오 Gib 827 ств mu cassin Jos. Benedict Ich muss wirken die Werke desjenigen der mich gesandt hat, so lange es Tag ist: es kömmt die Nacht, da Niemand wirken kann. Joh.9.4 Wien bei J Wallner Stadt, Kuhulgasse THE er Stadt, K ut Rufe del, Beit und Ewigkeit. Ein Erbauungsbuch für katholische Christen VON Mathias Terklau Cooperator an der Pfarre St.Johan v. Nep V WIEN bei Jacob Wallner Stadt, Petersplatz, Kühfufsgasse Nº 562. Jos Benedict as. Gb 827 Univ.- Bibl. Giessen Zu aller Zeit lobe Gott und bitte Ihn, daß Er deine Wege leite und daß alle deine Unternehmungen in Ihm befestigt seien." Tob. 4. 20. Die Zeit. Unser Leben ist ein Wandel durch die Zeit in die Ewigkeit. Es ist aber die Zeit etwas so Geringes und Kurzes, daß sie, wie der heil. Augustin sagt, gar nicht meßbar ist; denn indem wir sie meffen wollen, ist sie schon verschwunden und Vergangen= heit geworden; was aber erst kommt, ist noch nicht da, ist also auch noch nicht Zeit, sondern Zukunft. - Ist aber die Zeit so blikschnell erscheinend und verschwindend, daß sie, wenn sie kaum gekommen, schon wieder geht, wer sieht nicht ein, wie gierig man sie erfaffen und wie man Wucher mit ihr treiben muß. Der Wucher mit ihr ist der einzig vernünftige. Sie ist, so sagt ein weiser Mann, dem enteilenden Stromwasser gleich. Wie du nun von diesem nur so viel hast, als du daraus schöpfest, so hast du auch von der Zeit nur so viel, als du nüßlich 1 - 2- davon verwendest. Und wie das Stromwasser, das an dir vorübergeeilt ist, in Ewigkeit nicht mehr an dir vorüberfließt, so kehrt auch die enteilte Zeit nimmer an dir vorüber und ist sie unwiederbringlich für dich verloren. ,, Laß dich daher um den guten Tag nicht betrügen und laß auch nicht ein Theilchen des Guten, das dir geschenkt wird( der Zeit) unbenügt vorüber gehen!" Ekkli, 14, 14.- Du würdest aber die Zeit noch immer schlecht benüßen, wenn du sie nur für die Zeit verwendetest. Du mußt sie für die Ewigkeit benüßen. Diese allein hat Bestand und Dauer; in dieser allein werden die vollen Zinsen ausbezahlt, die das Kapital der Zeit trägt., Kaufet die Zeit," sagt darum der heil. Augustin, ,, nehmet sie dem Irdischen und gebet sie euren ewigen Angelegenheiten!" Nun ist zwar damit nicht gesagt, daß der Mensch dem Jr: dischen sich ganz entringen und gar nicht damit sich beschäftigen soll; das soll und kann er nicht. Aber heiligen, auf Gott und die Ewigkeit beziehen, Gott und der Ewigkeit weihen soll und kann er es. Und darum soll kein, wenn auch noch so kleiner Abschnitt der Zeit vergehen, wo er nicht seines Gottes gedenkt, wo er nicht des Wahlspruches und Grundsages bei seinem Handeln sich bewußt ist: Alles im Namen und zur Ehre Gottes." Denn verloren ist sonst jeder solche Theil der Zeit für die Ewigkeit. -3- - Ein schon bedeutender Abschnitt der Zeit ist die Stunde, deren jeder Schlag, wie ein Heiliger sich ausdrückt, eine Mahnung Gottes zur heilsamen Verwendung der Zeit ist; denn es liegen so viele Zeittheilchen in ihr, die zum Sterben Zeit genug sind, daß wir während Einer Stunde hundertmal sterben könnten. Aus vier und zwanzig solchen Stunden besteht der Tag. Die Erde bringt während desselben etwas Ungeheures zu Stande, sie bewegt sich Einmal um sich selbst herum und kehrt so alle ihre Seiten der Sonne zu, um sie erleuchten und erwärmen zu lassen. So soll der Mensch um seinen Schöpfer sich bewegen, beim Beginne des Tages von Gott ausgehen, während desselben Alles auf Ihn beziehen und am Schlusse desselben wieder zu Ihm zurückkehren, um durch Seine Gnade erleuchtet und zu allem Guten erwärmt zu werden. Sieben solche Tage bilden eine Woche, deren erster Tag ausschließlich dem Herrn, deren sechs folgende Tage aber der fleißigen Erfüllung der Berufspflichten, durch die man auch wieder dem Herrn dient, zu weihen sind. Vier solche Wochen und etliche Tage geben einen Monat, während dessen der Mond mehrmals seine Gestalt ändert und durch diese Wandelbarkeit, welcher auch alles andere Irdische unterworfen ist, der Vergänglichkeit desselben uns gemahnt. Zwei und fünfzig Wochen 1* -4endlich oder zwölf Monate machen ein Jahr aus, das schon ein großer Bruchtheil unsers Lebens ist. Soll nun nicht jedes Jahr, jeder Monat, jede Woche, jeder Tag, ja jede Stunde besonders geheiligt werden? Die Kirche und der fromme Sinn der Gläubigen hat diese Frage längst bejahet. Für jedes Theilchen der Zeit sind längst schon christliche Andachten, Betrachtungen, Gebetweisen und fromme llebungen gang und gäbe, deren Ziel und Endpunkt der dreieinige Gott, und deren Zweck nichts anders ist, als daß der Glanz Seiner Herrlichkeit und Güte leuchte über uns und daß Er unserer Hände Werk lenke nach Seinem ewigen Wohlgefallen." Ps. 89. " 1 - Gebet. Nach dem 89. Psalme. " Herr, Du bist unsere Zuflucht worden von einem Geschlechte zum andern. Denn ehe die Berge entstanden, ehe die Erde eine Frucht herfürgebracht, von Ewigkeit zu Ewigkeit bist Du, o Gott! Du wandelst die Menschen in Staub und gebietest ihnen einst wieder: Kehret zurück, ihr Kinder Adams. Denn vor Deinem Auge find tausend Jahre wie der gestrige Tag, der vorüber gegangen. Wir aber sind dem Grase gleich, das am Morgen aufgrünt und blühet, am Abend dahin welkt und verdorret. Denn wir - sind hinfällig worden vor Deinem Zorne und erschüttert von Deinem Strafgerichte. Du hast auf unsere Ungerechtigkeit den Blick geheftet und unsere verborgene Sünde ans Licht Deines Un= gesichtes gezogen. So sind unsere Tage verkürzt worden in der Abkehr Deiner Huld, unsere Jahre fliehen, wie ein, kaum gesprochen, schon wieder verhallendes Wort. Die Anzahl unserer Jahre ist siebzig, und, wo besondere Kraft ist, achtzig, und ihre ganze Herrlichkeit nur Arbeit und Qual. O daß wir erkennen lernten Deine furchtbare Macht, o daß wir bereit wären, mit weisem Herzen Dir uns darzubringen! Wende Dich gnädig zu uns, o Herr! erhöre das Flehen Deiner Knechte. Um Morgen eines neuen Lebens wirst Du mit Deiner Barmherzigkeit uns erquicken und frohlocken werden wir Tag für Tag. Erfreuen wirst Du uns für die Tage, an welchen Du uns gedemüthigt hast, für die Jahre, da wir Leiden erduldet. Sieh' huldvoll herab auf Deine Diener und vollführe an ihnen das Werk Deiner erlősenden Liebe. Der Glanz Deiner Herrlichkeit und Güte leuchte über uns und lenke unserer Hände Werk nach Deinem ewigen Wohlgefallen. Amen." - 6— Die christliche Stunde. Die Stunde heiligst du, wenn du, sobald etwa der Uhrschlag ihren Beginn dir verkündet, irgend eine religiöse Wahrheit dir zur kurzen Betrachtung nimmst und eine fromme Bitte oder auch nur einen andächtigen Seufzer aus deinem Herzen zu Gott emporsendest. Die Geistlichen hat die Kirche eigens verpflichtet dazu, indem sie als ein Stundengebet das Brevier ihnen vorschrieb; aber selbst die andern Gläubigen, wenn sie auch nicht gerade verpflichtet sind, zu jeder Stunde zu beten, thun was sehr Gottgefälliges und Heilvolles, wenn sie der Aufforderung des Psalmenfängers Folge leisten: Von der Morgenfrühe bis zur Abendstunde denke Ifrael an den Herrn." Pf. 129, 6. Folgendes mag dir als Anleitung dienen. Die erste Stunde des Tages. Wie nur Ein Gott ist, so ist auch nur Eine Wahrheit, Eine Kirche, Ein Weg zur Seligkeit, und das ist jene Wahrheit, die Jesus gebracht, jene Kirche, die Jesus gegründet hat und fortwährend erhält, jener Weg, den Jesus vorgezeichnet hat und felbst gegangen ist, der Weg der Selbstverläugnung, der Entsagung, des Kreuzes. Innere Freudigkeit und Seelenfriede ist das schöne Ziel, zu -7welchem er schon hier auf Erden führt; selige Vereinigung mit Gott ist im Himmel der Lohn für Jene, die diesen Weg wandeln. Jesu, der Du gesprochen haft: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, mache, daß ich auf Deinem Wege Dir folge, Deine Wahrheit glaube und durch Dich das wahrhafte Leben er= lange. Amen. Die zweite Stunde. Zwei Leitsterne hat der Herr mir gegeben, daß ich den rechten Weg zum Leben nicht verfehle, die Leuchte meines eigenen Gewissens und das Licht Seines geoffenbarten heiligen Wortes und Willens. Beide leuchten mir helle, so lange mein Herz rein und durch die Sünde nicht getrübt ist. Sie führen mich zum ewigen Lichte. Laß mir, o Herr, diese beiden Leuchten stets vor Augen schweben, auf daß ich allezeit erkennen möge, was recht und gut ist, und gib mir den Beistand Deiner Gnade, daß ich das als gut Erkannte mit heiliger Freude auch vollbringe. Amen. Die dritte Stunde. Drei Abgründe sind es, an denen ich auf meinem Lebenswege glücklich vorbeizukommen suchen muß; denn in ihnen ginge ich zu Grunde. Und diese - — drei sind: die Augenlust oder die Habsucht, die Fleischesluft oder die Wollust und die Hoffart des Lebens. Herr! verleihe, daß Dein heiliger Engel, den Du zu meinem Schuße mir verliehen hast, an diesen Abgründen mich glücklich vorüberführe und daß ein gutes Gewissen mein Reichthum, die Er füllung Deiner Gebote meine ganze Freude, von Dir geliebt zu sein, mein größter Ruhm sei. Amen. Die vierte Stunde. Vier Tugenden machen mein Leben zu einem wahrhaft sittlichen, gottgefälligen und ehrbaren: die Klugheit, die Mäßigkeit, die Gerechtigkeit und die Starkmüthigkeit. Gegen keine dieser Tugenden mich zu verfehlen, soll unter dem Beistande der göttlichen Gnade das Ziel meines Strebens sein. Mache mich christlich klug, o Gott, daß ich stets mein Heil im Auge habe und was dazu ersprießlich ist, erwähle; mäßig, daß keine unordentliche Neigung mich beherrsche; gerecht, daß ich Jedem gebe, was ich ihm schuldig bin, und starkmüthig, daß weder eine Trübsal mich muthlos mache, noch eine Versuchung mich überwältige. Amen. Die fünfte Stunde. Fünf Dinge sollen mir Scheu vor der Sünde und Liebe zum Guten einflößen: der Tod, welcher -9gewiß, das Gericht, welches strenge, das Fegefeuer, welches schmerzlich, die Hölle, welche schrecklich und der Himmel, welcher unaussprechlich freudenvoll ist. — - Herr des Lebens und des Todes, gerechter Richter und Vergelter! laß mich der letzten Dinge nicht vergessen, auf daß ich niemals schwer fündige. Amen. Die sechste Stunde. Sechs Wahrheiten sind vor allen andern wichtig und enthalten alle andern in sich: 1) daß Ein Gott ist; 2) daß Gott ein gerechter Richter ist, welcher das Gute belohnt und das Böse bestraft; 3) daß drei göttliche Personen Einer Wesenheit und Natur sind, der Vater, der Sohn und der heilige Geist; 4) daß die zweite göttliche Person Mensch geworden ist, um uns durch den Tod am Kreuze zu erlösen und selig zu machen; 5) daß die Seele des Menschen unsterblich ist; und 6) daß die Gnade Gottes zur Seligkeit nothwendig ist, und daß der Mensch ohne die Gnade Gottes nichts Verdienstliches zum ewigen Leben wirken kann. Gib, o Herr! daß ich diese Wahrheiten fest und ungezweifelt im Herzen glaube und durch Wort und That bekenne. Amen. - 10— Die siebente Stunde. Sieben Gaben ertheilt der heilige Geist den wahren Gläubigen zum frommen Leben: die Gabe der Weisheit, des Verstandes, des Rathes, der Stärke, der Wissenschaft, der Gottseligkeit und der Furcht des Herrn. Gieß, o göttlicher, heiligmachender Geist, diese Deine sieben Gaben in aller Menschen Herzen aus, auf daß wir, durch sie geheiligt, würdig vor Gott wandeln und Alle insgesammt hier Deines Trostes, dort aber Deiner Geligkeit uns erfreuen mögen. Amen. Die achte Stunde. Acht Tugenden ist vor allen der Lohn der Seligkeit verheißen und zwar der Armuth im Geiste, der Sanftmuth, der Bußtrauer, dem Eifer im Guten, der Barmherzigkeit, der Herzensreinigkeit, der Friedfertigkeit und der Opferbereitwilligkeit für Jesus. Hilf mir, o Gott, daß ich diese Tugenden mir eigen und der Seligkeit mich theilhaft mache, ihnen verheißen ist. Amen. Die neunte Stunde.pon dan Neun Chöre himmlischer Geister wirken für Gottes Ehre und das Heil der Menschen: die Cherubim, -11Seraphim und Throne, die Herrschaften, Kräfte und Mächte, Fürstenthümer, Erzengel und Engel. Wie wunderbar und herrlich bist Du, o Gott, in Mitte Deiner Diener und wie liebreich bist Du für unser Heil besorgt. Selbst Engeln gebotest Du, daß sie uns schüßen und für unser Heil sorgen. Hilf, daß wir Deiner Liebe und des Schußes der heiligen Engel stets würdig seien. Amen. - Die zehnte Stunde. Zehn Gebote künden mir Gottes Willen und meine Pflichten. Sie sind nicht schwer für den, der Gott liebt. Flöße mir, o Herr, Ehrfurcht und Liebe gegen Deinen heiligen Willen ein, da derselbe nichts an ders, als mein Heil beabsichtigt. Gib mir Kraft, ihn treu zu vollziehen, um eben hiedurch zu zeigen, daß ich Dich liebe. Amen. Die eilfte Stunde. Eilf Apostel, die mit dem Herrn getreulich ausgeharret haben, gelangten durch Leiden zu unaussprechlichen Freuden; und ach! der zwölfte ging verloren, weil eine böse Leidenschaft sein Herz umstrickte. Wenn schon von dieser auserwählten Schaar Einer zu Grunde ging, wie muß ich mit Furcht und Zittern mein Heil wirken. 12Durchbohre mein Herz, o Gott, mit der hei ligen Furcht vor Dir, auf daß ich jeder Leidenschaft den Eingang in dasselbe verwehre und rein von Sünden bleibe. Amen. - - od Die zwölfte Stunde.m say Zwölf Artikel im apostolischen Glaubensbe kenntnisse enthalten Gottes Wort, welches ich freudig glauben und bekennen will. Gib mir, o Herr, die Gnade des wahren Glau-. bens, vermehre ihn in mir immer mehr und mehr, und laß nicht zu, daß ich jemals in ihm wankend werde. Amen. Der christliche Tag. Christlich ist der Tag, wenn er auf christliche Weise mit Gott angefangen, fortgeseßt und vollendet, und wenn keiner der Anlässe versäumt wird, die zum Andenken an Gott und Gebete zu Ihm im Laufe des Tages auffordern. Sind derselben auch viele, so mag der Christ bedenken, daß schon David gesagt:„ Siebenmal des Tages habe ich Dir Lob gesungen, o Herr!" Pf. 118, und daß er alle Gläubigen auffordert:, Selbst in den Nächten er: hebet eure Hände zum Heiligthum und lobpreiset den Herrn." Ps. 133, 3. ,, Mein Gott, mein Gott," rief er beim Beginn des Tages, zu Dir erwache 13ich am frühen Morgen!" Pf. 62, 1, und voll Dank sprach er am Schlusse des Tages: ,, In Frieden will ich nun schlafen und ruhen; denn Du, o Herr, hast fest begründet meine Hoffnung." P. 4, 8, 10. - ▬▬▬ Die Morgenandacht. 11 „ Selbst die zarten Vögelein," sagt der heilige Franz von Sales, sind Lehrer für uns; denn wie sie nur aufwachen, beginnen sie schon ihr Morgenlied und mahnen sie uns Menschen, die wir Gott zu erkennen fähig sind, daß wir ihn auch loben und preisen." Kein Christ unterlasse also, täglich seine Morgenandacht gewissenhaft zu verrichten. Sie ist das erste Opfer, das wir Gott zum Danke für den Schuß bringen, mit dem er in der vergangenen Nacht uns erfreute. Sie ist das erste heilige Werk, das wir thun, und stellt uns für den ganzen Tag unter Gottes Schuß und Segen. Sie erheitert uns den ganzen Tag, indem sie das Herz mit Vertrauen auf Gott, Freude und Frieden erfüllt, was alles Derjenige entbehrt, der wie ein unvernünftiges Wesen in den Tag hineingeht. Das Erste bei der Morgenandacht ist aber: Das heilige Kreuzzeichen. Mit diesem Zeichen," so sagt schon der Kirchenschriftsteller Tertullian, der bald nach den - 14Aposteln lebte, ,, bezeichnen wir uns, wenn wir was immer anfangen, thun oder unternehmen, wenn wir aus: oder eingehen, uns an- oder auskleiden, aufstehen oder zu Bette gehen." Krone d. Streit. III. 4. Durch dieses Zeichen wird der Anfang aller Dinge geheiligt und Gott aufgeopfert. Durch dieses Zeichen ehren wir Ihn, indem wir dabei mit Undacht Seinen heiligen Namen nennen. Durch dieses Zeichen bekennen wir unsern Glauben, daß Gott dreieinig und Jesus Mensch geworden ist und durch den Tod am Kreuze uns erlöset hat. Und indem wir das Kreuz gerade auf der Stirne, dem Siße des Verstandes, auf dem Munde, dem Werkzeuge der Sprache, und auf der Brust, dem Wohnorte unserer Gefühle und Wünsche, machen, legen wir das Gelöbniß ab, daß wir nichts anders denken, reden und wünschen wollen, als was dem dreieinigen Gott wohlgefällig und für Nachfolger des gekreuzigten Jesu geziemend ist. Morgengebet. O Gott, mein Gott! Zu Dir erwache ich am frühen Morgen. Du hast mich in der vergangenen Nacht so gütig erhalten, geschützt und neu gestärkt. Durch Dich geschieht es, daß ich auch heute lebe. Mein Erstes sei daher, daß -15ich Deine Güte preise und Dir mit gerührtem Herzen für alles Gute danke, das ich bis auf die gegenwärtige Stunde von Dir empfangen habe. Doch nicht bloße Worte gefallen Dir; Du willst, daß ich durch die That Dir dankbar sei und durch weise Benügung Deiner Gaben und durch ein Leben meine Dankbarkeit bewähre, das Deinem Willen gemäß und Dir wohlgefällig ist. Hiezu aber, o mein Gott, reicht meine eigene Kraft bei weitem nicht hin. Darum gelobe ich Dir zwar, o Gott, daß ich den gegenwärtig beginnenden Tag in Allem nach Deinem heiligen Willen zubringen und alle meine Gedanken, Wünsche, Worte und Werke so ordnen will, daß sie zu Deiner Ehre und zu meinem Heile sind, bitte Dich aber auch um Deinen heiligen Beistand, ohne den ich nichts vermag. Du gibst Allen, die Dich bitten, Deinen guten Geist; höre also auch mein Flehen, und gib zum Wollen des Guten auch das Vollbringen. Unter Deinem Schuße und der Hilfe Deiner allmächtigen Gnade gehe ich gerne wieder in Deinen Weinberg hin, um zu arbeiten in meinem Berufe, der von Dir ist; unter Deinem Beistande will ich sanftmüthig und demüthig, gehorsam und 16 geduldig, mäßig und keusch sein; im Vertrauen auf Deine Huld und Güte will ich in Allem Deinem heiligen Willen mich unterwerfen und was mir immer heute begegnen wird, Erfreuliches oder Widriges, als Deine Schickung und Fügung annehmen. So werde ich bei freudigen Ereignissen nicht übermüthig, bei widrigen Begegnissen nicht kleinmüthig oder verzagt werden. Dir empfehle ich meinen Leib und meine Seele, mein ganzes Thun und Lassen. Schüße mich in jeder Gefahr, steh' in jeder Versuchung mir bei, ſegne und laß gedeihen, was ich beginne. Erhalte meinen Glauben, mein Vertrauen und meine Liebe zu Dir. Gib mir heilige Furcht vor Dir und laß mich den Tag überhaupt so zubringen, als ob er der letzte meines Lebens wäre. Amen. - - Die Ave- Maria- Glocke am Morgen. Weißt du, daß die Morgenstunde Gold im Munde hat und daß ebenso das körperliche ats geistige Wohl durch frühes Aufstehen gefördert werde, so wirst du allzeit schon aus dem Bette sein, wenn, wie eine Stimme vom Himmel herab, die Morgenglocke ertönt. Es ist dies die Ave: 17- Maria- Glocke, die Stimme der heil. Kirche, die dir zuruft: Mensch! du hast einen neuen Tag erlebt, sollst nach Gottes Willen ihn zubringen. Dein Leben überhaupt verdankst du aber dem Erlöser, der auch den Willen Gottes dich gelehrt, auf daß du ein gerechtes Leben führest. Um dir das Leben zu erwerben und Gottes Willen dich zu lehren, ist Er Mensch geworden und diese Seine Menschwerdung wurde vermittelt durch die heilige Jungfrau. Ge denke also in dankbarer Ehrfurcht des großen Geheimnisses der Menschwerdung des Sohnes Gottes und blicke zugleich zu Maria auf, an der du einen Spiegel der Gerechtigkeit, eine Fürbitterin, Schirmerin und Mutter haft. In der Erinnerung an dieses heiligste Geheimniß und an die, durch eine jegliche Tugend hell leuchtende heilige Jungfrau wirst du den Tag hindurch reichen Trost, mächtige Aufforderungen zum Guten und eine kräftige Schußwehr gegen die Sünde finden. Bete daher mit möglichster Andacht das beim Ave- MariaLäuten übliche Kirchengebet: - Der Engel des Herrn. 1. Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft und sie empfing von dem heiligen Geiste. Gegrüßet seist du Maria u. s. w. 2 18 2. Maria sprach: Ich bin eine Dienerin des Herrn; mir geschehe nach Deinem Worte. Gegrüßet seist du u. s. w. 3. Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnet. Gegrüßet seist du u. s. w. Wir bitten Dich, o Herr! Du wollest uns Deine Gnade ertheilen, daß wir, die wir durch die Botschaft des Engels, Christi, Deines Sohnes Menschwerdung erkannt haben, durch Sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung geführt werden. Durch denselben Christum, unsern Herrn. Amen. - — Gebet vor der Arbeit. Froh und freudig gehe ich nun an meine Arbeit, wohl wissend, daß ich als Mensch zu ihr erschaffen bin, wie der Vogel zum Fluge. Dir, o Gott, habe ich sie empfohlen und von Dir hoffe ich auch ihr Gedeihen. Gib mir Geduld, Ausdauer und Beharrlichkeit dabei; gib mir jene demüthige Gesinnung, die das Gelingen nicht der eigenen Kraft, sondern Dir, o Gott, zuschreibt, das Mißlingen aber aus der Abwesenheit Deines segnenden Beistandes herleitet und dann nur um so flehentlicher um Deinen Segen bittet. ▬▬▬▬ 19— Will mir schwer fallen, was ich zu verrichten habe, so laß mich, o Jesu, Deiner mühvollen Arbeiten, Deiner oft vergeblichen Anstrengungen, Deiner unbesieglichen Geduld und Deiner Freude gedenken, als endlich Alles vollbracht war und Du nach Vollendung Deines Werkes in Deine ewige Herrlichkeit eingingest. Amen. - Die Ave Maria- Glocke am Mittage. Während den Arbeitsscheuen die peinlichste Langeweile plagt und der Müßiggang ihm aller Laster Anfang wird, schwinden dem Arbeitsamen die Stunden wie Minuten dahin, und kaum er angefangen hat sein Tagewerk, steht die Sonne am Mittage und süß wird ihm die Ruhe. Da ertönt die Ave- Maria- Glocke tröstend und mahnend. Gedenke deines Erlösers und Seiner heiligen Mutter! ruft sie dem Müden zu. Auch ihr Leben war voll Mühsal und Plage. Und doch bewahrten sie Geduld und himmlischen Sinn. Denk, daß die Last des Erdenlebens, Arbeit, Mühe und Sorge als zeitliche Folge der Sünde auf den Menschen lastet und danke Jesu, dem Sohne Mariens, daß er von den ewigen Folgen der Sünde so barmher: zig dich erlöset hat. Du willst durch Speise und Trank dich erquicken, ruft sie dem Hungernden 2* 20und Durstenden zu; thu es im Namen Jesu; ver: giß aber nicht, daß der Mensch nicht vom Brote allein, sondern von jedem Worte, das aus dem Munde Gottes geht, daß er von jenem Worte insbesonders lebt, das da Fleisch geworden ist und unter uns gewohnet und uns erlöset hat. Bete daher mit Andacht: Der Engel des Herrn. — - Das Tischgebet. Vor und nach dem Essen beten, ist nicht blos ein, von den Vorfahren überkommener, alter Brauch, der also auch außer Uebung kommen könnte, son: dern eine zu allen Zeiten geltende und so heilige Pflicht für den Christen, daß er das Tischgebet nie ohne Sünde unterlassen kann. Nur das Thier geht zu und von der Krippe, ohne daß es vor und nachher etwas denkt oder sein Auge aufwärts zum Himmel erhebt, weil es nicht weiß, von wem es selbst ist und von wem die Gaben kommen, die es genießt. Der Mensch aber weiß dies und muß daher auch wissen, daß er Augen, Herz und Hände zum Himmel erheben soll, um vor dem Genusse zu bitten, nach demselben zu danken. Und sagte ihm dies nicht schon sein eigenes Gefühl als Mensch, so müßte er als Christ mit dem Leben Jesu ganz unbekannt sein, wenn er nicht wüßte, 21- daß ihn dies das Beispiel Jesu selbst lehre. Er, der Tausende wunderbar zu sättigen vermochte, hob dennoch Augen, Herz und Hände zum Himmel empor, ehe er genoß, und dankte, nachdem er genos: sen. So that er bei der großen Mahlzeit auf dem grünbedeckten Tisch der Wiesen in der Wüste; so bei dem leßten Abendmahle; so in der Herberge, in die Er zu Emaus eingekehrt war mit Kleophas und seinem Gefährten. Bete daher allzeit dein Tischgebet, auch wenn es Andere nicht thun. Denn um der Menschen willen darf man nicht unterlaffen, was man gegen Gott schuldig ist. Auch wird dein Beispiel die Besseren an ihre Pflicht erinnern. Gebet vor dem Essen. Aller Augen warten auf Dich, o Herr! Du gibst ihnen Speise und Trank zur rechten Zeit. Du thust Deine milde Hand auf und erfüllest Alles, was da lebt, mit Deinem Segen. Segne daher auch uns und diese Gaben, die wir von Deiner Güte empfangen. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Vater unser u. s. w. Gegrüßet seist du Maria u. s. w. ― 22- Gebet nach dem Essen. Gelobt seist Du, Herr, himmlischer Vater! Der Du unsere Leiber gespeiset und getränket haft mit Deinen Gaben. Wir danken Dir dafür und bitten Dich, Du wollest auch unsere Seelen nähren und stärken zum ewigen Leben. Amen. Vater unser u. s. w. Gegrüßet u. s. w. Die Ave Maria- Glocke am Abend. Auch am Abende noch, wenn dein Tagewerk schon vollendet ist, ertönt aus der Höhe eine Stimme herab, die Stimme der heiligen Kirche, die nun auch am Schlusse des Tages noch an deinen Erlös ser dich mahnen will; denn Er ist der Erste und Legte, der Anfang und das Ende. Wie du also den Tag mit Jesu angefangen hast, so endige ihn auch mit Jesu. Denke nochmal an das anbetungswürdige Geheimniß der Menschwerdung des Sohnes Gottes im Schooße der heiligen Jungfrau und bete mit gläubiger Andacht: Der Engel des Herrn.and Horch aber! da wird nach dem dreimaligen größeren Glockenzeichen noch ein Zeichen mit einer kleineren Glocke gegeben. Dies ermahnt dich zur liebreichen Fürbitte für Diejenigen, über welche - 23— schon die Nacht des Todes hereingebrochen ist, die für sich nichts mehr wirken können, aber noch leiden müssen und in ihren Leiden nach der Hilfe der noch Lebenden seufzen. Bete ein Vater unser für sie und das kirchliche Schlußgebet: ,, Herr! gib allen verstorbenen Christgläubigen die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihnen. Herr! laffe sie in Frieden ruhen. Amen." and non Die Abendandacht. Eben so pflichtgemäß wie die Morgenandacht, ist auch die Abendandacht. Wer könnte auch am Schlusse eines Tages ohne Gedanken an Gott zu Bette gehen! Für wie viel hat nicht der Mensch an jedem einzelnen Tage zu danken! Wie sehr be darf er nicht des göttlichen Schußes, da die Nacht, des Menschen Feindin, so viel Unheilvolles in ihrem dunklen Schooße bergen kann. Selbst in den Nächten," sagt daher David, erhebet eure Hände zum Heiligthum und lobpreiset den Herrn." Die Abendandacht ist der schönste Schluß des Tages, die Krönung des christlichen Tages. Ein Abendlied, eine Abendbetrachtung, ein Abendgebet, hauptsächlich aber die tägliche Gewissfenserforschung am Abende bilden die Abendandacht. 11 - - 24- Ein Abendlied. Von Dr. Joh. Em. Veith. 1. Herr bleib bei uns; denn es wili Abend werden, Der Tag hat sich geneiget, Schon senkt die Nacht hernieder sich auf Erden, Und Alles ruht und schweiget. Ihr Tage und Nächte, lobet, lobet den Herrn, Ihr Sterne des Himmels, lobet, lobet den Herrn, Lobet und preiset Ihn hoch, All' ihr Werke des Herrn! 2. Herr bleib bei uns; denn dunkel wird's auf Erden, Nachtthau hernieder steiget; Müd' ist das Herz und duldet viel Beschwerden, Wenn sich Dein Trost nicht zeiget. Ihr thauenden Lüfte, lobet, lobet den Herrn, Ihr Wolken des Himmels, lobet, lobet den Herrn; Alle ihr Engel des Herrn, Lobet und preiset den Herrn! 3. Herr bleib bei uns; dann mag es Abend werden, Thut nur Dein Licht uns scheinen, Der Du in dem Himmel waltest und auf Erden, Gern bleibst Du bei den Deinen. Ihr Diener des Herrn, lobet, lobet den Herrn, Ihr Priester des Herrn, lobet, lobet den Herrn, Alles, was lebet und liebt, Lobet und preiset den Herrn! - 25-- Herr bleib bei uns; laß uns nicht zaghaft werden, Wenn Nacht und Grau'n sich zeigen; Du guter Hirt, Du weidest Deine Herden, Bis sich die Schatten neigen. Ihr Armen und Kleinen, lobet, lobet den Herrn, Ihr Herzen voll Demuth, lobet, lobet den Herrn, Alle ihr Christen zumal, Lobet und preiset den Herrn! 5. Herr bleib bei uns; der einstens Dich zu Erden Erbarmend hast geneiget, Getragen uns're Schmerzen und Beschwerden, Als Bruder Dich gezeiget! Ihr Engel und Erzengel, lobet, lobet den Herrn, Ihr Cherub und Seraphim, lobet, lobet den Herrn, Lobet die Jungfräuliche hoch, Preiset die Mutter des Herrn! 6. Herr bleib bei uns; bis von dieser Erden Wir einstens müssen scheiden; Lenk' uns voll Huld, damit wir selig werden, Eingeh'n in Deine Freuden. Ihr Wunder der Liebe, lobet, lobet den Herrn, Ihr seine Erbarmungen, lobet, lobet den Herrn, Lobet und preiset den Herrn, An dem Altare des Herrn! - 26- Herr bleib bei uns; denn es will Abend werden, Der Tag hat sich geneiget; Wenn Du uns ruf'st hinweg von dieser Erden, Erbebt das Herz und schweiget. Ihr Seelen der Treuen, lobet, lobet den Herrn, Ihr seligen Büßer, lobet, lobet den Herrn, OC Bittet ihr Freunde des Herrn, Bittet für uns bei dem Herrn! 8. Herr bleib bei uns; bald wird es dunkel werden, Bald wird der Tag sich neigen. O möchtest Du, Herr Himmels und der Erden, Uns Sündern Huld erzeigen! mee Ihr hohen Apostel, lobet, lobet den Herrn, Ihr glorreichen Martyrer, lobet, lobet den Herrn, Bitte, o Mutter des Herrn, Bitte für uns bei dem Herrn! Univ.- Bibl. Giessen KR Abendbetrachtung. Ein Tag meines Lebens neigt sich nun wieder seinem Ende zu, und es kommt die Nacht, das dunkle Bild des Todes, der über kurz oder lang auch mir nahen wird. Wie nun beim Beginne der Nacht alle Wirksamkeit aufhört, und Alles ruht und schweiget: so hört auch beim Eingang in die Grabesnacht alles Wirken und - - 27- Verdienen auf, weßwegen Jesus uns so nachdrücklich ans Herz legt:„ Wirket, so lange es Tag ist; es kommt die Nacht, wo Niemand mehr etwas wirken kann." Wie lange wird es aber noch Tag sein für mich? Ich weiß es nicht; denn ließe mich auch meine Jugend, Gesundheit und Kraft noch viele solche Tage hoffen, so ist das doch keine Gewißheit, indem der Tod mir auf gar vielen Wegen nahen kann, von denen her ich es gar nicht vermuthe. Vielleicht bin ich mit dem heutigen Tage dem Ende meiner Erdenpilgerschaft schon um überaus Vieles näher gerückt. Werde ich aber mit dem Ende auch mein Ziel erreicht haben? Wird meine Lebensaufgabe auch vollbracht sein, wenn ich aufhören werde, wirken zu können? Wird meine Heiligung vollendet sein? Denn eben dies ist Gottes Wille und unsere Aufgabe: unsere Heiligung. Weit, o mein Gott! bin ich von diesem Ziele noch entfernt; denn noch ist so viel Irdisches, Unheiliges, Sündhaftes an mir. Noch lege ich wohl täglich am Abend mein Kleid, aber nicht den alten Menschen mit seinen bösen Neigungen und sündhaften Gewohnheiten ab; und doch kann es plöglich geschehen, daß ich im Tode meine irdische — 28 - Hülle, den Leib ablegen und vor Deinem Ge richte erscheinen muß, wo mir vergolten werden wird nach meinen Werken. Wie werde ich alsdann wünschen gelebt zu haben? Wird mich, was ich bisher gethan, vor Deinem Gerichte freuen oder ängstigen? Werde ich sagen können: ,, Herr, mit Deinem Pfunde habe ich fünf Pfunde gewonnen?" Oder werde ich mit Beschämung und Furcht gestehen müssen: ,, Herr, Dein Pfund habe ich vergraben." Ernste Fragen! Welche Antworten gibt mir mein eigenes Bewußtsein? Noch hoffe ich aber, o Gott! wenigstens Einen Tag zu erleben, an welchem ich so eifrig, so bez harrlich treu in allem Guten sein werde, daß Deine verzeihende und stützende Gnade meinen Versäumnissen und meinem Unvermögen nachhilft, um das Versäumte einzubringen, und daß der heutige Tag für mich nicht verloren ist. Die Gewissenserforschung am Abend. Als Mittel, vom Bösen zum Guten und vom Guten zum Bessern fortzuschreiten, wird von allen Lehrern des geistlichen Lebens die tägliche Ge wissenserforschung dringend anempfohlen. So sagt schon der heilige Ephräm: Wie ein Fluger Kauf 29 mann täglich berechnet, ob er in seinem Geschäfte gewonnen oder verloren habe: so berechne auch du an jedem Tage, wie es um das Geschäft Deines Seelenheiles steht; und wenn du gewahr wirst, daß es rückwärts gegangen ist, so suche fortan mit allem Eifer das verübte Böse gut zu machen, das versäumte Gute wieder einzubringen." Und der heilige Augustin lehrt:„ Wie ein Schifflein, wenn auch nur einige Tropfen Wassers in dasselbe täglich eindringen, endlich untersinken muß, wenn man dasselbe nicht täglich herausschöpft: so muß auch der Mensch allgemach abnehmen und in große Sündhaftigkeit versinken, wenn er nicht täglich durch Erforschung des Gewissens, Erweckung der Reue und demüthige Bitte um Verzeihung sich von seinen kleinern Fehlern zu reinigen sucht. Gebrauche daher täglich dieses Mittel des Heiles. Du wirst dadurch zur wahren Erkenntniß deiner selbst gelangen, und Selbstkenntniß ist ja schon von heid= nischen Weisen als unerläßlich nothwendig gefordert worden. Diese Kenntniß deiner selbst, deiner Schwächen und vielen Fehltritte wird dich in der Demuth erhalten, und Demuth ist die Mutter aller andern Tugenden. Durch die tägliche Erforschung deines ganzen Thuns und Lassens und der Ursachen, warum du dieses oder jenes thatest, wirst du ferner auf die üblen Neigungen in dir, auf die bösen 30Gewohnheiten an dir, und auf die Gefahren aufs merksam werden, die für dich in dieser oder jener Gelegenheit, Gesellschaft, Lektüre und dgl. sind, und wirst du zum Entschlusse bewogen werden, deine übeln Neigungen mehr zu unterdrücken, die bösen Gewohnheiten abzulegen und die Gefahren zur Sünde zu meiden. Thust du alles Dieses mit heiligem Ernste, so wird dir auch die Gnade Gottes entgegenkommen und hilfreich beistehen. Damit du aber deine tägliche Gewissenserforschung recht vornimmst, beobachte folgende Punkte: 1. Rufe dir alle, am heutigen Tage von Gott empfangenen Wohlthaten ins Gedächtniß, und danke Jhm dafür. 2. Bitte Gott um Erleuchtung zur Erkennt: niß deines Thuns und Laffens. 3. Prüfe dich nach allen deinen Pflichten gegen Gott, gegen dich selbst und gegen deinen Nächsten, insbesonders nach den Pflichten deines Standes und Berufes und über den Fehler, in welchen du bisher am öftesten verfallen bist.d 4. Erwecke wahre Reue, bitte Gott um Verz zeihung und fasse den ernstlichsten Entschluß der Besserung, jedoch so, daß du morgen schon anfangst, diesen Entschluß auch wirklich auszuführen. - - - 31- - Abendgebet. In Frieden will ich nun schlafen und ruhen; denn Du, o Herr! hast mich sonderlich festbegründet im Vertrauen." Ps. 4, 8-10. Deine Sorgfalt und Güte, die mich den Tag über beschützt und bewahret hat, wird auch in der Nacht mich nicht verlassen; und Dein heiliger Engel, der mir so liebevoll und bekümmert zur Seite ging, da ich wachte und nach meinem Berufe arbeitete und wirkte, wird auch mein Lager umschweben, auf dem ich ruhe. Dies hoffe ich zuversichtlich von Dir, o Gott! und darum rufe ich auch zu Dir: Suche heim dieses Haus und entferne von mir und Allen, die in demselben wohnen, alle Nachstellungen des bösen Geistes. Laß Deine heiligen Engel darüber wachen, daß sie in Frieden uns bewahren und erfreue uns allezeit mit Deinem Segen. Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Vater unser u. s. w. Gegrüßet seist du Maria u. f. w. autent s. Es segne und beschirme uns der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater+, der Sohnt und der heilige Geist+ Amen. - 32- Or Die christliche Woche. Zunb Sieben Tage, vom Sonntag angefangen, bilden eine Woche. Ihr erster ist dem Herrn geweiht und heißt deswegen Dominica, d. i. Tag des Herrn. Die übrigen gehören vorzugsweise der Arbeit an, dem Dienste Gottes im besondern Stande oder Berufe. Doch auch sie sollen geheiligt werden und sind daher ein jeder von der Kirche selber einer bestimmten Betrachtung geweiht, wie weiter unten sich zeigen wird. Mache daher auch die Woche zur christlichen, indem du christlich und im Geiste der Kirche sie zubringst und heiligest. Der Sonntag.mis dau Einen Tag der Woche vor allen andern auszuzeichnen, hat Gott schon im Anfange der Welt gelehrt, indem Er sechs Tage arbeitete und die Welt schuf, den siebenten aber ausruhte und so Seinen Willen zu erkennen gab, daß auch der Mensch sechs Tage arbeiten, am siebenten aber zur Feier der Vollendung der Schöpfung und der Ruhe Gottes ruhen soll. Daher haben die Menschen schon in der Urzeit den siebenten Tag gefeiert und auf Sinai ward durch das Gebot: ,, Gedenke, daß du den Sabath heiligest" die unter dem Drucke 33- der ägyptischen Knechtschaft verwehrte und unter= bliebene Sabathfeier nur neu eingeschärft. Für Menschen und Thiere sollte dieser Tag ein Ruhetag sein; daher waren alle knechtlichen Arbeiten untersagt und nicht einmal das Manna fiel an diesem Tage vom Himmel. Doch nicht allein gefeiert, auch geheiligt sollte der Tag werden, und darum wurden vorzugsweise an diesem Tage die Opfer und gemeinschaftlichen Gebete dargebracht und im Tempel und in den Synagogen die heil. Schrift gelesen und erklärt. Seit den Zeiten der Apostel feiert man aber nicht mehr den siebenten, sondern den ersten Tag der Woche, weil an ihm Jesus von den Todten auferstanden und der heil. Geist über die Apostel gekommen, also die neue Schöpfung, d. i. die Erlösung vollendet und besiegelt und durch die Weihe der Apostel und Gründung der Kirche die Heiligung der Menschen aller Zeiten und Orte möglich gemacht und gesichert worden ist. Geheiligt wird aber der Sonntag durch Gebet, geistliche Lesung und Betrachtung, Anhörung der Predigt, Beiwohnung beim heiligsten Meßopfer und zwar in der eigenen Pfarrkirche, weil es da eben für die Pfarrkinder dargebracht wird, durch den Empfang der heiligen Sakramente, Besuch des nachmittägigen Gottesdienstes, erbauliche Unterredungen und 3 34-> Gespräche, endlich durch Werke der christlichen Barmherzigkeit und Liebe. Morgenbetrachtung am Sonntage. Welch' ein hehrer, heiliger und großer Tag ist heute angebrochen! Von ihm gilt vorzugsweise: ,, Das ist der Tag, den der Herr gemacht hat; lasset ihn uns mit Jubel und Freude begehen!" Es werde Licht, so sprach der Herr an diesem Tage bei der Schöpfung. Möge es auch Licht in meinem Geiste werden, daß ich die Heiligkeit des Tages recht erkenne und nach dieser Erkenntniß lebe. Es stand Christus an diesem Tage von den Todten auf und besiegelte dadurch die Wahrheit Seiner Lehre, so wie die Erlösung. Möge Er mir heute mein Herz eröffnen, daß ich die heilige Wahrheit, wenn ich sie predigen höre, willig aufnehme und glaube, möge Er mir Kraft geben, daß ich sie auch befolge. Möge Jesus mich mit wahrer Liebesréue, Glauben und Andacht erfüllen, daß ich der unblutigen Erneuerung Seines Kreuzesopfers in der heiligen Messe würdig beiwohne. Es kam endlich an diesem Tage der heilige Geist über die Apostel herab und trat die — 35 Kirche ins Leben, deren Glied ich bin, als welches ich auch einst zu sterben verlange. Möge heute mein Glaube neu belebt, meine Hoffnung fester begründet, meine Liebe inniger, meine Sehnsucht nach dem Himmel begeisterter werden. Amen. - Der öffentliche Gottesdienst. Laut und feierlich rufen heute die Glocken in die Kirche. Denn nicht blos innerlich in unserem Herzen, sondern auch äußerlich durch Wort und Werk, und nicht blos einsam und in Geheim, fons dern auch öffentlich und gemeinschaftlich müssen wir unsern Gott bekennen und verehren, Anbetung und Huldigung Ihm darbringen. Wer Gott ehrt und liebt, will dies ja auch öffentlich zeigen und will, daß auch Andere Ihn ehren und lieben. Daher vereint er sich auch gern mit den Andern, wird von ihnen erbaut und erbaut auch hinwieder sie. Wie eine aus vielen Flämmchen gebildete große Flamme steigt dann die Andacht mächtiger zum Himmel empor und den vereinten Bitten so Vieler wird um so leichter Erhörung. Ist Christus schon dort, wo nur zwei oder drei in Seinem Namen versammelt sind, mitten unter ihnen, so wird Er um so mehr unter den Hunderten und Tausenden sein, die beim öffentlichen Gottesdienste in der 3* 36 - Kirche versammelt sind. Daher quillt auch so reicher Segen aus ihm, wie es die Geschichte und Er fahrung an ganzen Völkern nicht minder, als an einzelnen Menschen zeigt, die den öffentlichen Gottesdienst in Ehren halten, wogegen auch auf Nichts so großer Fluch, solche Entartung und Verwilderung folgt, als auf die Hintansehung und Vernachlässigung des öffentlichen Gottesdienstes. Gott selbst fordert ihn daher, nicht Seinetwegen, sondern unsers Heiles willen. Die Kirche verpflichtet an Sonn- und Feiertagen unter einer schweren Sünde dazu und schon das Heilvolle und Segensreiche desselben muß jeden Gläubigen mächtig anspornen, an ihm Theil zu nehmen. Es begreift ja der katholische Gottesdienst nicht blos Gebet und Unterricht in sich, sondern er hat noch unendlich mehr, er hat in unblutiger Erneuerung das welterlösende Opfer Christi und Christum Selber in der Feier des allerheiligsten Meßopfers und Sakramentes, den Quell aller Gnaden. Die Predigt. Kurzer Unterricht hierüber. Zum öffentlichen Gottesdienste an Sonn- und Feiertagen gehört, als Vorbereitung zur heiligen Messe, die Predigt, wie dies aus dem schon zu den 37 Zeiten der Apostel bestandenen Gebrauche ersicht: lich ist, vor der eigentlichen Messe, die mit der Opferung beginnt, ein Stück der heiligen Schrift zu lesen und zu erklären, über die Glaubens- und Sittenlehren zu unterrichten und auf die Feier des heiligsten Geheimnisses zu bereiten. Redet auch das zweite Kirchengebot von der Predigt nicht ausdrück= lich, so ist zu bedenken, daß dies Gebot in einer Zeit gegeben wurde, wo noch obiger Gebrauch bestand, Predigt und Messe zu Einem zu verbinden und den Theil vom Eingang bis zum Offertorium mit Einschluß der Predigt die Messe der Täufe linge", den Theil vom Offertorium bis zum Schlusse aber die Messe der Gläubigen" zu nennen, wornach sich also das Gebot, auch die Predigt zu hören, von selbst verstand. Uebrigens wird ja in den Predigten das Wort Gottes vorgetragen und wer aus Gott ist, hört auch Gottes Wort". Die Ausflüchte und Entschuldigungen, die man zuweilen vorbringt, gelten durchaus nicht. Wollte Einer sagen, er sei in der Jugend hinreichend unterrichtet worden, so sehe er wohl, ob er nicht vieles wieder vergessen habe. Weiß Einer auch, was zu glauben und zu thun sei, so bedarf er des Zuspruchs und der Aufmunterung. Bedürfte er auch deffen nicht, so ist er schuldig, denen, die des Unterrichts bedürfen, ein gutes Beispiel zu geben. Und ist den 11 - ▬▬▬▬▬▬▬▬▬ 38- Bischöfen und Priestern befohlen zu predigen, so ist den Gläubigen befohlen, zu hören. Uebrigens weiß kein Mensch Alles, und selbst der Bestunterrichtetste und Gelehrteste kann auch vom einfachsten Priester gewinnen. Er kann die Wahrheit von einer neuen Seite beleuchtet und dargestellt, eine Pflicht, einen Trostgrund dargelegt sehen, wie ihm dies noch nie so klar in sein Gemüth hineingeleuchtet hat. - Versäume also die Predigt unter keinem Vorwande. Sei aber nicht blos körperlich, sondern geistig anwesend, höre mit Aufmerksamkeit zu, beziehe das Gehörte einzig nur auf dich und nicht. auf Andere, und sieh zu, wie du dein Leben darnach einrichtest. Denn nur die werden selig, die das Wort Gottes hören und auch befolgen. Bereite dich daher auch auf die Predigt vor und richte dein Herz zum guten Erdreich her, das da willig ist, den guten Samen aufzunehmen. Gebet vor der Predigt. Nach Pf. 118. Herr, Deine Hände haben mich geschaffen und gebildet; gib mir Verstand, daß ich Deine Satzungen lerne und Deine Worte aufnehme. - 39- - Thu' auf meine Augen, daß ich schaue Deine wunderbaren Gesetze, lehre mich Zucht und Erfenntniß; ich will Dir glauben und folgen. Ich liebe Deine Worte und freue mich über sie. Sie sind mir mehr werth, als Gold und Silber; denn sie beruhen auf Wahrheit und währen ewiglich. Sie erleuchten und geben Verstand den Demüthigen und Kleinen; sie machen weise und halten vom Bösen zurück. Sie beruhigen und trösten mich und führen zum wahren Heile. 3war höre ich auch anderwärts gar viele fromm thuende Reden; doch wie Deine Worte sind sie nicht. Von vielen solchen Reden und Lehren hat man schon das Ende gesehen, Dein Wort aber, o Herr, bleibt in Ewigkeit und Deine Wahrheit von Geschlecht zu Geschlecht. Zieh' daher meine Augen ab von eitler Lehre und neige mein Herz zu Deiner Wahrheit; führe mich auf den Pfad Deiner Gebote; denn gar sehr verlange ich darnach und Wasserbäche entquellen meinen Augen darüber, daß ich sie bisher so wenig hielt. Glückselig sind ja nur die, welche nach Deinen Geseßen wandeln und treu Deine Worte halten. Reden will ich von Deinen Worten vor aller Welt und mich ihrer nicht schämen. Ich will sie 40 - bekennen und auf ihre Befolgung meines Herzens Neigung richten. Amen. Gebet nach der Predigt. ant Herr, nun habe ich wieder Dein Wort und Deinen Willen vernommen; gib, daß ich Dein Wort, das Geist und Leben ist, glaube, Deinen Willen, der heilig und selig macht, erfülle. Präge das Gehörte tief in meine Seele ein, laß es darin Wurzel fassen, keimen und wachsen; verleihe, daß der Same Deines heiligen Wortes an mir reiche Früchte bringe, auf daß ich am großen Erntetage des Gerichtes freudig Dir entgegenkomme und viele Garben bringe. Amen. Das heilige Mesopfer. Kurzer Unterricht hierüber. Ein Opfer überhaupt ist die Darbringung einer sinnlichen Gabe an Gott, um Ihn als höchsten Herrn zu bekennen, Ihm für empfangene Wohlthaten zu danken, um neue zu bitten, und insbesonders um Vergebung der Sünden von Gott zu erlangen. Schon die ersten Menschen brachten nach der Sünde Opfer dar. Da sie nämlich im - 41 - Gefühl der Sünde sich Gott entfremdet wußten. und gleichsam nicht mehr selber und unmittelbar vor Gott sich getrauten, brachten sie statt ihrer andere Gaben dar, die sie sodann vernichteten, tödteten oder verbrannten, einestheils, weil sie dieselben Gott geweiht hatten und nicht wieder zurücknehmen wollten, andererseits um hiedurch zu bekennen, daß sie selbst um ihrer Sünden willen den Tod verdient hätten. So opferten auch Kain und Abel, Noe, Abraham, Jakob und Andere, theils blutige, theils unblutige Opfer. Besonders viele und feierliche Opfer wurden unter dem Volk Israel Gott dargebracht, die von Ihm selbst ver= ordnet waren. Alle diese Opfer waren jedoch nur Schatten und Vorbilder, mit der Bestimmung, auf jenes Opfer hinzuweisen und die Sehnsucht nach jenem zu erwerken und zu erhalten, das der Gott: mensch am Kreuze vollbracht und wodurch Er die Welt erlöset hat. Da Er dabei Sein eigen Fleisch und Blut opferte, das rein und schuldlos war, und dies für uns that, hat Er für die Sünden der Welt überreiche Genugthuung geleistet und mit dem Vater uns versöhnt. Damit nun aber dieses große welterlösende Opfer ewig im Andenken der Menschen bliebe, hat Er das heiligste Meßopfer eingeseßt, das aber nicht ein bloßes Denkmal, sondern die wesentliche, - 42- nur unblutige Wiederholung oder Erneuerung des Kreuzesopfers ist. Denn wie Jesus am Kreuze Sein Fleisch und Blut opferte, opfert Er es auch hier, nur in anderer Weise. Am Kreuze opferte sichtbar vor aller Welt Er selbst; hier aber verrichtet dieses Opfer sichtbar der Priester, Jesus aber opfert unsichtbar Seinem himmlischen Vater Sich auf. Am Kreuze war auch Fleisch und Blut sichtbar; hier aber ist nur Brot und Wein zu sehen, aber dieses Brot wird durch die Worte Christi, die der Priester spricht, der Leib, und dieser Wein wird. durch eben diese Worte das Blut Christi. Und so ist der Opferpriester und die Opfergabe am Kreuze und bei der heiligen Messe derselbe Christus, die heilige Messe also das Kreuzesopfer in unblutiger Erneuerung. " 1 Durch die Darbringung dieses Opfers verföhnt," sagt der Kirchenrath von Trient, gewährt Gott selbst ungeheuern Sünden- Nachlaß," was zwar nicht so zu verstehen ist, als könne man durch das heilige Meßopfer allein Vergebung aller Sünden, auch der schweren oder Todsünden erlangen; aber dies ist gewiß, daß Gott selbst große Sünder, wenn sie anders noch den Glauben bewahrt haben, die Gnade der Erkenntniß ihrer Sünden, Reue und Bekehrung durch dieses Opfer finden läßt. - - 43- - Wirkt es aber schon an Sündern so viel, wie segensreich muß es erst an Jenen wirken, die im Stande der Gnade, gut vorbereitet, mit Glauben und Undacht der heil. Messe beiwohnen. Christus Selbst ist ja da zugegen, zugegen um unsertwillen, unsere Bitten anzuhören, unsere Klagen tröstend auf= zunehmen und alle heiligen Wünsche unsers Herzens zu erfüllen! Darum und weil es zugleich der Mittelpunkt und die Seele des Gottesdienstes ist, zu welchem jeder Mensch sich verpflichtet erkennen muß, hat die Kirche anbefohlen, daß jeder katholische Christ wenigstens an allen Sonn- und Feiertagen dem heiligen Meßopfer andächtig beiwohne, widrigenfalls er, außer es hindere ihn eine Krankheit, sich einer Todsünde schuldig macht. Der wahre Christ wohnt aber nicht blos an Sonn- und Feiertagen, sondern, wenn sein Stand es erlaubt, auch an Wochentagen diesem so hochheiligen und segensvollen Opfer mit Freuden bei, und preist sich glücklich, daß er Glied einer Kirche ist, welche allein im Besige dieses Opfers und aller Heilsgaben sich befindet, die aus ihm wie aus einer reinen und unversiegbaren Quelle über die Menschheit sich ergießen. Freue daher auch du dich dieses Glückes, danke Gott dafür, benüße es zu deinem Heile, bereite dich jederzeit auf das heilige Meßopfer wohl vor; - 44 denn unaussprechlich groß ist dessen Heiligkeit und Würde, unermeßlich reich aber auch dessen Segen. Vorbereitung. O wer in jenem geheiligten Hause und in jener feierlichen Stunde bei Dir, o Jesu! war, da Du das allerheiligste Opfer einsetztest, wie viel Heiliges sah und hörte dieser! Mit Sehnsucht tratest Du, o Jesu, in die Mitte der Deinen; mit Freude, aber auch mit Wehmuth saßen diese um Dich herum. Da redetest Du von Deinem nahen Leiden; da betetest Du für die ganze Welt! da entfaltetest Du alle Schäße Deiner reichen Liebe. Da wuschest Du Deinen Jüngern die Füße, zum Zeichen der Liebe, die sie unter einander vereinigen soll, und zum Zeichen, wie ihr Herz rein sein müsse von jeglicher Sünde. Fürs Erste sei daher allen meinen Feinden und Beleidigern vom Herzen verziehen und sei die heilige Liebe in mir; denn nur so werde ich an dem Segen der heiligen Handlung Theil nehmen, die nun allhier erneuert wird. Fürs Zweite aber, da ich erkenne, daß ich nicht rein bin von jeglicher Sündenschuld, bitte ich Dich, o Jesu! Du wollest wenigstens wahre Liebesreue meinem 45Herzen einflößen, auf daß ich mit einem deműthigen und zerknirschten Geiste vor Dir erscheine, und Deiner Verzeihung würdig werde. Wie die Apostel in schweigender Ehrfurcht um Dich herum saßen, als Du dies Geheimniß einsestest, das jetzt gefeiert werden soll, will auch ich mit Andacht, Ehrfurcht und mit gläubigem Gemüthe zugegen sein, Deine unendliche Liebe betrachten, Dein Leiden und Sterben mir vor Augen stellen, und bekennen, daß Du der wahre Gott bist, wenn Du auch verhüllt bist in der Brots- und Weinsgestalt, wie der heidnische Hauptmann Dich als wahren Gottessohn bekannt hat, obgleich Du verhüllt warst in der Gestalt des Letten und Verachtetsten aller Menschen. Erfülle mich mit wahrer Reue über meine Sünden, gleichwie Du die Zuschauer bei Deinem Kreuzestod erfüllet haft mit Reue und mit Furcht; und gleichwie Du vom Kreuze herab für sie gebetet hast: Bater verzeihe ihnen: so gib auch mir Vergebung meiner Sünden. Laß mich mit Dir, 0 Jesu, vereinigt sein, und mit Dir dem himmlischen Vater mich aufopfern; laß den Segen dieses Deines Opfers mir und Allen zu Theil werden, für die der Priester am Altare es - -46 - - entrichtet. Laß alle Lebenden und Verstorbenen, die desselben noch bedürfen, eingeschlossen sein, und gib uns Allen Deine Gnade. Amen. Bum Stufengebet. Herr! wer nur darf Deinem Heiligthum sich nahen und vor Dir erscheinen? Wer reinen Herzens und gerechten Wandels ist; nur der wird Segen von Dir erlangen, und Barmherzigkeit von Dir, o Heiland! Rein bin ich aber nicht; denn mein eigenes Bewußtsein spricht wider mich, und hält mir die Versäumnisse und Untreuen vor, die ich gegen Dich mir zu Schulden kommen ließ. Ach! es ist meine Schuld, meine Schuld, meine allergrößte Schuld, daß ich so oft die Dir angelobte Treue gebrochen, und meinen bösen Willen vollzogen habe, daß ich vom Wege Deiner heiligen Gebote abgewichen und meine eigenen verkehrten Wege gegangen bin. Wohin würden sie mich führen, wenn ich ferner auf ihnen fortginge? Unfehlbar ins Verderben! Dies erkenne ich, o mein Gott! und deswegen erfüllt Reue mein Herz und Furcht meine Seele. Doch weil Du mein Heiland bist und mein barmherziger Gott, blicke ich auch vertrauend zu Dir empor 47- und rufe zu Dir: Herr, ich habe mich verirrt, wie ein Schäflein, das den rechten Weg verloren; suche aber wieder auf Deinen Diener; denn nicht gänzlich habe ich Deine Gebote vergessen! Noch stehst Du da, als der gute Hirt, um die Verlornen aufzusuchen und selig zu machen, und eben willst Du wieder Dein Fleisch und Blut zum Opfer geben, und an dem Segen dieses Opfers auch mich Theil nehmen lassen, obwohl ich dieser Deiner großen Liebe so wenig würdig bin. Sieh' aber, o Herr! auf meinen zerknirschten Geist und auf mein gedemüthigtes Herz, erzeige mir Deine Barmherzigkeit und gib mir Deine verzeihende Liebe auf die Fürbitte der Heiligen, insbesonders aber derjenigen, deren Reliquien unter diesem Altare ruhen, deren Feste heute gefeiert werden, und derer, die ich als meine Patrone verehre. - Bum Introitus. Wie lieblich ist es, o Gott! in Deinem heiligen Hause; schöner ist hier Ein Tag, als tausend Tage in den Wohnungen der Sünder. Hier ist Barmherzigkeit und überreiche Erlösung, hier ist Gnade, Trost und Frieden. Wende dieſe -48Himmelsgaben auch mir zu, verzeihe mir, stärke mich, tröste mich, o Herr! Herr, erbarme Dich meiner! Christe, erbarme Dich meiner! Herr, erbarme Dich meiner! Bum Gloria. Mein Rufen ist zu Dir gekommen, und Du hast mich gewiß erhört. Dies hoffe ich um Jesu willen, der für mich Sein Leben hingegeben hat. Lob, Preis und Dank sei Dir darum vor Himmel und Erde, vor Engeln und Menschen, und Ehre sei Deiner großen Herrlichkeit, die Du durch Schonen und Erbarmen reichlich kund gibst. Herr und König Himmels und der Erde, allmächtiger Vater! eingeborner Sohn Gottes, Mittler und Erlöser! Geist Gottes, Lehrer und Tröster, ewiger, dreieiniger Gott! Du allein bist heilig, Du bist der Allerhöchste, Dir allein gebührt Ehre, Lob und Preis in Ewigkeit. Amen. Bum Dominus vobiscum. Herr! sei mit uns; sei aber auch mit dem Geiste Deines Dieners, des Priesters; erleuchte ihn, stärke ihn, und mache ihn würdig, dieses $ 49Opfer zu Deiner Ehre und zu unserem Heile darzubringen. Amen. Bu den Collecten. Allmächtiger, ewiger Gott! Sieh' hier zu Deinen Füßen die gläubige Christenschaar mit ihrem Priester! Sie will das Opfer Dir darbringen, welches Jesus am Kreuze dargebracht hat für das Heil der ganzen Welt, und will durch dieses Opfer Dich verherrlichen, Dich bitten, Dir danken, und Dich versöhnen. Nimm es auf, o Gott! zu Deiner Ehre, zu Ehren Deiner Heiligen, für alle Lebenden und in Deiner Gnade Verstorbenen; laß es inbesonders Denen zum Heile gereichen, die der Priester Dir besonders anempfiehlt. Gib durch das Verdienst dieses Opfers allen Lebenden Deinen Segen, den Gerechten Stärke, den Sündern Verzeihung, den Betrübten Trost, den Kranken Genesung, den Sterbenden Schutz und Beistand, den Verstorbenen die ewige Ruhe. Mache durch das Verdienst dieses Opfers uns Alle würdig und bereite uns vor für Dein ewiges Reich, in welchem wir mit Jesu Christo, Deinem Sohne, und mit dem heil. Geiste Dich ewig loben und preisen werden. Amen. 4 - 50- Bur Lection oder Epistel. Gott, heiliger Geist! der Du durch den Mund der Propheten und Apostel uns gelehret hast, was der heilige und vollkommene Wille Gottes sei, und der Du durch den Mund des Priesters diese Lehre uns immer wieder neu verkündigen lassest, erleuchte uns, daß wir das Heil, so in ihr liegt, recht erkennen, und bewege uns, daß wir es auch mit Freuden ergreifen; gib, daß wir die Lehre, die uns verkündet wird, tief unserm Herzen einprägen und stärke uns, daß wir sie auch in unserm Wandel befolgen. Denn selig werden ja nur die, welche das göttliche Wort hören, es im Herzen bewahren, und in ihrem Leben ausprägen. Laß den Eifer, mit welchem die Propheten und Apostel es verkündet, uns zum Muster sein, daß wir nach unsern Kräften auch Andere zum Glauben und zur Tugend aufmuntern, und daß auf diese Weise Deine Ehre und der Menschen Heil auch durch uns befördert werde. Amen. Bum Evangelium. Herr! rede; denn Dein Diener ist bereit Dich zu hören. Künde mir Dein Wort und 51- - Deinen Willen; ich will Dein Wort glauben und Deinen Willen erfüllen; Dein Wort ist ja Wahrheit und Dein Wille ist gut und heilig. Bei Dir allein ist Wahrheit, Du allein hast Worte des ewigen Lebens. In Dir allein ist Heiligkeit, Dein Wille allein soll daher die Richtschnur meiner Gesinnungen und Handlungen sein. Gib mir nur, o Herr, zu dem, was Du befiehlst, Kraft, und befiehl dann, was Du willst. O Jesu, durch Dein heiliges Evangelium höre ich nicht nur Deine durch Wunder beglaubigte heilige Lehre, sondern es stellt sich mir darin auch Dein heiliges Leben vor Augen, Dein Wandel in Gott, Deine Sanftmuth, Deine Liebe, Dein unermüdeter Eifer, Deine unbesiegliche Geduld. Ich sehe Dein Verlangen, Alle selig zu machen, Deine Freude, wenn Du Glauben gefunden, Deinen Schmerz, wenn man Deine Liebe verkannt und abgewiesen hat. Derselbe, als der Du im Evangelium erscheinst, bist Du auch jetzt noch; auch jetzt noch rufst Du Allen zu: Kommet Alle zu mir, Ich will euch erquicken, und freuest Dich über gläubige, trauerst über ungläubige Seelen, weil es Dein Verlangen ist, alle Menschen selig zu sehen. Möchten auch Alle diese 4* 52- Deine Liebe erkennen, möchte der stolze Unglaube vor Dir sich beugen, möchte die Binde von den Augen Aller fallen, die noch nicht sehen, daß Du der barmherzige Erlöser und Heiland der Menschen bist. Möchten alle Menschen den allein wahren Gott, und Dich, der Du von Ihm gesendet bist, recht erkennen, aufrichtigen Herzens lieben und durch diese Erkenntniß und Liebe selig werden. Amen. Bum Credo. Herr, ich glaube an Dich, den allein wahren Gott, den Schöpfer Himmels und der Erde, und an Jesum Christum, Deinen eingebornen Sohn, der mit Dir gleicher Gott von Ewigkeit, in der Zeit aber vom Himmel herniedergestiegen, durch die Allmacht des heiligen Geistes von Maria, der Jungfrau, empfangen und geboren worden ist, und unter uns gewohnt hat, der durch Seine Worte unser Lehrer, durch Sein Leben unser Vorbild, durch Seinen Gehorsam bis zum Kreuzestode unser Erlöser, durch Seine Auferstehung unser Lebensbringer, im Himmel unser Mittler und Fürsprecher ist, und dereinst auch unser Richter sein wird. Ich glaube auch an den heiligen Geist, der von dem Vater und dem Sohne ausgeht und mit Beiden gleicher Gott ist, der die Kirche leitet und regiert, und als Seine Braut sie schützt und pfleget; ich glaube auch die trostreichen Wahrheiten von der Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und von einem ewigen Leben. Alles dieses glaube ich, wie es die heilige Kirche vorstellt, und in diesem Glauben verlange ich zu leben und zu sterben. Für diesen Glauben bin ich auch bereit Alles aufzuopfern, auch was mir am theuersten ist, und Alles zu leiden, auch was mir am schmerzlichsten wäre. Herr, ich glaube! Herr, vermehre meinen Glauben! Bum Offertorium. Nimm, o Herr! aus Deines Priesters Händen die reinen Gaben an, die wir in Ehrfurcht Dir zu Füßen legen. Noch sind sie Brot und Wein, natürliche und irdische Gaben; doch auch, wie sie jetzt noch sind, mögest Du sie aufnehmen als den Ausdruck unserer Dankbarkeit für alle Deine Gaben und Wohlthaten, als Bekenntniß Deiner höchsten Herrlichkeit und unserer Abhängigkeit von Dir. Bald sollen sie aber durch das allmächtige Wort Deines menschgewordenen Soh - 54 nes, unsers Heilands und Erlösers in Seinen Leib und Sein Blut verwandelt und als Opfer von unendlichem Werthe Dir dargebracht werden. Heilige diese Gaben zu dieser ihrer großen Bestimmung, heilige auch uns, die wir sie Dir darbringen. Nimm mit ihnen auch unser Herz und unsern Willen, unser Denken und Streben zu einem Opfer auf, und verleihe, daß wir, was durch Brot und Wein uns angedeutet wird, Ein Herz und Eine Seele seien in der Einigkeit des Glaubens und in der Eintracht der brüderlichen Liebe, gleichwie wir Alle hier zu Einem und demselben Opfer uns versammelt haben. Amen. - Bur Händewaschung. Rein seien nicht blos meine Hände von jeder Ungerechtigkeit im Werke, sondern auch mein Herz sei rein von jeder Verkehrtheit im Denken und Sinnen. Nur die ein reines Herz haben, dürfen vor Dich kommen, und werden einst in Deiner Herrlichkeit Dich schauen. Bum Orate fratres. Ja Gott! wir rufen zu Dir; nimm an dieses Opfer aus den Händen Deines Priesters, 55 zur Ehre und Verherrlichung Deines heiligen Namens, zu unserm Heil und Segen, und zum Heil und Frommen der ganzen heiligen Kirche. Amen. Bu den Secreten. Immer näher kommt der heilige Augenblick, in welchem Jesus Dir, o ewiger Vater, für uns Sich opfert. Bereite mehr und mehr unser Herz für dieses Geheimniß der Liebe zu, gib uns heilige Sehnsucht darnach, glühende Andacht, lebendigen Glauben, herzinnige Demuth. Erfülle damit auch den Priester, der für uns betet und opfert, auf daß er recht und heilig sein Umt verrichte, und daß wir Alle, die wir hier versammelt sind, der Früchte dieses Opfers reichlich theilhaft werden. Amen. Bur Präfation. Unser Herz ist nun bei Dir, o Gott, und wir sehnen uns, Dein Heil zu schauen; wir harren der Feier eines Geheimnisses entgegen, in das die Engel zu schauen gelüftet. Dank sei Dir, o Gott, für diese große Gnade, deren Du uns würdigest. Du selbst willst nun zu uns her - - 56 - niedersteigen, um unter uns zu sein, um unsere Bitten und Seufzer anzuhören, und durch Deine erbarmende Liebe uns Gnade und Frieden zu schenken. Wir vereinigen uns daher mit allen Cherubim und Seraphim, Engeln und Erzengeln, und singen Dir Lob und Preis mit Jube und Frohlocken: Heilig, heilig, heilig bist Du, o Herr, Gott Sabaoth, alle Welt ist Deiner Herrlichkeit voll. Gepriesen seist Du, der Du da kommen willst auf unsern Altar! Hosanna in der Höhe. Bum Memento für die Lebenden. Laß, o Herr! den Segen dieses heiligen Opfers Allen zukommen, die zu Deiner heiligen Kirche gehören; insbesonders unserm Papste, Bischofe und Kaiser, unsern noch lebenden Ueltern, Verwandten und Freunden, unsern Vorgesetzten und Pflegbefohlenen, allen Anwesenden und Abwesenden, allen Armen, Betrübten und Kranken, Allen, die unserm Gebete sich anempfohlen haben, und für die der Priester insbesonders betet. Gib und verleihe uns, o Herr, auf die Fürbitte aller Deiner Heiligen, daß wir standhaft - 57im Glauben, beharrlich treu in unserer Pflichterfüllung, und unerschütterlich fest im Vertrauen auf Deine Huld und Güte leben, und laß uns dereinst in die selige Gemeinschaft dieser Deiner Heiligen gelangen. Amen. Bur Wandlung. O Jesu, ewiger Gottessohn, mein Heiland, mein Erlöser! Un Dich glaube ich, auf Dich hoffe ich, Dich liebe ich von ganzem Herzen. O Jesu, mein Herr und König, mein Richter und ewiger Vergelter! Dir will ich leben, Dir will ich sterben, Dir will ich eigen sein im Leben und im Tode. Amen. Nach der Wandlung. O Jesu, wie getreulich hältst Du Dein Liebeswort. Du versprachest bei den Deinen bleiben zu wollen bis ans Ende der Welt. Und ich sehe Dich hier mitten unter uns. Du wolltest, daß wir Deiner gedenken sollen, und hast uns als Andenken Dich Selbst hinterlassen. Wie groß ist Deine Liebe, wie unaussprechlich Deine Güte gegen uns Menschenkinder. O laß sie mich recht erkennen, laß mich recht erfreuen, laß mich Dir - - 58- danken, laß mich Dir nur in etwas Deine große Liebe vergelten. Doch wie soll ich Dir vergelten, da ich nichts habe, was ich Dir geben kann, indem Alles, was ich Gutes habe, Geschenk Deiner Güte ist. Ich kann nichts thun, als abermal bittend vor Deinen Thron treten; gib mir Liebe, um Dich recht sehr zu lieben; ich will Dich lieben, da Du mich zuvor schon geliebet hast, ehe ich Dich noch erkannte, und da Du immerfort Liebe mir erzeigtest, obgleich ich in der Gegenliebe so oft zurückblieb. Du hast eben ein so großes Wunder gewirkt und in Brotsgestalt Deine Gottheit und Menschheit verhüllt, zeige Deine Allmacht auch an mir, schaffe in mir einen neuen Geist und ein neues Herz und mache einen neuen Menschen aus mir, den Nichts mehr von Deiner Liebe trennt. Amen. Bum Memento für die Verstorbenen. Herr! das Opfer, welches Dir Jeſus für alle Seine Erlösten darbringt, laß gnädig auch Denen zu Gute kommen, die bereits aus dieser Welt geschieden, noch immer aber durch die Gemeinschaft der Heiligen mit uns verbunden sind, und in den Leiden, die Deine Gerechtigkeit ihnen 59noch auferlegt hat, des Trostes bedürfen und von unserer Fürbitte Hilfe erwarten. Endige oder mildere wenigstens ihre Peinen, und laß durch das Verdienst dieses heiligsten Opfers Dich versöhnen. Insbesonders bitten wir Dich für Diejenigen, deren der Priester gedenkt, dann auch für unsere verstorbenen Weltern, Freunde, und Wohlthäter, endlich für die verlassensten Seelen, deren in liebreicher Fürbitte Niemand auf Erden gedenkt. Gib ihnen Allen die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihnen; Herr, lasse sie in Frieden ruhen. Amen. - - Bum Pater noster. Bater, der Du bist in dem Himmel! Dein göttlicher Sohn selbst liegt als Opfer vor Dir. Wir schauen Ihn mit den Augen des Glaubens und rufen vereinigt mit Ihm und vertrauensvoll in Seinem Namen, durch Seine Verdienste, mit Seinen eigenen Worten: Geheiligt werde Dein Name, zukomme uns Dein Reich, Dein Wille geschehe, wie im Himmel also auch auf Erden. Gib uns heute unser tägliches Brot, vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unsern 60 Schuldigern, führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von allem Uebel. Amen. - Ja, erlöse uns von allen Uebeln des Leibes und der Seele und gib uns Deinen Frieden, jenen Frieden, den die Welt nicht geben, aber auch nicht nehmen kann, und der ein Vorgeschmack des ewigen Friedens und der ewigen Seligkeit in Deinem Reiche ist. Amen. Bur Brechung der Hostie. Gebrochen ward Dein Leib, o Jesu, und gewaltsam ward das Leben Dir entrissen; doch aus eben diesem Deinem Tode, in den Du freiwillig gingst, keimte unser ewiges Leben. Unsere Schuld nahmst Du auf Dich, unsere Schmerzen trugst Du; auf daß wir leben sollten, starbest Du. Da Du nun so viel für uns gethan hast, verlasse uns auch ferner nicht. Lamm Gottes, das Du hinwegnahmst die Sünden der Welt, erbarme Dich auch meiner und schenke mir Deinen Frieden. Bur Communion. O Jesu! ich glaube fest und ungezweifelt, was Du selbst gelehret haft: ,, Wer mein Fleisch -61ist und mein Blut trinkt, der bleibt in Mir und Ich in ihm." Und eben weil ich dies glaube, möchte auch ich recht würdig Dein heiligstes Fleisch und Blut empfangen, um so innig mit Dir vereinigt zu werden. Ich will Dich also wenigstens im Geiste in mich aufnehmen, und mich so innig Dir zu eigen geben, als ob Du wirklich in mir gegenwärtig wärest. Laß mich der segensvollen Wirkungen der Communion so theilhaft werden, als wenn ich sie wahrhaft empfangen hätte. Laß mich Dein heiligstes Fleisch und Blut, wenn ich es wirklich genieße, allezeit zum Heile meiner Seele genießen, und erfülle mir einst auch diese Bitte noch: Laß mich nicht ohne den würdigen Empfang dieses heiligsten Sakramentes aus dieser Welt scheiden, sondern wenn mein Ende nahet, o so komm und reich' es mir als meine letzte Wegzehrung, komm' und sei mein Geleitsmann in die Ewigkeit. Amen. Bur Postcommunio. Herr Jesu! wie sollen wir Dir vergelten, was Du neuerdings für uns gethan hast. Du hast wieder das Amt eines Versöhners, Mittlers und Fürsprechers beim Vater für uns geübt, 62- hast Dich wieder nun für uns geopfert. Unser Herz ist beruhigt; denn wir hoffen und erwarten jetzt mit Zuversicht Gottes Huld und Gnade. Nimm unsern Dank, o Jesu, für Deine unerschöpflich große Liebe, und gib, daß wir ihrer immer werther sein mögen. Laß das Andenken an diese Deine Liebe immer uns umschweben, laß es bei allem unserm Thun und Lassen auch zu Hause uns vor Augen sein, auf daß Alles, was wir thun und unternehmen, recht, ehrbar und heilig, zu Deiner Ehre und nach Deinem Wohlgefallen, ja daß unser ganzes, noch übriges Leben, ein schönes Danklied für Deine unendliche Liebe sei. Amen. Bum Segen des Priesters. Es segne uns und Alle, die wir im Namen Jesu hier versammelt sind, der allmächtige Gott der Vater, der Sohn und der heilige Geist+. Amen. Bum letzten Evangelium. Das ewige Wort des Vaters, das von Ewigkeit bei Gott, Gott selbst war, ist Mensch geworden und hat unter uns gewohnet, ist uns 63- in Allem gleich geworden, die Sünde ausgenommen, und hat durch Wort und Beispiel uns den Weg zum Leben gezeigt; hat uns aber auch das Leben, das verloren war, wieder erworben durch Seinen Gehorsam bis zum Kreuzestode und durch Seine Auferstehung, und hat, um dieses Leben immer wieder neu uns zuzutheilen, die stete Erneuerung Seines Kreuzesopfers in Seiner Kirche angeordnet. Wir sind nun Zuschauer dabei, ja wir sind Theilnehmer gewesen. Wir haben Jesum gesehen in der Herrlichkeit Seiner Liebe, die voll der Gnade und der Wahrheit ist, und mit der Er die Seinen bis ans Ende liebt. Wir beugen daher in tiefster Ehrfurcht unser Knie und sprechen: Herr Jesu, Dank sei Dir, und Ehre sei Deinem heiligen Namen von Ewigkeit zu Ewigkeit. Denn wo ist ein Volk, dem Gott so nahe ist, als Du, o Jesu, uns bist. Wir sind Deine Hausgenossen, wir sind Deine Schäflein, Du der Hirt unter uns. Scheiden jetzt auch unsere Leiber aus diesem Deinem heiligen Hause, so lassen wir doch unsere Herzen hier bei Dir. Du bist der Herr über sie, ziehe sie nach Dir, lenk' und leite sie nach Deinem Wohlgefallen. Amen. — 64- Der Segen des allerheiligsten Opfers, das so eben dargebracht wurde, geleite uns auch nach Hause, durchdringe und heilige unser ganzes Thun und Lassen, bewahre uns in der Glaubenstreue und Gottesfurcht, schirme uns wider alles Uebel des Leibes und der Seele und befestige uns im heiligen Frieden Gottes. Amen. Dankgebet nach der heiligen Messe. Nach dem 83. Psalme. O Gott, wie lieblich sind Deine Wohnungen! Herr der Heerschaaren, wie freut sich meine Seele in Deiner heiligen Nähe! Mein Geist und Leib frohlockt in Dir, Du Gott des Lebens, der Du aller Seligkeit Urquell bist. Der Sperling hat sein Haus, die Turteltaube hat ihr Nest, ich habe Deinen Altar, o Herr, mein Gott und König, wo meines Herzens Freude ist. Selig sind, die wohnen in Deinem Hause; in alle Ewigkeit loben sie Dich; denn Segen über Segen gießest Du hier über die Deinen aus. Hier wird uns Hilfe von Dir und selig der Mensch, der Deiner Hilfe sich erfreut; er bekehrt sich nicht nur, sondern schmücket auch sein Herz mit allen 65Tugenden aus, die vor Dir Stufen werden, auf denen man aus diesem Thränenthal zu Deinem Freudenberg emporsteigt. Du leitest da, o Herr, von Tugend zu Tugend, und gibst Kraft vom Sieg zum Siege über jede Versuchung und Sünde. Um Deines Gesalbten willen, D Herr, der Sich geopfert vor Dir, gib Gnade und Barmherzigkeit den Deinen und laß uns fürder erscheinen vor Dir. Denn besser, als tausend Tage in den Wohnungen der Sünder ist Ein Tag in Deiner heiligen Wohnung. Nimm Lob, Preis, Ehre und Dank für die Segnungen Deiner Güte und Deiner erbarmenden Liebe hin. Amen. - Weitere Sonntagsfeier. An Sonntagen empfingen die Christen der er sten Jahrhunderte mit Andacht auch die heiligen Sakramente. Es schien ihnen dieser Tag ganz be= sonders dazu geeignet, weil er vorzugsweise der Tag des Herrn und Seiner Gnaden ist. Benüge also auch du, wenn du an den Wochentagen weniger Zeit hiezu hast, den Sonntag zu Deiner Aussöhnung mit Gott, zur Vereinigung mit Chris stus im allerheiligsten Sakramente, zur Erneuerung und Kräftigung deiner Seele im christlichen Leben. 5 - 66- Bereite dich aber wohl vor; denn überaus hei lig und ehrwürdig ist, was du zu empfangen beabsichtigst. Beicht- Andacht. Vorbericht. Du wandelst durch die Zeit der Ewigkeit zu, ohne zu wissen, wann die Zeit für dich aufhören und die Ewigkeit beginnen wird. Jeden Tag, ja jede Stunde kann der Tod dir nahen. Und in welchem Stande, der Gnade oder der Ungnade du da bist und von hinnen scheidest, in dem bleibst du ewig. Darnach wird auch Dein ewiges Loos entschieden. Wie wichtig ist es daher, daß du öfter tig iſt in dich selbst einkehrst und dein bisheriges Thun und Lassen prüfest, ob es ehrbar, recht, heilig und gefällig vor Gott war, oder aber ob es sündhaft, mißfällig vor Gott und verdammungswürdig ist. Ist letteres der Fall, so warst du treulos gegen Gott, hast du dein Taufgelübde nicht gehalten und den heiligen Bund gebrochen, den du in der Taufe mit Gott geschlossen hast. Dadurch hast du aber nicht nur Gottes Wohlgefallen und Gnade, sondern auch den Anspruch auf den Himmel und seine Seligkeit verloren. Erkennst du nun zwar deine Sünden, 67bereuest du sie, faffest du gute Vorsäge zu einem bes sern Leben und verläsfest du wirklich das Böse und wendest du zum Guten dich wieder zurück: so ist zwar dies Alles recht schön, ja unumgänglich nothwendig; aber die verlorne Gnade erwirbt es dir nicht, zum Kinde Gottes macht es dich nicht wieder, und für Zeit und Ewigkeit bliebest du fern von Gott, ohne von Ihm geliebt und durch Ihn selig werden zu können. Da muß noch was anders geschehen. Der gebrochene Taufbund muß neu geschlossen und du mußt sakramentalisch wieder aufgenommen werden in Gottes Huld und Gnade, und diese zweite Schließung des Taufbundes, diese Wie= deraufnahme zur Kindschaft Gottes ge= schieht eben so durch die Kirche, wie die erste. Zur Kirche mußt du also flehend kommen und vor dem Priester mußt du um Wiederaufnahme bitten; denn diesem sind die Schlüssel anvertraut, das Reich der Gnade und der Kindschaft Gottes dir wieder aufzuthun. Diese Wiederaufnahme geht aber nicht so leicht vor sich. Da du wissentlich und mit eige: nem freien Willen gesündigt hast, wird dir Jesu Genugthuung und Verdienst nur dann zugewendet, wenn du selbst so viel thust, als in deinen Kräften liegt, um die Sünde gutzumachen. Der Priester legt dir daher Genugthuungswerke auf. Da aber diese nach der Menge und Größe deiner 5* - - 68Sünden sich richten müssen, mußt du nach Zahl und Gattung diese beichten und darfst du keine auslassen, umgehen oder verschweigen, widrigenfalls das Wort der Lossprechung, auch wenn es der Priester über dich ausspräche, ohne Kraft und Giltigkeit vor Gott wäre. Denn nur derjenige er: langt Verzeihung seiner Sünden, der sie dem Urtheile des Priesters unterwirft; unterwirft er aber diesem nicht alle Sünden, so ist keine verziehen, weil die Gnade nicht in das Menschenherz einziehen kann, wenn auch nur Eine schwere Sünde noch darin wäre. Daher mußt du mit besonderem Fleiße dein Gewissen erforschen und mit lieberwindung aller eitlen Scham und schädlichen Furcht alle deine Sünden beichten. Aber nicht blos, wenn du in schwere Sünden bereits wirklich gefallen bist, mußt du beichten, sondern auch wenn du in der Gefahr dazu bist, und wenn auch dies nicht wäre, sollst du nach dem Gebote der Kirche jährlich wenigstens Ein mal, nach dem Wunsche der Kirche aber öfter beichten, weil das öftere Beichten die Seele in der Gnade stärket und die Reinheit und Zartheit des Gewissens ungemein befördert. - 69- Vorbereitungsgebet zur heiligen Beicht. ,, Nehmet hin den heiligen Geist," so hast Du einst, o Jesu, zu Deinen Aposteln gesprochen;, denen ihr die Sünden vergeben werdet, denen sind sie vergeben; denen ihr sie vorbehalten werdet, denen werden sie auch vorbehalten sein." In Menschenhände also hast Du Deine Macht gelegt, die Sünden zu vergeben; durch den Priester verzeihest Du auch mir. 3um Priester also, willst Du selber, soll ich gehen, ihm soll ich mich zeigen, und aus seinem Munde soll das Wort kommen, das mir Frieden gibt: Dir sind deine Sünden vergeben. Ihm, so willst Du Selber, soll ich mein ganzes Innere eröffnen, vor ihm über alle meine Fehler und Vergehungen mich anklagen, statt Dir soll ich ihm bekennen, wessen vor Dir ich schuldig bin. Gar sehr demüthigt mich wohl dieses und empfindlich beschämt es mich; aber soll ich derohalben fern von Deiner Gnade in der Angst und Unruhe, in der steten Furcht vor Deinen strengen Gerichten leben? Soll ich derohalben unruhig leben und unglückselig sterben? Nein, mein Erlöser! hast Du doch um so theuren Preis mich erkauft und - 70- willst Du, auch nachdem ich undankbar genug Dich beleidigt habe, daß ich mit Dir mich aussöhne, gerettet und selig werde. Wessen also immer mein Gewissen mich beschuldigt, das ich nun erforschen will, dessen will ich mich als schuldig nicht nur erkennen, sondern auch anklagen und bekennen, auf daß durch Deinen Priester mir Vergebung werde. Du aber, göttlicher Geist, Erleuchter der menschlichen Herzen, gieß Deinen hellen Lichtstrahl über mein ganzes bisheriges Leben aus, auf daß es klar vor mir liege und ich erkennen möge, wie oft meine Gedanken, Wünsche, Worte und Werke nicht so beschaffen waren, daß ich vor Gottes Gerichte bestehen könnte. Laß weder von Leichtsinn, noch von Eigenliebe mein Erkennen um dunkelt, mein Urtheil über mich und mein Thun und Lassen beirret werden. Hilf, daß ich aller meiner Sünden inne werden, sie wahrhaft bereuen und vollständig beichten möge. Amen. Die Gewissenserforschung. Wie erfüllte ich meine Pflichten gegen Gott? Verfündigte ich mich nicht gegen den Glauben? Durch freiwillige Zweifel, Irrglauben, 71Unglauben oder Aberglauben? Hörte ich nicht gern Gespräche oder las ich nicht gern Bücher gegen den wahren Glauben? Schämte ich mich nicht meines Glaubens? Bekannte und vertheidigte ich ihn, wenn es nöthig war? Oder schwieg ich, verhehlte oder verläugnete ich ihn? - - Verfündigte ich mich nicht wider die Pflicht der Hoffnung auf Gott? Durch Mißtrauen oder vermessentliches Vertrauen? Durch eitles Vertrauen auf mich selbst oder auf Anderes, außer Gott? Durch ängstliches Erforschen der Zukunft oder Hülfesuchen durch sündhafte Mittel? Was hoffte, wünschte und verlangte ich von Gott? War mein Hoffen ein himmlisches oder bezog es sich nur auf irdische Dinge? Wie liebte ich Gott? War Gott mein Alles, mein Erstes und Letztes? Liebte ich etwas eben so oder vielleicht noch mehr, als Gott? War ich bereit, lieber Alles zu verlieren, als Gott zu beleidigen? Hielt ich Gottes heilige Gebote? Bezeigte ich auch sonst Liebe gegen Gott durch Freude an Ihm, stetes Andenken an Ihn, gern Reden und Redenhören von Ihm? Wie diente ich Gott? Ehrte ich Ihn durch Wort und That? Huldigte ich Ihm aller Orten? ▬▬▬▬▬▬ 72- Betete ich gern und andächtig zu Ihm? Morgens und Abends? Vor und nach der Arbeit? Vor und nach dem Essen? Zu Hause und in der Kirche? Allein und mit Andern? Hörte ich gerne Sein Wort? Wohnte ich nach Vorschrift dem öffentlichen Gottesdienste bei und wie? Feierte ich gebührend die Tage und Feste des Herrn? Wie ehrte ich Seinen Namen? Seine Heiligen? Alles, was von Gott ist und auf Gott sich bezieht? Wenn ich Gott etwas gelobte, hielt ich es treulich? Schwur ich nicht leichtsinnig bei Seinem Namen? Schwur ich nicht etwa gar falsch? That ich auch vor Undern zur Ehre Gottes, was ich konnte? Beförderte ich Seine Ehre vor den Menschen? Oder ward Gott meinetwillen von Undern verunehrt? Wie empfing ich die heiligen Sakramente? Wie lag ich überhaupt den religiösen Uebungen ob? War mir bei Allem nur um Gott zu thun? Oder führte mich Gewohnheit, Zwang oder menschliche Rücksicht dazu? Wie erfüllte ich meine Pflichten gegen mich selbst? Trachtete ich zuzunehmen in der Erkenntniß Gottes, Seines Willens und meiner Pflichten 73- durch fleißiges Anhören des Wortes Gottes, Lesen und Nachdenken? Bestrebte ich mich auch, das erkannte Gute zu thun? Ergriff ich die tauglichen Mittel? Bewarb ich mich durch Gebet und durch den Empfang der heiligen Sakramente um Gottes Gnade? Woran ließ ich es fehlen? Widerstand ich kräftig den Versuchungen? Wich ich den Gefahren der Sünde aus? Mied ich die Gelegenheiten des Bösen? Oder suchte ich sie etwa gar auf? In welche Gesellschaften ging ich? Was für Bücher las ich? Wo waren am öftesten meine Gedanken? Welche waren meine Wünsche? Wie meine Worte? Und in welcher Absicht verrichtete ich selbst meine guten Werke? Wie ging ich mit meiner Zeit um? Liebte ich nicht Tändeleien oder vollen Müßiggang? Wie sorgte ich für Gesundheit und Leben? War ich nicht selbst an dieser oder jener Krankheit schuld? Oder aber versäumte ich aus übertriebener Sorgfalt für Leib und Le= ben sogar meine Pflichten? War ich nüchtern, mäßig und keusch? Fastete ich an den gebotenen Fasttagen? Enthielt ich mich auch vom Fleischessen, wann es befohlen war? Uebte ich überhaupt gerne die Selbstverläugnung? War ich geduldig, demüthig, wahrheitsliebend, gotterge- -74ben, christlich ernst? Wie ging ich mit meinem Vermögen um? Wie erwarb ich es mir? Wie verwendete ich es? Wie kleidete ich mich? Wie nährte ich mich? Wie verwendete und genoß ich überhaupt die Gaben Gottes? Wie erfüllte ich meine Standespflichten? Welche waren die Beweggründe und Absichten meines ganzes Thuns und Lassens? — Wie benahm ich mich gegen Andere? Erwies ich meinen Vorgesetzten Ehrfurcht und willigen Gehorsam? Unterwarf ich mich ihren Anordnungen? Gehorchte ich auch da, wo ihr Auge mich nicht sah? Ehrte und liebte ich Weltern, Lehrer, Wohlthäter u. s. w.? War ich dankbar für empfangenes Gute? Betete ich für Vorgesetzte, Ueltern, Lehrer u. f. w.? Murrte ich nicht wider sie? Redete ich ihnen nicht Uebles nach? Wie benahm ich mich gegen Seelsorger und Priester? Wie betrug ich mich gegen Ge schwister, Verwandte, Freunde, Nachbarn? War ich liebreich und freundlich gegen sie? Friedfertig und nachsichtig? Hatte ich Geduld mit ihren Schwächen? War ich dienstfertig und gefällig? Wie benahm ich mich gegen Untergebene und - 75. - Dienende? Begegnete ich ihnen nicht stolz, hart und rauh? Gab und gönnte ich ihnen, was ihnen gebührt? Sorgte ich für ihre Bedürfnisse an Leib und Seele? Gab ich ihnen nicht bö= ses Beispiel? Fügte ich nicht Jemanden einen Schaden zu? An der Gesundheit, am Vermögen, an der Ehre? Ließ und gab ich Jedem das Seine? Belog ich Niemanden? Verläumdete ich Niemanden? Redete ich nicht lieblos über Anderer Fehler? War ich nicht argwöhnisch gegen Andere? Berzieh ich gerne, wenn ich beleidigt wurde? Oder war ich nicht rachsüchtig und vergalt Böses mit Bösem? Half ich, wo ich konnte? War ich mildthätig gegen die Armen? Wie benahm ich mich gegen Solche, die eines andern Glaubens, die mir fremd, die unangesehen, niedrig und arm waren? Wenn ich irgend Jemanden ein Unrecht angethan oder einen Schaden zugefügt hatte, befliß ich mich, dies gut zu machen? Verleitete, reizte, rieth ich Niemanden zu etwas Bösem? Hinderte ich das Böse, das Andere begehen wollten? Beförderte ich das Heil Anderer? 76 - Gebet nach der Gewissenserforschung. Heiliger und gerechter Gott! Indem ich nur ein wenig meinen Wandel überdenke, finde ich, daß ich tausend Fehltritte gemacht und von Dir, o Herr! mich weit entfernet habe. Von Dir ging ich weg, der Du die Wahrheit und das Leben und der Urquell aller Seligkeit bist! Hiedurch, o mein Gott, habe ich aber nicht nur feindselig gegen mich selbst gehandelt, sondern auch Dich undankbar beleidiget. Denn nachdem Du mir so viele Gnaden verliehen, daß ich Deinen Willen übe und hiedurch meine Liebe Dir bezeige, vollzog ich gegen Deinen heiligen Willen meinen sündhaften Willen und wurde ich hiedurch ein Aufrührer gegen Dich, meinen Vater, der so innig mich liebt, ein Feind gegen Dich, das höchste Gut, das in sich selbst so liebenswürdig ist. Ach, wie reut es mich, mein Herr und Gott, wie bitter fällt es mir nun, da ich die Menge meiner Sünden erkenne, ſo undankbar gegen Dich, so feindselig gegen mich selbst gewesen zu sein. Nimm, o Gott, da ich mit nichts das Gesche= hene gut machen kann, als Zeichen, daß ich Dich liebe und nimmer beleidigen will, meine herzliche - gy- Reue und meine demüthige Abbitte für die Dir zugefügten Beleidigungen hin und höre, was ich Dir heilig gelobe: Ich will von nun an die Sünde hassen und fliehen, will gut machen, was ich kann, will alle Veranlassungen und Gelegenheiten, Gutes zu thun, eifrig benüßen. Reu- und demüthig will ich alle meine Sünden beichten, und dem Urtheile Deines Priesters mich willig unterwerfen, um nur Deiner Liebe und Gnade, die ich verloren, noch einmal theilhaft zu werden. Wie ein Schäflein habe ich mich verirrt, das den rechten Weg verloren; aber suche und nimm mich wieder auf in die Heerde Deiner Getreuen. Amen. Der 50. Psalm. Erbarme Dich meiner, o Gott, nach Deiner großen Barmherzigkeit und nach der Menge Deiner Erbarmnisse tilge meine Missethat. Mehr und mehr wasche mich von meiner Ungerechtigkeit und von meiner Sünde reinige mich. Denn meine Missethat erkenne ich und meine Sünde ist vor mir allezeit. Dir allein habe ich gesündigt und Böses vor Dir gethan, auf daß Du gerecht befunden werdest in Deinen Worten und siegest, -78wenn man als ungerecht Dich erkennen wollte. Siehe darauf, o Herr, daß ich in Ungerechtigkeit empfangen und in Sünden geboren bin von meiner Mutter. Du aber hast die Wahrheit geliebet und die geheimen und verborgenen Dinge Deiner Weisheit mir geoffenbaret. Besprenge mich mit Hyssop, so werde ich gereinigt; wasche mich, so werde ich weißer, als Schnee. Gib meinen Ohren Freude und Wonne: so wird frohlocken mein gedemüthigtes Gebein. Wende ab Dein Angesicht von meinen Sünden und tilge alle meine Missethaten. Erschaffe ein reines Herz in mir und erneuere den rechten Geist in meinem Inneren. Verwirf mich nicht von Deinem Angesicht und nimm nicht Deinen Geist von mir. Gib mir wieder die Freude Deines Heils und befestige mich mit Deinem herrlichen Geiste. So will ich die Ungerechten Deine Wege lehren und die Gottlosen werden sich zu Dir bekehren. Erlöse mich von aller Schuld, o Gott meines Heils, so wird mit Freuden meine Zunge Deine Gerechtigkeit preisen. Deffne meine Lippen, o Herr, so wird mein Mund Dein Lob verkünden. Denn wenn Du Opfer gewollt hättest, würde ich gerne sie gegeben haben. An Brandopfern - - 79 - aber hast Du kein Gefallen mehr. Ein Opfer vor Dir ist ein zerknirschter Geist; ein demüthiges Herz verschmähst Du nicht. Thue, o Herr, Gnade nach Deinem guten Willen an meiner Seele; dann wird sie umgewandelt und erneuert werden. Dann wirst Du Opfer nehmen aus gerechter Hand, und vor Deinen Altären die Bitten gnädig erhören. Amen. Gebet nach der Beicht. Nach Psalm 31. O wie glückselig der, dem seine Missethat vergeben, seine Sünde verziehen ist! Wie glückselig bin auch ich nun, da ich mein ganzes Inneres enthüllte und dadurch Vergebung meiner Schuld empfing. So lange ichs geheim hielt, war keine Ruhe in mir und entstiegen Seufzer meiner Brust den ganzen Tag. Schwer lag Deine Hand auf mir, o Herr! und ein Stachel haftete in mir, die Angst des schuldigen Gewissens. Nun habe ich aber kund gethan meine Sünde und nicht verborgen meine ungerechten Thaten. Ich habe sie bekannt, o Herr! und Du haft mir nachgelassen mein Verschulden. Dafür 80ist Friede eingekehrt bei mir und ruhig ist mein Herz worden, und freudig dankbar bekenne ich nun: Du bist meine Zuflucht, o Herr, Du mein Trost in der Trübsal, die mich umrungen hatte; Du bist nun mein Frohlocken; o bewahre mich nur auch für die Zukunft vor allen Feinden meines Heiles. Lehre Deine Wege mich, o Herr, daß ich wandle auf ihnen und in Dir mit allen Gerechten mich erfreue. Nur Geißeln in gar großer Zahl bereitet sich ja der Sünder; Barmherzigkeit und Heil aber wird Allen, die aufrichtigen Herzens Dir dienen. Amen. - ▬▬ Communion- Andacht. Vorbericht. Ein anderes, noch größeres und heiligeres Geschenk der Liebe Jesu, als das Bußsakrament ist, hast du am allerheiligsten Altarssakramente. Ist nämlich dein Herz rein von Sünden, so bist du von Jesu selbst an einen Tisch geladen, an dem mit heißester Sehnsucht selbst die Engel gespeist zu werden verlangeten, was ihnen jedoch nicht gewähret ist. Jesus Selbst ist da die Speise und der Trank. Seinen Leib und Sein Blut reicht er dir hier, um dich in Sich aufzunehmen und an Seinem Leben und Seiner S: Carolus /****[ Immers- Drot. Wien 3 Jac Wallner Stadt Külfußgaase 562. + i riebe eingefe hey ta 80 it mein Fein Contutinisu- Andaiht. richt. ELTY 6 groen 3abl berzigkeit und Heil ober wird Atten, bie aufrich igen Herzens Dieren. Knien. int, bale felb Leben und Seine Taalwanger del $ H Jos Benedict an S: Carolus Bor. Dich beth' ich an, verhüllter Wunder- Gott, Du wahre Seelenspeis', und Himmels- Brot. Wien b.Jas Wallner Stadt Külfußgaase 569. - 81- - Seligkeit dir Theil zu geben. Nur Brot siehst du wohl an diesem Tische; doch, was da Brot scheint, ist durch Christi Wort, das der Priester darüber sprach, in den lebendigen Leib Jesu ver: wandelt worden, durch dessen Genuß du Jeſum ganz, als Gott und Mensch, mit Leib und Seele, mit Fleisch und Blut empfängst und in Sein Leben aufgenommen wirst. Jesus ist dann in dir und du in Ihm, dein Herz ist Seine Wohnung und immerdar will Er dann verbleiben in dir. Sieh' aber wohl zu, daß dein Herz auch gut bereitet und rein sei. Schon kleine Sünden hinde viele Gnaden, die Er sonst mitbringt. Mit einer großen, schweren Sünde aber empfingest du Je= ſum statt zum Heile zum Verderben deiner Seele. Daher hat der heilige Apostel so nachdrücklich und ernst gesagt:„ Der Mensch prüfe sich selbst und dann erst effe er von diesem Brote und trinke er aus diesem Kelche; denn wer unwürdig ist oder trinkt, ist und trinkt sich selbst das Gericht und die Verdammniß, weil er den Leib des Herrn nicht unterscheidet." Reinige also dein Herz durch eine aufrichtige Beicht und bereite es mit größter Andacht zum Empfange Jesu vor. Nach dem Gebote der Kirche sollst du jährlich um die österliche Zeit, nach ihrem Wunsche aber sollst du auch zu Zandern eiten des Jahres, ins 6 - - 82 - besonders an den höhern Festtagen, communiciren. Jesus ist immer bereit, Sich dir zu schenken und ruft auch immer: Kommet Alle zu Mir, die ihr mühselig und beladen seid; Ich will euch erquicken." Uebung des Glaubens. O Jesu! Ob ich gleich, wenn ich Deinem heiligen Mahle nahe, nichts als Brot sehe, das der Priester gesegnet und geheiligt hat, und auch mein Geruch und Geschmack nichts anderes mich lehrt: so glaube ich dennoch ungezweifelt und fest, daß dies, was Brot scheint und auch den Sinnen sich als solches darstellt, nicht mehr Brot, sondern Dein heiligster Leib und Dein kostbares Blut ist, so Du am Kreuze für uns geopfert und verklärt und mit Deiner Gottheit vereint in den Himmel aufgenommen hast. Du selbst hast ja versprochen, Dein Fleisch und Blut den Deinen geben zu wollen und hast dieses Dein Versprechen auch erfüllt, da Du zuerst beim letzten Abendmahle Deinen Aposteln Dich reichtest. Aber nicht ihnen allein, sondern auch uns und allen Gläubigen hast Du dies Himmelsbrot verliehen und diesen Trank bereitet, da Du Deinen Priestern den Befehl und die Gewalt gabst, - 83 - Brot und Wein in Dein Fleisch und Blut zu verwandeln und zum Genusse Jedem darzureichen, der darnach ein Verlangen trägt. Da Du selbst es bist, o Jesu, der hier sich mir zur Speise gibt, so glaube ich auch ungezweifelt fest, daß diese Speise mir Unsterblichkeit und ewiges Leben verleiht. Uebung der Hoffnung. Mein Jesu! da Du Dich Selbst mir gibst, wie soll ich nicht von Dir alles andere Gute hoffen, wessen ich an Leib und Seele bedarf. Da Du so unendlich Großes gibst, wie solltest Du nicht auch Geringeres verleihen. Da Du in mein Herz eingehst, o Jesu, so hoffe und erwarte ich von Dir, Du werdest es auch reinigen von jeder, auch der kleinsten Sündenmakel, Du werdest mit Deiner Gnade, mit standhafter Liebe zum Guten und mit heiliger Furcht vor dem Bösen es erfüllen. Ich hoffe, daß Du mir Kraft geben wirst, jeder Versuchung siegreich zu widerstehen, jeder Pflichterfüllung freudig mich zu unterziehen. Ich hoffe von Dir, o Jesu, die Beharrlichkeit im Guten bis an mein Ende und daß Du, wie Du meine Seele nährst und stärkst 6* 84zum Leben, auch meinen Leib einst wieder er wecken, verklären, verherrlichen und beseligen wirst. Dieses hoffe ich von Dir, o Jesu! Um dieses bitte ich Dich auch. Erfülle mir meine de müthige Bitte. Amen. - — Uebung der Liebe. O Jesu! Deine große Liebe zwingt mich zur innigsten Gegenliebe. Es war Dir nicht genug, für uns zu sterben und Dein unendliches Verdienst und Deine Gnade uns zu schenken. Du gibst Dich sogar Selber uns hin und willst nicht nur stets gegenwärtig unter uns, sondern auch unsere Speise sein. Du gehst ein in uns und willst wohnen in uns. Deine Liebe bewog Dich hiezu. So laß auch mich Dich lieben und ent zünde immer mehr und mehr die Liebe, die ich in meinem Herzen zu Dir trage. Aus Liebe zu Dir, o Jesu, entsage ich Allem gern und freudig, was von Dir mich trennen könnte. Aus Liebe zu Dir will ich auch dem Beschwerlichsten mich unterziehen. Aus Liebe zu Dir bin ich bereit, für Dich auch zu leiden. Aus Liebe sehne ich mich nach Dir und verlange mit Dir vereint zu sterben und ewig in Dir zu leben. Amen. 1 31 - Anbetung. Herr Jesu, König der Engel und Menschen, der Du hier zugegen bist im allerheiligsten Sakramente: mit allen Engeln und Heiligen, mit allen Deinen Gläubigen auf Erden, mit denen insbesonders, die oft im allerheiligsten Sakramente Dich andächtig besuchen und gläubig vertehren, bete ich Dich an und huldige ich Dir, lobe und preise ich Dich, sage ich Dir Dank für Deine große Herrlichkeit, Macht und Liebe und bitte ich Dich in tiefster Demuth: Sieh' gnädig auf t mich, Deinen Erlösten herab, den Du um so htheuren Preis erkauft und wiedergewonnen hast d für den Himmel, und laß meine Huldigung Dir u wohlgefallen. Könnte ich, so möchte ich alle Welt zusammenrufen und zu Deinem Preise auffordern; denn Du bist heilig, Du bist allmächtig, Du bist groß und wunderbar in Deinen Werken, größer aber noch und wunderbarer in Deiner unendlichen Liebe. Je mehr Du verhüllt und verborgen bist, desto heller leuchtet Deine wunderbare Liebe; denn nur darum hast Du Dich verborgen, daß wir ohne Furcht und 3agen Thintreten vor Dich und Dich empfangen und Se genießen. Ich, das Geschöpf, nehme Dich, den t₁ 85- 86 Schöpfer, auf, Du, der alleinige Herr, kehrst beim armseligen Diener ein. Sei also hochgeprie sen, o Jesu, um dieser Deiner Liebe willen. Sei hochgelobt in Deiner Erniedrigung und Verdemüthigung. Sei angebetet in Ewigkeit von mir und allen Gläubigen auf Erden, wie Du ange betet und gepriesen wirst von den Engeln und Heiligen des Himmels. Amen. - - Bei der Communion. O Herr, ich bin nicht würdig, daß Du eingehst unter mein Dach, sondern sprich nur Ein Wort, so wird meine Seele gesund. O Jesus, Dir lebe ich; o Jesus, Dir sterbe ich; o Jesus, Dein bin ich todt und lebendig. Amen. Seufzer zu Jesu nach der heiligen Communion. Seele Christi heilige mich. Leib Christi rette mich. Blut Christi durchströme mich. Waffer der Seitenwunde reinige mich. guter Jesu erhöre mich. Laß mich nicht verlieren Dich. Vor dem bösen Feinde bewahre mich. In der Stunde meines Todes rufe mich. Stell' im Gerichte mich neben Dich. Und laß mit den Engeln loben Dich Von Deinen Erlösten ewiglich. Amen. THE -87- Gebet nach der heiligen Communion. Oliebreichster Heiland und Erlöser, großer, herrlicher, unendlich über alles erhabener Gott, wie wunderbar gehst Du mit uns Menschen um! Wie süß und lieblich handelst Du mit uns! Du gibst Dich Selbst zur Speise hin! Ich habe Dich nunmehr empfangen und Du lebst in mir, ich aber in Dir. Wie Du einst in Knechtsgestalt in die Menschheit eingingst, um ihr das Leben, Erlösung und Frieden zu bringen, so bist Du nunmehr in Brotsgestalt in mich eingegangen und hast Trost und Frieden, reichen Gnadensegen, Kraft und Stärkung mir mitgebracht. Jesu! daß ich doch würdiger wäre, als ich wirklich bin, Dich in meinem Herzen zu beherbergen! Daß ich doch verbliebe in der Reinheit von Sünden, die Du in meinem Herzen herstelltest, als Du eingingst in dasselbe! Daß doch die guten Vorsätze und heiligen Entschlüsse, die ich gefaßt habe, auch zur That würden! Daß doch keine Reizung und Versuchung zur Sünde mich jemals mehr zum Falle brächte! Du bist in mir, o Jesu, und hörst, um was ich Dich bitte und weißt, wornach mein Herz sich sehnt; o bleib 88bei mir mit Deiner wesenhaften Gegenwart und Deiner segensvollen Gnade. Laß nicht zu, daß ein sündhaftes Verlangen in mein Herz eindringe und Dich daraus vertreibe. Gestatte nicht, daß ein sündhaftes Wort auf meine Zunge komme, auf der Dein heiliger Leib geruhet hat. Behüte mich vor jedem bösen Werke, das das Licht Deiner Gegenwart scheuen müßte. Vermehre meinen Glauben, stärke meine Hoffnung, entzünde mehr und mehr in mir das Feuer der Liebe zu Dir nd allen Menschen, die Du eben so, wie mich erlöset hast und mit gleicher Liebe als die Deinen pflegest. Gib mir regen Eifer zu allem Guten, stärke mich zur treuen Erfüllung aller meiner Pflichten, bewahre mich vor Uebermuth in Glück und Freuden, so wie vor Kleinmuth in Trübsal und Leiden. Dir, o Jesu, empfehl' ich Leib und Seele. Nimm beide als ein Opfer an, das ich Dir freudig bringe. Heilige Du selbst dieses Opfer und nimm es wohlgefällig auf. Errette meine Seele von allen Feinden ihres Heiles und von dem Sündenübel; bewahre vor allen Uebeln, die mir nicht zum Heile sind, auch meinen Leib und nimm dereinstens Leib und Seele, erquicket und gestärkt durch dieses Himmelsbrot, das ich - - 89. so eben empfangen, in Deinen ewigen Frieden auf. Amen. —▬▬▬ Nachmittägige und häusliche Sonntagsfeier. Aber nicht blos dem vormittägigen, sondern auch dem nachmittägigen, und nicht blos dem öf fentlichen, sondern auch dem häuslichen Gottesdienste mußt du am Sonntage obliegen, um diesen Tag gebührend und wie es anbefohlen ist, ganz zu heiligen. Zwar besteht über die Verpflichtung zum nachmittägigen Gottesdienste kein eigenes Kira chengebot, sie liegt aber schon im Gebote, den Sonntag, als heiligen Tag, so heilig als möglich zuzubringen, und ist auch daraus zu erkennen, daß die Kirche den nachmittägigen Gottesdienst halten läßt, wozu sie, wie natürlich, nicht wohl den Priester allein, sondern auch die Gläubigen ladet. Es besteht aber der nachmittägige Gottesdienst nach Verschiedenheit der Kirchen und Zeiten, sowie für verschiedene Klassen der Gläubigen, in verschiedenen Andachten, als da sind: die Christenlehre, die Vesper, die Litanei, der Rosenkranz, die Kreuzwegandacht, Predigten und der heilige Gegen mit dem hochwürdigsten Gute. Wohne daher auch der einen oder andern dieser nachmittägigen Andachten bei, - 90- damit du den heilig angefangenen Tag heilig be: schließest. Außerdem lesen fromme Christen zu Hause in der heiligen Schrift oder in einem andern geist: lichen Buche, stellen eine geistliche Betrachtung an, besuchen Kranke, bringen den Armen Speise und üben sich in verschiedenen guten Werken. Hausväter und Hausmütter sigen im Kreise der Ihrigen, führen mit ihnen geistliche Gespräche und erzählen ihnen von Gott und göttlichen Dingen. Bringe auch du den Sonntag so zu; und mache ihn überhaupt hauptsächlich darum zum Ruhetage des Leibes, daß die Seele desto ungestörter ihr Heil wirken könne. Abendbetrachtung am Sonntage. ,, Ich lasse Dich nicht," so sprach einstens der fromme Patriarch Jakob zum Herrn, ehedenn Du mich segnest." So will auch ich sprechen. Ich lasse dich nicht, du Tag des Herrn, ehedenn ich noch vor deinem Scheiden von dir gesegnet werde. Ich will nochmals deinem Laufe nachblicken und der Segnungen und Gnaden gedenken, die mir zu Theil geworden sind. Gott hat auch heute wieder Großes an mir gethan, und darum sei Preis und Dank Seinem heiligen Na 91men. Er hat mich gewürdigt, in Seinem Hause erscheinen, an der Erneuerung des welterlösenden Opfers Theil nehmen, Sein Wort hören, vor Seinem Gnadenthrone beten zu dürfen. Er hat mit Trost und Frieden meine Seele erfüllt, mit Licht und Wahrheit meinen Geist erleuchtet, und mit Kraft von Oben zu allem Guten mich neu gestärkt. Auch mein Leib fühlt neue Kräfte wieder, und froh und freudig kann ich zu Bette gehen; denn Gottes Güte waltet sichtbar über mir. Wöchentlich kehrt er wieder, dieser schöne, heilige Tag, und doch ist er ewig jung und neu, unentbehrliches Bedürfniß für unsern Leib und unsere Seele, voll des Trostes und des Segens. Es ist dies wahrhaft der Tag, den vorzugsweise der Herr gemacht hat und über den wir inniglich uns freuen sollen. O Gott, so oft er wiederkehrt dieser Dein heiliger Tag, dieser Spiegel und dieses Sinnbild der ewigen Ruhe bei Dir, gib, daß er allezeit ein Tag des Segens für mich werde. Verleihe, daß ich an ihm im Glauben immer mehr befestigt und in der Liebe zu Dir gestärket werde; hilf mir ihn so benützen, daß ich das Heil meiner Seele immer mehr sichere, und daß ich nach diesen irdischen Ruhetagen in Deine - 92- ▬▬▬▬▬ ewige, himmlische Ruhe einzugehen würdig sein möge. Amen. Die Wochentage. Die Wochentage führen den Namen: Werk: tage", weil sie zu den Geschäften unsers Stan= des und Berufes bestimmt sind und die Werke der bürgerlichen Thätigkeit an ihnen verrichtet werden sollen. Doch dürfen wir auch an diesen nicht ver geffen, daß wir auf Erden für den Himmel leben, und dürfen uns daher auch an ihnen der Sorge für die Ewigkeit nicht ganz entschlagen. Im Ge gentheile sind auch diese Tage Tage des Herrn, d. h. Tage, die wir auch dem Herrn weihen, und an denen wir zu Seiner Ehre und zu unserm Heile beten und arbeiten sollen, wie wir am Sonntage zu Seiner Ehre beten und ruhen. Die Kirche gibt uns dies dadurch zu verstehen, daß sie diese Tage statt der heidnischen Namen: Montag, Diens: tag, Donnerstag u. s. w. Ferien", d. h. Tage nennt, an denen auch der Welt nur insofern gedient werden soll, inwiefern es sich mit Gottes Ehre und unserm Heile verträgt, und zur Erhal tung unsers Lebens nöthig ist. Sei also in Erfüllung deiner Standespflichten gewissenhaft treu, bringe die Wochentage recht als Werktage zu, ars beite eifrig in deinem Berufe, heilige aber auch " 1 - 11 93jeden dieser Tage durch Gebet und Betrachtung. So wirst du an ihnen für Leib und Seele sorgen. Wann es dir möglich ist, so wohne auch an den Wochentagen der heiligen Messe bei; die Stunde, die du Gott weihest, wird nicht verloren sein, son dern wird durch das Gedeihen aller deiner Unternehmungen des Tages belohnt werden. An jedem Tage aber verrichte mit Andacht dein Morgenund Abendgebet, wie dies der schöne Spruch dir anempfiehlt: Mit Gott fang' an, mit Gott hör' auf; dies ist der schönste Tageslauf. Auch kannst du an jedem Wochentage wenigstens in Kürze eine Betrachtung über das Geheimniß oder über jene Heiligen anstellen, deren Andenken er geweiht ist. Wie nämlich der Sonntag der Feier unserer Erschaffung, Erlösung und Heiligung geweiht ist, so sind auch nach altem kirchlichen Gebrauche die Wochentage zu solchen Erinnerungen gewidmet, und zwar: der Montag zu Ehren der allerheiligsten Dreieinigkeit, der Dienstag zu Ehren der heiligen Schußengel, die Mittwoche zu Ehren der heiligen Apostel Petri und Pauli, der Donnerstag zu Ehren des allerheiligsten Sakramentes, der Freitag zu Ehren des heiligen Kreuzes, oder des Leidens und Sterbens Jeſu Christi, und der Samstag zur Berehrung der allerseligsten Jungfrau Maria. - - 94- Betrachtung am Montage. Drei sind, welche im Himmel Zeugniß geben: der Vater, das Wort und der heil. Geist; und diese Drei sind Eins. 1. Joh. 5, 7. Eins im Wesen, Eins in der Liebe zu mir; denn Sie alle Drei waren thätig zu meinem Heile. Daher will auch ich zu Ihrer Ehre thätig sein, und heute, als am ersten Arbeitstage in der Woche, unter Anrufung Ihres heiligsten Namens zu den Geschäften meines Berufes gehen. Sei derselbe auch gering, so ist er doch von Gott, und sei er auch beschwerdevoll, so tröstet mich dieses, daß Gott Jedem, dem Er ein Umt gibt oder eine Last auferlegt, auch die Kraft gibt, sein Amt zu verwalten und seine Last zu tragen. Der Vater, der in diesen Stand mich gesetzt hat, wird mir Seine Gnade schenken; der Sohn, der als Mensch auf Erden Beschwerden ohne Zahl erduldet hat, wird mir Seine Geduld und Ergebung als Muster der Nachahmung vorleuchten lassen; und der heilige Geist wird mein Tröster und der Segensspender über meine Unternehmungen ſein. -95- Gebet. Ewiger dreieiniger Gott! der Du nichts, als mein Heil willst, gib, daß ich es auch unter den Geschäften meines Standes und Berufes wirke, und daß alle meine Thätigkeit, nach Deinem Willen eingerichtet, Dir zur Ehre und Verherrlichung, mir aber zum Verdienste und zur Seligkeit gereiche. Amen. Betrachtung am Dienstage. Wie liebevoll ist Gott für uns Menschen bekümmert und wie groß ist unsere Würde! Himmlische Geister hat Er zu unserm Schuße bestimmt, und Engeln hat Er uns zugewiesen, daß sie über uns wachen, uns vor Unglück schützen, aus Gefahren erretten, zum Guten innerlich anregen und für uns beten sollen. Welche Ruhe, welchen Trost, welchen Muth gibt mir dieſe Wahrheit. Gott und mein heiliger Engel sind überall bei mir. Wie rein muß aber auch mein Denken, Wollen, Thun und Lassen sein, da derselbe heilige Engel, der überall mein 3uschauer und Zeuge meines Wandels ist, auch allezeit das Angesicht Gottes sieht, der im Him ▬▬▬▬▬▬▬▬ 96 — mel ist, und mein Ankläger werden müßte, wenn ich seiner mahnenden und warnenden Stimme nicht folgen und durch Sünden ihn be trüben würde. Tieftrauernd würde er sein Ange sicht verhüllen und von mir weichen. Gebet. Heilige Engel, Freunde der Menschen! gehet liebevoll mir stets zur Seite, und führet mich den rechten Weg, auf welchem ich nach Gottes Willen gehen soll; und wenn ich wanke und nahe dem Falle bin, so reichet mir eure helfende Hand und haltet mich aufrecht; flößet mir Liebe zu Gott und zu allem Guten ein, bringet mein Gebet zu Gott, bewahret mich vor Unglück und vor dem gähen Tode, und führet meine Seele dereinst zur Seligkeit. Amen. URRIA Betrachtung am Mittwoche. Als Muster und Vorbild meines Wandels steht das göttlich menschliche Beispiel Jesu mir vor Augen; aber auch die schönen Beispiele der Heiligen sind ein Spiegel für mich. Insbesonders schweben mir heute die beiden großen Apostelfürsten Petrus und Paulus vor; denn sie — 97- sind die Väter unsers Glaubens, sie haben ihn am eifrigsten verkündet, und haben in einträchtiger Liebe bis an ihr Ende, das sie Beide an Einem Tage durch den Martertod fanden, die von ihnen gegründeten Kirchen regiert, Paulus in der Unterordnung unter das Oberhaupt der Kirche, das da Petrus war, und Petrus wieder in väterlicher Milde und Liebe gegen Paulus. Sie lehren mich den Glauben hochschätzen, für den sie ihr Leben hingaben, lehren mich die Bethätigung des Glaubens durch die Einigkeit und Liebe, lehren mich unermüdlichen Eifer im Guten und Beharrlichkeit bis an's Ende. Gebet. Glorreiche Fürsten der Apostel, die ihr, wie ihr im Leben vereint gewesen, auch im Tode nicht getrennt worden seid: vereinigt nun auch in eurer Seligkeit eure liebreichen Fürbitten für uns und flehet für uns um Standhaftigkeit in dem von euch verkündeten Glauben, um treue Anhänglichkeit an die von euch in der Welt verbreitete, heilige Kirche, um Schuß für deren Oberhaupt, um Erleuchtung und Kraft für falle ihre Diener, um Gnade und Segen für alle 7 98 ihre Gläubigen und Kinder, um Licht, Erleuchtung und Bekehrung der Frr- und Ungläubigen, um Stärkung für die Halb- und Schwachgläubigen, um aller Menschen ewiges Heil. Amen. - - Betrachtung am Donnerstage. Sul Mit Sehnsucht erwartete Jesus den heutigen Tag, den Vertag Seines Leidens, um zum letzten Male mit Seinen Aposteln die Ostermahlzeit zu halten und allen Reichthum Seiner großen Liebe vor ihnen zu entfalten. Diese Liebe aber zeigte Er ihnen, indem Er, der Herr und Meister, ihnen die Füße wusch, sodann aber Sein heiligstes Fleisch und Blut reichte, und als Denkmal Seiner Liebe das allerheiligste Sakrament und Opfer einsetzte, in dem Er Selbst geopfert und genossen wird. O großer Tag, an dem dies große und geheimnißvolle Sakrament und Opfer für alle Zeiten ist gegründet worden, wie kann ich Dich gebührend feiern! Dadurch, daß ich heute jene Gefühle in mir erwecke, deren die Herzen der Apostel voll waren, als Jesus in ihrem Kreise saß und das Denkmal Seiner wundervollen Liebe errichtete. Ehrfurcht vor — 99- diesem Geheimnisse, Dankbarkeit dafür und innigste Liebe zu Jesu, glühendes Verlangen, das heiligste Sakrament würdig zu empfangen, um mit Christo vereinigt zu werden, sei heute recht lebendig in meinem Herzen. Gebet. O Jesu, der Du im heiligsten Sakramente nicht nur gegenwärtig, sondern auch unsere Speise bist, und zur Auferstehung und zum ewigen Leben uns dadurch bereitest: stärke uns im Glauben an dieses hochheilige Geheimniß, gib, daß wir es allezeit hoch verehren, oft und würdig vorbereitet es empfangen und in reichem Maße der segensvollen Wirkungen dieser Himmelsspeise theilhaft werden. Amen. Zur Todesangst Christi am Abende. Nach der Ostermahlzeit und Einsetzung des allerheiligsten Sakramentes ging Jesus Seiner Gewohnheit nach hinaus auf den Delberg; es folgten Ihm aber auch Seine Jünger dahin. Und Er entfernte Sich von ihnen einen Steinwurf weit, kniete nieder, betete und sprach: Bater, wenn Du willst, so nimm diesen Kelch von 7* 100 Mir: doch nicht Mein, sondern Dein Wille geschehe!-- Und als Ihn Todesangst befiel, betete Er länger und Sein Schweiß ward wie Tropfen Blutes, das auf die Erde niederfloß. Luk. 22. — Gebet. Laß uns, o Herr Jesus! Deine Bangig keit und Todesangst jedesmal lebhaft vor Augen schweben, so oft unser Herz betrübt und geängstigt wird und kleinmüthig zu werden anfängt; gib uns den Geist des Gebetes, auf daß wir uns, wie Du, in den Willen unsers himmlischen Vaters ergeben, durch das Gebet in unsern Widerwärtigkeiten und Leiden getröstet, in unserer Todesangst aber durch Deinen heiligen Engel gestärket werden mögen. Amen. 500 Betrachtung am Freitage. Geheiligt ist der heutige Tag in der ganzen christlichen Welt durch das Andenken an den Er lösungstod Jesu Christi und an das heilige Kreuz, an dem Er gestorben ist. Die Liebe Christi hat da ihr Neußerstes und Höchstes für uns ge than; denn größere Liebe kann es ja nimmer 101 geben, als für einen Andern sein Leben hinzuopfern, und das auf so schmerz- und schmachvolle Weise. Diese Liebe Christi zwingt mich zur innigsten Gegenliebe. Aber wie werde ich diese äußern? Dadurch, daß ich in dankbarer Ehrfurcht oft das Leiden Christi betrachte, das heilige Kreuz in Andacht verehre, meine geringen Leiden, an denen ich überdies großen Theils selbst Schuld bin, in christlicher Geduld ertrage, und die wenigen Opfer, die von mir gefordert werden, gern und willig bringe. Ein kleines Opfer wird eben heute von mir gefordert; ich soll nach dem Gebote der heiligen Kirche von Fleischspeisen mich enthalten, an lärmenden Ergöglichkeiten keinen Antheil nehmen und meinen Gebetseifer verdoppeln. Es soll mir dies nicht beschwerlich fallen; denn ich will den Tag über nicht vergessen, was für große Opfer Christus für mich gebracht, und daß Er Selbstverläugnung von Allen gefordert hat, die Seine Jünger sein und bleiben wollen. ▬▬▬ Gebet. Dein Leiden, o Herr Jesus, durch welches Du in Deine Herrlichkeit eingegangen bist und 102- uns Erlösung gebracht hast, und Dein heiliges Kreuz, das einst in unaussprechlicher Glanzge stalt am Himmel leuchten wird, wenn Du als Richter kommst, laß mich allzeit mit inbrünstiger Andacht verehren, auf daß ich der Verdienste Deines Leidens immer mehr würdig und theil haft werden und mit allen Verehrern des Kreuzes am Tage des Gerichtes zu Deiner Rechten stehen möge. Amen. - Zur Scheidung Christi. Stunde. „ Es war um die sechste Stunde: da hüllte Finsterniß die ganze Erde ein bis zur neunten Und Jesus rief mit lauter Stimme und sprach: Vater! in Deine Hände empfehle ich meinen Geist. Und als Er dies gesagt hatte, verschied Er." Luk. 23. -- Gebet. Herr Jesus, der Du gestorben bist, auf daß wir leben und ewig selig leben sollten: gib und verleihe, daß wir nicht uns, sondern Dir leben. Als Erlöser bist Du ja unser König, als Erlöste sind wir Deine Unterthanen und Dir eigen ganz und gar. Nimm also unser Herz und unsern - 103- - Willen hin und lenk' und leite uns nach Deinem Wohlgefallen; wir wollen Dir folgen; denn nichts wissen wir gewisser, als dieses, daß Du zum ewigen Leben uns führen willst, und daß wir sicher dazu gelangen, wenn wir Deiner Leitung uns überlassen. Laß Deinen bittern Tod uns vor Augen schweben, wenn wir Dir nicht folgen wollten; laß uns erkennen, daß die Frucht Deines Leidens an uns verloren ginge, wenn wir Deiner Führung uns entziehen würden; beuge unter Dein sanftes Joch und unter Deine leichte Bürde auch unsern widerstrebenden Willen und vollende das Werk Deiner erlösenden Liebe mit der Beseligung aller Erlösten. Amen. Betrachtung am Samstage. Ehe der Herr Jesus am Kreuze Seinen Geist aufgab, hat Er das Testament Seiner Liebe gemacht, und um Seine Gläubigen nicht als Waisen zurückzulassen, ihnen Marien zur Mutter gegeben, indem Er ihr den Johannes, in der Person des Johannes aber alle Seine Erlösten anempfahl. Welch' ein schöner Name, mit welchem wir Marien grüßen dürfen! Maria, Mut LEVICE 104 - ter Jesu! du bist auch unsere Mutter! Welche Beruhigung, welchen Trost, welches Vertrauen flößt uns dies ein! Als unsere Mutter bittet sie gerne für uns, und als Mutter Jesu wird sie gewiß von ihrem göttlichen Sohne erhört, wenn fie für uns bittet. Welche Aufmunterung zum Glauben, Gehorsam und Gebeteifer, zur Demuth, Sanftmuth und Reinigkeit müssen wir aber auch empfinden, so oft wir uns Kinder Mariens nennen wollen. Unser eigenes Bewußtsein sagt uns ja, daß wir nur dann diesen Namen uns beilegen dürfen, wenn wir ihr ähnlich zu werden uns bestreben, und wenn unser Leben ein Abbild ihres Lebens ist, so wie ihr Wandel ein Abbild des Wandels ihres göttlichen Sohnes war. Um in Wahrheit ihre Kinder zu sein, müssen wir die Worte, die sie auf der Hochzeit zu Kanna in Galiläa zu den Dienern sprach, auch uns gesagt sein lassen: ,, Alles, was euch Jesus sagen wird, das thuet." Was Jesus gelehrt hat, müssen wir daher willig glauben, was Er befohlen hat, freudig thun, was Er uns zuschickt, mit Ergebung hinnehmen, was Er verheißen hat, mit Zuversicht hoffen. Ihm also müssen wir in allweg leben, wie Maria Jhm gelebt 105 hat. Dann erkennt Er uns als Seine Brüder und sieht auch Maria uns als ihre Kinder an. - - Gebet. Heiligste Jungfrau, Mutter Jesu und auch meine Mutter! laß die Verehrung dir wohlge= fallen, die ich deiner hohen Würde wegen dir zu erzeigen verpflichtet bin; höre aber auch auf mein Rufen zu dir und erbitte mir den göttlichen Gnadenbeistand, um die schönen Tugenden, wegen derer du zu so hoher Würde erhoben worden bist, nicht nur zu bewundern, sondern auch nachzuahmen. Spiegel der Gerechtigkeit! zeige mir immer mehr und mehr, wie mein Leben beschaffen sein soll, um Gott so wohlgefällig zu werden, wie du es warst. Hülfe der Christen! bewahre mich durch deinen Schuß von jedem Uebel, das nicht zu meinem Heile ist. Mutter der Lebenden, Beistand der Sterbenden, verlasse mich im Leben und im Tode nicht, und höre nicht auf, für mich zu bitten, bis ich mein seliges Ziel erreicht habe und dich im Himmel als dessen Königin mit allen Engeln und Heiligen zur Ehre deines Sohnes selig preise. Amen. — 106Am Schlusse der Woche. Dankgebet. Sechs Tage habe ich nun nach Deinem Willen, o Gott, gearbeitet. Du, o Herr, hast mir Leben und Kraft verliehen und zur Arbeit Freudigkeit gegeben. Kröne nun auch die Gaben Deiner Güte und meine Bemühungen mit einem glücklichen Erfolge. Ich weiß ja, daß es nicht auf den ankommt, der da pflanzt und begießt, sondern auf Dich, der Du das Gedeihen gibst. Um eben dieses aber bitte ich Dich. Gib Deinen Segen, an dem Alles gelegen. Nimm die Arbeit, die ich in Deinem Namen angefangen und vollendet habe, als Arbeit in Deinem Weinberge auf; denn nicht für die Welt allein, sondern für Deine Ehre und nach Deinem Willen zu arbeiten, war die Absicht meines Thuns. Nimm die Opfer, die mein Stand und Beruf von mir erforderte und die ich willig brachte, in Vereinigung mit den Opfern Deines göttlichen Sohnes auf, und durch Seine Verdienste erfreue mich damit, daß die Tage dieser Woche ins Buch des Lebens eingetragen und dereinst als Tage, die ich nach Deinem Willen verlebt habe, 107 mir zum Heile und zur Seligkeit verhülflich werden. Amen. - - Der christliche Monat. Da nur zwölf Monate schon ein ganzes Jahr bilden, so erscheint Ein Monat schon als ein sehr bedeutender Zeitabschnitt unsers Lebens, und es nöthigt uns demnach derselbe, bei seinem Beginne betrachtend stille zu stehen, und für seinen Verlauf wenigstens Einiges uns zu Gemüthe zu führen. Die Kirche selbst ermahnt uns in einem jeglichen Monat zur Vornahme einer eigenen religiösen Ulebung. Sie hat nämlich ihren Priestern für je= den Monat vorgeschrieben, an einem Tage desselben das Officium für die Todten zu beten, nicht allein, auf daß den Todten dadurch geholfen, sondern auf daß auch die Lebenden an die bevorstehende Ewigkeit erinnert werden. Wenn nun auch du, mein Christ, obschon du kein Priester bist, dieses Gebot der Kirche auf dich beziehst, und jeden Monat einen bestimmten Tag dem Andenken an die Verstorbenen und der Fürbitte für die armen Seelen weihest: so wirst du hiedurch fürs Erste eine heilige Pflicht für die Verstorbenen erfüllen, fürs Zweite aber wird dies unfehlbar zum großen 108Heile für dich selbst sein, wofern du diese Andacht nicht geistlos verrichtest. Denkst du nämlich an die jenseits noch Leidenden und betest du für sie: so wird dir auch zu Gemüthe kommen müsſen, warum sie noch leiden; daß es keineswegs große Sünden sind, die sie noch von der Anschauung Gottes ausschließen( denn mit großen Sünden hätten sie in die Hölle eingehen müffen, aus der keine Erlösung mehr ist), sondern daß es nur wenig bußfertiger Sinn, Unterlassungen des leicht mög lichen Guten und kleinere Fehler sind, wegen deren. sie noch nicht ihre Seligkeit erlangt haben. Dieses Nachdenken aber wird dich zur Erkenntniß der heili gen, volle Genugthuung fordernden Gerechtigkeit Gottes führen, wird dich zur Treue auch in kleinen Dingen und zur Scheu auch vor kleinen Sünden bewegen, wird deinen Bußgeist beleben, wird über: haupt auf deinen ganzen Wandel von segensreichem Einflusse sein. Außerdem aber kannst du an jedem ersten Monatstage eine Betrachtung anstellen, deren heilsame Eindrücke dir im Laufe des Monats Antrieb zum Guten sein sollen. - - Im Monate Jänner. Mit dem Monate Fänner beginnt das bürgerliche Jahr. Gleich der erste Tag desselben ist 109 mit dem allerheiligsten Namen Jesus bezeichnet; denn er ist der achte Tag nach dem Weihnachtsoder Geburtsfeste Christi, und eben am achten Tage nach Seiner Geburt ist an Christo die Ceremonie der Beschneidung vorgenommen und der Name Jesus ihm gegeben worden. Nicht ohne Grund steht daher dieser Name am ersten Tage des Jahres da. Aber auch nicht ohne Einfluß auf unser Leben, Denken und Handeln soll diese Voranstellung des Namens Jeſu sein. Wir sollen dadurch zum Guten aufgemuntert und getröstet werden. Denn der Name Jesus wird am ersten Tage des Jahres uns vorgestellt, daß wir zuerst und vor allem an Jesum denken, vor Allem und über Alles Jesum lieben, das Jahr und Alles, was wir im Laufe desselben unternehmen, im Namen Jesu beginnen, und des Heiles nie vergessen, das durch Jesum uns zu Theil geworden ist. Dieses Heil erwarb Er uns aber durch Seinen freiwilligen Gehorsam, den Er von der Beschneidung an bis zum Tode am Kreuze bewährte, und durch den Er die traurigen Folgen des Ungehorsams der ersten Menschen wieder aufgehoben und mit Gott uns versöhnet hat. So mahnt uns der Name Jesus am Anfang - - 110 - des Jahres zur Nachfolge Christi im Gehorsam und in der sittlichen Treue gegen Gott, zur willigen Uebernahme aller Schickungen Gottes und zur Darbringung aller Opfer, die Gott von uns fordert. Es tröstet uns aber auch der Name Jesus am Eingange des Jahres; denn er erhellet und erleuchtet uns die dunkle Zukunft durch die Gewißheit, daß der Vater um des Namens Jesu willen uns nie verlassen, sondern in jedem Anliegen und in jeder Noth unser Gebet, wenn wir es im Namen Jesu verrichten, erhören wird. Ist unser Leben einer Fahrt auf dem Meere gleich, die wegen der Stürme der Trübsale und Versuchungen und wegen der finstern Abgründe, in welche diese uns führen können, gefahrvoll ist, so haben wir an dem Namen Jesus gleichsam einen Leuchtthurm, zu dem wir nur aufblicken dürfen, um durch alle Gefährlichkeiten glücklich hindurch zu kommen. Es sei also heut und allezeit Christus Jesus mein Licht, meine Aufmunterung und Kraft zum Guten, meine Hoffnung und mein Heil. Der Name Jesus weiche nicht aus meinem Herzen, noch von meinen Lippen; Ihm sei Ehre in Ewigkeit. Amen. - 111- Gebet. O Gott, der Du Deinen eingebornen Sohn in die Welt gesandt und Ihm den Namen Jesus gegeben hast, einen Namen, außer dem kein Heil ist, und in welchem daher alle Kniee sich beugen im Himmel, auf Erden und unter der Erde: gib und verleihe, daß dieser heiligste Name bei allem meinem Thun und Lassen mir vorschwebe, daß ich durch denselben Aufmunterung zum Guten, Kraft zur Ueberwindung des Bösen, und in meinen Kümmernissen und Leiden Trost erlange; gib, daß ich diesen heiligsten Namen mit Herz und Mund, mit Wort und That verehre, so lange ich lebe, und daß ich, wenn ich sterbe, in meinem letzten Kampfe durch Ihn getröstet und gestärket werde. Amen. Im Monate Februar. Lust und Freude ist gewöhnlich los in diesem Monate; denn die Welt hält den Karneval, ein Ueberbleibsel der alten Heidenzeit. Nun ist zwar das Christenthum den Freuden des Lebens nicht feindselig entgegen, da ja gerade der echte Christ 112 allzeit voll der Freude sein kann, wie dies der Apostel auch ausdrücklich fordert, indem er spricht: Brüder! erfreuet euch allezeit in dem Herrn; ich fage es noch einmal: Erfreuet euch! Philipp. 4, 4. Es ist aber ein großer Unterschied zwischen dieser Freude, die der Apostel empfiehlt, und der gewöhnlichen Freude der Welt. Der Apostel empfiehlt die Freude im Herrn und mit dem Herrn und mahnt dadurch von jeder Freude ab, die man nicht genießen kann, ohne Gott zu beleidigen. Die Welt aber liebt jede Freude, auch die ohne den Herrn und gegen den Willen des Herrn ist. Nicht ohne Prüfung darf ich daher den Einladungen zur Freude folgen, die die Welt ergehen läßt; und selbst bei erlaubt scheinenden Freuden muß ich öfter fragen, ob ich im Herrn mich erfreue. Die Freude im Herrn wird nie etwas Bitteres in ihrem Gefolge haben; die Freude ohne den Herrn aber schlägt in gewisses Leid um. Doch wie erkenne ich, ob meine Freude im Herrn ist? Erstens aus der Erwägung, wer denn die Theilnehmer meiner Freude sind, noch besser aber aus dem, was mein Gewissen dazu sagt. Es warnt mich sorgfältig vor jedem unrechten Schritte, und wo immer seine - - 113warnende Stimme zu mir spricht, dort ist Gefahr für mich, dort ist kein Heil für mich, als einzig auf der Flucht; dort würde ich ohne den Herrn mich erfreuen, dort würde ich, feindselig gegen mich selbst, mir bitteres Leid bereiten. - INCR Gebet. O Gott! der Du Deinen treuen Dienern Freuden ohne Zahl zutheilst und hier auf Erden schon mit dem Frieden eines guten Gewissens, dort in der Ewigkeit aber mit unvergänglicher Seligkeit sie belohnst: gib mir Kraft, jede Freude zu verachten und zu meiden, durch deren Genuß ich Dich beleidigen, meinen heiligen Engel betrüben, den Frieden meines Gewissens verlieren und mir ewiges Leid bereiten würde; laß Deine himmlischen Freuden mir vor Augen schweben. um jeder Lockung zur sündhaften, irdischen Freude standhaft zu widerstehen, und um allezeit in Deiner Gnade zu verbleiben. Amen. Im Monate März. Nach dem heil. Leo. Obwohl uns zu jeglicher Zeit der Zutritt zu dem göttlichen Gnadenthrone offen steht, so gilt 8 114doch das Wort des Apostels: ,, Sieh, jetzt ist die Gnadenzeit, jetzt sind die Tage des Heils," besonders von der heiligen Osterzeit, in der wir das Geheimniß unserer Erlösung feiern. Und zwar sollten wir täglich mit so reinem Herzen vor Gott wandeln, wie wir am Ostertage vor Ihm erscheinen wollen. Da aber dies nur der glückliche Zustand Weniger ist, und da im Getümmel der Welt und unter den Sorgen des Lebens auch fromme Herzen gar mannigfach beflecket werden: so hat die Kirche die heilsame Einrichtung getroffen, daß wir zur geistigen Erneuerung, und zur Sühnung unserer Schulden vierzig Tage vor dem Osterfeste ein heiliges Fasten halten und den Leib kasteien, auf daß der Geist wieder zu seiner angestammten Herrschaft über den Leib gelange. Nichts ist hiezu wirksamer als der Abbruch an Speis und Trank. Denn immer war das Fasten Nahrung für die Tugend. Vom Fasten her kömmt die Reinigkeit der Gedanken und Begierden, so wie die Anregung zu heiligen Entschließungen und die Kräftigung der Liebe zum Guten. Was wir aber uns selbst entziehen, sei nicht darum uns versagt, um mit dem hiedurch Ersparten zu geizen, sondern sei zur Hilfe der - ▬▬▬▬▬ - 115- - Armen verwendet, auf daß unser Fasten Hand in Hand gehe mit den Werken der Barmherzigkeit. Auch leide nicht blos unser Leib Abbruch an Speis und Trank, sondern es enthalte sich auch unser Geist von jeglicher Verkehrtheit und Sünde. Auch Jesu Leiden und Sterben wird uns in dieser Zeit vor Augen gestellt. Die Betrachtung desselben soll mir eine heilige und theure Herzensangelegenheit sein. Alle Heiligen sind darin unermüdet gewesen. Der heil. Paulus sagte sogar, er wisse nichts, als Jesum den Gekreuzigten, und mahnt uns, eifrig aufzublicken zu dem Urheber und Vollender unsers Glaubens, der den Kreuzestod für uns erduldet hat, auf daß wir im Guten nicht lau werden. Der heil. Philippus Nerius brachte täglich einige Zeit vor dem Bildnisse des Gekreuzigten in Betrachtung des Leidens Jesu zu, und der heil. Thomas von Aquin zeigte, als er einst um seine Bibliothek gefragt wurde, auf ein Kruzifir, dem man es ansah, wie oft er es geküßt und mit ſeinen Thränen beneßt habe, und sagte, daß er alle seine Kenntnisse aus diesem Buche gelernt habe. Darum empfiehlt er auch die Betrachtung des Leidens 8* 116Jefu allen Christen mit den Worten: ,, Sie ist eine Lehrschule aller Tugenden, sie leistet uns Hilfe, den Versuchungen zu widerstehen, sie gibt uns Anweisung, Gott zu gehorsamen, den Nächsten zu lieben, und alle Widerwärtigkeiten des Lebens mit Geduld zu ertragen." 3u dieser Betrachtung ist aber vornehmlich die heil. Fastenzeit bestimmt, die deshalb eine Zeit der Buße, der stillen Trauer und des Gebetes ist. — - Gebet. O Jesu, der Du durch Alles, was Deine heil. Kirche in dieser Zeit von uns verlangt und fordert, uns zur Reue über unsere Sünden, zur Umkehr zu Dir und zur beharrlichen Liebe gegen Dich führen willst: gib, daß wir die Tage unserer Heimsuchung recht erkennen, die Zeit der Gnade, die Tage des Heils weise benüßen, durch ein gottgefälliges Fasten für unsere Sünden büßen, durch die Betrachtung Deines Leidens zur innigsten Liebe gegen Dich erweckt, und durch eifriges Gebet, Deiner verzeihenden Huld theilhaft werden. Amen. - 117- Im Monate April. Der Monat Upril hat seinen Namen von dem lateinischen Worte aperire, eröffnen. Es eröffnet sich nämlich in diesem Monate die Erde und es keimt neues Leben aus ihr hervor an allen Arten der Gewächse. Es fällt aber in diesen Monat gewöhnlich auch die Feier der Menschenerlösung, durch welche uns der Himmel wieder eröffnet worden ist und die Feier der Auferstehung Christi aus dem durch göttliche Macht eröffneten Grabe. Es ist die freudenvolle Osterzeit, die mit dem Frühling in der Natur so viel Aehnlichkeit hat. Es eröffnen sich darum auch die Herzen der Menschen und freudig singt die Kirche und alle Gläubigen mit ihr das Alleluja. Dies heißt aber: Lobet den Herrn, und ist somit ein Aufruf an uns zur Dankbarkeit gegen Gott für die große Wohlthat unserer Erlösung, für unsere Befreiung vom ewigen Tode, für die Hoffnung des Wiedererstehens vom leiblichen Tode, und überhaupt für alles Heil in Christo. Sehr mangelhaft wäre aber unsere Lobpreisung Gottes und unser Dank gegen Ihn, wenn dies nur mit Worten geschähe, und unser - - 118— Alleluja- Gesang wäre Lippengebet, wenn wir nicht auch im Werke, durch ein frommes christliches Leben, Gott ehren und verherrlichen würden. Der Alleluja- Gesang ist daher auch ein Aufruf zur Arbeit des christlichen Lebens, zur freudigen Pflichterfüllung und zur gewissenhaften Treue in unserm Glauben und in unserm Berufe. Gebet. O Gott, der Du durch tausend Stimmen in der Natur, in der heiligen Kirche, und durch unser eigenes Innere uns zu Deinem Lobe und Preise rufft: gib und verleihe, daß wir diese Stimmen des Heils verstehen, ihnen folgen und durch sie zu Dir uns führen lassen, der Du in unaussprechlicher Herrlichkeit von den Dir lobsingenden Chören der Engel umgeben im Himmel thronst, und dort, wo Du bist, auch uns einstens haben willst. Amen. Im Monate Mai. In ihrem schönsten Schmucke prangt jetzt die Natur. Alles grünt und blüht; die lieblichste Wärme ist über die Erde ausgegossen und neu belebt sind alle Geschöpfe; Alles freuet sich sei 119 nes Daseins. Auch wir Christen freuen uns des= selben; denn das Leben, das an sich schon so schön ist, und in welchem wir in jedem Augenblicke Gottes Liebe und Güte erfahren, ist uns auch ein Mittel zur Erlangung des ewigen Lebens, in welchem unvergängliche Wonne und Freude, ewiger lieblichster Frühling ist. Dies Leben ist uns gewiß, wofern wir nur durch Glaubenstreue und christlich frommes Leben unserm Erlöser anhangen, Ihn lieben und unser Vertrauen nicht verlieren, dem die große Verheißung dieses ewigen, seligen Lebens gegeben ist. Sollten wir daher wegen irgend einer Trübfal oder Noth in dieser Zeit, in der alle Geschöpfe sich freuen, wenig heiter sein, ja vielleicht gar seufzen und klagen, daß Gott uns Leiden zugeschickt: so trösten wir uns mit dem Gedanken, daß auch die Leiden von Gott, daß sie eine Heimsuchung Gottes sind, daß Er allen Leidenden nahe ist, und daß eine Zeit kommen wird, wo Er auch von den Augen des Unglücklichsten auf Erden alle Thränen abtrocknet. Denn auf die Auserwählten, die im Himmel sind, so heißt es in der geheimen Offenbarung, wird weder die Sonne sengend niederfallen, noch irgend welche ▬▬ - 120 Plage; sondern das Lamm, das in der Mitte vor dem Throne ist, wird sie weiden und zu den Quellen lebendigen Wassers führen, und Gott wird alle Thränen von ihren Augen abtrocknen. Erhalten wir uns nur in Gottes Huld, und lieben wir Gott; denen, die Gott lieben, gereichen alle Dinge zum Besten. — Gebet. Aus der ganzen Schöpfung, o Gott, spricht Deine Ullmacht, Weisheit und Güte, die Du gewiß auch über uns Menschen walten lassest. Wir wollen daher allzeit auf Dich vertrauen. Denn Du, der Du die Vögel in der Luft ernährst und die Blumen auf dem Felde so schön kleidest, weißt und gibst auch, wessen wir bedürfen. Hilf uns mit Deiner Gnade, daß wir Dein Reich und Deine Gerechtigkeit suchen, im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe zunehmen, und in Leiden wie in Freuden allzeit ruhig seien und den Frieden unserer Seele, Deine Gnade und ein gutes Gewissen bewahren. Amen. - 121 — Im Monate Juni. Der Mensch lebt nicht allein vom Brote, das den Leib nährt, sondern er hat auch ein Brot nöthig, das seine Seele erhält; er lebt vorzugsweise durch Den, der von Sich Selbst gesagt: Ich bin das Brot, das vom Himmel herabgestiegen ist," also durch Christum, den Erlöser, der das eigentliche Leben der Menschheit und unser himmlischer Ernährer ist. Als Solcher aber gibt Er nebst dem leiblichen Brot uns noch ein geistiges, nämlich Seine Wahrheit, die von der heiligen Kirche uns verkündet wird, und ein himmlisches, welches Unsterblichkeit und ewiges Leben gewährt, Sich selbst nämlich, Sein Fleisch und Blut im allerheiligsten Sakramente. Als die Heiden dies vernahmen, was Jesus uns Christen erweist, riefen sie erstaunt aus: Wo ist ein so gütiger Gott, als der Gott der Christen, der sich selbst ihnen zur Speise gibt? Und wo ist ein Volk, dem Gott so nahe ist, wie das Volk der Christen? Denn diese sehen ihren Gott in ihrer Mitte wohnen. Wie innig müssen wir uns daher hierüber freuen! Laut und öffentlich müssen wir diese unsere Freude darlegen, und - 122 - unsern Dank für Jesu unendliche Liebe aussprechen; daher müssen wir auch bei dem Feste, das zu Ehren des allerheiligsten Sakramentes in der katholischen Kirche gefeiert wird, Jesu auf alle Weise unsere Ehrfurcht, Anbetung und dankbare Gegenliebe bezeigen, besonders aber dieses himmlische Brot oft würdig empfangen, auf daß Jesus in uns und wir in Ihm bleiben. Gebet. O Jesu, der Du im allerheiligsten Sakramente ein Denkmal Deiner Liebe gestiftet und Dich selbst uns dargegeben hast, auf daß wir, so lange wir Pilger auf Erden sind, durch den Genuß Deines heiligsten Fleisches und Blutes genährt und gestärkt, rüstig unserm ewigen Ziele immer näher zuschreiten können: gib und verleihe uns einen lebendigen Glauben an dieses heiligste Geheimniß, gib, daß wir es allzeit recht verehren, würdig empfangen, und auch in unserer Todesstunde noch dadurch erquicket werden. Amen. Im Monate Juli. Es ging Jesus einst mit Seinen Aposteln durch die Saaten; da sprach Er zu ihnen: Er 123 hebet eure Augen und sehet die Felder; denn sie sind schon reif zur Ernte." Joh. 4, 35. Dies sehen auch wir jetzt, wenn wir im Freien uns ergehen. Aber welch' ein Unterschied zeigt sich da! Die Saat des emsigen und fleißigen Landmanns, der seinen Acker gut gedüngt und bei der Bearbeitung desselben keine Mühe gescheut hat, steht üppig da, und die Halme neigen sich unter dem Gewichte der vollen Nehren. Die Saat des Trägen hingegen ist mit Unkraut und Disteln überfüllt, die dem Ucker seine beste Kraft entzogen haben, und darum ist auch die Frucht sehr leicht und wenig. Am Tage der Ernte kommt dies erst recht zum Vorschein; aber da ist die Reue zu spät. Wie man säet, so erntet man. Wer reichlich fäet, wird reichlich ernten; wer sparsam säet, wird sparsam ernten. So aber ist es nicht nur in der Natur, sondern auch im Leben des Christen, welches die Zeit der Aussaat für die Ewigkeit ist. Jede Uebung des Guten, jede Pflichterfüllung, jedes Werk der Barmherzigkeit, jede Selbstüberwindung ist ein Samenkorn, das unter dem Segen Gottes keimt und wächst und reift und Früchte bringt in der Ewigkeit. Jede Untreue hinwiederum, jede Sünde ist eine Distel, C - - 124 - die, wenn sie nicht alsbald ausgerottet wird, auch fortwuchert, den guten Samen nicht gedeihen läßt, und entweder ganz erstickt oder die Frucht gar sehr vermindert. Auch hier ist die Reue zu spät, wenn am großen Erntetage beim Gerichte der Schaden der Versäumniß erkannt und empfunden wird. Gebet. Herr der Ernte! Du hast uns das Leben gegeben, auf daß wir dasselbe als die Zeit der Aussaat für die Ewigkeit betrachten und auf daß wir unverdrossen in demselben an unserm Heile arbeiten. Gib dem Guten, das wir hienieden säen, Deinen Segen, und laß es gedeihen; erhalte uns in der Wachsamkeit, daß nicht während wir schlafen, der Feind komme und Unkraut darunter säe, und wenn auch die Last und Hiße des Tages zuweilen groß wird, und wir ermatten, oder schlummern wollten, so stärke uns und halte uns wach durch den Gedanken an die freudenvolle Ernte in der Ewigkeit. Amen. Im Monate August. Hoch steht die Sonne am Himmel und fast senkrecht senket sie ihre glühenden Strahlen auf 125 die Erde herab, so daß die Menschen oft über die lästige Hitze klagen. Aber eben diese Hiße bringt die Früchte des Baumes und des Weinstockes zur Reife, deren Genuß den Menschen so erfreuet. Auf ähnliche Weise verhält es sich auch in unserm Leben. Heiß wird es oft, wenn äußere und innere Leiden über uns kommen, wenn die Gluth der Versuchungen uns senget, wenn wir für den Glauben und für die sittliche Treue kämpfen müssen. Aber eben in dieser Hiße der Leiden und der Versuchungen, in denen uns zu den Tugenden der Geduld, der Gottergebenheit, des Vertrauens auf Gott, der Liebe zu Gott, der Selbstverläugnung und Selbstüberwindung so schöne Gelegenheit gegeben ist, reifen die herrlichsten Früchte für die Ewigkeit. Denn so sagt ja der heil. Apostel: ,, Die Trübsal wirket Geduld, die Geduld wirket Bewährung, die Bewährung wirket Hoffnung, die Hoffnung aber täuscht nicht." Röm. 5, 4.; sondern wird gewiß erfüllt werden, wie dies in der geheimen Offenbarung allen Frommen verheißen ist in den Worten: Sie werden nicht mehr hungern und dürsten; es wird nicht mehr auf sie fallen die Sonne und die fengende Hiße; denn das Lamm — - 126 - in der Mitte vor dem Throne wird sie weiden und zu den Quellen des lebendigen Wassers führen, und Gott wird alle Thränen abwischen von ihren Augen." Offbg. 8, 16-17. Gebet. O Gott, der Du mit liebevoller Weisheit die menschlichen Schicksale leitest, und insbesonders denen nahe bist, welchen Du Trübsale und Versuchungen sendest, wir vertrauen auf Dich, daß Du uns auch Kraft geben wirst, die Leiden mit Geduld zu ertragen, die Versuchungen zu überwinden, und so durch Geduld und Treue uns Deiner Liebe immer würdiger zu machen. Amen. Im Monate September. Gute Bäume beugen sich unter der Last ihrer Früchte zur Erde, schlechte Bäume stehen aufrecht da, und wenn sie auch im schönsten Grüne prangen, so geht doch der Gärtner an ihnen vorüber, ohne auch einen einzigen Blick des Wohlgefallens auf sie zu werfen; denn sie haben seine Hoffnung getäuscht; sie blühten wohl, aber das waren nur Wasserblüthen, die abfielen, ohne 127 Frucht zu werden; jetzt zur Zeit des Herbstes will der Gärtner Früchte. Was wird er nun thun mit dem Baume? Vielleicht wartet er noch ein Jahr und pflegt ihn um so sorgfältiger. Bringt er aber auch dann noch keine Frucht, ſo haut er ihn aus; denn zu was nimmt er auch den Platz ein; und wo er dann hinfällt, da bleibt er liegen, bis er ganz verdorrt ist, und der Winter kömmt, wo er in den Ofen geworfen wird. Ein getreues Bild des Menschen. Der gute, fromme, thätige, fruchtbringende Christ ist demüthig; der unthätige, unnüße ist auch noch hochmüthig; der gute Christ läßt sich nicht genügen an schönen und frommen Empfindungen, Gefühlen und Reden, die den Blättern und Blüthen des Baumes gleichen, sondern beeifert sich auch in guten Werken. Daher auch der himmlische Gärtner an ihm Freude hat, wenn die Zeit der Früchte kommt, und sammt seinen Früchten in das himmlische Paradies ihn verpflanzt. Der träge, unthätige Christ hingegen wird dem Herrn nicht gefallen, so süßer Gefühle er sich auch rühmen, und so schön und gottselig er auch reden mag. Aber noch schont seiner der Herr; noch läßt Er ihm Zeit und spendet ihm manche - - 128 unverdiente Gnade, daß er zur Erkenntniß kommen und wenigstens noch diese Zeit benügen möge, die von unbestimmter Dauer ist. Geht aber auch diese unbenügt vorüber, so wird er nicht um- sondern ausgehauen, so daß an ein Wie dergrünen, an ein jenseitiges Wirken, Gutmachen, Nachholen und Einbringen des Versäumten, oder Abbüssen nimmermehr zu denken ist, und er dort ewig liegen bleibt, wohin er gefallen ist. - - Gebet. O Jesu, der Du gesprochen hast: ,, An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen; denn ein guter Baum bringt gute Früchte," gib und verleihe, daß wir gute Bäume seien, die beschienen von Deiner Gnadensonne, und von Deinem Segensthau befeuchtet in guten Werken fruchtbringend seien, ihren Nächsten dadurch zum Heile, Dir aber zur Freude werden. Amen. Im Monate Oktober. Welche Freude und welch' reges Leben ist auf den rebenbepflanzten Hügeln in diesem Monate. Es wird die Frucht des Weinstockes eingeerntet, die Traube wird in der Kelter gepreßt, und wird 129 durch den Vorgang der Gährung zum Weine, von dem es in der heiligen Echrift selber heißt, daß er des Menschen Herz erfreue. Denn der Wein, der mäßig genossen, den Menschen stärkt und kräftigt, das Gemüth erheitert und nebstbei auch ein Reinigungs- und Heilmittel für Wunden ist, gilt überdies als Sinnbild der göttlichen Gnade, die uns heilt, kräftigt und tröstet, und ist mit dem eben so einfachen und natürlichen Nahrungsmittel, dem Brote, die von Christo gewählte Gestalt, unter der Er Sich beim heiligsten Opfer der Messe Seinem himmlischen Vater darbringt. Es wird daher mit Recht die Zeit der Weinlese als eine freudige Zeit gefeiert, die heiter und fröhlich macht, die uns aber auch zum Danke für diese heilsame, vielbedeutende und geheiligte Gabe Gottes aufmuntert. - - Gebet. O Jesu, der Du in den Gleichnissen vom Weinberge, vom Weinstock und den Reben, so wie auch von der Weinlese die wichtigsten und heilvollsten Wahrheiten uns gelehrt, und in der Frucht des Weinstockes das allerheiligste Sakrament eingesetzt hast, stärke uns im Glauben an 9 - 130 - diese Wahrheiten, heile unsere Seele von ihren Sünden, tröste und erfreue uns durch den würdigen Empfang des allerheiligsten Sakramentes jetzt und an unserm Ende. Amen. Im Monate November. Die Ernten sind vorbei; Felder, Weinberge und Wiesen sind leer, die Blätter der Bäume sind welk und gelb und fallen ab; der Wind treibt das leichte Laub umher, und immer öder und unheimlicher wirds auf der Erde, je mehr der Winter heran naht. Desto schöner aber ist in heiteren Nächten der Himmel, und zahlreicher und glänzender sind die Gestirne, so daß wir im Aufblick zum schönen Sternenhimmel viele Entschädigung finden. Mahnen nämlich die Bilder der Vergänglichkeit und des Todes in der Natur an die Vergänglichkeit und Sterblichkeit unseres Leibes, so erheitert unser betrübtes Gemüth und erinnert uns an die Unvergänglichkeit und Unsterblichkeit unserer Seele der Aufblick zu jenen Höhen, die noch über den Gestirnen und die Himmel der Himmel sind. Eben darum ſei aber auch unser Herz nicht an die vergänglichen 131 Güter der Erde geheftet, sondern verlange und sehne es sich nach den überirdischen und unvergänglichen Gütern; gebrauchen wir die Welt, als gebrauchten wir sie nicht, und leben wir, als ob wir täglich sterben und die Reise in die Ewigkeit antreten wollten, um jene unvergänglichen Güter, die allein unserm Herzen volle Befriedigung gewähren können, in Empfang zu nehmen. So lebten die Heiligen, deren Festtag eben den gegenwärtigen Monat eröffnet, und so wünschen auch Jene allzeit gelebt zu haben, die, weil sie öfter hierin zurückblieben, von der Anschauung Gottes ausgeschlossen, noch leiden müssen, und die unfähig, sich selbst zu helfen, und also wahrhaft arme Seelen, Hilfe von uns erwarten und uns zurufen: ,, Erbarmet euch unser, erbarmet euch unser, wenigstens ihr, unsere Freunde." Hiob. 19, 21. - - Gebet. Unveränderlicher, unvergänglicher, ewiger Gott! Aus der Welt des Wechsels, des steten Werdens und Vergehens blicken wir zu Dir empor, bei dem kein Wechsel und kein Anderswerden und nicht einmal ein Schatten einer Ver9 132 änderung ist, sondern der Du unverändert bleibst in Deiner Vollkommenheit, in Deiner Heiligkeit und Liebe. Wir bitten Dich, Du wollest unser Herz, das die vergänglichen Güter der Erde nie ausfüllen können, ja das oft beim größten Ueberflusse in trostlosester Leere schmachtet, emporziehen zu Dir, erfüllen mit heiliger Liebe zu Dir und sättigen mit den himmlischen Gütern, anjett noch mit der Sehnsucht nach denselben und mit der Hoffnung darauf, dereinst aber mit Stillung dieser Sehnsucht, Erfüllung dieser Hoffnung, und wirklichen Verleihung der ewigen Güter im Reiche Deiner Herrlichkeit. Amen. - Im Monate Dezember. Trüb und unfreundlich ists jetzt in der Natur; am Himmel ziehen dichte, schwere Wolken, durch die nur wenig das Licht der Sonne dringt. Die Tage sind kurz und vorherrschend ist die Nacht, die Nebel und Frost gebiert. Ein treues Bild des Zustandes in der Menschenwelt vor dem Frühling der Erlösung. Wie der Winter Nacht, Nebel, Kälte und Erstarren alles Lebens in der Natur bringt, so hatte die Sünde den 133. geistigen und leiblichen Tod, Verlust der rechten Erkenntniß Gottes, Erkalten der heiligen Liebe zu Gott, Verfinsterung des Verstandes und Verschlimmerung des Willens gebracht, und düster, öde und unfreundlich wars auf Erden. Wie aber ferner im Winter Alles zu Grunde ginge, wenn die Sonne nicht immer noch wenigstens einige Wirkung auf die Erde ausübte und die erstarrten Kräfte trotz ihres scheinbaren Todes wach und lebendig erhielte: so wäre auch das Menschengeschlecht ganz zu Grunde gegangen, wenn die Huld Gottes gänzlich von ihm gewichen wäre. Der Erlöser, der die Sonne der Gerechtigkeit heißt, kam in äußerer sichtbarer Gestalt wohl erst nach vier Jahrtausenden, sing jedoch mit Seinem Lichte und mit Seiner Wärme und mit Seiner erhaltenden Kraft schon in dem Augenblicke zu wirken an, als der geistige und leibliche Tod sich des Menschen bemächtigen wollte, ward so der Retter der Menschheit, dem sie ihren Fortbestand und ihr ganzes Leben verdankt, und bereitete sie vor auf Seine wirkliche Ankunft im Fleische, sowohl durch die Stimme des Gewissens, als durch das Wort des Propheten. Sie aber seufzten nach Ihm und nach der, durch Ihn - 134 zu vollbringenden, wirklichen Erlösung. Nun ist der Erlöser wohl schon erschienen; aber im Leben des Einzelnen ist es noch immer finster, frostig und öde, wenn Christus ihm nicht ins besonders erschienen ist, wenn er am Segen der bereits vollbrachten Erlösung keinen Theil bekommen oder wenn er seinen Antheil daran durch die Sünde wieder verloren hat. Die Zeit des Adventes soll daher für jeden Christen eine Zeit der Einkehr in sich selber, der Buße, des Gebetes und des Seufzens um die geistige Ankunft des Erlösers sein. - - Gebet. O Heiland der Welt, dessen Geburt im Fleische wir in dankbarer Freude in diesem Monate feiern werden, werde auch in unserm Herzen geboren; zieh in dasselbe ein und bleibe darin und weiche nie mehr aus demselben. Daß es aber eine würdige Wohnung für Dich sei, gib uns Erkenntniß unserer Sünden, wahre Reue, Verzeihung, bußfertigen Sinn, Kraft zum Guten und die Gnade der Beharrlichkeit in demselben bis an unser Ende. Amen. - 135. — - Betrachtungen für jeden Tag des Monats. Die christliche Tugend ist wohl nur Eine und besteht in dem beharrlichen Bestreben und in der freudigen Bereitwilligkeit, mit Gottes Gnade Alles zu thun und zu leiden, was und wie es Gott von uns haben will. In ihren Neußerungen aber und in ihrem Erscheinen am Menschen tritt sie unter den verschiedensten Benennungen auf, so daß das Reich der Tugend einem wunderschönen, mit den mannigfaltigsten Blumen bepflanzten Garten gleicht, in dem man sich nicht satt sehen kann, und in welchem man, um ihn recht zu würdigen, auch zu den einzelnen Blumen sich niederbücken und deren Schönheit betrachten muß. Gerne wählt man sich dann eine oder die andere aus, pflückt sie ab, nimmt sie zu sich, um sich länger an ihrer Anmuth und an ihrem Wohlgeruche zu erfreuen. So kannst auch du, mein Christ, in dem schönen Blumengarten der christlichen Tugend zuweilen bei einer einzelnen ihrer Neußerungen gleichsam stille stehen, ihre Schönheit, ihren Werth, ihr Verdienst und die Art und Weise betrachten, wie du sie dir aneignen sollst. Und dazu mögen folgende Betrachtungen dir dienen, von denen du nach Maßgabe - 136 - deiner Zeit täglich eine vornehmen kannst. Wähle dir, welche du willst und welche deinem Bedürfnisse oder deiner Herzensstimmung eben am meisten zufagt und darum auch eben am segensreichsten für dich sein wird. Ulebe dich aber auch selbst in der Betrachtung und wähle dir auch selbst bald diese, bald jene Tugend zur Beschauung aus und führe sie nach allen ihren Seiten dir zu Gemüthe. Es gibt keine heilsamere Beschäftigung als diese. Du wirst dadurch im Glauben gestärkt, deine Liebe und dein Eifer zum Guten nimmt zu und vielfachen Trost wirst du dadurch gewinnen. Die Demuth. Es stellte Jesus einstens ein Kind in die Mitte Seiner Jünger und sprach zu ihnen: ,, Wenn ihr nicht demüthig sein werdet, wie dieses Kind hier, werdet ihr in das Reich Gottes nicht eingehen." Eng und klein ist ja die Pforte, die in jenes felige Reich führt; nur Jene also, welche demüthig, klein und edler Herzenseinfalt sind, werden aufgenommen in dasselbe. Demuth ist auch der Grund und die Mutter jeglicher andern christlichen Tugend. Wer demüthig ist und nicht nur vor Gott sein Nichts erkennet und be kennet, sondern auch vor den Menschen keines 137 Undern sich rühmt, als daß er, was er ist, durch Gottes Gnade ist, wer Niemanden, als sich selbst, gering achtet, wer das Geringgeachtet werden auch gering achtet, der ist auf dem besten Wege zur Erhöhung. Denn ein göttliches Wort ist es: Wer sich selbst erniedriget, wird erhöhet werden." Und der gesagt hat:„ Lernet von mir; denn Ich bin demüthig von Herzen," hat auch die Verheißung gegeben:„ Wo Ich bin, dort wird auch Mein Schüler( der demüthige Christ) ſein." - Gebet. Herr der Demuth, flöße auch uns die Liebe zur Demuth ein, auf daß wir durch diese Tugend Dir ähnlich und durch Selbsterniedrigung erhöhet werden. Amen. Der Glaube. Das geoffenbarte heilige Wort Gottes freudig an und ins Herz aufnehmen, heißt glauben. Der Glaube aber ist eine nur mit Gottes Gnade mögliche, göttliche Tugend. Niemand kann glauben, dem Gott nicht durch Seine Gnade das Herz eröffnet. Wem Er es aber eröffnet und wer die heil. Wahrheit in sein Herz aufgenom 138men hat, der besitzt am Glauben ein unendlich kostbares und über Alles werthvolles Gut. Denn der Glaube ist ein Licht, das ihn erleuchtet, ein Führer, der ihm den Weg zum Himmel zeigt, ein Tröster, der jede Traurigkeit und Angst verscheucht, ein Samenkorn, aus dem die Himmelspflanze der Hoffnung und des Vertrauens wird, ein Keim, aus dem die herrlichsten Früchte, die Tugenden und guten Werke sprossen. Der Glaube hat eine große Kraft, um das Gebet erhörbar, die Gnade Gottes herabströmen und die Menschen heilig und selig zu machen. Der heil. Johannes nennt ihn den Sieg, durch welchen wir die Welt überwinden, und der heil. Paulus bezeichnet ihn als das Mittel, um zu Gott zu gelangen. Wer aber den Glauben bewahren will, muß demüthigen Herzens sein und oft und fleißig beten: Herr, vermehre meinen Glauben. - Gebet. Erleuchte uns, o Gott, und bewege unser Herz, daß es Deine Wahrheit erkenne, sie annehme und glaube, und daß es durch Glauben und treues Bekenntniß des Glaubens gerecht und selig werde. Amen. — 139- Das Vertrauen auf Gott. Schwach und gebrechlich sind zwar wir Menschen; viel ist das Böse, was wir begehen, gar wenig hingegen, ja dem Nichts gleich, das Gute, so wir thun. Armselig sind wir, wie wir immer uns betrachten mögen und großes Elend gewahren wir allseitig an uns. Aber ein Gott ist im Himmel, der mit Macht und Liebe waltet über uns auf Erden, der barmherzig uns erlöst und Seinen Geist uns zugesendet hat, auf daß uns Proff Trost und Kraft und Heil und Freude werde. Und auf diesen bauen und vertrauen wir. Sind wir in Sünden, so ruft Er uns zu: Bekehret euch zu mir und Ich werde mich zu euch kehren." Sind wir in leiblicher Noth, so weiß Er, wessen wir bedürfen, ehe wir Ihn noch darum bitten, und ist Er mächtig, uns zu helfen. Sind wir raths- und trostbedürftig, so dürfen wir vor Ihn kommen; Er Selbst hat ja gesagt: ,, Kommet, die ihr mühselig und beladen seid; Ich will euch erquicken." Fühlen wir uns vergessen und verlassen, Er ist unser eingedenk; denn ,, wenn auch eine Mutter," so lautet Sein Wort, ,, ihres Säuglings vergißt, Ich werde Dein nie 140 vergessen; Ich habe Dich in Meine Hand geschrieben." ,, Auf Dich, o Herr, vertraue ich," ruft darum David aus, ,, und in Ewigkeit werde ich nicht zu Schanden werden. — Gebet. O Gott, flöße uns Vertrauen zu Deiner Macht und Liebe ein und lohne unser Vertrauen durch Deine allzeit nahe, helfende und tröstende Güte. Amen. Die Ergebung in den Willen Gottes. Heilig, mächtig, weise und gütig ist der Herr, der die Schicksale der Menschen leitet. Was Er will, ist gut; was Er thut, ist recht; was Er ordnet, führt zum Ziele Seines Wollens und was Er will, ist unser Bestes, unser Heil. Wenn wir daher Jhm uns ganz und gar überlassen und wir in Seine Hände unser Geschick legen, sind wir wohl geborgen. ,, Dein Wille geschehe!" so beten wir täglich. ,, Vater! nicht wie Ich will, sondern wie Du willst," hat Christus gebetet und das haben Ihm nachgebetet alle Seine Getreuen und Heiligen auf Erden. Dies sollte daher auch das Gebet eines 141. jeden gläubigen Christen sein! Denn wer kann zweifeln, daß Gott mit ihm Gutes will? Oder daß kindliche Ergebung nicht ein großes Verdienst für ihn sei? Eben als Maria sprach: " Ich bin die Magd des Herrn, nach Seinem Willen thue Er an mir," verdiente sie, des Herrn Mutter zu werden. - Gebet. O Herr, in allen Dingen laß in Deinen heiligen Willen uns ergeben sein, und Deinen Fügungen uns unterwerfen. Du willst ja nur, was uns zum Heile dient. Dein Wille sei daher allzeit gepriesen. Amen. Die Liebe zu Gott. Wer ist wie Gott! so erscholl es einst beim großen Geisterkampfe in den Himmelshöhen. Wer gleicht Ihm an Macht, Hoheit und Würde! Wer ist aber auch so liebenswürdig wie Gott, wer gleicht Ihm an Barmherzigkeit, Milde und Güte! Er erschuf uns, Er erlöste uns, Er heiligte uns, Er that diese Werke Seiner Güte an uns, ehe wir Ihn kannten, ehe wir Ihm danken, ehe wir Ihm unsere Gegenliebe weihen 142 konnten. Nun erkennen wir Ihn aber, Er Selbst hat sich uns offenbart, Er, der Geber alles Guten, der Vater Seiner Kinder hat ihnen Sich gezeigt. Wer ist nun, der Ihn nicht liebt. Alle Geschöpfe, so sagt der heil. Augustin, rufen und ermahnen: Liebet Gott! Eines jeden Menschen Innerstes ruft: Liebe Gott! Das heilige Evangelium ruft: Liebe Gott! Jeder Tag, jede Stunde, jeder Athemzug, den wir thun, ja jeder Augenblick, den wir leben, rufet: Liebe Gott. ,, Lasset uns aber," sagt der heil. Johannes in seinem Briefe ,,, nicht blos mit Worten und mit der Zunge lieben, sondern mit der That und Wahrheit. Daran erkennen wir, daß wir aus der Wahrheit sind. Was wir bitten, werden wir dann auch ferner von Ihm erlangen, weil wir Seine Gebote halten und thun, was Ihm wohlgefällig ist." - Gebet. Entzünde in uns, o Herr! das Feuer Deiner Liebe und laß unser armes, liebebedürftiges Herz nur in Dir sich erfreuen. Amen. - 143- Der Gehorsam. Als man einst einen Heiligen fragte, welchen Weg er für den sichersten zum Himmel halte, gab er die Antwort: den Weg des Gehorsams. Und fürwahr es ist Niemand weniger Gefahren ausgesetzt, irre zu gehen, es hat Niemand weniger Verantwortung, als wer Gott und um Gotteswillen auch den Menschen freudig gehorcht. Schon in den Sprüchwörtern heißt es daher: Der Gehorsame wird von Siegen sprechen können," die er über tausend Fährlichkeiten leicht erringt, während derjenige, so außer dem Gehorsame lebt, in ihnen überwunden wird. Der Gehorsam ist auch das größte Opfer, das man bringen kann; er gleicht an Werth dem Marterthum und wird auch einstens dessen Lohn ernten. ,, Kein Glücklicherer," sagt darum der heil. Ephräm, als der Gehorsame; denn er ist Christi Nachahmer und wird auch einst Dessen Miterbe sein." Gehorsam nämlich bis zum Tod des Kreuzes, hat Jesus keine Tugend uns zur Nachahmung mehr empfohlen und fordert Er von denen, die die Seinen heißen wollen, keine mehr, als eben diese. - 144 - Gebet. Jesu, Du erster Meister des heiligen Gehorsams gegen Gott und Menschen, lehre diese Tugend auch uns lieben. Durch sie hast Du uns erlöst, durch sie willst Du uns zur Seligkeit führen. Bewege auch unsern widerstrebenden Willen dazu und beuge ihn unter das sanfte Joch des Gehorsams. Amen. Die Andacht. Das Zugewendet- und Hingegebenſein des Gemüthes an Gott, an das Göttliche, Heilige und Ewige, heißt Undacht. Es ist aber diese nur dann eine wahre, wenn im Innern der wahre Glaube lebt und von heiliger Liebe zu Gott das Herz entzündet ist. Dann nämlich heben Glaube und Liebe, Vertrauen und Sehnsucht das Herz zu Gott empor; der Mensch tritt aus sich selbst heraus und steigt im Geist zum Himmel hinauf, um in seinem Herrn und Gott sich kindlich zu erfreuen. Es ist die Andacht, das geistige Leben des Menschen. Es vermag der Christ gar nicht zu sein ohne sie und es verkümmert und verwelkt alles Gute, Wahre und Schöne am Menschen, 145 wofern er nicht in Andacht Gott sich zuwendet und aus Ihm, der Lebensquelle, neues Leben schöpfet. Sie ist," so sagt der heil. Chrysosto= mus, ,, die Beschützerin der geistigen Gesundheit, der Grund unserer Heiterkeit, das Verbannungsmittel der Trauer, der Trost der Betrübten, der Schatz der Armen, der Schutz der Reichen, der Segen der Lebenden, das Labsal der Sterbenden." ▬▬▬▬ Gebet. Geist Gottes, der Du Selber bittest für uns mit unaussprechlichen Seufzern, lehre uns beten im Geiste und in der Wahrheit; lehre uns allzeit beten, auf daß im steten Gebete unser Geist Stärke gewinne und emporstrebe zu Dir, o Gott, der Du alles Lebens und aller Seligkeit Urquell bist. Amen. Der Eifer. Von nichts wendet Gottes Auge sich mit mehr Mißfallen ab, als von einer lauen Seele. Während der Herr der Barmherzigkeit selbst den größten Sündern liebvoll nachgeht und ihnen um so mehr Sorgfalt schenkt, je größer ihre Entfernung von Ihm ist, spricht Er von einer 10 146 lauen Seele: ,, Ich weiß deine Werke, daß du weder kalt, noch warm bist; und darum will Ich dich bald aus Meinem Munde speien." Eifer also will der Herr und ein kräftiges Bemühen für Seine Ehre, unser und anderer Menschen Heil verlangt Er von uns. Ich bin gekommen," sagt der Erlöser, ,, Feuer anzuzünden auf Erden und was will Ich anders, als daß es brenne?" Reger Eifer, aus inniger Liebe zu Gott hervorgehend, macht selbst das Schwerste leicht. Damit er aber ein wahrer sei, muß die Wissenschaft ihn erleuchten, die Standhaftigkeit aber befestigen. Ein unerleuchteter Eifer schadet viel mehr, als er nützt und ein wieder erkaltender Eifer ist so viel als keiner; denn ſo sagt der Heiland: ,, Wer seine Hand an den Pflug legt und wieder zurückzieht, ist nicht tauglich für das Himmelreich." - - Gebet. Dein Eifer, o Jesu, mit welchem Du des Baters Ehre und der Menschen Heil befördertest, soll uns zum Vorbild dienen, auf daß wir unermüdet und getreu mit regem Eifer Deinen Willen thun und uns selbst zum Heil, Dir - 147- aber zur Ehre unsere Lebensaufgabe glücklich vollbringen. Amen. Die Geduld. Eine sehr nothwendige und verdienstliche Tugend ist die Geduld, die in einer solchen Ertragung des uns Widrigen und Lästigen besteht, daß dieses uns weder innerlich zu sehr betrübt, noch äußerlich ungebührlich reden oder handeln macht. ,, Die Geduld ist euch nothwendig," sagt der Apostel, daß ihr Erben der Verheißungen werdet." Verheißen aber ist den Geduldigen vieler Friede hier auf Erden schon und große Se= ligkeit im Himmel. Den Geduldigen nennt der heil. Bonaventura einen König, der selbst während er leidet, mächtig über das herrscht, wodurch Andere gebeugt und überwunden werden. Auch ist nur der Geduldige wahrhaft vernünftig. Denn so sagt der heil. Chrysostomus: ,, Leiden mußt du, du magst wollen oder nicht. Murrst du dawider, so hast du doppelt schwer zu tragen; trägst du es aber gern, so wird es dir leicht." Der Geduldige hat selbst unter Leiden viele Freuden; denn Christus ist sein Freund und sein immer naher Tröster. 10* - 148 - Gebet. Jesu, Du Muster der unbesieglichen, heiligen Geduld, gib auch uns ein geduldiges Herz und einen auch in Leiden Dir ergebenen Geist, auf daß wir in der Geduld das Heil unserer Seele wirken. Amen. Die Gottesfurcht. Gott immer vor Augen haben, stets bedenken, daß Er der unablässige Zuschauer und Zeuge unsers Thuns und Lassens ist, sich scheuen, irgend etwas zu thun, was gegen Seinen heil. Willen wäre, nicht blos der Strafe willen, sondern wegen Gott selbst die Sünde meiden, heißt Gott fürchten aus kindlicher Liebe. Und diese kindliche Furcht vor Gott ist aller Weisheit, so wie aller wahren Frömmigkeit und Tugend Ursprung und Anfang. Wer Gott kindlich fürchtet, scheut sich selbst vor dem kleinsten Bösen, widersteht selbst der geringsten unordentlichen Neigung, tritt jeder Leidenschaft gleich Anfangs in den Weg und läßt sie keine Stärke gewinnen, empfängt durch das stete Andenken an Gott und eifrige Gebet zu Ihm Kraft um Kraft und 149 Gnade um Gnade, hat vielen Frieden und reiz chen Trost und fürchtet Niemanden auf Erden; denn vor der Gottesfurcht verschwindet alle eitle Menschenfurcht. ,, Glückselig," so heißt es daher schon im Psalme, ist der Mensch, der den Herrn fürchtet, er wird große Freude an Seinen Geboten haben. Ehre und Segen wird in seinem Hause sein und ewiglich wird bleiben sein gerechtes Thun." - - - Gebet. Durchbohre unser Fleisch mit der heiligen Furcht vor Dir, o Herr, daß wir Deine heiligen Gebote halten und die Sünde fliehen, die der Uebel größtes ist. Amen. Der himmlische Sinn. Auf Erden ist unsere Heimath nicht, sondern dort ist unser Vaterhaus, wo Christus ist in der Glorie der Ewigkeit. Dort müssen also auch unsere Gedanken sein; dorthin muß unser Sehnen gerichtet sein, dorthin müssen unsere Wünsche und Bestrebungen zielen; dort muß mit Einem Worte unser Herz sein, weil unser Schatz, unser Herr und Gott, dort ist, der allein 150 uns beseligen kann. Dieser himmlische Sinn ist aller Frommen höchster Trost. Denn was kann denjenigen viel schmerzen und betrüben, der mehr im Himmel, als auf Erden lebt? ,, Er wohnt unter dem Schuße des Allerhöchsten und unter dem Schirme des Herrn der Himmel. Er fürchtet weder den Pfeil, der offen daher fliegt, noch den Feind, der im Finstern wandelt; er geht auf Nattern und Basilisken einher und zertritt Löwen und Drachen mit seinen Füßen; denn was auch immer ihm Uebles nahen mag, so spricht er zum Herrn: Du bists, der mich aufnimmt, Du bist meine Zuflucht, o Gott, auf Dich vertraue ich; Du bist meine Zuflucht, D Gott, auf Dich hoffe ich; Du bist meine Hoffnung." Ps. 90. ,, Mein Alles ist im Himmel, von wannen ich auch meinen Erlöser erwarte, der diesen meinen, anißt noch den Leiden und dem Tode unterworfenen irdischen Leib dem Leibe Seiner Herrlichkeit gleichförmig machen und verklären wird." Kol. 3, 1. - - Gebet. Gib, o Herr, daß stets im Himmel unsers Herzens Wünsche seien, wo unsere Heimath ist 151 und wo Du, o Gott, in ewiger Glorie thronst, als der größte Lohn Deiner Auserwählten. Amen. Die Freude des heil. Geistes. ,, Brüder," so schreibt der heil. Apostel ,,, erfreuet euch allezeit im Herrn; ich sage es euch noch einmal, erfreuet euch! Laßt eure Frömmigkeit allen Menschen kund werden; denn der Herr ist nahe." Wenn unser Gewissen uns ein gutes Zeugniß gibt und keines Vergehens, keiner Untreue gegen Gott uns beschuldigt, worüber sollten wir dann trauern! Alle unsere Güter sind dann im Herrn befestigt. Er ist mit uns; wer kann dann gegen uns sein? Selbst in der Trübsal freuen wir uns dann; denn wir wissen, daß die Trübsal zur Prüfung ist, die Prüfung aber, in Geduld bestanden, großen Segen bringt. Voll der Freude des heiligen Geistes priesen die Apostel sogar in Leiden sich glücklich und schätzten es für ihr höchstes Glück, um Jefu willen dulden zu dürfen. Ich bin in vieler Trübsal," schreibt Paulus, ,, immer aber dennoch voll der Freude." Wer diese Freude hat, der ist ganz Gottes; denn nur in Ihm kann der Mensch so vollkommen sich erfreuen. - - 152. — Gebet. Erquicke, o göttlicher Geist, mit jener Freude unser Aller Herz, auf die keine Trauer folgt und die ein Vorgeschmack der ewigen Freude im Himmel ist. Amen. Die Bußtrauer. Es gibt eine Trauer, die sündhaft ist und das ist die Trauer der Welt ob eines irdischen Verlustes, einer Kränkung oder eines Leides. Es gibt aber auch eine heilige Trauer und das ist die über die vielen Sünden, durch welche Gott beleidigt wird, besonders aber über die eigenen und über den dadurch erlittenen Verlust oder die dadurch herbeigeführte Verminderung der göttlichen Gnade. Diese Trauer wird alsbald in Freude verwandelt. Denn so Trauernde tröstet Gott selbst mit Seiner Heimsuchung und mit der Wiederkehr Seiner Gnade. Ja diese Trauer ist selbst schon eine Wirkung der Gnade. Um diese muß der Mensch daher auch bitten. ,, Gib mir genugsam Thränen, o Herr," so betete ein Heiliger ,,, daß ich meine Sünden beweine." In - 153 - solcher Weise Trauernde hat Christus selig gepriesen, da Er sprach: ,, Selig sind die Trauernden; denn sie werden getröstet werden" Solche Trauer ist schon Freude; denn sie ist der Anfang der Bekehrung. Gebet. Laß, o Herr, mit aufrichtigen Thränen unsere Sünden uns beweinen, auf daß wir nach der Trauer durch Deine verzeihende Liebe und durch die Wiederkehr Deiner Huld erfreuet werden. Amen. Die Nächstenliebe. Es gibt keinen schönern Erweis wahrer Gottesliebe, als die echte Nächstenliebe. Diese ist aber nicht ein blos süßliches Gefühl, besteht auch nicht blos in hohlem Gerede und in hochtrabenden Versicherungen, daß man die allgemeine Menschenliebe habe, sondern muß werkthätig sein und bei unserer nächsten Umgebung anfangen. Wie Viele reden oft und schön von Menschenliebe, sind aber voll Haß, 3orn und Bitterkeit gegen ihre Allernächsten. Bei Vater und Mutter, Sohn und Tochter, Herr und Frau, Diener 154und Magd, Lehrling und Schüler fange an und diese liebe zuerst; denen wünsche und thue, was du willst, daß dir selbst geschehe, wenn du an ihrer Stelle wärest; und was du selbst nicht wolltest, thue auch ihnen nicht. Je mehr du so deinen Nächsten liebst, desto mehr liebst du Gott, weil du thuest, was Er befohlen hat. - — Gebet. Herr Jesu, der Du aus Liebe zu allen Menschen selbst vor dem Kreuzestode nicht erbebtest, lehre auch uns, unsere Nächsten, deine Erlösten mit jener Liebe lieben, an welcher Du uns als Deine Jünger zu erkennen verlangst. Amen. Die Sorge für des Nächsten Seelenheil. Wer wahrhaft seinen Nächsten liebt, ist auch für dessen Heil bekümmert und unterläßt nicht nur Alles, wodurch dieses in Gefahr kommen könnte, sondern ist auch kräftigst bemüht, dasselbe zu befördern. Erbauliche Reden und schöne Beispiele, sanfte Ermahnungen und Warnungen, hauptsächlich aber fromme Gebete für den Nächsten führen oft zum schönsten Ziele. Monika, die Mutter des heil. Augustin, hat durch - 155 - Ermahnungen, Thränen und Gebete die Bekehrung ihres Sohnes erwirkt, der im Unglauben und in einem sündhaften Leben unterzugehen schien. Die heilige Katharina von Siena ward vom Eifer für das Seelenheil einer ihrer Mitschwestern im Kloster so ergriffen, daß sie unablässig für dieselbe betete, Gott möge ihr eine bußfertige Gesinnung einflößen und daß sie, wie mit Ungestüm von Gott dies fordernd, auf ihre Kniee niederfiel und sprach: ,, Herr, ich stehe nicht auf von hier, bis Du meiner Schwester Dich erbarmest." ,, Eine einzige Seele," sagt der heil. Chrysostomus, die wir auf solche Weise errettet haben, kann eine ungeheure Last unserer Sünden tilgen und am Tage des Gerichtes der Loskaufungspreis unserer eigenen Seele sein." Gebet. Laß, o Herr! nicht blos mein, sondern auch meiner Nächsten Heil mir nah am Herzen liegen, daß Alle, die wir erlöst sind von Dir, auch Leben und Seligkeit erlangen bei Dir. Amen. -- 156- Die Barmherzigkeit. Es ist das Siegel der Gottähnlichkeit, erbarmenden Herzens zu sein. Ein erbarmungsreiches Herz ist ein Anblick, bei welchem Gottes Auge am liebsten verweilt. Barmherzigkeit ist auch allen Menschen möglich, da selbst dies schon Barmherzigkeit ist, wenn du nur einem Verirrten den rechten Weg zeigst, oder einem Dur stigen einen Trunk kalten Wassers gibst oder einen hülfsbedürftigen Lebenden oder Verstorbenen der erbarmenden Liebe Gottes in deinem Gebete anempfiehlst. Wer barmherzig ist, wird auch Barmherzigkeit erlangen. Daher der Geist Gottes schon im alten Bunde anbefiehlt und ſagt: ,, Bewahre die Barmherzigkeit und hoffe auf den Herrn. Wer des Armen sich erbarmet, ehret seinen Schöpfer. Wer barmherzig ist, thut seiner eigenen Seele wohl. Es möge daher die Barmherzigkeit dich nie verlassen; umgürte deinen Hals damit, und schreibe sie auf die Tafel deines Herzens, so wirst du Gnade und Anerkennung finden vor Gott und den Menschen." - 157- Gebet. Herr der Erbarmung! gib auch uns ein erbarmendes Herz und reges Mitleid mit fremder Noth, auf daß wir Gnade und Erbarmen auch vor Dir finden. Amen. Die Mildthätigkeit. Glücklich ist der Mensch, den Gott mit Gütern dieser Erde gesegnet hat; denn er kann, wie der heil. Gregor von Nazianz sagt, ein Gott dem Armen werden durch Mildthätigkeit und Wohlthun. Er kann große Freuden sich bereiten, weil er geben kann. Denn Geben ist sehr selig. Durch Geben machen wir uns den Empfänger, ja Gott selber zum Schuldner und dieser Schuldner zahlt mit reichen Zinsen ewig. In der Hand des Armen," so sagt der heil. Chrysostomus, ist dein Geld am besten aufgehoben, da ist es vor Dieben und Räubern sicher, da ist es am fruchtbringendsten angelegt für immer." ,, Das Geld, wornach du fragst," antwortete der heil. Diakon Laurentius feinem Verfolger und Richter, ,, haben schon längst die Hände der Armen in die himmlische Schak 158kammer emporgetragen." Wer wohlthut, macht sich die Armen zu Freunden, dieſe aber beten für ihn; die Gebete der Armen steigen zum Himmel hinauf, ihnen folgt der mildthätige Geber nach. - Gebet. Die Güter, o Herr! mit denen Du auf Erden uns gesegnet hast, laß uns fruchtbringend in die Hände der Armen legen, auf daß wir an ihnen Freunde haben, die durch ihre dankbare Fürbitte für uns Deine Huld und Gnade so wie Dein seliges Reich uns erflehen. Amen. Die Sanftmuth. ,, Lernet von Mir;" so sprach einst der Er löser, ,, denn Ich bin sanftmüthig und demüthig von Herzen; in der Geduld werdet ihr eure Seelen besigen." Die Sanftmüthigen pries Er auch selig, und zwar hier auf Erden schon, indem Er von ihnen sagte: ,, Sie werden das Erdreich besitzen." Und fürwahr; so sehr der Sanftmüthige in der Welt der Niemand zu sein scheint, weil er viel trägt und duldet, und weder ungestüm lärmt und poltert, noch viel 159 sich wehret und ereifert, so ist er wahrhaft ein König auf Erden, der große Macht über die Gemüther der Menschen ausübt. Während Undere meinen, daß sie ihn beherrschen, beherrschet er sie mit der Macht der Liebe, überwältigt er selbst seine Feinde und macht er sie sich zu Freunden. Es ist daher die Sanftmuth eine wahre Himmelstochter, die demjenigen reichliche Segnungen bringt, mit dem sie sich vermählet hat. - — Gebet. Himmlischer König der Sanftmuth und Milde, Herr Christus Jesus, laß von Dir uns Sanftmuth lernen, damit wir den Frieden erlangen, welcher der Lohn sanftmüthiger Herzen ist. Amen. Die Friedfertigkeit. Den Friedfertigen ist der Ehrenname: Kinder Gottes zugesichert. Denn in Gott ist ewiger Friede; Er will und liebt den Frieden; Er hat, um Frieden uns zu geben, selbst Seines Sohnes nicht geschont und auf die Erdenwelt Ihn herabgesandt, auf daß Gerechtigkeit und Friede werde Allen, die eines guten Willens sind. Wer 160 ist nun Gott ähnlicher, als der den Frieden liebt, der um ihn zu erhalten, selbst Opfer zu bringen kein Bedenken trägt! Die Friedfertigkeit ist daher auch die schönste Zier einer christlichen Seele. Ein friedfertiger Mensch hindert tausend Beleidigungen Gottes und befördert in aller Stille Gottes Ehre mehr, als ein Unfriedfertiger durch viele lautgepriesene und große Thaten. Er ist dem stillen Regen gleich, der befruchtend auf das Land herniederfällt, während der Unfriedfertige wie ein stürmender Platzregen nur verwüstend wirkt. Selig darum die Friedfertigen. - - Gebet. Jesu, bei dessen Geburt die Engel den Frieden verkündet und der Du Gottes heiligen Frieden durch Dein Leiden und Sterben uns erworben hast, gib, daß wir Frieden auch mit allen Menschen halten und daß wir Gottes Kinder seien, wie den Friedfertigen verheißen ist. Amen. Die Versöhnlichkeit. Die christliche Liebe fordert nicht nur, daß wir nicht Böses mit Bösem vergelten und wenn 161 wir beleidigt worden sind, uns nicht rächen, sondern verlangt von uns, daß wir auch bereit seien, unserm Beleidiger verzeihend die Hand zu reichen und von Herzen uns mit ihm auszusöhnen. Die Bereitwilligkeit hiezu heißt die Versöhnlichkeit und das ist eine so nothwendige Tugend, daß ohne sie selbst unser Gottesdienst, unsere Gebete und Opfer vor Gott Nichts sind. Wenn du dein Opfer schon auf dem Altare liegen hast," sagt Jesus, ,, und du erinnerst dich, daß dein Bruder etwas wider dich hat, so laß dein Opfer auf dem Altare liegen, geh" zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder und alsdann erst komm und opfere deine Gabe." Durch die Versöhnlichkeit erwirbt sich der Mensch ein großes Verdienst vor Gott, weil er dem Hasse, der Zwietracht, der Feindschaft und vielen Beleidigungen Gottes dadurch ein Ziel segt und die Seele seines Bruders rettet, die sonst in feindseliger Gesinnung verharren und hiedurch zu Grunde gehen würde. - - Gebet. O Jesu, der Du gesprochen hast: Lasset die Sonne nicht untergehen über euerem Zorn, gib 11 162 mir ein versöhnliches Herz, das gern verzeiht und aus dem Feinde einen Freund sich schaffet. Amen. - - Die Feindesliebe. ,, Ich gebe euch ein neues Gebot," sprach einst der Heiland. Und wahrlich hatte bis auf Ihn noch keiner gelehrt: ,, Liebet auch eure Feinde, thut denen Gutes, die euch hassen, betet für die, welche euch verfolgen." Auch der Feind ist ja unser Nächster; auch der uns hasset und verfolget, ist noch unser Bruder, Gottes Kind und Ebenbild. Auch ihm gebühret Liebe wegen Gott. Für ihn ist vorzüglich zu beten. Denn wenn er ohne unsere Schuld uns feind ist, ist er unglücklicher, als wir. Er ist verblendet und quält sich selber mehr, als uns. Uns fann er nur irdischen Schaden zufügen; sich selber aber bereitet er ewiges Unheil. Erbarmend hat deswegen Christus in aller Bitterkeit der Leiden, die Seine Feinde Jhm bereitet haben, gebetet für sie: ,, Vater verzeihe ihnen; denn sie wissen nicht, was sie thun." Voll ähnlichen erbarmenden Mitleids folgte Jesu der heilige Stephanus nach. Auch er hat wie sein Meister gebetet: Herr, lasse diese Sünde ihnen nicht stehen. - 163 - Gebet. bet. Herr Jesu, der Du befohlen hast, daß wir auch unsere Feinde lieben sollen, gib, daß wir auch dieses, Dein schwerstes Gebot mit Freuden erfüllen und daß wir hiedurch Dir und allen Heiligen gleichförmig werden. Amen. Die Erbaulichkeit des Wandels. So niedrig gestellt ein Mensch auch sein mag, so gibt es doch immer noch Niedrigere, die auf ihn sehen, nach ihm sich richten und nach seinem Wandel den ihrigen ordnen. Nichts ist daher wichtiger, als seinen Wandel also einzurichten, daß er für Andere erbaulich sei und ein stiller Prediger werde. Es lebe Niemand für sich allein," sagt der heil. Augustin, sondern es bedenke Jeder, daß sein Nächster auf ihn sieht und daß er mit so Vielen und für so Viele einstens belohnt werden wird, als er mit guten Beispielen erbaute." Christus der Herr hat daher auf das Nachdrücklichste zu einem erbaulichen Wandel ermahnt, indem Er sprach: Lasset euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und durch 11 164 Nachahmung den himmlischen Vater loben und preisen." Ein erbaulicher Wandel nüßt mehr als ein erbauliches Wort; denn das erbauliche Wort beweget wohl zum Guten, ein erbaulicher Wandel aber zieht wie mit Gewalt zum Suten hin. - - Gebet. Gib mir Deine Gnade, o Herr, daß mein Wandel ehrbar und gerecht sei und zur Aufmunterung und Erbauung auch meinem Nächsten gereiche. Amen. Die Keuschheit. Wie im Tempel Salomons, sollen in uns zwei Altäre sein und ein doppeltes Opfer; eines die Keuschheit unsers Leibes, das andere die Reinheit unsers Herzens." St. Augustin. ,, Keusch aber ist," so sagt dieser Heilige, wer die irdische Liebe durch die göttliche, die irdische Flamme mit der Flamme des heiligen Geistes auslöscht." Mag ein Mensch alle Tugenden besitzen, so ist er Nichts, wenn er nicht auch die der Keuschheit hat. Sie erst gibt uns wahren Werth vor Gott. Sie macht uns den Engeln im Himmel gleich. ,, Ja 165 erhebt uns sogar über diese," so sagt der heilige Cyprian, weil sie durch einen Kampf errungen und bewahrt wird, der den Engeln, weil sie keinen Leib haben, unbekannt ist." ,, Krone," so ruft der heilige Athanasius aus, da er die Keuschheit preiset, ,, du verwelkest nie! Edelstein, der du von Wenigen gefunden, von Vielen nicht einmal gesucht, ja von Manchen sogar gehaßt wirst, du besiegst den Tod, du gibst Unsterblichkeit. Du bist der Propheten Freude, der Apostel Ruhm, der Engel Leben, der Heiligen Krone und Seligkeit." — - Gebet. Jungfräuliche Mutter, Königin der Engel und aller jungfräulich reinen Menschen! erbitte mir von Gott die Gnade eines christlich reinen und keuschen Wandels, auf daß mein Leib ein unentweihter Tempel Gottes und eine würdige Wohnung des heiligen Geistes sei. Amen. Die Reinigkeit des Herzens. Der ist noch keineswegs tugendhaft, der einen ehrbaren Wandel führt, dessen äußeres Thun tadellos ist. Nicht nur der Wandel, son 166. dern auch das Herz muß rein und frei von böser Lust und Begier sein. Gott sieht das Herz an und nicht bloß nach dem Neußern, sondern nach der innern Schöne mißt Er des Menschen Werth. Die reinen Herzens sind, werden Gott anschauen. Um aber ein reines Herz zu bewahren, muß man sorgfältig seine Sinne bewachen; diese nämlich sind es, die gar leicht Schmuß einführen, wenn sie nicht unter steter Hut und Aufsicht sind. Darum hat Hiob schon gesagt, er habe mit seinen Augen einen Bund geschlossen, daß sie nichts sehen sollen, was sein Herz verunreinen könnte. David aber hat gebetet: ,, Herr, wende ab meine Augen, daß sie nicht Eitles und Sündhaftes sehen." ,, Wie mit Dornen," so räth der Geist Gottes, ,, umzäune auch deine Ohren; denn auch durch diese gehet in die Seele der Tod ein." Hauptsächlich muß aber im Gebete eifrig sein, wer eines reinen Herzens sich erfreuen will. Wer rein sein will, muß nur mit Reinem umgehen; der Reinste aber ist Gott und das Gebet ist der Umgang mit Ihm. - - - 167. - Gebet. Erschaffe in mir ein reines Herz, o Gott, daß ich hier Deines Friedens mich erfreue, dort aber Deiner Unschauung gewürdigt werden möge. Amen. Die Wachsamkeit. Drei Feinde unsers Heiles stehen stets auf der Lauer, uns zu versuchen und von den Wegen Gottes abwärts ins Verderben zu führen. Der Eine ist in uns selbst und das ist die böse Begierlichkeit in uns und unsere natürliche Trägheit. Der Zweite ist um uns und das ist die böse Welt, die durch böse Reden und Beispiele uns gar leicht verführen kann. Und der Dritte ist der böse Geist, der, wie der heil. Apostel sagt, wie ein brüllender Löwe herumgeht und sucht, wen er verschlinge. Gegen diese Feinde muß man nun nicht nur im Kampfe wacker, sondern man muß auch vor dem Kampfe schon allezeit auf der Hut und wachsam sein, weil sie uns sonst leicht zu einer Zeit überfallen, wo wir auf den Kampf gar nicht gerüstet sind und uns dann leicht besiegen. Es muß aber - - 168- die Wachsamkeit sowohl auf die äußern Sinne, als auch auf das Herz sich erstrecken und sie muß mit Gebet verbunden sein. Denn wenn der Herr nicht das Haus bewacht, so wachen Diejenigen vergeblich, die es behüten wollen." Pf. 126. Daher hat auch der Erlöser gesagt: Wachet und betet, daß ihr in der Versuchung nicht fallet." Gebet. Du selbst, o Herr, bewache und behüte unser Herz und unsern Sinn, auf daß kein Uebel unserer Seele nahe, das ihr Tod und Verderben bringt. Amen. Die Liebe zur Einsamkeit. Schon ein Heide hat gesagt: So oft ich unter Menschen war, bin ich als ein geringerer Mensch nach Hause gekommen. In großer oder kleiner Gesellschaft geht es selten ohne Sünde ab. Man hört, sieht, redet und thut da Manches, was man, wenn man dann allein ist, zu vergessen oder zu bereuen hat. Viele und häufige Gesellschaft ist daher nicht gut. Und war man in solcher, so begebe man sich alsbald auf 169 kurze Zeit in die Einsamkeit, um aus der 3erstreuung sich wieder zu sammeln. In der Einsamkeit ist Gott uns näher. Da redet Er zu unserm Herzen. Da entzündet Er es mit Seiner Liebe, da ruft Er gute Vorsäße und heilige Entschließungen hervor und spendet Er zu ihrer Ausführung Seinen Gnadensegen reichlich. Die größten Heiligen hat die Einsamkeit auferzogen. Daher sie auch einem jeden Christen dringend anempfohlen wird. ,, Habe Acht," sagt der heilige Bernhard, daß du dich zuweilen dir selbst zurückgibst." Sie ist auch allen Menschen möglich; denn man kann mitten in der Welt, unter Menschen und Geschäften einsam sein, wenn es nur nicht am Willen dazu fehlt. - - Gebet. Flöße, o Herr! uns Liebe zur Einsamkeit ein, weil Du in derselben zu unserm Herzen redest; und was Du da sprichst, das zu bewahren und zu befolgen, gib uns Deine Kraft und Deinen Segen von Oben. Amen. Die Selbstverläugnung. Keine Tugend ohne Selbstverläugnung. Kein Verdienst der Tugend ohne sie. Keine wahre 170 Freiheit ohne Selbstverläugnung, kein Jünger Christi ohne diese Tugend. Denn so hat der Heiland selber es gefordert:„ Wer Mein Jünger werden will, verläugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge Mir nach." Selbstverläugnung war das ganze Leben Jesu. Selbstverläugnung war auch aller Seiner Heiligen erste, große Tugend. ,, Wer sich selbst zu verläugnen und zu beherrschen und vollkommen in der Gewalt zu haben versteht," sagt Chrysostomus, - - sieht wie aus einem ruhigen Hafen in das bewegte, stürmische Meer der Welt hinaus und ist den Engeln gleich, die nicht von irdischen Dingen ergriffen, und hin und hergeschleudert werden. Der Selbstverläugnung ist ein Lohn verheißen, der dem des Marterthums gleicht; denn so sagt der heilige Augustin:„ Die Zornmüthigkeit bändigen, die Lüste fliehen, den Geiz verachten, den Stolz austreiben, die Gerechtigkeit bewahren, ist so viel, als ein Martyrer sein." Gebet. Herr Jesu! gib mir Kraft, mich selbst zu verläugnen, mein Kreuz auf mich zu nehmen und Dir getreulich nachzufolgen. Amen. - 171 — Die Berufstrene. Wie am Körper des Menschen verschiedene Glieder sind, von denen jedes seine besondere Verrichtung hat und ein gesundes und brauchbares genannt werden muß, wenn es dieser seiner ihm zugewiesenen Verrichtung nachkommt, ſo gibt es am großen Körper der Menschheit und Kirche verschiedene Stände und Berufsarten, die alle von Gott sind und seien sie auch noch so niedrig und gering, ihre Pflichten auflegen, die der, welcher ihnen angehört, erfüllen muß, damit er als getreu erfunden werde. Die Treue hierin hat eine große Verheißung. Ja, je geringer der Beruf, desto größer ist oft der Lohn für die Treue darin im Jenseits, weil wenig oder kein Lohn diesseits war. Die Berufstreue adelt und erhebt selbst den allerlegten der Menschen, sie gibt den unbedeutendsten Verrichtungen einen hohen Werth und verleiht ihnen ein großes Verdienst vor Gott. Daher mahnt Paulus die Christen: ,, Bleibet in dem Berufe, den ihr empfangen habet," und: ,, Wandelt würdig in dem Berufe, zu dem ihr berufen seid." - 172- Gebet. Da Du es bist, o Herr, der die Geschicke der Menschen leitet und Jedem in seinem Stande die nöthige Kraft zur Erfüllung seiner Pflichten gibt: bitte ich Dich, Du wollest mir helfen, daß ich in meinem Berufe treu ausharre bis an's Ende. Umen. Die Wahrhaftigkeit. Das höchste Gut des Menschen ist die Wahrheit.ChristusSelbst hatSich die Wahrheit genannt. Sie nur macht den Menschen frei. Die Wahrheit also lieben, heißt Gott selber lieben, und wahrhaftig sein ist Gott ähnlich sein, Der der höchst Wahrhafte ist. Die Wahrhaftigkeit ist daher eine dem Christen unerläßlich nothwendige Tugend, feiner Seele unentbehrlichste Zier. Sie in Reden und Handlungen bewahren, heißt siegreich den Teufel bekämpfen, dessen Denken und Thun die Verläugnung der Wahrheit, die Lüge ist. ,, Er hat in der Wahrheit nicht bestanden," sagt Christus von ihm, ,, er ist ein Lügner und der Vater der Lüge." Wer nun die Lüge haßt, der haßt des Teufels ganzes Wesen, der beför - 173. — dert Gottes Reich, dem wird einst die ewige Wahrheit entgegen sich neigen, dem wird im Reiche der Wahrheit großer Lohn zu Theil. Gebet. Gott der Wahrheit, flöße mir Liebe zur Wahrheit ein und laß nie einen unredlichen Gedanken in meinem Herzen, ein unwahres Wort in meinem Munde sein. Amen. Die Klugheit. Seid einfältig wie die Tauben," ſprach einstens Jesus, seid aber auch klug wie die Schlangen." Da wir nämlich mitten in der Welt leben, die im Urgen liegt und nicht nur gegen das Böse stets zu kämpfen, sondern auch fortwährend die vielen Hindernisse des Guten zu besiegen sind: so ist uns nicht nur Wachsamkeit, Starkmüthigkeit und Kraft im Kampfe, sondern auch Umsicht und Klugheit nöthig, daß wir die rechten Waffen wählen und den Kampf mit Geschick bestehen. Sie ist die Führerin der übrigen Tugenden. Sie muß zuweilen selbst unsern Eifer zügeln, daß er nicht zur Unzeit entbrenne und mehr schade, als nüße. Sie muß uns <-174-- mißtrauisch auf uns selbst, vorsichtig gegen Andere, festvertrauend aber auf Gott machen. Sie kommt von Gott und führt zu Gott. Gebet. Erleuchte mich mit Deiner Weisheit, o göttlicher Geist, daß ich christlich klug die Mittel wähle und benütze, die zu meinem Heile mir dargeboten sind. Amen. Die Starkmüthigkeit. ,, Ein Kampf ist des Menschen Leben auf Erden," so hat schon Hiob gesagt, und zwar hat der Mensch nicht nur gegen die Wechselfälle des irdischen Lebens, die sein zeitliches Glück und Wohlsein bedrohen, sondern mehr noch gegen die Versuchungen und Angriffe auf seinen Glauben und auf seine Tugend zu kämpfen, wodurch fein ewiges Heil in Gefahr kommt. Hier kömmt nun Vieles darauf an, daß der Mensch im Vertrauen auf Gott festen Muth bewahre und sich nicht beugen lasse, mag auch die Widerwärtigkeit groß, die Versuchung heftig sein. Mit dem Widerstande wächst die Kraft und die Starkmüthigkeit hilft den Sieg erringen. ,, Als solche 175 Starkmüthige," sagt der heilige Gregor, ,, haben sich alle Heiligen bewiesen. Sie haben ihr Fleisch beherrscht, das Irdische verachtet und nach dem Himmlischen gerungen. Sie konnten getödtet, aber nicht gebeugt werden; selbst verwundet und dem Tode nahe, blieben sie fest und getreu." Der selige Thomas von Kempen aber sagt: ,, Schreite männlich einher und gehe jedem Feinde rüstig entgegen; dem Sieger wird das Manna gegeben, den Feigen aber erwartet Elend." - - Gebet. Vi Rüste mich, o Herr! mit Stärke und Kraft von Oben aus, auf daß weder eine Trübsal mein Vertrauen schwäche, noch eine Versuchung über mich die Oberhand gewinne. Amen. Das christliche Jahr. Der längste unter den Abschnitten, nach denen wir Menschen unsere Zeit messen, ist das Jahr, bei nur Wenigen der achtzigste und siebzigste, bei der Mehrzahl der sechzigste und fünfzigste, bei Vielen ein noch bedeutenderer Zeittheil ihres Lebens. Welch' ein empfindlicher Verlust ist es also, 176wenn auch nur Ein Jahr verloren geht! Keine Reue erfeßt den Verlust. Keine Klage ruft das Vergangene zurück. Erfasse also wohl und gut die Zeiten desselben und zwar im Geiste der Kirche. Sie hat so bekümmert, als weise das Jahr heilig zu nüßen gelehrt, indem sie es gleichsam zu Einem ununterbrochenen großen Festtage machte, dessen Feier sie dringend allen ihren Kindern ans Herz legt. Was feiert sie aber an diesem großen, hehren, langen Festtage? Das Werk der Menschen: erlösung. Dies stellt sie in seiner Anbahnung und Vorbereitung, in seinem Anfange und Beginne, in seinem Verlaufe und in seiner Ausführung und Vollendung vom Anfang bis zum Schlusse des Jahres in schöner geschichtlicher Ordnung zur Feier und heilsamen Betrachtung dar, auf daß der Christ, vor Augen habend und bedenkend, um welchen Preis er erlöst sei, in der Zeit stets so lebe, als öffneten sich ihm im nächsten Augenblicke schon die Pforten der Ewigkeit. Es beginnt aber dieses heilige oder kirchliche Jahr nicht mit dem ersten Jänner, wie das bürgerliche Jahr, indem nicht die erschaffene, irdische Sonne, sondern die unerschaffene, ewige Geistersonne und ihr Wirken, Leuchten und Erwärmen es ist, nach welchem die Zeiten dieses Jahres sich richten. Diese Sonne aber ist Jesus; ihr Aufgang ist Sein Ein- Unſere Schutzfrau fey gegrüßlet. Wien baJ Wallner Stadt, Kilfubgasse 562. penn auch nur Ein Jahr verloren geht! Strind Reue ersetzt den Verluft. Keine Slage ruft des Vergangene zurück. Erfoffe also wohl und gut bie Zeiten desselben und zwar im Geiste der Kirche Sie hat ſo bekümmert, afß weise das Jahr heilig of au mügen gelehrt, indem ſie es gleichſam zu Eines ununterbrochenen großen Festtage machte, deffen ein he bringend alfen ihren Ringern ans Hen Wegt. ad feiert ſie aber an diesem großen, hehren fangen efttage? Das Werk der Menschen. und Vorbereitung, in seinem Anfange und Ber ginne, in feinem Verlaufe und in ſeiner Ausführung und Bellendung vom Anfang bis zum Schluje Bed Debers in ſchöner geschichtlicher Ordnung beilfamen Betrachtung dar, auf das vor Augen habend und bedenkenb, um ei er erlöst fei, in der Zeit stets fo fuesen ſich ihm im nächſten Augenblicke Ewigkeit. Es beginst wie das bürge nicht die erfchoffene, irdische Couns ene, ewige Geisterfeuse aut erfonne Erwärmen empfangen bill fur aus, die wir 30 or vir unsere Zuflucht. nehmen/ & Leybold se Unsere Schutzfrau sen gegrüßßet. Altarbild der Kirche zu den H. Schutzengeln auf der Wieden. Wien bal Wallner Stadt, Kühfußgasse 562. - 177gang in die Menschenwelt; ihr Leuchten und Wärmen ist Sein Leben und Wandel auf Erden. Es fängt daher das kirchliche Jahr mit dem Advente an, welches Wort so viel als Ankunft heißt und die Ankunft Jesu zur Erlösung und zum Heile der Menschen bedeutet. Es zieht sich fort und zeigt uns die Vollbringung der Erlösung und die Erwirkung des Heils für die Menschen durch Jesu Leben, Leiden, Sterben, Auferstehung, Himmelfahrt und durch des göttlichen Geistes Sendung. Und wie es angefangen bat mit einer Ankunft, so schließt es auch mit einer solchen, nämlich mit der Ankunft Jesu zum Weltgerichte am Schlusse der Zeiten, von welcher das Evliangeum des leßten Sonntags im Kirchenjahre redet. Willst du also das Jahr recht zubringen, so mußt du im Geiste der Kirche es feiern als einen einzigen großen Festtag, an dem das Werk der Menschenerlösung dir vorgestellet wird und dir stets vor Augen schweben soll, was Gott für dich gethan und was hinwieder du für Ihn thun sollst. Der Advent. Das Wort Advent heißt so viel als Ankunft oder Zeit der Vorbereitung auf die Ankunft des Erlösers. Er dauert vier Wochen und erinnert 12 178 durch diese Zahl der Wochen an die vier Jahr: tausende, durch welche hindurch die Menschheit auf die Ankunft des Erlösers vorbereitet und diese von den Gläubigen und Getreuen des alten Bundes erwartet und ersehnt wurde. Er ist aber der Advent eine Vorbereitungszeit auch für uns. Denn ist auch der Erlöser im Fleische bereits erschienen und die Sehn sucht der Welt oder der Menschheit überhaupt in Erfüllung gegangen, so will Er doch fortwährend zu jedem Einzelnen auch im Geiste kommen und mit Seiner Gnade bei ihm einkehren, und sollen wir daher auch auf Seine geistige Ankunft uns vorbereiten und darnach uns sehnen. Zu diesem Ende hat die Kirche Buß- und Fasttage angeordnet und Gebet, Betrachtung und heilige Stille ihren Kindern zur Pflicht gemacht. In den öffentlichen Lesungen und Gebeten spricht sie von dem Herannahen Jesu und entflammt sowohl hiedurch, als durch die schönen Lieder und Gesänge in dieser Zeit unsere Liebe und unsere Sehnsucht nach dem Heilande. - Tägliche Betrachtung im Advente. Düster, frostig und trübselig sieht es jetzt aus in der winterlichen Natur. Schwere Nebel zieh'n 179 am Himmel und kaum dringt ein Strahl der Sonne durch sie hindurch. So sah es aber auch in der Menschenwelt aus, ehe die Sonne der Gerechtigkeit, Christus Jesus, in vollem Glanze aufging, um sie zu erleuchten und zu erwärmen. Wie konnte dies aber auch anders sein! Als durch den Lügengeist verführt, die ersten Weltern im Paradiese gegen den ihnen verkündigten Willen Gottes handelten und hiedurch sich losgetrennt hatten von der Gemeinschaft der Liebe und des Lebens in Jhm, welch' ein großes Elend mußte sie nun umnachten und umdüstern und welchem Jammer hatten sie selbst sich preisgegeben! Wie mußte nicht die ganze Natur trauern, da ihr Herr und Gebieter, der Mensch, durch den sie selbst hätte verklärt werden sollen, dem Tode verfal= len war. Wie mußten nicht selbst die Engel im Himmel trauern, da der Mensch, das ihnen ähnlichste und am nächsten stehende Wesen, an dem sie schon mit Freuden einen Mitgenossen ihrer Seligkeit sahen, durch eigene Schuld in Elend und Unseligkeit versunken war. Jeden Augenblick des Todes gewärtig, hielten die Menschen, vom bösen Gewissen gemartert und aus Furcht vor Gott dem Heiligen und Gerechten, - - 12* 180 unter den Gesträuchen in Eden sich verborgen, den bösen Geist, sich selbst und die Sünde verwünschend, die ihrem Glücke so kläglich ein Ende gemacht. Größer als die Sünde war nun zwar die Barmherzigkeit und schon schwebend zwischen Tod und Leben ward der Mensch erhalten am Leben durch den verheißenen Erlöser. Schwer lag jedoch die Sündenschuld auf den Menschen, umdüstert war ihre bessere Erkenntniß, gelähmt war ihre Willenskraft, getrübt ihr Aufblick zu Gott durch das qualvolle Bewußtsein, vor ihm unwürdig und sündhaft zu sein! 3war durchdrang Reue ihr Innerstes und liebten sie Gott und trugen sie willig die Folgen ihres Fehltritts; doch kehrte nie bei ihnen voller Friede ein; denn Gott war nicht versöhnt. Die Opfer, die sie brachten, waren keine Genugthuung für ihre Schuld, ihre Gebete und ihre Werke waren ohne Verdienst; blickten sie nach Jenseits, so sahen sie den Himmel verschlossen. Komm, o komm, so seufzten sie daher, komm Du, unser Erlöser! Komm, o komm, so seufzten sie umſomehr, als sie das Verschwinden des Glaubens an den wahren Gott, das Erkalten der Liebe in den Menschenherzen, die Gräuel der Abgötterei, des - - 181 Irrthums und der Sünde sahen, in welche die Menschenwelt in Folge der ersten Sünde verfiel. — — Komm, o komm, mein Erlöser! so muß auch ich seufzen; denn ist Seine Gnade nicht in mir, so sieht es ebenso in meiner Seele aus. Da ist die Gotteserkenntniß trübe, die Willenskraft gelähmt, die Liebe erkaltet, meine Arbeit, mein Gebet ohne Verdienst, meine Hoffnung auf den Himmel ohne Grund. Wo der Erlöser nicht ist mit Seiner Gnade, da ist kein Leben und kein Licht, keine Wahrheit und keine Tugend, kein Trost und kein Friede, kein Heil und keine Seligkeit. Dort verzehren das Herz nur die tödtlichsten Leidenschaften, den Verstand umdüstern die dichtesten Nebel des Irrthums, das Leben verleiden innere und äußere Bitterkeiten, den Tod machen schrecklich der Moder und die Verwesung. Wo aber der Erlöser ist mit seiner Gnade und der Glaube an Ihn, und die Hoffnung auf Ihn, und die Liebe zu Ihm, dort ist Friede, Trost und Ruhe, gute Hoffnung, Heil und Seligkeit. Komm, o komm, Jesus mein Erlöser! — - 182- Vorbetrachtung zur Rorate- Messe. Dunkle Nacht ruht noch über der Erde und in schweigsamer Stille träumen die Kinder der Welt hin. Die Kirche aber ruft schon durch den Glockenton und licht sind bereits ihre heiligen Hallen. Die Botschaft des Engels gilt es zu vernehmen in der eben so feierlich schönen, als gemüthansprechenden Rorate- Messe. Der heiligen Jungfrau gedenke ich da, wie sie in dem stillen Kämmerlein zu Nazareth, in glühender Andacht versunken, der himmlische Bote beſucht, sie grüßt und spricht: ,, Du Gnadenvolle, mit der der Herr ist und die du auserkoren bist aus allen Frauen, sei gegrüßt und vernimm, wozu der Herr dich auserwählet. Du wirst Jungfrau bleiben und wirst dennoch Mutter werden. Durch die Allmacht des göttlichen Geistes wirst du empfangen und gebären Den, welchen du anbetest, den ewigen Sohn Gottes, Jesum den Erlöser." Und wie ich das bedenke, da staunt mein Geist nicht wegen der Würde bloß, zu der Maria ist erhoben worden, sondern wegen der Tiefe auch, zu der Sich Jesus erniedrigt hat. Um uns Menschen zu erlösen, hat Er in jener hehren Stunde 183unsere Natur angenommen, hat Er von Maria sich empfangen und gebären lassen und ist Er in Allem den Menschen gleich geworden, die Sünde ausgenommen. O großes Geheimniß, wie würdig bist du, daß wir mit Freude und Undacht dich feiern! Und du, heilige Andacht, der ich jetzt beiwohnen will, wie bist du voll von Lieblichkeit und wie erquickst du das Gemüth des Gläubigen! Ja thauet Himmel den Gerechten, regnet Ihn herab ihr Wolken, öffne dich Erde und laß hervorkeimen den Erlöser, daß Er mit Seinen Gnadengaben mich erfreue. Du aber Maria, heller Morgenstern, der du vorausgingst Christo, der Sonne der Gerechtigkeit, sei gegrüßet, und du, himmlischer Bote, Verkünder des größten Geheimnisses, des erbarmungsreichsten Werkes, der Menschwerdung Jesu Christi, dir sei Dank und Ehre! L Adventlied. 1. Thauet Himmel! den Gerechten, Wolken, regnet Ihn herab! Also rief in langen Nächten Einst die Welt, ein weites Grab! 184 In von Gott verhaßten Gründen zur Herrschten Satan, Tod und Sünden, Fest verschlossen war das Thor Zu des Heiles Erb' empor. - ― 2. Doch der Vater ließ Sich rühren, Daß Er uns zu retten sann, Und den Rathschluß auszuführen, Trug der Sohn Sich freudig an. Gabriel flog schnell hernieder, Kehrte mit der Antwort wieder: Sieh' ich bin die Magd des Herrn, Was Er will, erfüll' ich gern. Dein Gehorsam ist mein Leben, Jungfrau, demuthsvoll und keusch! Gottes Geist wird dich beschweben, Und des Vaters Wort wird Fleisch. Menschen, betet an im Staube! Weh der Höll' und ihrem Raube! Aber Adams Kindern wohl! Weil ein Heiland kommen soll. Einen Zuruf hör' ich schallen: Brüder wacht vom Schlummer auf, Denn es naht das Heil uns Allen, Nacht ist weg, der Tag im Lauf. 185 dann fort mit allen Thaten, d Die die Nacht zur Mutter hatten! Künftig ziehe Jedermann Nur des Lichtes Waffen an! - - 5. Laßt uns wie am Tage wandeln! Nicht in Fraß und Trunkenheit; Nicht nach Fleischbegierden handeln; Weit verbannt sei Zank und Neid! Jenem gänzlich nachzuarten, Dessen Ankunft wir erwarten, Dieses ist nun uns're Pflicht; So wie sein: Arvostel spricht. 6. Welterlöser! ich erfülle Deines treuen Knechtes Rath; Komm in meines Fleisches Hülle, Wie Dein Bot' verkündet hat; Komm und bringe mir den Frieden! Menschen ist er nur beschieden, Die von gutem Willen sind; Komm! ich bin es, göttlich Kind. ad Betrachtung am ersten Sonntage im Advent. Es wird Jesus einstens zum Gerichte kommen, dessen Vorzeichen schon schrecklich sind, wie die Schilderung, die uns das Evangelium davon 186 macht, uns lehrt. Wenn nun schon die Vorzeichen so fürchterlich sind, wie schaudervoll für den Sünder wird erst das Gericht selber und dessen Ausgang sein! Zweifeln darf ich nicht daran; denn wie ein furchtbarer Eid klingen dieser Schilderung die Worte nach: ,, Himmel und Erde werden vergehen, Meine Worte aber werden nicht vergehen!" Was werde ich dann thun, wenn alles dieses sich erfüllen wird? Werde ich noch etwas thun können? Wohl ist's möglich; denn möglich ist's, daß das Gericht bald kömn und daß ich noch unter den Lebenden und Mitzeuge und Mitleidender der schaudervollen Ereignisse und aller der Angst und Furcht bin, die da über den Erdkreis kommen wird; aber gewisser ist's, daß, wenn dieses Alles kommt, schon die Nacht über mich herangebrochen sein wird, in der Niemand mehr etwas wirken kann. So will ich denn die erste Ankunft Jesu, Seine gnadenreiche Ankunft zur Erlösung mir wohl zu Nuten machen und um Seine geistige Ankunft, um Seine segensreiche Einkehr in mein Herz Ihn bitten. Er wird mich reinigen von meinen Sünden, Er wird mich erleuchten und kräftigen durch Seinen Geist, daß ich mein Ende und die - - 187 Rechenschaft bedenkend, die ich dereinst am Tage des Weltgerichts vor Seiner Gerechtigkeit ablegen muß, in Furcht und Zittern mein Heil wirke, so lange noch die Tage des Heils, die Zeiten der Gnade sind. - - Gebet. O Gott, der Du Deinen eingebornen Sohn, den Du der Welt als Erlöser gegeben, einstens auch als Richter senden wirst; erleuchte unsern Verstand, kräftige unsern Willen und segne unser Bemühen, daß wir die Ankunft Jesu zur Erlösung und alle himmlischen Güter und Gaben, die Er dadurch uns gebracht und erworben hat, so weise und zu unserm Heil benützen, daß wir vor Seiner zweiten Ankunft zum Gerichte uns nicht zu fürchten brauchen und mit Freude Ihm entgegen ziehen, wenn Er in den Wolken des Himmels erscheint, als der gerechte Vergelter. Amen. Betrachtung am zweiten Sonntage. Soll der Erlöser, wenn Er Sein Geburtsfest auf Erden feiert, bei mir einkehren und mein 188 Herz erneuern, heiligen und erfreuen, so bedarf auch ich der Mahn und Weckstimme eines Vorläufers Christi, der mich zur Reue über meine Sünden und zur Buße ruft. Denn in ein Sündenherz geht Christus nicht ein. Er und die Sünde können so wenig sich vertragen, als Licht und Finsterniß. Zwischen Christus und Belial ist keine Gemeinschaft. Da ruft mir aber eben am ersten Sonntage schon der heilige Apostel zu: ,, Lege alle Werke der Finsterniß ab," und heute sagt derselbe Apostel: Der Gott der Geduld und des Trostes gebe euch, daß ihrEines Glaubens unter einander seid, damit ihr einmüthig und mit Einem Munde Gott, den Vater unsers Herrn Jesu Christi, preiset." Nicht nur an der Uebung des Guten, sondern auch am Glauben muß ich also festhalten, und zwar an den, welchen Jesus verkündigt, die Apostel gepredigt, die Kirche gelehrt und welcher, obwohl er den Juden ein Nergerniß, den Heiden eine Thorheit war, in der ganzen Welt ist verbreitet worden. Will ich zu Jesu kommen, oder will ich, daß Er zu mir kommt, so muß ich glauben, daß Er der Gottes- und Menschensohn, Gott von Ewigkeit, Mensch in der Zeit geworden, daß Er mein Er- - 189 löser, außer Ihm kein Heil, ohne Ihn nur Irrsal und Elend ist. Und sehe ich Ihn auch nicht mit meinen leiblichen Augen, greift Er auch nicht wunderbar in die Menschenwelt ein, zu strafen die Gottlosen und Sünder, die an Ihn die an nicht glauben, stolziren diese sogar und scheint es, als hätte Christus keine Macht über sie, so will ich bedenken, was Er zu den Jüngern des Johannes sprach: ,, Selig ist, wer sich an Mir nicht ärgert," wer ungeachtet meines Verborgenseins und Meiner scheinbaren Machtlosig= keit vor den Ungläubigen und Sündern, Mich dennoch als den König, Lehrer und Führer der Menschen und als den Herrn erkennt, dem Alles zur Treue und zum Gehorsam verpflichtet ist und der einst kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Todten. - - Gebet. O Gott, bewege unsere Herzen, daß wir Deinem Eingebornen die Wege bereiten und daß wir gereinigt, geheiligt und erneuert durch Ihn mit Leib und Seele fortan Deinem Dienst uns weihen. Nur wer Dir dient, ist ja wahrhaft frei. Der hat die Welt, der hat den bösen Geist, 190 der hat sich selbst besiegt. Dem wirst Du auch einst als Ueberwinder die Krone des Lebens geben. Amen. - - Betrachtung am dritten Sonntage. Wer bist du? So fragte die Gesandtschaft den Johannes. Und er legte in Demuth, aber auch mit Freuden das Bekenntniß ab: Ich bin der Vorläufer Jesu Christi. Würde diese Frage an mich gestellt, auch ich müßte und kann eine Antwort geben, die mich demüthigt und wieder erfreut. Ich bin ein Geschöpf Gottes aus Staub und Asche, aus mir selbst unvermögend selbst zu dem geringsten Guten, das für mich verdienstlich wäre, vielmehr von Natur aus böse und ein Feind Gottes, in Sünden empfangen und geboren. Aber durch die Barmherzigkeit und Liebe meines Erlösers bin ich ein Kind Gottes, ein Erbe des Himmels und ein Miterbe der Heiligen geworden. Ich bin ein Glied der heiligen katholischen Kirche, in der ich alle Mittel des Heils besige, Zutritt und Theil habe an allen Gnadenschätzen, die von Jesu da hinterlegt sind, Zutritt und Theil habe selbst an Ihm, an Seinem Fleisch und Blute, im anbetungswür - 191- — digsten, heiligsten Sakramente. Was könnte ich noch mehr sein! Wo ist eine Würde, größer als diese, nicht nur bittend am Throne, sondern selbst essend und trinkend am Tische des Königs aller Könige Platz nehmen zu dürfen. Ich bin nicht würdig, die Schuhriemen Jesu aufzulösen, Er aber würdigt sich dennoch, in mein Herz einzugehen und allda Wohnung zu nehmen. O wie kann ich mich freuen! ,, Erfreut euch allezeit in dem Herrn," ruft darum mir und allen Christen der Apostel zu: ,, ich sage es euch noch einmal, erfreuet euch." Gebet. Neige gnädiglich, o Herr! Dein Ohr zu unserm Flehen und erfreue uns mit Deiner Heimsuchung, die reichen Trost und Frieden bringt. Ist auch unser Herz nie würdig genug, Dich aufzunehmen, so mache Du Selbst es Deiner würdig und bereite es zu Deiner Wohnung vor. Wir wollen hören und glauben, was Du darin uns lehrst, befolgen und thun, was Du dann uns gebietest und sorgen, daß wir Dich nimmermehr verlieren. Amen. 192Betrachtung am vierten Sonntage. Näher und näher rückt die Zeit, in welcher der Erlöser Seine Geburtsstunde auf Erden und mit ihr Seine geistige Ankunft in das wohlbereitete Menschenherz feiert; dringender und lauter wird daher auch die Mahnung und der Zuruf der Kirche: ,, Bereitet die Wege des Herrn und ebnet Seine Fußsteige. Alle Thäler sollen ausgefüllet und alle Berge und Hügel erniedrigt werden; was krumm ist soll gerade und was ungleich ist, zu einem ebenen Wege werden, auf daß alle Menschen den Heiland Gottes sehen." Und wahrlich! sowohl was zu niedrig, als was zu hoch ist, hindert die Ankunft und den Einzug Jesu in das Menschenherz. Hoffnungslosigkeit, Kleinmuth und Verzagtheit hält Ihn eben so fern, als Selbstvertrauen, Stolz und Hochmuth. Die krummen Wege der im Finstern schleichenden Hinterlist, Urglist, Bosheit und Heuchelei halten ihn eben so auf, als das Rauhe und Anstößige der an das Tageslicht hervortretenden Sünden und Laster der Unmäßigkeit, Unzucht, Rachsucht und jeder andern Leidenschaft. Will ich daher den Heiland Gottes wirk 193 lich sehen, soll Seine geistige Ankunft auch für mich segensvoll sein, so muß ich nicht nur das ablegen, was die Welt verdammt, sondern auch, was mein Innerstes und das heilige Gesetz Gottes als fündhaft erklärt, mag es auch die Welt als etwas leicht Verzeihliches, ja vielleicht gar als etwas Lobenswerthes ausgeben. Wenn ich nur Gott gefalle! Ueber das Mißfallen der Welt tröstet mich das Wohlgefallen Gottes. - - Gebet. Herr, allmächtiger Gott, laß wirken Deine wunderbare Gnade und komm mit ihrer mächtigen Kraft uns huldreich zu Hilfe, auf daß wir unter ihrem Beistande alle Hindernisse beseitigen, die der Einkehr Jesu bei uns im Wege stehen und daß wir, was uns nach unsern Verdiensten nie zu Theil würde, durch Deine Barmherzigkeit den Heiland sehen und von Ihm gesegnet werden. Amen. Die heilige Weihnachtszeit. Wohl fängt die heilige Weihnachtszeit schon mit dem ersten Sonntag des Adventes an, an welchem die Kirche ihren ersten Ruf dem Erlö13 194 ser entgegensendet. In nächster Nähe steht sie aber, vom achtzehnten Dezember angefangen, vor uns, an welchem Tage das Fest der Erwartung des Gebährens Mariä gefeiert und der erste der sieben Seufzer nach dem Erlöser in der Kirche gesungen wird. Es ist diese Zeit im ganzen Kir: chenjahre die lieblichste Zeit und groß ist ihr Se: gen, wenn du in heil. Stille und mit einem für ihre Segnungen empfänglichen Herzen sie feierst. - - Gebet am Feste der Erwartung des Gebärens Mariä am 18. Dezember. Nach dem heil. Ildephons. Heilige Maria, Gottesgebärerin, Mutter unsers Herrn! begrüßt und selig gepriesen vom Engel stauntest du über dessen Botschaft; denn daß du Jungfrau bleiben und Mutter des Gottessohnes werden sollst, kündet er dir. Sieh' dies ganze heilige Drei- Eins, der Vater, der Sohn und der Geist, haben dich auserwählt und was aus dir geboren werden wird, wird Gottes Sohn sein. Sieh' wie selig bist du unter allen Frauen, wie glückselig unter allen Müttern, preisen werden dich von nun an alle Geschlechter. - 195 Um der Sehnsucht willen, mit der du der Geburtsstunde deines göttlichen Sohnes entgegenharrtest, bitten wir dich, erflehe ein gleich inniges Verlangen nach der Ankunft deines Sohnes auch uns; bitte Ihn für uns, daß Er nicht säume und daß Er Selbst, was Seinen Eingang bei uns hindern könnte, gnädigst wegräumen, von unsern Sünden uns befreien möge. Amen. — Die sieben O in den letzten sieben Tagen vor dem Weihnachtsfeste. Am 18. Dezember. Weisheit, aus des Höchsten Munde Hervorgegangen! du berührst Die Gränzen auf dem Erdenrunde, Die Du mit Macht und Huld regierst. komm und leit' uns Alle ansons Zu wandeln auf der Weisheit Bahn. Gebet. Herr, laß wirken Deine Allmacht und komm mit Deiner reichen Kraft uns zu Hilfe, auf daß, was unsere Sünden verzögern, durch Deine huldvolle Barmherzigkeit beschleunigt werde, die Ankunft Deines Sohnes, unsers Herrn Jesu Christi, Der mit Dir und dem hei13* 196 ligen Geiste gleicher Gott lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. - Am 19. Dezember. Adonai, dem wir dienen, OFührer Israels und Gott! Du bist im Feuerbusch erschienen Und gabst auf Sinai Dein Gebot. Komm' zeige Deines Armes Kraft, Die von dem Feind, uns Rettung schafft ada( Gebet wie oben.) si6 Am 20. Dezember. Wurzel Jeffe, die zum Zeichen Der Völker aufgerichtet ist, Vor dem die Könige erbleichen, Den jedes Volk als Gott begrüßt.d Komm und nimm weg ach! säume nicht, Der Sünde drückendes Gewicht. ( Gebet wie oben.) - Am 21. Dezember. O Schlüssel Davids, dem zu Füßen Ganz Ifrael ergeben ist, Wer kann, was Du eröffnet, schließen, Wer öffnen, was Dein Arm verschließt? Befrei vom Kerker den, der ißt Noch in der Nacht des Todes sigt. ( Gebet wie oben.) — 197 - Am 22. Dezember. Aufgang aus des Himmels Höhen. Du Abglanz von des Vaters Licht! Laß bald, o Tugendstrahl, Dich sehen, Gib, daß uns bald Dein Licht anbricht. In Finsternissen sißen wir Und in des Todes Schatten hier. ( Gebet wie oben.) Am 23. Dezember. König Juda's und der Heiden, Ersehnt von ihnen und erweint! Eckstein! Du hast Dir aus beiden Die Kirch' gesammelt und vereint. Komm, nimm dem Menschen seine Last, Den Du aus Thon geschaffen hast. ( Gebet wie oben.) Am 24. Dezember. Emanuel, o unser König, Der Du des Heils Geseße gibst. Dir sind die Völker unterthänig; Du rettest sie, weil Du sie liebst. komm, Du unser Herr und Gott, Komm, uns zu retten von dem Tod! ( Gebet wie oben.) dug - 198- Am heiligen Abende. Nur also der heutige Tag noch, und es kommt der Herr; schon morgen schauen wir Seine Herrlichkeit, die Herrlichkeit des Eingebornen vom Vater voll der Gnade und Wahrheit. Freude und Wonne erfüllt darum mein Herz und zu Jubel und Frohlocken möchte meinen Mund ich öffnen; aber mäßige deine Freude, ruft mir die Kirche zu, kehr' in dein Innres ein und sieh' zuerst, ob denn der Erlöser, wenn Er kommt, auch zu dir zu kommen im Stande sein wird. Heilige dich, bete, faste; bring den Tag in frommer Stille zu, denn den Reinen und Demüthigen erscheint Er nur; die in heilsamer Bußtrauer Seiner harren, die tröstet Er. Adam und Eva, derem Andenken der heutige Tag geweiht ist, sollen dir lebhaft vor Augen treten und ihr stilles Sehnen und Harren auf die Ankunft des Erlösers, die sie in der Vorhölle erwarteten, soll dir zum Vorbild und zur Lehre sein, wie du den heutigen Tag gebührend feiern sollst. Auch sie hatten ja schon die gewisse Hoffnung, daß Er kommen und ihnen Heil bringen werde; doch harrten sie, fern von lauter Freude, 199 in stiller Bußtrauer und in sehnsüchtigem Flehen Jesu Ankunft entgegen. Je stiller heute dein Leben, je mehr in sich selbst zurückgezogen, je Gottinniger dein Flehen ist, desto reicher wird der Segen, die Freude und der Friede sein, womit morgen bei Seiner Einkehr Jesus dich belohnt. - - Gebet. Gib und verleihe mir, o Gott, daß ich den heutigen Tag Dir gänzlich weihe, daß ich fern vom Geräusche und Getümmel der Welt in die stille Einsamkeit meines Herzens eingehe und es Dir zu einer würdigen Wohnung bereite. Amen. Zur Mette in der Christnacht. Herr und Heiland der Welt, auf meinen Knien liege ich hier vor Deinem Altare zur mitternächtlichen Stunde, um Deine unendliche Liebesthat, Deine Menschwerdung und Geburt im Fleische in dankbarster Anbetung freudig zu feiern. Was bin ich und was sind wir Menschen Alle, daß Du so großer Huld und Liebe, solcher Aufopferung und Hingabe mit so großer Erniebrigung und Entäußerung Deiner Selbst uns 200 würdigtest? Sünder waren und sind wir, aber eben dies, was vor Deinen Augen uns verächtlich machen sollte, hat zur Liebe und zur Erbarmung und zu so großen Opfern Dich bewogen. Den Thron Deiner Herrlichkeit verlassend stiegst Du auf Erden nieder, wurdest Mensch um unsertwillen und zwar der Aermste von Allen und war es Dein Erstes, womit Dein Erdenleben Du, eröffnet haft- Leiden und Entbehren. O Jesu! König der Herrlichkeit, wenn ich bedenke, wer Du nach Deinem ewigen Sein bist und wenn ich Dich in der armseligen Krippe und von Niemand umgeben sehe, als von Deiner eben so armen heiligen Mutter und von Joseph, dem dürftigen Zimmermann; wenn ich mir vorstelle, wie Du, ärmer als der ärmste Erdensohn, in kalter Winternacht in einer Felsenhöhle Dein Leben mit Leiden beginnst: o wie unendlich groß erscheint mir da das Opfer Deiner Liebe und wie unaussprechlich Dein Erbarmen. Wie anbetungswürdig bist Du in dieser Deiner Demuth und wie groß und wunderbar in Deiner Erniedrigung! Kommet, so möchte ich heute aller Welt zurufen, schauet den König der Glorie in der Niedrigkeit und Armuth. Kommet, Christus ist für uns - - 201 arm geboren worden, lasset Ihn uns anbeten. Mit den frommen Hirten, Deinen ersten Verehrern und Anbetern, will ich daher, Deine Liebe anstaunend, an Deiner Krippe knieen, Dich loben und preisen, Dir danken für Deine Güte, aber auch Dich bitten, Du wollest nie mein Herz vergessen lassen, was Du aus Liebe für uns gethan hast, wollest tief mir einprägen, was schweigend Dein Mund spricht und was schon Dein bloßer Anblick lehrt: Sieh' Deinetwegen habe Ich Alles verlassen und bin Ich arm zur Welt gekommen, um dich reich zu machen; Deinetwegen leide Ich, daß du dich einstens freuest; deinetwegen habe Ich Erniedrigung erwählt, daß du erhöhet werdest. Und was Du noch mich lehrst, o Jesu! die Welt nicht lieben mit ihrer Augenlust und Fleischeslust und Lebenshoffart, das will ich gern mich lehren lassen, das will ich auch befolgen, auf daß nur Du mich liebst, von Dem geliebt zu sein das größte Glück, die höchste Seligkeit ist. Amen. — - Zur Messe um Mitternacht. Sohn Gottes, Eingeborner des Vaters, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, 202 gleichen Wesens mit dem Vater! Deiner ewigen Geburt gedenke ich zuerst. Wer wird sie erzählen! so ruft der Geist Gottes in der Schrift; wer wird sie schildern! Von Anfang an warst Du bei Gott und Gott warst Du von Anfang, und ehe irgend etwas geschaffen wurde, warst Du Gott. Durch Dich ist alles gemacht und Nichts ist ohne Dich erschaffen worden. Du hast Dein Sein und Leben von Dir selbst, Du bist der Ewige, der unsterbliche König der Ewigkeit. O Jesu, Sohn Gottes, in welchem Nichts erscheinen wir vor Dir, wenn wir Deines ewigen Seins gedenken; nicht einmal im Geiste können wir es erfassen. Wie das Auge erblindet, das in die Sonne sieht, so erblindet und erlahmet unser Geist, wenn er Deiner Ewigkeit nachforschen will. Nur anbeten können wir Dich daher und in tiefster Demuth müssen wir uns beugen vor Dir. Nimm sie an diese Anbetung und Huldigung, die wir, Deine Geschöpfe von gestern her, in der Anerkennung unsers Nichts vor Dir, in tiefster Demuth Dir bringen. Lob und Preis Dir, glorreicher König der Ewigkeit. Amen. — - - 203 - Siku zej go Zur Messe am Morgen. O Jesu, Sohn Gottes, von Ewigkeit her, gleichen Wesens mit dem Vater, unerreichbar bist Du von uns und unergründlich in Deinem ewigen Sein. Höher noch, als der Himmel über der Erde, stehst Du als der Ewige über uns Sterblichen! Lieb und gnadenvoll hast Du aber selbst Dich geneiget zu uns, Gott von Ewigkeit, hast Du selbst Dich erniedrigt und bist Mensch geworden, hast Du gewohnt unter uns und haft. Deine Herrlichkeit unter uns leuchten lassen. Wahrheit und Gnade hast Du da gebracht, Heil und Seligkeit hast Du da den Menschen erworben. So hat der Himmel sich zur Erde geneigt, und indem Du niederstiegst, hobst Du uns empor. Deine Erniedrigung war unsere Erhöhung. O Jesu, Du Gottes und Menschensohn, welchen Dank sind wir dafür Dir schuldig! Deine Geburt auf Erden hat für den Himmel uns geboren. Laß mir dies stets vor Augen schweben. Laß mich dessen besonders lebhaft bei dem heiligen Opfer eingedenk sein, dem ich nun beiwohnen will, auf daß ich durch den Segen und die Kraft desselben in dem Vorsage, mich Dir 204zum Gegenopfer darzubringen, befestigt und gestärket werde. Amen. - Zur Messe am hellen Tage. Göttlicher Erlöser, der Du Deine Geburt im Fleische geistig erneuerst und wie Du der Menschheit im Ganzen als ihr Erlöser erschienen bist, auch zu jeder einzelnen Menschenseele zu kommen Dich sehnst: laß uns diese Deine unermüdete und unverfiegbare Liebe recht in unsere Herzen leuchten. Du bist wahrhaft der gute Hirt, da Du auf so vielen Wegen die Deinen heimsuchst und auch den Einzelnen noch nachgehst, sie zu leiten und zu weiden. Bewege uns durch Deinen sanften Zuspruch, daß wir Dir freudig folgen. Du führest uns gewiß auf gute Weide. Du gibst uns das Brot des Lebens, daß wir nimmer hungern, lebendiges Wasser, daß wir nimmermehr dürften. Wer Dir folgt, wandelt nicht in Finsternissen, wer Dir glaubt, der hat die Wahrheit; wer Dich liebt, der hat das Leben. Du erheiterst und verschönst uns mit Trost und Frieden schon dieses Leben, Du wirst, wie Du verheißen, uns auch jenseits das selige Leben gewähren. Wir bitten Dich darum inDemuth. Amen. - 205 - Weihnachtslied. Dies ist der Tag, von Gott gemacht, Ich will mich herzlich freuen! Auch mich hat heut' der Herr bedacht, Ich will Ihm Lieder weihen. Das Heil, das aus der Jungfrau Schooß Heut' allen Adamskindern sproß, Ist auch für mich geboren. Vor seine Krippe sink' ich dann, Und bete meinen Heiland an, In Wonne ganz verloren. In meiner Bildung liegt Er hier, Den keine Namen nennen; Gort! o Kind! geläng' es mir, Die Gutthat ganz zu kennen. Du steigest von dem Thron herab, Den Dir mit Sich Dein Vater gab, Um hier für mich zu leiden! Du wählest, mir zu nüßen- heut' Für Ueberfluß die Dürftigkeit, Den Stall für Himmelsfreuden. Du weinst, mein Jesu! sei gegrüßt, Ognadenreiche Zähre! Sei mir mit Ehrfurcht aufgeküßt, O Tropfen aus dem Meere, Das einstens blutig strömen foll Für mein und aller Sünder Wohl - 206 - Sei auch für mich geweinet! fot Erwärme kalter Christen Herz, Das ihres Heilands ersten Schmerz Nicht zu empfinden scheinet. Das meine soll Dein Wohnplaß sein, Geliebtester aus Allen, Es soll, wie neu geschaffen, rein, Von Engeltrieben wallen; Komm' aus der Krippe, komm' zu mir! Bring echte Frömmigkeit mit Dir Und wahre Christensitten! O, noch nicht Richter, noch ein Kind! Dies macht mich hoffen: Kinder sind Ja leichter zu erbitten. Du kehrest einst in Majestät, Vom Engelbeer umringet, Wenn diese Welt in Trümmern geht, Der Staub aus Gräbern dringet! Dann muß auch ich hin in's Gericht, Allweiser! vor Dein Angesicht, Von Furcht und Angst durchdrungen; sprich dann: ich erkenne Dich, Du hast vor meiner Krippe Mich Mit Inbrunst einst besungen. An Jesum in der Krippe und als Sängling. Sieh' uns Dir zu Füßen liegen, Allerhöchster Gottessohn! Der Du bist herabgestiegen Von dem lichten Himmelsthron. 3 207 Hast zu unserm Heil und Frommen Uns're Menschheit angenommen: Solche Lieb' muß mich besiegen Sieh', mein Herz, es liebt Dich schon. - — Muß' ich Dich in einer Krippe Arm und dürftig liegen seh'n, Stirbt das Wort auf meiner Lippe, Nur mein Herz vermag zu fleh'n: Herr der Armuth, Herr der Demuth, Sieh' mich an in meiner Wehmuth, An der Hoffart bösen Klippe Laß mich nicht zu Grunde geh'n. Seh' ich dich als Kindlein säugen An der keuschen Mutter Brust, Welchen anschau'n Aller Augen, Der Du Alle nähren mußt: Ach! dann will ich gern entbehren Was mein Herz nur kann beschweren; Um zu Deinem Dienst zu taugen, Opfr' ich willig jede Lust. Den die Himmel nicht umfaffen, Den die Welt nicht schließet ein, Will sich eng umwinden lassen, Will für uns gebunden sein. Von der Sünde finstern Ketten Willst Du, Jesus, uns erretten Laß mich jedes Band verlassen, Binde mich an Dich allein! 208— Am Feste des heiligen Stephanus. Glorreicher Märtyrer, heiliger Stephanus! Wie nahe steht dein Ehrenfest dem Geburtsfeste Jesu Christi! Auch dein Fest, das Fest deines Todes ist ja ein Geburtsfest, aber zum ewigen Leben. Schon als du siegreich die heilige Wahrheit vertheidigtest, leuchtete dein Angesicht wie das eines Engels. Als man mit Wuth auf dich losstürmte, um dich zum Schweigen zu bringen, sahst du den Himmel offen und Jesum zur Rechten Gottes stehen. Und als man endlich dich ergriff und vor die Stadt schleppte und der Steinregen sich über dich ergoß, du aber für deine Feinde noch betetest, wie Jesus, unser Meister; da nahm Er deinen Geist auf und du wurdest verklärt in der Seligkeit des Himmels. Wo Jesus ist, da bist nun auch du, sein Ihm ähnlichster Diener, der in der schwersten Pflicht, der Feindesliebe, so treu Ihm folgte. Erhaben bist du nun über alle Verfolgung, Trübsal und Leiden, doch die Liebe, die bis zu dem Tod dich begleitete, starb nicht mit dir. Du hast sie auch jetzt noch und darum rufen wir zu dir, bitte für uns, deine andächtigen Verehrer, bitte aber auch fort und fort noch für 209 - alle Feinde der heiligen Wahrheit und der Kirche Jesu, auf daß sie ebenso bekehrt werden, wie durch die Kraft deiner Fürbitte Saulus bekehret wurde, und daß nach Besiegung und Bekehrung aller Feinde die Kirche in Frieden zur Beförderung der Ehre Gottes und zum Heile aller Menschen wirken könne. Amen. Am Feste des heiligen Apostels und Evangelisten Johannes. In heiliger Nähe stehst auch du dem hehren Geburtsfeste Jesu, großer Apostel des Herrn, heiliger Evangelist Johannes. Denn deine erleuchtete Wissenschaft sowohl, als deine herrlichen Tugenden fordern diesen Ehrenplatz für dich. Du bist der Einzige, der wie der Adler zur Sonne, zur Gottheit Jesu sich erhebt und in seinem Evangelium herrliches Zeugniß von ihr gibt. Du lagst an Jesu, deines Meisters Brust, und saugtest da die Demuth, Reinigkeit und Liebe ein, die dich so hoch vor Allen auszeichnet. O erbitte für uns von Jesu, deinem Meister, unserm Heiland und Erlöser, die Gnade eines eben so erleuchteten Glaubens an Ihn, einer eben so innigen Liebe zu Ihm und zu allen 14 210 Seinen Erlösten, unsern Brüdern und Schwestern, einer eben so tiefen Demuth und engelgleichen Reinigkeit, damit Jesus und Seine Liebe segnend in uns bleibe bis ans Ende unsers Lebens. Amen. - - Am Feste der unschuldigen Kindlein. Unschuldige Kindlein! Blüten der heiligen Märtyrer, seid mir gegrüßt! Noch redete nicht euer Mund, noch waret ihr unfähig, durch Worte euern Erlöser zu bekennen und schon littet ihr Seinetwillen den Martertod. Euer Blut er hielt Ihn uns. Wir preisen euch daher und wünschen euch Glück zu der hohen Würde, zu der ihr berufen worden seid, um des Namens Jesu willen zuerst zu leiden. Er hat euch reich vergol ten; Er hat für das kurze irdische Leben das ewig selige, himmlische euch verliehen und euch zunächst Seinem Throne gestellt. Bittet dort für uns, die wir noch seufzen in diesem Erdenthale, bittet vorzüglich um die Gnade für uns, daß wir Trübsal und Leiden, wenn wir um des Namens Jesu willen solche dulden müßten, willig tragen und daß wir zur Theilnahme an euern Freuden gelangen. Amen. 3 7 - 211 - Am Sylvester- Abende. Heiliger Sylvester! Fürst und Oberhaupt der Kirche Gottes auf Erden! Mit ganz besonderer Ehrfurcht, Andacht und Liebe blicke ich heute zu dir empor. Du lebtest am Abschluß der alten Heidenzeit, hattest viel Freudiges und Tröstliches, aber auch Niederschlagendes und Trauriges erlebt und blicktest dennoch voll heiligen Vertrauens auf Gott der Zukunft entgegen, die unenthüllt vor deinen Augen lag. Von dir will ich lernen, für das Vergangene Gott danken, die Zukunft aber Ihm empfehlen. Auch ich stehe ja heute am Abschluß einer alten, und am Anfang einer neuen Zeit, da das bürgerliche Jahr zu Ende geht. So großer Dank mein Herz erfüllt für die Vergangenheit, so viel will ich für die Zukunft Gott vertrauen. Er hat bisher für mich gesorgt, er wird auch ferner sorgen. Wäre ich nur auch der Sorgfalt und Liebe Gottes allzeit würdig gewesen! Hätte ich nicht so oft undankbar und sündhaft gehandelt! Es reuet mich aber nunmehr und fest steht mein Entschluß, in Zukunft treuer gegen meinen Gott zu sein, das neue Jahr in Jesu Namen zu beginnen und zu 14* - 212 — Seiner Ehre fortzusehen und zu enden, wenn es Jhm gefällt, dies Jahr mir noch zu schenken. Und daß ich diesen Entschluß auch ausführe, dazu rufe ich dich, heiliger Oberhirt Sylvester, um deine Fürbitte bei Gott und um deinen vielvermögenden Schutz an. Du liebtest schon auf Erden so innig die Deinen, als Glieder der heiligen Kirche und flehtest mit Inbrunst um ihr Heil; laß auch dort noch deine Liebe walten und fahre fort zu bitten, bis wir beim höchsten Bischof unserer Seelen, bei Jesu Christo, sind. Amen. Am Feste der Beschneidung( zugleich Neujahrstag). Als acht Tage kaum verfloffen, Willst Du für mich leiden schon, Hast das erste Blut vergoffen, Der Erlösung Preis und Lohn. Das Gedächtniß Deiner Leiden Lasse stets mein Herz durchschneiden. Daß nicht Dornen darin sproffen, Welche ihm Verderben droh'n. Göttlicher Erlöser! Nur für die Sünder war das Geset gegeben, dem Du heute Dich unterwarfest; nur diese verpflichtete es und dennoch zeigst auch Du Dich ihm gehorsam. Doch ich verstehe die Ursache hievon; Du wolltest den 213 Gehorsam mich lehren, den ich oft selbst, wenn ich dazu verpflichtet bin, mit so wenig Freude, ja mit Murren übe. Du wolltest für die Ursache alles Elends und Uebels in der Welt, für des ersten Menschen Ungehorsam büßen, und demüthigtest Dich bis zur Tiefe der Sünder herab. Darum aber bist Du auch erhöhet worden und der Name, der Dir heut gegeben wurde, ist zum Licht geworden, das die Welt erleuchtet und das Millionen Herzen erwärmt. In Ihm beugen in Demuth alle Knie sich, in Ihm allein ist Heil und selig macht im Himmel und auf Erden keiner, als Dein allerheiligster Name, o Jesus. Laß nur diesen Deinen Namen mir leuchten und getrost und voll freudiger Zuversicht gehe ich in die dunkle Zukunft des Jahres ein, das heute seinen Anfang nimmt. Bist Du mit mir, mein Jesus, wer kann dann wider mich sein. Mag, wer da will, auf sein Unsehen oder seine Macht, auf Körperkraft und Gesundheit, auf Kenntnisse und Wissenschaften, auf die Vornehmen der Erde oder auf sich selbst vertrauen: ich will auf Deinen Namen bauen, Jesus mein Gott und Heiland, mein Erlöser und allzeit naher Helfer! Amen. - - - 214— Am Feste der Erscheinung oder der heil. drei Könige. Fern vom Aufgang her sie reifen Nach dem Sterne wunderbar, Kniend bringen Dir die Weisen Weihrauch, Gold und Myrrhen dar. Laß in diesen Erdenthalen Diesen Stern auch mir erstrahlen! wie selig ist zu preisen, Dem der Glaube leuchtet klar! Göttlicher Erlöser! mit welch' himmlischer Liebe umfassest Du alle Menschen in Deinem Herzen; auch sogar Heiden rufst Du zu Deiner Krippe heran. Du bist ja aber auch für alle in diese Welt gekommen und willst Alen ein Erlöser sein. O daß auch Alle folgten der lieblichen Einladung Deiner heiligen Kirche und den Sternen, die Du ihnen aufgehen lasseft in Deinen geheiligten Dienern, den Priestern! O daß Alle, die noch in Un- und Irrglauben leben, an Deine Krippe kämen und Dir das Opfer ihres Verstandes, Willens und ganzen Gemüthes brächten! Erbarme Dich ihrer, o Herr! und höre nicht auf, ihnen erscheinen und leuchten zu lassen die Sterne, die zu Dir sie führen. Sende ihnen Priester, die mit Eifer das Wort der Wahrheit predigen und 215 die zugleich durch sittenreines Leben ihren Worten Kraft und Nachdruck geben, und Führer zur Tugend werden. Laß auch uns solche Sterne immerdar leuchten; sende uns Priester, die, von apostolischem Eifer beseelt, durch Wort und Beispiel uns die Wege zeigen, die wir gehen müssen, um zu Dir zu kommen. Du bist ja aller Menschen Ziel und Ende, Du der Unfänger und Vollender alles Heiles. Nach Dir geht unser Verlangen und unsere Sehnsucht. Gib, Herr! daß fie erfüllet werde. Amen. - - Am Feste des allerheiligsten Namens Jesu. Mit kindlicher Freude nahe ich Dir heute, mein Jesus, da die Kirche das Fest Deines heiligsten Namens feiert, und demüthig bittend, Du wollest es nicht verschmähen, bringe ich Dir mein Herz zum Angebinde dar. Nimm es an, o Jesu! es ist die einzige Gabe, die ich Dir bringen kann und die Du auch verlangst von mir. Armselig ist es zwar und überaus dürftig und nichts ist Schönes an ihm; aber nimmst Du es an, o Jesus, so wirst Du es auch zieren und reich machen mit dem Schmucke und den - 216 Gütern Deiner Gnade, um die ich Dich inständigst bitte. Bereit bist Du dazu, o Jesu! dafür bürgt mir die heilige Kirche, die heute und an den folgenden Tagen aus dem reichen Schage Deiner Gnade, die Du ihr anvertraut hast, vollkommenen Ablaß zu ertheilen, von Dir berechtigt ist. Gib mir Erkenntniß meiner Sünden und wahre Reue, eröffne meinen Mund, daß ich sie aufrichtig und ohne Vorbehalt beichte, gib mir den wahren Bußgeist, daß ich nach Kräften für sie Genugthuung leiste und daß ich so Deiner verzeihenden Huld und Gnade wieder theilhaft werde. Und wenn ich dann in der heiligen Communion Dein Fleisch und Blut empfange und Du mir so nahe, ja in meinem Herzen bist, o so höre, um was ich dann Dich bitte: Erlasse, nachdem Du gnädigst von der Schuld und der ewigen Strafe mich befreiet hast, mir auch die zeitlichen Sündenstrafen, daß ich vollkommen mich erfreue. Steh' uns'rer heiligen Mutter, Deiner Kirche bei ,. durch die Du diese und alle andern Gnaden austheilst. Was sie verlangt und bittet von Dir, das verlange und bitte auch ich von Dir; hilf ihr in ihren Kämpfen, tröste sie in ihren Leiden, verleihe ihr den Sieg über alle ihre Feinde - 217 und laß sie ihre segensreiche Wirkſamkeit über die Erde so weit ausbreiten, daß überall nur Dein Name, o Jesus, bekannt, gelobt und gepriesen wird. Amen. - - Am Feste der Darstellung Jesu im Tempel, Maria Reinigung oder Lichtmes. Auf Mariens Arm getragen Nach Jerusalem hinauf, Opfert sie Dich ohne Zagen Gott für uns're Sühnung auf. Du auch haft für unser Leben In den Tod Dich hingegeben, Für Dich leiden ohne Klagen, Sei auch unser Lebenslauf. Schon wieder sehe ich Dich, o Jesu, wie Du in wundervoller Demuth einem Gesetze Dich unterwirfst, daß nur den Sündern auferlegt war. Von gleicher demüthiger Gesinnung sehe ich auch Deine heilige Mutter durchdrungen, da sie das Opfer zur Reinigung bringt, deren sie als jungfräuliche Mutter nicht bedurfte. Herr! lehre auch mich diese schöne Tugend, die so lieblich sowohl an Dir, als an Deiner heiligen Mutter mir zum Vorbild leuchtet. Du verbirgst Dich, Licht der Welt; dennoch aber wirst Du 218 von Simeon als Licht der Welt erkannt und als folches mit freudigem Herzen begrüßt und ver. kündet. Laß die Freude, die dieser ehrwürdige Greis empfand, als er auf seinen Armen Dich trug, auch meine Seele durchdringen, wenn ich nach dem Empfange des allerheiligsten Sakramentes Dich wesentlich in meinem Herzen trage und laß mit derselben Bereitwilligkeit, mit welcher Simeon Deinen Ruf in die Ewigkeit zu erwarten versprach, auch mich einst sagen: Herr, gerne will ich nun sterben, weil Du, der Heiland der Welt, in meinem Herzen bist. Amen. - - An den Sonntagen zwischen Epiphanie und Septuagesimä. Von den Stolzen und den Hohen, Hat das Licht sich abgewandt, Vor Herodes ist's geflohen, Fern in das Aegypterland. Der Du für mich unverschuldet, Die Verfolgung haft erduldet, Wenn mir Todesschrecken drohen, Steh' mir bei mit starker Hand! Deine Händlein schon gefaltet, Blickst Du auf zum Himmelszelt, Flehst zum Vater, der dort waltet, Für das Heil der ganzen Welt. 219 Auch zu mir Dich gnädig wende, Deiner Liebe Kraft mir sende, Daß mein Herz niemals erkaltet, Daß es fest an Dich sich hält. - In der Arbeit, im Gebete, Wenn Er wacht und wenn Er ruht, Ob Er schweige, ob Er rede, Und in Allem, was Er thut, Denkt mein Jesus schon der Zeiten, Wo Er Gnad' und Heil bereiten Wo Er an Calvaria's Stätte Opfern will Sein Fleisch und Blut. O Jesu mein Erlöser, in die Tage Deiner Jugend versetzt mich diese gegenwärtige Zeit und mit heiliger Freude im Herzen sehe ich Dich, wie Du gehorsam gegen Gott und Menschen, zunehmend an Alter, Weisheit und Gnade zwischen Gebet, Betrachtung und Arbeit Deine Zeit theilst und schon als jugendlicher Erlöser durch Dein Beispiel mein Lehrer bist. Arbeiten und beten ist ja auch meines Lebens Aufgabe und soll meine Beschäftigung auf Erden sein. Zur Arbeit bin ich ja geboren und zur Thätigkeit habe ich die Kräfte des Körpers und Geistes von Gott empfangen. Wird aber die Arbeit nicht vom Gebete begleitet, so gedeiht sie nicht und 220ist sie ohne Segen und ohne Verdienst in der Ewigkeit. So muß ich also auch beten, wie Du, o Heiland! durch Dein Beispiel mich gelehret hast. Noch lebst Du verborgen in der Welt im stillen Hause Deiner Weltern, aber schon da denkst Du unsers Heiles und unserer Erlösung. Schon da flehst Du, nicht für Dich, sondern für uns, daß wir erkennen sollen Deine Liebe, daß wir unser Herz Dir öffnen, wenn Du kommst und Aufnahme begehrst, daß wir Dir glauben, wenn Du Dein heiliges Lehramt beginnest. Und ist zwar alles Dieses schon geschehen, hast Du längst schon Dein Werk, zu dem Du auf Erden gekommen, begonnen und vollendet, so beginn es doch geistig wieder an uns. Komm neu, als unser Lehrer und laß uns Deine Wahrheit recht einleuchten; komm neu als unser Erlöser und schenk' uns Deine Gnade; komm neu als unser Arzt und Helfer und heile unsere Wunden und erlöse uns von allen Uebeln. Amen. - - An den Sonntagen Septuagesimä, Se: ragesimä und Quinquagesimä. So lärmend es auch in der Welt noch hergeht, so still und zurückgezogen lebt jetzt schon der gläu bige Christ. Denn nahe geht es schon an die Zeit 221 der Vorbereitung zur Feier des Leidens und des Todes Jesu, so wie Seiner darauf erfolgten Auferstehung. Die alten Christen fingen schon vom Sonntage Septuagesimä zu Fasten an, und die ganze Zeit von diesem Sonntage bis auf das Osterfest war Bußzeit, weßwegen auch am Altare und an der priesterlichen Kleidung bereits die blaue Farbe erscheint, als Sinnbild und Mahnung zur Bußtrauer über die Sünden. Bringe daher im Sinne und Geiste der Kirche diese Zeit zu. Für jeden der drei genannten Sonntage. Einen holden Fischerknaben Seh' ich steh'n am Meeresstrand, Hat viel schöne Liebesgaben Statt der Angel in der Hand. Heiland! Herr! aus Todeswogen Hast Du mich zu Dir gezogen, Sollst mich nun zu eigen haben Hier und dort im Vaterland. In Mitte Deiner erlösenden Wirksamkeit sehe ich Dich nun, o Jesu. Wie den Hausvater sehe ich Dich ausgehen, der Arbeiter in seinen Weinberg dingt. Wie der Säemann erscheinst Du mir, der seine Samenkörner ausstreut. Denn auch Du, o Jesu! ludest Alle ein, um gerechten Lohn in Deinem Weinberg zu arbeiten, und streutest - 222 - den Samen des göttlichen Wortes aus, wo immer Erdreich sich fand, das ihn aufnehmen mochte. Und wie unermüdet, o Jesu, mit welcher Sanftmuth und Geduld, mit welcher Sorgfalt warst Du da thätig für der Menschen Heil. Du lehrtest und leitetest sie, suchtest auf und führtest sie, beruhigtest und tröstetest sie, heiltest sie an Leib und Seele und halfft den Leiden Aller ab, ohne auch nur Einen von Deiner Liebe auszuschließen. Wenn ich nur dies einzige Wort von Dir bedenke: ,, Kommet zu Mir ihr Alle, die ihr mühselig und beladen seid; Ich will euch erquicken"; wie reiche Liebe offenbart sich darin, wie bist Du Allen Alles geworden! Aber ach, o Jesu! wie vergalten es Dir die Menschen! Wie vielen Undank hast Du erfahren müssen, wie hat man Deine Liebe Dir gelohnt! Wie viel bist Du verachtet und verfolgt! wie bist Du angefeindet worden, wie war selbst Dein Leben in steter Gefahr! O laß mich solchen Undanks niemals schuldig werden. Was Du gewirkt haft in den Jahren Deines öffentlichen Lebens, ward auch für mich gewirkt. Was Du gelitten, das littest Du auch für mich. Die Verachtung und den Spott, den Du ertrugst, hast Du auch für mich 223 ertragen. Laß nicht zu, o Jesu, daß ich im stolzen Undank es verkenne, daß ich mit Geringschätzung Deines Wirkens auf Erden vergesse. Nicht durch Dein letztes Leiden bloß, sondern durch Dein ganzes Leben, das eine Kette von Leiden war, die Du aus Gehorsam und Liebe auf Dich nahmst, bin ich ja erlöset worden. Laß Dein mühevolles Leben mich insbesondere dann recht lebhaft bedenken, wenn mir mein Stand und Beruf schwer fällt, wenn für meine Mühen kein Lohn mir wird. Laß darin Trost mich finden, daß auch Du oft vergeblich gearbeitet und daß auch Du von der Welt keinen Lohn empfangen hast, als Kreuz und Leiden. Und wenn ich dessen vergessen sollte, o Herr! so mahne mich kräftig daran und laß recht klar Dein Erlöserleben vor mein Auge treten. Laß dann auch die Worte in mein Herz hineintönen: ,, Wer Mein Jünger werden will; nehme sein Kreuz auf sich und folge Mir nach". Amen. - - Die heilige Fastenzeit. Cine ganz besonders gnadenvolle und durch christliches Stillleben zu heiligende Zeit ist aber die 224 Fastenzeit. Sie ist zum Andenken des vierzigtä: gigen Fastens Jesu in der Wüste, zur Betrachtung Seines Leidens und Sterbens, zur Selbstverläugnung, Einsamkeit und Bußtrauer, so wie zur Vorbereitung auf das heilige Osterfest eingesett. Laß dir die Heiligung der Fastenzeit recht am Herzen liegen. Gedenke dabei des vierzigtägigen Fastens Jesu, betrachte Sein Leiden und bereite dich durch Liebe zur Einsamkeit und durch anhaltendes eifriges Gebet auf die Osterzeit und auf eine würdige österliche Beicht und Communion wohl vor. Zur Betrachtung des Leidens Jeſu nimm öfter die heilige Kreuzweg- Andacht vor. Außerdem lies an den Sonn- und Wochentagen die heiligen Evan: gelien, die vielen Stoff zur heilsamen Betrachtung geben. - - Die heilige Kreuzwegandacht. Vorerinnerung. Der heilige Kreuzweg stellt uns die letzten schmerzlichen Ereignisse in dem Erdenleben des Erlösers, insbesonders aber Seinen schweren Gang dar, den Er vom Richthause des Pilatus auf den Kalvarienberg hinaus machte, um das Opfer Seines stellvertretenden Gehor: Staklet Joart Benedict. H. Rosalie. Wien bei Jac Wallner, Stadt Petersplatz Kühfußgasse 562. 225 sams für uns alldort zu vollenden. Wir schauen da Jesum in Seiner tiefsten Erniedrigung, verworfen und verurtheilt, gemartert und getödtet von eben Denen, die Er retten und beseligen wollte; sehen also den größten Frevel, der je auf Erden verübt worden ist. Wir schauen aber auch Jefum in Seiner überirdischen Hoheit, in Seiner unaussprechlichen, unendlichen Liebe. Denn eben das, was von Seite der Menschen der größte Frevel war, das war von Seiner Seite die höchste Liebe. Nur um unser und unsers Heiles willen hat Er ja Sich so erniedrigt und ist Er gehorsam worden bis zum Tode, und zwar des Kreuzes. Wir ersehen ferner daraus sowohl die Heiligkeit der göttlichen Gerechtigkeit, als auch die Größe der Sündenschuld, und es ist so= nach der Kreuzweg eine Schule, in der wir lernen sollen, heilig zu leben. Denn, wenn ein so unendlich schweres und großes Opfer nothwendig war, um uns zu erlösen, wie heilig und strenge muß die göttliche Gerechtigkeit und wie groß muß in ihren Augen die Sünde sein! Und wenn Jesus in unendlicher Liebe dieses Opfer für uns brachte, wie gern sollen wir Ihm das Opfer unserer Gegenliebe bringen, und wie hei15 — - 226. lig müssen wir leben, damit unser Opfer Ihm wohlgefällig, Sein Opfer aber an uns nicht vergeblich werde! In die Schule des Kreuzweges schickt uns daher schon der Weltapostel Paulus, indem er schreibt: Lasset uns also aufblicken zu dem Unfänger und Vollender unsers Glaubens, zu Jesu, Der-- das Kreuz erduldete und die Schmach nicht achtete--. Ja denket an Ihn, Der solchen Widerspruch von den Sündern gegen Sich erduldet hat, damit ihr nicht ermüdet und euern Muth nicht sinken lasset." Hebr. 12. In diese Schule sendet uns auch die heilige katholische Kirche, indem sie die fleißige, andächtige und reumüthige Besuchung und Verehrung des heiligen Kreuzweges nicht nur anempfiehlt, sondern auch durch die Verleihung von Ablässen belohnt, die fürbittweise auch den Verstorbenen zugewendet werden können. Doch muß man, um den Ablaß zu gewinnen und um überhaupt von der Besuchung und Verehrung des heiligen Kreuzweges einen Segen zu haben, im Stande der Gnade sein oder wenigstens eine vollkommene Reue in sich erwecken, ehe man die eigentliche Kreuzweg- Andacht beginnt. = — — 227 Vorbereitungsgebet. Erweckung der Rene. Mein Herr Jesu, mein Heiland und Erlöser! Ich will nun im Geiste in jene Zeiten und an jene Orte mich verseßen, in und an welchen Du zur Erlösung der Welt und auch zu meinem Heile alle jene Bitterkeiten über Dich ergehen ließest, unter welchen Du Dein Leben beschlossen hast. Ich will in Deinem Leiden und in Deinem Tode Dich betrachten, um Deine unendliche Liebe. zu erwägen und um mein Herz zur Gegenliebe zu entzünden. Bisher, o Jesu! habe ich Dich immer nur wenig geliebt, habe Dich oft und oft beleidigt. Aber es reuet mich nunmehr von ganzem Herzen; ich will hinfort Dich nimmer mehr beleidigen, ich will mit Deiner Gnade mein Leben bessern. Ich will darum auf Deinem Schmerzenswege Dich begleiten, um alle die heiligen Lehren zu hören, die Du da gibst, und um sie treulich zu befolgen. Ich will Deine Erniedrigung und Unterwerfung sehen, Deine Demuth und Selbstverläugnung, Deine Bereitwilligkeit und Ergebung, Deine Sanftmuth und Geduld, Deine Liebe und Dein Mitleid, Deine Barmherzigkeit und Deine Milde, Deine Aus— — 15* — 228 - dauer und Beharrlichkeit, so wie Deinen Gehorsam bis zum Tode. Mit Maria und den wenigen andern Getreuen will ich bis zu Deinem Kreuze und zu Deinem Grabe Dich begleiten, und von Dir lernen, mich selbst zu verläugnen, sanftmüthig, demüthig, gehorsam, ausdauernd und in allem Guten beharrlich zu sein bis an mein Ende. Umen. Laß mit wehmuthsvollem Herzen Jesu, Mittler, wahrer Gott! Mich betrachten Deine Schmerzen, Deine Leiden, Deinen Tod. Hilf mir, Herr! das Heil erwerben, Ach! laß Deine Qual und Pein, Laß Dein Leiden und Dein Sterben Nicht an mir verloren sein. Erste Station. Jesus wird zum Tode verurtheilt. V. Ich bete Dich an, o Jesu! und preise Dich. B. Der Du durch Deinen bittern Tod die Welt erlöset hast. Heiliger der Heiligen! Du hast einst gefragt: ,, Wer aus euch wird Mich einer Sünde beschuldigen können?" und selbst Deine bittersten Feinde mußten darauf schweigen. Dennoch bist Du jetzt 229 ihrer Bosheit verfallen, bist um ihretwillen gegeißelt und mit Dornen gekrönt, bist auf ihr Begehren zum Tode verurtheilt worden, und zwar zum schimpflichsten Tode des Kreuzes, gleich als wärest Du der größte Uebelthäter. Du aber thust Deinen Mund nicht auf und schweigst wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführet wird. Wenn Feinde wider mich auftreten, mich lieblos verfolgen und ungerechtes Urtheil über mich veranlassen: laß mich dann, o Herr! nicht vergessen, daß ich Unrecht und boshafte Verfolgung mit Stillschweigen und Geduld leiden müsse, wie Du es durch Dein heiliges Wort und Beispiel gelehret hast. Amen. - Vater unser 2c. Ehre sei Gott dem Vater 2c. V. Gekreuzigter Jesu, erbarme Dich unser. . Und der armen Seelen im Fegefeuer. Um die Sünder zu erlösen, Stehst Du, Jesu! vor Gericht, Worin Neid und Haß der Bösen lleber Dich das Urtheil spricht. Hilf mir u. f. w. - 230 - Zweite Station. Jesus nimmt Sein Kreuz. V. Ich bete Dich an u. s. w. wie oben. Göttlicher Heiland! mit welch' himmlischer Ergebung und heiliger Sehnsucht langst Du nach dem Kreuze, und mit welcher Liebe erfassest Du dieses schaudervolle Werkzeug des Todes, um es auf Deine Schultern zu nehmen und auf Golgotha hinauszutragen. Du sollst den schmach- und schmerzvollsten Tod daran sterben und doch schauderst Du nicht davor zurück. O lehre und stärke mich, auf daß auch ich vor keinem Kreuz erbebe, das Deine Schickung oder Zulassung mir auflegen will; laß an Dein heiliges Wort mich denken: ,, Wer Mein Jünger sein will, nehme sein Kreuz auf sich und folge Mir nach." Amen. Vater unfer 2c. Ehre sei Gott dem Vater 2. V. Gekreuzigter Jefu, erbarme Dich unser. . Und der armen Seelen im Fegefeuer. Jesu! ohne Dein Verschulden Nimmst Du hin das Kreuzesholz, Um für uns're Schuld zu dulden, Unsern Leichtsinn, unsern Stolz. Hilf mir u. f. w. - 231- - Dritte Station. Jesus fällt das erste Mal unter dem Kreuze. V. Ich bete Dich an u. f. w. wie oben. Herr des Himmels und der Erde! in welcher Verdemüthigung und Erniedrigung erscheinst Du hier. Das Kreuz, mit den Sünden der Welt beladen, drückt Dich zu Boden und Du erseufzeft, auf der Erde liegend, unter dessen schwerer Last. O nicht das Holz allein, sondern die Sünden, die darauf lasten, und nicht bloß Anderer Sünden, sondern auch die meinen, haben Dich zur Erde niedergedrückt. Voll bitt'rer Reue und voll des tiefsten Schmerzes über meine Sünden falle daher auch ich zur Erde und zu Deinen Füßen nieder und bitte Dich, Du wollest mir verzeihen. Nimm für die Sünden, um deren willen Du so erbärmlich leidest, meine Abbitte hin und stärke mich mit Deiner Gnade, daß ich nimmermehr fündige. Amen. Vater unser 2c. Ehre sei Gott dem Vater zc. V. Gekreuzigter Jesu, erbarme Dich unser. . Und der armen Seelen im Fegefeuer. 232 Ach! wie drückt das Kreuz Dich nieder! Wie entfeßlich ist Dein Fall! Wie durchbebt es Deine Glieder, nic Deine Nerven allzumal! Hilf mir u. s. w. - - Vierte Station. Jesus begegnet Seiner tiefbetrübten Mutter. V. Ich bete Dich an u. f. w. wie oben. Herr Jesus Christus! Deine gebenedeite Mutter war so oft Zeugin Deiner Liebe und Güte gegen Dein Volk; nun muß sie auch Zeu gin des Undanks und der Grausamkeit Deines Volkes gegen Dich sein. Sie erblickt nun Dich, den Gerechten, wie einen Missethäter, mit dem Kreuze; Dich, Gott von Ewigkeit, als einen Ohnmächtigen; Dich, den Abglanz Deines himmlischen Vaters, von Blut und Wunden entstellt; Dich, den König der Glorie, mit der Dornenkrone auf dem Haupte. O Gottesmutter Maria! um dieses Dein Mutterherz zerreißenden Anblicks willen bitten wir Dich, verlaß uns in unsern Betrübnissen nicht. Amen. Vater unser c. Ehre sei Gott dem Vater 2. 233 V. Gekreuzigter Jesu, erbarme Dich unser. . Und der armen Seelen im Fegefeuer. - - Welche namenlosen Schmerzen, Welche Leiden ohne Zahl Fühlt Maria in dem Herzen, Da sie sieht des Sohnes Qual. Hilf mir u. f. w. Fünfte Station. Simon von Cyrene hilft Jesu das Kreuz tragen. V. Ich bete Dich an u. s. w. wie oben. Leidender Heiland! Von der Last des Kreuzes, so wie von Deinem schweren Falle unter demselben nicht nur körperlich ganz erschöpft, sondern ob des Unblicks und der Trauer Deiner tiefbetrübten Mutter auch geistiger Leiden voll, vermagst Du Deine schwere Bürde nicht mehr weiter zu tragen; Simon von Eyrene muß Dir helfen. Er thut es Anfangs nur gezwungen, bald aber thut er es mit Freuden; denn Du lohnst ihm innerlich sein Liebeswerk. O wenn auch ich so glücklich wäre, Dir ein so heiliges Liebeswerk erweisen zu können! Ich höre Dich aber sprechen: ,, Was ihr einem der Geringsten eurer Mitmenschen Meinetwillen thut, das habt 234 ihr Mir gethan." So will ich Dir also in der Person meiner Mitmenschen dienen und an ihnen Barmherzigkeit üben, auf daß auch Du Dich meiner erbarmest. Amen. - - Vater unser 2c. Ehre sei Gott dem Vater c. V. Gekreuzigter Jesu, erbarme Dich unser. B. Und der armen Seelen im Fegefeuer. Gern will ich das Kreuz ertragen, Wie es Simon duldend trägt, Nimmer ob der Leiden klagen, Die der Herr mir auferlegt. Hilf mir u. f. w. Sechste Station. Veronika reicht Jesu das Schweißtuch. V. Ich bete Dich an u. s. w. wie oben. Herr Jesu, du Vergelter alles Guten! wie reichlich hast Du die mitleidsvolle Veronika be lohnt, indem Du in das Schweißtuch, das sie Dir reichte, die Züge Deines heiligen Angesichtes eindrücktest. O entstellt war es zwar und mit Blut und Wunden bedeckt, aber eben daran erkennen wir Dich in Deiner Liebe. Uch drücke es auch unserer Seele ein, auf daß es stets uns 235 vorschwebe und in Freuden uns vor Uebermuth, in Leiden aber vor Kleinmuth bewahre. Amen. Vater unser 2c. Ehre sei Gott dem Vater 2c. V. Gekreuzigter Jesu, erbarme Dich unser. #. Und der armen Seelen im Fegefeuer. LAM - Jesu! tief in uns're Herzen Drück uns Deine Leiden ein, Laß uns Deine bittern Schmerzen Trost im Todeskampfe sein. Hilf mir u. s. w. Siebente Station. Jesus erliegt zum zweiten Male unter dem Kreuze. V. Ich bete Dich an u. s. w. wie oben. Leidender Erlöser! Abermals sehe ich Dich unter der schweren Kreuzeslast auf der Erde liegen und höre ich unter dem schmerzlichen Falle Dich seufzen. Wie schwer mußten also unsere Sünden sein; wie furchtbar muß ihre Größe in den Augen Gottes sein, da Du so viel um ihretwillen leiden mußt. Und wenn sie schon an Dir, o Herr! mit solcher Strenge gerächt werden, wie werden sie erst an jenem gezüchtiget werden, der sie selber begeht. Lehre mich auch 236 einsehen, o Jesu! daß, wie Dein zweiter Fall für Dich schmerzvoller war, als der erste, so auch mein Rückfall in die Sünde gefährlicher und vor Deinem Richterstuhle verantwortlicher sein wird, als die erste Sünde. Darum, o Jesu! ſei mir armen Sünder gnädig. Amen. Vater unser 2c. Ehre sei Gott dem Vater 2. V. Gekreuzigter Jesu, erbarme Dich unser. . Und der armen Seelen im Fegefeuer. - - Ach! mein Jesus fällt schon wieder Unter meiner Cünden Last Auf die harte Erde nieder, Kraftlos und vergehet fast. Hilf mir u. s. w. Achte Station. Jesus spricht zu den weinenden Frauen. V. Ich bete Dich an u. f. w. wie oben. Mein Herr und Heiland Jesus! auf Deinem ganzen Leidenswege hast Du bis hierher noch kein Wort gesprochen. Selbst als Du Deiner tiefbetrübten, innig geliebten heiligen Mutter begegnetest, hat nur Dein Herz zu ihr geredet. Nun aber, beim Anblicke der weinenden Frauen, sammelst Du Deine letzten, wenigen Kräfte, hältst Deine letzte Predigt und sprichst: ,, Weinet nicht über 237 Mich, sondern über euch und eure Kinder. Denn wenn man mit Mir, dem grünen Holze, so verfährt, wie wird man erst mit euch, dem dürren Holze, umgehen?" Herr Jesus! bewirke mit Deiner Gnade, daß diese Deine letzte Bußpredigt, die auch uns gilt, in unsern Ohren unaufhörlich wiederhalle, und daß wir ja nicht als Unbußfertige in die Hände Deiner göttlichen Gerechtigkeit fallen. Amen. — Vater unser 2c. Ehre sei Gott dem Vater zc. V. Gekreuzigter Jesu, erbarme Dich unser. . Und der armen Seelen im Fegefeuer. Weinend folgen Dir die Frauen, Da sie in so großer Pein, In so großem Leid Dich schauen: Wie könnt' ich gefühllos sein? Hilf mir u. f. w. Neunte Station. Jesus fällt zum dritten Male unter dem Kreuze. V. Ich bete Dich an u. s. w. wie oben. Grausame Sünde! du wirfst nun schon zum dritten Male meinen göttlichen Heiland zur Erde nieder! Wie sehr muß ich dich darum verabscheuen und bereuen! Dich aber, o Heiland, der Du meinetwegen dieß erduldest, wie muß ich Dich 238 lieben, wie muß ich Dir aus der Tiefe meines Herzens Dank sagen. Aus Liebe und Erbarmen gegen mich leichtsinnigen und verwerflichen Sünder wolltest Du dreimal unter dem Kreuze fallen, um vor dem Falle in die Hölle mich zu retten. hilf mir alle ferneren Unlockungen zur Sünde überwinden, auf daß die Verdienste Deines dreimaligen Falles unter dem Kreuze an mir nicht vergeblich werden. Amen. - - Vater unser 2c. Ehre sei Gott dem Vater zc. V. Gekreuzigter Jesu, erbarme Dich unser. B. Und der armen Seelen im Fegefeuer. Unter namenlosen Schmerzen Fällst Du nun zum drittenmal, Ach! wie reuet mich von Herzen Jeder schnöde Sündenfall. Hilf mir u. f. w. Zehnte Station. Jesus wird seiner Kleider entblößt. V. Ich bete Dich an u. s. w. wie oben. Göttlicher Heiland! nun bist Du endlich auf dem Kalvarienberge angelangt, wo Du für meine und der ganzen Welt Sünden als ein Schlachtopfer Dich hingeben willst. Deine 239 - erbarmungslosen Peiniger berauben Dich Deiner Kleider und martern, indem sie alle Wunden aufreißen, nicht nur Deinen Leib, sondern betrüben auch durch die Entblößung Deine jungfräulich schamhafte Seele. O laß dieß jedem tief zu Herzen gehen, der in Wollust und Weichlichkeit ein sündhaftes Leben führt. Erschüttere das Herz eines jeden solchen Sünders, auf daß es aus dem Sündentaumel aufwache und vor dem drohenden Verderben sich rette. Amen. Vater unser 2c. Ehre sei Gott dem Vater zc. V. Gekreuzigter Jesu, erbarme Dich unser. B. Und der armen Seelen im Fegefeuer. Möchte doch das Kleid der Sünde Auch von mir genommen sein! Könnte ich gleich einem Kinde Heil'ger Unschuld mich erfreu'n! Hilf u. f. w. Eilfte Station. Jesus wird an das Kreuz geheftet. V. Ich bete Dich an u. f. w. wie oben. O Jesu! Dein Kreuzgang ist zwar vollendet, aber wie schrecklich ist, was nun an Dir geschieht. 240 Wie ein Lamm auf der Schlachtbank, sehe ich Dich am Kreuze liegen und die furchtbaren Nägel durchdringen Deine Hände und Füße. O laß die Hammerschläge, die so gewaltig dröhnen, in meiner Seele unaufhörlich wiederhallen; gib, daß ich, mit heiliger Furcht erfüllt, die Sünde meide, um welcher willen Du für uns gekreuzigt worden bist. Amen. - - Vater unser 2c. Ehre sei Gott dem Vater zc. V. Gekreuzigter Jesu, erbarme Dich unser. . Und der armen Seelen im Fegefeuer. An dem ganzen Leib entkräftet, Leidest bitter Du für mich; Un das Opferholz geheftet Teh' ich neu gemartert Dich. Hilf mir u. f. w. Zwölfte Station.. Jesus wird erhöht und stirbt am Kreuze. V. Ich bete Dich an u. s. w. wie oben. Geschlachtetes Lamm Gottes! Nun sehen wir Dich unter namenlosen Leiden am Kreuze hängen; aber auch da noch bist Du voll bewundernswerther Geduld und Liebe, und verbreitest 241 Segen durch Deine heiligen Worte. Deine Feinde und Peiniger verspotten Dich; Du aber betest für sie: ,, Vater verzeihe ihnen; denn sie wissen nicht, was sie thun."- Einer der Mitgekreuzigten erkennt Dich ungeachtet der Schmach, die auf Dir liegt, als den König der Glorie und fleht: ,, Herr! wenn Du in Dein Reich kommst, gedenke meiner!" Und Du erwiederst ihm: - - - Heute noch wirst du mit Mir im Paradiese sein." - Du erblickst in tiefer Betrübniß unter dem Kreuze stehend Deine Mutter Maria und Deinen geliebten Jünger Johannes und empfiehlst die Mutter dem Jünger, den Jünger hinwieder der Mutter. Du fühlest qualvoll Dein Verlassensein von der Gottheit und seufzest: ,, Mein Gott! Mein Gott! warum hast du mich verlassen." Du leidest die heftigste Fieberhitze und rufest: ,, Mich dürstet!" Aber man reicht Dir Essig und Galle. Du verkündest die vollbrachte Erlösung, indem Du mit starker Stimme ausrufst: ,, Es ist vollbracht." Du hebst zum letzten Mal Dein Auge zum Himmel empor und rufft: ,, Vater, in Deine Hände empfehle Ich meinen Geist." Du neigst Dein Haupt und stirbst für uns. Jesu! auf unsern Knieen bitten wir Dich, 16 - 242 lehre uns, wie Du, leiden und sterben. Laß Dein Leiden und Sterben an uns nicht verloren ſein. Amen. - - Vater unser 2c. Ehre sei Gott dem Vater zc. V. Gekreuzigter Jesu, erbarme Dich unser. B. Und der armen Seelen im Fegefeuer. mein Jesu! ganz verlaffen Seh' ich Dich, mein Herr und Gott! An dem Holz der Schmach erblaffen, d Liebend mich bis in den Tod. Hilf mir u. f. w. Dreizehnte Station. Jesus wird vom Kreuze herabgenommen. 10 V. Ich bete Dich an u. s. w. wie oben. nist Schmerzensmutter Maria! Der, den Du vom heiligen Geiste empfangen, den Du geboren und an Deinen Brüsten gesäuget hast, liegt nun als Leichnam in Deinem Schooße da. Sieh', Himmel und Erde trauern mit Dir, da das von Simeon geweifsagte Schwert Deine Seele durchbohrt. Von Mitleid und Weh durchdrungen trauere auch ich mit Dir, Du leidensvolle Mutter Jesu, bitte Dich aber auch, um Deines großen Schmerzens willen wollest Du mich der 243 Gnade und Barmherzigkeit Deines göttlichen Sohnes jest, besonders aber einst in meiner Sterbstunde anempfehlen. Amen. - — Vater unser 2c. Ehre sei Gott dem Vater zc. V. Gekreuzigter Jesu, erbarme Dich unser. B. Und der armen Seelen im Fegefeuer. Sieh', o Jefu, meine Trauer, Da man Dich vom Kreuz herab Nimmt, sieh' meiner Wehmuth Schauer, Da man Dich legt in das Grab. Hilf mir u. f. w. Vierzehnte Station. Jesus wird in das Grab gelegt. V. Ich bete Dich an u. f. w. wie oben. Dein heiliger Leichnam, o Jesu! wird nun ins Grab gelegt; Deine Seele aber ist zur Vorhölle hinabgestiegen, um den frommen Altvätern das Heil der Erlösung zu verkünden. So hast Du also Alles auf Dich genommen, haft Keinen von Deiner Liebe ausgeschlossen! Wohl stehe ich trauernd an Deinem Grabe, weil unsere Sünden es Dir bereitet haben. Bedenke ich aber, daß Du als Ueberwinder des Todes glorreich wieder daraus hervorgegangen bist, so erfüllt heilige Freude mein Herz, und rufe ich mit 16* 244 aufrichtiger Reue, inbrünstiger Liebe und festem Vertrauen zu Dir: Laß, o Jesu, Dein Grab das Grab meiner Sünden sein, laß an demselben zu einem neuen, heiligen Leben mich auferstehen, erwecke und führe mich einstens aus meinem Grabe verklärt heraus und laß mich zur seligen Vereinigung mit Dir gelangen. Amen. Vater unser 2c. Ehre sei Gott dem Vater 2. V. Gekreuzigter Jesu, erbarme Dich unser. . Und der armen Seelen im Fegefeuer. - - Jesu! hier an Deinem Grabe Bitt' ich Dich, nimm weg von mir, Was ich Uebles an mir habe, Daß ich scheide rein von hier. Hilf mir u. f. w. Schluß- und Dankgebet. Göttlicher Erlöser! Wir haben nun in Deinem Leiden und in Deinem Tode Dich betrachtet, haben Deine unendliche Aufopferung und Liebe geschaut, sind Zeugen Deiner Geduld und Sanftmuth, so wie Deines Gehorsams bis in den Tod gewesen. Viel hast Du auf diesem Deinen Todeswege bis zu Deinem Grabe uns gelehrt. War auch verschlossen Dein Mund, so hat uns dennoch Dein Anblick, ja - 245 - sogar Dein Schweigen gepredigt. Hörten wir auch wenig Worte von Dir, so unterrichtete uns doch reichlich Dein Beispiel. Sahen wir Dich auch nichts Außerordentliches thun, so sahen wir Dich doch überreich verdienstlich leiden. Wir danken Dir, barmherziger Erlöser! für alle heilvollen Lehren und himmlischen Gnaden, die Du in dieser Stunde uns gegeben haft. Wir bitten Dich aber auch, o Jesu! vollende an uns, was Du an uns angefangen hast. Präge tief in unsere Herzen ein, was Du durch Wort und Beispiel uns gelehret hast, und erleuchte uns und gib uns Kraft, daß wir in unserm Leben es auch ausprägen; daß wir in eben solcher Geduld und Ergebung, Sanftmuth und Demuth, Liebe und Beharrlichkeit, in eben solcher Selbstverläugnung und solchem Gehorsam gegen Dich und Deinen Vater im Himmel ausdauern bis an unser Ende. Amen. Daß ich Deinen Willen übe, Treu Dir diene jederzeit, Daß ich Dich von Herzen liebe, Bin, o Jefu, ich bereit. Hilf mir u. f. w. -246- Am Aschermittwoche. Aus Staub bin ich und zu Staube soll ich wieder werden. Mein Leib, so kräftig er nun noch ist und so viel ich verwende, ihn zu erhalten, zu ernähren und zu zieren, wird dennoch sterben, zerfallen und verwesen, eine Beute des Moders und der Würmer werden. Nur mein Geist lebt fort und geht entweder in den Frieden Gottes ein, um ewig in Jhm sich zu freuen, oder aber wird verwiesen von Gott an den Ort unsäglicher und ewiger Leiden. Denn wo der Baum hinfällt, da bleibt er liegen, sei es nun gegen Mittag oder gegen Mitternacht, und aus der Hölle ist keine Erlösung mehr. Und gibt es zwar allerdings noch einen Ort, in den ich kommen kann, wenn der Himmel mich in seine Se ligkeit nicht gleich aufzunehmen vermag, einen Ort, in welchem mir aber die Seligkeit so ge wiß ist, als besäße ich sie schon, so komme ich auch an diesen nur dann, wenn ich in Gottes Gnade von dieser Erde scheide, und ist auch dieser Ort gar schmerzlicher Leiden voll. Bedenke ich, daß, o Gott, der Tod gewiß, das Gericht auf dem Fuße folgend, der Himmel unaussprech 247 lich freudenvoll, das Fegefeuer höchst schmerzlich, die Hölle furchtbar und erschrecklich ist; so muß ich in meinem Innersten erbeben, und weil ich, wenn ich jetzt schon vor Dir erscheinen müßte, nicht bestände vor Deinem gerechten Gerichte, so rufe ich in Demuth und mit aller Inbrunst meines Herzens: Herr, schone, schone noch, gebiete noch dem Tode, daß er nicht in Staub mich kehre, ehedenn ich Buße gethan vor Dir. Es ist jetzt die Zeit der Buße; Herr schenke fie mir noch und mache, daß ich weise sie benüße. Es ergehen jetzt durch den Mund Deiner heiligen Kirche so viele Aufforderungen zur Buße an mich; Herr, gib, daß ich folge. Es schwebt das Leidensbild Deines Sohnes mir vor Augen. Herr, mache, daß ich es oft betrachte und Sein Leiden mir zu Herzen nehme. Es schreibt die Kirche jetzt ein strengeres Fasten vor; Herr, bewege mich, daß ich ihm willig mich unterziehe und meinen Leib kasteie, um unter die Dienstbarkeit des Geistes ihn zu bringen und die Begierlichkeit, die Quelle meiner vielen Sünden, mehr zu unterdrücken. Es schweigt aller Weltlärm und alles sündhafte Freudengetümmel; Herr, kehre Du nun in mein Herz ein und rede in - - - 248 der Einsamkeit und heiligen Stille zu mir, gib mir Erkenntniß, wahre Reue und Verzeihung meiner Sünden um der Verdienste der Leiden Deines Sohnes willen, die Er auch für mich erduldet hat. Laß für Alle, die Dein Sohn erlöset hat, die gegenwärtige Zeit eine Zeit der Gnade und des Heiles werden. Amen. - Fastenlied. 1901. Laß mich Deine Leiden singen, Dir des Mitleids Opfer bringen, Unverschuldtes Gotteslamm! Das von mir die Sünde nahm; Jesu! drücke Deine Schmerzen Tief in aller Christen Herzen! Laß mir Deines Todes Pein Trost in meinem Tode sein! 2. In's Gericht für Menschen treten, Zum erzürnten Vater beten, Seh' ich Dich, mit Blut bedeckt, Auf den Delberg hingestreckt. Jesu! drücke Deine Schmerzen u. s. w. 3. Dich zu binden und zu schlagen, Zu beschimpfen und zu plagen, Nahet sich der Feinde Schar, Und Du gibst Dich willig dar. Jesu! drücke Deine Schmerzen u. f. w. 249 indu 4. Von den Richtern, die Dich haffen, Wilden Kriegern überlassen, Strömet Dein unschuldig Blut Unter frecher Geißeln Wuth. Jesu! drücke Deine Schmerzen u. f. w. - - 5. Unter lautem Spott und Hohne Seh' ich eine Dornenkrone, Die, mein Heiland, scharf gespißt, Deine Stirne schmerzlich rigt. Jesu! drücke Deine Schmerzen u. s. w. Wundenvoll, erblaßt, entkräftet, An das Opferholz geheftet, Seh' ich, wie ein Gottmensch stirbt, Und den Sündern Heil erwirbt. Jesu! drücke Deine Schmerzen u. s. w. Heiland! meine Missethaten Haben Dich verkauft, verrathen, Dich gegeißelt und gekrönt, An dem Kreuze Dich verhöhnt! Ach, es reuet mich von Herzen! Laß, mein Heiland! Deine Schmerzen Deines Mittlertodes Pein, Nicht an mir verloren sein, FR Am ersten Fastensonntage. Mein Jesu! so gern ich ganz Dir eigen sein und in allen Wegen Deinen Willen vollziehen - 250 YOU BE möchte, so schwer wird es mir bei meinem besten Willen; denn ist es nicht der böse Geist, der durch seine Einflüsterungen mich zur Sünde reizt, so ist eine verführerische Welt um mich, die mir Fallstricke legt und durch Wort und Beispiel Nergerniß gibt; und hätte ich auch diese überwunden, so trage ich den gefährlichsten Feind meines Heiles in mir selbst herum und fühle ich bei jeder Gelegenheit die böse Begierlichkeit in mir, die mir zur Versuchung und zur steten Prüfung wird. Doch nicht klagen will ich, o Herr! Auch Du bist ja versucht worden. Ich, der Jünger, bin nicht größer oder mehr, als Du, der Meister. Ist es Dir widerfahren, soll es dann nicht auch mir geschehen? Wollte ich keine Versuchungen haben, so müßte ich ja aus der Welt gehen. Auch läsfest Du zu meinem größern Heile die Versuchung zu, daß nämlich mein Glaube stärker, meine Tugend kräftiger, mein Lohn im Himmel größer werde. Und nicht ohne Rath und Hilfe hast Du den Versuchungen mich überlassen, vielmehr hast Du huldvoll für beides gesorgt. Rath und Lehre gibt mir Dein Beispiel, Hilfe aber schafft mir Deine Gnade. Dein Beispiel lehrt mich, Gott vor Augen haben, - 251 Seinen Namen anrufen, Seiner Gebote gedenken und standhaft der Versuchung widerstehen. Deine Gnade aber stärkt mich zum Kampfe und gibt mir den Sieg. Ich bitte Dich also nicht darum, daß Du die Versuchungen von mir nehmest, sondern nur um dies rufe ich zu Dir: Laß mich nie über meine Kräfte versucht werden und steh' mir in jeder Versuchung bei, daß ich sie glücklich überwinde. Amen. - Am zweiten Fastenfonntage. Herr Jesu! wenn schon die Herrlichkeit Deiner verklärten Menschheit so unaussprechlich groß war, daß selbst Deine auserwählten Apostel ihren Glanz nicht schauen konnten, sondern niederfallend zur Erde im Staub ihr Angesicht verhüllten, wie groß muß erst die Herrlichkeit Deiner Gottheit im Himmel sein! Und diese soll ich dereinst schauen dürfen; in ihrem Glanze soll auch ich dereinst mich freuen. O zu wie Grosem hafst Du mich berufen! Wie erhöhest Du die Deinen, die Dich lieben! Soll nun noch auf Erden etwas meine Sinne fesseln und mein Herz vergnügen können? Nein, mein Jeſu! Gern will ich Allem entsagen, gern will ich - 252 jedes Opfer bringen, das Du verlangst, wenn ich nur einst in Deiner Glorie Dich schauen kann. Da Du selbst nur durch Leiden in diese Deine Herrlichkeit eingegangen bist, will ich auch den Leidensweg nicht scheuen. In jeder Trübsal, die Du sendest, bei jedem Mißgeschicke, das mich trifft und wann was immer mir begegnet, was mir widrig ist, will ich in Demuth mich vor Deinem Willen beugen, der es zuläßt oder sendet, will der Worte denken, daß Denen, die Gott lieben, Alles zum Besten gereicht, und daß die Leiden dieser Zeit, mit jener Herrlichkeit verglichen, die einstens an uns offenbar werden wird, gar nicht der Rede werth sind. Dir opfere ich daher alle auf, o Jesu! und vereint mit Deinen Leiden auf Erden, wollest Du, o Jeſu! Deinem himmlischen Vater sie darstellen, auf daß mir Verzeihung und Friede diesseits, der Mitgenuß Deiner Seligkeit aber jenseits zu Theil werde. Amen. - Am dritten Fastensonntage. Nichts wäre wahrhaft gefährlicher und schrecklicher für mich, o mein liebevoller Erlöser, als wenn ich, einmal bekehret zu Dir, mich von Neuem 253 von Dir trennte, wenn ich in die Sünde, die ich mit Deiner Gnade verlassen, schmählich wieder fiele. Du selbst hast ja gesagt: Wer seine Hand an den Pflug legt und wieder zurücksieht, der ist nicht tauglich für das Himmelreich." Auch hast Du die so ernsten Worte gesprochen, daß der letzte Zustand eines Menschen, in dessen Herz der unreine Geist wieder zurückkehrt, ärger als der erste ist. Laß mich dies recht lebhaft erkennen und bewahre mich vor jedem Rückfall in die Sünde. Sei ganz mit mir, o Jesu! und laß auch mich mit Dir sein; bin ich nicht ganz mit Dir, so bin ich ja schon wider Dich. Nicht mein halbes Herz genügt Dir ja; Du willst es ganz haben; nur wenn es ganz sich hingibt, nimmst Du es. So höre also meine Bitte, Du, der König meines Herzens, nimm mich ganz hin und mach mich vollkommen zu Deinem Eigenthum. Du hast das erste Recht an mich; durch Dich bin ich ja erlöset, durch Dich lebe, durch Dich bin ich; Du bist das Leben der ganzen Welt. Dich mögen daher auch Alle erkennen und loben und preisen, und wie sie Dich erkennen, so mögen sie auch Deine heilige Mutter erkennen und ehren, wie jene Frau sie erkannt und ge- - 254ehrt hat, die unter dem Volke ihre Stimme erhob und Deine Mutter selig pries. Aber nicht nur ihren Preis laß Dir von uns gefallen, o Jesu, auch ihre Fürbitte für uns nimm gnädig auf. Du selbst hast sie uns ja zur Mutter gegeben; wenn sie daher bittet für uns, ihre Kinder, so erhöre sie gnädig. Insbesonders aber dann erhöre sie, wenn sie als die Zuflucht der Sünder für uns bitter und unsere Seelen Deiner Erbarmung empfiehlt. Gib uns dann Liebesreue, daß wir beweinen unsere Schuld und nach erlangtem Herzensfrieden und mit der Hilfe Deiner uns wieder geschenkten Gnade beharrlich in unsern guten Vorsätzen keine größere Furcht kennen, als Dich aufs Neue zu beleidigen. Laß Deine heilige Mutter vornehmlich in der Todesstunde unsere Schüßerin sein, laß von ihr an Deinen Thron uns führen und sie beim Gerichte für uns bitten. Sei ihretwillen uns gnädig und nimm uns in ihre selige Gemeinschaft auf. Amen. d - Am vierten Fastensonntage. Herr Jesu! laß den Eifer, mit dem das lernbegierige Volk Deiner Zeit bis in die Wüste 255 Dir nachging, um Deine Worte zu hören, mir zum Beispiel und zur Lehre dienen. Hungernd und durstend nach der Gerechtigkeit, vergessen sie selbst Speis und Trank und überlassen sie Dir, der Du für ihre Seelen sorgst, auch ihre leiblichen Sorgen. So hast Du aber selbst es gewollt, da Du gesprochen hast: ,, Suchet nur zuerst das Reich Gottes und Seine Gerechtigkeit, das Uebrige wird euch dann schon auch gegeben werden." Sie thaten, wie Du befohlen hast, und darum thatest auch Du, wie Du versprochen hast. Wunderbarer Weise deckest Du ihnen, auch wenn es in der Wüste war, durch Deine Allmacht den Tisch und nährest und sättigest, wie ihre Seelen, so auch ihre Leiber.- Laß, o Jesu! auch mich zuerst Dein Reich suchen und vor allem nach dem Du, trachten, was der Seele noth thut. der Getreue, wirst dann gewiß auch meine leiblichen Bedürfnisse befriedigen, wirst meine Arbeit fegnen und gedeihen lassen, wirst vor Noth und Mangel mich bewahren. Auf Dich baue und vertraue ich, Dir empfehl' ich Leib und Seele. Der Du der Seelen solche Sorge trägst, daß Du mit Deinem Fleisch und Blut sie nährest, wirst auch den Leibern geben, dessen — - 256 sie bedürftig sind. Laß mich nur auch genügsam sein und gib mir ein dankbares Herz, das Dich für alle, auch für die kleinsten Deiner Gaben preist. Und gib, daß ich, Deiner Güte und Milde folgend, in Zeiten der Noth und des Mangels von meinem Ueberflusse gern den Nothleidenden und Armen helfe, damit Alle erkennen, daß Du, der Vater der Armen, Keinen ver läsfest, der vertraut auf Dich, und daß Du gnädig Allen gibst, was sie bedürfen. Amen. - - Am fünften Fastensonntage. O Jesu, der Du so heilig gelebt, daß selbst Deine bittersten Feinde Dich keiner Sünde zeihen konnten, welche Wehmuth erfüllt mein Herz, wenn ich bedenke, welche Lästerungen sie dennoch wider Dich ausstießen, wie sie Dich verfolgten, wie sie selbst Steine nach Dir warfen, Dich in ihrem Grimm zu tödten. Welche Freude aber durchglüht wieder mein Innerstes, wenn ich Deine Sanftmuth, Deine Liebe und die himmlische Ruhe sehe, mit der Du solcher Bosheit gegenüber Dich benommen hast. I was für ein herrlicher Spiegel bist Du mir da! Mit welch' einem schönen Beispiele leuchtest Du mir! Nicht 257. - mit Erbitterung und ungestümen Eifer, nicht mit Zorn und Rachsucht, sondern mit Sanftmuth und Geduld, in Demuth und in Ruhe will ich die ungerechten Beschuldigungen meiner Feinde abweisen und durch Liebe sie besiegen. Und würfe man auch Steine nach mir, wollte man mich ganz und gar unterdrücken und verderben, o so laß bei Dir mich eine Zuflucht finden, laß in Deinem Herzen mich verbergen und bei Dir Ruhe, Trost und Frieden erlangen. Wenn man mir nur die Ehre nicht raubt, Dir wohlgefällig zu sein, wenn man mich nur um mein ewiges Leben nicht bringt: die Ehre vor der Welt und das zeitliche Leben sammt ſeinen Gütern opfere ich gerne auf, wenn ich es nicht anders als durch Sünden erhalten könnte. Stärke mich, o Jesu! daß diese meine Entschlüsse kräftig genug seien, um, wenn es darauf ankommt, auch zur That werden zu können und gib mir, wenn die Welt mich verfolgt, jenen Frieden, den die Welt nicht geben, aber auch nicht nehmen kann, den Frieden mit Dir, den Frieden eines guten Gewissens, den Frieden des ewigen Lebens. Amen. 17 - 258 - Am Palmsonntage. Göttlicher Erlöser! Wie jauchzt das Volk und wie frohlockend zieht es Dir entgegen, da Du Deinen Einzug zum Feste in Jerusalem hältst. Ach, Du selbst willst an diesem Feste das Opfer sein und hörst hinter dem Hosannah- Rufe schon das: Kreuzige Ihn! Kreuzige Ihn! Nichtsdestoweniger läsfest Du den Jubelruf Dir gefallen, den das Volk Dir bringt und streckst Du fegnend Deine Hand über dasselbe aus. Denn Du, der Du die Herzen der Menschen kennst, wie ver änderlich und unbeständig sie sind, und wie viel die Verführung über sie vermag, hast Mitleid mit ihnen und statt daß Du züchtigest und strafft, weinst Du über die Verblendeten Thränen der Liebe. O daß doch diese Thränen sie erweicht, daß doch Dein erbarmendes Mitleid ihr Herz ergriffen hätte! Daß doch Deine Langmuth alle Sünder zur Buße führte und Dich zu lieben bewegte, wenn schon Deine Gerechtigkeit ſie noch nicht erschreckt. Deine Liebe, o Jesu, die so schonend unsern Mängeln zusieht und so viele Zeit zur Buße uns läßt, soll mehr noch, als Deine Gerechtigkeit mein Herz bewegen, daß 259 es treu Dir diene. Der Du Erbarmen haft mit mir, wie eine Mutter mit ihrem Säugling, und weniger mein vergissest, als eine Braut ihres Schmuckes vergißt, laß durch Deine Liebe zur innigsten Gegenliebe mein Herz entzündet werden. Laß es beständig sein in Deinem Dienste, beharrlich in seinen guten Vorsägen, anhaltend im Gebete, ausdauernd und unverdrossen eifrig in allen Werken und Uebungen des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe bis ans Ende. Amen. - Die Charwoche. Wohl ist die ganze heilige Fastenzeit der Betrachtung des leidenden Erlösers geweiht, aber besonders in der lebten Woche sollst du hierin unermüdet sein. Stoff hiezu geben dir die heiligen Evangelien, in denen du nach Matthäus, Markus Lukas und Johannes des Herrn Leidensgeschichte lesen kannst. Aber auch der schmerzhafte Rosenkranz mit seinen Geheimnissen kann dir recht füglich dazu dienen. Betrachte also: Am Montage. Die Todesangst Christi am Velberge. Wie tief, o Jesu! hat sich die Herrlichkeit und Glorie Deiner Gottheit verhüllt und wie liegst 17* 260 Du, gleich dem letzten und verachtetsten aller Menschen auf Deinen Knien im Staube da! Der Tod stellt sich Dir dar mit allen seinen Schrecknissen und Du bebest vor dem Uebermaß der Leiden, das in Kürze über Dich hereinbrechen soll. Blutiger Schweiß dringt aus Deinem ganzen Leibe und in dem Vorgefühle Deiner Leiden und der Angst des Todes vergehest Du schier. O wie furchtbar muß, was Dir bevorstand, gewesen sein, da selbst Du vom bloßen Vorgefühl so tief gebeugt wurdest. O, in was immer für einer Angst ich mich befinden möge, in der Nähe des Todes insbesonders, laß Deiner übergroßen Angst und Deines Lebens mich gedenken, laß aber ebenso an dem Vertrauen auf Gott mich aufrichten und mit eben der vollkommnen Ergebung mich sprechen: ,, Vater, wenn es möglich ist, so gehe der Kelch dieses Leidens vorüber, ohne daß ich ihn trinke; aber nicht mein, sondern Dein Wille geschehe." Sende mir dann auch Deinen heiligen Engel, daß er mich stärke, auf daß mir weder Kleinmuth noch Verzagtheit nahe, sondern daß ich muthig und vertrauend auf Dich dem Leiden, das mich erwartet, oder dem Tode, der mir bevorsteht, entgegensehe. Amen. - 261 Bete den Glauben, ein Vater unser und zehn Ave Maria mit Einlegung der Worte nach dem Namen Jesus: Der für uns Blut geschwißet hat. - - Am Dienstage. Die Geißelung Jesu. An einen Pfahl gebunden und entblößt steht der König der Herrlichkeit vor den Augen eines ganzen Volkes da und empfängt von den, aller Menschlichkeit und alles Gefühles baren Kriegsknechten die entsetzlichen Geißelhiebe. Furchtbar wahr ist's geworden, was David den leidenden Erlöser klagen läßt, daß Gesundheit und Kraft ihn umrungen, raubende und brüllende Löwen ihren Rachen wider Ihn aufgesperrt und Seine Gebeine zählbar gemacht haben, da sie durch die zerfleischenden Hiebe dieselben bloß legten. Und diese Schläge empfing der Heiland von Denen, die Er liebte, für die Er als Lehrer und Erlöser gekommen, denen Er ein Helfer in allen ihren Nöthen und ein mit himmlischer Liebe wohlthuender Freund war. Diese Schläge erlitt Er für die in Sünden verweichlichte Welt, für uns, die wir nur genießen und nichts leiden - 262 wollen, für mich auch, der ich schon das kleinste Leiden fürchte. O Jesu, lehre mich durch den Unblick dieses Deines unermeßlich großen Leidens einen jeden unerlaubten sinnlichen Genuß aus ganzer Seele hassen und fliehen; lehre jedes Ungemach mich dulden, das, so groß es mir auch scheinen mag, mit Deinem Leiden verglichen, nichts ist; lehre mich es aufopfern in Vereinigung mit Dir, zur Tilgung meiner Schulden im Geist der Buße. Amen. - Bete ein Vater unser und zehn Ave Maria mit den eingelegten Worten: Der für uns gegeißelt worden ist. Am Mittwoche. Die Dornenkrönung Jesu. Sanftmüthigster und demüthigster Jesu, der Du in Deinem liebreichen Herzen selbst mit Deinen Feinden Mitleid trugest und in Deiner Demuth selbst den Niedrigsten ein Diener warst: wie quält man Dich in Deinen namenlosen Leiden auch mit Spott und Hohn, wie grausam boshaft wirst Du mit Dornen gekrönt! Du bist der König der Menschen! Denn, wem sind sie sonst eigen, als Dir, der Du sie erschaffen hast 263 und erhältst und leitest. Und dennoch verhöhnt man Dich auf eben so schmerzliche, als schimpfliche Weise. Wie weh thut mir der geringste Spott, die unbedeutendste Unbild, die leiseste Verhöhnung, wie kränkt mich schon das stillste Lächeln über irgend etwas oft sogar wirklich Fehlerhaftes an mir! Mein Stolz ist Schuld daran. Mein Hochmuth ist noch nicht gebeugt, und meine Selbst- und Eigenliebe ist so sehr empfindlich. O daß die Verspottung und Verhöhnung, die man Dir anthat, daß Deine schmachvolle Dornenkrönung mir vor Augen schwebte, wenn in was immer für einer Weise mein Stolz sich beleidigt fühlt. O daß Du mich lehrtest, sanftmüthig und demüthig, so wie Du zu sein! Ich würde viel mehr Frieden haben, ich dürfte gewisser mit dem Gedanken mich trösten, Dein Jünger zu sein. Amen. Bete ein Vater unser und zehn Ave Maria mit den eingelegten Worten: Der für uns mit Dornen gekrönet worden ist. Am Donnerstage. - Die Kreuztragung Christi. ,, Wer Mein Jünger werden will," so sprachst Du einst, o Jesu! ,, nehme sein Kreuz auf sich 264 - und folge mir nach." Dein Kreuz hast Du selbst getragen. Dieses, oder ein eben so schweres legst Du Niemanden auf; denn Du missest wohl die Kraft, die der schwache Mensch hat. Unser Kreuz ist nur ein Splitter Deines Kreuzes. Und doch, o Jesu, wie oft will es unsern Muth beugen, wie oft will es uns zu Boden drücken! Was ist wohl die Ursache hievon? Daß wir allzeit aufrecht gehen, daß wir frei von jeder Last, daß wir immer ohne Bürde, ohne Joch und ohne Trübsal sein wollen, das ist die alleinige Ursache hievon. Darum dünkt uns jedes, auch noch so kleine Kreuz so schwer, darum drückt uns auch die kleinste Last zu Boden, und werden wir kleinmüthig und verzagt, wenn auch das Leiden gar nicht groß ist. Gib uns, o Jesu! zum Heile unserer Seelen nur Einen Tropfen von den Bitterkeiten zu verkosten, deren Du bei Deiner Kreuztragung und bei Deinem dreimaligen Falle unter der Kreuzeslast so viele getrunken hast. Wir werden dann gern unser Kreuz tragen, sei es nun, daß wir selbst es uns auferlegt haben oder daß Du uns eines sendest. Haben wir uns selbst es auferlegt, ſo laß es zur Sühnung unserer Schuld im wahren 265 Geist der Buße uns tragen. Hast aber Du, o Herr! es uns gesendet, o so gehe uns zur Seite, erquicke uns mit Deinem Troste und laß uns Dein Joch sanft und Deine Bürde leicht sein. Amen. - Bete ein Vater unser und zehn Ave Maria mit den eingelegten Worten: Der für uns das schwere Kreuz getragen hat. Am Freitage. Die Kreuzigung Jesu. Nackt und entblößt, an Händen und Füßen von den entsetzlichen Nägeln durchbohrt und an's Kreuz geheftet, schwankt an demselben der Erlöser der Menschen empor, um zwischen Himmel und Erde hängend, den Himmel und die Erde wieder zu versöhnen. Und so unaussprechlich auch die Qualen und die Schmerzen sind: Er schweigt und da Er endlich Seinen Mund öffnet, thut Er ihn nur auf, um zu ſegnen. ,, Vater, verzeihe ihnen; denn sie wissen nicht, was sie thun.- Heute noch wirst du bei mir im Paradiese sein.- Und: Mutter, sich da deinen Sohn; Sohn, sieh deine Mutter!" Welche Worte voll himmlischer Liebe! O Jesu, 366 nur Deine Liebe fesselt Dich am Kreuze, also daß Du selbst dann es nicht verlassest, da man boshaft Deiner spottet und Dir zuruft: ,, Wenn Du Gottes Sohn bist, steig herab vom Kreuze." Du konntest es; denn Dein freier Entschluß war es ja, das Kreuz zu besteigen, Dein freier Wille war es, in den Tod Dein Leben hinzugeben für uns Sünder. O habe Dank, o Jesu, den innigsten und heißesten Dank für dieses größte Opfer Deiner Liebe, und nimm das Flehen an, das ich auf meinen Knien zu Dir sende. Laß Deinen Kreuztod den Tod meiner Sünden sein, gib mir heilige Liebesreue, sie ohne Ende zu beweinen, laß mich der Früchte Deines Opfertodes theilhaft werden und mit Andacht und Liebe stets Dein heiliges Kreuz verehren, an welchem Du die ganze Welt erlöset hast und mit welchem Du, als Deinem Siegeszeichen, im hehrsten Glanze strahlend am jüngsten Tage kommen wirst, zu richten die Lebendigen und die Todten. Sei mir dann gnädig, Jesu, Herr und Gott. Amen. - - Bete ein Vater unser und zehn Ave Maria mit den eingelegten Worten: Der für uns gekreuziget worden ist. - 267 - Am Samstage. Die Grabesruhe Jesu. Herr des Lebens, der Du auch nach Deiner menschlichen Natur dem Tode nicht unterworfen warst, weil die Ursache und Schuld des Todes, die Sünde von Dir ferne war, Der Du nur freiwillig zur stellvertretenden Buße für uns in den Tod gingst: an Deinem Grabe flehe ich zu Dir um Erbarmen und Gnade. Mit der Liebe und erlösenden Huld, mit der Dein Geist zur Vorhölle hinunterstieg, während Dein Leib im Grabe ruhte, um den frommen Altvätern das erworbene Heil zu bringen und die Erfüllung ihrer Hoffnung zu verkünden: mit eben der Liebe suche auch mich heim, o Jesu! und bringe mir den Frieden; stille die Sehnsucht meines Herzens, das einzig nach Dir verlangt, und lasse mich Ruhe finden in Dir. Erbarme Dich auch aller Derer, deren Geist, während ihr Leib in der Grabesnacht liegt, auf Deine erlösende Huld noch wartet. Steig' auch zu ihnen hinab, tröste, erfreue und beglücke sie mit dem beseligenden Rufe zu Deiner Anschauung. Laß an Deinem Grab, o Jesu! auch meines Grabes mich ge -268 denken und durch den Gedanken daran zu einem der Sünde abgestorbenen und nur Dir geweihten, frommen und heiligen Leben mich ermuntert werden. Amen. - Bete ein Vater unser und zehn Ave Maria mit den eingelegten Worten: Erbarme Dich der armen Seelen im Fegefeuer, und das apostolische Glaubensbekenntniß. Die heilige Osterzeit. Hast du, o Christ, in der heiligen Fastenzeit in heilsamer Buße getrauert, und durch Gebet und Betrachtung, Abtödtung und Fasten, Einsamkeit und Stille mit dem leidenden Erlöser Dich vereint: so wach' nun auf zur heiligen Freude; denn sieh' dein Erlöser ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen, hat Stein und Siegel überwältigt und ist hervorgegangen zu einem neuen Leben, dem kein Tod mehr folgt. Das freudige Alleluja kündet dir diese große Thatsache, durch welche nicht nur die Wahrheit der Lehre Jesu, sondern auch die Gewißheit der Erlösung besiegelt und uns Allen die Zuversicht geschenkt worden ist, daß auch wir einstens auferstehen werden. Aber nicht nur eine Stimme des Frohlockens ist das Alleluja, sondern 269 es ist auch eine Stimme des Heils; denn es heißt so viel, als: Lobet Gott. Lobe und preise also Gott durch freudigen Dank für alle durch Jefum und Seine Auferstehung erworbenen und besiegelten Güter und Gnaden, durch Jubeln und Frohlocken mit der ganzen heiligen Kirche, durch lebendige Theilnahme an der Osterfreude und durch ein geistig erneutes, heiliges Leben. - Bur Feier der Auferstehung. Osterlied. 1. Der Heiland ist erstanden, Befreit von Todesbanden, Der, als ein wahres Osterlamm, Für mich den Tod zu leiden kam. 2. Nun ist der Mensch gerettet Und Satan angekettet; 3. Der Tod hat keinen Stachel mehr, Der Stein ist weg, das Grab ist leer. Alleluja! Der Sieger führt die Scharen, Die lang gefangen waren, Alleluja! 270In Seines Vaters Reich empor, Das Adam sich und mir verlor. — - wie die Wunden prangen, Die Er für mich empfangen! Wie schallt der Engel Siegsgefang Dem Starken, der den Tod bezwang! 5. Mein Glaube darf nicht wanken, Otröstlicher Gedanken! 6. Die Nacht, die dort mich decket, Bis mich der Engel wecket, Alleluja! Ich werde durch Sein Aufersteh'n Gleich Ihm aus meinem Grabe geh'n. Meer der Seligkeiten! Ein'n Ort mir zu bereiten, Alleluja! Ging mein Erlöser hin vor mir; Erstandener, ich folge Dir! Ist kurz; dann ruft mein Heiland mich In's Reich, wo Niemand stirbt, zu Sich. Alleluja! Alleluja! Alleluja! 271. 8. Ja, durch ein neues Leben Will ich zur Höhe streben, Wo Du mit Deinem Vater thronst, Und jede gute That belohnst. - - Alleluja! 9. Dann werd' ich im Gerichte, Vor Deinem Angesichte, Von Deinem Blute glänzend steh'n, Und zu des Lammes Hochzeit geh'n. Alleluja! 10. Alleluja! Alleluja! Alleluja! Wie Du vom Tod erstanden bist, Laß uns ersteh'n, Herr Jesu Christ! Alleluja! Gebet. O Gott, der Du durch Deinen Eingebornen, den Ueberwinder des Todes, die Pforten der Ewigkeit uns eröffnet hast: gib, daß wir die heiligen Entschlüsse, die wir mit Deiner zuvorkommenden Gnade gefaßt, durch die Kraft Deines hilfreichen Beistandes auch treulich in's Werk setzen und in der Neuheit des Lebens in Christo Dir wohlgefällig wandeln mögen. Amen. - 272 - Am Ostersonntage. Christen, bringt dem Osterlamme, a Welches an dem Kreuzesstamme Uns erlöset wunderbar, Lob und Dankesopfer dar. Da gestritten Tod und Leben, Hat der Fürst Sich hingegeben; Und Der da gestorben war, Herrschet lebend immerdar. Maria, gib uns Kunde, Was du zu so früher Stunde An dem Grab gesehen haft? ,, Weg gewälzt die Steineslast" Sah ich, und nebst den Gewanden Daß der Heiland auferstanden. Auch die Engel zeigten klar, Daß der Herr erstanden war." Herr, wir glauben an Dein Leben, Das Du wieder Dir gegeben. m3 König, Sieger voll Erbarmen, Habe Mitleid mit uns Armen! Amen. Alleluja. Gebet. B Jesu, Du glorreicher Sieger über Tod und Grab, Der Du triumphirend hervorgingst zum neuen, verklärten Leben, und den Deinen 273 erschienst, sie zu trösten und ihren Glauben neu zu stärken; wir beten Dich an in Deiner sieg gekrönten Herrlichkeit und Schöne, wir loben und preisen Dich ob Deiner Macht und Güte, und bitten Dich, Du wollest jetzt schon zum neuen Leben in Deiner Gnade, einst aber zum seligen Leben in Deinem ewigen Reiche uns erwecken. Amen. - - Am Montage und den folgenden Tagen der Osterwoche. O Jesu, wie wahrhaft bist Du der gute Hirt, der den verirrten Schäflein nachgeht, bis Er fie alle findet und zu Seiner Heerde wieder zurückbringt! Wie ist es Deine einzige Sorge gewesen, nach Deiner Auferstehung die Deinigen wieder zu sammeln und aus der 3erstreuung, in die sie Dein Leiden und Tod gebracht, unter= einander und mit Dir wieder zu einen. Du erscheinst dem Petrus und verzeihest ihm und liebst ihn wieder. Du zeigst Dich der Magdalena, tröstest sie in ihrem Kummer und trockneft ihre Thränen. Du trittst in die Mitte Deiner Jünger, um sie zu überzeugen, daß Du lebest. Ja selbst den schon von Dir sich Entfer= 18 S 274nenden gehst Du nach, wie den Jüngern, die Jerusalem verließen und nach Emmaus zogen, und den schon ganz entschieden ungläubigen Thomas führst Du so sanft als liebreich und bekümmert zum Glauben an Dich und zum Heile zurück. Auch mir gehst Du so nach, mein Jesu, auch mich suchst Du allenthalben auf, um mich zu Dir und meinem Heil zu führen! O daß ich Dir doch folgte! Ich wünsche und verlange es, o mein Jesu; denn bei Dir allein ist ja Heil; Du allein hast Worte des ewigen Lebens. Nur die Kraft fehlt mir oft, mich von allem dem loszumachen, was mich noch abhält, Dir gänzlich zu folgen, was mich aber darum auch fern vom vollen Frieden hält. Gib mir, o Jesu, diese Kraft; gib, daß der Friede, den Du den Deinen als der vom Tode Erstandene gebracht hast, auch mir zu Theil werde. Amen. - - Am weißen Sonntage. Der dreimal Seligen gedenke ich heute, die wiedergeboren aus dem Wasser und dem heiligen Geiste in der Taufe, und in die Gemeinschaft Deiner Kirche aufgenommen, im weißen Kleid der Unschuld an dem heutigen Tage vor Deinen 275 Altären, o Jesu, erschienen, ihr Taufversprechen erneuerten und an Deinem Gnadentische Dein Fleisch und Blut empfingen. Mächtig fühle ich mich hiedurch gedrungen, auch meiner Aufnahme in Deine Kirche durch die Taufe zu gedenken, Dir zu danken für Deine Güte, die mich aufnahm, ehe ich Dich noch kannte, die mich schon liebte, ehe ich der Gegenliebe noch fähig war. Auch ich erneuere heute mein Taufgelübde vor Dir, o Jesu, verspreche zu glauben an den dreieinigen Gott, der mich erschaffen, erlöst und geheiligt hat, an Alles, was Er geoffenbart und durch den Mund der Propheten und Apostel gelehrt hat, und was die heilige, römisch- katholische Kirche, als deren Glied ich zu leben und zu sterben verlange, zu glauben vorstellet. Ich widersage von ganzem Herzen dem Teufel, seiner Hoffart und allen seinen Werken. Ich widerfage auch allen Sünden, der Pracht und allen verführerischen Lehren der Welt. Ich bin entschlossen, ein christliches Leben zu führen. Gott stärke mich in meinem Vorsage durch Seine allmächtige Gnade. Umen. - - 18* - 276- An den Bitt- Tagen. Herr, Gott! als Deine Kinder erscheinen wir vor Dir, dem Vater aller Menschen und Geber jedes Guten, mit der flehentlichen Bitte um Deinen uns unentbehrlichen und unumgänglich nöthigen Segen. Es hat der Landmann die Felder bestellt, er hat gearbeitet im Schweiße seines Angesichtes und der der Erde anvertraute Same keimt bereits und sproßt hervor, um Frucht zu bringen zu unserer Leiber Nahrung. Allein erst von Dir hängt das Gedeihen ab und Dein Segen muß erst uns're Hoffnung schirmen. Um diesen bitten wir Dich daher mit aller Inbrunst unsers Herzens. Richte Regen und Sonnenschein in Deiner Güte so ein, daß die Erde Frucht bringe und mit dem zum Leben Nöthigen unser Herz erfreuet werde. Zwar sind wir Sünder vor Dir und unwürdig Deiner vielen Gaben; aber gedenke, o Herr, nicht unserer Missethaten, sieh' uns're Reue an und sei um der Verdienste Deines Sohnes willen uns gnädig. Wende gütigst Noth und Mangel, wende Ungewitter, Blitz und Hagel, Krieg und Krankheit von den Deinen ab und laß uns unter Deiner schirmenden 277Hand von allen Uebeln des Leibes befreit, auch den Uebeln der Seele, den Sünden kräftigst widerstehen und mit Deiner Gnade eifrig Gutes wirken. Amen. - Bußlied. 1. Strenger Richter aller Sünder, Treuer Vater Deiner Kinder, Der Du in dem Himmel wohnst, Drohest, strafest und belohnst: Höre gnädig uns're Bitte, Wende ab von uns'rer Hütte Krankheit, Krieg und Hungersnoth, Gib uns unser täglich Brot. 2. Jeden Tag, ja jeden Morgen Kannst Du Alle wohl versorgen, Du bist unermeßlich reich, Nichts ist Deiner Güte gleich. Höre gnädig unf're Bitte u. f. f. 3. Alles kommt von Deinem Segen, Du gibst Sonnenschein und Regen, Daß die Feldfrucht wächst und blüht, Daß man reiche Ernte sieht. Höre gnädig uns're Bitte u. f. f. 278- 4. Wenn sich Ungeziefer mehren, dll, Und die Früchte uns verzehren, So geschieht's nach Deinem Rath, Wegen uns'rer Missethat. Höre gnädig uns're Bitte u. f. f. - 5. Wenn bei vielen Regengüffen, Saat und Frucht verderben müssen, So hat's Deine Hand gethan, Unf're Günd' ist Schuld daran, Höre gnädig uns're Bitte u. f. f. 6. Wenn in heißen Sommertagen Schloffen Alles niederschlagen, Was in Feld und Gärten grünt, so haben wir's verdient. Höre gnädig uns're Bitte u. f. f. Wenn bei Bliß und Ungewittern Wir an allen Gliedern zittern, So wird Deine starke Hand Erst den Sündern recht bekannt. Höre gnädig uns're Bitte u. f. f. 8. Deine Allmacht zu verbreiten, Schicktest Du zu Joseph's Zeiten: DO 279 Sieben Jahre Fruchtbarkeit, Und so lange theure Zeit. Höre gnädig uns're Bitte u. f. f. — - 9. In des Königs Achab's Tagen, Schlugst Du Israel mit Plagen, Daß die Erde dürre war, Durch drei und ein halbes Jahr. Höre gnädig uns're Bitte u. f. f. 10. Selbst der Himmel schien verschlossen, Da kein Regen sich ergoffen, Wegen der Abgötterei, Die das Volk trieb ohne Scheu. Höre gnädig uns're Bitte u. f. f. the tedajlom 11. Du gabst wunderbarer Weise Dem Elias seine Speise, Da man durch das ganze Land Schwere Hungersnoth empfand. Höre gnädig uns're Bitte u. f. f. 12. Endlich wirkte Buße Regen Und Du schicktest Deinen Segen, Du vergabst die Missethat, Als Elias darum bat. Höre gnädig uns're Bitte u. f. f. - 280 — 13. Laß auch uns Erbarmung finden, Wenn Du wegen uns'rer Sünden Ungnädig worden bist, Und das Wetter schädlich ist. Höre gnädig uns're Bitte u. f. f. 14, Mit recht kindlichem Vertrauen Wollen wir die Felder bauen. Deffne Deine Gnadenhand, Segne unser Vaterland. Höre gnädig uns're Bitte, Wende ab von uns'rer Hütte Krankheit, Krieg und Hungersnoth, Gib uns unser täglich Brot. Am Feste der Himmelfahrt Jeſu. Dir Jesu, Sieger über die Sünden- und Todesnacht, Der Du triumphirend heute in den Himmel heimgingst, um vom Throne Deiner ewigen Herrlichkeit Besitz zu nehmen, und Der Du eben dahin auch die Seelen der Gerechten führtest, die in der Vorhölle nach der Erlösung sich sehnten, Dir geben wir heute uns're deműthigen Bitten und Gebete mit, daß Du sie niederlegest für uns vor dem Throne Deines ewigen - 281. - Vaters. Du bist ja unser Anwalt und Fürsprecher alldort, Du unser beständiger Mittler und unser, uns're Seelen allzeit liebender Erlöser! Dich bitten wir, zieh' auch unser Herz zu Dir empor, befreie es von aller unedlen und unlautern Anhänglichkeit an das Irdische, erfülle es mit himmlischer Sehnsucht und mach' uns immer mehr würdig, in die ewigen Wohnungen einzugehen, die Du dort uns bereitet hast, wenn wir treu Dir folgen. Amen. Die heilige Pfingstzeit. Bedenke in dieser Zeit das letzte Vermächtniß der Liebe Jesu, die Sendung des heiligen Geistes und die Gründung der christlichen Kirche, durch welche die Wahrheit und das Heil des Erlösers in alle Welt gelangt ist und noch immer mehr und mehr verbreitet wird. Danke Gott für das Glück und die Gnade, daß du ein Glied dieser Kirche bist, die allein den wahren Glauben und alle Mittel des Heils besigt. Erneuere aber auch deinen Wunsch und das Versprechen, im Glauben und im Dienste der heiligen Kirche leben und sterben zu wollen. Erwecke durch den würdigen Empfang des heiligen Sakramentes der Buße und des Altars 282 die Firmgnade, wenn sie dir schon ertheilt worden ist, und bitte den heiligen Geist um Seine sieben Gaben. Der Samstag vor dem heiligen Pfingst: feste ist ein Fasttag, wie der Samstag vor Ostern. Bereite an demselben durch Fasten und Beten auf's kommende Fest dich vor. ― - Pfingstlied. Komm, o heil'ger Geist, o komm! Gieß von Deines Lichtes Strom Einen Strahl auf uns herab! Bater, der die Armen liebt, Allen alles Gute gibt! Licht der Herzen, komm' herab! Guter Tröster, holder Gast Uns'rer Seele, Du nur hast Süße Labung für das Herz; dau Du, durch den der Müde ruht, Du gibst Kühlung in der Gluth, Du quillst Tröstung in den Schmerz. Deines heil'gen Lichtes Schein Dringe tief in's Innere ein Deiner wahren Gläubigen. Ohne Deine Gnade, Herr! Ist im Menschen alles leer; Voll der Schuld und Jrrungen. ni 283 Gib als einen Wanderstab Deine siebenfache Gab', Heil'ger Geist, der Christenheit. Gib der Tugend Gnadenlohn, Gib zuleht die Siegeskron', Gib die ew'ge Seligkeit. mdmglo md Am Pfingstsonntage. - Gott Vater, Der Du durch Deinen eingebornen Sohn die Welt hast erlösen lassen und den Aposteln den heiligen Geist gesendet hast, auf daß die Kirche nun auf Erden zu wirken beginne, und der Menschheit Wahrheit, Erlőfung und Heil zugewendet werde: wir bitten Dich, verleihe, daß alle Menschen erkennen und einsehen, wie kein anderer Weg zum Leben und zum Heile führt, als der, den Deines Sohnes Kirche lehret. Erleuchte sie durch Deinen Geist und stärke sie durch eben Diesen, daß sie unversehrt die Lehre der Wahrheit verkünde, unverkümmert die Mittel des Heiles einem Jeden reiche, und sicher und gewiß zu ihrem ewigen Ziele ihre Gläubigen führe. Hilf ihr obsiegen über alle ihre Feinde und steh' ihr bei, daß die Macht der Hölle ihr nicht schaden kann. Laß sie immer mehr und mehr sich ausbreiten, und führe 284endlich in Gnaden die glückselige Zeit herbei, wo durch ihr Wirken unter Deinem Beistand Eine Heerde und Ein Hirt ist, und Du, o Gott, Alles in Allem bist. Amen. - Am Pfingstmontage und den folgenden Tagen der Pfingstwoche. Heiliger Geist, wahrer Gott von Ewigkeit, gleichen Wesens mit dem Vater und dem Sohne, Heiliger der Menschen, Dich bitten wir, Du wollest uns heimsuchen und mit Deinen herrlichen Gaben uns erfreuen. Mach' uns weise, daß wir erkennen, was uns zum Heile dient. Gib uns Verstand und Einsicht, daß wir immer tiefer eindringen in die heiligen Wahrheiten unfers Glaubens. Sei in Unentschiedenheit und Zweifel mit Deinem sanften Rath uns nahe. Lehre uns die rechte Wissenschaft und höchste Kunst des Lebens, so zu leben nämlich, daß wir selig sterben. Hilf uns zur wahren Gottseligkeit, Liebe und Freude in Gott und Seinem heiligen Wort und Willen; stärke uns mit der Kraft von Oben, daß wir in Widerwärtigkeiten nicht kleinmüthig werden und in den Versuchungen nicht unterliegen; und erfülle uns - 285 - endlich mit der heiligen Furcht vor Gott, die aus der Liebe kommt und Gott nimmer beleidigen will. Amen. Am Feste der allerheiligsten Dreieinigkeit. Das athanafianische Glaubensbekenntniß. Wer selig werden will, dem ist vor Allem nöthig, daß er den katholischen Glauben habe. Denn wer diesen nicht ganz und unversehrt bewahrt, wire verloren gehen. Der katholische Glaube aber ist dieser, daß wir Einen Gott in der Dreiheit und die Dreiheit in der Einheit verehren, und weder die Personen vermengen, noch das Wesen trennen. Denn eine andere ist die Person des Va= ters, eine andere ist die des Sohnes und eine andere ist die des heiligen Geistes. Aber dem Vater, Sohne und heiligen Geiste kommt dieselbe Gött: lichkeit, dieselbe Herrlichkeit und Majestät zu. Wie der Vater ist, ist auch der Sohn und der heilige Geist. Unerschaffen ist der Vater, uner: schaffen ist der Sohn, unerschaffen ist der heilige Geist. Unendlich ist der Vater, unendlich ist der Sohn, unendlich ist der heilige Geist. Ewig ist der Vater, ewig der Sohn, ewig der heilige Geist. Und doch sind nicht drei Ewige, sondern -286 nur Ein Ewiger, so wie nicht drei Unerschaffene und drei Unendliche, sondern nur Ein Unerschaffe: ner und Ein Unendlicher ist. Eben so ist allmäch: tig der Vater, allmächtig der Sohn, allmächtig der heilige Geist. Und doch sind nicht drei Allmäch: tige, sondern nur Ein Allmächtiger. So ist der Bater Gott, der Sohn Gott und der heilige Geist Gott. Und doch sind nicht drei Götter, sondern Ein Gott. Eben so ist der Vater der Herr, der Sohn der Herr und der heilige Geist der Herr. Und doch sind nicht drei Herren, sondern Ein Herr, weil, wie die christliche Wahrheit jede einzelne Person als Gott und Herrn zu bekennen befiehlt, der katholische Glaube verbietet, drei Götter oder Herrn zu verehren. Der Vater ist von Niemanden hervorgebracht, weder erschaffen, noch gezeugt. Der Sohn ist allein vom Vater, nicht hervorge: bracht, nicht erschaffen, sondern gezeugt. Der heilige Geist ist von Vater und Sohn, aber we der hervorgebracht, noch erschaffen, noch gezeugt, sondern er geht aus von ihnen. Ein Vater ist also, nicht drei Väter; Ein Sohn, nicht drei Söhne; Ein heiliger Geist, nicht drei heilige Gei: ster. Und in dieser Dreiheit ist nichts früher oder später, nichts größer oder kleiner, sondern alle drei Personen sind sich gleich ewig und gleich, so daß in allweg, wie schon oben gesagt worden ist, - 287die Einheit in der Dreiheit und die Dreiheit in der Einheit zu verehren ist. Wer also selig werden will, muß solchergestalt von der Dreieinigkeit den fen. Aber zum ewigen Heile ist auch dies nothwendig, daß er die Menschwerdung unsers Herrn Jesu Christi bereitwillig glaube. Der rechte Glaube ist aber dieser, daß wir glauben und bekennen, daß unser Herr, Jesus Christus, Gottes Sohn, Gott und Mensch ist. Er ist Gott, aus dem Wesen des Baters von Ewigkeit her gezeugt; und er ist Mensch aus dem Wesen seiner Mutter in der Zeit geboren. Ein vollkommener Gott und ein vollkommener Mensch, aus einer vernünftigen Seele und einem menschlichen Leibe bestehend; gleich dem Vater nach einer Gottheit, minder als der Vater nach Seiner Menschheit; doch nicht zwei, sondern nur Ein Christus, obwohl er Gott und Mensch ist. Einer nicht durch Umwandlung der Gottheit in die Menschheit, sondern durch die Aufnahme der Menschheit in die Gottheit. Einer nicht durch die Wesensverschmelzung, sondern durch die Einigung beider Wesen in Einer Person; denn wie die vernünftige Seele und der Leib Ein Mensch ist, so ist Gott und Mensch der Eine Christus, der um unsers Heiles willen gelitten hat, zur Vorhölle hinabgestiegen und am dritten Tage von den Todten wieder auferstanden und in den - - - 288Himmel aufgefahren, zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters sißt, von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Todten. Bei dieser seiner Ankunft werden alle Menschen mit ihren Leibern auferstehen, um Rechenschaft zu geben von ihrem Wandel. Die da Gutes gethan haben, werden eingehen in das ewige Leben, die aber Böses gethan haben, in das ewige Feuer. Dies ist der katholische Glaube; wer diesen nicht treu: lich und fest bewahrt, wird nicht selig sein können. Gebet. Ewiger, unendlicher, unbegreiflicher, heili ger, dreieiniger Gott Vater, Sohn und heiliger Geist! in tiefster Demuth werfe ich vor Deiner unbegreiflichen Wesenheit in den Staub mich hin, und bekenne anbetend vor Dir: Eben darum glaube ich fest an Dich, weil Du mir unbegreif lich bist; denn begriffe ich Dich, erfaßte ich ganz und gar Dein Wesen und wärest Du mir eben so verständlich, wie ich selber mir es bin, so könnte ich auch minder als meinen Gott Dich anerkennen, minder anbetend vor Dir mich neigen. ich danke Dir, o Gott! für Deine übergroße Herrlichkeit und lobe und preise Dich, bitte Dich aber auch, o Gott! Du wollest mein 289 Lob und meine Anbetung Dir wohlgefallen lassen, wollest im Glauben mich stärken und stets neuen Muth mir geben, diesen Glauben an Dich, den dreieinigen Gott, durch Wort und That vor aller Welt zu bekennen. Durch Dich bin ich erschaffen, erlöst und geheiligt; auf Deinen Namen bin ich getauft, Dir habe ich mich geweiht, von Dir allein hoffe ich alles Gute in Zeit und Ewigkeit. Du sollst also mein Alles sein. Amen. Am hochheiligen Frohnleichnamsfeste. - - Hymnus. ( Pange lingua.) 1. Sing', o Zunge, des glorreichen Leib's Geheimniß, hehr und groß, Und des Bluts, dem nichts zu gleichen, Das die Frucht aus reinstem Schooß Und der Herr von allen Reichen Einst zum Preis der Welt vergoß. 2. Uns geboren, uns gegeben Aus der Jungfrau unversehrt, Wollt' Er mit den Menschen leben, Hat das Wort des Heils gelehrt, Und am Schluß Sein lieb'voll Streben, Wunder stiftend, neu bewährt.s 19 - 290 - Eh' Er hinging zu vollenden, i dallon Wollt' Er mit der Brüderschaar Erst das Osterlamm beenden, So nach alter Saßung war; Reichte dann mit Seinen Händen Ihnen Sich als Speise dar. 4. Und das Wort, das Fleisch ist, kehret Durch Sein Wort in Fleisch das Brot, Und in Christi Blut verkläret Ward der Wein, weil Er's gebot; Hier Gefühl und Sinn nichts lehret, Nur der Glaub' allein ist Noth. ( Tantum ergo sacramentum.) 5. Laßt uns nun anbetend knieen! Vor dem großen Sakrament, Das uns Leben hat verliehen, Und erfüllt das Testament; Was dem Ang' sich muß entziehen, Doch der Glaube weiß und kennt. ( Genitori Genitoque.) 6. A Dem Erzeuger und Erzeugten Ruhm und Preis und Jubelchor, Ihm, dem mild zu uns Gebeugten Steige Huldigung empor. 291 Und dem Geist, dem Unerzeugten, Der aus beiden geht hervor. - - Gebet. of O Jesu, König der Engel und Menschen, vor Dem anbetend eine jede Kreatur sich neigt, wie tief erniedrigst Du Dich aus Liebe zu den Deinen. Es war Dir nicht genug, den Thron Deiner Herrlichkeit zu verlassen und Deine Gottheit unter die Hülle der Menschheit zu bergen, um als Mensch unter den Menschen zu wandeln und ihr Vertrauen und ihren Muth zu mehren, zu Dir hinzutreten und um Deine Hilfe Dich zu bitten: Du wolltest immer bei uns sein und verhüllst im allerheiligsten Sakramente auch sogar Deine Menschheit, da der Glanz und die Glorie im Stande ihrer Verklärung uns blenden und uns den Muth benehmen würde, Dir zu nahen. Nur die Liebe bewog Dich zu dieser Verhüllung; nur unser armseliger Zustand ist der Grund, warum Du unter so unscheinbaren Gestalten Dich verborgen hast. Aber eben darum will ich im tiefen Gefühle meiner Urmseligkeit mit der Bitte um Hilfe und mit festem Vertrauen Dir nahen, Dich anbeten im allerheiligsten 19* - 292 - Sakramente mit allen Engeln und Heiligen, Dir danken für Deine Gegenwart in demselben und Dich bitten um alle die Gnaden, die Du so reichlich da austheilst. Mit freudigem Frohlocken will ich heute mit der ganzen Kirche rufen: Wo ist Ein Volk, dem Gott also nahe, als Er uns Christen ist! Wo ist eine Liebe, die größer ist, als die unsers Jesu; denn Dieser wollte, auch scheidend von der Erde uns nicht verlassen, sondern wollte ein Andenken an Sich uns geben, und gab uns als solches Sich selber. O Jesu! in Deiner Unbetung im allerheiligsten Sa kramente laß uns allzeit unermüdet und voll glühender Undacht sein, zum Empfange Deines Fleisches und Blutes laß uns oft mit Sehnsucht und mit würdigem Herzen hinzutreten. Wer Dein Fleisch isset, so hast Du ja selbst gesagt, und Dein Blut trinket, der bleibt in Dir und in dem bleibst auch Du, dem gibst Du Theil an Deinem Leben, den erweckest Du am jüngsten Tage zur Verklärung. Amen. - 293 - In der Oktav des Frohnleichnamsfestes. Hymnus. Deinem Heiland, Deinem Lehrer, Deinem Hirten und Ernährer, Sion! stimm' ein Loblied an; Preis nach Kräften Seine Würde, Da kein Lobsvruch, keine Zierde. Seiner Würde gleichen kann. Denn dies Brot sollst du erheben, Weil es lebt und gibt das Leben Das man heut' den Christen weist. Dieses Brot, mit dem im Saale 111 Christus bei dem Abendmahle Die zwölf Jünger selbst gespeis't. - - Laut soll unser Lob erschallen, Und das Herz in Freude wallen; Denn der Tag hat sich genaht, Wo der Herr zum Tisch der Gnaden Uns zum ersten Mal geladen Und dies Brot geopfert hat. Durch das Lamm, das wir erhalten, Wird hier der Genuß des alten Osterlammes abgethan; Und der Wahrheit muß das Zeichen, Wie die Nacht dem Lichte, weichen; Hier fängt nun das Neue an. 294 Was von Jesu dort geschehen Und wir so, wie Er begehen, Mahnet uns an Seinen Tod; Als ein Opfer Ihn zu ehren, Nach der Vorschrift Seiner Lehren, Opfern wir Ihm Wein und Brot. - Doch wie uns der Glaube lehret, Wird das Brot in Fleisch verkehret, Und in Christi Blut der Wein. Wenn auch Geist und Alug' nicht sehen, Wie denn dieses soll geschehen, Sieht's doch fest der Glaube ein. Unter zweierlei Gestalten Sind sehr große Ding' enthalten, Deren sie nur Zeichen sind; Blut und Fleisch sind Trank und Speise, Da sich doch in beider Weise Christus unzertheilt befind't. Wer bei diesem Gastmahl weilet, Nimmt Ihn ganz und unzertheilet, Unzerbrochen, unversehrt. Einer kommt und Tausend kommen, Keiner hat doch mehr genommen, Und Er bleibt doch unverzehrt. Fromme kommen, Böse kommen, Und sie haben Ihn genommen, Die zum Leben, die zum Tod. 295Bösen wird Er Straf' und Hölle, Frommen ihres Heiles Quelle; Wie verschieden wirkt dies Brot! - Endlich wisse, daß vom Leibe So viel in den Theilen bleibe, Als das Ganze selbst enthält. Nicht das Wesen, nur das Zeichen Muß da der Zertheilung weichen; Jenes bleibet unverstellt. Sieh, dies ist das Brot der Kinder, Der Gerechten und der Sünder, Welches auch die Eugel nährt. Jesu! schon im Himmelsbrote, In des Osterlammes Tode, Und in Isaak vorgebild't; Guter Hirt und wahre Speise! Stärke uns auf dieser Reise Bis in Deines Vaters Reich. Nähr uns hier im Jammerthale, Ruf uns dort zum Hochzeitsmahle, do Mach' uns Deinen Heil'gen gleich. Gebet. O Gott, Der Du in dem wundervollen Sakramente des Altars ein Andenken an Dein Leiden uns hinterlassen hast: wir bitten Dich, verleihe uns, daß wir die heiligen Geheim 296— nisse Deines Leibes und Blutes unablässig verehren und die Frucht und den Segen Deiner Erlösung an uns kräftigst wirksam fühlen. Amen. Gebet an den Sonntagen nach Pfingsten. — Laß mich, o Gott, als Glied Deiner heiligen Kirche aller der Wohlthaten und Segnungen dankbar erfreuen, die Du durch sie Deinen Erlösten so reichlich spendest; tröste mich in jeder Widerwärtigkeit durch Deinen Geist und er quicke mich, so oft ich hoffnungsvoll aufblicke zu Dir, mit den Segnungen Deiner Huld, o Herr, der Du der überaus große und reiche Lohn aller Deiner Gläubigen ewig sein wirst. Amen. Am Feste der heiligen Apostel Petri und Pauli. Glorreiche Fürsten der Apostel, ihr Väter unsers Glaubens, die ihr, wie ihr im Leben euch liebtet, auch im Tode nicht getrennet worden seid, da ihr an Einem Tage die Krone der Verherrlichung empfinget; bittet für uns bei Jesu, dem Hirten und Bischof unserer Seelen, daß der Glaube, den ihr so einmüthig verkündet und durch euern Tod besiegelt habet, von uns auch einmüthig bewahrt, bekannt und weder in Wort noch That 297 verläugnet werde. Erbittet uns Hirten nach euerm Vorbild, die mit eben dem Eifer und der Liebe, mit der ihr euer Amt auf Erden verwaltet und die Kirche Gottes gegründet und verbreitet habet, nur für den Dienst der Kirche und das Heil der Seelen leben. Erbittet uns aber auch, daß wir sie dann ehren und lieben, freudig ihre Lehren hören und bereitwillig ihrer Führung folgen. Und wenn irgend ein Leiden naht, das um des Namens Jesu willen zu erdulden kommt, o so laßt eure Bereitwilligkeit und Standhaftigkeit im Leiden, insbesonders aber euern glorreichen Martertod uns vor Augen schweben, auf daß wir mit gleicher Bereitwilligkeit um des Namens Jesu willen auch Verfolgung und Schmach leiden und zum herrlichen Lohne dafür dereinst das Himmelreich uns werde. Amen. - - Der Marienkultus. Ob und warum man Maria verehren soll, wird wohl kein gläubiger Christ fragen. Sie ist Jesu Mutter und ist auch unsere Mutter und nimmt im Reich der Gnade vor allen erschaffenen Wesen die höchste Stellung und Würde ein. Sie ward von jenem einfachen Weibe schon selig ge= 298 priesen, das bei der Heilung des beseffenen Taub: stummen Zuschauerin gewesen war und wer immer Jesum ehrte, hat auch Seine heilige Mutter hoch verehrt. Die Verehrung Mariens darf aber keine geistlose sein. Du must bedenken, wer sie war, wer sie ist und daß ihr deine Verehrung nur dann gefällt, wenn du auch ihren Wandel dir zum Vorbild nimmst und treu dem Willen ihres göttlichen Sohnes folgst. Dazu erbittet aber eben sie einem Jeden, der sie vertrauensvoll anruft, den Beistand der göttlichen Gnade, Kraft, um den Versuchungen siegreich zu widerstehen, Trost in Widerwärtigkeiten, Hilfe in jeder Noth, Beharrlichkeit und Ausdauer bis an ein seliges Ende. - - Am Feste der unbefleckten Empfängniß dhisthmia, and Mariä. Tagzeiten. I. Zur Mette. Gegrüßet seist du, Maria( die du, über alle Geschöpfe, zur höchsten Freude erhoben bist)! du bist voll der Gnade, der Herr ist mit dir zc. Priest. Eja, von meinen Lippen nun ertöne. Volk. Der reinsten Jungfrau Herrlichkeit und Schöne. 299 P. O Jungfrau, sei zur Hilfe mir bereit! V. Beschirme mich in meiner Feinde Streit! Die Ehre sei dem Vater zc. - - Lobgefang. Weltgebieterin, gegrüßet Seijt du, Jungfrau aller Jungfrau'n, Königin des Himmels, süßer Morgenstern, zu dem wir schau'n; Sei gegrüßt in Gnadenfülle, Und vom Himmelslicht verkläret; Aller Welt sei deine Hilfe, Große Herrscherin! gewähret. Schon vom Anfang hat der Vater, Seinem Wort, Jhm eingeboren, Bodurch alle Ding' erschaffen, Dich zur Mutter auserforen. D'rum er herrlich dich geschmückt, Und als Braut dich hochgeehret, Da allein von Adam's Sünde Frei du bliebst und unversehret. Antiphon. Der Allerhöchste hat seine Wohnung geheiligt, der Herr ist in ihr, sie wird nicht erschüttert werden.( Pſ. 45.) P. Wie schön bist du, meine Freundin! wie schön bist du. 300 V. Deine Augen sind gleich den Augen der Taube. - - Gebet. Heilige Maria, Königin der Himmel, Mutter unseres Herrn Jesu Christi und Gebieterin der Welt! die du Niemanden verlassest und Nie manden verachtest, wende gnädig dein gütiges Auge zu mir, und erlange mir bei deinem geliebten Sohne die Nachlaffung aller Sünden, damit ich, der ich heute deine unbefleckte Empfängniß inniglich verehre, den Preis der ewigen Seligkeit erstreite. Durch unsern Herrn Jesum Christum, den du als Jungfrau geboren, und der mit dem Vater und dem heiligen Geiste ewig lebt und waltet. Amen. P. Jungfrau! bringe vor den Herrn mein Gebet. 2. Und lasse mein Rufen zu Ihm gelangen. P. Lasset uns den Herrn loben. V. Dank und Ruhm sei Gott. P. Und der Gläubigen Seelen ruhen durch die Barmherzigkeit Gottes in Frieden. V. Amen. L 301- II. Zur Prim. Gegrüßet seist du, Maria( die du, in jungfräulicher Hoheit, allen Chören der Engel und Menschen vorangehst)! du bist voll der Gnade zc. P. O Jungfrau! sei zur Hilfe mir bereit zc. wie oben. Lobgefang. Sei gegrüßt, o weise Jungfrau, lam 10 Haus, dem Höchsten eingeweihet, Mit dem Opfertisch und Säulen Siebenfältig angereihet; Von der Erbschuld gift'gem Keime Durch die Vorsicht ausgenommen, Schon im Mutterschooß geheiligt, Eh' du auf die Welt gekommen; — Pforte zu dem Heiligthume, Stern, aus Jakobs Haus erschienen, Aller der Lebend'gen Mutter, Fürstin, der die Engel dienen, Schrecklich unserm Feind und furchtbar, Wie ein Heer in festen Reihen! Sichern Port und off'ne Zuflucht Mögst den Christen du verleihen! Antiph. Wer ist diese, die hervortritt gleich der aufgehenden Morgenröthe, schön wie der 302 Mond, auserwählt wie die Sonne, furchtbar wie ein geordnetes Kriegsheer?( Hohel. 6.) P. Ganz schön bist du, meine Freurdin! B. Und kein Makel ist an dir.( Hohel. 4.) Gebet und das Uebrige wie oben. - - III. Zur Terz. Gegrüßet seist du, Maria( die du, einer Sonne gleich, mit dem Lichte deiner Glorie den Himmel erfreuest)! du bist voll der Gnade zc. P. O Jungfrau zc. wie oben. Lobgesang. Sei gegrüßt, Thron Salomonis llnd belebte Bundeslade, Flamm'n der Dorngesträuch von Horeb, Himmelsbogen, Bund der Gnade, Aronsstab mit grünem Keime, Gedon's Vließ am Segensorte, Honigrof, Samson's Geheimniß, Stets verschloff'ne Gottespforte! Denn wohl ziemt es dem erhab'nen Sohn, der deine Brust gesogen, Vor der Makel dich zu wahren, Die uns Eva zugezogen; D'rum Er dich, die Er zur hohen Gott'sgebärerin erwählet, bis Daß kein Uebel in dir wohne, Ganz mit Gnade hat beseelet. - 303Antiph. In die Sonne hat er seine Wohnung geseßt, und er gehet hervor, wie ein Bräutigam aus seiner Kammer.( Ps. 18.) P. In den höchsten Räumen ist meine Wohnung. V. Und mein Thron in der Wolkensäule. ( Eccl. 24.) Gebet und das Uebrige wie oben. dat once IV. Zur Sext.im Gegrüßet seist du Maria( die du von allen Ueberirdischen als Mutter Gottes und Königin des Himmels geehrt wirst)! Du bist voll der Gnade zc. P. O Jungfrau zc. wie oben. - Lobgesang. Sei gegrüßt, Jungfrau und Mutter! Tempel Gottes, des Dreieinen, Sig der makellosen Tugend, Lust der Engel und der Reinen! Trost für allen Gram hienieden, Lustgefild in Edens Mitte, Palme der Geduld, des Friedens, Hohe Ceder keuscher Sitte! Erdreich, wunderbar gesegnet, Land der priesterlichen Würde, Ganz geheiligt, unbeschweret Von der Erbschuld harter Bürde! 304do Stadt des Herrn, des Allerhöchsten, Pforte, die gen Aufgang führet! Dir vor Allen, eing'ge Jungfrau! Aller Gnaden Preis gebühret. - - Antiph. Die Grundfesten Sion's sind auf den heiligen Bergen: der Herr liebte die Thore Sion's mehr, denn alle Wohnungen Jakobs. ( Pſ. 86.) P. Herrliche Dinge, o Stadt Gottes! sind von dir gesagt. V. Der Allerhöchste hat sie gegründet. ( Pf. 86.) Gebet und das Uebrige wie oben. dom V. 3 ur non. Gegrüßet seist du, Maria( die du mächtig bist, durch deine Fürbitte Alles zu erlangen)! du bist voll der Gnade zc. P. O Jungfrau zc. wie oben. ing Lobgefang. Sei gegrüßt, o Zufluchtsstätte, D Davids Thurm auf Felsengrunde, Mit den Zinnen wohl versehen, Und mit Waffen in der Runde! - 305 — Du, o Jungfrau, ohne Makel, Ganz in Gotteslieb' entzündet, Hast die Macht des alten Drachen Nieder in den Staub gedrücket. Starke Frau und Zier des Weltalls, Heldin Judith, unbeweget, Und holdselige Abisai, Die den wahren David pfleget! Rachels Sohn war von der Vorsicht Für Aegyptens Heil erkoren; Der die ganze Welt erlöset, Aus Maria ward geboren. Antiph. Du bist die Ehre Jerusalems, du bist die Freude der Auserwählten, du bist die Glorie unseres Volkes.( Judith 15.) P. Wie eine Lilie unter den Dornen V. So ist meine Freundin unter den Töchtern.( Hohel. 2.) Gebet und das Uebrige wie oben. nd VI. Zur Vesper. Gegrüßet seist du, Maria( die du allen deinen Verehrern eine Führerin zur Glorie sein willst)! du bist voll der Gnade zc. P. O Jungfrau zc. wie oben. 20 — 306- Lobgesang. Sei gegrüßt, o Stundenzeiger, Wo die Sonne rückgegangen. Um zehn Linien ihres Kreises, Als der Gottmensch ward empfangen! Um den Menschen aus dem Abgrund Zu dem Höchsten zu erschwingen, Wird der Höchste eine Stufe Unter Engel sich erringen, Und mit neuem Glan; verschönet 3 Durch der Gnadensonne Strahlen, Schimmerst du als Morgenröthe Ueber dunklen Erdenthalen! ngs Du, die Lilie unter Dornen, Hast des Drachen Haupt zertrümmert! Wie der Mond, so deine Schönheit Dem Verirrten hilfreich schimmert. Antiph. Ich werde Feindschaft setzen, ſprach der Herr zur Schlange, zwischen dir und dem Weibe, und sie wird dein Haupt zertreten. ( Gen. 3.) P. Gebenedeit bist du unter den Weibern. 2. Und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes.( Luc. 1.) Gebet und das Uebrige wie oben.. - 307. - VII. 3ur Complet. Gegrüßet seist du Maria( deren Verehrung auf Erden beständig wachsen und zunehmen wird)! du bist voll der Gnade zc. P. Durch deine Fürbitte, o Jungfrau! versöhnt, bekehre uns dein göttlicher Sohn. V. Und wende Er Seinen Zorn von unsab. P. O Jungfrau zc. wie oben. Lobgesang. Sei gegrüßt, o reinste Mutter! Jeffe's Zweig mit Himmelsblüthe, Mit dem Sternenkranz umwund'ne Königin der Mild' und Güte! Frei von jeder Makel stehest Du in goldenen Gewanden, Uleber alle Engel herrlich, Zu des Königs rechten Handen! Gnadenmutter, süße Hoffnung Aller, die vom Weg geschritten, Lichter Stern auf Meereswogen, Port für die, so Schiffbruch litten! Himmelsthor, für uns erbauet, Heil und Helferin der Kranken! Hilf uns, deinen Sohn einst schauen, Ewig Seiner Gnade danken! Amen. 20* 308 Antiph. Bei mir ist alle Gnade des We ges und der Wahrheit; bei mir ist alle Hoffnung des Lebens und der Tugend.( Eccl. 24.) P. Tretet zu mir, Alle, die ihr nach mir verlanget. V. Und ersättiget euch an meinen Früchten. Sebet und das Uebrige wie oben. - Beschluß. Dieses Lob in Demuth wir Dir, o Jungfrau! bringen, Deiner Hoheit für und für Ruhm und Preis zu singen. Auf dem fernen Pilgergang Mütterlich uns leite! Schirm' uns unser Leben lang, Und im leßten Streite. Umen. Am Feste der Geburt Mariä. Heiligste Jungfrau und Mutter der Menschen! sieh, als deine Kinder erscheinen wir vor dir, um das Fest deiner Geburt auf Erden freudig zu feiern. Durch sie warst ja du der Welt gegeben, die du der Anfang des Heils und der schöne Morgenstern bist, auf den Jesus, die Sonne der Gerechtigkeit Selber folgte. Und darum wünschen wir zwar auch dir Glück, daß 309 du zu so hohen Würden auf Erden und im Himmel geboren wurdest, mehr preisen wir aber uns selber glücklich, daß du der Menschheit geschenkt worden bist. In dir verehren wir ja nicht nur die Mutter des Erlösers, sondern auch unsere eigene lieb- und hilfbereite Mutter. Zu dir rufen wir daher auch heute: Vergiß uns, deine Kinder, nicht und bitt für uns, daß wir deine treuen Kinder seien. Laß dein heiliges Erdenleben, zu dem du heute geboren wurdest, uns zum Vorbild und zum Muster sein, damit wir ebenso, wie du, in Glaubenstreu und Gottesfurcht, Sanftmuth und Demuth, Liebe und Geduld, Ergebung und Ausdauer selbst in Leiden dir und deinem göttlichen Sohne immer ähnlicher und zum Lohne dafür dereinst in deine heilige Gesellschaft aufgenommen werden mögen. Umen. - Am Namensfeste Mariä. 201.00 Heute und die Oktav hindurch ist ein vollkommener Ablaß zu gewinnen, wozu die Bedingungen die nämlichen sind, wie am Feste des allerheiligsten Namens Jesu. - 310- Gebet.dod of Ein Name ist uns zwar nur gegeben worden, in dem wir selig werden können, der Name Jesus, deines göttlichen Sohnes, o heiligste Jungfrau; doch auch dein Name leuchtet hell in der ganzen Menschenwelt. Auch zu ihm blicken wir daher auf und auch ihn feiern wir und mit der heiligsten Freude nennt ihn die ganze Kirche. In ihm bitten wir ja deinen Sohn, wie wir in Seinem Namen den Vater bitten. Und wie der Vater uns Alles gibt, um was wir Ihn im Namen Seines Sohnes bitten, so gibt uns auch der Sohn, um was wir in deinem Namen zu Ihm flehen. Laß uns aber nicht allein bitten, sondern vereinige deine mächtige Fürbitte mit unserm Flehen und erwirke uns insbesonders diese Gnade von Gott, daß dein und deines Sohnes Name unsere Kraft und unsere Stärke im Leben, unsere Ruhe und unser Trost im Tode, unsere Bürgschaft und Hoffnung für die Ewigkeit sei. Amen. Am Feste der Verkündigung Mariä. Heilige Jungfrau! mit eben den Worten, mit welchen der himmlische Bote, der Erzengel -311Gabriel dich begrüßet hat, grüße auch ich dich heute. Du bist ja wahrhaft voll der Gnaden, mit dir war und ist in besonderer Weise der Herr und du wardst an dem heutigen Tage auserwählt aus allen Frauen, die Mutter unsers Erlösers und die Ursache unsers Heils zu werden. Damit, daß du einwilligtest in den dir unbegreiflichen Willen des Herrn, hast du zum Werk der Erlősung die Hand geboten, und haben wir es auch dir zu danken, daß wir des Segens der Erlösung uns erfreuen. Den du heute empfangen hast in Deinem jungfräulichen Schooße, Jesum, den ewigen Gottessohn, diesen bitte für uns um Erbarmen und Gnade, um Verzeihung unserer Sünden, um Aufnahme in Seine Liebe und in Sein seliges Reich. Amen. - Am Feste der Schmerzen Mariä. Das Stabat mater. Bei dem Kreuz die schmerzenreiche Mutter stand, die Thränenbleiche, Wo verschmachtend hing ihr Sohn; Ihre Seele angstvoll ringet, Ihr betrübtes Herz durchdringet Nun das Schwert der Leiden schon. 312bid Wie so bang an Seiner Seite id lindo Stand die hochgebenedeiteid Jungfrau, Gottgebärerin, - — Sah mit Schmerzen, sah mit Trauer, Sah mit tiefstem Mitleidsschauer Auf den Eingebornen hin. Welcher Mensch wird da nicht weinen, Da er hier in solchen Peinen Christi Mutter stehen sieht? Wer, der ohne Leid betrachtet, che Wie die Fromme schier verschmachtet, Da ſie mit dem Sohne litt? Hier für Seines Volkes Schulden Sieht sie Jesum Qual erdulden, gruto Welche ihr das Herz zerreißt, Siehet in der Pein, der herben, Alles Troft's beraubt, Ihn sterben, Da Er aufgibt Seinen Geist. Eja, Mutter, Liebesquelle, Zeig' mir deinen Schmerz, geselle Mich auch deiner Trauer bei; Gib, daß auch mein Herz entbrenne, Daß ich liebend Ihn erkenne, Und Ihm wohlgefällig sei. Mutter, allzeit treu befunden, Drücke Seine Kreuzeswunden Meinem Herzen mächtig ein; Deines Sohnes bitt're Peinen, Die Er trug, um mich zu reinen, Laß mit mir getheilet sein. 313 - Laß' mich wahrhaft mit dir weinen. Dem Gekreuzigten mich einen Alle meine Tage hier; Bei dem Kreuz mit dir zu stehen, Und zu theilen deine Wehen Immerdar erwähl' ich mir. Jungfrau der Jungfrauen klare, Mich in süßer Huld bewahre, Lasse trauern mich mit dir, Daß ich Christi Tod empfinde, Seinem Leiden mich verbinde, Es verehre für und für. Seine Wunden mich durchbohren Und Sein Kreuz sei mir erkoren, mo Weil es trug den Herrn des Lichts;Daß die Flamme mich verschone, Sprich für mich bei deinem Sohne Biz An dem Tage des Gerichts. Gib auch, daß das Kreuz mich stüße, Christi Tod mich mächtig schüße, ill bibi Gnad' mich stärke jederzeit; Gilt es einst dem Leib zu sterben, Hilf dann meiner Seel' erwerben Paradieses Herrlichkeit. Amen. Gebet. Mutter Jesu, schmerzenreiche heilige Jungfrau, da du unter dem Kreuze deines Sohnes stehst, sodann aber als Leiche Ihn mit deinen Mutterarmen umfängst und auf deinem Schooße 314trägst, o wie hat es sich da erfüllt, was Simeon dir vorausgesagt! Ein siebenfaches Schwert hat da deine Seele durchdrungen und mit Jesu hast geistig auch du alle Schmerzen und alle Bitter: keiten erlitten, die dein göttlicher Sohn für uns erduldet hat. O laß deiner Betrübniß uns gedenken, wenn irgend ein Weh unserm Herzen naht, erbitte uns eine eben so heilige Ergebung und Aufopferung in den Willen Gottes, wie sie an dir sich kundgegeben hat; zeige du, die du alles menschliche Leid in reichem Maße erfahren hast, dich als unsere mitleidige und milde Trösterin jetzt und in unserer Todesstunde. Amen. - Am Feste der Himmelfahrt Mariä. Heilige Mutter Jesu! Sieh' dein Sohn hat Großes an dir gethan, hat in Seine Herrlichkeit dich aufgenommen und zur Königin des Himmels gekrönt. Es preisen dich darum auch selig die Geschlechter der Menschen; es wünschen dir Glück alle Erlösten. Auch wir loben und preisen dich daher und danken Gott für alle Herrlichkeit, die er dir gegeben und freuen uns über die Macht, die dir verliehen ist. Nur zu unserem Heile verwendest du sie ja; das ist uns Allen wohlbekannt. 315 Denn nicht nur Jesu Mutter warst du, du bist auch die Mutter aller Erlösten. Die Liebe, die du auf Erden zu allen Menschen trugst, die lebt auch dort noch fort in deinem Mutterherzen, und das Mitleid, das du auf Erden mit allen Hilfsbedürftigen und Armen hattest, das erfüllt auch dort noch deine Seele. Auch kennst du unser Elend, unsere Noth, da du in allen Leiden wohl erfahren und selbst so schwer geprüft wor= den bist. Tritt daher mit deinem vielvermögenden Fürwort vor den Thron deines göttlichen Sohnes und bitt für uns Arme um Verzeihung und Nachlassung unserer Sünden, Gnade, Kraft und Stärke zum Guten, um Wohlfahrt und Frieden des irdischen und Seligkeit im dereinstigen ewigen Leben. Amen. - Am Feste der Kirchenweihe. O Herr! wie unzählbar sind die Gnaden, die ich in Deinem heiligen Hause fortwährend empfange. Du selbst hast hier den Thron Deiner Gegenwart aufgeschlagen und erfreuest uns mit Deiner heiligen Nähe. Du läsfest uns Dein Wort und Deinen Willen hier verkünden, spendest Deine reichen Gnaden aus und ertheilst 316 uns im Opfer, Sakrament und Lehrwort so vielen Segen. Du erhörst hier unsere Bitten und gibst uns Trost und Frieden. Du ziehst durch Alles, was da vorgeht, uns zu Dir empor. Es ist wahrhaft Dein Haus und die Pforte des Himmels allhier. Nimm meinen Dank dafür, o segensvoller Gott! Bewege aber auch mein Herz, daß es sich allzeit freue, wenn ich hingehe zu Dir an diesen heiligen Ort und erneuere allzeit meinen Geist, daß ich mit Demuth, Reue, Undacht, Hoffnung und Vertrauen hier vor Dir erscheine und Deines reichen Gnadenfegens theilhaft werde. Amen. — - TO An den Quatember- Zeiten. Zu diesen Zeiten wurden ehemals die Bischöfe, Priester und übrigen Diener der Kirche zu ihren heiligen Aemtern geweiht. Da vereinigte sich Geistlichkeit und Volk zu Gebet und Fasten, um von dem obersten Bischofe der heiligen Kirche, von Jesu, ihrem Stifter und Beistand, würdige Hirten zu erbitten. Halte also auch du das kirchlich vorgeschriebene Fasten und vereinige zu dem ange: gebenen Zwecke auch dein Gebet mit dem der gan zen heiligen Kirche. ― 317 ― Gebet. O Jesu, Stifter der heiligen Kirche, in der Du Alles hinterlegt haft, was Du vom Himmel brachtest und auf Erden uns erwarbst und wirktest, wir bitten Dich, erhöre unser inständiges Flehen und sorge auch für würdige Diener Deiner Kirche, Verkündiger Deiner heiligen Lehre, Ausspender Deiner heiligen Geheimnisse und Führer Deiner Gläubigen. Pflanze Seeleneifer und Reinigkeit in ihre Herzen, begleite und segne all' ihr Thun und ihre Bemühungen, daß Dein Wort, welches sie uns verkünden, an uns Frucht bringe, Dein Beispiel, das sie uns vor Augen stellen und vor Allen zuerst selbst befolgen, uns zur Nachahmung ansporne, Deine Sakramente, die sie uns spenden, uns zum Heil und Segen gereichen. Erhalte und regiere vor Allem unsern obersten Hirten, den heiligen Vater Pius und unsern Bischof, daß sie, denen die Macht gegeben ist, uns Priester zu senden, Männer uns senden, die erleuchtet im Glauben und kräftig in allem Guten, durch Wort und gutes Beispiel uns zu Dir o Jesu führen, und unser ewiges Ziel uns erreichen helfen. Amen. — - 318. - Am Feste der heiligen Schußengel. O Gott, was ist der Mensch, daß Du mit so großer Liebe sein gedenkst. Du hast ihn mit Ehre und Herrlichkeit gekrönt und über die Werke Deiner Hände gesetzt. Du hast selbst den heiligen Engeln befohlen, daß sie ihn auf ihren Händen tragen und vor Uebeln und Gefahren schüßen! Groß muß also, dieß sehe ich deutlich ein, unsere Würde und unser Werth sein. Aber so sehr mich dieß freut und mein Herz erhebt, so macht es mich beben, und mit Beängstigung meines Herzens denke ich an mein bisheriges Leben, daß es dieser hohen Würde nicht entsprach. Wie oft beleidigte ich Dich, o Gott! Wie oft betrübte ich meinen heiligen Engel! Wie oft wollte er vielleicht schon gänzlich von mir weichen! Noch ist er aber immer bei mir; denn noch erkenne ich meine Sündhaftigkeit, noch empfinde ich Reue, noch fühle ich mich mächtig angetrieben zur Besserung meines Lebens. Gib mir dazu auch Deine Gnade, o Gott! Dich aber, o heiliger Engel, du Schüßer meines Lebens und meiner Seele, dich bitte ich, du wollest stets bei mir sein, wollest durch deine 319 fanften Einsprechungen auf den Weg des Guten mich zurückführen und vor jedem Fehltritt in Zukunft kräftig warnen. Verlaß nie deinen Pflegbefohlenen, schüße mich, wenn was immer für eine Gefahr dem Leibe oder der Seele droht, steh' mir im Sterben bei und führe meine Seele zur Seligkeit. Amen. flod - - Am Feste aller Heiligen. Freudig schlägt heute mein armes Herz, o Gott! da ich aus den Tiefen dieser Erde in Deine himmlischen Höhen meinen Blick erhebe. Millionen stellen sich da meinem Geiste dar, die als Menschen, wie ich Einer bin, auf Erden gelebt, gelitten und geduldet haben, die aber eben durch Leiden und Verachtung der Welt und ihrer sündhaften Freuden einen herrlichen Sieg errungen haben und denen Du nun ein treuer Vergelter bist. Maria sehe ich vor Allen, Deine demüthige Dienerin, o Herr! die Mutter Deines Sohnes und auch unsere Mutter. Die heiligen Patriarchen und Propheten erblicke ich sodann, die den Erlöser verkündet und mit großer Sehnsucht selben auch erwartet haben. Johannes der Zäufer und Joseph, der Nährvater, 320 stellen sich dann mir dar und die heiligen Apostel des Herrn und Seine Jünger, die ihre heiligen Aemter auf Erden so treu verwaltet haben. Bischöfe und Priester begegnen sodann meinem Blicke, heilige Vorsteher und Lehrer, selbst Frauen, Jungfrauen und zarte Kinder hast Du unter Deinen Auserwählten. Jedes Alter und Geschlecht, jeder Stand und Beruf, jedes Land und jedes Volk hat dort die Seinen und unaussprechlich reich belohnst Du jeden nach seinem Verdienste. Kein Leid ist dort, keine Klage, keine Thräne, kein Tod mehr. Immer neu ist. dort das Leben und des Lebens Seligkeit. O auch mich, o Herr! hast Du in Deiner Huld und Liebe für den Himmel bestimmt, auch mir ist unter den Seligen eine Wohnung bereitet. Aber auch ich muß den Weg gehen, den die Heiligen gegangen, den Weg der Selbstverläugnung, des Gehorsams und der Demuth, der allein zum Himmel führt. Bittet, ihr Heiligen Gottes, für mich, daß ich euch folge, daß ich auf dem Wege, der zum Himmel führet, freudig gehe, wenn er auch mit Dornen besäet ist, und daß ich in eure Gemeinschaft gelange. Amen. - - 321- - Am Gedächtnißtage aller verstorbenen Christgläubigen. Das Dies irae. ( In den Messen für die Verstorbenen.) Tag des Zornes, Tag der Zähren, Wird die Welt in 2sche kehren, Wie Sibyll' und David lehren. Welch' Entseßen, welch' Erbeben: Wird herab der Richter schweben, Alles strenge zu erheben! Hehr wird die Posaun' erschallen, Rufend durch der Gräber Hallen Vor den Thron zu kommen Allen. Tod, Natur wird staunend sehen Das Geschöpf hervor nun gehen, Vor dem Richter Rede stehen. Auch das Buch wird sich entfalten, Worin Alles ist enthalten, D'raus das Urtheil zu gestalten. Wird nun das Gericht beginnen, Kommt an's Licht des Herzens Sinnen, Wird der Rache nichts entrinnen. Was will Armer ich dann sagen, Wessen Schuße mich antragen, Wenn selbst die Gerechten zagen? König, hehr und furchtbar schaltend, Gnadenspender, zwanglos waltend, Mich beleb' auch neu gestaltend. 21 322 Denk des Weges voll Beschwerden, Den Du für mich gingst auf Erden, Lasse d'rum mir Gnade werden. Suchtest mich mit müden Schritten, Haft für mich am Kreuz gelitten; Nicht umsonst sei so gestritten! Richter der gerechten Sache, Deiner Huld mich theilhaft mache, Vor dem Tage Deiner Rache. Meine Schuld macht mich erbangen; Schamroth decket meine Wangen; Laß mein Fleh'n zu Dir gelangen! Der Maria's*) Herz gewendet Und dem Räuber Heil gespendet, Mir auch füße Hoffnung sendet. be Ist mein Fleh'n nicht Dir zur Ehre: Gütigster! doch gütig wehre, Daß die Flamm' mich nicht verzehre. Bei den Schafen, Deinen Knechten, Laß mich steh'n, nicht bei den Schlechten, Stelle mich zu Deiner Rechten. Wenn dann Flammen den Verweg'nen, Engel Deiner Schaar begegnen, Wolle mich mit dieser segnen! Bor Dir flehend ich mich neige, Und zerknirscht in Staub mich beuge: Meinem Ende Huld erzeige! Tag der Thränen, nie gesehen, Da der Mensch wird auferstehen *) Maria Magdalena. — chun - 323 — Aus dem Staube vorgeladen Zum Gerichte, schuldbeladen! Ihn verschon', o Gott der Gnaden! Milder Jesu, Herr, verzeihe, Ihnen Fried' und Ruh' verleihe. Amen. Gebet. Herr der Milde und des Erbarmens! Der Seelen gedenke ich heute, die geschieden aus dieser Zeitlichkeit wohl in Deiner Gnade leben und Hoffnung auf Deine selige Anschauung haben, noch immer aber von derselben ausgeschlossen, die Leiden der Sehnsucht nach Dir so schmerzlich empfinden. Nicht große Sünden, sondern nur kleine Untreuen und Versäumnisse sind es, die sie an diesen Ort des Harrens auf Deine heilige und gerechte Erbarmung geführt haben; nicht die aufgeschobene Besserung, sondern nur die auf Erden versäumte Genugthuung ist es, um deren willen sie dort noch dulden müssen. Laß mir dieß, o Herr, zur heilsamen Lehre und Warnung dienen, laß auch im Kleinen mich allzeit treu und in der Buße eifrig sein. Den leidenden Seelen aber laß unser Gebet und unsere guten Werke, so mangelhaft sie immer sind, besonders aber das heiligste Opfer zu 21* 324 Gute kommen, das heut und alle Tage die Priester der Kirche entrichten, und in dem Jesus, Dein göttlicher Sohn Selbst für alle Lebenden und Verstorbenen Sich Dir darbringt., Erbarme Dich Derer insbesonders, für welche ich aus Dankbarkeit und Liebe besonders zu be ten verpflichtet bin, meiner Weltern und Ge schwister, Bekannten und Freunde, Vorgesetzten und Wohlthäter, Angehörigen und Untergebenen, vornehmlich Derer, an denen vielleicht ich selber Schuld bin, daß sie nicht in vollkommner Treue Dir dienten. Auch für die bitte ich Dich, o Gott, die Niemanden mehr auf Erden haben, der ihrer besonders gedenkt und die daher die verlassensten von Allen sind. Endige oder lindere wenigstens ihre Peinen, tröste Alle mit neuer Hoffnung und nimm recht bald in Deinen beseligenden Frieden diese durch das Blut Deines Sohnes erlösten Seelen auf. Gib ihnen, o Herr, die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihnen; Herr, lasse sie in Frieden ruhen. Amen. - — - 325 - Gebete zu Ehren verschiedener Heiligen. Gebet zu Ehren des heil. Apostels Andreas. Heiliger Apostel, treuer Nachfolger Jesu Christi, der du so sehr das Kreuz geliebt, daß du mit Freuden es begrüßet und glücklich dich gepriesen hast, am Kreuze sterben zu dürfen, und durch eben solchen Tod dein heiliges Leben zu schließen, wie unser Aller göttlicher Erlöser es beschlossen hat: zu dir rufen wir heute und von dir verlangen wir, du wollest eine eben so aufopfernde Liebe zum Kreuze und Bereitwilligkeit, für Jesus zu dulden, auch uns erbitten, auf daß wir durch die Schule des Kreuzes und durch Geduld und Ergebung zu Dem gelangen, der auf Erden den Kreuztod gestorben, nunmehr in alle Ewigkeit glorreich im Himmel triumphirt. Amen. Gebet zu Ehren des heil. Franziskus Xaverius. Großer Gott, der Du so wunderbar in Deinen Heiligen bist und besonders durch den heil. Franziskus Deine Macht und Liebe gezeigt 326 - hast: höre seine Bitten für uns, die er auch jetzt noch an Deinem Throne niederlegt, wie er fie während seines Erdenlebens für alle Gläubigen dargebracht hat, und verleihe uns, daß wir Dein Wort und Deinen Willen mit eben dem Eifer und der Liebe aufnehmen und erfüllen, womit er auf Erden es verkündet hat, damit wir dadurch selig werden. Amen. Gebet zu Ehren der heil. Barbara. Heilige Barbara, du engelreine Jungfrau und glorreiche Martyrin! erflehe auch uns die Gnade des Herrn zur Aneignung und Bewahrung der zwei großen Tugenden, der Reinigkeit des Leibes und der Seele und der Festigkeit im Glauben, durch welche du so ausgezeichnet gewesen und so großer Seligkeit im Himmel theilhaftig geworden bist. Amen. Gebet zu Ehren des heil. Nikolaus. Herr Jesu, Du Freund der Armen, der Du Deinem heil. Bischof Nikolaus unter vielen andern Tugenden besonders die Tugend der Mildthätigkeit und der Liebe gegen die Armen eingeflößet hast: lasse stets sein Beispiel uns 327 vor Augen leuchten, daß auch wir nach Kräften den Armen wohlzuthun uns befleißen und an ihnen Freunde bekommen, die, wenn wir von hinnen scheiden, durch ihr Gebet für uns in die seligen Wohnungen des Himmels uns verhelfen. Amen. - - Gebet zu Ehren des heil. Apostels Thomas. Jesu, der Du voll erbarmender Liebe Deinem Apostel auch dann noch nachgegangen, als er schon auf den Wegen des Unglaubens war und so herablassend und milde ihn wieder zum Glauben geführt, ja zum Verkünder desselben gemacht hast: erzeige auch uns Deine erbarmende Liebe; komme auch unserm schwachen Glauben mit Deiner stärkenden Kraft zu Hülfe und verleihe uns auf die Fürbitte Deines so bald wieder bekehrten und so glorreich gewordenen Apostels, daß wir lebend und sterbend als unsern Herrn und Gott Dich bekennen, in welchem allein für uns Heil und Seligkeit ist. Amen. 328 - Gebet zu Ehren des heil. Antons des Einsiedlers. Heiliger Antonius, du großer Freund der Einsamkeit und Buße, erbitte auch uns Liebe zur Einsamkeit und zum Gebet, Selbstverläugnung und bußfertigen Sinn, damit wir die Sünden, durch die wir im Getümmel der Welt unsern Gott beleidigt haben, in der stillen Einsamkeit durch aufrichtige Reuethränen beweinen, durch wahre Buße wieder gut machen, und der göttlichen Barmherzigkeit und Liebe würdig werden. Amen. Gebet zu Ehren der heil. Martyrer Fabian und Sebastian. Glorreiche heilige Martyrer, die ihr heldenmüthig euer Leben für den Glauben aufgeopfert und der glaubensarmen Welt ein Spiegel der Hochschätzung des heil. Glaubens geworden seid: bittet für uns Alle insgesammt, daß wir im Glauben gestärkt und mit Muth, ihn zu bekennen, ausgerüstet werden, auf daß wir durch den Glauben des Herzens gerecht, durch das Bekenntniß mit dem Munde aber selig werden. Umen. - 329 — Gebet zu Ehren der heil. Agnes. O Gott, der Du unter den vielen Wundern Deiner Allmacht auch dieß gewirket hast, daß selbst zarte Jungfrauen durch und für Dich in den Martertod gingen und die herrliche Siegeskrone als Blutzeuginnen erlangten: verleihe uns auf die Fürbitte der heil. Agnes, die wir als solche heldenmüthige Siegerin verehren, Kraft und Stärke zu einem eben so glorreichen Siege über Alles, was uns trennen will von Dir und nimm uns nach diesem Leben in Deine und aller Deiner Heiligen selige Gemeinschaft auf. Amen. Gebet zu Ehren des heil. Franz von Sales. Heiliger Bischof, du Zierde der Kirche und Lehrer der Frömmigkeit und echten heil. Wissenschaft, bitte bei Gott für uns, daß unser Wandel so lauter, rein und gottgefällig werde, wie du durch Wort und Beispiel ihn uns vorgezeichnet hast. Amen. - 330 - Gebet zu Ehren des heil. Apostels Mathias. O Jesu, der Du den heil. Apostel Mathias in die Zwölfzahl aufnehmen und in Deinen Weinberg gehen hießest, daß er arbeite für der Menschen Heil und Deine Ehre, und der Du seine Arbeit mit so reichem Segen lohntest: sende auch uns Priester, vom apostolischen Geiste beseelt, die Dein Wort uns lehren, Deine Gnade uns spenden und uns treue Wegweiser und Führer in das Reich des Friedens werden, in welchem sich vereint mit Dir Deine Freunde, die Apostel und alle Deine Heiligen erfreuen. Amen. Gebet zu Ehren des heil. Johann von Gott. Heiliger Johannes, du Tröster, Freund und Helfer der Kranken, sei uns, wenn eine Krankheit uns aufs Schmerzenlager wirft, mit deiner Liebe und mit deinem Troste nahe; bitte für uns um die Gabe der Geduld, damit, was wir leiden, für uns verdienstlich wird zum ewigen Leben. Amen. - 331- — Gebet zu Ehren der heil. Franziska. O Gott, der Du der heil. Franziska so besonders gnädig dich erzeiget hast, daß du ihr zum steten Freund und Schüßer einen Engel gesendet und durch dessen heilige Nähe sie so vorzüglich erfreuet und getröstet haft: gib, daß auch wir auf die Fürbitte der heil. Franziska der Nähe, des Schußes und Trostes unsers heiligen Engels nie verlustig werden, sondern bis zu jenem Augenblicke uns daran erfreuen mögen, wo Du, o Gott, ein gnädig Urtheil über unsere Seele sprichst. Amen. Gebet zu Ehren des heil. Joseph. Ehrwürdiger Diener Gottes, heil. Joseph, Nährvater Jesu Christi! Dir war es gegeben, dem menschgewordenen Sohn Gottes ein Ernährer, Pfleger und Schüßzer, ein Obsorger und Erzieher zu sein. Du haft treu dein Amt verwaltet, das der Herr dir aufgetragen. Darum bist du nun aber auch über Vieles gesetzt und leuchtest in großer Herrlichkeit vor unzähligen Heiligen im Himmel. Deine Fürbitte vermag viel bei Gott; Der, den du mit so viel 332 Sorgfalt und Treue gepflegt, läßt gewiß keine deiner Bitten unerhört. O so flehe für uns am Throne des ewigen Gottessohnes; erbitte uns einen Glauben, wie du gehabt, eine Gerechtigkeit und Reinigkeit, wie sie an dir geglänzt, eine Treue in unserm Berufe, wie du sie bewahrt hast. Bitte, daß wir der Verheißungen würdig werden, die Jesus allen Gläubigen, Gerechten und Getreuen gegeben hat. Amen. - Gebet zu Ehren des heil. Franz von Paula. O Gott, der Du den Stolzen widerstehst, den Demüthigen aber Deine Gnade gibst, und eben seiner wunderbaren Demuth wegen den heiligen Franziskus so reich an Gnaden gemacht und erhöhet hast: verleihe uns auf die Fürbitte Deines Heiligen, daß wir durch Nachahmung seiner Demuth Dir wohlgefallen und dereinstens auch die Belohnungen empfangen mögen, die den Demüthigen verheißen sind. Amen. - Gebet zu et au bo 333 - Ehren des heil. Vincenz Ferrerins. yow O Gott, der Du Deinen heil. Diener Vincentius auf Erden so hoch verherrlicht hast, daß sein Name, wie der hellste Stern, in der ganzen heil. Kirche leuchtet und glänzt, laß uns eben so hell das Beispiel seines heil. Lebens leuchten und verleihe, daß wir unter seinem mächtigen Schuhe und durch sein vielvermögendes Fürwort bei Dir von allen Uebeln des Leibes und der Seele bewahrt, in Sicherheit und Frieden Dir freudig dienen mögen. Amen. Gebet zu Ehren des heil. Georg. O Gott, der Du wegen der Verdienste und auf die Fürbitte Deines heil. Martyrers Georg Allen, die Dir vertrauen, Deine Gnade verleihst, gib, daß wir mit dem Geschenke dieser Gnade auch alle anderen Güter erlangen, deren wir so sehr bedürftig sind und um die wir Dich durch die Verdienste Jesu und Deines heil. Dieners und Martyrers Georg bitten. Amen. — 334- Gebet zu Ehren des heil. Markus. 195310 O Gott, der Du seines evangelischen Eifers wegen den heil. Markus zur Glorie des Himmels erhoben und mit den hehren Uposteln Deines Sohnes ihm Theil gegeben hast: verleihe uns, daß wir glauben und thun, was uns sein heil. Evangelium lehrt, und daß wir erlangen, was den Gläubigen und Gerechten darin verheißen sier and ist. Amen. Gebet zu Ehren des heil. Apostel du tid Pilippus und Jakobus. d Herr Jesu, der Du dorthin, wo Du in der Glorie Deines Vaters bist, auch Deine heil. Apostel aufgenommen hast, daß sie mit Dir herrschen ewiglich: gib uns Deine Gnade und nimm auf die Fürbitte dieser heil. Apostel nach dem mühevollen Erdenleben auch uns in Dein seliges Reich auf. Amen. Gebet zu Ehren des heil. Florian. Heiliger Martyrer Florian, der du zu einem Schützer und Schirmer in Noth und Gefahr, vor Allem aber in Feuersgefahr von Gott uns 335 gegeben und als solcher oft erkannt worden bist: bitte Gott auch um dieß für uns, daß in unserm Herzen alles sündhafte Feuer der Wollust, des Zornes und der Rachgier erlösche, dafür aber immerdar das heil. Feuer der Liebe und des Eifers für die Ehre Gottes, unser und unsers Nächsten Heil brenne. Amen. - - Gebet zu Ehren des heil. Johann von Nepomuk. O Gott, der Du zur Zierde des Priesterthums und für die Ehre der heil. Beichtanstalt den heiligen Priester von Nepomuk mit so groBer Standhaftigkeit ausgerüstet hast, daß er selbst unter Martern und in der Todesnähe das heil. Beichtsigill unverlegt bewahret hat: höre seine Bitten für uns und gib uns Kraft von Oben, daß wir eben so furchtlos, wie er über die heil. Beicht geschwiegen hat, in derselben reden, unverholen vor dem Priester unsere Schuld bekennen und durch Bekenntniß, Reue und Buße Deine Verzeihung erlangen. Amen. Gebet zu Ehren des heil. Peregrinus. O Gott, der Du in Deiner wunderbaren Güte Deinem heiligen Diener Peregrinus einen 336. Engel zum Begleiter, die heil. Jungfrau zur Lehrerin und Deinen Eingebornen Selber als Arzt und Helfer zugesendet hast: gib, daß wir mit heiliger Liebe unserm Schußengel, der heiligen Jungfrau und unserm Erlöser anhangen und würdig werden, dereinst in ihre Gemeinschaft zu kommen. Amen. - - Gebet zu Ehren des heil. Anton von Padua. O Gott verleihe, daß wir, die wir mit Ehrfurcht und Liebe Deines heil. Dieners Anton von Padua gedenken und um sein Fürwort ihn bitten, durch eben dieses Stärke zum Kampfe wider die Feinde unsers Heils, Trost in den Widerwärtigkeiten des Lebens, Hülfe in der Noth des Todes und Frieden im Leben jenseits erlangen. Amen. Gebet zu Ehren des heil. Aloysius. O Gott, der Du Deine himmlischen Gaben so gerne vertheilst und Jeden, wer immer Dich bittet, mit reichlichen Gnaden erfreust: wir rufen zu Dir, Du wollest eben so große Liebe zur Reinigkeit des Leibes und der Seele, wie Du sie - 337 — dem heil. Aloysius sie eingeflößet hast, auch uns verleihen; und was wir immer hierin mangeln ließen oder hiegegen verbrochen haben, das laß uns durch eben so großen Bußgeist ersetzen und gut machen, mit welchem der heil. Aloysius nicht seine, sondern fremde Sünden gegen die Reinigkeit gefühnet hat. Amen. Gebet zu Ehren des heil. Johannes des Täufers. Heiliger Johannes, du Vorläufer Christi und Held und Prediger der Buße! wie Du unserm Heiland, als Er im Fleische auf Erden erschienen war, den Weg bereitet und zur Sinnesänderung und zum Glauben an Ihn die Menschen bewogen hast: so bahne dem Heiland auch zu uns den Weg, wenn Er geistig zu uns kommen will. Bahne Ihm durch deinen erschütternden Zuruf zur Reue und Buße vornehmlich dann den Weg, wenn Er in der heil. Kommunion, und wenn Er am Ende unsers Erdenlebens im Tode zu uns kommt, um uns in das Reich der Ewigkeit zu führen. Amen. 22 - - 338- Gebet zu Ehren des heil. Vincenz von Paul. di Gott, der Du den heil. Vincenz von Paul mit so Alles umfassender Liebe erfüllt, daß kein Elend mehr gewesen, dem er nicht Rath und Hülfe gefunden: lehre und kräftige auch uns, daß wir durch Liebe zu den Hilfsbedürf tigen und Armen Dir und Deinem Sohne immer mehr ähnlich, und wie der heilige Vincenz von Paul trost- und hülfreiche Engel für unsere Mitmenschen werden, dafür aber einstens, von Dir, dem Vergelter alles Guten, zum Lohne die himmlische Seligkeit empfangen. Amen. Gebet zu Ehren der heil. Maria Magdalena. Heilige Magdalena, du Muster der Reue aus Liebe und des bußfertigen Herzens und Sinnes, wir bitten dich, erflehe uns von deinem Herrn und Gott die Gnade, daß wir eben so aufrichtig, wie du, unsere Untreuen und Sünden gegen Ihn beweinen, dafür aber durch eben so erbarmungsreiche Verzeihung erfreuet und getröstet werden. Amen. - 339— Gebet zu Ehren des heil. Jakobus. O Gott, heilige und behüte uns in Deiner Gnade, daß wir, die Glaubenstreue und Frömmigkeit des heil. Apostels Jakobus nachahmend, durch einen heiligen Wandel Dir wohlgefallen und in der Liebe und Treue gegen Dich ausharren bis an unser Ende. Amen. Gebet zu Ehren der heil. Anna. O Gott, der Du der heil. Unna die große Gnade verliehen hast, daß sie die Mutter und Erzieherinn der jungfräulichen Mutter Deines Sohnes und aller durch Ihn Erlösten gewor den ist, verleihe uns auf ihr Liebesgebet und durch die Verdienste ihres heiligen Lebens, daß wir durch Glauben, Hoffnung und Liebe zu Dir und durch beharrliche Treue in Erfüllung Deiner heiliger Gebote nach diesem Erdenleben dorthin gelangen, wo ihre jungfräuliche Tochter Maria mit ihrem göttlichen Sohne, Christo, dem Erlöser, unaussprechlicher Seligkeit sich erfreuet. Amen. 22* — 340- Gebet zu Ehren des heil. Dominikus. Gott, der Du durch den Eifer Deines heil. Priesters Dominikus die Welt belehret und erleuchtet haft: laß die Bitten gnädig vor Dich kommen, die er für die heil. Kirche auf Erden darbringt. Stärke alle Gläubigen im Glauben, befestige sie in der Hoffnung, entzünde sie zu Deiner Liebe und gib uns Allen einstens Deinen ewigen Frieden. Amen. Gebet zu Ehren des heil. Laurentius. Heiliger Martyr Laurentius, der du eben so sehr durch Glaubenstreue als durch deinen Eifer und durch deine Liebe leuchtest und der Kirche zur schönsten Zierde bist: wir bitten Dich, erflehe ihr Diener von Gott, die so treu in ihrem Berufe sind, wie du gewesen bist; bitte aber auch für uns, daß wir getreuer Hirten treue Schäflein seien. Amen. Gebet zu Ehren der heil. Klara. O Gott, der Du auch aus den zarten Jungfrauen viele Heilige Dir auserkoren hast, gib daß wir auf die Fürbitte Deiner jungfräulichen 341- heil. Dienerinn Klara von jedem Uebel befreit werden mögen, das unserm Seelenheile Gefahr bringt. Amen. - Gebet zu Ehren des heil. Bernhard. O Gott, der Du durch den hohen Geist Deines Dieners Bernhard die christliche Welt erleuchtet und gelehret haft: laß den Glauben, den er verkündet und vertheidigt hat, uns immer theurer werden und im Leben und im Sterben unsern reichen Trost sein. Amen. Gebet zu Ehren des heil. Joseph von Calasanz. Heiliger Joseph von Calafanz, der du vorzüglich durch deine Liebe zu den Kleinen Jesu ähnlich geworden, bewahre uns durch deine Fürbitte vor der größten aller Sünden, vor Nergerniß und bösem Beispiel, durch das die Kleinen verführt werden können; erbitte uns vielmehr den Willen und die Kraft, daß wir durch Wort und Beispiel sie zu Jesu, ihrem Freunde und Erlöser führen. Amen. - 342 - Gebet zu Ehren des heil. Auguſtin. Heiliger Augustin, du großer Bischof und Lehrer der Kirche, Licht und Führer der Welt, zu Dir rufen wir, du wollest am Throne Got tes Erleuchtung und Kraft uns erbitten, daß wir, was recht und gut ist, allezeit erkennen, und das als recht und gut Erkannte unter Got tes Beistande mit heiliger Liebe vollbringen. Amen. Gebet zu Ehren der heil. Rosalia. Gott, der Du der heil. Rosalia in der Einsamkeit in Deiner Huld und Liebe Dich gezeigt und Wunderbares und Großes ihr dort geoffenbaret hast: komm und rede auch zu unserm Herzen in der stillen Einsamkeit bei unserm häuslichen Gebete; eröffne uns Deinen heiligen Willen, gib uns aber auch Kraft, ihn zu erfüllen und kröne dann die Gaben Deiner Güte damit, daß Du, als wären sie unser Verdienst und Eigenthum, ihretwillen uns einst in den Himmel aufnimmst. Amen. - 343 - Gebet zu Ehren des heil. Apostels Hail Matthäus. O Jesu, Du Anfänger und Vollender unsers Glaubens, der Du auch den heil. Apostel Matthäus durch einen glorreichen Martertod für den Glauben verherrlicht hast: verleihe uns auf die Fürbitte dieses Deines heil. Apostels, daß wir eben so treu, wie er, im Bekenntnisse desselben Glaubens seien, durch treues Bekenntniß aber selig werden. Amen. Gebet zu Ehren des heil. Erzengels Michael. Du Fürst des himmlischen Hofes, heiliger Erzengel Michael, dich bitten wir, du wollest unsern Leib und unser Leben, hauptsächlich aber unsere Seele und ihr Heil in deinen mächtigen Schuß nehmen und gegen alle Unfälle des bösen Geistes kräftigst sicher stellen. Amen. Gebet zu Ehren des heil. Franziskus Seraphikus. O Gott, der Du den heil. Franziskus zu einem besondern Beispiel uns vor Augen ge 344 stellet und uns durch ihn gelehret hast, wie wir die Armuth und die Demuth lieben sollen, da Dein göttlicher Sohn selbst sie geliebt und uns Allen anempfohlen hat: flöße uns Liebe dazu, Bereitwilligkeit und das Verlangen ein, lieber arm mit Jesu, als reich ohne Ihn zu sein, lieber um Seinetwillen verachtet zu werden, als ohne Ihn der eitlen Ehre vor der Welt zu genießen; und laß durch Liebe zur Armuth und durch wahre, ungeheuchelte Demuth uns dem Bilde Deines eingebornen Sohnes immer ähnlicher werden. Amen. - - Gebet zu Ehren der heil. Theresia. ww Heilige Theresia, du Musterbild des erleuchteten und wahrhaft frommen Lebens, erflehe uns von Gott Erleuchtung und Gnade, wie sie dir zu Theil geworden, damit wir immer mehr in der Erkenntniß und Liebe Gottes, unsers höchsten Gutes, wachsen und durch dasselbe, so wie du, beseligt werden. Amen. Gebet zu Ehren hes heil. Karl Boromans. O Jesu, Du Hirte und Bischof unserer Seelen, der Du dem heiligen Karl Boromäus - 345 - so treue Hirtenforgfalt eingeflößet hast, daß er selbst zur Zeit der Pest den Seinen immer nahe und ein Helfer und Tröster blieb, wir bitten Dich, erhöre sein Gebet, das er nunmehr an Deinem Throne darbringt für die ganze Christenheit und schenke uns um seiner Liebe willen Deinen Beistand und Deinen Frieden. Amen. Gebet zu Ehren des heil. Martinus. O Gott, der Du Deinem heil. Diener Martinus so große Liebe zu den Armen verliehen und so wunderbar Dich ihm gezeiget hast: wir bitten Dich, gib auch uns ein mildreich erbarmendes Herz und Mitgefühl mit fremder Noth, auf daß auch wir würdig werden, Dich dereinst zu schauen und das Wort von Dir zu hören: ,, Was ihr euern Mitmenschen Gutes gethan habt, das habt ihr Mir gethan. Amen. Gebet zu Ehren der heil. Katharina. Heilige Katharina, du erleuchtete Vertheidigerin und standhafte Bekennerin des christlichen Glaubens, für den Du unter grauenvollen Martern selbst dein Leben aufgeopfert hast, erbitte uns von Deinem und unsern Herrn und 346 - Erlöser, daß wir unsern Glauben mit Herz und Mund, durch Wort und Werk bekennen, und daß wir dereinst die Seligkeit erlangen, die dem treuen Bekenntnisse verheißen ist. Amen. Verschiedene andere Gebete. anity Gebet eines Jünglings. O Jesu, Weg, Wahrheit und Leben! Nur durch Dich kann ich zum Vater gelangen; nur bei Dir findet mein Geist die rechte Nahrung; nur aus Dir quillt mein zeitliches und ewiges Leben. Dir seien also schon die Tage und Jahre meiner Jugend geweiht; als ein Opfer lege ich sie demüthig zu Deinen Füßen nieder und mit Inbrunst bitte ich Dich, Du wollest nicht zugeben, daß Leichtsinn oder Bosheit meinen Sinn verkehre und von den Wegen der Gottesfurcht und Wahrheit mich ablenke, auf denen ich zeitlebens wandeln soll. Laß mich die Welt nicht lieben, sondern flöße mir Liebe zu Dir, zur Tugend, zur Weisheit und zum wahren Ernst des Lebens ein; gib mir Freude an Deinem heiligen Wort und Willen, Eifer zum Ge 347bete und zur Arbeit, Demuth und Gehorsam, Selbstverläugnung und Geduld, vor Allem aber Liebe zur unbefleckten Reinigkeit an Leib und Seele. Laß mich in Allem Deinem Beispiele folgen und meine Jugend so heilig zubringen, wie Du, o Jesu, sie verlebt hast, auf daß ich Ehre vor Dir und allen Guten auf Erden finde. Amen. - - Gebet einer Jungfrau. O wie überaus schön ist der Stand, in welchem ich in diesen Jahren meiner Jugend mich befinde! Nicht quälen mich des Lebens Sorgen; denn nur einzig diese Sorge liegt mir ob, daß ich Dir, o Jesu, du Bräutigam der Seelen, wohl gefalle. Deine heilige jungfräuliche Mutter soll daher mein Vorbild, mein Spiegel und das Muster meines Lebens sein. Still und eingezogen wie sie, will auch ich sein. Um Gebete und am Umgange mit Dir will auch ich meine größte Freude finden. Sanftmuth, Demuth und Liebe soll meine edelste Zier, Reinigkeit des Leibes und der Seele mein herrlichster Schmuck sein. Die Eitelkeiten der Welt sollen mein Herz nicht bethören, und Lobredner und Schmeichler will ich auf das Sorgfältigste fliehen. Wache 348Du selbst über mich, mein Herr und König, und behüte und beschütze mich vor jeder Gefahr, die meiner Tugend und meinem Heile droht. Und du Königin der Jungfrauen, allerreinste Jungfrau und Mutter Jesu, nimm auch du mich in deinen Schuß auf, erflehe mir Deines Sohnes gnädigen Beistand und Sein Wohlgefallen. Amen. — - Gebet der Gatten für einander. O Gott, durch ein heiliges, unauflösliches Band hast Du selber uns verbunden, daß wir in unverlegter Lieb und Treue einander beistehen, mit einander die Mühen des Lebens tragen, für einander sorgen und beten, und so, wie wir auf Erden mit einander vereinigt sind, einst auch im Himmel vereinigt werden. O laß uns nicht vergessen, was wir einander sein zu wollen, an Deinem heil. Altare so feierlich und eidlich versprochen haben. Du hast im Sakramente Deine Gnade uns gegeben, daß sie uns t stärke zur Erfüllung unsers gegenseitigen Versprechens. Laß diese Deine Gnade in uns immerdar frisch und kräftig sein. Gib uns, daß wir Eines mit dem Andern Nachsicht und Ge 349. - duld tragen, daß wir einander liebreich ermahnen, wenn wir gefehlt, und auf den rechten Weg wieder führen, wenn wir abgeirret sind von demselben. Erhalte, kräftige und befestige uns in der unverbrüchlichen ehelichen Liebe und Treue; und lasse uns, wenn wir von hinnen scheiden, in Deinen seligen Wohnungen einander wieder finden und ewig mit einander und mit Dir vereinigt bleiben. Amen.ada indi Gebet der Aeltern für ihre Kinder. O Gott, die Kinder, die Du uns anvertrauet hast, sind Dein Eigenthum und aus unserer Hand wirst Du sie einstens wieder fordern. Keines von ihnen soll verloren worden sein; unsere Seele forderst Du sonst für sie. Gib uns daher Erleuchtung und Kraft, daß wir sie recht erziehen, daß wir nach Deinem heiligen Gesetz und Willen sie zu Christen bilden, die an Dich glauben, auf Dich hoffen und vertrauen und durch ein heilig Leben zeigen, daß sie Dich und alle Menschen lieben. Gib uns ausdauernde Geduld und beharrlichen Eifer, daß wir zwischen Liebe und Ernst die rechte Mitte halten und unsere Erziehung eine weise 350 sei. Verschaffe unsern Worten Eingang in der Kinder Herzen und segne sie, daß sie da wirken, wo sie wirken sollen. Stärke aber auch uns selbst in allem Guten, in der Treue gegen Dich und in der Liebe zu Dir, daß wir unsern Worten allezeit durch gutes Beispiel Kraft und Nachdruck geben und daß so um so sicherer bei den uns Unvertrauten Deine Ehre und ihr Heil gefördert werde. Amen. - - Gebet der Kinder für ihre Aeltern. O Gott, der Du an unsern Ueltern Freunde uns gegeben hast, denen wir nach Dir Alles verdanken, was unser Herz erfreut, und der Du ihnen so große Liebe zu uns gegeben, daß sie felbst ihr Leben für uns opfern würden, wenn sie unser Wohl damit erkaufen könnten: wir bitten Dich, vergelte ihnen, was sie Gutes an uns thun, mit Deinem zeitlichen und ewigen Gnadensegen. Gib ihnen Gesundheit und Kraft, Zufriedenheit und Glück, Segen und Gedeihen bei allen ihren Unternehmungen, Frieden, Trost und Ruhe, so wie Deine Gnade und Deine Liebe. Uns aber, o Gott, verleihe den guten Willen und die Kraft, daß wir sie ehren, wie 351 Dein heil. Gebot es befiehlt, daß wir ihnen gehorsam und dankbar seien, daß wir sie herzlich lieben. Gib, daß wir ihnen einst vergelten können, was sie an uns gethan und daß wir ihnen ihre alten Tage versüßen und verschönen. Und wenn Du sie endlich abrufst zu Dir, o so sprich ihnen ein gnädig Urtheil in Deinem Gerichte und nimm sie in Deine ewigen Freuden auf. Amen. — - Gebet für Verwandte, Freunde und Bekannte. O Gott, auch Jene empfehle ich Dir in Liebe, die durch die Bande der Freundschaft, des Blutes, der Nachbarschaft und Bekanntschaft mit mir verbunden sind und die durch ihre Zuneigung, Freundschaft und Liebe mein Herz erfreuen. Erbarme Dich ihrer, o Herr! und gib ihnen die reichen Güter Deiner Huld und Liebe. Gib ihnen Deinen Erdensegen, noch mehr aber verleihe ihnen Deinen himmlischen Segen zur Erkenntniß und Erfüllung Deines Willens und zur Erlangung ihres ewigen Seelenheiles. Bewahre sie vor allen Uebeln, die ihnen nicht zum Heile sind, erfreue sie in der Trübsal mit Dei 352 nem Troste und zeige Dich ihnen als Retter und Helfer in jeder Noth. Laß sie Dir und Deinem Sohne treulich dienen, damit sie, wenn einst ihre letzte Stunde schlägt, getrost Deinem Rufe in die Ewigkeit folgen können und dort, wo Du mit Deinem Sohne und dem heiligen Geiste in Herrlichkeit regierest, ewig selig leben mögen. Amen. - - Gebet für Feinde. Jesu, der Du befohlen hast, daß wir auch unsere Feinde lieben und für sie beten sollen, damit auch sie nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben erlangen: ich bitte Dich auch für Alle, die mir ein Unrecht gethan, mich wie immer beleidigt haben und annoch meine Feinde sind. Ich selbst habe ihnen verziehen. Du, o Gott, weißt es, daß kein Groll mehr in meinem Herzen ist und daß ich sehnlich wünsche, daß auch sie ihre feindselige Gesinnung gegen mich ablegen. Verzeihe ihnen, Gott, das mir angethane Unrecht, durch welches sie auch Dich beleidigt haben. Erleuchte sie, daß sie ihr Unrecht erkennen und flöße ihnen zu ihrem Heile Scham und Reue ein. Mich aber be 353 wahre und stärke, daß nicht etwa eine Rede des Vorwurfs oder eine That der Gereiztheit ihnen die gänzliche Aussöhnung mit mir erschwere. Laß sie nicht in ihrer Feindseligkeit verharren. Sie würden ja darin zu Grunde gehen. Und dieß, o Herr, laß Deines Sohnes willen nicht geschehen, der auch für Seine Feinde noch gebetet hat. Erbarme Dich ihrer, er= barme Dich ihrer, o Herr! und sei ihnen gnädig, daß sie vollkommen sich zu Dir bekehren und daß ich mit ihnen und sie mit mir in Dein Reich der Liebe und des Friedens kommen mögen. Amen. - An den Quatember- Beiten. 3u diesen Zeiten wurden ehemals die Bischöfe, Priester und übrigen Diener der Kirche zu ihren heil. Aemtern geweiht. Da vereinigte sich Geistlichkeit und Volk zu Gebet und Fasten, um von dem obersten Bischofe der heil. Kirche, von Jesu, ihrem Stifter und Beistand, würdige Hirten zu er bitten. Halte also auch du das kirchlich vorgeschriebene Fasten und vereinige zu dem angegebenen Zwecke auch dein Gebet mit dem der ganz zen heil. Kirche. mm mlhd nobis in 198 23 354. - Gebet. TO Jesu, Stifter der heil. Kirche, in der Du Alles hinterlegt hast, was Du vom Himmel brachtest und auf Erden uns erwarbst und wirktest, wir bitten Dich, erhöre unser inständiges Flehen und sorge für würdige Diener Deiner Kirche, eifrige Verkündiger Deiner heil. Lehre, heilige Ausspender Deiner heil. Geheimnisse und weise Führer Deiner Gläubigen. Pflanze Seeleneifer und Reinigkeit in ihre Herzen, begleite und segne all' ihr Thun und ihre Bemühungen, daß Dein Wort, welches sie uns verkünden, an uns Frucht bringe, Dein Beispiel, das sie uns vor Augen stellen und vor Allen zuerst selbst befolgen, uns zur Nachahmung ansporne, Deine Sakramente, die sie uns spenden, uns zum Heil und Segen gereichen. Erhalte und regiere vor Allem unsern obersten Hirten, den heil. Vater Pius und unsern Bischof, daß sie, denen die Macht gegeben ist, uns Priester zu senden, Männer uns senden, die erleuchtet im Glauben und kräftig in allem Guten durch Wort und gutes Beispiel, uns zu Dir o Jesu führen, und unser ewiges Ziel uns erreichen helfen. Amen. 355 - Glaube, Hoffnung und Liebe. Glaube. Ich bekenne und glaube, daß nur Ein Gott sei in der Natur und Wesenheit, dreifach aber in den Personen, Gott Vater, Gott Sohn und Gott heiliger Geist; daß Gott sei ein unendliches, vollkommenes Wesen; ein Belohner des Guten, und ein Bestrafer des Bösen; daß der Sohn Gottes für uns sei Mensch geworden, der namenlose Leiden für uns erduldet, und am Kreuze für unserer Sünde Schuld gestorben ist; daß die Seele des Menschen unsterblich, und daß uns die Gnade Gottes zur Erlangung der Seligkeit nothwendig sei. Ich glaube auch demuthsvollen Sinnes, alles und jedes, was Du, o Gott, geoffenbaret, und durch die heilige, römisch- katholische Kirche zu glauben befohlen hast. Ich glaube es darum, weil es Dein Wort und Deine Lehre ist, der Du, als die ewige Wahrheit und Weisheit, nicht betrügen noch betrogen werden kannst. In diesem wahren Glauben will ich mit Deiner Gnade leben und sterben. O Gott vermehre meinen Glauben. EN DAG 23* 356 Hoffnung. Allmächtiger Gott! unendlich barmherziger Bater! ich hoffe von Dir mit festem Vertrauen durch Deine Gnade, und die unendlichen Ver- i dienste Jesu Christi, in diesem Leben Verzeihung meiner Sünden, und die Gnade, Deine Gebote zu halten; nach diesem Leben aber das ewige Leben. Ich hoffe dieß darum, weil Du es versprochen hast. Du, der Du unendlich gütig bist, willst uns das, um was wir Dich bitten, geben; Allmächtiger! Du kannst es uns geben; Getreuer! Du wirst es uns geben. O Gott! stärke mich in dieser Hoffnung. - - Liebe. Mein Gott! ich liebe Dich aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele, über Alles, weil Du allein werth bist, über Alles geliebt zu werden, der Du der Urquell alles Guten, der Inbegriff aller Vollkommenheit, und in Dir selbst das höchste, beste, vollkommenste Wesen bist. O Gott! entzünde in mir das Feuer Deiner Liebe immer mehr und mehr. Um deßwillen reut es mich, daß ich jemals wider Dich gesündiget habe. Ich will lieber sterben, als Dich vorsäzlich mit einer Sünde beleidigen. 357- Andacht zur Zeit einer Krankheit. Eine Zeit erübrigt noch, die dir zu großem Heil und Segen werden kann, wenn du sie recht benüßest, die Zeit der Krankheit. Denn da sucht Gott selbst dich heim. Niemals bist du sonst so viel zu Hause, so viel wachend, so viel allein, so ernst gestimmt und so empfänglich für das Bessere, als eben in solchen betrübten Tagen. Vergiß also nie, daß, ein so großes Ulebel auch eine Krankheit ist, und sei sie zu deiner Prüfung oder zur Strafe über dich gekommen, sie nach dem Willen Gottes ein Mittel des Heiles für dich werden soll. Entweder sollst du nämlich vom Bösen zum Guten, oder vom Guten zum noch Bes seren dadurch bekehret werden. Nimm sie also vor Allem als ein Heilsmittel für dich an, betrachte sie als Schickung Gottes, opfere Jhm deine Leiden im Namen Jesu auf, bitte Gott um Geduld und Ergebung und überlaß dich übrigens ganz und gar dem Willen Gottes. Der Herr wird Alles zu deinem Besten lenken. Damit Du aber stets in Vereinigung mit Gott bleibest, so betrachte und bete in folgender oder ähnlicher Weise. - 358 tisdag 1. Betrachtung.thoduk? Beim Beginne der Krankheit. Mein Gott! was für ein großes Gut genießen wir von Dir, so lange wir gesund und kräftig zu den Arbeiten unsers Berufes sind. Und wie wenig achten wir dennoch dieses Gutes. Wir leben fort, als müsse es immer so gehen, danken Dir gar nicht, ja vergessen Deiner und mißbrauchen oft noch dieses Gut, Dich, den Geber, zu beleidigen. Da nimmst Du es uns aber und es gehen uns die Augen auf, und erst, nachdem wir es verloren, erkennen wir, was wir besessen haben. Du sendest eine Krankheit uns zu, die nicht nur darum für uns eine Trübsal ist, weil wir uns des Lebens nicht mehr so wie vorhin freuen können, weil wir in Unthätigkeit und in Leiden unsere Stunden zubringen müs sen, sondern weil die Krankheiten überhaupt Vorboten des Todes sind, der endlich einmal unser ganzes irdisches Dasein zerstört. Jede, auch die erste Krankheit unsers Lebens kann zugleich die legte sein; Niemand hat eine Gewißheit, ob er das Lager, darauf diese oder jene Krankheit 359 ihn geworfen, wieder gesund verlassen wird, ob nicht das gegenwärtige Krankenbett auch schon sein Sterbebett sein wird. Aber eben darum muß ich diese meine Krankheit mir zu Nuße machen. Für die Welt kann ich nichts thun; so will ich um so mehr für die Ewigkeit wirken. Was habe ich denn bis jetzt für die Ewigkeit gethan? Wie habe ich denn die Jahre meiner Jugend, meiner Kraft und meiner Gesundheit zugebracht? Habe ich gethan, was ich als Mensch, als Christ, und zwar als katholischer Christ nach meinem Alter, Stande, Verhältnissen und Kräften schuldig war? Würde ich, wenn diese Krankheit mir den Tod und der Tod vor Gottes Gericht mich brächte, ruhig sterben und vor Gott mich verantworten können?( Prüfe dich ernstlich über diese und ähnliche Fragen.) Gebet. O mein Gott! Heller und klarer als sonst, erkenne ich zu meiner tiefsten Beschämung und mit vieler Reue vor Dir, daß ich bei Weitem nicht das bin, was ich mit Deinen vielen Gaben sein könnte. Undankbar Deiner Güte und Deiner Liebe vergessend, genoß ich das Leben und dessen 360 Güter, als hätte ich Alles von mir selber und als hättest nicht Du Alles mir gegeben. Nun aber hast Du mich heimgesucht, hast Du mich erinnert an Dich und hast Du Deine Macht mir gezeigt, der Niemand widerstehen kann. Meine Schwäche, meine Kraftlosigkeit zeigt, wie schwer Dein Urm ist, wenn er auf uns Sterbliche niederfällt. O zieh ihn, wenn es zu meinem Heile ist, wieder zurück, laß mir noch Zeit, das Versäumte nachzuholen und durch größern Eifer in Deinem Dienste Anspruch auf Deine verzeihende Huld und Liebe mir zu erwerben. Gib mir, o Herr, die verlorne Gesundheit wieder und erneuere meine Kraft; ich will fortan Dir allein dienen. Amen. - 2. Betrachtung. Wenn die Krankheit zunimmt. Ein schweres Joch hat zwar der Herr mir auferlegt und groß sind meine Leiden. Allein habe ich Gutes aus der Hand des Herrn empfangen, warum soll ich nicht auch das Ueble hinnehmen. Denen, die Gott lieben, dienen ja alle Dinge zum Besten. Und nicht ich allein trage so schweres Kreuz. So viele Heilige tru 361 gen es vor mir, Christus unser Erlöser trug es uns Ullen vor. Leide ich mit Ihm, so werde ich auch mit Ihm verherrlicht werden. Der das Joch auferlegt hat, hilft es auch tragen. ,, Denn ist Jemand krank unter euch," so sagt sein Apostel, so rufe er die Priester der Kirche zu sich." Diese bringen Jesu Gnade. Auch ich will darnach rufen; will im Bußsakramente den Frieden der Seele, im Altarssakramente Jesum Selbst, in der Delung Kraft und Stärkung mir geben lassen, um eben so ruhig und ergeben wie Jesus mein Erlöser beten zu können: Vater, nicht mein, sondern Dein Wille geschehe.( Empfange, wenn deine Krankheit nur etwas bedenklich wird, mit Undacht und Vertrauen die heiligen Sakramente.) - — Gebet. O liebevoller Erlöser, der Du Allen nahe bist, die in was immer für einer Noth gläubig zu Dir ihre Zuflucht nehmen, sich auch auf meine Noth und laß bei Dir mich Zuflucht finden. Laß Deine heiligen Sakramente mich mit Andacht empfangen und aller ihrer Gnaden und Segnungen, ihrer Wirkungen, Tröstungen und Stärkungen mich theilhaft werden. Amen. dad 3623. Betrachtung. Nach dem Empfange der heil. Sakramente. and Herr, nun will ich gerne sterben, weil meine Augen den Heiland der Welt geſehen haben." So sprach dereinst der greise Simeon. Ich aber habe meinen Jesus nicht nur geſehen, ich habe Ihn in mein Herz aufgenommen und be herberge Ihn in mir. Wie getrost und ruhig kann erst ich sprechen: Herr, rede, Dein Diener ist bereit, Dich zu hören. Herr, rufe mich, ich bin bereit, Deinem Ruf zu folgen. Ob ich lebe oder sterbe, bin ich ja Gottes Eigenthum. Der mich erschaffen, erlöst und geheiligt hat, wird mir auch die Seligkeit geben. O wie danke ich Dir, du heil. Glaube, der du so reiche Tröstungen selbst für die betrübtesten Stunden unsers Lebens hast! Wie danke ich meinem Jesus, der ihn uns gelehrt und einen Freund an ihm uns gegeben hat, der gerade da am wohlthätigsten hilft, wo wir der Hilfe am meisten bedürfen. Sterbe ich auch, so tröstet der Glaube mich, daß mein Erlöser lebt und daß ich durch ihn wieder auferstehen und in einem neuen Leben wandeln werde, über das der Tod keine Macht mehr haben wird. - 363 Gebet. O Jesu, der Du in den heil. Sakramenten so wunderbar mit Deiner Gnade mich getröstet und gestärket hast, verbleibe nun auch bei mir, und erquicke fortan mit Deinem göttlichen Troste meine mit Dir vereinigte Seele, auf daß ich, ob ich lebe oder sterbe, mich erfreuen möge in Dir, der Du das Heil und der Trost aller Menschen bist im Leben und im Tode. Amen. - - Kurze Seufzer, einem Sterbenden vorzusprechen. Göttlicher ErJesus, mein Heiland! löser, erbarme Dich meiner!- Herr, fei mir gnädig! Dein Wille geschehe!- Vater! nicht wie ich will, sondern wie Du willst.- Herr! ich glaube an Dich!- Herr! ich hoffe auf Dich. Herr! von ganzem Herzen liebe ich Dich.- Jefus, dir lebe ich.- Jesus, Dir sterbe ich.- Jesus, Dein bin ich todt und lebendig. Herr, gedenke meiner! Ich armer Sünder! Heilige Maria, bitte für mich.- Mutter, sieh deinen Sohn( deine Tochter).- Heiliger Schuhengel, steh' mir bei.- Vater, in Deine Hände empfehle ich meinen Geist.idealno - - - 364- Lita neien. Litanei von allen Heiligen. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Heiliger Gabriel, Heiliger Raphael, Gott Vater im Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, Ein einiger Gott, er: barme Dich unser! Heilige Maria, bitte für uns! Heilige Gottesgebärerin, bitte für uns! Heiligste aller Jungfrauen, Heiliger Michael, uns! bitte für Alle heiligen Engel und Erzengel bittet für uns! Alle heiligen Chöre der seligen Geister, bittet für uns! Heiliger Johannes der Täufer, bitte für uns! Heiliger Joseph, bitte für uns! Alle heiligen Patriarchen und Propheten, bittet für uns! Heiliger Petrus, bitte für uns! Heiliger Paulus, bitte für uns! - 365 Heiliger Andreas, Heiliger Jacobus, Heiliger Johannes, Heiliger Thomas, Heiliger Philippus, Heiliger Bartholomäus, Heiliger Matthäus, Heiliger Simon, Heiliger Thaddäus, Heiliger Matthäus, Heiliger Barnabas, Heiliger Lucus, Heiliger Marcus, — m50 bitte für uns! Alle heiligen Apostel und Evangelisten, bittet für uns! Alle heiligen Jünger des Herrn, bittet für uns! Alle heiligen unschuldigen Kinder, bittet für uus! Heiliger Stephanus, Heiliger Laurentius, Heiliger Vincentius, Heiliger Fabianus und Sebastianus, Heiliger Johannes und Paulus, Heiliger Kosmas und Damianus, Heiliger Gervasius und Protasius, Alle heiligen Märtyrer, Heiliger Sylvester, Heiliger Gregorius, Heiliger Ambrosius, Heiliger Augustinus, Heiliger Hieronymus, Heiliger Martinus, Heiliger Nicolaus, bitte und bittet für uns! Es 366 Alle heiligen Bischöfe und Beichtiger, bittet für uns! Alle heiligen Lehrer, bittet für uns! Heiliger Antonius, Heiliger Benediktus, Heiliger Bernardus, Heiliger Dominikus, Heiliger Franziskus, Alle heiligen Priester und Leviten, bittet für uns! - Heilige Katharina, Heilige Anastasia, 17 Spi Alle heiligen Mönche und Einsiedler, bittet für uns! Heilige Maria Magdalena, Heilige Agatha, Heilige Lucia, Heilige Agnes, Heilige Cäcilia, bitte für uns! Alle Heiligen Gottes, bittet für uns! Sei uns gnädig, verschone uns, o Herr! Sei uns gnädig, erhöre uns, o Herr! Von allem Uebel, Alle heiligen Jungfrauen und Witwen, bittet für uns! Bon aller Sünde, Von Deinem Zorne, Bom jähen und unvorhergesehenen Tode, Von den Nachstellungen des Teufels, Von Zorn, Haß und allem bösen Willen, Von dem Geiste der Unreinigkeit, bitte für uns! erlöse uns, o Herr! 367 Von Bliß und Ungewitter, älst du Von der Pest, dem Hunger und dem Kriege, Von dem ewigen Tode, Durch das Geheimniß Deiner heil. Menschwerdung, - Durch Deine Ankunft, Durch Deine Geburt, Durch Deine Taufe und Dein heil. Fasten, Durch Dein Kreuz und Leiden, Durch Deinen Tod und Dein Begräbniß, Durch Deine heilige Auferstehung, Durch Deine wunderbare Himmelfahrt, Durch die Ankunft des heiligen Geistes, des Daß Du den obersten Hirten und alle Stände der Kirche in Deiner heiligen Religion erhalten wollest, erlöse uns Daß Du die Feinde der heiligen Kirche de1 müthigen wollest, Daß Du den christlichen Königen und Für sten Frieden und wahre Einigkeit geben wollest, Daß Du dem ganzen christlichen Volke Frieden und Einigkeit verleihen wollest, D Trösters, Am Tage des Gerichtes, Wir armen Sünder, wir bitten Dich, erhöre uns! Daß Du uns verschonest, Daß Du uns verzeihest, Daß Du uns zu wahrer Buße bringen wollest, Daß Du Deine heilige Kirche regieren und erhalten wollest, Herr! wir bitten Dich, erhöre uns! 368 Daß Du uns selbst in Deinem heil. Dienste stärken und erhalten wollest, Daß Du in unsern Gemüthern himmlische Begierden erregest, Daß Du alle unsere Gutthäter mit den ewigen Gütern belohnest, Daß Du unsere und unserer Brüder, Freunde und Gutthäter Seelen vor der ewigen Verdammniß bewahrest, Daß Du die Früchte der Erde geben und er halten wollest, Daß Du allen verstorbenen Christgläubigen die ewige Ruhe verleihen wollest, - Daß Du uns erhören wollest, Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr! Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr! Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme dich unser, o Herr! Christe, höre uns! Christe erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser u. d. U. eile mir zu helfen! wir bitten Dich, erhöre uns! Gegrüßet 2c. Psalm 69. Gott, sei bedacht mir beizustehen! Herr; Beschämt und zu Schanden sollen werden, die meiner Seele nachstellen. 369 - Sie sollen zurückweichen und in Schanden ste hen, die mir llebles wollen. Sie sollen bald beschämt abtreten, die meiner spotten, und mir Hohn sprechen. Alle aber, die Dich suchen, sollen frohlocken, und die Deine Hilfe wünschen, sollen immer faz gen: Hochgelobt sei der Herr! Ich aber bin bedürftig und arm, o Gott steh' mir bei. Denn Du bist meine Hilfe und meine Ret= tung, o Herr! verweile nicht zu lange. Die Ehre sei Gott dem Vater und dem Sohne und dem heiligen Geiste. Wie es war vom Anbeginne, jeßt und allezeit und in Ewigkeit. Amen. Priester. Rette Deine Diener. Volk. Die auf Dich hoffen, o mein Gott! P. Sei uns, Herr, ein starker Thurm. V. Wider unsere Feinde. P. Laß den Widersacher nichts vermögen wi der uns. V. Und das Kind der Bosheit schade uns ferner nicht. P. Herr! handle nicht mit uns nach unseren Sünden. V. Und vergelte uns nicht nach unsern Bos yeiten. P. Lasset uns beten für unsern obersten Hirten. V. Der Herr erhalte ihn, verleihe ihm Leben und Heil auf Erden, und übergebe ihn nicht den Händen seiner Feinde. 24 370P. Lasset uns beten für unsere Wohlthäter. V. Herr! gib allen unsern Wohlthätern um Deines Namens willen das ewige Leben. P. Lasset uns beten für die abgestorbenen Christgläubigen. V. Herr, gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen. do P. Laffet sie im Frieden ruhen! V. Amen. P. Laffet uns beten für unsere abwesenden Brüder. ndo. O mein Gott! rette Deine Diener, die auf Dich hoffen. P. O Herr, sende ihnen Hilfe von Deinem heiligen Site. V. Und von Sion aus beschüße sie. P. Herr, erhöre mein Gebet. V. Und laß mein Rufen zu Dir kommen. Gebete*). Gott! dem das Erbarmen und Schonen immer eigen ist, nimm unser flehentliches Gebet an, damit wir und alle Deine Diener, die wir in Ketten der Sünde liegen, durch Deine erbar mende Güte von denselben gnädig befreiet werden Wir bitten Dich, o Herr! erhöre unser de müthiges Gebet und verschone uns, die wir Dir *) Diese und die nachstehenden Gebete werden von dem Priester allein mit lauter Stimme gebetet. 371 - unsere Sünden bekennen, damit wir zugleich Ver zeihung und Frieden durch Deine Güte erlangen. Herr! erzeige uns gnädig Deine unaussprechliche Barmherzigkeit, durch welche wir zugleich von allen Sünden befreiet und von der Strafe, die wir für solche verdienen, gerettet werden. O Gott! der Du durch die Sünde beleidiget und durch die Buße versöhnet wirst, sieh' gnädig auf das Gebet Deines um Gnade flehenden Volkes, und wende die Geißel Deines Zornes, die wir für unsere Sünden verdienen, gnädigst von uns ab. Allmächtiger, ewiger Gott! erbarme Dich Deines Dieners N., unsers obersten Hirten, und leite ihn nach Deiner Milde auf dem Wege des ewigen Heiles, damit er durch Deine Hilfe, was Dir gefällt, begehre, und mit allem Eifer voll: bringe. Gott! von welchem fromme Wünsche, gute Vorsäge und gerechte Werke entspringen, gib Dei: nen Dienern jenen Frieden, welchen die Welt nicht geben kann, damit unsere Herzen Deinen Geboten ergeben, und gegenwärtige Zeiten Durch Deinen Schuß vor Feindes Furcht gesichert und ru hig sein. Herr! entzünde unser Innerstes mit dem Feuer Deines Geistes, damit wir Dir mit keu24* 372schem Leibe dienen, und mit reinem Herzen ge= fallen mögen. - - Gott, Schöpfer und Erlöser aller Gläubi: gen! verleihe den Seelen Deiner Diener und Dienerinnen Verzeihung aller Sünden, damit sie die gnädige Nachlaffung, welche sie allezeit gewünscht haben, durch gottseliges Fürbitten er langen. Herr! wir bitten, komm unsern Handlun: gen durch Deine Einsprechungen zuvor, und be gleite selbe mit Deiner Hilfe, damit all' unser Beten und Handeln von Dir jederzeit anfange, und wie es durch Dich angefangen hat, also auch durch Dich geendet werde. Allmächtiger, ewiger Gott! der Du über die Lebenden und Abgestorbenen herrschest, und Dich Aller erbarmest, welche Du aus dem Glauben und den Werken für die Deinigen erkennest; wir bitten demüthig, daß die, für welche wir uns vorgenommen haben, unser Gebet zu verrichten, sie mögen nun noch in dieser Welt im Leben, oder bereits davon abgeschieden sein, durch die Fürbitte aller Deiner Heiligen nach Deiner Gütigkeit Verzeihung aller ihrer Sünden erlangen mögen; durch unsern Herrn Jesum Christum, Dei nen Sohn, der mit Dir lebet und regieret in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. - 373 - Gebet für den Landesfürsten. O Gott! verleihe Deinem Diener, unferm Kaiser N., daß er Deine siegreiche Macht erkenne und verehre, damit er durch Deinen Schuß jederzeit mächtig sei, so wie er durch Deine Anordnung Landesfürst geworden ist. Durch Jesum Christum, Deinen Sohn, der mit Dir lebet und regieret in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Gebet für das allgemeine Anliegen der Christenheit. Allmächtiger, ewiger Gott! Herr, himmlischer Bater! siehe mit den Augen Deiner unendlichen Barmherzigkeit auf der Deinigen Jammer, Elend und Noth. Erbarme Dich aller Christgläu= bigen, für welche Dein eingeborner Sohn, unser Herr und Heiland Jesus Christus, in die Hände der Sünder freiwillig gekommen ist, und Sein kost= bares Blut am Kreuze vergossen hat. Durch diesen Herrn Jesum wende ab, gnädigster Vater! die wohlverdiente Strafe, gegenwärtige und zukünftige Gefahren, schädliche Empörung, Kriege, Theuerung, Krankheiten und betrübte, mühselige Zeiten. Erleuchte auch und stärke in allem Guten geistliche und weltliche Obrigkeiten, damit sie Alles befördern, was zu Deiner göttlichen Ehre, zu -374- unserem Heile und insgemein zum Frieden und zur Wohlfahrt der Christenheit gedeihen mag. Verleihe uns, o Gott des Friedens! echte Ver: einigung im Glauben, ohne alle Spaltung und Zertrennung. Lenke unsere Herzen zur wahren Buße und Besserung des Lebens; zünde in uns das Feuer Deiner Liebe an. Erfülle uns mit eifri: gem Verlaugen nach Allem, was recht ist, damit wir als gehorsame Kinder im Leben und Sterben Dir angenehm und wohlgefällig feien. Wir bitten auch, wie Du willst, o Gott! daß wir bitten sollen für unsere Freunde und Feinde, für Gesunde und Kranke, für alle betrübten und leis denden Christen, für die Lebenden und für die Verstorbenen. Dir sei auf immer empfohlen, o Herr! all' unser Thun und Laffen, unser Han del und Wandel, unser Leben und Sterben. Laß uns nur Deine Gnade hier genießen, und dort mit allen Auserwählten erlangen, daß wir in der ewigen Freude und Seligkeit Dich loben und ehren mögen. Dieß verleihe uns, Herr, himmli: scher Vater! durch Jesum Christum, Deinen Sohn, unsern Herrn und Heiland, welcher mit Dir und dem heiligen Geiste, gleicher Gott lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. 11 - — - - 375- Litanei zu Ehren der seligsten Jungfrau Maria, me shislim na wie selbe an Samstagen und Frauentagen anstatt der an den übrigen Tagen vorgeschriebenen Litanei von den Heiligen zu beten ist. ( Sammt einer Erläuterung.) Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater im Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme Dich unser! Heilige Maria, Heilige Gottesgebärerin, Heiligste aller Jungfrauen, Mutter Christi, 40 Mutter der göttlichen Gnade( Mutter desjenigen, der uns Gottes Gnade gebracht hat), Du reinste Mutter, Du keuscheste Mutter, Du ungeschwächte Mutter; Du unbefleckte Mutter, Du liebenswürdige Mutter, Du bewunderungswürdigste Mutter( die du durch ein Wunder der Allmacht die Mutter unsers Erlösers wardst), bitte für uns! 376 Du Mutter des Schöpfers, Du Mutter des Erlösers, Du weiseste Jungfrau, Du ehrwürdigste Jungfrau, Du lobwürdigste Jungfrau, Du mächtige Jungfrau( durch deine Fürbitte bei Gott vielvermögende Jungfrau), Du gütige Jungfrau, Du getreue Jungfrau( die du getreu mit der Gnade Gottes wirktest), Du Spiegel der Gerechtigkeit( du Muster der erhabensten Tugend), Du Siß der Weisheit( Jungfrau, die du in Deinem geheiligten Schooße Jesum, die ewige Weisheit, trugst), - - Du Ursache unserer Fröhlichkeit( Mutter desjenigen, über dessen Geburt wir uns freuen), Du geistliches Gefäß( Wohnung des heil. Geistes), Du ehrwürdiges Gefäß( auserwähltes Ge schöpf, das durch die Menschwerdung des Sohnes Gottes besonders ehrwürdig ward), Du vortreffliches Gefäß der Andacht( du mit seltener Frömmigkeit gezierte Jungfrau), Du geistliche Rose( Jungfrau, die du durch dein Beispiel die Tugend liebenswürdig machtest, wie die Rose ihren lieblichen Ge ruch um sich herum verbreitet), Du Thurm Davids( ourch deine Fürsprache mächtige Beschüßerin gegen unsere Feinde), bitte für uns! - 377. - Du elfenbeinener Thurm( Jungfrau, die du deinen Leib und deine Seele von den Sünden rein erhalten haft), Du goldenes Haus( Jungfrau, deren Ruhm fidem reinsten Golde gleichet), ming? Du Arche des Bundes( Mutter des Geseß: gebers des neuen Bundes), Du Pforte des Himmels( Gebärerin desjenigen, der uns den Eingang in den Himmel öffnete), Du Morgenstern( Jungfrau, die du unter den Menschen durch Tugend und Fröm: migkeit wie der glänzende Morgenstern unter den Sternen leuchtest), olla no Du Heil der Kranken( Jungfrau, die du Kranken die Gesundheit erbittest), Du Zuflucht der Sünder( Jungfrau, auf deren Fürsprache die Sünder von Jesu die Nachlaffung erhalten), Du Trösterin der Betrübten, Du Hilfe der Christen, Du Königin der Engel Du Königin der Patriarchen, Du Königin der Propheten, Du Königin der Apostel, Du Königin der Märtyrer, Du Königin der Beichtiger( derjenigen, welche sich bereit zeigten, ihr Leben für den wahren Glauben hinzugeben), Du Königin der Jungfrauen, Du Königin aller Heiligen, bitte für uns! 378 Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmſt die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr! Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmſt die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr! Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmſt die Sünden der Welt, erbarme Dich unser, o Herr! dsp - - Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! mi bod 321 bdrmgi Vater unser 2c. Ave Maria 2c. Unter deinen Schuß und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesgebärerin! verschmähe nicht unser Gebet in unseren Nöthen, sondern erlöse uns alle: zeit von allen Gefahren; o du glorwürdige und gebenedeite Jungfrau, unsere Frau, unsere Mitt: lerin, unsere Fürsprecherin, versöhne uns mit deinem Sohne, empfehle uns deinem Sohne, stelle uns deinem Sohne vor. Priester. Bitte für uns, o heilige Gottesgebärerin! Volk. Auf daß wir der Verheißungen Chrifti theilhaftig werden! Gebet. Wir bitten Dich, o Herr, Du wolleft uns Deine Gnade ertheilen, damit wir, die wir durch des Engels Botschaft Christi, Deines Sohnes, Menschwer: dung erkannt haben, durch Sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung geführt werden. Durch denselben Jesum Christum, unsern Herrn. V. Amen. 379 P. Bitte für uns, o heiliger Joseph! 97 2. Auf daß wir theilhaftig werden der Ver: heißungen Christi.is - -- Gebet. Wir bitten Dich, o Herr! daß uns die Verdienste des Bräutigams Deiner heiligen Gebärerin zu Hilfe kommen, damit uns durch seine Fürbitte dasjenige gewähret werde, was wir durch unsere Kräfte zu erhalten nicht vermögen, der Du lebest und regierest mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. V. Amen. Salve Sei gegrüßt, du Königin! Mutter des Barmherzigkeit, Trost in unserem Leben und unsere Hoffnung, sei gegrüßer! Zu dir rufen wir, verwiesene Kinder Evens; zu dir seufzen wir trauernd und weinend in diesem Thale der Thränen. O wende du, unsere Fürsprecherin! deine mitleidigen Augen uns zu, und zeige uns nach diesem Elende Jesum, die gebenedeite Frucht deines Leibes, o gütige, o milde, o liebenswürdige Jungfrau Maria! P. Bitte für uns, o heilige Gottesgebärerin! V. Damit wir der Verheißungen Christi theilhaftig werden. Gebet. Allmächtiger, ewiger Gott! der Du den Leib und die Seele der heiligen Jungfrau und Mut 380- ter Mariä zur würdigen Wohnung Deines Soh= nes durch die Mitwirkung des heiligen Geistes vorbereitet hast, gib, daß wir, die wir uns ihres Andenkens erfreuen, durch ihre milde Fürbitte von den bevorstehenden Ulebeln und von dem ewigen Tode gerettet werden. Durch denselben Christum, unsern Herrn. Amen. ( Hierauf wird das Gebet für den Landesfürsten, das allgemeine Anliegen der Christenheit, wie Seite 373, dann fünf Vater- unser und fünf Ave- Maria für die allgemeinen Bedürfnisse gebetet, und zum Schlusse wird der heilige Segen gegeben.) Litanei zum allerheiligsten Herzen Jesu. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater im Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unfer! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, Ein einiger Gott, erbarme Dich unser! Herz Jesu des Sohnes des ewigen Vaters, er: barme Dich unser! Herz Jesu, Du Tempel der ewigen Gottheit, erbarme Dich unser! no - 381 - Herz Jesu, welches Du einschließest alle Reichthümer der Weisheit und der Wissenschaft Gottes, Herz Jesu, an welchem der himmlische Va ter ein Wohlgefallen hat, Herz Jesu, Du unerschöpfliche Quelle der Güte, Herz Jesu, Du Schaßkammer der göttlichen Gnade, Herz Jesu, durch welches wir mit Gott sind versöhnt worden, Herz Jesu, worin die Milde Gottes in ih rer Fülle strömt, d Herz Jesu, in welchem die göttliche Liebe lebendig glühet, hist Herz Jesu, Du Wonne des ewigen Vaters, Herz Jesu, erlauchter Tempel des heiligen, Geistes, Herz Jesu, Du Siß aller Seiner liebevollen Empfindungen, Herz Jesu, voll ewiger Erbarmungen, Herz Jesu, von Sanftmuth belebt, Herz Jesu, Du Verlangen der Jungfrauen, Herz Jesu, von Demuth erfüllt, S Herz Jesu, Spiegel der Treue, Herz Jesu, von Schmerz durchdrungen, Herz Jesu, tief verwundet, Herz Jesu, mit den Sünden der Welt be: Herz Jesu, unsere Hoffnung und unser Trost Herz Jesu, Du Wohnsiß aller Tugenden, erbarme Dich unser! 382 Herz Jesu, Du Thron der Reinheit, Herz Jesu, Du Süßigkeit der Anbeter Gottes, Herz Jesu, Du Ruhestätte der wahren Frömmigkeit, - Herz Jesu, Du Zuflucht der Sünder, Herz Jesu, Du Erquickung der Betrübten, Herz Jesu, Du Labung der Bedrängten, Herz Jesu, Du Heilmittel der Kranken, Herz Jesu, Du Trost der Sterbenden, Herz Jesu, Du ewige Beglückung der Auserwählten, erbarme Dich unser! Herz Jesu, Du Freude der Engel, Herz Jesu, Du Stärke der Apostel, alg Herz Jesu, Du Beistand der Märtyrer, Herz Jesu, Du licht der Beichtiger, Herz Jesu, Du Erfüllung der Wünsche aller Heiligen, erbarme Dich unser! hs 2 O göttliches Herz, erbarme Dich unser! is Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr! Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr! Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser, o Herr! Gebet. Allmächtiger, barmherziger Gott! wir bitten Dich, siehe doch an das liebevolle Herz Deines Sohnes, an welchem Du ein Wohlgefallen hast, und in Ansehung dieses liebevollen Herzens ver 383 zeihe uns unsere Sünden, lösche aus die Strafe, welche wir durch dieselben verdient haben, gieße Deine Liebe unseren falten Herzen ein, beherrsche und heile sie, und mache sie zum Wohnsiße Dei: ner Liebe. Amen.tim - - magnif snis bu Litanei von dem bittern Leiden Christi. ada masy Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Gebundener Jesus, Verhöhnter Jesus, Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! C buc Gott Vater im Himmel, erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme Dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme Dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, Ein einiger Gott, erbarme Dich unser!( u Du für uns leidender und sterbender Jesus, erbarme Dich unser! doszed as Du bis in den Tod betrübter Jesus, Gott ergebener Jesus, Unschuldig verurtheilter Jesus Gegeißelter Jesus, sio bu Mit Dornen gekrönter Jesus, Mit dem Kreuze beladener Jesus, Gekreuzigter Jesus, 5s, giding en CI erbarme Dich unser! — 384 - Durch Deine Todesangst am Delberge, Durch Deinen blutigen Schweiß, C Durch Dein dreimaliges Angstgebet zum is Bater, dong si schip onu Durch Deine Geduld mit den schlafenden Jüngern, Durch Deine Sanftmuth gegen Judas, den Verräther, Durch Deine ehrwürdige Majestät bei Annäherung der Gerichtsdiener, Durch die harten Bande und Schläge, Durch die Vorstellung vor Annas und Kaiphas, Durch Deine göttliche Huld gegen den reu: müthigen Schächer, Durch die zärtliche Liebe gegen Deine Mut-/ ter und gegen Johannes, Durch Deinen heißen Durst und Deine bange Verlaffenheit, Durch die bittere Galle und Effig, so man Dir dargereicht, Durch Deinen harten Todeskampf, Durch die siegreiche Bollendung Deines Leidens, Durch das sanfte Neigen Deines sterbenden Hauptes, ents andad: Durch die Eröffnung Deiner heiligen Seite, Durch die Abnahme vom Kreuze, Durch Dein heiliges Begräbniß, Sei uns gnädig, verschone uns, o Herr! Sei uns gnädig, erhöre uns, o Herr! erbarme Dich unser! - 385 - Von aller Sünde, Von einem unglücklichen Tode, Vom Kleinglauben, Von Muthlosigkeit im Leiden, Von aller Geringschäßung Deines heiligen Leidens und Sterbens, Durch Deine heiligen fünf Wunden, Durch Deine Liebe zu allen Leidenden, Durch Deine Erbarmung gegen reumüthige Sünder, Durch den schmerzlichen Backenstreich, Durch die ungerechte Anklage und Berurtheilung, Durch Dein geheimnisvolles Schweigen, Durch Dein herrliches Zeugniß für die Wahrheit, Durch die Beschimpfung Deines heiligen Angesichtes, Durch die Verspottung Deines königlichen Namens, Durch die erduldete Lästerung Deiner heiligen Gottheit, Durch Deine Verhöhnung vor Pilatus und Herodes, Durch das ungerechte Todesurtheil, Durch Deinen willigen Gehorsam bis zum Tode des Kreuzes, Durch die schmerzhaften Wunden Deines heil. Leibes, Durch die schmerzliche Beraubung Deiner Kleider, 25 erlöse uns, o Herr! 386Durch Deine unaussprechlichen Schmerzen bei der Anheftung an's Kreuz, Durch Deine dreistündigen Leiden am Kreuze, Durch Dein vergoffenes kostbares Blut, Durch das Gebet der Liebe für Deine Kreu=/ ziger, Durch die Wahrhaftigkeit Deiner Verhei - Bungen, Wir armen Sünder, Daß Du uns zur Betrachtung Deines heili gen Leidens und Sterbens Gnade geben wollest, Daß Du uns in jeder Betrübniß durch Deine erlittene Angst trösten wollest, Daß Du durch Deinen blutigen Schweiß die Luft zur Sünde in uns tödten wollest, Daß Du uns vor allem Zorn durch Deine un besiegte Sanftmuth behüthen wollest, Daß Du uns Liebe zum Kreuze einflößen wollest, Daß Du uns in der Versuchung durch Deine Wundmahle bewahren wollest, Daß Du uns durch Dein Leiden und Sterben von aller Anhänglichkeit an die ver gänglichen Dinge befreien wollest, Daß Du uns im Tode durch Dein kostbares Blut erquicken wollest, erlöse uns, o Herr! wir bitten Dich, erhöre uns! Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr! Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmſt die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr! 387 Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser! o Herr! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Heiliger Vater, höre uns! Gerechter Vater, erhöre uns! Vater unser 2c. Litanei von dem allerheiligsten Sakramente des Altars. Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, erhöre uns! Gott Vater im Himmel, Gott Sohn, Erlöser der Welt, Gott heiliger Geist, Heilige Dreifaltigkeit, Ein einiger Gott, Brot der Engel, Lebendiges Brot, das vom Himmel herabs gekommen ist, Brot, welches das Herz des Menschen zu allem Guten stärkt, Frucht des Baumes des Lebens, Quelle der Gnaden, Reines, unbeflecktes, immerwährendes Opfer, Verborgener Gott und Heiland, 25* & erbarme Dich unser! 388 Gott mit uns, erbarme Dich unser! Schaß der Gläubigen, Erquickung gottseliger Gemüther, Versöhnung der Sünder, Trost der Betrübten, Speise der nach der Gerechtigkeit Hungernden/ Wegzehrung der im Herrn Sterbenden, Unterpfand der künftigen Herrlichkeit, Krone der Auserwählten, - Sei uns gnädig, verschone uns, o Herr! Sei uns gnädig, erhöre uns, o Herr! Von dem unandächtigen, oder wohl gar unwürdigen Genusse Deines heiligen Fleisches und Blutes, Von jeder Entehrung dieses heiligsten Geheimnisses, Von der Begierlichkeit des Fleisches, Von der Begierlichkeit der Augen, Von der Hoffart des Lebens, Bon aller Anreizung zur Sünde, Durch die Begierde, mit welcher Du die Ostern mit Deinen Jüngern haft halten, wollen, Durch die tiefe Demuth, mit welcher Du vor der Einsegung dieses heiligen Sakramentes Deinen Jüngern die Füße gewa schen hast, Durch die inbrünstige Liebe, mit welcher Du dieses Sakrament am Vorabende Deines Leidens eingeseßt hast, Durch Dein heiliges Fleisch und Blut, das verm. mein. Glauben! erbarme Dich unser, o Herr! 389 Du uns in diesem heiligen Sakramente zur Speise gibst, erbarme Dich unser, o Herr! Wir armen Sünder! Daß Du den Glauben und die Ehrerbietung gegen dieses heiligste Sacrament in uns stärken und erhalten wollest, Daß Du uns mit wahrer Andacht zu diesem heiligsten Geheimnisse erfüllen wollest, Daß Du eine große Begierde nach dem öfteren Genusfe dieses heiligsten Sakramentes in uns erwecken wollest, Daß wir dieses heiligste Sakrament nie ohne vorhergegangene sorgfältige Prüfung und Vorbereitung genießen mögen, Daß durch den Genuß dieses heiligsten Sa kramentes Du, o Jesu! in uns, und wir in Dir bleiben mögen, Daß wir durch die Kraft dieses heiligsten Sakramentes nicht mehr der Welt, sondern Dir allein leben mögen, Daß wir einst, mit diesem Brote gestärkt, aus dieser Welt treten mögen, — Daß wir durch den Genuß dieses heiligsten Sakramentes einst ewig leben mögen, wir bitten Dich, erhöre uns! O Du Lamm Gottes zc. verschone uns, o Herr! D Du Lamm Gottes 2c. erhöre uns, o Herr! Du Lamm Gottes 2c. erbarme Dich unser, o Herr! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! - 390 - Gebet. For Gott, der Du uns in diesem wunderbaren Sakramente das Andenken Deines Leidens hinterlassen hast; verleihe, daß wir die Frucht Deiner Erlösung an uns immer erfahren. Der Du lebest und regiereft mit Gott dem Vater, in Einigkeit des heil. Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Kirchengesänge. Meßgesang. Bum Introitus. 1. Wir werfen uns darnieder, Vor Dir, Gott Sabaoth! Erhöre uns're Lieder, Da wir nach dem Gebot Dir dieses Opfer bringen; Verleihe nun, daß wir Es andachtsvoll besingen, Und wohlgefallen Dir. 2. Den Tag vor Jesu Leiden, Beim letzten Abendmahl, Indem Er wollte scheiden Aus diesem Jammerthal, Hat Er das Brot gebrochen, Und ausgetheilt den Wein, Gesegnet und gesprochen: Dieß thut, und denket Mein. 3. Er sprach: Nehmt hin und effet, Dieß ist Mein Fleisch und Blut, Damit ihr nicht vergesſet, Was Meine Liebe thut; Mich opfernd will Ich sterben, Am Kreuz zum Heil für euch, Wer an mich glaubt, soll erben Mit Mir das Himmelreich. 3924. Herr! dies Opfer steige Zu Dir mit Wohlgeruch, Damit Dein Herz Sich neige Zu Deines Volks Gesuch! Wir opfern nicht mehr Kälber, Wie Aaron hat gethan, Nein, Jesum Christum selber, Der uns versöhnen kann. - - Bum Gloria. 1. Gott Vater, Dir gehöret Lob, Ruhm und Dank und Ehr', Was uns're Ruhe störet, Verstatte nimmermehr; Auf Erden laß uns grünen Den Frieden jederzeit, Daß wir Dir fröhlich dienen, Von Furcht und Angst befreit. 2. Der Du der Menschen Sünden Gebüßt am Kreuzesstamm, Laß uns Erbarmung finden, O Jesu, Gotteslamm! Gelobt mit Mund und Herzen Seist Du, Gott heil'ger Geist: Der Du in Angst und Schmerzen Den Frommen Trost verleihst. Bum Evangelium. 1. Aus Gottes Munde gehet Das Evangelium; Auf diesem Grunde stehet Das wahre Christenthum. Gott selber hat's gelehret, Der nicht betriegen kann; Wohl dem, der's gerne höret, Und es nimmt willig an. 3932. Sein Wort zeigt uns die Wege Zum Himmelreiche an, Es weiset uns die Stege. Zu gehen diese Bahn. Herr! drücke Deine Worte Tief in die Herzen ein, Daß wir zur Himmelspforte Zu kommen würdig sei'n. - Bum Credo. 1. Wir glauben und bekennen, Daß aus höchst weisem Rath Gott, Den wir Vater nennen, Die Welt erschaffen hat; Von Ihm ist ausgegangen Sein Sohn, Der Jesus heißt, Der ward als Mensch empfangen Durch Gott, den heil'gen Geist. 2. Maria hat geboren Als Jungfrau dieses Kind, Sonst wären wir verloren, Wir, die wir Sünder sind; Er litt an Leib und Seele, Schloß sterbend Seinen Lauf, Stand aus des Grabes Höhle Am dritten Tage auf. 3. Er ward hinauf genommen Zu Gottes rechter Hand, Wann Er wird wieder kommen, Ist uns zwar nicht bekannt; Doch kommt Er einst zu rächen, Und wird von Seinem Thron Ein billig Urtheil sprechen, Zur Strafe und zum Lohn. 394 4. Wir glauben nicht alleine, Daß eine Kirche sei, Wir stimmen der Gemeine Der Heiligen auch bei. Die Sünde wird vergeben Durch Christi Diener hier; Der Leib steht auf zum Leben, Geht ein zur Himmelsthür. SAMA Bum Offertorium. 1. Herr, laß doch diese Gaben Dir wohlgefällig sein, Die wir geopfert haben, Es ist zwar Brot und Wein; Doch wird's verwandelt werden In Christi Fleisch und Blut, Das ist uns hier auf Erden Und den Verstorb'nen gut. 2. Wir opfern Dir den Willen, Herz und Gedanken auf, Hilf uns, daß wir erfüllen In unserm Lebenslauf, Was Du uns, Deinen Kindern, Zu thun befohlen hast; Nimm weg, was uns kann hindern, Nimm weg die Sündenlast. 3. Wir legen Dir zu Füßen Auch unser Hab und Gut, Und was wir hier genießen: Das Leben, Leib und Blut. Gib uns bald kühlen Regen, Bald warmen Sonnenschein Und laß durch Deinen Segen Die Felder fruchtbar sein. 395 — Bum Sanctus. 1. Laßt uns gen Himmel schwingen, Zum Helfer in der Noth, Und dreimal heilig singen Dem Herrn Gott Sabaoth. Herr! Himmel und auch Erde Sind voll von Deinem Ruhm, Hilf, daß bekehret werde Das blinde Heidenthum. 2. Daß wir hernach zusammen Dir uns're Herzen weih'n, Und voll von Liebesflammen Dir ein Hosanna schrei'n. Herr! Der in Deinem Namen Kommt, sei gebenedeit; Die Engel sagen: Amen! Jeßt und in Ewigkeit. Nach der Wandlung. 1. Hier bet' ich auf den Knien, Verborg'ner Gott! Dich an. Ich will mich nicht bemühen, Das, was Du hier gethan, Durch Sinne zu begreifen; Dein Wort muß mir allein, Um hier nicht auszuschweifen, Der Grund des Glaubens sein. 2. Die Gottheit war bedecket Allein am Kreuzaltar! Hier aber ist verstecket Die Menschheit auch sogar, Dies Denkmal Deiner Güte, Dies wahre Himmelsbrot Erinnert mein Gemüthe, O Herr! an Deinen Tod. 396 3. Wasch' mich von meinen Sünden, Jesu, durch Dein Blut, Und laß mich Gnade finden, Du allerhöchstes Gut! Laß bald den Vorhang fallen, Erschein' im vollen Licht, Und zeige mir und Allen Dein glänzend Angesicht. - - Bum Agnus Dei. 1. Erfreu't euch, fromme Seelen, Ein Wunder ist gescheh'n; Der Herr will ich verhehlen, Kein Auge kann Ihn seh'n. In Brot- und Weinsgestalten Ist Jesu Fleisch und Blut Auf dem Altar enthalten, Dies größte Seelengut. 2. Verdeckt ist hier zu finden Das wahre Gotteslamm, So aller Menschen Sünden Getilgt am Kreuzes stamm. Es ist der Seelen Speise, Wie uns der Glaube lehrt, Sie nährt uns auf der Reise, Und wird doch nicht verzehrt. 3. Wenn wir das Leben schließen, Und dieses Himmelsbrot Recht wohl bereit genießen, So kann der bitt're Tod Uns Christen nicht erschrecken, Es ist ein Unterpfand, Daß Gott uns wird bedecken Mit einer starken Hand. 397 4. Herr Jesu! Deiner Liebe Sei Ehre, Lob und Dank! Weil Du, nach ihrem Triebe, Zur Speise und zum Trank Dein Fleisch und Blut gegeben, In Brotsgestalt verhüllt, Daraus für uns das Leben Und reine Freude quillt. - - 5. Entzünd' in uns Verlangen Nach diesem Sakrament; Herr! laß es uns empfangen, Wenn sich die Seele trennt. Laß uns in Frieden fahren, Von allen Sünden rein, Zu Deinen Engelschaaren, Und ewig bei Dir sein! Bum Segen des Priesters. 1. Da wir nunmehr gehöret Die Messe, wie man soll, So sei auch Gott geehret! Er mach' uns segensvoll, Und laß es Sich gefallen, Was wir allhier gethan; Er bleibe bei uns Allen, So sind wir wohl daran! 2. Gott wolle uns behüten, Daß uns an diesem Tag Des bösen Feindes Wüthen Nicht schädlich werden mag; Er laß uns ohne Sünden Einst stehen vor Gericht, Damit wir Gnade finden Vor Seinem Angesicht. - 398 - Ein anderer Meßgesang. Was mit kleineren Buchstaben gedruckt ist, muß mit leiserer Stimme gesungen werden. Bum Kyrie. 1. Hier liegt vor Deiner Majestät Im Staub die Christenschaar, Das Herz zu Dir, o Gott! erhöht, Die Augen zum Altar. Schenk uns, o Vater! Deine Huld, Vergib uns uns're Sündenschuld; O Gott! von Deinem Angesicht Verstoß uns arme Sünder nicht! Verstoß uns nicht, Verstoß uns Sünder nicht! 2. Wir haben, Herr! Dein Gut verschwend't, Wie der verlorne Sohn; Die Sünde hat uns so verblend't; Doch schau von Deinem Thron Mitleidig her auf unsern Schmerz, Verwirf nicht ein zerknirschtes Herz; Entzieh' die Vaterhuld uns nicht, Und sende uns Dein Gnadenlicht, Dein Gna- den- licht, Dein göttlich's Gnadenlicht. 3. Wir sind ja Deiner Hände Werk, Der Schöpfung unterthan, O gib uns Schwachen Kraft und Stärk', Sieh' uns in Gnaden an! Hier bringen wir auf dem Altar Dir ein Versöhnungsopfer dar. Gott, der Werth des Bluts ist groß, Das einst Dein Sohn für uns vergoß, Für uns- ver- goß, Am Kreuz für uns vergoß. 399 - Zum Gloria. Gott soll gepriesen werden, Sein Nam' gebenedeit, Im Himmel und auf Erden, Jetzt und in Ewigkeit! Lob, Ruhm und Dank und Ehre Sei der Dreieinigkeit! Die ganze Welt vermehre, Gott! Deine Herrlichkeit. Zum Evangelium. Aus Gottes Munde gehet Das Evangelium; Auf diesem Grunde stehet Das wahre Christenthum. Gott selbst ist's, der uns lehret, Der Weis- und Wahrheit ist: Der Seine Lehren höret, Wie glücklich ist der Christ! Zum Credo. 1. Allmächtiger!- vor Dir im Staube Bekennt Dich Deine Creatur! O Gott und Vater! ja, ich glaube Un Dich, Du Schöpfer der Natur Auch an den Sohn, Der, ausgegangen Von Dir, geboren ewig war; Den, von dem heil'gen Geist empfangen, Die reinste Jungfrau uns gebar. 2. Und Jesus Christus ist gekommen, Daß Er versöhne uns mit Gott! Er hat die Schuld auf Sich genommen, Und litt für uns den Kreuzestod; 400 Erstand, besiegte Tod und Hölle, Fuhr zu des Vaters Rechten auf, Und wird als Richter jeder Seele Einst prüfen unsern Lebenslauf. ▬▬▬▬▬▬▬▬ - 3. Jch glaube, Gottes Geist regieret Die wahre Kirch' und Christenheit; Ein büßend Schaf, das sich verirret, Flieht hin zu der Barmherzigkeit. Am großen Tag wird's Fleisch erstehen; Jeßt, Heilige! helft insgemein, Daß wir mit euch zum Leben gehen, Miterben Christi ewig sei'n. Bum Offertorium. 1. Nimm an, o Herr! die Gaben Aus Deines Priesters Hand, Wir, die gesündigt haben, Weih'n Dir dies Liebespfand. Für Sünder hier auf Erden In Aengsten, Kreuz und Noth Soll dies ein Opfer werden Von Wein und reinem Brot! 2. Nimm gnädig dies Geschenke, Dreieinig großer Gott! Erbarm' Dich unser, denke An Christi Blut und Tod. 100 C Sein Wohlgeruch erschwinge Sich hin zu Deinem Thron, Und dieses Opfer bringe Uns den verdienten Lohn. Bum Sanctus. 1. Singt: heilig, heilig, heilig Ist unser Herr und Gott! Singt mit den Engeln: heilig Bist Du, Gott Sabaoth! 401 Im Himmel und auf Erden Soll Deine Herrlichkeit Gelobt, gepriesen werden Jest und in Ewigkeit! - - 2. Wir singen froh zusammen, Von ganzer Seel' erfreut: Der kommt in's Herren Namen, Der sei gebenedeit! Hosanna in der Höhe! Gepriesen sei der Herr, Dem großen Gott geschehe Sein Lob von Meer zu Meer. Nach der Wandlung. 1. Sieh', Bater! von dem höchsten Throne, Sieh' gnädig her auf den Altar! Wir bringen Dir in Deinem Sohne Ein wohlgefällig's Opfer dar. Wir fleh'n durch Ihn, wir, Deine Kinder, Und stellen Dir Sein Leiden vor: Er starb aus Liebe für uns Sünder; Noch hebt Er's Kreuz für uns empor. Noch hebt Er's Kreuz für uns empor. 2. Er hat für uns Sich dargegeben, Für alle Menschen insgesammt, Beim Vater, daß wir ewig leben, Vertritt Er jetzt das Mittleramt; Jesu! höre uns're Bitte: Steh' uns'rer Schwachheit immer bei, Auf daß Dein Leiden, Deine Güte, An uns niemal verloren sei. An uns niemal verloren sei. 26 — 402 - Bum Agnus Dei. Betrachtet Ihn in Schmerzen, Wie er Sein Blut vergießt! Seht, wie aus Jesu Herzen Der letzte Tropfen fließt; Er nahm hinweg die Sünden, Er trug all' uns're Schuld; Bei Gott läßt Er uns finden: Den Frieden, Seine Huld. Bur Communion. O Herr! ich bin nicht würdig, Herr! ich bin nicht würdig, Zu Deinem Tisch zu geh'n! Du aber mach' mich würdig! Du aber mach' mich würdig, Erhör' mein kindlich Fleh'n! O stille mein Verlangen, Du Seelenbräutigam! Im Geist Dich zu empfangen, Im Geist Dich zu empfangen, Dich, wahres- Dich, wahres Dich, wahres Dich, wahres Dich, wahres Osterlamm! Bum letzten Segen. Nun ist das Lamm geschlachtet, Das Opfer ist vollbracht, Wir haben jetzt betrachtet, Gott, Deine Lieb' und macht! Gott! Deine Gott! Deine Gott! Deine Lieb' und Macht! 403 Du bist bei uns zugegen; Aus Deinem Gnadenmeer Ström' uns Dein Vatersegen Durch dieses Opfer her! Durch dieses Opfer her! - - Predigtlied. 1. In Gott des Vaters und des Sohn's, Und seines Geistes Namen Sprecht hier am Fuße seines Throns, Christen! freudig: Amen. Sprecht Amen! und bereitet euch Nach eures Meisters Lehren, Den Vater in dem Himmelreich Mit Bitten zu verehren. 2. Vater unser! der Du bist Im Himmel und auf Erden! Dein Name, der so liebvoll ist, Soll stets geheiligt werden! Dein Reich, vom Anbeginn der Welt Bereitet allen Frommen, Das laß, wenn dieser Staub zerfällt, Für uns auch einstens kommen. 3. So wie auf jeden Wink von Dir Die Himmelsgeister sehen; So soll auch unter Menschen hier Dein Wille stets geschehen! Das Brot, das uns're Seele nährt, Um Dir, o Gott! zu leben, Auch jenes, das der Leib begehrt, Sei täglich uns gegeben! 4. Vergib uns, Bater! jede Schuld, Die wir vor Dir bereuen; So wie wir Alle mit Geduld Den Schuldigern verzeihen! 26* 404 Ersticke, wenn Versuchung droht, In uns des Bösen Samen! Erlös' uns jetzt und einst, o Gott! Von allem Uebel. Amen. - Adventli e d. 1. Maria! sei gegrüßet, Du lichter Morgenstern, Der Glanz, der dich umfließet, Verkündet uns den Herrn. Von jeder Makel rein, Sollst du, zum Menschenheile, Des Höchsten Mutter sein. 2. Dein Gott, zu dir gewendet, Ertheilet den Befehl; Es eilt, von Ihm gesendet, Der Engel Gabriel. Er spricht: o gnadenvoll, Gesegnet unter Weibern! Der Herr bedenkt dein Wohl. 3. Dies konntest du nicht fassen, Und batest ihn dabei, Dich recht versteh'n zu lassen, Was diese Botschaft sei. Maria, zitt're nicht! Denn du hast Huld gefunden, Vor Gottes Angesicht. 4. Er will, du sollst empfangen, Bekommen einen Sohn, Der wird durch Ihn gelangen Auf David's Vaterthron. Des Höchsten Sohn zugleich, Und Jesus soll Er heißen, Unendlich ist Sein Reich. 405 5. Wie soll denn dies geschehen? Ich kenne keinen Mann. Jungfrau! du wirst sehen, Was Gottes Allmacht kann. Er sendet Seinen Geist, Der wird dich überschatten, Damit du Mutter seist. - - 6. In ihren alten Tagen Kann auch Elisabeth Von Seinen Wundern sagen, Die nun gesegnet geht. Sie hieß zwar unfruchtbar! Doch Dem ist nichts unmöglich, Der seyn wird, ist und war. 7. Da sprachst du tief geneiget: Ich bin des Höchsten Magd; Was du mir angezeiget, Das sei, wie du gesagt. Ofreudenvolles Wort! Der Bote Gottes eilet Mit seinem Auftrag fort. 8. Von Seines Vaters Freuden Kam jetzt das Wort herab, Für Sünder hier zu leiden, Zu suchen Tod und Grab. Er wählte deinen Leib, Mit Fleische Sich zu kleiden, Gebenedeites Weib! 9. Den Schatz, den du empfangen, O bring Ihn bald zur Welt! Wir warten mit Verlangen, Denn Er ist jener Held, Der uns're Bande bricht, Und aus des Todes Schatten Uns rufet in das Licht. - 406. - 10. Dies Licd sei dir gesungen, Des Heils Gebärerin! Mit dir ergeb'nen Zungen, Mit dir ergeb'nem Sinn. Dein hochgelobtes Pfand Führ' uns auf deinen Fürspruch Hinauf in's Vaterland! Pfingstli e d. 1. Komm, heiliger Geist! o dritte Person, Von einer Natur mit Vater und Sohn, Der Du von seiner Sündenlast So manches Herz befreiet hast, Komm, heiliger Geist, erwünschtester Gast! 2. Komm, heiliger Geist, auf uns jetzt herab, So wie Dich einst Gott den Gläubigen gab, Als ihre noch geringe Zahl, Versammelt im verschloss'nen Saal, Sich sehnte nach Dir, Du göttlicher Strahl. 3. Komm, heiliger Geist! ein Tröster genannt: Es werde durch Dich der Kummer verbannt, Der uns verstört in uns'rer Pflicht! Die Trägheit überwindt uns nicht, Wenn Du uns entflammst, o mächtiges Licht! 4. Komm, heiliger Geist! Du Lehrer der Welt! Die Straße des Heils wird niemals verfehlt, Wenn man sich nicht an Secten kehrt, Die Kirche, die Dein Einspruch lehrt, Mit kindlicher Treu als Mutter verehrt! 5. Komm, heiliger Geist, vom himmlischen Thron Dir werde zugleich mit Bater und Sohn In unzertheilter Wesenheit Von nun an bis in Ewigkeit Anbetung, Dank und Jubel geweiht! 407 Frohnleichnamslied. 1. Engel Gottes, eilt hernieder, Und menget euch in uns're Lieder, Der Tag ist festlich uns und euch. — - Das Himmelsbrot, das wir heut' ehren, Mit dem sich uns're Seelen nähren, Dies Brot macht Mensch und Engel gleich. 2. O kommt, so wie ihr einst im Saale Bei Jesu lettem Abendmahle Erstaunungsvoll zugegen war't; Ihr sahet dort das Brot Ihn brechen, Ihr hörtet Ihn mit Liebe sprechen: Dies nehmt vor meiner Himmelfahrt. 3. Dies ist mein Leib, den will Ich schenken, Es sei zu meinem Angedenken; So oft ihr, Freunde! dieses thut, So oft ihr dies Geheimniß handelt, Wird Brot und Wein wie jetzt verwandelt In eures Meisters Fleisch und Blut. 4. Abgrund unbegriff'ner Güte! War's nicht genug, in einer Hütte Für uns das Licht der Welt zu seh'n? Die Zeit von mehr als dreißig Jahren, Berachtet, arm und in Gefahren Mit Undankbaren umzugeh'n? 5. Die Kranken nicht genug zu heilen, Trost, Rath Gesunden zu ertheilen, Der Weisheit Lehrer uns zu sein? Für uns in frecher Henker Händen Das Leben und die Qual zu enden, Uns von der Hölle zu befrei'n? 6. nein, es wallen neue Triebe Der ewig uns verheiß'nen Liebe In unsers Heilands treuer Brust. 408Die lehren Ihn das Mittel finden, Sich uns noch enger zu verbinden, Bei Menschenkindern sucht Er Lust. 7. Er läßt bis an das End' der Zeiten Bei uns Sich einen Sitz bereiten, Uns Seine Neigung darzuthun. Der Gottheit Schimmer einzuhalten, Verhüllt Er Sich in Brotsgestalten, e Und will in unsern Herzen ruh'n. 8. Christen! laßt uns Blumen pflücken, Und Tempel und Altäre schmücken. Das Rauchfaß hauche süßen Duft, Die Priesterschaft im Feierkleide Verkündige der Kirche Freude; Die Glocke schalle froh zur Luft. 9. Laßt uns mit Dank- und Jubelliedern Der Kirche Wunderwerk erwiedern, Dem dieser Tag geheiligt ist. Preis, Ehre Dir im Sakramente, Nach Dem sich einst die Vorwelt sehnte, Der Du zu uns gekommen bist. 10. Laßt heilig, heilig, heilig schallen Dem Menschenfreunde, Der vor Allen Bei Seinem Christenvolke wohnt. Dem Lamme, das in Broteshülle Mit aller seiner Gnadenfülle Auf unsern Prachtaltären thront. 11. Du bist es, Herr! Gott uns'rer Väter, Du Brot der Starken, unser Retter, Du bist's in Deines Priesters Hand! Wir fallen, beten an im Staube, Das Aug' ist blind, doch sieht der Glaube, Dein Wort ist ihm ein Unterpfand. +4 40912. Erbarmer! laß uns nicht erröthen, Wenn wir in Leibs- und Seelennöthen Zu Deinem Tabernakel flieh'n. Gib heut' und immer Deinen Segen, Laß Fürst und Volk in ihren Wegen Vor Dir in Deinem Frieden zieh'n. - 13. Sei stets auf dieser Lebensreise Geprüfter Christen Seelenspeise, Gebenedeites Himmelsbrot! Und dann in Deinem Friedenskusse, Zu Deinem seligen Genusse Vollend' uns einstens unser Tod! Beim vierzigstündigen Gebete. 1. Komm, o fromme Christenschar! Wirf dich nieder am Altar; ( Denn es stellt in Brotsgestalten Sich dein Heiland dar.) 2. Hier ist Jesu Fleisch und Blut, Hier das allerhöchste Gut. ( Keine Seele geht verloren Unter Seiner Hut.) 3. Sei geehrt, gebenedeit, Trost in Widerwärtigkeit! ( Allen, die sich Dir vertrauen, Wahre Sicherheit!) 4. Gib uns Segen, großer Gott! Wundervolles Himmelsbrot! ( Hilf den Deinen und bewahre Sie vor aller Noth.) 5. Gib uns wahre Buß' und Reu', Mach' uns von den Sünden frei: ( Daß nach Glauben, Hoffen, Lieben Unser Trachten ſei.) — - 410 MON 6. Ist nun uns're Pflicht gethan, Und vollend't des Lebens Bahn, ( O dann nimm zu Deinen Freuden# Uns're Seelen an.) 7. Sei gelobt, gebenedeit, Heiligste Dreieinigkeit! ( Jesu Preis im Sakramente Bis an's End' der Zeit.) Das Te Deum Laudamus. 1. Großer Gott! wir loben Dich, Herr! wir preisen Deine Stärke, Vor Dir neigt die Erde sich, Und bewundert Deine Werke, Wie Du warst vor aller Zeit, So bleibst Du in Ewigkeit. 2. Alles, was Dich preisen kann, s Cherubim und Seraphinen e Stimmen Dir ein Loblied an; Alle Engel, die Dir dienen Rufen Dir stets ohne Ruh' Heilig, heilig, heilig zu. 3. Heilig, Herr Gott Sabaoth! Heilig, Herr der Kriegesheere! Starker Helfer in der Noth! Himmel, Erde, Luft und Meere Sind erfüllt mit Deinem Ruhm, Alles ist Dein Eigenthum. 4. Der Apostel Christi Chor, Der Propheten große Menge Schickt zu Deinem Thron empor Neue Lob- und Dankgesänge; Der Blutzeugen große Schar Lobt und preist Dich immerdar. VE A - 411 - 5. Auf dem ganzen Erdenkreis Loben Große und auch Kleine Dich, Gott Vater! Dir zum Preis Singt die heilige Gemeine; Sie ehrt auch auf Seinem Thron Deinen eingebornen Sohn. 6. Sie verehrt den heil'gen Geist, Welcher uns mit Seinen Lehren Und mit Troste kräftig speist; Der, o König voller Ehren, Der mit Dir, Herr Jesu Christ, Und dem Vater ewig ist. 7. Du, des Vaters ew'ger Sohn, Hast die Menschheit angenommen, Du bist auch von Deinem Thron Zu uns auf die Welt gekommen; Gnade hast Du uns gebracht, Von der Sünde frei gemacht. 8. Nunmehr steht das Himmelsthor Allen, welche glauben, offen: Du stellst uns dem Vater vor, Wenn wir kindlich auf Dich hoffen. Endlich kommst Du zum Gericht, Zeit und Stunde weiß man nicht. 9. Steh', Herr! Deinen Dienern bei, Welche Dich mit Demuth bitten, Die Dein Blut dort machte frei, Als Du für uns hast gelitten; Nimm uns nach vollbrachtem Lauf Zu Dir in den Himmel auf. 10. Sieh' Dein Volk in Gnaden an; Hilf uns, segne, Herr, Dein Erbe, Leit' es auf der rechten Bahn, Daß der Feind es nicht verderbe, 412Hilf, daß es durch Buß' und Fleh'n Dich im Himmel möge seh'n! - - 11. Alle Tage wollen wir Dich und Deinen Namen preisen, Und zu allen Zeiten Dir Ehre, Lob und Dank erweisen; Gib, daß wir von Sünden heut' Und von Lastern sei'n befreit. 12. Herr erbarm', erbarme Dich, Ueber uns, Herr! sei Dein Segen, Deine Gute zeige sich, So wie wir zu hoffen pflegen; Auf Dich hoffen wir allein, Laß uns nicht verloren sein! Die Zeit Gebet Inhalt. Die christliche Stunde Betrachtungen für jede Stunde Der christliche Tag Die Morgenandacht Das heilige Kreuzzeichen Morgengebet Die Ave- Maria- Glocke am Morgen Der Engel des Herrn. Gebet vor der Arbeit Die Ave- Maria- Glocke am Mittage Das Tischgebet · Die Abendandacht Ein Abendlied... Abendbetrachtung .. Gebet vor dem Essen Gebet nach dem Effen Die Ave- Maria- Glocke am Abend Die Gewissenserforschung am Abend Abendgebet Die christliche Woche. Der Sonntag Morgenbetrachtung am Sonntage Der öffentliche Gottesdienst ● Die Predigt. Kurzer Unterricht hierüber. Das heilige Meßopfer. Kurzer Unterricht hierüber. Weitere Sonntagsfeier Beichtandacht. Vorbericht Vorbereitungsgebet zur heil. Beicht Die Gewissenserforschung. Gebet nach der Gewissenserforschung Der 50. Psalm . .. Seite 1 34 35 36 40 65 66 69 70 76 77 79 Gebet nach der Beicht. 80 Communion- And a cht. Vorbericht Uebung des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe. 82 ● 4 6 ● 12 13 1 14 16 17 18 19 20 21 22 1 23 24 26 28 31 32 7 Anbetung vor der heil. Communinn Bei der Communion Gebet nach der heil. Communion Nachmittägige und häusliche Sonntagsfeier. Abendbetrachtung am Sonntage Die Wochentage.. Betrachtung am Montage Dienstage Mittwoche Donnerstage 19 19 Zur Todesangst Christi am Abende Betrachtung am Freitage.. Zur Scheidung Christi Betrachtung am Samstage 8t Am Schlusse der Woche. Der christliche Monat Betrachtungen für jeden Monat Betrachtungen für jeden Tag des Monats Das christliche Jahr. Der Advent 11 Tägliche Betrachtung im Advente Vorbereitung zur Rorate- Messe Betrachtungen an den Sonntagen im Advente Die heilige Weihnachtszeit.. M " 1 Am Feste dar Erwartung des Gebärens Mariä Die sieben O 11 Am heiligen Abende. Zur Mette in der Christnacht 77 " 1 Zur Messe um Mitternacht am Morgen.. am hellen Tage " 1 19 An Jesum in der Krippe und als Säugling Am Feste des heil. Stephanus 17 17 175 . 177 . 178 182 185 193 194 195 198 199 201 203 204 206 208 , Apostels und Evangelisten Johannes 209 210 211 212 214 215 " 1 Am Sylvester- Abende Am Feste der Beschneidung 17 der unschuldigen Kinder. Seite 85 86 heil. drei Könige des allerheiligsten Namens Jesu 87 89 90 92 94 95 96 98 99 100 102 103 106 107 . 108 . 135 Am Feste Mariä Lichtmeß.. An den Sonntagen nach Epiphanie 29 Die heil. Fastenzeit Die heilige Kreuzwegandacht Am Aschermittwoche An den Faftensonntagen Am Palmsonntage. Am Montage in der Charwoche Dienstage Mittwoche Donnerstage M 19 TP " 1 17 11 Freitage Samstage Die heilige Osterzeit. 1.8 Sept., Ser. und Quinquagef. " 1 18 " 1 " P " 1 H 17 Am Osterfonntage.. Am Montage und den folgenden Tagen Am weißen Sonntage An den Bitttagen Am Feste der Himmelfahrt Jesu. 17 Die heilige Pfingstzeit Am Pfingstsonntage... Am Montage und den folgenden Tagen Am Feste der allerheil. Dreieinigkeit " Am hochheiligen Frohnleichnamsfeste In der Oktav des Frohnleichnamsfestes An den Sonntagen nach Pfingsten. Am Feste der heil. Apostel Petri und Pauli Der Marienkultus Tagzeiten zu Ehren der unbefleckten Empfängniß Am Feste der Geburt Mariä Am Namensfeste Mariä.. Am Fefte der Verkündigung Mariä Schmerzen Mariä Himmelfahrt Mariä Kirchweihe " V An den Quatemberzeiten. . Am Feste der heil. Schußengel Am Feste aller Heiligen .. Seite 217 218 220 223 224 246 249 259 259 261 262 263 265 267 268 272 273 274 276 280 281 283 284 285 289 293 296 ● 297 298 308 309 310 311 314 315 316 318 319 Am Gedächtnißtage aller Seelen Gebete zu Ehren verschiedener Heiligen Gebet eines Jünglings. einer Jungfrau " 1 " P der Gatten für einander.. der Weltern für ihre Kinder der Kinder für ihre Weltern für Verwandte, Freunde und Bekannte für Feinde... " 1 An den Quatember- Zeiten. " 1 Glaube, Hoffnung und Liebe Andacht zur Zeit einer Krankheit Litaneien.. Litanei von allen Heiligen Gebete. Predigtlied Erstes Adventlied Zweites Adventlied Weihnachtslied. Fastenlied Ofterlied . Gebet für den Landesfürsten Gebet für das allgemeine Anliegen der ganzen Christenheit. Lied an den Bittagen Pfingstlied. Erstes Frohnleichnamslied 3weites Drittes " • Litanei zu Ehren der seligsten Jungfrau Mariä 375 Litanei zum allerheiligsten Herzen Jesu 380 Litanei von dem bittern Leiden Christi. 383 Litanei von dem allerheiligsten Sakramente des Altars 387 Kirchengesänge 391 Meßgesang Ein anderer Meßgefang 11 Beim vierzigstündigen Gebete Das Te Deum Laudamus Seite 321 325 346 Gedruckt bei A. Dorfmeister. 347 348 . 349 350 351 . 352 353 . 355 357 . 364 ● 370 373 . ● 398 403 404 183 205 248 269 277 406 289 293 407 409 410 1 3 5 3 3 7 · -9 3 17 09 07 EUROA Inches 1 Centimetres Blue 12 3 Cyan 2 4 17 Farbkarte# 13 5 6 3 Green 8 Yellow 9 10 Red 11 12 LO 5 13 Magenta 14 CO 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black