1507 5 Jrma Rossteuscher. Fürth B Mannbplaty C ī LAANATOS Verlag v Serz& Rehmet hin und effet, das ist mein Leib. Matth.26,26. Gesangbuch für die evangelisch- lutherische Kirche in Bayern. FARRE DELA Berkaufspreis: ungebunden 74 Biennig. Straft bes ber allgemeinen farewitwen- Kaffe zufiebenben Berlage rechts, bermalen im Berlag bei U. E. Sebald, Buchdruckereibesiter in Würnberg. 1886. 96 1507 Univ.- Bibl. Giessen Privilegium. Wir Marimilian Joseph, von Gottes Gnaden König von Bayern. Nachdem Wir unterm 26. Dezember vorigen Jahrs die Einführung eines neuen Gesangbuches für sämtliche protestantische Gemeinden Unseres Königreiches genehmigt haben, so finden Wir Uns nunmehr bewogen, zur bessern Begründung einer Versorgungs- Anstalt für Pfarrers- Witwen und Waisen das Privilegium auf dieses Gesangbuch sowohl, als auf alle noch erscheinenden liturgischen Schriften zum kirchlichen Gebrauche, so wie auf die protestantischen Religionsbücher zum Unterrichte in Schulen, der zu errichtenden allgemeinen Pfarr- Witwen- Nasse zu verleihen. Wir erteilen daher dieser allgemeinen Pfarr- Witwen- Kaffe das Recht, die obgedachten Bücher, zur Erzielung der möglich wohlfeilsten Preise und der nötigen Gleichförmigkeit, ganz allein zu verlegen, zu drucken, auszugeben und feil zu haben, und dies selben durch ihre aufgestellten Kommissionarien im ganzen Königreiche verkaufen zu lassen. Demzufolge verbieten wir allen Unsern Unterthanen, insonderheit aber allen, in Unsern Staaten angesessenen Buchdruckern und Buchhändlern bei Bermeidung Unserer allerhöchsten Ungnade und einer Strafe von ein hundert Dukaten, wovon jedesmal die Hälfte Unserer Staats- Kasse, die andere Hälfte aber der allgemeinen Pfarr- Witwen- Kasse zufallen soll, sich unter teinerlei Form und Vorwand, weder mittel- oder unmittelbar, einen Nachdruck oder Debit gemeldter Bücher und Schriften zu erlauben. Zugleich ermächtigen Wir die allgemeine Pfarr- Witwen- KaffeAdministration zur Sicherung dieses Privilegiums, bei verspürten IV Eingriffen mit Hilfe Unserer Obrigkeiten gegen die Beeinträch tigenden einzuschreiten, die unrechtmäßigen Auflagen wegnehmen zu lassen, und nach den darüber erhaltenen Weisungen damit zu schalten; weswegen auch zu jedermanns Kenntnis und Warnung die in dem Verlage der Pfarr- Witwen- Kasse erscheinenden Schriften mit einem besondern Stempel vor der Abgabe bezeichnet werden sollen. Zu dessen Urkunde haben Wir diesen Brief allerhöchst eigenbändig unterschrieben, Unser fönigliches geheimes Infiegel auf drucken lassen und die Bekanntmachung desselben durch das Regierungsblatt befohlen. Gegeben in unserer Haupt- und Residenzstadt München den vierten August im ein tausend acht hundert und elften Jahre, Unseres Reiches im sechsten. Mar Joseph. Graf von Montgelas. Auf Königl. allerhöchsten Befehl, der General- Sekretär F. Kobell. Inhalts- Verzeichnis. Erste Abteilung. Allgemeine Gesänge für den öffentlichen Gottesdienst. Lob- und Danflieder Nr. 1-14. Gebetlieder Nr. 15-31. Sonntags- und allgemeine Gottesdienstlieder Nr. 32-43. Bwette Abteilung. Hohe Fest- und Feiertagslieder. 1) Die hohen Feste und Festzeiten. Advent Nr. 44-54. Anfang des Kirchenjahres Nr. 55-56. Weihnacht Nr. 57-71. Neujahr Nr. 72-82. Epiphanias Nr. 83-87. ( Darstellung Chrifti Nr. 88-89.) Passionszeit und Karfreitag Nr. 90-111. ( Begräbnis Jeju Nr. 112-114.) Ostern Nr. 115-133. ( Oftermontag Nr. 134.) Himmelfahrt Nr. 135-145. Pfingsten Nr. 146-161. Trinitatisfest Nr. 162-169. 2) Kirchliche Feiertage. Reformationsfest Nr. 170-171. Kirchweihfest Nr. 172-173. Bußtag Nr. 174-177. Erntefest Nr. 178-179. Geburts- und Namenstag des Landesherrn Nr. 180-181. Dritte Abteilung. Kirchliche Handlungen. 1) Die heiligen Sakramente. Taufe Nr. 182-186. Abendmahl Nr. 187-201. ( Nach dem Abendmahl Nr. 202-207.) 2) Die andern kirchlichen Handlungen. Konfirmation Nr. 208-211. Beichte Nr. 212-218. Ordination Nr. 219-220. Trauung Nr. 221-224. Begräbnis Nr. 225-230. ( Bei Kinderleichen Nr. 231-232.) VI Inhalts- Verzeichnis. Vierte Abteilung. Der christliche Glaube. Allgemeine Glaubensfieder Nr. 233-239. Gott der Vater. Wesen und Eigenschaften Nr. 240-248. Schöpfung und Erhaltung Nr. 249-254. ( Von den Engeln Nr. 255-256.) Vorsebung und Regierung Nr. 257-264. Gott der Sohn. Versöhnung und Erlösung Nr. 265-278. Jesuslieder Nr. 279-296. Gott der heilige Geist Nr. 297-300. Wort Gottes Nr. 301-311. Kirche und Reich Gottes Nr. 312-327. Missionslieder Nr. 328-336. Fünfte Abteilung. Das christliche Leben. Sündenbekenntnis und Buße Nr. 337-349. Rechtfertigung und Gnadenstand Nr. 350-367. Kampf der Heiligung Nr. 368-380. Früchte der Wiedergeburt Nr. 381-402. Kreuz- und Trostlieder Nr. 403-430. Morgenlieder Nr. 431-456. Tischlieder Nr. 457-461. Abendlieder Nr. 462-485. ( Am Schluß der Woche Nr. 486-487.) ( Am Sonntagabend Nr. 488-489.) Haus- und Ebestand Nr. 490-495. ( Rinder Nr. 496-497.) ( Freunde Nr. 498.) Obrigkeit Nr. 499-500. Krieg und Friede Nr. 501-504. Mißwachs und Teuerung Nr. 505-507. Krankheit und Seuchen Nr. 508-510. Allerlei gemeine Not Nr. 511-514. Sechste Abteilung. Von den letten Dingen. Tod Nr. 515-546. ( Tod und Begräbnis von Kindern Nr. 547-549.) Auferstehung, Gericht und ewiges Leben Nr. 550-568. Erste Abteilung. Allgemeine Gesänge für den öffentlichen Gottesdienst. Lob- und Danklieder. Eigne Melodie. Erster Chor. 3weiter Chor. 1. Herr Gott, dich loben wir, Herr Gott, wir danken dir, Dich, Vater in Ewigkeit, All Engel und Himmelsheer auch Cherubim und Seraphim Heilig ist unser Gott! ehrt die Welt weit und breit, und was dienet deiner Ehr, fingen immer mit hoher Stimm: Heilig ist unser Gott! Beide Chöre. Heilig ist unser Gott, der Herre Zebaoth! Erster Chor. Zweiter Chor. 2. Dein göttlich macht und geht über Himmel und Erden weit. Herrlichkeit Der heiligen zwölf Boten Zahl ie teuren Märtrer allzumal Die ganze werte Christenbeit dich, Gott Vater, im höchsten Thron, den heiligen Geist und Tröster wert 3. Du König der Ehren, Jesu Christ, der Jungfrau Leib nicht bast verschmäht, du hast dem Tod zerstört sein Macht und die lieben Propheten all, loben dich, Herr, mit großem Schall. rühmt dich auf Erden allezeit: deinen rechten und einigen Sohn. mit rechtem Dienst sie lobt unt ebrt. Gott Vaters ewiger Sohn du bist; zurlösen das menschlich Geschlecht; und all Cbriften zum Himmel bracht; 1 2 Lob- und Danklieder. Erster bor. du fißt zur Rechten Gottes gleich ein Richter du zukünftig bist 4. Nun bilf uns, Herr, den Dienern dein, laß uns im Himmel baben teil hilf deinem Volk, Herr Jesu Christ, wart und pfleg ihr zu aller Zeit 5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich Zweiter Chor. mit aller Ghr ins Vaters Reich; alles, das tot und lebend ist. die mit deim teurn Blut erlöset sein; mit den Heiligen in ewigem Heil: und segen, das dein Erbteil ist; und beb sie boch in Ewigkeit. und ehrn dein Namen stetiglich. Bebüt uns beut, o treuer Gott, Sei uns gnädig, o Herre Gott, Zeig uns deine Barmherzigkeit, Auf dich hoffen wir, lieber Herr, in Schanden laß uns nimmermehr. vor aller Sünd und Missethat! sei uns gnädig in aller Not! wie unser Hoffnung zu dir steht; Eigne Melodie. 2. N n lob, mein Seel, den Herren, was in mir ist, den Namen sein; sein Wobltbat tbut er mehren, vergiß es nicht, o Herze mein! Hit dir dein Sünd vergeben und beilt dein Schwachheit groß, errett dein armes Leben, nimmt dich in seinen Schoß, mit rechtem Trost beschüttet, verjüngt dem Adler gleich; der Herr schafft Recht, behütet, die leiden in seim Reich. 2. Gr bat uns wissen lassen sein berrlich Recht und sein Ges richt, dazu sein Güt obn Maßen; es mangelt an Grbarmung nicht. Sein Zorn läßt er wobl jabren, straft nicht nach unsrer Schuld; die Snad thut er nicht sparen, den Blöden ist er hold; sein Güt ist Beide Chöre. Amen! Dr. Martin Luther, geb. 1483,+ 1546. boch erbaben ob den, die fürchten ibn; so fern der Ost vom Abend ist unser Sünd dabin. 3. Wie sich ein Mann erbarmet über sein junge Kindelein, so thut der Herr uns Armen, wenn wir ihn kindlich fürchten rein; er kennt das arm Gemächte und weiß, wir sind nur Staub, ein nichtiges Geschlechte, ein Blum und fällend Laub: der Wind nur drüber webet, so ist es nimmer da: also der Mensch vergehet, sein End das ist ihm nab. 4. Die Gottesgnad alleine bleibt stet und feit in Ewigkeit bei seiner lieben G'meine, die stebt in seiner Furcht bereit, die seinen Bund behalten. Gr berrscht im Himmelreich. Jbr starken( ngel, waltet seins Lobs und dient zugleich dem großen Herrn zu Ehren, JU= Lob- und Danklieder. und treibt sein heiligs Wort; mein Seel soll auch vermehren sein Lob an allem Ort. Johann Gramann, geb. 1487,+ 1541. Eigne Melodie. 3. Nun danfet alle Gott mit Derzen, Mund und Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an unzählig viel zu gut und noch jeßand getban. 2. Der ewig reiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröblich Herz und edlen Frieden geben, und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort, ja, uns aller Not erlösen hier und Lob, Ehr und Preis jei Gott, dem Vater und dem Sohne, und dem, der beiden gleich, im höchsten Himmelsthrone: dem dreieinigen Gott, als der im Anfang war und ist und bleiben wird jeßund und immerdar. Martin Rindart, geb. 1586,+ 1649. Eigne Melodie. 4. Nun preiset alle Gottes Barmherzigkeit, lob ihn mit Schalle, werteste Christenbeit! Er läßt dich freundlich zu sich laden, freue dich, Israel, seiner Gnaden.:: 2. Der Herr regieret über die ganze Welt, was sich nur rübret, alles zu Fuß ibm fällt. Viel tauien Engel um ihn schweben, ter und Harfen ihm Ehre 1.:,: Woblauf, ihr Heiden, las 3 Trauern sein, zu grünen 3 Weiden stellet euch willig ein; da läßt er uns sein Wort verkünden, machet uns ledig von allen Sün. den.:,: 4. Er gibet Speise reichlich und überall, nach Vaters Weise sättigt er allzumal; er schaffet früh und spaten Regen, füllet uns alle mit seinem Segen.:: 5. Drum preis und ehre seine Barmherzigkeit, sein Lob vermebre, werteste Cbristenbeit! Uns soll binfort kein Unfall schaden: freue dich, Israel, seiner Gnaden.:,: Matth. Upelles von Löwenstern, geb. 1594, † 1648. Eigne Melodie. 5. Nun danket all und bringet Ehr, ihr Menschen in der Welt, dem, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stets vermeldt. 2. Grmuntert euch und singt mit Schall Gott, unserm böch sten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge tbut. 3. Der uns von Mutterleibe an frisch und gesund erhält und, wo kein Mensch nicht belfen kann, sich selbst zum Helfer stellt. 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, doch bleibet gutes Muts, die Straf erläßt, die Schuld vers gibt und thut uns alles Guts. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz ins Meeres Tiefe hin. 6. Er lajse seinen Frieden rubn in Israelis Land; er gebe Glück zu unserm Thun und Heil in al lem Stand. 1* Lob- und 7. Er lasse seine Lieb und Güt um, bei und mit uns gebn, was aber ängstet und bemüht, gar ferne von uns stehn. 4 8. So lange dieses Leben währt, sei er stets unser Heil und bleib auch, wann wir von der Erd abscheiden, unser Teil. 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, uns unsre Augen zu und zeig uns drauf sein Angesicht dort in der ewgen Ruh. Paul Gerhardt, geb. 1807,+ 1876. Danklieder. an unsrer Thür und läßt uns sicher ruhn. 8. Du näbrest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu und stehst uns, wenn wir in Gefahr geraten, herzlich bei. 9. Du strasst uns Sünder mit Geduld und schlägst nicht allzu sehr; ja, endlich nimmst du unsre Schuld und wirfst sie in das Meer. Mel. Nun banket all und bringet zc. 6. Ich finge dir mit Herz und Mund, Herr, meines Herzens Lust! Ich fing und mach auf Erden kund, was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad und ewge Quelle seist, daraus uns allen früh und spat viel Heil und Gutes fleußt. 3. Was sind wir doch, was haben wir auf dieser ganzen Erd. das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd? 4. Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns gesegt? Wer ist es, der uns unser Feld mit Tau und Regen nett? 5. Wer wärmet uns in Kält und Frost? Wer schüßt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Öl und Most zu seinen Zeiten findt? 6. Wer gibt uns Leben und Geblüt? Wer bält mit seiner Hand den güldnen, edlen, werten Fried in unserm Vaterland? 7. Ad, Herr mein Gott, das kommit von dir, und du mußt alles thun; du bältst die Wach 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, wirst du gar leicht erweicht und gibst uns, was uns hoch erfreut und dir zu Ehren reicht. 11. Du zählst, wie oft ein Christe wein, und was sein Kummer sei; fein Zähr- und Thrär lein ist so klein, du hebst u legit es bei. 12. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wann uns die Erd entgeht. 13. Wohlauf, mein Herze, sing und spring und habe guten Mut! Dein Gott, der Ursprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut. 14. Er ist dein Schaß, dein Erb und Teil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Hilf und Heil, schafft Nat und läßt dich nicht. 15. Was fränkst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin auf den, der dich gemacht! 16. Hat er dich nicht von gend auf versorget und ernäb Wie manchen schweren Ungl lauf hat er zurückgekehrt! Lob- und Danklieder. 17. Er hat noch niemals was verfehn in seinem Regiment. Nein, was er thut und läßt geschebn, das nimmt ein gutes End. 18.( Si nun, so laß ihn ferner thun und red ihm nichts darein, so wirst du bier in Frieden ruhn und ewig fröhlich ſein. Paul Gerhardt, geb. 1607,+ 1676. Mel Lasset uns den Herren preisen zc. 7. Sollt ich meinem Gott nicht fingen? Sollt ich ihm nicht fröblich sein? Denn ich seh in allen Dingen, wie so gut ers mit mir mein. Ist doch nichts als lauter Lieben, das sein treues Herze regt, das ohn Ende bebt und trägt, die in seinem Dienft sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, also bat auch hin und wieder mich des Höchsten Arm gedeckt, alsobald im Mutterleibe, da er mir mein Wesen gab und das Leben, das ich hab und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu teuer, nein, er gibt ihn für mich hin, daß er mich vom ewgen Feuer durch sein teures Blut gewinn. Odu ungegründter Brunnen, wie will doch mein schwacher Geist, ob er fich gleich hoch be fleißt, deine Tief ergründen können? Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, gibt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Regierer durch die Welt zur Himmels 5 pfort; daß er mir mein Herz erfülle mit dem bellen Glaubense licht, das des Todes Reich zerbricht und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 5. Meiner Seele Woblergeben hat er ja recht wohl bedacht; will dem Leibe Not zustehen, nimmt ers gleichfalls wohl in acht. Wenn mein Können, mein Vers mögen nichts vermag, nichts belfen kann, kommt mein Gott und bebt mir an sein Vermögen beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Gwigkeit. 6. Himmel, Erd und ihre Heere hat er mir zum Dienst bestellt; wo ich nur mein Aug hinfebre, find ich, was mich nährt und hält. Tier und Kräuter und Getreide in den Gründen, in der Höb, in den Büschen, in der See, überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Gemüt, daß ich alle liebe Morgen schaue neue Lieb und Güt. Wäre mein Gott nicht gewesen, hätte mich sein Angesicht nicht geleitet, wär ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Gwigkeit. 8. Wie jo manche schwere Plage 10 wird vom Satan umgeführt, die mich doch mein Lebetage niemals noch bisher gerührt. Gottes Engel, den er sendet, hat das Böse, was der Feind anzurichten ist gemeint, in die Ferne wegges wendet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 6 Lob und Danklieder. 9. Wie ein Vater seinem Kinde sein Herz niemals ganz entzeucht, ob es gleich bisweilen Sünde thut und aus der Bahne weicht: also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zu gut, will mein Fehlen mit der Nut und nicht mit dem Schwerte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 10. Seine Strafen, seine Schläge, ob sie mir gleich bitter seind, dennoch, wenn ichs recht erwäge, find es Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenke und mich von der schnöden Welt, die uns hart gefangen hält, durch das Kreuze zu ihm lenke. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 11. Das weiß ich fürwahr und laffe mire nicht aus dem Sinn entgebn: Christenkreuz hat seine Maße und muß endlich stille stehn. Wann der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein: also wird auch nach der Pein, wers erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 12. Weil denn weder Ziel noch Ende sich in Gottes Liebe findt. ei, so beb ich meine Hände zu dir, Bater, als dein Kind, bitte, wollst mir Gnade geben, dich aus aller meiner Macht zu umfangen Tag und Nacht hier in meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieser Zeit lob und lieb in Ewigkeit. Paul Gerharbt, geb. 1807,+ 1676. Eigne Melodie. 8. Lobe den Herren, den mächtigen König der Gbren, meine geliebete Seele, das ist mein Begebren; kommet zu Hauf, Psalter und Harfe wacht auf, lasset den Lobgesang bören! 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet, der dich erhält, wie es dir immer gefällt; hast du nicht dieses verspüret? 3. Lobe den Herren, der künstfich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verlichen, dich freundlich geleitet; in wie viel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet? 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet; denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet! 5. Lobe den Herren, was in mir ist, lobe den Namen! Alles, was Odem bat, lobe mit Abrahams Samen! Er ist dein Licht; Seele, vergiß es ja nicht; lobend beschließe mi Amen! 3eachim Neander, geb. c. 1650, † 1680. Mel. Es ist das Heil uns zc. 9. Sei Lob und Ehr dem böchsten Gut, dem Vater aller Güte. dem Gott, der alle Wunder thut. dem Gott, der mein Gemüte mit seinem reichen Trost erfüllt. dem Gott, der allen Jammer stillt: Gebt unserm Gott die Ebre! 2. Gs danfen dir die Himmelsheer, o Herrscher aller Thronen, und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die vreisen deine Schö. pfermacht, die alles also wohl be. dacht: Gebt unserm Ghre! Lob und Danklieder. Gott die 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten; darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In ſeinem ganzen Königreich alles recht und alles gleich: Gebt unserm Gott die Ebre! ist 4. Jch rief dem Herrn in meiner Not: ach Gott, vernimm mein Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod und ließ mir Trost gedeihen. Drum dank, ach Gott, drum dank ich dir; ach 10. Bringt her dem Herren Mel. Allein Gott in der Höh 2c. danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ebre! 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht von seinem Volk geschieden; er bleibet ihre Zuverficht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterbänden leitet er die Seinen stetig hin und her: Gebt unserm Gott die Ebre! Lob und Ehr aus freudigem Gemüte; ein jeder Gottes Rubm vermehr und preise seine Güte. Ach lobet, lobet alle Gott, der uns befreiet aus der Not, und danket seinem Namen. 2. Lobt Gott und rühmet allezeit die großen Wunderwerke, die Majestät und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt und dadurch alle Ding erhält: drum danket seinem Namen. 3. Lobt Gott, der uns ers schaffen bat, Leib, Seele, Geift und Leben aus lauter väterlicher Gnad uns allen bat gegeben; der uns durch seine Engel schüßt und täglich gibet, was uns nüßt: drum danket seinem Namen. 4. Lobt Gott, der uns schenkt seinen Sohn, der für uns ist ges storben, und uns die selge Lebensfron durch seinen Tod erworben; der worden ist der Höll ein Gift und Frieden bat mit Gott gestift: drum danket seinem Namen. 5. Lobt Gott, der in uns durch 6. Wenn Trost und Hilf er mangeln muß, die alle Welt erzeiget, so kommt so hilft der Überfluß, der Smyöpfer selbst, und neiget die Vateraugen denen zu, die sonsten nirgends finden Ruh: Gebt unserm Gott die Gbre! 7 zu Spott; der Herr ist Gott, der Herr ist Gott: Gebt unserm Gott die Ebre! 9. So kommet vor sein Angesicht mit jauchzenvollem Springs en, bezahlet die gelobte Pflicht, und laßt uns fröhlich fingen: Gott hat es alles wohl bedacht und alles, alles recht gemacht: Gebt unserm Gott die Ehre! 30h. Jak. Schüs, geb. 1640,+ 1690. 7. Ich will dich all mein Leben lang, o Gott, von nun an ehren; man soll, o Gott, dein Lobgefang an allen Orten bören. Mein ganzes Herz ermuntre sich, mein Geist und Leib erfreue dich! Gebt unserm Gott die Gbre! 8. Jhr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Jhr, die ihr Gottes Macht befennt, gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Gözen macht Lob- und Danklieder. 8 den Geist den Glauben angezündet und alles Gute noch verbeißt, uns stärket, fräftigt, gründet; der uns erleuchtet durch sein Wort, regiert und treibet fort und fort: drum danfet seinem Namen. 6. Lobt Gott, der auch dies gute Werk, so in uns angefangen, vollführen wird und geben Stärt, das Kleinod zu erlangen, das er bat allen dargestellt und seinen Gläubgen vorbehält: drum dan tet seinem Namen. 7. Lobt Gott, ihr starken Seraphim, ibr Fürstentum und Thronen! Es loben Gott mit beller Stimm, die bier auf Grden wohnen. Lobt Gott und preist ihn früh und spat; ja alles, was nur Odem bat, das danke seinem Namen. Cyrtakus Günther, geb. 1650,+ 1704. 2. O daß doch meine Stimme schallte bis dabin, wo die Sonne stebt! O daß mein Blut mit Jauchzen wallte, so lang es noch im Laufe geht! Ach, wär ein jeder Puls ein Dank, und jeder Odem ein Gesang! meines Herren, Preis! Mein Leib und Seele, schicke dich und lobe Gott berzinniglich! 4. Jhr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir! Jbr schwanken Gräslein in den Feldern, ibr Blumen, laßt doch eure Zier zu Gottes Rubm belebet sein und stimmet lieblich mit mir ein! 5. Ach alles, alles, was ein Leben und einen Odem in fich hat, soll sich mir zum Gebilfen geben; denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn. Eigne Melodie. 7. Mein treuster Jesu, ſei gepriesen, daß dein erbarmungsvolles Herz fich mir so bilfreich 11. O daß ich tausend Zungen hat erwiesen und mich durch bätte und einen tausendfachen Mund! so stimmt ich damit in die Wette vom allertiefsten Her zensgrund ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir gethan. Blut und Todesschmerz von Satans Macht und Grausamkeit zu deinem Eigentum befreit. 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf! braucht allen euren Fleiß und stebet munter im Geschäfte zu Gottes, 6. Dir sei, e allerliebster Bater, unendlich Lob für jede Gab; Lob jei dir, mildester Berater, für alles, was ich bin und bab. für alles Gute in der Welt, das du zu meinem Heil bestellt. 8. Auch dir sei ewig Rubm und Ehre, o heilig werter Gottesgeist, für deines Trostes süße Lehre, die mich ein Kind des Lebens heißt. Ach, wo was Guts von mir geschicht, das wirket nur dein göttlich Licht. 9. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schüßzet mich auf meinen Wegen? Du, du. o Herr Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld unsäglich gnädige Geduld. Lob und Danklieder. 10. Bor andern füss ich deine Gnad und Liebeszeichen. TauRute, die du mir aufgebunden send- tausendmal sei dir, großer baft. Wie viel thut sie mir doch König, Dank dafür! zu gute und ist mir eine sanfte Last. Sie macht mich fromm und zeigt dabei, daß ich von deinen Liebsten sei. 2. Herr, entzünde mein Gemüte, daß ich deine Wundermacht, deine Gnade, Treu und Güte stets erhebe Tag und Nacht; denn von deinen Gnadengüssen Leib und Seele zeugen müssen. Tausend- tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 3. Denk ich nur der Sündenstraßen, drauf ich häufte Schult mit Schuld, so möcht ich vor Scham erblassen vor der Langmut und Geduld, womit du, o Gott, mich Armen bast getragen mit Erbarmen. Tausend- tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 4. Ach ja, wenn ich überlege, mit was Lieb und Gütigkeit du durch so viel Wunderwege mich geführt die Lebenszeit, so weiß ich kein Ziel zu finden, noch den Grund hie zu ergründen. Tausend- tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 5. O wie bast du meine Seele stets gesucht zu dir zu ziehn, daß ich aus der Sündenhöhle möchte zu den Wunden fliebn, die mich ausgesöbnet haben und mit Kraft zum Leben laben. Tausend- tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 11. Ich hab es ja mein Lebetage schon so manch liebes Mal gespürt, daß du mich unter vieler Plage getreu durch alles baft geführt. Denn in der größesten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 12. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden in deinem steten Lobe stehn? Wie wollt ich auch im tiefsten Leiden nicht triumphierend einbergehn? Und fiele auch der Himmel ein, so will ich doch nicht traurig sein. 13. Ich will von deiner Güte fingen, so lange sich die Zunge regt; ich will dir Freudenopfer bringen, so lange fich mein Herz bewegt; ja, wann der Mund wird kraftlos sein, so stimm ich doch mit Seufzen ein. 14. Ach, nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin. Im Himmel soll es besser werden, wann ich bei deinen Engeln bin; da sing ich dir im höbern Chor viel tausend Halleluja vor. Johann Menger, geb. 1658, † 1734. 9 Mel. Jeju, meines Lebens 2c. 12. Womit soll ich dich wohl loben, mächtiger Herr Zebaoth? Sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft, mein Gott! Denn ich kann mit nichts erreichen deine 6. Ja, Herr, lauter Gnad und Wahrheit sind vor deinem Angeficht; du, du trittst hervor in Klarheit, in Gerechtigkeit, Gericht, daß man soll aus deinen Werken deine Güt und Allmacht merken. Tausend- tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! Lob und 7. Bald mit Lieben, bald mit Leiden kamst du, Herr, mein Gott, zu mir, nur mein Herze zu bereiten, sich ganz zu ergeben dir, daß mein gänzliches Verlangen möcht an deinem Willen hangen. Tausend- tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 8. Wie ein Vater nimmt und gibet, nachdems Kindern nüßlich ist, so bast du mich auch geliebet, Herr, mein Gott, zu jeder Frist, und dich meiner angenommen, wenns auch gleich aufs höchste fommen. Tausend- tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 9. Mich hast du auf Adlersflügeln oft getragen väterlich, in den Thälern, auf den Hügeln wunderbar errettet mich; wenn schien alles zu zerrinnen, ward ich deiner Hilf doch innen. Tausende tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 10 Tantlieder. ber gelungen; ach, laß meines Lebens Gang ferner doch durch Jesu Leiten nur gehn in die wigs feiten; da will ich, Herr, für und für, ewig, ewig danken dir! Ludwig Andr. Gotter, geb. 1661,+ 1735. Eigne Melodie. 13. Lovbe den Herren, o meine Seele! Ich will ihn loben bis in Tod; weil ich noch Stunden auf Erden zähle, will ich lobsingen meinem Gott. Der Leib und Seel gegeben hat, werde ges priesen früh und spat. Halleluja, Halleluja! 10. Fielen tausend mir zur Seiten und zur Rechten zehnmal mehr, ließest du mich doch beglei= ten durch der Engel starkes Heer, daß den Nöten, die mich drangen, ich bin dennoch stets entgangen. Tausend tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 11. Bater, du hast mir erzeiget lauter Gnad und Gütigkeit; und du hast zu mir geneiget, Jesu, deine Freundlichkeit; und durch dich, o Geist der Gnaden, werd ich stets noch eingeladen. Tausend tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 12. Tausendmal sei dir gefungen, Herr, mein Gott, Preis, Lob und Dank, daß es mir biss 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, und kehren um zu ihrem Staub; ihre Anschläge sind auch verloren, wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil dann kein Mensch uns helfen kann, rufe man Gott um Hilfe an. Halleluja, Halleluja! 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, des Hilfe der Gott Jafobs ist; welcher vom Glauben sich nichts läßt trennen und hofft getrost auf Jesum Christ. Wer diesen Herrn zum Beistand hat, findet am besten Rat und That. Halleluja, Halleluja! 4. Dieser hat Himmel, Meer und die Erden, und was darinnen ist, gemacht. Alles muß pünktlich erfüllet werden, was er uns einmal zugedacht. Er ists, der Herrscher aller Welt, welcher uns ewig Glauben hält. Halleluja, Halleluja! 5. Zeigen sich welche, die Unrecht leiden, er ists, der ihnen Recht verschafft; Hungrigen will er zur Speis bescheiden, was Gebetlieder. ibnen dient zur Lebenskraft; die bart Gebundnen macht er frei, seine Genad ist mancherlei. Halleluja, Halleluja! 6. Sehende Augen gibt er den Blinden, erbebt, die tief gebeuget gebn. Wo er kann einige Fromme finden, die läßt er seine Liebe jebn. Sein Aufsicht ist der Frems den Truß; Witwen und Waisen hält er Schuß. Halleluja, Halleluja! Eigne Melodie. 7. Aber der Gottesvergeßnen 14. Jehova, Jehova, JeTritte kehrt er mit starker Hand zurück, daß sie nur machen verfehrte Schritte und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ist König ewiglich. Zion, dein Gott sorgt stets für dich. Halleluja. Halleluja! bova! Deinem Namen sei Ebre, Macht und Rubm. Amen, Amen! Bis einst der Tempel dieser Welt auf dein Wort in Staub zerfällt, soll in unsern Hallen das Heilig! Heilig! Heilig! erschallen. Halleluja, Halleluja! Gottlieb Konrad Pfeffel, geb. 1736,+ 1809. 11 8. Rübmet, ihr Menschen, den boben Namen des, der so große Wunder thut. Alles, was Crem bat, rufe Amen und bringe Lob mit frebem Mut. Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und beilgen Geist. Halleluja, Halleluja! Eigne Melodie. 15. Bater unser im Himmelreich, der du uns alle heißeit gleich Brüder sein und dich rufen an, und willt das Beten von uns ban; gib, daß nicht bet allein der Mund, hilf, daß es geb von Herzensgrund! Gebetlieder. 2. Gebeilget werd der Name dein, dein Wort bei uns bilf balten rein, daß auch wir leben beiliglich, nach deinem Namen würdiglich. Herr, bebüt uns für falscher Lebr, das arm verführet Volk befebr! 3. Es komm dein Reich zu diefer Zeit und dort bernach in EwigJohann Daniel Herrnschmidt, geb. 1675, † 1723. feit; der beilig Geist uns wohne bei mit seinen Gaben mancherlei; des Satans Zorn und groß Ges walt zerbrich, für ihm dein Kirch erhalt! 4. Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich auf Erden wie im Himmelreich, gib uns Geduld in Leidenszeit, gehorsam sein in Lieb und Leid, wehr und steur allem Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut. 5. Gib uns heut unser täglich Brot, und was man darf zur Leibesnot; b'hüt uns, Herr, für Unfried und Streit, für Seuchen und für teurer Zeit, daß wir 12 in gutem Frieden stehn, der Sorg und Geizes müßig gehn. 6. All unser Schuld vergib uns, Herr, daß sie uns nicht betrüben mehr, wie wir auch unsern Schuldigern ihr Schuld und Fehl vergeben gern. Zu dienen mach uns all bereit in rechter Lieb und Einigkeit. Gebetlieder. 7. Führ uns, Herr, in Versuchung nicht, wenn uns der böse Geist ansicht; zur linken und zur rechten Hand hilf uns thun starfen Widerstand, im Glauben fest und wohlgerüst und durch des beilgen Geistes Trost. 8. Von allem Übel uns erlös, es sind die Zeit und Tage bös; erlös uns vom ewigen Tod und tröst uns in der leßten Not; bescher uns auch ein seligs End, nimm unser Seel in deine Händ. 9. Amen, das ist, es werde wahr! Stärf unsern Glauben immerdar, auf daß wir ja nicht zweifeln dran, das wir hiemit gebeten han; auf dein Wort in dem Namen dein, so sprechen wir das Amen sein. Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. Eigne Melodie. 16. In dich hab ich geboffet, Herr, bilf, daß ich nicht zu Schanden werd noch ewiglich zu Spotte; das bitt ich dich: erbalte mich in deiner Treu, Herr Gotte. 2. Dein gnädig Ohr neig ber zu mir, erhör mein Bitt, thu dich berfür, eil, bald mich zu er retten; in Angst und Weh ich lieg und steb, bilf mir in meinen Nöten. 3. Mein Gott und Schir. mer, steb mir bei, sei mir ein Burg, darin ich frei und ritterlich mög streiten, wider mein Feind, der gar viel seind an mich auf beiden Seiten. 4. Du bist mein Stärk, mein Fels, mein Hort, mein Schild, mein Kraft, sagt mir dein Wort, mein Hilf, mein Heil, mein Leben, mein starker Gott in aller Not: wer mag mir widerstreben? 5. Mir hat die Welt trüglich gericht mit Lügen und mit falschem G'dicht viel Netz und heimlich Stricke; Herr. nimm mein wahr in dieser G'fahr; b'hüt mich vor falscher Tücke. 6. Herr, meinen Geist berebl ich dir, mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, nimm mich in deine Hände! O wahrer Gott, aus aller Not hilf mir am legten Ende! 7. Glori, Lob, Ehr und Herrlichkeit sei Gott Vater und Sohn bereit, dem heilgen Geist mit Namen; die göttlich Kraft mach uns siegbaft durch Jesum Christum. Amen! Adam Reusner, geb. 1496,+ c. 1575. Eigne Melodie. 17. Ich ruf zu dir, Herr Jeſu Christ, ich bitt, erbör mein Klagen! Verleib mir Gnad zu dieser Frist, laß mich doch nicht verzagen. Den rechten Weg, o Herr. ich mein, den wollest du mir ges ben, dir zu leben, meim nächsten nüß sein, dein Wort zu halten eben. 2. Jch bitt noch mehr, o Herre Gebetlieder. Gott, du kannst es mir wohl geben, daß ich nicht wieder werd zu Spott, die Hoffnung gib daneben; voraus, wenn ich muß hie davon, daß ich dir mög vertrauen und nicht bauen auf alles mein Thun, sonst wirds mich ewig reuen. 3. Verleih, daß ich aus Herzensgrund mein Feinden mög vergeben, verzeih mir auch zu dieser Stund, schaff mir ein neues Leben. Dein Wort mein Speis laß allweg sein, damit mein Seel zu nähren, mich zu wehren, wenn Unglück geht daher, das mich bald möcht verkehren. 4. Laß mich kein Lust noch Furcht von dir in dieser Welt abwenden; beständig sein ins End gib mir; du hasts allein in Händen! Und wem dus gibst, der hats umsonst; es mag niemand erwerben noch ererben durch Werk deine Gnad, die uns errett vom Sterben. 5. Jch lieg im Streit und widerstreb; hilf, o Herr Christ, dem Schwachen! An deiner Gnad allein ich fleb; du kannst mich stärker machen. Kommt nun Anfechtung ber, so wehr, daß sie mich nicht umstoße; du kannst maßen, daß mirs nicht bring Gefähr. Ich weiß, du wirsts nicht lassen. Jebann Agricola, geb. 1492,+ 1566. Eigne Melodie. 18. Herzlich lieb hab ich dich. o Herr! Ich bitt, wollst sein von mir nicht fern mit deiner Güt and Gnaden! Die ganze Welt 13 nicht freuet mich, nach Himm'l und Erden nicht frag ich, wenn ich dich nur kann baben. Und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, so bist doch du mein Zuversicht, mein Teil und meines Herzens Trost, der mich durch sein Blut bat erlöst. Herr Jeſu Christ, mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, in Schanden laß mich nimmermehr. 2. Es ist ja, Herr, dein G'schenk und Gab mein Leib und Seel und was ich hab in diesem armen Leben; damit ichs brauch zum Lobe dein, zu Nug und Dienst des Nächsten mein, wollst mir dein Gnade geben! Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr, des Satans Mord und Lügen wehr, in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ichs trag geduldiglich! Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröst mir mein Seel in Todesnot. 3. Ach, Herr, laß dein lieb Engelein am leßten End die Seele mein in Abrahams Schoß tragen, den Leib in seim Schlaffämmerlein gar sanft ohn einge Qual und Pein ruhn bis am jüngsten Tage. Alsdann vom Tod erwecke mich, daß meine Augen sehen dich in aller Freud, o Gottessohn, mein Heiland und mein Gnadenthron! Herr Jesu Christ, erhöre mich, erhöre mich, ich will dich preisen ewiglich. Martin Schalling, geb. 1532, † 1608. Miel. Herzlich thut mich zc. 19. Laß mich dein sein und bleiben, du treuer Gott und Herr! Gebetlieder. 14 Von dir laß mich nichts treiben; halt mich bei reiner Lebr. Herr, laß mich nur nicht wanken; gib mir Beständigkeit; dafür will ich dir danken in alle Ewigkeit. Nitol. Selneder, geb. 1532,+ 1592. Eigne Melodie. 20. Gott, du frommer Gott, du Brunnquell guter Gaben, ohn den nichts ist, was ist, von dem wir alles baben: gesun den Leib gib mir, und daß in solchem Leib ein unverleßte Seel und rein Gewissen bleib. 2. Gib, daß ich thu mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande fübret; gib, daß ichs thue bald zu der Zeit, da ich soll, und wenn ichs thu, so gib, daß es gerate wohl. in 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen, laß kein unnüßlich Wort aus meinem Munde geben; und wenn meinem Amt ich reden soll und muß, so gib den Worten Kraft und Nachdruck ohn Verdruß. 4. Findt sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen; gib einen Heldenmut, das Kreuz bilf selber tragen. Gib, daß ich meinen Feind mit Sanftmut überwind, und wenn ich Rat bedarf, auch guten Rat erfind. 5. Laß mich mit jedermann in Fried und Freundschaft leben, so weit es christlich) ist; willst du mir etwas geben an Reichtum, Gut und Geld, so gib auch dies dabei, daß von unrechtem Gut nichts untermenget sei. 6. Soll ich auf dieser Welt mein Leben böber bringen, durch manchen sauern Tritt bindurch ins Alter dringen: so gib Geduld; vor Sünd und Schanden mich bewahr, auf daß ich tragen mag mit( bren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End auf Christi Tod abscheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; dem Leib ein Räumlein gönn bei meiner Eltern Grab, auf daß er seine Ruh an ihrer Seiten bab. 8. Wenn du die Toten wirst an jenem Tag erwecken, so thu auch deine Hand zu meinem Grab ausstrecken; laß hören deine Stimm und meinen Leib weck auf und führ ihn schön verklärt zum auserwäbiten Hauf. 9. Gott Vater, dir sei Preis bier und im Himmel oben! Herr Jesu, Gottes Sohn, ich will dich allzeit loben! O beilger Geist. dein Ruhm erschall je mehr und mehr! Dreieinger Herr und Gott, dir jei Lob, Preis und Ehr! Joh. Heermann, geb. 1585, 1647. Die l. Christus, der ist mein 2c. 21. Achbleid mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ! daß uns binfort nicht schade des bösen Feindes Liſt. 2. Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Grlöser wert! daß uns beid bier und dorte sei Güt und Heil beschert. 3. Ach bleib mit deinem Glanze bei uns, du wertes Licht! Dein Wabrbeit uns umschanze, damit wir irren nicht. Gebetlieder. 4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr! Dein Gnad und alls Vermögen in uns reichlich vermehr. 5. Ach bleib mit deinem Schuße bei uns, du starker Held! daß uns der Feind nicht truge, noch fäll die böse Welt. 6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott! Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Not! Jofua Stegmann, geb. 1588,+1682. Viel. Kommt her zu mir zc. 22. Ach Gott, gib du uns deine Gnad, daß wir all Sünd und Missethat bußfertiglich erkennen und glauben fest an Jesum Christ, der zu belfen ein Meister ist, wie er sich selbst thut nennen. 2. Hilf, daß wir auch nach deinem Wort gottselig leben immerfort, zu Ehren deinem Namen; daß uns dein guter Geist regier, auf ebner Bahn zum Himmel führ, durch Jesum Chriftum. Amen! Samuel Zehner, geb. 1594,+ 1635. Mel. Allein zu dir, Herr Jesu Christ zc. 23. Vergib uns, lieber Herre Gott, du Bater aller Güte, all unsre Sünd und Missetbat, vor Echaden uns belüte und wend von uns dein streng Gericht, mit deinem Geist verlaß uns nicht, daß wir im Glauben recht und rein dir, Herr, allein stets dienen und geborsam sein. 2.( Grbarm dich unser, Jesu Christ, du Brunnquell der Genaden, und bilf uns; denn allein 15 du bist, der wehren kann dem Schaden. Errett dein Volk aus aller Not, das du mit deinem teuren Blut erlöset hast von Schuld und Fein der Sünden sein, mit Trost und Rat allzeit erschein. 3. Erbör, Gott Vater, unsre Bitt, hilf uns und sei uns gnädig! Herr Christ, bör uns und uns vertritt, von Sünden sprich uns ledig! Erbör uns, beilger Geist, zugleich in unsrer Not nicht von uns weich! Du willst ja nicht des Sünders Tod, o treuer Gott: hilf uns endlich aus aller Not! Permann Vespasins( Werse), c. 1589. Mel. Ach Jesu, dessen Treu 2c. 24. Ach Gott, verlaß mich nicht! gib mir die Gnadenbände; ach fübre mich, dein Kind, daß ich den Lauf vollende zu meiner Seligkeit, sei du mein Lebenslicht, mein Stab, mein Hort, mein Schuz; ach Gott. verlaß mich nicht! 2. Ach Gott, verlaß mich nicht! regiere du mein Wallen; ach faß mich nimmermehr in Sünd und Schande fallen, gib mir dein guten Geist, gib Glaubenszuversicht, sei meine Stärk und Krait; ach Gott, verlaß mich nicht! 3. Ach Gott, verlaß mich nicht! ich ruf aus Herzensgrunde, ach Höchster, stärke mich in jeder bösen Stunde; wann mich Versuchung plagt und meine Seel anficht, so weiche nicht von mir; ach Gett, verlaß mich nicht! 4. Ach Gott, verlaß mich nicht! ach, lasse dich bewegen; ach Vater, fröne du mit reichem Himmels Gebetlieder. 16 Segen die Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht, zu thun, was dir gefällt; ach Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach Gott, verlaß mich nicht! ich bleibe dir ergeben. Hilf mir, o großer Gott, recht glauben, christlich leben und selig scheiden ab, zu sehn dein Angesicht, hilf mir in Not und Tod; ach Gott, verlaß mich nicht! Salomon Frand, geb. 1659,+1725. Mel. Herr Chrift, der einig 2c. 25. Herr Jesu, Gnadensonne, wahrhaftes Lebenslicht, laß Leben, Licht und Wonne mein blödes Angesicht nach deiner Gnad erfreuen und meinen Geist er neuen; mein Gott, versag mirs nicht. ich für und für der Sündenwelt absterbe und nach dem Fleisch verderbe, hingegen leb in dir. 6. Ach zünde deine Liebe in meiner Seelen an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben fann, und dir zum Wohlgefallen beständig möge wallen auf rechter Lebensbahn. 2. Bergib mir meine Sünden und wirf sie hinter dich, laß allen Zorn verschwinden und hilf mir gnädiglich. Laß deine Friedensgaben mein armes Herze laben; ach Herr, erhöre mich. 7. Nun, Herr, verleih mir Stärke, verleih mir Kraft und Mut; denn das sind Gnadenwerke, die dein Geist schafft und thut; hingegen meine Sinnen, mein Lassen und Beginnen ist böse und nicht gut. 3. Vertreib aus meiner Seelen den alten Adamssinn, und laß mich dich erwählen, auf daß ich mich forthin zu deinem Dienst ergebe und dir zu Ehren lebe, weil ich erlöset bin. 4. Befördre dein Erkenntnis in mir, mein Seelenhort, und öffne mein Verständnis durch dein heiliges Wort, damit ich an dich glaube und in der Wahrheit bleibe zu Truß der Höllenpfort. 5. Komm, mich mit Kraft zu rüsten, und freuzge mein Begier samt allen bösen Lüsten, auf daß 8. Darum, du Gott der Gnaden, du Bater aller Treu, wend allen Seelenschaden und mach mich täglich neu; gib, daß ich deinen Willen gedenke zu erfüllen, und steh mir kräftig bei! Lubw. Andr. Gotter, geb. 1661,+ 1785. Eigne Melodie. 26. Dir, dir, Jehova, will ich fingen; denn wo ist doch ein solcher Gott, wie du? Dir will ich meine Lieder bringen: ach, gib mir deines Geistes Kraft dazu, daß ich es thu im Namen Jesu Christ, so wie es dir durch ihn gefällig ist. 2. Zeuch mich, o Bater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir; dein Geist in meinem Herzen wohne und meine Sinne und Verstand regier, daß ich den Frieden Gots tes schmeck und fühl, und dir darob im Herzen sing und spiel. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, so wird gewiß mein Sing Gebetlieder. en recht gethan; so klingt es schön in meinem Liede, und ich bet dich im Geist und Wahrheit an; so hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Pjat men sing im höbern Chor. 4. Denn der kann mich bei dir vertreten mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind; der lehret mich recht gläubig beten, gibt Zeugnis meinem Geist, daß ich dein Kind und ein Miterbe Jesu Christi sei, daher ich Abba, lieber Bater! schrei. 5. Wenn dies aus meinem Herzen schallet durch deines heilgen Geistes Kraft und Trieb, so bricht dein Vaterherz und wallet ganz brünstig gegen mich vor heißer Lieb, daß mirs die Bitte nicht versagen kann, die ich nach deinem Willen hab getban. 6. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, das ist nach deinem Willen eingericht und wird gewiß von dir erhöret, weil es im Namen deines Sohns geschicht, durch welchen ich dein Kind und Grbe bin, und nehme von dir Gnad um Gnade hin. 7. Wohl mir, daß ich dies Zeugnis habe! Drum bin ich voller Trost und Freudigkeit und weiß, daß alle gute Gabe, die ich von dir verlanget jederzeit, die gibst du und thust überschoenglich mehr, als ich vers rebe, bitte und begehr. 8. Wohl mir! ich bitt in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt. In ihm ist alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Wohl mir! Lob dir jetzt und in 17 Ewigkeit, daß du mir schenkest solche Seligkeit! Barthol. Craffelius, geb. 1677, † 1724. Mel. Die Sonn hat sich mit ihrem Glanz 2c. 27. Gedenke mein, mein lieb ster Gott, im besten! Ich hoff auf dich; wes soll ich sonst mich trösten? Das soll mein Trost im Tod und Leben sein, wenn du nur sprichst: Mein Kind, ich denke dein. 2. Gedenke mein; doch denke nicht zum Schaden der Sündenschuld, damit mein Herz beladen. Es reuet mich, was ic von Jugend an, auch unerkannt, hab wider dich gethan. 3. Gedenke mein um meines Jesu willen! Laß ihn an mir sein Denfwort auch erfüllen und gültig sein bei dir: es ist vollbracht. Sein Blut und Tod hat alles wohl gemacht. 4. Gedenke mein; wie könntst du mein vergessen? Es war ja schon dein Lieben unermessen zu meinem Heil, da ich noch nichts bedacht; nun hat dein Sohn mich ganz zu dir gebracht. 5. Gedenke mein, wenn ich mein Herz ausschütte, um etwas Guts im Namen Jesu bitte. Dein heilger Geist steb meiner Schwachheit bei, daß jeder Wunsch in Jesu Amen sei. 6. Gedenke mein, daß ich stets christlich lebe, mit allem Ernst den Sünden widerstrebe. Ach, wirk in mir das Wollen und die That; mein Leben lang sei du mein treuer Nat. 7. Gedenke mein und lasse mir 2 18 Gebetlieder. genügen an deiner Huld, wenn ich muß unterliegen, wenn mich ein Kreuz und auch die Schwermut drückt; denkst du an mich, so wird mein Herz erquickt. 8. Gedenke mein in frank und schwachen Tagen; sei du mein Arzt, so darf ich nicht verzagen. Ist es mir gut, hilsst du mir wieder auf; kommit meine Zeit, schließ ich getrost den Lauf. 9. Gedenke mein, laß mich mein End bedenken und mich zuvor in Jesu Wunden senken. Verlaß mich nicht im legten Kampf und Streit; nimm mich zu dir in himmlischen Geleit. 10. Gedenke mein und denke auch der Meinen nach meinem Tod, laß allen Hilf erscheinen, die mich geliebt und dir sind lieb und wert, daß uns zugleich der Himmel jei beschert. 11. Gedenke mein auch in dem stillen Grabe, daß Seel und Leib vereinte Freude habe. Vergiß mein nicht, ich denke ewig dein mit Ruhm und Dank; mein Gott, gedenke mein! Joh. Matth. Englert, geb. 1661,+ 1732. Leg uns nur deinen Segen zu; wo man dir traut, erstattest du durch Segen alle Mängel. 3. Gib, daß uns keine Sorge frißt; laß ein abgöttisch Geizen, das alles Übels Wurzel ist, uns nicht zu Lüsten reizen; laß mich die Lügen nicht zum Schild, das Gold mir nicht zum Gößenbild, den Bauch zum Gott nicht machen. 4. Laß mich nicht Ehre, Lust und Geld mir selbst zum Strid verlangen; gebrauch ich etwa diejer Welt, laß mich nicht daran hangen. Die Zeit ist furz, uns ruft das Grab; laß mich das haben, was ich hab, als wenn ich es nicht hätte. Mel. Mein Herzens- Jesu zc. 28. Ach Gott des Himmels, lasse mir und allen auf der Erden den uns so väterlich von dir beschiednen Teil stets werden; gib jedem immerdar nach Not sein zugedachtes täglich Brot und ein genügsam Herze! 2. Gib Mäßigkeit und Dankbarkeit, wenn du uns viel beschieden; und wenn uns weniger bereit, so mach uns doch zufrieden. 5. Ach präge stets mir in den Sinn, daß ich, um hauszuhalten, geseßt in deine Güter bin, fie redlich zu verwalten. Es eilt ja schon der Tag herzu, da willst du, daß ich Rechnung thu von allen deinen Gütern. 6. Gib Frieden und Zufrie denheit auf allen unsern Wegen; verleih uns fromme Obrigkeit und fröne fie mit Segen; die Untern lebre insgemein gewissen haft, gehorsam sein und für die Obern beten. 7. Laß deiner Gnade Sonnenschein in unserm Lande glänzen; laß keine Feinde bei uns ein und schüße unsre Grenzen; laß deiner Engel starke Schar um uns bei drobender Gefahr zur festen Ma er werden. Ph. Fr. Hiller, geb. 1699,+ 17 mel. Straf mich nicht in deinem 29. Bet- Gemeine, beilge i mit dem heilgen Öle; Jesu G Gebetlieder. ergieße sich dir in Herz und Seele. Laß den Mund alle Stund vom Gebet und Flehen heilig übergehen. 2. Heilige den beilgen Brand, deines Geists Verlangen, dem, ders Blut an dich gewandt, beilig anzuhangen. Heilger Rauch sei es auch, der zu Gott aufgehet, wenn dein Herze flehet. 3. Das Gebet der frommen Schar, was sie fleht und bittet, das wird auf dem Rauchaltar vor Gott ausgeschüttet; und da ist Jesus Christ Priester und Versübner aller seiner Diener. 4. Kann ein einiges Gebet einer gläubgen Seelen, wenns zum Herzen Gottes gebt, seines 3wecks nicht fehlen; was wirds thun, wenn sie nun alle vor ihn treten und zusammen beten! 5. Wenn die Heilgen dort und hier, Große mit den Kleinen, Engel, Menschen mit Begier alle fich vereinen, und es geht Ein Gebet aus von ihnen allen: wie muß das erschallen! 6. O, so betet alle drauf, betet immer wieder! Heilge Hände hebet auf, beilget eure Glieder; beiliget das Gebet, das zu Gott sich schwinget; betet, daß es dringet. 7. Betet, daß die letzte Zeit vollends übergehe, daß man Christi Herrlichkeit offenbaret sebe; stimmet ein insgemein mit der Engel Sehnen nach dem Tag, dem schönen. 8. Das Gebet hat Christi Gunst, wo mans ernstlich übet; und das ist der Heilgen Kunst, beten, wie ers liebet; das gescheh 19 je und je, wie ers vorgenommen, auf sein endlichs Kommen. 9. Dies Verlangen muß vorher in der Seele glimmen, so macht aus dem Bitten er Donner, Blig und Stimmen, die ergehn und geschehn, daß die Feinde beben und Gott Ghre geben. Christoph Karl Ludwig von Pfeil, geb. 1712,+1784. Mel. Mein Herzens- Jesu, meine zc. 30. Gott, deine Güte reicht ſo weit, so weit die Wolken gehen; du frönst uns mit Barmherzigkeit und eilst uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort; denn ich will vor dir beten. 2. Jch bitte nicht um Überfluß und Schäße dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gefandt und mich selbst zu erfennen. 3. Jch bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rüh. ren; des guten Namens Eigentum laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Rubm sei meine Pflicht, der Rubm vor deinem Angesicht und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, Herr Ze baoth, auch nicht um langes Lein Not, das wollest du mir ges ben. Im Glücke Demut, Mut ben. In deiner Hand steht meine Zeit; laß du mich nur Barmber= zigkeit vor dir im Tode finden. Christi. Fürchteg. Gellert, geb. 1715, 1769. 2* 20 Sonntags und allgemeine Gottesdienſtlieder. Nel. Herr Gott, dich loben alle zc. der Leidenschaft, ſo ziehe du mit 31. Ich komme vor dein An- Kraft mich an, daß ich den Sieg geficht, verwirf, o Gott, mein erlangen kann. Fleben nicht, vergib mir alle meine Schuld, du Gott der Gnaden und Geduld. 8. Gib von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel als dir gefällt; gib deinem Knecht ein mäßig Leil, zu seinem Fleiße Glück und Heil. 2. Schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz voll frommer Lieb zu dir, ein Herz voll Demut, Preis und Dank, ein ruhig Herz mein Leben lang. 3. Sei mein Beschüßer in Gefahr; ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Übel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand, von dir empfing ich den Verstand: erhalt ihn mir, o Herr mein Hort, und stärk ihn durch dein göttlich Wort. 5. Laß, deines Namens mich zu freun, ihn stets vor meinen Augen sein; laß, meines Glaubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thätig sein. 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst; das sei mein Glück, daß ich zuerst nach deinem Reiche tracht und treu in allen meinen Pflichten sei. 7. Bin ich zu schwach aus eigner Kraft zum Kampfe mit Überfluß, so laß mich mäßig im 9. Schenkt deine Hand mir Genuß und, dürftge Brüder zu erfreun, mich einen frohen Geber sein. Eigne Melodie. 32. Auf, auf, mein Herz, und du, mein ganzer Sinn, wirf alles heut, was Welt ist, von dir 10. Gib mir Gesundheit und verleih, daß ich sie nüß und dank bar sei, und nie aus Liebe gegen sie mich zagbaft einer Pflicht entzieh. 11. Erwecfe mir stets einen Freund, ders treu mit meiner Wohlfabrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Nat und Trost und Beispiel gibt. 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel, und werden meiner Tage viel: dann, Herr Herr, meine Zuversicht, verlaß mich auch im Alter nicht! 13. llnd wird sich einst mein Ende nahn, so nimm dich meiner herzlich an und sei durch Chris stum, deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild und großer Lohn! Chrifti. Fürchteg. Gellert, geb. 1715,+ 1769. Sonntags- und allgemeine Gottesdienſtlieder. bin! Heut bat das Werk der Schöpfung angefangen, da diesem Rund das Licht ist aufgegangen. 2. Auf, auf, mein Herz, leg Sonntags und allgemeine Gottesdienstlieder. 21 gewiß, er wirds wohl machen. alles Jrdsche ab; heut Jesus ist und Sachen und hoff auf ihn: erstanden aus dem Grab; heut bat er sein Erlösungswerk ge endet; heut hat er auch den Geist herabgesendet. 3. Dies heilge Heut beißt dich auch heilig sein: Gott diesen Tag bei dir will ziehen ein. So rube du von Arbeit und von Sünden, daß er in dir mög seine Ruhe finden. 4. Gott gibet dir sechs Tage für den Leib: der siebente der Seele eigen bleib; sie muß ja auch von sieben einen haben, daß sie sich mög mit Himmelsspeise laben. 5. Viel Sünden dir die Woche ladet auf: an diesem Tag mit Bitten Gnade kauf. Leg ab die Last, geb, Gottes Wort zu hören; dies laß dich heut die Wochenwege lehren. 6. Sechs Tage dich Gott segnet, schützt und nährt: heut er dafür mit Dank will sein geehrt. Der erste soll heut für die andern bitten, daß Gott sie woll mit Segen überschütten. 7. Gott wöchentlich gibt sieben Tage dir: gib einen du, den ersten, ihm dafür; der erste wird die andern sechse zieren, wirst du beut Gott im Mund und Herzen führen. 8. Am ersten du nach Gottes Reiche tracht, obschon die Welt nur deiner Andacht lacht; der Schad ist ihr, dir aber wirds gedeiben; Gott alles Glück auf dich wird reichlich streuen. 9. An diesem Tag hab deine Lust am Herrn; was dein Herz wünscht, wird er dir geben gern; befiehl Gott heut all deine Weg 10. Wirst aber du ihm nebmen seinen Tag, so macht er dir die sechse voller Plag. Wer ehret Gott, den ehrt er auch auf Erden; wer ihn veracht, soll auch verachtet werden. Sigm. b. Birken, geb. 1626, † 1681. Mel. Gott des Himmels 2c. 33. Großer Gott von aiten Zeiten, dessen Hand die Welt regiert, dessen Treu auf allen Seiten mich von Jugend auf geführt; heute weckt des Tages Lauf mich zu lauter Andacht auf. 2. Ach, wie lieb ich diese Stunden; denn sie sind des Herren Fest, das mit so viel Trost verbunden, da mein Gott mich ruhen läßt und durch seinen guten Geist mir den Weg zum Himmel weist. 3. Habe Dank für deinen Morgen, der mir Zeit zum Guten schenkt. Das sind unsre besten Sorgen, wenn der Mensch an Gott gedenkt und von Herzen bet und singt, daß es durch die Wolken dringt. 4. Was ist schöner als Gott dienen, was ist süßer als sein Wort, da wir sammeln wie die Bienen und den Honig tragen fort; selig ist, wer Tag und Nacht also nach dem Himmel tracht. 5. O mein Gott, sprich selber Amen, denn wir sind dein Eigentum; alles preise deinen Namen, alles mehre deinen Ruhm, bis es fünftig wird geschehn, daß wir dich im Himmel sehn. Kafp. Neumann, geb. 1648,+ 1716. Sonntags und allgemeine Gottesdienstlieder. Gigne Melodie. 34. Be Deichwertes Herz, leg ab die Sorgen, erhebe dich, gebücktes Haupt; es kommt der angenehme Morgen, da Gott zu ruben bat erlaubt, da Gott zu ruhen bat befoblen und selbst die Rube eingeweibt; auf, auf, du bast vorhin viel Zeit dem Dienst des Herren abgestohlen. 2. Auf, laß Ägyptens eitles Wesen, die Stoppeln und die Ziegeln, stehn; du sollst betautes Manna lesen und in des Herren Tempel gehn, ihm zu bezahlen deine Pflichten und zur Vermehrung seines Ruhms die Werke deines Priestertums in tiefster Andacht zu verrichten. 22 3. Mein Gott, ich bin vor dir erschienen und gebe auf dein Winken acht; wie kann ich dir gefällig dienen, wenn mich dein Geist nicht tüchtig macht? Wie wird mein Herz in dir erfreuet, wenn er nicht stillt der Sünden Qual? Wie bet ich, wenn er meine Schal mit reinem Weibrauch nicht bestreuet? 4. Kann meine Harfe lieblich flingen, wenn sie dein Finger nicht berührt? Kann ich die distre Nacht durchdringen, wenn dieser Leitstern mich nicht führt? Kann ich ein süßes Opfer werden, wenn diese Flamm nicht in mich fährt und mich in deiner Lieb verzehrt und hebet von dem Staub der Grden? 5. Mein Jejus bat mein Herz so teuer zu seinem Tempel eingeweibt; hier ist sein Herd, hier ist sein Feuer, die Fülle seiner Herrlichkeit, sein Heiligtum, sein Stubl der Gnade, sein Licht und Recht; das Himmelsbrot, die Geistesfrucht, und sein Gebot erfüllen diese Bundeslade. 6. Herr, höre, was ich innig bitte, vergönne meiner frommen Seel, die Thür zu büten deiner Hütte, die ich vor großen Schlössern wähl. Paradies, o liebste Kirche, o Außenwerk, o feste Pfort der Gottesstadt, o stiller Port, o Zions schönstes Vorgebirge. 7. Hier such ich mir ein Nest zu bauen; hier find ich meinem Grab ein Mal. Indessen geb sich mir zu schauen, o Lebenslicht, dein Gnadenstrahl, so feir ich recht den Tag der Sonnen, so hab ich meine Rub in dir; ach, habe du dein Werk in mir, vollführe, was du bast begonnen. 8. Wann sich des Lebens Werktag enden, so ruh von allem Frondienst los mein Geist in deinen Vaterhänden, mein Leib in seiner Mutter Schoß, bis bei des feiern wird dort oben, wo man in ficherm Frieden ruht, nichts denket, redet oder thut, als dich zu lieben, dich zu loben. Christoph Wegleiter, geb. 1659,+ 1706. Mel. Unser Herrscher, unser 2c. 35. Thut mir auf die schöne Pferte, führt in Gottes Haus mich ein; ach, wie wird an dies sem Orte meine Seele fröblich sein! Hier ist Gottes Angesicht; hier ist lauter Trost und Licht. 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen, komme du nun auch zu mir. Wo du Wohnung hast genommen, da ist lauter Himmel bier. Beuch Sonntags und allgemeine Gottesdienstlieder. 23 Herr, und schauen dich von Angeficht im ewgen Heil und selgem Licht. doch in mein Herze ein, laß es deinen Tempel sein. 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, beilge du Leib, Seel und Geist, daß mein Singen und mein Beten ein gefällig Opfer beißt. Heilge du. Herr, Mund und Ohr, zeuch das Herze ganz empor. 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Samkorn in mich fällt; gib mir Licht in dem Verstande, und was mir wird vorgestellt, präge meinem Herzen ein, laß es mir zur Frucht gedeihn. 5. Stärk in mir den schwachen Glauben, laß dein teures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rauben; balte stets dein Wort mir für, daß es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich bören, und dein Wille werd erfüllt. Nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; speise mich mit Himmelsbrot, tröste mich in aller Not. Benj. Schmold, geb. 1672,+ 1787. Eigne Melodie. 36. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend, dein beilgen Geist du zu uns send, mit Lieb und Gnad er uns regier und uns den Weg zur Wahrheit fübr. 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein, bereit das Herz zur Andacht sein, den Glauben mehr. stärf den Verstand, daß uns dein Nam werd wohlbekannt; 3. Bis wir fingen mit Gottes Heer: Heilig, beilig ist Gott der 4. Ghr sei dem Vater und dem Sobn, dem heilgen Geist in einem Thron, der heiligen Dretfaltigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit! Herzog Wilhelm II. von SachsenWeimar, geb. 1598,+ 1662. Mel. Herr Jesu Chrift, dich 2c. 37. Herr, öffne mir die Herzensthür, zeuch mein Herz durch dein Wort zu dir, laß mich dein Wort bewahren rein, laß mich dein Kind und Erbe sein. 2. Dein Wort bewegt des Herzens Grund; dein Wort macht Leib und Seel gesund; dein Wort ist, das mein Herz erfreut; dein Wort gibt Trost und Seligkeit. 3. Ghr sei dem Vater und dem Sohn, dem beilgen Geist in einem Thron, der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Gwigkeit! Joh. Olearius, geb. 1611,+ 1884. Mel. Herr Jesu Chrift, sich zc. 38. D Gott, du höchster Gnadenbort, verleih, daß uns dein göttlich Wort von Ohren so zu Herzen dring, daß es sein Kraft und Schein vollbring. 2. Der einig Glaub ist diese Kraft, der fest an Jesu Christo baft; die Werk der Lieb find dieser Schein, dadurch wir Christi Jünger sein. 3. Verschaff bei uns auch, lieber Herr, daß wir durch deinen Geist je mehr in deim Erkenntnis 24 Sonntags und allgemeine Gottesdienstlieder. nehmen zu und endlich bei dir finden Rub. Ronrab Hubert, geb. 1507,+ 1577. Eigne Melodie. 39. Liebster Jesu, wir sind Hartmann Schent, geb. 1684, † 1681. Mel. Liester Jesu, wir sind 2c. hier, dich und dein Wort anzuhören; lenke Sinnen und Begier 41. Herr, vor deinem Angeauf die süßen Himmelslebren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsternis umbüllet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit bellem Licht erfüllet; Gutes denken, thun und dichten mußt du selbst in uns verrichten. sicht hat die Andacht uns versammelt. Ach, verwirf die Bitten nicht, die dein Volk dir, Höchster, stammelt! Hör auf unsre schwachen Lieder und sieb gnädig auf uns nieder. 2. Laß dein Wort, das hier erschallt, viele gute Früchte bring3. D du Glanz der Herrlichen und mit göttlicher Gewalt keit, Licht vom Licht aus Gott tief in unsre Seelen dringen. geboren, mach uns allesamt be- Laß es unfern Sinn erneuen und reit, öffne Herzen, Mund und das Herz mit Trost erfreuen. Obren; unser Bitten, Flehn und Singen laß, Herr Jesu, wohl gelingen. 3. Dein Gebot mach uns bekannt, und bilf selbst es treulich üben, dich und den, den du ges fandt, Jesum Christum, berzlich lieben, daß kein Schmerz und feine Freude uns von deiner Liebe scheide. Tobias Clausniger, geb. 1619,+1684. Mel. Liebster Jesu, wir sind zc. 40. Nun Gott Lob! es ist voll bracht Singen, Beten, Lehren, Hören; Gott hat alles wohl gemacht, drum laßt uns sein Lob vermebren; unser Gott sei hochgepreiset, daß er uns so wohl gespeiset. 2. Weil der Gottesdienst ist aus, und uns mitgeteilt der Segen; so gehn wir mit Freud nach Haus, wandeln fein auf Gottes Wegen. Gottes Geist uns ferner leite und uns alle wobl bereite. maßen, segne unser täglich Brot, segne unser Thun und Lassen, fegne uns mit selgem Sterben und mach uns zu Himmelserben. 3. Unsern Ausgang segne Gett, unsern Gingang gleicherDan. Schiebeler, geb. 1741,+ 1771. Mel. O Gott, du frommer 2c. 42. Bleib ja bei mir, mein Gott, laß mich dein Wort regieren, so wird kein Irrweg mich betrüben noch verführen; komm zu mir durch dein Wort, komm in der letzten Not, bring mich zur Friedensstadt, ins Leben durch den Tod. Freud, wenn diese Welt ver2. Komm mir zu Trost und gebet, wenn Himmel. Erde, Gut und Ehr nicht mehr bestehet, und führ mich in dein Reich zu deiner Adventlieder. 25 Herrlichkeit, mein König, daß ich höret, daß die Herzen fort und dich dort lob in Ewigkeit. fort bleiben von dem Geist gelebret, der uns durch das Wort erbaue, daß man dessen Früchte Mel. Liebster Jesu, wir sind 2c. 43. Gott verfiegle nun das schaue. Wort in uns, das wir anges Bweite Abteilung. Fest- und Feiertagslieder. I. Die hohen Feste und Festzeiten. Adventlieder. Eigne Melodie. 44. Ma acht hoch die Thür, die Thor macht weit! Es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden fingt: Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Nat. 2. Er ist gerecht, ein Helfer wert, Sanftmütigkeit ist sein Gefährt, sein Königskron ist Heiligkeit, sein Zepter ist Barm herzigkeit; all unsre Not zum End er bringt, derhalben jauchzt, mit Freuden fingt: Gelobet jei mein Gott, mein Heiland groß von That. 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat! Wohl allen Herzen ins ein! Er ist die rechte Freudengemein, da dieser König ziehet sonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet set mein Gott, mein Tröster früb und spat. 4. Macht hoch die Thür, die Thor macht weit, eur Herz zum Tempel zubereit; die Zweiglein der Gottseligkeit steckt auf mit Andacht, Lust und Freud; so fommt der König auch zu euch. ja Heil und Leben mit zugleich. Gelsbet sei mein Gott voll Rat. voll That, voll Gnad. 5. Komm, o mein Heiland. Jesu Christ, meins Herzens Thür dir offen ist; ach, zeuch mit dei 26 ner Gnade ein, dein Freundlichfeit auch uns erschein; dein beilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit. Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr! Georg Weiffel, geb. 1590,+ 1635. Viel. Nun komm der Heiden 2c. 45. Gott sei Dank durch alle Welt, der sein Wort beständig hält und der Sünder Trost und Rat zu uns bergewendet hat. 2. Was der alten Väter Schar höchster Wunsch und Sehnung war, und was sie geprophezeit, ist erfüllt nach Herrlichkeit. 3. Zions Hilf und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jungfrau Sohn, der wohl zweiges stammte Held, bat fich freulich eingestellt. Adventlieder. 4. Sei willkommen, o mein Heil! dir Hosanna, o mein Teil! Richte du auch eine Bahn dir in meinem Herzen an. 5. Zeuch, du Ebrenkönig, ein, es gehöret dir allein; mach es, wie du gerne thust, rein von allem Sündenwust. 6. Und gleichwie dein Zufunft war voller Sanftmut, ohn Gefahr, also sei auch jederzeit deine Sanftmut mir bereit. fürst, prächtig wieder kommen wirst, ich dir mög entgegengebn und vor dir gerecht bestehn. Beinrich Held, um 1848. Mel. Herr Gott, dich loben alle zc. 46. Herr Jesu Christe, Gottes Sobn, der du vom hoben Himmelstbron herab bist kommen in die Welt und uns zu gut dich eingestellt: 2. Wir danken dir mit Herz und Mund demütiglich zu aller Stund, daß du uns schenfest zum Erbteil durch dein Zukunft das ewge Heil. 3. Wir bitten dich, o treuer Herr, weil nun das End nicht mehr ist fern, du wollest und zu Gnaden dein dir lassen stets befoblen sein. 4. Hilf, daß wir leben würlich, daß wir lieben und loben diglich und in dir sterben seligdich hier zeitlich und dort ewiglich. Davib Behme, geb. 1605,+ 1657. Mel. Ach, was soll ich Sünder c. 47. Kommst du, kommst du, Licht der Heiden? Ja, du kommst und säumest nicht, weil du weißt, was uns gebricht. O du starter Trost im Leiden, Jesu, meines Herzens Thür steht dir offen, fomm zu mir. du john! 2. Ja, du bist bereits zugegen, Weltbeiland, JungfraunMeine Sinnen spüren schon deinen gnadenvollen Segen und die Wunder deiner Kraft, welche Frucht und Leben schafft. 3. Adle mich durch deine Liebe, ser nimm mein Flehen hin! 7. Tröste, tröste meinen Sinn, weil ich schwach und blöde bin, und des Satans schlaue List sich zu hoch vor mir vermißt. 8. Tritt der Schlangen Kopf entzwei, daß ich, aller Ängsten frei, dir im Glauben um und an selig bleibe zugetban; 9. Daß, wenn du, du fetens B Giessen Adventlieder. Schaffe, daß mein Geist und Sinn sich in deinem Lieben übe; sonst zu lieben dich, mein Licht, stebt in meinen Kräften nicht. 4. Jesu, rege mein Gemüte, Jesu, öffne mir den Mund, daß dich meines Herzens Grund innig preise für die Güte, die du mir, o Seelengast, lebenslang erwiesen hast. 5. Laß durch deines Geistes Gaben: Liebe, Glauben und Geduld und Bereuung meiner Schuld, mich zu dir sein hoch erhaben; dann so will ich für und für Hofianna singen dir. Ernst Christoph Homburg, geb. 1605,+1681. Mel. Valet will ich dir 2c. 48./₁ Sie soll ich dich empfangen und wie begegn' ich dir? O aller Welt Verlangen, o meiner Seelen Zier! O Jesu, Jesu, seße mir selbst die Fackel bei, damit, was dich ergöße, mir fund und wissend sei. 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn. Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis und deinem Namen dienen, so gut es fann und weiß. / 3. Was hast du unterlassen zu meinem Trost und Freud? Als Leib und Seele saßen in ihrem größten Reid, als mir das Reich genommen, da Fried und Freude lacht, da bist du, mein Heil, kommen und hast mich froh gemacht, / 4. Ich lag in schweren Banten, du kommst und machst mich los; ich stund in Svott und Schanden, 27 du kommit und machst mich groß und bebst mich boch zu Ehren und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie irdisch Reichtum thut./ / 5. Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Himmelszelt, als das geliebte Lieben, damit du alle Welt in ihren tausend Plagen und großen Jammerlast, die kein Mund aus fann sagen, so fest umfangen hast/ 6. Das schreib dir in dein Herze, du herzbetrübtes Heer, bei denen Gram und Schmerze sich häuft je mehr und mehr. Seid unverzagt! ihr babet die Hilfe vor der Thür; der eure Herzen labet und tröstet, stebt allbier/ 7. Jhr dürft euch nicht bemühen, noch sorgen Tag und Nacht, wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armes Macht. Er kommt, er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust, all Angst und Not zu stillen, die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken vor eurer Sündenschuld. Nein, Jesus will fie decken mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zum Trost und wahren Heil, schafft, daß bei Gottes Kindern verbleib ihr Erb und Teil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien der Feind und ihrer Tück? Der Herr wird sie zerstreuen in einem Augenblick. Er kommt, er kommt, ein König, dem wahrlich alle Feind auf Erden viel zu wenig zum Widerstande seind. 10. Er kommt zum Weltges 28 richte, zum Fluch dem, der ihm flucht, mit Gnad und süßem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, o Sonne! und bol uns allzumal zum ewgen Licht und Wonne in deinen Freudensaal./ Paul Gerharbt, geb. 1607, † 1676. Adventlieder. Mel. Aus meines Herzens 2c. 49. Nun jauchzet all, ihr Frommen, zu dieser Gnadenzeit, weil unser Heil ist kommen, der Herr der Herrlichkeit; zwar ohne stolze Pracht, doch mächtig, zu verheeren und gänzlich zu zerstören des Teufels Reich und Macht. 2. Kein Zepter, feine Krone sucht er auf dieser Welt; im hoben Himmelsthrone ist ihm sein Reich bestellt. Er will hier seine Macht und Majestät verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden bat vollbracht. 3. Jbr Mächtigen auf Erden, nebmit diesen König an, wollt ihr beraten werden und gehn die rechte Bahn, die nach dem Himmel führt; sonst, wo ihr ihn vers achtet und nur nach Hoheit trach tet, des Höchsten Zorn euch rührt. 4. Jhr Armen und Glenden in dieser bösen Zeit, die ihr an allen Enden müßt haben Angst und Leid, seid dennoch wohlgemut, laßt eure Lieder klingen und thut dem König fingen; der ist eur höchstes Gut. 5. Er wird nun bald erscheinen in seiner Herrlichkeit und all eur Klag und Weinen verwandelen in Freud. Er ists, der belfen kann; balt't eure Lampen fertig und seid stets sein gewärtig, er ist schon auf der Bahn. Mich. Schirmer, geb. 1606,+ 1673. Mel. Von Gott will ich zc. 50. Mit Ernst, o Menscher finder, das Herz in euch bestellt; bald wird das Heil der Sünder, der wunderstarke Held, den Gott aus Gnad allein der Welt zum Licht und Leben versprochen hat zu geben, bei allen febren ein. 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast; macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haßt. Macht alle Bahnen recht, die Thal laßt sein erhöhet; macht niedrig, was hoch stehet, was krumm ist, gleich und schlecht. 3. Gin Herz, das Demut liebet, bei Gott am höchsten steht; ein Herz, das Hochmut übet, mit Angst zu Grunde geht, ein Herz, das richtig ist und folget Gottes Leiten, das kann sich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach, mache du mich Armen in dieser heilgen Zeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit! Zeuch in mein Herz binein vom Stall und von der Krippen. so werden Herz und Lippen dir ewig dankbar ſein. ntin Thilo, geb. 1607, † 1662. Mel. Ach, was soll ich Sünder zc. 51. Hofianna Davids Sohne! der jetzt bei uns febret ein, der soll hochgelobet sein, der da kommt vom Himmelsthrone. Adventlieder. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh! 2. Den die Alten mit Verlangen oft gewünscht, gerufen oft, seinen Eintritt stets gehofft, der läßt sich von uns empfangen. Durch die Welt erschall und geh: Hosanna in der Höb! 3. Friede muß vom Himmel tauen; denn erschienen ist die Zeit, daß der Herr der Herrlichfeit sich im Fleische lässet schauen. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höb! 4. Kommt, dem Könige zu hulden treu nach linterthanenpflicht; denn ihr sollet ferner nicht fremde Dienstbarkeit erdulden. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höb! 5. Kommet her, ihr blöden Herzen, seht des Herren Sanft mut an; seine Gütigkeit die kann beilen alle Sündenschmerzen. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh! 6. Sebt, ihr Sünder, den Gerechten, der euch seine Heiligkeit anlegt als ein Ehrenkleid und will euer Recht verfechten. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh! 7. Sebt den Helfer willig fommen, euch zu raten in der Not, in dem Leben, in dem Tod, den er hat auf sich genommen. Durch die Welt erschall und geh: Hofianna in der Höb! 8. Seht, ihr Armen, seht den Armen, der von seiner Armut euch bier und ewig machet reich; er will euer sich erbarmen. Durch die Welt erschall und geh: Hofianna in der Höh! 29 9. Herr, o Herr, laß wohl ges lingen! Diesen Tag bast du ges macht, dieser Tag hat Freuden bracht; drum wir alle billig fingen: durch die Welt erschall und geb: Hosianna in der Höh! 10. Hofianna Davids Sohne! der jetzt bei uns febret ein, der soll hochgelobet sein, der da kommt vom Himmelsthrone. Durch die Welt erschall und geh: Hosianna in der Höh! Christian Rehmann, geb. 1607,+ 1662. Me I. Aus meines Herzens c. 52. A₁ uf, auf, ihr Reichsgenossen! Eur König kommt heran, empfabet unverdrossen den großen Wundermann! Jbr Christen, gebt herfür, laßt uns vor allen Dingen ihm Hosiannasingen mit heiliger Begier. 2. Auf, ihr betrübten Herzen, der König ist gar nah; hinweg all Angst und Schmerzen, der Helfer ist schon da! Seht, wie so mancher Ort bochtröstlich ist zu nennen, da wir ihn finden können im Nachtmahl, Tauf und Wort. 3. Auf, auf, ihr Vielgeplagten, der König ist nicht fern; seid fröblich, ihr Verzagten, dort kommt der Morgenstern; der Herr will in der Not mit reichem Trost euch speisen, er will euch Hilf erweisen, ja dämpfen gar den Tod. 4. Nun hört, ihr frechen Sünder: der König merket drauf, wenn ihr verlornen Kinder in vollem Lasterlauf auf Arges seid bedacht, ja thut es obne Sorgen; gar nichts ist ihm verborgen, er gibt auf alles acht. 30 5. Seid fromm, ihr Unterthanen, der König ist gerecht; laßt uns den Weg ihm bahnen und machen alles schlecht. Fürwahr, er meint es gut; drum lasset uns die Plagen, welch er uns schickt, ertragen mit uners schrocknem Mut. 6. Frisch auf in Gott, ihr Armen, der König sorgt für euch; er will durch sein Erbarmen euch machen groß und reich; der an ein Tier gedacht, der wird auch euch ernähren; was Menschen nur begehren, das steht in seiner Macht. Adventlieder. 7. Frisch auf, ihr Hochbetrübten, der König kommt mit Macht; an uns, sein Herzgeliebten, hat er schon längst gedacht. Nun wird kein Angst noch Pein noch Zorn hinfür uns schaden; dieweil uns Gott aus Gnaden läßt seine Kinder sein. 8. So lauft mit schnellen Schritten, den König zu besebn, dieweil er kommt geritten stark, berrlich, sanft und schön. Nun tretet all heran, den Heiland zu begrüßen, der alles Kreuz versüßen und uns erlösen fann. 9. Der König will bedenken die, welch er herzlich liebt, mit köstlichen Geschenken, als der sich selbst uns gibt durch seine Gnad und Wort. Ja, König hocherboben, wir alle wollen loben dich freudig bier und dort. 10. Run, Herr, du gibst uns reichlich, wirst selbst doch arm und schwach; du liebest unvergleichlich, du jagit den Sündern nach: drum wollen wir all ein die Stimmen hoch erschwingen, ein Hosianna singen und ewig dankbar sein. Joh. Rist, geb. 1607,+ 1667. Mel. Meinen Jesum zc. 53. Sofianna! Davids Sohn kommt in Zion eingezogen. Auf. bereitet ihm den Thron, seßt ihm tausend Ehrenbogen, streuet Palmen, machet Bahn, daß er Einzug balten kann. 2. Hosianna, sei gegrüßt! Komm, wir geben dir entgegen. Unser Herz ist schon gerüst, will sich dir zu Füßen legen. Zeuch in deinen Thoren ein; du sollst uns willkommen sein. 3. Hosianna! Friedensfürst, Ehrenkönig, Held im Streite, alles, was du bringen wirst, das ist unsre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht, und dein Reich allein besteht. 4. Hosianna! lieber Gast, wir sind deine Reichsgenossen, die du dir erwäblet hast: ach, so laß uns unverdrossen deinem Zepter dienstbar sein, herrsche du in uns allein. 5. Hosianna! komme bald, die Verbeißung zu erfüllen. Sollte gleich die Knechtsgestalt deine Majestät verhüllen, o so kennet Zion schon seinen Herrn und Davids Sohn. 6. Hosianna! steh uns bei; o Herr, hilf, laß wohl gelingen, daß wir ohne Heuchelei dir das Herz zum Opfer bringen. Du nimmst keinen Jünger an, der dir nicht geborchen kann. 7. Hosianna nah und fern! Gile, bei uns einzugehen. Du Gesegneter des Herrn, warum Anfang des Kirchenjahres. willst du draußen stehen? Hos anna, bist du da? Ja, du kommst, Halleluja! Benjamin Schmold, geb. 1672,+ 1737. Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. 54. Sieh, dein König kommt zu dir! Seele, das sind frohe Worte; sprich: mein König, komm zu mir, sieh, ich öffne dir die Pforte, zeuch mit deiner Sanftmut ein; was du findest, das ist dein. 2. Komm, ich bin dein Eigentum schon seit deinem Wasserbade; komm, dein Evangelium werde mir ein Wort der Gnade; du schickst ja dein Wort voran, daß mein König kommen kann. 3. Komm und räume alles aus, was du bassest, was mich reuet; komm und reinige dein Haus, das die Sünde hat entweibet. Mache selbst mit deinem Blut alles wie der rein und gut. 4. Komm in deinem Abendmahl, das du uns zum Heil gegeben, daß wir schon im Erdenthal mit dir als im Himmel leben. Komm, Herr Jesu, leb in mir, und mein Leben sei in dir! 5. Komm und bring den Tröfter mit, deinen Geist, der dich verkläret, der mich im Gebet vertritt und des Königs Willen lehret, daß ich bis auf jenen Tag: Komm, Herr Jesu! rufen mag. Ph. Fr. Hiller, geb. 1699,+ 1769. Anfang des Kirchenjahres. Mel. Gelobet feift bu, Jefu Chrift zc. 55. Nun kommt das neue Kirchenjahr, des freut sich alle 31 Christenschar; dein König kommt, drum freue dich, du wertes Zion, ewiglich, Halleluja! 2. Wir hören noch das Gnadenwort vom Anfang immer wieder fort, das uns den Weg zum Leben weist; Gott sei für seine Gnad gepreist, Halleluja! 3. Gott, was uns deine Wahrheit lebrt, die unsern Glauben stets vermehrt, laß in uns bleiben, daß wir dir Lob und Preis sagen für und für, Halleluja! Joh. Olearius, geb. 1611,+ 1684. Del. Nun freut euch, lieben 2c. 56. Gott Lob! ein neues Kirchenjahr macht uns die große Treue des ewgen Gottes offenbar; und nun will er aufs neue den alten hochbeschwornen Bund, den einzig festen Glaubensgrund, durch seinen Geist uns lehren. 2. Auf, Zion, Preis und Ehr und Ruhm dem höchsten Herrn zu singen! Dein königliches Priestertum muß Dank zum Opfer bringen. Gelobt sei Gott, der durch sein Wort die Christenheit und diesen Ort zu seinem Tempel weibet. 3. Wir sind nicht wert der neuen Huld des Gottes aller Gnaden. Des alten Menschen alte Schuld, die wir auf uns geladen, nimmt unsern eignen Ruhm dabin; denn sie bewies den alten Sinn noch stets mit neuen Sünden. 4. Ach, Herr, gib uns den neuen Geist und mach uns durch die Güte, die sich an uns aufs neu erweist, erneuert im Gemüte. Den neuen Menschen zieb uns Weihnachtslieder. 32 an, der dir allein gefallen kann in seinem ganzen Leben. 5. Hiezu erhalt uns, Herr, dein Wort samt Tauf und Abendmable, so wandern wir mit Freuden fort in diesem finstern Thale. Herr, segne dieses Kirchenjabr, laß Kirche, Schul, Tauf und Altar uns deine Wege zeigen. 6. Gib deinen Hirten Kraft und Geist zu reiner Lehr und Leben, dein Wort, das Gottes Eigne Melodie. 57. Gelobet feist du, Jesu geboren Christ, daß du Mensch bist von einer Jungfrau, das ist wahr; des freuet sich der Engel Schar. Kyrieleis. Weide heißt, der Herde rein zu geben; laß alle Hörer Thäter sein, damit kein beuchlerischer Schein des Glaubens Kraft verleugne. Weihnachtslieder. 2. Des ewgen Vaters einig Kind jetzt man in der Krippen findt; in unser armes Fleisch und Blut verkleidet sich das ewig Gut. Kyrieleis. 7. So balten und vollenden wir das Kirchenjahr auf Erden; dabei befehlen wir es dir, wie wir es enden werden. Hier bleibt die Kirche noch im Streit; kommt aber einst die Ewigkeit, dann wird sie triumphieren. peinr. Cornel. Heder, geb. 1099,+ 1748. uns Erben in seim Saal. Kyrieleis. 6. Er ist auf Erden kommen arm, daß er unser sich erbarm und seinen lieben Engeln gleich. und in dem Himmel mache reich Kyrieleis. than, sein groß Lieb zu zeigen 7. Das hat er alles uns gean. Des freu sich alle Christens beit und dank ihm des in Ewigfeit. Kyrieleis. Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. 3. Den aller Weltkreis nie beschloß, der liegt in Marien Schoß; er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding erhält Ein Kinderlied auf die Weihnach. allein. Kyrieleis. ten vom Kindlein Jesu. X4. Das ewig Licht geht da berein, gibt der Welt ein neuen Schein; es leucht wohl mitten in der Nacht und uns des Lichtes Kinder macht. Kyrieleis. X 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, ein Gast in der Welt bie ward, und führt uns aus dem Jammerthal, er macht Eigne Melodie. 58. Vom Himmel hoch da komm ich her, ich bring euch gute neue Mär, der guten Mär bring ich so viel, davon ich sing'n und sagen will. 2. Guch ist ein Kindlein beut geborn von einer Jungfrau aus Weihnachtslieder. erforn, ein Kindelein so zart und fein, das soll eur Freud und Wonne sein. 3. Es ist der Herr Christ, unser Gott, der will euch führn aus aller Not. Er will eur Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein. 4.( r bringt euch alle Seligfeit, die Gott, der Vater, bat bereit, daß ihr mit uns im Himmelreich sollt leben nun und ewiglich. 5. So merfet nun das Zeichen recht, die Krippen, Windelein so schlecht; da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt. 6. Des laßt uns alle fröhlich sein und mit den Hirten gehn binein, zu sehn, was Gott uns bat beschert, mit seinem lieben Sohn verehrt. 7. Merk auf, mein Herz, und sieb dort bin: was liegt doch in dem Krivvelein? was ist das Schöne Kindelein? es ist das liebe Jeſulein. 8. Bis willekomm, du edler Gast, den Sünder nicht ver schmäbet hast, und kommst ins Elend her zu mir: wie soll ich immer danken dir? 9. Ach Herr, du Schöpfer aller Ding, wie bist du worden so ge= ring, daß du da liegst auf dürrem Gras, davon ein Rind und Esel aß. 33 und Windelein, drauf du, König so groß und reich, berprangst, als wäre dein Himmelreich. 10. Und wär die Welt vielmal so weit, von Edelstein und Gold bereit, so wär sie doch dir viel zu flein, zu sein ein enges Wiegelein. 11. Der Sammet und die Seiden dein, das ist grob Heu 12. Das hat also gefallen dir, die Wahrheit anzuzeigen mir: wie aller Welt Macht, Ehr und Gut für dir nichts gilt, nichts hilft, noch thut. 13. Ach, mein herzliebes Jesulein, mach dir ein rein sanft Bettelein, zu ruhen in meins Herzens Schrein, daß ich nimmer vergesse dein. 14. Davon ich allzeit fröhlich sei, zu springen, fingen immer frei das rechte Susannine schon, mit Herzenslust den süßen Ton. 15. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, der uns schenkt seinen eingen Sohn; des freuen sich der Engel Schar und fingen uns solch neues Jahr. Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. Mel. Vom Himmel hoch zc. 59. Vom Himmel kam der Engel Schar, erschien den Hirten offenbar; sie sagten ibn'n: ein Kindlein zart, das liegt dort in der Krippen hart, 2. Zu Bethlehem, in Davids Stadt, wie Micha das verkündet hat; es ist der Herre Jesus Christ, der euer aller Heiland ist. 3. Des sollt ihr billig fröblich sein, daß Gott mit euch ist worden ein; er ist geborn eur Fleisch und Blut, eur Bruder ist das ewig Gut. 4. Was kann euch thun die Sünd und Tod? ihr habt mit euch den wahren Gott. Laßt zürnen Teufel und die Höll: Gotts Sobn ist worden eur Gesell. 3 Weihnachtslieder. 34 5. Er will und kann euch lassen nicht, segt ihr auf ihn eur Zuversicht. Es mögen euch vtel fechten an: dem sei Trog, ders nicht lassen kann. 6. Zuleßt müßt ihr doch haben recht; ihr seid nun worden Gotts Geschlecht. Des danket Gott in Ewigkeit, geduldig, fröhlich allezeit. Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. Eigne Melodie. 60. Gott ottes Sohn ist kommen uns allen zu Frommen bie auf diese Erden in armen Gebärden, daß er uns von Sünde freiet und entbünde. 2. Die fich sein nicht schämen und sein Dienst annehmen durch ein rechten Glauben, mit ganz zem Vertrauen, denen wird er eben ihre Sünd vergeben. 3. Die also bekleiben und beständig bleiben, dem Herren in allem trachten zu gefallen, die werden mit Freuden auch von hinnen scheiden. 4. Gi nun, Herre Jesu, schicke unser Herzen zu, daß wir alle Stunden rechtgläubig erfunden darinnen verscheiden zur ewigen Freuden. Joh. Horn,+ 1547 Eigne Melodie. 61. Lobt Gott, ihr Ghristen, alle gleich in seinem höchsten Thron, der beut schleußt auf sein Himmelreich und schenkt uns ſeinen Sohn.:,: 2. Er kommt aus seines Vaters Schoß und wird ein Kind lein klein; er liegt dort elend, nackt und bloß in einem Krippelein.:,: 3. Er äußert sich all ſeiner G'walt, wird niedrig und gering, und nimmt an sich eins Knechts Gestalt, der Schöpfer aller Ding.:,: 4. Er liegt an seiner Mutter Brust; ihr Milch, die ist sein Speis, an dem die Engel sehn ihr Lust, denn er ist Davids Reis,:,: 5. Das aus seim Stamm entsprießen sollt in dieser letzten Zeit, durch welchen Gott auf richten wollt sein Reich, die Christenheit.:,: 6. Gr wechselt mit uns wunderlich: Fleisch und Blut nimmt er an, und gibt uns in seins Vaters Reich die klare Gottheit dran.:,: 7. Er wird ein Knecht und ich ein Herr; das mag ein Wechsel ſein! Wie könnt er doch sein freundlicher, der liebe Jesus mein!:,: 8. Heut schleußt er wieder auf die Thür zum schönen Paradeis der Cherub steht nicht mehr dafür; Gott sei Lob, Ehr und Preis!:,: Nitol. Berma+ 1561. Eigne Melodie. 62. Fröhlich soll mein Herze springen dieser Zeit, da vor Freud alle Engel singen. Hört, bört, wie mit vollen Choren alle Luft laute ruft: Christus ist geboren! 2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, der die Welt reißt aus allem Jammer. Gott Weihnachtslieder. wird Mensch, dir Mensch zu gute; Gottes Kind, das verbindt sich mit unserm Blute. 3. Sollt uns Gott nun können hassen, der uns gibt, was er liebt über alle Maßen? Gott gibt, unserm Leid zu wehren, seinen Sohn aus dem Thron seiner Macht und Ehren. 4. Sollte von uns sein gekehret, der sein Reich und zugleich sich selbst uns verehret? Sollt uns Gottes Sohn nicht lieben, der jetzt kömmt, von uns nimmt, was uns will betrüben? 5. Er nimmt auf sich, was auf Erden wir gethan, gibt sich an unser Lamm zu werden; unser Lamm, das für uns stirbet und bei Gott für den Tod Heil und Fried erwirbet. 35 der in Gil machet heil die vergiften Wunden. 10. Die ihr arm seid und elende, kommt berbei, füllet frei eures Glaubens Hände. Hier find alle gute Gaben und das Gold, da ihr sollt euer Herz mit laben. 11. Süßes Heil! laß dich umfangen, laß mich dir, meine Zier, unverrückt anhangen. Du bist meines Lebens Leben: nun kann ich mich durch dich wohl zufrieden geben. 12. Ich bin rein um deinetwillen; du gibst gnug Ehr und Schmuck mich drin einzubüllen. Ich will dich ins Herze schließen, o mein Ruhm, edle Blum, laß dich recht genießen. 13. Ich will dich mit Fleiß bewahren; ich will dir leben hier, dir will ich abfahren. Mit dir will ich endlich schweben voller Freud obne Zeit dort im andern Leben. 6. Nun er liegt in seiner Krippen, ruft zu sich mich und dich, spricht mit süßen Lippen: lasset fahrn, o lieben Brüder, was euch quält, was euch fehlt; ich bring alles wieder. Paul Gerhardt, geb. 1607,+1676. Mel. Gelobet seist du, Jesu 2c. 7. Gi, so kommt und laßt uns laufen! Stellt euch ein, groß 63. Wir fingen dir, Immaund klein, kommt mit großen Haufen! Liebt den, der vor Liebe brennet, schaut den Stern, der uns gern Licht und Labsal gönnet. nuel, du Lebensfürst und Gnadenquell, du Himmetsblum und Morgenstern, du Jungfraunsohn, Herr aller Herrn! Halleluja. 8. Die ihr schwebt in großem Leiden, sehet, hier ist die Thür zu den wahren Freuden. Faßt ihn wohl, er wird euch führen an den Ort, da hinfort euch kein Kreuz wird rühren. 2. Wir singen dir mit deinem Heer aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr, daß du, o lang gewünschter Gast, dich nunmehr eingestellet hast. Halleluja. 9. Wer sich findt beschwert im Herzen, wer empfindt seine Sünd und Gewissensschmerzen, sei getrost: hier wird gefunden, 3. Vom Anfang, da die Welt gemacht, hat so manch Herz nach dir gewacht; dich hat gehofft ſo lange Jahr der Väter und Propheten Schar. Halleluja. 3* 36 4. Vor andern hat dein boch begehrt der Hirt und König deiner Herd, der Mann, der dir so wohl gefiel, wann er dir sang auf Saitenspiel. Halleluja. Weihnachtslieder. 5. Ach, daß der Herr aus Zion käm und unsre Bande von uns nähm! Ach, daß die Hilfe bräch herein, so würde Jakob fröhlich sein! Halleluja. 6. Nun du bist hier, da liegest du, hältst in dem Kripplein deine Ruh; bist klein und machst doch alles groß, bekleidst die Welt und kommst doch bloß. Halleluja. 7. Du kehrst in fremder Hausung ein, und sind doch alle Himmel dein; trinkt Milch aus einer Menschenbrust, und bist doch aller Engel Lust. Halleluja. 8. Du bist der Ursprung aller Freud und duldest so viel Herzeleid; bist aller Heiden Trost und Licht, suchst selber Trost und findst ihn nicht. Halleluja. 9. Du bist der süßte Menschenfreund, doch sind dir so viel Menschen feind; Herodis Herz hält dich für Greul, und biſt doch nichts als lauter Heil. Halleluja. 10. Ich aber, dein geringster Knecht, ich sag es frei und mein es recht: ich liebe dich, doch nicht so viel, als ich dich gerne lieben will. Halleluja. 11. Der Will ist da, die Kraft ist klein, doch wird dir nicht zuwider sein mein armes Herz; und was es kann, wirst du in Gnaden nehmen an. Halleluja. 12. Hast du doch selbst dich schwach gemacht, erwähltest, was die Welt veracht, warst arm und dürftig, nabmst vorlieb da, wo der Mangel dich bintrieb. Halleluja. 13. Darum so hab ich guten Mut, du wirst auch halten mich für gut. O lieber Herr, dein frommer Sinn macht, daß ich so voll Trostes bin. Halleluja. 14. Bin ich gleich Sünd und Laster voll, hab ich gelebt, nicht wie ich soll, ei, kommst du doch deswegen her, daß fich der Sünder zu dir kehr. Halleluja. 15. Hätt ich nicht auf mir Sündenschuld, hätt ich kein Teil an deiner Huld; vergeblich wärst du mir geborn, wenn ich nicht wär in Gottes Zorn. Halleluja. 16. So faß ich dich nun ohne Scheu, du machst mich alles Jammers frei; du trägst den Zorn, erwürgst den Tod, verfehrst in Freud all Angst und Not. Halleluja. 17. Du bist mein Haupt, hinwiederum bin ich dein Glied und Eigentum und will, so viel dein Geist mir gibt, stets dienen dir, wie dirs beliebt. Halleluja. 18. Ich will dein Halleluja bier mit Freuden singen für und für, und dort in deinem Ehrensaal solls schallen ohne Zeit und Zahl. Halleluja. Paul Gerhardt, geb. 1807,+1676. Mel. Valet will ich dir geben zc. 64. Ihr Christen auserforen, hört gute neue Mär; der Heiland ist geboren, er kommt auf Erden her. Des freuen sich dort oben der heilgen Engel Schar, die Gott den Vater loben jetzt und fort immerdar. Weihnachtslieder. 2. So fingen sie mit Schalle: Ihr Christen insgemein, freut euch von Herzen alle ob diesem Kindelein! Euch, euch ist es gegeben, euch ist das Heil bereit, daß ihr bei Gott sollt leben in steter Seligkeit. 3. Kein Mensch fich ja betrübe, denn dieses Kindelein euch bringet Fried und Liebe; was wollt ihr traurig sein? Den Himmel er dem schenket, der an ihn glaubet fest; an diesen Schaß gedenket, er ist der allerbeſt. 4. Nun seid ihr wohl gerochen an eurer Feinde Schar; denn Christus hat zerbrochen, was euch zuwider war: Tod, Teufel, Sünd und Hölle jetzt liegen ganz geschwächt; Gott gibt die Ehrenstelle dem menschlichen Geschlecht. 5. Drum wir auch nun dich loben, Jesu, zweistammger Held, daß du herab von oben bist kommen in die Welt. Komm auch in unsre Herzen und bleibe für und für, daß weder Glück noch Schmerzen uns trennen ab von dir. Georg Werner, geb. 1589, 1643. 37 will dir all mein Leben lang von Herzen sagen Preis und Dank, daß du, da wir verloren, für uns bist Mensch geboren. 3. D großer Gott, wie konnt es sein, dein Himmelreich zu lassen, zu kommen in die Welt herein, da nichts denn Neid und Hassen? Wie konntest du die große Macht, dein Königreich, die Himmelspracht, ja selbst dein teures Leben für solche Feinde geben? 4. O großes Werk, o Wundernacht! dergleichen nie gefunden, du hast den Heiland hergebracht, der alles überwunden; du hast gebracht den starken Mann, der Feur und Wolken zwingen kann, vor dem die Himmel zittern und alle Berg erschüttern. 5. Sag an, mein Herzensbräutigam, mein Hoffnung, Freud und Leben, mein edler Zweig aus Jakobs Stamm, was soll ich dir doch geben? Ach, nimm von mir Leib, Seel und Geist, ja alles, was Mensch ist und heißt; ich will mich ganz verschreiben, dir ewig treu zu bleiben. Eigne Melodie. 6. Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christ, sei dir von mir 65. Ermuntre dich, mein gesungen, daß du mein Bruder schwacher Geist, und trage groß Verlangen, ein Kind, das Ewigvater heißt, mit Freuden zu empfangen. Dies ist die Nacht, darin es kam und menschlich Wesen an sich nahm, dadurch die Welt mit Treuen als seine Braut zu freien. worden bist, und hast die Welt bezwungen. Hilf, daß ich deine Gütigkeit stets preis in dieser Gnadenzeit und mög bernach dort oben in Ewigkeit dich loben! Johann Rist, geb. 1607,+ 1667. I Eigne Melodie. 2. Willkomm, o süßer Bräu-( Das Lied beginnt und schließt mit einem tigam, du aller vom Cher gesungenen Halleluja.). Willkommn, o Jesu, Gottes Lamm! Ich will dein Lob vermehren; ich 66. Freuet euch, ihr Christen alle, freue sich, wer immer kann! Weihnachtslieder. 38 Gott hat viel an uns gethan. Freuet euch mit großem Schalle, daß er uns so hoch geacht, sich mit uns befreundt gemacht. Freude, Freude über Freude! Christus wehret allem Leide: Wonne, Wonne über Wonne! Jesus ist die Gnadensonne. 2. Sieh doch, sich, o meine Seele, wie dein Heiland kommt zu dir, brennt in Liebe für und für, daß er in der dunkeln Höhle bart sich bettet dir zu gut, dich zu lösen durch sein Blut. Freude, Freude über Freude! Christus wehret allem Leide: Wonne, Wonne über Wonne! Jesus ist die Gnadensonne. 3. Jesu, wie soll ich dir danken? Ich bekenne, daß von dir meine Seligkeit berrühr; so laß mich von dir nicht wanken, nimm mich dir zu eigen bin, so empfindet Herz und Sinn Freude, Freude über Freude! Christus webret allem Leide: Wonne, Wonne über Wonne! Jesus ist die Gnadensonne. 4. Jesu, nimm dich deiner Glieder ferner auch in Gnaden an, schenke, was man bitten kann, zu erquicken deine Brüder; gib der ganzen Christenschar Frieden und ein seligs Jahr. Freude, Freude über Freude! Christus webret allem Leide: Wonne, Wonne über Wonne! Jesus ist die Gnadensonne. Christ. Reymann, geb. 1607, † 1662. Mel. Da Christus geboren zc. 67. Wunderbarer Gnadenthron, Gottes und Marien Sohn, Gott und Mensch, ein kleines Kind, das man in der Krippen findt, großer Held von Ewigkeit, dessen Macht und Herrlichkeit rübmt die ganze Christenheit! 2. Du bist arm und machst zugleich uns an Leib und Seele reich; du wirst klein, du großer Gott, und machst Höll und Tod zu Spott; aller Welt wird offenbar, ja auch deiner Feinde Schar, daß du Gott bist wunderbar. 3. Laß mir deine Güt und Treu täglich werden wieder neu; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht, wenn mich Not und Tod ansicht; laß mich deine Herrlichkeit, deine Wundergütigkeit schauen in der Gwigkeit. Joh. Olearius, geb. 1611, † 1684. Mel. O daß ich tausend Zungen zc. 68. Dies ist die Nacht, da mir erschienen des großen Gottes Freundlichkeit; das Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkelheit; und dieses Welt- und Himmelslicht weicht bunderttausend Sonnen nicht. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, versäume nicht den Gnadenschein! Der Glanz in dieſer kleinen Höhle streckt sich in alle Welt hinein; er treibet weg der Höllen Macht, der Sünden und des Kreuzes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du sehen das Licht der klaren Seligfeit. Wann Sonne, Mond und Stern vergehen, vielleicht in noch gar kurzer Zeit, wird dieses Licht mit seinem Schein dein Himmel und dein Alles ſein. 4. Laß nur indessen belle scheinen dein Glaubens- und dein Weihnachtslieder. Liebeslicht, mit Gott mußt du es treulich meinen, sonst hilft dir diese Sonne nicht. Willst du genießen diesen Schein, so darfst du nicht mehr dunkel sein. 5. Drum, Jesu, schöne Weihnachtsonne, bestrahle mich mit deiner Gunst; dein Licht sei meine Weihnachtwonne und lehre mich die Weihnachtkunst, wie ich im Lichte wandeln soll und sei des Weihnachtglaubens voll. Kaspar Friebr. Nachtenhöfer, geb. 1624,+ 1685. Mel. Lobe den Herren, den 2c. 69. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Engel, in Chören! finget dem Herren, dem Heiland der Menschen, zu Ehren! sehet doch da, Gott will so freundlich, so nah zu den Verlornen sich kehren. 2. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Enden der Erden! Gott und der Sünder die sollen zu Freunden nun werden. Friede und Freud wird uns verkündiget heut. Freuet euch, Hirten und Herden! 39 denken? Du willst dich selber, dein Herz voll von Liebe mir schenken; sollt nicht mein Sinn innigst fich freuen darin und sich in Demut versenken? 6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde, dem ich auch wieder mein Herz in der Liebe verbinde, du sollst es sein, den ich erwähle allein; ewig entsag ich der Sünde. 7. Treuer Immanuel, werd auch in mir nun geboren; komm doch, mein Heiland, und laß mich nicht länger verloren; wohne in mir, mach mich ganz eines mit dir, der du mich liebend erkoren. 8. Menschenfreund, Jesu, dich lieb ich, dich will ich erheben, laß mich doch einzig nach deinem Gefallen nur streben; Herr, nimm mich hin, hilf mir, in kindlichem Sinn ewiglich dir nur zu leben. Gerh. Tersteegen, geb. 1697,+1769. 3. Sehet dies Wunder, wie tief fich der Höchste hier beuget! Sehet die Liebe, die ganz sich als Liebe nun zeiget! Sie wird ein Kind, träget und hebet die Sünd; alles anbetet und schweiget. 4. Gott ist im Fleische! wer kann dies Geheimnis verstehen? Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen; tretet herzu, sucht bei dem Kinde die Ruh, die ihr zum Vater wollt gehen. 5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen ge= Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 70. Immanuel! der Herr ist hier und nimmt mein Fleisch an fich; Immanuel! ist Gott mit mir, wer ist dann wider mich?:,: 2. Also hat Gott die Welt geliebt, daß er aus freiem Trieb den eingebornen Sohn uns gibt, wie hat er uns so lieb!:: 3. Was sein erbarmungsvoller Rat schon in der Ewigkeit von Jesu fest beschlossen hat, das thut er in der Zeit.:,: 4. Gr, unser Heil und höchstes Gut, der alle segnen kann, nimmt wie die Kinder Fleisch und Blut, doch ohne Sünde an.:,: 5. Du wunderbarer Gott, 40 Neujahrslieder. mensch wirst auch mir Rat, Kraft und Held, mein Retter und mein Friedefürst, du Heiland aller Welt.:,: 6. Was mir zum Seligsein gebricht, das, Herr, erwarbst du mir: Versöhnung, Leben, Trost und Licht, das hab ich nun an dir.:,: 7. Dein Mangel wird mein reiches Teil, dein Leiden stillt mein Leid! durch deine Knechtsgestalt, mein Heil, gewinn- ich Herrlichkeit.:,: 8. Gelobt sei Gott, gelobt sein Sohn in dieser Freudenzeit! Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron! Erheb ihn, Christenbeit!:,: Heinrich Corn. Heder, geb. 1699, † 1743. Mel. Vom Himmel hoch zc. 71. Dies ist der Tag, den Gott gemacht; sein werd in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward; da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, jeinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still; er betet an, und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit teil, erscheinst im Fleisch und wirst uns Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir. Ich komm, im Buche steht von mir; Gott, deinen Willen thu ich gern"; gelobt sei, der da kommt im Herrn. 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich, Gott Messias, bet ich an. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 8. Durch Eines Sünde fiel die Welt; Ein Mittler ists, der ſie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schüßt, der in des Vaters Schoße fißt? 9. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt; und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 10. Dies ist der Tag, den Gott gemacht; sein werd in aller Welt gedacht! Ibn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden iſt. Christi. Fürchteg. Gellert, geb. 1715,+ 1769. Neujahrslieder. Mel. Nun freut euch, lieben tc. freuet sich heut jedermann, ere 72. Das liebe neue Jahr geht bebt sein Herz und Hände zu an, das alte hat ein Ende; drum unserm Gott ins Himmels Thron, Neujahrslieder. dankt ihm und seinem lieben Sohn, auch Gott dem beilgen Geiste. 2. Gott Vater hat den Sohn gesandt, Gotts Sohn ist Mensch geboren, Gott heilger Geist macht solchs bekannt uns, die wir warn verloren: im selgen, lieben Gottes Wort geschrieben ists an manchem Ort, und wird uns flar verkündet. 3. Die reine Lehr und Sakrament wir habn in unserm Lande, fromm Obrigkeit, gut Regiment, Glück, Heil in allem Stande; Gott krönt das Jahr mit seinem Gut, hält Kirch und Schul in guter Hut, auch aller Christen Häuser. 4. Das danken wir dem lieben Herrn und freun uns solcher Güte; er woll den Feinden steurn und wehrn und uns hinfort behüten. Er geb ein selges neues Jahr und helf uns zu der Engel Schar, da wolln wir ihn schön preisen. Cyriatus Schneegaß, geb. 1546,+ 1597. 41 ablan und fromm zu werden fahen an; fein'r Sünd im alten Jahr gedenk; ein gnadenreich Neujahr uns schenk; 5. Christlich zu leben, seliglich zu sterben und hernach fröhlich am jüngsten Tag wied'r aufzustehn, mit dir in Himmel einzugehn; 6. Zu danken und zu loben dich ' mit allen Engeln ewiglich. D Jesu, unsern Glauben mehr zu deines Namens Lob und Ehr. Joh. Steuerlein(?), geb. 1546,+ 1613. Mel. O Jesu Christ, meins 2c. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. 73. Das alte Jahr vergangen ist; wir danken dir, Herr Jeju Christ, daß du uns in so großer G'fahr behütet hast lang Zeit und Jahr. 2. Wir bitten dich, du ewger Sohn des Vaters in dem höchsten Thron, du wollst dein arme Christenheit bewahren ferner alle Zeit. 3. Entzeuch uns nicht dein heilsam Wort, welchs ist der Seelen höchster Hort; vor falscher Lehr, Abgötterei behüt uns, Herr, und steh uns bei. 4. Hilf, daß wir von der Sünd 74. Das alte Jahr ist nun dahin; erneure, Jesu, Herz und Sinn, zu fliehen aller Laster Schar in diesem lieben neuen Jahr. 2. Gib neuen Segen, Glück und Heil; hilf, daß wir sämtlich haben teil an dem, was uns, du höchstes Gut, erworben hat dein teures Blut. 3. Gedenke nicht der Missethat, damit wir, Jesu, früh und spat so oft gehandelt wider dich; vergib und gib uns gnädiglich. 4. Vergib uns alle Sünd und Schuld, gib in der strengen Not Geduld; dein guter Geist uns wohne bei, sein Hilf und Trost stets bei uns sei. 5. Gleichwie das güldne Sonnenlicht die Strahlen wieder zu uns richt, so laß, Herr, deinen Gnadenschein uns wieder zugewendet sein. 6. Laß deine Hilfe allezeit, du Menschenfreund, uns sein bereit, bis wir einmal nach dieser Zeit eingeben in die Ewigkeit. Ernst Christ. Homburg, geb. 1605,+ 1681. 42 Neujahrslieder. Mel. Nun laßt uns Gott, dem 2c. 75. Nun laßt uns gehn und treten mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bis hieher Kraft gegeben. 2. Wir gehn dabin und wandern von einem Jahr zum andern; wir leben und gedeihen vom alten zu dem neuen. 3. Denn wie von treuen Müttern in schweren Ungewittern die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden: 4. Also auch und nichts minder läßt Gott ihm seine Kinder, wann Not und Trübsal blizen, in seinem Schoße sizen. Mel. Werde Licht, du Stadt zc. 5. Ach Hüter unsers Lebens! fürwahr, es ist vergebens mit 76. Hilf, Herr Jeſu! laß geunserm Thun und Machen, wo nicht dein Augen wachen. 6. Gelobt sei deine Treue, die alle Morgen neue; Lob sei den starken Händen, die alles Herzleid wenden. lingen, hilf, das neue Jahr geht an. Laß es neue Kräfte bringen, daß aufs neu ich wandeln kann. Neues Glück und neues Leben wollest du aus Gnaden geben. 2. Meiner Hände Werk und Thaten, meiner Zunge Red und Wort müsse mir durch dich geraten und ganz glücklich gehen fort. Neue Kraft laß mich erfüllen, zu verrichten deinen Willen. 7. Laß ferner dich erbitten, o Vater, und bleib mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnen unsrer Freuden. 8. Gib mir und allen denen, die sich von Herzen sehnen nach dir und deiner Hulde, ein Herz, das sich gedulde. 9. Schleuß zu die Jammerpforten und laß an allen Orten auf so viel Not und Leiden uns seben beßre Zeiten. 10. Sprich deinen milden Segen zu allen unsern Wegen; laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. versorgten Gabe, der Armen Gut und habe. 12. Hilf gnädig allen Kranken; gib fröhliche Gedanken den hochbetrübten Seelen, die sich mit Schwermut quälen. 13. Und endlich was das meiste, füll uns mit deinem Geiste, der uns hier herrlich ziere und dort zum Himmel führe. 11. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berater, der Un14. Das alles wollst du geben, o meines Lebens Leben, mir und der Christenschare zum selgen neuen Jahre. Paul Gerhardt, geb. 1607,+ 1676. 3. Was ich dichte, was ich mache, das gescheb in dir allein; wann ich schlafe, wann ich wache, wollest du, Herr, bei mir sein; geh ich aus, steh mir zur Seiten, febr ich beim, wollst du mich leiten. 4. Laß mich beugen meine Kniee nur zu deines Namens Ehr; bilf, daß ich mich stets bemühe, dich zu preisen mehr und mehr. Herr, ich weiß, es wird Neujahrslieder. vor allen dies mein Opfer dir gefallen. 5. Laß dies sein ein Jahr der Gnaden, laß mich büßen meine Sünd; hilf, daß sie mir nicht mög schaden, sondern bald Verzeihung find, Herr, in dir; denn du, mein Leben, kannst die Sünd allein vergeben. 6. Tröste mich mit deiner Liebe, nimm, o Gott, mein Flehen bin. Sieh, wie sehr ich mich betrübe, ja voll Angst und Zagen bin. Stärke mich in meinen Nöten, daß mich Sünd und Tod nicht töten. 7. Herr, du wollest Gnade geben, daß dies Jahr mir heilig sei, und ich christlich könne leben sonder Trug und Heuchelei, daß ich noch allhie auf Erden fromm und selig möge werden. 8. Jesu, richte mein Beginnen, Jesu, bleibe stets bei mir; Jesu, zähme mir die Sinnen, Jesu, sei nur mein Begier; Jesu, sei mir in Gedanken, Jesu, lasse nie mich wanken. 9. Jesu, laß mich fröhlich enden dieses angefangne Jahr; trage stets mich auf den Händen, halte bei mir in Gefahr. Freudig will ich dich umfassen, wann ich soll die Welt verlassen. Johann Rift, geb. 1607,+ 1667. 43 gelegt: dir, Gott, sei Lob gesungen! Das Herz ist mir bewegt. 2. Der du mich hast erbauet, in dir besteht mein Heil; dir ist mein Glück vertrauet, du bist und bleibst mein Teil. Du hast mich wohl erhalten, hast reichlich mich getröst; dich laß ich ferner walten, wenn Unfall mir zustößt. Mel. Herzlich thut mich zc. 77. Durch Trauern und durch Plagen, durch Not, durch Angst und Pein, durch Hoffnung und durch Klagen, durch manchen Sorgenstein bin ich, Gott Lob! gedrungen; dies Jahr ist hin3. Mein Gott, o meine Liebe, was du willst, will auch ich. Gib, daß ich nichts verübe, was irgend wider dich; dir ist mein Will ergeben, ja er ist nicht mehr mein, dieweil mein ganzes Leben dein eigen wünscht zu sein. 4. Nach dir soll ich mich schifen und, Herr, ich wills auch thun. Soll mich die Armut drücken? ich will dabei beruhn. Soll mich Verfolgung plagen? ja, Herr, befiehl du mir. Soll ich Verachtung tragen? ach, ich gehorch auch hier. 5. Soll ich verlassen leben? Herr Gott, dein Wille gilt. Soll ich in Ängsten schweben? mein Heiland, wie du willt. Soll ich denn Krankheit leiden? ich will gehorsam sein. Soll ich von hinnen scheiden? Herr, dein Will ist auch mein. 6. Soll ich zum Himmel dringen? gar gern, o Gott, mein Licht! Soll mich die Höll verschlingen? ach, dieses willst du nicht. Ich habe zwar verdienet die rote Höllenglut; du aber bist verfühnet durch deines Sohnes Blut. 7. Heut ist das Jahr beschlossen; Herr, deine Gnade sei heut auf mich neu ergossen, mein Neujahrslieder. 44 Herze werd auch neu. Laß ich die alten Sünden, so werd ich, Gott, bei dir auch neuen Segen finden, dein Wort verspricht es mir. G. W. Sacer, geb. 1635, † 1699. abermals dahin mit seiner Luft und Plage, und wiederum ein Teil von unsrer Pilgerschaft nunmehr zurückgelegt durch Gottes Schuß und Kraft. Mel. O Gott, du frommer 2c. 79. Ein Jahr der Sterblich keit, der kurzen Lebenstage, ist 2. Herr, deine Güte machts, die niemals uns zu lieben ermüdet, noch vergißt, daß wir noch übrig blieben. Nimm unsers Herzens Dank in Gnaden von uns an für das, was du an uns in diesem Jahr gethan. neu in dein so treues Sorgen, 3. Wir schließen uns aufs in dein Erbarmen ein; da find wir wohl geborgen, da ist das feste Schloß vor aller Feinde Truß, da findet allezeit dein Volk in Nöten Schuß. 4. Gib mit dem neuen Jahr uns neue Stärk im Glauben, laß uns den alten Grund der. Wahrheit niemand rauben. Erneure Herz und Sinn, und das geschenkte Licht des ewig wahren Worts erlösche bei uns nicht. Mel. Meinen Jesum laß ich zc. 78. Jejus soll die Losung ſein, da ein neues Jahr erschienen; Jesu Name soll allein denen zum Paniere dienen, die in seinem Bunde stehn und auf seinem Wege gehn. 2. Jesu Name, Jesu Wort soll in den Gemeinden schallen; und so oft wir nach dem Ort, der nach ihm genannt ist, wallen, mache seines Namens Ruhm unser Herz zum Heiligtum. 3. Sein Verfühnen und sein Heil wollen wir im Glauben ehren; also wird es uns zu teil, wird sich täglich bei uns mehren; auch fürs neue Jahr uns beut Jesu Name Seligkeit. 4. Unsre Wege wollen wir nun in Jesu Namen gehen; geht uns dieser Leitstern für, so wird alles wohl bestehen, und durch seinen Gnadenschein alles voller Segen sein. 5. Entzünde neue Lieb und Sanftmut in uns allen; und ſoll uns dieses Jahr auch neue not befallen, so stärke die Geduld und mache deine Treu, o Vater, über uns mit jedem Tage neu. 6. Gib, daß wir mehr und mehr den alten Menschen töten; 5. Alle Sorgen, alles Leid soll sein Name uns versüßen; so wird alle Bitterkeit uns ein Segen werden müssen. Jesu Nam sei Sonn und Schild, jedem ist vonnöten, und laß welcher allen Kummer stillt. verleih an Seel und Leib, was Benj. Schmold, geb. 1672,+ 1737. uns, Herr, mit dem, was deine Weisheit thut, stets wohl zu= frieden sein; du machst doch alles gut. 7. Wem du das Ziel bestimmt, in diesem Jahr zu scheiden, den wollst du, treuer Gott, in Gna Neujahrslieder. Mel. Nun freut euch, lieben zc. den vollbereiten! Laß ihn im Glauben bier beschließen seinen Lauf und nimm in deine Hand 81. Gott ruft der Sonn und die Seele gnädig auf! Henr. Kath. v. Gersborf, geb. 1648,+ 1726. Mel. Machs mit mir, Gott 2c. 80. Ein Jahr geht nach dem andern hin der Ewigkeit entgegen. Ach, möchte doch der träge, Sinn dies fleißiger er wägen! Ach, brächte doch ein jedes Jahr viel neue, gute Früchte dar! 2. Allein, allein wo ist die Frucht, die wir bisher getragen? Wie oft hat Gott umsonst gesucht, wie hat er müssen klagen! Es that ihm web, wenn seine Hand anstatt der Frucht nur Blätter fand. 3. Haut ab, spricht er, den kahlen Baum, der keine Früchte träget. Was nimmt er andern Saft und Raum? Komm, Tod, der alles schläget, komm, leg die Art der Wurzel an, thu einen Streich, so ists gethan. 4. Allein der treue Heiland spricht: Laß ihn noch dies Jahr stehen! Trägt er noch keine Früchte nicht, ich hoff sie noch zu ſehen. Ach, halt des strengen Urteils Lauf doch dies Jahr noch, mein Vater, auf. 45 5. So gib denn, lieber Heiland, Kraft, dies Jahr viel Frucht zu bringen. Ach, laß doch deines Geistes Saft in unsre Zweige dringen, und schütte du auf jedes Haus viel Gnade, Kraft und Segen aus. Joh. Jakob Rambach, aeb. 1693,+ 1735. schafft den Mond, die Tag und Jahr uns geben. Er schüßet, was auf Erden wohnt, er sichert unser Leben; er ists, der schafft und sorgt und wacht; auf! laßt uns ihn, den Gott der Macht, mit Preis und Dank erheben. 2. Herr, der da ist und der da war, von dankerfüllten Zungen sei dir für das verfloßne Jahr ein heilig Lied gesungen für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rat, für Fried und Ruh, für jede That, die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dies Jahr gesegnet sein, das du uns neu gegeben. Verleib uns Kraft, die Kraft ist dein, in deiner Furcht zu leben. Du schüßest uns, und du vermehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. 4. Gib mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh und Freuden. Doch schadet mir das Glück der Welt, so gib mir Kreuz und Leiden; nur stärke mit Geduld mein Herz und laß mich nicht in Not und Schmerz die Glücklichern beneiden. 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlaßnen dich und der bedrängten Glieder. Gib Glück zu jeder guten That und laß dich, Gott, mit Heil und Rat auf unsern Fürsten nieder. 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit auf seinem Stuhle throne; daß Tugend und Zu 46 Neujahrslieder. friedenheit in unserm Lande wohne; daß Treu und Liebe bei uns sei: dies, lieber Bater, dies verleih in Christo, deinem Sohne! Chrifti. Fürchtegett Gellert, geb. 1715,+ 1769. Mel. Nun lob mein Seel zc. 82. Her err, der du deinen Namen durch Wohltbun an uns berrlich machst, und über deinem Samen, den du erwählst, so liebreich wachst, Jehova, dessen Treue uns unverändert liebt und stündlich sich aufs neue uns zu bewundern gibt! Entflamme mein Gemüte, das deinen Ruhm besingt und für so reiche Güte ein armes Opfer bringt. 2. Unendlicher Erbarmer! Grstaunend bet ich vor dir an. Wer bin ich Staub, ich Armer, daß du so viel an mir gethan? Anstatt im Zorn zu lohnen, wie ich um dich verschuldt, trägst du mich mit Verschonen und zärtlicher Geduld. Dein vielfach milder Segen bekrönte jeden Schritt, und auf gebahnten Wegen ging Gnad und Wahrheit mit. 3. Herr, wie muß ich mich schämen, daß ich so schlecht dafür gedankt! Du ließt mich alles nehmen, was ich von deiner Hand verlangt. Doch dir mich ganz zu geben, im Glauben dir allein mit Leib und Geist zu leben, dir redlich treu zu sein und ganz in dich zu dringen, fehlt zwar der Wille nicht, wohl aber das Vollbringen, zu dem ich mich verpflicht. 4. Wie manche schöne Stunden der schnell entflohnen Gnadenzeit find ungebraucht verschwunden und im Geräusch der Welt entweiht! Wie viele von den Gaben, die du mir hast gegönnt, sind ungenützt vergraben und freventlich verschwendt! Wie war ich doch so träge, zu thun, was mir gebührt. wie langsam auf dem Wege, der in den Himmel führt! 5. Laß, Jesu, Gnade finden die Seele, die nicht ruhen kann, als bis die Last der Sünden von dem Gewissen abgethan. Ach, sprich ein Wort und blicke auf dein gebeugtes Kind, wirf hinter dich zurücke, was sich von Schulden findt; laß keine mich beschämen und in das neue Jahr nichts von dem alten nehmen, was dir mißfällig war. 6. Laß deinen Geist mich stärken, zeuch immer näher mich zu dir und laß mich stündlich merken, wie mächtig deine Kraft in mir. Hilf, Herr, laß wohl gelingen, gib Glauben, Mut und Fleiß, dir viele Frucht zu bringen zu deines Namens Preis. Laß mich stets brünstig flehen und auf die Ewigkeit den guten Samen säen, der sich der Ernte freut. 7. Soll mir ein Jahr der Leiden und Prüfungen bestimmet sein; stellt sich auf allen Seiten bei mir des Kreuzes Trübsal ein: nun so gescheb dein Wille; nur schenke mir in dir Gelassenheit und Stille und halte fest bei mir. Ich weiß, von guten Händen kommt doch nichts Böses her; das Kreuz, das sie mir senden, drückt doch niemals zu schwer. 8. Hast du, Herr meiner Tage, in diesem Jahr mein Ziel be Epiphaniaslieder. stimmt, in dem der Wallfahrt Plage und Schmerz und Leid ein Ende nimmt: o mit welch großen Freuden, wenn deine Gottesmacht ihr gnädig Vollbereiten an mir 47 zustandgebracht, sink ich dir in die Hände und feire mit der Schar, die triumphiert ohn Ende, mein Hall- und Jubeljahr! Andreas Rehberger, geb. 1716,+ 1769 Epiphaniaslieder. Mel. Balet will ich dir zc. men, in dein Reich nimm mich auf! Dein Güte schenk mir Ar83. DKönig aller Ehren, Herr Jesu, Davids Sohn, dein Reich soll ewig währen, im Himmel ist dein Thron. Hilf, daß allhier auf Erden den Menschen weit und breit dein Reich bekannt mög werden zur ewgen Seligkeit. men und segne meinen Lauf; mein Feinden wollst du wehren, dem Teufel, Sünd und Tod, daß sie mich nicht versehren; rett mich aus aller Not. 2. Von deinem Reich auch zeugen die drei aus Morgenland; die Knie fie vor dir beugen, weil du ibn'n bist bekannt. Der neu Stern auf dich weiset, dazu das göttlich Wort; drum man dich billig preiset, daß du bist unser Hort. 6. Du wollst in mir entzünden, dein Wort, den schönsten Stern; laß falsche Lehr und Sünden sein von meim Herzen fern; hilf, daß ich dich erkenne und mit der Christenheit dich meinen König nenne jetzt und in Ewigkeit. Martin Behemb, geb. 1557,+ 1622. Eigne Melodie. 3. Du bist ein großer König, 84. Werde Licht, du Stadt wie uns die Schrift vermeldt; doch achtest du gar wenig vergänglich Gut und Geld; prangst nicht auf einem Rosse, trägst keine güldne Kron, fißt nicht in festem Schlosse, hier hast du Spott und Hohn. der Heiden, und du Salem, werde Licht; schau, welch ein Glanz mit Freuden über deinem Haupt anbricht: Gott hat derer nicht vergessen, die im Finstern sind gesessen. Dunkelheit, die mußte weichen, als dies Licht kam in die Welt, dem kein andres ist zu gleichen, welches alle Ding erhält: die nach diesem Glanze sehen, dürfen nicht im Finstern geben. 2. 3. Ach, wie waren wir verblendet, ehe noch dies Licht brach an! Ja, da hatte sich gewendet schier vom Himmel jedermann: 4. Doch bist du schön gezieret, dein Glanz erstreckt sich weit; dein Güt allzeit regieret und dein Gerechtigkeit. Du wollst die Frommen schüßen durch dein Macht und Gewalt, daß fie im Frieden figen, die Bösen stürzen bald. 5. Du wollst dich mein erbar Epiphaniaslieder. 48 unsre Augen und Gebärden klebten einzig an der Erden. 4. Gottes Rat war uns verborgen; seine Gnade schien uns nicht; Klein und Große mußten sorgen, jedem fehlt es an dem Licht, das zum rechten Himmelsleben seinen Glanz uns sollte geben. 5. Aber wie hervorgegangen ist der Aufgang aus der Höh, haben wir das Licht empfangen, welches so viel Angst und Web aus der Welt hinweggetrieben, daß nichts Dunkles überblieben. 6. Dieses Licht läßt uns nicht wanken in der rechten Glaubensbahn; ewig, Herr, will ich dir danken, daß du hast so wohl gethan und uns diesen Schatz geschenket, der zu deinem Reich uns lenket. 7. Gib, Herr Jesu, Kraft und Stärke, daß wir dir zu jeder Zeit durch geliebte Glaubenswerke folgen in Gerechtigkeit, und hernach im Freudenleben heller als die Sterne schweben. Macht; freuet euch, ihr armen Sünder! Laßt der Welt den Stolz und Pracht; freut euch, daß euch Gott regiert und zu seiner Kirche führt, daß wir armen Heiden können uns nun Gottes Kinder nennen. 8. Dein Erscheinen müß erfüllen mein Gemüt in aller Not; dein Erscheinen müsse stillen meine Seel auch gar im Tod; Herr, in Freuden und im Weinen müsse mir dein Licht erscheinen. 2. Seine Herrschaft sich erstrecket über alles, was da lebt; seine Hand schüßt und bedecket, was sich reget, webt und schwebt. Wenn er spricht, so geht sein Wort schnell wie Blig und Donner fort; es durchdringet Geist und Leben und kann Trost und Hoffnung geben. 3. Nun, ihr Sünder hier auf Erden, wollt ihrs haben endlich gut, wollt ihr Gottes Kinder werden, ei, so ändert euern Mut! Preiset Gottes Güt und Macht, so wird er euch geben Kraft, daß ihr auch zu ihm könnt kommen und euch freuen mit den Frommen. 4. Aller Heiden Trost ist kommen, Jesus, unser Freudenlicht, der Beschirmer aller Frommen, unser Schuß und Zuversicht. Pretset seine Güt und Treu, die uns noch wird immer neu, so wird er euch allen geben, hier und dort mit ihm zu leben. 9. Jesu, laß mich endlich gehen freudig aus der bösen Welt, dein so belles Licht zu sehen, das mir Johann Olearius, geb. 1611,+1684. Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. dort schon ist bestellt, wo wir 86. Jeju, großer Wundersollen unter Kronen in der schönsten Klarbeit wohnen. Johann Rist, geb. 1607,+1667. Mel. Werde munter 2c. stern, der aus Jakob ist erschienen, meine Seele will so gern dir an deinem Feste dienen; nimm, ach nimm doch gnädig an, was ich Armer schenken kann. 85. Freuet euch, ibr Gottes Kinder! preiset mit mir Gottes 2. Nimm das Gold des Glaubens bin, wie ichs von dir selber Epiphaniaslieder. habe und damit beschenket bin; so ist dirs die liebste Gabe. Laß es auch bewährt und rein in dem Kreuzesofen sein. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, laß ihn gnädig dir genügen; Herz und Lippen sollen stets, ihn zu opfern, vor dir liegen. Wann ich bete, nimm es auf und sprich Ja und Amen drauf. 4. Nimm die Myrrhen bittrer Reu; ach, mich schmerzet meine Sünde. Aber du bist fromm und treu, daß ich Trost und Gnade finde und nun fröhlich sprechen kann: Jesu, nimm mein Opfer an! Erdm. Neumeifter, geb. 1671,+1756. Mel. Wie schön leucht zc. 87. Wie herrlich strahlt der Morgenstern! welch ein Glanz geht auf vom Herrn! Wer sollte sein nicht achten? Glanz Gottes, der die Nacht durchbricht, du bringst in finstre Seelen Licht, die nach der Wahrheit schmachten. Dein Wort, Jesſu, ist voll Klarheit, führt zur Wahrheit und zum Leben; wer kann dich genug erbeben? 2. Du bier mein Trost und dort mein Lohn, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, des Himmels großer König! von ganzem Herzen preis' ich dich; hab ich dein Heil, so rühret mich das Glück der Erde wenig. Zu dir komm ich; wahrlich keiner tröstet deiner sich vergebens, sucht er dich nur, Herr des Lebens. 49 mir ein Empfindung deiner Liebe, damit ich ganz dein eigen sei, aus Weltfinn deinen Dienst nicht scheu, gern deinen Willen übe. Nach dir, nach dir, den ich fasse und nicht lasse, ewig wähle, dürstet meine ganze Seele. 3. Durch dich nur kann ich selig sein; o drücke tief ins Herz 4. Von Gott strablt mir ein Freudenlicht, die Hoffnung, daß dein Angesicht ich einstens werd erblicken. Du wirst indes durch deine Kraft, die Ruh in müden Seelen schafft, mich stärken und erquicken. Tröste du mich, Seligmacher, daß ich Schwacher auf der Erde Himmelsfreuden inne werde. 5. Und wie, Gott Vater, preis' ich dich! Von Ewigkeit ber hast du mich in deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich mit dir vereint; er ist mein Bruder und mein Freund: was ist, das mich betrübet? Seele, wähle ihn, den Besten, ihn, den Größten, dir zum Freunde, und dann fürchte keine Feinde. 6. Ihm, welcher Tod und Grab bezwang, ihm müsse froher Lobgesang mit jedem Tag erschallen! Dem Lamme, das erwürget ist, dem Freunde, der uns nie vergißt, zum Ruhm und Wohlgefallen! Tönet, tönet, Jubellieder, schallet wieder, daß die Erde voll von seinem Lobe werde! 7. Wie freu ich mich, o Jesu Christ, daß du der Erst und Lette bist, der Anfang und das Ende! Ich gebe, Heiland, meinen Geist, wenn er sich einst dem Staub entreißt, in deine treuen Hände. Gwig werd ich, Herr, dort oben Darstellung Christi. 50 hoch dich loben, dem ich traue, wenn ich nun dein Antlig schaue. Joh. Abolf Schlegel, geb. 1721,+ 1793. Darstellung Chrifti. Eigne Melodie. 88. Mit Fried und Freud ich fahr dabin in Gottes Wille. Getrost ist mir mein Herz und Sinn, sanft und stille. Wie Gott mir verheißen bat, der Tod ist mein Schlaf worden. 2. Das macht Christus, wahr Gottes Sohn, der treue Heiland, den du mich, Herr, bast ben lan, und macht bekannt, daß er sei das Leben mein und Heil in Not und Sterben. 3. Den hast du allen fürgestellt mit großen Gnaden, zu sei= nem Reich die ganze Welt beißen laden durch dein teuer heilsam Wort, an allem Ort erschollen. 4. Er ist das Heil und selig Licht für die Heiden, zurleuchten, die dich kennen nicht, und zu weiden. Er ist deins Volks Israel der Preis, Ehr, Freud und Wonne. Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. Mel. Herzlich thut mich verlangen 2c. 89. He err Jesu, Licht der Heiden, der Frommen Schatz und Lieb, wir kommen jetzt mit Freu den durch deines Geistes Trieb in diesen deinen Tempel und fuchen mit Begier nach Simeons Exempel dich, großer Gott, allhier. 2. Du wirst von uns gefunden, v Herr, an jedem Ort, dahin du dich verbunden durch dein Verheißungswort; vergönnst noch beutzutage, daß man dich gleicherweis auf Glaubensarmen trage, wie hier der alte Greis. 3. Sei unser Glanz in Wonne, ein helles Licht in Pein, in Schrecken unsre Sonne, im Kreuz ein Gnadenschein, in Zage heit Glut und Flamme, in Rot ein Freudenstrahl, in Krankheit Arzt und Amme, ein Stern in Todesqual. daß einst, wie Simeon, ein jeder 4. Herr, laß auch uns gelingen, Schwanenton: Mir werden nun Christ kann fingen den schönen mit Frieden mein Augen zugenieden den Heiland bab erblickt. drückt, nachdem ich schon biemein Jesu, dich geschaut; kein 5. Ja, ja, ich hab im Glauben, Feind kann dich mir rauben, wie beftig er auch dräut. Ich wohn in deinem Herzen, und in dem meinen du; uns scheiden keine Schmerzen, kein Angit. kein Tod dazu. 6. Hier blickst du zwar zuweilen mich hart und ängstlich an, daß oft vor Angst und Heulen ich dich nicht kennen kann; dort aber wirds geschehen, daß ich von Angeficht zu Angesicht soll sehen dein immer klares Licht. Joh. Frand, geb. 1618, † 1677. Passionslieder. Passionslieder. Eigne Melodie. ( Chriftus, der uns selig macht.) 90. hilf, Christe, Gottes Sohn, durch dein bitter Leiden, daß wir stets dir unterthan all Untugend meiden, deinen Tod und sein Ursach fruchtbarlich bedenken, dafür, wiewohl arm und schwach, dir Dankopfer schenken. Mich. Weiß( 1531). Eigne Melodie. 91. Ach, wir armen Sünder! unsre Miſsethat, darin wir empfangen und geboren sind, hat gebracht uns alle in solch große Not, daß wir unterworfen sind dem ewgen Tod. Kyrie eleison! Christe eleison! Kyrie eleison! 2. So nicht wäre kommen Christus in die Welt und an sich genommen unser arm Gestalt, hätten wir sein müſsen ewiglich in Not; Christ hat sich gegeben für uns in den Tod. Kyrie:,: 51 Mel. O Jesu Christ, meins 2c. 92. Herr Christe, treuer Heiland wert, ein Schöpfer Himmels und der Erd, nimm unser G'bet mit Gnaden an, zu deinem Lob und Preis gethan. 2. Dein Güt so groß ans Kreuz dich bracht, dadurch wir ledig sind gemacht; denn Adams Sünd und Bande schwer trägst du und lösest sie, o Herr! 3. Dein ist der hohe Himmelsthron, doch wirst du eines Menschen Sohn und weigerst dich des Sterbens nicht, eins schmählichen Tods wirst hingericht. 4. Du läßt dir Bande legen an, auf daß wir Freiheit mögen han; die Schuld du trägst, die ewig Schmach zu wenden und all Üngemach. 5. Am Kreuz du hängest anmit Kraft, befiehlst den Geist ins gehaft't, die Erd bewegest du Vaters Hand, und Finsternis bedeckt das Land. 3. Solche große Gnad und väterliche Gunst hat uns Gott erzeiget lauter gar umsonst. Des solln wir uns frösten gegen Sünd und Tod und nicht gar verzagen vor der Höllen Glut. Kyrie:,: 4. Darum wolln wir loben, danken allezeit dem Vater und dem Sohne und dem beilgen Geist; bitten, treiben all Eigne Melodie. von uns fort, und daß wir stets/ 93. Herzliebster Jeſu, was bleiben an Gotts beilgem Wort. hast du verbrochen, daß man Kyrie:: ein solch scharf Urteil hat gesprochen? Was ist die Schuld, Nach laus tibi Christe, 1542. 6. Bald stehst du auf, ein Siegesherr, und leuchtest in des Vaters Ehr; deins Geistes Kraft, du König fromm, uns allezeit zu Hilfe komm! Vincentius Schmud, ( nach Rex Christe factor omnium.) geb. 1565,+ 1628. Passionslieder. 52 in was für Missethaten bist du geraten? 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, ins Angesicht geschlagen und verhöhnet, du wirst mit Essig und mit Gall ge= tränket, ans Kreuz gebenket. 3. Was ist die Ursach aller solcher Plagen? Ach, meine Sünden haben dich geschlagen! Ich, mein Herr Jesu! habe dies verschuldet, was du erduldet. / 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe; die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, für seine Knechte. 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt; der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt. Der Mensch verwirkt den Tod und ist entgangen; Gott liegt gefangen. 6. Ich war von Fuß auf voller Schand und Sünden, bis zu der Scheitel war nichts Guts zu finden. Dafür hätt ich dort in der Hölle müssen ewiglich büßen. 7. O große Lieb, o Lieb ohn alle Maße, die dich gebracht auf diese Marterstraße. Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden, und du mußt leiden. 8. Ach großer König, groß zu allen Zeiten! Wie kann ich gnugsam solche Treu ausbreiten! Kein menschlich Herz vermag es auszudenken, was dir zu schenken. / 9. Ich kanns mit meinen Sinnen nicht erreichen, womit doch dein Erbarmen zu vergleichen; wie kann ich dir denn deine Liebesthaten im Werk erstatten? 10. Doch, ist noch etwas, das dir angenehme, wenn ich des Fleisches Lüste dämpf und zähme, daß sie aufs neue nicht mein Herz entzünden mit alten Sünden. 11. Weil aber dies nicht steht in eignen Kräften, dem Kreuze die Begierden anzubeften: so gib mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. 12. Alsdann so werd ich deine Huld betrachten, aus Lieb zu dir die Welt für nichts mehr achten; ich werde mich bemühen, deinen Willen stets zu erfüllen. 13. Ich werde dir zu Ehren alles wagen, kein Kreuz nicht achten, keine Schmach noch Plagen, nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen nehmen zu Herzen. 14. Dies alles, obs für schlecht zwar ist zu schäßen, wirst du, o Herr, nicht gar beiſeite seßen. In Gnaden wirst du dies von mir annehmen, mich nicht beschämen. 15. Wenn dort, Herr Jefu, wird vor deinem Throne auf meinem Haupte stehn die Ehrenkrone: so will ich dir, wenn alles wird wohlklingen, Lob und Dank fingen. Johann Heermann, geb, 1585,+ 1647. Mel. Zion klagt mit 2c. 94. Jeju, deine tiefen Wunden, deine Qual und bittrer Tod geben mir zu allen Stunden Trost in Leibs- und Seelennot. Fällt mir etwas Arges ein, denk ich bald an deine Bein, die er laubet meinem Herzen mit der Sünde nicht zu scherzen. Passionslieder. 2. Will sich dann in Wollust weiden mein verderbtes Fleisch und Blut: so gedenk ich an dein Leiden; bald wird alles wieder gut. Kommt der Satan und setzt mir heftig zu, halt ich ihm für deine Gnad und Gnadenzeichen, bald muß er von dannen weichen. 3. Will die Welt mein Herze führen auf die breite Wollustbahn, da nichts ist als Jubilieren, glsdann schau ich emsig an deiner Marter Zentnerlast, die du ausge= standen hast: so kann ich in Andacht bleiben, alle böse Lust vertreiben. 4. Ja für alles, was mich fränket, mir dein Leiden Hilfe schafft; wenn mein Herz hinein sich sentet, schöpft es neue Lebensfraft; deines Trostes Süßigkeit wendt in mir das bittre Leid, der du mir das Heil erworben, da du bist für mich gestorben. 5. Auf dich seß ich mein Vertrauen; du bist meine Zuversicht. Dein Tod hat den Tod zerhauen, daß er mich kann töten nicht. Daß ich an dir habe teil, bringet mir Trost, Schutz und Heil; deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. 6. Hab ich dich in meinem Herzen, du Brunn aller Gütigkeit, so empfind ich keine Schmerzen auch im letzten Kampf und Streit; ich verberge mich in dich, welch Feind will verlegen mich? Wer sich legt in deine Wunden, der hat glücklich überwunden. Joh. Heermann, geb. 1585, † 1647. Eigne Melodie. 53 Herr Jesu, dir sei Dank für alle deine Plagen, für deine Seelenangst, für deine Band und Not, für deine Geißelung, für deinen bittern Tod. 2. Ach, das hat unsre Sünd und Missethat verschuldet, was du an unsrer statt, was du für uns erduldet. Ach, unsre Sünde bringt dich an das Kreuz binan, o unbeflecktes Lamm, was hast du sonst gethan? 3. Dein Kampf ist unser Sieg, dein Tod ist unser Leben; in deinen Banden ist die Freiheit uns gegeben; dein Kreuz ist unser Trost, die Wunden unser Heil, dein Blut das Lösegeld, der armen Sünder Teil. 95. Du großer Schmerzenmann, vom Vater so geschlagen, 4. O hilf, daß wir uns auch zum Kampf und Leiden wagen und unter unsrer Last des Kreuzes nicht verzagen; hilf tragen mit Geduld durch deine Dornenkron, wenns kommen soll mit uns zum Blute, Schmach und Hohn. 5. Dein Angst komm uns zu gut, wenn wir in Ängsten liegen; durch deinen Todeskampf laß uns im Tode siegen; durch deine Bande, Herr, bind uns, wie dirs gefällt; hilf, daß wir freuzigen durch dein Kreuz Fleisch und Welt. 6. Laß deine Wunden sein die Heilung unsrer Sünden; laß uns auf deinen Tod den Trost im Tode gründen; o Jesu, laß an uns durch dein Kreuz, Angst und Bein dein Leiden, Angst und Not ja nicht verloren sein. Adam Thebefius, geb. 1596,+ 1652. 54 Passionslieder. Mel. Herr Christ, der einig zc. 96. Wenn meine Sünd mich kränken, o mein Herr Jesu Christ, so laß mich wohl bedenken, wie du gestorben bist und alle meine Schuldenlast am Stamm des heilgen Kreuzes auf dich genommen bast. 2. Wunder ohnemaßen, wer es betrachtet recht: es hat sich martern lassen der Herr für seinen Knecht! Es hat sich selbst der wahre Gott für mich verlornen Menschen gegeben in den Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden; die Schuld ist allzumal bezahlt durch Christi teures Blut, daß ich nicht mehr darf fürchten der Hölle Qual und Glut. 4. Drum sag ich dir von Herjen jetzt und mein Leben lang für solche Bein und Schmerzen, o Jesu, Lob und Dank, für deine Not und Angstgeschrei, für dein unschuldig Sterben, für deine Lieb und Treu. 5. Herr, laß dein bitter Leiden mich reizen für und für, mit al lem Ernst zu meiden die sündliche Begier, daß mir nie komme aus dem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöſet bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, sollts auch sein Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen; gib, o mein Herr und Gott, daß ich verleugne diese Welt und folge dem Erempel, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an andern üben, was du an mir getban, und meinen Nächsten lieben, gern dienen jedermann, ghn Eigennuß und Heuchelschein, und wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb allein. 8. Laß endlich deine Wunden mich trösten kräftiglich in meinen leßten Stunden und des verfichern mich: weil ich auf dein Verdienst nur trau, du werdest mich annehmen, daß ich dich ewig schau. Justus Gesenius, geb. 1601, † 1673. Eigne Melodie. 97. Jesu, meines Lebens Leben, Jesu, meines Todes Tod, der du dich für mich gegeben in die tiefste Seelennot, in das äußerste Verderben, nur daß ich nicht möchte sterben. Tausendtausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 2. Du, ach du hast ausgestanden Lästerreden, Spott und Hohn, Speichel, Schläge, Strick und Banden, du gerechter Gottessohn, nur mich Armen zu erretten von des Teufels Sündenketten. Tausend- tausendmal sei' dir, liebster Jesu, Dank dafür. 3. Wunden läsfest du dir schlagen; alle Marter trägest du, um zu heilen meine Plagen und zu seßen mich in Ruh; ach, du hast zu meinem Segen lassen dich mit Fluch belegen. Tausend- tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 4. Man hat dich sehr hart verböhnet, dich mit großem Schimpf belegt, gar mit Dornen dich ges frönet. Was hat dich dazu bewegt? daß du möchtest mich er Passionslieder. 55 gößen, mir die Ehrenkron auf- und krank, ergibt sich auf die feßen. Tausend- tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. Würgebank, verzeiht sich aller Freuden; es nimmet an Schmach, Hohn und Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod, und spricht: ich wills gern leiden. 5. Du hast wollen sein geschlagen, mich zu lösen von der Pein; fälschlich lassen dich anklagen, daß ich könnte ficher sein; daß ich möchte trostreich prangen, hast du sonder Trost gehangen. Tausendtausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 2. Das Lämmlein ist der große Freund und Heiland meiner Seelen; den, den hat Gott zum Sündenfeind und Sühner wollen wählen. Geh hin, mein Kind, und nimm dich an der Kinder, die ich ausgethan zur Straf und Zornes Ruten; die Straf ist schwer, der Zorn ist groß; du kannst und sollst sie machen los durch Sterben und durch Bluten. 6. Du hast dich mit Schmach bedecket, hast gelitten mit Geduld, gar den herben Tod geschmecket, um zu büßen meine Schuld; daß ich würde losgezählet, hast du wollen sein gequälet. Tausend- tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 7. Deine Demut hat gebüßet meinen Stolz und Übermut; dein Tod meinen Tod versüßet, es kommt alles mir zu gut; dein Verspotten, dein Verspeien muß zu Ehren mir gedeihen. Tausendtausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür. 8. Nun, ich danke dir von Herzen, Herr, für die gesamte Not, für die Wunden, für die Schmerzen, für den herben, bittern Tod. Für dein Zittern, für dein Zagen, für dein tausendfaches Plagen, für dein Ach und tiefe Pein will ich ewig dankbar sein. 3. Ja, Bater, ja von Herzensgrund, leg auf, ich will dirs tragen. Mein Wolleu hängt an deinem Mund, mein Wirken ist dein Sagen. Wunderlieb, o Liebesmacht, du kannst, was nie kein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abzwingen. Liebe, Liebe, du bist stark, du streckest den ins Grab und Sarg, vor dem die Felsen springen. 4. Mein Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen; dich will ich stets, gleichwie du mich, mit Liebesarmen fassen. Du sollt sein meines Herzens Licht, und wann mein Herz in Stücke bricht, sollt du mein Herze bleiben. Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiermit zu deinem Eigentum beständiglich verschreiben. Mel. An Wasserflüssen Babylon zc. 5. Ich will von deiner Lieb98. Ein Lämmlein geht und lichkeit bei Nacht und Tage singen, trägt die Schuld der Welt und ihrer Kinder; es geht und träget mit Geduld die Sünden aller Sünder; es geht dahin, wird matt mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freudenopfer bringen. Mein Bach des Lebens soll sich dir und deinem Namen für und für in Ernst Christoph Homburg. geb. 1605,+ 1681. 56 Bassionslieder. Dankbarkeit ergießen; und was du mir zu gut gethan, das will ich stets, so tief ich kann, in mein Gedächtnis schließen. 6. Erweitre dich, mein Herzensschrein, du sollt ein Schaßhaus werden der Schäße, die viel größer sein, als Himmel, Meer und Erden. Weg mit den Schäßen dieser Welt, weg Ehre, Wollust, Pracht und Geld! Ich hab ein Bessers funden: mein großer Schaß, Herr Jesu Christ, ist die ses, was geflossen ist aus deines Leibes Wunden. 7. Das soll und will ich mir zu nuß zu allen Zeiten machen; im Streite soll es sein mein Schuß, in Traurigkeit mein Lachen, in Fröhlichkeit mein Saitenspiel, und wann mir nichts mehr schmecken will, soll mich dies Manna speisen; im Durst solls meine Quelle sein; bin ich verlassen und allein, soll es mein Tröster heißen. 8. Was schadet mir des Todes Gift? Dein Blut, das ist mein Leben. Wann mich der Sonnen Hiße trifft, so kann mirs Schatten geben. Seßt mir der Wehmut Schmerzen zu, so find ich bei dir meine Ruh, als auf dem Bett ein Kranfer; und wann des Kreuzes Ungestüm mein Schifflein treibet um und um, so bist du dann mein Anker. 9. Wenn endlich ich soll treten ein in deines Reiches Freuden, so laß dies Blut mein Purpur sein, ich will mich darein kleiden; es soll sein meines Hauptes Kron, in welcher ich will vor den Thron des böchsten Baters gehen, und dir, dem er mich anvertraut, als eine wohlgeschmückte Braut an deiner Seite stehen. Paul Gerhardt, geb. 1607,+ 1676. Mel. O Welt, ich muß dich zc. 99. O Welt, sich hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben: dein Heil sinkt in den Tod; der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße, sein Leib ist ganz mit Schweiße des Blutes überfüllt. Aus seinem edlen Herzen vor unerschöpftem Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht? Du bist ja nicht ein Sünder, wie wir und unsre Kinder, von Übelthaten weißt du nicht. 4. Jch, ich und meine Sünden, die sich wie Körnlein findes des Sandes an dem Meer, die haben dir erreget das Elend, das dich schläget, und das betrübte Marterbeer. 5. Ich bins, ich sollte büßen, an Händen und an Füßen ge= bunden in der Höll. Die Geißeln und die Banden, und was du ausgestanden, das hat verdienet meine Seef. 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, die mich drücken viel schwerer, als ein Stein. Du wirst ein Fluch; dagegen verehrst du mir den Segen, dein Schmerzen muß mein Labsal sein. Bassionslieder. 7. Du sezeit dich zum Bürgen, ja, läsfest dich gar würgen für mich und meine Schuld. Mir läsfest du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld. 57 sagen, was meinem Geist gelüst. Was deine Augen bassen, das will ich fliehn und lassen, soviel mir immer möglich ist. 12. Ich will darin erblicken, wie ich mein Herz soll schmücken mit stillem, sanftem Mut; und wie ich die soll lieben, die mich doch sehr betrüben mit Werken, so die Bosheit thut. 13. Wenn böse Zungen stechen, mir Glimpf und Namen brechen, so will ich zähmen mich; das Unrecht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden verzeihen gern und williglich. 14. Ich will mich mit dir schlagen ans Kreuz und dem ab15. Dein Seufzen und dein Stöhnen und die viel tausend Thränen, die dir geflossen zu, die sollen mich am Ende in deinen Schoß und Hände begleiten zu der ewgen Rub. Paul Gerharbt, geb. 1607,+ 1676. 8. Ich bin, mein Heil, verbunden all Augenblick und Stunden dir überhoch und sehr. Was Leib und Seel vermögen, das soll ich billig legen allzeit an deinen Dienst und Ehr. 9. Nun ich kann nicht viel geben in diesem armen Leben; Mel. Herzlich thut mich 2c. Eins aber will ich thun: es son 100. D Haupt voll Blut und dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. 10. Ich wills vor Augen seßen, mich stets daran ergößen, ich sei auch, wo ich sei; es soll mir sein ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel der Lieb und unverfälschten Treu. Wunden, voll Schmerz und voller Hohn! O Haupt, zum Spott gebunden mit einer Dornenfron! O Haupt, sonst schön gezieret mit höchster Ehr und Zier, jetzt aber höchst schimpfieret, gegrüßet seist du mir! 11. Wie heftig unsre Sünden den frommen Gott entzünden, wie Rach und Eifer gehn, wie schrecklich seine Ruten, wie zornig seine Fluten, will ich aus deinem Leiden sehn. 2. Du edles Angesichte, davor sonst schrickt und scheut das große Weltgewichte, wie bist du so bespeit, wie bist du so erbleichet, wer hat dein Augenlicht, dem sonst kein Licht nicht gleichet, so schändlich zugericht? 3. Nun, was du, Herr, erduldet, ist alles meine Last; ich hab es selbst verschuldet, was du getragen bast! Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn verdienet hat, gib mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad. 4. Grkenne mich, mein Hüter; mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, ist mir viel Guts gethan. Dein Mund hat mich gelabet mit Milch und süßer Kost; dein Geist hat mich begabet mit mancher Himmelslust. Bajsionslieder. 58 / 5. Ich will bier bei dir steben, verachte mich doch nicht! Von dir will ich nicht geben, wenn dir dein Herze bricht. Wenn dein Haupt wird erblassen im letzten Todesstoß, alsdann will ich dich faffen in meinen Arm und Schoß. / 6. Gs dient zu meinen Freuden und kömmt mir herzlich wohl, wenn ich in deinem Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach möcht ich, o mein Leben, an deinem Kreuze hier mein Leben von mir geben, wie wohl geschäbe mir! 7. Ich danke dir von Herzen, o Jesu, liebster Freund, für deines Todes Schmerzen, da dus so gut gemeint. Ach gib, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu, und wenn ich nun erkalte, in dir mein Ende sei. 8. Wann ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir; wann ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür. Wann mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Ängsten kraft deiner Angst und Bein. ist mir doch so wohl, wann ich knien und liegen soll an dem Kreuze, da du stirbest und um meine Seele wirbest. 2. Heile mich, o Heil der Seelen, wo ich krank und traurig bin; nimm die Schmerzen, die mich quälen, und den ganzen Schaden bin, den mir Adams Fall gebracht und ich selber mir gemacht; wird, o Arzt, dein Blut mich neßen, wird sich all mein Jammer ſeßen. 3. Schreibe deine blutgen Wunden mir, Herr, in das Herz hinein, daß sie mögen alle Stunden bei mir unvergessen sein; du bist doch mein schönstes Gut, da mein ganzes Herze ruht; laß mich hier zu deinen Füßen deiner Lieb und Gunst genießen. 4. Diese Füße will ich halten, auf das best ich immer kann; schaue meiner Hände Falten und mich selber freundlich an von des hohen Kreuzes Baum, und gib meiner Bitte Raum; sprich: Laß all dein Trauren schwinden; ich, ich tilg all deine Sünden. Paul Gerhardt( nach Bernhard von Clairvaux), geb. 1607,+ 1676. 9. Grscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod, und Mel. Herr Jesu Christ, du zc. laß mich sehn dein Bilde in deiner 102. Herr Jeſu, deine Angst Kreuzesnot. Da will ich nach dir blicken; da will ich glaubensvoll dich fest an mein Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. und Bein und dein betrübtes Leiden laß mir vor Augen allzeit sein, die Sünde zu vermeiden. Laß mich an deine große Not und deinen herben, bittern Tod, dieweil ich lebe, denken. Paul Gerhardt, geb. 1607,+ 1676. Mel. Zion tlagt mit Angst zc. 101. Sei mir tausendmal gegrüßet, der mich je und je geliebt, Jesu, der du selbst gebüßet das, womit ich dich betrübt; ach, wie 2. Die Wunden alle, die du bast, hab ich dir helfen schlagen, auch meine große Sündenlast dir aufgelegt zu tragen. Ach, liebster Heiland, schone mein, laß diese Bassionslieder. Schuld vergessen sein, laß Gnad für Recht ergehen. 3. Du hast verlassen deinen Thron, bist in das Glend gangen, vertrugest Schläge, Spott und Hohn, mußtest am Kreuze hangen, auf daß du für uns schafftest Rat Eigne Melodie. 104. Odu Liebe meiner Liebe, und unsre schwere Missethat bei, du erwünschte Seligkeit, die du Gott versöhnen möchtest. dich aus böchstem Triebe in das jammervolle Leid deines Leidens, mir zu gute, als ein Schlacht= schaf eingestellt und bezahlt mit deinem Blute alle Missethat der Welt. 4. Drum will ich jetzt zur Dankbarkeit von Herzen dir lobsingen; und wenn du zu der Seligkeit mich wirst binkünftig bringen, so will ich daselbst noch vielmehr zusamt dem ganzen Himmelsheer dich ewig dafür loben. 5. Herr Jesu, deine Angst und Bein und dein betrübtes Leiden laß meine legte Zuflucht sein, wenn ich von hier soll scheiden. Ach bilf, daß ich durch deinen Tod fein sanft beschließe meine Not und selig sterbe. Amen! Gensch v. Breitenau(?), geb. 1638,+ 1732. 59 sie hinauf zur selben Frist, wo du ihr liebster Jesu bist, und laß mich ewig leben. Johann Scheffler, geb. 1624,+ 1677. Mel. Herr Jesu Christ, du 2c. 103. Ich danke dir für deinen Tod, Herr Jesu, und die Schmerzen, die du in deiner letzten Not empfandst in deinem Herzen. Laß die Verdienste solcher Bein ein Labsal meiner Seelen sein, wenn mir die Augen brechen. 2. Ich danke dir für deine Huld, die du mir bast erzeiget, da du mit Zahlung meiner Schuld dein Haupt zu mir geneiget. Ach, neig dich auch zu mir, mein Gott, wenn ich gerat in Todesnot, damit ich Gnade spüre. 3. Laß meine Seel in deiner Gunst aus ihrem Leibe scheiden, auf daß an mir nicht sei umsonst dein teuer wertes Leiden; nimm 2. Liebe, die mit Schweiß und Thränen an dem Ölberg sich betrübt; Liebe, die mit Blut und. Sehnen unaufhörlich fest geliebt; Liebe, die mit allem Willen Gottes Zorn und Eifer trägt, den, so niemand konnte stillen, hat dein Sterben hingelegt. 3. Liebe, die mit starkem Herzen alle Schmach und Hohn gebört; Liebe, die mit Angst und Schmerzen nicht der strengste Tod versehrt; Liebe, die sich liebend zeiget, da sich Kraft und Atem endt; Liebe, die sich liebend neiget, da sich Leib und Seele trennt. 4. Liebe, die mit so viel Wunden gegen mich, als seine Braut, unauflöslich sich verbunden und auf ewig anvertraut; Liebe, laß auch meine Schmerzen, meines Lebens Jammerpein in dem blutverwundten Herzen sanft in dir gestillet ſein. 5. Liebe, die für mich gestorben und ein immerwährend Gut an dem Kreuzesholz erworben, ach, wie denk ich an dein Blut! Ach, wie dank ich deinen Wunden, du verwundte Liebe du, 468 Passionslieder. 60 wenn ich in den legten Stunden sanft in deiner Seiten ruh! 6. Liebe, die sich tot gefränfet und für mein erkaltes Herz in ein faltes Grab gesenket, ach, wie dank ich deinem Schmerz! Habe Dank, daß du gestorben, daß ich ewig leben kann und der Seelen Heil erworben; nimm mich ewig liebend an! Elisabeth von Seniß, geb. 1629,+ 1679. Wel. Jesu, der du meine Seele 2c. 105. Jesu, der du wollen büßen für die Sünden aller Welt durch dein teures Blutvergießen, der du dich haft dargestellt als ein Opfer für die Sünder, die verdammten Adamskinder: ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 2. Rette mich durch deine Plagen, wenn mich meine Sünde plagt; laß, ach laß mich nicht verzagen, weil du selbst für mich gezagt; hilf, daß mich dein Angstschweiß füble, wenn ich Drangfalshiße fühle. Ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 3. Mache mich durch deine Bande von des Satans Banden frei; hilf, daß dein erlittne Schande meine Kron und Ehre sei. Trost der Seelen, Heil der Erden, laß mich nicht zu Schanden werden! Ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren ſein! 4. Rede durch dein Stilleschweigen, liebster Jesu, mir das Wort. Wenn mich Sünden überzeugen und verklagen fort und fort, wenn mein bös Gewissen schreiet und mir mit Verdammnis dräuet: ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 5. Laß mich Freudenrosen brechen, liebster Jesu, meine Zier, von den Dornen, die dich stechen; Jesu, nahe dich zu mir! Kröne mich mit Huld und Gnade, daß kein Sündendorn mir schade. Ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 6. Heile des Gewissens Striemen, nimm von mir der Schmerzen Last durch die Geißeln, durch die Riemen, welche du gefühlet bast, daß ich böser Knecht der Sünde Satans Streiche nicht empfinde. Ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 7. Ach, laß deine tiefen Wunden frische Lebensbrunnen ſein, wenn mir alle Kraft verschwunden, wenn ich schmacht in Seelenpein. Senk die Schuld, die mich beladen, in den Abgrund deiner Gnaden. Ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 8. Ach, zerbrich des Eifers Rute, ach, erzeige Gnad und Huld, tilge doch mit deinem Blute meine schwere Sündenschuld; laß mich in der Angst von Sünden Ruh in deiner Seite finden. Ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 9. Jesu, komm, mich zu befreien durch dein lautes Angstgeschrei; wenn viel tausend Sünden schreien, stehe doch mir Armen bei; wenn nir Wort und Sprach entfallen, laß mich sanft von hinnen wallen. Laß mir deine Todespein Leben, Heil und Himmel sein! Bassionslieder. Eigne Melodie. 106. Als Jesus an dem Kreuze hing, der Tod schier Seel und Leib umsing, da hatt er Angst und Schmerzen. Was da aus seinem Munde ging, das faß. o Mensch, zu Herzen. 2. Die erste Rede, wie er bat, betraf des Vaters Güt und Rat: Vergib dem Volk die Sünden; es fennt nicht seine Missethat; ach, laß es Gnade finden! 3. Das andre Wort, womit er lehrt, ward zu des Schächers Trost gehört: Dein Leid wird in Vertrauen, dein Tod ins Paradies verkehrt, mich heut allda zu schauen. 4. 3um dritten stund die Mutter dar, da sprach er: Weib, das mich gebar, dies ist dein Sohn geblieben; Johannes, nimm der Mutter wahr, die sollt du kindlich lieben. 61 Wort: Herr, zeuch mit meinem Geiste fort; es geht nunmehr zum Ende; den übergeb ich dir, mein Hort, in deine Vaterhände. 5. 3um vierten rief er aus: Mich dürft! Wornach, du großer Lebensfürst? den Menschen Heil zu bringen. Wenn du von hinnen scheiden wirst, so wird es dir gelingen. 6. Zum fünften schrie er heftiglich: Mein Gott, mein Gott, entzeuchst du dich? Wie? hast du mich verlassen? Ich leide Not und ängste mich; doch kannst du mich nicht basſen. 7. Zum sechsten nehmet dies in acht: Mein Leiden ist nunmehr vollbracht, soviel die Schrift erweiset. Ein Sünder, der in Buß erwacht, wird hier mit Trost geſpeiſet. 8. Das siebent ist sein letztes 9. Wer recht bierüber in fich schlägt, wer Christi Pein und Wort erwägt und sich zu Gott erhebet, dem wird die Gnade beigelegt, wodurch er ewig lebet. Ernst Lange, geb. 1650, † 1727. Mel. Wer weiß, wie nahe 2c. 107. Es ist vollbracht! Er ist verschieden, mein Jesus schließt die Augen zu; der Friedefürst entschläft im Frieden; die Lebenssonne geht zur. Rub und finkt in stille Todesnacht; o großes Wort: es ist vollbracht! 2. Es ist vollbracht! Er bats gesprochen; das ewge Wort muß sprachlos sein; das Herz der Treue wird gebrochen; den Fels des Heils umfaßt ein Stein; die höchste Kraft ist nun verschmacht; o wahres Wort: es ist vollbracht! 3. Es ist vollbracht! Jbr meine Sünden, verdammet nun mein Herz nicht mehr. Vom Himmel her hör ich verkünden: des Sobnes Blut erlangt Gebör; am Kreuz bats Frieden uns gemacht; o süßes Wort: es ist vollbracht! 4. Es ist vollbracht! O welch Verlangen zieht mich zu deinem Leichnam hin; dich wünschen Engel zu umfangen: rub auch in meinem Herzen drin, wo dir die Liebe Raum gemacht; o tröstlich Wort: es ist vollbracht! 5.( 58 ist vollbracht! Ich will mich legen zur Rub auf Christi Grabesstein; die Engel find all Bassionslieder. 62 hie zugegen; ich schlummre sanft mit Jakob ein: die Himmelspfort ist aufgemacht. O Lebenswort: es ist vollbracht! Salomon Frand, geb. 1659,+1725. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 108. Seele, geh auf Golgatha, seß dich unter Jesu Kreuze und bedenke, was dich da für ein Trieb zur Buße reize; willst du unempfindlich sein, o, so bist du mehr als Stein. 7. Laß dein Herz mir offen stebn, öffne deiner Wunden Thüre; da binein will ich stets gehn. wenn ich Kreuz und Not verspüre, wie ein Hirsch nach Wasser dürst, bis du mich erquicken wirst. 6. Nun, ich weiß noch was für dich: ich will dir mein Herze geben. Dieses soll beständiglich unter deinem Kreuze leben. Wie du mein, so will ich dein lebend, leidend, sterbend ſein. 8. Kreuzige mein Fleisch und Blut, lehre mich die Welt verschmähen; laß mich dich, du höchstes Gut, immer vor den Augen sehen; führ in allem Kreuze mich wunderlich und seliglich. 9. Endlich laß mich meine Not auch geduldig überwinden; nirgend sonst wird mich der Tod. als in deinen Wunden finden. Wer sich hier ein Bette macht, spricht zuletzt: Es ist vollbracht! Benj. Schmold, geb. 1672 ,,+ 1737. 2. Schaue doch das Jammerbild zwischen Grd und Himmel hangen, wie das Blut mit Strömen quillt, daß ihm alle Kraft vergangen. Ach der übergroßen Not! Es ist ja mein Jesus tot. 3. O Lamm Gottes ohne Schuld, alles das hab ich verschuldet, und du hast aus großer Mel. Herzliebster Jesu, was 2c. Huld Pein und Tød für mich er- 109. Herr, stärke mich, dein duldet. Daß ich nicht verloren bin, gibst du dich ans Kreuze bin. 4. Unbeflecktes Gotteslamm, ich verehre deine Liebe. Schaue von des Kreuzes Stamm, wie ich mich um dich betrübe. Dein im Blute wallend Herz sezzet mich in tausend Schmerz. 5. Ich kann nimmer, nimmermehr diese Plagen dir vergelten; du verbindest mich zu sehr: alle Güter, tausend Welten, alles wäre noch kein Dank nur für deinen Gallentrank. Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen! 2. Du wolltest, Herr, ein Mensch gleich uns auf Erden und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, an unsrer statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen. 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, mein Herz erbebt; ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlösen. Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. Passionslieder. 5. 68 schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder; es stürzt mich tief, und es erhebt mich wieder, lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüte in deine Güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken; allein sollt ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch; darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 8. Das Größt in Gott ist, Gnad und Lieb erweisen; uns kömmt es zu, fie demutsvoll zu preisen, zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad erzeiget, die Gnade steiget. 9. So sei denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir bewiesen. Du hast, mein Heiland, auch für mich dein Leben dahingegeben. 10. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben und stets mit Freuden deinen Willen üben. O, gib zu diesem seligen Geschäfte mir neue Kräfte. Christian Fürchtegott Gellert, geb. 1715,+' 1769. 63 meine Brust kann ich tief gebeuget schlagen. 3. Du liebtest mich und gabest dich zum Opfer für die Sünden. Wo ist größre Liebe je, größre Huld zu finden? Mel. O Traurigkeit zc. 110. Am Kreuz erblaßt, der Marter Last, der Todesqualen müde, findet mein Erlöser erst in dem Grabe Friede. 2. Ein heilger Schmerz durch dringt mein Herz, und, Herr, was kann ich sagen? Nur an 4. Du hasts gethan; dich bet ich an, du König der Erlösten! Dein will ich im Tode mich glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht! riefst du mit Macht; du zeigst, daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich frei habest hingegeben. 6. Hochheilge That! des Höchsten Rat will ich in Demut ehren. Der Erfinder meines Heils wird mirs einst erklären. 7. Allmächtig rief er, der entschlief, den Toten, sie erstanden! Leicht entschwingt der Lebensfürst sich den Todesbanden. 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen; denn durch dich, Erlöser, ists mir der Weg zum Schauen. 9. Ich preise dich, erforsche mich und siehe, wie ichs meine; ja, du fichest, wenn ich still meinen Dank dir weine. 10. Vergess' ich dein, so werde mein in Gwigkeit vergessen. Herr. ich will, so lang ich bin, deine Lieb ermessen. Christoph Friedr. Neander, geb. 1724,+ 1802. Mel. Nun laßt uns den Feib 2c. 111. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist, und hast uns durch dein teures Blut gemacht vor Gott gerecht und gut. 2. Und bitten dich, wahr 64 Mensch und Gott, durch dein heilig fünf Wunden rot, erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der letzten Not. 3. Behüt uns auch vor Sünd und Schand, rett uns durch dein allmächtig Hand, daß wir im Kreuz geduldig sein, uns trösten deiner schweren Pein, Passionslieder. 4. Und schöpfen draus die Zuversicht, daß du uns wirst verlassen nicht, sondern ganz Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. treulich bei uns stehn, bis wir 113. Der du, Herr Jeſu, durchs Kreuz ins Leben gehn. Rub und Rast in deinem Grab gehalten hast, gib, daß wir in dir ruhen all, und unser Leben dir gefall. Christoph Vischer,+ 1600. Begräbnis Jesu. Eigne Melodie. 112. D Traurigkeit, o Herzeleid, ist das nicht zu beklagen? Gott, des Vaters einigs Kind, wird ins Grab getragen. 2. O große Not, Gott selbst liegt tot; am Kreuz ist er gestorben, hat dadurch das Himmelreich uns aus Lieb erworben. 7. O selig ist zu jeder Frist, der dieses recht bedenket, wie der Herr der Herrlichkeit wird ins Grab gesenket. 8. Jesu, du mein Hilf und Ruh, ich bitte dich mit Thränen, bilf, daß ich mich bis ins Grab nach dir möge sehnen. Johann Rist, geb. 1607,+ 1667. 3. O Menschenkind! nur deine Sünd hat dieses angerichtet, da du durch die Missethat warest ganz vernichtet. 4. Dein Bräutigam, das Gotteslamm, liegt bier mit Blut beflossen, welches er ganz mildiglich hat für dich vergossen. 5. O süßer Mund, o Glaubensgrund, wie bist du doch zerschlagen! Alles, was auf Erden lebt, muß dich ja beklagen. 6. O lieblichs Bild, schön, zart und mild, du Schmerzsohn der Jungfrauen, niemand kann dein heißes Blut sonder Reu anschauen. 2. Verleih, o Herr, uns Stärk und Mut, die du erkauft mit deinem Blut, und führ uns in des Himmels Licht zu deines Vaters Angesicht. 3. Wir danken dir, o Gottes Lamm, getötet an des Kreuzes Stamm. Laß ja uns Sündern deine Bein den Eingang in das Leben sein. Georg Werner, geb. 1589,+ 1643. mel. O Traurigkeit, o Herzeleib zc. 114. So rubest du, o meine Ruh, in deiner Grabeshöhle und: erweckst durch deinen Tod meine tote Seele. 2. Man senkt dich ein nach vieler Pein, du meines Lebens Leben! Dich hat jetzt ein Felsengrab, Fels des Heils, umgeben. 3. Ach, du bist kalt, mein Aufenthalt! das macht die beiße Liebe, die dich in das kalte Grab durch ihr Feuer triebe. 4. D Lebensfürst, ich weiß, du Osterlieder. wirst mich wieder auferwecken; follte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 5. Sie wird mir sein ein Kämmerlein, da ich auf Rosen liege, weil ich nun durch deinen Tod Tod und Grab besiege. 6. Gar nichts verdirbt; der Leib Eigne Melodie. 115. Christ ist erstanden von der Marter alle; des folln wir alle froh sein, Christ soll unser Trost sein. Kyrieleis! Osterlieder. 2. Wär er nicht erstanden, die Welt die wär vergangen; seit daß er erstanden ist, so lobn wir den Herren Jesum Christ. Kyrieleis! 3. Halleluja, Halleluja, Halle luja! Des solln wir alle froh sein, Christ soll unser Trost sein. Kyrieleis! Alte Kirche. 65 nur stirbt; doch wird er auferstehen und in ganz verklärter Zier aus dem Grabe gehen. 7. Indes will ich, mein Jesu, dich in meine Seele senten und an deinen bittern Tod bis in Tod gedenken. Eigne Melodie. 116. Jesus Christus, unser Heiland, der den Tod überwand, ist auferstanden; die Sünd hat er gefangen. Kyrie eleison! 2. Der ohn Sünden war geboren, trug für uns Gottes Zorn, hat uns versöhnet, daß uns Gott sein Huld gönnet. Kyrie eleison! 3. Tod, Sünd, Leben und Genad, alls in Händen er hat. Er fann erretten alle, die zu ihm treten. Kyrie eleison! Dr. Dt. Luther, geb. 1488,+ 1546. Salomon Frand, geb. 1659,+ 1725. Eigne Melodie. 117. Christ lag in Todes. banden, für unser Sünd gegeben; der ist wieder erstanden und hat uns bracht das Leben. Des wir sollen fröhlich sein, Gott loben und dankbar sein und fingen: Halleluja, Halleluja! 2. Den Tod niemand zwingen konnt bei allen Menschenkindern; das macht alles unser Sünd, kein Unschuld war zu finden; davon kam der Tod so bald und nahm über uns Gewalt, hielt uns in seim Reich gefangen. Halleluja! 3. Jesus Christus, Gottes Sohn, an unsrer statt ist kommen und hat die Sünde abgethan, damit dem Tod genommen all sein Recht und sein Gewalt; da bleibt nichts denn Todsgestalt; den Stachel hat er verloren. Halleluja! 4. Es war ein wunderlich Krieg, da Tod und Leben rungen; das Leben behielt den Sieg, es hat den Tod verschlungen; die Schrift hat verkündet das, wie ein Tod den andern fraß; ein Spott aus dem Tod ist worden. Halleluja! 5 Osterlieder. 66 5. So feiern wir das hoh Fest mit Herzensfreud und Wonne, das uns der Herr scheinen läßt; er ist selber die Sonne, der durch seiner Gnaden Glanz erleucht uns ser Herzen ganz; der Sünden Nacht ist vergangen. Halleluja! Dr. M. Luther, geb. 1488,+ 1546. Eigne Melodie. 118. Christus ist erstanden von des Todes Banden; des freuet fich der Engel Schar und singt im Himmel immerdar: Halleluja! 2. Der für uns sein Leben in den Tod gegeben, der ist nun unser Ofterlamm, daß wir uns freuen allesamt. Halleluja! 3. Der am Kreuz gehangen, fein Troft konnt erlangen, der lebet nun in Herrlichkeit, uns zu vertreten stets bereit. Halleluja! 4. Der so ganz verschwiegen zur Höllen gestiegen, den wohlgerüsten Starken band, der wird nun in der Höh erkannt. Halleluja! 5. Der da lag begraben, der ist nun erhaben, und sein Thun wird kräftig erweist und in der Christenheit gepreist. Halleluja! 6. Er läßt nun verkünden Vergebung der Sünden, und wie man durch die rechte ß nach seiner Ordnung suchen muß. Halleluja! eingebornen Sohn, der für uns hat genug gethan. Halleluja, Halleluja, Halleluja! 2. Des Morgens früh am dritten Tag, weil noch der Stein am Grabe lag, erstund er frei ohn alle Klag. Halleluja!:::: 3. Er ist erstanden von dem Tod, hat überwunden alle Not, verfühnet Sünd und Missethat. Halleluja!:,::,: 4. Nun bitten wir dich, Jesu Christ, weil du vom Tod erstanden bist, verleihe, was uns selig ist. Halleluja!:::: 5. D mache unser Herz bereit, damit wir, von der Sünd befreit, dir mögen fingen allezeit: Halleluja!:::: Mich. Weiffe,+ 1542. Eigne Melodie. 7. D'Christe, Osterlamm, speis uns heut allesamt, nimm weg all unser Missethat, daß wir dir fingen früh und spat. Halleluja! Mich. Weisse, t 542 Eigne Melodie. 119. Gelobt sei Gott im höchsten Thron famt feinem 120. Erschienen ist der herr. lich Tag, dran sich niemand gnug freuen mag. Christ, unser Herr, heut triumphiert; all sein Feind er gefangen führt. Halleluja! 2. Die alte Schlang, die Sünd und Tod, die Höll, all Jammer, Angst und Not, hat überwunden Jesus Christ, der heut vom Tod erstanden ist. Halleluja! 3. Sein Raub der Tod mußt geben her; das Leben fiegt und ward ihm Herr; zerstört ist nun all seine Macht; Christ hat das Leben wiederbracht. Halleluja! 4. Die Sonn, die Erd, all Kres atur, und was betrübet war zu vor, das freut sich heut an diesem Tag, da der Welt Fürst darniederlag. Halleluja! 5. Drum wir auch billig fröh lich sein, fingen das Halleluja Osterlieder. fein und loben dich, Herr Jesu Christ, zum Trost du uns erstanden bist. Halleluja! Nikol. perman,+ 1561. Eigne Melodie. 121. Heut triumphieret Gottes Sohn, der von dem Tod erstanden schon, Halleluja, Halleluja! mit 122. Früh morgens, da die großer Pracht und Herrlichkeit, des dank'n wir ihm in Ewigkeit. Halleluja, Halleluja! Sonn aufgeht, mein Heiland Christus aufersteht. Halleluja, Halleluja! Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Halleluja!:,: 2. Wenn ich des Nachts oft lieg in Not verschlossen, gleich als wär ich tot, Halleluja!:: läßt du mir früh die Gnadensonn aufgehn, nach Trauern Freud und Wonn. Halleluja!:,: 2. Dem Teufel hat er sein Gewalt zerstört, verheert in aller G'stalt, Halleluja, Halleluja! wie pflegt zu thun ein starker Held, der seinen Feind gewaltig fällt. Halleluja, Halleluja! 3. süßer Herre Jesu Christ, der du der Sünder Heiland bist, Halleluja, Halleluja! führ uns durch dein Barmherzigkeit mit Freuden in dein Herrlichkeit. Halleluja, Halleluja! 4. Hier ist doch nichts denn Angst und Not; wer glaubet und hält dein Gebot, Halleluja, Halleluja! der Welt ist er ein Hohn und Spott, muß leiden oft ein schnöden Tod. Halleluja, Halleluja! 5. Nun kann uns kein Feind schaden mehr, ob er gleich murrt, ists ohn Gefähr. Halleluja, Halleluja! Er liegt besiegt, der arge Feind, dagegen wir Gotts Kinder seind. Halleluja, Halleluja! 6. Dafür danken wir alle gleich und sehnen uns ins Himmelreich, Halleluja, Halleluja! Es ist am End; Gott helf uns all, so singen wir mit großem Schall: Halleluja, Halleluja! 67 lieben Sohn, Halleluja, Halleluja! dem heilgen Geist zu gleicher Weis in Ewigkeit sei Lob und Preis. Halleluja, Halleluja! Kaspar Stolshagius, um 1591. 7. Gott dem Vater im höchsten Thron, samt Christo, seinem Mel. Heut triumphieret Gottes Sohn 2c. 3. Nicht mehr als nur drei Tage lang mein Heiland bleibt im Todeszwang. Halleluja!:: Den dritten Tag durchs Grab er dringt, mit Ehren seine Siegsfahn schwingt. Halleluja!:,: 4. Jeßt ist der Tag, da mich die Welt mit Schmach am Kreuz gefangen hält. Halleluja!:,: Drauf folgt der Sabbat in dem Grab, darin ich Ruh und Frieden hab. Halleluja!:,: 5. In kurzem wach ich fröhlich auf; mein Ostertag ist schon im Lauf. Halleluja!:: Ich wach auf durch des Herren Stimm, veracht den Tod mit seinem Grimm. Halleluja!:,: 6. Am Kreuz läßt Christus öffentlich vor allem Volke töten fich. Halleluja!:,: Da er durchs Todes Kerker bricht, läßt ers die Menschen sehen nicht. Halleluja!:,: 5* Osterlieder. 68 7. Sein Reich ist nicht von dies ser Welt; kein groß Gepräng ihm hie gefällt. Halleluja!:,: Was schlecht und niedrig geht herein, soll ihm das allerliebste sein. Halleluja!:,: 8. Hier ist noch nicht ganz kundgemacht, was er aus seinem Grab gebracht, Halleluja!:,: dergroße Schap, die reiche Beut, drauf sich ein Christ so herzlich freut. Halleluja!:,: 9. Der jüngste Tag wird zeigen an, was er für Thaten hat gethan, Halleluja!:: wie er der Schlangen Kopf zerknickt, die Höll zerstört, den Tod zerdrückt. Halleluja!:,: 10. Da werd ich Christi Herrlichkeit anschauen ewig voller Freud; Halleluja!:: ich werde sehn, wie alle Feind zur Höllenpein gestürzet seind. Halleluja!:,: 11. Der Herr den Tod zu Boden schlägt, da er selbst tot und sich nicht regt, Halleluja!:: geht aus dem Grab in eigner Kraft; Tod, Teufel, Höll nichts an ihm schafft. Halleluja!:,: 12. Wunder groß, o starker Held! Wo ist ein Feind, den er nicht fällt? Halleluja!:,: Kein Angststein liegt so schwer auf mir, er wälzt ihn von des Herzens Thür. Halleluja!:,: 13. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt. Halleluja!:,: Wenn mir gleich alle Welt stürb ab, gnug, daß ich Christum bei mir hab. Halleluja!:,: 14. Er nährt, er schüßt, er tröstet mich; sterb ich, so nimmt er mich zu sich. Halleluja!:: Wo er jetzt lebt, da muß ich bin, weil ich ein Glied seins Leibes bin. Halleluja!:,: 15. Durch seiner Auferstehung Kraft komm ich zur Engel Brüder schaft. Halleluja!:,: Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt; die Feind. schaft ist ganz abgelehnt. Halles luja!:,: 16. Mein Herz darf nicht ent seßen sich; Gott und die Engel lieben mich. Halleluja!:: Die bet Furcht und Traurigkeit. Halle. Freude, die mir ist bereit, vertreis luja!:,: 17. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alleWelt. Halleluja!:,: Dort wollen wir auf beßre Weis erheben deinen Ruhm und Preis. Halleluja!:,: Joh. Heermann, geb. 1585, † 1647. Mel. Es ist das Heil uns zc. 123. Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jeßt der Teufel thun, wie grausam er fich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat nach diesem Krieg durch Jesum Chrift gegeben. 2. Wie sträubte sich die alte Schlang, da Christus mit ihr kämpfte! Mit List und macht fie auf ihn drang; jedennoch er fie dämpfte. Ob sie ihn in die Ferse sticht, so fieget fie doch darum nicht; der Kopf ist ihr zertreten. 3. Lebendig Christus kommt herfür; den Feind nimmt er ges fangen, zerbricht der Höllen Schloß und Thür, trägt weg den Oſterlieder. Mel. Es ist das Heil uns 2c. Raub mit Prangen; nichts ist, das in dem Siegeslauf den starken Held kann halten auf; er ist 124. Der Hölle Pforten find der Überwinder. zerstört; der Tod ist nun verschlungen; des Satans Reich ist ganz verheert; Lob sei dir, Gott, gesungen! Der Sünden Macht ist abgethan; durch Christum ist die Himmelsbahn uns wieder aufgeschlossen. 2. Was uns des ersten Adams Schuld im Paradies verloren, das und noch mehr hat Christi Huld uns wiederum erforen. Der starke Held aus Davids Stamm hat seines Vaters Zornesflamm gelöscht mit seinem Blute. 3. Heut ist er aus dem Grab herfür mit großer Macht gebrochen und stecket auf das Heilspanier, gleichwie er hat versprochen; er bringt nach wohlgeführtem Streit uns wieder Fried und Freudigkeit, ja alle Himmelsschäße. 4. Drum lasset uns in Fröblichkeit Herz und Gemüt erheben, weil uns ist diese Gnadenzeit vom Himmel neu gegeben. Wir haben Christi Reich und macht; er ist hinweg, der Tag und Nacht vor Gott uns hat verklaget. 5. Der alle Welt verführt in Not, liegt in dem Staub der Erden; der vormals starke Seelentod hat müssen kraftlos werden. Des Lammes Blut hat ihn bekriegt, sein wahres Zeugnis obgesiegt und uns zum Heil erhalten. 6. Wir werden auch nach dieser Zeit, wie Christus, auferstehen und mit ihm in die Herrlichkeit und Himmelsfreud 4. Des Herren Rechte die behält den Sieg und ist erhöhet; des Herren Rechte mächtig fällt, was ihr entgegenstehet. Tod, Teufel, Höll und alle Feind durch Christi Sieg gedämpfet seind; ihr Zorn ist kraftlos worden. 5. Es war getötet Jesus Christ, und sieh, er lebet wieder. Weil nun das Haupt erstanden ist, stehn wir auch auf, die Glieder. So jemand Christi Worten gläubt, im Tod und Grabe der nicht bleibt; er lebt, ob er gleich stirbet. 6. Wer täglich hier durch wahre Reu mit Christo auferstehet, ist dort vom andern Tode frei, derselb ihn nicht angehet. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wie derbracht, und unvergänglich Wesen. 7. Das ist die rechte Osterbeut, der wir teilhaftig werden: Fried, Freude, Heil, Gerechtigfeit im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und warten fort, bis unser Leib wird ähnlich dort Christi verklärtem Leibe. 8. O Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel thun, wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg so herrlich hat in die sem Krieg durch Jesum Christ gegeben. 69 Justus Gesenius, geb. 1601,+ 1671. 70 Osterlieder. eingehen; denn wo das Haupt geblieben ist, da müssen auch zu aller Frist die andern Glieder wohnen. Mich. Schirmer, geb. 1606,+ 1673. Mel. Erschienen ist der zc. 125. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du vom Tod erstanden bist, und hast dem Tod zerstört sein Macht und uns das Leben wiederbracht. Halleluja! 2. Wir bitten dich durch deine Gnad, nimm von uns unsre Missethat und hilf uns durch die Güte dein, daß wir dein treue Diener sein. Halleluja! 3. Gott Vater in dem höchsten Thron samt seinem eingebornen Sohn, dem heilgen Geist in gleicher Weis in Ewigkeit sei Lob und Preis. Halleluja! Thomas Hartmann, um 1604. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 126. Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin, die Sonn ist aufgegangen; ermuntre deinen Geist und Sinn, den Heiland zu empfangen, der heute durch des Todes Thür gebrochen aus dem Grab herfür der ganzen Welt zur Wonne. 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf und such ein neues Leben; vollführe deinen Glaubenslauf und laß dein Herz sich heben gen Himmel, da dein Jesus ist, und such, was droben, als ein Christ, der geistlich auferstanden. 3. Vergiß nur, was dahinten ist, und tracht nach dem, was droben, damit dein Herz zu jeder Frist zu Jesu sei erhoben. Tritt unter dich die böse Welt und fiehe nach des Himmels Zelt, wo Jesus ist zu finden. 4. Quält dich ein schwerer Sorgenstein, dein Jesus wird ihn heben; es kann ein Chrift bei Kreuzespein in Freud und Wonne leben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn und sorge nicht; er ist nicht fern, weil er ist auferstanden. 5. Es hat der Löw aus Juda Stamm heut fiegreich überwunden, und das erwürgte Gotteslamm hat uns zum Heil gefunden das Leben und Gerechtigkeit, weil er nach überwundnem Streit die Feinde schaugetragen. 6. Drum auf, mein Herz, fang an den Streit, weil Jesus überwunden; er wird auch überwinden weit in dir, weil er gebunden der Feinde Macht, daß du aufstehst und in ein neues Leben gehst und Gott im Glauben dienest. 7. Scheu weder Teufel, Welt, noch Tod, noch gar der Höllen Rachen; dein Jesus lebt, es hat kein Not; er ist noch bei den Schwachen und den Geringen in der Welt, als ein gekrönter Siegesheld; drum wirst du überwinden. 8. Ach mein Herr Jesu, der du bist von Toten auferstanden, rett uns aus Satans Macht und List und aus des Todes Banden, daß wir zusammen insgemein zum neuen Leben gehen ein, das du uns hast erworben. 9. Sei hochgelobt in dieser Ofterlieder. Zeit von allen Gotteskindern, Mel. Werde munter 2c. und ewig in der Herrlichkeit von allen Überwindern, die über- 128. Jauchzet Gott in allen wunden durch dein Blut; Herr Jesu, gib uns Kraft und Mut, daß wir auch überwinden. Laurentius Laurentii, geb. 1660, † 1722. Landen! Jauchze, du erlöste Schar! Denn der Herr ist aufers standen, der für uns getötet Jesus hat durch seine Macht das Erlösungswerk vollbracht, welches er auf sich ge nommen, da er in das Fleisch war. Mel. Chriftus ber ist mein Leben 2c. 127. Willkommen, Held im gekommen. Streite, aus deines Grabes Kluft! Wir triumphieren heute um deine leere Gruft. 2. Der Feind wird schauges tragen und heißt nunmehr ein Spott; wir aber können sagen: Mit uns ist unser Gott! 3. In der Gerechten Hütten schallt schon das Siegeslied; du trittst selbst in die Mitten und bringst den Osterfried. 4. Ach, teile doch die Beute bei deinen Gliedern aus; wir alle kommen heute deswegen in dein Haus. 5. Laß unser aller Sünden ins Grab verscharret sein, uns einen Schaß hier finden, der ewig fann erfreun. 6. Wir sind mit dir gestorben, so leben wir mit dir; was uns dein Tod erworben, das stell uns täglich für. 7. Wir wollen hier ganz fröhlich mit dir zu Grabe gehn, wenn wir nur dorten selig mit dir auch auferstehn. 71 8. Der Tod kann uns nicht schaden, sein Pfeil ist nunmehr stumpf; wir stehn bei Gott in Gnaden und rufen schon: Tris umph! Benj. Schmold, geb. 1672,+ 1737. 2. Sünde, was kannst du mir schaden? Nun erweckst du keine Not; alle Schuld, die mich bes laden, ist bezahlt durch Christi Tod; das Geseß hat er erfüllt, also Fluch und Zorn gestillt und mir durch sein Wiederleben die Gerechtigkeit gegeben. 3. Hölle, wo sind deine Banden? Strick und Ketten find entzwei; da mein Jesus auferstanden, bin ich vom Gefängnis frei; und wie seine Höllenfahrt im Triumph vollzogen ward, so ist seinen Reichsgenossen nun der Himmel aufgeschlossen. 4. Tod, du fannst an mir nichts haben, muß ich gleich zu Grabe gehn; die mit Jesu find begraben, werden mit ihm aus erstehn. Sterben ist nun mein Gewinn, also fahr ich freudig hin, da der Trost vor Augen schwebet: Jesus, dein Erlöser, lebet. 5. Jesus, mein Erlöser, lebet, welches ich gewißlich weiß; gebet, ihr Erlösten, gebet seinem Namen Dank und Preis! Singet. fingt Halleluja! Rufet, ruft: Der Sieg ist da! Singt und ruft in allen Landen: Heut ist Christus auferstanden! Erbm. Neumeifter, geb. 1671,+ 1756. 72 Osterlieder. Mel. Laffet uns den Herren 2c. 129. Überwinder, nimm die Palmen, die dein Volk dir heute bringt, das mit frohen Osterpsalmen den erkämpften Sieg befingt. Wo ist nun der Feinde Pochen und der Würger Mordgeschret, da des Todes Nacht vorbei, und sein Stachel ist zerbrochen? Tod und Hölle liegen da: Gott sei Dank, Halleluja! 2. Stecke nun dein Sieges zeichen auf der dunklen Gruft empor! Was kann deinem Ruhme gleichen? Held und König, tritt hervor! Laß dir tausend Engel dienen; denn nach harter Leidenszeit ist dein Tag der Herrlichkeit, höchste Majestät, erschienen. Erd und Himmel jauchzen da: Gott sei Dant, Halleluja! 3. Teile, großer Fürst, die Beute deiner armen Herde mit, die in froher Sehnsucht heute vor den Thron der Gnade tritt. Deinen Frieden gib uns allen, o so jauchzet Herz und Mut, weil das Los uns wundergut und aufs liebliche gefallen. Freud und Wonne grünen da: Gott sei Dank, Halleluja! 4. Laß, o Sonne der Gerechten, deinen Strahl ins Herze gehn; gib Erleuchtung deinen Knechten, daß sie geistlich auf erstehn. Hält der Schlaf uns noch gefangen, o so fördre du den Lauf; rufe mächtig: Wachet auf! denn die Schatten sind vers gangen, und der helle Tag ist da: Gott sei Dank, Halleluja! 5. Tilg in uns des Todes Grauen, wenn die letzte Stunde schlägt, weil du denen, die dir trauen, schon die Krone beiges legt. Gib uns in den höchsten Nöten, gib uns mitten in der Pein deinen Trost und Glauben ein, o so kann der Tod nicht töten; denn die Hoffnung blühet da: Gott sei Dank, Halleluja! 6. Zeige, wenn der blöde Kummer über Sarg und Grüften weint, wie die Schwachheit nach dem Schlummer dort in voller Kraft erscheint. Sind wir sterbslich hier geboren, o so streift das kühle Grab nur, was sterblich heißt, uns ab, und der Staub ist unverloren; unser Hirte hütet da: Gott sei Dank, Halleluja! 7. Rufe die zerfallnen Glieder endlich aus der dunklen Nacht, wenn der Deinen Asche wieder in verklärtem Glanz erwacht. Dann wirst du die Krone geben; dann wird unsre volle Brust, Herr, mit engelgleicher Lust ewig deinen Sieg erheben, und wir sprechen auch allda: Gott sei Dank, Halleluja! Christian Lubw. Tabbel, geb. 1706, † 1775. Mel. Vom Himmel hoch 2c. 130. Erinnre dich, mein Geist, erfreut des hohen Tags der Herrlichkeit. Halt im Ges dächtnis Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir erschien, als spräch er: Friede sei mit dir! so freue dich, mein Geist, in mir. 3. Schau über dich und bet ihn an. Er mißt den Sternen Osterlieder. 73 schafft; sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. Christian Fürchteg. Gellert, geb. 1715,+ 1769. ihre Bahn; er lebt und herrscht mit Gott vereint; er ist dein König und dein Freund. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist und der da war! Sein Name sei gebenedeit von nun an bis in Ewigkeit. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 5. D Glaube, der das Herz 131. Jesus lebt, mit ihm auch erhöht! Was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? ich: Tod, wo sind nun deine Schreken? Er, er lebt und wird auch mich von den Toten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht. 6. Vor seinem Thron, in seinem Reich unsterblich, heilig, Engeln gleich und ewig, ewig felig sein, Herr, diese Herrlich teit ist mein. 7. Du, der du in den Himmeln thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst; und du erfüllst einst mein Vertraun, in meinem Fleische dich zu schaun. 8. Ich soll, wann du, des Lebens Fürst, in Wolken göttlich fommen wirst, erweckt aus meinem Grabe gehn und rein zu deiner Rechten stehn. 9. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thronen und mit Cherubim, mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freun in Ewigkeit. 10. Zu welchem Glück, zu welchem Ruhm erhebt uns nicht das Christentum! Mit dir gekreuzigt, Gottes Sohn, sind wir auch auferstanden schon. 11. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, damit ich mich in Lieb und Treu zu deinem Bilde stets erneu. 12. Er ists, der alles in uns über alle Welt gegeben; mit ihm 2. Jesus lebt, ihm ist das Reich werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt, wer nun verzagt, sündigt wider Gottes Ehre; Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht; dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt, sein Heil ist mein; Reines Herzens will ich sein und sein sei auch mein ganzes Leben. den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt; ich bin gewiß. nichts soll mich von Jesu scheiden. keine Macht der Finsternis, feine Herrlichkeit, kein Leiden. Er gibt Kraft zu dieser Pflicht; dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt, nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnot wird er meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Chriftian Fürchteg. Gellert, geb 1715,+ 1769. 74 Osterlieder. Mel. Wachet auf, ruft 2c. 132. Halleluja, jauchzt, ihr Chöre, singt Jesu Christo Lob und Ehre! Wie groß, wie heilig ist sein Tag! Er, der Held, zerriß die Banden des Todes und ist auf erstanden, er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Gewalt und Macht. Preis ihm, er hats vollbracht! Halleluja! Er bats vollbracht, er, der die Macht des Todes und des Grabes hat. 2. Glorreich hat der Held gerungen, hat mächtig Satans Reich bezwungen, von Todesketten uns befreit. Wir, von Gott gefallne Sünder, sind nun mit ihm versöhnt, find Kinder und Erben seiner Seligkeit. Bald, bald entschlafen wir, entschlafen, Christe, dir, ruhn im Frieden die kurze Nacht, bis deine Macht den Tag der Ewigkeiten ruft. 3. Unsern Staub mag Staub bedecken, du wirst ihn herrlich auf erwecken, der du des Staubes Schöpfer bist! Du wirst unvergänglich Leben und Kraft und Herrlichkeit ihm geben, dem Staube, der dir teuer ist. Wir werden ewig dein, gerecht und selig sein, Halleluja! Tod und Gericht erschreckt uns nicht; denn Jesus, unser Mittler, lebt. 4. Tag des Lebens, Tag der Wonne, wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne durch unsres Grabes Dunkel bricht! O was werden wir empfinden, wenn Nacht und Finsternis verschwinden, und uns umstrahlt des Himmels Licht. Vollender, führe du uns diesem Tage zu, uns, die Deinen! Die Todesbahn gingst du voran; wir folgen dir in deine Ruh. Gottfr. Bened. Funt, geb. 1734,+ 1814. Mel. Wachet auf, ruft 2c. 133. Lobt den Höchsten, Jesus lebet! Erlöste Menschen, kommt, erhebet des Welterlösers Majestät. Hörts, betrübte Sünder, gebet der Freude Raum, denn Jesus lebet; Gott hat ihn aus dem Staub erhöht. O Seele, dein Gesang ers schall auch ihm zum Dank, ihm zur Ehre. Dich, großer Held, er hebt die Welt, weil deine Hand den Sieg behält. 2. Jesu Jünger, wehrt dem Leide; lobfinget ihm und nehmt voll Freude am Siege teil, den er erstritt. Seid ihr gleich des Grabes Kinder, er ist des Todes Überwinder; er herrscht, der für euch starb und litt. Was wollt ihr traurig sein? Getrost könnt ihr euch freun. Jeſus lebet in Ewigkeit; zu aller Zeit ist er zur Hilfe uns bereit. 3. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Nicht ewig wird das Grab uns decken, verwest der Leib gleich in der Gruft. Einst wird er zum bessern Leben sich von der Erde Staub erheben, wann Jesus den Entschlafnen ruft. Dann wird des Todes Feld zu einer regen Welt. Alles lebet, sowie erneut zur Frühlingszeit die junge Schöpfung sich erfreut. 4. Auferstandner, welch ein Segen erwartet uns, wenn wir auf Wegen einhergehn, die dein Fuß betrat. Nie gefühlte Seligkeiten, die ewig währen, sind die Beuten, die uns dein Sieg errungen hat. Osterlieder. Finst find fie unser Teil; einst frönet uns das Heil deines Lebens. Halleluja, der Herr ist nah! Bald ist der Tag des Sieges da. Chrift. Chriftian Sturm, geb. 1740,+1786. Oftermontag. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 2c. 134. 3ween der Jünger gehn mit Sehnen über Feld nach Emmaus; ihre Augen sind voll Thränen, ihre Seele voll Verdruß, und sie wechseln Klage worte; doch es ist von ihrem Orte unser Jesus gar nicht weit und vertreibt die Traurigkeit. 2. Ach, es gehn noch manche Herzen ihrem stillen Kummer nach; fie bejammern voller Schmerzen ihre Not und Ungemach. Manches wandert gar alleine, daß es nur zur Gnüge weine; doch mein Jesus ist dabei, fragt, was man so traurig sei? 75 den, so ließ er mich nicht allein; Jesus stellt zur rechten Stunden sich mit seinem Beistand ein. Wenn ich bei ihm beschwere, gleich als ob er ferne wäre, o so ist er mehr als nah und mit seis ner Hilfe da. 3. Wenn zwei Seelen sich besprechen, so ist Christ der dritte Mann; er bemerket die Gebrechen, redet, was uns trösten kann. Denn er kann uns nicht versäumen, wie wir glaubenslos oft träumen. Er hat alles im Geficht; seine Treu verläßt uns nicht. 4. Jesus ist mir nachgegangen, wenn ich meiner Eitelkeit und der Sünde nachgehangen; o der unglückselgen Zeit, die man dergestalt verloren! Doch er hat mich neu geboren; Jesus hat an mich gedacht und das Schäflein wiederbracht. 5. Hat sich eine Not gefun6. Treuster Freund von allen Freunden, bleibe ferner noch bet mir. Kommt die Welt, mich an zufeinden, ach, so sei du auch allhier. Wenn die Teufel auf mich blißen, wollst du trösten und beschüßen; komm, in meinem Geist zu ruhn; was du willst, das will ich thun. 7. Bin ich traurig und betrübet, so gib nur in meinen Sinn, daß mich deine Seele liebet, und daß ich der Deine bin. Laß dein Wort mich feste gründen, laß es auch mein Herz entzünden, daß es voller Liebe brennt und dich immer besser kennt. 8. Tröst auch andre fromme Seelen, wenn sie tief in Kummer stehn; wenn sie in verborgnen Höhlen, Kammern, Feld und Wäldern gehn, ihrem Kummer nachzufinnen, daß sie satt fich weinen können, so sprich ihrer Seele zu: Liebes Kind, was trauerst du? 9. Kannst du bei der Welt nicht weilen, ach, so nimm mich auch mit dir; laß mich deine Freuden teilen, sei und bleibe stets bei mir. Bleibe doch in unsrer Mits ten, wie dich deine Kinder bitten. Dank sei dir, o lieber Gast, daß du mich getröstet haſt. Joh. Neunhers, geb. 1653,+ 1787. 76 Himmelfahrtslieder. Himmelfahrtslieder. Eigne Melodie. 135. Christ fuhr gen Himmel, was fandt er uns hernieder? Den Tröster, den heiligen Geist, zu Trost der armen Chris stenheit. Kyrieleis! 2. Halleluja, Halleluja, Halleluja! des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis! Alte Kirche aus dem 15. Jahrh. 4. Solch Himmelfahrt fäht in uns an, bis wir den Vater finden und fliehen stets die weltlich dern: die sehn hinauf, und Gott Bahn, thun uns zu Gottes Kinberab, an Treu und Lieb geht thn'n nichts ab, bis sie zusammentommen. Halleluja, Halleluja! freudenreich, wann uns Gott zu 5. Dann wird der Tag erst ihm nehmen und seinem Sohn wird machen gleich, als wir dann jetzt bekennen! Da wird sich finZeit beim höchsten Gut; Gott den Freud und Mut zu ewger woll, daß wirs erleben! Halleluja, Halleluja! Joh. Zwid, geb. c. 1496,+ 1542. Eigne Melodie. 136. Auf diesen Tag bedenfen wir, daß Christ gen Himmel g'fahren, und danken Gott aus höchster B'gier, mit Bitt, er woll bewahren uns arme Sünder hie auf( Erd, die wir von wegen mancher G'fährd ohn ihn kein HoffMel. Erschienen ift 2c. nung haben. Halleluja, Halle- 137. Nun freut euch, Gottes luja! Kinder all! Der Herr fährt auf mit großem Schall. Lobsinget ihm, lobfinget ihm, lobfinget ihm mit lauter Stimm. Halleluja! 2. Drum sei Gott Lob, der Weg ist g'macht, uns steht der Himmel offen. Christus schließt auf mit großer Pracht; vorhin war alls verschlossen. Wers glaubt, des Herz ist freudenvoll; dabei er sich doch rüsten soll, dem Herren nachzufolgen. Halleluja, Halleluja! 2. Die Engel und all Himmelsheer erzeigen Christo göttlich Ghr und jauchzen ihm mit frohem Schall, das thun die lieben Engs el all. Halleluja! 3. Daß unser Heiland Jesus Christ, wahr Gottes Sohn, Mensch worden ist, des freuen sich die Engel sehr und gönnen uns gern solche Ehr. Halleluja! 4. Der Herr hat uns die Stätt bereit, bei ihm zu sein in Gwigkeit. Wir erben nun das Himmelreich, wir sind den lieben Engeln gleich. Halleluja! 3. Wer nicht folgt und sein Willen thut, dem ist nicht Ernst zum Herren; denn er wird auch vor Fleisch und Blut sein Himmelreich versperren. Am Glauben liegts; soll der sein recht, wird auch gewiß das Leben schlecht zu Gott im Himmel g'richtet. Halleluja, Halleluja! 77 4. Laß sein den Feind in uns gedämpft, weil du uns hast das Heil erkämpft; tilg aus sein Werk, daß er nicht mehr sich wider unsre Seel empör. Halleluja! Himmelfahrtslieder. 5. Es hat mit uns nun nimmer Not. Die Sünd, der Satan und der Tod allsamt zu Schanden worden sind durch Gottes und Marien Kind. Halleluja! 6. So danket nun dem lieben Herrn und lobet ihn von Herzen gern, lobsinget mit der Engel Thor, daß es zum Himmel schall empor. Halleluja! 7. Gott Vater in der Ewigfeit, es sagt dir deine Christens heit groß Ehr und Dank mit höchstem Fleiß, zu allen Zeiten Lob und Preis. Halleluja! 8. Herr Jesu Christe, Gottes Sohn, gewaltig, herrlich, prächs tig, schön, es dankt dir deine Christenheit von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja! 9. O heilger Geist, du wahrer Gott, der du uns tröst in aller Not, wir rühmen dich, wir loben dich und sagen dir Dank ewiglich. Halleluja! Erasmus Alberus, geb. c. 1500, † 1553. Mel. Erschienen ist 2c. 5. Zeuch und führ uns mit dir zugleich als Gotteskinder in dein Reich, da wir ein ewig Freudenlied dir aufzuopfern sind bemüht. Halleluja! 138. Es fäbret heute Gottes fähret heute Gottes Sohn hinauf zu seines Vaters Thron. Er gehet ein zur Herrlichkeit, die überall ist ausgebreit't. Halleluja! 2. Er hat zerstört des Teufels Macht, sein Heer erlegt und umgebracht; wie mit Gewalt ein starker Held im Treffen seine Feinde fällt. Halleluja! 3. 3wing unser Fleisch, Herr Jesu Christ, der du der Sünder Heiland bist, daß wir, indem du uns machst rein, teilhaftig deines Sieges sein. Halleluja! 6. Gott Vater, sei von uns gepreist samt deinem Sohn und heilgen Geist, der heilge unsrer Seelen Grund, damit dir danke Herz und Mund. Halleluja! Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 139. Auf Christi Himmel fahrt allein ich meine Nachfahrt gründe, und allen Zweifel, Ungst und Pein hiemit stets überwinde. Denn weil das Haupt im Hims mel ist, wird seine Glieder Jesus Christ zur rechten Zeit nachholen. 2. Weil er gezogen himmelan und große Gab empfangen, mein Herz auch nur im Himmel kann, sonst nirgends Ruh erlangen. Denn wo mein Schaß gekommen hin, da ist auch stets mein Herz und Sinn, nach ihm mich sehr verlanget. 3. Ach Herr, laß diese Gnade mich von deiner Auffabrt spüren, daß mit dem wahren Glauben ich mög meine Nachfahrt zieren und dann einmal, wenn dirs gefällt, mit Freuden scheiden aus der Welt. Herr, höre dies mein Flehen. Josua Wegelin, geb. 1604,+ 1640 78 Himmelfahrtslieder. Mel. Wie schön leucht 2c. 140. Na, wundergroßer Siegesheld, du Sündenträger aller Welt, heut hast du dich geseget zur Rechten deines Vaters Kraft, der Feinde Schar gebracht zur Haft, bis auf den Tod verlezet; mächtig, prächtig triumphierest, jubilierest; Tod und Leben ist, Herr Christ, dir untergeben. lassen; laß suchen uns, was droben ist; auf Erden wohnet Trug und List, es ist auf allen Straßen Lügen, Trügen, Angst und Plagen, die da nagen, die da quälen stündlich arme Chris stenseelen. 6. Herr Jesu, komm, du Gnadenthron, du Siegesfürst, Held, Davids Sohn, komm, stille das Verlangen; du, du bist allein uns zu gut, o Jesu, durch dein teures Blut ins Heiligtum gegangen; komm schier, hilf mir, denn so sollen, denn so wollen wir am Ende fröhlich klopfen in die Hände. 2. Dir dienen alle Cherubim; viel tausend hohe Seraphim dich, Siegesfürsten, loben, weil du den Segen wiederbracht, mit Majestät und großer Macht zur Glorie bist erhoben; finget, flinget, rühmt und ehret den, so fähret auf gen Himmel mit Posaunen und Getümmel. Mel. Zeuch ein zu meinen 2c. 3. Du bist das Haupt, hin- 141. Gott fähret auf gen gegen wir find Glieder, ja es kommt von dir auf uns Licht, Trost und Leben; Heil, Friede, Freude, Stärk und Kraft, Erquickung, Labsal, Herzenssaft wird uns von dir gegeben. Bringe, zwinge mein Gemüte, mein Geblüte, daß es preise, dir als Siegsherrn Ehr erweise. Himmel mit frohem Jubelschall, mit prächtigem Getümmel und mit Posaunenhall. Lobfingt, lobsinget Gott! Lobfingt, lobsingt mit Freuden dem Könige der Heiden, dem Herrn Zebaoth! 2. Der Herr wird aufgenommen, der ganze Himmel lacht, um ihn gehn alle Frommen, die er hat frei gemacht. Es holen Jesum ein die lautern Cherubinen, den hellen Seraphinen muß er willkommen sein. 4. Zeuch, Jesu, uns, zeuch uns nach dir; hilf, daß wir forthin für und für nach deinem Reiche trachten. Laß unser Thun und Wandel sein, wo Zucht und Demut tritt herein, all üppigkeit verachten; Unart, Hoffart laß uns meiden, christlich leiden, wohl ergründen, wo die Gnade sei zu finden. 3. Wir wissen nun die Stiege, die unser Haupt erhöht; wir wissen zur Genüge, wie man zum Himmel geht. Der Heiland geht voran, will uns nicht nach fich lassen; er zeiget uns die Stras ßen, er bricht uns sichre Bahn. 5. Sei, Jesu, unser Schuß und Schaß, sei unser Ruhm und fester Plaß, darauf wir uus verErnst Christoph Homburg, geb. 1605,+ 1681. 4. Wir sollen himmlisch werden, der Herre macht uns Plaß; wir Himmelfahrtslieder. gehen von der Erden dorthin, wo unser Schaß. Ihr Herzen, macht euch auf! Wo Jesus hingegangen, dahin sei das Verlangen, dorthin sei euer Lauf! 5. Laßt uns gen Himmel dringen mit herzlicher Begier, laßt uns zugleich auch fingen: Dich, Jesu, suchen wir! dich, o du Gottes Sohn, dich Weg, dich wahres Leben, dem alle Macht gegeben, dich, unsres Hauptés Kron. 6. Fahr hin mit deinen Schäpen, du trugesvolle Welt! Dein Kot kann nicht ergößen; weißt du, was uns gefällt? Der Herr ist unser Preis; der Herr ist unsre Freude und köstliches Geschmeiße; zu ihm gilt unsre Reis. 7. Wann soll es doch geschehen? wann kommt die liebe Zeit, daß wir ihn werden sehen in seiner Herrlichkeit? Du Tag, wann wirst du sein, daß wir den Heiland grüßen, ihn ewig nicht mehr missen? Komm, stelle dich doch ein! Gottfr. Wilh. Sacer, geb. 1685, † 1699. 79 4. Zeuch uns nach dir nur für und für und gib, daß wir nachfahren dir in dein Reich, und mach uns gleich den auserwählten Scharen. Mel. Ach Gott und Herr 2c. 142. Beuch uns nach dir, so laufen wir mit herzlichem Verlangen hin, da du bist, o Jesu Christ, aus dieser Welt gegangen. 2, 3euch uns nach dir, Herr Christ, und führ uns deine Himmelsstege. Wir irrn sonst leicht und sind verscheucht vom rechten Lebenswege. 3. Zeuch uns nach dir, so folgen wir dir nach in deinen Himmel, daß uns nicht mehr allhier beschwer das böse Welts getümmel. Friedrich Fabricius, geb. 1642, † 1703. Mel. Alle Menschen müssen 2c. 143. iegesfürst und Ehrenkönig, du verklärte Majestät! Alle Himmel sind zu wenig, du bist drüber hoch erhöht; sollt ich nicht zu Fuß dir fallen, und mein Herz vor Freude wallen, wenn mein Glaubensaug entzückt deine Herrlichkeit erblickt? 2. Seh ich dich gen Himmel fahren, seh ich dich zur Rechten da, seh ich, wie der Engel Scharen alle rufen Gloria, sollt ich nicht zu Fuße fallen, und mein Herz vor Freude wallen, da der Himmel jubiliert, König triumphiert? weil mein 3. Weit und breit, du Hims melssonne, deine Klarheit fich ergeußt und mit neuem Glanz und Wonne alle Himmelsgeister speist; prächtig wirst du aufges nommen, freudig heißt man dich willkommen. Schau, ich armes Kindlein bier, schrei auch Hofianna dir! 4. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, da ich deine Klarheit seh? Sollt mein Mut noch wollen sinken, da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen, nicht vor Welt und Teufel grauen, nur in Jesu Namen mich beugen hier und ewiglich. 5. Geist und Kraft nun über Himmelfahrtslieder. 80 fließen; drum wirk in mir kräftiglich, bis zum Schemel deinen Füßen alle Feinde legen sich. Aus Zion den Scepter sende weit und breit bis zur Welt Ende, mache dir auf Erden Bahn, alle Herzen unterthan. 6. Du kannst alles aller Orten nun erfülln und nahe sein, meines armen Herzens Pforten stell ich offen, komm herein! Komm, du König aller Ehren, du mußt auch bei mir einkehren; ewig in mir leb und wohn, als in deinem Himmelsthron. 7. Deine Auffahrt bringt mir eben Gott und Himmel innig nah; lehr mich nur im Geiste leben als vor deinen Augen da; fremd der Welt, der Zeit, den Sinnen, bei dir abgeschieden drinnen, in das Himmelreich verfeßt, da mich Jeſus nur ergößt. Gerh. Terfleegen, geb. 1697,+ 1769. Mel. Alles ist an Gottes 2c. 144. Jesus Christus herrscht als König; alles wird ihm unters thänig, alles legt ihm Gott zu Fuß. Alle Zunge soll bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen, dem man Ehre geben muß. 2. Fürstentümer und Gewalten, Mächte, die die Thronwacht halten, geben ihm die Herrlichkeit. Alle Herrschaft, dort im Himmel, hier im irdischen Getümmel, ist zu seinem Dienst bereit. 3. Gott ist Herr, der Herr ist Einer, und demselben gleichet teiner; nur der Sohn, der ist ihm gleich. Dessen Stuhl ist unumstößlich, dessen Leben unauflöslich, dessen Reich ein ewig Reich. 4. Gleicher Macht und gleicher Ehren sißt er unter lichten Chiren über Gottes Cherubim. Aller Welt und Himmel Enden hat er alles in den Händen; denn der Vater gab es ihm. 5. Jauchz ihm, Menge heilger Knechte, rühmt, vollendete Ge rechte, und du Schar, die Pal men trägt, und ihr Märtrer mit der Krone und du Chor vor seinem Throne, der die Gottesharfen schlägt! 6. Ich auch auf der tiefsten Stufen, ich will glauben, reden, rufen, weil ich noch ein Pilgrim bin: Jesus Christus herrscht als König; alles sei ihm unters thänig; ehret, liebet, lobet ihn! Phil. Friedr. Hiller, geb. 1699,+ 1769. Mel. Weil nichts gemeiner ist, als sterben 2c. 145. 3um$ immel bist du eingegangen, mit Preis gekrönt, Herr Jesu Christ; wie sollte mich nun nicht verlangen, auch dort zu sein, wo du nun bist? Ich bin ja nur ein Pilgrim hier; nimm in die Heimat mich zu dir. 2. Vom Tode standst du auf zum Leben und gingst verklärt zum Himmel ein; so muß sich auch mein Geist erheben, soll ich nicht tot in Sünden sein. Ein neues Leben wirk in mir, so komm ich einst gewiß zu dir. 3. Am Ölberg fingen deine Leiden mit bittern Todesängsten an; am Ölberg gingst in hohen Freuden du siegreich deine Him Pfingstlieder. melsbahn. So folgt auf Leiden Herrlichkeit; zu beiden mache mich bereit. 4. Du hobest segnend deine Hände beim Scheiden von den Deinen auf; o hilf, daß einst auch ich vollende, von dir gesegnet, meinen Lauf. Wenn ich von dir gesegnet bin, dann fahr in Frieden ich dahin. 5. Ich sehe dir mit Glaubensblicken in deinen Freudenhimmel Mel. Komm, Gott Schöpfer tc. 146. Komm, heilger Geist, o Schöpfer du, sprich deinen armen Seelen zu; erfüll mit Gnaden, süßer Gast, die Brust, die du geschaffen hast. 2. Der du ein Tröster bist ge nannt, des allerhöchsten Gottes Pfand, du Liebesquell, du Lebensbronn, du Herzenssalbung, Gnadensonn! 81 nach; mein Herz soll sich an dir erquicken, der mir die Bahn zum Himmel brach. Sieht dich auch hier mein Auge nicht, doch bleibst du meine Zuversicht. Pfingstlieder. 3. Du fiebenfaches Gnadengut, du Hand des Herrn, die Wunder thut, du lösest aller Jungen Band, gibst frei das Wort in alle Land. 4. Zünd uns ein Licht an im Verstand, entflamm das Herz in Liebesbrand, stärk unser schwaches Fleisch und Blut durch deiner Gottheit starken Mut. 5. Den Feind treib von uns fern hinweg und bring uns auf des Friedens Steg, daß wir, durch deine Huld geführt, vom Argen bleiben unberührt. 6, Einst wirst du herrlich wiederkommen, gleichwie du aufge fahren bist; dann werd ich völlig aufgenommen, wo mir bereit mein Erbteil ist. So leb ich nun im Glauben hier, im Schauen aber dort mit dir. 6. Lehr uns den Vater kennen wohl und wie den Sohn man ehren soll; im Glauben mache uns bekannt, wie du von beiden wirst gesandt. Alte Kirche. Eigne Melodie. 147. Komm, Gott Schöpfer, heilger Geist, besuch das Herz der Menschen dein, mit Gnaden fie füll, wie du weißt, daß dein Geschöpf vorhin sein. 2. Denn du bist der Tröster genannt, des Allerhöchsten Gabe teur, ein geistlich Salb an uns gewandt, ein lebend Brunn, Lieb und Feur. 3. Zünd uns ein Licht an im Verstand, gib uns ins Herz der Liebe Brunst, das schwach Fleisch in uns dir bekannt, erhalt fest dein Kräft und Gunst. 4. Du bist, mit Gaben siebenfalt, der Finger an Gotts rechter Hand; des Vaters Wort gibst du gar bald mit Zungen in alle Land 6 Pfingstlieder. 82 5. Des Feindes Lift treib von uns fern, den Fried schaff bei uns deine Gnad, daß wir deim Leiten folgen gern und meiden der Seelen Schad. 6. Lehr uns den Vater tennen wohl, dazu Jesum Christ, sein Sohn, daß wir des Glaubens werden voll, dich, beider Geist, zu verstehn. 7. Gott Vater sei Lob und dem Sohn, der von den Toten auf erstund, dem Tröster sei dasselb gethan in Ewigkeit alle Stund. Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. Eigne Melodie. 148. Ro omm, heiliger Geist, Herre Gott! Erfüll mit deiner Gnaden Gut deiner Gläubgen Herz, Mut und Sinn, dein brünstig Lieb entzünd in ihn'n. Herr, durch deines Lichtes Glast zu dem Glauben versammlet hast das Volk aus aller Welt Zungen; das sei dir, Herr, zu Lob gesungen: Halleluja, Halleluja! 2. Du heiliges Licht, edler Hort! Laß uns leuchten des Lebens Wort und lehr uns Gott recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen. Leben zu dir dringen: Halleluja! Halleluja! Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. 3. Du heilige Brunst, süßer Trost! Nun hilf uns fröhlich und getrost in deim Dienst beständig bleiben, die Trübsal uns nicht abtreiben. Herr, durch dein Kraft uns bereit und stärk des Fleisches Blödigkeit, daß wir hie ritterlich ringen, durch Tod und Eigne Melodie. 149. Nun bitten wir den heilt gen Geist um den rechten Glauben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wann wir heimfahren aus diesem Elende. Kyrieleis! 2. Du wertes Licht, gib uns deinen Schein; lehr uns Jesum Christ kennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Kyrieleis! 3. Du süße Lieb, schent uns deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen einander lieben und im Friede auf einem Sinn bleiben. Kyrieleis! 4. Du höchster Tröster in aller Not, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod, daß in uns die Sinne nicht verzagen, wenn der Feind wird das Leben vers klagen. Kyrieleis! Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. Mel. Komm, Gott Schöpfer 2c. O vor daß wir nicht Meiſter ſuchen mehr, 150. heilger Geift, du ewger denn Jesum mit rechtem Glauben, und ihm aus ganzer Macht vertrauen: Halleluja, Halleluja! Gott, du höchster Tröster in der Not, von Herzensgrund ich ruf dich an, wollst meine Bitt nicht fehlen lan. 2. Ach, sei mein Troft und Zuversicht, laß mich in Sünd verzagen nicht; wend ab von mir des Feindes List, erhalt mich fest an Jesum Christ; 3. Daß ich demselben allezeit treulich zu dienen set bereit und Pfingstlieder. ihn in wahrem Glauben rein erkenne für den Heiland mein. 4. Leit mich auf rechter, ebner Bahn, christlich mein Lebn zu stellen an, daß ich nach dieser Sterblichfeit erlangen mög die ewge Freud. Barthol. Helber(?),+ 1685. Mel. DJefulein süß, o Jefulein mild zc. 151. heiliger Geist, o heis liger Gott, du Tröster wert in aller Not, du bist gesandt vons Himmels Thron, von Gott dem Vater und dem Sohn. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 2. heiliger Geist, o heiliger Gott, gib uns die Lieb zu deinem Wort, zünd an in uns der Liebe Flamm, darnach zu lieben alle samt. heiliger Geist, o heiliger Gott! 3. heiliger Geist, o heiliger Gott, mehr unsern Glauben immerfort. An Christum niemand glauben kann, es sei denn durch dein Hilf gethan. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 4.O heiliger Geist, o heiliger Gott, erleucht uns durch dein göttlich Wort, lehr uns den Bater lennen schon, dazu auch seinen lieben Sohn. O heiliger Geist, o beiliger Gott! 5. heiliger Geist, o heiliger Gott, du zeigest uns die Himmelspfort, laß uns hier kämpfen ritterlich und zu dir dringen seliglich. Oheiliger Geist, o heiliger Gott! 6. heiliger Geist, o heiliger Gott, verlaß uns nicht in Not und Tod. Wir singen dir Lob, Ehr und Dank allzeit und unser Leben lang. O heiliger Geist, o beiliger Gott! 83 Eigne Melodie. 152. 3eud ein zu meinen Thoren, sei meines Herzens Gaft, der du, da ich geboren, mich neu geboren hast, o hochgeliebter Geist des Baters und des Sohnes, mit beiden gleichen Thrones, mit beiden gleich gepreist. 2. Zeuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hilf und Errettung schafft. Ents reinem Geiste dir Ehr und Dienste sündge meinen Sinn, daß ich mit leiste, die ich dir schuldig bin. 3. Ich war ein wilder Reben, du hast mich gut gemacht; der Tod durchdrang mein Leben, du haft ihn umgebracht und in der Tauf erstickt, als wie mit einer Flute mit dessen Tod und Blute, der uns im Tod erquickt. 4. Du bist das heilig Öle dadurch gesalbet ist mein Leib und meine Seele dem Herren Jesu Christ zum wahren Eigentum, zum Priester und Propheten, zum König, den in Nöten Gott schüßt im Heiligtum. 5. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll; dein Beten wird erhöret, dein Singen klinget wohl. Es steigt zum Himmel an, es steigt und läßt nicht abe, bis der geholfen habe, der allen helfen kann. 6. Du bist ein Geist der Freuden, vom Trauern hältst du nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manchesmal hast du mit süßen Worten mir aufgethan die Pfor ten zum güldnen Freudensaal. Pfingstlieder. 84 7. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit; willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zank, Haß, Neid und Streit. Der Feindschaft bist du feind, willst, daß durch Liebesflammen sich wieder thun zusammen, die voller Zwietracht seind. 8. Du, Herr, hast selbst in Händen die ganze weite Welt; fannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlgefällt; so gib doch deine Gnad zu Fried und Liebesbanden, verknüpf in allen Landen, was sich getrennet hat. 9. Beschirm die Obrigkeiten, bau unsrer Fürsten Thron, daß fie und wir gedeihen; schmück als mit einer Kron die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Land. 10. Erfülle die Gemüter mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für; vertreib den bösen Geist, der dir sich widerseßet und, was dein Herz ergößet, aus unserm Herzen reißt. 11. Gib Freudigkeit und Stärte, zu stehen in dem Streit, den Satans Reich und Werke uns täglich anerbeut. Hilf kämpfen ritterlich, damit wir überwinden, und ja zum Dienst der Sünden fein Christ ergebe sich. 12. Richt unser ganzes Leben allzeit nach deinem Sinn; und wenn wirs sollen geben ins Todes Hände hin, wenns mit uns hie wird aus, so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod ererben des ewgen Lebens Haus. Paul Gerhardt, geb. 1607+1676. Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. 153. Ddu allersüß'ste Freude, o du allerschönstes Licht, der du uns in Lieb und Leide unbesuchet läsfest nicht: Geist des Höchsten, halten wirst ohn Aufhören höchster Fürst, der du hältst und alle Dinge, höre, höre, was ich finge. 2. Du bist ja die beste Gabe, die ein Mensch nur nennen kann. Wenn ich dich erwünsch und habe. geb ich alles Wünschen an. Ach, ergib dich, komm zu mir in mein Herze, daß du dir, da ich in die Welt geboren, selbst zum Tempel auserforen. 3. Du wirst aus des Himmels Throne wie ein Regen ausges schütt, bringst vom Vater und vom Sohne nichts als lauter Segen mit: laß doch, o du werter Gast, Gottes Segen, den du hast und verwaltst nach deinem Willen, mich an Leib und Seele füllen. 4. Du bist weis und voll Vers standes, was geheim ist, ist dir kund; zählst den Staub des kleinen Sandes, gründst des tiefen Meeres Grund: nun du weißt auch zweifelsfrei, wie verderbt und blind ich sei; drum gib Weisheit und vor allen, wie ich möge Gott gefallen. 5. Du bist heilig, läßt dich finden, wo man rein und sauber ist, fleuchst hingegen Schand und Sünden, hassest Schlangentrug und List: mache mich, o Gnadenquell, durch dein Waschen rein und bell; laß mich fliehen, was du fliehest, gib mir, was du gerne fiehest. Pfingstlieder. 6. Du bist, wie ein Schäflein pfleget, frommes Herzens, sanfs tes Muts, bleibst im Lieben unbeweget, thust uns Bösen alles Guts: ach, verleih und gib mir auch diesen edlen Sinn und Brauch, daß ich Freund und Feinde liebe, feinen, den du liebst, betrübe. 7. Mein Hort, ich bin wohl zufrieden, wenn du mich nur nicht verstößt; bleib ich von dir ungeschieden, ei so bin ich gnug getröst. Laß mich sein dein Eigentum, ich versprech hinwiederum, hier und dort all mein Vermögen dir zu Ehren anzulegen. 8. Ich entsage, Herr, dem allen, was dir deinen Ruhm benimmt; meiner Seel soll nichts gefallen, als allein was von dir fömmt. Was der Satan will und sucht, will ich halten als verflucht; ich will seinen schnöden Wegen mich mit Ernst zuwiderlegen. 9. Nur allein, daß du mich stärfest und mir treulich stehest bei. Hilf, mein Helfer, wo du merkest, daß mir Hilfe nötig sei. Brich des bösen Fleisches Sinn, nimm den alten Willen bin, mach ihn allerdinge neue, daß fich mein Gott meiner freue. 10. Sei mein Retter, halt mich eben; wenn ich finke, sei mein Stab; wenn ich sterbe, sei mein Leben; wenn ich liege, sei mein Grab. Wenn ich wieder aufersteh, ei so hilf mir, daß ich geh hin, da du in ewgen Freuden wirst dein Auserwählten weiden. Baul Gerhardt, geb. 1607,+ 1676. 85 Mel. Wie schön leucht 2c. du 154XD heilger Geist, kehr bei uns ein und laß uns deine Wohnung sein, o komm, Herzenssonne! Du Himmelslicht, laß deinen Schein bei uns und in uns kräftig sein zu steter Freud und Wonne! Wonne, himmlisch Leben willst du geben, wenn wir beten: zu dir kommen wir getreten. Sonne, 2. Du Quell, draus alle Weisheit fleußt, die sich in fromme Seelen geußt, laß deinen Trost uns hören, daß wir in Glaubenseinigkeit alle Christenheit Zeugnis lehren. daß wir können Herz und Sinnen dir ergeben, dir zum Lob und uns zum Leben. auch dein können wahres Höre, lehre, 3. Steh uns stets bei mit deinem Rat und führ uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen. Gib uns Beständigkeit, daß wir getreu dir bleiben für und für, wenn wir nun leiden müssen. Schaue, baue, was zerrissen und geflissen, dich zu schauen und auf deinen Trost zu bauen. 4 Laß uns dein edle Balsamfraft empfinden und zur Ritterschaft dadurch gestärket werden, auf daß wir unter deinem Schuß begegnen aller Feinde Truß mit freudigen Gebärden. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. 5. O starker Fels und Lebensbort, laß uns dein himmelsüßes Wort in unsern Herzen brennen Pfingstlieder. 86 daß wir uns mögen nimmermehr von deiner Weisheit reichen Lehr und reinen Liebe trennen. Fließe, gieße deine Güte ins Gemüte, daß wir können Christum unsern Heiland nennen. 6. Du süßer Himmelstau, laß dich in unsre Herzen kräftiglich und schenk uns deine Liebe, daß unser Sinn verbunden sei dem Nächsten stets mit Liebestreu und sich darinnen übe. Kein Neid, kein Streit dich betrübe, Fried und Liebe müssen schwes ben, Fried und Freude wirst du geben. X7. Gib, daß in reiner Heiligfeit wir führen unsre Lebenszeit, sei unsres Geistes Stärke, daß uns forthin sei unbewußt die Eitelkeit, des Fleisches Lust und seine toten Werke. Rühre, führe unser Sinnen und Beginnen von der Erden, daß wir Himmelserben werden. Michael Schirmer, geb. 1606, † 1673. Mel. Gott des Himmels 2c. 155. Komm, o komm, du Geist des Lebens, wahrer Gott von Ewigkeit! Deine Kraft sei nicht vergebens, fie erfüll uns jederzeit; so wird Geist und Licht und Schein in dem dunklen Herzen sein. 2. Gib in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rat, Verstand und Zucht, daß wir anders nichts beginnen, als nur was dein Wille sucht. Dein Erkennt nis werde groß und mach uns vom Irrtum los. 3. Zeige, Herr, die Wohl fahrtsstege; das, was wider dich gethan, räume ferner aus dem Wege; schlecht und recht sei um und an. Wirke Reu an Sünden statt, wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4 Laß dein Zeugnis uns empfinden, daß wir Gottes Kinder sind, die auf ihn allein sich gründen, wenn sich Not und Drangsal findt; denn des Vaters liebe Rut ist uns allewege gut. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten frei mit aller Freudigkeit; seufz auch in uns, wann wir beten, und vertritt uns allezeit; so wird unsre Bitt erhört und die Zuversicht gemehrt. 6. Wird uns auch nach Troste bange, daß das Herz oft rufen muß: Ach, mein Gott, mein Gott, wie lange? o so mach du den Beschluß; sprich der Seele tröstlich zu und gib Mut, Geduld und Ruh. 7. O du Geist der Kraft und Stärke, du gewisser, neuer Geist, fördre in uns deine Werke, wenn des Satans Macht sich weist. Schenk uns Waffen in dem Krieg und erhalt in uns den Sieg. 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, daß kein Teufel, Tod noch Spott uns denselben möge rauben; du bist unser Schuß und Gott. Sagt das Fleisch gleich immer nein, laß dein Wort gewisser sein! 9. Wenn wir endlich sollen sterben, so versichr' uns mehr und mehr als des immelreiches Erben jener Herrlichkeit und Ehr, die uns unser Gott erkiest und nicht auszusprechen ist. Joachim Steander, geb. 1650,+ 1680. Pfingstlieder. 87 Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. dem, was himmlisch ist, nachstre ben, bis ich werde kommen hin, 156. Gott, gib einen milden da mit Bater und dem Sohn dich im höchsten Himmelsthron ich erheben kann und preisen mit den süßen Engelsweisen. - Regen; denn mein Herz ist dürr wie Sand. Bater, gib vom Himmel Segen, tränke du dein durstig Land! Laß des heilgen Geistes Gab über mich von oben ab wie die starken Ströme fließen und mein ganzes Herz durchgießen. Moriz Kramer, geb. 1646, † 1702. Mel. Romm, heiliger Geift 2c. 2. Kann ein Vater hier im Leben, der doch bös ist von Natur, seinen lieben Kindern geben nichts als gute Gaben nur: solltest du denn, der du heißt guter Bater, deinen Geist mir nicht geben und mich laben mit den guten Hims melsgaben? 157. Wer recht die Pfingsten feiern will, der werd in seinem Herzen still; Ruh, Friede, Lieb und Einigkeit find Zeichen einer solchen Zeit, worin der heilge Geist regiert: der ist es, der zur Andacht führt. Er kann kein Weltgetümmel leiden; wer jenes liebt, muß dieses meiden und Gott allein ge horsam sein. 2. Sein Tempel ist da aufge richt; da dient man ihm nach rechter Pflicht, da gibt er Klugheit und Verstand, da wird der Sprachen Grund erkannt, der Zungen Feuereifer glimmt; er zeigt, was niemand sonst vernimmt, schenkt das Vermögen auszusprechen, was der Vernunft, dem Wiß der Frechen und aller List zu mächtig ist. 3. Jesu, der du hingegangen zu dem Vater, sende mir deinen Geist, den mit Verlangen ich erwarte, Herr, von dir. Laß den Tröster ewiglich bei mir sein und lehren mich in der Wahrheit feste stehen und auf dich im Glauben ſehen. 4. Heilger Geist, du Kraft der Frommen, kehre bei mir Armen ein und sei tausendmal willkommen, laß mich deinen Tempel sein. Reinige du selbst das Haus meines Herzens, wirf hinaus alles, was mich hier kann scheiden von den süßen Himmelsfreuden. 5. Schmücke mich mit deinen Gaben, mache mich neu, rein und schön, laß mich wahre Liebe haben und in deiner Liebe stehn. Gib mir einen starken Mut, beilige mein Fleisch und Blut, lehre mich vor Gott bintreten und im Geist und Wahrheit beten. 6. So will ich mich dir ergeben; dir zu Ehren soll mein Sinn 3. Nun dieses ist der Geist aus Gott, der Frommen Trost, der Bösen Spott. Die sich der Sündenlust entziehn und Buße thun, empfahen ihn. Auf wem er ruhet, der wird rein. Er geht zu keinem Stolzen ein, verleiht der Demut reiche Gaben; der geistlich Arme soll sie haben; denn sein Gebet wird nicht verschmäht. 4. Es ist der Odem und der Wind, der Seelen anbläst und entzündt, der von des Herren Münde webt und, was erstorben Pfingstlieder. 88 ift, belebt. Es ist ein Wort, das neu gebiert, des Deutung man im Werke spürt, ein Zeugnis, das zum Glauben treibet und das Geseß ins Herz einschreibet, daß jedermann es wissen kann. 5. Es ist die Kraft, die alles regt, ein Strahl, der durch die Felsen schlägt, ein heller Glanz, der uns erleucht, ein Licht, dem Nacht und Schatten weicht, ein Lehrer, der aufs Gute dringt, ein Helfer, welcher Stärke bringt, ein Rat, der uns zurechte weiset, ein Labsal, das mit Gnade speiset und den erquickt, den Elend drückt. 6. Es ist der Ausfluß aus der Höh, der Weisheit unerschöpfte See, ein Wasser, das vom Unrecht wäscht, ein Quell, der Durst und Sehnsucht löscht, ein Brunnen, welcher ewig quillt und das Gemüt mit Gütern füllt, ein Vorrat und verheißner Segen, ein Himmelstau und milder Regen, der das erzieht, was grünt und blüht. 7. Es ist ein Öl, des Lauterfeit zu Königen und Priestern weiht, die Salbung, die uns mitgeteilt, die Wunden und Verderbnis heilt; ein Abgrund, drin die Wahrheit steckt, die sich dem innern Aug entdeckt, wogegen Kunst und menschlich Wissen der Thorheit ähnlich werden müssen; sie machet frei von Heuchelei. 8. Du teurer Gast und höchste Gab, sei unser Beistand, Trost und Stab, an den sich das Vertrauen hält, wenn uns Versuchung überfällt. Vermehr in uns die Zuversicht, wehr aller Furcht, verlaß uns nicht, daß wir in Not nicht unterliegen, vielmehr beherzt den Tod besiegen, wenn uns die Zeit das Ende dräut. Ernst Lange, geb. 1650,+ 1727. Mel. Jesu, meine Freude ic. 158. Schmückt das Fest mit Maien, lasset Blumen streuen, zünder Opfer an; denn der Geist der Gnaden hat sich eingeladen: machet ihm die Bahn. Nehmt ihn ein, so wird sein Schein euch mit Licht und Heil erfüllen und den Kummer stillen. 2. Tröster der Betrübten, Sies gel der Geliebten, Geist voll Rat und That, starker Gottesfinger, Friedensüberbringer, Licht auf unserm Pfad, gib uns Kraft zur Pilgrimschaft, laß uns deine teuern Gaben zur Genüge laben. 3. Laß die Zungen brennen, wenn wir Jesum nennen; führ den Geist empor. Gib uns Kraft, zu beten und vor Gott zu treten, sprich du selbst uns vor. Gib uns Mut, du höchstes Gut, tröst uns kräftiglich von oben bei der Feinde Toben. 4. Goldner Himmelsregen, schütte deinen Segen auf das Kirchenfeld; lasse Ströme fließen, die das Land begießen, wo dein Wort hinfällt, und verleih, daß es gedeih; hundertfältig Frucht zu bringen, laß ihm stets gelingen. 5. Schlage deine Flammen über uns zusammen, beilge Liebesglut; laß dein sanftes Wehen über uns ergeben, dämpfe Fleisch und Blut; laß uns doch am Sündenjoch nicht mehr, wie vor diesem, ziehen und das Böse fliehen. 89 den, ruf uns zu: Ihr habt Ruh, ihr habt Heil gefunden! Unsre Sünd wird nicht gerochen; Jesu Blut machet gut, was die Welt verbrochen. Pfingstlieder. 6. Gib zu allen Dingen Wollen und Vollbringen, führ uns ein und aus; wohn in unsrer Seele, unser Herz erwähle dir zum eignen Haus. Wertes Pfand, mach uns bekannt, wie wir Jesum recht er= fennen und Gott Vater nennen. 7. Mach das Kreuz uns süße, und durch Finsternisse sei du unser Licht; trag nach Zions Hügeln uns mit Glaubensflügeln und verlaß uns nicht, wenn der Tod, die leßte Not, mit uns will zu Felde liegen, daß wir fröhlich siegen. 8. Laß uns hier indessen nimmermehr vergessen, daß wir Gott verwandt. Dem laß uns stets dienen und im Guten grünen als ein fruchtbar Land, bis wir dort, du werter Hort, bei den grünen Himmelsmaien ewig uns erfreuen. Benjamin Schmold, geb. 1672,+ 1737. Mel. Fröhlich soll mein Herze zc. 159. Höchster Tröster, komm hernieder, Geist des Herrn, sei nicht fern, salbe Jesu Glieder. Er, der nie sein Wort gebrochen, Jesus, hat deinen Rat seinem Volk versprochen. 5. Weck uns auf vom Sündenschlafe, rette doch heute noch die verlornen Schafe; reiß die Welt aus dem Verderben, laß sie nicht im Gericht der Verstockung sterben. 2. Schöpfer unsers neuen Lebens, jeder Schritt, jeder Tritt ist ohn dich vergebens. Ach, das Seelenwert ist wichtig! Wer ist wohl, wie er soll, treu zu handeln tüchtig? 6. Geist der Weisheit, gib uns allen durch dein Licht Unterricht, wie wir Gott gefallen, lehr uns freudig vor Gott treten, sei uns nah und sprich: Ja, wenn wir gläubig beten. 7. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen, gib uns Mut, Fleisch und Blut, Sünd und Welt zu dämpfen; laß uns Trübsal, Kreuz und Leiden, Angst und Not, Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden. 8. Hilf uns nach dem Besten streben, schenk uns Kraft, tugendhaft und gerecht zu leben. Gib, daß wir nie stille stehen, treib uns an, froh die Bahn deines Worts zu gehen. 9. Sei in Schwachheit unsre Stüße, steh uns bei, mach uns treu in der Prüfungshize. Führ, wenn Gott uns nach dem Leide sterben heißt, unsern Geist freudig in die Freude. Ehrenfried Liebich, geb. 1718,+ 1780. 3. Herr, wir fallen dir zu Fuße; Eins ist not für den Tod: Buße, wahre Buße. Zeig uns selbst den Greul der Sünde, daß das Herz Angst und Schmerz, Neu und Scham empfinde. 4. Zeig uns des Erlösers WunMel. Freu dich sehr zc. 160. Der du uns als Bater liebest, treuer Gott, und deinen Geist denen, die dich bitten, gibest, ja nur um ihn bitten heißt; demutsvoll fleh ich zu dir: Vater, Pfingstlieder. 90 sende ihn auch mir, daß er meinen Geist erneue und ihn dir zum Tempel weihe. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchts barkeit, und mein Herz bleibt dir entrissen und dem Dienst der Welt geweiht, wenn er nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu, noch mit echter Treu meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet mir dein Geist nicht bei. Drum so laß ihn kräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre und auf deine Stimme höre. der Beschwerden kann dem Näch sten nüßlich werden. 7. Lebre du mich selber kennen, die verborgnen Sünden sehn, fie voll Reue Gott bekennen und ihn um Vergebung flehn. Mache täglich Ernst und Treu, mich zu bessern, in mir neu; zu dem Heiligungsgeschäfte gib mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick meiner Sünden mein Gewissen nieders schlägt; wenn sich in mir Zweifel finden, die mein Herz mit Zit tern hegt; wenn mein Aug in Nöten weint und Gott nicht zu hören scheint: o dann laß es meiner Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen. 4. Ewge Quelle wahrer Güter, hochgelobter Gottesgeist, der du menschliche Gemüter besserst und mit Trost erfreust! Nach dir, Herr, verlangt auch mich; ich ergebe mich an dich. Mache mich zu Gottes Preise heilig und zum Himmel weise. 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir; selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, Herr, vers langt nach dir. O so seze durch dein Wort deine Gnadenwirkung fort, bis sie durch ein selges Ende herrlich sich an mir vollende! 5. Fülle mich mit heilgen Trieben, daß ich dich, mein höchstes Gut, über alles möge lieben, daß ich mit getrostem 161. Komm auf uns, o Geiſt David Bruhn, geb. 1727,+ 1782. Mel. Liebster Jesu, wir find 2c. Mut deiner Baterhuld mich freu und mit wahrer Kindestreu stets vor deinen Augen wandle und rechtschaffen denk und handle. des Herrn, lehr uns zu dem Vater beten und beleb uns, daß wir gern und voll Glaubens zu ihm treten, so wird er um Christi willen unser Bitten gern erfüllen. 6. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem 2. O du Geist der Herrlichkeit, Sinn, daß ich Lieb und Sanft- wohn und wirke in uns allen; mut übe und mirs rechne zum jedes Herz sei dir geweiht, Gewinn, wenn ich je ein Frie- schmück es aus nach Wohlgefallen. densband knüpfen fann, wenn Reich sind wir versehn mit Gaben, meine Hand zur Erleichtrung wenn wir deine Salbung haben. [ Siehe Lieder vom heiligen Geift.] Trinitatisfestlieder. Trinitatisfestlieder. Das Santtus beutsch. Eigne Melodie. 162. Jesaia, dem Propheten, das geschah, daß er im Geist den Herren sizen sah auf einem hohen Thron in hellem Glanz, seines Kleides Saum den Chor füllet ganz. Es stunden zween Seraph bei ihm daran; sechs Flügel sah er einen jeden han; mit zween verbargen sie ihr Antlig klar, mit zween bedeckten sie die Füße gar, und mit den andern zween fie flogen frei; gen ander riefen sie mit großem G'schrei: Heilig ist Gott, der Herre Zebaoth! Heilig ist Gott der Herre Zebaoth! Heilig ist Gott, der Herre Zebaoth! Sein Ehr die ganze Welt erfüllet hat! Von dem G'schrei zittert Schwell und Balken gar; das Haus auch ganz voll Rauchs und Nebel war. Dr. M. Luther, geb. 1483,+1546. Eigne Melodie. 163. Gott, der Vater, wohn uns bei und laß uns nicht verderben, mach uns aller Sünden frei und helf uns selig sterben: für dem Teufel uns bewahr, halt uns bei festem Glauben und auf dich laß uns bauen, aus Herzensgrund vertrauen, dir uns lassen ganz und gar, mit allen rechten Christen entfliehen Teufels Listen, mit Waffen Gotts uns fristen: Amen, Amen! daß sei wahr, so fingen wir Halleluja! 91 2. Jesus Christus wohn uns bei u. s. w. 3. Heilig Geist der wohn uns bei u. f. w. Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. Eigne Melodie. 164. Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank für seine Gnade, darum daß nun und nimmermehr uns rühren kann kein Schade. Ein Wohlgefalln Gott an uns hat; nun ist groß Fried ohn Unterlaß; all Fehd hat nun ein Ende. 2. Wir loben, preis'n, anbeten dich für deine Ehr, wir danken, daß du, Gott Vater, ewiglich regierst ohn alles Wanken. Ganz ungemessen ist dein Macht, fort g'schieht, was dein Will hat bedacht; wohl uns des feinen Herren! 3. O Jesu Christ, Sohn eingeborn deines himmlischen Baters, Versöhner der, die warn verlorn, du Stiller unsers Haders: Lamm Gottes, heilger Herr und Gott! nimm an die Bitt von unsrer Not; erbarm dich unser aller. 4. O heilger Geist, du höchstes Gut, du all'rheilsamster Tröster, vors Teufels G'walt fortan bebüt, die Jesus Christ erlöset durch große Mart'r und bittern Tod! Abwend all unsern Jamm'r und Not; dazu wir uns verlassen. Nikolaus Decius, um 1526. 92 Trinitatisfestlieder. Mel. Nun dantet alle Gott 2c. 165. Du dreimal großer Gott, dem Erd und Himmel dienen, dem Heilig, Heilig! fingt die Schar der Seraphinen; du höchste Majestät, du Helfer in der Not, du aller Herren Herr, Jehova Zebaoth! 2. Dich bet ich jezund an, dir Lob und Dank zu lallen, mein Halleluja laß dir gnädig wohlgefallen, du allerhöchstes Gut und gnadenvolle Sonn, du aller Gaben Meer und unerschöpfter Bronn. 3. Mein Schöpfer! Mensch und Tier und alles andre Wesen läßt deiner Allmacht Pracht ganz klärlich an sich lesen; ein jedes Wunder lobt dich ja in der Natur: Stern, Element, Gewölk und alle Kreatur. 4. Es muß dich jedermann den treuen Vater preisen: du führest wunderbar, willst Leib und Seele speisen, erhörest das Gebet, erfrischest unsern Mut; wir sind viel zu gering, was deine Treue thut. 5. Heiland, Immanuel, Lamm Gottes ohne Sünden, mein Jesu, deine Lieb kann kein Verstand er gründen; das Halleluja fingt dir, als dem wahren Christ, das menschlische Geschlecht, das nun erlöset ist. 6. Du nahmest Fleisch an dich und tratest in die Mitten, trugst unsre Sündenschuld, hast bis aufs Blut gelitten. Doch dies dein Blut und Tod erwirbt uns lauter Heil, macht, daß wir selbst an Gott nun können nehmen teil. 7. D Herr, Gott heilger Geist, du Geist voll reiner Flammen, durchs Evangelium bringst du das fennt und ehrt; du machest alles Volk zusammen, das Christum licht, gibst neue Feuerglut, das mit kein Glaub gebricht. 8. Ach allerhöchster Trost und bester Weisheitslehrer, Erleuch ter, Heiliger, Aufrichter und Bes febrer, du teilst die Gaben aus, erfüllest uns mit Kraft, die der Verderbnis wehrt und Gutes in uns schafft. 9. Gott, Vater, Sohn und Geist, ein Gott und Eins in dreien, gepriesne Majestät, die rechten Bahn uns allezeit betets zu benedeien: laß auf der stehn und durch ein seligs End zu unserm Erb eingehn. Gnadenantlig leuchten; dein edler 10. Laß, o dreieinger Gott, dein feuchten! Wir hoffen ja auf dich, du Segenstau woll unser Herz beläßt uns nicht im Spott; wir fing Gott! Joh. Mich. Lange, geb.1664,+ 1781. en: Gloria! Gelobt, gelobt fei Mel. Nun dantet alle Gott 2c. 166. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Licht, mein Leben, mein Schöpfer, der mir hat mein Leib und Seel gegeben, mein Vater, der mich schüßt von Mutterleibe an, der jeden Augenblick viel Guts an mir gethan. 2. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster Sohn, der fich für mich gegeben, der mich erlöset hat mit seinem teuren Blut, der mir im Glauben schenkt sich selbst, das höchste Gut. 3. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, 93 unterweisen wird, so bleibe ich verloren und verirrt. 5. Drum lehre, Herr, du selbst uns, ohne Trennen, in Einem drei, in dreien Eins erkennen! Ach lehr uns doch, Gott Vater Sohn und Geist, daß du ein Gott in drei Personen heißt. 6. Gib, daß dies Wort tief unsern Sinn durchdringe: von ihm, durch ihn, in ihm find alle Dinge! Dem großen Gott sei Ehr in Ewigkeit! Ja, Amen, ja, fingt alle Christenheit. 7. Dein Nam ist groß; dein Reich, Herr, in uns wohne; dein Will uns leit; ernähr uns und verschone; Versuchung wehr; erlös aus böser Zeit. Dein ist das Reich, die Kraft und Herrlichkeit. 3ch. Franck, geb. 1618,+ 1677. Trinitatisfestlieder. des Vaters werter Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz erquickt, der mir gibt neue Kraft, der mir in aller Not Rat, Trost und Hilfe schafft. 4. Gelobet sei der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den alles rühmt und lobt, was in den Lüften schwebet. Gelobet sei der Herr, des Name heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn und Gott der beilge Geist. 5. Dem wir Halleluja mit Freuden lassen klingen und mit der Engelschar das Heilig, Heilig! fingen; den herzlich lobt und preist die ganze Christenheit: gelobet sei mein Gott in alle Ewigkeit! Joh. Olearius, geb. 1611,+ 1684. Mel. Die Sonn hat sich mit 2c. Eigne Melodie. 167. Dreieinigkeit, der Gottheit wahrer Spiegel, o Licht vom 168. Wir glauben all an Licht, als dessen Allmachtflügel sich um und um durch diesen Erdfreis streckt und alle Welt mit seinem Schirm bedeckt! Einen Gott, Vater, Sohn und heilgen Geist, der uns hilft in aller Not, den die Schar der Engel preist, der durch seine große Kraft alles wirket, thut und schafft. 2. Wir loben dich, sobald die Sonn erwachet, und wenn sie jetzt den späten Abend machet; was lebt und webt auf dieser Erde weit, ist alles, Herr, zu deinem Dienst bereit. 3. O reicher Schap, o unumschränktes Wesen, wer hat wohl je dein Heimlichkeit geleſen? O tie fer Brunn, o unerforschte Pracht, wie groß, ach Gott, wie groß ist deine Macht! 4. Wer kann doch bier, Herr, deine Weg erfinden? Wie sollt ein Mensch wohl dein Gericht ergründen? Wo Gott nicht selbst mich 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Gottes und Marien Sohn, der vom Himmel kommen ist und uns führt ins Himmels Thron, der uns durch sein Blut und Tod hat erlöst aus aller Not. 3. Wir glauben an den heilgen Geist, der von beiden gehet aus, der uns Trost und Beis stand leist wider alle Furcht und Graus. Heilige Dreifaltigkeit, sei gepreist zu aller Zeit! Tobias Clausniger, geb. 1619, † 1684 94 Reformationsfestlieder. Mel. Wie schön leucht 2c. 169. Halleluja! Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke; von Ewigkeit zu Ewigkeit sei in uns allen ihm bereit Dank, Weisheit, Kraft und Stärke! Klinget, finget: Dreimal heilig, hoch und herrlich! Preis und Ehre set dem Herrn der Himmelsheere! 2. Halleluja! Preis, Ehr und Macht sei auch dem Gotteslamm gebracht, in dem wir sind erwählet, das uns mit seinem Blut erkauft, damit besprenget und getauft, und sich mit uns vermäblet. Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft, die wir haben und darinnen uns erlaben. 3. Halleluja! Gott heilger Geist, sei ewiglich von uns ge preist, durch den wir neu geboren, der uns mit Glauben ausgeziert, dem Bräutigam uns zugeführt, den Hochzeittag erkoren! Heil uns, Heil uns! Da ist Freude, da ist Weide, da ist Manna und ein ewig Hoflanna. 4. Halleluja! Lob, Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr und seinem großen Namen! Stimmt an mit aller Himmel Schar und finget nun und immerdar mit Freuden Amen, Amen! Klinget, finget: Dreimal heilig, hoch und herrlich! Preis und Ehre sei dem Herrn der Himmelsheere! Gott, ein gute Wehr und Waffen. Er hilft uns frei aus aller Not, die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind mit Ernst ers jetzt reint; groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist; auf Er ist nicht seinsgleichen. 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verlos ren; streit für uns der rechte Mann, en Gott hat selbst er toren. F agst du, wer der ist? Er beißt Jef us Christ, der Herr 3e Barthol. Craffelius, geb. 1677,+ 1724 II. Kirchliche Feiertage. Reformationsfestlieder. Eigne Melodie. 170. Ein feste Burg ist unser das Feld muß er behalten. baoth, und ist kein ander Gott; 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch ges lingen. Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, thut er uns doch nicht, das macht, er ist ges richt; ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort fie sollen lassen stahn und kein Dank dazu haben; er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Kirchweihfestlieder. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib: laß fahren dabin, sie habens kein Gewinn; das Reich muß uns doch bleiben. Dr. Mt. Euther, geb. 1488,+ 1548. Eigne Melodie. 171. Wo Gott, der Herr, nicht bei uns hält, wenn unsre Feinde toben, und er unsrer Sach nicht zufällt im Himmel hoch dort oben; wo er Israels Schuß nicht ist und selber bricht der Feinde List: so ists mit uns verloren. 2. Was Menschenkraft und Wiß anfäht, soll uns billig nicht schrecken; er fizet an der höchsten Stätt, der wird ihr'n Rat aufdecken. Wenn sies aufs flügste greifen an, so geht doch Gott ein ander Bahn; es steht in seinen Händen. 95 Meereswellen hochher gehn, nach Leib und Leben sie uns stehn, des wird sich Gott erbarmen. 3. Sie wüten fast und fahren her und wolln fich hoch vermessen; zu würgen steht all ihr Begehr, Gott ist bei ihn'n vergessen. Wie 4. Ach Herr Gott, wie reich trösteſt du, die gänzlich sind verlassen! Der Gnaden Thür steht nimmer zu; Vernunft kann das nicht fassen. Sie spricht: Es ist nun alls verlorn, da doch das Kreuz hat neugeborn, die deiner Hilf erwarten. 5. Die Feind find all in deiner Hand, dazu all ihr Gedanken; ihr Anschläg sind dir wohlbekannt: hilf nur, daß wir nicht wanken. Vernunft wider den Glauben ficht, aufs Künftig will fie trauen nicht, da du wirst selber trösten. 6. Den Himmel und auch die Erden hast du, Herr Gott, ges gründet; dein Licht laß uns helle werden, das Herz uns werd entzündet in rechter Lieb des Glaubens dein, hilf bis ans End be ständig sein, die Welt laß immer murren. Juftus Jonas, geb. 1493,+ 1555. [ Siehe Kirche und Wort Gottes.] Mel. Wie schön leucht 2c. 172. Kommt her, the Christen, voller Freud, erzählet Gottes Freundlichkeit, kommt her und laßt erklingen die Stimm des Dankes unserm Gott, laßt uns dem Herren Zebaoth mit frohem Munde fingen. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier ges nossen haben. Kirchweihfestlieder. 2. Wir gehn in diesem Gottesund aus und hören da verkün haus ein Jahr nun wieder ein den den edlen Schaß, das Gnas denwort, das uns entdeckt des Lebens Pfort, Vergebung unsrer Sünden. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 3. Da sehen wir mit Freuden Kirchweihfestlieder. 96 an die Dienste, die man leisten kann dem Herrn in seinem Tempel; da hört man mit Erstaunen zu, was Gott für große Thaten thu, die Wunder ohn Exempel. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 4. Da wird Gerechtigkeit gelehrt; da wird Gottseligkeit gemehrt; da wird der Glaub entzündet, Geduld, Lieb, Hoffnung, keusche Zucht und was noch mehr des Geistes Frucht wird alles da gegründet. Singet, bringet schöne Weisen, apt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben 5. O große Wohlthat, die Gott thut! o heilig, gnadenreiches Gut! Kommt her, kommt, liebe Christen! Da wohnt der Herr der Herrlichkeit; wohl denen, die sich allezeit zu seinem Dienste rüsten. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 6. Das ist der Ort, den David liebt, dahin er seine Seufzer gibt, da ihm das Reich genommen; er wünscht nicht seine Königszierd; wann werd ich, sagt er mit Begierd, in Gottes Tempel kommen? Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 7. Und zwar wie sollte doch jegund nicht sein voll Jauchzen unser Mund? Was andre müssen meiden, die gerne mit der Kirchgemein im Hause Gottes wollten sein, genießen wir mit Freuden. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 8. Wie mancher Ort ist nun zerstört, da sonst ward Gottes Wort gelehrt! Die Kirchen find zerfallen. Hier stehn noch Thür und Pfeiler fest; wir hören Got tes Wort aufs best in seinem Tempel schallen. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier ges nossen haben. 9. Da andre mit betrübtem Klang anstimmen müssen den Gesang, ja gar wohl gänzlich schweigen, da singen wir noch voller Freud, man hört der Or gel Lieblichkeit, man darf sich fröhlich zeigen. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier empfangen haben. 10. Bedenke dies, o Christ gemein, und jetzt mit Dank vor Gott erschein, laß dich mit Rühmen hören: Gelobt sei Gott, durch dessen Güt hier dieses Kirchhaus ward behüt vor feindlichem Zer. stören. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier genossen haben. 11. Ja, der du hier hast Feur und Herd, o Gott, dein Nam werd hoch geehrt, der Nam von großen Thaten. Gelobt sei Gott an diesem Ort, allwo sein heilig teures Wort bisher so wohl ge raten. Singet, bringet schöne Weisen, laßt uns preisen Gottes Gaben, die wir hier empfangen haben. 12. O Herr, noch Eines bitten wir, laß uns auch künftig für und für allhier zusammenkommen; Bußtagslieder. bewahr die Kirch und die Gemein and die darinnen Lehrer sein; so werden dir die Frommen singen, bringen schöne Weisen und dich preisen für die Gaben, die sie zu genießen haben. Job. Christ. Arnschwanger, geb. 1625,+ 1696. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 173. Ach, wie heilig ist der Ort! Ach, wie selig ist die Stätte! Hier, hier ist des Himmels Pfort; hier erhöret Gott Gebete; hier erschallt sein teures Wort; o wie heilig ist der Ort! 2. Heil war in des Zöllners Haus, weil er Christum aufgenommen; und hier rufet Jesus aus: Selig find, die zu mir kom97 men! Deren Herzen nimmt er ein, daß sie seine Tempel ſein. 3. O welch Heil ist bis hieher diesem Hause widerfahren! Wenn der Herr nicht bei uns wär, der sich uns will offenbaren, woher bätten wir den Geist, der den Weg zum Himmel weist? 4. wie lieblich, o wie schön sind des Herren Gottesdienste! erlangt man zum Gewinste einen Laßt uns froh zu ihnen gehn; hier Schaß, der ewig währt, den kein Rost noch Raub verzehrt. Eigne Melodie. 174. Aus tiefer Not schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Rufen; dein gnädig Ohren kehr zu mir und meiner Bitt sie öffen. Denn so du willt das sehen an, was Sünd und Unrecht ist gethan, wer kann, Herr, für dir bleiben? Bußtagslieder. 2. Bei dir gilt nichts denn Gnad und Gunst, die Sünde zu vergeben. Es ist doch unser Thun umsonst auch in dem besten Leben. Für dir niemand sich rübmen kann, des muß dich fürchten jedermann und deiner Gnade leben. 3. Darum auf Gott will hoffen 5. Bleibe bei uns, liebster Gast; speis uns gnädig mit dem Worte, das du uns gegeben hast, Jeſu, stets an diesem Orte! Laß die Kirche feste stehn, bis die Welt wird untergebn! Benj. Schmold, geb. 1672,+ 1737. ich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf ibn mein Herz soll laſsen sich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein wertes Wort, des will ich allzeit harren. das ist mein Trost und treuer Hort; 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen, doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht, noch sorgen. So thu Israel rechter Art, der aus dem Geist erzeuget ward, und seines Gotts erharre. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist viel mehr Gnaden; sein Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schaden. Er ist allein der gute Hirt, 7 98 Bußtagslieder. der Israel erlösen wird aus seinen Schoß, und laß uns nicht verSünden allen. Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. zagen! O hilf, daß wir getrost und frei, obn arge List und Heuchelei, dein Joch zum Ende tragen! 7. Sprich uns durch deine Boten zu, bezeug unser Gewissen; stell unser Herz durch sie zur Ruh, thu uns durch sie zu wissen, wie Christus für deim Angesicht all unsre Sachen hab geschlicht: des Trosts laß uns genießen. Mel. Aus tiefer Not schrei ich 2c. 175. Aus tiefer Notlaßt uns zu Gott von ganzem Herzen schreien, bitten, daß er aus seiner Gnad uns woll vom Übel freien, uns alle Sünd und Missethat, die unser Fleisch begangen hat, als ein Vater verzeihen. 2. Wir flehn: O Gott Vater, fieh an uns Armen und Elenden, die wir sehr übel habn gethan mit Herzen, Mund und Händen, und verleih, daß wir Buße thun, und die in Christo, deinem Sohn, zur Seligkeit vollenden. 3. Unser Schuld ist sehr groß und schwer, von uns nicht auszurechnen; doch dein Barmherzigkeit ist mehr, die kein Mensch kann aussprechen. Die suchen und begehren wir, hoffen, du werdests, Herr, an dir mit nicht lassen gebrechen. 4. Du willt nicht, daßder Sünder sterb und in Verdammnis fahre, sondern daß er mehr Gnad erwerb und sich darin bewahre. So hilf uns nun, o Herre Gott, auf daß uns nicht der ewge Tod in Sünden widerfahre. 5. Wenn du nun vor Gerichte gehn und mit uns wolltest rechten, o wie würden wir da bestehn, und wer würd uns verfechten? Herr, fleh uns barmherzig an und hilf uns wieder auf die Bahn zur Pforte der Gerechten. 6. Wir opfern uns dir, arm und bloß, durch Neu niedergeschlagen; v nimm uns aufin deinen 8. Erhalt in unsers Herzens Grund deinen göttlichen Samen, und hilf, daß wir den neuen Bund in deines Sohnes Namen vollenden in aller Wahrheit, also der Kronen der Klarheit versichert werden. Amen! Mich. Weiffe,+ 1549 Eigne Melodie. 176. traf mich nicht in deinem Zorn, großer Gott, verschone; ach, laß mich nicht sein verlorn, nach Verdienst nicht lohne! Hat die Sünd dich entzündt, lösch ab in dem Lamme deines Grimmes Flamme. 2. Herr, wer denkt im Tode dein? Wer dankt in der Höllen? Rette mich aus jener Pein der verdammten Seelen, daß ich dir für und für dort an jenem Tage, höchster Gott, Lob sage. 3. Zeig mir deine Baterhuld, stärk mit Trost mich Schwachen; ach, Herr, hab mit mir Geduld, mein Gebeine frachen; heil die Seel mit dem Öl deiner großen Gnaden, wend ab allen Schaden. 4. Ach, sich mein Gebeine an, wie fie all erstarren; meine Seele gar nicht kann deiner Hilfe harren; ich verschmacht, Tag und Bußtagslieder. Nacht muß mein Lager fließen von den Thränengüssen. 5. Ach, ich bin so müd und matt von den schweren Plagen; mein Herz ist der Seufzer satt, die nach Hilfe fragen: wie so lang machst du bang meiner armen Seele in der Schwermutshöhle? 6. Weicht, ihr Feinde, weicht von mir, Gott erhört mein Beten. Nunmehr darf ich mit Begier vor ſein Untlig treten. Teufel, weich; Hölle, fleuch! Was mich vor gekränket, hat mir Gott geschenket. 7. Bater, dir sei ewig Preis hier und auch dort oben, wie auch Christo gleicherweis, der allzeit zu loben; heilger Geist, sei gepreist, hochgerühmt, geehret, daß du mich erhöret. Joh. Gg. Albinus, geb. 1624, † 1679. 99 4. Der Mittler steht ja in der Mitten; wir schaun zu seinen Wunden auf. Er hat für unsre Schuld gelitten und leiſtet dir die Zahlung drauf. Verbirgst du deinen Gnadenschein, so muß sein Blut verloren sein. Mel. Ich armer Mensch 2c. 177. Wir liegen hier zu deinen Füßen, ach, Herr von großer Güt und Treu, und fühlen leider im Gewissen, wie sehr dein Zorn entbrennet sei. Das Maß der Sünden ist erfüllt; ach weh uns, wenn du strafen willt! 2. Du bist gerecht, wir lauter Sünder. Wie wollen wir vor dir bestehn? Wir sind die ungeratnen Kinder, die auf verkehrten Wegen gehn. Kein Wunder, wenn dein Racheschwert uns längstens hätte aufgezehrt. 3. Doch, Vater, denk an deinen Namen; gedenk an deinen lieben Sohn. Dein Wort beißt immer Ja und Amen; dein( idschwur zeuget selbst davon: du willst der Sünder Tod ja nicht; ach, geh nicht mit uns ins Gericht! 5. Dies teure Blut von deinem Sohne schreit für uns um Barmherzigkeit. Schau doch von deinem Gnadenthrone und denke noch der alten Zeit, da du auch Gnade hast erzeigt, dein Herz dem Sünder zugeneigt. 6. Ach, laß die wohlverdiente Strafe nicht über unsre Häupter gehn, daß wir nicht als verlorne Schafe von deiner Huld verlassen stehn. Ach, sammle uns in deinen Schoß und mach uns aller Plagen los. 7. Steck ein das Schwert, das uns will schlagen, den Würger laß vorübergehn. Gib unser Brot in unsern Tagen. Laß keine solche Zeit entstehn, daß man dein Wort uns teuer macht, und unser Herz dabei verschmacht. 8. Gib Fried im Land und im Gewissen, gesunde Luft, wohlfeile Zeit. Laß Lieb und Treu sich stetig füssen und fördre die Gerechtigkeit. Krön unser Feld mit deinem Gut, nimm Kirch und Haus in deine Hut. 9. So wollen wir dir Opfer bringen und deine sein mit Leib und Seel. Es soll dein Lob gen Himmel dringen, und dein erlöstes Israel wird in der Hütte Jakobs schrein: Der Herr soll mein Gott ewig sein! Benjamin Schmeld, geb. 1672,+ 1737. 100 Erntefestlieder. Erntefestlieder. Mel. O, daß ich tausend zc. 178. D Gott, von dem wir alles haben, die Welt ist ein sehr großes Haus; du aber teilest deine Gaben recht wie ein Vater drinnen aus. Dein Segen macht uns alle reich; ach, lieber Gott, wer ist dir gleich? 2. Wer kann die Menschen alle zählen, die heut bei dir zu Zische gehn? Doch muß die Notdurft keinem fehlen; denn du weißt allem vorzustehn, und schaffest, daß ein jedes Land sein Brot bekommt aus deiner Hand. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung säet und endlich auch die Frucht genießt. Der Wind, der durch die Felder wehet, die Wolke, die das Land begießt, des Himmels Tau, der Sonne Strahl find deine Diener allzumal. 4. Und also wächst des Menschen Speise, der Acker selbst wird ihm zu Brot; es mehret fich vielfältger Weise, was anfangs schien, als wär es tot, bis in der Ernte jung und alt erlanget seinen Unterhalt. 5. Nun Herr, wer kanns genug bedenken? der Wunder sind hier gar zu viel. So reich als du kann niemand schenken, und dein Erbarmen hat kein Ziel; denn immer wird uns mehr beschert, als wir zusammen alle wert. 6. Wir wollens auch niemals vergessen, was uns dein Segen bringet ein; ein jeder Bissen, den wir essen, soll deines Namens Denkmal sein; und Herz und Mund soll lebenslang für unsre Nahrung sagen Dank. Kaspar Neumann, geb. 1648, † 1715Mel. Was Gott thut 2c. 179. Was Gott thut, das ist wohlgethan; so denken Gottes Kinder. Er siehet fie oft sauer an und liebt sie doch nicht minder. Gr zieht ihr Herz nur himmelwärts, wenn er sie läßt auf Erden ein Ziel der Plagen werden. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan; gibt er, so kann man nebmen; nimmt er, wir sind nicht übler dran, wenn wir uns nur bequemen. Die Linke schmerzt, die Rechte herzt, und beide Hände müssen wir doch in Demut küssen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er weist uns oft den Segen, und eh er noch gedeihen kann, muß sich die Hoffnung lewill sein, so macht er andre Gügen. Weil er allein der Schatz ter durch den Verlust uns bitter. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; wenn man nach reichem Säen doch wenig Garben ernten kann, so ists vielleicht geschehen, weil Gott auch Frucht bei uns gesucht und doch bat müssen klagen, daß wir so schlecht getragen. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan, wir müssen besser werden; man baue nur die Herzen an, so folgt die Frucht auf Zum Geburts- und Namenstag des Landesherrn. 101 Erden. Den Mangel muß ein Kanaan, wo Milch und Honig Überfluß zu andrer Zeit erseßen fließen, doch ists genung zur und Feld und Herz ergößen. Sättigung, wenn Gott die Notdurft segnet, obs auch nicht Vorrat regnet. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan; das Feld mag ledig stehen, wir gehn getrost auf Zions Bahn und wollen Gott erhöhen. Sein Wort ist Brot, so hats nicht Not; die Welt muß eh verderben, als wir vor Hunger sterben. 8. Was Gott thut, das ist wohlgetban; wie er es nun gefüget, so nehmen wir es billig an und sind dabei vergnüget. Gr, unser Gott, weiß, was uns not; laßt in Geduld uns fassen: 7. Was Gott thut, das ist wohlgethan; so wollen wir stets er wird uns nicht verlassen. schließen, und ist bei uns kein T Benj. Schmold, geb. 1672, † 1737. [ Siehe Lob- und Danklieder.] Lieder zum Geburts- und Namenstag des Landesherrn. Mel. Zeuch ein zu meinen 2c. 180. Dir, höchster Herr und König der Könige und Herrn, dir ist man unterthänig, du herrschest nah und fern, du unser Herr und Gott, an Ehren groß und prächtig, zum Schuße stark und mächtig, ein Helfer in der Not. 2. Nach deines Wortes Lehre ist auch die Obrigkeit von dir und dir zur Ehre; ihr Schwert, das Frevlern dräut, empfing sie nur von dir. Wer ihr zuwiderlebet, der, Höchster, widerstrebet dir selbit sowohl als ihr. 3. Du, böchster Herrscher, lebre mich selbst durch deinen Geist, daß ich den König ehre, wie es dein Wort uns heißt. trägt ja, Gott, dein Bild; und wenn wir seinen Willen in Furcht Er und Lieb erfüllen, wird dein Will auch erfüllt. 4. Laß deines Geistes Gaben stets reichlich auf ihm ruhn; laß ihn, auch hoch erhaben, gern deinen Willen thun. Du herrschest selbst im Land; das Herz der Obrigkeiten kannst du wie Bäche leiten; es steht in deiner Hand. 5. Es leuchte, Gott der Güte, dem Könige dein Licht; Gerechtigkeit behüte ihn allzeit im Gericht. Laß stets durch sein Bemühn die Frommen sicher wobnen; nie laß ihn Frevler schonen, ſelbst stets das Unrecht fliehn. 6. Gib, daß durch sein Regieren wir mit Zufriedenheit ein ruhig Leben führen in wahrer Frömmigkeit. Herr Gott, du jegnest gern; wir bitten ohn Grmüden: Gib Segen, Heil und 102 Frieden durch Jesum, unsern Unrecht reizen, dann gebeut dem Herrn! Siege, sie zu schüßen! 4. Unendlicher, regiere fie, daß fie getreu dir dienen; verlaß mit deiner Huld sie nie, noch ihr Ge schlecht nach ihnen. Die Furcht vor dir, Barmherzigkeit und Weisheit und Gerechtigkeit ſei ihres Hauptes Krone. Taufe. Mel. Es spricht der Unweifen 2c. 181. Der Thron der Weltbeherrscher ist ein Schemel deinen Füßen. Sie sind nur Staub; du aber bist Gott, dem sie dienen müssen. Das Reich ist dein und dein die Welt; du, der sie schuf und sie erhält, du bist allein ibr Herrscher. 2. Weltbeherrscher, laß sie nie die rechte Bahn verlieren; be wahre stets vor Schmeichlern fie, daß die sie nicht verführen! Lebr fie ihr eigen Herz durchschaun und nur mit Furcht sich selber traun und dich um Weisheit bitten. 3. Gib Friede, balte sie zurück vor ungerechten Kriegen! Jbr Ruhm sei der, mit strengem Blick die Laster zu besiegen. Wenn aber Völker fie zum Streit durch 5. Ach, laß dein Wort auch auf dem Thron, Jehova, Glauben finden; laß Fürsten auch auf deinen Sohn fest ihre Hoffnung gründen. Gott, sie sind Sünder so wie wir; laß sie doch nicht ihr Teil bloß bier in diesem Leben suchen. 6. Erböre, Bater, dies Gebet, ſei gnädig uns und ihnen. So weit dein Reich, die Erde gebt, du dich allzeit unser an, so wer soll, Herr, dir alles dienen. Nimmit den Fürst und Unterthan in deinem Schatten wohnen. Mel. Es woll uns Gott zc. 182. Chrift, unser Herr, zum Jordan kam nach seines Baters Billen, von Sankt Jobann's die Taufe nghm, sein Werk und Amt Balth. Münter, geb. 1735,+ 1798. Dritte Abteilung. Kirchliche Handlungen. I. Die heiligen Sakramente. Taufe. zurfüllen. Da wollt er stiften uns ein Bad, zu waschen uns von Sünden, ersäufen auch den bittern Tod durch sein selbst Blut und Bunden; es galt ein neues Leben. Taufe. 2. So hört und merket alle wohl, was Gott beißt selbst die Taufe, und was ein Christe gläuben soll, zu meiden Keßerhaufen: Gott spricht und will, daß Wasser sei doch nicht allein schlecht Was ser: sein beiligs Wort ist auch debei mit reichem Geist obn Maßen, der ist allbie der Täufer. 3. Solchs hat er uns beweiset flar mit Bildern und mit Worten. Des Vaters Stimm man offenbar daſelbst am Jordan hörte. Er sprach: Das ist mein lieber Sohn, an dem ich bab Gefallen: den will ich euch befohlen han, daß ihr ihn höret alle, und folget seinen Lehren. 4. Auch Gottes Sohn bie selber steht in seiner zarten Menschbeit; der beilig Geist berniederfährt, in Taubenbild verkleidet, daß wir nicht sollen zweifeln dran, wenn wir getaufet werden, all drei Person getaufet ban, damit bei uns auf Erden zu wohnen sich ergeben. 5. Sein Jünger heißt der Herre Christ: Geht hin, all Welt zu lehren, daß fie verlorn in Sünden ist, sich soll zur Buße kehren. Wer gläubet und sich taufen läßt, soll dadurch selig werden; ein neugeborner Mensch er heißt, der nicht mehr könne sterben, das Himmelreich soll erben. 6. Wer nicht gläubt dieser großen Gnad, der bleibt in seinen Sünden und ist verdammt zum ewgen Tod, tief in der Höllen Grunde. Nichts hilft sein eigen Heiligkeit, all fein Thun ist verloren; die Erbfünd machts zur Richtigkeit, darin et ist geboren, bermag ibm selbst nicht belfen. 103 7. Das Aug allein das Wasser sieht, wie Menschen Wasser gießen; der Glaub im Geist die Kraft versteht des Blutes Jesu Christi, und ist für ihm ein rote Flut, von Christus Blut gefärbet, die allen Schaden heilen thut, von Adam ber geerbet, auch von uns ſelbst begangen. Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. Mel. In dich hab ich 2c. 183. Gott Vater, höre unfre Bitt, teil diesem Kind den Segen mit, erzeig ihm deine Gnade. Es sei dein Kind; nimm weg sein Sünd, daß ihm dieselb nicht schade. 2. Herr Christe, nimm es gnädig auf durch dieses Bad der beilgen Tauf zu deinem Glied und Erben, damit es dein mög allzeit sein im Leben und im Sterben. 3. llnd du, o allerwertster Geist, samt Vater und dem Sohn gepreist, wollst gleichfalls zu uns kommen, damit zur Stund in deinen Bund es werde aufgenommen. Nach der Taufhandlung. 4. D heilige Dreieinigkeit, dir sei Lob, Ehr und Dank bereit für diese große Güte. Gib, daß dafür wir dienen dir; vor Sünden uns behüte. Johannes Bernschürer, geb. 1625,+ 1877. Mel. Alle Menschen müssen 2c. 184. Laſſet mich mit Freuden sprechen: Ich bin ein getaufter Chrift, der bei menschlichen Gebrechen dennoch ein Kind Gottes ist; was find alle Schäße nüße. Taufe. 104 da ich einen Schaß besize, der mir alles Heil gebracht und mich ewig selig macht? 2. Keine Sünde macht mir bange; ich bin ein getaufter Christ! Denn ich weiß gewiß, so lange dieser Trost im Herzen ist, kann ich mich von Angst der Sünden, Jesu, durch dein Blut entbinden, weil das teure Wasserbad mich damit besprenget bat. 3. Satan, laß dir dieses sagen: Ich bin ein getaufter Christ! Und damit kann ich dich schlagen, ob du noch so grausam bist. Da ich bin zur Taufe kommen, ist dir alle Macht genommen, und von deiner Tyrannei machet Gottes Bund mich frei. 4. Freudig sag ich, wenn ich sterbe: Ich bin ein getaufter Christ; denn das bringt mich zu dem Erbe, das im Himmel droben ist. Lieg ich gleich im Todesstaube, so verfichert mir der Glaube, daß mir doch der Taufe Kraft Leib und Leben wieder schafft. 5. Nun, so soll ein solcher Segen mir ein Trost des Lebens sein. Muß ich mich zu Grabe legen, schlaf ich auch auf solchen ein. Ob mir Herz und Augen brechen, soll die Seele dennoch sprechen: Ich bin ein getaufter Christ, der nun ewig selig ist. Erdmann Neumeister, geb. 1671,+1756. Mel. Liebster Jesu, wir sind 2c. 185. Liebster Jeju, wir sind hier, deinem Worte nachzuleben; dieses Kindlein kommt zu dir, weil du den Befehl gegeben, daß man sie zu dir hinführe, denn das Himmelreich ist ibre. 2. Ja, es schallet allermeist dieses Wort in unsre Ohren: Wer durch Wasser und durch Geist nicht zuvor ist neugeboren, wird von dir nicht aufgenommen und in Gottes Reich nicht kommen. 3. Darum eilen wir zu dir, nimm das Pfand von unsern Armen, tritt mit deinem Glanz berfür und erzeuge dein Erbarmen. daß es dein Kind hier auf Erden und im Himmel möge werden. 4. Wasch es, Jesu, durch den Blut von den angeerbten Flecken; laß es bald nach dieſer Flut dei nen Purpurmantel decken; schenk ihm deiner Unschuld Seide, daß es ganz in dich sich kleide. 5. Hirte, nimm dein Schäflein. an; Haupt, mach es zu deinem Gliede; Himmelsweg, zeig ihm die Bahn; Friedefürst, schenk du ihm Friede; Weinstock, hilf, daß diese Rebe auch im Glauben dich umgebe! 6. Nun wir legen an dein Herz, was von Herzen ist gegangen; führ die Seufzer himmelwärts und erfülle das Verlangen; ja, den Namen, den wir geben, schreib ins Lebensbuch zum Leben. Beni. Schmold, geb. 1672,+ 1737. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 186. Duunerforschlichs Meer der Gnaden, wie selig ist dein Wasserbad! es beilet an mir allen Schaden, den Adams Fall verursacht hat. Die Sintflut ges in, wenn ich in dieser het Arche bin. 2. Wie groß sind, Jeſu, deine Gaben! Du kommst mit Wasser und mit Blut; und wenn wir Abendmahlslieder. diese Schäße baben, so erben wir das höchste Gut. Wenn ich damit gezeichnet bin, so ist der Himmel mein Gewinn. 3. Was frag ich nach der eitlen Ebre? Ich bin des Allerhöchsten Kind, weil ich in deren Zahl gehöre, die aus Gott selbst geboren find. Kein Ehrenstand ist diesem gleich; das ist mein Recht zum Himmelreich. 4. Du schreibest mich ins Buch des Lebens, du, meines Lebens Leben, ein. Ach, lasse mich doch nicht vergebens auf deinen Tod getaufet sein. Ja, schreibe mich 105 so kräftig an, daß mich kein Fluch vertilgen kann. 5. Hab ich dir Herz und Hand gegeben, so gib mir, Jesu, deine Gnad, auch dem Versprechen nachzuleben, das selbst dein Geist versiegelt bat. Des Satans Werk und Wesen sei kein Hindernis an meiner Treu. Eigne Melodie. 187. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt: erbarm dich unser! Abendmahlslieder. 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt: erbarm dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt: gib uns deinen Frieden! Eigne Melodie. 188. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herze und gib mir einen neuen, gewissen Geist.|: Verwirf mich nicht: von deinem Angesicht und nimm deinen, beiligen Geist nicht von mir. Eigne Melodie. 6. Erhalte mich durch deine Taufe im Bündlein der Lebendigen und führe mich in meinem Laufe vom Irdischen zum Himmlischen, daß ich durch diesen Jordan geh und dort im Lebenslande steh! Benj. Schmold, geb. 1672,+ 1737. 189. Lamm Gottes unſchuldig, am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit gefunden duldig, wiewohl du wardit verachtet: all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu! 2. Lamm Gottes unschuldig, am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit gefunden duldig, wiewohl du wardst verachtet: all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu! 3. Lamm Gottes unschuldig, am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit gefunden duldig, wiewohl du wardst verachtet: all Sünd hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Gib uns dein Frieden, o Jesu! Nik. Decius, um 1526. Eigne Melodie. 190. Jesus Christus, unser Heiland, der von uns den Got Abendmahlslieder. 106 tes Zorn wandt, durch das bitter Leiden sein balf er uns aus der Höllen Pein. 2. Daß wir nimmer des vergessen, gab er uns sein Leib zu essen, verborgen im Brot so klein, und zu trinken sein Blut im Wein. 3. Wer sich will zu dem Tisch machen, der hab wohl acht auf sein Sachen! Wer unwürdig hinzugeht, für das Leben den Tod empfäht. 4. Du sollt Gott den Vater preisen, daß er dich so wohl wollt speisen und für deine Missethat in den Tod sein Sohn geben hat. 5. Du sollt glauben und nicht wanken, daß ein Speise sei den Kranken, den ihr Herz von Sünden schwer und für Angst ist betrübet sehr. 6. Solch groß Gnad und Barmberzigkeit sucht ein Herz in groz ßer Arbeit; ist dir wohl, so bleib davon, daß du nicht kriegest bösen Lohn. an ihm gar ein Spott. 8. Hättst du dir was konnt er werben, was dürft ich denn für dich sterben? Dieser Tisch auch dir nicht gilt, so du selber dir belfen willt. 7. Er spricht ſelber: Kommt, ihr Armen, laßt mich über euch erbarmen; kein Arzt ist dem Mel. O Jesu Christ, meins 2c. Starken not, sein Kunst wird 192. O Jeſu, du mein Bräu9. Glaubst du das von Herzensgrunde und bekennest mit dem Munde, so bist du recht wohlgeschickt, und die Speise dein Seel erquickt. kann, wie dein Gott an dir hat gethan. Dr. M. Luther, geb. 1483, † 1546. 10. Die Frucht soll auch nicht ausbleiben, deinen Nächsten sollt du lieben, daß er dein genießen Mel. Es ist gewißlich an der zc. 191. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, du Brunnquell aller Gnaden! Wir kommen, deinen Leib und Blut, wie du uns hast geladen, zu deiner Liebe Herrlichkeit und unsrer Seelen Seligkeit zu essen und zu trinken. 2. O Jesu, mach uns selbst bereit zu diesem hohen Werke! Schenk uns dein schönes Ehrenkleid durch deines Geistes Stärke. Hilf, daß wir würdge Gäste sein, und werden dir gepflanzet ein zum ewgen Himmelswesen. 3. Bleib du in uns, daß wir in dir auch bis ans Ende bleiben; laß Sünd und Not uns für und für von dir nicht wieder treiben, bis wir durch deines Nachtmahls Kraft in deines Himmels Bürgerschaft dort ewig selig werden. tigam, der du aus Lieb am Kreuzesstamm für mich den Tod gelitten bast, genommen weg der Sünden Last: 2. Ich komm zu deinem Abendmahl, verderbt durch manchen Sündenfall; ich bin frank, unrein, nackt und bloß, blind, arm: ach Herr, mich nicht verstoß. 3. Du bist der Arzt, du bist das Licht, du bist der Herr, dem nichts gebricht, du bist der Brunn der Heiligkeit, du bist das rechte Hochzeitkleid. Abendmahlslieder. 107 4. Drum, o Herr Jesu, bitt Mel. Gott sei gelobet und zc. ich dich: In meiner Schwachbeit 193. Herr JesuChriste, mein beile mich; was unrein ist, das mache rein durch deinen bellen Gnadenschein. getreuer Hirte, komm, mit Gnaden mich bewirte! Bei dir alleine find ich Heil und Leben; was ich darf, kannst du mir geben. Kyrieleiſon! Dein arm Schäflein wollest du weiden auf Israels Bergen in Freuden und zum frischen Wasser führn, da das Leben her thut rührn. Kyrieleison! 2. All andre Speis und Trank ist ganz vergebens; du bist selbſt das Brot des Lebens. Kein Hunger plaget den, der von dir isfet, alles Jammers er vergisset. Kyrieleiſon! Du bist die lebendige Quelle, zu der ich mein Krügſein stelle; laß mit Trost es flie ßen voll, so wird meiner Seele wohl. Kyrieleison! 5. Erleuchte mein verfinstert Herz, zünd an die schöne Glaubenskerz; in Reichtum meine Armut kehr und meinem Fleische steur und wehr, 6. Daß ich das rechte Him melsbrot, dich, Jeſu, wahrer Mensch und Gott, mit solcher Ehrerbietung nehm, wie mir es heilsam, dir genehm. 7. Lösch alle Laster aus in mir; mein Herz mit Lieb und Glauben zier, und was sonst ist von Tugend mehr, das pflanz in mir zu deiner Ehr. 8. Gib, was mir nüßt an Seel und Leib; was schädlich ist, fern von mir treib; komm in mein Herz, laß mich mit dir vereinigt bleiben für und für. 9. Hilf, daß durch dieser Mahlzeit Kraft das Bös in mir werd abgeschafft, erlassen alle Sündenschuld, erlangt des Vaters Lieb und Huld. 10. Vertreibe alle meine Feind, die sichtbar und unsichtbar seind; den guten Vorsatz, den ich führ, durch deinen Geist mach fest in mir. 11. Mein Leben, Sitten, Sinn und Pflicht nach deinem heilgen Willen richt; ach, laß mich meine Tag in Ruh und Friede christlich bringen zu, 12. Bis du mich, o du Lebensfürst, zu dir in Himmel nehmen wirst, daß ich bei dir dort ewiglich an deiner Tafel freue mich. 3oh. Peermann, geb. 1585,+ 1647. 3. Laß mich recht trauern über meine Sünde, doch den Glauben auch anzünde, den wahren Glauben, mit dem ich dich fasse, mich auf dein Verdienst verlasse. Kyrieleison! Gib mir ein recht bußfertig Herze, daß ich mit der Sünde nicht scherze, noch durch meine Sicherheit mich bring um die Seligkeit. Kyrieleison! 4. Mir ist befleckt sehr greulich mein Gewissen; ach, laß ein Blutströpflein fließen aus deinen Wunden, welche du empfangen, da du bist am Kreuz gehangen. Kyrieleison! Wird damit mein Herze gerühret, wirds von Stund an rein gezieret durch dein Blut, mit Glauben schön, kann in dir vor Gott bestehn. Kyrieleison! 5. Der darf des Arztes, den die Krankheit plaget, mit Be 108 gier ei nach ihm fraget; o süßer Jesu, schau, wie tiefe Wunden werden auch in mir gefunden. Kyrieleison! Du bist ja der Arzt, den ich rufe, auf den mit Verlangen ich hoffe. Hilf, o wahrer Mensch und Gott! hilfst du nicht, so bin ich tot. Kyrieleison! 6. Du rufest alle zu dir in Genaden, die mühselig und beladen; all ihre Missethat willst du verzeihen, ihrer Bürden sie befreien. Kyrieleison! Ach, komm selbst, leg an deine Hände und die schwere Last von mir wende. Mache mich von Sünden frei, dir zu dienen Kraft verleib. Kyrieleison! 7. Du wollest Geist und Herze zu dir neigen; nimm mich mir, gib mich dir eigen. Du bist der Weinstock, ich bin deine Rebe; nimm mich in dich, daß ich lebe. Kyrieleison! Ach, in mir sind ich eitel Sünden, in dir müssen sie bald verschwinden; in mir find ich Höllenpein, in dir muß ich selig sein. Kyrieleison! 8. Komm, o mein Freund, o komm, du schönste Krone! Jesu, komm und in mir wohne! In mir will ich dich mit Gebet oft grüßen, ja, mit Lieb und Glauben füjjen. Kyrieleison! Komm und schenke mir deine Liebe, so wird nichts sein, das mich betrübe, deine Sanftmut und Geduld, die Frucht deiner Gnad und Huld. Kyrieleison! Abendmahlslieder. 9. Dies sind die Blümlein, die mich können heilen und mir Lebenssaft erteilen, daß ich aus mir nun all Untugend reiße, dir zu dienen mich befleiße. Kyrieleison! In dir hab ich, was ich soll haben, deiner Gnaden Brünnlein mich laben. Laß mich ewig sein in dir und bleib ewig auch in mir. Kyrieleison! Joh. Heermann, geb 1585,+ 1647. Eigne Melodie. 194. Schmücke dich, o liebe Seele! Laß die dunkle Sündenhöhle, komm ans helle Licht gegangen; fange herrlich an zu prangen! denn der Herr voll Heil und Gnaden will dich jetzt zu Gaste laden; der den Himmel kann verwalten, will jetzt Herberg in dir halten. 2. Eile, wie Verlobte pflegen, deinem Bräutigam entgegen, der mit süßen Gnadenworten klopft an deines Herzens Pforten. Eile, sie ihm aufzuschließen, wirf dich hin zu seinen Füßen, sprich: Mein Heil, laß dich umfassen; von dir will ich nicht mehr lassen. 3. Ach, wie hungert mein Gemüte, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ach, wie pfleg ich oft mit Thränen mich nach deiner Kost zu sehnen! Ach, wie pfleget mich zu dürsten nach dem Trank des Lebensfürsten! Wünsche stets, daß mein Gebeine sich durch Gott mit Gott vereine. 4. Heilge Lust und tiefes Bangen nimmt mein Herze jetzt gefangen; das Geheimnis dieser Speise und die unerforschte Weise machet, daß ich früh vermerke, Herr, die Größe deiner Werke. Ist wohl auch ein Mensch zu finden, der dein Allmacht sollt ergründen? 5. Nein, Vernunft, die muß hier weichen, kann dies Wunder Abendmahlslieder. nicht erreichen, daß dies Brot nie wird verzehret, ob es gleich viel tausend nähret, und daß mit dem Saft der Neben uns wird Christi Blut gegeben. Oder großen Heimlichkeiten, die nur Gottes Geist kann deuten! 6. Jesu, meine Lebenssonne, Jeju, meine Freud und Wonne, Jeju, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen, hier fall ich zu deinen Füßen, laß mich würdiglich genießen dieser deiner Himmelsspeise mir zum Heil und dir zum Preise. 7. Herr, es hat dein treues Lieben dich vom Himmel hergetrieben, daß du willig bast dein Leben in den Tod für uns gegeben und dazu ganz unverdrossen, Herr, dein Blut für uns vergessen, das uns jetzt fann fräftig tränken, deiner Liebe zu gedenken. 109 daß auch meines Herzens Hütte werde dein geweihtes Haus. Denn ich hoffe nur auf dich, liebster Jesu, liebe mich und laß deinen Tisd) auf Erden mir zum halben Himmel werden. 8. Jeju, wahres Brot des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens oder mir vielleicht zum Schaden sei zu deinem Tisch geladen, laß mich durch dies Seeleneffen deine Liebe recht ermessen, daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mög dein Gast im Himmel werden. Johann Franc, geb. 1618, † 1677. Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. 195. Herr, du hast für alle Sünder einen reichen Tisch gedeckt, wo das Brot der armen Kinder nach des Vaters Liebe schmeckt. Heute nun bin ich dein Gast, wie du mir besohlen hast; aber bilf auch, daß mein Herze nicht mit deiner Wohlthat scherze. 2. Räume, bitt ich, mein Gemüte rein von allem Argen aus, 3. Kann der Herr dem Knechte schenken auch sein eigen Fleisch und Blut: ach, so hilf mir recht bedenken, was hier deine Liebe thut; und verleihe, daß ich nicht eß und trinke zum Gericht, was du, Jesu, für mein Leben zur Erlösung hast gegeben. 4. Nimm jetzt die Vernunft gefangen, daß ich glaube schlecht und recht, und erwecke mein Verlangen, wenn das Fleisch den Eiser schwächt, bis ich fühle meine Not und mich sehne nach dem Brot, welches allen Hunger stillet und mein Herz mit Gott erfüllet. 5. Denke doch, du Fürst des Lebens, denke, daß du Jesus heißt, denke, daß du nicht vergebens für die Welt gestorben seist; drum erhöre, was ich bitt, teile mir dich selber mit und laß heut in mein Gewissen Blut aus deinen Wunden fließen. 6. Sind wir doch aus dir geboren, nähr uns auch durch deine Kraft; und weil alles da verloren, wo nicht Jesus Hilfe schafft: ach, so laß dein Brot und Wein meines Herzens Manna sein, daß die Wirkung dieser Speise künftig in der That sich weise. 7. Laß mich deine Liebe schmecken und die Güter jener Welt; oder wenn auch Furcht und Schrecken mich zuweilen überfällt, so verschaffe mir dein Blut einen rechten Freudenmut, daß ich mei Abendmahlslieder. * 110 nen Trost im Glauben mir durch niemand lasse rauben. 8. Hilf mir recht ins Herze fassen deinen herben, bittern Lod; laß mich auch niemanden bassen, der mit mir genießt dein Brot; nimm mich ganz vollkommen ein, bis ich werde bei dir sein und die Fülle deiner Gaben, meinen Gott und alles haben. Kaspar Neumann, geb. 1648,+ 1715. Mel. Es ist gewißlich 2c. 196. Salt im Gedächtnis Jesum Christ, o Mensch, der auf die Erden vom Thron des Himmels kommen ist, dein Bruder da zu werden. Vergiß nicht, daß er dir zu gut hat angenommen Fleisch und Blut; dank ihm für diese Liebe. 2. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der für dich hat gelitten, ja gar am Kreuz gestorben ist und dadurch bat bestritten Welt, Sünde, Teufel, Höll und Tod, und dich erlöst aus aller Not; dank ihm für diese Liebe. 3. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der auch am dritten Lage fiegreich vom Tod erstanden ist, befreit von Not und Plage. Bedenke, daß er Fried gemacht, sein Unschuld Leben wiederbracht; dank ihm für dieſe Liebe. 4. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der nach den Leidenszeiten gen Himmel aufgefahren ist, die Stätt dir zu bereiten, da du ſollst bleiben allezeit und seben seine Herrlichkeit; dank ihm für diese Liebe. 5. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der einst wird wieder kommen und sich, was tot und lebend ist, zu richten vorgenommen. O denke, daß du da bestehst und mit ihm in sein Reich eingehst, ihm ewiglich zu danken. 6. Gib, Jeſu, gib, daß ich dich kann mit wahrem Glauben fassen und nie, was du an mir gethan, mög aus dem Herzen lassen, daß dessen ich in aller Not mich trösten mög und durch den Tod zu dir ins Leben dringen. Chriatus Günther, geb. 1650,+ 1704. Mel. Es ist gewißlich zc. 197. Wie heilig ist die Stätte hier, wo ich voll Ändacht stehe' Sie ist des Himmels Pforte mir, die nun ich offen sehe. O Lebensthor, o Tisch des Herrn! vom Himmel bin ich nicht mehr fern und fühle Gottes Nähe. 2. Wie heilig ist dies Lebensbrot, dies teure Gnadenzeichen, vor dem des Herzens Angst und Not und alle Qualen weichen. O Brot, das meine Seele nährt, o Manna, das mir Gott beschert, dich will ich jetzt genießen. 3. Wie heilig ist doch dieser Trank, der mein Verlangen stillet, der mein Gemüt mit Lob und Dank und heilger Freud erfüllet. Lebenstrank, o heilges Blut, das einst geflossen mir zu gut, dich will ich jetzt empfangen. 4. Welch unaussprechlich Glück ist mein, welch Heil hab ich gefunden! Mein Jesus kehret bei mir ein; mit ihm werd ich verbunden. Wie ist mein Herz so freudenvoll, daß ich in Jesu leben soll, und er in mir will leben. Abendmahlslieder. 5. O wär doch auch mein Herz geweiht zu einer heilgen Stätte, damit der Herr der Herrlichkeit an mir Gefallen hätte! wäre doch mein Herz der Ort, an wel chem Jesus fort und fort aus Gnaden Wohnung machte! 6. Mein Jesu, komm und heile mich; was sündlich ist, vertreibe, damit ich nun und ewiglich dein Tempel sei und bleibe. Von dir sei ganz mein Herz erfüllt, Herr, laß dein heilig Ebenbild beständig an mir leuchten. 111 gebung unsrer Sünden in deinen blutgen Wunden finden. 4. Das Band wird fester zugezogen, das dich und uns zusammenfügt. Die Freundschaft, die wir sonst gepflogen, fühlt, wie sie neue Stüßen friegt. Wir werden mehr in solchen Stunden mit dir zu Einem Geist ver= bunden. 5. Dies Brot fann wahre Nahrung geben; dies Blut erquicket unsern Geist. Es mehrt sich unser innres Leben, wenn unser Glaube dich geneußt. Wir fühlen neue Kraft und Stärke in unserm Kamps und Gloubenswerke. 7. Nun du hast himmlisch mich erquickt, du bast dich mir gegeben; in dir, der mich so hoch beglückt, will ich nun stündlich leben. Laß mich, mein Heiland, allezeit von nun an bis in Ewigfeit mit dir vereinigt bleiben! Nach Valentin Ernst Löscher, geb. 1673,+ 1749. Mel. Ich ruhe nun in Gottes 2c. 198. Mein Jesu, der du vor dem Scheiden in deiner leßten Trauernacht uns hast die Früchte deiner Leiden in einem Testament vermacht, es preisen gläubige Gemüter dich, Stifter dieser bohen Güter. 2. So oft wir dieses Mahl genießen, wird dein Gedächtnis bei uns neu; man kann aus frischen Proben schließen, wie brünstig deine Liebe sei. Dein Blut, dein Tod und deine Schmerzen verneuern sich in unsern Herzen. 3. Es wird dem zitternden Gewissen ein neues Siegel aufgedrückt, daß unser Schuldbrief sei zerrissen, daß unsre Handschrift sei zerstückt, daß wir Ver6. Wir treten in genaure Bande mit deines Leibes Gliedern ein, mit denen wir in solchem Stande Ein Herz und Eine Seele sein. Der Geist muß mehr zusammenfließen, da wir Gin Fleisch und Blut genießen. 7. Dein Fleisch muß uns zum Pfande dienen, daß unser Fleisch, der Schwachheit voll, einst herrlich aus dem Staube grünen und unverweslich werden soll, ja daß du uns ein ewig Leben nach diesem kurzen werdest geben. 8. O teures Lamm, so edle Gaben hast du in dieses Mahl gelegt. Da wir dich selbst zur Speise haben, wie wohl ist unser Geist gepflegt! Dies Mahl ist unter allen Leiden ein wahrer Vorschmack jener Freuden. 9. Dir sei Lob, Ehr und Preis gesungen! Ein solcher hoher Liebesschein verdient, daß aller Engel Zungen zu dessen Ruhm geschäftig sein. Wird unser Geist 112 Abendmahlslieder. zu dir erhoben, so wird er dich durch die Liebe gegen mich wird vollkommner loben. dir der Sieg gelingen. Joh. Jak. Rambach, geb. 1693, † 1735. Mel. An Wasserflüssen 2c. 199. Ich komme, Herr, und suche dich mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, würdge mich des Wunders deiner Gnaden. Ich liege bier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh; ich suche Rub und finde sie im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet ich zuversichtlich an; du bist das Heil der Sünder. Mel. O Jesu Christ, meins 2c. Du hast die Handschrift abgethan, 200. H err, der du als ein und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht und an dein Wort: Es ist vollbracht! Du hast mein Heil verdienet. Du haft für mich dich dargestellt; Gott war in dir und hat die Welt in dir mit sich verfühnet. stilles Lamm am martervollen Kreuzesstamm zur Tilgung meiner Sündenlast dich auch für mich geopfert bast: 2. Hier feir ich deinen Mittlertod; bier nährst du mich mit Himmelsbrot; bier ist das unschäßbare Gut, das du mir giebst, dein Leib und Blut. 3. So freue dich, mein Herz in mir! Er tilget deine Sünden und läßt an seinem Tische bier dich Gnad um Gnade finden. Du rufft, und er erhört dich schon, spricht liebreich: Sei getrost, mein Sohn! die Schuld ist dir vergeben. Du bist in meinen Tod getauft, und du wirst dem, der dich erkauft, von ganzem Herzen leben. 3. Hier labet mich als deinen Gast der Leib, den du geopfert hast, dein Blut, das, o Herr Jesu Christ, am Kreuzesstamm vergossen ist. 4. Heiland, bilf mir, daß ich ja mit tiefer Ehrfurcht dir mich nah! O Herr, mein Mund empfahe nicht des Lebens Speise zum Gericht. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit; bewahr es hier im Glauben und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir; ich bin der Weinstock, bleib an mir, so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir ich stärke dich; und 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot; ich will es treu erfüllen und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen. Christian Fürchtegott Gellert, geb. 1715,+ 1769. 5. Hilf, daß mühselig und beschwert mein gläubges Herz darnach begehrt, der Wohlthat ganze Größ ermißt und deiner Liebe nie vergißt. 6. Ich, Erd und Asche, bins nicht wert, daß so viel Heil mir Abendmahlslieder. widerfährt; du willst, o Höchster, nicht verschmähn, zu meinem Herzen einzugebn. 7. Mein Herz steht offen, richte du dirs selbst zu deiner Wohnung zu; wirf alle Laster ganz hinaus, schmück es mit jeder Tugend aus. 8. Du kommst; gesegnet ſeiſt du mir! Du bleibst in mir, ich bleib in dir; ich end in dir einst meinen Lauf, und du weckst mich vom Tode auf. 9. Ich liebe dich, Herr, unverrückt, wenn auch das schwere Kreuz mich drückt; wenn Leib und Seel verschmachtet mir, doch lieb ich dich und bleib bei dir. 10. Auch stärkt mich dieses Mahles Kraft auf meiner ganzen Pilgerschaft, mit allen in den Kampf zu gehn, die mir nach meiner Seele stehn. 113 sein. Amen, Amen! Anbetung dir! Einst feiern wir das große Abendmahl bei dir! 11. Gs steuert allem Stolz und Neid, verknüpft zu Lieb und Einigkeit, gibt Trost, der nie das Herz verläßt, und macht den guten Vorsag fest. 12. Und wenn du mich, o Lebensfürst, zur Seligkeit vollenden wirst, erquickt mit Freuden ohne Zahl mich dort dein ewges Abendmahl. Joh. Abolf Schlegel, geb. 1721, † 1798. Friedr. Gottlieb Klopstod, geb. 1724,+ 1803. Nach dem Abendmahl. Eigne Melodie. 202. Gott sei geløbet und gebenedeiet, der uns selber hat gespeiset mit seinem Fleische und mit seinem Blute; das gib uns, Herr Gott, zu gute. Kyrieleison! Herr, durch deinen heiligen Leichnam, der von deiner Mutter Maria kam, und das heilige Blut hilf uns, Herr, aus aller Not. Kyrieleison! 2. Der heilig Leichnam ist für uns gegeben zum Tod, daß wir dadurch leben. Nicht größer Güte konnt er uns geschenken, dabei wir sein solln gedenken. Kyrieleison! Herr, dein Lieb so groß dich zwungen hat, daß dein Blut an uns groß Wunder that und bezahlt unsre Schuld, daß uns Gott ist worden hold. Kyrieleison! 3. Gott geb uns allen seiner Gnaden Segen, daß wir gehn auf seinen Wegen in rechter Lieb und brüderlicher Treue, daß uns die Speis nicht gereue. Kyrieleison! Herr, dein heilig Geist uns nimmer laß, der uns geb zu balten rechte Maß, daß dein arm Christenheit leb in Fried und Einigkeit. Kyrieleison! Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. Mel. Wachet auf, rust 2c: 201. Herr, err, du wollst uns vorbereiten zu deines Mahles Seligkeiten; sei mitten unter uns, o Gott! Laß uns, Leben zu empfahen, mit glaubensvollem Herzen nahen, und sprich uns los Mel. Nun lob, mein Seel 2c. von Sünd und Tød! Wir sind, 203. Wie wohl hast du geo Jesu, dein; dein laß uns ewig labet, o liebster Jesu, deinen Gast. 8 Abendmahlslieder. 114 ja mich so reich begabet, daß ich jetzt fühle Freud und Rast. O wundersame Speise, o süßer Lebenstrank, o Liebsmahl, das ich preise mit einem Lobgesang, wie bast du doch erquicket mein Leben, Herz und Mut! Mein Geist der hat erblicket das allerhöchste Gut. 2. Bei dir hab ich gegessen die Speise der Unsterblichkeit; du hast mir vollgemessen den edlen Kelch, der mich erfreut. Ach, Gott, du hast erzeiget mir Armen solche Gunst, daß billig jetzt sich neiget mein Herz in Liebesbrunst. Du hast mich lassen schmecken das edle Himmelsbrot; hinfort kann mich nicht schrecken Welt, Teufel, Sünd und Tod. 3. So lang ich leb auf Erden, preis ich dich, liebster Jesu, wohl, daß du mich läsfest werden von dir und durch dich satt und voll. Du hast mich selbst getränket mit deinem teuren Blut, dich mir ins Herz gesenket, o unvergleich lich Gut! Nun werd ich ja nicht sterben, weil mich gespeiset hat, der nimmer kann verderben, mein Trost, Schuß, Hilf und Rat. 4. Wie kann ichs aber fassen, Herr Jesu, daß du mit Begier dich haft so tief gelassen vom Himmelssaal herab zu mir? Du Schöpfer aller Dinge, beſuchest deinen Knecht; ach hilf, daß ich dir bringe ein Herz, das fromm und recht, das gläubig dir vertraue, damit nach dieser Zeit ich ja dein Antlig schaue dort in der świgkeit. 5. Du bists, der ewig bleibet; ich aber bin dem Schatten gleich, den bald ein Wind vertreibet; Herr, ich bin arm, und du bist reich; du bist sehr groß von Güte, fein Unrecht ist an dir; ich, sündhaft im Gemüte, kann fehlen für und für: noch kommest du bernieder und nimmst mich Sünder an; was geb ich dir doch wieder, das dir gefallen kann? 6. Ein Herz, das recht bereuet, ein Herz, das ganz zerknirschet ist, das ist, was dich erfreuet, mein Gott und Herr, zu jeder Frist. Du wirst es nicht verachten; bilf, daß ich emfig bin, nach deiner Gunst zu trachten. Nimm doch in Gnaden hin das Opfer meiner Zungen; dir sei von Herzensgrund jetzt Lob und Preis gesungen, Herr Gott, durch meinen Mund. 7. Wohl mir, ich bin versehen mit Himmelsspeis und Engelstrank; nun will ich rüstig stehen. zu singen dir Lob, Ehr und Dank. Fahr wohl, du Weltgetümmel, du bist ein eitler Tand; ich seufze nach dem Himmel, dem rechten Vaterland. Fahr wohl, dort werd ich leben ohn Angst und Herzeleid; mein Gott, du wirst mir geben die ewge Seligkeit. Johann Rift, geb. 1607,+1667. Mel. Nun laßt uns Gott, dem 2c. 204. O Jeſu, meine Wonne, du meiner Seelen Sonne, du Freundlichster auf Erden, laß mich dir dankbar werden. 2. Wie kann ich gnugsam schäßen dies himmelsüß Ergößen und diese teuren Gaben, die uns gestärket haben? 3. Wie soll ich dirs verdanken, o Herr, daß du mich Kranken ge Abendmahlslieder. fpetjet und getränket, ja ſelbst dich mir geschenket? 4. Ich lobe dich von Herzen für alle deine Schmerzen, für deine Schläg und Wunden, der du so viel empfunden. 5. Dir dank ich für dein Leiden, den Ursprung meiner Freuden; dir dank ich für dein Sehnen und heißvergoßne Thränen. 6. Dir dank ich für dein Lieben, das standhaft ist geblieben; dir dank ich für dein Sterben, das mich dein Reich läßt erben. 7. Jezt schmecket mein Gemüte dein übergroße Güte; dies teure Pfand der Gnaden tilgt allen mreis nen Schaden. 8. Herr, laß mich nicht vergessen, daß du mir zugemessen die kräftge Himmelsspeise, wofür mein Herz dich preise. 9. Du wollest ja die Sünde, die ich annoch empfinde, aus meinem Fleische treiben und kräftig in mir bleiben. 10. Nun bin ich losgezählet von Sünden und vermählet mit dir, mein liebstes Leben! Was kannst du Wertres geben? 11. Ach laß, Herr, meine Seele in dieser Zeibeshöhle doch allzeit mit Verlangen an deiner Liebe bangen. 12. Laß mich die Sünde meiden, laß mich geduldig leiden, laß mich mit Andacht beten und von der Welt abtreten. 13. Nun kann ich nicht verderben; drauf will ich selig sterben und freudig auferstehen, o Jesu, dich zu sehen. Johann Rift, geb. 1607,+ 1667. 115 Mel. Weil nichts gemeiner ist zc. 205. Gett Lob! ich bin aufs neu erquicket mit Christi teurem Leib und Blut. Das Heil, das bier mein Geist erblicket, macht allen meinen Schaden gut. Mein Glaube jauchzt und freuet fich; denn Jesus Christus starb für mich. 2. Gott Lob! die ganze Laſt der Sünden ist nun aus Gnaden weggeschafft. Mich aller Schulden zu entbinden, hat Jeju Blut die volle Kraft. Heut nahm ich ja der Freiheit Pfand beim Abendmahl aus seiner Hand. 3. Gott Lob! mein zagendes Gewissen fühlt sich in Jesu Tod gestillt. Ich seh die Handschrift ganz zerrissen, die mich vorhin mit Furcht erfüllt. Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt, werd an sein Vaterherz gewöhnt. 4. Gott Lob! der süße Seelenfriede kehrt wieder in mein Herz zurück. Wie war ich doch so krank, so müde, bis meines Jesu Gnadenblick aufs neue sich zu mir gelenkt und Trost und Ruhe mir geschenkt. 5. Gottlob! in dem erfreuten Herzen wohnt Jesus und die Seligkeit. Der Hoffnung weichen alle Schmerzen; leicht wird das Leiden dieser Zeit. Ein ewigs Glück lacht mir von fern; drum harr und glaub und duld ich gern. 6. Gott Lob! mit Freuden will ich sterben; der Himmel iſt mir aufgethan. Tort darf ich auch mit Jesu erben nach einst durchwallter Leidensbahn, und mit der auserwählten Zahl halt ich erst dann recht Abendmahl. Marie Klara Silberrab, geb. 1750,+ 1815. 8* 116 Konfirmation. Mel. Alle Menschen müssen 2c. 206. Dantet, danket Gott mit Freuden, danket ihm mit Herz und Mund! Macht die groBen Seligkeiten dieses heilgen Mahles fund, was der Herr für Gnade schenket, da er selbst uns speist und tränket; danket ihm vor dem Altar, daß er uns so freundlich war. 2. Ja, wir vreisen Gottes Güte; denn sie wäbret ewiglich. O wie freut sich das Gemüte, daß der Herr so gnädig fich gegen uns auch jetzt erwiesen! Immerdar sei er gepriesen; groß ist seine Huld und Treu, und auch heute ward fie neu. Droben in dem Heiligtum schal let deines Namens Ruhm. 4. Gott, der Herr und Vater, und des Vaters Sohn begegne segne uns in seinem lieben Sohn; uns von seinem Gnadenthron; und der Herr, der Geist, bereite uns zur Herrlichkeit und leite uns zu seinem Frieden! Ja, Amen! sprecht Halleluja! Nit. Kaiser, geb. 1734,+ 1800. Mel. Wer nur den lieben 2c. 208. Ich bin getauft auf deinen Namen, Gott Vater, Sohn und beilger Geist; ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volk, das dir geheiligt heißt; ich bin in Christum eingesenkt, ich bin mit seinem Geist beschenkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, mein lieber Vater, mich erklärt; du hast die Frucht Mel. Wie schön leucht 2c. 207. Wir nahen uns, o Gottes Sohn, von Dank durchdrungen deinem Thron; du hast uns nun gegeben im Nachtmahl deinen Leib, dein Blut; dies komm auf ewig uns zu gut und stärk in uns dein Leben. Amen, Amen! Welche Freuden nach dem Leiden warten droben, wo wir dich ohn 3. Heilig, heilig, heilig werde, Gott, dein Nam uns mehr und wehr; alle Himmel samt der Erde zeugen laut von deiner Ehr. Dir, Herr, fingen Seraphinen dreimal Heilig, die dir dienen. Ende loben. II. Die andern kirchlichen Handlungen. Konfirmation. von deinem Sterben, mein treuer Heiland, mir gewährt; du willst in aller Not und Pein, o guter Geist, mein Tröster sein. 3. Doch habe ich dir Furcht und Liebe, Treu und Gehorsam zugesagt; ich habe mich aus reinem Triebe dein Eigentum zu sein gewagt; hingegen sagt ich bis ins Grab des Satans schnöden Werken ab. Konfirmation. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite bleibt dieser Bund wohl feste stehn; wenn aber ich ihn überschreite, so laß mich nicht verloren gehn; nimm mich, dein Kind, zu Gnaden an, wenn ich hab einen Fall gethan. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin; erwecke mich zu neuer Treue und nimm Besitz von meinem Sinn; es sei in mir kein Tropfen Blut, der nicht, Herr, deinen Willen thut. 6. Weich, weich, du Fürst der Finsternissen, ich bleibe mit dir unvermengt; hier ist zwar ein befleckt Gewissen, jedoch mit Jesu Blut besprengt. Weich, eitle Welt, du Sünde, weich; Gott hört es, ich entsage euch. 117 ich Gefallner soll auf Erden eine neue Kreatur, soll, o Gott, dir ähnlich werden. Heilig, beilig soll ich sein; Jeſus und sein Geist ist mein. 4. Treue hab ich oft gelobt, doch verleßt den Bund der Taufe. Wenn die Lust in mir getobt, ließ ich ab vom Glaubenslaufe. Aber nimm mich wieder ein; dein, Herr, will ich ewig sein. 5. Ich entsag, o Satan, dir, dir, o Welt, und dir, o Sünde. Euch entsag ich, weicht von mir, dem erlösten Gotteskinde! Gure Lust ist Tod und Bein; ich will meines Gottes sein. 6. Wachen will ich, flehn um Kraft, daß ich auf dem schmalen Wege übe gute Ritterschaft und nur Jesu leben möge. Er wird Gnade mir verleihn, treu bis in den Tod zu sein. 7. Laß diesen Vorsatz nimmer wanken, Gott Vater, Sohn und heilger Geist; halt mich in deines Bundes Schranken, bis mich dein Wille sterben heißt; so leb ich dir, so sterb ich dir, so lob ich dich dort für und für. Joh. Jak. Rambach, geb. 1693,+ 1735. Mel. Meinen Jesum laß ich zc. 209. Ewig, ewig bin ich dein, teuer dir, mein Gott, erkaufet; bin auf dich, um dein zu sein, Vater, Sohn und Geist getaufet. Dessen soll mein Herz sich freun; ewig, ewig bin ich dein. 2. Welch ein göttlicher Gewinn, daß ich durch der Taufe Gabe nun dein Kind und Erbe bin, daß ich dich zum Vater habe! Deine Gnade macht mich rein; droben soll ichs ewig sein. 3. Jch, ein Sünder von Natur, 7. Höre mich; denn ich bin dein, teuer dir, mein Gott, erkaufet; bin auf dich, um dein zu sein, Bater, Sohn und Geist getaufet. Laß mich hier im Glauben dein, dort im Schauen selig sein. Joh. Andreas Cramer, geb. 1723,+ 1788. Mel. Seelenbräutigam 2c. 210. Von des Himmels Thron sende, Gottes Sohn, deinen Geist, den Geist der Stärke; gib uns Kraft zum beilgen Werke, dir uns ganz zu weihn, ewig dein zu sein. 2. Mach uns selbst bereit, gib uns Freudigkeit, unsern Glauben zu bekennen und dich unsern Herrn zu nennen, dessen teures Blut floß auch uns zu gut. 3. Richte Herz und Sinn zu Beichtlieder. 118 dem Himmel bin, daß wir unsern Bund erneuern und mit Wahrbeit dir beteuern, deine Bahn zu gehn, Weltlust zu verschmähn. 4. Wenn wir betend nahn, Segen zu empfahn, wollest du auf unsre Bitten uns mit Gnade überschütten; Licht und Kraft und Ruh ströme dann uns zu. 5. Gib auch, daß dein Geist, wie dein Wort verheißt, unauflöslich uns vereine mit der gläubigen Gemeine, bis wir dort dich sehn in den Himmelshöhn. Samuel Marot, geb. 1770,+ 1865. Mel. O du liebe meiner Liebe zc. 211. bleiben, stets in deinem Dienste stehn; nichts soll mich von dir vertreiben, will auf deinen Wegen gebn. Du bist meines Lebens Leben, meiner Seele Trieb und Kraft, wie der Weinstock seinen Reben zuströmt Kraft und Lebenssaft. 4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib ich, so in Freude, wie in Leid; bei dir bleib ich, dir verschreib ich mich für Zeit und Ewigkeit. DeiBei dir, Jeju, will ich nes Wints bin ich gewärtig, auch des Russ aus dieser Welt; denn der ist zum Sterben fertig, der sich lebend zu dir hält. 5. Bleib mir nur auf dieser Grden nahe, bis mein Tag sich neigt. Wenn es einst will Abend werden und die Nacht berniedersteigt, wenn mein Aug wird dunkler, trütber, dann erleuchte meinen Geist, daß ich fröhlich zieb hinüber, wie man nach der Heimat reist. Karl Joh. Phil. Spitta, geb. 1801,+ 1859. 2. Könnt ichs irgend besser haben, als bei dir, der allezeit so viel tausend Gnadengaben für mich Armen bat bereit? Könnt ich je getroster werden, als bei dir, Herr Jesu Christ, dem im Himmel und auf Erden alle Macht gegeben ist? 3. Wo ist solch ein Herr zu finden, der, was Jeſus that, mir thut, mich erkauft von Tod und Sünden mit dem eignen teuren Blut? Sollt ich dem nicht angehören, der sein Leben für mich gab? Sollt ich ihm nicht Treue schwören, Treue bis in Tod und Grab? Beichtlieder. Eigne Melodie. 212. Herr Jesu Christ, du err Jesu Christ, du höchstes Gut, du Brunnquell aller Gnaden, sich doch, wie ich in meinem Mut mit Schmerzen bin beladen und in mir bab der Pfeile viel, die im Gewissen ohne Ziel mich armen Sünder drücken. 2. Grbarm dich mein in solcher Last, nimm sie aus meinem Herzen, dieweil du fie gebüßet haſt am Holz mit Todesschmerzen, auf daß ich nicht mit großem Web in meinen Sünden untergeb, noch ewiglich verzage. 3. Fürwahr, wenn mir das kommet ein, was ich mein Tag begangen, so fällt mir auf das Beichtlieder. Herz ein Stein, und bin mit Furcht umfangen; ja, ich weiß weder aus noch ein und müßte ganz verloren sein, wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Aber dein heilsam Wort das macht mit seinem süßen Singen, daß mir das Herze wieder lacht und fast beginnt zu springen, die weil es alle Gnad verbeißt denen, die mit zerknirschtem Geist zu dir, o Jesu, kommen. 5. Und weil ich denn in meinem Sinn, wie ich zuvor geklaget, auch ein betrübter Sünder bin, den sein Gewissen naget, und wollte gern im Blute dein von Sünden abgewaschen sein, wie David und Manasſe: 6. So komme ich zu dir allbie in meiner Not geschritten, und thu dich mit gebeugtem Knie von ganzem Herzen bitten: Vergib mir alles gnädiglich, was ich mein Lebtag wider dich auf Erden hab begangen. Mel Herzlich lieb hab ich zc. 213. VorG'richt, Herr Jesu, steh ich hie, beug in Demut meines Herzens Knie und seufze mit Wehklagen: Mein große Sünd und Missethat mich verklagt und verdammet hat; doch will ich nicht verzagen. Herr Jesu Christ, dein Blut allein macht mich von allen Sünden rein, weil ich fest glaube und dabei im Herzen habe wahre Reu. Herr Jesu Christ, des dank ich dir:: ich will mich bessern, hilf du mir! 7. Ach, Herr, vergib mirs doch, mein Gott, um deines Namens willen, und thu in mir die große Not der Übertretung stillen, daß sich mein Herz zufrieden geb und dir hinsert zu Ehren leb im kindlichen Gehorsam. 119 Mel. Zion klagt mit Angst zc. 214. du Schöpfer aller Dinge, höre, höre mein Gebet, das ich jezzo vor dich bringe, weil mein Herz in Ängsten steht. Meine Sünden ängsten mich, darum komm ich auch vor dich und bekenne meine Sünden; ach Herr, laß mich Gnade finden! 8. Stärk mich mit deinem Freudengeist, beil mich durch deine Wunden; bilf mir zu deines Namens Preis in meiner leßten Stunden, und nimm mich einst, wenn dirs gefällt, im wahren Glauben von der Welt zu deinen Auserwählten. Barthol. Ringwaldt, geb. 1580, 2. Weil du heißest alle kommen, die beladen sind, zu dir, bin ich auch nicht ausgenommen, noch gewiesen von der Thür deiner Gnaden, sondern du willst und wirst mich noch dazu von den Sünden, die mich drücken, ganz entbinden und erquicken. 3. Dein Wort bleibet ungebrochen, das du einmal hast geredt; nun hast du, o Gott, gesprochen: Such mein Antlig im Gebet. Darum komm ich auch vor dich, such dein Antlig; ach, laß mich bei dir Trost und Gnade finden, sprich mich los von meinen Sünden! 4. Sieh die Handschrift, die ich gebe hier in deine Hand, o Gott, Beichtlieder. 120 drin du sprichst: So wabr ich lebe, ich will nicht des Sünders Tod, sondern daß er sich bekehr von den Sünden, und begehrewiglich mit mir zu leben, so will ich ihm Eigne Melodie. alls vergeben. 5. Nun wohlan, du wirst nicht 215. Ich armer Mensch, ich lügen; ich halt mich an deine Wort, will darauf in Demut biegen meine Knie an diesem Ort und bekennen meine Sünd: Ich bin das verlorne Kind, das vom Teufel oft verblendet deine Güter hat verschwendet. armer Sünder steh hier vor Gottes Angesicht: ach Gott, ach Gott, verfahr gelinder und geh nicht mit mir ins Gericht! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 6. Weiter will ich nichts mehr sagen und allein an meine Brust mit dem armen Zöllner schlagen; Gott, es ist dir wohl bewußt, daß ich hab gesündigt dir; aber sei doch gnädig mir; ich fall vir in deine Arme: ach Herr, meiner dich erbarme! 2. Wie ist mir doch so herzlich bange von wegen meiner großen Sünd, bis daß ich Gnad von dir erlange, ich armes und verlornes Kind! Erbarme dich 20. 3. Hör, ach erbör mein seufzend Schreien, du allerliebstes Baterherz! Wollst alle Sünde mir verzeihen und lindern meines Herzens Schmerz! Erbarme dich zc. 4. Wahr ist es, übel steht der Schade, den niemand heilet außer du. Ach, aber ach! gib Gnade, Gnade! ich laß dir doch nicht eher Ruh. Erbarme dich sc. 5. Nicht wie ich hab verschuldet, lohne, und handle nicht nachy meiner Sünd. O treuer Vater, schone, schone, erkenn mich wieder für dein Kind. Erbarme dich 20. 6. Sprich nur Ein Wort, jo werd ich leben; sag, daß ich armer Sünder hör: Geh hin, die Sünd ist dir vergeben; nur fündige binfort nicht mehr! Erbarme dich 2. 7. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret, erhöret bin ich zweifels frei; weil sich der Trost im Herzen mehret, drum will ich enden mein Geschrei: Grbarme dich 2. Christoph Titine, geb 1641,+ 1708. 7. Ich verleugne nicht die Sünden, ich verleugne nicht die Schuld; aber laß mich Gnade finden, trage, Herr, mit mir Geduld; alles, was ich schuldig bin, will ich zahlen, nimm nur hin die Bezahlung meines Bürgen, der sich ließ für mich erwürgen. 8. Nun, o Vater aller Gnaden, siehe dessen Leiden an! denn er hat ersetzt den Schaden; er hat für mich gnug gethan. Durch ihn bin ich ganz erlöst, dessen ich mich jego tröst, weil in seinen tiefen Wunden ich nun Fried und Ruh gefunden. 9. Ich will auch hierauf genießen Christi wahren Leib und Blut, meiner Seele und Gewissen zur Erquickung und zu gut. Gib, daß würdig ich genieß, Jesu, dich, und schmeck, wie süß und wie freundlich du bist denen, die sich nach dir herzlich sehnen. Johann Heinrich Califius, geb. 1633,+1698. Beichtlieder. Mel. Meinen Jesum laß ich zc. 216. Jefus nimmt die Sünder an! saget doch dies Trostwort allen, welche von der rechten Bahn auf verkehrten Weg verfallen. Hier ist, was fie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an! 2. Keiner Gnade sind wir wert; doch hat er in seinem sich ſehet nur, die Gnadenpførte ist hier völlig aufgethan: Jesus nimmt die Sünder an! 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte; Jeſus, der uns nie vergißt, suchet treulich das verirrte, daß es nicht verderben kann: Jesus nimmt die Sünder an! 121 men kann: Jesus nimmt die Sünder an! 8. Jesus nimmt die Sünder an! Auch mich hat er angenommen und den Himmel aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an! Erdmann Neumeister, geb. 1671,+ 1756. mel. Jesu, meines Lebens Leben zc. 217. Ich erhebe mein Gemüte sehnsuchtsvoll, mein Gott, zu dir; denn ich kenne deine Güte, o wie teuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens, keiner harrt auf dich vergebens. Nur Verächter deiner Huld stürzet ihre eigne Schuld. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege, zeige deinen Willen mir; daß ich richtig wandeln möge, führe du mich selbst zu dir. Gott, du fichest mein Vertrauen; ficher kann ich auf dich bauen. Deine Batertreue ist ewig, wie du selber bist. 4. Kommet alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder; Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes Kinder. Glaubt es doch und denkt daran: Jesus nimmt die Sünder an! 5. Ich Betrübter komme hier und bekenne meine Sünden. Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an? 6. Ich bin ganz getrosten Muts; ob die Sünden blutrot wären, müssen sie fraft deines Bluts dennoch sich in Schneeweiß kehren, da ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an! 7. Mein Gewissen nagt mich nicht, Moses darf mich nicht verklagen; der mich frei und ledig spricht, hat die Sünden abgetragen, daß mich nichts verdam3. Ach gedenke, Herr, der Sünden meiner Jugendjahre nicht. Laß mich Gnade vor dir finden. geh nicht mit mir ins Gericht. Alle Sünden, die uns reuen, willst du, Vater, ja verzeihen. Oso höre denn auch mich! Meine Seele hofft auf dich. 4. Gott, du willst des Sünders Leben; dir ist seine Seele wert. Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sündenwege machst du mein Gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umfebrt! Du verwirfst ihn nicht. 5. Allen, die zu dir sich wen Beichtlieder. 122 den, über ihre Schuld betrübt, willst du Trost und Rettung senden, wenn ihr Herz fich dir ergibt. Freude schenket deine Güte dem geängsteten Gemüte, welchem du die Sündenlast liebreich abgenommen haſt. 6. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich immer beilig leben, Herr, vor deinem Angesicht. Keine schnöde Lust der Sünden soll mich ferner überwinden. Ach bewahr, ich bitte dich, meinen Geist und stärke mich! Joh. Kafp. Lavater, geb. 1741,+ 1801. Mel. Ich armer Mensch zc. 218. Mein Jesus ist ein Freund der Seelen, die in der Angst und Sündennot nur ihn zu ihrem Trost sich wählen, der fie geliebt bis in den Tod. Sie sollen Ruh von ihm empfahn; mein Heiland nimmt die Sünder an. 2. Wenn das verdammende Gewissen sie bis zur Hölle niederbeugt; wenn Thränen ohne Hoffnung fließen, ists Jesus doch, der ihnen zeigt, wie man dem Fluch entrinnen kann; mein Heiland nimmt die Sünder an. 3. Er kam vom Himmel zu uns nieder, ein Fluch zu werden für die Welt. O dankt ihm laut, erlöste Brüder! Er hat den Frieden hergestellt, indem er Gott genug gethan; mein Heiland nimmt die Sünder an. 4. Wie willig hat er einst sein Leben zur unerhörten Todespein für uns am Kreuz dahingegeben! Wer wollte nun noch traurig sein? Er zeigt zum Himmel uns die Bahn; mein Heiland nimmt die Sünder an. 5. Hört dies, ihr angefochtnen Seelen; eilt alle, flieht in Jeſu Schoß! Er macht von allem, was euch quälen und schaden kann, auf ewig los. Er ist mit Huld euch zugethan; mein Heiland nimmt die Sünder an. 6. Gr bringt in seinen offnen Armen versöhnt zu eurem Gott euch hin, und neigt zum ewigen Erbarmen des liebevollen Vaters Sinn, den Jesus nur versöhnen kann; mein Heiland nimmt die Sünder an. 7. Auch sendet er in unsre Herzen den wahren Tröster, ſeinen Geist; der stillet aller Sünden Schmerzen, wenn er auf Jesu Tod uns weist. Wer ist, der uns verdammen kann? Mein Heiland nimmt die Sünder an. 8. Nichts, nichts tilgt seines Mitleids Triebe. Wenn auch kein Strahl der Hoffnung scheint, so zage nicht: er ist die Liebe; er ist dein Retter und dein Freund. Heil allen, die im Ernst sich nahn; mein Heiland nimmt die Sünder an. 9. Komm glaubensvoll! Er stillt dein Sehnen und schließt des Jammers Pforte zu. Er trocknet liebreich deine Thränen und schenkt den Müden süße Ruh. O selig, wer noch weinen kann! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 10. Vernimm denn seinen Ruf und zähle mit Vorsicht jeden Tag des Heils. Ach eil, errette deine Seele und triff die Wahl des besten Teils! Flieh heute noch der Ordinationslieder. Sünde Bahn und komm; beut nimmt dich Jesus an. 11. Hier sind wir, Heiland aller Sünder! Erbarme dich und mach uns rein; so wollen wir, der 123 Gnade Kinder, dir ewig dafür dankbar sein, weil dann ein jeder rühmen kann: Gott Lob, auch mich nahm Jeſus an! Aus dem bayr. Gesangbuch von 1811. Ordinationslieder. Mel. O Gott, du frommer 2c. das Wort in ihren Mund; was 219. Herr Jeſu, der du selbst jeder reden soll, das gib du ihm zur Stund. von Gott als Lehrer kommen und, was du aus dem Schoß des Va= ters hast genommen, den rechten Weg zu Gott mit Wort und Werk gelehrt, sei für dein Predigtamt gelobt von deiner Herd. 6. Ach, segne all dein Wort mit Kraft an unsern Seelen; laß deinen Schäflein nie an guter Weid es fehlen; such das verirrte ſelbst, bind das verwundte zu, das schlafende weck auf, das mudé bring zur Rub. 7. Bewahr vor Keßerei, vor Menschenlehr und Dünkel; lehr uns nach deiner Art im Tempel, nicht im Winkel; behüt vor Ürgernis, vor Spaltung, welche trennt; erhalte rein und ganz dein Wort und Sakrament. 2. Du bist zwar in die Höh zum Vater aufgefahren; doch gibst du noch der Welt dein Wort init großen Scharen, und baust durch diesen Dienst die Kirche, deinen Leib, daß er im Glauben wachs und fest ans Ende bleib. 3. Hab Dank für dieses Amt, wodurch man dich selbst höret, das uns den Weg zu Gott und die Versöhnung lehret, durchs Evange lium ein Häuflein in der Welt berufet, ſammlet, stärkt, lehrt, tröstet und erhält. 4. Grhalt uns diesen Dienst bis an das End der Erden und, weil die Ernte groß, groß Arbeit und Beschwerden, send selbst Arbeiter aus, mach solche klug und treu, daß Feld und Baumann Ernte reichlich sei. gut, 5. Die du durch deinen Ruf der Kirche hast gegeben, erhalt bei reiner Lehr und einem beilgen Leben; leg deinen Geist ins Herz, 8. Bring, was noch draußen ist, zu deiner kleinen Herde; was drinnen ist, erhalt, daß es geſtärfet werde; durchdring mit deinem Wort, bis Herde und der Hirt im Glauben, Herr, an dich zusammen selig wird. Eberhard Ludwig Fischer, geb. 1695,+ 1773. Mel. Wie schön leucht 2c. 220. O Jeſu, Herr der Herrlichkeit, du König deiner Christenbeit, du Hirte deiner Herden, du siehst auf die erlöste Welt, regierst fie, wie es dir gefällt, sorgst, daß sie selig werden. Von 124 Trauungslieder. dir sind wir auch erwählet, zugezählet den Erlösten, die du segnen willst und trösten. 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst, nach deinem Sinn ihm Hirten gibst, die es zum Himmel führen und die voll Eifer, Geist und Kraft, gottselig und gewissenhaft das Herz der Sünder rühren. Treue Hirten laß den Seelen niemals fehlen und die Herden mit den Hirten selig werden. 3. Wir nehmen hier von deiner Hand den Lehrer, den du uns gesandt; Herr, segne sein Geschäfte. Die Seelen, die sich ihm vertraun, durch Lehr und Leben zu erbaun, gib Weisheit ihm und Kräfte. Lehr ihn, hilf ihm thun und leiden, dulden, streiten, beten, wachen, selig sich und uns zu machen. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn; laß ihn sein Amt mit Freuden thun; nichts sei, das ihn betrübe! Wenn er uns deine Wahrheit lehrt, gib uns ein Herz, das folgsam hört, ein Herz voll treuer Liebe. Lehrer, Hörer laß in Freundschaft und Gemeinschaft feste stehen und den Weg zum Himmel gehen. 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, laß unsern Lehrer, unsern Freund, uns dir entgegenführen! Du gibst ihm unter seine Hand die Seelen als ein teures Pfand; laß keine ihn verlieren! Jesu, hilf du, beut die Hände, daß am Ende Hirt und Herde treu vor dir erfunden werde. Mel. Es spricht der Unweisen 2c. 221. Herr Gott, der du den Ehestand geordnet haft auf Erden, daß dein Geschöpf durch dieses Band soll froh und glücklich werden; o laß durch deinen Gnadenschein ibn allezeit voll Segen sein und setze ihn zu Ehren. 2. Du wollst des Feindes Hinterlist durch deinen Schuß verwebren; du weißt, wie er geschäftig ist, dein heilsam Werk zu stören. Daß nun durch seine Bosheit nicht des 6. Sei uns gesegnet, Knecht des Herrn! Wir heißen dich willkommen gern in Jesu Christi Namen. Ö Hirte, nimm uns bei der Hand, führ uns zum ewgen Vaterland! Gott mit dir! Amen, Amen! Mit dir gehn wir durch die Leiden dieser Zeiten zu dem Leben, das uns unser Gott will geben. Joh. Daniel Karl Bickel, geb. 1737,+ 1809. Trauungslieder. Herzens Fried und Eintracht bricht, so steure seinen Werken. 3. Die Seelen laß in Lieb und Leid getreu beisammenstehen und in der wahren Frömmigkeit auf deinen Wegen gehen. Wohl dem, der dich vor Augen hat! In allem wird ihm Rat und That nach seinem Wunsch gelingen. 4. Laß auch dabei Beruf und Stand fich deiner Güte freuen, durch deine reiche Segenshand die Arbeit wohl gedeihen; so Trauungslieder. fehlèt unsrer Nahrung nichts, ob wir im Schweiß des Angesichts das Brot gleich müssen essen. 5. Herr, wenn du jemand segnen willt, so kann es niemand webren. Der Ölkrug, welchen du gefüllt, ist niemals auszuleeren. Aus Mangel machst du Überfluß, und sprichst du nur ein Wort, so muß auch Wein aus Wasser werden. 6. Dringt auch das liebe Kreuz herein, so darf man nicht verzagen. Es muß ja wohl ein Wechsel sein von gut und bösen Tagen. Du hast uns schon den Trost geſetzt, daß alle Dinge doch zuletzt zu unserm Besten dienen. 125 3. Sieh nun, o Herr, auf diese Seelen und laß sie dir bes fohlen sein; laß sie nur deine Wege wählen, mach fie mit deinem Blute rein, bis sie zu deinem Reich eingehn und ewig jauchzend vor dir stehn! 7. Das Brot des Lebens wirst du uns im Himmel endlich schenten. Die Quelle deines Freudenbrunns wird uns da ewig tränken, so daß uns hier und dort nichts fehlt; denn wir sind hier und dort vermählt dem Bräutgam unsrer Seelen. Erdm. Neumeister, geb. 1671, t 1756. Mel. Seelenbräutigam 2c. 223. Jesu, geb voran auf der Lebensbahn; und wir wollen nicht verweilen, dir getreulich nachzueilen; führ uns an der Hand bis ins Vaterland. 2. Solls uns hart ergehn, laß uns feste stehn und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz jemals unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden, o so gib Geduld zu beiden; richte unsern Sinn auf das Ende hin. 4. Drone unsern Gang, Liebster, lebenslang;, führst du uns durch rauhe Wege, gib uns auch die nötge Pflege; thu uns nach dem Lauf deine Thüre auf. Mel. Ich armer Mensch zc. 222. C hat der Herr zu allen Zeiten der Seinen ganzen Lauf bedacht; er ist es, der auf allen Seiten von Anfang ihren Weg bewacht bis auf ein Haar von ihrem Haupt; wohl dem, der 224. Mach, Herr. Ein Herz seiner Führung glaubt! Mel. Jesu, meines Lebens Leben zc. 2. Er spricht: Befiehl mir deine Wege; sie sind in mir schon ausersehn. Trau meiner treuen Vaterpflege, so wird es gut und selig gehn; so geb ich dir auf jedem Schritt auch meines Geistes Leitung mit. aus den zweien durch der Liebe festes Band; gieße Segen und Gedeihen auf den neuerwählten Stand; laß sie alt beisammen werden und viel Gutes sehn auf Erden. Steh bei ihnen in der Not, und sei ewig unser Gott. Kaspar Neumann, geb. 1648, † 1715. Nit. Ludwig, Graf von Zinzendorf, geb. 1700,+1760. [ Siehe Haus- und Eheftand.] 126 Begräbnislieder. Begräbnislieder. Eigne Melodie. 225. Nun laßt uns den Leib begraben, daran wir kein Zweifel haben, er werd am jüngsten Tag aufstehn und unverweslich hervorgehn. 2. Erd ist er, und von der Erden, wird auch zu Erd wieder werden, und von der Erd wieder aufstehn, wenn Gottes Posaun wird angehn. 3. Sein Seele lebt ewig in Gott, der fie allhier aus lauter Gnad von aller Sünd und Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Sein Jammer, Trübsal und Glend ist kommen zu eim selgen End; er hat getragen Christi Joch, ist gestorben und lebet noch. 5. Die Seele lebt ohn alle Klag; der Leib schläft bis an jüngsten Tag, an welchem Gott ihn verklären und ewger Freud wird gewähren. 6. Hier ist er in Angst gewesen; dort aber wird er genesen in ewiger Freud und Wonne, leuchten wie die helle Sonne. 7. Nun lassen wir ihn hier schlafen, und gehn all heim unsre Straßen, schicken uns auch mit allem Fleiß; denn der Tod kömmt uns gleicherweis. 8. Das helf uns Christus, unser Trost, der uns durch sein Blut hat erlöst vons Teufels G'walt und ewger Pein; ihm sei Lob, Preis und Ghr allein. Mich. Weisse,+ 1542. Eigne Vielodie. 226. N. Tuhet wohl, ihr Totenbeine, in der stillen Einsamkeit! ruhet, bis das End erscheine, da der Herr euch zu der Freud rufen wird aus euren Grüften zu den freien Himmelslüften. 2. Nur getroft, ihr werdet leben, weil das Leben, euer Hort, die Verheißung hat gegeben durch sein teuer wertes Wort: Keiner soll im Tod verderben, die in seinem Namen sterben. 3. Und wie soll im Grabe bleiben, der ein Tempel Gottes ben seiner auserwählten Schar, war, den der Herr ließ einverleidie er selbst mit Blut und Sterben bat gemacht zu Himmelserben? 4. Nein, die kann der Tod nicht halten, die des Herren Gliez der find. Muß der Leib im Grab erfalten, da man nichts als Asche findt, wird doch Gott, was vor gewesen, wieder neu zusammenlesen. selber an dem dritten Tag, gleich5. Jesus wird, wie er erstanden falls seine Reichsverwandten führen aus des Todes Schmach zu dem ewgen Himmelsfrieden, den er seinem Volk besſchieden. 6. Ruhet wohl und sanft im es läßt sich schon nahe fühlen die Kühlen eine noch so kurze Zeit; so frohe Ewigkeit, da ihr ſollt mit neuem Leben euch vor Gottes Thron erheben. Fried. Konrad Piller, geb. 1662, † 1726. Begräbnislieder. 127 mit sanfter Ruh der Liebe stiller Schatten zu. 3. Wir freun uns in Gelassenheit der großen Offenbarung; indeſſen bleibt das Pilgerkleid in beiliger Verwahrung. Wie ist das Glück so groß in Jesu Arm und Schoß! Die Liebe führ uns gleiche Bahn, so tief binab, so hoch hinan! Mel. Nun fich der Tag 2c. 227. Ei, wie so sanft entschliefest du nach manchem schweren Stand, und liegst nun da in süßer Rub in deines Heilands Hand. 2. Sein Leiden bat dich frei gemacht von aller Angst und Pein; ſein letztes Wort: Es ist voll bracht! das singt dich lieblich ein. 3. Du läßt dich zur Verwandelung in dies Gefilde sän, mit Hoffnung und Versicherung, viel schöner aufzustehn. 4. Verbirg dich unserm Angeficht im fühlen Erdenschoß! Du bast das Deine ausgericht, empfängst ein selig Los. 5. Wir wissen, daß der Bräutigam, der ewig treue Hirt, dich, sein schon hier geliebtes Lamm, auch dort nicht lassen wird. 6. Er führe seine ganze Herd, die sich zu ihm gesellt und die ihm ist so teur und wert, auch vollends durch die Welt! Gottfried Neumann, geb. um 1888,+1782. Mel. Der lieben Sonne Licht zc. 228. Die Christen gehn von Ort zu Ort durch mannigfaltgen Jammer und kommen in den Friedensport und ruhn in ihrer Kammer. Gott nimmt sie nach dem Lauf mit seinen Armen, auf; das Weizenkorn wird in sein Beet auf Hoffnung schöner Frucht gesät. 2. Wie seid ihr doch so wohl gereist; gelobt sein eure Schritte, du friedevoll befreiter Geist, du jetzt verlaßne Hütte! Du, Seele, bist beim Herrn, dir glänzt der Morgenstern; euch, Glieder, deckt Nit. Ludw., Gr. v. Zinzendorf, geb. 1700,+ 1760. Mel. Nun laßt uns den Leib zc. 229. Nun bringen wir den Leib zur Nub und decken ihn mit Erde zu, den Leib, der nach des Schöpfers Schluß zu Staub und ( rde werden muß. 2. Er bleibt nicht immer Asch und Staub, nicht immer der Verwesung Raub; er wird, wann Christus einst erscheint, mit ſeiz ner Seele neu vereint. 3. Hier, Mensch, bier lerne, was du bist; lern hier, was unser Leben ist. Nach Sorge, Furcht und mancher Not kommt endlich noch zuletzt der Tod. 4. Schnell schwindet unsre Lebenszeit; auf Sterben folgt die Ewigkeit. Wie wir die Zeit hier angewandt, so folgt der Lohn aus Gottes Hand. 5. So währen Reichtum, Ehr und Glück, wie wir selbst, einen Augenblick; so währt auch Kreuz und Traurigkeit, wie unser Leben, kurze Zeit. 6. sichrer Mensch, befinne dich! Tod, Grab und Richter In allem, was du nahen sich. denkst und thust, bedenke, daß du sterben mußt. 128 Begräbnislieder. 7. Hier, wo wir bei den Gräbern stehn, soll jeder zu dem Vater flehn: Ich bitt, o Gott, durch Christi Blut, machs einst mit meinem Ende gut. 8. Laßt alle Sünden uns be9. Wann unser Lauf vollendet ist, so sei uns nah, Herr Jesu Christ! Mach uns das Sterben zum Gewinn; zieh unsre Seelen zu dir hin. reun, vor unserm Gott uns find- Mel. O Gott, du frommer Gott z lich scheun. Wir sind hier immer 231. Ihr Eltern, gute Nacht! in Gefahr; nehm jeder seiner Seele wahr! nun geht es an ein Scheiden; ich fahr zu Jesu hin in seine Himmelsfreuden, zu Jesu, welcher mich in Ewigkeit anlacht; ach, weinet, weinet nicht, ihr Eltern, gute Nacht! 10. Und wann du einst, du Lebensfürst, die Gräber mächtig öffnen wirst, dann laß uns fröhlich auferstehn und dort dein Antlig ewig sehn. Ehrenfr. Liebich, geb. 1713,+ 1780. Eigne Melodie. 230. Au uferstehn, ja auferstehn wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh! Unsterblichs Leben wird, der dich schuf, dir geben. Halleluja! 2. Wieder aufzublühn, werd ich gesät. Der Herr der Ernte geht und sammelt Garben uns ein, die mit ihm starben. Halleluja! mich mein Mittler dann, lebt id im Heiligtume zu seines Namens Rubme. Halleluja! Friedrich Gottlieb Klopstod geb. 1724,+ 1803. 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag, du meines Got tes Tag! wenn ich im Grabe genug geschlummert habe, erweckst du mich. 2. Jhr Eltern, gute Nacht! hört auf, um mich zu klagen, da jeßt mein zarter Leib wird in das Grab getragen; wißt, daß die Seele ist zur Himmelsruh gebracht; ach, weinet zc. 3. Ihr Eltern, gute Nacht! ſehr herrlich ist zu wohnen im schönen Himmelsschloß, da man erblicket Kronen, die Gott den Frommen hat aus Gnaden zugedacht; ach, weinet zc. 4. Ihr Eltern, gute Nacht! muß ich euch schon verlassen, so werdet ihr mich doch mit Herzenslust umfassen, wenn Gott mit euch und mit der Welt ein Ende macht; ach, weinet 2c. 5. Jbr Eltern, gute Nacht! die Angst und Marterstunden, die sind in dieser Welt nun völlig überwunden; mein Leib schläft sanft, bis daß er wiederum erwacht; ach, weinet 2c. 4. Wie den Träumenden wirds dann uns sein. Mit Jesu gehn wir ein zu seinen Freuden. Der müden Pilger Leiden sind dann 232. Wenn kleine HimmelsGotthard Schuster, geb. 1673, † 1761. Mel. O Welt, ich muß dich zc. nicht mehr. 5. Ach, ins Allerheiligste führt erben in ihrer Unschuld sterben, so büßt man sie nicht ein; sie wer Der Glaube im allgemeinen. den nur dort oben vom Bater aufgehoben, damit sie unverloren ſein. 2. Sie sind ja in der Tause zu ihrem Christenlaufe für Jesum eingeweiht und noch bei Gott in Gnaden; was sollt es ihnen schaden, wenn er nun über fie gebeut? Vierte Abteilung. 3. wohl auch diesem Kinde; es stirbt nicht zu geschwinde. Zieh hin, du liebes Kind! Du gehest ja nur schlafen und bleibest bei den Schafen, die ewig unsers Jesu find. Eigne Melodie. 233. Wi ir glauben all an Einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, der sich zum Vater geben hat, daß wir seine Kinder werden. Er will uns allzeit ernähren, Leib und Seel auch wohl bewahren; allem Unfall will er wehren, kein Leid soll uns widerfahren; er forget für uns,|: hütt und wacht,:| es steht alles in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Ehren, von Maria der Jungfrauen ist ein wahrer Mensch geboren durch den beilgen Geist im Glauben, für uns, die wir warn verloren, am Kreuz gestorben]: und vom Tod:| wieder auferstanden durch Gott. 3. Wir glauben an den heilgen 129. Der christliche Glaube: Der Glaube im allgemeinen. Joh. Andr. Rothe, geb. 1688,+ 1758. Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, der aller Blöden Tröster heißt und mit Gaben zieret schöne; bält in Einem Sinn gat eben. die ganz Christenheit auf Erden Hier all Sünd vergeben werden; nach diesem Elend: ist bereit:| das Fleisch soll auch wieder leben, uns ein Leben in Ewigkeit. Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. Mel. Es ist gewißlich an der 2c. 234. O Gottes Sohn, Herr Jesu Christ, daß man recht könne gläuben, nicht jedermannes Ding es ist, noch standhaft zu verbleiben. Drum bilf du mir von oben her, des wahren Glaubens mich gewähr, und daß ich drin verbarre. 2. Lehr du und unterweise mich, daß ich den Vater kenne, daß ich, o Jesu Christe, dich den Sohn des Höchsten nenne, daß ich auch ehr den heilgen Geist, zugleich ge9 Der Glaube im allgemeinen. 130 løbet und gepreist in dem dreieingeh Wesen. 3. Laß mich vom großen Gnadenheil das wahr Erkenntnis finden, wie der nur an dir habe teil, dem du vergibst die Sünden. Hilf, daß ichs such, wie mir gebührt; du bist der Weg, der mich recht führt, die Wahrheit und das Leben. mit Freuden und Geduld sich üb, dem Nächsten fort zu dienen. 9. Insonderheit gib mir die Kraft, daß vollends bei dem Ende ich übe gute Ritterschaft, zu dir allein mich wende in meiner letzten Stund und Not, des Glaubens End durch deinen Tod, die Seligfeit erlange. 4. Gib, daß ich traue deinem Wort, ins Herze es wohl fasse, daß sich mein Glaube immerført auf dein Verdienst verlasse, daß zur Gerechtigkeit mir werd, wenn ich von Sünden bin beschwert, mein lebendiger Glaube. 10. Herr Jesu, der du ange zündt das Fünklein in mir Schwachen, was sich vom Glauben in mir findt, du wollst es stärker machen. Was du gefangen an, vollführ bis an das End, daß dort bei dir auf Glauben folg das Schauen. 5. Den Glauben, Herr, laß trösten sich des Bluts, so du vergossen, auf daß in deinen Wunden David Denide, geb. 1603,+ 1680. Mel. Es ist das Heil uns 2c. ich bleib allzeit eingeſchlossen und 235. Der Glaub ist eine Zudurch den Glauben auch die Welt, und was dieselb am höchsten hält, allzeit für Schaden achte. versicht zu Gottes Gnad und Güte; der bloße Beifall thut es nicht, es muß Herz und Gemüte zu Gott völlig gerichtet sein und gründen sich auf ihn allein obn Wanken und ohn Zweifel. 6. Wär auch mein Glaub wie Senfkorn klein, und daß man ihn faum merke, wollst du doch in mir mächtig sein, daß deine Gnad mich stärke, die das zerbrochne Rohr nicht bricht, das glimmend Docht auch vollends nicht auslöschet in den Schwachen. 2. Wer sein Herz also stärkt und steist in völligem Vertrauen und Jesum Christum recht er= greift, auf sein Verdienst thut bauen, der hat des Glaubens rechte Art und kann zur seligen Hinfahrt sich schicken ohne Grauen. 7. Hilf, daß ich stets sorgfältig sei, den Glauben zu behalten, ein gut Gewissen auch dabei, und daß ich so mög walten, daß ich jei lauter jederzeit, ohn Anstoß, mit Gerechtigkeit erfüllt und ihren Früchten. 3. Das aber ist kein Menschenwerk, der Glaub kommt von dem Herren; drum bitt, daß er ihn in dir stärk und täglich woll vermehren. Laß aber auch des Glau bens Schein, die guten Werke, bei dir sein; sonst ist dein Glauben eitel. 4. Es ist ein schändlich böser Wahn, des Glaubens fich wolln 8. Herr, durch den Glauben wohn in mir, laß ihn sich immer stärken, daß er ſei fruchtbar für und für und reich an guten Werken, daß er sei thätig durch die Lieb, Der Glaube im allgemeinen. rühmen und böse Werke nehmen an, so Christen nicht geziemen. Wer das thut, der soll wissen frei, daß sein Glaub nur sei Heuchelei und werd zur Höll ihn bringen. 5. Drum lasse sich ein from mer Christ mit Ernst sein angelegen, daß er aufrichtig jeder Frist fich halt in Gottes Wegen, daß sein Glaub ohne Heuchelei vor Gott dem Herrn rechtschaffen sei und vor dem nächsten leuchte. Lub. Andr. Gotter(?) geb. 1661, † 1785. Vel. Nun lob mein Seel 2c. 236. Ich weiß, an wen ich gläube. Mein Jeſus ist des Glaubens Grund, bei dessen Wort ich bleibe, und das bekennet Herz und Mund. Vernunft darf hier nichts sagen, sie sei auch noch so flug. Wer Fleisch und Blut will fragen, der fällt in Selbstbetrug. Ich folg in Glaubenslehren der heilgen Schrift allein; was diese mich läßt hören, muß unbeweglich sein. 2. Herr, stärke mir den Glauben; denn Satan trachtet Nacht und Tag, wie er dies Kleinod rauben und um mein Heil mich bringen mag. Wenn deine Hand mich führet, so werd ich sicher gehn; wenn mich dein Geist regieret, wirds selig um mich stehn. Ach, segne mein Vertrauen und bleib mit mir vereint: so laß ich mir nicht grauen und fürchte keinen Feind. 3. Laß mich im Glauben leben; soll auch Verfolgung, Angst und Bein mich auf der Welt umgeben, so laß mich treu im Glauben sein. 131 Im Glauben laß mich sterben, wenn sich mein Lauf beschließt, und mich das Leben erben, das mir verheißen ist. Nimm mich in deine Hände bei Leb- und Sterbenszeit, so ist des Glaubens Ende der Seelen Seligkeit. Erdmann Neumeifter, geb. 1671,+ 1756. Mel. O Gott, du frommer Gott zc. 237. Herr, ohne Glauben fann dir niemand wohlgefallen; ach, darum lege mir vor andern Gaben allen den wahren Glauben bei: denn der ist, wie du weißt, nicht jedermannes Ding und kommt von deinem Geiſt. 2. Laß mich insonderheit, daß du seist, herzlich gläuben; was mir dein Wort verheißt, bei dem laß fest mich bleiben: daß du dem, der dich sucht, stets ein Vergelter seist, und daß ihn deine Hand aus allen Nöten reißt. 3. Herr, laß mich auf dein Wort von ganzem Herzen trauen und stets auf deine Treu und Wahrheit feste bauen. Gib, daß ich dir in Not und Kreuz und Tod getreu und durch des Glaubens Kraft allzeit gehorsam sei. 4. Mein Jesu, laß mich dich im Glauben wohl erkennen, dich meinen Herrn und Gott, Trost, Schuß und Heiland nennen. Laß mich im Glauben thun, was mir dein Mund gelehrt, daß dich Herz, Mund und That als den Grlöjer ehrt. 5. Mein König und Prophet, fomm, herrsch in meiner Seelen. Regier und führe mid), wollst dich mit mir vermählen. Du jollst mein König sein, dem ich gehor9* Der Glaube im allgemeinen. 132 chen will, mein Lehrer und Prophet, des Willen ich erfüll. 6. Ich will auch, Herr, an dich, als Hohenpriester, gläuben; laß, Jesu, dein Verdienst den Grund des Glaubens bleiben, daß meine Seele sich hierauf getreu und fest, als auf mein einzig Heil und wahren Trost verläßt. 7. Ach, Jesu, stärke mich in diesem meinem Glauben; laß mir ihn weder Tod, noch Welt, noch Teufel rauben. Bleib in demselben stets genau mit mir vereint, daß ich dein und du mein, o teu rer Seelenfreund! Peter Busch, geb. 1682, † 1744. Me 1. Kommt her zu mir zc. 238. So hoff ich denn mit festem Mut auf Gottes Gnad und Christi Blut; ich hoff ein ewig Leben. Gott ist ein Vater, der verzeiht, hat mir das Recht zur Seligkeit in seinem Sohn gegeben. 2. Herr, welch ein unaussprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade teil, teil an dem Himmel haben, im Herzen durch den Glauben rein, dich lieben und versichert sein von deines Geistes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt göttliche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns Trost im Elend zu, versüßet uns des Lebens Ruh und stärkt uns in Gefahren. 4. Erhalte mir, o Herr mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort um deines Namens willen; laß ihn mein Licht auf Erden sein, ihn täglich mehr mein Herz erneun und mich mit Troft erfüllen! Chrifti. Fürchteg. Gellert, geb. 1715,+ 1769. Mel. Nun freut euch, lieben c. 239. Ich weiß, an wen mein Glaub sich hält; kein Feind soll mir ihn rauben. Als Bürger einer bessern Welt ieb ich hier nur im Glauben. Dort schau ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir mein Erbteil raubt? Gs ruht in Jesu Händen. 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit; lang ist der Tag des Sieges. Ich kämpfe für die Ewigfeit, erwünschter Lohn des Krieges! Der du für mich den Tod geschmeckt, durch deinen Schild werd ich bedeckt; was kann mir denn nun schaden? 3. Herr, du bist mein ganzer Rubm, niein Trost in diesem Leben, in jener Welt mein Eigentum, du hast dich mir gegeben. Von jern lacht mir mein Kleinod zu; drum eile ich ihm freudig zu, du reichst mir meine Krone. 4. Herr, lenke meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigkeit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit vergeht und währt nur kurze Zeit. Im Himmel jei mein Wandel! 5. Jetzt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was jene beßre Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wenn mein Auge nicht mehr weint, und mein Erlösungstag erscheint, dann werd ichs froh empfinden. 6. Zu diesem Glück bin ich er Wesen und Eigenschaften Gottes. fauft, o Herr, durch deine Leiden; auf deinen Tod bin ich getauft; wer will mich von dir scheiden? Du zeichnest mich in deine Hand; Herr, du bist mir, ich dir bekannt; mein sind des Himmels Freuden. 7. Wie groß ist meine Herr133 lichkeit, empfinde fie, v Seele! Vom Tand der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele! Der Erde glänzend Nichts vergeht; nur des Gerechten Ruhm besteht durch alle Ewigkeiten. Me I. Nun lob, mein Seel 2c. 240. Man lobt dich in der Stille, du bocherhabner ZionsGott! Des Rühmens ist die Fülle vor dir, o Herr Gott Zebaoth! Du bist doch Herr auf Erden, der Frommen Zuversicht; in Trübsal und Beschwerden läßt du die Deinen nicht. Drum soll dich stünd lich ehren mein Mund vor jedermann und deinen Ruhm vermeh ren, solang er lallen fann. 2. Dein müssen, Herr, sich freuen die Gläubigen von ganzer Seel und unaufhörlich schreien: Gelobt jei der Gott Israel! Sein Name sei gepriesen, der große Wunder thut, und der auch mir erwiesen das, was mir nüß und gut. Nun das ist meine Freude, daß ich an ihm stets kleb und niemals von ihm scheide, so lang ich leb und schweb. Gott der Vater. Wesen und Eigenschaften. 3. Herr, du hast deinen Namen ſehr herrlich in der Welt gemacht; denn als die Schwachen kanien, bast du gar bald an sie gedacht. Du hast mir Gnad erzeiget; nun wie vergelt ichs dir? Ach, bleibe Christoph Christian Sturm, geb. 1740, † 1786. mir geneiget, so will ich für und und preisen weit und breit dich, für den Kelch des Heils erheben Herr, mein Gott, im Leben und dort in Ewigkeit. Johann Rifi, geb. 1607,+ 1667. Me I. Wunderbarer König 2c. 241. Unumschränkte Liebe, gönne blöden Augen, die sonst kaum auf Erden taugen, daß sie in die Strahlen deiner Langmut blicken, die den Erdkreis wärmend schmücken und zugleich freudenreich Bösen und den Deinen mit der Sonne scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplaß deiner Güte; deiner Langmut( Ehre wird durch neue Proben immer berrlicher erhoben. D wie weit, o wie breit über Berg und Hügel streckt sie ihre Flügel! 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag für Tag zu leiden, Tag für Tag zu dulden so viel Millionen Schulden, und dazu ohne Ruh lieben für das Hassen: Herr, wer kann das faſsen? 134 Wesen und Eigenschaften Gottes. 4. Du vergibest Sünde, börft der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen; deine Rechte dräuet und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder. Tiefen Schmerz fühlt dein Herz, wenn durch ernste Strafen du mußt Beßrung schaffen. 5. Herr, es hat noch keiner, der zu dir gegangen, statt der Gnade Recht empfangen. Wer zu deinen Füßen sich mit Thränen senket, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 6. König, sei gepriesen, daß du so verschonest und uns nicht nach Werken lobnest; deiner Hand sei Ebre, die so wohl regieret und mit Ruhm den Scepter führet. Fabre fort, Zions Hort, Langmut auszuüben und die Welt zu lieben. Joh. Jak. Rambach, geb. 1693,+ 1735. Gitelkeiten, aller Erdenlust und Freuden; da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben dir zum Eigentum ergeben. Du allein sollst es sein, unser Gott und Herre; dir gebührt die Ehre. 4. Majestätisch Wesen, möcht ich recht dich preisen und im Geist dir Dienst erweisen! Möcht ich, wie die Engel, immer vor dir steben und dich gegenwärtig sehen! Laß mich dir für und für trachten zu gefallen, liebster Gott, in allen. 5. Luft, die alles füllet, drin wir immer schweben, aller Dinge Grund und Leben! Meer ohn Grund und Ende, Wunder aller Wunder! Ich senk mich in dich hinunter; ich in dir, du in mir, laß mich ganz verschwinden, dich nur sehn und finden. 6. Du durchdringest alles, laß dein schönstes Lichte. Herr, berühren mein Gesichte. Wie die zarten Blumen willig fich entfalten und der Sonne stillebalMel. Wunderbarer König 2c. 242. Gott ist gegenwärtig; ten, laß mich so still und frob deine Strahlen fassen und dich wirken lassen. lasset uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten. Gott ist in der Mitten! Alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge. Wer ihn fennt, wer ihn nennt. schlagt die Augen nieder, kommt, ergebt euch wieder. 2. Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen Tag und Nacht gebücket dienen. Heilig, Heilig! fingen alle Engelchören, wann fie dieses Wesen ehren. Herr, vernimm unsre Stimm, da auch wir Geringen unsre Opfer bringen. 3. Wir entsagen willig allen 7. Mache mich einfältig, innig abgeschieden, sanfte und im stillen Frieden; mach mich reines Her zens, daß ich deine Klarheit schauen mag in Geist und Wahrheit; laß mein Herz überwärts, wie ein Adler, schweben und in dir nur leben. 8. Herr, fomm in mir wohnen, laß mein Geist auf Erden dir ein Heiligtum noch werden; komm, du nahes Wesen, dich in mir verkläre, daß ich dich stets lieb und ehre. Wo ich geb, fiz und steb, Wesen und Eigenschaften Gottes. laß mich dich erblicken und vor dir mich bücken. Gerh. Tersteegen, geb. 1697,+ 1769. Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. 243. Gott, vor dessen Angefichte nur ein reiner Wandel gilt; ewges Licht, aus dessen Lichte stets die reinste Klarheit quillt, deines Namens Heiligkeit werde stets von uns gescheut; laß sie uns doch kräftig dringen, nach der Heiligung zu ringen. 2. Heilig ist dein ganzes Wesen, und fein Böses ist an dir; ewig bist du so gewesen, und so bleibst du für und für; was dein Wille wählt und thut, ist unsträflich, recht und gut, und mit deines Armes Stärke wirkst du stets vollkommne Werke. 135 Geist regiere und zu allem Guten führe. 6. Keiner sündlichen Begierde bleibe unser Herz geweiht; unsers Wandels größte Zierde sei rechtschaffne Heiligkeit. Mach uns deinem Bilde gleich; denn zu deinem Himmelreich wirst du, Herr, nur die erheben, die im Glauben heilig leben. 3. E. Zimmermann, geb. 1702, † 1783. Mel. O daß ich tausend 2c. 244. Geht hin, ihr gläubigen Gedanken, ins weite Feld der Ewigkeit; erhebt euch über alle Schranken der alten und der neuen Zeit; erwägt, daß Gott die Liebe sei, die ewig alt und ewig neu. 2. Der Grund der Welt war nicht geleget, der Himmel war noch nicht gemacht, so hat Gott schon den Trieb geheget, der mir das Beste zugedacht; da ich noch nicht geschaffen war, da reicht er mir schon Gnade dar. 3. Sein Ratschluß war, ich sollte leben durch seinen eingebornen Sohn; den wollt er mir zum Mittler geben, den macht er mir zum Gnadenthron, in deffen Blute sollt ich rein, geheiliget und selig sein. 3. Herr, du willst, daß deine Kinder ähnlich deinem Bilde sein. Nie besteht vor dir der Sünder, denn du bist vollkommen rein; du bist nur der Frommen Freund, Übelthätern bist du feind; wer beharrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. 4. O, so laß uns nicht verscherzen, was du uns noch zugedacht. Schaff in uns stets reine Herzen, töt in uns der Sünden Macht! Denn was sind wir, Gott, vor dir? Du bist heilig, aber wir sind verderbt; und wer kann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen? 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn dahin; o so reinige vom Bösen durch ihn unsern ganzen Sinn! Gib uns, wie du selbst verheißt, gib uns deinen guten Geist, daß er unsern 4. Wunderliebe, die mich wählte vor allem Anbeginn der Welt und mich zu ihren Kindern zählte, für welche sie das Reich bestellt! O Baterhand, o Gnadentrieb, der mich ins Buch des Lebens schrieb. 5. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüte empor zu dieser Quelle steigt, von welcher sich ein Strom der Güte zu mir durch 136 alle Zeiten neigt, daß jeder Tag fein Zeugnis gibt: Gott hat mich je und je geliebt! Wesen und Eigenschaften Gottes. 6. Wer bin ich unter Millionen der Kreaturen seiner Macht, die in der Höh und Tiefe wohnen, daß er mich bis hieher gebracht! Ich bin ja nur ein dürres Blatt, ein Staub, der keine Stätte hat. 7. Ja freilich bin ich zu geringe der herzlichen keit, womit, o Schöpfer aller Dinge, mich deine Liebe stets erfreut; ich bin, o Vater, selbst nicht mein; dein bin ich, Herr, und bleibe dein. 8. Jm sichern Schatten deiner Flügel find ich die ungestörte Ruh. Der feste Grund hat dieses Siegel: Wer dein ist, Herr, den kenneit du! Laß Erd und Himmel untergehn, dies Wort der Wahrheit bleibet stehn. 9. Wenn in dem Kampfe schwerer Leiden der Seele Mut und Kraft gebricht, so salbest du mein Haupt mit Freuden, so tröstet mich dein Angesicht; da spür ich deines Geistes Kraft, die in der Schwachheit alles schafft. 10. Die Hoffnung schauet in die Ferne durch alle Schatten dieser Zeit. Der Glaube schwingt fich durch die Sterne und sieht ins Reich der Ewigkeit; da zeigt mir deine milde Hand mein Erbteil und gelobtes Land. 11. Ach, könnt ich dich nur besser ehren, welch edles Loblied stimmt ich an! Es sollten Erd und Himmel hören, was du, mein Gott, an mir gethan; nichts ist so köstlich, nichts so schön, als, höchster Bater, dich erhöbn. 12. Doch nur Geduld, es kommt die Stunde, da mein durch dich erlöster Geist im höhern Chor mit frohem Munde dich, schönste Liebe, schöner preist; drum eilt mein Herz aus dieser Zeit und sehnt sich nach der Ewigkeit. Joh. Gottfried Hermann, geb. 1707,+ 1791. Eigne Melodie. 245. Wie groß ist des Allmächtgen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt, der mit verhärtetem Gemüte den Dank erstickt, der ihr gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr bat mein noch nie vergessen; vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmut mich geleitet? er, desſen Rat ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück ge= nießen? Jits nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden; durch Gottes Güte sind sie dein. Sieb, darum mußte Christus leiden. damit du könntest ſelig ſein. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren? und seine Güte nicht verstehn? er sollte rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, Wesen und Eigenschaften Gottes. nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz geschrieben; sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles lieben und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: ich soll vollkommen sein, wie er. Je mehr ich dies Gebot erfülle, stell ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt fie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht dochin mir die Sünde nicht. 6. Gott, laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen sein! Sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks, und sie befieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. Chrifti. Fürchteg. Gellert, geb. 1715,+ 1769. Eigne Melodie. 246. Gott ist mein Lied! er ist der Gott der Stärke; groß ist sein Nam und groß sind seine Werke, und alle Himmel sein Gebiet. 137 5. Was ist und war in Himmel, Erd und Meere, das kennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 2. Er will und sprichts, so sind und leben Welten; und er gebeut, so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, und seines Thrones Feste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn Anfang Gott und Gott in ewgen Zeiten, Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 7. Er ist dir nab, du fizest oder gehest; ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöhest, so ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rat der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt, mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr, immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der fleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Psalm. 13. Du tränfst das Land, führit uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; sollt ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 138 Wesen und Eigenschaften Gottes. 15. Ist Gott mein Schuß. will Gott mein Retter werden, jo frag ich nichts nach Himmel und nach Erden und biete selbst der Hölle Truß. Chrifti. Fürchteg. Gellert, geb. 1715,+ 1769. Eigne Melodie. 247. Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre; ihr Schall pflanzt seinen Namen fort. Ihn rühmt der Erdkreis, ihn preisen die Meere; vernimm, o Mensch, ibr göttlich Wort! 2. Wer trägt der Himmel unzählbare Sterne? Wer führt die Sonn aus ihrem Zelt? Sie kömmt und leuchtet und lacht uns von ferne, und läuft den Weg gleich als ein Held. 3. Vernimms und siehe die Wunder der Werke, die die Natur dir aufgestellt! Verkündigt Weisheit und Ordnung und Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du der Wesen unzählbare Heere, den kleinsten Staub fühllos beschaun? Durch wen ist alles? O gib ihm die Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun. 5. Mein ist die Kraft, mein Himmel und Erde; an meinen Werken kennst du mich. Ich bins und werde sein, der ich sein werde, dein Gott und Vater ewiglich. 6. Jch bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte, ein Gott der Ordnung und dein Heil. Ich bins; mich liebe von ganzem Gemüte und nimm an meiner Gnade teil. Chrifti. Fürchteg. Gellert, geb. 1715,+1789. Mel. Es ist das Heil zc. 248. Der Herr ist Gott und keiner mehr! Frohlockt ihm, alle Frommen! Wer ist ihm gleich? wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß, sein Nam ist groß! Er ist unendlich, grenzenlos in seinem ganzen Wesen. 2. Er ist und bleibet, wie er ift. Wer strebet nicht vergebens, ihn auszusprechen? Wer ermißt die Dauer seines Lebens? Wir Menschen sind von gestern her; eb noch die Erde ward, war er, war, eh die Himmel waren. 3. Des Ewgen Thron umgibt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet; ihn fassen alle Himmel nicht, die seine Größ erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, verborgen und doch offenbar in ſeiner Werke Wundern. 4. Wo wären wir, wenn ſeine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er fennt uns, fennet, was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weisheit und Verstand, und er umspannt mit seiner Hand die Erde samt dem Himmel. 5. Ist er nicht nah? Ist er nicht fern? Weiß er nicht aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Umsonst hüllt ihr in Finsternis, was ihr beginnt; er siehts gewiß, er sieht es schon von ferne. 6. Wer schüßt den Weltbau ohne dich, o Herr, vor ſeinem Falle? Allgegenwärtig breitet fich dein Fittich über alle; du bist voll Freundlichkeit, voll Huld Schöpfung und Erhaltung. barmherzig, gnädig, voll Geduld, ein Vater, ein Verschoner. 7. Untadelhaft bist du und gut und reiner als die Sonne. Wohl dem, der deinen Willen tbut, denn du vergiltst mit Wonne; du hast Unsterblichkeit allein; bist selig, wirst es ewig sein, bast Freuden, Gott, die Fülle. 139 8. Dir nur gebühret Lob und Dank, Anbetung, Preis und Ehre; kommt, werdet Gottes Lobgesang, ihr alle seine Heere. Der Herr ist Gott und keiner mehr; wer ist ihm gleich? wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen? Mel. Dant sei Gott in der Höhe zc. 249. Du, meine Seele, singe, wohlauf und singe schön dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn. Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd; ich will ihn herzlich loben, solang ich leben werd. 2. Ihr Menschen, laßt euch lehren, es wird euch nüglich sein; laßt euch doch nicht beihören die Welt mit ihrem Schein. Verlasse sich ja keiner auf Fürsten Macht und Gunst, weil sie, wie unser einer, nichts sind als nur ein Dunst. Schöpfung und Erhaltung. 3. Was Mensch ist, muß erblassen und sinken in den Tod; er muß den Geist auslassen, selbst werden Erd und Kot. Allda ists denn geschehen mit seinem klugen Rat, und ist frei flar zu sehen, wie schwach sei Menschenthat. Joh. Andreas Cramer, geb. 1723,+ 1788. ganzes Wesen bleibt ewig unbetrübt. 5. Hier sind die starken Kräfte, die unerschöpfte Macht; das weisen die Geschäfte, die seine Hand gemacht, der Himmel und die Erde mit ihrem ganzen Heer, der Fisch unzählge Herde im großen, wilden Meer. 6. Hier find die treuen Sinnen, die niemand Unrecht thun, all denen Gutes gönnen, die in der Treu berubn. Gott hält sein Wort mit Freuden, und was er spricht, geschicht, und wer Gewalt muß leiden, den schüßt er im Gericht. 4. Wohl dem, der einzig schauet nach Jakobs Gott und Heil! Wer dem sich anvertrauet, der hat das beste Teil, das böchste Gut erlesen, den schönsten Schap geliebt; sein Herz und 7. Er weiß viel tausend Weisen, zu retten aus dem Tod; er nährt und gibet Speisen zur Zeit der Hungersnot; macht schöne, rote Wangen oft bei geringem Mahl, und die da sind gefangen, die reißt er aus der Qual. 8. Er ist das Licht der Blinden, erleuchtet ihr Gesicht, und die sich schwach befinden, die stellt er aufgericht; er liebet alle Frommen, und die ihm günstig seind, Schöpfung und Erhaltung. 140 die finden, wann sie kommen, an ibm den besten Freund. 9. Er ist der Fremden Hütte; die Waisen nimmt er an, erfüllt der Witwen Bitte, wird selbst ihr Trost und Mann. Die aber, die ihn bassen, bezahlet er mit Grimm; ihr Haus, und wo sie ſaßen, stürzt er mit Ungestüm. 10. Ach, ich bin viel zu wenig. zu rühmen ſeinen Ruhm. Der Herr ist ewger König, ich eine welke Blum. Jedoch weil ich geböre gen Zion in sein Zelt, ists billig, daß ich ehre sein Lob vor aller Welt. Paul Gerhardt, geb. 1607,+1676. Eigne Melodie. 250. Wunderbarer König, Herrscher von uns allen, laß dir unser Rob gefallen. Deine Va ters- Güte hast du lassen triefen, ob wir schon von dir wegliefen. Hilf uns noch, stärk uns doch, laß die Zungen singen, laß die Stimm erklingen. 2. Himmel, lobe prächtig deines Schöpfers Thaten, mehr als aller Menschen Staaten. GroBes Licht der Sonnen, schieße deine Strahlen, die das große Rund bemalen; lobet gern, Mond und Stern, seid bereit, zu ehren einen solchen Herren. 3. O du, meine Seele, finge fröhlich, finge, finge deine Glaubenslieder! Was den Odem bolet, jauchze, preise, flinge; wirf dich in den Staub darnieder. Er ist Gott Zebaotb; er nur ist zu loben bier und ewig droben. 4. Halleluja bringe, wer den Herren kennet, wer den Herren Jesum liebet; Halleluja finge, welcher Christum nennet, sich von Herzen ihm ergibet. O wohl dir, glaube mir, endlich wirst du droben obne Sünd ibn loben. Joachim Neander, geb. 1650,+ 1680. Mel. Herr, wie du willst 2c. 251. Herr Gott, du bist von Ewigkeit und bleibest sonder nde; die Welt so groß, das Meer so breit sind Werke deiner Hände; des Himmels Bau, der Erden Last und was du, Herr, geschaffen hast. zeugt uns von deinem Wesen. 2. Du bist voll Glanz und Majestät, voll Herrlichkeit und Stärke, und wer dein Wesen nicht versteht, dem zeigen deine Werke, daß du ein Herr der Herren bist, und deine Macht unendlich ist im vimmel und auf Erden. 3. Ich ehre dich in solcher Pracht im Herzen und mit Worten; mein Geist erwäget Tag und Nacht dein Heil an allen Orten; mein Mund bekennet jedem frei, daß sonst kein Gott und Herrscher sei, als du, de: wir verehren. 4. Ach, aber wie entseglich blind find Menschen, die doch ſeben! Ja, Menschen, die vernünftig sind, verleugnen dich und schmähen: Wo ist der Herr? es ist kein Gott! Vermeines Wort, verruchter Spott, der aus der Hölle stammet. 5. Zeigt euch denn nicht der Sinnen Licht, was euer Wahn bestreitet? Wer hat das Erdreich zugericht, den Himmel ausgebreitet? Wer hat der Sterne großes Heer, das tief und reich belebte Meer so wunderbar geschaffen? Schöpfung und 6. Es muß ein großer Meiſter sein, ein Wesen, dem nichts gleichet, das diesem allen Glanz und Schein, Kraft und Bewegung reichet. Gewiß, wer dieses überlegt, dem wird sein steinern Herz bewegt, den wahren Gott zu glauben. 7. Ach Gott, erwecke doch die Welt, die ganz im Argen lieget, dich und dein Wort verächtlich hält und Sünd zur Sünde füget; du schlägest fie, sie fühlens nicht; ach, wenn sie doch dein Strafgericht noch zur Erkenntnis brächte. 8. Ich glaube, Herr, du bist mein Gott, und will es alle lebren, sollt auch der fremden Kinder Spott sich noch darüber mehren; ich weiß gewiß, ich traue dir, du wirst noch ihnen und auch mir, daß du regierest, zeigen. Martin Günther, geb. 1720. Mel. Machs mit mir, Gott 2c. 252. Her err, deine Allmacht reicht so weit, als selbst dein Wesen reichet. Nichts ist, das deiner Herrlichkeit und deinen Thaten gleichet. Es ist kein Ding so groß und schwer, das dir zu than unmöglich wär. Erhaltung. 4. Die Größe deiner Wundermacht, die Christum auferwecket, der tot war in das Grab gebracht, wird kund und aufgedecket, wenn unsres blöden Glaubens Licht durch alle Nacht der Zweifel bricht. 5. O welche Wunder deiner Macht wird unser Aug einst sehen, wenn nach der langen Todesnacht die Leiber auferstehen, wenn du des Leibes armen Rest mit Herrlichkeit umkleiden läßt! 6. Allmacht, mein erstaunter Geist wirft sich vor dir zu Boden; Herr, der mit Recht ein König beißt von Lebenden und Toten, mach mich zum Zeugen deiner Kraft, die aus dem Tode Leben schafft. 2. Du hast dies große Weltgebäu allmächtig aufgeführet; es zeugen Erd und Himmel frei, daß fie dein Arm regieret. Dein Wort, das sie geschaffen hat, ist ihnen an der Pfeiler statt. 141 3. Die Menge deiner Wunder zeigt, daß, Schöpfer, dein Vermögen weit über die Geseze steigt, so die Natur bewegen. Du hast gemacht der Ordnung Band und hebst es auf durch deine Hand. 7. Ach, zünd in mir den Glauben an, der einzig an dir bange, daß mein Herz mutig werden kann, indem ich dich umfange, und traue deiner Gotteskraft, die alles kann, die alles schafft. Joh. Jat. Rambach, geb. 1693, † 1735. Mel. Lasset uns den Herren 2c. durch dessen 253. Gott, Wort entsprossen Himmel, Erde samt dem Meer, dessen Allmacht ausgeflossen in der Kreaturen Heer, Engel machst du gleich den Winden und zu Flammen deine Knecht, daß dir dienet ihr Geschlecht, die zu deinem Breis sich finden: Gott, dich lob ich in der Zeit und dort in der Ewigkeit. 2. Herrlich ist dein schönes Wesen; Licht und Sonne ist dein Kleid, der du vor der Welt gewesen unverändert ohne Zeit; der den Himmel du gezieret mit den Sternen ohne Zabl, fie mit Schön 142 Schöpfung und Erhaltung. der beit allzumal majestätisch aufge- zu segnen? O Gott der Macht führet: Gott, dich lob ich und Herrlichkeit, Gott, deine Zeit und dort in der Ewigkeit. Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen. 3. Welche Zunge kann erreichen deine Weisheit, deine Macht? Herr, wer ist dir zu vergleichen, wer hat solches je erdacht? Um von dir gespeist zu werden, reget fich das ganze Feld; deiner Güt ist voll die Welt; alles rühmet hoch auf Erden: Gott, dich lob ich in der Zeit und dort in der Ewigkeit. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm; dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht, bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet, der Mensch, ein Geist, den sein Verstand dich zu erkennen leitet, der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt und Größe. 4. Herr, dir wollen wir lobfingen, ewig rühmen, preisen dich. Jauchzen soll dir, Bater, klingen, der uns führt so gnädiglich, bis du uns wirst Wohnung geben in der schönen Himmelsstadt, die kein Aug erschauet hat; da soll Herz und Mund erheben deinen Ruhm nach dieser Zeit in der süßen Ewigkeit. Mel. Es ist das Heil 2c. 254. Wenn ich, v Schöpfer, Gott nicht dienen? deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für alle wacht, anbetend überlege, so weiß ich, von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn an ihm erhöht? wer kleidet sie mit Majestät? wer ruft dem Heer der Sterne? 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott unser Vater sei gepreist, und alle Welt sag: Amen! und alle Welt fürcht ihren Herrn und hoff auf ihn und dien ihm gern! Wer wollte 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? wer heißt die Himmel regnen? wer schließt den Schoß der Erden auf, mit Vorrat uns Christian Fürchteg. Gellert, geb. 1715, 1769. Bon den Engeln. Me I. D Welt, ich muß dich lassen 2c. 255. Du Herr der Seraphinen, dem tausend Engel dienen und zu Gebote stehn, du wundergroßer Meister der reinen Himmelsgeister, mein Mund soll deinen Ruhm erhöhn. 2. Die Fürsten und die Thronen, die in dem Himmel wohnen, gibst du zu meiner Wacht; sie sehn dein Angesichte im höchst vollkommnen Lichte, doch nehmen sie auch mich in acht. Schöpfung und Erhaltung. 3. Ich preise deine Güte mit dankbarem Gemüte für diese Wunderschar; ich rühme deine Rechte für diese deine Knechte, die mich beschirmen vor Gefahr. 4. Laß ferner mich behüten vor aller Feinde Wüten durch diese Himmelswach; laß sie auf meinen Wegen die Hand mir unterlegen, so bleib ich frei von Ungemach. 5. Doch sollen sie nicht weichen, so laß mich ihnen gleichen in wahrer Heiligkeit; wie sie die Kinder lieben und sich in Demut üben, so mach auch mich dazu bereit. 6. Sie thun ja deinen Willen, den laß mich auch erfüllen; sie leben keusch und rein: o laß mich nichts beflecken, und mich an allen Ecken vor diesen reinen Geistern ſcheun. 2. Biele heilge Seraphinen fingen dir ein heilig für; zehnmal hunderttausend dienen, viele tausend jauchzen dir. Was bekannt und unbekannt, ist ein Werk von deiner Hand. Die Herrschaften und die Thronen loben Gott in lichten Kronen. 3. Herr, was sind wir, daß du Engel uns zu unsern Wächtern gibst? Menschen sind wir voller Mängel, Menschen, die du dennoch liebst. Engel, die dich allzeit sehn. sollen uns zu Diensten stehn; Engel hüten uns als Kinder, heilge Engel schüßen Sünder. 4. Engel finds, die nach den Proben nun beständig Gutes thun, die dich unaufhörlich loben, die in deinem Himmel ruhn, die gehorsam, keusch und rein, die der Menschen Freunde sein, die ihr Antlig ohne Flecken doch vor dir in Demut decken. 7. Und endlich, wenn ich scheide, so führe mich zur Freude auf ihren Armen ein; da werd ich dich erst loben und in dem Himmel droben dir und den Engeln ähnlich sein. Nach Benjamin Schmold, geb. 1672,+ 1737. 143 Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. 256. Schußgott, dessen starke Rechte Zuflucht, Schirm und Schatten gibt, der das menschliche Geschlechte wie ein treuer Bater liebt, der in dieser großen Welt alles, was er schuf, erhält, der als Herr der Engelscharen alles fann und will bewahren. 5. Heere, welche die bewachen, die dich fürchten, großer Gott, die ein schrecklch Lager machen gegen aller Feinde Rott; diese sehn in deinem Licht, Vater, stets dein Angesicht; Diener, die zu deinen Füßen dir in Ehrfurcht dienen müssen. 6. Gott der Engel, Herr der Helden, ach, was sind wir Menschen doch, daß wir so viel vor dir gelten? wie hältst du uns so hoch! Deine Engel dienen uns, sind die Zeugen unsres Thuns. Laß uns auch mit diesen Chören ewig dich im Himmel ehren. Phil. Friebr. Hiller, geb. 1699,+ 1789. 144 Vorschung und Regierung. Vorsehung und Regierung. Mel. O Welt, ich muß dich lassen zc. fallen; mit Gott will ich ihn 257. In allen meinen Thaten überstehn. laß ich den Höchsten raten, der alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, solls anders wohl gelingen, selbst geben Segen, Rat und That. 2. Nichts ist es spät und frühe um alle meine Mühe; mein Sorgen ist umsonst. Er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen; ich stells in seine Va= tergunst. / 3. Es kann mir nichts gescheben, als was er hat versehen, und was mir selig ist; ich nehm es, wie ers gibet; was ihm von mir ge= liebet, dasselbe hab ich auch erkiest. 4. Ich traue seiner Gnaden, die mich vor allem Schaden, vor allem Übel schüßt; leb ich nach seinen Säßen, so wird mich nichts verlegen, nichts fehlen, was mir ewig nüßt. 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden, durchstreichen meine Schuld; er wird auf mein Verbrechen nicht stracks das Urteil sprechen und mit mir haben noch Geduld. 6. Leg ich mich späte nieder, erwach ich frühe wieder, lieg oder zieh ich fort, in Schwachheit und in Banden, und was mir stößt zu Handen, so tröstet mich allzeit sein Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängnis gehn; kein Unfall unter allen wird je zu hart mir 8. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, sobald er mir gebeut; es sei beut oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen; er weiß allein die rechte Zeit. / 9. So sei nun, Seele, deine, und traue dem alleine, der dich geschaffen hat; es gehe, wie es gehe; dein Vater in der Höbe, der weiß zu allen Sachen Rat. Auf der Reise. 10. Ich zieh in ferne Lande, zu nüßen einem Stande, zu dem er mich bestellt; sein Segen wird mich lassen, was gut und recht ist, fassen, zu dienen treulich seiner Welt. 11. Bin ich in wilder Wüsten, so bin ich doch bei Christen, und Christus ist bei mir; der Helfer in Gefahren, der kann mich doch bewahren, wie dorten, ebenso auch hier. 12. Er wird zu diesen Reisen gewünschten Fortgang weisen, wohl helfen hin und her, Gesundbeit, Heil und Leben, Zeit, Wind und Wetter geben und alles, was ich noch begehr. 13. Sein Engel, der getreue, macht meine Feinde scheue, tritt zwischen mich und sie; durch seinen Schuß den frommen sind wir so weit nun kommen und wissen selber fast nicht wie. 14. Gefällt es seiner Güte, und sagt mir mein Gemüte Vorsehung und nicht was Vergeblichs zu, so werd ich Gott noch preisen mit manchen schönen Weisen daheim in meiner stillen Rub. 15. Indes wird er den Meinen mit Segen auch erscheinen, ihr Schuß wie meiner sein, wird beiderseits gewähren, was unser Wunsch und Zähren ihn bitten können überein. Paul Flemming, geb. 1609,+ 1640. Mel. Nun laßt uns Gott, dem Herren 2c. 258. Der Herr, der aller En den regiert mit seinen Händen, der Brunn der ewgen Güter, der ist mein Hirt und Hüter. 2. So lang ich diesen habe, fehlt mirs an keiner Gabe; der Reichtum seiner Fülle gibt mir die Füll und Hülle. 3. Er lässet mich mit Freuden auf grüner Auen weiden, führt mich zu frischen Quellen, schafft Rat in schweren Fällen. 4. Wenn meine Seele zaget und sich mit Sorgen plaget, weiß er sie zu erquicken, aus aller Not zu rücken. Regierung. 145 8. Du sehest mich zu Tische, machst, daß ich mich erfrische, wenn mir mein Feind viel Schmerzen erweckt in meinem Herzen. 5. Er lehrt mich thun und lassen, führt mich auf rechter Straßen, läßt Furcht und Angst sich stillen um seines Namens willen. 6. Und ob ich gleich vor andern in finsterm hal muß wandern, fürcht ich doch keine Tücke, bin frei vom Ungelücke. 7. Denn du stehst mir zur Seiten, schüßt mich vor bösen Leuten; dein Stab, Herr, und dein Stecken benimmt mir all mein Schrecken. 9. Du salbst mein Haupt mit Öle und fülleſt meine Seele, die leer und durstig saße, mit vollgeschenktem Maße. 10. Barmherzigkeit und Gutes wird mein Herz gutes Mutes, voll Lust, voll Freud und Lachen, so lang ich lebe, machen. 11. Ich will dein Diener bleiben und dein Lob herrlich treiben im Hauſe, da du wohnest und Frommsein wohl belohneſt. 12. Ich will dich hier auf Erden und dort, wo wir dich werden selbst schaun im Himmel droben, boch rühmen, sing'n und loben. Pant Gerhardt, geb. 1607,+ 1676. Mel. Als Jesus an dem Kreuze 2c. 259. Ich weiß, mein Gott, daß all mein Thun und Werk auf deinem Willen rubn, von dir kommt Glück und Segen: was du regierst, das geht und ſteht auf rechten, guten Wegen. 2. Gs steht in feines Menschen Macht, daß sein Rat werd ins Werk gebracht und seines Gangs sich freue; des Höchsten Rat der machts allein, daß Menschenrat gedeihe. 3. Oft denkt der Mensch in seinem Mut, dies oder jenes sei ihm gut, und ist doch weit gefehlet; oft sieht er auch für schädlich an, was doch Gott selbst erwählet. 4. Drum, lieber Vater, der du Kron und Scepter trägst im Himmelsthron und aus den 10 146 Vorsehung und Regierung. Wolken blißest, vernimum mein gehet, kommt endlich, Herr, durd Wort und höre mich vom Stuble, deinen Geist, wo Freud und da du fizest. Wonne stehet. 5. Verleibe mir das edle Licht, das fich von deinem Angesicht in fromme Seelen strecket und da der rechten Weisheit Kraft durch deine Kraft erwecket. 6. Gib mir Verstand aus deiner Höh, auf daß ich ja nicht ruh und steh auf meinem eignen Willen; sei du mein Freund und treuer Rat, was gut ist, zu erfüllen. 7. Prüf alles wohl, und was mir gut, das gib mir ein; was Fleisch und Blut erwählet, das verwehre. Der höchste Zweck, der beste Teil sei deine Lieb und Ehre. 8. Jsts Werk von dir, so bilf zu Glück; ists Menschenthun, so treibs zurück und ändre meine Sinnen; was du nicht wirkst, pflegt von ihm selbst in kurzem zu zerrinnen. 9. Tritt du zu mir und mache leicht, was mir sonst fast unmöglich deucht, und bring zum guten Ende, was du selbst angefangen hast durch Weisheit deiner Hände. 10. Jst gleich der Anfang etwas schwer, und muß ich auch ins tiefe Meer der bittern Sorgen treten, so treib mich nur, ohn Unterlag zu seufzen und zu beten. 11. Wer fleißig betet und dir traut, wird alles, da ihm sonst vor graut, mit tapfrem Mut bezwingen; sein Sorgenstein wird in der Gil in tausend Stücke springen. 12. Der Weg zum Guten ist fast wild, mit Dorn und Hecken ausgefüllt; doch wer ihn freudig 13. Du bist mein Vater, ich dein Kind; was ich bei mir nicht hab und sind, hast du zu aller Gnüge; so bilf nun, daß ich meinen Stand wohl halt und herrlich siege. 14. Dein soll sein aller Ruhm und Ehr; ich will dein Thun je mehr und mehr aus hocherfreuter Seelen vor deinem Volk und aller Welt, so lang leb, erzählen. Paul Gerhardt, geb. 1607,+ 1676. Eigne Melodie. 260. Alles ist an Gottes Segen und an seiner Gnad gelegen über alles Geld und Gut; wer auf Gott sein Hoffnung seget, der behält ganz unverletet einen freien Heldenmut. 2. Der mich hat bisher ernäh ret und so manches Glück bescheret, ist und bleibet ewig mein; der mich wunderlich geführet und noch leitet und regieret, wird forthin mein Helfer sein. 3. Viel bemühen sich um Sachen, die nur Sorg und Unrub machen und ganz unbeständig sind; ich begehr nach dem zu ringen was der Seele Rub kann bringen und man jetzt gar ſelten findt. " 4. Hoffnung kann das Herz erquicken; was ich wünsche, wird sich schicken, so es anders Gott gefällt; meine Seele, Leib und Leben hab ich seiner Gnad er geben und ihm alles heimgestellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen mein Verlangen zu er Vorsehung und füllen; es hat alles seine Zeit. Ich habe ihm nichts vorzuschreiben; wie Gott will, so muß es bleiben; wann Gott will, bin ich bereit. 6. Soll ich länger allhier leben, will ich ihm nicht widerstreben; ich verlasse mich auf ihn. Ist doch nichts, das lang bestehet; alles Irdische vergehet und fährt wie ein Strom dabin. 11m 1676. Regierung. 147 5. Gott der wirds wohl machen, wenn des Todes Rachen gleich ist aufgethan; wenn die Lebensjahre liegen auf der Bahre, führt er himmelan. Dieser Bund bat ſeinen Grund: die gelebt und leben werden, kommen in die Grden. 6. Gott der wirds wohl machen, der den alten Drachen dämpfet ritterlich; führt er gleich die Seinen über Stock und Steinen vielmals wunderlich: sei bereit zu Freud und Leid; Gott befiehl nur deine Sachen, Gott der wirds wohl machen. Mel. Jesu, meine Freude zc. 261. Gott der wirds wohl machen, dem ich alle Sachen alle zeit beimgestellt. Er hat mich erforen, eh ich noch geboren bin in diese Welt; hat mir auch nach ſeinem Brauch, was von nöten, stets gegeben hier in diesem Leben. 2. Gott der wirds wohl machen, der mir manches Lachen, Freud und Lust geschenkt, der mich nie vergessen, der mit Kleid und Essen täglich mich bedenkt; auch wenn fast bie Kreuzeslast oft die Seinen zimlich drücket, hat er mich erquicket. 3. Gott der wirds wohl machen; er wird selber machen über deiner Not. Wenn du willst verzagen unter deinen Plagen, ist der fromme Gott auf dem Plan und nimmt dich an; dann verstäubt die Angst geschwinde, wie der Rauch im Winde. 4. Gott der wirds wohl machen, mächtig in den Schwachen ist er allezeit. Wem hats je gefehlet, der auf ihn gestellet alles Herzeleid? Drum, mein Herz, vergiß den Schmerz; alles steht in seinen Händen, Gott kann alles wenden. 262. Ernst Stockmann, geb. 1634, † 1712. Mel. Jehova ist mein Licht 2c. o führst du doch recht selig, Herr, die Deinen, ja selig und doch meistens wunderlich! Wie könntest du es böse mit uns meinen, da deine Treu nicht kann verleugnen sich? Die Wege find oft krumm und doch gerad, darauf du läßt die Kinder zu dir gehn; da pflegt es wunderseltsam auszusehn; doch triumphiert zuletzt dein hoher Rat. 2. Dein Geist hängt nie an menschlichen Gesetzen, so die Vernunft und gute Meinung stellt. Den Zweifelsknoten kann dein Schwert verlegen und lösen auf, nachdem es dir gefällt. Du reißeſt wohl die stärksten Band entzwei, was sich entgegen seßt, muß sinken hin; ein Wort bricht oft den allerbärtsten Sinn; dann geht dein Fuß auch durch Unwege frei. 3. Was unsre Klugheit will zusammenfügen, teilt dein Verstand in Ost und Westen aus; was 10* Vorsehung und Regierung. 148 mancher unter Joch und Last will biegen, setzt deine Hand frei an der Sterne Haus. Die Welt zerreißt, und du verknüpfst in Kraft; fie bricht, du baust; fie baut, du reißest ein; ihr Glanz muß dir ein dunkler Schatten sein; dein Geist bei Toten Kraft und Le ben schafft. 4. Will die Vernunft was fromm und selig preisen, so hast dus schon aus deinem Buch gethan; wem aber niemand will dies Zeugnis weisen, den führst du in der Still selbst himmelan. Den Tisch der Pharisäer läßt du stehn und speisest mit den Sündern, sprichst fie frei. Wer weiß, was öfters deine Absicht sei? Wer kann der tiefsten Weisheit Abgrund sehn? 5. Was alles ist, gilt nichts in deinen Augen; was nichts ist, bast du, großer Herr, recht lieb. Der Worte Pracht und Ruhm mag dir nicht taugen; du gibst den Nachdruck durch des Geistes Trieb. Die besten Werke bringen dir kein Lob, fie sind versteckt, der Blinde geht vorbei; wer Augen hat, sieht sie, doch nie so frei; die Sachen sind zu klar, der Sinn zu grob. 6. Herrscher, sei von uns gebenedeiet, der du uns tötest und lebendig machst! Wenn uns dein Geist der Weisheit Schaß verleihet, so sehn wir erst, wie wohl du für uns wachst. Die Weisheit spielt bei uns, wir spielen mit; bei uns zu wohnen ist dir lauter Lust, die reget sich in deiner Vaterbrust und gängelt uns mit zartem Kinderschritt. 7. Du kennst, o Vater, wohl das schwache Wesen, die Ohnmacht und der Sinnen Unverstand; man kann uns fast an unsrer Stirn ablesen, wie es um schwache Kinder sei bewandt. Drum greifst du zu und hältst und trägest fie, brauchst Vaterrecht und zeigest Muttertreu; wo niemand meint, daß etwas deine sei, da hegst du selbst dein Schäfchen je und je. 8. Also gehst du nicht die ge meinen Wege; dein Fuß wird selten öffentlich gesehn, damit du sehst, was sich im Herzen rege, wenn du in Dunkelheit mit uns willst gehn. Das Widerspiel legst du vor Augen dar von dem, was du in deinem Sinne hast; wer meint, er habe deinen Rat ge faßt, der wird am End ein anders oft gewahr. 9. Auge, das nicht Trug noch Heucheln leidet, gib mir der Klugheit scharfen Unterscheid, da durch Natur von Gnade wird ent scheidet, das eigne Licht von deiner Heiterkeit. Laß doch mein Herz dich niemals meistern nicht, brich ganz entzwei den Willen, der sich liebt; erweck die Lust, die sich nur dir ergibt und tadelt nie dein heimliches Gericht. 10. So zieh mich denn hinein in deinen Willen und trag und heg und führ dein armes Kind; dein innres Zeugnis soll den Zweifel stillen, dein Geist die Furcht und Lüste überwind. Du bist mein Alles, denn dein Sohn ist mein; dein Geist regt sich ganz kräftiglich in mir. Ich brenne nun nach dir in Liebsbegier; wie oft erquickt mich deiner Klarheit Schein! Vorsehung und Regierung. 11. Drum muß die Kreatur mir immer dienen, kein Engel schämt nun der Gemeinschaft fich; die Geister, die vor dir vollendet grünen, sind meine Brüder und erwarten mich. Wie oft erquicket meinen Geist ein Herz, das dich und mich und alle Christen liebt! Ists möglich, daß mich etwas noch betrübt? Komm, Freudenquell, weich ewig, aller Schmerz! Gottfr. Arnold, geb. 1666, † 1714. Mel. Was Gott thut, das ist 2c. 263. Du, Herr, biſt meine Zuversicht, mein bester Trost im Leben. Nie fehlt es mir an Trost und Licht, dir hab ich mich ergeben. Du bist mein Gott; auf dein Gebot wird meine Seele stille; mir gnügt dein weiser Wille. 149 hin, das Jesus dir gelassen; sieh ihn im Kampf, fieh sterbend ihn den Vater noch umfassen! Omöchtest du zu deiner Ruh auf Jesum Christum schauen und lernen Gott vertrauen! 2. Wer wollte dir, mein Gott, nicht traun? Du bist der Schwachen Stärke; die Augen, die auf dich nur schaun, sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rat und stark von That, mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 6. Drum bebe nicht, wann um dich her fich Wetterwolken sammeln. Gott hilft, wann Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er; er wägt die Schmerzen und wälzt sie weg vom Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht; auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Glück gebricht, wann ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlassen und sich im Kummer faffen? 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlassen sehen müssen; du läßt ihn, wenn ihn Not umgibt, doch deinen Trost genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz, der Sünder eitles Dichten eilst du, Herr, zu zernichten. 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott; der Thoren Trost verschwindet, wann der Gerechte in der Not Hilf und Erbarmung findet. Wann jener fällt, ist er ein Held; er steht, wann Sünder zittern, ein Fels in Ungewittern. 5. Sieh auf das große Beispiel 8. In deine Hand empfehl ich mich, mein Wohlsein und mein Mein hoffend Auge Leben. blickt auf dich; dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott, und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlig schaue. Christ. Christian Sturm, geb. 1740, † 1786. Mel. Es spricht der Unweisen 2c. 264. Der Herr ist mein getreuer Hirt, mir wird kein Gutes fehlen; der Hüter, der nicht schläft noch irrt, kann mir nur Heil erwählen. Er weidet mich auf grüner Au, die Speise gibt vom Lebenstau des Geistes seiner Gnade. 2. Er führet mich zum reinen Quell, der mein Gemüt beglücket, zum Wasser, welches frisch Gott der Sohn. 150 und bell den schwachen Mut er quicket. Gr leitet mich auf rechter Bahn; er nimmt sich meines Ganges an um seines Namens willen. 3. Und ob ich wall im finstern Thal, fürcht ich doch keinen Schaden; sein Auge wachet überall, ich bin der Sorg entladen. Sein Stab und Stecken trösten mich; auf seine Treu und macht kann ich gar rubig mich verlassen. 4. Du machst mir einen Tisch bereit im Auge meiner Feinde, verscheuchest Angst und TraurigEigne Melodie. 265. Nun freut euch, lieben bristen gmein, und laßt uns fröhlich ſpringen, daß wir getrost und all in Gin mit Lust und Liebe singen, was Gott an uns gewendet hat, und seine süße Wunderthat; gar teur hat ers erworben. Gott der Sohn. Versöhnung und Erlösung. 2. Dem Teufel ich gefangen lag, im Tod war ich verloren; mein Sünd mich quälet' Nacht und Tag, darin ich war geboren; ich fiel auch immer tiefer drein, es war kein Guts am Leben mein: die Sünd bat mich besessen. feit, sprichst freundlich zu dem Freunde; du salbst mein Haupt mit Ol, du schenkst mir voll den Becher ein und lenkst zum Himmel bin mein Sehnen. 3. Mein gute Werk die galten nicht, es war mit ihn'n verdorben; der frei Will basset Gotts Gericht, er war zum Gut'n erstorben; die Angst mich zu verzweifeln trieb, daß nichts denn Sterben bei mir blieb: zur Höllen mußt ich sinken. 5. Ja, Gutes und Barmherzigkeit wird lebenslang mir werden; ich bleib im Haus des Herrn die Zeit, die ich noch leb auf Erden; und ist des Lebens Wallfahrt aus, dann trägt mich in sein Vaterhaus der Flügel treuer Liebe. Dr. Joh. Friedr. v. Meyer. geb. 1772,+ 1848. 4. Da jammerts Gott in Ewigfeit mein Glend übermaßen; er dacht an sein Barmherzigkeit, er wollt mir helfen lassen; er wandt zu mir das Vaterberz, es war bei ihm fürwahr kein Scherz, er ließ sein Bestes kosten. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn: die Zeit ist hier zurbarmen; fabr hin, meins Herzens werte Kron, und sei das Heil dem Armen und hilf ihm aus der Sünden Not, erwürg für ihn den bittern Tod und läß ibn mit dir leben. 6. Der Sohn dem Vater g'borsam ward; er kam zu mir auf Erden, von einer Jungfrau rein und zart; er sollt mein Bruder werden. Gar heimlich führt er sein Gewalt; er ging in meiner armen G'stalt; den Teufel wollt er fangen. 151 sie veracht, dadurch sie in uns allen bracht bat den Tod, so war je not, daß uns auch Gott sollt geben sein lieben Sohn, der Gnaden Thron, in dem wir möchten leben. Versöhnung und Erlösung. 7. Er sprach zu mir: Halt dich an mich, es soll dir jeßt gelingen; ich geb mich selber ganz für dich, da will ich für dich ringen; denn ich bin dein, und du bist mein, und wo ich bleib, da sollt du sein; uns soll der Feind nicht scheiden. 8. Vergießen wird er mir mein Blut, dazu mein Leben rauben: das leid ich alles dir zu gut, das balt mit festem Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, mein Unschuld trägt die Sünde dein: da bist du selig worden. 3. Wie uns nun eine fremde Schuld in Adam all verhöhnet, also hat uns ein fremde Huld in Christo all versöhnet; und wie wir all durch Adams Fall find ewigs Tods gestorben, also hat Gott durch Christus Tod verneut, das war verdorben. 9. Gen Himmel zu dem Vater. mein fahr ich von diesem Leben. Da will ich sein der Meister dein, den Geist will ich dir geben, der dich in Trübnis trösten soll und lehren mich erkennen wohl und in der Wahrheit leiten. 10. Was ich gethan bab und gelehrt, das sollt du thun und lehren, damit das Reich Gotts werd gemehrt zu Lob und seinen Ehren; und büt dich für der Menschen G'saß, davon verdirbt der edle Schaß. Das laß ich dir zu Lebze! Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. Mel. Mein Seel erhebt den 2c. 266. Durch Adams Fall ist ganz verderbt menschlich Natur und Wesen; dasselb Gift ist auf uns geerbt, daß wir nicht mochten g'nesen ohn Gottes Trost, der uns erlöst hat von dem großen Schaden, darein die Schlang Evam bezwang, Gotts Zorn auf sich zu laden. 4. So er uns denn sein Sohn hat g'schenkt, da wir sein Feind noch waren, der für uns ist ans Kreuz gehenkt, getöt't, gen Himmel g'fahren, dadurch wir sein von Tod und Bein erlöst, so wir vertrauen in diesen Hort, des Vaters Wort: wem wollt für Sterben grauen? 5. Er ist der Weg, das Licht, die Pfort, die Wahrheit und das Leben, des Vaters Rat und ewigs Wort, den er uns hat gegeben zu einem Schuß, daß wir mit Truß an ihn fest sollen glauben, darum uns bald kein Macht noch G'walt aus seiner Hand wird rauben. 2. Weil denn die Schlang Evam hat bracht, daß sie ist abgefallen von Gottes Wort, welchs 6. Der Mensch ist gottlos und verrucht; sein Heil ist auch noch ferren, der Trost bei einem Menschen sucht und nicht bei Gott dem Herren; denn wer ihm will ein ander Ziel obn diesen Tröster stecken, den mag gar bald des Teufels G'walt mit ſeiner List erschrecken. 7. Wer hofft in Gott und dem vertraut, der wird je nicht zu Schanden; denn wer auf diesen 152 Gott der Felsen baut, ob ihm gleich geht zu handen viel Unfall hie, hab ich doch nie den Menschen sehen fallen, der sich verläßt auf Gottes Trost, er hilft sein Gläubgen allen. Sohn. geben, als ob wir möchten ſelber frei nach seinem Willen leben; so ist es nur ein Spiegel zart, der uns zeigt an die sündig Art, in unserm Fleisch verborgen. 4. Nicht möglich war, dieselbig Art aus eignen Kräften lassen, wiewohl es oft versuchet ward, noch mehrt sich Sündohn Maßen, wann Gleisners Werk er hoch verdammt, und je dem Fleisch der Sünde Schand allzeit war angeboren. 5. Noch mußt Gesetz erfüllet sein, sonst wärn wir all verdorben; darum schickt Gott sein Sohn herein, der selber Mensch ist worden; das ganz Gesetz hat er erfüllt, damit seins Vaters Zorn gestillt, der über uns ging alle. 6. Und wenn es nun erfüllet ist durch den, der es konnt halten, so lerne jezt ein frommer Christ des Glaubens recht Gestalte: Nicht mehr denn: Lieber Herre mein! dein Tod wird mir das Eigne Melodie. 267. Es ist das Heil uns Leben sein, du hast für mich bekommen her von Gnad und lauter Güten; die Werke helfen nimmermehr, fie mögen nicht be büten. Der Glaub sieht Jesum Christum an, der hat gnug für uns all gethan; er ist der Mittler 8. Jch bitt, o Herr, aus Herzens Grund, du wollst nicht von mir nehmen dein heilges Wort aus meinem Mund, so wird mich nicht beschämen mein Sünd und Schuld, denn in dein Huld sezz ich all mein Vertrauen; wer sich nun fest darauf verläßt, der wird den Tod nicht schauen. 9. Mein Füßen ist dein heilges Wort ein brennende Lucerne, ein Licht, das mir den Weg weist fort; so dieser Morgensterne in uns aufgeht, sobald versteht der Mensch die hohen Gaben, die Gottes Geist den'n g'wiß verheißt, die Hoffnung darein haben. Lazarus Spengler, geb. 1479,+ 1534. worden. 2. Was Gott im G'seg geboten hat, da man es nicht könnt halten, erhob sich Zorn und große Not vor Gott so mannigfalten. Vom Fleisch wollt nicht heraus der Geist, vom G'seß erfordert allermeist; es, war mit uns verloren. 3. Es war ein falscher Wahn dabei, Gott hätt sein G'seßz drum 1 zahlet. 7. Daran ich keinen Zweifel trag, dein Wort kann nicht betrügen; nun sagst du, daß kein Mensch verzag, das wirst du nimmer lügen: wer glaubt in mich und wird getauft, demselben ist der Himm'l erkauft, daß er nicht wird verloren. 8. Er ist gerecht vor Gott allein, der diesen Glauben fasset; der Glaub gibt aus von ihm den Schein, so er die Werk nicht laſset. Mit Gott der Glaub ist wohl daran, dem Nächsten wird die Lieb Guts thun, bist du aus Gott geboren. Versöhnung und Erlösung. 153 9.( Es wird die Sünd durchs unsern Schuldgern thun, mach G'fez erkannt und schlägt das uns nicht in Versuchung stehn, G'wissen nieder: das Evangelium lös uns vom Übel. Amen! kommt zur Hand und stärkt den Sünder wieder und spricht: Nur freuch zum Kreuz herzu, im G'setz ist weder Rast noch Ruh 268. Wenn dein herzliebster Paul Speratus, geb. 1484,+ 1551, Mel. Nun freut euch, lieben zc. mit allen seinen Werken. 10. Die Werk die kommen g'wißlich her aus einem rechten Glauben; denn das kein rechter Glaube wär, wolltst ihn der Werk berauben. Doch macht allein der Glaub gerecht, die Werke sind des Nächsten Knecht, dabei wir'n Glauben merken. 11. Die Hoffnung wart't der rechten Zeit, was Gottes Wort zusage; wenn das geschehen soll zur Freud, sest Gott kein g'wisse Tage; er weiß wohl, wenns am besten ist, er braucht an uns kein arge List, das solln wir ihm vertrauen. 12. Ob fichs anließ, als wollt er nicht, laß dich es nicht erschreden; denn wo er ist am besten mit, da will ers nicht entdecken; sein Wort das laß dir g'wisser ſein, und ob dein Fleisch spräch lauter Nein, so laß doch dir nicht Sohn, o Gott, nicht wär auf Erden kommen und hätt, da ich in Sünden tot, mein Fleisch nicht angenommen; so müßt ich ganz verloren sein und ewig leiden Qual und Bein um meiner Sünden willen. 2. Jetzt aber hab ich Ruh und Rast, darf nimmermehr verzagen, weil er die schwere Sündenlast für mich hat selbst getragen. Er hat mit dir versöhnet mich, da er am Kreuz ließ töten fich, auf daß ich selig würde. 3. Drum ist getrost mein Herz und Mut mit kindlichem Vertrauen; auf dies sein teures Mittlerblut will ich mein Hoffnung bauen, das er für mich vergossen hat, gewaschen ab die Missethat und mir das Heil erworben. grauen. 13. Sei Lob und Ehr mit hohem Preis um dieser Gutthat willen Gott Vater, Sohn und beilgem Geist; der woll mit Gnad erfüllen, was er in uns ang'fangen bat zu Ehren seiner Majestät, daß heilig werd sein Name. 14. Sein Reich zukomm, sein Will auf Erd steh wie im Himmelsthrone, das täglich Brot noch heut uns werd, wohl unsrer Schuld verschone, als wir auch 4. In seinem Blut erquick ich mich und komm zu dir mit Freuden; ich suche Gnad und hoff auf dich, von dir soll mich nichts scheiden. Was mir durch seine Marterkron erworben hat dein lieber Sohn, soll mir kein Teufel rauben. 5. Nichts hilft mir die Gerechtigkeit, die vom Gesetz herrühret; wer sich in eignem Werk erfreut, wird jämmerlich verführet; des Herren Jesu Werk allein, das machts, daß ich kann selig sein, der ichs mit Glauben fasse. 6. Gott Vater, der du alle Gott der Sohn. 154 Schuld auf deinen Sohn geleget, Herr Jesu, dessen Lieb und Huld all meine Sünde träget, o beilger Geist, des Gnad und Kraft allein das Gute in mir schafft, laß mich ans End beharren! Joh. Heermann, geb. 1585,+ 1647. Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. 269. Gottes und Marien Sohn, Priester, König und Prophete, Mittler, Bürge, Gnadenthron, der am Kreuze sich erhöhte, gib, daß dich mein Glaube kenn und dich meinen Jesum nenn. 2. Du, mein süßer Jesus, bist mir geboren, mir gestorben. Was zerstört in Adam ist, hast du wiederum erworben; gib, daß ich in wahrer Treu auch dein Eigentum ſtets ſet. 3. Alles Heil kommt mir von dir, Heiland aller armen Sünder. Dein Tod war die Lebensthür und des Todes Überwinder; laß auch deines Leidens Pein mein Verdienst und Glaube sein. Anfang doch bewogen? Was hat vom Himmelsthron dich in die Welt gezogen? Ach, deine große Lieb und meine große Not hat deine Glut entflammt, die stärker als der Tod. Mel. O Gott, du frommer Gott 2c. 270. Du u wesentliches Wort, vom Anfang her gewesen, du Gott von Gott gezeugt, von Ewigkeit erlesen zum Heil der ganzen Welt, o mein Herr Jesu Christ, willkommen, der du mir zum Heil geboren bist. 2. Was hat, v Jeſu, dich vom 3. Gib, daß ich dir zum Dienst mein ganzes Herz ergebe, auch dir allein zum Preis auf dieser Erden lebe. Ja, Jesu, laß mein Herz ganz neu geschaffen sein und dir bis in den Tod gewidmet sein allein. 4. Laß gar nichts in mir sein, was du nicht hast geschaffen, reut alles Unkraut aus und brich des Feindes Waffen. Was bös, ist nicht von dir, das hat der Feind gethan; du aber führ mein Herz und Fuß auf ebner Bahn. 5. Das Leben ist in dir, und alles Licht des Lebens; ach, laß an mir dein Glanz, mein Gott, nicht sein vergebens. Weil du das Licht der Welt, so sei mein Lebenslicht, o Jesu, bis mir dort dein Sonnenlicht anbricht. Laur. Laurentii, geb. 1660, † 1722. 4. Tod und Hölle sind durch dich, großer Sieger, überwunden, und durch diesen Sieg bab ich Rub im Tod und Grab gefunden; 271. Du bist in die Welt ge Mel. O Durchbrecher aller zc. durch dich werd ich auferstehn und getrost zum Richter gebn. Kaspar Neumann, geb. 1648, † 1715. kommen, Gottes Sohn, du höchstes Gut, da hast du an dich genommen unser menschlich Fleisch und Blut; und wir allzumal, wir Sünder, sind durch dich mit Gott versöhnt, daß er nun als seine Kinder uns mit Heil und Gnade frönt. 2. Ich, auch ich kann mich des trösten und ist ewig mein Gewinn, daß ich unter den Grlösten und dein Bruder worden bin. Liebster Jesu, o mein Leben, sage doch Versöhnung und Erlösung. mir Armen an, was ich dir dagegen geben, und wie ich dir danfen kann. 3. Mag dir denn mein Herz gefallen, ist die Gabe nicht zu klein? Ach, gewiß vor andern, allen wird dir das gefällig sein. Zwar das Opfer ist geringe und verächtlich anzusehn; doch weil ichs im Glauben bringe, wirst du jolches nicht verschmähn. 155 alles Heer der Gwigkeit mit verhülltem Antlig scheut. 2. Dein Geschäft auf dieser Erden und dein Opfer ist vollbracht; was vollendet sollte werden, das ist gänzlich ausgemacht; da du bist für uns gestorben, ist uns Gnad und Heil erworben, und dein siegreich Auferstehn läßt uns in die Freiheit gehn. 3. Nun ist dieses dein Geschäfte in dem obern Heiligtum, die erworbnen Segenskräfte durch dein Evangelium allen denen mitzuteilen, die zum Thron der Gnaden eilen; nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Deines Volkes werte Namen trägest du auf deiner Brust, und an den gerechten Samen denkest du mit vieler Lust; du vertrittst, die an dich gläuben, daß sie dir vereinigt bleiben; bittest in des Vaters Haus ihnen eine Wohnung aus. 4. Nun so legt mein Herz sich nieder, o Immanuel, vor dir; aber ich will auch hinwieder dein getreues Herz dafür. Ohne dies kann ich nicht leben und nicht leben ohne dich, doch du bast dein Wort gegeben, daß du mein bist ewiglich. 5. Leib und Seele mag verschmachten, Grd und Himmel fahre bin! Nichts ist neben dem zu achten, daß Gott worden, was ich bin. Und ich armer Staub und Erde habe diese Herrlichkeit, daß ich auch, wie er ist, werde, wenn ich ende meine Zeit. 6. O wie boch bin ich gesegnet! Ob mir Elend, Schmach und Not, ob mir alles Kreuz begegnet, ob auch endlich selbst der Tod, Jesu, mich will von dir reißen, reißt mich dennoch nichts von dir; denn pies Wort muß ewig heißen: Ich in dir und du in mir! E. Neumeister, geb. 1671,+ 1756. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 2c. 272. Großer Mittler, der jur Rechten seines großen Baters fißt und die Schar von seinen Knechten in dem Reich der Gnaven schüßt, den auf dem erbabnen Chrone in der königlichen Krone 5. Doch vergißt du auch der Armen, die der Welt noch dienen, nicht, weil dein Herz dir vor Erbarmen über ihrem Elend bricht; daß dein Vater ihrer schone, daß er nicht nach Werken lohne, daß er ändre ihren Sinn, ach, da zielt dein Bitten hin. 6. Zwar in deines Fleisches Tagen, da die Sünden aller Welt dir auf deinen Schultern lagen, bast du dich vor Gott gestellt, bald mit Seufzen, bald mit Weinen für die Sünder zu erscheinen; o mit welcher Niedrigkeit batest du zur selben Zeit! 7. Aber nun wird deine Bitte von der Allmacht unterstüßt, da 156 Gott der in der vollkommnen Hütte die verklärte Menschheit fizt; nun kannst du des Satans Klagen majestätisch niederschlagen, und nun macht dein redend Blut unsre böse Sache gut. 8. Die Verdienste deiner Leiden stellest du dem Vater dar, und vertrittst vor ihm mit Freuden deine teur erlöste Schar, daß er wolle Kraft und Leben deinem Volk auf Erden geben, und die Seelen zu dir ziehn, die noch deine Freundschaft fliehn. 9. Großer Mittler, sei gepriesen, daß du in dem Heiligtum so viel Treu an uns bewiesen; dir sei Ehre, Dank und Ruhm! Laß uns dein Verdienst vertreten, wenn wir zu dem Vater beten; sprich für uns in letter Not, wenn den Mund verschließt der Tod. Joh. Jak. Rambach, geb. 1693, † 1735. Mel. Schmücke dich, o liebe 2c. 273. König, dem' kein König gleichet, dessen Ruhm kein Mund erreichet, dem als Gott das Reich gebühret, der als Mensch den Scepter führet, dem das Recht gehört zum Throne als des Baters eingem Sohne, den so viel Vollkommenheiten krönen, zieren und begleiten! Sohn. 3. In des Gnadenreiches Grenzen sieht man dich am schönsten glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwäblen, die durchs Scepter deines Mundes, nach dem Recht des Gnadenbundes, sich von dir regieren lassen und, wie du, das Unrecht haffen. 4. In dem Reiche deiner Ehren kann man stets dich loben hören von dem himmlischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Antlig schauen, die dich unermüdet preisen und dir Ghr und Dienst erweisen. 5. O Monarch in dreien Reichen, dir ist niemand zu vergleichen an dem Überfluß der Schäße, an der Ordnung der Gesetze, an Vollkommenheit der Gaben, welche deine Bürger haben; du beschüßest deine Freunde, du bezwingest deine Feinde. 6. Herrsche auch in meinem Herzen über Zorn, Lust, Furcht und Schmerzen; laß mich deinen Schuß genießen, gläubig dich ins Herze schließen, ehren, fürchten, loben, lieben und mich in Gehorsam üben, hier mit ringen, dulden, streiten, dort mit herrschen dir zur Seiten. Johann Jakob Rambach, geb. 1693,+ 1735. 2. Himmel, Erde, Luft und Meere nebst dem ungezählten Heere der Geschöpfe in den FelMel. Schmücke dich, o liebe zc. dern, in den Seen, in den Wäl- 274. Heiland, deine Mendern find, Herr über Tod und Leben, dir zum Eigentum gegeben. Tiere, Menschen, Geister scheuen, Menschensohn, dein mächtig Dräuen. schenliebe war die Quelle jener Triebe, die dein treues Herz bewogen, dich in unser Fleisch ge zogen, dich mit Schwachheit überdecket, dich vom Kreuz ins Versöhnung und Erlösung. Grab gestrecket. O der wunderbaren Triebe deiner treuen Menschenliebe! 157 Hohne deiner Liebe Schmuck und Krone; diese machte dich zum Knechte einem sündlichen Geschlechte; diese Demut, gleich den Tauben, war ohn Falsch, voll Treu und Glauben, mit Gerechtigkeit gepaaret und durch Vorsicht wohl bewahret. 2. über seine Feinde weinen, jedermann mit Hilf erscheinen, fich der Blinden, Lahmen, Armen mehr als väterlich erbarmen, der Betrübten Klagen hören, sich in andrer Dienst verzehren, sterben für die ärgsten Sünder: das ist Lieb, o Menschenkinder! 3. D du Zuflucht der Elenden, wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hilf und Heil genommen, der gebeugt zu dir gekommen? O wie ist dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angesprochen! O wie pflegtest du zu eilen, das Gebetne mitzuteilen! 4. Die Betrübten zu erquicken, zu den Kleinen dich zu bücken, die Unwissenden zu lehren, die Verführten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, täglich liebreich zu dir locken, mit Verzehrung deiner Kräfte, war dein tägliches Geschäfte. 5. O wie hoch stieg dein Grbarmen, da du für die ärmsten Armen dein unschäßbar teures Leben in den ärgsten Tod gegeben, da du in der Sünder Händen alle Leiden zu vollenden und den Segen zu erwerben, als ein Fluch haft wollen sterben. 6. Deine Lieb hat dich getrieben, Sanftmut und Geduld zu üben; ohne Schelten, Drohen, Klagen andrer Schmach und Last zu tragen, allen freundlich zu begegnen, für die Lästerung zu segnen, für der Feinde Schar zu beten und die Mörder zu vertreten. 7. Demut war bei Spott und 8. Herr, laß deine Liebe decken meiner Sünden Meng und Flecken. Du hast das Gesetz erfüllet, des Gesetzes Fluch gestillet; laß mich wider dessen Stürmen deiner Liebe Schild beschirHeilge meines Herzens Triebe, salbe sie mit deiner Liebe. men. Johann Jakob Rambach, geb. 1893,+ 1735. Mel. Weil nichts gemeiner ist als zc. 275. Herr von unendlichen Erbarmen, du unergründlich Liebesmeer, ich danke dir mit andern Armen, mit einem ganzen Sünderheer für deine Huld in Jesu Christ, die vor der Welt gewesen ift. 2. Für dein so allgemein Grlösen, für die Bezahlung aller Schuld, für deinen Ruf an alle Bösen und für das Wort von deiner Huld, ja für die Kraft in deinem Wort dankt dir mein Herze hier und dort. 3. Für deinen heilgen Geist der Liebe, der Glauben wirkt in unserm Geist, weil doch des Glaubens Kraft und Triebe ein Werk der Allmacht Gottes heißt, für die Befestigung darin dankt dir mein neu geschaffner Sinn. 4. Für dein so tröstliches Versprechen, daß deine Gnade ewig sei; wenn Berge bersten, Hügel Gott der Sohn. 158 brechen, so bleibt dein Bund und deine Treu; wenn Erd und Himmel weicht und fällt, so lebt doch Gott, der Glauben hält. 5. Für deine teuern Sakramente, die Siegel deiner wahren Schrift, wo Gott, damit ich glauben könnte, ein Denkmal feiner Wunder stift, für diese Gnaden in der Zeit dankt dir mein Herz in Ewigkeit. 6. Ja, Mund und Herze soll dir danken; doch bittet auch mein Herz und Mund: Laß weder Mund noch Herze wanken und gründe mich auf diesen Grund. Erhalte nur durch deine Treu mich bis ans Ende auch dabei. 7. Und fechten Satan, Welt und Lüste mich in dem bösen Stündlein an, gib, daß ich mit dem Schild mich rüste, der ihre Pfeile löschen kann. Doch weil ich schwach, so lasse du kein allzustark Versuchen zu. 8. Laß mir dein allgemein Erbarmen, das allgemeine Lösegeld, den allgemeinen Ruf der Ärmen, den allgemeinen Trost der Welt, die Mittel, welche allgemein, zum festen Grund des Glaubens sein. 9. Du gabst ja mir auch solche Gnaden, auch ich, ich habe teil daran; ich lag ja mit in gleichem Schaden, für mich ist auch genug gethan; an deinen Worten, Troft und Heil gehört mir mein besondres Teil. 10. Laß mich in Liebe heilig leben, unsträflich dir zum Lobe sein; versichere mein Herz daneben, es reiße weder Lust noch Pein mich von der Liebe Gottes bin, weil ich in Jeſu Christo bin. 11. Tod, Leben, Trübsal, Angst und Leiden, was Welt und Hölle in sich schließt, nichts soll mich von der Liebe scheiden, die da in Christo Jesu ist. Ja, Amen! Vater aller Treu, zähl mich den Auserwählten bei. Phil. Friedr. Hiller, geb. 1699, † 1769. Mel. O Jesu Christ, meins 2c. 276. Christi Blut und Gerechtigkeit, das ist mein Schmuck und Ehrenkleid, damit will ich vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn. 2. Das heilige, unschuldge Lamm, das an dem rauhen Kreuzesstamm für meine Seel gestorben ist, erkenn ich für den Herrn und Christ. 3. Ich glaube, daß sein teures Blut das allerunschätzbarste Gut, und daß es Gottes Schäße füllt und ewig in dem Himmel gilt. 4. Und würd ich durch des Herrn Verdienst auch noch so treu in seinem Dienst, gewänns auch allem Bösen ab und stürb der Sünde bis zum Grab; 5. So will ich, wenn ich zu ihm komm, nicht denken mehr an gut und fromm, sondern: da kommt ein Sünder her, der gern ums Lösgeld selig wär! 6. Wird dann die Frage vorgebracht: Was hast du in der Welt gemacht? so sprech ich: Dank sei meinem Herrn, konnt ich was Guts thun, that ichs gern. 7. Und weil ich wußte, daß sein Blut die Sünd wegschwemmt mit seiner Flut, und daß man Versöhnung und Erlösung. nicht muß willgen ein, ließ ich mirs eine Freude sein. 8. Wenn nun kam eine böse Lust, so dankt ich Gott, daß ich nicht mußt; ich sprach zur Lust, zum Stolz und Geiz: Dafür bing unser Herr am Kreuz. 9. So lang ich noch hienieden bin, so ist und bleibet das mein Sinn: ich will die Gnad in Jesu Blut bezeugen mit getrostem Mut.. 10. Gelobet seist du, Jesu Ghrist, daß du ein Mensch geboren bist und haft für mich und alle Welt bezahlt ein ewig Löſegeld. 11. König der Ehren, Jesu Christ, des Vaters einger Sohn du bist; erbarme dich der ganzen Welt, und segne, was sich zu dir bält. Nit. Ludw., Gr. v. Zinzendorf, geb. 1700,+ 1760. Die Furcht vor ihm binwegzuthun, starb er, das Heil der Sünder. Eröffnet ist uns nun die Bahn, die von der Erd uns himmelan zur ewgen Wonne leitet. 4. Wie hat uns doch der Herr so lieb! Wie sucht er unser Beſtes! Er gibt für uns aus freiem Trieb sein Liebstes und sein Größtes. Preis ibm, der so viel an uns thut! Preis seinem Sohn, der uns zu gut sich bis zum Tod erniedrigt! 5. Was er zum Leben uns verschafft, das ist in seinen Händen; sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns erwarb, als er für uns am Kreuze starb. Wohl allen, die ihm trauen! Mel. Es ist das Heil 2c. 277. Auf, Ghristen, laßt uns unsern Gott mit frohem Dank erheben! Er hat nicht Lust an unserm Tod, will, daß wir ewig leben. Was uns zum Heile nötig ist, das hat er uns durch Jesum Christ erbarmungsvoll bereitet. 2. Nach seinem gnadenvollen Rat kam er, sein Sohn, auf Erden, für unsre Schuld und Missethat ein Retter uns zu werden. Er wards und hat sein Werk vollbracht und sich nach kurzer Grabesnacht gen Himmel aufgeschwungen. 159 3. Wo ist des Todes Herrschaft nun? Hier ist sein Überwinder! 6. laßt uns ihm uns anvertraun und seine Stimme hören, auf unsers Mittlers Hilfe baun, ihn mit Gehorsam ehren. Das ist der Weg zum ewgen Wohl, der Weg, auf dem man friedevoll auch schon auf Erden wandelt. 7. Herr, leite uns auf dieser Bahn, zieb uns zu deinem Sohne! Er ging als Vorbild uns voran; dort reicht er uns die Krone. Dort haben wir an seinem Heil, an seinem Himmel ewig teil und preisen deine Liebe. Joh. Sam. Diterich, geb. 1721, † 1797. Mel. O Ewigkeit, du 2c. 278. Ich schäme mich des Heilands nicht, vor dem voll frober Zuversicht mein Knie fich dankbar beuget. Gott, welch ein teures, wertes Wort: ich hier dein Kind, dein Erbe dort, wie Jesuslieder. 160 mir dein Geist bezeuget; ich soll durch Jesum Christum rein, durch ihn gerecht und selig sein. 2. Froh, fühlt mein Herz die Gotteskraft, die in der selgen Wissenschaft von dem Erlöser lieget; die alle Kenntnis dieser Welt, und was sie Reizendes enthält, unendlich überwieget. Mein größtes Glück, mein höchster Ruhm ist Jesu Evangelium. 3. Auf ewig ists mein bestes Teil; in keinem andern ist mir Heil und Recht zum ewgen Leben, Vergebung meiner Sündenschuld, der Beifall Gottes, seine Huld und Seelenruh gegeben. Ich steh im Glauben, bin ein Christ, an dem nun nichts verdammlich ist. 4. Mir widerfuhr Barmherzigfeit; mit himmlischer Zufriedenheit lohnt Gott mich schon hie nieden. Ich bete voller Zuversicht; mich schreckt kein Tod und kein Gericht; mein Geist fühlt Gottes Frieden. Auf ewig ist mein Herz, Gott, dein, auf ewig deine Gnade mein. Eigne Melodie. 279. Wie schön leucht uns der Morgenstern voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn, die süße Wurzel Jesse; du Sohn Davids aus Jakobs Stamm, mein König und mein Bräutigam, bast mir mein Herz besessen, lieblich), freundlich, schön und herrlich, groß und ehrlich, reich von Gaben, hoch und sehr prächtig erhaben. 2. Ei meine Perl, du werte Kron, wahr Gottes und Marien Sohn, ein hochgeborner König! Du bist des Herzens schönste Blum; dein süßes Evangelium ist lauter Milch und Honig. Ei mein Blümlein, Hofianna! bimm5. Ich weiß, worauf mein Glaube rubt; nichts raubt mir meinen Trost und Mut, nicht Leiden, nicht Gefahren. Durch den ich alles bier vermag, mein Gott wird bis auf jenen Tag mein Erbteil mir bewahren. Ja du, der mich berief, bist treu; gib, daß ichs auch im Glauben sei. Friedr. Wilh. Pober, geb. 1757, † 1823. Jesuslieder. lisch Manna, das wir essen, deiner kann ich nicht vergeſsen. 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, du heller Jaspis, edler Stein, die Flamme deiner Liebe. Ach, möcht es sein, daß ich durch dich an deinem Leibe ewiglich ein lebend Gliedmaß bliebe! Nach dir wallt mir mein Gemüte, ewge Güte, bis es findet dich, des Liebe es entzündet. 4. Von Gott kommt mir ein Freudenschein, wenn du mich mit den Augen dein so freundlich thust anblicken. Herr Jesu, mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut mich innerlich erquicken. Nimm mich freundlich dein Arme, daß Jesuslieder. ich warme werd von Gnaden; auf dein Wort komm ich geladen. 5. Herr Gott Vater, mein starker Held, du hast mich ewig vor der Welt in deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich ihm selbst vertraut; er ist mein Schaß, ich bin sein Braut, sehr hoch in ihm erfreuet. Eia, Eia, himmlisch Leben wird er geben mir dort oben. Ewig soll mein Herz ihn loben. 6. Zwingt die Saiten zu süBem Klang und laßt den hohen Lobgesang ganz freudenreich erschallen: daß ich möge mit Jesu fein, dem wunderschönen Bräutgam mein, in steter Liebe wallen. Singet, springet, jubilieret, triumphieret, dankt dem Herren! Groß ist der König der Ehren. 7. Wie bin ich doch so herzlich froh, daß mein Schatz ist das A und D, der Anfang und das Ende. Er wird mich doch zu seinem Preis aufnehmen in das Paradeis, des flopf ich in die Hände. Amen, Amen! Komm, du schöne Freudenkrone, bleib nicht lange, deiner wart ich mit Verlangen. Phil. Nicolai, geb. 1556,+ 1608. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 280. uch, wer da will, ein ander Ziel, die Seligkeit zu finden; mein Herz allein bedacht soll sein, auf Christum sich zu gründen. Sein Wort ist wahr; ſein Werk ist klar; sein heilger Mund hat Kraft und Grund, all Feind zu überwinden. 2. Such, wer da will, Nothelfer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann 161 der helfen kann, bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu teil; uns macht ge= recht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. 3. Ach, sucht doch den, laßt alles stehn, die ihr das Heil begehret; er ist der Herr, und keiner mehr, der euch das Heil ge= währet. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund, sucht ihn allein; denn wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret. 4. Meins Herzens Kron, mein Freudensonn sollst du, Herr Jeſu, bleiben; laß mich doch nicht von deinem Licht durch Eitelkeit vertreiben; bleib du mein Preis, dein Wort mich speis'; bleib du mein Ehr, dein Wort mich lehr, an dich stets fest zu gläuben. 5. Wend von mir nicht dein Angesicht, laß mich in Kreuz nicht zagen; weich nicht von mir, mein höchste Zier, bilf mir mein Leiden tragen; bilf mir zur Freud nach diesem Leid, bilf, daß ich mag nach dieser Klag dir ewig dort Lob sagen. Georg Weissel, geb. 1590,+ 1635Eigne Melodie. 281. Meinen Jeſum laß ich nicht; weil er sich für mich gegeben, so erfordert meine Pflicht, unverrückt an ihm zu kleben. Er ist meines Lebens Licht; meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesum laß ich nimmer nicht, weil ich soll auf Erden leben; ihm hab ich voll Zuversicht, was ich bin und hab, ergeben. Alles ist auf ihn gericht; meinen Jeſum laß ich nicht. 11 Jesuslieder. 162 3. Laß vergeben das Gesicht, alle meine Sinne weichen; laß das letzte Tageslicht mich auf dieser Welt erreichen; wenn der Lebensfaden bricht, meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin ge= langet, wo vor seinem Angesicht frommer Christen Glaube pranget. Mich erfreut sein Angesicht; meinen Jesum laß ich nicht. Troß dem Todesrachen, Troß der Furcht dazu! Tobe, Welt, und springe, ich steb bier und finge in gar sichrer Rub; Gottes Macht hält mich in acht; Erd und Abgrund muß sich scheuen, ob sie noch so dräuen. 4. Weg mit allen Schäßen! Du bist mein Ergößen, Jesu, meine Lust. Weg, ihr eitlen Ghren! Ich mag euch nicht hören, bleibt mir unbewußt! Elend, Not, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, muß ich gleich viel leiden, nicht von Jesu scheiden. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meine Seele seufzt und stöhnet; Jesum wünscht sie und sein Licht, der mich hat mit Gott versöhnet, der mich freiet vom Gericht; meinen Jesum laß ich nicht. 6. Jesum laß ich nicht von mir, geh ibm ewig an der Seiten; Christus wird mich für und für zu den Lebensbächlein leiten. Selig, wer mit mir so spricht: Meinen Jesum laß ich nicht. 5. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen, mir gefällst du nicht. Gute Nacht, ihr Sünden bleibet weit dabinten, kommt nicht mehr ans Licht. Gute Nacht, o Stolz und Pracht, dir sei ganz, o Lasterleben, gute Nacht gegeben. 6. Weicht, ibr Trauergeister; denn mein Freudenmeister, Jesus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, muß auch ihr Betrüben lauter Manna sein. Duld Chriftian Keymann, geb. 1607,+ 1662. Eigne Melodie. 282. Jeju, meine Freude, ich schon bier Spott und Hobn. dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. meines Herzens Weide, Jesu, meine Zier! Ach, wie lang, wie lange ist dem Herzen bange und verlangt nach dir! Gottes Lamm, mein Bräutigam, außer dir soll mir auf Erden nichts sonst vie- 283. Ich will dich lieben, Johann Frand, geb.1618,+ 1677. Eigne Melodie. bers werden. 2. Unter deinen Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei; laß fie Unheil brüten, laß den Satan wüten, mir steht Jesus bei. Ob die Welt gleich bricht und fällt, ob gleich Sünd und Hölle schrecken, Jesus will mich decken. 3. Troß dem alten Drachen, meine Stärke; ich will dich lieben, meine Zier; ich will dich lieben mit dem Werke und immerwäbrender Begier; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, als meinen allerbesten Freund; ich will dich lieben und erheben, so lange mich dein Jesuslieder. Glanz bescheint; ich will dich lieben, Gottes Lamm, als meinen Bräutigam. 3. Ach, daß ich dich so spät erkennet, du hochgelobte Schönheit du, und dich nicht eher mein genennet, du höchstes Gut und wahre Rub; es ist mir leid und bin betrübt, daß ich so spätgeliebt. 4. Ich lief verirrt und war verblendet; ich suchte dich und fand dich nicht; ich hatte mich von dir gewendet und liebte das geschaffne Licht; nun aber ist durch dich geschehn, daß ich dich bab ersehn. 163 Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß mir dein Glanz bat Licht gebracht; ich danke dir, du Himmelswonne, daß du mich froh und frei gemacht; ich danke dir, du süßer Mund, daß du mich machst gesund. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen und laß mich nicht mehr irre gehn; laß meinen Fuß in deinen Wegen nicht straucheln oder stille stehn; erleuchte Leib und Seele ganz, du starker Himmelsglanz. 7. Ich will dich lieben, meine Krone; ich will dich lieben, meinen Gott; ich will dich lieben ohne Lohne, auch in der allergrößten Not; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herze bricht. Johann Scheffler, geb. 1624,+1677) Me I. Gott des Himmels 2c. 284. Liebe, die du mich zum Bilde deiner Gottheit bast gemacht; Liebe, die du mich so milde nach dem Fall haft wiederbracht: 2. Liebe, die du mich erkoren, eh als ich geschaffen war; Liebe, die du Mensch geboren und mir gleich wardst ganz und gar: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 3. Liebe, die für mich gelitten und gestorben in der Zeit; Liebe, die mir hat erstritten ewge Luft und Seligkeit: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 4. Liebe, die mich hat gebunden an ibr Joch mit Leib und Sinn; Liebe, die mich überwunden und mein Herz hat ganz dahin: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die mich ewig liebet und für meine Seele bitt; Liebe, die das Lösgeld gibet und mich kräftiglich vertritt: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 6. Liebe, die mich wird erwecken aus dem Grab der Sterblichkeit; Liebe, die mich wird umstecken mit dem Laub der Herrlichkeit: Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich. Johann Scheffler, geb. 1624,+ 1677. Mel. Jesu, der du meine 2c. 285. Jesu, meiner Seele Leben, meines Herzens höchste Freud, dir will ich mich ganz ergeben, jego und in Ewigkeit. Meinen Gott will ich dich nennen und vor aller Welt bekennen, daß ich dein bin, und du mein; ich will keines andern sein. 2. Deine Güt hat mich umfangen, eb mich noch die Welt 11* 164 Jejuslieder. umfing; dir bin ich schon ange hangen, als an Mutterbrust ich bing; dein Schoß hat mich auf genommen, da ich an das Licht gekommen: ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern ſein. 3. Auf der Kindheit wilden Wegen folgte mir stets deine Güt; deines Geistes Trieb und Segen regte mir oft mein Gemüt, so ich etwa ausgetreten, daß ich wieder kam mit Beten: ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern sein. 4. Ja, in meinem Leben hat mich stets dein Licht geführt; du hast, was ich hab, gegeben, du hast meinen Lauf regiert; deine Güt, die täglich währet. hat mich immerdar ernähret: ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern sein. 286. ganzen 5. Jrr ich, sucht mich deine Liebe, fall ich, hilfet fie mir auf; ist es, daß ich mich betrübe, tröst sie mich in meinem Lauf; bin ich arm, fie gibt mir Güter; schlaf ich ein, sie ist mein Hüter: ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern sein. feit im Leide: ich bin dein, und du bist mein; ich will keines an dern sein. 8: Höre, Jesu, noch ein Fle hen, schlag mir diese Bitt nicht ab: wenn mein Augen nicht mehr ſehen, wenn ich keine Kraft mehr hab, mit dem Mund was vorzutragen, laß mich seufzend doch noch sagen: Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern sein. Christian Scriver, geb. 1629, † 1693. Eigne Melodie. 6. Dein Geist zeiget mir das Erbe, das im Himmel beigelegt; ich weiß, wenn ich heute sterbe, wo man meine Seel hinträgt: zu dir, Jesu, in die Freude, troß daß mich was von dir scheide! Ich bin dein, und du bist mein; ich will keines andern sein. 7. Drum ich sterbe oder lebe, bleib ich doch dein Eigentum; dir allein ich mich ergebe, du bist meiner Seelen Ruhm, meine Zuversicht und Freude, meine Süßigeelenbräutigam, Je fu, Gottes Lamm! habe Dank für deine Liebe, die mich zieht aus reinem Triebe von der Sünden Schlamm, Jesu, Gottes Lamm! 2. Deine Liebesglut stärket Mut und Blut. Wenn du freundlich mich anblickest und an deine Brust mich drückest, macht mich wohlgemut deine Liebesglut. 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Not und Tod, du bist darum Mensch geboren, zu ersezen, was verloren, durch dein Blut so rot, wahrer Mensch und Gott. 4. Meines Glaubens Licht laß verlöschen nicht! Salbe mich mit Freudenöle, daß hinfort in meiner Seele ja verlösche nicht meines Glaubens Licht. 5. So werd ich in dir bleiben für und für. Deine Liebe will ich ehren und in dir dein Lob vermehren, weil ich für und für bleiben werd in dir. 6. Held aus Davids Stamm, deine Liebesflamm mich ernähre, und verwehre, daß die Welt mich Jesuslieder. nicht versehre, ob sie mir auch gram, Held aus Davids Stamm! 7. Großer Friedefürst! wie haft du gedürst nach der Menschen Heil und Leben und dich in den Tod gegeben, da du riefst: Mich dürst! großer Friedefürst. 8. Deinen Frieden gib aus so großer Lieb uns, den Deinen, die dich kennen und nach dir sich Christen nennen; denen du bist lieb, deinen Frieden gib! 9. Wer der Welt abstirbt, emfig sich bewirbt um den lebendigen Glauben, der wird bald empfindlich schauen, daß niemand verdirbt, der der Welt abstirbt. 10. Nun ergreif ich dich, du mein ganzes Ich; ich will ninimermehr dich lassen, sondern gläubig dich umfassen, weil im Glauben ich nun ergreife dich. 11. Wenn ich weinen muß, wird dein Thränenfluß meine Thränen auch begleiten und zu deinen Wunden leiten, daß mein Thränenfluß bald sich stillen muß. 12. Wenn ich mich aufs neu wiederum erfreu, freuest du dich auch zugleiche, bis ich dort in deinem Reiche ewiglich aufs neu mich mit dir erfreu. 165 nun nichts erschallen, als was dir nur kann gefallen, werte Himmelsblum, du mein Preis und Rubm! Adam Drese, geb. 1630,+ 1718. Eigne Melodie. 287. Wie wobl ist mir, o Freund der Seelen, wenn ich in deiner Liebe ruh! Ich steige aus der Schwermut Höhlen und eile deinen Armen zu. Da muß die Nacht des Trauerns scheiden, wenn mit so angenehmen Freuden die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden: wer wollte nicht vergnüget werden, der in dir suchet Ruh und Lust? 2. Die Welt mag meine Feindin heißen: es sei also! Ich trau ihr nicht, wenn sie mir gleich will Lieb erweisen bei einem freundlichen Gesicht. In dir vergnügt sich meine Seele; du bist mein Freund, den ich erwähle; du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht. Der Welt Haß kann mich doch nicht fällen, weil in den stärksten Unglückswellen mir deine Treu den Anker reicht. 3. Will mich des Moses Eifer drücken, blißt auf mich des Gesetzes Web, droht Straf und Hölle mir im Rücken, so steig ich gläubig in die Höh und flieb in deine heilgen Wunden, da hab ich schon den Ort gefunden, wo mich kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt alles wider mich zusammen: du bist mein Heil, wer will verdammen? die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Führst du mich in die Kreuzeswüsten, ich folg und lehne mich 13. Hier durch Spott und Hohn, dort die Ehrenkron; hier im Hoffen und im Glauben, dort im Haben und im Schauen; denn die Ehrenfron folgt auf Spott und Hohn. 14. Jesu, hilf, daß ich allhier ritterlich alles durch dich überwinde und in deinem Sieg empfinde, wie so ritterlich du gekämpft für mich. 15. Du mein Preis und Ruhm, werte Himmelsblum! In mir soll 166 auf dich. Du näbreit aus den Wolkenbrüsten und labest aus dem Felsen mich. Ich traue deinen Wunderwegen, sie enden sich in Lieb und Segen: genug, wenn ich dich bei mir bab. Ich weiß. wen du willst herrlich zieren und über Sonn und Sterne führen, den führest du zuvor binab. Jesuslieder. 5. Der Tod mag andern düster scheinen, mir nicht, weil Seele, Herz und Mut in dir, der du verläsfest feinen, o allerliebstes Reben, rubt. Wen kann Des Weges End erschrecken, wenn er aus mördervollen Hecken gelanget in die Sicherheit? Mein Licht, so will ich auch mit Freuden aus dieser finstern Wildnis scheiden zu deiner Ruh der Ewigkeit. 6. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, so wohl, wenn ich mich lehn auf dich! Mich kann Welt, Not und Tod nicht quälen, weil du, mein Gott, vergnügest mich. Laß solche Ruh in dem Gemüte nach deiner unumschränkten Güte des Himmels süßen Vorschmack sein. Weg, Welt, mit allen Schmeicheleien! nichts kann als Jesus mich erfreuen. Oreicher Trost: mein Freund ist mein! Wolfgang Christoph Deßler, geb. 1660, † 1722. lang ich dies Gine, das alles er jetzt, so werd ich mit Einem in allem ergößt. 2. Seele, willt du dieses sin den, suchs bei keiner Kreatur; laß, was irdisch ist, dahinten, schwing dich über die Natur, wo Gott und die Menschheit in Gi nem vereinet, wo alle vollkommene Fülle erscheinet, da, da ist das beste, notwendigste Teil, mein Gin und mein Ülles, mein seligstes Heil. 4. Also ist auch mein Verlangen, liebster Jesu, nur nach dir; laß mich treulich an dir hangen, schenke dich zu eigen mir. Ob viele zum größeren Haufen sich kehren, so soll doch mein Herze dir einzig gehören; denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist; was ist wohl, das man nicht in Jesu geneußt? 5. Aller Weisbeit höchste Fülle in dir ja verborgen liegt. Gib nur, daß sich auch mein Wille fein in solche Schranken 288. Eins ist not; ach Herr, Einfalt regieret und mich zu der fügt, worinnen die Demut und Eigne Melodie. Weisheit, die bimmlisch ist, führet. Ach, wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, so hab ich der Weisheit vollkommenen Preis. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein dies Eine lehre mich erkennen doch! Alles andre, wie's auch scheine, ist ja nur ein schweres Joch, darunter das Herze fich naget und plaget und dennoch kein wahres Vergnügen erjaget. Gr3. Wie Maria war beflissen auf des Einigen Genieß, da sie sich zu Jesu Füßen voller Andacht niederließ, ihr Herze ent brannte, dies einzig zu bören, was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belebren; ihr Alles war gänzlich in Jesum versenkt, und wurde ihr alles in Ginem geschenkt. Jesuslieder. böchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen, durch dein teures Opferblut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir erworben, da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben; die Kleider des Heils ich da habe erlangt, worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 7. Nun so gib, daß meine Seele auch nach deinem Bild erwacht; du bist ja, den ich erwäble, mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, ist in dir, mein Heiland, mir alles gegeben; entreiße mich aller vergänglichen Lust; dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt. 167 Höchster, auf ewigem Wege; gib, daß ich hier alles nur achte für Kot, und Jesum gewinne: dies Gine ist not. 8. Ja, was soll ich mehr verlangen? Mich bedeckt die Gnadenflut; du bist einmal eingegangen in das Heilge durch dein Blut; da bast du die ewge Erlösung erfunden, daß ich nun der höllischen Herrschaft entbunden; dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, in kindlichem Geiste das Abba nun klingt. 9. Volles Gnügen, Fried und Freude jezzo meine Seel ergößt, weil auf eine frische Weide mein Hirt Jesus mich geseßt. Nichts Süßres kann also mein Herze erlaben, als wenn ich nur. Jesu, dich immer soll haben; nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt, als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. Jobann Heinrich Schröder, geb. 1666, † 1699. Mel. Seelenbräutigam 2c. 289. Wer ist wohl wie du, Jesu, süße Ruh! Unter vielen auserforen, Leben derer, die verloren, und ihr Licht dazu, Jeſu, süße Rub! 2. Leben, das den Tod, mich aus aller Not zu erlösen, hat geschmecket, meine Schulden zugedecket und mich aus der Not bat geführt zu Gott. 3. Glanz der Herrlichkeit, du bist vor der Zeit zum Erlöser uns geschenket und in unser. Fleisch versenket in der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 10. Drum auch, Jeſu, du alleine follit mein Ein und Alles sein. Prüf, erfahre, wie ichs meine, tilge allen Heuchelschein; sieh, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, und leite mich, 4. Großer Siegesheld! Tod, Sünd, Höll und Welt, alle Kraft des großen Drachen hast du wolln zu Schanden machen durch das Lösegeld deines Bluts, o Held! 5. Höchste Majestät, König und Propbet! Deinen Scepter will ich füssen; ich will fizen dir zu Füßen, wie Maria thät, höchste Majestät! 6. Laß mich deinen Ruhm als dein Eigentum durch des Geistes Licht erkennen, stets in deiner Liebe brennen als dein Eigentum, allerschönster Ruhm! 7. Deiner Sanftmut Schild, deiner Demut Bild mir anlege, in mich präge, daß kein Zorn noch Stolz sich rege; vor dir ſonst nichts gilt, als dein eigen Bild. 8. Steure meinem Sinn, der Jejuslieder. 168 zur Welt will hin, daß ich nicht mög von dir wanken, sondern bleiben in den Schranken; sei du mein Gewinn, gib mir deinen Sinn. 9. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf unverrückt zu dir fortseße, und mich nicht in seinem Neße Satan halte auf; fördre meinen Lauf. 10. Deines Geistes Trieb in die Seele gib, daß ich wachen mög und beten, freudig vor dein Antlig treten; ungefärbte Lieb in die Seele gib. 11. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Herzens Schifflein decken, wollst du deine Hand ausstrecken. Habe auf mich acht, Hüter in der Nacht! 12. Ginen Heldenmut, der da Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Fleisches Lüste haffe, gib mir, höchstes Gut, durch dein teures Blut. 13. Solls zum Sterben gehn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Todesthal begleiten und zur Herrlichkeit bereiten, daß ich einst mag sehn mich zur Rechten stehn. Joh. Anaft. Freylinghausen, geb. 1670,+ 1739. Mel. Alles ist an Gottes 2C. 290. Dwie selig sind die Seelen, die mit Jesu fich vermäblen, die sein Lebenshauch durchweht, daß ihr Herz mit heiBem Triebe stündlich nur auf seine Liebe und auf seine Nähe geht. 2. O wer fasset ihre Würde, die bei dieses Leibes Bürde im Verborgnen schon sie schmückt' Alle Himmel find zu wenig für die Seele, der ihr König solches Siegel aufgedrückt. 3. Wenn die Seraphim mit Schrecken sich vor seinem Glanz bedecken, spiegelt sich sein Ange ficht in der Seele, die ihn kennet und von seiner Liebe brennet, hier schon mit enthülltem Licht. 4. Nach Jehovas höchsten Ebnichts, das herrlicher, geschaut, ren wird in allen Himmelschören als ein Herz, das er erlesen, und mit dem das höchste Wesen sich zu einem Geist vertraut. 5. Drum wer wollte sonst was lieben und sich nicht beständig üben, dieses Königs Freund zu sein? Muß man gleich dabei was leiden, sich von allen Dingen scheiden, bringts ein Tag doch wieder ein. 6. Schenke, Herr, auf meine Bitte mir ein göttliches Gemüte, einen königlichen Geist, mich als dir verlobt zu tragen, allem freudig abzusagen, was nur Welt und irdisch heißt. 7. So will ich mich selbst nicht achten, sollte gleich der Leib verschmachten, bleib ich Jesu doch getreu. Sollt ich keinen Trost erblicken, will ich mich damit er quicken, daß ich meines Jesu sei. 8. Ohne Fühlen will ich trauen, bis die Zeit kommt, ihn zu schauen, und vorbei die letzte Nacht, da mein Geist zum obern Leben aus der Tiefe darf entschweben und nach seinem Bild erwacht. Nach Christian Friedrich Richter ( aus Knapps Liederschap), geb. 1676,+ 1711. Jesuslieder. Mel. Meinen Jefum laß ich 20. 291. Peele, was ermüdst du dich in den Dingen dieser Erden, die doch bald verzehren sich und zu Staub und Äsche werden? Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, laß ihn sich zu Gott aufschwingen, richt ihn stets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad eindringen. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 3. Du verlangst oft süße Ruh, dein betrübtes Herz zu laben; eil der Lebensquelle zu, da kannst du sie reichlich haben. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 169 8. Schwinge dich fein oft im Geist über alle Himmelshöhen; laß, was dich zur Erde reißt, weit von dir entfernet ſtehen. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 9. Nabe dich dem lautern Strom, der vom Thron des Lammes fließet und auf die, so keusch und fromm, sich in reichem Maß ergießet. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 10. Laß dir seine Majestät immerdar vor Augen schweben; laß mit brünstigem Gebet fich dein Herz zu ihn erheben. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 4. Fliebe die unselge Pein, die das finstre Reich gebieret; laß nur den dein Labsal sein, der zur Glaubensfreude führet. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 11. Sei im übrigen ganz still, du wirst schon zum Ziel gelangen; glaube, daß sein Liebeswill stillen werde dein Verlangen. Drum such Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. Jakob Gabriel Wolf, geb. 1684,+ 1754. Mel. Mein Freund zerschmelzt zc. 5. Geh einfältig stets einber, laß dir nichts das Ziel verrücken; 292. Wie herrlich ists, ein Gott wird aus dem Liebesmeer dich, den Kranken, wohl erquicken. Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 6. Weißt du nicht, daß diese Welt ein ganz ander Wesen beget, als dem Höchsten wohlgefällt, und dein Ursprung dir vorleget? Suche Jesum und sein Licht; alles andre hilft dir nicht. 7. Du bist ja ein Hauch aus Gott und aus seinem Geist geboren; bleib nicht liegen in dem Tod! Bist du nicht zum Reich erforen? Suche Jesum und sein Licht; alles andre bilft dir nicht. Schäflein Christi werden und in der Huld des treuſten Hirten stehn! Kein höhrer Stand iſt auf der ganzen Erden, als unverrückt dem Heiland nachzugehn. Was alle Welt nicht geben kann, das trifft ein solches Schaf bei ſeinem Hirten an. 2. Hier findet es die angenehmsten Auen, hier wird ihm stets ein frischer Quell entdeckt; kein Auge kann die Gnade überschauen, die es allhier in reicher Menge schmeckt; hier wird ein Leben mitgeteilt, das unaufhörlich ist und nie vorübereilt. 170 3. Wie läßt sichs da so froh und rubig sterben, wenn hier das Schaf im Schoß des Hirten liegt! Es darf sich nicht vor Höll und Tod entfärben, sein treuer Hirt bat Höll und Tod besiegt. Büßt gleich der Leib die Regung ein, so wird die Seele doch kein Raub des Moders sein. Jesuslieder. 4. Das Schäflein bleibt in seines Hirten Händen, wenn gleich vor Zorn der ganze Abgrund schnaubt; es wird es ihm fein wilder Wolf entwenden, weil der allmächtig ist, an den es glaubt. Es kommt nicht um in wigkeit, und wird im Todesthal von Furcht und Fall befreit. 5. Wer leben will und gute Tage sehen, der mache ich zu dieses Hirten Stab; bier wird sein Fuß auf süßer Weide gehen, da ihm die Welt vorhin nur Treber gab. Hier wird nichts Gutes je vermißt, dieweil der Hirt ein Herr der Schäße Gottes ist. 6. Doch dies ist nur der Vorschmack größrer Freuden; es folget noch die lange Ewigkeit; da wird das Lamm die Seinen herrlich weiden, wo der krystallne Strom das Wasser beut. Da sie het man erst klar und frei, wie schön und auserwählt ein Schäflein Jesu sei. 30h. Jat. Rambach, geb. 1693, † 1795, Mel. Wie wohl ist mir 2c. 293. Ich will dich immer treuer lieben, mein Heiland, gib mir Kraft dazu. Die Welt hat mich lang umgetrieben; nun schenkst du mir die wabre Rub: die Rub, mit der nichts zu vergleichen, der alle Königskronen weichen, die uns den Himmel offen zeigt. Ach, daß ich ganz in Lieb zerflöße vor deiner Liebe Wundergröße, die alles Wissen übersteigt. 2. Wie freundlich bast du mich gezogen, wie ging mir dein Gr barmen nach! Ich flobe dich und griff betrogen nach Herzeleid und Ungemach; du aber nahmst obn mein Verlangen in deiner Liebe mich gefangen und wecktest meinen toten Sinn. Nimm, Seelenfreund, für diese Treue mein ganzes Herz, das ich dir weibe; entreiß mirs doch und nimms dir hin. 3. Jch bange nicht an deinen Gaben, dich, Jesu, such ich ganz allein; sollt ich nichts zu genießen haben, ich will auch so zufrieden sein. Vertausch den Trieb nach Süßigkeiten mit der Begierde, still zu leiden, und mach in allem mich getreu. Nimm hin mein Wollen, Denken, Richten, mein eignes Laufen, Wirken, Dichten, daß nichts denn du mehr übrig ſei. 4. Mir ist am seligsten geraten, wenn ich aus eigner Wabl nichts thu; ein andrer sinn auf große Thaten; mein Geist er blicket eine Ruh, worin er leidend das vollführet, was von des Gei stes Trieben rühret, und das heißt recht in Gott gethan. O mischte sich doch in mein Lieben nichts mehr von meinen eignen Trieben, so fing ich recht zu lieben an. 5. Getreuer Jeju, ſoll ich bos fen, daß meine Liebe treuer werd? Ach ja, dein Herze steht noch offen dem, welcher ernstlich Hilf be 171 Gesichte, wird es in dem Herzen lichte, alles Gitle wird zunichte, und die Liebe glübet auf. 9. Milder Jeju, laß mirs glücken, laß mich deine Füll erquicken, laß mich dich im Geist erblicken, Herr, in deiner Glorie. 10. Wo ich lebe auf der Erde, such ich dich, vo Hirt der Herde, fröblich, wenn ich finden werde, Jesuslieder. gehrt. Ich flieh zum Reichtum deiner Güte, durchleucht mein finsteres Gemüte, daß ich, was du nicht selber bist, erkenn und haß und dämpf und töte; so schau ich nach der Morgenröte, wie bell die Sonne selber ist. 3. Adam Flessa, geb. 1694,+ 1776. Mel. Den die Hirten lobten 2c. 294. Jesu, deiner zu geden- selig, wenn ich dich erbalt. ken, kann dem Herzen Freude schenken; doch mit welchen Himmelstränken labt uns deine Gegenwart! 2. Lieblicher hat nichts geklungen, holder ist noch nichts gesungen, sanfter nichts ins Herz gedrungen, als: Mein Jesus, Gottes Sohn! 3. Tröstlich, wenn man reuig stehet, berzlich, wenn man vor dir flehet, lieblich, wenn man zu dir gehet, unaussprechlich, du da. wenn 4. Du erquickit das Herz von innen, Lebensquell und Licht der Sinnen! Freude muß vor dir zerrinnen; niemand sebnt fich gnug nach dir. 5. Schweigt, ihr ungeübten Zungen! Welches Lied hat ihn besungen? Niemand weiß, als ders errungen, was die Liebe Ghristi sei. 6. Mit Maria will ich flehen; ich will früb zum Grabe geben und ihm nach dem Herzen seben mit den Augen des Gemüts. 11. König, würdig aller Kränze, Quell der Klarheit ohne Grenze, komm der Seele näher, glänze, bleib du, längst Erwarteter! 12. Jeju, Glorie der Zeiten, gehst du? Ich will dich begleiten; bleibt mein Herz nur dir zur Seiten, o so raubt dich niemand mir. 7. Jesu, wunderbarer König, dem die Völker unterthänig; alles ist vor dir zu wenig, du allein bist liebenswert. 8. Wenn du uns trittst vors 13. Himmelsbürger, kommt gezogen, öffnet eurer Thore Bogen, rust, von Freuden überwogen: Holder König, sei gegrüßt! 14. Brunnen der Barmherzigfeiten, Licht der unumschränkten Weiten, treibe weg die Dunkelbeiten, gib uns deiner Klarheit Blick. 15. Dich erhöhn des Himmels Heere, dich befingen unsre Chöre; du bist unsre Macht und Ehre; du hast uns mit Gott versöhnt. 16. Jesus herrscht in großen Frieden; er bewahrt sein Volk bienieden, daß es von ihm ungeschieden, fröhlich ihn erwarten kann. 17. Jesus ist zum Vater gangen, bat den vorgen Glanz empfangen; aber meines Geists Verlangen ist ihm dorthin nachgeeilt. 18. Jejus, den wir jetzt mit Loben und mit Psalmen boch erhoben, Jesus hat aus Gnaden 172 Jejuslieder. droben Friedensstätten uns bestellt. 6. Seid getreu, ihr Herzen, bei des Kreuzes Schmerzen bis an euer End! Jesus wird euch trösten, wenn er den Erlösten ihr Gefängnis wendt. Nach dem Nu folgt eine Ruh; Gott wird lassen nach dem Weinen euch die Sonne scheinen. Nit. Ludwig, Graf von Zinzendorf ( nach Bernhard v. Clairvaux), geb. 1700,+1760. Mel. Jeju, meine Freude zc. 295. Jesus ist mein Leben, dem ich mich ergeben fest bis in den Tod; er ist meine Sonne, meine Freud und Wonne in der größten Not. Leid ich gleich in seinem Reich, so werd ich mit ihm regieren und dort triumphieren. 7. Nun, Herr Jesu, stärke, die des Satans Werke und das Reic der Welt in sich lassen stören und sich zu dir kehren, sei ihr starker Held, sei ihr Schuß und starker Truß. Truß im Leben und im Sterben, bis sie alles erben. 2. Die mit Jefu leiden, werden mit ihm weiden in dem Sternenfeld; die mit Jesu sterben, werden mit ihm erben, wo ihr Reich bestellt. Ihre Kron und SiegesSamuel Friedrich Lins, nm 1700. Mel. Was Gott thut zc. lohn find, wo Gott die Engel 296. Dich, Jeſum, laß ich loben, sicher aufgehoben. 3. Die mit Thränen säen, wenn die Winde wehen, die der Feind erweckt, werden dort mit Freuden ernten nach dem Leiden. wo kein Feind mehr schreckt. Nach der Müb, die sie allhie dulden, wird sie Gott ergößen mit des Himmels Schätzen. ewig nicht; dir bleibt mein Herz ergeben. Du kennst dies Herz, das redlich spricht: Nur Einem will ich leben! Du, du allein, du sollst es sein; du sollst mein Trost auf Erden, mein Glück im Himmel werden. 4. O ihr frommen Seelen, die ihr euch mit Quälen bringet durch die Welt; die ihr öfters weinet, wenn kein Trost erscheinet, wenn euch Kreuz befällt; denket doch bei diesem Joch an die Kron in jenem Leben, die euch Gott wird geben. 5. Wenn die Sünden kränken, so laßt uns bedenken, daß nach Gottes Rat Jesus Straf erduldet, und was wir verschuldet, ausgestanden hat. Kämpfen wir mit ihm allhier, so wird er uns helfen kämpfen und die Sünde dämpfen. 2. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; ich halte dich im Glauben. nichts kann mir meine Zuversicht und deine Gnade rauben. Der Glaubensbund hat festen Grund: Die deiner sich nicht schämen, die kann dir niemand nehmen. 3. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; aus göttlichem Erbarmen gingst du für Sünder ins Gericht und büßtest für mich Armen. Aus Dankbarkeit will ich erfreut um deines Leidens Willen die Pflicht der Treu erfüllen. 4. Dich Jesum, laß ich ewig nicht; du stärkest mich von oben. Auf dich steht meine Zuversicht, wann meine Feinde toben. Ich Gott der heilige Geist. flieh zu dir; du eilst zu mir; wann mich die Feinde hassen, wirst du mich nicht verlassen. 5. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; das Kreuz soll uns nicht scheiden. Es bleibet jedes Gliedes Pflicht, mit seinem Haupt zu leiden. Doch all mein Leid währt kurze Zeit; bald ist es überstanden, und Ruh ist dann vorhanden. 173 6. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht, nie soll mein Glaube wanken; und wann des Leibes Hütte bricht, sterb ich mit dem Gedanken: Mein Freund ist mein, und ich bin sein; er ist mein Schuß, mein Tröster, und ich bin ſein Erlöster. Gott der heilige Geist. Mel. Kommt her zu mir 2c. 297. Gott Vater, sende dei nen Geist, den uns dein Sohn erbitten heißt, aus deines Himmels Höhen! Wir bitten, wie er uns gelehrt; laß uns doch ja nicht unerhört von deinem Throne gehen. 2. Kein Menschenkind hier auf der Erd ist dieser edlen Gabe wert; bei uns ist kein Verdienen; hier gilt gar nichts als Lieb und Gnad, die Christus uns verdienet hat mit Büßen und Verfühnen. 3. Es jammert deinen Baterfinn der große Jammer, da wir hin durch Adams Fall gefallen; durch dieses Fallen ist die Macht des bösen Geistes leider! bracht auf ihn und auf uns allen. 4. Wir halten, Herr, an unserm Heil und find gewiß, daß wir dein Teil in Christo werden bleiben, die wir durch seinen Tod und Blut des Himmels Erb und höchstes Gut zu haben treulich gläuben. Ehrenfried Liebich, geb. 1713,+ 1780 stes Stärk; in uns ist kein Vermögen. Wie bald wird unser Glaub und Treu, Herr, wo du uns nicht stündest bei, sich in die Asche legen! 5. Und das ist auch ein Gnadenwerk und deines heilgen Gei6. Dein Geist hält unsers Glaubens Licht, wenn alle Welt darwider ficht mit Sturm und vielen Waffen; und wenn auch gleich der Fürst der Welt selbst wider uns fich legt ins Feld, so kann er doch nichts schaffen. 7. Wo Gottes Geist ist, da ist Sieg; wo dieser hilft, da wird der Krieg gewißlich wohl ablaufen. Was ist doch Satans Reich und Stand? Wenn Gott, der Herr, erhebt die Hand, liegt alles schon bei Haufen. 8. Er reißt der Höllen Band entzwei; er tröst und macht das Herze frei von allem, was uns kränket. Wenn uns des Unglücks Wetter schreckt, so ist ers, der uns schützt und deckt viel besser, als man denket. 9. Er macht das bittre Kreuze süß, ist unser Licht in Finsternis, führt uns als seine Schafe, hält Gott der heilige Geist. 174 über uns sein Schild und macht, daß seine Herd in tiefer Nacht mit Fried und Ruhe schlafe. 10. Der Geist, den Gott vom Himmel gibt, der leitet alles, was ihn liebt, auf woblgebahnten Wegen. Er setzt und richtet unsern Fuß, daß er nicht anders treten muß, als wo man findet Segen. 11. Er macht geschickt und rüstet aus die Diener, die des Herren Haus in diesem Leben bauen; er ziert ihr Herz, Mut und Verstand, läßt ihnen, was uns unbekannt, zu unserm Besten schauen. 12. Gr öffnet unsers Herzens Thor, wann sie sein Wort in unser Ohr als edlen Samen streuen; er gibet Kraft demselben Wort, und wenn es fället, bringt ers fort und lässets wohl gedeihen. 13. Gr lehret uns die Furcht des Herrn, liebt Reinigkeit und wobnet gern in frommen, keuschen Seelen. Was niedrig ist, was Tugend ehrt, was Buße thut und sich bekehrt, das pflegt er zu er= wählen. 14. Er ist und bleibet stets getreu und steht uns auch im Tode bei, wenn alle Ding absteben; er lindert unsre legte Qual, läßt uns hindurch zum Himmelssaal getrost und fröhlich gehen. 15. selig, wer in dieser Welt läßt diesem Gaste Haus und Zelt in seiner Seel aufschlagen. Wer ihn aufnimmt in dieser Zeit, den wird er dort zur ewgen Freud in Gottes Hütte tragen. 16. Nun, Herr und Vater aller Güt, hör unsern Wunsch, geuß ins Gemüt uns allen diese Gabe. Gib deiner Geist, der uns allhier regiere und dort für und für im ewgen Leben labe. Paul Gerhardt, geb. 1607,+ 1676. Mel. Herr Jesu Chrift, meins 2c. 298.& rneure mich, o ewges Licht, und laß von deinem Ange sicht mein Herz und Seel mit deinem Schein durchleuchtet und erfüllet sein. 2. Grtöt in mir die schnöde Lust, feg aus den alten Sündenwust; ach, rüst mich aus mit Kraft und Mut, zu streiten wider Fleisch und Blut. 3. Schaff in mir, Herr, den neuen Geist, der dir mit Lust Gehorsam leist und nichts sonst, als was du willst, will. Ach Herr, mit ihm mein Herz erfüll. 4. Auf dich laß meine Sinnen gehn, laß fie nach dem, was droben, stehn, bis ich dich schau, o ewges Licht, von Angesicht zu Angesicht. Joh. Friedr. Ruopp,+ 1708. Mel. Jesu, der du meine Seele 2c. 299. Ge eist vom Vater und vom Sohne, gleicher Majestät und Kraft in dem höchsten Himmelsthrone, gieße neuen Lebenssaft in mein Herz, Seel und Gemüte, daß der Reichtum deiner Güte und die Stärke deiner Hand an mir Schwachen werd erkannt. 2. Komm, erleuchte meine Sinne; komm, durchstrahle den Verstand, daß die Finsternis zer= rinne und nicht nehme überband. Öffne meiner Seelen Augen, daß sie zu erkennen taugen der Geheimnis tiefen Grund, die uns lebret Christi Mund. Gott der heilige Geist. 175 3. Niemand ohne dich ver- leite mich durch deine Güte, daß früret reiner Gottesliebe Brunst; mein Geist, Seel und Gemüte wen nicht deine Gnade rühret, lobe dich in süßem Ton samt den bethöret eitler Dunst. Komm, dem Vater und dem Sohn! ach komm, mein Herz entzünde, daß ich nichts in mir empfinde, als der Liebe beiße Glut, die allein in Jesu ruht. Gottfried Hoffmann, geb. 1658,+ 1712. 4 Laß mich alles Gitle baſſen, da die Welt sich drin verliebt, und mit Liebesarmen fassen, dem fich Seel und Geist ergibt, Jeſum, den die keuschen Seelen sich für ihren Schaß erwählen, daß ich dessen ganz allein und zu eigen möge sein. 5. Ach, der Unflat meiner Sünden ist dir mehr als mir bewußt. Du allein, Herr, kannst ergründen, wie die angeborne Lust, die von Adam ist ererbet, Leib und Seele hat verderbet; drum so steure Fleisch und Blut, das sonst nichts als Böses thut. 6. Gib mir Kraft zu widerstehen, wenn die böse Luft sich regt. Laß es nimmermehr geschehen, daß ich werde gar erlegt; steh mir in dem Kampf zur Seiten, hilf mir ritterlich bestreiten diesen Feind, der in mir wohnt und mit Tod und Hölle lohnt. Mel. Freu dich sehr, o 2c. 300. Edler Geist im Himmelstbrone, Gines Wesens, Giner Kraft mit Gott Vater und dem Sohne, schwacher Seelen Lebenssaft: ach, ergieße deine Treu in mein Herz und mach es neu, daß Gott selbst mit seiner Gabe Lust, in mir zu wohnen, babe. 7. Du bist heilig, laß mich werden rein und heilig immer mehr; töt die Glieder, die auf Grden widerstreben deiner( br. Laß mich in dem neuen Leben wachsen und dahin bestreben, daß die Seel mit Gottes Bild auf ein neues werd erfüllt. 2. Du bist Gottes starker Finger, der der Sünden Macht zerbricht, Satans mächtiger Bezwinger, meiner Seelen helles Licht; fehrest du nur bei mir ein, ach, so wird mein Herze rein und auch schon auf dieser Erden eine Wohnung Gottes werden. 3. Geist der Weisheit, komm und leite mich zum rechten Weisbeitsquell, geb und stebe mir zur Seite, mach mein finstres Herze hell; Himmelsglanz es ganz durchleucht, daß es Gottes Sinn erreicht, bis ich nach den Trauerstunden jene Seligkeit gefunden. 4. Geist des Trostes, in dem Leiden steb mir allzeit kräftig bei; wenn die besten Freunde scheiden, bleib du mir beständig treu; gib mir ein gelassen Herz, daß ich in dem größten Schmerz, Trost der Seelen bei dir finde und mich stets mit dir verbinde. 8. Endlich, wenn ich soll durchs Leiden meinem Heiland folgen nach und zu meines Herren Freuden gehen durch viel Ungemach: 5. Geist des Rats, wie oft verschwindet Rat und That in Angst und Not! Wenn mein 176 Wort Herz nicht Hilfe findet, wenn ich leide, wenn der Tod Herz und Augen niederdrückt, wenn ich traurig und gebückt und vor Jammer muß vergehen, ach, so bleib du bei mir stehen. 6. Geist der Freuden, mein Gemüte suchet an dir seine Lust. Schmeckt mein Herz nur deine Güte, so verlachet meine Brust, was die Welt für Luft erdenkt; Weltlust nur die Seele kränkt; Psalm 12. Eigne Melodie. 301. Ach, Gott vom Himmel, sich darein und laß dich des erbarmen! Wie wenig sind der Heilgen dein, verlassen sind wir Armen. Dein Wort man läßt nicht haben wahr; der Glaub ist auch verloschen gar bei allen Menschenfindern. Wort Gottes. 2. Sie lehren eitel falsche List, was eigen Wiß erfindet; ihr Herz nicht Eines Sinnes ist in Got tes Wort gegründet. Der wählet dies, der ander das; fie trennen uns ohn alle Maß und gleißen schön von außen. Gottes. rechte Freude muß den Frommen einzig von Gott selber kommen. 3. Gott woll ausrotten alle Lahr, die falschen Schein uns lehren; dazu ihr Zung stolz offenbar spricht: Trog! wer wills uns wehren? Wir haben Recht und Macht allein; was wir sehen, das gilt gemein; wer ist, der uns soll meistern? 4. Darum spricht Gott: Ich 7. Geist des Betens, lehr mich beten: Abba, Vater in der Höb! Treibe mich, vor Gott zu treten, und gib, wenn ich vor ihm steh, daß mein Bitten kräftig sei; steb mir stets mit Seufzen bei, sprich in mir in Gottes Namen nach dem Flehn ein kräftig Amen! Johann Gottfried Hermann, geb. 1707, † 1791. muß auf sein; die Armen sind verstöret; ihr Seufzen dringt zu mir herein; ich hab ihr Klag erhöret. Mein heilsam Wort soll auf den Plan, getrost und frisch fie greifen an und sein die Kraft der Armen. 5. Das Silber, durchs Feur siebenmal bewährt, wird lauter funden; an Gottes Wort man warten soll desgleichen alle Stunden. Es will durchs Kreuz bewähret sein, da wird sein Kraft erkannt und Schein, und leucht stark in die Lande. 6. Das wollst du, Gott, bewahren rein vor diesem argen Gschlechte, und laß uns dir befohlen sein, daß sichs in uns nicht flechte! Der gottlos Hauf sich umher findt, wo diese lose Leute find in deinem Volk erhaben. Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. Eigne Melodie. 302. Dies sind die heilgen zehn Gebot, die uns gab unser Wort Gottes. Herre Gott durch Mosen, seinen Diener treu, hoch auf dem Berg Sinai. Kyrie eleison! 2. Ich bin allein dein Gott, der Herr; fein Götter sollt du haben mehr; du sollt mir ganz vertrauen dich, von Herzensgrund lieben mich. Kyrie eleison! 3. Du sollt nicht führen zu llnehrn den Namen Gottes, deines Herrn; du sollt nicht vreisen recht noch gut, ohn was Gott selbst redt und thut. Kyrie eleison! 4. Du sollt beilgen den siebten Tag, daß du und dein Haus ruhen mag; du sollt von deim Thun lassen ab, daß Gott sein Werk in dir bab. Kyrie eleison! 5. Du sollt ebrn und geborsam ſein dem Vater und der Mutter dein, und wo dein Hand ihn'n dienen kann, so wirst du langs Leben han. Kyrie eleison! 6. Du sollt nicht töten zorniglich, nicht bassen noch selbst rächen dich; Geduld haben und sanften Mut und auch dem Feind thun das Gut. Kyrie eleison! 7. Dein( b jollt du bewahren rein, daß auch dein Herz kein andre mein, und balten keusch das Leben dein, mit Zucht und Mäßigkeit fein. Kyrie eleison! 8. Du sollt nicht stehlen Geld noch Gut, nicht wuchern jemands Schweiß und Blut; du sollt aufthun dein milde Hand den Armen in deinem Land. Kyrie eleison! 9. Du sollt kein falscher Zeuge ſein, nicht lügen auf den Nächsten dein; sein Unschuld sollt auch retten du und seine Schand decken zu. Kyrie eleison! 10. Du sollt deins Nächsten 177 Weib und Haus begehren nicht, noch etwas draus; du sollt ibm wünschen alles Gut, wie dir dein Herz selber tbut. Kyrie eleison! 11. Die Gebot all uns geben sind, daß du dein Sünd, o Menschenkind, erkennen sollt und lernen wohl, wie man vor Gott leben soll. Kyrie eleison! 12. Das belf uns der Herr Jesus Christ, der unser Mittler worden ist; es ist mit unserm Thun verlorn, verdienen doch eitel Zorn. Kyrie eleison! Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. Eigne Melodie. 303. Herre Gott, dein göttlich Wort ist lang verdunkelt blieben, bis durch dein Gnad uns ist gesagt, was Paulus bat geschrieben und andere Apostel mehr aus deim göttlichen Munde. Das danken dir mit Fleiß, daß wir erlebet hab'n die Stunde, 2. Daß es mit Macht an Tag ist bracht, wie klärlich ist vor Augen. Ach Gott, mein Herr, erbarm dich der, die dich noch jetzt verleugnen und achten sehr auf Menschenlebr, darin fie doch verderben. Deins Worts Verstand mach ibn'n bekannt, daß sie nicht ewig sterben. 3. Hilf, Herre Gott, in diefer Not, daß sich die auch bekehren, die nichts betrachtn, dein Wort verachtn und wollens auch nicht lehren. Sie sprechen schlecht, es sei nicht recht, und babens nie gelesen, auch nie gehört das edle Wort; ists nicht ein teuflisch Wesen? 4. Ich glaub g'wiß gar, daß es sei wahr, was Paulus uns 12 Wort Gottes. 178 thut schreiben. Eh muß geschehn. daß alls vergeb, dein göttlich Wort soll bleiben in Ewigkeit, wär es auch leid viel hart verstockten Her zen; kehrn sie nicht um, werdn sie darum leiden gar große Schmerzen. 5. Gott ist mein Herr! so bin ich der, dem sterben kommt zu gute. Dadurch uns hast aus aller Last erlöst mit deinem Blute. Das dank ich dir, drum wirst du mir nach dein'r Verheißung geben, was ich dich bitt; versag mirs nit im Tod und auch im Leben. 6. Herr, ich hoff je, du werdeit die in keiner Not verlassen, die dein Wort recht als treue Knecht im Herz und Glauben fassen. Gibst ihn'n bereit die Seligkeit, und läßt sie nicht verderben. O Herr, durch dich, bitt ich, laß mich fröhlich und willig sterben. Paul Speratus(?), geb. 1484,+ 1551. Mel. Es spricht der Unweisen 2c. 304. Wir Menschen sind zu dem, o Gott, was geistlich ist, untüchtig; dein Wesen, Wille und Gebot ist viel zu hoch und wichtig; wir wissens und verstehens nicht, wo uns dein göttlich Wort und Licht den Weg zu dir nicht weiset. 2. Drum sind vor Zeiten ausgesandt Propheten, deine Knechte, daß durch sie würde wohlbekannt dein Will und deine Rechte; zum legten ist dein lieber Sohn, o Vater, von des Himmels Thron selbst kommen, uns zu lehren. 3. Für solches Heil, Herr, sei gepreist; laß uns dabei verbleiben und gib uns deinen guten Geist, daß wir dem Worte gläuben, dasselb annehmen jederzeit mit Sanftmut, Ehre, Lieb und Freud als Gottes, nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der losen Spötter Hauf uns nicht vom Wort abwende; denn ihr Gespött samt ihnen drauf mit Schrecken nimmt ein Ende. Gib du selbst deinem Donner Kraft, daß deine Lehre in uns haft, auch reichlich bei uns wohne. 5. Öffn uns die Ohren und das Herz, daß wir das Wort recht fassen, in Lieb und Leid, in Freud und Schmerz es aus der Acht nicht lassen; daß wir nicht Hörer nur allein des Wortes, sondern Thiter sein, Frucht hundertfältig bringen. 6. Am Wege wird der Same fort vom Teufel hingenommen; in Fels und Steinen kann das Wort die Wurzel nicht bekommen; der Same, so in Dornen fällt, von Sorg und Wollust dieser Welt verdirbet und ersticket. 7. Ach hilf, Herr, daß wir werden gleich allhie dem guten Lande, und sein an guten Werken reich in unserm Amt und Stande, viel Früchte bringen in Geduld, be wahren deine Lehr und Huld in feinem, gutem Herzen. 8. Laß uns, dieweil wir leben hier, den Weg der Sünder meis den; gib, daß wir halten fest an dir in Anfechtung und Leiden. Rott aus die Dornen allzumal, hilf uns die Weltsorg überall und böse Lüste dämpfen. 9. Dein Wort, o Herr, laß allweg sein die Leuchte unsern Füßen; erhalt es bei uns klar und rein; hilf, daß wir draus genießen Kraft, Rat und Trost in aller Wort Not, daß wir im Leben und im Tod beständig darauf trauen. 10. Gott Vater, laß zu deiner Ehr dein Wort sich weit ausbreiten. Hilf, Jesu, daß uns deine Lehr erleuchten mög und leiten. Dheilger Geist, dein göttlich Wort laß in uns wirken fort und fort Glaub, Lieb, Geduld und Hoffnung. Gottes. 179 fannt, wie man soll willig sterben, und wie zugleich das Himmelreich durch Christum zu ererben. 5. Nun, Herr, erhalt dein beilges Wort, laß uns sein Kraft empfinden; den Feinden steur an allem Ort, zeuch uns zurück von Sünden, so wollen wir dir für und für von ganzem Herzen danken. Herr, unser Hort, laß uns dein Wort fest halten und nicht wanken. David Denice, geb. 1603,+ 1680. Mel. O Herre Gott, dein 2c. 305. Herr Zebaoth, dein heilges Wort, das du uns hast gegeben, daß wir darnach an allem Ort solln richten Lehr und Leben, ist worden fund aus deinem Mund und in der Schrift beschrieben rein, schlecht und recht, durch deine Knecht, vom heilgen Geist getrieben. 2. Dies Wort, das jetzt in Schriften steht, ist fest und unbeweglich; zwar Erd und Himmel untergeht, doch Gottes Wort bleibt ewig; kein Höll, kein Plag, noch jüngster Tag vermag es zu vernichten; drum denen soll sein ewig wohl, die sich darnach recht richten. 3. Es ist vollkommen, bell und klar, die Richtschnur reiner Lehre; es zeigt uns auch ganz offenbar Gott, seinen Dienst und Ehre, und wie man soll hie leben wohl, Lieb, Hoffnung, Glauben üben; drum fort und fort wir dieses Wort von Herzen sollen lieben. 4. Im Kreuz gibts Luft, in Traurigkeit zeigt es die Freudenquelle; den Sünder, dem die Sünd ist leid, entreißt es aus der Hölle, gibt Trost an Hand und macht beChriftian Knorr von Rosenroth(?), geb. 1636, † 1689. Mel. Herzlich thut mic 2C. 306. Wohl dem, der Jeſum liebet und dessen Himmelswort, der wird niemals betrübet vons Teufels Höllenmord. Wo Jesus sich befindet, da stehet alles wohl; wer sich auf Jesum gründet, der lebet lebensvoll. 2. Bist du vielleicht verirret vom rechten Lebensport, hat dich die Welt verwirret: komm, hier ist Gottes Wort; dies wird dir klärlich weisen die rechte Tugendbahn, darauf du müssest reisen, wenn du willst himmelan. 3. Bist du vielleicht betrübet, ja wirst du fort und fort in Kreuz und Not geübet: komm, hier ist Gottes Wort; dies wird dich schon erquicken, daß, wenn gleich Höll und Welt dich wollten unterdrücken, du doch behältst das Feld. 4. Hast du dich lassen blenden, so daß bald hier, bald dort du tappest an den Wänden: komm, hier ist Gottes Wort; dies machet, daß die Blinden sich zu dem rechten Steg hinwieder können sinden von ihrem Irreweg. 12* Wert Gottes. 180 5. Wirst du gleich auch geführet durch den stockfinstern Ort, da sonst der Tod regieret: komm, bier ist Gottes Wort; dies ist der Stab und Stecken, mit diesem kannst du dich vors Teufels List und Schrecken beschützen mächtiglich. 6. Hilf, Jesu, daß ich liebe dein seligmachend Wort, daß ich mich stets drin übe; bilf, liebster Seelenbort, daß ichs in meinem Herzen bewahr durch deine Huld, damit in Kreuzes Schmerzen es Frucht trag in Geduld. Anna Sophia, Landgräfin von Hessen, geb. 1638,+ 1683. Mel. Zeuch meinen Geift 2c. 307. ollt ich aus Furcht vor Menschenkindern des Geistes Trieb in mir verhindern und nicht, bei so viel Heuchelschein, ein treuer Zeuge Gottes sein? 2. Sollt ich des Höchsten Wort verschweigen und nicht dem Hause Jakob zeigen, wie schändlich sichs vor Gott verstellt, darum, weils Menschen nicht gefällt? 3. Sollt ich den falschen Ghristen heucheln und der gottlosen Rotte schmeicheln um eine Hand voll zeitlich Korn, und zu entgehn der Menschen Zorn? 4. Sollt ich die Bösen selig preisen, die weder Licht noch Glauben weisen, um deren Gunst und Liebesroind, die doch nur Feinde Gottes sind? 5. Wer sind sie denn, die mich verlassen und mich als ein Fegopfer bassen? Wer sind sie, die so zorniglich ihr Herz verbittern wider mich? 6. Gs sind nur Menschen, die mit Sünden und losen Stricken sich verbinden, ein Nichts, ein Gras, ein schnödes Heu, ein Dampf und leicht verwehte Spreu. 7. So hoch sie sind in ihren Sinnen, so werden sie doch endlich innen, daß all ihr Thun zur Hölle fährt und nur auf kurze Zeit bie währt. 8. Wer bin ich denn, den sie verschmähen? Jsts denn auf mich nur angesehen? Ist Gott nicht, der mich reden heißt, und treibt mich nicht sein werter Geist? 9. Wes ist das Amt, das ich hier trage? Wer forderts, daß ichs ibnen sage? Jsts nicht des großen Gottes Mund, der thut durch mich sich ihnen fund? 10. Gi, sollt mein Gott mich nicht auch schützen, wenn sie mit Wüten auf mich bligen? Sollt dessen Huld in aller Pein mir nicht ein süßes Labsal ſein? 11. Du kennst mich ja, du Menschenbüter, daß mirs nicht um die schnöden Güter zu thun, noch um die Gunst der Welt, die manchen so gefangen hält. 12. Die Liebe Ghrifti, die mich dringet, die ists, die mich im .Geiste zwinget, mit Rufen, Locken, Bitten, Flehn der Menschen Seelen nachzugehn. 13. Darüber will ich gerne leiden, kein Kreuz noch Spott der Bösen meiden; sei du mir nur bei Hohn und Spott nicht schrecklich, du getreuer Gott! 14. Ich weiß, dein Wort wird endlich siegen, das finstre Reich muß unterliegen; den Sieg wird man in furzem sebn, sollts auch durch Mätrerblut geschehn. Wort Gottes. 15. Ach, stärke du mich doch, mein Retter, damit auch unter Sturm und Wetter mein Zeugnis fest und freudig sei. Es ist gewagt! Gott steb mir bei! Joh. Jos. Winckler, geb. 1670, † 1722. Mel. O Durchbrecher aller 2c. 308. Herr, dein Wort, die edle Gabe, diesen Schatz erhalte mir; denn ich zieh es aller Habe und dem größten Reichtum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn? Mir ists nicht um tausend Welten, aber um dein Wort zu thun. 2. Halleluja, Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich sehn, daß ich mög in deinem Namen fest bei deinem Worte stehn! Laß mich eifrig sein beslissen, dir zu dienen früh und spat und zugleich zu deinen Füßen sißen, wie Maria that. 181 Zur Gwigkeit ist dieſe Zeit von dir mir übergeben. Nik. Ludwig, Graf von Zinzendorf, geb. 1700,+1760. 5. Des Ewgen Rat, die Missethat der Sünder zu verfühnen, den fennt ich nicht, wär mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. Mel. Ach, Gott und Herr 2c. 309. Gott ist mein Hort, und auf sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du verzeihst, lebrſt meinen Geist ein gläubig Abba sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weibn, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müb vermag ichs nie; dein Wort gibt mir die Kräfte. 2. Dein Wort ist wabr; laß immerdar mich seine Kräfte schmefen; laß keinen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrbeit lehrte? Gott, ohne sie verstünd ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Wert, Unsterblichkeit und Leben. 8. Herr, unser Hort, laß uns dies Wort; denn du basts uns gegeben. Es sei mein Teil, es sei mir Heil und Kraft zum ewgen Leben! Christian Fürchtegott Gellert, geb. 1715,+ 1769. Mel. Ich armer Mensch 2c. 310, Dein Wort, o Höchster, ist vollkommen; es lehrt uns unsre ganze Pflicht; es gibt dem Sünder und dem Frommen zum Leben sichern Unterricht. O selig, wer es achtsam hört, bewahrt und mit Geborjam chrt! 2. 6s leuchtet uns auf unsern Wegen, zerstreut des Irrtums Finsternis, verkündigt Gnade, Heil und Segen und machet unſer Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchster, was du bist, und was dir wohlgefällig ist. 3. Dein Wort ermuntert, dich zu lieben, lehrt, wie viel Guts du denen gibst, die dein Gebot mit Freuden üben, und wie du 182 Kirche und Reich Gottes. väterlich uns liebst. Und was, o Herr, dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr und trüget nicht. 4. Herr, deine Tröstungen sind besser, als alles Silber, Gold und Geld, ein Schaß, weit köstlicher und größer, als alle Schäße dieser Welt. Wer das thut, was dein Wort gebeut, dem ist dein Segen stets bereit. 5. Drum laß auch mich mit Lust betrachten, was mich dein Wort, v Höchster, lehrt. Laß mich darauf gehorsam achten, was dein Befehl von mir begehrt: so flie Ben Trost und Seelenruh auch mir aus deinem Worte zu. 3. A. Cramer, geb. 1723,+ 1788. ( Nach bem bayr. Gesangbuch von 1811.) Mel. Liebster Jesu, wir sind 2c. 311. err, mein Licht, erleuchte mich, daß ich dich und mich erkenne; daß ich voll Vertrauen dich meinen Gott und Vater nenne. Wahrheit lebrt dein Wort auf Erden; laß mich dadurch weise werden. 2. Lautre Wahrheit ist dein Wort; lehre mich es recht verstehen; bilf du selbst mir, immerfort deutlicher es einzusehen, was zu meinem Heil mich führet, was zu meiden mir gebühret. 3. Aber laß mich nicht allein richtig seinen Sinn verstehen; laß mich auch beslissen sein, den erkannten Weg zu gehen; sonst würd ich bei allem Wissen seinen Trost entbehren müssen. Mel. Wo Gott, der Herr, nicht zc. 312. Wär Gott nicht mit uns diese Zeit, so soll Ifrael sagen, wär Gott nicht mit uns diese Zeit, wir hätten mußt ver4. Folg ich seinem Unterricht, so werd ichs an mir erfahren, was es denen fest verspricht, die es hören und bewahren; mir auch wird es dann im Leiden eine Quelle wahrer Freuden. 5. Laß mich hier schon in der mehren. Find ich manche DunZeit dein Erkenntnis stets verfelbeit bei des Glaubens hohen Lehren: laß mich Zweifelsucht entfernen und in Demut glauben lernen. 6. Immer lenke meinen Sinn von dem Wechselglück der Erde auf den ewigen Gewinn, daß ich frei und selig werde. Was sind Güter dieser Zeiten gegen jene Herrlichkeiten? 7. Gib mir täglich neue Kraft, deinem Wort gemäß zu handeln und vor dir gewissenhaft als dein treues Kind zu wandeln, so wird einst in jenem Leben mich ein hellres Licht umgeben. Nach Heinrich Corn. Heder, geb. 1699, + 1743, von Joh. Sam. Diterich, geb. 1721,+ 1797. Kirche und Reich Gottes. zagen, die so ein armes Häuflein sind, veracht von so viel Menschenkind, die an uns seßen alle. 2. Auf uns ist so zornig ihr Sinn, wo Gott bätt das zugeben, Kirche und Reich Gottes. verschlungen hätten fie uns hin mit ganzem Leib und Leben; wir wärn als die ein Flut ersäuft, und über die groß Wasser läuft und mit Gewalt verschwemmet. 3. Gott Lob und Dank, der nicht zugab, daß ihr Schlund uns möcht fangen; wie ein Vogel des Stricks kommt ab, ist unser Seel entgangen; Strick ist entzwei, und wir sind frei; des Herren Name steht uns bei, des Gotts Himmels und Erden. Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. Eigne Melodie. 313. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort und steure deiner Feinde Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn, wollen stürzen von deinem Thron. 2. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist, beschirm dein arme Christenheit, daß sie dich lob in Ewigkeit. 183 3. Du aber selbst dein Kirch erhalt, wir sind sonst sicher, faul und falt; gib Glück und Heil zu deinem Wort, schaff, daß es schall an manchem Ort. 3. Gott, heilger Geist, du Tröster wert, gib deim Volk ein'rlei Sinn auf Erd, steh bei uns in der letzten Not, gleit uns ins Leben aus dem Tod. Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. Mel. Erhalt uns, Herr 2c. 314. Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ, weil es nun Abend worden ist; dein göttlichs Wort, das helle Licht, laß ja bei uns auslöschen nicht. 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort und wehr des Teufels Trug und Mord. Gib deiner Kirchen Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Mut und Geduld. 5. Ach Gott, es geht gar übel zu; auf dieser Erd ist keine Ruh; viel Sekten und groß Schwärmerei auf einen Haufen kommt herbei. 2. In dieser schwer'n, betrübten Zeit verleib uns, Herr, Beständigkeit, daß wir dein Wort und Sakrament rein b'balten bis an unser End. 6. Den frechen Geistern webre doch, die sich mit G'walt erheben hoch und bringen stets was Neues ber, zu fälschen deine rechte Lehr. 7. Die Lehr und Ehr, Herr Jesu Christ, nicht unser, sondern ja dein ist; darum so steh du denen bei, die bei dem Wort sich finden frei. 8. Dein Wort ist unsers Herzens Truß und deiner Kirchen starker Schuß; dabei erhalt uns, lieber Herr, daß wir nichts Bessers suchen mehr. 9. Gib, daß wir leben in deim Wort und darauf mutig fahren fort von hinnen aus dem Jammerthal zu dir in deinen Himmelssaal. Nit. Selneder, geb. 1532,+ 1592. Eigne Melodie. 315. 3ion flagt mit Angst und Schmerzen, Zion, Gottes werte Stadt, die er trägt in seinem Herzen, die er ihm erwählet hat. Ach, spricht sie, wie bat mein Gott mich verlassen in der Not, und läßt mich mit 184 Kirche und Reich Gottes. Jammer pressen! Meiner hat er ganz vergessen. 2. Der Gott, der mir hat versprochen seinen Beistand in dem Leid, der läßt sich vergebens suchen jetzt in meiner Traurigkeit. Ach, will er denn für und für grausam zürnen über mir? Kann und will er sich der Armen jetzt nicht, wie vorhin, erbarmen? 3. Zion, o du Vielgeliebte, sprach zu ihr des Herren Mund, zwar du bist jetzt die Betrübte, Seel und Geist ist dir verwundt; doch stell alles Trauern ein; wo mag eine Mutter sein, die ihr eigen Kind kann hassen und aus ihrer Sorge lassen? 4. Ja, wenn man auch sollte finden einen solchen Muttersinn, da die Liebe könnt verschwinden, so bleib ich doch, der ich bin; meine Treu bleibt gegen dir, Zion, o du meine Zier! mein Herz hast du mir besessen; deiner kann ich nicht vergessen. 5. Laß dich nicht den Satan blenden, der sonst nichts als schrecken kann; schau doch, hier in meinen Händen hab ich dich geschrieben an. Wie kann es denn anders sein? Ich muß ja gedenken dein; deine Mauern will ich bauen und dich fort und fort anschauen. 6. Du bist mir stets vor den Augen; du liegst mir in meinem Schoß, wie die Kindlein, die noch saugen; meine Treu zu dir ist groß. Dich und mich soll keine Zeit, feine Not, Gefahr noch Streit, ja die Hölle selbst nicht scheiden. Bleib getreu in allem Leiden! Johann Heermann, geb 1585, † 1647. Mel. Kommt her zu mir 2c. 316. Verzage nicht, du Häuflein klein, obschon die Feinde willens sein, dich gänzlich zu verstören, und suchen deinen Untergang, davon dir wird recht angst und bang; es wird nicht lange währen. 2. Tröste dich nur, daß deine Sach ist Gottes, dem befiehl die Rach und laß es ihn nur walten; er wird durch seinen Gideon, den er wohl weiß, dir helfen schon, dich und sein Wort erhalten. 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, muß Welt, Teufel und Höllenpfort, und was dem thut Schand und Spott. Gott ist anhangen, endlich werden zu mit uns, und wir mit Gott; den Sieg wolln wir erlangen. 3at. Fabricius, geb. 1593,+1654. ( Guftav Adolfs Schlachtgefang bei Lüzen.) Mel. Herzliebster Jesu, 2c. 317. Christe, du Beistand deiner Kreuzgemeine, eile, mit Hilf und Rettung uns erscheine; steure den Feinden, ihre Blutgerichte mache zunichte. 2. Streite doch selber für uns arme Kinder; wehre dem Teufel, seine Macht verhinder; alles, was fämpfet wider deine Glieder, stürze darnieder. 3. Friede bei Kirch und Schulen uns beschere; Friede zugleich der Obrigkeit gewähre; Friede dem Herzen, Friede dem Gewissen gib zu genießen. 4. Also wird zeitlich deine Güt erhoben; also wird ewig und ohn Ende loben dich, v du Wächter Kirche und Reich Gottes. deiner armen Herde, Himmel und Erde. Matthä. Avelles von Löwenstern, geb. 1594,+ 1648. Mel. Zion tlagt mit Angst 2c. 6. Freue dich, es kommt das Ende und der Abend schon herbei; 318. 3ion, gib dich nur zu- gib dich nur in Gottes Hände, der frieden, Gott ist noch bei dir darin; du bist nicht von ihm geschieden, er hat einen Vaterfinn. Wenn er straft, so liebt er auch, dies ist ſein geliebter Brauch: Zion, lerne dies bedenken; warum willst du dich so fränken? macht dich von allem frei. Für die Trübsal, Spott und Hohn gibt er dir die Freudenkron: Zion, Gott, dein Schuß, wird wachen und die Welt zu Schanden machen. 7 Halleluja! Deine Wonne bricht anjeßt mit Macht herfür; denn die schöne Gnadensonne, Jesus Christus, nabt zu dir, gibt dir einen Freudengruß und den rechten Friedenskuß: Zion, wo ist nun dein Klagen? Jegt kannst du von Freuden sagen. 8. Freuet euch, ihr Himmelserben, freuet euch mit Zion bier! Die vor Jammer wollten sterben, sollen leben für und für. Dort ist nicht mehr Angst und Qual in dem schönen Himmelsjaal: Zion, wer will dich nun scheiden von dem Lamm und ewgen Freuden? Joachim Pauli, geb. c. 1636. 2. Treiben dich die Meereswellen in der wilden, tiefen See, wollen sie dich gar zerschellen, mußt du rufen: Ach und Weh! schweigt dein Heiland still dazu, gleich als schlafend in der Ruh: Zion, laß dich nicht bewegen; diese Flut wird bald sich legen. 3. Berg und Felsen mögen weichen, ob sie noch so feste stehn; ja die ganze Welt desgleichen möchte gar auch untergebn; den noch bat es feine Not in dem Leben und im Tod: Zion, du kannst doch nicht wanken aus des ewgen Bundes Schranken. 4. Müssen schon allhier die Thränen oft dein Trank und Speise sein; stimmt dein Seufzen und dein Stöhnen auch in deine Lieder ein; fränkt der Neid dir Herz und Mut, kommst du bier um Hab und Gut: Zion, laß dir doch nicht grauen; du kannst deinem Gott vertrauen. 185 gemut; denn der Herr ists, der es thut: Zion, Gott wird dich schon stärken; dieses mußt du eben merken. 5. Drobt man dir mit Schmach und Banden, mit viel Qual und Herzeleid, dennoch wirst du nicht zu Schanden, denk nur an die Ewigkeit; sei getrost und wohlMel. Mein Herzens- Jesu zc. 319. Vater der Barmberzigkeit, der du dir deine Herden gesammelt zur Avostelzeit und herrlich lassen werden, du hast durch deines Geistes Kraft die große Schar der Heidenschaft zu deinem Reich berufen. 2. Aus ihrer Mannigfaltigkeit des Streits und vieler Sprachen, dadurch sie in der Welt zerstreut sich von einander brachen, hat fie dein guter Geist geführt und sie Kirche und Reich Gottes. 186 mit Herrlichkeit geziert in Ginigkeit des Glaubens. 3. Ach, sei doch auch zu dieser Zeit uns, Bater, wieder gnädig und mach uns von dem Zank und Streit hinwieder frei und ledig. Gib, daß dein Häuflein für und für in Einem Geiste diene dir, in deiner Liebe lebe. 4. Ach, sieh doch, wie des Satans List fie jämmerlich zertrennet, wie man im Streit der Lieb vergißt, im Unverstande brennet, wie alles in Verwirrung geht, da eins das andre nicht versteht und sich um nichts entzweiet. 5. Ach, Herr, hilf solchem Übel ab, versammle deine Herde, daß unter deines Wortes Stab sie wie der einig werde, und das Band der Vollkommenheit, die Liebe, uns aus allem Streit in deinem Geiste bringe. 6. Wie lieblich ists, wenn Brüder sich in rechter Treu verbinden, im Haus des Herrn einmütiglich fich stets zusammenfinden, wenn fie im Geist zusammenstehn, zu Gott in Einem Sinne gehn und halten an mit Beten. 7. Gleichwie der edle Balsam dort von Aarons Haupte quillet, der ringsumher den ganzen Ort mit Wohlgeruch erfüllet, und wie vom Hermon fällt der Tau ringsum auf Zions Berg und Au und alles Land erquicket: 8. Also fleußt Gottes Geist und Gnad von Christo zu uns nieder auf die, so er erwählet hat, auf alle seine Glieder. Das ist die Frucht der Einigkeit: Heil, Segen, Leben alle Zeit und alle Himmelsgüter. Heinr. Georg Neuß, geb. 1654, † 1716. Eigne Melodie. 320. Jahre fort, fahre fort, Zion, fahre ført im Licht! Mache deinen Leuchter helle, laß die erſte Liebe nicht, suche stets die Lebensquelle; Zion, dringe durch die enge Pfort! Fahre fort, fabre fort! 2. Leide dich, leide dich, Zion, leide ohne Scheu Trübsal, Angst mit Spott und Hohne, sei bis in den Tod getreu, fiebe auf die Lebenskrone! Zion, fühlest du der Schlangen Stich: leide dich, leide dich! 3. Folge nicht, folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, die dich suchet groß zu machen; achte nichts ihr Gut und Geld, nimm nicht an das Bild des Drachen! Zion, wenn fie dir viel Lust verspricht, folge nicht, folge nicht! 4. Prüfe recht, prüfe recht, Zion, prüfe recht den Geist, der dir ruft zu beiden Seiten; thue nicht, was er dich heißt, laß nur deinen Stern dich leiten; Zion, beides das, was krumm und schlecht, prüfe recht, prüfe recht! 5. Dringe ein, dringe ein, Zion, mit Geist und Leben; sei nicht dringe ein in Gott, stärke dich wie die andern tot, sei du gleich den grünen Reben; Zion, in die Kraft für Heuchelschein dringe ein, dringe ein! 6. Brich herfür, brich herfür, Zion, brich herfür in Kraft, weil die Bruderliebe brennet; zeige, was der in dir schafft, der als seine Braut dich kennet; Zion, durch die dir gegebne Thür brich berfür, brich herfür! 7. Halte aus, balte aus, Zion. Kirche und Reich Gottes. halte deine Treu, laß dich ja nicht laulich finden; auf, das Kleinod rückt berbei; auf, verlasse, was dahinten: Zion, in dem letzten Kampf und Strauß halte aus, balte aus! 187 o Jesu, und mache dich auf; rett uns von allen, die trozig uns höhnen und uns aufhalten in unserem Lauf; kräftig und freudig die Wahrheit zu lehren, wollest du schenken, dem Vater zu Ehren. Joh. Euseb. Schmidt, geb. 1669,+ 1745. Mel. Jesu, hilf siegen 2c. 321. Großer Immanuel, schaue von oben auf dein erlöstes, erkauftes Geschlecht; siehe doch, wie die Tyrannen noch toben, wie fie verkehren die Wahrheit und Recht! Lügen und Irrtum muß 6. Willige Opfer wird alsdann dir bringen nach dem Triumphe die heilige Schar; liebliche Lieder da werden erklingen, wenn nun beginnet das selige Jahr, welches zu Zions Errettung erscheinet und uns zur völligen Freude vereinet. Christian Andr. Bernstein,+1699. Mel. Wie groß ist des 2ç. gelten auf Erden; Unschuld und 322. Ich lobe dich von ganzer Wahrheit muß Keßerei werden. 2. Seelen, die sonsten sehr eifrig gerungen, werden jetzt müde und schlafen fast ein. Scheints doch, als wenn sie der Arge bezwungen, nicht mehr so eifrig im Kampfe zu sein. Alles wird irre, weil Argwohn regieret und auch einfältige Herzen verführet. 3. Schmerzlich erfährt man, wie Kinder sich trennen, welche die himmlische Mutter gebiert; wie auch die Brüder einander nicht kennen, herzliche Freundschaft sich täglich verliert, viele sich scheiden, und viele fich spalten, weil man die Liebe so lässet erkalten. 4. Lange, ach lange schon seufzen die Deinen, daß man uns Freiheit und Freudigkeit kränkt, mit dir, o Heiland, es treulich zu meinen, recht zu gebrauchen, was du uns geschenkt. Wolln wir dir dienen in heiliger Stille, sagt man, es sei das nur eigener Wille. 5. Weil denn die Armen so feufzen und stöhnen, komm doch, Seelen, daß du auf diesem Erdenfreis dir wollen eine Kirch erwählen, o Gott, zu deines Namens Preis, darinnen sich viel Menschen finden zu einer heiligen Gemein, auf daß von allen ihren Sünden fie Christi Blut nun wasche rein. 2. Du rufest auch noch heutzutage, daß jedermann erscheinen foll; man höret immer deine Klage, daß nicht dein Haus will werden voll; deswegen schickst du auf die Straßen, zu laden alle, die man findt, und willst auch die berufen lassen, die blind und lahm und Krüppel sind. 3. Du hast dir, Gott, aus vielen Zungen der Völker eine Kirch erbaut, darinnen dein Lob wird besungen, die deinem Worte gläubig traut; du bast ihr Christum ja gegeben zu ihrem königlichen Haupt: so führ es nun zum rechten Leben, was deine heilge Kirche glaubt. 4. Wir wollen auf nichts andres gründen, als auf den Grund, Kirche und Reich Gottes. 188 den du gelegt; hilf uns aus Gnaden überwinden, weil stets auch noch der Feind fich regt; und wo noch Runzeln sind und Flecken, die Christi Braut sich angehängt, die wollst du mit der Liebe decken, mit der du uns den Sohn geschenkt. Sünder. Gott sieht hier nicht Personen an, indem der Reiche arm sein kann, der Arme reich an Gnaden. 5. Die Sonne der Gerechtigkeit will allen Gnade geben; der Geist gibt allen allezeit als Gottes Odem Leben, weil uns der Vater alle liebt, so wie der Himmel uns umgibt; wir haben gleiche Güter. 5. Erhalt uns, Herr, im wahren Glauben und frommen Leben bis ans End; ach), laß uns ja den Schaß nicht rauben: dein heilig Wort und Sakrament. Erfüll die Herzen deiner Christen mit Geistessegen, Fried und Freud, daß sie in Lieb und Treu sich rüsten zur ungefärbten Einigkeit. 6. Ein Himmel, Gine Seligkeit, Ein Vorbild und Ein Hoffen, Gin Recht, Ein Vaterherz im Leid. Ein Segen steht uns offen. Uns fübrt Ein Weg dem Himmel zu, wir hoffen alle Eine Rub, allein durch Einen Glauben. 7. Wir leiden mit, wir ziehen Friedr. Konr, Hiller, geb. 1662,+ 1726. Mel. Mein Herzens- Jesu 2c. 323. Ich glaube, daß die an ein herzliches Erbarmen; und Heiligen im Geist Gemeinschaft baben, weil sie in Giner Gnade stebn und Gines Geistes Gaben. So viele Christas machet rein, die haben all ſein Gut gemein und alle Himmelsschäße. wenn das Herz nichts weiter kann, so seufzt es für die Armen. Denn solch ein Glied, dem durch sein Herz nicht geht der andern Glieder Schmerz, das bat gewiß kein Leben. 2. 3war nicht das gleiche Schicksal fällt hienieden jedem Gliede; es dauern noch in dieser Welt die äußern Unterschiede: dem einen fällt ein armes Los, der andre ist geehrt und groß; das will ein Christ nicht ändern. 3. Doch in der neuen Kreatur ist keiner klein, noch größer; wir baben Ginen Christus nur, den einigen Erlöser, das Licht, das Heil, den Morgenstern; Wort, Tauf und Nachtmahl unsers Herrn ist allen gleich geschenket. 4. Da ist kein Knecht, noch Freier mehr; da sind sie alle Kinder; der Reichtum macht bier keine( Shr, die Armut keinen 8. So trägt ein Glied des andern Last um seines Hauptes willen; wer seiner Brüder Lasten faßt, lernt das Geseß erfüllen, wo Christus uns zum Vorbild geht; dies königlich Gebot besteht in Einem Wörtlein: Liebe! 9. Wie ist der Heilige so groß, der mir hier vorgegangen, mit dem ich als ein Kreuzgenoß Gemeinschaft soll erlangen! Bedenk, mein Herze, wer es ist! Es ist der Heiland, Jesus Christ, der Sohn des Allerhöchsten. 10. Ich will mich der Gemeinschaft nicht der Heiligen entzieben; wenn meine Brüder Not anficht, so will ich sie nicht flieben. Kirche und Reich Gottes. Hab ich Gemeinschaft an dem Leid, so laß mich an der Herrlichkeit auch einst Gemeinschaft haben! Phil. Fr. Hiller, geb. 1699,+ 1769. Mel. Mein Jesu, dem die Seraphinen 2c. 324. Dein Wort, o Herr, bringt uns zusammen, daß wir in der Gemeinschaft stehn; es läßt an uns die süßen Flammen des Glaubens und der Liebe sehn; wir werden durch das Wort der Gnaden auch zur Gemeinschaft jener Schar, die um das Lamm beständig war, gelockt und kräftig eingeladen. 2. Nur Menschen, die von Gott geboren, die unter Etnem Haupte stehn, die bat der Herr sich auserkoren, die läßt er Wunderliebe sehn. Gemeinschaft mit dem Vater haben und mit dem Sohn im beilgen Geist, das ist, was ihre Seele speist; nur das kann sie vollkommen laben. 189 Haus die ganze Gnadenfülle aus; hier wohnet Gott, die ewge Liebe. 5. Der Vater liebt und herzt die Kinder und schenkt den Geist, der Abba schreit; des Sohnes Treue schmückt die Sünder mit ewiger Gerechtigkeit; der beilge Geist tritt mit dem Öle des Friedens und der Freude zu; dann schmeckt das Herz die Gottesrub; die Kraft durchdringet Leib und Seele. 6. Die Eines Herren Leib gegessen, die stehen auch für Einen Mann; macht sich der Feind an eins vermessen, sobald greift er sie alle an; sie fallen betend Gott zu Füßen und siegen in des Herren Kraft; sie wollen von der Brüderschaft der Heilgen nicht das kleinste miſſen. 3. Der Glaubensgrund, auf dem wir stehen, ist Christus und sein teures Blut; das einge Ziel, darauf wir sehen, ist Christus, unser höchstes Gut; sein Wort die Regel, die wir kennen, sein Geist das Band, das uns umschlingt; die Seelen all, die er durchdringt, sind, was wir beilge Kirche nennen. 4. Was ist das für ein himmlisch Leben, mit Vater, Sohn und beilgem Geist in seliger Gemeinschaft schweben, genießen das, was Gott geneußt! Wie flammen da die süßen Triebe! Gett schüttet in sein geistlich 7. Sie wallen mit verbundnen Herzen durchs Thränenthal ins Vaterland, versüßen sich die bittern Schmerzen; eins reicht dem andern seine Hand und wollen sich mit Freuden dienen, mit Herz und Auge, Hand und Fuß, bis zu dem völligen Genuß des groBen Guts: ich, ich in ihnen! Job Ludw.konc. Allendorf, geb.1693, † 1773. 325. Wenn Christus seine Kirche schützt, so mag die Hölle wüten; er, der zur Rechten Gottes fizt, hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hilfe nab; wenn er gebeut, stehts da. Er schüßet seinen Ruhm und hält das Christentum; mag doch die Hölle wüten. 2. Gott sieht die Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören; denn den Gesalbten, sei Kirche und Reich Gottes. 190 nen Sohn, den wollen sie nicht ehren. Sie schämen fich des Worts, des Heilands, unsers Horts; sein Kreuz ist selbst ihr Spott; doch ihrer lachet Gott. Sie mögen sich empören! 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn; uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn; wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Christ! Wer hier sein Jünger ist, sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Drohn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß bedecken. Der Herr Herr Zebaoth hält über sein Gebot, gibt uns Geduld in Not und Kraft und Mut im Tod; was will uns denn erschrecken? 3. Du wollest deine Herrschaft noch auf Erden weit verbreiten und unter deinem sanften Joch zum Heil der Völker leiten! Bon Aufgang bis zum Niedergang bring alle Welt dir Preis und Dank und glaub an Namen! Deinen Christian Fürchteg. Gellert, geb. 1715,+ 1769. 5. lns, deine Gläubgen, wollest du fest in der Wahrheit gründen, daß wir für unsre Seelen Rub in deiner Gnade finden. Mach unsers Glaubens uns gewiß; vor Irrtum und vor Finsternis bewahr uns bis ans Ende. 6. Dein Geist führ uns auf ebner Bahn und heilge unsern Willen, so wird dein Volk dir unterthan, gern dein Gesetz erfüllen, bis du erscheinest zum Gericht und dann vor deinem Angesicht die Menschenkinder sammelſt. Mel. Es ist das Heil uns 2c. 326. Die Feinde deines Kreuzes drohn, dein Reich, Herr, zu zerstören. Du aber, Mittler, Gottes Sohn, kannst ihrem Troße wehren. Dein Thron bestehet ewiglich; vergeblich wird sich wider dich die Macht der Hölle rüsten. 7. Voll Zuversicht erwarten dich, Herr, alle deine Frommen und freun des großen Tages sich, da du wirst wiederkommen. Dann werden wir, o Gottessohn, den uns verheißnen Gnadenlohn, dein Himmelreich, ererben. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, kein Werk von Men= schenkindern; drum konnt auch Balthaf. Münter, geb. 1785,+ 1798. Mel. Mein Herzens- Jesu zc. keine Macht der Welt, Herr, seis 327. O Jeſu, Licht und Heil nen Fortgang hindern. Dein Erbe bleibt dir immerdar und wird selbst durch der Feinde Schar zu deinem Ruhm sich mehren. der Welt, der du in diesem Leben dein Wort, das Gettes Rat enthält, zur Richtschnur uns ge4. Auch deine Feinde, die dich schmähn, die frevelnd sich empören, laß deiner Gnade Wunder sehn, daß sie sich noch bekehren! Lehr sie mit uns gen Himmel schaun und unerschüttert im Vertraun auf deine Zukunft warten. Missionslieder. geben, du bist der Herr der Christenheit, die du voll Huld und Freundlichkeit dir aus den Menschen sammelſt. 2. Du willst sie als dein Eigentum zur wahren Weisheit lei ten und durch dein Evangelium zur Seligkeit bereiten. Du, Herr, bist groß von Rat und That, und was dein Mund versprochen hat, wirst du gewiß erfüllen. 3. Du bist der Deinen Trost und Heil; so viel nur an dich glauben, die haben an dem Segen teil, den uns kein Feind kann rauben. Zufriedenheit und Himmelsruh fließt allen schon auf Erden zu; dein ist des Guten Fülle. 4. Mag auch der Spötter immerhin auf deinen Ruf nicht bören, und mancher in verkehrtem Sinn sich wider dich empören: es fällt doch deine Kirche nie; du hältst, und du beschüßest fie durch deines Geistes Weisheit. 191 5. Dein ist das Reich und dein die Kraft; wer sollte dir nicht trauen? auf dich, der alles kann und schafft, nicht seine Hoffnung bauen? Dein Heil ist unser böchstes Gut; hilf, daß wir stets mit frohem Mut dich vor der Welt bekennen. Eigne Melodie. ge= 328. Es woll uns Gott nädig sein und seinen Segen geben; sein Untlig uns mit hellem Schein erleucht zum ewgen Leben, daß wir erkennen seine Werk und was ihm liebt auf Erden, und Jesus Christus Heil und Stärk bekannt den Heiden werden und sie zu ott bekehren. 2. So danken, Gott, und loben dich die Heiden überalle, und alle Welt die freue sich und sing mit großem Schalle, daß du auf Erden 6. 3war kämpfen wir noch manchen Streit auch mit uns ſelbst auf Erden; doch werden zur Vollkommenheit auch wir erhoben werden. Dann endet sich der Deinen Müh; dann krönest und belohnst du sie mit Preis und ewger Freude. 7. Dann sehn wir dich in Majestät, und uns gleich deinen Engeln zu nie empfundnem Glück erhöht, befreit von allen Mängeln. Dann preisen wir frohlockend dich, daß deine Macht und Gnade sich so hoch an uns verherrlicht! Missionslieder. Joh. Sam. Diterich, geb. 1721,+ 1797. Richter bist und läßt die Sünd nicht walten; dein Wort die Hut und Weide ist, die alles Volk erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 3. Es danke, Gott, und lobe dich das Volk in guten Thaten; das Land bringt Frucht und bes sert sich, dein Wort ist wohl geraten. Uns segen Vater und der Sohn, uns segen Gott der heilig Geist, dem alle Welt die Ehre thu, vor ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von Herzen: Amen! Dr. M. Luther, geb. 1483,+ † 1546. 192 Missionslieder. Mel. Herr Jesu Christ, meins 2c. 329. O Jesu Christe, wabres Licht, erleuchte, die dich kennen nicht, und bringe sie zu deiner Herd, daß ihre Seel auch selig werd. 3. Ich lasse, spricht das A und 2. Erfüll mit deinem Gnadenschein, die in Irrtum verführet, vom ewgen Evangelio die sein; auch die, so beimlich sichtet an in ihrem Sinn ein falscher Wahn. 3. Und was sich sonst verlaufen hat von dir, das suche du mit Gnad, und sein verwundt Gewissen beil, laß sie am Himmel Botschaft nun ertönen; ich laß ausrufen Fried und Freud, wie alles Volk soll sein bereit, mit mir sich zu versöhnen. Mein Engel, der die Botschaft bringt, sich mitten durch den Himmel schwingt. haben teil. 4. Er wird gesehen überall; man höret seinen Friedenshall; den Völkern, Sprachen, Zungen wird meine Gnade weit und breit, der Reichtum meiner Gütigkeit verkündigt und gesungen; man rufet aus bald hier, bald dar das große Hall- und Jubeljahr. 5. Gs hören die Geheimnisse jezt Würdge und Unwürdige, die hier auf Erden leben; sie hören diese Freudenpost, dies große Zeugnis nun getroft und können sich ergeben dem großen König aller Welt, der Liebe, Bund und Gnade hält. 4. Den Tauben öffne das Gehör; die Stummen richtig reden lehr, die nicht bekennen wollen frei, was ihres Herzens Glaube sei. 5. Erleuchte, die da sind verblendt; bring her, die sich von uns getrennt; versammle, die zerstreuet gebn; mach feste, die im Zweifel stehn: 6. So werden sie mit uns zugleich auf Erden und im Himmelreich hier zeitlich und dort ewiglich für solche Gnade preisen dich. Johann Heermann, geb. 1585,+1647. Wahrbeitszeugen, die er aussendet spät und früh; was sie gehört, posaunen sie und könnens nicht verschweigen. Sie breiten aus zu seinem Ruhm das ewge Grangelium. Mel. Ewigkeit, du 2c. 330. Die Macht der Wahrbeit bricht berfür und flopst an vieler Herzen Thür, daß man sie woll einlassen; des Reichs Erfenntnis gebet auf und führet ibren schnellen Lauf durch aller Völker Straßen; ja, das Grfenntnis samt dem Reich eröffnet sich nun allzugleich. 2. Sebt, was der Herr für Wunder thut! Er gibet seinen Boten Mut und Kraft den 6. Ich habe die Unwissenbeit bisher in der vergangnen Zeit aus Gnaden übersehen; nunmehro da aufgeht das Licht, werd ichs so überseben nicht, wie bis daber gescheben. Die Wahrbeit will, wie sichs gebübrt, mit Dank sein zu Gemüt geführt. 7. Jch, ich will machen alles neu; die Kreatur soll werden frei vom Dienst der Eitelkeiten. Wobl dem, der dieses fassen kann und nimmt in meinem Sohn mich an Missionslieder. zu diesen froben Zeiten. Wie selig ist, der diesen Tag des Heiles jetzt erkennen mag! Aus v. Raumer's Ges. Buch. Eigne Melodie. 331. Auf, ihr Heiden, lobet Gott, der euch aus des Todes Schatten, so euch in der Finsternis vormals ganz umgeben hatten, zu dem wahren Licht gebracht und euch Arme nicht veracht't; lobet seine große Güte stets mit dankbarem Gemüte. 2. Alle Völker, preiset Gott, der aus unverdienter Gnade hat durch seinen Sohn gemacht, daß der alte Fall nicht schade, der euch bilft durch Christi Tod aus der Sünd und aller Not; preiset solche große Güte stets mit dankbarem Gemüte. 3. Gnad und Wahrheit, die da ist durch den Herren Christum kommen, so wir auch von seiner Füll durch den Glauben angenommen, walte mächtig allezeit über uns in Ewigkeit; rühmet solche große Güte stets mit dankbarem Gemüte. Joh. Euseb. Schmidt, geb. 1669,+ 1745. Me 1. Dir, dir Jehova 2c. 332. Wach auf, du Geist der ersten Zeugen, der Wächter, die auf Zions Mauern stehn, die Tag und Nächte nimmer schweigen, und die getrost dem Feind entgegengehn, ja deren Schall die ganze Welt durchdringt und aller Völker Scharen zu dir bringt. 2. O daß doch bald dein Feuer brännte! möcht es doch in alle Lande gehn! Gib zu der Ernte doch die Hände! Gib Knechte, 193 die in treuer Arbeit stehn! O Herr der Grnte, siehe doch darein: die Ernt ist groß, die Zahl der Knechte klein. 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten uns diese Bitt in unsern Mund gelegt. fiehe, wie an allen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich herzinbrünstig darum anzuflehn; drum bör, o Herr, und sprich:( 8 soll geschehn. 4. So gib dein Wort mit gros ßen Scharen, die in der Kraft Evangelisten sein; laß eilend Hilf uns widerfahren und brich in Satans Reich und macht hinein. Obreite, Herr, auf weitem Erdenkreis dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! 5. Ach, daß die Hilf aus Zion käme! O daß dein Geist, so wie dein Wort verspricht, dein Volk aus dem Gefängnis nähme! O würd es doch nur bald vor Abend licht! Ach reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei und kommi ber ab zur Hilf und mach uns frei! 6. Ach, laß dein Wort recht schnelle laufen! Es sei fein Ort ohn dessen Glanz und Schein! Ach, führe bald dadurch mit Hausen der Heiden Füll zu allen Thoren ein! Ja, wecke doch auch Israel bald auf und also segne deines Wortes Lauf! 7. O bepre Zions wüste Stege, und was dein Wort im Laufe hindern kann, das räume bald aus jedem Wege. Vertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn, und mach uns bald von jedem Miete ling frei, daß Kirch und Schul ein Garten Gottes sei. 13 Missionslieder. 194 8. Laß jede bob und niedre Schule die Werkstatt deines guten Geistes sein; ja, fige du nur auf dem Stuble und präge dich der Jugend selber ein, daß treue Lehrer überall erstehn, die für die ganze Kirche betend flehn. Karl Hein. v. Bogatty, geb. 1690,+ 1774. Mel. Freu bich sehr, o meine 2c. 333. Herr, wie find noch viel der Heiden, die in Todesschatten gebn! Komm, o Hirt, auch sie zu weiden; fannst du fie verirret sebn? Nimm der Herde selbst dich an, führe fie des Lebens Babn; all auf weitem Erdenrunde füge zu dem Gnadenbunde. 2. Herr, laß deine Boten eilen, sende Knechte mehr noch aus, deine Gaben auszuteilen, sie zu laden in dein Haus. Manchen Jüngling, dir versöhnt, laß mit Gnad und Geist gekrönt dem gebundnen Knecht der Sünden deinen großen Namen künden. 3. Herr, wir sind ja deine Christen, sollten wir nicht Herz und Hand zu dem großen Baue rüsten deines Reichs in allem Land? Gib ein Herz in Liebe warm, das des Jammers sich erbarm, und die vielen weit Verirrten bring zu dir, dem guten Hirten. Mel. Nun tomm, der Heiden tc. 334. Jesu, bittend kommen wir mit den Deinen jetzt zu dir; hör auf unser findlich Flehn, was wir bitten, laß geschehn! 2. Jesu, ziehe bei uns ein, laß uns ganz dein eigen sein; schenk uns allen deinen Geist, den dein teures Wort verheißt.dst lour, 3. Weck die tote Christenbeit aus dem Schlaf der Sicherheit; mache deinen Ruhm bekannt übers all im ganzen Land. 4. Laß dein Wort zu dieser Zeit kräftig schallen weit und breit! Allen Heiden werde fund deiner Gnade Friedensbund. 5. Thu der Völker Thüren auf; deines Himmelreiches Lauf hemme keine List noch Macht; schaffe Licht in dunkler Nacht. 6. Gib den Boten Kraft und Mut, Glaubenshoffnung, Lies besglut; laß viel Früchte deiner Gnad folgen ihrer Thränenfaat! 7. Zion, danke deinem Herrn. was du bittest, thut er gern; ja, er kommt mit seinem Reich; was ist seinen Freuden gleich? Chriftian GottlobBarth, geb. 1799,+ 1862. Mel. Wie schön leucht 2c. 335. Wie groß, wie ange= betet ist dein Name, Herrscher Jeſu Christ, wie teuer deinem Volke! Wie hell wards in der Finsternis durch deine Lehre, wie zerriß, wie floh des Irrtums Wolke! Ais du, Herr, kamst, hörten Taube, und der Glaube half den Kranken; Stumme sangen, dir zu danken. 2. Nur Schwache warens, die dein Licht verbreiteten, die Weisen nicht. Wo find fie? wo die Hohen? und wo die Reichen? wo die Macht, vor der des Gößendienstes acht und ihre Schatten flohen? Nicht fie, Jesu, deine Lehren, die wir hören, machen weise, dir zum Ruhm und Gott zum Preise. 3. Wir werden deinen Ruhm Missionslieder. erhöhn; wir werden deinen Himmel sehn, den Preis von deinen Leiden genießen, weil du für uns starbst, was du uns durch dein Blut erwarbst, der Engel hobe Freuden. Was find Menschen, daß auch Sünder Gottes Kinder werden sollen, wenn an dich sie glauben wollen? 4. Du hast dich deiner Herrlichkeit entäußert, eine kurze Zeit für uns von Gott verlassen. Und nun mit Preis und Ruhm gekrönt, nun machst du selig, die versöhnt der Sünde Greuel hassen. Sündern willst du Heil und Leben wiedergeben; richtest alle, die nur wollen, auf vom Falle. 5. Vom Ausgang schallt zum Niedergang dein Wort und auch der Lobgesang erretteter Gerechten. Unzählbar sind die Scharen schon, die gerne dir vor deinem Thron ein würdig Loblied brächten. Ihrer, Jesu, Jesu, werden mehr auf Erden dir lobsingen, Preis und Ruhm und Dank dir bringen. 6. Wie groß, wie angebetet ist dein Name, Herrscher Jesu Christ, wie berrlich bei den Deinen! Doch, führst du uns zu deiner Rub, o wie weit herrlicher wirst du den Deinen dann erscheinen! Gwig müsse dir zur Ehre ihrer Chöre 195 Lob erschallen, durch die Himmel wiederballen. Joh. Andr. Cramer, geb. 1723,+ 1788. the Mel. Mein Herzens- Jeſu zc. 336. Wir sind vereint, Herr Jesu Christ, in deinem beilgen Namen; der Menschensohn allein du bist, der säet guten Samen; der Acker ist die ganze Welt; o pflanze selbst im wüsten Feld dir deines Reiches Kinder! 2. Ja, Erstgeborner, ewger Fürst der Könige auf Erden, von allen Heiden sollst und wirst du angebetet werden. Das glauben und drum hoffen wir, die du zum Werke Gedeihen. rufst, von dir auch unsrer Saat 3. Bib uns durch deines Geistes Kraft, err Jesu, heiße Liebe, die Eintrach: Mut und Eifer schafft, daß sich ein jeder übe, für sich und andre stets zugleich nach dem verheißnen Gottesreich vor allem Ding zu trachten. 4. Was wirds doch einst für Freude sein, wenn deine Schnitter ernten, und alle dann sich ewig freun, die deiner harren lernten! Wir harren dein; o siege du in deinen Gliedern, bis die Ruh für Gottes Volk erscheinet. Rub. Stier, geb. 1800,+ 1862 18* 196 Sünde und Buße. Fünfte Abteilung. Das christliche Leben. Sünde und Buße. Eigne Melodie. 337. Alein zu dir, Herr Jesu Christ, mein Hoffnung steht auf Erden. Ich weiß, daß du mein Tröster bist; kein Trost mag mir sonst werden. Von Anbeginn ist nichts erkorn, auf Erden war kein der Eigne Melodie. mir aus Nöten belfen kann; ich 338. Ach, Gott und Herr, ruf dich an, zu dem ich mein Vertrauen han. wie groß und schwer sind mein begangne Sünden; da ist nie mand, der helfen kann, in dieser Welt zu finden. 2. Lief ich gleich weit zu dieser Zeit, bis an der Welte Enden, und wollt los sein des Kreuzes mein, würd ich doch solchs nicht wenden. und Gott dem werten, heilgen Geist, der allezeit uns Hilfe leist, daß wir ihm sein zum Dienst bereit hier in der Zeit und dort hernach in Ewigkeit. Johann Schneefing,+ 1567. 2. Mein Sünd ist schwer und übergroß und reuet mich von Herzen; derselben mach mich frei und los durch deinen Tod und Schmerzen, und zeig mich deinem Vater an, daß du hast gnug für mich getban, so werd ich los der Sündenlast; Herr, halt mir fest, wes du dich mir versprochen hast. 3. Gib mir nach dein'r Barmberzigkeit den wahren Christenglauben, auf daß ich deine Süßigfeit mög inniglich anschauen; vor allen Dingen lieben dich, und meinen Nächsten gleich als wich; am letzten End dein Hilf mir send, dadurch behend des Teufels List sich von mir wend. 4. Ghr sei Gott in dem böchsten Thron, dem Vater aller Güte, und Jesu Christ, seim liebsten Sohn, der uns allzeit behüte, 3. Zu dir flieb ich, verstoß mich nicht, wie ichs wohl bab verdienet; ach Gott, zürn nicht, geh nicht ins G'richt, dein Sohn hat mich verjühnet. 4. Solls ja so sein, daß Straf und Pein auf Sünde folgen müssen, so fahr hie fort, nur schone dort und laß mich hier wohl büßen. 5. Gib, Herr. Geduld, vergib die Schuld, verleih ein g'horsam Herze; laß mich nur nicht, wie's oft geschicht, mein Heil murrend verscherzen Sünde und Buße. 197 6. Handle mit mir, wie's dün- dich; eh morgen kommt, fanns fet dir, durch dein Gnad will ändern sich; wer heut ist frisch, ichs leiden; wollst mich nur nicht gesund und rot, ist morgen dort ewiglich von deiner Liebe frank, ja wohl gar tot. So scheiden. du nun stirbest ohne Buß, dein Leib und Seel dort brennen muß. Martin Rutilius, geb. 1550,+ 1618. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich jetzt komme bald zu dir und Buße thu den Augenblick, eh mich der schnelle Tod hinrück, auf daß ich heut und jederzeit zu meiner Heimfahrt sei bereit. Johann Peermann, geb. 1585, † 1647. Mel. Auf meinen lieben Gott 2c. 2. Dies Wort bedenk, o Menschenkind, verzweifle nicht in dei- 340. Wo soll ich fliehen hin, ner Sünd; hier findest du Trost, Heil und Gnad, die Gott dir zugesaget hat, und zwar durch einen teuern Gid; o selig, dem die Sünd ist leid! weil ich beschweret bin mit viel und großen Sünden? Wo kann ich Rettung finden? Wenn alle Welt herkäme, mein Angst fie nicht wegnäbme. Mel. Vater unser 2c. 339. So wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; vielmehr ist dies mein Wunsch und Will, daß er von Sünden halte still, von seiner Bosheit fehre sich und lebe mit mir ewiglich. 3. Doch hüte dich vor Sicherbeit, denk nicht: es ist noch gute Zeit; ich will erst fröhlich sein auf Erd, und wenn ich lebensmüde werd, alsdann will ich bekehren mich; Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ists, Gott ist zwar stets bereit dem Sünder mit Barmherzigkeit; doch wer auf Gnade sündigt hin, fährt fort in seinem bösen Sinn, und seis ner Seelen selbst nicht schont, der wird mit Ungnad abgelohnt. 5. Gnad hat dir zugesaget Gott von wegen Christi Blut und Tod; doch sagen hat er nicht gewollt, ob du bis morgen leben sollt; daß du mußt sterben, ist dir fund, verborgen ist des Todes Stund. 6. Heut lebst du, heut bekehre 2. O Jesu voller Gnad, auf dein Gebot und Rat kommt mein betrübt Gemüte zu deiner großen Güte; laß du auf mein Gewissen ein Gnadentröpflein fließen. 3. Durch dein unschuldig Blut, vergoffen mir zu gut, wasch ab all meine Sünde, mit Trost mein Herz verbinde und ihr nicht mehr gedenke, ins Meer fie tief verfente. 4. Du bist der, der mich tröst, weil du mich hast erlöst. Was ich gesündigt habe, hast du verscharrt im Grabe; da hast du es verschlossen, da wirds auch bleiben müssen. 5. Jst meine Bosheit groß, so werd ich ihr doch los, wenn ich dein Kreuz umfasse und mich darauf verlasse; wer sich zu dir Sünde und Buße. 198 nur findet, all Angst ihm bald verschwindet. 6. Mir mangelt zwar sehr viel; doch was ich baben will, ist alles mir zu gute erlangt mit deinem Blute, damit ich überwinde Tod, Teufel, Höll und Sünde. 7. Und wenn des Satans Heer mir ganz entgegen wär, darf ich doch nicht verzagen, mit dir kann ich sie schlagen: dein Blut darf ich nur zeigen, so muß ihr Truß bald schweigen. 8. Dein Blut, der edle Saft, hat solche Stärk und Kraft, daß auch ein Tröpflein kleine die ganze Welt kann reine, ja gar aus Teufels Rachen frei, los und ledig machen. 9. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich; jetzt kann ich nicht verderben, dein Reich muß ich ererben; denn du hast mirs erworben, da du für mich gestorben. 10. Führ auch mein Herz und Sinn durch deinen Geist dahin, daß ich mög alles meiden, was mich und dich kann scheiden, und ich an deinem Leibe ein Glied auf ewig bleibe. Joh. Heermann, geb. 1585,+ 1647. Mel. Aus tiefer Not schrei ich 2c. 341 Vater der Barmberzigkeit, ich falle dir zu Fuße; verstoß den nicht, der zu dir schreit und thut noch endlich Buße; was ich begangen wider dich, verzeih mir alles gnädiglich durch deine große Güte. 2. Durch deiner Allmacht Meisterthat nimm von mir, was mich quälet; durch deine Weisheit schaffe Rat, worin es mir sonst fehlet; gib Willen, Mittel, Kraft und Stärk, daß ich mit dir all meine Werk anfange und vollende. 3. D Jesu Christe, der du haft am Kreuze für mich Armen getragen aller Sünden Last, wollst meiner dich erbarmen. O wahrer Gott, o Davids Sohn, erbarm dich mein und mein verschon, fieb an mein täglich Rufen. 4. Laß deiner Wunden teures Blut, dein Todespein und Sterben mir kommen kräftiglich zu gut, daß ich nicht muß verderben. Bitt du den Vater, daß er mir im Zorn nicht lohne nach Gebühr, wie ich es hab verschuldet. 5. O beilger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, wenn mich die Sündenlust ans ficht, laß mich von dir nicht wanken; verleib, daß nun und nimmermehr Begier nach Wollust, Geld und Ehr in meinem Herzen herrsche. 6. Und wenn mein Stündlein kommen ist, so bilf mir treulich kämpfen, daß ich des Satans Truß und List durch Christi Sieg mög dämpfen, auf daß mir Krankheit, Angst und Not und dann der letzte Feind, der Tod, nur sei die Thür zum Leben. David Denicke, geb. 1603,+ 1680. Mel. Ach Jesu, dessen Treu 2c. 342. O Jesu, voller Kraft! Heiland, voller Güte! Laß deine Lieb und Kraft erfüllen mein Gemüte; ich weiß sonst keinen Trost auf dieser ganzen Sünde und Welt, wo nicht sich deine Gnad mir Armen zugesellt. 2. Betrübt ist mir mein Herz von wegen meiner Sünde, die ich mit Traurigkeit und tiefster Reu empfinde; o wie hat doch das Gift, das auf uns ist geerbt, aufs allergreulichste uns durch und durch verderbt! 3. Wie oft hat mir dein Wort das Böse untersaget, und mein Gewissen mich in Ängsten angeflaget! Wie oft hat mich dein Wort bald so, bald so geschreckt und mein Verderben mir im Grunde aufgedeckt! 4. Doch bleib ich immer noch in meinem Glend liegen, und kann nicht über mich und meine Sünde siegen; mich schließet ihre Macht in ihre Fesseln ein; ich muß ein Sklav der Lust und meines Fleisches sein. 5. Jesu, der du hast die Finsternis der Höllen durch Blut und Tod besiegt, du kannst die Feinde fällen, die jego wider mich und meine Seele stehn; sprich nur Ein Wort, so muß ihr Troß und Macht vergebn. 6. Ach, laß mir offen stehn die Quelle deiner Wunden, da durch hab ich doch schon die Sünden überwunden; dem Vater bin ich ja durch dich schon ausgesöhnt, daß mich nun seine Gnad durch dein Verdienst bekrönt. Buße. 199 8. Ich wende mich zu dir, der du mich kannst erquicken; läßt du mich deine Huld und Freundlichfeit erblicken, so weicht die Unruh weg, der Sünden Macht zerbricht, ich finde Fried und Ruh in deinem Angesicht. 9. Nun du, mein Heiland, du kannst mich doch nicht verlassen, da meine Glaubensarm'dich suchen zu umfassen; schließ ewig mich in dich und deine Liebe ein; dein will ich hier und dort, und keines andern sein. Joh. Friedr. Ruopp,+ 1708. Eigne Melodie. 7. Dies glaub ich, fühl ich schon die Menge meiner Sünden, drückt mich gleich ihre Last, muß ich gleich Zorn empfinden, so weiß ich doch, du hast schon solchen Zorn gestillt, der Sünden Macht zerstört und das Geseß erfüllt. ns15t 343. Jeju, der du meine Seele hast durch deinen bittern Tod aus des Teufels finstrer Höhle und der schweren Sündennot kräftiglich herausgerissen, und mich sol ches lassen wissen durch dein gnadenreiches Wort: sei doch jeßt, o Gott, mein Hort. 2. Herr, ich muß es ja beken. nen, daß nichts Gutes wohnt in mir; das zwar, was wir Wollen nennen, halt ich meiner Seele für; aber Fleisch und Blut zu zwingen und das Gute zu vollbringen, folget gar nicht, wie es soll; was ich nicht will, thu ich wohl. 3. Aber, Herr, ich kann nicht wissen aller meiner Fehler Zahl; mein Gemüt ist ganz zerrissen durch der Sünden Schmerz und Qual, und mein Herz ist matt von Sorgen; ach vergib mir, was verborgen; rechne nicht die Missethat, die dich, Herr, erzürnet bat. 4. Jesu, du hast weggenommen meine Schulden durch dein Blut; laß es, o Erlöser, kommen meiner Seligkeit zu gut; und dieweil Tuman Sünde und Buße. 200 du so zerschlagen hast die Sünd am Kreuz getragen, o so sprich mich endlich frei, daß ich ganz dein eigen sei. 5. Wann ich vor Gericht soll treten, da man nicht entfliehen fann, ach, so wollest du mich retten und dich meiner nehmen an. Du allein, Herr, fannst es wehren, daß ich nicht den Fluch darf hören: Jhr zu meiner linken Hand seid von mir noch nie erkannt. 6. Du ergründeſt meine Schmerzen, du erfennest meine Pein; es ist nichts in meinem Herzen, als dein herber Tod allein. Dies mein Herz von Leid bedränget und mit deinem Blut besprenget, das am Kreuz vergossen ist, geb ich dir, Herr Jesu Christ. 7. Nun ich weiß, du wirst mir stillen mein Gewissen, das mich plagt; deine Treue wird erfüllen, was du selber haft gesagt, daß auf dieser weiten Grden keiner soll verloren werden, sondern ewig leben soll, wenn er nur ist glaubensvoll. 8. Herr, ich glaube, hilf mir Schwachen, laß mich ja verzagen nicht; du, du fannst mich stärker machen, wenn mich Sünd und Tod ansicht; deiner Güte will ich trauen, bis ich fröhlich werde schauen dich, Herr Jesu, nach dem Streit in der süßen Ewigkeit. Johann Rift, geb. 1607,+ 1667. Mel. Es ist gewißlich 2c. 344. Ich will von meiner Missethat zum Herren mich befebren; du wollest selbst mir Hilf und Rat biezu, o Gott, bescheren und deines guten Geistes Kraft, der neue Herzen in uns schafft, aus Gnaden mir gewähren., 2. Ein Mensch kann von Natur doch nicht sein Glend selbst entpfinden; er ist ohn deines Geistes Licht blind, taub und tot in Sünden. Verkehrt ist Wille, Sinn und Thun; des großen Jammers wollst du nun, o Vater, mich entbinden. 3. Du hast in Chrifto mich erwählt tief aus der Hölle Flu ten; es hat mir sonst auch nicht gefehlt an irgend einem Guten; und daß ich ja dein eigen sei, hast du mich auch aus großer Treu gestäupt mit Baterruten. 4. Hab ich denn nun auch gegen dich Gehorsams mich beslissen? Nein! eines andern zeibet mich mein Herz und mein Gewissen; darin ist leider nichts gefund, an allen Orten ist es wund, von Sündenschuld zerriſsen. 5. Die Thorheit meiner jungen Jahr, die Menge meiner Sünden verklagen mich zu offenbar; fie find nicht zu ergründen. Und ihrer feine ist so klein, daß fie nicht sollte schon allein dein Strafgericht entzünden. 6. Bisher hab ich in Sicherheit ganz unbesorgt geschlafen, gedacht: es hat noch lange Zeit, Gott pflegt nicht bald zu strafen; er fähret nicht mit unsrer Schuld so strenge fort, es hat Geduld der Hirte mit den Schafen. 7. Dies alles jetzt zugleich erwacht, mein Herz will mir zers springen; ich sehe deines Donners Macht und Feuer auf mich dringen; du regest wider mich zu gleich des Todes und der Hölle Sünde und Buße. Reich, die wollen mich verschlingen. 8. Herr Jesu, nimm mich zu dir ein, ich flieh zu deinen Wunden; laß mich da eingeschlossen sein und bleiben alle Stunden; du hast ja, o du Gotteslamm, all unsre Sünd am Kreuzesstamm gebüßt und überwunden. 9. Dies stelle deinent Bater für, daß er sein Herze lente, und gnädig wiederkehr zu mir, nicht meiner Schuld gedenke, und alle meine Sündenlast, die du auf dich ge= nommen hast, ins tiefe Meer versenke. 10. Hierauf will ich nun jederzeit mit Ernst und Sorgfalt meiden der schnöden Lüste Eitelkeit und lieber alles leiden, denn daß ich Sünd mit Willen thu; ach Herr, gib du stets Kraft dazu, bis ich von hinnen scheide. Luise Henriette, Kurfürftin von Brandenburg(?), geb. 1627, † 1667. ( Nach dem Bayreuth. G.-B.) Mel. Herr, wie du willst zc. 345. Schaff in mir, Gott, ein reines Herz, mein Herz ist ganz verderbet; es fühlt von Sünden großen Schmerz, die ihm find angeerbet, und die es noch thut ohne Scheu; ach mache, daß es wieder sei, wie du es hast er schaffen. 2. Gib mir auch einen neuen Geist, der wie du sei gesinnet, der stets dir anhangt allermeist und, was du willt, beginnet; gib, daß ich hasse Fleisch und Blut, den Glauben üb in sanftem Mut, Zucht, Demut, Hoffnung, Liebe. 3. Verwirf von deinem Ange 201 ficht, ob ich es gleich verdienet, mich, allerliebster Bater, nicht, weil Jesus mich verfühnet. Ach, laß doch nun und nimmermehr mich fallen als dein Kind so sehr, daß du es von dir würfest. 4. Den heilgen Geist nimm nicht von mir, den bösen Geist vertreibe, daß ich, als nie entführt von dir, stets deine sei und bleibe; beherrsche mein Herz, Sinn und Mut durch deinen Geist, so ist es gut im Leben und im Sterben. 5. Mit deiner Hilfe tröste mich. und hilf und vergib die Sün sucht dann meine Seele dich, so laß dich von ihr finden, und dein Verdienst, Herr Jesu Christ, darinnen Trost und Leben ist: Trop Sünde, Tod und Teufel! 6. Dein beilger Geist erhalt mich doch mit seinem Freudenöle, damit nicht das Verzweiflungsjoch verderbe meine Seele; sei du mein Freund, o Herr, allein; ach, laß mich deine Freude sein, und führe mich zur Freude. Lubam. Elifab., Gr. zu Schwarzb.Rudolstadt, geb. 1640,+ 1672. Eigne Melodie. 346. An dir allein, an dir hab ich gesündigt und übel oft an dir gethan. Du siehst die Schuld, die mir den Fluch verkündigt. Sieh, Gott, auch meinen Jammer an. 2. Dir ist mein Flehn, mein Seufzen nicht verborgen, und meine Thränen sind vor dir. Ach, Gott, mein Gott! Wie lange soll ich sorgen? Wie lang entfernst du dich von mir? 3. Herr, handle nicht mit mir Sünde und Buße. 202 nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach meiner Schuld. Ich suche dich; laß mich dein Antlig finden, du Gott der Langmut und Geduld. 4. Früh wollst du mich mit deiner Gnade füllen, Gott, Vater der Barmherzigkeit. Erfreue mich um deines Sohnes willen, du bist ein Gott, der gern erfreut. 5. Laß deinen Weg mich wieder freudig wallen und lehre du dein heilig Recht mich täglich thun nach deinem Wohlgefallen; du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. 6. Herr, eile, du mein Schuß, mir beizustehen und leite mich auf ebner Bahn. Er hört mein Schrein, der Herr erhört mein Flehen und nimmt sich meiner Seelen an.d Ch. F. Gellert, geb. 1715,+ 1769. Mel. Wer nur den lieben 2c. 347. Herr, der du in der Höhe wohnest, ich liege tief gebeugt vor dir. Herr, der du richtest und belobnest, wie tief ist Sünd und Schuld in mir! Wie hoch, wie heilig dein Gebot! O Abgrund tiefer Seelennot! 2. Aus meiner Not, aus meiner Tiefe ruf ich zu dir, zu dir allein. Wenn ich zu einem andern riefe, es würde doch vergeblich sein. Mein Schreien steigt zu dir empor: Herr, öffne mir dein gnädig Ohr! 3. Herr, willst du ins Gerichte gehen, der du unendlich heilig bist: ach, wer wird dann vor dir besteben, wenn er auch sonst unsträflich ist? Dein Auge, das nicht feblen kann, trifft überall noch Fehler an. 4. Und, ach, mir wird die Welt zu enge, wenn des Geseßes Donner schlägt und meiner übertretung Menge das ängstliche Gewissen regt, das dich als einen Richter scheut, der Rechnung heischt und Strafe dräut.bilb stopala 5. In deiner Hand steht Tod und Leben; du bist es, den man fürchten muß. Doch, Herr, du fannst und willst vergeben aus deiner Gnaden Überfluß. Dein Wort, das Wort des Lebens, spricht: du willst den Tod des Sünders nicht! 6. Es heißt mich auf das Opfer schauen, das mehr als alle Sünden gilt. Es heißt mich auf den Felsen bauen, aus dem der Strom der Gnade quillt, die alles tilget, was mich quält und gibt mir alles, was mir fehlt. 7. Dein guter Geist will mich erfreuen, und sich mein Herz zum Tempel weihn; ich soll den Richter nicht mehr scheuen, aus Gnaden frei und selig sein. O Licht, das durch die Seele dringt und Licht in finstre Tiefen bringt! 8. Trifft mich denn hier das Los der Deinen, dein Kreuz, das jeder Jünger trug: o endlich wird ein Tag erscheinen, da du mir rufft: Es ist genug! Nur sei mein Leiter, bis es tagt, mein Trost, wenn alles Trost versagt! 9. Ich hoff auf dich, du Kraft der Schwachen, auf dich, du Licht in Finsternis, auf dich, mein Hüter, du wirst wachen, mein Heil, du kommst und hilfst gewiß wie angst mir auch die Trübsalsnacht um Hoffnung, Trost und Hilfe macht. 10. Genug, ich bin befreit von 203 Deine Güte lockte mich oft zur Buße; aber ich floh vor ihrem sanften Locken, suchte selbst mich zu verstocken. 5 Ach, an dir hab ich gesündigt, Gott, mein Vater, ohne Scheu; dir hab ich oft aufgefündigt meine schuldge Kindestreu. Ach vergib, was ich gethan; nimm mich doch erbarmend an, führe mich vom Sündenpfade schnell zurück durch deine Gnade. 6. Dir ergeb ich mich aufs neue; gib, daß mein gebeugter Geist deiner Vaterhuld sich freue, die dein tröstend Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, da er für die Sünder starb, Fried und Freude im Gewissen, ach, das laß auch mich genießen. 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn. Gib, daß keine Kraft mir fehle, folgsam deinem Wort zu sein. Stebe mir stets mächtig bei, daß mein Herz dir heilig sei; dich zu lieben, dir zu leben, sei mein herzliches Bestreben. Joh. Sam. Diterich, geb. 1721, † 1797. Sünde und Buße. Sünden, ich bin von Straf und mühn. Knechtschaft los. O Gnade, die nicht zu ergründen, Erlösung, die unendlich groß, die aus der tiefsten Not befreit und führt zur höchsten Seligkeit! B 11. O Vater, nimm für dein Erbarmen, o Sohn, für dein Versöhnungsblut, o Geist, du Trost der geistlich Armen, für deiner Gaben reiches Gut von Herz und Lippen Dank und Ruhm, und mich zu deinem Eigentum. Paul Gottlieb Werlhof, geb. 1699,+1767. Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. 348. Höchster, denk ich an die Güte, die du mir bisher erzeigt, o so wird mein ganz Gemüte zu der tiefsten Scham gebeugt, daß ich dich gering geschäßt, dein Gebot bintangesetzt und dich, der du mich geliebet, mit Vergebungen betrübet. 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder sind ja dein, und fie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig sein. O wie bab ich sie entweiht! Ach, zur Ungerechtigkeit und zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Bater, neu. Von wie manchen schweren Sorgen machte sie das Herz mir frei! Was mir nüßte, gabst du mir; aber ach, wie dankt ich dir? O wie hab ich so vermessen deines Wohlthuns Zweck vergessen! 4. Bei dem hellen Licht der Gnaden sollt ich ja die Sünde fliehn, und von meinem Seelenschaden frei zu werden mich beMel. Wer nur den lieben Gott zc. 349. Gott, dir gefällt kein gottlos Wesen; wer bös ist, bleibet nicht vor dir. Drum laß von Sünden mich genesen und schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das sich vom Sinn der Welt entfernt und unbefleckt erhält! 2. Laß mich auf die begangnen Sünden mit inniger Beschämung sehn, durch Christum vor dir Gnade finden und standbaft deine Wege gehn. Ich will forthin das Rechtfertigung Unrecht scheun, mein Leben deinem Dienste weibn. 3. O stärke mich in dem Gedanken, gib meinem Borsazz Festigkeit; und will mein schwaches Herz je wanken, so bilf der Unentschlossenheit. Wie viel vermag ich, Gott, mit dir! Nimm deinen Geist nur nicht von mir! 4. Gib, daß er mir stets Hilfe leiste und Mut und Kräfte mir verleih, daß ich mit kindlich treuem Geiste dir bis zum Tod ergeben sei; so fieg ich über Sünd und Welt und thue, was dir wohlgefällt. 204 Mel. Es ist das Heil uns 2c. 350. Der Glaube macht allein gerecht durch Christum, ders ers worben; kein Werk erwirbt das Himmelreich, weil alls an uns verdorben; doch ist ohn Lieb der Glaube tot; drum, willst du meiden ewge Not, thu Buße, glaub und liebe. Rechtfertigung und Gnadenstand. 2. Die Liebe ist des Nächsten Knecht, die thu aus gutem Herzen; dabei nur glaube recht und schlecht, daß bloß durch Christi Schmerzen und seinen Tod du seist gerecht, und flieh, zu sein der Sünden Knecht: Gott will uns all bekehren. Christoph Runge, geb. 1619,+ 1681. und Gnadenstand. 5. Doch wenn ich je aus Schwachbeit feble, mein Vater, so verwirf mich nicht. Verbirg nicht der betrübten Seele, wenn fie dich sucht, dein Angesicht; o Herr, mach in Bekümmernis mein Herz von deiner Huld gewiß! Mel. Dant sei Gott in der 2c. 351. Ich bin bei Gott in Gnaden durch Christi Blut und Tod; was kann mir endlich schaden? Was acht ich alle Not? 6. Erquicke mich mit deinen Freuden, schaff ein getrostes Herz in mir und stärke mich in allen Leiden mit froher Zuversicht zu dir, bis nach vollbrachter Prü fungszeit mich ungestörtes Glück erfreut! Joh. Sam. Diterich, geb. 1721, † 1797. Ist er auf meiner Seiten, gleichwie er wahrlich ist, laß immer mich bestreiten auch alle Höllenlist. den von Gottes Lieb und Treu? 2. Was wird mich können scheiVerfolgung, Armut, Leiden und Trübfal mancherlei? Laß Schwert und Blöße walten; man mag durch tausend Pein mich für ein Schlachtschaf halten: der Sieg bleibt dennoch mein. 3. Jch fann um dessentwillen, Unmut stillen und fassen Trost der mich geliebet hat, gnug meinen und Rat; denn das ist mein Vertrauen, der Hoffnung bin ich voll, die weder Drang noch Grauen mir ewig rauben soll: 4. Daß weder Tod noch Leben fie möchte schweben, kein Fürstenund feiner Engel Macht, wie boch tum, fein Pracht, nichts deffen. was zugegen, nichts, was die Zufunft hegt, nichts, welches hoch Rechtfertigung und Gnadenstand. gelegen, nichts, was die Tiefe trägt, 5. Noch sonst, was je erschafe fen, von Gottes Liebe mich soll scheiden oder raffen. Denn diese gründet sich auf Christi Tod und Sterben; ihn fleh ich gläubig an, der mich, sein Kind und Erben. nicht lassen will noch kann. Simon Dach, geb. 1605,+ 1859. Mel. Valet will ich dir zc. 352. It Gott für mich, so trete gleich alles wider mich; so oft ich ruf und bete, weicht alles hinter sich. Hab ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, was kann mir thun der Feinde und Widersacher Rott? 2. Nun weiß und glaub ich feste, ich rühms auch ohne Scheu, daß Gott, der Höchst und Beste, mein Freund und Vater sei, und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh und dämpfe Sturm und Welfen und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, da ich mich gründe, ist Christus und sein Blut; das machet, daß ich finde das ewge, wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts auf dieser Erd; was Christus mir gegeben, das ist der Liebe wert. 205 kann ich mich freuen, hab einen Heldenmut, darf kein Gerichte scheuen, wie sonst ein Sünder thut. 6. Nichts, nichts kann mich verdammen, nichts nimmt mir meinen Mut; die Höll und ihre Flammen löscht meines Heilands Kein Urteil mich ers Blut. schrecket, kein Unheil mich betrübt, weil mich mit Flügeln decket mein Heiland, der mich liebt. 4. Mein Jesus ist mein Ehre, mein Glanz und helles Licht; wenn der nicht in mir wäre, so dürft und könnt ich nicht vor Gottes Augen stehen und vor dem trengen Siß: ich müßte stracks vergehen, wie Wachs in Feuerhiß. 5. Mein Jesus hat gelöschet, was mit sich führt den Tod; der ists, der rein mich wäschet, macht schneeweiß, was ist rot; in ihm 7. Sein Geist wohnt mir im Herzen, regieret meinen Sinn, vertreibt mir Sorg und Schmerzen, nimmt allen Kummer hin, gibt Segen und Gedeihen dem, was er in mir schafft, hilft mir das Abba schreien aus aller meiner Kraft. • 8. Und wenn an meinem Orte sich Furcht und Schwachheit findt, so seufzt und spricht er Worte, die unaussprechlich sind mir zwar und meinem Munde, Gott aber wohl bewußt, der an des Herzens Grunde erfiehet seine Lust. 9. Sein Geist spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu, wie Gott dem Hilfe leiste, der bei ihm suchet Ruh, und wie er hab erbauet ein edle, neue Stadt, da Aug und Herze schauet, was es geglaubet hat. 10. Da ist mein Teil, mein Erbe mir prächtig zugericht; wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten mit Thränen meine Zeit, mein Jesus und sein Leuchten durchsüßet alles Leid. 11. Wer sich mit dem verbindet, den Satan fleucht und haßt, der wird verfolgt und findet ein barte 206 Rechtfertigung und Gnadenstand. schwere Last zu leiden und zu den Jesus Christ dir erworben, tragen, gerät in Hohn und dämpfen. 12. Das ist mir nicht verborgen, doch bin ich unverzagt; dich will ich lassen sorgen, dem ich mich zugesagt. Es koste Leib und Leben und alles, was ich hab; an dir will ich fest kleben und nimmer lassen ab. Spott, das Kreuz und alle Pla- 2. Schüttle deinen Kopf und gen die find sein täglich Brot, sprich: fleuch, du alte Schlange! Was erneurst du deinen Stich, machst mir angst und bange? Ist dir doch der Kopf zerknickt, und ich bin durchs Leiden meines Heilands dir entrückt in den Saal der Freuden. 13. Die Welt, die mag zers brechen, du stehst mir ewiglich. Kein Brennen, Hauen, Stechen soll trennen mich und dich; kein Hungern und kein Dürsten, kein Armut, keine Pein, kein Zorn der großen Fürsten soll mir ein Hindrung sein. 3. Hab ich was nicht recht gethan, ist mirs leid von Herzen; dahingegen nehm ich an Christi Blut und Schmerzen. Denn das ist das Lösegeld meiner Missethaten; damit ist der ganzen Welt und auch mir geraten. 14. Kein Engel, feine Freuden, kein Thron, kein Herrlichkeit, kein Lieben und kein Leiden, kein Angst, kein Herzeleid, was man nur fann erdenken, es sei klein oder groß, der feines soll mich lenken aus deinem Arm und Schoß. 15. Mein Herze geht in Springe en und kann nicht traurig sein, ist voller Freud und Singen, fiebt lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Christ; das, was mich fingen machet, ist, was im Himmel ist. Paul Gerhardt, geb. 1607,+ 1676. Eigne Melodie. 353. Schwing dich auf zu deinem Gott, du betrübte Seele! Warum liegst du Gott zum Spott in der Schwermutshöhle? Merfest du nicht Satans List? Er will durch sein Kämpfen deinen Trost, 4. Christi Unschuld ist mein Ruhm, sein Recht meine Krone, sein Verdienst mein Eigentum, da ich frei in wohne als in einem festen Schloß, das kein Feind kann fällen, brächt er gleich davor Geschoß und Gewalt der Höllen. 5. Stürme, Teufel und du Tod, was könnt ihr mir schaden? Deckt mich doch in meiner Not Gott mit seiner Gnaden; der Gott, der mir seinen Sohn selbst verehrt aus Liebe, daß der ewge Spott und Hohn mich nicht dort betrübe. 6. Nun, auf diesen heilgen Grund bau ich mein Gemüte, sehe, wie der Feind zur Stund zwar dawider wüte; gleichwohl muß er lassen stebn, was Gott aufgerichtet; aber schändlich muß vergehn, was er selber dichtet. 7. Ich bin Gottes, Gott ist mein; wer ist, der uns scheide? Dringt das liebe Kreuz berein mit dem bittern Leide, laß es Rechtfertigung und Gnadenstand. dringen, kommt es doch von geliebten Händen, und geschwind zerbricht sein Joch, wenn es Gott will wenden. 8. Kinder, die der Vater soll ziehn zu allem Guten, die gedeihen selten wohl ohne Zucht und Ruten; bin ich denn nun Gottes Kind, warum will ich fliehen, wenn er mich von meiner Sünd will aufs Gute zieben? 9. Es ist herzlich gut gemeint mit der Christen Plagen. Wer hier zeitlich wohl geweint, darf nicht ewig klagen, sondern bat vollkommne Lust dort in Christi Garten, dem er einig recht bewußt, endlich zu gewarten. 207 kann vor Gott bestehn und zu der Himmelsfreud eingebn. 3. Jesu Christe, Gottes Sohn, mein Trost, mein Heil, mein Gnadenthron, dein teures Blut, dein Lebenssaft gibt mir stets neue Lebenskraft. 4. Herr Jesu, in der letzten Not, wenn mich schreckt Teufel, Höll und Tod, so laß ja dies mein Labsal sein: Dein Blut macht mich von Sünden rein! Joh. Olearius, geb. 1611,+1684. Mel. Mit meinem Gott geh ich 2c. 355. Ich freue mich, mein Gott, in dir und bin getroit, wenn ich dich bier zu meinem Teil mir wähle. Du, Herr, bist mein und ich bin dein: was mangelt meiner Seele? 2. Du hast mich von der Welt erwählt und deinen Kindern zugezählt; mag mich die Welt doch hassen. Du liebst mein Wohl, wirst gnadenvoll mich nimmermehr verlassen. 10. Gottes Kinder säen zwar traurig und mit Thränen; aber endlich bringt das Jabr, wonach fie sich sehnen. Denn es kommt die Erntezeit, da sie Garben machen; da wird all ihr Gram und Leid lauter Freud und Lachen. 11. Gi, so faß, o Christenherz, alle deine Schmerzen, wirf fie fröhlich hinterwärts, laß des Trostes Kerzen dich entzünden mehr und mehr! Gib dem großen Namen deines Gottes Preis und Ghr; er wird helfen. Amen! Paul Gerhardt, geb. 1607,+ 1676. Mel. O Jesu Chrift, meins 2c. 354. Herr Jesu Christ, dein teures Blut ist meiner Seelen höchstes Gut; das stärkt, das labt, das macht allein mein Herz von allen Sünden rein. 2. Dein Blut, mein Schmuck, mein Ehrenkleid, dein Unschuld und Gerechtigkeit macht, daß ich 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergibst in Christo mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Du gibst mir teil an ſeinem Heil: dies tröstet meine Seele. 4. Du bist mir der bewährte Freund, der es aufs beste mit mir meint, wo find ich deines gleichen? Du stehst mir bei und bleibst mir treu, wenn Berg und Hügel weichen. 5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, mein Fels und Heil; drum frag ich nicht nach Himmel und nach Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, das mir erfreulich werde. 6. Du bist mein allerhöchstes 208 Rechtfertigung und Gnadenstand. Gut, darauf mein wahres Wohl dem Himmel auf die Erden, mein beruht; in dir leb ich zufrieden. Mut- und Blutesfreund zu werSo dort als hier, Herr, bleiben den, ein Leib und Geist, mein wir in Liebe ungeschieden. Fleisch nd Bein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! 7. Du fegnest mich, wenn man mir flucht, und wer bier mein Verderben sucht, dem wirds doch nicht gelingen. Mit deiner Treu stehst du mir bei, daß ich kann fröhlich fingen. bidad 8. Du läßt mirs ewig wohl ergebn. Einst werd ich dich noch näher sehn, du Ursprung wahrer Freuden. An dir wird sich ewiglich mein ganzes Herze weiden. 3. Gott, welcher seinen Sohn mir gab, gewährt mir alles mit dem Sobne, nicht nur sein Kreuz, nicht nur sein Grab, auch seinen Thron, auch seine Krone; ja, was er redet, bat und tbut, sein Wort, sein Geist, sein Fleisch und Blut, was er geleiſtet und erstritten, was er gewonnen und erlitten, das räumet er mir alles ein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! an 4. Ich finde Nußen, Lust und Chr bei unsrem Bund im höchsten Grade; er beischet von mir sonst nichts mehr als Glauben, und ich nichts als Gnade. O wohl der Wahl, die uns gefügt! weg Reu und Tausch, ich bin dvergnügt in ihm und er mit mir zufrieden; drum bleibt bei beiden ungeschieden ein Herz und Mund, ein Ja und Nein! mein Freund ist mein, und ich bin sein! 9. Noch bats kein menschlich Ohr gehört, was uns dein Himmel einst gewährt; doch seh ichs schon im Glauben. Vollkommnes Heil ist da mein Teil, das wird mir niemand rauben. Salomo Liscow, geb. 1640,+ 1689. Eigne Melodie. 356. Beschränkt, ihr Weisen dieser Welt, die Freundschaft immer auf die Gleichen und leugnet, daß sich Gott gefellt mit denen, die ihn nicht erreichen; ist Gott schon alles, und ich nichts, ich Schatten, er der Quell des Lichts, er noch so stark, ich noch so blöde, er noch so rein, ich noch so schnöde, er noch so groß, ich noch so klein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! 2. Mein Goel, mein Immanuel, mein Mittler konnte Mit tel finden, sich meiner hochbedrängten Seel, die ihn berabzog, zu verbinden; mein Salomo, mein Jonathan, mein Bräutigam, mein Gott und Mann kam von 5. 3war kann er aller Christen Mut mit seiner Liebe sattsam weiden; wir dürfen um das höchste Gut nicht eifern, noch einander neiden. Durch unsern größesten Genuß erschöpft sich nicht sein Überfluß; so will ich ihn zwar keinem leugnen, doch mir vor allen andern eignen. Welt, zank dich um das Mein und Dein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! Ad 6. Mein Freund ist meiner Seele Geist, mein Freund ist meines Lebens Leben; nach ihm, der mich sein eigen heißt, und 209 erstaune. Der Richter ist mein bester Freund, drum schreckt mich nicht die Weckposaune. Ob Erd und Himmel bricht und fracht, ob Leib und Seele mir verschmacht, ob mein Gebeine muß verwesen, so wird mein Wahlspruch doch zu lesen noch haften an dem Grabesstein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! Christ. Wegleiter, geb. 1659, † 1706. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 357. Ich habe nun den Grund gefunden, der meinen Anker ewig hält; wo anders als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt, der Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd und Himmel untergeht. 2. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt; es sind die offnen Liebesarme des, der sich zu dem Sünder neigt, dem allemal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht. Rechtfertigung und Gnadenstand. sonst nach keinem will ich streben, dem ich mich, der sich mir ergibt, den ich und der mich wieder liebt, von dem ich nichts mehr kann begehren, der mir nichts Beßres kann gewähren. Dies Licht verdunkelt jeden Schein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! 7. Obn ihn ist mir der Himmel trüb, die Erd ein offner Höllenrachen; hingegen kann mir seine Lieb die Einöd selbst zu Eden machen. Ohn ihn ist mir troß aller Meng die Weil zu lang, die Welt zu eng; ich bin, wenn Feind und Freunde fliehen, wenn sich die Engel selbst entziehen, zwar einsam, aber nicht allein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! 8. Sein ist mein Leib und meine Seel, die er erschuf und auch erlöste, hier nährt und salbt mit seinem Öl, bis er dort beide ewig tröste. Sein ist mein Mut, sein ist mein Sinn, sein ist, was ich vermag und bin; ja was ich in und an mir habe, ist alles seine Gnadengabe, die macht mich auch vom Undanf rein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! 9. Sein ist mein Glück und meine Zeit, sein ist mein Sterben und mein Leben, zu seinem Ehrendienst geweiht, von ihm bestimmt und ihm ergeben. Es kommet, was ich laß und thu, von ihm her und ihm wieder zu; sein sind auch alle meine Schmerzen, die er ihm zärtlich zieht zu Herzen, er fühlt und abndet meine Pein: mein Freund ist mein, und ich bin sein! 10. G8 zürn und stürme jeder Feind; er macht nicht, daß ich viel 3. Wir sollen nicht verloren werden, Gott will, uns soll geholfen sein; deswegen kam der Sohn auf Erden und nahm bers nach den Himmel ein; deswegen klopft er für und für so stark an unsers Herzens Thür. 4. Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Tod vers schlungen hat! Das heißt die Wunden recht verbinden; da fins det kein Verdammen statt, weil Christi Blut beständig schreit: Barmberzigkeit! Barmherzigkeit! 5. Darein will ich mich gläubig senken, dem will ich mich ge tröst vertraun; und wenn mich meine Sünden fränken, nur bald 14 Rechtfertigung und Gnadenstand. 210 nach Gottes Herze schaun; da findet sich zu aller Zeit unendliche Barmherzigkeit. 6. Wird alles andre wegges rissen, was Seel und Leib erquicken kann; darf ich von keinem Troste wissen, und scheine völlig ausgethan; ist die Errettung noch so weit: mir bleibet die Barmhersigkeit. 7. Beginnt das Irdische zu drücken, ja, häuft sich Kummer und Verdruß, daß ich mich noch in vielen Stücken mit eitlen Dingen mühen muß, darüber sich mein Geist zerstreut, doch hoff ich auf Barmherzigkeit. 8. Muß ich an meinen besten Werken, darinnen ich gewandelt bin, viel Unvollkommenheit bemerken, so fällt wohl alles Rühmen hin; doch ist auch dieser Trost bereit: ich hoffe auf Barmherzigfeit. 9. Es gebe nur nach dessen Willen, bei dem so viel Erbarmen ist; er wolle selbst mein Herze stillen, damit es das nur nicht vergißt; so stehet es in Lieb und Leid in, durch und auf Barmherjigkeit. 10. Bei diesem Grunde will ich bleiben, so lange mich die Erde trägt; das will ich denken, thun und treiben, so lange sich ein Glied bewegt; so sing ich einstens hocherfreut: o Abgrund der Barmherzigkeit! Job. Andr. Rothe, geb. 1688,+ 1758. Mel. Wer nur ben lieber 2c. 358. Ich weiß von keinem andern Grunde, als den der Glaub in Christo hat; ich weiß von keinem andern Bunde, von keinem andern Weg und Rat, als daß man elend, arm und bloß sich legt in seines Vaters Schoß. 2. Ich bin zu meinem Heiland kommen, und eil ihm immer besser zu; ich bin auch von ihm aufges nommen, und finde bei ihm wahre Rub; er ist mein Kleinod und mein Teil, und außer ihm weiß ich kein Heil. 3. Jch bleib in Christo nun erfunden, und bin in ihm gerecht und rein; bleib ich mit ihm nur stets verbunden, so kann ich im mer sicher sein; Gott fiebt auch mich in Christo, an, wer ists, der mich verdammen kann? 4. Ich fühle noch in mir die Sünde; doch schaden kann sie mir nicht mehr, weil ich in Christo mich besinde; wohl aber beuget fie mich sehr. Ich halte nichts gering und klein, sonst dringt ein sichres Wesen ein. 5. Ich kämpfe gegen mein Verderben im Glauben und in Christi Kraft; der alte Mensch muß täglich sterben, der noch nicht tot am Kreuze haft; dies aber macht mich rein und klein und lehrt zu Jesu ernstlich schrein. 6. Ich suche stets vor ihm zu stehen, und seh in allem ihn nur an, nach seinem Wink einherzugehen, daß nichts mein Ziel vers rücken kann. Ich seufze stets: Herr, steh mir bei, daß ich dein rechter Jünger sei! 7. Und da ich so in Chrifto bleibe, stets vor ihm wandelnd auf ihn seh, das Wort des Friedens fröhlich treibe und unablässig zu ihm fleh, so bleib ich Rechtfertigung und Gnadenstand. stets im Grunde stehn; da kann mein Wachstum vor sich gehn. 8. Jch bleib im tiefsten De mutsgrunde, und will von Christo nimmer gehn; ich bleib im allgemeinen Bunde, in allgemeiner Liebe stehn und hang an Christo ganz allein; dies soll mein Grund auf ewig sein. 9. O Jesu, laß mich in dir bleiben; o Jesu, bleibe du in mir. Laß deinen guten Geist mich treiben, daß ich im Glauben folge dir. Laß mich stets fromm und wachsam sein, so reißet nichts den Grund mir ein. Karl peine. v. Bogasty, geb. 1690, † 1774. Mel. Wer nur den lieben 2c. 359. Ich bin im Himmel an geschrieben; ich bin ein Kind der Seligkeit. Was kann die Sünde mich betrüben und alles Leiden dieser Zeit? Ich weiß, daß ich von Anbeginn in Christo auser wäblet bin. 2. Das Lamm hat mich mit seinem Blute gezeichnet in des Lebens Buch, und mir erlanget alles Gute, Erlösung von dem Tod und Fluch. Was ists doch, was mein Herze quält? Ich bin jum Himmel auserwählt. 3. Obgleich im schwarzen Buch der Sünden viel Stunden aufs geschrieben stehn, läßt Jesus mich doch Gnade finden, und läßt das Lebensbuch mich sehn; da schau ich meine Gnadenwahl und steh in seiner Kinder Zahl. 4. Auf Jesum will ich fröhlich sterben; ich will des Glaubens Hochzeitkleid nur in des Lammes 211 Blute färben, so geh ich ein zur Seligkeit und zu dem großen Abendmahl. freudenvolle Gnadenwahl! 5. Kein Teufel soll den Trost mir rauben, daß ich erwählt von Anbeginn, daß ich aus Gnaden durch den Glauben an Chrifti Blut erlöset bin. So leb ich denn und sterbe, drauf. Auf Christum schließ ich meinen Lauf. Salomon Frand, geb. 1659,+ 1725. Mel. Wer nur den lieben 2c. 360. Mir ist Erbarmung widerfahren, Erbarmung, deren ich nicht wert; das zähl ich zu dem Wunderbaren, mein stolzes Herz hats nie begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 2. Ich hatte Gottes Zorn verdienet, und soll bei Gott in Gnaden sein; er hat mich mit sich selbst verfühnet, macht durch das Blut des Sohns mich rein. Warum? Ich war ja Gottes Feind!- Erbarmung bats so treu gemeint! 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen, das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt; ich kann es nur Erbarmung nennen, so ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit. 4. Dies laß ich kein Geschöpf mir rauben, dies soll mein einzig Rühmen sein; auf dies Erbarmen will ich glauben, auf dieses bet ich auch allein, auf dieses duld ich in der Not, auf dieses hoff ich noch im Tod. 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, nimm dein Erbarmen Rechtfertigung und Gnadenstand. 212 nicht von mir, und führe einst im Tod mich Armen durch meine Heilands Tod zu dir; da bin ich ewig hocherfreut und rühme die Barmherzigkeit. Phil. Friedr. piller, geb. 1699, † 1769. Mel. Unser Herrscher, unser zc. 361. Weicht, ihr Berge, fallt, ihr Hügel! Gottes Gnade weicht mir nicht; und der Friede hat dies Siegel, daß Gott seinen Bund nicht bricht! Dieses macht mich unverzagt, weil es mein Erbarmer sagt. 2. Das find Worte für die Blöden, die sind alles Glaubens wert; das beißt an die Herzen reden, das ist Trost, wie man begehrt: Gottes Gnade weicht dir nicht, weil es dein( Frbarmer spricht. 3. Hier ist Kraft für alle Müden, die so manches Glend beugt. Man findt Gnade, man bat Frieden, welcher alles übersteigt. Mein Erbarmer, sprich mir du dies in allen Nöten zu. 4. Wenn mich meine Sünden schmerzen und der Strafen lange Pein, ach, so rede meinem Herzen deinen Trost und Frieden ein: daß du mir in Jesu Christ ewig ein( Frbarmer bist. 1 5. Gib mir einen starken Glauben, der dein Wort mit Freuden faßt, so kann mir der Tod nicht rauben, was du mir geschenket bast; auch die Hölle nimmt mir nicht, was mein Heiland mir verspricht. Phil. Friebr. Hiller, geb. 1699,+ 1769. Mel. O Welt, ich muß dich lassen 2c. 362. Die Sünden sind vergeben! Das ist ein Wort zum Leben für den gequälten Geist; fie ds in Jesu Namen, in dem ist Ja und Amen, was Gott und Sündern je verbeißt. 2. Das ist auch mir geschrieben, auch ich bin von den Lieben, weil Gott die Welt geliebt; auch ich kann für die Sünden bei Gott noch Gnade finden; ich glaube, daß er mir vergibt. 3. Mein Hauptgesuch auf Erden soll die Vergebung werden, so wird mein Tod nicht schwer. O in den Sünden sterben, ist ewiges Verderben; denn Gott vergibt dort keine mehr. 2010 4. Hier ist die Zeit der Gnaden, der Angst sich zu entladen, auf Gottes Wort zu rubn, die Seele zu erretten, zu glauben und zu beten, und das in Jesu Namen thun. 5. Ach Gott, laß meiner Seelen es an dem Trost nicht fehlen, daß du die Schuld vergibst; wenn ich mich betend beuge, so sei dein Geist mein Zeuge, daß du dein Kind in Christo liebst. 6. Wenn ich von binnen scheide, so mach mir das zur Freude, daß ich begnadigt bin! Im Glauben der Vergebung, in Hoffnung der Belebung geh ich alsdann im Frieden bin. Phil. Friedr. Hiller, geb. 1699, † 1769 Mel. Beschränkt, ihr Weisen zc. 363. Mein Heiland nimmt die Sünder an; die unter ihrer Last der Sünden kein Mensch, kein Engel trösten kann, die nir gend Rub und Rettung finden, den'n selbst die weite Welt zu klein, die sich und Gott ein Greuel Rechtfertigung und Gnadenstand. sein, den'n Moses schon den Stab gebrochen und sie der Hölle zugesprochen, wird diese Freistatt aufgethan: mein Heiland nimmt die Sünder an. bue 16 2. Sein mehr als mütterliches Herz trieb ihn von seinem Thron auf Erden; ihn drang der Sünder Weh und Schmerz, an ihrer statt ein Fluch zu werden; er senkte sich in ihre Not und litt für sie den bittern Tod; nun da er denn sein eigen Leben zur teuern Zahlung hingegeben und ſeinem Vater gnug getban, so heißts: er nimmt die Sünder an. 3. Nun ist sein aufgethaner Schoß ein fichres Schloß gejagter Seelen; er spricht fie von dem Urteil los und tilget bald ihr ängstlich Quälen; es wird ihr ganzes Sündenbeer ins unergründlich tiefe Meer von seinem reinen Blut versenket; der Geist, der ihnen wird geschentet, schwingt über sie die Gnadensahn: mein Heiland nimmt die Sünder an. 213 Zachäi Haus, wie sanft stillt er dort Magdalenen den Strom der bittern Reuetbränen, und denkt nicht, was sie sonst getban. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 4. So bringt er sfie dem Vater bin in seinen blutbefloßnen Armen; das neiget dann den Vaterfinn zu ewig währendem Erbarmen. Er nimmt sie an an Kindesstatt, ja alles, was er ist und hat, wird ihnen eigen übergeben, und selbst die Thür zum ewgen Leben wird ihnen fröhlich aufgethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an. nis GUG 5. Osolltest du sein Herze sehn, wie sichs nach armen Sündern sehnet, sowohl wenn sie noch irre gehn, als wenn ihr Auge vor ihm thränet! Wie streckt er sich nach Zöllnern aus, wie eilt er in 6. Wie freundlich blickt er Petrum an, ob er gleich noch so tief gefallen. Nun dies hat er nicht nur gethan, da er auf Erden. mußte wallen; nein, er ist immer einerlei, gerecht und fromm und ewig treu; und wie er unter Schmach und Leiden, so ist er auf dem Thron der Freuden den Sündern liebreich zugetban. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 17. So komme denn, wer Sünder heißt, und wen sein Sündengreul betrübet, zu dem, der feinen von sich weist, der fich gebeugt zu ihm begibet. Wie? Willst du dir im Lichte stehn und ohne Not verloren gehn? Willst du der Sünde länger dienen, da dich zu retten er erschienen? O nein! verlaß die Sündenbahn. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 8. Komm nur mühselig und gebückt, komm nur, so gut du weißt zu kommen; wenn gleich die Last dich niederdrückt, du wirst auch friechend angenommen. Sieh, wie sein Herz dir offen steht, und wie er dir entgegengeht; wie lang bat er mit vielem Fleben sich brünstig nach dir umgeseben! So komm denn, armer Mensch, heran. Mein Heiland nimmt die Sünder an. men 9. Sprich nicht: ich habs zu arg gemacht, ich hab die Güter seiner Gnaden zu lang und schände lich umgebracht; er bat mich oft umsonst geladen. Wofern dus Rechtfertigung und Gnadenstand. 214 jetzt nur redlich meinst und deinen Fall mit Ernst beweinst, so soll ihm nichts die Hände binden, und du sollst seine Gnade finden. Er hilft, wenn sonst nichts helfen kann. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 10. Doch sprich auch nicht: es ist noch Zeit, ich muß erst diese Lust genießen; Gott wird ja eben nicht gleich heut die offne Gnadenpforte schließen. Nein, weil er ruft, so höre du, und greif mit beiden Händen zu; wer seiner Seelen Heil verträumet, der hat die Gnadenzeit versäumet, ibm wird hernach nicht aufgethan; beut komm, beut nimmt dich Jesus an. 11. Ja, zeuch uns selber recht zu dir, holdselig süßer Freund der Sünder, erfüll mit sehnender Begier auch uns und alle Adamsfinder. Zeig uns bei unserm Seelenschmerz dein aufgeschloßnes Liebesherz, und wenn wir unser Elend sehen, so laß uns ja nicht stille stehen, bis daß ein jeder fagen kann: Gott Lob! auch mich nimmt Jesus an. Leop. Franz Friebr. Lehr, geb. 1709,+ 1744. Mel. O daß ich tausend 2c. 364. Aus Gnaden soll ich selig werden; Herz, glaubst dus, oder glaubst dus nicht? Was willst du dich so blöd gebärden? Ists Wahrheit, was die Schrift verspricht, so muß auch dieses Wahrbeit sein: aus Gnaden ist der Himmel dein. 2. Aus Gnaden! hier gilt fein Berdienen, die eignen Werke fallen bin; Gott, der aus Lieb im Fleisch erschienen, bringt uns den seligen Gewinn, daß uns sein Tod das Heil gebracht, und uns aus Gnaden selig macht. merk dies 3. Aus Gnaden! Wort; aus Gnaden, so oft dich deine Sünde plagt, so oft dir will der Satan schaden, so oft dich dein Gewissen nagt. Was die Vernunft nicht fassen kann, das biet't dir Gott aus Gnaden an. 4. Aus Gnaden kam sein Sohn auf Erden und übernahm die Sündenlast. Was nötigt' ihn, fags, dein Freund zu werden? wenn du was zu rühmen hast! Wars nicht, daß er dein Bestes wollt und dir aus Gnaden helfen sollt? 5. Aus Gnaden! dieser Grund wird bleiben, so lange Gott wahrhaftig heißt; was alle Knechte Jesu schreiben, was Gott in seinem Wort anpreist, worauf all unser Glaube rubt, ist Gnade durch des Lammes Blut. 6. Aus Gnaden! doch du, fichrer Sünder, denk nicht: woblan! ich greif auch zu. Wahr ists, Gott rufet Adams Kinder aus Gnaden zur verbeißnen Ruh. Doch den geht seine Gnad nicht an, wer noch auf Gnade sündgen kann. 7. Aus Gnaden! wer dies Wort gehöret, tret ab von aller Heuchelei. Dann, wann der Sünder sich bekehret, so lernt er erst, was Gnade sei; beim Sündgen scheint die Gnad gering, dem Glauben ists ein Wunderding. 8. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen das Herz des Va ters aufgethan, wanns unter den Rechtfertigung und Gnadenstand. 215 Verzweiflungsschmerzen nichts ruhr meiner Sünden dein gnädig fieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm ich oftmals Stärkung ber, wenn Gnade nicht mein Anker wär? Untlig nicht vor mir! Was willit du mit dem Staube rechten? du kennst mein fündiges Geschlecht; prüfst du, so ist von deinen Knechten fein einziger vor dir gerecht! 4. Sollt ich vor deinem Fluche beben? Mich trifft er nicht, denn ich bin rein; mein Heiland starb, so muß ich leben; er überwand, der Sieg ist mein! Was schaden mir der Hölle Flammen? ich erbe meines Vaters Gut! Ich bin sein Kind, wer will verdammen? Ich bin versöhnt durch Christi Blut. 5. O tomm, du Blut des Menschensohnes mit aller deiner Seligkeit! Gib mir zur Rechten det nes Thrones das Erbe deiner Herrlichkeit! Ich mag sie nicht, die Erdenkronen, sie sind für meinen Wunsch zu klein! Weg, Staub, ich soll bei Jesu wohnen; ich soll, wie er, unsterblich sein. 6. Zum selgen Anschaun Got tes kommen, den großen Bundesfürsten sehn, mit Gottes Heer, mit tausend Frommen durch alle Himmel ihn erhöhn; ohn Thränen, Furcht, Gefahr und Leiden, mehr Glück genießen, als ich weiß: das, Herr, find deines Ret ches Freuden, und nach vollbrachtem Kampf der Preis. 9. Aus Gnaden! hierauf will ich sterben; ich fühle nichts, doch mir ist wohl; ich kenn mein sündliches Verderben, doch auch den, der mich beilen soll; mein Geist ist froh, die Seele lacht, weil mich die Gnade selig macht. 10. Aus Gnaden! die wird mich bedecken; ich schwinge meine Glaubensfahn und geh getrost trop aller Schrecken und Zweifel fort nach Kanaan. Ich glaub, was Jefu Wort verspricht, ich fühl es, oder fühl es nicht. Christian Ludw. Scheidt, geb. 1709,+1761. Mel. Wie groß ist des 2c. 365. Verlaß mich nicht, bis ich erfalte! Erleuchte mich, mein Lebenslicht! Stärk mich, daß ich dich gläubig halte, o Herr, du meine Zuversicht! Führ mich in meinen Prüfungsjahren den Weg, den ich nicht finden kann! Ich bin, wie meine Väter waren, dein Bürger und dein Wandersmann. 2. Erhör mich, wann ich zu dir schreie, gib meiner Seele große Kraft; umgürte mich nach deiner Treue mit Waffen deiner Ritterschaft! Und wenn, gleich Löwen nach dem Raube, der Feind nach meiner Seele brüllt, dann set dein Wort, dein Geist, dein Glaube mein Schwert, mein Harnisch, Helm und Schild! 3. Ich suche dich, laß mich dich finden! Laut seufzt mein durstig Herz nach dir; verbirg im Auf7. So gib denn Glauben deinem Streiter, der durch die Liebe thätig sei. Mach mich getroft, in Hoffnung heiter, demütig, keusch, versöhnlich, treu, gutthä tig, weich bei fremden Schmerzen, heiß im Gebet und still im Spott, zum Tode reif, voll Rub im Herzen, arm vor der Welt, und reich in Gott. Rechtfertigung und Gnadenstand. 216 8. Und wird nun bald der Tag erscheinen, der Tag des Kampfes und der Ruh: dann lächle mir, wenn Freunde weinen, die Freude jenes Lebens zu. Dann sei mein Ende, wie dein Ende; dann schmück fich meine Seele schön, um im Triumph durch deine Hände zu deinen Wonnen einzugebn! Aug. Gottlieb Ludw. Hering, geb. 1736,+ 1770. Mel. O daß ich tausend zc. 366. Gott, deine Gnade bringt uns Leben; sie schafft uns Heil und Seelenruh. Dein ists, die Sünden zu vergeben, und willig ist dein Herz dazu. Du nimmst die Sünder gnädig an, die sich voll Reue zu dir nahn. 2. Uns, uns Verlorne zu erretten, gabst du für uns selbst deinen Sohn. Er litt, damit wir Frieden hätten, für uns den Tod, der Sünde Lohn. O Gott, wie hast du uns geliebt, welch ein Erbarmen ausgeübt! 3. Dank, ewig Dank sei deiner Treue, die niemand gnug erbeben kann! Nun nimmst du jede wahre Reue um Christi willen gnädig an. Wohl dem, der sich zu dir bekehrt und gläubig seinen Mittler ehrt! 4. Du rettest ihn von allen Plagen, die dem Gewissen furchts bar sind; er kann getrost und freudig sagen: Gott ist für mich, ich bin sein Kind. Mein Jesus ists, der für mich litt und mich noch jest bei Gott vertritt. 5. Herr, wie rubig ist die Seele, die ganz sich deiner Gnade freut! Seis auch, daß irdisch Glück ihr fehle; nie fehlt ihr doch Zufriedenheit. Denn überwiegt dein Heil nicht weit die Welt und ihre Herrlichkeit? 6. Dein Friede stärkt mit frohem Mute das Herz auch in der größten Not, gibt Hoffnung zu dem ewgen Gute und macht getrost selbst in dem Tod. Er ist schon in der Pilgerzeit ein Vors schmack jener Seligkeit. 7. Laß, Vater, denn auch mich empfinden, wie köstlich dieser Friede sei! Auch mich sprachst du von meinen Sünden und ih ren Strafen völlig frei. Denn der, der aller Sünden trug, that sterbend auch für mich genug. 8. laß mich dies im Glauben fassen und, Bater, mich voll Zuversicht auf deine Treue stets verlassen! Wenn alles wankt, wankt sie doch nicht. Wohl dem, der sich auf dich verläßt; fein Heil stebt unbeweglich fest. 9. Lobsingend will ich dich erheben, mich ewig deiner Gnade freun, und deinem Dienst mein ganzes Leben in kindlichem Ges borsam weihn. Herr, du vergabst mir meine Schuld; nie, nie vergeß ich diese Huld! Joh. Sam. Diterich. geb. 1721,+ 1797. Mel. Schwing dich auf 2c. 367. Deines Gottes freue dich, dank ihm, meine Seele! Sorget er nicht väterlich, daß fein Gut dir fehle? Schüßt dich seine Vorsicht nicht, wann Gefahren dräuen? Jsts nicht Seligfeit und Pflicht, seiner dich zu freuen? 2. Ja, mein Gott, ich hab an Sun Rampf der Heiligung. 217 dir, was mein Herz begehret, in die Welt gekommen; alle meine einen Vater, welcher mir, was mir nüßt, gewäbret; der mich durch sein göttlich Wort hier zum Guten lenket, und mit Himmelswonne dort meine Seele tränket. Missethat hat er weggenommen. Ihm vertrau ich, bet ihn an, glaub an seine Leiden, folg ihm treulich, und so kann nichts von ihm mich scheiden. 3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, kindlich fürcht und liebe; wenn ich redlich dein Gebot und mit Freuden übe, o wie ist mir dann so wohl! wie ist mein Gemüte seliger Empfindung voll, voll von deiner Güte! 7. Dich, du Trost der Sterbe lichkeit, Heil des bessern Lebens, himmlische Vollkommenheit, such ich nicht vergebens. Wann mein Lauf vollendet ist, und vollbracht mein Leiden, ruft mein Mittler Jesus Christ mich zu seinen Freuden. 4. Dann darf ich mit Zuverficht auf zum Himmel blicken; selbst der Leiden acht' ich nicht, wie sie mich auch drücken. Hoff nung und Zufriedenheit wohnen mir im Herzen, trösten und erhöhn mich weit über alle Schmerzen. 8. Gib mir nur, so lang ich hier als ein Pilger walle, das Bewußtsein, daß ich dir, Herr, mein Gott, gefalle! Diese sanfte Freudigkeit, die zu dir ich habe, sei mein Glück in dieser Zeit und mein Trost am Grabe. 5. Du bist mein! so jauchz ich dann; wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ich rühmen kann: mein ist deine Gnade! Dir ist meine Wohlfahrt wert, du gabst mir das Leben, und du wirst auch, was mich nährt und erfreut, mir geben. 6. Jesus ist nach deinem Nat 9. Laß die Lust zur Sünde nie dieses Heil mir rauben! Rüste selbst mich wider fie mit ents schloßnem Glauben! Gib mir deinen Geist, der mich und mein Thun regiere, daß ich mein Vertraun auf dich ewig nicht verliere. Kampf der Heiligung. Mel. Herr, wie du willst 2c. 368. Laß, Bater, deinen guten Geist mich innerlich regieren, daß ich allzeit thu, was du heißt, und mich nicht laß verführen, daß ich dem Argen widersteh und nicht von deinem Weg abgeh zur Rechten oder Linken. 2. Ob böse Lust noch mannigBalth. Münter, geb. 1735,+ 1798. falt mich anficht, weil ich lebe, so hilf, daß ich ihr alsobald im Anfang widerstrebe, und daß ich da vergeſſe nicht die Todesstunde, das Gericht, den Himmel und die Hölle. 3. Gib, daß ich denke jederzeit an diese legten Dinge und das durch alle Sündenfreud aus mei 218 Kampf der Heiligung. nem Herzen bringe, damit ich seine Gnad zum Schilde bat, mög mein Leben lang dir dienen den kann kein Teufel schaden; ohne Furcht und Zwang in wil- ist diese Wehr um einen her, so ligem Gehorsam. bleibt ihm wohl geraten. 4. Gott Vater, deine Kraft und Treu laß reichlich mich empfinden. O Jesu Christe, steh mir bei, daß ich könn überwinden. Hilf, beilger Geist, in diesem Krieg, daß ich da immer einen Steg erhalte nach dem andern. David Denicke, geb. 1603,+ 1680. 5. Sei Gott getreu, ſein liebes Wort standhaftig zu bekennen; steh fest darauf an allem Ort, lag dich davon nicht trennen. Was diese Welt in Armen hält, muß alles noch vergehen; sein liebes Wort bleibt ewig fort ohn alles Wanken stehen. Mel. Was mein Gott will 2c. 6. Sei Gott getreu, als welcher sich läßt treu und gnädig 369. Sei Gott getreu, halt finden; streit unter ihm nur ritseinen Bund, o Mensch, in deinem Leben, leg diesen Stein zum ersten Grund, bleib ihm allein ergeben. Denk an den Kauf in deiner Tauf, da er fich dir ver= schrieben bei seinem Eid, in Ewigkeit als Vater dich zu lieben. terlich, laß über dich den Sünden ja wider Pflicht den Zügel nicht; wär ja der Fall geschehen, so sei bereit, durch Buß beizeit nur wieder aufzustehen. 2. Sei Gott getreu, laß keis nen Wind des Kreuzes dich abfehren; ist er dein Vater, du sein Kind, was willst du mehr begebren? Dies böchste Gut macht rechten Mut; kann seine Huld dir werden, nichts Bessers ist, mein lieber Christ, im Himmel und auf Erden. 3. Sei Gott getreu von Jugend auf, laß dich nicht Lust noch Leiden in deinem ganzen Lebenslauf von dessen Liebe scheiden. Sein alte Treu wird täglich neu, sein Wort steht nicht auf Schrauben; was er verspricht, das bricht er nicht, das sollst du kühnlich glauben. 4. Sei Gott getreu in deinem Stand, darein er dich geseget; wenn er dich bält mit seiner Hand, wer ist, der dich verleget? Wer 7. Sei Gott getreu bis in den Tod, und laß dich nichts abwenden; er wird und kann in aller Not dir treuen Beistand senden. Und käm auch gleich das höllisch Reich mit aller Macht gedrungen, wollt auf dich zu, so glaube du, du bleibest unbezwungen. 8. Wirst du Gott also bleiben treu, wird er sich dir erweisen, daß er dein lieber Vater sei, wie er dir hat verbeißen, und eine Kron zum Gnadenlohn im Himmel dir aufseßen, da wirst du dich fort ewiglich in seiner Treu ergößen. Michael Frand, geb. 1609,+ 1667. Mel. Machs mit mir, Gott x. 370. Mir nach, spricht Chris stus, unser Held, mir nach, ihr Christen alle! Verleugnet euch, verlaßt die Welt, folgt meinem Ruf und Schalle; nehmt euer Kampf der Kreuz und Ungemach auf euch, folgt meinem Wandel nach. 2. Ich bin das Licht, ich leucht euch für mit heilgem Tugendleben; wer zu mir kommt und folget mir, darf nicht im Finstern schweben; ich bin der Weg, ich weise wohl, wie man wahrhaftig wans deln soll. 3. Mein Herz ist voll Demus tigkeit, voll Liebe meine Seele; mein Mund der fleußt zu jeder Zeit von süßem Sanftmutöle. Mein Geist, Gemüte, Kraft und Sinn ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 4. Fällts euch zu schwer, ich geh voran, ich steh euch an der Seite; ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn, bin alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still darf stehn, wenn er den Feldherrn an sieht gehn. 5. Wer seine Seel zu finden meint, wird sie obn mich verlieren; wer sie hier zu verlieren scheint, wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz nimmt und folgt mir, ist mein nicht wert und meiner Zier. 6. So laßt uns nun dem lieben Herrn mit Leib und Seel nach gehen und wohlgemut, getrost und gern bei ihm im Leiden steben! Denn wer nicht kämpft, trägt auch die Kron des ewgen nicht davon. Lebens Joh. Scheffler, geb. 1624,+ 1677. Heiligung. 219 dieser Zeit ist keine Rub zu finden. Wer nicht will streiten, trägt die Kron des ewgen Lebens nicht davon. 2. Der Teufel kommt mit ſeiner List, die Welt mit Pracht und Prangen, das Fleisch mit Wollust, dich, o Christ, zu fällen und zu fangen; streitst du nicht wie ein tapfrer held, so bist du hin und schon gefällt. Mel. Machs mit mir, Gott 2c. 371. Auf Ghristenmensch! auf, auf zum Streit! Auf, auf zum Überwinden! In dieser Welt, in 3. Gedenke, daß du zu der Fahn deins Feldherrn hast geschworen; denk ferner, daß du als ein Mann zum Streit bist auserkoren! Ja denke, daß ohn Streit und Sieg nie keiner zum Triumph aufstieg. 4. Wer überwindt und kriegt den Raum der Feinde, die vermessen, der wird im Paradies vom Baum des ewgen Lebens essen. Wer überwindt, den soll kein Leid noch Tod berührn in Ewigkeit. 5. Wer überwindet, der soll dort in weißen Kleidern gehen; sein guter Name soll sofort im Buch des Lebens stehen; ja, Chris stus wird ihn offenbar bekennen vor der Engel Schar. 6. Wer überwindt, soll ewig nicht aus Gottes Tempel gehen; er soll drin wie ein himmlisch Licht und güldne Säule stehen; der Name Gottes, unsers Herrn, soll leuchten von ihm weit und fern. 7. So streit denn wobl, streit teck und fühn, daß du mögst überwinden; streng an die Kräfte, Mut und Sinn, daß du dies Gut mögst finden. Wer nicht will streiten um die Kron, bleibt ewiglich in Spott und Hohn. Joh. Scheffler, geb. 1624,+ 1677 220 Kampf der Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns wend 20. 372. Cin reines Herz, Herr, schaff in mir, schleuß zu der Sünde Thor und Thür, vertreibe sie und laß nicht zu, daß sie in meinem Herzen ruh. 2. Dir öffn ich, Jesu, meine Thür; ach komm und wohne du bei mir, treib all Unreinigkeit binaus aus deinem Tempel und Wohnbaus.is 3. Laß deines guten Geistes Licht und dein hellglänzend Angeficht erleuchten mein Herz und Gemüt, o Brunnen unerschöpfter Güt. 4. Und mache denn mein Herz zugeich an Himmelsgut und Segen reich; gib Weisheit, Stärke, Rat, Verstand aus deiner milden Gnadenband: 5. So will ich deines Namens Ruhm ausbreiten als dein Gis gentum und dieses achten für Gewinn, wenn ich nur dir ers geben bin. dopold sid Heinr. Georg Neuß, geb. 1654,+ 1716. Mel. Freu dich ſehr, o meine zc. 373. Schaffet, schaffet, Menschenkinder, schaffet eure Seligfeit; bauet nicht wie freche Sünder nur auf gegenwärtge Zeit, sondern schauet über euch, ringet nach dem Himmelreich, und be mühet euch auf Erden, wie ihr möget felig werden. br 2. Daß nun dieses mög ges schehen, müßt ihr nicht nach Fleisch und Blut und desselben Neigung geben; sondern was Gott will und thut, das muß einzig und allein eures Lebens Richtschnur sein, es Heiligung. mag Fleisch und Blut in allem übel oder wohl gefallen. HREE Aid 3. Jbr habt Ursach, zu be kennen, daß in euch noch Sünde steckt; daß ihr Fleisch von Fleisch zu nennen, daß euch lauter Elend deckt, und daß Gottes Gnadenfraft nur allein das Gute schafft, ja, daß außer seiner Gnade in euch nichts denn Seelenschade.. 4. Selig, wer im Glauben kämpfet, selig, wer im Kampf besteht und die Sünden in fich dämpfet, selig, wer die Welt verschmäht. Unter Christi Kreuzesschmach jaget man dem Frieden nach; wer den Himmel will ererben, muß zuvor mit Christo sterben. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, sondern träg und läsfig sein, eure Neigung zu bezwingen, so bricht eure Hoffnung ein; ohne tapfern Streit und Krieg folget niemals rechter Sieg; wahren Siegern wird die Krone nur zum beigelegten Lohne. 6. Mit der Welt fich luftig machen, hat bei Christen feine Statt; sündlich Reden, üppig Las chen schwächt den Geist und macht ihn matt. Ach, bei Christi Kreuzesfahn geht es wahrlich niemals an, daß man noch mit frechem Herzen ficher wolle thun und scherzen. 7. Furcht muß man vor Gott stets tragen; denn er kann mit Leib und Seel uns zur Hölle niederschlagen; er ists, der des Geistes Öl und, nachdem es ihm beliebt, Wollen und Vollbringen gibt. O so laßt uns zu ihm gehen, ihn um Gnade anzufleben. 8. Und dann schlagt die Sün denglieder, welche Adam in euch Stampf der regt, in den Kreuzestod darnieder, bis ihm seine Macht gelegt. Hauet Händ und Füße ab; was euch ärgert, senft ins Grab und denkt mehrmals an die Worte: Dringet durch die enge Pforte. 9. 3ittern will ich vor der Sünde und dabei auf Jesum sehn, bis ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu bestehn. Ach, mein Heiland, geb doch nicht mit mir Armen ins Gericht; gib mir deines Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen. 10. Amen! Es geschehe, Amen! Gott versiegle dies in mir, auf daß ich in Jesu Namen so den Glaubenskampf ausführ. Er, er gebe Kraft und Stärk und regiere selbst das Werk, daß ich wache, bete, ringe und also zum Himmel dringe. Ludwig Andr. Gotter, geb. 1661,+1786. Eigne Melodie. 374. Durchbrecher aller Bande, der du immer bei uns bist, bei dem Schaden, Spott und Schande lauter Lust und Himmel ist: übe ferner dein Gerichte wider unsern Adamssinn, bis dein treues Angesichte uns führt aus dem Kerker hin. Heiligung. 221 Händen, dein Herz ist auf uns gericht, ob wir wohl vor allen Leuten als gefangen sind geacht, weil des Kreuzes Niedrigkeiten uns veracht't und schndd gemacht. 2. Jsts doch deines Vaters Wille, daß du endest dieses Werk. Hiezu wohnt in dir die Fülle aller Weisheit, Lieb und Stärk, daß du nichts von dem verlierest, was er dir geschenket bat, und es von dem Treiben führest zu der süßen Ruhestatt. 3. Ach, so mußt du uns vollenden, willst und kannst ja anders nicht; denn wir sind in deinen 4. Schau doch aber unsre Ketten, da wir mit der Kreatur um Erlösung seufzen, beten von der Schwachheit der Natur, von dem Dienst der Eitelkeiten, der uns noch so hart bedrückt, wenn auch schon der Geist in Zeiten sich auf etwas Beßres schickt. 5. Ach, erheb die matten Kräfte, reiße du das Band entzwei, daß wir durch die Weltgeschäfte durchgebrochen stehen frei; weg mit Menschenfurcht und Zagen, weich, Vernunftbedenklichkeit, fort mit Scheu vor Schmach und Plagen, weg des Fleisches Zärtlichkeit. 6. Herr, zermalme, brich und reiße die verboste Macht entzwei, denke, daß ein armer Mensche dir im Tod nichts nüße sei. Heb ibn aus dem Staub der Sünden, wirf die Schlangenbrut hinaus, laß uns wahre Freiheit finden in des Vaters Hochzeitbaus. 7. Wir verlangen keine Rube für das Fleisch in Ewigkeit. Wie dus nötig findst, so thue noch vor unsrer Abschiedszeit; aber unser Geist der bindet dich im Glauben, läßt dich nicht, bis er die Erlösung findet, die dein treuer Mund verspricht. d 8. Herrscher, berrsche; Sieger, siege; König, brauch dein Regiment, fübre deines Reiches Kriege, mach der Sklaverei ein End! Aus dem Kerker laß die Seelen durch des neuen Bundes Blut; laß uns länger nicht ſo quä 222 Kampf der len, denn du meinsts mit uns ja gut. 9. Haben wir uns selbst gefangen in Lust und Gefälligkeit, ach, so laß uns nicht stets hangen in dem Tod der Eitelkeit; denn die Last treibt uns zu rufen, alle schreien wir dich an; zeig doch nur die ersten Stufen der gebrochnen Freiheitsbahn. 10. Ach, wie teur sind wir erworben, nicht der Menschen Knecht zu sein; drum so wahr du bist gestorben, mußt du uns auch machen rein, rein und frei und ganz vollkommen und verElärt ins beste Bild. Der hat Gnad um Gnad genommen, wer aus deiner Füll fich füllt. 11. Liebe, jeuch uns in dein Sterben, laß uns mit gefreuzigt jein, was dein Reich nicht kann ererben; führ ins Paradies uns ein. Doch wohlan! Du wirst nicht säumen, laß uns nur nicht lässig sein; werden wir doch als wie träumen, wann die Freiheit bricht herein. Gottfried Arnolb, geb. 1666,+ 1714. Mel. Straf mich nicht in 2c. 375. Mache dich, mein Geist, bereit, wache, fleh und bete, daß dich nicht die böse Zeit unverhofft betrete; denn es ist Satans List über viele Frommen zur Versuchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf von dem Sündenschlafe; denn es folget sonst darauf eine lange Strafe, und die Not samt dem Tod möchte dich in Sünden uns vermutet finden. 3. Wache auf, sonst kann dich Heiligung. nicht unser Herr erleuchten; wache, sonsten wird dein Licht dir noch ferne deuchten; denn Gott will für die Füll seiner Gnadengaben offne Augen haben. 4. Wache, daß dich Satans List nicht im Schlaf mag finden, weils ihm sonst ein Leichtes ist, dich zu überwinden; und Gott gibt, die er liebt, oft in ſeine Strafen, wenn sie sicher schlafen. 5. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge, oder wenn sie sich verstellt, wieder an fich bringe; wach und fieh, damit nie viel von falschen Brüdern unter deinen Gliedern. 6. Wach dazu auch über dich, über Fleisch und Herze, damit es nicht freventlich Gottes Gnad verscherze; denn es ist voller List, kann sich selber heucheln und in Hoffart schmeicheln. 7. Bete aber auch dabei, mitten in dem Wachen; denn der. Herre muß dich frei von dem allen machen, was dich drückt und bestrickt, daß du schläfrig bleibeft und sein Werk nicht treibest. 8. Ja, er will gebeten sein, wenn er soll was geben; er verlanget unser Schrein, wenn wir wollen leben und durch ihn unsern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Sünden kräftig überwinden. 9. Doch wohl gut! Es muß uns schon alles glücklich gehen, wenn wir ihn durch seinen Sohn im Gebet anflehen; denn er will uns mit Füll seiner Gunst bes schütten, wenn wir gläubig bitten. 10. Drum so laßt uns immerdar wachen, flehen, beten, weil die Angst, Not und Gefahr immer Kampf der Heiligung. näher treten; denn die Zeit ist nicht weit, da uns Gott wird richten und die Welt vernichten. Joh. Burchard Freystein, geb. 1671,+1718. Mel. Wachet auf, ruft 2c. 376. Nüstet euch, ihr Chris stenleute, die Feinde suchen euch zur Beute, ja selbst hat eur begehrt. Wappnet euch mit Gottes Worte und kämpfet frisch án jedem Orte, damit ihr bleibet unversehrt. Ist euch der Feind zu schnell, hier ist Immanuel. Hosianna! Der Starke fällt durch diesen Held, und wir behalten mit das Feld. 2. Reinigt euch von euren Lüsten, besieget fie, die ihr seid Christen, und stehet in des Herren Kraft. Stärket euch in Jesu Namen, daß ihr nicht strauchelt wie die Lahmen. Wo ist des Glaubens Eigenschaft? Wer hier ermüden will, der schaue auf das Ziel, da ist Freude. Wohlan, so seid zum Kampf bereit, so krönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wenig Jahre, eb ihr kommt auf die Totenbahre; kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wann Gott wird die Toten wecken, und Christus wird die Welt erschrecken, so stehen wir mit Freuden auf. Gott Lob! wir sind versöhnt; daß uns die Welt noch höhnt, währt nicht lange, und Gottes Sohn hat längstens schon uns beigelegt die Ehrenkron. 4. Jesu, stärke deine Kinder und mache die zu Überwindern, die du erkauft mit deinem Blut. Schaffe in uns neues Leben, daß 223 wir uns stets zu dir erheben, wenn uns entfallen will der Mut. Geuß aus auf uns den Geist, das durch die Liebe fleußt in die Herzen, so halten wir getreu an dir im Tod und Leben für und für. Wilh. Erasm. Arenbs,(?)+ 1721. Eigne Melodie. 377. Jesu, bilf fiegen, du Fürste des Lebens; fieb, wie die Finsternis dringet herein; wie fie ihr höllisches Heer nicht vers gebens mächtig aufführet, mir schädlich zu sein; Satan der finnet auf allerhand Ränke, wie er mich sichte, verstöre und fränke. 2. Jesu, hilf fiegen, der du mich erkaufet, rette, wenn Fleisch und Blut, Satan und Welt mich zu berücken ganz grimmig anlaufet, oder auch schmeichelnd fich listig verstellt. Wüten die Feinde von außen und innen, laß mir, Herr, niemals die Hilfe zerrinnen. 3. Jesu, bilf siegen! ach wer muß nicht klagen: Herr, mein Gebrechen ist immer vor mir! Hilf, wenn die Sünden der Jugend mich nagen, die mein Gewissen mir täglich hält für; laß es zu dienen, meiner Demütigung und mich doch schmecken dein kräftig Verfühnen. 4. Jesu, bilf fiegen, wenn in mir die Sünde, Eigenlieb, Hof fart und Mißgunst sich regt, wenn ich die Macht der Begierden empfinde, und sich mein tiefes Verderben darlegt; hilf, daß ich dann vor mir selber erröte und durch dein Leiden mein sündlich Fleisch töte. 5. Jesu, bilf fiegen und lege Kampf der gefangen in mir die Lüste des Fleisches und gib, daß bei mir lebe des Geistes Verlangen, auf wärts sich schwingend durch het ligen Trieb; laß mich eindringen ins göttliche Wesen, so wird mein Geist, Leib und Seele genesen.bu 6. Jesu, bilf fiegen und laß mich nicht sinken, wenn sich die Kräfte der Lügen aufblähn und mit dem Scheine der Wahrbeit sich schminken; laß dann viel beller doch deine Kraft sebn; steb mir zur Rechten, o König und Meister, lehre mich kämpfen und prüfen die Geister. 7. Jesu, hilf fiegen im Wachen und Beten! Hüter, du schläfest und schlummerst nicht ein; laß dein Gebet mich unendlich vertreten, der du verheißen, mein Fürsprech zu sein; wenn mich die Nacht mit Ermüdung will decken, wollst du mich, Jesu, ermuntern und wecken. un disod 224 8. Jesu, bilf fiegen, wenn alles verschwindet, und ich mein Nichts und Verderben nur seb, wenn tein Vermögen zu beten sich findet, wenn ich muß sein ein verschüchtertes Reb; ach Herr, so wollst du im Grunde der Seelen dich mit dem innersten Seufzen vermählen. 3) 9. Jesu, bilf fiegen und laß mirs gelingen, daß ich das Zeichen des Sieges erlang, so will ich ewig dir Lob und Dank singen, Jesu, mein Heiland, mit frohem Gesang. Wie wird dein Name da werden gepriesen, wo du, o Held, dich so mächtig erwiesen! 10. Jesu, hilf fiegen! Wenns nun kommt zum Sterben, mach Heiligung. du mich würdig und stetig bereit, daß ich mich könne recht nennen dein'n Erben dort in der Ewigkeit, hier in der Zeit. Jesu, mein Jesu, dir bleib ich ergeben, bilf du mir fiegen, mein Heil, Trost und Leben! sorsigs Johann Heinrich Schröder, it and 1b8eb. 1666,+ 1699. Eigne Melodie. 378. Ninge recht, wenn Got tes Gnade dich nun ziebet und bekehrt, daß dein Geist sich recht entlade von der Last, die ihn beschwert. d 2. Ringe, denn die Pfort ist enge, und der Lebensweg ist schmal; hier bleibt alles im Ges dränge, was nicht zielt zum Himmelsfaal. doil Signus fer 3. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, dring hinein in Gottes Reich; will der Satan widerstre- 19 ben, werde weder matt noch weich. 4. Ringe, daß dein Eifer glübe, und die erste Liebe dich von der ganzen Welt abziehe; balbe Liebe hält nicht Stich. 5. Ringe mit Gebet und Schreien, balte damit feurig an; laß dich keine Zeit gereuen, wärs auch Tag und Nacht getban. 6. Hast du dann die Perl er rungen, denke ja nicht, daß du nun alles Böse haft bezwungen, das uns Schaden pflegt zu thun. 7. Nimm mit Furcht ja deiner Seele, deines Heils mit Zittern wabr; hier in dieser Leibeshöhle schwebst du täglich in Gefahr. 8. Halt ja deine Krone feste, halte männlich, was du hast; recht beharren ist das beste, Rückfall ist ein böser Gast. 81 Kampf der Heiligung. 9. Laß dein Auge ja nicht gaf fen nach der schnöden Eitelkeit; bleibe Tag und Nacht in Waffen, fliehe träge Sicherheit. 10. Laß dem Fleische nicht den Willen, gib der Lust den Zügel nicht. Willst du die Begierden füllen, so verlischt das Gnadenlicht. 11. Fleischesfreiheit macht die Seele kalt und sicher, frech und stolz; frißt hinweg des Glaubens Öle, läßt nichts als ein faules Holz. 12. Wahre Treu führt mit der Sünde bis ins Grab beständig Krieg, richtet sich nach keinem Winde, sucht in jedem Kampf den Sieg. 13. Wahre Treu liebt Christi Wege, steht beherzt auf ihrer Hut, weiß von keiner Wollust pflege, hält sich selber nichts zu gut. 14. Wahre Treu hat viel zu weinen, spricht zum Lachen: du bist toll! weil es, wann Gott wird erscheinen, lauter Heulen werden soll. Imp 15. Wahre Treu kommt dem Getümmel dieser Welt niemals zu nah; ist ihr Schaß doch in dem Himmel, drum ist auch ihr Herz allda. 1 16. Dies bedenket wohl, ihr Streiter, streitet recht und fürchtet euch; geht doch alle Tage weiter, bis ihr kommt ins Himmelreich. 17. Denkt bei jedem Augen blicke, obs vielleicht der letzte sei; bringt die Lampen ins Geschicke, holt stets neues Öl herbei. 18. Liegt nicht alle Welt im 225 Bösen? Steht nicht Sodom in der Glut? Seele, wer soll dich erlösen? Gilen, eilen ist hier gut. 19. Gile, wo du dich erretten und nicht mit verderben willt; mach dich los von allen Ketten, fleuch als ein gejagtes Wild. 20. Lauf der Welt doch aus den Händen, dring ins stille Zoar ein. Eile, daß du mögst vollenden, mache dich von allem rein. 21. Laß dir nichts am Herzen kleben, fleuch vor dem verborgs nen Bann; such in Gott geheim zu leben, daß dich nichts bes flecken kann. 22. Gile, zähle Tag und Stunden, bis dein Bräutgam kommt und winkt und, wenn du nun überwunden, dich zum Schauen Gottes bringt. 23. Gile, lauf ihm doch entgegen, sprich: Mein Licht, ich bin bereit, nun mein Hüttlein abzulegen, mich dürst nach der Ewigkeit! Joh. Jof. Windler, geb. 1670, † 1722. Me I. Weil nichts gemeiner ist 2c. 379. Du Bater deiner Menschenkinder, der du die Liebe selber bist, und dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist, laß mich von ganzem Herzen dein im Leben und im Tode sein. 2. Gib, daß ich als dein Kind dich liebe, da du mich als eins Bater liebst, und so gesinnt zus sein mich übe, wie du mir selbst die Vorschrift gibst. Was dir ges fällt, gefall auch mir; nichts à scheide mich, mein Gott, von dir. 3. Bertilge, Herr, durch deinen 11 15 226 Kampf der Liebe in mir die Liebe zu der Welt und gib, daß ich Verleugnung übe, wenn mir das Eitle noch gefällt. Wie könnt ich je die Kreatur dir vorziehn, Schöpfer der Natur? 4. Laß mich um deines Namens willen gern thun, was mir dein Wort gebeut. Kann ichs nicht, wie ich soll, erfüllen, so sieh auf meine Willigkeit und rechne mir nach deiner Huld die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, mißfällt. Drum laß es mich mit Sorgfalt meiden, gefiel es auch der ganzen Welt. Die kleinste Sünde selbst zu scheun, laß, Bater, mich beslissen sein. 6. Aus Liebe laß mich alles leiden, was mir dein weiser Rat bestimmt. Auch Trübsal führt zu ewgen Freuden; wer ihre Last gern auf sich nimmt, sie willig trägt und weislich nüßt, wird mächtig von dir unterstüßt. 7. In deiner Liebe laß mich sterben, so ist auch Sterben mein Gewinn; so werd ich deinen Himmel erben, wo ich dir ewig nabe bin. Da lieb ich in Vollkommen beit dich, Bater der Barmherzigkeit. Balth. Münter, geb. 1735,+ 1793. Mel. Wo Gott, der Herr, nicht zc. 380. Herr, stärke meinen schwachen Mut, dich treulich zu bekennen und trotz der Feinde Hohn und Wut den Deinen mich zu nennen. Gib, daß ich obne Heuchelei durch deine Gnade stark und frei dein ewig Lob verkünde. Heiligung. 2. Ich weiß, es geht der Zeugen Pfad durch manches Ungewitter; denn wen dein Licht er leuchtet hat, dem wird die Weltlust bitter. Je mehr er Welt und Sünde haßt, um desto schwerer wird die Last; des Kampfes wird kein Ende. 3. Wer Sünde thut, der hast das Licht, mag nicht die Wahrheit hören; und wer ihm von der Buße spricht, will nur den Fries den stören. Das Wort vom Kreuz war allezeit der armen Welt, und ists noch heut, gar eine harte Rede. 4. Und doch will ich verzagen nicht, mag sie gleich drohn und lügen; denn Gottes Wort und Gottes Licht muß doch am Ende fiegen. Wie sollt ich zweifeln noch daran? Hat er doch mein Herz auf gethan, das troßge und verzagte! 5. Und der mein stolzes Herz gewann, das ganz und gar vers fehrte, der allen helfen will und kann, gleichwie er mich befehrte: sein Scepter bleibt in Ewigkeit; zuletzt doch werden weit und breit die Starken seine Beute. 6. So bleib ich ruhig denn da bei, von seiner Huld zu zeugen, und stören soll mich kein Geschrei. ihm meine Knie zu beugen! Ee hilft mir ja der starke Held, daß nicht die Furcht vor dieser Welt mich treibt, ihn zu verleugnen. 7. Und will die Welt, nach seinem Nat, mich drum mit Füßen treten: er lehrt für ihre Misethat mich glaubig flehn und beten. Und regt sich noch des Zornes Flamm: ein Blick auf ihn am Kreuzesstamm dämpft ihr unheilges Feuer. Früchte der Wiedergeburt. 8. Der Feinde Fluch verkehret er erbarmungsvoll in Segen und stärket mich, der treue Herr, auch unter harten Schlägen, hilft. Früchte der Mel. Wenn wir in höchsten 2c. 381. 3wei Ding, o Herr, bitt ich von dir, die wollest du nicht weigern mir, weil ich in diesem Elend bin, bis mich mein Stündlein nimmt dahin. 2. Verfälschte Lehr, Abgötterei, auch Lügen ferne von mir sei; Armut und Reichtum gib mir nicht, doch solches ich noch ferner bitt: 3. Ein ziemlich Notdurft schaff dem Leib, daß ich kann nähren Kind und Weib, oder kein Not und Mangel sei, und auch kein Überfluß dabei. Wiedergeburt. 4. Sonst wenn zu satte ich würd sein, verleugnet ich den Herren mein, und saget: Was frag ich nach Gott? Ich bin versorgt in aller Not. 5. Oder wenn Armut drückte mich, zum Steblen möcht geraten ich, oder mit Sünd trachten nach Gut, ohn Gottes Scheu, wie mancher thut. 227 daß ich ohne Heuchelei von seiner Gnade stark und frei durch Wort und Wandel zeuge. Ans Knapp's Viederschap. 6. Des Herren Segen machet reich ohn alle Sorg, wenn du zugleich in deim Stand treu und fleißig bist und thust, was dir befohlen ist. Paul Eber, geb. 1511,+ 1569. Eigne Melodie. 382. Von Gott will ich nicht lassen; denn er läßt nicht von mir, führt mich auf rechter Straßen, da ich sonst irret ſehr, reichet mir seine Hand; den Abend wie den Morgen thut er mich wohl versorgen, sei, wo ich woll, im Land. 2. Wann sich der Menschen Hulde und Wohlthat all verkehrt, so findt fich Gott gar balde; sein Macht und Gnad bewährt, hilfet aus aller Not, errett von Sünd und Schanden, von Ketten und von Banden, und wenns auch wär der Tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen in meiner schweren Zeit. Es kann mich nicht gereuen, er wendet alles Leid. Ihm sei es beimgestellt; mein Leib, mein Seel, mein Leben sei Gott, dem Herrn, ergeben; er schaffs, wie's ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts gefallen, denn was mir nüßlich ist. Er meints gut mit uns allen, schenkt uns den Herren Christ, sein allerliebsten Sohn, durch ihn er uns bescheret, was Leib und Seel ernähret; lobt ihn ins Himmels Thron. 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, welch's er uns beides schenkt; das ist ein selge Stunde, darin man sein gedenkt. Sonst verdirbt alle Zeit, die wir zus 15* Früchte der Wiedergeburt. 228 bring'n auf Erden. Wir sollen selig werden und bleib'n in Ewigkeit. 6. Auch wenn die Welt vergehet mit ihrer stolzen Pracht, nicht Ehr noch Gut bestehet, das vor war groß geacht. Wir werden nach dem Tod tief in die Erd begraben; wenn wir geschlafen haben, will uns erwecken Gott. 7. Die Seel bleibt unverloren geführt in Abrams Scheß; der Leib wird neu geboren, von allen Sünden los, ganz heilig, rein und zart, ein Kind und Erb des Herren; daran muß uns nicht irren des Teufels listig Art. 8. Darum, ob ich schon dulde hier Widerwärtigkeit, wie ich auch wohl verschulde, kommt doch die Ewigkeit, ist aller Freude voll; dieselb ohn einig Ende, die weil ich Christum fenne, mir widerfahren soll. 9. Das ist des Vaters Wille, der uns geschaffen hat; sein Sohn hat Guts die Fülle erworben uns und Gnad. Auch Gott, der heilig Geist im Glauben uns regieret, zum Reich der Himmel führet; ihm sei Lob, Ehr und Preis. Ludwig Helmbold, geb. 1532,+ 1598. Mel. Was mein Gott will 2c. 383. Wer Gott vertraut, hat wohl gebaut im Himmel und auf Erden; wer sich verläßt auf Jesum Christ, dem muß der Himmel werden. Darum auf dich all Hoffnung ich ganz fest und steif thu sezen; Herr Jesu Christ, mein Trost du bist in Todes Not und Schmerzen. n 2103 2. llnd wenns gleich wär dem Teufel sehr und aller Welt zu wider, dennoch so bist du, Jesu Christ, der sie all schlägt darnieder; und wenn ich dich nur hab um mich mit deinem Geist und Gnaden, so kann fürwahr mir ganz und gar nicht Tod noch Teufel schaden. 3. Dein tröst ich mich ganz sicherlich; denn du kannst mir wohl geben, was mir ist not, du treuer Gott, in dies'm und jenem Leben. Gib wahre Reu, mein Herz erneu, errette Leib und Seele. Ach, höre, Herr, dies mein Begehr und laß mein Bitt nicht fehlen. Aus dem 16. Jahrh Mel. Es spricht der Unweisen 2c. 384. Herr, deine Rechte und Gebot, darnach wir sollen leben, wollst du mir, o getreuer Gott, ins Herze selber geben, daß ich zum Guten willig sei, und ohne Falsch und Heuchelei, was du befiehlst, vollbringe. 2. Gib, daß ich dir allein vers trau, allein dich fürcht und liebe, auf Menschentrost und Hilf nicht bau, noch mich darum betrübe, daß großer Leute Gnad und Gunst, Gewalt, Pracht, Reichtum, Wiß und Kunst mir nicht zum Abgott werde. 3. Hilf, daß ich deinen Nam'n und Bund aus deinem Wort er fenne, auch niemals dich mit meinem Mund ohn Herzensandacht nenne, daß ich bedenke jeden Tag, wie stark mich meine Taufzusag zum Dienste dir verbindet. 4. Am Tage deiner heilgen Ruh laß mich früh vor dich treten. Früchte der Wiedergeburt. die Zeit auch beilig bringen zu mit Danken und mit Beten, daß ich bab alle Luft an dir, dein Wort gern hör und dir dafür mein dankbar Opfer bringe. 5. Die Eltern, Lehrer, Obrigfeit, so vorgesetzt mir werden, laß mich ja ehren allezeit, daß mirs wohlgeb auf Erden; für ihre Sorg und Treu laß mich, wann sie auch werden wunderlich, Furcht, Ehr und Dank erweisen. 6. Hilf, daß ich nimmer eigne Rach aus Zorn und Feindschaft übe, dem, der mir anthut Troß und Schmach, verzeihe und ihn liebe, sein Glück und Wohlfahrt jedem gönn, schau, ob ich jemand dienen könn, und thu es dann mit Freuden. 7. Unreine Werf der Finsternis laß mich mein Lebtag meiden, daß ich für böse Lust nicht müß der Hölle Qual dort leiden; schaff in mir, Gott, ein reines Herz, daß ich schandbare Wort und Scherz und alle Unzucht fliebe. 8. Verleih, daß ich mich redlich nähr und böser Ränke schäme, mein Herz von Geiz und Unrecht kehr, und fremdes Gut nicht nehme, auch von der Arbeit meiner Händ, was übrig ist, auf Arme wend und nicht auf Pracht und Hoffart. 229 gebren; was aber mir von nöten ihut, das wollst du mir gewähren; doch daß es niemand schädlich sei, ich auch ein ruhig Herz dabei und deine Gnad behalte. 9. Hilf, daß ich meines Nächsten Glimpf zu retten mich befleiße, von ihm abwende Schmach und Schimpf, doch Böses nicht gut beiße. Gib, daß ich lieb Aufrichtigkeit, und Abschen habe jederzeit am Lästern und am Lügen. 10. Laß mich des nächsten Haus und Gut nicht wünschen noch be11. Ach, Herr, ich wollte deine Recht und deinen heilgen Willen, wie mir gebührt als deinem Knecht, ohn Mangel gern erfüllen; doch fühl ich wohl, was mir gebricht, und wie ich das Geringste nicht vermag aus eignen Kräften. 12. Drum gib du mir von deinem Thron, Gott Vater, Gnad und Stärke; verleih, o Jesu, Gottes Sohn, daß ich thu rechte Werke; o heilger Geist, hilf, daß ich dich von ganzem Herzen und als mich den nächsten treulich liebe. Lukas Oftander(?), geb. 1534, † 1604. SOUSTY Mel. Fren dich sehr, o meine 2c. 385. Kommt und laßt euch Jesum lehren, kommt und fernet allzumal, welche die sind, die gehören in der rechten Christen Zahl: die bekennen mit dem Mund, glauben auch von Herzensgrund, und bemühen fich daneben, Guts zu thun, so lang fie leben. 2. Selig sind, die Demut haben und sind allzeit arm im Geist, rühmen sich gar keiner Gaben, daß Gott werd allein gepreist, danken dem auch für und für: denn das Himmelreich ist ihr. Gott wird dort zu Ehren sehen, die sich selbst gering hier schäßen. 3. Selig find, die Leide tragen, da sich göttlich Trauern findt, die beseufzen und beklagen ihr und andrer Leute Sünd; welche des Früchte der Wiedergeburt. 230 halb traurig gebn, oft vor Gott mit Thränen stehn: diese sollen noch auf Erden und dann dort getröstet werden. 4. Selig find die frommen Herzen, da man Sanftmut spüren kann, welche Hohn und Troß verschmerzen, gerne weichen je dermann; die nicht suchen eigne Rach und befehlen Gott die Sach: diese will der Herr beschüßen, daß sie noch das Land befigen. 5. Selig sind, die sehnlich streben nach Gerechtigkeit und Treu, daß an ihrem Thun und Leben kein Gewalt noch Unrecht ſei; die da lieben gleich und recht, sind aufrichtig, fromm und schlecht, Geiz, Betrug und Unrecht hassen: die wird Gott satt werden lassen. 6. Selig sind, die aus Erbarmen sich annehmen fremder Not, sind mitleidig mit den Armen, bitten treulich für sie Gott; die behilflich sind mit Rat, auch wo möglich mit der That, werden wieder Hilf empfangen und Barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die funden werden reines Herzens jederzeit, die in Werk, Wort und Gebärden lieben Zucht und Heiligkeit. Diese, welchen nicht gefällt die unreine Lust der Welt, sondern die mit Ernst sie meiden, werden schauen Gott mit Freuden. 8. Selig sind, die Friede machen und drauf sehn ohn Unterlaß, daß man mög in allen Sachen fliehen Hader, Streit und Haß; die da stiften Fried und Ruh, raten allerseits dazu, sich auch Friedens selbst befleißen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig sind, die müssen dulden Schmach, Verfolgung, Angst und Pein, da sie es doch nicht verschulden und gerecht befunden sein. Ob des Kreuzes gleich ist viel, sezet Gott doch Maß und Ziel, und hernach wird ers belohnen ewig mit der Ehrenkronen. 10. Herr, regier zu allen Zeiten meinen Wandel hier auf Erd, daß ich solcher Seligkeiten doch aus Gnaden fähig werd. Vater, hilfs von deinem Thron, daß ich glaub an deinen Sohn, und durch deines Geistes Stärke mich befleiße rechter Werke. David Denice, geb. 1603,+ 1680. Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. 386. Wohl dem, der den Herren scheuet und sich fürcht vor seinem Gott! Selig, der sich herzlich freuet, zu erfüllen sein Gebot; wer den Höchsten liebt und ehrt, wird erfahren, wie sich mehrt alles, was in seinem Leben ihm vom Himmel ist gegeben. 2. Seine Kinder werden stehen wie die Rosen in der Blüt; sein Geschlecht wird einhergehen voller Gnad und Gottes Güt; und was diesen Leib erhält, wird der Herrscher aller Welt reichlich und mit vollen Händen ihnen in die Häuser senden. 3. Das gerechte Thun der Frommen steht gewiß und wanket nicht; sollt auch gleich ein Wetter kommen, bleibt doch Gott, der Herr, ihr Licht; tröstet, stärket, schützt und macht, daß nach außgestandner Nacht und nach hoch Früchte der Wiedergeburt. betrübtem Weinen Freud und Sonne wieder scheinen. 4. Gottes Gnad, Huld und Erbarmen bleibt den Frommen immer fest; wohl dem, der die Not der Armen ihm zu Herzen geben läßt und mit Liebe Gutes thut, den wird Gott, das höchste Gut, aus der Fülle seiner Gaben, als der liebste Vater laben. 231 blüht wie ein Palmbaum, den man sieht bei den Flüssen an den Seiten seine frischen Zweig ausbreiten. 3. Also, sag ich, wird auch grünen, wer in Gottes Wort fich übt; Luft und Erde wird ihm dies nen, bis er reife Früchte gibt; seine Blätter werden alt und doch niemals ungestalt; Gott gibt Glück zu seinen Thaten; was er macht, muß wohl geraten. Wo 4. Aber wen die Sünd erfreuet, mit dem gehts viel anders zu: er wird wie die Spreu zerstreuet von dem Wind im schnellen Nu. der Herr sein Häuflein richt, da bleibt kein Gottloser nicht. Summa: Gott liebt alle Frommen, und wer bös ist, muß umkommen. Paul Gerhardt, geb. 1607,+ 1676. 5. Wer Betrübte gern erfreuet, wird vom Höchsten hoch ergößt; was die milde Hand ausstreuet, wird vom Himmel wohl ersetzt. Wer viel gibt, erlanget viel; was sein Herze wünscht und will, das wird Gott mit gutem Willen schon zu rechter Zeit erfüllen. 6. Wenn das Unglück will ankommen, das den rohen Sünder plagt, bleibt der Mut ihm unbenommen und sein Herze unverzagt; unverzagt, ohn Angst und Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. Pein bleibt das Herz, das sich 388. Sei getreu bis an das allein seinem Gott und Herrn ergibet und in ihm die Brüder liebet. Paul Gerhardt, geb. 1607, † 1676. Mel. Werde munter, mein 2c. P₁. 1. Ende, daure redlich aus den Streit! Leidest du gleich harte Stände, endlich ist der Sieg bereit. Ach, das Leiden dieser Zeit ist nicht wert der Herrlichkeit, die dein Jesus dir will geben dort in jenem Freudenleben. 387. Wohl dem Menschen, der nicht wandelt in gottloser Leute Rat; wohl dem, der nicht unrecht handelt, noch tritt auf der Sünder Pfad; der der Spötter Freundschaft fleucht und von ihren Sesseln weicht, der hingegen liebt und ehret, was uns Gott vom Himmel lehret. 2. Sei getreu in deinem Glauben! Lasse dir den festen Grund niemals aus dem Herzen rauben, halte den Gewissensbund, der ges schlossen in der Tauf, sag ihn Gott nicht wieder auf. Der ist gottlos und verloren, wer meineidig ihm geschworen. 2. Wohl dem, der mit Lust und Freude das Geseß des Höchsten treibt, und hier als auf süßer Weide Tag und Nacht verharrend bleibt; dessen Segen wächst und 3. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt! An dem Nächsten Gutes übe, ob er dich gleich bat betrübt. Denke, wie dein Heiland that, als er für Früchte der Wiedergeburt. 232 die Feinde bat, so mußt du verzeihen eben, soll Gott anders dir vergeben. 119 fid 4. Sei getreu in deinem Leiden! Lasse dich kein Ungemach von der Liebe Jesu scheiden, murre nicht mit Weh und Ach. Hilft dir denn die Ungeduld? Nein, fie häufet nur die Schuld. Der trägt leichter, wer da träget mit Geduld, was Gott aufleget. 5. Sei getreu in deinem Hoffen! Hilft Gott gleich nicht, wie du willt, er hat bald ein Mittel troffen, daß dein Wünschen werd erfüllt. Hoffe fest, Gott ist schon hier, sein Herz bricht ihm gegen dir; hoffe nur, Gott ist vorhanden, Hoffnung macht dich nicht zu Schanden. 6. Sei getreu bis an das Ende, daß nicht Marter, Angst und Not dich von deinem Jesu wende, sei ihm treu bis in den Tod! Ach, das Leiden dieser Zeit ist nicht wert der Herrlichkeit, die dein Jesus dir will geben dort in jenem Freudenleben. Beni. Prätorius, um 1661. Mel. Laffet uns den Herren 2c. uns ben 389. Laffet uns mit Jesu ziehen, seinem Vorbild folgen nach, in der Welt der Welt entfliehen, auf der Bahn, die er uns brach, immerfort zum Himmel reisen, irdisch noch, doch himmlisch sein, glauben recht und leben fein, in der Lieb den Glauben weisen. Treuer Jesu, bleib bei mir; gehe vor, ich folge dir. 2. Laffet uns mit Jesu leiden, seinem Vorbild werden gleich. Nach dem Leiden folgen Freuden; Armut hier macht dorten reich, Thränensaat die erntet Lachen. Hoffnung tröstet mit Geduld. Es kann leichtlich Gottes Huld aus dem Regen Sonne machen. Jesu, hier leid ich mit dir; dort teil deine Freud mit mir. 3. Lasset uns mit Jesu sterben; sein Tod uns vom andern Tod rettet und vom Seelverderben, von der ewiglichen Not. Laßt uns töten, weil wir leben, unser Fleisch, ihm sterben ab, so wird er uns aus dem Grab in das Himmelsleben heben. Jeſu, sterb ich, sterb ich dir, daß ich lebe für und für. 4. Lasset uns mit Jesu leben; weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wiedergeben. Jesu, unser Haupt du bist, wir sind deines Leibes Glieder; wo du lebſt, da leben wir. Ach, erkenn uns für und für, trauter Freund, als deine Brüder. Jesu, dir ich lebe hier, dorten ewig auch bei dir. Sigm. v. Birken, geb. 1626,+ 1681. Mel. O Gott, du frommer Gott zc. 390. Versuchet euch doch selbst, ob ihr im Glauben stehet, ob Christus in euch ist, ob ihr ihm auch nachgehet in Demut und Geduld, in Sanftmut, Freundlichkeit, in Lieb, dem Nächsten stets zu dienen ſeid bereit. 2. Der Glaube ist ein Licht, im Herzen tief verborgen, bricht als ein Glanz hervor, scheint als der helle Morgen, erweiset seine Kraft, macht Christo gleich gefinnt, erneuert Herz und Mut, macht uns zu Gottes Kind. Früchte der Wiedergeburt. 3. Er schöpft aus Christo Heil, Gerechtigkeit und Leben, und thut in Einfalt es dem Nächsten wiedergeben; dieweil er überreich in Christo worden ist, preist er die Gnade hoch, bekennet Jesum Christ. 233 des Höchsten Güt, hält an mit Bitten, Flehen; verzaget an fich selbst, erkennet fich für nichts, sucht bloß in Christo Kraft, der Quelle alles Lichts; ing mad 10. Hält sich an sein Verdienst, erlanget Geist und Stärke, in solcher Zuversicht zu üben gute Werke; steht ab vom Eigensinn, flieht die Vermessenheit, hält sich in Gottesfurcht, im Glück und schwerer Zeit. 11. So prüfe dich denn wohl, ob Christus in dir lebet; denn Christi Leben ists, wonach der Glaube strebet; erst machet er gerecht, dann heilig, wirket Lust zu allem guten Werk; fieh, ob du auch so thust. 4. Er hofft in Zuversicht, was Gott im Wort zusaget; drum muß der Zweifel fort, die Schwermut wird verjaget. Sieh, wie der Glaube bringt die Hoffnung an den Tag, hält Sturm und Wetter aus, besteht in Ungemach. 5. Aus Hoffnung wächst die Lieb, weil man aus Gottes Händen nimmt alle Dinge an, nicht zürnen thut, nicht schänden; denn alles uns zu Nuß und Besten ist gemeint, drum dringt die Liebe durch auf Freunde und auf Feind. 6. Wir waren Gottes Feind, er gibt zum Gnadenthrone sein eingebornes Kind; er liebt uns in dem Sohne, sest Liebe gegen Haß; wer gläubig dies erkennt, wird bald in Lieb entzündt, die allen Haß verbrennt. 7. Wie 12. O Herr, so mehre doch in mir den wahren Glauben, so kann mich keine Macht der guten Werk berauben. Wo Licht ist, geht der Schein freiwillig davon aus; du bist mein Gott und Herr, bewahr mich als dein Haus. Joach. Justus Breithaupt, geb. 1658,+ 1732. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 2c. uns nun Gott gethan, thun wir dem Nächsten eben; 391. Gott, mein einziges droht er uns mit dem Tod, wir zeigen ihm das Leben; flucht er, so segnen wir. In Schande, Spott und Hohn ist unser bester Trost des Himmels Ehrenkron. Vertrauen, Gott, du meine Zuversicht! Meine Augen zu dir schauen, deine Hilf versag mir nicht: laß mich nicht vergeblich schreien, sondern hör und laß gedeiben; so will ich Gott halten still: Gott, dein Will ist auch mein Will. 8. Sett Gott uns auf die Prob, ein schweres Kreuz zu tragen; der Glaube bringt Geduld, erleichtert alle Plagen; statt Murren, Ungebärd wird das Gebet erweckt, weil aller Angst und Not von Gott ein Ziel gesteckt. 9. Man lernet nur dadurch sein Glend recht verstehen, wie auch 2. Du hast mich von Kindesbeinen stets geleitet und geführt; durch mein Klagen und mein Weinen wird dein Vaterherz ge= rührt, daß mirs Hilf und Nahrung sende, Not und Trübfal Früchte der Wiedergeburt. 234 von mir wende; drum halt ich dir ferner still: Gott, dein Will ist auch mein Will. 3. Führe mich, wohin du denfest, daß es mir am besten ist; wenn du nur, mein Gott, mich lenfest, geht mirs wohl zu jeder Frist; laß mich dir, mein Gott, vertrauen, und auf deine Gnade bauen; laß mich dir nur halten still: Gott, dein Will ist auch mein Will. 4. Muß ich Schmerz und Qual empfinden und mit Galle sein getränkt, mich gleich einem Würmlein winden, mit viel Unglück sein umschränkt; doch will ich es alles tragen und darum doch nicht verzagen, sondern will Gott halten still: Gott, dein Will ist auch mein Will. 5. Bin ich gleich veracht auf Erden und muß dulden Spott und Hohn, werd ich doch erhöhet werden dort in deinem Himmelsthron. Wenn mich alle Menschen hassen, will ich mich auf Gott verlassen; so will ich Gott halten still: Gott, dein Will ist auch mein Will. 6. Alles sei dir heimgestellet, schaff es, wie du willt, mit mir: Tod und Leben mir gefället, willig, willig folg ich dir; wird des Kreuzes Joch mich drücken, wirst du wieder mich erquicken. Drum will ich Gott halten still: Gott, dein Will ist auch mein Will. 7. Laß mich nur den Himmel erben, mach mich weder arm noch reich; christlich leben, selig sterben, so werd ich, den Engeln gleich, Heilig, Heilig, Heilig! fingen und dir mein Lobopfer bringen; so will ich Gott halten still: Gott, dein Will ist auch mein Will. 8. Nun, mein Gott, in deine Hände geb ich Seele, Leib und Gut; alles mir zum besten wende, und halt mich in deiner Hut! Dieses bitt ich nochmals fühnlich, gib mir nur, was mir ist dienlich, so will ich dir halten still: Gott, dein Will ist auch mein Will. Elisabetha Eleonora, Herzogin zu Sachsen- Meiningen, geb. 1658,+ 1729 Eigne Melodie. 392. Estostet viel, ein Christ zu sein und nach dem Sinn des reinen Geistes leben; denn der Natur geht es gar sauer ein, sich immerdar in Christi Tod zu geben; und ist hier gleich ein Kampf wohl ausgericht, das machts noch nicht. 2. Man muß hier stets auf Schlangen gehn, die leicht ihr Gift in unsre Fersen bringen; da kostets Müh, auf seiner Hut zu stehn, daß nicht das Gift kann in die Seele dringen. Wenn mans versucht, so spürt man mit der Zeit die Wichtigkeit. 3. Doch ist es wohl der Mühe wert, wenn man mit Ernst die Herrlichkeit bedenket, die ewiglich ein solcher Mensch erfährt, der sich bier stets ins Himmlische vers senket. Wohl kostets Müh; die Gnade aber macht, daß mans nicht acht. 4. Man soll ein Kind des Höchsten sein, ein reiner Glanz, ein Licht im großen Lichte. Wie wird der Leib so stark, so hell Früchte der Wiedergeburt. und rein, so herrlich sein, so lieblich im Gesichte, dieweil ihn da die wesentliche Pracht vollfommen macht! 5. Da wird das Kind den Vater sehn; im Schauen wird es ihn mit Lust empfinden; der lautre Strom wird es da ganz durchgehn und es mit Gott zu Einem Geist verbinden. Wer weiß, was do im Geiste wird geschehn? Wer mags verstehn? 6. Was Gott genießt, genießt es auch; was Gott befißt, wird ihm in Gott gegeben; der Himmel steht bereit ihm zum Gebrauch, wie lieblich wird es doch mit Jesu leben! Nichts höher wird an Kraft und Würde sein, als Gott allein. 7. Auf, auf, mein Geist, ermüde nicht, dich durch die Macht der Finsternis zu reißen. Was sorgest du, daß dirs an Kraft gebricht? Bedenke, was für Kraft uns Gott verheißen. Wie gut wird sichs doch nach der Arbeit ruhn, wie wohl wirds thun! Christian Friedrich Richter, geb. 1676, † 1711. Mel. Es toftet viel 2c. 393. Es ist nicht schwer, ein Christ zu sein und nach dem Sinn des reinen Geistes leben. Zwar der Natur geht es gar sauer ein, sich immerdar in Christi Tod zu geben; doch führt die Gnade selbst zu aller Zeit den schweren Streit. 235 mein; das kleinste Kind kann ja die Mutter lieben. Drum fürchte dich nur ferner nicht so sehr; es ist nicht schwer. 2. Du darfst ja nur ein Kind lein sein; du darfst ja nur die leichte Liebe üben. Oblöder Geist, schau nur, wie gut ers 3. Dein Vater fordert nur das Herz, daß er es selbst mit reiner Gnade fülle; der fromme Gott macht dir gar keinen Schmerz, die Unlust schafft in dir dein eigner Wille. Drum übergib ihn willig in den Tod, so hats nicht not. 4. Wirf nur getrost den Kummer hin, der nur dein Herz vergeblich schwächt und plaget; erwecke nur zum Glauben deinen Sinn, wenn Furcht und Weh dein schwaches Herze naget; sprich: Vater, sieh mein Glend gnädig an! so ists gethan. 5. Besiß dein Herze in Geduld, wenn du nicht gleich des Vaters Hilfe merkest. Versiehst dus oft und fehlst aus eigner Schuld, so sich, daß du dich durch die Gnade stärkest; so ist dein Fehl und kindliches Versehn als nicht geschehn. 6. Laß nur dein Herz im Glauben rubn, wenn dich wird Nacht und Finsternis bedecken; dein Vater wird nichts Schlimmes mit dir thun; vor keinem Sturm und Wind darfst du erschrecken; ja siehst du endlich ferner feine Spur, so glaube nur. 7. So wird dein Licht aufs neu entstehn, und wirst dein Heil mit großer Klarheit schauen; was du geglaubt, wirst du dann vor dir sehn; drum darfst du nur dem frommen Vater trauen. O Seele, sich doch, wie ein wahrer Christ so selig ist! Früchte der Wiedergeburt. 236 8. Auf, auf, mein Geist! Was säumest du dich deinem Gott ganz findlich zu ergeben? Geh ein, mein Herz, geneuß die süße Ruh; im Frieden sollst du vor dem Vater schweben. Die Sorg und Laft wirf nur getrost und fühn allein auf ihn. ade thin Christian Friedrich Richter, 1676, 1711. Wino ndi sid inlindsh Mel. O liebster Herr Jesu 2c. 394. Sieb, wie lieblich und wie fein ists, wenn Brüder friedlich sein; wenn ihr Thun einträchtig ist, ohne Falschheit, Trug und List. 2. Diesen ja verheißt der Herr reichen Segen nach Begehr, und das Leben in der Zeit und auch dort in Ewigkeit. 3. Sonne der Gerechtigkeit, gehe auf zu unsrer Zeit; brich in deiner Kirche an, daß die Welt es sehen kann. 4. Jesu, Haupt der Kreuzgemein, mach uns alle, groß und klein, durch dein Evangelium ganz zu deinem Eigentum. 5. Sammle, großer Menschenhirt, alles, was sich bat verirrt; laß in deinem Gnadenschein alles ganz vereinigt sein. 6. Bind zusammen Herz und Herz; laß uns trennen feinen Schmerz; knüpfe selbst durch deine Hand das geweihte Brüderband. 110 7. Kraft, Lob, Ehr und Herrlichkeit sei dem Höchsten allezeit, der, wie er ist drei in Ein, uns in ihm läßt Eines sein! Michael Müller, geb. 1673,+ 1704; und Christian David, geb. 1690,+ 1751. Mel. Nun fich der Tag 2c.dlid 395. Mert, Seele, dir das große Wort: wenn Jeſus winkt, ; wenn er dich zieht, so eile To geh; fort; wenn Jesus hält, so steh. 2. Wenn er dich lobet, bücke dich; wenn er dich liebt, so rub; wenn er dich aber schilt, so sprich: Ich brauchs, Herr, schlage zu. 3. Wenn Jesus seine Gnadenzeit bald da, bald dort verklärt, so freu dich der Barmherzigkeit, die andern widerfährt. 4. Wenn er dich aber brauchen will, so steig in Kraft empor; wird Jesus in der Seele still, so nimm auch du nichts vor. 5. Kurz, liebe Seel, dein ganzes Herz sei von dem Tage an bei Schmach, bei Mangel und bei Schmerz dem Lamme zugethan. Mel. Meine Seele, willst du 2C. de agos 396. Seele, wenn du stets willst ruhn und dir immer Gutes thun, suchst du aller Angst und Blagen dich beständig zu ent= schlagen, willst du haben, was besteht: laß es gehen, wie es geht. 2. Wenn du, o mein lieber wär es auch in solchen Dingen, Christ, annoch eigenwillig bist, die Gott scheinen Ruhm zu brings en, und Gott denkt nicht auch dahin, so verdirbt dein Eigensinn. 3. Unser Geist ist oft verkehrt, daß er, was ihm dünkt, begehrt, uns gar oft zur sauern Bürde, wenn es nicht verbindert würde. Wohl und selig ist man dran, wenn es Gott allein gethan. 15 4. Wenn der Ausgang nicht erfüllt, was das Herz sich einges Früchte der Wiedergeburt. bildt, und der Sinn sich vorgenommen, dann muß Sorg und Kummer kommen. Sprich, wo bleibt zu solcher Zeit christliche Gelassenheit? 5. Wenn dir jede Kleinigkeit dein verwöhntes Herz zerstreut, und was sich nicht nach dir stres det, Ungeduld und Zorn erwecket: fage, wie gelangest du zu der wahren Christenruh? 6. Gott schickt alles, was geschicht, es gefall uns oder nicht, es entstehe, wie es wolle, daß man dran sich prüfen solle; es ist alles gut gemeint, ob es noch so widrig scheint. 7. Gott hat, wie es sich gebührt, nun so lange Zeit regiert; drum so laß in allen Sachen deinen Schöpfer ferner machen. Endlich fingst du mit Bedacht: Gott hat alles wohl gemacht! Joh. Christoph Nuben, geb. 1665, † 1746. 108 an Mel. Machs mit mir, Gott 2c. 237 der widerspricht, der liebt auch seinen Bruder nicht. d 397. So jemand spricht: ich liebe Gott! und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott und reißt fie ganz darnieder. Gott ist die Lieb und will, daß ich den Nächsten liebe, gleich als mich. 2. Wer dieser Erden Güter hat, und sieht die Brüder leiden, und macht den Hungrigen nicht satt, läßt Nackende nicht kleiden, der ist ein Feind der ersten Pflicht und hat die Liebe Gottes nicht. 4. Wer zwar mit Rat, mit Trost und Schuß den nächsten unterstüßet, doch nur aus Stolz, aus Eigennuß, aus Weichlichkeit ihm nüßet, nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht, der liebt auch seinen Nächsten nicht. 5. Wer harret, bis ihn anzuflehn ein Dürstger erst erscheinet, nicht eilt, dem Frommen beizustehn, der im Verborgnen weinet, nicht gütig forscht, obs ihm gebricht, der liebt auch seinen Nächsten nicht. 6. Wer andre, wenn er sie beschirmt, mit Härt und Vorwurf quälet, und ohne Nachsicht straft und stürmt, sobald sein Nächster fehlet, wie bleibt bei seinem Uns gestüm die Liebe Gottes wohl in ihm? 3. Wer seines Nächsten Ehre schmäht und gern sie schmähen höret, fich freut, wenn sich sein Feind vergeht, und nichts zum besten kehret, nicht dem Verleum7, Wer für der Armen Heil und Zucht mit Rat und That nicht wachet, dem Übel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet, nur sorglos ihnen Gaben gibt, der hat sie wenig noch geliebt. 8. Wahr ist es, du vermagst es nicht, stets durch die That zu lieben. Doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszuüben, und wünschest dir die Kraft dazu und sorgst dafür, so liebest du. 9. Ermattet dieser Trieb in dir, so such ihn zu beleben. Sprich oft: Gott ist die Lieb. und mir hat er sein Bild gegeben. Denk oft: Gott, was ich bin, ist dein; jollt ich gleich dir nicht gütig sein? 10. Du schenkst mir täglich so Früchte der Wiedergeburt. 238 viel Schuld, du Herr von meinen Tagen! Ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du vergibst, und den nicht lieben, den du liebst? 11. Was ich den Frommen hier gethan, den kleinsten auch von diesen, das siehet mein Erlöser an, als hätt ichs ihm erwiesen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch sein und Gott in Brüdern nicht erfreun? 12. Gin unbarmherziges Gericht wird über den ergeben, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch 399. Auf Gott und nicht auf Mel. Was Gott thut, das ist zc. Liebe preist. Christian Fürchteg. Gellert, geb. 1715,+ 1769. 4. Alsdann bin ich Gott ans genehm, wenn ich Gehorsam übe. Wer die Gebote bält, in dem ist wahrlich Gottes Liebe. Ein täglich thätig Christentum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in Gott und Gott in ihm, wer in der Liebe bleibet. Die Lieb ists, so die Cherubim, Gott zu gehorchen, treibet. Gott ist die Lieb; an seinem Heil hat ohne Liebe niemand teil. Mel. Machs mit mir, Gott 2c. 398. Wer Gottes Wort nicht hält und spricht: Ich kenne Gott! der trüget; in solchem ist die Wahrheit nicht, die durch den Glauben sieget. Wer aber sein Wort glaubt und hält, der ist von Gott, nicht von der Welt. 2. Der Glaube, den sein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen. Je höber dein Erkenntnis steigt. je mehr wird diese steigen. Der Glaub erleuchtet nicht allein, er stärkt das Herz und macht es rein. 3. Durch Jejum rein von Missethat, sind wir nun Gottes Kinder. Wer solche Hoffnung zu ihm bat, der flicht den Nat der Sünder, folgt Christi Beispiel als ein Christ, and reinigt fich, wie er rein ist. Christian Fürchteg. Gellert, geb. 1715,+ 1769. meinen Rat will ich mein Glücke bauen und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, Gott und Bater tragen. wird mich in meinen Tagen als 2. Er sah von aller Ewigkeit, wie viel mir nüßen würde, bestimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Gott fennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenns seine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich. Nicht was ich mir ersehe, sein Wille der geschehe! 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick. bei dessen Last wir klagen? Die größte Not hebt doch der Tod, Früchte der Wiedergeburt. und Ehre, Glück und habe ver= läßt mich doch im Grabe. feinem 5. Ar dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt Gott es feblen; Gesundheit, Ebre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rat vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? wie bald ists überwunden! Hofft auf den Herrn; er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Gerechten; der Herr hilft seinen Knechten. Christian Fürchteg. Gellert, geb. 1715,+ 1769. Mel. Herzliebster Jesu zc. 400. Herr, mein Versöhner, der du für mich littest und noch zur Rechten Gottes für mich bittest, erweck in mir, du Muster wahrer Liebe, der Sanftmut Triebe. 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergolten? Du schaltst nicht wieder, als man dich ge= scholten. Du segnetest mit Wohlthun nicht nur Freunde, nein, selbst auch Feinde. 3. Und ich. Herr, sollte mich den Deinen nennen und doch von Rachgier gegen andre brennen? Ich sollte jemals Haß mit Haß vergelten und wieder schelten? 4. Wie kann ich Vater zu dem Höchsten sagen, und Groll im Herzen gegen Brüder tragen? Sie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeihen, und Rache schreien? 239 5. Wer nicht vergibt, der wird für seine Sünden auch nicht bei dir, o Herr, Vergebung finden. Dein Jünger ist nur, wer, wie du, vergibet und Feinde liebet. 6. So heilige denn meiner Seele Triebe, mein Heiland, durch den Geist der wahren Liebe, daß ich mich stets versöhnlich finden lasse und Rachgier hasſe. 7. Wenn meine Brüder sich an mir vergeben, so lehre mich ihr Unrecht übersehen. Laß mich auch, wenn sie mich empfindlich kränken, an dich gedenken. 8. Laß mich mit Sanftmut meinem Feind begegnen und so. wie du, den, der mir fluchet, segnen. Herr, mache gegen alle, die mich bassen, mein Herz gelassen. 9. Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, als würd ich sonst mein ganzes Glück verlieren, so laß, o Herr, mich, ihr zu widerstehen, auf dich dann sehen. 10. Du schüßest den, der redlich vor dir wandelt und überall nach deinem Vorbild handelt. Drum laß in allem mich schon hier auf Erden dir ähnlich werden. Joh. Sam. Diterich, geb. 1721,+ 1797. Mel. Schwing dich auf 2c. 401. Sollt ich jetzt noch, da mir schon deine Güt erschienen, dich verlassen, Gottes Sohn, und der Sünde dienen? mit den Lüsten dieser Zeit wieder mich beflecken, und nicht mehr die Süßigkeit deiner Liebe schmecken? 2. Hab ich doch allein bei dir meine Ruh gefunden! Mittler, heiltest du doch mir alle meine Wunden! Und ich sollte dein Gebot Früchte der Wiedergeburt. 240 gleich dem Frevler hassen und mein Recht an deinem Tod wieder fahren lassen? 3. Nein, ich bin und bleib ein Christ, halt auf deine Lehren, lasse keine Macht noch List mir den Glauben wehren. Fielen tausend ab, nicht ich; mags die Welt verdrießen! sie wird mein Vertraun auf dich mir doch lassen müssen. 4. Zeigt sie mir ein Heil wie du? Bringt fie Kraft den Müden, den Bedrängten Trost und Ruh, Sündern Gottes Frieden? Gibt fie mir die Zuversicht, daß ich trog dem Grabe deiner Ewigkeiten Licht zu erwarten habe? 5. Rettet sie mich, wenn vor Gott einst die Völker stehen, und das Leben und den Tod ihm zur Seite sehen; wenn der Sichre nun zu spät aus dem Schlaf erwachet, und der Spötter, der hier schmäht, staunt und nicht mehr lachet? 6. O wie thöricht, wenn ich mich noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes Huld genieße, da ich weiß, auf wessen Wort ich die Hoffnung gründe, daß auch ich unfehlbar dort Gnad und Leben finde! 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, Trübsal nicht und Leiden sollen mich, mein Herr und Gott, jemals von dir scheiden. Sünde, Welt und Eitelkeit und des Fleis sches Triebe, alles überwind ich weit, Herr, durch deine Liebe! Balthaf. Münter, geb. 1735, † 1793. Mel. Wer nur ben lieben Gott 2c. 402. Mein bester Trost in diesem Leben ist ein Gebet zu meinem Gott; dies kann mir Kraft in Schwachheit geben, Geduld und Mut in jeder Not, bei jedem Gram, bei jedem Schmerz ein ruhiges, zufriednes Herz. 2. Wie kann ich Trost und Ruhe finden, wenn mein Gewissen mich verklagt? wenn bei der Menge meiner Sünden mein Herz vor seinem Richter zagt? Nichts fröstet mehr, als ein Gebet, das, Gott, bei dir um Gnade fleht. 3. Muß ich um des Gewissens willen ein Spott der Lasterhaften sein, so bet ich demutsvoll im stillen zu meinem Gott; er hört mein Schrein, nimmt väterlich sich meiner an und stärkt mich auf der Tugend Bahn. 4. Ich will mich nie zu rächen suchen, wann mich ein Feind zu fränken sucht; und dem will ich nicht wieder fluchen, der mir aus Unverstand geflucht. Nein, meine Rach ist ein Gebet, das um Vergebung für ihn fleht. 5. Und wenn ein Kummer mich verzehret, den ich der Welt nicht klagen kann, dann ruf ich Gott, der mich erhöret, um Trost in diesem Kummer an. Wer ihm sein Leid mit Zuversicht entdecket, den verwirft er nicht. 6. Ruf ich ihn an bei dem Geschäfte des Standes, den er mir verlieh, so fleh ich nicht umsonst um Kräfte: der Gott der Stärke gibt mir fie. Er gibt aus väterlicher Huld mir Segen, Klugheit und Geduld. 7. Wenn meine böse Lust zu dämpfen, mir Schwachen Mut und Kraft gebricht, dann bitt ich Gott; er hilft mir kämpfen und gibt mir Mut zu jeder Pflicht; Kreuz und Trostlieder. und stark durch meines Gottes Kraft bezwing ich jede Leiden schaft. rombe msds de 8. Wenn ich im letzten Kampf des Lebens bei niemand Hilfe finden kann, so ruf ich Gott doch spasite 241 nicht vergebens uni seinen Trost und Beistand an, dei, wann die Sprache mir vergeht, doch meine Seufzer noch veriteht. 18 40 151052 1194 19115 HT Kreuz- und Trostlieder. @ and dads in no ish son Eigne Melodie. in 403. Was mein Gott will, das g'scheh allzeit; sein Will der ist der beste; zu helfen den'n ist er bereit, die an ihn glauben feste. Er hilft aus Not, der fromme Gott, und züchtiget mit Maßen: wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, den will er nicht verlassen. 2. Gott ist mein Trost, mein Zuversicht, mein Hoffnung und mein Leben; was mein Gott will, daß mir geschicht, will ich nicht widerstreben; sein Wort ist wahr, denn all mein Haar er selber hat gezählet; er büt't und wacht, stets für uns tracht't, auf daß uns gar nichts fehlet. dis hin sd 370 190 sign 3. Drum will ich gern von dieser Welt hinfahrn nach Gottes Willen zu meinem Gott; wanns ihm gefällt, will ich ihm halten stille. Meinarme Seel ich Gott befehl in meiner legten Stunden; frommer Gott! Sünd, Höll und Tod hast du mir überwunden.. imalarg 4. Noch Eins, Herr, will ich bitten dich, du wirst mirs nicht versagen: wenn mich der böse Geist ansicht, laß mich doch nicht verzagen. Hilf, steur und wehr, ach Gott, mein Herr! zu Ehren Juftus Balthasar Müller, geb, 1738, † 1824.0 nslig den duel 3 zim bid jub tal58 deinem Namen; wer das begehrt, dem wirds gewährt, drauf sprech ich fröhlich: Amen! H Markgraf Albrecht von Brandenburgich Kulmbach, geb. 1522,+ 1557. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. 404. Hilf, Helfer, hilf in Angst und Not; erbarm dich mein, o treuer Gott! Ich bin ja doch dein liebes Kind troß Teufel Welt und aller Sünd. 2. Ich trau auf dich, mein Gottf und Herr; wenn ich dich hab, was will ich mehr? Ich hab ja dich, Herr Jesu Christ, du mein Gott und Erlöser bist. gsins 3. Des freu ich mich von Hers zen fein, bin gutes Muts und harre dein; verlaß mich gänzlich auf dein Nam'n; bilf, Helfer, hilf, drauf sprech ich Am'n! Martin Moller(?), geb. 1547,+ 1606.00 mis andis id mod Bloms Mel Vater unser im Himmelreich zc. 405. Ach Gott, wie manches Herzeleid begegnet mir in dieser Zeit; der schmale Weg ist Trübsal voll, den ich zum Himmel wandern soll. Wie schwerlich läßt doch Fleisch und Blut fich zwingen zu dem ewgen Gut! Mista 19 2. Wo soll ich mich denn wen16 242 Kreuz- und den hin? Zu dir, Herr Jesu, steht mein Sinn. Bei dir mein Herz Trost, Hilf und Rat allzeit gewiß gefunden hat; niemand jemals verlassen ist, der getraut hat auf Jesum Christ. 3. Jesu, mein Herr und Gott allein! Wie süß ist mir der Name dein. Es kann kein Trauern sein so schwer, dein süßer Nam erfreut viel mehr; kein Elend mag so bitter sein, dein süßer Trost der finderts fein. and 4. Ob mir gleich Leib und Seel verschmacht, so weißt du, Herr, daß ichs nicht acht; wenn ich dich hab, so hab ich wohl, was ewig mich erfreuen soll. Dein bin ich ja mit Leib und Seel, was kann mir thun Sünd, Tod und Höll? 5. Kein besser Treu auf Erden ist, denn nur bei dir, Herr Jesu Christ! Ich weiß, daß du mich nicht verläßt, dein Wahrheit bleibt mir ewig fest; du bist mein rechter, treuer Hirt, der ewig mich behüten wird. 6. Wenn ich mein Hoffnung stell zu dir, so fühl ich Fried und Trost in mir. Wenn ich in Nöten bet und fing, so wird mein Herz recht guter Ding; dein Geist bezeugt, daß solches frei des ewgen Lebens Vorschmack sei. 7. Drum will ich, weil ich lebe noch, das Kreuz dir fröhlich tragen nach. Mein Gott, mach mich dazu bereit, es dient zum besten allezeit. Hilf mir mein Werk recht greifen an, daß ich mein Lauf vollenden kann. 8. Hilf mir auch zwingen Fleisch und Blut, vor Sind und Schanden mich behüt! Erhalt Trostlieder. mein Herz im Glauben rein, so leb und sterb ich dir allein. Jesu, mein Trost, hör mein Begier: O mein Heiland, wär ich bei dir! Martin Moller, geb. 1547,+ 1606. 1 Eigne Melodie. 406. Auf meinen lieben Gott trau ich in Angst und Not, der kann mich allzeit retten aus Trübsal. Angst und Nöten; mein Unglück kann er wenden, steht alls in seinen Händen. 2. Ob mich mein Sünd anficht, will ich verzagen nicht; auf Christum will ich bauen und ihm allein vertrauen; ihm thu ich mich ergeben im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, ist Sterben mein Gewinn; und Christus ist mein Leben, dem hab ich mich ergeben; ich sterb heut oder morgen, mein Seel wird er verſorgen. 4.5 mein Herr Jesu Christ, der du so g'duldig bist für mich am Kreuz gestorben, hast mir das Heil erworben, auch uns allen zugleiche das ewge Himmelreiche: 5. Erhöre gnädig mich, mein Trost, das bitt ich dich, hilf mir am letzten Ende, nimm mich in deine Hände, daß ich selig abscheide zuz ewgen Himmelsfreude. end 6. Amen zu aller Stund sprech ich aus Herzensgrund; du wollest selbst uns leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, auf daß wir deinen Namen ewiglich preisen. Amen! Sigmund Weingärtner, um 1609. Mel. Von Gott will ich nicht zc. 407. Was willt du dich betrüben, o meine liebe Seel? Thu Kreuz und Trostlieder. den nur herzlich lieben, der heißt 1 Immanuel; vertrau dich ihm allein, er wird gut alles machen und fördern deine Sachen, wie dirs wird selig sein. 2. Denn Gott verlässet feinen, der sich auf ihn verläßt; er bleibt getreu den Seinen, die ihm vertrauen fest. Läßt sichs an wunderlich, laß du dir gar nicht grauen; mit Freuden wirst du schauen, wie Gott wird retten dich. 3. Auf ihn magst du es wagen, getrost mit frischem Mut; mit ihm wirst du erjagen, was dir ist nüß und gut. Denn was Gott haben will, das kann niemand verhindern, aus allen MenschenFindern, so viel ihr'r sind im Spiel. 4. Wenn auch selbst aus der Höllen der Satan tropiglich mit seinen Rottgesellen sich sezet wider dich, so muß er doch mit Spott von seinen Ränken lassen, damit er dich will fassen; denn dein Werk fördert Gott. Eigne Melodie. 408. Ach Gott, erhör mein Seufzen und Wehklagen, laß mich in meiner Not nicht gar verzagen; du weißt mein Schmerz, erkennst mein Herz, hast du mirs aufgelegt, so hilf mirs tragen. 2. Ohn deinen Willen kann mir nichts begegnen; du kannst verstoßen und auch wieder segnen. Bin ich dein Kind und habs verdient, gib wieder Sonnenschein nach trübem Regen. in da 3. Pflanz nur Geduld durch deinen Geist ins Herze; hilf, daß ich mit der Züchtigung nicht scherze. zu deiner Zeit wend ab mein Leid! Durch Mark und Pein dringt mir der große Schmerze. 243 4. Ich weiß, du hast noch meiner nicht vergessen, daß mir mein Leid das Herze sollt abfressen; mitt'n in der Not denk ich an Gott, wenn er mich gleich mit Kreuz und Angst thut presſen. 5. Es hat kein Unglück nie so lang gewähret, es hat doch endlich wieder aufgehöret; beut mir dein Händ und mach ein End, auf dieser Erd mein Herz sonst nichts begehret. 5. Er richt'ts zu seinen Ehren und deiner Seligkeit; solls sein, kein Mensch kanns wehren, wenns ihm wär noch so leid. Wills denn Gott haben nicht, so fanns nie- 6. Soll ich noch mehr nach mand forttreiben, es muß zurücke bleiben; was Gott will, das geschicht. deinem Willen leiden, so steh mir, Herr, mit deiner Kraft zur Seiten; fein ritterlich, beständiglich hilf mir mein Widersacher all bestreiten, 6. Drum ich mich ihm ergebe, ihm sei es heimgestellt; nach nichts ich mehr sonst strebe, denn nur, was ihm gefällt. Sein Will ist mein Begier, der ist und bleibt der beste, das glaub ich stets und feste. Wohl dem, der glaubt mit mir. 3. Heermann, geb. 1585, + 1647. 7. Daß ich durch deinen Geist mög überwinden und mich allzeit in deinem Haus laß finden zu Preis und Dank mit Lobgesang; hilf, Herr, in Liebe mich mit dir verbinden. 16* Trostlieder. nommen, und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unverzagt; Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer jagt, mit großen Gnaden rücken; erwarte nur der Zeit, so wirst du schon erblicken 409. Befiehldu deine Wege, die Sonn der schönsten Freud. Me 1. Herzlich thut mich zc. und was dein Herze kränkt, der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt; der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß geben kann. 7. Auf, auf, gib deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht; laß fahren, was dein Herze betrübt und traurig macht; bist du doch nicht Regente, der alles führen soll: Gott fißt im Regimente und führet alles wohl. 2. Dem Herren mußt du trauen, wenn dirs soll wohl ergehn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein läßt Gott ihm gar nichts nehmen, es muß er beten seint 8. Jhn, ihn laß thun und walten; er ist ein weiser Fürst und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rat die Sach hinausgeführet, die dich bekümmert hat. 3. Dein ewge Treu und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei oder schade dem sterblichen Geblüt; und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rat gefällt. Kreuz und 8. Daß wir in Ewigkeit bleiben beisammen, und ich allzeit dein auserwählten Namen preis herziglich, das bitt ich dich, durch Jesum Christum, unsern Herren. Amen! Jakob Peter Schechs, geb. 1607,+ 1659. 244 4. Weg hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dirs nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht; dein Werk fann niemand hindern, dein Arbeit darf nicht rubn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel bie wollten widerstehn, so wird doch obne Zweifel Gott nicht zu rücke gehn; was er ihm vorge9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn und thun an seinem Teile, als hätt in seinem Sinn er deiner sich begeben, und solltst du für und für in Angst und Nöten schweben, fragt er doch nichts nach dir. 10. Wirds aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, ſo wird er dich entbinden, da dus am mindsten gläubst; er wird dein Herze lösen von der so schweren Last, die du zu keinem Bösen bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue, du hast und trägst davon mit Ruhm und Dankgeschreie den Sieg und Ehrenfron. Gott gibt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du fingst Freu Kreuz und denpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende an aller unsrer Not; stärk unsre Füß und Hände, und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Paul Gerhardt, geb. 1607,+ 1676. Eigne Melodie. 410. Gib dich zufrieden und sei stille in dem Gotte deines Lebens! In ihm ruht aller Freuden Fülle; obn ibn mühst du dich vergebens. Er ist dein Quell und deine Sonne, scheint täglich hell zu deiner Wonne. Gib dich zufrieden! 2. Er ist voll Lichtes, Trosts und Gnaden, ungefärbten, treuen Herzens; wo er steht, thut dir keinen Schaden auch die Pein des größten Schmerzens; Kreuz, Angst und Not kann er bald wenden, ja auch den Tod hat er in Händen. Gib dich zufrieden! Trostlieder. 245 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen und des Herzens stilles Klagen; und was du keinem darfst erzählen, magst du Gott gar kühnlich sagen. Er ist nicht fern, steht in der Mitten, hört bald und gern der Armen Bitten. Gib dich zufrieden! 3. Wie dirs und andern oft ergehe, ist ihm wahrlich nicht verborgen; er sieht und fennet aus der Höhe der betrübten Herzen Sorgen; er zählt den Lauf der beißen Thränen und faßt zu Hauf all unser Sehnen. Gib dich zufrieden! 4. Wenn gar kein Ginger mehr auf Erden, dessen Treue du darfst trauen, alsdann will er dein Treuster werden und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und beimlich Grämen; auch weiß er Zeit, dir's zu benehmen. Gib dich zufrieden! 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen, halt an Gott, so wirst du fiegen; vb alle Fluten einhergings en, dennoch mußt du oben liegen; denn wenn du wirst zu hoch beschweret, hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret. Gib dich zufrieden! 7. Was sorgst du für dein armes Leben, wie dus halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, wird auch Unterhalt bescheren. Er hat ein Hand voll aller Gaben, da See und Land sich muß von laben. Gib dich zufrieden! 8. Der allen Vöglein in den Wäldern ihr bescheidnes Körnlein weiset, der Schaf und Rinder in den Feldern alle Tage tränkt und speiset, der wird ja auch dich Gingen füllen und deinen Leib zur Notdurft stillen. Gib dich zufrieden! 9. Sprich nicht: ich sehe keine Mittel; wo ich such, ist nichts zum besten! Denn das ist Gottes Ehrentitel: helfen, wann die Not am größten. Wenn ich und du ihn nicht mehr spüren, tritt er herzu, uns wohl zu führen. Gib dich zufrieden! 10. Bleibt gleich die Hilf in etwas lange, wird sie dennoch endlich kommen; macht dir das Harren angst und bange, glaube Kreuz und Trostlieder. 246 mir, es ist dein Frommen. Was langsam schleicht, faßt man gewisser, und was verzeucht, ist desto süßer. Gib dich zufrieden! 11. Nimm nicht zu Herzen, was die Rotten deiner Feinde von dir dichten; laß sie nur immer weidlich spotten, Gott wirds hören und recht richten. Ist Gott dein Freund und deiner Sachen, was kann dein Feind, der Mensch, groß machen? Gib dich zufrieden! 12. Hat er doch selbst auch wohl das Seine, wenn ers sehen könnt und wollte; wo ist ein Glück so klar und reine, dem nicht etwas fehlen sollte? Wo ist ein Haus, das könnte sagen: ich weiß durchaus von feinen Plagen? Gib dich zufrieden! 13. Es kann und mag nicht anders werden, alle Menschen müssen leiden; was webt und lebet auf der Erden, kann das Unglück nicht vermeiden. Deß Kreuzes Stab schlägt unsre Lenden bis in das Grab, da wird sichs enden. Gib dich zu frieden! 14. Es ist ein Ruhetag vorhanden, da uns unser Gott wird lösen; er wird uns reißen aus den Banden dieses Leibs und allem Bösen. Es kommt einmal der Tod behende, und alle Qual hat dann ein Ende. Gib dich zufrieden! mot 15. Er wird uns bringen zu den Scharen der Erwählten und Getreuen, die hier mit Frieden abgefahren, sich auch nun im Frieden freuen, da sie den Grund, der nicht kann brechen, den ewgen Mund selbst bören sprechen: Gib dich zufrieden! Paul Gerhardt, geb. 1607,+ 1676. ich als Mel. Was mein Gott will 2c. 411. Ich hab in Gottes Herz und Sinn mein Herz und Sinn ergeben; was böse scheint, ist mir Gewinn, der Tod selbst ist mein Leben. Ich bin ein Sohn des, der den Thron des Himmels aufgezogen; ob er gleich schlägt und Kreuz auflegt, bleibt doch sein Herz gewogen. 2. Das kann mir fehlen nimmermehr, mein Vater muß mich lieben; wenn er mich auch gleich würf ins Meer, so will er mich nur üben und mein Gemüt in seiner Güt gewöhnen, fest zu stehen; halt ich dann stand, weiß seine Hand mich wieder zu erhöhen. 3. Ich bin ja von mir selber nicht geschaffen in dies Leben; mein Gott ists, der mich zugericht, mir Leib und Seel gegeben; es ist sein Arm, der alles warm, gesund und fröhlich machet; was er nicht hält, das bricht und fällt; was er erfreut, das lachet. 4. Zudem ist Weisheit und Verstand bei ihm ohn alle Maßen; Zeit, Ort und Stund ist ihm bekannt, zu thun und auch zu lassen. Er weiß, wann Freud, er weiß, wann Leid uns seinen Kindern diene; und was er thut, ist alles gut, obs noch so traurig schiene. 5. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was Fleisch und Blut begehret, als sei mit einer gros ßen Last dein Glück und Heil bes Kreuz und Trostlieder. schweret; bast spät und früh viel Sorg und Müh, an deinen Wunsch zu kommen, und denkest nicht, daß, was geschicht, gescheh in deinem Frommen. 247 alles wird zu solchem Ende kehren, daß ich einmal in deinem Saal dich ewig möge ehren. Paul Gerharbt, geb. 1697,+ 1676. Eigne Melodie. 412. Warum sollt ich mich denn grämen? Hab ich doch Christum noch, wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 2. Nackend lag ich auf dem Boden, da ich kam, da ich nahm meinen ersten Odem. Nackend werd ich auch binziehen, wann ich werd von der Erd als ein Schatten fliehen. 3. Gut und Blut, Leib, Seel und Leben ist nicht mein, Gott allein ist es, ders gegeben; will ers wieder zu sich kehren, nehm ers hin, ich will ihn dennoch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein, sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergößt, sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit Maßen sein Gericht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Fürwahr, der dich geschaffen hat und ihm zur Ghr erbauet, der hat schon längst in seinem Rat ersehen und beschauet aus wahrer Treu, was dienlich sei dir und den Deinen allen; laß ihm doch zu, daß er nur thu nach seinem Wohlgefallen. 7. Wenns Gott gefällt, so kanns nicht sein, es wird dich legt erfreuen; was du jetzt nennest Kreuz und Pein, wird dir zum Trost gedeihen. Wart in Geduld, die Gnad und Huld wird sich doch endlich finden; all Angst und Qual wird auf einmal gleich wie ein Dampf verschwinden. 8. Ei nun, mein Gott, so fall ich dir getrost in deine Hände, nimm mich und mach es du mit mir bis an mein letztes Ende, wie du wohl weißt, daß meinem Geist dadurch sein Nuß entstehe, und deine Ehr je mehr und mehr sich in ihr selbst erhöhe. 9. Willst du mir geben Sonnenschein, so nehm ichs an mit Freuden; solls aber Kreuz und Unglück sein, will ichs geduldig leiden; soll mir allhier des Lebens Thür noch ferner offen stehen, wie du mich führst und führen wirst, so will ich gern mitgehen. 10. Soll ich denn auch des Todes Weg und finstre Straßen reisen, wohlan, so tret ich Bahn und Steg, den mir dein Augen weisen. Du bist mein Hirt, der 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun als meiner spotten; laß fie spotten, laß fie lachen! Gott, mein Heil, wird in Eil sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets 248 Kreuz- und fich lassen schauen. Wollt ihn auch der Tod aufreiben, soll der Mut dennoch gut und fein stille bleiben. 8. Kann uns doch kein Tod nicht töten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Nöten, schleußt das Thor der bittern Leiden und macht Bahn, da man kann gehn zur Himmelsfreuden. 9. Allda will in süßen Schäßen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich ergößen. Hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich bält, muß im Nu verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? eine Hand voller Sand, Kummer der Gemüter. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt Christus wird mich ohn Ende laben. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein, niemand kann uns scheiden; ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, da du mich und ich dich leiblich werd umfangen. Paul Gerhardt, geb. 1607,+ 1676. Eigne Melodie. Der nur den lieben Gott 413. Wer läßt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderlich erhalten in allem Kreuz und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf feinen Sand gebaut. Trostlieder. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? was hilft uns unser Web und Ach? was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsers Gottes Gnadenwille, wie sein Allwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß auch gar wohl, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, er weiß wohl, was uns nüßlich sei; wenn er uns nur hat treu erfunden und merket keine Heuchelei, so kommt Gott, uns viel Guts geschehn. eh wirs uns versehn, und lässet 15. Denk nicht in deiner Drangsalshize, daß du von Gott verlassen seist, und daß ihm der im Schoße sige, der sich mit stetem Glücke speist; die Folgezeit verändert viel und seßet jeglichem sein Ziel. 16. Es find ja Gott sehr schlechte Sachen, und ist dem Höchsten alles gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich. Gott ist der rechte Wundermann, der bald erhöhn, bald stürzen kann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine els reichem Segen, so wird er bei nur getreu und trau des Hi dir werden neu; denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt. den verläßt er nicht! Georg Neumart, geb. 1621, † 1681 Kreuz und Trostlieder. Eigne Melodie. 414. Gott sorgt für dich, was willst du dich viel plagen mit deiner Sorg, o Mensch, und gar verzagen? Du bist sein Kind, er wird dich nicht verlassen. Trau nur auf ihn, so wirst du Sorgen haſsen. 2. Kein Vöglein sorgt für seines Lebens Speise; es steht früh auf und singt nach seiner Weise ein Morgenlied; dann fleugt es die Wälder, bald anderwärts durchsucht es alle Felder. in 3. Es weiß noch nicht, wo ihm hab hingeleget ein Körnlein Speis der Gott, der alles träget durch seine Macht; doch find't es alle Morgen sein Speis und Trank, läßt Gott noch ferner sorgen. 4. So, Menschenkind, mach es in deinen Sachen, laß Gott für dich nur immer sorgen, wachen; arbeit und bet, er wird dir alles geben, was nötig ist zu deinem ganzen Leben. 5. Vertraue Gott und ehre seinen Willen, so wird er dich mit Gnad und Gut erfüllen; er forget schon, wie er dich mög erhalten; laß du nur Gott noch ferner für dich walten. Simon Bornmeister, geb. 1652,+ 1688. 249 3. Gleichwie Väter nicht bald ben, so hält Gott auch Maß und geben, wonach ihre Kinder streZiel; er gibt, wem und wann er will. Eigne Melodie. 415. Solltes gleich bisweilen scheinen, als wenn Gott verließ die Seinen, o so glaub und weiß ich dies: Gott hilft endlich doch gewiß. 2. Hilfe, die er aufgeschoben, hat er drum nicht aufgehoben; hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wenns nötig ist. 4. Seiner kann ich mich getrösten, wenn die Not am allergrößten; er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. 5. Troß dem Teufel! Trop dem Drachen! ich kann ihre Macht verlachen! Troß dem schweren Kreuzesjoch! Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Trotz des bittern Todes Zähnen! Troß der Welt und allen denen, die mir sind ohn Ursach feind: Gott im Himmel ist mein Freund. 7. Laß die Welt nur immer neiden! will sie mich nicht langer letden, ei, so frag ich nichts darnach: Gott ist Richter meiner Sach. 8. Will fie mich gleich von sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben; wenn ich nur den Himmel krieg, hab ich alles zur Genüg. 9. Ich will ihr ja gerne lasſen, was ich doch nur müßte hassen; sie hab, was ihr wird zu Spott, und laß mir nur meinen Gott. 10. Ach, Herr, wenn ich dich nur habe, sag ich allem andern abe; legt man mich gleich in das Grab, gnug, Herr, wenn ich dich nur bab. Christoph Titius, geb. 1841,+ 1703. Eigne Melodie. 416. Was Gott thut, das ist woblgethan, es bleibt gerecht sein Wille; wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er 250 Kreuz und ist mein Gott, der in der Not mich wohl weiß zu erhalten; drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er wird mich nicht betrügen; er führet mich auf rechter Bahn, so laß ich mich begnügen an seiner Huld und hab Geduld. Er wird mein Unglück wenden; es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er wird mich wohl bedenken; er, als mein Arzt und Wundermann, wird mir nicht Gift einschenken für Arzenei; Gott ist getreu: drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ich will mich ihm ergeben in Freud und Leid; es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil doch zulezt ich werd ergößt mit süßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan, dabei will ich ver-= bleiben; es mag mich auf die rauhe Bahn Not, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich ganz väterlich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. Samuel Robigaft, geb. 1649,+ 1708. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 417. Ich lasse Gott in allem walten, er mach es, wie es ihm Trostlieder. gefällt; ich will ihm gerne stille halten, so lang ich hier leb in der Welt. Wie er, mein lieber Gott es fügt, so bin auch ich sehr wohl vergnügt. 2. Gehts gleich nicht stets nach meinem Willen, stürmt gleich ein Unfall auf mich zu, soll mich doch Gottes Wille stillen, der setzt mich in vergnügte Ruh: weil ich mit allem, was Gott fügt, im Leb'a und Sterben bin vergnügt. 3. Bin ich gleich nicht so hoch geschäßet, und nicht, wie andre, groß und reich, werd ich dennoch in Gott ergößet mehr, als wär ich dem Reichsten gleich. Ich bin mit wenigem vergnügt, wie mein getreuer Gott es fügt. 4. Wie oft entsteht ein Seelenschade durch das erscharrte Geld und Gut? Wie mancher fällt aus Gottes Gnade durch Reichtum in die Höllenglut? deshalben bin ich wohl rergnügt mit dem, was Gott für mich verfügt. 5. Ich strebe nicht nach hohen Stufen, viel fichrer ist der Mite telstand: wie mich der Himmel bat berufen, wie mich selbst führt des Höchsten Hand, und wie ers endlich mit mir fügt, so bin ich auch sehr wohl vergnügt. 6. Jch achte nicht des Glückes Lachen, wie freundlich es auch immer sei; ich laß mich auch nicht zaghaft machen durch seinen Grimm und Wüterei. Wie's Gott in beiden Fällen fügt, so bin und bleib ich wohl vergnügt. 7. In Gottes Hand steh ich geschrieben, der hat ja all mein Haar gezählt; drum kann kein Anstoß mich betrüben, wie sehr er gleich Kreuz und sonst schreckt und quält; ich leb in allem böchst vergnügt, wie mein getreuer Gott es fügt. 8. Mein Wille soll sich stets verpflichten, sowohl im Leben als im Tod nach Gottes Willen sich zu richten, so hat es mit mir keine Not: weil ich mit dem, was Gott verfügt, im Leb'n und Sterben bin vergnügt. milie Juliane, Gräfin von SchwarzburgRudolstadt, geb. 1637,+ 1706. Eigne Melodie. 418. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Gott ist gut, der aus Erbarmen alle Hilf auf Erden thut, der mit Kraft und starken Armen machet alles wohl und gut; Gott kann besser, als wir denken, alle Not zum besten lenfen. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. 2. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Sollt der schlummern oder schlafen, der das Aug hat zugericht? der die Ohren hat erschaffen, sollte dieser hören nicht? Gott ist Gott, der bört und siehet, wo den Frommen weh geschiehet. Seele, so be denke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. Trostlieder. 251 was verzagst du doch? Bist du schwer mit Kreuz beladen? nimm zu Gott nur deinen Lauf; Gott ist groß und reich von Gnaden, hilft dem Schwachen gnädig auf. Gottes Gnade währet immer, seine Treu vergehet nimmer. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. 5. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Wenn dich deine Sünden fränken, dein Verbrechen quält dich sehr: komm zu Gott, er wird versenken deine Sünden in das Meer; mitten in der Angst der Höllen kann er dich zufriedenstellen. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. 3. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Der den Erdenkreis verhüllet mit den Wolken weit und breit, der die ganze Welt erfüllet, ist von uns nicht fern und weit. Wer Gott liebt, dem will er senden Hilf und Trost an allen Enden. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. 4. Gott lebet noch! Seele, 6. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen, weißt du weder aus noch ein, Gott wird dennoch dich umfassen und im Leiden bei dir sein. Gott ists, der es herzlich meinet, wo die Not am größten scheinet. Seele, so bedenke doch: lebt doch unser Herr Gott noch. 7. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Mußt du schon geängstet wallen auf der harten Dornenbahn, es ist Gottes Wohlgefallen, dich zu führen himmelan; Gott wird nach dem Jammerleben Friede, Freud und Wonne geben. Seele, so bes denke doch: lebt doch unser Herr Gott noch! Joh. Friedr. Zihn, geb. 1650, † 1719. Mel. Jesu, meine Freude 2c. 419. Meine Seel ist stille zu Gott, dessen Wille mir zu hels 252 Kreuz und fen steht; mein Herz ist vergnüget mit dem, wie's Gott füget, nimmts an, wie es geht; geht es nur zum Himmel zu, und bleibt Jesus ungeschieden, so bin ich zufrieden. 2. Meine Seele hanget an dir und verlanget, Gott, bei dir zu sein aller Ort und Zeiten, und mag keinen leiden, der ihr redet ein von der Welt, Ehr, Lust und Geld; wonach so viel sind beflissen, mag sie gar nichts wissen. 3. Nein, ach nein, nur Einer, sagt sie, und sonst keiner wird von mir geliebt; Jeſus, der Getreue, in dem ich mich freue, sich mir ganz ergibt. Er allein, er soll es sein, dem ich wieder mich ergebe und ihm einzig lebe. 4. Gottes Güt erwäge und dich gläubig lege in des Vaters Schoß; lerne ihm vertrauen, so wirst du bald schauen, wie die Rub so groß, die da fleußt aus stillem Geist. Wer sich weiß in Gott zu schicken, den kann er erquicken. 5. Meine Seele senket alles, was sie fränket, tief in Jesu Brust; fie wird stark durch Hoffen, und was sie betroffen, träget sie mit Lust, fasset sich ganz männiglich durch Geduld und Glauben feste; am End kommt das Beste. 6. Amen! Es geschiehet, wer zu Jesu fliebet, wird es recht erfabrn, wie Gott seinen Kindern pflegt das Kreuz zu mindern und das Glück zu sparn bis zu End; alsdann sich wendt das zuerst geFost'te Leiden, und gehn an die Freuden. Joh. Kafp. Schade, geb. 1666,+ 1698. Trostlieder. Mel. Welt, ich muß dich 2c. 420. Mein Herz, gib dich zufrieden und bleibe ganz geschieden von Sorge, Furcht und Gram; die Not, die dich jetzt drücket, hat Gott dir zugeschicket; sei still und halt dich wie ein Lamm. 2. Mit Sorgen und mit Zagen und unmutsvollen Klagen häufst du nur deine Pein; durch Stillesein und hoffen wird, was dich jetzt betroffen, erträglich, sanft und lieblich sein. 3. Kanns doch nicht ewig währen, oft hat Gott unsre Zähren, eh mans meint, abgewischt; wenns bei uns heißt: wie lange wird mir ſo angst und bange! so bat er Leib und Seel erfrischt. 4. Gott pflegt es so zu machen: nach Weinen schafft er Lachen, nach Regen Sonnenschein, nach rauhen Wintertagen muß uns der Lenz behagen; er führt in Höll und Himmel ein. 5. Indes ist abgemessen die Last, die uns soll pressen, auf daß wir werden klein; was aber nicht zu tragen, darf sich nicht an uns wagen, und sollte auch nur ein Quentlein sein. 6. Denn es sind Liebesschläge, wenn ich es recht erwäge, womit er uns belegt; nicht Schwerter, sondern Ruten finds, damit Gott zum Guten die Seinigen hienieden schlägt. 7. Er will uns dadurch ziehen zu Kindern, die da fliehen das, was ihm mißbebagt, den alten Menschen schwächen, den eignen Willen brechen, die Lust ertöten, die uns plagt. Kreuz und 8. Er will uns dadurch lehren, wie wir ihn sollen ehren mit Glauben und Geduld, und sollt er uns in Nöten auch lassen, ja gar töten, uns doch getrösten seiner Huld. 9. Denn was will uns auch scheiden von Gott und seinen Freuden, dazu er uns versehn? Man lebe oder sterbe, so bleibet uns das Erbe des Himmels ewiglich doch stehn. 10. Ist Christus unser Leben, so muß uns, seinen Reben, der Tod sein ein Gewinn; er mag die Leibeshöhle zerbrechen, doch die Seele fliegt auf zum Bau des Himmels hin. 11. Drum gib dich ganz zufrieden, mein Herz, und bleib geschieden von Sorge, Furcht und Gram; vielleicht wird Gott bald senden, die dich auf ihren Händen hintragen zu dem Bräutigam. Joh. Anast. Freylinghausen, geb. 1670,+ 1739. Trostlieder. 253 Endlich zeige mir das Los in der Auserwählten Schoß. 4. Mag es doch indessen hier wunderlich mit mir ergehen, dennoch bleib ich stets an dir, dennoch will ich feste stehen. Ich muß, Troß sei aller Pein! dennoch, dennoch selig sein. Benj. Schmold, geb. 1672, † 1737. Mel. Wer nur den lieben 2c. 422. Je größer Kreuz, je näher Himmel; wer ohne Kreuz, ist ohne Gott; bei Sündenlust und Weltgetümmel vergißt man Hölle, Fluch und Tod; o selig ist der Mann geschäßt, den Gott in Kreuz und Trübsal setzt. Mel. Meinen Jesum laß ich zc. 421. Dennoch bleib ich stets an dir, wenn mir alles gleich zuwider; keine Trübsal drückt in mir die gefaßte Hoffnung nieder, daß, wenn alles bricht und fällt, dennoch deine Hand mich hält. 2. Leite mich nach deinem Rat, der wohl wunderlich geschiehet, aber endlich in der That auf die schönste Wohlfahrt fiehet. Denn du führst es wohl hinaus, sieht es gleich verkehret aus. 3. Nimm mich dort mit Ehren an, wenn ich gnug gekämpfet habe. Führe mich die Lebensbahn zu dem Himmel aus dem Grabe. 2. Je größer Kreuz, je beßre Christen; Gott streicht uns an den Probestein. Wie mancher Garten wird zur Wüsten fällt nie ein Thränentau hinein. Das Gold wird auf dem Feuerherd, ein Christ in mancher Not bewährt. 3. Je größer Kreuz, je stärker Glaube; die Palme wächset bei der Last. Die Süßigkeit fleußt aus der Traube, wenn du sie wohl gekeltert hast; im Kreuze wächset uns der Mut, wie Perlen in ge= salzner Flut. 4. Je größer Kreuz, je größre Liebe; der Wind bläst nur die Flammen auf; und scheinet gleich der Himmel trübe, so lachet doch Das Kreuz die Sonne drauf. vermehrt der Liebe Glut, gleichwie das Öl im Feuer thut. 5. Je größer Kreuz, je mehr Gebete; zerriebne Kräuter riechen wohl. Wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte, so fragte man nicht nach dem Pol. Wo kämen 254 Kreuz und Davids Psalmen her, wenn er nicht auch versuchet wär? 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen; im Thale steiget man bergan; wer durch die Wüsten oft gegangen, der sehnet sich nach Kanaan; das Täublein, findets hier nicht Ruh, so fleugt es nach der Arche zu. 7. Je größer Kreuz, je lieber Sterben; man freut sich recht auf seinen Tod, denn man entgehet dem Verderben, es stirbt auf einmal alle Not; das Kreuze, das die Gräber ziert, bezeugt, man habe triumphiert. 8. Je größer Kreuz, je schönre Krone, die Gottes Schaß uns beigelegt, und die einmal vor seinem Throne der Überwinder Scheitel trägt. Ach, dieses teure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht. 9. Gefreuzigter, laß mir dein Kreuze je länger und je lieber sein; daß mich die Ungeduld nicht reize, so pflanz ein solches Herz mir ein, das Glaube, Liebe. Hoffnung hegt, bis dort mein Kreuz die Krone trägt. Benj. Schmold, geb. 1672,+1787. day of 17H0 Mel. Jesu, meine Freude 2c. 423. Seele, sei zufrieden; was dir Gott beschieden, das ist alles gut. Treib aus deinem Herzen Ungeduld und Schmerzen, fasse frischen Mut. Ist die Not dein täglich Brot, mußt du weinen mehr als lachen, Gott wirds doch wohl machen. 2. Scheint der Himmel trübe, und der Menschen Liebe stirbet ganz dahin; kommt das MißTrostlieder. geschicke fast all Augenblicke und quält deinen Sinn: nur Geduld! des Himmels Huld sieht auf alle deine Sachen, Gott wirds doch wohl machen. 3. Ungeduld und Grämen kann nichts von uns nehmen, macht nur größern Schmerz. Wer sich widerseget, wird nur mehr verlezet; drum Geduld, mein Herz! Aus dem Sinn mit Sorgen hin! drücket gleich die Last den Schwachen, Gott wirds doch wohl machen. 4. Auf die Wasserwogen folgt ein Regenbogen, und die Sonne blickt; so muß auf das Weinen lauter Freude scheinen, die das Herz erquickt. Laß es sein, wenn Angst und Pein mit dir schlafen, mit dir wachen, Gott wirds doch wohl machen. 5. Kronen sollen tragen, die des Kreuzes Plagen in Geduld besiegt. Fröhlich auszuhalten und Gott lassen walten, das macht recht vergnügt. Drum nimm dir, o Seele, für, alles Unglück zu verlachen; Gott wirds doch wohl machen. 6. Nun, so solls verbleiben, ich will mich verschreiben, Gott getreu zu sein. Beides, Tod und Leben, bleibet ihm ergeben; ich bin sein, er mein. Denn mein Ziel ist: wie Gott will! Drum sag ich in allen Sachen: Gott wirds doch wohl machen. Benj. Schmold, geb. 1672, † 1737. Mel. Ringe recht 2c. 424. Gott wills machen, daß die Sachen geben, wie es heilsam ist. Laß die Wellen ringsum schwellen, wenn du nur bei Jesu bist. Kreuz- und 2. Wer sich fränket, weil er den fet, Jesus liege in dem Schlaf, wird mit Klagen nur sich plagen, daß der Unglaub leide Straf. 3. Du Verächter! Gott dein Wächter schläfet ja noch schlummert nicht. Zu den Höhen aufzusehen, wäre deine Glaubenspflicht. 4. Jm Verweilen und im Eilen bleibt er stets ein Vaterherz; laß dein Weinen bitter scheinen, dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. 5. Glaub nur feste, daß das Beste über dich beschlossen sei. Wenn dein Wille nur ist stille, wirst du von dem Kummer frei. 6. Laß dir süße sein die Küsse, die dir Jesu Rute gibt. Der sie führet und regieret, hat nie ohne Frucht betrübt. 7. Willst du wanken in Gedanken, faß dich in Gelassenheit. Laß den sorgen, der auch morgen Herr ist über Leid und Freud. 8. Gottes Hände find ohn Ende; sein Vermögen hat kein Ziel. Ists beschwerlich, scheints gefährlich, deinem Gott ist nichts zu viel. 9. Seine Wunder sind der Zunder, da der Glaube Funken fängt. Alle Thaten sind geraten jedesmal, wie ers verhängt. 10. Wann die Stunden sich gefunden, bricht die Hilf mit Macht herein; und dein Grämen zu beschämen, wird es unversehens sein. 11. Gignen Willen zu erfüllen, leidet sichs schon ziemlich wohl; da ist Plage, Not und Klage, wo man leiden muß und soll. 12. Drum wohl denen, die sich sehnen nach der stillen Willensruh! Wenn wir wollen, was wir 255 Trostlieder. sollen, fällt auch das Vollbringen zu. 13. Hoch zu preisen sind die Weisen, die schon in der Übung stehn, die das Leiden und die Freuden nur mit Hiobs Aug ansehn. 14. Nun so trage deine Plage fein getrost und mit Geduld; wer das Leiden will vermeiden, häufet seine Sündenschuld. 15. Die da weichen und das Zeichen ihres Bräutigams verschmähn, müssen fahren mit den Scharen, die zur linken Seite stehn. 16. Aber, denen, die mit Thränen küssen ihres Jesu Joch, wird die Krone auf dem Throne ihres Heilands werden noch. 17. Amen, Amen! in dem Namen meines Jesu balt ich still; es geschehe und ergehe, wie und wann und was er will. Johann Daniel Herrnschmidt, geb. 1675,+ 1723. Mel. Herr, wie du willst 2c.s 425. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, ohn alles Eigenwählen; geschieht, was er mir ausersehn, wirds mir an keinem fehlen; wie er mich führt, so geb ich mit und folge willig Schritt für Schritt in findlichem Vertrauen. 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still und folge seinem Leiten, obgleich im Fleisch der Eigenwill will öfters widerstreiten. Wie Gott mich führt, bin ich bereit, in Zeit und auch in Ewigkeit stets seinen Schluß zu ehren. 3. Wie Gott mich führt, bin ich vergnügt, ich ruh in seinen Kreuz- und Händen; wie er es schickt und mit mir fügt, wie ers will febrn und wenden, sei ihm biermit ganz heimgestellt, er mache, wie es ihm gefällt, zum Leben oder Sterben. 4. Wie Gott mich führt, so geb ich mich in seinen Vaterwillen; scheints der Vernunft gleich wunderlich, sein Rat wird doch erfüllen, was er in Liebe hat bedacht, eb er mich an das Licht gebracht; ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie Gott mich führt, so bleib ich treu im Glauben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bei, was will mich von ihm scheiden? Ich fasse in Geduld mich fest: was Gott mir widerfahren läßt, muß mir zum besten dienen. 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, es geh durch Dorn und Hecken, kann ichs auch anfangs nicht verstehn: zuleßt wird er aufdecken, wie er nach seinem Vaterrat mich treu und wohl geführet hat. Dies sei mein Glaubensanker. Lampertus Gebide, geb. 1682,+ 1735. 256 Mel. Ach Jesu, dessen Treu zc. 426. Gott ist und bleibt getreu; sein Herze bricht vor Lieben, pflegt er gleichwohl einmal die Seinen zu betrüben. Er prüfet durch das Kreuz, wie rein der Glaube sei, wie standhaft die Geduld; Gott ist und bleibt getreu. 2. Gott ist und bleibt getreu; er hilft ja selber tragen, was er uns auferlegt, die Last der schweren Plagen. Er braucht die Rute oft und bleibet doch dabei ein Vater, der uns liebt; Gott ist und bleibt getreu. Trostlieder. 3. Gott ist und bleibt getreu; er weiß, was wir vermögen; er pfleget nie zu viel den Schwachen aufzulegen. Er macht sein Israel von Last und Banden frei, wann große Not entsteht; Gott ist und bleibt getreu. 4. Gott ist und bleibt getreu; er tröstet nach dem Weinen; er läßt nach trüber Nacht die Freudensonne scheinen. Es geht der Kreuzessturm im Augenblick vorbei; sei, Seele, nur getrost; Gott ist und bleibt getreu. 5. Gott ist und bleibt getreu; er stillet dein Begehren; er will dein Glaubensgold in Trübsalsglut bewähren. Nimm an von Gottes Hand den Kreuzkelch ohne Scheu; der Lebensbecher folgt; Gott ist und bleibt getreu. 6. Gott ist und bleibt getreu; laß alle Wetter krachen, Gott wird der Trübsal doch ein solches Ende machen, daß alles Kreuz und Not dir ewig nüße sei: so liebt der Höchste dich; Gott ist und bleibt getreu. Mel. O Welt, ich muß dich 2c. 427. Was ists, daß ich mich quäle? Harr seiner, meine Seele, harr und sei unverzagt! Du weißt nicht, was dir nüßet; Gott weiß es, und Gott schüßet; er schüßet den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh ich die Welt noch sah; eh ich mich selbst noch kannte, eh ich ihn Bater nannte, war er mir schon mit Hilfe nah. 3. Die kleinste meiner Sorgen ist dem Gott nicht verborgen, der Kreuz und alles sieht und hält; und was er mir beschieden, das dient zu meinem Frieden, wärs auch die größte Last der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Erden, um glücklich hier zu werden; die Lust der Welt vergeht. Ich lebe bier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig wie mein Geist besteht. Trostlieder. 257 herze bricht, daß du mich kannst verlassen nicht. 4. Hilf, Helfer, bilf in Angst und Not! du willst es thun, du Amens- Gott; denn obs gleich währt bis in die Nacht, so bilfst du doch durch deine Macht. 5. So hilf nun allen in der Welt, wie, wo und wann es dir gefällt; so bilfauch mir zur rechten Zeit zu meiner Seelen Seligkeit. 5. Was dieses Glück vermehret, sei mir von dir gewähret! Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glück verleget, wenns alle Welt auch schäßet, sei, Herr, mein Gott, mir ewig fern! 6. Sind auch der Krankheit Plagen, der Mangel schwer zu tragen, und Mel. Was Gott thut, das ist zc. Spott; so harr ich und bin stille 429. Sei stille, müdgequälzu Gott; denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh, o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, wenn Gott mich will bewahren? Und er mein Gott bewahret mich. tes Herz, das nur am Kummer Flebet! Richt die Gedanken himmelwärts, hin, wo dein Vater lebet. Zulegt verzagt, wer immer klagt. In Gott sollst du dich fassen; er kann dich nicht verlassen. Chrift. Fürchteg. Gellert, geb. 1715,+ 1769. 2. Sei stille, finne nicht zu weit; was willst du dir erfinnen? Was wirst du mit Vermessenbeit je gegen Gott gewinnen? Du bist ja Staub; ermann dich, Mel. Wenn wir in höchsten 2c. 428. Silf, Helfer, bilf in glaub! er hat uns schon versehen, auch was wir nicht verstehen. Angst und Not! du kannst es thun, du lieber Gott; denn du bist groß von Rat und That, wies mancher Christ erfahren hat. 2. Hilf, Helfer, bilf in Angst und Not! du mußt es thun, du starker Gott; denn du sprichst: Ich will reißen dich aus aller Not, glaubs ficherlich. 3. Sei stille, such bei Menschen nicht, was Menschen nicht ver mögen! halt fest an Gott mit Zuversicht; darauf liegt aller Segen. Folg seinem Nat, geb seinen Pfad; laß dir den Herrn der Welten weit über Menschen gelten. 3. Hilf, Helfer, bilf in Angst und Not! du mußt es thun, du treuer Gott; denn dir dein Vater4. Sei stille, hast du lang ges weint und wirds noch immer trüs ber, sag nicht: weil mir kein Licht 17 6. Du kannst, du willst, du mußt es thun, du willst dein Wort erfüllen nun; so will ich dir stets dankbar sein; hilf, Jesu, bilf! du kannst allein. Joh. Jat. Lang, geb. 1646,+ 1690. 258 Kreuz- und erscheint, die Hilfe ist vorüber! O barre fort, du hast sein Wort; er wird, so ists verheißen, dich noch aus allem reißen. 5. Sei stille, laß der Zweifel Macht nicht immer dich besiegen; laß Gottes Wahrheit in der Nacht des Kummers überwiegen. Du fuchest Rub; die hinderst du, so lang dich Zweifel quälen; nur Glaube stillt die Seelen. 6. Sei stille; endlich mit dem Tod muß alle Sorge schweigen; dann wird sich von dem Stand der Not der rechte Anblick zeigen; da, da erscheint, wie gut gemeint die Leidensproben waren. Herr, laß michs froh erfahren! Joh. Gottfr. Schöner, geb. 1749,+ 1818. Mel. Wie groß ist bes Allmächtgen 2c. 430. Getreuzigter, zu deinen Füßen bebt aus dem Staube sich empor mein Herz, wenn es von Gram zerrissen; es sucht dein Herz, dein Aug und Ohr, dein Herz, die Rubestatt der Armen, die niemand sonst erquicken kann, dein Herz, das zärtlich voll Erbarmen den Leidenden ist zugethan. 2. Du, unser heilger Blutsverwandter, der einst so heiß für uns geweint, o du mit jeder Not bekannter, erfahrner Arzt und Seelenfreund, eröffne du dein Herz dem Matten als eine stille Felfenkluft, wo Küblungen ihn fanft umschatten, wenn oft ein Schmerz dem andern ruft. Trostlieder. 3. Wie sich aus deinen Todeswunden dein Blut zu meinem Heil ergießt: das sei in meinen bängsten Stunden, was mir den Leidenskelch versüßt; das gib als Balsam deinem Kranken, den Frieden Gottes flöß ihm ein, und wenn des Glaubens Grund will wanten, so müß ihm das zur Stüße sein. 4. Dein Aug mit jenem Blick voll Gnade, das du dem Petrus zugewandt, daß er, verirrt auf dunklem Pfade, dich, guten Hirten, wiederfand: dein Aug begegne meinem Sehnen, das aufwärts seine Seufzer schickt; denn milder fließen meine Thränen, wenn du mich, Jesu, angeblickt. 5. du, mein freundlichster Regierer, seitdem ich wall im Pilgerland, sei ferner noch mein treuer Fübrer bis zu dem schönen Heimatland! Halt mir dein Obr für alles offen, was ich dir flag im Kämmerlein, und laß mich stets voll Demut hoffen, daß es soll Ja und Amen sein. 6. Du sahest segnend auf die Deinen, Herr, einst vom blutgen Kreuz berab; so fieb auch mich an und die Meinen in jeder Stunde bis zum Grab. Wie wird uns sein, befreit vom Staube, der oft den Geist mit Angst beschwert, wann endlich Hoffnung, Liebe, Glaube die fübnsten Bitten fieht erbört! Chrifti. Abam Dann, geb. 1758,+ 1837. Morgenlieder. Morgenlieder. Mel. Herr Jesu Chrift, dich 2c. 431. Die belle Sonn leucht jeßt herfür, fröhlich vom Schlaf aufstehen wir. Gott Lob! der uns heut diese Nacht behüt hat vor des Teufels Macht. 2. Herr Christ, den Tag uns auch behüt vor Sünd und Schand durch deine Güt; laß deine lieben Engelein unsre Hüter und Wächter sein, 3. Daß unser Herz im G'borsam leb, deim Wort und Will'n nicht widerstreb, daß wir dich stets vor Augen han in allen, was wir fangen an. 4. Laß unser Werk geraten wobl, was ein jeder ausrichten soll, daß unsre Arbeit, Müh und Fleiß gereich zu deinem Lob und Preis. Nitolaus Herman,+ 1561. Eigne Melodie. 432. Aus meines Herzens Grunde sag ich dir Lob und Dank in dieser Morgenstunde, dazu mein Lebelang, o Gott in deinem Thron, dir zu Lob, Preis und Ehren, durch Christum, unsern Herren, dein eingebornen Sohn; 2. Und daß du mich aus Gnaden in der vergangnen Nacht vor G'fahr und allem Schaden bebütet und bewacht. Ich bitt demütiglich, wollst mir mein Sünd vergeben, womit in diesem Leben ich hab erzürnet dich. 3. Du wollest auch behüten mich gnädig diesen Tag vors 259 Teufels List und Wüten, vor Sünden und vor Schmach, vor Feur- und Wassersnot, vor Armut und vor Schanden, vor Ketten und vor Banden, vor bösem schnellem Tod. 4. Mein Seel, mein Leib, mein Leben, mein Weib, Gut, ( Shr und Kind sei dir, Herr, übergeben, dazu mein Hausges sind, als dein Geschenk und Gab, mein Eltern und Verwandten, Geschwister und Bekannten und alles, was ich hab. 5. Dein Engel laß auch bleiben und weichen nicht von mir, den Satan zu vertreiben, auf daß der bös Feind hier in diesem Jammertbal sein Tück an mir nicht übe, Leib und Seel nicht betrübe, und bring mich nicht zu Fall. 6. Gott will ich lassen raten, denn er all Ding vermag; er jegne meine Thaten, mein Vornehmen und Sach; denn ich ihm heimgestellt mein Leib, mein Seel, mein Leben, und was er mir sonst geben, er machs, wie's ihm gefällt. 7. Darauf so sprech ich Amen und zweifle nicht daran, Gott wird es alls zusammen ihm wohlgefallen lan, und streck nun aus mein Hand, greif an das Werk mit Freuden, dazu mich Gott hat b'scheiden in meim Beruf und Stand. Joh. Mathefius(?), geb. 1504,+ 1565. 17* Morgenlieder. 260 Me 1. Herr Gott, dich loben alle 2c. 433. Das walt Gott Vater und Gott Sohn, Gott heilger Geist im Himmelstbron, dankt dir, eh die Sonn aufgebt; wenns Licht anbricht, man vor dir steht. man 2. Drum beug ich diesen Morgen früh in rechter Andacht meine Knie, und ruf zu dir mit heller Stimm, dein Ohren neig, mein Red vernimm. 3. Ich rühm von Herzen deine Güt, weil du mich gnädig haft behüt, daß ich nun hab die finstre Nacht in Ruh und Friede zugebracht. 4. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, nimm mich auch diesen Tag in Hut, laß deine lieben Engelein mein Wächter und Gefährten sein. 5. Dein Geist mein Leib und Seel regier und mich mit deinen Gaben zier; er führ mich beut auf rechter Bahn, daß ich was Guts vollbringen kann. 6. Gib. daß ich meine Werk und Pflicht mit Freuden diesen Tag verricht, zu deinem Lob und meinem Nuß, und meinem Nächsten thue Guts. 7. Bewahr mein Herz vor Sünd und Schand, daß ich, vom Übel abgewandt, mein Herz mit Sünden nicht beschwer und mein Gewissen nicht versehr. 8. Behüt mich heut und alles zeit vor Schaden, Schand und Herzeleid; tritt zwischen mich und meine Feind, so sichtbar und unsichtbar seind. 9. Mein Aus- und Eingang heut bewahr, daß mir fein Übels lem Tod und hilf mir, wo mir widerfahr; behüte mich vor schnel Hilf ist not. Martin Behemb, geb. 1557,+ 1622. Mel. Herr Jesu Chrift, dich zu uns wend 2c. 434. O heilige Dreifaltig feit, du hochgelobte Einigkeit, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, beut diesen Tag mir Betstand leist! 2. Mein Seel, Leib, Ehr und Gut bewahr, daß mir kein Böses nicht verleß, noch mich in Schand widerfahr, daß mich der Satan und Schaden seg. 3. Des Vaters Huld mich heut anblick, des Sohnes Güte mich erquick, des beilgen Geistes Glanz und Schein erleucht meins finstern Herzens Schrein. 4. Mein Schöpfer, steh mir fräftig bei; Christ, mein Erlöser, weich nicht von mir, mein Herz bei mir sei; o Tröster wert, mit deinen Gaben zier. 5. Herr, segne und behüte mich; erleucht mich, Herr, genädiglich; Herr, heb auf mich dein Angesicht und deinen Frieden auf mich richt. Martin Behemb, geb. 1557,+ 1822. Eigne Melodie. 435. Ich danke dir, o Gott, in deinem Throne durch Jesum Christum, deinen lieben Sobne, daß du mich wollen diese Nacht bewahren vor Schaden und vor mancherlei Gefahren, und bitte dich, wollst mich an diesem Tage Morgenlieder. bebüten auch vor Sünden, Schand und Plage. 2. Denn ich dir, Herr, in deine Händ befehle mein Leib und Gut und meine arme Seele; dein beiliger Engel zu allen Zeiten, der sei und bleib bei mir auf allen Seiten, auf daß der bös Feind, so arg und geschwinde, ganz keine Macht an mir zu üben finde. 3. Den lieben Frieden ferner uns verleihe, und unsre Nahrung reichlich benedeie; die Pest von unsrer Stadt und Land laß wallen, dein Wort in Ruh und Fried noch länger schallen. Wend Teurung ab, dein Segen laß uns füllen nach deinem Wort und väterlichen Willen. 4. Jch bitt für die, Gott, so dich Vater nennen, insonderheit dein reines Wort bekennen, für alle meine Blutsfreund und Verwandten, sie sein gleich hier oder in fremden Landen; vor allem Unfall wollst du sie bewahren, laß ihnen alles Gutes widerfahren. 5. All, welche find betrübt, frank und gefangen, tragen, o Herr, nach dir in Not Verlangen, die wollest du von allem ihren Bösen aus lauter Gnaden endlich gar erlösen; all arme Sünder zu dir, Herr, bekehre, ein selges End uns insgesamt beschere! Joh. Fabricius,+ 1638. Mel. Lobet den Herren, alle 2c. 436. In dieser Morgenstund will ich dich loben, o Gott, mein Bater, in dem Himmel oben; 261 was du für Gnade mir stets thust erweisen, will ich jest preisen. 2. Du hast mich an das Tags= licht lassen kommen, auch durch die Tauf in dein Reich aufge= nommen, und läsfest mich in deinem Sohn entbinden von Schuld und Sünden. 3. Du gibest mir den heilgen Geist daneben, daß er mich lehr und führ in meinem Leben, das mit ich lern auf dich alleine schauen und dir vertrauen. 4. Du hast mich allzeit väterlich ernähret, was ich bedurft, mir immerzu bescheret, und wenn mich Not und Unglück hat bes rühret, bald draus geführet. 5. Jetzt hast du auch durch deiner Engel Scharen mich lassen beut in dieser Nacht bewahren, daß mich darin kein Unfall bat erschrecket, noch aufgewecket. 6. Herr, mit meinem Munde und Gemüte erzähl und rühm ich solche große Güte, die ich empfangen hab an allen Enden aus deinen Händen. 7. Ich bitt, du wollest über mir fort walten und mich auch heute diesen Tag erhalten, daß Satan nicht durch seine List und Pfeile mich übereile. 8. Hilf, daß ich bleib, wie zusteht frommen Christen, rein von der Welt und ihren SündenLüsten, daß ich auch meinen eignen bösen Willen nicht mög erfüllen. 9. Herr, laß in deinen Schuß sein eingeschlossen Leib, Seele, Freunde, Kinder, Hausgenossen. und was ich sonst durch deine milde Gabe auf Erden habe. 262 Morgenlieder. 10. Die Obrigkeit erbalt bei gutem Stande, gib Friede, Glück und Heil im ganzen Lande; bebüt uns allerseits, o Herr, in Gnaden vor Schand und Schaden. 11. Du wollest auch an diesem Tag mich stärken durch deine Kraft in mein's Berufes Werken, auf daß ich möge in denselben allen dir wohlgefallen. 12. Zulegt verleih, wenn ich aus diesem Leiden, es sei beut oder morgen, werd abscheiden, daß ich auf Christi Tod mög fröhlich sterben, den Himmel erben. 13. So bin ich dann an Leib und Seel genesen, und wohl auf dieser Welt allhie gewesen, dort habe ich das rechte Kleinod funden, hier überwunden. 14. Das hilf mir, Vater, der du mit dem Sohne und beilgen Geist regierst in einem Throne; gib, daß ich dessen, was ich jetzt begebret, ja werd gewähret. 3. Reichenwalb ober 3. Gefenins, geb. 1601,+ 1671, Eigne Melodie. 437. Gott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und beilger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt und was drinnen ist, erhält. 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen bait, behütet und bewacht, daß des bösen Feindes List mein nicht mächtig worden ist. 13. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vers gebn; o Herr Jesu, laß mich finden deine Wunden offen stehn, da alleine Hilf und Rat iſt für meine Missethat. 14. Hilf, daß ich mit diesem Morgen geistlich aufersteben mag und für meine Seele sorgen, daß. wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. Herr, und 5. Fübre mich, leite meinen Gang nach deinem Wort; sei und bleibe du auch beute mein Beschüßer und mein Hort; nirgends als von dir allein. kann ich recht bewahret sein. 6. Meinen Leib und meine Seele samt den Sinnen und Verstand. großer Gott, ich dir befehle unter deine starke Hand; Herr, mein Ehre und mein Ruhm, nimm mich auf, dein Eigentum. 7. Deinen Engel zu mir sende, der des bösen Feindes Macht, List und Anschlag von mir wende und mich balt in guter Acht, der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu. Heinrich Albert, geb. 1604,+ 1668. Mel. Herr Gott, dich loben alle 2c. 438. Vor deinen Thron tret ich hiemit, o Gott, und dich demütig bitt; ach, wend dein gnädig Angesicht von mir, dem armen Sünder, nicht! 2. Du hast mich, o Gott Vater mild, gemacht zu deinem benbild; in dir web, leb und schwebe ich, vergehen müßt ich obne dich. 3. Grrettet bast du mich gar oft gan wunderlich und unverbofft. da nur ein Schritt, ja nur ein Morgenlieder. Haar mir zwischen Tod und Leben war. 4. Verstand und Ehr hab ich von dir; des Lebens Notdurft gibst du mir, dazu auch einen treuen Freund, der mich im Glück und Unglück meint. 5. Gott Sohn, du hast mich durch dein Blut erlöset von der Höllenglut, das schwer Geseß für mich erfüllt, damit des Vaters Zorn gestillt. 6. Wenn Sünd und Satan mich anklagt, und mir das Her im Leib verzagt, alsdann brauchst du dein Mittleramt, daß mich der Vater nicht verdammt. 7. Du bist mein Fürsprech allezeit, mein Heil, mein Trost und meine Freud; ich kann durch dein Verdienst allein hier ruhig und dort selig sein. 8. Gott heilger Geist, du böchste Kraft, des Gnade in mir alles schafft, ist etwas Guts am Leben mein, so ist es wahrlich lauter dein. 9. Dein ists, daß ich Gott recht erfenn, ihn meinen Herrn und Vater nenn, sein wahres Wort und Sakrament behalt und lieb bis an mein End; 10. Daß ich fest in Anfechtung steh und nicht in Trübsal unter geh, daß ich im Herzen Trost empfind, zuleßt mit Freuden überwind. 11. Drum dank ich dir mit Herz und Mund, o Gott, in dieser Morgenstund für alle Güte, Treu und Gnad, die meine Seel empfangen hat, 12. llnd bitt, daß deine Gnadenhand bleib über mir heut ausORK 263 gespannt; mein Amt, Gut, Ehr, Freund, Leib und Seel in deinen Schuß ich dir befehl. 13. Hilf, daß ich sei von Herzen fromm, damit mein ganzes Christentum aufrichtig und rechtschaffen sei, nicht Augenschein und Heuchelei. 14. Grlaß mir meine Sündenschuld und bab mit deinem Knecht Geduld; zünd in mir Glauben an und Lieb, zu jenem Leben Hoffnung gib. 15. Ein felig Ende mir bescher, am jüngsten Tag erweck mich, Herr, daß ich dich schaue ewiglich. Amen, Amen, erhöre mich! Bevo v. Hobenberg, geb. 1604, † 1650. Eigne Melodie. 439. Diegüldne Sonne, voll Freud und Wonne, bringt unsern Grenzen mit ihrem Glänzen ein berzerquickendes, liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder die lagen darnieder; aber nun steh ich, bin munter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht. 2. Mein Auge schauet, was Gott gebauet zu seinen Ehren und uns zu lehren, wie sein Vermogen for u mächtig und groß, und wo die B Frommen dann sollen hinkommen, wann sie mit Frieden von hinnen 3. geschieden aus dieser Erden vergänglichem Schoß. it t= 3. Lasset uns fingen, dem Schö-- pfer bringen Güter und Gaben; was wir nur haben, alles sei Gottet. zum Opfer gesetzt. Die besten n it Güter sind unsre Gemüter; dankbare Lieder find Weihrauch is und Widder, an welchen er sich eit am meisten ergößt. d [ 6. Laß mich mit Freuden, ohn alles Neiden, sehen den Segen, den du wirst legen in meines Bruders und Nähesten Haus. Geiziges Brennen, unchristliches Rennen nach Gut mit Sünde, das tilge geschwinde von meinem Herzen, und wirf es hinaus. 7. Menschliches Wesen, was ists gewesen? In einer Stunde geht es zu Grunde, sobald das Lüftlein des Todes drein bläst. Alles in allen muß brechen und fallen; Himmel und Erden die müffe. das werden, was sie vor de ihrer Erschaffung gewest. be 4 ( 264 / 4. Abend und Morgen sind seine Sorgen; segnen und mehren, Unglück verwehren sind seine Werke und Thaten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen; wenn wir aufstehen, so läßt er aufgehen über uns seiner Barmherzigkeit Schein. 5. Ich hab erhoben zu dir hoch droben all meine Sinnen; laß mein Beginnen ohn allen Anstoß und glücklich ergehn. Laster und Schande, des Lucifers Bande, Fallen und Tücke treib ferne zurücke; laß mich auf deinen Geboten bestehn. Morgenlieder. 10 g 8. Alles vergehet; Gott aber N stehet ohn alles Wanken; seine M Gedanken, sein Wort und Wille ita hat ewigen Grund. Sein Heil dr und Gnaden die nehmen nicht Schaden, heilen im Herzen Se tödlichen Schmerzen, halten uns Ne zeitlich und ewig gesund. un/ 9. Gott, meine Krone, vergib bei und schone; laß meine Schulden i in Gnad und Hulden aus deinen 1 Augen sein abegewandt. Consten die regiere, mich lenke und führe, wie dirs gefället; ich habe gestellet alles in deine Beliebung und Hand. 10. Willst du mir geben, womit mein Leben ich fann ernähren, so laß mich hören allzeit im Herzen dies heilige Wort: Gott ist das Größte, das Schönste, das Beste; Gott ist das Süßte und Allergewißte, aus allen Schäßen der edelste Hort. 11. Willst du mich fränken, mit Gallen tränken, und soll von Plagen ich auch was tragen: wohlan, so mach es, wie dir es beliebt. Was gut und tüchtig, was schädlich und nichtig meinem Gebeine, das weißt du alleine, hast niemals keinen zu schre betrübt. / 12. Kreuz und( Flende das nimmt ein Ende; nach Meeres Brausen und Windes Sausen leuchtet der Sonnen erwünschtes Gesicht. Freude die Fülle und selige Stille hab ich zu warten im himmlischen Garten; dahin sind meine Gedanken gericht. Paul Gerhardt, geb. 1607,+ 1676. Eigne Melodie. 440. Lobet den Herren alle, die ihn ehren! Laßt uns mit Freuden seinem Namen singen und Preis und Dank zu seinem Altar bringen. Lobet den Herren! 2. Der unser Leben, das er uns gegeben, in dieser Nacht so väterlich bedecket und aus dem Schlos uns fröhlich auferwecket. Lobe. den Herren! 3. Daß unsre Sinnen wir noch brauchen können, und Händ und Füße, Zung und Lippen regen. Morgenlieder. das haben wir zu danken seinem Segen. Lobet den Herren! 4. D treuer Hüter, Brunnen aller Güter, ach, laß doch ferner über unser Leben bei Tag und Nacht dein Hut und Güte schweben. Lobet den Herren! 5. Gib, daß wir heute, Herr, durch dein Geleite auf unsern Wegen unverhindert geben und überall in deiner Gnade stehen. Lobet den Herren! 6. Treib unsern Willen, dein Wort zu erfüllen. Lehr uns verrichten heilige Geschäfte, und wo wir schwach sind, da gib du uns Kräfte. Lobet den Herren! 7. Richt unsre Herzen, daß wir ja nicht scherzen mit deinen Strafen, sondern fromm zu werden vor deiner Zukunft uns bemühn auf Erden. Lobet den Herren! 8. Herr, du wirst kommen und all deine Frommen, die sich befehren, gnädig dahin bringen, da afle Engel ewig, ewig fingen: 442. Morgenglanz der EwigLobet den Herren! Paul Gerhardt, geb. 1607,+1876. Mel. Nun laßt uns Gott, dem 2c. 441. Wach auf, mein Herz, und finge dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, dem frommen Menschenhüter. 2. Heut, als die dunklen Schatten mich ganz umfangen hatten, bat Satan mein begebret, Gott aber hats verwehret. 265 von Not bin ich befreiet, dein Schuß hat mich erneuet. 5. Du willst ein Opfer haben, bier bring ich meine Gaben; mein Weihrauch, Farr und Widder find mein Gebet und Lieder. 6. Die wirst du nicht verschmähen; du kannst ins Herze seben und weißest, daß zur Gabe ich ja nichts Bessers habe. 7. So wollst du nun vollenden dein Wert an mir und senden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. 8. Sprich Ja zu meinen Thaten, bilf selbst das Beste raten; den Anfang, Mitt und Ende, ach Herr, zum besten wende. 3. Du sprachst: mein Kind, nun liege; Troß dem, der dich betrüge; schlaf wohl, laß dir nicht grauen, du sollst die Sonne schauen. 4. Dein Wort das ist geschehen, ich kann das Licht noch sehen; 9. Mit Segen mich beschütte, mein Herz sei deine Hütte, dein Wert sei meine Sveise, bis ich gen Himmel reiſe. Paul Gerhardt, geb. 1607,+ 1676. Eigne Melodie. keit, Licht vom unerschöpften Lichte, schick uns diese Morgenzeit deine Ciuilen zu Gesichte und vertreib durch dei..: Macht unsre Nacht. 2. Deiner Güte Morgentau fall auf unser matt Gewissen; laß die dürre Lebensau lauter süßen Trost genießen, und erquick uns, deine Schar, immerdar. 3. Gib, daß deiner Liebe Glut unsre falten Werke töte, und erweck uns Herz und Mut bei erstandner Morgenröte, daß wir, eb wir gar vergehn, recht aufstehn. 4. Laß uns ja das Sündenkleid durch des Bundes Blut vermetden, daß uns die Gerechtigkeit Morgenlieder. 266 mög als wie ein Rock bekleiden, und wir so vor aller Pein sicher sein. 5. Ach, du Ausgang aus der Höh, gib, daß auch am jüngsten Tage unser Leichnam aufersteh und, entfernt von aller Plage, fich auf jener Freudenbahn freuen kann. 6. Leucht uns selbst in jene Welt, du verklärte Gnadensonne; führ uns durch das Thränenfeld in das Land der süßen Wonne, da die Lust, die uns erhöht, nie vergebt. Christian Knorr von Rosenroth, geb. 1636,+ 1689. Mel. Nun laßt uns Gott 2c. 443. Auf, auf, ihr meine Lieder, mein Herz, mein Geist und Glieder, dem Höchsten Lob zu singen und Opfer ihm zu bringen. 2 Er hat die Nacht gewendet, das Licht herabgesendet und mich ohn alle Sorgen erweckt an die sem Morgen. 3. Er ist mein Schuß gewesen, daß ich frisch und genesen an diesem Tag aufstehe, und meine Pflicht angehe. 4. G8 bätten tausend Schre den mich grausam fönnen weden, wo er nicht selbst gewachet und alles gut gemachet. 5. Mein Leib, Seel und mein Leben sei ferner ihm ergeben; bilf, Herr, auch beut und sende den Beistand deiner Hände, 6. Daß ich, von dir geführet und überall regieret, zu deines Namens Ebre mein ganzes Leben fehre. 7. Behüte mich vor Sünden, und laß mich stets empfinden ein Abscheu vor den Dingen, die deinen Zorn mir bringen. 8. Begnade mich mit Segen auf allen meinen Wegen, beglücke meine Thaten und laß sie wohl geraten. 9. Verleibe Kraft und Stärke, daß des Berufes Werke durch deines Geistes Senden ich möge glücklich enden. 10. Gib, daß mich deine Güte vor Unfall stets behüte, ja daß ich ewig bleibe ein Glied an deinem Leibe. 11. Mein Hoffen und Vertrauen laß nur auf dich hinschauen, daß sich mein Glaube mebre und dich mit Früchten ehre. 12. Laß Freunde und Verwandte, Wohlthäter und Bekannte, und die sich Christen schreiben, von dir bewahret bleiben. 13. Und sollt ich Schmach und Neiden, Kreuz und Verfolgung leiden, so bilf mirs kräftig tragen, und laß mich nicht verzagen. 14. Schüß alle hart Geplagten, erfreue die Verjagten, gib Brot und Trost den Armen aus Gnaden und Erbarmen. 15. Grhör auch alle Beter, befehr die Übertreter, sei gnädig mir und allen nach deinem Wohlgefallen. 16. Insonderheit am Ende nimm mich in deine Hände und laß mich selig sterben und ewges Leben erben. Johann Laffen, geb. 1636,+ 1692. Vie I. Ich armer Mensch 2c. 444. Mein Gott, nun ist es wieder Morgen, die Nacht vollendet ihren Lauf; nun wachen alle Morgenlieder. meine Sorgen auf einmal wieder mit mir auf. Die Ruh ist aus, der Schlaf dahin, und ich seh wieder, wo ich bin. 2. Ich bin noch immer auf der Erde, wo jeder Tag sein Glend bat, wo ich nur immer älter werde und bäufe Sünd und Missethat. O Gott, von dessen Brot ich zehr, wenn ich dir doch auch nüße wär! 3. Du siehst am Morgen mich aufstehen, regier mich auch in dieser Welt. Ich weiß nicht, wie mirs beut wird gehen, mach alles so, wie dirs gefällt. Schließ mich in deine Vorsicht ein; dein will ich tot und lebend sein. 267 dem Schöpfer dieser Strablen zu bezahlen, was dein schwacher Trieb vermag. 2. Deine Pflicht die kannst du lernen von den Sternen, deren Gold der Sonne weicht; so laß auch vor Gott zerrinnen, was den Sinnen hier im Finstern schöne deucht. 4. Vergib mir, Vater, alle Sünden, die ich bei Tag und Nacht beging, und laß mich vor dir Gnade finden, erhöre, was ich bet und sing; denn wenn ich nur bei dir wohl steb, so acht ich gar nicht, wie es geh. 5. Hilf du in allen Sachen raten; denn ich bin selber mir nicht flug. Bebüte mich vor Missethaten, vor böser Menschen List und Trug; laß mich den Tag wobl legen an und Gutes schaffen, wo ich fann. 3. Schau, wie das, was Odem ziehet, sich bemühet um der Sonne holdes Licht, wie sich, was nur Wachstum spüret, freudig rübret, wenn ihr Glanz die Schat. ten bricht. 4. So laß dich auch fertig finden, anzuzünden deinen Weibrauch, weil die Nacht, da dich Gott vor Unglücksstürmen wollen schirmen, ist so glücklich bingebracht. 6. Bebüte mir mein Leib und Leben, mein Weib und Kind, mein Hab und Gut, und laß den Himmel Segen geben, wenn meine Hand das Ihre thut; bilf, daß ich alles wohl verricht! Du wirst es thun, ich zweifle nicht. Kaspar Neumann, geb. 1648,+1715. Mel. Hüter, wird die Nacht 2c. 445. Seele, du mußt munter werden, denn der Erden blickt hervor ein neuer Tag; komm, 5. Bitte, daß er dir Gedeiben mag verleiben, wenn du auf was Gutes zielst, aber daß er dich mag stören und bekehren, wenn du böse Regung fühlst. 6. Kränkt dich etwas diesen Morgen, laß ihn sorgen, der es wie die Sonne macht, welche freundlich pflegt die Höhen anzuseben und auch in die Thäler lacht. 7. Denk, daß er auf deinen Wegen ist zugegen, daß er allen Sündenwust, auch die Schmach verborgner Flecken fann entdecken und erraten, was du thust. 8. Wir sind an den Kauf der Stunden fest gebunden, der entführt, was eitel beißt, und der dein Gefäß, e Seele, nach der Höble eines Sterbgewölbes reißt. 9. Drum so seufz ich, daß mein Scheiden nicht ein Leiden, sondern sanftes Schlafen sei, und Morgenlieder. daß ich mit Lust und Wonne lich, engelrein; laß sie sein mit jeb die Sonne, wann des Todes Nacht vorbei. dir vereinet, wenn mein legter Tag erscheinet. Sal. Frand, geb. 1659,+ 1725. Mel. Mein Herzens- Jesu zc. 447. Erbebe dich, o meine Seel! Die Finsternis vergeber; der Herr erscheint in Israel, sein Licht am Himmel stehet. Erhebe dich aus deinem Schlaf, daß er was Gutes in dir schaff, indem er dich erleuchtet. 200 Friedr. Rudolf Ludw. Freib. v. Canis, geb. 1654,+ 1699. Mel. Freu dich sehr zc. 446. Gott, du Licht, das ewig bleibet, das ohn allen Wechsel ist, das die Finsternis vertreibet, der du bleibest, wie du bist; ich verlasse meine Rub; rufe: werde Licht! mir zu, daß ich, der ich Nacht und Erde, durch dein Licht verkläret werde. 2. Wecke, da der Leib geschlafen, auch die Seele geistlich auf; gib ihr deines Lichtes Waffen, richt und leite ihren Lauf; laß mich sein des Lichtes Kind, hilf mir, weil ich geistlich blind, Jesu, daß ich wieder sehe und in deinem Lichte gehe. 3. Schenke mir, Herr, und gewähre, was die arme Seele stillt; ach, erneure und verkläre stets in mir dein Ebenbild! Sende mir den Geist der Kraft, der ein neues Leben schafft, daß ich himmlisch auf der Erde und Ein Geist mit Christo werde. 4. Segne meiner Hände Werke, fördre mich in meiner Pflicht; bleibe meiner Schwachheit Stärke, meines Lebens Kraft und Licht; laß mein Lebensziel allein deines Namen Ehre sein; hilf, daß ich stets wahre Liebe gegen meinen Nächsten übe. 5. Führ mich einit zu jenem Lichte deiner höchsten Majestät, wo vor deinem Angesichte die verklärte Seele steht, heller als der Sonnenschein, schön, unsterb2. Jm Licht muß alles rege sein und sich zur Arbeit wenden; im Licht singt früh das Vögelein, im Licht will es vollenden; so soll der Mensch in Gottes Licht aufheben billig sein Gesicht zu dem, der ihn erleuchtet. 3. Laßt uns an unsre Arbeit gehn, den Herren zu erheben; laßt uns, indem wir auferstehn, beweisen, daß wir leben; laßt uns in diesem Gnadenschein nicht eine Stunde müßig sein; Gott ists, der uns erleuchtet. 4. Ein Tag geht nach dem andern fort, und unser Werk bleibt liegen. Ach hilf uns, Herr, du treuster Hort, daß wir uns nicht betrügen; gib, daß wir greifen an das Werk, gib Gnade, Segen, Kraft und Stärk im Licht, das uns erleuchtet. 5. Du zeigst, was zu verrichten sei auf unsern GlaubensWegen; so bilf uns nun und steh uns bei, verleihe deinen Segen, daß das Geschäft von deiner Hand vollführet werd in alle Land. wozu du uns erleuchtet. 6. Ich flehe, Herr, mach uns bereit zu dem, was dir gefällig, Morgenlieder. daß ich recht brauch der Gnadenzeit; so flehen auch einhellig die Kinder, die im Geist geborn und die sich fürchten vor dem Zorn, nachdem du sie erleuchtet. 7. Das Licht des Glaubens sei in mir ein Licht der Kraft und Stärke; es sei die Demut meine Zier, die Lieb das Werk der Werke. Die Weisheit steht auf diesem Grund und öffnet beides Herz und Mund, dieweil die Seel erleuchtet. 269 hat heut bei mir gewacht und allen Schaden abgewandt in dieser finstern Nacht. 7. In deinen Armen schlief ich ein; drum fonnte Satan nicht mit seiner List mir schädlich sein, die er auf mich gericht. vor 8. Vor Wasser- und Feuersnot hat mich, Herr, deine Güt, vor einem bösen schnellen Tod heut diese Nacht behüt. 9. Hab Dank, o Jesu, habe. Dank für deine Lieb und Treu, bilf, daß ich dir mein Leben lang von Herzen dankbar sei. 8. Herr, bleib bei mir, du ewges Licht, daß ich stets gehe richtig; erfreu mich durch dein Angesicht, mach mich zum Guten tüchtig, bis ich erreich die goldne Stadt, die deine Hand gegründet hat und ewiglich erleuchtet. Peter Lackmanu,+ 1713. Mel. Nun sich der Tag 2c. 448. Nun sich die Nacht geendet hat, die Finsternis zerteilt, wacht alles, was am Abend spat zu seiner Rub geeilt. 2. So wachet auch, ihr Sinnen, wacht, legt euren Schlaf beiseit, zum Lobe Gottes seid bedacht, denn es ist Dankenszeit. 3. Und du, des Leibes edler Gast, du teure Seele du, die du so sanft geruhet bast, dank Gott für seine Rub. 4. Wie soll ich dir, du Seelenlicht, zur Gnüge dankbar sein? Mein Leib und Seel ist dir verpflicht, und ich bin ewig dein. 5. Dir geb ich, Jesu, diese Gab zu einem Unterpfand, die weil ich sie empfangen hab von deiner Liebeshand. 6. Und diese deine Liebeshand 10. Gedenke, Herr, auch heut an mich an diesem ganzen Tag, und wende von mir gnädiglich Not, Jammer, Angst und Plag. 11. Erhör, o Jeju, meine Bitt, nimm meine Seufzer an, und laß all meine Tritt und Schritt heut gehn auf rechter Bahn. 12. Ach laß, o Jesu, keine Sünd mich diesen Tag begehn; sonst möcht ich armes Sündenfind nicht wohl bei dir bestehn. 13. Wend meine Augen gnädig ab von dieser Eitelkeit, damit bis an mein fühles Grab ich alles Böse meid. 14. Gib deinen Segen diesen Tag zu meinem Werk und That, damit ich selig sagen mag: wohl dem, der Jesum hat! 15. Wohl dem, der Jesum bei sich führt, schließt ihn ins Herz hinein: so ist sein ganzes Thun geziert, und er kann selig sein. 16. Nun dann, so fang ich meine Werk in Jesu Namen an; er geb mir seines Geistes Stärk, daß ich sie enden kann. 30h: Friedr. Möchel, geb. 1661, † 1729. 270 Morgenlieder. Mel. Erschienen ist der 2c. 449. Das walte Gott, der helfen kann! Mit Gott fang ich die Arbeit an; mit Gott nur geht es glücklich fort; drum ist auch dies mein erstes Wort: das walte Gott! 2. All mein Beginnen, Thun und Werk erfordert Gottes Kraft und Stärk; mein Herz sucht Gottes Angesicht; drum auch mein Mund mit Freuden spricht: das walte Gott! 3. So Gott nicht hilft, so kann ich nichts; wo Gott nicht gibet, da gebrichts; Gott gibt und thut mir alles Guts; drum sprech ich auch nun gutes Muts: das walte Gott! 4. Will Gott mir etwas geben bier, so will ich dankbar sein dafür; auf sein Wort werf ich aus mein Netz und sag in meiner Arbeit stets: das walte Gott! 5. Anfang und Mitte samt dem End stell ich allein in Gottes Händ; er gebe, was mir nüglich ist; drum sprech ich auch zu jeder Frist: das walte Gott! 6. Legt Gott mir seinen Se gen bei nach seiner großen Güt und Treu, so gnügets mir zu jeder Stund; drum sprech ich auch von Herzensgrund: das walte Gott! 7. Trifft mich ein Unglück, unverzagt! Ist doch mein Werk mit Gott gewagt; er wird mir gnädig stehen bei; drum dies auch meine Losung sei: das walte Gott!- 8. Er kann mich segnen früh und spat, bis all mein Thun ein Ende hat; er gibt und nimmt, machts, wie er will; drum sprech walte Gott! ich auch fein in der Still: das 9. Gott steht mir bei in aller not und gibt mir auch mein täglich Brot; nach seinem alten Vaterbrauch thut er mir Guts; drum sprech ich auch: das walte Gott! Gunst, nichts hilft Verstand, 10. Nichts glücket ohne Gottes Wiß oder Kunst; mit Gott gehts fort, gerät auch wohl, daß ich fann sagen glaubensvoll: das walte Gott! 11. Teilt Gott was mit aus Gütigkeit, so acht ich keiner Feinde Neid; mag hassen, wers nicht lassen kann, ich stimme doch mit Freuden an: das walte Gott! 12. Thu ich denn was mit Gottes Rat, der mir beistehet früh und spat, dann alles wohl geraten muß; drum sprech ich nochmals zum Beschluß: das walte Gott! Johann Betichins, geb. 1650, † 1722. Mel. O Gott, du frommer 2c. 450. O Jesu, süßes Licht, hat dein Gnadenglanz aufs neue nun ist die Nacht vergangen; nun mir ist, vom Schlafe aufgeweckt, mich umfangen; nun ist, was an und hat nun in Begier zu dir fich ausgestreckt. 2. Was soll ich dir denn nun. mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar in deine Gnad einsenken mit Leib, mit Seel, mit Geist, heut diesen ganzen Tag, das soll mein Opfer sein, weil ich sonst nichts vermag. 3. Drum fiehe da, mein Gott, da hast du meine Seele, fie sei Morgenlieder. dein Eigentum, mit ihr dich beut vermähle in deiner Liebeskraft; da hast du meinen Geist, darinnen, wollst du dich verklären allermeist. 4. Da sei denn auch mein Leib zum Tempel dir ergeben, zur Wohnung und zum Haus. Ach, allerliebstes Leben, ach wohn, ach leb in mir, beweg und rege mich, so hat Geist, Seel und Leib mit dir vereinigt sich. 5. Dem Leibe hab ich jetzt die Kleider angeleget; laß meiner Seelen sein dein Bildnis eingepräget im güldnen Glaubensschmuck, in der Gerechtigkeit, so allen Seelen ist das rechte Ehrenkleid. 6. Mein Jesu, schmücke mich mit Weisheit und mit Liebe, mit Keuschheit und Geduld, durch deines Geistes Triebe; auch mit der Demut mich vor allem kleide an, so bin ich wohlgeschmückt und köstlich angethan. 7. Laß mir dich diesen Tag stets vor den Augen schweben; laß dein Allgegenwart mich wie die Luft umgeben, auf daß mein ganzes Thun durch Herz, durch Sinn und Mund dich lobe inniglich, mein Gott, zu aller Stund. 8. Ach segne, was ich thu, ja rede und gedenke; durch deines Geistes Kraft es also führ und lenke, daß alles nur gescheh zu deines Namens Ruhm, und daß ich unverrückt verbleib Eigentum. dein 271 nis ist überwunden, das Licht des Himmels triumpbiert; das Erdreich, so die dunklen Schatten mit ibrer Macht umgeben hatten, der güldnen Sonne Klarheit ziert. 2. Wach auf, wach auf, mein Geist, und finge dem Vater aller Geister, bringe Preis, Lob, Ghr, Ruhm, Dank, Kraft und macht; erkenne seine Huld und Treue, die alle Morgen sich aufs neue ausbreitet und dich stets bewacht. 3. O, daß doch mit der äußern Erden mein Innerstes auch licht mög werden! O, daß mein Herz ein Himmel wär, ein Firmament, daran die Sonne, mein Jesus, meines Geistes Wonne, möcht scheinen zu des Schöpfers Ehr! 4. O, daß der finstern Nacht Geschäfte durch dieser Sonnen neue Kräfte zerstreuet würden, und mein Sinn zu ihrem Licht sich stets erhübe! Ď, daß ihr Einfluß starker Triebe mich führte zu ihr selber hin! 5. Dies ist mein Wunsch und mein Begehren; du, Bater, wollst mich des gewähren, sprich Amen selbst und Ja dazu; so werd ich auch nach diesen Tagen und überstandnem Leid und Plagen ge= nießen dort des Lichtes Ruh. Joachim Lange, geb. 1670,+ 1744. Eigne Melodie. 451. Gott Lob! nun ist die Nacht verschwunden, die FinsterJob. Anast. Freylinghausen, geb. 1670,+ 1739. Mel. Gott bes Himmels und zc. 452. Höchster Gott, durch deinen Segen konnt ich fröhlich und gefund diese Nacht zurücke legen; dafür preist dich Herz und Mund; denn du willst für alle Treu nichts, als daß man dankbar sei. 2. Segne beute mich von 272 Morgenlieder. neuem, weil du segnen kannst und mußt; denn mit Wohlthun zu erfreuen, das ist deine Herzenslust, und du machst die milde Hand täglich aller Welt bekannt. 3. Segne mich mit deinem Geisite, daß er heut mit seiner Kraft meinem Glauben Beistand leiſte, daß er gute Werke schafft, und dem Bösen insgemein mag ein wackrer Gegner sein. 4. Segne mich mit Christi Blute bei verübter Missethat, weil er das auch mir zu gute mildiglich vergossen hat. Gläubig halte ich daran, daß mich nichts verdammen kann. 5. Segne mich mit deinem Worte, schreib es in mein Herz herein, daß es mag an jedem Orte meines Wandels Richtschnur sein. Leuchtet mir dies Lebenslicht, o, so fehl und fall ich nicht. 6. Segne mich in meinem Stande, zeuch mein Herz mit Klugheit an, daß ich solchen ohne Schande und mit Ehren führen kann. Gib dazu mein täglich Brot und was irgend sonst mir not. 7. Segne mich in Kreuz und Leiden mit Vertrauen und Geduld; segne mich in Glück und Freuden mit dem Reichtum deiner Huld, daß ich dir im Kreuz getreu, und im Glück voll Demut jei. 8. Dann will ich für allen Segen Lob und Ehre, Preis und Dank dir zu deinen Füßen legen und es thun mein Leben lang, bis ich mit den Engeln dort vor dir jauchze fort und fort. Erdm. Neumeister, geb. 1671,+ 1756. Eigne Melobie. 453. Hüter, wird die Nacht der Sünden nicht verschwinden? Hüter, ist die Nacht schier hin? Wird die Finsternis der Sinnen bald zerrinnen, darein ich verwickelt bin? 2. Möcht ich, wie das Rund der Erden, lichte werden; Seclenſonne, gehe auf! Ich bin finster, kalt und trübe; Jeſu, Liebe, komm, beschleunige den Lauf! 3. Wir sind ja im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist, und ich muß mich stets im Schatten so ermatten. weil du mir so ferne bist. 4. Wir sind ja der Nacht entnommen, da du kommen; aber ich bin lauter Nacht. Darum wollst du mir, dem Deinen, auch erscheinen, der nach Licht und Rechte tracht. 5. Wie kann ich des Lichtes Werke ohne Stärke in der Findie Liebe üben, Demut lieben und sternis vollziehn? Wie kann ich der Nacht Geschäfte fliehn? 6. Laß doch nicht den Geist der Seelen so sich quälen, zünd ein Feuer in mir an; laß mich finstres Kind der Erden helle werden, daß ich Gutes wirken kann. 7. Das Vernunftlicht kann das Leben mir nicht geben; Jesus und sein heller Schein, Jesus muß das Herz anblicken und erquicken; Jesus muß die Sonne sein. 8. Nur die Decke vor den Augen kann nicht taugen, seine Klarheit kann nicht ein; wenn Morgenlieder. sein belles Licht den Seinen soll erscheinen, muß das Auge reine ſein. 9. Jesu, gib gesunde Augen, die was taugen, rühre meine Augen an; denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. Christian Friedrich Richter, geb. 1676, † 1711. Me 1. Herr Jefu Chrift, dich zu zc. 454. Die Nacht nunmehr vergangen ist, wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du uns frei von aller Plag gesund läßt sehen die sen Tag. 2. Wir bitten dich, du Gnadenstrahl, leucht uns in diesem Jammerthal, beschirm uns täglich und auch heut, bewahr uns ferner allezeit. 3. Darneben gib uns Fried und Ruh, und was uns nötig ist dazu, durch deine starke Gnadenhand beschüße uns und unser Land. 4., All Sünd und Schwachheit uns verzeih, ein gut Gewissen stets verleib; gib, daß wir deines Namens Ehr ausbreiten immer mehr und mehr. 5. Und wenn es dir, o Herr, gefällt, uns abzufordern aus der Welt, so gib ein selig Ende hier, daß wir dort ewig sein bei dir. 6. Jesu Christ, erbarme dich, hör unser Bitten gnädiglich; durch dein Verdienst, durch deinen Tod erlöse uns aus aller Not. 273 en; mein Geistesaug zu dir fich richt, dein Anblick zu empfangen. 2. Du hast, da ich nicht sorgen konnt, mich vor Gefahr bedecket, und auch vor andern mich gesund nun aus dem Schlaf erwecket. 13. Mein Leben schenkst du mir aufs neu, es sei auch dir verschrieben, mit neuem Ernst, mit neuer Treu dich diesen Tag zu lieben. Mel. Ich dank dir schon 2c. 455. Jesu, meines Lebens Licht, nun ist die Nacht vergang4. Dir, Jesu, ich mich ganz befehl; im Geiste dich verkläre, dein Werkzeug nur sei meine Seel, den Leib bewahr und nähre. 5. Durchdring mit deinem Lebensfast Herz, Sinnen und Gedanken; bekleide mich mit deiner Kraft, in Proben nicht zu wanken. 6. Mein treuer Hirte, sei mir nah, steh immer mir zur Seiten, und wenn ich irre, wollst du ja mich wieder zu dir leiten. 7. Sei du alleine meine Lust, mein Schaß, mein Trost und Leben; kein andres Teil sei mir bewußt, dir bin ich ganz ergeben. 8. Zeig mir in jedem Augenblick, wie ich dir soll gefallen; zieh mich vom Bösen stets zurück, regiere mich in allem. 9. Gib, daß ich meinen Wandel führ im Geist, in deinem Lichte, und als ein Fremdling lebe hier vor deinem Angesichte. 10. Ach, balt mich fest mit deiner Hand, daß ich nicht fall noch weiche; zeuch weiter durd der Liebe Band, bis ich mein Ziel erreiche. Gerh, Tersteegen, geb. 1697,+ 1769 18 274 Tischlieder. Mel. Ich dank dir schon 2c. 456. Mein erst Gefühl sei Preis und Dank; erhebe Gott, o Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang; lobsing ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schüßen ohne Macht, lag ich und schlief im Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben. Du bist es, der es uns erbält und mirs jetzt neu gegeben. 4. Gelobet seist du, Gott der Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue. 5. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. Eigne Melodie. 457. Nun laßt uns Gott, dem Herren, danksagen und ihn ehren von wegen seiner Gaben, die wir empfangen haben. 2. Den Leib, die Seel, das Leben hat er allein uns geben; dieselben zu bewahren, thut er nie etwas sparen. 3. Nahrung gibt er dem Leibe, die Seele muß auch bleiben, wiewohl tödliche Wunden sind kommen von den Sünden. 6. Nimm meines Lebens gnäSeele; sei mir ein Retter in dig wahr, auf dich hofft meine Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle. 7. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb und Rube, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn und willig thue, 8. Daß ich als ein getreuer Knecht nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe, Tischlieder. 4. Ein Arzt ist uns gegeben, der selber ist das Leben: Chris 9 Daß ich, dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue, 10. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht ge= nieße und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe. Chriftian Fürchtegott Bellert, geb. 1715,+ 1769. stus für uns gestorben, der hat das Heil erworben. 5. Sein Wort, sein Tauf, sein Nachtmahl dient wider allen Unfall; der heilge Geist im Glauben lehrt uns darauf vertrauen. die Sünd, geschenkt das Leben. 6. Durch ihn ist uns vergeben im Himmel folln wir haben, o Gott, wie große Gaben! 7. Wir bitten deine Güte, wollst uns hinfort behüten, uns Große mit den Kleinen, du fannsts nicht böse meinen. 8. Grhalt uns in der Wahr Tischlieder. heit, gib ewigliche Freiheit, zu preifen deinen Namen durch Jesum Christum. Amen! Ludw. Helmbold, geb. 1532,+1598. 275 unsern lieben Herrn, er woll uns hinfort mehr beschern, er woll uns speisen mit seinem Wort, daß wir satt werden hier und dort. Ach, lieber Gott, du wollst uns geben nach dieser Welt das ewge Leben. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du unser Gast gewesen bist. Bleib du bei uns, so hats nicht Not; du bist das rechte Lebensbrot. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. 458. Bescher uns, Herr, das täglich Brot; vor Teurung und vor Hungersnot behüt uns durch dein lieben Sobn, Gott Vater in dem höchsten Thron. 2. D Herr, thu auf dein milde Hand, mach uns dein Gnad und Güt bekannt, ernähr uns, deine Kinderlein, der du speist alle Vögelein. 3. Erhörst du doch der Raben Stimm, drum unsre Bitt, Herr, auch vernimm; denn aller Ding du Schöpfer bist, und allem Tier sein Futter gibst. 4. Gedenk nicht unsrer Missethat und Sünd, die dich erzürnet hat; laß scheinen dein Barmherzigkeit, daß wir dich lobn in Ewigkeit. 5. D Herr, gib uns ein fruchtbar Jahr, den lieben Kornbau uns bewahr; vor Teurung, Seuchen, Krieg und Streit behüt uns, Herr, zu dieser Zeit. 6. Unser lieber Vater du bist, weil Christus unser Bruder ist; drum trauen wir allein auf dich und wolln dich preisen ewiglich. Nit. Herman,+ 1561. Mel. Erhalt uns, Herr, bei 2c. 460. Her err Gott, Vater im Himmelreich, wir, deine Kinder allzugleich, bitten dich jezt aus Herzensgrund, speis uns alle zu dieser Stund. 2. Thu auf dein reiche, milde Hand, behüt uns, Herr, vor Sünd und Schand und gib uns Fried und Einigkeit, bewahr uns auch vor teurer Zeit, 459. Wir danken Gott für seine Gaben, die wir von ihm empfangen haben; wir bitten 3. Damit wir leben seliglich, dein Reich besißen ewiglich in unfres Herren Christi Nam'n. Wer das begehrt, der spreche: Am'n! Kaspar Puberinus, um 1544. Mel. Schmücke dich, o liebe zc. 461. Speis uns, Vater, deine Kinder, tröste die betrübten Sünder, sprich den Segen zu den Gaben, welche wir jetzt vor uns haben, daß sie uns zu diesem Leben Stärke, Kraft und Nahrung geben, bis wir endlich mit den Frommen zu der Himmelsmahlzeit kommen. Johann Heermann, geb. 1585, † 1647. 18* 276 Abendlieder. Abendlieder. Mel. Chriftum wir sollen zc. 462. O selges Licht, Dreifaltigkeit, du hochgelobte Einigkeit, die Sonne weicht mit ihrem Schein, geuß dein Licht in das Herz binein. 2. Des Morgens, Herr, dich rühmen wir, am Abend beten wir zu dir und preisen deine Herrlichkeit von nun an bis in Ewigkeit. 3. Gott Vater in dem höchsten Thron, und Jesus Christ, sein einger Sohn, mit samt dem werten beilgen Geist sei nun und im merdar gepreist. Nach 0 lux beata trinitas, von Christian Karl Jostas von Bunien, geb. 1791,+1860. Mel. Chriftum wir sollen 2c. 463. Christe, du bist der belle Tag, vor dir die Nacht nicht bleiben mag, du leuchtest uns vom Vater her und bist des Lichtes Prediger. 2. Ach, lieber Herr, behüt uns beint in dieser Nacht vorm bösen Feind, und laß uns in dir ruben fein und vor dem Satan ficher sein. 3. Obschon die Augen schlafen ein, so laß das Herz doch wacker sein; halt über uns dein rechte Hand, daß wir nicht falln in Sünd und Schand. 4. Wir bitten dich, Herr Jesu Christ, bebüt uns vor des Teufels List, der stets nach unsrer Seelen tracht, daß er an uns hab keine Macht. 5. Sind wir doch dein ererbtes Gut, erworben durch dein heiligs Blut; das war des ewgen Vaters Rat, als er uns dir geschenket hat. 6. Befiehl deim Engel, daß er komm, und uns bewach, dein Eigentum; gib uns die lieben Wächter zu, daß wir vorm Satan haben Ruh. 7. So schlafen wir im Namen dein, dieweil die Engel bei uns sein. Du heilige Dreifaltigkeit, wir loben dich in Ewigkeit. Erasmus Alberus,+ 1553. Nac: Christe qui lux es et dies. Eigne Melodie. 464. Die Nacht ist kommen, drin wir ruhen sollen, Gott walts zu Frommen nach seim in seim G'leit und Segen, der Wohlgefallen, daß wir uns legen Ruh zu pflegen. 2. Treib, Herr, von uns fern die unreinen Geister, balt die Nachtwach gern, sei selbst unser Schußberr! Schirm beid, Leib und Seel, unter deine Flügel, send uns dein Engel! 3. Laß uns einschlafen mit guten Gedanken, fröblich aufs wachen und von dir nicht wanken, laß uns mit Züchten unser Thun und Dichten zu dein Preis richten. 4. Pfleg auch der Kranken durch deinen Geliebten, bilf den Gefangnen, tröste die Betrübten, pfleg auch der Kinder, sei ſelbst ihr Vormünder, des Feinds Neid hinder. 5. Bater, dein Name werd von uns gepreiset, dein Reich zu Abendlieder. komme, dein Will werd beweiset, frist unser Leben, wollst die Schuld vergeben, erlös uns. Amen! Peter Herbert,+ 1571. Mel. Erhalt uns, Herr, bei zc. 465./ Sinunter ist der Son nenschein, die finstre Nacht bricht start herein; leucht uns, Herr Ghrist, du wahres Licht, laß uns im Finstern tappen nicht. / 2. Dir sei Dank, daß du uns den Tag vor Schaden, Fahr und mancher Plag durch deine Engel bast behüt aus Gnad und väterlicher Güt. 3. Womit wir han erzürnet dich, dasselb verzeih uns gnädiglich und rechn es unsrer Seel nicht zu, laß uns schlafen mit Fried und Ruh. 4. Durch dein Engel die Wacht bestell, daß uns der böse Feind nicht fäll; vor Schrecken, Angst und Feuersnot behüt uns heut, o lieber Gott!. 277 4. Wenn ich nun schlaf, wach du für mich, treib alles Unglück hinter sich; laß mich zu deinem Lob aufstehn und fröhlich an mein Arbeit gehn. Nikolaus Herman,+ 1561. Mel. Nun laßt uns den Leib 2c. 466. Jesu, treuster Heiland mein, ich geh in mein Schlaftämmerlein; ich will mich legen in die Ruh, schleuß du die Thür selbst nach mir zu. 2. Verzeih mein Sünd aus Gnaden mir, schädliche Träum treib all von hier, breit über mich dein Flügel aus, so stehn die Engel um das Haus. 3. Behüt vor Feur und Wassersnot, vor einem bösen schnellen Tod; vor allem Übel und Gefahr mich und all fromm Christen bewahr. Mel. O Jesu Chrift, meins Lebens 2c. 467. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du unser Grlöser bist, uns b'hütet hast vor aller G'fahr durch deiner lieben Engel Schar. 2. Wir gehn nun, Herr, zu unsrer Rub, o rechn es unsrer Seel nicht zu, was wir leider! gesündigt han, vergib uns alls, o Gottes Sohn! 3. Laß dein Engel stets bei uns sein, die uns allzeit bewah. ren fein, daß der Teufel hab keine Macht an uns weder zu Tag noch Nacht. 4. Vor Feuer, Seeln- und Leibesnot behüt uns, lieber Herre Gott; in deinem Namen schlaf'n wir ein, hilf uns, dein armen Kindelein. 5. Es g'scheh, wie's kann, wir find ja dein, erworb'n durch dein fünf Wunden rein; dir leben wir, dir sterben wir, dein Kindlein sind wir für und für. 6. Amen, Amen! zu guter Nacht, der Engel Gottes uns bewacht; Gott Lob und Dank in Ewigkeit, wir gebn zur Rub obn alles Leid. Nik. Selneder, geb. 1582,+ 1592. Eigne Melodie. 468. Die Sonn hat sich mit ihrem Glanz gewendet und, was sie soll, auf diesen Tag vollendet; die dunkle Nacht dringt allent Abendlieder. 278 halben zu, bringt Mensch und Tier und alle Welt zur Ruh. 2. Jch preise dich, du Herr der Nächt und Tage, daß du mich beut vor aller Not und Plage durch deine Hand und hochberühmte Macht hast unverlegt und frei hindurch gebracht. 3. Vergib, wo ich bei Tage so gelebet, daß ich nach dem, was finster ist, gestrebet; laß alle Schuld durch deinen Gnadenschein in Gwigkeit bei dir verloschen fein. 4. Schaff, daß mein Geist dich ungehindert schaue, indem ich mich der trüben Nacht vertraue, und daß der Leib auf diesen schweren Tag fich seiner Kraft fein sanft erholen mag. 5. Vergönne, daß der lieben Engel Scharen mich vor der Macht der Finsternis bewahren, auf daß ich vor der List und Tyrannei der argen Feind im Schlafe sicher sei. 6. Herr, wenn mich wird die lange Nacht bedecken und in die Rub des tiefen Grabs verstecken, so blicke mich mit deinen Augen an, daraus ich Licht im Tode nehmen kann. 7. Und laß hernach zugleich mit allen Frommen mich zu dem Glanz des andern Lebens kommen, da du uns hast den großen Tag bestimmt, dem keine Nacht sein Licht und Klarheit nimmt. Josua Stegmann, geb. 1588,+ 1882. Eigne Melodie. 469. Der Tag mit seinem Lichte fleucht hin und wird zunichte; die Nacht kommt angegangen, mit Ruhe zu umfangen den matten Erdenkreis. Der Tag, der ist geendet; mein Herz zu dir fich wendet, der Tag und Nacht geschaffen zum Wachen und zum Schlafen, will fingen deinen Preis. 2. Wohlauf, woblauf, mein Psalter, erhebe den Erhalter, der mir an Leib und Seelen viel mehr. als ich kann zählen, hat heute Guts gethan. All Augenblick und Stunden hat sich gar viel gefunden, womit er sein Gemüte und unerschöpfte Güte mir klar gezeiget an. 3. Gleichwie des Hirten Freude, ein Schäflein an der Weide, sich unter seiner Treue ohn alle Furcht und Scheue ergößet in dem Feld und sich mit Blumen füllet, den Durst mit Quellen stillet, so hat mich heut geführet, mit manchem Gut gezieret, der Hirt in aller Welt. 4. Gott hat mich nicht vers lassen, ich aber hab ohn Maßen mich nicht gescheut, mit Sünden und Unrecht zu entzünden das treue Vaterherz. Ach Vater, laß nicht brennen den Eifer, noch mich trennen von deiner Hand und Seiten; mein Thun und Überschreiten erweckt mir Reu und Schmerz. 5. Erhöre, Herr, mein Beten und laß mein Übertreten zur Rechten und zur Linken ins Meeres Tiefe finken und ewig untergehn. Laß aber, laß dagegen sich deine Engel legen um mich mit ihren Waffen; mit dir will ich entschlafen, mit dir auch auferstehn. 6. Darauf so laß ich nieder 279 5. Das Haupt, die Füß und Hände find froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sei. Herz, freu dich, du sollst werden vom Glend dieser Erden und von der Sünden Arbeit frei. Abendlieder. mein Haupt und Augenlider, will ruben ohne Sorgen, bis daß, der güldne Morgen mich wieder munter macht. Dein Flügel wird mich decken, so wird mich nicht erschrecken der Feind mit tausend Listen, der mich und alle Christen verfolget Tag und Nacht. 7. Ich lieg hier oder stehe, ich fiß auch oder gehe, so bleib ich dir ergeben, und du bist auch mein Leben, das ist ein wahres Wort. Was ich beginn und mache, ich schlaf ein oder wache, wohn ich als wie im Schlosse in deinem Arm und Schoße, bin selig bier und dort. Paul Gerhardt, geb. 1607,+ 1676. Mel. O Welt, ich muß dich 2c. 470. Nun ruben alle Wälder, Vieh, Menschen, Städt und Felder, es schläft die ganze Welt; ihr aber, meine Sinnen, auf, auf! ihr sollt beginnen, was eurem Schöpfer wohlgefällt. 2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind; fahr bin, ein andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun vergangen; die güldnen Sternlein prangen am blauen Himmelssaal; so, so werd ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jammerthal. 4. Der Leib, der eilt zur Ruhe, legt ab das Kleid und Schuhe, das Bild der Sterblichkeit; die zieb ich aus, dagegen wird Christus mir anlegen den Rock der Ghr und Herrlichkeit. 6. Nun geht, ihr matten Glieder, gebt, geht und legt euch nieder, der Betten ihr begehrt; es kommen Stund und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh ein Bettlein in der Grd. 7. Mein Augen stehn verdrossen, im Nu sind sie verschlossen, wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden, sei gut für allen Schaden, du Aug und Wächter Israel. 8. Breit aus die Flügel beide, o Jesu, meine Freude, und nimm dein Küchlein eins Will Satan mich verschlingen, so laß die Englein singen: dies Kind soll unverleget sein. 9. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heute nicht, betrüben kein Unfall noch Gefahr; Gott laß euch ruhig schlafen, stell euch die güldnen Waffen ums Bett und seiner Helden Schar. Paul Gerhardt, geb. 1607,+ 1876. Eigne Melodie. 471. Werde munter, mein Gemüte, und ihr Sinne, geht berfür, daß ihr preiset Gottes Güte, welch er hat gethan an mir, als er mich den ganzen Tag vor so mancher schweren Plag durch sein gnadenreiches Walten hat beschüßet und erhalten. 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der Barmherzigfeit, daß mir ist mein Werk ge 280 lungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden mancher Art so getreulich haft bewahrt, auch die Feinde weggetrieben, daß ich unbeschädigt blieben. Abendlieder. 3. Keine Klugheit kann verstehen deine Güt und Wunderthat; ja kein Menschenkind kann seben, was dein Hand erwiesen bat; deiner Wohlthat ist zu viel, sie hat weder Maß noch Ziel; Herr, du hast mich so geführet, daß kein Unfall mich berühret. 4. Herr, verzeihe mir aus Gnaden alle Sünd und Missethat, die mein armes Herz beladen und so sehr vergiftet hat; treibe Satans List und Tück, Gott, durch deine Macht zurück. Du alleine fannst mich retten, strafe nicht mein Übertreten. 5. Bin ich gleich von dir gewichen, stell ich mich doch wieder ein; denn dein Sohn hat ausgeglichen mein Vergehn durch seine Bein. Ich verleugne nicht die Schuld; aber deine Gnad und Huld ist viel größer als die Sünde, die ich täglich in mir finde. 6. D du Licht der frommen Seelen, o du Glanz der Ewigs feit, dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und allezeit. Bleibe doch, mein Gott, bei mir, weil es nunmehr dunkelt schier; tröste mich mit deiner Liebe, daß fein Unfall mich betrübe. 7. Laß mich diese Nacht emvfinden eine sanft und süße Rub, alles Übel laß verschwinden, decke mich mit Segen zu; Leib und Seele, Mut und Blut, Weib und Kinder, Hab und Gut, Freunde, Feind und Hausgenossen seind in deinen Schuß ges schlossen. 8. Ach, bewahre mich vor Schrecken, schüße mich vor Überfall; laß mich Krankheit nicht aufwes den, halte fern des Krieges Schall, wend ab Feur- und Wassersnot, Pestilenz und schnellen Tod; laß mich nicht in Sünden sterben, noch an Leib und Seel verderben. 9. D du großer Gott, erböre, was dein Kind gebeten hat; Jesu, den ich stets verehre, bleibe du mein Schuß und Rat; und mein Hort, du werter Geist, der du Freund und Tröster heißt, böre doch mein sehnlich Flehen! Amen, ja, das soll geschehen. Johann Nist, geb. 1607,+ 1667. Eigne Melodie. 472. Mit meinem Gott geb ich zur Ruh und thu in Fried mein Augen zu; ach Gott ins Himmels Throne, über uns wach bei Tag und Nacht, auf daß ich sicher wohne. 2. Jch ruf zu dir, Herr Jesu Chrift, der du allein mein Helfer bist, laß kein Leid widerfahren. durch deinen Schutz vors Teufels Truß dein Engel uns bewahren. 3. Befiehl du deinen Engelein, daß sie stets um und bei uns sein, all Übel von uns wende. Gott heilger Geist, dein Hilf uns leist an unserm letzten Ende. Me I. Herr Jesu Chrift, meins 2c. 473. Gott Lob! der Tag ist nun dahin, drum ich, mein Gott, dir dankbar bin, daß ich den Abend bab erlebt, und deine Gnad ob mir auch schwebt. Abendlieder. 2. Ach Herr, sei gnädig, hab Geduld, vergib mir alle Sünden schuld; dein beilger Engel mich bewahr vor aller Angst, Not und Gefahr. 3. Laß mich auch mit der Morgenstund aufwachen fröblich und gesund, daß ich, Herr, deine Ehr ausbreit und dich dort lob in Ewigkeit. Joh. Olearius, geb. 1611,+ 1684. 281 5. Laß mich, Herr, von dir nicht wanken, in dir schlaf ich sanft und wohl; gib mir heilige Gedanken, und bin ich gleich Schlafes voll, so laß doch den Geist in mir zu dir wachen für und für. bis die Morgenröt angebet, und man von der Rub aufstehet. Me 1. Werde munter, mein 2c. 474. Unsre müden Augenlider schließen sich jetzt schläfrig zu, und des Leibes matte Glieder grüBen schon die Abendruh; denn die dunkle, finstre Nacht hat des bellen Tages Pracht in der tiefen See verdecket und die Sterne aufgestecket. 2. Uch bedenk, eh du gehst schlafen, du, o meines Leibes Gast. ob du den, der dich erschaffen, heute nicht erzürnet bast? Thu, ach thu beizeiten Buß, ach geh und fall ihm zu Fuß und bitt ihn, daß er aus Gnaden dich der Strafe woll entladen. 3. Sprich: Herr, dir ist unverhohlen, daß ich diesen Tag vollbracht anders, als du mir besoblen, ja ich habe nicht bedacht des Berufes schmalen Steg, deinen vorgeschriebnen Weg, sondern dich, mein Gott, verlassen, bin gefolgt der Wollust Straßen. 6. Vater, droben in der Höhe, dein Nam sei bei uns stets wert; dein Reich komm, dein Will ge= schebe, unser Brot werd uns beschert, und vergib uns unsre Schuld, schent uns deine Gnad und Huld, laß uns nicht Versuchung töten, hilf uns, Herr, aus allen Nöten. Johann Frand, geb. 1618,+ 1677 Eigne Melodie. 475. Der lieben Sonne Licht und Pracht hat nun den Tag vollführet; die Welt hat sich zur Rub gemacht; tbu, Seel, was dir gebühret: tritt an die Himmelsthür und bring ein Lied berfür; laß deine Augen, Herz und Sinn auf Jesum sein gerichtet hin. 2. Jhr bellen Sterne, leuchtet wohl und gebet eure Strablen; ihr macht die Nacht des Lichtes voll; doch noch zu tausendmalen scheint beller in mein Herz die ewge Himmelskerz, mein Jesus, meiner Seele Rubm, mein Schuß, mein Schaß, mein Eigentum. 4. Ach, Herr, laß mich Gnad erlangen, gib mir nicht verdienten Lohn; laß mich deine Hut umfangen, fieh an deinen lieben Sohn, der für mich genug gethan; Vater, nimm den Bürgen an! Dieser bat für mich erduldet, was mein Unart hat verschuldet. 3. Der Schlaf zwar herrschet in der Nacht bei Menschen und bei Tieren; doch Einer ist, der droben wacht, bei dem kein Schlaf zu spüren. Es schlummert, Jesu, nicht dein Aug auf mich gericht; drum soll mein Herz auch wachend sein, daß Jesus wache nicht allein. Abendlieder. 282 4. Verschmäbe nicht dies arme Lied, das ich dir, Jesu, singe; in meinem Herzen ist kein Fried, bis ich es zu dir bringe. Ich bringe, was ich kann, ach nimm es gnädig an; es ist doch berzlich gut gemeint, o Jesu, meiner Seelen Freund! 5. Mit dir will ich zu Bette gehn, dir will ich mich befehlen; du wirst, mein Schußherr, auf mich sehn zum Besten meiner Seelen. Ich fürchte keine Not, auch selbsten nicht den Tod; denn wer mit Jesu schlafen geht, mit Freuden wieder aufersteht. 6. Ihr Höllengeister, packet euch, hier habt ihr nichts zu schaffen; dies Haus gehört in Jesu Reich, laßt es nur sicher schlafen. Der Engel starke Wacht hat es in guter Acht, ihr Heer und Lager hälts im Schuß; drum sei auch allen Teufeln Truß! 7. So will ich denn nun schlafen ein, Jesu, in deinen Armen; dein Aufsicht soll die Decke sein, mein Bette dein Erbarmen; mein Schirm sei deine Brust, mein Traum die süße Lust, die aus dem Wort des Lebens fleußt und dein Geist in mein Herz ergeußt. 8. So oft die Nacht mein Ader schlägt, soll dich mein Geist umfangen; so vielmal sich mein Herz bewegt, soll dies sein mein Verlangen, daß ich mit lautem Schall mög rufen überall: O Jesu, Jesu, du bist mein, und ich auch bin und bleibe dein. 9. Nun, matter Leib, gib dich zur Ruh und schlaf fein sanft und stille; ihr müden Augen, schließt euch zu, denn das ist Gottes Wille; schließt aber dies mit ein: Herr Jesu, ich bin dein! so ist der Schluß recht wohl gemacht. Nun, Jesu, Jesu, gute Nacht! Chriftian Scriver, geb. 1629,+ 1693Eigne Melodie. 476. Nun fich der Tag geendet hat, und keine Sonn mehr scheint, schläft alles, was sich abgematt, und was zuvor geweint. 2. Nur du, mein Gott. haft keine Rast, du schläfst noch schlummerst nicht; die Finsternis ist dir verhaßt, weil du bist selbst das Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich in dieser finstern Nacht. und schenke du mir gnädiglich den Schirm von deiner Wacht. 4. Zwar fühl ich wohl der Sünden Schuld, die mich bei dir klagt an; doch aber deines Sohnes Huld hat gnug für mich gethan. 5. Den seß ich dir zum Bürgen ein, wenn ich soll vors Gericht; ich kann ja nicht verloren sein in solcher Zuversicht. 6. Drauf thu ich meine Augen zu und schlafe fröhlich ein; mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh, wer wollte traurig sein? 7. Weicht, nichtige Gedanken, hin, wo ihr habt euern Lauf! Ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 8. Soll diese Nacht die lette sein in diesem Jammerthal, so führ mich, Herr, in Himmel ein zur auserwählten Zahl. 9. Und also leb und sterb ich dir, du starker Zebaoth! Im Tod Abendlieder. und Leben bilfst du mir aus aller Angst und Not. Joh. Frietr. Hergog, geb. 1647, † 1699. Mel. Werde munter 2c. 477. Serr, es ist von meinem Leben wiederum ein Tag dahin; lehre mich nun Achtung geben, ob ich fromm gewesen bin; zeige mir auch selber an, so ich was nicht recht gethan, und hilf jett in allen Sachen guten Feierabend machen. 283 allen andern Schrecken, den die Bosheit kann erwecken. 2. Freilich wirst du manches finden, was dir nicht gefallen bat; denn ich bin noch voller Sünden in Gedanken, Wort und That, und zu jeder Tagesstund pfleget Herz und Hand und Mund so geschwind und oft zu fehlen, daß ichs selber nicht kann zählen. 3. Aber, o du Gott der Gnaden, habe noch einmal Geduld. Ich bin freilich schwer beladen; doch vergib mir alle Schuld. Deine große Vatertreu werde diesen Abend neu; so will ich noch deinen Willen künftig mehr als heut erfüllen. 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, wenn es bei uns Abend wird; denn du bleibest ewig munter und bist wie ein guter Hirt, der auch in der finstern Nacht über seine Herde wacht. Darum hilf uns, deinen Schafen, daß wir alle sicher schlafen. 7. Laß mich denn gesund erwachen, wenn es rechte Zeit wird sein, daß ich ferner meine Sachen richte dir zu Ehren ein; oder hast du, lieber Gott, heut bestimmet meinen Tod, so befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. Kaspar Neumann, geb. 1648, † 1715. Del. Mein Herzens- Jesu 2c. 478. Gott Lob! ein Schritt zur Ewigkeit ist abermals vollendet; zu dir im Fortgang dieser Zeit mein Herz sich sehnlich wendet, o Quell, daraus mein Leben fleußt, und alle Gnade fich ergeußt in meine Seel zum Leben. 2. Jch zähle Stunden, Tag und Jahr, und wird mir allzulange, bis es erscheine, daß ich gar, v Leben, dich umfange, damit, was sterblich ist in mir, ver= schlungen werde ganz in dir, und ich unsterblich werde. 3. O, daß du selber kämest bald, ich zähl die Augenblicke; ach, komm, eh mir das Herz er= kalt und sich zum Sterben schicke. Komm doch in deiner Herrlichfeit! Schau, deine Braut hat sich bereit; die Lampen sind ge= schmücket. 4. Doch sei dir ganz anheim4. Heilige mir das Gemüte, daß der Schlaf nicht sündlich sei; decke mich mit deiner Güte, auch dein Engel steb mir bei. Lösche Feur und Lichter aus, und be wahre du das Haus, daß ich morgen mit den Meinen nicht im Unglück dürfe weinen. 5. Steure den gottlosen Leuten, die im Finstern Böses thun. Sollte man gleich was bereiten, uns zu schaden, wenn wir ruhn, so zerstöre du den Rat und verhindere die That; wend auch Abendlieder. 284 gestellt die rechte Zeit und Stunde, wiewohl ich weiß, daß dirs gefällt, daß ich mit Herz und Munde dich kommen heiße und darauf von nun an richte meinen Lauf, daß ich dir komm entgegen. 5. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann von deiner Liebe trennen, und daß ich frei vor jedermann dich darf den Bräutgam nennen, und du, o teurer Lebensfürst, dich dort mit mir vermählen wirst und mir das ( Frbe schenken. 6. Drum preis ich dich aus Dankbarkeit, daß sich der Tag geendet, und also auch von dieser Zeit ein Schritt nochmals vollendet, und schreite burtig weiter fort, bis ich gelange an die Pfort Jerusalems dort oben. 7. Wenn auch die Hände lässig find, und meine Kniee wanken, so biet mir deine Hand geschwind in meines Glaubens Schranken, damit durch deine Kraft mein Herz sich stärke, und ich himmelwärts ohn Unterlaß aufsteige. 8. Geb, Seele, frisch im Glauben dran und sei nur unerschrocken; laß dich nicht von der rechten Bahn die Lust der Welt ablocken; so dir der Lauf zu langsam deucht, so eile, wie ein Adler fleugt, mit Flügeln füğer Liebe. 9. O Jesu, meine Seele ist zu dir schon aufgeflogen; du hast, weil du voll Liebe bist, mich ganz zu dir gezogen. Fabr bin, was beißet Stund und Zeit! Ich bin schon in der Ewigkeit, weil ich in Jesu lebe. Aug. Herm. Frande, geb. 1663,+ 1727. Mel. O Traurigkeit zc. 479. Der Tag ist bin, mein Geist und Sinn sehnt sich nach jenem Tage, der uns völlig machen wird frei von aller Plage. 2. Die Nacht ist da, sei du mir nab, Jesu, mit hellen Kerzen; treib der Sünden Dunkelbeit weg aus meinem Herzen. 3. Der Sonnen Licht uns jetzt gebricht; o unerschaffne Sonne, brich mit deinem Licht bervor mir zur Freud und Wonne. 4. Des Mondes Schein fällt nun herein, die Finsternis zu mindern; ach, daß nichts Veränderlichs meinen Lauf möcht hindern! 5. Das Sternenbeer zu Gottes Ghr am tiefen Himmel flimmert; wohl dem, der in jener Welt gleich den Sternen schimmert. 6. Was sich geregt und vor bewegt, rubt jetzt von seinen Werken; laß mich, Herr, in stiller Rub dein Werk in mir merken. 7. in jeder will bei solcher Still der süßen Rube pflegen; laß die Unruh dieser Zeit, Jesu. bald sich legen. 8. Wann aber soll der Wechsel wohl der Tag und Nächte weichen? Wann der Tag anbrechen wird, dem kein Tag zu gleichen. 9. In jener Welt, da diese fällt, die Zion noch macht weinen, soll noch heller siebenmal Mond und Sterne scheinen. 10. Alsdann wird nicht der Sonnen Licht Jerusalem verlieren; denn das Lamm ist selbst das Licht, das die Stadt wird zieren. Abendlieder. 11. Halleluja! O wär ich da, da alles lieblich klinget, da man obn Abwechselung Heilig, Heilig! finget. 12. O Jesu du, mein Hilf und Rub, laß mich dabin gelangen, daß ich mög in deinem Glanz vor dir ewig prangen. Joh. Anaft. Freylinghausen, geb. 1670,+ 1739. 285 beut zum Grabe bätte? Wie bald rot, bald tot? Drum haft du beschlossen, daß mein Ziel verflossen, kommt die Todesnot, so will ich nicht wider dich; hab ich Jesum nur gefunden, sterb ich alle Stunden. Die l. Jesu, meine Freude zc. 480. Sirte deiner Schafe, der von keinem Schlafe etwas wissen mag, deine Wundergüte war mein Schild und Hüte den vergangnen Tag; sei die Nacht auch auf der Wacht, und laß mich von deinen Scharen um und um bewahren. 2. Decke mich von oben vor der Feinde Toben mit der Vater buld; ein versöhnt Gewissen sei mein Ruhelissen, drum vergib die Schuld. Denn dein Sohn hat mich davon durch die tiefgeschlagnen Wunden gnädiglich entbunden. 6. Nun wohlan, ich thue in getroster Ruhe meine Augen zu. Seele, Leib und Leben hab ich dir ergeben, treuer Hüter du! Gute Nacht! nimm mich in acht, und erlebe ich den Morgen, wirst du weiter sorgen. Benj. Schmold, geb. 1672, † 1737 Mel. Die Sonn hat sich mit 2c. 481. Der Abend kommt, die Sonne fich verdecket, und alles sich zur Ruh und Stille strecket. O meine Seel, mert auf, wo bleibest du? In Gottes Schoß. sonst nirgends bast du Ruh. 2. Der Wandersmann legt sich ermüdet nieder; das Vöglein fleugt zu seinem Neste wieder; die Schäflein ziehn in ihre Hürden ein; laß mich zu dir, mein Gott, gekehret sein! 3. Ach, sammle selbst Begierden und Gedanken, die noch so leicht aus Schwachheit von dir wanken; mein Ruheplaß und Heimat, thu dich auf, daß ich in dir beschließe meinen Lauf. 3. Laß auch meine Lieben keine Not betrüben; sie sind mein und dein. Schließ uns mit Erbarmen in den Vaterarmen ohne Sorgen ein. Du bei mir, und ich bei dir; also sind wir ungeschieden, und ich schlaf in Frieden. 4. Komm, verschließ die Kammer und laß allen Jammer ferne von uns sein. Sei du Schloß und Riegel; unter deine Flügel nimm dein Küchlein ein! Deck uns zu mit Schuß und Ruh, so wird uns kein Grauen wecken, noch der Feind uns schrecken. 5. Wie, wenn ich mein Bette 4. Recht väterlich hast du mich heut geleitet, bewahrt, verschont, gestärket und geweidet; ich bins nicht wert, daß du so gut und treu; mein Alles dir zum Dank ergeben sei! 5. Bergib es, Herr, wo ich mich heut verirret und mich zu viel durch dies und das verwirret! Abendlieder. 286 Es ist mir leid, es soll nicht mehr geschehn; nimm mich nur ein, so werd ich fester stehn. 6. Da nun der Leib sein Tagwerk hat vollendet, mein Geist fich auch zu seinem Werke wendet, zu beten an, zu lieben inniglich, im stillen Grund, mein Gott, zu schauen dich. 7. Die Dunkelheit ist da, und alles schweiget; mein Geist vor dir, o Majestät, sich beuget. Ins Heiligtum, ins Dunkel kehr ich ein; Herr, rede du, laß mich ganz stille sein. und Herze ein; die fleischlichen Geschäfte und alle finstern Kräfte vertreibe durch dein Nahesein. 3. Daß du mich herzlich liebest. daß du mich stets umgibest und rufft zu dir hinein, daß du vergnügst alleine so wesentlich und reine, laß allezeit mir heilig sein. 4. Ein Tag der sagts dem andern, mein Leben sei ein Wandern zur großen Ewigkeit. O Ewigkeit, du schöne, mein Herz an dich gewöhne! Mein Heim ist nicht in dieser Zeit. 8. Mein Herz sich dir zum Abendopfer schenket; mein Wille Berb. Tersteegen, geb. 1697,+ 1769. Eigne Melodie. sich in dich gelassen senket. Be- 483. Mein Auge wacht jeßt gierden, schweigt! Vernunft und Sinnen, still! Mein müder Geist im Herrn jetzt ruhen will. in der stillen Nacht; nun ist mein Herz bedacht, dich, Gott, zu loben. Ach, schenke mir Kraft, zu lobsingen dir mit deinen Heilgen hier und denen droben. 2. Die stille Zeit sei, Jesu, dir geweiht; laß nichts die Einsamkeit vor dir entweihen. Schleuß selber du mein Herz vor allem zu, damit es sich in Nuh mög in dir freuen. 3. Wie preis' ich dich, mein Jesu, daß du mich aus Gnaden kräftiglich zu dir gezogen! Ach. hätte doch mit größrer Treue noch sich deinem sanften Joch mein Herz gebogen. Mel. O Welt, ich muß dich zc. 4. Gott voll Huld, du trägst mich mit Geduld, vergabst so oft 482. Nun fich der Tag ge- die Schuld, als ich dich flehte; endet, mein Herz zu dir sich wendet und danket inniglich; dein holdes Angesichte zum Segen auf mich richte, erleuchte und entzünde mich. und dann sprachst du mir wieder freundlich zu und schenktest süße Ruh mir im Gebete. 2. Ich schließe mich aufs neue in deine Vatertreue und Schuß 5. Herr, ich bin dein und will es ewig sein; ach), zeuch mich ganz hinein, daß ich nicht wanke. Wann kommt die Zeit, daß ich 9. Dem Leib wirst du bald seine Ruhe geben; laß nicht den Geist zerstreut in Unruh schweben! Mein treuer Hirt, führ mich in dich hinein; in dir, mit dir kann ich vergnüget sein. 10. Im Finstern sei des Geistes Licht und Sonne, im Kampf und Kreuz mein Beistand, Kraft und Wonne; deck mich bei dir in deiner Hütte zu, bis ich erreich die volle Sabbatsruh. Gerh. Tersteegen, geb. 1697,+ 1769. 287 was ich vermag bis diesen Tag. ist alles deine Güte. Abendlieder. dir ganz geweiht, zum heilgen Schmuck bereit, als Sieger danke? 6. Doch deine Gnad, die angefangen hat, wird auch nach deinem Rat das Werk vollenden. Ich trau es dir; ach, stärk den Glauben mir; ich laß mich für und für nur deinen Händen. 7. Mein einzges Gut, in dem mein Sehnen ruht, du machst mich wohlgemut in deiner Liebe; o hauche dann den Funken stärker an, daß ich dich lieben kann mit mächtgem Triebe. 8. Beim Sturm der Welt sei Anfer, der mich bält, und birg mich in dein Zelt, wenn alles zaget; in Not und Bein nimm mich, o Liebe, ein, so harr ich kindlich dein, bis daß es taget. 9. Preis, Lob und Ehr sei dir je mehr und mehr, Jehova buch und behr, in Jesu Namen, im Staube hie oft unter Streit und Müh, und einst in Harmonie der Engel. Amen! Gerh. Tersteegen, geb. 1697,+ 1769. 4. Sei auch nach deiner Lieb und macht mein Schuß und Schirm in dieser Nacht; vergib mir meine Sünden. Und kommt mein Tod, Herr Zebaoth, so laß mich Gnade finden. Chrifti. Fürchteg. Gellert, geb. 1715,+ 1769 Mel. Mit meinem Gott geh ich zc. 484. Für alle Güte sei gepreist, Gott, Vater, Sohn und heilger Geist! Jhr bin ich zu geringe. Vernimm den Dank, den Lobgesang, den ich dir kindlich finge. Mel. Welt, ich muß dich zc. 485. Herr, Perr, der du mir das Leben bis diesen Tag gegeben. dich bet ich kindlich an. Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich singe, und die du heut an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüte freu ich mich deiner Güte; ich freue mich in dir. Du gibst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke und schaffst ein reines Herz in mir. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, hast Großes heut an mir gethan, mir mein Gebet gewähret, hast väterlich mein Haus und mich beschüßet und genähret. 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk; der Geist, mit dem ich dein gedenk, ein ruhiges Gemüte, 3 Gott, welche Rub der Seelen, nach deines Worts Befehlen einber im Leben gehn, auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der Schuld entladen; ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Teil. 5. Bedeckt mit deinem Segen eil ich der Ruh entgegen; dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl ich, Vater, meinen Geist. Christi. Fürchteg. Gellert, geb. 1715,+1769 288 Bozum Wochenschluß. ban bi un moms spind uns, Herr, bei zc. Gottlob! die Woch ist auch dahin; drum ich dir billig dankbar bin, daß ich die Zeit hab überlebt, und deine Gnad noch ob mir schwebt. 2. Gott Lob für seine Güt und Treu, die mir ist alle Morgen neu, der mir beisteht durch seine Kraft, der mir Trost, Rat und Hilfe schafft. Abendlieder. Me I. 486. Erhalt 486. 3. Was ich versehn, vergib, mein Gott, durch deines Sohns Kreuz, Hohn und Spott; gib ferner Segen, Fried und Freud, und endlich deine Seligkeit. 4. Ghr sei dem Vater und den Sohn, dem heilgen Geist in Ei nem Thron; der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit. ginigis NO is Joh. Olearius, sand, chi Trans geb. 1611,+ 1884. uma i Die 1. Wer nur den lieben 2c. Wer nur ben fict 487. So ist die Woche nun geschlossen, doch, treuer Gott, dein Herze nicht; wie sich dein Segensquell ergossen, so bin ich noch der Zuversicht, daß er sich weiterbin ergießt und unaufhörlich auf mich fließt. boit siin rad monsidh 2. Ich preise dich mit Hand und voll Heil und Frucht durch deine Liebe, Herr, zu mir, und darum dank ich dir dafür. 14 88 4. Nur Eines bilt ich über als les, ach, du versagst mir solches nicht; gedenke feines Sündenfalles, weil mich mein Jesus aufge= richt, mein Jesus, der die Missethat auf ewig schon gebüßet hat. 5. Dein Schwur ist ja noch nicht gebrochen; du brichst ihn nicht in Ewigkeit, da du dem Sünder hast versprochen, daß er, wenn ihm die Sünd, ist leid, nicht sterben, sondern gnadenvoll, als ein Gerechter leben soll. 6. Mein Glaube bält an diesem Segen, und so will ich den Wochenschluß vergnügt und froh zurückelegen, da mich der Trost erheben muß, daß ich in Christo jolle dein und schon in Hoffnung ſelig sein. 7. Doch da mein Leben zugenommen, so bin ich auch der Ewigfeit um eine Woche näher kommen, und warte nun der letzten Zeit, da du die Stunde hast bestimmt, die mich zu dir in Himmel nimmt. 8. Und wenn ich morgen früh aufs neue den Sonntag wieder sehen kann, so blickt die Sonne deiner Treue mich auch mit neuen Gnaden an; ach ja! da teilt dein Wort und Haus den allerbesten 321 791b688 tann; ich rühme dich von Herzens- 9. So will ich das im voraus grunde für alles, was du mir ge- preisen, was du mir künftge Woche than, und weiß, daß die durch Je- gibst, du wirst es in der That fum Christ mein Dank ein süßer beweisen, daß du mich je und imWeihrauch ist. ndard, dind in mer liebst, und leitest mich nach 3. Hat mich bei meinen Wo deinem Rat, bis Leid und Zeit chentagen das liebe Kreuz auch ein Ende hat. mit besucht, so gibst du auch die Kraft zu tragen; zudem es ist Erdmann Reumeister, geb. 1671,+ 1756. Abendlieder. Sonntagsabendlied. Mel. Nun fich der Tag geendet hat zc. 488. Nun bricht die finstre Nacht herein, des Tages Glanz ist tot; jedoch, mein Herz, schlaf noch nicht ein, geh, rede vor mit Gott. 2. O Gott, du großer Herr der Welt, den niemand sehen kann, du siehst ja mich in deinem Zelt, bör auch mein Seufzen an. 3. Der Tag, den ich nunmehr vollbracht, der war besonders dein; drum hätt er auch bis in die Nacht dir sollen heilig sein. 289 ich noch ferner in der Welt vollbringe meinen Lauf. 11. Und endlich führe, wenn es Zeit, mich in den Himmel ein; da wird in deiner Herrlichkeit mein Sabbat ewig sein. Kaspar Neumann, geb. 1648,+ 1715. 4. Vielleicht ist dieses nicht geschebn; denn ich bin Fleisch und Blut, und pfleg es öfters zu versehn, wenn gleich der Wille gut. 5. Nun such ich deinen Gnaden thron, sich meine Schuld nicht an, und denke, daß dein lieber Sohn für mich genug gethan. 6. Schreib alles, was man beut gelehrt, in unsre Herzen ein, und lasse die, so es gehört, dir auch gehorsam sein. 7. Grbalte ferner noch dein Wort, und thu uns immer wohl, damit man stets an diesem Ort Gott diene, wie man soll. 8. Indessen such ich meine Ruh; o Vater, steh mir bei und gib mir deinen Engel zu, daß er mein Wächter sei. Mel. O Welt, ich muß dich lassen 2c. 489. Der Sabbat ist vergangen, ich habe mein Verlangen nach Herzenswunsch erfüllt; Gott hat mich unterweiset, mit Lebensbrot gespeiset und meiner Seele Durst gestillt. 9. Gib allen eine gute Nacht, die beute recht gelebt, und beßre den, der unbedacht hat wider dich gestrebt. 10. Woferne dir mein Thun gefällt, so bilf mir morgen auf, daß 2. Gott ruht durchs Wort im Herzen; drum leg ich ohne Schmers zen auch meinen Leib zur Ruh; denn allen Sündenschaden deckt Jesus nun in Gnaden mit ſeinem Purpurmantel zu. 3. D du dreieinigs Wesen, mein Geist ist schon genesen, weil ich dein Tempel bin; ich babe Licht vom Lichte, dein leuchtend Angesichte nimmt alle Finsternis dahin. 4. Du wirst schon bei mir wachen und eine Sonne machen auch mitten in der Nacht, bis bei den Cherubinen ein Sonntag ist er schienen, der alle Nacht zu Schanden macht. 5. Ich schlafe ganz vergnüget; denn wo mein Herze lieget, da ist der Engel Heer. Mich stört fein Weltgetümmel; es träumt mir nur vom Himmel; ach, wer doch nur bald droben wär! Benj. Schmold, geb. 1672,+ 1737. 19 290 tes Haus und Ebestand. Haus- und Ehestand. on nije mogu 1918 anisa id lsd star ald dist op gras not misd.msilin ai nol Treue, da gebt das Glück im vollen Lauf, da siebt man, wie der Engel auf im Himmel ſelbſt sich freue; kein Sturm, kein Wurm kann zerschlagen, kann zernagen, was Gott gibet dem Paar, das in ihm sich liebet. 3nda dait pundeschlo] ni ule sis so alidy 19 fmojgastinta anda ing tlist Mel. Wo Gott zum Haus 2c. 490. Wohl dem, der in Gotts Furchte steht und auch auf seinem Wege gebt; dein eigen hand dich nähren soll, so lebst du recht und geht dir wohl. 2. Dein Weib wird in deim Hause sein, wie eine Reb voll Trauben sein, und dein Kinder um deinen Tisch, wie Ölpflanzen, gesund und frisch. 3. Sieh, so reich Segen hängt dem an, wo in Gotts Furchte lebt ein Mann; von ihm läßt der alt Fluch und Zorn, den Menschenkindern angeborn. 4. Aus Zion wird Gott segnen dich, daß du wirst schauen stetiglich das Glück der Stadt Jerusalem, für Gott in Gnaden angenehm. 5. Fristen wird er das Leben dein und mit Güte stets bei dir sein, daß du seben wirst Kindeskind, und daß Israel Friede findt. Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. Mel. Wie schön leucht zc. 491. Wie schön ists doch, Herr Jesu Christ, im Stande, da dein Segen ist, im Stande beilger Ghe! Wie steigt und neigt sich deine Gab und alles Gut so mild berab aus deiner beilgen Höhe, wann sich an dich fleißig balten jung und alten, die im Orden eines Lebens einig worden. 2. Wenn Mann und Weib sich wohl begebn und unverrückt beisammen stehn im Bande reiner 3. Der Mann wird einem Baume gleich, an Ästen schön, an Zweigen reich, das Weib gleich einem Neben, der seine Träublein trägt und nährt, und sich je mehr und mehr vermehrt mit Früchten, die da leben; wohl dir, v Zier, Mannessonne, Hauseswonne, Eh renkrone; Gott denkt dein auf seinem Throne. 4. Seid gutes Muts! Wir find es nicht, die diesen Orden aufges richt, es ist ein böbrer Vater; der. bat uns je und je geliebt und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt, der beste Freund und Rater; Anfang, Ausgang aller Sachen, die zu machen wir gedenken, wird er wohl und weislich lenken. 5. Zwar bleibts nicht aus, es kömmt ja wohl ein Stündlein, da man Leides voll die Thränen lässet fließen. Jedennoch wer sich in Geduld ergibt, des Leid wird Gottes Huld in großen Freuden schließen. Leide, meide nur ein wenig; unser König wird bebende machen, daß die Angst sich wende. 6. Wobl ber, mein König, nab berzu! Gib at im Kreuz, in Nöten Rub, in Anaiten Trost und Freude; des sollt du baben Rubm und Preis, wir wollen Haus- und fingen bester Weis und danken alle beide, bis wir bei dir, deinen Willen zu erfüllen, deinen Namen ewig oben werden. Amen! naus? 396 Paul Gerhardt, geb. 1607, † 1676. Ehestand. 3. Wohl, wenn ein solches Haus der Welt ein Vorbild vor die Augen stellt, daß obne Gottesdienst im Geist das äußre Werk nichts ist und heißt! ad idopte 4. Wobl, wenn das Räuchwerk im Gebet beständig in die Höbe geht, und man nichts treibet fort und fort, als Gottes Werk und Gottes Wort! 5. Wohl, wenn im äußerlichen Stand, mit fleißiger, getreuer Hand ein jegliches nach ſeiner Art den Geist der Eintracht offenbart! 6. Wohl, wenn die Eltern gläubig sind, und wenn sie Kind auf Kindeskind versäumen nicht am ewgen Glück! Dann bleibet ihrer feins zurück. 7. Wohl solchem Haus, denn es gedeiht; die Eltern werden bihoch erfreut, und ihren Kindern sieht mans an, wie Gott die Seinen segnen kann. 8. So mach ich denn zu dieser Stund samt meinem Hause diesen Bund: wich alles Volk auch von ihm fern, ich und mein Haus stehn bei dem Herrn! Mel. Werde munter, mein 2c. 492. Wer den Ghstand will erwäblen, daß er ihn bei guter Rub, ohne Sorge, Gram und Quälen möge glücklich bringen zu, fange es mit Beten an; so ist es recht wohl gethan, und Gott wird es also fügen, daß es beide fann vergnügen. apa day in da 2. Dann ist es wohl angefangs en, wenn Gebet und reifer Rat beiderseits vorbergegangen; verspürt man in der That, daß Gott selbst das Liebesband knüpfet und aus seiner Hand Segen und ein friedlich Leben will dem neuen Paare geben. 3. Dieser Friede, dieser Segen bringet( bre, Gut und Freud; wo man bleibt auf Gottes Wegen, gibt er auch die Seligkeit. Glückfich geht die Heirat an wenns heißt: das hat Gott gethan! Gott der hat es so gefüget, daß zwei Herzen sind vergnüget. Joh. Olearins, geb. 1611,+ 1684. Mel. Wo Gott zum Haus 2c. 493. Wohl einem Haus, wo Jesus Christ allein das All in allem ist! Ja, wenn er nicht darinnen wär, wie finster wärs, wie arm und leer! ges 2. Wobl, wenn der Mann, das Weib, das Kind im rechten Glaus ben einig sind, zu dienen ibremt Herrn und Gott nach seinem Willen und Gebot. 291 Christoph Karl Ludwig von Pfeil, geb. 1712,+ 1784. Mel. Schwing dich auf zu zc. 494. Fang dein Werk mit Jeſu an, Jesus bats in Händen; Jesum ruf zum Beistand an, Jesus wirds wohl enden. Eteb mit Jesu worgens auf, geb mit Jefu schlafen; führ mit Jefu deinen Lauf, lasse Jesum schaffen. 2. Morgens soll der Anfang sein, Jesum anzubeten, daß er woll dein Helfer sein stets in dei19* 292 Haus und nen Nöten. Morgens, abends und bei Nacht will er stehn zur Seiten, wenn des Satans List und macht dich sucht zu bestreiten. and 3. Wenn dein Jesus mit dir ist, laß die Feinde wüten; er wird dich vor ihrer List schüßen und behüten. Seß nur das Vertrauen dein in sein Allmachtsbände, und glaub sicher, daß allein er dein Unglück wende. doil 14. Wenn denn deine Sach mit Gott also angefangen, oso bat es feine Nut, wirst den Zweck erlangen. Es wird folgen Glück und Heil hier in diesem Leben; endlich wird dir Gott dein Teil auch im Himmel geben. 5. Nun, Herr Jesu, all mein Sach ſei dir übergeben, es nach deinem Willen mach im und Leben. All mein Wert greif ich jest an, Jesu, in deim Namen, laß es doch sein wohlgethan! Darauf sprech ich: Amen! storag inc TH i Tuba Mel. Wie schön lencht 2c.sting Chestand. durch dies Leben uns, die wir uns dir ergeben, bad sid ait dit and 3. Gieß deinen Frieden auf das Haus und alle, die drin wohnen, aus, im Glauben uns verbinde; laß uns in Liebe allezeit zum Dulden, Tragen sein bereit, voll Demut, sanft und linde. Liebe übe jede Seele; feinem feble, dran man fennet den, der sich den Deinen nennet. 197 i 9 find bereit, dir, Herr, die ganze Lebenszeit mit Seel und Leib zu dienen. Du sollst der Herr im Hause sein; gib deinen Segen nur darein, daß wir dir willig die nen. Gine kleine, fromme, reine Hausgemeine mach aus allen; dir nur soll sie woblgefallen. 2. Es wirke durch dein kräftig Wort dein guter Geist stets fort und fort an unser aller Seelen; es leucht uns, wie das Sonnenlicht, damits am rechten Lichte nicht im Hause möge feblen. Reiche gleiche Seelenspeise auch zur Reise 4. Laß unser Haus gegründet sein auf deine Gnade ganz allein und deine große Güte. Auch laß uns in der Nächte Graun auf deine treuel Hilfe schaun mit findlichem Gemüte, selig, fröhlich selbst mit Schmerzen in dem Herzen dir uns lassen und dann in Geduld uns faſſen. 5. Gibst du uns irdsches Glück ins Haus, so schließ den Stolz, die Weltlust aus, des Reichtums böse Gäste; denn wenn das Herz an Demut leer und voll von eitler Weltlust wär, so fehlte uns das Beſte: jene schöne, tiefe, ſtille Gnadenfülle, die mit Schäßen eis 495. Ich und mein Haus, wir ner Welt nicht zu ersetzen. 5681 6. llnd endlich flebn wir allermeist, daß in dem Haus fein andrer Geist als nur dein Geist regiere. Der ists, der alles wohl bestellt, der gute Zucht und Ordnung bält, der alles lieblich ziere. Sende, sende ihn uns allen, bis wir wallen beim, und oben dich in deinem Hause loben. kart zehaim phil. Spitta, geb. 1801,+1859. d d Tod des stisip ang ibin guz jdi and Mel. Werde munter, mein 2c. 496, Sorge doch für meine Kinder, Bater, nimm dich ihrer Haus und Ehestand. an; ob sie gleich vor dir sind Sünder, find sie dir doch zugethan, und durch deines Sohnes Blut gleichwohl dein erworbnes Gut; darum wirst du sie aus Gnaden wohl beschüßen und beraten. ni u gol 2. Sie sind dir von Kindesbeinen und von ihrer ersten Stund zugeeignet als die Deinen, und durch deinen Gnadenbund hast du sie in ihrer Tauß väterlich, genommen auf, daß sie, wenn fie sollten sterben, wären deines Reiches Erben. sarp smisd dni 3. Du hast sie bisher ernähret und so manchen Unglücksfall mehr als väterlich gewehret, der sie hier und überall hätt in Angst und Not gestürzt, ja das Leben abgekürzt; aber deine Batertreue bleibt bei ihnen täglich neue. fdi 4. Sollt ich nicht für solche dir 293 Grab versenken und die Seligkeit uns schenken.ar thole isd und mit dankbarem Gemüte solchen Glücks- und Segensschein rühmen und für jedermann deine Wohltbat zeigen an, ach, so müßt ich ganz vermessen Gottes, meines Heils, vergessen. Idin 1st Ton bild will a 5. Sammlen andre große Schäße, suchen in der Welt ihr Heit, daß fie Geld und Gut ergöße, so bist du mein einzig Teil. Bleib auch meiner Kinder Gott, laffe fie in feiner Not und in feinem Kreuz verderben, bis sie endlich selig sterben, Dismisa 7. Können sie in diesem Leben hier und, wo es dir gefällt, was zu deiner Ehren geben, so laß in der ganzen Welt ihnen, wo sie immer gehn, deine Furcht vor Augen stehn, daß sie dich im Thun und Lassen stets in ihre Herzen fassen.d 6. Schüße sie vor bösen Leuten und vor der Verführer Schar, daß ihr Fuß nicht möge gleiten; laß fie ihre Lebensjahr in der Gnade bringen zu, bis du sie wie mich zur Rub wirst ins kühle 8. Gönne mir die große Freude, daß am lieben jüngsten Tag, nach so vielem Kreuz und Leide, ich mit Jauchzen sagen mag; Liebster Vater, ich bin hier und die Kinder, die du mir hast in jener Welt bescheret. Ewig sei dein Nam geehret! d Ludw. Heinr. Schlosser, geb. 1663, † 1723. nedop ismi mi but nis lud qui c ban& Kindes Fürbitte."( b do mi bun to all miss Diel. Mit meinem Gott geh ich zc. 497. frommer Gott, ich danke dir, daß du so liebe Eltern mir aus Gnaden haft gegeben, und noch zur Zeit sie mir zur Freud erhalten bei dem Leben. 2. die dich" und sie beleidigt bat, laß mich es nicht entgelten, daß ich, mein Gott, auf dein Gebot geachtet hab so selten. 3. Gib mir ein Herz, das dankbar sei und meiner Eltern Eifer scheu, nicht thu, was ihn erreget, auch nimmermehr sich ihrer Lehr Bosheit widerleget. 110 IND 14. Laß oft mir kommen in den Sinn, wie sauer ich der Mutter bin vom Anfang ber geworden, und wie für mich der Vater sich bemübet allerorten. ad mi tig 5. Gib meinen Eltern Fried 294 Freundschaft. und Ruh, es decke sie dein Segen zu, bilf ihr Kreuz ihnen tragen, behüte sie doch spat und früh vor Trübsal, Angst und Plagen. 6. Und wenn dabin ist ihre 3751697( bilit dns Obrigkeit. Zeit, so führ sie aus der Sterb lichfeit hinauf zum Reich der bren; ich bringe dir viel Lob dafür, wenn du mich wirst erhören. 1675. mads manis 196 fimmilt 10 dien dan in TO THE STORY V Freundschaft und be or bisid on sided mrt alodas trod glais 6 ständigs Herz erfreue: wer dich fürchtet, liebt und ehrt, dem ist folch ein beschert. Jus Me 1. Jesu, meines Lebens 2c. 498. Herr, ich bitte dich, erwäble mir aus aller Menschen Meng eine fromme, heilge Seele, die an dir fein kleb und bäng, auch nach deinem Sinn und Geiste mir stets Trost und Hilfe leiste, Trost, der in der Not besteht, Hilfe, die von Herzen geht. 2. Laß mich Davids Glück erleben, gib mir einen Jonatban, der mir sein Herz möge geben, der auch, wenn nun jedermann mir nichts Gutes will mehr gönnen, sich nicht lasse von mir trennen, sondern fest in Wohl und Weh als ein Felsen bei mir steh. 3. O wie groß ist meine Habe, o wie köstlich ist mein Gut, Jesu, wenn mit dieser Gabe dein Hand meinen Willen thut, daß mich meines Freundes Treue und beThooth In 4. Gute Freunde find wie Stäbe, da der Menschen Gang fich bält, daß der schwache Fuß sich bebe, wenn der Leib zu Boden fällt. Wehe dem, der nicht zum Frommen solches Stabes weiß zu kommen! Der hat einen schweren Lauf; wenn er fällt, wer hilft ihm auf? 1915. Nun, Herr, laß dirs woblgefallen, bleib mein Freund bis in mein Grab! Bleib mein Freund, und unter allen mein getreuster, stärkster Stab! Wenn du dich mir wirst verbinden, wird sich schon ein Herze finden, das, durch deinen Geist gerührt, mir was Gutes gönnen wird. Paul Gerhardt, geb. 1807, † 1676. 610, di anw 19 adstot mu min dax Obrigkeit. and highest son mi 755 and als midl hind Mel. In dich hab ich gehoffet 2c. 499. Der du kannst nichts als gütig sein, du wollest deiner Güte Schein, o Herr, all denen gönnen, die sich mit Mund und Herzensgrund allein zu dir bekennen. 2. Insonderheit nimm wohl in acht den Fürsten, den du uns gemacht zu unsres Landes Krone; laß immerzu sein Fried und Rub auf seinem Stuhl und Throne. 3. Salt unser liebes Vater 295 deine treue Baterhand geseget selbst in diesen Stand. aisip Krieg und Friede. land in deinem Schoß und starker Hand, bebüt uns allzusammen vor falscher Lehr und Feindes Heer, vor Pest mund Feuersflammen. 0975d9 4. Nimm all der Deinen eben wahr und treib, o Herr, die böse Schar von Jungen und von Alet ten, daß deine Herd hier zeitlich werd und ewig dort erhalten. dimel. Erhalt uns, Herr, bei 2c. uridsil 500. O heilige Dreieinigkeit, erhalt uns unsre Obrigkeit, die 300 Eigne Melodie. 81031 501. Verleib uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten; es ist doch ja fein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du, unser Gott, alleine. Tun Dr. M. Luther, geb. 1483,+ 1546. 2. Dein guter Geist fie leit und führ, und segne ibr Thun für und für, daß sie voll Weisheit und Verstand christlich regiere Leut und Land, pero mabins 50$ 6 sorb ad dalt ist aid ka 16 monjon ben dun - do 15 rieg und Friede. Hot and s hin 156 madada_MAC 150 Jor Mel. Nun lob mein Seel 2c. 502. Gott Lob! nun ist erschollen das edle Fried- und Freudenwort, daß nunmehr ruben sollen die Spieß und Schwerter und ihr Mord. Woblauf! und nimm nun wieder dein Saiund sing Lieder im hohen, vollen Chor. Erbebe dein Gemüte und danke Gott und sprich: Herr, deine Gnad und Güte bleibt dennoch ewiglich! gum l 3. Damit wir führen unter ihr ein still, gerubig Leben hier, und dermaleinst mit ihr, mein Hort, bestehen wohl im Himmel dort. did sämilie Juliane, Gräfin v. Schwarzburg- Rudolstadt, . 1637,+ 1706. 2. Wir haben nichts verdienet, als schwere Straf und großen 3orn, weil stets noch bei uns grünet der freche, schnöde Sündendorn. Wir sind fürwahr geschlagen mit harter, scharfer Rut, und dennoch muß man fragen: Wer ist, der Buße thut? Wir sind und bleiben böse; Gott ist und bleibet treu, hilft, daß sich bei uns löse der Krieg und sein Geschrei. 41 3. Sei tausendmal willkommen, du teure, werte Friedensgab! Jeßt sehn wir, was für Frommen dein bei uns Wohnen in sich hab. In dich bat Gott versenket all unser Glück und Heil; wer dich betrübt und fränPfeil des Herzleids in das Herze und löscht aus Unverstand die güldne Freudenkerze mit seiner eignen Hand. 4. Das drückt uns niemand besser in unsre Seel und Herz hinein, als ihr zerstörten Schlöss ser und Städte voller Schutt und Krieg und Friedeli 296 Stein; ihr vormals schönen Felder, mit frischer Saat bestreut, jest aber lauter Wälder und dürre, wüste Heid; ihr Gräber voller Leichen und tapfrem Hel denschweiß von Männern, derengleichen auf Erden man nicht weiß. 5. Hier trübe deine Sinnen, o Mensch, und laß den Thränenbach aus beiden Augen rinnen; geb in dein Herz und denke nach: was Gott bisher gesendet, das bast du ausgelacht. Nun hat er sich gewendet und väterlich bedacht, vom Grimm und scharfen Drings en zu deinem Heil zu rubn, ob er dich möchte zwingen mit Lieb und Gutestbun. in dund 6. Ach, laß dich doch erwecken! wach auf, wach auf, du harte Welt, eh als der leßte Schrecken dich schnell und plößlich überfällt. Wer aber Christum liebet, sei unerschrocknes Muts; der Friede, den er gibet, bedeutet alles Guts; er will die Lehre geben: Das Ende nabt herzu; da sollt bei Gott ihr leben in ewgem Fried und Ruh. frommes Herz! dach unser Heil! nimm weg und beb auf in der Gil, was uns anjego fränket. 473. Lösch aus, Herr, deinen großen Grimm im Brunnen deiner Gnaden! Erfreu und tröft uns wiederum nach ausgestandnem Schaden! Willst du denn zürnen ewiglich, und sollen deine Fluten fiche ohn alles End ergießen? 4. Willst du, o Bater, uns denn nicht nun einmal wieder laben? Und sollen wir an deinem Licht nicht wieder Freude haben? Ach, geuß aus deines Himmels Haus, Herr, deine Güt und Segen aus auf uns und unsre Häuser.nu us 5. Ach, daß ich hören sollt das Wort erschallen bald auf Erden, daß Friede soll an allem Ort, wo Cbristen wohnen, werden; ach, daß uns Gott doch sagte zu des Krieges Schluß, der Waffen Rub und alles Unglücks Ende. 6. Ach, daß doch diese böse Zeit jest wiche guten Tagen, damit wir in dem großen Leid nicht möchten ganz verzagen! Doch ist ja Gottes Hilfe nab, und die ihn fürchten. seine Gnade stehet da all denen. 7. Wenn wir nur fromm sind. wird fich Gott schon wieder zu enden, andre Not nach Wunsch und also enden, daß seine Ehr in unserm Land und überall recht werd erkannt, ja stetig bei uns wohne. 8. Die Güt und Treue werden schön einander Paul Gerhardt, geb. 1607,+ 1676. pitian dan T Mel. Herr, wie du willst 20. 503. Herr, der du vormals haft dein Land mit Gnaden Jakobs Band gelöst und ihn erquicket, der du die Sünd und Missethat, die dein Volk vor begangen hat, hast väterlich verziehen, up undan si dri 2. Herr, der du deines Eifers Glut zuvor oft abgewendet und Gerechtigkeit Ben müssen; nach dem Zorn das süße Gut der Lieb und Huld gesendet: ach ug saing sid munt einbergebn, und Friede wird sie küsſen; die Treue wird mit Lust und Freud mallas monodot uni Mißwachs und Teuerung. 297 auf Erden blühn, Gerechtigkeit Waffen schweres Joch und frechen wird von dem Himmel schauen. Grimm erfahrenschießtrübmet unser Mund mit herzlicher Begier: Gott Lob! wir sind in Ruh; Herr Gott, wir danken dir. 9. Der Herr wird uns viel Gutes tbun; das Land wird Früchte geben, und die in feinem Schoße ruhn, die werden davon leben; Gerechtigkeit wird dennoch stehn und stets in vollem Schwange gehn zur Ghre seines Namens. Viel. Nun dantet Tur Paul Gerharbt, geb. 1607,1411676. Gott e. net alle Gott zc. 504. Herr Gott, dich loben wir, regier, Herr, unsre Stimmen, laß deines Geistes Glut in unsern Herzen glimmen. Komin, komm, o edle Flamm, ach komm zu uns allhier, so fingen wir mit Lust: Herr Gott, dich loben wir 5. Herr Gott, dich loben wir, daß du die Pfeil und Wagen, Schild, Bogen, Spieß und Schwert zerbrochen und zerschlagen; der Strick ist nun entzwei, darum so fingen wir mit Herz und Zung und Mund: Herr Gott, wir danken dir. kbnispaun d find 16. Herr Gott, dich loben wir, daß du uns zwar gestrafet, jedoch in deinem Zorn nicht gar haft weggeraffet. Es hat die Vaterhand uns deine Gnadenthür jest wieder aufgethan; Herr Gott, wir danken dir. 2. Herr Gott, dich loben wir, wir preisen deine Güte, wir rühmen deine Macht mit herzlichem Gemüte; es steiget unser Lied bis an die Himmelsthür und tönt mit großem Schall: Herr Gott, dich loben wir. 3. Herr Gott, dich loben wir für deine großen Gnaden, daß du das Vaterland von Kriegeslast entladen, daß du uns blicken läßt des güldnen Friedens Zier; drum jauchzet alles Volk: Herr Gott, dich loben wir. 4. Herr Gott, dich loben wir, die wir in langen Jahren der quin am DIN08 m 103) anji od 7. Herr Gott, wir danken dir, daß du Land, Kirch und Häuser, den edlen Fürstenstamm und dessen grüne Reiser bisher erhalten haft; gib ferner Gnad allhier, daß auch die Nachwelt fing: Herr Gott, wir danken dir. 8. Herr Gott, wir danken dir und bitten, du wollst geben, daß wir auch fünftig stets in guter Ruhe leben. Krön uns mit deinem Gut, erfüll jetzt nach Begier, o Vater, unsern Wunsch; Herr Gott, wir danken dir. sildspan. Johaun Frand, geb. 1618, † 1677. 09 d d d isblup 19t Mißwachs und andbar anu Hot Mel. Jesu, hilf siegen zc. 505. Christen erwarten in allerlei Fällen Jesum mit seiner allmächtigen Sand; mitten in Stürmen und tobenden Wellen Teuerung. de To magnoped hlutou od find fie gebauet auf felfidhytes Land; wenn sie bekümmerte Nächte bedecken, kann doch ihr Grauen fie wenig erschrecken. Imhd wale Ong 012 2. Jauchzen die Feinde zur Mißwachs und Teuerung. € 298 Rechten und Linken, bauet und frisset das blinkende Schwert, lass sen doch Christen die Häupter nicht sinken, denen sich Jesus im Herzen verklärt. Wüten die Feinde mit Schnauben und Toben, lernen fie Gottes Gerechtigfeit loben. d 3. Geben die Felder den Samen nicht wieder, bringen die Gärten und Auen nichts ein, schlagen uns Schlossen die Früchte darnieder, brennen die Berge von hißigem Schein; kann doch ihr Herze den Frieden erhalten, weil es den Schöpfer in allem läßt walten. 4. Viele verzehren in ängstlichen Sorgen Kräfte, Gesundheit und Kürze der Zeit, da doch im Rate des Höchsten verborgen, wann und wo jedem sein Ende bereit; find es nicht alles unnötige Schmerzen, die ihr euch machet, o thörichte Herzen! 5. Zweifel und Sorge geziemt nicht den Frommen; Glauben und Hoffen bringt Ghre bei Gott. Seele, verlangst du, zur Ruhe zu kommen, hoffe dem höllischen Feinde zu Spott. Ob auch die göttliche Hilfe verborgen, traue dem Höchsten und meide die Sorgen. 6. Freue dich, wenn du statt freundlichen Blicken mancherlei Jammer, Anfechtung und Not duldest, und wisse, was Gott will erquicken, muß erst mit Jesu durch Leiden und Tod. Willst du mit leben, so mußt du mit sterben; anders kann keiner den Himmel ererben din and is not 7. Völlige Wonne, verklärete Freude, himmlische Güter, undenkliches Heil werden dir cinsten auf ewiger Weide unter den Engeln und Menschen zu teil, wann in der Herrlichkeit Christus wird kommen und zu sich sammeln die Scharen der Frommen. 8. Seine allmächtige Stärke beweiset in den Ohnmächtigen mächtige Kraft; dann wird alleine sein Name gevreiset, wann er den Zagenden Freudigkeit schafft. Darum, o Jesu, gib, daß ich dir traue, wenn ich die Hilfe nicht sichtbarlich schaue. Christi. Ludw. Edeling, geb. 1678,+ 1742. thun In Dürre. mel. Ach, Gott vom Himmel 2c. 506. Ach Herre, du gerechter Gott, wir babens wohl verdienet mit unsrer Sünd und Missethat, daß unser Feld nicht grünet, daß Bieb und Menschen traurig sein; wenn du zuschleußt den Himmel dein, so müssen mir verschmachten. 2. Herr, unsre Sünd bekennen wir, die wollst du uns verzeiben; all unsre Hoffnung steht zu dir, Trost, Hilf thu uns verleiben; gib Regen und den Segen dein um deines Namens willn allein, Herr, unser Gott und Tröster! 3. Gedenke, Herr, an deinen Bund um deines Namens willen; wir bitten dich von Herzensgrund, thu unsre Not doch stillen vom Himmel mit dem Regen dein; denn dein ist der Himmel allein, ohn dich fann nicht regnen. 4.( 58 stebt in feines andern Hand, daß er sollt Regen geben; den Himmel bast du ausgeſpannt. darinnen du willst schweben. Allmächtig ist der Name dein; solchs pr Krankheit und Seuchen. 299 fannst du alles thun allein, Herr, und ganz verkehrtes Leben, fo unser Gott und Tröster! h 1592. deinen Zorn entzündet bat, daß wir in Nöten schweben; du zeigest uns was wir gesellt; weil wir die Buße nicht gewollt, so muß der Himmel weinen. 4. Doch denke wieder an die Treu, die du uns hast versprochen, und wohne uns in Gnaden bei. die wir dich findlich suchen. Wie hält sich so bart dieser Zeit dein Herz und deine Freundlichkeit; du bist ja unser Vater. ndi dria 10 tilbys si6 ml Bei anhaltender Nässe.. Mel. Ach, Gott vom Himmel 2c. 507. Gott, der du das Firmament mit Wolken thust bedecken, und kannst binwiederum bebend das Sonnenlicht erwecken: halt doch mit vielem Regen ein, und gib uns wieder Sonnenschein, daß unser Land fich freue. 2. Die Felder trauern weit und breit; die Früchte leiden Schaden, weil sie von vieler Feuchtigkeit und Nässe find beladen; dein Segen, Herr, den du gezeigt uns Ärmen, sich zur Erde neigt und will fast gar verschwinden. 3. Das machet unsre Missethat Jedtom ARSL luminio and guslibing d stebub Eigne Melodie. 508. Gott, den ich als Liebe kenne, der du Krankheit auf mich legst und des Leidens Hiß erregst, daß ich davon glüb und brenne: brenne doch das Böse ab, das den Geist bisher gehindert und der Liebe Regung mindert, die mir oftmals kommt von dir. 5. Gib uns von deinem Himmelssaal dein klares Licht und Sonne, und laß uns wieder überall empfinden Freud und Wonne, daß alle Welt erkenne frei, daß außer dir kein Segen sei im Himmel und auf Erden. Mich. Schirmer, geb. 1606,+ 1673. Krankheit und 2. In der Schwachheit sei du fräftig, in den Schmerzen sei mir süß, schaffe, daß ich dein genieß, wenn die Krankheit streng und beftig; denn was jetzt den Leib bewegt, was mein Fleisch und Mark verzehret, was den Körver jetzt beschweret, hat die Liebe selbst erregt. 3. Leiden ist jetzt mein Geble misd pidi storia Seuchen. stab schäfte; anders kann ich jetzt nichts thun, als nur in dem Leiden ruhn; leiden müssen meine Kräfte, Leiden ist jetzt mein Gewinst, das ist jetzt des Vaters Wille, den verehr ich sanft und stille; Leiden ist mein Gottesdienst. 4. Gott, ich nehms aus deinen Händen als ein Liebeszeichen an; denn in solcher Leidensbahn willst du meinen Geist vollenden; auch die Labung, die man mir zu des Leibes Stärkung gibet, kommt von dir, der mich geliebet; alles kommt, mein Gott, von dir. sim 15. Laß nur nicht den Geist ermüden bei des Leibes Mattigkeit, daß er sich zu aller Zeit in dich senk in Lieb und Frieden; ri asdisar lisq illust stim Krankheit und Seuchen. 300 laß des Leibes Angst und Schmerz nicht der Seelen Auffahrt hindern und die Nube in mir mindern, unterstüße du das Herz. 6. Hilf mir, daß ich ganz bescheiden, ganz in Rub mit Freundlichkeit, stille mit Gelassenheit mög auf meinem Bette leiden. Denn wer bier am Fleische leid't, wird errettet von den Sünden; und je mehr der Leib muß schwinden, wird der Geist in uns erneut. of N 3507. Dir empfehl ich nun mein Leben und dem Kreuze meinen Leib; gib, daß ich mit Freuden bleib an dich völlig übergeben; denn so weiß ich festiglich, ich mag leben oder ſterben, daß ich nicht mehr kann vers sp 1179 derben, denn die Liebe reinigt mich. Christian Friedrich Richter, geb.1676,+ 1711. Mel. Herr Jesu Chrift, du 2c. lojdi song min 510. O frommer und getreuer Mel. O Welt, ich muß dich 20.11 509. Ich hab in den des Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl. So will ich denn gelassen mich auch in Leiden fassen; welch Leben hat nicht Qual? tim alomban is 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafst du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, fein zeitlichs Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? st ****** und bereun. Jest bat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben seine adsorb E sT65. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe; was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade; du, Herr, bist bei mir in der Notand anar msdsd mu 6. Jch will dem Kummer webren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flebn. Ich will den Tod bedenken; der Herr wird alles lenten, und was mir gut ist, wird geschehn. Christ. Fürchteg. Gellert, geb. 1715,+ 1769. Dir will mich nicht meine Rub, mein Leben mehr will ich vertrauen und nicht auf Menschen bauen; du hilfst, und du errettest gern Tod is ust 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen Gott aller, die auf dich hoffen. durch Es uns eine deine Hand getroffen. Dein Zorn der drückt uns mit Gewalt, und wirft die Menschen jung und alt mit schwerer Krankheit nieder. 2. Du bist gerecht, und dein Gericht kann unser keiner strafen; von wegen unsrer Sünd geschicht, daß wir so schnell entschlafen. Ja unsre große Missethat dich so gar hoch bewogen hat, dein Pfeil in uns zu schießen. DTI Job 201 TOR AND 3. Herr, vergib, und straf lieben als den Herrn. Dir, Gott uns nicht im Zorn 10 gar gefebr doch dein Vaterangesicht zu deinem lieben Kinde. Laß fallen den gerechten Grimm, zu Gnaden uns aufs neu annimm um deines Namens willen.. A. Sieb, Herr, wie wir bes Allerlei gemeine Not. trübet mit umgeben, in Angst und großen Sorgen stehn, und in viel Kummer schweben. All unsre Nahrung welfet sehr; Lehramt und andre Ordnung mehr geht nicht in vol dem Schwangens bin thosht bi 5. Laß ab von uns mit deiner Rut, thu deinen Grimm auf heben, was hast du Nuß an unferm Blut? Du hast ja Lust zum Leben, und bist ein Gott, von Wahrheit fest, der seinen Zern bald fahren läßt, wenn man dich berzlich bittet. insl bolln drier 301 Wir bitten all, in Rot uns nicht verlaffe; hilf uns nach deinem Wohlgefalln, du weißt die rechte Maße, und wirst wohl deine Zeit ers sehn, wenn uns hierin soll Hilf geschebn, des wolln wir dir vertrauen. ans7. Onheilger Geist, mit deiner Kraft, die sterben sollen, stärke, daß man des Glaubens Ritterschaft an ihrem End vermerke, und sie also mit Fried und Freud den Abschied nehmen aus der Zeit in Christo, unserm Herren. Barth. Ringwald, geb. 1530,+ 1598. nisbing drior fingiratat nod; modigadi gilda tid giding giv 1969 ods! pont di dilprint hi Allerlei gemeine Not.ind, medvet him tpinist sdsiksid and modso snd bird is 19 Eigne Melodie 511. Wenn wir in höchsten Nöten sein und lassen gar in großer Träbsal und Gefahr. 35 C 15.50 6. Sieh an den groß, sprich uns derſelb'n aus Gnaden los, steh uns in unserm Flend bei, mach uns von allen Plagen frei, 17. Auf daß von Herzen können wir nachmals mit Freuden danken dir, gehorsam sein nach deinem Wort, dich allzeit preisen und Not, Jisab) of rig and bier und dort. binaired as Din 3. Und heben unser Aug'n mis Paul Eber, geb. 1511,+ 1569. und Herz zu dir in wahrer Reu und Schmerz, und suchen der Sünd Vergebung und aller Strafen Linderung, ir bud end.msdludis dsak achiltisg mel. Vater unser im Himmelreich zc. 512. Nimm von uns, Herr, du treuer Gott, die schwere Straf und große Not, die wir mit Sinden ohne Zahl verdienet haben allzumal; behüt vor Krieg und teurer Zeit, vor Seuchen, Feur Leid. Na p und großem 2. Erbarm dich deiner bösen wo aus noch ein, und finden weder Hilf noch Rat, ob wir gleich sorgen früh und spat: sid fi 2. So ist dies unser Trost allein, daß wir zusammen ins gemein dich anrufen, o treuer Gott, um Rettung aus der Angst 4. Die du verbeißest gnädiglich allen, die darum bitten dich im Namen deins Sohns Jesu Christ, der unser Heil und Fürsprech ist. 5. Drum kommen wir, y Herre Gott, und flagen dir all unser Rot, weil wir jetzt stehn ver gemeine Not. 302 Allerlei Knecht, wir flebn um Gnad und nicht um Recht; denn so du, Herr, den rechten Lohn uns geben wollt'st nach unserm Thun, so müßt die ganze Welt vergebn, und könnt kein Mensch vor dir bestehn. 3. Ach, Herr Gott, durch die Treue dein mit Trost und Nettung uns erschein; beweis an uns dein große Gnad, und straf uns nicht auf frischer That; wohn uns mit deiner Güte bei, dein Zorn und Grimm fern von uns sei. Johann Heermann, geb. 1585, † 1647. Miel. Da Christus geboren war 2c. 4. Gedenk an deins Sohns bittern Tod, sich an sein heilig Wunden rot, die sind ja für die ganze Welt die Zahlung und das Lösegeld; des trösten wir uns allezeit und hoffen auf Barmherzigkeit. AL 5. Leit uns mit deiner rechten Hand und segne unser Stadt und Land; gib uns allzeit dein heilig Wort, behüt vors Teufels List und Mord, verleih ein selig 514. Treuer Wächter Israel, des sich freuet Leib und Seel, mit der du weißest alles Leid deiner armen Christenheit: o du Wächter, der du nicht schläfst noch schlummerst, zu uns richt dein hilfreiches Angesicht. Stündelein, auf daß wir ewig. Schau, wie große Not und Martin Moller, geb. 1547, † 1606. Qual trifft dein überall; täglich wird der Trübsal mehr; hilf, ach hilf, schüß deine Ghr; wir verderben, wir vergehn, nichts wir sonst vor Miel. Lobet den Herren, alle 2c. 513. Herr, unser Gott, laß sehn, wo du nicht bei uns wirſt nicht zu Schanden werden die, so in ihren Nöten und Beschwerden bei Tag und Nacht auf deine Güte hoffen und zu dir rufen. 2. Mache zu Schanden alle, die dich bassen, die sich allein auf ihre Macht verlassen. Ach, febre dich mit Gnaden zu uns Armen, laß dichs erbarmen; ein Wort sprichst, werden sie bald Freunde; sie müssen Wehr und Waffen niederlegen, kein Glied mehr regen. 4. Wir haben niemand, dem wir uns vertrauen; vergebens ist, auf Menschenbilfe bauen; mit dir wir wollen Thaten thun und kämpfen, die Feinde dämpfen. 5. Du bist der Held, der fie kann untertreten und das bedrängte kleine Häuslein retten; wir fraun auf dich, wir schrein in Jesu Namen: hilf, Helfer. Amen! 3. Und schaff uns Beistand wider unsre Feinde; wenn du stehn. 3. Hohepriester, Jesu Christ, der du eingegangen bist in den heilgen Ort zu Gott durch dein Kreuz und bittern Tod, uns versöhnt mit deinem Blut, ausges löscht der Höllen Glut, wiederbracht das böchste Gut. 4. Eigest jeßt ins Vaters Reich, ihm an Macht und Ehren gleich, unser einger Gnadenthron seine höchste Freud und Jose Vom Kron, den er in dem Herzen trägt, wie sich selbst zu lieben pflegt, dem er keine Bitt abſchlägt. 5. Kläglich schreien wir zu dir, klopfen an die Gnadentbür, wir, die du mit böchstem Rubm dir erkauft zum( Figentum. Dein Grbarmen hat kein End, deines Baters Zorn abwend, der jetzt wie ein Feuer brennt. 6. Jesu, der du Jesus heißt, als ein Jesus Hilfe leist! Hilf mit deiner starken Hand, Menschenbilf hat sich gewandt; eine Mauer um uns bau, daß dem Feinde davor grau, und mit Zittern sie anschau. 7. Höchster Hort, Immanuel, du Beschüger meiner Seel, Gott mit uns in aller Not, Gott um uns und in uns Gott, Gott für uns zu aller Zeit! Troß dem, der uns thut ein Leid; Gottes Straf ist ihm bereit. 20011 Tode.se 303) 8. Deines Vaters starker Arm, komm, und unser dich erbarm; laß jetzt seben deine Macht, drauf wir hoffen Tag und Nacht; aller Feinde Rotten trenn, daß dich alle Welt erkenn, aller Herren Herren nenn. Vom 9. Du bist ja der Held und Mann, der den Kriegen steuren fann, der da Spieß und Schwert zerbricht, der die Bogen macht zunicht, der die Wagen gar verbrennt und der Menschen Herzen wendt, daß der Krieg gewinnt ein End. 10. Jesu, wahrer Friedensfürst, der der Schlange hat zerknirscht ihren Kopf durch seinen Tod, Frieden wiederbracht bei Gott, gib uns Frieden gnädiglich! So wird dein Volk freuen sich, dafür ewig preisen dich. Johann Heermann, geb. 1585, † 1647. Sechste Abteilung. ng Von den letzten Dingen. mall roo ad hd 826 nonobs in th mi- 07 Tode. Gott, heiliger, starker Gott, heis ewiger Gott, laß uns nicht verliger, barmherziger Heiland, du sinken in des bittern Todes Not. Kyrieleison! Eigne Melodie. 515. Mitten wir im Leben find mit dem Tod umfangen; wen suchen wir, der Hilfe thu, daß wir Gnad erlangen? Das bist 2. Mitten in dem Tod ansicht du, Herr, alleine. Ilns reuet unser Missethat, die dich, Herr, uns der Höllen Rachen; wer erzürnet hat. Heiliger Herre will uns aus solcher Not frei 304 Vom und ledig machen? Das bist du, Herr, alleine. Es jammert dein Barmherzigkeit unser Sünd und großes Leid. Heiliger Herre Gott, heiliger, starfer Gott, bei liger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höllen Glut. Kyrieleison! the dil binom 3. Mitten in der Höllen Angst unser Sünd uns treiben; wo solln wir denn flieben bin, da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine. Vergossen ist dein teures Blut, das gnug für die Sünde thut. Heiliger Herre Gott, heiliger, starter Gott, bei liger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost. Kyrieleison! mid Mi Dr. M. Luther, geb. 1488,+ 1546. This is the Eigne Melodie. idhin Tode trauen, sein Antlig will ich schauen wahrlich durch Jesum Christ, der für mich ist gestorben, des Vaters Huld erworben, mein Mittler er auch worden ist. nach 516. Welt, ich muß dich lassen, ich fahr dabin mein StraBen ins ewig Vaterland; mein Geist will ich aufgeben, dazu mein Leib und Leben seßen in Gottes gnädig Hand.mol ichin 2. Mein Zeit ist nun vollendet, der Tod das Leben endet, Ster ben ist mein Gewinn. Kein Bleiben ist auf Erden; das Ewig muß mir werden, mit Fried und Freud ich fahr dahin. nnn A 5. Die Sünd mag mir nicht schaden: erlöst bin ich aus Gnaden, umsonst, durch Christi Blut; kein Werk kömmt mir zu Frommen, so will ich zu ihm kom men allein durch wahren Glauben gut. 6. Ich bin ein unnüß Knechte, mein Thun ist viel zu schlechte, denn daß ich ihm bez damit das ewge Leben; umsonst will er mirs geben und nicht nach meim Verdienst und Wahl. 7. Drauf will ich fröhlich sterben, das Himmelreich ererben, wie er mirs bat bereit; bier mag ich nicht mehr bleiben, der Tod thut mich vertreiben, mein Seele sich vom Leibe scheid't. 8. Damit fabr ich von binnen; v Welt, thu dich befinnen, denn du mußt auch hernach; thu dich zu Gott befehren und von ihm Gnad begehren, im Glauben sei du auch nicht schwach. 9. Die Zeit ist schon vorhanden, hör auf von Sünd und Schanden, und richt dich auf die Bahn mit Beten und mit Wachen; sonst all irdische Sachen sollst du gutwillig geben dran. 19 1 10. Das schenk ich dir am 3. Ob mich gleich bat betrogen Ende; wohlan, zu Gott dich die Welt, von Gott abzogen durch wende, zu ihm steht mein Begehr. Schand und Büberei, will ich Hüt dich vor Bein und Schmers doch nicht verzagen, sondern mit zen, nimm mein Abschied zu Her Glauben sagen, daß mir mein zen, meins Bleibens ist jetzt bie Sünd vergeben sei.id aluda tim nicht mehr. mis pidning rad 34. Auf Gottu steht mein Ver- i gob.peffe, geb. 1490,+ 1547 Tode. Vom 305 Mel. Herr Jesu Christ, du höchstes zc. 517. Mensch, bedenk zu dieser Frist, was dein Ruhm ist auf Erden; denn nicht allbie dein Bleiben ist, du mußt zur Leiche werden. Es ist dein Leben wie ein Heu und fleugt dahin gleich wie die Spreu, welche der Wind verjaget. Sterbensnot und ringen werde mit dem Tod, wenn mir vergeht all mein Gesicht, und meine Dhe ren bören nicht, wenn meine Zunge nichts mehr spricht, und mir vor Angst mein Herz zerbricht, 13. Wenn mein Verstand sich nichts mehr b'sinnt, und mir all menschlich Hilf zerrinnt: so komm, Herr Christe, mir behend zu Hilf an meinem letzten End und führ mich aus dem Jammerthal, ver2. Gedenk, du bist hier nur ein Gast und kannst nicht länger bleiben; die Zeit läßt dir kein Rub noch Rast, bis sie dich thut kürz mir auch des Todes Qual. vertreiben. So eile zu dem Ba- 4. Die bösen Geister von mir terland das dir Christus hat zugewandt durch sein heiliges Reiden. treib, mit deinem Geist stets bet mir bleib, bis sich die Seel vom Leib abwendt, so nimm sie. Herr, in deine Händ. Der Leib hab in der Erd sein Nuh, bis sich der jüngst Tag naht herzu. non nell mir 3. Daselbst wird rechte Bürgerschaft den Gläubigen gegeben: dazu der Engel Brüderschaft, ein gar berrliches Leben; mit solcher Wonne, Freud und Lust, die auch kein Mensch bat hie gekost, noch erfahren. 5. Ein fröhlich Urständ verleih, am jüngsten G'richt mein Fürsprech sei und meiner Sünd nicht mehr gedenk, aus Gnaden mir das Leben schenk, wie du bast zugesaget inir in deinem Wort, das trau ich dir: hi laßt uns wachen alle Stund und solches wohl betrachten. Die Lust der Welt geht bald zu Grund; die sollen wir verach ten und warten auf das höchste Gut, das uns ewig erfreuen thut. Das helf uns Christus. Amen! Joh. Heffe, geb. 1490,+1547. ndots sid Mel. Bater unfer im Himmelreich 2c. nacho 71 lis 518. Herr Jesu Christ, wahr Mensch und Gott, der du littst Marter, Angst und Spott, für mich am Kreuz auch endlich starbst und mir deins Vaters Huld er warbit: ich bitt durchs bitter Leiden dein, du wollst mir Sün der gnädig sein. dom thin 2. Wenn ich nun femm in 6. Fürwahr, fürwahr euch sage ich: Wer mein Wort hält und glaubt an mich, der wird nicht kommen ins Gericht und den Tod ewig schmecken nicht; und ob er schon bie zeitlich stirbt, mit nichten er drum gar verdirbt; d 17. Sondern ich will mit starker) Hand ihn reißen aus des Todes Band und ihn mitnehmen in mein Reich, da soll er dann mit mir zugleich in Freuden leben ewiglich. Dazu hilf uns ja gnädiglich be 8. Ach Herr, vergib all unser Schuld; mbilf, daß wir warten mit Geduld, bis unser Stündlein fkommt herbei, auch unser Glaub 20 306 Vom stets wacker sei, deim Wort zu trauen feitiglich, bis wir entschlafen seliglich. Paul Eber, geb. 1511,+ 1569. Mel. Nun laßt uns den 2c. 519. InChristi Wunden schlaf ich ein, die machen mich von Sünden rein, ja Christi Blut und G'rechtigkeit, das ist mein Schmuck und Ehrenkleid, 2. Damit ich will vor Gott bestehn, wenn ich zum Himmel werd eingehn; mit Fried und Freud ich fahr dahin, ein Gotteskind ich allzeit bin.co 3. Dankhab, mein Tod! du führefst mich, ins ewge Leben wandre ich mit Christi Blut gereinigt fein; Herr Jesu, stärk den Glauben mein! Paul Eber, geb. 1511,+ 1569. Eigne Melodie. 520. Wenn mein Stündlein vorhanden ist, und soll hinfahrn mein Straße, so g'leit du mich, Herr Jesu Christ, mit Hilf mich nicht verlasse; mein Seel an meinem leßten End befehl ich dir in deine Händ, du wollst sie mir bewahren. Tode. Wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir; ein ewigs Leben hast du mir mit deinem Tod erworben. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, des tröst ich mich von Hergen; von dir ich ungeschieden bleib in Todesnot und Schmerzen. 4. Weil du vom Tod erstanden bist, werd ich im Grab nicht bleiben. Mein böchster Trost dein sie vertreiben. Denn wo du bist, Auffahrt ist; Tod's Furcht kann da komm ich hin, daß ich stets bei dir leb und bin; drum fahr ich hin mit Freuden. Nikolaus Herman, † 1581. di sabirid Eigne Melodie. 521. Herr, wie du willst, so schicks mit mir im Leben und im Sterben. Allein zu dir steht mein Begier, laß mich, Herr, nicht verderben; erhalt mich nur in deiner Huld! sonst wie du willst, gib mir Geduld; dein Will, der ist der beste. 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, und Lieb zu deinem Worte; behüt mich, Herr, vor falscher Lehr und gib mir bier und dorte, was dient zu meiner Seligkeit; wend ab all Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben. 3. Soll ich einmal nach deinem Rat von dieser Welt abscheiden, verleih, o Herr, mir deine Gnad, daß es gescheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir, o Herr, ein seligs End gib mir durch Jesum Christum. Amen! 2. Mein Sünd mich werden tränken sehr, mein G'wissen wird mich nagen, denn ihr find viel, wie Sand am Meer; doch will ich nicht verzagen. Gedenken will ich Wunden rot, die werden mich 522. O Jesu Christ, meins an dein Tod, Herr Jeſu, und deine Eigne Melodie. Kasp. Melissander, geb. 1540,+ 1591. HEIL ANN erhalten. Lebens Licht, mein Hort, mein Trost, mein Zuversicht! Auf Erden bin ich nur ein Gast, und drückt mich sehr der Sünden Last. 2. Ich hab vor mir ein schwere Vom Tode. Reis zu dir ins himmlisch Paradeis. Da ist mein rechtes Vaterland, darauf du dein Blut hast gewandt. 3. Zur Reis ist mir mein Herz sehr matt, der Leib gar wenig Kräfte hat; allein mein Seele schreit in mir: Herr, hol mich heim, nimm mich zu dir! 4. Drum stärk mich durch das Leiden dein in meiner letzten Todespein: dein Blutschweiß mich tröst und erquick; mach mich frei durch dein Band und Strick. 5. Dein Hohn und Spott, dein Dornenkron laß sein mein Ehre, Freud und Wonn; dein Durst und Gallentrant mich lab, wenn ich sonst keine Stärkung hab. 6. Dein Angstgeschrei komm mir zu gut, bewahr mich vor der Höllen Glut; die heiligen fünf Wunden dein laß in Angst meine 3uflucht sein. 7. Wenn mein Mund nicht kann reden frei, dein Geist in meinem Herzen schrei; bilf, daß mein Seel den Himmel sind, wenn meine Augen werden blind. 307 11. Auf deinen Aschied, Herr, ich trau, darauf mein letzte Heimfahrt bau; thu mir die Himmels thür weit auf, wenn ich beschließ meins Lebens Lauf. 12. Am jüngsten Tag erweck mein Leib; hilf, daß ich dir zur Rechten bleib, daß mich nicht treffe dein Gericht, welchs das erschrecklich Urteil spricht. 8. Dein letztes Wort laß sein mein Licht, wenn mir der Tod das Herze bricht; behüte mich vor Ungebärd, wenn ich mein Haupt nun neigen werd. 9. Dein Kreuz laß sein mein Wanderstab, mein Ruh und Rast dein heilig Grab; die reinen Grabe tücher dein laß meine Sterbefleider sein. 10. Laß mich durch deine Nägelmal erblicken meine Gnadenwahl; durch deine aufgespaltne Seit mein arme Seele heimgeleit. 13. Alsdann mein Leib erneure ganz, daß er leucht wie der Sonnen Glanz und ähnlich sei deim klaren Leib, auch gleich den lieben Engeln bleib. 14. Wie werd ich dann so fröhlich sein, werd singen mit den Engelein und mit der Auserwählten Schar ewiglich schaun dein Antlig klar. sa Martin Behemb, geb. 1557,+ 1622. Eigne Melodie. 523. Valet will ich dir geben, du arge, falsche Welt! Dein sündlich, böses Leben durchaus mir nicht gefällt; im Himmel ist gut wohnen, binauf steht mein Begier: da wird Gott ewig lohnen dem, der ihm dient allhier. 2. Rat mir nach deinem Herzen, o Jesu, Gottes Sohn! Soll ich ja dulden Schmerzen, hilf mir, Herr Christ, davon. Verkürz mir alles Leiden, stärk meinen blöden Mut, laß selig mich abscheiden, seß mich in dein Erbgut. 3. In meines Herzens Grunde dein Nam und Kreuz allein funkelt all Zeit und Stunde, drauf kann Erschein mir ich fröhlich sein. in dem Bilde zu Trost in meiner Not, wie du, Herr Christ, ſo milde dich hast geblut't zu tot. 20* 308 Vom 4. Verbirg mein Seel aus Gnaden in deine offne Seit, rück fie aus allem Schaden zu deiner Herrlichkeit. Der ist wohl hier gewesen, wer kommt ins Himmelsschloß; ewig ist der genesen, wer bleibt in deinem Schoß. 55. Schreib meinen Nam aufs beste ins Buch des Lebens ein, und bind mein Seel gar feste ins schöne Bündlein ein der, die im Himmel grünen und vor dir leben frei; so will ich ewig rühmen, daß dein Herz treue ſei. Valerius Herberger, geb. 1562,+ 1627. i Eigne Melodie. Sa 524. Herzlich thut mich verlangen nach einem selgen End, weil ich hier bin umfangen mit Trübfal und Elend; ich hab Lust, abzuscheiden von dieser argen Welt, sebn mich nach ewgen Freuden; o Jesu, komm nur bald. 2. Du hast mich ja erlöset von Sünd, Tod, Teuf'l und Höll; es hat dein Blut gekostet, drauf ich mein Hoffnung stell. Warum sollt mir denn grauen vorm Tode, Höll und Sünd? Weil ich auf dich thu bauen, bin ich ein seligs Kind. 3. Obgleich süß ist das Leben, der Tod sehr bitter mir, will ich mich doch ergeben, willig zu sterben dir. Ich weiß ein bessers Leben, da meine Seel fährt bin, des freu ich mich gar eben: Sterben ist mein Gewinn. 4. Der Leib wird in der Erden von Würmern zwar verzehrt, doch auferwecket werden, durch Christum schön verklärt; wird leuchten als die Sonne und leben ohne Not in Himmelsfreud Tode. und Bonne; was schadet mir der Tod?( bl sur mdblad adot E 5. Ob mich die Welt gleich reizet, länger zu bleiben hier, und mir auch immer zeiget Ehr, Geld, Gut, all ihr Zier, doch ich das gar nicht achte, es wäbrt ein kleine Zeit; das Himmlisch ich betrachte, das bleibt in Ewigkeit. 6. Gesegn euch Gott der Herre, ihr Vielgeliebten mein! Trauert nicht allzusehre über den Abschied mein, beständig bleibt im Glauben, wir werd'n in furzer Zeit einander wieder schauen dort in der Ewigkeit. Bot 7. Nun will ich mich ganz wenden zu dir, Herr Gbrist. allein; gib mir ein seligs Ende, send mir dein Engelein; führ mich ins ewge Leben, das du erworben hast, durch dein Leiden und Sterben und blutiges Verdienst. 8. Hilf, daß ich ja nicht weiche von dir, Herr Jesu Christ! Den schwachen Glauben stärke in mir zu aller Frist. Hilf ritterlich mir ringen, dein Hand mich balt mit Macht, daß ich mag fröblich singen: Gott Lob! es ist vollbracht. in in Christoph Knoll, geb. 1563,+ 1621. Mel. Herzlich thut mich zc. 525. Ich hab mich Gott ergeben, dem liebsten Vater mein; hier ist kein Immerleben, es muß geschieden sein. Der Tod kann mir nicht schaden, er ist nur mein Gewinn; in Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dabin. 62. Mein Weg gebt jezt vorüber; o Welt, was acht ich dein? Der Himmel ist mir lieber, da Vom muß ich trachten ein, mich nicht zu sehr beladen, weil ich wegfertig bin. In Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. Tode. 309 und Sünd mir können nichts mehr schaden; bei dir, o Herr, ich Ret tung sind, ich tröst mich deiner Gnaden. Dein einger Sohn aus Lieb und Huld für mich bezahlt hat alle Schuld. lais 3. Ach, selge Freud und Wonne hat mir der Herr bereit, da Christus ist die Sonne, Leben und Seligkeit. Was kann mir doch nun schaden, weil ich bei Christo bin? In Gottes Fried und Gnaden fahr ich mit Freud dahin. 4. Gesegn euch Gott, ihr Meinen, ihr Liebsten allzumal! Um mich sollt ihr nicht weinen; ich weiß von feiner Qual, Den Mel. O Jesu Chrift, meins 2c. rechten Port noch heute nehmt fleißig ja in acht! In Gottes Fried und Freude fabrt mir bald alle nach. pils) ais ater dig ni Johann Siegfried, geb. 1564, † 1637. Eigne Melodie. Gay Por 527. Ich armer Mensch doch gar nichts bin, Gott's Sohn allein ist mein Gewinn; daß er Mensch worden, ist mein Trost; er hat mich durch sein Blut erlöst. 2. Gott Bater! regier du mich mit deinem Geist beständig526. Machs mit mir, Gott, tich; laß deinen Sohn, mein Trost nach deiner Güt, hilf mir in meinem Leiden; versag mir nicht, was ich dich bitt: wenn meine Seel soll scheiden, so nimm sie, Herr, in deine Händ! Ist alles gut, wenn gut das End. und Leb'n, allzeit in meinem Herzen schweb'n. 3. Wenn mein Stündlein vorhanden ist, nimm mich zu dir, Herr Jesu Christ! denn ich bin dein, und du bist mein; wie gern wollt ich bald bei dir sein. Hin 2. Gern will ich folgen, lieber Herr; du wirst mich nicht verderben; ach, du bist ja von mir nicht fern, ob ich gleich hie muß sterben, verlassen meine lieben Freund, die's herzlich gut mit mir gemeint. don 7 3. Rubt doch der Leib sanft in der Erd, die Seel zu dir sich schwinget, in deine Händ sie unversehrt durch Tod ins Leben dringet. Hier ist doch nur ein Thränenthal, Angst, Not und Trübsal überall. 14. Tod, Teufel, Höll, die Welt 5. Warum sollt ich denn traurig sein, weil ich so wohl bestebe, bekleidt mit Christi Unschuld rein, wie eine Braut hergehe? Gehab dich wohl, du schnöde Welt! bei Gott zu leben mir gefällt. Joh. Herm. Schein, geb. 1586, † 1630. 4. Herr Jesu Christe, hilf du mir, daß ich ein Zweiglein bleib an dir und nachmals mit dir aufersteh, zu deiner Herrlichkeit eingeh. 1961 Nach Ph. Melanchthons: Nilsum, nulla miser novi solatia, von Joh. Gigas, geb. 1514,+ 1581. adid) 150 dim diy 193 Eigne Melodie. 528. Herr Gott, nun schleuß den Himmel auf, mein Zeit zum End fich neiget; ich hab vollendet meinen Lauf, des fich mein Seel 310 Vom fehr freuet. Hab gnug gelitten, mich müd gestritten, schick mich fein zu zur ewgen Ruh, laß fahren, was auf Erden, will lieber selig werden. 2. Wie du mir, Herr, befohlen hast, hab ich mit wahrem Glauben mein lieben Heiland aufgefaßt in mein Arm, dich zu schauen. Hoff zu bestehen, will frisch eingehen vom Thränenthal zum 1 Freudensaal; laß fahren, was auf. Erden, will lieber selig werden. 530. 3. Laß mich nur, Herr, wie Simeon im Frieden zu dir fahren, befiehl mich Christo, deinem Sohn, der wird mich wohl bewahren, wird mich recht führen, im Himmel zieren mit Kron und Ehr, will sonst nichts mehr; laß fahren, was auf Erden, will lieber selig werden. Tobias Kiel, geb. 1584,+ 1627. Eigne Melodie. 529. Christus, der ist mein Leben, Sterben ist mein Gewinn; dem hab ich mich ergeben, mit Freud fahr ich dahin. 2. Mit Freud fahr ich von dannen zu Christ, dem Bruder mein, daß ich mög zu ihm kommen und ewig bei ihm sein. 3. Nun hab ich überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Not; durch seine heilgen Wunden bin ich versöhnt mit Gott. tsp Tode. 6. Aldann fein sanft und stille, Herr, laß mich schlafen ein, nach deinem Rat und Willen, wenn fommt mein Stündelein. 7. Und laß mich an dir kleben und bleiben allezeit, und ewig bei dir leben in Himmelswonn und Freud. sind and find? 4. Wenn meine Kräfte brechen, mein Atem geht schwer aus, und fann fein Wort mehr sprechen, Herr, nimm mein Seufzen auf! 5. Wenn mir Herz und Gedanken zergehn als wie ein Licht, das hin und her thut wanfen, wann ihm die Flamm gebricht; Eigne Melodie. HE Freu dich sehr, o meine Seele, und vergiß all Not und Qual, weil dich nun Christus, dein Herre, ruft aus diesem Jammerthal. Aus Trübsal und großem Leid sollst du fahren in die Freud, die kein Ohr je hat gehöret, und in Ewigkeit auch währet. 2. Tag und Nacht hab ich gerufen zu dem Herren, meinent Gott, weil mich stets viel Kreuz betroffen, daß er mir hülf aus der Not. Wie sich sehnt ein Wandersmann, daß sein Weg ein End mag han: so hab ich gewünschet eben, daß ich enden mög mein Leben. 3. Denn gleichwie die Rosen stehen unter Dornen spißig gar, also auch die Christen gehen in lauter Angst und Gefahr. Wie die Meereswellen sind unter ungestüment Wind, also ist allhier auf Erden unser Lauf voll von Beschwerden. 64. Die Welt, Teufel, Sünd und Hölle, unser eigen Fleisch und Blut plagen stets hier unsre Seele, lassen uns bei keinem Mut. Wir sind voller Angst und Plag, lauter Kreuz find unsre Tag: wann wir nur geboren werden, Jammer gnug findt fich auf Erden. Vom Tode. 5. Wenn die Morgenröt berleuchtet, und der Schlaf sich von uns wendt, Sorg und Kummer daher streichet, Müb fich findt an allem( End; unsre Thränen sind das Brot, so wir essen früh und spat; wenn die Sonn hört auf zu scheinen, hört nicht auf das bittre Weinen. 6. Drum, Herr Christ, du Morgensterne, der du ewiglich aufgehit, sei du jetzt von mir nicht ferne, weil mich dein Blut bat erlöst; hilf, daß ich mit Fried und Freud mög von binnen fahren heut. Ach, sei du mein Licht und Straße, mich mit Beistand nicht verlasse. 311 Mel. Gottes Sohn ist tommen ic. 531. Herr, nun laß in Friede. lebenssatt und müde, deinen Diener fahren zu den Himmelsscharen, selig und im stillen, doch nach deinem Willen. 7. In dein Seite will ich flies ben auf meim bittern Todesgang, durch dein Wunden will ich ziehen in mein himmlisch Vaterland; in das schöne Paradies, das dein Wort dem Schächer wies, wirst du mich, Herr Christ, einführen und mit ewger Klarheit zieren. 8. Ob mir schon die Augen brechen, ob mir das Gebör verschwindt, meine Zung nichts mebr fann sprechen, mein Vers stand sich nicht befinnt, bist du doch mein Licht, mein Hort, bist mein Leben, Weg und Pfort; du wirst selig mich regieren und die Bahn zum Himmel führen. 9. Freu dich sehr meine Seele, und vergiß all Not und Qual, weil dich nun Christus, dein Herre, führt aus diesem Jammerthal; seine Freud und Herrlichkeit sollt du sehn in Gwigfeit, mit den Engeln jubilieren, in Gwigkeit triumphieren. Kaspar von Warnberg(?), um 1620. 2. Gerne will ich sterben und den Himmel erben; Christus mich geleitet, welchen Gott bereitet zu dem Licht der Heiden, das uns seht in Freuden. 3. Hier hab ich geftritten, Ungemach erlitten, ritterlich ge kämpfet, manchen Feind gedämpfet, Glauben auch gehalten richtig mit den Alten. zia 4. Thränen muß ich lassen, weinen ohne Maßen, schwereGänge laufen, mit der Christen Haufen über Sünden klagen, Kreuz und Trübsal tragen. 5. Nunmehr soll sichs wenden, Kampf und Lauf sich enden; Gott will mich erlösen bald von allem Bösen; es soll besser werden, als es war auf Erden. 6. Frieden werd ich finden, ledig sein von Sünden und auf allen Seiten nicht mehr dürfen streiten; mich soll ganz umgeben himmlisch Freudenleben. 7. Mir ist beigeleget, wo man Scepter träget, eine schöne Krone zum Genadenlohne; da werd ich ergößet und zur Ruh geseget. 8. Mein Erlöser lebet, der mich selber hebet aus des Todes Kammer; da liegt aller Jammer; fröhlich, ohne Schrecken will er mich aufwecken. 9. Dieser Leib soll gehen und in Klarbeit stehen, wenn die Toten werden erstehn von der 312 Vom Erden; Christum werd ich schauen, darauf fann ich trauen. bus 10. Jbme will ich fingen, Lob und Ehre bringen, rühmen seine Güte mit Seel und Gemüte, preisen seinen Namen ohn Aufbören. Amen! 8 Dab. Behme, geb. 1805,+ 1857. 533. Ich bin ein Gaſt auf Grden und hab hier keinen Stand; der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland. Hier reis' ich bis zum Grabe; dort in der ewgen Ruh ist Got tes Gnadengabe, die schleußt all Arbeit zu. 2. Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an, als Müh und Not gewesen? So lang ich denken kann, hab ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sor gen des Herzens zugebracht. 3. Mich bat auf meinen Wegen manch harter Sturm erschreckt; manch Wetter kam entgegen und hat mir Angst erweckt; Verfolgung, Haß und Neiden, ob ichs gleich nicht verschuldt, hab ich doch müssen leiden und tragen mit Geduld. Eigne Melodie. 532. Ich bin ja, Herr, in deiner Macht, du hast mich an das Licht gebracht, du unter bältst mir auch das Leben, du fennest meiner Monden Zahl, weißt, wann ich diesem Jammerthal auch wieder gute Nacht muß geben; we, wie und wann ich sterben soll, das weißt du, Vater, mehr als wohl. 2. Wen hab ich nun als dich allein, der mir in meiner letzten Pein mit Trost und Rat weiß beizuspringen? Wer nimmt sich meiner Seele an, wenn nun mein Leben nichts mehr kann, und ich muß mit dem Tode ringen? Wenn allen Sinnen Kraft gebricht, thust du es, Gott mein Heiland, nicht? Tode. men Hölle, Fluch und Tod, fie sollen mich nicht überwinden. Dieweil ich lebte, war ich dein; jest fann ich feines andern sein. Simon Dach, geb. 1605,+ 1659. ithin 1301 MORKUTY Mel. Herzlich thut mich zc. 3. Herr Jesu, ich, dein teu res Gut, bezeug es selbst mit deinem Blut, daß ich der Sünde nicht gehöre. Was will von mir der Bösewicht, daß er mich schreckt mit dem Gericht? Komm, rette deines Leidens Ehre. Du gibst mich nicht in fremde Hand, da du so viel an mich gewandt. 4. Nein, nein, ich weiß gewiß, mein Heil, du läsfest mich mein wahres Teil in deinen offnen Bunden finden. Hier lach ich aller Macht und Not; laß kom4. So gings den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad wir uns noch täglich halten, wenns feblt an gutem Rat. Wie mußten fie sich plagen, in was für Web und Schmerz, in was für Furcht und Zagen sank oft ihr armes Herz! 5. Die frommen, heilgen Seelen, fie gingen fort und fort und änderten mit Quälen den erstbewohnten Ort; sie zogen hin und wieder ihr Kreuz war immer groß, bis daß der Tod fie nieder legt' in des Grabes Schoß. Vom Tode. 6. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid; was will ich besser leben in dieser legten Zeit? Ga muß ja durchgedrungen, es muß gelitten sein; wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freud hinein. 7. So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt; doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt. Ich wandre meine Straßen, die zu der Heimat führt, da mich ohn alle Maßen mein Vater trösten wird. 313 du meines Lebens Licht, du zeuchst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht, ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll gleich als die helle Sonne nebst andern leuchten soll. 13. Da will ich immer wohnen und nicht nur als ein Gast bei denen, die mit Kronen du ausgeschmücket hast; da will ich herrlich singen von deinem großen Thun, und frei von allen Dingen in meinem Erbteil ruhn. Paul Gerhardt, geb. 1607,+ 1676. Eigne Melodie. 534. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Les ben! Wie ein Strom beginnt zu rinnen und mit Laufen nicht hält innen, so fährt unsre Zeit von hinnen. 2. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Freude! Wie sich wechseln Stund und Zeiten, Licht und Dunkel, Fried und Streiten, so sind unsre Fröh lichkeiten. 8. Mein Heimat ist dort dro- da da aller Engel Schar den ben, großen Herrscher loben, der alles ganz und gar in seinen Händen träget und für und für erhält, auch alles hebt und leget, nachdems ihm wohlgefällt. 9. Zu dem steht mein Verlangen, da wollt ich gerne hin; die Welt bin ich durchgangen, daß ichs fast müde bin; je länger ich hier walle, je minder find ich Freud, die meinem Geist gefalle, das meist ist Herzeleid. hin 10. Die Herberg ist zu böse, der Trübsal ist zu viel; ach komm, mein Gott, und löse mein Herz, wann dein Herz will; komm, mach ein selig( nde an meiner Wanderschaft und was mich fränkt, das wende durch deinen Arm und Kraft. 11. Was ich bisher besessen, ist nicht mein rechtes Haus; wenn mein Ziel ausgemessen, so tret ich denn hinaus, und was ich hier gebrauchet, das leg ich alles ab, und wenn ich ausgebauchet, so scharrt man mich ins Grab. 12. Du aber, meine Freude, 3. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Schöne! Wie ein Blümlein bald vergehet, wenn ein raubes Lüftlein wehet, so ist unsre Schöne, sehet! 4. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig ist der Menschen Dichten! Der die Kunst hat liebgewonnen und manch schönes Werk ersonnen, ist dem Tod doch nicht entronnen. 5. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Schäße! Es kann Glut und Flut entstehen, dadurch, eh wir uns versehen, alles muß zu Trümmern gehen. das thoke mün 314 Vom Tode. 16. Ach wie nichtig, ach wie bet mir; o mein Begier, Herr flüchtig ist der Menschen Prang- Jesu, zeuch mein Herz nach dir! en! Der im Purpur boch ver- 7. Was wird das sein, wenn messen ist gleich wie ein Gott gesessen, dessen wird im Tod vergeffen. usde 196 7. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig sind der Menschen Sachen! Alles, alles, was wir sehen, das muß fallen und vergehen; wer ichnie Mel. Es ist genug 20. Gott fürcht't, wird ewig stehen. 536. Es ist vollbracht! Gott the Michael Frand, geb. 1609,+ 1667. Gott 2c. Mel. Ich hab mein Sach Gott 535. Wie fleucht dahin der Menschen Zeit, wie eilet man zur Ewigkeit! Wie wenig denken an Stund von zu fcheider Grund, wie schweigt davon der träge Mund! 2. Das Leben ist gleichwie ein Traum, ein nichtger, leerer Wasserschaum; im Augenblick es bald vergeht und nicht besteht. gleichwie ihr dieses täglich seht. 3. Nur du, mein Gott, du bleibest mir das, was du bist; ich traue dir. Laß Berg und Hügel fallen bin, mir ist Gewinn, wenn ich allein bei Jesu bin. 4. So lang ich in der Hütten wohn, so lehre mich, o Gottes Sobn! Gib, daß ich zähle meine Tag und munter wach, daß, eb ich sterb, ich sterben mag. 5. Was hilft die Welt in letzter Not? Lust, Ehr und Reichtum in dem Tod? O Mensch, du laufst dem Schatten zu! Das merke du, du kommſt ſonst nicht zu wahrer ich dich seb und bald vor deinem Throne steh? Du lebre mich, daß ſtetig ich mit flugem Herzen suche dich. 6. Weg, Eitelkeit, der Thoren Lust! Mir ist das höchste Gut bewußt; das such ich nur, das blei Joachim Neander, geb. 1650,+ 1680. 337 adi: 1158 Lob, es ist vollbracht! Mein Jesus nimmt mich auf. Fahr bin, o Welt, ihr Freunde, gute Nacht! Ich ende meinen Lauf bei Jeſu Kreuz mit tausend Freuden; ich sehne mich, von hier 2. Es ist vollbracht! Mein Jes sus hat auf sich genommen meine Schuld; er selber hat am Kreuzesstamm für mich, o ungemeine Huld! gebüßet, und in Jesu Wunden hab ich die rechte Freiſtatt funden: es ist vollbracht! 3. Es ist vollbracht! Weg Krankheit, Schmerz und Bein weg Sorgen! weg Verdruß! Sein Golgatha soll mir ein Tabor sein; mein matter, müder Fuß wird hier auf diesen Friedenshöhen frei von Beschwerd und Banden gehen: es ist vollbracht! 4. Es ist vollbracht! Hier schweb ich frei von Not; wie wohl, wie wohl ist mir! Hier speiset mich der Herr mit Himmels brot und zeigt mir Salems Zier; hier hör ich mit der Selgen Singen den ſüßen Ton der Engel kling= en: es ist 5. Es ist vollbracht! Der Leib mag immerhin der Würmer Speise sein; ich weiß ja, daß ich Staub Vom und Asche bin. Gott wird mein Fleisch und Bein, wenn er die Gräber wird aufdecken, an jenem Tage schon erwecken; es ist vollbracht! 6. Es ist vollbracht! Gott Lob, es ist vollbracht! Mein Jesus nimmt mich auf. Fahr bin, o Welt; ihr Freunde, gute Nacht! Ich schließe meinen Lauf und allen Jammer, der mich troffen. Wohl mir, ich seh den Himmel offen; es ist vollbracht! mig au Andreas Gryphius, geb. 1616,+ 1664. Mel. Welt, ich muß dich 2c. Tode. 315 wo wirst du Ehr erlangen, die nicht zuleßt in Trümmer fällt? 6. Wie eine Rose blühet, wenn sie die Sonne fiehet begrüßen diese Welt, die, eh der Tag fich neiget, eb fich der Abend zeiget. verwelkt und unversehens fällt: 147. So wachsen wir auf Erden und hoffen, groß zu werden, von Schmerz und Sorgen frei! doch eh wir zugenommen und recht zur Blüte kommen, bricht uns des Todes Sturm entzwei. 537. Die Herrlichkeit der Erden muß Rauch und Asche werden; nicht Stein noch Grz bestehn. Was uns hier kann ergößen, was wir für ewig schäßen, wird als ein leichter Traum vergebn. 2. Der Ruhm, nach dem wir trachten, den wir unsterblich achten, ist nur ein falscher Wahn; sobald der Geist gewichen, und dieser Mund erblichen, so fragt kein Mensch, was wir gethan. 8. Wir rechnen Jahr auf Jahre, indessen wird die Bahre uns vor die Thür gebracht; drauf müssen wir von hinnen und, eb wir uns befinnen, der Erden sagen gute Nacht. 9. Auf, Herz, wach und bedenke, daß dieser Zeit Geschenke den Augenblick nur dein; was du zuvor genossen, ist wie ein Strom verflossen, und wessen wird das Künftge sein? sila 10. Verlache Welt und Ehre, samt ihrer Kunst und Lehre, und ruf den Herren an, der immer König bleibet, den feine Zeit vertreibet, der dich auch ewig machen kann. 3. G8 bilft kein weises Wisfen; wir werden hingerissen ohn allen Unterscheid. Was nüßt der Schlösser Menge? Dem hier die 11. Wohl dem, der auf ihn Welt zu enge, dem wird ein engછે. es Grab zu weit. trauet! Er hat recht fest gebauet, und ob er bier gleich fällt, wird er doch dort bestehen und nimmermehr vergehen, weil ihn die Allmacht selbst erhält. 4. Dies alles wird zerrinnen, was Müh und Fleiß gewinnen, und saurer Schweiß erwirbt; was Menschen hier besigen, kann für den Tod nicht nüßen, dies alles Eigne Melodie. ſtirbet, wenn man ſtirbt. 5. Ist eine Lust, ein Scherzen, das nicht ein heimlich Schmerzen mit Herzensangst vergällt? Was ists, womit wir prangen? Ant Andreas Gryphius, geb. 1816, † 1684. ITING d d alam 538. Es ist genug! So nimm, Herr, meinen Geist zu Zions Geistern bin; lös auf das Band, das allgemach schon reißt; befreie dies Tode. mir eine Stell gewiesen, daß ich dich hab lernen kennen und in Christo Vater nennen. lud sid 3. Heilig, beilig, heilig sei deines hohen Namens Ehre, deine Güte mancherlei, deine Kraft und wahre Lehre. Ich will dich dort ewig loben, wenn ich bin zu dir erhoben. dun dolmale 4. Dein Reich hast du auch zu mir hier in Gnaden lassen kom men, mich berufen und zu dir aus des Satans Macht genommen. Jesus hat mir heil und Frieden durch sein Blut und Tod beschieden. 316 Vom sen Sinn, der sich nach seinem Gotte sehnet, der täglich klagt und nächtlich thränet: es ist genug. 2. Es ist genug des Jammers, der mich drückt; die sündliche Begier mit ihrem Gift hat mich fast gar erstickt, nichts Gutes wohnt in mir. Was täglich mich von Gotte trennet, was täglich mein Gewissen brennet, des ist genug. 3.( ss ist genug des Kreuzes, das mir fast den Rücken wund gemacht. Wie schwer, o Gott, wie hart ist diese Last! Ich neze manche Nacht die harte Lagerstatt mit Thränen; wie lang, wie lang muß ich mich sehnen? Wann tits genug? odustanu duit 4. Es ist genug! Wenn nur mein Jesus will, er fennet ja mein Herz; ich harre sein und balt indessen still, bis er mir allen Schmerz, der meine fieche Brust abnaget, zurücke legt und zu mir faget: es ist genug. id ju find 15. Es ist genug! Herr, wenn es dir gefällt, so spanne mich doch aus! Mein Jesus kömmt, nun gute Nacht, o Welt! Ich fahr ins Himmelshaus, ich fahre sicher bin im Frieden; mein großer Jammer bleibt darnieden. Es ist genug! 7. Täglich Brot und mancherlei, was zu meinem Stand geböret, bast du, Vater, mild und treu mir zeitlebens auch bescheret. Nun du Himmelsbrot willst geben, laß ich gern dies arme Leben. peng Franz Joach. Burmeister,+ 1888. Met, Liebster Jefu, wir sind zc. 539. Liebster Bater, soll es sein, daß ich heut an diesem Tage leptmals mit Gebet erschein und dir meine Rot vortrage, ach, so richte meine Sinnen nach den boben Himmelszinnend 8. Bleiben gleich die Meinen bier, die mich länger möchten sehen, weiß ich doch, daß nur bei dir steht ihr Web und Wohlergehen. Ich befehle deiner Güte, was mir lieget im Gemüte. S 12. Tausend- und viel tausend- 9. Nun, v Vater, laß du mir mal sei, o Bater, boch gevriesen, alle Schulden sein vergeben, daß daß in deiner Kinder Zahl du ich rein und frei zu dir fahr aus 2 5. Darum wart ich mit Begier ganz getroft aufs Reich der Ehren; nichts durchaus ist mehr allbier, so mich soll davon abkehren. Komm, o König, laß erscheinen, was ich hoff und all die Deinen. 6. Deinem Willen thu ich mich ganz zu einem Opfer geben; hab ich hier nicht völliglich nach dem selben können leben, so werd ich doch dort erfüllen mit den Engeln deinen Willen. Vom diesem Sündenleben. Jefus bat mir Gnad erworben, mit ihm ist die Schuld gestorben. ond 10. So vergeb ich auch gar leicht, wie du, Vater, hast gebeißen. Aller Zorn und Rach entweicht, ich will lauter Lieb erweisen. Weil du, Gott, so viel erlassen, will ich Mensch auch niemand hassen. 11. Rückt der letzte Kampf herzu, tobet beftig Sünd und Hölle, daß sie mir die Himmelsruh raub und meinen Glauben fälle, so steh du auf meiner Seiten, die Versuchung zu bestreiten. 12. Mach mich alles Übels los, gib der Sündennot ein Ende. Ich ergebe ganz und bloß mich in deine Baterbände; wollest mich von allem Bösen, wie du weißt und kannst, erlösen. Tode. 317 innen sie bisher gelebt, den leßten Abschied sagen; bald ist fie freudenvoll, bald schwebt sie wieder voller Zagen. op 13. An dem allen zweifl' ich nicht, denn du bist der Himmelskönig. Zu dir ist die Zuversicht, Welt und Höll ist dir zu wenig; deine Kraft wird nie vergehen, deine Herrschaft ewig stehen. Beit Ludwig von Seckenbo: f, geb. 1626,+ 1692. 3. Doch, Jesu, deine Liebe macht mir alle Furcht verschwinden; ich werd in dieser Todesnacht dich, Lebensfürsten, finden. Ich finde, ja ich halte dich, mein Les ben, mein Verlangen; mein Leben, du wirst selber mich mit deinem Licht umfangen. 608 4. Drum sterb ich nicht in diesem Tod, der Tod ist nur mein Leben; nach kurzem Kampf, nach kurzer Not ist dort ein ewig Schweben voll Herrlichkeit, voll Ruh und Freud, voll Fried, voll Trost und Wonne, voll Seligfeit, wo allezeit Gott selber ist die Sonne. mus) asand blive 5. Der Herzog meines Lebens ist durch Tod zum Leben gangen und ich werd auch zu meinem Christ auf diesem Weg gelangen. Der leßte Schritt zur Seligkeit geschieht durch selig Sterben. Ist er, mein Haupt, in Herrlichkeit, wie soll sein Glied verderben? Mel. O Herre Gott, dein göttlich zc. 6. Drum zage nicht, mein schwacher Sinn, verlaß den Leib 540. So tomm, geliebte To- der Erden, wirf alles Gitle willig desstund, komm, Ausgang meiner hin; die Erd muß Erde werden. Leiden; ich seufze recht von Her- Die Seele bleibt in Gottes Hand zensgrund nach jenen Himmels- in ewigem Vergnügen, das Menfreuden. Ach, liebster Tod, komm schenweisheit und Verstand zu bald heran, ich warte mit Ver- fassen nicht genügen. di god langen, in weißen Kleidern an- 7. An uns stirbt nichts als getban vor Gottes Thron zu Sterblichkeit, wir selbst sind uns prangen. ldging 7 2. Jbr schwachen Glieder scheut euch zwar, so früb entseelt zu werden; die Seele selber kann nicht gar ohn alle Pein der Erden, dare verloren; der Leib wird nur der Last befreit und himmlisch neu geboren. Denn was man bier verweslich sät, was hier verdirbt im Dunkeln, das wird, sobald 318 Vom es auferstebt, voll Glanz und Schönheit funkeln. 8. Drum gebt, ihr schwachen Glieder ihr, euch willig hin der Erden; es wird von eurer Zahl und Zier ja nichts verloren werden. Der Leib, der vormals mich bedeckt, wird dort mich wieder fleiden, wenn ich in meinem Fleisch erweckt, beschaue Gott in Freuden. 9. Dem ich im Glauben hier gedient, der wird mich dorthin bringen, wo tausend, tausend vor mir sind und ewig Heilig! singen. O Herrlichkeit, wie find ich mich, wenn engelreine Seelen mit dem verklärtem Leibe sich vor Gottes Stuhl vermählen! 10. Gott selbst mit seinem Angesicht wird ewig mich erquicken; ihn werde ich in seinem Licht zur Wonne mir erblicken. Und was all meine Lebenszeit von ihm mir Guts geschehen, das wird im Licht der Ewigkeit vor meinen Augen stehen. 31 Joh. 3at. Schüs, geb. 1640, † 1690. Eigne Melodie, 541. Wer weiß, wie nahe mir mein Ende! Hin geht die Zeit, ber kommt der Tod. Ach, wie geschwinde und behende fann fommen meine Todesnot! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. / 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am früben Morgen war; denn weil ich leb auf dieser Erden, leb ich in steter Todsgefahr. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. Tode. ANA DUA 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken, und wenn ich einmal sterben muß, die Seel in Jesu Wunden senken und ja nicht sparen meine Buß. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für und seufze ſtets in allen Fällen: Herr, wie du willt, so schicks mit mir! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. / 5. Mach immer süßer mir den Himmel und immer bittrer dieſe Welt; gib, daß mir in dem Weltgetümmel die Ewigkeit sei vorgestellt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 6. Ach, Vater, deck all meine Sünde mit dem Verdienste Jesu zu, darin ich mich fest glaubig winde; das gibt mir die ersehnte Rub. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 7. Nichts ists, das mich von Jesu scheide, nichts, es sei Leben oder Tod; ich leg die Hand in seine Seite und sage: mein Herr und mein Gott! Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 8. Ich habe Jesum angezogen schon längst in meiner heilgen Tauf; daher bist du mir auch gewogen, bast mich zum Kind genommen auf. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 9. Ich habe Jesu Leib gegessen, ich hab sein Blut getrunken hier; Vom nun fann er meiner nicht vergessen, ich bleib in ihm, und er in mir. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 10. So tomm mein End beut oder morgen, ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt; ich bin und bleib in deinen Sorgen, mit Jesu Blut schön ausgeschmückt. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs nur mit meinem Ende gut. 11. Ich leb indes mit dir vergnüget und sterb ohn alles Kümmernis; mir gnüget, wie mein Gott es füget, ich glaub und bin es ganz gewiß: durch deine Gnad und Christi Blut machst dus mit meinem Ende gut. Äm. Juliane v. SchwarzburgRudolstadt(?), geb. 1637,+ 1706. Tode. 319 führe mich, du bist mein Licht, laß die Engel mir begegnen, daß sie mich zur süßen Ruh tragen nach dem Himmel zu.di il 5. Treuer Jesu! laß mich nicht, denn ohn dich will ich nicht sterben; niemand, wie dein Mund selbst spricht, kann ohn dich den Himmel erben; darum bleib, ach bleib bei mir, daß ich selig sterb in dir. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 542. Liebster Jesu! laß mich nicht, schau auf mich, wenn ich muß kämpfen, wenn der Tod die Glieder bricht; hilf, daß ich ihn möge dämpfen und durch deinen Kreuzestod überwinden alle Not. 2. Treuer Jesu! laß mich nicht, denn du bist ein Arzt der Schwadhen; ja, du hast dich mir verpflicht't, daß du willt mich selig machen; meine Kräfte neigen sich, o mein Jesu! stärke mich. 3. Starker Jesu! laß mich nicht, weil ich doch an dir nur hange; mich erschreckt zwar das Gericht, und die Sünde macht mir bange; aber dein Verdienst und Huld decket alle meine Schuld. 6. Jesu! laß auch diese nicht, so dann bitter um mich weinen; laß dein gnädig Angesicht ihnen stets mit Trost erscheinen; zeuch sie aus dem Ungemach endlich in den Himmel nach! Bach. Herrmanu, geb. 1643,+ 1716. Mel. Wer weiß, wie nahe 2c. 543. Ich sterbe täglich, und mein Leben eilt immerfort zum Grabe bin. Wer kann mir einen Bürgen geben, ob ich noch morgen lebend bin? Die Zeit geht bin, der Tod kommt her; ady, wer nur immer fertig wär! 4. Süßer Jesu! laß mich nicht, wenn du siehst, ich soll gesegnen; 2. Ein Mensch, der sich mit Sünden träget, ist immer reif zu Sarg und Grab; der Apfel, der den Wurm schon heget, fällt endlich unversehens ab. Der alte Bund schleußt keinen aus; mein Leib ist auch ein Totenhaus. 3. Es schickt der Tod nicht immer Boten; er kommet oft unangemeldt und fordert uns ins Reich der Toten; wohl dem, der Haus und Herz bestellt! Denn ewig Unglück oder Glück hängt nur an einem Augenblick. 4. Herr aller Herren, Tod und Leben bast du allein in deiner Hand. Wie lange du mir Frist 320 Vom gegeben, das ist und bleibt mir unbekannt; hilf, daß ich jeden Seigerschlag an meinen Abschied denken mag. 5. Es fann vor Abend anders werden, als es am Morgen mit mir war. Den einen Fuß hab ich auf Erden, den andern auf der Totenbahr. Ein kleiner Schritt ist nur dabin, wo ich der Würmer Speise bin. 6. Ein einzger Schlag fann alles enden, und Fall und Tod beisammen sein. Doch schlage nur mit Baterhänden und schleuß in Christi Tod mich ein, daß, wann der Leib zu Boden fällt, die Seel an Jesu Kreuz fich hält. 7. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, wenn Auge, Mund und Herz sich schleußt. Drum bet ich bei gesunden Tagen: Herr, ich befehl dir meinen Geist! Verschließen meine Lippen sich, so schreie Jesu Blut für mich. 8. Kann ich die Meinen nicht gesegnen, fo segne du sie mehr als ich. Wenn lauter Thränen mir begegnen, o Tröster, so erbarme dich und lasse der Verlaßnen Schrein durch deinen Trost 134 erhörlich sein. 9. Dringt mir der letzte Stoß zum Herzen, so schließe mir den Himmel auf; verfürze mir des Todes Schmerzen und bole mich zu dir hinauf; so wird mein Abschied keine Pein, zwar eilig, dennoch selig sein. Benj. Schmold, geb. 1672,+ 1737. Me 1. Jesus, meine Zuverſicht ¿ C. o 544. Meine Lebenszeit ver ftreicht, stündlich eil ich zu dem Tode. Grabe; und wie wenig ists viel leicht, das ich noch zu leben habe? Denk, o Mensch, an deinen Tod, säume nicht; denn ins ist not. 2. Lebe, wie du, wann du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, nichts wird dich im Tod erfreun; diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Jesum liebt, nur ein ruhiges Gewissen. das vor Gott dir Zeugnis gibt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, ist des Todes Freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten Not. Freunde hilflos um dich beben. dann wird über Welt und Tod dich dies reine Herz erheben; dann erschreckt dich kein Gericht. Gott ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott und bet und wache. Sorge nicht, wie früh du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern nicht nur den Tod nicht scheun, lern auch seiner dich erfreun. 6. Überwind ihn durch Vertraun, sprich: Ich weiß, an wen ich glaube, und ich weiß, ich werd ihn schaun einst in diesem meis nem Leibe. Er, der rief: es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht! sdh d 7. Tritt im Geist zum Grab oft bin, siebe dein Gebein versenken; sprich: Herr, daß ich Erde bin, lebre du mich stets bedenken; lehre du michs jeden Tag, daß ich weiser werden mag. N Christi. Fürchteg. Gellert, geb. 1715,+ 1769. Vom Mel. Balet will ich dir zc. 545. Die auf der Erde wat len, die Sterblichen, sind Staub. Sie blühen auf und fallen, des Todes sichrer Raub. Verborgen ist die Stunde, da Gottes Stimme rust; doch jede, jede Stunde bringt näher uns der Gruft. 2. Getrøst gebn Gottes Kinder die öde, dunkle Bahn, zu der versteckte Sünder verzweiflungsvoll sich nahn, wo selbst der freche Spötter nicht mehr zu spotten wagt, vor dir, vor seinem Retter, erzittert und verzagt. 3. Wann diese Bahn zu gehen, dein Will einst mir gebeut, wann nahe vor mir stehen Gericht und Ewigkeit, wann meine Kräfte bes ben, und nun das Herz mir bricht: Herr, über Tod und Leben, o dann verlaß mich nicht! 4. Hilf, Todesüberwinder, hilf mir in dieser Angst, der du zum Heil der Sünder selbst mit dem Tode rangst. Und wenn des Kampfes Ende gewaltiger mich faßt, nimm mich in deine Hände, den du erlöset hast. 5. Des Himmels Bonn und Freuden faßt nie ein sterblich Herz. O Trost für kurze Leiden, für kur zen Todesschmerz! Dem Todesüberwinder sei ewig Preis und Dank! Preis ihm, der für uns Sünder den Kelch des Todes trank. 6. Heil denen, die auf Erden sidy schon dem Himmel weihn, die aufgelöst zu werden mit heilger Furcht sich freun! Bereit, es Gott zu geben, wann er, ihr Herr, gebeut, gehn sie getrost durchs Le ben bin zur Unsterblichkeit! Gottfr. Benedikt Junt, geb. 1784,+ 1814. Tode. 321 MeL Jesus, meine Zuversicht 2c. 546. Geht nun bin und grabt mein Grab, denn ich bin des Wanderns müde; von der Frde scheid ich ab, denn mir rust des Himmels Friede, denn mir ruft die süße Ruh von den Engeln droben zu. 2. Geht nun bin und grabt mein Grab; meinen Lauf hab ich vollendet, lege nun den Wanderstab hin, wo alles Jrdsche endet; lege selbst mich nun hinein in das Bette sonder Pein. 3. Was soll ich hienieden noch in dem dunklen Thale machen? Denn wie mächtig, stolz und hoch wir auch stellen unsre Sachen, muß es doch wie Sand zergehn, wann die Winde drüber wehn. 4. Darum, Erde, fahre wohl, laß mich nun in Frieden scheiden! Deine Hoffnung, ach, ist bobl, deine Freuden find nur Leiden, deine Schönheit Unbestand, eitel Wahn und Trug und Tand. 5. Darum letzte gute Nacht, Sonn und Mond und liebe Sterne, fahret wohl mit eurer Pracht! Denn ich reis in weite Ferne, reise bin zu jenem Glanz, worin ihr erbleichet ganz ge 6. Jhr, die nun in Trauer geht, fahret wohl ihr lieben Freunde; was von oben niederweht, tröstet ja des Herrn Ge meinde; weint nicht ob dem eitlen Echein, droben nur tann ewig sein.ordablompe Inst num 7. Weinet nicht, daß die will von der Welt den nehmen, daß ich aus dem Irrtum will, aus den Schatten, aus dem 21 322 Vom Schemen, aus dem Eitlen, aus dem Nichts hin ins Land des ewgen Lichts. 8. Weinet nicht! Mein süßes Heil, meinen Heiland hab ich funden, und ich habe auch mein Teil in den warmen Herzenswunden, moraus einst sein heilges Blut floß der ganzen Welt zu gut. 9. Weint nicht! Mein Erlöser lebt: hoch vom finstern Erdenstaube hell empor die Hoffnung schwebt, und der Himmelsbeld, der Glaube, und die ewge Liebe spricht: Kind des Vaters, ztttre nicht! Ernst Moriz Arndt, geb. 1769,+ 1860. Lob und Begräbnis von Kindern. Mel. Ermuntre dich, mein 2c. 547. Du bist zwar mein und bleibest mein; wer will mirs anders sagen? Doch bist du nicht nur mein allein; der Herr von ewgen Tagen, der hat das meiste Recht an dir, der fordert und erhebt von mir dich, o mein Kind, mein Wille, mein Herz und Wunsches Fülle. Tode. Haupt und Ehr, ein Quell, draus Alt und Jungen in aller Welt entsprungen. 4. Ich sehne mich nach meinem Sohn; und der mir ihn gegeben, will, daß er nab an seinem Thron Ich im Himmel solle leben. sprech: ach web! mein Licht verschwindt; Gott spricht: willkomm, du liebes Kind; dich will ich bei mir haben und ewig reichlich laben. 2. Ach, gält es wünschen, wollt ich dich, du Sternlein meiner Seelen, vor allem Weltgut ewiglich mir wünschen und erwählen. Ich wollte sagen: Bleib bei mir; du sollst sein meines Hauses Zier; an dir will ich mein Lieben bis in mein Sterben üben. 3. So sagt mein Herz und meint es gut; Gott aber meints noch besser. Groß ist die Lieb in meinem Mut; in Gott ist sie noch größer. Ich bin ein Vater und nichts mehr; Gott ist der Väter 5. O süßer Rat, o schönes Wort, und beilger, als wir den= ken! Bei Gott ist ja kein böser Ort, fein Unglück und kein Kränfen, fein Angst, kein Mangel, kein Versehn; bei Gott kann keinem Leid geschehn; wen Gott vers sorgt und liebet, wird nimmermehr betrübet. 6. Ach, sollt ich doch von ferne stehn und nur ein wenig hören, wenn deine Sinne fich erhöhn und Gottes Namen ehren, der heilig, heilig, heilig ist, durch den auch du geheiligt bist; ich weiß, ich würde müssen vor Freuden Thränen gießen. 7. Nun es sei ja! und bleib also: ich will nicht um dich weinen; du lebst und bist von Herzen froh, fiebst lauter Sonnen scheinen, die Sonnen ewger Freud und Ruh, da leb und bleib nur immerzu; wills Gott, werd ich mit andern auch bald hinüber wandern. Paul Gerhardt, geb. 1807,+ 1676. Mel. Herzlich thut mich zc. 548. So hab ich obgefieget; mein Lauf ist nun vollbracht. Ich bin gar wohl vergnüget; zu Vom Tode. tausend guter Nacht! Ihr aber, meine Lieben, thut nicht so ängstiglich. Was wollt ihr euch betrüben? Stehts doch sehr gut um mich. 2. Denkt, Bater, wie viel Sorgen, wie manche wache Nacht, wie manchen düstern Morgen ein liebes Kind oft macht. Was ihm kann widerfahren, das fürchtet, der es liebt; den Kummer könnt ihr sparen, drum seid doch unbetrübt. 3. Ach, Mutter, laßt die Zähren, stellt euer Klagen ein, des Höchsten sein Begehren das muß erfüllet sein; warum ihr jeße weinet und gar so kläglich thut, das ist sehr wohl gemeinet: Gott machet alles gut. 4. Die Freude, die sich reget bei einem Wandersmann, wenn er die Reis hinleget und kommet glücklich an, die Freude, die empsindet ein Schiffer, wenn er schier ein sichern Hafen findet, die spür ich jetzt bei mir. 5. Fahr hin, o Angst und Schmerzen, fahr immer, immer hin! Ich freue mich von Herzen, daß ich erlöset bin. Ich leb in tausend Freuden in meines Schöpfers Hand; mich trifft und rührt kein Leiden, so dieser Welt bekannt. 6. Die noch auf Erden wallen in irrtumsvoller Zeit, vermögen faum zu lallen von froher Ewigkeit. Biel besser, wohl gestorben, als in der Welt gelebt; die Schwachheit ist verdorben, worinnen ich geschwebt. 7. Schmückt meinen Sarg mit Kränzen, wie sonst ein Siegs323 mann prangt. Aus jenen Himmelslenzen hat meine Seel erlangt die ewig grüne Krone; die werte Siegespracht rührt her von Gottes Sohne, der hat mich so bedacht. 8. Noch neget ihr die Wangen, ihr Eltern, über mir; euch hat das Leid umfangen, das Herze bricht euch schier. Des Vaters treue Liebe sieht sehnlich in mein Grab; die Mutter stehet trübe und kehrt die Augen ab. 9. Ich war euch nur geliehen auf eine kurze Zeit. Will Gott mich zu sich ziehen, so werfet hin das Leid und sprecht: Gott hats gegeben, Gott nimmts! Er hat es Recht, bei ihm steht Tod und Leben; der Mensch ist Gottes Knecht. 10. Daß ihr mein Grab müßt sehen, zeigt unsern schwachen Stand. Daß es sobald geschehen, Gott thut Gottes Vaterhand. wird das Leid euch stillen; ich sterbe nicht zu jung; wer stirbt nach Gottes Willen, der stirbt schon alt genung. Gottfr. Wilh. Sacer, geb. 1635, † 1699. Mel. Es ist genug 2c. 549. 3euch hin, mein Kind! denn Gott selbst fordert dich aus dieser argen Welt. Ich leide zwar, dein Tod betrübet mich; doch weil es Gott gefällt, so unterlaß ich alles Klagen und will mit stillem Geiste sagen: Zeuch hin, mein Kind! 2. Zeuch hin, mein Kind! der Schöpfer hat dich mir nur in die Welt geliebn. Die Zeit ist weg; darum befiehlt er dir, jetzt wie21* 324 Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. der abzuziehn. Zeuch hin! Gott hat es so versehen; was dieser will, das muß geschehen; zeuch hin, mein Kind! 3. Zeuch bin, mein Kind! im Himmel findest du, was dir die Welt versagt; denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Ruh, da wird kein Schmerz erfragt. Hier müssen wir in Ängsten schweben; dort kannst du ewig fröhlich leben; zeuch hin, mein Kind! 4. 3euch hin, mein Kind! wir folgen alle nach, sobald es Gott Eigne Melodie. 550. Es ist gewißlich an der Zeit, daß Gottes Sohn wird fommen in seiner großen Herrlichkeit, zu richten Bös und Frommen. Dann wird das Lachen werden teur, wann alles wird vergebn im Feur, wie Petrus davon schreibet. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 2. Posaunen wird man hören gehn an aller Welten Ende. Darauf bald werden auferstehn all Toten gar bebende. Die aber noch das Leben han, die wird der Herr von Stunde an verwandeln und verneuen. gefällt. Du eilest fort, eh dir das Ungemach verbittert diese Welt. Wer lange lebt, steht lang im Leide; wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude; zeuch hin, mein Kind! 5. 3euch hin, mein Kind! die Engel warten schon auf deinen frommen Geist. Du siebest auch, wie Gottes lieber Sohn dir schon die Krone weist. Nun wohl, dein Seelchen ist entbunden, du haft im Herren überwunden: zeuch hin, mein Kind! 3. Darnach wird man ablesen bald ein Buch, darin geschrieben, was alle Menschen, jung und alt, auf Erden ban getrieben; da dann gewißlich jedermann wird hören, was er hat gethan in seinem ganzen Leben. 4. D weh demselben, welcher Gottfr. Hoffmann, geb. 1858,+ 1712. hat des Herren Wort verachtet, und nur auf Erden früh und spat nach großem Gut getrachtet. Der wird fürwahr gar kabl beſtehn und mit dem Satan müssen gehn von Christo in die Hölle. 5. D Jesu, hilf zur selben Zeit von wegen deiner Wunden, daß ich im Buch der Seligkeit werd eingezeichnet funden. Daran ich denn auch zweifle nicht; denn du hast ja den Feind gericht't und meine Schuld bezahlet. 6. Derhalben mein Fürsprecher sei, wenn du nun wirst erscheinen, und lies mich aus dem Buche frei, darinnen stehn die Deinen, auf daß ich samt den Brüdern mein mit dii geh in den Himmel ein, den du uns bast erworben. 7. O Jesu Christ, du machst es lang mit deinem jüngsten Tage! Den Leuten wird auf Erden bang von wegen vieler Plage. Komm doch, komm doch, du Richter groß. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 325 in dir; mein sehnlich Herz so groß Verlangen hat und ist nicht mehr bei mir. Weit über Berg und Thale, weit über blaches Feld schwingt es sich über alle und eilt aus dieser Welt. Inde 2. O schöner Tag und du viel schönste Stund, wann wirst du kommen schier, da ich mit Lust, mit freiem Freudenmund die Seele geb von mir in Gottes treue Hände zum auserwählten Pfand, daß sie mit Heil anlände in jenem Baterland? und mach uns bald in Gnaden los von allem Übel. Amen! Barth. Ringwalbt, geb. 1530,+ 1598. old Eigne Melodie. 551. Wachet auf, ruft uns die Stimme der Wächter sehr boch auf der Zinne; wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht beißt diese Stunde; sie rufen uns mit bellem Munde: Wo seid ihr Flugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräutgam kömmt! Steht auf, die Lampen nebmt! Halleluja! Macht euch bereit zu der Hochzeit; ihr müsset ihm entgegengehn. 2. Zion hört die Wächter singen; das Herz thut ihr vor Freuden springen; sie wachet und steht eilend auf. Ibr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig; ihr Licht wird bell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werte Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl. 3. Gloria sei dir gesungen mit Menschen und mit Engelzungen, mit Harfen und mit Zimbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Thore an deiner Stadt; wir stehn im Chore der ( Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug bat je gespürt, kein Ohr hat je gebört solche Freude. Des jauchzen wir und singen dir das Hallelujo für und für. 19311 Phil. Nicolai, geb. 1566,+ 1608. na tum Eigne Melodie. 3. Jm Augenblick wird sie erbeben sich bis an das Firmament, wenn sie verläßt so sanft, so wunderlich die Stätt der Element, fährt auf Gliä Wagen mit großer Engelschar, die sie in Händen trägen, umgeben ganz und gar. 4. D Ehrenburg, sei nun gegrüßet mir, thu auf die Gnadenpfort; wie große Zeit hat mich verlangt nach dir, eh ich bin kommen fort aus jenem bösen Leben, aus jener Nichtigkeit, und mir Gott hat gegeben das Erb der Ewigkeit. 5. Was für ein Volk, was für ein edle Schar kommt dort ges zogen schon? Was auf der Erd von Auserwählten war, seh ich, die beste Kron, die Jesus mir, der Herre, entgegen hat gesandt, da ich noch war so ferne in meinem Thränenland; 6. Propheten groß und Patriarchen hoch, auch Christen ins gemein, die weiland dort trugen des Kreuzes Joch und der Ty552. Jerusalem, du hochge- rannen Bein, schau ich in Ghren baute Stadt, wollt Gott, ich wär schweben, in Freibeit überall 326 Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. mit Klarbeit hell umgeben, mit der nach Verdienst nicht lohnen! fonnenlichtem Strahl. Ich will verlassen alle Welt und ihr Lüste bassen. 7. Wann dann zuletzt ich angelanget bin im schönen Para- 6. Forthin soll mein Leben dir deis, von höchster Freud erfüllet zu Ehren nimmer sich von deinem wird der Sinn, der Mund von Wort abkehren. Dein will ich Lob und Preis. Das Halleluja bleiben; keine Welt soll mehr reine man fingt in Heiligkeit, von dir mich treiben. das Hofianna feine ohn End in Ewigkeit, 7. Deine Gnadenthür steht allen offen, die auf dich in diesem Leben hoffen; die ohn dich sterben, müssen dort mit Leib und Seel verderben. 8. Mit Jubelklang, mit Instrumenten schön auf Chören ohne Zahl, daß von dem Schall und lieblichen Getön sich regt der Freudensaal, mit hunderttausend Zungen, mit Stimmen noch viel mehr, wie von Anfang gesungen das große Himmelsbeer. Job. Matth. Meyfart, geb. 1590,+ 1642. Mel. O wie selig seid 2c. 553. Dwie mögen wir doch unser Leben so der Welt und ihrer Lust ergeben, und uns selbst scheiden von der Frommen Ruh und tausend Freuden? 2. Müssen wir nicht auch nach kurzen Jahren zu den Toten in die Grube fahren? Es wird geschehen, daß ein jeder seinen Lohn soll sehen. 3. Wenn die Welt ihr Ende nun genommen, und der Richter wird vom Himmel kommen, der wird entdecken alles, was wir meinten zu verstecken. 4. O was wird er für ein Urteil fällen, wenn er unser Thun wird vor sich stellen, wenn er wird finden, wie wir hier gelebt in lauter Sünden? 5. D Herr Christe, wollest meiner schonen, und mir Sün8. Darum schließ ich mich in deine Wunden, da ich meinen Sünden Rat gefunden; dein Kreuz und Leiden führet mich zu wahren Himmelsfreuden. Heinrich Albert, geb. 1604,+ 1668. Eigne Melodie. 554. Dwie selig seid ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Ihr seid entgangen aller Not, die uns noch hält gefangen. 2. Muß man hier doch wie im Kerker leben, da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben; was wir hier kennen, ist nur Müh und Herzeleid zu nennen. 3. Jhr hingegen ruht in eurer Kammer, sicher und befreit von allem Jammer. Kein Kreuz und Leiden ist euch binderlich in euren Freuden. 4. Christus wischet ab euch alle Thränen; habt das schon, wornach wir uns erst sehnen; euch wird gesungen, was durch feines Ohr allhie gedrungen. 5. Ach, wer wollte denn nicht gerne sterben und den Himmel für die Welt ererben? Wer wollt Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. bie bleiben, sich den Jammer länger lassen treiben? 6. Komm, o Christe, komm, uns auszuspannen; lös uns auf und führ uns bald von dannen! Bei dir, o Sonne, ist der frommen Seelen Freud und Wonne. Simon Dach, geb. 1605,+1659. Eigne Melodie. 555. Ewigkeit, du Donners wort! O Schwert, das durch die Seele bohrt! O Anfang sonder Ende! O Ewigkeit, Zeit ohne Zeit! Ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende; mein ganz erschrocknes Herz erbebt, daß mir die Zung am Gaumen flebt. 2. Kein Unglück ist in aller Welt, das endlich mit der Zeit nicht fällt, und ganz wird aufgehoben. hat nur fein Ziel; fie treibet fort und fort ihr Spiel, läßt nimmer ab zu toben. Ja, wie mein Heiland selber spricht: ihr Wurm und Feuer stirbet nicht. 3. Ewigkeit, du machst mir bang! Dewig, ewig ist zu lang! bier gilt fürwahr kein Scherzen. Drum wenn ich diese lange Nacht zusamt der großen Bein betracht, erschreck ich recht von Herzen. Nichts ist zu finden weit und breit so schrecklich als die Ewigkeit. 327 oft, o Menschenkind: kurz ist die Zeit, der Tod geschwind. 5. Wach auf, o Mensch, vom Sündenschlaf; ermuntre dich, verlornes Schaf, und beßre bald dein Leben! Wach auf, es ist doch hohe Zeit; es kommt beran die Ewigkeit, dir deinen Lohn zu geben. Vielleicht ist heut der letzte Tag. Wer weiß doch, wann er sterben mag? Stre 4. Ach Gott, wie bist du so gerecht; wie strafest du den bösen Knecht so hart im Pfuhl der Schmerzen! Auf kurze Sünden dieser Welt hast du die lange Pein bestellt. Ach, nimm es wohl zu Herzen! Betracht es 6. Ewigkeit, du Donnerwort! O Schwert, das durch die Seele bohrt! O Anfang sonder Ende! Ewigkeit, Zeit ohne Zeit! Ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hinwende. Nimm du mich, wann es dir gefällt, Herr Jesu, in dein Freudenzelt. Joh. Rift, geb. 1607,+ 1867. Eigne Melodie. 556. Alle Menschen müssen sterben, alles Fleisch vergeht wie Heu; was da lebet, muß verderben, soll es anders werden neu; dieser Leib der muß verwesen, wenn er anders soll genesen der so großen Herrlichkeit, die den Frommen ist bereit. 2. Drum so will ich dieses Leben, wann es meinem Gott beliebt, auch ganz willig von mir geben, bin darüber nicht betrübt; denn in meines Jesu Wunden hab ich schon Erlösung funden, und mein Trost in Todesnot ist des Herren Jesu Tod. 3. Jesus ist für mich gestorben, und sein Tod ist mein Gewinn; er hat mir das Heil erworben: drum fahr ich mit Freud dabin, hier aus diesem Weltgetümmel Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 328 in den schönen Gotteshimmel, da ich werde alle Zeit schauen die Dreieinigkeit. 4. Da wird sein das Freudenleben, da viel tausend Seelen schon find mit Himmelsglanz um geben, stehen da vor seinem Thron, da die Seraphinen prangen und das hohe Lied anfangen Heilig, beilig, heilig beißt Gott der Bater, Sohn und Geist. 5. Da die Patriarchen wobnen, die Propheten allzumal, wo auf ihren( Shrenthronen fizet die gezwölfte Zahl, wo in so viel tausend Jahren alle Frommen bingefahren, da wir unserm Gott zu Ehrn ewig Halleluja börn. 6. O Jerusalem, du schöne, ach, wie belle glänzest du! Ach, wie lieblich Lobgetöne hört man da in sanfter Ruh! D der großen Freud und Wonne! jepund gebet auf die Sorne, jegund gebet an der Tag, der fein Ende nehmen mag. 7. Ach, ich habe schon erblicket diese große Herrlichkeit; jegund werd ich schön geschmücket mit dem weißen Himmelskleid; mit der goldnen Ehrenkrone steh ich da vor Gottes Throne, schaue solche Freude an, die kein Ende nehmen kann. Johann Georg Albinus, geb. 1624,+1879. Eigne Melodie. 557. Welt, ade, ich bin dein müde, ich will nach dem Himmel ju; da wird sein der rechte Friede und die stolze Seelenruh. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, nichts denn lauter Eitelkeit; in dem Himmel allezeit Friede, Rub und Seligkeit. 2. Wenn ich werde dahin kom, men, bin ich aller Krankheit los und der Traurigkeit entnommen, rube sanft in Gottes Schoß. In der Welt ist Angst und Not, endlich gar der bittre Tod; aber dort ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. ad N 3. Was ist hier die Erdenfreude? Nebel, Dunst und Herzes leid; hier auf dieser schwarzen Heide sind die Laster ausgestreut. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, nichts denn lauter Eitelkeit; in dem Himmel allezeit Friede, Rub und Seligkeit. 4. Unaussprechlich schöne finget Gottes auserwählte Schar! Heilig, Heilig, Heilig! klinget in dem Himmel immerdar. Welt, bei dir ist Spott und Hohn und ein steter Jammerton; aber dort ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 5. Nichts ist hier denn lauter Weinen, feine Freude bleibet nicht; will uns gleich die Sonne scheinen, so verhemmt die Nacht das Licht. Welt, bei dir ist Angst und Not, Sorgen und der bittre Tod; in dem Himmel allezeit Friede, Rub und Seligkeit. 6. Nun es wird dennoch geschehen, daß ich auch in kurzer Zeit meinen Heiland werde seben in der großen Herrlichkeit. Denn bei uns ist lauter Not, Müh und Furcht, zuleßt der Tod; aber dort ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 7. O, wer nur dahin gelanget, wo jegund der schöne Chor in vergüldten Kronen pranget und die Stimme schwingt empor! Denn Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 329 die Welt hat Krieg und Streit, den; das gesteh ich, doch wird er all ihr Thun ist Eitelkeit; in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. mich erwecken aus der( Frden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn sein mög allezeit. 5. Dann wird eben diese Haut mich umgeben, wie ich gläube; Gott wird werden angeschaut dann von mir in diesem Leibe, und in diesem Fleisch werd ich Jesum seben ewiglich. 6. Dieser meiner Augen Licht wird ihn, meinen Heiland, kennen; ich, ich selbst, kein Fremder nicht, werd in seiner Liebe brennen. Nur die Schwachbeit um und an wird von mir ſein abgetban. 7. Was hier kranket, seufzt und fleht, wird dort frisch und herrlich geben. Irdisch werd ich ausgesät; himmlisch werd ich auferstehen. hier geh ich natürlich ein; nachmals werd ich geistlich sein. 8. 3eit, wann wirst du doch anbrechen? Stunden, o wann schlaget ihr, daß ich mich doch mög besprechen mit dem Schönsten für und für? Welt, du hast nurSturm und Streit, lauter Qual und Traurigkeit; aber dort ist allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 9. Jest will ich mich fertig machen, daß mein Thun vor Gott besteh, daß, wenn alles wird zertrachen, es heißt: komme, und nicht: geb. Welt, bei dir ist Angstgeschrel, Sorge, Furcht und Heuchelei; in dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. Johann Georg Albinus, geb. 1679. Eigne Melodie. 558. Jesus, meine Zuversicht und mein Heiland, ist im Leben. Dieses weiß ich; sollt ich nicht darum mich zufrieden geben, was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, er mein Heiland, lebt. Ich werd auch das Leben schauen, sein, wo mein Erlöser schwebt; warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden. Meine starke Glaubenshand wird in ihm gelegt befunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. nada 4. Ich bin Fleisch und muß daber auch einmal zu Aschen wer8. Seid getrost und hocherfreut! Jesus trägt euch, meine Glieder; gebt nicht statt der Traurigkeit! Sterbt ihr, Jesus rust euch wieder, wenn die letzt Posaun erklingt, die auch durch die Gräber dringt. 9. Lacht der finstern Erdenkluft, lacht des Todes und der Höllen! denn ihr sollt euch durch die Luft eurem Heiland zugesellen. Dann wird Schwachbeit und Verdruß liegen unter eurem Fuß. 10. Nur, daß ihr den Geist erhebt von den Lüsten dieser Erden, und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr beigefügt wollt werden. Schickt das Herze da binein, wo ibr ewig wünscht zu sein. Luise Henriette, Kurfürstin von Branbenburg(?), geb. 1627,+ 1667. 330 Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. Mel. Valet will ich dir zc. 559. Ermuntert euch, ihr Frommen, zeigt eurer Lampen Schein! Der Abend ist gekommen, die finstre Nacht bricht ein. Es hat sich aufgemachet der Bräutigam mit Pracht; auf! betet, kämpft und wachet, bald ist es Mitternacht. 2. Macht eure Lampen fertig und füllet fie mit Ol, und seid des Heils gewärtig, bereitet Leib und Seel; die Wächter Zions schreien: der Bräutigam ist nah; begegnet ihm im Reiben und fingt Halleluja! 3. Ihr klugen Jungfraun alle, bebt nun das Haupt empor mit Jauchzen und mit Schalle zum frohen Engelchor. Die Thür ist aufgeschlossen, die Hochzeit ist bereit; auf, auf, ihr Reichsgenossen! der Bräutgam ist nicht weit. 4. Er wird nicht lang verziehen, drum schlafet nicht mehr ein; man sieht die Bäume blühen; der schönste Frühlingsschein verheißt Erquicfungszeiten; die Abendröte zeigt den schönen Tag von weiten, davor das Dunkle weicht. 5. Begegnet ihm auf Erden, ihr, die ihr Zion liebt, mit freudigen Gebärden und seid nicht mehr betrübt; es sind die Freudenstanden gekommen, und der Braut wird, weil sie überwunden, die Krone nun vertraut. 6. Die ihr Geduld getragen und mitgestorben seid, sollt nun nach Kreuz und Klagen in Freuden sonder Leid mitleben und regieren, und vor des Lammes Thron mit Jauchzen triumphieren in eurer Siegeskron. 7. Hier sind die Siegespalmen; hier ist das weiße Kleid; hier stehn die Weizenhalmen im Frieden nach dem Streit und nach den Wintertagen; hier grünen die Gebein, die dort der Tod erschlagen; hier schenkt man Freudenwein. 8. Jesu, meine Wonne, komm bald und mach dich auf; geh auf, erwünschte Sonne, und fördre deinen Lauf! O Jesu, mach ein Ende und führ uns aus dem Streit; wir beben Haupt und Hände nach der Erlösungszeit. Laur. Laurentii, geb. 1660,+ 1722, Mel. O Jesu Christ, meins 2c. 560. Sündenmensch, bedenk den Tud, der letzten Stunde Angst und Not; mach dich mit wahrer Buß bereit, zu leben in der Ewigkeit. 2. Befizest du die ganze Welt mit höchster Ghr und allem Geld, erfreut es dich ein kleine Zeit und dienet nicht zur Ewigkeit. 3. Grschallt in deinen Ohren nicht: ihr Toten kommet vor Gericht? Ist doch der jüngste Tag nicht weit, dem folgen wird die Ewigkeit. 4. Wenn du begehrest Gottes Huld, so meid der Sünden schwere Schuld, die wider deine Seele streit: so bist du frei in Ewigkeit. 5. Unzählig ist der Sternen Heer, die Tropfen und der Sand am Meer; doch haben sie Maß, Ziel und Zeit und gleichen nicht der Ewigkeit. 6. Besinn und denke fort und Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. fort, was ewig! für ein Donnerwort. Ach, keiner Zeiten Zeit befreit dich von der ewgen Ewigkeit. Georg Phil. Harsdörfer, geb. 1607,+1658. Me 1. Jesus, meine Zuversicht 2c. 561. Himmelan geht unfre Bahn; wir sind Gäste nur auf Grden, bis wir dort nach Kanaan durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgrimsstand, droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist! denn du bist ein himmlisch Wesen und kannst das, was irdisch beißt, nicht zu deinem Zweck erlesen. Gin von Gott erleuchter Sinn kehrt in seinen Ursprung hin. 3. Himmelan! ruft er mir zu, wenn ich ihn im Worte böre; das weist mir den Ort der Ruh, wo ich einmal hingehöre. Wenn mich dieses Wort bewahrt, halt ich eine Himmelfahrt. 4. Himmelan! denk ich allzeit, wann er mir die Tafel decket, und mein Geist bier allbereit eine Kraft des Himmels schmecket. Nach der Kost im Jammerthal folgt des Lammes Hochzeitmahl. 331 Ich will allen eitlen Wahn durch die Himmelsluft vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. Benjamin Schmold, geb 1672, † 1737. 5. Himmelan! mein Glaube zeigt mir das schöne Los von ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonne, Mond und Sterne; denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 6. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimat führen, da ich über alle Not ewig werde triumphieren. Jesus gebt mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 7. Himmelan, ach bimmelan! das soll meine Losung bleiben. Mel. Valet will ich dir zc. 562. Ich geb zu deinem Grabe, du großer Osterfürst, weil ich die Hoffnung habe, daß du mir zeigen wirst, wie man fann fröhlich sterben und fröhlich auferstehn, auch mit den Himmelserben ins Land des Lebens gehn. 2. Du liegest in der Erde und hast sie eingeweiht, wenn ich begraben werde, daß sich mein Herz nicht scheut, auch in den Staub zu legen, was zu dem Staube kehrt, weil dir doch allerwegen die Erde zugehört. 3. Du schläfest in dem Grabe, daß ich auch meine Ruh an diesem Orte habe; du drückst die Augen zu, so soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht; ich werde den wohl schauen, der mir zur Seiten steht. 4. Dein Grab war wohl vers fiegelt, doch brichst du es ents zwei, wenn mich der Tod verriegelt, so bin ich dennoch frei. Du wirst den Stein schon rücken, der auch mein Grab bedeckt; da werd ich den erblicken, der mich vom Tod erweckt. 5. Du fährest in die Höhe und zeigest mir die Bahn, wohin ich endlich gehe, da ich dich finden fann. Dort ist es sicher wohnen, wo lauter Glanz um dich; da warten lauter Kronen in deiner Hand auf mich. disim 6. meines Lebens Leben, o Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 332 meines Todes Tod! Ich will mich dir ergeben in meiner leßten Not. Ich will mein Bette machen in deine liebe Gruft; da werd ich schon erwachen, wenn deine Stimme ruft. 7. Du wirst den Ölberg zeigen, wo man gen Himmel fährt; da will ich fröhlich steigen, bis daß ich eingekehrt in Salems Fries denshäuser; da beißts: Halleluja! da trägt man Siegesreiser; ach, wär ich nur schon da! Benjamin Schmold, geb. 1672,+ 1737. Mel. Unser Herrscher, unser 2c. 563. D Jerusalem, du schöne, da man Gott beständig ehrt und das bimmlische Getöne: Heilig, Heilig, Heilig! hört; ach, wann fomm ich doch einmal bin zu deiner Bürger Zabl? 2. Ach, wie wünsch ich, dich zu schauen, Jesu, liebster Seelenfreund, dort auf deinen Salems auen, wo man nicht mehr flagt und weint, sondern in dem höchsten Licht schauet Gottes Angesicht! Quan durch so mancherlei Beschwer, ach, so laß in Kreuz und Bein Hoffnung meinen Anker sein. 6. Laß dein Angesicht nur winken, so ist Wind und Meer gestillt. Christi Schifflein kann nicht finken, wär das Meer auch noch so wild; obgleich Mast und Segel bricht, läßt doch Gott die Seinen nicht. The 60 Nach Friedr. Konrad Hiller, aus dem Württemberger Gesangbuch. Mel. Unser Herrscher, unser 20. 564. Wer sind die vor Gottes Throne? Was ist das für eine Schar? Träget jeder eine Krone, glänzen wie die Sterne flar; Halleluja fingen all, loben Gott mit hohem Schall. 2. Wer sind die, so Palmen tragen wie ein Sieger in der Hand, wann er seinen Feind geschlagen, hingestrecket in den Welcher Streit und Sand? welcher Krieg hat gezeuget diesen Sieg? 3. Wer sind die in reiner Seide, welche ist Gerechtigkeit, angethan mit weißem Kleide, das bestäubet keine Zeit und veraltet nimmermehr? Wo find diese kommen her? 3. Komm doch, führe mich mit Freuden aus der Fremde hartem Stand; hol mich heim nach vielen Leiden in das rechte Vaterland, 4. Es sind die, so wohl gewo dein Lebenswasser quillt, das den Durst auf ewig stillt.rungen für des großen Gottes 4. O der auserwählten Stätte, hr, haben Welt und Tod beo der Wohnung voller Zier! Ach, zwungen, folgend nicht dem daß ich doch Flügel hätte, mich sündgen Heer, die erlanget auf zu schwingen bald von bier nach den Krieg durch des Lammes der neuerbauten Stadt, welche Blut den Sieg. Gott zur Sonne hat! dsl sé 5. Soll ich aber länger bleiben auf dem ungestümen Meer, wo mich Sturm und Wellen treiben 5. Es sind die, so viel erlitten Trübsal, Schmerzen, Angst und Not, im Gebet auch oft gestrite ten mit dem hochgelobten Gott. Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 333 Mel. Wachet auf, ruft zc. 565. Selig find des Himmels Erben, die Toten, die im Herren sterben, zur Auferstehung eingeweiht. Nach den letzten Augenblicken des Todesschlummers folgt Entzücken, folgt Wonne der Unsterblichkeit. Im Frieden ruben fie, los von der Erde Müb. Sofianna! Vor Gottes Thron, zu seinem Sohn, begleiten ihre Werke fie. Nun hat dieser Kampf ein End; Gott hat all ihr Leid gewendt. Heil 6. Es sind Zweige eines Stan mes, der uns Huld und gebracht; haben in dem Blut des Lammes ihre Kleider hell gemacht; sind geschmückt mit Heiligkeit, prangen nun im Ehrenkleid. 7. Es sind die, so stets erschienen hier als Priester vor dem Herrn, Tag und Nacht bereit zu dienen, Leib und Seel geopfert gern; nunmehr stehn sie all herum vor dem Stuhl im Heiligtum. 8. Dahin streck auch ich die Hände, o Herr Jesu, zu dir aus; mein Gebet ich zu dir wende, weil ich noch in deinem Haus hier auf Erden steh im Streit; treibe, Herr, die Feinde weit. 9. Hilf mir in dem Kampfe siegen wider Sünde, Höll und Welt; laß mich nicht darnieder liegen, wenn ein Sturm mich überfällt. Führe mich aus aller Not, Herr, mein Fels, mein treuer Gott! 10. Daß mein Teil sei bei den Frommen, welche, Herr, dir ähnlich sind, daß auch ich der Not entnommen, als dein dir getreues Kind dann, genahet zu dem Thron, nehme den verheignen Lohn. 11. Welches Wort faßt diese Bonne, wann ich mit der heilgen Schar in dem Strabl der reinen Sonne leuchte wie die Sterne klar! Amen, Lob sei dir bereit, Dank und Preis in Ewigkeit! Heinr. Theobald Schend, † 1727. 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, ewig. ewig Ehre sei dir, Versöhner, Jesu Christ! Jhr, der Überwinder Chöre, bringt Dank, Anbetung, Preis und Ehre dem Lamme, das geopfert ist! Er sant, wie wir, ins Grab, wischt unsre Thränen ab, alle Thränen! Er hats vollbracht! Nicht Tag, nicht Nacht wird an des Lammes Throne sein. 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne scheint uns alsdann; er ist die Sonne, der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn. Heil, nach dem wir weinend rangen, nun bist du, Heil, uns aufgegangen, nicht mehr im Dunkel, nicht von fern! nun weinen wir nicht mehr, das Alte ist nicht mehr, Halleluja! ( Fr sank hinab, wie wir, ins Grab. Er ging zu Gott, wir folgen ihm. Friedr. Gottlieb Klopstock, geb. 1724,+ 1808. Mel. Es ist gewißlich au zc. 566. Groß wird des Sünders Elend sein, unendlich schwer zu tragen. Ach, unter des Gewissens Pein wird seine Seele zagen, wann ihn, den nichts zur Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 334 Buße weckt, der Tag des Weltgerichts erschreckt, zur Rechenschaft ihn fordert. 2. Berschwendet ist die Gnadenzeit! Wie viele seiner Stunden find in dem Dienst der Eitelkeit vergebens ihm verschwunden! Er hat des Lebens Zweck verfehlt, o welche Neu ergreift und quält 567. Der unsre Menschheit zu spät nun seine Seele! 3. Wo bleibt nun jedes eitle Gut, worauf sein Wunsch sich lenkte? Wo bleibt der Stolz, der Übermut, womit er andre fränkte? Gebeugt ist jetzt sein tropig Herz, und jede Lust wird nun in Schmerz, in Bein und Qual verwandelt. 4. Nun flucht ihm, wer des Lasters Bahn, durch ihn verführt, erwählte; nun klagen ihn die Seelen an, die er aus Bosheit quälte; und jeder Schmerz, durch ihn vermehrt, und jedes Glück, durch ihn gestört, tritt furchtbar ihm vor Augen. 5. Des Richters ernste Stimme spricht: Weicht von mir, Übelthäter! Und selber sein Gewissen spricht: Du bist ein Übelthäter! Von Gottes Angesicht verbannt, fühlt er, was sonst er frech verkannt: Gott ist gerechter Richter. 6. O Sünder, fichre Sünder, eilt, euch reuvoll zu bekehren! Laßt nicht, weil das Gericht verweilt, euch durch den Wahn bethören, zur Beßrung sei noch immer Zeit, und fern sei noch die Ewigkeit, fern des Gerichtes Strafe. ein schneller Tod die Zeit zur Beßrung rauben. Jezt noch will Gott Erbarmer sein, will eure Sünden noch verzeihn. O suchet seine Gnade. 7. Sie kömmt, ihr mögt, was Gott euch droht, bezweifeln oder glauben; und leicht kann euch Joach. Christ. Grot, geb. 1788,+ 1800. us dis Mel. Ewigkeit, du 2c. an sich nahm, als er uns zu verföhnen kam, kommt einst zu richten wieder; nicht fern ist seiner Zukunft Zeit, in aller seiner Herrlichkeit steigt Jesus dann hernieder; vernimms, o Welt, und begre dich! Der Tag des Schreckens nahet sich. 2. Warum verzeucht er? fragt der Spott. Wo bleibt der Sünden Rächer, Gott? Hört, Sünder, hörts mit Beben: euch, die ihr frech ihm widerstrebt und in der Bosheit sicher lebt, zur Beßrung Frist zu geben! Doch bald ist cuer Maß erfüllt, bald kommt der Richter und vergilt! 3. Dann öffnet um euch her sich weit der Abgrund jener Ewigfeit mit allen seinen Schrecken; dann wird euch, wann der Richter droht, nicht Berg und Meer, nicht Grab und Tod vor seinem Zorne decken; denn nun nicht mehr erbarmt er sich, und sein Gericht ist fürchterlich. 4. Wann furchtbar seiner Donner Schall und tönender Posaunen Hall der Erde Grund erschüttern, und plößlich nun der Bau der Welt wankt, krachend stürzt, in Trümmern fällt, wann selbst die Himmel zittern, und vor den Richter bingerückt der Spötter glaubet und erschricht: Auferstehung, Gericht und ewiges Leben. 5. Dann ist nicht mehr zur Buße Zeit; wo werdet ihr Barmherzigkeit und Gnad und Rettung finden, die ihr der Bosheit Maß noch häuft? Fühlt, eh euch dieser Tag ergreift, die Lasten eurer Sünden, daß ihr nicht selbst euch einst verflucht und in Verzweiflung Lindrung sucht. 6. Mein Herz erschrickt; es bebt in mir mein Innerstes, o Gott, vor dir, ich bin ein Missethäter! Begnadige, wenn dein Gericht auch mir mein ewig Urteil spricht, mich, Herr, den Übertreter! Du, der die Sünder nicht verstößt, du, Jesu, bast auch mich erlöst! 7. Tag Gottes, Tag der Ewigfeit, du predigst uns den Wert der Zeit laut mit des Donners Stimme! Reizt, Menschen, nicht durch eure Schuld den Gott der Langmut und Geduld, daß er nicht schnell ergrimme; denn schrecklich wird der Sünder Pein, und groß der Frommen Wonne sein! Gottfr. Bened. Funk, geb. 1734,+ 1814. 335 gerufen werden. Dein Gericht schonet nicht, Richter aller Welten; du, du willst vergelten. 3. Web dann mir in Ewigkeit, wenn ich deine Gabe, meine Kräfte, meine Zeit hier gemißbraucht habe! Wehe mir, hab ich hier fie nicht treu verwendet, sorglos fie verschwendet! me ve 4. Möchte täglich dein Gericht mir vor Augen schweben! Möcht ich immer meiner Pflicht treu zu bleiben streben, daß ich nie tböricht sie außer Augen seße, nie fie frech verlege! 5. Lehre mich gewissenhaft meine Tage zählen, eingedenk der Rechenschaft, nur, was gut ist, wählen. Gib, daß ich ernstlich mich täglich und auch heute darauf vorbereite. Mel. Straf mich nicht zc. 568. Herr, ich bin dein Eigentum, dein ist auch mein Leben; mir zum Heil und dir zum Ruhm hast du mirs gegeben. Väterlich führst du mich auf des Lebens Wegen meinem Ziel entgegen. 2. Ginst kommst du mit großer Kraft zum Gericht auf Erden, und ich soll zur Rechenschaft dann 6. Zeigt sich erst die Ewigkeit furchtbar in der Nähe, o dann ist es nicht mehr Zeit, daß ich Gnad erflehe. Wann der Tod schon mir droht, kann ich deinen Willen, Herr, nicht mehr erfüllen. 7. Mein Gewissen strafe mich gleich bei jeder Sünde, daß ich, Mittler, bald durch dich Gnade such und finde. Rufe du dann mir zu: Such in mir dein Leben, dann ist dir vergeben! 8. Finst am Tage des Gerichts werd ich mit den Frommen zu dem Anschaun deines Lichts gnädig aufgenommen. Wonnevoll, Jesu. soll dich im höhern Leben dann mein Dank erheben. Balth. Münter, geb. 1735,+ 1798. Bot 14 tm 1100 Register. [ Nach den Nummern der Lieder.] Nr. 28 . 408 314 Ach bleib bei uns, Herr Jesu. X Ach bleib mit deiner Gnade 1!!|$ 1 Ach Gott des Himmels, lasse Ach Gott, erhör mein Seufzen Ach Gott, gib du uns deine Ach, Gott und Herr, wie groß Ach Gott, verlaß mich nicht Ach, Gott vom Himmel 22 338 24 301 Ach Gott, wie manches 405 506 534 Ach, Herre, du gerechter Gott. Ach wie flüchtig, ach wie nichtig. Ach, wie heilig ist der Ort. Ach, wir armen Sünder Ach, wundergroßer Siegesheld. / Allein Gott in der Höh 91 140 164 Allein zu dir, Herr Jesu Christ.. 337 556 Alle Menschen müssen sterben Alles ist an Gottes Segen 260 106 Als Jesus an dem Kreuze Am Kreuz erblaßt. 110 An dir allein, an dir hab 346 Auf, auf, ihr meine Lieder 443 Auf, auf, ihr Reichsgenoffen Auf, auf, mein Herz Auf, Christen, laßt uns unsern. Auf, Christenmensch! auf, auf Auf Chrifti Himmelfahrt allein Auf diesen Tag bedenken wir Auferstehn, ja auferstehn Auf Gott und nicht auf Auf, ihr Heiden, lobet. Auf meinen lieben Gott Aus Gnaden soll ich selig Aus meines Herzens Grunde Aus tiefer Not laßt uns Aus tiefer Not schrei ich Befiehl du deine Wege. Bei dir, Jesu, will ich bleiben Bescher uns, Herr, das täglich Beschränkt, ihr Weisen dieser Bejawertes Herz, leg ab Betgemeine, heilge dich. Bleib ja bei mir Bringt her dem Herren Lob 52 32 - 277 371 139 .. 136 230 399 331 406 . 364 432 175 174 Christe, du Beistand deiner Christe, du bist der helle Tag 173/ Chrifte, du Lamm Gottes Christen erwarten in allerlei Christ fuhr gen Himmel Chrifti Blut und Gerechtigkeit Christ ist erstanden Christ lag in Todesbanden Chrift, unser Herr, zum Christus, der ist mein Leben Christus ist erstanden Danket, danket Gott mit Das alte Jahr ist nun dahin Das alte Jahr vergangen. Das liebe neue Jahr geht an Das walte Gott, der helfen Das walt Gott Vater und Gott Deines Gottes freue dich. Dein Wort, o Herr, bringt Dein Wort, o Höchfter, ist Dennoch bleib ich stets an Der Abend komm die Conne Der du, Herr Jesu, Nuh und Der du kannst nichts, als gütig Der du uns als Vater liebest Der Glaube macht allein. Nr. 409 211 458 356 34 29 42 10 317 . 463 187 505 135 276 115 117 182 529 118 206 74 73 72 449 433 367 324 310 421 481 . 113 499 160 360 Register. . Nr. 235 Edler Geist im Himmelsthrone. 258 Ein fefte Burg 248 Ein Jahr der Sterblichkeit Der Glaub ist eine Zuversicht. Der Herr, der aller Enden Der Herr ist Gott und keiner Der Herr ist mein getreuer. Der Hölle Pforten sind Ter lieben Sonne Licht und Der Sabbat ift vergangen Der Tag ist hin, mein Geift Der Tag mit seinem Lichte. Der Thron der Weltbeherrscher Der unsre Menschheit an.. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht Die auf der Erde wallen Die Christen gehn von Ort Die Feinde deines Kreuzes Die güldne Sonne, voll Frend Die helle Sonne leucht. Die Herrlichkeit der Erben Die Himmel rühmen Die Macht der Wahrheit Die Nacht ist kommen, drin Die Nacht nunmehr vergangen Dies ist der Tag, den Gott Dies ist die Nacht, da mir Die Sonn hat sich mit ihrem. Dies sind die heilgen zehn Die Sünden sind vergeben Dir, dir, Jehova, will ich Dir, höchster Herr und König..180 Dreieinigkeit, der Gottheit.... 167 Du bist in die Welt gekommen 271 Du bist zwar mein und bleibeft. 547 Du dreimal großer Gott... 165 Du großer Schmerzenmann. Du, Herr, bist meine Zuversicht 263 Du Herr der Seraphinen 95 255 249 Du, meine Seele, finge Durch Adams Fall .266 77 Durch Trauern und durch Du unerforschlichs Meer der.186 Du Vater deiner Menschenkinder.379 Du wesentliches Wort 264 124 475 489 479 . 469 181 567 296 545 228 326 439 . 431 . 537 247 330 . 464 454 71 68 468 302 . 362 26 . 270 Ein Jahr geht nach dem Ein Lämmlein geht und trägt Ein reines Herz, Herr. Eins ist not; ach Herr Ei, wie so sanft entschliefest Erhalt uns, Herr, bei Erhebe dich, o meine Seel Erinnre dich, mein Geist. Ermuntert euch, ihr Frommen Ermuntre dich, mein schwacher Erneure mich, o ewges Licht Erschienen ist der herrlich Es fähret heute Gottes. Es hat der Herr zu allen Es ist das Heil uns. Es ist genug, so nimm Es ist gewißlich an der Zeit Es ist nicht schwer, ein Christ Es ist vollbracht! Er ist. Es ist vollbracht, Gott Lob. Es tostet viel, ein Christ. Es woll uns Gott genädig Ewig, ewig bin ich dein Fahre fort, fahre fort, Zion. ✔ Fang dein Werk mit. Freu dich sehr, o meine Freuet euch, ihr Christen. Freuet euch, ihr Gottes Kinder Fröhlich soll mein Herze Früh morgens, da die Sonn Für alle Güte fei 337 Nr. . 300 . 170 79 80 98 372 288 227 313 447 . 130 559 65 298 120 138 222 267 538 . 550 . 393 107 536 392 . 328 209 320 494 . 530 66 . 85 62 122 484 Gedente mein Geht hin, ihr gläubigen Geht nun hin und grabt meinon Geist vom Vater und vom Getreuzigter, zu deinen Füßen Gelobet sei der Herr, mein 22 27 244 546 299 430 166 X 338 Gelobet feift du, Jesu Chrift Gelobt sei Gott im höchsten Gib dich zufrieden und sei stille. Gott, deine Gnade bringt uns Gott, deine Güte reicht so weit Gott, den ich als Liebe tenne Gott, der Vater, wohn uns Gott der wirds wohl machen Gott des Himmels und der Gott, dir gefällt kein Gott, du Licht, das ewig Gott, durch dessen Wort Gottes Sohn ist kommen Gottes und Marien Sohn Gott fähret auf gen Himmel Gott, gib einen milden Regen Gott ist gegenwärtig; laſſet. Gott ist mein Hort Gott ist mein Lied Gott ist und bleibt getreu Gott lebet noch Gott Lob! der Tag ist nun Gott Lob! die Woch ist auch Gott Lob! ein neues Kirchenjahr. Gott Lob! ein Schritt zur Gott Lob! ich bin aufs neu Gott Lob! nun ist die Nacht Gott Lob! nun ist erschollen Gott, mein einziges Vertrauen Gott ruft der Sonn und. Gott sei Dank durch alle Welt Gott sei gelobet und gebenedeiet. Gott sorgt für dich, was. Gott Vater, höre unsre Bitt Gott Vater, sende deinen Geift Gott versiegle nun das Wort Gott, vor dessen Angesichte Gott wills machen, daß die. Großer Gott von alten Zeiten Großer Immanuel, schaue von Großer Mittler, der zur Groß wird der Sünder Elend Register. Nr. 57 119 410 366 30 508 163 261 437 349 446 253 60 269 141 156 242 309 Halleluja, jauchzt, ihr Chöre Halleluja! Lob, Preis und Halt im Gedächtnis 246 426 Herr Gott, du bist von Ewigkeit 451 . 502 Heiland, deine Menschenliebe Herr Christe, treuer Heiland Herr, deine Allmacht reicht Herr, deine Rechte und Gebot Herr, dein Wort, die edle Herr, der du als ein stilles Herr, der du deinen Namen Herr, der du in der Höhe Herr, der du mir das Leben Herr, der du vormals haft Herr, du haft für alle Sünder Herr, du wollst uns vorbereiten Herr, es ist von meinem Leben Herr Gott, der du den Ehestand Herr Gott, dich loben wir 1 Herr Gott, dich loben wir, regier. 504 251 528 460 568 498 . 354 36 418 Herr Gott, nun schleuß den 473 Herr Gott, Vater im 486 Herr, ich bin dein Eigentum 56 Herr, ich bitte dich, erwähle 478 Herr Jesu Chrift, dein teures. 205 Herr Jesu Christ, dich zu uns Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, Nr. - 132 - 169 196 274 92 252 384 308 200 82 347 485 - 503 195 . 201 sieh doch Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, wir kommen 391 81 45 202 414 183 . 297 43 243 424 Herr, mein Versöhner, der du Herr, nun laß in Friede 33 321 272 Herr, öffne mir die Herzensthür 566 Herr, ohne Glauben kann Herr Jesu, der du selbst von Herr Jesu, Gnadensonne. Herr Jesu, Licht der Heiden Herr, mein Licht, erleuchte 477 221 212 . 191 Herr Jesu Christe, Gottes Sohn 46 Herr Jesu Christe, mein getreuer 193 Herr Jesu Christ, wahr Mensch.. 518 Herr Jesu, deine Angst und Pein. 102 219 25 89 311 400 53: 37 237 Herr, stärke meinen schwachen Herr, stärke mich, dein Leiden Herr, unser Gott, laß nicht Herr, von unendlichem Herr, vor deinem Angesicht Herr, wie du willst, so schicks Herr, wie sind noch viel Herr Zebaoth, dein heilges Herzlich lieb hab ich dich Herzlich thut mich verlangen Herzliebster Jesit, was hast Hent triumphieret Gottes Hilf, Helfer, hilf, du kannst Hilf, Helfer, hilf in Angst Hilf, Herr Jesu! laß gelingen Himmelan geht unfre Bahn Hinunter ist der Sonnenschein Hirte deiner Schafe Höchster, dent ich an Höchster Gott, durch deinen Höchster Tröfter, komm Hofianna Davids Sohne Hosianna! Davids Sohn kommt Hüter, wird die Nacht der Jauchzet Gott in allen Landen Jauchzet, ihr Himmel Ich armer Mensch doch gar Ich armer Mensch, ich Ich bin bei Gott in Gnaden Ich bin ein Gast auf Erden Ich bin getauft auf deinen Ich bin ja, Herr, in deiner Ich bin im Himmel 360 Ich danke dir für deinen TODE Ich danke dir, o Gott, in Ich erhebe mein Gemüte Ich freue mich, mein Gott Ich geh zu deinem Grabe Ich glaube, daß die Heiligen Ich habe nun den Grund Ich hab in Gottes Herz und ope whe Sto Register. Nr. 380 109 159 51 53 453 513 275 41 521' 333 305 18 524 93 121 428 404 76 Ich weiß von feinem andern 561 Ich will dich immer treuer 465 Ich will dich lieben, meine 480 Ich will von meiner Missethat. 348 Je größer Kreuz je näher 452/ Jehova, Jehova, Jehova Jerusalem, du hochgebaute Jesaia, dem Propheten, das Sejn, bittend fommen wir Jesu, deiner zu gedenken Seju, deine tiefen Wunden Jesu, der du meine Seele Jesu, der du wollen büßen. Ich hab in guten Stunden Ich hab mich Gott ergeben 532 359 103 435 217 355 562 Ich komme, Herr, und suche Ich komme vor dein Angesicht ITY 323 Ich lasse Gott in allem Ich lobe dich von ganzer 128 69 527 Jesu, geh voran 411 Ich ruf zu dir, Herr Jesu Ich schäme mich des Heilands Ich finge dir mit Herz und Ich sterbe täglich Ich und mein Haus wir sind Ich weiß, an wen ich glaube Ich weiß, an wen mein Glaub Ich weiß, mein Gott, daß 1069.343 105 223 215 Jesu, großer Wunderstern 86 351 Jesu, hilf fiegen, du Fürste 377 533 Jesu, meine Freude 282 208 Jein, meiner Seele Leben 285 339 Nr. 509 525 199 31 417 322 17 278 6 543 495 236 239 259 358 293 283 7.344 422 14 552 162 334 d. 294 94 Jesu, meines Lebens Leben Jesus Christus herrscht als Jesus Christus, unser Heiland, 357/ Jesus, 1918 97 144 der den Tod Jesus Christus, unser Heiland, der von uns Jesus ist mein Leben Jejus lebt, mit ihm auch ich 116/ ist was to 190 295) .1310 meine Zuversicht ddru 558) Jesus nimmt die Sünder an.. 216 22* 340 Jesus soll die Losung sein Ihr Chriften auserforen Ihr Eltern, gute Nacht Immanuel! der Herr ist hier In allen meinen Thaten In Christi Wunden schlaf ich 3n dich hab ich gehoffet In dieser Morgenstund will Ist Gott für mich.. Komm auf uns, o Geist des Komm, Gott Schöpfer, heiliger Komm, heilger Geift, o Schöpfer Komm, heiliger Geist, Herre Komm, o tomm, du Geift des Kommst du, kommst du, Licht Sommt her, ihr Christen, voller Kommt und laßt euch Jesum König, dem kein König Register. Nr. 78 64 231 70 257 519 16 436 352 Mache dich, mein Geist, bereit Mach, Herr, Ein Herz. Machs mit mir, Gott, nach Macht hoch die Thür. Dian lobt dich in der Stille 161 147 146 148 - 155 Laffet mich mit Freuden sprechen Lasset uns mit Jefu ziehen Laß mich dein sein und Laß, Bater, deinen guten Geist Liebe, die du mich zum Bilde Liebster Jesu, laß mich nicht Liebster Jesu, wir sind hier, deinem Worte 184 389 19 . 368 47 172 . 385 . 273/ Morgenglanz der Ewigkeit Liebster Jesu, wir sind hier, dich und Liebster Vater, soll es sein Lobe den Herren, den mächtigen. Lobe den Herren, o meine Lobet den Herren alle, die ihn Lobt den Höchsten, Jesus lebet Lobt Gott, ihr Chriften, alle 284 542 185 39 539 8 13 440 133 61 Mein Auge wacht Mein bester Trost in diesem Mein erst Gefühl sei Meine Lebenszeit verstreicht Meine Seel ift ftille Meinen Jesum laß ich nicht Mein Gott, nun ist es wieder Mein Heiland nimmt die Mein Herz, gib dich zufrieden Mein Jesu, der dit vor dem ' Mein Jesus ist ein Freund. Mert, Seele, dir das große. Mir ist Erbarmung widerfahren. Mir nach, spricht Christus 375 224 526 44 .240 Mit Ernst, o Menschenkinder. Mit Fried und Freud ich fahr Mit meinem Gott geh ich Mitten wir im Leben Nimm von uns, Herr, du Nun bitten wir den heiligen Nun bricht die finstre Nacht Nun bringen wir den Leib Nun dantet alle Gott Nun danket all und bringet Nun freut euch, Gottes Kinder Nun freut euch, lieben Christen Nun, Gott Lob! es ist. Nun jauchzet all, ihr Frommen Nun kommt das neue Nin laßt uns den Leib Nun laßt uns gehn und Nun laßt uns Gott, den Tam lob, mein Seel, den Nun preiset alle. Nun ruhen alle Wälder Nun sich der Tag geendet hat Nun fich der Tag geendet, mein Num sich die Nacht geendet hat daß ich tausend Zungen Nr. 483 402 . 456 544 419 281 444 363 . 420 . 198 218 395 360 370 50 88 472 515 442 · 512 149 488 229 3 5 137 265 40 49 55 225 75 457 2 4 470 476 . 482 448 11 O du allerfüßte Freude O du Liebe meiner Liebe O Durchbrecher aller Bande O du Schöpfer aller Dinge. O Ewigkeit, du Donnerwort O frommer Gott, ich danke O frommer und getreuer Gott O Gott, der du das Firmament Gott, du frommer Gott. O Gott, du höchster Gnadenhort O Gottes Sohn, Herr Jesu Gott, von dem wir alles O Haupt voll Blut und Oheilger Geist, dit erger Oheilger Geift, fehr bei uns Oheilige Dreieinigkeit. heilige Dreifaltigkeit heiliger Geist, o heiliger. Herre Gott, dein O hilf, Christe, Gottes Sohn Jerusalem, du schöne O Jesu Christe, wahres Licht O Jesu Christ, meins Lebens Jesu, du mein Bräutigam. Jesit, Herr der Herrlichkeit Jesu, Licht und Heil der O Jesu, meines Lebens Licht Jesu, meine Wonne O Jesu, süßes Licht. Jesu, treufter Heiland mein Jesu, poller Kraft OKönig aller Ehren O Lamm Gottes unschuldig Mensch, bedenk zu dieser O selges Licht, Dreifaltigkeit Sündenmensch, bedenk Tod, wo ist dein Stachel Traurigkeit, o Herzeleid Vater der Barmherzigkeit, der O Vater der Barmherzigkeit, ich O Welt, ich muß dich lassen Welt, sieh hier dein Leben Register. Nr. . 153 O wie mögen wir doch unser. Owie selig seid ihr doch, ihr O wie selig sind die Seelen 104 - 374 214 - 555 497 510 507 38 234 . 178 20/ Schaffe in mir, Gott, ein.. Schaffet, schaffet, Menschenkinder Schaff in mir, Gott, ein reines Schmücke dich, o liebe Seele Schmückt das Fest mit Maien Schutgott, deffen starke Rechte 100 150 154 Schwing dich auf zu deinem 500 Seele, du mußt munter 434 Seele, geh auf Golgathe 151 Seelenbräutigam 303 Seele, sei zufrieden 90 Seele, was ermüdst du dich. Seele, wenn du stets willft 563 329 Selig find des Himmels Sei getreu bis an das Ende Sei Gott getren 522 192 220 327 Sei Lob und Ehr dem höchsten Sei mir tausendmal gegrüßet 455 Sei stille, müdgequältes Herz Siegesfürst und Ehrenkönig. 204 450 Sieh, dein König kommt zu .466 Sieh, wie lieblich und wie 342 So führst du doch recht selig 83 So hab ich obgesieget 189 So hoff ich denn mit 517 So jemand spricht: ich liebe 462 So ist die Woche nun 560 Co fomm, geliebte Todesstund 123 Collt es gleich bisweilen 112 Sollt ich aus Furcht vor 319 Sollt ich jetzt noch), da mir 341 Sollt ich meinem Gott nicht 516 Sorge doch für meine Kinder 99 So ruhest du, o meine Ruh Ninge recht Nuhet wohl, ihr Totenbeine Rüstet euch, ihr Chriftenleute 341 Nr. - 553 554 - 290 378 226 376 . 188 373 345 194 158 256 . 353 445 108 286 423 291 396 . 565 . 388 369 9 101 429 - 143 54 394 262 548 238 397 487 540 415 307 401 7 496 114 342 Nr. So wahr ich lebe, spricht. 339 461 Speis uns, Vater, deine Kinder Straf mich nicht in deinem Zorn. 176 Such, wer da will 280 Thut mir auf die schöne Pforte. Trener Wächter Israel Überwinder, nimm die Palmen Unsre müden Augenlider Unumschränkte Liebe, gönne. Register. 35 514 Was ists, daß ich mich quäle. Was mein Gott will, das g'icheh Was willt du dich betrüben. Weicht, ihr Berge, fallt Welt, ade, ich bin dein müde. Wenn Christus seine Kirche. 129 474 241 523 15 23 365 501 Valet will ich dir geben Vater unser im Himmelreich Vergib uns, lieber Herre Gott Verlaß mich nicht, bis ich erkalte Verleih uns Frieden gnädiglich Versuchet euch doch selbst . 316 Verzage nicht, du Häuflein. Vom Himmel hoch da komm ich. Vom Himmel kam der Engel Von des Himmels Thron Von Gott will ich nicht lassen Vor deinen Thron tret ich - 390 58 59 210 . 382 Bor Gricht, Herr Jesu, steh ich. 438 213 Wach auf, dit Geift der ersten Wach auf, mein Herz, die Nacht Wach auf, mein Herz, und Wachet auf, ruft uns die. Wär Gott nicht mit uns Warum sollt ich mich denn Was Gott thut, das ist wohlgethan, es bleibt Was Gott thut, das ist wohlgethan, so denken 332 126 441 . 551 . 312 412 416 Wenn dein herzliebster Sohn Wenn ich, o Schöpfer, deine Wenn fleine Himmelserben Wenn meine Sünd mich fränken Wenn mein Stündlein Wenn wir in höchsten Nöten Werde Licht, du Stadt der Werde munter, mein Gemüte Wer den Ehstand will erwählen Wer Gottes Wort nicht hält Wer Gott vertraut, hat Wer ist wohl wie du Wer nur den lieben Gott läßt Wer recht die Pfingsten feiern. Wer sind die vor Gottes Nr. 268 254 232 96 520511 84 471 . 492 398 383 289 413 . 157 . 564 541 535 425 245 . 335 197 292 87 491 279 Wer weiß, wie nahe mir mein Wie fleucht dahin der Menschen Wie Gott mich führt, so will Wie groß ist des Allmächtgen Wie groß, wie angebetet ist. Wie heilig ist die Stätte hier. Wie herrlich ists, ein Schäflein Wie herrlich strahlt der Wie schön ists doch, Herr Jesu Wie schön leucht uns der Wie soll ich dich empfangen Wie wohl hast du gelabet. Wie wohl ist mir, o Freund Willkommen, Held im Streite Wir danken dir, Herr Jesu Chrift, daß du für uns Wir danken dir, Herr Jesu Chrift, 203 287 : 127 daß du unser Wir danken dir, Herr Jesu Chrift, daß du vom . Wir danken Gott für seine. Wir glauben all an Einen Gott, Schöpfer Wir glauben all an Einen Gott, 111 467 125 . 459 179 427 403 407 361 Vater 557 Wir liegen hier zu deinen Füßen 325 Wir Menschen find zu dem.... 304 233 168 . 177 Wir nahen uns, o Gottes Wir sind vereint, Herr Jesu Wir fingen dir, Immanuel. Wo Gott, der Herr, nicht bei Wohl dem, der den Herren Wohl dem, der Jesum liebet Wohl dem, der in Gotts Furchte Wohl dem Menschen, der nicht Wohl einem Haus, wo Jesus Womit soll ich dich wohl. Wo soll ich fliehen hin Register. Nr. 207 336 63 171 386 306 490 387 493 12 340 Wunderbarer Gnadenthron Wunderbarer König Beuch ein zu meinen Thoren Zeuch hin, mein Kind Zeuch uns nach dir Zion, gib dich nur zufrieden Zion tlagt mit Angst und Zum Himmel bist du Zween der Jünger gehn mit Zwei Ding, o Herr, bitt ich 343 Nr. 67 250 152 549 142 318 315 145 . 134 381 Anhang furzer Gebete, welche sämtlich aus Habermanns Gebetbuch genommen sind, mit Ausnahme des Reisegebetes und der den Sterbenden in den letzten Zügen vorzusprechenden Gebete. Morgensegen am Sonntag. met. Herr, himmlischer Bater, ewiger Gott, gebenedeiet sei deine göttliche Kraft und Allmächtigkeit, gelobet sei deine grundlose Güte und Barmherzigkeit, gepreiset sei deine ewige Weisheit und Wahrheit, daß du mich in dieser gefährlichen Nacht mit deiner Hand bedecket und unter dem Schatten deiner Flügel haft sicher ruhen und schlafen lassen, auch vor dem bösen Feind und allen seinen heimlichen Listen und Tücken bewahret und ganz väterlich beschirDarum lobe ich dich um deine Güte und um deine Wunder, die du an den Menschenkindern thuft, und will dich bei der Gemeine preisen; dein Lob foll allweg in meinem Munde sein, meine Seele soll allzeit dich, meinen Herrn, rühmen und was in mir ist, deinen heiligen Namen preisen, und will nimmermehr vergessen alles, was du mir Gutes gethan haft. So laß nun dir gefallen das Lobopfer aus meinem Munde, welches ich dir des Morgens früh in Einfältigkeit meines Herzens bringe. Ich rufe zu dir von ganzem Gemüt, du wollest mich heute diesen Tag auch behüten vor aller Gefahr Leibes und der Seelen, und deinen lieben Engeln über mir Befehl thun, daß sie mich behüten auf allen meinen Wegen. Ümgib mich zuringst mit deinem Schilde und führe mich auf dem Steig deiner Gebote, daß ich unsträflich wandele in deinem Dienst, wie die Kinder des Tages, zu deinem Wohlgefallen. Wehre dem bösen Feind und allen Ärgernissen dieser Welt, dazu steure meinem Fleisch und Blut, daß ich nicht, von ihnen überwältiget, etwan gröblich wider dich handele und dich mit meinen Sünden erzürne. Regiere du mich mit deinem heiligen Geist, daß ich nichts vornehme, thue, rede oder gedenke, denn allein was dir gefällig und zu Ehren deiner göttlichen Majestät gereichet. Siehe, mein Gott, ich übergebe und opfere dir mich heute ganz und gar eigen in deinen Willen, mit Leib und Seele, mit allem Vermögen und Kräften, innerlich und äußerlich. Mache du mich dir zu einem Opfer, das da lebendig, heilig und wohlgefällig sei, damit ich dir einen vernünftigen und angenehmen Gottesdienst leiste. Darum, du heiliger Vater, allmächtiger Gott, laß mich dein Eigentum sein, regiere mein Herz, Eeel und Gemüt, daß ich nichts, denn dich, wisse und verstehe. Herr, früh wollest du meine Stimme hören, früh will ich mich zu dir schicken und darauf merken, früh will ich dich loben und des Abends nicht aufhören, durch Jesum Chriftum, unsern Herrn. Amen! Abendsegen am Sonntag. Ewiger Gott, barmherziger Bater, ich hebe meine Hände auf zu dir, wie ein Abendopfer, und sage dir von Herzen Lob, Preis und Dank, daß du mich diesen Tag und die ganze Zeit meines Lebens vor allem Übel und Un fall durch den Schutz deiner lieben Engel wider den böjen Feind gnädiglich beschirmet hast. Ich bitte dich, du wolleft mir vergeben alle meine Sünde, wo ich unrecht gethan habe, und mich heute diese Nacht ferner mit deinen heiligen Engeln umgeben, daß sie sich zuringst um mich lagern und eine Wagenburg um mich schlagen, auf daß ich des bösen Feindes Fallstrickt und arger List möge entfliehen. Laß mich, dein armes Geschöpf, deiner Güte und Barmherzigkeit Morgensegen am Montag. befohlen sein. Schütze mich mit deinem ausgestreckten Arm; denn von Herzen begehre ich dein des Nachts, dazu mit meinem Geist in mir wache ich allezeit zu dir. Ich harre deiner Güte, und meine Seele hoffet auf dich, lebendiger Gott; denn du bist meine Zuflucht und treuer Heiland. Siehe, Herr, wir schlafen oder machen, so sind wir bein; wir leben oder sterben, so bist du ja unser Gott, der uns geschaffen hat. Darum schreie ich zu dir: laß deine Gnade nicht fern von mir sein, beschirme mich mit deinem Schild. Erhalte mich, daß Decke ich geruhiglich liege und sanft einschlafe und gefund wieder erwache. mich in deiner Hütten zur bösen Zeit, verbirg mich heimlich in deinem Gezelt und erhöhe mich auf einen Felsen, so werd ich mir nicht granten lassen; und ob ich schon wanderte im finstern Thal, werde ich kein Unglück fürchten; denn So verleihe mir nun du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. deine Gnade, daß mein Leib schlafe, die Seele aber allzeit zu dir wache, und daß ich dich stets in meinem Herzen habe, und du nimmermehr aus meinem BeGemüte kommeft, auf daß mich die Nacht der Sünden nicht überfalle. wahre mich vor bösen, schändlichen Träumen, vor unruhigem Wachen und unnitten Sorgen, vor argen, schweren Gedanken und vor aller Qual. Siehe, mein Gott und Herr, in deinen gnädigen Schutz befehle ich dir mein Leib und Seele( meine liebe Eltern, Geschwister) und alle, die mir mit Blutfreundschaft oder sonsten verwandt sind. Du getreuer Gott und Vater, du hast uns gemacht, wir sind deiner Hände Wert und Schafe deiner Weide. Laß dirs gefallen, Herr, daß du uns errettest, wende deine Barmherzigkeit nicht von uns, faß deine Güte und Treue allweg uns behüten. Darum bedecke uns in dieser Nacht mit deiner Güte, umfahe uns mit deiner Gnade auf allen Seiten, unterlege uns mit deiner Barmherzigkeit, daß wir an Seel und Leib behütet werden. Amen! 2 Morgensegen am Montag. du unsterblicher, gütiger und barmherziger Gott, Vater unsers Herrn Jesu Chrifti, dieweil du deinem Volk im Geset geboten hast, dir alle Morgen ein Brandopfer zu thun, dich damit zu loben und dir zu danken für deinen gnädigen Schutz, so bringe ich dir jetzt auch das Lobopfer, das ist, die Frucht meiner Lippen, und preise deinen heiligen Namen, daß du mich durch deine große Gnade und Barmherzigkeit heut diese Nacht vor allem übel und Schaben an Leib und Seele behütet und wider meinen Widersacher, den bösen Feind, ganz väterlich erhalten hast. Denn wo du nicht mein Schild und Beiftand wäreft gewesen, so hätte mich unzähliges Unglück verderbet, daß ich nicht gefund hätte mögen aufstehen. Darum danke ich dir jetzt billig für deine gnädige Beschüßung. Weiter schreie ich zu dir aus Grund meines Herzens, und mein Gebet kommt früh vor dich, früh suche ich dich und bitte, du wolleft mich mit allem, was mir zuständig ist, heut ferner behüten vor der List und Gewalt des Teufels, vor Sünden, Schanden und allem übel. Komme du mir zuvor in dieser Frühstunde mit deiner Gnade, sintemal ich ohne dich nichts vermag, und hilf, daß ich an diesem Tage alle meine Wert in deinem Namen chriftlich anfahe und seliglich vollführe zu Ehren deiner göttlichen Majestät und zu Nuts meines Nächsten. Bewahre meine Seele, Verstand, Vernunft, Sinne und Gedanken, all mein Thun und lassen, daß der leidige Teufel mir nicht fönne schaden. Beschütze mich vor der Seuche, die im Mittag verderbet; behüte mich vor allen meinen Feinden, sichtbaren und unsichtbaren, daß sie mich mit ihren Listen und Tücken, mit all ihrer Gewalt und Bosheit, heimlich und öffentlich nicht können verletzen noch beschädigen. Herr Gott Vater und Herr meines Lebens, behüte mich auch vor unzüchtigem Gesichte und wende von mir alle böse Lüfte. Laß mich nicht in Schlemmen und Unteuschheit geraten und behüte mich vor unverschämten Herzen. Hilf, daß ich durch deine Gnade das Aug. so mich ärgern will, ausreiße und von mir werfe durch Ablegung böjer Abendsegen am Montag. Morgensegen am Dienstag. 3 und unreiner Begierden des Herzens. Nimm von mir hinweg alles, was dir mißfällt und mir schädlich ist; gib mir, was dir wohlgefällt und mir nützlich ift, auf daß ich dir in wahrem Glauben diene. Siehe mich an, du Heiland aller Welt, mit den Augen deiner Barmherzigkeit und erleuchte mein Herz und Augen, daß ich wandele in dem Glanz deiner Gnaden, so über mir aufgehet, auf daß ich dich, das ewige Licht, nimmiermehr verliere. Amen! Abendsegen am Montag. du starter, lebendiger Gott, Vater unsers Herrn Jesu Chrifti, ich danke dir, daß du mich heute diesen Tag durch deinen göttlichen Schutz vor allem Schaden und Gefahr gnädiglich behütet hast, daß ich nicht bin kommen in Feuersnot, daß mich Wasserfluten nicht ersäuft haben, daß ich nicht bin gefallen in die Schärfe des Schwerts, daß mich die Feinde nicht ermordet und böse Leute nicht beschädigt haben, in Summa, daß ich nicht kommen bin in Gefährlichkeit Leibes und Lebens; das alles habe ich allein deiner Barmherzigfeit zu danken, der du mich auf allen meinen Wegen und Stegen behüteft. Ich bitte nun ferner, du wolleft mir vergeben alle meine Sünde, die ich wider dich gethan habe, und mich samt allen, so mir verwandt sind und zugehören, heut diese Nacht und die ganze Zeit unsers Lebens auch gnädiglich bewahren vor aller Angst und Beschwernis, vor des Teufels List und Geschwindigkeit, damit er uns Tag und Nacht gedenket zu bestricken. Behüte uns auch vor der schädlichen Bestilenz, die im Finstern schleichet; bewahre uns vor dem Strick des Feindes. Errette uns, daß wir nicht kommen in das Netz des Jägers, so unserer Seelen nachstehet. Beschütze uns auch vor schweren Sichtungen und Gebrechen, vor Furcht und Schrecken des Feindes, vor allem übel Leibes und der Seelen; denn du bist mein gewaltiger Schuß, meine große Stärke, mein Schirm wider alle Pfeile des Satans, mein Licht in Finsternis und Schatten des Todes. Du bist unsre feste Burg, unser Wehr und Waffen, unser Nothelfer, auf den wir hoffen. Darum, du getreuer Gott, laß deine Augen über uns offen sein und bewahre uns in dieser Nacht vor aller Gewalt und Anfechtung des bösen Feindes, sei unser Wächter und Hüter, umgib uns mit deinem Schutz, auf daß der Teufel uns nicht könne beschädigen; denn bei dir allein steht unser Heil, zu dir allein hebe ich meine Augen auf, daher mir Hilfe kommet; meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erden gemacht hat. Siehe, wie die Augen der Knechte auf die Hände ihrer Herren sehen; wie die Augen der Mägde auf die Hände ihrer Frauen: also sehen unfre Augen auf den Herrn, unsern Gott, bis er uns gnädig werde. Sei uns gnädig, Herr, sei uns gnädig; denn wir sind arm und elend. Erhebe über mich das Licht deines Antliges und erleuchte meine Augen, daß ich nicht im Tod entschlafe, der du lebeft und regiereft in Ewigkeit. Amen! Morgensegen am Dienstag. Gelobet jei Gott. der Schöpfer Himmels und der Erden, gelobet jei der Herr, der allein Wunder thut, und gelobet sei sein heiliger Name ewiglich! Der den Tag und die Nacht durch seine göttliche Weisheit geschaffen und unterschieden hat, dazu verordnet, daß, solang die Erde stehet, sie nicht sollen aufhören, auf daß der Mensch des Nachts möge seine Ruhe haben und am Tage wieder an seine Arbeit gehen. Herr, wie sind deine Werke so groß und viel, du haft sie alle weislich geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter. Für solche deine Wohlthaten sollen wir dir danken, ehe die Sonne aufgehet, und vor dich treten, wenn das Licht hervorbricht. Darum preise ich dich jetzt auch, daß du mich in dieser Nacht haft sicher schlafen und ruhen lassen, auch wiederum fröhlich und gesund erwachen, dazu vor aller des Feindes Gewalt und Bosheit väterlich beschirmet. Ich bitte dich, du wolleft meine Seele in Abendsegen am Dienstag. deine Händ einschließen, meinen Leib nach deinem Wohlgefallen gefund erhal ten und mich vor allem übel und Schaden behüten. Sei du mein gewaltiger Schutz, meine große Stärke, mein Schirm wider die Hitze, meine Hütte wider den heißen Mittag, meine Hut wider das Straucheln, meine Hilfe wider den Fall, auf daß mich fein übel treffe. gütiger Gott, weil die Stunde auch da ist, aufzustehen vom Schiaf der Sünden und aller ungerechtigkeit, fintemal unser Heil jetzt gar nahe ist, denn die Nacht ist vergangen und der Tag herbeikommen, so hilf, daß wir ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts, auf daß wir ehrbarlich wandeln, als am Tage, nicht in Freffen und Saufen, nicht in Geilheit und Unzucht, nicht in Hader und Neid, sondern daß wir anziehen Jesum Chriftum in wahrem Glauben und christli chem Wandel. Derhalben wecke mich alle Morgen, wecke mir das Ohr, daß ich mit gläubigem Herzen dein heiliges Wort höre, dasselbige in meinem Ge dächtnis behalte, auf daß ich meine Ohren neige zu dem Schreien und Flehen der Armen und Elenden, dieselben in ihrer Not nicht verlasse. Und wenn ich wieder in meiner Angst zu dir rufe, so erhöre du auch die Stimme meines Laß mein Flehens und verachte nicht das Seufzen in meiner letzten Not. Gebet früh vor dich kommen. Neige deine Ohren zu meinem Schreien. Erfülle uns früh mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich sein in dir unser Leben lang. Amen! 4 Abendsegen am Dienstag. Herr, gütiger Gott, heiliger Vater, des Tages schreie ich zu dir mit meiner Stimme; wenn mir angst ist, rufe ich zu dir, und des Abends gedenke ich an deine Güte und Treue, die du mir erzeiget haft, und sonderlich preise ich dich jetzund, daß du mich aus lauter Gnad und Barmherzigkeit, ohn all mein Verdienst und Würdigkeit, heut diesen verschienenen Tag vor unzähligem Schaden und Gefahr, die mich hätten treffen können, so ganz väterlich behütet hast, daß ich durch keinen bösen jähen Tod dem Satan heimgefallen bin, daß ich von Ungewitter, Hagel und Blitz nicht bin versehret worden, daß mich große Sturmwinde nicht beschädiget haben, und daß mich der böse Feind nach Dafür feiner höllischen Sucht auf keine andere Weise hat dürfen antaſten. fag ich dir jetzt und allezeit Lob und Dank und bitte dich um des bittern Leidens Jesu Christi willen, du wolleft mir verzeihen alle Mißhandlungen, so ich heut wider dich gethan habe, und mich die zukünftige Nacht auch gnädiglich bewahren vor meinem Widersacher, dem leidigen Teufel, sowie vor allem Schrecken und Entsetzen des Nachts. Behüte mich auch mit allem, was ich habe, vor Wassers- und Feuersnöten, vor allem übel Leibes und der Seelen. Laß mich geruhiglich ohn alle Sorg und Bekümmernis einschlafen, auf daß ich auch in Finsternis das Licht deines göttlichen Glanzes über mich scheinend möge sehen mit den Augen meines Herzens; denn du bist ein helles und wahrhaftiges Licht, welches da erleuchtet alle Dunkelheit, die uns umfangen hat. Dat, Herr Gott, bist bei mir, du bist mein Fels, mein Burg, mein Erretter, mein Hort, auf den ich traue, mein Schild und Horn meines Heils und mein Schuß. Herr, mein Gott, zu dir breite ich des Nachts meine Hände aus: komme zit mir, wie ein Spatregen, der das Land befeuchtet. Bleibe bei uns, Herr; denn der Tag hat sich geneiget, und ist niemand, der uns in dieser Finsternis schütze denn du allein, unser Gott. Eile mir zu helfen und schütze mich in dieser Nacht, daß mein Geist in Sünden nicht entschlafe, und meinem Leibe fein übel widerfahre. Wecke mich zu rechter und bequemer Zeit, und laß mich hören Freud und Wonne: denn ich habe Lust zu deinem Wort und Zeugnissen; die sind meines Herzens Trost. Gib, daß für meine Ohren nicht fomine eine traurige Botschaft und wende die Angst meiner Seelen; denn du kannst allein mein Leben fristen und mich mit allerlei Segen erfüllen in Christo Jesu, unserm Herrn. Amen! 5 Morgen- und Abendsegen am Mittwoch. Morgensegen am Mittwoch. Anmächtiger, barmherziger Gott, nachdem alle deine Kreaturen dich ohne Interlaß loben und preisen sollen, welches auch thun die Vögel unter dem Himmel, die früh gegen dem Tage mit ihrer Stimme aufs lieblichste dich, ewigen Gott, als ihren Herrn und Schöpfer rühmen, so danke ich dir jetzt auch von Herzen, daß du mich die vergangene Nacht und alle vorige Zeif meines Lebens unter deinem Schuß und Schirm bis auf diese gegenwärtige Stunde erhalten hast, und mich aus dem Schlaf und Finsternis dieser Nacht erwecket, fröhlich und gesund haft laffen aufstehen. Ich bitte dich durch die heilwärtige Auferstehung Jesu Christi von den Toten, du wolleft mich fürder auch behüten vor allem Unglück und übel, samt allen, die mir mit Blutsfreundschaft und sonsten verwandt sind. Herr, hilf deinem Volk und segne dein Erbe, und weide fie und erhöhe sie ewiglich. Du wolleft mich auch in dieser Frühstunde mit deiner Barmherzigkeit erfüllen, daß ich heut mit Freuden diesen ganzen Tag in deinen Geboten, ohne alle Todsünde zubringe. Erzeige mir beine Gnade; wie eine Tauwolte des Morgens und wie ein fruchtbarer Tau, der früh morgens fich ausbreitet und das Land befeuchtet, also wollest du deine Güte über mich ausstrecken, mein träges Gemüt erfrischen, daß ich wacker und fröhlich deinen Willen thue. Regiere mich mit deinem heiligen Geist, daß ich dir mit reinem Herzen möge dienen in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligteit, die dir gefällig ist. Behüte mich, daß ich heut nicht wider dich fiindige und etwan mein Gewissen beflecke mit fleischlichen Küsten, welche wider die Seele streiten. Bewahre auch meine Zunge vor Bösem und meine Lippen, daß sie nicht falsch reden oder trügen. Schandbare Wort und Narrenteiding, die den Chriften nicht geziemen, laß ferne von mir sein. Hilf, daß ich mit meinen Lippen niemand ärgere noch afterrede, urteile oder verdamme, auch niemand lästere oder schmähe. O daß ich könnt ein Schloß an meinen Mund legen und ein fest Siegel auf mein Maul drücken, daß ich dadurch nicht zu Fall käme, und meine Zunge mich nicht verderbete! Gib Gnade, daß ich mich felbst in meinen Gebrechen erkenne und strafe, damit ich nicht in dein gestreng Urteil und Gericht falle. Solches verleihe mir, ewiger Gott, durch Christum, deinen lieben Sohn. Amen! Abendsegen am Mittwoch. du heilige Dreifaltigkeit, in Einem göttlichen Wesen, der du bift mein Leben, Heil und ewiger Trost, dir sage ich mit Mund und Herzen Lob und Dank, daß du mich diesen Tag über gnädiglich behütet haft. Ich bitte deine göttliche Güte, du wolleft alle meine Missethat bedecken, allermeist aber, was ich heut wider dich und deine heilige Gebote mit meiner Zungen, mit unmitten, vergeblichen Worten, mit Asterreden und sonsten gesündiget habe, und wolleft mich diese zukünstige Nacht auch bewahren vor allem Schaden und GeGott, wie dein Name fahr; denn zu dir allein habe ich all mein Vertrauen. ift, so ist auch dein Ruhm bis an der Welt Ende; deine Rechte ist voll Gerechtigkeit. Darum befehle ich meinen Leib und Seele in deine Hände. So gebenedeie mich nun die göttliche Majestät, und beschirme mich die heilige Dreifaltigkeit, und erhalte mich die ewige Einigkeit. Es beschütze mich die unermeßliche Barmherzigkeit, es verteidige mich die unaussprechliche Mildigkeit, es erfreue mich die unendliche Süßigkeit, mich bedecke die höchste Wahrheit Gottes, mich stärke die tiefeste Erkenntnis Christi, mich bewahre die grundlose Gütigkeit des Herrn. Die Gnade des Vaters regiere mich, die Weisheit des Sohns erquicke mich, die Kraft des heiligen Geistes erleuchte mich. Schöpfer stehe mir bei, mein Erlöser helfe mir, mein Tröster beiwohne mir. Der Herr segne mich und behüte mich; der Herr erleuchte sein Angesicht über mich und sei mir gnädig; der Herr erhebe sein Angesicht auf mich) und gebe Mein 6 Morgen und Abendfegen am Donnerstag. mir Friede. Dieser Schutz und Segen der einigen und ewigen Gottheit sei heut und allzeit zwischen mir und allen meinen Feinden, sichtbaren und unfichtbaren, daß sie sich zu mir nicht können nahen, noch mich beschädigen. Gleichwie die Wolkensäule in der Wüsten sich machte zwischen das Heer der Agypter und das Heer Israel, daß diese und jene nicht fonnten zusammenfommen, damit den Kindern Israel kein Leid widerführe; also wollest du zwischen mir und allen meinen Feinden eine Feuermauer und Unterschied sein, daß sie mich nicht berühren. Erhalte mich auch an meinem letzten Stündlein, wenn meine Augen nimmer sehen, meine Ohren nimmer hören, und wenn meine Zunge nimmer redet, wenn meine Hände nimmer greifen, und die Füße nimmer gehen mögen, so stehe mir bei, du hochgelobte Dreifaltigkeit, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen! Morgensegen am Donnerstag. Herr Jesu Christe, der du bist das ewige, wahre Licht, welches da vertreibet die Finsternis des Nachts und Schatten des Todes, deinen Namen will ich rühmen, dir will ich lobsingen und danken, daß du mich in dieser Nacht so gnädiglich behütet und aus der Finsternis an das Licht gebracht hast. Mich hast du bewahret vor dem Grauen des Nachts, vor den Pfeilen, die des Tages fliegen, vor der Pestilenz, die im Finstern schleichet, vor der Seuche, die in Mittag verderbet. Auch hast du meine Seele mit deinem Schild umringet und bewachet, wie ein Hirt seine Herde bewachet. Dazu alles, was ich habe, ist durch deine große Barmherzigkeit unversehrt behütet worden. Für solchen gnädigen Schutz und alle deine Wohlthaten sei dir Lob und Preis gesagt; von beiner Macht will ich reden und des Morgens deine Güte rühmen; denn du bist meine höchste Zuversicht, meine feste Burg, meine starte Hilfe, mein treuer Gott, auf den ich traue; du erfreuest mein Herz und machest mir fröhlich das Angesicht. Ich bitte dich durch deine heilige Geburt und Menschwerdung, du wollest an diesem Tage deine Barmherzigkeit über mich lassen aufgehen und hervorbrechen, wie die schöne Morgenröte, und zu mir kommen, wie der Frühregen. Erleuchte meine blinde Natur und verdunkelt Herz mit dem Glanz deines göttlichen Lichtes, auf daß du in meinem Herzen aufgeheft, der du bist der rechte Morgenstern und das wahrhaftige Licht, welches erleuchtet die Menfchen zum ewigen Leben. Behüte mich auch heut vor allem übel, sei mir gnädig, Herr; denn auf dich harre ich, meine Seele wartet auf dich von einer Morgenwache bis zur andern. Sei du mein Arm früh, dazu mein Heil, zur Zeit der Trübfal. Beschirme mich an Leib und Seele, daß mir kein übels begegne, und keine Plage zu mir nahe. Treibe fern von mir alle böse Geister, stehe du bei mir wider die Boshastigen, tritt zu mir wider die Übelthäter und schüße mich, daß die Hand der Widerwärtigen mich nicht berühre. Herr, unser Gott, fördere das Werk unserer Hände bei uns, ja das Wert unserer Hände wolleft du fördern, und unsere Arme stärken, auch unsere Finger lehren halten deine Gebote, daß wir heut nicht wider dich fündigen. Solches verleihe uns um deiner Barmherzigkeit willen, welche für und für währet in Ewigkeit. Amen! Abendsegen am Donnerstag. Gelobet sei Gott der Vater durch Jesum Christum im heiligen Geist. ein einiger, ewiger Gott, der durch seine mannigfaltige Güte mich armen Sünder und elenden Menschen heut diesen Tag gnädiglich bewahret hat vor allen feurigen Pfeilen des Satans, die des Tages fliegen, vor der Seuche, die in Mittag verderbet, dazu vor dem jähen, schnellen Tod, und vor allem Schaden väterlich behütet. Herr, deine Güte reichet, so hoch der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. Du bist gnädig und barmherzig; alle Morgensegen am Freitag. 7 deine Werke find löblich. Ich bitte dich, mildreicher Gott, du wolleft mir aus Gnaden verzeihen alles, was ich heut wider dich gethan habe, es sei mit Werfen, Worten und Gedanken. Wollest auch deine Barmherzigkeit zu mir richten und mich die zukünftige Nacht lassen einschlafen und ruhen, daß ich dich, der du bist die ewige Ruhe, nun und nimmermehr verlasse, sondern in dir bleibe durch den Glauben und unter deinem Schirmn sicher wohne, auf daß sich der böse Feind nicht dürfe zu mir nahen und mir keinen Schaden könne zufügen. Herr, du bist mein Licht und mein Heil; vor wem sollt ich mich fürchten? Du bist meines Lebens Kraft, vor wem sollte mir grauen? Auf dich verlässet fich mein Herz, und mir ist geholfen. Du bist mein Trost und gewaltiger Schutz, Deine rechte Hand stärket mich, deine Rechte tröstet mich, und unter dem Schirm deiner Arme habe ich Zuflucht. Siehe, mein Gott, des Tages rufe ich, so antwortest du mir, und des Nachts schweige ich auch nicht, und du erhöreft inid). Wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich; wenn ich erwache, so rede ich von dir; denn du bist mein Helfer, und unter dem Schatten deiner Flügel ruhe ich; meine Seele hanget dir an, deine rechte Hand erhält mich. Wenn ich im Finstern sige, so ist doch der Herr mein Licht und mein Heil. O gütiger Gott, verleihe mir Gnad, daß, wenn mein Sterbstündlein herzunahet, und ich ins Tobbette zur ewigen Ruthe mich soll niederlegen, daß ich durch deine Hilfe im rechten, festen Glauben getroft und unverzagt möge se liglich zum ewigen Leben einschlafen. Indes enthalte mich dir, daß ich allzeit wache, nüchtern und mäßig lebe und in christlicher Bereitschaft erfunden werde, fintemal ich nicht wissen kann, zu welcher Stunde du, unser Gott, kommen wirft und mich von hinnen abfordern, auf daß ich würdig werde, zu stehen vor des Menschen Sohn, und nicht zu Schanden werde in seinem Gericht, der mit dir lebet und regieret in Ewigkeit. Amen! Morgensegen am Freitag. Gebenedeiet sei Gott, mein Schöpfer; gebenedciet sei Gott, mein Heiland; gebenedeiet sei Gott, mein höchster Trost, der mir gibt Gesundheit, Leben und Segen, der mein Schuß und Hilfe ist und mich an Leib und Seele nach seiner großen und hochberühmten Barmherzigkeit in dieser vergangenen Nacht vor mancherlei Beschädigung des Satans behütet und gesund an diesen Tag hat kommen lassen. Ich bitte dich, himmlischer Vater, durch den blutigen Schweiß Jesu Chrifti, deines lieben Sohns, du wollest mich heut diesen Tag auch in deinen göttlichen Schuß nehmen, mich beschirmen und handhaben, innerlich und äußerlich, daß mir kein Arges widerfahre; denn in deine Hände thu ich befehlen heut und alle Tage mein arme Seele, meinen elenden Leib, mein dürftiges Leben, meine Sinne, Vernunft, Verstand und Anschläge, alle meine Gedanken, Wort und Werke, mein Thun und lassen, meinen Eingang und Ausgang, mein Gehen und Stehen, mein Sizen und Liegen, meinen Willen und Ratschlag, mein Dichten und Trachten, meinen Glauben und Befenntnis, und was ich auswendig und inwendig bin und vermag, das Ende meines Lebens, den Tag und die Stunde meines Todes, mein Sterben und Auferstehen. Herr Gott, schaffe du es mit mir, wie du willst und weißest, was zu deiner Ehr und zu meiner Seligkeit das beste ist. Erhalte mich in deiner Furcht und wahrer Erkenntnis. Behüte mich vor den Werken der Ungerechtigkeit, und so ich etwa wider dich aus Gebrechlichkeit würde sündigen, so bitte ich dich, du wolleft deine Barmherzigkeit nicht von mir nehmen, deine Gnade nicht von mir wenden, deine Hilfe mir nicht entziehen; denn es ist sonst kein anderer Gott noch Helfer, vor dir ist kein anderer gemacht, so wird auch nach dir kein anderer fein; du, du bist der erste und der letzte, und außer dir ist kein Gott. Darum rufe ich zu dir allein: laß deine Güte über mich walten, laß mich früh hören deine Gnade, denn ich hoffe auf dich; leite meinen Fuß auf rechter Straßen, daß ich nicht wandele im Rat der Gottlosen, 8 Abendsegen am Freitag. noch trete auf den Weg der Sünder, noch sige, da die Spötter sigen, sondern daß ich all meines Herzens Luft und Liebe habe zu deinem Wort und Geboten und in denselbigen mich übe Tag und Nacht, durch unsern Herrn Jefum Chriftum. Amen! Danksagung für das Leiden Christi. Ich danke dir, Herr Jesu Christ, wahrer Gott und Mensch, daß du mich armen Sünder und verdammten Menschen ohn all meine Werte, Verdienst und Würdigkeit durch dein heilig Leiden, Sterben und Blutvergießen erlöset haft. Herr Jesu Christe, wie groß ist dein Leiden! wie schwer ist deine Pein! wie viel ist deiner Marter, wie tief sind deine Wunden, wie bitter und schmerzlich ist dein Tod! wie unaussprechlich ist deine Liebe, damit du mich deinem lieben Vater versöhnet haft, da du am Ölberg blutigen Schweiß vor großer Todes angst geschwiget, daß die Blutstropfen auf die Erde gefallen, und daselbst von allen deinen Jüngern verlassen, in die Hände der schnöden Juden und gottlosen Schar dich willig für mich ergeben, welche dich hart und ungeschwungen gebunden, von einem ungerechten Richter zum andern unbarmherzig geführet. Daselbst bist du fälschlich verflaget, verurteilet und verspeiet, verhöhnt und mit Fäusten in das Angesicht geschlagen worden; du bist um unsrer Missethat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen, gegeißelt und mit Dornen gekrönet und jämmerlich zugerichtet, wie ein armer Wurm, der nicht einem Menschen ähnlich gewesen; denn du wareft der Allerverachtetst und Unwertest, voller Schmerzen und Krankheit, also daß es auch ein heidnisch Herz erbarmet hat und gesagt: sehet, welch ein Mensch ist das! Du bist von wegen meiner Mißhandlung mitten unter zweien Übelthätern gerechnet und als ein Fluch aufgehängt, an Händen und Füßen mit Nägeln durchgraben, dazu in deinem höchsten Durst mit Essig und Gallen getränkt, und mit großen Schmerzen hast du deinen Geist aufgegeben, auf daß du unsere Schuld bezahLeft und wir durch deine Wunden geheilet würden. Herr Jesu Chrifte, fiir diese und andere alle deine Marter und Pein sage ich dir Lob und Dank und bitte dich: laß dein heiliges, bitter Leiden und Sterben an mir nicht verloren fein, sondern gib, daß ich mich desselben zu jeder Zeit von Herzen tröste und rithme, auch dasselbige also begehe und betrachte, daß alle böse Lüfte in mir ausgelöschet und gedämpfet, dagegen aber alle Tugenden eingepflanzet und gemehret werden, auf daß ich, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit lebe und deinem mir gelassenen Vorbild nachfolge, in deine Fußstapfen trete, das übel mit Geduld vertrage und das Unrecht mit gutem Gewissen leide. Amen! Abendsegen am Freitag. Gelobet sei der Herr, der allein Wunder thut, und gelobet sei sein hei liger Name ewiglich, und alle Lande müssen seiner Ehre voll werden. Ich will täglich rühmen von Gott, und des Abends soll ihm mein Mund danken für und für. Denn wenn ich schreie, so erhöret er mich, und wenn ich flehe, fo neiget er seine Ohren zu mir; wenn ich bete, mertet er auf meine Stimme. Der Herr ist meine Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die mich troffen haben. Darum sage ich dir, ewiger Gott, Lob und Preis, daß du mich heut diesen Tag väterlich behütet haft vor allem Unfall und Schaden, so mir hätten können begegnen. Mein Herz ist fröhlich, und meine Seele preifet dich um alle deine Güte und Barmherzigkeit. Meine Zunge soll ihr Ge präch von dir haben und immer sagen: hochgelobet jei Gott, gesegnet sei sein heiliger Name! Ich bitte dich, du wolleft mir aus Gnaden nachlassen alles, was ich heut wider dich gesündigt habe, und mich diese zukünftige Nacht samt allem, was mir zustehet, auch schützen. Sei du mein Schild und mein Schat Morgen- und Abendsegen am Sonnabend. 9 ten über meiner rechten Hand. O Herr, behüte mich vor allem übe, behilte meine Seele, sei mir gnädig; denn auf dich allein traue ich. Ich hoffe auf den Herrn und rufe zu Gott, dem Allerhöchsten, zu Gott, der meines Jammers ein Ende machet. Siehe, der mich behütet, schläfet nicht. Siehe, der Hüter 3srael schläft noch schlummert nicht; er wird meinen Gang erhalten auf rechter Bahn, daß ich nicht strauchele, und meine Tritt nicht wanken; er wird meinen Fuß nicht gleiten lassen, denn sein Wort ist ein Licht auf meinen Wegen. Darum wenn ich mich lege, so werde ich mich nicht fürchten, sondern süße schlafen und werde mich nicht fürchten vor plöglichem Schrecken, noch vor dem Sturm der Gottlosen, wenn er fommt; denn du behüttest meinen Fuß, daß er nicht gefangen werde, und erretteft mich von den Stricken des Todes. O Herre Gott, erhebe über mich das Licht deines Antliges, auf daß ich mich lege und schlafe ganz mit Frieden und sicher wohne unter deinem Schirm; denn du allein, Herr, hilfest mir. Auf deinen Namen will ich mich nun zur Ruhe niederlegen und meine Augenlider lassen schlummern. Du, Herr Gott, wirst mich fröhlich wieder erwecken zu Lob und Chr deiner göttlichen Majestät durch Je fum Chriftum, unsern Herrn. Amen! Morgensegen am Sonnabend. du wahrer, unsterblicher Gott, Vater unsers Herrn Jesu Christi, zu dir erhebe ich mein Gemüt mit schuldiger Dankbarkeit; deine Gerechtigkeit will ich nicht verbergen in meinem Herzen, von deiner Wahrheit und von deinem Heil will ich reden, ich will nicht verhehlen deine Güte und Treue vor der großen Gemeine, und alles, was dit mir Gutes gethan haft, will ich nicht verschweigen; denn es ist ein föstlich Ding, dem Herrn danken und lobsingen deinem Namen, du Höchster, des Morgens deine Gnade und des Abends deine Wahrheit verkündigen. Darum preiset dich meine Seele, daß du mich in die fer Nacht durch deine überschwengliche Barmherzigkeit beschüßzet haft. Gesegnet bist du, Herr Gott Zebaoth, der du dich gnädig erzeigeft allen, die nach dir fragen und dein Heil lieben. Gesegnet ist dein großer Name in allen Landen der unser Schutz und Hilfe ist. Gesegnet sind alle deine Werke, die du an den Menschentindern thuft. Ich bitte dich, du wolleft mich heut diesen Tag auch behüten, daß mir der böse Feind keinen Schaden zufüge, und die Hand der Gottlosen mich nicht berühre. Herr Gott, mein Heiland, früh wache ich zu dir, früh rufe ich zu dir: hilf, daß ich die Wert meines Berufs und was mir befohlen ist, fleißig und treulich ausrichte zu deinem Lob und meines Nächsten Besserung, damit ich das Licht dieses Tages und deiner Kreaturen nicht mißbrauche zur Sünde oder zur Eitelkeit, dich nicht beleidige mit meinem Thun Verleihe und Lassen, und den Bund meiner heiligen Taufe nicht übertrete. mir auch Gnade, daß ich mich hüte vor den sechs Stücken, die du hafseft, und vor dem siebenten, daran du einen Greuel haft, als da sind hohe Augen, falsche Zungen, Hände, die unschuldig Blut vergießen, ein Herz, das mit bösen Tücken umgehet, Füße, die behend sind, Schaden zu thun, falscher Zeuge, der Vor solchen frech Lügen redet, und der Hader zwischen Brüdern anrichtet. und dergleichen Lastern bewahre mich, mein Gott, daß ich nimmermehr darein gerate, oder bewillige, sondern lehre mich thun nach deinem Willen: denn du bist mein Gott und Herr, dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn, daß ich dir diene in unsträflichem Wandel, dazu all mein Thun und Leben dir gefalle in Christo Jesu. Amen! Abendsegen am Sonnabend. Lob sei dir, du höchster und unsterblicher Gott, Lob sei deiner milden Güte und Barmherzigkeit, Lob sei deiner ewigen Weisheit und Wahrheit, der du mich diesen Tag vor allem Schaden und übel behütet haft. Ich bitte dich 10 Beicht und Kommuniongebete. du wollest deine Güte, so du an mir angefangen hast, gnädiglich vollenden, und mich heut diese Nacht auch lassen ruhen unter deinem höchsten Schirm, und mich mit deinen Fittichen bedecken. Laß meine Zuversicht sein unter dem Schatten deiner Arme, daß ich kein Unglück fürchte. Behüte mich, mein Gott, wie einen Augapfel; beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel. Herr, du bist mein Gut und mein Erbteil; mein Heil stehet in deinen Händen; hilf mir durch deine Güte, daß nicht Furcht und Zittern über mich komme, und mich Grauen des Nachts nicht überfalle. Sei mir gnädig, denn auf dich trauet meine Seele, und unter dem Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht. Ich suche den Herrn in meiner Not; meine Hand ist des Nachts ausgestreckt und läiset nicht ab; denn meine Seele hat sonst keinen Trost, so weiß ich auch von feinem Helfer im Himmel und auf Erden, denn von dir allein. Zu Mitternacht, so ich erwache, gedenk ich an deinen Namen, daß er so lieblich ist, und an deine Güte und Treue, die du mir erzeiget hast, und danke dir für die Rechte deiner Gerechtigkeit. Wenn ich betrübt bin, so denke ich an Gott; wenn mein Herz in Ängsten ist, so rede ich von meinem Heiland; denn er führet meine Seele aus dem Verderben und errettet mich von den Banden des Todes. Herr Gott, mein Heiland, ich schreie Tag und Nacht vor dir, daß du mir vergeben wollest alle meine Mißhandlungen, damit ich diese Wochen und heut wider dich gethan habe. Herr, errette meine Seele um deiner Barmherzigfeit willen. Du bist gnädig und gerecht, und unser Gott ist barmherzig. Der Herr behütet die Einfältigen. Wenn ich niederliege, so hilft er mir auf. Darum will ich fröhlich sein und dich preisen und rühmen auf meinen Lager; denn die Zeit meines Lebens wird mir aufgehen, wie der Mittag, und das Finster wird mir ein lichter Morgen sein, und werde mich des trösten, daß du, Gott, meine Hoffnung und Ruhe bist im Leben und Tode. Ich werde mich legen, und niemand wird mich aufwecken. So befehl ich mun mein Leib und Seele in deine Hände, du treuer Gott; du hast mich erlöset durch Jesum Chriftum, unsern Herrn. Amen! Beicht- und Kommunion- Gebete. Sündenbekenntnis vor Gott. Gerechter Gott, barmherziger Vater, ich armer, elender Mensch bekenne, daß ich nicht allein in Sünden empfangen und geboren bin, sondern auch die ganze Zeit meines Lebens, von Kindheit auf bis auf diese gegenwärtige Stunde, mit vielen schweren Sünden zugebracht habe; denn ich dich, meinen Herrn und Gott, nicht von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüte gelieber und gefürchtet, dir auch nicht über alle Dinge vertrauet, deinen heiligen Namen nicht von Herzen angerufen und gepreiset habe, sondern denselbigen mißbrauchet mit Fluchen, Schwören, Lügen und Trügen; die Predigt deines heiligen Worts habe ich oftmals versäumet, verachtet, mich gar wenig daraus gebessert. Auch habe ich meinen Nächsten nicht geliebet als mich selbst, sondern ihn gehaffet, verachtet, beleidigt, Schaden gethan und lassen geschehen, habe mich also alles Bösen lassen gelüften, und den Bund meiner heiligen Taufe übergangen. Und wie ich wider dich gesündiget habe, es sei mit Werken, Worten oder Gedanken, heimlich oder öffentlich, und alle meine verborgene Fehler, welcher du, als ein Herzenstündiger, mich schuldig weißest, besser, denn ich selbst, die bekenne ich mit herzlicher Reue und Leid. Ich bin ja ein unnüger Knecht, und habe gesündiget in den Himmel und vor dir, bin nicht wert, daß ich dein Kind heiße und meine Augen zu dir aufhebe, denn ich dich mit vielen großen Sünden heftig erzürnet, meine arme Eeel und Gewissen hart beschweret habe, welche mich drücken, und wie eine schwere Laft sind sie mir zu schwer worden: so komm ich doch in der Zeit der Gnaden und wende mich von deiner strengen Gerechtigkeit zu deiner grundlo Gebet vor und nach der Beichte. 11 sen Barmherzigkeit. Herr Gott, sei gnädig mir armen Sünder, vergib mir meine Sünde, nimm an zur Bezahlung derselbigen den unschuldigen Tod Jeju Chrifti, deines lieben Sohnes, verleihe mir Besserung meines Lebens. Amen! Gebet vor der Beichte. Allmächtiger Gott, himmlischer Vater, dieweil ich jetzt auf Erkenntnis meiner Sünden, zu Stärkung meines schwachen Glaubens, hingehen will zur Beichte, allda die Absolution und Vergebung der Sünden zu empfahen, so bitte ich dich von Herzen: gib mir deinen heiligen Geist, daß ich dieses hohe Gnadenwert mit rechtem Glauben und christlichem Verstande ansehen und bedenken möge, und dann nicht zweifeln, sondern fest und gewiß glauben möge, was der Diener deines Worts allda in der Beichte und Absolution nach deinem Befehl mit mir redet und handelt, daß dem allen eigentlich und gewiß also sei, und daß du selbst in der Stimme deines Dieners mich allda von meinen Sünden absolvierest und entbindest. Gib auch, daß ich mich dieser Entbindung und Absolution jetzt und allezeit trösten möge, zu gewisser Versicherung deiner Gnade und des ewigen Lebens, durch deinen Sohn, unsern Herrn und Heiland, Christum Jesum. Amen! Gebet nach der Beichte. allmächtiger, gnädiger und barmherziger Gott und Vater, ich sag dir von Grund meines Herzens Lob, Ehr und Dank für diese große Gnade und Wohlthat, die du mir jetzt so väterlich erzeiget hast, indem du mich armen Sünder abermal in Gnaden angenommen, und mir durch die heilige Absolution alle meine Sünden verziehen und vergeben und das ewige Leben aufs neue wiederum zugefaget und versprochen hast, um deines lieben Sohnes Chrifti Jefu willen. Ich bitte dich herzlich, du wollest mich in folcher Gnade allezeit väterlich erhalten, und mir deinen heiligen Geist verleihen, daß ich diejer jetzt empfangenen gnadenreichen Vergebung festiglich glaube, und mich derfelben jetzt und allezeit in allen Anfechtungen und Widerwärtigkeiten trösten, und mich daher alles Guten zu dir versehen möge. Verleihe mir auch die Gnade deines heiligen Geistes, daß ich der Sünden hinfort je länger je feinder werde, mich davor fleißig hüte, und meinem Fleische nicht mehr seinen Willen laffe, zu fündigen, sondern daß ich demselben durch ein start Gebet in meinem Beruf widerstehen und mein ganzes Leben nach deinem Willen anstellen und führen möge. Und was ich darin zu schwach bin, wie ich dir denn meine Schwachheit mit tiefem Seufzen noch immerdar bekenne, so wollest du durch dein starkes Wort und heiligen Geist mir beistehen und überwinden hel fen. Alles um und durch deinen lieben Sohn, meinen Herrn und Heiland, Jesum Christum. Amen! Gebet vor Empfahung des heil. Abendmahls. Herr Jesu Christe, der du mit deinem heiligen Munde felber fageft: Wer hungerig und durstig sei, der soll zu dir kommen, du wolleft ihn speisen und tränken, daß ihn nimmermehr hungern und dürften soll. Ach Herr, hier kommt zu dir eine arme, hungerige und dürftige Seele nach einer Speis und Trank der ewigen Gerechtigkeit und Seligkeit. O du Brot des Lebens, speise du Brunn des Lebens, mich armen Hungrigen mit deinem wahren Leib. tränke und erquicke mich Durstigen mit deinem wahren Blut, auf daß ich, gejättigt und erquicket, aus diesem Jammerthal mich zu dir hinauf in den Himmel erhebe, da du sitzest zur Rechten deines himmlischen Vaters und vertrittst uns, da ich dich alsdann ohne Hunger und Durst, in ewiger Freud und Froh 12 Gebet, wenn man zum Altare hingehet. lockung samt deinem Vater und dem heiligen Geift preisen werde in EwigTeit. Amen! Wenn man zum Altare hingehet. Gott, fei mir armen Sünder gnädig, gib mir deinen heiligen Geift in mein Herz, daß ich das heilige Sakrament würdiglich empfangen, meinen schwachen Glauben stärten, mein blödes Gewissen trösten, mein Leben beffern und ewig selig werden möge. Solches verleihe mir, o Gott, um Jefu Chrifti willen. Amen! Bei Empfahung des Leibes Christi. Sei mir willkommen, du süßer Herr Jesu Christe, mit der edlen Speise deines allerheiligsten Leibes, den du mir jetzt unter dem Brot zu essen gibeft, wie du ihn für mich in den bittern Tod gegeben haft! Den laß mir gedeihen zum ewigen Leben. Amen! Herr Jesu, dein heiliger Leib stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen! Bei Empfahung des Blutes Christi. Sei mir willkommen, du süßer Herr Jesu Christe, mit dem edlen Trant deines teuern Blutes, das du mir jetzt im Wein zu trinken gibest, wie du Das laß mir ge e am Kreuz vergoffen haft, zur Vergebung der Sünden. deihen zum ewigen Leben. Amen! Herr Jesu, dein heiliges Blut stärke und bewahre mich im rechten Glauben zum ewigen Leben. Amen! Wenn man vom Altare hinweggehet. Herr Jefu Chrifte, mit was Herzen, Zunge und Worten soll ich deine große Güte aussprechen, so du mir jetzt hast widerfahren lassen, indem du dich felber mit allem, was dein ist und dir zugehöret, mir geschenfet und gegeben haft. Ach, laß dir gefallen die geringe, demütige Nede meines Mundes, und fei mit dem einfältigen Lob zufrieden, das ich dir jetzt in diesem meinem ge brechlichen Fleisch und Blut sagen kann, bis du mich gar zu dir einholest, da ich dich von Angesicht zu Angesicht schauen und mit allen Engeln und Auserwählten ohne Aufhören ehren und preisen werde. Amen! Herr Jesu. Amen! Danksagung nach dem heil. Abendmahl. 1. Odu mein lieber Herr Jesu Christ, ich sage dir herzlich Lob und Dant, daß du mich jetzo abermal väterlich an deinem Tische mit deinem Leib und Blut gespeiset und geträntet hast, und bitte dich von Herzen: laß mir solches gedeihen zu Stärkung meines Glaubens, zu sicherer Begleitung aus diesem Jammerthal in das ewige Leben. Amen! 2. Jesu Christe, unser rechter und ewiger Hoherpriester, der du sigeft zur Rechten Gottes auf dem Stuhl der Majestät im Himmel und bist ein Pfleger der heiligen Güter und der wahrhaftigen Hütten, die nicht mit der Hand gemacht ist, du bist durch dein eigen Blut einmal in das Heilige eingegangen und haft uns eine ewige Erlösung erfunden, da du dich selbst ohn allen Wandel durch den heiligen Geist deinem lieben Vater aufgeopfert haft, unsere Gewiffen zu reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott. Wir danken dir von ganzem Herzen, daß du den schmählichen Tod am Kreuz Gebet auf der Reiſe. Gebet im Ungewitter. mit willigem Gehorsam, aus herzlicher Liebe, mit großer Unschuld und unaus sprechlicher Geduld, für uns arme Sünder gelitten haft, dazu dies hochwürdige Satrament zum ewigen Gedächtnis und Erinnerung deiner göttlichen Huld und Treue gegen uns, auch zu einem gewissen Unterpfand, Siegel und ficherung der Vergebung unserer Sünden eingesetzet und uns zu derselbigen Gemeinschaft berufen und tommen haft lassen, damit du unsere hungerige und durftige Seelen gespeijet und getränket haft zum ewigen Leben. Herr Gott, wie ist deine Liebe so groß, wie unanssprechlich ist deine Barmherzigkeit und unerforschlich deine Gnade, sintemal du niemand ausschließest von diesem hohen Abendmahl, wo sich nur ein Mensch selbst nicht absondert und unwürdig machet. Wenn nun jemand hungert oder dürftet, der wird allhie gesättiget; wer dürftig und arm ist, der findet allhie alle Schätze und Reichtum des Lebens. Wer geängstet ist, der überkommt allhie Ruhe; wer frank ift, der erlangt die Arznei und Gesundheit der Seelen; wer mit Sünden beladen ist, der hat allhie Erquichung seines Gewissens; wer im Tode ist, der findet das ewige Leben. So hilf, gütiger Gott, daß uns dies heilige Sakrament gereiche zur Seligkeit, und daß wir hinfort halten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wan fen, denn du bist treu in deiner Verheißung; auch daß wir untereinander unser selbst wahrnehmen mit Neizen zur Liebe und guten Werken und nicht verlassen unsere Versammlung, sondern uns untereinander ermahnen und das so viel mehr, so viel wir alle sehen, daß sich der Tag nahet, und das Ende unsers Lebens herzu dringet, auf daß wir fröhlich erwarten deiner Zukunft. Amen! - 13 Gebet auf der Reise. ( Aus dem alten Ansbacher Gesangbuche.) Herr Jesu Christe, du allmächtiger Hüter und Wächter Israel, unser Immanuel, der du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben, in deinem Namen will ich mich jetzt auf den Weg machen; ich bitte dich von Grund meines Herzens, du wolleft meinen Aus- und Eingang fegnen und behüten von nun an bis in Ewigkeit. Du sprichst ja: ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du wandeln sollt, ich will dich mit meinen Augen leiten. Ach Herr, so bewahre mich nun wie einen Augapfel auf allen meinen Wegen und Stegen, richte deinen Weg vor mir her und leite mich in deiner Gerechtigkeit um meiner Feinde willen. Erhalte mich durch deinen heiligen Geist bei reinter Lehr und deinem heiligen Wort, daß ich nicht abweiche vom rechten Weg deiner Befehle; behüte mich vor falscher Lehre und führe mich auf rechter Straßen um deines Namens Ehre willen; sei mir gnädig um deiner Wahrheit willen und bringe mich nach glücklicher Verrichtung meiner Reise und Geschäfte wie der frisch und gesund nach Hause um deiner Gerechtigkeit willen, so will ich deine Güte und Treue rühmen, so lang ich lebe, und deinen Namen loben und preisen immer und ewiglich. Amen! Herr Jesu. Amen! Gebet im Ungewitter. Großmächtiger Gott, deinem Namen sollen alle Gewaltige auf Erden Ehre bringen und dich, ewigen Gott, anbeten im heiligen Echmuck; denn du bift der Herr im höchsten Thron, du beweiseft deine Kraft und Macht an allen Orten. Die Stimme des Herrn gehet auf großen Wassern, der Gott der Ehren donnert, die Stimme des Herrn gehet herrlich und mit Macht. Die Erde be bet und wird beweget, und die Grundfeste der Berge regen sich. Dampf gehet aus von seiner Nasen, und verzehrend Feuer von seinem Munde, daß es davon blitet. Dein Gezelt um dich her ist finster, und schwarze, dicke Wolken, darinnen du verborgen bist, und Dunke! ist unter deinen Füßen; vom Glanz 14 Danksagung nach dem Ungewitter. vor dir trennen sich die Wolken; der Herr donnert im Himmel, und der Höchste läffet seinen Donner aus. Du bringest hervor die Winde aus deinen verborgenen Löchern und treibeft sie wieder an ihren Ort, wenn sie deinen Befehl ausgerichtet haben. Es ist dir alles unterworfen; alle Dinge erkennen dich für ihren Schöpfer und zittern vor deiner göttlichen Majestät. Die hohen Berge und die Abgründe der Tiefen erschrecken, wenn du zornig bist; der ganze Erdboden zittert, Meer und Wasser fliehen vor deinem Zorn. Die Stimme des Herrn hauet wie Feuerflammen; die Stimme des Herrn erreget die Wüften; der Herr bleibet König in Ewigkeit, er wird seinem Voll Kraft geben, der Herr wird sein Volk segnen mit Frieden. O gütiger Gott, behüte uns vor deinem grimmigen Zorn, der unerträglich ist; vergib uns unsere Sünde; erleuchte dein Antlitz über uns und sei uns gnädig. Bewahre unser Leib und Leben, Haus und Hof vor Entzündung des Wetters, vor Schießung der Strahlen, vor Donnerschlag und allem Verderben. Desgleichen beschüße die Früchte auf dem Felde vor Schlossen und Hagel, vor großer Wasserflut und vor allem Schaden. heiliger Gott, behüte uns vor einem bösen Tode. Gott der Vater, der seinen Sohn des Kreuzes Bein für mich hat lassen leiden, erhalte mich. Jesus von Nazareth, ein König der Juden, für mich gestorben, bewahre mich. Der heilige Geist, der mich gezeichnet hat mit der Salbung und mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes, beschirme mich, daß mir kein Unfall widerfahre. Amen! Danksagung nach dem Ungewitter. Allmächtiger Gott, himmlischer Vater, der du gesagt haft im 50. Psalmen: rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollt mich preisen! wir sagen dir von Grund unserer Herzen Lob und Dank, daß du unfer Gebet in Gnaden erhöret und dies zornige Wetter also haft vergehen las fen, daß uns dadurch an Leib und Gut kein Schade geschehen ist. Damit haft du abermal uns zu erkennen geben wollen dein getreues Vaterherz, daß du nicht mit uns nach unsern Sünden handeln wolleft und uns nicht nach unserer Misfethat zu vergelten begehrest. Verleihe uns, barmherziger Vater, um deines lieben Sohnes Chrifti Jefu willen, daß wir uns nach solchen deinen ernstlichen und väterlichen Warnungen beständiglich bessern, in deiner Furcht hinfür leben und auf die Zukunft deines lieben Sohnes uns gefaßt und täglich bereit machen, damit wir ihm mit Freuden entgegenziehen und den neuen Himmel, in welchem Freude, Friede und Gerechtigkeit wohnen wird, einnehmen und mit dir in deiner seligen Anschauung ewiglich besitzen mögen durch denfelben deinen lieben Sohn, unsern Herrn und Heiland, Jesum Chriftum. Amen! Gebete für Kranke und Sterbende. Während der Krankheit. 1. Herr, himmlischer Bater, du bist ja ein getreuer Gott und läsfeft niemand über sein Vermögen versucht werden, sondern schaffest, daß die Versuchung also ein Ende gewinne, daß wir sie ertragen mögen, ich bitte dich in meinen großen Nöten und Schmerzen: laß mir das Kreuz nicht zu schwer werden; stärke mich, daß ichs mit Geduld ertragen möge und an deiner Barmherzigkeit nimmermehr verzage. Christe, des lebendigen Gottes Sohn, der du des Kreuzes Bein für mich gelitten haft und endlich für meine Sünde gestorben bist, zu dir rufe ich aus Grund meines Herzens: erbarme dich über mich armen Sünder, vergib mir alle meine Mißhandlungen, die ich wider dich in meinem ganzen Leben gethan habe, laß mich im Glauben nicht sinken. Gott, heiliger Geist, du wahrer Tröster in aller Not, erhalte mich in der Gebete für Kranke in den letzten Zügen. 15 Geduld und rechter Anrufung, heilige mich mit wahrer Zuversicht und weiche nicht von mir in meiner letzten Not, leite mich aus diesem Jammerthal in das rechte Vaterland. Amen! 2. starter, allmächtiger Gott, der du bist gnädig und barmherzig, geduldig und von großer Güte und Treue, vergibst Sünde und Missethat, zu dir rufe ich, du wolleft mir alle meine Sünden aus Gnaden verzeihen und meine Seele wider alle Anfechtung stärken und erhalten. Komm mir zu Hilfe und ftehe mir bei, daß der Glaube in mir nicht wante, die Hoffnung nicht verzage, die Liebe nicht erkalte, menschliche Schwachheit vor Schrecken des Todes nicht versinke. Und wenn mein Stündlein kommt, so laß mich im Frieden fahren: denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, welchen du bereitet haft vor allen Völkern, ein Licht, zu erleuchten die Heiden und zum Preis deines Volts Israel. An diesen Heiland glaube ich, auf ihn hoffe ich. Ach Herr, laß mich nicht zu Schanden werden; denn du bist meine Hilfe und Stärke. Siehe mich an mit den Augen deiner Barmherzigkeit und wende zu mir deine väterliche Huld durch Jesum Christum, deinen Sohn, der mit seinem heiligen Leiden und Sterben uns eine ewige Erlösung erworben hat. Amen! 3. O Vater aller Gnaden, erbarme dich über meine arme Seele, vergib mir alle meine Sünde, die ich wider dich leider! gethan habe. Verachte nicht dein armes Geschöpf, verschmähe mich nicht, der ich deiner Hände Werk bin, laß den nicht umkommen, welchen du gemacht und geschaffen haft; denn auf Dich hoffe ich, du bist meine Hilfe und mein Gott. Christe, wahrer Hei Land, der du bist das Lamm Gottes, welches da trägt die Sünde der Welt, und mich mit deinem Blute gewaschen und gereiniget haft, ich bitte dich durch dein bitteres Leiden, sonderlich und allermeist das du gefühlet haft zu der Stunde, da deine edelfte Seele ausging von deinem allerheiligsten Leibe: erbarme dich über meine arme Seele in ihrem Ausgang und führe fie zum ewigen Leben. O Gott heiliger Geist, du süßer Trost, erhalte mein Herz wider alle Anfechtung des bösen Feindes, stärke mein Vertrauen, daß ich feftiglich glaube eine Vergebung der Sünden und ein ewiges Leben. So befehle ich nun, o heilige Dreieinigkeit, meinen Geist in deine Hände, du getreuer Gott, du haft mich erlöset, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen! ( Die nachfolgenden Gebete sind aus dem alten Nürnberger Gesangbuche.) Ein Gebet der Umstehenden für den Kranken, der in den legten Zügen liegt. Allmächtiger, gütiger Gott, der du unser Leben erhältst im Tod und Sterben, wir bitten dich, du wolleft die Augen deiner Barmherzigkeit wenden zu diesem frauten Menschen, und ihn erquicken an Leib und Seele, ihm alle Sünde aus Gnaden vergeben. Nimm das Opfer des unschuldigen Todes Jesu Chrifti, deines lieben Sohns, für die Bezahlung seiner Missethat; denn er auch auf desselben Namen getauft und mit desselbigen Blut gewaschen und gereiniget ist. So errette ihn nun von des Leibes Qual und Bein, verkürze ihm seine Schmerzen, erhalte ihn wider die Anklage des Gewissens und wider alle Anfechtung des bösen Feindes, auf daß er im Glauben ritterlich fämpfe und überwinde. Verleihe ihm eine selige Heimfahrt zum ewigen Leben; schicke deine heiligen Engel her, daß sie ihn begleiten zur Versammlung aller Auserwählten in Christo Jesu, unserm Herrn. Amen! Andere kurze Gebete, in den letzten Zügen vorzusprechen. 1. Ach Herr, allmächtiger Gott, nun ist mein Zeit dahin, und wird mein Leben abgerissen, da leide ich Not, daraus du, Herr, allein kannst helfen; verkürz und lindere mir dieselben. Mir ist um Trost sehr bange, o Herr! 16 Andere Gebete, in den letzten Zügen vorzusprechen. Nimm dich meiner Seelen herzlich an, daß sie nicht verderbe, und wirf alle meine Sünde hinter dich zurück, um des teuren Verdienstes Jesu Christi, dei nes Sohnes willen. Amen! 2. Herr Jesu, du treuer Heiland aller deren, die auf dich trauen, verlaß mich nicht, der ich meine Hoffnung in dieser so großen Not allein auf deine Barmherzigkeit seze. Laß auch die liebliche und seligmachende Stimme in meinen Ohren erschallen, welche du dem Schächer am Kreuz haft hören lassen: Heut wirst du mit mir in dem Paradiese sein. Denn ich sage von Herzen mit dem Apostel: Ich habe Lust abzuscheiden und bei meinem Herrn Christo zu sein. Amen! 3. O himmlischer Bater, sprich mir diese freudenreiche Trostwort in mein geängstetes Herz hinein: Er begehret meiner, so will ich ihm aushelfen. Er fennet meinen Namen, darum will ich ihn schützen. Er rufet mich an, so will ich ihn erhören. Ich bin bei ihm in der Not, ich will ihn herausreißen und zu Ehren machen. Ich will ihn sättigen mit langem Leben und will ihm zeigen mein Heil. Nun, ich liege jetzt auch da vor dir mit meinem Gebet, nicht auf meine Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit. Ach Herr, höre! Ach Herr, sei gnädig! Ach Herr, mert auf und thue es, und verzeuch nicht, um dein selbst willen, mein Gott! Amen! 4. Ach du getreuer, allmächtiger Gott! Meine Sprach ist mir entfallen; es vergehet mir das Gesicht und Gehör; es verschwinden alle meine Sinn allmählich; meine Kräfte verlassen mich), und will mir jetzt aller Kreaturen Hilf zerrinnen. Ich bin sehr schwach und matt, tröste und erquicte du mich, und sprich meiner Seelen zu: Heut, in diesem Nu und Augenblick wirst du bei mir im Paradiese sein. Mein süßer Herr Jesu Christe! du bist mein Leben; laß Sterben mein Gewinn sein, weil du mich mit deinem teuren Blut so teuer erkauft hast. Amen! 5. Allmächtiger, ewiger Gott, laß dich erbarmen das ängstliche Seufzen und Wehtlagen diejes sterbenden Menschen und nimm ihn auf in dein Himmelreich, das du ihm und allen Giaubigen aus Gnaden von Anfang der Welt bereitet hast. Entbinde ihn gnädiglich, o Herr, und nach Bezahlung menschlicher Schulden tröste ihn mit deinen Auserwählten ewiglich durch deinen lieben Sohn, unsern Herrn Jesum Christum. Amen! Valet- Segen. Es jegne dich, du liebe Seele, Gott der Bater, der dich so herrlich nach seinem Ebenbild erschaffen hat! Es segne dich Gott der Sohn, der dich mit feinem Blut und Tod so teuer erfauft und erworben hat! Es fegne dich Gott der heilige Geist, der dich zu seinem Tempel bereitet und geheiligt hat! Der gnädige und barmherzige Gott wolle dich durch die Kraft des bittern Leidens und Sterbens Jesu Christi, auch durch den Dienst der heiligen Engel, führen in den Schoß Abrahams, in das ewige Vaterland, daß du daselbst mit allen Auserwählten in unaussprechlicher Freud und Herrlichkeit leben mögest! Unser Herr Jesus Christus sei bei dir, daß er dich beschüße; in dir, daß er dich erquicke; vor dir, daß er dich in Himmel führe; nach dir, daß er dich erhalte; über dir, daß er dich segne, hie zeitlich und dort ewiglich, der mit dem Vater und heiligen Geift lebet und regieret in alle Ewigkeit. Amen! Ordnung und Form des Hauptgottesdienstes anl Sonn- und Festtagen. Revidierte Ausgabe. Verkaufspreis: ungebunden 14 Pfennig. Kraft des der allgemeinen Pfarrwitwenfasse zustehenden Verlagsrechts dermalen im Verlag bei 11. E. Sebald, Buchdruckereibesitzer in Nürnberg. ADM D PFARRER T: WI 1. Sonntäglicher Hauptgottesdienst, wenn keine Kommunion stattfindet. 1. Gesang eines Anfangsliedes, während dessen der Geistliche an den Altar tritt und in Wechselwirkung mit der Gemeinde den Introitus( Eingang) samt dem Gloria patri( Ehre ſei dem Vater: c.) singt oder spricht, und zwar in folgender Weise: 2 Tooth Geistlicher( Gegen den Altar.) 1. Gott sei uns gnädig und barmherzig, 2. Er lasse uns sein Antlitz leuchten, 3. Es segne uns Gott, unser Gott. Zi Gemeinde: = 1. Und ge be 2. Daß wir auf 3. Es seg- ne Gem. A Gem. Geistl. Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. uns sei- nen gött- li Er- den er- fen- nen uns Gott, und ge = Oder: Geistl. 1. Ich will den Herrn loben allezeit; 1. Sein Lob soll 2. Daß die E = chen Se gen. seine We ge. be uns sei- nen Frieden. men. 3. Und las set 4. Wohl dem, der 2. Meine Seele soll sich rühmen des Herren, Geistl. Ehr sei dem S 3. Preiset mit mir den Herren, 4. Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist. = immer- dar in meinem Munde sein. len- den es hö- ren uns seinen Na- men auf. und sich freu- en. er- hö- hen. ihn trau- et. ♦ Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar, und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Gem. A= men. Bemerkung. Statt des Introitus mit dem Gloria patri fann an Sonntagen auch bloß ein Anfangslied gesungen werden. 2. Das Confiteor oder Sündenbekenntnis 3 mit dem Kyrie. a) Das Confiteor. Geistl.( Gegen die Gemeinde.) Geliebte in dem Herrn! Eröffnet eure Herzen! Lasset uns Gott unsere Sünde bekennen und im Namen unseres Herrn Jesu Christi um Vergebung bitten! Sprechet mir nach mit herzlicher Begierde zu Gott, im Glauben an den Herrn Jesum Chriftum durch den heiligen Geist:( Gegen den Altar.) Ich armer sündiger Mensch bekenne Gott, dem Allmächtigen, meinem Schöpfer und Erlöser, daß ich nicht allein gesündiget habe mit Gedanken, Worten und Werken, sondern auch in Sünden empfangen und geboren bin, so daß meine ganze Natur und all mein Wesen vor seiner Gerechtigkeit sträflich und verdammlich ift. Darum fliehe ich zu seiner grundlosen Barmherzigkeit, suche Gnade und spreche: Gott sei mir Sünder gnädig! Ja, gnädiger und barmherziger Gott, du wollest dich unser aller erbarmen, uns unsere Sünde verzeihen und deinen heiligen Geist geben, auf daß wir durch denselben deinen göttlichen Willen erfüllen und das ewige Leben empfangen mögen. Amen. Oder folgende kürzere Form: Demütiget euch, Geliebte, vor dem Herrn im Gefühle eurer Unwürdigkeit, Sünde und Schuld. Flehet ihn an um Hilfe, um Gnade und Vergebung. Sprecht mit dem Zöllner: Gott sei mir Sünder gnädig! 16 f. 4 Gem. Herr, Herr, Gem. and Geistl Kyrie eleison! Gem. er- barm dich un- ser! Christe, erbarm dich un- ser! Gem. erbarm Geistl. Christe eleison! b) Das Kyrie. Herr, er bar- me dich! Geistl. Kyrie eleison! dich un- ser! Oder: Christe, er= bar= me dich! Herr, er- barm dich über uns! bid THER dC 3. Dad, vind Die allgemeine Absolution mit dem Gloria. a) Die allgemeine Absolution. Geistl.( Gegen die Gemeinde.) Der allmächtige und barmherzige Gott hat sich unser erbarmet, seinen einigen Sohn für unsere Sünde in den Tod gegeben 5 und um seinetwillen uns verziehen; auch allen denen, die an seinen Namen glauben, Gewalt gegeben, Gottes Kinder zu werden und ihnen seinen heiligen Geist verheißen. Lobsinget ihm, lobsinget seinem Namen! Geistl.( Gegen die Gemeinde.) Er hat nicht Lust an dem Gott erbarmet sich unser. Tode des Sünders, sondern daß der Sünder sich bekehre und die Welt gesendet und in den Tod lebe. Er hat seinen Sohn dahin gegeben, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Darum lobsinget ihm, lobsinget seinem Namen! b) Das Gloria in Geistl.( Gegen den Altar.) Oder: excelsis, oder: Ehre sei Gott in der Höhe 2c. Ehre sei Gott in der Höhe! Gem. Und auf Erden Fried, und den Menschen ein Wohlge- fal- len. Geiftl. X= Wir loben dich, wir benedeien dich, wir beten dich an, wir preisen dich, wir sagen dir Dank um deiner großen Ehre willen, Herr Gott, himmlischer König! Gott, allmächtiger Vater! Herr, eingeborner Sohn Jesu Christe, du Allerhöchster, und dir du heiliger Geist! Herr Gott, Lamm Gottes, ein Sohn des Vaters, der du hinnimmst die Sünd der Welt, erbarm dich unser! Der du hinnimmst die Sünd der Welt, nimm auf unser Gebet! Der du sitzest zur Rechten des Vaters, erbarm dich unser! Denn du allein bist heilig, du bist allein der Herr, du bist allein der Höchst, Jesu Christe, mit dem heil'gen Geist in der Herrlichfeit deines Vaters. Gem. ( Ursprünglich.) - men. 6 A = men. Bemerkung. Statt des: Und auf Erden Fried 2c. mit dem darauf folgenden: Wir loben dich zc., fann von der Gemeinde auch das Lied: Allein Gott in der Höh sei Ehr zc. gefungen werden. Oder leichter: Die Kollekte mit vorausgehender Salutation. ( Begrüßung.) Geistl.( Gegen die Gemeinde.) Gem. s Der Herr sei mit euch! Gem. bron Und mit deinem Geist. Geistl. Laßt uns beten:( Gegen den Altar.) allmächtiger Gott und Bater! Wir bitten dich, gib deiner Gemeinde deinen Geist und göttliche Weisheit, daß dein Wort unter uns laufe und wachse und mit aller Freudigkeit, wie sichs gebührt, gepredigt, und deine heilige christliche Gemeinde dadurch gebessert werde, auf daß wir mit beständigem Glauben dir dienen, und im Bekenntnis deines Namens bis ans Ende verharren, durch Sesum Christum, deinen Sohn, unsern Herren. 4. A. - men. Die biblische Lektion. Nach der Verlesung spricht der Geistliche: Dies sind die Worte unserer heutigen Epistel( unseres heutigen Evangeliums). Der 7 Herr fegne sie an unsern Seelen durch die Kraft seines heiligen Geiftes, und erhalte uns sein heiliges, teures Wort in Ewigkeit. Gem. A Gem. 6. A men. Das Credo oder Geistl.( Gegen die Gemeinde.) Laffet uns endlich auch vor Gott treten mit dem Lobopfer und Bekenntnis unseres gemeinsamten christlichen Glaubens. femnet und sprechet mit mir also:( Gegen den Altar.) BeIch glaube an Gott den Vater, allmächtigen Schöpfer Und an Jesum Christum, seinen Himmels und der Erden. einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau, gelitten unter Pontio Pilato, gekreuziget, geſtorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeine der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.* Glaubensbekenntnis. men. * Zur besonderen Auszeichnung der Feste kann an diesen statt des apostolischen das nicänisch- konstantinopolitanische Glaubensbekenntnis gebraucht werden, welches also lautet: tt, allmächtigen Vater, Schöpfer Ich glaube an einen Gott, Himmels und der Erden, aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge. Und an den einigen Herrn Jesus Christus, den ein 8 gebornen Sohn Gottes, aus dem Vater vor aller Zeit geboren, Gott von Gott, Licht vom Lichte, wahren Gott von wahrem Gott, geboren, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, durch welchen alle Dinge gemacht sind, der um uns Menschen und um unserer Seligkeit willen vom Himmel herabgestiegen und Fleisch geworden ist vom heiligen Geiste aux Maria der Jungfrau, und ist Mensch geworden, auch gekreuziget für uns unter Pontio Pilato, gestorben und begraben, auferstanden am dritten Tage nach der Schrift, aufgefahren gen Himmel, sitzet zur Rechten des Vaters, und wird wiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Leberdigen und die Toten, so daß seines Reiches kein Ende sein wird. Ich glaube auch an den heiligen Geist, der da ist Herr und macht lebendig, der von dem Vater und dem Sohne ausgeht, mit dem Voter und Sohne zugleich angebetet und geehrt wird und durch die Propheten geredet hat. Ich glaube eine heilige, allgemeine und apostolische Kirche. Auch bekenne ich eine einige Taufe zur Vergebung der Sünden, und warte auf die Auferstehung der Toten und ein Leben der zukünftigen Welt. Gem. A men. Hierauf folgt: 7. Das Haupt- oder Predigtlied. 8. Die Predigt. 9. Das allgemeine Kirchengebet. 10. Fürbitten und Verfündigungen. 11. Vater unser und Segenswunsch. 12. Gesang eines Liederverses, während dessen der Geistliche an den Altar tritt und sodann 13. den Schluß des Gottesdienstes in folgender Weise abhält: Geistl.( Gegen den Altar.) Unsere Hilfe ftehet im Namen des Herrn, Halleluja! Gem. Der Him- mel und Er- de gemacht hat. Hal- le- lu- ja! = Geiftl.( Gegen die Gemeinde., Laßt uns beten: ( Gegen den Altar.) Kollekte mit Amen der Gemeinde. Geistl.( Gegen die Gemeinde.) Der Herr sei mit euch! Gem. Geistl. Laßt uns benedeien den Herren! Gem. Gott Und mit deinem Geist. Gem. fei e== wig- lich Dank! Oder leichter: Gott sei e= wig- lich Dank! Geistl. Der Herr segne euch und behüte euch 2c. Oder: A men. A- men. 9 drar hug- inia 14 Bemerkung. Wird das allgemeine Kirchengebet am Altare gesprochen, so ist die Ordnung folgende: 1. Bersikel. 2. Kirchengebet mit Vater unser und Amen der Gemeinde. 3. Salutation, Benedicamus und Segen. 10 II. Sonntäglicher Hauptgottesdienst, wenn Kommunion stattfindet. Wenn sich an den Hauptgottesdienst die Kommunion anschließt, so wird jener bis zum Segenswunsch nach der Predigt ganz in der oben Nr. I. bezeichneten Weise abgehalten. Nach diesem Segenswunsch singt die Gemeinde, während der Geistliche an den Altar tritt, Nr. 188 des Gesangbuches: Schaffe in mir Gott 2c." oder ein anderes geeignetes Lied, worauf die Handlung in folgender Weise vor sich geht: 1. Präfation mit dem Sanktus. Geistl.( Gegen die Gemeinde.) Der Herr sei mit euch! Gem. Geistl. Die Herzen in die Höhe! Gem. Und mit deinem Gem. Geiste. Er heben wir zum Herru. = Geistl. Lasset uns Dank sagen dem Herrn, unserm Gotte. f Das ist wür- dig und recht. Geistl.( Gegen den Altar.) Wahrhaft würdig und recht, billig und heilsam ists, daß wir dir, Herr, heiliger, allmächtiger Vater, ewiger Gott, allezeit und allenthalben Dank sagen, durch Jesum Christum, unsern Herren, durch welchen deine Majestät loben die Engel, anbeten die Herrschaften, fürchten die Mächte, die Himmel, und aller Himmel Kräfte, samt den seligen Seraphim mit einhelligem Jubel preisen. Mit ihnen laß auch unsere Stimmen uns vereinen und anbetend zu dir sprechen: ne f f Gem. Al- le Land Baad f Hei- lig, hei- lig, hei lig ist der Her- re Ze- ba- oth! in der Hö- he! Hei f= Na- men des Herrn! Ho- sian- na in der Hö- he! = lig, hei Ze ba- oth! Voll na Erdreich dei sind sei- ner Ehre voll. Ho- si- an- na Ge- bene- deit sei, der da kommt im Oder: lig, ner find in der heilig ist Gott, der Herr Sh S Him = mel und 11 re, Ho- fi- an- Hö- he! Ge- be # ne dei et sei, der da kommt im Namen des Herrn! 12 So fỉ an Bemerkung. Statt dieser beiden Sanktus kann auch gesungen werden: ... Hei- lig ist Gott der Ba- ter, hei- lig ist Gott der Sohn, hei- lig ist Gott der heil- ge Geist! Er ist der Her- re Ze- baoth! Al- le Land sind sei- ner Eh- re voll. Ho- si- anna in der Höhe! na Ge- be- ne- deit sei, der da kommt im Namen des Her- ren! a) Abendmahlsgebet. b) Das Vater unser. in der Hö- he! = Ho si an na in der Hö-- he! = Gem. c) Gesang des Christe du Lamm Gottes 2c." Gemeinde.( Ges.- Buch Nr. 187.) 11 2. von seiten der d) Die Einsetzungsworte mit dem darauffolgenden Segenswunsche Der Friede des Herrn sei mit euch allen. ib A= men. 3. Ansteilung des heiligen Abendmahls unter Gemeindegesang. Geistl( Gegen die Gemeinde.) Danket dem Herrn; denn er ist freundlich; Gem. 4. Kollekte. Gem. Und seine Gü te wäh- ret Geistl. Laßt uns beten:( Gegen den Altar.) Wir danken dir, allmächtiger Gott, daß du uns durch diese heilsame Gabe des Leibes und Blutes deines lieben Sohnes Jesu Christi haft erquicket, und bitten deine Barmherzigkeit, daß du uns solches gedeihen laffest zu starkem Glauben gegen dich und zu brünstiger Liebe unter uns allen, um Jesu Christi, unseres Herren willen. Geistl. Gem. 2- men. 5. Der Segen. Der Herr segne euch und behüte euch u. s. w. Oder: e= wig- lich. men. A 13 = men. 15 # 14 III. Introiten und Versikel für den Hauptgottesdienſt. A. Introiten für die Festtage. 1. Advent. Geistl. 1. Hosianna dem Sohne Davids, Halleluja! 2. Freue dich, du Tochter Zion, 3. Siehe, dein König kommt zu dir, 4. Herr, zeige mir deine Wege, Gem. 1. Ge- lo- bet sei, der da kommt im Namen des Herrn, Hallelu- ja! 2. Und jauchze, du Tochter 3. Ein Gerechter Je- rusalem; und Helfer. ne Stei- ge. 4. Und lehre mich deiGeistl. Ehr sei dem Vater 2c. Gem. A = men. 2. Weihnachtsfest. Geistl. 1. Uns ist ein Kind geboren, 1. Ein Sohn ist uns 2. Und er heißt Wund Denn er 2. Welches Herrschaft ist auf seiner Schulter, 3. Singet dem Herrn ein neues Lied; Gem. ge- ben, = Rat, Kraft, Held, Ewig- Ba- ter, Friedefürst; thut Wun- der. stl. Ehr sei dem Vater zc. BE Gem. A- 3. Neujahr. stl. 1. Jesus Christus gestern und heute, 2. Herr, ich bin beides, dein Pilgrim und dein Bürger, 3. Erhalte mein Herz bei dem Einigen, Gem. Gem. men. Gem. 1. Und der- sel- be 2. Wie meine ter al 3. Daß ich deinen Na-. men fürch stl. Ehr sei dem Vater 2c. in al= le Vä-. & wig- feit. le. te. A- men. s 4. Epiphaniasfest. stl. 1. Siehe, nun kommt der Herr, der Herrscher, 2. Gott, gib dein Gericht dem König, 3. Herr, du erleuchtest unsere Leuchte, 15 1. Und in seiner Hand ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit. 2. Und dei- ne Ge- rech- tig- keit des Kö3. Und machest un- se- re Fin. nigs Soh= ne. ster- nis licht. 16 Geistl. Ehr sei dem Vater 2c. Gem. 5. Bustag. Geistl. 1. Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte, 2. Wasche mich wohl von meiner Missethat, 3. Denn ich erkenne meine Missethat, 4. Verbirg dein Antlitz vor meinen Sünden, Gem. A- men. 1. Und til- ge mei- ne Sünden nach dei- ner gro- ßen Barmherzigkeit. 2. Und rei- nige mich von 3. Und meine Sünde ist 4. Und tilge alle mei-. 6. Gründonnerstag. Geistl. 1. Es sei aber ferne von uns rühmen, ne ( Das Gloria patri fällt ant Bußtage weg.) Gem. mei- ner Sünde, im- mer vor mir. Mis- se that. 3. Gott sei uns gnädig und fegne uns, 2. In ihm ist das Heil und Leben und Auferstehung von den Toten, = fti. frei. F 1. Denn al- lein vom Kreuz un- sers Herrn Je su Chri 2. Durch welchen wir er lö... fet sind und 3. Er laffe uns sein Ant- litz leuchten und sei uns gnädig. Geistl. Ehr sei dem Vater 2c. f Gem. 7. Karfreitag. Geistl. 1. Siehe, das ist Gottes Lamm, 2. Fürwahr er trug unsre Krankheit, Gem. A 3. Er ist um unsrer Missethat willen verwundet, 4. Wir gingen alle in der Irre wie Schafe, men. nu grup Gem. 1. Das der 2. Und lud auf sich uns3. Und um unserer Sünde willen 4. Aber der Herr warf un- ser al- ler Sün- de auf ihn. ( Das Gloria patri fällt an diesem Tage weg.) 17 8. Osterfest. Geistl. 1. Der Herr ist auferstanden und Simoni erschienen, onda Halleluja! 2. Was suchet ihr den Lebendigen bei den Toten? Halleluja! Gott gefrönet, Halleluja! 107120 3. Mit Ehre und Schmuck hat ihn 1969 Welt Sün- de trägt. re Schmerzen. zer- schlagen. 1. Der Herr ist wahr- haf- tig auf- er- standen, 2. Er ist nicht hier, er ist auf- er- standen, 3. Und ihn zum Herrn gemacht über al- les, Hal- le luja! Halleluja! Hal- le- Int 2 ja! 18 Geistl. Ehr sei dem Vater 2c. Gem. Gem. 9. Himmelfahrtsfest. Geistl. Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr und sehet gen Himmel? Gem. A ja! Geistl. Wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren, wird er fommen. Gem. men. Hal- le lu = Hal- le- lu- ja, Hal- le- lu ja, Geistl. Frohlocket mit Händen, alle Völker! Gem. Geistl. Ehr sei dem Vater 2c. Und jauch- zet Gott mit fröhlichem Schal A = S men. Hal- le- lu 10. Pfingstfest. Geistl. 1. Der Weltkreis ist voll Geistes des Herrn. = le. ja! f Gem. ja! Geistl. 2. Aus Zion bricht an der schöne Glanz Gottes. 3. Ich will Wasser gießen auf das Durstige, 4. Ich will meinen Geist auf deinen Samen gießen, 5. Dies ist der Tag, den der Herr macht; 6. Der Herr ist Gott, der uns erleuchtet. Gem. 1. Hal- le- lu Gem. = 2. Un- ser Gott kommet und schwei- get nicht, Hal- le- lu- ja! 3. Und Ströme auf das Dür- re. 4. Und meinen Segen auf dei- ne Nachkommen, Hal- le- lu ja! 5. Las- set uns freuen und fröhlich dar- innen sein. 6. Schmücket d. Fest mit Maien bis an die Hörner des Al = tars. Geistl. Ehr sei dem Vater 2c. A= men. 1. Al- le Lan- de sind sei ner Ehre voll. 2. Und diedrei sind eins. men. 19 = 11. Trinitatisfest. Geistl. 1. Heilig, heilig, heilig ist Gott, der Herr Zebaoth, 2. Drei sind, die da zeugen im Himmel, der Vater, das Wort und der heilige Geist, 3. Von ihm und durch ihn und zu ihm find alle Dinge; Gem. se 3. Ihm sei Ehre in E- wig- teit. A 20 Geistl. Ehr sei dem Vater zc. Gem. A 12. Erntefeſt. Geistl. 1. Lasset uns dem Herrn frohlocken, # men. 2. Lasset uns mit Danken vor sein Angesicht kommen, 3. Denn in seiner Hand ist, was die Erde bringet. ( Bei dürftiger Ernte.) Geistl. 1. Befiehl dem Herrn deine Wege, Gem. Gem. 1. Und jauch- zen dem 2. Und mit Psal- men Hort uns- res Heils. ihn lo ben. 3. Und die Höhen der Ber- ge sind auch sein. F ( Bei dürftiger Ernte.) 1. Und hoffe auf ihn; er wirds wohl ma chen. Geistl. Ehr sei dem Vater 2c. A 13. Reformationsfest. men. opatis Geistl. 1. Herr, unser Gott, sei mit uns, 2. Thue wohl an Zion nach deiner Gnade, 3. Herr, dein Wort ist die rechte Lehre; juillogg mo 170 Gem. 300 = fern Vä Je ru- ja e= 1. Wie du ge- we- sen bist mit un 2. Und bau- e die Mauern zu 3. Hei- lig- feit ist die Zier- de deines Hauses tern. lem. wig- lich. Geistl. Ehr sei dem Vater zč. Gem. Bemerkung. 14. Kirchweihfest. Geistl. 1. Jauchzet dem Herrn alle Welt, 2. Gehet zu seinen Thoren ein mit Danken, 3. Danket ihm, lobet seinen Namen; Gem. Gem. f A= men. Statt des Introitus mit dem Gloria patri fann auch an Festtagen bloß ein Anfangslied gesungen werden. 1. Die net dem Herrn = 2. Zu seinen Vorhöfen 3. Denn der Herr ist freundlich u.seine Güte wäh- ret ewig- lich. Geistl. Ehr sei dem Vater 2c. Gem. = men. B. Schlußversikel für die Festtage. 1. Advent. Geistl. Bereitet dem Herrn den Weg, Halleluja! mit Frenden. mit Lo. ben. 21 Und ma- chet seine Steige rich- tig, Halle lu $ S ja! 22 2. Weihnachtsfest. Geistl. Das Wort ward Fleisch, Halleluja! Gem. Und wohnete unter uns, Halleluja! 3. Neujahr. Geistl Herr Gott, du bist unsre Zuflucht für und für, Halleluja! Gem. Du bist unser Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit, Halleluja! 4. Epiphaniasfest. Geistl. Lobet den Herrn, alle Heiden, Halleluja! Gem. Preiset ihn, alle Völker, Halleluja! 5. Bußtag. Geistl. Herr, gehe nicht ins Gericht mit deinem Knecht. Gem. Vor dir ist kein Lebendiger gerecht. 6. Gründonnerstag. Geistl. Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, Gem. Der gnädige und barmherzige Gott. 7. Karfreitag. Geistl. Gott hat seines eigenen Sohnes nicht verschonet, Gem. Sondern ihn für uns alle dahin gegeben. tatuisling 8. Oſterfeſt. sé dall Geistl. Der Tod ist verschlungen in den Sieg, Halleluja! Gem. Gott sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat, Halleluja! 9. Himmelfahrtsfest. Geistl. Gott fähret auf mit Jauchzen, Halleluja! Gem. Der Herr mit heller Posaune, Halleluja! 10. Pfingstfeſt. Geistl. Herr, lehre uns thun nach deinem Wohlgefallen, Halleluja! Gem. Dein guter Geist führe uns auf ebner Bahn, Halleluja! 11. Trinitatisfest. Geistl. Wir loben Gott den Vater, Sohn und heiligen Geist, Halleluja! Gem. Und preisen ihn von nun an bis in Ewigkeit, Halleluja! 12. Erntefest. Geistl. Aller Augen warten auf dich, Herr, Halleluja! Gem. Und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit, Halleluja! 13. Reformationsfest. Geistl. Herr, dein Wort bleibet ewiglich, Halleluja! Gem. Deine Wahrheit währet für und für, Halleluja! 14. Kirchweihfeſt. Geistl. Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses, Halleluja! Gem. Und den Ort, da deine Ehre wohnet, Halleluja! and boso pie de puslet nlng tim ort wo 23 24 C. Schlußversikel für die gewöhnlichen Sonntage zur Auswahl. alle andator Geistl. Es segue uns Gott, unser Gott, Halleluja! Gem. Und alle Welt fürchte den Herrn, Halleluja! Geistl. Herr, hilf deinem Volke und segne dein Erbteil, Halleluja! Gem. Weide sie und erhöhe fie ewiglich, Halleluja! Geistl. Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, Halleluja! Gem. Und du sollst mich preisen, Halleluja! Geistl. Wir haben einen Gott, der da hilft, Halleluja! Gem. Und einen Herrn, der vom Tode errettet, Halleluja! Geistl Herr, dein Wort ist unsers Fußes Leuchte, Halleluja! Gem. Und ein Licht auf unsern Wegen, Halleluja! Geistl. Heilige uns, Herr, in deiner Wahrheit, Halleluja! Gem. Dein Wort ist die Wahrheit, Halleluja! Geistl. Herr, lehre uns thun nach deinem Wohlgefallen; Gem. Dein guter Geist führe uns auf ebner Bahn. Geistl. Herr, handle nicht mit uns nach unsern Sünden, Gem. Und vergilt uns nicht nach unsrer Missethat. 1. Versikel. Geistl. Herr, vernimm mein Flehen um deiner Wahrheit willen. Halleluja! Gem. Erhöre mich um deiner Gerechtigkeit willen. Halleluja! 2. Salutation und Kollekte mit dem Amen der Gemeinde. 3. Verlesen eines biblischen Abschnittes. Gem. Amen. Geistl. Kyrie, & Gem. Geistl. Christe, Gem. Geistl. Kyrie, Gem. Geistl. Christe, Gebetsgottesdienst. Gem. 4. Die Litanei. & lei= son! & lei= son! man thịy you lose &- lei- son! Er- höre uns! 25 him thin slonemg he 26 Geistl. Herr, Gott Vater im Himmel! Herr, Gott Sohn, der Welt Heiland! Herr, Gott heiliger Geist! Gem. Geistl. Sei uns gnädig! Gem. Er- barm dich ü- ber uns! Gem. Geistl. Sei uns gnädig! Ber- schon uns, fie- ber Herre Gott! Gem. Hilf uns, lieber Herre Gott! Geistl. Vor allen Sünden, Vor allem Irrsal, Vor allem Übel, Vor des Teufels Trug und List, Vor bösem schnellen Tod, Vor Pestilenz und teurer Zeit, Vor Krieg und Blutvergießen, Vor Aufruhr und Zwietracht, Vor Hagel und Ungewitter, Vor Feuer und Wassersnot, Vor dem ewigen Tod E ordin Be- hüt uns, lie- ber Herre Gott! PIDE E Geistl. Durch deine heilige Geburt, Durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, Durch dein Kreuz und Tod, Durch dein heiliges Auferstehn und Himmelfahrt, In unsrer letzten Not, Am jüngsten Gericht & Gem. Geistl. Wir armen Sünder bitten: Hilf uns, lieber Herre Gott! Gem. Du wol- left uns er hören, lieber Herre Gott! 27 Geistl Und deine heilige christliche Kirche regieren und führen, Alle Pfarrherren und Diener der Kirche im heilsamen Wort und heiligen Leben behalten, Allen Rotten und Ärgernissen wehren, Alle Irrigen und Verführten wieder bringen, Den Satan unter unsre Füße treten, Treue Arbeiter in deine Ernte senden, Deinen Geist und Kraft zum Worte geben, Allen Betrübten und Blöden helfen und sie trösten, Allen Königen und Fürsten Fried und Eintracht geben, Unsern Landesherrn mit allen seinen Gewaltigen leiten und schützen, Unsere Obern, Schule und Gemeine segnen und behüten, 28 Allen, so in Not und Gefahr sind, mit Hilfe erscheinen, Allen Schwangern und Sängenden fröhliche Frucht und Gedeihen geben, Aller Kinder und Kranken pflegen und warten, Alle unschuldig Gefangene los und ledig lassen, Alle Witwen und Waisen verteidigen und versorgen, Aller Menschen dich erbarmen, Unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben und sie bekehren, Die Früchte auf dem Lande geben und bewahren, Und uns gnädiglich erhören. Gem. Erhör uns, lieber Herre Gott! Geift O Jesu Christe, Gottes Sohn, Gem. Gem. Er barm dich ü- ber uns! Geistl. O du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt, Gem. Er- barm dich ü- ber uns! E Geistl. O du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt Er- barm dich ü- ber uns! Geistl. O du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt, Gem. Geistl. Christe, Gem. Geistl. Kyrie, Gent. Verleih uns ste= ten Fried! Geiftl. Christe, Gem. Er höre uns! S & lei s & lei S Geistl. und Gemeinde: Ky= ri= e, admis S e lei son! son! 972-19 son! Home O na men. $ 29 * 9 30 für die Geburts- und Namenstage des Königs und der Königin. Zum Anfang. Geistl. Gem. Geistl. Gem. f f Anhang. Liturgie Gem. Herr, er zeig uns dei = - ne Barmherzig- keit, Und ver- lei- he uns dein Heil. O Herr, seg- ne den Kö Und er- höre uns gnädig- lich, wenn wir zu dir ru- fen. Geistl. S nig, Rü- ste dei- ne Die- ner mit Ge- rech- tig- keit, Und laß deine Heiligen sich freu en. f Geistl. f Gem. Und seg ne dein Erb = Geistl. Chr' sei dem Vater 2c. 2C. Gem. Gem. Herr, hilf dei- nem Volk, Herr, Herr, A- men. teil. er- barm dich un- ser! Christe, erbarm dich unser! er- barm dich unser! Geistl. Ehre sei Gott in der Höhe Gem. 31 Und auf Er- den Fried und den Menschen ein Wohlge- fal- len. Chor. Wir loben dich 2c. Amen. 32 Geistl. Der Herr sei mit euch. Gem. Geistl. Gebet. Gem. Gem. Und mit deinem Geist. Geistl. Biblische Lektion. Geift Gem. = men. A- men. Schluß. Der Herr denke an uns und segne uns. Halleluja! Er segne, die den Herrn fürchten. Halleluja! Geistl. Der Herr sei mit euch. Gem. Und mit deinem Geist. Geistl. Laßt uns benedeien den Herren. Gott sei ewiglich Dank. Gem. Geistl. Segen. Gem. Amen. Irma Учта Улиа Lind N20, 5 Verse wirdnohrlein. 10, 12, 13,94, 15, 16, 14 19 20, 22, 23 437. Inches Centimetres Blue 2 3 2 Cyan 5 3 149 17 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 117 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black