehen. Denn sie ist ferne von den Hoffärtigen, und die Heuchler wissen Nichts von ihr. Evangelium: Joh. 21, v. 15-24. a sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petro: Simon Johannas, hast du mich lieber, und Evangelien. 63 ber, denn mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Lämmer. Spricht er zum andernmal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Schaafe. Spricht er zum drittenmal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Petrus ward traurig, daß er zum drittenmal zu ihm sagte: Hast du mich lieb? und sprach zu ihm: Herr, du weißt alle Dinge, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schaafe. Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, da du jünger wareft, gürtetest du dich selbst und wandeltest, wohin du wollteft. Wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein Anderer wird dich gürten und führen, wo du nicht hin willst. Das sagte er aber zu deuten, mit welchem Tode er Gott preisen werde. Da er aber das gesagt, spricht er zu ihm: Folge mir nach. Petrus aber wandte sich um und sah den Jünger folgen, welchen Jesus lieb hatte, der auch an seiner Brust am Abendessen gelegen war und gesagt hatte: Herr, wer ist's, der dich verräth? Da Petrus diesen sah, sprach er zu Jesu: Herr, was soll aber dieser? Jesus spricht zu ihm: So ich will, daß er bleibe, bis ich tomme, was gehet es dich an? Folge du mir nach. Da ging eine Rede aus unter den Brüdern: Dieser Jünger stirbt nicht. Und Jesus sprach nicht zu ihm: Er stirbt nicht, sondern: So ich will, daß er bleibe, bis ich tomme, was gehet es dich an? Dieß ist der Jünger, der von diesen Dingen zeuget, und hat dieß geschrieben, und wir wissen, daß sein Zeugniß wahrhaftig ist. Am Sonntage nach dem Christtage. Epistel: Galat. 4, v. 1-7. ein Kind so ist unte ter ihm und einem Knechte kein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter; sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern bis auf die bestimmte Zeit vom 64 Episteln vom Vater. Also auch wir, da wir Kinder waren, waren wir gefangen unter den äußerlichen Sagungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe und unter das Geset gethan, auf daß er die, so unter dem Gesetze waren, erlösete, daß wir die Kindschaft empfingen. Weil ihr denn Kinder seid, hat Gott gesandt den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater! Also ist nun hier fein Knecht mehr, sondern eitel Kinder. Sinds aber Kinder, so sinds auch Erben Gottes durch Christum. Evangelium: Lukas 2, v. 33-40. sein Vater und Mutter wunderten sich deß, das von ihm geredet ward. Und Simeon segnete fie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser wird geseßt zu einem Fall und Auferstehen Vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird. Und es wird ein Schwert durch deine Seele bringen, auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werden. Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuels vom Geschlechte Affer, die war wohl betaget und hatte gelebet sieben Jahre mit ihrem Manne nach ihrer Jungfrauschaft. Und war nun eine Wittwe bei vier und achtig Jahren, die kam nimmer vom Tempel, diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Dieselbige trat auch hinzu zu derselben Stunde und pries den Herrn und redete von ihm zu Allen, die auf die Erlösung zu Jerusalem warteten. Und da sie Alles vollendet hatten nach dem Gefeße des Herrn, kehrten sie wieder in Galiläam, zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das Kind wuchs und ward stark im Geiste, voller Weisheit, und Gottes Gnade war bei ihm. Und nd Am Neujahrstage. Epistel: Galat. 3, v. 23-29. She denn aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gejet verwahret und verschlossen auf den Glauben, der und Evangelien. 65 der da sollte offenbaret werden. Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Chriftum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube kommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seid alle Gottes Kinder durch den Glauben an Christum Jesum. Denn wie viel euer getauft sind, die haben Christum angezogen. Hier ist kein Jude, noch Grieche, hier ist kein Knecht, noch Freier, hier ist kein Mann, noch Weib; denn ihr seid allzumal Einer in Christo Jesu. Seid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Saamen und nach der Verheißung Erben. Evangelium: Lukas 2, v. 21. Und da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Name genannt Jesus, welcher genennet war von dem Engel, ehe denn er im Mutterleibe empfangen ward. Am Sonntage nach dem neuen Jahre. Epistel: Tit. 3, b. 4-7. a aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes, unsers Heilandes. Nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir gethan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit macht er uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jefum Christum, unsern Heiland, auf daß wir durch Desselbigen Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens, nach der Hoffnung; das ist je gewißlich war. Evangelium: Matth. 2, v. 13-15. a die Weisen aus Morgenland hinweggezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traume und sprach: Stehe auf und nimm das Kind lein und seine Mutter zu dir und flieh in Aegyptenland und bleibe allda, bis ich dir sage. Denn es ist vorhanden, daß 66 Episteln daß Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzubringen. Und er stand auf und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich bei der Nacht und entwich in Aegyptenland und blieb allda bis nach dem Tode Herodis, auf daß erfüllet würde, das der Heer durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Aus Aegypten habe ich mei nen Sohn gerufen. Am Feste Epiphaniä oder der Erscheinung Christi. Epistel: Jesaias 60, v. 1-6. Mache dich auf, werde Licht, denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir! Denn siebe, Finsterniß bedecket das Erdreich und Dunkel die Völker. Aber über dir gehet auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheinet über dir. Und die Heiden werden in deinem Lichte wandeln und die Könige im Glanz, der über dir aufgehet Hebe deine Augen auf und siehe umher, diese alle versammelt kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen und deine Töchter zur Seiten erzogen werden. Dann wirst du deine Lust sehen und ausbrechen, und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wann sich die Menge am Meer zu dir bekehret und die Macht der Heiden zu dir fommt. Denn die Menge der Kameele wird dich be decken, die Läufer aus Midian und Epha. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen und des Herrn Lob verkündigen. Evangelium: Matth. 2, v. 1-12. a aber Jesus geboren war zu Bethlehem, im jüdischen die Weisen vom Morgenlande gen Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborne König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenlande und sind gekom men, ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörete, erschrat er und mit ihm das ganze Jerusalem und ließ versammeln alle Hohenpriester und Schriftge lehrten unter dem Volt und erforschete von ihnen, wo Chriftus und Evangelien. 67 Christus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande. Denn also stehet geschrieben durch den Propheten: Und du, Bethlehem im jüdischen Lande, bist mit nichten die kleinste unter den Fürsten Juda, denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Herr sei. Da berief Herodes die Weisen heimlich und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre. Und wies sie gen Bethlehem und sprach: Ziehet hin und forschet fleißig nach dem Kindlein, und wenn ihrs findet, so saget mirš wieder, daß ich auch komme und es anbete. Als sie nun den König gehöret hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis daß er kam und stand oben über, da das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und bes teten es an und thaten ihre Schäße auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. Und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenten. Und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. Am I. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel: Röm. 12, b. 1.6. ch ermahne euch, lieben Brüder, durch die Barmherzigs das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei, wel ches sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Verneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sei der gute, der wohlgefällige und der voll tommene Gotteswille. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, Jedermann unter euch, daß Niemand weiter von ihm halte, denn sichs gebühret zu halten, sondern daß er von ihm mäßiglich halte, ein Jeglicher, nachdem Gott ausgetheilet hat das Maas des Glaubens. Denn gleicher Weise, als wir in einem Leibe viele Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte haben, also find wir Viele Ein Leib in Chrifto 68 Episteln Chrifto, aber unter einander ist einer des Andern Glied, und haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Evangelium: Lukas 2, v. 41-52. Und nd seine Aeltern gingen alle Jahre gen Jerusalem auf das Osterfest. Und da Jesus zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf gen Jerusalem, nach Gewohnheit des Festes. Und da die Tage vollendet waren und sie wieder zu Hause gingen, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem, und seine eltern wußtens nicht. Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und tamen eine Tagreise und suchten ihn unter den Gefreundeten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wiederum gen Jerusalem und fuchten ihn. Und es begab sich, nach dreien Tagen fanden fie ihn im Tempel sißen mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörete und sie fragte. Und Alle, die ihm zu höreten, verwunderten sich seines Verstandes und seiner Antwort. Und da sie ihn sahen, entsegten sie sich. Und feine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum haft du uns das gethan? Siehe, bein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ists, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, das meines Vaters ist? Und sie verstanden das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab und kam gen Nazareth und war ihnen unterthan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen. Am II. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel, Röm. 12, v. 6-16. Lieben Brüder! Wir haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Hat Jemand Weissagung, so sei sie dem Glauben ähnlich. Hat Jemand ein Amt, so warte er des Amts. Lehret Jemand, so warte er der Lehre, ermahnet Jemand, so warte er des Ermahnens. Gibt Je mand, so gebe er einfältiglich. Regieret Jemand, so sei er sorgfältig. Uebet Jemand Barmherzigkeit, so thue ers mit Luft. und Evangelien. 69 Luft. Die Liebe sei nicht falsch. Hasset das Arge, hanget dem guten an. Die brüderliche Liebe unter einander sei herzlich. Einer komme dem Andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge, was ihr thun sollt. Seid brünstig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Seid fröh lich in Hoffnung, geduldig in Trübsal. Haltet an am Gebet. Nehmet euch der Heiligen Nothdurft an. Herberget gerne. Segnet; die euch verfolgen, segnet und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen und weis net mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn unter einander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. Evangelium: Joh. 2, v. 1-11. Und am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Kana in Galiläa; und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jesu in ihm: Sie haben nicht Wein. Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch saget, das thut. Es waren aber allda sechs steinerne Wasserkrüge gesetzt, nach der Weise der jüdischen Reinigung, und gingen je in einen zwei oder drei Maaß. Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit Wasser. Und sie füllten sie bis oben an. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun und bringets dem Speisemeister, und sie brachtens. Als aber der Speisemeister fostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wußte nicht, von wannen er kam, die Diener aber wußtens, die das Wasser geschöpft hatten, rufet der Speisemeister den Bräutigam und spricht zu ihm: Jedermann gibt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken worden sind, alsdann den geringern, du haft den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeis chen, das Jesus that, geschehen zu Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn. Am 70 Episteln Am III. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel: Röm. 12, b. 17-21. Nieben Brüder! Haltet euch nicht selbst für flug. Ver geltet Niemand Böses mit Bösem, fleißiget euch der Ehrbarkeit gegen Jedermann. Ist es möglich, so viel an euch, so habt mit allen Menschen Frieden. Rächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn. Denn es steht geschrieben: Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr. So nun deinen Feind hun gert, so speise ihn, dürstet ihn, so tränke ihn. Wenn du das thust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt fammeln. Laß dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Evangelium: Matth. 8, v. 1-13. Da a Jesus vom Berge herabging, folgte ihm viel Volts nach. Und siehe, ein Aussäßiger kam und betete ihn an und sprach: Herr, so du willst, kannst du mich wohl reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, rührete ihn an und sprach zu ihm: Ich wills thun, sei gereinigt. Uud alsbald ward er von seinem Aussag rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, sags Nie mand, sondern gehe hin und zeige dich dem Priester und opfre die Gabe, die Moses befohlen hat zu einem Zeugniß über sie. Da aber Jesus einging zu Kapernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause und ist gichtbrüchig und hat große Qual. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Der Hauptmann ant wortete und sprach: Herr, ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach gehest; sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit unterthan und habe unter mir Kriegsknechte; noch wenn ich sage zu einem: Gehe hin so gehet er, und zum andern: Komme her, so kommt er, und zu meinem Knechte: Thue das, so thut ers. Da das Jesus hörte, verwunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch, solchen Glau ben habe ich in Israel nicht gefunden. Aber ich sage euch: Viele und Evangelien. 71 Viele werden kommen vom Morgen und vom Abend und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich sitzen. Aber die Kinder des Reichs werden ausges stoßen in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird sein Heulen und Zähneklappen. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Gehe hin, dir geschehe, wie du geglaubt haft. Und sein Knecht ward gesund zu derselben Stunde. Am IV. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel: Röm. 13, v. 8-10. eid Niemand Nichts schuldig, denn daß ihr euch un ter einander liebet. Denn wer den Andern liebt, der hat das Geset erfüllet. Denn das da gesagt ist: du sollst nicht stehlen; du sollst kein falsch Zeugniß geben; dich soll nichts gelüften, und so ein ander Gebot mehr ist; das wird in diesem Worte verfasset: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. Die Liebe thut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. Evangelium: Matth. 8, v. 23-27. trat in das Schiff, und seine Jünger folgeten ihm. Und siehe, da erhob sich ein groß Ungestüm im Meere, also, daß auch das Schifflein mit Wellen bedeckt ward. Und er schlief. Und die Jünger traten zu ihm und weckten ihn auf und sprachen: Herr, hilf uns, wir verderben. Da sagte er zu ihnen: Ihr Kleingläus bigen, warum seid ihr so furchtsam? Und stand auf und bedrohete den Wind und das Meer, da ward es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist! Am Jefus ejus Episteln. Am V. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel: Kolosser 3, v. 12-17. o ziehet nun an, als die Auserwählten Gottes, Heilige und Geliebte, herzliches Erbarmen, Freunds lichkeit, Demuth, Sanftmuth und Geduld. Und vertrage Einer den Andern und vergebet euch unter einander, so Jemand Klage hat, wider den Andern, gleichwie Christus vergeben hat, also auch ihr. Ueber Alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede Gottes regiere in euern Herzen, zu welchem ihr auch berufen seid in einem Leibe, und seid dankbar. Lasset das Wort Chrifti unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit. Lehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen lieblichen Liedern und singet dem Herrn in eurem Herzen. Und Alles, was ihr thut mit Worten oder mit Werken, das thut Alles in dem Namen des Herrn Jesu und danket Gott und dem Vater durch ihn. 72 Evangelium: Matth. 13, v. 24-30. vefus legte ihnen ein anderes Gleichniß vor und sprach: der gu ten Samen auf seinen Acker säete. Da aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säete Unkraut zwischen den Waizen und ging davon. Da nun das Kraut wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Untraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen der ge fäet? Woher hat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind gethan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, daß wir hingehen und es aus gäten? Er sprach: Nein, auf daß ihr nicht zugleich den Waizen mit ausraufet, so ihr das Unkraut ausgätet. Lasset beides mit einander wachsen bis zu der Aerndte: und um die Aerndtezeit will ich zu den Schnittern fagen: Sammelt zuvor das Unkraut und bindet es in Bünd lein, daß man es verbrenne; aber den Waizen sammelt mir in meine Scheuern. Am und Evangelien. Am VI. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel: 2. Petri 1, v. 16-21. 73 Wir ir sind nicht den klugen Fabeln gefolget, da wir euch fund gethan haben die Kraft und Zukunft un seres Herrn Jesu Christi; sondern wir haben seine Herr lichkeit selber gesehen, da er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis durch eine Stimme, die zu ihm geschah von der großen Herrlichkeit dermaßen: Dieß ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Und diese Stimme haben wir gehöret vom Himmel gebracht, da wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. Wir haben ein festes prophetisches Wort, und ihr thut wohl, daß ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheinet in einem dunkeln Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euern Herzen. Und das sollt ihr für das erste wissen, daß keine Weissagung in der Schrift geschieht aus eigener Auslegung. Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht; sondern die heiligen Menschen Gottes haben geredet, ges trieben von dem heiligen Geist. Evangelium: Matth. 17, v. 1-9. Unb nd nach sechs Tagen nahm Jefus zu sich Petrum und Jakobum und Johannem, seinen Bruder, und führete sie beiseits auf einen hohen Berg. Und ward vertläret vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß als ein Licht. Und fiehe, da erschien ihnen Moses und Elias, die redeten mit ihm, Petrus aber antwortete und sprach zu Jesu: Herr! hier ist gut sein, willst du, so wollen wir hier drei Hütten machen, dir eine, Most eine und Elias eine. Ta er noch also redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolte, und siehe, eine Stimme aus der Wolle sprach: Dieß ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen babe, den sollt ihr hören. Da das die Jünger böreten, fielen sie auf ihr Angesicht und erschracken febr. Jefus aber trat zu ihnen, rührete sie an und sprach: Stehet auf und fürchtet euch nicht. Da fie aber ihre Augen D auf nails Episteln aufhoben, saben sie Niemand, denn Jefum allein. Und da sie vom Berge herabgingen, gebot ihnen Jesus und sprach: Ihr sollt dieses Gesicht Niemand sagen, bis des Menschen Sohn von den Todten auferstanden ist.is 9 290 TOG og de dad mun 89 C dan mir and tal mad 97000 19001 wp.909p. dwn ndak mad Am Sonntage Septuagesimä. mln Epistel: 1. Kor. 9, b. 24-27 u. 10, v. 1-5. Misset ihr nicht, daß die, so in den Schranken laufen, die laufen alle, aber Einer erlanget das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein Jeglicher aber, ber da kämpfet, enthält sich alles Dinges, jene also, daß sie eine vergängliche Krone empfahen, wir aber eine un vergängliche. Ich laufe aber also, nicht als auf's Ungewisse. Ich fechte also, nicht als der in die Luft fireichet, sondern ich betäube meinen Leib und zähme ihn, daß ich nicht Andern predige und selbst verwerflich werde. J will euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten, daß unsere Väter sind alle unter der Wolke gewesen und sind alle durchs Meer gegangen und sind alle unter Mofe getauft mit der Wolle und mit dem Meer und haben alle einers lei geistliche Speise gegessen und haben alle einerlei geistlichen Trunte getrunken; sie tranken aber von dem geistlichen Fels, der mitfolgete, welcher war Christus. Aber an ihrer vielen hatte Gott kein Wohlgefallen, denn sie sind niedergeschlagen in der Wüste. Dinyan spojimas Evangelium: Matth. 20, v. 1-16. 74 Jesus esus sprach zu seinen Jüngern: Das Himmelreich: gleich einem Hausvater, der am Morgen ausging, Arbeiter zu miethen in seinen Weinberg. Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Tage lohn, fandte er sie in seinen Weinberg. Und ging aus um die dritte Stunde und sah andere an dem Markt müßig stehen und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg: ich will euch geben, was recht ist. Und sie gingen hin. Abermal ging er aus um die sechste und neunte Stunde und that gleich also. Um die eilfte Stunde aber ging er aus und fand andere müßig stehen und Evangelien. 75 stehen und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hier den ganzen Tag müßig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns Niemand gedinget. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, und was recht sein wird, soll euch werden. Da es nun Abend ward, sprach der Herr des Weinberges zu seinem Schaffner: Rufe die Arbeiter und gib ihnen den Lohn und hebe an an den legten bis zu den ersten. Da kamen, die um die eilfte Stunde gedinget waren und empfing ein jeglicher seinen Groschen. Da aber die ersten kamen, meineten sie, sie würden mehr empfangen, und sie empfingen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und da sie den empfingen, murrten sie wider den Hausvater und sprachen: Diese legten haben nur Eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hiße getragen haben. Er antwortete aber und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht unrecht. Bist du nicht mit mir eins geworden um einen Groschen? Nimm, was dein ist, und gehe hin. Ich will aber diesen letzten geben gleich wie dir. Oder habe ich nicht macht zu thun, was ich will, mit dem Meinen? Siehest du darum scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die Letten die Ersten und die Eisten die Leßten sein. Denn Biele sind berufen, aber Wenige sind auserwählet. Saule 1997 st Am Sonntage Seragesimä. Epistel: 2. Kor. 11, v. 19-23 u. 12, b. 1-9. Lieben Brüder! Ihr vertraget gern die Narren, dieweil zu Knechtten macht, so euch Jemand schindet, so euch Jemand nimmt, so euch Jemand troget, so euch Jemand in's Angesicht streiachet. Das sage ich nach der Unehre, als wären wir schwach geworden. Worauf nun Jemand kühn ist,( ich rede in Thorheit) darauf bin ich auch tühn. Sie sind Hebräer, ich auch. diSie sind Israeliten, ich auch. Sie sind Abrahams Samen, ich auch. Sie sind Diener Christi( ich rede thöricht) ich bin wohl mehr. Ich habe mehr gearbeitet, ich habe mehr Schläge erlitten, ich bin öfter gefangen, oft in Todesnöthen D 2 gewesen, 76 Episteln gewesen. Von den Juden habe ich fünfmal empfangen vierzia Streiche, weniger eins. Ich bin dreimal gestäupet, einmal gesteiniget, dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, Tag und Nacht habe ich zugebracht in der Tiefe des Meers. Ich habe oft gereifet; ich bin in Fährlichkeit gewesen zu Wasser, in Fährlichkeit unter den Mördern, in Fährlichkeit unter den Juden, in Fährlichkeit unter den Heiden, in Fährlichkeit in Städten, in Fährlichkeit in der Wüste, in Fährlichkeit auf dem Meer, in Fährlichkeit unter den falschen Brüdern. In Mühe und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße, ohne was sich sonst zuträgt, nämlich daß ich täglich werde angelaufen und frage Sorge für alle Gemeinen. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert, und ich brennes nicht? So ich mich je rühmen soll, will ich mich meiner Schwach heit rühmen. Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Chrifti, welcher sei gelobet in Ewigkeit, weiß, daß ich nicht lüge. Zu Damaskus, der Landpfleger des Königs Areta verwahrte die Stadt der Damasker und wollte mich greifen, und ich ward in einem Korbe zum Fenster aus durch die Mauer niedergelassen und entrann aus seinen Händen. Es ist mir ja das Rühmen Nichts nüße, doch will ich kommen auf die Gesichte und Offenbarungen des Herrn. Ich tenne einen Menschen in Christo vor vierzehn Jahren,( ift er in dem Leibe gewesen, so weiß ichs nicht; oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ichs auch nicht; Gott weiß es) derselbige ward entzückt bis in den dritten Himmel. Und ich tenne denselbigen Menschen;( ob er in dem Leibe oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht; Gott weiß es)? Er war entzückt in das Paradies und hörete unaussprech liche Worte, welche kein Mensch sagen kann. Davon will ich mich rühmen; von mir selbst aber will ich mich nichts rühmen, ohne meiner Schwachheit, und so ich mich rühmen wollte, thäte ich darum nicht thöricht, denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber deß, auf daß nicht Jemand mich höher achte, denn er an mir siehet, oder von mir böret. Und auf daß ich mich nicht der hohen Offens barung überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl in's Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe. Dafür ich dreimal dem Herrn und Evangelien. 77 Herrn geflehet habe, daß er von mir wiche. Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Chrifti in mir wohne. 10 Evangelium: Lukas 8, v. 4-15. fr war 1 Städten zu Jefu eileten, sprach er durch ein Gleichniß: Es ging ein Säemann aus, zu fäen seinen Samen; und indem er säete, fiel Etliches an den Weg und ward zertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen es auf. Und Etliches fiel auf den Fels; und da es aufging, verdorrete es darum, daß es nicht Saft hatte. Und Etliches fiel mitten unter die Dornen, und die Dornen gingen mit auf und erstickten es. Und Etliches fiel auf ein gut Land, und es ging auf und trug hundertfältige Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat, zu hören, dera höre. Es fragten ihn aber seine Jünger und sprachen, was dieses Gleichniß wäre? Er aber sprach: Euch ist gegeben zu wissen das Geheimniß des Reiches Gottes; den Andern aber in Gleichnissen, daß fie es nicht sehen, ob sie es schon sehen; und nicht versichen, ob sie es schon hören. Das ist aber das Gleichniß: Der Same ist das Wort Gottes. Die aber an dem Wege sind, das sind, die es hören; darnach kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihren Herzen, auf daß sie nicht glauben und selig werden. Die aber auf dem Fels sind die, wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an und sie haben nicht Wurtel; eine Seit lang glauben sie und zur Zeit der Anfechtung fallen sie ab. Das aber unter die Dornen fiel, sind die, so es hören, und gehen hin unter den Sorgen, Reichthum und Wollust dieses Lebens und ersticken und bringen teine Frucht. Das aber auf dem guten Lande, sind die das Wort hören und behalten in einem feinen guten Herzen und bringen Frucht in Geduld. D 3 Am 78 Episteln Am Sonntage vor den Fasten, Estomihi. Epistel: 1. Kor. 13, v. 1-13. Lieben Brüder! Wenn ich mit Menschen und mit Engel zungen redete und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz, oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weissagen könnte und wüßte ale Geheimnisse und alle Erkenntnisse und hätte allen Glauben, also, daß ich Berge versette, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib brennen und hätte der Liebe nicht, so wäre mir es nichts nüße. Die Liebe ist langmüthig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Muthwillen, sie blähet sich nicht, sie stellet sich nicht ungeberdig, sie suchet nicht das 3hre, sie läffet sich nicht erbittern, sie trachtet nicht nach Schaden. Sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freuet sich aber der Wahrheit, sie verträget Alles, sie glaubet Alles, sie hoffet Alles, sie duldet Alles. Die Liebe höret nimmer auf, so doch die Weissagungen aufhören werden und das Erkenntniß aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser Weissagen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stück werk aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und war klug wie ein Kind und hatte kindliche Anschläge. Da ich aber ein Mann war, that ich ab, was kindisch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunkeln Wort; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich es stückweise; dann aber werde ichs erkennen, gleichwie ich erkannt bin. Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen. Evangelium: Lukas 18, v. 31-43. gesus nahm zu sich die Zwölfe und sprach zu ihnen: Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem, und es wird Alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortet werden und Evangelien. werden den Heiden und er wird verspottet und geschmähet und verspeiet werden. Und sie werden ihn geißeln und tödten, und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Sie aber vernahmen der feines, und die Rede war ihnen verborgen und wußten nicht, was da gesagt war. Es geschah aber, da er nahe zu Jericho lam, saß ein Blinder am Wege und bettelte. Da er aber hörete das Volk, das durchhin ging, forschete er, was da wäre? Da verkündigten sie ihm, Jesus von Nazareth ginge vorüber. Und er rief und sprach: Jesu, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Die aber vorne an gingen, bedroheten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Jesus aber stand stille und hieß ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe bei ihn brachten, fragte er ihn und sprach: was willst du, daß ich dir thun soll? Er sprach: Herr, daß ich fehen mögeusUnd Jesus sprach zu ihm: Sei sehend, dein Glaube hat dir geholfen. Und alsbald ward er fehend und folgte ihm nach und preisete Gott. Und alles Volks, das solches jah, lobete Gott. had o Aut mis 19 na die stadium Hainastro ent mis surbet man aturan Assorbier bile and drig of ons OTION ISTUNG 75d0 do toi sio Am I. Sonntage in den Fasten, Invocavit. schild Epistel: 2. Kor. 6, v. 1-10. dix an Nieben Brüber, wir ermahnen euch als Mithelfer, daß ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfanget. Denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret und habe dir am Tage des Heils geholfen. Sehet, jest ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils. Laffet uns aber niemand irgend ein Mergerniß geben, auf daß unser Amt nicht verlästert werde, sondern in allen Dingen lasset uns beweisen als die Diener Gottes, in großer Geduld, in Trübfal, in Nöthen, in Hengsten, in Schlägen, in Gefängnissen, in Aufrühren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Keuschheit, in Erkenntniß, in Langmuth, in Freundlichkeit, in dem heiligen Geist, in ungefärbter Liebe, in dem Worte der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit zur Rechten und zur Linken, durch Ehre und Schande, durch 64 böse HS0900 79 80 Epistelut böse Gerüchte und gute Gerüchte; als die Verführer, und doch wahrhaftig; als die Unbekannten, und doch bekannt; als die Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gezüchtigten, und doch nicht ertödtet, als die Tran rigen, aber allezeit fröblich; als die Arnten, aber die doch Viele reich machen: als die Nichts inne haben und doch Alles haben. 1 pillu me and 1704 mod than mo ang bursim 91cd90podugilisd TuS Botic si d i and m 09 m 79pllos mis dm iud sid 19diam 1910 dn prosed ni malinded us an nist Evangelium: Matth. 4, v. 1.11. 192 sd abon 1978 19 ug dinmail dod dull offic and nd med lodrn mi ridu: m. gliadi In i Dª a ward Jesus vom Geiste in die Wüste geführt, auf daß er vom Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm und sprach: bist du Gottes Sohn, so sprich, daß dieje Brod werden. Und er antwortete und sprach: E3 tehet geschrieben: Der Mensch lebt nicht vom Brod allein, sondern von einem jeden Worte, das durch den Mund Gottes gehet. Da fübrete ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellete ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab, denn es stehet geschrieben: Er wird seinen Engeln über dir Befehl thun, und sie werden dich auf den Händen tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stöbest. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum stehet auch ges schrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn nicht versuchen. Wiederum führete ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und sprach zu ihm: Das Alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich anbeteft. Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan, denn es steht geschrieben: Du sollst anbeten, Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen. Da ver ließ ihn der Teufel, und siehe, da traten die Engel zu ihm und dieneten ihm. Am und Evangelien. Am II. Sonntage in den Fasten, Reminiscere. Epistel: 1. Theff. 4, v. 1-7. Weiter, lieben Brüder, bitten wir euch und ermahnen in nachdem von em81 pfangen habt, wie ihr sollt wandeln und Gott gefallen, daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wisset, welche Gebote wir euch gegeben haben durch den Herrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei, und ein Jeglicher unter euch wisse, sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Luftfeuche, wie die Heiden, die von Gott Nichts wissen. Und daß Niemand zu weit greife, noch vervortheile seinen Bruder im Handel, denn der Herr ist Rächer über das Alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeuget haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung. Evangelium: Matth. 15, v. 21-28. nd Jesus ging aus von dannen und entwich in die Gegend Tyrus und Sidon. Und siehe, ein Kananäisch Weib ging aus derselben Gränze und schrie ihm nach und sprach: Ach, Herr, du Sohn Davids! erbarme dich meiner, meine Tochter wird vom Teufel übel geplagt. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß sie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er antwortete aber und sprach: Ich bin nicht gesandt, denn nur zu den verlornen Schaafen von dem Hause Ifrael: Šie tam aber und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir! Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Brod nehme und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja, Herr, aber doch essen die Hündlein von den Brosamen, die von ihrer Herren Tische fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: D Weib, dein Glaube ist groß! dir geschehe, wie du willst. Und ihre Tochter ward gefund zu derselbigen Stunde. d 5 Um 82 Episteln Am III. Sonntage in den Fasten, Oculi. Epistel: Ephef. 5, v. 1-9. o seid nun Gottes Nachfolger als die lieben Kinder und wandelt in der Liebe, gleichwie Christus uns geliebet hat und sich selbst dargegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hurerei aber und alle Unreinigkeit, oder Geiz lasset nicht von euch gesagt werden, wie den Heiligen zustehet. Auch schand. bare Worte und Narrentheidinge, oder Scherz, welche euch nicht ziemen, sondern vielmehr Danksagung. Denn das follt ihr wissen, daß kein Hurer, oder Unreiner, oder Geiziger( welcher ist ein Gößendiener) Erbe hat an dem Reich Christi und Gottes, Lasset euch Niemand verführen mit vergeblichen Worten, denn um dieser wil len kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum seid nicht ihre Mitgenossen. Denn ihr waret weiland Finsterniß, nun aber seid ihr ein Licht in den Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht des Geistes ist allerlei Gütigkeit und Gerech tigkeit und Wahrheit. ustin E 450 spatung, VI K Evangelium: Lufas 11, v. 14-28. 191910 1911 ejus trieb einen Teufel aus, der war stumm. Und es geschah, da der Teufel ausfuhr, da redete ber Stumme, und das Bolt verwunderte fich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibet die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. Die Andern aber versuchten ihn und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Ein jegliches Reich, so es mit ihm selbst uns eins wird, das wird wüste und ein Haus fällt über das andere. Ist denn der Satanas auch mit ihm selbst un eins, wie will sein Reich bestehen? Dieweil ihr faget, ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub. So ich aber die Teufel durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben fie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter sein. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel aus treibe, so kommt ja das Reich Gottes zu euch. Wenn fein und Evangelien. 83 ein starker Gewappneter seinen Palast bewahret, so bleibet das Seine in Frieden. Wenn aber ein Stärkerer über ihn kommt und überwindet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ, und theilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Wenn der unsaubere Geist von dem Menschen ausfähret, ſo durchwandelt er dürre Stätten, sucht Ruhe und findet sie nicht, so spricht er: Ich will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wann er fommt, so findet er mit Besen gefehret und geschmücket. Dann gehet er hin und nimmt sieben Geister zu sich, die ärger sind, denn er selbst. Und wenn sie hineinkommen, wohnen sie da, und wird hernach mit demselbigen Menschen ärger, denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhob ein Weib im Volk die Stimme und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen hast! Er aber sprach: Ja, selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren isim istrstin fr sit send tout si Am IV. Sonntage in den Fasten, Lätare. Epistel: Galater 4, v. 21-31. ingl aget mir, die ihr unter dem Geseß sein wollt, habt ihr das Geseß nicht gehöret? Denn es stehet geschrieben, daß Abraham zween Söhne hatte, einen von der Magd, den andern von der Freien. Aber der von der Magd war, ist nach dem Fleisch geboren; der aber von der Freien ist durch die Verheißung geboren. Die Worte bedeuten Etwas. Denn das sind die zwei Testamente, eins von dem Berg Sinai, das zur Knechtschaft gebieret, welches ist die Agar. Denn Agar heißt in Arabia der Berg Sinai, und langet bis gen Jerusalem, das gun dieser Zeit ist, und ist dienstbar mit seinen Kindern. Aber das Jerusalem, bas droben ist, das ist die Freie, die ist unser Aller Mutter. Denn es steht geschrieben: Sei fröhlich, du Unfruchtbare, die du nicht gebierest, und brich hervor und rufe, die du nicht schwanger st: denn die Einsame hat viel mehr Kinder, denn die den D 6 Mann 84* Episteln Mann hat. Wir aber, lieben Brüder, find Jsaaks nach der Verheißung Kinder. Aber gleichwie zu der Zeit, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgete den, der nach dem Geist geboren war, also gehet es jetzt auch. Aber was spricht die Schrift? Stoße die Magd hinaus mit ihrem Sohn, denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohn der Freien. So sind wir nun, lieben Brüder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freien. Evangelium: Joh. 6, v. 1-15. anach fuhr Jesus weg über das Meer an der Stadt Tiberias in Galiläa. Und es zog ihm viel Volks nach darum, daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kranten that. Jesus aber ging hinauf auf einen Berg und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern, der Juden Fest. Da hob Jesus seine Augen auf und siehet, daß viel Volks zu ihm kommt, und spricht zu Philippo: Wo kaufen wir Brod, daß diese essen?( Das sagte er aber, ihn zu versuchen, denn er wußte wohl, was er thun wollte). Philippus antwortete ihm: Zweihundert Pfennige werth Brodes ist nicht genug unter sie, daß ein Jeder unter ihnen ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Anbreas, der Bruder Simonis Petri: Es ist ein Knabe hier, der hat fünf Gerstenbrode und zween Fische, aber was ist das unter so Viele! Jesus aber sprach: Schaffet, daß fich das Volk lagere. Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten sich bei fünf tausend Mann. Jesus aber nahm die Brode, dankete und gab sie der Jüngern, die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten. Desselbigen gleichen auch von den Fischen, wie viel er wollte. Da sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrigen Brocken, daß Nichts umkomme. Da sammelten sie und füllten zwölf Körbe mit Brocken von den fünf Gerstenbroden, die überblieben denen, die gespeiset worden. Da nun die Menschen das Zeichen sahen, das Jesus that, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da Jesus nun merkete, das sie kommen würden und thn und Evangelien. 85 ihn haschen, daß sie ihn zum Könige machten, entwich er abermal auf den Berg, er selbst allein. Am V. Sonntage in den Fasten, Judica. Epistel: Ebräer 9, v. 11-15. Christus aber ist gekommen, daß er sei ein Hoherprieſter der zukünftigen Güter durch eine größere und vollkommnere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebauet ist; auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern er ist durch sein eigenes Blut einmal in das Heilige eingegangen und hat eine ewige Erlösung erfunden. Denn so der Ochsen und der Böcke Blut und die Asche, von der Kuh gesprenget, heis liget die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit: wie viel mehr wird das Blut Chrifti, der sich selbst ohne allen Wandel durch den heiligen Geist Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den todten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott! Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Uebertretungen( die unter dem ersten Testament waren) die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfangen. Evangelium: Joh. 8, v. 46-59. Jesus sprach zu den Juden: Welcher unter euch kann Wahrheit fage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Wort. Darum höret ihr nicht, denn ihr seid nicht von Gott. Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist und hast den Teufel? Jesus antwortete: Ich habe keinen Teufel, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr unehret mich. Ich suche nicht meine Ehre, es ist aber Einer, der sie suchet und richtet. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: So Jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. D7 Da 15& 68 Episteln an Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel haft. Abraham ist gestorben und die Propheten, und du spricht: So Jemand mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich. Bist du mehr, denn unser Vater Abraham, welcher ges Bater storben ist, und die Propheten sind gestorben; was machst du aus dir selbst? Jesus antwortete: So ich mich selber ehre, so ist meine Ehre Nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, welchen thr sprechet, er sei euer Gott, und kennet ihn nicht; aber ich kenne ihn. Und so ich würde sagen: Ich kenne sein nicht, so würde ich ein Lügner gleichwie ihr seid. Aber ich kenne ihn und halte sein Wort. Abraham, euer Bater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte, und er sah ihn und freute sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt und hast Abraham gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich fage euch: Ehe denn Abraham war, bin ich. Da hoben fie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Jesus verbarg sich und ging zum Tempel hinaus, mitten durch sie hinstreichend. nonis mdon du do 390.919. nisi atpal Jod nebo na ni ro og ontne bi 9191700 si stambort dan nechtoo ug 988 916 nüf mad mo mot our sights 1990 TIM ( 3310 di ug cho: ql edited drar Surts nomið mung 19tamin machina adie ud fatlof Am VI. Sonntage in den Fasten, Palmarum. borg@ Epistel: Philipper 2, v. 5-11: ud thin mon Surtolk Sin Jeglicher sei gesinnet, wie Jesus Christus auch war. Welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er's nicht für einen Raub, Gott gleich sein, sondern äußerte sich selbst und nahm Knechts- Gestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch und an Ge berden als ein Mensch erfunden. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja bis zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöhet und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Kniee, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus und Evangelien. 819 Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes des Baters. Evangelium, siehe am ersten Sonntage des Advents. Matth. 21, v. 1-9. * 22 Am Gründonnerstag. Evangelium: Joh. 13, v. 1-16. ihm: Herr, Mor dem Feste aber der Ostern, da Jesus erkannte, daß seine Zeit gekommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater, wie er hatte geliebt die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis an das Ende. Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Juda Zscharioth in das Herz gegeben, daß er ihn ver tiethe, wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte Alles in feine Hände gegeben, und daß er von Gott gekommen war und zu Gott ging; stand er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab und nahm einen Schurz und umgürtete sich. Durnach goß er Wasser in ein Becken, hob an den Jüngern die Füße zu waschen und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da kam er zum Simon Petrus, und derselbe sprach zu solltest du mir meine Füße waschen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißt du jezt nicht, du wirst es aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Theil mit mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt. Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht denn die Füße waschen, sondern er ist gang rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräther wohl; darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider und feßte sich wieder nieder und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? Ihr heißt mich Meister und Herr und saget recht daran, denn ich bin es 15 88 Episteln es auch. So nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt ihr auch euch unter einander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Am Charfreitag. Jesaias 53. Aber ber wer glaubt unserer Predigt? und wem wird der Arm des Herrn geoffenbart? Denn er schießt auf vor ihm wie ein Reis und wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt noch Schöne; wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte. Er war der Allerverachtetste und Unwertheste, voller Schmerzen und Krankheit; er war so verachtet, daß man das Angesicht vor ihm verbarg, darum haben wir ihn nichts geachtet. Führwahr er trug unsere Krank heit und lud auf sich unsere Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unserer Miſsethat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt. Wir gingen alle in der Frre wie Schafe, ein Jeglicher sah auf seinen Weg; aber der Herr warf unser aller Sünde auf ihn. Da er gestraft und gemartert ward, that er seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scheerer und seinen Mund nicht aufthut. Er ist aber aus der Angst und Gericht ge nommen; wer will seines Lebens Länge ausreden? Denn er ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, da er um die Missethat meines Volkes geplagt war. Und man gab ihm sein Grab bei den Gottloſen und wie ein Reicher in seinem Tode; wiewohl er Niemand Unrecht gethan hat, noch Betrug in seinem Munde ge wesen ist. Aber der Herr wollte ihn also zerschlagen mit Krankheit. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, so wird er Samen haben und in die Länge leben und Evangelien. 89 leben, und des Herrn Vornehmen wird durch seine Hand fortgehen. Darum, daß seine Seele gearbeitet hat, wird er seine Luft sehen und die Fülle haben, und durch sein Erkenntniß wird er, mein Knecht, der Gerechte. Viele gerecht machen, denn er trägt ihre Sünden. Darum will ich ihm eine große Menge zur Beute geben, und er soll die Starken zum Raube haben, darum, daß er sein Leben in den Tod gegeben hat, und den Uebelthätern gleich gerechnet ist und er Vieler Sünde getragen hat und für die Uebelthäter gebeten. Passionsgeschichte. wird un Am ersten Ostertage. JTD: 0 151736 Epistel: 1. Kor. 5, v. 6-8. Suer uer Ruhm ist nicht fein. Wisset ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig den ganzen Teig versäuert? Darrum feget den alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig seid, gleichwie ihr ungesäuert seid. Denn wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum laffet uns Ostern halten, nicht in dem alten Sauerteig, auch nicht im Sauerteig der Bosheit und Schaltheit, sondern, in dem Süßteig der Lauterkeit und Wahrheit. 3119 19 Evangelium: Mark. 16, v. 1-8. 1nd ud da der Sabbath vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria Jakobi und Salome Spezerei, auf daß sie kämen und Jesum salbeten. Und sie tamen zum Grabe an einem Sabbather sehr frühe, da die Sonne aufging. Und sie sprachen unter einander: Wer wälset uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzet war, denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sißen, der hatte ein langes weißes Kleid an, und sie entsegten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entseget euch nicht. Ihr suchet Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist auferstanden, und ist nicht hier. Siehe da die Stätte, da sie ihn hinlegten. Gehet 90 Episteln Gehet aber hin und saget es seinen Jüngern und Betro, daß er vor euch hingehen wird in Galiläam, da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen schnell heraus und flohen vor dem Grabe, denn es war sie Bittern und Entseßen angekonimen, und sagten Nie mand Nichts, denn sie fürchteten sich. paldimarts ad nopo majore Xord netop 3 no med mot Am Ostermontage apie Epistel: Apostelgesch. 16, v. 34-41. di etrus aber that seinen Mund auf und sprach: Wahrheit, daß Gott die Berjon Nun nicht ansiehet, sondern in allerlei Volt, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm. Ihr wiffet wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Jirael gesandt hat und verkündigen lassen den Frieden durch Jefum Chriftum,( welcher ist ein Herr über Alles), die durch das ganze jüdische Land geschehen ist und ange gangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes pres digte, wie Gott denselbigen Jesum von Nazareth gefal bet hat mit dem heiligen Geist und Kraft, der umher gezogen ist und hat wohlgethan und gefund gemacht Alle, die vom Teufel überwältigt waren, denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles deffen, das er gethan hat im jüdischen Land und zu Jerusalem. Den haben sie getödtet und an ein Holz gehänget. Den felbigen hat Gott auferwecket am dritten Tage und ihn lassen offenbar werden, nicht allem Bolt, sondern uns, den vorerwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstander ist von den Todten. gins Sideba Evangelium: Lukas 24, v. 13-35. merdi Tod dino130 stappe pod med Und nd stehe, zwei aus den Jüngern des Herrn gingen an demselbigen Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechzig Feldweges weit, deß Name heißet Emmahus, und sie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es geschah, da sie so redeten und be fragten sich miteinander, nahete Jesus zu ihnen und wandelte und Evangelien. wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Er aber sprach zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterweges und seid traurig? Da antwortete einer, mit Namen Kleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen darinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten, vor Gott und allem Volk; wie ihn unsere Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zur Verdammniß des Todes und gekreuziget. Wir aber hofften, er sollte Jirael erlösen. Und über das Alles ist heute der dritte Tag, daß solches geschehen ist. Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der Unsern, die sind frühe bei dem Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie haben ein Gesicht der Engel gesehen, welche sagen, er lebe. Und Etliche unter uns gingen hin zum Grabe und fanden es also, wie die Weiber sagten, aber ihn fanden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: Oihr Thoren und träges Herzens, zu glauben alle dem, das die Propheten geredet haben. Mußte nicht Chistus solches leiden und zu seiner Herrlichkeit eingehen Und fing an von Mose und allen Propheten und legte ihnen alle Schrift aus, die von ihm gesagt war. Und sie kamen nahe zum Flecken, da sie hingingen, und er stellete sich, als wolle er fürder gehen. Und sie nöthigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Lag hat sich geneiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische faß, nahm er das Brod, danfete, brachs und gabs ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet und erkannten ihn, und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen unter einander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie standen auf zu derselbigen Stunde, tehrten wieder gen Jerusalem und fanden die Eilfe versammelt und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden, und Simoni erschienen. Und sie erzähleten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre an dem, da er das Brod brach. Am 91 92 Epistelit Am I. Sonntage nach Ostern, Quisimodogeniti Epistel: 1. Joh. 5, v. 4-10. Alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt, und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt über wunden hat. Wer ist aber der, der die Welt überwindet, ohne der da glaubet, daß Jesus Gottes Sogn ift? Dieser ist's, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Christus, nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ist's, der da zeuget, daß Geißt Wahrheit ist. Denn drei sind, die da zeugen im Himmel: der Vater, das Wort, und der heilige Geist, und diese drei sind Eins. Und drei sind, die da zeugen auf Erden: der Geist, das Wasser und das Blut. und die drei sind beisammen. So wir der Menschen Zeugniß annehmen, so ist Gottes Zeugniß größer. Denn Gottes Zeugniß ist das, das er gezeuget hat von seinem Sohn. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugniß bei ihm. Evangelium: Joh. 20, v. 19-31. Am [ m Abend aber desselbigen Sabbaths, da die Jünger versammelt und die Thüren verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten ein und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das sagte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite, Da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn saben, Da sprach Jesus abermal zu ihnen: Friede sei mit euch Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist, welchen ihr die Günden erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Thomas aber, der Zwölfen Einer, der da heißt Zwilling, war nicht bei ihnen, da Jesum kam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Es sei denn, daß ich in seinen Händen sehe die Nägelmale und lege meine Finger in die Nägels maale und lege meine Hand in seine Seite, will ich es nicht glauben. Und über acht Tage waren abermal seine Jünger darinnen und Thomas mit ihnen. Kommt Jesus, da die Thüren verschlossen waren, und tritt mitten und Evangelien. mitten ein und spricht: Friede sei mit euch! Darnach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und siehe meine Hände; und reiche deine Hand her und lege fie in meine Seite; und sei nicht ungläubig, sondern gläubig. Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Spricht Jesus zu ihm: Dieweil du mich gesehen hast, Thomas, so glaubst du. Selig sind, die nicht sehen, und doch glauben! Auch viele andere Zeichen that Jesus vor seinen Jüngern, die nicht geschrieben sind in diesem Buche. Diese aber sind geschrieben, daß ihr glaubet, Jesus sei Christ, der Sohn Gottes; und daß ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen. Am II. Sonntage nach Ostern, Misericordias Domini. 93 Epistel: 1. Petri 2, v. 21-25. Denn dazu seid ihr berufen. Sintemal auch Christus uns gelaſſen, daß ihr sollt nachfolgen feinen Fußstapfen. Welcher feine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden. Welcher nicht wieder schallt, da er gescholten ward, nicht drohete, da er litte; er stellete es aber dem heim, der da recht richtet. Welcher unsere Sünden selbst geopfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunden ihr seid heil worden. Denn ihr waret wie die irrenden Schafe, aber ihr seid nun betehret zu dem Hirten und Bischofe eurer Seelen. Evangelium: Joh. 10, v. 12-16. ch bin ein guter Hirte. Ein guter Hirte läsfet sein Leben für die Schafe; ein Miethling aber, der nicht Hirte ist, deß die Schafe nicht eigen sind, siehet den Wolf kommen und verläßt die Schafe und flieht, und der Wolf etbaschet und zerstreuet die Schafe. Der Miethling aber flieth, denn er ist ein Miethling und achtet der Schafe nicht. Ich bin ein guter Hirte und erkenne die Meinen und 94 Episteln und bin bekannt den Meinen; wie mich mein Vater fennet, und ich kenne den Vater und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle, und dieselben muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und wird Eine Heerde und Ein Hirte werden. Am III. Sonntage nach Ostern, Jubilate. Epistel: 1. Petri 2, v. 11-20. Nieben Brüder, ich ermahne euch als die Fremdlinge und Pilgrime, enthaltet euch von den fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele streiten. Und führet einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden, als von Ulebelthätern, eure guten Werke sehen und Gott preisen, wenn es nun an den Tag kom men wird. Seit unterthan aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm zur Rache über die Uebelthäter und zu Lobe den Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die Unwissenheit der thörichten Mens schen, als die Freien und nicht, als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre Jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Ihr Knechte, seid im terthan mit aller Furcht den Herren, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen. Denn das ist die Gnade, so Jemand um des Gewissens willen zu Gott das Uebel verträgt und leidet das Unrecht. Denn was ist das für ein Ruhm, so ihr um Miſsethat willen Streiche leidet? Aber wenn ihr um Wohlthat willen leidet und erbuldet, das sift Gnade bei Gott 9900 tim n #NDI Evangelium: Joh. 16, p. 16-23. v. Ueber eber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, denn ich gehe zum Vater. Da sprachen etliche unter seinen Jüngern unter einander: Was ist das, das er saget zu uns: Ueber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein und Evangelien. 95 ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Bater gehe? Da sprachen sie: Was ist das, das er faget: über ein Kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr unter einander, daß ich gesagt habe: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen. Ihr aber werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit soll in Freude verkehrt werden. Ein Weib, wenn sie gebieret, so hat sie Traurigkeit, denn ihre Stunde ist gekommen. Wenn sie aber das Kind geboren hat, dentet sie nicht mehr an die Angst um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll Niemand von euch nehmen. Und an demselbigen Tage werdet ihr mich Nichts fragen. D 3 15 25 15 nad ado? wa dnu stöclad91 513 796 vonit THE tim Am IV. Sonntage nach Ostern, Cantate.or si matbize Epistel: Jakobus 1, v. 17-21. mudina 1937 91d Tor lle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von doben herab von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung, noch Wechsel des Lichts und der Finsterniß. Er hat uns gezeuget nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erftlinge seiner Creaturen. Darum, lieben Brüder, ein jegliche Mensch sei schnell zu hören, langsam aber zu reden und langsam zum Zorn. Denn des Menschen Zorn thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum so leget ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit und nehmet das Wort an mit Sanftmuth, das in euch gepflanzet ist, welches fann eure Seelen selig machen. 6 modst 905 nad si Evangelium: Joh. 16, v. 5-15. 190² 12 Nun aber gehe ich hin zu dem, der mich geſandt hat, und Sondern, dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Herz hin? 96% nst Episteln du Herz voll Trauerns geworden. Aber ich ſage euch die gut, ich jo ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch So ich aber hingehe, so will ich ihn euch fenden. Und wenn derselbige kommt der wird die Welt rafen um die Sünde und um die Gerechtigkeit und um das Ge richt Unt die Simbe, daß sie nicht glaubeft an mich Um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe und ihr mich hinfort nicht sehet. Um das Gericht, daß der Fürst dieser Welt gerichtet istech habe euch noch viel zusagen, aber ihr könnet es jest nicht fragen. Wenn aber fener, der Geift der Wahrheit, tommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selber reden, sondern was er hören wird, das wird evreden und was zukünftig ist, wird er eirch vers tündigen. Derselbige wird mich vertlären, denn von dem meinen wird ers nehmen und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein, darum habe ich gesagt er wirds von dem Meinen nehmen und vertündigen. TUTDC 90DT ons bid and JIN 76030 fid nepropagano ito nad ud and im Am V. Sonntage nach Ostern, Rogate. ficke Epistel: fotobus 1, 0. 22-27. po Seid aber Thäter des Worts und nicht Hörer allein, damit ihr euch selbst betrüget.deDenn fo Femand ist ein Hörerd des Worts und nicht ein Thäter, der ift gleich einen Manne, der sein leibliches Angesicht im Spiegel beschauet, Denn nachdem er sich beschauet hat, geheb er von Stunde an davon und vergiffet, wie der gestaltet ware Wer aber durchschanet in das vollkommene Gesetz der Freiheit und darinnen beharret und ist nicht cin vergeßlicher Höver, sondern ein Thäterp derselbe wird felig riein sind seiner ThatlsnSol aber sich jemand inter euch läsfet dünken, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Baum, sondern verführet sein Herz des Gottes dienst ist deiteln Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott, dem Vatertiift der, die Waisen und Wittwen in threr Trübfals besuchen und sich von der Welt unbes flect erhaltenigoT) STDOT 9mmoisammg of 1900 2 Evans und Evangelien. Evangelium: Joh. 16, v. 23.30. Mahrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Vater Etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er es euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei. Solches habe ich zu euch durch Sprüch wort geredet. Es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprüchwort mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. An demselbigen Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will. Denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum, daß ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und gekommen in die Welt; wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus und sagest kein Sprüchwort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißt und bedarfst nicht, daß dich Jemand frage. Darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. 97 Am Tage der Himmelfahrt Chrifti. Epistel: Apostelgesch. 1, v. 1-11. Die ie erste Rede habe ich zwar gethan, lieber Theophile, von Allem dem, das Jesus anfing, beides, zu thun und zu lehren, bis an den Tag, da er aufgenommen ward, nachdem er den Aposteln( welche er hatte auserwählet) durch den heiligen Geist Befehl gethan hatte. Welchen er sich nach seinem Leiden lebendig gezeigt hatte durch mancherlei Erweisungen und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reich Gottes. Und als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusalem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Vaters, welche ihr habt gehöret( sprach er) von mir. Denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem heiligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammengekommen waren, fragten ihn und ( S fpras 98 nsil Episteln m sprachen; Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Ifrael? Er aber sprach zu ihnen: es gebühTet euch nicht zu wiffen Zeit und Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten, hat Sondern ihr wers bet die Kraft des heiligen Geistes empfahen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein zu Jeru falem und in ganz Jüdää, und Samaria und bis an das Ende der Erde. llnd da er solches, gejagt, ward er aufgehoben zusehends, und eine Wolte nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachfahen gen Him mel fahren, siehe, da standen bei ihnen zweeen Männer in weißen Kleidern, welche auch sagtenid Jhr Männer von Galiläa, was stehet ihraind sehet gen Himmel? Die fer Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. Tim di and Evangelium: Mart 16,. 14-20 d bin bus udt mange Bulebt, da die Gilfe zu Tische saßen, offenbarte sich der Herr und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigkeit, daß sie nicht geglaubet hatten denen, die ihn gesehen hatten auferstanden. Und er sprach zit ihnen: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Creatur. Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. Die Zeichen aber, die da folgen wer den denen, die da glauben, sind die: In meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Tödtliches trinfen, wird es ihnen nicht schaden. Auf die Kranker werden sie die Hände legen, so wird es besser mit ihnen werden. Und der Her, nachdem er mit ihnen geredet batte, warb er aufgehoben gen Himmel und fizet zur rechten Hand Gottes. Sie aber gingen aus und predigten an allen Orten, und der Herr wirtete mit ihnen und beträftigle das Wort durch mitfolgende Beichen. HDp972 19119 dnu line magiled and log 900 m O 191 ល ១៤ យ៉ាងណា Nur Am VI. Sonntage nach Ostern, Eraudingni 90D 90E piste 1: 1: Petri 406. 1811. i 190 sudom hustojume wendur o seid nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine brünstige Liebe: engile 98 houlks denn dettiažo. und Evangelien. 99 Benn die Liebe decktet auch der Sünden Menge. Seid gastand HDTCH frei unter einander ohne Murmeln. Und dienet einanber, ein Jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlel Gnade Gottes. SB Jemand rebe, daß er es rede als Gottes Wort. So Jemand ein Umt hat, daß er es thue als aus dem Ber mögen, das Gott barreichet, auf daß in allen Dingen daß Gott gepriefen werde durch Jefum Chriftum, welchem fei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. id Evangelium: 30h. 15, p. 26-16 9 A 19 M enn aber der Tröster kommen wird, welchen ich euch fenden werde vom Bater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir! Und ihr werdet auch zeugen; denn ihr seid von Anfang bei mir gewesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch 68 tommt aber die Zeit, daß, wer euch töbtef, wird meihen, er thue Gott einen Dienst daran. Und solches werden sie euch darum thun, daß sie weder meinen Vater noch mich erkennen. Aber solches habe ich zu euch geredet, auf baßlowenn die Zeit kommen wird, ihr daran gedentet, baß ich es euch gesagt haben solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt; denn ich war bei euch.' ffar rur neplat pd 910 1900 fred198 91 1190190 191Hindisa AT MISHIST id di dunig nd sid nengő 196 Jimediatauptus, dra 190 Am heiligen Pfingstſonntagesiche modrs or 131 Epistel: Ap. Gesch. 28.113.9 dia 91 Tud als ber Tag der Pfingsten erfüllet mar, waren rangl, gdjöd 910 971 fie alle einmüthig beieinander. Und es geschah schnell ein Braufen vom Himmel als eines gewaltigen Windes und erfünte das ganze Haus, da sie saßen. Und man sah an ihnen die Bungen zertheilet, als was ren sie feurig, und er sete sich auf einen Jeglichen unter ihnen, und wurden alle voll des heiligen Geistes und fingenioan u predigen( mit andern Bungen, nachdem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchfige Männer aus allerlei Bolt, das unter dem Sim mel ist. Da nun diese Stimme geschah, kam die Men€ 2 # 90 ge 100 nail Episteln onu ge zusammen und wurden verstürzt; denn es hörete ein Jeglicher, daß sie mit seiner Sprache redeten. Sie ents segten sich aber alle, verwunderten sich und sprachen untereinander: Stehe, sind nicht biese alle, die da reden, aus Galiläa? Wied hören wir denn ein geglicher seine Sprache, darinnen wir geboren sind Parther und Me der und Elamiter und die wir wohnen in Mesopotamia und in Judäa und Kappadocia, Ponto und Asia, Phrygia und Phamphylia, Aegypten und an den Enden der Lybien bet Cyrene, und Ausländer von Rom Ruden und Jüden genossen, Freter ind Araber, wir hörend sie mit unsern Bungen die großen Thaten Gottes reden. Sie entsegten sich aber alle und wurden irre und sprachen Einer gut dem Andern: Was will das werden? Die Andern aber hatten es ihren Spott und sprachen: Sie sind voll süßen Weins, and dans un poil: Surtsef 919traurtno DG napilied mad sid nedom Hupts thin said and n Idoiad an Evangelium; Joh. 14, 23:31 am fist Wer mich liebet, der wird mein Wort halten, und mein wird ihn lieben, und wir zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Solches habe ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewesen bin. Aber der Tröster, ber heilige Gefft, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, der felbige wird es euch alles lehren und euch erinnern Alles deß, daß ich euch gesagt habe: Den Frieden tasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt.Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht ihr habt gehöret, daßbich deuch gesagt habe: Ich gehe hin und komme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe Ich gehe zum Vater denn der Vater ist größer denn ich, und nun habe ich es euch gesagt, ehe denn es geschieht, auf baß, wenn es nun geschehen wird, daß ihr glaubet. Ich werde hinfort nicht mehr viel mit enchureben; denn es kommt der Fürst dieser Welt und hat nichts ans mir. Aber auf daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe und ich also thue, wie mir der Vater geboten hat, ftehet auf und lasset uns von hinnen gehen. mis Am mis 9197äd 89 mnd tsinst und Evangelien. 101 te ndruar dnn nemlig sp Pfingstmontageaod silns Epistet: Appst. Geſt, 10, v. 42-48. 1969T Der Herr hat uns geboten, zu predigen dem Volk und Jurzeugen, daß er ist verordnet von Gott ein Nich ter der Bebendigen und der Todten. Von diesem zeugen alle Bropheten, daß durch seinen Namen Alle, die an ihn glaubendrVergebung der Sünden empfahen sollen. Da Betrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf Alle, die dem Worte zuhöreten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petro gekommen waren, entsetten fich daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegoffen ward. Denn fie höreten, daß sie mit Zungens redeten und Gott hoch preiseten. Da antwortete Petrus: Mag auch Jemand das Wasser wehren, daß diese nicht getauft werden, die den heiligen auch Geist empfangen haben, gleichwie? Und befahl fie gut taufen in dem Namen des Herrnsilbim 79 m mal midi u ned i ddail di drim 1910 toin him 19do 19 and tro bim 19d nsbom di isd grundoll du nom 3, vm16-21.9d mism tobin H 1978 bi lisar todstop bus us di dad asblo tpd topplag dil 1 Evangelium: Joh. 19tn 890 190nal liebet, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gefandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern, daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet, wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist, und bie Menschen liebten die Finsterniß mehr, denn das Licht; benn ihre Werte waren böse. Wer Arges thut, der baffet das Licht und kommet nicht an das Licht, auf daß feine Werke nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrsheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke toffenbar werden, denn sie sind in Gott gethan, bi dau nedog mennid maa anu isfol di fuo € 3 Am mk nah Episteln onu star 2001 90² Am Sonntage Trinitatis.nsor thin rdi magni Epistel: Rom. 118. 33-36, di ledritar und Jagitt 11001 Uoms/ 1€ B gazuar neopt welch eine Tiefe des Reichthums, beides der Weis heit und Erkenntniß Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wegel Denat wer hat des Herrn Sinn erkannt? Oder wer ihren Rathgeber gewejen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm und durch ihn und in ihm sind alle Dinge. Ihm set Ehre in Ewigkeit! Amen. tinis praenigno L Evangelium: Joh. 3, v. 1:15, Is aro 11ig s war aber ein Mensch unter den Pharisäern mit Namen Nikodemus, ein Oberster unter den Juden, ber kam zu Jefu bei der Nacht und sprach zu ihm Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer von Gotf gekommen; denn Niemand kann die Zeichen thun, die du thuff, es sei denn Gott mit ihm. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es fei denn, daß Jemand von neuem geboren werde, fann er das Reich Gottes nicht sehen. Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Rann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß Jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so fann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dichs nicht wundern, daß ich dir gesagt, habe: Ihr müsset vom neuem geboren werden. Det Wind bläset, wo er will, und du höreft sein Sausen wohl aber du weißt nicht, von wannen er tommt und wohin er fährt. Also in ein Jeglicher, der aus dem Geist geboren ist, Nikodemus antwortete und sprach zu ihm Wie mag folches zugehen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Ifrael und weißt das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden. was wir wissen und zeugen, das wir gesehen haben, und ihr nehmet unser Beugniß nicht an. Glaubet 15t A9 192 und Evangelien. 103 ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen jagen würde? Und Niemand fährt gen Himmel, denn der vom Himmel hernieder gekommen ist, nämlich des Menschen Sohn der im Himmel ist und wie Moses in der Winte eine Schlange erhöher hat also muß bes Menschen Sohn erhöhet werden, auf daß alle, die auf ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben, nollap190 1909far 9079 ud and 909890 mnd opnie 90o dni di ni dnu ndi brud dnu mdi nam to 310 11 Am I, Sonntage nach Trinitatis. Epistel: 1. Joh. 4, v. 16-21. ( Soft in die Liebe, And wer in der Liebe bleibet, bet Bleiber in Gott und Gott in ihm. Daran ft die ist Liebe völlig bei uns, auf das wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts denn gleichwie er ist, so sind auch wir in dieser Welt.Furcht it nicht in der Liebe! sondern die völlige Biebe freibet die Furcht aus; denn die Furcht hat Bein. Wer fich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns erst geliebet. So emand spricht 3h liebe Gott und hasset seinen Bruder, der ist ein Lügner; denn wer feinen Bruder nicht liebet, den er siehet, wie kann er Gott lieben, den er nicht fehet? Und dieß Gebot haben mir von ihm, daß, wer Gott liebet, daß der auch seinen Bruder liebetol af is dit te don 901901 19000 59 mog, an mat tigo biskt and driu: nsrad Evangelium: 8uf.16, 19:31 and drin Sis foar aber war aber ein reicher Mann, der leidete sich mitt Purpur und köstlicher Leinwand und lebte alle Tage hertlich und in Freuden. Es war aber ein Armer mit Namen Lazarus, der lag ubt seiner Thüre boller Schwären und begehrte sich zu sättigen von den Brodsamen, die von des Reichen Tische fielen. Doch tamen die Hunde und ledten thin feine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme arb und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schooß. Der Reiche aber starb auch und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, bob er seine Augen auf und sah Abraham von ferne e 4 und 104 .nst Episteln dni und Lazarum in seinem Schoos, rief und sprach: Vater mein und sende Lazarum, daß 18,90 Abraham, erbarme digers ins Wasser tauche und er bas Neußerste seines tüble meine Zunge; denn ich leide Bein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedente Sohn, daß du dein Gutes empfangen haft in deinem Leben, und Lazarus dagegen bat Böfes empfangen: nun aber wird er getröftet und du wirst geperiget. Und über das alles ist zwiſchen uns und euch eine große Kluft befestiget, daß die da wollten von hinnen hinabfahren zu euch, können nicht und auch nicht von dannen zu uns herüber fahren. Da sprach er: So bitte ich dich, Bater, daß du thn fenbest in meines Vaters Haus. Denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch tommen an diesen Ort der Qual. Abraham aber prac zu ihm: Sie haben Mofen und die Propheten, las fie diefelbigen hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn Giner von den Todten zu ihnen ginge, fo würden sie Buße thun. Er sprach zu ihm: Hören fie Mosen und die Propheten nicht, so werden ſie auch nicht glauben, ob Jemand von den Todten auferstünde. You Bung 19 ADO 100 smmotugnis150 91 monlap sid ramist 19 19 and thus spot of dator nebomb] Idomonsdl nism, dai Am II. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: 1. Joh. 3, v. 13-18. Verwundere euch nicht, meine Brüder, ob euch die Welt in das Leben gekommen sind, denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebet, der bleibet im Tode. Wer seinen Bruder haffet, der ist ein Todtschläger, und ihr wisſet, daß ein Tootschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt, die Liebe, daß er fein Leben für uns gelassen hat, und wir sollen auch das Leben für die Brüder laffen. Wenn aber Jemand dieser Welt Güter hat und siehet seinen Bruder barben und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibt die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, laffet uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zunge, sondern mit der That und mit der Wahrheit. 31 19 RE Evans und Evangelien. 105 79to: Evangelium: Bub. 14, 16-2402 dirie ( s war ein Mensch, der machte ein großes Abendmahi und fub Biete dazu. Und sandte seinen Knecht aus aber Stunde des Abendmahls, zu sagen den Geladenen: Rommet, denn es in Alles bereit. Und sie fingen an ist alle nach einander sich zu entschuldigen. Der Erste sprach u ihm: 3ch habe einen Acter gekauft und muß hinauss geben und ihn beichen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der Andere wprach: Ich habe fünf Jodh Ochfen getauft und ich gehe, lest hint, fie zu Befehen; ich bitte bich, entschuldige mich. Und der Dritte sprach: Ich habe ein Weiß genommen, darum fann tch nicht kommen. Und ber Knecht tam und fagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig und sprach zu feinem necht: Gehe aus bald auf die Straßen und Gaffen der Stadt und führe die Armen und Krüppel und Lahmen und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ift geschehen, was du befohlen haft: es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knecht: Gehe aus auf die Landstraßen und an die Zäune und nöthige sie hereinzukommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. Sitotinir bon spotnno II ml 81-81d& dog I liq 2 and mi sami. Sonntage nach Trinitatis, d 19 190 piterih Betti 5, v. 6-11 namiot 1983 Tak mi tadigld 196 del Jobind o demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werfet auf ihn, denn er forget für euch. Seid nüchtern und wachet; denn euer Widersacher, der Teufel gebet umber wie ein brüllender Löwe und suchet, wel den er verschlinge. Dem widerstebet fest im Glauben und wisset, daß eben dieselbigen Leiden über eure Brü der in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der une berufen bat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Chrifto Jeju, derselbige wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, * Ing e 5 vollbe Episteln di vollbereiten, stärken, träftigen und gründen. Demselbigen sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. bi totono du gu ting bit, bondel tutor 900 and riu bun Evangelium But 15, 1-10mmi bon s naheten aber zu Jesu allerlei Zölner und Sünder, daß sie ihn höreten! Und die Pharifäer und Schrifte gelehrten murreten und sprachen Dieser nimmt die Sünder an und isset mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen sprach: ist unter 106 dieß Gleichniß und welcher De verlieret, euch, der hundert Schafe hat, und so er eins verlieret, der nicht lasse die neunundneunzig in der Wüste und hingehe nach dem verlornen, bis daß er es findes Und wenn er es gefunden hat, so leget er es auf seine Achseln mit Freuden. Und wenn er heimkommt ruft er feine Freunde und Nachbarn und spricht zu ihnen Freuet euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. Ich sage euch Also wird auch Freude sein im Himmel über einen Sünder der Buße thut vor neunundneunzig Gerechten, die der Buße nicht be dürfen. Ober weiches Weibbie zehn Gröschen hat, fo sie deren einen verlieret, die nicht ein Licht anzünde und tebre das Haus und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde? Und wenn sie ihn gefunden hat, rufet sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen und spricht? Freuet euch mit mir; denn ich habe meinen Groschen gefunden, den ich verloren hatte. Also auch, sage ich euch, wild Freude fein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße thut, misd mi nelle nod thin fe fuo dnu spike manied un milo med roan; dois lusq ue SUTE ESH190 and 16 do Medis gaul rad Am IV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Röm. 8, b. 18-23. Herrlichkeit nicht bafür, daß dieser Zeit Leiden der werth sei, die an uns soll geoffen= baret werden. Denn das ängstliche Harren der Creatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sinte mal die Creatur unterworfen ist der Eitelkeit ohne ihren Willen, sondern um deß willen, der sie unterworfen hat auf Hoffnung. Denn auch die Creatur frei werden wird dist voll und Evangelien. 107 von dem Dienft des vergänglichen Wesens zu der herrs lichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Creatur sehnet sich mit uns und ängstet sich noch immerdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir felbst, die wir haben des Geistes Erstlinge, jehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft und warten auf unsers Seibes Erlösungsborqi dnu starum trisp nandi gredo stpoj 10 nandi tim 19 dnu no 190 19tm final blow brygl any digisl asid. 1979il790 Evangelium: Lut 6, p. 368428 796 dnu en red ni pignusdunun id sol jbin 19d Darum, feid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig istaRichtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammet nicht, so werdet ihr auch nicht verdammet.nBergebet, so wird euch vergeben. Gebet, so wird euch gegeben. Ein poll, gedrückt, gerüttelt und überflüssig Maaß wird man in euren Schooß geben; denn eben mit dem Maaß da ihr messet, wird man euch wieder meffen. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Jünger ist nicht über feinen Meister wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen. Was siehest bu aber einen Splitter in deines Bruders Auge und des Baltens in Deineur Auge wirst du nicht gewahr? Oder wie tannst du sagen zu deinem Bruder: Halt stille, Brus der, ich will den Splitter, aus deinem Auge, sieben, und du siehest selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, ziehe zuvor den Balken aus deinem Auge und besiehe dann, daß du den Splitter aus deines Brus ders Auge zieheft. mm( bon sphinna VI ³ 88-81 88 m bi mno sed 911090 TutoST Epistelli Petri 3, 98-1530190 191 Endlich aber seid allesammt gleichgeſinnet, mitleibig" brüderlich, barmherzig, freundlich. Vergeltet nicht Bofes mit Böjem, oder Scheitwort mit Scheltwort: sondern dagegen segnet und wiffet, daß ihr dazu berufen e 6 seid Und V, Sonntage nach Trinitatis O kit .nsilsgn@ pifteli song feid, daß ihr den Segen beerbet! Denn wer leben will und gute Tage sehen, der schweige feine Bunge, daß sie nicht Böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen und thue Gutes, er suche Frieden und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten und Heine Ohren auf ihr Gebet; das Angesicht, aber des Herrn siehet auf die, Bio Böses thun. Und wer ist, der euch schaden könnte, 00 to the dem Guten nachkommts Und ob ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürch ad tet euch aber vor ihrem Troßen nicht unbrerschrecket nonlicht. Heiliget aber Gott, den Herrn, in eurem Herzen. 19do Tio 03 misdnnar n9d92 neuen monis ni gia bud 1190 POL 108 of bangelium Buss 59 Tapledd. tmm] sia lisasid; nist( bisig grudattstuk 190 bun tiar nad topics begab sich aber, daß sich das Volk zu Jefu drang, 190 1190 zu hören das Wort Gottes understand am See tim Genezareth und fah zwei Schiffe am See stehen die tim Fischer aber waren ausgetreten und wuschen ihre Neße. 90 Da trat er in der Schiffe eines, welches Simonis war, id und bat ihn, daß er es ein wenig vom Landeführete. Und er feste sich und lehrete das Volk aus dein Schiff. 119019 Und als er hatte aufgehöret zu reden sprachler zu Stand istimon: Fahre auf die Höhe und werfet euren neper aus, einen antwortete und sds sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht ges arbeitet und nichts gefangen, aber auf dein Wort will ich das Neß auswerfen. Und da sie das thaten, beschloss fen sie eine große Menge Fische, und ihr Netz zerrik. Und sie winkten ihren Gefellen, die im andern Schiffe 19d waren, daß sie kämen und hülfen ihnen ziehen. Und 07 fie famen und füüten beide Schiffe voll, also daß se san idad ten. Da das Simon Petrus Jabydfietser Jesu u den da Kuten und sprach: Here, gehe von mir hinaus, ich bin ein fündiger Mensch. Denn es war ihnd ein Schrecken .nis) 390 angekommen und Alle, die mit ihm warem über diesen 39 du Silchzug, ben fie mit einander gethanbatten. Desſels tapi bigen gleichen auch Jakobum und Johannem, die Söhne muid Zebedal, Simonis Gesellen. Und Jesusbsprach zu Si smon: Fürchte dich nicht denn von nun an wirst du Menschen und Evangelien. 9 Mio Menschen fangen und sie führten die Schiffe zu Lande und verließen Alles und folgten ihm nach. and disf du 109 801 ut thin si dod neqqiz amis du 969 297äll thin 19 esture sur un sac mode bi 89d nagule sid nn bon mdi spot on masing scul di un AmnVISonntage nach Trinitatis. MITT9 si un test Epifter: Rom. 6) v 341.1998 sinnöi nedobl fit all disiſſet ihr nicht, daß Alle, die wir in Jeſum Chrift bi getaufet sind, die sind in seinen Tod getauft? So ishe sind wir je mit ihm begraben durch die Taufe in den 1198 Todauf daß, gleichwie Christus ist aufermecket von den Todten durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber sammt ihm gepflanzet werden zu gleichem Tode, so werden wir auch der Auferstehung gleich sein; dieweil wir gomissen, daß unsers alter Mensch sammt ihm gekreuziget 99 ist auf daß der fündliche Leib aufhöre, daß wir hinfort sid der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der 3gift gerechtfertigt von der Sünde. Sind wir aber mit Jour Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit 3197dhinsleben werden und wissen, daß Christus, von den i Tobten erweckt, hinfort nicht stirbt; der Tod wird hinfortsüber ihn nicht berrichen. Denn daß er gestorben Sun ist, das ist er der Sünde gestorben zu einemmal: daß onur er abentlebet, daß lebet er Gott. Also auch, ihr haltet 90 teud dafür, daß ihr der Sünde gestorben feib und lebet Mar Gott in Christo Jesu, unserem Her du istidin lolbied metodi and si od dnli nisaran gl and bi ITTS# 91 T du blir Gerechtigkeit beſ und Pharifder, so ich sdn Evangelium: Matth. 5 v. 20:26. di stinfor 91 Onl on nadsig nandi mind any nemöt all da n] senn ich sage euch: Es sei denn eure sd fer, ben der Schriftgelehrten nid werbebrihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt mbs gehöret, daßi zu den Alten, gesagt ist: Du sollst nicht tödsisidempimers aber tödtet, der soll des Gerichts schuldig sein. sich aber fage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der andabides Gerichts schuldig, Wer aber zu seinem Bruder faghn Racha, der ist des Raths schuldig. Wer aber ſagt: ud Du Narr der ist des höllischen Feuers schuldig, Darum miss e 7 om wenn 1101 Episteln) dmu wenn du deine Gäbe auf dem Altar opferst und wirst allda eingedenk, daß dein Bruder etwas wider dich habed so daß allda vor dem Altar deine Gabe und gehe zupor hin und versöhne dich mit deinem Bruder and alsdann fomme ind opfere deine Gabel Sei willfertig deinem d Widersacher bald dieweil bur noch bei ihn auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleins über antworte dem Richter und der Richter überantworte dich d dem Diener und werdest in den Kerker geworfenJJch fage dir, wahrlich, sidu wirst nicht von baimen Heraugen kommen, bis du auch den letzten Heller bezahlest.di un bo o il 19 di matind manage od sid Am VII Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Röm 6,0v. 119-23.0 Ich muß menschlich davon reden um der Schwachheit begeben habt sum Dienst der Unreinigteit und voneindi ner Ungerechtigkeit zu der andern, also begebet nun auch eure Glieder zum Dienst der Gerechtigteit, daß sie heiligst werden. Denn da ihr der Sünde Knecht waret, da wart ret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattetibe munis zu der Zeit für Frucht? Welcher ihr euchieht schämet denn das Ende derselbigen ist der Tod. Nun ihn aber seid von der Sünde fret und Gottes Knechte worden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet; das Ende d aber das ewige Leben. Denn der Todriß der Sünden Sold; aber die Gabe Gottes ist das ewigen Leben ins Christo Jesu, unserm Herrnds tistils u tim bun A minal musi Evangelium: Mart. 8, v. 1-9. ni sid metsdqar nolot ned for 300 bus tada) u der Zeit, da viel Boltes da war und hatten nichts zu essen, rief Jesus seine Jünger zu sich und sprach zu ihnen Mich jammert des Volts denn sie haben nun 91 brei Tage bet mir berharret und haben nichts zit effert und wenn ich sie ungegessen von mir heim ließe geben, würden sie auf dem Wege verschmachten, denn Elliche seitis waren und Evangelien. waren von ferne gekommen. Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brod hier in der Wüste, daß wir sie sättigen? Und eri fragte fie: Wie viel Habt ihr Brode? Sie sprachen: Sieben. Und er geböt dem Volt, d daß fie sich auf die Erde lagertenais Under nahm biel sieben Brode, dankete and brach sie und gab sie seinen Jüngern, is daß sie dieselben vorlegtend Und sie legtenid dem Bolle vor. Und hatten ein wenig Fischlein und er dankete und hieß dieselben auch vortragen. Sie aßen d aber und wurden satt und hoben die übrigen Brocken auf, sieben Körbe.rs lind nihrer waren beid viertausend, die da gegessen hatten. Und er ließ sie von sich. Am VIH, Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Rom. 8. 12:17. 1111 o find wir nun, lieben Brüder Schuldner, nicht dem Fletsch, daß wir nach dem Fleisch leben; denn wo ihr nach dem Fleisch lebet, so werdet ihr sterben müſſen. Wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tödtebilso werdet ihr leben. Denn welche der Geist Gottes treibet, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen rechtischen Geißt empfangen, daß ihr euch aber mal fürchten müffet, sondern ihr habt einen tindlichen Geift empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Bater to Derselbige Geist gibt Zeugniß unserm Geist, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, sod sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miten erben Christizio wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden ist ode Evangelium: Matth. 7, b. 15-23. ( ehet euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafstleidern zu euch kommen, inwendig aber sind fie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie ere tennen kann man auch Trauben lesen von den Dor- u nen, oder Feigen von den Disteln guter Baum bringet gute Früchte bringet arge Früchte. Ein guter 119TDOL Also ein jeglicher d aber ein fauler Baum Baum fann nicht argeur Früchte 112 noi Epiftelit dan Früchter bringen, dnd ein fauter Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet) wird abgebauen und ins Fener geword fend Darum camihren Früchten sollt ihr hier erkennen? Es werden nicht alle, die zu mir sagend HerrlaHert! in das Himmetreich tommen, sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmehi Es werden Viele zu miv hagen an jenem Taget Hertshert haben wir nicht in deinem Namen gewelffaget? Haben wir nicht din deinem Namen Teufel ausgetrieben haben wir nicht in deinem Namen viele Thatewogethan? niDann werde ich ihreit bekennen:& Jch babereich noch nie erkannt, weichet Alle von mirphr Uebelthäterzinűl agul distch 190@ boqi 1 Spidlubi ud fid Isia sia Tomist mit din 1911 en med atdal d d dll Dirtbe adiarchi du & Am IX, Sonntage nach Trinitatis matchs 198 Sed redni Epiftel: 1 od 10. 63.79dmin sid tsibofle, as ist aber uns zum Borbilde geschehell, bak wie" chis dig og 19e midt gelüften laffen des Bösen, gleich wie fene gelit? ftet hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gleichwie jener Etliche wurden, als geschrieben stehet: das Volt sette sich nieder zu essen und zu trinken und stand auf zu spielen. Auch lasset uns nicht Hurekei treiben, wie Etliche unter jenen Hureret trieben und fielen auf einen Tag brei und zwanzig tausend. Lasset uns aber auch Christum nicht ver fuchen, wie Etliche von jenen ihn perfuchten und wurden von den Schlangen umgebracht. Murret auch nicht gleich wie fener Etliche murreten und wurden umgebracht durch den Berderber. Solches alles widerfuhr ihnen zum Vors bilde, es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt gekommen ist. Darum wer sich la fet bunten, er ftehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine, denn menschliche Versuchung betreten. Aber Gott ist getren, der euch nicht läßt ber suchen über euer Vermögen, sondern macht, daß die Verz fuchung so ein Ende gewinne, daß ihr es könnet ertragen. 119697 BE HIS Evangelium Bub. 16, 19.0 19d mag dar 1980 19de7 689 Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter, der ward vor ihm bezüchtiget, als hätte er ihm seine Güter sid und Evangelien. 113 Güter umgebracht under forderte ihn und sprach zu thm: Wie höre ich das von dir? Chuen Rechnung von deinem Haushalten; denn du kannst hinfort nicht mehr Haushalter fein. Der Haushalter sprach bei sich selbs Was soll ich thun Mein Herr nimmt das Amt von mir Graben mag ich nicht so schämte ich mich zu betteln. Ich weiß wohl was ich thun will, wenn ich nun von dem Amtes geseßet werde, daß fie mich in ihre Häuser nehmen Und er rief zu sich alle Schuldner feines Herrn und sprach zin dem erstento Wielspiel bist du meinem Herrn schuldig? Er fyrach Hundert Tonnent DelisUnd en sprach zu ihm: Nimm deinen Briefseße dich und schreibe flugs fünfzig: Darnach sprach er zu dem andern: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Waizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief und schreibe der lobte den uns gerechten Haushalter, daß er tlüglich gethan hätte. Denn die Kinder dieser Welt sind klüger, denn die Kinder des Lichts in threm Geschlecht. Und ich sage euch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, fie euch aufnehmen in die ewigen Swin700k pilt 1000 9911 Hütten, Now and steden madeinten als media scili nalata u un dry day nsiniti u dnu, noile u rodin stru Am A. Sonntage nach Trinitatis.ol bul du isrd Epistel 1. Kor. 12, b. 1-119 -79g ibig multito burdaan aint Talinn i en Von den geißlichen Gaben aber will ich euch, Brüder, nicht verhalten. Ihr wiſſet, daß ihr Heiden feid gewesen und hingegangen zu den tummen Gözen, wie ihr geführet wurdet. Darum thue ich euch kund, daß Niemand Jejum verfluchet, der durch den Geist Gottes redet. Und Niemand kann Jesum einen Herrn heißen ohne durch den heiligen Geist. Es sind mancherlei Gaben, aber es ist Ein Geist. Und es sind mancherlei Aemter. aber es ist Ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist Ein Gott, der da wirket Alles in allen. In einem Jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nußen. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit dem Andern wird gegeben zu reden pon der Erkenntniß nach demselbigen Geift: einem andern der Glaube in demselbigen Geist, oceinem andern Isti die I nonst Hebert 114 ns1 Episteln omn die Gabe, gefund zu machen in demselbigen Geist einem Andern Bunder zu thungreinem andern Weisfagung? einem Andern, Geifter zu unterscheiden, einem Andern mancherlei Sprachen; einem Anbein, die Sprachen aus? zulegen. Dieß aber Alles wirket derselbige cetnige Geist, und theilet seinem Jeglichen seines ju, nachdem er will sid 19 Evangelium ut. 19 6. 41-48h red ain hamurod and tolo 390 Jomsmary id Und als er, der Her Jefus, nahe binzukam, ſaber die an und meinete sie Wenn du es wüßtest, so würdest du auch bedenken zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dients Aber nun i es vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern und an allen Orten angsten.Und werden dich schleifen und keinen Stein auf dem andern lassen, darum, daß du nicht erkannt haft die Zeit, darinnen bu heim gefucht bistisd Und er ging in den Tempel und fing an auszutreiben, bie barinnen verkauften und Tauften, und sprach zu ihnen: Es fehet geschrieben Mein Haus ein Bethaus ihr aber habt es zur Mördergrube gemacht. Und erlebtete täglich und Tempel. Aber die Hohenz priester dund Schriftgelehrten und die Vornehmisten im Volt trachteten ihm nach, daß sie ihn unbrachten. Und fanden nicht, wie sie ihm thun sollten; denn alles Voll hing ihm an und hörete ihn. ung mis mi titre 159798 thit rom doit madram toirdsinrs dzim 19d todädra fdlet Am XI, Sonntage nach Trinitatisins fjöls Epistel: 1. Kor. 15, v. 1-10. re ch erinnere euch aber, lieben Brüder, des Evangelii, das ich euch verkündet habe, welches ihr auch ange nommen habt, in welchem ihr auch stehet, durch welches ihr auch selig werdet, welcher Gestalt ich es eirch verkün diget habe, so ihr es behalten habt, es wäre denn, daß idees umsonst geglaubt hättet. Denn ich habe euch zuvör derst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sei für unsere Sünden, nach der Schrift. Und daß er begraben fei, und daß er auferstanden fei ám dritten Tage nach der Schrift. Und daß er gefeben worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen. Dars Jons nach und Evangelien. nach ist er gesehen worden von mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal, deren noch Viele leben, etlicher aber findd entschlafen. Darnachnistu ers gesehen worden von Jalobo, darnach von allen Aposteln. Am lesten nach Allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, geſehen worden. Denn ich bin deri geringste unter den Aposteln, als der ich nicht werth bin, daß ich ein Apostel heiße darum, daß ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe. Aber von Gottes Gnaden bin ich, das ich bin, und seine Guade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn sie alle, nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ift.2007 198 1917ed 1198 sid dim as a manteng nge manied 700 89 bid my Evangelium: Lut. 18, v. 9714. bid 1905 Der Herr pjagte zu Etlichen, die sich selbst vermaßen, daß fie fromm wären und verachteten die Undern ein folch Gleichniß Es gingen zween Menschen hinauf in den Tempel zu beten, einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharifäer stand und betete bei sich selbst allo: Ich danke pir, Gott, daß ich nicht bin wie andere Feute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Bölner, 3d faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von Allem, das ich habe. Und der Zölner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott fei mir Sünder gnädig. Ich sage ench Dieser ging hinab gerechtfertigt in sein Haus porsienem.dn Denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedrigt werden, und wer sich jelbst erniedriget, der wird erhöhet werden. e 115 Am XII. Sonntage nach Trinitatis.19(Cpistet: 2. Kor. 3, b. 411, Fin solches Vertrauen aber haben wir durch Chriſtum Jis C Nicht, daß wir tüchtig sind von etwas zu denken, als von uns selber, sondern, daß wird tüchtig sind, ist von Gott, Welcher auch uns tüchtig gemachti hat, das Amt zu führen des neuen Testaments, nichta des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buch ftabe tödtet, aber der Geist macht lebendigas Sodaberi das Amt, das durch die Buchstaben tödtet und in dien Steine ist gebildet, Klarheit hatte, also daß die Kinder Israel 116 ansils Episteln du Israel nicht fonnten ansehen das Angesicht Mosis um der Starbeit willen seines Angesichts, die doch aufhöret: wie follte nicht vielmehr das Amt, bas den Geiſt, gibt, Klarheit haben? Denn so das Amt, das die Verdammniß prediget, Klarheit hat, vielmehr hat das Amt, das die Gerechtigtett prediget, überschwengliche Klarheit. Denn auch jenes Thell, das perkläret war, ist nicht für Klarheit zu achten gegen diese überschwengliche Klarheit. Denn so das Klarheit hatte, das da aufhöret, dielmehr wird bas Klarheit haben, has da bleibet. nd and to dig Hirsi Evangelium: Marko 71bd31-3710it9190 11nd da der Herr Jeſus wieder ausging von den Gränzen 1909588 Tyrus tam er an bas mitten unter die Gränze der zehn Städte. Und hie brachten zu bmf einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volte besonders und legte ihm die Finger in die Ohren und spüßete und rührete seine Zunge und fab auf gen Himmel, seufzete und sprach zu ihm. Hephata, das ist: Thue dich auf. Und alsbald thaten sich seine Dhren auf, und das Band seiner Zunge ward los, und er redete recht. Und er perbot ihnen, sie sollten es ies mand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten. Und verwunderten sich über die Maßen und sprachen: Er hat Alles wohlgemacht, die Tauben macht er hörend und die Sprachlosen redend. Pa 198790 sudim XIII. Sonntage nach Trinitatis, do To Am th97 dis Episteh: Galater 3,90al 15-22.ar of, 8nd Qieben Brüder, ich will nach menschlicher Weiser reben. Verachtet man doch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestätigt ist und thut auch nichts dazuzig Nun ist je die Verheißung Abraham und feinem Samen zu gesagtog Er spricht nicht: Durch die Samen, als durch viele, sondern als durch einents durch deinem Samen, welcher ist Christus. Ich sage daber davon Das Tefta ment, das von Gottiguoon bestätigts ifts auf Chriftum, wird nicht aufgehoben, daß die Berbeißung sollte durchs Geset aufhören, welches gegebend ist über vier hundert und dreißig Jahre hernach. Denn so das Erbe durch das und Evangelien. 117 bas Gefes erworben würde, so würde es nicht durch die Verheißung gegeben. Gott aber hat es Abraham durch Verbeißung frei geschentet. Was soll denn das Gefeß? Es ist dazu gekommen um der Sünde willen, bis der Same Täme, dem die Verheißung geschehen ist, und ist gestellet von dem Engel durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines Einigen Mittler, Gott aber ist einig Wie? Ist denn das Gefeß wider Gottes Verhelßung Das fet ferne. Wenn aber ein Gefes gegeben wäre, das da könnte lebendig machen, so täme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Geseß. Aber die Schrift hat es alles beschlossen unter die Sünde, auf daß die Berheißung täme durch den Glauben an Jesum Chriftum, gegeben denen, die da glauben, nör sid 19tmu mottim si dnu Evangelium: Suku 10 bis 23-87 mstbord. Cefus wandte sich zu seinen Jüngern und sprach insonders heit: Selig find die Augen, die da jehen, das thr febet. Denn ich fage euch: Viele Propheten und Könige wollten jehen, das ihr jebet, und haben es nicht gefehen, und hören, daß ihr höret, und haben es nicht gehöret. Und fiebe, ba ftand ein Schriftgelebrter auf, versuchte ihn und sprach: Meiffer, was muß ich thun, daß ich das emige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm. Wie ebet im Gefeß geschrieben? Wie liefest bu? Er antwortete und sprach: Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüthe und deinen Nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm. Du haft recht geantwortet; thue das, 10 wirst du leben Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesus Wer ist denn mein Nächster? Dai antwortete Jefus und spracht Es war ein Mensch, bed ging ndon Jerusalem binab nach Jericho amd fiel unter die Mörder; die zogen ihn aus und schlugen ihn und gingen davon und ließen ihni halb todt liegen. Es begab sich aber Johngefährjs daß ein Priester dieselbe Straße hinabzog, dundledager ihn sah, ging eri vorüber. Deffelbigen gleichen auch eina Lepit, da era kam beirsdie Stätte und fahr thit, ging ern vorüberls pEin Samariter aber reisete und kam dabin, und da er ihn fah, jammerte ihnidsein, ging ojumthm, berbandsrihm feined Wundent 118 ansilEpisteln dun den und gos darein Del und Bein und hob ihn auf fein Thier und führete ihn in die Herberge und pflegte jem. Des andern Tagsreiseteer und og heraus zween Groschen und gab sie den Wirth und sprach zu ihm: Pflege fein, und so du was mehr wirft barthun, will ich dirs bezahlen, wenn ich wiederfomme, Welcher büntet dich der unter diesen dreien der nächste sei gewesen bent, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm that. Da sprach Jefus zu ihm: So gehe hin und thue deßgleichen. VX UL.. Am XIV. Sonntage nach Trinitatis. i Suu Loris Epistel: Gal. 5, p. 16-24, dar Nieben Brüder, mandelt im Geiste, so werdet ihr die Büste des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch ges lüftet wider den Geist und den Geist wider das Fleisch. Dieselbigen sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollet. Regieret euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Geset. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Reid, Born, Bant, 3wietracht, Rotten, Haß, Mord, Fressen, Saufen, und dergleichen. Von welchem ich euch habe zuvor gesagt und fage noch zuvor, daß die folches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Frucht aber des Geistes is: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit Gütig feit Glaube, Sanftmuth, Keuschheit. Wider solsche ist das Gefeß nicht. Welche aber Christo angehören, die freuzigen ihr Fleisch fammt den Lüsten und Begierden 1900 Snu Evangelium; Luk. 17, v. 11-19 med moa Und es begab ſich, da Jeſus reiſete gen Jeruſalem, 308 er Samariam und als er in einen Martt fam, begegneten ihm zehn ausjäßigk Männer, die ftanden von ferne und erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser! Und da er sie jab, sprach er zu ihnen: Gehet hin und geiget euch den Briestern. Und es geschah, daß fie bine gingen, wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, da er fab, daß er gefund worden war, fehrte er um und preis cous fete und Evangelien. 119 jete Gott mit lauter Stimme und fiel auf sein Ange ficht zu feinen Füßen und dantet ihm, 19 Und das war ein Samariter. Jesus aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein geworden? Wo sind aber die neune? hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umfehre und gebe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling Und er sprach zu ihm; Stehe auf, gehe hin, dein Glaube hat dir geholfen. Borgl 10 mar note dröisid retnu red : गाएँ । यह aviarthavut AG Jout mdi nn jistain Am XV. Sonntage nach Trinitatis.dogo Gal. 5, 25, bis to wir im Geiste leben, to laffet uns auch im Geiste wandeln. Laffet uns nicht eitler Ehre geizig sein, uns unter einander zu entrüsten und zu haffen. Lieben Brüder, fonein Mensch etwa von einem Fehler übereitet würde, jo helfet ihm wieder zurecht mit fanftmüthigem Geist, die thr geistlich feidzd und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versucht werden. Einer trage des Andern Last, so werdet ihr das Gesetz Chrifti erfüllen. So aber sich Zemand lässet dünken, er set etwas, so er doch nichts ist, der Betrüget sich selbst. Ein Zeglicher prüfe aber fein Selbstwerk und alsdann wird er an ihm selber Ruhm haben und nicht an einem Andern. Denn ein Jeglicher wird seine Last tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der thelle mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet rret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Denn was der Mensch säet, das wird er ärnsten. Wer auf sein Fleisch fäet, der wird von dem Fleisch das Verderben ärndten Wer aber auf den Geist fäet, der wird von dem Geist das ewige Leben ärndten. Laffet uns aber Gutes thun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ärndten öhne Aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, so laffet uns Gutes thun an Jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genoffen. mini nedors am aid Töf rinu Evangelium: Matth. 6, vs24-34.q dur Niemand kann zween Herrn dienen, entweder er wird einen haffen und den andern lieben, oder er wird einen anhangen und den andern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch $ 19 120 Episteln euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinket werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anzieh hen werdet. Jft nicht das Leben mehr, denn die Speise? und der Leib mehr, denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an. Sie säen nicht, sie ärndten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen, und euer himmlischer Vater nähret sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr, denn sie? Wer ist unter uns, der seiner Länge eine Elle zuseßen möge, ob er gleich darum sorget? Und warum sorget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachien, sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in all seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist als dere selben eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet und morgen in den Ofen geworfen wird, sollte er das nicht vielmehr euch thun? Dihr Kleingläubigen! Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach solchem Allem trachten die Heiden; denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr das Alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches Alles zufallen. Darum forget nicht für den andern Morgen, denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeder Tag seine eigene Plage habe. Am XVI. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Epheser 3, v. 13-21. Lieben Brüder, darum bitte ich, daß ihr nicht müde wer det um meiner Trübsale willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Kniee gegen den Vater unsers Herrn Jesu Christi, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißet im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe nach dem Reichthum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geift an dem inwendigen Menschen und Christum zu wohnen durch den Glauben in euren Herzen, und durch die Liebe eingewur zelt und gegründet zu werden; auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sei die Breite und die Länge und Evangelien." 121 ge und die Tiefe und die Höhe; auch erkennen, daß Chriftum lieb haben viel besser ist, denn alles Wissen, auf daß ihr erfüllet werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschwänglich thun kann über Alles, das wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirket, dem sei Ehre in der Gemeinde, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit von Ewigkeit zu Ewigteit! Amen. Evangelium: Luf. 7, v. 11-17. Und nd es begab sich darnach, daß Jesus in eine Stadt mit Namen Nain ging, und seiner Jünger gingen viele mit ihm und viel Volks. Als er aber nahe an das Stadtthor tam, siehe, da trug man einen Todten heraus, der ein einziger Sohn war seiner Mutter, und sie war eine Wittwe, und viel Volts aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sah, jammerte ihn derselbigen und sprach zu ihr: Weine nicht! Und trat hinzu und rührete den Sarg an, und die Träger standen. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf! Und der Todte richtete sich auf und fing an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Und es kam sie alle eine Furcht an und preiseten Gott und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Volk heimgesucht. Und diese Rede von ihm erscholl in das ganze jüdische Land und in alle umliegenden Länder. Am XVII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Ephes. 4, v. 1-6. o ermahne nun euch ich Gefangener in dem Herrn, daß ihr wandelt, wie sichs gebühret eurem Beruf, darin ihr berufen seid, mit aller Demuth und Sanfta muth, mit Geduld, und vertraget Einer den Andern in der Liebe und seid fleißig zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens. Ein Leib und Ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoffnung eures Berufs. Ein Herr, Ein Glaube, Eine Taufe, Ein Gott und Vater( unser) aller, der da ist über euch alle und durch euch alle und in euch allen. F Evange 122 ni Episteln di audis Evangelium: ut. 14, v. 1-11400 mm@ aus eines Und es begab sich, daß er kam in ein Haus eines OberR sten der Pharisäer auf einen Sabbath, das Brod zu effen; und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war wassersüchtig. Und Jesus antwortete und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern und sprach: sts auch recht auf den Sabbath heilen? Sie aber schwiegen still. Und er griff thn an und heilete ihn und ließ ihn gehen. Und antworte und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Dchs oder Esel in den Brunnen fällt und er nicht alsobald ihn herausziehet am Sabbathtage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder Antwort geben. Er sagte aber ein Gleichniß zu den Gästen, da er merkete, wie sie erwählten, oben an zu figen, und sprach zu ihnen: Wenn du von Jemand geladen wirst zur Hochzeit, so sebe dich nicht oben an, daß nicht etwa ein Ehrlicherer, denn du, von ihm geladen sei; und so dann kommt, der dich und ihn geladen hat, und spreche zu dir: Weiche diesem, und du müßtest dann mit Scham unten an sißen. Sondern wenn du geladen wirst, so gehe hin und sebe dich unten an, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, ipreche zu dir: Freund, rücke hinauf. Dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sizen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, der soll erhöhet werden. droky usando.n Am XVIII. Sonntage nach Trinitatis. Le Big Epistel: 1. Kor. 1, v. 4-9. dong Too' n opsl meinem die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr seid durch ihn in allen Stücken reich gemacht an aller Lehre und in aller Erkenntniß. Wie denn die Predigt von Christo in euch kräftig geworden ist, also daß ihr feinen Mangel habt an irgend einer Gabe und war tet nur auf die Offenbarung unsers Herrn Jefu Chrifti, welcher auch euch wird fest behalten bis ans Ende, daß ihr unsträflich seid auf den Tag unsers Herrn Jesu Chrifti. Denn und Evangelien. 123 Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jefu Chrifti, unsers Herrn. RING WE dore and dioddo? manis, tuo rolindi rad naft mis To Evangelium: Matth. 22, v. 34-36.; ma a aber die Pharifäer höreten, daß Jesus den Sadducäern das Maul gestopfet hatte, versammelten fie sich.doUnd einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, vers fuchte ihn und sprach: Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Geset: Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüthe. Das ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. In diesen zweten Geboten hanget das ganze Geset und bien Propheten, di Da nun die Pharisäer bei einander waren, fragte sie Jesus und sprach: Wie dünket euch um Chrifto? Weß Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach gurihnen: Wienennet ihr denn David im Geifte einen Heren? da er sagt: Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Seße dich zu meiner Rechten, bis daß tch lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße. So nun David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und Niemand konnte ihm ein Wort antworten und durfte auch Niemand von dem Tage an hinfort ihn fragensorsa ipini 1101 190 1900019 HOP( 1 907901 19dad al sd jgidsins dit dit Am XIX. Sonntage nach Trinatitis. Epistel: Ephes. 4, v. 22-28. leget nun von euch ab, nach dem vorigen Wandel, ben alten Menschen, der durch Lüfte in Irrthum sich verderbet. Erneuert euch aber im Geiste eures Gemüths und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaf fen ist, in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget die Lügen ab und redet die Wahrheit, ein Jeglicher mit seinem Nächsten, sintemal wir unter einans der Glieder find. Zürnet und fündiget nicht, laffet die Sonne nicht über eurem Born untergehen. Gebet auch nicht Raum dem Lästerer. Wer gestohlen hat, der stebf 2 Ie SC der 124 nsilspund dun Episteln 79d le nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben dem Dürftigen. 90 371 bi Evangelium: Matth. 9, v. 1-8. 11bplat fotbplbl Da trat der Herr Jeſus in das Schiff und fuhr wieder in da brachten sie zu sihat einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben fah, fprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sei getroft, mein Sohn! deine Günden sind dir vergeben. Und siehe, etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbstDieser läßtert Gott. Da aber Jesus ihre Gedanken jab, fprachen: Warum dentet ihr so Arges in euren Herzen? Welches ist leichter zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben, oder zu sagen: Stehe auf und wandele? Auf daß ihr aber wiffet, daß des Menschen Sohn Macht habe auf Erben, die Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gicht brüchigen: Stehe auf, hebe dein Bett auf und gebe heim. Und er stand auf und ging heim. Da das Voll das fab, verwunderte es sich und preifete Gott, der solche Macht den Menschen gegeben hat. mdi jadni&: mimi@ Am XX. Sonntage nach Trinitatis.058 dnu ausgun anij spin Epistel: Ephes. 5, v. 15-21. o fehet nun au, wie ihr vorsichtiglich wandelt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen. Und schicket euch in die Zeit, denn es ist böse Zeit. Darum werbet nicht unverständig, sondern verständig, was da fet des Herrn Wille. Und saufet euch nicht voll Weins, baraus ein unordentliches Wefen folgt, sondern werdet voll Geiftes. Und redet unter einander von Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, finget und spielet dem Herrn in eurem Herzen, d Und jaget Dant allezeit für Alles Gott und dem Vater in dem Namen unsers Herrn Jesu Christi. Und seid unter einander unterthan in der Furcht Gottes. 300 stad in 0 301 16 and 4 msichirun 098 Evangelium: Matth. 22, b. 1-14.mumun Da a Himmelreich ist gleich einem Könige, der seinem Soh ne Hochzeit machte. Und sandte seine Knechte aus, daß fie und Evangelien. 125 fie die Gäste zur Hochzeit riefen, und sie wollten nicht tommen. Abermal sandte er andere Knechte aus und sprach: Saget den Gästen Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist ges schlachtet, und alles bereit; fommt zur Hochzeit. Aber te verachteten das und gingen hin, Einer auf seinen Acker, der Andere zu seiner Handthierung. Etliche aber griffen seine Knechte, höhneten und tödteten sie. Da das der König hövete, ward er zornig und schickte ſeine Heere aus und brachte diese Mörder um und zündete ihre Stadt ans Das sprach ern zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereitet; aber die Gäste waren es nicht werth Darum gehet bin auf die Straßen und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. Und die Knechte gingen auss auf die Straßen und brachten zusammen, wen sie fanden: Böse und Gute, und die Tische wurden alle voll. Da ging der König hinein, die Gäste zu besehen, und fah allda einen Menschen, der hatte fein hochzeitliches Kleid an. Und sprach zu ihm: Freund, wie bist du here eingekommen und hast doch kein hochzeitliches Kleid an? Er aber verstummte. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werfet ihn in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird sein Heulen und Zähneflappen. Denn Viele sind berufen, aber Wenige sind auserwählt. a lodga logiq tin Am XXI, Sonntage nach Trinitatis. dni sis SID sid alb MOTOR. Epistel: Ephef. 6, b. 10-17. thuy 3ulegt, ulegt, meine Brüder, seid start in dem Herrn und in der Machtseiner Stärke. Ziehet an den Harnisch Gottes, daß ihr bestehen könnet gegen die liuftigen Anläufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsterniß dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deswillen so ergreifet den Harnisch Gotles, auf daß ihr an dem bösen Tage Widerstand thun und Alles wohl ausrichten und das Feld behalten möget. So stebet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit und angezogen mit dem Krebs der Gerechtigkeit und an Beinen ge and aun stchens antal sidmat dll stf 3 tigadon stie. 126 Episteln du ftiefelt, als fertig, zu treiben das Evangelium des Frie bens, damit ihr bereitet seid.dn Vor allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auss löschen könnet alle feurigen Pfeile des Bösewichts. Und nehmet den Helm des Heils und das Schwert des Geis Ftes, welches ist das Wort Gottes, doli dmw dininnstr ard pidän Evangelium 3o. 4, 8.4 med Jun epithers 190 TE Und es war ein Königischer, deß Sohn lag frank zu Kapernaum. Dieser hörete, daß Jesus tam aus Judäa in Galiläam, und ging hin zu ihm und bat ihn, daß er hinabkäme und hülfe seinem Sohn; denn er war todtkrant. Und Jesus sprach gu thm: Wenn ihr nicht Beichen und Wunder sehet, hoa glaubet ihr nicht. Der Königische sprach zu ihm: Herr, tomme binab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus sprach zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebt. Der Mensch glaubte dem Wort, das Jefus zu ihm sagte, und ging hin. Und indem er hinabging, begegneten ihm seine Knechte, verkündigten ihm und sprachen: Dein Kind lebt. Da forichete er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm geworden war, Und sie sprachen zu ihma Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Vater, daß des um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gejagt batte: Dein Sohn lebet. Und er glaubete mit feinem ganzen Hause. Das ist nun das andere Zeichen, das Jefus that, da er aus Judäa in Galiläam tamanu ndi dine Hd AniR J1190nal Jbin 3300 Stor 1) stdaged 19 800Am XXII. Sonntage nach Trinitatis. prom omgidlucht msdal slal Epister. Bhit. 1, 8. 3-11. 100 ord to the tantsust on nadrug ch danke meinem Gott, so oft ich euer gedenke,( wel Jo 0 euch alle, und thue das Gebet mit Freuden) über eu rer Gemeinschaft am Evangelio, d vom ersten Tagen an bis hierher.d Und bin desselbigen in guter Buversicht, daß, oder in deuch angefangen hat das gute Wert, der wird es auch vollführen bis an den Tag Jesu Chrifti. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von euch allen halte, darum, daß ich euch in meinem Herzen habe, in diesem meinem Gefängniß, darinnen ich und Evangelien. 127 ich das Evangelium verantworte und bekräftige, als die ihr alle mit mir der Gnade theilhaftig seid. Denn Gott ist mein Beuge, wie mich nach euch allen verlanget von Herzensgrunde in Chrifto Jefuir Und darumbete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntniß und Erfahrung, daß ihr prüfen möget, was das Beste sei, auf baß ihr seid lauter und unanstößig bis Früchten teit, die durch Jesum Christum geschehen( in euch) zur Chre und Lobe Gottes. 51900 190 ndt tod nu nudi us and wie du mondiko mi nöd Toar 79 Evangelium: Matth. 18, v. 23:35 79 and Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der mit ſeinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, fam ihm einer vor, der war thm zehntausend Pfund schuldig. Da er es nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn und sein Weib und seine Kinder und Alles, was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder und betete ihn an und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dir Alles bezahlen. Da fammerte den Herrn desselbigen Knechts und ließ ihn los und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derfelbige Knecht hinaus und fand einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Groschen schuldig, und er griff ihn an und würgete ihn und sprach: Bezahle mir, was du mit schuldig bist. Da fiel sein Mittnecht nieder und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir Alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängniß, bis daß er bezahlete, was er schuldig war. Da aber seine Mitknechte solches saben, wurden sie sehr betrübt und tamen und brachten vor ihren Herrn Alles, was sich begeben hatte. Da forberte ihn sein Herr vor sich und sprach zu ihm: Du Schaltstrecht, alle diese Schuld habe ich dir erlassen, dieweil du mich batest. Solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig und überantwortete ihn den Beinigern, bis daß er bezahlete Alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von euren Hers zen, ein Jeglicher seinem Bruder seine Fehler. f 4 DI Am ensils Episteln anu 5 Am XXIII. Sonntage nach Trinitatis son mollo Folget olget Epistel: Philipp 3, 6: 17-21.nd do mir, lieben Brüder, und sehet auf die, die also wandeln, wie ihr uns habet zum Vorbilde. Denn Viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ich auch mit Weinen, die Feinde des Kreuzes Chrifti, welcher Ende ist die Verdammniß, welchen der Bauch ihr Gott ist und ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die irdisch gesinnt sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi, des Herrn, welcher unfern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen: 196 m³ Evangelium? Matth. 22, v. 15-22, C barqi. 128 est Da gingen die Pharifäer hin und hielten einen Rath wie sie Jesum fingen in seiner Rede. Und sandten zu ihm ihre Jünger jammt Herodis Dienern und spra chen Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist und lehrest den Weg Gottes recht und fragest nach Niemand, denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. Dare um sage uns, was dünket dich? Ist es recht, daß man dem Kaiser 3ins gebe, oder nicht? Da nun Jesus merkete ihre Schaltheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versucht ihr mich? Weiset mir die Binsmünze; und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihneno Weß ist das Bild und die Ueberschrift: Sie sprachen zu ihm: des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Raiser, was des Raisers ist, und Gott, was Gottes ist. Da sie das höreten, verwunderten sie sich und ließen ihn und gingen davon. dun2 semng spidis) Am XXIV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: Kolosser 1, v. 9-14. Derhalben auch wir, von dem Tage an, da wir es ges höret haben, hören wir nicht auf für euch zu befen und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntniß seis HAD nes und Evangelien. 129 nes Willens, in allerlei geistlicher Weisheit und Verstand; daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn in allem Gefallen und fruchtbar seid in allen guten Werken. Und wachset in der Erkenntniß Gottes und gestärket werdet mit aller Kraft, nach seiner herrlichen Macht, in aller Geduld und Langmüthigkeit mit Freuden. Und dank faget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbtheil der Heiligen im Licht; welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsterniß und hat uns verleget in das Reich seines lieben Sohnes, an welchem wir haben die Erlösung durch jein Blut, nämlich die Ver gebung der Sünden. 19 bildi 19 and dri tölfred soni Evangeftum? Matth. 9, b. 18.26.om dig? Jesus solches mit ihnen redete, siehe, da kam der einer Heer, meine Tochter ist jept gestorben; aber tomm und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und fiehe, ein Weib, das zwölf Jahre den Blutgang gehabt, frat von hinten zu ihm und rührete seines Kleides Saum anoDenn sie sprach bei sich selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wendete sich Jefuss um und sah sie und sprach: Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen! Und das Weib ward gesünd zu derselbigen Stunde. Und als er in des Dbersten Haus kam und sah die Pfeifer und das Ge tümmel des Bolts, sprach er zu ihnen: Weichet! denn das Mägdlein ist nicht tobt, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Volt ausgetrieben war, ging er hinein und ergriff sie bei der Hand; da stand das Mägdlein auf. Und dieß Gerücht erscholl in das selbige ganze Land. Hoand monių du Am XXV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel: 1. Theff. 4, v. 13-18. Wir wollen euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten von auf traurig feid wie die Andern, die kleine Hoffnung haben. fü Denn 130 nsit Episteln du Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben und aufers standen ist, also wird Gott auch, die das entschlafen sind durch Jesum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und denen überbleiben in der Zukunft des Herrer selbst, der nicht vorkommen, ba Herr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels und mit der Posaune Gottes herniederkommen vom Himmel, und die Todten in Chrifto werden aufer Fehen zuerst. Darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerückt werden in den Wollen, dem Herrn entgegen in der Luft und werden also bei dem Herrn sein allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten unter einander, blsartsdlud di sid 79dit asta@ 15-28 driat 110 isd Evangelium: Matth. 24, • must sm enn ihr nun sehen werdet den Gräuel der Verwüstung, er stehe and der heiligen Stätte( wer das lefet, der merke darauf alsdann fliehe auf die Berge, d wernint jüdischen Lande ist und wer auf dem Dache ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen. Und wer auf dem Felde ist, der lehre nicht um, seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangern und Säugerni gu der Zeit Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter, oder am Sabbathani Denn es wird alsdann eine große Trübfal sein, als nicht gewesen ist vom Ans fang der Welt bis her und als auch nicht werden wird. Und wo diese Tage nicht würden verkürzet, so würde tein Mensch selig. Aber um der Auserwählten willen werden die Tager verkürzet. Soll alsbani Jemand zu euch wird fagen: Siehe, hier ist Christus, oder da, fofollt ihr nicht glauben. Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen und große Zeichen und Wunder thun, daß verführet werden in den Frrthum( wo es möglich wäre auch die Auser wählten. Siehe, ich habs euch zuvor gesagt.bs Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, erift in der Wüste, so gehet nichts hinaus Siehepper ist in der Rammer, so glaubets nicht. Denn gleichwie der Blig ausgehet vom Aufgang und scheinet bis zum Nie der und Evangelien. 131 dergang, also wird auch sein die Zukunft des Menschensohnes. Wo aber ein Aas ist, da sammeln sich die Adler, bus via napol and nn nodi di tim mule bind dm dst or sid for god and fou moin n9nsd 0790 72 89d, thout& redigldredi 39d Am XXVI. Sonntage nach Trinitatis, tin 89d 9mm Episte 1: 2 Theff.liv. 3-10. T W ir sollen Gott danken allezeit um euch, lieben Brüder, wie es billig ist. Denn euer Glaube wächset sehr, und die Liebe eines Jeglichen unter euch allen nimmt zu gegen einander. Also, daß wir uns euer rühmen unter den Gemeinen Gottes von eurer Geduld und Glauben, in allen euren Berfolgungen und Trübfalen, die ihr duldet; welches anzeiget, daß Gott recht richten wird und ihr würdig werdet zum welchem ihr auch leidet; nachdem es recht ist bei bei Gott, zu vergelten Trübfal denen, die euch Trübfal anlegen. Guch aber, die ihr Trübsal teibet, Ruhe mit uns, wenn nun der Herr Jesus wird geöffenbaret werden vom Himmel fammt den Engeln seiner Kraft und mit Feuerflammen, Rache zu geben über dierosos Gott nicht erkennen, und über die, formicht gehorsam sind dem Evangelio unseres Herri Jesu Christi; welche werden Bein leiden, das ewige Berderben von dem Angesichte des Herrn und von feiners herrlichen Macht; wenn er tommen wird, daß er herrlich erscheine mit seinen Heiligen und wunderbar mit seinen Gläubigen. Denn unter Beugniß an euch von demselbigen Tage habt ihr geglaubet. rd prot sdrier Evangelium: Matth. 25, B. 31-46.² miss nella n Wenn aber des Menschen Sohn kommen wird in ſeiner Herrlichkeit und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird erssigen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit und werden vor ihm alle Völter versammelt werden; und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken. Da wird denn der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommet her, ihr Gesegneten meines Baters, ererbet bas Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeiset. 3ch f 6 bin 88132 nsilspEpistelnu bin durstig gewesen und ihr habt mich getränket. Ich bin ein Gast gewesen und ihr habt mich beherberget.Ich bin sonackend gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin trant gewesen, und ihr habt mich besuchet. Ich bin ge lifangen gewesen, und ihr seid gurmir tommenon Dann dwerden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen, und haben dich To gespeiset? boder durstig und haben dich getränket? Wann haben wir dich einen Gast gesehen und beherberget? oder mackend und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich trant oder gefangen gesehen und sind zu dir gekommen? und der König wird antworten und sagen zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr gethan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, daß habt ihr 19 mir gethan. Dann wird er auch sagen zu denen zur i Linten: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln. Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht geſpeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich nicht beher is berget. Ich bini nackend gewesen, und ihr habt mich s nicht bekleidet. 191Ich bin frank und gefangen gewesen, Is und ihr habt mich nicht besuchet. Dann werden sie ihm Tauch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig oder durstig oder einen Gast oder ni nackend oder trant oder gefangen und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: was ihr nicht gethan habt einem unter diesen Gerinasten, das habt ihr mir auch nicht ge than. Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben. TS- ES 8 din 102 muilsprod 390 con Am XXVII. Sonntage nach Trinitatis. de paunistbl Epistel: 2. Petri 3, v. 3-14. Lieben Brüder, wisset das aufs ersie, daß in den lezten Tagen kommen werden Spötter, die nach ihren eigenen Listen wandeln und sagen: Wo ist die Verbeißung seiner Zukunft? Denn nachdem die Bäter entschlafen find und Evangelien. $ 133 sind, bleibet es Alles, wie es von Anfang der Creatur gewesen ist. Aber Muthwillens wollen fie nicht wissen, daß der Himmel vor Zeiten auch war, dazu die Erde aus Wasser und im Wasser bestanden durch Gottes Wort. Dennoch ward zu der Zeit die Welt durch dieselbigen mit der Sündfluth verderbetin Also auch der Himmel jeztund und die Erde werden durch sein Wort gesparet, daß sie zum Feuer behalten werdendam Tage des Gerichts und der 19 Verdammniß der gottlosen Menschen, Eines aber sei euch unverhalten, ihr Lieben, is daß ein Tag vor dem Herrn ist wie tausend Jahre und tausend Jahre wie Ein Tag. Der Herr perziehet nicht die Verheißung, wie es Etliche für einen Verzug achten, sondern er hat Geduld mit uns und will nicht, daß Jemand verloren werde, sondern daß sich Jedermann zur Bußerkehre. Es wird aber 98 des Herrn Tag kommen als ein Dieb in der Nacht, in welchem die Himmel zergehen werden mit großem Krachen, die Clemente aber werdens pors Hize zerschmel zen, und die Erde und die Werke, die darinnendfind, werden verbrennen. So nun das Alles soll zergehen, wie sollt ihr denn geschickt sein mit heiligem Wandel und gottseligem Wesen, daß ihr wartet und eilet ju der Bufunft des Tages des Herrn, in welchem die Himmel vom Feuer zergehen und die Elemente vor Hize zer75chmelzen werden? Wir warten aber eines neuen Himtomels und einer neuen Erde nach seiner Verheißung, in $ 19 welchen Gerechtigteit wohnet. Darum, meine Lieben, dieweil ihr darauf warten jollet, so thut Fleiß, daß ihr vor ihm unbefleckt und unsträflich im Frieden erfunden 79 werdet.98 mis saias sid ni disa o dali modi mada spiars and instbare sid Evangelium: Matth. 8, v. 23-27. Siehe das Evangelium am IV. Sonntage nach der Erscheinung Christi. S. 71. AI 8 8itis S1fiq9 metgel med at and and the di medi menepis nordi han sid 331164 madre nommot nogo3 gaudisdre sid ti o mapol dny nisonom noff12 mialoilms 1915 sid madbon mas tingtud somist dni 17 dn Episteln und Evangelien and den Aposteltagen und einigen mennodor ons nago ndo wa ding obd9d38 79108 firchlichen Festen @silasa din si 1917 19 dnu nsibil sole sadi si and bon mdi nstsglat dru ste srdi dnu ide and sit Am Tage St. Andreä. Epistet: Röm. 10, v. 8-18. anderen ond Dies ieß ist das Wort vom Glauben, das wir predigen. Denn so du mit deinem Munde betennest Jefum, daß er ein Herr sei, und glaubest in deinem Herzen, daß ihn Golt von den Todten auferwecket hat, so wirst bu selig. Denn so man von Herzen glaubt, so wird man gerecht, und so man mit dem Munde bekennet, fo wird man selig. Denn die Schrist spricht: Wer an ihn glaus bet, wird nicht zu Schanden werden. Es ist hier tein Unterschied zwischen Juden und Griechen; es ist Aller zumal Ein Herr, reich über alle, die ihn anrufen. Denn wer den Namen des Herrn wird anrufen, soll, selig wer den. Wie sollen sie aber anrufen, an den sie nicht glau aber nichts gehört haben? Wie sollen sie aber höven ohne Brebiger? Wie sollen sie aber predigen, wo sie nicht gesandt wer den? Wie denn geschrieben stehet: Wie lieblich sind die Füße derer, die den Frieden verfündigen, die das Gute verkündigen! Aber sie sind nicht alle dem Evangelium gehorsam.Denn Jesaias spricht Berr, wer glaubet unserm Predigen? So kommt der Glaube aus der Bre digt, das Predigen aber durch das Wort Gottes ch jage aber: Haben sie es nicht gehöret? 3war es iſt je in alle Lande ausgegangen ihr Schall und in alle Welt ihre Worte. 10 Dau19 Immon.SNG TIM tim 191 Tbirgt dan nie nitim ligt de normat nomiad Evangelium Matth. 4, v. 18-22. bus Als n is mund Jesus an dem Galiläischen Meere ging.sah er zween Brüder, Simon, der da heißet Petrus und Andream, seinen Bruder, die warfen ihre Neße ins Meer, denn sie waren Fischer Und er sprach zu ihnen: Folget mir nach, ich will euch zu Menschenfischern machen. Bald verließen sie ihre Nege und folgten ihm nach. Und me Dil Spisteln und Evangelien.) 3 135 Und da er von dannen fürbaß ging, fab er zween andere Brüder, Jakobum, den Sohn Zebedät, und Johannem, seinen Bruder, im Schiff, mit ihrem Vater Zebedão, daß sie ihre Neße flickten und er rief sie. Bald verließen sie das Schiff und ihren Vater und folgeten ihm nach. Kordnapp MI 81 Am Tage St. Thoma. D ngidora de pist els Ephefauly bro3-6nd fi de Chrifti, ber uns gefegnet hat mit allerlet geistlichem Segen in himmlischen Gütern durch Christum. Wie er uns denn erwählet hat durch denselbigen, ehe der Welt Grund gelegt war, daß wir sollten sein heilig und uns sträflich vor ihm in der Liebe. Und hat uns verordnet jur Kindschaft gegen ihn selbst, durch Jefum Chriftum, nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Lobe seiner herrlichen Gnade, durch welche er uns hat angenehm gemacht in dem Geliebten. TTSG 290 nm 1990 1901 wolp thin si D 190D 9 no] sill med Sibin si sd nog nedupip rodo si nellol si mod 179pider Evangelium: Joh 20, v. 24.29and trädsp touplan ibin sit om spidsro 7900 9 allot sille homas aber, der Zwölfen einer, der da heißet 3mila ling, war nicht bei ihnen, da Jesus kam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn ges sehen. Er aber sprach zu ihnen: Es sei denn, daß ich in seinen Händen jehe die Nägelmale und lege meinen Finger in die Nägelmale und lege meine Hand in seine Seite, will ich es nicht glauben. Und über acht Tage waren abermal feine Jünger darinnen und Thomas mit ihnen. Kommt Jesus, da die Thüren verschlossen waren, und tritt mitten ein und spricht: Friede ſei mit euch! Darnach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und siehe meine Hände und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und fet nicht ungläubig, fondern gläubig. Thomas antwortete und sprachd gut ihmi Mein Herr und mein Gott! Spricht Jesus zu ihm: Dieweil du mich gesehen haft, Thomas, so glaubest du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben! dip dn ll Am 136 $ 191 Am Tage Pauli Bekehrung, d son Epistel: Apostelgesch. 9, p. 1-22. ni prip aulus aber schnaubte noch mit Drohen und Morden wider die Jünger des Herrn und ging zum Hohena priester und bat ihn um Briefe gegen Damaskus an die Schulen, auf daß, fo er etliche dieses Weges fände, Männer und Weiber, der sie gebunden führete gen Jerusalem. Und das er auf dem Wege war und nahe bei Damastus fam, umleuchtete ihn plößlich ein Bicht vom Himmel, und er fiel auf die Erde und hörte eine Stimme, die sprach zu ihm: Saul, Saul, was verfolgest du mich? Er aber sprach: Herr, wer bist du? Der Herrs sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgest. Es wird dir schwer werden, wider den Stachel zu löden. Und er sprach mit Bittern und Bagen: Herr, was willst du, daß ich thun foll? Der Herr sprach zu ihm: Stebe auf und gehe in die Stadt, da wird man die sagen, was du thun sollst. Die Männer aber, die seine Gefährten waren, Handeni und waren erstarret; denn sie höreten eine Stimme und sich auf von der Erde, und als er seine Augen aufthat, sah er niemand. Sie nahmen ihnilaber bei der Hand und führeten ihn gen Damastus, und er war drei Tage nicht sehend und aß nicht und trank nicht. Es war aber ein Jünger zu Damastus, mit Namen Ananias, zu bem sprach der Herr im Gesichte: Anania! Und er sprach: Hier bin ich, Herr. Der Herr sprach zu ihm: Stebe auf und gehe hin in die Gasse, die da heißet die richtige, und frage in dem Hause Juda nach Saul mit Namen von Tarsen; denn siehe, per betet und hat gesehen im Gesichte einen Mann, mit Namen Ananias, zu ihm hineinkommen und die Hand auf ihn legen, daß er wieder sehend werde. Anantas aber antwortete: Herr, ich habe von Vielen gehöret von diesem Manne, wie viel Uebels er deinen Heiligen gethan hat zu Jerusalem; und er hat allhier Macht von den Hohenpriestern, zu binden Alle, die deinen Namendoanrufen. Der Herr sprach zu ihm: Gehe hin, denn dieser ist mir ein auserwähltes Rüstzeug, daß er meinen Namen trage vor den Heiden und vor den Königen und vor den Kin 75018 dern no Epiftel du D und Evangelien. 137 dern von Israel. Ich will ihm geigen, wie viel er leiden muß um meines Namens willen. Und Ananias ging hin und kam in das Haus und legte die Hände auf ihn und sprach: Lieber Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt,( der bir erschienen ist auf dem Wege, da du herkamest), daß du wieder sehend und mit dem het ligen Geift erfüllet werdest. Und alsobald fiel es von seinen Augen wie Schuppen, und er ward wieder sehend, und stand auf, ließ sich taufen und nahm Speise zu sich und stärkete sich. Saulus aber war etliche Tage bei den Jüngern zu Damastus. Und alsbald predigte der Chriftum in den Schulen, daß derselbige Gottes Sohn feth Sie entsetten sich aber alle, die es höreten, und sprachen: Ist das nicht der zu Jerusalem verstörete Alle, die diesen Namen anrufen, und darum hergekommen, daß er fier gebunden führe ju ben Hohenpriestern Saulus aber mard je mehr träftiger und trieb die Juden ein, die zu Damaskus wohneten und bewährte es, daß dieserd ist der Chriftour notrdo190 smist 910 900 7 31 du mit 190 100 11 1919 our do sie napot Evangelium: Matth. 19, b. 23-30. aber Jüngern: Wahrlich ich fage euch, dein Reicher wird schwerlich ins Himmels reich fommen. Und weiters fage ich euch: Es ist leichter, daß ein Kameel durch ein Nadelöhr gehe, denn daß ein Reicher ins Reich Gottes tomme. Da das seine Jünger höreten, entsetzten sie sich sehr und sprachen: Jeri wer fann denn selig werden? Jesus aber sah sie an und sprach zu ihnen: Bei den Menschen ist es unmöglich; aber bei Gott find alle Dinge möglich. Da antwortete Betrus und sprach zu ihm: Siehe, wir haben Alles verlassen und sind dir nachgefolget, was wird uns dafür Jefus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, daß ihr, die ihr mir seid nachgefolget, in der Wiedergeburt, da des Menschen Sohn wird dißen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit, werdet ihr auch sißen auf zwölf Stühlen und richten die zwölf Geschlechter Jirael. Und wer verlässet Häuser, oder Brüder, oder Schwestern, oder Vater, oder Mutter, oder Weib, oder Kind, oder Necter um meines Namens willen, der wird es hundertfältig nehmen und das ewige Leben ererben. Über # 1396 138 hell Episteln anu Aber Viele, die da sind die Ersten, werden die Besten und die Lesten werden die Ersten sein.ed nedod nopule std- midust big mis 46 molle von And it Is Am Tage Maria Reinigung.du medisd Epistel: Maleachi 3, v. 1-4. Ciehe, ich will meinen Engel senden, der vor mir her den Weg bereiten soll. Und bald wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr suchet, und der Engel des Bundes, deß ihr begehret. Siehe, er kommt, spricht der Herr Zebaoth. Wer wird aber ben Tag deiner Zukunft erleiden mögen? Und wer wird bestehen, wenn er wird erscheinen, denn er ist wie das Feuer eines Goldschmiedes und wie die Seife der Wäscher. Er wird figen und schmelzen und das Wasser reinigeniger wird die Kinder Lepi reinigen und läutern wie Gold und Silber, Dann werden sie dem Herrn Speisopfer bringen in Gerechtigkeit und wird dem Herrn wohlgefallen das Speißopfer Judä und Jerusalems, wie vorhin und vor langen Jahren. dnu noffradsa isanging nettim fi anu noEvangelium: Lutas 2, b 22: 32.0 sdisar spidistrad monddat rustojuist u sid 11nd da bie Tage threr Reinigung nach dem Geſeb Mosis tamen, brachten sie das Kind Jesum gen Jerusalem, auf daß sie ihn darstelleten dem Herrn, ( wie denn geschrieben stehet in dem Gefeß des Herrn: Allerlei Männlein, bas, zum ersten die Mutter bricht, foll dem Herrn geheiliget heißen) und daß sie gäben das Opfer, nachdem gesagt ist im Gesetz des Herrn ein Paar Turteltauben, oder zwei junge Tauben. Und siehe, ein Mensch war zu Jerusalem, mit Namen Simeon, und derselbige Mensch war fromm und gottesfürchtig und wartete auf den Trot Israel, und der heilige Geist war in ihm Und ihm war eine Antwort ges worden von dem heiligen Geist, er, sollte den Tod nicht jeben, er hätte denn zuvor den Christ des Herrn gesehen. Und tam aus Anregen des Geistes in den Tempel. Und da die Eltern das Kind Jesum in den Tempel brach fen, daß sie für ihn thäten, wie man pfleget nach dem Gefeß, da nahm er ihn auf seine Arme und lobete Gott und sprach: Herr, nun läsfest du deinen Diener in und Evangelien. 139 in Frieden fahren, wie duidgesagt haft; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, welchen du berei tet haft vor allen Völkern, ein Licht, zu erleuchten die Heiden und zum Preis deines Volkes Sirael. 1 A- la& liboslník IsfiqD 198 Tim 700 796 mdrs] Ispn nanism lim bi sdsi) u nommot di Am Tage Matthäired as ned 19pm di tabui di nad 79 and Jeang monist thirgi Epistel; Apostelgesch, 1, v.15-26.8 and Und nd in den Tagen trat auf Petrus unter die Jünger und sprach( es war aber die Schaar der Namen zu Haufen bei hundert und zwanzig): Jhr Männer und Brüder, es mußte die Schrift erfüllet werden, welche juvor gesagt hat der heilige Geist durch den Mund Davids von Juda, der ein Vorgänger war derer, die Jesum fingen. Denn er war mit uns gezählef und hatte dieß Amt mit uns übernommen. Dieser hat erworben den Acker und den ungerechten Lohn und sich erhentet und ist mitten entzwei geborsten, und alle seine Einge weide ausgeschüttet. Und es ist tund geworden Allen, die zu Jerusalem wohnen, also, daß derselbige Acker genennet wird auf ihre Sprache: Hateldama, das ist, ein Blutader. Denn es fehet geschrieben im Pfalms buch: Ihre Behausung müsse wüste werden, und sei Niemand, der darinnen wohne, und sein Bisthum empfange ein Anderer. So muß nun einer unter diesen Männern, die bei uns gewesen sind die ganze Zeit über, welche der Herr Jesus unter uns ist aus nnd eingegangen, von der Taufe Johannis an bis an den Tag, da er von uns genommen ist, ein Zeuge seiner Auferstehung mit uns werden. Und sie stelleten zween, Jofeph, genannt Barsabas, mit dem Zunamen Juft, und Matthiam, beteten und sprachen: Herr! Alter Herzen Kündiger, zeige an, welchen du erwählet hast unter dies sen zween, daß einer empfange diesen Dienst und Apotelamt, davon Judas abgewichen ist, daß er binginge an seinen Ort. Und sie warfen das Loos über sie; und das Loos fiel auf Matthias, und er ward zugeordnet zu den elf Aposteln. mindi 19 mignit ad 1991 19 d Hellal mun sebagt dmw liq@ II Evans Episteln asilepinto dru nid di Evangelium: Matth. 11, b. 25-30. MiTBIl Borg Hortony? u derselben Zeit antwortete Jesus und sprach: Ich preise dich, Bater und Herr des Himmels und der Erde, daß du solches den Weisen und Klugen perborgen haft und hat es den Unmündigen offenbaret. Ja, Vater, denn es ist also wohlgefällig gewesen por dir, Alle Dinge sind mir übergeben von meinem Vater. Und Niemand tennet den Sohn, denn nur der Vater und Niemand tennet den Bater, denn nur der Sohn, und wem es der Sohn will offenbaren. Kommet her zu mir Alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicten. Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir, denn ich bin sanftmüthig und von Herzen demüthig, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist fanft und meine Laft ist leichter snnofl manist 140 murod Am Tage der Verkündigung Mariällor sid sto driorg gradan smisd and bun 291 and is Epistel: Jesaias 7,8. 10-16, do p. 11nd nd der Herr redete abermals zu Ahas and sprach: Fordere dir ein Zeichen von dem Herrn, deinem Gott, es sei unten in der Hölle, oder droben in der Höhe. Aber Abas sprach: Ich will es nicht fordern, daß ich den Herrn nicht versuche. Da sprach er: Wohlan, fo höret ihr vom Hause Davids: Zts euch zu wenig, baß ihr die Leute beleidiget, ihr müffet auch meinen Gott beleidigen? Darum, so wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie heißen Immanuel. Butter und Honig wird er effen, daß er wisse, Böses zu verwerfen und Gutes zu erwählen. Denn ehe der Knabe Iernet Böses verwerfen und Gutes erwählen, wird das Land, davor dir grauet, verlaffen fein von seinen zween Königen. 1sgog rodnonis ni un anno 75d machisur two Evangelium: Lukas 1, v. 26-38, mis msis to num ydi.oup Und nd im sechsten Monat ward der Engel Gabriel gefandt von Gott in eine Stadt in Galiläa, die heißet Nazareth, zu einer Jungfrau, die vertrauet war einem Manne, mit Namen Joseph, vom Hause David, und die bim nn bun di todunlp of t100 no rdi tiduol Jung und Evangelien. 141 Jungfrau hieß Maria. Und der Engel tam zu ihr hinein und sprach: Gegrüßest seißt du, Holdselige, der Herr ist mit dir, du Gebenedeite unter den Weibern. Da sie ihn aber fah, erschrat sie über seine Rede und gedachte: Welch ein Gruß ist das! Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, du haft Gnade bei Gott gefunden. Siehe, buwirkt schwanger werden im Leibe und einen Sohn gebären, deßoName sollst du Jesus heißend Der wird groß und ein Sohn des Höchsten genannt werden. Und Gott, der Herr, d wird ihm den Stuhl feines Vaters David geben. Und er wird ein König sein über das Haus Jakob ewiglich, und seines Königreichs wird kein Ende sein. Da sprach Maria zu dent Engel: Wie soll das zugehen, sintemalt sich von teinem Manne weiß? Der Engel antwortete und sprach zu ihr: der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten, wird dich überschalten, darum Heilige, das von tes Sohn genannt werden. Und siehe, Elisabeth, deine Gefreundete, ist auch schwanger mit einem Sohn in ih rem Alterisand gehet jeßt im sechsten Mond, die im Gefchreisift, daß fie unfruchtbar fei. Denn bei Gott ift tein Ding unmöglich. Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd: mir geschehe, wie du gesagt haft. Und der Engel schied von ihren stund mag di 1918 19 is adst da nis is dis Am Tage Philippi und Jakobi, menidieled ថ ក" ពួក វាយ ៦ Jounam Epistel: Ephef. 2, b. 19-22. manis diar Nieben Brüder, so seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Bürger mit den Heiligen und Gottes Hausgenoffen, erbauet auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau in einander gefüget, wächſet zu einem heiligen Tempel in dem Herrn; auf welchem auch ihr mit erbauet werdet zu einer Behausung Gottes im Geist ligne 190 dinar innost majast mon Spil 1r id nililo ni tani, anis ui Jip nod msnis 100 Evangelium: Joh. 14, p. 1-14. DISTA Refus nicht. Glaubet ihr an Gott, so glaubet ihr auch an mich. In 142 Episteln du Wenn In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, so wollte ich zu euch sagen: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten. Und ob ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich doch wiederkommen und euch zu mir nehmen, auf daß ihr seid, wo ich bin. Und wo ich hingehe, das wisset ihr, und den Weg wisset thr auch. Spricht zu ihm Thomas: Herr, wir wissen nicht, wo du hingeheft, und wie können wir den Weg wissen? Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Bater, denn durch mich. ihr mich tenntet, jo tennteta thr auch meinen Vater. Und pon nun an tennet ihr ihn und habt ihn gesehen. Spricht zu ihm Philippus: Herr, zeige uns den Bater, jo genüget uns Jesus spricht au thm: So lange bin ich bei euch, und du kennest mich nicht? Philippe, wer mich siehet, der siebet den Vater. Wie sprichst du denn: Beige uns den Bater? Glaubest du nicht, daß ich im Vater und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch rede, die rede ich nicht von mir selbst. Der Vater aber, der in mir wohnet, berjelbige thut die Werte. Glaubet mir, daß, ich im Vater und der Vater in mir ist; wo nicht, so glaubet mir doch um der Werke willen. Wahrlich, wahrlich, ich sage eucht Wer an mich glaubet, der wird die Werke auch thun, die ich thue, und wird größere denn diese thun, denn ich gehe zum Bater. Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich thun, auf daß der Vater geebret werde in dem Sobne. Was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich thun. an anu Ind dnl 59790 Apd 2 Am Tage Johannis des Täufers.d tpd 13d ind 19 T and dan 790 Epistela esaias 40, b. 1-5979& röftet, tröstet mein Bolt, spricht euer Gott. Redet mit Jerusalem freundlich und prediget ihr, daß ihre Rit terschaft ein Ende hat; denn ihre Miffetbat ist vergeben; denn sie hat Zweifältiges empfangen von der Hand des Herrn um alle ihre Sündest Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg, machet auf dem Gefilder eine ebene Bahn unserm Gott. Alle Thale sollen perhöhet werden und alle Berge und Hügel follen erniedrigt werden, und was ungleich ist, 3 10910 foll und Evangelien. 143 soll eben, und was höckericht ist, soll schlecht werden. Denn die Herrlichkeit des Herrn soll offenbaret werden, und alles Fleisch mit einander wird sehen, daß des Herrn Mund rebet. 79031ar chad por la red e Tinte 910 onll nid on our dis di dod un nomdan tim u us di tria Evangelium: Buts1juba 57-80.nid bi aar Ind Elisabeth kam ihre Zeit, daß sie gebären sollte, und sie gebar einen Sohn. Und ihre Nachbarn und Gefreundeten höreten, daß der Herr große Barmherzigteit an ihr gethan hatte, und freueten sich mit ihr. Und es begab sich am achten Tage, kamen sie zu beschneiden das Kindlein und hießen ihn nach seinem Bater, Sa charias. Aber seine Mutter antwortete und sprach: Mit nichten, sondern er soll Johannes heißen. Und fie sprachen zu ihr: ft doch Niemand in deiner Freundschaft, der also heiße. Und sie wintten seinem Vater, wie er ihn woute heißen lassen? Und er forderte ein Taflein, schrieb und sprach: Er heißet Johannes. Und fie verwunderten sich alle. Und alsbald ward sein Mund und seine Zunge aufgethan und redete und lobete Gott. Und es tam eine Furcht über alle Nachbarn, und diese Geschichte warb alle ruchbar auf dem ganzen jüdischen Gebirge. Und alle, die es böreten, nahmen es zu Herzen und sprachen: Was meinest du, will aus dem Kindlein werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm. Und sein Vater Zacharias ward des heiligen Geistes voll, weissagte und sprach: Gelobet sei der Herr, ber Gott Ifrael, denn er bat befuchet und erlöset sein Bolt. Und hat uns aufgerichtet ein Hort des Heils in dem Hause seines Dieners David. Als er vor Zeiten geres Dien det hat durch den Mund seiner beiligen Propheten, daß er uns errettete von unsern Feinden und von der Hand Aller, die uns hassen; und die Barmherzigkeit erieigte unsern Vätern und gedächte an seinen heiligen Bund und an den Eid, den er geschworen bat unserm Vater Abraham, uns zu geben; daß wir, erlöiet aus der Hand unserer Feinde, ihm dienetem dohne Furcht unser Leben lang in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm gefällig ist. Und du, Kindlein, wirft ein Prophet des Höchften heißen, du wirst vor dem Herrn hergehen, daß du sei nen Weg bereitest und Erkenntniß des Heils gebeft jei Wot nem nailsanad dru Episteln 144 seinem Volk, die da ist in Vergebung ihrer Sünden; durch die herzliche Barmherzigkeit umfers Gottes, durch welche uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe, auf daß er erscheine denen, die da sißen in Finsterniß und richte unsere Weg des Friedens. Und das Kindlein wuchs und ward stark im Geist und war in der Wüste, bis daß er sollte hervortreten vor das Volk Israel. pd stus2 sid rispot Moistud moont schilto: aborat moradne sid Raim aims Am Tage Petri und Paulid do nomie Epistel: Apostelgesch. 12, v. 1-11.d isan Um m diefelbige Zeit legte der König Herodes die Hände an Etliche von der Gemeine, zu peinigen. Er tödtete aber Jakobum, Johannis Bruder, mit dem Schwert. Und da er sah, daß es den Juden gefiel, fuhr er fort und fing Betrum auch. Es waren aber eben die Tage der süßen Brode. Da er ihn nun griff, legte er ihn ins Gefängniß und überantwortete ihn vier Viertheilen Kriegsfnechten, ihn zu bewahren, und gedachte ihn nach den Ostern dem Volk vorzustellen. Und Petrus ward zwar im Gefängniß gehalten, aber die Gemeine betete ohne Aufhören für ihn zu Gott. Und da ihn Herodes wollte vorstellen, in derselbigen Nacht schlief Petrus zwischen zween Kriegsknechten, gebunden mit zwei Ketten, und die Hüter vor der Thür hüteten des Gefängnisses. Und siehe, der Engel des Herrn kam daher, und ein Licht schien in dem Gemach, und schlug Petrum an die Seite und weckte ihn auf und sprach: Stehe behende auf. Und die Retten fielen ihm von seie nen Händen. Und der Engel sprach zu ihm: Gürte dich und thue deine Schuhe an. Und er that also. Und er sprach zu ihm: Wirf deinen Mantel um dich und folge mir nach. Und er ging hinaus und folgete ihm und wußte nicht, daß ihm wahrhaftig solches geschähe durch den Engel; sondern es däuchte ihn, er sähe ein Gesicht. Sie gingen aber durch die erste und andere Hut und kamen zu der eisernen Thür, welche zur Stadt führet, die that sich ihnen von ihr selber auf. Und traten hinaus und gingen hin in eine Gaffe lang, und alsbald schied der Engel von ihm. Und da Petrus zu fich und Evangelien. 145 sich selber tam, sprach er: Nun weiß ich wahrhaftig, daß der Herr feinen Engel gesandt hat und mich errettet aus der Hand Herodis und von allem Warten des jüdifchen Volks. auo groglul ud ind tuled anu 10 onu dina mad tun ad and sister and Evangelium: Matth. 16, v. 13-19.stin Da tam Jesus in die Gegend der Stadt Cäſaria Philippi und fragte seine Jünger und sprach: Wer fagen die Leute, daß des Menschen Sohn sei? Sie sprachen: Etliche sagen, du seieft Johannes der Täufer: die Anderen, du seiest Elias; Etliche, du seiest Jeremias oder der Propheten einer. Er sprach zu ihnen: Wer faget denn ihr, daß ich sei? Da antwortete Simon Betrus und sprach: Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sobn. Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn, denn Fleisch und Blut hat dir das nicht geoffenbaret, sondern mein Vater im Himmel. Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Fels will ich bauen meine Gemeine, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Und will dir des Himmelreichs Schlüssel geben. Alles, was du auf Grben binden wirst, foll auch im Himmel ge bunden sein, und Alles, was du auf Erden lösen wirft, foll auch im Himmel los sein, zölda ststad isilbi tople napiðlstrad mi nollrou silom 8900190 isang tim nednudag methonianor mesurs motarguri -90 896 Am Tage Mariä Heimsuchung. Anu math and mot Y Kapry @ing gulbl dnu( Epistel: Röm, 12, v. 9-18is du d Die ie Liebe sei nicht falsch. Hasfel das Arge, hanget dem Guten an. Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich Einer komme dem Andern mit Ehrers bietung guvor Seid nicht trage, was ihr thun follt. Geid brünstig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal. Haltet an am Gebet. Nehmet euch der Heiligen Nothburft an. Herberget gerned Segnet die euch verfolgen; segnet, und fluchet nichtun Freuet euch mit den Fröhlichen und weinet mit den Beinenden. Habt einerlei Sinn untereinander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter su den Niedrigen Haltet euch nicht selbst für flug! Vergeltet E u nd ontl mai nou 1969 196 darab af Niez bil 146 silEpisteln du Niemand Böses mit Bösem, Fleißiget euch der Ehrbar teit gegen Jedermann. 3st es möglich, so viel an euch ist, so habt mit allen Menschen Friedensfursd un 19 is ind musid nns Evangelium: But 1, v. 539.56. M aria aber stand auf in den Tagen und ging auf das Gebirge endlich, zu der Stadt Juda, und kam in das Haus 3charias und grüßte Elisabeth Und es begab sich als Glijabeth den Gruß Mariä hörete, büpfte das Kind in ihrem Leibeagi Und Elisabeth ward des heiligen Geistes voll und rief laut und sprach: Gebenedeiet bist du unter den Weibern und gebenedeiet ist die Frucht deines Leibes. Und woher kommt mir das, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Siehe, da ich die Stimme deines Grußes hörtel hüpfte mit freuden das Kind in meinem Leibend Unds do selig bist du, die du geglaubt hast; denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn. Und Maria sprach: Meine Seele erhebet den Herrn, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes; denn er hat die Niedrig teit seiner Maad angesehen. Siehe, von nun an werden mich seligo pretsen alle Kindeskinder. Denn er hat große Dinge an mir gethan, der da mächtig ist und des Name herlig ist. Und seine Barmherzigkeit wäbret immer für und für bei denen, die ihn fürchten. Er übet Gewalt mit seinem Arm und zerstreuet, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. Er stöbet die Gewaltigen vom Stuhl und erbebet die Niedrigen. Die Hungrigen er füllet er mit Gütern und lässet die Reichen leer. Er den fet der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf: Wie er geredet hat unfern Vätern, Abraham und seinem Samen ewiglich. Und Maria blieb bei ihr drei Monate; darnach kehrte ſie wiederum bejma nisd we pm 0 tommar sisted apt apar affir 300 the collal nou Am Tage St. Jakobi.ci endi u pl Epistel: Röm. 8, v. 28-39. Mi ir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, die nach dem Vorsatz berufen sind. Denn welche er zuvor berufen hat, die hat er auch verordnet, daß sie gleich sein sollen dem Ebenbilde seines bin Sohnes so skirt stund 2002.0² und Evangelien. 147 9 Sohnes, auf daß derselbe der Erstgeborene fei unter vielen Brüder. Welche er aber verordnet hat, die hat er auch berufen; welche er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; welche er aber gerecht gemacht, die hat er auch herrlich gemacht. Was wollen wir denn hierzu fagen? It Gott für uns, wer mag wider uns sein? Welcher auch seines eigenen Sohnes nicht hat verschonet, fondern hat ihn für uns alle dahingegeben, wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ift bier, der da gerecht macht. Wer will verdammen? Christus ist hier, ber gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferwecket ist, welcher distingur Rechten Gottes urd vertritt uns. Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes? Trübfal, oder Angst, oder Verfolgung, oder Hunger oder Blöße, oder Fährlichkeit, oder Schwert? Wie geschrieben stehet: Um beinetwillen werden wir getödtet den ganzen Tag, wir find geachtet wie Schlachischafe. Aber in dem Allem überwinden wir weit um deßwillen, der uns geliebet hat. Denn ich bin gewiß, daß weder Tod, noch Leben, weder Engel, noch Fürstenthum, noch Gewalt, weder Gegenwärtiges, noch Zukünftiges, weder Hohes, noch Tiefes, noch keine andere Creatur mag uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserm Herrn. 11on0 1900 10 nsti] ndi srdnonse ind in on i dni Evangelium: Matth. 20, bu 20-23, ist im mod nogitoars 910 1980 10 nie Qm9879@@ cadi a trat zu Jesu die Mutter der Kinder Zebedäi mit ihren Söhnen, fiel vor ihm nieder und bat Etwas von ihm. Und er sprach zu ihr: Was willst du? Sie sprach zu ihm: Laß diese meine zween Söhne sizen in deinem Reiche, einen zu deiner Rechten und den andern zu deiner Linken. Aber Jesus antwortete und sprach: Ihr wisset nicht, was ihr bittet. Könnet ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde, und euch taufen lassen mit der Taufe, da ich mit getauft werde? Sie sprachen zu ihm: Ja wohl. Und er sprach zu ihnen: Meinen Kelch sollt ihr zwar trinken und mit der Taufe, da ich mit getauft werde, sollt ihr getauft werden; aber das Spen zu meiner Rechten und Linken zu geben, stehet mir nicht zu, sondern denen es bereitet ist von meinem Vater. Am 148 nsils Episteln day mon manis Am Tage Bartholomät. ni u drug mis pe niso rastus mit, u dnu 39mm pistel: 2. Kor. 4, D. 7-10 d Mir haben aber solchen Schaß in irdischen Gefäßen, auf daß die überschwängliche Kraft sei Gottes und nicht von uns. Wir haben allenthalben Trübfal, aber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir versagen nicht. Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlaffen. Wir werden unterdrückt, aber wir tom men nicht um und tragen um allezeit das Sterben des Herrn Jesu an unserm Leibe, auf daß auch das Leben des Herrn Jefu an unserm Seibe offenbar werdened as Henr Box 991d namant blized Evangelium: Rut. 22, v. 24-30. i time & auch wel cher unter ihnen für den Größten sollte gehalten werden. Er aber sprach zu ihnen: Die weltlichen Könige herrschen, und die Gewaltigen heißet man gnädige Herrn. Ihr aber nicht also, sondern der Größte unter euch soll sein wie der Jüngste und der Vornehmste wie ein Dies ner. Denn welcher ist der Größte? Der zu Tische fizet, oder der da dienet? Jsts nicht also, daß der zu Tiſche fizet? Ich aber bin unter euch wie ein Diener. Ihr aber seid es, die ihr beharret habt bei mir in meinen An fechtungen. Und ich will euch das Reich bescheiden, wie mir es mein Vater beschieben hat, daß ihr seffend und trinken sollt über meinem Tische in meinem Reich und fißen auf Stühlen und richten die zwölf Geschlechter Israels. Stia sid squid Am Tage St. Matthäid 1819d nd Als sro 910 8 smist de pistel: 1. Rorer 12, b. 4-11.1970 1⁹0 & find mancherlei Gaben, aber es ist Ein Geiſt. Und es sind mancherlei Aemter, aber es ist Ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist Eind Gott, der da wirket Alles in Allen. In einem Jeglichen er zeigen sich die Gaben des Geiftes zum gemeinen Nußen. Cinem wird gegeben durch den Geift zu reden von der Weisheit, dem Andern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß, nach demselbigen Geist; einem Andern der Glaube, in demselbigen Geist; einem Andern die Gabe, 2003 gefund und Evangelien. 149 1901 m TOPDA gesund zu maten, in demselbigen Geift: einem Andern, Wunder zu thun; einem andern Weissagung; einem Andern, Geister zu unterscheiden; einem andern mancherlei Sprachen: einem Andern, die Sprachen außzulegen. Dieß aber alles wirket derselbige einige Geist und theilt einem Jeglichen seines zu, nachdem er will. med bin 190 110 Evangelium: Matth. 9, v. 9-13 1 Und nd da Jefus von dannen ging, sah er einen Menschen am Boll sien, der hieß Matthäus, und sprach zu ihm: Folge mir. Und er stand auf und folgte ihm. Und es begab sich, da er zu Tiiche jaß im Haufe, siehe, da tamen viele Zöllner und Sünder und saßen zu Tische mit Jesu und seinen Jüngern. Da das die Pharisäer sahen, sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum iffet ener Meister mit den Zöllnern und Sündern? Da das Jesus börete, sprach er zu ihnen: Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Gebet aber hin und lernet, was das sei: Ich habe Wohlgefallen an Barmhers sigkeit und nicht am Opfer. Ich bin gekommen, die Sünder zur Buße zu rufen und nicht die Frommen, m 39nst Am Tage St. Michaelis. C ne namirni stars Epistel: Offenb. Joh. 12, b, 7-12. 11nd nd es erhob sich ein Streit im Himmel: Michael und seine Engel ftritten mit dem Drachen, und der Drache fritt und seine Engel und siegten nicht, auch ward thre Stätte nicht mehr gefunden im Himmel. Und es ward ausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, die da heißt der Teufel und Satanas, der die ganze Welt verführet, und ward geworfen auf die Erde, und seine Engel wurden auch dahin geworfen. Und ich hörete eine große Stimme, die sprach im Himmel: Nun ist das Heil und die Kraft und das Reich und die Macht unseres Gottes feines Christus geworfen, weil der Verkläger unferer Brüder verworfen ist, der sie verklagte Tag und Nacht vor Gott. Und sie haben ihn überwunden durch des Lammes Blut und durch das Wort ihres Zeugnisses und haben ihr Leben nicht geliebet bis an den Tod. Darum freuet euch, ihr Himmel, und die darinnen wohnen! Evan 150 nsils Epistelndnu 3" os Isie Evangelium: Matth. 18, ben1-11.mgmit Qu derselbigen Stunde traten die Jünger zu Jefu und sprachen: Wer ist der Größte im Himmelreich? Jes fuß rief ein Kind zu sich und stellete es mitten unter fie und sprach: Wahrlich, ich fage euch, des sei denn, daß ihr euch umkehret und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Wer sich nun selbst erniebrigt wie ein Rind, der ist der Größte im Himmelreich. Und wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf. Wer aber ärgert dieser Geringsten einen, die an mich glauben, dem wäre besser, daß ein Mühlstein an seinen Hals gehängt würde und er erfäufet würde im Meer, da es am tiefsten ist. Wehe der Welt der ergerniß halber! Es muß ja Aergernis kommen. Doch wehe dem Menschen, durch welchen Nergerniß kommt! So aber deine Hand oder dein Fuß dich ärgert, so haue ihn ab und wirf ihn von dir. Ca ist dir besser, daß du zum Leben labm oder ein Krüppel eingehest, denn daß du zwei Hände oder zween Füße habest und werdest in das ewige Feuer geworfen. Und so dich dein Auge ärgert, reiß es aus und wirf es pon dir. Es ist besser, daß du einäugig sum Leben eingeheft, denn daß du zwei Augen habeft und werdest in das höllische Feuer geworfen. Sebet zu, daß ihr nicht Jemand von diesen Kleinen verachtet; denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel seben allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel. Denn des Menschen Sohn ist ge kommen, felig zu machen, das verloren ist. emist on mat pod nalind and poc udstads Am Tage Simonis und Judä. Epistel: 1.Petri 1, v. 3-9. And si Belobt sei Gott und der Vater unsers Herrn Jeſu Chriſti, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wieder geboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auf erstehung Jefu Chrifti von den Todten, zu einem unvers gänglichen und unbefleckten und unverweltlichen Erbe, das behalten wird im Himmel, euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahret werdet zur Seligkeit, welche zubereitet ist, daß sie offenbar werde zu der letzten Zeit, in welcher ihr euch freuen werdet, die ihr jetzt eine kleine Beit( wo es sein soll) traurig seid in mancherlei Anfech tungen, und Evangelien. 151 tungen, auf daß euer Glaube rechtschaffen und viel föftlicher erfunden werde, denn das vergängliche Gold, das burchs Feuer bewähret wird, au Lob, Preis und Ehre, wenn nun offenbaret wird Jesus Christus, welchen ihr nicht gesehen und doch lieb habet und nun an ihn glaus bet, wiewohl ihr ihn nicht sehet, fo werdet ihr euch freuen mit unaussprechlicher und berrlicher Freude und das Ende eures Glaubens davonbringen, nämlich der Seelen Seligkeit imminuo dnia oblol mis 790 dnl istism se 231sid Evangelium: Joh. 15, b. 17-25. esus sprach zu seinen Jüngern: Das gebiete ich euch, daß ihr euch unter einander liebet. So euch die Welt baffet, so wiffet, daß fie mich vor euch gehaffet hat. Waret ihr von der Welt, so bätte die Welt das Ihre lieb. Dieweil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich habe euch von der Welt erwählet, darum haffet euch die Welt. Bedentet an mein Wort, das ich euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer, denn sein Herr. Haben sie mich verfolget, sie werden euch auch verfolgen; haben sie mein Wort gehalten, so werden sie eures auch halten. Aber das Alles werden sie euch thun um meines Namens wils Ien; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat. Wenn ich nicht gekommen wäre und hätte es ihnen gesagt, bätten sie feine Sünde; nun aber können sie nichts vor wenden, ihre Sünde zu entschuldigen. Wer mich baffet, der hasfet auch meinen Bater. Hätte ich nicht die Werte gethan unter ihnen, die kein Anderer gethan hat, so hätten sie keine Sünde. Nun aber haben sie es gesehen und haffen doch beide, mich und meinen Vater. Doch daß erfüllet werbe der Spruch, in in ihrem Gefeß geschrieben: Sie hassen mich ohne Ursache. d 70 dair isigi Am Tage der Kirchweihe. S usic Epistel: Offenb. Joh. 21, v. 2-5.dig Und ich, Johannes, jab die heilige Stadt, das neue Jes rusalem, von Gott aus dem Himmel herabfahren, zubereitet als eine geschmückte Braut ihrem Manne, Und börete eine große Stimme von dem Stuhl, die sprach: Siehe da, eine Hütte Gottes bei den Menschen, und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und 152 Episteln und Evangelien. und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein. Und Gott wird abwischen alle Thränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Ge schrei, noch Schmerzen wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Stuhl saß, sprach: Siehe, ich mache Alles neu. Evangelium: Luf. 19, v. 1-10. nd Jesus zoa hinein und ging durch Jericho. Und ein Oberster der Zöuner und war reich, und begehrte Jesum zu sehen, wer er wäre, nnd konnte nicht vor dem Volk, denn er war klein von Person. Und er lief vorhin und stieg auf einen Maulbeerbaum, auf daß er ihn sähe; denn allda sollte er durchkommen. Und als Jesus kam an dieselbe Stätte, sah er auf und ward sein gewahr und sprach zu ihm: Zachäe, steig eilend hernieder, denn ich muß heute zu deinem Hause einkehren. Und er stieg etlend hernieder und nahm ihn auf mit Freuden. Da sie das sahen, murrten sie alle, daß er bei einem Sünder einkehrte. Bachäus aber trat dar und sprach zu dem Herrn: Siehe, Herr, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen, und so ich Jemand betrogen habe, das gebe ich vierfältig wieder. Jefus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, sintemal er auch Abrahams Sohn ist. Denn des Menschen Sohn ist ge kommen, zu suchen und selig zu machen, das verloren ist. ENDE. Verlag der Invalidenanstalt, Druck der L. C. Wittich'schen joydruckerei. #silsprou dau nishiq dll nisl 1100 di dDer kleine tools diris mogul nord god ponad allo solido ariar to do 150 dmu e don t Catechismus sind Sad po do Dr. M. Luthers. monografi som or stat Frage und Antwort für die Kinder, die da sollen confirmirt und zum erstenmal zur Communion lo ad med 100 logelassen werden. dry midrad 11 39 on no 19 noo nis!! 1005) ndio nd Jun mot 8upt si onl] bind 39 31net edilo mmsd sdomsg ist din Bist du ein Chrift? solid mo ed edsinged drans pistt bor mai a dorg ding Ja, Herr. ars sang arniss 3 onder Woher weißt du das? 10 Daber, daß ich getauft bin auf den Namen unsers Herrn Jesu Chrifti und die christliche Lehre weiß und glaube. Welches ist denn die christliche Lehre? T Die in den Schriften Mofis, der Propheten und Apostel verfaffet und begriffen ist? lisch stand 3 Wie viel Hauptstücke hat die christliche Lehre, dod Fünf. dodao ist chu Das erste? Die zehn Gebote Gottes. ned Das andere? Die Artikel des christlichen Glaubens. Das dritte? Das Gebet des Herrn. Das vierte? Das Sacrament der heiligen Taufe. Daß fünfte? Das Abendmahl des Herrn oder das Sacrament des Leibes und Blutes unsers Herrn Jefu Chrifti. * 1 a and Wozu Das erste Hauptstück. Wozu dienen uns diese allesammt insgemein? Daß wir erkennen: erstlich, wer wir seien, und wie wir mit unserm Herr Gott stehen. Darnach, wer unser Herr Gott sei, und wie wir mit ihm mögen vers föhnet und vereinigt werden. 2 Das erste Hauptstück. Von den zehn Geboten Gottes. Wie lautet das erste Gebot? Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine andere Götter haben neben mir. Was ist das? Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und ihm allein vertrauen. Das andere Gebot? Du sollst den Namen Gottes, deines Herrn, nicht unnüßlich führen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir bei seis nem Namen nicht fluchen, schwören, zaubern, lügen oder trügen, sondern denselben in allen Nöthen anrufen, beten, loben und danken. Das dritte Gebot? Du sollst den Feiertag heiligen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir die Predigt und sein Wort nicht verachten, sondern dasselbige heilig halten, gerne hören und lernen. Das vierte Gebot? Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß dirs wohlgehe und du lange lebeft auf Erden. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsere Eltern und Herren nicht verachten, noch erzürnen, ſondern Das erste Hauptſtück. 3 dern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, fie lieb und werth halten. Daß fünfte Gebot? Du sollst nicht tödten. Was ip das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten an seinem Leibe keinen Schaden noch Leid thun, sondern ihm helfen und fördern in allen Leibesnöthen. Das sechste Gebot? Du sollst nicht ehebrechen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir teusch und züchtig leben in Worten und Werken, und ein Jeglicher sein Gemahl liebe und ehre. Daß siebente Gebot? Du sollst nicht stehlen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten sein Geld und Gut nicht nehmen, noch mit falscher Waare oder Handel an uns bringen, sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen bessern und behüten. Das achte Gebot? Du sollst kein falsch Zeugniß reden wider deinen Nächsten. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsern Nächsten nicht fälschlich belügen, verrathen, afterreden, oder bösen Leumund machen, sondern sollen ihn entschule digen, Gutes von ihm reben und Alles zum Besten kehren. Das neunte Gebot? Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unferm Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause stehen, noch mit einem Schein des Rechten an uns bringen, son* 2 dern 4 Das erste Hauptstück. dern ihm dasselbe zu behalten förderlich und dienstlich fein. Das zehnte Gebot? Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh, oder Alles, was sein ist. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht sein Weib, Gesinde oder Vieh abspannen, abe dringen, oder abwendig machen, sondern bei denfelbigen anhalten, daß sie bleiben und thun, was sie schuldig sind. Was sagt nun Gott von diesen Geboten allen? Er sagt also: Ich der Herr dein Gott, bin ein starter, eifriger Gott, der über die, so mich hassen, die Sünde der Väter heimsucht an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied; aber denen, so mich lieben und meine Gebote halten, thue ich wohl bis ins tausendste Glied. Was ist das? Gott drohet zu strafen Alle, die diese Gebote übertreten; darum sollen wir uns fürchten vor seinem Born und nicht wider solche Gebote thun. Er verheißet aber Gnade und alles Gute Allen, die solche Gebote halten: darum sollen wir ihn auch lieben und ihm vertrauen und gern thun nach seinen Geboten. Wozu find uns die zehn Gebote nüße? Zu weierlei: Erfilich zeigen sie die Sünde an und offenbaren Gottes Zorn über die Sünde, dadurch wir verursacht werden, Vergebung der Sünde und Trost wider Gottes Zorn und den ewigen Tod bei unserm Herrn und Heiland Jefu Chrifto zu suchen. Zum Andern lehren sie, welches die guten Werke seien, so die Gläubigen und Neugebornen zu thun schuldig sind, ihren Gehorsam und Dankbarkeit gegen den gnädigen Vater im Himmel damit zu beweisen. Kön Das andere Hauptstück. 5 Können wir denn auch mit unseren guten Werken Gottes Gebot und Geseß erfüllen? Ach nein; denn unsere kommen gut, dieweil wir wir schon wollen Gutes Böse an. Röm. am 7. guten Werke sind nicht voll arme Sünder sind, und wenn thun, so liegt uns doch das Wer hat denn das Geseß und die zehn Gebote Gottes erfült? Christus Jesus, Gottes und Marien Sohn, der ist ganz heilig und gerecht, der hat für uns dem Gesez genuggethan, anders nicht, als ob wir selbst das Gefeß gehalten hätten. Und um desselbigen willen gefallen Gott auch unsere guten Werke, die wir durch Gottes Gnade im Glauben thun, ihm zu seinem Lob und Ehren und unserm Nächsten zu Dienft, obschon Mangel an denselbigen ist. Das andere Hauptstück. Von den Artikeln des christlichen Glaubens. Welches sind die Artikel des chriftlichen Glaubens? Dieß sind sie: Der erste von der Schöpfung Der andere von der Erlösung. Der dritte von der Heiligung. Wie lautet der erste Artikel? Von der Schöpfung. Ich glaube an Gott den Vater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. Was ist das? Ich glaube, daß mich Gott erschaffen hat sammt allen Creaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch erhält, dazu Kleider und Schuhe, Essen und Trinken, Haus und of, Weib und Kind, Aecker, Vieh und alle Güter, mit aller Nothburft und Nahrung des Leibes und Lebens reichlich und täglich versorget, wider alle Fährlichkeit beschüßet und beschirmet und vor allem Uebel behütet und be * 3 wahret 14 6 Das andere Hauptstück. wahret, und das Alles aus lauter väterlicher, göttlicher Güte und Barmherzigkeit, ohn all mein Verdienst und Würdigkeit, das Alles ich ihm zu danken und zu loben und dafür zu dienen und gehorsam zu sein schuldig bin. Das ist gewißlich wahr. Wie lautet der andere Artikel? Von der Erlösung. Ich glaube an Jesum Christum, seinen eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom heiligen Geist, geboren von Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontio Pilato, gekreuziget, gestorben und begraben, niedergefahren zu der Höllen, am dritten Tage wieder auferstanden von den Todten, aufgefahren gen Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Todten. Was ist das? Ich glaube, daß Jesus Christus wahrhaftiger Gott vom Vater in Ewigkeit geboren, und auch wahrhaftiger Mensch von der Jungfrau Maria geboren, sei mein Herr, der mich armen, verlornen und verdammten Men. schen erlöset hat, erworben und gewonnen von allen Günden, vom Tod und von der Gewalt des Zenfels, nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heili gen, theuren Blut und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben, auf daß ich sein eigen sei und in seinem Reich unter ihm lebe und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit, gleichwie er ist aufers standen von den Todten, lebet und regieret in Ewigkeit. Das ist gewißlich wahr. Wie lautet der dritte Artikel? Von der Heiligung. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen, Verge Das andere Hauptstück. Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen. 7 Was ist das? Ich glaube, daß ich nicht aus eigner Vernunft, noch Kraft an Jesum Chriftum, meinen Herrn, glauben, oder zu ihm kommen kann, sondern der heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben er leuchtet, im rechten Glauben geheiliget und erhalten, gleichwie er die ganze Christenheit auf Erden berufet, fammelt, erleuchtet, heiliget und bei Jesu Christo erhält im rechten einigen Glauben, in welcher Christenheit er mir und allen Gläubigen täglich alle Sünden reichlich vergibt und am jüngsten Tag mich und alle Todten auferwecken wird und mir, sammt allen Gläubigen in Christo Jesu ein ewiges Leben geben wird. Das ist gewißlich wahr. Wozu dienen uns die Artikel des christlichen Glaubens? Daß wir unsern Gott daraus erkennen lernen, wer er sei in seinem Wefen, und was sein gnädiger Wille gegen uns set. Wer ist nun Gott in seinem Wesen? Er ist Gott der Vater, Gott der Sohn und Gott der heilige Geift, drei unterschiedliche Personen in einem einigen, ewigen, unzertrennlichen Wesen. Sind denn drei Götter? Nein: Es ist nur ein einiger Gott, welcher sich in dreien unterschiedlichen Personen geoffenbaret hat. Was ist der gnädige Wille Gottes? Daß er uns will unsere Sünden vergeben und mittheilen das ewige selige Leben. Wozu nüßt uns die Erkenntniß des göttlichen Wesens und Willens? Daß wir daraus einen rechten Glauben überkommen und durch den Glauben selig werden. Welche unter den dreien Personen ist Mensch worden? Die andere Person, als nämlich der ewige Sohn Gottes. Wer ist nun Christus, unser Erlöser, in seiner Person? Er ist wahrhaftiger Gott, vom Vater in Ewigkeit gebo* 4 ren 8 Das andere Hauptstück. ren, und auch wahrhaftiger Mensch, von der Jungfrau Maria geboren, mein Herr. Oder kürzer: Er ist wahrhaftiger Gott und Mensch. Oder: Gottes und Marien Sohn. Welches ist denn die größte Wohlthat dieses deines Erlösers Jesu Chrifti? Er hat mich armen, verlornen und verdammten Menschen erlöset, erworben und gewonnen von allen Sünden, vom Tod und von der Gewalt des Teufels. Warum hat er dich erlöset? Auf daß ich sein eigen sei und in seinem Reich unter ihm lebe und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Uns schuld und Seligkeit. Glaubest du auch, daß Christus, dein Herr, bei seiner li. ben Kirche allhier auf Erden und auch bei dir ſei? Ja, mein lieber Herr Chrißus, wahrer Gott und Mensch, ein Herr über Alles, ist nach seiner Verheißung bei mir und allen seinen Gläubigen, der ist mein Herr und König, welcher, wie er mich erlöset, also schüßet und schirmet er mich auch und will mich endlich in sein herrliches Reich nach diesem Leben aufnehmen. Wodurch wirst du vor Gott gerecht und selig? Durch kein anderes Werk, als durch den ganzen aller, heiligsten Gehorsam meines Herrn und Erlösers Jesu Chrifti und durch sein allerbitterstes Leiden und Sterben. Das halt ich mit festem Glauben, und darauf stehet all meines Herzens Vertrauen und Zuversicht. Woher kommt die Bekehrung zu Gott und der Glaube an Jesum Christum? Es ist eine Gabe des heiligen Geistes, der wirket und gibt mir sie durch sein heiliges Wort und Evangelium und die heiligen Sacramente. Das dritte Hauptstück. Das dritte Hauptstück. Vom Gebet des HERR N. Wie lautet das Gebet des Herrn? Es lautet also: Vater unser, der du bist im Himmel. Was ist das? Gott will uns damit locken, daß wir glauben sollen, er sei unser rechter Vater und wir seine rechten Kinder, auf daß wir getrost und mit aller Zuversicht ihn bitten sollen wie die lieben Kinder ihren lieben Vater. Wie lautet die erste Bitte? Geheiliget werde dein Name. 9 Was ist das? Gottes Name ist zwar an ihm selbst heilig; aber wir bit. ten in diesem Gebet, daß er auch bei uns heilig werde. Wie geschieht das? Wo das Wort Gottes lauter und rein gelehrt wird, und wir auch heilig als die Kinder Gottes, darnach leben. Das hilf uns, lieber Vater im Himmel! Wer aber anders lehret und lebet, denn das Wort Gottes lehret, der entheiliget unter uns den Namen Gottes, davor bes hüte uns, lieber himmlischer Vater! Wie lautet die andere Bitte? Dein Reich komme. Was ist das? Gottes Reich kommt wohl ohne unser Gebet von ihm selbst: aber wir bitten in diesem Gebet, daß es auch zu uns komme. Wie geschieht das? Wenn der himmlische Vater uns feinen heiligen Geist gibt, daß wir seinem heiligen Wort durch seine Gnade glauben und göttlich leben, hier zeitlich und dort ewiglich. * 5 Wie Das dritte Hauptstück. Wie lautet die dritte Bitte? Dein Wille geschehe wie im Himmel, also auch auf Erden. 10 Was ist das? Gottes guter gnädiger Wille geschieht wohl ohne unfer Gebet; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns geschehe. Wie geschieht das? Wenn Gott allen bösen Rath und Willen bricht und hindert, so uns den Namen Gottes nicht heiligen und fein Reich nicht kommen lassen wollen, als da ist des Teufels, der Welt und unsers Fleisches Wille, sondern stärket und behält uns fest in seinem Wort und Glaus ben bis an unser Ende. Das ist sein gnädiger und guter Wille. Wie lautet die vierte Bitte? Unser täglich Brod gib uns heute. Was ist das? Gott gibt das tägliche Brod auch wohl ohne unsere Bitte allen bösen Menschen; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er uns solches erkennen lasse und wir mit Danksagung empfahen unser täglich Brod. Was heißt denn täglich Brod? Alles, was zur Leibes Nahrung und Nothdurft gehöret, als Essen, Trinken, Kleider, Schuhe, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut, fromm Gemahl, fromme Kinder, fromm Gesinde, fromme und getreue Oberherrn, gut Regiment, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn und desgleichen. Wie lautet die fünfte Bitte? Und vergib uns unsere Schuld, als auch wir vergeben unsern Schuldigern. Was ist das? Wir bitten in diesem Gebet, daß der Vater im Himmel nicht ansehen wolle unsere Sünde und um derselben willen solche Das dritte Hauptstück. 11 solche Bitte nicht versagen, denn wir sind der keines werth, das wir bitten, habens auch nicht verdienet; sondern er wolle uns Aller aus Gnade geben, denn wir täglich viel fündigen und wohl eitel Strafe verdienen, so wollen wir zwar wiederum auch herzlich vergeben und gern wohlthun denen, die sich an uns verfündigen. Wie lautet die sechste Bitte? Und führe uns nicht in Bersuchung. Was ist das? Gott versucht zwar Niemand; aber wir bitten in dies sem Gebet, daß uns Gott wolle behüten und erhalten, auf daß uns der Teufel, die Welt und unser eigen Fleisch nicht betrüge, noch verführe in Mißglauben, Vere zweiflung und andere große Schand und Laster, und ob wir damit angefochten würden, daß wir doch endlich gewinnen und den Sieg behalten. Wie lautet die siebente Bitte? Sondern erlöse uns von dem Uebel. Was ist das? Wir bitten in diesem Gebet, als in einer Summa, daß uns der Vater im Himmel von allerlei Uebel, Leis bes und der Seele, Guies und Ehre erlöse und zuleßt, wann unser Stündlein kommt, ein seliges Ende bescheere und mit Gnaden von diesem Jammerthal zu sich nehme in den Himmel. Amen. Was heißt Amen? Daß ich soll gewiß sein, solche Bitten seien dem Vater im Himmel angenehm und erhöret; denn er selbst hat uns geboten also zu beten, und verheißen, daß er uns wolle erhören. Amen, Amen, das heißt: Ja, Ja, es soll also geschehen. Wozu dienet uns das Gebet des Herrn? Daß wir erkennen: Alles, was zur Aufrechthaltung dieses zeitlichen und Erlangung des ewigen Lebens gehöret, könne man nirgends anders woher haben, denn von Gott, und es derhalben von ihm mit gläubigem Herzen bitten und erlangen. * 6 Das 12 Das vierte Hauptstück. Das vierte Hauptstück. Vom Sacrament der heiligen Taufe. Was sind die heiligen Sacramente? Es sind göttliche Handlungen, darinnen uns Gott mit sichtbaren Zeichen( oder in seinem Wort verfaßten Elementen) die unsichtbaren verheißenen Gnadengüter versiegelt und übergibt. Wozu sind die Sacramente eingesetzt? Zur Bestätigung unseres Glaubens an die göttliche Verheißung. Wie viel find Sacramente im neuen Teflament? Zwei: die Taufe und das Abendmahl des Herrn. Zum ersten: Was ist die Taufe? Die Taufe ist eine göttliche Handlung, in welcher uns Gott durchs Wasserbad und Wort unsere Sünden gnädiglich um Jesu Christi willen vergibt, nimmt uns an zu seinen Kindern und macht uns zu Erben aller seiner himmlischen Güter. Oder: Die Taufe ist nicht allein schlecht Wasser, sondern sie ist das Wasser in Gottes Gebot verfasset, und mit Got tes Wort verbunden. Welches ist denn solch Wort Gottes? Da unser Herr Christus spricht Matthäi am leßten: Gehet hin in alle Welt und lehret alle Völker und taufet sie im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Zum Das vierte Hauptstück. Zum Andern: Was gibt oder nüßt die Taufe? Sie wirket Vergebung der Sünden, erlöset vom Tod und Teufel und gibt die ewige Seligkeit Allen, die es glauben, wie die Worte und Verheißungen Gottes lauten. Welches sind denn solche Worte und Verheißungen Gottes? 13 Da unser Herr Christus spricht Marci am leßten: Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig; wer aber nicht glaubet, der wird verdammt. Zum Dritten: Wie kann Wasser solche große Dinge thun? Wasser thuts freilich nicht, sondern das Wort Gottes, so mit und bei dem Wasser ist, und der Glaube, so solchem Wort Gottes im Wasser trauet; denn ohne Gottes Wort ist das Wasser schlecht Wasser und keine Taufe, aber mit dem Worte Gottes ist es eine Taufe, das ist: ein gnadenreich Wasser des Lebens und ein Bad der neuen Geburt im heiligen Geist, wie St. Paulus sagt zum Tito am dritten Kapitel: Durch das Bad der Widergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welches er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesum Chriftum, unsern Heiland, auf daß wir durch desselbigen Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens, nach der Hoffnung. Das ist gewißlich wahr. Zum Vierten: Was bedeutend denn solch Wasfertaufen? Es bedeutet, daß der alte Adam in uns durch tägliche Reue und Buße soll ersäuft werden und sterben mit al len Sünden und bösen Lüsten, und wiederum täglich herauskommen nnd auferstehen ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinigkeit vor Gott ewiglich lebe. Wo stehet das geschrieben? Sanct Paulus zu den Römern am sechsten spricht: Wir sind sammt Christo durch die Taufe begraben in den Tod, daß, gleichwie Christus ist von den Todten auferwecket durch die Herrlichkeit des Vaters, also sol len wir auch in einem neuen Leben wandeln. * 7 Wozu Das fünfte Hauptstück. Wozu nüßt uns die Taufe? Daß wir damit versichert werden, Gott habe uns zu seinen Kindern angenommen und wolle sich in allen Dingen als ein gnädiger Vater gegen uns erzeigen. Warum sprichst du in der Auslegung des Katechismus: Die Taufe wirket Vergebung der Sünden, erlöset vom Tod und Teufel und gibt die ewige Seligkeit, so doch allein der Herr Christus solches gethan hat? 14 Der Herr Chrißus hat uns dieses Alles erworben in seinem Leiden und Sterben, aber mit der heiligen Taufe hat er uns solches geschenket und zugeeignet. Das fünfte Hauptstück. Vom Abendmahl des Herrn, oder: Vom Sacrament des Altars. Was ist das Abendmahl des Herrn? Das Abendmahl des Herrn ist ein Sacrament oder göttliche Handlung, da der Herr Christus selbst gegens wärtig ist und übergibt uns mit Brod und Wein seinen wahren Leib und Blut, zur gewissen Versicherung, daß wir Vergebung der Sünden haben und mit ihm in Ewigkeit leben sollen. Was ist das Sacrament des Altars? Es ist der wahre Leib und Blut unseres Herrn Jesu Christi, unter dem Brod und Wein uns Christen zu effen und zu trinken von Christo selbst eingesetzt. Wo stebet das geschrieben? So schreiben die heiligen Evangelisten und Apostel, Matthäus, Markus, Lukas und St. Paulus: Unser Herr Jesus Christus in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Bred dankete und brachs und gabs seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin Das fünfte Hauptstück. 15 hin und esset, das ist mein Leib, der für euch ge= gegen wird; solches thut zu meinem Gedächtniß. Desselbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankete und gab ihnen den und sprach: Nehmet hin und trinket Alle daraus, dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch und für Viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden; solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtniß. Was nüßet denn solch Essen und Trinken? Das zeigen uns diese Worte an: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden; nämlich, daß uns im Sacrament Vergebung der Sünden, Leben und Se ligkeit durch solche Worte gegeben wird; denn wo Vergebung der Sünden ist, da ist auch Leben und Seligkeit. Wie kann leiblich Essen und Trinken solche große Dinge thun? Essen und Trinken thuts freilich nicht, sondern die Worte, die da stehen; Für euch gegeben und vergoffen zur Vergebung der Sünden, welche Worte sind neben dem leiblichen Essen und Trinken als das Hauptstück im Sacrament, und wer denselbigen Worten glaubet, der hat, was sie sagen und wie sie lauten, nämlich: Vergebung der Sünden. Wer empfängt denn solch Sacrament würdiglich? Fasten und leiblich sich zubereiten ist wohl eine feine äußerliche Zucht; aber der ist recht würdig und wohl. geschickt, der den Glauben hat an diese Worte: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden. Wer aber diesen Worten nicht glaubet oder zweifelt, der ist unwürdig und ungeschickt, denn das Wort für euch" erfordert eitel gläubige Herzen. Wozu ist uns das Abendmahl des Herrn nüße? Wir werden damit versichert, daß, ob wir gleich un sern Vater im Himmel erzürnet haben, will er uns doch solches verzeihen und unser gnädiger Bater sein und bleiben 16 Von der Beichte. bleiben. Und ist also die Taufe eine gewisse Versicherung, daß uns Gott zu Kindern angenommen hat; das Abendmahl aber, daß er uns unsers Ungehorsams nicht will entgelten lassen. Was empfängst du im heiligen Abendmahl? Den wahren Leib und Blut unseres Herrn Jesu Christi unter dem Brod und Wein. Warum gehest du zum Tisch des Herrn? Daß ich meinen Glauben an den Herrn Christum durch die Nießung seines Leibes und Blutes stärke und meine arme Seele tröste. Glaubeft du und bekennest du dies Alles von Herzen was bu von der christlichen Lehre jest gesagt haft? Ja, Herr. Willst du dich denn auch in den Gehorsam der christlichen Kirche ergeben und, nachdem du glaubeft und bes kennest, hinfort thun und leben und, was du allhier ver. heißest und zusagest, thun und getreulich halten? Ja, Herr, durch die Gnade und Hülfe unsers Herrn Jesu Christi. Von der Beichte. Was ist die Beichte? Die Beichte begreift zwei Stücke in sich: Eins, daß man die Süude bekenne; das andere, daß man die Abfolution oder Vergebung vom Berchtiger empfahe, als von Gott selbst, und ja nicht daran zweifle, sondern fest glaube, die Sünden seien dadurch vergeben vor Gott im Himmel. Welche Sünden soll man beichten? Vor Gott soll man aller Sünden sich schuld geben, auch die wir nicht erkennen, wie wir im Vater Unser thun. Aber vor dem Beichtiger sollen wir allein die Sünden bekennen, die wir wissen und fühlen im Herzen. Welche Von der Beichte. Welche sind die? Da siehe deinen Stand an nach den zehn Geboten: Ob du Bater, Mutter, Sohn, Tochter, Herr, Frau, Knecht oder Magd seieft; ob du ungehorsam, untreu, unfleißig, zornig, unsüchtig, gehässig gewesen seieft; ob du Jemand Leid gethan habeft mit Worten oder Werfen; ob du gestohlen, versäumet, verwahrloset, oder sonst Schaden gethan habest? 17 Allgemeine Beichte. charmer Sünder erkenne in meinem Herzen und Sünden empfangen und geboren, sondern auch mit allerlei wirklichen Sünden, bösen Gedanken, Worten und Werken gegen Gott, meinen Herrn, gröblich gefehlt habe und hiermit zeitlicher und ewiger Strafe schuldig wor den bin. Solches nun ist mir von Grund meines Herzens leid; habe aber Zuflucht zu seiner Gnade und Barmherzig feit und bitte ihn demüthig, daß er, um des Todes Jesu Christi, seines lieben Sohnes und meines Erlösers willen, mir meine Sünden verzeihen wolle. Ich will ins Künftige durch die Gnade Gottes und den Beistand des heiligen Geiftes mein Leben bessern und frömmer werden. 18 Gebete. Anhang. I. Wie ein Haus- Vater sein Gesinde foll lehren Morgens und Abends sich segnen Das walt Gott Vater, Sohn und heiliger Geist. Amen. Darauf sprich den Glauben und das Vater Unser, und so du willst, noch eins der nachfolgenden Gebete: I. Morgengebet. Ich danke dir, mein lieber himmlischer Vater, durch Jesum Christum deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Uebel, auf daß dir all mein Thun und Leben wohlgefalle, denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und Alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. II. Tischgebete. Vor dem Essen. Aller Augen warten auf dich, Herr, und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit, du thust deine milde Hand auf und sättigest Alles, was da lebet, mit Wohlgefallen. Darnach das Vater Unser und dieß folgende Gebet: Herr Gott, himmlischer Vater, segne uns und diese deine Gaben, die wir von deiner milden Güte zu uns nehmen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Nach dem Essen: Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich, der allem Fleische seine Speiſe gibt, Die Haustafel. 19 gibt, der dem Vieh sein Futter gibt, den jungen Raben, die ihn anrufen. Er hat nicht Luft an der Stärke des Roffes, noch Gefallen an Jemandes Beinen; der Herr hat Gefallen an denen, die ihn fürchten und auf seine Güte warten. Darnach das Vater Unser und das folgende Gebet: Wir danken dir, Herr, Gott Vater, durch Jesum Chris stum, unsern Herrn, für alle deine Gaben und Wohlthat, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen." II. Abendgebet. Ich danke dir, mein lieber himmlischer Vater durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag gnädiglich behütet haft, und bitte dich, du wolleft mir vergeben alle meine Sünde, wo ich unrecht gethan habe, und mich diese Nacht gnädiglich behüten. Denn ich befehle mich, meinen Leib und meine Seele und Alles in deine Hände; dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen. II. Die Haustafel. Etliche Sprüche für allerlei heilige Orden und Stände, darnach dieselbigen, als durch eigene Lection, ihres Amts und Diensts zu ermahnen. Den Bischöfen, Pfarrherrrn und Predigern. Sin in Bischof soll unsträflich sein, eines Weibes Mann, nüchtern, mäßig, sittig, gastfrei, lehrhaftig, als ein Haushalter Gottes, nicht ein Weinsäufer, nicht ges hässig, nicht unehrli be Handthierung treiben, sondern gelinde, nicht baderhaftig, nicht geizig, der seinem eigenen Haus wohl vorstehe, der gehorsame Kinder habe, mit aller Ehrbarkeit, nicht ein Neuling, der ob dem Wort halte, das gewiß ist, und lehren kann, auf daß er mächtig sei zu ermahnen durch die heilsame Lehre und zu strafen die Widersprecher. 1. Tim. 3. Tit. 1. Was 20 Die Haustafel. Was die Zuhörer ihren Lehrern und Seels sorgern zu thun schuldig sind. & ffet und trinket, was sie haben, denn ein Arbeiter ist seines Lohnes werth. Lut. 10, 7. Der Herr hat befohlen, daß die, so das Evangelium verkündigen, sollen sich vom Evangelio nähren. 1. Kor. 9, 14. Der unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Gal. 6, 6. 7. Die Aeltesten, die wohl vorstehen, die halte man swi facher Ehre werth, sonderlich die da arbeiten im Wort und in der Lehre. Denn es spricht die Schrift: Du sollst dem Ochsen, der da drischet, das Maul nicht ver binden. Jtem: ein Arbeiter ist seines Lohnes werth. 1. Thimoth. 5, 17. 18. Lutas. 10. Wir bitten euch, lieben Brüder, daß ihr erkennet die an euch arbeiten und euch vorstehen in dem Herrn und euch ermahnen. Habt sie desto lieber um ihres Werks willen, und seid friedsam mit ihnen. 1. Theff. 5, 12. 13. Gehorchet euren Lehrern und folget ihnen; denn sie wachen über eure Seelen, als die da Rechenschaft dafür geben sollen, auf daß sie es mit Freuden thun und nicht mit Seufzen; denn das ist euch nicht gut. Hebr. 13, 17. Von der weltlichen Obrigkeit. gedermann sei unterthan der Obrigkeit, die Gewalt von Gott. Wer sich nun wider die Obrigkeit seget, der widerstrebet Gottes Ordnung. Die aber widerstreben, werden über sich ein Urtheil empfahen. Denn sie trägt das Schwert nicht umsonst, sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe über den, der Böses thut. Röm. 13, 1-4. Von Die Haustafel. 21 Von den Unterthanen. Se ebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott was des Gottes ift. Math. 22, 21. So seid nun aus Noth unterthan, nicht allein um der Strafe willen, sondern auch um des Gewissens willen; derohalben müsset ihr auch Schoß geben; benn sie sind Gottes Diener, die solchen Schuß sollen handhaben. So gebet nun Jedermann, was ihr schuldig seid: Schoß, dem der Schoß gebühret, Zoll, dem der Zoll gebühret, Furcht, dem die Furcht gebühret, Ehre, dem die Ehre gebühret. Röm. 13, 5: 6. 7. So ermahne ich nun, daß man vor allen Dingen zuerst thue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, auf daß wir ein geruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit; denn solches ist gut, dazu auch angenehm vor Gott, unserm Heiland. 1. Tim. 2, 1. 2. 3. Erinnere sie, daß sie den Fürsten und der Obrigkeit unterthan und gehorsam seien. Tit. 3, 1. Seid unterthan aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm, zur Rache über die Uebelthäter und zu Lobe den Frommen. 1. Petri 2, v. 13. 14. Den Ehemännern. hr und gebet dem weiblichen, als dem schwächsten Werkzeug, seine Ehre, als Miterben der Gnade des Lebens, auf daß euer Gebet nicht verhindert werde. 1. Petri 3, 7. Und seid nicht bitter gegen sie. Roloff. 3, 19. -Den 22 Die Haustafel. Den Ehefrauen. Di ie Weiber seien unterthan ihren Männern, als den Herrn, wie Sara Abraham gehorsam war und hieß ihn Herr, welcher Töchter ihr worden seid. 1. Petri 3. 6. Den eltern. Jbr Väter, reizet eure Kinder nicht zum Born, daß sie nicht scheu werden, sondern ziehet fie auf in der Zucht und Vermahnung zum Herrn. Ephes. 6, 4. Den Kindern. Ihr Kinder, feid gehorſam euren Eltern in dem Herrn, ist billig. ist das erste Gebot, das Verheißung hat, nämlich, daß dir es wohlgehe und du lange lebeft auf Erden. Ephef. 6, 1. 2. 3. Den Knechten, Mägden, Taglöhnern und Arbeitern. hr Knechte, seid gehorsam euren leiblichen Herrn mit als Chrifto felbst, nicht mit Dienst allein vor Augen, als den Menschen zu gefallen, sondern als die Knechte Chrifti, daß ihr solchen Willen Gottes thut von Herzen, mit gutem Willen. Lasset euch dünken, daß ihr dem Herrn, und nicht den Menschen dienet, und wisset, was ein Jeglicher Gutes thut, das wird er empfahen, er sei Knecht oder Freier. Ephef. 6, 5, 6, 7, 8. Den Hausherrn und Hausfrauen. hr Herrn, thut auch dasselbige gegen sie und laſſet im Himmel habt, und ist bei ihm kein Ansehen der Person. Ephes. 6, 9. Der Die Haustafel. Der gemeinen Jugend. Ihr Zungen, seid den Alten unterthan und beweiſet 23 Hoffärtigen, aber den Demüthigen gibt er Gnade. So demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. 1. Petri 5, v. 5. 6. Den Wittwen. elche eine rechte Wittwe und einsam ist, die stellet Tag und Nacht; welche aber in Wollüften lebet, die ist lebendig todt. 1. Tim. 5, 5. 6. Der Gemeine. Liebe deinen nächsten als dich selbst; in dem Worte sind alle Gebote verfasset. Röm. 13, 9. Und haltet an mit Beten für alle Menschen. 1. Tim. 2, 1. Ein Jeder lerne sein Lection, So wird es wohl im Hause ftohn. Verlag der Invalidenanstalt. Druck der 2. C. Wittich'schen Hofbuchdruckerei. 1.4 1873 Coy Inches 1 Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 5 444,31 ¹6 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 9 10 Red 11 12 LO 5 13 14 6 () 15 Magenta White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8