OO O Gb 1056 [ Christliches Gefangbuch evangelische Gemeinden. Bielefeld, 1853. Druck und Verlag von Velhagen und Klasing. ondpants O unisunt sijilaquinds 8681 akpbie enital, dun napouh nad going a bund Chriftliches Gesangbuch für die evangelischen Gemeinden des Fürstenthums Minden und der Grafschaft Ravensberg. Bielefeld, 1852. Druck und Verlag von Velhagen und Klasing. Gb 10.56 40 budpunts0 andnismo napisgenos sid 3070 116 due manifft emutusfit 00 072 saethibi Univ.- Bibl. Giessen k pols den aja 1020-108 10 128--- 10 Maria: Inhalts- Verzeichniß. I. Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke: Nr. 1-18. Die Engel: Nr. 17. 18. II. Sünde und Erlösung: Nr. 19-24. III. Christi Ankunft; Advent: Nr. 25-41. Das neue Kirchenjahr: Nr. 40. 41. illud IV. Christi Geburt; Weihnachten: Nr. 42-58. V. Christi Name; Neujahr: Nr. 59-67. VI. Christi Erscheinung; Epiphanias: Nr. 68-80. VII. Christi Leiden und Sterben; Passion: Nr. 81-108. Christus im Grabe: Nr. 107. 108. VIII. Christi Auferstehung; Ostern: Nr. 109-127. IX. Christi Himmelfahrt und himmlische Herrlichkeit: Nr. 128-141. HO X. Ausgießung des h. Geistes; Pfingsten: Nr. 142-160. XI. Die Kirche Christi: Nr. 161-198. OVE Gemeinschaft der Heiligen: Nr. 177-179. Christus das Haupt der Kirche: Nr. 180-184. Bei Einführung von Geistlichen: Nr. 185. Bei Einweihung von Kirchen: Nr. 186. Ausbreitung der Kirche; Mission: Nr. 187-198. 201 XII. Gnadenmittel. 1. Wort Gottes: Nr. 199-215. n Zu Anfang des Gottesdienstes: Nr. 205-212. Zum Schluß des Gottesdienstes: Nr. 213-215. 2. Sacramente: Nr. 216-239. Die heil. Taufe: Nr. 216-219. Confirmationslieder: Nr. 220- 224. Das heilige Abendmahl: Nr. 225-239. XIII. Buße und Bekehrung: Nr. 240-269. XIV. Glaube und Rechtfertigung: Nr. 270-289. XV. Wiedergeburt und Heiligung: Nr. 290-305.1 strach Für XVI. Friede und Freude im h. Geist: Nr. 306-325.17 Q XVII. Liebe zu Gott und Christo: Nr. 326-361.00 XVIII. Beten, loben und danken: Nr. 362-451.731 Allgemeine Fürbitte: Nr. 392. Für die Obrigkeit: Nr. 393. den Frieden: Nr. 394. Für den Ehestand: Nr. 395-398. Im Sommer: Nr. 399. Nach der Ernte: Nr. 400. 401. Am SonntagMorgen: Nr. 402-406. Am Morgen insgemein: Nr. 407-422. Vor dem Essen: Nr. 423-426. Nach dem Essen: Nr. 427-431. Am Abend: Nr. 432-449. Sonnabendslied: Nr. 450. Retse lied: Nr. 451. XIX. Christlicher Wandel: Nr. 452-478. Liebe: Nr. 475-477. Wahrhaftigkeit, Eid: Nr. 478, XX. Geistlicher Kampf und Steg: Nr. 479-505, XXI. Kreuz- und Trostlieder: Nr. 506-552. In großer und gemeinsamer Noth: Nr. 547-551. In Krankheit: Nr. 552. XXII. Sterbelieder: Nr. 553-591. XXIII. Begräbnißlieder: Nr. 592-610. Bei Kindern: Nr. 605-610. XXIV. Das Reich der Herrlichkeit: Nr. 611-639, Christi Wiederkunft; Auferstehung der Todten; jüngstes Gericht Nr. 611-619. Die Ewigkeit: Nr. 620. 621 Nr. 622. 623. Ewiges Leben: Nr. 624-639 Ewiger Tod nato 14 ONDO JI Gebete für evangelische Christen auf alle Wochen-, Sonn- und Festtage, so wie bei besondern Feiern und Anlässen. 13. Y I. Morgen- und Abendfegen: Nr. 1-16. II. Gebete für die Festzeiten: Nr. 17-32. Advent: Nr. 17. Weihnachten: Nr. 18. Zum Jahresschluß: Nr. 19 Auf Neujahr: Nr. 20. Zu Epiphanias: Nr. 21. Zur Fastenzeit: Nr. 22 Für die stille Woche: Nr. 23. Zum stillen Freitage: Nr. 24. AufOstern Nr. 25. Auf Himmelfahrt: Nr. 26. Auf Pfingsten: Nr. 27. Auf Mi chaelis: Nr. 28. Auf das Reformationsfest: Nr. 29. Zum Todtenfeſt Nr. 30. Am Buß- und Bettage: Nr. 31. Am Erntefest: Nr. 32. III. Buß-, Beicht- und Communiongebete: Nr. 33-41. HA Die christliche Buße: Nr. 33. Vor der Beichte: Nr. 34. Nach de Beichte: Nr. 35. Am Abend des Beichttages: Nr. 36. Vor dem heil Abendmahl: Nr. 37. 38. Nach dem h. Abendmahl: Nr. 39-41. IV. Kreuz- und Trostgebete: Nr. 42-49. In äußerer Noth: Nr. 42. 43. In innerer Anfechtung: Nr. 44. In Krankheit: Nr. 45-47. Für Sterbende; Nr. 48. 49. Erbaulicher Bericht vom Leiden und Sterben unsers Herrn und Heilandes Jesu Christi. Bibel- Lesetafel. Beschreibung, wie das der Stadt Jerusalem angedrohete Ge richt Gottes vollzogen, und die Stadt zerstört wurde. Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers. Confession oder Bekenntniß des Glaubens unserer evangeli schen Väter zu Augsburg. Melodien- Verzeichniß, welches zeigt, wie einige Lieder nach verschiede nen Melodien gesungen werden können. Episteln und Evangelten für die Sonn- und Feiertage de Kirchenjahres. Alphabetisches Lieder- Register **** sine du nofobimi mjesto S stodiod thin Smu anl dali isd und soll, gondo mod modul rollo au bois; nod modni tim duit died so dro) pils en lod dnl is id non si anul 1970 zelnord Sun lim3 mod romantis in the modun tiduot mojot lod- ans in die In id doing t mound a gol hid jun dull biolg ondra medspro ni ng di I. Gottes Wesen, Eigenschaften und ping pool an Werke. find that all de 163 SUD usibors marte 1. Allein sei Ehr Und Dank llein Gott in der Höh| sern Jammr und Noth! Dazu wir uns verlassen.te für seine Gnade, Darum, daß nic. Decius, ft. 1529; nach Gloria in exnun und nimmermehr Uns rüh- celsis Deo, v. pilarius, ft. 368. ren kann kein Schade. Ein Wohltilog Girlfjest dr gefalln Gott an uns hat; Nun ist groß Fried ohn Unterlaß, All 2. Wir glauben all an einen Gott, SchöFehd hat nun ein Ende. 2. Wir loben, preisn, anbeten dich, Für deine Ehr wir danken, Daß du, Gott Vater, ewiglich Regierst ohn alles Wanken. Ganz ungemessen ist dein Macht, Fort gschieht, was dein Will hat bedacht; Wohl uns des feinen Herren! fifte, moi alojus god ideil pfer Himmels und der Erden, Der sich zum Vater geben hat, Daß wir seine Kinder werden. Er will uns allzeit ernähren, Leib und Seel auch wohl bewahren; Allem Unfall will er wehren, Kein Leid soll uns widerfahren; Er forget für uns, hüt und wacht, Es steht Alles in seiner Macht. 3. Jesu Christ, Sohn eingeborn Deines himmlischen Va- 2. Wir glauben auch an Jeters, Versöhner der, die warn verlorn, Du Stiller unsers Haders, Lamm Gottes, heilger Herr und Gott, Nimm an die Bitt von unser Noth: Erbarm dich unser aller! sum Christ, Seinen Sohn und unsern Herren, Der ewig bei dem Vater ist, Gleicher Gott von Macht und Ehren; Von Maria, der Jungfrauen, Ist ein wahrer Mensch geboren, Durch den 4. O heilger Geist, du größ- heilgen Geist im Glauben; Für tes Gut, Du allrheilsamster uns, die wir warn verloren, Am Tröster, Bors Teufels Gwalt Kreuz gestorben und vom Tod fortan behüt, Die Jesus Christ Wieder auferstanden durch Gott. erlöset Durch große Martr und 3. Wir glauben an den heilbittern Tod; Abwend all ungen Geist, Gott mit Vater und M. R. Gesangbuch. 1 2 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. dem Sohne, Der aller Blöden| bei Und laß uns nicht verderTröster heißt, Und mit Gaben ben; Mach uns aller Sünden zieret schöne; Die ganz Chri- frei und helf uns selig sterben. ftenheit auf Erden Hält in cinem Vor dem Teufel uns bewahr, Sinn gar eben. Hie all Sünd Halt uns bei festem Glauben, vergeben werden; Das Fleisch Und auf dich laß uns bauen, soll auch wieder leben; Nach Aus Herzensgrund vertrauen, diesem Glend ist bereit Uns ein Dir uns laffen ganz und gar, Leben in Ewigkeit. Amen! Mit allen rechten Christen EntPatrem credimus, aus dem 4ten Jahrhun- fliehn des Teufels Listen, Mit bert deutsch v. M. Luther, 1483-1546. Waffen Gotts uns fristen. Amen, Amen, das sei wahr, So singen wir Hallelujah! sist r aus d. altdeutschen Kirche, verb. durch Luther. Hiiu Gott 4. Ewigkeit, Groß ist dein Barmherzigkeit; Aller Ding ein Schöpfer und Regierer: Eleiſon! ott der Vater wohn 3. Gott uns bei Und laß uns nicht verderben; Mach uns al Sünden frei Und uns felig sterben. Vor dem Teufel uns bewahr, Halt uns bei fe stem Glauben, und auf dich laß uns bauen, Aus Herzensgrund vertrauen, Dir uns lassen ganz und gar, Mit allen rechten Christen Entfliehn des Teufels Li- löst. sten, Mit Waffen Gotts uns fristen. Amen, Amen, das sei wahr, So fingen wir Hallelujah! 62. Jesus Christus wohn uns bei Und laß uns nicht verder ben; Mach uns aller Sünden frei Und helf uns selig sterben. Vor dem Teufel uns bewahr, Halt uns bei festem Glauben 2. Christe, aller Welt Trost, uns Sünder allein du hast ers Jesu, Gottes Sohn, Unser Mittler bist in dem höchsten Thron, Zu dir schreien wir aus Herzensbegier: Eleison! 3. Kyrie, Gott heiliger Geist, Tröst, stärf uns im Glauben allermeist, Daß wir am legten End Fröhlich abscheiden aus dieſem Elend. Eleison! Johannes Spangenberg, geb. 1494, ft. 1550. VaUnd auf dich laß uns bauen, 5. Heilig ist Gott der Baz Aus vertrauen, Dir uns lassen ganz und gar, Mit allen rechten Christen Entfliehn des Teufels Listen, Mit Waffen Gotts uns fristen. Amen, Amen, das sei wahr, So singen wir Hallelujah! 193 ter, Heilig ist Gott der Sohn, Heilig ist Gott der heilige Geist! Er ist der Herre Zebaoth; Alle Welt ist seiner Ehre voll! Hosianna in der Hö he! Gelobet sei, der da kommt Im Namen des Herren! Hos sianna in der Höhe! monid 3. Heiliger Geist wohn uns 102 10 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 3 Mel. Es woll uns Gott genädig sein.| 5. Erheb dich stetig zu ihm as alle Weisheit in zu Und lern ihn recht erkennen; 6. hier kaum kann fallen, Das läßt dir Ruh Und macht die Seele Gott aus dem Himmelszelt In brennen In reiner Liebe, die alle Welt erschallen: Daß er al- uns nährt Zum ewgen Freuden leine König sei, Hoch über alle leben, Da, was allhier kein Ohr Götter, Groß, mächtig, freund gehört, Gott wird zu schauen lich, fromm und treu, Der From geben Den Augen seiner Kin men Schutz und Retter, Ein der. mist Wesen, drei Personen. ndod 2. Gott Vater, Sohn und heilger Geist Heißt sein hochheilger Name; So kennt, so nennt, so rühmt und preist Ihn der gerechte Same; Gott Abraham, Gott Jsaak, Gott Jacob, den er liebet, Herr Zebaoth, der Nacht und Tag Uns alle Gaben giebet Und Wunder thut alleine. sider bishsith 6. Weh aber dem verstockten Heer, Das sich hier selbst verblendet, Gott von sich stößt und seine Ehr Auf Creaturen wendet! Dem wird gewiß des Himmels Thür Einmal verschlossen bleiben; Denn wer Gott von sich treibt allhier, Den wird er dort auch treiben Von seinem heilgen Throne. pod 7. Ei nun, so gieb, du gro ßer Held, Gott Himmels und der Erden, Daß alle Menschen in der Welt Zu dir bekehret wers den. Erleuchte, was verblendet geht, Bring wieder, was verirret; Reiß aus, was in dem Wege steht Und freventlich verwirret Die Schwachen in dem te dan ping Glauben. 3. Der Vater hat von Ewigkeit Den Sohn, sein Bild, gezeuget; Der Sohn hat in der Füll der Zeit Im Fleische sich gezeiget. Der Geist geht ohne Zeit herfür Vom Vater und vom Sohne, Mit beiden gleicher Ehr und Zier, Gleich ewig, gleicher Krone Und ungetheilter Stärke. 4. Sieh hin, mein Herz, das 8. Auf daß wir also allzuist dein Gut, Dein Schatz, dem gleich Zur Himmelspforte drins feiner gleichet; Das ist dein gen, Und dermaleinst in deinem Freund, der Alles thut, Was dir Reich Ohn alles Ende singen: zum Heil gereichet, Der dich ge- Daß du alleine König seist, Hoch baut nach seinem Bild, Für deine über alle Götter, Gott Vater, Schuld gebüßet, Der dich mit Sohn und heilger Geist, Der wahrem Glauben füllt Und all Frommen Schutz und Retter, dein Kreuz durchfüßet Mit sei- Ein Wesen, drei Personen. nem heilgen Worte. Mis si SP10 Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. 1* Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. S ochheilige Dreieinig-| Eins mit dir sein, daß ich mit feit, Die du so süß dir Auch dort sei in der Herrund milde Mich hast geschaffen lichkeit, heiligste Dreieinigin der Zeit zu deinem Eben keit. Job. Scheffler, g. 1624, st. 1677. bilde: Ach, daß ich dich von Herzensgrund Doch lieben möchte 4 aille Stund! Drum komm doch 8. M Dem alle Seraphi threbuild Mel. Du unvergleichlichs Gut. Ding und zeuch ein bei mir, Mach Wohnung und bereit mich dir. 2. Bater, nimm ganz kräftig ein Das sehnende Gemüthe; Mach es zu deinem innern Schrein Und deiner stillen Hütte. Vergieb, daß meine Seele sich So oft zerstreuet jämmerlich; Verseze sie in deine Ruh, Daß nichts in ihr sei, als nur du. 13. Gott Sohn, erleuchte den Verstand Mit deiner Weisheit Lichte; Vergieb, daß er sich oft gewandt Zu eitelem Getichte. Laß nunmehr nur in deinem Schein Mein einigs Schaun und Wirken sein; Zeuch mich, daß ich hier allbereit Entreiße mich von Ort und Zeit. 4. O heilger Geist, du Liebesfeur, Entzünde meinen Wil len, Stärf ihn, komm mir zu Hülf und Steur, Den deinen zu erfüllen. Vergieb, daß ich so oft gewollt, Was sündlich, und ich nicht gefollt; Verleih, daß ich mit reiner Brunst Dich innig, ewig lieb umsonst. 15. heilige Dreieinigkeit, Führ mich nun ganz von hinnen; Nicht zu dem Lauf der Ewigkeit All äuß- und innre Sinnen; Vereinge mich, und laß mich hier Lieb erfüllet. nen Voll Ehrerbietigkeit und tiefster Demuth dienen: Laß dein erhabnes Angesicht Zu meiner Armuth sein gericht. 2. Du bist die Majestät Der höchsten Majestäten; Vor deinem Glanze muß All Glanz und Pracht erröthen. Doch bitt ich, zürne nicht mit mir, Daß ich, der Staub, mich nah zu dir. 3. Du sprichst: Kommt her zu mir! Laßt euch nur nichts erschrecken; Ich will die Majestät Mit Vaterliebe decken. Drum komm ich auch an meinem Theil, Von dir zu singen, schönstes Heil 4. Du bist das Aund, Der Anfang und das Ende. Hilf daß mein Herz zu dir, Dem Anfang, sich stets wende, Und ich in Allem, was ich thu, In dir, als meinem Ende, ruh. 5. Du bist das große Licht; Dein Licht geht niemals unter; Der kleinste Strahl von dir Macht Leib und Seele munter. O, daß in deiner Heiterkeit Erstürbe meine Dunkelheit! und 6. Du bist die Liebe selbst, Die lauter Liebe quillet, Die aller Engel Herz Mit Lust und Lieb, ergieß 5 dich auch in mich, Daß ich als Liebe schmecke dich! 7. Du bist die Lebenskraft, Durch die sich Alles reget, Was sich zum Guten nur In einger Art beweget. D, daß dein Leben meinen Tod Verschlänge ganz, sammt aller Noth! Schauplaß deiner Güte. Deiner Langmuth Ehre Wird durch neue Proben Immer herrlicher erhoben. O wie weit, wie breit Ueber Berg und Hügel Streckt sie ihre Flügel! 3. Was wir davon denken, Was wir sagen können, Ist ein 8. Du bist das höchste Gut, Schatten nur zu nennen. Tag Nur du bist gut zu nennen. D, für Tag zu leiden, Tag für Tag laß mich außer dir kein ander zu dulden So viel Millionen Gut erkennen! Mach aber mei- Schulden Und dazu Ohne Ruh nen Sinn und Muth Durch Lieben für das Hassen: Herr, dich und dein Erbarmen gut. wer kann das fassen! Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 9. So soll mein Alles dich Mit Ruhm und Preis erheben, Ja, ich will selbst mich dir Zum ganzen Opfer geben; Und du wirst auch mit Lust in mir Dein Bild erblicken für und für. 10. Ehr sei dir, großer Gott, Du Herr der Himmelsheere! Es jauchzen ewig dir Der Selgen Jubelchöre. Ich jauchze mit schon auf der Erd, Bis ich ein Himmelserbe werd. 3. Anast. Freylinghausen, g. 1607, st. 1739. Mel. Wunderbarer König. numschränkte Liebe, 9. 11 Gönne blöden Augen, Die sonst kaum auf Erden taugen, Daß sie in die Strahlen Deiner Langmuth blicken, Die den Erdkreis huldreich schmükken, Und zugleich Freudenreich Bösen und den Deinen Wie die Sonne scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, Ja, dein ganz Gebiete Ist ein 4. Du vergiebest Sünde, Hörst der Sünder Flehen, Wenn sie weinend vor dir stehen. Deine Rechte dräuet Und erbarmt sich wieder, Legt die Pfeile gerne nieder. Tiefen Schmerz Fühlt dein Herz, Wenn durch ernste Stras fen Du mußt Bessrung schaffen. 5. Herr, es hat noch keiner, Der zu dir gegangen, Statt der Gnade Recht empfangen. Wer zu deinen Füßen Sich mit Thränen senket, Dem wird Straf und Schuld geschenfet. Unser Schmerz Rührt dein Herz, Und du willst der Armen Gnädig dich erbarmen. 6. König, sei gepriesen, Daß du so verschonest Und uns nicht nach Werken lohnest. Deiner Hand sei Ehre, Die so wohl regieret Und mit Ruhm den Scepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmuth auszu üben und die Welt zu lieben. TEC Joh. Jac. Rambach, geb. 1693, ft. 1735. Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 10. Gott ist mein Lied! ſein Buch, Wie lang ich leben Er Gott Da ich unbereitet 6 der Stärke, Groß ist sein Nam, Und groß sind seine Werke, Und alle Himmel sein Gebiet. Alle jood 2. Er will und sprichts, So find und leben Welten; Und er gebeut, So fallen durch sein Schelten Die Himmel wieder in ihr nichts. 3. Licht ist sein Kleid Und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, Und seines Thrones Beste Ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, Ein Meer von Seligkeiten, Ohn Anfang Cott Und Gott in ewgen Zeiten, Herr aller Welt, wer ist dir gleich! tren 5. Was ist und war Jm Himmel, Erd und Meere, Das fennet Gott, Und seiner Werke Heere Sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, Schafft, daß ich sicher ruhe; Er schafft, was ich Vor- oder nachmals thue, Und er erforschet mich und dich. war. 2nd 10. Nichts, nichts ist mein, Das Gott nicht angehöre: Herr, immerdar Soll deines Namens Ehre, Dein Lob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht Von deinen Wundern fassen! Ein jeder Staub, Den du hast werden lassen, Verkündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm Ist deiner Weisheit Spiegel. Du, Luft und Meer, Ihr Auen, Thal und Hügel, Ihr seid sein Loblied und sein Psalm. 9. Er wog mir dar, Was er mir geben wollte, Schrieb auf 13. Du träufst das Land, Führst uns auf grüne Weiden, Und Nacht und Tag Und Korn und Wein und Freuden Empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen: Sollt ich mein Herz Nicht mit dem Troste stillen, Daß deine Hand mein Leben hält? 15. ft Gott mein Schuß, Will Gott mein Retter werden, So frag ich nichts Nach Himmel und nach Erden, und biete selbst der Hölle Truß. Chr. Fürchteg. Gellert, geb. 1715, st. 1769. 7. Er ist dir nah, Du sigest oder gehest; Ob du ans Meer, Ob du gen Himmel flöhest, So ist er allenthalben da. 8. Er fennt mein Flehn Und allen Rath der Seele; Er weiß, wie oft Jch Gutes thu und fehle, Und eilt, mir gnädig beizu- 11. Wenn ich, tot stehn. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. o Schöpfer, deine Macht, Die Weisheit deiner Wege, Die Liebe, die für Alle wacht, Anbe Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. tend überlege: So weiß ich von Bewundrung voll Nicht, wie ich dich erheben soll, Mein Gott, mein Herr und Vater. 7 alle Welt fürcht ihren Herrn Und hoff auf ihn und dien ihm gern: Wer wollte Gott nicht dienen! Tul ni mod Chr. Fürchteg. Gellert, geb. 1715, f. 1769. ba 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, Die Wunder deiner Werke; Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, Preist dich, du Mel. Die Tugend wird durchs zc. Gott der Stärke. Wer hat die 12. Wie groß ist des AllSonn an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schoß der Erde auf, Mit Vorrath uns zu segnen? Gott mächtgen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt, Der mit verhärtetem Gemüthe Den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, Sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen, Vergiß, mein Herz, auch seiner nicht! der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, So weit die Wolken reichen. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewisfen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Guts genießen? Jsts nicht sein Arm, der Alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, Zu welchem du erschaffen bist, Wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden, Durch Gottes Güte sind fiendein. Sieh, darum mußte Christus leiden, Damit du fönntest selig sein. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, Dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, Bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich), ruft der Baum in seiner Pracht, Mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht: Bringt unserm Schöpfer Ehre! 35. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand So wunderbar bereitet; Der Mensch, ein Geist, den sein Verstand Dich zu erfennen leitet; Der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, Ist sich ein täglicher Beweis Von deiner Güt und Größe. 66. Erheb ihn ewig, o mein Geist, Erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei gepreist, Und alle Welt sag Amen! Und 196 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, 8 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. ich nicht hören, Den Weg, den| thu, Du siehst es, wenn ich fehle; er mir zeigt, nicht gehn? Sein Nichts, nichts kann deinem Aug Will ist mir ins Herz geschrie- entfliehn, Und nichts mich deiben, Sein Wort bestärkt ihn ner Hand entziehn. me nism ewiglich: Gott soll ich über Alles lieben und meinen Nächsten gleich als mich.22 3. Wenn ich in stiller Einsamkeit Mein Herz an dich ergebe, Und über deine Huld erfreut Lobsingend dich erhebe, So hörst du es und stehst mir bei, Daß ich dir immer treuer sei. TIS 191 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: Ich soll vollkommen sein wie er. So weit ich dies Gebot erfülle, Stell ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, So treibt ste mich zu jeder Pflicht, Und ob ich schon aus Schwachheit fehle, Herrscht doch in mir die Sünde nicht. busenom 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rath Verkehrte Wege wählet; Und bleibt auch eine böse That Vor aller Welt verhehlet, So weißt du sie, und strafest mich zu meiner Bessrung väterlich. 6. Gott, laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen sein. Sie stärk in mir die guten Triebe, Mein ganzes Leben dir zu weihn; Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, Sie leite mich zur Zeit des Glücks, Und sie besieg in meinem Herzen Die Furcht des letzten Augenblicks. Chr. Fürchteg. Gellert, g. 1715 st. 1769. 11bn503 5. Du hörest meinen Seuf zern zu, Daß Hülfe mir erschei ne; Boll Mitleid, Bater, zählest du Die Thränen, die ich weine; Du siehst und wägest meinen Schmerz Und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 6. D drück, Allgegenwärtiger, Dies tief in meine Seele, Daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, Mein Herz zur Zuflucht wähle, Mel. Machs mit mir, Gott, nach zc. Daß ich dein heilig Auge scheu, 13. Nie bist du, Höch- Und dir zu dienen eifrig ſei. ster, von uns fern, Du wirkst an allen Enden; Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, Bin ich in deinen Händen; Durch dich nur leb und athme ich, Denn deine Rechte schüßzet mich. 7. Laß überall gewissenhaft Nach deinem Wort mich handeln, Und stärke mich dann auch mit Kraft, Vor dir getrost zu wandeln. Daß du, o Gott, stets um mich seist, Das tröst und beffre meinen Geist. Christoph Christian Sturm, geb. 1740) ft. 1786. in daif 2. Was ich gedenke, merfest du, Du prüfest meine Seele; Du siehst es, wenn ich Gutes 019 Eingebornen sterven. Gott ist 1000 31001 119 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. Mel. Es ist genug! So nimm xc. 14. Gott ist getreu! Sein getren! Herz, sein herz Berläßt die Seinen nie. Gott ist getreu! Im Wohlsein und im Schmerz Erfreut und trägt er sie. Mich decket seiner Allmacht Flügel: Stürzt ein, ihr Berge, fallt, ihr Hügel! Gott ist getreu! 6. Gott ist getreu! Er, deß ich ewig bin, Sorgt für mein ewig Wohl. Er rufet mich zu seinem Himmel hin, Will, daß ich leben soll. Er reinigt mich von allen Sünden Und läßt mich Trost durch Christum finsiden. Gott ist getreu! UNAF 2. Gott ist getreu! Er ist mein treuster Freund; Dies weiß, dies hoff ich fest. Ich weiß gewiß, Daß er mich keinen Feind Zu hart versuchen läßt. Er stärfet mich nach seinem Bunde In meiner Prüfung trübsten Stunde. Gott ist getreu! hin 7. Gott ist getreu! Stets hat sein Vaterblick Auf seine Kinder Acht. Er sieht mit Lust, Auch wenn ein irdisch Glück Sie froh und dankbar macht. Was uns zu schwer wird, hilft er tragen und endlich stillt er alle Klagen. Gott ist getreu! 3. Gott ist getreu! Er thut, was er verheißt. Er sendet mir fein Licht. Wenn dieses mir Den Weg zum Leben weist, So irr und gleit ich nicht. Gott ist kein Mensch, er kann nicht lügen, Sein Wort der Wahrheit kann nicht trügen. Gott ist getreu! 8. Gott ist getreu! Mein Herz, was fehlt dir noch, Dich Gottes stets zu freun? Sei Gott getreu Und fürchte nichts, mag doch Die Welt voll Falschheit sein. Selbst falscher Brüder Neid und Tücke Gereicht am Ende mir zum Glücke. Gott ist getreu! 4. Gott ist getreu! Er handelt väterlich, Und was er thut, ist gut; Die Trübsal auch. Mein Vater bessert mich Durch Alles, was er thut. Die Trübsal giebt Geduld und Stärke Zum Fleiß in jedem guten Werke. Gott ist getreu! led and med 1362 5. Gott ist getreu! Er hat uns selbst befreit Von unsrer Sündennoth Durch seinen Sohn, Durch dessen Heiligkeit Und blut9. Gott ist getreu! Vergiß, o Secl, es nicht, Wie zärtlich tren er ist. Gott treu zu sein, Sei deine liebste Pflicht, Weil du so werth ihm bist. Halt fest an Gott, sei treu im Glauben, Laß nichts den starken Trost dir rauben: Gott ist getreu! Ehrenfried Liebich, geb. 1713 st. 1780. ochstatusun ol Mel. Wachet auf! ruft uns die Stimme. gen Opfertod. Damit wir möch- 15. Gott, mein Gott, du bist lebendig Und ten nicht verderben, Ließ er den in Unsterblichkeit selbständig, Du 10 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. ewge Quelle alles Lichts. Du, 3. Des Ewgen Thron um du fannst von nichts abhangen, giebt ein Licht, Das ihn vor Dein Leben hat nie angefangen, uns verhüllet; Ihn fassen alle Und von Verändrung weiß es Himmel nicht, Die seine Größ nichts. Was lebt, das lebt von erfüllet. Er bleibet ewig, wie dir, Im Himmel und auch hier, er war, Verborgen, und doch Gott der Geister! Du bists al- offenbar In seiner Werke Wunlein, Der Ruhm ist dein, Du dern.is ti In On warst und bist und wirst auch 4. Wo wären wir, wenn ſein. walle 2. Du hast es dem Sohn gegeben, Auch er hat in sich selbst das Leben, Ward Fleisch und starb und lebet nun. Auch noch nach der Zeit des Falles Belebt dein Geist des Lebens Alles, Was leben will und in dir ruhn. Mein Gott, ach lasse mich Jetzt und dann ewiglich In dir leben; So hats nicht Noth Auch felbst im Tod: Du bist der Lebenden ihr Gott. Calons M. Phil. Friedr. Hiller, g. 1699 ft. 1769. seine Kraft Uns nicht gebildet hätte? Er kennt uns, fennet, was er schafft, Der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weisheit und Verstand, Und er umspannt mit seiner Hand Die Erde sammt dem Himmel. HM chitt 193 5. Ist er nicht nah? Ist er nicht fern? Weiß er nicht Aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn Ein Mensch verbergen möge? Umsonst hüllt ihr in Finsterniß, Was ihr beginnt; er siehts gewiß, Er sieht es schon von ferne. 16. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 6. Wer schützt den Weltbau er Herr ist Gott, ohne dich, Herr, vor seinem und Keiner mehr! Falle! Allgegenwärtig breitet sich Frohlockt ihm, alle Frommen! Dein Fittig über Alle. Du bist Wer ist ihm gleich! wer ist wie voll Freundlichkeit, voll Huld, er, So herrlich, so vollkommen! Barmherzig, gnädig, voll GeDer Herr ist groß, sein Nam ist duld, Ein Vater, ein Verschoner. groß! Er ist unendlich, grenzen- 7. Untadelhaft bist du und los In seinem ganzen Wesen. gut Und reiner, als die Sonne. 2. Er ist und bleibet, wie er ist. Wer strebet nicht vergebens, Ihn auszusprechen; wer ermißt Die Dauer seines Lebens! Wir Menschen sind von gestern her; Eh noch die Erde ward, war er, War, eh die Himmel waren. Wohl dem, der deinen Willen thut; Denn du vergiltst mit Wonne. Du hast Unsterblichkeit allein, Bist selig, wirst es ewig sein, Hast Freuden, Gott, die Fülle. 8. Dir nur gebühret Lob und Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 11 Dank, Unbetung, Preis und| mehr! Wer ist ihm gleich, wer Ehre. Kommt, werdet Gottes ist wie er, So herrlich, so vollLobgesang, Ihr alle seine Heere. fommen! 20 mlad Der Herr ist Gott und keiner Dr. Andr. Cramer, geb. 1722, st. 1789. by and date a olan o in Die Engel. io mi m2 not door street an undang didias Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 6. Mach es, wie mit Lazaro, Wenn ich fünftig werde sterben; Und damit ich ebenso möge Trost und Segen erben, Heiß die Engel mich zur Ruh Tragen nach dem Himmel zu. 7. Laß mich dann vor deinem Stuhl Bei den Auserwählten stehen, Wenn die Bösen in den Pfuhl Mit dem Satan werden gehen; Und hernach in je nem Reich Mache mich den Engleich. Casp. Neumann, g. 1648 ft. 1715. err, du hast in dei17. He nem Reich Große Schaaren heilger Engel; Diesen bin ich noch nicht gleich, Denn mein Herz ist voller Mängel. Ach, wann werd ich doch so rein, Wie die guten Engel sein! 2. Mich beschweret Fleisch und Blut: Hilf du, daß ich geistlich werde. Gieb mir einen Engelmuth, Der sich trenne von der Erde, Daß ich, als dein lie- geln bes Kind, Allzeit himmlisch sei gefinnt. 3. Mache mir dein Wort be- Mel. Nun komm der Heiden Heiland. kannt Durch des heilgen Geiſtes 18. A lisch Gabe, Daß Verstand Wie ein Engel Gottes habe, Bis wir einst in jenem Licht Völlig sehn dein Angesicht. 4. Herr, dein Wille soll geschehn In dem Himmel und auf Erden, Darum laß uns dahin ſehn, Daß wir dir gehorsam werden, Und verleih, daß ich dabei Aller Engel Mitknecht ſei. 5. Unsre Welt ist voll Gefahr, Denn sie hat viel böse Stellen. Sende deiner Engel Schaar, Daß mich Niemand könne fällen; Und da, wo wir schlafen ein, Laß sie unsre Wächter sein. weer Singt himmGott ewig Lob und Ehr. Heilig, heilig, heilig! schallt, Daß der Himmel wiederhallt. 2. Cherubim und Seraphim Preisen ihn und dienen ihm, Helden, mächtig und geschwind, Gleich als Feuerflamm und Wind. 3. Anzustaunen seine Macht, Seiner Werke hehre Pracht, Und zu thun, was er gebeut, Das ist ihre Seligkeit. Aller Engel 4. Der du sie zum Dienste schickst Dem, auf den du gnädig blickst, Lasse sich ihr schirmend Heer Mächtig lagern um uns her. 12 Sünde und Erlösung. 75. Laß fie halten uns in Hut| amt, Dazu schufst du uns geVor der Abgefallnen Wuth, Bor sammt; Daran mach uns hier dem Fürsten dieser Welt, Wenn schon reich, Hier schon deinen sein Trug uns Schlingen stellt. Engeln gleich. 6. Gieb, daß vieler Sünder Reu Dort im Himmel sie erfreu; Gieb, daß Keiner mehr verübt, Was ihr heilig Aug betrübt. 7. Lieb und Hülf ist Engelpo ounds the mund till stor is ma II. Sünde und Erlösung.com AV JOJENEC 2. Dem Teufel ich gefangen lag, Jm Tod war ich verloren; Mein Sünd mich quälet Nacht und Tag, Darin ich war geboren; Ich fiel auch immer tiefer drein, Es war kein Guts am Leben mein, Die Sünd hatt mich besessen. 8. Jesu, deinen Geist uns send, Daß bei unserm letzten End Engelhand uns sanft und süß zu dir trag ins Paradies. hot na Victor Strauß. JUST 3. Mein guten Werk die galten nicht, Es war mit ihn verdorben; Der frei Will haffet Gotts Gericht, Er war zum Gutn erstorben; Die Angst mich zu Verzweifeln trieb, Daß nichts denn Sterben bei mir blieb, Zur Höllen mußt ich sinfen. 19. num un freut euch, lie-| wandt zu mir sein Vaterherz, Es ben Christen gmein, war bei ihm fürwahr fein Scherz, Und laßt uns fröhlich springen, Er ließ sein Bestes kosten. Daß wir getroft und all in ein Mit Lust und Liebe singen, Was Gott an uns gewendet hat, Und seine süße Wunderthat; Gar theur hat ers erworben. 5. Er sprach zu seinem lieben Sohn: Die Zeit ist hie zu ' rbarmen; Fahr hin, meins Herzen werthe Kron, Und sei das Heil dem Armen Und hilf ihm aus der Sündennoth, Erwürg für ihn den bittern Tod Und laß ihn mit dir leben. 4. Da jammerts Gott in Ewigfeit Mein Elend über Maßen; Er dacht an sein Barmherzigkeit, Er wollt mir helfen lassen; Er Hid 1911 6. Der Sohn dem Vater ghorsam ward; Er kam zu mir auf Erden, Von einer Jungfrau rein und zart; Er sollt mein Bruder werden. Gar heimlich führt er sein Gewalt, Er ging in meiner armen Gstalt, Den Teufel wollt er fangen. 7. Er sprach zu mir: Halt dich an mich, Es soll dir jetzt gelingen. Ich geb mich selber ganz für dich, Da will ich für dich ringen; Denn ich bin dein und du bist mein, Und wo ich bleib, da sollt du sein, Uns soll der Feind nicht scheiden. Sünde und Erlösung. 13 8. Bergießen wird er mir war je Noth, Daß uns auch mein Blut, Dazu mein Leben Gott sollt geben Sein lieben rauben: Das leid ich Alles dir Sohn, Den Gnadenthron, In zu gut, Das halt mit festem dem wir möchten leben. Glauben. Den Tod verschlingt das Leben mein, Mein Unschuld trägt die Sünde dein, Da bist du selig worden. 9. Gen Himmel zu dem Bater mein Fahr ich aus diesem Leben: Da will ich sein der Meister dein, Den Geist will ich dir geben, Der dich in Trübniß trösten soll und lehren mich er- 4. So er uns denn sein kennen wohl und in der Wahr- Sohn hat gschenkt, Da wir sein heit leiten. 3. Wie uns nun hat ein fremde Schuld In Adam all verhöhnet: Also hat uns ein fremde Huld In Christo all versöhnet. Und wie wir all Durch Adams Fall Sind ewigs Tods gestorben: Also hat Gott Durch Chris sti Tod Verneut, das war verdorben. Onu se Feind noch waren, Der für uns ist ans Kreuz gehenft, Getödt, gen Himmel gfahren, Dadurch wir sein Von Tod und Pein Erlöst, so wir vertrauen In diesen Hort, Des Vaters Wort: Wem wollt vorm Sterben grauen. 10. Was ich gethan hab und gelehrt, Das sollt du thun und lehren, Damit das Reich Gotts werd gemehrt Zu Lob und seinen Ehren. Und hüt dich vor der Menschen Gsatz, Davon verdirbt der edle Schatz; Das laß ich dir zu Lezze. Luther, g. 1483 st. 1546. 20. urch Adams Fall ist ganz verderbt Menschlich Natur und Wesen; Daffelb Gift ist auf uns geerbt, Daß wir nicht mochtn genesen Ohn Gottes Trost, Der uns er löst Hat von dem großen Schaden, Darin die Schlang Eva bezwang, Gotts Zorn auf sich zu laden. 2. Weil denn die Schlang Eva hat bracht, Daß sie ist abgefallen Von Gottes Wort, das sie veracht, Dadurch sie in uns Allen Bracht hat den Tod, So 5. Er ist der Weg, das Licht, die Pfort, Die Wahrheit und das Leben, Des Vaters Rath und ewigs Wort, Den er uns hat gegeben zu einem Schuß, Daß wir mit Truß An ihn fest sollen glauben; Darum uns bald Kein Macht noch Gwalt Aus seiner Hand wird rauben. 6. Der Mensch ist gottlos und verrucht, Sein Heil ist auch noch ferren, Der Trost bei einem Menschen sucht und nicht bei Gott dem Herren. Denn wer ihm will Ein ander Ziel Ohn diesen Tröster stecken, Den mag gar bald Des Teufels Gwalt Mit seiner List erschrecken. Sünde und Erlösung. 14 7. Wer hofft in Gott und dem vertraut, Der wird nimmer zu Schanden; Denn wer auf die sen Felsen baut, Ob ihm gleich geht zuhanden Viel Unfalls hie, Hab ich doch nie Den Menschen seben fallen, Der sich verläßt Auf Gottes Trost; Er hilft sein Gläubgen allen.it träge Und zum Bösen hurtig bin! Ach, wer wird mich von den Ketten Dieses Sündentodes retten! 3. Hilf mir durch den Geist der Gnaden Aus der angeerbten Noth; Heile meinen Seelenschaden Durch dein Blut und Kreua zestod; Schlage du die Sündenglieder Meines alten Adams nieder. Iliv Hodox 8. Jch bitt, o Herr, aus Herzensgrund, Tu wollst nicht von mir nehmen Dein heilig Wort aus meinem Mund, So wird mich nicht beschämen Mein Sünd und Schuld; Denn in dein Huld Seß ich all mein Vertrauen. Wer sich nur fest Darauf verläßt, Der wird den Tod nicht schauen. 19 9. Mein Füßen ist dein heilig Wort Ein brennende Lucerne*), Ein Licht, das mir den Weg weist fort. So dieser Morgensterne In uns aufgeht, Sobald versteht Der Mensch die hohen Gaben, Die Gottes Geist Den gwiß verheißt, Die Hoffnung darein haben.*) Leuchte. Laz. Spengler, geb. 1479, st. 1534. in Cleme Anodarn 4. Ich bin unten von der Erden, Stecke in dem Sündengrab; Soll ich wieder lebend werden, So mußt du von oben ab Mich durch deinen Geist gebären Und mir neue Kraft gewähren. nicht in meiner Brust! Denn mit andern Adamserben Steck ich voller Sündenlust. Ach, ich muß dir nur bekennen, Ich bin Fleisch von Fleisch zu nennen. 2. Wie verkehrt sind meine Wege! Wie verderbt mein alter Sinn, Der ich zu dem Guten 5. Schaff in mir ein reines Herze, Einen neuen Geist gieb mir, Daß ich ja nicht länger scherze Mit der Sünden Lustbegier; Laß mich ihre Tück bald merken, Mich im Geist dagegen stärken. 6. Lehr mich wachen, beten, ringen, Und mein böses Fleisch und Blut Unters Joch des Geistes zwingen, Weil es doch thut nimmer gut; Was nicht kann Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 21. Ah, mein Jefu, welch dein Reich ererben, Laß in deinem Tod ersterben. 7. Reize mich durch jene Krone, Die mir droben beigelegt, Daß ich meiner niemals schone, Wann und wo ein Feind sich regt; Sondern hilf mir tapfer fämpfen, Teufel, Welt und Fleisch zu dämpfen. Coff 8. Sollt ich etwa unterliegen, Sünde und Erlösung. 15 Der soll nicht verloren gehen, Sondern Heil und Leben sehen. 5. Diefen Glauben anzuzünden, Der selbst Gottes Gabe heißt, Läsfest du dich willig finden, Deinen heilgen guten Geist Denen, die gebeuget stehn, Die Mel. Wie nach einer Wasserquelle. ihr Unvermögen fehn Und zum 22. Ewge Liebe, mein GeThron der Gnaden eilen, Gern müthe Waget einen fühnen Blick In den Abgrund und reichlich mitzutheilen. op 6. Wo du nun vorher gedeiner Güte; Send ihm einen sehen, Daß ein Mensch auf die Blick zurück, Einen Blick vollser Erd Deinem Geist nicht wiHeiterkeit, Der die Finsterniß derstehen, Noch sein Werk verzerstreut, Die mein blödes Auge hindern werd, Sondern ohne drücket, Wenn es nach dem Lichte Heuchelschein Werd im Glauben blicket. opis baksid feste ſein: Diesen hast du auserwählet Und den Deinen zu 31gezählet.det sonism i D, so hilf mir wieder auf Und in deiner Kraft obstegen, Daß ich meinen Lebenslauf Unter deinen Siegeshänden Möge ritterlich vollenden. hilars L. Andr. Gotter, geb. 1661, ft. 1735. 2. Ich verehre dich, o Liebe, Daß du dich beweget haft Und aus einem freien Triebe Den erwünschten Schluß gefaßt, Der im Fluch versenften Welt Durch ein theures Lösegeld Und des eignen Sohnes Sterben Gnad und Freiheit zu erwerben. 3. D, ein Rathschluß voll Erbarmen, Boller Huld und Freundlichkeit, Der so einer Welt voll Armen Gnade, Trost und Hülfe beut! Liebe, die den Sohn nicht schont, Der in ihrem Schoße wohnt, Um zu retten die Rebellen Aus dem Pfuhl der tiefen Höllen! 4. Doch du hast, o weise Liebe, Eine Ordnung auch bestimmt, Daß sich der darinnen übe, Der am Segen Antheil nimmt. Wer nur an den Mittler gläubt Und ihm treu ergeben bleibt, 7. Du hast Niemand zum Verderben Ohne Grund in Bann gethan; Die in ihren Sünden sterben, Die sind selber Schuld daran. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, Der hat Fluch und Tod zum Lohn; Sein muthwillig Widerstreben Schleußt ihn aus vom Heil und Leben. 8. Liebe, dir sei Lob gesungen Für den höchst gerechten Schluß, Den die Schaar verklärter Zungen Rühmen und bewundern muß, Den der Glaub in Demuth ehrt, Die Vernunft erstaunend hört Und umsonst sich unterwindet, Wie sie dessen Tief ergründet. budu do 9. Liebe, laß mich dahin streben, Meiner Wahl gewiß zu sein. Richte selbst mein ganzes Leben 16 Sünde und Erlösung. So nach deinem Willen ein, Daß| Machen Jesu Boten Dieses Le des Glaubens Frucht und Kraft, Den dein Geist in mir geschafft, Mir zum Zeugniß dienen möge, Ich sei auf dem Himmelswege. ben fund. Lieblich sind die Füße Und die Lehren süße, Theuer ist der Bund. Aller Welt Ist nun vermeldt Durch der guten Bot schaft Lehre, Daß man sich befehre. 10. Laß mich meinen Namen schauen In dem Buch des Lebens stehn; Dann so werd ich ohne Grauen Selbst dem Tod entge gen gehn. Keine Creatur wird mich, Als dein Erbgut, ewiglich Deiner Hand entreißen können, Noch von deiner Liebe trennen. Joh. Jac. Rambach, geb. 1693, ft. 1735. Grout did 5. Kommt, zerknirschte Herzen, Die in bittern Schmerzen Das Gesetz zerschlug, Kommt zu dessen Gnaden, Der für euch beladen Alle Schmerzen trug. Jesu Blut Stärkt euren Muth: Gott ist hier, der euch geliebet Und die Schuld vergiebet. aut Mad Mel. Jesu, meine Freude. 6. Dieser Grund bestehet; ort die 23. W Mundes, Engel er doch nicht ein. Darauf will ich bauen; So soll mein Vertrauen Evangelisch sein; Auch will ich Nun würdiglich Dieser Kraft, die mir gegeben, Evangelisch leben. po uradi mis 7. Jesu, deine Stärke Schaf fet diese Werke; Stehe du mir bei. Nichts kann mich nun scheiden, Hilf denn, daß mein Leiden Evangelisch sei. Laß auch mich Einmal auf dich Als ein Kind, mit dir zu erben, Evangelisch sterben. 5. c. heder. 8. 1699, st. 1743. loth meines Bundes, Jesu, unser Ruhm, Bald, da wir gefallen, Ließest du erschallen Evange lium, Eine Kraft, Die Glauben schafft, Eine Botschaft, die zum Leben uns von dir gegeben. 2. Was dein Wohlgefallen Vor der Zeit uns allen Fest bestimmet hat, Was der Opfer Schatten Längst verkündigt hatten, Das vollführt dein Rath; Was die Schrift Verspricht, das trifft Alles ein in deinem Namen Und ist Ja und Amen. 3. Alles ist vollendet; Jesu Gnade wendet Allen Zorn und Mel. O, daß ich tausend Zungen zc.. Schuld. Jeſus ist geſtorben, e 24. Geht hin, ihr glänz sus hat erworben Alle Gnad und Huld; Auch ist dies Fürwahr gewiß: Jesus lebt in Preis und Ehre. Ach, erwünschte Lehre! bigen Gedanken, Ins weite Feld der Ewigkeit, Er hebt euch über alle Schranken Der alten und der neuen Zeit; Erwägt, daß Gott die Liebe sei Die ewig alt und ewig neu. 4. Uns in Sünden Todten fmAdvent.is 17 dürres Blatt, Ein Staub, der feine Stätte hat. 196 d 12. Der Grund der Welt war| gebracht! Ich bin ja nur ein nicht geleget, Der Himmel war noch nicht gemacht, So hat Gott schon den Trieb geheget, Der mir das Beste zugedacht; Da ich noch nicht geschaffen war, Da reicht er mir schon Gnade dar. 3. Sein Rathschluß war, ich follte leben Durch seinen einge bornen Sohn; Den wollt er mir zum Mittler geben, Den macht er mir zum Gnadenthron; In Deffen Blute sollt ich rein, Geheiliget und selig sein. dit 8. Jm sichern Schatten deiner Flügel Find ich die ungestörte Ruh. Der feste Grund hat dieses Siegel: Wer dein ist, Herr, den kennest du. Laß Erd und Himmel untergehn, Dies Wort der Wahrheit bleibet stehn. 4. Wunderliebe, die mich vählte Vor allem Anbeginn der Welt Und mich zu ihren KinDern zählte, Für welche sie das Reich bestellt! Vaterhand, o Snadentrieb, Der mich ins Buch es Lebens schrieb! 9. Ach, könnt ich dich nur besser ehren, Welch edles Loblied stimmt ich an! Es sollten Erd und Himmel hören, Was du, mein Gott, an mir gethan. Nichts ist so köstlich, nichts so schön, Als, höchster Vater, dich erhöhn. 5. Wie wohl ist mir, wenn nein Gemüthe Hinauf zu dieser Quelle steigt, Von welcher sich in Strom der Güte Zu mir durch 10. Doch nur Geduld! Es lle Zeiten neigt, Daß jeder Tag kommt die Stunde, Da mein ein Zeugniß giebt: Gott hat durch dich erlöster Geist Jm hötich je und je geliebt. Thern Chor mit frohem Munde 16. Wer bin ich unter Millio- Dich, schönste Liebe, schöner en Der Creaturen seiner Macht, preist. Drum eilt mein Herz Die in der Höh und Tiefe woh- aus dieser Zeit Und sehnt sich en, Daß er mich bis hieher nach der Ewigkeit. than in ons b Joh. Gottfr. Heermann, geb. 1707, ft. 1791. 7. Sa freilich bin ich zu ge ringe Der herzlichen Barmherzigkeit, Womit, o Schöpfer aller Dinge, Mich deine Liebe stets erfreut; Ich bin, o Bater, selbst nicht mein, Dein bin ich, Herr, und bleibe dein.llig III. Christi Ankunft; Advent. nord i mel. Vom Himmel hoch, da komm ich her. 25. Domm, Heidenhei- Welt; Laß abwärts flammen land, Lösegeld, deinen Schein, Denn so will Comm, schönste Sonne dieser Gott geboren sein! M. R. Gesangbuch. 2 18 Christi Ankunft. 2. Komm an von deinem 4. Denn er thut ihn schenHimmelsthron, Sohn Gottes und der Jungfrau Sohn; Komm an, du zweigestammter Held, Geh muthig durch dies Thal der Welt! fen In den Sacramenten Sich selber zur Speise, Sein Lieb zu beweisen, Daß sie sein genießen In ihrem Gewissen. and Th 5. Die also befleiben Und beständig bleiben, Dem Herren in Allem Trachten zu gefallen, Die werden mit Freuden Auch von hinnen scheiden. 3. Du nahmest erdwärts deinen Lauf Und stiegst auch wie der himmelauf; Dein Abfahrt war zum Höllenthal, Die Rückfahrt in den Sternensaal. 4. O höchster Fürst, dem Bater gleich, Besieg hier dieses Fleisches Reich; Denn unsers stechen Leibes Haft Sehnt sich nach deiner Himmelskraft.mi 5. Es glänzet deiner Krippen Strahl, Ein Licht leucht durch dies finstre Thal, Es giebt die Nacht so hellen Schein, Der da wird unverlöschlich sein. Nach d. Ambrosius( ft. 397) veni, redemptor gentium; v. 3. Frand, g. 1618, p. 1677. ottes Sohn ist 26. allen zu frommen Sie auf diese Erden In armen Geberden, Daß er uns von Sünde Freiet und entbünde. 6. Denn bald und behende Kommt ihr letztes Ende, Da wird er vom Bösen Ihre Seel erlösen Und sie mit ihm führen zu der Engel Chören. 7. Von dort wird er kommen, Wie dann wird vernommen, Wann die Todten werden Erstehn von der Erden Und zu seinen Füßen Sich darstellen müssen. 8. Da wird er ste scheiden, Die Frommen zur Freuden, Die Bösen zur Höllen, In peinliche 3. Die sich sein nicht schämen Und sein Dienst annehmen, Durch ein rechten Glauben Mit ganzem Vertrauen, Denen wird er eben Ihre Sünd vergeben. Untugend büßen. til sin 9. Ei nun, Herre Jesu, Schick unser Herzen zu, Daß wir, alle Stunden Rechtgläubig erfunden, Darinnen verscheiden Zur ewis gen Freuden. Böhmische Brüder. 2. Er fommt auch noch heute Und lehret die Leute, Wie sie sich von Sünden Zur Buß sellen wenden, Von Irrthum und in Thorheit Treten zu der Wahr- 27. Lob ſei dem allmäch tigen Gott, Der unser sich erbarmet hat, Gesandt sein allerliebsten Sohn, Aus ihm geborn im höchsten Thron. 2. Auf daß er unser Heiland würd, Uns freiet von der Sündenbürd Und durch seine Gnad Advent. 19 und Wahrheit Führet zur ewi-| keit Die Werk deiner Gerechtiggen Klarheit. feit. 3. große Gnad und Gütigkeit! tiefe Lieb und Mildigkeit! Gott thut ein Werf, das ihm kein Mann, Auch kein Engel verdanken kann. 4. Gott nimmt an sich unser Natur, Der Schöpfer eine Creatur, Verachtet nicht ein armes Weib, zu werden Mensch in ihrem Leib. 5. Des Vaters Wort von 13. Die aber jetzt in Christo Ewigkeit Wird Fleisch in aller stehn, Die werden dann zur Reinigkeit; Das A und D, An- Freud eingehn, Besigen da der fang und End, Giebt sich für Engel Chör, Daß sie kein Uebel uns in groß Elend. mehr berühr. uk 6. Was ist der Mensch, was ist sein Thun, Daß Gott für ihn giebt seinen Sohn? Was darf unser das höchste Gut, Daß es so unserthalben thut? 11. Wo du dies thust, so ist er dein, Bewahrt dich vor der Höllen Pein; Wo nicht, so sieh dich eben für, Denn er schleußt dir des Himmels Thür. opein 12. Sein erste Zukunft in die Welt Ist in sanftmüthiger Gestalt; Die ander wird erschrecklich sein, Den Gottlosen zu gro Ber Pein. OTG 14. Dem Vater in dem höchsten Thron, Sammt ſeinem eingebornen Sohn, Dem heilgen Geiste gleicher Weis, Sei ewiglich Dank, Ehr und Preis. 7. O wel dem Volk, das dich am Mich. Beiß, st. 1540. veracht, Der Gnad sich nicht isd tim og bis 5 7190 gid will des Sohnes Sticht, wenn 28. Macht hoch die Thür auf ihm bleibet Gottes Grimm! 8. D Mensch, wie, daß du nicht verstehst und dem König entgegen gehst, Der zu dir ganz demüthig kommt Und sich so treulich dein annimmt! 10. Unterwirf ihm deine Bernunft In dieser gnadreichen Zufunft, Untergieb seiner Herrlichweit, Es kommt der Herr der Herrlichkeit, Ein König aller Königreich, Ein Heiland aller Welt zugleich, Der Heil und Leben mit sich bringt; Derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Ge9. Ei, nimm ihn heut mit lobet fei mein Gott, Mein Freuden an, Bereit ihm deines Schöpfer reich von Rath! Herzens Bahn, Auf daß er komm| 2. Er ist gerecht, ein Helfer in dein Gemüth Und du genie- werth, Sanftmüthigkeit ist ſein Best seine Güt.d Gefährt, Sein Königsfron ist Heiligkeit, Sein Scepter ist Barmherzigkeit; All unser Noth zum End er bringt; Derhalben 2 20 Christi Ankunft. jauchzt, mit Freuden fingt: Ge- Sehnen war, Was ihr Mund lobet sei mein Gott, Mein Hei- hat prophezeit, Ist erfüllt nach land groß von That! 3. wohl dem Land, o wohl der Stadt, So diesen König bei sich hat! Wohl allen Herzen insgemein, Da dieser König ziehet ein! Er ist die rechte Freudensonn, Bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet sei mein Gott, Mein Tröster früh und spat! 4. Macht hoch die Thür, die Thor macht weit! Eur Herz zum Tempel zubereit! Die Zweiglein der Gottseligkeit Steckt auf mit Andacht, Lust und Freud; So kommt der König auch zu euch, Ja Heil und Leben mit zugleich. Gelobet sei mein Gott, Voll Rath, voll That, voll Gnad! Herrlichkeit. 3. Zions Hülf und Abrams Lohn, Jakobs Heil, der Jungfraun Sohn, Der wohl zweigestammte Held Hat sich treulich eingestellt. Ho 0 4. Sei willkommen, o mein Heil! Hosianna dir, mein Theil! Richte du auch eine Bahn Dir in meinem Herzen an. m 5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein, Es gehöret dir allein; Mach es, wie du gerne thust, Rein von aller Sünden Wust. 6. Und gleich wie dein Zufunft war Boller Sanftmuth, ohn Gefahr, Also sei auch jederzeit Deine Sanftmuth mir bereit. 7. Tröste, tröste meinen Sinn, 5. Komm, o mein Heiland, Je- Weil ich schwach und blöde bin su Christ! Meins Herzens Thür Und des Satans schlaue List dir offen ist. Ach, zeuch mit dei- Sich zu hoch für mich vermißt. ner Gnaden ein, Dein Freundlichkeit auch uns erschein, Dein heilger Geist uns führ und leit Den Weg zur ewgen Seligkeit. Dem Namen dein, o Herr, Sei ewig Preis und Ehr! 2. Was der alten Väter Schaar Höchster Wunsch und 8. Tritt der Schlangen Kopf entzwei, Daß ich, aller Nengsten frei, Dir im Glauben um und an Selig bleibe zugethan. Georg Weiß. geb. 1590, st. 1635. work tim abun Mel. Nun komm, der Heiden Heiland. 9. Daß, wenn du, o Lebensfürst, Prächtig wiederkommen wirst, Ich dir mög entgegen gehn Und vor dir gerecht bestehn.7 tundi Heinr. pelb, um 1643. d) 19756- D nodus 11 29. Gott ſei Dank durch alle Welt, Der sein Mel. Ach, was soll ich Sünder machen Wort beständig hält Und der Sünder Trost und Rath zu uns 30. Kommst du, kommſt hergesendet hat. du, Licht der den? Ja, du kommst und säumest nicht, Weil du weißt, was uns gebricht. O du starter Trost fi Advent. 21 im Leiden, Jesu, meines Herzens| Macht seine Steige richtig, Laßt Thür Steht dir offen, komm zu mir! Alles, was er haft; Macht alle Bahnen recht, Die Thal laßt sein erhöhet, Macht niedrig, was hoch stehet, Was krumm ist, gleich und schlecht. MESUOTOS 2. Ja, du bist bereits zugegen, Du Weltheiland, Jungfraunsohn; Meine Sinne spüren schon Deinen gnadenvollen Segen, Deine Wunder- Seelenkraft, Deine Frucht und Herzenssaft. 3. Adle mich durch deine Liebe, Jesu, nimm mein Flehen hin; Schaffe, daß mein Geist und Sinn Sich in deinem Lieben übe: Sonst zu lieben dich, mein Licht, Steht in meinen Kräften nicht. 4. Jesu, rege mein Gemüthe, Jesu, öffne mir den Mund, Daß dich meines Herzens Grund Innig preise für die Güte, Die du mir, o Seelengast, Lebenszeit erwiesen hast. 16:10 5. Laß durch deines Geistes Gaben, Liebe, Glauben und Ge3. Ein Herz, das Demuth übet, Bei Gott am höchsten steht; Ein Herz, das Hochmuth liebet, Mit Angst zu Grunde geht; Ein Herz, das richtig ist Und folget Gottes Leiten, Das fann sich recht bereiten, Zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach mache du mich Armen Zu dieser heilgen Zeit Aus Güte und Erbarmen, Herr Jeſu, selbst bereit. Zeuch in mein Herz hinein Vom Stall und von der Krippen, So werden Herz und Lippen Dir allzeit dankbar sein. Val. Thilo, geb. 1607, st. 1662. MOND074 duld, Durch Bereuung meiner Mel. Helft mir Gotts Güte preiſen. Schuld Mich zu dir sein hoch erhaben: Dann ſo will ich fingen 32. Auf, auf, ihr Reichsdir Hosianna für und für. Ernst Christoph Homburg, g. 1605, st. 1681. genossen, Der König kommt heran! Empfahet unverdrossen Den großen Wundermann. Ihr Christen, geht herfür, Laßt uns vor allen Dingen Mel. Helft mir Gotts Güte preisen. 31. Mit Ernst, o Men- Jhm Hosianna singen Mit heiliger Begier. schenkinder, Das Herz in euch bestellt, Damit das Heil der Sünder, Der große Wunderheld, Den Gott aus Gnad allein Der Welt zum Licht und Leben Gesendet und gege2. Auf, ihr betrübten Herzen, Der König ist sehr nah! Hinweg all Angst und Schmerzen, Der Helfer ist schon da! Seht, wie so mancher Ort Hochtröstlich ist ben, Bei euch auch kehre ein. zu nennen, Da wir ihn finden 2. Bereitet doch fein tüchtig können Im Nachtmahl, Tauf Den Weg dem großen Gast, und Wort. 22 Christi Ankunft. 3. Auf, auf, ihr Vielgeplag- 8. Hat endlich uns betroffen ten, Der König ist nicht fern! Viel Kreuz, läßt er doch nicht Seid fröhlich, ihr Verzagten, Die, welch auf ihn stets hoffen Dort fommt der Morgenstern! Der Herr will in der Noth Mit reichem Trost euch speisen, Er will euch Hülf erweisen, Ja dämpfen gar den Tod. Mit rechter Zuversicht. Von Gott fommt Alles her; Der läsfet auch im Sterben Die Seinen nicht verderben, Sein Hand ist nicht zu schwer. 4. Nun hört, ihr frechen Sünder, Der König merket drauf, Wenn ihr verlorne Kinder Jm vollen Lasterlauf Auf Arges seid bedacht, Ja thut es ohne Sorgen; Gar nichts ist ihm verborgen, Er giebt auf Alles Acht. 5. Seid fromm, ihr Unterthanen, Der König ist gerecht. Laßt uns den Weg ihm bahnen Und machen Alles schlecht. Fürwahr, er meint es gut; Drum lasset uns die Plagen, Die er uns schickt, ertragen Mit unerschrocknem Muth. 6. Und wenn gleich Krieg und Flammen Uns Alles rauben hin, Geduld! weil ihm zusammen Gehöret der Gewinn. Wenn gleich ein früher Tod Uns, die uns lieb, genommen: Wohlan, so sind sie kommen Ins Leben aus der Noth. 7. Frisch auf in Gott, ihr Armen, Der König sorgt für euch! Er will durch sein Erbarmen Euch machen groß und reich. Der an ein Thier gedacht, Der wird auch euch ernähren; Was Menschen nur begehren, Das steht in seiner Macht. 9. Frisch auf, ihr Hochbetrübten, Der König kommt mit Macht! An uns, sein Herzgeliebten, Hat er schon längst gedacht. Nun wird kein Angst und Pein, Noch Zorn hinfort uns schaden, Dieweil uns Gott ans Gnaden Läßt seine Kinder sein. 10. So lauft mit schnellen Schritten, Den König zu be sehn, Dieweil er kommt geritten, Stark, herrlich, sanft und schön. Nun tretet all heran, Den Heiland zu begrüßen, Der alles Kreuz versüßen und uns erlösen kann. 11. Der König will bedenken Die, so er herzlich liebt, Mit köstlichen Geschenken, Als der sich selbst uns giebt Durch seine Gnad und Wort. O König, hoch erhoben, Wir alle wollen loben Dich freudig hier und dort. 12. Nun, Herr, du giebst uns reichlich, Wirst selbst drum arm und schwach; Du liebest unvergleichlich, Du jagst den Sündern nach: Drum wolln wir all in ein Die Stimmen hoch erschwingen, Dir Hosianna singen Und ewig dankbar sein. Joh. Rist, geb. 1607, f. 1667 Advent. D 23 Mel. Helft mir Gotts Güte preifen. I all eur Klag und Weinen Ver33. Nun jauchzet all, ihr wandelen in Freud. Er iſst, der Frommen, In die ser Gnadenzeit, Weil unser Heil ist fommen, Der Herr der Herrlichkeit; Zwar ohne Stolz und Pracht, Doch mächtig zu ver- 3 heeren Und gänzlich zu zerstören helfen kann. Halt eure Lampen fertig Und seid stets sein gewärtig; Er ist schon auf der Bahn. Mich. Schirmer, geb. 1606, st. 1673. DICH HADI Des Teufels Reich und Macht. 2. 34. Wie ſoll ich dich empfangen? Und Er kommt zu uns geritten wie begegn ich dir? O aller Auf einem Efelein, Und stellt Welt Verlangen! O meiner See sich in die Mitten Für uns zum len Zier! Jesu, Jesu, sebze Opfer ein. Er bringt kein zeit- Mir selbst die Fackel bei, Dalich Gut; Er will allein erwer- mit, was dich ergöße, Mir fund ben Durch seinen Tod und Ster- und wissend sei.pl m ben, Was ewig währen thut. 2. Dein Zion streut dir Palmen Und grüne Zweige hin, Und ich will dir in Psalmen Ermuntern meinen Sinn; Mein Herze soll dir grünen In stetem Lob und Preis Und deinem Namen dienen, So gut es kann und weiß. 3. Kein Scepter, feine Krone Sucht er auf dieser Welt; Im hohen Himmelsthrone Ist ihm sein Reich bestellt. Er will hier seine Macht Und Majestät verhüllen, Bis er des Vaters Willen Gehorsamlich vollbracht. 4. Ihr Mächtigen auf Erden, Nehmt diesen König an, Soll euch gerathen werden. Er ist die rechte Bahn, Die zu dem Himmel führt. Sonst, wo ihr ihn verachtet Und nur nach Hoheit trachtet, Des Höchsten Zorn euch rührt. o Fr 3. Was hast du unterlassen Zu meinem Trost und Freud? Als Leib und Scele saßen In ihrem größten Leid, Als mir das Reich genommen, Da Fried und Freude lacht, Da bist du, mein Heil, kommen und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden, Du kommst und machst mich los; Ich stund in Spott und Schanden, Du kommst und machst mich groß, Und hebst mich hoch zu Ehren Und schenkst mir großes Gut, Das sich nicht läßt verzehren, Wie irdisch Reich5. Jhr Armen und Elenden In dieser bösen Zeit, Die ihr an allen Enden Boll Angst und Jammer seid, Seid dennoch wohlgemuth. Laßt eure Lieder flingen, Dem König zu lobsingen; Der ist eur höchstes Gut. 6. Er wird nun bald erscheinen In seiner Herrlichkeit Und| thum thut. 24 Christi Ankunft. 5. Nichts, nichts hat dich ge- 10. Er kommt zum Weltgetrieben zu mir vom Himmels- richte, Zum Fluch dem, der ihm zelt, Als das geliebte Lieben, flucht; Mit Gnad und süßem Damit du alle Welt In ihren Lichte, Dem, der ihn liebt und tausend Plagen Und großen sucht. Ach komm, ach komm, Jammerslast, Die kein Mundo Sonne, Und hol uns allzukann aussagen, So fest umfan- mal Zum ewgen Licht und Wongen hast.mobi ne In deinen Freudensaal! d 6. Das schreib dir in deinpaul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. Herze, Du hochbetrübtes Heer, wine and 10 Bei denen Gram und Schmerze Mel. Wie nach einer Wasserquelle. Sich häuft je mehr und mehr. W arum willst du Seid unverzagt, ihr habet Die 35. W Hülfe vor der Thür; Der eure Herzen labet Und tröstet, steht allhier. 7. Ihr dürft euch nicht be mühen, Noch sorgen Tag und Nacht, Wie ihr ihn wollet zie hen Mit eures Armes Macht. Er kommt, er kommt mit Willen, Ist voller Lieb und Lust, All Angst und Noth zu stillen, Die ihm an euch bewußt. 8. Auch dürft ihr nicht erschrecken Vor eurer Sündenschuld; Nein, Jesus will sie dek fen Mit seiner Lieb und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern Zum Trost und wahren Heil, Schafft, daß bei Gottes Kindern Verbleib ihr Erb und Theil. 9. Was fragt ihr nach dem Schreien Der Feind und ihrer Tück? Der Herr wird sie zerstreuen In einem Augenblick. Er kommt, er kommt ein König, Dem wahrlich alle Feind Auf Erden viel zu wenig Zum Widerstande sind. draußen stehen, Du Gesegneter des Herrn? Laß dir, bei mir einzugehen, Wohlgefallen, du mein Stern! Du mein Jesu, meine Freud, Helfer in der rechten Zeit, Hilf, o Heiland, meinem Herzen Von den Wunden, die mich schmerzen. 2. Meine Wunden sind der Jammer, Welchen oftmals Tag und Nacht Des Gesetzes starker Hammer Mir mit seinen Schrekfen macht. D, der schweren Donnerstimm, Die mir Gottes Zorn und Grimm Also tief ins Herze schläget, Daß sich all mein Blut beweget. 3. Dazu kommt des Teufels Trügen, Der mir alle Gnad absagt, Alls müßt ich nun ewig liegen In der Höllen, die ihn plagt. Ja, auch was noch ärger ist, So zermartert und zerfrißt Mich mein eigenes Gewissen Mit vergiften Schlangenbissen. 4. Will ich dann mein Elend lindern Und erleichtern meine Noth Bei der Welt und ihren Am Advent. Kindern, Fall ich vollends in den Koth; Da ist Trost, der mich betrübt, Freude, die mein Unglück liebt, Helfer, die mir Herzleid machen, Gute Freunde, die mein lachen. 5. In der Welt ist Alles nichtig, Nichts ist, das nicht fraftlos wär. Hab ich Hoheit, die ist flüchtig; Hab ich Reichthum, was ists mehr, Als ein Stäublein armer Erd? Hab ich Lust, was ist sie werth? Was ist, das mich heut erfreue, Das mich morgen nicht 9. Alles dient zu deinem Frommen, Was dir bös und schädlich scheint, Weil dich Christus angenommen Und es treulich mit dir meint. Bleibst du dem nun wieder treu, Ists gewiß und bleibt dabei, Daß du mit den Engeln droben Ihn dort ewig werdest loben. 20 Paul Gerhardt, g. 1606, ft. 1676. told hi Mel. Jesus, meine Zuversicht. ofianna! Davids 1516. Aller Trost und alle Freu- 36. Ho Sohn Kommt in de Ruht in dir, Herr Jesu Christ. Dein Erfreuen ist die Weide, Da man sich recht fröhlich ist. Leuchte mir, o Freudenlicht, Ehe mir mein Herze bricht. Laß mich, Herr, an dir erquicken; Jesu, komm, laß dich erblicken. ödd 15 7. Freu dich, Herz, du bist erhöret, Jego kommt und zeucht er ein. Sein Gang ist zu dir gefehret, Heiß ihn nur willkommen sein und bereite dich ihm zu, Gieb dich ganz zu deiner Ruh; Deffne dein Gemüth und Seele, Klag ihm, was dich drückt und quäle. bid 25 regen, Wird zu lauter Glück und Segen. 2 8. Was du Böses hast begangen, Das ist Alles abgeschafft. Gottes Liebe nimmt gefangen Deiner Sünden Macht und Kraft. Christi Sieg behält das Feld, Und was Böses in der Welt Sich will wider dich erZion eingezogen. Ach, bereitet ihm den Thron, Setzt ihm tausend Ehrenbogen; Streuet Palmen, machet Bahn, Daß er Einzug halten kann. 2. Hosianna! sei gegrüßt! Komm, wir gehen dir entgegen. Unser Herz ist schon gerüst, Will sich dir zu Füßen legen. Zeuch zu unsern Thoren ein; Du sollst uns willkommen ſein. 3. Hosianna! Friedefürst, Ehrenkönig, Held im Streite! Alles, was du schaffen wirst, Das ist unsre Siegesbeute. Deine Rechte bleibt erhöht, Und dein Reich allein besteht. 4. Hosianna! lieber Gast, Wir sind deine Reichsgenossen, Die du dir erwählet hast. Ach, so laß uns unverdrossen Deinem Scepter dienstbar sein; Herrsche du in uns allein. 5. Hosianna! fomme bald, 26 Christi Ankunft. Laß uns deine Sanftmuth küssen. Wollte gleich die Knechtsgestalt Deine Majestät verschlieBen, Ei, so kennet Zion schon Gottes und auch Davids Sohn. 6. Hosianna! steh uns bei! 2. Dein Lehrer kommt; laß deine Ohren Auf seinen Mund gerichtet sein. Er zeigt den Weg, den du verloren, Er flößt dir Licht und Wahrheit ein; Was unter dunkeln Schatten stecket, Herr, hilf, laß wohlgelingen, Das hat dir dein Prophet entDaß wir ohne Heuchelei Dir decket, Er hat das Reich der das Herz zum Opfer bringen. Nacht gehemmt. Er thut dir Du nimmst keinen Jünger an, fund des Vaters Willen, Er Der dir nicht gehorchen kann. giebt dir Kraft, ihn zu erfüllen: Dein weisheitsreicher Lehrer kömmt. 7. Hosianna! laß uns hier An den Delberg dich begleiten, Bis wir einstens für und für Dir ein Psalmenlied bereiten. Dort ist unser Bethphage: Hofianna in der Höh! is no 8. Hosianna nah und fern! Eile bei uns einzugehen. Du Gesegneter des Herrn, Warum willst du draußen stehen? Hoflanna! bist du da? Ja, du tommst! Hallelujah! o 3. Dein König kommt; doch ohne Prangen, Sein Aufzug ist an Armuth reich. Auf, deinen Fürsten zu empfangen, Der dir an tiefster Schwachheit gleicht! Komm, Hand und Scepter dem zu küssen, Der dich wird so zu schützen wissen, Daß dich kein Angststrom überschwemmt. Thu wie getreue Unterthanen, Komm her und schwör zu seinen Fahnen: Dein längstverlangter KöBenj. Schmolk, g. 1672, st. 1737. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund 2c. nig kömmt. 37. ein Mittler fommt; auf, blöde Seele, Die Mosis Fluch) und Donner schreckt, Die in der bangen Trauerhöhle In Fesseln trüber Schwermuth steckt. Der Fluch vergeht, die Bande springen, Es reißen Satans feste Schlingen, Die den gefangnen Geist beklemmt; Du fannst nun Heil und Freiheit hoffen, Gott ist versöhnt, sein Schoß steht of fen: Dein gnadenvoller Mittler tömmt.mijodk midis 4. Dein Alles kommt, dich zu umfangen; Dein A und O ist vor der Thür. Wer kann dies höchste Gut erlangen, Vertauschet gern die Welt dafür. So greif denn zu mit beiden Händen, Da dich, mein Geist, von allen Enden Ein solches Gnadenmeer umströmt. Nimm weg den Damm, thu auf die Thüren, Laß dich zu nehmen willig spüren: D, armes Nichts, dein Alles fömmt. dlave Joh Sac. Rambach, g. 1693, st. 1755. Univ.- Bibl. Giessen Advent.. Mel. Heilig ist Gott der Vater. 38. ein König kommt, o Zion, Er fehret bei dir ein; Auf, lasset uns ihm Palmen streun! Sanftmüthig fommt er in sein Reich. Jauchzt ihm, alle Lande, freuet euch! Hosianna in der Höhe! Der Herr ist da, Hallelujah! Preiset seinen Namen! Hosianna! Amen! Amen! and 790 Fr. Ab. Krummacher, g. 1768. Mel. Ach Jefu, meiner Seelen Freude. ein König kommt 39. in niedern Hüllen, Sanftmüthig, auf der Eslinn Füllen: Empfang ihn froh, Jerusalem. Trag ihm entge gen Friedenszweige, Bestreu mit Maien seine Steige, So ists dem Herren angenehm. 2. mächtger Herrscher ohne Heere, Gewaltger Kämpfer ohne Speere, Friedensfürst von großer Macht! Oft wollten dir der Erde Herren Den Weg zu deinem Throne sperren; Doch du gewannst ihn ohne Schlacht. 3. Dein Reich ist nicht von dieser Erden, Doch alle Erden27 reiche werden Dem, das du gründeft, unterthan. Bewaffnet mit des Glaubens Worten, Zieht deine Schaar nach den vier Orten Der Welt hinaus und macht dir Bahn. 4. Und wo du kommest hergezogen, Da ebnen sich des Meeres Wogen, Es schweigt der Sturm von dir bedroht. Du fommst, auf den empörten Trife ten Des Lebens neuen Bund zu stiften, Und schlägst in Fessel Sünd und Tod. 40. N Kirchenjahr, Deß 5. D Herr von großer Huld und Treue, D komme du auch jetzt aufs neue Zu uns, die wir sind schwer verstört. Noth ist es, daß du selbst hienieden Kommst, zu erneuen deinen Frieden, Dagegen sich die Welt empört. Das neue Kirchenjahr. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag.| dich, Du werthes Zion, ewigs un kommt das neue lich. Hallelujah! freut sich alle Christenschaar; Dein König kommt, drum freue 6. laß dein Licht auf Erden siegen, Die Macht der Finsterniß erliegen, und lösch der Zwietracht Glimmen aus, Daß wir, die Völker und die Thronen, Vereint als Brüder wieder wohnen In deines großen Vaters Haus. Friedrich Rückert, geb. 1789. 2. Wir hören noch das Gnadenwort Von Anfang wieder fort und fort, Das uns den Weg Christi Geburt. 28 zum Leben weist: Gott sei für feine Gnad gepreist. Hallelujah! 13. Gott, was uns deine Wahrheit lehrt, Die unsern Glauben stets vermehrt, Laß in uns bleiben, daß wir dir Lob und Preis sagen für und für. Hallelujah! 850 Soh. Olearius, g. 1611, st. 1684. 300 dpi162) spol 82) monod 89150 den alten Sinn, Noch stets mit neuen Sünden. 4. Ach, Herr, gieb uns den neuen Geist Und mach uns durch die Güte, Die sich an uns aufs neu erweist, Erneuert im Gemüthe. Den neuen Menschen zieh uns an, Der dir allein gefallen fann In seinem ganzen Leben. Mel. Nun freut euch, lieben Christen 2c.5. Hierzu erhalt uns, Herr, 41. ottlob! ein neues dein Wort, Sammt Tauf und Kirchenjahr Macht Abendmahle, So wandern wir uns die große Treue Des ewgen mit Freuden fort In diesem finGottes offenbar; Und nun will stern Thale. Herr, segne dieses er aufs neue Den alten hoch- Kirchenjahr, Laß Kirche, Schul, beschwornen Bund, Den einzig Tauf und Altar Uns deine Wefesten Glaubensgrund Durch sei- ge zeigen. nen Geist uns lehren. 12. Auf, Zion, Preis und Ehr und Ruhm Dem höchsten Herrn zu singen! Dein königliches Priesterthum Muß Dank zum Opfer bringen. Gelobt sei Gott, der durch sein Wort Die Christenheit und diesen Ort zu seinem Tempel weihet. 3. Wir sind nicht werth der neuen Huld Des Gottes aller Gnaden. Des alten Menschen alte Schuld, Die wir auf uns geladen, Nimmt unsern eignen Ruhm dahin; Denn sie bewies 6. Gieb deinen Hirten Kraft und Geist Zu reiner Lehr und Leben, Dein Wort, das Gottes Weide heißt, Der Heerde rein zu geben. Laß alle Hörer Thäter sein, Damit kein heuchlerischer Schein Des Glaubens Kraft verleugne. 97390 7. So halten und vollenden wir Das Kirchenjahr auf Erden; Dabei befehlen wir es dir, Wie wir es enden werden. Hier bleibt die Kirche noch im Streit; Kommt aber einst die Ewigkeit, Dann wird ste triumphiren. Heinr. Corn. Heder, g. 1699, st. 1743. IV. Christi Geburt; Weihnachten. 42. Sant fagen wir alle nem Wort Hat erleuchtet Und | Gott, unserm Her- uns erlöset hat mit seinem Bluren Christo, Der uns mit sei- te Bon des Teufels Gewalt. Weihnachten. 29 lö2. Dank fagen wir alle Gott, 44.& in Rindelein so főunserm Herren belich uns ge boren heute, Bon einer Jungfrau säuberlich, Zu Trost uns armen Leuten. Wär uns das Kindlein nicht geborn, So wärn wir allzumal verlorn; Das Heil ist unser aller. Ei, du füßer Jesu Christ, Der du Mensch geboren bist, Behüt uns vor der Höllel bar 4 bi mus mit seinem Wort Hat erleuchtet Und uns erlöset hat mit seinem Blute Von des Teufels Gewalt. 3. Den sollen wir alle Mit seinen Engeln loben mit Schalle, Singen: Preis sei Gott in der Höhenmpit i non Joie ( Grates nunc omnes reddamus, son 200 dus Notker Balbulus, st. 912; deutsch von Erasm. Alberus, st. 1553.) Cun HATIDAN Tanie noce odor 2. Der Tag der ist so freu43. Nun singet und ſeid deureich, zu loben Gottes Nafroh, Jauchzt alle und sagt so: Unsers Herzens Wonne Liegt in der Krippen bloß Und leuchtet als die Sonne In seiner Mutter Schoß. Du bist A und O! Du bist A und D! men: Daß Christus von dem Himmelreich Auf Erden zu uns kommen. Groß ist die Demuth, Huld und Gnad, Die Gott vom Himmel bei uns that: Ein Knecht ist er hie worden, In Allem, doch ohn Sünd, uns gleich, Dadurch wir ewig werden reich; Trug unser Sündenbürde. 2. Sohn Gottes in der Höh, Nach dir ist mir so weh! Tröst mir mein Gemüthe, Kindlein zart und rein, Durch alle deine 3. Wohl dem, der dieſes Güte, Oliebstes Jefulein! Zeuch mich hin nach dir, Zeuch mich hin nach dir! Glaubens ist, Mit ganzem Herzen trauet; Dem wird die Se ligkeit gewiß. Wohl dem, der darauf bauet, Daß Christus hat genug gethan Für uns, darum er ausgegangn Von Gott, dem ewgen Vater. O, welche große Wunderthat! Christus trägt unser Missethat Und stillet unſern Hader! 10 D 3. Groß ist des Vaters Huld, Der Sohn tilgt unser Schuld. Wir waren all verdorben Durch Sünd und Eitelkeit; So hat er uns erworben Die ewge Himmelsfreud. Eya, wärn wir da! Eya, wärn wir da! 4. Wo ist der Freuden Ort? 4. Deß dank ihm alle ChriNirgends mehr denn dort, Da die Engel fingen Sammt den Heiligen all, Und die Psalmen klingen Jm hohen Himmelssaal. Eya, wärn wir da! Eya, wärn wir da! Nach Veter v. Dresben, a. 1440. stenheit Für solche große Güte, Und bitte sein Barmherzigkeit, Daß er uns fort behüte Bor falscher Lehr und bösem Wahn, Der unsern Seelen schaden kann; Er woll all Schuld vergeben. 30 Christi Geburt. 1190-191 TIITS Gott, Bater, Sohn und heilger| heit Und dank ihm deß in EwigGeist, Wir bitten von dir aller- feit. Kyrieleis! meist, Laß uns in Friede leben. Martin Luther, g. 1483, st. 1546. 115 11 rist 1910 om Himmel hoch 191 ( Dies est lætitiæ, von Adam v. St. Victor, #.1177; deutsch im 14. Jahrb. Vers 1 v. Luther, Vers 2-4 v. e. Undern.) inbern.) 46. Va fomm ich her, da 45. Gelobet feist du, Je- Ich bring euch gute neue Mähr su Christ, Daß du Mensch geboren bist, Von ei ner Jungfrau, das ist wahr! Deß freuet sich der Engel Schaar. Kyrieleis! de Der guten Mähr bring ich so viel, Davon ich fingn und sagen will. en on 2916: 21 2. Des ewgen Vaters einig Kind Jetzt man in der Krippen findt, In unser armes Fleisch und Blut Verkleidet sich das ewge Gut. Kyrieleis! du din 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn Von einer Jungfrau auss erforn, Ein Kindelein so zart und fein: Das soll eur Freud und Wonne sein. 1 G 3. Es ist der Herr Christ, un fer Gott, Der will euch führn 3. Den aller Weltkreis nie aus aller Noth; Er will eur Heibeschloß, Der liegt in Marien land selber sein, Von allen SünSchoß; Er ist ein Kindlein worden machen rein. den klein, Der alle Ding erhält allein. Kyrieleis! 4. Das ewge Licht geht da herein, Giebt der Welt ein neuen Schein; Es leucht wohl mitten in der Nacht Und uns des Lichtes Kinder macht. Kyrieleis! 4. Er bringt euch alle Seligfeit, Die Gott der Vater hat bereit, Daß ihr mit uns im Himmelreich Sollt leben nun und ewiglich. 5. So merket nun das Zeis chen recht, Die Krippen, Windelein so schlecht; Da findet ihr das Kind gelegt, Das alle Welt erhält und trägt. du dil 6. Deß laßt uns alle fröhlich sein Und mit den Hirten gehn hinein, Zu sehn, was Gott uns hat beschert, Meit seinem lieben Sohn verehrt. admogel 7. Merk auf, mein Herz, und fich dort hin! Was liegt dort in dem Krippelein? Weß ist das schöne Kindelein? Es ist das liebe Jesulein. ore Ind nor im 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Art, Ein Gast in der Welt hier ward; Er führt uns aus dem Jammerthal und macht uns Erben in seinm Saal. Kyrieleis! 6. Er ist auf Erden kommen arm, Daß er unser sich erbarm Und in dem Himmel mache reich Und seinen lieben Engeln gleich. Kyrieleis! 19 and 7. Das hat er Alles uns gethan, Sein groß Lieb zu zeigen an. Deß fren sich alle Christen Weihnachten. 8. Bis*) willekomm, du edler| Mel. Singen wir aus Herzensgrund. Gast! Den Sünder nicht verſchmähet haſt, Und kommſt ins 47. Elend her zu mir; Wie soll ich immer danken dir!*) sei. 9. Ach, Herr, du Schöpfer aller Ding, Wie bist du worden so gering, Daß du da liegst auf dürrem Gras! O Liebe ohne Ziel und Maß! 10. Und wär die Welt viel mal so weit, Von Edelstein und Gold bereit, So wär sie dir doch viel zu klein, 3u sein ein enges Wiegelein. hp 11. Der Sammet und die Seiden dein, Das ist grob Heu und Windelein, Darauf du König groß und reich Herprangst, als wärs dein Himmelreich. 31 12. Das hat also gefallen dir, Die Wahrheit anzuzeigen mir, Wie aller Welt Macht, Ehr und Gut, Vor dir nichts gilt, nichts hilft, noch thut.sim 13. Ach, mein herzliebes Jesulein, Mach dir ein rein sanft Bettelein, Zu ruhen in meins Herzen Schrein, Daß ich nimmer vergesse dein. 14. Davon ich allzeit fröhlich fei, zu rühmen, singen immer frei, So lang ich auf der Erde wohn, Mit Herzenslust den süßen Ton. 15. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, Der uns schenft seinen eingen Sohn! Deß freuet sich der Engel Schaar Und fingen uns solch neues Jahr. Martin Luther, g. 1483, t. 1546. Christus geboren war, greut ſich der Engel Schaar, Sungen diesen süßen Ton: Ehr sei Gott im höchsten Thron. Gottes Sohn ist Mensch geborn, Hat versöhnt seins Baters Zorn: Freu sich, dem sein Sünd ist leid. 2. Die Hirten erschrafen ganz Vor der Engel hellem Glanz, Hörten fröhlich neue Mähr, Daß Christus geboren wär. Gots tes Sohn ist Mensch geborn, Hat versöhnt seins Baters Zorn: Freu sich, dem sein Sünd ist leid. 3. Sie suchten das Kindelein, Eingehüllt in Windelein, Wie der Engel hat vermeldt, Wels ches trägt die ganze Welt. Gottes Sohn ist Mensch geborn, Hat versöhnt seins Vaters Zorn: Freu sich, dem sein Sünd ist leid. 4. Sie funden das Kindlein zart Liegen in der Krippen hart Bei dem Bieb im finstern Stall, Welchs die Stern erschaffen all. Gottes Sohn ist Mensch ge born, Hat versöhnt seins Baters Zorn: Freu sich, dem sein Sünd ist leid. 15. Aus der Mutter Brust so rein Nähret sich das Kindelein, Das durch sein göttliche Kraft Allem Vieh sein Futter schafft. Gottes Sohn ist Mensch geborn, Hat versöhnt seins Baters Zorn: Freu sich, dem sein Sünd ist leid. i dajor 6. Solch große Barmherzig 32 Christi Geburt. feit Laßt uns preisen allezeit sein! Wie könnt es doch sein In Gottsfurcht und Glauben rein, Mit Geduld gehorsam sein. Gottes Sohn ist Mensch ge born, Hat versöhnt seins Baters Zorn: Freu sich, dem sein Sünd ist leid.adap him freundlicher, Das Herzensjefuz lein! ol du And hodnich) 8. Heut schleußt er wieder auf die Thür Zum schönen Paradeis; Der Cherub steht nicht mehr dafür: Gott sei Lob, Ehr und Preis! Tum poll nd Nicol. Hermann, st. 1561. da sdsilan musuld Christen alle gleich, In fei 49. Freuet euch, ihr Christen alle, wer immer fann; Gott hat viel an uns gethan. Freuet euch mit großem Schalle, Daß er uns so hoch geacht, Sich mit uns bes freundt gemacht. Freude, Freude über Freude! Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne! Christus ist die Gnadensonne. od her in no Mich. Weiße, st um 1540. anitni mod 48. Lobt Gott, ihr nem höchsten Thron, Der heut aufschleußt sein Himmelreich Und schenkt uns seinen Sohn. 2. Er kommt aus seines Baters Schoß Und wird ein Kind lein klein, Er liegt dort elend, nackt und bloß In einem Krippelein. 16 ind 3. Er äußert sich all seiner Gwalt, Wird niedrig und gering, Und nimmt an sich eins Knechts Gestalt, Der Schöpfer aller Ding. Gusto 4. Er liegt an seiner Mutter Brust, Ihr Milch ist seine Speis, An dem die Engel sehn ihr Lust, Denn er ist Davids Reis; 5. Das aus seinm Stamm entsprießen sollt In dieser letzten Zeit, Durch welchen Gott aufrichten wollt Sein Reich, die Christenheit. mud mio 6. Er wechselt mit uns wunderlich, Fleisch und Blut nimmt er an Und giebt uns in seins Vaters Reich Die flare Gottheit dran. 7. Er wird ein Knecht und ich ein Herr: Das mag ein Wechsel 2. Siehe, siehe, meine Seele, Wie dein Heiland kommt zu dir, Brennt in Liebe für und für, Daß er in der Krippenhöhle Harte lieget dir zu gut, Dich zu lösen durch sein Blut. Freude, Freude über Freude! Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne! Christus ist die Gnadensonne. sam 3. Jesu, wie soll ich dir danken? Ich bekenne, daß von dir Meine Seligkeit herrühr. O, laß mich von dir nicht wanken; Nimm mich dir zu eigen hin, So empfindet Herz und Sinn Freude, Freude über Freude! Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne! Christus ist die Gnadensonne. Weihnachten. 33 4. Jesu, nimm dich deiner| Braut Ganz arm und voller Glieder Fort und fort in Gnaden an; Schenke, was man bit ten kann, zu erquicken deine Brüder; Gieb der ganzen Christenschaar Frieden und ein selig Jahr. Freude, Freude über Freude! Christus wehret allem Leide. Wonne, Wonne über Wonne! Christus ist die Gnadensonne. Christian Keymann, g. 1607 st. 1662. 50.& rmuntre dich, mein schwacher Geist, Und trage groß Verlangen, Ein fleimes Kind, das Bater heißt, Mit Frenden zu empfangen. Dies ist die Nacht, darin es kam Und menschlich Wesen an sich nahm, Dadurch die Welt mit Treuen Als seine Braut zu freien. 2. Willkommen, Herr und Bräutigam, Du König aller Ehren! Willkommen, Jesu, Gottes Lamm! Ich will dein Lob vermehren; Ich will dir all mein Lebenlang Von Herzen sagen Preis und Dank, Daß du, da wir verloren, Für uns bist Mensch geboren. 3. großer Gott, wie konnt es sein, Dein Himmelreich zu Laffen, zu kommen in die Welt hinein, Da nichts denn Neid und Haffen? Wie konntest du Die große Macht, Dein Königreich, die Freudenpracht, Ja, dein erwünschtes Leben Für solche Feind hingeben? 4. Ist doch, Herr Jesu, deine MR. Gesangbuch Schanden; Doch hast du sie dir selbst vertraut Am Kreuz in Tos desbanden. Liegt sie doch, da fie Gott verließ, In Fluch und Tod und Finsterniß; Doch willst du ihretwegen Dein Scepter von dir legen. 5. Du Fürst und Herrscher dieser Welt, Du Friedenswies derbringer, Du fluger Rath und tapfrer Held, Du starker Höllen zwinger, Wie ist es möglich, daß du dich Erniedrigest so jämmerlich, Daß du im ärmsten Orden Der Menschen Mensch gewors den? 6. großes Werk, o Wuns dernacht, Dergleichen nie gefunden! Du hast den Heiland hers gebracht, Der Alles überwuns den; Du hast gebracht den stars fen Mann, Der Feur und Wol fen zwingen kann, Vor dem die Himmel zittern Und alle Berg erschüttern. 7. D liebes Kind, das Gott uns gab, Holdselig von Geberden; Mein Bruder, den ich lieber hab Als alle Schäß auf Erden! Komm, Schönster, in mein Herz hinein; Komm eilend, laß die Krippen sein; Komm, fomm, ich will bei Zeiten Dein Lager dir bereiten! 8. Sag an, mein Herzensbräutigam, Mein Hoffnung, Freud und Leben, Mein edler Zweig aus Jakobs Stamm, Was soll ich dir doch geben? Ach, nimm von mir 3 34 Christi Leib, Seel und Geist, Ja Alles, was Mensch ist und heißt; Jch will mich dir verschreiben, Dir ewig treu zu bleiben. 9. Lob, Preis und Dank, Herr Jefu Chrift, Sei dir von mir gesungen, Daß du mein Bruder worden bist Ind hast die Welt bezwungen. Hilf, daß ich deine Gütigkeit Stets preis in dieser Gnadenzeit, Und mög hernach dort oben In Ewigkeit dich loben. Joh. Rift, g. 1607 st. 1667. Geburt. Wär er nicht Mensch worden; Hätt er Lust zu unserm Schaden, Ei, so würd Unsre Bürd Er nicht auf sich laden. 51. Fröhlich foll Zröhlich soll mein Herze springen Dieser Zeit, Da vor Freud Alle Engel singen. Hört, hört, wie mit vollen Choren Alle Luft Laute ruft: Christus ist geboren! 2. Heute geht aus seiner Kammer Gottes Held, Der die Welt Reißt aus allem Jammer. Gott wird Mensch, dir, Mensch, zu gute, Gottes Kind Das verbindt Sich mit unserm Blute. 3. Sollt uns Gott nun fönnen hassen, Der uns giebt, Was er liebt lleber alle Maßen? Gott giebt, unserm Leid zu wehren, Seinen Sohn Aus dem Thron Seiner Macht und Ehren. 6. Er nimmt auf sich, was auf Erden Wir gethan, Giebt sich an, Unser Lamm zu werden; Unser Lamm, das für uns stirbet Und bei Gott Für den Tod Gnad und Fried erwirbet. 7. Nun, er liegt in seiner Krippen, Ruft zu sich mich und dich, Spricht mit süßen Lippen: Lasset fahrn, o lieben Brüder, Was euch quält; Was euch fehlt, Bring ich Alles wieder. 8. Ei, so fommt und laßt uns laufen; Stellt euch ein, Groß und Klein, Kommt mit großen Haufen; Liebt den, der vor Liebe brennet; Schaut den Stern, Der uns gern Licht und Labsal gönnet. 9. Die ihr schwebt in großen Leiden, Sehet, hier Ist die Thür Zu den wahren Freuden. Faßt ihn wohl, er wird euch führen An den Ort, Da hinfort Euch kein Kreuz wird rühren. 10. Wer sich findt beschwert im Herzen, Wer empfindt Seine Sünd Und Gewissensschmerzen, Sei getrost; hier wird gefunden, Der in Eil Machet heil Die vergiften Wunden. 4. Sollte von uns sein gekehret, Der sein Reich) Und zugleich Sich selbst uns verehret? Sollt uns Gottes Sohn nicht lieben, Der jetzt kommt, Von uns nimmt, Was uns will betrüben? 11. Die ihr arm seid unt elende, Kommt herbei, Fället frei Eures Glaubens Hände Hier find alle guten Gaben Und 5. Hätte vor der Menschen das Gold, Da ihr sollt Euer Orden Unser Heil Einen Gräul, Herz mit laben. Weihnachten. 12. Süßes Heil, laß dich umfangen; Laß mich dir, Meine Bier, Unverrückt anhangen. Du bist meines Lebens Leben; Nun kann ich mich durch dich Wohl zufrieden geben. 13. Meine Schuld kann mich nicht drücken, Denn du hast Meine Last All auf deinem Rüfken. Kein Fleck ist an mir zu finden; Ich bin gar Rein und tlar Aller meiner Sünden. 35 auch anders sein? Wie könnt ich dich, mein Herzelein, Aus meinem Herzen lassen? 3. Da ich noch nicht geboren war, Da bist du mir geboren Und hast mich dir zu eigen gar, Eh ich dich kannt, erforen. Eh ich durch deine Hand gemacht, Da hat dein Herze schon bedacht, Wie du mein wolltest werden. 4. Sch lag in tiefer Todesnacht: Duwurdest meine Sonne, 14. Ich bin rein um deinet- Die Sonne, die mir zugebracht willen; Du giebst gnug Ehr und Licht, Leben, Freud und WonSchmuck, Mich drin einzuhüllen. ne. Sonne, die das werthe Ich will dich ins Herze schließen; Licht Des Glaubens in mir Zu= mein Ruhm, Edle Blum, Laß gericht, Wie schön sind deine dich recht genießen. Strahlen! 15. Ich will dich mit Fleiß bewahren, Ich will dir Leben hier, Dir will ich abfahren. Mit dir will ich endlich schweben Voller Freud Ohne Zeit Dort im andern Leben. Paul Gerhardt, geb. 1606, ft. 1676. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 52. Jid steh an deiner Krippen hier, Jesu, du mein Leben; Ich stehe, bring und schenke dir, Was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Muth; nimm Alles hin Und laß dirs wohlgefallen. 2. Du hast mit deiner Lieb erfüllt Mein Adern und Geblüte; Dein schöner Glanz, dein süßes Bild Liegt mir stets im Gemüthe. Und wie mag es 5. Wenn oft mein Herz vor Kummer weint Und keinen Trost kann finden, Rufst du mir zu: Ich bin dein Freund, Ich tilge deine Sünden. Was trauerst du, mein Fleisch und Bein? Dit sollst ja guter Dinge sein, Ich zahle deine Schulden. 6. Ich sehe dich mit Freuden an Und kann mich nicht satt sehen; Und weil ich nun nicht weiter kann, So bleib ich sin nend stehen. D, daß mein Sinn ein Abgrund wär Und meine Seel ein weites Meer, Daß ich dich möchte fassen! 7. Du fragst zwar nicht nach Lust der Welt, Noch nach des Leibes Freuden; Du hast dich bei uns eingestellt, An unsrer Stätt zu leiden; Suchst meiner Seelen Trost und Freud Durch 3* 36 Christi Geburt. dein selbsteignes Herzeleid. Das| gangen, Stillt das sehnliche will ich dir nicht wehren. Verlangen, Bricht den Kopf der alten Schlangen Und zerstört der Höllen Reich. 8. Eins aber, hoff ich, wirst du mir, Mein Heiland, nicht versagen, Daß ich dich möge für und für Ja, bei und an mir tragen. So laß mich doch dein Kripplein sein; Komm, komm und lege bei mir ein Dich und all deine Freuden! 9. Zwar sollt ich denken, wie gering Ich dich bewirthen werde; Du bist der Schöpfer aller Ding, Ich bin nur Staub und Erde; Doch bist du ein so lieber Gast, Daß du noch nie verschmähet hast Den, der dich gerne fiehet. Paul Gerhardt. Mel. Den die Hirten lobten fehre. 53. K Chriſtuu ehren, Herz und Sinnen zu ihm kehren, Singet fröhlich, laßt euch hören, Werthes Volk der Christenheit! 2. Sünd und Hölle mag sich grämen, Tod und Teufel mag sich schämen; Wir, die unser Heil annehmen, Werfen allen Kummer hin. 6. Unser Kerker, da wir saßen, Und mit Sorgen ohne Maßen Uns das Herze schier zerfraßen, Ist entzwei, und wir sind frei. 7. D gebenedeite Stunde, Da wir das von Herzensgrunde Glauben und mit unserm Munde Danken dir, o Jesu Christ. 8. Schönstes Kindlein in dem Stalle, Sei uns freundlich, bring uns alle Dahin, da mit süßem Schalle Dich der Engel Heer erhöht. Paul Gerhardt. Mel. Vom Himmel hoch, da komm 2c. 54. Shtetet fich dar! Die schwarze Nacht wird hell und klar; Ein großes Licht bricht dort herein, Ihm weichet aller Sterne Schein. 2. Es ist ein rechtes Wunderlicht Und gar die alte Sonne nicht, Weils wider die Natur die Nacht zu einem hellen Tage macht. 3. Sehet, was hat Gott ge- 3. O, schauet hin! Des Himgeben! Seinen Sohn zum ew- mels Heer, Das bringt uns jetzt gen Leben. Dieser kann und will die Freudenmähr, Wie sich nununs heben Aus dem Leid ins mehr hab eingestellt Zu BethHimmels Freud. lehem das Heil der Welt. 4. Seine Seel ist uns gewogen; Lieb und Gunst hat ihn gezogen, Uns, die Satands betrogen, zu besuchen aus der Höh. 5. Jakobs Stern ist aufge4. Gütigkeit! Was lange Jahr Sich hat der frommen Väter Schaar Gewünscht und sehnlich oft begehrt, Deß werden wir von Gott gewährt. Weihnachten. 37 5. Schaut hin! Dort liegt im finstern Stall, Deß Herrschaft gehet überall. Das Wort, so bald im Anfang war, Bei Gott, selbst Gott, das lieget dar. bensfürst und Gnadenquell, Du Himmelsblum und Morgenstern, Du Jungfrausohn, Herr aller Herrn. 2. Wir singen dir in deinem 6. Dies ist die rechte Freu- Heer Aus aller Kraft Lob, Preis denzeit. Weg, Trauern, weg, und Ehr, Daß du, o lang ges weg alles Leid! Troß dem, der wünschter Gast, Dich nunmehr ferner uns verhöhnt! Gott selbst eingestellet hast. ist Mensch: wir sind versöhnt. 7. Der Sündenbüßer ist nun hier, Den Schlangentreter ha3. Von Anfang, da die Welt gemacht, Hat so manch Herz nach dir gewacht; Dich hat gehofft ben wir, Der Höllen Pest, des so lange Jahr Der Väter und Todes Gift, Des Lebens Für- Propheten Schaar. sten man hier trifft. 8. Es hat mit uns nun feine Noth, Weil Sünde, Teufel, Höll und Tod Zu Spott und Schanden sind gemacht In dieser groBen Wundernacht. 9. O selig, selig alle Welt, Die sob an dieses Kindlein hält! Wohl dem, der dieses Recht erkennt Und gläubig seinen Heiland nennt! 10. Es danke Gott, wer dan fen kann, Der unser sich so hoch nimmt an Und sendet aus des Himmels Thron Uns, seinen Feinden, seinen Sohn. 11. Drum stimmt an mit der Engel Heer: Gott in der Höhe mun sei Ehr, Auf Erden Frieden jederzeit, Den Menschen Wonn und Fröhlichkeit. Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. 4. Ach, daß der Herr aus Zion käm Und unsre Bande von uns nähm! Ach, daß die Hülfe bräch herein, So würde Jakob fröhlich sein! 5. Nun, du bist hier; da lies gest du, Hältst in dem Kripps lein deine Ruh; Bist klein, und machst doch Alles groß, Bekleidst die Welt und kommit doch bloß. 6. Du febrst in fremder Haus sung ein, Und sind doch alle Himmel dein; Trinkft Milch aus einer Menschenbrust, Und bist doch aller Engel Luſt. 7. Du hast dem Meer sein Ziel gesteckt, Und wirst mit Win deln zugedeckt; Bist Gott, und liegst auf Heu und Strob; Wirst Mensch, und bist doch A und O. 8. Du bist der Ursprung als ler Freud, Und duldest so viel Herzeleid; Bist aller Heiden Troft und Licht, Suchst selber Trost und findst ihn nicht. 9. Du bist der süßte Men Mel. Vom Himmel hoch, da komm zc. ir singen dir, Im55. Wmanuel, Du Le-| 38 Christi schenfreund, Doch sind dir so viel Menschen feind; Herodis Herz hält dich für Gräul, Und bist doch nichts als lauter Heil. 10. Jch aber, dein geringster Knecht, Ich sag es frei und mein es recht: Ich liebe dich; doch nicht so viel, Als ich dich gerne lieben will. 11. Der Will ist da, die Kraft ist flein; Doch wird dir nicht zuwider sein Mein armes Herz; und was es kann, Wirst du in Gnaden nehmen an. 12. Hast du doch selbst dich schwach gemacht, Erwähltest, was die Welt veracht; Wardst arm und dürftig, nahmst vorlieb Da, wo der Mangel dich hintrieb. 13. Du schliefst ja auf der Erde Schoß, So war dein Kripplein auch nicht groß; Der Stall, das Heu, das dich umfing, War alles schlecht und sehr gering. 14. Darum so hab ich guten Muth, Du wirst auch halten mich für gut. Jesu Christ, dein frommer Sinn Macht, daß ich so voll Trostes bin. Geburt. 17. Du bist mein Haupt; hinwiederum Bin ich dein Glied und Eigenthum, Und will, so viel dein Geist mir giebt, Stets dienen dir, wie dirs beliebt. 18. Ich will dein Hallelujah hier Mit Freuden fingen für und für, Und dort in deinem Ehrensaal Solls schallen ohne Zeit und Zahl. paul Gerhardt, g. 1606, ft. 1676 15. Bin ich gleich fünd- und lastervoll, Hab ich gelebt nicht, wie ich soll; Ei, kommst du doch deswegen her, Daß sich der Sünder zu dir fehr. 16. So faß ich dich nun ohne Scheu; Du machst mich alles Jammers frei; Du, trägst den Zorn, du würgst den Tod, Verkehrst in Frend all Angst und Noth. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte 56. da mir erſchienen ies ist die Nacht, Des großen Gottes Freundlichfeit. Das Kind, dem alle Engel dienen, Bringt Licht in meine Dunkelheit; Und dieses Weltund Himmelslicht Weicht hunderttausend Sonnen nicht. 2. Laß dich erleuchten, meine Seele, Versäume nicht den Gnadenschein. Dér Glanz in dieser kleinen Höhle Streckt sich in alle Welt hinein; Er treibet weg der Hölle Macht, Der Sünden und des Kreuzes Nacht. 3. In diesem Lichte kannst du seben Das Licht der flaren Seligkeit. Wenn Sonne, Mond und Stern vergehen, Vielleicht noch in gar kurzer Zeit, Wird dieſes Licht mit seinem Schein Dein Himmel und dein Alles sein. 4. Laß nur indessen helle scheinen Dein Glaubens- und dein Liebeslicht. Mit Gott mußt du es treulich meinen, Sonst hilft dir diese Sonne nicht. Willst du genießen diesen Schein, So Weihnachten. 39 darfst du nicht mehr dunkel sein.| Reinigkeit der Seelen wiederbracht; Sie wird als Braut der Gottheit nun gefrönet, Da sie der Himmel selbst so angelacht. Die Menschheit wird nun ganz erneut Und als ein reiner Thron der Gottheit eingeweiht. 5. Die Weisheit spielt mun wieder auf der Erden, Dadurch das Paradies im Menschen grünt. Nun können wir aus Gott geboren werden, Weil die Geburt des Herren dazu dient. Die neugeborne Seele spürt, Daß sie ein andrer Geist aus ihrem Ursprung rührt. 6. Kein Elend fann nun unserm Herzen schaden, Immanuel ist bei uns in der Noth; Ich gehe nur zu ihm, dem Quell der Gnaden, So dient mir selbst das Elend und der Tod. Der Jammer hängt mir nur noch an, Der mir in Christo doch nicht schädlich werden kann. 7. Die Sünde kann mich auch nicht mehr verdammen, Weil sie in Christo selbst verdammet ist. Was schaden nun der Seele ihre Flammen, Weil Christi Blut und Wasser auf mich fließt? Jmmanuel löscht ihren Trieb; Er läßt die Seele nicht, er hat sie viel zu lieb. 5. Drum Jesu, schöne Weihnachtssonne, Bestrahle mich mit deiner Gunst; Dein Licht sei meine Weihnachtswonne Und lehre mich die Weihnachtskunst: Wie ich im Lichte wandeln soll Und sei des Weihnachtsglanzes voll. K. Friedr. Nachtenhöfer, geb. 1624, st. 1685. Mel. Mein Freund zerschmelzt zc. 57. Liebe, die den D Himmel hat zer riffen, Die sich zu mir ins Elend niederließ, Was für ein Trieb hat dich bewegen müssen, Der dich zu mir ins Jammerthal verwies? Die Liebe hat es selbst gethan, Sie schaut als Mutter mich in meinem Jammer an. 2. Die Liebe ist so groß in deinem Herzen, Daß du für mich das größte Wunder thust; Die Liebe macht dir meinetwegen Schmerzen, Daß mir zu gut du unter Dornen ruhst. O unerhörter Liebesgrad, Der selbst des Vaters Wort ins Feisch gesenket hat! 3. Die Liebe ist mein Anverwandter worden, Mein Bruder ist selbst die Barmherzigkeit. Die Gottheit selbst lebt nun in meinem Orden, Die Ewigkeit vermählt sich mit der Zeit. Das Leben selbst ist Mensch geborn, Der Glanz der Herrlichkeit, das Licht, das wir verlorn. 4. In ihm wird nun die Menschheit ausgeföhnet, Die 8. Ein ewges Leben hab ich nun gefunden, Viel Reichthum, Ehr und Wonne schenkt er mir; Ich bin mit ihm, er ist mit mir verbunden, Den ich in mir mit Liebeswirkung spür. Ich bin vers 40 Christi Name. gnügt und ganz gestillt, Weil| frer Menschheit Theil, Erscheinst mich der lautre Strom aus seiner Lieb erfüllt. im Fleisch, wirst unser Heil. 9. Auf, auf, mein Geist, vergiß die Trauerlieder, Erfreue dich in seiner Liebesmacht! Des Himmels Kraft und Glanz bestrahlt dich wieder, Und der Verluft ist völlig wiederbracht. O ewig, ewig wohl ist mir, Daß ich in Christo nun ein Wohlgefallen spür. Christ. Friedrich Richter, 8. 1677, st. 1711. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir; Er kommt voll brünstiger Begier, Dich zu erfreun; er bilft dir gern. Gelobt sei, der da kommt im Herrn! 6. Herr, der du Mensch gebos ren wirst, Immanuel und Fries defürst, Auf den die Bäter hofs fend sahn, Dich, Gott, mein Heiland, bet ich an. Mel. Vom Himmel hoch, da komm zc. 7. Du, unser Trost und höchs stes Gut, Vereinigst dich mit 58. Dies ist der Tag, den Fleiſch und Blut, Wirst unſer Freund gemacht, und hier, Und Gottes Kinder werden wir. 8. Durch Eines Sünde fiel die Welt; Ein Mittler ists, der sie erhält. Was zag ich nun, wenn der mich schüßt, Der in des Vaters Schoße sißt? Sein werd in aller Welt gedacht; Ihn preise, was durch Jesum Christ Jm Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein geHarrt, Bis daß die Zeit erfüllet ward: Ta sandte Gott von seinem Thron Dich, Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder faffen will, So steht mein Geist vor Ehrfurcht still; Er betet an und er ermißt, Daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, Erniedrigst du dich, Herr der Welt; Nimmst selbst an un9. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, Den Tag der heis ligsten Geburt; Und Erde, die ihn heute sieht, Sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied. 10. Herr, der du uns den Tag gemacht, Der uns solch gros Bes Heil gebracht, Dich preise, was durch Jesum Christ Im Himmel und auf Erden ist. Chr. Fürchteg. Gellert, geb. 1715, st. 1769. V. Christi Name; Neujahr. Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens zc. danken dir, Herr Jesu Christ, 59. as alte Jahr ver- Daß du uns in so großer Gfahr gangen ist. Wir| Bewahret haft so manches Jahr. Neujahr. 41 2. Wir bitten dich, ewigen| Mel. Werde munter, mein Gemüthe. Sohn Tes Vaters in dem böch61. sten Thron, Du wollst dein arilf, Herr Jesu, laß gelingen, Hilf, das me Christenheit Bewahren fer- neue Jahr geht an; Laß es neue ner allezeit. Kräfte bringen, Daß aufs neu ich wandeln kann. Laß mich die befohlen sein, Auch daneben all das Mein. Neues Glück und neues Leben, Wollst du mir aus Gnaden geben. 3. Entzench uns nicht dein heilsam Wort, Der Seelen ein gen Trost und Hort. Vor Unglaub und Abgötterei Behüt uns, Herr, und steb uns bei. 4. Darneben gieb ane Fried und Ruh, Und was uns nöthig ist darzu; Turch deine starke Gnadenband Beschüße uns und unser Land. 5. All Sünd und Schwachheit uns verzeib, Ein gut Gewissen stets verleih. Gieb, daß wir deines Namens Ehr Ausbreiten immer mehr und mehr. 6. Und wenn es dir, o Herr, gefällt, lins abzufordern aus der Welt, So gieb ein selig Ende hier, Daß wir dort ewig sein bei dir. 7. O Jesu Christ, erbarme dich, Hör unsre Bitte gnädiglich: Durch dein Verdienst, durch deinen Tod Erlöse uns aus aller Noth. v. 1 u. 2 3h. Steuerlein. g. 1346 ft. 1613. B. 3. Jac. Tapp, um 1620. Mel. Bater unser im Himmelreich. un treten wir ins 60. 2. Laß dies sein ein Jahr der Gnade, zu erkennen meine Sünd; Hilf, daß sie mir nimmer schade, Sondern bald Verzeis hung find. Auch durch deine Guad verleih, Daß ich herzlich sie bereu, Herr, vor dir; denn du, mein Leben, Kannst die Sünde mir vergeben. 3. Tröste mich mit deiner Liebe, Nimm, o Gott, mein Fles hen hin, Weil ich mich oft sehr betrübe Und voll Angst und Zagen bin. Wenn ich gleich schlaf oder wach, Sich du, Herr, auf meine Sach; Stärke mich in meinen Nöthen, Daß mich Sünd und Tod nicht tödten. 4. Herr, du wollest Gnade geben, Daß dies Jahr mir heilig sei Und ich christlich könne leben, Ohne Trug und Heuchelei, Ich auch meinen Nächsten und betrüb, Jesu Christ, uns auch bewahr; Damit ich allhier auf Erden, Gieb Gnad, daß wir dies ganze Fromm und selig möge werden. Jahr Zubringen mögen ohn Ge- 5. Jesu, laß mich fröhlich fahr; Gieb Glück und Heil, giebenden Dieses angefangne Jahr; Fried und Ruh, Hernach die Se- Trage mich auf deinen Händen, ligkeit dazu. Nas G. Werner, st. 1671. Halte bei mir in Gefahr; Steh Christi Name. 42 mir bei in aller Noth, Auch verunserm Kreuz und Leiden Ein laß mich nicht im Tod. Freudig Brunnen unsrer Freuden. will ich dich umfassen, Wenn 9. Gieb mir und allen deich soll die Welt verlassen.nen, Die sich von Herzen sehJoh. Nist, g. 1607 jt. 1667. nen Nach dir und deiner Hulde, Ein Herz, das sich gedulde. Mel. Run laßt uns Gott dem Herren. 10. Schleuß zu die Jammer62. Nun laßt uns gehn pforten, Und laß an allen Orund treten Mit Singen und mit Beten Zum Herrn, der unserm Leben Bis hieher Kraft gegeben. ten Auf so viel Blutvergießen Die Friedensströme fließen. 2. Wir gehn dahin und wandern Von einem Jahr zum andern; Wir leben und gedeihen Bom alten zu dem neuen. 11. Sprich deinen milden Segen Zu allen unsern Wegen; Laß Großen und auch Kleinen Die Gnadensonne scheinen. 12. Sei der Verlaffnen Vater, Der Irrenden Berather, Der Unversorgten Gabe, Der Armen Gut und habe. Zagen, Durch Krieg und große 13. Hilf gnädig allen KranSchrecken, Die alle Welt bedek- ken; Gieb fröhliche Gedanken fen. Den hochbetrübten Seelen, Die 3. Durch so viel Angst und Plagen, Durch Zittern und durch 4. Denn wie von treuen sich mit Schwermuth quälen. Müttern In schweren Ungewittern Die Kindlein hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden: 5. Also auch und nichts minder Läßt Gott ihm seine Kinder, Wenn Noth und Trübsal bligen, In seinem Schoße sizen. 6. Ach, Hüter unsers Lebens, Fürwahr, es ist vergebens Mit unserm Thun und Machen, Wo nicht dein Augen wachen. Die alle Morgen neue! Lob sei den starken Händen, Die alles Herzleid wenden! 8. Laß ferner dich erbitten, D Vater, und bleib mitten In 14. Und endlich, was das Meiste, Füll uns mit deinem Geis ste, Der uns hier herrlich ziere Und dort zum Himmel führe. 15. Das alles wollst du geben, D meines Lebens Leben, mir und der Christen Schaare Zum selgen neuen Jahre. Paulus Gerhardt, g. 1606 ft. 1676. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Resus ist der schönste 63. Himmet kommen, Huldreich, prächtig, tugendsam, Den Gott selber angenommen. Seiner gros Ben Lieblichkeit Gleicht kein Name weit und breit. Neujahr. 2. Jesus ist das Heil der Welt, Meine Arznei für die Sünden. Jesus ist ein starker Held, Unsre Feind zu überwinden. Wo nur, Jesus wird geehrt, Wird des Teufels Reich zerstört. 3. Jesus ist es nur allein, Der Gesundheit giebt und Leben. Jesus hilft von aller Pein, Die den Menschen fann umgeben. Schließe Jesum nur ins Herz, So verliert sich aller Schmerz. 43 das Unkraut ganz zu nichte. Alles Gift und Unheil weicht, Das sein Schatten nur erreicht. 9. Jesus ist das höchste Gut In dem Himmel und auf Erden. Jesu Name macht mir Muth, Daß ich nicht kann traurig werden. Jesu Name soll allein Mir der liebste Name sein. Joh. Scheffler, g. 1624 st. 1677. Mel. O Gott, du frommer Gott. Und ein Abgrund alles Guten. 64. Ein Jahr der SterbJesus ist ein Freudenplatz Voller füßer Himmelsfluthen. Jesus ist ein fühler Thau, Der erfrischt des Herzens Au. 5. Jesus ist der süße Bronn, Der die Seelen recht erquicket. Jesus ist die ewge Sonn, Deren Strahl uns ganz entzücket. Willst du froh und freudig sein, Laß ihn nur zu dir hinein. 6. Jesus ist der liebste Ton, Den mir alle Welt kann singen; Ja, ich bin im Himmel schon, Wenn ich Jesum hör erklingen. Jesus ist meins Herzens Freud, Meine ewge Seligkeit. 7. Jesus ist mein HimmelsBrod, Das mir schmeckt, wie ichs begehre. Er erhält mich vor dem Tod, Stärkt mich, daß ich ewig währe. Honig ist er mir im Mund, Balsam, wenn ich bin verwundt. 8. Jesus ist der Lebensbaum, Boller edler Tugendfrüchte. Wenn er findt im Herzen Raum, Wird Lebenstage, Ist abermal dahin Mit seiner Lust und Plage, Und wiederum ein Theil Von unsrer Pilgerschaft Nunmehr zurückgelegt Durch Gottes Schutz und Kraft. 2. Herr, deine Güte machts, Die niemals uns zu lieben Ermüdet, noch vergißt, Daß wir noch übrig blieben. Nimm unsers Herzens Dank Denn jezzo gnädig an Für das, was du an uns In diesem Jahr gethan. 3. Wir schließen uns aufs neu In dein so treues Sorgen, In dein Erbarmen ein: Da sind wir wohl geborgen, Da ist das feste Schloß Vor aller Feinde Truß, Da läuft dein Häuflein hin und findet sichern Schußz. 4. Gieb mit dem neuen Jahr Uns neue Stärf im Glauben; Laß uns den alten Grund Der Wahrheit niemals rauben. Erneure Herz und Sinn, Und das gegönnte Licht Des ewig wah 44 Christi Name. ren Worts Erlösche bei uns| Staub, der deß unwürdig war, nicht. So merklich spüren lassen ihre Triebe. Ich stelle mich dafür in meinem Sinn Dir, großer Gott, selbst zum Dankopfer hin. 5. Entzünde neue Lieb Und Sanftmuth in uns allen; Und sollt uns dieses Jahr Auch neue Noth befallen, So stärke die Geduld Und mache deine Treu, O Bater, über uns Mit jedem Tage neu. 6. Gieb, daß wir mehr und mehr Den alten Menschen tödten. Verleih an Seel und Leib, Was jedem ist vonnöthen; Und laß uns, Herr, mit dem, Was deine Weisheit thut, Stets wohl zufrieden sein: Du machst doch Alles gut. 7. Wem du auf dieses Jahr Von dieser Welt zu scheiden Sein Ziel bast festgefeßt, Den laß auf dich mit Freuden Jm Glauben selig hier Beschließen seinen Lauf, Und nimm in deine Hand Die Seele gnädig auf. Henr. Cath. v. Gersderf, g. 1650 st. 1726. Mel. Mein Salomo, dein freundliches Regieren. er du bist 2 und 3. denfe nicht an der vergangnen Zeiten Gemachte viel und überhäufte Schuld; Laß deine Gnad und milde Vaterhuld zu meinem Trost in Christo ste bespreiten. Was ich gelebet hab, das decke zu; Was ich noch leben soll, regiere du. 4. Erneure mich, der du machst Alles neue; Das Alte laß von nun an untergehn, Laß Heiligfeit an dessen Stelle stehn; Die neue Greatur dich stets erfreue. Der Geist aus dir verändre Sinn und Muth, Nur dich zu lieben als das höchste Gut. Ende, Der Herr der Zeit und auch der Ewigkeit, Dem Alles steht zu seinem Dienst bereit: Zu deinem Thron, Jehovah, ich mich wende, Da diese Zeit ein neues Jahr uns bringt, Und Zion dir ein Hallelujah singt. 2. Gelobet sei, o Höchster, deine Liebe, Die sonderlich auch im versloßnen Jahr Mich armen 5. Die Zeit fleucht hin: laß mich auch von ihr flieben. Die Ewigkeit rückt näher stets berbei: Gieb, daß ich ihr im Geist recht nahe sei; Laß mich als eilend stets von hinnen ziehen. Es müsse mir nie kommen aus dem Sinn, Daß ich hier fremd, 65. ein Gaſt und Pilgrim 6. Ach, lehre mich recht meine Tage zählen, Daß ich sie all aufs Best anwenden mag. Hilf mir auch tragen ihre Last und Plag, So werd des rechten Zwecks ich nicht verfehlen. Ich werd dereinst mit der erkauften Schaar Bei dir begehn das große ncue Jahr. Job. Anast. Frevlingbausen, g. 1670. 1739. 45 Mel. Mein Herzens Jesu, meine Lust. 6. Name, werde doch in 66. Der Seiland beißet mir Durch Gottes Geist verkläJesus Christ, Von Gott selbst so genennet, Der mir und dir, und wer es ist, Das große Heil gegönnet. Ach, nimm es ungesäumet an; Es freue sich, wer immer fann, Des freudenvollen Namens. ret; Denn was verborgen liegt in dir, Kein menschlich Herz ers fähret. Vernunft kann es begreis fen nicht; Ohn Gottes Glanz und Gnadenlicht Bleibt es uns aufgeschlossen. 7. Laß mich empfinden deine Kraft Und innre Süßigkeiten; Und was dein Name Gutes schafft, Laß sich in mir ausbreis ten: So wird der Sündennoth gewehrt, So wird die Last in Lust verkehrt, So bin ich selig. Amen! Joh. Anast. Freylinghausen, g. 1670 st. 1739. Neujahr. 2. Dies ist der Name, der uns bringt Vor Gott aufs neu zu Ehren, Der, wie der Chor der Engel singt, Uns Freude kann bescheeren; Der uns in Fried und Freiheit seßt, Mit Gnad und Gaben uns ergößt Und in den Himmel hebet. 3. Denn Jesus ists, der unsre Schuld Sammt aller Straf und Plagen Dunerhörte Lieb und Huld! len tragen. Er war gerecht und ließ doch sich Zur Sünde ma chen, daß du dich In ihm gerecht fönntst nennen. SUR- CO GARAG Mel. Wie nach einer Wasserquelle. Sat willig wol 67. Ah, wie laufen doch die Jahre, Wie vers schwindet doch die Zeit! Und ich bleibe von der Bahre Noch bis diesen Tag befreit. Ich weiß wohl, o Lebenslicht, Daß ein Tag zum andern spricht: Alles, was von Adams Erben, Groß und Kleine, müssen sterben. 2. Doch du hast durch deine Güte, Großer Schöpfer, mich bewacht, Daß der Tod die Leibeshütte Noch nicht in das Grab gebracht. Ach, mich läsfest du noch stehn, Da doch Andre schlafen gehn Und gar Viele schon begraben, Die noch nicht mein Alter haben. 4. Er ist der rechte Josua, Der uns zur Ruhe bringet; Er als der Priester ist nun da, Dem es so wohl gelinget, Daß er des Herren Tempel baut, An welchem man ihn selber schaut Als festen Grund- und Eckstein. 5. Drum ist in keinem Andern Heil, Ist auch kein Nam gegeben, Darin wir könnten nehmen Theil Un Seligkeit und Leben; Nur Jesus ist der einge Mann, Der uns das Leben schenken kann. Gelobet sei sein Name! 3. Herr, ich bin ja zu geringe Dieser großen Gütigkeit. Wenn ich meine Rechnung bringe Der Christi Erscheinung. 46 bisher genoßnen Zeit; So ent fällt mir aller Muth, Weil die Rechnung gar nicht gut. Wie viel Jahre sind verdorben, Da ich nicht der Welt gestorben! 4. Ach, daß ich dies wohl bedenke, Und auf Buße sei bedacht! Jefu, meine Schuld versenke, Die ich bis hieher gemacht. Lieber Vater, steh mir bei, Daß nur keine Heuchelei Sich in meinem Herzen finde, Wenn ich mich deß unterwinde. 5. Willt du mich noch ferner laffen Hier in dieser bösen Welt, Ach, so hilf mir Alles hassen, Was dem Geiste nicht gefällt. Stärke mich von deiner Höh, So wird auch das größte Web, Das mir oft zu schwer geschienen, Mir zu meinem Besten dies nen. 2. Für uns ein Mensch ge boren Im letzten Theil der Zeit, Der Mutter unverloren Ihr jungfräulich Keuschheit, Hat er den Tod zerbrochen, Den Himmel aufgeschlossen, Das Leben wiederbracht. 3. Laß uns in deiner Liebe 6. Steh mir allezeit zur Rechten, Herr, du bist ja Sonn und Schild. Hilf uns, deinen armen Knechten, Wie und wo und wann du willt. Wenn die Tage böse sein, Ach, so- ruf ins Herz hinein: Lernt euch in die Zei ten schicken, So wird Alles heilsam glücken. 7. Endlich, wenn der Lauf zum Ende, So befehl ich mei nen Geist Dir in deine treuen Hände, Dir, der Gott und Vater heißt. Ach, ich freu mich schon darauf, Daß ich nach vollbrachtem Lauf Dort der Freude soll genießen, Wo sich keine Zeit wird schließen. VI. Christi Erscheinung; Epiphanias. err Christ, der eis Und Kenntniß nehmen zu, Daß 68. Herr nig Gottssohn, wir im Glauben bleiben Und Vaters in Ewigkeit, Aus seinem Herzn entsprossen, Gleichwie geschrieben steht: Er ist der Morgensterne, Sein Glanz streckt er so ferne, Vor andern Sternen flar. dienen im Geist so, Daß wir hie mögen schmecken Dein Süßigkeit im Herzen Und dürften stets nach dir. 4. Du Schöpfer aller Dinge, Du väterliche Kraft, Regierst von End zu Ende Kräftig aus eigner Macht; Das Herz uns zu dir wende, Und kehr ab unser Sinne, Daß sie nicht irrn von dir. 5. Ertödt une durch dein Güte, Erweck uns durch dein Gnad; Den alten Menschen Epiphanias. fränke, Daß der neu leben mag Und hab schon hie auf Erden Den Sinn und all Begierden Und Gdanken, Herr, zu dir. Elisabeth Treußiger, st. 1558. how imm 69. Mit Fried und Freud gehen. 3. Ach, wie waren wir verblendet, Ehe noch dies Licht brach an! Ja, da hatte sich ge wendet Schier vom Himmel je dermann. Unsre Augen und Ge berden Klebten einzig an der Erden. 4. Irdisch waren die Gedanken, Thorheit hielt uns gar verstrickt, Satan macht uns schändlich wanken, Wahre Tugend lag verrückt. Fleisch und Welt hat uns betrogen Und vom Himmel abgezogen. 5. Gottes Rath war uns vers borgen, Seine Gnade schien uns nicht; Klein und Große mußten sorgen, Jedem fehlt es an dem Licht, Das zum rechten Himmelsleben Seinen Glanz uns sollte geben. 6. Aber wie hervorgegangen Ist der Aufgang aus der Höh, Haben wir das Licht empfangen, Welches so viel Angst und Weh 70. Werde Licht, du Aus der Welt hinweggetrieben, Daß nichts Dunkles überblieben. Stadt der Heiden, Und du, Salem, werde Licht; Schaue, welch ein Glanz mit Freuden Ueber deinem Haupt anbricht. Gott hat derer nicht vergessen, Die im Finstern sind gesessen. Gottes Wille; Getrost ist mir mein Herz und Sinn, Sanft und stille, Wie Gott mir verheißen hat; Der Tod ist mein Schlaf worden. 47 2. Dunkelheit, die mußte weichen, Als dies Licht kam in die Welt, Dem kein andres ist zu gleichen, Welches alle Ding er hält. Die nach diesem Glanze sehen, Dürfen nicht im Finstern 2. Das macht Christus, wahr Gottessohn, Der treue Heiland, Den du mich, Herr, hast lassen schaun Und machst bekannt, Daß er uns das Leben sei Und Heil in Noth und Sterben. 3. Den hast du Allen vorgestellt Mit großen Gnaden, Zu seinem Reich die ganze Welt Heißen laden Durch dein theuer heilsam Wort, An allem Ort erschollen. 4. Er ist das Heil und selge Licht Für all die Heiden, zu ' rleuchten, die dich kennen nicht, Und zu weiden; Er ist deins Volks Israel Preis, Ehre, Freud und Wonne. Luther, g. 1483, st. 1546. 7. Jesu, reines Licht der Seelen, Du vertreibst die Finsterniß, Die in dieser Sündenhöhlen Unsern Tritt macht unges wiß. Jesu, deine Lieb und Segen Leuchten uns auf unsern Wegen. Chrifti Erscheinung. 48 8. Dieses Licht läßt uns nicht wanken In der rechten Glaubensbahn. Ewig, Herr, will ich dir danfen, Daß du hast so wohlgethan Und uns diesen Schaß geschenfet, Der zu deinem Reich uns lenfet. 3. Weil Jesus mich von Sünden rein Durch sein Verdienst 9. Gieb, Herr Jesu, Kraft und Stärke, Daß wir dir zu jeder Zeit Durch geliebte Glaubenswerke Folgen in Gerech- will machen, Daß ich, los altigkeit, Und hernach im Freu- ler Qual und Pein, Nicht fürcht denleben Heller, als die Sterne schweben. des Todes Rachen: So tröst mich seine Heiligkeit. Sein Uns schuld und Gerechtigkeit Jst mein Schatz und mein Leben. 10. Dein Erscheinung muß erfüllen Mein Gemüth in aller Roth; Dein Erscheinung müsse stillen Meine Seele auch im Tod. Herr, in Freuden und im Weinen Müsse mir dein Licht erscheinen. 4. So kann ich auch mit Fried und Freud, Wie Simeon, mein Leben Beschließen, frei von allem Leid, Mich meinem Gott ergeben. So bald ich schließ die Augen zu, So wird der Tod mein Schlaf und Ruh; Ich seh des Himmels Freude. 11. Jesu, laß mich endlich gehen Freudig aus der bösen Welt, Dein so helles Licht zu sehen, Das mir dort schon ist bestellt, Wo wir sollen unter Kronen In der schönsten Klarheit wohnen. Joh. Rift, geb. 1607, st. 1667. 2. Was traur ich denn? Er lebt ja noch, Der das Gesetz erfüllet, Der durch den Tod und Kreuzesjoch Des Vaters Zorn gestillet. Was er hat, das ist Alles mein. Wie könnt doch größrer Reichthum sein, Als den mir Jesus schenket! Mel. Nun freut euch, lieben Christen ze. 71. Gott Lob, mein Jesus macht mich rein Von allen meinen Sünden; Was er büßt, muß bezahlet sein. Nun kann mich nicht mehr binden Der Sünden Strick, des Teufels Macht; Mein Glaube Höll und Tod verlacht, Weil Jesus ist mein Leben. 5. Wie werd ich dann so fröhlich sein, Wann ich die Welt verlasse, Durch Christi Blut von Sünden rein, Geführt zur Lebensstraße; Wann ich, entnoms men allem Leid, Erlanget hab die Seligkeit, Die mir mein Gott bereitet! 6. Hilf, Gott, daß ich sei stets bereit; Laß mich nichts von dir wenden, Laß mich in Glaubensheiligkeit Den Lebenslauf vollenden. Komm bald, hilf mir aus aller Noth; Hilf mir, Herr, durch dein Blut und Tod; Ja, komm, Herr Jesu! Amen! Joh. Olearius, geb. 1611, f. 1684. Epiphanias. 49 Mel. Lobt Gott, ihr Christen, allzugl.| Die dieser Anblick giebt Dem, 72. Auf, Seele, auf und deſſen Herz dazu bereit Und die ses 11. Die Engel in des Himmels Saal, Die freuen sich darob; Die Kinder Gottes allzumal, Die bringen hier ihr Lob.:,: bricht das Licht herfür; Der Wunderstern giebt dir Bericht, Der Held sei vor der Thür.:,: 2. Geh weg aus deinem Vaterland, zu suchen solchen Herrn; Laß deine Augen sein gewandt Auf diesen Morgenstern.:,: 3. Gieb Acht auf diesen hellen Schein, Der dir aufgangen ist; Er führet dich zum Kindelein, Das heißet Jesus Chrift.:,: 4. Er ist der Held aus Davids Stamm, Die theure Saronsblum, Das rechte, echte Gotteslamm, Israels Preis und Ruhm.:,: 5. Drum höre, merke, sei bereit, Verlaß des Vaters Haus, Die Freundschaft, deine Eigenheit, Geh von dir selber aus.:,: Mel. Ach, was soll ich Sünder machen. 6. Und mache dich behende auf, Befreit von aller Laft, Und 73. Wer im Herzen will laß nicht ab von deinem Lauf, Bis du dies Kindlein hast.:,: Und darum bemühet ist, Daß der König Jesus Christ Sich in ihm mög offenbaren, Der muß fuchen in der Schrift, Bis er dies sen Schatz antrifft. 7. Halt dich im Glauben an das Wort, Das fest ist und gewiß; Das führet dich zum Lichte fort Aus aller Finsterniß.:,: 8. O sinke du vor seinem Glanz In tiefste Demuth ein Und laß dein Herz erleuchten ganz Von solchem Freudenschein.:,: 9. Gieb dich ihm selbst zum Opfer dar Mit Geiste, Leib und Seel, Und singe mit der Engel Schaar: Hier ist Immanuel.:,: 10. O wunderbare Süßigkeit, M. R. Gesangbuch. 12. Hier ist das Ziel, hier ist der Ort, Wo man zum Leben geht; Hier ist des Paradieses Pfort, Die wieder offen steht.:,: 13. Hier fallen alle Sorgen hin, Zur Lust wird jede Pein; Es wird erfreuet Herz und Sinn, Denn Gott ist ja nun dein.:,: 14. Der zeigt dir einen ans dern Weg, Als du vorher ers fannt, Den stillen Ruh- und Friedenssteg Zum ewgen Vaterland.:,: Mich. Müller, geb. 1673, st. 1704. 2. Er muß gehen mit den Weisen, Bis der Morgenſtern aufgeht Und im Herzen stille steht; So kann man sich selig preisen, Weil des Herren Angesicht Glänzt von Klarheit, Recht und Licht. 3. Denn wo Jesus ist gebos ren, Da erweiset sich gar bald Seine göttliche Gestalt, Die im 4 50 Christi Erscheinung. Herzen war verloren; Seine| alle. Verleugnet euch, verlaßt Klarheit spiegelt sich In der die Welt, Folgt meinem Ruf Seele fräftiglich. und Schalle; Nehmt euer Kreuz und Ungemach Auf euch, folgt meinem Wandel nach! 4. Alles Fragen, alles Sagen Wird von diesem Jesu sein Und von dessen Gnadenschein, Dem sie fort und fort nachjagen, Bis die Seele in der That Diesen Schatz gefunden hat. 5. Ach, wie weit sind die zurücke, Die nur fragen in der Welt: Wo ist Reichthum, Gut und Geld? Wo ist Ansehn bei dem Glücke? Wo ist Wollust, Ruhm und Ehr? Und nach solcher Thorheit mehr. 6. Ja, unselig sind die Herzen Und in ihrem Wandel blind, Die also beschaffen sind, Weil sie diesen Schaß verscherzen Und erwählen einen Schein, Der nichts hilft in Todespein. 7. Jesu, laß mich auf der Erden Sonst nichts suchen, als allein, Daß du mögest bei mir sein, Und ich dir mög ähnlich werden In dem Leben dieser Zeit und in jener Ewigkeit. 8. So will ich mit allen Weisen, So die Welt für Thoren acht, Dich anbeten Tag und Nacht Und dich loben, rühmen, preisen, Liebster Jesu, und vor dir Christlich wandeln für und für. Laurent. Laurentii, geb. 1660, st. 1722. 2. Ich bin das Licht, ich leucht euch für Mit heilgem Tus gendlében. Wer zu mir kommt und folget mir, Darf nicht im Finstern schweben. Ich bin der Weg, ich weise wohl, Wie man wahrhaftig wandeln soll. Mel. Machs mit mir, Gott, nach 2c. ir nach! spricht 3. Mein Herz ist voll Demithigkeit, Voll Liebe meine Seele. Mein Mund der fleußt zu jeder Zeit Von süßem Sanftmuthsöle; Mein Geist, Gemüthe, Kraft und Sinn Ist Gott ergeben, schaut auf ihn. 4. Ich zeig euch, das, was schädlich ist, zu fliehen und zu meiden, Und euer Herz von ars ger List Zu reingen und zu scheiden; Ich bin der Seelen Fels und Hort Und führ euch zu der Himmelspfort. 5. Fällts euch zu schwer, ich geh voran, Ich steh euch an der Seite; Ich kämpfe selbst, ich brech die Bahn, Bin Alles in dem Streite. Ein böser Knecht, der still darf stehn, Wenn er den Feldherrn sieht angehn! 6. Wer seine Seel zu finden meint, Wird sie ohn mich vers lieren; Wer sie hier zu verlies ren scheint, Wird sie in Gott einführen. Wer nicht sein Kreuz 74. folgt mein Held, Mir nach! ihr Christen nicht werth und meiner Zier. Epiphanias. 51 7. So laßt uns denn dem| heben. Jesu, sterb ich, sterb ich lieben Herrn Mit Leib und Seel dir, Daß ich lebe für und für. nachgehen Und wohlgemuth, getrost und gern Bei ihm im Leiden stehen; Denn wer nicht fämpft, trägt auch die Kron Des ewgen Lebens nicht davon. Jeh. Scheffler, geb. 1624, ft. 1677. 4. Lasset uns mit Jesu les ben. Weil er auferstanden ist, Muß das Grab uns wiederges ben. Jesu, unser Haupt du bist. Wir sind deines Leibes Glieder; Wo du lebst, da leben wir. Ach, erfenn uns für und für, TrauMel. Sollt ich meinem Gott nicht 2c. ter Freund, für deine Brüder. 75. Laſſet uns mit Jefu Jeſu, dir ich lebe hier; Dorten ewig auch bei ziehen, Vorbild folgen nach), In der Welt Siegm. v. Birken, geb. 1626, st. 1681. der Welt entflichen Auf der Bahn, die er uns brach; Immer Mel. Wachet auf! ruft uns die Stimme. fort zum Himmel reifen, Irdiſch 76. Heiler Sefu, Hele noch, Glauben recht und lieben fein, In der Lieb den Glauben weisen. Treuer Jesu, bleib bei mir; Gehe vor, ich folge dir. gungsquelle, Mehr als Krystall rein, klar und helle, Du lautrer Strom der Heiligfeit! Aller Glanz der Cherubis nen, Die Heiligkeit der Seraphis 2. Lasset uns mit Jesu lei- nen, Ist gegen dich nur Dunden, Seinem Vorbild werden felheit. Ein Vorbild bist du gleich. Nach dem Leide folgen mir. Ach, bilde mich nach dir, Freuden; Armuth hier macht dor- Du mein Alles! Jesu, Jesu, ten reich), Thränensaat, die ern- Hilf mir dazu, Daß ich mag tet Lachen, Hoffnung tröstet mit heilig sein, wie du! Geduld. Es kann leichtlich Gottes Huld Aus dem Regen Sonne machen. Jesu, hier leid ich mit dir; Dort theil deine Freud mit mir. 3. Laffet uns mit Jesu sterben. Sein Tod uns vom andern 2. Stiller Jesu, wie dein Wille Dem Willen deines Baters stille Und bis Tod ges zum horsam war: Also mach auch gleichermaßen Mein Herz und Willen dir gelassen. Ach, stille meinen Willen gar! Mach mich Tod Rettet und vom Seelver- dir gleich) gesinnt, Wie ein gederben, Von der ewiglichen Noth. horsam Kind, Still und folgsam. Laßt uns tödten, weil wir le- Jesu, Jesu, Hilf mir dazu, Daß ben, Unser Fleisch, ihm sterben ich fein stille sei, wie du! ab: So wird er uns aus dem Grab In des Himmels Leben 3. Wacher Jesu, ohne Schlummer, In großer Arbeit, Müh und 4* 52 Christi Erscheinung. Kummer Bist du gewesen Tag| je mehr und mehr Stetig üben. und Nacht; Mußtest täglich viel Jesu, Jesu, Hilf mir dazu, Daß ausstehen; Des Nachts lagst du ich demüthig sei, wie du! vor Gott mit Flehen und hast gebetet und gewacht. Gieb mir auch Wachsamkeit, Daß ich zu dir allzeit Wach und bete. Jesu, Jesu, Hilf mir dazu, Daß ich stets wachsam sei, wie du! 7. Keuscher Jesu, all dein Wesen War züchtig, keusch und auserlesen, Ein Bild der reinsten Sittsamkeit. Dein Gefühl, dein Denken, Sinnen, Blick, Wort und jegliches Beginnen War voller lautrer Züchtigkeit. 4. Gütger Jesu, ach wie gnädig, Wie liebreich bist du, wie gutthätig, Selbst gegen Feinde wie gelind! Deine Sonne scheinet Allen, Dein Regen muß auf Alle fallen, Ob sie dir gleich undankbar sind. Mein Gott, ach, lehre mich, Damit hierinnen ich Dir nacharte! Jesu, Jesu, Hilf mir dazu, Daß ich auch gütig sei, wie du! 5. Sanfter Jesu, warst unschuldig; Doch littst du alle Schmach geduldig, Bergabst und ließst nicht Rachgier aus. Niemand kann dein Sanftmuth messen, Bei der fein Eifer dich gefressen, Als den du hattst ums Vaters Haus. Mein Heiland, ach, verleih Mir Sanftmuth, und dabei Guten Eifer! Jesu, Jesu, Hilf mir dazu, Daß ich fanftmüthig sei, wie du! 6. Würdger Jesu, Ehrenkönig, Du suchtest deine Ehre wenig Und wurdest niedrig und gering; Wandeltst ganz ertieft auf Erden, In Demuth und in Knechtsgeberden, Erhubst dich selbst in keinem Ding. Herr, solche Demuth lehr Mich auch mein Immanuel, Mach mir Geist, Leib und Seel Keusch und züchtig! Jesu, Jesu, Hilf mir dazu, Auch keusch und rein zu sein, wie du! 8. Mäßger Jesu, deine Weise Im Trinken und Genuß der Speise Lehrt uns die rechte Mäßigkeit. Deine Speise wars, den Willen Des Baters treulich zu erfüllen Und ihm zu dienen jederzeit. Herr, hilf mir meinen Leib Stets zähmen, daß ich bleib Dir stets nüchtern. Jesu, Jesu, Hilf mir dazu, Daß ich stets nüchtern sei, wie du! 9. Liebster Jesu, liebstes Leben, Mach mich in Allem dir recht eben und deinem heilgen Vorbild gleich. Dein Geist und Kraft mich durchdringe, Daß ich viel Glaubensfrüchte bringe Und tüchtig werd zu deinem Reich. Ach, zeuch mich ganz zu dir; Behalt mich für und für, Treuer Heiland! Jesu, Jesu, Laß mich wie du, Und wo du bist, einst finden Ruh! Barth. Krassellus, geb. 1667, st. 1724. Epiphanias. 53 Mel. Schmücke dich, o liebe Seele.| Leben In den ärgsten Tod ges geben; Da du in der Sünder Orden Aller Schmerzen Ziel geworden, Und den Segen zu erwerben, Als ein Fluch haft wollen sterben! 6. Deine Lieb hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben, Ohne Schelten, Drohen, Klagen Andrer Schmach und Last zu tragen, Allen freundlich zu begegnen, Für die Lästerung zu segnen, Für der Feinde Schaar zu beten Und die Mörder zu vertreten. 77.5 eiland, deine Menschenliebe War die Quelle deiner Triebe, Die dein renes Herz bewogen, Dich in inser Fleisch gezogen, Dich mit Schwachheit überdecket, Dich vom Kreuz ins Grab gestrecket. Oder ungemeinen Triebe, Deiter treuen Menschenliebe! 2. Ueber seine Feinde weinen, Jedermann mit Hülf erscheinen, Sich der Blinden, Lahmen, Arnen Mehr als väterlich erbarnen, Der Betrübten Klagen höen, Sich in Andrer Dienst verehren, Sterben für die ärgsten Sünder: Das ist Lieb, o Menſchenkinder. 3. du Zuflucht der Elenden! Wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hülf und Heil genommen, Der gebeugt zu dir gekommen? O wie ist dein Herz gebrochen, Wenn dich Kranke angesprochen! Dwie pflegtest du zu eilen, Das Gebetne mitzutheilen! 7. Demuth war bei Spott und Hohne Deiner Liebe Schmuck und Krone. Diese machte dich zum Knechte Einem sündlichen Geschlechte; Diese war nach Art der Tauben Ohne Falsch, voll Treu und Glauben, Mit Gerechtigkeit gepaaret, Durch Vorsichtigkeit bewahret. 25/012 8. Komm, laß deine Liebe decken Meiner Sünden Meng und Flecken. Du hast das Gesetz erfüllet Und desselben Fluch gestillet; Laß mich wider dessen Stürmen Deiner Liebe Schild beschirmen. Heilge meines Herzens Triebe, Salbe sie mit deiner Liebe. Joh. Jac. Rambach, geb. 1693, st. 1735. 4. Die Betrübten zu erquiffen, Zu den Kleinen dich zu büffen, Die Unwissenden zu lehren, Die Verführten zu bekehren, Sünder, die sich selbst vertocken, Täglich liebreich zu dir locken, War, mit Schwächung Deiner Kräfte, Dein gewöhnliches Geschäfte. 5. O wie hoch stieg dein Erbarmen, Da du für die ärmsten Armen Dein unschäßbar theures reich), Des ewgen Vaters höchs Mel. Bater unser im Himmelreich. Lehrer, dem kein 78. 78. D andrer gleich, An Eifer, Lieb und Klugheit 54 Chrifti Erscheinung. ster Rath, Prophet, berühmt| Geist, Den du den Gläubigen durch Wort und That, Den Gott zu unserm Heil gesandt Und ihn gefalbt mit eigner Hand. verheißst, Der allen Seelen, die er liebt, Erfenntniß, Licht und Weisheit giebt Und der, wo man ihn nicht vertreibt, Dein Wort in Herz und Sinnen schreibt. 2. Du kamst aus deines Vaters Schoß und machtest alle Siegel los, Damit sein Rath umgeben war. Durch dich wird Alles offenbar Und an das helle Licht gestellt, Was Finsterniß umschlossen hält. 3. Du weisest uns die wahre Spur Zu Gott, dem Schöpfer der Natur. Du hast den Weg uns recht gezeigt, Auf welchem man zum Himmel stetgt. Was du vom Vater selbst gehört, Das hast du unverfälscht gelehrt. 8. Ach, laß, o himmlischer Prophet, Mich scheuen deine Majestät. Mach mich von eignem Dünkel frei, Damit ich dir gehorsam sei. Du sollst mein höchster Lehrer sein; Führ mich in deine Schule ein. Joh Jac. Rambad), geb. 1693, st. 1735. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. eju, Wunder79. ſtern, Der aus Jaz 4. Du sahest in der Gottheit kob ist erschienen, Meine Seele Licht Mit aufgeklärtem Ange- will so gern Dir an deinem sicht, Was nach des Himmels Feste dienen. Nimm doch, nimm weisem Rath Man fünftig zu doch gnädig an, Was ich Armer erwarten hat. Du sagst es deutschenken kann. licher zuvor, Als jemals der Propheten Chor. 5. Die Lehre, die du hast geführt, Hast du mit Heiligkeit ges ziert und mit viel Wundern oft bestärft, Daraus man deine Allmacht merkt, Ja endlich, als es Gott geschickt, Ein blutig Sie gel drauf gedrückt. 6. Nachdem du hingegangen bist, Wo aller Weisheit ir sprung ist, So setzest du an jedem Ort Dein Lehramt durch die Knechte fort, Die dein Beruf herbeigeführt Und sie mit Gaben ausgeziert. 7. Du aber sendest deinen 2. Nimm das Gold des Glaubens bin, Wie ichs von dir selber babe Und damit beschenfet bin; So ist dirs die liebite Gabe. Laß es auch bewährt und rein In dem Kreuzesofen sein. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, Luß denselben vor dir tügen; Herz und Lippen sollen stets, Ihn zu opfern, vor dir liegen. Wenn ich bete, nimm es auf Und sprich) Ja und Amen drauf. 4. Nimm die Myrrhen bittrer Reu. Ac, mich schmerzet meine Sünde! Aber du bist fromm und treu, Daß ich Trost und Gnade Epiphanias. 55 | finde Und nun fröhlich sprechen für Müh, Für ihren Sündenfann: Jesus nimmt mein Opfer an. Erdm. Neumeister, geb. 1671, st. 1756. dienst wird sie Einst ewiglich zu Spotte. 80. 4. Doch wer begehret, GutMel. Kommt her zu mir, spricht 2c. tes Sohn, Vom Geist erweckt, ohlauf, mein Herz, wie Simeon, Zu seinem Heil verlaß die Welt, zu haben, Gott fürchtet, sich Dem, der für dich sich darge- der Welt entwöhnt, Aus ihr stellt, Nun dich auch darzustellen. Er ist das Licht, drum sei gewiß, Er wird auch deine Finsterniß Durch seinen Glanz erhellen. sich nach dem Himmel sehnt, Der opfert rechte Gaben. 2. Ja du sollst ihm sein Tempel sein, Er selbst macht dich von Sünden rein Und hat Lust, hier zu wohnen. Auf, finsters Herz, auf, werde Licht! Denn Jesus wohnt in Herzen nicht, Die noch der Lüste schonen. 5. Wer auf das Wort der Wahrheit baut, Im Glauben seinen Heiland schaut, Der kann in Frieden fahren. Der Heiland hält, was er verspricht, Er wird sich ihm in seinem Licht Dort herrlich offenbaren. 6. Herr, mache mich gerecht und rein, Herr, laß mich stets voll Glaubens sein, Allzeit im 3. Was nur dem Fleische Geiste leben, Bis du auch mich, wohlgefällt, Das opfre die ver- wenn dirs gefällt, In Frieden fehrte Welt Dem Satan, ihrem wirst aus dieser Welt In deine Gotte. Sie erntet Schaden bloß Wonn erheben. Joh. Abolph Schlegel, geb. 1721, st. 1793. VII. Christi Leiden und Sterben; Passion. 81. du Lamin Shrifte, Gottes, Der du 82. trägst die Sünd der Welt, Erbarm dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, Der du trägst die Sünd der Welt, Erbarm dich unser! Lamm Gottes, 82. D unschuldig Am 3. Christe, du Lamm Gottes, Der du trägst die Sünd der Welt, Gieb uns dein Frieden! Amen! Das Agnus Dei deutsch. Stamm des Kreuzes geschlachtet, Allzeit funden geduldig, Wiewohl du wurdest verachtet: All Sünd hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu! 2. Lamm Gottes, unschuldig Um Stamm des Kreuzes geschlachtet, Allzeit funden ge 56 Christi Leiden und Sterben. duldig, Wiewohl du wurdest| Christe eleison! Kyrie eleison! verachtet: All Sünd hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu! 3. Lanım Gottes, unschuldig Am Stamm des Kreuzes geschlachtet, Allzeit funden geduldig, Wiewohl du wurdest verachtet: All Sünd hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen. Gieb uns dein Frieden, o Jesu! 3. So nicht wäre kommen Christus in die Welt Und an sich genommen Unser arm Gestalt Und für unser Sünde Gstorben williglich, Hätten wir mußt werden Verdammt ewiglich. Kyrie eleison! Christe eleison! Kyrie eleison! 4. Solche große Gnaden Und väterlich Gunst Hat uns Gott erzeiget Lauterlich umsonst In Christo, seinm Sohne, Der sich geben hat In den Tod des Mel. Christus, der uns selig macht. Kreuzes, Zu unser Wohlfahrt. Nic. Decius, st. 1529. 83. bilf, Christe, Got Kyrie eleison! Christe eleiſon! tes Sohn, eleison! dein bitter Leiden, Daß wir, dir stets unterthan, All Untugend meiden, Deinen Tod und sein Ursach Fruchtbarlich bedenken, Dafür, wiewohl arm und schwach, Dir Dankopfer schenken. Mich. Weiße, st. um 1540. 5. Deß solln wir uns trösten Gegen Sünd und Tod Und ja nicht verzagen Vor der Höllen Glut. Denn wir sind gerettet Aus all Fährlichkeit Durch Christ, unsern Herren, Globt in Ewigkeit. Kyrie eleison! Christe eleison! Kyrie eleison! 6. Darum wolln wir loben, Danken allezeit Dem Vater und Sohne Und dem heilgen Geist. Bitten, daß er wolle Bhüten uns hinfort, Daß wir stätig bleiben Bei seinm heilgen Wort. Kyrie eleison! Christe eleison! Kyrie eleison! Herm. Bonnus, g. 1504 st. 1548. 84. wir armen SünD der! Unser Missethat, Darin wir empfangen Und geboren sind, Hat gebracht uns alle In solch große Noth, Daß wir unterworfen Sind dem ewgen Tod. Kyrie eleison! Christe eleison! Kyrie eleison! 2. Aus dem Tode konnten Unser eigen Werk Nimmer uns erretten; Die Sünd war zu Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens zc. wir würdn erlöset, ir danken Herr Stonnts nicht anders ſein, Get: 85. Wefu Chrift, da tes Sohn mußt leiden Des Tods bitter Pein. Kyrie eleison! du für uns gestorben kist Und hast uns durch dein theures Blut Passion. Vor Gott gemacht gerecht und gut. 2. Und bitten dich,' wahr Mensch und Gott, Durch deine heilgen Wunden roth, Erlös uns von dem ewgen Tod Und tröst uns in der letzten Noth. 3. Behüt uns auch vor Sünd und Schand Und reich uns dein allmächtge Hand, Daß wir im Kreuz geduldig sein, Uns trösten deiner schweren Pein; 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt: Der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt. Der Mensch verwirkt den Tod und ist entgangen: Du wirst gefangen. 6. Ich war vom Fuß auf voller Schand und Sünden, Bis zu dem Scheitel war nichts Guts zu finden. Dafür hätt ich dort in der Hölle müssen Ewiglich büßen. 7. O große Lieb, o Lieb ohn alle Maße, Die dich gebracht auf diese Marterstraße! Ich lebte mit der Welt in Lust und Freu den, Und du mußt leiden. 86. erzliebster Jefu, was hast du verbrochen, Daß man ein solch scharf Urtheil hat gesprochen? Was ist die Schuld, in was für Missethaten Bist du gerathen? 8. Ach, großer König, groß zu allen Zeiten, Wie kann ich gnugsam solche Treu ausbreiten! Keins Menschen Herz vermag es auszudenken, Was dir zu schenken. 2. Du wirst gegeißelt und mit Dorn gekrönet, Ins Angesicht geschlagen und verhöhnet, Du wirst mit Essig und mit Gall getränket, Ans Krenz gehenfet. 9. Ich kanns mit meinen Sinnen nicht erreichen, Womit doch dein Erbarmung zu vergleichen. Wie kann ich dir denn deine Liebesthaten Im Werk erstatten? 10. Doch ist noch etwas, das dir angenehme: Wenn ich des 3. Was ist doch wohl die Fleisches Lüste dämpf und zähUrsach solcher Plagen? Ach, me, Daß sie aufs neu mein meine Sünden haben dich geschlagen! Ich, ach Herr Jesu, habe dies verschuldet, Was du erduldet! Herze nicht entzünden Mit alten Sünden. 57 bezahlt der Herre, der Gerechte, Für seine Knechte. 4. Und schöpfen draus die Zuversicht, Daß du uns wirst verlassen nicht, Sondern ganz treulich bei uns stehn, Bis wir durchs Kreuz ins Leben gehn. Christoph Vischer, st. 1600. 11. Weil aber dies nicht steht in eignen Kräften, Fest die Be4. Wie wunderbarlich ist doch gierden an das Krenz zu heften, diese Strafe! Der gute Hirte lei- So gieb mir deinen Geist, der det für die Schafe; Die Schuld mich regiere, Zum Guten führe. 58 Christi Leiden und Sterben. 12. Alsdann so werd ich deine| wieder gut. Kommt der Satan Huld betrachten, Aus Lieb zu und setzt mir Heftig zu, halt dir die Welt für nichts mehr ach ihm für Deine Gnad und Gnaten; Bemühen werd ich mich, denzeichen; Bald muß er von Herr, deinen Willen Stets zu dannen weichen. erfüllen. 13. Ich werde dir zu Ehren Alles wagen, Kein Kreuz nicht achten, feine Schmach, noch Plagen, Nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen Nehmen zu Herzen. 3. Will die Welt mein Herze führen Auf die breite Wollustbahn, Da nichts ist als Jubitiren, Alsdann schau ich emfig an Deiner Marter Centnerlast, Die du ausgestanden hast. So fann ich in Andacht bleiben, Alle böse Lust vertreiben. 14. Dies alles, obs für schlecht zwar ist zu schäßen, Wirst du es doch nicht gar beiseite setzen; In Gnaden wirst du dies von mir annehmen, Mich nicht beschämen. 4. Ja, für Alles, was mich fränket, Geben deine Wunden Kraft; Wenn mein Herz hinein sich senket, Krieg ich neuen Lebenssaft. Deines Trostes Sü15. Wann dort, Herr Jesu, Bigkeit Wendt in mir das bittre wird vor deinem Throne Auf Leid, Der du mir das Heil ermeinem Haupte stehn die Ehren- worben, Da du bist für mich krone: Da will ich dir, wenn gestorben. Alles wird wohl klingen, Lob und Dank singen. Joh. Heermann, g. 1585 ft. 1647. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. Reſu, deine tiefe Wun87. den, Deine Qual und bittrer Tod Geben mir zu allen Stunden Trost in Leibs- Licht und Leben. und Seelennoth. Fällt mir etwas Arges ein, Tenk ich gleich an deine Bein; Die erlaubet meinem Herzen Mit der Sünde nicht zu scherzen. 5. Auf dich seß ich mein Vertrauen; Du bist meine Zuversicht. Dein Tod hat den Tod zerhauen, Daß er mich fann tödten nicht. Daß ich an dir babe Theil, Bringet mir Trost, Schutz und Heil; Deine Gnade wird mir geben Auferstehung, 2. Will sich denn in Wollust weiden Mein verderbtes Fleisch und Blut, So gedenk ich an dein Leiden; Bald wird Alles 6. Hab ich dich in meinem Herzen, Du Brunn aller Gü tigkeit, So empfind ich keine Schmerzen, Auch im letzten Kampf und Streit. Ich verberge mich in dich. Wer kann da verletzen mich? Wer sich legt in deine Wunden, Der hat glücklich überwunden. Sob. Heermann, 1385-1647. Passion. 59 Mel. Hilf Gott, daß mirs gelinge.| tragen. Gieb, o mein Herr und 88. W Gott, Daß ich verläugne diese Welt Und folge dem Exempel, Das du mir vorgestellt. enn meine Sünd mich fränken, mein Herr Jesu Christ, So laß mich wohl bedenken, Wie du gestorben bist Und alle meine Schuldenlast Am Stamm des heilgen Kreuzes Auf dich genommen hast. 7. Laß mich an Andern üben, Was du an mir gethan, Und meinen Nächsten lieben, Gern dienen Jedermann Ohn Eigennuß und Heuchelschein, Und, wie du mir erwiesen, Aus reiner Lieb allein. 2. Wunder ohne Maßen, Wenn mans betrachtet recht! Es hat sich martern lassen Der Herr für seine Knecht; Es hat sich selbst der wahre Gott Für mich verlornen Menschen Gegeben in den Tod! 3. Was kann mir denn nun schaden Der Sünden große Zahl? Ich bin bei Gott in Gnaden; Die Schuld ist allzumal Bezahlt durch Christi theures Blut, Daß ich nicht mehr darf fürchMel. Es ist gewißlich an der Zeit. ten Der Höllen Qual und Glut. 89. Angst und Pein H err Jesu, deine Und dein betrübtes Leiden Laß mir vor Augen allzeit sein, Die Sünde zu vermeiden. Laß mich an deine große Noth Und deinen berben bittern Tod, Dieweil ich lebe, denken. 4. Drum fag ich dir von Herzen Jetzt und mein Lebenlang Für deine Bein und Schmerzen, Jesu, Lob und Dank, Für deine Noth und Angstgeschrei, Für dein unschuldig Sterben, Für deine Lieb und Treu. 5. Herr, laß dein bitter Leiden Mich reizen für und für, Mit allem Ernst zu meiden Die sündliche Begier; Daß mir nie komme aus dem Sinn, Wie viel es dich) gekostet, Daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, Solls auch sein Schmach und Spott, Hilf mir geduldig 8. Laß endlich deine Wunden Mich trösten fräftiglich In meinen legten Stunden Und deß versichern mich, Weil ich auf dein Verdienst nur tran, Du werdest mich annehmen, Daß ich dich ewig schau. Just. Gesenius, geb. 1601, ft. 1671. 2. Laß deiner Seele Höltenqual, Dein angstvoll blutig Schwißen Und übrig Elend allzumal, Darin du mußtest sizzen, Mir oft und ernstlich fallen ein Und eine starke Warnung sein Vor allen Missethaten. 3. Die Wunden alle, die du hast, Hab ich dir helfen schlagen; Auch meine große Sündenlast Dir aufgelegt zu tragen.. 60 Christi Leiden und Sterben. Ach, liebster Heiland, schone| Angst, Wunden, Striemen, Kreuz mein, Laß diese Schuld verges- und Tod Und spricht: Ich wills sen sein, Laß Gnad für Recht gern leiden. ergehen! 2. Das Lämmlein ist der 4. Du hast verlassen deinen große Freund Und Heiland meis Thron, Bist in das Elend gan- ner Seelen; Den, den hat Gott gen, Ertrugest Schläge, Spott zum Sündenfeind Und Sühner und Hohn, Mußtest am Kreuze wollen wählen. Geh hin, mein hangen, Auf daß du für uns Kind, und nimm dich an Der schafftest Rath Und unsre schwe- Kinder, die ich ausgethan Zur re Wissethat Bei Gott versöh- Straf und Zornes Ruthen; Die nen möchtest. Straf ist schwer, der Zorn ist groß; Du kannst und sollst sie machen los Durch Sterben und durch Bluten. 5. Drum will ich jetzt zur Dankbarkeit Von Herzen dir lobsingen; Und wenn du zu der Seligkeit Mich fünftig wirst hinbringen, So will ich daselbst noch vielmehr Zusammt dem ganzen Himmelsheer Dich ewig dafür loben. 3. Ja, Vater, ja, von Herzensgrund. Leg auf, ich will dirs tragen. Mein Wollen hängt an deinem Mund, Mein Wirken ist dein Sagen. Wunderlieb! Liebesmacht! Du kannst, was nie kein Mensch gedacht, Gott seinen Sohn abzwingen. Liebe, Liebe, du bist stark, Du streckest den ins Grab und Sarg, Vor dem die Felsen springen! 4. Du marterst ihn am Kreuzesstamm Mit Nägeln und mit Spießen; Du schlachtest ihn als wie ein Lamm, Machst Herz und Mel. An Wasserflüssen Babylon. 90.& in Lämmlein geht Adern fließen; Das Herze mit und trägt die Schuld Der Welt und ihrer Kinder, Es geht und träget in Geduld Die Sünden aller Sünder; Es geht dahin, wird matt und frank, Ergiebt sich auf die Würgebank, Verzeiht sich aller Freuden; Es nimmet an Schmach, Hohn und Spott, der Seufzer Kraft, Die Adern mit dem edlen Saft Des purpurrothen Blutes. O süßes Lamm, was soll ich dir Erweis sen dafür, daß du mir Erzeigest so viel Gutes! 6. Herr Jesu, deine Angst und Bein Und dein betrübtes Leiden Laß meine letzte Zuflucht sein, Wenn ich von hier soll scheiden. Ach, hilf, daß ich durch deinen Tod Fein sanft beschließe meine Noth Und selig sterbe. Amen! Vor 1674. 5. Mein Lebetage will ich dich Aus meinem Sinn nicht lassen; Dich will ich stets, gleich Passion. Zu Haus und auch auf Reisen. wie du mich, Mit Liebesarmen| Einsamkeit mein Sprachgefell, faffen. Du sollt sein meines Herzens Licht; Und wenn mein Herz in Stücke bricht, Sollt du mein Herze bleiben. Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, Hiermit zu deinem Eigenthum Beständiglich verschreiben. 6. Ich will von deiner Lieblichkeit Bei Nacht und Tage fingen, Mich selbst auch dir zu aller Zeit Zum Freudenopfer bringen. Mein Bach des Lebens soll sich dir Und deinem Namen für und für In Dankbarkeit ergießen; Und was du mir zu gut gethan, Das will ich stets, so tief ich kann, In mein Gedächtniß schließen. 7. Erweitre dich, mein Herzensschrein, Du sollt ein Schatzhaus werden Der Schäße, die viel größer sein, Als Himmel, Meer und Erden. Weg mit den Schätzen dieser Welt Und AlTem, was dem Fleisch gefällt! Ich hab ein Besfres funden. Mein großer Schatz, Herr Jesu Christ, Ist dieses, was gefloſſen ist Aus deines Leibes 8. Das soll und will ich mir zu Nuß zu allen Zeiten machen; Im Streite soll es sein mein Schuß, In Traurigkeit mein Lachen, In Fröhlichkeit mein Saitenspiel, Und wann mir nichts mehr schmecken will, Soll mich dies Manna speisen. Im Durst solls sein mein Wasserquell, In 61 9. Was schadet mir des Tos des Gift? Dein Blut, das ist mein Leben. Wann mich der Sonne Hige trifft, So kann mirs Schatten geben. Seßt mir des Wehmuths Schmerzen zu, So find ich bei dir meine Ruh, Wie auf dem Bett ein Kranker. Und wann des Kreuzes Ungestüm Mein Schifflein treibet um und um, So bist du dann mein Anfer. 10. Wann endlich ich soll treten ein In deines Reiches Freus den, So soll dies Blut mein Purpur sein; Ich will mich dars ein fleiden. Es soll sein meis nes Hauptes Kron, In welcher ich will vor den Thron Des höchsten Vaters gehen Und dir, dem er mich anvertraut, Als eine wohlgeschmückte Braut An deiner Seite stehen. Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. 91. Haupt voll Blut und Wunden, Voll Schmerz und voller Hohn! O Haupt, zum Spott gebunden Mit einer Dornenfron! Haupt, sonst schön gekrönet Mit höchster Ehr und Zier, Jetzt aber hoch verhöhnet: Gegrüßet seist du mir! 2. Du edles Angesichte, Das vor sonst schrickt und scheut Das große Weltgewichte, Wie bist du Christi Leiden und Sterben. 62 so bespeit! Wie bist du so er bleichet; Wer hat dein Augenlicht, Dem sonst kein Licht nicht gleichet, So schändlich zugericht? Leben, An deinem Kreuze hier Mein Leben von mir geben, Wie wohl geschähe mir! 3. Die Farbe deiner Wangen, Der rothen Lippen Pracht 8. Ich danke dir von Herzen, Jesu, liebster Freund, Für deines Todes Schmerzen, Da Ist hin und ganz vergangen; dus so gut gemeint. Ach, gieb, Des blassen Todes Macht Hat Alles hingenommen, Hat Alles hingerafft, Und daher bist du kommen Von deines Leibes Kraft. daß ich mich halte zu dir und, deiner Treu, Und wann ich nun erfalte, In dir mein Ende sei. 9. Wann ich einmal soll scheiden, So scheide nicht von mir; Wann ich den Tod soll leiden, So tritt du dann herfür. Wann mir am allerbängsten Wird um das Herze sein, So reiß mich aus den Nengsten Kraft deiner Angst und Pein. 4. Nun, was du, Herr, er duldet, Ist Alles meine Last; Ich, ich hab es verschuldet, Was du getragen hast. Schau her, hie steh ich Armer, Der Zorn verdienet hat: Gieb mir, o mein Erbarmer, Den Anblick deiner Gnad! 10. Erscheine mir zum Schil5. Erkenne mich, mein Hü- de, Zum Trost in meinem Tod ter; Mein Hirte, nimm mich an. Und laß mich sehn- dein Bilde Bon dir, Quell aller Güter, Ju deiner Kreuzesnoth. Da will Ist mir viel Guts gethan. Dein ich nach dir blicken, Da will ich Mund hat mich gelabet Mit glaubensvoll Dich fest an mein Milch und süßer Kost, Dein Geist hat mich begabet Mit mancher Himmelsluſt. Herz drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. Paul Gerhardt, geb. 1606, t. 1670, nach d. cruentatum. 6. Ich will hie bei dir stebeiligen Bernhard( ft. 1153) Salve caput hen, Verachte mich doch nicht; Von dir will ich nicht gehen, Wann dir dein Herze bricht. Wann dein Haupt wird erblaf sen Im letzten Todesstoß, Alsdann will ich dich fassen In meinen Arm und Schoß. 7. Es dient zu meinen Freuden Und kommt mir herzlich wohl, Wenn ich in deinem Leiden, Mein Heil, mich finden soll. Ach, möcht ich, o mein Mel. Nun ruhen alle Wälder. D 92. Welt, fieh hier dein Leben Am Stamm des Kreuzes schweben, Dein Heil sinkt in den Tod! Der große Fürst der Ehren Läßt willig sich beschweren Mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße: Sein Leib ist ganz mit Schweiße Des Blutes über Passion. füllt. Aus seinem edlen Herzen Vor unerschöpften Schmerzen Ein Senfzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschlagen, Mein Heil, und dich mit Plagen So übel zugericht? Du bist ja nicht ein Sünder, Wie wir und unsre Kinder, Bon Ulebelthaten weißt du nicht. 10. Nun, ich kann nicht viel geben In diesem armen Leben; Eins aber will ich thun: Es soll dein Tod und Leiden, Bis 4. Jch, ich und meine Sün- Leib und Seele scheiden, Mir den, Die sich wie Körnlein fin- stets in meinem Herzen ruhn. den Des Sandes an dem Meer, 11. Ich wills vor Augen sehen, Die haben dir erreget Das Elend, Mich stets daran ergößen, Ich das dich schläget, Und das be- sei auch, wo ich sei. Es soll trübte Marterheer. mir sein ein Spiegel Der Unschuld und ein Siegel Der Lieb und unverfälschten Treu. 12. Wie heftig unsre Sünden Den frommen Gott entzün den, Wie Rach und Eifer gebu, Wie grausam seine Ruthen, Wie zornig seine Fluthen, Will ich aus deinem Leiden sehn. 5. Ich bins, ich sollte büßen An Händen und an Füßen Gebunden in der Höll. Die Geißeln und die Banden, Und was du ausgestanden, Das hat verdienet meine Seel. O 63 9. Ich bin, mein Heil, verbunden All Augenblick und Stunden Dir überhoch und sehr. Was Leib und Seel vermögen, Das soll ich billig legen Allzeit an deinen Dienst und Ehr. 6. Du nimmst auf deinen Rücken Die Lasten, so mich drüffen, Viel schwerer als ein Stein. Du wirst ein Fluch, dagegen Verehrst du mir den Segen; Dein Schmerzen muß mein Labsal sein. 7. Du setzest dich zum Bürgen, Ja läsfest dich gar würgen Für mich und meine Schuld. 13. Ich will daraus studiren, Wie ich mein Herz soll zieren Mit stillem, fanftem Muth, Und wie ich die soll lieben, Die mich doch sehr betrüben Mit Werken, so die Bosheit thut. 14. Wenn böse Zungen ste Mir läsfest du dich frönen Mitchen, Mir Glimpf und Namen Dornen, die dich höhnen, Und brechen, So will ich zähmen leidest Alles mit Geduld. 8. Du springst ins Todes Rachen, Mich frei und les zu machen Von solchem Ungeheur. Mein Sterben nimmst du abe, Bergräbst es in dem Grabe. Dunerhörtes Liebesfeur! mich; Das Unrecht will ich dulden, Dem Nächsten seine Schulden Verzeihen gern und williglich). 15. Ich will ans Kreuz mich schlagen Mit dir und dem absagen, Was meinem Fleisch ge 64 Christi Leiden und Sterben. läst. Was deine Augen hassen,| Wunden, Jesu, in mein Herz Das will ich fliehn und lassen, hinein, Daß sie mögen alle So viel mir immer möglich ist. Stunden Bei mir unvergessen sein. Du bist doch mein schönstes Gut, Da mein ganzes Herze ruht. Laß mich hier zu deinen Füßen Deiner Lieb und Gunst genießen. 16. Dein Seufzen und dein Stöhnen Und die viel tausend Thränen ,. Die dir geflossen zu, Die sollen mich am Ende In deinen Schoß und Hände Begleiten zu der ewgen Ruh. Paul Gerhardt, g. 1606, st. 1676. 5. Diese Füße will ich halten Auf das Best ich immer kann. Schaue meiner Hände Mel. Werde munter, mein Gemüthe. Falten Und mich selber freund93. Sei mir tauſendmal lich an Von dem hohen Kreuzesbaum, Und gieb meiner Bitte Raum, Sprich: Laß all dein Trauern schwinden, Ich, ich tilg all deine Sünden. Paul Gerhardt, g. 1606 ft. 1676. gegrüßet, Der mich je und je geliebt; Jesu, der du selbst gebüßet Das, womit ich dich betrübt. Ach, wie ist mir doch so wohl, Wenn ich fnien und liegen soll An dem Kreuze, da du stirbest Und um meine Seele wirbest. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 2. Ich umfange, herz und 94. Jesu, der du wollen füffe Der gefränkten Wunden Sünden aller Welt Durch dein Zahl Und die purpurrothen theures Blutvergießen; Der du Flüsse Deiner Füß und Nägel- dich haft dargestellt Als ein maal. O, wer kann doch, schön- Opfer für die Sünder, Die ster Fürst, Den so hoch nach verdammten Adamskinder: Ach, uns gedürst, Deinen Durst und Liebsverlangen Völlig fas sen und umfangen! 3. Heile mich, o Heil der Seelen, Wo ich frank und traurig bin; Nimm die Schmerzen, die mich quälen Und den ganzen Schaden hin, Den mir Adams Fall gebracht und ich selber mir gemacht. Wird, o Arzt, dein Blut mich neßen, Wird sich all mein Sammer setzen. 4. Schreibe deine blutgen laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 2. Rette mich durch deine Plagen, Wenn mich meine Sünde plagt. Laß, ach, laß mich nicht verzagen, Weil du selbst für mich gezagt. Hilf, daß mich dein Angstschweiß fühle, Wenn ich Drangsalshiße fühle. Ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 3. Mache mich durch deine Bande Bon des Satans Ban od Passion. The 65 den frei. Hilf, daß dein erlittne| Todespein Nicht an mir verSchande Meine Kron und Ehre sei. Trost der Seelen, Heil der Erden, Laß mich nicht zu Schanden werden. Ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 4. Rede durch dein Stilleschweigen, Liebster Jesu, mir das Wort, Wenn mich Sünden überzeugen Und verklagen fort und fort, Wenn mein bös Gewissen schreiet Und mir mit Verdammniß drauet. Ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! loren sein! 8. Ach, zerbrich des Eifers Ruthe, Ach, erzeige Gnad und Huld. Tilge doch mit deinem Blute Meine schwere Sündenschuld. Laß mich in der Angst der Sünden Ruh in deiner Seite finden. Ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 9. Hilf, daß mir dein Dürsten nüße, Das am Kreuze dich geplagt. Wenn ich lechze, wenn ich schwige, Wenn Gewissensangst mich jagt, Laß mich deines Dursts genießen, Laß mir Lebensströme fließen. Ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 5. Laß mich Freudenrosen brechen, Liebster Jesu, meine Zier, Von den Dornen, die dich stechen. Jesu, nahe dich zu mir; Kröne mich mit Huld und Gnade, Daß kein Sündendorn mir schade. Ach, laß deine Todespein nicht an mir verloren sein! 10. Jesu, fomm, mich zu befreien Durch dein lautes Angstgeschrei. Wenn viel tausend Sünden schreien, Ach, so 6. Heile des Gewissens Strie- steh mir Armen bei. Wenn mir men; Nimm von mir der Schmer- Wort und Sprach entfallen, Laß zen Last Durch die Geißeln, mich sanft von hinnen wallen. durch die Riemen, Welche du ge- Laß mir deine Todespein Lefühlet hast, Daß ich böser Knecht ben, Heil und Himmel ſein. der Sünde Satans Streiche Joh. Frand, g. 1618, st. 1677. den Frische Lebens- Brunnen sein, Wenn mir alle Kraft verschwunden, Wenn ich schmacht in Seelenpein. In den Abgrund deiner Gnaden Senk all Schuld, die mich beladen. Ach, laß deine M. R Gesangbuch nicht empfinde. Ach, laß deine Todespein nicht an mir verlo- Mel. Nun laßt uns den Leib begraben ren sein! 7. Ah, laß deine tiefen Wun- 95. Die Get Chri Geist versenke mich in sich; Sein heilger Leib, für mich verwundt, Der mach mir Leib und Seel gesund. 2. Das Wasser, welches auf den Stoß Des Speers aus sei5 66 Christi Leiden ner Seiten floß, Das sei mein Bad, und all sein Blut Erquicke mir Herz, Sinn und Muth. 3. Der Schweiß von seinem Angesicht Laß mich nicht kommen ins Gericht. Sein ganzes Leiden, Kreuz und Pein, Das wolle meine Stärfe ſein. 4. O Jesu Christ, erhöre mich; Nimm und verbirg mich ganz in dich! Schließ mich in deine Wunden ein, Daß ich vorm Feind mag sicher sein. 5. Ruf mir in meiner letzten Noth Und seß mich neben dich, mein Gott, Daß ich mit deinen Heilgen alln Laß ewiglich dein Lob erschalln. Joh. Scheffler, geb. 1624, st. 1677. Nach b. b. Bernhard: Anima Christi sanctifica me. 96. D du Liebe meiner Liebe, Du er wünschte Seligkeit, Die du dich aus höchstem Triebe In das jammervolle Leid Deines Leidens, mir zu gute, Als ein Schlachtschaf eingestellt Und bezahlt mit deinem Blute Alle Missethat der Welt. 2. Liebe, die mit Schweiß und Thränen An dem Delberg sich betrübt; Liebe, die mit Blut und Sehnen Unaufhörlich fest geliebt; Liebe, die mit allem Willen Gottes Zorn und Eifer trägt: Den, so Niemand konnte stillen, Hat dein Sterben hingelegt. 3. Liebe, die mit starkem Herzen Alle Schmach und Hohn gehört; Liebe, die mit Angst und und Sterben. Schmerzen nicht der strengste Tod versehrt; Liebe, die sich lies bend zeiget, Als sich Kraft und Athem endt, Liebe, die sich lie bend neiget, Als sich Leib und Seele trennt. 4. Liebe, die mit ihren Armen Mich zuletzt umfangen wollt; Liebe, die aus Liebserbarmen Mich zuletzt in höchster Huld Ihrem Vater überlassen, Die selbst starb und für mich bat, Daß mich nicht der Zorn sollt fassen, Weil mich ihr Verdienst vertrat. 5. Liebe, die mit so viel Wunden Gegen mich, als seine Braut, Unaufhörlich sich verbunden Und auf ewig anvertraut: Liebe, laß auch meine Schmerzen, Meines Lebens Jammerpein In dem blutverwundten Herzen Sanft in dir gestillet sein. 6. Liebe, die für mich gestorben Und ein immerwährend Gut An dem Kreuzesholz erworben, Ach, wie denk ich an dein Blut! Ach, wie dank ich deinen Wunden, Du verwundte Liebe du, Wenn ich in den letzten Stunden Sanft in deiner Seiten ruh! 7. Liebe, die sich todt gefränket Und für mein erfaltes Herz In ein faltes Grab geſenket, Ach, wie dank ich deinem Schmerz! Habe Dank, daß du gestorben, Daß ich ewig leben kann, Und der Seelen Heil erworben! Nimm mich ewig liebend an. Joh. Scheffler, geb 1624, st. 1677 Passion. Windo 67 Je meines Lebens| gen. Tausend, tausendmal sei 97. Leben, Jesu, mei- dir, Liebster Jesu, Dank dafür! nes Todes Tod, Der du dich für mich gegeben In die tiefste Seelennoth, In das äußerste Verderben, Nur daß ich nicht möchte sterben: Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 6. Du hast dich in Noth ges stecket, Hast gelitten mit Geduld, Gar den herben Tod geschmecket, Um zu büßen meine Schuld; Daß ich würde losgezählet, Hast du wollen sein gequälet. Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 2. Du, ach, du hast ausgestanden Lästerreden, Spott und Hohn, Speichel, Schläge, Strick und Banden, Du gerechter Gottessohn, Mich Elenden zu erretten Von des Tenfels Sündenfetten. Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! 3. Du hast lassen Wunden schlagen, Dich erbärmlich richten 8. Nun, ich danke dir von Hers zu, Um zu heilen meine Plagen zen, Jesu, für gesammte Noth. Und zu setzen mich in Ruh. Ach, Für die Wunden, für die Schmerdu haft zu meinem Segen Las- zen, Für den herben, bittern sen dich mich Fluch belegen. Tod, Für dein Zittern, für deint Tausend, tausendmal sei dir, Zagen, Für dein tausendfaches Liebster Jesu, Dank dafür! Plagen, Für dein Ach und tiefe Pein Will ich ewig dankbar sein. Ernst Chr. Homburg, geb. 1605, st. 1681. 4. Man hat dich sehr hart verhöhnet, Dich mit großem Schimpf belegt und mit Dernen gar gekrönet. Was hat dich bewegt? möchtest mich ergößen, Mir die Ehren- 98. Jei ne fu fron aufsetzen. Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! Mel. Christus, der uns selig macht. Yesu, deine Passion Will ich jetzt be denken; Wollest mir vom Himmelsthron Geist und Andacht schenken. In dem Bilde jetzt erschein, Jesu, meinem Herzen, Wie du, unser Heil zu sein, Littest alle Schmerzen. 2. Meine Seele sehen mag Deine Angst und Bande, Deine Schläge, deine Schmach, Deine 5* 5. Du hast wollen sein geschlagen Zur Befreiung meiner Pein, Fälschlich lassen dich anklagen, Daß ich könnte sicher sein; Daß ich möchte trostreich prangen, Hast du sonder Trost gehan7. Deine Demuth hat gebü Bet Meinen Stolz und llebermuth, Dein Tod meinen Tod versüßet. Es kommt Alles mir zu gut; Dein Verspotten, dein Verspeien Muß zu Ehren mir ges deihen. Tausend, tausendmal set dir, Liebster Jesu, Dank dafür! Christi Leiden und Sterben. Kreuzesschande, Deine Geißel,| Jst meiner Seele höchstes Gut; Dornenfron, Speer- und Nä- Das stärkt, das labt, das macht gelwunden, Und den Tod, o allein Mein Herz von allen Gottessohn, Den du hast em- Sünden rein. pfunden. 2. Dein Blut, mein Schmuck, 3. Aber laß mich nicht allein mein Ehrenkleid, Dein Unschuld Deine Marter sehen; Laß mich und Gerechtigkeit Macht, daß auch die Ursach fein Und die ich kann vor Gott bestehn Und Frucht verstehen. Ach, die Ur- zu der Himmelsfreud eingehn. sach war auch ich, Ich und meine Sünde; Diese hat gemartert dich, Daß ich Gnade finde! 4. Jesu, lehr bedenken mich Dies mit Buß und Reue; Hilf, daß ich mit Sünde dich Martre nicht aufs Neue. Sollt ich dazu haben Lust Und nicht wollen meiden, Was mein Heiland büBen mußt mit so großen Leiden? 5. Wenn mich meine Sünde will Schrecken mit der Hölle: Jesu, mein Gewissen still, Dich Mel. An Wasserflüssen Babylon. ins Mittel stelle. Dich und dei- 100. Sehst du ne Passion 68 fassen. Liebst du mich, o Got tes Sohn, Wie kann Gott mich haffen? 6. Gieb auch, Jesu, daß ich gern Dir das Kreuz nachtrage, Daß ich Demuth von dir lern Und Geduld in Plage, Daß ich dir geb Lieb um Lieb. Indeß laß dies Lallen, Beffern Dank ich dorten geb,- Jesu, dir gefallen. Siegm. v. Birken, geb. 1626, st. 1681. 3. Jesu Christe, Gottes Sohn, Mein Trost, mein Heil, mein Gnadenthron, Dein theures Blut, dein Lebensfaft Giebt mir stets neue Lebenskraft. - 4. Herr Jesu, in der letzten Noth, Wenn mich schreckt Teufel, Höll und Tod, So laß ja dies mein Labsal sein: Dein Blut macht mich von Sünden rein. Joh. Olearius, geb. 1611, st. 1684. liglich Dein Leiden anzutreten, mit heißen Thränen auch für mich zu kämpfen und zu beten. Du, der du nichts verbrochen hast, Gehst hin, um aller Sünden Last Auf dich allein lazu den. Da schon das Schwerdt gezücket war, Stellst du dich seinen Streichen dar, Damit sie uns nicht schaden. 2. Du Held, der Andern Stärke giebt, Was kann dich so erschüttern? Ach, seine Seele Mel. Herr Jesu Christ, meins Leb. 2c. wird betrübt, Des Helden Glieerr Jesu Christ, der zittern! Ach, hingesunken dein theures Blut auf die Knie, Arbeitet er in 99. Her nadie Passion. 69 schwerer Müh Und kämpfet im| theuren Preis Dein Heiland Gebete! Er wünscht den ban- dich erkaufet. Für dich rang er gen Kampf verkürzt. Wer sieht im Todesschweiß, Für dich mit dies, und wird nicht bestürzt? Blut getaufet. Ach, Seele, forge, O schauervolle Stätte! daß dich nie Die Sünd in ihre Netze zieh, Nichts deine Treu erschüttre! Reizt dich das Fleisch, ach, höre nicht! Schau hin ins furchtbare Gericht, Das Jesum traf, und zittre. 3. Gott, wie bist du so wunderbar In allen deinen Werken! Ein Knecht, ein Engel muß sogar Den Herrn vom Himmel stärken. Er ringt; von seinem Angesicht Triest Schweiß. Ach, wer entsetzt sich nicht! Für Schweiß Blut zur Erden. Christ. Kortholt, geb. 1633, st. 1694. Ser du in reinster Unſchuld 101. Mentre dich; Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. Seel, erprangst, Wie konntest du von solcher Angst, O Herr, bestürmet werden? Deines Jesu Lieb bedenke; Wie er für dich giebet sich, Darauf deine Andacht lenke. Ach, erwäg die große Treue Und dich deines Jesu freue. 4. Ach, Herr, der Sündenknecht war ich. Ich sollte Blutschweiß schwitzen. Es sollten billig nur auf mich Der Rache Wetter blißen. Ich Armer, wie entränn ich da? Vor Gottes Zorne müßt ich ja Ohn allen Trost versinken. Und da kömmst du, daß du ihn stillst, Sohn Gottes; du, du selber willst Den ganzen Zornfelch trinken. 2. Sieh, der wahre Gottessohn Ist für dich ans Holz ge hänget; Sein Haupt trägt die Dornenkron, Sein Leib ist mit Blut besprenget, Er läßt sich für dich verwunden. Wo ist größre Lieb gefunden? 3. Du, du solltest große Pein Ewig leiden in der Hölle Und von Gott verstoßen sein Wegen vieler Sündenfälle; Aber Jesus trägt die Sünden Und läßt dich Genade finden. 5. Heil mir! Der Sohn des Höchsten hat Für mich sich rich ten lassen. Gott, welch ein wundervoller Rath! Wer kann dein Thun doch faffen? Ach, da uns Fluch und Rache drohn, Da richtet Gott für uns den Sohn, Den er uns selbst gegeben. Nun jauchze, Seele; du kömmst nicht In Gottes schreckliches Gericht; Du dringst hindurch ins Leben. 6. Doch denk, um welchen 4. Durch sein Leiden ist gestillt Deines Gottes Zorn und Rache. Er hat das Gesetz erfüllt, Gut gemacht die böse Sache, Sünde, Teufel, Tod umschränket Und den Himmel dir geschenket. 70 Christi Leiden und Sterben. 5. Was zu thun, o liebes| ich lieben, Und was dich, soll Herz? Wie sollst du dich recht mich betrüben. anstellen? Jesu Leiden ist kein Scherz, Seine Liebe kein Verstellen. Denke drauf, was dir oblieget Gegen den, der für dich fieget. 11. Was du willst, das sei mein Will, Dein Wort meines Herzens Spiegel. Wenn du schlägest, halt ich still. Dein Geist bleibt mein Pfand und 6. Ich kann nimmer, nim- Siegel, Daß ich soll den Himmermehr Das Geringste nur ver- mel erben. Darauf kann ich gelten; Er verbindt mich allzu- fröhlich sterben. sehr. Meine Trägheit muß ich schelten, Daß ich ihn so schlecht geliebet Und wohl gar mit Sünd betrübet. 7. Was geschehen, soll nun nicht Hinfort mehr von mir geschehen. Mein Schluß sei nun fest gericht, Einen andern Weg zu gehen, Darauf ich nur Jesum suche Und, was ihn betrübt, verfluche. 8. Weg, ihr Sünden, weg von mir! Euch kann ich an mir nicht leiden; Denn ihr würdet mich sonst hier und dort ewig von dem scheiden, Ohne wel chen ist kein Leben, Keine Gnade, kein Vergeben. 9. Du, mein Jesu, du, mein Heil, Dir will ich mich ganz verschreiben, Daß ich dir, als meinem Theil, Ewig will getren verbleiben, Dir zu leben, dir zu leiden, Dir zu sterben, dir zu meiden. 10. Du, mein Jesu, sollst es sein, Den ich mir zum Zweck geseget. Wie du mein, so will ich dein Bleiben stets und unverleget. Was du liebest, will 12. Nun, so bleib es fest dabei: Jesus soll es sein und bleiben, Dem ich lebe, deß ich sei; Nichts soll mich von Jesu treiben. Du wirst, Jesu, mich nicht lassen; Ewig will ich dich umfassen. 13. Ist bereits schon jetzo hier Solche Freud und Ruh zu finden, Wenn im Glauben wir mit dir Uns, mein Jesu, recht verbinden; Schenkst du schon so viel auf Erden, Ei, was will im Himmel werden! 14. Was für Lust und Süßigkeit, Was für Freud und Jubiliren, Was für Ruhe nach dem Streit, Was für Ehre wird uns zieren! Ewig, ewig werd ich loben, Wenn ich ganz zu Gott erhoben. 15. Ach, ich freu mich alle Stund Auf dies freudenvolle Leben; Danke dir mit Herz und Mund. Du, o Jesu, hasts gegeben. Nur im Glauben laß michs halten, Und dein Kraft in mir stets walten. Joh. Casp. Schate, geb. 1666, ft. 1698. modro Paffion. in 102. N wohlgemacht, Jefu, leb. Mel. Ich hab mein Sach Gott 2c. un ist es Alles Weil Jesus ruft: Es ist vollbracht! Der neigt sein Haupt, o Mensch, und stirbt, Der dir erwirbt Das Leben, das niemals verdirbt. ind 2. Der Herr der Herrlichkeit erbleicht, Der Lebensfürst, dem Niemand gleicht. Was Wunder, daß die Erde kracht, Und es wird Nacht, weil Gottes Sohn wird umgebracht! 3. Die Sonn verlieret ihren Schein, Des Tempels Vorhang reißet ein, Der Heilgen Gräber öffnen sich Ganz wunderlich, Sie stehen auf gar sichtbarlich. 4. Weil denn die Creatur fich regt, So werd, o Mensch, hierdurch reißt, und du wirst nicht Durch dies Gericht Bewogen, daß dein Herze bricht? Rih 5. Du bist ja Schuld, dies nimm in Acht, Daß Jesus ist ans Kreuz gebracht. Ihm, der für dich sein Leben gab, Folg in das Grab Und stirb dem Gräul der Sünden ab. 71 schen, daß ich streb Und mich erheb Gen Himmel und dir, mun 6. Ach, Vater, ach dein einger Sohn Erbleicht am Kreuz mit Schmach und Hohn! Nun, dies geschieht für meine Schuld. Drum hab Geduld Und zeig in Jesu Gnad und Huld. 8. Ich will nun abgestorben sein Der Sünd und leben dir allein. Es hat dein Tod das Leben mir Gebracht herfür, Und aufgethan die Himmelsthür. 9. Jesu Christe, stärke mich In meinem Vorsatz kräftiglich. Laß mich den Kampf so führen fort Nach deinem Wort, Daß ich die Kron erlange dort. 10 10. So will ich dich, Herr Jesu Christ, Daß du für mich gestorben bist, Von Herzen preisen in der Zeit und nach dem Streit In Freud und Wonn in Ewigkeit. 10003 Laur. Laurentii, geb. 1660, st. 1722. dakila bewegt. Ein Fels zer- de thom et 103. S er am Kreuz ist meine Liebe, Meine Lieb ist Jesus Christ! Weg, ihr argen Seelendiebe, Satan, Welt und Fleischeslüft! Eure Lieb ist nicht von Gott; Eure Lieb ist gar der Tod. Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe! 2. Der am Kreuz ist meine Liebe! Frevler, was befremdets dich, Daß ich treu zu sein mich übe? Jesus gab sich selbst für mich. So ward er mein Fries deschild, aber auch mein Lebensbild. Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein 7. Tödt, Jesu, selbst in meiner Brust, Was sich noch findt von böser Lust Und altem Men- mich übe! 72 Christi Leiden 3. Der am Kreuz ist meine Liebe! Sünde, du verlierst den Sturm. Weh mir, wenn ich den betrübe, Der statt meiner ward ein Wurm! Kreuzigt ich nicht Gottes Sohn? Trät ich nicht sein Blut mit Hohn? Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe! 4. Der am Kreuz ist meine Liebe! Schweig, Gewissen, zage nicht! Gott zeigt seine Liebestriebe, Wenn dich Sünd und Tod anficht. Schau, es floß auch dir zu gut Seines Sohnes theures Blut. Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe! 5. Der am Kreuz ist meine Liebe! Keine Noth, schwer, hart und groß, Hunger, Blöße, GeiBelhiebe, Nichts macht mich von Jesu los; Nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, kein Fürstenthum. Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe! 6. Der am Kreuz ist meine Liebe! Komm, Tod, komm, mein bester Freund! Wenn ich einst wie Staub zerstiebe, Werd mit Jesu ich vereint. Da, da schau ich Gottes Lamm, Meiner Seelen Bräutigam. Der am Kreuz ist meine Liebe, Dem ich treu zu sein mich übe! Joh. Menger, st. 1734. und Sterben. Mel. Herr und Aeltster deiner 2c. arter Gottes, 104. wer kann dein vergessen, Der in dir sein Wohlsein findt! Unser Herze wünscht sich unterdessen Stets noch mehr zum Dank entzündt. Unsre Seele soll sich daran nähren, Unfre Ohren nie was Liebers hören; Alle Tage kommt er mir Schöner in dem Bilde für. 2. Tausend Dank, du unser treues Herze! Leib und Geist bet drüber an, Daß du unter Martern, Angst und Schmerze Hast genug für uns gethan. Laß dich jedes um so heißer lieben, Als es noch im Glauben sich muß üben, Bis es einst, als deine Braut, Dich von Angesichte schaut. 3. Meine franke und bedürftge Seele Eilet deinen Wunden zu. Da, da findet sie die sichre Höhle, Wo ihr fließen Fried und Ruh. Auf dein Kreuz, Herr, laß mich gläubig sehen; Laß dein Marterbild stets vor mir stehen: So geht mir bis in mein Grab Nichts von deinem Frieden ab. 4. Die wir uns allhier beisammen finden, Schlagen unsre Hände ein, Uns auf deine Marter zu verbinden, Dir auf ewig treu zu sein. Und zum Zeichen, daß dies Lobgetöne Deinem Herzen angenehm und schöne: Sage Amen und zugleich: Friede, Friede sei mit euch! Christ. Ren. v. Binzendorf, g. 1727, st. 1752. . Passion. 2 73 Mel Schmücke dich, o liebe 105. Sünder, Seele.| zählig. Er giebt Buße, er giebt freue Glauben, Er läßt auch die Lahdich von Her- men rauben. Wer sich nur will zen Ueber deines Jesu Schmer- retten lassen, Der soll das Verzen: Laß bei seinem Blutvertrauen faffen: Alles Heil in gießen Süße Freudenthränen Christi Wunden Hab ich schon fließen. Er hat sich für dich umſonst gefunden. gegeben. Such in seinem Tod das Leben. Unter seinem Kreuz zu liegen, Sei dein größestes Vergnügen. 6. Glaube nur dem Wort der Gnaden, So ist deinem Seelenschaden Schon geholfen, und die Liebe Schafft in dir ganz neue 2. Ach, wie groß ist dein Ver- Triebe. Sind die Sünden erst derben! Ohne Jesum mußt du vergeben, So kannst du auch sterben. Blind und todt sind heilig leben; Und der Gnade deine Kräfte, Sünde, das ist treues Walten Wird dich fördein Geschäfte. Dein Verdienst dern und erhalten. ist Zorn und Rache. Es ist aus mit deiner Sache; Ja, im Himmel und auf Erden Kann dir nicht geholfen werden. 3. Nichts als Jesu Blutvergießen konnte deine Schulden büßen. Den der Dornenkranz gekrönet, Gott im Fleisch hat dich versöhnet. Seine Thränen, Schweiß und Wunden Haben Rath für dich gefunden; Und 7. O, so gieb dem Sohn die Ehre, Daß ihm aller Ruhm gehöre. Suche nicht erst zu verdienen, Was am Kreuz vollbracht erschienen. Suche nicht, was schon gefunden, Preiſe fröhlich seine Wunden und bes fenn es bis zum Grabe, Daß er dich erlöset habe. E. Gottl. Woltersdorf, g. 1725, st. 1761. ihm bleibt allein die Ehre, Daß Mel. Sieh, hier bin ich, Ehrenkönig. er deinen Puhe mein Tod 4. Fühlst du nun die Macht 106. Reit, in we nig- Und schau an dies Wunder groß, Wie dein Herr und Ehrenkönig Hängt am Krenze bleich und bloß, Den sein Lieben Hat getrieben Zu dir aus des Vaters Schoß. der Sünden, Wie sie deine Seele binden, Wie sie dein Gewissen quälen, Wie der Jammer nicht zu zählen: O so komm mit deinen Ketten! Wag es nicht, dich selbst zu retten. Jesu Blut muß auf dich fließen, So wirst du das Heil genießen. 5. Sünder macht der Heiland selig. Sein Erbarmen ist un2. Wie dich Jesus liebt von Herzen, Kannst du hier am Kreuze sehn. Schau, wie bittre Todesschmerzen Ihm durch Leib Christi Leiden und Sterben. 74 und Seele gehn. Fluch und Schrecken Ihn bedecken. Höre doch sein Klaggetön. 3. Dies sind meiner Sünden Früchte; Die, mein Heiland, ängsten dich. Dieser Leiden schwer Gewichte Sollt zum Abgrund drücken mich. Diese Nöthen, Die dich tödten, Sollt ich fühlen ewiglich. 4. Doch du hast für mich befieget Sünde, Tod und Höllen- Herz und Sinn. macht, Gottes ewgem Recht ge- 7. Zeuch durch deines Todes nüget, Seinen Willen ganz voll- Kräfte Mich in deinen Tod hinbracht und mir eben Zu dem ein. Laß mein Fleisch und sein Leben Durch dein Sterben Bahn gemacht. Geschäfte, Herr, mit dir gefreuzigt sein, Daß mein Wille Werde stille, Und die Liebe 5. Ach, ich Sündenkind der Erden! Jesu, stirbst du mir zu heiß und rein. 107. Traurigkeit, gut? Soll dein Feind erföset werden Durch dein eigen Hers zensblut? Ich muß schweigen Und mich beugen Für dies unverdiente Gut. Christus im Grabe. das nicht zu beklagen? Gott des Vaters einig Kind. Wird ins Grab getragen. 2. O große Noth! Gott Sohn liegt todt! Am Kreuz ist er gestorben; Hat dadurch das Himmelreich Uns aus Lieb erworben. 6. Seel und Leben, Leib und Glieder, Alles giebst du für mich hin. Sollt ich dir nicht schenken wieder Alles, was ich hab und bin? Ich bin deine Ganz alleine; Dir verschreib ich 5. O süßer Mund! O GlauHerzeleid! Jst bensgrund! Wie bist du doch zerschlagen! Alles, was auf Erden lebt, Muß dich ja beklagen. 6. lieblichs Bild, Schön, zart und mild, Du Schmerzsohn der Jungfrauen! Niemand kann dein heißes Blut Sonder Reu anschauen. 3. D Menschenfind! Nur deine Sünd Hat dieses angerichtet, Da du durch die Missethat Warest ganz vernichtet. 4. Dein Bräutigam, Das Gotteslamm, Liegt hier mit Blut befloffen, Welches er ganz mildiglich hat für dich vergossen. Gerh. Tersteegen, g. 1697, st. 1769. 7. selig ist Zu aller Frist, Der dieses recht bedenket, Wie der Herr der Herrlichkeit Wird ins Grab versenfet. 8. O Jesu, du Mein Hülf und Ruh, Ich bitte dich mit Thränen: Hilf, daß ich mich bis ins Grab Nach dir möge ſehnen. Joh. Riß, g. 1607, p. 1667. Oftern. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. o ruhest du, O 108. S meine Ruh, In deiner Grabeshöhle Und erweckst durch deinen Tod Meine todte Secle. 75 wecken. Sollte denn mein glaubig Herz Vor der Gruft erschrecken? 5. Sie wird mir sein Ein Kämmerlein, Da ich auf Rosen liege, Weil ich nun durch deinen Tod Tod und Grab besiege. 6. Gar nichts verdirbt, Der Leib nur stirbt; Doch wird er auferstehen und in ganz verklärter Zier Aus dem Grabe gehen. 2. Man senkt dich ein Nach vieler Pein, Du, meines Lebens Leben. Dich hat jetzt ein Felsengrab, Fels des Heils, um geben. 3. Ach, bist du kalt, Mein Aufenthalt? Das macht die heiBe Liebe, Die dich in das falte 7. Indeß will ich, Mein JeGrab Durch ihr Feuer triebe. su, dich In meine Seele sens 4. D Lebensfürst, Ich weiß, fen und an deinen bittern Tod du wirst Mich wieder aufer- Bis zum Tod gedenken. Salomo Frand, g. 1659, st. 1725. VIII. Christi Auferstehung; Oftern. | 109. Christ ist erstan- des Todes Banden. Deß freuct den Von der sich der Engel Schaar, SinMarter alle! Deß sollen wir gend im Himmel immerdar: alle froh sein; Christus will Hallelujah! unser Trost sein. Kyrieleis! 2. Der für uns sein Leben 2. Wär er nicht erstanden, In den Tod gegeben, Der ist So wär die Welt vergangen. nun unser Osterlamm, Deß wir Seit daß er erstanden ist, So uns freuen allesammt. Hallelulobn wir den Herren Jesum jah! Christ. Kyrieleis! 3. Der am Kreuz gehangen, Kein Trost konnt erlangen, Der lebet nun in Herrlichkeit, uns zu vertreten stets bereit. Hallelujah! 4. Der so ganz verschwiegen Zur Höllen gestiegen, Den wohlgerüsten Starken band, Der 110. Christus ist er wird nun in der Höh erkannt. standen Von Hallelujah! 3. Hallelujah! Hallelujah! Hallelujah! Deß sollen wir alle froh sein; Christus will unser Trost sein. Kyrieleis! Aus dem 12. Jahrhundert. Christi Auferstehung. 76 5. Der da lag begraben, Der ist nun erhaben; All sein Thun wird kräftig erweist Und in der Christenheit gepreist. Hallelujah! 6. Er läßt uns verkünden Vergebung der Sünden, Und wie man sie durch rechte Buß Nach seiner Ordnung suchen muß. Hallelujah! 7. O Christe, Osterlamm, Speis uns heut allesammt; Nimm weg all unser Missethat, Daß wir fingen früh und spat: Hallelujah! Böhmische Brüder. 4. Es war ein wunderlicher Krieg, Da Tod und Leben rungen. Das Leben, das behielt den Sieg, Es hat den Tod verschlungen. Die Schrift hat verfündet das, Wie ein Tod den andern fraß; Ein Spott ausm Tod ist worden. Hallelujah! 5. Hier ist das rechte Osterlamns, Davon wir sollen leben, In den Tod an des Kreuzes Stamm Aus heißer Lieb gegeben. Deß Blut zeichnet unser Thür; Das hält der Glaub dem Tode für. Der Würgr kann uns nicht rühren. Hallelujah! 6. So feiern wir das hohe Fest Mit Herzens- Freud und Wonne, Das uns der Herr ers scheinen läßt. Er selber ist die Sonne, Der durch seiner Gnaden Glanz Erleuchtet unser Herzen ganz. Der Sündn Nacht ist vergangen. Hallelujah! 7. Wir essen nun und leben wohl, Zum süßen Brod geladen. Der alte Sauerteig nicht soll Sein bei dem Wort der Gnaden. Christus selbst die Kost will sein Und speisen unser Seel allein; Der Glaub will feins andrn leben. Hallelujah! Martin Luther, g. 1483, st. 1546. 111. C hrist lag in Todesbanden, Für unser Sünd gegeben; Der ist wieder erstanden Und hat uns bracht das Leben. Deß wir sollen fröhlich sein, Gott loben und ihm dankbar sein Und singen: Hallelujah! Hallelujah! 2. Den Tod Niemand zwingen konnt Bei allen Menschenkindern. Das macht alles unser Sünd, Kein Unschuld war zu finden. Davon kam der Tod sobald Und nahm auch über uns Gewalt, Hielt uns in seinm Reich gfangen. Hallelujah! 3. Jesus Christus, wahr Gottes Sohn, An Statt ist kommen und hat die Sünde ab- 112. Sfer Heiland, Der esus uns gethan, Damit dem Tod genommen All sein Recht und sein Ge- den Tod überwand, Ist auferwalt. Da bleibet nichts, denn standen; Die Sünd hat er ge Todsgestalt; Den Stachl hat fangen. Kyrie eleison! er verloren. Hallelujah! 2. Der ohn Sünden war ge Oftern. do 77 6. Der Herre hält ein schön Gespräch mit zween Jüngern auf dem Weg. Vor Freud das Herz im Leib ihn brannt; Im 3. Tod, Sünd, Teufel, Le- Brodbrechen wird er erkannt. ben und Gnad, Alls in Hän- Hallelujah! Den er hat, Er kann erretten Alle, die zu ihm treten. Kyrie eleison! Martin Luther, g. 1483, st. 1546. boren, Trug für uns Gottes Born; Hat uns versöhnet, Daß uns Gott sein Huld gönnet. Kyrie eleison! 113. Erschienen ist der herrlich Tag, Dran Niemand sich gnug freuen mag; Christ, unser Herr, heut triumphirt; All sein Feind er gefangen führt. Hallelujah! 2. Die alte Schlang, auch Sünd und Tod, Die Höll, all Jammer, Angst und Noth Hat überwunden Jesus Christ, Der heut vom Tod erstanden ist. Hallelujah! 3. An einem Sabbath kamen sie, Die Weiber, hin zum Grabe früh, Zu salben da des Menschen Sohn, Der von dem Tod erstanden schon. Hallelujah! 7. Der rechte Simson, unser Held, Christus, den starken Löwen fällt. Der Höllen Pforten er hinträgt, Dem Teufel sein Gewalt erlegt. Hallelujah! 8. Jonas im Wallfisch war drei Tag; So lang im Grab auch Christus lag. Der Tod ihn länger feine Stund In seinem Rachen halten fonnt. Hallelujah! 9. Der Tod da seinen Raub verlor; Das Leben siegt und kam empor. Zerstört ist nun des Todes Macht; Christ hat das Leben wiederbracht. Hallelujah! 10. Erlöset aus der Feinde Hand, Gehn wir ins rechte Vaterland Und können hier in Brod und Wein Des rechten Osterlamms uns freun. Hallelujah! 11. Auch denken wir der süßen Brot, Die Moses Gottes Volk gebot. Kein Sauerteig soll bei uns sein, Daß wir von Sünden leben rein. Hallelujah! 12. Der Würgengel vorüber geht, Kein Erstgeburt er bei uns schlägt. Des Herzens Thür hat Christi Blut Besprenget; das hält uns in Hut. Hallelu4. Wen sucht ihr da? der Engel sprach. Christ ist erstanden, der hie lag; Seht die Schweißtücher liegen dort; Geht, sagts den Jüngern all sofort. Hallelujah! 5. Der Jünger Furcht und Herzeleid Wird heut verkehrt in eitel Freud; Sobald sie nur den Herren sehn, Muß alles Trauern bald vergehn. Hallelujah! jah! 78 Christi Auferstehung. 13. Die Sonn, die Erd, all wir Gotts Kinder sind. HalleCreatur, Und was betrübet war lujah! zuvor, Das freut sich heut an diesem Tag: Der Fürst der Welt darnieder lag. Hallelujah! 14. Drum wir auch billig fröhlich sein, Das Hallelujah fingen fein Und loben dich, Herr Jesu Christ; Zu Trost du uns erstanden bist. Hallelujah! Nicol. Hermann, st. 1561 Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. eut triumphiret Gottes Sohn, Der von dem Tod erstanden schon, Mit großer Macht und 114. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag. da Herrlichkeit, Deß dann wir ihm 115. Fürgens, de in Ewigkeit. die Sonn auf 2. Dem Teufel hat er seine Macht Zerstört, verheert mit großer Kraft, Wie pflegt zu thun ein starker Held, Der seinen Feind gewaltig fällt. Hallelujah! 3.0 süßer Herre Jesu Christ, Der du der Sünder Heiland bist, Führ uns durch dein Barmherzigkeit Mit Freuden in dein Herrlichkeit. Hallelujah! 4. Hier ist doch nichts, denn Angst und Noth. Wer glaubet und hält dein Gebot, Der Welt ist er ein Hohn und Spott, Muß leiden oft ein schnöden Tod. Hallelujah! 6. Dafür danken wir alle gleich Und sehnen uns ins Himmelreich. Es ist am End. Gott helf uns all, So singen wir mit großem Schall: Hallelujah! 7. Gott Vater in dem höchsten Thron, Sammt ſeinem eingebornen Sohn, Dem heilgen Geist in gleicher Weis In Ewigfeit sei Lob und Preis. Hallelujah! Basil. Förtsch, st. 1619. Dieser Gesang hat auch eine eigne Weise zweimaligem Hallelujah nach je zwei 5. Nun kann uns kein Feind schaden mehr, Ob er gleich murret noch so sehr; Er liegt im Koth, der arge Feind, Dagegen mit Strophen. geht, Mein Heiland Christus aufersteht. Vertrieben ist der Sünden Nacht; Licht, Heil und Leben wiederbracht. Hallelujah! 2. Wenn ich oft lieg in Nacht und Noth, Verschlossen, gleich als wär ich todt, Läßt du mir früh die Gnadensonn Aufgehn nach Trauern, Freud und Wonn. Hallelujah! 3. Nicht mehr, als nur drei Tage lang Mein Heiland bleibt im Todeszwang; Am dritten Tag durchs Grab er dringt, Mit Ehren sein Siegsfähnlein schwingt. Hallelujah! 4. Jetzt ist der Tag, da mich die Welt Mit Schmach am Kreuz gefangen hält; Drauf folgt der Sabbath in dem Grab, Osternt. 79 Darin ich Ruh und Frieden hab.| daß ich Christum bei mir hab. Sallelujah! Hallelujah! 5. In Kurzem wach ich fröhch auf; Mein Ostertag ist schon n Lauf. Ich wach auf durch es Herren Stimm, Veracht den Cod mit seinem Grimm. Halelujah! 6. Am Kreuz läßt Christus ffentlich Vor allem Volke töden sich. Da er durchs Todes Rerfer bricht, Läßt ers die Menhen sehen nicht. Hallelujah! 7. Sein Reich ist nicht von ieser Welt, Kein groß Gepräng hm hier gefällt. Was schlecht nd niedrig geht herein, Soll hm das Allerliebste sein. Halelujah! 8. Hier ist noch nicht ganz und gemacht, Was er uns aus em Grab gebracht, Der große Schap, die reiche Beut, Drauf ich ein Christ so herzlich freut. Ďallelujah! 12. Er nährt, er schützt, er tröstet mich; Sterb ich, so nimmt er mich zu sich. Wo er jetzt lebt, da muß ich hin, Weil ich ein Glied seins Leibes bin. Hallelujah! 13. Durch seiner Auferstehung Kraft Komm ich zur Engel- Brüderschaft. Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt, Die Feindschaft ist ganz abgelehnt. Hallelujah! 14. Mein Herz darf nicht entsetzen sich; Gott und die Engel lieben mich. Die Freude, die mir ist bereit, Vertreibet Furcht und Traurigkeit. Hallelujah! 15. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt. Dort wollen wir auf beffre Weis Erheben deinen Ruhm und Preis. Hallelujah! Joh. Heermann, geb. 1585, st. 1617. 9. Der jüngste Tag wird zei- Mel. Erschienen ist der herrlich Tag en an, Was er für Thaten hat ethan, Wie er der Schlangen 116. riumph! TriRopf umph! Es kommt mit Pracht Der Siegesfürst heut aus der Schlacht. Wer seines Reiches Unterthan, Schau heute sein Triumphfest an. Hallelujah! zertritt, Die Höll zerstört, en Tod zerdrückt. Hallelujah! 10. Wunder groß! O starer Held! Wo ist ein Feind, pen er nicht fällt? Kein Angsttein liegt so schwer auf mir, Er wälzt ihn von des Herzens Thür. Hallelujah! 11. Lebt Christus, was bin ch betrübt? Ich weiß, daß er mich herzlich liebt. Wenn mir gleich alle Welt stürb ab: Gnug, 2. Vor Freuden Thal und Wald erklingt, Die Erde frisches Blumwerk bringi; İhr schöner Schmuck zu dieser Frist Zeugt, daß ihr Schöpfer Sieger ist. Hallelujah! 3. Die Sonne sich aufs schön Christi Auferstehung. 80 ste schmückt Und wieder durch das Blaue blickt. Die vor so schwarz im Trauerkleid, Beschaut den blutgen Todesstreit. Halle lujah! 4. Das stille Lamm jetzt nicht mehr schweigt, Sich muthig als ein Löw erzeigt; Kein harter Fels ihn hält und zwingt, Grab, Siegel, Riegel vor ihm springt. Hallelujah! 5. Der andre Adam heut erwacht Nach seiner harten Todesnacht; Aus seiner Seiten er erbaut Uns, seine theur erlöste Braut. Hallelujah! 6. Wie Aarons Ruthe schön ausschlug, Am Morgen Blüth und Mandeln trug; So träget Frucht der Seligkeit Des Hohenpriesters Leichnam heut. Haltelujah! 7. Nun ist die Heiligkeit erkämpft, Der Sünde Pest und Gift gedämpft. Der schweren Handschrift Fluch und Bann Bertilgt er, der mir helfen kann. Hallelujah! 10. Triumph! Triumph! Dich ehren wir Und wollen mit dir kämpfen hier, Daß wir, als Reichsgenossen dort Dir folgen durch die Siegespfort. Hallelujah! lujah! Benjam. Prätorius, um 1659. refus, meine Zu117. Jefus, versicht Und mein Heiland ist im Leben. Dieses weiß ich: sollt ich nicht Darum mich zufrieden geben, Was die lange Todesnacht Mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, er, mein Heiland, lebt. Ich werd auch das Leben schauen, Sein, wo mein Erlöser schwebt: Warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, Welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band Zu genau mit ihm verbunden; Meine starke Glanbenshand Wird in ihn gelegt befunden, Daß mich auch kein Todesbann Ewig von ihm trennen fann. 8. Du, liebe Seel, bist ausgebürgt, Der höllische Tyrann erwürgt; Sein Raubschloß und geschworne Rott Ist ganz verheert, der Tod ein Spott. Hallelujah! 9. Herr Jesu, wahrer Siegesfürst, Wir glauben, daß du schenken wirst Uns deinen Frieden, den du bracht Mit aus dem Grab und aus der Schlacht. Hallelujah! 4. Ich bin Fleisch und muß daher Auch einmal zu Asche werden; Das gesteh ich; doch wird er Mich erwecken aus der Erden, Daß ich in der Herrlichfeit um ihn sein mög allezeit. 5. Dann wird diese meine Haut Mich umgeben, wie ich gläube; Gott wird werden an geschaut Dann von mir in die sem Leibe; Und in diesem Fleisch werd ich Jesum sehen ewiglich. puud Oſtern.jird 81 6. Dieser meiner Augen Licht| sage Dem Vater, der sein lieWird ihn, meinen Heiland, ken- bes Kind Hat an dem dritten nen. Ich, ich selbst, ein Fremder Tage Erwecket! Seine Feinde nicht, Werd in seiner Liebe bren- find Zum Schemel hingeleget; nen; Nur die Schwachheit um Des Allerhöchsten Sohn, Der und an Wird von mir sein ab- Lebensfürst, jetzt träget Den gethan. Isus do tid Freudensieg davon. Heil uns! 7. Was hier franket, seufzt Uns, seinen Brüdern, Der Herr und fleht, Wird dort frisch und den Sieg erringt; Vom Haupte herrlich gehen; Irdisch werd ich zu den Gliedern Nun göttlich ausgesät, Himmlisch werd ich Leben dringt. auferstehen; Hier geh ich natürlich ein, Nachmals werd ich geistlich sein.ind 2. Wie goldne Himmelsflams men Die Engel leuchten für und für. Kommt Haupt und Leib zusammen, Wer kann ausspres chen solche Zier! Mir weicht der Engel Orden; Des höchsten Vaters Sohn, Der ist mein Bruder worden Und sizet auf dem Thron. Vor dem die Engel stehen zu seinem Dienst bes 9. Lacht der finstern Erden-| reit, Den werd ich dort anse kluft! Lacht des Todes und der Höllen! Denn ihr sollt euch durch die Luft Eurem Heiland zugesellen. Dann wird Schwachheit und Verdruß Liegen unter eurem Fuß. et ad 8. Seid getrost und hoch erfreut, Jeſus trägt euch, seine Glieder! Gebt nicht Statt der Traurigkeit! Sterbt ihr, Christus ruft euch wieder, Wann einst die Posaun erklingt, Die auch durch die Gräber dringt. hen In seiner Herrlichkeit. 3. Auf meinem Grabe stehet, Der mein Herr und Erlöser ist. Wenn mein Gesicht vergehet, So lebet doch mein Jesus Christ. Der läßt sein Kind nicht stecken Im bittern Todesschlund; Er wird mich schon erwecken, Wenn kommt die rechte Stund. Ich geh in vollen Freuden, Den Tod mein Herz veracht; Mein Herr wird mich bekleiden Mit neuer Himmelspracht.do Louise Henriette, Kurfürstin v. Brandenburg. 4. Wann soll ich nach Vergeb. 1627, t. 1667.. 10. Nur daß ihr den Geist erhebt Von den Lüsten dieser Erden Und euch dem schon jetzt ergebt, Dem ihr beigefügt wollt werden. Schickt das Herze dahinein, Wo ihr ewig wünscht zu sein. tin 1922 Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. langen, O Jesu, schönstes Lebenslicht, Vor deinem Throne 118. Auf, auf, mein prangen und stets dein klares Geist, dank- Angesicht In voller Freud erM. R. Gesangbuch. 6 82 Christi Auferstehung. ist er doch verworfen. blicken? O, selig ist die Zeit, und Nacht uns klaget an, So Wann er mich wird hinrücken Zu seiner Herrlichkeit. Auf, auf, laßt uns von hinnen Zum Himmel gehen ein Und mit dem Geist und Sinnen Bei Jesu ewig sein! Joh. Maurisch, geb. 1617, st. 1669. 5. Des Herren Rechte, die behält Den Sieg und ist erhös het; Des Herren Rechte mächtig fällt, Was ihr entgegen ste het. Tod, Teufel, Höll und alle Feind Durch Christi Sieg gedämpfet sind; Jhr Zorn ist kraftlos worden. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Tod, wo ist 119. dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel thun, Wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg So herrlich hat nach die sem Krieg Durch Jesum Christ gegeben. 2. Wie sträubte sich die alte Schlang, Da Christus mit ihr kämpfte! Mit List und Macht fie auf ihn drang; Jedennoch er sie dämpfte. Ob sie ihn in die Fersen sticht, So sieget sie darum doch nicht: Der Kopf ist ihr zertreten. 3. Lebendig Christus kommt hervor; Die Feind nimmt er gefangen, Zerbricht der Höllen Schloß und Thor, Trägt weg den Raub mit Prangen. Nichts ist, das in dem Siegeslauf Den starken Held kann halten auf: Alls liegt da überwunden. 4. Des Todes Gift, der Höllen Pest Jst unser Heiland worden. Wenn Satan auch noch ungern läßt Vom Wüthen und vom Morden, Und da er sonst nichts schaffen kann, Nur Tag 6. Es war getödtet Jeſus Christ, Und sieh, er lebet wieder. Weil nun das Haupt erstanden ist, Stehn wir auch auf, die Glieder. So jemand Christi Worten gläubt, Jm Tod und Grabe der nicht bleibt; Er lebt, ob er gleich stirbet. 7. Wer täglich hier durch wahre Reu Mit Christo auferstehet, Jst dort vom andern Tode frei; Derselb ihn nicht ange het. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wiederbracht Und unvergänglich Wesen. 8. Das ist die rechte Osterbent, Der wir theilhaftig werden: Fried, Freude, Heil, Gerechtigkeit Im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und warten fort, Bis unser Leib wird ähnlich dort Christi verklärtem Leibe. 9. Der alte Drach mit seiner Rott Hingegen wird zu Schanden; Erlegt ist er mit Schimpf und Spott, Da Christus ist er standen. Des Hauptes Sieg der Glieder ist: Drum fann mit Oftern. 83 aller Macht und List Uns Sa-| Allem, was mir will Benehmen tan nicht mehr schaden. meinen Muth, Zusammt dem edlen Gut, So mir durch Jesum Christ Aus Lieb erworben ist. 10. Tod, wo ist dein Stachel nun? Wo ist dein Sieg, o Hölle? Was kann uns jetzt der Teufel thun, Wie grausam er sich stelle? Gott sei gedankt, der uns den Sieg So herrlich hat in diesem Krieg Durch Jesum Christ gegeben. 5. Die Höll und ihre Rotten, Die frümmen mir kein Haar. Der Sünden kann ich spotten, Bleib allzeit ohn Gefahr. Der Tod mit seiner Macht Wird schlecht bei mir geacht; Er bleibet Todes Bild, Und wär er noch so wild. Justus Gesenius, geb. 1601, st. 1671. 120. Auf, auf, mein Herz, mit Freuden Nimm wahr, was heut geschicht! Wie kommt nach groBem Leiden Nun ein so großes Licht? Mein Heiland war gelegt Da, wo man uns hinträgt, Wenn von uns unser Geist Gen Himmel ist gereiſt. 7. Ich hang und bleib auch 2. Er war ins Grab gesen hangen An Christo als ein Glied; ket, Der Feind trieb groß Ge- Wo mein Haupt durch ist gans schrei. Eh ers vermeint und den- gen, Da nimmt er mich auch ket, Ist Christus wieder frei Und mit. Er reißet durch den Tod, ruft: Victoria! Schwingt fröhlich hie und da Sein Fähnlein als ein Held, Der Feld und Muth behält. 3. Der Held steht auf dem Grabe Und sieht sich munter um; Der Feind liegt und legt abe Gift, Gall und Ungestüm. Er wirft zu Christi Fuß Sein Höllenreich und muß Selbst in des Siegers Band Ergeben Fuß und Hand. 6. Die Welt ist mir ein Lachen Mit ihrem großen Zorn; Sie zürnt und kann nichts machen, All Arbeit ist verlorn. Die Trübsal trübt mir nicht mein Herz und Angesicht; Das Unglück ist mein Glück, Die Nacht mein Sonnenblick. Durch Welt, durch Sünd und Noth; Er reißet durch die Höll, Ich bin stets sein Geſell. 8. Er dringt zum Saal der Ehren: Ich folg ihm immer nach Und darf mich gar nicht fehren An einzig Ungemach. Es tobe, was da kann: Mein Haupt nimmt sich mein an; Mein Heis land ist mein Schild, Der alles Toben stillt. 9. Er bringt mich an die 4. Das ist mir anzuschauen Pforten, Die in den Himmel Ein rechtes Freudenspiel. Nun führt, Daran mit güldnen Wors soll mir nicht mehr grauen Vorten Der Reim gelesen wird: 6 84 Chrifti Auferstehung. Wer dort wird mit verhöhnt, stre Todesthal Zur Frend und Wird hier auch mit gefrönt; Wer dort mit sterben geht, Wird hier auch mit erhöht. Paul Gerhardt, geb. 1606, p. 1676. Wonn erhoben Dort oben. 5. Dein Jesus läßt dich nicht zurück, Weil er ist vorgegangen. Er wird zerreißen Band und Strick, In welchen du gefangen, Und dich aus dem Grabe ziehn Mel. Christ lag in Todesbanden. ch 121. Gott, mich Ohn alle Sorgen und Bemühn, drückt ein Und nehmen deine Schmerzen Vom Herzen. 6. Des Herren Engel sind bei dir, Die dich zu Jesu leiten. Und auf dem Weg zur Lebensthür Mit Flammen für dich streiten. Suchst du den Gefreuzigten? So geh hin mit den Heiligen, Wo Jesus ist von Banden Erstanden. 7. Er ist nicht in dem Sündengrab. Nein, wer mit ihm erstanden Und folget seinem Hirienstab, Bei dem ist er vorhanden. Darum prüf, o Mensch dein Herz, Thu Buß in wahre: Reu und Schmerz: So ist deStein gehoben Von oben. -8. Flieh aus dem Grab ins Himmelszelt, Da ist dein Hei zu finden; Geh aus im Glau ben aus der Welt, Verlasse was dahinten: So wird Jesu sich in Eil Dir zeigen, als da beste Theil, Und wirst ihn nac Verlangen Umfangen. 4. Er ist darum erstanden 9. O Jesu, laß mich aufer heut, Daß du mögst auferstehen stehn Im Geist, und mit dir le Durch seine Kraft zur Selig- ben, Bis du mich selig wirst e keit Und fröhlich mit ihm ge- höhn Und mir die Krone g hen Durch viel Trübsal, Angst ben, Die mir ist nach dies. und Qual Und durch das fin- Zeit Bereit im Reich der Her schwerer Stein! Wer will ihn von mir nehmen? Dir ist bekannt mein Schmerz und Pein Und mein geheimes Grämen. Jesus lebt und ich bin todt! Ach, Vater, das ist meine Noth; Und ich kann ihn vor Sünden Nicht finden. 2. Wer wälzet diesen Stein von mir, Der mich so hart beschweret? Wann öffnet sich des Grabes Thür? Wann wird mir Trost gewähret? Soll ich aus dem Tode nicht Durchbrechen zu dem Himmelslicht? Wer will mich von den Ketten Erretten? 3. Betrübtes Herz, verzage nicht: Dein Jesus ist erstanden, Der Tod und Höllenmacht zerbricht Und löst die Sündenbanden. Er wird auch durch seinen Tod Dich reißen aus der Sünde Noth Und zu dem Geistesleben Erheben. und Ostern. D 85 ichkeit. Herr, hör und laß mein| sus überwunden. Er wird auch Flehen Geschehen. Laurent. Laurentii, geb. 1660, st. 1722. überwinden weit In dir, weil er gebunden Der Feinde Macht, daß du aufstehst und in ein neues Leben gehst Und Gott Nel. Nun freut euch, lieben Christen zc. 122. Wadh auf, mein im Glauben dienest. Herz, die st hin, Die Sonn ist aufgeganjen! Ermuntre deinen Geist und Sinn, Den Heiland zu empfangen, Der heute durch des Todes Thür Gebrochen aus dem Grab jerfür, Der ganzen Welt zur Wonne! 2. Steh aus dem Grab der Sünden auf Und such ein neues Zeben. Vollführe deinen Glaubenslauf Und loß dein Herz sich jeben Gen Himmel, da dein šesus ist, Und such, was droben, als ein Christ, Der geistich auferstanden. 1051 7. Ach, mein Herr Jesu, der du bist Von Todten auferstanden, Rett uns aus Satans Macht und List Und aus des Todes Banden, Daß wir zusammen insgemein Zum neuen Leben gehen ein, Das du uns haft erworben. 3. Quält dich ein schwerer 8. Sei hochgelobt in dieser Sorgenstein? Dein Jesus wird Zeit Von allen Gottesfindern, ihn heben. Es kann ein Christ Und ewig in der Herrlichkeit bei Kreuzespein In Freud und von allen Ueberwindern, Die Wonne leben. Wirf dein Anliegen auf den Herrn Und sorge nicht; er ist nicht fern, Weil er ist auferstanden. 4. Es hat der Löw aus JuDa Stamm Heut siegreich überwunden, Und das erwürgte Gotteslamm Hat, uns zum Heil, gefunden Das Leben und Gerechtigkeit, Weil er, nach überstandnem Streit, Die Feinde Schau getragen. 6. Scheu weder Teufel, Welt noch Tod, Noch gar der Höllen Rachen. Dein Jesus lebt! Es hat fein Noth; Er ist noch bei den Schwachen Und den Geringen in der Welt Als ein ges frönter Siegesheld: Drum wirst du überwinden. 5. Drum auf, mein Herz! Fang an den Streit, Weil Jeüberwunden durch dein Blut. Herr Jesu, gieb uns Kraft und Muth, Daß wir auch überwinden. Laurent. Laurentii, g. 1660, st. 1722. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. er Tod ist todt, 123. das Leben lebet, Das Grab ist selbst begraben nun. Mein Jesus, der sein Haupt erhebet, Will ferner nicht im Kerker ruhn Und stellt mir diese Loosung für: Ich leb und ihr lebt auch mit mir. Christi Auferstehung. 86 2. Nun liegt der Tod zu mei nen Füßen; Der Fürst des Lebens stirbt nicht mehr, Er weiß die Gräber aufzuschließen, Er stürzt das blasse Sündenheer. Das Siegeslied klingt herrlich hier: Ich leb und ihr lebt auch mit mir. 3. Mein Jesu, Wahrheit, Weg und Leben, Der Leben hat und Leben giebt, Wie soll ich den Triumph erheben, Der Rach an meinen Feinden übt? Sie liegen dort, du rufest hier: Ich leb und ihr lebt auch mit mir. 4. Das Haupt belebet seine Glieder: Wer wollte denn gestorben sein? Die Lebenssonne scheint uns wieder Und leuchtet bis ins Grab hinein. Da lesen wir die Grabschrift hier: Ich leb und ihr lebt auch mit mir. 5. O todter Tod, wie kannst du schrecken? Mein Jesus nimmt das Schrecken hin. Wie er sich felber kann erwecken, So werden wir erweckt durch ihn. Weil Jesus lebt, so leben wir. Jch leb und ihr lebt auch mit mir. Benj. Schmolk, geb. 1672, st. 1737. dieser Osterzeit: ,, Christ ist er standen!" singen. 2. Er lebt, der treuste Seelenfreund, Der mich ihm selbst errungen, Der Gottes Zorn, - Verdie Schuld, den Feind föhnt, bezahlt, bezwungen. Er stritt mit Heldenmuth, Er fämpfte bis aufs Blut; Durch Leibsund Seelennoth Und durch den Kreuzestod Erwarb er mir das Leben. Mel. Ein feste Burg ist unser Gott. 124.( Sr r lebt! Ofrohes Wort, er lebt, Der Heiland aller Sünder! Das Heer der Feind erschrickt und bebt Vor seinem Ueberwinder. Auf, bringt Gott Lobgesang! Bringt Ehre ihm und Dank, Da wir nun voller Freud In 3. Er lebt, der starke Gottessohn, Zu seines Vaters Rechten. Er herrscht auf seinem hohen Thron Und hilft den schwachen Knechten. Er lebt nun ewiglich, Er lebt und schüßet mich. Er thut mit starker Hand Den Feinden Widerstand, Daß sie mich nicht umstoßen. 4. Er lebt zu unserm Wohlergehn, Der froh und milde Geber. Die Kraft von seinem Auferstehn Dringt bis in unfre Gräber. Tragt meinen Leib zur Ruh, Deckt ihn mit Erde zu, Gebt ihn den Würmern hin: Da ich in Jesu bin, Werd ich im Grab nicht bleiben. 5. Er lebt! Gott hat ihn auferweckt: Er wird auch mich erwecken. Der Tod, den Jesu Sieg erschreckt, Kann mich nun nicht erschrecken. Sein Stachel, seine Kraft, Die Sünd, ist weggeschafft. Der treue Zeuge spricht: Wer glaubt, der stirbet nicht!" Deß tröst ich mich von Herzen. Ostern. 87 der vergleicht, Die ich durch Gottes Sohn erreicht! Hallelujah! 6. Er lebt, er lebt, der tapfre| jestät, Wenn sie mein Geist mit Held! Besingt, ihr Engelchöre, Befingt, ihr Bölfer in der Welt, Des Heilands Sieg und Ehre! Befingt des Siegers Macht, Der von dem Tod erwacht, Der unsern Tod bezwingt, Der uns zum Leben bringt, Der uns zu Siegern machet! 7. Er lebt, er lebt! O laßt uns heut Und stets sein Lob erheben. Er lebt! O laßt uns al ezeit Ihm wohlgefällig leben. Hier, Heiland, hast du mich; Befiehl mir, hier bin ich! Dein, dein will ich allein Todt und lebendig sein, Dein will ich ewig bleiben! Ehrenfried Licbich, geb. 1713, f. 1780. 5. Vor seinem Thron, in seinem Reich, Unsterblich, heilig, Engeln gleich Und ewig, ewig selig sein: Herr, welche Herrlichkeit ist mein! Hallelujah! 6. Du, der du in dem Himmel thronst, Ich soll da wohnen, wo du wohnst; Und du erfüllst einst mein Vertraun, In meinem Fleische dich zu schaun. Hallelujah! 7. Ich soll, wenn du, o- Lebensfürst, In Wolken göttlich fommen wirst, Erweckt aus meinem Grabe gehn Und rein zu deiner Rechten stehn. Hallelujah! 8. Mit Engeln und mit SeMel. Erschienen ist der herrlich Tag. 125. Erinnre dich, mein raphim, Mit Thronen und mit Geist, erfreut Des hohen Tags der Herrlich keit; Halt im Gedächtniß Jesum Christ, Der von dem Tod erstanden ist. Hallelujah! Cherubim, Mit allen Frommen aller Zeit Soll ich mich freun in Ewigkeit. Hallelujah! 2. Schau über dich und bet ihn an. Er mißt den Sternen ihre Bahn; Er lebt und herrscht mit Gott vereint Und ist dein 10. Er ists, der Alles in uns König und dein Freund. Hal- schafft; Sein ist das Reich, sein lelujah! 9. Nie fomm es mir aus meinem Sinn, Was ich, mein Heil, dir schuldig bin, Damit ich mich in Liebe treu Zu deinem Bilde stets erneu. Hallelujah! ist die Kraft. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, Der von dem Tod erstanden ist. Hallelujah! Chr. Fürchteg. Gellert, geb. 1715, st. 1769. 3. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar Dem, der da ist und der da war! Sein Name fei gebenedeit Von nun an bis in 4. Mein Heiland ist für mich 126. ihr Chöre, Singt Mel. Wachet auf! ruft uns die Stimme. allelujah! jauchzt, erhöht. Was ist der Erde Ma Christi Auferstehung. 88 Jesu Christo Preis und Ehre! Wie groß und herrlich ist sein Tag! Er, der Held, ist von den Banden Des Todes siegreich auferstanden, Er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Gewalt und Macht. Preis ihm, er hats vollbracht! Hallelujah! Er hats vollbracht, Er, der die Macht Des Todes und des Grabes hat. 2. Glorreich hat der Held gerungen, Hat mächtig Grab und Tod bezwungen, Bon ihren Schrecken uns befreit. Wir, von Gott gewichne Sünder, Sind nun mit ihm versöhnte Kinder Und Erben seiner Seligkeit. Bald, bald entschlafen wir, Entschlafen, Christe, dir, Ruhn in Frieden Die furze Nacht, Bis deine Macht Das Licht des ewgen Tages ruft. 52 uidun 11502 3. Unsern Staub mag Staub bedecken: Du wirst ihn herrlich auferwecken, Der du des Staubes Schöpfer bist. Du wirst unvergänglich Leben Und Kraft und Herrlichkeit ihm geben, Dem Staube, der dir theuer ist. Wir werden ewig dein, Gerecht und selig sein. Hallelujah! Tod und Gericht Erschreckt uns nicht; Denn Jesus, unser Mittler, lebt. ner Hand Durch dieses Thränenland Hin zum Himmel; Und dort erhebt Er, der da lebt, Uns hoch zu Ehren ewiglich. 5. Tag des Lebens, Tag der Wonne, Wie wird uns sein, wenn Gottes Sonne Durch unfers Grabes Dunkel bricht! D, was werden wir empfinden, Wenn Nacht und Finsterniß verschwinden Und uns umstrahlt des Himmels Licht! Bollender, führe du Uns diesem Tage zu, Uns, die Deinen. Die Lebensbahn Gingst du voran; Wir folgen dir in deine Ruh. Gilio nis Gottfr. Bened. Funk. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. 127. Hallelujah! HalDas große Siegesfest ist da: Der Herr ist auferstanden! So weit die Erde breit und lang, Vom Aufgang bis zum Niedergang, Ist Freude nun vorhanden. Ewig, Herrlich Wird sie währen und sich mehren, bis in Chören Wir die Engel Gottes hören. 4. Ja, er lebt, uns zu erfrenen Und Alles, Alles zu zerstreuen, Was uns den Lebensfrieden raubt. Groß ist seines Namens Ehre, Und ewig gültig seine Lehre, Und ewig selig, wer ihm glaubt. Wir gehn an sei- 3. Gebenedeit sei dieser Gott! 2. Er lebt, der große Menschensohn, Nun herrschend auf des Himmels Thron, Als Held und Üeberwinder! Von da ruft er in unser Grab Den süßen Lebenstrost hinab: Kehrt wieder, Menschenkinder! Tröstlich, Köstlich Ist die Wahrheit und die Klarheit dieser Worte, Deffnend einst des Todes Pforte. Oftern. HD 89 Was hat es nun mit uns für| ner triumphire. Willig, Billig Noth Im Leben und im Eter- Wird das Leben hingegeben unben! Der Diterfürst, gleich ferm König. Alles sei ihm unstark und mild, Bleibt allewege terthänig! Schirm und Schild: Wir können nicht verderben. Klagen, Zagen Sind verschwunden, und die Wunden, die uns drücken, Werden nicht das Ziel verrücken. 4. Und welcher Trost in je dem Schmerz! Der Heiland hot ein Menschenherz Mit sich hinaufgenommen! Jetzt wird er auch in Noth und Pein Ein treuer Hoherpriester sein, Vom Mitgefühl entglommen. Daran Kann man sich erquicken und erblicken, welche Gaben Wir in Christo Jesu haben. 5. Sein ist die Weisheit, Kraft und macht Sammit Liebe, die beständig wacht, Daß er uns nicht verliere. Doch will er auch, daß ohne Krieg und ohne Glaubenskampf und Sieg Hier Kei6. Und nimmt er unser Leben hin, So ist das Sterben auch Gewinn Für seine Kreuzgemeinde; Denn sie hat ihn, der mächtig ist und seiner Kirche nie vergißt, Zum Bräutigam und Freunde. Bauet, Trauet Der Verheißung und Erweisung seiner Gnaden. Was kann uns hinfort noch schaden? 7. Sein Leiden, Sterben, Auferstehn Führt uns zu jenen lichten Höhn, Wo wir ihn selbst erblicken In unbegrenzter Herrlichkeit und holder MenschenFreundlichkeit. Wer schildert das Entzücken? Amen! Amen! Kommt mit Palmen und laßt Psalmen laut erschallen Durch des Himmels weite Hallen! F. Springmann, ft. 1842. IX. Christi Himmelfahrt und himmlische And THIS Herrlichkeit. led to lands 128. Christ fuhr gen sim mel. Was fandt er uns hernieder? Den Tröster, den heiligen Geist, Zu Trost der armen Christenheit. Kyrieleis! 2. Wär er nicht hingangen, Der Tröster wär nicht kommen. Seit daß er hingangen ist, So 129. Gen Himmel auf gefahren ist, haben wir den Geist durch Christ. Hallelujah! Der Köng der Ch Kyrieleis! ren, Jesus Christ. Hallelujah! 3. Hallelujah! Hallelujah! Hallelujah! Deß solln wir alle froh sein, Christus will unser Trost sein. Kyrieleis! 190311 V. 1. vor der Reformation. 23 90 Christi Himmelfahrt und himmlische Herrlichkeit. 2. Er sitzt zur rechten Got-| Stätt bereit, Da wir folln bleibn tes Hand; Hallelujah! Herrscht in Ewigkeit. Lobfinget ihm, lobüber Himml und alle Land. singet ihm, Lobsinget ihm mit Hallelujah! lauter Stimm! 3. Nun ist erfüllt, was gschrieben ist, Hallelujah! In Psalmen von dem Herren Christ. Hallelujah! 4. Nun sißt beim Herren Davids Herr, Hallelujah! Wie zu ihm hat gesagt der Herr. Hallelujah! 5. Drum jauchzen wir mit großem Schalln, Hallelujah! Dem Herren Christ zum Wohlgefalln. Hallelujah! 6. Wir lobn die heilg Dreieinigkeit, Hallelujah! Gott Vater, Sohn und heilgen Geist. Hallelujah! Melch. Frand, um 1600, nach: Coelos asc. hodie, aus dem 15. Jahrhundert. Mel. Bom Himmel hoch, da komm zc. 130. Nun freut euch, niß Gottes ist. der all, Der Herr fährt auf mit großem Schall; Lobsinget ihm, lobsinget ihm, Lobsinget ihm mit lauter Stimm! 5. Wir sind Erben im Himmelreich, Wir sind den lieben Engeln gleich; Das sehn die lieben Engel gern Und danken mit uns Gott dem Herrn. 6. Es hat mit uns nun feine Noth, Weil Satan, Sünd, der ewge Tod Allsammt zu Schanden worden sind Durch Gottes und Marien Kind. 7. Den heilgen Geist sendt er herab, Auf daß er unser Herzen lab Und tröst uns durch das göttlich Wort Und uns behüt vors Teufels Mord. 8. Also baut er die Christenheit Zur ewgen Freud und Seligkeit; Allein der Glaub an Je sum Christ Die recht Erkennt2. Die Engel und all Himmelsheer Erzeigen Chrifto göttlich Ehr Und jauchzen ihm mit frohem Schall; Das thun die lieben Engel all. 3. Daß unser Heiland Jesus Christ, Wahr Gottessohn, Mensch worden ist, Deß freuen sich die Engel sehr Und gönnen uns gern solche Ehr. 4. Der Herr hat uns die 9. Der heilge Geist den Glauben stärkt, Geduld und Hoffnung in ans wirft, Erleucht und macht die Herzen fest Und uns in Trübsal nicht verläßt. 10. So danfet nun dem lieben Herrn Und lobet ihn von Herzen gern; Lobsinget mit der Engel Chör, Daß man es in dem Himmel hör. 11. Gott Vater in der Ewigs keit, Es sagt dir deine Christenheit Groß Ehr und Dank mit höchstem Fleiß, zu allen Zeiten Lob und Preis. 12. Herr Jesu Christe, Gots Christi Himmelfahrt und himmlische Herrlichkeit. 91 tes Sohn, Gewaltig, herrlich,| unsrer Seelen Grund, Damit prächtig, schön, Es dankt dir dir danke Herz und Mund. deine Christenheit Von nun an bis in Ewigkeit. Mel. Nun freut euch, lieben Christen ze 13. O heilger Geist, du wahrer Gott, Der du uns tröst in 132. Auf Chriſti Himmelfahrt aller Noth, Wir rühmen dich, wir loben dich und sagen dir Dank ewiglich. Eraem. Albert, st. 1553. 131. Mel. Vom Himmel hoch, da komm zc. 8 fähret heute Gottes Sohn Hinauf zu seines Vaters Thron; Er gehet ein zur Herrlichkeit, Die überall ist ausgebreit. 2. Er hat zerstört des Teufels Macht, Sein Heer erlegt und umgebracht, Wie mit Gewalt ein starker Held Im Treffen seine Feinde fällt. Ich meine Nachfahrt gründe Und allen Zweifel, Angst und Pein Hiermit stets überwinde; Denn weil das Haupt im Himmel ist, Wird seine Glieder Jes sus Christ Zur rechten Zeit nachholen. 2. Weil er gezogen himmelan Und große Gabn empfangen, Mein Herz auch nur im Himmel fann, Sonst nirgends, Ruh erlangen; Denn wo mein Schatz gekommen hin, Da ist auch stets mein Herz und Sinn; Nach ihm mich sehr verlanget. 3. Ach Herr, laß diese Gnade 3. Zwing unser Fleisch, Herr mich Von deiner Auffahrt spüJesu Christ, Der du der Sün- ren, Daß mit dem wahren Glauder Heiland bist, Daß wir, in- ben ich Mög meine Nachfahrt dem du uns machst rein, Theil- zieren, Und dann einmal, wenn haftig deines Sieges sein. dirs gefällt, Mit Freuden scheiden aus der Welt. Herr, höre dies mein Flehen. Josua Wegelin, f. 1640. 4. Laß sein den Feind in uns gedämpft, Weil du uns hast das Heil erkämpft; Tilg aus sein Werk, daß er nicht mehr Sich wider unsre Seel empör. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher 2c. 5. und mit Lebensfürst, dir zugleich Als Gottes Kinder 133. Du lehen e in dein Reich, Da wir ein ewigs Freudenlied Dir aufzuopfern find bemüht. 6. Gott Vater, sei von uns gepreist Sammt deinem Sohn und heilgen Geist! Der heilge Christ, Der du bist aufgenommen Gen Himmel, da dein Bater ist und die Gemein der Frommen: Wie soll ich deinen großen Sieg, Den du durch einen schweren Krieg Erworben 92 Christi Himmelfahrt und himmlische Herrlichkeit. hast, recht preisen Und dir gnug| Web Genetet oft die Wangen. Chr erweisen! Drum preisen wir mit süßem Schall, O starker Gott, dich überall, Wir, die wir so viel Gaben Hierdurch empfangen haben. 7. Du bist das Haupt in der Gemein, Und wir sind deine Glieder. Du wirst der Glieder Schutz ja sein Und zu uns kommen wieder mit deinem Trost und deinem Licht. Wenn uns vor Angst das Herz zerbricht, Dann kannst du Kraft und Le ben, Ja Fried und Freude ge ben. 2. Du hast die Höll und Sündennoth Ganz ritterlich bezwungen; Du hast den Teufel, Welt und Tod Durch deinen Tod verdrungen; Du hast gesieget weit und breit. Wie werd ich solche Herrlichkeit, Herr, in diesem Leben, Gnug würdiglich erheben! 3. Du hast dich zu der rechten Hand Des Vaters hinge seget, Der Alles dir hat zugewandt, Nachdem du, kaum verlegzet, Die starken Feind hast umgebracht, Triumph und Sieg daraus gemacht, Ja gar auf deinem Wagen Gar herrlich Schau getragen. 4. Nun lieget Alles unter dir, Den Vater ausgenommen; Es müssen Engel für und für Dich anzubeten kommen; Diechen. Fürsten stehen auf der Bahn Und sind dir willig unterthan; Luft, Wasser, Feur und Erden Muß dir zu Dienste werden. 5. Du starker Herrscher fährest auf Mit Jauchzen und Lobsagen, Und gleich mit dir in vollem Lauf Biel hunderttausend Wagen. Du fährest auf mit Lobgesang, Es schallet der Posau- 10. Ist unser Haupt im Him nen Klang. Mein Gott, vor al- melreich, Wie die Apostel schreilen Dingen Will ich dir auch ben, So werden wir, den EnLobsingen. 9. Du hast durch deine Himmelfahrt Die Straße uns bereitet; Du hast den Weg uns offenbart, Der uns zum Vater leitet. Und weil denn du, Herr Jesu Christ, Nun stets in deiner Wonne bist, So werden ja die Frommen Dahin zu dir auch kommen. 6. Du bist gefahren in die Höh, Hinführend die gefangen, Die uns mit Thränen, Ach und geln gleich, Ja doch nicht draußen bleiben. Du wirst ja uns, die Glieder dein, Mein Gott, nicht lassen von dir sein, Die 8. Du falbest uns mit deinem Geist Und giebst getreue Hirten, Die Lehrer, welch uns allermeist Mit Himmelsbrod bes wirthen. Du Hoherpriester zeis gest an, Daß deine Hand uns retten kann, Ja von der Höllen Rachen Uns frei und ledig ma Christi Himmelfahrt und himmlische Herrlichkeit. 93 Mel. Wie schön leuchtet der zc. doch so fest vertrauen, Dein Herrlichkeit zu schauen. 11. Herr Jeſu, zich uns für 134., wundergroBer Siegesheld, und für, Daß wir mit den Ge- Du Sündenträger aller Welt, müthern nur oben wohnen stets Heut hast du dich gesetzet Zur bei dir In deinen Himmelsgü- Rechten deines Vaters Kraft, tern. Laß unsern Sig und Wan- Der Feinde Schaar gebracht zur del sein, Wo Fried und Wahr- Haft, Bis auf den Tod verlegzet. heit geht herein; Laß uns in Mächtig, Prächtig Triumphirest, deinem Wesen, Das himmlisch jubilirest; Tod und Leben Ist, ist, geneſen. Herr Christ, dir untergeben. 2. Dir dienen alle Cherubim, Viel tausend hohe Seraphim Dich, Siegesfürsten, loben; Weil du den Segen wiederbracht, Mit Majestät und großer Pracht Zur Freude bist ers hoben. Singet, Klinget, Rühmt und ehret den, so fähret auf gen Himmel Mit Posaunen und Getümmel. 12. Hilf, daß wir suchen unfern Schatz Nicht hier in die sem Leben, Hingegen dort, wo du den Platz Wirst Gottes Kindern geben. Ach, laß uns streben fest und wohl Nach dem, das fünftig werden soll; So können wir ergründen, Wo dein Gezelt zu finden. 13. Zieh uns nach dir, so laufen wir; Gieb uns des Glaubens Flügel. Hilf, daß wir fliehen weit von hier Auf Zions Freudenhügel. Mein Gott, wann fahr ich doch dahin, Wo selbst ich ewig fröhlich bin? Wann werd ich vor dir stehen, Dein Angesicht zu sehen? 14. Wann soll ich hin ins Paradies Zu dir, o Jesu, kommen? Wann kost ich doch das Engelsüß? Wann werd ich aufgenommen? Mein Heiland, komm und nimm mich an, Auf daß ich fröhlich jauchzen kann Und klopfen in die Hände: Gelobt sei Gott ohn Ende! Joh. Rißt, geb. 1607, st. 1667. 3. Du bist das Haupt, hins gegen wir Sind Glieder; ja, es kommt von dir Auf uns Licht, Trost und Leben. Heil, Fried und Freude, Stärk und Kraft, Ja, was dem Herzen Labsal schafft, Wird uns von dir gegeben. Dringe, Zwinge, Ewge Güte, mein Gemüthe, daß es preise, Dir Lob, Ehr und Dank erweiſe. 100 4. Zeuch, Jesu, uns, zeuch uns nach dir. Hilf, daß wir forthin für und für Nach deinem Reiche trachten. Laß unser Thun und Wandel sein, Daß wir mit Demuth gehn hinein, All Ueppigkeit verachten. Unart, Hoffart, Laß uns meiden, 1362 94 Christi Himmelfahrt und himmlische Herrlichkeit. christlich leiden, wohl ergrün-| raphinen Muß er willkommen den, Wo die Gnade sei zu fin- sein. den. 3. Wir wissen nun die Stiege, Die unser Haupt erhöht; Wir wissen zur Genüge, Wie man zum Himmel geht. Der Heiland geht voran, Will uns nicht nach sich lassen; Er zeiget uns die Straßen, Er bricht uns sichre Bahn. 5. Sei, Jesu, unser Schutz und Schatz, Sei unser Ruhm und fester Platz, Darauf wir uns verlassen. Laß suchen uns, was droben ist. Auf Erden wohnet Trug und List; Es ist auf allen Straßen Lügen, Trügen, Angst und Plagen, die da nagen, die da quälen Stündlich arme Christenseelen. 6. Herr Jesu, fomm, du Gnadenthron, Du Siegesfürst, Held, Davids Sohn, Komm, stille das Verlangen! Du bist uns allen ja zu gut, O Jesu, durch dein theures Blut Ins Heiligthum gegangen. Komm schier! Hilf mir! Dann so sollen, dann so wollen wir ohn Ende Fröhlich klopfen in die Hände. E. Chr. Homburg, 8. 1605, f. 1681. - Mel. Aus meines Herzens Grunde. 135. Gott fähret auf 8 gen Himmel Mit frohem Jubelschall, Mit prächtigem Getümmel Und mit Posaunenhall. Lobfingt, lobsinget Gott! Lobfingt, lobsingt mit Freuden Dem Könige der Heiden, Dem Herren Zebaoth! 2. Der Herr wird aufgenommen; Der ganze Himmel lacht; Um ihn gehn alle Frommen, Die er hat frei gemacht. Es holen Jesum ein Die lautern Cherubinen; Den hellen Se 4. Wir sollen himmlisch wers den, Der Herr macht selbst uns Plaß; Wir gehen von der Erden Dorthin, wo unser Schatz. Jhr Herzen, macht euch auf! Wo Jesus hingegangen, Dahin sei das Verlangen, Dahin sei unser Lauf! 5. Laßt uns zum Himmel dringen Mit herzlicher Begier; Laßt uns zugleich auch singen: Dich, Jesu, suchen wir, Dich, o du Gottes Sohn, Dich, Weg, Dich, Wahrheit, Leben, Dem alle Macht gegeben, Dich, unsers Hauptes Kron. 6. Ade mit deinen Schäßen, Du Truges volle Welt! Dein Tand kann nicht ergößen. Weißt du, was uns gefällt? Der Herr ist unser Preis, Der Herr ist unsre Freude und köstliches Geschmeide; Zu ihm geht unsre Reis. 7. Wann soll es doch geschehen, Wann kommt die liebe Zeit, Daß wir ihn werden se hen In seiner Herrlichkeit? Du Tag, wann wirst du sein, Daß wir zu seinen Füßen Anbetend Christi Himmelfahrt und himmlische Herrlichkeit. 95 mit dir, Oder bleibe du in mir, Daß ich dich und deine Gaben Täglich möge bei mir haben. 2. Laß mir doch dein Herz zurücke Und nimm meines mit hinauf. Wenn ich Seufzer zu Thue mir den mel auf; Und wenn ich nicht beten fann, Rede du den Vater an; Denn du sigst zu seiner Rechten; Darum hilf uns deinen Knechten. ihn begrüßen? Komm stelle dich doch ein! Gottfr. Wilh. Eacer, 8. 1635, f. 1699. Mel. Ach Gott und Herr. euch uns nach 136. wir mit herzlichem Verlangen Hin, da du bist, Jesu Christ, Aus dieser Welt gegangen. 2. Zeuch uns nach dir In Liebsbegier Aus diesem Sündenleben, So dürfen wir nicht länger hier In Noth und Aengsten schweben. 3. Zeuch uns nach dir, Herr Christ, und führ Uns deine Himmelsstege; Wir irrn sonst leicht und sind verscheucht Vom rechten Lebenswege. 4. Zeuch uns nach dir, So folgen wir Dir nach in deinen Himmel, Daß uns nicht mehr Allhier beschwer Das böse Weltgetümmel. 5. Zeuch uns nach dir Nun für und für Und gieb, daß wir nachfahren Dir in dein Reich, Und mach uns gleich Den auserwählten Schaaren. 3. Zeuch die Sinnen von der Erde Ueber alles Gitle hin, Daß ich mit dir himmlisch werde, Ob ich gleich noch sterblich bin, Und im Glauben meine Zeit Richte nach der Ewigkeit, Bis wir auch zu dir gelangen, Wie du bist vorangegangen. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 137. Herr, auf Erden muß ich leiden Und bin voller Angst und Weh. Warum willst du von mir scheiden, Warum fährst du in die Höh? Nimm mich Armen doch 4. Dir ist Alles übergeben; Nimm dich auch der Deinen an. Hilf mir, daß ich christlich leben Und dir heilig dienen kann. Kommt der Satan wider mich, Ach, so wirf ihn unter dich Zu dem Schemel deiner Füße, Daß er ewig schweigen müſſe. 5. Meine Wohnung mache fertig Droben in des Vaters Lubāmilia Elisabeth, Gräfin von Schwarz- Haus, Da ich werde gegenwärburg- Rudolstadt, g. 1640, st. 1672 tig Bei dir gehen ein und aus. Dahin bringe mich zur Rub, Denn der Weg dahin bist du; Und nimm an dem letzten Ende Meinen Geist in deine Hände. 6. Komme, wenn es Zeit ist, wieder, Denn du hast es zugesagt, Und erlöse meine Glies der, Die der Tod im Grabe 96 Christi Himmelfahrt und himmlische Herrlichkeit. nagt. Nichte dann die böse Welt,| Teufel grauen, Nur in Jeſu Die dein Wort für Lügen hält; Namen mich Beugen hier und Und nach ausgestandnem Leide ewiglich. Führ uns ein zu deiner Freude. 5. Geist und Kraft nun überCasp. Neumann, g. 1648, t. 1715. fließen; Drum wirf in mir e di träftiglich, Bis zum Schemel Mel Jesu, meines Lebens Leben. deiner Füßen Alle Feinde legen iegesfürste, fich. Aus Zion den Scepter Ehrenkö- sende Weit und breit bis zum Welt- Ende. Mache dir auf Erden Bahn, Alle Herzen unterthan. 138. 11 nig, Höchst verklärte Majestät, Alle Himmel sind zu wenig, Du bist drüber hoch erhöht! Sollt ich nicht zu Fuße fallen Und mein Herz vor Freude wallen, Wenn mein Glaubensaug betracht Deine Herrlichkeit und Macht? 6. Du fannst Alles aller Orten Nun erfülln und nahe sein. Meines armen Herzens Pforten Stell ich offen; fomm herein! Komm, du König aller Ehren! Du mußt auch bei mir einkehren. Ewig in mir leb und wohn, Als in deinem Himmelsthron. 2. Seh ich dich gen Himmel fahren, Seh ich dich zur Rechten da, Seh ich, wie der Engel Schaaren Alle rufen: Gloria! 7. Deine Auffahrt bringt mir Sollt ich nicht zu Fuße fallen eben Gott und Himmel innig Und mein Herz vor Freude wal- nah. Lehr mich nur im Geiste len, Da der Himmel jubilirt, leben, Als vor deinen Augen Weil mein König triumphirt? 3. Weit und breit, du Himmelssonne, Deine Klarheit sich ergeußt Und mit neuem Glanz und Wonne Alle Himmelsgeister speist. Prächtig wirst du eingenommen, Freudig heißt man dich willkommen. Schau, ich armes Kindlein hier Schrei auch 139. Einer ist König! Immanuel fieget! Bebet, ihr Feinde, und gebet die Flucht. Zion hingegen sei innig vergnüget, Labe dein Herze mit himmlischer Frucht. Ewiges Leben, unendlichen Fries den, Freude die Fülle hat er uns beschieden. Hosianna dir. 4. Sollt ich deinen Kelch nicht trinken, Da ich deine Glorie seh? Sollt mein Muth noch wollen finken, Da ich deine Macht versteh? Meinem König will ich trauen, nicht vor Welt und da; Fremd der Welt, der Zeit, den Sinnen, Bei dir abgeschieden drinnen In das Himmelreich versetzt, Da mich Jesus nur ergößt. Gerh. Tersteegen, g. 1697, f. 1769. Christi Himmelfahrt und himmlische Herrlichkeit. 97 2. Stärket die Hände, ermun-| belohnet den Streit. Streitet ert die Herzen, Trauet mit Freu- nur unverzagt, seht auf die Kroen dem ewigen Gott, Jesus, ne; Selbsten Jehovah wird Sieie Liebe, versüßet die Schmer- gern zum Lohne. en, Reißet aus Aengsten, aus sammer und Noth. Ewig muß nsere Seele genesen In dem oldseligsten, lieblichen Wesen. 3. Halte, o Seele, im Leiden ein stille, Schlage die Ruthe es Vaters nicht aus; Bitte und nimm aus der göttlichen Fülle Kräfte zu siegen im Kamfe und Strauß. Fluthen der Trübsal verrauschen, vergehen; šesus, der Treue, bleibt ewig bir stehen. 5. Laufet nicht hin und her; eilet zur Quelle. Jesus der bittet: Kommt Alle zu mir!" Se het, wie lieblich, wie lauter und helle Fließen die Ströme des Lebens allhier! Trinket, ihr Lieben, und werdet erquicket; Hier ist Erlösung für Alles, was Drücket. 7. Herrliches Lämmlein, da, da wird man sehen Eine gewal tige siegende Schaar Deine unendliche Hoheit erhöhen; Dir wird man bringen Hallelujah dar. Sehet, wie Thronen und Kronen hinfallen; Höret, wie donnernde Stimmen erschallen. 4. Zion, wie lange hast du un geweinet? Auf und erhebe Dein sinkendes Haupt! Siehe, Die Sonne der Freuden erscheiret Tausendmal heller, als du 28 geglaubt. Jesus der lebet, Die Liebe regieret, Die zu den Mel. Jesu, meines Lebens Leben. Quellen des Lebens dich füh- 140. Großer Mittler, ret, os ma 6. Streitet nur unverzagt; seht auf die Krone, Die euch der König des Himmels anbeut. Jesus wird selber den Siegern zum Lohne. Wahrlich, dies Kleinod M. R. Gesangbuch. 8. Reichthum, Kraft, Weisheit, Preis, Stärke, Lob, Ehre, Gott und dem Lamm und dem heiligen Geist! Wenn ich da stände, o, wenn ich da wäre! Springet, ihr Bande, ihr Fesseln, zerreißt! Amen, die Liebe wird wahrlich erhören. Alles, was Odem hat, lobe den Herren. Joh. Ludw. Conr. Allendorf, g. 1693, st. 1774. ten Seines großen Vaters fitt Und die Schaar von seinen Knechten In dem Reich der Gnaden schützt, Dem auf dem erhabnen Throne, In der königlichen Krone Alles Heer der Ewigkeit Mit verhülltem Antlig scheut: 2. Dein Geschäft auf dieser Erden Und dein Opfer ist vollbracht; Was vollendet sollen werden, Das ist gänzlich ausge macht. Da du bist für uns gestorben, Ist uns Gnad und Heil erworben, Und dein sieg7 98 Chrifti Himmelfahrt und himmlische Herrlichkeit. reich Auferstehn Läßt uns in| Nun kannst du des Satans Klas die Freiheit gehn. eigen Majestätisch niederschlagen, Und nun macht dein redend Blut Unsre böse Sache gut. 8. Großer Mittler, sei gepriesen, Daß du in dem Heiligthunt So viel Treu an uns bewiesen; Dir sei Ehre, Dank und Nuhm! Laß uns dein Verdienst vertreten, Wenn wir zu dem Vater beten; Sprich für uns in letzter Noth, Wenn den Mund verschließt der Tod. Joh. Sac. Nambach, g. 1693, st. 1735. 3. Nun ist dieses dein Geschäfte In dem obern Heiligthum, Die erworbnen Segensfräfte Durch dein Evangelium Allen denen mitzutheilen, Die zum Thron der Gnaden eilen; Nun wird uns durch deine Hand Heil und Segen zugewandt. 4. Deines Volkes werthe Namen Trägest du auf deiner Brust Und an den gerechten Samen Denfest du mit vieler Lust. Du vertrittst, die an dich gläuben, t Daß dir vereinigt und bittst in des Vaters Haus 141. fushände, Mel. Die Tugend wird durchs ic. Chr aufgehobnen Ihnen eine Wohnung aus. 5. Doch vergißt du auch der Armen, Die der Welt noch die nen, nicht, Weil dein Herz dir vor Erbarmen Ueber ihrem Elend bricht. Daß dein Vater ihrer schone, Daß er nicht nach Werken lohne, Daß er ändre ihren Sinn, Ach, da zielt dein Bitten hin. Voll Heil, voll Wunderkraft des Herrn, Ihr wirkt und waltet bis ans Ende, Uns ungesehn, doch niemals fern. Im Segnen seid ihr aufgefahren, Im Segnen kommt ihr einst zurück; Auch in des Glaubens Zwischenjahren Bleibt ihr der Seelen Trost und Glück. 6. 3war in deines Fleisches 2. Ihr segnet Christi Schaar Tagen, Da die Sünden aller hienieden Mit Freude, die ohn Welt Dir auf deinen Schultern Ende währt; Ihr legt auf sie lagen, Hast du dich vor Gott den hohen Frieden, Den feine gestellt, Bald mit Seufzen, bald Welt uns sonst bescheert; Ja, mit Weinen Für die Sünder zu segnend ruht ihr auf den Sei erscheinen; D, in welcher Nie- nen. Dies beugt und stärkt uns drigkeit Batest du zur selben Zeit! bis ans Grab; Und wenn wir Sehnsuchtsthränen weinen, Sotrocknet dies die Thränen ab. 7. Aber nun wird deine Bitte Von der Allmacht unterstützt, Da in der vollkommnen Hütte Die verklärte Menschheit sigt. 3. Ihr zieht mit Gotteskraft die Herzen An sein so treues Herz hinauf; Ihr stillt, ihr heilt Lampio ng Pfingsten. .99 die Seelenschmerzen, Ihr helft| melsthore Der treuen Erdenpils der Schwachheit mächtig auf; Ihr brecht den Zwang, der Herzen fettet, Jhr faßt und stärkt des Pilgers Hand; Jhr hebt, ihr tragt und ihr errettet Und führet uns ins Vaterland. ger- Schaar Und reicht dem ile berwinder- Chore Des ewgen Lebens Kronen dar. Dann, dann mit jeder Gottesgabe, Mit jedem Heil begabt durch euch, Jauchzt eurem güldnen Königsstabe Des 4. Einst öffnet ihr die Him- weiten Himmels Königreich. Carl Bernh. Garve, g. 1763, st. 1841. X. Ausgießung des heiligen Geistes; Pfingsten. Domm, Gott,| Und meiden, was der Seelen m Schöpfer, schadt. 142. heiliger Geist! Besuch das Herz der Menschen dein; Mit Gnaden sie füll, wie du weißt, Daß dein Geschöpf soll vor dir sein. 2. Denn du der Tröster bist genannt, Des Allerhöchsten Ga7. Gott, unser Vater, sei all be theur, Ein geistlich Salb anzeit Aus Herzensgrund von uns uns gewandt, Des Lebens Brun- gepreist; Lob sei, Herr Jesu, dir nen, Lieb und Feur. bereit Mit Gott, dem werthen heilgen Geist. 3. Du bist mit Gaben mannigfalt Der Fingr an Gottes rechter Hand; Des Vaters Wort 4. Zünd uns ein Licht an im Verstand, Gieb uns ins Herz der Liebe Brunst, Des Fleisches Schwachheit, dir bekaunt, Stärk allzeit durch dein Kraft und Gunst. 6. Den Vater uns wohl kennen lehr Und Jesum Christum, seinen Sohn, Daß wir auch ge ben gleiche Ehr Dir, beider Geist in einem Thron. giebſt du gar bald Mit Zungen 143. Helgereift, bu du frei in alle Tröster 5. Des Feindes List treib von uns fern; Den Frieden schaff in uns dein Gnad, Daß wir deinm Leiten folgen gern Martin Luther, g. 1483, ft. 1546. Nach: Veni creator, spiritus, um 800. Hech vom Himmel uns erschein Mit dem Licht der Gnaden dein! 2. Komm, ach fomm zu Chrifti Heerd! Komm mit deinen Gaben werth, Uns erleucht auf dieser Erd! 3. D, du süßer Herzensgast, Der du Trost die Fülle hast, Uns erquick in aller Last! 4. D, du selge Gnadensonn, 7* 100 Ausgießung des heiligen Geistes. Füll das Herz mit Freud und| Muth und Sinn, Dein brünstge Wonn Aller, die dich rufen an! Lieb entzünd in ihn'n. Herr, durch deines Lichtes Glanz Zu dem Glauben versammelt hast Das Volk aus aller Welt Zungen; Das sei dir, Herr, zu Lob gesungen. Hallelujah! Hallelujah! 5. Ohn dein Beistand, Hülf und Gunst Ist all unser Thun und Kunst Bor Gott ganz und gar umsonst. d 6. Wasch uns, Herr, von Sünden weiß, Unser dürres Herz begeuß, Die Verwundten heil mit Fleiß. 7. Lenf uns nach dem Willen dein, Wärm die kalten Herzen fein, Bring zurecht, die irrig sein. 8. Gieb uns, Herr, wir bitten dich, Die wir glauben festiglich, Deine Gaben mildiglich. 9. Daß wir leben heiliglich, Alle sterben seliglich, Bei dir bleiben ewiglich. Nad: Veni, sancte spiritus, et emitte cœlitus, von Robert, Röntg von Frankreich, ft. 1031. GESP 144. Domm, heiliger die Herzen deiner Gläubigen Und entzünd in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe, Der du durch Mannigfaltigkeit der ZunDie Völker der gen ganzen Welt des Glaubens. Hallelujah! Hal- 146. N den heiligen un bitten wir Geist Um den rechten Glauben allermeist, Daß er uns behüte An unserm Ende, Wenn wir heimfahrn aus dieſem Elende. lelujah! Martin Luther, g. 1483, ft. 1546. Nad) Veni, sancte spiritus, reple, von König Robert 1031. 2. Du heiliges Licht, edler Hort, Laß uns leuchten des Lebens Wort Und lehr uns Gott recht erkennen, Von Herzen Vater ihn nennen. Herr, behüt vor fremder Lehr, Daß wir nicht Meister suchen mehr, Denn Jefum Christ mit rechtem Glauben Und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Hallelujah! Hallelujah! 3. Du heilge Brunst, süßer Trost, Nun hilf uns fröhlich und getroft In deinem Dienst beständig bleiben, Die Trübsal uns nicht abtreiben. Herr, durch Blödigkeit, Daß dein Kraft uns bereit und stärk wir hie ritterlich ringen, Durch Tod und Leben zu dir dringen. Hallelujah! Hallelujah! Martin Luther, g. 1483, st. 1546. Nach Veni, sancte spiritus, reple, von Rönig Robert von Frankreich, st. 1031. 145. Pomm, heiliger Gott! Erfüll mit deiner Gnaden Gut Deiner Gläubigen Herz, 2. Du werthes Licht, gieb uns deinen Schein, Lehr uns im Pfingsten. insigoule 101 Jesum Christ kennen allein, Daß| findet Ind aller Menschen Herz wir an ihm bleiben, Dem treuen Heiland, Der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Kyrieleis!***** ergründet. Hallelujah! Hallelujah! 3. Du hast uns Christum zugesandt Und machst ihn aller 3. Du süße Lieb, schenk uns Welt bekannt, Hast ihn mit deine Gunst, Laß uns empfin- Majestät verkläret Und pflanden der Liebe Brunst, Daß wir zest fort, was er gelehret. Du uns von Herzen Einander lieben schreibst sein Wort in unser Herz; Und im Friede auf einem Sinn Du ziehst die Seelen himmel bleiben. Kyrieleis! wwärts, Ein Gott der Kräfte, 4. Du höchster Tröster in aller Noth, Hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod, Daß in uns die Sinne Nicht verzagen, Wenn der Feind wird das Leben verklagen. Kyrieleis! Martin Luther, g. 1483, t. 1546. B. 1 aus dem 13. Jahrhundert. Mel Komm, heiliger Geist, Herre 2c. 147. omm, Geist des Baters und des Sohns, Mit beiden Eins und Eines Throns, Der ewig von dem Vater wehet Und ewig von dem Sohn ausgehet! Du Strahl, der von des Höchsten Sig Ausfährt mit Feur und hellem Blig! Du Strom, von Gottes Thron geflossen Und von des Lammes Stuhl ergossen! Hallelujah! Hallelujah! 2. O reines Wesen, nie gesehn, Unendlich, wie des Himmels Höhn, Nichts ist, was dir verhehlet werde. Du füllst den Himmel und die Erde; Du schauest in der Gottheit Grund, All ihr Geheimniß ist dir fund; Du bists, der Alles forscht und Geist der Gaben, Ein Herr der Aemter, die wir haben. Hallelu jah! Hallelujah! 4. Du bist der wahren Kindschaft Geist, Der uns zum Ba ter treten heißt; Du lehrst uns seine Liebe kennen und ihn von Herzen Abba nennen, Vertrittst, wenn wir in Schwachheit stehn, Uns selbst mit deinem starken Flehn, Bist uns das Siegel seiner Gnade, Ein Führer auf dem Lebenspfade. Hallelujah! Hallelujah! 5. Gott, deine Frucht ist Gütigkeit, Zucht, Keuschheit, Demuth, Freudigkeit. Du giebst uns Glauben, Trost dem Herzen, Fried, Hoffnung und Ge duld in Schmerzen; Und wo du deinen Tempel hast, Da wohnet Liebe, Ruh und Rast; Da kann ein Sünder schon auf Erden mit Gott, dem Höchsten, Eines werden. Hallelujah! Hallelujah! 6. du, des wahren Erbtheils Pfand, Führ uns an deiner Liebeshand; Treib uns zum heiligen Verlangen, Dir un Ausgießung des heiligen Geistes. 102 verrücklich anzuhangen. Nimm, Herr, uns deinen Frieden nicht Und wend auf uns dein Angeficht, So werden wir in Tod und Leben Dir ewig Preis und Ehre geben. Hallelujah! Halle lujah! Himmelreich, als auch zugleich Hier unten auf der Erden! Gott fähret auf; des Geistes Lauf Geht nieder zu der Erden. 5. O süßer Tag, nun wird der Geist Vom Himmel ausges goffen; Der Geist, der uns der Welt entreißt Und uns, als Reichsgenossen, Der Sterblichfeit sogar befreit, Zu Jesu lässet kommen. Ach, würd ich bald auch dergestalt An diesen Ort genommen! 6.O guter Geist, regiere doch Mein Herz, daß ich dich liebe, Daß meine Seel das Sündenjoch Hinfort nicht mehr betrübe. Herr, laß mich bald des Feurs Gewalt, Das himmlisch ist, empfinden, Und alle Noth, ja selbst den Tod Durch solches überwinden. Joh. Rift, g. 1607, st. 1667. Mel. Was mein Gott will, gescheh 2c. eut ist das rechte 148. S Jubelfest Der Kirche angegangen, Daran ein Glanz sich sehen läßt Des Geistes, den empfangen Der Jünger Schaar, die offenbar Von diesem Himmelsregen Erquicket ist. Dies, o mein Christ, Kann Herz und Muth bewegen. 2. Heut hat der große Himmelsherr Herolde ausgesendet. Schaut seine tapfren Prediger! Die haben sich gewendet An manchen Ort; da klingt ihr Wort: Thut Buß, ihr Leut auf Erden! Dies ist die Zeit, so Mel. Wie schön leuchtet der 2c. uns euch befreit Und läffet selig wer- 149. heilger Geist, den. ein Und laß uns deine Woh3. Es läßt die Kirche, Christi nung sein; komm, du HerBraut, Sich hören auf den Wezenssonne! Du Himmelslicht, gen; Sie tritt hervor und rufet laß deinen Schein Bei uns und laut: Da kommt nun euer Se- in uns kräftig sein zu steter gen! Macht auf die Thür! Jetzt Freud und Wonne; Daß wir geht herfür Der Geist mit Pracht In dir Recht zu leben uns erund Ehren; Der will in euch geben und mit Beten Oft dessein herrlich Reich Erbauen halben vor dich treten. und vermehren. 4. O Tag des Heils, o großer Tag, Desgleichen nie gesehen! Tag, davon man sagen mag, Daß Wunder sind geschehen Im 2. Gieb Kraft und Nachdruck deinem Wort, Laß es wie Feuer immerfort In unsern Herzen brennen, Daß wir den Vater, seinen Sohn, Dich, beider Geist Pfingsten. 103 in einem Thron, Für wahren| Liebestreu Und fich darinnen Gott bekennen. Bleibe, Treibe übe. Kein Neid, Kein Streit Und behüte das Gemüthe, daß Dich betrübe; reine Liebe wollst wir gläuben Und im Glauben du geben, Sanftmuth und Destandhaft bleiben. muth daneben. 3. Du Quell, draus alle 7. Hilf, daß in wahrer HeiWeisheit fleußt, Die sich in ligkeit Wir führen unsre Lebensfromme Seelen geußt, Laß dei- zeit. Sei unsers Geistes Stärke, nen Trost uns hören, Daß wir Daß uns forthin sei wohl bein Glaubenseinigkeit Auch An- wußt, Wie eitel ist des Fleisches dre in der Christenheit Dein Lust Und seine Sündenwerke. wahres Zeugniß lehren. Höre, Rühre, Führe Unser Sinnen Lehre Herz und Sinnen zu ge- und Beginnen von der Erden, winnen, dich zu preisen, Guts dem Nächsten zu erweiſen. Bis wir Himmelserben werden. Mich. Schirmer, g. 1606, st. 1673. popnd in Mel. Wie nach einer Wasserquelle. allersüßte 4. Steh uns stets bei mit deinem Rath Und führ uns den Pfad, Weil wir den Weg nicht wiſſen, Gieb 150. Freude, uns Beständigkeit, daß wir Getreu dir bleiben für und für, Wenn wir auch leiden müssen. Schaue, Baue, Was zerrissen und geflissen dir zu trauen Und auf dich allein zu bauen. 5. Laß uns dein edle Balsamfraft Empfinden und zur Ritterschaft Dadurch gestärket werden, Auf daß wir unter deinem Schuß Begegnen aller Feinde Truß, So lang wir sind auf Erden. Laß dich Reichlich Auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, Alles Unglück überwinden. allerschönstes Licht, Der du uns in Lieb und Leide Unbesuchet läsfest nicht; Geist des Höchsten, höchster Fürst, Der du hältst und halten wirst Ohn Aufhören alle Dinge, Höre, höre, was ich finge! 2. Du bist ja die beste Gabe, Die ein Mensch nur nennen fann. Wenn ich dich erwünsch und habe, Geb ich alles Wünschen an. Ach, ergieb dich, komm zu mir In mein Herze, das du dir, Da ich in die Welt geboren, Selbst zum Tempel aus erforen! long sid 6. Du süßer Himmelsthau, 3. Du wirst aus des Himlaß dich In unsre Herzen fräf- mels Throne Wie ein Regen tiglich und schenk uns deine ausgeschütt, Bringst vom Bater Liebe, Daß unser Sinn verbun- und vom Sohne Nichts als den sei Dem Nächsten stets mit lauter Segen mit. Laß doch, o Ausgießung des heiligen Geistes. 104 du werther Gast, Gottes Segen, den du hast Und verwaltst nach deinem Willen, Mich an Leib und Seele füllen. 8. Ich entsage, Herr, dem allen, Was dir deinen Ruhm benimmt. Meiner Seel soll nichts gefallen, Als allein, was von dir kömmt. Was der Satan will und sucht, Will ich halten als verflucht; Ich will seinen schnöden Wegen Mich mit Ernst zuwider legen. 9. Nur allein, daß du mich stärkest Und mir treulich stehefst bei! Hilf, mein Helfer, wo du merkest, Daß mir Hülfe nöthig sei; Brich des bösen Fleisches Sinn, Nimm den alten Willen hin, Mach ihn allerdinges neue, Daß mein Gott sich meiner freue. 4. Du bist weis und voll Verstandes, Was geheim ist, ist dir fund; Zählst den Staub des kleinen Sandes, Gründst des tiefen Meeres Grund. Nun, du weißt auch zweifelsfrei, Wie verderbt und blind ich sei; Drum gieb Weisheit und vor allen, Wie ich möge Gott gefallen. 5. Du bist heilig, läßt dich finden, Wo man rein und sau ber ist; Fleuchst hingegen Schand und Sünden, Wie die Tauben rein du bist. Mache mich, o Gnadenquell, Durch dein Waschen rein und hell; Laß mich fliehen, was du fliehest, Gieb mir, was du gerne siehest. 6. Du bist, wie ein Schäflein pfleget, Frommes Herzens, sanftes Muths; Bleibst im Lieben unbeweget, Thust uns Bösen alles Guts. Ach), verleih und gieb mir auch Diesen edlen Sinn und Brauch, Daß ich Freund und Feinde liebe, Keinen, den du liebst, betrübe. 10. Sei mein Retter, halt mich eben; Wenn ich sinke, sei mein Stab; Wenn ich sterbe, ſei mein Leben; Wenn ich liege, sei mein Grab. Wenn ich wieder aufersteh, Ei, so hilf mir, daß ich geh Hin, da du in ewgen Freuden Wirst dein Auserwählten weiden. Paul Gerhardt, geb. 1606, ft. 1676. 1750 Mel. Helft mir Gotts Güte preisen. zul mei7. Mein Hort, ich bin weht 151. 3euch ein nen Thoren, Set wohl zufrieden, Wenn du mich nur nicht verstößt; Bleib ich von dir ungeschieden, Ei, so bin ich gung getröst. Laß mich sein dein Eigenthum; Ich versprech hinwiederum, Hier und dort all mein Vermögen Dir zu Ehren anzulegen. meines Herzens Gast, Der du, da ich geboren, Mich neu ges boren hast, hochgeliebter Geist Des Vaters und des Sohnes, Mit beiden gleiches Thronès, Mit beiden gleich gepreist! 2. Zeuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine si Pfingsten. insul? 105 Kraft, Die Kraft, die uns von| und Streit. Der Feindschaft bist Sünden Hülf und Errettung ſchafft. Entsündge meinen Sinn, Daß ich mit reinem Geiste Dir Ehr und Dienste leiste, Die ich Dir schuldig bin. du feind, Willst, daß durch Liebesflammen Sich wieder thun zusammen, Die voller Zwietracht sind. 8. Du, Herr, haft selbst in 3. Ich war ein wilder Re- Händen Die ganze weite Welt, ben: Du hast mich gut gemacht. Kannst Menschenherzen wenden, Der Tod durchdrang mein Le- Wie dir es wohlgefällt: So gieb ben: Du hast ihn umgebracht doch deine Gnad Zum Fried und Und in der Tauf erstickt, als Liebesbanden, Verknüpf in allen wie in einer Fluthe, Mit dessen Landen, Was sich getrennet hat. Tod und Blute, Der uns im Tod erquickt. 9. D laß dein Volk erfennen Die Vielheit seiner Sünd, Auch Gottes Grimm so brennen, Daß er bei uns entzünd Den ernsten, bittern Schmerz Und Buße, die bereuet Das, deß zuerst sich freuet Ein weltergebnes Herz. 10. Erhebe dich und steure Dem Herzleid auf der Erd, Bring wieder und erneure Die Wohlfahrt deiner Heerd. Laß blühen, wie zuvor, Die Länder, so verheeret, Die Kirchen, so zerstöret Durch Krieg und Feuerszorn. 4. Du bist das heilge Dele, Dadurch gesalbet ist mein Leib und meine Seele Dem Herren Jesu Christ Zum wahren Eigenthum, Zum Priester und Propheten, Zum König, den in Nöthen Gott schüßt im Heiligthum. 5. Du bist ein Geist, der lehret, Wie man recht beten soll. Dein Beten wird erhöret, Dein Singen flinget wohl; Es steigt zum Himmel an, Es steigt und läßt nicht abe, Bis der geholfen habe, Der Allen helfen kann. 6. Du bist ein Geist der Freuden, Vom Trauern hältst du nicht, Erleuchtest uns im Leiden Mit deines Trostes Licht. Ach ja, wie manchesmal Hast du mit süßen Worten mir auf gethan die Pforten Zum güldnen Freudensaal! 7. Du bist ein Geist der Liebe, Ein Freund der Freundlich keit, Willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zank, Haß, Neid 11. Beschirm die Obrigkeiten, Bau unsers Fürsten Thron, Steh ihm und uns zur Seiten; Schmück, als mit einer Kron, Die Alten mit Verstand, Mit Frömmigkeit die Jugend, Mit Gottesfürcht und Tugend Das Volk im ganzen Land. 12. Erfülle die Gemüther Mit reiner Glaubenszier, Die Häuser und die Güter Mit Segen für und für. Vertreib den 106 Ausgießung des heiligen Geistes. bösen Geist, Der dir sich wider-| den Statt, Wenn der Fuß ges feget Und, was dein Herz er- strauchelt hat. gözet, Aus unsern Herzen reißt. 13. Gieb Freudigkeit und Stärke, Zu stehen in dem Streit, Den Satans Reich und Werke Uns täglich anerbeut. Hilf fämpfen ritterlich, Damit wir überwinden Und ja zum Dienst der Sünden Kein Christ ergebe sich. 4. Laß uns stets dein Zeugniß fühlen, Daß wir Gottes Kinder sind, Die auf ihn alleine zielen, Wenn sich Noth und Drangsal findt; Denn des Vaters liebe Ruth Ist uns allewege gut. 14. Richt unser ganzes Leben Allzeit nach deinem Sinn, Und wenn wirs sollen geben Ins Todes Hände hin, Wenns mit uns hie wird aus: So hilf uns fröhlich sterben Und nach dem Tod ererben Des ewgen Lebens Haus. 5. Reiz uns, daß wir zu ihm treten Frei mit aller Freudigfeit; Seufz auch in uns, wenn wir beten und vertritt uns allezeit, So wird unsre Bitt erhört Und die Zuversicht vermehrt. 6. Wird uns auch nach Troste bange, Daß das Herz oft rufen muß: Ach, mein Gott, mein Gott, wie lange! Ei, so mache den Beschluß; Sprich der Seele il Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676 11 152. Komm, o komm, tröstlich zu Und gieb Muth, Ge duld Ruh. du Geist des Lebens, Wahrer Gott von Ewigfeit! Deine Kraft sei nicht vergebens, Sie erfüll uns jederzeit; So wird Geist und Licht und Schein In dem dunklen Herzen sein. 2. Gieb in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rath, Verstand und Zucht, Daß wir an ders nichts beginnen, Als was nur dein Wille sucht. Dein Erfenntniß werde groß und mach uns vom Irrthum los. 3. Zeige, Herr, die Wohlfahrtsstege, Führ uns auf des Heiles Bahn; Räume ferner aus dem Wege, Was im Laufen hindern kann. Wirke Reu an Sün7. O du Geist der Kraft und Stärfe, Du gewisser, neuer Geist, Fördre in uns deine Werfe. Wenn der Satan Macht beweist, Schenk uns Waffen in dem Krieg Und erhalt uns in dem Sieg. 8. Herr, bewahr auch unsern Glauben, Daß kein Teufel, Tod, noch Spott Uns denselben möge rauben; Du bist unser Schutz und Gott. Sagt das Fleisch gleich immer nein, Laß dein Wort gewisser sein. 9. Wenn wir endlich sollen sterben, So versichre uns je mehr, Als des Himmelreiches Erben, Jener Herrlichkeit und Pfingsten. igénie 107 hr, Die uns unser Gott er-| Lenke fräftig meinen Sinn Auf est Und nicht auszusprechen ist. Joachim Neander, geb. 1610, ft. 1680. pintse mein wahres Wohlsein hin. Lehrst du mich, was recht ist, wählen, Werd ich nie mein Heil verfehlen. 153. Freut Mel. Wie nach einer Wasserquelle. Creuet euch, ihr Gottesfinder, reuet euch, ihr Menschen all! reuet euch, ihr armen Süner, Jauchzet Gott mit großem Schall! Euer Tröster kömmt zu ich, Der euch in das Freuenreich Will aus diesem Jamer bringen, Helfen euch den Sieg erringen. 2. Unsers Herzens Trost ist ommen, Gottes Geist, das Freuenlicht, Der Beschirmer aller Frommen, Unser Schutz und Zuersicht. Preiset seine Güt und Ereu, Die noch alle Morgen eu; So wird er uns allen geen, Hier und dort mit ihm zu eben. Joh. Olearius, g. 1611, f. 1684. 3. Heilige des Herzens Tries be, Daß ich über alles treut Meinen Gott und Vater liebe, Daß mir nichts so wichtig sei Als in seiner Huld zu stehn. Seinen Namen zu erhöhn, Seinen Willen zu vollbringen, Müsse mir durch dich gelingen. 4. Stärke mich, wenn wo zur Sünde Mein Gemüth versuchet wird, Daß sie mich nicht übers winde. Hab ich irgend mich verirrt, so strafe selbst mein Herz, Daß ich unter Reu und Schmerz Mich vor Gott dars über beuge Und mein Herz zur Beßrung neige. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 154. eist vom Vater 5. Reize mich, mit Flehn und Beten, Wenn mir Hülfe nöthig ist, Zu dem Gnadenstuhl zu treten. Gieb, daß ich auf Jeſum Und die Hoffnung Christ Als auf meinen Mittler me, Der du unser Tröster bist bau, Gnad um Gnad auf mein Ind von unsers Gottes Throne| Verlangen Von dem Vater zu Hülfreich auf uns Schwache Fichst, Stehe du mir mächtig Sei, Daß ich Gott ergeben sei; empfangen. so wird mein Herz auf ErDen Schon ein Tempel Gottes werden. 6. Stehe mir in allen Leiden Stets mit deinem Troste bei, Daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam spän sei. Gieb mir ein gelassen Herz; Laß mich selbst im Todesschmerz, Bis zum frohen Ueberwinden, Deines Trostes Kraft empfinden. nas Gottfr. Hoffmann, geb. 1658, st. 1712. 2. Laß auf jedem meiner Wege Deine Weisheit mit mir sein, Wenn ich bange Zweifel hege, Deine Wahrheit mich erfreun. Ausgießung des heiligen Geistes. 108 155.& ⁹ Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. 8 saß ein from mes Häuflein dort Und wollte nach des Herren Wort Einmüthig Pfingsten halten. Ach, laß auch jetzt im Christenstand, Herr Jesu, deiner Liebe Band Bei frommen Gliedern walten! bini der: Sie sind trunken. Den rech ten Freudenwein uns gieb; Erquick, o Herr, in deiner Lieb, Was vor in Angst versunken! 7. Dein Licht treib in des Hers zens Haus Mit hellen Strahlen gänzlich aus Die alten Finsternisse, Daß Blindheit, Frrthum, falscher Wahn, Und was uns sonst verleiten kann, Auf ewig weichen müsse. 8. Dein Feuer tödt in unsrer Brust, Was sich noch regt von Sündenlust, Erwecke reine Tries be, Auf daß wir schmecken wahre Freud Anstatt der schnöden Ei3. Er füllete die Wohnung telkeit In Jesu süßer Liebe. ganz, Zertheilter Zungen Feuern muschio glanz Ließ sich auf Jedem spüren. Ach, nimm auch unsre Kirchen ein, Laß feurig unsre Lehrer sein Und deine Sprach uns rühren! how sk 4. Sie wurden all des Geistes voll und fingen an zu reden wohl, Wie er gab auszu sprechen. Erfüll auch uns mit heilger Gluth, Daß wir des Herzens blöden Muth Mit freier Rede brechen! 2. Schnell fiel hernieder auf das Haus Ein starker Wind, der mit Gebraus Sich wundersam erhoben. Gotteshauch, ach, lasse dich Bei uns auch spüren mächtiglich Und weh uns an von oben! 5. Der Parther, Meder, Elamit Kann, was zum Heil der Welt geschieht, In seiner Sprache hören. Ach, hebe Babels Irrfal auf; Gieb, Jesu, deinem Wort den Lauf, Daß dich die Völker chren! 6. Die Welt zwar treibt nur ihren Spott, Und wer nicht merkt die Kraft aus Gott, Spricht leiMel. Jesu, meine Freude. 156. Shmückt das Fest mit Maien, 156. Lasset Blumen streuen, Zündet Opfer an! Denn der Geist der Gnaden Hat sich eingeladen; Machet ihm die Bahn! Nehmt ihn ein, so wird sein Schein Euch mit Licht und Heil erfüllen Und den Kummer stillen. 2. Tröster der Betrübten, Siegel der Geliebten, Geist voll Rath und That, Starter Got tesfinger, Friedensüberbringer, Licht auf unserm Pfad! Gieb uns Kraft und Lebenssaft, Laß uns deine theuern Gaben Nach Vergnügen laben. 3. Laß die Zungen brennen, Wenn wir Jesum nennen; Führ den Geist empor. Gieb uns Kraft zu beten Und vor Gott zu Pfingsten.noipoul! 109 Tod, die letzte Noth, Mit uns will zu Felde liegen, Daß wir fröhlich siegen.este min reten; Sprich du selbst uns vor.| Und verlaß uns nicht, Wenn der Bieb uns Muth, du höchstes But, Tröst uns träftiglich von ben Bei der Feinde Toben. 4. Helles Licht, erleuchte, Klaer Brunn, befeuchte Unser Herz nd Sinn; Gnadenöl, erquicke, O Magnet, entzücke Uns zum simmel hin. Baue dir den Cempel hier, Daß dein Herd nd Feuer brennet, Wo man Bott befennet. 9. Laß uns hier indessen Nimmermehr vergessen, Daß wir Gott verwandt. Dem laß uns stets dienen Und im Guten grünen Als ein fruchtbar Land, Bis wir dort, du werther Hort, Bei den grünen Himmelsmaien Ewig uns erfreuen. Benjamin Schmolk, geb.1672, st. 1737. 5. Goldner Himmelsregen, Schütte deinen Segen Auf das Tirchenfeld. Lasse Ströme flie en, Die das Land begießen, 157. Licht des Le Mel. Erquicke mich, du Heil der zc. Gott, o D Bo dein Wort hinfällt; Und erleih, daß es gedeih, Hunertfältig Früchte bringe Und hm stets gelinge. bens, Das uns im Todesschatten scheint, Du scheinst und lockst so lang vergebens, Weil 6. Schlage deine Flammen Finsterniß dem Lichte feind. D leber uns zusammen, Wahre Geist, dem Keiner kann entge liebesglut; Laß dein sanftes hen, Ich laß dich gern den JamBehen Auch bei uns geschesen, Dämpfe Fleisch und Blut. Zaß uns doch das Sündenjoch Ticht mehr, wie vor diesem, ziegen Und das Böse fliehen. mer sehen. 2. Entdecke Alles und verzehre, Was nicht in deinem Lichte rein, Wenn mirs gleich noch so schmerzlich wäre; Die Wonne folgt nach solcher Pein. Du wirst mich aus dem finstern Alten In Jesu Klarheit umgestalten. 7. Gieb zu allen Dingen Wollen und Vollbringen, Führ ins ein und aus; Wohn in unsrer Seele, Und des Herzens Höhle Sei dein eigen Haus. 3. Dem Sündengift ist nicht Werthes Pfand, mach uns be- zu steuern; Durchsalbe du mich, annt, Wie wir Jesum recht er- so geschichts. Du mußt von ennen Und Gott Vater nennen. Grund auf mich erneuern, Sonst 8. Mach das Kreuze süße, hilft mein eignes Trachten nichts. Und im Finsternisse Sei du un- Geist, sei meines Geistes Leer Licht. Trag nach Zions Hü- ben, Sch kann mir selbst fein geln Uns mit Glaubensflügeln, Gutes geben. 110 Ausgießung des heiligen Geistes. 4. Du Athem aus der ewgen| langen Hier begierig zu emStille, Durchwehe sanft der pfangen. Seelen Grund; Füll mich mit aller Gottesfülle, Und da, wo Sünd und Gräuel stund, Laß Glauben, Lieb und Ehrfurcht grünen, Im Geist und Wahrheit Gott zu dienen. 2. Fülle mich mit deinen Gas ben. Ach, fomm selbst zu mir herein; Denn ich muß dich selber haben! Laß mich deine Woh nung sein, Laß in deinem Licht mich sehen und aus Kraft in Kräfte gehen. 5. Mein Wirken, Wollen und Beginnen Sei findlich folgsam deinem Trieb. Bewahr mein Herz und alle Sinnen Unta3. So kann ich den Herrn erkennen, Der mein Gottversöh ner ist, Und ihn freudig Heidelig in Gottes Lieb. Dein In- land nennen, Meinen Herrn Mir- Beten, Lehren, Kämpfen Laß mich auf keine Weise dämpfen. und meinen Christ. Ja, so darf ich Abba beten Und als Kind zum Vater treten. Friedr. Aug. Welhe, geb. 1721, st. 1771. 6. D Geist, o Strom, der uns vom Sohne Eröffnet und frystallenrein Aus Gottes und des Lammes Throne Nun quillt Mel. Fröhlich soll mein Herze springen. in stille Herzen ein, Ich öffne 159. Höchster Tröster, meinen Mund und sinke Hin zu der Quelle, daß ich trinke. fomm hernie der! Geist des Herrn, Sei nicht fern, Salbe Jesu Glieder! Er, der nie sein Wort gebrochen, Jesus, hat Deinen Rath Sei nem Volk versprochen. 7. Ich laß mich dir und bleib indessen Von Allem abgekehrt dir nah. Ich will die Welt und mich vergessen, Dies innigst glauben: Gott ist da! O Gott, o Geist, o Licht des Lebens, Man harret deiner nie vergebens. 2. Schöpfer unsers neuen Lebens, Jeder Schritt, Jeder Tritt Ist ohn dich vergebens. Ach, થ h, das Seelenwerk ist wichtig Wer ist wohl, Wie er soll, Treu zu handeln tüchtig? Gerhard Tersteegen, geb. 1697, st. 1769. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 3. Weck uns auf vom Sündenschlafe, Rette doch Heute noch 158. Pomm, du fanf- Die verlornen Schafe. Reiß die ter Gnadenre- Welt aus dem Verderben, Laß gen, Komm, du Geist der Herr- sie nicht Im Gericht Der Verlichkeit, Komm, du Segen aller stockung sterben. Segen! Mache du mich selbst bereit, Dich mit wartendem Ver4. Geist der Weisheit, gick uns allen Durch dein Licht Un Pfingsten. erricht, Wie wir Gott gefallen. Zehr uns recht vor Gott zu treen, Sei uns nah Und sprich a, Wenn wir gläubig beten. 5. Hilf den Kampf des GlanSens kämpfen; Gieb uns Muth, Fleisch und Blut, Sünd und Welt zu dämpfen. Laß uns Trübal, Kreuz und Leiden, Angst ind Noth, Schmerz und Tod Nicht von Jesu scheiden. 111 | nicht durch seine Kraft Die Ge finnung in mir schafft, Daß ich dir mich ganz ergebe Und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu, noch mit ächter Treu Meinen Gott und Herrn dich nennen, Stehet mir dein Geist nicht bei. Drum so laß ihn kräftiglich In mir wirken, daß ich dich Glaubensvoll als Mittler ehre Und auf deine Stimme höre. d com 6. Hilf uns nach dem Besten treben; Schenk uns Kraft, Tu gendhaft Und gerecht zu leben. Gieb, daß wir nie stille stehen; Treib uns an, Froh die Bahn Deines Worts zu gehen. 7. Sei bei Schwachheit unsre Stüße, Steh uns bei, Mach ans treu In der Prüfungshitze. Führ, wenn Gott uns nach dem Leide Sterben heißt, Unsern Geist Freudig in die Freude. 130 Ehrenfr. Liebich, geb. 1713, st. 1780. 4. Ewge Quelle heilger Güter, Hochgelobter Gottesgeist, Der du menschliche Gemüther Besserst und mit Trost erfreust, Nach dir, Herr, verlangt auch mich; Ich ergebe mich an dich. Mache mich zu Gottes Preise Heilig und zum Himmel weise. 5. Fülle mich mit heilgen Trieben, Daß ich Gott, mein höchstes Gut, Ueber alles möge lieben, Daß ich mit getrostein Muth Seiner Vaterhuld mich du uns als Und mit Kindes160. Duter liebeft, freu Stets vor ſeinen Augen wandle Und rechtschaffen denk und handle. 6. Geist des Friedens und der Liebe, Bilde mich nach deinem Siun, Daß ich Lieb und Sanftmuth übe Und mirs rechne zum Gewinn, Wenn ich je ein Friedensband Knüpfen kann, wenn meine Hand Zur Erleichtrung von Beschwerden kann dem Nächsten müßlich werden. 7. Gieb mir wahre SelbstMel. Wie nach einer Wasserquelle. Treuer Gott, und deinen Geist Denen, die dich bitten, giebest, Ja, uns um ihn bitten heißt; Demuthsvoll fleh ich zu dir: Bater, send ihn auch zu mir, Daß er meinen Geist erneue Und ihn dir zum Tempel weihe. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit; Und mein Herz bleibt dir entrissen Und dem Dienst der Welt geweiht, Wenn er 112 Die Kirche Christi. erkenntniß, Daß ich meine Feh-| in Nöthen weint Und Gott nicht ler seh, Und durch demuthsvoll zu hören scheint: O dann laß Bekenntniß Gott hie um Berge- es meiner Seelen nicht an Trost bung fleh. Mache täglich Ernst und Stärkung fehlen. 29 und Treu, Sie zu bessern, in mir neu; Zu dem Heiligungsgeschäfte Gieb mir immer neue Kräfte.m toda ommon this 8. Wenn der Anblick meiner Sünden Mein Gewissen niederschlägt, Wenn sich in mir Zweifel finden, Die mein Herz mit Kummer hegt, Wenn mein Aug vollende. third spare 9. Was sich Gutes in mir findet, Ist dein Gnadenwerk in mir; Selbst den Trieb hast du entzündet, Daß mich, Herr, verlangt nach dir. O so seze durch dein Wort Deine Gnadenwirfung fort, Bis sie durch ein selig Ende Herrlich sich an mir Indesit David Bruhn, st. 1782. D schikbiram junio XI. Die Kirche Christi. do thun telinked 50 0 dok dahil salm 46. verschlingen, So fürchten wir 161.& in feste Burg ist uns nicht so sehr; Es ſoll uns unser Gott, Ein gute Wehr und Waffen. Er hilft uns frei aus aller Noth, Die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind Mit Ernst ers jetzt meint; Groß Macht und viel List Sein grausam Rüstung ist; Auf Erdn ist nicht seins Gleichen. doch gelingen. Der Fürst die ser Welt, Wie saur er sich stellt, Thut er uns doch nicht; Das macht, er ist gericht, Ein Wörtlein fann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen las sen stahn Und kein Dank darzu haben. Er ist bei uns wohl auf dem Plan Mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib: Laß fahren dahin, Sie habens kein Gewinn; Das Reich muß 2. Mit unser Macht ist nichts gethan, Wir sind gar bald verloren. Es streit für uns der rechte Mann, Den Gott hat selbst erforen. Fragst du, wer uns doch bleiben. der ist? Er heißt Jesus Christ, Der Herr Zebaoth, Und ist kein ander Gott; Das Feld muß er behalten. Psalm 124. är mit uns 3. Und wenn die Welt voll 162. War Gott nicht Teufel wär Und wollt uns gar Zeit, So soll Israel sagen, Wär Lutheri Helbenlieb. Die Kirche Christi. Gott nicht mit uns diese Zeit, Wir hätten mußt verzagen, Die so ein armes Häuflein sind, Veracht von so viel Menschenfind, Die an uns setzen alle. 2. Auf uns so zornig ist ihr Sinn, Wo Gott das hätt zugeben, Verschlungen hätten sie uns hin Mit ganzem Leib und Leben; Wir wärn, als die ein Fluth ersäuft Und über die groß Wasser läuft Und mit Gewalt verschwemmet. 113 3. Gott woll ausrotten Alle gar, Die falschen Schein uns lehren; Dazu ihr Zung stolz offenbar Spricht: Trog! wer wills uns wehren? Wir haben Recht und macht allein; Was wir setzen, das gilt gemein. Wer ist, der uns soll meiſtern? 4. Darum spricht Gott: Ich muß auf sein, Die Armen sind verstöret; Jhr Seufzen dringt zu mir herein, Ich hab ihr Kläg erhöret. Mein heilsam Wort soll auf den Plan, Getrost und frisch sie greifen an und sein die Kraft der Armen. 3. Gott Lob und Dank, der nicht zugab, Daß ihr Schlund uns möcht fangen! Wie ein Vogel des Stricks kommt ab, unser Seel entgangen. st 5. Das Silber, durchs Feur Strickfiebenmal Bewährt, wird lauter ist entzwei und wir sind frei! funden: An Gottes Wort man Des Herren Name steht uns bei, Des Gottes Himmls und Erden. M. Luther, g. 1483, ft. 1546. warten soll Desgleichen alle Stunden. Es will durchs Kreuz bewähret sein; Da wird erkannt sein Kraft und Schein Und leucht stark in die Lande. Psalm 12. 163., Gott vom Himmel, sieh darein Und laß dich deß erbarmen! Wie wenig sind der Heilgen dein, Verlassen sind wir Armen. Dein Wort man läßt nicht haben wahr, Der Glaub ist auch erloschen gar Bei allen Menschenkindern. 2. Sie lehren eitel falsche List, Was eigner Witz erfindet; 6. Das wollst du, Gott, bes wahren rein Vor dieſem argen Gschlechte; Und laß uns dir bes fohlen sein, Daß sichs in uns nicht flechte*). Der gottlos Hauf sich umher findt, Wo diese losen Leute sind In deinem Volk erhaben. *) einreiße. Martin Luther, geb. 1483, st. 1546. rhalt uns, Herr, bei deinem Wort 164. In Gottes Wort gegründet. Der| Und steur der Feinde List und wählet dies, der Ander das; Sie trennen uns ohn alle Maß und gleißen schön von außen. M. R. Gesangbuch Mord, Die Jesum Christum, deinen Sohn, Wollen stürzen von seinem Thron. 8 114 Die Kirche Christi. 2. Beweis dein Macht, Herr| Begehr; Gotts ist bei ihn'n vers Jesu Christ, Der du Herr aller gessen. Wie Meereswellen einHerren bist; Beschirm dein arme hergehn, Nach Leib und Leben Christenheit, Daß sie dich lob sie uns stehn; Deß wird sich in Ewigkeit. Gott erbarmen. 3. Gott heilger Geift, du Tröster werth, Gieb deinm Volk einrlei Sinn auf Erd; Steh bei uns in der letzten Noth, Gleit uns ins Leben aus dem Tod. M. Luther, geb. 1483, t. 1546. 165. Verleih uns Frie- mal aufwachen. den gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Zeiten; Es ist doch ja kein Ander nicht, Der für uns könnte streiten, Denn du, unser Gott, alleine. Martin Luther, nach Gregor b. G.( t. 604) Da nobis pacem, Domine. 166. Wher, nicht o Gott, der bei uns hält, Wenn unser Feinde toben, und er nicht unser Sach zufällt Im Himmel hoch dort oben; Wo er Israels Schuß nicht ist Und selber bricht der Feinde List, So ists mit uns verloren. 2. Was Menschenkraft und Wig anfäht, Soll billig uns nicht schrecken. Er fizet an der höchsten Stätt; Der wird ihrn Rath aufdecken. Wenn sies aufs flügste greifen an, So geht doch Gott ein ander Bahn; Es steht in seinen Händen. 4. Sie stellen uns wie Ketzern nach, Nach unserm Blut fie trachten; Noch rühmen sie sich Christen hoch, Die Gott allein groß achten. Ach Gott, der Name dein Muß ihrer Schalkheit Deckel sein! Du wirst ein3. Sie wüthen fast und fahren her, Als wollten sie uns fressen; zu würgen steht all ihr 5. Aufsperren sie den Rachen weit Und wollen uns verschlingen. Lob und Dank sei Gott allezeit; Es wird ihn'n nicht gelingen. Er wird ihrn Strick zerreißen gar Und stürzen ihre falsche Lahr. Sie werdens Gott nicht wehren. 6. Ach, Herr Gott, wie reich tröstest du, Die gänzlich sind verlassen! Die Gnadenthür steht nimmer zu. Bernunft kann das nicht fassen; Sie spricht: Es ist nun Alls verlorn! Da doch das Kreuz hat nen geborn, Die deine Hülf erwarten. 7. Die Feind sind all in deiner Hand, Dazu all ihr Gedanken; Ihr Anschläg sind dir wohl bekannt. Hilf nur, daß wir nicht wanken. Vernunft wider den Glauben ficht; Aufs Künstge will fie trauen nicht, Da du wirst selber trösten. 8. Den Himmel und den Kreis der Erdn Hast du, Herr Gott, gegründet. Dein Licht laß Die Kirche Sei uns helle werdn; Das Herz aß sein entzündet In rechter Zieb des Glaubens dein, Bis an das End beständig sein. Die Welt laß immer murren. Just. Jonas, geb. 1493, st. 1555. Christi. 115 7. Die Sach und Ehr, Herr Jesu Christ, Nicht unser, son dern dein ja ist; Darum so steh du denen bei, Die sich auf dich verlassen frei. 8. Dein Wort ist unsers Hers zens Truß, Und deiner Kirchen wahrer Schuß; Dabei erhalt Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem 2c. 167., bleib bei uns, lieber Herr, Daß wir nichts uns, Herr Jesu Christ, Weil es nun Abend worden ist; Dein göttlich Wort, Das helle Licht, Laß ja bei uns muslöschen nicht. 2. In dieser letztn betrübten Zeit Verleih uns alln Beständigkeit, Daß wir dein Wort und Sacrament Behalten rein bis an das End. Mel. Christus, der ist mein Leben. 3. Herr Jefu, hilf, dein Kirch 168. Ah, bleib mit dei erhalt: Wir sind gar sicher, faul und falt. Gieb Glück und Heil zu deinem Wort, Damit es schall an allem Ort. ner Bei uns, Herr Jesu Christ, Daß uns hinfort nicht schade Des bösen Feindes List. 4. Erhalt uns nur bei deinem Wort Und wehr des Teufels Trug und Mord. Gieb deiner Kirche Gnad und Huld, Fried, Einigkeit, Muth und Geduld. 9. Gieb, daß wir lebn nach deinem Wort Und darauf ferner fahren fort Von hinnen aus dem Jammerthal Zu dir in dei nen Himmelssaal. Nic. Selneder, geb. 1532, st. 1592. syed 5. Ach Gott, es geht gar übel zu; Auf dieser Erd ist keine Ruh; Viel Secten und viel Schwärmerei Auf einen Haufen kommt herbei. 6. Den stolzen Geistern wehre doch, Die sich mit Gwalt erheben hoch und bringen stets was Neues her, Zu fälschen deine rechte Lehr. 2. Uch, bleib mit deinem Worte Bei uns, Erlöser werth, Daß uns beid, hie und dorte, Sei Güt und Heil beschert. 3. Ach, bleib mit deinem Glanze Bei uns, du werthes Licht; Dein Wahrheit uns umschanze, Damit wir irren nicht. 4. Ach, bleib mit deinem Se gen Bei uns, du reicher Herr; Dein Gnad und all Vermögen In uns reichlich vermehr. 5. Ach, bleib mit deinem Schußze Bei uns, du starfer Held, Daß uns der Feind nicht truge, Noch fäll die böse Welt. 6. Ach, bleib mit deiner Treue 8* 116 Die Kirche Christi. Bei uns, mein Herr und Gott;| Schmerzen, Zion, Gottes wer Beständigkeit verleihe, Hilf uns the Stadt, Die er trägt in seis aus aller Noth. nem Herzen, Die er ihm erwäh let hat. Ach, spricht sie, wie hat mein Gott Mich verlassen Mel. Erhalt uns Herr, bei deinem 2c. in der Noth Und läßt mich so Josua Stegmann, geb. 1588, st. 1632. 169. O Jefu Chrifte, harte pressen; Meiner hat er D wahres ganz vergessen! Erleuchte, die dich kennen nicht, Und bringe sie zu deiner Heerd, Daß ihre Seel auch selig werd. 2. Erfüll mit deiner Gnaden Schein, Die in Irrthum verführet sein; Auch die, so heimlich fichtet an In ihrem Sinn ein falscher Wahn. 3. Und was sich sonst verlaufen hat Bon dir, das suche du mit Gnad Und ihr verwundt Gewissen heil; Laß sie am Him2. Der Gott, der mir hat versprochen Seinen Beistand je derzeit, Der läßt sich vergebens suchen Jeßt in meiner Traurig feit. Ach), will er denn für und für Grausam zürnen über mir? kann und will er sich der Armen Jetzt nicht, wie vorhin, erbarmen? 3. Zion, o du Vielgeliebte, Sprach zu ihr des Herren Mund, Zwar du bist jetzt die Betrübte, Seel und Geist ist dir verwundt; Doch stell alles Trauern ein! Wo mag eine Mutter sein, Die ihr eigen kind kann hassen Und aus ihrer Sorge lassen? mel haben Theil. 4. Den Tauben öffne das Gehör; Die Stummen richtig reden lehr, Die nicht bekennen wollen frei, Was ihres Herzens Glaube sei. 5. Erleuchte, die da sind verblendt; Bring her, die sich von uns getrennt; Bersammle, die zerstreuet gehn; Mach feste, die im Zweifel stehn. 6. So werden sie mit uns zugleich Auf Erden und im Himmelreich Hier zeitlich und dort ewiglich Für solche Gnade preisen dich. 5. Laß dich nicht den Satan blenden, Der sonst nichts als schrecken kann. Siehe, hier in meinen Händen Hab ich dich ges ion flagt mit schrieben an. Wie mag es denn 170. Ich geden Joh. Heermann, geb. 1585, st. 1647. Sef. 49, 14-16. 162 4. Ja, wenn du gleich möchtest finden Einen solchen Muttersinn, Da die Liebe kann verschwinden: So bleib ich doch, der ich bin. Meine Treu bleibt gegen dir, Zion, o du meine Zier. Du hast mir mein Herz besessen; Deiner kann ich nicht vergessen. Die Kirche Christi. 117 en dein; Deine Mauern will| drängte kleine Häuflein retten. ch bauen Und dich fort und Wir traun auf dich, wir schrein Fort anschauen. in Jesu Namen: Hilf, Helfer! Amen! Johann Heermann. 6. Du bist mir stets vor den Augen, Du liegst mir in meinem Schoß, Wie die Kindlein, Die noch faugen; Meine Tren Mel. Kommt her zu mir, spricht zc. an dir ist groß. Dich und mich 172. Verzage nicht, du Toll keine Zeit, Keine Noth, GeFahr noch Streit, Ja der Satan selbst nicht scheiden. Bleib getreu in allem Leiden! Häuflein klein, Obschon die Feinde Willens sein, Dich gänzlich zu verstören, und suchen deinen Untergang Davon dir wird recht angst und bang: Es wird nicht lange währen! Johann Heermann, geb. 1685, st. 1647. Mel. Herzliebster Jesu, was hast du zc. 2. Dich tröste nur, daß deine 171. Herr, unfer Gott, Sach Ist Gottes; dem befiehl nicht die es nur walten. Er wird durch seinen Gideon, Den er wohl kennt, die helfen schon, Dich und sein Wort erhalten. Schanden werden Die, so in ihren Nöthen und Beschwerden Bei Tag und Nacht auf deine Güte hoffen Und zu dir rufen. 2. Zu Schanden mache Alle, die dich hassen, Die sich allein auf ihre Macht verlassen. Ach, fehre dich mit Gnaden zu uns Armen; Laß dichs erbarmen! 3. So wahr Gott Gott ist und sein Wort, Muß Welt, Teu fel und Höllenpfort Und was dem thut anhangen, Endlich wer den zu Schand und Spott. Gott ist mit uns und wir mit Gott: Den Sieg wolln wir erlangen! Gustav Adolphe( geb. 1594 st. 1632) Felblieblein; durch des Königs Beichtvater, Jac. Fa3. Schaffe uns Beistand wider unser Feinde! Wenn du ein Wort sprichst, werden sie bald Freunde; Sie müssen Wehr und Waffen niederlegen, Kein Glied mehr regen. wth bricius, nouist Mel. Herzlicbster Jesu, was hast du zc. 4. Wir haben Niemand, dem wir uns vertrauen; Bergebens 173. Christe, du Beiist, auf Menschenhülfe bauen; Mit dir wir wollen Thaten thun und kämpfen, Die Feinde dämpfen. stand Kreuzgemeine, Mit Hülf und Rettung eilends uns erscheine! Den Feinden steure, ihre Blutgetichte Mache zu nichte! 2. Streite doch selber für dein arme Kinder; Dem Teufel wehre, 5. Du bist der Held, der sie kann untertreten Und das be 118 Die Kirche Christi. seine Macht verhinder; Was al-| dei dir allein Wir zu leisten les fämpfet wider deine Glie- schuldig sein. Dazu kannst du der, Stürze darnieder. ja nicht schweigen; Deine Machthand wirst du zeigen. 4. Stärke nur den schwachen Glauben, Den, bei so betrübter Zeit, Fleisch und Satan uns zu rauben Und mit Furcht und Blödigkeit Uns zu schrecken sind bemüht. Deine Weisheit fennt und sieht Deiner Kinder schwach Vermögen Und wird nicht zu viel auflegen. 5. Hilf den Deinen und befehre Der Verfolger blindes Heer. Der Verfolgung steur und wehre, Daß sie uns nicht werd zu schwer. Nimm dich der Bedrängten an; Leit auch die auf rechter Bahn, Die noch jetzt durch Satans Lügen Sich selbst um ihr Heil betrügen. 3. In Kirch und Schulen Frieden uns bescheere, Zugleich der Obrigkeit Frieden gewähre; Dem Herzen Frieden, Frieden dem Gewissen Gieb zu genießen. 4. Also wird zeitlich deine Güt erhoben, Also wird ewig und ohn Ende loben Dich, o du Wächter deiner armen Heer de, Himmel und Erde. Apelles v. Löwenstern, geb. 1594, st. 1648. 5120 Mel. Wie nach einer Wasserquelle. reuer Hirte dei 174. ner Heerde, Deiner Glieder starker Schuß, Sieh doch, wie die Asch und Erde, Großer Gott, mit Grimm und Truß Tobt und wüthet wider dich Und vermißt sich freventlich, Deine Kirche zu zerstören Und dein Erbtheil zu verheeren. 2. Du, Herr, bist ja unser König; Wir sind dein mit Leib und Seel. Menschenhülf ist hier zu wenig, Wo nicht du, Immanuel, Zu der Deinen Rettung wachst Und dich selbst zu Felde machst, Für dein wahres Wort zu kämpfen Und der Feinde Rath zu dämpfen. 3. Es trifft deines Namens Ehre, Deiner Wahrheit Heiligthum, Jesu, deines Glaubens Lehre, Deines Leidens Kraft und Ruhm Und den Dienst, 6. Laß uns recht und redlich handeln Und in Taubeneinfalt dir Ganz gelassen heilig wan deln; Auch dabei uns flüglich hier Schicken in die böse Zeit Und vor falscher Heiligkeit, Vor der Feinde List und Wüthen Uns mit Schlangenflugheit hüten. 7. Laß mit Beten und mit Wachen Stets uns stehn auf unsrer Hut Und nur dich, Herr, lassen machen, So wird Alles werden gut. Jesus streitet für uns hier Und vertritt uns dort bei dir, Bis wir auf der neuen Erden Bei ihm triumphiren werden. 8. Herr, wir warten mit Ver- Die Kirche langen; Komm und mach uns nur bereit, Dich mit Freuden zu empfangen. Dein bedrängtes Häuflein schreit: Komm, Herr Jesu, zum Gericht; Ach, verzeuch doch länger nicht, Unser Sache zu entscheiden! Hol uns heim zu deinen Freuden! Henr. Cath. v. Gersdorf, geb. 1650, s. 1726. Christi. 119 4. Die recht in dieser Kirche wohnen, Die werden in Gott selig sein: Des Todes Fluth wird sie verschonen, Denn Gottes Arche schließt sie ein. Für sie ist Christi Blut vergossen, Das sie im Glauben nehmen an; Sie werden Gottes Hausgenossen Und sind ihm willig unterthan. Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz zc. 5. Obwohl die Pforten offen 175. Preis, Lob und stehn Und hell das Licht des Dank sei Gott dem Herren, Der seiner Menschen Jammer wehrt Und sammelt draus zu seinen Ehren Sich eine ewge Kirch auf Erd, Die er von Anfang schön erbauet Als seine auserwählte Stadt, Die allezeit auf ihn vertrauet, Sich tröstet seiner großen Gnad. Tages scheint, Doch kann hinein nicht Jeder gehen, Zu sein mit Gott, dem Herrn, vereint. Es ist kein Weg, denn nur der Glaube An Jesum Christum, unsern Herrn: Wer den nicht geht, der bleibet draußen, Von Gottes Haus und Tempel fern. 6. Also wird nun des Herrn Gemeine Gepflegt, erhalten in der Zeit; Gott, unser Hort, schützt sie alleine Und segnet sie in Ewigkeit. Auch nach dem Tod will er ihr geben Aus Christi Wohlthat, Füll und Gnad Das ewge freudenreiche Leben. Das gieb auch uns, Herr unser Gott. 2. Sie ist gebaut auf rechtem Grunde, Der Jünger und Propheten Lehr, Wie hoch bezeugt mit Einem Munde Der Auserwählten heilges Heer; Aus edeln und lebendgen Steinen, Aus Perlen schön und feinem Gold, Aus Christi Leib, dem heilgen, reinen, Erfüllt mit Glaub, Treu, Lieb und Huld. 3. Der heilge Geist darin regieret, hat ſeine Hüter einge- 176. Weift der erMel. Dir, dir, Jehovah, will ich singen. ach du setzt; Die wachen stets, wie sichs gebühret, Daß Gottes Haus sei unverlegt; Die führn das Predigtamt darinnen und zeigen an das ewge Licht, Darin wir Bürgerrecht gewinnen Durch Glauben, Lieb und Zuversicht. sten Zeugen, Die auf der Maur als treue Wächter stehn, Die Tag und Nächte nimmer schweigen Und die getrost dem Feind entgegen gehn; Ja, deren Schall die ganze Welt durchdringt Und KORACE Die Kirche Christi. 120 aller Völker Schaaren zu dir bringt! 2. O, daß doch bald dein Feuer brennte! O, möcht es doch in alle Lande gehn! Ach, Herr, gieb doch in deine Ernte Viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn! O, Herr der Ernte, siehe doch darein: Die Ernt ist groß; die Zahl der Knechte klein! 3. Dein Sohn hat ja mit klaren Worten Uns diese Bitte in den Mund gelegt. O, siehe, wie an allen Orten Sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, Dich herzinbrünstig hierum anzuflehn; Drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn. 4. O, gieb dein Wort mit großen Schaaren, Die in der Kraft Evangelisten sein! Laß eilend Hülf uns widerfahren Und brich in Satans Reich mit Macht hinein. O, breite, Herr, auf weitem Erdenfreis Dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! Gemeinschaft Mel. O du Liebe meiner Liebe. Her erz und Herz 177. vereint zusammen Sucht in Gottes Herzen Ruh. Lasset eure Liebesflammen Lodern auf den Heiland zu. Er das Haupt, wir seine Glieder; Er das Licht und wir der Schein; Er der Meister, wir die Brüder; Er ist unser, wir sind sein. 2. Kommt, ach, kommt ihr 5. Ach, daß die Hülf aus Zion käme! O, daß dein Geist, so wie dein Wort verspricht, Dein Volk aus dem Gefängniß nähme! D, würd es doch nur bald vor Abend licht! Ach reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei Und komm herab zur Hülf und mach uns frei! 6. Ach, laß dein Wort recht schnelle laufen! Es sei fein Ort ohn dessen Glanz und Schein. Ach, führe bald dadurch mit Haufen Der Heiden Füll in alle Thore ein! Ja, wecke doch auch Israel bald auf Und also segne deines Wortes Lauf! 7. D, besfre Zions wüste Stege; Und was dein Wort int Laufe hindern kann, Das räum, ach ráum aus jedem Wege! Vertilg, o Herr, den falschen Glaubenswahn; Und mach uns bald von jedem Miethling frei, Daß Kirch und Schul ein Garten Gottes sei. Carl Heinr. v. Bogazky, g. 1690, st. 1774. der Heiligen. Gnadenkinder, 1nd erneuert eu-. ren Bund, Schwöret unserm Ueberwinder Lieb und Treu von Herzensgrund. Und wenn eurer Liebeskette Festigkeit und Stärke fehlt, O, so flehet um die Wette, Bis sie Jesus wieder stählt. 3. Tragt es unter euch, ihr Glieder, Auf so treues Lieben an, Daß ein jeder für die Brüder Auch das Leben lassen kann. Gemeinschaft der Heiligen. So hat uns der Freund geliebet, So zerfloß er dort im Blut; Denkt doch, wie es ihn betrübet, Wenn ihr euch selbst Eintrag thut. 4. Einer reize doch den Andern, Unserm blutbefreundten Lamm Vor das Lager nachzuwandern, Das für uns zur Schlachtbank kam. Einer soll den Andern wecken, Alle Kräfte Tag für Tag Nach Vermögen dran zu strecken, Daß er ihm gefallen mag. 5. Hallelujah! Welche Höhen, Welche Tiefen reicher Gnad, Daß wir dem ins Herze sehen, Der uns so Mel. Wer nur den lieben Gott zc. süß der Bater aller Geiſter, Der der 178. Wie ist doch Wunder Abgrund ist, Daß du, unsichtbarer Meister, Uns so fühlbar nahe bist! das Reich der Gnaden, Wo Jesus in uns wirkt und lebt! Hier darf uns gar fein Ding mehr schaden; Und was sich wider uns erhebt, Wird von dem König angesehn, Als sei es wider ihn geschehn. 6. Ach, du holder Freund, vereine Deine dir geweihte Schaar, Daß sie sich so herzlich meine, Wies dein letzter Wille war. Ja, verbinde in der Wahrheit, Die du selbst im Wesen bist, Alles, was von deiner Klarheit In der That erleuchtet ist. 2. Hier herrscht der allerbeste König, Dies ist ein unvergleichlich Reich; Hier ist man willig unterthänig, Und jeder Bürger folget gleich Dem Wink, den ihm der König giebt, Weil er ihn über Alles liebt. 7. So wird dein Gebet erfüllet, Daß der Vater alle die, Welche du in dich verhüllet, Auch in feine Liebe zieh, Und daß, wie du Eins mit ihnen, Also sie auch Eines sein, Sich in wahrer Liebe dienen Und einander gern erfreun. 121 so mache doch die todten, Trägen Geister lebensvoll. Zünde an die Liebesflamme, Daß ein jeder sehen kann, Wir, als die von einem Stamme, Stehen auch für einen Mann. 8. Liebe, hast du es geboten, Daß man Liebe üben soll, D, 9. Laß uns so vereinigt werden, Wie du mit dem Vater bist, Bis schon hier auf dieser Erden Kein getrenntes Glied mehr ist; Und allein von deinem Brennen Nehme unser Licht den Schein: Also wird die Welt erkennen, Daß wir deine Jünger sein. Nic. Ludw. v Zinzendorf, s. 1700, p. 1760. 3. Kein Unterthan ist schwach zu nennen, Weil alle Schuld vergeben ist. Ihr Herz muß recht in Liebe brennen; Denn jeder Bürger ist ein Christ, Nicht nach dem Schein; nein, in der That, Weil er den Geist, die Salbung, hat. 122 Die Kirche Christi. 4. Sein Boll find eitel ganz 179. Jöchsten, wie hr Kinder des Gerechte, Sie sind im Blut des Lammes rein. Die allerärgsten Sündenknechte Heißt hier der König selig sein; Denn feiner wird hineingebracht, Den nicht sein Geist gerecht gemacht. stehts um die Liebe? Wie folgt man dem wahren Vereinigungstriebe? Bleibt ihr auch im Bunde der Einigkeit stehn? Jst feine Zertrennung der Geister geschehn? Der Vater im Himmel kann Herzen erkennen; Wir dürfen uns Brüder ohn Liebe nicht nennen; Die Flamme des Höchsten muß lichterloh brennen. 5. Hier wohnt man in gar süßem Frieden und ist mit Gott sehr wohl daran. Der König bleibet ungeschieden; Er ist uns Vater, Arzt und Mann, Der Niemand Rath und Trost versagt, Wenn ihn sein Herz verdammt und plagt. 6. Hier ist der Geist, der Abba schreiet, Der immer in uns wohnt und bleibt, Der uns mit Licht und Trost erfreuet, Der uns beständig zieht und treibt, Der Jesum immer mehr verklärt Und uns recht völlig glauben lehrt. 7. O, welch ein süß und selig Leben! D, wüßte das die arme Welt! Du, großer Heiland, fannst ihr geben, Du giebst um sonst und ohne Geld. Ach, giebs noch Vielen einzusehn, Die sonst gewiß verloren gehn! 8. Kommt, Seelen, kommt ins Reich der Gnaden! Kommt, geht mit hellen Haufen ein! Kommt, laßt euch aller Schuld entladen! Kommt, ihr sollt alle felig sein! Kommt, glaubet unserm lieben Herrn! Er ruft, und sieht das Kommen gern. Friedr. Aug. Weihe, g. 1721, f. 1771. 2. Sobald wir von oben aufs neue geboren, Da sind wir von Christo zu Brüdern erforen. Ein Vater, Ein Glaube, Ein Geist, Eine Tauf, Ein voller zum Himmel gerichteter Lauf Kann unsere Herzen vollkommen verbinden; Wir können nicht anders, als Süßigkeit finden; Verdacht, Neid und Aergerniß müssen verschwinden. 3. Die Mutter, die droben ist, hält uns zusammen und schickt uns herunter die himmlischen Flammen. Kein Unterschied findet hier einige Statt, Weil Demuth die Herzen vereiniget hat. Wo Eigenheit, Zank und Haß können regieren, Da kann man den Funken der Liebe nicht spüren, noch in den Chor himmlischer Thronen ihn führen. 4. Die Zions- Gesellschaft verläßt die Verwandten, Sett Brüder am höchsten vor allen Bekannten. Wer noch ist bezaubert von Liebe der Welt Und sich in der Falschheit zum Bru Christus das Haupt der Kirche. 123 der verstellt, Den kann sie un-| nicht die Krone des Lebens vermöglich als Bruder annehmen, lieren. Wenn Babel nun trunEr müßt sich denn völlig zur ken wird von Zions Blut, So Buße bequemen; Sie darf sich stehn wir vereinigt auf unserer des redlichen Sinnes nicht schä- Hut. Das Schreien der Kinder wird wahrlich erhöret; Durch völlige Eintracht wird Babel zerstöret. Wer ist, der verbundenen Geistern was wehret? men. 5. Seht aber, wie selig wir haben erwählet, Die wir sind zum Segen der Brüder gezählet: Wir sind die erkaufete, feligste Schaar. Ach, lobet den Bater, ach, lobet ihn gar! Singt ihm mit vereinigten Herzen und Munde; Ohn Loben und Lieben vergeh feine Stunde; Wir stehn vor dem Herren als Einer im Bunde. 8. Drum lasset uns lieben und freuen von Herzen, Versüßen einander die Leiden und Schmerzen. Dringt kräftig, ihr Geister, in Eines hinein, Vermehret die Strahlen vom göttlichen Schein. Das lässet der Vater sich herzlich gefallen; Im Loben kann auch sein Ruhm herrlich erschallen, Wenn Kinder, von Liebe entzündet, nur lallen. 9. In jener Welt wird es noch besser hergehen; Da wird vor dem Vater die Brüderschaft stehen In reinestem Feuer, in seligster Brunst, Die ziehet zusammen des Königes Gunst. Ach, drücket zusammen die Herzen und Hände und bittet, daß Zion er Hülfe bald sende: So fennet die Liebe nicht Anfang noch Ende. Christ. Andr. Bernstein, st. 1799. 6. Was ich bin, mein Bruder, das bist du auch worden; Wir beide sind Erben des Himmels geworden. Ein jeder mit Allen zum Vaterland dringt; Die Kirche nach Einem stets kämpfet und ringt. Wir müssen bereit sein, für Brüder zu sterben, Wie Jesus uns auch so gemacht hat zu Erben; Ein Glied fühlt und leidet des andern Verderben. 7. Ach), laßt uns einander erinnern und führen, Daß wir Christus das Haupt der Kirche. Mel. Ein feste Burg ist unser Gott.| Felsen, steht, Der nie untergeht, 180. Sefu, einig Wenn gleich die ganze Welt wahres Haupt Der heiligen Gemeine, Die an dich, ihren Heiland, glaubt Und nur auf dir alleine, Als ihrem Zertrümmert und zerfällt: Erhör, erhör uns, Jesu! 2. Laß uns dein kleines Häufelein, Das sich zu dir bekennet, 124 Die Kirche Christi. Dir ferner anbefohlen sein. Er-| feliglich An aller Noth ein Ende. halt uns ungetrennet. Wort, 7. Ach Jesu, ach), wir bitten Tauf und Abendmahl Laß in dich In deinem Jesusnamen: seiner Zahl Und ersten Reinig- Erhör, erhör uns gnädiglich, feit Bis an den Schluß der Sprich, Jesu, Ja und Amen! Zeit Zu unserm Troste bleiben. Willst du uns Jesus sein, Sind wir, Jesu, dein, So halt dein Jesuswort, Und laß uns hier und dort Darüber jubiliren. Joh. Menger, g. 1658, t. 1734. 3. Hilf, daß wir dir zu aller Zeit mit reinem Herzen dienen. Laß uns das Licht der Seligkeit, Das uns bisher geschienen, Zur Buße fräftig sein Und zum hellen Schein, Der unsern Glauben mehrt, Der Sünden Macht 181. She is Mel. Alles ist an Gottes Segen. Fesus Christus herrscht als König; Alles wird ihm unterthänig, Alles legt ihm Gott zu Fuß. Alle Zunge soll bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen, Dem man Ehre geben muß. 2. Fürstenthümer und Gewalten, Machten, die die Thronwacht halten, Geben ihm die Herrlichkeit. Alle Herrschaft dort im Himmel, Hier im irdischen Getümmel, Ist zu seinem Dienst bereit. machet. 4. Laß uns beim Evangelio Gut, Blut und Leben wagen; Mach uns dadurch getrost und froh, Das schwerste Kreuz zu tragen. Gieb uns Beständigkeit, Daß uns Lust und Leid Von dir nicht scheiden mag, Bis wir den Jubeltag Bei dir im Himmel halten. 5. Auf unsers Landesvaters Haus Gieß von dem Gnaden throne Den Segen deines Blutés aus. Umstrahle seine Krone Mit deiner Herrlichkeit Ihm zur Sicherheit, Zu deiner Feinde Truß Und zum gewünschten Schuß Uns, deinen armen Kindern. 3. Sagt mir von erhabnen Thronen, Die beim ewgen Lichte wohnen: Nichts ist gegen Jefum groß. Nennt mir Namen auf der Erden, Wenn sie auch vergöttert werden: Sie sind Theil aus seinem Loos. 4. Gott, des Weltbaus großer Meister, Hat die Engel wohl als Geister Und als Flammen um den Thron; Sagt er aber je zu Knechten: Seße dich zu meiner Rechten? Nein, er sprach es 6. Erbarm dich deiner Christenheit, Vermehre deine Heerde; Für uns, dein armes Häuflein, streit, Daß es erhalten werde. Den Nergernissen wehr; Was dich haßt, bekehr; Was sich nicht beugt, zerbrich; Mach endlich zu dem Sohn. Christus das Haupt der Kirche. 125 5. Gott ist Herr; der Herr ist| men; Sag ihm nur: Mein Herr Giner, Und demselben gleichet und Gott! Keiner; Nur der Sohn ist ihm ganz gleich. Dessen Stuhl ist unumstößlich, Deffen Leben unauflöslich, Dessen Reich ein ewig Reich. 11. Eil, es ist nicht Zeit zum Schämen! Willst du Gnade? Du sollst nehmen! Willst du Leben? Das soll sein! Willst du erben? Du sollst sehen! 6. Gleicher Macht und glei- Soll der Wunsch aufs Höchste cher Ehren Sigt er unter lich- gehen: Willst du Jesum? Er ten Chören Thronend über Che- ist dein! rubim. In der Welt und Himmel Enden Hat er Alles in den Händen; Denn der Vater gab es ihm. 7. Nur in ihm, o Wunder gaben! Können wir Erlösung haben, Die Erlösung durch sein Blut. Hörts! Das Leben ist erschienen, Und ein ewiges Verfühnen Kommt in Jesu uns zu gut. 12. Allen losgekauften Sees len Solls an keinem Gute fehs len; Denn sie glauben, Gott zum Ruhm. Werthe Worte, theure Lehren! Möcht doch alle Welt dich hören, Süßes Evangelium! 13. Zwar das Kreuz drückt Christi Glieder Hier auf furze Zeiten nieder, Und das Leiden geht zuvor; Doch Geduld! Es folgen Freuden; Nichts kann sie von Jesu scheiden, Und ihr Haupt zieht sie empor. 8. Alles dieses nicht alleine; Die begnadigte Gemeine Hat auch ihn zu ihrem Haupt. Er hat sie mit Blut erkaufet, Mit dem Geiste sie getaufet, Und sie lebet, weil sie glaubt. 14. Gehen Ehr und Gut vers loren, Wird auch gar der Tod geschworen: Schmach und Sterben ist Gewinn. Droht mit Schanden, schreckt mit Beilen: Die nach jenem Kleinod eilen, Sehen über Alles hin. 9. Gebt, o Sünder, ihm die Herzen; Klagt, ihr Kranken, ihm die Schmerzen; Sagt, ihr Armen, ihm die Noth! Wunden müssen Wunden heilen; Heilöl weiß er auszutheilen, Reichthum schenkt er nach dem Tod. 15. Ihnen steht ein Himmel offen, Welcher über alles Hoffen, Ueber alles Wünschen ist. Die gereinigte Gemeine Weiß, 10. Komm, zum Tod ver- daß eine Zeit erscheine, Wo sie dammt Geschlechte, Der Ge- ihren König füßt. rechte macht Gerechte, Heilge 16. Auch bis dahin giebt er aus der Sünder Rott. Komm, Nahrung Und die Decke zur du wirst noch angenommen; Verwahrung; Denn er pflegt Komm getrost, er heißt dich kom- und liebet sie. Ja, bei seinem prin Die Kirche Christi. Kreuzesstamme Fraget sie, wer Gränzen Sieht man dich am | nun verdamme; Denn sie rüh- schönsten glänzen, Wo viel tanmet: Gott ist hie! send treue Seelen Dich zu ihrem Haupt erwählen, Die durchs Scepter deines Mundes, Nach dem Recht des Gnadenbundes, Sich von dir regieren lassen Und wie du, das Unrecht haffen. 126 17. Jauchz ihm, Menge heilger Knechte; Rühmt, vollendete Gerechte, Und du Schaar, die Palmen trägt, Und du Blutvolk in der Krone, Und du Chor vor seinem Throne, Der die 4. In dem Reiche deiner EhGottesharfen schlägt! ren Kann man stets dich loben 18. Ich auch auf der tiefsten Stufen, Ich will glauben, reden, rufen, Ob ich schon noch Pilgrim bin. Jesus Christus herrscht als König, Alles sei ihm unterthänig! Ehret, lobet, liebet ihn! hören Von dem himmlischen Gefchlechte, Von der Menge deiner Knechte, Die dort ohne Furcht und Grauen Dein verklärtes Antlig schauen, Die dich unermüdet preisen Und dir Ehr und und Dienst erweisen. 5. Monarch in dreien Rei chen, Dir ist Niemand zu vers Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. gleichen An dem Ueberfluß der 182. König, dem kein König gleichet, Schätze, An der Ordnung der Gesetze, An Vortrefflichkeit der Dessen Ruhm kein Mund errei- Gaben, Welche deine Bürger chet, Dem als Gott das Reich gebühret, Der als Mensch das Scepter führet, Dem das Recht gehört zum Throne, Als des Vaters ewgem Sohne, Den so viel Vollkommenheiten Krönen, zieren und begleiten: 2. Himmel, Wasser, Luft und Erde, Nebst der ungezählten Heerde Der Geschöpfe in den Feldern, In den Seen, in den Wäldern Sind, Herr über Tod und Leben, Dir zum Eigenthum gegeben. Thiere, Menschen, Geister scheuen, Menschensohn, dein Mel. Ein feste Burg ist unser Gott. mächtig Dräuen. 3. In des Gnadenreiches 183. Solange Chris stus Phil. Friedr. Hiller, g. 1699, st. 1769. MANS haben. Du beschüßest deine Freunde, Du bezwingest deine Feinde. 6. Herrsche auch in meinem Herzen Ueber Zorn, Furcht, Lust und Schmerzen. Laß mich deis nen Schuß genießen; Laß mich dich im Glauben füffen, Ehren, fürchten, loben, lieben Und mich im Gehorsam üben; Hier mit leiden, hier mit streiten, Dort mit herrschen dir zur Seiten. Joh. Jac. Rambach, geb. 1693, st. 1735. Christus das Haupt der Kirche. 127 ist, Wird seine Kirche dauern;| Hoch über uns die HimmelsNicht Menschenwig, noch Macht und List Zerstören ihre Mauern. Der starke Gottes Sohn Hoch auf des Vaters Thron, Der bleibt ihr Schutz und Hort; Vor seinem Geist und Wort Fliehn alle Höllenmächte. höhn, Seit du im Himmel sizest, Seit du vom ewgen Zion dort Aussendest dein lebendig Wort Und deine Heerde schüßest! Fröhlich, Selig Schaut der Glaube von dem Staube auf zum Sohne. Meine Heimath ist am Throne! 2. Preis dir, o Kirchen- Oberhaupt! Noch währet deine Gnade. So lang an dich die Kirche glaubt, Verderbet sie kein Schade. Dank dir, Herr Jesu Christ, Daß du noch bei ihr bist, Dein Licht und Recht ihr gönnst, Sie noch zu segnen brennst. Wohl uns des Segensfürsten! 3. Mit deinem Wort, mit deinem Blut, Das unauflöslich auf deine Glieder. bindet, Hast du ihr Haus, trotz 3. Verhüllt den Erdkreis Sturm und Fluth, Auf Felsen- düstre Nacht: Ich weiß, daß grund gegründet. Die Kirche dort ein Auge wacht, Das einst wähltest du Zum Size deiner Ruh; Du schmücktest sie mit Heil, Gabst ihr zum Erb und Theil Die reichen Himmelsgüter. um uns geweinet, Das einst für uns im Tode brach; Es ist dein Aug, es bleibet wach, Bis neu die Sonne scheinet. O wer Nunmehr Nimmer flagte, nimmer zagte, seit du was chest Und aus Nächten Tage machest! 4. O, fei und bleib ihr Schuß und Hort Zur Weltversuchungsstunde. Es schall in ihr dein Kreuzeswort Mit Kraft aus aller Munde. Erhalte dir zum Ruhm Auch unser Heiligthum. Sein Leuchter wanke nicht; Rein brenne dir sein Licht, Bis Erd und Himmel sinken. Carl Bernh. Garve, g. 1763, st. 1841. 2. Die Sterne leuchten ohne Zahl; Was ist ihr tausendfacher Strahl? Was ist der Glanz der Sonne? Ein Schatten nur von jenem Licht, Das dir vom holden Angesicht Ausgeht mit ewger Wonne! Sende, Spende Deine hellen Lebensquellen reichlich nieder, Großes Haupt, 4. Wohin wir ziehn durch Land und Meer, Ein Himmel neigt sich drüber her, Dein Him mel voller Gnaden. Da steigt erhörlich das Gebet, Da wallt man sicher früh und spät Vor Feindeslist und Schaden. Keis ner Deiner Auserwählten, Geist184. bleibt Tren will ihn dein Arm umfassen. tid $ Mel. Wie schön leuchtet der zc. lieblich stehn Die Kirche Christi.indd 128 5. Wir fliehn zu dir mit allem Schmerz, Zu dir, wenn sich das arme Herz Abhärmt in bittrer Reue; Du brichst nicht das zerstoßne Rohr, Und wenn der Docht sein Delverlor, So tränfst du ihn aufs neue. Im Licht Soll nicht Eine fehlen von den Seelen, die zum Leben Dir dein Vater übergeben. 2 Bei Einführung 6. felger König, Jefu Christ, Wie wundervoll und ge= heilig ist, Was uns in dir schenket! In dir, der Gottes Kinder schirmt, Bleibt unser Anfer, wenn es stürmt, Auf ewig eingesenket. Hier, hier Sind wir Festgebunden; unsre Stunden fliehn in Eile Dann hinauf zum ewgen Heile. haftad aid Albert Knapp, g. 1798. von Geistlichen. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. ihm vertraun, Durch Lehr und 185. Jeſu, Herr der Leben zu erbaun, Gieb Weisheit ihm und Kräfte. Lehr ihn, Hilf ihm Thun und leiden, dulden, streiten, beten, wachen, Selig sich und uns zu machen. Herrlichkeit, Du König deiner Christenheit, Du Hirte deiner Heerden, Du fiehst auf die erlöste Welt, Regierst sie, wie es dir gefällt, Sorgst, daß sie selig werden. Bon dir Sind wir Auch erwählet, zugezählet den Erlösten, Die du segnen willst und trösten. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruhn; Laß ihn sein Amt mit Freuden thun; Nichts sei, das ihn betrübe. Wenn er uns deine Wahrheit lehrt, Gieb uns ein Herz, das folgsam hört, Ein Herz voll treuer Liebe. Lehrer, Hörer Laß in Freundschaft und Gemeinschaft feste stehen Und den Weg zum Himmel gehen. 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, Laß unsern Leh rer, unsern Freund, Uns dir ent gegen führen. Du giebst ihm unter seine Hand Die Seelen als ein Unterpfand; Laß keine ihn verlieren. Jesu, Hilf du, Beut die Hände, daß am Ende Hirt und Heerde Treu vor dir erfunden werde. 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst, Nach deinem Sinn ihm Hirten giebst, Die es zum Himmel führen Und die voll Eifer, Geist und Kraft, Voll Glaubens, Liebe, Wissenschaft Das Herz der Sünder rühren. Treue Hirten Laß den Seelen niemals fehlen und die Heerden Mit den Hirten selig werden. 3. Wir nehmen hier von deiner Hand Den Lehrer, den du nns gesandt. Herr, segne sein Geschäfte! Die Seelen, die sich Bei Einführung von Geistlichen. 129 6. Sei uns gesegnet, Knecht| zum ergen Vaterland. Gott mit des Herrn! Du kommst im Na- dir! Amen! Amen! Mit dir men unsers Herrn, In Jesu Gehn wir Durch die Leiden dieChristi Namen. Hirte, nimm ser Zeiten zu dem Leben, Das uns bei der Hand; Führ uns uns unser Gott will geben. Joh. Dan. Carl Bickel, g. 1737, st. 1809. 119 Bei Einweihung von Kirchen. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. 3. Gott, heilger Geist, du 186. Gott Bater, aller werthes Licht, Bend her dein Dinge Grund, Gieb deinen Vaternamen fund An diesem heilgen Orte. Wie lieblich ist die Stätte hier! Die Herzen wallen auf zu dir; Hier ist des Himmels Pforte. Wohne, Throne Hier bei Sündern, als bei Kindern, voller Klarheit; Heilge uns in deiner Wahrheit. göttlich Angesicht, Daß wir erleuchtet werden. Geuß über uns und dieses Haus Dich mit allmächtgen Flammen aus; Mach himmlisch uns auf Erden. Lehrer, Hörer, Kinder, Väter, früher, später gehts zum Sterben. Hilf uns Jesu Reich ererben. 2. Sohn Gottes, Herr der Herrlichkeit, Dies Gotteshaus 4. Dreieinger Gott, Lob, Dank und Preis Sei dir von dir geweiht; D, laß dirs Allen gleicherweis Für dies dein wohlgefallen! Hier schalle dein Haus gesungen. Du hasts gelebendig Wort, Dein Segen schenkt und auferbaut, Dir ists walte fort und fort In diesen geheiligt und vertraut Mit HerFriedenshallen. Einheit, Rein- zen, Händen, Zungen. Ach, hier heit Gieb den Herzen; Angst Sind wir noch in Hütten; Herr, und Schmerzen tilg in Gnaden; wir bitten, stell uns droben Heil uns ganz vom Sünden- In den Tempel, dich zu loben. schaden. Albert Knapp, geb. 1798. Ausbreitung der Kirche; Mission. Psalm 67. | wir erkennen seine Werk Und -8 8 woll uns Gott was ihm lieb auf Erden, Und Jesus Christus, Heil und Stärk, Bekannt den Heiden werde Und sie zu Gott bekehre. 2. So danken, Gott, und lo9 187, 8 genädig sein Und seinen Segen geben; Sein Antlig uns mit hellem Schein Erleucht zum ewgen Leben, Daß M. R. Gesangbuch. 130 mbili Die Kirche Christi.is NOND ben dich Die Heiden überalle;| unrein ist, und mehren jener Und alle Welt die freue sich Flamme Triebe, Die nur auf Und sing mit großem Schalle, dich gerichtet ist. Daß du auf Erden Richter bist Und läßst die Sünd nicht walten; Dein Wort die Hut und Weide ist, Die alles Volk erhalten, In rechter Bahn zu wallen. 5. Erwecke, läutre und vers eine Des ganzen Christenvols kes Schaar Und mach in deinem Gnadenscheine Dein Heil noch Jedem offenbar. 6. Du unerschöpfter Quell des Lebens, Allmächtig starker Gotteshauch, Dein Feuermeer ström nicht vergebens; Ach, zünd in unsern Herzen auch. 3. Es danke, Gott, und lobe dich Das Volk in guten Thaten; Das Land bring Frucht und beßre sich; Dein Wort laß wohl gerathen. Uns fegne Vater und der Sohn, Uns segne Gott der heilge Geist; Dem alle Welt die Ehre thu, Vor ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von Herzen: Amen! 7. Schmelz Alles, was sich trennt, zusammen und baue deinen Tempel aus; Laß leuchten deine heilgen Flammen Durch deines Vaters ganzes Haus. Martin Luther, g. 1483, t. 1546. 8. Beleb, erleucht, erwärm, entflamme Doch bald die ganze weite Welt Und zeig dich je dem Völkerstamme Als Heiland, Friedefürst und Held. brennte, Du unaussprechlich 9. Dann tönen dir von MilLiebender, Und bald die ganze Welt erkennte, Daß du bist König, Gott und Herr! ger Mel. Errett mich, o mein lieber Herre. daß doch bald dein Feuer 188. D 00 lionen Der Liebe Jubelharmonien, Und Alle, die auf Erden wohnen, Knien vor den Thron. des Lammes hin. Joh. Ludwig Frider, g. 1729, st. 1766. das Line 150 2. 3war brennt es schon in heller Flamme Jetzt hier, jetzt dort, in Ost und West Dir, dem am Kreuz erwürgten Lamme, Ein herrlich Pfingst- und Freudenfest. 3. Und noch entzünden Himmelsfunken So manches falte, todte Herz Und machen Durstge freudetrunken Und heilen Sünd und Höllenschmerz. 4. Verzehren Stolz und Eigenliebe Und sondern ab, was Mel. Fahre fort. eich des Herrn:,: 189. in vollem Tag! Deiner Strah len Macht erhelle, Was in Todesschatten lag. Wolk und Zweifelsnebel fälle; Sende Licht und Wärme nah und fern, Reich des Herrn.:,: 2. Siege bald!:: Komm, Ausbreitung der Kirche; Mission. 131 das falte Reich der Nacht Al- 8. Kommt herbei,:,: Frohe ler Erden zu zerstören! Sieh, Zeiten, säumet nicht, Daß der es sammelt seine Macht; Doch Herr sich offenbare Als der Völ wer fann den Sieg dir wehren? fer Recht und Licht. Kommt, Denn die Sonne der Gerech- daß alle Welt erfahre, Wie die tigkeit Führt den Streit.:: Menschenheerd ihr großer Hirt Weiden wird.:,: Karl Bernh. Garve, g. 1768, st. 1841. 3. Gottes Held,:,: Mit der Gnade Siegsgewalt Schlage Feind an Feind darnieder. Bring in deine Herrschaft bald Alles Abgefallne wieder. Dann umMel. Nun komm, der Heiden Heiland. armen Freud und Friede sich 190. Walte, walte nah Ewiglich.: 4. Ueberall:,: Laß bis an der Welten Rand, Laß durch jeden Kreis der Erden Deiund fern, Allgewaltig Wort des Herrn, Wo nur seiner Allmacht Ruf Menschen für den Himmel schuf. nen Namen hell erkannt, Deine Kraft verherrlicht werden, Bis du als der Völker Friedefürst Herrschen wirst:,: 5. Menschenhuld:: Klopft in deiner milden Brust; Unter Menschenkindern wohnen, Das ist deines Herzens Lust. Nimm, o nimm die Nationen, Nimm zum Wohnsiß alle Länder ein; Sie sind dein!:: mie 6. Aber ihr,:,: Die der König ausgesandt, Geht voran in alle Zonen, Bahnt die Weg und macht bekannt Unter allen Nationen, Wie die Gnade, wo Der Herr regiert, Triumphirt.:,: 7. Welch ein Herr!:: Ihm zu dienen, welch ein Stand! Wenn wir seines Dienstes pfle gen, Lohnt er unsrer schwachen Hand Armes Werk mit reichem Segen. Wallen wir, so wallt sein Friedemit Schritt vor Schritt.:,: 2. Wort vom Vater, der die Welt Schuf und in den Armen hält Und aus seinem Schoß herab Seinen Sohn zum Heil uns gab. 3. Wort von des Erlösers Huld, Der der Erde schwere Schuld Durch des heilgen Todes That Ewig weggenommen hat. SUM 4. Kräftig Wort von Gottes Geist, Der den Weg zum Himmel weist Und durch seine heilge Kraft Wollen und Vollbringen schafft. 135905 5. Wort des Lebens, stark und rein, Alle Völker harren dein. Walte fort, bis aus der Nacht Alle Welt zum Tag er wacht. 6. Auf, zur Erut in alle Welt! Weithin wogt das reife Feld; Klein ist noch der Schnit ter Zahl, Viel der Garben überall. 7. Herr der Ernte, groß und 9* 132 Die Kirche Christi. gut, Wirk zum Werke Lust und| Licht! Jesus hält, was er verMuth, Laß die Völker allzu spricht. mal Schauen deines Lichtes Strahl. 6. O des Tags der Herrlichs that feit! Jesus Christus, du die Jonath. Fr. Bahnmeier, g. 1774, st. 1841. Sonne, Und auf Erden weit 50 und breit Licht und Wahrheit, Mel. Jesus, meine Zuversicht. Fried und Wonne! Mach dich 191. Eine Heerde und auf! Es werde Licht! Jeſus hält, was er verspricht. Fried. Ad. Krummacher, g. 1768, ft. 1845. Ein Hirt! Wie wird dann dir sein, o Erde, Wenn sein Tag erscheinen wird! Freue dich, du kleine Heerde! Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. Mach dich auf und werde Licht! Jeſus hält, was er verſpricht. 192. u Stern in al2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, und die Herrlich feit des Herrn Nahet dämmernd fich den Heiden; Blinde Pilger flehn um Licht. Jesus hält, was er verspricht. 3. Komm, o fomm, getrener Hirt, Daß die Nacht zum Tage werde! Ach, wie manches Schäflein irrt Fern von dir und dei ner Heerde! Kleine Heerde, zage nicht; Jesus hält, was er verspricht. 3. Sich, das Heer der Nebel flicht Vor des Morgenrothes Helle, Und der Sohn der Wüste niet Durstend an der Lebensquelle; Ihn umleuchtet Morgenlicht. Jesus hält, was er verspricht. Du Schild in jedem Streit, Du Mann zu Gottes Rechten Im purpurfarbnen Kleid, Verlaß die ewge Hütte Und deiner Engel Reihn Und trag in unsre Mitte Heut deinen Stuhl hinein! 2. Du hast vom Marterhügel Uns huldreich angeblickt und hast dein fürstlich Siegel Uns an die Stirn gedrückt; Drum wagen wirs und laden Dich ungescheut herbei; Die Allmacht deiner Gnaden Macht uns den Muth so frei. 3. Es ist ein froh Getöne Ringsum im Land erwacht; Drob, wie man uns auch höhne, Das innre Herze lacht: Weinlese- Lieder schwingen Sich durch die öde Welt, Und Sens und Sicheln flingen In deinem Erntefeld. 5. Gräber harren aufgethan. Rauscht, verdorrete Gebeine; Macht dem Bundesengel Bahn! 4. Das klingt so wunders Großer Tag des Herrn, er- süße, Das dringt durch Mark scheine! Jesus ruft: Es werde und Bein. Ei, stünden unsre Ausbreitung der Kirche; Mission. Füße Auch bei den Schnittern dein! Ei, wär dein GarbenAcker Auch unser Arbeitsplan! Herr Jesu, mach uns wacker, Nimm unser Helfen an. 5. Ob wir gleich, kaum geboren, Noch wie im Wieglein ruhn: Auch mit zerstoßnen Rohren Kannst du, Herr, Thaten thun. Sieht man auch kaum uns glimmen In deines Vaters Haus: Mit Bligen, Donnern, Stimmen Kannst du uns rüsten aus. 6. Das war ja so dein Wesen Ben alten Tagen her, Daß du dir hast erlesen, Was schwach, gebeugt und leer, Daß mit zerbrochnen Stäben Du deine Wunder thatst Und mit geknickten Reben Die Feinde untertratst. 7. Zeigs, Herr, zu jeder Stunde Durch deine Taube an, Wie dir aus unserm Bunde Ein Jedes dienen kann. Zeigs an, wen du erforen, Greif in die Schaar hinein. Dir sind wir zugeschworen; Dein sind wir, Amen! dein! Fr. Wilh. Krummacher. 133 2. Damit wir Kinder würden, Gingst du vom Vater aus, Nahmst auf dich unsre Bürden Und bautest uns ein Haus. Von Westen und von Süden, Von Morgen ohne Zahl Sind Gäste nun beschieden Zu deinem Abendmahl. Mel. Wie soll ich dich empfangen. 193. S er du zum Heil erschienen Der allerärmsten Welt Und von den Cherubinen Zu Sündern dich gesellt, Den sie mit frechem Stolze Verhöhnt für seine Huld, Als du am Marterholze Berföhntest ihre Schuld. 3. Im schönen Hochzeitkleide, von allen Flecken rein, Führst du zu deiner Freude Die Völ kerschaaren ein; Und welchen nichts verkündigt, Kein Heil vers heißen war, Die bringen nun entsündigt Dir Preis und Ehre dar. 4. Du hast dem ärmsten Sclas ven, Wo heiß die Sonne glüht, Wie deinen andern Schafen Zu Liebe dich gemüht; Und selbst den öden Norden, Den ewigs Eis bedrückt, zu deines Him mels Pforten Erbarmend hins gerückt. 5. Drum kann nicht Ruhe werden, Bis deine Liebe stegt, Bis dieser Kreis der Erden Zu deinen Füßen liegt, Bis du im neuen Leben Die ausgeföhnte Welt Dem, der sie dir gegeben, Vors Angesicht geſtellt. 6. Und siehe, tausend Fürsten Mit Völkern ohne Licht Stehn in der Nacht und dürsten Nach deinem Angesicht. Auch sie hast du gegraben In deinen Pries sterschild, Am Brunnquell sie zu laben, Der dir vom Herzen quillt. 7. So sprich dein göttlich 134 noff Die Kirche Chrifti.del 11 Werde!". Laß deinen Odem sich schwach, Folgt, Herr, dir wehn, Daß auf der finstern Erde nach Und trägt mit Ehren deine Die Todten auferstehn, Daß, Schmach. wo man Gögen fröhnet Und vor dem Teufel fniet, Ein willig Volk versöhnet Zu deinem Tempel zieht. 8. Wir rufen, du willst hören; Wir fassen, was du sprichst. Dein Wort muß sich bewähren, Womit du Fesseln brichst. Wie viele sind zerbrochen! Wie viele finds noch nicht! O du, ders uns versprochen, Werd aller Heiden Licht! Albert Knapp, geb. 1798, Mel. Wachet auf! ruft uns die Stimme. iner ists, an dem 194. wir hangen, Der für uns in den Tod gegangen Und uns erkauft mit seinem Blut. Unsre Leiber, unsre Herzen Gehören dir, o Mann der Schmerzen; In deiner Liebe ruht sichs gut. Nimm uns zum Eigenthum; Bereite dir zum Ruhm Deine Kinder. Verbirg uns nicht Das Gnadenlicht Von deinem heilgen Angesicht. 2. Nicht wir haben dich erwählet; Du selbst hast unsre Zahl gezählet Nach deinem ewgen Gnadenrath. Unsre Kraft ist schwach und nichtig, und Keiner ist zum Werke tüchtig, Der nicht von dir die Stärke hat. Drum brich den eignen Sinn; Denn Armuth ist Gewinn Für den Himmel. Wer in 3. O Herr Jesu, Ehrenkönig, Die Ernt ist groß, der Schnit ter wenig; Drum sende treue Zeugen aus. Send auch uns hinaus in Gnaden, Viel frohe Gäste einzuladen Zum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem, den deine Wahl Beruft zum Abendmahl Im Reich Gots tes! Da ruht der Streit, Da währt die Freud Heut, gestern und in Ewigkeit. 4. Schau auf deine Millios nen, Die noch im Todesschatten wohnen, Von deinem Himmel reiche fern. Seit Jahrtausenden ist ihnen Kein Evangelium ers schienen, Kein gnadenreicher Morgenstern. Glanz der Ge rechtigkeit, Geh auf! denn es ist Zeit. Komm, Herr Jesu! Zeuch uns voran Und mach uns Bahn; Gieb deine Thüren aufs gethan. 5. Deine Liebe, deine Wunden, Die uns ein ewges Heil erfunden, Dein treues Herz, das für uns fleht, Wollen wir den Seelen preisen und auf dein Kreuz so lange weisen, Bis es durch ihre Herzen geht. Denn kräftig ist dein Wort; Es richtet und durchbohrt Geist und Seele. Dein Joch ist süß, Dein Geist gewiß, und offen steht dein Paradies. 6. Heiland, deine größten Ausbreitung der Kirche; Mission. Dinge Beginnest du still und geringe. Was sind wir Armen, Herr, vor dir? Aber du wirst für uns streiten Und uns mit deinen Augen leiten; Auf deine Kraft vertrauen wir. Dein Senf- 4. Längst ist in seinem ewgen forn, arm und klein, Wächst end- Rath Für sie zu seinem Reich lich ohne Schein Doch zum Bau- der Pfad Gezeichnet und gebahme, Weil du, Herr Christ, Sein net. Ohnmächtig droht der FeinHüter bist, Dem es von Gott de Hohn; Schnell steht in Herrvertrauet ift. bellichkeit sein Thron, Wo Nie Albert Knapp, geb. 1798. 195. M Mel. Wie schön leuchtet der zc. acht weit die Pforten in der Welt! Ein König ists, der Einzug hält, Umglänzt von Gnad und Wahrheit. Wer von der Sünde sich gewandt, Wer auf vom Todesschlafe stand, Der fiehet seine Klarheit. Seht ihn Weit hin Herrlich schreiten, Licht verbreiten; Nacht zerstreut er, Leben, Fried und Wonne beut er. 135 und hat die Noth Der Sünder angeblicket, Betet, Rettet, Heilt und segnet und begegnet setnen Armen Als ein Heiland voll Erbarmen. 2. Es jauchzt um ihn die frohe Schaar, Die lang in schweren Fesseln war; Er hat sie frei gegeben. Blind waren sie und sehen nun; Lahm waren sie und gehen nun; Todt waren sie und leben. Köftlich, Tröstlich Allen Kranken, ohne Wanken, ohne Schranken Walten seine Heilsgedanken. 3. Noch liegt vor ihm so tief und schwer Der Sünden unge heures Heer, Das tausend Völfer drücket. mand es geahnet. Selig, Selig, Wer da trauet, bis er schauet; wer sich mühet, Bis sein Gott vorüber ziehet! 5. Die ihr von Christi Hause seid, Kommt, schließet nun mit Freudigkeit Den Bund in sei nem Namen. Laßt uns auf seine Hände schaun, An seinem Reiche muthig baun. Sein Wort ist Ja und Amen. Flehet, Gehet, Himmelserben anzuwerben. Harret, ringet; Jesus ist es, der euch dinget. 6. du, den unsre Sünde schlug, Wann wird doch deines Lobs genug Auf dieser Welt er schallen! Wann wird der Völfer volle Zahl Jm ungetrübten Sonnenstrahl Zu deinem Tempel wallen, Wo dich Freudig Alle kennen, Jesus nennen, dir geboren, Dir auf ewig zuges schworen! Inbiyodus, 7. Wir harren dein; du wirst es thun; Dein Herz voll Liebe kann nicht ruhn, Bis Alles ist Um Rache schreit vollendet. Die Wüste wird zum es auf zu Gott; Doch lebet er i Paradies Und bittre Quellen 136 Die Kirche Christi. strömen süß, Wenn du dein| denpfad; Strahle Tröstung in Wort gesendet. Zu dem Sturme den Jammer, Der die Welt ums Sprichst du: Schweige! Meer, dunkelt hat. erleuchte, ewges verseige! Flammen, zündet! Wort, Ost und West und Süd Tempel Gottes, sei gegründet! und Nord. Albert Knapp, geb. 1798. 6. Und erquick auch unsre Seelen; Mach die Augen hell Mel. Gott des Himmels und der Erden. und klar, Daß wir dich zum 196. Licht, das in die Lohn erwählen. Vor den StolWelt gekommen, zen uns bewahr; Ja, laß deiSonne voller Glanz und Pracht, nen Himmelsschein Unsers FuMorgenstern, aus Gott ent- Bes Leuchte sein. glommen, Treib hinweg die alte Nacht. Zeuch in deinen Wunderschein Bald die ganze Welt hinein. Rud. Stier, geb. 1800. 2. Gieb dem Wort, das von dir zeuget, Einen recht gepriesnen Lauf, Daß noch manches Knie sich beuget, Sich noch manches Herz thut auf, Eh die Zeit erfüllet ist, Wo du richtest, Jesu Christ. 3. Heile die zerbrochnen Herzen, Baue dir Jerusalem Und verbinde unsre Schmerzen; Denn so ist dirs angenehm. Herr, thu auf des Wortes Thür; Rufe 14. Mel. Wie schön leuchtet der zc. s Rede, Da man nicht die Stim3. 58 ſei keine Sprach noch ewges Evangelium Müff alle 198.& lebe Jesu Chris me hört, Und fein Land so fern Welt durchtönen. Mit Engelund öde, Wo nicht dein Geschwingen fleucht es schon, Ruft seß sie lehrt. Laß den hellen durch die Welt in süßem Ton: Freudenschall, Laß ihn ausgehn Laßt euch mit Gott versöhnen! überall. Amen! Amen! Völker alle, folgt dem Schalle, daß die Erde Boll Erkenntniß Gottes werde. 5. Geh, du Bräutgam, aus der Kammer, Laufe deinen Helsreflor as and Mel. Wachet auf! ruft uns die Stimme. 197. Pönig Jefu, streite, siege, Alles bald dir unterliege, Was lebt und webt in dieser Welt. Blick auf deine Friedensboten; Laß wehen deinen Lebensodem Durchs ganze weite Todtenfeld. Erhöre unser Flehn Und laß es bald geschehn. Amen! Amen! So rühmen wir Und jauchzen dir Ein Hallelujah für und für. -no XII. Gnaden- Mittel. 1. Wort Gottes. Mel. Es spricht der Unweisen Mund| das Herz, Daß wir dein Wort wohl. recht fassen, In Lieb und Leid, 199. Wir Menschen in Freud und Schmerz, Es aus sind zu dem, der Acht nicht lassen, Daß wir nicht Hörer nur allein Des Wortes, sondern Thäter sein, o Gott, Was geistlich ist, untüchtig. Dein Wesen, Wille und Gebot Ist viel zu hoch und wich- Frucht hundertfältig bringen. tig. Wir wissens und verstehens nicht, Wo uns dein göttlich Wort und Licht Den Weg zu dir nicht weiset. 137 6. Am Weg der Same wird sofort Vom Teufel hingenommen; In Fels und Steinen kann das Wort Die Wurzel nicht bes kommen; Der Same, der in Dornen fällt, Von Sorg und Wollust dieser Welt Verdirbet und ersticket. 3. Für solches Heil sei, Herr, gepreist! Laß uns dabei verblei 7. Ach hilf, Herr, daß wir werden gleich Dem guten fruchtbarn Lande, Und sein an guten Werken reich In unserm Umt und Stande, Viel Früchte bringen in Geduld, Bewahren deine ben und gieb uns deinen heil- Lehr und Huld In feinem, gu gen Geist, Daß wir dem Worte tem Herzen. gläuben, Dasselb annehmen jederzeit Mit Sanftmuth, Ehre, Lieb und Freud, Als Gottes, nicht der Menschen. 2. Drum sind vor Zeiten ausgesandt Propheten, deine Knechte, Daß durch dieselben würd bekannt Dein heilger Will und Rechte. Zum letzten ist dein einger Sohn, O Vater, von des Himmels Thron Selbst kommen, uns zu lehren. 4. Hilf, daß der losen Spötter Hauf Uns nicht vom Wort abwende; Denn ihr Gespött sammt ihnen drauf Mit Schrekfen nimmt ein Ende. Gieb du selbst deinem Worte Kraft, Daß deine Lehre in uns haft, Auch reichlich bei uns wohne. 5. Deffn uns die Ohren und 8. Laß uns, so lang wir leben hier, Den Weg der Sünder meiden. Gib, daß wir halten fest an dir In Anfechtung und Leiden. Rott aus die Dors nen allzumal, Hilf uns die Weltsorg überall und böse Lüste dämpfen. 9. Dein Wort, o Herr, laß allweg sein Die Leuchte unsern Füßen. Erhalt es bei uns klar und rein. Hilf, daß wir draus genießen Kraft, Rath und Troft 138 Gnadenmittel; Wort Gottes. in aller Noth, Daß wir im Le-| fort wir dieses Wort Von Hers ben und im Tod Beständig dar- zen sollen lieben. auf trauen. 4. Jm Kreuz giebts Luft, in Traurigkeit Zeigt es die Freu denquelle. Dem Sünder, dem sein Sünd ist leid, Entführet es der Hölle; Giebt Trost an Hand, macht auch bekannt, Wie man soll willig sterben, Und wie zugleich das Himmelreich Durch Christum zu ererben. 5. Sieh, solchen Nutz, so große Kraft, Die nimmer ist zu schätzen, Des Herrn Wort in uns wirkt und schafft; Darum wir sollen setzen Zurück Gold, Geld und was die Welt Sonst herrlich pflegt zu achten, Und jederzeit, in Lieb und Leid, Nach dieser Perle trachten. 6. Nun, Herr, erhalt dein heilig Wort, Laß uns sein Kraft empfinden. Den Feinden steur an allem Ort, Zeuch uns zurück von Sünden; So wollen wir dir für und für Von ganzem Herzen danken. Herr, unfer Hort, laß uns dein Wort Fest halten und nicht wanken. Chr. Knorr v. Rosenroth, g. 1636, ft. 1689. HE 10. Gott Vater, laß zu deiner Ehr Dein Wort sich weit ausbreiten. Hilf, Jesu, daß uns deine Lehr Erleuchten mög und leiten. Oheilger Geist, dein göttlich Wort Laß in uns wirfen fort und fort Glaub, Lieb, Geduld und Hoffnung. Dav. Denice, geb. 1603, t. 1680. Mel. Durch Adams Fall ist ganz zc. err Zebaoth, 200. dein heilig Wort, Welchs du uns hast gegeben, Daß wir darnach an allem Ort Solln richten Lehr und Leben, Ist worden fund aus deinem Mund, Und in der Schrift beschrieben Rein, schlecht und recht durch deine Knecht, Vom heilgen Geist getrieben. 2. Das Wort, welchs jetzt in Schriften steht, Ist fest und unbeweglich. Zwar Himmel und die Erd vergeht, Gotts Wort bleibt aber ewig; Kein Höll, kein Plag, noch jüngster Tag, Vermag es zu vernichten. Drum denen soll sein ewig wohl, Die Mel. O du Liebe meiner Liebe. 3. Es ist vollkommen, hell 201. Sa, und flar, Die Richtschnur reiner Lehre. Es zeigt uns auch ganz offenbar Gott, seinen Dienst und Ehre, Und wie man soll hie leben wohl, Lieb, Hoffnung, Glauben üben. Drum fort und ruhn? Mir ists nicht um taus Diesen Schatz erhalte mir; Denn ich zich es aller Habe Und dem größten Reichthum für. Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, Worauf soll der Glaube Gnadenmittel; Wort Gottes. send Welten, Aber um dein Wort zu thun. 2. Hallelujah! Ja und Amen! Herr, du wollest auf mich sehn, Daß ich mög in deinem Namen Fest bei deinem Worte stehn. Laß mich eifrig sein beflissen, Dir zu dienen früh und spat, Und mich stets zu deinen Füßen Sigen, wie Maria that. 139 trauen Und darauf beständig schauen; Sonst ist doch kein Licht vorhanden. Fremde Lehre macht zu Schanden; Aber dein Gesetz und Gnade Leitet mich im rechten Pfade. Herr, mein Glauben und mein Lieben Hat den Grund: Es steht geschrie ben. Nic. Ludwig, Graf v. Binzendorf, geb. 1700, f. 1760. 5. Lehre mich dein Wort be trachten, Mit Begierde darauf achten. Lehre michs im Geist verstehen; Laß es mir zu HerMel. Schmücke dich, o liebe Seele. 202. Prediger der fützen gehen. Mache, daß ichs fröhLehre, Die lich ich mit Erstaunen höre; Gro- nie erlaube; Daß ichs mit Ges Ber Arzt der Menschenkinder, horsam ehre Und sonst keine Du Evangelist der Sünder Und Stimme höre. Prophet des neuen Bundes, Laß die Worte deines Mundes, Deine Stimme an die Heerden Mir zu Geist und Leben werden. 6. Laß dein Wort mich kräf tig laben, Fest es in der Seele haben; Deine Wahrheit nicht zerrütten, Keine Kraft davon verschütten; Fest an der Verheis Bung bleiben, Die Gebote willig treiben; Keinen Schritt vom Worte weichen, Deines Weges Ziel erreichen. 2. Deine beiden Testamente Mache mir zum Elemente. Sende deines Geistes Treiben, Mir dein Wort ins Herz zu schrei ben; Denn es ist auf alle Weise Meiner Seele beste Speise. Wer fann sonst vom ewgen Leben Meinem Herzen Nachricht geben? 3. Herr, dein Wort ist wie ein Hammer, Schlägt und zeigt den Seelenjammer. Es erquickt mich, wie der Regen, Leuchtet mir auf allen Wegen, Stärket meines Geistes Kräfte, Schmeckt wie Milch und Honigsäfte, Ist ein Stab für matte Glieder Und ein Schwert dem Feind zuwider. 4. Diesem Worte will ich 7. Was die Welt bekennt und lehret, Was mein Herz erdenkt und ehret, Was der böse Geist erdichtet, Wird von Gottes Wort gerichtet. Weg mit euch, ihr falschen Geister! Mir ist gnug an Einem Meister! Wißt, daß euch der Fluch verzehret, Wenn ihr selbst auch Engel wäret. 8. Selig, selig sind die Seelen, Die sich sonst fein Licht erwählen, Als allein das Wort des Lebens! Dieje glauben nicht Gnadenmittel; Wort Gottes. 140 vergebens, Weil sie Gottes Rath ergründen Und sein Herz im Worte finden., ein unschäßbares Wissen! Andre Weisheit kann ich missen. 9. Licht und Kraft und Muth und Freude, Wahrer Trost im tiefsten Leide, Schutz vor allerlei Gefahren und ein ewiges Bewahren: Das sind dieses Wortes Früchte. Alles Andre wird zunichte; Alles Andre muß vergehen; Gottes Wort bleibt ewig stehen. Ernst Gottl. Woltersdorf, g.1725, st. 1761. 4. Wer Ohren hat, der höre zu! Die Augen lehret lesen Und laßt dem Herzen keine Ruh, Bis alles blinde Wesen Wie Schatten vor dem Licht ents flieht, Ja, bis der Glaube Je sum sieht Und seine Gnade schmecket. 5. Wer so das Wort zu Herzen faßt Und seine Seele weidet, Dem wird die Sündenlust zur Last, Daß er sie flieht und meidet. Er kommt und sucht das höchste Gut, Und was er selber glaubt und thut, Das lehrt er seine Kinder. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. 6. Mein Abba, schenke sol 203. Wie felig ist das chen Sinn Und recht gefunden Volt des Glauben Mir, der ich sonst so träge bin, Das Himmelreich zu rauben. Ach, schütte deinen Segen aus, Daß durch dein Wort mein ganzes Haus Sm Glauben selig werde. Ernst Gottl. Woltersdorf, g. 1725, st. 1761. Herrn, Weil er sie selber lehret! Wie sagt er uns so herzlich gern, Was man mit Freuden höret! Gesetz und Evangelium Erzählet seines Namens Ruhm Und leuchtet unsern Wegen. 2. Wie manches Volf, wie manches Land Liegt noch in Die was Mel. Was Gott thut, das ist sc. Gott an uns gewandt, Nicht 204. Der ist mi Dein Bort, o hören und nicht wissen! So danke doch, wer danken kann, Und bete den mit Jauchzen an, Der uns sein Licht gegeben. Herr, der Thau Für trostbedürftge Seelen. Laß keiner Pflanze deiner Au Den Himmelsbrunnen fehlen. Erquickt durch ihn Laß jede blühn Und in der Zukunft Tagen Dir Frucht und Samen tragen. 3. Erwache, Volk, und schlafe nicht! Die Wohlthat ist zu theuer. Verächter frißt das Zorngericht Und straft mit ewgem Feuer. Wer seine Seele retten will, Der sei begierig, sanft und still Und lerne gleich den Kindern. 2. Dein Wort ist, Herr, ein Flammenschwert, Ein Hammr, der Felsen spaltet, Ein Feuer, das im Herzen zehrt Und Mark Zu Anfang des Gottesdienstes. zu und Bein durchschaltet. O laß| nen Schritten Bis dein Wort Noch fort und fort Der Sünde Macht zerscheitern Und alle Herzen läutern! Hütten. Imper3 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern Für unsre Pilgerreise. Es führt die Thoren hin zum Herrn und macht die Einfalt weise. Dein Himmelslicht Verlösch uns nicht Und leucht in jede Seele, Daß keine dich verfehle. 5. Auf immer gilt dein Segensbund: Dein Wort ist Ja und Amen. Nie weich es uns aus Herz und Mund Und nie von unserm Samen. Laß immerfort Dein helles Wort In allen Lebenszeiten Uns trösten, warnen, leiten. 6. O sende bald von Ort zu Ort Den Durst nach deinen 4. Ich suchte Trost und fand Lehren. Send Hunger, Herr, ihn nicht; Da ward das Wort dein Lebenswort Und deinen der Gnade Mein Labsal, meine Geist zu hören; Und send ein Zuversicht, Die Fackel meiner Heer Von Meer zu Meer, Der Pfade. Sie zeiget mir Den Herzen Durst zu stillen Und dir Weg zu dir und leuchtet mei-| dein Reich zu füllen. 0 Carl Bernh. Garve, geb. 1763, st. 1841. Zu Anfang des Gottesdienstes. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem 2c. 205. Gott, du höch- 206. D ster Gnadenhort, Verleih, daß uns dein göttlich Wort Von Ohren so zu Herzen dring, Daß es sein Kraft und Schein vollbring. 2. Der einge Glaub ist diese Kraft, Der fest an Jesu Christo haft; Die Werk der Lieb sind dieser Schein, Dadurch wir Christi Jünger sein. 141 den ewgen 3. Verschaff bei uns auch, lieber Herr, Daß wir durch dei nen Geist je mehr In deinr Erfenntniß nehmen zu Und endlich bei dir finden Ruh. Conr. Huber, um 1560. 206. Herr Jefu Chrift, dich zu uns wend, Dein heilgen Geist du zu uns send; Mit Hülf und Gnad er uns regier Und uns den Weg zur Wahrheit führ. 2. Thu auf den Mund zum Lobe dein, Bereit das Herz zur Andacht fein; Den Glauben mehr, stärk den Verstand, Daß uns dein Nam werd wohlbekannt; 3. Bis wir singen mit Got tes Heer: Heilig, heilig ist Gott der Herr! Und schauen dich von Angesicht In ewger Freud und selgem Licht. 4. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, Sammt heilgen 142 Gnadenmittel; Wort Gottes. Geist in einem Thron; Der hei-| thür, Zeuch mein Herz durch ligen Dreifaltigkeit Sei Lob dein Wort zu dir. Laß mich und Preis in Ewigkeit. dein Wort bewahren rein, Laß mich dein Kind und Erbe sein. 2. Dein Wort bewegt des Herzens Grund, Dein Wort macht Leib und Seel gefund, Dein Wort ists, das mein Herz erfreut, Dein Wort giebt Trost und Seligkeit. Wilhelm II. Herzog zu Sachsen- Weimar, geb. 1598, st. 1662. Mel. Gott des Himmels und der Erden. [ lle Welt, was 207. Alle lebt und webet Und in Feld und Häusern ist, Was nur Zung und Stimm erhebet, Jauchze Gott zu jeder Frist. Dienet ihm, wer dienen kann; Tret't mit Lust vor ihm heran. 2. Sprecht: Der Herr ist unser Meister; Er hat uns aus Nichts gemacht, Er hat unsern Leib und Geister An das Licht 209. Liebster Jefu, i Allmacht Ruhm, Seine Schaf und Eigenthum. 3. Gehet ein zu seinen Pforten, Geht durch seines Vorhofs Gang. Lobet ihn mit schönen Worten, Saget ihm Lob, Preis und Dank; Denn der Herr ist jederzeit Voller Gnad und Gütigkeit. 4. Gott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist, Daß dein Ruhm bei uns groß werde, Beistand selbst und Hülf uns leist. Gieb uns Kräfte und Begier, Dich zu preifen für und für. Joh. Frand, geb. 1618, st. 1677. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns zc. err, öffne mir 208. He die Herzens3. Ehr sei dem Vater und dem Sohn, Dem heilgen Geist in einem Thron; Der heiligen Dreieinigkeit Sei Lob und Preis in Ewigkeit. Joh. Olearius, geb. 1611, ſt. 1684. MG minu tonuss und dein Wort anzuhören. Lenke Sinnen und Begier Auf die süßen Himmelslehren, Daß die Herzen von der Erden Ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Verstand Ist mit Finsterniß umhüllet, Wo nicht deines Geistes Hand Uns mit hellem Licht erfüllet; Gutes denken, thun und tichten Mußt du selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herrlichfeit, Licht vom Licht, aus Gott geboren, Mach uns alleſammt bereit, Deffne Herzen, Mund und Ohren. Unser Bitten, Flehn und Singen Laß, Herr Jesu, wohl gelingen. Tob. Clausnitzer, geb. 1619, st. 1684. Zu Anfang des Gottesdienstes. 143 Mel. Gott des Himmels und der zc.| bens quillt. bens quillt. Speise mich mit 210. schöne Pforte, aller Noth. T hut mir auf die Himmelsbrod, Tröste mich in Führet mich in Zion ein. Ach, 7. Deffne mir die grünen wie wird an diesem Orte Meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angesicht, Hier ist lauter Trost und Licht. Auen, Daß dein Lamm sich weiden kann. Lasse mir dein Manna thauen, Zeige mir die rechte Bahn Hier in diesem Jammerthal Zu des Lammes Ehrensaal. Benjam. Schmoll geb. 1672, st. 1737. olla 3082 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen: Komme du nun auch zu mir. Wo du Wohnung haft genommen, Da ist lauter Himmel hier. Zeuch doch in mein Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. Herz hinein, Laß es deinen Tem 211. Sende, Bater, 21610 3. Laß in Furcht mich vor dich treten; Heilge du Leib, Seel und Geist, Daß mein Singen und mein Beten Ein gefällig Opfer heißt. Heilge du, Herr, Mund und Ohr, Zeuch das Herze ganz empor. 4. Mache mich zum guten Lande, Wenn dein Samforn auf mich fällt. Gieb mir Licht in dem Verstande, Und was mir wird vorgestellt, Präge meinem Herzen ein, Laß es mir zur Frucht gedeihn. 5. Stärk in mir den schwachen Glauben; Laß dein theures Kleinod mir Nimmer aus dem Herzen rauben. Halte stets dein Wort mir für, Daß es mir zum Leitstern dient Und zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hören Und dein Wille werd erfüllt. Nichts laß meine Andacht stören, Wenn der Brunn des LeDa ich vor dein Antlig trete, Daß, wie du mich selber heißt, Jch im Geist und Wahrheit bete. Lehre mich dich recht erkennen Und dich Abba, Bater, nennen. 2. Süßer Jesu, hilf du mir, Daß ich bet in deinem Namen, Daß, was Gott verheißt in dir, mir auch werde Ja und Amen. Sprich für mich und laß mich sehen Dich zur Rechten Gottes stehen. 3. Heilger Geist, erleuchte mich Und entzünde mein Verlangen, Daß ich Gottes Huld durch dich Voller Inbrunst mög empfangen. Brich die Trägheit, zeuch die Sinnen Aus der Welt zu dir von hinnen. 4. Heilige Dreieinigkeit, Ursprung aller guten Gaben, Laß mich wahre Freudigkeit und im Herzen Zeugniß haben, Daß du stets nach deinem Willen Wol lest meine Bitt erfüllen. Joh. Herm. Schrader, geb. 1684, p. 1737. 144 Gnadenmittel; Wort Gottes. 212.B dich ehren wir Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens zc.| Angesicht, Daß wir ihn schaun runn alles Heils, und glauben frei, Daß er uns ewig gnädig sei. Und öffnen unsern Mund vor dir. Aus deiner Gottheit Hei ligthum Dein hoher Segen auf uns komm. 4. Der Herr, der Tröster, ob uns schweb, Sein Antlig über uns erheb, Daß uns sein Bild werd eingedrückt, Und geb uns Frieden unverrückt. 013 5. Jehovah, Vater, Sohn und Geist, O Segensbrunn, der ewig fleußt, Durchfleuß Herz, Sinn und Wandel wohl; Mach uns deins Lobs und Segens voll. Gerh. Tersteegen, geb. 1697, st. 1769. NOST DO 2. Der Herr, der Schöpfer, bei uns bleib. Er segne uns nach Seel und Leib, Und uns behüte seine Macht Vor allem Uebel Tag und Nacht. 3. Der Herr, der Heiland, unser Licht, Üns leuchten laß sein Zum Schluß des Gottesdienstes. Mel. Ach Herr, mich armen Sünder.| ne unser Thun und Lassen; Seg 213. Laß mich dein fein ne uns mit ſelgem Sterben Und mach uns zu Himmelserben. Hartm. Schend, geb. 1634, st. 1681. und bleiben, Du treuer Gott und Herr. Von dir laß mich nichts treiben; Halt mich bei reiner Lehr. Herr, laß Mel. Wie schön leuchtet der zc. mich nur nicht wanken, Gieb 215. Geh auf du heller Dafür will ich dir danken In alle Ewigkeit. Nic. Selnecker, geb. 1532 st. 1593. In allen Herzen nah und fern, Daß jeder dich erkenne; Daß deine ganze Christenheit In Lieb und Glaubenseinigkeit Und heilMel. Liebster Jesu, wir sind hier. 214. Unsern Ausgang gem Eifer brenne. Schöpfer, segne, Gott, Netter, Dein Erbarmen gab Unsern Eingang gleichermaßen; uns Armen neues Leben: Le Segne unser täglich Brod, Seg- ben wollst du Allen geben. 2. Sacramente. a. Die heilige Taufe. 41 GJE 216. Chrift, unser Herr, Sein Werk und Umt zu' rfüllen. | Nach seines Baters Willen; Von er stiften uns Bad, Zu waschen uns von Sünden, Sanct Johanns die Taufe nahm, Ersäufen auch den bittern Tod Die heilige Taufe. 145 Durch sein selbst Blut und Wun-| Nimm dies Pfand von unsern Den; Es galt ein neues Leben. Armen; Tritt mit deinem Glanz herfür Und erzeige dein Erbarmen, Daß es dein Kind hier auf Erden Und im Himmel möge werden. 2. Sein Jüngern heißt der Herre Christ: Geht hin, all Welt zu lehren, Daß sie verIorn in Sünden ist, Sich soll zur Buße fehren. Wer gläubet und sich taufen läßt, Soll dadurch selig werden; Ein neugeborner Mensch er heißt, Der nicht mehr fönne sterben, Das Himmelreich soll erben. 4. Wasch es, Jesu, durch dein Blut, Von den angeerbten Flecken; Und zugleich mit dieser Fluth Laß es dein Verdienst bedecken. Schenk ihm deiner Unschuld Seide, Daß es ganz in dich sich kleide. 5. Mache Licht aus Finsterniß, Seß es aus dem Zorn zur Gnade; Heil den tiefen Schlangenbiß Durch die Kraft im Wunderbade. Laß hier einen Jordan rinnen, So vergeht der Ausfatz drinnen. 6. Hirte, nimm dein Schäflein an; Haupt, mach es zu deinem Gliede; Himmelsweg, zeig ihm die Bahn; Friedefürst, sei du sein Friede; Weinstock, hilf, daß dieser Nebe Stets im Glauben dich umgebe. 3. Das Aug allein das Wasfer sieht, Wie Menschen Wasser gießen. Der Glaub im Geist die Kraft versteht Des Blutes Jesu Christi; Und ist vor ihm ein rothe Fluth, Von Christi Blut gefärbet, Die allen Schaden heilen thut, Von Adam her geerbet, Auch von uns selbst begangen. Martin Luther, g. 1483, t. 1546. Mel Liebster Jesu, wir sind hier. 217. Liebster Jefu, hier sind wir, Deinem Worte nachzuleben. Diefes Kindlein kommt zu dir, Weil du den Befehl gegeben, Daß man sie zu dir hinführe; Denn das Himmelreich ist ihre. 2. Ja, es schallet allermeist Dieses Wort in unsern Ohren: Wer durch Wasser und durch Geist Nicht zuvor ist neu geboren, Wird von dir nicht auf7. Nun, wir legen an dein Herz, Was von Herzen ist gegangen. Führ die Seufzer himmelwärts Und erfülle das Verlangen. Ja, den Namen, den wir geben, Schreib ins Lebensbuch zum Leben. Benj. Schmolt g. 1672, st. 1737. Mel Liebster Jesu, wir sind hier. genommen und in Gottes Reich 218. Gott und Batter nimm jekund 3. Darum eilen wir zu dir. Dieses Kind von unsern Ärmen. M. R. Gesangbuch. 10 146 Gnadenmittel; Sacramente. Nimm es auf in deinen Bund der Erden Deinem Vorbild ähnUnd erzeig ihm dein Erbarmen, lich werden. Daß es alle Lebenstage Deiner Kindschaft Zeichen trage. 2. Wasch es rein mit deinem Blut, Treuer Jesu, von den Sünden. Laß in seiner Taufe Fluth Den geerbten Fluch verschwinden, und sein Leben auf maß bleibe. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. ch bin getauft 219. auf deinen Naf men, Gott Vater, Sohn und heilger Geist. Ich bin gezählt zu deinem Samen, Zum Bolk, das dir geheiligt heißt. Ich bin in Christi Tod gesenkt, Ich bin mit seinem Geist beschenkt. 2. Du hast zu deinem Kind und Erben, Mein lieber Vater, mich erklärt. Du hast die Frucht von deinem Sterben, Mein treuer Heiland, mir gewährt. Du willst in aller Noth und Pein, ter Geist, mein Tröster sein. guDer Tausbund. 3. Doch hab auch ich dir Furcht und Liebe, Treu und Gehorsam zugesagt. Ich habe mich aus reinem Triebe Dein Eigenthum zu sein gewagt; Hingegen sagt ich bis ins Grab Des Satans schnöden Werken ab. 4. Mein treuer Gott, auf deiner Seite Bleibt dieser Bund wohl feste stehn; Wenn aber ich ude duit 3. Und du, werther heilger Geist, Schenk ihm deine Gnadenkräfte. Treibe, wie dein Bund verheißt, Selbst in ihm das Heilsgeschäfte, Daß es stets an Jesu Leibe Ein lebendig Gliedihn überschreite, So laß mich nicht verloren gehn. Nimm mich, an, dein Kind, zu Gnaden Wenn ich hab einen Fall gethan. 5. Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue Leib, Seel und Herz zum Opfer hin. Erwecke mich zu neuer Treue Und nimm Besig von meinem Sinn. Es sei in mir kein Tropfen Blut, Der nicht, Herr, deinen Willen thut. 6. Weich, weich, du Fürst der Finsternissen! Ich bleibe mit dir unvermengt. Hier ist zwar ein befleckt Gewissen, Jedoch mit Jesu Blut besprengt. Weich, eitle Welt, du Sünde, weich! Gott hört es: Ich entsage euch. 7. Laß diesen Vorsatz nimmer wanfen, Gott Vater, Sohn und heilger Geist. Halt mich in deines Bundes Schranken, Bis mich dein Wille sterben heißt; So leb ich dir, so sterb ich dir, So lob ich dich dort für und für. Joh. Jac. Rambach, g. 1693, f. 1735. Confirmationslieder. Confirmationslieder. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. Nicht auf mein Verdienst und 220. Jefu, meiner See Werk. Was mein Herz an Troft len Was an und nes Herzens höchste Freud, Dir Freud und Stärk, Herr, das will ich mich jetzt ergeben Ganz dank ich deinem Blute, Das al und bis in Ewigkeit. Meinen lein kommt mir zu gute. Ich bin Gott will ich dich nennen Und dein und du bist mein; Ich will or aller Welt bekennen, Daß keines Undern sein! ich dein bin und du mein; Ich will feines Andern sein! 2. Deine Güt hat mich umfangen Eh, als mich die Welt empfing. Dir bin ich schon angehangen, Als an Mutterbrust ich hing; Bin getauft auf deinen Namen, Bin gezählt zu deinem Samen. Ich bin dein und du bist mein; Ich will keines Andern sein! 147 4. Dein Geist zeiget mir das Erbe, Das mir droben beigelegt. Ich weiß, wenn ich heute fterbe, Wo man meine Seel hinträgt: Zu dir, Jesu, in die Freude. Troß, daß mich was von dir scheide! Ich bin dein und du bist mein; Ich will feines Andern sein! 5. Dieses Alles ist gegründet 6. Drum, ich sterbe oder lebe, Bleib ich doch dein Eigenthum. An dich ich mich ganz ergebe; Du bist meiner Seelen Ruhm, Meine Zuversicht und Freude, Meine Süßigkeit im Leide. Ich bin dein und du bist mein; Sch will keines Andern sein! Nach Christ. Scriver, g. 1629, st. 1693 Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich 2. 3. Jrr ich, sucht mich deine Liebe; Fall ich, hilfet fie mir 221. Dir ewge Treue auf; Ist es, daß ich mich betrübe, Tröst sie mich in meinem Lauf; Bin ich arm, giebt sie mir Güter; Haßt man mich, ist sie mein Hüter. Ich bin dein und du bist mein; Ich will keines Andern sein. geloben, Sind wir versammelt hier im Heiligthum. Das Herz zu dir, o Herr, erhoben, Bringt dir gerührt Anbetung, Preis und Ruhm. O Heiland, nimm dich unsrer Schwachheit an; Führ uns zum Licht, leit uns auf ebner Bahn. 2. Wir sind auf dich, o Herr, getaufet. Du nahmst uns schon als zarte Kinder an; Du hast so theuer uns erkaufet, Alls einst dein Blut herab vom Krenze rann. Wir glauben fest, Du bist auch jetzt nicht fern Und hörest unser schwaches Flehen gern. 10* Gnadenmittel; Sacramente. 148 3. Dir schmücken heut sich unsre Herzen: Zieh ein, du König, voller Herrlichkeit! Bon Erdenfreuden, Erdenschmerzen Bieb uns hinauf zum Glanz der Ewi feit. Nimm unser Herz! bringen dir es dar; Wir opfern dir es selbst jetzt am Altar. Gmind 4. Wir flehen, Herr, in dieser Stunde: Weich nicht von uns, wenn uns Anfechtung naht. Erhalte uns in deinem Bunde; T Laß uns im Glauben gehn des Lebens Pfad. Dann stehn wir einst verflärt vor deinem Thron, Um zu empfahn des ewgen Lebens Kron. dil agnist im or Em. Christ. Gottl. Langbeder, g. 1792. Sende, Gottes Sohn, Deinen Geist, den Geist der Stärke. Gieb uns Kraft zum heilgen Werke, Dir uns ganz zu weihn, Ewig dein zu sein. 4. Wenn wir betend nahn, Segen zu empfahn, Wollest du auf unsre Bitten Uns mit Segen überschütten. Licht und Kraft und Ruh Strömen dann uns zu. 2. Mach uns selbst bereit; Gieb uns Freudigkeit, Unsern Glauben zu bekennen Und dich unsern Herrn zu nennen, Des sen theures Blut Floß auch uns zu gut. GIDASO Bat 5. Gieb auch, daß dein Geist, Wie dein Wort verheißt, Unauflöslich uns vereine Mit der gläubigen Gemeine, Bis wir dort dich sehn Und dein Lob erhöhn. Sam. Marot, g. 1770. as Mel. Seelenbräutigam on Him222. Vomels hron men, Herr, und haft Unsre Laſt 2. du ja Auf dein Haupt genommen. Das zu weiht uns deine Taufe Segnend ein, Stark zu sein Sn dem Siegeslaufe. 3. Lebensfürst und Ueberwinder, Sieh uns an, Brich uns Bahn, Stärke deine Kinder. Nähr uns mit dem Himmels brode; Gieb uns Muth, Liebesgluth, Treue bis zum Tode. 4. Besser, nie, ach, nie ges boren, Als dem Herrn Fremd und fern, Und zuletzt verloren! Liebe, hilf uns liebend leben! Halt an dir Für und für, Weinstock, deine Reben! 5. Ewig währet deine Treue, 3. Richte Herz und Sinn Zu dem Himmel hin, Wenn wir unsern Bund erneuern Und gerührt vor dir betheuern, Deine Bahn zu gehn, Weltlust zu verschmähn. Mel. Warum sollt ich mich denn ze. elig, wer dich 223. ewig liebet, Gottes Sohn, Und zum Lohn Dir sein Herz ergiebet! Se lig, wer in jeder Stunde Mit Gebet Dir nachgeht, Treu dem Gnadenbunde! Nachruf an Confirmanden. 149 Inniglich Fasset dich Unser Herz| Vater, Sohn, Geist, auf ewig aufs neue. Sprich dazu in dei- Amen! nem Namen Von dem Thron, Albert Knapp, geb. 1798. Nachruf an Confirmanden. Mel. Es kostet viel, ein Christ zu sein. 5. Bedenkt es doch, wie oft 224. Bleibt, Schäfer angeklopft, Wie oft er euch lein, bleibt; vergeblich nachgegangen. Wie schändlich habt ihr Herz und Ohr verstopft! Was hats gekost, eh euch sein Arm umfan gen! Wie lange flohet ihr sein sanftes Joch! Bedenkt es doch! 6. Er ließ euch nicht; er lief euch brünstig nach. Was hat sein Herz nicht für Geduld getragen! Er wartete, bis euer Sinn zerbrach, Und eure Hers zen ihm zu Füßen lagen. Ja, lieft ihr gleich vor seinem Angesicht: Er ließ euch nicht. 7. Nun hat er euch, wofern es anders wahr, Was eure Lippen jedermann bezeugen. Das freuet ihn auch jetzt und immerdar; Nach vieler Mühe seid ihr nun sein eigen. Ihr riefet: Wir verlassen Satans Reich!" Nun hat er euch. 11 8. Er hat euch lieb! Bedenfet, was er that, Wie er am Kreuz im Blute da gehangen. Bedenket, wie er euch so zärtlich bat, Bis euer Fuß von Sodom ausgegangen. O wie viel stärker brennet nun sein Trieb! Er hat euch lieb. 9. Er nimmt euch an, so sündig, wie ihr seid, So blind und todt, so falt und voller Schans verlasset nicht die Hut Des guten Hirten, dem ihr euch gegeben! So bittet euch und fleht durch Christi Blut Ein Lehrer, der nichts wünscht, als euer Le ben. Er ruft, weil ihn die heiße Liebe treibt: Bleibt, Schäflein, bleibt! 2. O, Lämmer, bleibt! Gedenkt an jenen Tag, Da ihr es ihm vor allem Volk versprochen. Er flopfte an und hat durch manchen Schlag In Liebestraft das harte Herz gebrochen. Ihr fagtet weinend:„ Jesum nehm ich an." D, denkt daran! 3. Er hats gehört, was euer Mund gesagt:„ Ich will an Jesum glauben, Jesum lieben." Er war dabei, so oft man euch gefragt, Und hat das Jawort in sein Buch geschrieben. Er weiß auch Alles, was man euch gelehrt; Er hats gehört. 4. O, laßt ihn nicht! Ihr habt euch gnug gewehrt Und euren Heiland lange warten lasfen. Wie lange hat er schon das Herz begehrt! Wie hat er sich bemüht, euch recht zu fassen! Wie sehnlich suchte euch sein Angesicht! D, laßt ihn nicht! Gnadenmittel; Sacramente. 150 den. Bringt gar nichts mit,| denn Alles ist bereit. Bei ihm ist Gnade, Licht und Kraft vorhanden. D, kommt doch nur, ein Jedes, wie es kann: Er nimmt euch an. 10. Er hat Geduld. Werft nicht den Muth dahin, Wenn ihr bald hie, bald da in Schuld gefallen. Er trägt euch gern nach seinem Vaterfinn; Er liebt den größten Sünder unter allen. Kommt, füßt die Hand, so weiß er feine Schuld; Er hat Geduld. 14. So dringt nun ein und hört nicht eher auf, Bis daß ihrs wißt: Ich habe Gnade funden." Könnt ihr sonst nichts, so seht zum Kreuz hinauf, Ja ſeht hinein in seine offnen Wunden. Sein Wort lockt alle Armen dahinein: So dringt nun ein. 15. Wenn ihr ihn habt und ihn mit Freuden lobt, So hangt und flebt allein an seiner Gnade; Denn Satan geht umher, er lockt und tobt Und sein Vergnügen ist der Lämmer Schade. Hut Sucht, daß ihr euch in Jesu tief vergrabt, Wenn ihr ihn habt. 16. Ihr seid sein Ruhm, sein Lob und seine Lust. Dazu ist er gestorben und geboren. Das wäre recht ein Schwert durch seine Brust, Wenn er sein theures Blut an euch verloren. Denn was ihr seid, ist doch sein Eigenthum; Ihr seid sein Ruhm. 17. Ach, Jesus weint! Jerusalem verdirbt, Jerusalem, das Volk von seinem Bunde. So oft ein Kind des Bundes ewig stirbt, So jammerts Jesum noch bis diese Stunde. Es fränket ihn, da ers so gut gemeint. Ach, Jesus weint! 11. Er pfleget euch. Er giebt mit Sorgen Acht, Was euch gebricht und was ein jeder brauchet. Das Kranke wird von ihm gefund gemacht, Wenn ers im Blut und Wasser untertauchet. Dem Schwächern ist er doppelt gnadenreich. Er pfleget euch. 12. Ihr habt es gut; ja glaubt es ganz gewiß, So lang er euch als seine Schafe tennet. O wohl euch, wenn anstatt der Finsterniß Im Herzen Glaube, Fried und Freude brennet! So seid ihr auch im Tode wohlgemuth. Ihr habt es gut. 13. Er läßt euch nicht. Das hat er selbst gesagt. Nichts foll sie mir aus meinen Händen reißen." Und wenn euch Lust und Furcht in Schrecken jagt, So will er selbst die Mauer sein und heißen. Wer nur mit Borsatz nicht den Bund zerbricht, Den läßt er nicht. 18. Wo wollt ihr hin? Ihr Schäflein, sagt es doch, Die ihr euch Jesu einmal hingege ben. Er ist der Hirt: Wo ist ein Andrer noch, Bei dem die Schaf und Lämmer ewig leben? Wer hat doch solche Macht und Vaterfinn? Wo wollt ihr hin? Nachruf an Confirmanden. 151 19. D, Lämmer, bleibt! Es| 23. Mir wallt das Herz. Es Ist kein ander Heil, Als nur in schwimmt im Liebesmeer Und Dieses Lammes Blut und Wun- ist zuweilen gegen euch wie trunden. Ach, raubet ihm nicht sein fen. Das ist mein Thun, das bescheidnes Theil, Das er an denk ich hin und her:' wärt euch, der kleinen Schaar, ge- ihr doch im Gnadenmeer verfunden. Verflucht sei das, was sunken! Was euch verdirbt, das euch von Jesu treibt! D, Lämm- ist mein größter Schmerz; Mir Tein, bleibt! wallt mein Herz. 20. Ach, wehe euch! Ihr wäret doppelt todt, Wo ihr euch nun aus seinen Händen risset. Ihr häufet euch die Qual der ewgen Noth, Wo ihr das Wort verachtet, das ihr wisset. Gott ist an Zorn, so wie an Gnade, reich. Ach, wehe euch! a 21. Jesu, nein, laß du es ja nicht zu, Daß sie sich dir aus deinen Händen winden. Laß ihnen doch im Herzen keine Ruh, Als wenn sie sich in deinem Schoße finden. Wie? Soll denn eins davon verloren sein? D Jesu, nein! 22. Bleibt, Kindlein, bleibt! D geht doch nicht zurück. Ihr feid mein Ruhm; ach, nehmt mir nicht die Krone. Was wäre mir das für ein Jammerblick! So fäm ich fünftig ganz allein zum Sohne, Der euch, wenn ihr ihn haßt, zur Linken treibt. Bleibt, Kindlein, bleibt! 24. Ich faß euch an. D, faßt mich wieder recht! So wollen wir zum Paradiese reisen. Da hab ich denn, als Jeſu armer Knecht, Ihm viel gefundne Schafe aufzuweisen, Daß er, und ihr, und ich mich freuen tann. Ich faß euch an. 25. Er wartet schon. Er schließt die Thüren auf, Er reicht euch seine Hände weit entgegen. Er lacht euch an; o seht doch hoch hinauf! Ihr steht zur Rechten; hört ihr nicht den Segen? Ach, eilet muthig bis vor seinen Thron; Er wartet schon. 26. So bleibt nun, bleibt! O, bleibt in Ewigkeit und laßt euch nichts von seiner Liebe trennen! Das ewge Leben ist für euch bereit. Die aber weichen, werden ewig brennen. O, seht doch, wie euch Fluch und Segen treibt: So bleibt nun, bleibt! 10015009 E. G. Woltersdorf, g. 1725, R. 1761. b. Das heilige Abendmahl. 225. Ju esus Christus,| wandt, Durch das bitter Leiunser Heiland, den sein Half er uns aus der Der von uns den Gottes- Zorn Höllenpein. 152 Gnadenmittel; Sacramente. 2. Daß wir nimmer deß ver-| wohlgeschickt und die Speise geffen, Gab er uns sein Leib dein Seel erquickt. zu essen, Verborgen im Brod so klein, Und zu trinken sein Blut im Wein. 10. Die Frucht soll auch nicht ausbleiben: Deinen Nächsten sollt du lieben, Daß er dein genießen kann, Wie dein Gott an dir hat gethan. amig Nach Joh. Huß( geb. 1373, st. 1415) Martin Luther. 3. Wer sich zu dem Tisch will machen, Der hab wohl Acht auf sein Sachen. Wer unwürdig hinzugeht, Für das Leben den Tod empfäht. Mel. Wie schön leuchtet der zc. 4. Du sollt Gott, den Vater, preifen, Daß er dich so 226. Herr Jeſu, dir ſei wohl wollt speisen Und für deine Missethat In den Tod sein Sohn geben hat. 5. Du sollt gläuben und nicht wanken, Das sei eine Speis der Kranken, Den ihr Herz von Sünden schwer Und vor Angst ist betrübet ſehr. Preis und Dank Für diese Seelenspeis und Trank, Damit du uns begabet. Im Brod und Wein dein Leib und Blut Kommt uns wahrhaftig wohl zu gut Und unsre Herzen labet. Daß wir In dir Und nach allem Wohlgefallen heilig leben, Solches wollest du uns geben. 2. Du fehrest, o Immanuel, Ja selber ein in unsre Seel Und willst da Wohnung machen. Drum uns ein solches Herz verleih, Gott, das frei und ledig sei Von allen eiteln Sachen. Bleibe, Treibe Unser Sinnen und Beginnen, daß wir trachten Alle Weltlust zu verachten. 3. Ach Herr, laß uns doch nehmen nicht Dein werthes Nachtmahl zum Gericht! Ein jeder recht bedenke, Daß wir mit diesem Lebensbrod Im Glauben stillen unsre Noth. Der Fels des Heils uns tränke, Züchtig, Tüchtig Dich dort oben stets zu loben, bis wir werden Zu dir kommen von der Erden. 6. Solch groß Gnad und Barmherzigkeit Sucht ein Herz in großer Arbeit. Ist dir wohl*), so bleib davon, Daß du nicht kriegest bösen Lohn. *) Bist du fühllos, lebest in Sicherheit. 7. Er spricht selber: Kommt, ihr Armen! Laßt mich über euch erbarmen. Kein Arzt ist dem Starfen noth, Sein Kunst wird an ihm gar ein Spott. 8. Hättst du dir was fonnt erwerben, Was durft ich denn für dich sterben? Dieser Tisch auch dir nicht gilt, So du sel ber dir helfen willt. 9. Gläubst du das von Herzensgrunde Und bekennest mit dem Munde, So bist du recht Das heilige Abendmahl. 153 4. O, daß wir solche Selig-| 4. Drum, o Herr Jesu, bitt feit Erwarten möchten allezeit ich dich, In meiner Schwachheit In Hoffnung und Vertrauen, heile mich. Was unrein ist, das Und folgends aus dem Jammer- mache rein Durch deinen hellen thal Eingehen in den Himmels- Gnadenschein. faal, Da wir Gott werden schauen, Tröstlich, Köstlich Uns als Gäste auf das Beste bei benskerz. Mein Armuth in Reichihm laben Und ganz volle Gnü- thum verkehr Und mir des Geis ge haben. stes Gaben mehr. 5. Erleuchte mein verfinstert Herz, Zünd an die helle Glau5. Das gieb du uns von deinem Thron, O Jesu Christe, Gottes Sohn, Giebs durch dein bitter Leiden. Dasselbe, weil wir leben hier, Laß uns betrachten für und für, Und alles Böse meiden. Amen! Amen! Hilf uns kämpfen, hilf uns dämpfen alle Sünden; Hilf uns fröhlich überwinden. 7. Lösch alle Laster aus in mir, Mein Herz mit Lieb und Glauben zier; Und was sonst ist von Tugend mehr, Das pflanz in mir zu deiner Ehr. 8. Gieb, was nüß ist an Seel und Leib; Was schädlich ist, Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens zc. fern von mir treib. Komm in Bernh. v. Derschau, geb. 1591, st. 1639. wa 227. D Jefu, du mein mein Herz, laß mich mit dir Bräutigam, Vereinigt bleiben für und für. Der du aus Lieb am Kreuzes- 9. Hilf, daß durch deines stamm Für mich den Tod ge- Mahles Kraft Das Bös in mir litten hast, Genommen weg der werd abgeschafft, Erlaffen alle Sünden Last; Sündenschuld, Erlangt des Vaters Lieb und Huld. 2. Ich komm zu deinem Abendmahl, Verderbt durch manchen Sündenfall. Ich bin franf, unrein, nackt und bloß, Blind und arm. Ach, mich nicht verstoß! imisid 3. Du bist der Arzt, du bist das Licht, Du bist der Herr, dem nichts gebricht, Du bist der Brunn der Heiligkeit, Du bist das rechte Hochzeitkleid. 6. Daß ich das rechte Him melsbrod, Dich, Jesu, wahrer Mensch und Gott, Mit höchster Ehrerbietung eß Und dei ner Liebe nie vergeß. 10. Vertreibe du all meine Feind, Die mir zu schaden find gemeint; Den guten Vorsatz, den ich führ, Durch deinen Geist fest mach in mir. 11. Mein Leben, Sitten, Sinn und Pflicht Nach deinem heilgen Willen richt. Ach, laß mich meine Tag in Nuh Und Friede christlich bringen zu. 154 Gnadenmittel; Sacramente. 12. Bis du mich, o du Le-| laden. Der den Himmel kann bensfürst, Einst in den Himmel verwalten, Will jetzt Herberg in nehmen wirst, Daß ich bei dir dir halten. dort ewiglich An deiner Tafel freue mich. Joh. Heermann, geb. 1585, f. 1647. 2. Eile, wie Verlobte pflegen, Deinem Bräutigam entgegen, Der da mit dem Gnadenhammer Klopft an deines Herzens Kammer. Deffn ihm bald des Geistes Pforten, Red ihn an mit schönen Worten: Komm, mein Heil, laß dich genießen, Laß mich deiner nicht mehr missen. 3. Zwar in Kaufung theurer Waaren Pflegt man sonst fein Geld zu sparen; Doch du willt für diese Gaben Deiner Huld kein Geld nicht haben, Weil in allen Bergwerksgründen Kein solch Kleinod ist zu finden, Das die blutgefüllten Schalen Und dies Manna fann bezahlen. Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. err Jesu Christ, 228. Hem du höchstes Gut, Du Brunnquell aller Gnaden, Wir kommen, deinen Leib und Blut, Wie du uns hast geladen, Zu deiner Liebe Herrlichkeit Und unsrer Seelen Seligfeit zu essen und zu trinken. 2. O Jesu, mach uns selbst bereit Zu diesem hohen Werke. Schenf uns dein schönes Ehrenkleid Durch deines Geistes Stärke. Hilf, daß wir würdge Gäste sein Und werden dir ge- 4. Ach, wie hungert mein Ges pflanzet ein Zum ewgen Him- müthe, Menschenfreund, nach melswesen. deiner Güte! Ach, wie pfleg ich oft mit Thränen Mich nach die ser Kost zu sehnen! Ach, wie pfleget mich zu dürsten Nach dem Trank des Lebensfürsten! Wünsche stets, daß mein Gebeine Sich durch Gott mit Gott vereine. cuinadi? 5. Beides, Zittern und Ent zücken, Läfset sich in mir jetzt Dr 229. Schmücke dich, oblicken. Das Geheimniß dieſer liebe Seele! Speise Und die unerforschte Weise Machet, daß ich früh vermerke, Herr, die Größe deiner Werke. Ist auch wohl ein Mensch zu finden, Der dein Allmacht 3. Bleib du in uns, daß wir in dir Auch bis ans Ende bleiben. Laß Sünd und Noth uns für und für Von dir nicht wie der treiben, Bis wir durch dei nes Nachtmahls Kraft In deines Himmels Bürgerschaft Dort ewig selig werden. Laß die dunkle Sündenhöhle, Komm ans helle Licht gegangen, Fange herrlich an zu prangen; Denn der Herr voll Heil und Gnaden Will dich jetzt zu Gaste sollt ergründen? Das heilige Abendmahl. 155 6. Nein, Vernunft die muß| Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. hier weichen, Kann dies Wunder nicht erreichen, Daß dies 230. ch komm jest als Brod nie wird verzehret, Ob es gleich viel Tausend nähret, Und daß mit dem Saft der Reben Uns wird Christi Blut gegeben. ein armer Gast, Herr, zu deinem Tische, Den du für uns bereitet hast, Daß ich mein Herz erfrische, Wenn mich der Seelenhunger nagt, Wenn mich der Durst des Geistes plagt, Bis ich den Schweiß abwische. der großen Heimlichkeiten, Die nur Gottes Geist kann deuten! 7. Jesu, meine Lebenssonne, Jesu, meine Freud und Wonne, Jesu, du mein ganz Beginnen, Lebensquell und Licht der Sinnen: Hier fall ich zu deinen FüBen, Laß mich würdiglich genieBen Dieſer deiner Himmelsspeiſe, Mir zum Heil und dir zum Preise. 8. Herr, es hat dein treues Lieben Dich vom Himmel hergetrieben, Daß du willig haft dein Leben In den Tod für mich gegeben Und dazu ganz unverdroffen, Herr, dein Blut für mich vergossen, Das uns jetzt kann kräftig tränken, Deiner Liebe gedenken. zut 9. Jesu, wahres Brod des Lebens, Hilf, daß ich doch nicht vergebens, Oder mir vielleicht zum Schaden Sei zu deinem Tisch geladen. Laß mich durch dies Seeleneffen Deine Liebe recht ermessen, Daß ich auch, wie jetzt auf Erden, Mög dein Gast im Himmel werden. Joh. Frand, geb. 1618, a. 1677. 2. Nun sprichst du, Seclenbischof, dort: Ich bin das Brod zum Leben. Dies Brod treibt sonst nichts mag aufheben. Ich auch den Hunger fort, Den bin der Trank; wer glaubt an mich, Dem wird der Durst nicht ewiglich Im Herzen Qualen ges ben. 3. Drum führe mich, o treuer Hirt, Auf deine Himmelsauen, Bis meine Seel erquicket wird, Wenn du sie läsfest schauen Die Ströme deiner Gütigkeit, Die du für Alle hast bereit, So deis ner Hut vertrauen. 4. Ich armes Schäflein suche dich Auf deiner grünen Weide. Dein Lebensmanna speise mich Zum Trost in allem Leide; Es tränke mich dein theures Blut, Auf daß mich ja kein falsches Gut Von deiner Liebe scheide. 5. Gleichwie des Hirsches mattes Herz Nach frischem Wasser schreiet, So schreiet auch mein Seelenschmerz: Ach, laß mich sein befreiet Von meiner schweren Sündenpein Und schenk Gnadenmittel; Sacramente. 156 den Lebenstrank mir ein; Dann bin ich benedeiet. weil du mich am Kreuzesstamm Aus Noth und Tod gerissen. 11. D liebster Heiland, gros Ben Dank Für deine Süßigkeis ten! Ich fühl der Sehnsucht heißen Drang Und wart auf jene Zeiten, In welchen du, o Lebensfürst, Mich sammt den Auserwählten wirst Zur Himmels Un tafel leiten. 6. Vor Allem aber wirk in mir Ein ungefärbte Reue, Daß ich vor fündlicher Begier Mit ganzem Ernst mich scheue. Zieh mir den Rock des Glaubens an, Der dein Verdienst ergreifen kann, Damit mein Herz sich freue. INDE 7. Entzünd in mir der An- Juft. Sieber, geb. 1628, ft. 1695. dacht Brunst, Daß ich die Welt d auto2 verlasse Und deine Treue, Gnad Mel. Mein Herzens- Jesu, meine Lust. und Gunst In dieser Speise faffe, Daß durch dein Lieben 231. Halt im Gedächt Lieb in mir zu meinem Nächsten wachs herfür Und ich fort Niemand hasse. 8. Ach, führe mich nur selbst von mir; Bei mir ist nichts denn Sterben. Nimm aber mich, o Herr, zu dir; Bei dir ist kein Verderben. In mir ist lauter Höllenpein; In dir ist nichts denn Seligsein Mit allen Himmelserben. 9. Erneure mich, o Lebensstab, Gieb mir des Geistes Gaben. Laß mich die Sünde danken ab, Die mich sonst pflegt zu laben. Regiere meinen trägen Sinn, Daß er die Lüfte werfe hin, Die er pflegt lieb zu haben. Christ, O Mensch, der auf die Erden Vom Thron des Him mels kommen ist, Dein Bruder da zu werden. Vergiß nicht, daß er dir zu gut Hat anges nommen Fleisch und Blut. Dank ihm für diese Liebe. 2. Halt im Gedächtniß Jeſum Christ, Der für dich hat gelit ten, Ja gar am Kreuz gestorben ist Und dadurch hat bestritten Welt, Sünde, Teufel, Höll und Tod, Und dich erlöst aus aller Noth. Dank ihm für diese Liebe. 3. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, Der auch am dritten Tage Siegreich vom Tod erstanden ist, Befreit von Noth und Plage. Bedenke, daß er Fried gemacht, Sein Unschuld Leben wiederbracht. Dank ihm mm 140 für diese Liebe.ang 10. So komm nun, o mein Seelenschatz; Dich kann ich nimmer missen. Mein Herze giebt 4. Halt im Gedächtniß Jedir Raum und Play Und will von Keinem wissen, Als nur sum Christ, Der nach den Leivon dir, o Gotteslamm, Die denszeiten Gen Himmel aufges Das heilige Abendmahl. fahren ist, Die Stätt dir zu bereiten, Da du sollst bleiben allezeit Und sehen seine Herrlich feit. Dank ihm für diese Liebe. 5. Halt im Gedächtniß Jefum Christ, Der einst wird wiederkommen Und sich, was todt und lebend ist, zu richten vorgenommen. O denke, daß du da bestehst und mit ihm in sein Reich eingehst, Ihm ewiglich zu danken. 6. Gieb, Jesu, gieb, daß ich dich kann mit wahrem Glauben faffen Und nie, was du an mir gethan, Mög aus dem Herzen lassen, Daß dessen ich in aller Noth Mich trösten mög und durch den Tod Zu dir ins Leben dringen. Cyriac. Günther, geb. 1649, st. 1704. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 232. Auf, mein Herz, auf, rüste dich! Jesus läßt zur Tafel laden; Seine Stimme ruft auch mich Voller Liebe, voller Gnaden: Komm zu mir, iß Himmelskost, Komm, trink Überfluß von Trost! 2. Sei willkommen, Himmelsbrod, Sei willkommen, Trank voll Leben, Arznei wider Noth und Tod, Die mir Jesu Hand gegeben! Theurer Leib, ach theures Blut, Meiner Seelen höchftes Gut! 3. Ach, so senke dich in mich; Ich will mich in dich versenken. Niemand trennt uns sicherlich, 157 Weil wir uns einander schenken. Leib und Blut ist hier dein Pfand, Meines Herze, Mund und Hand. Spin TOTE 4. Du bist ja mein Fleisch und Blut; Ich ein Glied an deinem Leibe. Trotz sag ich der Höllengluth, Daß sie mich zum Zweifel treibe. Pfand und Sies gel hab ich hier: Jesus wohnet selbst in mir. 5. Seele, denk an Jesu Pein Und an seine Todesschmerzen. Wandle vor dem Reinen rein, Gieb ihm Ruhm mit Mund und Herzen: So wirst du im Glauben schön Einst zur Himmelstafel gehn. USH Benjam. Schmoll. geb. 1672, st. 1737. Mel. Erquicke mich, du Heil der 2c. vor dem 233. Mein Jefu, ber Scheiden In deiner letzten Tranernacht Uns hast die Früchte deiner Leiden In einem Testament vermacht: Es preifen gläubige Gemüther Dich, Stifter dieser hohen Güter. 2. So oft wir dieses Mahl genießen, Wird dein Gedächtniß bei uns neu. Man kann aus frischen Proben schließen, Wie brünstig deine Liebe ſei. Dein Blut, dein Tod und deine Schmerzen Verneuern sich in unsern Herzen. 3. Es wird dem zitternden Gewissen Ein neues Siegel auf gedrückt, Daß unser Schuldbrief Gnadenmittel; Sacramente. 158 ist unter allen Leiden Ein wahrer Vorschmack jener Freuden. fei zerrissen, Daß unsre Handschrift sei zerstückt, Daß wir Vergebung unsrer Sünden In deinen blutgen Wunden finden. 9. Dir sei Lob, Ehr und Preis gesungen! Ein solcher hos 4. Das Band wird fester zu- her Liebesschein Verdient, daß gezogen, Das dich und uns zu- aller Engel Zungen Zu dessen fammenfügt. Die Freundschaft, Ruhm geschäftig sein. Wird uns Die wir sonst gepflogen, Fühlt, wie sie neue Stüßen friegt. Wir werden mehr in solchen Stunden Mit dir zu einem Geist verbunden. Trad ser Geist zu dir erhoben, So wird er dich vollkommner loben. Joh. Jac. Rambach, geb. 1693, st. 1735. Mel. O, daß ich tausend Zungen hätte 5. Dies Brod kann wahre 234. But un D em König, welNahrung geben, Dies erquicket unsern Geist. Es mehrt sich unser innres Leben, Wenn unser Glaube dich geneußt. Wir fühlen neue Kraft und Stärke In unserm Kampf und Glaubenswerke. cher Leben Dem Leben seiner Völfer weiht, Dem König werde Preis gegeben. Erzählt ſein Lob der Ewigkeit. Singt alle Wunder, die er thut; Doch über alles rühmt sein Blut. 2. Den König hat mein Herz gefunden; Wo anders, als auf Golgatha? Da floß mein Heil aus seinen Wunden. Auch mich, auch mich erlöst er da. Für mich gab er sein Leben hin, Der ich aus seinen Feinden bin. 7. Dein Fleisch muß uns zum Pfande dienen, Daß unser Fleisch, der Schwachheit voll, Einst herrlich aus dem Staube grünen und unverweslich werden soll, Ja, daß du uns ein ewig Leben Nach diesem kurzen werdest geben. 3. Wem anders sollt ich mich ergeben? O König, der am Holz verblich, Hier opfr ich dir mein Blut und Leben. Mein ganzes Herz ergießet sich. Dir schwör ich zu der Kreuzesfahn Als Streiter und als Unterthan. 8. theures Lamm, so edle Gaben Hast du in dieses Mahl gelegt. Da wir dich selbst zur Speise haben, Wie wohl ist un4. Mich dürstet, Herr, nach deinem Blute. Nach Regen lechzt dein dürres Land. Ach, außer dir, dem höchsten Gute, Ift keine Nahrung mir bekannt. ser Geist verpflegt! Dies Mahl Mein Geist ist elend und bes 6. Wir treten in genaure Bande Mit deines Lebens Gliedern ein, Mit denen wir in solchem Stande Ein Herz und eine Seele sein. Der Geist muß mehr zusammenfließen, Da wir Ein Fleisch und Blut genießen. Das heilige Abendmahl. flemmt, Bis daß dein Blut mich überschwemmt. 5. O, gieb dein Manna mir zu essen. Dein Freudenwein erfülle mich. O, laß mich deiner nie vergessen. In meinem Geist verkläre dich; So halt ich täglich Abendmahl, Denn dein Verdienst ist ohne Zahl. son Ernst Gottl. Woltersborf, geb. 1725, st. 1761. sinu 5. Ach, wie werd ich da so müde! Wie entweicht der süße Friede! Sünd und Welt kann Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 235. Komm, mein Herz, mich verwunden, Wenn mir die in Jesu Leiden ses Licht verschwunden: Daß Deinen Hunger satt zu weiden. ich einen Heiland habe, Der Stille hier dein sehnlich Dür- mit seinem Hirtenstabe Sanft sten In dem Blut des Lebens- und mild und voll Vergeben, fürsten. Daß ich einen Heiland Mir nichts ist, als Heil und habe Und in seinem Heil mich Leben. labe Und in sein Verdienst mich 6. D, ich Sünder, ich Verkleide: Das ist meines Herzens Freude. dammter Und von Sündern Abgestammter! Was wollt ich von Troste wissen, Wäre dieses weggerissen, Daß ich einen Heiland habe, Dessen Blut mich Sünder labe! Besser wär es, nie ge boren, Als dies theure Wort verloren. 7. Sei geſegnet, ewge Liebe, Daß du mir aus treuem Triebe, Da das Mißtraun mich vergif tet, Solch ein Denkmal selbst gestiftet: Daß ich einen Heiland habe, Der den Gang zum Kreuz und Grabe, Ja den Schritt ins Todes Rachen Gern gethan, mich los zu machen. 8. Heilges Brod, sei mir gesegnet, Weil er mir mit dir be gegnet, Dessen Leichnam voller 2. Zwar ich hab ihn alle Tage, Wenn ich in sein Blut mich wage. Er ist auf der Himmelsreise Täglich mein Getränk und Speise. Daß ich einen Heiland habe, Bleibt mein Alles bis zum Grabe. Und ich mag nichts anders wissen, Als sein Leiden zu genießen. 159 4. Weil der Unglaub uns bes seffen, Kann man nichts so leicht vergessen, Als den Tilger unsrer Sünden. Ja auch mir wills oft verschwinden, Daß ich einen Heiland habe. Und dann weiß ich keine Gabe Zur Versöhnung darzubringen; Meine Schuld muß mich verschlingen. 3. Dennoch will ich mit Verlangen Auch sein Abendmahl empfangen. Hier darf Seel und Leib ihn effen. Und so kann ichs nicht vergessen, Daß ich einen Heiland habe, Der am Kreuz und in dem Grabe, Wie sein Wort mir sagt und schreibet, Mein Erlöser war und bleibet. 160 Gnadenmittel; Sacramente. Wunden Die Erlösung ausge| mich muthig labe. Trop den funden. Daß ich einen Heiland Feinden, die mich haffen! Ich habe, Der erblaßt und todt im Grabe Auch für meine Schuld gelegen, Will ich schmecken und erwägen. will mich nicht stören lasſen. 13. Will hinfort mich etwas quälen, Oder wird mir etwas fehlen, Oder wird die Kraft zer9. Heilger Wein, sei mir gerinnen: So will ich mich nur fegnet; Denn, wie Christi Blut besinnen, Daß ich einen Heiland geregnet Zur Vergebung aller Sünden, Das will ich in dir empfinden. Daß ich einen Heiland habe, Der die dürren See len labe, Wie kann mir das fremde dünfen? Hab ich doch fein Blut trinfen. 10. Er befiehlts, mich satt zu 236. Sund suche dich Mel. An Wasserflüssen Babylon. komme, Herr, effen, Meines Jammers zu vergeffen. Er gebeuts, mich satt zu trinken, Ganz in Freude zu verfinten, Daß ich einen Heiland habe, Der sich selbst zur Opfergabe, Ja, sein Opfer mir zum Leben, Mir zu Speis und Trank gegeben. Mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, würdge mich Des Wunders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, Mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh; Ich suche Ruh, und finde sie Im Glauben der Erlösten. 11. Gott, was brauch ich mehr zu wissen? Ja, was will ich mehr genießen? Wer kann nun mein Heil ermessen? Werd ich das nur nicht vergessen, Daß ich einen Heiland habe. Ich bin frei vom Tod und Grabe. Wenn mich Sünd und Hölle schrekken, So wird mich mein Heiland decken. 2. Dich bet ich zuversichtlich an: Du bist das Heil der Sünder. Du hast die Handschrift abgethan, Und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht und an dein Wort: Es ist vollbracht! Du hast mir Heil erworben. Du haft für mich dich dargestellt. Mit fich verföhnte Gott die Welt, Da du für sie gestorben. 12. Ja, mein Heiland, den ich nehme, Weil ich mich nicht hechtisch schäme. Nehmet hin! so russt du Allen. Darum soll es laut erschallen, Daß ich einen Heiland habe Und an ihm habe, Der vom Kripplein bis zum Grabe, Bis zum Thron, wo man ihn ehret, Mir, dem Sünder, zugehöret. h E. Gottl. Woltersdorf, g. 1725, st. 1761. 3. So freue dich, mein Herz, in mir! Er tilget deine Sün Das heilige Abendmahl. 161 den Und läßt an seinem Tische| für mich. O gieb, daß meine hier Dich Gnad um Gnade fin- Seele sich Deß ewig freuen möge. den. Du rufft, und er erhört 2. Was kann mein Geist dich schon, Spricht liebreich: Sei getrost, mein Sohn; Die Schuld ist dir vergeben. Du bist in meinen Tod getauft: Vergiß nicht, dem, der dich erkauft, Zu Ehren stets zu leben. durch deinen Tod nicht noch für Segen finden! Erlösung aus der größten Noth, Vergebung aller Sünden, Gewissensruh, zur Beßrung Kraft, Das hast du, Herr, auch mir verschafft, Da du am Kreuze starbest 3. Dein Mahl ist mir ein Unterpfand Von dieser großen Güte. Wie viel hast du an mich gewandt! O, stärfe mein Gemüthe Zum gläubigen Vertraun auf dich, Daß ich, so lang ich lebe, mich An deiner Gnade halte. 4. Dein, spricht er, ist die Seligkeit; Bewahr sie hier im Glauben Und laß durch keine Sicherheit Dir deine Krone rau ben. Sieh, ich vereine mich mit dir. Ich bin der Weinstock; bleib an mir, So wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, Und durch die Liebe gegen mich Wird dir der Sieg gelingen. 4. Ich fühle, Herr, voll Reu und Schmerz Die Last von meis nen Sünden. Laß mein vor dir 15. Ja, Herr, mein Glück ist gebeugtes Herz Den großen dein Gebot. Ich will es treu Trost empfinden, Daß du aus erfüllen Und bitte dich durch großer Lieb und Huld Auch deinen Tod Um Kraft zu mei- mir Vergebung meiner Schuld nem Willen. Laß mich von nun Auf Buße hast erworben. an tüchtig sein, Mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn Und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung Durch eine wahre Besserung Mir und der Welt beweisen. Chr. Fürchteg. Gellert, geb. 1715, st. 1769. 5. Der Trost, den mir dein Tod verschafft, Werd ewig mir zum Segen. Er stärke mich mit neuer Kraft, Auf allen meinen Wegen Nur das zu thun, was dir gefällt, Und alle Furcht und Lust der Welt Standhaft zu überwinden. Jp0000 126 12 Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 237. J preise dich, o Herr, mein Heil, Für deine Todesleiden. Hab ich an ihren Früchten Theil, Was fehlt dann meinen Freu6. Die Liebe, die du mir erzeigt, 3st gar nicht zu ermessen. D, mache selbst mein Herz geneigt, Sie nimmer zu vergessen. Daß ich, aus echter Gegentreu, Dir bis zum Tod ergeben ſei den? Du warst ein Opfer auch Und dir zur Ehre lebe.ogland M. R. Gesangbuch. 11 - 162 Gnadenmittel; Sacramente. 7. Laß deines Leidens großen| dich Für mich dahin gegeben. Zweck Mir stets vor Augen ste- Dein Abendmahl erwecke mich, hen. Nimm alle Hindernisse Mit Ernst darnach zu streben. weg, Die ebne Bahn zu geben, Herr, mache mich dazu geschickt. Die mir dein heilig Vorbild Und werd ich einst der Welt weist und die einst den erlösten entrückt, So sei dein Tod mein Geist Zu deiner Freude führet. Leben. 8. Zum ewgen Leben hast du fer 11911 Joh. Sam. Diterich, geb. 1721, st. 1797 Nach der Communion. ott sei gelobet Der uns geb zu halten rechte und gebene- Maß, Daß dein arme Christenheit Leb in Fried und Einigs feit. Kyrie eleison! Martin Luther, geb. 1483, st. 1546. Verbesferung eines älteren Liedes aus b. 14. Jahrh. 238. Gott deiet, Der uns selber hat gespeiset Mit seinem Fleische und mit seinem Blute; Das gieb uns, Herr Gott, zu gute. Kyrie eleison! Herr, durch deinen heiligen Leichnam, Der zu deiner ewgen Gottheit fkam, Und dein theuer, heilig Blut Hilf uns, Herr, aus aller Noth. Kyrie eleiſon! Mel. Nun laßt uns Gott dem Herren. 239. Defu, meine Wonne, Du, meiner Seelen Sonne, Du Freundlichster auf Erden, Laß mich dir dankbar werden. 2. Der heilge Leichnam ist für uns gegeben Zum Tod, daß wir dadurch leben. Nicht gröBer Güte fonnte er uns schenfen, Dabei wir sein solln gedenken. Kyrie eleison! Herr, dein Lieb so groß dich zwungen hat, Daß dein Blut an uns groß Wunder that Und bezahlte unser Schuld, Daß uns Gott ist worden hold. Kyrie eleison! 3. Gott geb uns Allen seiner Gnaden Segen, Daß wir gehn auf seinen Wegen In rech- 5. Dir dank ich für dein Leiter Lieb und brüderlicher Treue, den, Den Ursprung meiner Daß uns die Speis nicht ge Freuden; Dir dank ich für dein reue. Kyrie eleison! Herr, dein Sehnen Und heiß vergoßne heilgen Geist uns immer laß,| Thränen. 2. Wie kann ich gnugsam schätzen Dies himmelfüß Ergögen Und diese theuren Gaben, Die uns gestärket haben! 3. Wie soll ich gnug dir dans ken, O Herr, daß du mich Kranken Gespeiset und getränket, Ja, selbst dich mir geschenket! 4. Ich lobe dich von Herzen Für alle deine Schmerzen, Für deine Schläg und Wunden, Die du für mich empfunden. Buße und Bekehrung. 163 16. Dir dank ich für dein Lie-| Mit dir, mein liebstes Leben. ben, Das standhaft ist geblie- Was kannst du Werthers geben! ben; Dir dank ich für dein Sterben, Das mich dein Reich läßt erben. 11. Hilf, Herr, daß meine Seele Nur dich zum Leitstern wähle. Laß mich stets mit Verlangen An deiner Liebe hangen. 7. Jetzt schmecket mein Gemüthe Dein übergroße Güte. Dies theure Pfand der Gnaden Tilgt allen meinen Schaden. 12. Laß mich die Sünde meiden, Laß mich geduldig leiden, Laß mich mit Andacht beten Und von der Welt abtreten. 13. In meinem ganzen Leben Laß mir vor Augen schweben, Wie trefflich ich beglücket, Ja himmlisch bin erquicket. 14. Nun kann ich nicht verderben. Drauf will ich selig sterben Und freudig auferstehen, O Jesu, dich zu sehen. Joh. Rijst, geb. 1607, st. 1667. 8. Herr, laß mich nicht vergessen, Daß du mir zugemessen Die fräftge Himmelsspeise, Wofür mein Herz dich preise. 9. Du wollest ja die Sünde, Die ich annoch empfinde, Aus meinem Fleische treiben und fräftig in mir bleiben. 10. Nun bin ich losgezählet Von Sünden und vermählet| 03 XIII. Buße und Bekehrung. Psalm 130. 240. schrei ich zu dir; Herr Gott, erhör mein Rufen! Dein gnädig Ohr neig her zu mir, Halt meiner Bitt es offen. Denn so du willt das fehen an, Was Sünd und Unrecht ist gethan; Wer kann, Herr, vor dir bleiben? 2. Bei dir gilt nichts, denn Gnad und Gunst, Die Sünde zu vergeben. Es ist doch unser Thun umsonst Auch in dem be sten Leben. Vor dir Niemand sich rühmen kann; Deß muß dich fürchten Jedermann Und deiner Gnaden leben. 3. Darum auf Gott will hofe fen ich, Auf mein Verdienst nicht bauen. Auf ihn mein Herz soll lassen*) sich und seiner Güte trauen, Die mir zusagt sein werthes Wort. Das ist mein Trost und treuer Hort; Deß will ich allzeit harren. *) verlassen. 4. Und ob es währt bis in die Nacht Und wieder an den Morgen; Doch soll mein Herz an Gottes Macht Verzweifeln nicht, noch sorgen. So thu Jsrael rechter Art, Der aus dem Geist erzeuget ward Und seines Gotts erharre. 11* 164 Buße und Bekehrung. 5. Ob bei uns ist der Sün-| hast gnug für mich gethan, So den viel, Bei Gott ist viel mehr werd ich los der Sündenlast. Gnade; Sein Hand zu helfen Herr, halt mir fest, Weß du hat fein Ziel, Wie groß auch dich mir versprochen hast. fei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, Der Israel erlösen wird aus seinen Sünden allen. tod Luther, geb. 1483, st. 1546. chaffe in mir, 241. nes Herze Und gieb mir einen neuen, gewissen Geist. Verwirf mich nicht:: Von deinem Angesicht:,: Und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. 2. Tröste mich wieder mit deiner Hülfe, Und er, der freudige Geist, enthalte mich. Wasche mich wohl:: Von meiner Missethat:,: Und reinige mich von meiner Sünde. 242. Allein zu dir, 3. Gieb mir durch dein Barmherzigkeit Den wahren Christenglauben, Auf daß ich deine SüBigkeit Mög inniglich anschauen, Vor allen Dingen lieben dich Und meinen Nächsten gleich als mich. Um letzten End dein mir send, Damit behend Des Teufels List sich von mir wend. 4. Ehr sei Gott in dem höchsten Thron, Dem Vater aller Güte; Und Christo, seinem lieben Sohn, Der uns allzeit behüte; Und Gott dem heiligen Geiste, Der uns sein Hülf allzeit leiste, Damit wir ihni gefällig sein, Hier in der Zeit Und folgends in der Ewigkeit. Joh. Schneesing, um 1534. Herr Jesu Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 2. Mein Sünd sind schwer und übergroß Und reuen mich von Herzen. Derselben mach mich frei und los Durch deinen Tod und Schmerzen; Und zeig mich deinem Vater an, Daß du Christ, Mein Hoffnung steht auf Erden. Ich weiß, daß du mein Tröster biſt; Kein Trost 243. Kehr um, fehr mag mir sonst werden. Von Anbeginn ist nichts erkorn, Auf Erden ist kein Mensch geborn, Der mir aus Nöthen helfen kann. Dich ruf ich an, Auf den ich fest vertrauen kann. verlorner Sohn, Der du sehr übel hast gethan, Von Gott, dem Vater, dich gewandt, Bist kommen in ein fremdes Land. 2. Der du dein Erbgut hast verzehrt, In Schmach und Schanden dich genährt, Der Träber nicht fannst werden fatt Und bist so hungrig und so matt! 3. Des Vaters Knechte leben wohl, Sein Haus ist aller Gü Buße und Bekehrung. 165 ter voll. Das Volf, so seinen| nem Muth Mit Schmerzen bin Willen thut, Hats bei ihm über Maßen gut. beladen Und in mir hab der Pfeile viel, Die im Gewissen ohne Ziel Mich armen Sünder drücken. 4. Geh wieder heim in Reu und Leid Und suche Gottes Gütigkeit; Eröffn ihm wieder Herz und Mund Und gieb dich hin in seinen Bund.. 1120 5. Sprich: Vater, hab mit mir Geduld, Gedenk nicht meiner schweren Schuld. O nimm mich an für einen Knecht; Zu Deinem Gut hab ich kein Recht. 2. Erbarm dich mein in sol cher Last; Nimm sie aus mei nem Herzen, Dieweil du sie gebüßet hast Um Holz mit Todesschmerzen, Auf daß ich nicht mit großem Weh In meinen Sünden untergeh, Noch ewiglich verzage. 6. Dein Vater hat für dich bereit Ein Fingerreif und neues Kleid; Er richtet an ein schönes Fest Und will dir thun das Allerbest; bodol Schenkt dir Gnad und Gerechtigkeit, Christi Verdienst zur Seligkeit, Das Heil, das du verloren hast Und macht dich 3. Ach Gott, wenn mir das kommet ein, Was ich mein Tag begangen, So fällt mir auf das Herz ein Stein Und bin mit Furcht umfangen. Ja, ich weiß weder aus noch ein Und müßte stracks verloren sein, Wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Allein dein heilsam Wort los von aller Last. id hindas macht Mit seinem füßen 8. Erfenne nur, was dir gebricht. Geh heim, thu Buß und ſäume nicht; Denn willst du säumen bis zum Tod, So kommst du schwerlich aus der Noth. Singen, Daß mir das Herze wieder lacht und fast beginnt zu springen, Dieweil es alle Gnad verheißt Denen, die mit zerfnirschtem Geist Zu dir, o Jesu, kommen. thisun chippis 9. Gott, Vater im höchsten Thron, Nimm an deinen verlornen Sohn; Den heimge fehrten auch behüt Durch deine aunnennbare Güt. diar dil Mich. Weiße, um 1540. 30613058.01 Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. 244. Herr Jefu Chrift, du höchstes Gut, Du Brunnquell aller GnaDen, Sieh doch, wie ich in mei5. Und weil ich denn in mei nem Sinn, Wie ich zuvor geklaget, Auch ein betrübter Sünder bin, Den sein Gewissen naget Und gerne möcht im Blute dein Von Sünden abgewaschen sein, Wie David und Manasse; 50 6. So komm ich auch zu dir allhie In meiner Noth geschritten Und thu dich mit gebeugtem Knie Von ganzem Herzen bit 166 Buße und Bekehrung. ten: Bergieb es mir doch gnä-| folgen müssen, So fahr hie fort; diglich, Was ich mein Lebtag Nur schone dort, Und laß mich wider dich Auf Erden hab be- ja jetzt büßen. gangen. big smile 7. Herr, mein Gott, vergieb mirs doch Um deines Namens willen Und thu in mir das schwere Joch Der Uebertretung stillen, Daß sich mein Herz zufrieden geb Und dir hinfort zu Ehren leb Jm kindlichen Gehorsam. Bost 8. Stärf mich mit deinem Freudengeist, Heil mich mit deinen Wunden. Wasch mich mit deinem Todesschweiß In meiner letzten Stunden Und nimm mich einst, wenn dirs gefällt, Im wahren Glauben von der Welt zu deinen Auserwählten. Barth. Ringwaldt, geb. 1530, st. 1598. Gott und Herr, Wie 5. Gieb, Herr, Geduld; Vergieb die Schuld; Gieb ein ge horsam Herze, Daß ich nur nicht, Wies wohl geschicht, Murrend mein Heil verscherze. 6. Handle mit mir, Wies dünket dir; Durch dich bin ichs zufrieden. Laß mich nur nicht Dort ewiglich Von dir sein abgeschieden. 7. Gleich wie sich fein Ein Vögelein In hohle Bäum verstecket, Wenns trüb hergeht, Die Luft unftät, Menschen und Vieh erschrecket: 8. Also, Herr Christ, Mein Zuflucht ist Die Höhle deiner Wunden. Wenn Sünd und Tod Mich bracht in Noth, Hab ich mich drein gefunden. 245. 9. Darin ich bleib. Ob hie groß und schwer Sind mein beder- Leib und Seel von ander gangne Sünden! Da ist Nie scheiden, So werd ich dort Bei mand, Der helfen kann, In die dir, mein Hort, Sein in ewifer Welt zu finden. gen Freuden. 2. Lief ich gleich weit Zu dieser Zeit Bis an der Welt ihr Enden Und wollt los sein Der Angst und Pein, Würd ich sie doch nicht wenden. 3. Zu dir flieh ich; Verstoß mich nicht, Wie ichs wohl hab verdienet. Ach Gott, zürn nicht, Geh nicht ins Gricht; Dein 246. Christe, Morz D gensterne, 4. Solls ja so sein, Daß Leucht uns mit hellem Schein. Straf und Pein Auf Sünde Leucht uns vons Himmels Thros 10. Ehre sei nun Gott Vater, Sohn Und heilgem Geist zusammen. Ich zweifle nicht, Weil Christus spricht: Wer gläubt, wird selig. Amen! v. 1-6 Mart. Rutilius, geb. 1550, ft. 1618. v. 7-10 Joh. Major, geb. 1564, st. 1654. Buße und Bekehrung. 167 ne An diesem dunklen Ort Mit| ben in mir mehre, Daß ich nach Deinem reinen Wort. dieser Zeit Mit dir eingeh zur Freud. Basil. Förtsch, st. 1619. 2. Jesu, Trost der Armen, Mein Herz heb ich zu dir. Du wirst dich mein erbarmen, Dein Gnade ſchenken mir; Das 2 trau 3. Ich kann und mag nicht schlafen, Ich kann nicht fröhlich sein. Mir ist verwundt mein Seele Und fürcht der Höllen Pein. Christ, erbarm dich mein! 4. Jesu, lieber Herre, Du einger Gottessohn, Von Herzen ich begehre, Du wollst mir Hülfe thun; Du bist der Gnaden Thron. 5. Du haft für uns vergoffen Dein rosinfarbnes Blut, Deß laß mich, Herr, genießen; Tröst mich durch deine Güt. Hilf mir! das ist mein Bitt. 6. Ist dir verwundt so sehre Die arme Seele dein? So dich zu mir nur fehre; Ich will dein Helfer sein, Vergeben Schuld und Pein. 7. Laß du von Sünden abe Und sei ein frommer Christ. Ich will dich selber laben Und schenfen meinen Geist, Der dich zum Himmel weist. R 8. Ich will dich selber speisen Mit meinem Leib und Blut, Mein Lieb an dir beweisen Und will dir theilen mit Mein Schatz und höchstes Gut." Psalm 6. 51 247. Herr, nicht schicke deine Nache 9. Jesu, Lob und Ehre Sing ich dir allezeit. Den GlauUeber meine böse Sache, Ob sie wohl durch Üebelthat GroBen Zorn verdienet hat. Freis lich muß ich es bekennen, Urs sach hast du, sehr zu brennen; Doch du wollest jetzt allein Va ter, und nicht nichter, sein. 2. Schicke lieber doch mir Armen Für den Eifer dein Ers barmen. Heile mich; denn ich vorhin Schwach und lagerhaf tig bin. Siehe, wie ich ab bin kommen, Wie mir alle Kraft genommen; Mache, Herr, es ja nicht lang, Mark und Bein ist sterbensfrank. 3. Vor den Sorgen, Pein und Schmerzen Ist kein Trost in meinem Herzen. Mein Gemüthe, das dich liebt, Jst bis in den Tod betrübt. Mein Trost, kannst du noch verweilen? Hat es keis ne Noth zu eilen? Macht denn deine Güte dich Schwächer, als der Kummer mich? 4. Kehre wieder, wiederkehre, Eh ich mich in Angst verzehre! Reiche deine Hand, o Gott, Meis ner Seele in der Noth! Zwar du möchtest fie wohl hassen, Weil sie selber dich verlassen; Doch betrachte dies dabei, Was dein Heil und Güte sei. 168 Buße und 5. Menschen, die nicht mehr im Leben, Die den Geist schon aufgegeben, Wissen nichts von Schuld und Pflicht Und gedenken deiner nicht. Denn wer kann dir Ehr erweisen, Wer vermag dich wohl zu preisen, Wenn er schon liegt ausgestreckt Und im tiefen Grabe steckt? 6. Meine müden Seufzer sagen, Was der Mund nicht weiß zu flagen; Durch mein Weinen alle Nacht Wird mein Lager naß gemacht. Meiner Augen heiße Zähren, Die mir Ruh und Schlaf beschweren, QuelMel. Vater unser im Himmelreich. len als ein Waſſerfluß, Daß 248. So war ich le D 7. Von der Pein, die ich empfunden, Ist mein Antlig abgeschwunden; Ungeduld macht die Gestalt Mir vor meinen Jahren alt; Denn ich muß auf allen Seiten mit dem losen Haufen streiten, Der mir anthut Schmach und Spott Und mich quält bis auf den Tod. Bekehrung. bewegt. Alsobald ich ihn gebeten, Jhm vor Augen hingetre ten, Hat auch seine Güte sich Ausgebreitet über mich. 10. Von der ganzen Welt auf Erden Sollen die noch schamroth werden, Zittern auch vor Gott und mir, Die mich haffen für und für. Weichen müssen sie zurücke Plößlich und im Augenblicke, Und doch sehen auch dabei, Daß der Herr mein Heiland sei. Anton na Martin Opig, g. 1597, st. 1649. 8. Nun, ihr Uebelthäter, zie het! Ihr Tyrannen, auf, und fliehet! Geht, ihr Volk der Eitelkeit, Hin, woher ihr kommen seid! Denn der Herr sieht, wenn ich weine, Daß ich es mit Treue meine, Meine Thränen fließen hin In sein Herz und beugen ihn. 757 9. Er, der Herr, hat schon mein Flehen Mit Genaden an gesehen; Mein Gemüthe, das mich regt, hat ihm seines auch dein Gott, Mir ist nicht lieb des Sünders Tod; Vielmehr ist dies mein Wunsch und Will, Daß er von Sünden halte still, Von seiner Bosheit fehre sich Und lebe mit mir ewiglich. 2. Dies Wort bedenk, o Menschenkind. Verzweifle nicht in dei ner Sünd. Hier findest du Trost, Heil und Gnad, Die Gott dir zugesaget hat, Und zwar mit einem theuren Gid. O selig, dem die Sünd ist leid! But 3. Doch hüte dich vor Sicherheit! Denk nicht: Zur Buß ist noch wohl Zeit; Ich will erst fröhlich sein auf Erd; Wann ich des Lebens müde werd, Alsdann will ich befehren mich; Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ists, Gott ist wohl stets bereit Dem Sünder mit Buße und Bekehrung. 169 Barmherzigkeit; Doch wer auf ner großen Güte. Laß du auf Gnade fündigt hin, Fährt fort mein Gewissen Ein Gnadenin seinem bösen Sinn Und seiner tröpflein fließen. 12 Seelen selbst nicht schont, Der wird mit Ungnad abgelohnt. 5. Gnad hat dir zugesaget Gott, Von wegen Christi Blut und Tod; Zusagen hat er nicht gewollt, Ob du bis morgen leben sollt. Daß du mußt sterben, ist dir fund; Verborgen ist die Todesstund. 3. Jch, dein betrübtes Kind, Werf alle meine Sünd, So viel ihr in mir stecken Und mich so heftig schrecken, In deine tiefen Wunden, Da ich stets Heil gefunden. 4. Durch dein unschuldig Blut, Die schöne rothe Fluth, Wasch ab all meine Sünde; Mit Trost mein Herz verbinde Und ihr nicht mehr gedenke, Ins Meer sie tief versenfe. 6. Heut lebst du: heut bekehre dich! Eh morgen kommt, fanns ändern sich. Wer heut ist frisch, gesund und roth, Ist morgen frank, ja wohl gar todt. So du nun stirbest ohne Buß, Dein Seel und Leib dort brennen muß. 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, Daß ich noch heute komm zu dir Und Buße thu den Augenblick, Eh mich der schnelle Tod hinrück, Auf daß ich heut und jederzeit Zu meiner Heimfahrt sei bereit. Johann Heermann, g. 1585, st. 1647. Mel. Auf meinen lieben Gott. o soll ich flie249. Wi hen hin, Weil ich beschweret bin mit viel und großen Sünden? Wo kann ich Rettung finden? Wenn alle Welt herkäme, Mein Angst fie nicht wegnähme. 2. O Jesu, voller Gnad, Auf dein Gebot und Rath Kömmt mein betrübt Gemüthe Zu dei5. Du bist der, der mich tröst, Weil du mich haft erlöst. Was ich gesündigt habe, Hast du verscharrt im Grabe. Da thatst du es verschließen; Da wirds auch bleiben müssen. 6. Jst meine Bosheit groß, So werd ich ihr doch los, Wenn ich dein Blut auffaſſe Und mich darauf verlasse. Wer sich zu dir nur findet, All Angst ihm bald verschwindet. 7. Mir mangelt zwar sehr viel; Doch was ich haben will, Ist Alles mir zu gute Erlangt mit deinem Blute, Womit ich überwinde Tod, Teufel, Höll und Sünde. 8. Und wenn des Satans Heer Mir ganz entgegen wär, Darf ich doch nicht verzagen: Mit dir kann ich sie schlagen. Dein Blut darf ich nur zeigen, So muß ihr Trotz bald schweiz gen. 08: 3 GRACE 170 Buße und Bekehrung. 9. Dein Blut, der edle Saft,| mich wend, Da ich Erquichung Hat solche Stärk und Kraft, finde. Vor Gott sind sie so Daß es kann ganz alleine Die hoch geschätzt; Wer damit seis Welt von Sünden reine, Ja ne Sünden netzt, Den blickt gar aus Teufels Rachen Frei, Gott an mit Gütigkeit Zu jes los und ledig machen. der Zeit, Und sein betrübtes Herz erfreut. 10. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich. Jetzt kann ich nicht verderben. Dein Reich muß ich ererben; Denn du hast mirs erworben, Da du für mich gestorben. 3. Hier muß ich noch im Thränenhaus Vor großer Angst oft weinen, Der Welt aushalten manchen Stranß; Sie martert stets die Deinen. Auf al11. Ach, führ mein Herz und len Seiten, wo sie fann, Fängt Sinn, Durch deinen Geist da- fie mit mir zu hadern an; Doch hin, Daß ich mög Alles mei- tröstet mich zu aller Frist, Herr den, Was mich und dich kann Jesu Christ: In Noth du auch scheiden; Daß ich an deinem gewesen bist. Leibe Ein Gliedmaß ewig bleibe. 12. Amen, zu aller Stund Sprech ich aus Herzensgrund: Du wollest mich ja leiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, Auf daß ich deinen Namen Ewiglich preise. Amen! 4. Du zählst die Thränen groß und klein. Ich weiß, sie sind gezählet; Und ob sie nicht zu zählen sein, Dennoch dir keine fehlet. So oft sie vor dir regen sich, So oft sie auch bewegen dich, Daß du dich mein erbarmen mußt, Wie dir bewußt, Wenn du mir allzeit Hülfe thust. Joh. Heermann, g. 1585, st. 1647. Mel. Allein zu dir, Herr Jesu Christ. u weinest um 250, ¹ Jerusalem, Herr Jesu, heiße Zähren, Be zeugst, es sei dir angenehm, Wenn Sünder sich bekehren. Wenn ich vor dir mit Buß erschein Und über meine Sünden wein, So wäschst du ab aus lauter Gnad Die Missethat, So mich bisher gequälet hat. 2. Wenn deines Vaters Zorn entbrennt Von wegen meiner Sünde; Zu deinen Thränen ich 5. Wer jegund säet Thränen aus, Hält in Geduld Gott stille, Wird fröhlich sein in deinem Haus, Der Frei de ist die Fülle; Ja solche Freude, die kein Mann Mit seiner Zung aussprechen kann, und die da bleibt in Ewigkeit. Mein Kreuz und Leid Wird werden dort zu lauter Freud. 6. Für diese Thränen dank ich dir, Daß du die Freudenkrone, Herr Christ, dadurch ers Buße und Bekehrung. 171 worben mir Bei dir im Him-| nen- Bach! O, daß ich gnug melsthrone. Wenn du mich ho- Zähren hätte, Zu betrauern meilen wirst hinauf zu deinem aus- ne Schmach! O, daß aus dem erwählten Hauf, Dann will ich Thränen- Brunnen Käm ein starrecht lobsingen dir, höchste fer Strom geronnen!- Zier, Für deine Thränen für und für. und WA Joh. Heermann, g. 1585, st. 1647. berler 6. Dir will ich die Last auflegen: Wirf sie in die tiefe See. Wasch mich deines Leidens wegen, Treuster Heiland, weiß wie Schnee. Lasse deinen Geist mich treiben, Einzig stets bei dir zu bleiben. err, ich habe 251. He mißgehandelt; Ja, mich drückt der Sünden Last. Ich bin nicht den Weg gewandelt, Den du mir gezeiget haft; Und jetzt wollt ich 252. Ach, was foll ich Sünder magern aus Schrecken Mich vor deinem Zorn verstecken. 2. Doch wie fönnt ich dir entfliehen? Du wirst allenthalben sein. Wollt ich über See gleich ziehen, Stieg ich in die Gruft hinein, Hätt ich Flügel gleich den Winden, Gleichwohl würdest du mich finden. 3. Drum ich muß es nur bekennen, Herr, ich hab nicht gut gethan, Darf mich nicht dein Kind mehr nennen. Ach, nimm mich zu Gnaden an! Laß die Menge meiner Sünden Deinen Zorn nicht gar entzünden. 4. Könnt ein Mensch den Sand gleich zählen An dem großen, weiten Meer; Dennoch würd es ihm wohl fehlen, Daß er meiner Sünden Heer, Daß er alle mein Gebrechen Sollte wissen auszusprechen. 5. Wein, ach, wein jetzt um die Wette, Meiner Augen ThräJohann Franc.( Um 1649.) ch) sp chen! Ach, was soll ich fangen an! Mein Gewissen flagt mich an; Es beginnet aufzuwachen. Dies ist meine Zuversicht: Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Zwar es haben meine Sünden Meinen Jesum oft be trübt; Doch weiß ich, daß er mich liebt, Und er läßt sich gnädig finden. Drum, ob mich mein Sünd anficht: Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Obgleich schweres Kreuz und Leiden, So bei Christen oft entsteht, Mir sehr hart entgegen geht, Soll michs doch von ihm nicht scheiden. Er ist mir ins Herz gericht: Meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ich weiß wohl, daß unser Leben Nichts als nur ein Nebel ist; Denn wir hier zu aller Frist Mit dem Tode sind umgeben; Und wer weiß, was 172 Buße und Bekehrung. heut geschicht! Meinen Jesum| die hochbetrübten Sünder So laß ich nicht. gerufen zu der Buß, Daß ich billig kommen muß. fterno! 5. Sterb ich bald, so komm ich abe Von der Welt Beschwerlichkeit, Ruhe bis zu voller Freud Und weiß, daß im finstern Grabe Jesus ist mein helles Licht. Meinen Jesum laß ich nicht. J rogor and 6. Durch dich will ich wie der leben; Denn du wirst zur rechten Zeit Wecken mich zur Seligkeit, Die du mir wirst gnädig geben, Wenn ich gleich komm vors Gericht. Meinen Jesum laß ich nicht. 7. Jesus soll mein Jesus bleiben, Bis ich werde wandern fort Zu des Himmels Freuden port, Der mich ihm wird ein verleiben, Nehmen in sein Freudenlicht. Meinen Jesum laß ich nicht. MON Johann Flittner, 8. 1618, st. 1678. söng chi 101 29 6 Jail di Mel. Alle Menschen müssen sterben. Pesu, der du mei253. Je, ne Seele Hast durch deinen bittern Tod Aus des Teufels finstrer Höhle Und der schweren Sündennoth Kräftiglich herausgerissen und mich folches lassen wissen Durch dein angenehmes Wort: Sei doch jegt, o Gott, mein Hort. 2. Treulich hast du ja gesuchet Die verlornen Schäfelein, Als sie liefen ganz verfluchet In der Hölle Pfuhl hinein. Ja, du Satans Ueberwinder, Hast 3, Ach, ich bin ein Kind der Sünden! Ach, ich irre weit und breit! Es ist nichts an mir zu finden, Als nur Ungerechtigkeit. All mein Tichten, all mein Trachten Heißet unsern Gott verachten. Böslich leb ich ganz und gar Und sehr gottlos immerdar. 4. Herr, ich muß es ja befennen, Daß nichts Gutes wohn in mir. Das zwar, was wir Wollen nennen, Hab ich oft mals wohl in mir; Aber Fleisch und Blut zu zwingen Und das Gute zu vollbringen, Folget gar nicht, wie es soll; Was ich nicht will, thu ich wohl. 5. Aber, Herr, ich kann nicht wissen, Wie viel meiner Fehler sein. Mein Gemüth ist ganz zerrissen Durch der Sünden Schmerz und Pein, Und mein Herz ist matt von Sorgen. Ach, vergieb mir, was verborgen! Rechne nicht die Missethat, Die dich, Herr, erzürnet hat. 6. Jesu, du hast weggenom men Meine Schulden durch dein Blut. Laß es, o Erlöser, kommen Meiner Seligkeit zu gut. Und dieweil du so zerschlagen Hast die Sünd am Kreuz getragen: Ei, so sprich mich endlich frei, Daß ich ganz dein eigen sei. un 7. Weil mich auch der Hölle Schrecken Und des Satans Buße und Bekehrung. 173 Hiezu, o Gott, bescheren Und deines guten Geistes Kraft, Der neue Herzen in uns schafft, Aus Gnaden mir gewähren. 398 2. Natürlich kann ein Mensch doch nicht Sein Elend selbst empfinden. Er ist ohn deines Wor tes Licht Blind, taub, ja todt in Sünden; Verkehrt ist Will, Verstand und Thun. Des großen Jammers wollst du nun, D Vater, mich entbinden. Grimmigkeit Vielmal pflegen aufzuwecken Und zu führen in den Streit, Daß ich schier muß unterliegen: Ach, so hilf, Herr Jesu, stegen! O, du, meine Zuversicht, Laß mich ja verzagen nicht! dult nopisi Istini 8. Du ergründest meine Schmerzen, Du erkennest meine Pein. Es ist nichts in meinem Herzen, Als dein Herber Tod allein. Dies, mein Herz mit Leid vermenget, Das dein theu- 3. Klopf durch Erkenntniß res Blut besprenget, So am Kreuz vergossen ist, Geb ich dir, Herr Jesu Christ. ASTUST bei mir an Und führ mir wohl zu Sinnen, Was Böses ich vor dir gethan. Du kannst mein 9. Nun ich weiß, du wirst Herz gewinnen, Daß ich aus mir stillen Mein Gewissen, das Kummer und Beschwer Laß über mich plagt. Es wird deine Treu meine Wangen her Viel heiße erfüllen, Was du selber haft ge- Thränen rinnen. sagt: Daß auf dieser weiten Er- 4. Wie hast du doch auf mich den Keiner soll verloren wer- gewandt Den Reichthum deiner den, Sondern ewig leben wohl, Gnaden! Mein Leben dank ich Wenn er nur ist glaubensvoll. deiner Hand; Du hast mich 10. Herr, ich glaube. Hilf überladen Mit Ehr, Gesundmir Schwachen! Laß mich ja heit, Ruh und Brod; Du machst, verderben nicht. Du, du kannst daß mir noch keine Noth Bis mich stärker machen, Wenn mich hieher können schaden. Sünd und Tod anficht. Deiner 5. Du hast in Christo mich Güte will ich trauen, Bis ich erwählt, Tief aus der Höllen fröhlich werde schauen Dich, Fluthen. Es hat mir sonsten Herr Jesu, nach dem Streit In nichts gefehlt An irgend einem der süßen Ewigkeit.d Guten. Bisweilen bin ich auch dabei, Daß ich nicht sicher lebt und frei, Gestäupt mit Vatersruthen. m 1 Joh. Rift, geb. 1607, st. 1667. mod hiciend or Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. and the# 20] 254.h will von mei- 6. Hab ich denn nun auch ner Missethat Zum Herren mich befehren. Du wollest selbst mir Hülf und Rath gegen dir Gehorsams mich beflissen? Ach, nein! Ein Anders saget mir Mein Herze und Ge Buße und Bekehrung. $ 174 wissen. Darin ist leider nichts gefund; An allen Orten ist es wund, Von Sünd und Reu zerriffen. 7. Die Thorheit meiner Jugendjahr Und alle schnöde Sachen Verklagen mich zu offenbar. Was soll ich Armer machen? Sie stellen, Herr, mir vors Gesicht Dein unerträglich Zorngericht, Der Hölle offnen Rachen. deine Flügel! Verbirg mich), o du fernes Meer! Bedecket mich, fallt auf mich her, Ihr Klippen, Berg und Hügel! 12. Ach, Alls umsonst! Und wenn ich gar Könnt in den Himmel steigen Und wieder in die Höll, alldar Mich zu verfriechen neigen: Dein Auge drängt durch Alles sich; Du wirst da meine Schand und mich Der lichten Sonne zeigen. siln 8. Ach, meine Greuel allzu- 13. Herr Jesu, nimm mich mal Schäm ich mich zu beken- zu dir ein; Ich flich zu deinen nen. Ihr ist auch weder Maß Wunden. Laß mich da eingenoch Zahl, Ich kann sie all nicht schlossen sein und bleiben alle nennen; Und ist ihr feiner noch Stunden. Dir ist ja, o du Gotso klein, Um welches willen teslamm, All meine Sünd am nicht allein Sch ewig müßte Kreuzesstamm zu tragen aufbrennen. gebunden. 14. Dies stell du deinem Vater für, Daß es sein Herze lenke, Daß er sich gnädig kehr zu mir, Nicht meiner Sünden denke Und wegen dieser Straf und Last, Die du auf dich ge nommen hast, Ins Meer sie alle senfe. 9. Bisher hab ich in Sicherheit Fast unbesorgt geschlafen, Gesagt: Es hat noch lange Zeit; Gott pflegt nicht bald zu strafen; Er fähret nicht mit unsrer Schuld So strenge fort; es hat Geduld Der Hirt mit seinen Schafen. 10. Jetzt aber Alls zugleich erwacht. Mein Herz will mir zerspringen. Ich sehe deines Donners Macht, Dein Feuer auf mich dringen. Du regest wider mich zugleich Des Todes und der Höllen Reich; Die wollen mich verschlingen. 11. Wo bleib ich denn in solcher Noth? Nichts helfen Thor und Riegel. Wo flieh ich hin? Morgenroth, Ertheil mir 15. Hierauf will ich zu jeder Zeit Mit Ernst und Sorgfalt meiden All böse Lust und Eitelfeit und lieber Alles leiden, Denn daß ich Sünd aus Vorsay thu. Ach, Herr, gieb du stets Kraft dazu, Bis ich von hier werd scheiden. Louise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg, 8. 1627, t. 1667. OL Buße und Bekehrung. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. 255. Vor or Gricht, Herr Jesu, steh ich hie; Zu dir beug ich meins Herzens Knie, Kann mir selbst gar nicht rathen. Mein groß und viele Missethat mich hie und dort verdammet hat; Doch will ich nicht verzagen. Herr Jesu Christ, dein Blut allein Macht mich von allen Sünden rein, Weil ich in wahrer Reu und Buß An dich glaub und dir fall zu Fuß. Herr Jesu Christ, Deß dank ich dir.:,: Ich will mich bessern; hilf du mir! thJoh. Mich. Dilherr, g. 1604, st. 1669. don 175 4. Ach, sich mein Gebeine an, Wie sie all erstarren. Meine Seele gar nicht kann Deiner Hülfe harren. Ich verschmacht; Tag und Nacht Muß mein Lager fließen Von den Thränengüssen. 5. Ach, ich bin so müd und matt Von den schweren Plagen. Mein Herz ist der Seufzer satt, Die nach Hülfe fragen. Wie so lang Machst du bang Meine arme Seele In der Schwermuthshöhle! Zorn, Großer Gott, verschone! Ach, laß mich nicht sein verlorn! Nach Verdienst nicht lohne. Hat die Sünd Dich entzünd: Lösch ab in dem Lamme Deines Grimmes Flamme. 6. Weicht, ihr Feinde, weicht von mir! Gott erhört mein Beten. Nunmehr darf ich mit Begier Vor sein Antlig treten. Teufel, weich! Hölle, fleuch! Was mich vor gefränket, Hat Psalm 6. 256. Straf mich nicht mir Gott geſchenket. 7. Bater, dir sei ewig Preis, Hier und auch dort oben, Wie auch Christo gleicher Weis, Der allzeit zu loben. Heilger Geist, Sei gepreist, Hochgerühmt, geehret, Daß du mich erhöret. Joh. Georg Albinus, g. 1624, st. 1697. 2. Herr, wer denkt im Tode dein? Wer dankt in der Hölle? Rette mich aus jener Pein, Der Mel. Ach, Gott vom Himmel sieh zc. 257. Bater der D BarmherzigBerdammten Stelle, Daß ich dir Für und für Dort an jenem Tage, Höchster Gott, Lob sage. feit, Ich falle dir zu Fuße. Verstoß den nicht, der zu dir 3. Zeig mir deine Baterhuld, schreit Und thut rechtschaffne Stärk mit Trost mich Schwa- Buße. Was ich begangen wis chen. Ach, Herr, hab mit mir der dich, Verzeih mir Alles Geduld. Mein Gebeine zagen. gnädiglich Durch deine große Heil die Seel Mit dem Del Güte. Deiner großen Gnaden; Wend ab allen Schaden. 2. Durch deiner Allmacht Wunderthat Nimm von mir, 176 Buße und Bekehrung. was mich quälet. Durch deine Mel. Wie nach einer Wasserquelle. Weisheit schaffe Rath, Worindu Schöpfer nen mirs ſonſt fehlet. Gieb 258. aller Dinge, D Willen, Mittel, Kräft und Stärk, Daß ich mit dir all meine Werk Anfange und vollende. Höre, höre mein Gebet, Das ich jekund vor dich bringe, Weil mein Herz in Angsten steht. Angſt die Sünde machet mir; Darum komm ich auch zu dir Und befenne meine Sünden. Ach, laß mich doch Gnade finden! 3. Jesu Christe, der du haft Am Kreuze für mich Armen Getragen aller Sünden Last, Wollst meiner dich erbarmen. Owahrer Gott, o Davids Sohn, Erbarm dich mein und mein verschon; Sieh an mein kläglich Rufen! 4. Laß deiner Wunden thenres Blut, Dein Todespein und Sterben Mir kommen kräftiglich zu gut, Daß ich nicht muß verderben. Bitt du den Vater, erquicken. daß er mir Im Zorn nicht loh- 3. Dein Wort bleibet ungene nach Gebühr, Wie ich es hab verschuldet. On ding brochen, Was du einmal hast geredt. Nun, du hast ein Wort gesprochen: Such mein Antlig mit Gebet. Darum komm ich auch vor dich; Such dein Antlik. Ach, laß mich Vor dir, Herr, jetzt Gnade finden; Sprich mich los von meinen Sünden! 5. O heilger Geist, du wahres Licht, Regierer der Gedanken, Wenn mich die Sündenlust anficht, Laß mich von dir nicht wanken. Verleih, daß nun und nimmermehr Begierd nach Wollust, Geld und Ehr In mei nem Herzen herrsche. 2. Weil du heißest Alle kommen, Die beladen sind, zu dir, Bin ich auch nicht ausgenommen, Noch gestoßen von der Thür Deiner Gnaden; sondern du, Willst und wirst mich noch dazu Von den Sünden, die mich drücken, Ganz entbinden und 6. Und wenn mein Stündlein kommen ist, So hilf mir treulich lämpfen, Daß ich des Satans Troß und List Durch Christi Sieg mag dämpfen, Auf daß mir Krankheit, Angst und Noth, Und dann der letzte Feind, der Tod, Nur sei die Thür zum Leben. 29 Dav. Denice, g. 1603, st. 1680. 4. Sieh die Handschrift, die ich gebe Dir in deine Händ, o Gott. Hier sprichst du: So wahr ich lebe, Ich will nicht des Sünders Tod, Sondern daß er sich bekehr Von den Sünden und begehr Ewiglich nur mir zu leben: So will ich die Sünd vergeben. 5. Nun wohlan, du wirst nicht lügen. Ich halt mich an deine Wort; Will darauf in Buße und Bekehrung. 177 dir sehnen. smes 1000 m Demuth biegen Meine Knie vor| bist denen, Die sich, Jesu, nach dir, mein Hort, Und bekennen meine Sünd. Ich bin das verlorne Kind, Das, vom Satan oft verblendet, Deine Güter hat Joh. Heinrich Calistus, g. 1633, st. 1698. 3p 3 Tim du Mel. Nun sich der Tag geendet hat. Gott, das 6. Nun, was soll ich weiter 259. Mersin Herz ich sagen? Ich will nun an meine Brust Mit dem armen Zöllner schlagen; Denn es ist dir wohl bewußt, Daß ich hab gesündigt 2. Gieb mir, mein Sohn, dir. Ach, mein Gott, sei gnä- dein Herz, sprichst du, Das ist dig mir! Ich fall dir in deine mir lieb und werth; Du finArme. Ach, dich über mich er- dest anders auch nicht Ruh Im barme! Himmel und auf Erd. 7. Ich verleugne nicht die 3. Nun du, mein Vater, Sünden, Ich verleugne nicht nimm es an, Mein Herz, vers die Schuld; Aber laß mich Gna- acht es nicht. Ich gebs, so gut de finden, Trage nur mit mir ichs geben kann; Kehr zu mir Geduld. Alles, was ich schul- dein Gesicht.pled ho dig bin, Will ich zahlen; nimm nur hin Die Bezahlung meines Bürgen, Der sich ließ für mich erwürgen.bdon nic 4. Zwar ist es voller Sündenwust Und voller Eitelkeit, Des Guten aber unbewußt, Der wahren Frömmigkeit. 8. Nun, o Vater aller Gna- 5. Doch aber steht es mun den, Siehe dessen Leiden an. in Reu, Erkennt sein UebelDieser hat ersetzt den Schaden stand Und träget jegund vor Und für mich genug gethan. dem Scheu, Darans zuvor Lust Durch sein Blut bin ich erlöst; fand. Dieses ist es, was mich tröst; Und in seinen tiefen Wunden Hab ich Fried und Ruh gefunden. 9. Hierauf will ich nun genießen, Jesu, deinen Leib und Blut, Mir zur Tröstung im Gewissen, Weils mich macht gerecht und gut. Gieb, daß würdig ich genieß Dich, o Herr, und schmeck, wie süß und wie freundlich du M. R. Gesangbuch. ge dir Zur Gabe und Geschenk. Du forderst dieses ja von mir; Deß bin ich eingedenk. 201 6. Hier fällt und liegt es dir zu Fuß Und schreit nur: Schlage zu! Zerknirsch, o Vater, daß ich Buß Rechtschaffen vor dir thu! 7. Zermalm mir meine Härtigkeit, Mach mürbe meinen Sinn, Daß ich in Seufzen, Reu und Leid Und Thränen ganz zerrinn. 8. Sodann nimm mich, Herr 12 Buße und Bekehrung. 178 Jesu Christ, Tauch mich tief in dein Blut. Ich glaub, daß du gefreuzigt bist Der Welt und mir zu gut. 9. Stärk mein sonst schwache Glaubenshand, zu fassen auf dein Blut, Als der Vergebung Unterpfand, Das Alles machet gut.ne 10. Schenf mir nach deiner 18. Hilf, daß ich sei von Jesushuld Gerechtigkeit und Herzen klein, Demuth und Heil; Nimm auf dich meine Sün-| Sanftmuth half, Daß ich, von denschuld Und meiner Strafe aller Weltlieb rein, Vom Fall Theil. Bumn Gridin aufstehe bald. 19. Hilf, daß ich sei von Herzen fromm, Ohn alle Heuchelei, Damit mein ganzes Chris stenthum Dir wohlgefällig sei. 20. Nimm gar, o Gott, zum Tempel ein Mein Herz hier in der Zeit; Ja, laß es auch dein Wohnhaus sein In jener Ewigfeit. 11. In dich wollst du mich fleiden ein; Dein Unschuld zieh mir an, Daß ich, von allen Sünden rein, Vor Gott beste hen kann. 12. Gott, heilger Geist, nimm du auch mich In die Gemeinschaft ein; Ergieß um Jesu willen dich Tief in mein Herz hinein. 13. Dein göttlich Licht schütt in mich aus Und Brunst der reinen Lieb. Lösch Finsterniß, Haß, Falschheit aus; Schenk mir stets deinen Trieb. Herzen rein Im Lieben und erweis, Daß mein Thun nicht sei Augenschein, Durchs Werk zu deinem Preis. du 14. Hilf, daß ich sei von Herzen treu Im Glauben meinem Gott, Daß mich im Guten nicht mach scheu Der Welt List, Macht und Spott. 15. Hilf, daß ich set von Herzen fest In Hoffen und Geduld, Daß, wenn du mich nur nicht verläßt, Mich tröste deine Huld. 16. Hilf, daß ich sei von 17. Hilf, daß ich sei von Herzen schlicht, Aufrichtig, ohn Betrug, Auf Treue Wort und Werke richt Und Niemand schelt ohn Fug. 21. Dir geb ichs ganz zu eigen hin; Brauchs, wozu dirs gefällt. Ich weiß, daß ich der Deine bin, Der Deine, nicht der Welt. 22. Drum soll sie nun und nimmermehr Dies richten aus bei mir, Sie lock und droh auch noch so sehr, Daß ich soll dienen ihr. 23. In Ewigkeit geschieht das nicht, Du falsche Teufelsbraut. Gar wenig mich, Gott Lob! ansicht Dein glänzend Schlangenhaut. 24. Weg, Welt! Weg, Sünd! Dir geb ich nicht mein Herz. Buße und Bekehrung. 179 Nur Jesu, dir Ist dies Ge- matten Seufzer Ton Durch die schenke zugericht; Behalt es für Wolken dringen Und von deiund für. nem Himmels- Thron Mir die Gnade bringen. 310 Joh. Casp. Schabe, g. 1666, st. 1698. 6. Ich laß doch nicht eher Mel. Schwing dich auf zu deinem zc. ab, Bis du mir gewähret Gna260.Liebster Bater, ich, de, die ich von dir hab Indein Kind, Komm zu dir geeilet, Weil ich sonsten Niemand find, Der mich Armen heilet. Meine Wunden sind sehr groß, Groß sind meine Sünden; Mach mich von denselben los, Laß mich Gnade finden. niglich begehret. Segne mich! Ich lasse dich Eher nicht; ich hange, Wie die Klett am Kleid, bis ich Gnad von dir erlange. 2. Du bist Vater ja mit Recht Und hast Vater- Sitten: Ei, so hab ich Kindes- Recht Und darf fühnlich bitten; Denn den Kindern steht es frei, Väter anzuflehen. Vater, deine Vatertreu Laß mich Armen sehen. 7. Du bist Gott und heißest gut, Weil du Gutthat übest Und, gleichwie ein Vater thut, Deine Kinder liebest. Dieser Gutthat laß mich auch, VaterHerz, genießen; Laß auf mich nach deinem Brauch Deine Gnade fließen. 8. Ach, verzeih mir, ach, vergieb, Was ich mißgehandelt, Weil ich nach dem Sündentrieb Oftermals gewandelt! Meine Sünden ich versenk, Herr, in deine Wunden. Ach, derselben nicht gedenk! Laß fie sein verschwunden. 3. Liebster Vater, willst du dich Vater lassen nennen, Ei, so mußt du lassen mich VaterSinn erkennen; Denn das wäre doch zu hart, Bloßen Namen führen Und nicht thun nach Baterart, Was sich will gebühren. 4. Nun, so nimm dich meiner an, Wie die Väter pflegen; Meine Buß- und Thränen- Bahn Laß dich doch bewegen. Meine Sünden bringen Schmerz, Die ich hab begangen: Ach, du liebstes Vaterherz, Laß mich Gnad erlangen! Christoph Titius, g. 1641, st. 1703. 5. Hast du doch in deinem dni sonl Wort Gnade mir versprochen. Laß mich an die Gnadenpfort nicht vergebens pochen; Laß der 261.S Mel. Wer nur den lieben Gott zc. charmer Mensch, ich armer Sünder 12* 9. Klagt mich mein Gewissen an Und will mich verdammen; Will der Sünde dunkle Bahn Dich zur Rach entflammen: Ei, so denke mit Geduld, Daß ich Staub und Aschen, und daß mich von meiner Schuld Hab dein Blut gewaschen. THOUTE 180 Buße und Bekehrung. mein Erbarmer, über mich! Steh hier vor Gottes Angesicht.| barme dich, erbarme dich, Gott, Ach Gott, ach Gott, verfahr ge linder Und geh nicht mit mir ins Gericht! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! and nice 2. Wie ist mir doch so herzlich bange Von wegen meiner großen Sünd! Hilf, daß ich Gnad von dir erlange, Ich armes und verlornes Kind. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 7. Sprich nur ein Wort, so werd ich leben. Sag, daß der arme Sünder hör: Geh hin; die Sünden sind vergeben; Hinfürder sündge nur nicht mehr. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 8. Jch zweifle nicht, ich bin erhöret, Erhöret bin ich zweifelsfrei, Weil sich der Trost im Herzen mehret. Drum will ich enden mein Geschrei. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 3. Hör, ach, erhör mein seufzend Schreien, Du allerliebstes Baterherz! Wollst alle Sünden mir verzeihen Und lindern meines Herzens Schmerz. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. Erbarmer, über Christoph Titius, g. 1641, st. 1703. CITI Wie lang foll ich vergeb- 262. Jamen 4. hr Sünder, fommt zu Hauf! lich flagen? Hörst du denn Kommt eilig, kommt und macht nicht? Hörst du denn nicht? euch auf, Mühselig und belaWie kannst du das Geschrei den! Hier öffnet sich das Jevertragen? Hör, was der arme susherz Für Alle, die in Reu Sünder spricht. Erbarme dich, und Schmerz Erkennen ihren erbarme dich, Gott, mein Er- Schaden. barmer, über mich! 5. Wahr ist es, übel steht der Schade, Den Niemand heilet, außer du. Ach, aber Gnade! Gnade! Gnade! Ich laß dir doch nicht eher Ruh. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 6. Nicht, wie ich hab verschuldet, lohne Und handle nicht nach meiner Sünd. O, treuer Bater, schone, schone! Erkenn mich wieder für dein Kind. Er2. Es heißt: Er nimmt die Sünder an. Drum komm! Dein Jesus will und kann Dich retten und umarmen. Komm weinend, komm in wahrer Buß Und fall im Glauben ihm zu Fuß! Er wird sich dein erbarmen. 3. Ein Hirt verläßt sein Schäflein nicht, Dems in der Frr an Hülf gebricht; Er sucht es mit Verlangen. Er lässet neun und neunzig stehn Und sie wohl in Buße und Bekehrung. 181 der Wüsten gehn, Das eine zu| Sündenwerk Und gieb mir deiumfangen. nes Geistes Stärk Am Leib und an der Seelen. Laur. Laurentii, g. 1660, ft. 1722. 4. Es sucht der liebste Jesus Christ Das Schäflein, das verLoren ist, Bis daß ers hat gefunden. So laß dich finden, liebe Seel, Und flieh in Jesu Wundenhöhl; Noch sind die Gnadenstunden! 5. O Jesu, deine Lieb ist groß. Ich komm mühselig, nackt und bloß. Ach, laß mich Gnade finden! Ich bin ein Schaf, das sich verirrt. Ach, nimm mich auf, weil ich verwirrt Im Strick und Netz der Sünden. 6. Ach, wehe mir, daß ich von dir Gewichen bin zum Abgrund schier! Ach, laß mich wiederkehren Zu deiner Heerde! Nimm mich an Und mach mich frei vom Fluch und Bann. Dies ist mein Herzbegehren. 7. Laß mich dein Schäflein ewig sein; Sei du mein treuer Hirt allein Im Leben und im Sterben. Laß mich vom eitlen Weltgesind Ausgehn und mich als Gottes Kind Um deine Huld bewerben. Bey 263.Da Mel. Was Gott thut, das ist zc. er du die Macht, o Jesu, hast, Die Sünde zu vergeben: Befrei auch mich von meiner Last Und schenke mir das Leben. Ich liege hier Und beichte dir. Verdient hab ich zu sterben Und ewig zu verderben. 2. Mein Elend, Sünd und Missethat Ist leider nicht zu zählen; Und wäre nicht bei dir noch Rath, Müßt ich mich ewig quälen. Herr, dein Gebot, S große Noth! Hab ich nicht nur geschändet, Die Gnad ist auch verschwendet. 3. Betracht ich des Gesetzes Sinn Nach den Geboten allen, Ist feines, dem ich ähnlich bin; So tief bin ich gefallen. Ach, von Natur Empfind ich nur Verblendung, Widerstreben; So sündlich ist mein Leben. 8. Ich will von nun an sagen ab Der Sündenlust bis in mein Grab Und in dem neuen Leben In heiliger Gerechtigkeit Dir dienen noch die kurze Zeit, Die mir zum Heil gegeben. 4. Des ewgen Vaters Lieb und Huld, Dich selbst, für mich geschlachtet, Des Geistes Arbeit und Geduld Hab ich dazu verachtet. Gedenk ich dran, Was ich gethan Und was ich unterlaffen, So muß ich selbst mich haffen. majention 9. Ach, nimm dein armes Schäflein ein Und laß es sicher 5. Schau, hier ist nicht Ge bei dir sein In deiner Wun- rechtigkeit, Kein Licht und keine denhöhlen. Bewahre mich vor Kräfte. Was mich vom Unter 182 Buße und Bekehrung. gang befreit, Ist deiner Huld| Noch täglich hier; Du wirst an Geschäfte. Blickst du mich an, mich gedenken Und täglich GnaDer helfen kann, So werd ich de schenken. wieder leben Und dir die Ehre geben. Ernst Gottl. Woltersborf, g. 1725, ft. 1761. 6. Hier werf ich alle meine Noth, Erbarmer, dir Verleihe mir durch deinen Tod Die Gnade wahrer Buße. Nimm aus dem Sinn Die Tücke hin. Laß mich gebeugt zur Erden Und also gläubig werden. 7. Vergebung aller Sündenschuld, Den Frieden im Gewissen, Versichrung deiner Lieb und Huld Laß mich umsonst genießen. Gedenke dran, Was du gethan. Das Heil in deinem Blute Kommt alles mir zu gute. 8. Du schließest auf und schließest zu, Machst los und machst gebunden. Ach, Herr, mein Herz eröffne du; Mir öffne deine Wunden. Bin ich in dir, Bist du in mir, So sei ich dir verfiegelt, Der Sünd und Welt verriegelt. 9. Versprech ich viel,- in eigner Kraft Vermag ich nichts zu halten. Laß deinen Geist, der Alles schafft, In meiner Seele walten. höchstes Gut, Dein theures Blut Muß auch zum neuen Leben Mir Gnadenkräfte geben. 10. Sprichst du mich los, o Gottessohn, So geh ich hin und lebe. Doch bleib ich vor dem Gnadenthron, Weil ich an Gnade klebe. Ich beichte dir Mel. An Wasserflüssen Babylon. 264. König, dessen Majestät Weit über Alles steiget, Dem Erd und Meer zu Dienste steht, Vor dem die Welt sich neiget; Der Himmel ist dein helles Kleid, Du bist voll Macht und Herrlichkeit, Sehr groß und wunderthätig; Ich armer Wurm vermag nichts mehr, Als daß ich ruf zu deiner Ehr: Gott sei mir Sünder gnädig! 2. Hier steh ich, wie der Zöllner that, Beschämet und von ferne. Ich suche deine Hülf und Gnad, O Herr, von Herzen gerne. Doch weil ich voller Fehler bin Und, wo ich mich nur wende hin, Beschmuget und unfläthig: So schlag ich nieder mein Gesicht Vor dir, du reines Himmelslicht. Gott sei mir Sünder gnädig! 3. Die Schulden, die ich mir bewußt, Durchängsten mein Gewissen. Drum schlag ich reuig an die Brust Und will von Herzen büßen. Ich bin, o Vater, gar nicht werth, Daß ich noch wandle auf der Erd; Doch weil du winkst, so bet ich Mit ganz zerknirschtem, bangen Geist, Der gleichwohl dich noch Abba heißt: Gott sei mir Sünder gnädig! Buße und Bekehrung. 183 4. Mein Abba, schaue Je-| Die kurze Freud, die kurze Zeit fum an, Den Gnadenthron der vergeht, Und meine Seel noch Sünder, Der für die Welt ge- so gefährlich steht. nug gethan, Durch den wir Gottes Kinder Im gläubigen Vertrauen sind. Der ists, bei dem ich Ruhe find; Sein Herz ist ja gutthätig. Ich fasse ihn und laß ihn nicht, Bis Gottes Herz mitleidig bricht. Gott sei mir Sünder gnädig! 2. Gott rufet noch! Sollt ich nicht endlich kommen? Ich hab so lang die treue Stimm vernommen. Ich wußt es wohl; ich war nicht, wie ich sollt. Er winkte mir; ich habe nicht gewollt. 5. Regiere doch mein Herz und Sinn In diesem ganzen Leben. Du bist mein Gott, und was ich bin, Bleibt ewig dir ergeben. Ach, heilige mich ganz und gar, Laß meinen Glauben immerdar Sein durch die Liebe thätig. Und will es nicht fort, wie es soll, So ruf ich, wie mein Herz ist voll: Gott sei mir Sünder gnädig! 6. Mein Leben und mein Sterben ruht Allein auf deiner Gnade. Mir geh es gleich bös oder gut, Gieb nur, daß es nicht schade. Kommt dann das letzte Stündlein an, So sei mir auf der Todesbahn, Mein Jesu, felbst beiräthig; Und wenn ich nicht mehr sprechen kann, So nimm den letzten Seufzer an: Gott sei mir Sünder gnädig! Dr. Ernst Balentin Löscher, g. 1673, f. 1749. Mel. O höchster Gott, o unser 2c. 265. Gott ott rufet noch! Sollt ich nicht endlich hören? Wie laß ich mich bezaubern und bethören! 3. Gott rufet noch! Wie, daß ich mich nicht gebe! Sch fürcht ein Joch, Und doch in Banden lebe. Ich halte Gott und meine Seele auf. Er zie het mich. D, armes Herze, lauf! 4. Gott rufet noch! Ob ich mein Ohr verstopfet: Er stehet noch an meiner Thür und klopfet. Er ist bereit, daß er mich noch empfang. Er wartet noch auf mich, wer weiß, wie lang! 5. Gieb dich, mein Herz, gieb einmal dich gefangen. Wo willst du Trost, wo willst du Ruh erlangen? Laß los! Laß los! Brich alle Band entzwei! Dein Geist wird sonst in Ewigfeit nicht frei. 6. Gott locket mich. Nun länger nicht verweilet! Gott will mich ganz. Nun länger nicht getheilet! Fleisch, Welt Vernunft, sag immer, was du willt; Meins Gottes Stimm mir mehr, als deine gilt. 7. Ich folge Gott. Ich möcht ihn ganz vergnügen. Die Gnade soll im Herzen endlich siegen. Buße und Bekehrung. 184 Ich gebe mich. Gott soll hinfort allein Und unbedingt mein Herr und Meister sein. 8. Ach, nimm mich hin, du Langmuth ohne Maße! Ergreif mich wohl, daß ich dich nie verlasse. Herr, rede nur; ich geb begierig Acht. Führ, wie du willst; ich bin in deiner Macht. Gerh. Tersteegen, g. 1697, t. 1769. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund 2c. Dein Heiland, du 266. gen Und oftmals schon mein Herz gerührt. Ach, würd ich dadurch recht bewogen Und zu dir völlig hingeführt! Drum fahre fort mit deinen Zügen Und laß dein Gnadenwerk nicht liegen; Nein, wirk und treib mich immer zu Und laß mich nun allhier auf Erden Nur ferner nicht mehr ruhig werden, Bis ich in deinen Wunden ruh. 2. Die Feinde sind gar bald geschäftig und schläfern uns gleich wieder ein; Die Rührung ist nicht mehr so fräftig, Wenn wir nicht treu und wachsam sein. Wir machen Frieden, eh wir stegen, und lassen uns gar bald begnügen, Wenns nur ein wenig besser geht. Ach, das sind falsche Ruhestätten! So hilf, Herr, daß wir ernstlich beten, Daß nur kein falscher Fried entsteht. 3. Erweiche doch mein hartes Herze, Daß ich in Thränen ganz zerrinn Und mit der Sünde nicht mehr scherze. D, beug und ändre meinen Sinn, Daß ich den Glauben wirken lasse Und redlich den Entschluß nun fasse, Recht eilend, eilend auszugehn Und auf den Ruf bald zuzufahren. Die ganze Zeit von meinen Jahren Muß ja nur dir zum Opfer stehn. 4. Laß mich recht arm und elend werden Und decke meinen Schaden auf, Den innern Greul, der Erden, Und hemme meinen alten Lauf. Laß mich der Sünden Last empfinden. Laß sich den Durst nach dir entzünden, Daß ich nach nichts so schrei und fleh, Als nur nach dir, nach deiner Gnaden, Bis ich mich bei so tiefem Schaden Geheilt und recht erhöret seh. 5. Zerstöre ganz die falschen. Stüßen Der eignen Selbstgerechtigkeit, Daß ich mit nichts mich könne schützen Und mich in dich nur, als mein Kleid, Ganz nackt und bloß zu hüllen suche, Den falschen, eignen Schmuck verfluche Und nur in deinem Blut allein Vergebung, Gnad und Kraft verlange, Mit eigner Heiligkeit nicht prange, Nein, nur mit deiner Kreuzespein. 6. So leere mich von eignem Wesen, Von Selbstgefälligkeit recht aus, Und laß mein Herze recht genesen; Ja, mach, o Herr, ein Ganzes draus, Daß ich nicht Gott und Welt vermenge, Buße und Bekehrung. 185 Nicht halb, nein, ganz an dich| hindern kann, Gehör und Einmich hänge; Drum nimm mein gang ferner gebe. Nein, nein, ganzes Herze hin. Wem sollt ich bleibe, weil ich lebe, Ja, ichs denn wohl lieber geben, ewig dir nur zugethan. Als dir, mein allerliebstes Leben? Dies sei, o Herr, mein ganzer Sinn. C. Heinr. v. Bogatty, geb. 1690, ft. 1774. 7. Ich will der ganzen Welt entsagen,- Es muß einmal geschieden sein, Auch deine Schmach, der Welt Spott, tragen. Und stellt die Menschen furcht sich ein, So hilf mir mächtig überwinden. Ich kann doch keine Ruhe finden, Wenn ich die Welt noch lieben kann. Gieb du mir deines Geistes Waffen. Laß mich mein Heil mit Zittern schaffen Und führe mich auf ebner Bahn. - 8. Mein Jawort hast du nun bekommen; So nimm mein Herz nur gänzlich ein. Es soll nicht ferner dir genommen Und also nicht mehr meine sein. Herr, halte mich bei dem Versprechen, Und laß nichts mehr den Vorsag brechen. Ach, gieb nur auch Vollbringungskraft, Wie du das Wollen mir gegeben. Du bist es, der ein ander Leben, Ein rein und neues Herze schafft. 267. Erleucht mich, Herr, mein Licht. Ich bin mir selbst verborgen Und kenne mich noch nicht. Ich merke dieses zwar, Ich sei nicht, wie ich war; Indessen fühl ich wohl, Ich sei nicht, wie ich soll. 2. Ich lebt in stolzer Ruh Und wußte nichts von Sorgen Vor diesem; aber nu Bin ich ganz voller Braft*) Und mir selbst eine Last. Was vormals meine Freud, Macht mir jetzt Herzeleid.*) Beschwerde, Unruhe. 9. So laß mich ganz an mir verzagen Und nicht auf meine Kräfte baun. Auf dich allein laß mich es wagen Und deiner Macht und Gnade traun, Damit ich niemals mehr zurücke Auf Freud und Weltlust wieder blicke, Auch Keinem, der mich 3. Kein zeitlicher Verlust Verursacht diese Schmerzen, So viel mir je bewußt. Mich liebt manch treuer Freund, Mich überwindt kein Feind; Der Leib hat, was er will, Gesundheit, Hüll und Füll. 4. Nein, es ist Seelenpein; Es kommt mir aus dem Hers zen Und dringt durch Mark und Bein. Nur dies, dies liegt mir an, Daß ich nicht wissen kann, Ob ich ein wahrer Christ, Und du mein Jesus bist. 5. Es ist nicht so gemein, Ein Christe sein, als heißen. Ich weiß, daß der allein Des Namens fähig ist, Der seine liebste Lust Durch Christi Kraft 186 Buße und Bekehrung. zerbricht Und lebt ihm selber| Sagst du hiemit der Welt Und, nicht. was dem Fleisch gefällt, Rein ab und Christo an, So ist die Sach gethan. 6. Es ist ein Selbstbetrug, Mit diesem Wahn sich speisen, Als ob dies schon genug Zur Glaubensprobe fei, Daß man von Lastern frei, Die auch ein blinder Heid Aus Furcht vor Schande meidt. 7. Der nur zieht Christum an, Der aus ihm selbst gegangen Und seines Fleisches Wahn, Vermögen, Lust und Rath, Gut, Ehr, und was er hat, Von Herzen haßt und spricht: Nur Jesus ist mein Licht. 8. Das ist des Glaubens Wort Und dürftiges Verlangen: Herr Jesu, sei mein Hort, Versöhner, Herr und Schild, Und führ mich, wie du willt. Dein bin ich, wie ich bin; Nimm mich zu eigen hin. 9. Wer dies nicht gründlich meint, Deß Glaub ist noch untüchtig, Der bleibt noch Gottes Feind; Sein Hoffnungsgrund ist Sand Und hält zuletzt nicht Stand. Der einge Glaubensgrund Ist dieser Gnadenbund. 10. Hier, sorg ich, fehlt es mir: Die Lieb ist noch nicht richtig, Die ich, Herr Christ, zu dir Jetzt habe, weil ich doch, Beinah ein Christe, noch Die Welt und Lust noch mehr Geliebt, als deine Ehr. 11. Mein Herz, begreif dich nu: Ich muß es redlich wagen; Ich komm eh nicht zur Ruh. 12. Du Erdwurm, solltest du Dem Könge dich versagen, Dem Alles stehet zu, Der allein weis und reich, Der Alles ist zugleich, Der selbst die ganze Welt Erschaffen und erhält? di 13. Wenn Alles wird vers gehn, Was Erd und Himmel heget, So bleibt er fest bestehn. Sein Wesen nimmt nicht ab; Die Gottheit weiß kein Grab. Und wen er einmal fennt, Deß Wohlstand nimmt kein End. 14. Wer aber in der Zeit Mit ihm sich nicht verträget, Der bleibt in Ewigkeit Von Gottes Vaterhaus Ganz, ganz geschlos sen aus, Vergöß er in dem Weh Auch einen Thränensee. 15. Wünscht nun Gott den Vertrag, Laß ihn dein Jawort schlichten, liebe Seel, und sag: Dir opfr ich gänzlich auf, mein Gott, meinen Lauf Und Geist und Leib und Blut, Lust, Ehre, Hab und Gut. 16. Thu, was du willst, mit mir, Werd ich nur zugerichtet Zu deinem Preis und Zier, Ein Faß der Herrlichkeit, Mit deinem Heil bekleidt, Geheiligt jetzt und dann: Wohl mir! so ists gethan. Buchfelder. Buße und Bekehrung. 187 Mel Herzlich lieb hab ich dich 2c. Er sei auch mir Beruhigung Und 268. Jch komme, Frie- meines Lebens Heiligung. Herr Jesu Christ, Ich hoff auf dich, ich hoff auf dich; In dieser Hoffnung stärke mich). densfürst, zu dir; Erbarmend rufst du ja auch mir, Den Frieden zu empfangen. Der Sünden Last ist mir zu schwer. O, laß mein Herz von Trost nicht leer! Laß es die Ruh erlangen, Die du dem tiefgebeugten Geist, Der zu dir fliehet, selbst verheißt! Wer tröstet mich, als du allein? Wer macht mein Herz von Sünden rein? Herr Jesu Christ, Mein Trost und Licht, mein Trost und Licht, Verwirf, verwirf du mich doch nicht! 4. Mein ganzes Leben preise dich. Erlöst, mein Mittler, hast du mich, Dein Eigenthum zu werden. Wenn ich dein bin, so fehlt mir nichts, Nichts einst am Tage des Gerichts, Nichts hier auf dieser Erden. Auf dieser Bahn zum Vaterland Entzeuch mir niemals deine Hand. Zu deinem Dienste stärke mich Und laß mich siegen einst durch dich. Herr Jesu Christ, Mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! Ein Leben sei mir einst der Tod. nach J. A. Freylinghausen, g. 1670, st. 1739. 2. Anbetend steh ich, Herr, vor dir; Dein Untlig neige du zu mir Und sei mir Sünder gnädig. Wenn mein Vergehn um Rache schreit, So mache aus Barmherzigkeit Mich aller Stras 269. ehre wieder am Kreuz gelitten hast, Du trugest ja auch der, Der du dich verloren hast! meine Last, Als du zum Heil Sinfe reuig bittend nieder Vor der Sünder starbst Und ihnen dem Herrn mit deiner Last! Wie Gottes Huld erwarbst. Herr du bist, so darfst du kommen Jesu Christ, Mein Herr und Und wirst gnädig aufgenommen. Gott, mein Herr und Gott, Er- Sieh, der Herr kommt dir entlöse mich durch deinen Tod! gegen, und sein heilig Wort verspricht Dir Vergebung, Heil und Segen. Kehre wieder; zaudre nicht! 3. Du, du bist meine Zuversicht; Durch dich entflieh ich dem Gericht, Dem schweren Lohn der Sünden. Durch dich kann ich dem Fluch entgehn Und mich mit Gott vereinigt sehn Und ewigs Leben finden. Dein Tod ist der Verlornen Heil; Gieb mir an seinem Segen Theil. 2. Kehre aus der Welt Zerstreuung In die Einsamkeit zu rück, Wo in geistiger Erneuung Deiner harrt ein neues Glück, Wo sich bald die Stürme legen, Die das Herz so wild bewegen, 188 Glaube und Rechtfertigung. Wo des heilgen Geistes Mah-| duld. Faß ein Herz zu seinem nen Du mit stillem Beben hörst, Und von neuem zu den Fahnen Jesu Christi heilig schwörst. Herzen. Er hat Trost für alle. Schmerzen; Er kann alle Wunden heilen, Macht von allem Aussag rein. Darum kehre ohne Weilen Zu ihm um und bei ihm ein. 3. Kehre wieder, irre Seele! Deines Gottes treues Herz Beut Vergebung deinem Fehle, Balsam für den Sündenschmerz. 5. Kehre wieder, endlich kehSieh auf den, der voll Erbar- re In der Liebe Heimath ein, men Dir mit ausgestreckten Ar- In die Fülle aus der Leere, In men Winket von dem Kreuzesstamme. Kehre wieder! Fürchte nicht, Daß der Gnädge dich verdamme, Dem sein Herz vor Lie be bricht. das Wesen aus dem Schein; Aus der Lüge in die Wahrheit, Aus dem Dunkel in die Klarheit, Aus dem Tode in das Leben, Aus der Welt ins Himmelreich! Doch, was Gott dir heut will geben, Nimm auch heute; fehre gleich! Carl Joh. Phil. Spitta, geb. 1801. 4. Kehre wieder! Neues Leben Trink in seiner Liebeshuld. Bei dem Herrn ist viel Vergeben, Große Langmuth und Ge04.05 XIV. Glaube und Nechtfertigung. 8 ist das Heil| 270. 8 uns kommen her Von Gnad und lauter Güte. Die Werk, die helfen nimmermehr; Sie mögen nicht behüten. Der Glaub sieht Jesum Christum an. Der hat gnug für uns all gethan; Er ist der MittIer worden. 3. Es war ein falscher Wahn dabei, Gott hätt sein Gseg drum geben, Als ob wir möchten ſelber frei Nach seinem Willen leben. So ist es nur ein Spiegel zart, Der uns anzeigt die fündig Art In unserm Fleisch verborgen. 2. Was Gott im Gsetz geboten hat, Da man es nicht konnt halten, Erhub sich Zorn und große Noth Vor Gott so mannigfalten. Vom Fleisch wollt nicht heraus der Geist, Vom Gsetz erfordert allermeist. Es war mit uns verloren. 4. Nicht möglich war, dieselbig Art Aus eignen Kräften lassen, Wiewohl es oft versuchet ward; Doch mehrt sich Sünd ohn Maßen. Denn Gleißners Werk Gott hoch verdammt, Und jedem Fleisch der Sünde Schand Allzeit war angeboren. 5. Noch mußt das Gsetz ers füllet sein, Sonst wärn wir all Glaube und Rechtfertigung. 189 verdorben. Drum schickt Gott| wißlich her Aus einem rechten seinen Sohn herein, Der selber Mensch ist worden. Das ganze Gseg hat er erfüllt, Damit seins Vaters Zorn gestillt, Der über uns ging alle. Glauben; Denn das nicht rechter Glaube wär, Dem man die Werk wollt rauben. Doch macht allein der Glaub gerecht. Die Werke sind des Nächsten Knecht, Dabei wirn Glauben merken. 6. Und da es nun erfüllet ist Durch den, der es fonnt halten: So lerne jetzt, mein frommer Christ, Des Glaubens recht Gestalten: Nicht mehr, denn: Lieber Herre mein, Dein Tod wird mir das Leben sein; Du haft für mich bezahlet. 7. Daran ich keinen Zweifel trag; Dein Wort kann nicht betrügen. Nun sagst du, daß kein Mensch verzag, Das wirst du nimmer lügen: Wer glaubt an mich und wird getauft, Demselben ist der Himml erkauft, Daß er nicht wird verloren. 8. Er ist gerecht vor Gott allein, Der diesen Glauben fasfet. Der Glaub giebt auch von ihm den Schein, So er die Werk nicht lässet. Mit Gott der Glaub ist wohl daran; Dem Nächsten wird die Lieb Guts thun, Bist du aus Gott geboren. 9. Es wird die Sünd durchs Gieß erkannt und schlägt das Gwissen nieder. Das Evangelium kommt zur Hand Und stärkt den Sünder wieder. Es spricht: Nur komm zum Kreuz herzu; Im Gsetz ist weder Rast noch Ruh Mit allen seinen Werken. 10. Die Werke kommn ge11. Die Hoffnung wart der rechten Zeit, Was Gottes Wort zusage. Wann das geschehen soll zur Freud, Sett Gott fein gwisse Tage. Er weiß wohl, wanns am besten ist und braucht an uns kein arge List; Deß solln wir ihm vertrauen. 12. Ob sichs anließ, als wollt er nicht, Laß dich es nicht erschrecken; Denn wo er ist am besten mit, Da will ers nicht entdecken. Sein Wort laß dir gewisser sein; Und spräch dein Herz gleich lauter Nein, So laß dir doch nicht grauen. 13. Sei Lob und Ehr mit hohem Preis Um dieser Gutthat willen, Gott Vater, Sohn und heilgem Geist. Der woll mit Gnad erfüllen, Was er in uns angfangen hat, zu Ehren seiner Majestät, Daß heilig werd sein Name. 14. Sein Reich zukomm. Sein Will auf Erd Gscheh, wie ins Himmels Throne. Das täglich Brod ja heut uns werd. Gott unsrer Schuld verschone, Als wir thun unsern Schuldigern. Laß von uns sein Versuchung fern; Lös uns vom Übel. Amen! Paul Speratus, geb, 1484, ft. 1554. 190 Glaube und Rechtfertigung. Mel. Nun freut euch, lieben Christen 2c.| mir zur Freud nach diesem Leid; 271. Such, wer da Hilf, daß ich mag nach dieser will, ein an- Klag Dir ewig dort Lob sagen. der Ziel, Die Seligkeit zu finden: Mein Herz allein bedacht foll sein, Auf Christum sich zu gründen. Sein Wort ist Georg Weißel, geb. 1590, ft. 1635. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher zc. wahr; ſein Werk find klar; Sein heil- 272. Also hat Gott die ger Mund hat Kraft und Grund, All Feind zu überwinden. Welt geliebt, ( Das merke, wer es höret), Die Welt, die Gott so hoch betrübt, Hat Gott so hoch geehret, Daß er den eingebornen Sohn, Den eingen Schatz, die einge Kron, Das einge Herz und Leben Mit Willen hingegeben. 2. Ach, wie muß doch ein einges Kind Bei uns hier auf der Erden, Da man doch nichts als Bosheit findt, So sehr ge schonet werden! Wie hitzt, wie brennt der Vatersinn, Wie giebt und schenkt er Alles hin, Ch als er an das Schenken Des Eingen nur will denken! 3. Gott aber schenkt aus freiem Muth Und treuem, mil den Herzen Sein einges Kind, sein schönstes Gut, In mehr als tausend Schmerzen. Er giebt ihn in den Tod hinein, Ja, in die Höll und große Pein, zu unerhörten Leiden, Erwirbt uns ewge Freuden. 5. Wend von mir nicht dein Angesicht; Laß mich im Kreuz nicht zagen. Weich nicht von mir, mein höchste Zier; Hilf 4. Warum doch das? Daß du, o Welt, Frei wieder möch test stehen und durch ein theures Lösegeld Aus deinem Kerker gehen. Denn du weißt wohl, du schnöde Braut, Wie, da dich mir mein Leiden tragen. Hilf Gott ihm anvertraut, Du wider 2. Such, wer da will, Nothhelfer, viel, Die uns doch nichts erworben: Hier ist der Mann, der helfen kann, Bei dem nie was verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu Theil. Uns macht gerecht der treue Knecht, Der für uns ist gestorben. 3. Ach, sucht doch den, laßt Alles stehn, Die ihr das Heil begehret! Er ist der Herr und Keiner mehr, Der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund von Herzensgrund. Sucht ihn allein; denn wohl wird sein Dem, der ihn herzlich ehret. 4. Meins Herzens Kron, mein Freudensonn, Sollst du, Herr Jesu, bleiben. Laß mich doch nicht von deinem Licht Durch Eitelkeit vertreiben. Bleib du mein Preis; dein Wort mich speis. Bleib du mein Ehr; dein Wort mich lehr, An dich stets fest zu gläuben. Glaube und Rechtfertigung. 191 deinen Orden, Ihm allzu untreu| wir dir So gar schlecht uns beworden. quemen. Die meisten wollen deiner nicht, Und was du ihnen zugericht Durch deines Sohnes Büßen, Das treten sie mit FüBen. 5. Darüber hat die Sünd und Tod Und Satanas Gefel len Zu bittrer Angst und harter Noth Beschlossen in der Höllen. Und hier ist ja kein ander Rath Als der, den Gott gegeben hat; Wer den hat, wird dem Haufen Der Höllenfeind entlaufen. 6. Gott hat uns seinen Sohn verehrt, Daß aller Menschen Wesen, So mit dem ewgen Fluch beschwert, Durch diesen soll geneſen. Wen die Verdammniß hat umschränkt, Der soll durch den, den Gott geschenkt, Erlösung, Trost und Gaben Des ewgen Lebens haben. 7. Ach, mein Gott, meines Le bens Grund, Wo soll ich Worte finden? Mit was für Lobe soll mein Mund Dein treues Herz ergründen? Wie hat doch kön nen dies geschehn? Was hast du an der Welt ersehn, Daß, die so sehr dich höhnet, Du so gar hoch gekrönet? 8. Warum behieltst du nicht dein Recht Und ließest ewig preffen Diejenge, die dein Recht geschwächt Und freventlich vergeffen? Was hattest du an der für Lust, Von welcher dir doch war bewußt, Daß sie für dein Verschonen Dir schändlich würde lohnen? 9. Das Herz im Leibe weinet mir vor großem Leid und Grämen, Wenn ich bedenke, wie 10. Du, frommer Vater, meinst es gut mit allen Menschenkindern. Du ordnest deines Sohnes Blut Und reichst es allen Sündern; Willst, daß sie mit der Glaubenshand Das, was du ihnen zugewandt, Sich völ lig zu erquicken, Fest in ihr Herze drücken. 11. Sich aber, ist nicht immerfort Dir alle Welt zuwider? Du bauest hier, du bauest dort: Die Welt schlägt Alles nieder. Darum erlangt sie auch kein Heil; Sie bleibt im Tod und hat kein Theil Am Reiche, da die Frommen, Die Gott gefolgt, hinkommen. 12. An dir, o Gott, ist feine Schuld, Du, du hast Nichts verschlafen. Der Feind und Haf ser deiner Huld Ist Ursach seiner Strafen, Weil er den Sohn, der ihm so klar Und nah ans Herz gestellet war, Auch einzig helfen sollte, Durchaus nicht haben wollte. 13. So fahre hin, du tolle Schaar! Ich bleibe bei dem Sohne; Dem geb ich mich, deß bin ich gar, Und er ist meine Krone. Hab ich den Sohn, so hab ich gnug: Sein Kreuz und Leiden ist mein Schmuck; Sein Glaube und Rechtfertigung. 192 Angst ist meine Freude, Sein Mel. O du Liebe meiner Liebe. Sterben meine Weide, remi 273. i inmal ist die 14. Sch freue mich, so oft Schuld ents und viel Ich dieses Sohns gerichtet; Und das gilt auf immer denke. Dies ist mein Lied und hin. Mosis Opfer stehn verSaitenspiel, Wenn ich mich nichtet, Da ich nun vollendet heimlich fränke, Wenn meine bin. Einer hats auf sich genom Sünd und Missethat Will grö- men, Einer bringt sich für uns Ber sein, als Gottes Gnad, Und dar: Er, auf den beim Dienst wenn mir meinen Glauben Mein der Frommen Schon vorlängst eigen Herz will rauben. gedeutet war.gid 900.0 15. Ei, sprech ich, war mir Gott geneigt, Da wir noch Feinde waren, So wird er ja, der fein Recht beugt, Nicht feindlich mit mir fahren Anjego, da ich ihm versühnt, Da, was ich Böses je verdient, Sein Sohn, der nichts verschuldet, So viel für mich erduldet. 2. Ehe daß dem Herrn zur Gabe Gottes Lamm war dargebracht, Ward aus aller unsrer Habe Weniger, als nichts gemacht. Dachte man bei dem Altare, Die Versöhnung sei geschehn, So hieß Gott nach einem Jahre Immer wieder opfern gehn. 16. Fehlts hie und da, ei, unverzagt! Laß Sorg und Kummer schwinden! Der mir das Größte nicht versagt, Wird Rath zum Kleinsten finden. Hat Gott mir seinen Sohn geschenkt Und für mich in den Tod gefenft: Wie sollt er, laßt uns denken, Mit ihm nicht Alles schenken! — 17. Ich bins gewiß und sterbe drauf Nach meines Gottes Willen: Mein Kreuz und ganzer Lebenslauf Wird sich noch fröhlich stillen. Hier hab ich Gott und Gottes Sohn, Und dort bei Gottes Stuhl und Thron, Da wird fürwahr mein Leben In ewgen Freuden schweben. Paul Gerhardt, g. 1606, st. 1676. 3. Was ists Wunder! Blut der Kälber Und die Asche von der Kuh Seget freilich( denk nur selber,) Die Gewissen nicht zur Ruh. Dein Versprechen, dein Abbitten, Hätt es gleich noch größern Schein, Als das Opfer in der Hütten, Wird doch wohl nicht besser sein. 4. Alle unsre Schuldigkeiten, Die Gott von uns fordern kann, Sind hinaus auf alle Zeiten Schon auf einmal abgethan. Einer hat sie übernommen; Alles steht in Richtigkeit; Und seitdem der Bürg gekommen, Ist es nicht mehr Zahlenszeit. 5. Man hat nichts mehr auszumachen; Es giebt nichts mehr abzuthun, Und bei allen unſern Glaube und Rechtfertigung. 193 Sachen Lassen wir die Hände| lich wird man dürr und träge, ruhn. Wir genießen nur die Endlich kommts zum StilleFrüchte Dessen, was er ausge- stehn. macht, Da er uns in dem Gerichte Längst mit Ehren durchgebracht. 6. Wißt ihr dieses denn, ihr Seelen? Uebt ihrs auch vors Vaters Thron? Mat hat nichts mehr zu verhehlen, Man beruft sich auf den Sohn. Aber sind vor Gott die Sachen Schon auf heute ausgemacht, Was wollt ihr denn morgen machen, Wenn ihr was zur Schuld gebracht?! 10. Nun, was hat man da gewonnen? Unruh ist der saure Lohn. Euer Vorsatz ist zerronnen; Eure Hoffnung geht davon. Woran fehlts? Man will nicht wissen, Daß mit einer Opfergab, Da man ihm den Leib zerrissen, Christus uns vollendet hab. 11. Der im Namen aller Seelen Unsern Schuldbrief übernahm, Wußte Alles herzuzählen, Als es zum Bezahlen kam. 7. Da gehts wie im alten Was im Fleisch und Herz und Bunde: Heute ist man ausge- Nieren Lange als verborgen söhnt, Und zu einer andern schlief, Nächst dem, was wir Stunde Wird die Freudig- wirklich spüren, Stand schon keit verhöhnt. Diesmal ist die alles in dem Brief. - Schuld vergeben; Hat man 12. D, wir sind Gott viel wieder was gethan, Denkt man: zu schlechte! Er läßt sich mit Ach, nun kommt es eben Auf uns nicht ein, Soll er über des Schöpfers Gnade an. seinem Rechte Gegen uns befriedigt sein. Christus sprach zur rechten Stunde: Sieb, ich komm mit meinem Leib, Daß im Volf von deinem Bunde Keiner mehr dein Schuldner bleib. 8. Man ergreift zwar Christi Büßen; Aber nur auf diese That, Die man jetzt zu Gottes Füßen Etwa abzubitten hat. Findt sich neues Uebertreten, So fommts wieder darauf an, Ob man abermal mit Beten Sein Gewissen stillen kann. 9. Da, da gehts denn an ein Klagen, Da gehts an ein ernstlich Thun. Bald will mans aufs neue wagen, Bald in Gottes Willen ruhn, Und darauf bald wieder rege Fort an seinen Frohndienst gehn; EndM. R. Gesangbuch 13. Kurz, mit Einer Opfergabe Hat das Lamm so viel gethan, Daß das Volk von seiner Habe Sich vollendet nennen kann. Unsere Gerechtigkeiten Wachsen nicht mit unsrer Kraft, Weil ihr Grund vor unsern Zeiten In dem Opfer Jesu haft. Phil. Sac. Spener, g. 1635, st. 1705 13 Glaube und Rechtfertigung. | 274. Mein Jeſu, dem So bleib ich auch mit dir verbunden. 194 nen Im Glanz der höchsten Majestät Selbst mit bedecktem Antlig dienen, Wenn dein Befehl an ste ergeht: Wie sollten blöde Fleisches- Augen, Die der verhaßten Sünden Nacht Mit ihrem Schatten trüb gemacht, Dein helles Licht zu schauen taugen? 2. Doch gönne meinen Glaubensblicken Den Eingang in 6. Reich mir die Waffen aus dein Heiligthum, Und laß mich der Höhe Und stärke mich durch deine Gnad erquicken Zu mei- deine Macht, Daß ich im Glau nem Heil und deinem Ruhm. ben sieg und stehe, Wenn Stärk Reich deinen Scepter meiner und List der Feinde wacht. So Seele, Die sich in Demuth vor dir neigt Und dir als deine Braut sich zeigt; Sprich: Ja, du bists, die ich erwähle. wird dein Gnadenreich auf Erden, Das uns zu deiner Ehre führt Und endlich gar mit Kros nen ziert, Auch in mir ausge breitet werden. 3. Sei gnädig, Jesu voller Güte, Dem Herzen, das nach Gnade lechzt. Hör, wie die Zung in dem Gemüthe: Gott sei mir Armen gnädig! ächzt. Ich weiß, du kannst mich nicht verstoßen. Wie könntest du ungnädig sein Dem, den dein Blut von Schuld und Pein Erlöst, da es so reich geflossen? 5. Ach, laß mich deine Weisheit leiten Und nimm ihr Licht nicht von mir weg! Stell deine Gnade mir zur Seiten, Daß ich auf dir beliebtem Steg Bes ständig bis ans Ende wandle, Damit ich auch zu dieſer Zeit In Lieb und Herzens- Freundlichkeit Nach deinem Wort und Willen handle. 4. Ich fall in deine Gnadenhände Und bitte mit dem Glaubensfuß: Gerechter König, wende, wende Die Gnade zu der Herzensbuß! Ich bin gerecht durch deine Wunden; Es ist nichts Sträflichs mehr an mir. Bin aber ich versöhnt mit dir, 7. Ja, ja, mein Herz will dich umfassen. Erwähl es, Herr, zu deinem Thron. Hast du aus Lieb ehmals verlassen Des Him mels Pracht und deine Kron, So würdge auch mein Herz, o Leben, Und laß es deinen Himmel sein, Bis du, wenn dieser Bau fällt ein, Mich wirst in deinen Himmel heben. 8. Ich steig hinauf zu dir im Glauben; Steig du in Lieb herab zu mir. Laß mir nichts diese Freude rauben. Erfülle mich nur ganz mit dir. Ich will dich fürchten, lieben, ehren, So lang in mir das Herz sich regt; Und wenn dasselb auch nicht Glaube und Rechtfertigung. 195 mehr schlägt, So soll doch noch zum größesten Haufen, So will die Liebe währen. Wolfg. Christoph Deßler, g. 1660, st. 1722. ich dir dennoch in Liebe nach laufen; Denn dein Wort, o Jes su, ist Leben und Geist. Was 275. Eins ist noth! ist wohl, das man nicht in JeAch, Herr, dies Eine Lehre mich erkennen doch! Alles Andre, wies auch scheine, Ist ja nur ein schweres Joch, Darunter das Herze sich naget und plaget Und dennoch kein wahres Vergnügen erjaget. Erlang ich dies Eine, das Alles ersetzt, So werd ich mit Einem in Allem ergötzt. 2. Seele, willst du dieses finden, Suchs bei feiner Creatur. Laß, was irdisch ist, dahinten; Schwing dich über die Natur. Wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet, Wo alle vollkommene Fülle erscheinet, Da, da ist das beste, nothwendigste Theil, Mein Ein und mein Alles, mein seligstes Heil. 3. Wie Maria war beflissen Auf des Einigen Genieß, Da sie sich zu Jesu Füßen Voller Andacht niederließ; Ihr Herze entbrannte, dies einzig zu hören, Was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren; Ihr Alles war gänzlich in Jefum versenkt, Und wurde ihr Alles in Einem geschenkt: 4. Also ist auch mein VerLangen, Liebster Jesu, nur nach dir. Laß mich treulich an dir hangen, Schenke dich zu eigen mir. Ob Viel auch umkehrten 5. Aller Weisheit höchste Fülle Jn dir ja verborgen liegt. Gieb nur, daß sich auch mein Wille Fein in solche Schran ken fügt, Worinnen die De muth und Einfalt regieret Und mich zu der Weisheit, die himm lisch ist, führet. Ach, wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, So hab ich der Weisheit voll fommenen Preis. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, Als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen Durch dein theus res Opferblut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir erworben, Da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben; Die Kleider des Heils ich da habe erlangt, Wo rinnen mein Glaube in Ewigfeit prangt. 7. Nun, so gieb, daß meine Seele Auch nach deinem Bild erwacht. Du bist ja, den ich erwähle, Mir zur Heiligung ge macht. Was dienet zum göttlis chen Wandel und Leben, ist in dir, mein Heiland, mir Alles ge geben. Entreiße mich aller vergänglichen Luft; Dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt. 8. Ja, was soll ich mehr vers langen? Mich bedeckt die Gnas 13* 196 Glaube und Rechtfertigung. dem Nächsten stets zu dienen feid bereit. denfluth. Du bist einmal ein- muth, Freundlichkeit, In Lieb gegangen In das Heilge durch Dein Blut. Da hast du die ewge Erlösung erfunden, Daß ich nun der höllischen Herrschaft entbunden. Dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt; Im kindlichen Geiste das Abba nun flingt. 9. Volles Gnügen, Fried und Freude Jezzo meine Seel ergötzt, Weil auf eine frische Weide Mein Hirt Jesus mich gesept. Nichts Süßers kann also mein Herze erlaben, Als wenn ich nur, Jesu, dich immer soll haben. Nichts, nichts ist, das also mich innig erquickt, Als wenn ich dich, Jesu, im Glauben erblickt. 10. Drum auch, Jesu, du alleine Sollst mein Ein und Alles sein. Prüf, erfahre, wie ichs meine; Tilge allen Heuchelschein. Sieh, ob ich auf bösem, betrüglichem Stege, Und leite mich, Höchster, auf ewigem Wege. Gieb, daß ich hier Alles mir achte für Koth Und Jesum gewinne. Dies Eine ist noth. Joh. Heinr. Schröder, g. 1666, t. 1728. Mel. O Gott, du frommer Gott. ersuchet euch 276. Ve doch selbst, Ob ihr im Glauben stehet, Ob Christus in euch ist, Ob ihr ihm auch nachgehet In De muth und Geduld, In Sanft 2. Der Glaube ist ein Licht Im Herzen tief verborgen, Bricht als ein Glanz hervor, Scheint als der helle Morgen, Erweiset seine Kraft, Macht Christo gleichgesinnt, Verneuert Herz und Muth, Macht uns zu Gottes Kind. 3. Er schöpft aus Christo Heil Gerechtigkeit und Leben, Und will es in Einfalt Dem Nächsten wieder geben. Dieweil er überreich In Christo worden ist, Preist er die Gnade hoch, Bekennet Jesum Christ. 4. Er hofft in Zuversicht, Was Gott im Wort zusaget; Drum muß der Zweifel fort; Die Schwermuth wird verjaget. Sieh, wie der Glaube bringt Die Hoffnung an den Tag; Hält Sturm und Wetter aus, Besteht im Ungemach. 5. Aus Hoffnung wächst die Lieb. Weil man aus Gottes Händen Nimmt alle Dinge an, Will man nicht zürnen, schänden; Denn Alles uns zu nutz Und Besten ist gemeint. Drum dringt die Liebe durch Auf Freunde und auf Feind. 6. Wir waren Gottes Feind: Er giebt uns seinen Sohne, Sein eingebornes Kind, Zu eis nem Gnadenthrone; Setzt Liebe gegen Haß. Wer gläubig dies erkennt, Wird bald in Lieb Glaube und Rechtfertigung. 197 entzündt, Die allen Haß ver- ¡ Sich, ob du auch so thust. brennt. 12. Gieb, Herr, und mehre 7. Wie uns nun Gott ge- dann In mir den wahren Glauthan, Thun wir dem Nächsten ben, So kann mich keine Macht eben. Droht er uns mit dem Der guten Werk berauben. Wo Tod: Wir zeigen ihm das Le- Licht ist, geht der Schein Freiben. Flucht er, so segnen wir.willig davon aus. Du bist mein In Schande, Spott und Hohn Herr und Gott: Bewahr mich Ist unser bester Trost Des und mein Haus! Himmels Ehrenfron. S. J. Breithaupt, g. 1658, st. 1732. 8. Seßt uns Gott auf die Prob, Ein schweres Kreuz zu Mel. Es ist das Heil uns kommen 2c. tragen: Der Gebraße, Macht leichte alle pla- 277. Deine Zuversicht duld, Zu Gottes Gnad und Güte. Der bloße Beifall thut es nicht. Es muß Herz und Gemüthe Zu Gott völlig gerichtet sein Und gründen sich auf ihn allein Ohn Wanken und ohn Zweifel. 2. Wer sein Herz also stärkt an mit Bitten, Flehen; Ver- und steift In völligem Verzaget an sich selbst Und trauet| trauen, Und Jesum Christum Christi Kraft; Vernichtet sich recht ergreift, Auf sein Verdienst zu Grund, Saugt nur aus Je- thut bauen: Der hat des Glaufu Saft; bens rechte Art Und kann zur seligen Hinfahrt Sich schicken ohne Grauen. gen. Statt Murren, Ungeberd Wird das Gebet erweckt, Weil aller Angst und Noth Von Gott ein Ziel gesteckt. 9. Man lernet nur dadurch Sein Elend recht verstehen, Wie auch des Höchsten Güt; Hält 10. Hält sich an sein Verdienst; Erlanget Geist und Stärke, In solcher Zuversicht Zu üben rechte Werfe; Steht ab vom Eigensinn, Flieht die Vermessenheit, Hält sich in Gottesfurcht Im Glück und schwerer Zeit. 3. Dies aber ist kein Men schenwerk; Der Glaub kommt von dem Herren. Drum bitt, daß er ihn in dir stärk Und täglich woll vermehren. Laß aber auch des Glaubens Schein, Die guten Werke, an dir sein; Sonst ist dein Glaube eitel. 11. So prüfe dich denn wohl, Ob Christus in dir lebet; Denn Christi Leben ists, Wonach der 4. Es ist ein schändlich bd Glaube strebet. Erst machet er fer Wahn, Des Glaubens fich gerecht, Dann heilig; wirket wolln rühmen Und doch die Luft Zu allem guten Werf. Werke nehmen an, So Christen Glaube und Rechtfertigung. 198 nicht geziemen. Wer das thut, der soll wissen frei, Daß sein Glaub nur sei Heuchelei Und werd zur Höll ihn bringen. 5. Drum lasse sich ein frommer Christ Mit Ernst sein angelegen, Daß er aufrichtig jeder Frist Sich halt in Gottes Wegen; Daß sein Glaub ohne Heuchelei Vor Gott dem Herrn rechtschaffen sei Und vor dem Nächsten leuchte. Ludw. Andr. Gotter, g. 1661, st. 1735. Dein Heiland 278. Mei nimmt die Sünder an, Die unter ihrer Last der Sünden Kein Mensch, fein Engel trösten kann, Die nirgend Ruh und Rettung finden. Den'n selbst die weite Welt zu flein, Die sich und Gott ein Gräuel sein; Den'n Moses schon den Stab gebrochen Und sie der Hölle zugesprochen, Wird diese Freistatt auf gethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 2. Sein mehr als mütterliches Herz Trieb ihn von seinem Thron auf Erden. Ihn drang der Sünder Weh und Schmerz, An ihrer Statt ein Fluch zu werden. Er senkte sich in ihre Noth Und schmeckte den verdien ten Tod. Nun, da er dann sein eigen Leben Zur theuren Zahlung hingegeben und seinem Bater gnug gethan, So heißts: Er nimmt die Sünder an. 3. Nun findet man in sei nem Schoß Ein fichres Schloß gejagter Seelen. Er spricht fie von dem Urtheil los Und tilgt ihr jammervolles Quälen. Es wird ihr ganzes Sündenheer Ins unergründlich tiefe Meer Durch seinen Tod und Blut versenfet Und ihnen Gottes Geist geschenket, Der freudig Abba rufen kann. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 4. So bringt er sie dem Vater hin In seinen blutbefloßnen Armen. Das neigt sodann den Vatersinn Zu lauter ewigem Erbarmen. Er nimmt sie auf an Kindes Statt; Ja Alles, was er ist und hat, Wird ihnen eigen übergeben; Und selbst die Thür zum ewgen Leben Wird ihnen fröhlich aufgethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 5. O, solltest du sein Herze sehn, Wie sichs nach armen Sündern sehnet, Sowohl wenn sie noch irre gehn, Als wenn ihr Auge vor ihm thränet! Wie eilt er in Zachai Haus, Streckt Herz und Hand nach Zöllnern aus! Wie stillt er jener Magdalenen Den milden Guß erpreßter Thränen, Denkt deß nicht mehr, was sie gethan! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 6. Wie freundlich blickt er Petrum an, Ob er gleich noch so tief gefallen! Dies hat er Glaube und Rechtfertigung. 199 nicht allein gethan, Da er auf weinst, So soll ihm nichts die Erden müssen wallen; Nein, er ist immer einerlei, Gerecht und fromm und ewig treu; Und wie er unter Schmach und Lei den, So ist er auf dem Thron der Freuden Den Sündern liebreich zugethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an. Hände binden, Und du sollst jetzt noch Gnade finden. Er hilft, wenn sonst nichts helfen kann. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 10. Doch sprich auch nicht: Es ist noch Zeit; Ich muß erst diese Lust genießen; Gott wird 7. So komme denn, wer Sün- ja eben nicht gleich heut Die der heißt Und wen sein Sün- offne Gnadenpforte schließen. dengräul betrübet, Zu dem, der Nein, weil er ruft, so höre du Keinen von sich weist, Der sich Und greif mit beiden Händen gebeugt zu ihm begiebet. Wie, zu. Wer diesen Tag sein Heil willst du dir im Lichte stehn verträumet, Hat eine GnadenUnd ohne Noth verloren gehn? zeit versäumet, Die ihm den Willst du der Sünde länger Himmel aufgethan. Heut komm, dienen, Da, dich zu retten, er heut nimmt dich Jesus an. erschienen? O nein, verlaß die Sündenbahn! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 8. Komm nur mühselig und gebückt; Komm nur, so gut du weißt zu kommen. Wenn dich die Last gleich niederdrückt, Wirst du auch friechend angenommen. Sieh, wie sein Herz dir offen steht, Und wie er dir entgegen geht! Wie oft hat er nicht voll Verlangen Gesucht, dich brünftig zu umfangen! So komm denn, armes Herz, heran! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 11. Ja, zeuch uns selber recht zu dir, Holdselig süßer Freund der Sünder. Erfüll mit seh nender Begier Auch uns und alle Adamskinder. Zeig uns bei unserm Seelenschmerz Dein auf geschloßnes Liebesherz. Und wenn wir unser Elend sehen, So laß uns ja nicht stille ste hen, Bis daß ein jeder sagen kann: Gott Lob, auch mich nimmt Jesus an! Leop. Franz Fried. Lehr, g. 1709, st. 1744. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 9. Sprich nicht: Ich habs zu grob gemacht und alle Gü- 279, Jeſus nimmt die Sünder an! ter seiner Gnaden So lang nnd schändlich durchgebracht; Er hat mich oft umsonst geladen. Wenn du es jetzt nur redlich meinst Und deinen Fall mit Ernst beSaget doch dies Trostwort Allen, Welche von der rechten Bahn Auf verkehrten Weg verfallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 200 Glaube und Rechtfertigung. 2. Keiner Gnade sind wir 8. Jesus nimmt die Sünder werth; Doch hat er in seinem an. Mich auch hat er angenomWorte Eidlich sich dazu erklärt. men Und den Himmel aufgeSehet nur, die Gnadenpforte Ist hier völlig aufgethan: Je sus nimmt die Sünder an. than, Daß ich selig zu ihm kommen Und auf den Trost sterben kann: Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, Suchet es ein treuer Hirte. Jesus, der uns nie vergißt, SuErdm. Neumeister, g. 1671, st. 1756. chet treulich das Verirrte, Daß Mel. O, daß ich tausend Zungen zc. ich habe den nicht verderben kann. Jeſus 280. Grund gefunes nimmt die Sünder an. 4. Kommet Alle, kommet her, Kommet, ihr geängsten Sünder! Jesus rufet euch und er Macht aus Sündern Gotteskinder. Glaubets doch und den ket dran: Jesus nimmt die Sünder an. den, Der meinen Anfer ewig hält. Wo anders, als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt, Der Grund, der unbeweglich steht, Wenn Erd und Himmel untergeht. 5. Jch Betrübter komme hier Und bekenne meine Sünden. Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade zur Vergebung finden, Daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Es ist das ewige Erbars men, Das alles Denken übersteigt; Es sind die offner Lie besarme Deß, der sich zu dem Sünder neigt, Dem allemal das Herze bricht, Wir kommen, oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verloren 6. Ich bin ganz getrosten werden; Gott will, uns soll ge Muths. Ob die Sünden blut- holfen sein. Deswegen kam sein roth wären, müssen sie, fraft deines Bluts, Sich dennoch in Schneeweiß fehren, Da ich gläubig sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an. Sohn auf Erden Und nahm her nach den Himmel ein; Deswe gen klopft er für und für So stark an unsers Herzens Thür. 4. Abgrund, welcher alle Sünden Durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunde recht verbinden. Da findet kein Verdammen statt, Weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit! Barmherzigkeit! 7. Mein Gewissen schreckt mich nicht; Moses darf mich nicht verklagen. Der mich frei und ledig spricht, hat die Schulden abgetragen, Daß mich nichts verdammen kann. Jesus nimmt die Sünder an. Glaube und Rechtfertigung. 201 Joh. Undr. Rothe, geb. 1688, t. 1758. 5. Darein will ich mich gläu- ich einstens höchst erfreut: D big fenfen, Dem will ich mich Abgrund der Barmherzigkeit! getrost vertraun, Und wenn mich meine Sünden fränken, Nur bald nach Gottes Herzen schaun; Da findet sich zu aller Zeit Uns endliche Barmherzigkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt zc. us Gnaden soll ich selig wer281. N 6. Wird alles Andre wegge den. Herz, glaubst dus, oder rissen, Was Seel und Leib er- glaubst dus nicht? Was willst quicken kann; Darf ich von kei- du dich so blöd geberden? Jsts nem Troste wissen Und scheine Wahrheit, was die Schrift vervöllig ausgethan; Ist die Er- spricht, So muß auch dieses rettung noch so weit: Mir blei Wahrheit sein: Aus Gnaden ist bet doch Barmherzigkeit. der Himmel dein. 2. Aus Gnaden! Hier gilt fein Verdienen; Die eignen Werke fallen hin. Der Mittler, der im Fleisch erschienen, Hat diese Ehre zum Gewinn, Daß uns sein Tod das Heil gebracht Und uns aus Gnaden selig macht. 3. Aus Gnaden! Merk dies Wort: Aus Gnaden! So oft dich deine Sünde plagt, So oft dir will der Satan schaden, So oft dich dein Gewissen nagt. Was die Vernunft nicht fassen kann, Das beut dir Gott aus Gnaden an. 4. Aus Gnaden kam sein Sohn auf Erden Und übernahm die Sündenlast. Was nöthigt ihn, Dein Freund zu werden? Sprich! wo du was zu rühmen hast. Wars nicht, daß er dein Bestes wollt Und dir aus Gna7. Beginnt das Irdische zu drücken, Ja, häuft sich Kummer und Verdruß, Daß ich mich noch in vielen Stücken Mit eitlen Dingen mühen muß; Werd ich dadurch oft sehr zerstreut, So hoff ich auf Barmherzigkeit. 8. Muß ich an meinen be sten Werken, Darinnen ich gewandelt bin, Viel Unvollkommenheit bemerken, So fällt wohl alles Rühmen hin; Doch ist auch dieser Trost bereit: Ich hoffe auf Barmherzigkeit. 9. Es gehe nur nach dessen Willen, Bei dem so viel Erbarmen ist. Er wolle selbst mein Herze stillen, Damit es das nur nicht vergißt, So stehet es in Lieb und Leid In, durch und auf Barmherzigkeit. 10. Bei diesem Grunde will ich bleiben, So lange mich die Erde trägt. Das will ich den- den helfen sollt? ken, thun und treiben, So lange 5. Aus Gnaden! Dieser sich ein Glied bewegt. So sing Grund wird bleiben, So lange 202 Glaube und Rechtfertigung. Gott wahrhaftig heißt. Was getrost, trotz allem Zweifel, alle Knechte Jesu schreiben, Was Durchs rothe Meer nach KaGott in seinem Wort anpreist, naan. Ich glaub, was Jesu Worauf all unser Glaube ruht, Wort verspricht, Ich fühl es, Ift: Gnade durch des Lammes oder fühl es nicht. Blut. Christ. Ludw. Scheidt, st. 1759. 6. Aus Gnaden! Doch, du schrer Wohlan, ich greif auch zu. Wahr 282. meine Seele, Sünder, Denk nicht: Mel. Ringe recht, wenn Gottes Guade. wo findet ifts, Gott rufet Adams Kinder Aus Gnaden zur verheißnen Ruh; Doch nimmt er nicht zu Gnaden an, Der noch auf Gnade sündgen kann. 7. Aus Gnaden! Wer dies Wort gehöret, Tret ab von al ler Heuchelei. Nur, wenn der Sünder sich befehret, Dann lernt er erst, was Gnade sei. Beim Sündgen scheint die Gnad gering; Dem Glauben ists ein Wunderding. 8. Aus Gnaden bleibt dem blöden Herzen Das Herz des Baters aufgethan, Wenns unter größter Angst und Schmerzen Nichts sieht und nichts mehr hoffen kann. Wo nähm ich oftmals Stärkung her, Wenn Gnade nicht mein Anfer wär? 9. Aus Gnaden! Hierauf will ich sterben. Ich glaube; darum ist mir wohl. Ich weiß mein sündliches Verderben, Doch den auch, der mich heilen soll. Mein Geist ist froh, die Seele lacht, Weil mich die Gnade selig macht. 10. Aus Gnaden! Dies hör Sünd und Teufel. Ich schwinge meine Glaubensfahn Und geh Wenn ihr Mosis Donner blitt, Eine tiefe Felsenhöhle, Da der Glaube sicher sigt? 2. Keine weiß ich, als die Wunden, Die man meinem Heiland schlug, Als er Mofis Fluch empfunden, Als er meine Sünden trug. 3. Wer kann mir die Freistatt sagen, Die dem Sünder offen steht, Wenn er unter Furcht und Zagen Nach Errettung seufzt und fleht? 4. Keine weiß ich, als die Wunden, Welche Gottes Lamm empfing, Das, von Liebesmacht gebunden, In des Todes Rachen ging. 5. Wohin soll ich mich verstecken? Ach, wo treff ich Kleider an, Daß ich meine Schande decken Und vor Gott bestehen fann? 6. Keine weiß ich, als die Wunden, Die vom Haupte bis zum Fuß Meine Seel an dem gefunden, Der am Kreuz verbluten muß. 7. Aber meiner Schulden Menge( Ach, sie sind wie Sand Glaube und Rechtfertigung. 203 am Meer!) Bringt mich heftig| sagen, Als daß ein Bürge kam, ins Gedränge, Schreit: Wo Der meine Schuld getragen, kommt die Zahlung her? Die Rechnung auf sich nahm 8. Keine weiß ich, als die Wunden und sein Blut, das Lösegeld. Schuld und Rechnung ist verschwunden. Er versöhnt die ganze Welt. 9. Weiß denn Niemand eine Quelle, Die den Durst des Herzens löscht und den Schmutz der Sündenfälle Ganz von meiner Seele wäscht? 10. Keine weiß ich, als die Wunden Und des heilgen Lammes Blut. Ach, es labt mich alle Stunden! Ach, es macht mich rein und gut! 11. Wo ist aber eine Hütte, Tag und Nacht daheim zu sein, Daß mein Herz sich nicht zerrütte? Sagt, wo geh ich aus und ein? 12. Keine weiß ich, als die Wunden, Die der Herr dem Thomas wies. Wer sich da hineingefunden, Hat ein ewig Paradies. Ernst Gottl. Woltersdorf, g. 1725, st. 1761. Mel. Hilf, Gott, daß mirs gelinge. 283. Die Handschrift ist zerrissen, Die Zahlung ist vollbracht. Er hat michs lassen wissen, Den man zum Fluch gemacht, Dem meine Noth fein Blut geraubt, An welchen meine Seele Von ganzem Herzen glaubt. 2. Ich weiß sonst nichts zu Und sie so völlig hingezählt, Daß von der ganzen Menge Nicht das Geringste fehlt. 3. Lamm, du hast meine Schulden, Die Niemand zählen kann, Durch schmerzliches Erdulden Auf ewig abgethan. Du haft an meine Noth gedacht Und durch den Drang der Liebe Dich selbst zur Schuld gemacht. 4. Die Nägel deiner Wuns den Zerstücken meinen Brief, Der alle Tag und Stunden An Zahlen höher lief. Dein völlig ausgeströmtes Blut, Dein heil ges Thun und Leiden Macht alle Rechnung gut. 5. Ich sehe dich zum Bürs gen, Weil du es selbst gethan. Will Moses mich erwürgen, So zieh ich Jesum an. Wenn Satan mein Gewissen schreckt, So rettet mich der Glaube, Den Christi Blut bedeckt. 6. Wer Sünde thut und liebet, Der ist des Teufels Knecht. Wen seine Schuld betrübet, Der ist vor Gott gerecht. Wer sich beim Richter ſelbst verklagt, Der wird von seinen Schulden Auf ewig losgesagt. 7. Wenn ich mich selbst betrachte, So wird mir angst und weh. Wenn ich auf Jesum achte, So steig ich in die Höh, So freut sich mein erlöster Geist, Der durch das Blut des Lam Glaube und Rechtfertigung. 204 mes Gerecht und selig heißt. 8. Lamm Gottes, deinen Wunden Verdank ichs Tag und Nacht, Daß sie den Rath gefun den, Der Sünder selig macht. Gelobet sei dein Todesschweiß, Und allen deinen Schmerzen Sei ewig Ehr und Preis! Ernst Gottl. Woltersdorf, g. 1725, st. 1761. Und dem nicht mehr, als Alles fehlt. 7. Mein Jesus nimmt die Sünder an. Ich komme zu ihm, wie ich kann; Denn wer sich selber besser macht, Von dem wird Christi Blut veracht. 8. Der Kranke wird nicht erst gefund, Er macht dem Arzt die Krankheit fund. So komm ich, Gottes Lamm, zu dir; Ich Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns 2c. 284. Gelobet feift du, weiß, du thust dein Amt an mir. Jesus 9. Vergebung heilt mein ganzes Herz; Sie tilgt die Furcht, fie stillt den Schmerz, Sie bringt mir Ruhe, Kraft und Licht, Erfüllet mich mit Zuversicht. Daß du der Sünder Heiland bist, Und daß dein unschäßbares Blut An armen Sündern Wunder thut. 2. Gelobet sei des Vaters Rath, Der dich der Welt geschenket hat, Und weil er viel Erbarmen hegt, Dir alle Schulden auferlegt. 3. Gelobet sei der heilge Geist, Der uns zu dir, o Jesu, weist; Zu dir, o Arzt, der Jedermann Durch seine Wunden heilen kann. 4. Gott Lob! nun ist auch Rath für mich. Mein Gott und Herr, ich glaub an dich, An dich, der Alles hingezählt, Was mir an meiner Rechnung fehlt. Mel Jesu, meine Freude. 5. Die Schulden sind mir angeerbt; Ich bin nicht halb, nein, ganz verderbt; Ich treff auch keinen Heller an, Den ich zur Lösung zahlen kann. 6. Gott Lob! daß ich nun D 285. uälende Gedanfen, Zweifel, weiß, wohin, Jch, der ich frank Furcht und Wanken, Hört doch und unrein bin, Den Furcht einmal auf. Laßt mich Jesum und Scham und Zweifel quält, schauen, Seiner Gnade trauen; 10. Die Seele wird von Banden frei; Sie lobt und singt und fühlt dabei, Daß eines neuen Geistes Kraft Sie ganz belebt und Früchte schafft. 11. So macht der Glaub an Christi Blut In armen Sün dern Alles gut, Und was noch Böses übrig bleibt, Jst Noth, die uns zum Heiland treibt. 12. Gelobet seist du, Jesu Christ, Daß du der Sünder Heiland bist Und daß du, hocherhabner Fürst, Der Sünder Heiland bleiben wirst. Ernst Gottl. Woltersdorf, g. 1723, st. 1761. Glaube und Rechtfertigung. 205 Hemmt mir nicht den Lauf.| ich zagen Und mich selber plaChristi Blut macht Alles gut; gen? Jesus liebt mich sehr. Tag Und was ich verschuldet habe, und Nacht bin ich bedacht, Mich Liegt in seinem Grabe. im Glauben recht zu üben. So kann ich ihn lieben. Ernst Gottl. Woltersdorf, g. 1725, st. 1761. 2. Freilich bin ich schnöde, Unrein, wüst und öde, Aller Sünden voll; Aber mein Erbarmer, Dessen Blut ich Armer Gläubig schöpfen soll, Locket Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich zc. mich so stark zu sich, Daß ichs 286. 3u dir ist meine Seele stille, fröhlich wage Und ihm Alles flage. endlich 3. Weil ich denn die Sünde Tiefgebeugt empfinde, Die mein Herz beweint; Weil ich sie verfluche Und nichts anders suche, Als den Seelenfreund: So bin ich ganz sicherlich Schon mit dessen Blut bedecket, Der mein Herz erwecket. 4. Nicht vollkommne Frommen, Sünder sollen kommen, Sünder nimmt er an. Die sich gottlos sehen und um Gnade flehen, Die sind wohl daran. Wer die Kraft, die Gutes schafft, Gar nicht in sich selbst erblicket, Der wird hier erquicket. - 5. Nun, so will ichs wagen, Ganz getroft zu sagen: Jesu Blut ist mein. Gnade hab ich funden Und durch seine Wunden Kann ich ruhig sein. Christi Huld hat meine Schuld, Meine Furcht und Tod verschlungen. Ihm sei Lob gesungen! 6. Quälende Gedanken, Zweifel, Furcht und Wanken, Störet mich nicht mehr. Warum soll Mein Herr, mein Gott, auf den mein Glaube blickt. Aus deiner Gnaden reicher Fülle Fließt mir der Trost, der meinen Geist erquickt. Da alle Welt nicht rathen, helfen kann, Treff ich bei dir, was mich beruhigt, an. 2. Dir ist mein Seufzen nicht verborgen, Du weißt, wonach das arme Herz sich sehnt. Du siehst, wie unter bangen Sors gen Voll Kümmerniß das Auge zu dir thränt. Dies liegt mir an: Ich möchte gerne rein Und durch dein Blut, o Lamm, entsündigt sein. 3. Ich dank es ewig deiner Gnade, Die mich gesucht, die mich vom Schlaf erweckt, Die mir, wie tief mein innrer Schade, Durch deinen Geist recht deutlich aufgedeckt, Und die zugleich, da mich mein Glend beugt, Mir Hülf und Rath in deinen Wunden zeigt. 4. Die sind doch auch für mich geschlagen. Wer Sünder heißt, den geht der Heiland an, Der alle Schulden abgetragen Und für die Welt auf ewig Glaube und Rechtfertigung. 206 gnug gethan. Du rufft auch mich zu deinem Kreuze hin. Ich wags aufs Wort und komme, wie ich bin. 9. Der ists, der in den letzten Stunden Zum legten Kampf mich stark und muthig macht. Da du den Tod längst überwunden und dorten mir mein Erbe zugedacht, So schlaf ich sanft auf deinen Zuruf ein: Du bist gerecht; nun sollst du herrlich sein." Andreas Rehberger, geb. 1716, st. 1769. 5. Mein Hoffnungsgrund ist dein Erbarmen. Ich weiß, dein Herz neigt gerne sich zu mir. Bersöhner, Freund der geistlich Armen, Wer zu dir kommt, den stößt du nicht von dir. Dies hast du ja an keinem noch gethan: Ich bin gewiß, an mir Mel. Wer nur den lieben Gott läßt zc. fängst dus nicht an. 6. Nein, Jeſu, du hast Lust 287. h weiß von keinem andern zum Leben. Du rufft mir zu: Getrost, Sohn, du bist mein! Was du gesündigt, ist vergeben; Nun foll an dir nichts mehr verdammlich sein. Ich schenke dir mein reines Unschuldskleid Und schmücke dich mit meiner Heiligkeit. 7. So hab ich Gnad bei dir gefunden? Ja, Herr, dein Geist bezeugt es meinem Geist, Der, aller seiner Last entbunden, Mit Dank und Ruhm aus allen Kräften preist, Wie wohl ihm ist, da deine Jesusmacht Ihn unverdient zum Kindschaftsrecht gebracht. 8. Muß ich noch was am Fleische leiden, So duld ich es mit still- gelaßnem Muth. Kann mich doch nichts mehr von dir scheiden, Von dir, in dem mein Glaube sicher ruht. Der Schmerz fei groß, ich bleibe doch gesetzt, Weil mich der Trost: Ich habe Gnad!" ergößt. Grunde, Als den der Glaub in Christo hat. Ich weiß von feinem andern Bunde, Von keinem andern Weg und Rath, Als daß man elend, arm und bloß Sich legt in Christi Seit und Schoß. 2. Ich bin zu meinem Hei land kommen Und eil ihm immer besser zu. Ich bin auch von ihm aufgenommen Und find in seinen Wunden Ruh. Er ist mein Schatz, mein Erb und Theil, Und außer ihm weiß ich kein Heil. 3. Jch bleib in Christo nun erfunden und bin in ihm ge recht und rein. Ich bleibe stets in seinen Wunden; Da kann ich immer sicher sein. Gott siehet mich in Christo an, Daher mich nichts verdammen kann. 4. Ich fühle zwar in mir noch Sünde; Allein die schadet mir nicht mehr, Dieweil ich mich in Chrifto finde; Doch aber beuget Glaube und Rechtfertigung. 207 sie mich sehr, Und halt ich nichts| Für die Sünder hingegeben, gering und klein; Sonst dringt Und daß durch ihn Jedermann ein sichres Wesen ein. 5. Ich kämpfe gegen mein Verderben; Doch gläubig und in Christi Kraft. Der alte Mensch muß täglich sterben, Der noch nicht todt am Kreuze haft; Jedoch dies macht mich arm und klein Und lehrt nach Christo ernstlich schrein. 6. Ich suche stets vor ihm zu stehen und seh in Allem ihn nur an, Nach seinem Wink einher zu gehen, Daß nichts mein Ziel verrücken kann. Ich seufze stets: Herr, steh mir bei, Daß ich dein rechter Jünger sei. 7. Ich bletb im tiefsten De muthsgrunde Und will aus Christo nimmer gehn. Ich bleib im allgemeinen Bunde, In allgemeiner Liebe stehn Und hang an Christo ganz allein. Dies foll mein Grund auf ewig sein. 8. ja, Herr, laß mich in dir bleiben Und nie aus deinen Wunden gehn. Laß mich den Geist des Glaubens treiben, Und fest in deinem Frieden stehn, Stets wachsam, still und niedrig sein; So reißet nichts den Grund mir ein. Carl Heinr. v. Bogazky, geb. 1690, st. 1774. Ewig selig werden kann. 2. D, ein theuer werthes Wort, Das der Geist nicht nur anpreiset; Sondern sich auch immerfort Noch bei dem als wahr beweiset, Der sich ganz verloren sieht Und zu Jesu gläu big flieht. 3. Diese Botschaft ist es werth, Daß sie alle Welt annehme, Und daß Jeder, der ste hört, Sich zu Christi Joch bequeme; Denn die ganze Seligfeit Jst für Alle nun bereit. 4. Keinen schließt nun Jesus aus, Der sich nur nicht selbst will hindern. Seines Vaters Herz und Haus Hat er allen, allen Sündern, Die nur kommen, aufgethan. Er nimmt alle willig an. 5. Hört es, Menschen, hört es doch! Machet Jesu diese Freude Und verlaßt das Sündenjoch! Kommt zur Freiheit und zur Weide, Kommt zum Lebenswasser her, Kommt zum vollen Gnadenmeer! 6. Wollt ihr denn verloren gehn, Da ihr selig werden könnet? Wollt ihr dort zur Linken stehn, Da er euch die Rechte gönnet? Kann euch jene Qual und Pein Lieber als der HimMel. Jesus, meine Zuversicht. 288. Das ist je gewiß- mel sein? lich wahr Und 7. Seelen, ach, bedenkt ihrs ein Wort voll Heil und Leben, nicht, Was zu eurem Heil ge Daß sich Jesus ganz und gar reichet? Denn wen habt ihr im GRACE Glaube und Rechtfertigung. 208 Gericht, Wenn mein Jesus von euch weichet? Ist er hier nicht euer Freund, So ist er dort cuer Feind. reich Und dabei doch ohne Gnade, O, was hülfe dir es gleich! Wie groß bliebe nicht dein Schade! Denn was nicht aus Glauben geht, Ist wie Sand, der nicht besteht. 8. Heute ruft sein theures Wort Jeden Sünder noch zur 14. Darum fomm als arm Buße. Komm, Verlorner, eile fort, Fall ihm demuthsvoll zu und bloß. Jesus will dich selber Fuße; Fühle wahren Seelen- zieren Und zu seines Vaters schmerz, Sage ihm dein ganzes Herz! 9. Du bist Jesu nicht zu schlecht, nicht zu alt in Sünden worden, nicht zu gottlos, ungerecht, Wärst du auch gleich aus dem Orden Derer, die man in der Welt Für die größten Sünder hält. Schoß, Durch sein Blut ge schmücket, führen. Dann bist du von innen schön, Und dein Werk wird nicht vergehn. से रोगी 15. Doch er sehnt sich auch nach dir, Der du oft zwar angefangen; Aber von der Guas denthür Weg und ganz zurück gegangen. Komm, Abtrünniger, auch du, Und such einmal wahre Ruh! 10. Du hast noch ein Recht an ihn; Denn er ist auch dein Erbarmer. Was er dir erwarb, das nimm Nur im Glauben, als ein Armer, Zum Geschenk und Gabe an, So ist Alles abgethan. 11. Niemand ist so sehr verwundt, Jesus kann und will ihn heilen. Alle macht sein Blut 17. Fang nur heute redlich gesund, Die zu seinen Wun- an; Brauche Ernst im Flehn den eilen. Wirf dein Elend da und Wachen. Wird dir nicht hinein, So wirst du von Allem bald aufgethan, So laß dich rein. nichts irre machen; Denn es wird des Herzens Grund Dir dadurch nur besser fund. 18. Lerne auch bei jeder Noth, Die dich drückt, auf Jesum schauen Und auf seinen Kreuzestod Voller Zuversicht vertrauen: So erfährst du mit der Zeit Größre Kraft und Seligkeit. 12. Auch du Stolzer, der da schon Gut genug zu sein vermeinet, Beuge dich vor Jesu Thron, Da sein Gnadenlicht noch scheinet, Und wirf einmal den Gewinn Deiner Werke vor ihn hin. 13. Wärst du noch so tugend16. Hast du oftmals deinen Bund, Den du angelobt, gebrochen, So hat doch sein treuer Mund noch ein Wort für dich gesprochen: Es fällt zwar das Weltgewicht; Aber meine Gnade nicht. Glaube und Rechtfertigung. 19. Aber ach, du blödes Herz,| Was ists, als Tugendspott? Sollst nicht ganz und gar ver- Zehn Fehle sind geschehen Vor zagen. Jesus fennet deinen Einem Werk in Gott. Schmerz Und läßt dir mit Freuden sagen: Stelle nur dein Trauern ein; Du sollst in mir selig sein. 20. Jesus kam auch dir zu gut, Dir gilt sein verdienstlich Leben. Dir gehört sein ganzes Blut, Das er für dich hingegeben. Ja, was nur sein Name heißt, Schenkt er dir durch seinen Geist. 21. Glaube nun, du bist verföhnt; Gott will dich nicht weiter strafen. Dein Feind, der dich gnug verhöhnt, Hat mit dir nichts mehr zu schaffen. Nimmt auch gleich der Tod dich hin, So ist Sterben dein Gewinn. 22. Nun hier bin ich, Herr, mein Heil, Mich verlangt nach deinen Gaben. Laß mich Armen doch auch Theil An den Seligfeiten haben. Mache mich schon selig hier Und dort ewig für und für. Leben? Ach, Schuld gehäuft auf Schuld! Bei Gott ist viel Vergeben Und namenlose Huld. 2. In Tugendstolz sich blähen, M. R. Gesangbuc 3. Herr, zögen nur Gerechte Zum Himmel, thatenschwer, Nur fehllos treue Knechte: Dein Himmel bliebe leer. 209 4. Die Krüppel, Lahmen, Blinden Rufst du mit mildem Ton; Sie kommen her und fins den, Ihr Pläßchen wartet schon. 5. Und ihre Schmach verhüllet Der Gnade Feierkleid, Und ihren Mangel füllet Des Herrn Barmherzigkeit. Mel. Christus, der ist mein Leben. 289. Was ist des Opferblutes Flehn. 6. Trost der Erdenpilger, Den Christus uns erwarb, Da er als Sündentilger Am Kreuze für uns starb! 7. O friedevoller Glaube! Dein, dein bedarf mein Herz: Sonst sänk es hin zum Naube Dem hoffnungslosen Schmerz. 8. Denn, Herr, auch meiner Seele Wird ihre Last zu schwer. Wer zählet meine Fehle Von meiner Jugend her? 9. Tilg aus mit deinem Blute All Sünden und Vergehn. Es komm auch mir zu Gute Des Menschen 10. O, übersieh das Alte! Dein bin ich, wie ich bin. Herr, nimm mich und gestalte Mich ganz nach deinem Sinn. Carl Bernh. Garve, geb. 1763, st. 1841. 14 210 XV. Wiedergeburt und Heiligung. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.| ihr finden und dein Verdienst, 290. Shaff in mir, Herr Jeſu Christ, Darinnen Gott, ein Trost und Leben ist, Troß Sünde, Tod und Teufel. reines Herz; Mein Herz ist ganz verderbet. Es fühlt von Sünden großen Schmerz, Die ihm find angeerbet Und die es noch thut ohne Scheu. Ach, mache, daß es wieder sei, Wie du es Haft erschaffen. 6. Dein heilger Geist erhalt mich doch mit seinem Freudenöle, Damit nicht der Verzweif lung Joch Verderbe meine Seele. Sei du mein Freund, o Herr, allein. Ach, laß mich ganz dein eigen sein Und führe mich zur Freude. 2. Gieb mir auch einen neuen Geist, Der, wie du, sei gesinRudolstadt, geb. 1640, st. 1672, net; Der stets dir anhangt al- Ludämilia Elisabeth, Gräfin zu Schwarzburglermeist Und, was du willst, beginnet. Gieb, daß er hafse Mel. Wer nur den lieben Gott läßt zc. großer Fleisch Den Glauden üb in ſanftem Muth, zucht, 291. Den sott Demuth, Hoffnung, Liebe. sen, Der du die reinen Herzen 3. Verwirf von deinem An- dir Zur steten Wohnung aus gesicht, Ob ich es gleich ver- erlesen, Ach, schaff ein reines dienet, Mich, allerliebster Va- Herz in mir; Ein Herz, das ter, nicht, Weil Jesus mich ver- von der argen Welt Sich rein fühnet. Laß nimmer, nimmer, und unbefleckt erhält. nimmermehr Mich fallen, als dein Kind, so sehr, Daß du es von dir werfest. 4. Dein heilgen Geist ninım nicht von mir; Den bösen Geist vertreibe, Daß ich, als nie entführt von dir, Stets deine sei und bleibe. Beherrsche du Herz, Sinn und Muth Durch deinen Geist, so ist es gut Im Leben und im Sterben. 5. Mit deiner Hülfe tröste mich, Hilf und vergieb die Sünden; Und sucht dann meine Seele dich, So laß dich von .2. Vor Allem mache mein Gemüthe Durch ungefärbte Bu ße rein Und laß es, Herr, durch deine Güte Und Christi Blut gewaschen sein. Dann mache mich zur Reinigkeit Des Lebens fertig und bereit. 3. Regiere mich nach deinem Geiste, Der mein getreuer Beis stand sei Und mir erwünschte Hülfe leiste. Gott, stehe mir in Gnaden bei und gieb mir ei nen solchen Geist, Der neu, gewiß und willig heißt. 4. Doch, weil ich meine Wiedergeburt und Heiligung. 211 Schwachheit merke, Mein Va-| wirk zu deinem Ruhm In mir ter, so verwirf mich nicht Und das wahre Christenthum! toß mich wegen meiner Werke 4. Ach, führe mir Herz, Leib Ja nicht von deinem Angesicht. und Seele, Damit ich Christo Laß mich hier in der Gnade folge nach, Daß ich den schmastehn Und dort in deinen Himlen Weg erwähle Und Ehre such mel gehn. in Christi Schmach. Mein Gott, 5. Nimm deinen Geist, den Mein Gott, Ach, wirk zu dei Geist der Liebe, Ja nun und nem Ruhm In mir das wahre nimmermehr von mir Und leite Christenthum! mich durch seine Triebe, Durch seinen Beistand für und für. Ja, führe du mich durch die Beit Hin zu der selgen Ewigfeit. Joh. Olearius, g. 1611, st. 1684. Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein 2c. 292. Mein Gott, ach, Christenthum! lehre mich ers fennen Den Selbstbetrug und Heuchelschein, Daß Viele, die fich Christen nennen, Mit nichten Christi Glieder sein. Mein Gott, Mein Gott, Ach, wirk zu deinem Ruhm In mir das wahre Christenthum! 2. Hilf, daß ich dir allein ergeben und mir ganz abgesaget sei. Laß mich mir sterben, dir zu leben; Ach, mach in mir, Herr, Alles neu. Mein Gott, Mein Gott, Ach, wirk zu dei nem Ruhm In mir das wahre Christenthum! 5. Hilf, daß ich Fleisch und Weltgeschäfte Ertödt und dir verbleibe treu, Daß ich an Chris sti Kreuz mich hefte Und mir die Welt gefreuzigt sei. Mein Gott, Mein Gott, Ach, wirk zu deinem Ruhm In mir das wahre 6. Laß in mir Glauben, Hoff nung, Liebe Lebendig, fest und thätig sein, Daß ich bis an mein Sterben übe Das Christenthum ohn Heuchelschein. Mein Gott, Mein Gott, Ach, wirk zu deinem Ruhm In mir das wahre Christenthum! 7. So hab ich schon auf die ser Erde Des Paradieses Fried und Freud; Wenn ich mit Gott vereinigt werde, Schmeck ich des Himmels Seligkeit. Mein Gott, Mein Gott, Ach, wirk zu det nem Ruhm In mir das wahre Christenthum! 3. Reiß du mein Herz los von der Erden Und nimm mich von mir selber hin. Laß Einen Mel. Herr Jesu Christ, meins 2c. Geist mit dir mich werden Und 293. Erneure mich, o ewges Licht, gieb mir meines Heilands Sinn. Und laß von deinem Angesicht Mein Gott, Mein Gott, Ach, Mein Herz und Seel mit dei 14* 212 Wiedergeburt und Heiligung. nem Schein Durchleuchtet und| Es kann kein Bär des Schafes erfüllet sein. Sanftmuth üben. 2. Ertödt in mir die schnöde Lust, Feg aus der alten Sünde Wust. Ach, rüst mich aus mit Kraft und Muth, Zu streiten wider Fleisch und Blut. 3. Schaff in mir, Herr, den neuen Geist, Der dir mit Lust Gehorsam leist Und nichts fonst, als was du willst, will. Ach, Herr, mit ihm mein Herz erfüll. 4. Auf dich laß meine Sinnen gehn; Laß fie nach dem, was droben, stehn, Bis ich dich schau, o ewges Licht, Von Angeficht zu Angesicht. Joh. Friedr. Ruopp, st. 1708. 4. Du mußt erst Geist aus Dann Geist geboren werden, wandelst du des Geistes schmale Bahn; Sonst ist es schwer und gehet doch nicht an. Weg, schnöder Sinn, du Schaum der Erden! Ich muß erst Geist aus Geist geboren werden. 5. Wer die Geburt aus Christo hat erlanget, Der folgt allein dem Herren treulich nach. Er leidet erst, er trägt erst ſeine Schmach, Eh er mit ihm im Lichte pranget, Der die Geburt aus Christo hat erlanget. 6. Er wird mit ihm in seinen Tod begraben, Er wird im 294. Der schmale Weg Grab auf eine Zeit verwahrt; ist breit genug zum Leben. Wenn man nur facht und grad und stille geht, So wird man nicht so leichtlich umgeweht. Man muß sich recht hinein begeben, So ist er breit genug zum frommen Leben. Er stehet auf und hält die Himmelfahrt; Er friegt darauf des Geistes Gaben, Wenn er vorher mit ihm in Tod begraben. 2. Des Herren Weg ist voller Süßigkeiten, Wenn man es nur im Glauben recht bedenkt, Wenn man das Herz nur fröhlich dazu lenkt. Man muß sich recht dazu bereiten, So ist der schmale Weg voll Süßigkeiten. 7. Derselbe Geist, der Christum hier geübet, Derſelbe übt die Jünger Christi auch; Der Eine Geist hält immer Einen Brauch. Kein andrer Weg wird sonst beliebet, Der Jünger wird wie Christus hier geübet. 3. Wie kann ein Bär des Schafes Sanftmuth üben? Kein wilder Wolf giebt sich in Schranfen ein. Wie kann das Fleisch nach Gott gefinnet sein Und diesen Weg des Geistes lieben? 9. Das sanfte Joch kann ja 8. Und ob es gleich durch Tod und Dornen gehet, So triffts doch nur die Fers und nicht das Herz. Die Traurigkeit läßt feinen tiefen Schmerz; Wer nur getrost und feste ste het, Obschon es durch den Tod und Hölle gehet. Wiedergeburt und Heiligung. 213 nicht harte drücken. Es wird| rath, die Krone, die Jesu gedadurch das Böse nur gedrückt; fällt, Das Wunder der Zeiten, Der Mensch wird frei, damit er Die hier sich bereiten, Dem Kös nicht erstickt. Wer sich nur weiß nig, der unter den Lilien weidarein zu schicken: Das sanfte det, Zu dienen, in güldenen Joch kann ja nicht harte drücken. Stücken gekleidet. 10. Die leichte Last macht nur ein leicht Gemüthe. Das Herz hebt sich darunter hoch empor; Der Geist friegt Luft, sein Wandel kommt in Flor Und schmeckt dabei des Herren Güte. Die leichte Last macht nur ein leicht Gemüthe. 11. Zeuch, Jesu, mich, zeuch mich, dir nachzulaufen! Zeuch mich dir nach, zeuch mich; ich bin noch weit! Dein schmaler Weg ist voller Süßigkeit; Das Gute folgt uns da mit Haufen. Zeuch, Jesu, mich, zeuch mich, dir nachzulaufen! Chr. Friedr. Richter geb. 1676, st. 1711. 3. Sonst sind sie des Adams natürliche Kinder Und tragen das Bildniß des Irdischen auch. Sie leiden am Fleische, wie andere Sünder; Sie essen und trinken nach nöthigem Brauch. In leiblichen Sachen, In Schlafen und Wachen Sieht man sie vor Andern nichts Sonderlichs machen; Nur daß sie die Thors heit der Weltlust verlachen. 4. Doch innerlich sind sie aus. göttlichem Stamme, Die Gott durch sein mächtig Wort selber gezeugt, Ein Funke und Flänımlein aus göttlicher Flamme, Die oben Jerusalem freundlich gefängt. Die Engel sind Brüder, 8 295.& glänzet der Die ihre Loblieder Mit ihnen Christen in gar freundlich und lieblich abfingen. Das muß denn ganz herrlich, ganz vrächtig erklingen. wendiges Leben, Obgleich sie von außen die Sonne verbrannt. Was ihnen der König des Himmels gegeben, Ist Keinem, als ihnen nur selber, befannt. Was Niemand verspüret, Was Niemand berühret, Hat ihre erleuchteten Sinne gezieret Und sie zu der göttlichen Würde geführet. 5. Sie wandeln auf Erden, und leben im Himmel; Sie bleis ben ohnmächtig, und schüßen die Welt; Sie schmecken den Fries den bei allem Getümmel; Sie kriegen, die Aermsten, was ihnen gefällt. Sie stehen in Leiden, Sie bleiben in Freuden; Sie scheinen ertödtet den äußeren Sinnen Und führen das Leben des Glaubens von innen. 2. Sie scheinen von außen die schlechtesten Leute, Ein Schauspiel der Engel, ein Efel der Welt: Und innerlich sind sie die lieblichsten Bräute, Der Zier- 6. Wenn Christus, ihr Leben, GRAYCE 214 Wiedergeburt und Heiligung. Das machts noch nicht. wird offenbar werden, Wenn er Ein Kampf wohl ausgericht, fich einst, wie er ist, öffentlich stellt, So werden sie mit ihm, als Götter der Erden, Auch herrlich erscheinen zum Wunder der Welt. Sie werden regieren und ewig floriren, Den Himmel als prächtige Lichter auszieren. Da wird man die Freude gar offenbar spüren. 2. Man muß hier stets auf Schlangen gehn, Die ihren Gift in unsre Fersen bringen. Da kostets Müh, auf seiner Hut zu stehn, Daß nicht der Gift kann in die Seele dringen. Wenn mans versucht, so spürt man mit der Zeit Die Wichtigkeit. du 7. Frohlocke, du Erde, und jauchzet, ihr Hügel, Dieweil du den göttlichen Samen geneußt. Denn das ist Jehovah sein göttliches Siegel, Zum Zeugniß, daß er dir noch Segen verheißt: Du sollst noch mit ihnen Aufs prächtigste grünen, Wenn erst ihr verborgenes Leben erscheinet, Wornach sich dein Seufzen mit ihnen vereinet. 8. Jesu, verborgenes Le ben der Seelen, Du heimliche Zierde der inneren Welt, Gieb, daß wir die heimlichen Wege erwählen, Wenngleich uns die Larve des Kreuzes verstellt. Hier übel genennet Und wenig erkennet, Hier heimlich mit Christo im Vater gelebet; Dort öffentlich mit ihm im Himmel geschwebet. Chr. Friedr. Richter, geb. 1676, st. 1711. 296. 8 fostet viel, ein & Christ zu sein Und nach dem Sinn des reis nen Geistes leben. Denn der Natur geht es gar sauer ein, Sich immerdar in Christi Tod zu geben; Und ist hier gleich 3. Doch ist es wohl der Mühe werth, Wenn man mit Ernst die Herrlichkeit erwäget, Die ewiglich ein solcher Mensch erfährt, Der sich hier stets aufs Himmlische geleget. Es hat wohl Müh; die Gnade aber macht, Daß mans nicht acht. 4. Man soll ein Kind des Höchsten sein, Ein reiner Glanz, ein Licht im großen Lichte. Wie wird der Leib so stark, so hell und rein, So herrlich sein, so lieblich im Gesichte, Dieweil ihn da die wesentliche Pracht So schöne macht! 5. Da wird das Kind den Vater sehn, Im Schauen wird es ihn mit Lust empfinden. Der lautre Strom wird es da ganz durchgehn Und es mit Gott zu Einem Geist verbinden. Wer weiß, was da im Geiste wird geschehn! Wer mags verstehn! 6. Da giebt sich ihm die Weisheit ganz, Die es hier stets als Mutter hat gespüret. Sie frönet es mit ihrem Perlenfranz; Nun wird die Braut dem Bräutgam zugeführet. Die Wiedergeburt und Heiligung. 215 Herrlichkeit wird da ganz offen-| reiner Gnade fülle. Der frombar, Die in ihr war. me Gott macht dir gar keinen Schmerz; Die Unlust schafft in dir dein eigner Wille. Drum übergieb ihn willig in den Tod; So hats nicht Noth. 4. Wirf nur getrost den Kummer hin, Der nur dein Herz vergeblich schwächt und plaget. Erwecke nur zum Glauben deinen Sinn, Wenn Furcht und Weh dein schwaches Herze naget. Sprich: Bater, schau mein Elend gnädig an! So ists gethan. 5. Erhalt dein Herz nur in Geduld, Wenn du nicht gleich des Vaters Hülfe merfest. Versiehst dus oft und fehlst aus eigner Schuld, So sieh, daß du dich durch die Gnade stärkest; So ist dein Fehl und findliches Versehn Als nicht geschehn. 6. Laß nur dein Herz im Glauben ruhn, Wenn dich wird Nacht und Finsterniß bedecken. Dein Vater wird nichts Schlimmes mit dir thun; Vor keinem Sturm und Wind darfst du erschrecken. Ja, fiehst du endlich ferner feine Spur, So glaube nur. 7. Was Gott genießt, genießt es auch, Was Gott besizt, wird ihm in Gott gegeben; Der Himmel steht bereit ihm zum Gebrauch. Wie lieblich wird es doch mit Jesu leben! Nichts höher wird an Kraft und Würde sein, Als Gott allein. 8. Auf, auf, mein Geist, ermüde nicht, Dich durch die Macht der Finsterniß zu reißen! Was sorgest du, daß dirs an Kraft gebricht? Bedenke, was für Kraft uns Gott verheißen! Wie gut wird sichs doch nach der Arbeit ruhn! Wie wohl wirds thun! Chr. Friebr. Richter, geb. 1676, st. 1711. Mel. Es kostet viel, ein Christ zu sein. 8 297. Es ist nicht schwer, ein Christ zu sein Und nach dem Sinn des reinen Geistes leben. Zwar der Natur geht es gar sauer ein, Sich immerdar in Christi Tod zu geben; Doch führt die Gnade felbst zu aller Zeit Den schwe ren Streit. 2. Du darfst ja nur ein Kinds lein sein, Du darfst ja nur die leichte Liebe üben., blöder Geist, schau nur, wie gut ers meint! Das kleinste Kind kann ja die Mutter lieben! Drum fürchte dich nur ferner nicht so sehr; Es ist nicht schwer. 3. Dein Vater fordert nur das Herz, Daß er es selbst mit 7. So wird dein Licht aufs neu entstehn Und wirst dein Heil mit großer Klarheit schauen. Was du geglaubt, wirst du dann vor dir sehn; Drum darfst du nur dem frommen Vater trauen. Seele, sich doch, wie ein wahrer Christ So selig ist! 216 Wiedergeburt und Heiligung. 8. Auf, auf, mein Geist! Was| ber rein? Es muß durch dich säumest du, Dich deinem Gott gewirfet sein. ganz findlich zu ergeben? Geh ein, mein Herz, geneuß die süße Ruh; In Frieden sollst du vor dem Vater schweben. Die Sorg und Last wirf nur getrost und hühn Allein auf ihn. Chr. Friedr. Richter, geb. 1676, st. 1711. ier legt mein 298. Hie Sinn sich vor dir nieder; Mein Geist sucht feinen Ursprung wieder. Laß dein erfreuend Angesicht Zu meiner Armuth sein gericht! 2. Schau her, ich fühle mein Verderben; Laß mich in deinem Tode sterben. O könnte doch in deiner Pein Die Eigenheit ertödtet sein! 3. Du wollest, Jesu, meinen Willen Mit der Gelassenheit er füllen. Brich der Natur Gewalt entzwei Und mache meinen Wil len frei. 7. Doch fenn ich wohl dein treues Lieben; Du bist noch immer treu geblieben. Ich weiß gewiß, du stehst mir bei Und machst mich von mir selber frei. 8. Indessen will ich treulich fämpfen und stets die falsche Regung dämpfen, Bis du dir deine Zeit ersiehit Und mich aus solchen Netzen ziehst. 9. In Hoffnung kann ich fröhlich sagen: Gott hat der Hölle Macht geschlagen, Gott führt mich aus dem Kampf und Streit In seine Ruh und Sicherheit. 10. Drum will die Sorgen meiner Seelen Jch dir, mein Bater, ganz befehlen. Ach, drücke tief in meinen Sinn, Daß ich in dir schon selig bin! 11. Wenn ich mit Ernst hieran gedenke Und mich in deinen Abgrund senke, So werd ich von dir angeblickt, Und mein Herz wird von dir erquickt. 12. So wächst der Eifer mir im Streite, So schmeck ich theils die süße Beute Und fühle, daß es Wahrheit ist, Daß du, mein Gott, die Liebe bist. Chr. Friedr. Richter, geb. 1676, st. 1711. 4. Ich fühle wohl, daß ich dich liebe Und mich in deinen Wegen übe; Nur ist von der Unlauterkeit Die Liebe noch nicht ganz befreit. 5. Ich muß noch mehr auf dieser Erden Durch deinen Geist geheiligt werden; Der Sinn muß tiefer in dich gehn, Der Fuß muß unbeweglich stehn. Mel. Eins ist noth! Ach Herr, dies ac. 6. Ich weiß mir zwar nicht nicht zu rathen; Hier gelten 299. Herzog unfrer Ses nichts der Menschen Thaten. uns in dein Heiligthum, Da du Wer macht sein Herz wohl sel- uns die Stätt bereiten Und hier Wiedergeburt und Heiligung. 217 im Triumph herum Als deine| Daß fie neuen Raum gewinnen, Erkauften siegprächtig willt führen; Laß unsere Bitte dein Herze jest rühren: Wir wollen dem Vater als Opfer dastehn Und in der Gemeinschaft der Leiden hingehn. Nur von dir erfüllt zu sein. Ach, lege die Mächte der Finsterniß nieder und bringe des Geistes verneuten Muth wieder, Der von dem verkläreten Jesu fich nähr Und gegen der Gottheit Verächter sich wehr. 2. Er hat uns zu dir gezogen, Und du wieder zu ihm hin. Liebe hat uns überwogen, Daß an dir hängt Muth und Sinn. Nun wollen wir gerne mit dir auch absterben Dem ganzen natürlichen Seelenverderben. Ach, pflanze und setz uns zum Tode hinzu, Sonst finden wir ewig fein Leben noch Ruh. 6. Stärke deinen zarten Sas men, Der dein Mannesalter schafft, Daß wir hier in Jesu Namen Stehn vor Gott in Jünglingskraft, Den Bösewicht völlig in dir zu besiegen, Daß endlich die Feinde zu Füßen da liegen. So soll aus dem Tode das Leben entstehn Und hier noch in völliger Mannheit aufgehn. 3. Aber hier erdenkt die Schlange So viel Ausflucht überall; Bald macht sie dem Willen bange, Bald bringt sie die Lust zu Fall. Es bleibet das Leben am Kleinsten oft kleben Und will sich nicht völlig zum Sterben hingeben; Es schüßet die besten Absichten noch vor Und bauet so Höhen und Festung empor. 4. Drum, o Schlangentreter, eile, Führ das Todesurtheil aus! Brich entzwei des Mörders Pfeile, Wirf den Drachen ganz hinaus! Ach, laß sich dein neues erstandenes Leben In unser verblichenes Bildniß eingeben! Erzeig dich verkläret und herrlich noch hier und bringe ein neues Geschöpfe herfür! 5. Führe die zerstreuten Sinnen In dich, Jesu, gänzlich ein, 7. Lebe denn und lieb und labe In der neuen Creatur, Lebensfürst, durch deine Gabe Die erstattete Natur. Erwecke dein Paradies wieder im Grunde Der Seelen und bringe noch näher die Stunde, Da du dich in all deinen Gliedern verklärst, Sie hier noch des ewigen Lebens gewährst. 8. Gönne uns noch Frist auf Erden, Zeugen deiner Kraft zu sein, Deinem Bilde gleich zu werden Im Tod und zu nehmen ein Des Lebens vollkommene Freiheit und Rechte, Als eines vollendeten Heilands Ge schlechte. Der Unglaub mag denken, wir bitten zu viel, So thufst du doch über der Bitten ihr Ziel.. Arnolb, 1666-1714. 218 Wiedergeburt und Heiligung. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.| mit Fleiß, Beständigkeit Und 300. In Gottes Reich Treu vor dir zu wandeln. geht Niemand ein, Er sei denn neu geboren; Sonst ist er bei dem besten Schein Mit Seel und Leib verloren. Was fleischliche Geburt verderbt, In der man nichts als Sünde erbt, Das muß Gott felbst verbessern. 6. Nimm uns, o Vater, wie der an! Ob wir gleich schnöde Sünder, Die nicht, was du gewollt, gethan: So werden wir doch Kinder, Wenn uns dein Geist von neuem zeugt Und unser Herz zum Guten neigt Im Glauben und in Liebe. 2. Soll man mit dieſem Höchsten Gut In der Gemeinschaft leben, Muß er ein ander Herz und Muth Und neue Kräfte geben; Denn nur sein göttlich Ebenbild Jst, was alleine vor ihm gilt. Dies muß er in uns schaffen. 3. Ach, Vater der Barmherzigkeit, Was Jesus uns erworben, Da er zu unsrer Seligkeit Um Kreuz für uns gestorben Und wieder auferstanden ist, So daß du nun versöhnet bist: Das laß auch uns genießen. 7. Wir wollen denn, was du uns giebst, Hinfüro fester fassen. liebst, Nicht aus dem Herzen wollen du uns wollen dich, weil du uns lassen, Daß deine göttliche Natur In uns, der neuen Creatur, Beständig sei und bleibe. 8. Nun, Herr, laß deine Vaterhuld Uns jederzeit bedecken, Damit uns weder Sündenschuld, Noch Zorn und Strafen schrecken. Mach uns der Kindschaft ganz gewiß Und schenk uns einst das Paradies, Das Erbe deiner Kinder. Conr. Gebh. Stübner, um 1727. 4. Dein guter Geist gebär uns neu, Er ändre die Gemü- Mel. Herr Christ, der einig Gotts zc. ther, uns vom Sündenerr Jesu, Gna dienste frei, Schenk uns die 301. densonne, Wahr Himmelsgüter. Zwar in der Tauf ist es geschehn; Doch haben wirs nachher versehn Und folchen Bund gebrochen. haftes Lebenslicht, Laß Leben, Licht und Wonne Mein blödes Angesicht Nach deiner Gnad erfreuen Und meinen Geist erneuen. Mein Gott, versag mirs nicht! 5. Drum wollest du nun durch dein Wort Uns abermals erneuern. Wir wollen dir, o treuer Hort, Mit Herz und Mund betheuern, Von nun an 2. Vergieb mir meine Sünden Und wirf sie hinter dich; Laß allen Zorn verschwinden, nicht in Sicherheit, Vielmehr und hilf mir gnädiglich; Laß Wiedergeburt und Heiligung. 219 deine Friedensgaben Mein ar-| mach mich täglich neu. Gieb, mes Herze laben. Ach, Herr, erhöre mich! daß ich deinen Willen Stets suche zu erfüllen, Und steh mir fräftig bei. 3. Vertreib aus meiner Seelen Des alten Adams Sinn Und laß mich dich erwählen, Ludw. Andr. Gotter, geb. 1661, f. 1735. Auf daß ich mich forthin zu Mel. Mein Herzens- Jesu, meine 2c. deinem Dienst ergebe Und dir zu Ehren lebe, Weil ich erlöset 302. Ein neugebornes bin. Gottesfind Schmeckt seines Vaters Liebe, Der ihm in Christo alle Sünd Geschenkt aus reinem Triebe, Der es in seinen Gnadenbund, In welchem es vor diesem stund, Von neuem aufgenommen. 2. Ein neugebornes Gottesfind Darf sich nicht knechtisch scheuen, Weil blöde Furcht ihm ganz verschwindt; Es kann sich findlich freuen. Der Geist der Kindschaft treibt den Sinn Zum Schoß des lieben Vaters hin, Den es darf Abba nennen. 3. Ein neugebornes Gottesfind Wird seinen Vater lieben, Und weil es ihm ist gleichgesinnt, Sich im Gehorsam üben. Es hält ihn für sein höchstes Gut Und lebt mit ihm durch Christi Blut In einem süßen Frieden. 4. Befördre dein Erkenntniß In mir, mein Seelenhort, Und öffne mein Verständniß Durch dein heiliges Wort, Damit ich an dich gläube Und in der Wahrheit bleibe, Zu Truß der Höllenpfort. 5. Leit mich in dieser Wüsten Und freuzge mein Begier Sammt allen bösen Lüsten, Auf daß ich für und für Der Sündenwelt absterbe Und nach dem Fleisch verderbe, Hingegen leb in dir. 6. Ach, zünde deine Liebe In meiner Seelen an, Daß ich aus innerm Triebe Dich ewig lieben fann, Und dir zum Wohlgefallen Beständig möge wallen Auf rechter Lebensbahn. 4. Ein neugebornes Gottesfind Das liebt auch seine Brüder, Die auch von Gott geboren sind, Die auch sind Christi Glieder. Ja, seine Lieb ist allgemein; Es weiß nicht mehr, was Feinde sein, Sein Herz ist ganz durchfüßet. 7. Nun, Herr, verleih mir Stärke, Verleih mir Kraft und Muth; Denn das sind Gnadenwerke, Die dein Geist schafft und thut; Hingegen meine Sinnen, Mein Lassen und Begin nen Ist böse und nicht gut. 8. Darum, du Gott der Gnaden, Du Vater aller Treu, 5. Ein neugebornes GottesWend allen Seelenschaden Und| find Kämpft gegen alle Sün Wiedergeburt und Heiligung. 220 Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. den. Es kann den Feind, der Andre bindt, Durch Christum überwinden. Greift es der Arge 303. Glaube, Lieb und grimmig an, So wird ihm Widerstand gethan; Der tapfre Glaube sieget. Hoffnung find Der wahrhafte Schmuck der Christen. Hiermit muß sich Gottes Kind Stets bestreben auszurüsten. Wo man Gott will eifrig dienen, Da muß dieses Kleeblatt grünen. 2. Glaube legt den ersten Stein Zu des Heils bewährtem Grunde, Sieht auf Jesum nur allein Und bekennt mit Herz und Munde Sich zu seines Geistes Lehren, Läßt sich keine Trübsal stören. 3. Liebe muß des Glaubens Frucht Gott und auch dem Nächsten zeigen; Unterwirft sich Christi Zucht und giebt sich ihm ganz zu eigen, Lässet sich in allem Leiden Nicht von ihrem Jesu scheiden. 6. Ein neugebornes Gottes find Jst brünstig im Verlangen, Die Milch, die aus dem Worte rinnt, Zur Nahrung zu empfangen. Durch dieses süße Lebenswort Wächst es im Guten munter fort Und wird am Geist gestärket. 7. Ein neugebornes Gottes find Küßt seines Vaters Ruthe Und ruft, weil es sie lieb gewinnt: Du thust mir viel zu gute! Es unterwirft sich ihrer Zucht und läßt dadurch des Geistes Frucht Zu größrer Reife kommen. 8. Hier prüfe, meine Seele, dich, Ob du aus Gott geboren. Vielleicht regt Eigenliebe sich Und bläst dir in die Ohren: Du sollest ohne Sorg und Pein Auf deine Taufe sicher sein Und nur das Beste hoffen. 9. Ach, hast du deiner Taufe Kraft Durch Sündendienst verloren, So ruh nicht, bis Gott Rath geschafft Und dich aufs neu geboren! So ruh nicht, bis der Kindschaftsgeist Dich durch sein Zeugniß überweist, Daß du sein Kind und Erbe! Joh. Jac. Rambad), g. 1693, st. 1735. 4. Hoffnung macht der Liebe Muth, Alle Noth zu überwinden. Sie kann in der Trübs salsfluth Ihren Anfer fester gründen; Sie erwartet nach dem Leide Ewige vollkommne Freude. 5. Jesu, du mein Herr und Gott, Ach, bewahr in mir den Glauben! Mache du den Feind zu Spott, Der dies Kleinod denft zu rauben. Laß das schwache Rohr nicht brechen und mein glimmend Tocht nicht schwächen. 6. Mache meine Liebe rein, Daß sie nicht im Schein be stehe. Flöß mir Kraft des Glaubens ein, Daß sie mir von Hers Wiedergeburt und Heiligung. 221 zen gehe, Und ich aus recht-| zu Allem nehmen, Du willst schaffnem Triebe, Dich und auch mir selber Alles sein. So sollst den Nächsten liebe. du denn in allen Sachen Den Anfang und das Ende machen; Dann stellt sich lauter Segen ein. 7. Gründe meine Hoffnung fest, Stärfe sie in allen Nöthen. Wenn mich alle Welt verläßt, Wenn du mich gleich wolltest tödten: Laß sie nach dem Himmel schauen und auf das, was ewig, bauen. 8. Glaub und Hoffnung hören auf, Wenn wir zu dem Schauen kommen; Doch die Liebe dringt hinauf, Wo sie Ursprung hat genommen. Ach, da werd ich erst recht lieben Und die Liebe ewig üben. Benjam, Schmolf. geb. 1672, st. 1737. 3. Du leitest mich: ich kann nicht gleiten; Dein Wort muß ewig feste stehn. Du sprichst, dein Auge soll mich leiten, Dein Angesicht soll vor mir gehn; Ja, deine Güt und dein Ers barmen Soll mich umfangen und umarmen. O, daß ich nun recht findlich sei, Bei Allem gläubig zu dir flehe Und stets auf deinen Wink nur sehe! So spür ich täglich neue Treu. 4. O, daß ich auch im KleinMel. Wie wohl ist mir, o Freund 2c. sten merke Auf deine Weisheit, 304. Baterherz, o Güt und Treu, Damit ich mich Licht, o Le im Glauben stärke, Dich lieb ben, treuer Hirt, Immanuel, und lob und ruhig sei Und Dir bin ich einmal übergeben, deine Weisheit lasse walten, Dir, dir gehöret Leib und Seel! Stets Ordnung, Maß und Ziel Ich will mich nicht mehr selber zu halten; Denn lauf ich vor, führen, Der Vater soll das Kind so lauf ich an. Drum mach im. regieren! So geh nun mit mir Besten mich gelassen, Nichts aus und ein Und leite mich ohne dich mir anzumaßen; Was nach allen Tritten; Ich geh du mir thust, ist wohlgethan. ( ach, hör, o Herr, mein Bitten) Ohn dich nicht einen Schritt allein. 2. Was kann dein schwaches Kind vorbringen? Ich weiß mir gar in keinem Rath. Drum fei in groß- und kleinen Dingen Mir immer selber Rath und That. Du willst dich meiner gar nicht schämen; Ich mag dich ja 5. Du wollst ohn Unterlaß mich treiben Zum Wachen, Ringen, Flehn und Schrein. Laß mir dein Wort im Herzen bleiben Und in mir Geist und Leben sein. Laß deinen Zuruf stets erschallen, Mit Furcht und als vor dir zu wallen; Laß mich stets eingefehret sein. Vermehr in mir ein innres Leben, Dir CORNEL 222 Wiedergeburt und Heiligung. unaufhörlich Frucht zu geben, 9. So leb und lieb ich in Und laß Nichts lau und träge sein. der Stille Und lieg als Kind in deinem Schoß. Das Schäf lein trinkt aus deiner Fülle; Die Braut ist aller Sorgen los. Sie sorget nur allein in Allem, Dir, ihrem Bräutgam, zu gefallen; Sie schmückt und hält sich dir bereit. Ach, zieh mich, zieh mich weit von hinnen! Was du nicht bist, laß ganz zerrinnen, Drei ner Glanz der Ewigkeit! Carl Heinr. v. Bogatky, geb. 1690, st. 1774. 6. Ach, mach einmal mich treu und stille, Daß ich dir immer folgen kann. Nur dein, nur dein vollkommner Wille Sei hier mein Schranken, Lauf und Bahn. Laß mich nichts mehr für mich verlangen; Ja, laß mir Nichts am Herzen hangen, Als deines großen Namens Ruhm; Der sei allein mein Ziel auf Erden. Ach, laß mirs nie verrücket werden; Denn ich bin ja dein Mel. Es ist das Heil uns kommen her. ach meiner See7. Laß mich in dir den Ba- 305. Nem eligit len ter preisen, Wie er die Liebe selber ist. Laß deinen Geist mir klärlich weisen, Wie du von ihm geschenkt mir bist. Ach, offen bare deine Liebe Und wirke doch die heißen Triebe Der reinen Gegenlieb in mir. Durchdringe dadurch Herz und Sinnen, Daß ich hinfort mein ganz Beginven In deiner Lieb und Lob nur führ. Laß, Herr, mich eifrig ringen. Sollt ich die kurze Gnadenzeit In Sicherheit verbringen? Wie würd ich einst vor dir bestehn! Wer in dein Reich wünscht einzugehn, Muß reines Herzens werden. 2. Erst an dem Schluß der Lebensbahn Auf seine Sünden sehen Und wenn man nicht mehr sündgen kann, Gott um Erbarmung flehen: Das ist der Weg zum Leben nicht, Den uns, o Gott, dein Unterricht In deinem Wort bezeichnet. 8. Ich sehne mich, nur dir zu leben, Der du mein Herr und Bräutgam bist. Was dir sich nicht will ganz ergeben Und was nicht deines Willens ist, Das 3. Du rufft uns hier zur strafe bald in dem Gewissen. Heiligung; Drum laß auch hier Laß Blut und Wasser auf mich auf Erden Des Geistes wahre fließen Und tilge, was nicht Besserung Mein Hauptgeschäfte lauter heißt. Laß nur dein Lob werden. Herr, stärke mir dazu zur Lust mir werden, und dann den Trieb! Nichts sei mir je das Heil der armen Heerden so groß, so lieb, Mich davon Nach einer reinen Lieb im Geist. I abzuwenden. Friede und Freude im heiligen Geist. 223 4. Gewönn ich auch die ganze| laß mich Vor allen Dingen trach Welt mit allen ihren Freuden, Und sollte das, was dir gefällt, D Gott, darüber meiden, Was hülfe mirs! Nie kann die Welt Mit Allem, was sie in sich hält, Mir deine Gnad erseßen. ten Und, was mir daran hinderlich Mit edlem Muth vers achten. Daß ich auf deinen Wegen geh Und im Gericht dereinst besteh, Sei meine größte Sorge. 5. Was führt mich zur Zufriedenheit Schon hier in die sem Leben? Was kann mir Trost und Freudigkeit In Noth, im Tode geben? Nicht Menschengunst, nicht irdisch Glück; Nur Friede Gottes, und ein Blick Auf jenes Lebens Freuden. 7. Doch was vermag ich, wenn du nicht Vor Trägheit mich beschüßzest Und mich so treu in dieser Pflicht Mit Kräften unterstützest! O, stärke mich, mein Gott, dazu! So find ich hier schon wahre Ruh, und dort das ewge Leben. 6. Nach diesem Kleinod, Herr, Diterich, st. 1797. XVI. Friede und Freude im heiligen Geist. 306. S En dir ist Freude| Dein Lob vermehren Mit helIn allem Lei- lem Schalle, Freuen uns Alle In dieser Stunde. Hallelujah! Wir jubiliren Und triumphiren, Lieben und loben Dein Macht dort oben Mit Herz und Mun de. Hallelujah! Soh. Lindemann, g. 1580, st. 1630. de, D, du süßer Jesus Christ! Durch dich wir haben Himmlische Gaben; Du der wahre Heiland bist: Hilfest von Schanden, Rettest von Banden. Wer dir vertrauet Hat wohl gebauet, Wird ewig bleiben. Hallelujah! Zu deiner Güte Steh unser dir Im Tod und Leben; Nichts kann 307. See te uns scheiden. Hallelujah! Mel. Balet will ich dir geben. Gott für mich, so trete Gleich Alles wider mich. So oft ich ruf und bete, Weicht Alles hinter sich. Hab ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt bei Gott, Was kann mir thun der Feinde Und Widersacher Rott? 2. Nun weiß und glaub ich 2. Wenn wir dich haben, Kann uns nicht schaden Teufel, Welt, Sünd, oder Tod. Du hasts in Händen, Kannst Alles wen den, Wie nur heißen mag die Noth. Drum wir dich ehren, 224 Friede und Freude im heiligen Geist. feste, Ich rühms auch ohne Scheu, Daß Gott, der Höchst und Beste, Mein Freund und Vater sei, Und daß in allen Fällen Er mir zur Rechten steh Und dämpfe Sturm und Wellen Und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, da ich mich gründe, Ist Christus und sein Blut; Das machet, daß ich finde Das ewge, wahre Gut. An mir und meinem Leben Ist nichts auf dieser Erd; Was Christus mir gegeben, Das ist der Liebe werth. 4. Mein Jesus ist mein Ehre, Mein Glanz und helles Licht. Wenn der nicht in mir wäre, So dürft und könnt ich nicht Vor Gottes Augen stehen Und vor dem strengen Sig; Ich müßte stracks vergehen, Wie Wachs in Feuership. 5. Mein Jesus hat gelöschet, Was mit sich führt den Tod; Der ists, der mich rein wäschet, Macht schneeweiß, was blutroth. In ihm kann ich mich freuen, Hab einen Heldenmuth, Darf kein Gerichte scheuen, Wie sonst ein Sünder thut. 6. Nichts, nichts fann mich verdammen, Nichts nimmet mir mein Herz. Die Höll und ihre Flammen, Die sind mir nur ein Scherz. Kein Urtheil mich erschrecket, Kein Unheil mich betrübt, Weil mich mit Flügeln decket Mein Heiland, der mich liebt. 7. Sein Geist wohnt mir im Herzen, Regieret meinen Sinn, Bertreibt mir Sorg und Schmer zen, Nimmt allen Kummer hin; Giebt Segen und Gedeihen Dem, was er in mir schafft; Hilft mir das Abba schreien Aus aller meiner Kraft. 8. Und wenn an meinem Orte Sich Furcht und Schwachheit findt, So seufzt und spricht er Worte, Die unaussprechlich sind mir zwar und meinem Munde; Gott aber wohl bewußt, Der an des Herzens Grunde Erstes het seine Lust. 9. Sein Geist spricht meinem Geiste Manch süßes Trostwort zu, Wie Gott dem Hülfe leiste, Der bei ihm suchet Ruh, Und wie er hab erbauet Ein edle, neue Stadt, Da Aug und Herze schauet, Was es geglaubet hat. 10. Da ist mein Theil, mein Erbe Mir prächtig zugericht. Wenn ich gleich fall und sterbe, Fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich auch gleich hier feuchten Mit Thränen meine Zeit: Mein Jesus und sein Leuchten Durchfüßet alles Leid. 11. Wer sich mit dem verbindet, Den Satan fleucht und haßt, Der wird verfolgt und findet Ein harte, schwere Last Zu leiden und zu tragen, Ge räth in Hohn und Spott; Das Kreuz und alle Plagen, Die sind sein täglich Brod. Friede und Freude 12. Das ist mir nicht verborgen; Doch bin ich unverzagt. Dich will ich lassen sorgen, Dem ich mich zugesagt. Es koste Leib und Leben Und Alles, was ich hab; An dir will ich fest kleben Und nimmer lassen ab. 13. Die Welt, die mag zerbrechen; Du stehst mir ewiglich. Kein Brennen, Hauen, Stechen, Soll trennen mich und dich; Kein Hunger und kein Dürsten, Kein Armuth, feine Pein, Kein Zorn des großen Fürsten Soll mir ein Hindrung sein. 14. Kein Engel, feine Freuden, Kein Thron, kein Herrlich feit, Kein Lieben und kein Leiden, Kein Angst, kein Herzeleid, Was man nur fann erdenken, Es sei klein oder groß, Der Keines soll mich lenken Aus deinem Arm und Schoß. 15. Mein Herze geht in Sprüngen Und kann nicht traurig sein, Ist voller Freud und Singen, Sieht lauter Sonnenschein. Die Sonne, die mir lachet, Ist mein Herr Jesus Christ; Das, was mich singend machet, Ist, was im Himmel ist. Paul Gerhardt, g. 1606, st. 1676. Pſ. 23. Mel. Nun laßt uns Gott, dem Herrn. er Herr, der 308. De aller Enden Regiert mit seinen Händen; Der Brunn der ewgen Güter, Der ist mein Hirt und Hüter. M. R. Gesangbuch. im heiligen Geist. 225 2. So lang ich diesen habe, Fehlts mir an keiner Gabe; Der Reichthum seiner Fülle Giebt mir die Füll und Hülle. 3. Er lässet mich mit Freuden Auf grüner Aue weiden, Führt mich zu frischen Quellen, Schafft Rath in schweren Fällen. 4. Wenn meine Seele zaget Und sich mit Sorgen plaget, Weiß er sie zu erquicken, Aus aller Noth zu rücken. 5. Er lehrt mich thun und lassen, Führt mich auf rechter Straßen, Läßt Furcht und Angst sich stillen, um seines Namens willen. 6. Und ob ich gleich vor Andern Im finstern Thal muß wandern, Fürcht ich doch keine Tücke, Bin frei vorm Ungelücke. 7. Denn du stehst mir zur Seiten, Schüßst mich vor bösen Leuten; Dein Stab Herr und dein Stecken Benimmt mir all mein Schrecken. 8. Du setzest mich zu Tische, Machst, daß ich mich erfrische, Wenn mir mein Feind viel Schmerzen Erweckt in meinem Herzen. 9. Du salbst mein Haupt mit Dele Und füllest meine Seele, Die leer und durstig saße, Mit vollgeschenktem Maße. 10. Barmherzigkeit und Gutes Wird mein Herz guten Muthes, Voll Lust, voll Freud und Lachen, So lang ich lebe, machen. 15 Friede und Freude im heiligen Geist. 226 11. Ich will dein Diener bleiben und dein Lob herrlich treiben Im Hause, da du wohnest Und Frommsein wohl belohnest. 12. Ich will dich hier auf Erden und dort, da wir dich werden Selbst schaun im Himmel droben, Hoch preisen, singn und loben. Paul Gerhardt, g. 1606, ft. 1676. 5. Je mehr das Herz sich zu dem Vater kehret, Je mehr es 309. Mein Salomo, Kraft und Seligkeit genießt, dein freundliches Regieren Stillt alles Weh, das meinen Geist beschwert. Wenn sich zu dir mein blödes Herze kehrt, So läßt sich bald dein Friedensgeist verspüren. Dein Gnadenblick zerschmelzet meinen Sinn und nimmt die Furcht und Unruh von mir hin. Daß es dabei der Eitelkeit vergißt, Die sonst den Geist ge dämpfet und beschweret; Je mehr das Herz den süßen Vater schmeckt, Je mehr wird es zur Heiligkeit erweckt. 6. Der Gnadenquell, der in der Seele fließet, Der wird in ihr ein Brunn des Lebens sein, So in das Meer des Lebens springt hinein Und Lebensströme wieder von sich gießet. Behält in dir dies Wasser seinen Lauf, So geht in dir die Frucht des Geistes auf. 2. Gewiß, mein Freund giebt solche edle Gaben, Die alle Welt mir nicht verschaffen kann. Schau an die Welt, schau ihren Reichthum an! Er kann ja nicht die müden Seelen laben. Mein Jejus fanns; er thuts im Ueber fluß, Wenn alle Welt zurücke stehen muß. 4. Gewiß, mein Freund, wenn deine Liebeszeichen Mein armes Herz so sänftiglich durchgehn, So fann in mir ein reines Licht entstehn, Durch das ich kann das Vaterherz erreichen, In dem man nichts als nur Vergebung spürt, Da eine Gnadenfluth die andre rührt. 3. O süßer Freund, wie wohl ist dem Gemüthe, Das im Geset sich so ermüdet hat Und nun zu dir, dem Seelenleben, naht Und schmeckt in dir die wundersüße Güte, Die alle Angst, die alle Noth verschlingt Und unsern Geist zu sanfter Ruhe bringt. 7. Wenn sich in dir des Herren Klarheit spiegelt, Die Freundlichkeit aus seinem Angesicht, So wird dadurch das Leben angericht, Die Heimlichfeit der Weisheit aufgesiegelt, Ja, selbst dein Herz in solches Bild verklärt, Und alle Kraft der Sünden abgekehrt. 8. Was dem Gesetz unmöglich war zu geben, Das bringt alsdann die Gnade selbst herfür. Sie wirket Lust zur Hei Friede und Freude ligkeit in dir Und ändert nach und nach dein ganzes Leben, Indem sie dich aus Kraft in Kräfte führt Und mit Geduld und Langmuth dich regiert. 9. Es müsse doch mein Herz nur Christum schauen! Besuche mich), mein Aufgang aus der Höh, Daß ich das Licht in deinem Lichte seh Und könne schlechterdings der Gnade trauen! Kein Fehler sei so groß und schwer in mir, Der mich von solchem Blick der Liebe führ. 10. Wenn mein Gebrech mich vor dir niederschlägt Und deinen Geist der Kindschaft in mir dämpft, Wenn das Gesetz mit meinem Glauben fämpft Und lauter Angst und Furcht in mir erreget: So laß mich doch dein Mutterherze sehn Und neue Kraft und Zuversicht entstehn. 11. So ruh ich nun, mein Heil, in deinen Armen; Du selbst sollst mir mein ewger Friede sein. Ich hülle mich in deine Gnade ein. Mein Ele ment ist einig dein Erbarmen. Und weil du mir mein Ein und Alles bist, So ists genug, wenn dich mein Geist genießt. Chr. Friedr. Richter, g. 1676, st. 1711. Mel. Alles ist an Gottes Segen. wie selig find 310. D die Seelen, Die mit Jesu fich vermählen, Die durch seine Liebe sind So gewaltiglich getrieben, Daß sie im heiligen Geist. 227 ganz daselbst geblieben, Wo fich ihr Magnet befindt! 2. Denn wer fasset ihre Würde, Die bei dieser Leibesbürde Sich in ihnen schon befindt? Alle Himmel sind zu wenig Für die Seelen, die der König So zur Gegenlieb entzündt. 3. Wenn die Seraphim sich decken Und vor seiner Macht erschrecken, Wird er doch von seiner Braut In der wundervollen Krone Auf dem gloriösen Throne Ohne Decke angeschaut. 4. Sonst erfreut man sich mit Zittern Und bedienet mit Erschüttern Dieses Königs Hei ligkeit; Aber wer mit ihm vertrauet, Wird, wenn er sein Antlig schauet, Doch gar sänf tiglich erfreut. 5. Wenn Jehovah man genennet, Wird nichts Höhers mehr erkennet, Als die Herrlichkeit der Braut. Sie wird mit dem höchsten Wesen, Das sie sich zur Lust erlesen, Gar zu einem Geist vertraut. 6. Sie ist edler als Karfunfel; Diamanten sind zu dunkel Vor dem Glanz der Herrlichfeit, Der sie durch und durch erfüllet, Der wie Ströme aus ihr quillet, Der die Königin erfreut. 7. Drum, wer wollte sonst was lieben und sich nicht be ständig üben, Des Monarchen Braut zu sein? Muß man gleich dabei was leiden, Sich von al 15* 228 Friede und Freude im heiligen Geist. len Dingen scheiden, Bringts| gleich will Lieb erweisen Bei ein Tag doch wieder ein. einem freundlichen Gesicht. In dir vergnügt sich meine Seele; Du bist mein Freund, den ich erwähle; Du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht. Der Welt Haß kann mich doch nicht fällen, Weil in den stärksten Unglückswellen Mir deine Treu den Anker reicht. 8. Schenke, Herr, auf meine Bitte mir ein göttliches Gemüthe, Einen königlichen Geist, Alles fühn um dich zu wagen, Allem freudig abzusagen, Was nur Welt und irdisch heißt. 9. So will ich mich selbst nicht achten. Sollte gleich der Leib verschmachten, Bleib ich Jesu doch getreu. Sollt ich keinen Trost erblicken, Will ich mich damit erquicken, Daß ich meines Jesu sei. 10. Ohne Fühlen will ich trauen, Bis die Zeit kommt, ihn zu schauen, Bis er sich zu mir gesfellt, Bis ich ruh in seinen Armen, In dem ewigen Erbarmen, Und er mit mir Hochzeit hält. Chr. Friedr. Richter, g. 1676, st. 1711. 3. Will mich des Moses Eifer drücken, Blitzt auf mich des Gesetzes Weh, Droht Straf und Hölle meinem Rücken, So steig ich gläubig in die Höh und flieh zu dir und deinen Wunden; Da hab ich schon den Ort gefunden, Wo mich kein Fluchstrahl treffen kann. Tritt Alles wider mich zusammen: Du bist mein Heil, Wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Führst du mich in die Kreu311. Wie wohl ist mir, zeswüsten: Ich folg und lehne o Freund der Seelen, Wenn ich in deiner Liebe ruh! Ich steige aus der Schwermuthshöhlen Und eile deinen Armen zu. Da muß die Nacht des Trauerns scheiden, Wenn mit so angenehmen Freuden Die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden. Wer wollte nicht vergnüget werden, Der in dir suchet Ruh und Lust? mich auf dich. Du nährest aus den Wolkenbrüsten Und labest aus dem Felsen mich. Ich traue deinen Wunderwegen; Sie enden sich in Glück und Segen. Genug, wenn ich dich bei mir hab. Ich weiß, wen du willst herrlich zieren Und über Sonn und Sterne führen, Den führest du zuvor hinab. 5. Der Tod mag Andern düster scheinen: Mir nicht, weil 2. Die Welt mag meine Fein- Seele, Herz und Muth In dir, din heißen: Es sei also! Ich der du verläsfest Keinen, altrau ihr nicht, Wenn sie mir lerliebstes Leben, ruht. Wen Friede und Freude im heiligen Geist. 229 kann des Weges End erschref-| ler Freude ist Und nie vorüber ken, Wenn er aus mördervollen eilt. Hecken Gelanget in die Sicherheit? Mein Licht, so will ich auch mit Freuden Aus dieser finstern Wildniß scheiden Zu deiner Ruh der Ewigkeit. 6. Wie ist mir dann, o Freund der Seelen, So wohl, wenn ich mich lehn auf dich! Mich kann Welt, Noth und Tod nicht quälen, Weil du, mein Gott, vergnügest mich. Laß solche Ruh in dem Gemüthe, Nach deiner unumschränkten Güte, Des Himmels süßen Vorschmack sein. Weg, Welt, mit allen Schmeicheleien! Nichts kann, als Jesus, mich erfreuen. O, reicher Trost: Mein Freund ist mein! Wolfg. Chr. Deßler, g. 1660, ft. 1722. 312. Wie herrlich ists, ein Schäflein Christi werden und in der Huld des treusten Hirten stehn! Kein höhrer Stand ist auf der ganzen Erden, Als unverrückt dem Lamme nachzugehn. Was alle Welt nicht geben kann, Das trifft ein solches Schaf Bei seinem Hirten an. 2. Hier findet es die ange nehmsten Auen; Hier wird ihm stets ein frischer Quell entdeckt. Kein Auge fann die Gaben überschauen, Die es allhier in rei cher Menge schmeckt. Hier wird ein Leben mitgetheilt, Das vol3. Wie läßt sichs da so froh und ruhig sterben, Wenn hier das Schaf im Schoß des Hirten liegt! Es darf sich nicht vor Höll und Tod entfärben; Sein treuer Hirt hat Höll und Tod besiegt. Büßt gleich der Leib die Regung ein, So wird die Seele doch kein Raub des Moders sein. 4. Das Schäflein bleibt in seines Hirten Händen, Wenn gleich vor Zorn der ganze Abgrund schnaubt. Es wird es ihm kein wilder Wolf entwenden, Weil der allmächtig ist, an den es glaubt. Es kommt nicht um in Ewigkeit Und wird im Todesthal Von Furcht und Fall befreit. 5. Wer leben will und gute Tage sehen, Der mache sich zu dieses Hirten Stab. Hier wird sein Fuß auf süßer Weide ges hen, Da ihm die Welt vorhin nur Träber gab. Hier wird nichts Gutes je vermißt, Dies weil der Hirt ein Herr Der Schäße Gottes ist. 6. Doch ist dies nur der Vorschmack größrer Freuden; Es folget noch die lange Ewigkeit. Da wird das Lamm die Seinen herrlich weiden, Wo der frystallne Strom das Wasser beut. Da sieht man erst recht klar und frei, Wie schön und auserwählt Ein Schäflein Christi sei. Soh. Jac. Nambach, g. 1693, st. 1735. 230 Friede und Freude im heiligen Geist. Mel. O Gott, du frommer Gott. 6. Da bist du wunderschön 313. große Selig- In deinem Blut und Wunfeit, Wenn den, Daß selbst des Vaters Aug man den Heiland kennet, Wenn nichts Schöners je gefunden, ihn die Seel ihr Theil, Ihr Was ihn so hoch vergnügt Und Ein und Alles nennet! Ber ihm sein Herz durchglüht, Daß föhnung ist ihr Grund; Des er auf diese Welt Nun voll ErLammes Blut ihr Kleid. Sie barmen sieht. schmecket Fried und Ruh; Sie spüret Lust und Freud. 2. Sie kann in Zuversicht zu Gottes Throne treten Und als ein liebes Kind Vor ihrem Bater beten. Ihr Heiland nimmt ihr Herz Zu seiner Wohnung ein, Und sie muß Gottes Ruh Und heilger Tempel sein. 7. Auch mir, mir Sünder, kann Auf dieser ganzen Erden Nichts so ausnehmend schön Zum Trost gezeiget werden, Als wenn dein Wort dich mir, Das Heil der ganzen Welt, Am Kreuz in Blut und Tod Vor meine Augen stellt. 3. Es wird aus Jesu Füll Ihr stündlich Kraft gegeben Zu einem lautern Sinn, Zu einem neuen Leben. Sehr zärtlich ist der Trieb, Womit ihr Bräuts gam liebt, Der sie mit viel Geduld In seinen Wegen übt. 4. Jhr Hirte pfleget sie Auch mächtig zu bewahren, Daß ihr kein Schad und Leid Kann irgend widerfahren. Sie bleibt als Siegerin Auf ihrem Kampfplag stehn Und kann recht im Triumph Zur stolzen Ruh eingehn. 5. Dies, Jesu, hast du mir Mit deinem Blut erworben, Da du aus Liebe bist Für mich am Kreuz gestorben; Daher ich auch mein Heil Nicht besser faffen kann, Als wenn mein Auge dich Am Kreuze schauet an. 8. Das ziehet in die Höh; Das richtet auf die Müden; Das bringet Heil und Kraft, Den wahren Seelenfrieden; Das machet recht getrost; Das giebt den stärksten Trieb; Da hat man, Jesu, dich Auch über Alles lieb. 9. Da siehet man die Thür Zum Vaterherzen offen; Da kann man ohne Furcht Das Allerbeste hoffen. Das, das versüßet auch Die Leiden dieser Zeit Und führet friedensvoll Zur frohen Ewigkeit. 10. Drum höre, Jesu, doch, Was ich hierbei noch flehe, Daß ich dich unverrückt Un deinem Kreuze sehe, Daß ich mich ganz versöhnt, Gerecht und selig schau Und so mein ganzes Heil Auf freie Gnade bau. 11. Laß Leib und Seele stets In diesem Glauben leben, Daß Friede und Freude im heiligen Geist. du dich selbst für mich Saft in den Tod gegeben. Nichts schmekfe meiner Seel, Nichts stärke meinen Muth, Als dein verwundter Leib, Dein theures Jefusblut. 12. Herr Jesu, gieb dich so Mir immer zu genießen, Und laß dadurch in mich Stets neues Leben fließen. Dich laß ich nimmermehr; Denn du sollst doch allein In deinem Blut und Tod Mein ewges Leben sein. Vor 1748. 231 sen Und sich nur desto mehr erfreun. 5. Ach, könnt ich ohne Wanfen Dir unaufhörlich danken, Daß du so gnädig bist! O wie vergiebst du reichlich! Herz ist unvergleichlich. Ach, daß mein Herz so fühllos ist! Dein 6. Der Gaben ist kein Ende, Und deine treuen Hände Sind noch nicht müd und matt. Du fährest fort, zu geben, zu tragen und zu heben, Bis alle Zeit ein Ende hat. 7. D möcht ichs recht verstehen, Auf Alles aufzusehen, 314. zu Was Was du mir schon gethan! Und dann auf das merken, jetzt in deinen Werken Mir Glaubensstärkung werden kann. She Mel. Nun ruhen alle Wälder. ch weiß von feinen Plagen Bis diesen Tag zu sagen, Die Jesus mir gemacht. Nein, alle seine Wege, Je mehr ichs überlege, Sind gut gemeint und wohl bedacht. 2. Er hat noch nie vergessen, Mir reichlich zuzumessen, Was mir zum Segen sei. Kommt auch ein trüber Morgen, So bleib ich doch von Sorgen, Von Furcht und Mißvergnügen frei. 3. Jch fürchte feine Strafe Und friege, wie im Schlafe, Den Gnadenüberfluß. Wenn Mancher denkt, ich leide, So mehrt sich meine Freude, Weil mirs zum Besten dienen muß. 4. Ja, es wird Wahrheit bleiben, Daß, die sich dir verschreiben, Jesu, selig sein. Kann das die Welt nicht faf= sen, Muß man sie fahren las 8. Ach, schärfe meine Augen, Damit sie endlich taugen, Recht hell und klar zu sehn! So seh ich aller Orten Mit güldnen Glaubensworten Die Schrift von deiner Gnade stehn. 9. Dann lob ich voller Freuden, Und fäß ich auch im Leiden, Die Größe deiner Huld. Da weichet Furcht und Zagen, Da seh ich keine Plagen; Sch glaub in fröhlicher Geduld. 10. Mein Hoffen ist lebendig, Von Jesu unabwendig, Und hält mich aufgericht. Wie will ich ihn dort oben Mit tansend Freuden loben! Denn weil ich glaube, fall ich nicht. E. G. Woltersdorf, g. 1725, st. 1761 232 Friede und Freude im heiligen Geist. Mel. Nun bitten wir den heiligen Geist. Dein und 7. Ich will von nun an nichts anders nur, was am 315. Menter in aller Kreuz für mich geſchehn. Das Noth Ist, o Gotteslamm, dein Kreuz und Tod; Denn du trugst die Sünden der ganzen Erde, Daß ich und alle Welt selig werde Durch dein Verdienst. ist meine Freude, mein Heil und Leben; Denn meine Sünden find mir vergeben Durch Christi Blut. 2. So weit hats Liebe zu mir gebracht, Die den Schöpfer selbst zum Opfer macht, Daß er seine Seele, sein Leib und Leben Mit tausend Schmerzen dahin gegeben Für meine Schuld. 8. Das beste Bild steht auf Golgatha. Herz und Augen, bleibt doch immer da; Schaut den Mann der Schmerzen, vom Haupt zum Fuße; Freuet euch ewig der schweren Buße, Die Jesus that!" 9. Verfündigt werde, o Herr, dein Tod! Rühmen will ich deine Leidensnoth, Bis du selbst erscheinest. Nichts will ich wissen, Als daß dein Tod mich herausgerissen Aus aller Furcht. 10. In diesem Glauben behalte mich, So hab ich gnug hier und ewiglich. Dir sei Hallelujah, Preis, Dank und Ehre Für deine Wunden und für die Lehre Von deinem Kreuz! Ernst Gottl. Woltersdorf, geb. 1725, st. 1761. 3. So lang ich dieses noch glauben kann, Seh ich ihn mit tausend Freuden an. Bin ich gleich ein Sünder: er ist mein Heiland. Er liebt mich heute noch so, wie weiland. Hallelujah! 4. Mein Herz erstaunet ob dieser Huld. Tief beschämt von aller meiner Schuld Fang ich an zu weinen und hinzufallen: Gnädiger König, dein Lob soll schallen In aller Welt! 5. Kein Mensch beschreibt es nach Würdigkeit. Das aber ist eine selge Zeit, Wenn dein Strom der Liebe sich so ergießet, Daß mein Herz deiner im Geist genießet., Freudenmeer! 6. Wers nicht erfahren, der glaubt es nicht, Was für Lust von deinem Angesicht In die Seele quillet, wenn man dich schmecket, Wenn dein Erbarmen uns ganz bedecket Und selig macht. - Mel. Machs mit mir, Gott, nach zc. Gottes Lamm, 316. D mein Element Ist einzig dein Erbarmen, Dein Herz, das zu mir wallt und brennt Mit offnen Liebesarmen, Dein Blut, wie es vom Kreuze floß Und alle Welt mit Heil begoß. 2. Ich weiß von keinem andern Trost. Ich müßt in Sünden sterben. Der Feind ist wi Friede und Freude im heiligen Geist. 233 der mich erboßt; Die Welt will| ich zieh, Wenn ich vom Schlaf mich verderben. Mein Herz ist unrein, blind und todt. O tie fes Elend, große Noth! erwache, Ist dein Erbarmen, deine Müh, Die ich dir täglich mache, Und die du schon auf mich gewandt, Da deine Lieb am Kreuz gebrannt. 3. Die eigene Gerechtigkeit, Das Thun der eignen Kräfte Macht mir nur Schand und Herzeleid, Verzehrt die Lebensfäfte. O nein, es ist kein andrer Rath, Als der, den dein Erbarmen hat. 4. Wie wohl, ach Gott, wie wohl ist mir, Wenn ich darein versinke! Lebensquell, wenn 10. Jch wasche mich, Immaich aus dir Blut der Versöh- nuel, Jm blutigen Erbarmen; nung trinfe! Wenn dein Er- Jn dir erschein ich rein und barmen mich bedeckt, Und wenn hell; Mein Kleid ist dein Ermein Herz Vergebung schmeckt! barmen. Ich eff und trinke diese Kost: Erbarmen ist mein Brod und Most. 5. Da lebt mein Geist, ist froh und satt, Hat Alles, was ihm fehlet. Bald aber wird er kalt und matt, Wenn er sich selber quälet, Wenn dein Erbarmen ihm entgeht, Wenn er auf fremdem Grunde steht. 9. Wenn ich aus meinem Bett aufsteh, So tret ich ins Erbarmen; Und wenn ich bald gen Himmel seh, Mein Himmel ist Erbarmen; Und wenn ich kniee, fällt mein Sinn, Gott, in dein Erbarmen hin. 11. Ich siz und geh und was ich thu, So thu ichs im Erbarmen. Mein Sig, mein Grund und meine Ruh, Mein Ziel ist dein Erbarmen, Mein 6. Drum bleibe du mein Ele fichrer Weg, mein Licht und ment, Du selbst und dein Er- Kraft, Mein Wohnhaus in der barmen. Und wie mein Glaube Pilgrimschaft. dich erkennt, So kenne du mich Armen. Ich leb in deiner Gnad allein; Ich will in dir erfunden fein. 7. Das Element der armen Welt, Stolz, Geiz und Fleischeslüfte, Und was sie sonst für wichtig hält, Das ist mir dürr und wüste, Das ist mir Galle, Gift und Qual; Du schmeckst mir ein- und allemal. 8. Mein erster Odem, den 12. Leg ich des Abends mich zur Ruh: Mein Bett ist dein Erbarmen. Es langt auf allent Seiten zu, Es wärmt mich dein Erbarmen. In diese Decke hüll ich mich. Wie sanft, wie süße schläft es sich! 13. Erwach ich in der stillen Nacht, So lieg ich im Erbarmen. Wenn mich die Unruh schlaflos macht, So wiegt mich dein Erbarmen. Erschreckt mich 234 Friede und Freude im heiligen Geist. Traum und Finsterniß: Erbarmen leuchtet mir gewiß. 14. Ja, bis ins Grab und vors Gericht Begleitet mich Erbarmen. Von Tod und Hölle weiß ich nicht; Mein Leben ist Erbarmen. Hierin beschließ ich auch den Lauf Und fahre sterbend zu dir auf. 15. Und wenn ich vor dem Throne bin, Dein Anschaun zu genießen, So reißt mich dein Erbarmen hin, Im Loben zu zerfließen. Worin allhier mein Herz entbrennt, Das bleibt mein ewges Element. Ernst Gottl. Woltersdorf, g. 1725, st. 1761. 5. Schon hier in diesem Leben Grünt seine Seligkeit. Was wird der Himmel geben! Da kommt die Erntezeit; Da schmeckt sein Herz vollkommen, Was hier im Vorschmack war, und ist mit allen Frommen Im ewgen Jubeljahr. Mel. Valet will ich dir geben. 6. Behalte, Welt, das Dei317. Sie jauchzet doch ne, Du arme, blinde Welt! Der mit Freuden, Die heilge Gottesstadt, Die sich durch Jesu Leiden Vor Nichts zu fürchten hat. Denn Gott ist bei ihr drinnen, Das weiß sie ficherlich; Der Zweifel muß zerrinnen, Die Furcht verlieret sich. Glaube bleibt das Meine, Der Christi Blut behält. Wenn alle Reichen darben, Wenn Fürsten betteln gehn, Will ich mit Freudengarben In Zions Thoren stehn. Ernst Gottl. Woltersborf, g. 1725, st. 1761 2. Laß Andre wankend fragen, Ob Gott ihr Vater sei: Ein Christ kann muthig sagen, Und schwöret noch dabei: 3ch habe Gnade funden, Die Seligkeit ist mein Und durch des Lammes Wunden Geh ich zum Himmel ein. Fleisch gefällt, Der Jesum gläubig faffet Und über Alles hält. 4. Ja, selig sind die Christen, Die ohne Falsch bestehn! O, daß es Alle wüßten, Die noch zur Hölle gehn! Wer ist so reich und prächtig, So schön, vergnügt und satt, So fröhlich, stark und mächtig, Als der den Glauben hat? 3. Ein wahrer Christ ist selig, Der Christum recht erkennt, Der seine Schuld unzählig Und fich verloren nennt, Der Alles herzlich haffet, Was sonst dem Mel. Ringe recht, wenn Gottes 2c. 318. Wenn doch alle Seelen wüßten, Jesu, daß du freundlich bist, Und der Zustand wahrer Christen Unaussprechlich selig ist! 2. O, wie würden sie mit Freuden Aus der Weltgemeinschaft gehn Und bei deinem Blut und Leiden Fest und unbeweglich stehn! Ernst Gottl. Woltersdorf, g. 1725, ft. 1761. Friede und Freude im heiligen Geist. 235 Mel. O, daß ich tausend Zungen hätte.| erfreut Und rühme die BarmDir ist Erbar- herzigkeit. 319. M mung widerfahren, Erbarmung, deren ich nicht werth! Das zähl ich zu Mel. Der lieben Sonne Licht und zc. dem Wunderbaren. Mein stol- 320. Mein Herz ist zes Herz hats nicht begehrt. Nun weiß ich das und bin erfreut Und rühme die Barmherzigkeit. 2. Ich hatte nichts als Zorn verdienet, Und soll bei Gott in Gnaden sein. Gott hat mich mit ihm selbst verfühnet Und macht durchs Blut des Sohns mich rein. Wo kam dies her? Warum geschichts? Erbarmung ists und weiter nichts. Phil. Friebr. Hiller, g. 1699, st. 1769. 3. Das muß ich dir, mein Gott, bekennen; Das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt. Ich kann es nur Erbarmung nennen, So ist mein ganzes Herz gesagt. Ich beuge mich und bin erfreut Und rühme die Barmherzigkeit. 4. Dies laß ich kein Geschöpf mir rauben, Dies soll mein einzig Rühmen sein. Auf dies Erbarmen will ich glauben, Auf dieses bet ich auch allein, Auf dieses duld ich in der Noth, Auf dieses hoff ich noch im Tod. gemuth. Es gehe, wie es gehe: Bei dir, mein Heil, gehts immer gut; Dein Wille, Herr, ge schehe. Wohl mir, ich bin dein Knecht; Du heilig, gut, gerecht! So leite mich nach deinem Sinn; Ich gebe mich dir gänzlich hin. 2. Mein Herz ist dennoch wohlgemuth. Die Sünde mag nur schrecken: Mich wäscht das theure Jesusblut. Die Gnade soll mich decken. Sie kann und will allein Mein Trost und Retter sein; Ich hange mich mit Flehen dran Und faffe fie, so gut ich kann. 3. Mein Herz ist dennoch wohlgemuth. Bin ich gleich voll Gebrechen: Mein Heiland, ders verheißt und thut, Braucht nur ein Wort zu sprechen; Gleich richte ich mich auf Und komme in den Lauf; Dann gehts durch sein Erbarmen fort. Er selber thuts, sein Geist und Wort. 5. Gott, der du reich bist an Erbarmen, Nimm dein Erbarmen nicht von mir Und führe durch den Tod mich Armen, Durch meines Heilands Tod 4. Mein Herz ist dennoch wohlgemuth. Mag das Gesetz auch fluchen: Mich überschwemmt die Gnadenfluth. Ich will nur Jesum suchen. Der spricht vom Fluch mich los, Setzt mich auf zu dir. Da bin ich ewig recht seinen Schoß; Er nimmt mich 236 Friede und Freude im heiligen Geist. zärtlich zu sich ein Und macht| Jesu, Läßt dich würgen als den mich mehr als engelrein. Bürgen, aller Sünden Mich auf ewig zu entbinden. 5. Mein Herz ist dennoch wohlgemuth. Die Feinde mögen toben, Welt, Sünde und die Höllenbrut: Ich bin wohl aufgehoben In Jesu treuer Hand. Was er mir zugewandt, Das ist ein Schaß, den Nichts zerfrißt; Den raubt mir keine Macht, noch List. 2. Herr, unsere Gerechtigkeit, Wie hoch wird dessen Geist er freut, Der dich im Glauben kennet! Du bist sein Schmuck vor Gottes Thron; Er wird zum Erben und zum Sohn Vom Vater selbst ernennet. Laß mich Ewig Mit Verlangen an dir hangen und mit Freuden Nur in dein Verdienst mich kleiden! 3. Holdselig süßer Friedefürst, Wie hat dich nach dem Heil gedürst Der abgewichnen Kinder! Du stellest dich als Mittler dar, Verbindest, was getrennet war, Gott und verdammte Sünder. Freude! Beide Werden eines! Ungemeines Werk der Güte! Jesu, du bist unser Friede. 6. Mein Herz ist dennoch wohlgemuth. Drückt mich gleich Noth und Leiden: Gnug, daß mein Herz in Jesu ruht. Was will mich von ihm scheiden? Verfolgung, Angst und Noth? Der längst besiegte Tod? Nein, Alles gehe, wie es will: Ich fliehe nicht, ich halte still. 7. Mein Herz ist dennoch wohlgemuth. Soll ich noch heute sterben: Getrost! Ich sterb auf Christi Blut Und muß den Himmel erben. Mein Freund hilft aus der Noth: Nun tödtet mich fein Tod. Wo Christus ist, da komm ich hin, Weil ich wahrhaftig in ihm bin. Friedr. Aug. Weihe, g. 1721, st. 1771. 4. D, Jesu Christ, dein treuer Sinn Nimmt Schuld und Strafe von mir hin; Sie liegt auf deinem Rücken. Du blutest an des Kreuzes Pfahl, Da muß dich unerhörte Qual Nach Leib und Seele drücken. Diese Süße Fluth der Gnaden heilt den Schaden. Durch die Wunden Mel. Wie schön leuchtet der 2c. 321. Wo ist ein sol- Hab ich Heil und Frieden funden. cher wie du! Du schaffst den Müden süße Ruh, Ruh, die nicht zu ergründen. Ein Abgrund der Barmherzigkeit Verschlingt ein Meer von Herzeleid: Du, Herr, vergiebst die Sünden. Ja du, 5. Mitleidender Immanuel, Es ist mein Leben, Leib und Seel Voll Mängel und Gebrechen; Doch ist dein Herz auch voller Gnad; Willst weder Sünd, noch Missethat Am ar Friede und Freude im heiligen Geist. 237 men Staube rächen. Deine Rei-| rer Brust In heißer Liebe liene Treue Liebe hat die Triebe, hier im Leben Täglich reichlich zu vergeben. gen! Sie essen; und sind doch nicht satt; Sie trinken, und das Herz bleibt matt; Denn es ist lauter Trügen. Träume, Schäume, Schläg im Herzen, Höllenschmerzen, ewges Quälen Ist der Lohn betrogner Seelen. 6. Die Gnade führt das Regiment, Sie macht der Sclaverei ein End, Besiegt Gesetz und Sünden. Soll dein Herz frei und fröhlich sein, So räum es ganz der Gnade ein; So kannst du überwinden. Wenn dich Mächtig Sündenliebe, Fleischestriebe oft bestürmen, Wird die Gnade dich beschirmen. 3. Ganz anders ists, bei Je su sein Und als ein Schäflein aus und ein Auf seinen Wegen gehen. Auf diesen Auen ist die Lust, Die Gottesmenschen nur bewußt, Jm Ueberfluß zu sehen: Weide, Freude, Reine Triebe süßer Liebe, Fried und Leben, Stärke, Licht und viel Vergeben. 4. Schau, armer Mensch, zu diesem Glück Ruft stets dein Heiland dich zurück Von jenem Grundverderben. Er kam deswegen in die Welt, Er gab für dich das Lösegeld Durch Leiden und durch Sterben. Laß dich Willig Doch umarmen! Sein Erbarmen, Blut und Leiden Sind ein Meer von Seligkeiten. 7. Durch deines Blutes Kraft, o Herr, befreie du mich mehr und mehr Von Sünde und Verderben. Du hast mich dir, Immanuel, Gar theur erfauft mit Leib und Seel, Die Seligkeit zu erben. Kleiner, Reiner Muß ich werden noch auf Erden, bis ich droben Dich kann ohne Sünde loben. 3. Ludw. Conr. Allendorf, g. 1693, st. 1773. 322.& & Mel. Wie schön leuchtet der 2c. 5. Das Wollen und Volls ist Etwas, des Heilands sein, bringen schafft Des Wortes Je" Ich dein, o Jesu, und du mein!" su Gotteskraft: Mir nach, ihr In Wahrheit sagen können; Ihn armen Sünder! Jhr seid für seinen Hirten, Herrn und Ruhm, mich, ich für euch da. Könnt Und sich sein Schaf und Eigen- ihr gleich nichts, doch bin ich thum Ohn allen Zweifel nen- nah; Nur folget mir als Kinnen. Selig, Fröhlich Sind die der. Ist doch Mein Joch Sanft Seelen, die erwählen ohn Be- und heilig, nur daß freilich euer denken, Ihrem Jesu sich zu schen- Wille Mir sich lasse in der Stille. fen. 2. Schau an die Welt mit 6. O, fannst du den Immaihrer Lust Und Alle, die art ih- nuel So vor der Thüre deiner PRAYE 238 Friede und Freude im heiligen Geist. Seel Vergeblich rufen lassen?| seinen Sinn wollt hassen: Das Sollt seine unermessne Pein Ge- soll ans Kreuz zum Opfer hin; rad an dir verloren sein? Das Ich will ehr, was ich hab und hieß das Leben hassen. O nein, bin, Als meine Liebe lassen. Schäflein, Komm und wende dich Ewig Bleib ich Dir verschries behende zu den Wunden, Die ben. O, dein Lieben soll mich dein Hirt für dich empfunden! treiben, Auch im Leiden dein zu bleiben. 7. Man hat auch wohl ein wenig Schmach Und ein und andres Ungemach Bei diesem Herrn zu leiden; Doch ists nicht werth der Ehr und Freud, Die er uns schon von Ewigkeit Gedachte zu bereiten. Kronen, Thronen, Hosianna, himmlisch Manna, Siegespalmen Folgen auf die Kreuzespsalmen. 8. Ja, liebe Seele, denk daran! Es steht so lang nicht einmal an. Schon hier auf dieser Erden Soll dir bei jedem Tritt und Schritt Geist, Kraft und Mel. Nun bitten wir den heiligen Geist. Licht auf Jeſu Bitt Zum frohen 323. Ah, mein Herr Pfande werden. Kräfte, Säfte Uns beleben, Wonne geben, Taborsblicke Strahlen oft auf uns zurücke. Jesu, dein Nahesein Bringt großen Frie den ins Herz hinein; Und dein Gnadenanblick macht uns so selig, Daß auchs Gebeine darüber fröhlich Und dankbar wird. 9. Von nun an kann ich nicht mehr mein, Des Teufels und der Sünde sein, Die mich bisher gebunden. Mein Herr, den ich so sehr betrübt, Der aber mich viel mehr geliebt, Der hat mich überwunden. Nimm mich Gänzlich, Meine Freude, dir zur Beute und zum Lohne Deiner blutgen Dornenkroue. 11. Ach, mach mich von mir selber frei Und stehe mir in Gnaden bei. Stärf meinen schwachen Willen Durch deines werthen Geistes Kraft Zu üben gute Ritterschaft, Den Vorsatz zu erfüllen, Bis ich Endlich Schön geschmücket und entrücket allen Leiden Darf bei dir, dem Lämmlein, weiden. Joh. Christ. Storr, geb. 1712, st. 1773. 2. Wir sehn dein freundliches Angesicht Voll Huld und Gnade wohl leiblich nicht; Aber unsre Seele fanns schon gewahren; Du kannst dich fühlbar gnug offenbaren, Auch ungeſehn. 3. D, wer nur immer bei Tag und Nacht Dein zu genie Ben recht wär bedacht! Der hätt ohn Ende von Glück zu sagen, Und Leib und Seele müßt im10. Wallt noch in meiner Aldern Bach Ein Tröpfchen Bluts, das Jesu Schmach Und mer fragen: Wer ist, wie du? Friede und Freude im heiligen Geist. 239 Güte. 4. Barmherzig, gnädig, ge-| Mel. Wie groß ist des Allmächtgen duldig sein, Uns täglich reichlich die Schuld verzeihn, HeiIen, ſtilln, trösten, erfreun und segnen Und unsrer Seele als Freund begegnen, Ist deine Lust. 5. Ach, gieb an deinem kostbaren Heil Uns alle Tage voll kommen Theil; Und laß unsre Seele sich immer schicken, Aus Noth und Liebe nach dir zu blicken Ohn Unterlaß. 324. Was wär ich ohne dich gewesen? Was würd ich ohne dich, Herr, sein? Zu Furcht und engsten auserlesen, Ständ ich in weiter Welt allein. Nichts wüßt ich sicher, was ich liebte; Die Zukunft wär ein dunkler Schlund; Und wenn mein Herz sich tief betrübte, Wem that ich meine Sorgen fund? 2. Einsam verzehrt von heißem Sehnen, Erschien mir nächtlich jeder Tag; Ich folgte nur mit heißen Thränen Dem wilden Lauf des Lebens nach. Ich 7. Ein herzlichs Wesen und fände Unruh im Getümmel Und Kindlichkeit Sei unsre Zierde zu hoffnungslosen Gram zu Haus. aller Zeit; Und die Blutbespren- Wer hielte ohne Freund im gung aus deinen Wunden Er- Himmel, Wer hielte da auf Erhalt uns solche zu allen Stunden aus? den Bei Freud und Leid. 8. So werdn wir bis in Himmel hinein Mit dir vergnügt, wie die Kindlein, sein. Muß man gleich die Wangen noch manchmal negen; Wenn sich das Herz nur an dir stets setzen Und stillen kann. ING 6. Und wenn wir weinen, so tröst uns bald Mit deiner blutgen Todesgestalt; Ja, die laß uns immer vor Augen schweben, Und dein wahrhaftiges Inuns- leben zu sehen sein. 3. Hat Christus sich mir fund gegeben, und bin ich seiner erst gewiß, D, dann verzehrt ein lichtes Leben Die bodenlose Finsterniß. Nun schau ich erst des Christen Würde; Mein Schicksal wird verklärt durch ihn; Und leicht ertrag ich jede Bürde, Seh in der Wüste Rosen blühn. 4. Das Leben wird zur Wonnestunde; Die neue Welt spricht Lieb und Lust; Und Balsam träuft in jede Wunde, Und frei und froh klopft jede Brust. Für alle seine tausend Gaben Bleib nich sein demuthvolles Kind, Gewiß, ihn unter uns zu haben, 9. Du reichst uns deine durchgrabne Hand, Die so viel Treue an uns gewandt, Daß wir beim Dran- denken beschämt dastehen, Und unser Auge muß übergehen Vor Lob und Dank. Christ. Gregor, geb. 1723, t. 1801. 240 Liebe Gott und Christo. zu Wenn zwei auch nur versam-| leuchtest in uns, Quell des Lichts. melt find. 3. Von deinem Arm gehalten, Kann keine der Gewalten Der Welt uns dir entziehn. Wir ruhn an deinem Herzen, Sind dein in Freud und Schmerzen. O, möchten zu dir Alle fliehn! 5. O, geht hinaus auf allen Wegen Und holt die Frrenden herein. Streckt jedem eure Hand entgegen Und ladet froh sie zu uns ein. Der Himmel ist bei uns auf Erden; Im Glauben schauen wir ihn an. Die Eines Glaubens mit uns werden, Auch denen ist er aufgethan. Fr. Ludw. v. Hardenberg, g. 1772, st. 1801. 4. Sind wir aus dir geboren, In dich, o Herr, verloren, So bist du unser Ich. Aus dir quillt unser Leben; Du nährest, wie die Reben Der Weinstock, uns allein durch dich. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 5. In uns ist heilge Stille, 325. Herr, schaue auf Dein Will iſt unſer Wille, Dein nieder. sind uns selbst gestorben; Du hast uns dir erworben Und neues Leben uns verschafft. Dir tönen unsre Lieder; Des Herzens Lust bist du. Ach, dich zum Freunde haben, Ist mehr, denn alle Gaben, Ist ewges Leben, selge Ruh. 2. Du stillest das Verlangen, Und wenn wir an dir hangen, So fehlt dem Leben nichts. In deiner Gottesklarheit Sehn wir die ewge Wahrheit; Du 6. O, schweiget, alle Triebe; Nur Eines leb, die Liebe, Die Lieb, o Herr, zu dir! Dann mag die Hölle stürmen, Ringsum Gefahr sich thürmen: Dir les ben und dir sterben wir! Joh. Geibel, geb. 1776. XVII. Liebe zu Gott und Christo. 326. Der mich erzlich lieb habversicht, Mein Theil und meiIch bitt, wollst sein von mir durch sein Blut hat erlöst. Herr nicht fern mit deiner Hülf und Jesu Christ, Mein Gott und Gnaden. Die ganze Welt er- Herr, Mein Gott und Herr, freut mich nicht, Nach Himmel In Schanden laß mich nimund Erd frag ich nicht, Wenn mermehr! ich nur dich kann haben. Und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, Bist du doch meine Zu2. Es ist ja, Herr, dein Gschenk und Gab Mein Leib und Seel und was ich hab In diesem ar Liebe zu Gott und Christo. men Leben. Damit ichs brauch zum Lobe dein, Zum Nuß und Dienst des Nächsten mein, Wollst mir dein Gnade geben. Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr; Des Satans Mord und Lügen wehr. In allem Kreuz erhalte mich, Auf daß ichs trag geduldiglich. Herr Jesu Christ, Mein Herr und Gott, Mein Herr und Gott, Tröst mir mein Seel in Todesnoth! 3. Geuß sehr tief in mein Herz hinein, du mein Herr und Gott allein, Die Flamme deiner Liebe, Daß ich in dir nur immer bleib und mich kein Zufall von dir treib, Nichts fränke noch betrübe. In dir Laß mir Ohn Aufhören sich vermehren Lieb und Freude, Daß der Tod uns selbst nicht scheide. 4. Von Gott fommt mir ein Freudenlicht, Wenn du mit deinem Angesicht Mich gnädig thust anblicken. Jesu, du mein trautes Gut, Dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut Mich innerlich erquicken. Tröst mich Freundlich! Hilf mir Armen mit 327. Wie schön leuch- Erbarmen, hilf in Gnaden! Auf tet der 3. Ach, Herr, laß dein liebn Engelein Am letzten End die Seele mein In Abrahams Schoß tragen; Den Leib in seinm Schlaffämmerlein Gar sanft ohn einge Qual und Pein Ruhn bis am jüngsten Tage. Alsdann vom Tod erwecke mich, Daß meine Augen sehen dich In aller Freud, o Gottes Sohn, Mein Heiland und mein Gnadenthron. Herr Jesu Christ, Erhöre mich, Erhöre mich! Ich will dich preisen ewiglich. Martin Schalling, geb. 1532, st. 1608. 241 2. O meines Herzens werthe Kron, Wahr Gottes und Marien Sohn, Ein hochgeborner König! Mit Freuden rühm ich deine Ehr; Deins heilgen Wor tes süße Lehr Ist über Milch und Honig. Herzlich Will ich Dich drum preisen und erweisen, daß man merke In mir deines Geistes Stärke. genstern Voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn, Die süße Wurzel Jesse! Du Sohn Davids aus Jakobs Stamm, Mein König und mein Bräutigam, Hast mir mein Herz besessen! Lieblich, Freundlich, Schön und herrlich, groß und ehrlich, reich von Gaben, Hoch und sehr präch tig erhaben! M. R. Gesangbuch geladen. 5. Gott Vater, o mein starter Held, Du hast mich ewig vor der Welt In deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich ihm selbst vertraut, Er ist mein Schaß, ich bin sein Braut; Kein Unglück mich betrübet. Gia! Eia! Himmlisch Leben wird er geben mir dort oben! Ewig soll mein Herz ihn loben. 16 242 Liebe zu Gott und Christo. müthe lieblich fließen, So wird sich die Lieb ergießen. 6. Singt unserm Gotte oft ich dich lieben sollte. Von die und viel Und laßt andächtig Laß mir Deine Güte ins Ge Saitenspiel Ganz freudenreich erschallen Dem hochgelobten Jesu mein, Deß ich soll nun und ewig sein, Zu Ehren und Gefallen. Singet, Springet, Jubiliret, triumphiret, dankt dem Herren! Groß ist der König der Ehren! 3. Durch deine Kraft treff ich das Ziel, Daß ich, so viel ich soll und will, Dich allzeit lieben könne. Nichts auf der ganzen weiten Welt, Pracht, Wollust, Ehre, Freud und Geld, Wenn ich es recht besinne, Kann mich Ohn dich Gnugsam laben; ich muß haben reine Liebe; Die tröst, wenn ich mich betrübe. 4. Denn wer dich liebt, den liebest du, Schaffft seinem Herzen Fried und Ruh, Erfreuest sein Gewissen. Es geh ihm, wie es woll, auf Erd, Wenn ihn gleich ganz das Kreuz verzehrt, Soll er doch dein genießen. Selig Ewig, Nach dem Leide große Freude wird er finden; Alles Mel. Wie schön leuchtet der 2c. 328. Defu, Jeſu, Trauern muß verschwinden. Gottes Sohn, 5. Kein Ohr hat dies jemals gehört, Kein Mensch gesehen, noch gelehrt, Es kann niemand beschreiben, Was denen dort für Herrlichkeit Bei dir und von dir ist bereit, Die in der Liebe bleiben. Gründlich Läßt sich nicht erreichen, noch vergleichen den Weltschätzen Dies, was uns dort wird ergößen. 6. Drum laß ich billig dies allein, O Jesu, meine Freude sein, Daß ich dich herzlich liebe; Daß ich in dem, was dir gefällt Und mir dein klares Wort vermeldt, Aus Liebe mich stets übe, 7. Wie bin ich doch so herzlich froh, Daß mein Schatz ist das A und O, Der Anfang und das Ende! Er wird mich doch zu seinem Preis Aufnehmen in das Paradeis; Deß flopf ich in die Hände. Amen! Amen! Komm, du schöne Freudenkrone, bleib nicht lange! Deiner wart ich mit Verlangen. Phil. Nicolai, geb. 1556, st. 1608. Mein Bruder und mein Gnadenthron, Mein Schak, mein Freud und Wonne! Du weißest, Daß ich rede wahr; Vor dir ist Alles sonnenklar Und klarer, als die Sonne. Herzlich Lieb ich Mit Gefallen dich vor Allen; nichts auf Erden kann und mag mir lieber werden. 2. Dies ist mein Schmerz, dies fränket mich, Daß ich nicht gnug fann lieben dich, Wie ich dich lieben wollte. Ich werd von Tag zu Tag entzündt; Je mehr ich lieb, je mehr ich find, Daß Liebe zu Gott und Christo. 243 Bis ich Endlich Werd abschei-| Mich erfreut sein Angesicht. Meiden und mit Freuden zu dir kommen, Aller Trübsal ganz entnen Jesum laß ich nicht! 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht Meine Seele wünscht und sehnet; Jesum wünscht sie und sein Licht, Der mich hat mit Gott versöhnet, Der mich freiet vom Gericht. Meinen Jesum laß ich nicht! 6. Jesum laß ich nicht von mir, Geh ihm ewig an der Seiten. Christus läßt mich für und für Zu dem Lebensbächlein leiten. Selig, wer mit mir so spricht: Meinen Jesum laß ich nicht! Chr. Keymann, geb. 1607, st. 1662. nommen. 7. Da werd ich deine SüBigkeit, Das himmlisch Manna, allezeit In reiner Liebe schmekfen und sehn dein liebreich Angesicht Mit unverwandtem Augenlicht, Ohn alle Furcht und Schrecken. Reichlich Werd ich Sein erquicket und geschmücket vor deinm Throne Mit der schönen Himmelskrone. Johann Heermann, geb. 1585, st. 1647. 329. Meinen Jefum ich nicht! Weil er sich für mich gegeben, So erfordert meine Pflicht, Unverrückt an ihm zu kleben. Er ist meines Lebens Licht: Meinen Jesum laß ich nicht! 2. Jesum laß ich nimmer nicht, Weil ich soll- auf Erden leben. Ihm hab ich voll Zuversicht, Was ich bin und hab ergeben; Alles ist auf ihn gericht. Meinen Jesum laß ich nicht! 3. Laß vergehen das Gesicht, Hören, Schmecken, Fühlen weichen; Laß das letzte Tageslicht mich auf dieser Welt erreichen; Wenn der Lebensfaden bricht: Meinen Jesum laß ich nicht! mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ. 330. Jefu Chrift, mein stes Licht, Der du in deiner Seelen So hoch mich liebst, daß ich es nicht Aussprechen kann, noch zählen: Gieb, daß mein Herz dich wiederum Mit Liebe und Verlangen Mög umfangen Und, als dein Eigenthum, Nur einzig an dir hangen. 2. Gieb, daß sonst nichts in meiner Seel, Als deine Liebe wohne. Gieb, daß ich deine Lieb erwähl Als meinen Schatz und Krone. Stoß Alles aus, nimm Alles hin, Was mich und dich will trennen Und nicht gönnen, Daß all mein Muth und Sinn In deiner Liebe brennen. 4. Ich werd ihn auch lassen nicht, Wenn ich nun dahin gelanget, Wo vor seinem Angesicht 3. Wie freundlich, selig, süß Meiner Väter Glaube pranget; und schön Ist, Jesu, deine Lie16* 244 Liebe zu Gott und Christo. be! Wo diese steht, kann nichts| Gottes Throne, Meine Krone, bestehn, Das meinen Geist be- Mein Schutz in aller Noth, trübe. Drum laß nichts Anders Mein Haus, darin ich wohne. Denfen mich, Nichts sehen, fühlen, hören, Lieben, ehren, Als deine Lieb und dich, Der du fie kannst vermehren. 4. O, daß ich dieses hohe Gut Möcht ewiglich behalten! O, daß in mir dies edle Gluth Möcht nimmermehr erfalten! Ach, hilf mir wachen Tag und Nacht Und Diesen Schatz bewahren Vor den Schaaren, Die wider uns mit Macht Aus Satans Reiche fahren. 5. Mein Heiland, du bist mir zu gut In Noth und Tod gegangen Und haft am Kreuz in deinem Blut Ein Fluch für mich gehangen, Verhöhnt, verspeit 10. Laß meinen Stand, darin und sehr verwundt. Ach, laß ich steh ,. Herr, deine Liebe ziemich deine Wunden Alle Stun- ren, Und wo ich etwan irre geh, den Mit Lieb im Herzensgrund Alsbald zurechte führen. Laß sie Auch reizen und verwunden. mich allzeit guten Rath Und rechte Werke lehren, Steuren, wehren Der Sünd, und nach der That Bald wieder mich bekehren. 6. Dein Blut, das dir vergoffen ward, Ist föstlich, gut und reine; Mein Herz hingegen böser Art Und hart, gleich einem Steine. Ach, laß doch deines Blutes Kraft Mein har tes Herze zwingen, Wohl durch dringen, und diesen Lebenssaft Mir deine Liebe bringen. 11. Laß sie sein meine Freud in Leid, In Schwachheit mein Vermögen; Und wenn ich nach vollbrachter Zeit Mich soll zur Ruhe legen, Alsdann laß deine Liebestreu, Herr Jeſu, bei mir stehen, Luft zuwehen, Daß ich getrost und frei Mög in dein Reich eingehen. 7. Was ist, o Jesu, daß ich nicht In deiner Liebe habe? Sie ist mein Stern, mein Sonnenlicht, Mein Quell, da ich mich labe, Mein süßer Wein, mein Himmelsbrod, Mein Kleid vor Paul Gerhardt, geb. 1606, ft. 1676. 8. Ach, liebste Lieb, wenn du entweichst, Was hilft mirs, sein geboren? Wenn du mir deine Lieb entzeuchst, Ist all mein Gut verloren. So gieb, daß ich dich, meinen Gast, Wohl such und bester Maßen Möge fassen Und, wenn ich dich gefaßt, In Ewigfeit nicht lassen. 9. Du hast mich je und je geliebt Und auch zu dir gezogen; Eh ich noch etwas Guts geübt, Warst du mir schon gewogen. Ach, laß doch ferner, edler Hort, Mich diese Liebe leiten Und begleiten, Daß sie mir immerfort Beisteh auf allen Seiten. Liebe zu Gott und Christo. 245 Mel. Alle Menschen müssen sterben.| Daß in seinem theuren Namen 331. Jefus d esus schwebt mir Alles glücklich sei und Amen; in Gedanken, So wird Alles werden gut, Jesus liegt mir stets im Sinn, Wenn nur Jesus Hülfe thut. Bon ihm will ich nimmer wanfen, Weil ich hier im Leben bin. Er ist meiner Augen Weide, Meines Herzens höchste Freude, Meiner Seele schönste Zier. Jesum lieb ich für und für. 6. Jesus, meiner Jugend Leiter Und Regierer meiner Sinn, Wird auch sein mein Trostbereiter, Wenn ich alt und kraftlos bin. Wenn sich frümmen meine Glieder Und die Lebenssonn geht nieder, Wenn verdunkelt mein Gesicht: Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesus funfelt mir im Her zen, Wie ein güldnes Sternelein. Er vertreibt mir Angst und Schmerzen, Er ist mein und ich bin sein. Drum ergreif ich ihn mit Freuden, Wenn ich soll von hinnen scheiden; Er ist meines Lebens Licht. Jesum laß ich von mir nicht. 7. Jesus soll in allem Leiden Mein getreuer Beistand sein. Nichts, nichts soll mich von ihm scheiden; Es soll keine Herzenspein, Keine Trübsal, feine Schmerzen Reißen ihn aus meinem Herzen; Ob mir gleich mein Herz zerbricht, Laß ich dennoch Jesum nicht. 8. Jesu leben, Jesu sterben, Jesu einzig eigen sein Und mit Jesu dorten erben, Dies ist mein Gewinn allein. Jesu will ich sein und bleiben, Nichts, nichts soll mich von ihm treis ben. Laß ich gleich Gut, Blut und Ehr: Jesum laß ich nim mermehr. 3. Jesu habe ich geschworen, Da ich von der Sünde rein Und von neuem ward geboren In der heilgen Taufe mein. Ihm will ichs auch treulich halten, Ihn in Allem lassen walten, Es sei Leben oder Tod. Jesus hilft aus aller Noth. 4. Jesum will ich bei mir haben, Wenn ich gehe aus und ein; Seines Geistes Trost und Gaben Ruhn in meines Herzens Schrein. Ja, wenn ich zu Bette gehe, Oder wiederum aufstehe, Bleibt doch Jeſus früh 332. Jefu, meine Freu und spat Meiner Seelen Schuß und Nath. 5. Jesum will ich lassen rathen, Der am besten rathen fann. Er gesegne meine Thaten, Die ich fröhlich fange an, zens Weide, Jesu, meine Zier! Ach, wie lang, ach lange, Ist dem Herzen bange Und verlangt nach dir! Gotteslamm, mein Bräuti gam, Außer dir soll mir auf Er den Nichts sonst liebers werden. 246 Liebe zu Gott und Christo. 2. Unter deinem Schirmen| Hohn, Dennoch bleibst du auch Bin ich vor den Stürmen Al- im Leide, Jesu, meine Freude. ler Feinde frei. Laß den Satan wittern*), Laß die Welt erschütJoh. Frand, geb. 1618, st. 1677. tern, Mir steht Jesus bei. Ob Mel. O, daß ich tausend Zungen hätte. es ist gleich kracht und blist, 333., fagt mir №¹, Obgleich Sünd und Hölle schrekken: Jesus will mich decken. *) Unwetter, Trübfalswetter erregen. 3. Troß dem alten Drachen! Trotz dem Todesrachen! Troß der Furcht dazu! Tobe, Welt, und springe; Ich steh hier und finge In gar sidhrer Ruh. Got tes Macht hält mich in Acht. Erd und Abgrund müssen schweigen Und vor ihm sich beugen. nichts von Gold und Schäßen, Von Pracht und Schönheit dieser Welt. Es kann mich ja kein Ding ergößen, Was mir die Welt vor Augen stellt. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 4. Weg mit allen Schäßen! Du bist mein Ergößen, Jesu, meine Lust. Weg, ihr eitlen Ehren! Ich mag euch nicht hören; Bleibt mir unbewußt. Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod Soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 5. Gute Nacht, o Wesen, Das die Welt erlesen! Mir gefällst du nicht. Gute Nacht, ihr Sünden! Bleibet weit dahinten, Kommt nicht mehr ans Licht. Gute Nacht, du Stolz und Pracht! Dir sei ganz, du Lasterleben, Gute Nacht gegeben. 6. Weicht, ihr Trauergeister! Denn mein Freudenmeister, Jefus, tritt herein. Denen, die Gott lieben, Muß auch ihr Betrüben Sanft und süße sein. Duld ich schon hier Spott und 2. Er ist alleine meine Freude, Mein Gold, mein Schatz, mein schönstes Bild, An dem ich meine Augen weide Und finde, was mein Herze stillt. Ein je der liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 3. Die Welt vergeht mit ihren Lüsten, Des Fleisches Schönheit dauert nicht; Die Zeit kann Alles das verwüsten, Was Menschenhände zugericht. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 4. Er ist allein mein Licht und Leben, Die Wahrheit selbst, das ewge Wort. Er ist der Weinstock, ich sein Reben; Er ist der Seelen Fels und Hort. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 5. Er ist der König aller Ehren, Er ist der Herr der Herrlichkeit; Er kann mir ewges Heil gewähren Und retten mich aus allem Streit. Ein Liebe zu Gott und Christo. jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 6. Sein Schloß kann keine Macht zerstören; Sein Reich vergeht nicht mit der Zeit; Sein Thron bleibt stets in gleichen Ehren Von nun an bis in Ewigfeit. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 7. Sein Reichthum ist nicht zu ergründen; Sein allerschön stes Angesicht, Und was von Schmuck an ihm zu finden, Verbleichet und veraltet nicht. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 8. Er will mich über Alls erheben Und seiner Klarheit machen gleich; Er wird mir so viel Schäße geben, Daß ich werd unerschöpflich reich. Ein jeder liebe, was er will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 9. Muß ich gleich hier sehr viel entbehren, So lang ich wandre in der Zeit, So wird er mirs doch einst gewähren Im Reiche seiner Herrlichkeit. Drum thu ich billig, wie ich will: Ich liebe Jesum, der mein Ziel. 247 merwährender Begier; Ich will dich lieben, schönstes Licht, Bis mir zuletzt das Herze bricht. 2. Ich will dich lieben, o mein Leben, Als meinen allerbesten Freund; Ich will dich lieben und erheben, So lange mich dein Glanz bescheint; Ich will dich lieben, Gotteslamm, Als meiner Seelen Bräutigam. 3. Ach, daß ich dich so spät erkennet, Du hochgelobte Schönheit du, Und dich nicht eher mein genennet, Du höchstes Gut und wahre Ruh! Es ist mir leid, ich bin betrübt, Daß ich dich hab ſo spät geliebt. 4. Ich lief verirrt und war verblendet, Ich suchte dich und fand dich nicht; Ich hatte mich von dir gewendet und liebte das geschaffne Licht: Nun aber ists durch dich geschehn, Daß ich dich mir hab ausersehn. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, Daß mir dein Glanz hat Licht gebracht; Ich danke dir, du Himmelswonne, Daß du mich froh und frei gemacht; Ich danke dir, du süßer Mund, Daß du mich machest ganz gesund. Joh. Scheffler, geb. 1624, ft. 1677. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen Und laß mich nicht mehr irre gehn. Laß meinen Fuß in deinen Wegen Nicht straucheln Mel. O, daß ich tausend Bungen hätte. 334. dh will dich lie- oder stille stehn. Erleucht mir S ben, meine Leib und Seele ganz, Du reiStärke, Jch will dich lieben, ner, starker Himmelsglanz. 7. Gieb meinen Augen süße ben mit dem Werke Und im- Thränen, Gieb meinem Herzen meine Zier; Ich will dich lie Liebe zu Gott und Christo. 248 keusche Brunst. Laß meine Seele sich gewöhnen, zu üben treu der Liebe Kunst. Laß meinen Geist, Sinn und Verstand Stets sein zu dir allein gewandt. 8. Ich will dich lieben, meine Krone, Ich will dich lieben, meinen Gott; Ich will dich lieben ohne Lohne Auch in der allergrößten Noth; Ich will dich lieben, schönstes Licht, Bis mir zuletzt das Herze bricht. Joh. Scheffler, geb. 1624, t. 1677. 5. Liebe, die mich hat gebunden An ihr Joch mit Leib und Sinn; Liebe, die mich überwunden Und mein Herz hat ganz dahin: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 6. Liebe, die mich ewig liebet, Die für meine Seele bitt; Liebe, die das Lösgeld giebet Und mich kräftiglich vertritt: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 7. Liebe, die mich wird erwecken Aus dem Grab der Mel. Komm, o komm, du Geist des 2c. Sterblichkeit; Liebe, die mich 335. Liebe, die du mich wird umſtecken Mit dem Laub Bilde Dei der Herrlichkeit: Liebe, dir erner Gottheit hast gemacht; Lie- geb ich mich, Dein zu bleiben be, die du mich so milde Nach ewiglich. Scheffler, 1624-1677. dem Fall hast wiederbracht: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben Mel. Komm, o komm, du Geist des zc. Deines Lebens 2. Liebe, die du mich erforen, 336. Met een Freude Eh als ich erschaffen war; Liebe, die du Mensch geboren Und mir gleich wardst ganz und gar: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. Ist der Himmel, Gottes Thron. meiner Seelen Trost und Weide Ist mein Jesus, Gottes Sohn. Was mein Herze recht erfreut, Ist in jener Herrlichkeit. 3. Liebe, die für mich gelitten Und gestorben in der Zeit; Liebe, die mir hat erstritten Ewge Lust und Seligkeit: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 4. Liebe, die du Kraft und Leben, Licht und Wahrheit, Geist und Wort; Liebe, die sich dargegeben mir zum Heil und Seelenhort: Liebe, dir ergeb ich mich, Dein zu bleiben ewiglich. 2. Andre mögen sich erquicken An den Gütern dieser Welt: Ich will nach dem Himmel blicken Und zu Jesu sein gesellt; Denn der Erde Gut vergeht: Jesus und sein Reich besteht. 3. Reicher kann ich nirgend werden, Als ich schon in Jesu bin; Alle Schätze dieser Erden Sind ein schnöder Angstgewinn. Jesus ist das rechte Gut, Das der Seele sanfte thut. Liebe zu Gott und Christo. 4. Glänzet gleich das Weltgepränge, Ist es lieblich anzu es doch in die Länge Und ist bald damit geschehn; Plötzlich pfleget aus zu sein Dieses Lebens Glanz und Schein. 5. Aber dort des Himmels Gaben, Die mein Jesus inne hat, Können Herz und Seele laben, Machen ewig reich und fatt; Es vergeht zu feiner Zeit Jenes Lebens Herrlichkeit. 6. Rost und Motten, Raub und Feuer Schaden auch der Freude nicht, Die mein Jesus, mein Getreuer, Und sein Himmel mir verspricht. Dort ist Alles abgethan, Was die Seele tränken kann. 7. Einen Tag bei Jesu sizzen, Ist viel besser, als die Welt Tausend Jahr in Freuden nüßen; Aber ewig sein gestellt Zu des Herren rechter Hand, Bleibt ein auserwählter Stand. 8. Trinken, essen, tanzen, springen Labet meine Seele nicht; Aber nach dem Himmel ringen Und auf Jesum sein gericht, Ist der Seele schönste Zier, Geht auch aller Freude für. 9. Ach, so gönne mir die Freude, Jesu, die dein Himmel hegt! Sei du selber meine Weide, Die mich hier und dort verpflegt; Und in dir recht froh zu sein, Nimm mich in den Himmel ein. Salomo Liscov, geb. 1640, st. 1689. 249 Mel. Valet will ich dir geben. 337: Shag über alle Jesu, liebster Schatz, An dem ich mich ergöße: Hier hab ich einen Platz In meinem treuen Herzen Dir, Schönster, zugetheilt, Weil du mit deinen Schmerzen Mir meinen Schmerz geheilt. 2. Ach, Freude meiner Freuden, Du wahres Himmelsbrod, Damit ich mich kann weiden, Das meine Seelennoth Ganz fräftiglich fann stillen Und mich in Leidenszeit Erfreulich überfüllen Mit Trost und Süßigkeit: 3. Laß, Liebster, mich erblikken Dein freundlich Angesicht, Mein Herze zu erquicken; Komm, komm, mein Freudenlicht! Denn ohne dich zu leben Ist lauter Herzeleid; Vor deinen Augen schweben Ist wahre Seligkeit. 4. O reiche Lebensquelle, Jesu, süße Ruh, Du trener Kreuzgeselle, Schlag nach Belieben zu! Ich will geduldig leiden, Und soll mich keine Pein Von deiner Liebe scheiden, Noch mir beschwerlich sein. 5. Mein Herze bleibt erge, ben Dir immer für und für, Zu sterben und zu leben, Und will vielmehr mit dir Jm tiefsten Feuer schwißen, Als, Schönster, ohne dich Im Paradieſe sizzen, Veracht und jämmerlich. 6. Herrlichkeit der Erden, Dich mag und will ich nicht! 250 Liebe zu Gott und Christo. Mein Geist will himmlisch wer-| Ihr Gut verschwindt wie Staub den Und ist dahin gericht, Wo und Wind, Ihr Lust die muß Jesus wird geschauet. Da sehn zerstieben; Nur Gott, mein ich mich hinein, Wo Jesus Hüt- Schatz, behält den Platz Und ten bauet; Denn dort ist gut bleibet unvertrieben. zu sein. 4. Was hab ich denn zuvor gethan, Daß ich den Erdenlüsten Bin allzusehr gehangen an, Die doch nur einer Wüsten Ich gleiche nun, weil all ihr Thun, So gut es uns mag dünken, Macht Seelennoth und nach dem Tod In ewge Pein versinken? 5. Was mag doch wohl die Ursach sein, Daß ich mich so bethöret? Die Sünd, die mich genommen ein, Hat meinen Sinn verkehret, Daß ich allhier mich, Gott, von dir Hab öfters lassen trennen. Dies lasse mich, ich bitte dich, Mit steter Reu erkennen. 7. Nun, Jesu, mein Vergnügen, Komm, hole mich zu dir, In deinem Schoß zu liegen. Komm, meiner Seele Zier, Und seze mich aus Gnaden In deine Freudenstadt; So kann mir Niemand schaden, So bin ich reich und satt. Salomo Liscov, geb. 1640, st. 1689. 338. Mel. Was mein Gott will, gescheh zc. ier ist mein Herz, Herr, nimm es hin: Dir hab ich mich ergeben. Welt, immer fort aus meinem Sinn Mit deinem schnöden Leben! Dein Thun und Tand hat nicht Bestand, Deß bin ich wor den innen; Drum schwingt aus dir sich mit Begier Mein freier Geist von hinnen. 2. Gott ist mein allerbestes Gut, Nach ihm steht mein Verlangen. Ach, könnt ich doch mit frohem Muth Nur meinem Gott anhangen! Ach, daß mir doch das Sündenjoch Bald ganz würd abgenommen, Daß ich einmal in seinen Saal Des Himmels möchte kommen! 3. Ich sehe doch, daß in der Welt Und allen ihren Sachen, Was sie von Gütern in sich hält, So gar nichts ist zu machen. 6. Gieb, daß ich meinen Sinn zu dir Hinauf gen Himmel schwinge Mit Lieb und herzlicher Begier Und mich in keinem Dinge Erfreue hier, als nur in dir, Gott, meiner Seele Leben. Du allermeist fannst meinem Geist Die beste Fülle geben. 7. Drum immer hin, was flüchtig ist! Ich will es lassen fahren. Gott einig hat mein Herz durchfüßt. Der wird mich wohl bewahren, Daß, was der Welt sonst wohl gefällt, Sch hasse und verlange Mit Herz und Muth das höchste Gut Und ewig ihm anhange. Sebastian Frand, geb. 1606, st. 1668 Liebe zu Gott und Christo. 251 339. J Mel. Jeju, der du meine Seele. Mich auch zu dir schreien lehre, Refu, frommer Wenn sich naht des Wolfes Menschenheer- Grimm. Laß mein Schreien dir den Guter und getreuer Hirt, gefallen, Deinen Trost hernieLaß mich auch dein Schäflein werden, Das dein Stab und Stimme führt. Ach, du hast aus Lieb dein Leben Für die Schafe hingegeben, Und du gabst es auch für mich! Laß mich wie der lieben dich. der schallen; Wenn ich bete, höre mich; Jesu, sprich: Ich höre dich! 3. Schafe ihren Hirten kennen, Dem sie auch sind wohl bekannt. Laß mich auch nach dir nur rennen, Wie du kamst zu mir gerannt. Da des Höllenwolfes Rachen Eine Beut aus mir wollt machen, Riefest du: Ich kenne dich! Rief ich auch: Dich kenne ich! 6. Höre, Jesu, und erhöre, Wenn ich ruf, anklopf und schrei. Jesu, dich von mir nicht fehre, Steh mir bald in Gnaden bei. Ja, du hörst; in deinem Namen Ist ja Alles Ja und Amen. Nun, ich glaub und fühle schon, Deinen Trost, o Gottes Sohn. Stegmund v. Birken, geb. 1626, st. 1631. 2. Heerden ihren Hirten lieben, Und ein Hirt liebt seine Heerd. Laß uns auch so Liebe üben, Du im Himmel, ich auf Erd. Schallet deine Lieb her nieder, Soll dir meine schallen wieder; Wenn du rufft: Ich liebe dich! Ruft mein Herz: 340. Dich liebe ich! eelenbräutigam, Jesu, Gotteslamm! Habe Dank für deine Liebe, Die mich zieht aus reinem Triebe Von dem Sündenschlamm, Jesu, Gotteslamm! 2. Deine Liebesgluth Stärfet Muth und Blut. Wenn du freundlich mich anblickest Und an deine Brust mich drückest, Macht mich wohlgemuth Deine Liebesgluth. 4. Heerden ihren Hirten hören, Folgen seiner Stimm allein; Hirten auch zur Heerd sich kehren, Wenn sie rufen Groß und Klein. Laß mich hören, wenn du schreiest, Laß mich laufen, wenn du dränest, Laß mich horchen stets auf dich; Jesu, höre du auf mich)! 3. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Noth und Tod! Du bist darum Mensch geboren, Zu ersetzen, was verloren, Durch dein Blut so roth, Wahrer Mensch und Gott. 4. Meines Glaubens Licht Laß verlöschen nicht. Salbe 5. Höre, Jesu, und erhöre Mei- mich mit Freudenöle, Daß hinne, deines Schäfleins, Stimm; fort in meiner Seele Ja ver 252 Liebe zu Gott und Christo. lösche nicht meines Glaubens| mein Thränenfluß Sich bald Licht. stillen muß. 5. So werd ich in dir Bleiben für und für. Deine Liebe will ich ehren und in dir dein Lob vermehren, Weil ich für und für Bleiben werd in dir. 6. Held aus Davids Stamm! Deine Liebesflamm Mich ernähre und verwehre, Daß die Welt mich nicht versehre, Ob sie mir gleich gram, Held aus Davids Stamm. 7. Großer Friedefürst! Wie hast du gedürst Nach der Men schen Heil und Leben Und dich in den Tod gegeben, Wie du riefst: Mich dürft! Großer Friedefürst. 8. Deinen Frieden gieb Aus so großer Lieb Uns, den Deinen, die dich kennen und nach dir sich Christen nennen; De nen du bist lieb, Deinen Frieden gieb. 12. Wenn ich mich aufs Neu Wiederum erfreu, Freuest du dich auch zugleiche, Bis ich dort in deinem Reiche Ewiglich aufs Neu Mich mit dir erfreu. 13. Hier durch Spott und Hohn, Dort die Ehrenkron; Hier im Hoffen und im Glaus ben, Dort im Haben und im Schauen; Denn die Ehrenfron Folgt auf Spott und Hohn. 14. Jesu, hilf, daß ich Allhier ritterlich Alles durch dich überwinde Und in deinem Sieg empfinde, Wie so ritterlich Du gekämpft für mich. 15. Du, mein Preis und Ruhm, Werthe Saronsblum! In mir soll nun nichts erschallen, Als was dir nur kann ges fallen, Werthe Saronsblum, Du, mein Preis und Ruhm. Adam Drese, geb. 1630, st. 1718. 9. Wer der Welt abstirbt, Emsig sich bewirbt Um den leDer wird bald empfindlich schauen, Daß 341. Niemand verdirbt, Der der Welt abstirbt. Mel. Gott, du frommer Gett. u bist ein gu wirst es ewig bleiben. Jesu, gieb, daß ich Dies mög von 10. Nun ergreif ich dich, Du, Herzen gläuben. Laß hören deis mein ganzes Ich. Ich will nim- ne Stimm, Daß ich davon ermermehr dich lassen, Sondern wach Und als ein Schäslein dir gläubig dich umfassen, Weil im Gehorsam folge nach. Glauben ich nun ergreife dich. 11. Wenn ich weinen muß, Wird dein Thränenfluß Nun den meinen auch begleiten Und zu deinen Wunden leiten, Daß 2. Ich kenne deine Stimm und hör der Fremden keinen, Die meine Seele nicht, Sich aber selber meinen. Der Miethling hält ohn dies In Noth Liebe zu Gott und Christo. bei mir nicht Stand; Drum folg ich deiner Stimm Und deiner Hirtenhand. 3. Du bist getreu in Noth. Mein Herz soll sich verlassen Auf dich, mein Hirt, und dich Mit Glaubensarmen fassen. Bist du mein Hirt, so wird Dein Schaf versorget sein Und auf der Weide gehn Nach Willen aus und ein. 4. Ach, daß ich deine Treu Im Herzen möcht erkennen und mich bis in den Tod Dein frommes Schäflein nennen! Ach, daß ich deine Lieb Erwägen möchte so, Daß mich die Hirtenlieb Auch macht im Kreuze froh! 5. O, daß ich dir allein, Mein Hirte, wär ergeben, Der du für mich aus Lieb Gelassen hast dein Leben! O, daß mein ganzes Herz Und was sich in mir regt, Zur Gegenliebe würd Aus dieser Lieb bewegt! 6. Ach, hätt ich Schäfleins Art, Die sich um nichts bemühen, Noch sorgen, weil sie nicht Von ihrem Hirten fliehen! Sie gehen, wo der Hirt Sie führet hie und dort, Und folgen seiner Stimm An einem jeden Ort. 7. O, daß ich möcht auf dich, O Jesu, mein Anliegen Stets werfen und in dir Allein mein Herz vergnügen; Hingegen stille sein Und sorgen ferner nicht, Weil du als Hirte weißt, Was deinem Schaf gebricht! 253 8. Ja, Herr, du willst und kannst Und wirst es also machen, Daß ich im Glauben dir Befehle meine Sachen. Du kommst ja von dir selbst Und führst die Schäflein ein, Daß sie ganz unbesorgt In deinem Schafstall sein. 9. O Jesu, leite mich, Als ein getreuer Hirte, Der ſeiner Schäflein sich Annähm und sie bewirthe, Selbst zu der bösen Zeit, Da wenig Hirten mehr Getren im Glauben sind, Noch leben nach der Lehr. 10. Führ du, o Jesu, mich Auf frischen Lebens- Auen, Und laß mein Glaubensaug Auf dich allein nur schauen, und deine Stimme mich So hören, daß ich dich, Als meinen Hirten, lieb Hier und dort ewiglich. Laurentius Laurentii, g. 1660, st. 1722. 342. D Ursprung des Lebens, D ewiges Licht, Da Niemand vergebens Sucht, was ihm gebricht! Lebendige Quelle, So lauter und helle Sich aus seinem heiligen Tempel ergießt Und in die begierigen Seelen einfließt! 2. Du sprichst: Wer begehret zu trinken von mir, Was ewiglich nähret, Der komme; allhier Sind himmlische Gaben, Die süßiglich laben: Er trete im Glauben zur Quelle heran; Hier ist, was ihn ewig beseligen kann. 3. Hier komm ich, mein Hirs 254 Liebe zu Gott und Christo. te; Mich dürftet nach dir. O| Mel. O, daß ich tausend Jungen ze Liebster, bewirthe Dein Schäflein allhier. Du kannst dein Ber: 343, er beste Freund ist in sprechen Mir Armen nicht bre chen. Du siehest, wie elend und dürftig ich bin; Auch giebst du die Gaben aus Gnaden nur hin. dem Himmel. Auf Erden sind nicht Freunde viel; Denn bei dem falschen Weltgetümmel Steht Redlichkeit oft auf dem Spiel. Drum hab ichs immer so ge meint: Mein Jesus ist der beste Freund. 4. Du süße Fluth labest Geist, Seele und Muth, Und wen du begabest, Findt ewiges Gut. Wenn man dich genießet, Wird Alles versüßet; Es jauchzet, es finget, es springet das Herz, Es weichet zurücke der traurige Schmerz. 2. Die Welt ist gleich dem Rohr im Winde; Mein Jesus stehet felfenfest. Wenn ich mich ganz verlassen finde, Mich seine Freundschaft doch nicht läßt. In Freud und Schmerz ers redlich meint: Mein Jesus ist der beste Freund. 5. Drum gieb mir zu trinken, Wies dein Wort verheißt. Laß gänzlich versinken Den sehnen den Geist Im Meer deiner Lie3. Die Welt verkaufet ihre be. Laß heilige Triebe Mich Liebe Dem, der am meisten immerfort treiben zum Himmli- nügen kann, Und scheinet dann schen hin; Es werde mein Herze ganz trunken darin. das Glücke trübe, So steht die Freundschaft hinten an; Doch hier ist es nicht so gemeint; Mein Jesus ist der beste Freund. 4. Er läßt sich selber für mich tödten, Bergießt für mich sein eigen Blut; Er steht mir bei in allen Nöthen; Er sagt für meis ne Schulden gut; Er hat mir niemals was verneint: Mein Jesus ist der beste Freund. 6. Wenn du auch von Leiden Mir schenkest was ein, So gieb, dir mit Freuden Gehorsam zu sein. Denn alle die, welche Mit trinken vom Kelche, Den du hast getrunken im Leiden allhier, Die werden dort ewig sich freuen mit dir. 7. Drum laß mich auch werden, Mein Jesu, erquickt Da, wo deine Heerden Kein Leiden mehr drückt, Wo Freude die Fülle, Wo liebliche Stille, Wo Wonne und Jauchzen, wo Herrlichkeit wohnt, Wo heiliges Le ben wird ewig belohnt. Chris. Jac. Koits, g. 1671, s. 1734. 5. Mein Freund, der mir sein Herze giebet, Mein Freund, der mein ist und ich sein, Mein Freund, der mich beständig lie bet, Mein Freund bis in das Grab hinein. Ach, hab ichs nun nicht recht gemeint: Mein Je sus ist der beste Freund? Liebe zu Gott und Christo. 6. Behalte, Welt, dir deine Freunde! Sie sind doch gar zu wandelbar. Und hätt ich hunderttausend Feinde, So frümmen sie mir nicht ein Haar. Hier immer Freund und nimmer Feind: Mein Jesus ist der beste Freund. Benjam. Schmolk. geb. 1672. st. 1737. 255 Bez hilft tragen, Richtet es zum sten ein! Er will auch nicht immer schlagen; Nach der Ruthe kommt die Huld. Er begehret nur Geduld. 6. Führt er mich gleich wunderlich Rechts und links durch Freud und Schmerzen, Er hat dennoch über mich Immer etwas Guts im Herzen; Ja, es einen Sesum führt die Wunderbahn Nirgend 344. Melaß ich nicht! hin, als himmelan. Mi Ach, was wollt ich Bessers haben? Ruhe, Freude, Trost und Licht Jst in seinem Schoß be graben; Alles, was Vergnügung giebt, Hab ich, weil mich Jesus liebt. 7. Von der treuen Liebeshand Offenbart sich lauter Liebe; Nichts beruht auf Unbestand Bei dem treuen Liebestriebe. Jesus, immer einerlei, Ist und bleibet ewig treu. 2. Er ist mein und ich bin 8. Blinde Welt, such immersein; Liebe hat uns so verbun- hin Rauch und Koth auf dieser den. Er ist auch mein Heil al- Erden! Außer Jesu kann mein lein Durch sein Blut und tiefe Sinn Niemals recht vergnüget Wunden. Auf ihn bau ich fel- werden. Also bleibts bei dieſer fenfest, Voller Hoffnung, die Pflicht: Meinen Jesum laß ich nicht läßt. nicht. Benj. Schmolt. g. 1672, st. 1737. 3. Ohne Jesum würde mir Nur die Welt Höllen werden. Hab ich ihn, ſo giebt er 345. Amein Gott, nur Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. ch, wenn ich dich, mir Schon den Himmel auf der Erden. Hungert mich, so sett er mir Brod wie lauter Manna für. 4. Eine Stunde, da man ihn Recht ins Herze sucht zu schlieBen, Giebt den seligsten Gewinn, Gnad und Friede zu genießen; Ein nach ihm geschickter Blick Bringt viel tausend Lust zurück. 5. D, wie wird mein Kreuz so klein, Weil er mir es selbst habe! Nach Erd und Himmel frag ich nicht. Nichts ist, das meine Seele labe, Als du, mein Gott, mein Trost und Licht! Rühmt sich die Welt mit ihrer Lust, Ohn dich ist mir kein Trost bewußt. 2. Soll Leib und Seele mir verschmachten: Ich hoffe doch getrost auf dich. Nichts will ich alle Plagen achten; An dir al Liebe zu Gott und Christo. 256 lein erquick ich mich. Regt sich auch Alles wider mich, Es bleibt dabei: Ich liebe dich. 3. Hab ich nur dich, so hab ich Alles, Was meine Seele wünschen kann; Auch fürcht ich mich gar keines Falles. Liebst du mich nur, was ficht mich an? Drum spricht mein Herz: Du bist mein Theil, In dir ist meiner Seelen Heil. Benj. Schmolf, g. 1672, st. 1737. 346. Wowie du, e Mel. Seelenbräutigam. Der ist wohl, su, süße Ruh! Unter Vielen auserforen, Leben derer, die verloren, Und ihr Licht dazu, Jesu, süße Ruh! 2. Leben, das den Tod, Mich aus aller Noth zu erlösen, hat geschmecket, Meine Schulden zugedecket Und mich aus der Noth Hat geführt zu Gott! 3. Glanz der Herrlichkeit! Du bist vor der Zeit Zum Erlöser uns geschenket, Und in unser Fleisch versenfet In der Füll der Zeit, Glanz der Herrlichkeit. 4. Großer Siegesheld! Tod, Sünd, Höll und Welt, Alle Kraft des großen Drachen Hast du wolln zu Schanden machen Durch das Lösegeld Deines Bluts, o Held. 5. Höchste Majestät, König und Prophet! Deinen Scepter will ich küssen, Ich will sizzen dir zu Füßen, Wie Maria that, Höchste Majestät, 6. Laß mich deinen Ruhm, Als dein Eigenthum, Durch des Geistes Licht erkennen, Stets in deiner Liebe brennen Als dein Eigenthum, Allerschönster Ruhm. 7. Zeuch mich ganz in dich, Daß vor Liebe ich Ganz zerrinne und zerschmelze Und auf dich mein Elend wälze, Das stets drücket mich; Zeuch mich ganz in dich. 8. Deiner Sanftmuth Schild, Deiner Demuth Bild Mir anlege, in mich präge, Daß fein Zorn, noch Stolz sich rege. Vor dir sonst nichts gilt, Als dein eigen Bild. 9. Steure meinem Sinn, Der zur Welt will hin, Daß ich nicht mög von dir wanken, Sons dern bleiben in den Schranken. Sei du mein Gewinn; Gieb mir deinen Sinn. 10. Wecke mich recht auf, Daß ich meinen Lauf Unverrückt zu dir fortsege, Und mich nicht in seinem Nege Satan halte auf; Fördre meinen Lauf. 11. Deines Geistes Trieb In die Seele gieb, Daß ich wachen mög und beten, Freudig vor dein Antlig treten. Ungefärbte Lieb In die Seele gieb. 12. Wenn der Wellen Macht In der trüben Nacht Will des Herzens Schifflein decken, Wollst Liebe zu Gott und Christo. 257 du deine Hand ausstrecken. Ha-| Nimmst du mich dort mit Ehbe auf mich Acht, Hüter in der Nacht. 13. Einen Heldenmuth, Der da Gut und Blut Gern um deinetwillen laffe Und des Fleisches Lüfte hasse, Gieb mir, höchstes Gut, Durch dein theures Blut. ren an, Wo mich vor deinem Thron erfreut Die Krone der Gerechtigkeit. Herr Jesu Christ, Ach, mit Begier, ach, mit Begier, Wünsch ich zu sein, mein Gott, bei dir. 3. Mein Alles ist auf dich gericht; Hab ich nur dich, so frag ich nicht Nach Himmel und nach Erden. Denn wär der Himmel ohne dich, So könnte feine Lust für mich In tausend Himmeln werden. Wärst du nicht schon auf Erden mein, Möcht ich auch nicht auf Erden sein; Denn auch die ganze weite Welt ge= fällt. Herr Jesu Christ, Wo du nicht bist, wo du nicht bist, Ist nichts, das mir erfreulich ist. Mel. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. 347. Herr Jesu Christ, Hat nichts, das mir wie du mein höchstes Gut, Mein Seelenschag, mein Herzensmuth Und aller Sinnen Freude: Ich bleibe dennoch stets an dir; So ist auch nichts, das dich von mir, Und unsre Liebe scheide. Du machst mir deinen Weg bekannt, Hältst mich bei deiner rechten Hand, Regierst und führst den Lebenslauf Und hilfest meiner Schwachheit auf. Herr Jesu Christ, Du bist mein Licht, du bist mein Licht; Ich folge dir, so irr ich nicht. 4. Und sollte mir durch Kreuz und Noth, Durch Marter, durch Gewalt und Tod Auch Leib und Seel verschmachten: Dies Alles wird, wenns auch noch mehr, Ja gar wie eine Hölle wär, Mein Glaube doch nichts achten. Du bist und bleibest doch mein Heil Und meines Herzens Trost und Theil; So wird und muß durch dich allein Auch Leib und Seele selig sein. Herr Jesu Christ, Ich hoffe fest, ich hoffe fest, Daß deine Kraft mich nicht verläßt. 2. Du leitest mich nach deinem Rath, Der anders nichts beschlossen hat, Als was mir Segen bringet. Gehts gleich zu Zeiten wunderlich, So weiß ich 5. Wer von dir weicht und dennoch, daß durch dich Der auf der Welt Dir nicht bestänAusgang wohl gelinget. Nach dig Glauben hält, Muß freilich hartem Tritt auf rauher Bahn wohl verderben Und kann, weil M. R. Gesangbuch. 17 14. Solls zum Sterben gehn, Wollst du bei mir stehn, Mich durchs Todesthal begleiten und zur Herrlichkeit bereiten, Daß ich einst mag sehn Mich zur Rechten stehn. S. A. Freylinghausen, g. 1670, st. 1739. 258 Liebe zu Gott und Christo. er die Lust und Pracht Des Flei-| nem Herzen So lang, bis ich sches hier zum Himmel macht, bei ihm bin! Ach, wer giebt Den Himmel dort nicht erben. mir Taubenflügel, Daß ich kann Wer Teufeln folgt und ärger- zu jeder Frist Fliegen über Berg lich In Sünden lebet wider und Hügel, Suchen, wo mein dich Und denket an die Buße Jesus ist? nicht, Den bringst du um durch dein Gericht, Herr Jesu Christ, Und bist dabei und bist dabei, Dem, der dir treu ist, ewig treu. 6. Drum halt ich mich getrost zu dir; Du aber hältst dich auch zu mir; Und das ist meine Freude. Ich setze meine Zuversicht Auf dich, mein Fels, der nicht zerbricht In Freud und auch im Leide. Dein Thun soll alles und allein Im Herzen mir und Munde sein, Bis ich dich 3. Er vertreibt mir Angst und Schmerzen, Er vertreibt mir Sünd und Tod. Quält mich was in meinem Herzen: Er hilft wiederum aus Noth. Darum will ich nicht ablassen, Will ihn suchen hin und her, In den Wäldern, auf den Straßen, Will ihn suchen mehr und mehr. 4. Liebster Jesu, laß dich finden! Meine Seele ruft nach dir. Ach, vergieb nun meine Sünden! Heiland, zieh mich ganz kann mit Augen sehn. Ach, zu dir. Stille, Jesu, mein Vermöchte solches bald geschehn! Herr Jesu Christ, Ich warte drauf, ich warte drauf. Komm, fomm, mein Heiland, nimm mich auf! Erdm. Neumeister, g. 1671, st. 1756. langen. Sei und bleibe du doch mein; Laß mich einzig dir anhangen und auf ewig bei dir sein. Mel. Nun laßt uns den Leib zc. Mel. O du Liebe meiner Liebe. 348. W mein Berlan- Herrn: Was mir gefällt, das o ist Jefus, 349, ich weiß noch thut er gern. Doch weiß ich feinen schlimmern Knecht: Ich mach ihm keine Sache recht. 2. Gott Lob! daß mir mein Herr vergiebt und mich aus freier Gnade liebt. Gott Lob! daß er mich dulden fann. Gott Lob! er nimmt die Sünder an. gen, Mein Geliebter und mein Freund? Ach, wo ist er hingegangen? Wo mag er zu finden sein? Meine Seel ist sehr betrübet Mit viel Sünd und Ungemach. Wo ist Jesus, den sie liebet, Den sie suchet Nacht und Tag? 2. Ach, ich ruf vor Pein und Schmerzen: Wo ist denn mein Jesus hin? Keine Ruh in mei3. Drum bleib ich stets bei diesem Herrn Und das von ganzem Herzen gern. Bei sei Liebe zu Gott und Christo. 259 nem Wort, in seinem Blut, mich ungeschickt Zu allen deis Hats meine Seele ewig gut. nen Sachen: Was aber dich Ernst Gottl. Woltersdorf, g. 1725, st.1761. nicht liebt und ehrt, Und was and 13 del 555) mein eignes Heil zerstört, Das fann ich balde machen. Kannst mass Mel. Wie schön leuchtet der zc.nor Dein Herr ist 350. Müberschwäng- und betrachten und mich lieben? Wahrlich, ja, es steht geschrie ben! ** 8 5. Seht, wie er seine Arme dehnt Und sich am Kreuz nach Sündern sehnt, Die seines Bluts begehren! Wie wallt und brennt sein reines Herz Und wünscht, ich soll für all den Schmerz Ihm nur den Lohn gewähren, Daß ich Selbst mich Ihm verschreibe, bei ihm blei be, Glauben fasse Und mich selig machen lasse. lich gut, Und was er täglich an mir thut, Kann Niemand besser machen. Sein Herz, sein Wort, sein Geist, sein Blut, Sein duldender, sein sanfter Muth Sind unerhörte Sachen. Laßt mich Ewig Mit Verlangen an ihm hangen und mit Freuden Unter seinem Scepter weiden. dum niso mom 2. Wo ist ein solcher guter Herr, Der alle Tage freundlicher Sich gegen mich bezeiget! Ich weiß, so wahr er mir vergiebt, Ich weiß nicht, was er an mir liebt, Und was ihn zu mir neiget. Heftig, Kräftig, Unbeschreiblich, ganz unglaublich sind die Triebe Seiner wunderbaren Liebe. 3. O, lieber Herr, wer bin ich doch, Und was empfind ich heute noch In dem vergiften Herzen! Ists möglich, bringt dich meine Noth Durch Liebesmacht bis in den Tod, In unerhörte Schmerzen? Stündlich Sündlich, Blind und schändlich, unerkenntlich, wüst und öde: Ach, mein Herr, ich bin zu schnöde! 6. Fürwahr, du bist der große Gott; Denn das bezeugt, dem Feind zum Spott, Dein göttlich- großes Lieben. Du hast dich völlig mir vertraut und dich der allerärmsten Braut Mit dei nem Blut verschrieben. Herr! Herr! O der Treugesinnten, un ergründten Gnadentriebe! Du bist Gott, du bist die Liebe! 7. Aus Gnaden bin ich, was ich bin, Verlobte Braut und Königin. Ich schäme mich mit Freuden. Mein Herr, der mich so hoch gebracht, Hat mich uns endlich reich gemacht und will mich selber weiden. Selig, Hei lig, Schön und prächtig, stark 4. So oft mein Herz sich und mächtig macht die Gnade, selbst erblickt, So oft fühl ich Wo verzweifelt bös der Schade. 17* 260 Liebe zu Gott und Christo. täglich herrlicher; Je länger, desto lieber. Denn weil mein Glaube dich versteht, So weiß ich, wenns durch Proben geht, Die Proben gehn vorüber. Ewig Wird mich Mein Begehren, dich zu ehren, nie gereuen, Alle Tage mehr erfreuen. 8. So wahr du lebst, mein, im Geist anhangen, Darf nichts Gott und Herr, Du wirst mir mehr verlangen. nisi 2. Wem du dich gegeben, Kann im Frieden leben; Er hat, was er will. Wer im Herzensgrunde Lebt mit dir im Bunde, Liebet und ist still. Bist du da, uns innig nah, Muß das Schönste bald erbleichen, Und das Beste weichen. 9. Was mir mein Herr vergeben kann, Das seh ich mit Erstaunen an; Es ist nicht aus zusprechen. Wo ist ein Gott, der so verschont? Wo ist ein Herr, der so belohnt Bei allen meinen Schwächen? Was er Selber meinem Leben Guts gegeben, will er preisen und mir tausend Gnad erweisen. 10. Hallelujah! Preis, Ehr und Macht Sei meinem guten Herrn gebracht! Ich kann ihn nicht beschreiben. Es wisse, wer es wissen kann, Mir steht kein andrer Himmel an, Als ewig fein zu bleiben. Singet, Springet! Herz und Glieder, liebt ihn wieder; laßt mich loben! Hallelujah hie und droben! Ernst Gottl. Woltersdorf, g. 1725, st. 1761. 3. Höchstes Gut der Güter, Ruhe der Gemüther, Trost in aller Pein: Was Geschöpfe haben, Kann den Geist nicht laben; Du vergnügst allein. Was ich mehr, als dich begehr, Kann mein Seligsein nur hindern Und den Frieden mindern. 4. Was genannt mag werden Droben und auf Erden, Alles reicht nicht zu. Einer nur fann geben Freude, Ruh und Leben, Eins ist noth: nur du! Hab ich dich nur wesentlich, So mag Leib und Seel verschmachten: Ich wills doch nicht achten. 5. Komm, du selges Wesen, Das ich mir erlesen, Werd mir offenbar! Meinen Hunger stille, Meinen Grund erfülle Mit dir selber gar! Bleib nur du mein Gut und Ruh, Bis du wirst in jenem Leben Dich mir völlig din Mel. Jesu, meine Freude. 351. genugfam We- geben. sen, Das ich hab erlesen Mir zum höchsten Gut: Du vergnügst alleine Völ lig, innig, reine, Seele, Geist und Muth. Wer dich hat, ist still und satt; Wer dir kann da Gerh. Tersteegen, g 1697, st. 1769 Mel. Erquicke mich, du Heil der zc. ch bete an die 352. Macht der Liebe, Die sich in Jesu offenbart. Liebe zu Gott und Christo. 261 Ich geb mich hin dem freien| Werk, in allem Wesen Sei JeTriebe, Mit dem ich Wurm ge- sus und sonst nichts zu lesen. liebet ward. Ich will, anstatt an mich zu denken, Ins Meer der Liebe mich versenken. 2. Wie bist du mir so sehr gewogen, Und wie verlangt dein Herz nach mir! Durch Liebe fanft und stark gezogen, Neigt sich mein Alles auch zu dir. Du traute Liebe, gutes Wesen, Du hast mich, ich hab dich erlesen. 7. In diesem theuren Jesusnamen Das Baterherze öffnet fich. Ein Brunn der Liebe, Fried und Freude Quillt nun so nah, so mildiglich. Mein Gott, wenns doch der Sünder wüßte! Sein Herz alsbald dich lieben müßte. 3. Ich fühls, du bists; dich muß ich haben. Ich fühls, ich muß für dich nur sein. Nicht im Geschöpf, nicht in den Gaben: Mein Ruhplatz ist in dir allein. Hier ist die Ruh, hier ist Vergnügen; Drum folg ich deinen selgen Zügen. 8. Lob sei dem hohen Jesusnamen, In dem der Liebe Quell entspringt, Von dem hier alle Bächlein kamen, Aus dem die selge Schaar dort trinkt. Wie beugen sie sich ohne Ende! Wie falten sie die frohen Hände!( Wir beugen uns mit ohne Ende; Wir falten mit die frohen Hände.) Gerh. Tersteegen, g. 1697, st. 1769. ( 224) 4. Für dich ist ewig Herz und Leben, Erlöser, du, mein einzig Mel. Alles ist an Gottes Segen. so will ich denn mein Les Gut. Du haft für mich dich hin- 353. Nun fo in te gegeben dein Erlösungsblut. Heil des schweren, tiefen Falles, Für dich ist ewig Herz und Alles! 5. Ich liebt und lebte recht im Zwange, Als ich mir lebte ohne dich. Ich wollte dich nicht, ach, so lange! Doch liebtest du und suchtest mich. O, wenn doch dies der Sünder wüßte! Sein Herz wohl bald dich lieben müßte. 6. Jesu, daß dein Name bliebe Im Grunde! Drück ihn tief hinein. Möcht deine süße Jesusliebe In Herz und Sinn gepräget sein! In Wort und — ben Völlig meinem Gott erge ben; Nun wohlan, es ist geschehn. Sünd, ich will von dir nichts hören; Welt, ich will mich von dir kehren, Ohne je zurück zu sehn. 2. Hab ich sonst mein Herz getheilet, Hab ich hie und da verweilet: Endlich sei der Schluß gemacht, Meinen Willen ganz zu geben, Meinem Gott allein zu leben, Jhm zu dienen Tag und Nacht. 3. Herr, ich opfre dir zur Gabe All mein Liebstes, das ich habe; Schau, ich halte nichts Liebe zu Gott und Christo. 262 zurück. Schau und prüfe meine Nieren; Solltest du was Falsches spüren, Nimm es diesen Augenblick. 4. Ich scheu feine Müh und Schmerzen; Gründlich und von ganzem Herzen Will ich folgen deinem Zug. Kann ich stetig und in Allem Deinen Augen nur gefallen: Ach, so hab ich ewig gnug. 4. Nur er soll mir auf Erden Zur Kunst und Weisheit werden, Mein Leitstern in der Zeit, Mein Schatz, der ewig währe, Mein Frieden, meine Ehre, Mein Himmel, meine Selig feit. nale di padron 5. Wird einst die Seele scheiden, Daß sie aus dieſem Leiden In Salems Thore tritt, Bring ich als Schmuck und 5. Dich allein will ich erwäh- Krone Sonst nichts vor Gottes len; Alle Kräfte meiner See- Throne, Denn meines Jeſu Nalen Nimm nur ganz in deine men mit. Macht. Ja, ich will mich dir verschreiben! Laß es ewig feste bleiben, Was ich dir hab zu geſagt. Gerh. Tersteegen, g. 1697, st. 1769. 354. Mel. Nun ruhen alle Wälder ein Alles, was ich liebe, Mein Alles, was ich übe, Sei mein Herr Jesu Christ, Weil ich in ihm besize, Was einer Seele müße, Was einem Menschen köstlich ist. 2. Das Herz kann nichts ergründen, Das nicht in ihm zu finden; Da wird es satt und voll. Denn dies ist Gottes Wille, Daß alle Gottesfülle In ihm leibhaftig wohnen soll. 3. Ich harre und begehre Ohn Jesum feiner Ehre Und feines andern Lichts. Von Weisheit, von Ergößen, Von Herrlichkeit und Schäßen Begehr ich ohne Jesum nichts. 6. Wenn ich das Weltgetümmel, Die Erde und den Himmel, Nur Jesum nicht verfier: So kann ich im Erkalten Das Beste doch behalten; An diesem Schatz genüget mir. 7. Ihr Selgen ohne Mängel, Ihr lichten Gottesengel, Shr habt dies selbst bezeugt. Ihm jauchzen alle Geister, Es sind vor ihrem Meister Der Auserwählten Knie gebeugt. 8. Ihm will ich mich ergeben, In diesem Namen leben Und in ihm gläubig sein; In ihm auch herzlich lieben, Geduld in ihm nur üben; In Jesu bet ich auch allein. 9. Ich will in Jesu sterben, Ich will in Jesu erben, In Jesu auferstehn, In ihm gen Himmel fahren und mit den selgen Schaaren In seinem Licht ihn ewig sehn. Phil. Friedr. Hiller, g. 1699, st. 1769. Liebe zu Gott und Christo. thi Mel. Ich wille wagen.:,: 355. Hall allelujah!:,: Gott sei hoch gepreist! Jesus ist da:,: Deffen Name weist, Wie Gott lauter Seligkeit Uns in seinem Sohn bereit. Heil der Sünder, Freund Mel. Seelenbräutigam. der Kinder, Sei mir, was du 356, Theurer Bräutigam, Du mein Gott und Lamm, Sei mir tausendmal gegrüßet! Was mein Herz in dir genießet, Fühlt allein der Christ, Der in Gnaden ist. 2. Dein Erbarmen:,: Giebt dich Sündern hin. Geistlich Armen:,: Schenkst du zum Gewinn Dich mit deinem Himmelreich. Wer ist solchen Armen gleich? Jesu Bräute Sind die Leute, Ja die Königinn. 3. Auserforner:,: Süßer Menschensohn, Du, verlorner:,: Armer Sünder Kron! Du, du kommst ins Jammerthal Und führst sie in Freudensaal; Du stirbst schmählich, Machst sie se lig, Setzst sie auf den Thron. 4. Guter Hirte:,: Mein Im manuel, Ach, bewirthe:,: Meine matte Seel! Such und führe fie zur Ruh, Deinem Herz und Wunden zu. Süße Weide, Ewge Freude Fließt aus diesem Quell. 263 dich, mein Lamm, zu sehn. Erd und Himmel muß vergehn. Ich bleib ewig In dir selig: Herr, behalte mich! 5. Selge Augen:: Die nur Jesum sehn! Was soll taugen:,: Und vor Gott bestehn, Das muß wahrlich ganz allein Jesus, nichts als Jesus sein. In dem Frommen Darf man kommen Und zum Vater gehn. 6. Jesu, hefte:,: Aug und Herz auf dich. Mein Geschäfte:,: Sei dies ewiglich: Dich, nur 2. Laß mich vor dir stehn. Du bist wunderschön; Schön in deiner Dornenkrone, Schön und prächtig auf dem Throne, Schön in Schmach und Spott, Schön als Mensch und Gott. 4. Du bist lauter Licht, Wie dein Zeugniß spricht. Du bist lauter Heil und Leben. Ewig will ich dich erheben. Du bist groß und reich; Herr, wer ist dir gleich! 3. Groß bist du von Rath, Mächtig in der That, Reich von Wahrheit, Huld und Gnade; Ohne dich ist alles Schade. Du bists ganz allein; Du giebst Milch und Wein. 5. Deine Liebesgluth Füllet Herz und Muth; Sie durchdringet Mark und Glieder, Tröstet und belebt mich wieder. Du machst reich und satt: Wohl dem, der dich hat! 6. Zion, singe mit! Komm mit schnellem Schritt, Meinen Bräutigam zu preisen! Er will 264 Liebe zu Gott und Christo. dich mit Manna speisen. Deff locke, würge, brenne! Weil ich ne Herz und Ohr; Zion, tritt ihn in Kraft erkenne, Schreckt hervor. mich keine Noth, Nicht der bittre Tod. 7. Er trägt meine Schuld. Gnade und Geduld Ist vor seinem Angesichte; Er geht für mich ins Gerichte. Ich bin frei und los. Lamm, mein Heil ist groß. 8. Du bist ewig treu, Jmmer einerlei; Treu im Wachen und im Beten, Treu im Helfen und Vertreten Auch noch auf dem Thron, Theurer Gottessohn. 9. Du bist gänzlich mein; Ich, der Wurm, bin dein. Du mein Leben, Lust und Sonne; Ich, der Staub, bin deine Wonne. Welch ein ungleich Paar! Doch ists ewig wahr! 10. D, der großen Pracht, Die mich herrlich macht! Mein Schmuck und mein Brautgeschmeide Ist die reine, weiße Seide Der Gerechtigkeit, Sein, des Lammes, Kleid. 11. Unaussprechlich gut Ists in deinem Blut Hier schon auf der wüsten Erden. Heiland, was wirds dort wohl werden, Wo dein Glanz und Pracht Alles herrlich macht! 12. Dich begehrt mein Sinn; Du bist mein Gewinn. Alles rechne ich für Schaden, Bin ich nur bei dir in Gnaden. Sei es, wie es soll: Mir ist immer wohl. 13. Welt, treib deinen Spott! Er bleibt ewig Gott. Dräue, 14. Heiland, halt mich fest! Wenn dich Alles läßt, Kann und will ich doch nicht weichen. Du hast nirgend deines Gleichen, Du mein Gott und Lamm Theurer Bräutigam. Friedr. Aug. Weihe. g. 1721, st. 1771. Mel. Christus der ist mein Leben. am über alle 357.5 Namen, Mein Jesus, A und D, Mein Jesus, Ja und Amen: Wie bin ich dein so froh! 2. Herr Jesu, meine Wonne, Mein Schmuck und meine Zier, Mein Heil und meine Sonne, Mein Alles bist du mir. 3. Beugt euch, ihr Himmelschöre, Ihr Menschen beugt euch hie Im Abgrund, ihm zur Ehre, Beug Alles seine Knie. 4. Wo dieser Name schallet, Wo man nur Jesum nennt, Da ists, wo mein Herz wallet, Da ist mein Element. 5. Wo man nicht Jesum ehret, Und wärs das Paradies, Dahin verlangt, begehret Mein Herz nicht hin; gewiß! 6. Mir ists an jeder Stelle, Wo ich ihn schmähen hör, Als ob ich in der Hölle Und unter Teufeln wär. 7. Ich wünsche und begehre Nur ihn, nur ihn allein; Er soll Liebe zu Gott und Christo. 265 mein Ruhm und Ehre, Mein| entzündt, Als du dein göttlich ganzer Reichthum sein. 8. Nur er soll mir auf Erden Mein Trost in aller Noth, Mir zur Erlösung werden, Zum Leben auch im Tod. 9. Es ist kein Heil, kein Leben; In Jesu Namen nur Ist Seligkeit gegeben Der ganzen Creatur. 10. Herr, laß an meinem Ende Mich meinen Namen sehn In deine Jesushände Dort eingezeichnet stehn. Christoph Carl Ludwig v. Pfeil, geb. 1712, st. 1784. Mel. Mir nach! spricht Christus 2c. u bist allein 358. D nur liebens- Liebe werth. werth, Du Bräutigam der Seelen. D, selig, wer nur dein begehrt! Wer könnt was Höhres wählen? Nichts reicht an deiner Liebe Werth; Du bist allein nur liebenswerth. Leben Zum Lösegeld für meine Sünd Freiwillig hingegeben, Entzünde mich mit neuem Muth Zur stärksten Gegenliebe Gluth. 5. Ach, läutre doch noch in der Zeit, Was deinen Flam menaugen Im klaren Licht der Ewigkeit An mir noch nicht fann taugen! Mach mich auch von dem Liebsten frei, Daß ich dein reines Opfer ſei. 6. Dir weihet sich mit neuer Treu Geist, Seel und Leib und Leben, Um Alles, was nicht deine sei, In deinen Tod zu geben, Daß sonst mein Auge nichts bes gehrt, Was nicht ganz deiner 2. Die Jünger, die bei kleinem Schein Schon Hütten wollten bauen, Erblickten endlich dich allein. Glück, nur dich zu schauen, Der, wenn man fremdes Licht vermißt, Uns dennoch allgenugsam ist! 3. Doch fühlt sich oft mein Herz so fern, So falt in seinen Trieben. D, möcht ich doch den guten Herrn Recht über Alles lieben, Wie er mein armes Herz begehrt, Das doch gar keiner Liebe werth! 4. Das Feuer, das dein Herz 7. Ja, werde mir, mein theu res Lamm, In meiner Seele größer. Entzünde deine reine Flamm In meinem Herzen bess ser, Bis mir dein Geist durch aus verklärt, Du seist allein nur liebenswerth. Joh Jac. v. Moser, geb. 1701, st. 1785. 359. We enn ich Ihn nur habe, Wenn Er mein nur ist, Wenn mein Herz bis hin zum Grabe Seine Treue nicht vergißt: Weiß ich nichts von Leide, Fühle nichts, als Andacht, Lieb und Freude. 2. Wenn ich Ihn nur habe, Laß ich Alles gern, Folg an meinem Wanderstabe Treugesinnt nur meinem Herrn; Lasse Liebe zu Gott und Christo. 266 still die Andern Breite, lichte, volle Straßen wandern. 3. Wenn ich Ihn nur habe, Schlaf ich fröhlich ein. Ewig wird zu süßer Labe Seines Her zens Fluth mir sein, Die mit sanftem Zwingen Alles wird erreichen und durchdringen. 4. Wenn ich Ihn nur habe, Hab ich auch die Welt, Und des Himmels reiche Gabe Meinen Blick nach oben hält. Tief verfenft im Schauen, Kann mir vor dem Irdischen nicht grauen. 5. Wo ich Ihn nur habe, Ist mein Vaterland; Und es fällt mir jede Gabe, Wie ein Erbtheil in die Hand. Längst vermißte Brüder Find ich nun in seinen Jüngern wieder. Friedr. Ludw v. Hardenberg, 1772-1801. 3. Du stehst voll treuer Liebe Noch immer Jedem bei; Und wenn dir keiner bliebe, So bleibst du dennoch treu. Die treuste Liebe sieget, Am Ende fühlt man sie, Weint bitterlich und schmieget Sich findlich an dein Knie. 360. Mel. Befiehl du deine Wege. enn Alle untreu werden, So bleib ich dir doch treu, Daß Dankbarkeit auf Erden Nicht ausgestorben sei. Für mich umfing dich Leiden, Bergingst für mich in Schmerz; Drum geb ich dir mit Freuden Auf ewig dieses Herz. 2. Oft muß ich bitter weinen, Daß du gestorben bist, Und Mancher von den Deinen Dich lebenslang vergißt. Von Liebe nur durchdrungen, Hast du so viel gethan: Und doch bist du verklungen Und Keiner denkt daran! 4. Ich habe dich empfunden; O, laffe nicht von mir! Laß innig mich verbunden Auf ewig sein mit dir! Einst schauen meine Brüder Auch wieder himmelwärts Und sinken liebend nieder Und fallen dir ans Herz. Friedr. Lubw. v. Hardenberg, 1772- 1801. Mel. Herr und Aeltster deiner Kreuzdgemeine. 361.& ines wünsch ich mir vor allem Andern, Eine Speise früh und spät. Selig läßts im Thränenthal sich wandern, Wenn dies Eine mit uns geht: Unverrückt auf einen Mann zu schauen, Der mit blutgem Schweiß und Todesgrauen Auf sein Untlig niedersank Und den Kelch des Vaters tranf. 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, Wie er, als ein stilles Lamm, Dort so blutig und so bleich zu sehen, Hängend an des Kreuzes Stamm; Wie er dürstend rang um meine Seele, Daß sie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, Und dann auch an mich gedacht, Als er rief: Es ist vollbracht! Beten, loben 3. Ja, mein Jesu, laß mich nie vergessen Meine Schuld und Deine Huld. Als ich in der Finsterniß gesessen, Trugest du mit mir Geduld; Hattest längst nach deinem Schaf getrachtet, Eh es auf des Hirten Ruf geachtet, Und mit theurem Lösegeld Mich erkauft von dieser Welt. XVIII. Beten, loben und danken. ater unser im steur allem Fleisch und Blut, Das wider deinen Willen thut. Der du uns Alle heißest gleich 5. Gieb uns heut unser tägBrüder sein und dich rufen an, lich Brod, Und was man darf Und willst das Beten von uns zur Leibesnoth. Behüt, Herr, habn: Gieb, daß nicht bet allein der Mund; Hilf, daß es geh von Herzensgrund. vor Unfried und Streit, Vor Seuchen und vor theurer Zeit, Daß wir in gutem Frieden stehn, Der Sorg und Geizes müssig gehn. 6. All unser Schuld vergieb uns, Herr, Daß fie uns nicht betrübe mehr; Wie wir auch unsern Schuldigern Ihr Schuld und Fehl vergeben gern. Zu dienen mach uns All bereit In rechter Lieb und Einigkeit. 7. Führ uns, Herr, in Versuchung nicht, Wenn uns der böse Geist anficht. Zur linken und zur rechten Hand Hilf uns thun starken Widerstand, m Glauben fest und wohl gerüst, Und durch des heilgen Geistes Trost. 8. Von allem Uebel uns erlös; Es sind die Zeit und Tage 362. V Himmelreich, 2. Geheiligt werd der Name dein. Dein Wort bei uns hilf halten rein, Daß wir auch leben heiliglich, Nach deinem Namen würdiglich. Behüt uns, Herr, vor falscher Lehr, Das arm, verführet Bolf befehr. 3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit und dort hernach in Ewigkeit. Der heilge Geist uns wohne bei Mit seinen Gaben mancherlei. Des Satans Zorn und groß Gewalt Zerbrich, vor ihm dein Kirch erhalt. und danken. 267 4. Ich bin dein! Sprich du darauf ein Amen. Treuster Je su, du bist mein! Drücke deinen süßen Jesusnamen Brennend in mein Herz hinein. Mit dir Alles thun und Alles lassen, In dir leben und in dir erblassen, Das sei bis zur letzten Stund Unser Wandel, unser Bund! Albert Knapp, geb. 1798. 4. Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich Auf Erden, wie im Himmelreich. Gieb uns Geduld in Leidenszeit, Gehorsam sein in Lieb und Leid. Wehr und 268 Beten, loben und danken. bös. Erlös uns von dem ew3. Du Köng der Ehren, Jegen Tod Und tröst uns in der su Christ, Gott Vaters ewger letzten Noth. Bescher uns auch ein selig End; Nimm unser Seel in deine Händ. 9. Amen! das ist: Es werde wahr! Stärk unfern Glauben immerdar, Auf daß wir ja nicht zweifeln dran, Was wir hiemit gebeten habn Auf dein Wort, in dem Namen dein; So spre chen wir das Amen fein. Martin Luther, geb. 1483, st. 1546. Sohn du bist. Der Jungfrau Leib nicht hast verschmäht, Zu ' rlösen das menschlich Geschlecht. Du hast dem Tod zerstört sein Macht Und all Christen zum Himmel bracht. Du sigst zur Rechten Gottes gleich, Mit aller Ehr ins Vaters Reich. Ein Richter du zukünftig bist AL lem, was todt und lebend ist. 4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, Die mit deinm theurn Blut erlöset sein! Laß uns im Himmel haben Theil Mit den Heilgen in ewgem Heil. Hilf deinem Volk, Herr Jesu Christ, Und segne, was dein Erbtheil ist! Wart und pfleg ihr zu aller Zeit Und heb sie hoch in Ewigkeit. err Gott, dich 363. H loben wir! Herr Gott, wir danken dir! Dich, Gott Vater in Ewigkeit, Ehret die Welt sehr weit und breit. All Engel und all Himmelsheer, Und was da dienet deiner Ehr, Auch Cherubim und Seraphim Singen immer mit hoher Stimm: Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott, der Herre Zebaoth! 2. Dein göttlich macht und Herrlichkeit Geht über Himml und Erden weit. Der heiligen zwölf Boten Zahl Und die lieben Propheten all, Die theuren Märtrer allzumal, Loben dich, Herr, mit großem Schall. Die ganze werthe Christenheit Rühmt dich auf Erden allezeit; Dich, Gott Vater im höchsten Thron, und Sohn, Den heilgen Geist und Tröster 364. Nee, den un lob, mein werth Mit gleichem Dienst sie lobt und ehrt. Herren; Was in mir ist, den 5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich, Und ehrn dein Namen stetiglich. Behüt uns, Herr, du treuer Gott, Vor aller Sünd und Missethat. Sei uns gnädig, o Herre Gott, Sei uns gnädig in aller Noth! Zeig uns deine Barmherzigkeit, Wie unser Hoffnung zu dir steht. Auf dich hoffen wir, lieber Herr; In Schanden laß uns nimmermehr. Amen! Te Deum laudamus, v. Ambrosius, st. 397; deutsch von Luther, geb. 1483, ft. 1546. Psalm 103. Beten, loben und danken. 269 Namen sein. Sein Wohlthat| reit, Die seinen Bund behalten. thut er mehren; Vergiß es nicht, Er herrscht im Himmelreich. o Herze mein. Hat dir dein Ihr starken Engel, waltet Seins Sünd vergeben Und heilt dein Lobs und dient zugleich Dem Schwachheit groß; Errett dein großen Herrn zu Ehren Und armes Leben, Nimmt dich in treibt sein heiligs Wort. Mein seinen Schoß, mit reichem Trost| Seel soll auch vermehren Sein beschüttet, Verjüngt, dem Adler Lob an allem Ort. gleich. Der Köng schafft Recht, behütet, Die leidn in seinem Reich. 153709 2. Er hat uns wissen lassen Sein heilig Recht und sein Gericht, Darzu sein Güt ohn MaBen; Es manglt an seinr Erbarmung nicht, Sein Zorn läßt er bald fahren, Straft nicht nach unser Schuld; Die Gnad thut er nicht ſparen, Den Blöden ist er hold. Sein Güt ist hoch erhaben Ob den, die fürchten ihn; So fern der Ost vom Abend, Ist unser Sünd dahin. 5. Sei Lob und Preis mit Ehren Gott Vater, Sohn und heilgem Geist! Der woll in uns vermehren, Was er aus Gnaden uns verheißt, Daß wir ihm fest vertrauen und ganz verlassn auf ihn, Von Herzen auf ihn bauen, Daß unser Muth und Sinn Jhm allzeit mög anhangen. Drauf singen wir zur Stund: Amen, wir werdns erlangen, Glaubn wir von Herzensgrund! *) nach Gebühr. 4. Die Gottesgnad alleine Steht fest und bleibt in Ewigfeit Bei seiner liebn Gemeine, Die stets in seiner Furcht beJoh. Gramann, geb. 1487, st. 1554. V. 5 v. e. Unbekannten, um 1600. in 3. Väter erbarmen un Ueber ihr jungen Kindelein, Go 365. Nugreifet alle herzigkeit! Lob ihn mit Schalle, Wertheste Christenheit! Er läßt dich freundlich zu sich laden: Freue dich, Israel, seiner Gnaden! thut der Herr uns Armen, So wir ihn findlich fürchten rein. Er fennt das arm Geschlechte, Er weiß, wir sind nur Staub, Gleich wie das Gras von Rechte*), Ein Blum und fallend Laub. Der Wind nur drüber wehet, So ist es nimmer da; Also der Mensch vergehet, Sein End, das ist ihm nah. 2. Der Herr regieret Ueber die ganze Welt; Was sich nur rühret, Froh ihm zu Fuße fällt. Viel tausend Engel um ihn schweben; Psalter und Harfen ihm Ehre geben. 3. Wohlauf, ihr Heiden, Las set das Trauern sein! Zur grünen Weiden Stellet euch willig ein. Da läßt er uns sein Wort 270 Beten, loben und danken. verkünden; Machet uns ledig| Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. von allen lobt dich 4. Er giebet Speiſe Reich- 367. M in der Stille, lich und überall; Nach Vaters Weife Sättigt er allzumal. Er schaffet früh und späten Regen; Füllet uns Alle mit seinem Segen. sito- do 5. Drum preis und ehre Seine Barmherzigkeit! Sein Lob vermehre, Wertheste Christenheit! Uns soll hinfort kein Unfall schaden: Freue dich, Jsrael, seiner Gnaden! Apelles v. Löwenstern, geb. 1594, st 1648. 2. Es müssen, Herr, sich freuen Von ganzer Seel und Gajauchzen schnell, Die unaufhörlich schreien: Gelobt sei der Gott Israel! Sein Name werd gepriesen, Der große Wunder thut Und der auch mir erwieDu hocherhabner Zions- Gott! Des Rühmens ist die Fülle Vor dir, Du starker Zebaoth! Du bist doch Herr auf Erden, Der Frommen Zuversicht; In Trübsal und Beschwerden Läßt du die Deinen nicht. Drum soll dich stündlich ehren Mein Mund vor Jedermann Und deinen Ruhm vermehren, So lang er lallen kann. 103 T SHA DAI Sirach 50, 24-26. 366. un danfet Alle N Gott, Mit Her zen, Mund und Händen, Der große Dinge thut An uns und allen Enden; Der uns von Mutsen Das, was mir müß und terleib Und Kindesbeinen an Unzählig viel zu gut Und noch jegund gethan. gut. Nun, das ist meine Freude, Daß ich an ihm stets fleb Und niemals von ihm scheide, So lang ich leb und schweb. d 2. Der ewig reiche Gott Woll uns bei unserm Leben Ein immer fröhlich Herz Und edlen Frieden geben und uns in seiner Gnad Erhalten fort und fort Und uns aus aller Noth Erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, Dem Vater und dem Sohne Und dem, der Beiden gleich, Jm höchsten Himmelsthrone, Dem dreimaleinen Gott, Als es anfänglich war Und ist und bleiben wird Jezund und immerdar! Rindart, 1586-1649. 3. Herr, du hast deinen Namen Sehr herrlich in der Welt gemacht; Denn als die Schwachen kamen, Hast du gar bald an sie gedacht. Du hast mir Gnad erzeiget: Nun, wie vergelt ichs dir? Ach, bleibe mir ge neiget, So will ich für und für Den Kelch des Heils erheben Und preisen weit und breit Dich, Herr, mein Gott, im Leben Und dort in Ewigkeit. Joh. Nift, geb. 1607, st. 1667. Beten, loben Misijo Strach 50, 24-26. 368. N un danket All und bringet Ehr, Ihr Menschen in der Welt, Dem, dessen Lob der Engel Heer Im Himmel stets vermeldt. sllad med 13 slides d Mel. Lasset uns den Herren preisen. 2. Ermuntert euch und singt 369. Sollt ich meinem Gott nicht finmit Schall Gott, unserm höchsten Gut, Der seine Wunder überall und große Dinge thut. 3. Der uns von Mutterleibe an Frisch und gesund erhält Und, wo kein Mensch uns helfen kann, Sich selbst zum Helfer stellt.& 8 dimin son 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, Doch bleibet gutes Muths, Die Straf erläßt, die Schuld vergiebt Und thut uns alles Guts. 5. Er gebe uns ein fröhlich Herz, Erfrische Geist und Sinn, Und werf all Angst, Furcht, Sorg und Schmerz Ins Meeres Tiefe hin. 6. Er lasse seinen Frieden ruhn In Israelis Land; Er gebe Glück zu unserm Thun Und Heil in allem Stand. 7. Er laffe seine Lieb und Güt Um, bei und mit uns gehn; Was aber ängstet und bemüht, Gar ferne von uns stehn. und danken. 271 Und zeig uns drauf sein Angesicht Dort in der ewgen Ruh. 115 Paul Gerharbt, geb. 1606, st. 1676. 8. So lange dieses Leben währt, Sei er stets unser Heil, Und bleib auch, wenn wir von der Erd Abscheiden, unser Theil. 9. Er drücke, wenn das Herze bricht, Uns unsre Augen zu gen? Sollt ich ihm nicht fröhlich sein? Denn ich seh in allen Dingen, Wie so gut ers mit mir mein. Ist doch nichts als lauter Lieben, Das sein treues Herze regt, Das ohn Ende hebt und trägt, Die in ſeinem Dienst sich üben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. d 2. Wie ein Adler sein Gefieder Ueber seine Jungen streckt, Also hat auch hin und wieder mich des Höchsten Arm gedeckt, Alsobald im Mutterleibe, Da er mir mein Wesen gab Und das Leben, das ich hab Und noch diese Stunde treibe. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 3. Sein Sohn ist ihm nicht zu theuer; Nein, er giebt ihn für mich hin, Daß er mich vom ewgen Feuer Durch sein theures Blut gewinn. O du ungegründter Brunnen! Wie will doch mein schwacher Geist, Ob er sich gleich hoch befleißt, Deine Tief ergründen können! ALles Ding währt seine Zeit, Got tes Lieb in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, Giebt er mir in ſeinem 272 Beten, loben und danken. Wort, Daß er werde mein Re- Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. gierer Durch die Welt zur Himmelspfort, Daß er mir mein Herz erfülle Mit dem hellen Glaubenslicht, Das des Todes Reich zerbricht Und die Hölle selbst macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 8. Wie so manche schwere Plage Wird vom Satan hers geführt, Die mich doch mein Lebetage Niemals noch bisher berührt. Gottes Engel, den er sendet, Hat das Böse, was der Feind Anzurichten ist gemeint, In die Ferne weggewendet. Alles Ding währt seine Zeit, Got tes Lieb in Ewigkeit. 15. Meiner Seele Wohlergehen Hat er ja recht wohl bedacht. Will dem Leibe Noth zustehen, Nimmt ers gleichfalls wohl in Acht. Wenn mein Können, mein Vermögen Nichts vermag, nichts helfen kann, Kommt mein Gott und hebt mir an Sein Vermögen beizulegen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 6. Himmel, Erd und ihre Heere Hat er mir zum Dienst bestellt. Wo ich nur mein Aug hinkehre, Find ich, was mich nährt und hält. Thier und Kräuter und Getreide In den Gründen, in der Höh, In den Büschen, in der See, Ueberall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigfeit. 7. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen Und ermuntert mein Gemüth, Daß ich alle liebe Morgen Schaue neue Lieb und Güt. Wäre mein Gott nicht gewesen, Hätte mich sein Ange ficht nicht geleitet, wär ich nicht Aus so mancher Angst gene sen. Alles Ding währt seine 9. Wie ein Vater seinem Kin de Sein Herz niemals ganz entzeucht, Ob es gleich bisweilen Sünde Thut und aus der Bahne weicht: Also hält auch mein Verbrechen mir mein frommer Gott zu gut, Will mein Fehlen mit der Ruth Und nicht mit dem Schwerdte rächen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 10. Seine Strafen, seine Schläge, Ob sie mir gleich bitter sind, Dennoch, wenn ichs recht erwäge, Sind es Zeichen, daß mein Freund, Der mich lie bet, mein gedenke Und mich von der schnöden Welt, Die uns hart gefangen hält, Durch das Kreuze zu ihm lenke. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 11. Das weiß ich fürwahr und lasse Mirs nicht aus dem Sinne gehn: Christenkreuz hat seine Maße Und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter ausgeschneiet, Tritt der schöne Sommer ein: Also wird auch Beten, loben und danken. nach der Pein, Wers erwarten kann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit. 12. Weil denn weder Ziel, noch Ende Sich in Gottes Lie7. Ach, Herr, mein Gott, das be findt, Ei, so heb ich meine| kommt von dir; Du, du mußt Hände Zu dir, Bater, als dein Kind, Bitte, wollst mir Gnade geben, Dich aus aller meiner Macht Zu umfangen Tag und Nacht Hier in meinem ganzen Leben, Bis ich dich nach dieser Zeit Lob und lieb in Ewigkeit. Alles thun. Du hältst die Wach an unsrer Thür Und läßt uns sicher ruhn. Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. 273 6. Wer giebt uns Leben und Geblüt? Wer hält mit seiner Hand Den güldnen, edlen, werthen Fried In unserm Vaterland? der Fall simo 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad Und ewge Quelle seist, Daraus uns Allen früh und spat Viel Heil und Gutes fleußt. 9. Du strafft uns Sünder Mel. Nun danket All und bringet Ehr. mit Geduld Und schlägst nicht 370. Ich finge dir mit allzusehr; Ja, endlich nimmiſt Herz und du wirfst Herr, meines Herzens Lust. Ich sie in das Meer. fing und mach auf Erden fund, Was mir von dir bewußt. 10. Wenn unser Herze seufzt und schreit, Wirst du gar leicht erweicht und giebst uns, was uns hoch erfreut Und dir zu Ehren reicht. 11. Du zählst, wie oft ein Chrifte wein, Und was sein Kummer sei; Kein Zähr- und Thränlein ist so klein, Du hebst und legst es bei. 12. Du füllst des Lebens Mangel aus Mit dem, was ewig steht, Und führst uns in des Himmels Haus, Wenn uns die Erd entgeht. 13. Wohlauf, mein Herze, fing und spring Und habe guten Muth! Dein Gott, der Ürsprung aller Ding, Ift selbst und bleibt dein Gut. 18 3. Was sind wir doch, was haben wir Auf dieser ganzen Erd, Das uns, o Vater, nicht von dir Allein gegeben werd? 4. Wer hat das schöne Himmelszelt Hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld Mit Thau und Regen nett? 5. Wer wärmet uns in Kält und Frost? Wer schüßt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Oel und Most Zu seinen Zeiten findt? M. R. Gesangbuch. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, Bleibst immer fromm und treu Und stehst uns, wenn wir in Gefahr Gerathen, herzlich bei. 274 Beten, loben und danken. 14. Er ist dein Schatz, dein| thören Die Welt mit ihrem Erb und Theil, Dein Glanz Schein. Verlasse sich ja Keiner und Freudenlicht, Dein Schirm Auf Fürstenmacht und Gunst, und Schild, dein Hülf und Heil, Weil sie, wie unser einer, Nichts Schafft Rath und läßt dich nicht. sind, als nur ein Dunst. 15. Was fränfst du dich in deinem Sinn Und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg und wirf sie hin Auf den, der dich gemacht. 16. Hat er dich nicht von Jugend auf Versorget und ernährt? Wie manchen schweren Unglückslauf Hat er zurückgefehrt! 17. Er hat noch niemals was versehn In seinem Regiment; Nein, was er thut und läßt ge schehn, Das nimmt ein gutes End. 18. Ei nun, so laß ihn ferner thun Und red ihm nicht darein, So wirst du hier in Frieden ruhn Und ewig fröhlich sein. Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. Psalm 146. Mel. Valet will ich dir geben. 371., meine Seele, singe, Wohl auf, und singe schön Dem, wel chem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn! Ich will den Herren droben Hier preisen auf der Erd; Ich will ihn herzlich loben, So lang ich leben werd. 2. Ihr Menschen, laßt euch lehren, Es wird euch nützlich sein. Laßt euch doch nicht be 3. Was Mensch ist, muß erblasfen Und sinken in den Tod. Er muß den Geist auslassen, Selbst werden Erd und Koth. Allda ists dann geschehen Mit seinem klugen Rath, Und ist ganz klar zu sehen, Wie schwach sei Menschenthat. 4. Wohl dem, der einzig schauet Nach Jakobs Gott und Heil! Wer sich dem anvertrauet, Der hat das beste Theil, Das höchste Gut erlesen, Den schönsten Schatz geliebt; Sein Herz und ganzes Wesen Bleibt ewig unbetrübt. 5. Hier sind die starken Kräfte, Die unerschöpfte Macht. Das weisen die Geschäfte, Die ſeine Hand gemacht, Der Himmel und die Erde Mit ihrem gan zen Heer, Der Fisch unzählge Heerde Im großen, wilden Meer. 6. Hier sind die treuen Sinnen, Die Niemand Unrecht thun Und denen Gutes gönnen, Die in der Treu beruhn. Gott hält sein Wort mit Freuden, Und was er spricht, geschicht; Und wer Gewalt muß leiden, Den schützt er im Gericht. 7. Er weiß viel tausend Weisen, zu retten aus dem Tod; Er nährt und giebet Speisen Zur Zeit der Hungersnoth; Beten, loben und danken. 275 Macht schöne rothe Wangen| nur meine; Dein erkaufter Erb Oft bei geringem Mahl, Und ich bin. Laß dich finden, laß die da sind gefangen, Die reißt dich finden! Gieb dich mir und er aus der Qual. dush nimm mich hin! 8. Er ist das Licht der Blinden, Erleuchtet ihr Gesicht, Und die sich schwach befinden, Die stellt er aufgericht. Er liebet alle Frommen, Und die ihm günstig seind, Die finden, wenn sie kommen, An ihm den besten Freund. 9. Er ist der Fremden Hütte, Die Waisen nimmt er an, Erfüllt der Wittwen Bitte, Wird selbst ihr Trost und Mann. Die aber, die ihn hassen, Bezahlet er mit Grimm; Ihr Haus, und wo sie saßen, Das wirft er um und um. 10. Ach, ich bin viel zu wenig, zu rühmen seinen Ruhm! Der Herr allein ist König, Ich eine welke Blum. Jedoch weil ich gehöre Gen Zion, in sein Zelt, Ists billig, daß ich mehre Sein Lob vor aller Welt. Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. könig, Lege mich vor deinen Thron. Thränen, Schwache 3. Jch begehre nichts, o Hers re, Als nur deine freie Gnad, Die du giebest, den du liebest, Und der dich liebt in der That. Laß dich finden, laß dich finden! Der hat Alles, wer dich hat. 6. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reichthum, Wollust, Ehr und Freud Sind nur Schmerzen meinem Herzen, Welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, 372. Sieh, hier bin laß dich finden! Großer Gott, Soach. Neander, geb. 1610, st. 1680. du fin4. Himmelssonne, Seelenwonne, Unbeflecktes Gotteslamm! In der Höhle meine Seele Suchet dich, o Bräutigam. Laß dich finden, laß dich finden, Starker Held aus Davids Stamm! den, laß dich finden Von mir, der ich Asch und Thon! 5. Hör, wie kläglich, wie beweglich Dir die arme Seele fingt, Wie demüthig und wehmüthig Deines Kindes Stimme klingt! Laß dich finden, laß dich finden! Denn mein Herze zu dir dringt. Binde, Gehnen Bring ich dir, 373. Wunderbarer Ko von uns Allen, Laß dir unser Lob gefallen. Deines Vaters 2. Sieh doch auf mich, Herr, Güte Hast du lassen triefen, ich bitt dich, Lenke mich nach Ob wir schon von dir wegliedeinem Sinn. Dich alleine ich fen. Hilf uns noch! Stärk uns 18 GRACE 276 Beten, loben und danken. doch! Laß die Zungen fingen,| dir selber gefällt. Hast du nicht Laß die Stimmen flingen! dieses verspüret? 3. Lobe den Herren, der fünftlich und fein dich bereitet, Der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet. In wie viel Noth Hat nicht der gnädige Gott Ueber dir Flügel gebreitet! 2. Himmel, lobe prächtig Deines Schöpfers Thaten, Mehr, als aller Menschen Staaten. Großes Licht der Sonne, SchieBe deine Strahlen, Die das große Rund bemalen. Lobet gern, Mond und Stern! Seid bereit, zu ehren Einen solchen Herren. 3. D, du meine Seele, Singe fröhlich, finge, Singe deine Glaubenslieder! Was den Odem holet, Jauchze, preise, flinge! Wirf dich in den Staub darnieder. Er ist Gott Zebaoth! Er mur ist zu loben Hier und ewig droben. 4. Hallelujah bringe, Wer den Herren fennet, Wer den Herren Jesum liebet. Hallelujah singe, Welcher Christum nennet, Sich von Herzen ihm ergiebet. D, wohl dir! Glaube 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, Der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet! Denfe daran, Was der Allmächtige fann, Der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den Herren, was in mir ist, lob seinen Namen! Alles, was Odem hat, lobe mit Abrahams Samen! Er ist dein Licht! Seele, vergiß es ja nicht! Lob ihn in Ewigkeit! Amen! Soach. Neander, geb. 1610, f. 1680. Mel. Nun danfet Alle Gott. mir, Endlich wirst du droben 375. Gelobet fe ber Ohne Sünd ihn Herr, Mein Joach. Neander, geb. 1610, st. 1680. Gott, mein Licht, mein Leben, Mein Schöpfer, der mir hat Mein Leib und Seel gegeben, Mein Vater, der mich schützt Von Mutterleibe an, Der alle Augenblick Viel Guts an mir gethan! 2. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, mein Heil, mein Leben, Des Vaters liebster Sohn, Der sich für mich gegeben, Der mich erlöset hat mit seinem theuren Blut, Der mir im Glauben JAG 374. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren, Meine geliebete Seele: das ist mein Begehren. Kommet zu Hauf! Psalter und Harfe, wach auf! Lasset den Lobgesang hören! 2. Lobe den Herren, der Alles so herrlich regieret, Der dich auf Adelers Fittigen sicher geführet, Der dich erhält, Wie es Beten, loben und danken. 277 schenkt Sich selbst, das höchste| Noth zu Handen, Hast du auf Gut! ihn wohl gebaut: Obs gleich scheint, als hört er nicht, Weiß er doch, was dir gebricht. Deine Noth mußt du ihm klagen Und in keiner Noth verzagen. 3. Rufen, Schreien, Klopfen, Beten Ist der Christen beste Kunst. Allzeit gläubig vor ihn treten, Findet Hülfe, Gnad und Gunst. Wer Gott fest vertrauen kann, Ist der allerbeste Mann; Der wird allzeit Rettung finden, Kein Feind wird ihn überwinden. 4. Lerne Gottes Weise merken, Die er bei den Seinen hält. Er will ihren Glauben stärken, Wenn sie Unglück überfällt. Unser Gott, der lebt ja noch; Schweigt er gleich, so hört er doch. Schrei getrost; du mußt nicht zagen; Dein Gott kann dir nichts versagen. 3. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, mein Trost, mein Leben, Des Vaters werther Geist, Den mir der Sohn gegeben, Der mir mein Herz erquickt, Der mir giebt neue Kraft, Der mir in aller Noth Rath, Trost und Hülfe schafft! 4. Gelobet sei der Herr, Mein Gott, der ewig lebet, Den Alles rühmt und lobt, Was in den Lüften schwebet! Gelobet sei der Herr, Deß Name heilig heißt, Gott Vater, Gott der Sohn Und Gott der heilge Geist! 5. Dem wir Hallelujah Mit Freuden lassen klingen Und mit der Engelschaar Das Heilig, Heilig fingen, Den herzlich lobt und preist Die ganze Christen heit: Gelobet sei mein Gott In alle Ewigkeit! Joh. Olearius, geb. 1611, st. 1684. Mel. Zion klagt mit Angst und zc. enn dich Un376. W glück hat be 5. Laß dich Gottes Wort regieren; Merke, was die Wahrheit lehrt. Satan wird dich nicht verführen, Der die ganze treten, Wenn du steckst in Welt verkehrt. Gottes WahrAngst und Noth, Mußt du flei- heit ist dein Licht, Dein Schuß, Big zu Gott beten; Beten hilft Trost und Zuversicht. Trau nur in Noth und Tod, Daß du Gott; der kann nicht lügen. Gottes Angesicht, Auch im Kreuz Bet! Du wirst gewiß obsiegen. auf dich gericht, kannst aus seinem Wort erblicken Und dein Herz mit Trost erquicken. 2. Joh. Olearius, geb. 1611, st. 1684. Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Keiner wird ja nie dem Schanden, Der sich seinem Gott 377. Sei Lob und Ehr vertraut. Kommt dir gleich viel Gut, Dem Vater aller Güte, 278 Beten, loben und danken. Dem Gott, der alle Wunder mangeln muß, Die alle Welt thut, Dem Gott, der mein Ge- erzeiget, So kommt, so hilft müthe Mit seinem reichen Trost der Ueberfluß, Der Schöpfer erfüllt, Dem Gott, der allen selbst und neiget Die VaterJammer stillt! Gebt unserm augen denen zu, Die sonsten Gott die Ehre! nirgends finden Ruh. Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Himmelsheer, O Herrscher aller Thronen; Und die auf Erden, Luft und Meer In deinem Schatten wohnen, Die preisen deine Schöpfermacht, Die Alles also wohl bedacht. Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, Das will er auch erhalten; Darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich Ist Alles recht und Alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief dem Herrn in meiner Noth: Ach Gott, vernimm mein Schreien! Da half mein Helfer mir vom Tod Und ließ mir Trost gedeihen. Drum dank, ach Gott, drum dank ich dir. Ach, danket, danfet Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Der Herr ist noch und nimmer nicht Von seinem Voll 7. Ich will dich all mein Leben lang, Gott, von nun an ehren. Man soll, Gott, deinen Lobgesang An allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermuntre sich; Mein Geist und Leib erfreue dich. Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, Gebt unserm Gott die Ehre! Jhr, die ihr Gottes Macht bekennt, Gebt unserm Gott die Ehre! Die falschen Gözzen macht zu Spoti. Der Herr ist Gott! Der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Ehre! Frieden. Mit Mutterhänden leitet er Die Seinen stetig hin und her. Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Trost und Hülf er9. So kommet vor sein Angesicht Mit jauchzenvollem Springen, Bezahlet die gelobte Pflicht Ünd laßt uns fröhlich singen: Gott hat es Alles wohl bedacht Und Alles, Alles recht gemacht! Gebt unserm Gott die Ehre! Joh. Jac. Schüß, geb. 1640, f. 1690. Mel. Wie schön leuchtet der zc. geſchieden; Er bleibet ihre Zu- 378. versicht, und Preis und Ehr Sei unserm Gott je mehr und mehr Für alle seine Werke! Von Ewigkeit zu Ewigkeit Sei in uns Allen ihm bereit Dank, Weisheit, Kraft und Stärke! Beten, loben und danken. 279 Klinget! Singet! Heilig, herr- gieb mir deines Geistes Kraft lich, heilig, herrlich, heilig ist dazu, Daß ich es thu im NaGott, Unser Gott, der Herr men Jesu Christ, So wie es Zebaoth! dir durch ihn gefällig ist! 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, Damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir. Dein Geist in meinem Herzen wohne Und meine Sinnen und Verstand regier, Daß ich den Frieden Gottes schmeckt und fühl Und dir darob im Herzen sing und spiel. 2. Hallelujah! Preis, Ehr und Macht Sei auch dem Gotteslamm gebracht, In dem wir find erwählet, Das uns mit seinem Blut erfauft, Damit gesprenget und getauft Und sich mit uns vermählet. Heilig, Selig Ist die Freundschaft und Gemeinschaft, die wir haben Und darinnen uns erlaben. 3. Hallelujah! Gott heilger Geist, Sei ewiglich von uns gepreist, Durch den wir neu geboren, Der uns mit Glauben ausgeziert, Dem Bräutigam uns zugeführt, Den Hochzeitstag erforen. Eia! Eia! Da ist Freude, da ist Weide, da ist Manna Und ein ewig Hosianna! 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, So wird gewiß mein Singen recht gethan, So klingt es schön in meinem Liede, Und ich bet dich im Geist und Wahrheit an; So hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, Daß ich dir Psalmen sing im höhern Chor. 4. Denn der kann mich bei dir vertreten Mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind; Der lehret mich recht gläubig beten, Giebt Zeugniß meinem Geist, daß ich dein Kind Und ein Miterbe Jesu Christi sei, Daher ich Abba, lieber Vater! schrei. 5. Wenn dies aus meinem Herzen schallet Durch deines heilgen Geistes Kraft und Trieb, So bricht dein Vaterherz und 379. Dir, dir, Jeho- wallet Ganz brünstig gegen mir vah, will ich vor heißer Lieb, Daß mirs die Bitte nicht versagen kann, Die ich nach deinem Willen hab geUNI 4. Hallelujah! Lob, Preis und Ehr Sei unserm Gott je mehr und mehr, Und seinem großen Namen! Stimmt an mit aller Himmelsschaar Und singet nun und immerdar Mit Freuden Amen! Amen! Klinget! Singet! Heilig, herrlich, heilig, herrlich, heilig ist Gott, Unser Gott, der Herr Zebaoth! Barthol. Craffelius, um 1700. fingen; Denn wo ist doch ein solcher Gott, wie du! Dir will ich meine Lieder bringen. Ach, than. 280 Beten, loben 6. Was mich dein Geist selbst bitten lehret, Das ist nach deinem Willen eingericht, Und wird gewiß von dir erhöret, Weil es im Namen deines Sohns geschicht, Durch welchen ich dein Kind und Erbe bin Und nehme von dir Gnad um Gnade hin. 7. Wohl mir, daß ich dies Zeugniß habe! Drum bin ich voller Trost und Freudigkeit Und weiß, daß alle gute Gabe, Die ich von dir verlange jeder zeit, Die giebst du und thust überschwänglich mehr, Als ich verstehe, bitte und begehr. 8. Wohl mir! Ich bitt in Jesu Namen, Der mich zu deiner Rechten selbst vertritt. In ihm ist Alles Ja und Amen, Was ich von dir im Geist und Glauben bitt. Wohl mir! Lob dir jetzt und in Ewigkeit, Daß du mir schenkest solche Seligkeit! Barthol. Trasselius, um 1700. und danken. aller Welt Und dadurch alle Ding erhält: Drum danket seinem Namen! 3. Lobt Gott, der uns erschaffen hat, Leib, Seele, Geist und Leben Aus lauter väterlicher Gnad Uns Allen hat gegeben, Der uns durch seine Engel schützt Und täglich giebet, was uns nüßt: Drum danket seinem Namen! 4. Lobt Gott, der uns schenkt seinen Sohn, Der für uns ist gestorben Und uns die selge Lebensfron Durch seinen Tod erworben, Der worden ist der Hölle Gift Und Frieden hat mit Gott gestift: Drum danket seinem Namen! 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist Den Glauben angezündet Und alles Gute noch verheißt, Uns stärfet, fräftigt, gründet, Der uns erleuchtet durch sein Wort, Regiert und treiber fort und fort: Drum danket ſetMel. Es ist das Heil uns kommen her. nem Namen! 380. Bringt her dem Herren Lob und Ehr Aus freudigem Gemüthe! Ein jeder Gottes Ruhm vermehr Und preise seine Güte! Ach), lobet, lobet Alle Gott, Der uns befreiet aus der Noth Und danket seinem Namen! 6. Lobt Gott, der auch das gute Werk, So in uns angefangen, Vollführen wird und geben Stärk, Das Kleinod zu erlangen, Das er hat Allen dargestellt Und seinen Gläubgen vorbehält: Drum danket seinem Namen! 2. Lobt Gott und rühmet 7. Lobt Gott, ihr starken Se allezeit Die großen Wunder- raphim, Ihr Fürstenthum und werke, Die Majestät und Herr- Thronen! Es loben Gott mit lichkeit, Die Weisheit, Kraft heller Stimm, Die hier auf Erund Stärke, Die er beweist in den wohnen. Lobt Gott und Beten, loben und danken. 281den Zäunen, an den Straßen Du auch mich hast laden lassen. 2. Herr, wer bin ich? Und hingegen, Wer bist du? Was deine Pracht? Ich ein WürmMel. Allein Gott in der Höh sei Ehr. lein an den Wegen: Du der Kö381. Bis hieher hat nig großer Macht! Ich Staub, mich Gott ge Erde, Asch und Koth: Du der Herr Gott Zebaoth! Ich ein Scherz und Spiel der Zeiten: Du der Herr der Ewigkeiten! preist ihn früh und spat! Ja, Alles, was nur Odem hat, Das Danke seinem Namen! Cyriac. Günther, geb. 1649, st. 1704. bracht Durch seine große Güte; Bis hieher hat er Tag und Nacht Bewahrt Herz und Gemüthe; Bis hieher hat er mich geleift, Bis hieher hat er mich erfreut, Bis hieher mir geholfen. 2. Hab Lob und Ehre, Preis und Dank Für die bisherge Treue, Die du, o Gott, mir Lebenslang Bewiesen täglich In mein Gedächtniß schreib ich an: Der Herr hat große Ding gethan An mir und mir geholfen. neue. 4. Und doch läsfest du mich laden Zu dem großen Hochzeits3. Hilf fernerhin, mein treuer mahl! D, der übergroßen GnaHort! Hilf mir zu allen Stunden! Ich soll in des Himmels den! Hilf mir an all und jedem Ort! Hilf mir durch Jesu Wunden! Hilf mir im Leben, Tod und Noth Durch Christi Schmer zen, Blut und Tod! Hilf mir, wie du geholfen! Saal Mit dem lieben Gotteslamm, Meinem Herrn und Bräutigam, Bei der Engel Chor und Reihen Ewig mich, ach, ewig freuen! Nemilie Juliane, Gräfin v. SchwarzburgRudolstadt, g. 1637, st. 1706. 3. Ich grundbös und ganz verdorben: Du die höchste Heiligkeit. Ich verfinstert und erstorben: Du des Lebens Licht und Freud. Ich ein armes Bettelkind, Lahm und krumm, stumm, taub und blind: Du das We sen aller Wesen, Ganz vollkommen, auserlesen. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 382. Got ott, deß Scepter, Stuhl und Krone Herrschet über alle Welt, Der du deinem liebsten Sohne Eine Hochzeit hast bestellt: Dir sei Dank ohn End und Zahl, Daß zu diesem Liebesmahl Von 5. Felder, Wälder, Bäum und Büsche, Hügel, Gründe, Berg und Thal, Vögel, Thiere, Vich und Fische Und ihr Engel allzumal, Himmel, Erde, Land und Meer, Rühmet, singet, jauchzet sehr! Gott läßt zu dem Mahl der Gnaden Das elende Volk einladen! 6. Wen nun dürftet, soll sich laben Mit dem süßen Lebens 282 Beten, loben und danken. quell; Wen nun hungert, der in dich, mein Hochzeitskleid, soll haben Brods genug für Daß ich deiner Hochzeit Ehren seine Seel. D, ein süßes Mahl Möge feiern ohn Aufhören. und Ort, Da sich Gottes Herz und Wort Seiner Braut und Hochzeitsgästen Giebt zur Speis und Trank zum besten! Heinr. Georg Reuß, geb. 1654, st. 1716. Psalm 146. 7. D, du großer Herr und 383. Lobe den Herren, meine Seele! König, Der du rufest: Kommt Ich will ihn loben, bis in den herbei! Ach, ich bin ja viel zu Tod; Weil ich noch Stunden wenig Aller deiner Lieb und auf Erden zähle, Will ich lobTreu. Ach, ich kann dir nim- fingen meinem Gott. Der Leib mermehr Danken gnug und also und Seel gegeben hat, Werde sehr, Wie ich schuldig bin und gepriesen früh und spat. Halsollte Und wie ich wohl gerne lelujah! Hallelujah! wollte. 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, Und kehren um zu ihrem Staub. Ihre Anschläge sind auch verloren, Wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil dann kein Mensch uns helfen kann, Rufe man Gott um Hülfe an. Hallelujah! Hallelujah! 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, Deß Hülfe der Gott Jacobs ist; Welcher vom Glauben sich nichts läßt trennen Und hofft getroft auf Jeſum Christ. Wer diesen Herrn zum Beistand hat, Findet am besten Rath und That. Hallelujah! Hallelujah! 4. Dieser hat Himmel und Meer und Erden, Und was darinnen ist, gemacht. Alles muß pünktlich erfüllet werden, Was er uns einmal zugedacht. Er ists, der Herrscher aller Welt, Welcher uns ewig Glauben hält. Hallelujah! Hallelujah! B 8. Zeuch du mich, dein Mahl zu schmecken, Aus der finstern Sündenkluft. Deine Stimme laß mich wecken, Die so sehnlich, lieblich ruft: Komm, o Mensch, fomm, eile, komm! Komm zum Lebensquell und Strom; Komm zum Brod, davon zu zehren Und den Geist damit zu nähren! 9. Deffn, ach, öffne meine Ohren Zu der Stimm, die also flingt, Die zu deinen Freudenthoren, Jerusalem, mich bringt! Laß den, den du theur erkauft und auf dich selbst hast getauft, nicht zur Nahrung seiner Seelen Ferner eitle Träber wählen. 10. Laß der eitlen Welt Getümmel, Das als Rauch bald wird entfliehn, Von des Lammes Mahl im Himmel, Das ftets bleibt, mich nicht abziehn. Kleide, Jesu, in der Zeit Mich Beten, loben und danken. 283 5. Zeigen sich welche, die Un-| dem andern an, Von dem, was recht leiden: Er ists, der ihnen Recht verschafft. Hungrigen will er zur Speis bescheiden, Was ihnen dient zur Lebenskraft. Die hart Gebundenen macht er frei; Seine Genad ist mancherlei. Hallelujah! Hallelujah! 6. Sehende Augen giebt er den Blinden, Erhebt, die tief gebeuget gehn. Wo er kann ei nige Fromme finden, Die läßt er seine Liebe sehn. Sein Aufficht ist der Fremden Trug; Wittwen und Waisen hält er Schuß. Hallelujah! Hallelujah! 7. Aber der Gottvergeßnen Tritte Kehrt er mit starker Hand zurück, Daß sie nur machen verkehrte Schritte Und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ist König ewiglich; Zion, dein Gott, sorgt stets für dich. Hallelujah! Hallelujah! Gott an mir gethan! 2. O, daß doch meine Stimme schallte Bis dahin, wo die Sonne steht! D, daß mein Blut mit Jauchzen wallte, So lang es noch im Laufe geht! Ach, wär ein jeder Puls ein Dank Und jeder Athem ein Gesang! 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen Deß, der so große Wunder thut. Alles, was Ödem hat, rufe Amen Und bringe Lob mit frohem Muth. Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heilgen Geist. Hallelujah! Hallelujah! Joh. Dan. Herrnschmidt, g. 1675, st. 1723. 3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte? Auf, auf, braucht allen euren Fleiß Und stehet munter im Geschäfte Zu Gottes, meines Herren, Preis! Mein Leib und Seele, schicke dich Und lobe Gott herzinniglich! 4. Jhr grünen Blätter in den Wäldern, Bewegt und regt euch doch mit mir! Ihr schwanken Gräschen in den Feldern, Ihr Blumen, laßt doch eure Zier Zu Gottes Ruhm belebet sein Und stimmet lieblich mit mir ein! 5. Ach, Alles, Alles, was ein Leben Und einen Odem in sich hat, Soll sich mir zum Gehülfen geben; Denn mein Vermögen ist zu matt, Die großen Wunder zu erhöhn, Die allenthalben um mich stehn. 6. Lob sei dir, treuer Gott und Vater, Für Alles, was ich bin und hab! Lob sei dir, mildester Berather, Für deiner 384. D, daß ich tau- Gnaden reiche Gab, Die du mir in der ganzen Welt zu meinem Heile haft bestellt! send Zungen hätte Und einen tausendfachen Mund, So stimmt ich damit in die Wette Vom allertiefsten Herzensgrund Ein Loblied nach 7. Mein treuster Jesu, sei ge priesen, Daß dein erbarmungsvolles Herz Sich mir so hülf 284 Beten, loben reich hat erwiesen Und mich durch Blut und Todesschmerz Von aller Teufel Grausamkeit Zu deinem Eigenthum befreit. 8. Auch dir sei ewig Ruhm und Ehre, heilig werther Gottesgeist, Für deines Trostes süße Lehre, Die mich ein Kind Lebens heißt. Ach, wo was Guts von mir geschicht, Das wirket nur dein göttlich Licht. 9. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schüßzet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld Unsäglich gnädige Geduld. 10. Bor Andern füß ich dei ne Ruthe, Die du mir aufgebunden hast. Wie viel thut sie mir doch zu gute! Sie ist mir eine sanfte Last; Sie macht mich fromm und zeigt dabei, Daß ich von deinen Liebsten ſei. 11. Ich hab es ja mein Le betage Schon so manch liebes Mal gespürt, Daß du mich unter vieler Plage Getreulich haft hindurchgeführt; Denn in der größesten Gefahr Ward ich dein Trostlicht stets gewahr. und danken. 13. Drum reiß ich mich jetzt aus der Höhle Der schnöden Eitelkeiten los und rufe mit erhöhter Seele: Mein Gott, du bist sehr hoch und groß! Kraft, Ruhm, Preis, Dank und Herrlichkeit Gehört dir jetzt und allezeit! 12. Wie sollt ich nun nicht voller Freuden In deinem steten Lobe stehn? Wie wollt ich auch im tiefsten Leiden Nicht triumphirend einhergehn? Und fiele auch der Himmel ein, So will ich doch nicht traurig sein. 14. Ich will von deiner Güte singen, So lange sich die Zunge regt. Ich will dir Freudenopfer bringen, So lange sich mein Herz bewegt. Ja, wenn der Mund wird fraftlos sein, So stimm ich doch mit Seufzen ein. auf Erden, Mein Gott, in allen 15. Ach, nimm das arme Lob Gnaden hin! Im Himmel soll es besser werden, Wenn ich bei deinen Engeln bin. Da sing ich dir im höhern Chor Viel tausend Hallelujah vor. Joh. Menger, g. 1658, t. 1734. ren 385. Laffet uns den Her vermehren seinen Ruhm! Stim met an die süßen Weisen, Die ihr seid sein Eigenthum! Ewig währet sein Erbarmen, Ewig will er uns umarmen Mit der süßen Liebeshuld, Nicht gedenken unsrer Schuld. Preiset ewig seinen Namen, Die ihr seid von Abrams Samen! Rühmet ewig seine Werke, Gebet ihm Lob, Ehr und Stärke! 2. Ehe noch ein Mensch geboren, Hat er uns zuvor erkannt Und in Christo auserkoren, Sei Beten, loben und danken. 285 ne Huld uns zugewandt. Selbst| Gut Uns mittheilen durch sein der Himmel und die Erden Blut. Große Gnad ist da zu Müssen uns zu Dienste werden, finden. Er will sich mit uns Weil wir durch sein liebstes Kind verbinden, Und soll niemals etSeine Kinder worden sind. Ewig was können uns von seiner Liesolche Gnade währet, Die er be trennen. uns in ihm bescheret. Ewig wollen wir uns üben, Ueber Alles ihn zu lieben. 3. Ja, wir wollen nun mit Freuden Zu dem lieben Vater gehn, Uns in seiner Liebe weiden, Wie die thun, so vor ihm stehn, Heilig, heilig, heilig singen; Hallelujah soll erklingen Unserm Gotte und dem Lamm, Unserm holden Bräutigam. Lasset seinen Ruhm erschallen Und erzählt sein Werk vor Allen, Daß er ewig uns erwählet Und zu seinem Volk gezählet. 6. Er hat nunmehr selbst die Fülle Seiner Gottheit aufgethan, Und es ist sein ernster Wille, Daß nun komme Jedermann. Keiner soll sich hiebei schämen, Sondern Gnad um Gnade nehmen. Wer ein hungrig Herze hat, Wird aus seiner Fülle satt. Ewig solche Fülle währet, Die uns so viel Guts bescheret. Wonne, die uns ewig tränket, Wird uns daraus eingeschenket. 7. Nun, o Vater, unser Lallen, Da wir schwachen Dank dir weihn, Laß dir gnädig wohlgefallen, Bis wir Alle insgemein Ewig deine Gütigkeiten Mit gesammtem Lob ausbreiten, Da wir werden Gloria Singen und Hallelujah. Preis, Ehr, Ruhm, Dank, Macht und Stärke, Und was rühmet seine Werke Werde unserm Gott ge= geben! Laßt uns ihm zu Ehren leben! Christian Jac. Koits, g. 1671, st. 1734. 4. Lernet euern Jesum fennen, Der euch theur erkaufet hat. Lernet ihn fein lieblich nennen Euren Bruder, Freund und Rath, Euren starken Held im Streiten, Eure Lust in Fröhlichkeiten, Euren Trost und euer Heil, Euer allerbestes Theil. Ewig solche Güte währet, Die euch durch ihn widerfähret. Ewig soll das Lob erklingen, Das wir ihm zu Ehren singen. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 5. Tretet nur getrost zum Throne, Da der Gnadenstuhl dich wohl zu sehn. Es kann euch von Got- 386. Womit soll ich tes Sohne Nichts, als Lieb und ben, Mächtiger Herr Zebaoth! Huld geschehn. Er erwartet mit Sende mir dazu von oben DeiVerlangen, Bis er fönne uns umfangen Und das allerhöchste nes Geistes Kraft, mein Gott! Denn ich kann mit nichts er Beten, loben und danken. 286 reichen Deine Gnad und Liebeszeichen. Tausend, tausend mal sei dir, Großer König, Dank dafür! 2. Herr, entzünde mein Gemüthe, Daß ich deine Wundermacht, Deine Gnade, Treu und Güte Stets erhebe Tag und Nacht; Denn von deinen Gnadengüssen Leib und Seele zeugen müssen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 3. Denk ich, wie ich dich verlassen Und gehäufet Schuld auf Schuld, So möcht ich vor Scham erblassen Vor der Langmuth und Geduld, Womit du, o Gott, mich Armen Hast getragen mit Erbarmen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 4. Ach ja, wenn ich überlege, Mit was Lieb und Gütigkeit Du durch so viel Wunderwege Mich geführt die Lebenszeit: So weiß ich kein Ziel zu finden, Noch den Grund hier zu ergründen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 5. Du, Herr, bist mir nach gelaufen, Mich zu reißen aus der Gluth; Denn da mit der Sünder Haufen Ich nur suchte irdisch Gut, Hießest du auf dies mich achten, Wornach man zuerst soll trachten. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 6. O, wie hast du meine See le Stets gesucht zu dir zu ziehn, Daß ich aus der Sündenhöhle Möchte zu den Wunden fliehn, Die mich ausgeföhnet haben Und mir Kraft zum Leben gaben! Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 7. Ja, Herr, lauter Gnad und Wahrheit Sind vor deinem Angesicht. Du, du trittst hervor in Klarheit, In Gerechtigkeit, Gericht, Daß man soll aus deis nen Werken Deine Güt und Allmacht merken. Tausend, taus sendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 8. Wie du seßzest jedem Dinge Zeit, Zahl, Maß, Gewicht und Ziel, Damit Keinem zu ges ringe Möcht geschehen, noch zu viel: So hab ich auf tausend Weisen Deine Weisheit auch zu preisen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 9. Bald mit Lieben, bald mit Leiden Kamst du, Herr, mein Gott, zu mir, Nur mein Herze zu bereiten, Sich ganz zu ergeben dir, Daß mein gänzliches Verlangen Möcht an deinem Willen hangen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 10. Wie ein Vater nimmt und giebet, Nachdems Kindern nüßlich ist, So hast du mich auch geliebet, Herr, mein Gott, zu jeder Frist, und dich meiner Beten, loben und danken. 287 angenommen, Wenns auch gleich| Mel. Von Gott will ich nicht lassen. aufs Höchste kommen. Tausend, tauſendmal ſei dir, Großer Kö- 387. n Gott will ich nig, Dank dafür! gedenken; Denn er gedenkt an mich. Wenn mich die Sorgen fränken, So hebt mein Herze sich zu meinem Gott empor. Bald weichen alle Schmerzen; Denn er stellt meinem Herzen Nichts, als Vergnügen vor. 2. Denk ich an seine Liebe, Wie werd ich doch entzückt, Daß, wenn es noch so trübe, Mir gleich die Sonne blickt. Da kommt mir immer ein: Er hat sich hoch vermessen*), Er will mein nicht vergessen. Wie könnt ich traurig sein? *) mir fest versprochen. 3. Denk ich an seine Güte, Die alle Morgen neu, So freut sich mein Gemüthe Bei solcher Vatertreu. Die Last werf ich auf ihn. So wird die Arbeit süße, Wenn ich gleich Schweiß vergieße; Denn Gott ist mein Gewinn. 11. Mich hast du auf Adlersflügeln Oft getragen väterlich, In den Thälern, auf den Hügeln Wunderbar errettet mich. Wenn schien Alles zu zerrinnen, Ward doch deiner Hülf ich innen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 12. Fielen tausend mir zur Seiten Und zur Rechten zehn mal mehr, Ließest du mich doch begleiten Durch der Engel starfes Heer, Daß den Nöthen, die mich drangen, Ich jedennoch bin entgangen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 13. Bater, du hast mir erzeiget Lauter Gnad und Gütigkeit, Und du hast zu mir geneiget, Jesu, deine Freundlichkeit, Und durch dich, o Geist der Gnaden, Werd ich stets noch eingeladen. Tausend, tausendmal sei dir, Großer König, Dank dafür! 14. Tausendmal sei dir ge fungen, Herr, mein Gott, Preis, Lob und Dank, Daß es mir bisher gelungen! Ach, laß meines Lebens Gang Ferner doch durch Jesu Leiten Nur gehn in die Ewigkeiten. Da will ich, Herr, für und für Ewig, ewig danken dir. Ludw. Andr. Gotter, g. 1661, st. 1735. - 4. Denk ich an sein Erbarmen, Er schenket mir sein Kind: Gnade für mich Armen! Heißt das nicht treugesinnt? Gott ist in Christo mein. Gott müßte Christum hassen, Wenn er mich wollte lassen. Das kann unmöglich sein. 5. Drum will an Gott ich denken, Die Welt mag immerhin Den Sinn aufs Eitle lenfen; Hier ist ein andrer Sinn. Ich trage Gott allein Im Her 288 Beten, loben und danken. zen und im Munde, So kann| Geist dir Dienst erweisen! Möcht mir keine Stunde Allhier zu lan- ich, wie die Engel, Immer vor dir stehen und dich gegenwärtig ge sein. sehen! Laß mich dir Für und für Trachten zu gefallen, Liebster Gat, in Allem. 5. Luft, die Alles füllet, Drin wir immer schweben, Aller Dinge Grund und Leben, Meer ohn Grund und Ende, Wunder aller Wunder, Ich senk mich in dich hinunter. Ich in dir, Du in mir. Laß mich ganz verschwinden, Dich nur sehn und finden. 6. An Gott will ich gedenfen, So lang ich denken kann. Wird man ins Grab mich senken, So geh ich zwar die Bahn, Da mein die Welt vergißt; Doch Gott gedenkt noch meiner, Wenn auch auf Erden Keiner Mein eingedenk mehr ist. Benj. Schmolk, g. 1672, f. 1737. Mel. Wunderbarer König. 388. Gott ist gegenwärtig! Laffet uns anbeten Und in Ehrfurcht vor ihn treten. Gott ist in der Mitten! Alles in uns schweige Und sich innigst vor ihm benge. Wer ihn fennt, Wer ihn nennt: Schlagt die Augen nieder, Kommt, ergebt euch wieder. 6. Du durchdringest Alles. Laß dein schönstes Lichte, Herr, berühren mein Gesichte. Wie die zarten Blumen Willig sich entfalten Und der Sonne stille halten: Laß mich so Still und froh Deine Strahlen faffen Und dich wirken lassen. 7. Mache mich einfältig, In2. Gott ist gegenwärtig, Dem nig abgeschieden, Sanfte und in die Cherubinen Tag und Nacht stillem Frieden. Mach mich reigebücket dienen. Heilig! Heines Herzens, Daß ich deine lig! Heilig! Singen ihm zur Klarheit Schauen mag in Geist Ehre Aller Engel hohe Chöre. und Wahrheit. Laß mein Herz Herr, vernimm Unsre Stimm, Himmelwärts, Wie ein Adler, Da auch wir Geringen Unsre schweben Und in dir nur leben. Opfer bringen. 8. Herr, komm in mir wohnen; Laß mein Geist auf Erden Dir ein Heiligthum nochy werden. Komm, du nähes We sen; Dich in mir verkläre, Daß ich dich stets lieb und ehre. Wo ich geh, Siz und steh, Laß mich dich erblicken Und vor dir mich bücken. Gerh. Tersteegen, g. 1697, st. 1769, 3. Wir entsagen willig Allen Eitelkeiten, Aller Erdenlust und Freuden. Da liegt unser Wille, Seele, Leib und Leben Dir zum Eigenthum ergeben. Du allein Sollst es sein, Unser Gott und Herre; Dir gebührt die Ehre. 4. Majestätisch Wesen, Möcht ich dich recht preisen Und im Beten, loben Mel. Wachet auf! ruft uns die 2c. roßer Gott, wir 389. G fallen nieder. Zwar du bedarfst nicht unsrer Lieder: Uns ziemt und nüßt dein Lob so sehr. Dir zum Lob sind wir geboren, So theur er kauft, so hoch erforen. D Se ligkeit, dir geben Ehr! Zu deinem Lobe nur Ist alle Creatur. Selges Wesen, Zu dir wir nahn Und beten an. In Geist und Wahrheit seis gethan. 2. Tag und Nacht mit Ehrfurcht dienen Dir Seraphim und Cherubinen, Der Engel Schaaren ohne Zahl. Alle Geister, die dich kennen, Dich hei lig, heilig, heilig nennen; Sie fallen nieder allzumal. Ihr Seligsein bist du. Dir jauchzet Alles zu. Amen! Amen! Auch wir sind dein Und stimmen ein: Mel. Christus, der ist mein Leben. Du, Gott, bist unser Gott allein! 3. Droben knien vor deinem Throne Die Neltesten mit goldner Krone, Der Erstgebornen selge Schaar, Sammt den unzählbaren Frommen, Die durch den Sohn zu dir gekommen; Sie bringen ihre Psalmen dar: Macht, Weisheit, Herrlichkeit, Preis, Dank in Ewigkeit! Amen! Amen! Auch wir sind dein Und stimmen ein: Du, Gott, bist unfer Gott allein! - und danken. 289 und Segen Ist, Herr, in allen deinen Wegen, Kein Lob ist, das dich gnug erhöht; Doch ist es eingeprägt In Alles, was sich regt. Amen! Amen! Auch wir sind dein Und stimmen ein: Du, Gott, bist unser Gott allein! 4. Alle preifen deine Werke, Die Weisheit, Liebe, Huld und Stärke, Die über alles Denken geht. Treue, Langmuth, Licht M. R. Gesangbuch. 5. Komm, in uns dich zu verklären, Daß wir dich würdiglich verehren. Nimm unser Herz zum Heiligthum, Daß es, ganz von dir erfüllet Und durch dein Nahesein gestillet, Zerfließ in deiner Gottheit Ruhm. Dich, unser höchstes Gut, Erhebe Geist und Muth. Amen! Amen! Im Freudenschein, In Leid und Pein Bleibst du, Gott, unser Gott allein. Nach Gerh. Tersteegen, g. 1697, st. 1769. 390., bleib mit deiner Bei mir, Herr Jesu Christ; Denn Alles ist nur Schade, Was und wo du nicht bist. 2. Ach, bleib mit deinem Lichte Bei mir, du Licht der Welt, Damit, was ich verrichte, In dir Gott wohlgefällt. 3. Ach, bleib mit deinem Leben, Lebensfürst, bei mir. Dich freudig zu erheben, Herr Jesu, gieb du mir. 4. Ach, bleib mit deinem Frieden Mir immer innig nah. Bleib von mir ungeschieden; Sei auch im Tode da. 19 Beten, loben und danken. 290 15. Ach, bleib mit deinem Se gen, mit deinem Kreuz und Blut; Mit deinem Gnadenregen Erquicke Herz und Muth. 6. Ach, bleib mit deinen Kräf ten, Mein Leben, meine Kraft, Zu göttlichen Geschäften, Zur guten Ritterschaft. 7. Ach, bleib mit deiner Treue; Mein Gott, verlaß mich nicht, Daß ich mich deiner freue, Wenn Herz und Auge bricht. 8. Ach, bleib mein Ein und Alles, Mein Reichthum, Lust und Ruhm, Mein starker Trost des Falles, Mein ganzes Ei genthum. 9. Und laß mich bei dir bleiben; Herr Jesu, nimm mich hin. Laß mich auch sterbend gläuben, Daß ich ganz deine bin. Friedr. Aug. Weihe, g. 1721, st. 1771. altar Bor Gott ausgeschüttet: Und da ist Jesus Christ Priester und Verfühner Aller seiner Diener. 4. Dieser Allerheilgen- Rauch Muß ja viel vermögen. Laßt uns unser Körnlein auch Auf die Kohlen legen. Schmelze doch Heute noch In der Liebe Flammen Aller Herz zusammen. 5. Kann ein einiges Gebet Einer gläubgen Seelen, Wenns zum Herzen Gottes geht, Seines Zwecks nicht fehlen: Was wirds thun, Wenn sie nun Alle vor ihn treten Und zusammen beten! 6. Wenn die Heilgen dort und hier, Große mit den Kleinen, Engel, Menschen mit Begier Alle sich vereinen, und es geht Ein Gebet Aus von ihnen alelen: Wie muß das erschallen! 7. D der unerkannten Macht Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. 391. Betgemeine, beil- Von der Heilgen Beten! Ohne ge dich mit das wird nichts vollbracht, So in Freud, als Nöthen. Schritt für Schritt Wirkt es mit, Wie zum Sieg der Freunde, So zum End der Feinde. 8. D, so betet Alle drauf, Betet immer wieder! Heilge Hände hebet auf, Heiligt eure Glieder! Heiliget Das Gebet, Daß zu Gott sichs schwinget; Betet, daß es dringet. 9. Betet, daß die letzte Zeit Vollends übergehe, Daß man Christi Herrlichkeit Offenbaret dem heilgen Dele. Jesu Geist ergieße sich Dir in Herz und Seele. Laß den Mund Alle Stund Vom Gebet und Flehen Heilig übergehen. 2. Heilige den heilgen Brand, Deines Geists Verlangen, Dem, ders Blut an dich gewandt, Heilig anzuhangen. Heilger Rauch Sei es auch, Der zu Gott auf gehet, Wenn dein Herze flehet. 3. Das Gebet der frommen Schaar, Was sie fleht und bittet, Das wird auf dem Rauch- sehe. Stimmet ein Insgemein Allgemeine Fürbitte. 291 Mit der Engel Sehnen Nach| Beten, wie ers liebet, Daß ge dem Tag, dem schönen. scheh Je und je, Wie ers vorgenommen Auf sein endlichs Kommen. 10. Eure Bitten, die ihr thut Zu Gott von der Erden, SolTen eine heilge Gluth Des Altares werden; Aber eur Eignes Feur Lasset weit von dannen Von der heilgen Pfannen. 11. Das Gebet hat Christi Gunst, Wo mans ernstlich übet; Und das ist der Heilgen Kunst: Allgemeine Mel. Nun ruhen alle Wälder. 392. err, höre, Herr, 12. Dies Verlangen muß vors her In der Seele glimmen, So macht aus den Bitten er Donner, Blizz und Stimmen; Die ergehn Und geschehn, Daß die Feinde beben Und Gott Ehre geben. Chr. Carl Lud. v. Pfeil, g. 1712, st. 1784. Fürbitte. 5. Laß Alle, die regieren, Jhr Amt getreulich führen, Und und Treu sich küssen, Wir nichts als Gnade wissen; Segn uns als dein erwählt Geschlecht. deines Namens Ehre An allen Orten aus. Behüte alle Stände Durch deiner Allmacht Hände, Schütz Kirche, Obrigkeit und Haus. 2. Ach, laß dein Wort uns Allen Noch ferner rein erschallen Zu unsrer Seelen Nuß. Bewahr uns vor den Rotten, Die deiner Wahrheit spotten; Beut allen deinen Feinden Truß. 7. Verleih uns Ruh und 3. Gieb, Herr, getreue Leh- Friede, Mach alle Feinde mü rer Und unverdrossne Hörer, de; Gieb uns gesunde Luft. Die beide Thäter sein. Auf Laß Noth und theure Zeiten Pflanzen und Begießen Laß Sich nie bei uns ausbreiten, dein Gedeihen fließen Und ern- Wo man nach Brod aus Hunte reiche Früchte ein. ger ruft. 6. Ach, wend in allen Gnaden Krieg, Feuer, Wasserschaden, Sturm, Seuch und Hagel ab. Bewahr des Landes Früchte Und mache nicht zunichte, Was uns dein milder Segen gab. 4. Gieb unserm König Glücke; 8. Die Hungrigen erquicke Laß deine Gnadenblicke Auf den Gefalbten gehn; Schüß ihn auf seinem Throne, Laß Scepter, Reich und Krone In segensvollem Glanze stehn. Und bringe die zurücke, Die sonst verirret gehn. Die Wittwen und die Waisen Wollst du mit Troste speisen, Wenn sie zu dir um Hülfe flehn. 19* 292 Beten, loben und danken. 9. Sei Vater aller Kinder, 11. Bleib der Verfolgten Der Schwangern ihr Entbin- Stüße; Die Reisenden beschüße; der, Gieb Säugenden Gedeihn. Die Sterbenden begleit Mit deiZieh unsre zarte Jugend Zur nen Engelschaaren, Daß sie in Frömmigkeit und Tugend, Daß Frieden fahren Zu Zions Freud sich die Eltern ihrer freun. und Herrlichkeit. 10. Hilf, als ein Arzt, den Kranken, Und die im Glauben wanken, Laß nicht zu Grunde gehn. Die Alten heb und trage, Auf daß sie ihre Plage Und Noth geduldig überstehn. nige und Herrn, Dir ist man unterthänig, Du herrschest nah und fern. Du, Herr im Him melszelt, Läßt unter deinem Leiten Bestehn die Obrigkeiten, Zu herrschen in der Welt. 12. Nun, Herr, du wirst erfüllen, Was wir nach deinem Willen In Demuth jetzt begehrt. Wir sprechen nun das Amen In unsers Jesu Namen, So ist gewiß der Wunsch gewährt. Benjam. Schmolf, geb. 1672, sft. 1737. Für die Mel. Aus meines Herzens Grunde. 4. Verleihe deine Güte Und 393. Jehovah, Herr und ſende Recht und Licht. Gieb König ihnen Weisheit zum Gericht. Du herrschest selbst im Land. Das Herz der Obrigkeiten kannst du wie Bäche leiten; Es steht in deiner Hand. 5. Gieb, daß durch ihr Regieren Wir mit Zufriedenheit Ein ruhig Leben führen In wahrer Frömmigkeit. Laß sie die Pfleger sein Der gläubigen Gemeinde Und als getreue Freunde Ihr heilge Sorgfalt weihn. 6. Die uns allhier regieren, Herr, die regiere du. Laß deinen Geist sie führen, Dein Rath sprech ihnen zu. Herr Gott, du segnest gern. D, walte du hienieden; Gieb deinem Volke Frieden, Durch Jeſum, unsern Herrn. Phil. Friebr. Hiller, g. 1699, st. 1769. 2. Es zeugen deine Knechte, Daß keine Obrigkeit, Als nur durch deine Rechte Und deine Macht gebeut. Du hast sie hochgeschätzt; Wer ihr zuwider lebet, Der trogt und widerstre bet Dem, was du selbst gesetzt. 3. Du Gott der Ordnung, lehre Mich selbst durch deinen Geist, Daß ich die Obern ehre, Wie uns dein Wort es heißt. Sie tragen ja dein Bild. Gieb, daß ich Demuth übe Und sie mit Ehrfurcht liebe, Wie du es haben willt. Obrigkeit. Für den Frieden. Für den Frieden. Mel. Nun lob, mein Seel, den Herren. ott Lob! nun 394. Gott ist erschollen, Das edle Fried- und Freudenwort, Daß nunmehr ruhen sollen Die Spieß und Schwerter und ihr Mord. Wohl auf, und nimm nun wieder Dein Saitenspiel hervor! O Deutschland, finge Lieder Im hohen, vollen Chor! Erhebe dein Gemüthe Zu deinem Gott und sprich: Herr, deine Gnad und Güte Bleibt dennoch ewiglich. 4. Das drückt uns Niemand besser In unsre Seel und Herz hinein, Als ihr zerstörten Schlös ser Und Städte voller Schutt und Stein; Jhr vormals schönen Felder, Mit frischer Saat bestreut, Jetzt aber lauter Wäl der Und dürre, wüste Haid; Ihr Gräber voller Leichen Und tapfrem Heldenschweiß, Der Helden, derer Gleichen Auf Erden man nicht weiß. 5. Hier trübe deine Sinnen, O Mensch, und laß den Thrä2. Wir haben nichts verdienenbach Aus beiden Augen rinnet, Als schwere Straf und gro- nen! Geh in dein Herz und Ben Zorn, Weil stets noch bei denke nach! Was Gott bisher uns grünet Der freche, schnöde gesendet, Das hast du nicht geSündendorn. Wir sind fürwahr acht; Nun hat er sich gewengeschlagen Mit harter, scharfer det Und väterlich bedacht Vom Ruth, Und dennoch muß man Grimm und scharfen Dringen fragen: Wer ist, der Buße thut? Zu deinem Heil zu ruhn, Ob Wir sind und bleiben böse, er dich möchte zwingen Mit Lieb Gott ist und bleibet treu, Hilft, und Gutesthun. daß sich bei uns löse Der Krieg und sein Geschrei. 3. Sei tausendmal willkommen, Du theure, werthe Friedensgab! Jetzt sehn wir, was für Frommen Dein Bei- unswohnen in sich hab. In dir hat Gott versenket All unser Glück und Heil; Wer dich betrübt und fränket, Der drückt sich selbst den Pfeil Des Herzleids in das Herze Und löscht aus Unverstand Die güldne Freudenkerze Mit seiner eignen Hand. 293 6. Ach, laß dich doch erwekken, Wach auf, wach auf, du harte Welt! Eh, als das letzte Schrecken Dich schnell und plötzlich überfällt. Wer aber Chris ftum liebet, Sei unerschrocknes Muths. Der Friede, den er gies bet, Bedeutet alles Guts. Er will die Lehre geben: Das En de naht herzu, Da sollt ihr bei Gott leben In ewgem Fried und Ruh. Paul Gerhardt, g. 1606, ft. 1676. 294 Beten, loben und danken. Für den Ehestand. Mel. Wie schön leuchtet der zc. 395. Wie schön ists doch, Herr Jesu Christ, Im Stande, da dein Segen ist, Jm Stande heilger Ehe! Wie steigt und neigt sich deine Gab Und alles Gut so mild herab Aus deiner heilgen Höhe, Wenn sich An dich Fleißig halten Jung und Alten, die im Orden Eines Lebens einig worden! 2. Wenn Mann und Weib auf dich, Herr, sehn Und unverrückt beisammen stehn Jm Bunde reiner Treue: Da geht das Glück in vollem Lauf, Da sieht man, wie der Engel Hauf Im Himmel selbst sich freue. Kein Sturm, Kein Wurm, Kann zerschlagen, kann zernagen, was Gott giebet Dem Paar, das in ihm sich liebet. Sorg uns trübt, Der beste Freund und Rather. Anfang, Ausgang Aller Sachen, die zu machen wir gedenken, Wird er wohl und weislich lenken. 5. 3war bleibts nicht aus, es kommt ja wohl Ein Stündlein, da man leidensvoll Die Thränen lässet fließen; Jedennoch, wer sich in Geduld Ergiebt, deß Leid wird Gottes Huld In großen Freuden schließen. Sige, Schwize Nur ein wenig; unser König wird behende Machen, daß die Angst sich wende. 6. Wohl her, mein König, nah herzu! Gieb Rath im Kreuz, in Nöthen Ruh, In lengsten Trost und Freude! Deß sollst du haben Ruhm und Preis; Wir wollen singen bester Weis Und danken alle beide, Bis wir Bei dir Deinen Willen zu erfüllen, deinen Namen Ewig loben werden. Amen! Paul Gerhardt, g. 1606, st. 1676. 3. Vor allem giebt er seine Gnad, In derer Schoß er früh und spat Sein Hochgeliebten heget. Da spannt sein Arm sich täglich aus, Da faßt er uns und unser Haus, Gleich als ein Vater pfleget. Da muß, Ein Mel. Es ist das Heil uns kommen her. Con Fuß Nach dem andern gehn und 396. Gottes Namen wandern, Bis sie kommen In das Zelt und Sitz der Frommen. 4. Sei gutes Muths! Wir find es nicht, Die diesen Orden aufgericht: Es ist ein höhrer Vater. Der hat uns je und je geliebt und bleibt, wenn unsre fang ich an, Was mir zu thun gebühret. Mit Gott wird Alles wohl gethan Und glücklich ausgeführet. Was man in Gottes Namen thut Ist allenthalben recht und gut Und muß uns auch gedeihen. 2. Gott ists, der das Ver Für den Ehestand. 295 Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebeus 2c. mögen schafft, Das Gute zu Segen, Muth und Kraft Und läßt 397. Det er h das Werk gelingen, Daß uns Den Ehstand eingeſetet hat, ein reicher Zug entsteht Und Der du ihn segnest, schüßest, dergestalt zur Nahrung geht, liebst Und ihm Glück, Heil und Daß wir die Fülle haben. Gnade giebst: 3. Wer erst nach Gottes Reiche tracht und bleibt auf seinen Wegen, Der wird gar leichtlich reich gemacht Durch Got tes milden Segen. Da wird der Fromme voll und satt, Daß er von seiner Arbeit hat, Auch Armen Brod zu geben. 4. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, Er frönet sie mit Gnaden. Der bösen Welt Haß, Neid und Hohn Kann ihnen gar nicht schaden. Gott decket sie mit seiner Hand, Er fegnet ihre Stadt, ihr Land Und füllet sie mit Freuden. 5. Ach, mein Herr Jesu, stärke mich, Hilf mir in meinen Werken; Laß du mit deiner Gnade dich Bei meiner Arbeit merken. Gieb dein Gedeihen selbst dazu, Daß ich in Allem, was ich thu, Ererbe deinen Segen. 6. Nun, Jesu, fomm und bleib bei mir. Die Werke meiner Hände Befehl ich, liebster Heiland, dir. Hilf, daß ich sie vollende Zu deines Namens Herrlichkeit Und gieb, daß ich zur Abendzeit Erwünschten Lohn empfange. M. Salomo Liscov, g. 1640, f. 1689. 2. Wend ab des Satans Macht und List Und was sonst Ehen schädlich ist, Auf daß kein Bosheit, voller Gift, Bei Ehegatten Zwietracht stift. 3. Gieb Segen, wenn ihr treuer Fleiß In ihres Angesichtes Schweiß Die Nahrung sucht; gieb, daß dabei Auch stets ein rein Gewissen sei. 4. Gieb, daß sie mit Gebet und Flehn In Lieb und Eintracht zu dir gehn Und rufen dich um Segen an, Auf daß ihr Werk sei wohlgethan. 5. Und wenn sie Kreuz und Leiden drückt, So zeige, daß du es geschickt. Hilf bald und gieb, daß sie zuletzt Dein gnadenreis cher Trost ergögt. 6. Laß Eltern Schand und Sünde fliehn Und fromme Kin der auferziehn, Daß Einigkeit, Zucht, Scham und Treu Zu al ler Zeit im Wachsthum sei. 7. Laß, die im Ehestande stehn, Sich, Herr, durch dich gesegnet sehn. Gieb, daß ste deinen Willen thun Und unter deinem Schuße ruhn. 8. treuer Gott, wir bitten dich, Regiere ste stets gnädiglich, Erhalte sie die Lebens 296 Beten, loben und danken. zeit In deiner Furcht und Hei-| mein Gut und Theil. Bleib ligkeit. auch meiner Kinder Gott, Laß 9. So bringen sie dir Lebens- sie doch in keiner Noth, Auch lang Für solche Gnade herzlich im Glücke nicht, verderben, Bis Dank, Bis dich, Gott Vater, ste endlich selig sterben. Sohn und Geist, Ihr froher Mund dort ewig preist. 5. Schüße sie vor bösen Leuten Und vor der Verführer Schaar. Laß doch ihren Fuß nicht gleiten; Laß sie ihre LeMel. Wie nach einer Wasserquelle. 398. Sorge doch für bensjahr In der Gnade bringen zu, Bis du sie, nach mir, zur Ruh Wirst ins fühle Grab versenken und die Seligkeit uns schenken. meine Kinder, Vater, nimm dich ihrer an; Sind sie gleich vor dir nur Sünder, Sind sie dir doch zugethan Und durch deines Sohnes Blut Gleichwohl dein erworbnes Gut, In der Tauf dir übergeben, Dein zu sein in Tod und Leben. 6. Können sie auf dieser Erden Deinem Reich, so dirs gefällt, Und dem Nächsten nützlich werden, So laß in der ganzen Welt, Ihnen, wo ste immer gehn, Deine Furcht vor Augen stehn, Daß sie dich in Thun und Lassen Stets in ihre Herzen fassen. 2. Du haft sie bisher ernähret Und so manchem Unglücksfall Mehr als väterlich gewehret, Welcher sonsten überall Leichtlich hätte sie gestürzt, Ja, ihr Leben abgekürzt; Aber deine Vatertreue Bleibt bei ihnen täglich neue. 3. Sollt ich dir für solche Güte, Herr, nicht stets verpflichtet sein, Und mit dankbarem Gemüthe Solchen Glücks- und Segensschein Rühmen und vor Jedermann Deine Wohlthat zeigen an? Ach, so würd ich ganz vermessen Gottes, meines Heils, vergessen! 7. Endlich, wenn die Jahr verflossen, Daß sie dieſe Lebenszeit Hier in Gottesfurcht genossen, Und sie in die Ewigfeit Sollen ihren Eintritt thun: So laß alle Schmerzen ruhn, Und laß sie nach sanftem Sterben Glaubensvoll den Himmel erben, 8. Gönne mir die große Freude, Daß am lieben jüngsten Tag Nach so vielem Kreuz und Leide Ich mit Jauchzen sagen mag: Siehe, Vater, ich bin 4. Herr, du bists, was mich hier Nebst den Kindern, die du ergößet, Meiner Seelen Trost mir In der Welt einst haft geund Heil, Das mein Herz am geben! Ewig will ich dich erhöchsten schäßzet; Herr, du bist heben!- S. 2. Sloffer, 1702- 1754. L. Im Sommer. Im Sommer. Mel. Heut singt die liebe Christenheit. 399. eh aus, mein schaar Fleucht hin und her, fucht Herz, und suche Freud In dieser lieben Sommerzeit An deines Gottes Gaben. Schau an der schönen Gärten Zier Und siehe, wie sie mir und dir Sich ausgeschmücket haben. hier und dar Jhr edle Honigs fpeise. Des süßen Weinstocks starker Saft Bringt täglich neue Stärk und Kraft In seinem schwachen Reise. 2. Die Bäume stehen voller Laub, Das Erdreich decket seinen Staub Mit einem grünen Kleide. Narcissus und die Tulipan, Die ziehen sich viel schöner an, Als Salomonis Seide. 297 3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, Das Täublein fleucht aus seiner Kluft Und macht sich in die Wälder. Die hochbe gabte Nachtigall Ergößt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Thal und Felder. 4. Die Glucke führt ihr Völklein aus, Der Storch baut und bewohnt sein Haus, Das Schwälblein speist ihr Jungen. Der schnelle Hirsch, das leichte Reh ft froh und kommt aus seiner Höh Ins tiefe Gras gesprungen. 5. Die Bächlein rauschen in den Sand Und malen sich und ihren Rand Mit schattenreichen Myrthen. Die Wiesen liegen hart dabei Und klingen ganz von Lustgeschrei Der Schaf und ihrer Hirten. 6. Die unverdroßne Bienen7. Der Waizen wächset mit Gewalt; Darüber jauchzet Jung und Alt Und rühmt die große Güte Deß, der so überflüssig labt Und mit so manchem Gut begabt Das menschliche Gemüthe. 8. Ich selbsten kann und mag nicht ruhn; Des großen Gottes großes Thun Erweckt mir alle Sinnen. Ich finge mit, weil Alles singt, Und lasse, was dem Höchsten klingt, Aus meinem Herzen rinnen. 9. Ach, denk ich, bist du hie so schön, Und läßt dus uns so lieblich gehn Auf dieſer armen Erden: Was will doch wohl nach dieser Welt Dort in dem reichen Himmelszelt Und güldnen Schlosse werden! 10. Welch hohe Lust, welch heller Schein Wird dort in Christi Garten sein! Wie muß es da wohl klingen, Da so viel tausend Seraphim Mit unverdroßnem Mund und Stimm Ihr Hallelujah singen! 11. D, wär ich da! O, ständ ich schon, Ach süßer Gott, vor deinem Thron Und trüge meine GRAYS 298 Beten, loben und danken. Palmen: So wollt ich nach der| Seelen früh und spat Viel Glaus Engel Weis Erhöhen deines bensfrücht erziehe. Namens Preis Mit tausend schönen Psalmen! 14. Mach in mir deinem Geiste Raum, Daß ich dir werd ein guter Baum, Den deine Kräfte treiben. Verleihe, daß zu deinem Ruhm Ich deines Gartens schöne Blum Und Pflanze möge bleiben. 15. Erwähle mich zum Paradeis, Und laß mich bis zur letzten Reis An Leib und Seele grünen: So will ich dir und deiner Ehr Allein, und sonsten Keinem mehr, Hier und dort ewig dienen. Paul Gerhardt, g. 1606, st. 1676. 12. Doch will ich gleichwohl, weil ich noch Hier trage dieses Leibes Joch, Auch nicht gar stille schweigen. Mein Herze soll fich fort und fort An diesem und an allem Ort zu deinem Lobe neigen. 13. Hilf nur, und segne meinen Geist Mit Segen, der vom Himmel fleußt, Daß ich dir stetig blühe. Gieb, daß der Sommer deiner Gnad In meiner Nach der Ernte. Mel. O, daß ich tausend Zungen hätte.| Wolfe, so das Land begießt, Des Himmels Thau, der Sonne Strahl, Sind deine Diener allzumal. 4. Und also wächst des Menschen Speise; Der Acker selbst wird ihm zu Brod. Es mehret sich vielfältger Weise, Was an fangs schien, als wär es todt, Bis in der Ernte Jung und Alt Erlanget seinen Unterhalt. 5. Nun, Herr, was soll man mehr bedenken? Der Wunder sind hier gar zu viel! So viel, als du, kann niemand schenfen, Und dein Erbarmen hat fein Ziel; Denn immer wird uns mehr beschert, Als wir zus sammen Alle werth. Gott, von dem 400. D wir Alles haben, Die Welt ist ein sehr groBes Haus; Du aber theilest deine Gaben Recht wie ein Bater drinnen aus. Dein Segen macht uns Alle reich: Ach, lie ber Gott, wer ist dir gleich! 2. Wer kann die Menschen alle zählen, Die heut bei dir zu Tische gehn! Doch darf die Nothdurft Keinem fehlen; Denn du weißt Allem vorzustehn Und schaffest, daß ein jedes Land Sein Brod empfängt aus deiner Hand. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung säet Und endlich auch die Frucht genießt. Der Wind, der durch die Felder wehet, Die 6. Wir wollens auch keinmal vergessen, Was uns dein Segen Nach der Ernte. 299 Würden rühmen kann. träget ein. Ein jeder Bissen, den| Mund, Herz und Gemüthe Nach wir effen, Soll deines Namens Denkmal sein; Und Herz und Mund soll lebenslang Für unsre Nahrung sagen Dank. 5. O allerliebster Vater, Du hast viel Dank verdient! Du mildester Berather Machst, daß uns Segen grünt. Wohlan, dich loben wir Für abgewandten Mel. Aus meines Herzens Grunde. Schaden, Für viel und große Casp. Neumann, geb. 1648, f. 1715. 401. Die Ernt ist nun Gnaden; Herr Gott, wir dans zu Ende, Der Segen eingebracht, Woraus 6. Zum Danke kommt das Gott alle Stände Satt, reich Bitten: Du wollest, frommer und fröhlich macht. Der alte Gott, Vor Feuer uns behüten Gott lebt noch! Man kann es Und aller andern Noth. Gieb deutlich merken An so viel Lie- friedenvolle Zeit; Erhalte deine . beswerken; Drum preisen wir Gaben, Daß wir uns damit ihn hoch. laben; Regier die Obrigkeit. 7. Besonders laß gedeihen Dein reines wahres Wort, Daß wir uns dessen freuen, Und auch an unserm Ort Dies gute Samenkorn Verlangte Früchte bringe, Und wir in allem Dinge Recht fromme Leute sein. 2. Wir rühmen seine Güte, Die uns das Feld bestellt Und oft ohn unser Bitte Gethan, was uns gefällt; Die immer noch geschont, Obgleich wir gottlos leben; Die Freud und Ruh gegeben, Daß Jeder sicher wohnt. 3. Er hat sein Herz geneiget, Uns Sünder zu erfreun; Genugsam sich bezeiget Durch Regen, Sonnenschein. Wards aber nicht geacht, So hat er sich verborgen Und durch verborgnes Sorgen Zum Besten uns gebracht. 8. Gieb, daß zu dir uns lenfet, Was du zum Unterhalt Des Leibes hast geschenket; Daß wir dich mannigfalt In deinen Gaben sehn, Mit Herzen, Mund und Leben Dir Dank und Ehre geben; O, laß es doch geschehn! 9. Kommt unsers Lebens Ende, So nimm du unsern Geist In deine Baterhände, Da er der Ruh geneußt, Da ihm kein Leid bewußt: So ernten wir mit Freuden Nach ausgestands nem Leiden, Die Garben voller 4. 3war manchen schönen Segen Hat böses Thun verderbt, Den wir auf guten Wegen Noch hätten sonst geerbt; Doch hat Gott mehr gethan Aus unverdienter Güte, Als Lust. Gottfr. Tollmann, um 1730. Beten, loben und danken. Am Morgen. a. Am Sonntag. 402. H Mel. Erschienen ist der herrlich Tag.| so manches Jahr In vieler Trübs eut ist des Her- sal und Gefahr: Hallelujah! ren Ruhetag: 8. Hilf, daß wir alle deine Vergesset aller Sorg und Plag, Werk, Voll Weisheit, Güte, Treibt eure Wochenarbeit nicht, Kommt vor des Höchsten Angesicht: Hallelujah! Macht und Stärk, Erkennen und je mehr und mehr Ausbreiten deines Namens Ehr. Hallelujah! 2. Kommt her und fallt auf eure Knie Vor Gottes Majestät allhie; Es ist sein Heiligthum und Haus, Wer Sünde liebt, gehört hinaus. Hallelujah! 3. Rühmt unsers Gottes Wunderthat, Da er aus Nichts erschaffen hat Den Himmel und die ganze Welt, Und was dieselbe in sich hält. Hallelujah! 4. Erkennt mit dankbarem Gemüth, Wie er allein durch seine Güt Uns täglich schüßet und ernährt Und manches Unglück von uns kehrt. Hallelujah! 5. Denkt auch, daß heut geschehen ist Die Auferstehung Jesu Christ, Dadurch die wahre Freudigkeit In aller Noth uns ist bereit. Hallelujah! 6. Drum wollen wir begehn mit Fleiß Den Tag nach rechter Christen Weis; Wir wollen aufthun unsern Mund Und sagen dies von Herzensgrund: Hallelujah! 300 7. Gott, der du den Erdenkreis Erschaffen hast zu deinem Preis, Uns auch bewahrt 9. liebster Heiland Jesu Christ, Der du vom Tod erstanden bist, Richt unsre Herzen auf zu dir, Daß sich der Sündenschlaf verlier. Hallelujah! 10. Gieb deiner Auferstehung Kraft, Daß dieser Trost ja bei uns haft, Und wir uns drauf verlassen fest, Wenn uns nun alle Welt verläßt. Hallelujah! 11. heilger Geist, laß uns dein Wort So hören heut und immerfort, Daß sich in uns durch deine Lehr Glaub, Lieb und Hoffnung reichlich mehr. Hallelujah! 12. Erleuchte uns, du wahres Licht, Entzeuch uns deine Gnade nicht; All unser Thun also regier, Daß wir Gott preis sen für und für. Hallelujah! 13. Gott Vater, Sohn und Geist, verleih, Daß dieser Tag dir heilig sei, Wir auch die Sabbathsruh und Freud Erlangen drauf in Ewigkeit. Hallelujah! Nic. Selneder, geb. 1532, st. 1592. Am Morgen. 301 Mel. Du Geist des Herrn, der du 2c.| den ersten, ihm dafür. Der erste 403. Auf, auf, mein wird die andern ſechse zieren, wirst du heut Gott im Mund und Herzen führen. Herz und du mein ganzer Sinn, Wirf Alles hent, was Welt ist, von dir hin! Heut hat das Werk der Schöpfung angefangen, Da diesem Rund das Licht ist aufgegangen. 2. Auf, auf, mein Herz, wirf alles Irdsche ab! Heut Jesus ist erstanden aus dem Grab. Heut hat er sein Erlösungswerk geendet; Heut hat er auch den Geist herabgeſendet. 3. Dies heilig Heut heißt dich auch heilig sein; Gott die sen Tag bei dir will ziehen ein. So ruhe du von Arbeit und von Sünden, Daß er in dir mög seine Ruhe finden. 4. Gott giebet dir sechs Tage für den Leib: Der siebente der Seelen eigen bleib. Sie muß ja auch von sieben einen haben, Daß sie sich mög mit Himmelsspeise laben. 8. Am ersten du nach Gottes Reiche tracht, Obschon die Welt nur deiner Andacht lacht. Der Schad ist ihr; dir aber wirds gedeihen, Gott alles Glück auf dich wird reichlich streuen. 9. An diesem Tag hab deine Lust am Herrn. Was wünscht dein Herz, wird er dir geben gern. Befiehl Gott heute deine Weg und Sachen Und hoff auf ihn; gewiß, er wirds wohl machen. 10. Wirst du ihm aber nehmen seinen Tag, So macht er dir die Woche voller Plag. Wer ehret Gott, den ehrt er auch auf Erden; Wer ihn veracht, soll auch verachtet werden. Joh. Heinr. Calistus, geb. 1633, st. 1698. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 5. Viel Sünden dir die Woche ladet auf: An dieſem Tag 404. Licht vom Licht, erleuchte mit Bitten Gnade kauf. Leg ab die Last, geh, Gottes Wort zu hören; Dies laß dir heut die Wochenwege lehren. Bei dem neuen Tageslichte. Gnadensonne, zeige dich Meinem muntern Angesichte; Wohne mir mit Glanze bei, Daß mein Sabbath fröhlich sei. 2. Brunnquell aller Seligfeit, Laß mir deine Ströme fließen; Mache selbst mein Herz bereit, Deiner Gnade zu genießen; Streu das Wort mit Ses gen ein, Laß es hundertfrüchtig 6. Sechs Tage dich Gott segnet, schützt und nährt: Heut er dafür mit Dank will sein geehrt. Der erste soll heut für die andern bitten, Daß Gott sie woll mit Segen überschütten. 7. Gott wöchentlich giebt sies ben Tage dir: Gieb einen du, sein. 302 Beten, loben und danken. 3. Zünde selbst das Opfer| ruhen hat erlaubt, Da Gott zu an, Das auf meinen Lippen lie- ruhen hat befohlen Und selbst get. Sei mir Weisheit, Licht die Ruhe eingeweiht. Auf! auf! und Bahn, Daß kein Irrthum Du hast vorhin viel Zeit Dent mich betrüget, Und kein fremdes Dienst des Herren abgestohlen. Feuer brennt, Welches dein Altar nicht fennt. 2. Auf! Laß Aegyptens eitles Wesen, Die Stoppeln und die Ziegel stehn. Du sollst be thautes Manna lesen Und in des Herren Tempel gehn, Ihm zu bezahlen deine Pflichten Und zur Bermehrung seines Ruhms Die Werke deines Priesterthums In tiefster Andacht zu verrichten. 4. Laß mich heut und allezeit Heilig, heilig, heilig! singen, Und mich in die Ewigkeit Mit des Geistes Flügeln schwingen. Gieb mir einen Vorschmack ein, Wie es mag im Himmel sein. 5. Ruh in mir und ich in dir; Bau ein Paradies im Herzen. Offenbare dich doch mir Und geuß meiner Andacht Kerzen Immer neue Nahrung zu, Heilge Liebesflamme du. 6. Dieser Tag sei dir geweiht. Weg mit allen Eitelkeiten! Ich will deiner Herrlichkeit Einen Tempel zubereiten, Nichts sonst wollen, nichts sonst thun, Als in deiner Liebe ruhn. 7. Du bist mehr, als Salomon: Laß mich deine Weisheit hören. Ich will deinen Gnadenthron Mit gebeugten Knieen ehren, Bis mir deine Sonne lacht Und den schönsten Sonntag macht. Benjam. Schmolt, geb. 1672, st. 1737. 405. Mel. Mein Jesu, dem die Seraphinen. eschwertes Herz, leg ab die Sorgen! Erhebe dich, gebeugtes Haupt! Es kommt der ange nehme Morgen, Da Gott zu 3. Mein Gott, ich bin vor dir erschienen Und gebe auf dein Winken Acht. Wie kann ich dir gefällig dienen, Wenn mich dein Geist nicht tüchtig macht? Wie wird mein Herz in dir erfreuet, Wenn er nicht stillt der Sünden Qual? Wie bet ich, wenn er meine Schal Mit reinem Weihrauch nicht WEBER bestreuet? 4. Kann meine Harfe lieblich klingen, Wenn sie dein Finger nicht berührt? Kann ich die düstre Nacht durchdringen, Wenn dieser Leitstern mich nicht führt? Kann ich ein süßes Opfer werden, Wenn diese Flamm nicht in mich fährt Und mich in deiner Lieb verzehrt Und hebet von dem Staub der Erden? 5. Mein Jesus hat mein Herz so theuer Zu seinem Tempel eingeweiht: Hier ist dein Herd, hier ist dein Feuer, Die Fülle deiner Herrlichkeit, Dein Heilig Am Morgen.( 303 thum, dein Stuhl der Gnade,| zu thun. Denn ich brauche alle Dein Licht und Recht, das Him- Kräfte, In dem höchsten Gott melsbrod; Des Geistes Frucht zu ruhn. Heut schickt keine Arund dein Gebot Erfüllen diese beit sich, Als nur Gotteswerk, Bundeslade. für mich. 6. Wenn sich des Lebens Werktag enden, Ruh ich, von allem Frohndienst los; Mein Geist in deinen Vaterhänden, Mein Leib in seiner Mutter Schoß; Bis beides feiern wird dort oben, Wo man in sicherm Frieden ruht, Nichts denket, redet oder thut, Als dich zu lieben, dich zu loben. Bernh. Walther Marperger, 1681-1746. 406. alle Mel. Gott des Himmels und der Erden. allelujah! Schöner Morgen, Schöner, als man denken mag! Heute fühl ich keine Sorgen; Denn das ist ein lieber Tag, Der durch seine Lieblichkeit Recht das Innerste erfreut. 2. Süßer Ruhetag der SeeIen, Sonntag, der voll Lichtes ist, Heller Tag der dunkeln HöhTen, Zeit, in der der Segen fließt, Stunde voller Seligkeit: Du vertreibst mir alles Leid. 3. Ach, wie schmeck ich Got tes Güte Recht als einen Morgenthau; Die mich führt aus meiner Hütte Zu des Vaters grüner Au. Da hat wohl die Morgenstund Edlen Schatz und Gold im Mund. 4. Ruht nur, meine Weltgeschäfte! Heute hab ich sonst 5. Wie soll ich mich heute schmücken, Daß ich Gott gefallen mag? Jesus wird die Kleider schicken, Die ich ihm zu Ehren trag. Sein Blut und Gerechtigkeit Ist das schönste Sonntagskleid. 6. Ich will in der Zionsstille Heute voller Arbeit sein; Denn da sammle ich die Fülle Von den höchsten Schätzen ein, Wenn mein Jesus meinen Geist Mit dem Wort des Lebens speist. 7. Herr, ermuntre meine Sinnen Und bereite selbst die Brust; Laß mich Lehr und Trost gewinnen, Gieb zu deinem Manna Lust, Daß mir deines Wortes Hall Recht tief in mein Herze fall. 8. Segne deiner Knechte Lehren, Deffne selber ihren Mund. Mach mit Allen, die dich hören, Heute deinen Gnadenbund, Daß, wenn man hier bet und singt, Solches in dein Herze dringt. 9. Gieb, daß ich den Tag beschließe, Wie er angefangen ist. Segne, pflanze und be gieße, Der du Herr des Sabbaths bist; Bis ich einst auf jenen Tag Ewig Sabbath halten mag. Jonathan Krause, geb. 1701. Beten, loben und danken. b. Am Morgen insgemein. Mel. Christ, der du bist der helle Tag.| mir mein Sünd vergeben, Wo 407. Die helle Sonn mit in diesem Leben Ich hab leucht hererzürnet 304 für; Fröhlich vom Schlaf aufstehen wir. Gott Lob, der uns heut diese Nacht Behütet vor des Teufels Macht! ich 3. Du wollst mich auch behüten Gnädiglich diesen Tag Vors Teufels List und Wüthen, Vor Sünden und vor Schmach, Bor Feur und Wassersnoth, Vor Armuth und vor Schanden, Vor Ketten und vor Banden, Vor bösem, schnellen Tod. 4. Mein Seel, mein Leib und Leben, Gemahl, Gut, Ehr und Kind In deine Hand thu geben, Dazu mein Hausgefind, ' s ist dein Geschenk und Gab,-Mein Eltern und Verwandten, Geschwister und Bekannten Und Alles, was ich hab. 5. Gott will ich lassen rathen, Der alle Ding vermag; Er segne meine Thaten, Mein Vornehmen und Sach. Ihm hab ich heimgestellt Mein Leib, mein 408. Aus meines Her- Seel, mein Leben, Und was er zens Grunde sonst gegeben; Er machs, wies ihm gefällt. 6. Darauf so sprech ich Amen, Und zweifle nicht daran, Gott wird es Alls zusammen In Gnaden sehen an; Und streck nun aus mein Hand, Greif an das Werk mit Freuden, Dazu mich Gott bescheiden In meinm Beruf und Stand. Joh. Mathesius, geb. 1504, t. 1565. 2. Herr Christ, den Tag uns auch behüt Vor Sünd und Schand durch deine Güt. Laß deine lieben Engelein Unser Hüter und Wächter sein. 3. Daß unser Herz im Ghorsam leb, Deinm Wort und Willn nicht widerstreb, Daß wir dich stets vor Augen habn In Allem, was wir fangen an. 4. Laß unser Werk gerathen wohl, Was ein Jeder ausrichten soll, Daß unser Arbeit, Müh und Fleiß Gereich zu deinem Lob und Preis. Nic. Hermann, st. 1561. Sag ich dir Lob und Dank In dieser Morgenstunde, Dazu mein Lebenlang, Gott, in deinem Thron, Dir zu Lob, Preis und Ehren Durch Christum, unsern Herren, Dein eingebornen Sohn; 2. Daß du mich haft aus Gnaden In der vergangnen Nacht Vor Gfahr und allem Schaden Behütet und bewacht. Ich bitt demüthiglich: Wollst - Am Mel. Wie schön leuchtet der zc. 409, Brich an, du ſchö- nichts zu achten. Morgen. 305 zu betrachten Und die Welt für licht und mache munter mein Gesicht, Laß deine Strahlen glimmen! Brich an, du theure Andachtsflamm, Aus deinem heißen Herzensstamm Ein Dank fied anzustimmen! Weiset, Preiset Den mit Loben, der von oben mich behütet Und mit Se gen überschüttet. 5. Regiere mich mit deinem Geist, Der mir den Weg zum Himmel weist, Auf daß ich überwinde Und deine reiche Segenshand In meiner Nahrung oder Stand Zu jeder Zeit empfinde, Bis ich Endlich Werd mit Freuden davon scheiden und mit Singen Dir ein neues Danklied bringen. Joh. Arnd, geb. 1555, st. 1621. 2. Ach Gott, mein Gott, ich danke dir Von ganzem Herzen, daß du mir Verliehen deine Mel. Wo Gott zum Haus nicht giebt Güte Und mich in dieser findeine sein Gunst. haft bewacht An Leib, Seel und 410. as walt Gott Vater und Gemüthe, Daß ich Fröhlich Gott Sohn, Gott heilger Geist Meine Glieder habe wieder ohn| ins Himmels Thron! Man dankt Verlegen Mögen aus der Ruhe ſegen. dir, eh die Sonn aufgeht; Wenns Licht anbricht, man vor dir steht. 3. Ach, gieb, o treues Vaterherz, Daß alle Sünden, Angst und Schmerz Mit dieser Nacht vergehen; Daß ich in deiner Gnad und Huld Auch jezund möge ohne Schuld Recht geistlich auferstehen. Laß mich Christlich Meine Sorgen diesen Morgen so erwägen, Daß ich spüre deinen Segen. 2. Drum beug ich diesen Morgen früh In rechter Andacht meine Knie Und ruf zu dir mit heller Stimm: Dein Ohren neig, mein Red vernimm! 3. Jch rühm von Herzen deine Güt, Weil du mich gnädig haft behüt, Daß ich nun hab die finstre Nacht In Ruh und Friede zugebracht. 4. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, Nimm mich auch diesen Tag in Hut; Laß deine liebsten Engelein Mein Wächter und Gefährten sein. 4. Herr Jesu, leite meinen Gang, Daß ich forthin mein Lebenlang Nach deinem Willen walle. Behüte mir mein Seel und Leib; Mich selbst in deine Hände schreib, Damit ich ja nicht falle. Ach, gieb, Mein Lieb, Deine Wunden alle Stunden M. R. Gesangbuch. 5. Dein Geist mein Leib und Seel regier Und mich mit ſei20 Beten, loben und danken. 306 nen Gaben zier; Er führ mich heut auf rechter Bahn, Daß ich was Guts vollbringen kann. 6. Gieb, daß ich meine Werk und Pflicht Mit Freuden diesen Tag verricht Zu deinem Lob und meinem Nutz, Und meinem Nächsten thue Guts. 7. Hilf, daß ich zu regieren wiß Mein Augen, Ohren, Händ und Füß, Mein Lippen, Mund und ganzen Leib; All bösn Begierden von mir treib. 8. Bewahr mein Herz vor Sünd und Schand, Daß ich, vom Uebel abgewandt, Mein Seel mit Sünden nicht beschwer Und mein Gewissen nicht versehr. 5. Herr, segne und behüte mich! Erleuchte mich, Herr, gnädiglich! Herr, heb auf mich dein Angesicht und deinen Frieden auf mich richt! 9. Mein Aus- und Eingang heut bewahr, Daß mir kein Uebel widerfahr. Behüte mich Martin Behemb, geb. 1557, st. 1622. how the Mel. Auf meinen lieben Gott. vor jähem Tod Und hilf mir, 412. Der fchöne Tag wo mir Hülf ist noth. 10. Amen! O, mein Herr Jesu Christ, Der du für mich gestorben bist, Gieb aus Gnaden nach dieser Zeit Die ewge Freud und Seligkeit. bricht an, Die Nacht ist abgethan, Die Finsterniß vergangen. Laß uns dein Licht umfangen, Du unsre Sonn und Leben, Der Welt zum Heil gegeben. Martin Behemb, geb. 1557, st. 1622. 2. Befiehl der Engel Schaar, Daß sie uns heut bewahr. Wenn du die Hand ausstreckest Und uns damit bedeckest, So muß fammt unfern Sünden Das Uebel von uns schwinden. 3. Laß uns in deiner Hut Das thun, was recht und gut, Und gleich als Kinder leben, Die dir sich ganz ergeben, In deinen Wegen gehen und fest im Glauben stehen. 4. Befällt uns Kreuz und Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens zc. 411. heilige DreiS faltigkeit, Du hochgelobte Einigkeit, Gott Vater, Sohn und heilger Geist, Heut diesen Tag mir Beistand leiſt! 2. Mein Seel, Leib, Ehr und Gut bewahr, Daß mir kein Böses widerfahr, Daß mich der Satan nicht verleg. Noch mich in Schand und Schaden setz. 3. Des Vaters Huld mich heut anblick; Des Sohnes Güte mich erquick; Des heilgen Geistes Glanz und Schein Erleucht meins finstern Herzens Schrein. 4. Mein Schöpfer, steh mir fräftig bei!, mein Erlöser, hilf mir frei! O, Tröster wertb, weich nicht von mir; Mein Herz mit deinen Gaben zier! Am Morgen. he 307 Noth, So hilf, du treuer Gott, 5. Führe mich, o Herr, und Daß wir in allen Stücken Uns drein geduldig schicken; Denn dir nicht widerstreben Ist ja das beste Leben. 5. Gieb Speis und Trank dem Leib, Daß er bei Kräften sein. bleib; Und soll die Seele schei6. Meinen Leib und meine den, So seis zu deinen Freu- Seele Sammt den Sinnen und den, Daß wir auf deinen Namen Getrost hinfahren. Amen! Aug. Buchner, geb. 1591, st. 1661. leite Meinen Gang nach deinem Wort; Sei und bleibe du auch heute Mein Beschützer und mein Hort. Nirgends, als bei dir allein, Kann ich recht bewahret Verstand, Großer Gott, ich dir befehle Unter deine starke Hand. Herr, mein Schild, mein Ehr und Ruhm, Nimm mich auf, ott des Him- dein Eigenthum! 413. Gmels und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist, Der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, Dessen starke Hand die Welt, Und was drinnen ist, erhält: 2. Gott, ich danke dir von Herzen, Daß du mich in dieser Nacht Vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen Haft behütet und bewacht, Daß des bösen Feindes List Mein nicht mächtig worden ist. 7. Deinen Engel zu mir sende, Der des bösen Feindes Macht, List und Anschläg von mir wende Und mich halt in guter Acht, Der auch endlich mich zur Ruh Trage nach dem Himmel zu. 8. Höre, Gott, was ich begehre, Vater, Sohn und heilger Geist! Meiner Bitte mich gewähre, Der du selbst mich bitten heißt; So will ich dich hier und dort Herzlich preisen fort und fort. Heinr. Albert, geb. 1604, st. 1668. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden Jetzt mit dieser Nacht vergehn. S, Herr Jesu, 414. Sie güldne Sonlaß mich finden Deine Wunden offen stehn, Wo alleine Hülf und Rath ft für meine Missethat. 4. Hilf, daß ich mit diesem Morgen Geistlich auferstehen mag Und für meine Seele sorgen, Daß, wenn nun dein großer Tag Uns erscheint und dein Gericht, Ich davor erschrecke nicht. ne, Voll Freud und Wonne Bringt unsern Grän zen Mit ihrem Glänzen Ein herzerquickendes, liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder, Die lagen darnieder; Aber nun steh ich, Bin munter und fröhlich, Schaue den Himmel mit met nem Gesicht. HOTEN/ OU 2. Mein Auge schauet, Was 20* 308 Beten, loben und danken. Gott gebauet Zu seinen Ehren| nem Herzen und wirf es hins Und uns zu lehren, Wie sein aus. Vermögen sei mächtig und groß, 7. Menschliches Wesen, Was Und wo die Frommen Dann solists gewesen? In einer Stunde len hinkommen, Wenn sie mit Geht es zu Grunde, Sobald Frieden Von hinnen geschieden Aus dieser Erden vergänglichem Schoß. die Lüfte des Todes drein wehn. Alles in Allen Muß brechen und fallen; Himmel und Erden, Die müssen das werden, Was sie gewesen vor ihrem Bestehn. 3. Lasset uns singen, Dem Schöpfer bringen Güter und Gaben; Was wir nur haben, Alles sei Gotte zum Opfer gesetzt. Die besten Güter Sind unsre Gemüther; Dankbare Lies der Sind Weihrauch und Widder, An welchen er sich am meiften ergött. 4. Abend und Morgen Sind feine Sorgen; Segnen und mehren, Unglück verwehren, Sind seine Werke und Thaten allein. Wenn wir uns legen, So ist er zugegen; Wenn wir aufstehen, So läßt er aufgehen lleber uns feiner Barmherzigkeit Schein. 5. Ich hab erhoben Zu dir hoch droben All meine Sinnen; Laß mein Beginnen Ohn allen Anstoß und glücklich ergehn. Laster und Schande, Des Satanas Bande, Fallen und Tücke Treib ferne zurücke; Laß mich auf deinen Geboten bestehn. 6. Laß mich mit Freuden Ohn alles Neiden Sehen den Segen, Den du wirst legen In meines Bruders und Nähesten Haus. Geiziges Brennen, Unchristliches Rennen Nach Gut mit Sünde, Das tilae geschwinde Bon mei8. Alles vergehet; Gott aber stehet Ohn alles Wanken; Seine Gedanken, Sein Wort und Willen hat ewigen Grund. Sein Heil und Gnaden, Die nehmen nicht Schaden, Heilen im Herzen Die tödtlichen Schmerzen, Halten uns zeitlich und ewig gesund. 9. Gott, meine Krone, Vergieb und schone! Laß meine Schulden In Gnad und Hulden Aus deinen Augen sein abegewandt. Sonsten regiere Mich, lenke und führe, Wie dirs gefället: Ich hab- gestellet Alles in deine Beliebung und Hand. 10. Willt du mir geben, Womit mein Leben Ich kann ernähren, So laß mich hören Allzeit im Herzen dies heilige Wort: Gott ist das Größte, das Schönste, das Beste, Gott ist das Süßte und Allergewißte, Aus allen Schäßen der edelste Hort. 11. Willt du mich fränken, Mit Gallen tränken, Und soll von Plagen Ich auch was tragen: Wohlan, so mach es, wie dir es beliebt! Was gut und Am Morgen. mise 309 tüchtig, Was schädlich und nich-| überall in deiner Gnade stehen. tig Meinem Gebeine, Das weißt du alleine; Haft niemals Keinen zu sehre betrübt. Lobet den Herren! 6. Treib unsern Willen, Dein Wort zu erfüllen. Lehr uns verrichten heilige Geschäfte, Und wo wir schwach sind, da gieb du uns Kräfte. Lobet den Herren! 12. Kreuz und Elende, Das nimmt ein Ende. Nach Meeresbrausen Und Windessausen Leuchtet der Sonne gewünschtes Gesicht. Freude die Fülle Und selige Stille Hab ich zu warten Im himmlischen Garten: Dahin sind meine Gedanlen gericht. Paul Gerhardt, g. 1606, st. 1676. 7. Richt unsre Herzen, Daß wir ja nicht scherzen Mit deinen Strafen, sondern fromm zu werden Vor deiner Zukunft uns bemühn auf Erden. Lobet den Herren! 8. Herr, du wirst kommen Und all deine Frommen, Die 415. Lobet den Herren sich bekehren, gnädig dahin brinAlle, ihn gen, Engel ewig fingen: Lobet den Herren! Paul Gerhardt, g. 1606, st. 1676. ren! Laßt uns mit Freuden seinem Namen singen und Preis und Dank zu seinem Altar bringen. Lobet den Herren! Mel. Nun laßt uns Gott, dem Herren. 2. Der unser Leben, Das er uns gegeben, In dieſer Nacht 416. Wach auf, mein so väterlich bedecket Und aus dem Schlaf uns fröhlich auf erwecket: Lobet den Herren! Herz, und singe Dem Schöpfer aller Dinge, Dem Geber aller Güter, Dem frommen Menschenhüter! 3. Daß unsre Sinnen Wir noch brauchen können Und Händ und Füße, Zung und Lippen regen, Das haben wir zu dan fen seinem Segen. Lobet den Herren! 4. O, treuer Hüter, Brunnen aller Güter, Ach, laß doch ferner über unser Leben Bei Tag und Nacht dein Hut und Güte schweben! Lobet den Herren! 5. Gieb, daß wir heute, Herr, durch dein Geleite Auf unsern Wegen unverhindert gehen Und 2. Heut, als die dunkeln Schatten Mich ganz umfangent hatten, Hat mich kein Leid versehret; Du, Vater, hasts verwehret. 3. Du sprachst: Mein Kind, nun liege Troß dem, der dich betrüge. Schlaf wohl, laß dir nicht grauen; Du sollst die Sonne schauen. 4. Dein Wort, das ist gesche hen; Ich kann das Licht noch se hen, Von Noth bin ich befreiet, Dein Schutz hat mich verneuet. 310 Beten, loben und danken. 5. Du willst ein Opfer ha-| Bei erstandner Morgenröthe, ben: Hier bring ich meine Ga- Daß wir, eh wir gar vergehn, ben; Mein Weihrauch, Farr Recht aufstehn. und Widder Sind mein Gel et und Lieder. 4. Laß uns ja das Sündenfleid Durch des Bundes Blut vermeiden, Daß uns die Gerechtigkeit Möge als ein Rock befleiden, Und wir so vor aller Pein Sicher sein. 5. Ach, du Aufgang aus der Höh, Gieb, daß auch am jüngsten Tage Unser Leichnam aufersteh Und, entfernt von aller Plage, Sich auf jener Freudenbahn Freuen kann. 6. Die wirst du nicht verschmähen; Du kannst ins Herze sehen Und weißt wohl, daß zur Gabe Ich ja nichts Bessers habe. 7. So wollst du nun vollenden Dein Werk an mir und senden, Der mich an diesem Tage Auf seinen Händen trage. 8. Sprich Ja zu meinen Thaten, Hilf selbst das Beste rathen; Den Anfang, Mittl und Ende, Ach, Herr, zum Besten wende. 9. Mit Segen mich beschütte, Mein Herz sei deine Hütte; Dein Wort sei meine Speise, Bis ich gen Himmel reiſe. OTH Paul Gerhardt, g. 1606, st. 1676. Mel. Herr, zu Zucht in deinem Grimme orgenglanz der Ewigkeit, Licht 418. Hüter, wird die Nacht der Sün den Nicht verschwinden? Hüter, ist die Nacht schier hin? Wird die Finsterniß der Sinnen Bald zerrinnen, Darein ich verwickelt bin? 417. M vom unerschöpften Lichte, Schick uns diese Morgenzeit Deine Strahlen zu Gesichte Und vertreib durch deine Macht Unsre Nacht. 2. Deiner Güte Morgenthau Fall auf unser matt Gewissen. Laß die dürre Lebensau Lauter süßen Trost genießen, Und er quick uns, deine Schaar, Jm merdar. 6. Leucht uns selbst in jene Welt, Du verklärte Gnadensonne. Führ uns durch das Thränenfeld In das Land der süßen Wonne, Da die Lust, die uns erhöht, Nie vergeht. Chr. Knorr v. Rosenroth, g.1636, st. 1689 3. Gieb, daß deiner Liebe Gluth Unsre falten Werke tödte, Und erweck uns Herz und Muth 2. Möcht ich wie das Rund der Erden Lichte werden! Seelensonne, gehe auf! Ich bin finster, falt und trübe: Jesu, Liebe, Komm, beschleunige den Lauf! 3. Wir sind ja im neuen Bunde, Da die Stunde Der Erscheinung kommen ist; Und ich muß mich stets im Schat Am Morgen. 311 ten So ermatten, Weil du mir| Mel. O Ewigkeit, du Donnerwort. so 4. Wir sind ja der Nacht ent- 419. Nun tret ich wienommen, Da du kommen; Aber ich bin lauter Nacht. Darum wollst du mir, dem Deinen, Auch erscheinen, Der nach Licht und Rechte tracht. aus der Ruh Und geh dem sauern Tage zu, Wie mir ist auferleget. Nicht weiß ich, was für neue Plag Mir heute noch begegnen mag; Doch weiß ich, daß mich träget Mein frommer Gott in seiner Hut, Daß mir die Last nicht schaden thut. 5. Wie kann ich des Lichtes Werke Ohne Stärke In der Finsterniß vollziehn? Wie kann ich die Liebe üben, Demuth lieben Und der Nacht Geschäfte fliehn? 6. Laß doch nicht den Geist der Seelen Sich so quälen; Zünd dein Feuer in mir an. Laß mich finstres Kind der Erden Helle werden, Daß ich Gutes wirfen fann. 7. Das Vernunftlicht kann das Leben mir nicht geben: Jesus und sein heller Schein, Jesus muß das Herz anblicken Und erquicken; Jesus muß die Sonne sein. 3. Wie wenig hab ich oft gedacht, Daß so würd sein zu End gebracht Die saure Tagesbürde. Doch hab ich Abends wohl gespürt, Daß du mich, höchster Gott, geführt, Daß mich dein 8. Nur die Decke vor den Au- Schein und Würde Geleitet, gen kann nicht taugen; Seine mir geleuchtet hat Auf meinem Klarheit kann nicht ein. Wenn Weg und Kreuzespfad. fein helles Licht den Seinen Soll erscheinen, muß das Auge reine sein. 2. Zwar meine Bürd ist täglich neu; Doch ist mein Gott auch täglich treu, Er träget meine Sorgen. Vor Abend Keiner recht vernimmt, Was ihm den Tag all ist bestimmt. Es bahnt ein jeder Morgen Mir einen frischen Weg zur Pein; Der kann mit Gott erstiegen sein. 9. Jesu, gieb gefunde Augen, Die was taugen; Rühre meine Augen an; Denn das ist die größte Plage, Wenn am Tage Man das Licht nicht sehen kann. Chr. Friedr. Richter, geb. 1676, st. 1711. 4. Weil ich denn deß verfichert bin, Was trauerst du, verzagter Sinn, Die Bürd auf dich zu legen? Trag, was du fannst; Gott träget mit Und hilfet dir bei jedem Schritt Mit Gnade, Kraft und Segen. Mit ihm geh ich denn frisch daran Und scheue nicht die Leidensbahn. 5. So ist getrost mein frischer 312 Beten, loben und danken. Muth, Wenn ich mich in des| die Nacht vergangen, Nun hat Höchsten Hut Kann eingeschlos- dein Gnadenglanz Aufs neue sen sehen; Doch daß ich deß mich umfangen; Nun ist, was versichert sei, Muß ich von Sün- an mir ist, Vom Schlafe aufden leben frei Und Gottes Wege geweckt und hat nun in Begier gehen. Mein Gott geht nim- Zu dir sich ausgestreckt. mer meinen Steg, Wo ich nicht wandle seinen Weg. 6. Drum, lieber Gott, leit meinen Fuß, Daß ich dir folg in wahrer Buß, Und läutre mich von Sünden; So kann ich als ein fühner Held Bestreiten diese böse Welt, Mit dir sie überwinden; So tret ich muthig an den Tag Und scheue nicht, was kommen mag. 2. Was soll ich dir denn nun, Mein Gott, für Opfer schenken? Ich will mich ganz und gar In deine Gnad ein senken Mit Leib, mit Seel, mit Geist Heut diesen ganzen Tag: Das soll mein Opfer sein, Weil ich sonst nichts vermag. 7. Ich leg auf dich, mein Gott und Herr, Was mir zu tragen wird zu schwer, Die Last, die mich gebogen. Ich lege meine Würd und Stand In deine große Allmachtshand, Die du mir nie entzogen, Mit der du hast von Jugend auf Geleitet meinen Lebenslauf. 3. Drum siehe da, mein Gott, Da hast du meine Seele! Sie sei dein Eigenthum! Mit ihr dich heut vermähle In deiner Liebestraft. Da hast du meinen Geist! Darinnen wollst du dich Verklären allermeist. 4. Da sei denn auch mein Leib Zum Tempel dir ergeben, Zur Wohnung und zum Haus. Ach, allerliebstes Leben, Ach, wohn, ach, leb in mir! Beweg 8. Ich leg in deinen Schoß und rege mich, So hat Geist, hinein All Freunde und Ver- Seel und Leib Mit dir vereiwandten mein, Da sind sie wohl nigt sich. beschlossen. Ich lege meine arme Seel In Jesu fichre Wundenhöhl; Du wirst sie nicht verstoßen, Wenn sie vom Leibe scheidt der Tod. Ich leg mich ganz in dich, mein Gott. Ant. Ulr. Herzog von Braunschweig, geb. 1633, st. 1714. 5. Dem Leibe hab ich jetzt Die Kleider angeleget. Laß meiner Seele sein Dein Bildniß eingepräget Jm güldnen Glaubensschmuck, In der Gerechtigfeit, So allen Seelen ist Das rechte Ehrenkleid. 6. Mein Jesus, schmücke mich Mit Weisheit und mit Liebe, Mel. O Gott, du frommer Gott. 420. Sefu, füßes Mit Keuschheit, mit Geduld D Licht, Nun ist Durch deines Geistes Triebe; Am Morgen. 313 vereint zu sein! Auch mit der Demuth mich Vor| Herr, dein Angesicht Und dir allen fleide an, So bin ich wohlgeschmückt Und föstlich angethan. 7. Gieb, daß doch diesen Tag Mir stets vor Augen schwebe, Daß dein Allgegenwart Mich wie die Luft umgebe, Auf daß mein ganzes Thun Durch Herz, durch Sinn und Mund Dich lobe inniglich, Mein Gott, zu aller Stund. 5. So laß mich wandeln, wo ich bin, Vor deinem Angesicht; Mein Thun und Lassen immerhin Sei lauter, rein und licht. Mel. Ich dank dir schon durch zc. 8. Ach, segne, was ich thu, Ja, rede und gedenke! Durch deines Geistes Kraft Es also 422. Mein erſt Ge führ und lenke, Daß Alles nur gescheh Zu deines Namens Ruhm, Und daß ich unverrückt Verbleib dein Eigenthum. sei Preis und Dank; Erhebe Gott, o Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang; Lobsing ihm, meine Seele! Joach. Lange, g. 1670, st. 1744. Und leucht mir ins Gesicht. Gott ist noch mehr dem Geiste nah Mit seinem Lebenslicht. 6. Dein Auge leite meinen Gang, Daß ich nicht irre geh. Ach, bleib mir nah mein Leben lang, Bis ich dich ewig seh! Gerh. Tersteegen, g. 1697, st. 1769. 2. Mich selbst zu schützen oh ne Macht, Lag ich und schlief Mel. Nun danket All und bringet Ehr. in Frieden. Wer schafft die Sis as äußre Son- cherheit der Nacht Und Ruhe nenlicht ist da für die Müden? 2. Ach, wohn in mir, du Gottessonn! Mein Geist dein Himmel werd, Daß ich, o reine Seelenwonn, Werd ganz in dich verklärt. 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, Mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß Und schüßt mich in Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, Sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, Die Seele zu erwecken? 3. Wenn sich die Sonne of fenbart, So weicht die Dunkelheit. Vertreib durch deine Gegenwart Die Sünd und Eigenheit. 5. Du bist es, Gott und Herr der Welt, Und dein ist unser Leben. Du bist es, der es uns erhält, Und mirs jetzt neu gegeben. 4. Du bist ein Licht und wohnst im Licht. Ach, mach 6. Gelobet seift du, Gott der mich licht und rein, zu schauen, Macht, Gelobt sei deine Treue, 314 Beten, loben Daß ich nach einer sanften Nacht Mich dieses Tags erfreue! 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, Mich deine Wege wallen; Und lehre du mich selber thun Nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnä- beit scheue, Mich gern an Andig wahr; Auf dich hofft mei- drer Wohlergehn Und ihrem ne Seele. Sei mir ein Retter Glauben freue. in Gefahr, Ein Vater, wenn ich fehle. und danken. 10. Daß ich, als ein getreuer Knecht, Nach deinem Reiche strebe, Gottselig, züchtig und gerecht Durch deine Gnade lebe. 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, Nie Fleiß und Ar12. Daß ich das Glück der Lebenszeit In deiner Furcht ges nieße Und meinen Lauf mit Freudigkeit In Jesu sanft beschließe. Chr. Fürchteg. Gellert, g. 1715, st. 1769. 9. Gieb mir ein Herz voll Zuversicht, Erfüllt mit Lieb und Ruhe, Ein weises Herz, das seine Pflicht Erkenn und willig thue. Vor dem Essen. Brod; Vor Theurung und vor Hungersnoth Behüt uns durch dein lieben Sohn, Gott Vater in dem höchsten Thron. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns 2c.| Mel. Herr Christ, der einig Gotts 2c. ich bitten 423. Bescheruns, Hett, 424. ein Kinder, Dich das täglich O Vater, Herre Gott, Mach unser Sorgen minder, Gieb uns das täglich Brod, Erhalt uns unser Leben, Das du uns hast gegeben, Bis wir jens erben dort. 2., Herr, thu auf dein milde Hand, Mach uns dein Gnad und Güt bekannt; Ernähr uns, deine Kindelein, Der du speist alle Vögelein. 2. Gesegne mit deinm Munde, Was du uns hast beschert, Daß es uns sei gesunde. Die 3. Erhörst du doch der Ra- Kraft werd uns gemehrt, In ben Stimm: Drum unsre Bitt, deinem Dienst zu bleiben, Die Herr, auch vernimm; Denn al- Werk der Lieb zu treiben Allzeit ler Ding du Schöpfer bist Und an Jedermann. allem Vieh sein Futter giebst. 4. Gedenk nicht unsrer Missethat Und Sünd, die dich erzürnet hat. Laß scheinen dein Barmherzigkeit, Daß wir dich lobn in Ewigkeit. 3. Wollst deine Lieb beweisen Und Allen schaffen Rath; All Hungerige sveisen, Mit Gü tern machen satt, Daß wir dich Alle loben, Dein Güt herab von oben Erkennen stets mit Dant. Nic. Hermann, f. 1561 Um 1550. Nach dem Essen.e 315 Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens zc.| dein Gütigkeit Hier und auch 425. Gelegn uns, Herr, dort in Ewigkeit. die dein, Die Speis laß unsre Nahrung Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. sein. Hilf, daß dadurch erquicket werd Der dürftge Leib auf die 426. Speiſe, Bater, fer Erd. 2. Denn dieses zeitlich Brod allein Kann uns nicht gnug zum Leben sein; Dein göttlich Wort die Seele speist, Hilft uns zum Leben allermeist. 3. Drum gieb uns Beides, Herre Gott; Hilf endlich auch aus aller Noth, So preisen wir Nach dem Essen. Mel. Herr Gott, dich loben alle wir. 5. Billig wird er von uns 427, Sankt dem Herra gepreist, Daß er uns also reichheut und allezeit! Groß ist sein Güt und Mildigkeit. Alles Fleisch er speist und erhält; Denn sein Geschöpf ihm wohlgefällt. lich speist. O Vater, für dein Gütigkeit Sagn wir dir Dank in Ewigkeit. Nic. Hermann, st. 1561. 2. Wenn über uns sein Antlißz leucht, Der Regn und Thau die Erd befeucht, Alsdann wächst alles Laub und Gras; Sein Werk treibt er ohn Unterlaß. Tröste die betrübten Sünder, Sprich den Segen zu den Gaben, Die wir jezund vor uns haben, Daß sie uns zu diesem Leben Stärke, Kraft und Nahrung geben, Bis wir endlich mit den Frommen zu der Himmelsmahlzeit kommen. Joh. Heermann, geb. 1585, st. 1647.. 3. Wenn er aufthut sein milde Hand, So wächst die Füll in allem Land, Daß sich deß freuet Jedermann; Kein Mensch noch Vieh darf Mangel habn. 4. Er hat kein Lust am starten Held, Kein Macht und Pracht ihm wohlgefällt. Er liebt, daß man ihn fürcht und traut. Wer auf ihn hofft, hat wohl gebaut. Mel. Wach auf, mein Herz, und singe. 428. Nun laßt uns Gott, dem Herren, Dank sagen und ihn ehren Von wegen seiner Gaben, Die wir empfangen haben. 2. Den Leib, die Seel, das Leben Hat er allein uns geben, Dieselben zu bewahren, Thut er nie etwas sparen. 3. Nahrung giebt er dem Leibe; Die Seele muß auch bleiben, Wiewohl tödtliche Wunden Sind kommen von den Sünden. 4. Ein Arzt ist uns gege ben, Der selber ist das Leben; 316 Beten, loben und danken. Christ, der für uns gestorben,| Mel. Herr Gott, dich loben alle wir. Hat uns das Heil erworben. 5. Gein Wort, fein Tauf, 430. Wir danken Gott sein Nachtmahl Dient wider allen Unfall; Der heilge Geist im Glauben Lehrt uns darauf für seine Gabn, Die wir von ihm empfangen habn, Und bitten unsern lie ben Herrn, Er woll hinfort uns mehr beschern. vertrauen. 6. Durch ihn ist uns vergeben Die Sünd, geschenkt das Leben; Den Himmel folln wir haben. Gott, wie große Gaben! 7. Wir bitten deine Güte: Wollst uns hinfort behüten, Die Großen mit den Kleinen; Du fannsts nicht böse meinen. 8. Erhalt uns in der Wahrheit, Gieb ewigliche Freiheit, Zu preisen deinen Namen Durch Jesum Christum. Amen! Ludw. Helmboldt, geb. 1532, st. 1598. Mel. Nun freut euch, lieben Christenze. 429. Wie groß ist deine Freundlich keit! Wie herrlich deine Güte, Die da versorgt zu jeder Zeit Den Leib und das Gemüthe! Du Lebensfreund, du Menschenlust, Du hast uns Allen Rath gewußt Und uns sehr wohl gelabet. 2. Laß endlich bei des Lammes Tisch In deinem Reich uns effen, Wo tausend Gaben mild und frisch Du selbst uns wirst zumessen. Da wird man schmetken Freud und Ehr; Und wir, Herr, wollen nimmermehr zu preisen dich aufhören. Joh. Rist, geb. 1607, st. 1667. 2. Er woll uns speisen mit seinm Wort, Daß wir satt wers den hier und dort. Ach, lieber Gott, du wollst uns gebn Nach dieser Welt das ewge Lebn! 3. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, Daß du unsr Gast gewesen bist. Bleib du bei uns, so hats nicht noth; Du bist das rechte Lebensbrod. Mel. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren. 431. Sanke dem Her dem Ursprung der Güter, Der ren, o Seele, uns erquicket die Leiber und stärkt die Gemüther. Gebet ihm Ehr! Liebet den Gütigen sehr! Stimmet an dankende Lieder! 2. Du hast, o Güte, dem Leibe die Nothdurft bescheret: Laß doch die Kräfte im Guten nur werden verzehret. Alles ist dein, Seelen und Leiber, allein: Werd auch durch beide geehret! 3. Lebenswort, Jesu, komm, speise die schmachtenden Seelen. Laß in der Wüste uns nimmer das Nöthige fehlen. Gieb nur, daß wir Innig stets dürsten nach dir, Ewig zum Heil dich erwählen. Am Abend. 317 4. Nimm die Begierden und| einst wird sein In uns dein Sinnen in Liebe gefangen, Daß Leben allein. Jesu, du kannst wir nichts neben dir, Jesu, auf es vollbringen. Erden verlangen. Laß uns mit dir Leben verborgen allhier Und dir im Geiste anhangen. 5. Laß deinen Lebensgeist kräftig und tief uns durchdringen und uns ein göttliches Leben und Heiligung bringen, Bis Am Abend. 6. Gedent, o Herr, der schwebist Tag und ren Zeit, Darin gefangen liegt der Leib. Der Seele, die du haft erlöst, Gieb, o Herr Jesu, deinen Trost. 7. Gott Vater sei Lob, Ehr und Preis, Des Sohnes Weiss heit gleicher Weis, Des heilgen Geistes Gütigkeit, Von nun an bis in Ewigkeit! 432. Christe, der du 6. Gütigster Hirte, du wolleft uns stärfen und leiten Und zu dem himmlischen Mahle recht würdig bereiten. Bleib uns hier nah, Bis wir dich ewig allda Schmecken und schauen in euden. Gerh. Tersteegen, geb. 1697, st. 1769. Licht, Vor dir ist, Herr, verborgen nichts. Du väterlichen Lichtes Glanz, Lehr uns den Weg der Wahrheit ganz. 2. Wir bitten dein göttliche Macht, Behüt uns, Herr, in dieser Nacht; Bewahr uns, Herr, vor allem Leid, Gott, Bater der Barmherzigkeit. 3. Vertreib den schweren Schlaf, Herr Christ, Daß uns nicht schad des Feindes Lift. 433. Die Nacht ist kom Das Fleisch in Züchten reine sei, So sind wir mancher Sorgen frei. men, Drin wir ruhen sollen; Gott walts zu Frommen, Nach seinm Wohlges fallen, Daß wir uns legen In seinm Gleit und Segen Der Ruh zu pflegen. 4. So unser Augen schlafen hier, Laß unser Herz wachen zu dir. Beschirm uns, Gottes rechte Hand, Und lös uns von der Sünden Band. 5. Beschirmer, Herr der Christenheit, Dein Hülf uns allzeit sei bereit. Hilf uns, Herr Christ, aus aller Noth Durch deine heilgen Wunden roth. Nach: Christe, qui lux es et dies, von Wolfgang Meußlin, g. 1497, st. 1563. 2. Treib, Herr, von uns fern Die unreinen Geister; Halt die Nachtwach gern, Sei selbst unser Schußherr. Schirm beid, Leib und Seel, Unter deine Flügel; Send uns dein Engel. 3. Laß uns einschlafen Mit guten Gedanken, Fröhlich auf 318 Beten, loben und danken. wachen Und von dir nicht wan-| Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. ken; Laß uns in Züchten Unſer Thun und Tichten Zu deinm 435. Jeſu, treuſter Heiland mein, Preis richten. 4. Pfleg auch der Kranken Durch deinen Geliebten; Hilf den Gefangnen, Tröste die Betrübten; Pfleg auch der Kinder, Sei selbst ihr Vormünder; Des Feinds Neid hinder. 5. Vater, dein Name Werd von uns gepreiset; Dein Reich zukomme, Dein Will werd beweiset; Frist unser Leben, Wollst die Schuld vergeben; Erlös uns. Amen! Böhmische Brüder 1540. 3. Womit wir habn erzürnet dich, Dasselb verzeih uns gnädiglich und rechn es unsrer Seel nicht zu; Laß schlafen uns in Fried und Ruh. Ich geh in mein Schlaffämmerlein, Ich will mich legen in die Ruh; Schleuß du die Thür selbst nach mir zu. Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem 2c. 4. Wenn ich nun schlaf, wach 434. Hinunter ist der du für mich; Treib alles UnSonne Schein, Die finstre Nacht bricht stark herein. Leucht uns, Herr Christ, du wahres Licht, Daß wir im Finstern wandeln nicht. glück hinter sich. Laß mich zu deinem Lob aufstehn Und fröhlich an mein Arbeit gehn. 2. Dir sei Dank, daß du uns den Tag Vor Schaden, Gfahr und mancher Plag Durch deine Engel hafst behüt Aus Gnad und väterlicher Güt. 4. Durch dein Engel die Wach bestell, Daß uns der böse Feind nicht fäll. Vor Leibesund vor Seelennoth Behüt uns heut, o treuer Gott. Nic. Hermann, st. 1561. 2. Verzeih mein Sündn aus Gnaden mir, Treib alle bösen Träum von hier; Breit über mich dein Flügel aus, So stehn die Engel um das Haus. 3. Behüt vor Feur und Was sersnoth, Vor einem bösen, schnellen Tod. Vor allem Uebel und Gefahr Mich und all fromm Christen bewahr. Mel. Der Tag ist hin, mein Jesu zc sich mit ihrem 436. Die Sonn hat Glanz gewendet Und, was sie soll, auf diesen Tag vollendet. Die dunkle Nacht dringt allenthalben zu, Bringt Menschen, Vieh und alle Welt zur Ruh. 2. Ich preise dich, du Herr der Nächt und Tage, Daß du mich heut vor aller Noth und Plage Durch deine Hand und hochberühmte Macht Hast unverletzt und frei hindurch ge bracht. 3. Vergieb, wo ich bei Tage so gelebet, Daß ich nach dem Am Abend. 319 was finster ist, gestrebet. Laß zu dir; Auch unser armer Loballe Schuld durch deiner Gnade Schein In Ewigkeit bei dir verloschen sein. gesang Dich rühmet unser Leben lang. $ 8-34530) Juni 3. Lob, Ehr und Dank sei dir erweist, Gott Vater, Sohn und heilger Geist! Du dreifach einig wahrer Gott, Tröst unser Herz in aller Noth. 4. Schaff, daß mein Geist dich ungehindert schaue, Indeß ich mich der trüben Nacht vertraue, Und daß der Leib auf diesen schweren Tag Sich seiner Kraft fein sanft erholen mag. 5. Vergönne, daß der lieben Schaaren vor Macht der Finsterniß bewahren, 438. Werde munter, Auf daß ich vor der List und Tyrannei Der argen Feind im Schlafe sicher sei. 6. Herr, wenn mich wird die lange Nacht bedecken Und in die Ruh des tiefen Grabes strecken, So blicke mich mit deinen Augen an, Daraus ich Licht im Tode nehmen kann. 107. Und laß hernach zugleich mit allen Frommen Mich zu dem Glanz des andern Lebens kommen, Da du uns hast den großen Tag bestimmt, Dem feine Nacht sein Licht und Klarheit nimmt. Josua Stegmann, geb. 1588, st. 1632. Mel. Herr Jesu Christ, meins 2c. werthes Licht 437. D der Christenheit, heilige Dreieinigkeit, Weil jetzt die Sonne von uns weicht, Durch dein Licht unser Herz erleucht! upelles von Löwenstern, 8. 1594, f. 1648. Nach: 0, lux beata trinitas von Ambros stus, st. 397. 2. Am Morgen früh da danfen wir, Des Abends beten wir the, Und ihr Sinnen, geht herfür, Daß ihr preiset Gottes Güte, Die er hat gethan an mir, Da er mich den ganzen Tag Vor so mancher Noth und Plag Hat behütet und in Gnaden Abgewendet allen Schaden. 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der Barmherzigkeit, Daß mir ist mein Werk gelungen, Daß du mich vor allem Leid Und vor Sünden mancher Art So getreulich haft bewahrt, Auch den Feind hinweg getrieben, Daß ich unbeschädigt blieben. 3. Keine Klugheit kann ausrechnen, Herr, dein Güt und Wunderthat; Ja, kein Redner kann aussprechen, Was dein Hand erwiesen hat. Deiner Wohlthat ist zu viel; Ihr ist weder Maß noch Ziel. Herr, du hast mich so geführet, Daß kein Unfall mich berühret. 4. Dieser Tag ist nun vergangen, Die betrübte Nacht 320 Beten, loben und danken. bricht an. Es ist hin der Sonne| nicht. Wenn ich dich nur hab Prangen, So uns All erfreuen im Herzen, Fühl ich nicht der fann. Stehe mir, o Vater, bei, Seelen Schmerzen. Daß dein Glanz stets vor mir sei Und mein faltes Herz er hize, Ob ich gleich im Finstern fize. för 9. Wenn die Tageswerk gleich machen, Daß die Augen schlafen ein, So laß doch mein Herze wachen und zu dir gerichtet sein. Mein Gedanken, meine Sinn Gehen immerfort dahin, Daß mich nichts von dir ab treibe Und ich auch im Schlaf dein bleibe. 5. Herr, verzeihe mir aus Gnaden Alle Sünd und Missethat, Damit sich mein Herz beladen Und dich hoch erzürnet hat. Treib des Satans List und Tück, Gott, durch deine Kraft zurück; Laß es ihm ja nicht gelingen, Daß er mich in Noth fönn bringen. 6. Bin ich gleich von dir gewichen, Stell ich mich doch wieder ein. Hat uns doch dein Sohn verglichen Durch sein Angst und Todespein. Ich verleugne nicht die Schuld; Aber deine Gnad und Huld Ist viel größer, als die Sünden, Wel che sich in mir befinden. 7. du Licht der frommen Seelen, D du Glanz der Ewigfeit, Dir will ich mich ganz be fehlen Diese Nacht und allezeit. Bleibe doch, mein Gott, bei mir In dem finstern Thal allhier; Tröste mich mit deiner Liebe, Daß kein Unfall mich betrübe. 10. Laß mich diese Nacht empfinden Eine sanft und süße Ruh; Alles Uebel laß verschwin den, Deine Gnade deck mich zu. Leib und Seele, Muth und Blut, Weib und Kinder, Hab und Gut, Freunde Feind und Hausgenossen Sein in deinen Schuh geschlossen. niß. Laß mich dich, o wahres Licht, Nimmermehr verlieren 11. Ach, bewahre mich vor Schrecken, Schüße mich vor Ueberfall, Laß mich Krankheit nicht aufwecken, Treibe weg des Krieges Schall, Wend ab Feurund Wassersnoth, Pest und bö sen schnellen Tod, Laß mich nicht in Sünden sterben, Noch an Leib und Seel verderben. 12. O du großer Gott, erhöre, Was dein Kind gebeten hat! Jesu, den ich stets verehre, Bleibe du mein Schutz und 8. Schüße mich vors Teufels Rath! O duwerther heilger Geist, Negen, Vor der Macht der Fin- Stärke du mich allermeist! Herr. sterniß, Die mir oft des Nachts erhöre dies mein Flehen! Amen! juseßen Und erzeugen Kümmer- ja, es soll geschehen. Joh. Rist, geb. 1607, st. 1667. Am Abend. sta 321 439. N Wälder, Bieb, der Erd. un ruhen alle ten Zur Ruh ein Bettlein in Menschen, Städt und Felder; Es schläft die ganze Welt. Ihr aber, meine Sinnen, Auf, auf! ihr sollt beginnen, Was eurem Schöpfer wohlgefällt. 7. Mein Augen stehn verdroffen, Im Hui sind sie geschlossen; Wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden, Sei gut für allen Schaden, Du Aug und Wächter Israel. 2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, Die Nacht, des Tages Feind. Fahr hin! Ein andre Sonne, Mein Jesus, meine Wonne, Gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun vergan- Kind soll unverleßet sein. gen, Die güldnen Sternlein 9. Auch euch, ihr meine Lieprangen Am blauen Himmels- ben, Soll heute nicht betrüben faal. Also werd ich auch ste- Kein Unfall, noch Gefahr. Gott hen, Wenn mich wird heißen laß euch ruhig schlafen, Stell gehen Mein Gott aus diesem euch die güldnen Waffen Ums Jammerthal. Bett und seiner Helden Schaar. Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. 8. Breit aus die Flügel beide, O Jesu, meine Freude, Und nimm dein Küchlein ein! Will Satan mich verschlingen, So laß die Englein singen: Dies 4. Der Leib, der eilt zur Ruhe, Legt ab das Kleid und Schuhe, Das Bild der Sterblichkeit. Die zieh ich aus; da- 440, Ser Tag ist hin; Mein gegen Wird Christus mir an legen Den Rock der Ehr und Herrlichkeit. bei mir bleibe! Seelenlicht, der Sünden Nacht vertreibe! Geh auf in mir, Glanz der Gerechtigkeit! Erleuchte mich, ach Herr, denn es ist Zeit. 5. Das Haupt, die Füß und Hände Sind froh, daß nun zum Ende Die Arbeit kommen sei. 2. Lob, Preis und Dank sei Herz, freu dich! Du sollst wer- dir, mein Gott, gesungen! Dir den Vom Elend dieser Erden sei die Ehr, daß Alles wohl Und von der Sünden Arbeit gelungen Nach deinem Rath, frei. ob ichs gleich nicht versteh. 6. Nun geht, ihr matten| Du bist gerecht; es gehe, wie Glieder, Geht hin und legt euch nieder, Der Betten ihr begehrt. Es kommen Stund und Zeiten, Da man euch wird bereies geh. 3. Nur Eines ist, das mich empfindlich quälet: Beständigfeit im Guten mir noch fehlet. M. R. Gesangbuch. 21 Beten, loben und danken. 322 Das weißt du wohl, o Herzensfündiger: Ich strauchle noch, wie ein Unmündiger. 4. Vergieb es, Herr, was mir sagt mein Gewissen! Welt, Teufel, Sünd hat mich von dir geriffen. Es ist mir leid; ich stell mich wieder ein. Da ist die Hand: Du mein und ich bin dein! 5. Jsraels Schuk, mein Hüter und mein Hirte, Zu mei nem Trost dein steghaft Schwert umgürte. Bewahre mich durch deine große Macht, Wenn Belial nach meiner Seele tracht. 6. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen. Ach, laß die Seel im Schlaf auch Gutes schaffen! O Lebens sonn, erquicke meinen Sinn! Dich laß ich nicht, mein Fels. Der Tag ist hin. Joach. Neander, geb. 1610, st. 1680. heller in mein Herz Die ewge Himmelskerz, Mein Jesus, meis ner Seele Ruhm, Mein Schuß, mein Schatz, mein Eigenthum. 441. S er lieben Sonne Licht und Pracht Hat nun den Lauf vollführet; Die Welt hat sich zur Ruh gemacht. Thu, Seel, was dir gebühret! Tritt an die Himmelsthür Und bring ein Lied herfür! Laß deine Augen, Herz und Sinn Auf Jesum sein ge richtet hin. 3. Der Schlaf wird herrschen diese Nacht Bei Menschen und bei Thieren; Doch Einer ist, der droben wacht, Bei dem kein Schlaf zu spüren. Es schlummert, Jesu, nicht Dein Aug, auf mich gericht. Drum soll mein Herz auch wachend sein, Daß Jesus wache nicht allein. 4. Verschmähe nicht dies schlechte Lied, Das ich dir, Jesu, singe. In meinem Herzen ist kein Fried, Bis ich es zu dir bringe. Ich bringe, was ich fann. Ach, nimm es gnädig an! Es ist doch herzlich gut gemeint, Jesu, meiner Seelen Freund. 5. Mit dir will ich zu Bette gehn, Dir will ich mich befehlen. Du wirst, mein Hüter, auf mich sehn Und rathen meiner Seelen. Ich fürchte keine Noth, Kein Hölle, Welt, noch Tod; Denn wer mit Jesu schlafen geht, Mit Freuden wieder aufersteht. 6. Ihr Höllengeister, fort mit euch! Hier habt ihr nichts zu schaffen. Dies Haus gehört in Jesu Reich: Laßt es ganz sicher schlafen! Der Engel starke Wacht Hält es in guter Acht, Ihr Heer und Lager ist sein Schutz; Drum sei auch allen Teufeln Trug. 2. Ihr hellen Sterne, leuchtet wohl und glänzt mit Licht und Strahlen; Jhr macht die Nacht des Glanzes voll. Doch noch zu tausend malen Scheint 7. So will ich denn nun Am Abend. schlafen ein, Sefu, in deinen Armen. Dein Aufsicht soll die Decke sein, Mein Bette dein Erbarmen, Mein Kissen deine Brust, Mein Traum die süße Lust, Die aus dem Wort des Lebens fleußt Und dein Geist in mein Herze geußt. So oft die Nacht mein Ader schlägt, Soll dich mein Geist umfangen; So viel mal sich mein Herz bewegt, Soll dies sein mein Verlangen, Daß ich mit lautem Schall Mög rufen überall: O Jesu, Jesu, du bist mein, Und ich auch bin und bleibe dein! 9. Nun, matter Leib, schick dich zur Ruh Und schlaf fein sanft und stille. Ihr müden Augen schließt euch zu; Denn das ist Gottes Wille. Schließt aber dies mit ein: Herr Jesu, ich bin dein! So ist der Schluß recht wohl gemacht. Nun, liebster Jesu, gute Nacht! Christian Scriver, g. 1629, st. 1693. 323 Nacht Und schenke mir genädiglich Den Schirm von deis ner Wacht. 4. Wend ab des Satans Wütherei Durch deiner Engel Schaar, So bin ich aller Sørgen frei, Und bringt mir nichts Gefahr. 5. Zwar fühl ich wohl der Sünden Schuld, Die mich bei dir klagt an: Ach, aber deines Sohnes Huld Hat gnug für mich gethan. 6. Den setz ich dir zum Bürgen ein, Wenn ich muß vors Gericht; Ich kann ja nicht verloren sein In solcher Zuversicht. 7. Drauf thu ich meine Aus gen zu Und schlafe fröhlich ein. Mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh; Wer wollte traurig sein? 8. Weicht, nichtige Gedanfen, hin, Wo ihr habt euren Lauf: Ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 9. Soll diese Nacht die letzte sein In diesem Jammerthal, So 442. Nun fich der Tag führ mich, Herr, zum Himmel ein Zur geendet hat Und keine Sonn mehr scheint, Schläft Alles, was sich abgegematt Und was zuvor geweint. auserwählten Schaar. 10. Und also leb und sterb ich dir, Du Herr Gott Zebaoth; Im Tod und Leben hilfst du mir Aus aller Angst und Noth. 2. Nur du, mein Gott, hast keine Rast, Du schläfst, noch schlummerst nicht; Die Finsterniß ist dir verhaßt, Weil du bist selbst das Licht. Joh. Friebr, Hergog, g. 1647, st. 1699. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 3. an mich In dieser ſchwarzen 443. Nun fich der Tag 21* 324 Beten, loben und danken. Herz zu dir sich wendet Und| und Mund So geschwind und danket inniglich. Dein holdes oft zu fehlen, Daß ichs selber Angesichte Zum Segen auf mich nicht kann zählen. richte; Erleuchte und entzünde mich. 3. Aber, o du Gott der Gnaden, Habe noch einmal Geduld. Ich bin freilich schwer beladen; Doch vergieb mir alle Schuld. Deine große Vatertreu Werde diesen Abend neu, So will ich noch deinen Willen Künftig mehr, als heut erfüllen. 2. Ich schließe mich aufs neue In deine Vatertreue Und Schutz und Herze ein. Die fleischlichen Geschäfte Und alle finstern Kräfte Vertreibe durch dein Naheſein. 3. Daß du mich herzlich liebest, Daß du mich stets umgiebest Und rufft zu dir hinein, Daß du vergnügst alleine So wesentlich und reine, Laß alle zeit mir heilig sein. 4. Ein Tag der sagts dem andern, Mein Leben sei ein Wandern zur großen Ewigkeit. DEwigkeit, du schöne, Mein Herz an dich gewöhne! Mein Heim ist nicht in dieser Zeit. Mel. Werde munter, mein Gemüthe. 444. S err, es ist von meinem Leben Wiederum ein Tag dahin. Lehre mich nun Achtung geben, Ob ich fromm gewesen bin. Zeige mirs auch selber an, So ich was nicht recht gethan; Und hilf jetzt in allen Sachen Guten Feierabend machen. 4. Heilige mir das Gemüthe, Daß der Schlaf nicht sündlich sei; Decke mich mit deiner Güte; Auch dein Engel steh mir bei. Lösche Feur und Lichter aus Und bewahre selbst das Haus, Daß ich morgen mit den Meinen Nicht im Unglück dürfe weinen. 5. Steure den gottlosen Leuten, Die im Finstern Böses thun. Sollte man gleich was bereiten, Uns zu schaden, wenn wir ruhn, So zerstöre du den Rath Und verhindere die That; Wend auch alles andre Schrekfen, Das der Satan kann erwecken. 6. Herr, dein Auge geht nicht unter, Wenn es bei uns Abend wird; Denn du bleibest ewig munter Und bist wie ein guter Hirt, Der auch in der finstern Nacht Ueber seine Heerde wacht. Darum hilf uns, deinen Schafen, Daß wir alle sicher schla2. Freilich wirst du Manches finden, Was dir nicht gefallen hat; Denn ich bin noch voller Sünden In Gedanken, Wort fen. und That, Und vom Morgen 7. Laß mich denn gesund erbis jetzund Pfleget Herze, Handwachen, Wenn es rechte Zeit Am Abend. 325 wird sein, Daß ich ferner meine| mir, Da der Tag nunmehr verSachen Richte dir zu Ehren ein. Oder hast du, lieber Gott, Heut beſtimmet meinen Tod, So befehl ich dir am Ende Leib und Seel in deine Hände. gangen; Sei du selbst mein Sonnenlicht, Das durch alles Finstre bricht. Caspar Neumann, g. 1648, st. 1715. 6. Laß mich meine Tage zähfen, Die du mir noch gönnen willt. Mein Herz sei mit dir erfüllt, So wird mich nichts können quälen; Denn wo du Mel. Ach, was soll ich Sünder machen. ch, 445. mein Jeſu, bist Tag und Licht, Schaden fieh ich trete, uns die Nächte nicht. Da der Tag nunmehr sich neigt, Und die Finsterniß sich zeigt, Hin zu deinem Thron und bete. Neige du zu deinem Sinn Auch mein Herz und Sinnen hin. 2. Meine Tage gehn geschwinde, Wie ein Pfeil, zur Ewigkeit, und die allerlängste Zeit Sauft vorbei, als wie die Winde, Fleußt dahin, als wie ein Mel. Jesu, meine Freude. Fluß, Mit dem schnellsten Was- 446. Hirte deiner Schafe, von feinem Schlafe Etwas wissen mag, Deine Wundergüte War mein Schild und Hüte Den vergangnen Tag. Sei die Nacht auch auf der Wacht Und laß mich von deinen Schaaren Um und um bewahren. 3. Und, mein Jesu, sieh, ich Armer Nehme mich doch nicht in Acht, Daß ich dich bei Tag und Nacht Herzlich suchte. Mein Erbarmer, Mancher Tag geht so dahin, Da ich nicht recht wachsam bin. 7. Nun, mein trener Heiland, wache, Wache du in dieser Nacht! Schütze mich mit deiner Macht! Deine Liebe mich anlache. Laß mich selbst auch wachsam sein, Ob ich gleich jetzt schlafe ein. Levin Joh. Schlicht, g. 1681, st. 1723. 4. Ach, ich muß mich herzlich schämen! Du erhältst, du schüßest mich Tag und Nacht so gnädiglich: Und ich will mich nicht bequemen, Daß ich ohne Heuchelei Dir dafür recht dankbar sei. 2. Decke mich von oben Vor der Feinde Toben Mit der Vaterhuld; Ein versöhnt Gewissen Sei mein Ruhefissen. Ach, vers gieb die Schuld! Denn dein Sohn hat mich davon Durch die tiefgeschlagnen Wunden Gnädiglich entbunden. 5. Nun ich komme mit Verlangen, mein Herzensfreund, 3. Laß auch meine Lieben zu dir. Neige du dein Licht zu Keine Noth betrüben; Sie sind 326 Beten, loben und danken. mein und dein. Schließ uns| zen; Treib der Sünden Dunmit Erbarmen In den Vater- kelheit Weg aus meinem Herarmen Wohlgeborgen ein. Du zen.fo bei mir und ich bei dir: Also find wir ungeschieden, Und ich schlaf in Frieden. 3. Der Sonne Licht Uns jetzt gebricht. unerschaffne Sonne, Brich mit deinem Licht hervor, Mir zur Freud und Wonne. 4. Komm, verschließ die Kammer Und laß allen Jammer Ferne von uns sein. Sei du Schloß und Riegel, Unter deine Flügel Nimm dein Küchlein ein. Decke zu mit Schutz und Ruh, So wird uns kein Grauen wekken, Noch der Feind uns schrecken. 4. Des Mondes Schein Fällt mun herein, Die Finsterniß zu mindern. Ach, daß nichts Veränderlichs Meinen Lauf möcht hindern! 5. Wie, wenn ich mein Bette Heut zum Grabe hätte? Wie bald roth, bald todt! Herr, hast dus beschlossen, Daß mein Ziel verflossen, Kommt die Todesnoth: So will ich nicht wider dich. Lieg ich nur in Jesu Wunden, Sterb ich alle Stunden. 6. Nun, wohlan, ich thue In vergnügter Ruhe Mund und Augen zu. Seele, Leib und Leben Hab ich dir ergeben, du Hüter, du. Gute Nacht! Nimm mich in Acht! Und erleb ich fa. den Morgen, Wirst du weiter sorgen. Benjam. Schmolf, geb. 1672, st. 1737. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. er Tag ist hin. 447. Se Mein Geist und Sinn Sehnt sich nach jenem Tage, Der uns völlig machen wird Frei von aller Plage. 2. Die Nacht ist da. Sei du mir nah, Jesu, mit hellen Ker5. Das Sternenheer Zu Gottes Ehr Am blauen Himmel flimmert. Wohl dem, der in jener Welt Gleich den Sternen schimmert! 6. Was sich geregt Und vor bewegt, Ruht jetzt von seinen Werken. Laß mich, Herr, in stiller Ruh Dein Werk in mir merken. 7. Ein Jeder will Bei solcher Still, Der süßen Ruhe pflegen. Laß die Unruh dieser Zeit, Jesu, bald sich legen. 8. Ich selbst will auch Nach meinem Brauch Nun in mein Bettlein steigen. Laß mein Herz zu deinem sich Als zum Bettlein neigen. 9. Halt du die Wach, Damit kein Ach Und Schmerz den Geist berühre. Sende deiner Engel Schaar, Die mein Bettlein ziere. 10. Wann aber soll Der Wechsel wohl Der Tag und Nächte weichen? Wann der Tag Sonnabendslied. 327 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk: Der Geist, mit dem ich dein gedenk, Ein ruhiges Gemüthe, Was ich vermag Bis diesen Tag, Ist Alles deine Güte. 12. Alsdann wird nicht Der Sonne Licht Jerusalem verlieren; Denn das Lamm ist selbst das Licht, Das die Stadt wird zieren. 4. Sei auch nach deiner Lieb und Macht Mein Schutz und Schirm in dieser Nacht; Vergieb mir meine Sünden. Und kommt mein Tod, Herr Zebaoth, So laß mich Gnade finden. Chr. Fürcht. Gellert, g. 1715, st. 1769. Jüde bin ich, 13. Hallelujah!, Ei, wär ich da, Da Alles lieblich klinget, Da man ohn Abwechselung Heilig, Heilig singet! 14. Jesu du, Mein Hülf 449. Mach zur Ruh, geh Schließe beide Neuglein zu. Vater, laß die Augen dein Ueber meinem Bette sein. 2. Hab ich Unrecht heut gethan, Sieh es, lieber Gott, nicht an. Deine Gnad und Christi Blut Macht ja allen Schaden gut. 3. Alle, die mir sind verwandt, Gott, laß ruhn in deiner Hand; Alle Menschen, groß und klein, Sollen dir befohlen anbrechen wird, Dem kein Tag| zu gleichen. 11. In jener Welt, da diese fällt, Die Zion noch macht weinen, Soll noch heller siebenmal Mond und Sterne scheinen. und Ruh, Laß mich dahin gelangen, Daß ich mög in deinem Glanz Vor dir ewig prangen. J. A. Freylinghausen, geb. 1670, st. 1739. Mel. In dich hab ich gehoffet, Herr. ür alle Güte sei 448. Für gepreist, Gott Bater, Sohn und heilger Geist; Ihr bin ich zu geringe. Vernimm den Dank, Den Lobgesang, Den ich dir kindlich singe. 2. Du nahmst dich meiner sein. herzlich an, Hast Großes heut 4. Kranken Herzen sende Ruh, an mir gethan, Mir mein Ge- Nasse Augen schließe zu. Laß bet gewähret; Hast väterlich den Mond am Himmel stehn Mein Haus und mich Beschüßzet Und die stille Welt besehn. und genähret. Sonnabendslied. Mel. Herzlich thut mich verlangen.| ich mich hinwende, Da ist sie 450. Ste ie Woche geht immer neu. Die Zeit kann wohl zu Ende, nicht aber Gottes Treu; Denn wo verschwinden, Nur Gottes Güte nicht; Sie läßt sich täglich Beten, loben und danken. 328 finden und giebet Trost und Licht. 2. O gnädigster Erhalter Von Allem, was ich bin, Hör meines Mundes Psalter Und nimm das Opfer hin. Es sind deine Gaben, Die nicht zu zählen sein, Und was ich nur kann haben, Das ist ja Alles dein. 3. Die ganze Woche zeuget Von deiner Gütigkeit, Die du zu mir geneiget; Ja, meine Lebenszeit Vom Anfang bis jetzunder Auf diesen Augenblick Rühmt deine Gnadenwunder Im Glück und Ungelück. 4. Allein mein Herze bebet, Wenn es zurücke denkt, Wie übel ich gelebet Und dich, mein Gott, gefränkt. Je mehr du mich geliebet Und meiner hast verschont, Je mehr ich dich betrübet Und nur mit Haß belohnt. ewig treu zu sein; Dein guter Geist von oben Wird mir die Kraft verleihn. 7. Ich bin dein Kind aufs neue: Drum gieb, daß diese Nacht mich auch dein Schutz erfreue Und Alles sicher mach. Ich werde gleichsam sterben, Der Schlaf ist wie ein Tod; Doch kann ich nicht verderben: Du lebst in mir, mein Gott. 8. Ja du, mein Gott, wirst wachen, Ich werde ruhig sein. So mag der Höllen Rachen Gleich Donner auf mich spein: Dein Kind wird nichts empfinden, Als wenns im Himmel wär; Schutz werd ich bei dir finden; Mich deckt der Engel Heer. 9. Du willst auch die versorgen, Die mein und deine sein: So wird uns alle Morgen Auch deine Kraft erfreun. Wir werden Opfer bringen Mit Herzen, Mund und Hand, Und dir ein Loblied singen, Wo du, Herr, bist bekannt. 5. Ach, strafe nicht im Grim me Gehäufte Missethat! Weil deine Baterstimme Mich selbst gerufen hat, So schrei ich: Herr, erbarme, Erbarm dich über mich! Ich fall dir in die Arme, Ach, schone gnädiglich! 10. Soll das in diesem Leben Die letzte Woche sein, Will ich nicht widerstreben Und mich im Geiste freun Auf einen Feierabend, Den Christi Tod gemacht; Und diese Hoffnung ha6. Mein Glaube heißt mich hoffen, Es sei durch Christi Blut Ein neuer Bund getrof- bend Sprech ich nun: Gute fen Und Alles wieder gut. Nacht! Drum will ich dir geloben, Auf Benj. Schmolf, g. 1672, st. 1737. Christlicher Wandel. Reiselied. Mel. Erschienen ist der herrlich Tag.| des Feindes List, Auch was n Gottes Namen seinm Wort zuwider ist. Ky451. Sfahren wir, Sein rieleis! Hülf und Gnad begehren wir. Des Vaters Güt behüt uns heut, Bewahr auch unser Seel und Leib. Kyrieleis! 2. Christus sei unser Geleitsmann, Bleib stetig bei uns auf der Bahn Und wend von uns XIX. Chriftlicher Wandel. 329 3. Der heilge Geist auch ob uns halt Mit seinen Gaben mannigfalt. Er tröst und stärk uns in der Noth Und führ uns wieder heim zu Gott. Kyrieleis! Nic. Hermann, st. 1561; nach einem Schifferund Wallfahr: sliebe aus d. 13. Jahrhundert. ch ruf zu dir, Herr| wehren, Wenn Unglück geht 452.J Jesu Christ, Ich herein, Das mich bald möcht abkehren. Speis laß allweg sein, Damit mein Seel zu nähren, Mich zu bitt, erhör mein Klagen! Verleih mir Gnad zu dieser Frist, Laß mich doch nicht verzagen! Den rechten Glauben, Herr, ich mein, Den wollest du mir geben, Dir zu leben, Dem Nächsten nüß zu fein, Dein Wort zu halten eben. 2. Jch bitt noch mehr, o Herre Gott, Du kannst es mir wohl geben: Daß ich werd nimmermehr zu Spott, Die Hoffnung gieb daneben; Voraus, wenn ich muß hier davon: Daß ich dir mög vertrauen Und nicht bauen Auf all mein nichtig Thun; Sonst wirds mich ewig reuen. 3. Verleih, daß ich aus Herzensgrund Mein Feinden mög vergeben. Verzeih mir auch zu dieser Stund, Schaff mir ein du wirsts nicht lassen. neues Leben. Dein Wort mein) Maaß seßen, einrichten. Paul Speratus, geb. 1484, st. 1554. 4. Laß mich kein Lust, noch Furcht von dir In dieser Welt abwenden. Beständig sein ans End gieb mir: Du hasts allein in Händen; Und wem dus giebst, der hats umsonst. Es mag niemand ererben, Noch erwerben Durch Werke deine Gunst, Die uns errett vom Sterben. 5. Ich lieg im Streit und widerstreb: Hilf, o Herr Christ, dem Schwachen! An deiner Gnad allein ich kleb; Du kannst mich stärker machen. Kömmt nun Anfechtung her, so wehr, Daß sie mich nicht umstoße. Du fannsts maaßen*), Daß mirs nicht bringt Gefahr. Ich weiß, 330 Christlicher Wandel. 453. Dommt her zu mir,| muß er auch gar sterben. Gleichspricht Gottes wie die Blumen auf dem Feld, Sohn, All, die ihr seid beschwe- Also muß auch die schnöde Well ret nun, Mit Sünden hart be- In einem Hui verderben. laden! Ihr Jungen, Alten, Frau und Mann, Ich will euch geben, was ich fann, Will heilen euren Schaden. 2. Mein Joch ist süß, mein Last gering; Wer mirs nachträgt in dem Geding*), Daß er der Höll entweiche: Ich will ihm treulich helfen tragn, Mit meiner Hülf wird er erjagn Das ewge Himmelreiche. *) im Vertrauen auf die Verheißung. 3. Was ich gethan und glitten hie In meinem Leben spät und früh, Das sollt ihr auch erfüllen. Was ihr gedenkt, ja redt und thut, Das wird euch Alles recht und gut, Wenns gschieht nach Gottes Willen. 4. Gern wollt die Welt auch selig sein, Wenn nur nicht wär die Schmach und Pein, Die alle Christen leiden. Doch kann und mags nicht anders sein; Darum ergeb sich nur darein, Wer ewge Pein will meiden. 5. All Creatur bezeuget das: Was lebt im Wasser, Laub und Gras, Sein Leiden kanns nicht meiden. Wer denn in Gottes Namn nicht will, Zuleßt muß er des Teufels Ziel Mit schwerm Gewissen leiden. 6. Heut ist der Mensch schön, jung und schlank, Und morgen ist er schwach und frank, Bald 7. Die Welt erzittert ob dem Tod. Liegt Einer in der letzten Noth, Dann will er erst fromm werden. Einer schafft dies, der Ander das; Seinr armen Seel er ganz vergaß, Dieweil er lebt auf Erden. 8. Und wenn er nicht mehr leben mag, So hebt er an ein große Klag, Will sich nun Gott ergeben. Ich fürcht fürwahr, die göttlich Gnad, Die er allzeit verschmähet hat, Wird schwerlich ob ihm schweben. 9. Dem Reichen hilft doch nicht sein Gut, Dem Jungen nicht sein stolzer Muth: Er muß aus diesem Maien. Wenn Einer hätt die ganze Welt, Silber und Gold und alles Geld: Doch muß er an den Reihen. 10. Dem Glehrten hilft doch nicht sein Kunst, Die weltlich Pracht ist gar umsonst: Wir müssen Alle sterben. Wer sich in Christo nicht bereit, Weil er lebt in der Gnadenzeit: Ewig muß er verderben. 11. Drum hört und merkt, ihr lieben Kind, Die jetzo Gott ergeben sind: Laßt euch die Müh nicht reuen; Halt stets am heils gen Gotteswort, Das ist eur Trost und höchster Hort; Gott wirds euch schon betreuen. 12. Nicht Uebel ihr um Uebel Christlicher Wandel. 331 gebt; Schaut, daß ihr hier un-| wir Alles haben: Gesunden Leib schuldig lebt; Laßt euch die Welt gieb mir, Und daß in solchem nur äffen. Gebt Gott die Rach Leib Ein unverletzte Seel Und und alle Ehr; Den engen Steg rein Gewissen bleib. geht immer her: Gott wird die Welt schon strafen. 2. Gieb, daß ich thu mit Fleiß, Was mir zu thun gebühret, Wozu mich dein Befehl In meinem Stande führet. Gieb, daß ichs thue bald, Zu der Zeit, da ich soll; Und wenn ichs thu, so gieb, Daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, Womit ich kann bestehen. Laß kein unnüßes Wort Aus meinem Munde gehen. Und wenn in meinem Amt Ich reden soll und muß, So gieb den Worten Kraft Und Nachdruck, ohn Verdruß. 4. Findt sich Gefährlichkeit, So laß mich nicht verzagen. Gieb einen Heldenmuth; Das Kreuz hilf selber tragen. Gieb, daß ich meinen Feind Mit Sanftmuth überwind Und, wenn ich Rath bedarf, Auch guten Rath erfind. 16. Und was der ewig gütge 5. Laß mich mit Jedermann Gott In seinem Wort verspro- In Fried und Freundschaft lechen hat, Geschworen bei seinm Namen, Das hält und giebt er gwiß fürwahr. Der helf uns zu der Engelschaar Durch Jesum Christum. Amen! ben, So weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben An Reichthum, Gut und Geld, So gieb auch dies dabei, Daß von unrechtem Gut Nichts untermenget ſei. 6. Soll ich auf dieser Welt 454. Gott, du from- Mein Leben höher bringen, mer Gott, Du Brunnquell guter Gaben, Ohn den nichts ist, was ist, Von dem Durch manchen sauern Tritt Hindurch ins Alter dringen: So gieb, o Herr, Geduld; Vor 13. Wenn es auch ging nach Fleisches Muth, In Gunst, Gesundheit, großem Gut, Würdt ihr gar bald erkalten. Darum schickt Gott die Trübsal her, Damit eur Fleisch gezüchtigt werd, Zur ewgen Freud erhalten. 14. 3ft euch das Kreuz bitter und schwer: Gedenkt, wie heiß die Hölle wär, Darein die Welt thut rennen, An Leib und Seel muß leidend sein Ohn Unterlaß die ewge Pein, Und mag doch nicht verbrennen. 15. Jhr aber werdt nach die ser Zeit Mit Christo haben ewig Freud; Dahin sollt ihr gedenfen. Kein Mensch lebt, der aussprechen kann Die Glorie und den ewgen Lohn, Den uns der Herr wird schenken. Jörg Birkenmeyer, um 1536, oder Hans Wißstadt. 332 Christlicher Wandel. 7. Laß mich an meinem End Auf Christi Tod abscheiden. Die Seele nimm zu dir Hinauf zu deinen Freuden. Dem Leib ein Räumlein gönn Bei seiner Eltern Grab, Auf daß er seine Ruh An ihrer Seiten hab. Sünd und Schand bewahr, Auf| gen, Da sich göttlich Trauern daß ich tragen mag Mit Ehren findt, Die beseufzen und beklagraues Haar. odi gen Ihr und andrer Leute Sünd. Die deßhalben traurig gehn, Oft vor Gott mit Thränen stehn, Diese sollen noch auf Erden Und dann dort getröstet werden. 8. Wenn du an jenem Tag Die Todten wirst erwecken, So thu auch deine Hand zu meinem Grab ausstrecken. Laß hören deine Stimm Und meinen Leib weck auf Und führ ihn schön verklärt Zum auserwählten Hauf. Joh. Heermann, geb. 1585, st. 1647. Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. 455. Kommt, laßt euch den Herren lehren, kommt, und lernet allzumal, Welche die sind, die gehören Zu der rechten Christenzahl: Die bekennen mit dem Mund, Glauben fest von Herzensgrund Und bemühen sich daneben, Guts zu thun, so lang fie leben. 2. Selig sind, die Demuth haben Und sind allzeit arm im Geist, Rühmen sich gar keiner Gaben, Daß Gott werd allein gepreist, Danken dem auch für und für; Denn das Himmel reich ist ihr. Gott wird dort zu Ehren setzen, Die sich selbst gering hier schätzen. 3. Selig sind, die Leide tra4. Selig sind die frommen Herzen, Da man Sanftmuth spüren kann, Welche Hohn und Trotz verschmerzen, Weichen gerne Jedermann. Die nicht suchen eigne Rach Und befehlen Gott die Sach, Diese will der Herr so schützen, Daß sie noch das Land besitzen. 5. Selig sind, die sehnlich streben Nach Gerechtigkeit und Treu, Daß in ihrem Thun und Leben Kein Gewalt, noch Unrecht ſei. Die da lieben gleich und recht, Sind aufrichtig, fromm und schlecht, Geiz, Betrug und Unrecht haffen, Die wird Gott satt werden lassen. 6. Selig sind, die aus Erbarmen Sich annehmen fremder Noth, Sind mitleidig mit den Armen, Bitten treulich für sie Gott. Die behülflich sind mit Rath, Auch, wo möglich, mit der That, Werden wieder Hülf empfangen Und Barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die funden werden Reines Herzens jederzeit, Die im Werk, Wort und Geberden Lieben Zucht und Heiligkeit. Diesen, welchen nicht gefällt Die unreine Lust der Christlicher Wandel. 333 Welt, Sondern sie mit Ernst| Mel. Was mein Gott will, gescheh zc. vermeiden, Werden schauen Gott mit Freuden. 456. Ah, höchster Gott, verleihe mir, 8. Selig sind, die Friede Daß ich nur dich begehre, Daß machen Und drauf sehn ohn| deine Gnad mich für und für Unterlaß, Daß man mög in Jn Christo neu gebäre; Daß allen Sachen Fliehen Hader, ich, dein Kind, dich such und Streit und Haß. Die da stiften find In allem Kreuz und LeiFried und Ruh, Rathen aller den, Damit nicht Tod, noch Hölseits dazu, Sich des Friedens lennoth Mich jemals von dir selbst befleißen, Werden Gottes scheiden. Kinder heißen. 2. Gieb meinem Herzen wahre Reu Und Thränen meinen Augen, Daß ich forthin das Böse scheu, Und meine Werke taugen. Hilf, daß ich sei ohn Heuchelei, Ein Schutz und Trost der Armen, Auch jederzeit voll Freundlichkeit Mich ihrer mög erbarmen. 3. Lösch aus in mir des Fleisches Wust, Daß ich in deiner Liebe, Nicht in der Welt, empfinde Lust Und stets mich also übe Nach deinem Wort, an allem Ort, In tugendlichen Dingen: So wird mein Geist sich allermeist Zu dir, Herr Jesu, schwingen. 9. Selig sind, die müssen dulden Schmach, Verfolgung, Angst und Pein, Da sie es doch nicht verschulden Und gerecht erfunden sein. Ob des Kreuzes gleich ist viel, Sezzet Gott doch Maß und Ziel, Und hernach wird ers belohnen Ewig mit den Ehrenfronen. 10. Herr, regier zu allen Zeiten Meinen Wandel auf der Erd, Daß ich solcher Seligkeiten Hier aus Gnaden fähig werd. Gieb, daß ich mich acht gering, Meine Klag oft vor dich bring, Sanftmuth auch an Feinden übe, Die Gerechtigkeit stets liebe; 11. Daß ich Armen helf und diene, Immer hab ein reines Herz, Die in Unfried stehn, verfühne, Dir anhang in Freud und Schmerz. Vater, hilf von deinem Thron, Daß ich glaub an deinen Sohn Und durch deines Geistes Stärke Mich befleiße guter Werfe. Nach Joh. Heermann, geb. 1585, st. 1647, von Dav. Denice, geb. 1603, st. 1680. 4. Treib aus von mir den stolzen Sinn, Laß mich in Demuth leben. Nach, Neid und Zorn nimm von mir hin; So kann ich bald vergeben. Wenn schon durch List mein Nebenchrist Ins Elend mich getrieben, Weiß ich doch wohl, daß man auch soll Die ärgsten Feins be lieben. 5. Herr, gieb mir diese dreierlei: Erst einen festen Glauben, Christlicher Wandel. 334 Bei welchem rechte Treue sei, Die nimmer steht auf Schrauben; Daß ich mich üb in wahrer Lieb-- Und hoff auf deine Güte, Die mich, o Gott, vor Schand und Spott Auch bis ins Grab behüte. erwerben, Und, wenn ich soll, fein sanft und wohl In dir, Herr Jesu, sterben. 8. Herr, säubre doch von Eitelfeit Mein sündliches Gemüthe, Daß ich in dieser kurzen Zeit Vor schnöder Lust mich hüte. Der Herzensgrund sei wie der Mund, Dem Nächsten nicht zu schaden, So werd ich nicht, wie sonst geschicht, Mit Schmähen überladen. 10. Ach, gieb mir deinen guten Geist, Daß ich die Laster fliehe Und nur um das, was christlich heißt, Von Herzen mich bemühe: So kann kein Leid in dieser Zeit Aus deiner Hand mich treiben, Und so werd ich dann ewiglich Bei dir, Herr Jesu, bleiben. Joh. Rist, geb. 1607, st. 1667. 6. Nach irdschem Reichthum, Gut und Geld, Herr, laß mich ja nicht trachten. Gieb, daß ich alle Pracht der Welt Mög inniglich verachten, Auch nimmermehr nach hoher Ehr Und großem Namen strebe, Besonders nur nach rechter Spur Der Mel. Komm, o komm, du Geist des 20 wahren Christen lebe. Jeſus, 7. Bor Schmeicheln, List und Heuchelei Bewahre meine Sinnen, Und laß mich ja durch Gleißnerei Den Nächsten nicht gewinnen. Laß Ja und Nein mein Antwort sein, Darnach man sich zu richten; Denn die ses kann bei Jedermann Die Sachen leichtlich schlichten. nichts als 457. Jesus, fus Soll mein Wunsch sein und mein Ziel! Jegund mach ich ein Verbündniß, Daß ich will, was Jesus will. Denn mein Herz, mit ihm erfüllt, Rufet nur: Herr, wie du willt! 2. Einer ist es, dem ich lebe, Den ich liebe früh und spat; Jesus ist es, dem ich gebe, Was er mir gegeben hat. Ich bin in dein Blut verhüllt: Führe mich, Herr, wie du willt. 3. Scheinet was, es sei mein Glücke, Und ist doch zuwider dir, Ach, so nimm es bald zurücke; Jesu, gieb, was nüßet mir. Gieb dich mir, Herr Jesu, mild; Nimm mich dir, Herr, wie du willt. 9. Gieb, daß ich ja den Müßiggang Sammt aller Trägheit hasse; Dagegen, Herr, mein 4. Und vollbringe deinen Lebelang Mein Arbeit so ver- Willen In mir, durch mich, an faffe, Daß ich zur Noth mein täglich Brot Mit Ehren mög mir, Gott. Deinen Willen laß erfüllen Mich im Leben, Freud Christlicher Wandel. 335 und Noth; Sterben als dein| Mel. Es spricht der Unweisen Mund zc. Ebenbild, Herr, wann, wo und wie du willt. 459. Herr, deine Rechte und Gebot, Dars 5. Sei auch, Jesu, stets ge- nach wir sollen leben, Wollst du priesen, Daß du dich und viel mir, o du treuer Gott, Ins dazu Haft geschenkt und mir er- Herze selber geben: Daß ich zum wiesen, Daß ich sing in selger Guten willig sei, Mit Sorgfalt Ruh: Es geschehe mir, mein und ohn Heuchelei, Was du beSchild, Wie du willt, Herr, wie fiehlst, vollbringe. All du willt. 2. Gieb, daß ich dir allein vertrau, Allein dich fürcht und liebe, Auf Menschentrost und 458. Höchster Priester, Hülf nicht bau, Noch mich darum du dich Selbst geopfert haft für mich, Laß doch, bitt ich, noch auf Erden Auch mein Herz dein Opfer werden. großer Leute Gnad und Gunst, Gewalt, Pracht, Reichthum, Witz und Kunst Mir nicht zum Abgott werde. 2. Denn die Liebe nimmt nichts an, Was du, Liebe, nicht gethan; Was durch deine Hand nicht gehet, Wird zu Gott auch nicht erhöhet. 3. Hilf, daß ich deinen Gnadenbund Aus deinem Wort erkenne, Auch niemals dich mit meinem Mund Ohn Herzensandacht nenne; Daß ich bedenke alle Tag, Wie stark mich meine Taufzusag Zum Dienste dir verbinde. Lubām. Elisabeth, Gräfin zu SchwarzburgRudolstadt, geb. 1640, ft. 1672. 3. Drum ſo tödt und schlachte hin Meinen Willen, meinen Sinn; Reiß mein Herz aus meinem Herzen, Sollts auch sein mit tausend Schmerzen. 4. Trage Holz auf den Altar, Und verbrenn mich ganz und gar., du allerliebste Liebe, Wenn doch nichts mehr von mir bliebe! 5. Also wird es wohl geschehn, Daß der Herr es wird ansehn. Also werd ich noch auf Erden Gott ein liebes Opfer werden. Joh. Scheffler, geb. 1624, st. 1677. 4. Am Tage deiner heilgen Ruh Laß mich früh vor dich treten, Die Zeit auch heilig bringen zu Mit Danken und mit Beten; Daß ich hab meine Lust an dir, Dein Wort gern höre und dafür Herzinniglich dich preise. 5. Die Eltern, Lehrer, Obrig keit, So vorgesetzt mir werden, Laß mich ja ehren allezeit, Daß ihre Treu und Sorg laß mich, mirs wohlgeh auf Erden. Für Auch wenn sie werden wunderlich, Gehorsam sein und dankbar. Christlicher Wandel. 3368 6. Hilf, daß ich nimmer eigne Rach Aus Zorn und Feindschaft übe, Dem, der mir anthut Trug und Schmach, Verzeihe und ihn liebe, Sein Glück und Wohlfahrt Jedem.gönn, Schau, ob ich Jemand dienen fönn, Und thu es dann mit Freuden. 7. Unreine Werk der Finsterniß Laß mich mein Lebtag meiden, Daß ich nicht für die Luftseuch müß Der Höllen Qual dort leiden. Schaff in mir, Gott, ein reines Herz, Daß ich schandbare Wort und Scherz, Auch Fressen haß und Saufen. 8. Verleih, daß ich mich redlich nähr, Der Bösen Ränt mich schäme, Mein Herz vom Geiz Mel. Freu dich sehr, o meine Seele. und Unrecht fehr Und fremdes Gut nicht nehme, Und von der 460. Kinder, die ihr Arbeit meiner Händ, Was übrig ist, auf Arme wend Und nicht auf Pracht und Hoffart. 9. Hilf, daß ich meines Nächsten Glimpf zu retten mich befleiße, Von ihm abwende Schmach und Schimpf, Doch Böses nicht gut heiße. Gieb, daß ich lieb Aufrichtigkeit Und hab ein Abschen jederzeit Am Lästern und am Lügen. 10. Laß mich des Nächsten Haus und Gut Nicht wünschen, noch begehren; Was aber mir vonnöthen thut, Deß wollst du mich gewähren; Doch, daß es Niemand schädlich sei, Ich auch ein ruhig Herz dabei Und deine Gnad behalte. 11. Ach Herr, ich wollte deine Recht Und deinen heilgen Wil len, Wie mir gebühret, deinem Knecht, Ohn Mangel gern erfüllen: Doch fühle ich, was mir gebricht, Und wie ich das Geringste nicht Bermag aus eignen Kräften. : duse 12. Drum gieb du mir von deinem Thron, Gott Vater, Gnad und Stärke. Verleih, o Jesu, Gottes Sohn, Daß ich thu rechte Werke. O, heilger Geist, hilf, daß ich dich Von ganzem Herzen und als mich Shn Falsch den Nächsten liebe. Dav. Denice, geb. 1603, st. 1680. der Und nach Gottes Bilde seid, Uebet gegen eure Brüder Christliche Gerechtigkeit. Meint es mit dem Nächsten gut, Wie ihr wollt, daß man euch thut. Dieſe Lehre, so zu leben, Hat der Heiland uns gegeben. 2. Dient einander mit den Gaben, Welche Gott in euch gelegt; Denn den Baum will Gott nicht haben, Welcher keine Früchte trägt. Helft einander aus dem Kreuz, Sonder Eigennuß und Geiz. Gebt und rathet und gedenket, Daß euch Alles Gott geschenket. 3. Ohne Falsch, gleichwie die Tauben, Sucht einander beizustehn, Und aus ungefärbtem Christlicher Wandel. 337 Glauben Laffet eure Werke| Mel. O Gott, der du ein Heerfürst bist. gehn. Habt Vertrauen unter euch, Seid am Sinn einander gleich, Haltet an der Liebe feste, Denkt und hoffet stets das Beste. 461. 4. Lasset über euch nicht schreien, Daß ihr unversöhnlich seid; Seid begierig zum Verzeihen, Langsam zu der Bitterfeit. Sprecht den nächsten freundlich an, Hat er was nicht recht gethan, Und gewinnet sein Gemüthe Selbst mit Freundlichkeit und Güte. 5. Lasset uns nicht übel sprechen, Wenn wir Andrer Mängel sehn. Denkt, wir haben auch Gebrechen, Die uns wieder können schmähn. Höret, was der Heiland spricht: Richtet und verdammet nicht! Daß wir nicht noch hier auf Erden Selbst vor Gott verwerflich werden. Dein Leben ist ein Pilgrimstand; Ich reise nach dem Vaterland, Nach dem Jerusalem, das droben Gott selbst als eine feste Stadt Aufs Bundesblut gegründet hat; Da werd ich meinen Gott stets loben. Mein Leben ist ein Pilgrimstand; Ich reise nach dem Vaterland. 7. Höchster, schmück uns mit dem Kleide Heiliger Gerechtigfeit. Mach uns zu der ewgen Freude, Zu des Lammes Mahl bereit. Mach uns hier und dort gerecht. Sprich einst: Du gefreuer Knecht, Komm, ich will dich hier ergößen Und dich über Viele seßen. Conrad Hubert, st. 1686. M. R. Gesangbuch 2. So schnell ich Land und Sand verlaß, Läuft schnell meins Lebens Stundenglas, Und was vorbei ist, kommt nicht wieder. Ich eile zu der Ewigkeit. Herr Jesu, mach mich nur bereit, Eröffne meine Augenlieder, Daß ich, was zeitlich ist, veracht Und nur nach dem, was ewig, tracht. 3. Kein Reisen ist ohn Ungemach. Der Lebensweg hat auch sein Ach; Man wandelt nicht 6. Gönnt einander alles Gu- auf weichen Rosen. Der Steg te, Segnet und verfluchet nicht. ist eng, der Feinde viel, Die Christus hat mit seinem Blute mich abreißen von dem Ziel. Ein Erlösung aufgericht, Und Ein Vater giebt uns Brot; Unfre Zeit beschließt der Tod, Und Ein Himmel ist dort oben Den Gerechten aufgehoben. Ich muß mich oft an Dornen stoßen; Ich muß durch dürre Wüsten gehn Und kann selbst feinen Ausweg sehn. 4. Der Sonnenglanz mir oft gebricht, Der Sonne, die ihr Gnadenlicht In unverfälſchte Herzen strahlet. Wind, Regen stürmen auf mich zu, Mein matter Geist findt nirgends Ruh. Doch alle Müh ist schon be zahlet, Wenn ich das goldne Himmelsthor Mir stell in Glaub und Hoffnung vor. 22 Christlicher Wandel. 338 5. Ifraels Hüter, Jesu Christ, Der du ein Pilgrim worden bist, Da du mein Fleisch haft angenommen: Zeig mir im Worte deine Tritt, Laß mich bei einem jeden Schritt zu deinem Heil stets näher kommen. Mein Leben fleucht; ach, eile du Und fleuch mit Gnad und Hülf herzu! 6. Durch deinen Geist mich heilig leit; Gieb in Geduld Beständigkeit; Vor Straucheln meinen Fuß beschüße. Ich falle stündlich; hilf mir auf, Zeuch mich, damit ich dir nachlauf. Sei mir ein Schirm in Trübfalshige; Laß deinen süßen Gnadenschein In Finsterniß nie ferne ſein. 7. Wenn mir mein Herz, Gnadenfüll, Bor Durst nach dir verschmachten will, So laß mich dich zum Labsal finden; Und wenn ich schließ die Augen zu, So bring mich zu der stolzen Ruh, Da Streit und alle Müh verschwinden. Laß mich da sein in Abrams Schoß Dein Liebling und dein Hausgenoß. 8. Bin ich in diesem Mesechsland Der blinden Welt gleich unbekannt: Dort sind die Freunde, die mich kennen; Dort werd ich mit der Himmelsschaar Dir jauchzend dienen immerdar Und in der reinsten Liebe brennen. Herr Jesu, komm, o, bleib nicht lang! In Kedars Hütten wird mir bang. Friedr. Adolph Lampe, geb. 1683, st. 1729. Mel. Jefus, meine Zuversicht. immelan geht 462. H unsre Bahn. Wir sind Gäste nur auf Erden, Bis wir dort in Canaan Durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgrimstand, Droben unser Vaterland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist; Denn du bist ein himmlisch Wesen Und kannſt das, was irdisch heißt, Nicht zu deinem Zweck erlesen. Ein von Gott erleuchter Sinn Kehrt in seinen Ursprung hin. 3. Himmelan! ruft er mir zu, Wenn ich ihn im Worte höre. Das weist mir den Ort der Ruh, Wo ich einmal hingehöre. Wenn mich dieses Wort bewahrt, Halt ich eine Himmelfahrt. 4. Himmelan! denk ich allzeit, Wenn er mir die Tafel det tet, und mein Geist hier allbereit Eine Kraft des Himmels schmecket. Nach der Kost im Jammerthal Folgt des Lammes Hochzeitsmahl. 5. Himmelan! Mein Glaube zeigt mir das schöne Loos von ferne, Daß mein Herz schon auf wärts steigt Über Sonne, Mond und Sterne; Denn ihr Licht ist viel zu klein Gegen jenen Glanz und Schein. 6. Himmelan wird mich der Tod In die rechte Heimath führen, Da ich über alle Noth Ewig werde triumphiren. Jesus geht Christlicher Wandel. mir selbst voran, Daß ich freu-] verdorben Mit nichtswürdigen dig folgen kann. 7. Himmelan, ach, himmel an! Das soll meine Losung bleiben. Ich will allen eitlen Wahn Durch die Himmelslust vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, Bis ich in dem Himmel bin. Gesuch, Dabei du fast bist ers storben. Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 6. Geh einfältig stets einher, Laß dir nichts das Ziel verrüfken; Gott wird aus dem Liebesmeer Dich, den Kranken, wohl erquicken. Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. diese Benjam. Schmolk, geb. 1672, s. 1737. Mel. Jesus, meine Zuversicht. eele, was er7. Weißt du nicht, 463. Sist du dich Welt Ein ganz ander Wesen hemüdst In den Dingen dieser Erden, Die doch bald verzehren sich Und zu lauter nichtes werden? Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. get, Als dem Höchsten wohlgefällt Und dein Ursprung dir vorleget? Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, Laß ihn sich zu Gott auf schwingen; Richt ihn stets zum Himmel hin, Laß ihn in die Gnad eindringen. Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 3. Du verlangst oft süße Ruh, Dein betrübtes Herz zu laben: Eil zur Lebensquell hinzu, Da kannst du sie reichlich haben. Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 339 4. Fliehe die unselge Pein, So das finstre Reich gebieret; Laß nur den dein Labsal sein, Der zur Glaubensfreude führet. Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 5. Ach, es ist ja schlecht genug, Daß du sonst viel Zeit 8. Du bist ja ein Hauch aus Gott Und aus seinem Geist geboren. Darum liege nicht im Koth; Bist du nicht zum Reich erforen? Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 9. Schwinge dich fein oft im Geist Ueber alle Himmelshöhen. Laß, was dich zur Erde reißt, Weit von dir entfernet stehen. Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 10. Nahe dich dem lautern Strom, Der vom Thron des Lammes fließet Und auf die, so keusch und fromm, Sich in rei chem Maaß ergießet. Suche Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. 11. Laß dir seine Majestät 22* Christlicher Wandel. 340 Matth. 5, 1-10. Immerdar vor Augen schweben; Laß mit brünstigem Gebet Sich dein Herz zu ihm SuMel. Wachet auf! ruft uns die 2c. Dron und Lohn che Jeſum und sein Licht: Alles 465. K beherzter Rinandre hilft dir nicht. 12. Sei im Uebrigen ganz still, Du wirst schon zum Ziel gelangen; Glaube, daß sein Liebeswill Stillen werde dein Verlangen. Drum such Jesum und sein Licht: Alles andre hilft dir nicht. Jac. Gabr. Wolf, geb. 1683, st. 1754. Mel. Seelenbräutigam. Kesu, geh voran 464. S Auf der Lebensbahn; Und wir wollen nicht verweilen, Dir getreulich nachzueilen. Führ uns an der Hand Bis ins Vaterland. 2. Solls uns hart ergehn, Laß uns feste stehn Und auch in den schwersten Tagen Niemals über Lasten klagen; Denn durch Trübsal hier Geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz Jrgend unser Herz, Kümmert uns ein fremdes Leiden: O, so gieb Geduld zu beiden. Richte unsern Sinn Auf das Ende hin. 4. Ordne unsern Gang, Liebster, lebenslang. Führst du uns durch rauhe Wege, Gieb uns auch die nöthge Pflege. Thu uns nach dem Lauf Deine Thüre auf. Nic. Ludw. Graf v. Zinzendorf, 1700-1760. ger, Der Seligkeit Herwiederbringer, Herr Jesu, Herr der Herrlichkeit, Schau vor deines Thrones Stufen Uns Arme, welche zu dir rufen: Wir wä ren gerne benedeit! Du ſegnest ja so gern, Gesegneter des Herrn, Wir begehrens. So komm her. ein, Wir sind ja dein Und laß uns recht gesegnet sein. - 2. Brunnquell aller Seligfeiten, Ach, fahre fort, uns zu bereiten, So wie es dir gefällig ist. Wir, als von Natur verdorben, Wir sind dem Leben abgestorben, Darinnen du zu finden bist. So tödte doch den Feind, Der uns zu stürzen meint, Unser Leben! Wir wollen nun Nichts selber thun. Laß uns in deinem Tode ruhn. 3. Selig sind die GeistlichArmen! Sie finden leichtlich dein Erbarmen, Das Land der Himmel bleibet ihr; Da im Gegentheil die Reichen Und die gar satt sind, ferne weichen Von deines Königreiches Zier. Ach, mach uns Arme reich, Doch deiner Armuth gleich! Gieb uns, Jesu, Den reichen Muth, Der einzig ruht In dir, dem höchsten, ewgen Gut. 4. Selig sind, die Leide tragen! Sie sollen Trosts genug erjagen; Ihr Herzog ging den Christlicher Wandel. Weg voran. Stieg er auf durch Kreuz und Leiden, Will er auch uns den Kelch bescheiden, Der ihm hienieden gut gethan. Uns ist in dieser Zeit Kein Feiertag bereit: Hier gilts weinen. Beim Hochzeitsmahl Ist keine Qual; Wir aber gehn durchs Jammerthal. 5. Selig sind die sanften Geister! Sie sind auf Erden Herrn und Meister, Und Niemand sieht es ihnen an, Da sie doch durch stillen Wandel In allerlei Geschäft und Handel Ihr Lammeswesen dargethan. Es ist ihr Bräutigam, Das erstgeborne Lamm, Lamm und Löwe, Gar sanft und weich, Doch stark zugleich. So sind auch die aus seinem Reich. 6. Selig, gleich dem Lebensfürsten, Sind alle Seelen, wel. che dürsten Und hungern nach Gerechtigkeit! Sättigung soll ihnen werden, Wie einst ihr Heiland hier auf Erden Gedürstet in der Leidenszeit, Dann nach der Himmelfahrt Vollauf gesättigt ward Bei dem Vater. Wer in der That So Hunger hat Und also dürftet, der wird satt. 341 viel Guts gethan! Wehe denen, Die sich durch Pracht Darum gebracht! Bor Gott wird ihrer schlecht gedacht. 8. Selig find die reinen Herzen, Die ihre Krone nicht verscherzen! Sie werden Gott im Frieden sehn. Alle unbefleckten Tauben, Die an den Freund der Seelen glauben und in der Reinigkeit bestehn, Die sehen einst im Licht Sein selig Angesicht Voller Gnaden. Herr, wir sind dein! Ach, mach uns rein Und lehr uns dir recht ähnlich ſein! 9. Selig, die in allen Sachen Von Herzen gerne Frieden machen! Gott siehet sie als Kin der an. Nichts wird ja ihr Heil zertrümmern; Im Frie densschmucke selber schimmern, Die hier zum Frieden viel ge than. Wer ließe sich denn nun Nicht lieber Unrecht thun? Fries de, Friede Hat unsre Gunst, st unsre Kunst; Der reichste Zankgewinn ist Dunst. 7. Selig sind barmherzge Seelen! Barmherzigkeit wird sich vermählen Dareinst mit ihrer Dürftigkeit. Wer ein Tröpflein Waffers giebet, Wird um des Tröpfleins auch geliebet Und wohl belohnt zu seiner Zeit. Wohl also Jedermann, Der hier 10. Selig sind, die voller Freuden Hier um des Guten willen leiden Und sprechen: Du bist ja der Herr! Dulden wir um deinetwillen, So wird der Leiden Maß zu füllen Aus Liebe niemals uns zu schwer. Wie glücklich wären wir, Jesu, wenn wir hier um dich litten! So geh voran! Wir dringen an Auf dieser Kriegs- und Sie gesbahn! 342 Christlicher Wandel. 11. Also müssen wir auf| Allmachtswort: Es werde! Bes Erden Nie, als in dir erfunden reitet selbst die Bahn; Es lähmt werden; Du hast uns je und erzürnten Feinden Herz, Zunge, je geliebt. Du hast erst um uns Fuß und Hand, Knüpft zwigeworben Und bist aus Liebe schen frommen Freunden Der gar gestorben; Wer ist, der Liebe Bruderband. solche Proben giebt? Wohlan, wir lieben dich, Liebe, inniglich! Unsre Liebe Ist nur ein Bild, So lang es gilt, Wie du uns ewig lieben willt. Nic. Lud. Graf v. Zinzendorf, 1700-1760. Mel. Valet will ich dir geben. Jit n unsers Königs 466. Namen Betreten wir die Bahn. Ihr, ihr von seinem Samen, O, schließt euch freudig an! Wir ziehn zum Friedenslande, Ein Leib, Ein Herz, Ein Geist. Wohl dem, der alle Bande Voll Heldenmuth zerreißt! 2. Der Weg ist schmal, doch eben Und führt zur Seligkeit. Die Straße dort daneben Ist zwar bequem und breit: Doch wer sie geht, muß sterben; An ihrem Ende droht Ein ewiges Verderben, Fluch, Zorn und Qual und Tod. 5. So wandeln wir entschloss sen Dem Himmelsführer nach Und dulden unverdrossen Und tragen seine Schmach Und flehn im finstern Thale: O Jesu, steh uns bei Und mach im Hochzeitsfaale Bald Alles, Alles neu! 6. Seht, wie die Krone schim mert, Die unser Haupt einst schmückt! Und wird der Leib zertrümmert, Der Weltenbau zerstückt, Erlöschen Sonn und Sterne: Kein Pilger werde matt. Dort glänzt uns schon von Ferne Des großen Königs Stadt. men. 7. Hinan! hinan! ihr FromEs foste Schweiß und Blut! Hinan, hinan geflommen Mit wahrem Heldenmuth! Bald hebt uns unser Sehnen Hoch über Tod und Grab; Bald trocknet unsre Thränen Die Hand der Liebe ab. Joh. Ludw. Frider, geb. 1729, st. 1766. 3. Wir folgen deinem Locken, Mel. Herr Jesu Christ, dich zu unsic. Du ewig treuer Freund. Wer könnte sich verſtocken? Du hasts 467. Herr Jeſu Chriſte, so gut gemeint. Wir wandern abgeschieden, Und jeder trägt sein Kreuz Ergeben und zufrieden: Für Pilger hat es Reiz. mein Der aus des Vaters Schoße geht: Mach mir den Vater of fenbar Und seinen heilgen Willen klar. 4. Der große Hirt der Heerde Geht seinem Volk voran. Sein 2. Lehr mich in Allem, weil ich blind; Mach mich dir ein Christlicher Wandel. 343 gehorsam Kind, Andächtig und| Prophet, Sei du mein Ruhm, stets eingefehrt, So werd ich mein Schatz und Freud Bon wahrhaft gottgelehrt. nun an bis in Ewigkeit! Gerh. Tersteegen, geb. 1697, st. 1769. 3. Gieb, daß ich auch vor Jedermann Von deiner Wahrheit zeugen kann Und Allen zeig Mel. Von Gott will ich nicht lassen. mit Wort und That Den schma- 468. Kommt, Kinder, len, selgen laßt uns gehen; 4. Mein Hoherpriester, der Der Abend kommt herbei! Es für mich Am Kreuzesstamm geopfert sich: Mach mein Gewis sen still und frei, Mein ewi ger Erlöser sei. ist gefährlich stehen In dieser Wüstenei. Kommt, stärket euren Muth, Zur Ewigkeit zu wandern, Von einer Kraft zur andern; Es ist das Ende gut. 2. Es soll uns nicht gereuen Der schmale Pilgerpfad; Wir kennen ja den Treuen, Der uns gerufen hat. Kommt, folgt und trauet dem! Ein Jeder sein Gesichte Mit ganzer Wendung richte Fest nach Jerusalem! 3. Der Ausgang, der geschehen, Ist uns fürwahr nicht leid. Es soll noch besser gehen Zur Abgeschiedenheit. Nein, Kinder, seid nicht bang! Berachtet tausend Welten, Ihr Locken und ihr Schelten Und geht nur euren Gang. 4. Gehts der Natur entgegen, So gehts gerad und fein. Die Fleisch und Sinnen pflegen, Noch schlechte Pilger sein. Verlaßt die Creatur, Und was euch sonst will binden; Laßt gar euch selbst dahinten; Es geht durchs Sterben nur. 5. Man muß wie Pilger wandeln, Frei, bloß und wahrlich leer. Viel sammeln, halten, han5. Gesalbter Heiland, segne mich Mit Geist und Gnaden kräftiglich; Schließ mich in deine Fürbitt ein, Bis ich werd ganz vollendet sein. 6. Jch opfre auch als Priester dir Mich selbst und Alles für und für. Schenk mir viel Rauchwerk zum Gebet, Das stets im Geist zu dir aufgeht. 7. Mein Himmelskönig, mich regier; Mein Alles unterwerf ich dir. Rett mich von Satan, Welt und Sünd, Die mir sonst gar zu mächtig sind. 8. Ja, komm du in mein Herz hinein Und laß es dir zum Throne sein; Vor allem Uebel und Gefahr Mich, als dein Eigenthum, bewahr. 9. Hilf mir im königlichen Geist Mich selbst beherrschen allermeist, Begierden, Willen, Lust und Sünd, Und daß mich nichts Geschaffnes bind. 10. Du hocherhabne. Maje stät, Mein König, Priester und 344 Christlicher Wandel. deln Macht unsern Gang nur| Uns kaum im fremden Land; schwer. Wer will, der trag sich Und höret man uns ja, So todt! Wir reisen abgeschieden, höret man uns singen Bon all Mit Wenigem zufrieden, Was den großen Dingen, Die auf man gebraucht zur Noth. uns warten da. 6. Schmückt euer Herz aufs beste, Sonst weder Leib noch Haus. Wir sind hier fremde Gäste Und ziehen bald hinaus. Gemach bringt Ungemach. Ein Pilger muß sich schicken, Sich dulden und sich bücken Den kurzen Pilgertag. 7. Laßt uns nicht viel besehen Das Kinderspiel am Weg. Durch Säumen und durch Stehen Wird man verstrickt und träg. Es geht uns Alls nicht an. Nur fort, nur fortgerungen, Durch Alles durchgedrungen! Es ist so bald gethan. 8. Ist gleich der Weg was enge, So einsam, krumm und schlecht, Der Dornen in der Menge Und manches Kreuze trägt: Es ist doch nur ein Weg. Laß sein! Wir gehen weiter, Wir folgen unserm Leiter und brechen durchs Gehäg. 9. Was wir hier hörn und sehen, Das hörn und sehn wir kaum. Wir lassens da und gehen; Es irret uns kein Traum. Wir gehn ins Ewge ein. Mit Gott muß unser Handel, Im Himmel unser Wandel Und Herz und Alles sein. 10. Wir wandeln eingekehret, Veracht und unbekannt. Man siehet, kennt und höret 11. Kommt, Kinder, laßt uns gehen; Der Vater gehet mit! Gr selbst will bei uns stehen Jn jedem sauren Tritt. Er will uns machen Muth, Mit süßen Sonnenblicken Uns locken und erquicken. Ach ja, wir habens gut! 12. Ein Jeder munter eile; Wir sind vom Ziel noch fern. Schaut auf die Feuersäule, Die Gegenwart des Herrn! Das Aug nur eingekehrt, Da uns die Liebe winket Und dem, der folgt und sinket, Den wahren Ausgang lehrt. 13. Des süßen Lammes Wesen Wird uns da eingedrückt. Man kanns am Wandel lesen, Wie findlich, wie beglückt, Wie sanft, gerad und still Die Lämmer vor sich sehen Und ohne Forschen gehen So, wie ihr Führer will. 14. Kommt, Kinder, laßt uns wandern; Wir gehen Hand in Hand! Eins freuet sich am Andern In diesem wilden Land. Kommt, laßt uns findlich sein, Uns auf dem Weg nicht streiten! Die Engel uns begleiten Als unsre Brüderlein. 15. Sollt wo ein Schwacher fallen, So greif der Stärkre zu. Man trag, man helfe Allen, Christlicher Wandel. 345 Man pflanze Fried und Ruh. Mel. Nun danket All und bringet Ehr. Kommt, bindet fester an! Ein Jeder ſei der Kleinste, Doch 469. Wie gut iſts, von der Sünde auch wohl gar der Reinste Auf frei! Wie selig Christi Knecht! unsrer Pilgerbahn. Im Sündendienst ist Sclaverei; In Christo Kindesrecht. 16. Kommt, laß uns munter wandern; Der Weg fürzt immer ab! Ein Tag, der folgt dem andern; Bald fällt das Fleisch ins Grab. Nur noch ein wenig Muth, Nur noch ein wenig treuer, Von allen Dingen freier, Gewandt zum ewgen Gut! 17. Es wird nicht lang mehr währen; Halt noch ein wenig aus! Es wird nicht lang mehr währen, So kommen wir nach Haus. Da wird man ewig ruhn. Wenn wir mit allen Frommen Daheim zum Vater kommen: Wie wohl, wie wohl wirds thun! 18. Drauf wollen wirs denn wagen, Es ist wohl Wagens werth, Und gründlich dem absagen, Was aufhält und be schwert. Welt, du bist uns zu klein! Wir gehn durch Jesu Leiten Hin in die Ewigkeiten: Es soll nur Jesus sein. 19. Freund, den wir erlesen, D allvergnügend Gut, D ewig- bleibend Wesen, Wie reizest du den Muth! Wir freuen uns in dir, Du, unsre Wonn und Leben, Worin wir ewig schweben, Du, unsre ganze Zier! Gerh. Tersteegen, geb. 1697, st. 1769. 2. Jm Sündendienst ist Finsterniß, Den Weg erkennt man nicht: Bei Christo ist der Gang gewiß, Man wandelt in dem Licht. 3. Jm Sündendienst ist Haß und Leid, Man plagt und wird betrübt: In Christi Reich ist Freudigkeit, Man liebt und wird geliebt. 4. Die Sünde giebt den Tod zum Lohn; Das heißt ja schlimm gedient! Das Leben aber ist im Sohn, Der uns mit Gott versühnt. 5. O Heiland, dir nur dien ich gern; Denn du hast mich erkauft. Ich weiß und will sonst keinen Herrn; Auf dich bin ich getauft. 6. Wen du frei machst, der ist recht frei; Du schenkst ihm alle Schuld; Und darum dank ich deiner Treu Und rühme deine Huld. d 7. Ich bete an, Herr Jesu Christ, Und sage: Ich bin dein! Nimm mich zu dir; denn wo du bist, Soll auch dein Diener sein. Phil. Friedr. Hiller, geb. 1699, f. 1769. NULL Mel. Nun laßt uns den Leib begraben ir sind noch von 470.2 der Heimath Christlicher Wandel. 346 fern; Wir wallen aber unserm Herrn. Das nie gesehne Vaterland Ist uns aus seinem Wort bekannt. 2. Man seh uns an, für was man will: Wir wallen fort und leiden still. Wenn gleich der Satan auf uns stößt: Wir sind des Herrn, wir sind getröst. 3. So macht uns keine Furcht verzagt, Wenn uns die Welt verhöhnt und plagt; Und wen auch auf der Welt nichts freut, Der hat in Gott doch Freudigkeit. 4. Herr Jesu, halt auch mich dafür, Daß ich dein sei und walle dir, So wall ich ganz getrost dahin, So lang ich in der Hütte bin. 5. Du gingst mir selbst zum Vater vor: Richt Aug und Herz zu dir empor, Daß ich erkenn, wohin ich geh, Und auf dein Wort und Vorbild seh. 6. Wall ich nur, wie es dir gefällt: Was ists, wenn mans für Thorheit hält? Komm ich doch heim. Bei dir ist Ruh; Was dir gefällt, belohnest du. 7. Da ziehest du uns Kleider an, Die jetzt kein Pilgrim tragen kann; Da wird sichs zeigen, wer man ist, Wenn man auch da lebt, wo du bist. 8. Mein Herr, dem ich einst Blut gekost, Mach mich im Tode selbst getrost Und ruf in Gnaden mich nach Haus, So geht mein Wallen selig aus. Philips Friebr. Hiller, geb. 1699, p. 1769. mel. Schwing dich auf zu deinem Gott. 471. Sollt ich jetzt noch, da mir schon Deine Güt erschienen, Dich verlassen, Gottes Sohn, Und der Sünde dienen? Mit den Lüsten dieser Zeit Wieder mich beflecken Und nicht mehr die Süßigkeit Deiner Liebe schmekfen? 2. Hab ich doch allein bei dir Meine Ruh gefunden; Heiland, heiltest du doch mir Alle meine Wunden: Und ich sollte dein Gebot, Mein Herr Jesu, hassen Und mein Recht an deinen Tod Wieder fahren lassen? 3. Nein, ich bin und bleib ein Christ, Folge deinen Lehren, Lasse weder Macht, noch List Mich im Glauben stören. An dir hang ich festiglich; Mags die Welt verdrießen! Sie wird mein Vertraun auf dich Mir doch gönnen müssen. 4. Zeigt sie mir ein Heil, wie du? Bringt sie Kraft den Müden, Den Bedrängten Trost und Ruh, Sündern Gottesfrieden? Giebt sie mir die Zuversicht, Daß ich überm Grabe Ewig Heil und selig Licht Zu erwarten habe? 5. Rettet sie mich, wenn vor dir Einst die Völker stehen, Und in deines Reiches Thür Nur die Frommen gehen? Wenn der Sichre nun zu spät Aus dem Schlaf erwachet, Und der Spöt Christlicher Wandel. 347 ter, der hier schmäht, Glaubt| ich gehe, Jesu, gehe stets mit und nicht mehr lachet? mir. Weich nicht von mir, wo ich stehe; O, so leb und sterb ich dir. Drücke mich an deine Brust, Jesu, meiner Seelen Lust. Laß mich dich niemals verlieren, So wird mich kein Feind verführen. 6. O, wie thöricht, wenn ich mich noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes Huld genieße! Da ich weiß, auf wessen Wort Ich die Hoff nung gründe, Daß auch ich unfehlbar dort Gnad und Leben finde. 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, Trübsal nicht, noch Freuden Sollen mich, mein Herr und Gott, Jemals von dir scheiden. Welt und Sünd und Eitelkeit und des Fleisches Triebe, Alles überwind ich weit, Herr, durch deine Liebe. Balth. Münter, g. 1735, st. 1793. 4. Zähle mich, Herr, zu den Deinen, Die sich von der Welt getrennt, Die es mit dir treulich meinen, Deren Herz in Liebe brennt. Ich will sonst mehr nirgends sein, Als in und bei dir allein. Wasche mich nur rein von Sünden, Die sich noch in mir befinden. 5. Süßer Bräutgam meiner Seelen, mache mich nur recht getreu; Zeig den Feinden, die Mel. Wie nach einer Wasserquelle. mich quälen, Daß ich längst 472. Herr, ich bin dir dein eigen sei. Hilf, daß mir ganz leibeigen Und ich will es ewig sein; Denn dein liebliches Bezeugen Nimmt mein Herze völlig ein. Du führst mich von Jugend an Auf die schmale Lebensbahn: D, wie in dieser Welt Nichts von ihrer Pracht gefällt; Und in legten Kampfesstunden Schließe mich in deine Wunden. follt ich denn verweilen, Täg- 473. Sol H Mel. Seele, was ist Schöners wohl? immelan, nur himmelan lich zu 2. Einem will ich immer die- der Wandel gehn. Was die nen; 3ween Herrn gehör ich Frommen wünschen, kann Dort nicht. Jesu, weil du mir er- erst ganz geschehn; Auf Erden schienen, Bin ich ganz zu dir nicht. Freude wechselt hier mit gericht. Von des Satans Scla- Leid; Richt hinauf zur Herrverei Macht dein Liebesdienst lichkeit Dein Angesicht. mich frei, Und die Welt mit ihrem Blenden Soll mich nicht mehr von dir wenden. 3. Geh, mein Heiland, wo 2. Himmelan schwing deinen Geist Jeden Morgen auf. Kurz ach, furz ist, wie du weißt, Unser Pilgerlauf. Fleh täglich neu: SRAE 348 Christlicher Wandel. ,, Gott, der mich zum Himmel| Selbst die Todesnacht. Seis, schuf, Präg ins Herz mir den Beruf; Mach mich getreu!" 3. Himmelan hat er dein Ziel Selbst hinaufgestellt. Sorg nicht muthlos, nicht zu viel Um den Tand der Welt. Flieh diesen Sinn. Nur was du dem Himmel lebst, Dir von Schäßen dort erstrebst, Das ist Gewinn. 4. Himmelan erheb dich gleich, Wenn dich Kummer drückt, Weil dein Vater treu und reich, Stündlich auf dich blickt. Was quält dich so? Droben, in dem Land des Lichts, Weiß man von den Sorgen nichts; Sei himmlisch froh. daß sie dir, sterbend jetzt, Kurze Schrecken macht: Harr aus, harr aus! Auf die Nacht wirds ewig hell; Nach dem Tod erblickst du schnell Des Vaters Haus. 9. Hallellujah! Himmelan Steig dein Dank schon hier. Einst wirst du mit Schaaren nahn, Und- Gott naht zu dir, In Ewigkeit. Aller Jammer ist vorbei, Alles preist verklärt und neu, In Ewigkeit. 10. Hallelujah singst auch du, Wann du Jesum siehst, Unter Jubel ein zur Ruh In den Himmel ziehst. Gelobt sei Er! Der vom Kreuz zum Throne stieg, Hilfet dir zu deinem Sieg. Gelobt sei Er! Joh. Gottf. Schöner, g. 1749, st. 1818. — 5. Himmelan wallt neben dir Alles Volk des Herrn, Trägt im Himmelsvorschmack hier Seine Lasten gern. D, schließ dich an! Kämpfe drauf, wie sichs gebührt; Denke, auch durch LeiMel. Nun ruhen alle Wälder. den führt Die Himmelsbahn. 474. Wie freu ich mich mit Beben, 6. Himmelan ging Jesus Christ Mitten durch die Schmach. Gil, weil du sein Jünger bist, Seinem Vorbild nach. Er litt und schwieg. Halt dich fest an Gott, wie er; Statt zu klagen, bete mehr; Erkämpf den Sieg. 7. Himmelan führt seine Hand Durch die Wüste dich, Ziehet dich im Prüfungsstand Näher hin zu sich Im Himmelssinn. Von der Weltlust freier stets, Und mit ihm vertrauter gehts Zum Himmel hin. 8. Himmelan führt dich zuletzt Bis einst das volle Leben In meinem Geist beginnt, Wenn vor der Liebe Sehnen Das Todeseis in Thränen, Die Nacht in ewgen Tag zerrinnt; 2. Wenn ich nach langen Mühen Nun aus dem Diensthaus fliehen, In Freiheit wandern kann; Wenn ihr so golden blinket Und mir herüber winket, Ihr Berg und Thäler Canaan! 3. O, welche schöne Reise, Auf der mich Himmelsspeise Und Himmelstrank erquickt; Wo mich ein Freund geleitet, Die Hand Liebe. 349 mir überbreitet, Daß keine Son-| Hirte In dieser Mitternacht; nengluth mich drückt! Und kam ich nur mit Reue, So hat der Ewigtreue Der Sünde nimmermehr gedacht. 9. Er hat für mich gelitten, Er hat für mich gestritten, Für mich ist er erblaßt; Für mich sein Herz durchstoßen, Für mich sein Blut geflossen, Und meine Schuld war seine Last. 4. Mein Freund ist nun gekommen, Er hat mich hingenommen und ganz sich mir geschenkt. Viel Wonne, Licht und Frieden Hat er mir zubeschieden Und meinen Pfad zu sich gelenkt. 5. Er wusch den Leib mir reine, Am Abend dann alleine Wäscht er die Füße mir. Zwar kann ich nur mich schämen, Doch darf ich mich nicht grämen; Mit Freuden, spricht er, thu ichs dir! M 6. Er zeigt mir alle Wege, Am steilen Felsenstege Trägt er so sicher mich; Und daß beim Niederschauen Dem Kind nicht möge grauen, Heißt er mich schauen nur auf sich. 7. 3war mag ich leicht mich rigen An scharfen Dornenspißen, Die mir entgegenstehn; Doch wenn ich ihn nur fasse Und seine Hand nicht lasse, Muß es mit Freuden fürder gehn. 8. Oft, wenn ich mich verirrte, Rief mich mein treuer 10. O, möcht ich diesen Einen Umfangen, und sonst Keinen, Der mich so hoch geliebt, Der mich so hoch geachtet, Den ich so tief verachtet Und bitterlich zum Tod betrübt! 11. Er hält sein Herz mir offen; Ich soll nur kindlich hoffen Und glaubend auf ihn sehn. Wenn ichs nur auf ihn wage, So soll es alle Tage Von Klarheit in die Klarheit gehn. 12. Herr Jesu, dieses Leben Wollst du mir Armen geben. Drauf will ich dir vertraun, Bis ich, nach deinem Bilde Erwachend, dir ins milde Versöhnerauge werde schaun. Albert Knapp, geb. 1798. Liebe. 1 Corinth. 13.. Mel Heilig, heilig ist dein 2c. Niemand zu benennen weiß, Wie die Schönheit, die uns winket, Und die Lust, die Jedermann, Zwingen und vergnügen kann. 475. U nter jenen groBen Gütern, Die uns Christus zugetheilt, Jit die 2. Liebe kann uns Alles geLieb in den Gemüthern Wie ben, Was auf ewig müßt und ein Balsam, der sie heilt, Wie ziert, Und zum höchsten Stand ein Stern, der herrlich blinket, erheben, Der die Seelen auf Wie ein Kleinod, dessen Preis wärts führt. Menschen- oder | Chriftlicher Wandel. 350 Engelzungen, Wo sich keine Lie be findt, Wie beredt sie sonst auch sind, Wie beherzt sie angedrungen, Sind ein flüchtiger Gesang, Sind ein Erz- und Schellenklang. 3. Was ich von der Weisheit höre, Der Erkenntniß tie fer Blick, Die geheimnißvolle Lehre Und des Glaubens Meisterstück, So der Berge Grund verseßet, Und was sonst den Menschen ehrt: Das verlieret seinen Werth; Alles wird für Mel. Wunderbarer König. nichts geſchäßzet, Wenn ſich nicht 476. Kommt ins Reich dabei der Geist, Der die Liebe wirkt, erweist. der O ihr Gotteskinder, Ihr im Blut gewaschnen Sünder! Lernt von eurem Lamme Eure Brüder lieben Und euch recht darinnen üben. Folgt dem Herrn; Traget gern, Was nach Jesu fraget, Wenns auch fällt und klaget. 4. Hätt ich alle meine Gabe Armen Brüdern zugewandt, Opfert ich mich selbst dem Grabe, Scheut ich nicht der Flammen Brand, Gäb ich meinen Leib auf Erden Ihnen zu verzehren hin, Und behielte meinen Sinn: Würd ich doch nicht besser werden, Bis mich wahre Lieb erfüllt, Die aus Gottes Herzen quillt. 5. Glaubenssieg und Hoff nungsblüthe Führt uns tröstend durch die Welt, Bis das irdische Gebiete Und der Schöpfungsbau zerfällt. Doch der Liebe weite Grenzen Strecken sich in Ewigkeit; Alle, die sich ihm geweiht, Werden unaufhörlich glänzen. Glaub und Hoffnung bleiben hier: Liebe währet für und für. 6. du Geist der reinen Liebe, Der von Gott du geheft aus, Laß mich spüren deine Triebe, Komm in meines Herzens Haus! Was in mir sich selbst nur suchet, Es nicht treu mit Andern meint, Mag es Feind sein oder Freund, Laß mich halten als verfluchet. Lenke meinen ganzen Sinn, Geist der Lieb, zur Liebe hin. Ernst Lange, geb. 1650, st. 1727. 2. Sünde zu vergeben Und auch zu vergessen, Das hat keiner so besessen, Als der Freund der Sünder, Der mit eignem Blute Seinen Feinden selbst zu gute Alle Schuld Huld! Ewiglich begraben, Völlig aufgehaben. der 3. Wirft der Feind der Seelen Zwischen eure Herzen Streit, Verdacht und Haderschmerzen: D, so seid nicht stille; Wartet nicht so lange Bis zum Sennenuntergange! Tödtet bald Die Gewalt Aller Zwistigkeiten, Die. den Fall bereiten. — - 4. Bleibt nicht so beständig Auf dem eignen Rechte, Wer Wahrhaftigkeit, Eid. 351 2. Du willst den Tod des Sünders nicht, Du gehst mit uns nicht ins Gericht: Wie dürften wir denn richten? Laß immer mild Des Bruders Bild Durch unser Wort sich lichten. 3. Das ist der Liebe freundlich Amt, Daß fie zurecht bringt, nicht verdammt. Ach, wer steht unbescholten? Und was sind wir, Herr Gott, vor dir, Daß wir verdammen sollten! 4. Herr, leucht in uns mit deiner Gnad, Wenn uns des Nächsten Wort und That Bringt Kränkung, Leid und Schmerzen. Laßt ganz und rein Uns ihm verzeihn In Wahrheit und von Herzen. 5. Du reicher Geber aller Hab, All unser Gut ist deine Gab; D, hilf das Herz erschlieBen! Laß sie gemein Durch Liebe sein Und reich der Armuth fließen. Mel. In dich hab ich gehoffet, Herr. 477. 2h, komm, füll 6. Ach, komm, füll unsre Herunfre Seelen zen ganz, Du gnadenreicher Lieganz, Du gnadenreicher Liebes- besglanz, Du väterlich Erbarglanz, Du väterlich Erbarmen. men! Von deiner Gluth Laß Von deiner Gluth Laß Herz und Herz und Muth Recht innigMuth Recht inniglich erwarmen. lich erwarmen. Victor Strauß. det gern der Andern Knechte; Denn die süße Liebe Deckt der Sünden Menge, Duldet ohne Maß der Länge. Liebt euch sehr, Liebet mehr! Nährt das Liebesfeuer Alle Tage treuer. 5. Soll das Reich des Sohnes, Boll von großen Heerden, Fest und reich gesegnet werden: 5, so laßt uns lieben Und in Liebe brennen. Jesu, hilf, daß wir es fönnen! Satan wehrt; Denn das Schwert Fest verbundner Liebe Schlägt ihm tiefe Hiebe. 6. Abba, lieber Vater, Sohn und Geist der Gnaden, Heile allen unsern Schaden. Falschheit, Schein und Tücke, Stolz und Eigenliebe Freuzige durch deine Triebe. Satans Macht Wird verlacht, Wenn wir dich nur kennen Und in Liebe brennen. Ernst Gottl. Woltersdorf, g. 1725, st. 1761. Wahrhaftigkeit, Eid. Mel. Ewigkeit, du Donnerwort.| scher Mund, Das dir, Allwis478. Gott, der du Her- sender, nicht kund; Du, Heilizenskenner bist, ger, wirsts rächen! Laß jederHerr, dem die Falschheit Gräuel zeit mein Ja und Nein, Wies ist Und jede Lüg Verbrechen: Christen ziemt, aufrichtig sein. Kein Wort spricht je ein fal-| 2. Und wenn ich schwörend 352 Geistlicher Kampf und Sieg. vor dir steh, Dir in dein heilig| mehr erfreut, Kein Trost mehr, Antlig seh, Die Hand zum Him- wenn ich sterbe; Wenn Gott mel hebe, Wenn ich zum Zeu- und Jesns nicht mehr mein: gen feierlich Anrufe, Hocherhab- Dann besser, nie geboren sein! ner, dich, Durch den ich bin und lebe: Dann sei von Trug und Heuchelei Mein Herz und meine Zunge frei. 5. Nein, Ehre nicht, nicht Gut und Geld, Kein Fürstenthum und keine Welt Soll mich so weit verführen! Um alle Leiden dieser Zeit Will ich doch Gott und Seligkeit Muthwillig nicht verlieren. Wie klein mein Glück auch immer sei: Nur Gott und reines Herz dabei! 3. Wenn Frevler dich auch da noch schmähn Und frech mit Lügen vor dir stehn, Dann laß mein Herz erschrecken. Weh dem, der Gott und Gottes Macht Zum Siegel seiner Bosheit macht, Sie vor der Welt zu decken! Herz, schau den Gott mit Zittern an, Der Seel und Leib verderben kann! 4. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, Dein Sohn nicht mehr mein Heiland ist, Dein Himmel nicht mein Erbe; Wenn mich beim Leiden dieser Zeit Kein Trost vom Himmel XX. Geistlicher Kampf und Sieg. 2. Ohn alle Furcht und weibisch Art Sollst dich seins Wil lens halten, Ihn frei bekennen ungespart Und ihn darnach laffn walten. Greifs tapfer an! Du mußt doch dran. Kehr dich an Niemands Wüthen! Dein Kreuz nicht meid; auf Christum streit! Gott wird dich wohl behüten. 3. Pracht, Adel, Stärf, Ge walt und Kunst Mag dich zu Mel. Durch Adams Fall 2c illt du bei Gott 479. Wi dein Wohnung habn Und seinen Himmel erben? So halt dich stets auf seiner Bahn; Mit Christo mußt du sterben. Du mußt dein Herz, es gilt kein Scherz,- Mit ganzem Leib und Leben, Dein Hab und Gut, auch Fleisch und Blut Gänzlich an Gott ergeben. 6. Gott, lehre mich bei je dem Eid Aus Furcht vor deiner Heiligkeit Die Wahrheit treulich sprechen. Beschwör ich heilig Amt und Pflicht, So las mich auch im Kleinsten nicht Die theure Zusag brechen. Auch dir, Gott, schwur ich treu zu sein: Erhalt mich ewig, ewig dein! Joh. Carl Dan. Bidel, g. 1737, st. 1809. - Geistlicher Kampf und Sieg. 353 Gott nicht bringen; Gilt nichts 7. Jesu, der du Kraft vor ihm und ist umsonst; Nach und Licht Den Deinen schenkst Demuth mußt du ringen. Die von oben, Bewahre mich, daß Welt veracht, auf Christum ich doch nicht Scheu Satans tracht! Das macht dich fröhlich Wuth und Toben. Ficht er mich laufen Aufs Herren Straß all an auf deiner Bahn, So hilf Ziel und Maß; Das heißt all mir fröhlich kämpfen. Muß leiDing verkaufen. den ich gleich Fersenstich, So werd ich ihn doch dämpfen. Hans Wizstadt, 1540. 4. Hast du Gott lieb, kennst seinen Sohn, Als du dich rühmst mit Worten? So mußt du auch sein Willen thun Auf Erd an allen Orten. Hie hilft kein Gloß,*) die Schrift ist bloß;**) Ich kanns nicht anders sehen: Wer Gott hängt an, gewiß, der kann nicht Satans Grimm entgehen. *) Kein Drehen und Deuten. **) deutlich. 5. Ja! spricht die Welt, es ist nicht noth; Sollt ich mit Christo leiden? Er litt doch selbst für mich den Tod, Drum kann ichs Kreuz wohl meiden. Er zahlt für mich; dasselb glaub ich; Damit ists ausgerichtet! O Bruder, nein! Es ist ein Schein; Der Teufel hats erdichtet. 6. Ja, wär es gnug mit solchem Wort, So hätt die Welt schon gwonnen. Glaub ist doch viel ein edler Hort; Wen der hat eingenommen, Der ist bereit, spart kein Arbeit, Den Willen Gotts zu halten; Der duldt und leidt,- es ist sein Freud, Und sollts das Leben gelten. M. R. Gesangbuch. - Mel. Wie nach einer Wasserquelle. C ei getreu bis 480. an das Ende! Daure redlich aus den Kampf! Leidest du gleich harte Stände, Duldest du gleich manchen Dampf: Ach, das Leiden dieser Zeit Ist nicht werth der Herrlichkeit, So dir wird dein Jesus geben Dort in jenem Freudenleben. 2. Sei getreu in deinem Glauben! Baue deiner Seele Grund Nicht auf zweifelhafte Schrauben. Sage den Gewissensbund, So geschlossen in der Tauf, Deinem Gott nicht wieder auf. Der ist gottlos und verloren, Wer meineidig dem geschworen. 3. Sei getreu in deiner Liebe Gegen Gott, der dich geliebt! An dem Nächsten Gutes übe, Ob er dich gleich hat betrübt. Denke, wie dein Heiland that, Als er für die Feinde bat. So mußt du verzeihen eben, Soll Gott anders dir vergeben. 4. Sei getreu in deinem Leiden! Laffe dich kein Ungemach 23 354 Geistlicher Kampf und Sieg. Von der Liebe Jesu scheiden; in dieser Zeit Jst keine Ruh zu Murre nicht mit Weh und Ach! finden. Wer nicht will streiten, Hilft denn was die Ungeduld? trägt die Kron Des ewgen LeAch, sie häufet nur die Schuld. bens nicht davon. Der trägt leichter, der da träget Mit Geduld, was Gott auf leget. 2. Der Teufel kommt mit ſei ner List, Die Welt mit Pracht und Prangen, Das Fleisch mit Wollust, wo du bist, zu fällen dich und fangen. Streitst du nicht wie ein tapfrer Held, So bist du hin, und schon gefällt. 3. Gedenke, daß du zu der Fahn Deins Feldherrn hast geschworen. Denk ferner, daß du als ein Mann Zum Streit bist auserforen. Ja, denke, daß ohn Streit und Sieg Nie Keiner zum Triumph aufstieg. 4. Wie spöttlich, wenn ein Kriegesmann Dem Feind den Rücken kehret! Wie schmählich, wenn er von dem Plan Entflieht und sich nicht wehret! Wie schändlich, wenn er gar mit Fleiß Aus Zagheit wird dem Feind zum Preis! 5. Bind an! Der Teufel ist bald hin; Die Welt wird leicht verjaget; Das Fleisch muß endlich aus dem Sinn, Wie sehr dichs immer plaget. O, ewge Schande, wenn ein Held Vor diesen dreien Feinden fällt! 6. Wer überwindt und kriegt den Raum Der Feinde, die vermessen, Der wird im Paradies Mel. Machs mit mir, Gott, nach 2c. 481. uf, Christen- vom Baum Des ewgen Lebens mensch, auf, essen. Wer überwindt, den soll kein Leid, Noch Tod berührn in Ewigkeit. 5. Sei getreu in deinem Hoffen! Hilft Gott gleich nicht, wie du willt: Er hat bald ein Mittel troffen, Daß dein Wünschen wird erfüllt. Denke, wie er manche Zeit Dir zu helfen war bereit, Obschon du dein Ohr verstopfet, Wenn er bei dir angeklopfet. 6. Sei getreu in Todesnöthen! Fechte frisch den letzten Ruck, Sollt dich gleich der Herr auch tödten; Das ist ja der letzte Druck. Wer da recht mit Jesu ringt Und, wie Jacob, ihn bezwingt, Der gewißlich ob ihm sieget Und die Lebenskrone frieget. 7. Drum getreu, getreu aushalten Mußt du deinem lieben Gott. Ihn mußt du es lassen walten, Willt du nicht werden zu Spott. Rufe nur: Er ist schon hier; Sein Herz bricht ihm gegen dir. Rufe nur! Gott ist vor handen. Hoffnung macht ja nicht zu Schanden. Prätorius, um 1659. auf zum Streit! Auf, auf, zum Ueberwinden! In dieser Welt, Geistlicher Kampf und Sieg. 355 67. Wer überwindt und sei-| Kron, Bleibt ewiglich in Spott nen Lauf Mit Ehren kann voll- und Hohn. mono enden, Dem wird der Herr als- Joh. Scheffler, geb. 1624, st. 1677. bald darauf Verborgnes Manna senden, Ihm geben einen weis Ben Stein Und einen neuen Namen drein. hod n 8. Wer überwindt, bekommt Gewalt, Mit Christo zu regieren, Mit Macht die Völker mannigfalt Nach Gottes Rath zu führen. Wer überwindt, bekommt vom Herrn Zum Feldpanier den Morgenstern. 9. Wer überwindet, der soll dort In weißen Kleidern gehen; Sein guter Name soll sofort Jm Buch des Lebens stehen; Ja, Christus wird denselben gar Bekennen vor der Engelschaar. 10. Wer überwindt, soll ewig nicht Aus Gottes Tempel gehen, Vielmehr drin wie ein englisch Licht Und güldne Säule stehen. Der Name Gottes, un fers Herrn, Soll leuchten von ihn weit und fern. 11. Wer überwindt, soll auf dem Thron Mit Christo Jesu fizen, Soll glänzen wie ein Gottessohn, Und wie die Sonne blizzen; Ja, ewig herrschen und regiern Und immerdar den Himmel ziern. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 482. h, was sind wir A ohne Jesum? Dürftig, jämmerlich und arm. Ach, was sind wir? Voller Elend! Ach, Herr Jesu, dich erbarm! Laß dich unsre Noth bewegen, Die wir dir vor Augen legen. 2. Wir sind nichts ohn dich, Herr Jesu; Hier ist lauter Finsterniß. Dazu quälet uns gar heftig Der vergifte Schlangenbiß. Dieses Gift steigt zu dem Herzen Und verursacht stete Schmerzen. om mm 802 3. Ach, ohn dich), getreuer Jesu, Schreckt der Teufel und die Höll; Die Verdammniß macht mich zittern, Da ich steh auf dieser Stell. Mein Gewis sen ist erwachet, Und der Abgrund flammt und frachet. 4. Ohne dich, herzliebster Jesu, Kommt man nicht durch diese Welt. Sie hat fast auf allen Wegen Unsern Füßen Neß gestellt; Sie kann trogen, ste kann heucheln Und hält uns mit ihrem Schmeicheln. HID 5. Ach, wie kraftlos, HerzensJesu, Richten sich die Kranken auf! Unsre Kraft ist lauter Ohnmacht In dem müden Lebens lauf; Denn man sieht uns, da wir wallen, Defters straucheln, 12. So streit denn wohl, streit feck und fühn, Daß du mögst überwinden! Streng an die Kräfte, Muth und Sinn, Daß du dies Gut mögst finden! Wer nicht will streiten um die öfters fallen. 23 356 Geistlicher Kampf und Sieg. 16. Darum stärf uns, liebster| Bei dem Schaden, Spott und Jesu, Sei in Finsterniß das Schande Lauter Luft und Him Licht; Deffne unsre Herzens- mel ist: Uebe ferner dein Ge augen, Zeig dein freundlich An- richte Wider unfern Adamssinn, geficht. Strahl, o Sonn, mit Bis uns dein so treu Gesichte Lebensblicken, So wird sich das Führet aus dem Kerker hin. Herz erquicken. 7. Tritt den Satan, starker Jesu, Unter unsern schwachen Fuß. Komm zu deiner Braut gegangen, Biet ihr deinen Frie densgruß, Daß sie Himmels freud verspüre Und kein Leid fie mehr berühre. 2. Jsts doch deines Vaters Wille, Daß du endest dieses Werk. Hierzu wohnt in dir die Fülle Aller Weisheit, Lieb und Stärk: Daß du nichts von dem verlierest, Was er dir geschenket hat, Und es von dem Treiben führest Zu der süßen Ruhestatt. 3. Ach, so mußt du uns vollenden, Willst und kannst ja anders nicht; Denn wir sind in deinen Händen, Dein Herz ist auf uns gericht, Ob wir wohl vor allen Leuten Als gefangen sind geacht, Weil des Kreuzes Niedrigkeiten Uns veracht und schnöd gemacht. 4. Schau doch aber unsre Ketten, Da wir mit der Creatur Seufzen, ringen, schreien, beten Um Erlösung von Natur, Von dem Dienst der Eitelkeiten, Der uns noch so harte drückt, Ungeacht der Geist in Zeiten Sich auf etwas Bessers schickt. 5. Ach, erheb die matten Kräfte, Sich einmal zu reißen los Und durch alle Weltgeschäfte Durchgebrochen stehen bloß. Weg mit Menschenfurcht und Zagen! Weich, Vernunft- Bedenklichkeit! Fort mit Scheu vor Schmach und Plagen! Weg des Der du immer bei uns bist, Fleisches Zärtlichkeit! Mel. D, du Liebe meiner Liebe. 483. D Durchbrecher aller Bande, 8. Faß uns an, o süßer Jesu, Führ uns durch die Pilgerstraß, Daß wir auf den rechten Wegen Gehen fort ohn Unterlaß. Laß uns meiden alle Stricke Und nicht wieder sehn zurücke. 9. Laß den Geist der Kraft, Herr Jesu, Geben unserm Geiste Kraft, Daß wir brünstig dir nachwandeln, Nach der Liebe Eigenschaft. Ach, Herr, mach uns selber tüchtig, So ist unser Le ben richtig. 10. Dann wird Lob und Dank, Herr Jesu, Schallen aus des Herzens Grund. Dann wird Alles jubiliren Und dir singen Herz und Mund. Dann wird auf der ganzen Erden Jesus hochgelobet werden. Peter Lackmann, st. 1713. Geistlicher Kampf und Sieg. 357 6. Herr, zermalme, brich und| dem besten Bild gebildt. Der reiße Die verboßte Macht ent- hat Gnad um Gnad genommen, zwei! Denke, daß ein armer Wer aus deiner Füll sich füllt. Mensche Dir im Tod nichts nüße sei. Heb uns aus dem Staub der Sünden, Wirf die Schlangenbrut hinaus; Laß uns wahre Freiheit finden In des Vaters Hochzeitshaus. 11. Liebe, zeuch uns in dein Sterben! Laß mit dir gefreuzigt sein, Was dein Reich nicht kann ererben; Führ ins Paradies uns ein. Doch, wohlan! du wirst nicht säumen, Wo wir nur nicht lässig sein. Werden wir doch als wie träumen, Wenn die Freiheit bricht herein. 7. Wir verlangen keine Ruhe Für das Fleisch in Ewigkeit. Wie dus nöthig findst, so thue Noch vor unsrer Abschiedszeit. Aber unser Geist der bindet Dich im Glauben, läßt dich nicht, Bis Gottfr. Arnold, geb. 1666, ft. 1714. er die Erlöſung findet, Da ihm 484. Löwen, laßt euch Zeit und Maß gebricht. 8. Herrscher, herrsche! Sie ger, stege! König, brauch dein Regiment! Führe deines Reis ches Kriege, Mach der Sclaverei ein End! Laß doch aus der Grub die Seelen Durch des neuen Bundes Blut! Laß uns länger nicht so quälen; Denn du meinsts mit uns ja gut. wiederfinden, Wie im ersten Christenthum, Die nichts fonnte überwinden. Seht nur an ihr Marterthum, Wie in Lieb sie glühen, Wie fie Feuer sprühen, Daß sich vor der Sterbenslust Selbst der Sa tan fürchten mußt! 9. Haben wir uns selbst ge fangen In Lust und Gefälligkeit: Ach, so laß uns nicht stets han gen In dem Tod der Eitelkeit. Denn die Last treibt uns zu rufen; Alle schreien wir dich an: Zeig doch nur die ersten Stufen Der gebrochnen Freiheitsbahn! 10. Ach, wie theur sind wir erworben, nicht der Menschen Knecht zu sein! Drum, so wahr du bist gestorben, Mußt du uns auch machen rein, Rein und frei und ganz vollkommen, Nach 2. In Gefahren unerschrocken Und von Lüsten unberührt, Die aufs Eitle fonnten locken, War man damals. Die Begierd Ging nur nach dem Himmel; Fern aus dem Getümmel War erhos ben Herz und Sinn, Gab, was zeitlich, gern dahin. 3. Ganz großmüthig sie vers lachten, Was die Welt für Vortheil hält, Und wornach die Meisten trachten, Es mocht sein Ehr, Wollust, Geld. Furcht war nicht in ihnen; Auf die Kampf schaubühnen Sprangen sie mit Freudigkeit, Hielten mit den Thieren Streit. Geistlicher Kampf und Sieg. 358 4. D, daß ich, wie diese waren, Mich befänd auch in dem Stand! Laß mich doch im Grund erfahren Deine hülfreich starke Hand, Mein Gott, recht lebendig. Gieb, daß ich beständig Bis in Tod durch deine Kraft Uebe gute Ritterschaft. 15. Gieb, daß ich mit Geisteswaffen Kämpf in Jesu Löwenstärk Und hier niemals möge schlafen, Daß mir dieses große Werk Durch dich mög gelingen Und ich tapfer ringen, Daß ich in der Luft nicht streich, Sondern bald das Ziel erreich. 6. Es dürft wieder dazu kommen, Daß des Feindes tolle Wuth Zu der Schlachtbank dei ne Frommen Führte und vergöß ihr Blut. Nach gemeiner Sage setzt Und das Schlachtschwerdt auf uns wegt! 7. Ei, wohlan, nur fein standhaftig! O, ihr Brüder, tapfer drauf! Lasset uns doch recht herzhaftig Folgen jener Zeugen Hauf! Nur den Leib berühret, Was ihm so gebühret; Er hats Leiden wohl verdient, Und die Seel darunter grünt. 9. Gebt euch in das Leiden wacker! Mit dem Blut der Märtyrer Wird gedüngt der Kirchenacker. Diese Feuchtung treibet sehr und macht stark aussprofsen, Was damit begossen. O, dann trägt er reichlich Frucht, Eine schöne Gartenzucht! 10. Feuchte vor, o heilger Regen, Uns, dein Erb, die dürre Erd, Daß wir dir getreu sein mögen Und nicht achten Feur und Schwerdt, Als in Liebe trunken Und in dir versunken! Mach dein Kirch an Glauben reich, Daß das End dem Anfang gleich! Um 1720. Mel. Straf mich nicht in deinem Zorn. ache dich, kommen uns zu Haus, Und noch 485. Mement ein sehr harter Strauß. Wache, fleh und bete, Daß dich nicht die böse Zeit Unverhofft betrete; Denn es ist Satans List Ueber viele Frommen Zur Versuchung kommen. 2. Aber wache erst recht auf Von dem Sündenschlafe; Deni es folget sonst darauf Eine lange Strafe; Und die Noth Sammt dem Tod Möchte dich in Sünden Unvermuthet finden. 48. Fort, fort mit dem Sinn der Griechen, Denen Kreuz nur Thorheit ist! O, laßt uns zurück nicht friechen, Wenn ans Kreuz foll Jesus Christ! Steht in Jesu Namen, Wenn der Schlangen- will Für die Füll Seiner Gnafamen Sich dem Glauben wider- dengaben Offne Augen haben. 3. Wache auf, sonst kann dich nicht Unser Herr erleuchten. Wache, sonsten wird sein Licht Dir noch ferne däuchten; Denn Gott Geistlicher Kampf und Sieg. 359 4. Wache, daß dich Satans beschütten, Wenn wir gläubig List Nicht im Schlaf erblicke, Weil er sonst behende ist, Daß er dich berücke. Und Gott giebt, Die er liebt, Oft in seine Strafen, Wenn sie sicher schlafen. 5. Wache, daß dich nicht die Welt Durch Gewalt bezwinge, Oder, wenn sie sich verstellt, Wieder an sich bringe. Wach und sieh, Es fehlt nie hier an falschen Brüdern Unter Christi Gliedern. 6. Wache dazu auch für dich, Für dein Fleisch und Herze, Damit es nicht freventlich Gottes Gnad verscherze; Denn es ist Voller List Und kann sich bald heucheln Und in Hoffart schmeicheln. 7. Bete aber auch dabei Mit ten in dem Wachen; Denn der Herre muß dich frei Von dem allen machen, Was dich drückt Und bestrickt, Daß du schläfrig bleibest Und sein Werk nicht treibest. bitten. 10. Drum so laßt uns immerdar Wachen, flehen, beten, Weil die Angst, Noth und Gefahr Immer näher treten; Denn die Zeit Ist nicht weit, Da uns Gott wird richten und die Welt vernichten. Joh. Burth. Freystein, st. 1720. Mel. Wachet auf! ruft uns die zc. üstet euch, ihr 486. ¹ Christenleute! Die Feinde suchen euch zur Beute; Ja, Satan selbst hat eur begehrt. Wappnet euch mit Gottes Worte Und kämpfet frisch an jedem Orte, Damit ihr bleibet unversehrt. Ist euch der Feind zu schnell: Hier ist Immanuel! Hosianna! Der Starke fällt Durch diesen Held, Und wir behalten mit das Feld. 8. Ja, er will gebeten sein, Wenn er was soll geben; Er verlanget unser Schrein, Wenn wir wollen leben Und durch ihn Unsern Sinn, Feind, Welt, Fleisch und Sünden Kräftig überwinden. 9. Doch wohl gut, es muß uns schon Alles glücklich gehen, Wenn wir ihn durch seinen Sohn Im Gebet anflehen; Denn er will Uns mit Füll Seiner Gunft 2. Reinigt euch von euren Lüsten; Besieget sie, die ihr seid Christen, und stehet in des Herren Kraft. Stärket euch in Jesu Namen, Daß ihr nicht strauchelt, wie die Lahmen. Wo ist des Glaubens Eigenschaft? Wer hier ermüden will, Der schaue auf das Ziel. Da ist Freude. Wohlan, so seid Zum Kampf bereit! So frönet euch die Ewigfeit. 3. Streitet recht die wengen Jahre, Eh ihr kommt auf die Todtenbahre; Kurz, furz ist unser Lebenslauf. Wenn Gott wird 360 Geistlicher Kampf und Sieg. die Todten wecken, Und Christus| 5. Ringe mit Gebet und wird die Welt erschrecken, So Schreien, Halte damit feurig stehen wir mit Freuden auf. an; Laß dich keine Zeit gereuen, Gott Lob! wir sind versöhnt. Wärs auch Tag und Nacht ges Daß uns die Welt noch höhnt, than. Währt nicht lange; Und Gottes Sohn Hat längstens schon Uns beigelegt die Ehrenkron. 4. Sesu, stärke deine Kinder Und mach aus denen Ueberwinder, Die du erkauft mit deinem Blut. Schaffe in uns neues Leben, Daß wir uns stets zu dir erheben, Wenn uns entfallen will der Muth. Geuß aus auf uns den Geist, Dadurch die Liebe fleußt In die Herzen, So halten wir Getreu an dir Jm Tod und Leben für und für. Wilh. Erasm. Arends, st. 1721. 7. Nimm mit Furcht ja deiner Seele, Deines Heils mit Zittern wahr. Hier in dieser Leibeshöhle Schwebst du täglich in Gefahr. 8. Halt ja deine Krone feste, Halte männlich, was du hast. Recht beharren ist das Beste; Rückfall ist ein böser Gast. 9. Laß dein Auge ja nicht gaffen Nach der schnöden Eitel487. Ringe recht, wenn keit; Bleibe Tag und Nacht in Gottes Gnade Dich nun ziehet und befehrt, Daß dein Geist sich recht entlade Von der Last, die ihn beschwert. Waffen, Fliehe Träg- und Sicherheit. 2. Ringe, denn die Pfort ist enge, Und der Lebensweg ist schmal. Hier bleibt Alles im Gedränge, Was nicht zielt zum Himmelsfaal. 10. Laß dem Fleische nicht den Willen, Gieb der Lust den Zügel nicht. Willt du die Begierden stillen, So verlischt das Gnadenlicht. 3. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, Dring hinein in Gottes Reich. Will der Satan widerstreben, Werde weder matt, noch weich. 6. Hast du denn die Perl ers rungen, Denke ja nicht, daß du nun Alles Böse haft bezwungen, Das uns Schaden pflegt zu thun. 4. Ringe, daß dein Eifer glühe Und die erste Liebe dich Bon der ganzen Welt abziehe; Halbe Liebe hält nicht Stich. 11. Fleischesfreiheit macht die Seele Kalt und sicher, frech und stolz, Frißt hinweg des Glaubens Ole, Läßt nichts, als ein faules Holz. 12. Wahre Treu führt mit der Sünde Bis ins Grab beständig Krieg, Richtet sich nach keinem Winde, Sucht in jedem Kampf den Sieg. 13. Wahre Treu liebt Chrifti Geistlicher Kampf und Sieg. 361 beflecken kann. Wege, Steht beherzt auf ihrer| geheim zu leben, Daß dich nichts Hut, Weiß von feiner Wollust pflege, Hält sich selber nichts zu gut. 14. Wahre Treu hat viel zu weinen, Spricht zum Lachen: Du bist toll! Weil es, wenn Gott wird erscheinen, Lauter Heulen werden soll. 15. Wahre Treu kommt dem Getümmel Dieser Welt niemals zu nah. Ist ihr Schaß doch in dem Himmel; Drum ist auch ihr Herz allda. 22. Eile, zähle Tag und Stunden, Bis dein Bräutgam kommt und winkt Und, wenn du nun überwunden, Dich zum Schauen Gottes bringt. 23. Eile, lauf ihm doch ent gegen, Sprich: Mein Licht, ich bin bereit, Nun mein Hüttlein abzulegen; Mich dürst nach der Ewigkeit! Joh. Joseph Winkler, geb. 1670, st. 1722. Mel. Meine Hoffnung stehet feste. 16. Dies bedenket wohl, ihr Streiter! Streitet recht, und fürchtet euch; Geht doch alle 488.[ uf, ihr Chris Tage weiter, Bis ihr kommt ins Himmelreich. 17. Denkt bei jedem Augen blicke, Obs vielleicht der letzte sei. Bringt die Lampen ins Geschicke, Holt stets neues Del herbei. sten, Christi Glieder, Die thr noch hangt an dem Haupt! Auf, wacht auf, ermannt euch wieder, Eh ihr werdet hingeraubt! Satan beut An den Streit Christo und der Christenheit. 21. Laß dir nichts am Herzen kleben, Fleuch vor dem verborgnen Bann. Such in Gott 2. Auf! Folgt Christo, eurem Helde, Trauet seinem starken Arm! Liegt der Satan gleich zu Felde Mit dem ganzen Höllens schwarm: Sind doch der Noch viel mehr, Die da stets sind um uns her. 18. Liegt nicht alle Welt im Bösen? Steht nicht Sodom in der Gluth? Seele, wer soll dich erlösen? Eilen, eilen ist hier gut. 19. Eile, wo du dich erretten Und nicht mit verderben willt. Mach dich los von allen Ketten, Fleuch, als ein gejagtes Wild. 20. Lauf der Welt doch aus den Händen, Dring ins stille Zoar ein. Eile, daß du mögst leut. vollenden, Mache dich von Al- Muth lem rein. 3. Nur auf Christi Blut gewaget Mit Gebet und Wachsamkeit! Dieses machet unverzaget Und recht tapfre Krieges Christi Blut Giebt uns Wider alle Teufelsbrut. Christi Heeres KreuzesSo da weiß und roth besprengt, Ist schon auf dem Siegesplane Uns zum Trofte 4. fahne, 362 Geistlicher Kampf und Sieg. aufgehängt. Wer hier kriegt, gen Mit ihm offenbar auch sein, Nie erliegt, Sondern unterm Kreuze siegt. Da das Leid Dieser Zeit Wers den wird zu lauter Freud; 5. Diesen Sieg hat auch empfunden Vieler Heilgen starker Muth, Da sie haben überwunden Fröhlich durch des Lammes Blut. Sollten wir Denn allhier Nicht auch streiten mit Begier? 6. Wer die Sclaverei nur immerdar. liebet In der Zeit und Ewig- emate the feit und den Sünden sich ergiebet, Der hat wenig Lust zum Streit; Denn die Nacht, Satans Macht, Hat ihn in den Schlaf gebracht. 7. Aber wen die Weisheit lehret, Was die Freiheit für ein Theil, Dessen Herz zu Gott sich kehret, Seinem allerhöchsten Heil, Sucht allein, Ohne Schein, Christi freier Knecht zu sein. 8. Denn vergnügt auch wohl das Leben, So der Freiheit mangeln muß? Wer sich Gott nicht ganz ergeben, Hat nur Müh, Angst und Verdruß. Der, der kriegt Recht vergnügt, Wer sein Leben selbst besiegt. 9. Drum auf! Laßt uns überwinden In dem Blute Jesu Christ Und an unsre Stirne binden Sein Wort, so ein Zeugniß ist, Das uns deckt und erweckt Und nach Gottes Liebe schmeckt. 10. Unser Leben sei verborgen Mit Christo in Gott allein, Auf daß wir an jenem Mor11. Da Gott seinen treuen Knechten Geben wird den Gnadenlohn, Und die Hütten der Gerechten Stimmen an den Siegeston; Da fürwahr Gottes Schaar Ihn wird loben Just. Faldner, st. 1724. 10. 489. Je Refu, hilf siegen, du Fürste des Lebens! Sieh, wie die Finsters niß dringet herein; Wie sie ihr höllisches Heer nicht vergebens Mächtig aufführet, mir schädlich zu sein! Satan der sinnet auf allerhand Ränke, Wie er mich sichte, verführe und kränke. 2. Jesu, hilf stegen! Ach, wer muß nicht klagen? Herr, mein Gebrechen ist immer vor mir. Hilf, wenn die Sünden der Jugend mich nagen, Die mein Gewissen mir täglich hält für. Ach, laß mich schmecken Dein kräftig Verfühnen, Und dies zu meiner Demüthigung dienen. 3. Jesu, hilf siegen! Wenn in mir die Sünde, Eigenlieb, Hoffart und Mißgunst sich regt; Wenn ich die Last der Begierden empfinde, Und sich mein tiefes Verderben darlegt: So hilf, daß ich vor mir ſelbst mag erröthen Und durch dein Leiden mein sündlich Fleisch tödten. 4. Jesu, hilf siegen! Herr, lege gefangen In mir die Küste Geistlicher Kampf und Sieg. 363 des Fleisches und gieb, Daß Herr, so wollst du im Grunde bei mir lebe des Geistes Ver- der Seelen Dich mit dem in langen, Aufwärts sich schwinnersten Seufzen vermählen. gend durch heiligen Trieb. Laß mich eindringen ins göttliche Wesen, So wird mein Geist, Leib und Seele geneſen. 5. Jesu, hilf siegen! Hilf, daß auch mein Wille Dir, Herr, sei gänzlich zu eigen geschenkt, Und ich mich stets in dein Wollen verhülle, Wo sich die Seele zur Ruhe hinlenkt. Laß mich mir sterben und alle dem Meinen, Daß ich mich zählen kann unter die Deinen. 6. Jefu, hilf fiegen und laß mich nicht sinken! Wenn sich die Kräfte der Lügen aufblähn Und mit dem Scheine der Wahrheit fich schminken, Laß doch viel heller dann deine Kraft sehn. Steh mir zur Rechten, o König und Meister! Lehre mich kämpfen und prüfen die Geister. 7. Jesu, hilf fiegen im Wachen und Beten! Hüter, du schläfft ja und schlummerst nicht ein. Laß dein Gebet mich unendlich vertreten, Der du versprochen, mein Fürsprech zu sein. Wenn mich die Nacht mit Ermüdung will decken, Wollst du mich, Jefu, ermuntern und wecken. 8. Jesu, hilf fiegen! Wenn Alles verschwindet Und ich mein Nichts und Verderben nur seh; Wenn kein Vermögen zu beten fich findet, Wenn ich muß sein ein verschüchtertes Reh: Ach, 9. Jesu, hilf siegen! Ach, laß mirs gelingen, Daß ich das Zeichen des Sieges erlang, So will ich ewig dir Lob und Dank singen, Jesu, mein Heiland, mit frohem Gesang. Wie wird dein Name da werden gepriesen, Wo du, o Held, dich so mächtig erwiesen! 10. Jesu, hilf siegen! Wenn ich nun soll scheiden Von dieser jammer- und leidvollen Welt, Wenn du mich rufest: gieb, daß ich mit Freuden Zu dir mög fahren ins himmlische Zelt. Laß mich, ach Jesu, recht ritterlich ringen und durch den Tod in das Leben eindringen. Joh. Heinr. Schröder, geb. 1666, f. 1728. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 490. Wer das Kleinod will erlangen, Der muß laufen, was er kann. Wer die Krone will empfangen, Der muß kämpfen als ein Mann. Dazu muß er sich in Zeiten Auf das Beste zubereiten, Alles Andern müssig gehn, Was ihm kann im Wege stehn. 2. Herzens- Jesu, deine Güte Steckt mir auch ein Kleinod für; Das entzündt mir mein Gemüthe Durch den Reichthum seiner Zier. D, wie glänzt die schöne Krone Von dem hohen Ehrenthrone, Die du in der Geistlicher Kampf und Sieg. 364 Phil. 2, 12. Herrlichkeit Deinen Streitern hast bereit! 291 3. Mich verlangt von ganzem 491. Saffet fe Mel. Wie nach einer Wasserquelle. schaf Menschen finder, Schaffet eure Seligkeit! Bauet nicht, wie freche Süns der, Nur auf gegenwärtge Zeit; Sondern schauet über euch, Ringet nach dem Himmelreich Und bemühet euch auf Erden, Wie ihr möget selig werden. 2. Daß nun dieses mög geschehen, Müßt ihr nicht nach Fleisch und Blut Und desselben Neigung gehen; Sondern was Gott will und thut, Das muß ewig und allein Eures Lebens Richtschnur sein, Es mag Fleisch und Blut in allem Uebel oder wohl gefallen. zu sein; Ja, ich ziele recht mit Schmerzen Auf den freudenvollen Schein. Doch das Laufen macht mich bange, Und der Kampf wird mir zu lange; Der geschminkte Erdenwust Nimmt mir öfters alle Lust. 4. Mein verderbter Eigenwille Hat bald dies, bald das zu thun, Hält im Laufen vielmal stille Und will in dem Streite ruhn. Satan macht mich auch fast mürbe, Daß mir auch der Sieg verdürbe, Wo mir deine treue Kraft Nicht gewünschte Hülfe schafft. 5. Drum, mein Jesu, steh mir Armen In so großer Schwachheit bei. Laß dich meine Noth erbarmen! Mache mich von Allem frei, Was mir will mein Ziel verrücken. Komm, mich selbst recht zuzuschicken; Gieb mir Kraft und Freudigkeit, Fördre meinen Lauf und Streit. 3. Ihr habt Ursach, zu bes kennen, Daß in euch noch Sün de steckt, Daß ihr Fleisch vom Fleisch zu nennen, Daß euch lauter Elend deckt, Und daß Gottes Gnadenkraft Nur allein das Gute schafft; Ja, daß außer seiner Gnade In euch nichts, denn Seelenschade. 6. Es verlohnt sich wohl der Mühe, Ob es mir auch sauer 4. Selig, wer im Glauben wird, Wenn ich mich der Welt kämpfet! Selig, wer im Kampf entziehe, Die mich stets zurücke besteht Und die Sünden in fich führt. Deine theure Gnaden- dämpfet! Selig, wer die Welt krone Ist mir übergnug zum verschmäht! Unter Christi KreuLohne. Wirst du nur mein Bei- zesschmach Jaget man dem Fries stand sein, So ist sie in Kur- den nach. Wer den Himmel will ererben, Muß zuvor mit Christo zem mein. sterben. Joh. Menger, geb. 1658, f. 1734. 5. Werdet ihr nicht treulich ringen, Sondern tråg und lässig Geistlicher Kampf und Sieg. 365 sein, Eure Neigung zu bezwin-| richt! Gieb mir deines Geistes gen, So bricht eure Hoffnung ein. Ohne tapfern Streit und Krieg Folget niemals rechter Sieg. Wahren Siegern wird die Krone Nur zum beigelegten Lohne. Waffen, Meine Seligkeit zu schaffen. 7. Furcht muß man vor Gott ſtets tragen; Denn er kann mit Leib und Seel Uns zur Höllen niederschlagen. Er ists, der des Geistes Del Und, nachdem es ihm beliebt, Wollen und Vollbringen giebt. O, so laßt uns zu ihm gehen, Ihn um Gnade mzuflehen! 10. Amen, es geschehe, Umen! Gott versiegle dies in mir, Auf daß ich in Jesu Namen So den Glaubenskampf ausführ. Er, er gebe Kraft und Stärf Und regiere selbst das Werk, Daß ich wache, bete, ringe Und also zum Himmel dringe. Ludw. Andr. Gotter, geb. 1661, f. 1735. 6. Mit der Welt sich lustig machen, Hat bei Christen keine Statt; Fleischlich reden, thun und lachen Schwächt den Geist und macht ihn matt. Ach, bei Christi Kreuzesfahn Geht es wahrlich niemals an, Daß man Mel. Ach, was soll ich Sünder machen. moch mit frechem Herzen Sicher 492. Auf, ihr Strei ter, durchgedrungen! Auf, und folgt dem Lamme nach, Das durch Marter, Hohn und Schmach Sich auf Zions Berg geschwungen! Nach! Das Haupt hat schon gesiegt! Faules Glied, das müssig liegt! 2. Fort! Nur nach mit Bachen, Beten! Fort! Was seid ihr so verzagt? Christus hat den 8. Und dann schlagt die Sün- Sieg erjagt Und den Schlandenglieder, Welche Adam in euch genkopf zertreten. Tretet nach in egt, In den Kreuzestod dar- seiner Kraft! Christus ists, der nieder, Bis ihm seine Macht Sieg verschafft. jelegt. Hauet Händ und Füße ib; Was euch ärgert, senkt ins Grab Und denkt oft an Christi Worte: Dringet durch die enge Pforte! 9. Zittern will ich vor der Sünde, Und dabei auf Jesum ehn, Bis ich seinen Beistand 4. Sind wir schwach- das inde, In der Gnade zu bestehn. Lamm hat Stärke; Sind wir Ach, mein Heiland, geh doch arm- der Herr ist reich. Wer nicht mit mir Armen ins Geist unserm König gleich? Unser 3. Niemand soll in Zion sprechen: Ich bin elend, arm und schwach, Und durch so viel Ungemach Kann kein armer Sünder brechen;- Denn der Herr ists, der uns heilt, Und den Schwachen Kraft ertheilt. 366 Geistlicher Kampf und Sieg. Gott thut Wunderwerke. Sagt,| schwindet Und Alles mit der ob der nicht helfen kann, Dem Zeit; Wer hier nicht überwindie Himmel unterthan? det, Bleibt in der Dienstbarkeit. 5. Ja, er kann und will uns schüßen. Drum, so dringet muthig ein; Schämet euch, so träg zu sein Und aus Zagheit still zu figen! Schmach, wem noch vorm Feinde graut, Weil er Jesu nicht vertraut! tod 6. Niemand wird zu Salem thronen, Der nicht recht mit Jesu kämpft Und die Enaksfinder dämpft, Weil wir in der Wüsten wohnen. Nur durch Ringen, Kampf und Streit Kommet man zur Sicherheit. 7. Nun so wachet, kämpft und ringet, Streitet mit Gebet und Flehn, Bis wir auf dem Berge stehn, Wo das Lamm die Fahne schwinget. Ist die Wochenlast gethan, Alsdann geht der Sabbath an. Joh. Jac. Rambach, geb. 1693, st. 1735. 3. Gewalt und Ernst besieget Den Himmel, spricht dein Heil. Wer hier nicht männlich fries get, Hat dorten keinen Theil. Drum auf! Denn deine Feinde Verändern die Gestalt: Oft thun sie gleich als Freunde, Oft brauchen sie Gewalt. 4. Vergleiche dieses Leben Mit dem, was Gottes Geist, Aus Gnaden uns gegeben, In seinem Wort verheißt: So wirst du bald erkennen, Daß jenes in der That Kein Leben sei zu nennen, Wie viels auch Gönner hat. Mel. Valet will ich dir geben. 493. Auf, auf mein Geist, betrachte: Wie ists mit dir bewandt? Wach auf, wach auf! Verachte Die Welt und ihren Tand! Denn ihre Luft vergehet, Und folget großes Leid; Im Gegentheil bestehet Ein Christ in Ewigkeit. 2. Du bist von Gott gebildet Zu seiner Ähnlichkeit; Nun aber ganz verwildet Und voller Sicherheit. Auf, auf! Die Zeit vers 5. Du suchest Gunst und Ehre Und willst gesehen sein. Als wenn nichts Bessers wäre In Christi Tod und Pein, Der doch, weil er gestorben, Dir hat ein Königreich Und Priesterthum erworben, Temnichts zu schätzen gleich! 6. Du liebest Gold und Gaben, Und was der Welt beliebt. Willst du den Schatz nicht haben, Den Jesus Allen giebt, Die sich an ihn ergeben Unt stets gefliffen sein, Nur einzig ihm zu leben und sich in ihm zu freun? 7. Du wählst dir Lust und Freuden, Der Sinnen Gaufel spiel: Die hier doch schon mi Leiden Und Schmerzen groß uni viel, Sich allzu oft nur enden Geistlicher Kampf und Sieg. 367 Und dein Herz mehr und mehr| Ehr und Lust der Welt, Wo Vom höchsten Gute wenden Und mit euch Gott will ewig lohes verwüsten sehr. nen, Wenn euer Kampf den Sieg erhält: Gott selbst ists und die Ewigkeit Voll Luft und Ruh, voll Seligkeit. 8. Gott ist die rechte Quelle, Draus reine Wollust fleußt, Die lauter, klar und helle Sich in die Seelen geußt. Ohn ihn ist kein Vergnügen; Was sein Licht nicht anblickt, Das bleibt im Staube liegen und ewig unerquickt. 9. Drum auf! mein Geist, laß fahren, Was Gott nicht selber heißt, Weil Alles mit den Jahren Sich deinem Brauch 4. Wer aber mit Gebet und entreißt. Gott aber bleibet ste- Ringen Auf ewig Allem Abhen, Wenn Alles in der Welt schied giebt Und den MonarWird fallen und vergehen, Waschen aller Dingen Von Herzen jego dir gefällt. und alleine liebt, Der wird der Krone werth geschätzt Und auf des Königs Stuhl geſetzt. len, Noch immer hin auf bei der Seit? Fällts euch zu schwer, das zu erwählen, Was euch des Himmels Ruf anbeut? O, sehts mit offnen Augen an Und brechet durch auf schmaler Bahn! 3. Drum gilt hier kein halbirtes Leben, Gott frönet fein getheiltes Herz; Wer Jesu fich nicht ganz ergeben, Der macht sich selber Müh und Schmerz Und träget zum verdienten Lohn Hier Qual und dort die Höll davon. 10. Ach, mache Herz und Sinnen, Gott, von Allem frei, Und gieb, daß mein Beginnen Aufwärts gerichtet sei! Die Welt kann doch nichts geben, Das wahre Ruhe brächt: Wer dich zur Ruh und Leben Erwählet, der triffts recht. Christian Ludwig Ebeling, st. 1742. 694 TUMMONE G toin. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt 2c. as hinket ihr, 6. Auf, auf! Ist dieser Weg schon enge, Voll Dornen und 494. W voll Stein; Bringt euch) 5. Zerreißet die gelegten Schlingen, Die euch in diesem schönen Lauf Verhindern und zum Säumen bringen, Und rafft euch heut von neuem auf. Auf, auf, verlaßt die falsche Ruh! Auf, auf, es geht dem Himmel zu! die Welt oft ins Gedränge, Stellt Satan sich geharnischt ein, Erhebet sich sein ganzes Reich: Immanuel ist auch bei euch. 7. Gott fordert nichts, ge2. Bedenkt, es sind nicht liebte Seelen, Als daß ihr euch Kaiserkronen, Nicht Reichthum, nur zu ihm halt Und ohne 368 Geistlicher Kampf und Sieg. heuchlerisch Verhehlen Bor ihm'| unser Kampf sich enden! Da die schwachen Hände falt. Er steht dann unser König da; ftreit für euch, er macht die Der führt uns ein zur stillen Bahn. Trotz dem, der euch be- Ruh Und theilet uns das Kleifiegen kann! nod zu. Leop. Franz Friebr. Lehr, g. 1709, st. 1744. 8. Die Allmacht stehet euch zur Seiten, Die Weisheit hält bei euch die Wach, Die Gottheit selber will euch leiten; 495. Folgt nur mit treuen Schritten nach. Wie Manchen hat nicht diese Hand Schon durchgeführt ins Vaterland! 9. Nur spart es nicht auf andre Zeiten; Es ist schon jetzt so viel versäumt. Ihr mehrt euch selbst die Schwierigkeiten, Wenn ihr das süße Heut verträumt. Eilt, eilet, denn die Gnadenzeit Rennt zügellos zur Ewigkeit. 10. Laßt euch das Fleisch nicht träge machen, Verfluchet seine Zärtlichkeit. Ihr gebt euch ja um eitle Sachen In tausend Müh und Fährlichkeit. Wie, daß ihr um das höchste Gut So faul, verzagt und sorglos thut? 11. Ach, sehet nicht das arme Leben Und den geringen Hausrath an! Will Joseph euch doch Gosen geben und mehr, als Erd und Himmel fann. Wer ist um Thon und Sand betrübt, Wenn man ihm Gold und Silber giebt? 12. Gilt, faßt einander bei den Händen! Seht, wie ist unser Ziel so nah! Wie bald wird Offenb. Joh. 2 u. 3. Zahre fort, fahre Fab fort, Zion, fahre fort im Licht! Mache deinen Leuchter helle, Laß die erste Liebe nicht, Suche stets die Lebensquelle! Zion, dringe durch die enge Pfort! Fahre fort, fahre fort! 2. Leide dich, leide dich, Zion, leide ohne Scheu Trübsal, Angst mit Spott und Hohne! Sei bis in den Tod getreu, Siehe auf die Lebenskrone! Zion, fühlest du der Schlangen Stich, Leide dich, leide dich! 3. Folge nicht, folge nicht, Zion, folge nicht der Welt, Die dich suchet groß zu machen! Achte nichts ihr Gut und Geld, Nimm nicht an den Stuhl des Drachen!*) Zion, wenn sie dir viel Lust verspricht, Folge nicht, folge nicht! *) Laß kein heidnisches Weser unter dir Plaß greifen. 4. Prüfe recht, prüfe recht Zion, prüfe recht den Geist Der dir ruft zu beiden Seiten Thue nicht, was er dich heißt Laß nur deinen Stern dich lei ten! Zion, beide, das, was Geistlicher Kampf und Sieg. krumm und schlecht*) Prüfe recht, prüfe recht! *) schlicht, grade. 5. Dringe ein, dringe ein, Zion, dringe ein in Gott! Stärke dich mit Geist und Leben, Sei nicht, wie die Andern, todt; Sei du gleich den grünen Reben. Zion, in die Kraft für Heuchelschein Dringe ein, dringe ein! 6. Brich herfür, brich herfür, Zion, brich herfür in Kraft! Weil die Bruderliebe brennet, Zeige, was der in dir schafft, Der als seine Braut dich fennet. Zion, durch die dir gegebne Thür Brich herfür, brich herfür! 369 2. Was jetzt die Welt nur Schwachheit heißt, Ist ihrer Bosheit Stärke; Dadurch mehrt dann der Höllengeist Sehr mächtig seine Werke. Auf, Seele, auf, richt deinen Lauf Zur Allmacht, die dich rettet! Des Heilands Blick zerreißt die Strick, Womit du angekettet. 3. Der erste Schritt im Christenthum, Macht von der Sümde scheiden. Bei einem wahren Glaubensruhm Muß man die Weltlust meiden. Wenn Christi Geist die Seel entreißt Von ihren Todesbanden, So spürt sie Kraft, die Jesus schafft, Mit dem sie auferstanden. 4. Mein Heiland, fördre selbst dein Werk, Laß mich bekräftigt werden; Es ist Gerechtigkeit und Stärk Mein bestes Theil auf Erden. Du machst gerecht uns, dein Geschlecht, Und willst zugleich uns stärken, Daß wir in dir des Glaubens Zier, Die Macht der Gnade, merken. 7. Halte aus, halte aus, Zion, halte deine Treu! Laß dich ja nicht laulicht finden! Auf, das Kleinod rückt herbei! Auf, verlasse, was dahinten! Zion, in dem letzten Kampf und Strauß Halte aus, halte aus! Joh. Euseb. Schmidt, g. 1669, st. 1745. 1085 5. Brich durch, o starker GotMel. Durch Adams Fall ist ganz tessohn, Damit auch wir durchbrechen! Laß uns in dir, o verderbt. 496. Wer sich auf sei- Gnadenthron, Nicht mehr von ne Schwach- Schwachheit sprechen, Wenn heit steurt, Der bleibt in Sün- deine Hand das theure Pfand den liegen. Wer nicht Herz, Des Geistes uns gegeben, DaSinn und Muth erneurt, Wird durch wir frei von Heuchelei fich gewiß betrügen. Den Him- Fm Streit stets siegreich leben. melsweg und schmalen Steg Hat er nie angetreten; Er weiß auch nicht in Gottes Licht, Was kämpfen sei und beten. 6. Gieb Kraft, wo keine Kraft mehr ist! Gieb Kraft, das Fleisch zu dämpfen! Gieb Kraft, wenn Satans Macht und List Uns M. R. Gesangbuch 24 370 Geistlicher Kampf und Sieg. schwächen will im Kämpfen!| möchtest Freud erleben An mir Wenn uns die Welt viel An- wilden Reben. stoß stellt, Gieb Kraft sie zu vernichten; So wird in Noth, ja selbst im Tod, Uns deine Kraft aufrichten. Bernh. Walth. Marperger, g. 1682, st. 1746. 5. Drum, o meine Freude, Nimm hinweg und scheide, Was dir nicht gefällt. Wirst du nicht, mein Leben, Kraft und Gnade geben, Läßt mich nicht die Welt. Nimm mich hin; gieb deinen Sinn Mir, so will ich denn mi Freuden Von der Erde scheiden. 497. Ger Gehn als Mel. Jesu, meine Freude. ottes liebste KinMel. Alle Menschen müssen sterben. arme Sünder In den Himmel ein. Und der rohe Haufen Kann ſo ficher laufen Und so forglos 498. Herr, wie mansein! Ach, wie ist die Welt so wüst! Wie viel trägt, Herr, dein Erbarmen! Trag doch auch mich Armen. Gebrechen Mußt du nicht an mir noch sehn! Auf mein tägliches Versprechen folgt ein tägliches Vergehn. Ach, daß ich doch sester stände Und mich nicht so wankend fände! Hörte doch in meinem Lauf Unbestand und Leichtsinn auf! 2. Herr, die Schwachheit meiner Kräfte, Meines Herzens böser Grund Und die listigen Ge schäfte Meiner Feinde sind dir fund. Nie darf ich mir selber trauen, Nicht auf mein Versprechen bauen. Meines Herzens Falschheit droht Alle Tage mir den Tod. 2. Wie viel rauhe Wege, Wie viel tausend Schläge Kostet dir mein Herz! Und wie viele Stricke Der verborgnen Tücke Mehren noch den Schmerz, Daß ich oft fast ausgehofft Und der Muth mir will verschwinden Bei so vielen Sünden. 3. Wie würd ich bestehen, Sollt ich heute gehen Vor dein Angesicht! Schlecht hab ich gestritten, Schlecht hab ich gelitten; Das verhehl ich nicht. Laß mich, Gott, doch nicht zum Spott Dein und meiner Feinde werden. Bessre mich auf Erden. 3. Ist schon ein Feind überwunden, Stellt sich bald ein andrer ein. Ja, sie wollen oft 4. Was vorhin geschehen, verbunden Meiner Seele MörWas auch noch versehen, Rechne der sein. O, wie oft werd ich mir nicht zu. Nur in deinen besieget, Wenn mein Herz nicht Wunden Hab ich noch gefun- wacht und frieget! Denn der den, Jesu, meine Ruh. Herr, Angriff geht dahin, Wo ich jedoch ich wollte noch, Daß du noch am schwächsten bin. Geistlicher Kampf und Sieg. 371 4. Dann muß ich die Freude| Zeiten Und zeuch mich dann bald missen, Als ein Kind zu Gott zu dir. Laß mich nicht mir selzu flehn; Und das flagende ber leben, Sondern dir mich Gewissen Läßt mich nur mein übergeben: So werd ich in Elend sehn, Spricht: Du kommst Christo rein Und dein ganzes doch nicht zum Ziele, Der Ge Opfer sein. fahren sind zu viele; Schon bist du zu schlimmer Art, Und der Kampf ist dir zu hart. 5. Doch zur Welt kann ich nicht treten; Denn sie giebt mir keine Ruh. Darum sag ich dann mit Beten Neuen Ernst und Treue zu. Auch empfind ich Glaubenstriebe; Denn des Vaters ewge Liebe Heißet mich nur zu ihm gehn Und um neue Gnade flehn. 9. Will im Kampf die Kraft verschwinden, Werden meine Hände matt, So laß mich dein Herz nur finden, Das für mich noch Kräfte hat. Gründe, stärke und vollende Mich im Kämpfen bis ans Ende; Fördre selber meinen Lauf Und hilf meiner Schwachheit auf. Nach Joh. Dan, Hense, st. 1753. Mel. Mein Herzens- Jesu, meine Lust. 499. Zeuch, Israel, zu Dein Erbtheil ist dort oben! Dein Jesus schwöret es dir zu, Es sei dir aufgehoben. Er gehet selber gar voran Und bricht die rauhe Pilgerbahn. Zeuch, Israel, in Frieden! 7. Nein, mein Vater, dein zu bleiben, Ist mein Wunsch auf dieser Welt. Laß mich deinen Geist nur treiben Zu dem, was dir wohlgefällt. Ich will an mir selbst verzagen, Nie auf meine Kraft was wagen. Gieb du mir nur Muth und Kraft, So wird mir der Sieg verschafft. 2. Wir folgen dir, du Gottesheer, Als wahre Streitges noffen. Der Glaube fürchtet sich nicht mehr, Die Lieb ist unverdrossen. So stehen wir für Einen Mann! Ein Jeder ringe, was er kann, Das Kleinod zu erlangen. 3. Wir sehn auf dich, du A und D, Mit unverwandten Blikken. Dein Dasein macht uns 8. Will mein Fuß aufs neue immer froh, Dein Wort kann gleiten, Regt sich Lust und Furcht uns erquicken, Dein Kreuz ist in mir: Ach, so warne mich bei unser Siegspanier. Wir schwös dann beugen, Wenn du mir so viel vergiebst! Ja, ich muß vor Scham nur schweigen, Wenn du mich so zärtlich liebst. Und ich sollte dich betrüben? Un dankbar noch Sünden lieben? Dir mein ganzes Herz nicht weihn? Ewig nicht dein eigen fein? 24* 372 Geistlicher Kampf und Sieg. ren Treu und folgen dir Durch| schon vollbracht Und unfre Sas diese öden Wüsten. 4. Die Krone bleibt uns im Gesicht, Die dort die Sieger tragen; Und darum scheuen wir auch nicht Tod, Ungemach und Plagen. Es hat uns unser Sie gesheld Nicht bloß für diese Welt bestellt; Wir sind nur für den Himmel. 6. Wen noch ein Bann gefangen hält, Wer Jesu Kreuz noch fliehet, Wer noch durch Furcht vor dieser Welt Am fremden Joche ziehet, Und wer die Hand am Pflug gleich legt Und doch verbotne Lust noch hegt, Der ist fein rechter Streiter. 7. Wir aber geben ganz um ganz, Berleugnen alle Sachen, Die uns den schönen Siegesfranz Noch könnten streitig machen, Und unsre Seele glaubet fest: Was man darum hier fahren läßt, Ist nicht werth jenes Erbes. che gut gemacht, Dem ist es zu verdanken. 5. Man drückt uns, wir verzagen nicht; Man schilt uns, und wir segnen. Wir müssen auch nach unsrer Pflicht Den Feinden sanft begegnen. Wir Mel. Ach Gott und Herr. find der Welt hier unbekannt, 500. A Herr, gieb Und haben doch ein Vaterland; Macht Stehts nicht, wohin wir Gott fennt uns als die Sei- gehen; Darum gieb du Dein Licht mir zu, Auf daß ich möge sehen. nen. 2. Wo du nicht bist, Ist Satans List Uns Schwachen überlegen; Drum bleib bei mir Stets für und für Auf allen meinen Wegen. 3. Drei Feinde find, Die mich geschwind In Unfall mögen setzen und mir mein Heil, Das schöne Theil, In schneller Eil verlegen. 8. Die Kraft dazu liegt nicht in uns; Wir sind gar bald ver-| Loren. Zur Quelle alles unsers Thuns Ist uns das Lamm erforen; Das Lamm, das Alles 9. Drum soll es unsre Losung sein: Wir nichts und Jesus Alles! Ihm räumen wir die Ehre ein, Jhm, unserm Trost des Falles. Er segne ferner unsern Lauf Und nehme unfre Seelen auf, Wenn wir nun ausgestritten. Joh. Dan. Hense, ft. 1753. 4. Die eitle Welt Zeigt Gut und Geld Sammt Würd und süßen Lüsten. Wen sieht man wohl So, wie er soll, Dagegen sich stets rüsten? 5. Der Teufel lacht Dazu und wacht Mit Fleiß auf mein Verderben, Weist Bahn und Ort Bald hie, bald dort, Wo man kann doppelt sterben. Geistlicher Kampf und Sieg. 373 6. Mein Fleisch und Blut 2. Ich höre dich, o Wort, Stärkt ihm den Muth, Erregt das mich erwecket; Ich merke mir Streit und Kämpfen. Ach, dich, o Kraft, die mich berührt; ach, wie soll Ich Schwacher Mein Alles sich zum Ernst aufs wohl So schlimme Feinde däm- neue strecket, Wo nur dein Geist pfen? den Ernst erhält und führt. 3. Dir, dir, mein Gott, will ich hinfort nur leben; Nein, nicht mir selbst und nicht der Creatur. Ich hab mich dir mit Leib und Seel ergeben; Der Ewigkeit bin ich gewidmet nur. 4. Jetzt fang ich an. Laß nichts den Geist ermatten; Nimm hin, was mich verbildet und verstrickt. Weg, fremde Welt! Weg, bald verschwundner Schatten! Zur Ewigkeit mein Herz und Lauf sich schickt. 5. Ich will vom Leib noch vor dem Tod mich scheiden, Sein Wohl und Weh nur wie von weitem sehn. Dich soll er ehrn durch Arbeit, Schmach und Leiden, In deinem Dienst dem Geist zu Dienste stehn. 6. Ich such nicht Ruh, Gemach, noch Lust der Sinnen; Ich muß im Geist und nicht natürlich gehn. Ich folge dir und bleib im Lichte drinnen, Da scheidet sich, was dort nicht kann bestehn. 7. Mein mein 501. 3 ft zeju innig Liebesneigen Dir hange Geist inwendig; Zum Ernst! an in Abgeschiedenheit. Du bist ruft auch die Stimme seiner mein Gott, vor dir will ich Braut. Getreu und ganz und mich beugen; Du bist mein Gut, bis zum Tod beständig! Ein nicht die Vergänglichkeit. reines Herz allein den Reinen schaut. 7. Durch dich, Herr Christ, Der du uns bist Zum Siegesheld gegeben, Durch dich will ich Ganz ritterlich Dem Argen widerstreben. 8. Drum lagre dich Beständiglich um Augen, Mund und Ohren, Daß nicht die Welt, Wies ihr gefällt, Schleich ein zu ihren Thoren. 9. Dich seß ich mir Zum Hüter hier Der Sinnen und Gedanken; Leg du dich drein Und halte fein Sie in gehörgen Schranken. 10. Geh aus und ein, Lebensschein, Mit mir, und laß mich wallen So, wie dein Geist Uns unterweist, Nach deinem Wohlgefallen. 11. So soll mein Mund Und tiefster Grund Des Herzens dich erheben, Du edler Hort, All hier und dort In jenem Freudenleben. 8. Nach dir mein Herz in Lieb und Leid sich schmiege; 374 Geistlicher Kampf und Sieg. Ich sei ein Mensch nach dei-| des Todes Nacht, Sprach er nem Herzen hier. Ich bin ver- selbst: Es ist vollbracht! gnügt, wenn ich nur dich vergnüge; Mein Seligsein fürwahr ist ganz in dir. 4. Zeuch, o Herr, uns hin zu dir, Zeuch uns nach, die Schaar der Streiter! Sturm und Nacht umfängt uns hier; Droben ist es still und heiter. Jenseits, hinter Grab und Tod, Strahlt des Lebens Morgenroth. 5. Auf denn, Mitgenossen, geht Muthig durch die kurze Wüste! Seht auf Jesum; wacht und fleht, Daß Gott selbst zum Kampf euch rüste. Der in Schwachen mächtig ist, Giebt uns Sieg durch Jesum Christ. Sam. Gottl. Bürbe, g. 1753, f. 1831. 9. Es sei für dich mein Leben, Zeit und Kräfte, Es werd für dich auch Alles nur verzehrt; Gewöhne mich zu jener Welt Geschäfte, zu fangen an, was droben ewig währt. 10. O schönes Werk, zu dir im Geist mich nahen, Vor dir, mein Gott, mit tiefer Ehrfurcht stehn; Dich beten an, dich lieben und umfahen; In dir mich freun, dich Tag und Nacht erHöhn! Gerh. Tersteegen, g. 1697, st. 1769. DAIL Mel. Jesus, meine Zuversicht. teil und bernig 502. Steil und dornig ist der Pfad, Der uns zur Vollendung leitet. Selig ist, wer ihn betrat Und im Namen Jesu streitet! Selig, wer den Lauf vollbringt Und nicht kraftlos niedersinkt! 2. Ueberschwänglich ist der Lohn Der bis in den Tod Getreuen, Die, der Lust der Welt entflohn, Ihrem Heiland ganz sich weihen; Deren Hoffnung unverrückt Nach der Siegesfrone blickt. 503. De 503. Mel. Lobet den Herren, Alle, die zc. er Glaube siegt! Hoch wehn des Kreuzes Fahnen; Sie dringen kämpfend durch die Dornenbahnen, um die empfangnen Worte zu bewähren, Zur Burg der Ehren. 2. D, blick auf deine Streiter, Herr der Gnade! Gieb ihnen Kraft, zu wandeln deine Pfade! Früh oder spät laß ste doch überwinden Den Fürst der Sünden! 3. Du gabst dem Arme Davids deinen Segen, Daß er des 3. Den am Kreuz wir blu- Riesen Stärke konnt erlegen: ten sehn, Der hat uns den Lohn O, schüß uns gegen unsrer Feinerrungen und zu seines Him de Tücke mit deinem Blicke! mels Höhn Sich vom Staub 4. Laß deine Wunden uns emporgeschwungen. Sieger in im Busen tragen; Ja, laß dein Geistlicher Kampf und Sieg. 375 Blut in unsern Herzen schla-| mir dar, Christus hilft dem gen. Daß wir nicht zagen, zeig Schwachen siegen. Daß mich uns hoch die Krone Zum Sie Gottes Held verficht, Das ist geslohne. meine Zuversicht. 5. Mit Christi Waffen trop ich den Gefahren, Dir, Hölle, Sünd und Tod und euren Schaaren. Uns wird bewahren, seine treuen Knechte, Des Herren Rechte. 3. Wenn der Kläger mich verklagt, Christus hat mich schon vertreten. Wenn er mich zu sichten wagt, Christus hat für mich gebeten. Daß mein Mittler für mich spricht, Das ist meine Zuversicht. 6. Er selber lenket seiner Streiter Reihen; Er selber schenfet unserm Kampf Gedeihen, Bis er zur neuen Stadt, die er verheißen, Uns wird entreißen. 4. Würd es Nacht vor meinem Schritt, Daß ich keinen Ausgang wüßte Und mit ungewissem Tritt, Ohne Licht verzagen müßte: Christus ist mein Stab und Licht; Das ist meine Zuversicht. 7. Schon schwingt die Fahne hoch der Fürst der Ehren. Bald wird der Feinde Schaar den Rücken kehren; Bald sich bewähren, strahlend ohne Hülle, Des Wortes Fülle. 5. Mag die Welt im Mißgeschick Beben oder ängstlich klagen! Ohne Halt ist all ihr Glück; Wahrlich, sie hat Grund zu zagen. Daß mein Anker nie zerbricht, Das ist meine Zuversicht. 6. Will der Herr durch strenge Zucht Mich nach seinem Bild gestalten, Dennoch will ich ohne Flucht Seiner Hand nur stille halten. Er übt Gnad auch im Mel. Jesus, meine Zuversicht. 504. Stark ist meines Gericht; Das ist meine Zuver8. Der Glaube siegt! Hoch wehn des Kreuzes Fahnen; Sie dringen kämpfend durch die Dornenbahnen, Um die empfangnen Worte zu bewähren, Zur Burg der Ehren. Und er wird mich ewig fassen; Hat zu viel an mich gewandt, Um mich wieder los zu lassen. Mein Erbarmer läßt mich nicht; Das ist meine Zuversicht. 2. Sieht mein Kleinmuth auch Gefahr, Fürcht ich auch zu unterliegen: Christus beut die Hand 7. Seiner Hand entreißt mich nichts. Wer will diesen Trost mir rauben? Mein Erbarmer selbst versprichts. Sollt ich seinem Wort nicht glauben? Jesus läßt mich ewig nicht; Das ist meine Zuversicht. Carl Bernh. Garve, g. 1763, st. 1841. 376 Kreuz- und Trostlieder. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. on neuem eilt 505. Vou zum heilgen 2. wohl euch, wenn der letzte Feind Besiegt ist, wenn der Tag erscheint, Der ewig Streit! Die Krone der Gerech- euch wird frönen! Wenn ihr tigkeit Empfangen treue Strei von selgen Siegen singt Und ter. Nie ruht der Christen ar- ewig eure Palmen schwingt, Wie ger Feind: So rast auch nim- herrlich wird das tönen! Rinmer, Christi Freund, Dring alle get, Singet! Singet Psalmen, Tage weiter, Höher, Näher Zu schwinget Palmen selger Siege dem Throne, bis die Krone Nach der Arbeit schwerer Kriege! dort errungen, Bis ihr ganz hindurchgedrungen. Aug. Döring, g. 1783, st. 1844 XXI. Kreuz- und Trostlieder. 506. Mag ich Unglück| mein, Als wär es dein, Wenns nicht wider- wider mich wird streiten. Muß stahn, Muß Ungnad habn Der ich denn dran auf dieser Bahn: Welt für mein rechtn Glauben: Welt, wie du willt! Gott ist So weiß ich doch, es ist mein mein Schild; Der wird mich Kunst, Gotts Huld und Gunst, wohl geleiten. Die muß man mir erlauben. Gott ist nicht weit; ein kleine Zeit Er sich verbirgt, bis er erwürgt, Die mich ſeins Worts 507. Was mein Gott das gscheh allzeit; Sein Will der ist der beste. Zu helfen dem er ist bereit, Der an ihn glaubet feste. Er hilft aus Noth, der fromme Gott, Er züchtiget mit Maßen. Wer Gott vertraut, fest auf ihn baut, Den will er nicht verlassen. 2. Richt, wie ich woll, jetzund mein Sach, Weil ich bin schwach Und Gott mich Furcht läßt finden: So weiß ich, daß kein Gwalt bleibt fest, Ists allerbest, Das Zeitlich muß verschwinden. Das ewig Gut macht rechten Muth; Dabei ich bleib, wag Gut und Leib. Gott helf mir überwinden! 3. All Ding ein Weil! ein Sprichwort ist. Herr Jesu Christ, Du wirst mir stehn zur Sei ten Und sehen auf das Unglück Der Königin Maria von Ungarn Lied, von Martin Luther, g. 1483, st. 1546. 2. Gott ist mein Trost, mein Zuversicht, Mein Hoffnung und mein Leben. Was mein Gott will, daß mir geschicht, Will ich nicht widerstreben. Sein Wort ist wahr; denn all mein Haar Er selber hat gezählet. Kreuz- und Trostlieder. 377 Er hüt und wacht, Stets für halten still; Wird doch wohl uns tracht, Auf daß uns gar nichts fehlet. Gnad bescheren. Ich zweifle nicht. Solls sein, man spricht, So seis! Wer kanns Gott weh3. Und muß ich Sündr von dieser Welt Hinfahrn nach Got- ren? tes Willen Zu meinem Gott: wanns ihm gefällt, Will ich ihm halten stille. Mein arme Seel ich Gott befehl In meiner legten Stunden. Du frommer Gott, Sünd, Höll und Tod Hast du mir überwunden. 4. Noch eins, Herr, will ich bitten dich, Du wirst mirs nicht versagen: Wenn mich der böse Geist anficht, Laß, Herr, mich nicht verzagen. Hilf, steur und wehr, ach Gott, mein Herr, Zu Ehren deinem Namen! Wer das begehrt, dem wirds gewährt. Drauf sprech ich fröhlich: Amen! Albrecht, Markgraf von Brandenburg- Culmbach, g. 1522, st. 1557. Mel. Was mein Gott will, gescheh 2c. Dies Gott geWie Mies fällt, so 508. gfällts mir auch, Und laß mich gar nicht irren. Ob mich zu Zeiten beißt der Rauch, Und wenn sich schon verwirren All Sachen gar, weiß ich fürwahr, Gott wirds zuletzt wohl richten. Wie ers will habn, so muß bestahn. Solls sein, so seis ohn Tichten. 3. Wies Gott gefällt, so gfällts mir wohl In allen meinen Sachen. Was Gott vers sehen hat einmal, Wer kann das anders machen? Drum ist um sonst Weltwiß und Kunst; Hilft auch nicht Haarausraufen; Man murr, odr beiß. Solls sein, so seis! Wird doch sein Weg nauslaufen. 4. Wies Gott gefällt, laß ichs ergehn, Will mich darein ergeben. Wollt ich seinm Willen widerstehn, So müßt ich bleis ben fleben, Weil gwiß und wahr all Tag und Jahr Bei Gott find ausgezählet. Ich schick mich drein; es gscheh! Solls sein, So seis bei mir erwählet. 5. Wies Gott gefällt, ergehn es mag In Lieb und auch im Leide. Dahin ich hab gestellt mein Sach, Daß sie mir sollen beide Gefallen wohl; drum mich auch soll Ja, oder Nein nicht schrecken. Schwarz, oder weiß! Solls sein, so seis! Gott wird schon Gnad erwecken. 6. Wies Gott gefällt, so läufts hinaus. Ich laß die Vöglein 2. Wies Gott gefällt, zufried sorgen. Ob mirs Glück heut ich bin, Das Uebrig laß ich nicht kommt zu Haus, So wart fahren; Was nicht soll sein, stell ich sein auf morgen. Was mir ich dahin. Gott will mich recht ist bschert, bleibt unverwehrt, erfahren, Ob ich auch will ihm Ob sichs schon thut verziehen. 378 Kreuz- und Trostlieder. Dank Gott mit Fleiß. Solls| streiten, Ob auch der Feind Mit sein, so seis! Er wird mein Macht erscheint, Anſtürmt auf Glück wohl fügen. beiden Seiten. 7. Wies Gott gefällt! Nichts Weiters will Von Gott ich sonst begehren. Hat meiner Sach ge steckt ein Ziel, Dem will ich nimmer wehren. Das Leben mein seß ich auch drein, Auf guten Grund zu bauen. Und nicht auf Eis. Solls sein, so feis! Will Gott allein vertrauen. 8. Wies Gott gefällt, so nehm ichs an; Will um Geduld ihn bitten. Er ist allein, der helfen tann; Und wenn ich schon wär mitten In Angst und Noth, läg gar im Tod, So wird er mich wohl retten Gewaltger Weis. Solls sein, so seis! Ich gwinns! Wer nun will wetten? Johann Friedrich, Churf. zu Sachsen, 1547. Psalm 31, 1-6. 4. Du bist mein Stärk, mein Fels, mein Hort, Mein Schild, mein Kraft- so sagt dein Wort Mein Hülf, mein Heil, mein Leben, Mein starker Gott In aller Noth: Wer mag dir widerstreben? 5. Mir hat die Welt trüglich gericht Mit Lügen und falschem Gedicht Viel Neg und heimlich Stricke. Herr, nimm mein wahr In dieser Gfahr; Bhüt mich vor falscher Tücke. 6. Herr, meinen Geist befehl ich dir. Mein Gott, mein Gott, weich nicht von mir, Nimm mich in deine Hände! O, wahrer Gott, Aus aller Nothy Hilf mir am letzten Ende! 7. Glorie, Lob, Ehr und Herrlichkeit Sei Vater, Sohn n dich hab ich Lob 509. gehoffet, pert, heilgen Namen! Die göttlich Kraft Mach uns sieghaft Durch Jesum Christum. Amen! Hilf, daß ich nicht zu Schanden werd, Noch ewiglich zu Spotte. Das bitt ich dich: Erhalte mich In dir, dem treuen Gotte. Adam Reißner, geb. 1471, st. 1563. 2. Dein gnädig Ohr neig her 510. W zu mir, Erhör mein Bitt, thu dich herfür, Eil bald, mich zu erretten! In Angst und Weh Ich lieg und steh: Hilf mir in meinen Nöthen! 3. Mein Gott und Schirmer, steh mir bei, Sei mir ein Burg, darin ich frei Und ritterlich mög - arum betrübst Herz? Bekümmerst dich und trägest Schmerz Nur um das zeitlich Gut? Bertrau du deinem Herrn und Gott, Der alle Ding erschaffen hat. 2. Er kann und will dich lass sen nicht; Er weiß gar wohl, was dir gebricht: Himmel und Kreuz- und Trostlieder. 379 dir gesagt, Daß du hast Alles wohl gemacht. Ich bitt demüthiglich: Laß mich von deinem Angesicht Verstoßen werden ewig nicht. Hans Sachs, g. 1494, f. 1576. 3. Weil du mein Gott und Vater bist, Dein Kind wirst du verlassen nicht, Du väterliches Herz! Ich bin ein armer Erdenkloß: Auf Erden weiß ich 511. Ah Gott, me Mel. Bater unser im Himmelreich. wie feinen manches Herzeleid Begegnet mir zu dieser Zeit! Der schmale Weg ist trübsalsvoll, Den ich zum Himmel wandern soll. Wie schwer doch läßt sich Fleisch und Blut Bezwingen zu dem ewgen Gut! 2. Wo soll ich mich denn wenden hin? Zu dir, Herr Jesu, steht mein Sinn. Bei dir mein Herz Trost, Hülf und Rath Allzeit gewiß gefunden hat. Niemand jemals verlassen ist, Der nur getraut auf Jesum Chrift. 3. Du bist der rechte Wundermann; Das zeigt dein Amt und dein Person. Wunderwerk, so wir erfahrn, Daß du, mein Gott, bist Mensch geborn Und führest uns durch deinen Tod Ganz wunderlich aus aller Noth! Erd ist sein. Mein Vater und mein Herre Gott, Der mir beisteht in aller Noth! 4. Der Reich verläßt sich auf sein Gut, Jch aber trau auf dich, mein Gott. Ob ich gleich werd veracht, So weiß und glaub ich festiglich: Wer Gott vertraut, dem mangelts nicht. 5. Ach Gott, du bist so reich noch heut, Als du gewesn in Ewigkeit; Mein Traun steht ganz zu dir. Mach mich nur an der Seele reich, So hab ich gnug hie und ewig. 6. Zeitlicher Ehr ich gern entbehr; Das Ewige mir nur gewähr, Das du erworben hast Durch deinen herben, bittern Tod: Das bitt ich dich, mein Herr und Gott! 7. Alles, was ist auf dieser Welt, Es sei Gold, Silber, oder Geld, Reichthum und zeitlich Gut: Das währet nur ein kleine Zeit und hilft doch nicht zur Seligkeit. 8. Ich dank dir, Christe, Gottes Sohn, Daß du mir solches fund gethan Durch dein gött liches Wort. Verleih mir auch Beständigkeit zu meiner Seelen Seligkeit. 9. Lob, Ehr und Preis sei 4. Jesu, mein Herr und Gott allein, Wie süß ist mir der Name dein! Es fann fein Trauern sein so schwer, Dein süßer Nam erfreut viel mehr. Kein Elend mag so bitter sein, Dein süßer Nam der linderts fein. 5. Ob mir gleich Leib und Seel verschmacht, So weißt du, Herr, daß ichs nicht acht. Wenn 380 Kreuz- und Trostlieder. ich dich hab, so hab ich wohl,| frei Des ewgen Lebens Vors Was ewig mich erfreuen soll. schmack fei. Dein bin ich ja mit Leib und Seel: Was kann mir thun Sünd, Tod und Höll? 6. Kein besser Treu auf Erden ist, Denn nur bei dir, Herr Jesu Christ. Ich weiß, daß du mich nicht verläßt; Dein Wahrheit bleibt mir ewig fest. Du bist mein rechter treuer Hirt, Der ewig mich behüten wird. 7. Jesu, mein Freud, mein Chr und Ruhm, Meins Herzens Schatz und mein Reichthum: Ich kanns doch ja nicht zeigen an, Wie hoch dein Nam erfreuen fann. Wer Glaub und Lieb in Herzen hat, Der wirds erfahren mit der That. 11. Drum will ich, weil ich lebe noch, Das Kreuz dir willig tragen nach. Mein Gott, mach mich dazu bereit; Es dient zum Besten allezeit. Hilf mir mein Sach recht greifen an, Daß ich mein Lauf vollenden kann. 10. Wenn ich mein Hoffnung stell zu dir, So fühl ich Fried und Trost in mir. Wenn ich in Nöthen bet und fing, So wird mein Herz recht guter Ding. Dein Geist bezeugt, daß solches 12. Hilf mir auch zwingen Fleisch und Blut, Vor Sünd und Schanden mich behüt; Erhalt mein Herz im Glauben rein, So leb und sterb ich dir allein. Jesu, mein Trost, hör mein Be gier: O, mein Heiland, wär ich bei dir! Conr. Hojer, um 1585. s Psalm 23. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 8. Drum hab ich oft und viel geredt: Wenn ich an dir 512. Der Herr iſt mein nicht Freude hätt, Wollt ich den Tod schier wünschen her, Ja, daß ich nie geboren wär. Denn wer dich nicht im Herzen hat, Der ist gewiß lebendig todt. getreuer Hirt, Hält mich in Hut und Weide: Darum mir nie es mangeln wird An irgend einer Freude. Jetzt bin ich aller Sorgen frei, Weil Gottes Sohn mir stehet bei, Mich schützet und regieret. 9. Jesu, du edler Bräutgam werth, Mein höchste Zierd auf dieser Erd: An dir allein ich mich ergöß, Weit über alle goldne Schäß. So oft ich nur gedenk an dich, All mein Gemüth erfreuet sich. 2. Er weidet mich mit seinem Wort Auf einer grünen Auen, Und läßt sich bei mir fort und fort In wahrem Glauben schauen; Dazu mein Herz mit Trost berührt und mich an frische Wasser führt, Zum Brunnen seiner Gnaden. 3. In Angst und Noth er mich erquickt Mit seinem wahren Munde, Und mir von oben Hülfe schickt Zur rechten Zeit Kreuz- und Trostlieder. 381 und Stunde. Er führt mich auch| mir, Führt mich auf rechter ohn Unterlaß An seiner Hand auf rechter Straß, Um seines Namens willen. Straßen, Da ich ging in der Jrr. Er reicht mir seine Hand; Den Abend, wie den Morgen, Will er mich wohl versorgen, Sei, wo ich woll, im Land. 4. Er leitet mich bei Tag und Nacht mit seinem Hirtenstabe; Mit Fleiß er Leib und Seel bewacht, Treibt alles Unglück abe. Ich fürchte nichts im finstern Thal; Denn Gott ist bei mir überall Auf allen meinen Wegen. 2. Wenn sich der Menschen Hulde Und Wohlthat all verfehrt, So findt sich Gott gar balde, Sein Macht und Gnad bewährt; Hilft mir aus aller Noth, Errett von Sünd und Schanden, Von Ketten und von Banden, Und wenns auch wär der Tod. 5. Er deckt den Tisch für meine Seel, Mags auch den Feind verdrießen. Er salbet mich mit Freudenöl und bis zum Ueberfließen Schenkt er des Trostes Becher voll, Auf daß ich ja nicht zweifeln soll An seiner Huld und Gnade. 3. Auf ihn will ich vertrauen In meiner schweren Zeit; Es kann mich nicht gereuen, Er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt; Mein Leib, mein Seel, mein Leben Sei Gott dem Herrn ergeben; Er machs, wies ihm gefällt. 6. Viel Gutes und Barmherzigkeit Wird über mir stets schweben, und große Gnade je derzeit Nachfolgen in dem Leben; Und werd also ganz offen bar Im Hause Gottes immerdar Hier und dort ewig bleiben. 7. Das hilf mir, o Herr Jesu Christ, Durch deine große Güte, Und mich vors Teufels Macht und List Genädiglich behüte, Auf daß ich, als dein lie- 5. Lobt ihn mit Herz und bes Schaf, Im rechten Glau- Munde Für das, was er uns ben sanft einschlaf Und ewig schenkt! Das ist ein selge Stuns mit dir lebe. 4. Es kann ihm nichts gefallen, Denn was mir nüßlich ist. Er meints gut mit uns Allen; Schenkt uns den Herren Christ, Sein eingebornen Sohn. Durch ihn er uns bescheret, Was Leib und Seel ernähret. Lobt ihn ins Himmels Thron! Barth. Ringwalbt, geb. 1531, t. 1600. de, Darin man sein gedenkt. Nichts nüßt sonst alle Zeit, Die wir zubringn auf Erden. on Gott will Wir sollen selig werden Und 513. V ich nicht laf- lebn in Ewigkeit. sen; Denn er läßt nicht von 6. Auch wenn die Welt vers GRATE Kreuz- und Trostlieder. 382 gehet Mit ihrem Stolz und Pracht, Kein Ehr, noch Gut bestehet, Welchs vor war groß geacht. Wir werden nach dem Tod Tief in die Erd begraben. Wenn wir geschlafen haben, Will uns erfbecken Gott. 7. Die Seel bleibt unverloren, Geführt in Abrams Schoß; Der Leib wird neu geboren, Von aller Sünde los, Ganz heilig, rein und zart, Ein Kind und Erb des Herren. Daran muß uns nicht irren Des Teu fels listig Art. 8. Darum, ob ich schon dulde, Hie Widerwärtigkeit, Wie ich auch wohl verschulde: Kommt doch die Ewigkeit, Ist aller Freuden voll. Dieselb ohn einig Ende, Dieweil ich Christum fenne, Mir widerfahren soll. 9. Das ist des Vaters Wille, Der uns geschaffen hat; Sein Sohn hat Guts die Fülle Erworben und Genad; Auch Gott der heilge Geist Im Glauben uns regieret, Zum Reich der Himmel führet. Ihm sei Lob, Ehr und Preis! Ludw. Helmbold, geb. 1532, st. 1598. GR FICK 514. Auf meinen lieficht, Will ich verzagen nicht. Auf Christum will ich bauen Und ihm allein vertrauen; Jhm will ich mich ergeben Im Tod und auch im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, Sterben ist mein Gewinn, Und Christus ist mein Leben; Dem hab ich mich ergeben. Ich sterb, heut oder morgen, Mein Seel wird er versorgen. 4. O, mein Herr Jesu Christ, Der du so gduldig bist Für mich am Kreuz gestorben: Hast mir das Heil erworben, Auch uns Allen zugleiche Das ewge Him melreiche. 5. Erhöre gnädig mich! Mein Trost, das bitt ich dich. Hilf mir am letzten Ende! Nimm mich in deine Hände, Daß ich selig abscheide Zu deiner Himmelsfreude. ich in Angst und Noth. Der kann mich allzeit retten Aus Trübsal, Angst und Nöthen. Mein Unglück kann er wenden; Steht Alls in seinen Händen. 2. Ob mich mein Sünd an6. Amen! Zu aller Stund Sprech ich aus Herzensgrund: Du wollest uns geleiten, Herr Christ, zu allen Zeiten, Auf daß wir deinen Namen Ewiglich preis sen. Amen! Siegm. Weingärtner, um 1600. Mel. Wenn wir in höchsten Nöthen 2c. ben Gott Trau 515. Hilf, Helfer, hilf in Angst und Noth! Erbarm dich mein, o treuer Gott! Jch bin ja doch dein liebes Kind, Trotz Teufel, Welt und aller Sünd. 2. Jch trau auf dich, o Gott, mein Herr. Wenn ich dich hab, Kreuz- und Trostlieder. was will ich mehr? Ich hab dich, Herr Jesu Christ; Du mein Gott und Erlöser bist. 3. Deß freu ich mich von Herzen fein, Bin gutes Muths und harre dein, Verlaß mich gänzlich auf dein Namn. Hilf, Helfer, hilf! Drauf sprech ich: Amn! Martin Moller, 1547 1606. - Mel. Was mein Gott will, gescheh zc. er Gott ver516. Wer traut, hat wohl gebaut Im Himmel und auf Erden. Wer sich verläßt auf Jesum Chrift, Dem muß der Himmel werden. Darum auf dich allein hoff ich Mit ganz getrostem Herzen; Herr Jesu Christ, mein Trost du bist In Todesnoth und Schmerzen. 2. Und wenns gleich wär dem Teufel sehr Und aller Welt zu wider: Dennoch so bist du, Jesu Christ, Der sie All schlägt darnieder. Und wenn ich dich nur hab um mich mit deinem Geist und Gaben, So kann fürwahr mir ganz und gar kein Tod, noch Teufel schaden. 3. Dein tröst ich mich ganz sicherlich; Denn du fannst mir wohl geben, Was mir ist noth, du treuer Gott, In diesm und jenem Leben. Gieb wahre Reu, mein Herz erneu, Errette Leib und Seele! Ach, höre, Herr, dies mein Begehr, Und laß mein Bitt nicht fehlen! Joh. Mühlmann, geb. 1573, st. 1613. 383 Mel. Nun ruhen alle Wälder. en allen meinen 517.J Thaten Laß ich den Höchsten rathen, Der Alles kann und hat. Er muß zu allen Dingen, Solls anders wohl gelingen, Selbst geben Segen, Rath und That. to dind 2. Nichts ist es spät und frühe Um alle meine Mühe; Mein Sorgen ist umsonst. Er mags mit meinen Sachen Nach seis nem Willen machen; Ich stells in seine Lieb und Gunst. Mop 3. Es kann mir nichts geschehen, Als was er hat versehen, Und was mir selig ist. Ich nehm es, wie ers giebet; Was ihm von mir beliebet, Das hab auch ich mir auserkiest. 4. Ich traue seiner Gnaden, Die mich vor allem Schaden, Vor allem Uebel schützt. Leb ich nach seinen Sägen, So wird mich nichts verlegen, Nichts fehlen, was mir ewig nügt. 5. Er wolle meiner Sünden In Gnaden mich entbinden, Durchstreichen meine Schuld. Er wird auf mein Verbrechen Nicht stracks das Urtheil sprechen, Und haben noch mit mir Geduld. Roisd 6. Leg ich mich späte nieder, Erwach ich frühe wieder, Lieg, oder zieh ich fort, In Schwachheit und in Banden, Und was mir stößt zu Handen: So tröstet mich sein theures Wort. 7. Hat er es denn beschloss Kreuz- und Trostlieder. 384 sen, So will ich unverdrossen An mein Verhängniß gehn. Kein Unfall unter allen Wird mir zu harte fallen; Ich will mit Gott ihn überstehn. 8. Jhm hab ich mich ergeben, Zu sterben und zu leben, So bald er mir gebeut. Es sei heut, oder morgen: Dafür laß ich ihn sorgen; Er weiß allein die rechte Zeit. holandit m 9. So sei nun, Seele, feine, Und traue dem alleine, Der dich geschaffen hat. Es gehe, wie es gehe, Dein Vater in der Höhe, Der weiß zu allen Sachen Rath. Paul Flemming, geb. 1609, st. 1640. 4. Du Hüter Israel, du schläfst, noch schlummerst nicht, Dein Augen Tag und Nacht ob denen offen bleiben, Die sich in deiner Pflicht Zur Kreuzfahn durch dein Blut, o Jesu, lassen schreiben. 5. Der Herr behüte mich vor allem Ungelück; Besonders meine Seel er väterlich bewahre Bors Teufels List und Tück, Auf daß hinfüro mir kein Uebel widerfahre. 6. Herr, segne meinen Tritt, wo ich geh aus und ein, Und was ich red und thu, laß Alles wohlgelingen Und dir befohlen sein; So kann ich meinen Lauf hier seliglich vollbringen. Psalm 121. 518. daß in dir enn ich in Angst Augen heb empor Zu deinen Bergen, Herr, mit Seufzen und mit Flehen, So neigst du mir dein Ohr, Daß ich nicht darf be trübt von deinem Antlig gehen. 7. Und wenn ich aus der Welt Nach deinem Willen geh, sanft von hinnen scheide Und fröhlich aufersteh; Dann führe mich hinauf in deine Bonn und Freude. Apelles v. Löwenstern, geb. 1594, t. 1648. THE SHO 2. Mein Schutz und Hülfe kommt, o treuer Gott, von dir, Mel. Ach Herr, mich armen Sünder. Der du das und Erdreich haft gegründet. Kein 519. Ang ich's Ach Gott, dir Mensch kann helfen mir. Vor deinem Gnadenthron allein man Rettung findet. 3. Du schaffest, daß mein Fuß mir nicht entgleiten kann, Du leitest selber mich auf allen meinen Wegen Und zeigest mir die Bahn, Wenn mir die Welt, der Tod und Teufel Stricke legen. muß klagen: Mein Unglück ist zu groß. Ein ganzes Herz voll Plagen Schütt ich in deinen Schoß. Die Noth nur will nicht laffen Mich sonst verlaßne Seel. Dir ichs mit Wangen nafsen, Mit blassem Mund erzähl. 2. Zum Leiden bin geboren Ich, dein elendes Kind. Bei Kreuz- und Trostlieder. dir, den ich verloren, Jch Trost, o Bater, find. Wenn Menschenhülf aufhöret, So hebt die deine an; Wenn Alles mich verstöret, Dein Hand mich bauen fann. 3. Kann ich was Trost noch faffen? Die Angst zum Herzen bricht. Die Freunde mich verlassen Und achten meiner nicht. Kein Hülf seh ich auf Erden. Ich schaue himmelauf. Dorther mir Hülf soll werden, Die ich mit Thränen kauf. 4. Die Angst in meinem Herzen Legt mir die Zung in Band. Du fennest meine Schmerzen, Dem nichts ist unbekannt. Ich kann nur sehnlich sagen: Herr, zeig mir deine Huld! Soll ich denn länger klagen, Gieb Hoff nung und Geduld! 5. Der Glaub läßt nicht verderben; Ich hoff in meiner Noth. Drauf will ich fröhlich sterben. Mich löset auf der Tod Von allem Jammerwesen, Setzt mich in deine Händ. Gott, laß mich so genesen! Mein Elend wend und end!' 385 wird auch Wege finden, Da dein Fuß gehen kann. Maria Elisabeth, Markgräfin zu Brandenburg- Culmbach, geb. 1628, t. 1666. 2. Dem Herren mußt du trauen, Wenn dirs soll wohlergehn; Auf sein Werk mußt du schauen, Wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen Und mit selbsteigner Pein Läßt Gott ihm gar nichts nehmen; Es muß erbeten sein. 3. Dein ewge Treu und Gnade, O Bater, weiß und steht, Was gut sei, oder schade Dem sterblichen Geblüt; Und was du dann erlesen, Das treibst du, starker Held, Und bringst zu Stand und Wesen, Was deinem Rath gefällt. 4. Weg hast du allerwegen, An Mitteln fehlts dir nicht; Dein Thun ist lauter Segen, Dein Gang ist lauter Licht; Dein Werk fann Niemand hins dern, Dein Arbeit darf nicht ruhn, Wenn du, was deinen Kindern Ersprießlich ist, willst thun. 5. Und ob gleich alle Teufel Hie wollten widerstehn, So wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn. Was er ihm vorgenommen Und was er haben will, Das muß doch endlich komPsalm 37, 5. 520. Befiehl du dei- men zu seinem Zweck und Ziel. 6. ne Wege, Und Hoff, o du arme Seele, was dein Herze kränkt, Der Hoff und sei unverzagt! Gott allertreusten Pflege Deß, der wird dich aus der Höhle, Da den Himmel lenft. Der Wol- dich der Kummer plagt, Mit fen, Luft und Winden Giebt großen Gnaden rücken; Erwarte Wege, Lauf und Bahn, Der nur die Zeit, So wirst du schon M. R. Gesangbuch. 25 386 Kreuz- und Trostlieder. erblicken Die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf! Auf! Gieb deinem Schmerze Und Sorgen gute Nacht! Laß fahren, was dein Herze Betrübt und traurig macht! 12. Mach End, Herr, mach Ende An aller unsrer Noth! Stärk unsre Füß und Hände Und laß bis in den Tod Uns allzeit deiner Pflege Und Treu empfohlen sein, So gehen unsre Bist du doch nicht Regente, Der| Wege Gewiß zum Himmel ein. Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. Alles führen soll: Gott sitzt im Regimente Und führet Alles wohl. thun und Mel. Ermuntre dich, mein schwacher sc. bist Mensch; walten! Er iſt ein weiſer Fürst 521. min Und wird sich so verhalten, Daß du dich wundern wirst, Wenn er, wie ihm gebühret, Mit wunderbarem Rath Die Sach hinaus geführet, Die dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile Mit seinem Trost verziehn Und thun an seinem Theile, Als hätt in seinem Sinn Er deiner sich begeben, Als solltst du für und für In Angst und Nöthen schweben, Als fragt er nichts nach dir. 10. Wirds aber sich befinden, Daß du ihm treu verbleibst, So wird er dich entbinden, Da dus am mindsten gläubst. Er wird dein Herze lösen Von der so schweren Last, Die du zu keinem Bösen Bisher getragen hast. 11. Wohl dir, du Kind der Treue! Du hast und trägst davon Mit Ruhm und Dankgeschreie Den Sieg, die Ehrenkron. Gott giebt dir selbst die Palmen In deine rechte Hand, Und du singst Freudenpsalmen Dem, der dein Leid gewandt. das weißt du wohl. Was strebst du denn nach Dingen, Die Gott der Höchst alleine soll Und kann zuwege bringen? Du fährst mit deinem Wiß und Sinn Durch so viel tausend Sorgen hin Und denkst: Wie wills auf Erden Doch endlich mit mir werden? 2. Es ist umsonst! Du wirst fürwahr Mit allem deinem Dichten Auch nicht ein einges fleis nes Haar In aller Welt ausrichten; Und dient dein Gram sonst nirgends zu, Als daß du dich aus deiner Ruh In Angst und Schmerzen stürzest Und selbst das Leben fürzest. 3. Wie oft bist du in große Noth Durch eignen Willen kommen, Da dein verblendter Sinn den Tod Fürs Leben angenommen! Und hätte Gott dein Werk und That Ergehen lassen nach dem Rath, In dem dus angefangen, Du wärst zu Grunde gangen. 4. Und dennoch soll dein Angesicht Dein ganzes Leben füh Kreuz- und Trostlieder. 387 ren? Du traust und glaubest terherz ist gegen dir Und uns weiter nicht, als was die Au- hier allzusammen Boll allzusügen spüren? Was du beginnst, ßer Flammen. da soll allein Dein Kopf dein Licht und Meister sein? Was 9. Thu als ein Kind und les ge dich In deines Vaters Arme; der nicht auserkoren, Das hältst| Bitt ihn und slehe, bis er sich du als verloren? Dein, wie er pflegt, erbarme: So wird er dich durch seinen Geist Auf Wegen, die du jetzt nicht weißt, Nach wohlgehaltnem Ringen Aus allen Sorgen bringen. Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. JEDER 5. Willst du was thun, was Gott gefällt Und dir zum Heil gedeihet, So wirf dein Sorgen auf den Held, Den Erd und Himmel scheuet, Und gieb dein Leben, Thun und Stand Nur fröhlich hin in Gottes Hand, So wird er deinen Sachen Ein fröhlich Ende machen. 6. Ach, wie so oftmals schweigt er still Und thut doch, was uns nüget, Da unterdessen unser Will Und Herz in Ängsten fizet, Sucht hier und da und findet nichts, Will sehn und mangelt doch des Lichts, Will aus der Angst sich winden Und kann den Weg nicht finden. 7. Gott aber geht gerade fort Auf seinen weisen Wegen; Er geht und bringt uns an den Port, Da Sturm und Wind fich legen. Hernachmals, wenn das Werk geschehn, Da kann der Mensch alsdann erst sehn, Was der, so ihn regieret, In seinem Rath geführet. 8. Drum, liebes Herz, sei wohlgemuth Und laß von Sorg und Grämen! Gott hat ein Herz, das nimmer ruht, Dein Bestes vorzunehmen. Er fanns nicht lassen, glaube mir; Sein Ba522. Schwing dich auf zu Gott, Du betrübte Seele! Warum liegst du, Gott zum Spott, In der Schwermuths- Höhle? Merfst du nicht des Satans List? Er will durch sein Kämpfen Deinen Trost, den Jesus Christ Dir erworben, dämpfen. 2. Schüttle deinen Kopf, und sprich: Fleuch, du alte Schlange! Was erneust du deinen Stich, Machst mir angst und bange? Ist dir doch der Kopf zerknickt, Und ich bin durchs Leiden Meines Heilands dir entrückt In den Saal der Freuden. 3. Wirfst du mir mein Sündgen für? Wo hat Gott befohlen, Daß mein Urtheil über mir Ich bei dir soll holen? Wer hat dir die Macht geschenkt, Andre zu verdammen, Der du selbst doch liegst versenkt In der Höllen Flammen? 25* 388 Kreuz- und Trostlieder. 4. Hab ich was nicht recht| 9. Es ist herzlich gut gemeint gethan, Jst mirs leid von Her- Mit der Christen Plagen. Wer zen; Dahingegen nehm ich an hier zeitlich wohl geweint, Darf Christi Blut und Schmerzen. nicht ewig klagen; Sondern hat Denn das ist das Lösegeld Mei- vollkommne Lust Dort in Christi ner Missethaten; Wenn mein Garten, Wo ihm anders nichts Glaub dies Gott vorhält, Ist bewußt, Endlich zu erwarten. mir wohl gerathen. 10. Gottes Kinder säen zwar Traurig und mit Thränen; Aber endlich bringt das Jahr, Wonach sie sich sehnen. Denn es kommt die Erntezeit, Da sie Garben machen: Da wird all ihr Gram und Leid Lauter Freud und Lachen. 5. Christi Unschuld ist mein Ruhm, Sein Recht meine Krone, Sein Verdienst mein Eigen thum, Darin ich frei wohne, Als in einem festen Schloß, Das fein Feind kann fällen, Brächt er gleich davor Geschoß Und Gewalt der Höllen. 11. Ei, so faß, o Christenherz, Alle deine Schmerzen! Wirf sie fröhlich hinterwärts, Laß des Trostes Kerzen Dich entzünden mehr und mehr! Gieb dem großen Namen Deines Gottes Preis und Ehr. Er wird helfen! Amen! Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. 6. Stürme, Teufel, und du, Tod! Was könnt ihr mir schaden? Deckt mich doch in meiner Noth Gott mit seiner Gnaden; Der Gott, der mir seinen Sohn Selbst verehrt aus Liebe, Daß der ewge Spott und Hohn Mich nicht dort betrübe. 7. Ich bin Gottes, Gott ist mein! Wer der uns Dringt das liebe Kreuz herein 523. Gieb ich zufrie Mit dem bittern Leide: Laß es dringen; kommt es doch Von geliebten Händen! Schnell zer bricht des Kreuzes Joch, Wenn es Gott will wenden. 8. Kinder, die der Vater soll Ziehn zu allem Guten, Die gedeihen selten wohl Ohne Zucht und Ruthen. Bin ich denn nun Gottes Kind: Warum will ich fliehen, Wenn er mich von meiner Sünd Auf was Guts will ziehen. stille In dem Gotte deines Lebens. In ihm ruht aller Freuden Fülle; Ohn ihn mühst du dich vergebens. Er ist dein Quell und deine Sonne, Scheint täglich hell zu deiner Wonne. Gieb dich zufrieden. 2. Er ist voll Lichtes, Trost und Gnaden, Ungefärbten, treuen Herzens; Wo er steht, thut dir feinen Schaden Auch die Pein des größten Schmerzens. Kreuz, Angst und Noth kann er bald Kreuz- und Trostlieder. 389 wenden, Ja, auch den Tod hat| Unterhalt bescheren. Er hat ein er in Händen. Gieb dich zufrieden. final Hand voll aller Gaben, Da See und Land sich muß von laben. Gieb dich zufrieden. 3. Wie dirs und Andern oft ergehe, Ist ihm wahrlich nicht 8. Der allen Vögeln in den verborgen. Er sieht und kennet aus der Höhe Der betrübten Herzen Sorgen. Er zählt den Lauf von heißen Thränen Und faßt zu Hauf all unser Sehnen. Gieb dich zufrieden. Wäldern Ihr bescheidnes Körnlein weiset, Der Schaf und Rinder auf den Feldern Alle Tage tränft und speiset, Der wird ja auch dich Eingen füllen Und dein Begehr und Nothdurft stillen. Gieb dich zufrieden. 9. Sprich nicht: Ich sehe feine Mittel; Wo ich such, ist nichts zum Besten. Denn das ist Gottes Ehrentitel: Helfen, wenn die Noth am größten. Wenn ich und du ihn nicht mehr spüren, So schickt er zu, uns wohl zu führen. Gieb dich zufrieden. 10. Bleibt gleich die Hülf in etwas lange, Wird sie dennoch endlich kommen. Macht dir das Harren angst und bange, Glaube mir, es ist dein Frommen. Was langsam schleicht, faßt man gewisser, Und was verzeucht, ist desto süßer. Gieb dich zufrieden. 4. Wenn gar fein Einger mehr auf Erden, Dessen Treue du darfst trauen, Alsdann will er dein Tröster werden und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heimlichs Grämen; Auch weiß er Zeit, dirs zu benehmen. Gieb dich zufrieden. 5. Er hört die Seufzer deiner Seelen und des Herzens stilles Klagen, Und was du keinem darfst erzählen, Magst du Gott gar kühnlich sagen. Er ist nicht fern, steht in der Mitten, Hört bald und gern der Armen Bitten. Gieb dich zufrieden. 6. Laß dich dein Elend nicht bezwingen; Halt an Gott, so wirst du siegen. Ob alle Fluthen einhergingen, Dennoch mußt du oben liegen; Denn wenn du wirst zu hoch beschweret, Hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret. Gieb dich zufrieden. 7. Was sorgst du für dein armes Leben, Wie dus halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, Wird auch 11. Nimm nicht zu Herzen, was die Rotten Deiner Feinde von dir dichten. Laß sie nur immer weidlich spotten; Gott wirds hören und recht richten. Jst Gott dein Freund und dei ner Sachen, Was kann dein Feind, der Mensch, groß machen? Gieb dich zufrieden. 12. Hat er doch auch wohl selbst das Seine, Wenn ers se 390 Kreuz- und hen könnt und wollte. Wo ist ein Glück so klar und reine, Dem nicht etwas fehlen sollte? Wo ist ein Haus, das könnte fagen: Ich weiß durchaus von teinen Plagen? Gieb dich zu frieden. 13. Es kann und mag nicht anders werden: Alle Menschen müssen leiden. Was webt und lebet auf der Erden, kann das Unglück nicht vermeiden. Des Kreuzes Stab schlägt unsre Lenden Bis in das Grab; da wird fichs enden. Gieb dich zufrieden. Trostlieder. Hast du Gott, so hats nicht Noth. 2. Du, noch sonst ein Mens schenkind, Hast ein Recht in dies ser Welt. Alle, die geschaffen sind, Sind nur Gäft im fremden Zelt. Gott ist Herr in seinem Haus; Wie er will, so theilt er aus. 3. Bist du doch darum nicht hier, Daß du Erde haben sollt. Schau den Himmel über dir! Da, da ist dein edles Gold; Da ist Ehre, da ist Freud, Freud ohn Ende, Ehr ohn Neid! 4. Der ist albern, der sich fränkt Um ein Handvoll Eitelkeit, Wenn ihm Gott dagegen schenkt Schäße der Beständigfeit. Bleibt der Centner dein Gewinn, Fahr der Heller immer hin. 14. Es ist ein Ruhetag vorhanden, Da uns unser Gott wird lösen. Er wird uns reißen aus den Banden Dieses Leibs von allem Bösen. Es wird ein mal der Tod herspringen Und aus der Qual uns sämmtlich bringen. Gieb dich zufrieden. 5. Schaue alle Güter an, Die dein Herz für Güter hält! Keines mit dir gehen kann, Wenn du gehest aus der Welt; Alles bleibet hinter dir, Wenn du 15. Er wird uns bringen zu den Schaaren Der Erwählten und Getreuen, Die hier mit Frieden heimgefahren Sich auch nun in Frieden freuen, Da sie trittst ins Grabes Thür. den Grund, der nicht fann bre- 6. Aber was die Seele nährt, chen, Den ewgen Mund selbst hören sprechen: Gieb dich zu frieden. Paul Gerhardt, geb. 1606, ft. 1676. 524. Nicht so traurig, nicht so sehr, Meine Seele, sei betrübt, Daß dir Gott Glück, Gut und Ehr Nicht so viel, wie Andern giebt! Nimm vorlieb mit deinem Gott. Gottes Huld und Christi Blut, Wird von keiner Zeit verzehrt, Ist und bleibet allzeit gut. Erdengut zerfällt und bricht, Seelengut das schwindet nicht. 7. Wüßte, der im Himmel lebt, Daß dir wäre nüß und gut, Wornach so begierig strebt Dein verblendtes Fleisch und Blut, Würde seine Frömmigkeit Dich nicht lassen unerfreut. Kreuz- und Trostlieder. 391 8. Gott ist deiner Liebe voll| Sohn deß, der den Thron Des Und von ganzem Herzen treu. Himmels aufgezogen. Wenn du wünschest, prüft er wohl, Wie dein Wunsch beschaffen sei. Ist dirs gut, ſo geht ers ein; Ists dein Schade, spricht er Nein. Ob er gleich schlägt und Kreuz auflegt, Bleibt doch sein Herz gewogen. 2. Das kann mir fehlen nimmermehr: Mein Vater muß mich lieben. Wenn er mich auch gleich wirft ins Meer, So will er mich nur üben und mein Gemüth in seiner Güt Gewöhnen fest zu stehen. Halt ich dann Stand, weiß seine Hand Mich wieder zu erhöhen. 9. Unterdessen trägt sein Geist Dir in deines Herzens Haus Manna, das die Engel speist, Ziert und schmückt es herrlich aus; Ja, er wählet, dir zum Heil, Dich zu seinem Gut und Theil. 10. Ei, so richte dich empor, Du betrübtes Angesicht! Laß das Seufzen, nimm hervor Deines Glaubens Freudenlicht! Das behalt, wenn dich die Nacht Deines Kummers traurig macht. 11. Seze, als ein Himmelssohn, Deinem Willen Maß und Ziel. Rühre stets vor Gottes Thron Deines Dankens Saitenspiel, Weil dir schon gegeben ist Mehres, als du würdig bist. 12. Führe deines Lebens Lauf Allzeit Gottes eingedenk. Wie es kommt, nimm Alles auf, Als ein wohlbedacht Geschenk. Geht dirs widrig, laß es gehn! Gott und Himmel bleibt dir stehn! Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. 3. Woher sollt ich den Aufenthalt Auf dieser Erd erlangen? Jch wäre längstens todt und kalt, Wo mich nicht Gott umfangen Mit seinem Arm, der Alles warm, Gesund und fröhlich machet. Was er nicht hält, das bricht und fällt; Was er erfreut, das lachet. 4. Zudem ist Weisheit und Verstand Bei ihm ohn alle MaBen; Zeit, Ort und Stund ist ihm bekannt Zu Thun und auch zu Lassen. Er weiß, wann Freud, er weiß, wann Leid Uns, seinen Kindern, diene; Und was er thut, ist Alles gut, Obs noch so traurig schiene. 5. Das Feld kann ohne Ungestüm Gar feine Früchte tras gen: So fällt auch Menschenwohlfahrt um Bei lauter guten Tagen. Die Aloe bringt bittres Weh, Macht gleichwohl rothe Wangen; So muß ein Herz durch Angst und Schmerz Zu Mel. Was mein Gott will, gescheh zc. 525. Jh hab in Gottes Herz und Sinn Mein Herz und Sinn ergeben. Was böse scheint, it mir Gewinn; Der Tod selbst ist mein Leben. Ich bin ein seinem Heil gelangen. 392 Kreuz- und Trostlieder. 6. Ei nun, mein Gott, fo| hen, Wenn ich werd Von der fall ich dir Getrost in deine Erd Als ein Schatten fliehen. Hände. Nimm mich und mach 3. Gut und Blut, Leib, Seel du es mit mir Bis an mein letz- und Leben Ist nicht mein; Gott tes Ende, Wie du wohl weißt, allein Ist es, ders gegeben. Will daß meinem Geist Dadurch sein ers wieder zu sich kehren, Nehm Nuß entstehe, Und deine Ehr| ers hin; Ich will ihn Dennoch je mehr und mehr Sich in ihr selbst erhöhe. fröhlich ehren. 7. Willst du mir geben Son nenschein, So nehm ichs an mit Freuden; Solls aber Kreuz und Unglück sein, Will ichs geduldig leiden. Soll mir allhier des Lebens Thür Noch ferner offen stehen: Wie du mich führst und führen wirst, So will ich gern mitgehen. 8. Soll ich denn auch des Todes Weg Und finstre StraBe reisen: Wohlan, so tret ich Bahn und Steg, Den mir dein Augen weisen. Du bist mein Hirt, der Alles wird Zu sol chem Ende kehren, Daß ich einmal in deinem Saal Dich ewig möge ehren. Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, Dringt herein Angst und Pein, Sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden. Er weiß wohl, Wie er soll All mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen Oft ergögt, Sollt ich jetzt auch nicht etwas tragen? Fromm ist Gott und schärft mit Maßen Sein Gericht, Kann mich nicht Ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten Können mir nichts mehr hier Thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß sie lachen! Gott, mein Heil, Wird in Eil Sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen Soll ein Christ, Wo er ist, Stets sich lassen schauen. Wollt ihn 526. der Soll der Muth Dennoch gut und fein stille bleiben. arum sollt ich men? Hab ich doch Christum noch: Wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, Den mir schon Gottes Sohn Beigelegt im Glauben? 2. Nackend lag ich auf dem Boden, Da ich fam, Da ich nahm Meinen ersten Odem. Nackend werd ich auch hinzie- melsfreuden. 8. Kann uns doch kein Tod nicht tödten; Sondern reißt Unsern Geist Aus viel tausend Nöthen, Schleußt das Thor der bittern Leiden Und macht Bahn, Da man kann Gehn zur Him Kreuz- und 9. Allda will in süßen Schäzzen Ich mein Herz Auf den Schmerz Ewiglich ergötzen. Hier ist fein recht Gut zu finden; Was die Welt In sich hält, Muß im Hui verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Eine Hand Voller Sand, Kummer der Gemüther. Dort, dort sind die edlen Gaben, Da mein Hirt, Christus, wird Mich ohn Ende laben. Trostlieder. 393 3. Aber Gottes Güte währet Immer und in Ewigkeit. Vieh und Menschen er ernähret Durch erwünschte Jahreszeit. Alles hat Seine Gnad Dargereichet früh und spat. 4. Giebet er nicht Alles reichlich Und mit großem Ueberfluß? Seine Lieb ist unvergleichlich, Wie ein starker Wasserguß. Luft und Erd Uns ernährt, Wenn es Gottes Gunst begehrt. 5. Danket nun dem großen Schöpfer Durch den wahren Menschensohn, Der uns wie ein freier Töpfer Hat gemacht aus Erd und Thon. Groß von Rath, Stark von That Ist, der uns erhalten hat. Joach. Neander, geb. 1610, st. 1680. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, Du bist mein, Ich bin dein, Niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben Und dein Blut Mir zu gut In den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse Und dich nicht, S mein Licht, Aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hin- Mel. Werde munter, mein Gemüthe. gelangen, Da du mich Und ich 528. 3ion, giet dich Paul Gerhardt, geb. 1606, st. 1676. 2. Sagt mir, wer fann doch vertrauen Auf ein schwaches Menschenfind? Wer kann feste Schlösser bauen In die Luft und in den Wind? Es vergeht, Nichts besteht, Was ihr auf der Erden seht. Gott ist noch bei dir darin. Du bist nicht von ihm geschie527. Meine Hoffnung den; Er hat einen Baterfinn. stehet feste Auf den lebendigen Gott. Er ist mir der Allerbeste, Der mir beisteht in der Noth. Er allein Soll es sein, Den ich nur von Herzen mein. Wenn er straft, so liebt er auch; Dies ist Gottes steter Brauch. Zion, lerne dies bedenken. Warum willst du dich so fränken? 2. Treiben dich die Meereswellen In der wilden, tiefen See, Wollen sie dich gar zerschellen, Daß du rufest Ach und Weh; Schweigt dein Heiland still dazu, Gleich als schlafend in der Rub: Zion, laß dich nicht bewegen; Bald wird Sturm und Fluth sich legen. Kreuz- und Trostlieder. 394 3. Berg und Felsen mögen weichen, Ob sie noch so feste stehn, Ja, die ganze Welt desgleichen möchte gar auch unter gehn: Dennoch hat es keine Roth In dem Leben und im Tod. Zion, du mußt ja nicht wanken. Aus den vorgeschriebnen Schranken. Denn die schöne Gnadensonne, Jesus Christus, naht zu dir, Giebt dir einen Freudengruß Und den rechten Friedensfuß. Zion, wo ist nun dein Klagen? Jetzt kannst du von Freuden sagen. 8. Freuet euch, ihr Himmelserben, Freuet euch mit Zion hier! Die vor Jammer wollten sterben, Sollen leben für und für. Dort ist nicht mehr Angst und Qual In dem schönen Himmelssaal. Zion, wer will dich nun scheiden Von dem Lamm und ewgen Freuden? Joachim Pauli, 1663. 4. Müssen schon allhier die Thränen Oft dein Trank und Speise sein; Stimmt dein Seuf zen und dein Stöhnen Auch mit deinen Liedern ein; Kränkt der Neid dir Herz und Muth, Kommst du hier um Hab und Gut: Zion, laß dir doch nicht grauen; Du sollst Gottes Hülfe schauen. 5. Droht man dir mit Schmach 529. Wer nur den lie ben Gott läßt walten Und hoffet auf ihn allezeit, Den wird er wunderlich erhalten In allem Kreuz und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, Der hat auf feinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft 6. Freue dich! Es kommt das es, daß wir alle Morgen BefeufEnde Und der Abend schon her- zen unser Ungemach? Wir mabei. Gieb dich nur in Gottes Hände; Der macht dich von Allem frei. Für die Trübsal, Spott und Hohn Giebt er dir die Freudenkron. Zion, Gott, dein Schutz wird wachen Und die Welt zu Schanden machen. 67. Hallelujah! Deine Wonne Bricht anjeßt mit Macht herfür; chen unser Kreuz und Leid Nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille Und sei doch in sich selbst vergnügt, Wie unsers Gottes Gnadenwille, Wie sein Allwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, Der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt. und Banden, Mit viel Qual und Herzeleid: Dennoch wirst du nicht zu Schanden; Denk nur an die Ewigkeit. Sei ge trost und wohlgemuth; Denn der Herr ists, der es thut. Zion, auf Gott mußt du merken; Der wird dich in Schwachheit stärfen. Kreuz- und Troftlieder. 395 4. Er kennt die rechten Freu-| sus ungeschieden, So bin ich denstunden, Er weiß wohl, wann zufrieden.d es nüßlich sei. Wenn er uns nur hat treu erfunden Und merfet feine Heuchelei, So kommt Gott, eh wirs uns versehn, Und lässet uns viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drangs falshize, Daß du von Gott vers lassen seist, Und daß der Gott im Schoße size, Der sich mit ftetem Glücke speist. Die Folgezeit verändert viel Und sehet Jeglichem sein Ziel. 6. Es find ja Gott sehr schlechte*) Sachen und ist dem Höchsten Alles gleich, Den Reichen klein und arm zu machen, Den Armen aber groß und reich. Gott ist der rechte Wundermann, Der bald erhöhn, bald stürzen kann. *) geringe, leichte 2. Meine Seele hanget An dir und verlanget, Gott, bei dir zu sein Aller Ort und Zei ten, Und mag keinen leiden, Der ihr redet ein. Von der Welt, Ehr, Lust und Geld, Wornach sind so Viel befliffen, Mag sie gar nichts wissen. 3. Nein, ach nein! nur Einer, Sagt sie, und sonst keiner Wird von mir geliebt. Jefus, der Getreue, In dem ich mich freue, Sich mir ganz ergiebt. Er allein, er soll es sein, Dem ich wieder mich ergebe Und ihm einzig lebe. 4. Gottes Güt erwäge Und dich gläubig lege Sanft in seinen Schoß. Lerne ihm vertrauen, So wirst du bald schauen, Wie die Ruh so groß, Die da fleußt aus stillem Geist. Wer sich weiß in Gott zu schicken, Den kann er erquicken. 5. Meine Seele barret Und sich ganz verscharret Tief in Je su Brust. Sie wird stark durch Hoffen; Was sie je betroffen, Träget sie mit Luft; Faffet fich ganz männiglich Durch Geduld und Glauben feste. Am End 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, Verricht das Deine nur getreu Und trau des Himmels reichem Segen, So wird er bei dir werden neu. Denn welcher seine Zuversicht Auf Gott setzt, den verläßt er nicht. Georg Neumark, geb. 1621, st. 1681. Mel. Jesu, meine Freude. 530. M stille zu Gott, 6. Amen! es geschiehet. Wer deffen Wille Mir zu helfen steht. zu Jesu fliehet, Wird es recht Mein Herz ist vergnüget Mit erfahru, Wie Gott seinen Kin dem, wies Gott füget, Nimmt dern Pflegt das Kreuz zu mins an, wie es geht. Geht es nur dern Und das Glück zu sparn zum Himmel zu Und bleibt Je- Bis zu End; alsdann sich wendt eine Seel ist kömmt das Beste. 396 Kreuz- und Trostlieder. Das zuerst gekoste Leiden, Und| lems Mauern wohnen, Zeigen gehn an die Freuden. ihre Dornenkronen. Joh. Casp. Schabe, geb. 1666, st. 1698. termine Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 5. Es sind wahrlich alle Frommen, Die des Himmels Klarheit sehn, Aus viel Trübsal her531. Meine Sorgen, gekommen. Darum fiehet man Angst und Plagen Laufen mit der Zeit zu End. Alles Seufzen, alles Klagen, Das der Herr alleine fennt, Wird, Gott Lob! nicht ewig sein. Nach dem Regen wird ein Schein Von viel tausend Sonnenblicken Meinen matten Geist erquicken. sie stehn Vor des Lammes Stuhl und Thron Prangend in der Eh renfron Und mit Palmen ausge zieret, Weil sie glücklich triumphiret. 6. Gottes Ordnung stehet fe ste Und bleibt ewig unverrückt: Seine Freund und Hochzeitsgä ste Werden nach dem Streit bes 2. Meine Saat, die ich gesäet, glückt; Jsrael erhält den Sieg Wird zur Freude wachsen aus. Nach geführtem Kampf und Wenn die Dornen abgemähet, Krieg; Canaan wird erst ge So trägt man die Frucht nach funden, Nachdem Alles überHaus. Wenn ein Wetter ist vor bei, Wird der Himmel wieder frei. Nach dem Kämpfen, nach dem Streiten Kommen die Erquickungszeiten. wunden. 3. Wenn man Rosen will abbrechen, Muß man leiden in der Still, Daß uns auch die Dornen stechen. Es geht Alles, wie Gott will; Er hat uns ein Ziel gezeigt, Das man nur im Kampf erreicht. Will man hier das Kleinod finden, So muß man erst überwinden. 4. Unser Weg geht nach den Sternen, Der mit Kreuzen ist besetzt. Hier muß man sich nicht entfernen, Ob er gleich mit Blut benetzt. Zu dem Schloß der Ewigkeit Kommt kein Mensch hin ohne Streit. Die in Sa 7. Darum trage deine Ket ten, Meine Seel, und dulde dich. Gott wird dich gewiß erretten. Das Gewitter leget sich. Nach dem Blizz und Donnerschlag Folgt ein angenehmer Tag. Auf den Abend folgt der Morgen, Und die Freude nach den Sorgen. 1700. 532. S ollt es gleich bisweilen scheinen, Als verließe Gott die Seinen, Ei, so glaub und weiß ich dies: Gott hilft endlich doch gewiß. 2. Hülfe, die er aufgeschos ben, Hat er drum nicht aufgehoben. Hilft er nicht zu jeder Frist, Hilft er doch, wenns nöthig ist. Kreuz- und Trostlieder. 3. Gleich wie Väter nicht bald geben, Wonach ihre Kinder streben, So hält Gott auch Maß und Ziel; Er giebt, wie und wann er will. 4. Seiner kann ich mich getrösten, Wenn die Noth am allergrößten; Er ist gegen mich, sein Kind, Mehr als väterlich gesinnt. 5. Trotz dem Teufel! Trotz dem Drachen! Ich kann ihre Macht verlachen. Troß dem schweren Kreuzesjoch! Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Troß des bittern Todes Zähnen! Trotz der Welt und allen denen, Die mir sind ohn Ursach feind! Gott im Himmel ist mein Freund. 7. Laß die Welt nur immer neiden! Will sie mich nicht länger leiden, Ei, so frag ich nichts danach. Gott ist Richter meiner Sach. 8. Will sie mich gleich von sich treiben, Muß mir doch der Himmel bleiben. Wenn ich nur den Himmel frieg, Hab ich Alles zur Genüg. 9. Welt, ich will dich gerne lassen; Was du liebest, will ich haffen. Deine Güter bringen Noth; Laffe mir nur meinen Gott! 10. Ach, Herr, wenn ich dich nur habe, Sag ich allem AnDern abe. Legt man mich gleich in das Grab, Gnug, Herr, venn ich dich nur hab. Christoph Titius, g. 1613, t. 1704. 397 as Gott thut, 533. 533. W das ist wohl gethan. Es bleibt gerecht sein Wille. Wie er fängt meine Sachen au, Will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, Der in der Noth Mich wohl weiß zu erhalten; Drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Er wird mich nicht betrügen. Er führet mich auf rechter Bahn: So laß ich mich begnügen An seiner Huld Und hab Geduld. Er wird mein Unglück wenden; Es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Er wird mich wohl bedenken; Er, als mein Arzt und Wundermann, Wird mir nicht Gift einschenken Für Arzenei. Gott ist getreu; Drum will ich auf ihn bauen Und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Er ist mein Licht und Leben, Der mir nichts Böses gönnen kann. Ich will mich ihm ergeben In Freud und Leid. Es kommt die Zeit, Da öffentlich erscheinet, Wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Muß ich den Kelch gleich schmecken, Der bitter ift nach meinem Wahn, Laß ich mich doch nicht schrecken, Weil doch zuletzt Ich werd ergötzt Mit süßem Trost im Herzen; Da weichen alle Schmerzen. 398 Kreuz- und 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Dabei will ich verbleiben. Es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Glend treiben, So wird Gott mich Ganz väterlich In seinen Armen halten; Drum laß ich ihn nur walten. Sam. Rodigast, g. 1649, st. 1708. 6. Die Kreuzespein wird ja nicht ewig sein. Es ist ein Kelch, der seinen Boden zeiget; Man sieht den Grund, wenn 534. N Alles laf ur frisch hinein! dir einen Trank des Lebens sein Die Kreuzespein. 7. Die größte Noth zerbricht doch einst der Tod. Hindurch hindurch! und folge deinem Füh rer. Dein Jesus ist der Erdund Meer- Regierer; Der schrei tet durch und tritt für dich in Koth Die größte Noth. 8. Er ist dein Hirt, der did nicht lassen wird; Er wird sein Schaf auf seinen Achseln tra gen. Es wartet schon auf dic der Engel Wagen Zum sichern Schutz. Und ob du dich ver irrt: Er ist dein Hirt. tief nicht sein. Das rothe Meer wird dir schon Platz vergönnen. Was wimmerst du? Sollt der nicht helfen können, Der nach dem Blig giebt heitern Son nenschein? Nur frisch hinein! 2. Der Herr der Welt hat einen Weg bestellt, Den Niemand weiß. Eh sein Volk sollte finken, Muß selbst das Meer auf seines Schöpfers Winken Wie Mauern sein. Er dämmt das Fluthenfeld, Der Herr der Welt. Trostlieder. 5. Der Kampf hört auf, wenn hier dein Pilgerlauf Das Ziel erreicht. Was einmal angefangen, Das nimmt ein End. Der Herr ist vorgegangen: Du folge nach und tritt nur tapfer drauf. Es höret auf. 3. Die Tapferkeit ist jeder zeit bereit, Durch Kreuz und Schmach und durch die krausen Wellen Zu dringen durch; kein Sturmwind kann sie fällen. Sie hält uns fest in steter Sicherheit, Die Tapferkeit. 4. Ein Kriegesmann muß tapfer halten an. Es steht nicht wohl, wenn Krieger wollen stehen, Weil sie das End des Krieges nicht ersehen. Ein Christ ist auch, der tapfer kämpfen kann, Ein Kriegesmann. 9. Auf, blöder Sinn! Wir allen Kummer hin Und schick dich, die Tiefe durchzuwater Kommt schon ein Sturm: dei Jesus wird dir rathen Und he fen aus. Der Tod ist dein G winn. Auf, blöder Sinn! 10. Der Christenstand ist hie also bewandt: Es muß ei Kreuz das andre Kreuz verje gen. So ging es dem, der un fer Kreuz getragen Am Kre Kreuz- und Trostlieder. 399 zesstamm. Es ist kein Kinder-| sten Band entzwei; Was sich Tand, Der Christenstand! entgegenseßt, muß sinken hin; Ein Wort bricht oft den allers härtsten Sinn: Dann geht dein Fuß auch durch Umwege frei. 11. Wer wandern soll, muß oftmals trauernsvoll Durch Berg und Thal und tiefe Gründe drin gen. So muß ein Christ auch nach dem Himmel ringen Und leiden viel. Der geht oft mühevoll, Wer wandern soll. 12. Ach, mein Herr Christ, wenn du nur bei mir bist, So will ich auch mein Leben wil lig enden. Zu dir, mein Gott, will ich mich gänzlich wenden Und tragen, was mir auferleget ist. Ach, mein Herr Christ! 3. Was unsre Klugheit will zusammenfügen, Theilt dein Verstand in Ost und Westen aus. Was Mancher unter Joch und Last will biegen, Setzt deine Hand frei an der Sterne Haus. Die Welt zerreißt, und du verknüpfst in Kraft; Sie bricht, du baust; sie baut, reißest ein; Ihr Glanz muß dir ein dunkler Schatten sein. Dein Geist bei Todten Kraft und Leben schafft. du Mich. Kongehl, g. 1646, st. 1710. 4. Will die Vernunft was fromm und selig preisen, So 535. So führst du haft dus ſchon aus deinem Buch doch recht selig, Herr, die Deinen; Ja, selig und doch meistens wunderlich! Wie könntest du es böse mit uns meinen, Da deine Treu nicht kann verleugnen sich? Die Wege sind oft frumm und doch gerad, Darauf du läßt die Kinder zu dir gehn. Da pflegt es wunderseltsam auszusehn; Doch triumphirt zuletzt dein hoher Rath. gethan. Wem aber Niemand will dies Zeugniß weisen, Den führst du in der Still selbst himmelan. Den Tisch der Pharisäer läßt du stehn Und speisest mit den Sündern, sprichst sie frei. Wer weiß, was öfters deine Absicht sei? Wer kann der tief sten Weisheit Abgrund sehn? 5. Was Alles ist, gilt nichts in deinen Augen; Was nichts ist, hast du, großer Herr, recht 2. Dein Geist hängt nie an lieb. Der Worte Pracht und menschlichen Gesetzen, So die Ruhm mag dir nicht taugen; Vernunft und gute Meinung Du giebst die Kraft und Nachstellt. Den Zweifelsfnoten kann druck durch den Trieb. Die bes dein Schwert verletzen und lösten Werke bringen dir kein Lob; sen auf, nach dem es dir ge- Sie sind versteckt; der Blinde fällt. Du reißest wohl die stärk- geht vorbei; Wer Augen hat, Mel. Der Herr, mein Licht, ist und regiert mein Leben. - - - — 400 Kreuz- und Trostlieder. 6. O Herrscher, sei von uns gebenedeiet, Der du uns tödtest und lebendig machst. Wenn uns dein Geist der Weisheit Schatz verleihet, So sehn wir erst, wie wohl du für uns wachst. Die Weisheit spielt bei uns; wir spielen mit. Bei uns zu wohnen ist dir lauter Lust; Die reget sich in deiner Baterbrust Und gängelt uns mit zartem Kinderschritt. fieht sie doch nicht so frei. Die 9. Also gehst du nicht die ge Sachen sind zu flar, der Sinn meinen Wege; Dein Fuß wird zu grob. hind ſelten öffentlich gesehn, Damit du sehst, was sich im Herzen rege, Wenn du in Dunkelheit mit uns willst gehn. Das Widerspiel legst du vor Augen dar Von dem, was du in deinem Sinne hast. Wer meint, er hab den Vorsatz recht gefaßt, Der wird am End ein Andres oft gewahr. 10 con fallita Tha 7. Bald scheinst du etwas hart uns anzugreifen, Bald fährest du mit uns ganz säuberlich. Geschichts, daß unser Sinn sucht auszuschweifen, So weist die Zucht uns wieder hin auf dich. Da gehn wir denn mit blöden Augen hin; Du küssest uns; wir sagen Beßrung zu: Drauf schenkt dein Geist dem Herzen wieder Ruh Und hält im Baum den ausgeschweiften Sinn. 8. Du fennst, o Vater, wohl das schwache Wesen, Die Ohnmacht und der Sinnen Unverstand; Man kann uns fast an unsrer Stirn ablesen, Wie es um schwache Kinder sei bewandt. Drum greifst du zu und hältst und trägest sie, Brauchst Vaterrecht und zeigest Muttertreu. Wo Niemand meint, daß etwas deine sei, Da hegst du selbst dein Schäflein je und je. 10. Auge, das nicht Trug, noch Heucheln leidet, Gieb mir des scharfen Blickes Sicherheit, Der die Natur von Gnade unterscheidet, Das eigne Licht von deiner Heiterkeit. Laß doch mein Herz dich niemals meistern nicht; Brich ganz entzwei den Willen, der sich liebt; Erweck die Lust, die sich nur dir ergiebt Und tadelt nie dein heimliches Gericht. 11. Will etwa die Vernunft dir widersprechen Und schüttelt ihren Kopf zu deinem Weg, So wollst du die Befestgung nie derbrechen, Daß ihre Höh sich nur bei Zeiten leg, Kein fremdes Feuer sich in mir entzünd, Das ich vor dich in Thorheit bringen möcht, Und dir wohl gar so zu gefallen dächt. Ach, selig, wer dein Licht ergreift und findt! 12. So zieh mich denn hinein in deinen Willen Und trag und heb und führ dein armes Kind! Dein innres Zeugniß soll Kreuz- und Troftlieder. 401 Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr- Gott noch! den Zweifel stillen, Dein Geist| Wo den Frommen Weh geschiedie Furcht und Lüste überwind. het. Du bist mein Alles; denn dein Sohn ist mein. Dein Geist reg sich ganz kräftiglich in mir. Ich brenne nun nach dir in Liebsbegier. Wie oft erquickt mich deiner Klarheit Schein! 3. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Der den Erdenkreis verhüllet Mit den Wolfen weit und breit, Der die ganze Welt erfüllet, st von uns nicht fern und weit. Wer Gott liebt, dem will er senden Hülf und Trost an allen Enden. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr- Gott noch! 13. Drum muß die Creatur mir immer dienen, Kein Engel schämt nun der Gemeinschaft sich; Die Geister, die vor dir vollendet grünen, Sind meine Brüder und erwarten mich. Wie oft erquicket meinen Geist ein Herz, Das dich und mich und alle Christen liebt! Jsts möglich, daß mich etwas noch betrübt? Komm, Freudenquell! Weich ewig, aller Schmerz! 4. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Bist du schwer mit Kreuz beladen, Nimm zu Gott nur deinen Lauf. Gott ist groß und reich von Gnaden, Hilft dem Schwachen gnädig auf. Gottes Gnade währet immer, Seine Treu vergehet nimmer. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr- Gott noch! ft Gottfr. Arnolb, g. 1666, t. 1714. 5. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Wenn dich deine Sünden fränken, Dein Verbrechen quält dich sehr: Komm zu Gott; er wird versenken Deine Sünden in das Meer. Mitten in der Angst der Höllen Kann er dich zufrieden stellen. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr- Gott noch! 6. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen, Weißt du weder aus, noch ein: Gott wird dennoch dich umfassen Und im Leiden bei dir sein. Gott ists, der es herzlich meinet, Wo 26 Gott ott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Gott ist gut, der aus Erbarmen Alle Hülf auf Erden thut, Der mit Macht und starken Armen Machet Alles wohl und gut. Gott kann beffer, als wir denken, Alle Noth zum Besten lenfen. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr- Gott noch! 2. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Sollt der schlummern oder schlafen, Der das Aug hat zugericht? Der die Ohren hat erschaffen, Sollte dieser hören nicht? Gott ist Gott, der hört und siehet, M. R. Gesangbuch. 536. G Kreuz- und Trostlieder. 402 die Noth am größten scheinet. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr- Gott noch! 7. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Laß den Himmel sammt der Erden Immerhin in Trümmern gehn, Laß die Höll entzündet werden, Laß den Feind erbittert stehn, Laß den Tod, den Abgrund blitzen: Wer Gott traut, den will Gott schüßen. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch! was ich tragen soll, Und was du sollst auflegen. Leg auf, ich halte dir! Dein Will gescheh in mir! Dein Will, an dem mein Wollen hangt, Das nichts, als was du willst, verlangt. 3. Du gingest selbst zu Ehren ein Durch Schmerz, Geduld und Leiden: Sollt ich nun, Jesu, besser sein Und hier in Rosen weiden? Der Himmelslilienglanz Wächst aus dem Dornenkranz. Dem, der den Rock des Kreuzes trägt, Wird dort der Purpur angelegt. 4. Wo blieb des Herzens Gartenpracht, Wenn Süd und Nord stets schliefen? Nur das bewölkte Wehen macht, Daß seine Würze triefen. Indeffen bleibest du Doch meine Sonn und Ruh, Die mich mit ihrem Licht ers gößt, Wenn mich des Kreuzes Sturm beneßt. 5. Denn du, mein Gott, bist Sonn und Schild Der GläuMel. Der lieben Sonne Licht und zc. bigen auf Erden, Die deinem risch, frisch hin- Kreuz und Marterbild Hier solnach, mein Geist len ähnlich werden, Eh sie die Herrlichkeit mit ihrer Kron erfreut Und der Geduld die Palmen bringt, Die sie nach Sieg des Leidens schwingt. 537. und Herz, Auf Jesu Dornenwegen! Bekrieget mich hier Leid und Schmerz: Auf Siegen folget Segen. Nur fröhlich auf gefaßt Die leichte Liebeslast! Das Leiden dieser kurzen Zeit Ist doch nicht werth der Herrlichkeit. 6. Mein Herz kann dieſe Leidensehr, O Jesu, fast nicht fassen. So komm, du liebe Last, denn her! Wer will sein Wohl2. Du fennest, liebster Jesu, sein haffen? Mit Jesu hier gewohl Der Schultern Stärk, höhnt: Mit Jesu dort gekrönt! Vermögen; Du weißt schon, Mit Jefu hier ans Kreuz geE 8. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Mußt du schon geängstet wallen Auf der harten Dornenbahn: Es ist Gottes Wohlgefallen, Dich zu führen himmelan. Gott wird nach dem Jammerleben Friede, Freud und Wonne geben. Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr- Gott noch! Joh. Friedr. Zihn, g. 1650, st. 1719. Kreuz- und Trostlieder. drückt: Mit Jesu Freude dort erquickt! 7. Wohlan, so will ich in Geduld Nach deinem Willen leiden! Der Becher fließt von deiner Huld, Den du mir wirst bescheiden. Im Kreuz erblick ich schon Die mir verheißne Kron. Du leuchtest in Geduld mir vor: Ich folg; es gilt zum Sternenthor. Wolfg. Christoph Deßler, g. 1660, st. 1722. Justin Mel. Warum sollt ich mich denn 2c. arum willst du 538. W doch für morgen, Armes Herz, Immerwärts Als ein Heide sorgen? Wozu dient dein täglich Grämen, Weil Gott will In der Still Sich der Noth annehmen? 2. Gott hat dir geschenkt das Leben, Seel und Leib; Darum bleib Ihm allein ergeben. Er wird ferner Alles schenken. Traue fest, Er verläßt nicht, die an ihn denken. 3. Sage nicht: Was soll ich essen? Gott hat dir Schon allhier So viel zugemessen, Daß der Leib sich kann ernähren; Uebriges Wird indeß Gottes Hand bescheren. 4. Es ist mehr, als Trank und Speisen, Dieser Leib; Darum gläub, Daß Gott wird erweisen, Daß er Speis und Tranf fann geben Dem, der sich Festiglich Ihm ergiebt im Leben. 403 5. Sorgst du, wie du dich sollst fleiden? Jesus spricht: Sorge nicht! Solches thun die Heiden. Schau die Blumen auf den Feldern, Wie so schön Dies se stehn, und die Bäum in Wäldern. 6. Sorgt ein Vogel auf den Zweigen, Wenn er singt, Hüpft und springt, Wer ihm soll ans zeigen, Was er essen soll und trinken? Nein, ach nein! Er allein Folgt des Himmels Winfen. NAMING 7. Ach, der Glaube fehlt auf Erden! Wär er da, Müßt uns ja, Was uns noth ist, werden. Wer Gott kann im Glauben fassen, Der wird nicht, Wenns gebricht, Von ihm sein verlassen. 8. Wer Gerechtigkeit nachtrachtet Und zugleich Gottes Reich Ueber Alles achtet, Der wird wahrlich nach Verlangen Speis und Trank Lebenslang Wie im Schlaf empfangen. 9. Laß die Welt denn sich bemühen Immerhin! Ach, mein Sinn Soll zu Jesu fliehen. Er wird geben, was mir fehlet; Ob ers oft Unverhofft Eine Weil verhehlet. 10. Will er prüfen meinen Glauben, Und die Gab, Die ich hab, Mir gar lassen rauben: So muß mir zum Besten kommen, Wenn Gott mir Alles schier Hat hinweggenommen. 11. Er fann Alles wiedergeben. Wenn er nimmt, So bes 26* 404 Kreuz- und stimmt Er sein Wort zum Le ben. Ach, wie viele fromme Seelen Leben so Und sind froh, Ohne Sorg und Quälen! 12. Sie befehlen Gott die Sorgen, Wie er will, Und find still Immer im Verborgen. Was Gott will, ist ihr Vergnügen, Und wies er Ungefähr Will mit ihnen fügen. 15. Nun, Herr Jesu, meine Freude, Meine Sonn, Meine Wonn, Meiner Seelen Weide: Sorge nur für meine Seelen, So wird mir Auch allhier Nichts am Leibe fehlen. Trostlieder. Hülf und Heil, Liebster Jesu! Amen! 16. Alles sei dir unverholen, Was mir fehlt, Was mich quält, Großer Gott, befohlen. Sorge du, so will ich schweigen Und vor dir Nach Gebühr Meine Kniee beugen. Laurentius Laurentii, g. 1660, t. 1722. se durds 13. Doch kann ihnen nicht versagen Gott ihr Brod In der Noth, Wenn er hört ihr Klagen. Er kommt wahrlich sie zu trösten, Eh mans meint, 3. Du Verächter, Gott, dein Und erscheint, Wenn die Noth am größten. 02 Wächter, Schläfet ja, noch schlummert nicht. Zu den Höhen Aufzusehen, Wäre deine Glaubenspflicht. 14. Jhre Sorg ist für die Seelen, Und ihr Lauf Geht hinauf Zu den Felsenhöhlen, Zu des Herren Jesu Wunden. Hier sind sie Aller Müh Und der Noth entbunden. 4. Im Verweilen Und im Eilen Bleibt er stets dein Vaterherz. Laß dein Weinen Bitter scheinen: Dein Schmerz ist ihm auch ein Schmerz. H 5. Glaub nur feste, Daß das Beste Ueber dich beschlossen Wenn dein Wille Nur ist stille, Wirst du von dem Kummer frei. 6. Laß dir süße Sein die Küsse, Die dir Jesu Ruthe giebt. Der sie führet Und regieret, Hat nie ohne Frucht betrübt. ott wills machen, 539. Daß die Sachen Gehen, wie es heilsam ist. Laß die Wellen Sich verstellen, Wenn du nur bei Jesu bist. 1012 2. Wer sich fränket, Weil er denfet, Jesus liege in dem Schlaf, Wird mit Klagen Nur sich plagen, Daß der Unglaub leide Straf. 7. Willst du wanken In Gedanken, Faß dich in Gelassenheit. Laß den sorgen, Der auch morgen Herr ist über Leid und Freud. 17. Ich will dir mit Freuden danken Fort und fort, Hier und dort, Und will nimmer 8. Gottes Hände Sind ohn wanken. Lob und Preis sei deinem Namen! Sei mein Theil, Ende, Sein Vermögen hat kein Ziel. Ists beschwerlich, Scheints Kreuz- und Trostlieder. gefährlich: Deinem Gott ist nichts zu viel. 9. Seine Wunder Sind der 17. Amen! Amen! In dem Zunder, Da der Glaube Fun- Namen Meines Jesu halt ich ken fängt. Alle Thaten Sind still. Es geschehe und ergehe, gerathen Jedesmal, wie ers Wie und wann und was er will. verhängt. Joh. Dan. Herrnschmidt, g. 1675, ft. 1723. 10. Wenn die Stunden Sich190 gefunden, Bricht die Hülf mit Macht herein; Und dein GräMel. Was Gott thut, das ist zc. men zu beschämen, Wird es 540, in Christ kann unversehens sein. ohne Kreuz nicht sein. Drum laß dichs nicht betrüben, Wenn Gott versucht mit Kreuz und Pein Die Kinder, die ihn lieben. Je lieber Kind, Je ernster sind Des frommen Baters Schläge. Schau, das sind Gottes Wege! 2. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein. Gott wills nicht anders haben. Auch dieses Lebens Noth und Pein Sind deines Vaters Gaben. Solls denn so sein, So geh es ein. Es kommt von Liebeshänden; Gott wird nichts Böses senden. 11. Eignen Willen Zu erfüllen, Leidets sich noch ziemlich wohl. Da ist Plage, Noth und Klage, Wo man leiden muß und soll. 405 Throne ihres Heilands werden noch. 12. Drum wohl denen, Die sich sehnen Nach der stillen Willensruh! Auf das Wollen Fällt dem Sollen Die Vollbringungs fraft bald zu. 13. Mehr zu preisen Sind die Weisen, Die schon in der Uebung stehn, Die das Leiden Und die Freuden Nur mit Hiobs Aug ansehn. 14. Nun so trage Deine Plage Fein getrost und mit Geduld. Wer das Leiden Will vermeiden, Häufet seine Sündenschuld. Jest inden 15. Die da weichen Und das Zeichen Ihres Bräutigams verschmähn, Müssen laufen Zu den Haufen, Die zur linken Seite stehn. 102 10 3. Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein. Das Kreuz lehrt fleißig beten, Zieht ab vom eitlen Trug und Schein Und lehrt zu Jesu treten. Drum wirfs nicht hin Mit sprödem Sinn, Wenns nun zu dir gekommen; Es soll der Seele frommen. im 4. Ein Christ fann ohne Kreuz nicht sein. Das muß uns 16. Aber denen, Die mit immer wecken; Wir schliefen Thränen Küssen ihres Jesu sonst in Sünden ein. Wie müßJoch, Wird die Krone Auf dem ten wir erschrecken, Wenn un Kreuz- und Trostlieder. 406 bereit Die Ewigkeit und der Posaunen Schallen Uns würde überfallen! 5. Ein Christ fann ohne Kreuz nicht sein. Es lehrt die Sünde haffen Und unsern lieben Gott allein Mit rechter Lieb umfassen. Die Welt vergeht, Und Gott besteht. Bedenks und laß dich üben, Das ewge Gut zu lieben. 6. Auch ich will ohne Kreuz nicht sein. Was Gott schickt, will ich tragen. Schickts doch der liebste Vater mein, Sinds doch nur kurze Plagen Und wohlgemeint! Wer gläubig weint, Lebt dort in steten Freuden. Ich will mit Christo leiden. Dav. Nerreter, g. 1649, st. 1726. Poisid 37910 ind asaden shin Mel. O du Liebe meiner Liebe. 3. Auf dich harr ich, wenn das Leiden nicht sobald zum Ende eilt. Dich und mich kanns nimmer scheiden, Wenns gleich noch so lang verweilt. Und auch dies mein gläubges Hoffen Hab ich nur allein von dir; Durch dich steht mein Herz dir offen, Daß du solches schaffst in mir. 4. Bei dir ist mein Heil und Ehre, Meine starke Zuversicht. Willst du, daß die Noth sich mehre, Weiß ich doch, du läßt mich nicht. Meint der Feind mich zu erreichen Und zu werfen unter sich, Will ich auf den Felsen weichen; Der wirft Alles unter mich. 5. Lieben Leute, traut beständig Auf ihn, als auf euern Hort. Er ist Gott und heißt lebendig, Ist euch nah an je541. Was von außen dem Ort. Wann und wo euch und von in- Hülfe nöthig, Da klopft an; er nen Täglich meine Seele drückt ist zu Haus, Kommt und ist Und hält Herz, Gemüth und zur Hülf erbötig; Schütt das Sinnen Unter seiner Last ge- Herz nur vor ihm aus. bückt: In dem Allen ist dein Wille, Gott, der aller Unruh wehrt; Und mein Herz hält in der Stille, Bis es deine Hülf erfährt. 200 2. Denn du bist mein Fels auf Erden, Da ich still und ficher leb. Deine Hülfe muß mir werden, So ich mich dir übergeb. Dein Schutz ist mein Truß alleine Gegen Sünde, Noth und Tod; Denn mein Leiden ist das deine, Weil ich dein bin, o mein Gott. 6. Aber wie fanns dem gelingen, Der auf Fleisch sein Hoffnung richt? Große Leut sind sammt Geringen In der Noth gar ohn Gewicht. Traut doch lieber auf den Einen, Welcher Lieb und Allmacht hat, Daß er helfen kann den Seinen, Und beweisets mit der That. 7. Auf dich, mein Gott, bau ich feste, Geh in aller Stille hin; Denn zuletzt kommt doch das Beste Und das End ist mein Kreuz- und Gewinn. Deine Allmacht hilft mir tragen, Deine Lieb versüßet mir Alles Bittre, alle Plagen; Darum bin ich still zu dir. 8. Laß, o Seele, es nur gehen, Wie es geht, und sorge nicht. Endlich wirst du dennoch sehen, Daß Gott übt ein recht Gericht. Jeßo ist er deine Stärfe, Daß dir gar nichts schaden fann; Dort vergilt er alle Werke, So ein Jeder hat gethan. 9. Breit, o Herr, doch deine Güte Ueber mich, nimm mich in dich, So wird hinfort mein Gemüthe Stille bleiben ewiglich. Werde Alles und in Allen, Gieb uns, daß wir dir allein Allzeit trachten zu gefallen, So wird Alles stille sein. Aug. Herm. France, g. 1663, st. 1727. Trostlieder. 407 3. Wie Gott mich führt, bin ich vergnügt; Ich ruh in seinen Händen. Wie er es schickt und mit mir fügt, Wie ers will kehrn und wenden, Sei ihm hiermit ganz heimgestellt; Er mache, wie es ihm gefällt, Zum Leben, oder Sterben. 4. Wie Gott mich führt, so geb ich mich In seinen Vaterterwillen. Scheints der Vernunft gleich wunderlich, Sein Rath wird doch erfüllen, Was er in Liebe hat bedacht, Eh er mich an das Licht gebracht; Ich bin ja nicht mein eigen. 5. Wie Gott mich führt, so bleib ich treu Im Glauben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bei, Was will mich von ihm scheiden? Ich faffe in Geduld mich fest. Was Gott mir widerfahren läßt, Muß mir zum Beſten dienen. 6. Wie Gott mich führt, so will ich gehn, Es geh durch Dorn und Hecken. Kann ichs auch anfangs nicht verstehn, Zuletzt wird er aufdecken, Wie er nach seinem Vaterrath Mich treu und wohl geführet hat. Dies sei mein Glaubensanter. Lambert Gebide, g. 1683, f. 1735. Mel. Nun freut euch, lieben Christen 2c. 542. Wie Gott mich führt, so ich gehn Ohn alles Eigenwählen. Geschieht, was er mir aus ersehn, Wird mirs an Keinem fehlen. Wie er mich führt, so geh ich mit Und folge willig Schritt vor Schritt In findlichem Vertrauen. 2. Wie Gott mich führt, so bin ich still Und folge seinem Leiten, Obgleich im Fleisch der Eigenwill Will öfters widerMel. Jesus, meine Zuversicht. ſtreiten. Wie Gott mich führt, 543. Endlich, endlich muß es doch bin ich bereit, In Zeit und Mit der Noth ein Ende nehauch in Ewigkeit Stets seinen men. Endlich bricht das harte Schluß zu ehren. Joch, Endlich schwindet Angst 408 Kreuz- und Trostlieder. und Grämen, Endlich wird der| Die müde Seele wird im Fries Sorgenstein Doch einmal gehoben sein. den ruhn. Hier wird mein Geist durch manche Last gedrückt: Dort aber ohne Ende sanft erquickt. 2. Endlich bricht man Rosen ab, Endlich kommt man durch die Wüsten. Endlich kann der Wanderstab Sich zum Vaterhause rüsten. Endlich bringt die Thränensaat, Was die Freudenernte hat. 3. Mein täglich Kreuz sind meine Sünden; Darunter ich oft klagend seufzen muß: Wer wird mich Elenden entbinden, Und wer befreiet den umstrickten Fuß! Dort ist die Sünde völlig abgelegt, Wo sich auch feine böse Lust mehr regt. 4. Mich will der Tod zuweilen schrecken; Der letzte Kampf, der letzte Fersenstich, Will mir noch manche Furcht erwecken; Doch Christi Kampf und Blutschweiß stärket mich. Dort ist auch dieser letzte Feind bestegt, Wenn er einst unter meinen Füßen liegt. 5. Ich muß in Kedars Hütten wandeln Und unter Mesech noch ein Fremdling sein; Die Welt schenkt durch ihr Thun und Handeln Mir manchen WerMel. Dir, dir, Jehovah, will ich zc. 544. Ein Blick nach je- muthsbecher hier noch ein: Dort wird der alten Welt nicht mehr gedacht; Gott spricht: Ich habe Alles neu gemacht. nen Zionshöhen Versüßt mir alle Leiden dieser Zeit. Wie wird mir da so wohl geschehen Nach allem hier bestandnen Kampf und Streit! Wie süß wird doch nach Ungemach und Pein Die mir verheißne ewge Ruhe sein! 6. Mein Geist sehnt sich nach jenem Tage Und wartet auf die frohe Ewigkeit; Und da ich diesen Leib noch trage, So schickt er sich zu der Erlösungszeit, Bis mich mein Heiland zu sich kommen heißt Und aller Last der argen Welt entreißt. 2. Hier muß ich in dem That der Thränen Noch manche sorgenvolle Tritte thun: Dort en det sich mein banges Sehnen; 7. Soll ich indeß auf dieser 3. Endlich sieht man Canaan Nach Aegyptens Diensthaus liegen. Endlich trifft man Tabor an, Wenn der Delberg überstiegen. Endlich zieht ein Jakob ein, Wo kein Esau mehr wird sein. 4. Endlich! O du schönes Wort! Du kannst alles Kreuz versüßen! Wenn der Felsen ist durchbohrt, Läßt er endlich Wasser fließen. Ei, mein Herz, drum merke dies: Endlich, endlich kommt gewiß! Benjam. Schmolt, geb. 1672, st. 1737. Kreuz- und Trostlieder. 409 Erden Auch noch durch manche| mich nun mit Frieden! Dem rauhe Wege gehn, So bleibt in hab ichs beschieden, Der es Trübsal und Beschwerden Mein besser fann. Schreit die Welt Herz dennoch auf diesem Grun- gleich immer: Geld! Ich will de stehn: Nichts schadet mir, Hosianna schreien, Glauben was meines Vaters Hand Von und mich freuen. Leiden mir nur jemals zuerfannt. 2. Gott hat zu bezahlen. Das ist ohne Prahlen Mein gewisser Schatz. Alles fällt vom Himmel, Sorgendem Gewimmel Geb ich feinen Plag. Sonnenschein und Fröhlichsein, Milder Thau und fühler Regen Ist des Himmels Segen. 3. Hab ich keinen Heller, Weder Brod, noch Teller, Weder Dach, noch Fach; Reißen meine Kleider, Sagen Andre: Leider! Schreien Weh und Ach: Sing ich doch und glaube noch. Ich will ruhen, trinken, speisen Und den Vater preisen. 4. Der die Haare zählet, Dem kein Sperling fehlet, Der die Raben speist: Der hat mich geschaffen, Der bedarf kein Schlafen, Der ist nicht verreist. Der den Sohn so lange schon Für mein Heil dahin gegeben, Der ist noch am Leben. 8. Ich bin ein Thon in seinen Händen Und halte seiner trenen Führung still. Er mag mich drehen, werfen, wenden, So oft und wundersam er immer will; Ja, wenn er sein Gefäß auch gar zerbricht: Verwirft er mich nur nicht, so schadets nicht. 9. Bei allen neuen Leidensproben Sieht doch mein Auge ihn stets findlich an. Ich will ihn lieben und auch loben Für Alles, was er nur an mir gethan. Bin ich ja blind, die Wege einzusehn, So will ich mit verbundnen Augen gehn. 10. In Hoffnung seh ich doch das Erbe und freue mich auf fene Herrlichkeit; Und wenn ich endlich selig sterbe, So enden sich die Leiden dieser Zeit. Wie wohl wird mir die Ewigkeit 5. Mir den Erben schenken doch thun! Wie wohl wirds sichs| Und sich doch bedenken, Wenns dort nach der Arbeit ruhn! Joh. Daniel Hense, st. 1753. Mel. Jefu, meine Freude. an Brode fehlt: Das ist ohne Zweifel Ein Gedicht vom Teufel, Der die Herzen quält. Bösewicht, begreifft dus nicht? Der sein Kind nicht abgeschlagen, Was wird der versagen? 545. Weicht, ihr finstern Sorgen! Denn auf heut und morgen 6. Der die Seele speiset Und Sorgt ein andrer Mann. Laßt ihr mehr erweiset, Alls den Werth PRAYE 410 Kreuz- und Trostlieder. der Welt; Der mir Leib und Le-| gleich von ferne: Wenn ich warben Wunderbar gegeben, Wun- ten lerne, Kehrt er bei mir ein. derbar erhält; Der es kann und Ist es leer, so giebt er her; ders gethan, Diesen traget erst Und nach überstandnen Proben zu Grabe, Eh ich Mangel habe. Werd ich fröhlich loben. 7. Wenn ich ihn erkenne Und ihn Abba nenne, Wie sein Geist mich lehrt, So bin ich, der Sünder, In der Zahl der Kinder, Die er bitten hört. Mein Gebet wird nicht verschmäht. Vater heißen, Kinder haben, Das erfordert Gaben. 12. Nun, so weicht, ihr Sorgen! Denn auf heut und morgen Sorgt ein andrer Mann. Ich will ruhig bleiben, Meine Arbeit treiben, Wie ich immer kann. Christi Blut stärft meinen Muth Und läßt mich in Noth und Plagen Nimmermehr verzagen. Ernst Gottl. Woltersdorf, g. 1725, st. 1761. 8. Bin ich werth geachtet, Daß man den geschlachtet, Der mein Bürge war; Zählt sein heißes Bluten Unschäßbare Fluthen Mir zur Lösung dar; Giebt er ſich zum Fluch für mich: 5, so gelt ich ohne Kronen Mehr, als Millionen. 9. Der für mich gefastet, Selten recht geraſtet, Oft mit Kummer aß; Der sich arm gegeben Und im ganzen Leben Eignes nicht besaß: Gottes Lamm, mein Bräutigam, Untersagt mir alle Sorgen. Er sorgt heut und morgen. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund zc. mschließ mich ganz mit dei 546. U nem Frieden, Mein treu erkannter Seelenfreund. Halt mich von Allem abgeschieden, Was du nicht bist, was dich nicht meint. Ich wünsche mir kein andres Leben, Als das dein Sterben mir gegeben, Und du am Kreuz erworben hast. Drum beug all meinen Eigenwillen, Daß er sich göttlich möge stillen Bei deines Kreuzes leichter Last. 10. Er hat mich erkaufet, Durch sein Blut getaufet Und zu sich bekehrt. Ach, wie hat 2. Mein König, laß mich fein Lieben Ihn nach mir ge- nichts vertreiben Aus dieser trieben, Bis ich ihn gehört! Sollt er nun so lieblos thun? Sollt er eins von seinen Schafen Mit Verhungern strafen? Burg, die Friede heißt. O, laß mirs ewig theuer bleiben, Daß du stets bei den Deinen seist! Kein Heil ist hiermit zu vergleichen; Vernunft, die kann es nicht erreichen, Weils über al 11. Nein, er wird mich fleiden, Speisen, tränken, weiden Mein Bersorger sein. Steht er les Denken ist. Nur durch des Kreuz- und Trostlieder. 411 Geistes sanftes Wehen Kann| ge Mir deines Lebens Bildniß ich etwas davon verstehen, Daß ein! Du mein ewger Friede bist. 3. In dieser Fassung laß mich bleiben, So lang mein Blut in Adern schlägt. Dies laß mich denken, lieben, treiben, So lang mich deine Gnade trägt. Bewahre du selbst Herz und Sinnen; Laß all mein Denfen und Beginnen Ein Zeugniß Deines Friedens sein. Komm, 4. Hallelujah! Es sei gewaget, Durch Noth und Tod dir nachzugehn! Ich folge, Herr, dir unverzaget Mit unablässig heißem Flehn. Ich nehme deines Kreuzes Bürde Und die damit verbundne Würde Und lehne mich auf dich, mein Freund. Ich weiß, du trägst mich durchs Gedränge Mit aller meiner Laall dein Wesen in mich lege! sten Menge, Bis mir dein AntKomm, für die Ewigkeiten prä- lig einst erscheint. In großer und gemeinsamer Noth. Die Litanei. 2015 547. Krie Christe, elei yrie eleison!| witter, Vor dem ewigen Tod Behüt uns, lieber Herre son! Kyrie, eleison! Christe, Gott! Durch deine heilige erhöre uns! Herr Gott, Va- Geburt, Durch deinen Todester im Himmel, Erbarm dich kampf und blutigen Schweiß, über uns! Herr Gott Sohn, Durch dein Kreuz und Tod, der Welt Heiland, Erbarm Durch dein heiliges Auferstehn dich über uns! Herr Gott, und Himmelfahrt, In unserer heiliger Geist, Erbarm dich letzten Noth, Am jüngsten Geüber uns! Sei uns gnädig! richt Hilf uns lieber HerVerschon uns, lieber Herre Gott! Wir armen Sünder re Gott! Sei uns gnädig! bitten, Du wollest uns erHilf uns, lieber Herre hören, lieber Herre Gott! Gott! Vor allen Sünden, Vor Und deine heilige christliche Kirallem Irrthum, Vor allem Ue- che regieren und führen, Alle bel, Vor des Teufels Trug und Bischöfe, Pfarrherren und Kirund List, Vor bösem, schnellem chendiener im heilsamen Wort Tod, Vor Pestilenz und theurer und heiligen Leben erhalten, Zeit, Vor Krieg und Blutver- Allen Rotten und Aergernissen gießen, Vor Aufruhr und Zwie- wehren, Alle Frrige und Vertracht, Vor Feur und Wassers- führte wiederbringen, Den SaNoth, Bor Hagel und Unge- tan unter unsre Füße treten, 412 Kreuz- und Trostlieder. Treue Arbeiter in deine Ernte der Welt Sünde trägt, Versenden, Deinen Geist und Kraft leih uns steten Fried! zum Worte geben, Allen Be- Christe, erhöre uns! Kyrie, trübten und Blöden helfen und eleison! Christe, eleison! fie trösten, Erhör uns, lie- Kyrie, eleison! Amen! bi ber Herre Gott! Allen christ- Von Martin Luther aus dem Lateiniſcen am 13. März 1529 überſetzt. lichen Königen und Fürsten Fried und Eintracht geben, Unferm König steten Sieg wider deine Feinde gönnen, Unsern Landesherrn mit allen ſeinen Gewaltigen leiten und schüßen, Unsern Rath, Schul und Gemeine segnen und behüten, Erhör uns, lieber Herre Gott! Allen, so in Noth und Gefahr find, mit Hülf erscheinen, Allen Schwangern und Säugern fröhliche Frucht und Gedeihen geben, Aller Kinder und Kranken pflegen und warten, Alle unschuldig Gefangne los und ledig lassen, Alle Wittwen und Waisen vertheidigen und versorgen, Aller Menschen dich erbarmen, Unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben und sie bekehren, Die Früchte auf dem Lande segnen und bewahren Und uns gnädiglich erhören! Erhör uns, lieber Herre Gott! O Jesu Christe; Gottes Sohn, Erhör uns, lieber Herre Gott! D, du Gotteslamm, das der Welt Sünde trägt, Erbarm dich über uns! O, du Got teslamm, das der Welt Sünde trägt, Erbarm dich über uns! D, du Gotteslamm, das Mel. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort. 548. W enn wir in höchsten Nöthen sein Und wissen nicht, wo aus, noch ein, Und finden weder Hülf, noch Rath, Ob wir gleich sorgen früh und spat: 2. So ist dies unser Trost allein, Daß wir zuſammen insgemein Dich anrufen, o treuer Gott, Um Rettung aus der Angst und Noth; 3. Und heben unser Aug und Herz zu dir in wahrer Reu und Schmerz Und fuchn der Sünden Vergebung Und aller Strafen Linderung; tha nd 4. Die du verheißest gnädiglich Allen, die darum bitten dich, Im Namen deins Sohne Jesu Christ, Der unser Heil und Fürsprech ist. 5. Drum kommen wir, Herre Gott, Und flagen dir al unser Noth, Weil wir jetzt stehr verlassen gar In großer Trüb sal und Gefahr. 6. Sieh nicht an unser Sün den groß, Sprich uns derselbe aus Gnaden los; Steh uns i unserm Elend bei, Mach un von allen Plagen frei; diof In großer und gemeinsamer Noth. 413 7. Auf daß von Herzen kön- ten Hand Und segne gnädig nen wir Nachmals mit Freuden danken dir, Gehorsam sein nach deinem Wort, Dich allzeit preisen hier und dort. mater Vaul Eber, geb. 1511, f. 1569. Stadt und Land. Gieb uns allzeit dein heilges Wort; Behüt vors Teufels List und Mord. Bescher ein seligs Stündelein, Auf daß wir ewig bei dir sein. Martin Moller, geb. 1547, t. 1606. Mel. Vater unser im Himmelreich. imm 549. Nimm treuer Gott, Die schwere Straf uit 550. Ther und große Noth, Die wir mit Sünden ohne Zahl Verdienet haben allzumal! Behüt vor Krieg und theurer Zeit, Bor Seuchen, Feur und großem Leid! 2. Erbarm dich deiner bösen Knecht! Wir bitten Gnad und nicht das Recht; Denn so du, Herr, den rechten Lohn Uns geben wolltst nach unserm Thun, So müßt die ganze Welt vergehn, Und könnt kein Mensch vor dir bestehn. von uns, Mel. Singen wir aus Herzensgrund. 3. Ach, Herr Gott, durch die Treue dein Mit Trost und Rettung uns erschein! Beweis an uns dein große Gnad Und straf uns nicht nach unsrer That. Wohn uns mit deiner Güte bei; Dein Zorn und Grimm fern von uns sei.nl sich freuet Leib und Seel, Der du weißest alles Leid Deiner armen Christenheit, D du Wächter, der du nicht Schläfft noch ſchlummerst: zu uns richt Dein hülfreiches Angesicht! 2. Schau, wie große Noth und Qual Trifft dein Volf jetzt überall! Täglich wird der Trübsal mehr. Hilf, ach, hilf; schütz deine Ehr! Wir verderben, wir vergehn! Nichts wir sonst vor Augen sehn, Wo du nicht bei uns wirst stehn. 3. Hoherpriester, Jesu Christ, Der du eingegangen bist In den heilgen Ort zu Gott Durch dein Kreuz und bittern Tod, Uns versöhnt mit deinem Blut, Ausgelöscht der Höllen Gluth, Wiederbracht das höchste Gut; 4. Gedenk an deins Sohns 4. Sigest jetzt ins Vaters bittern Tod; Sieh an sein heil- Reich, Ihm an Macht und Ehgen Wunden roth! Die sind ja ren gleich; Unser einger Gnafür die ganze Welt Die Zah- denthron, Gottes allerliebster lung und das Lösegeld. Deß Sohn, Den er in dem Herzen tröften wir uns allezeit Und trägt, Dessen Fürbitt ihn be hoffen auf Barmherzigkeit. wegt, Daß er feine Bitt ab5. Leit uns mit deiner rech- schlägt: MAR 414 Kreuz- und Trostlieder. 5. Kläglich schreien wir zu| terschaft: Deine Christen traur dir, Klopfen an die Gnaden auf dich; Wir auch trauen fe thür, Als die du mit höchstem stiglich. Laß uns werden nich Ruhm Hast erkauft zum Eigen- zu Schand! Hilf uns und dem thum. Herr, wir sind nach dir ganzen Land! Unsre Noth if genennt! Deines Vaters Zorn dir bekannt. abwend, Der jetzt wie ein Feuer brennt. 11. Gürte dein Schwert a die Seit, Als ein Held, und fü 6. Deine Wunden, die so uns streit. Ach, zerschmettre dei roth, Halt ihm vor sammt deine Feind, Und die uns zuwi nem Tod, Und was du hast der find! Auf die Hälse trit mehr gethan, Zeig ihm unsert du ihn'n, Leg sie dir zum Sche wegen an. Sage, daß du unser mel hin Und brich ihren stolzer Schuld Haft bezahlet in Ge- Sinn! duld, Uns erlanget Gnad und Huld. 7. Jesu, der du Jesus heißt, Als ein Jesus Hülfe leist. Hilf mit deiner starken Hand; Menschenhülf hat sich gewandt. Eine Mauer um uns bau, Daß dem Feinde davor grau, Er mit Zittern sie anschau. 12. Du bist ja der Held uni Mann, Der den Kriegen steuern kann, Der da Spieß und Schwer zerbricht, Der die Bogen mach zunicht ,, Der die Wagen ga verbrennt Und der Menscher Herzen wendt, Daß der Kriegewinnt ein End! 13. Jesu, wahrer Friedefürst Der der Schlange hat zerknirsch Ihren Kopf durch seinen Tol Frieden wiederbracht bei Gott Gieb uns Frieden gnädiglich So wird dein Volk freuen sic Und dich preisen ewiglich. Joh. Heermann, geb. 1585, st. 1647. 8. Höchster Hort, Immanuel, Du Beschüßer Leibs und Seel, Gott mit uns in aller Noth, Um uns und auch in uns Gott, Gott für uns zu aller Zeit: Trop dem, der uns thut ein Leid! Gottes Straf ist ihm bereit. Laß jetzt ſehen deine Macht, 551. Wir liegen bi Drauf wir hoffen Tag und Nacht! Aller Feinde Rotten trenn, Daß dich alle Welt erkenn, Aller Herren Herrn dich 9. Deines Vaters starker Arm, Komm und unser dich erbarm! Mel. Wer nur den lieben Gott läßt z hie zu Fi Ben, Ach, Herr, von großer Gi und Treu, Und fühlen leider in Gewissen, Wie sehr dein Zor entbrennet sei. Das Maß de Sünden ist erfüllt; Ach, we uns, wenn du strafen willt! nenn. 10. Andre traun auf ihre Kraft, Auf ihr Glück und Rit In Krankheit. 415 12. Du bist gerecht; wir lau-| denke doch der alten Zeit, Da ter Sünder. Wie wollen wir du auch Gnad und Huld ervor dir bestehn? Wir sind die zeigt, Dein Herz den Sündern ungerathnen Kinder, Die Wege zugeneigt! des Verderbens gehn, Die würdig, daß uns Pest und Schwert Und Hunger längstens aufgezehrt. 7. Ach, laß die wohlverdiente Strafe Nicht über unsre Häupter gehn, Daß wir nicht als verLorne Schafe Von deiner Hut verlassen stehn! Ach, sammle uns in deinen Schoß und mach uns aller Plagen los! 8. Steck ein das Schwert, das uns sollt fressen; Den Würger laß vorüber gehn; Laß uns das Brod in Frieden essen; Laß feine solche Zeit entstehn, Die uns dein Wort so theuer macht, Daß unser Herz dabei verschmacht. 9. Gieb Fried im Land und im Gewissen, Gesunde Luft, wohlfeile Zeit, Und laß uns deinen Schutz genießen; Befördre die Gerechtigkeit; Krön unser Feld mit deinem Gut; Nimm Kirch und Haus in deine Hut. 5. Der Mittler selbst tritt in die Mitten: Ach, schaue seine Wunden an! Schau das, was er für uns erlitten, Wodurch er dir schon gnug gethan! Wirst du nicht auf sein Opfer sehn, So müssen wir verloren gehn. 10. So wollen wir dir Opfer bringen und dein nur sein mit Leib und Seel. Es soll dein Lob gen Himmel dringen, Und 6. Das theure Blut von dei- dein erlöstes Israel Wird mit nem Sohne Schreit für uns vereinten Stimmen schrein: Der um Barmherzigkeit. Schau nie- Herr soll mein Gott ewig sein! der von dem Gnadenthrone Und Benj. Schmolf, g. 1672, st. 1737. 3. Doch, Vater, denk an deinen Namen, Gedenk an deinen lieben Sohn! Dein Wort ist immer Ja und Amen, Dein Eidschwur zeuget selbst davon: Du wollst den Tod des Sünders nicht; Drum geh mit uns nicht ins Gericht. 4. Wir liegen vor dir in dem Staube, O Vater, mit zerknirschtem Geist. Uns tröstet ganz allein der Glaube, Daß du doch der Erbarmer seist. Du hast ja noch ein Vaterherz: So siehe denn auf unsern Schmerz. In Krankheit. 552. Gott, ott, den ich als Und des Leidens Fluth erregst, Liebe tenne, Daß ich davon hiß und brenne: Der du Krankheit auf mich legst| Brenne doch das Böse ab, Das 416 Sterbelieder. den Geist bisher gehindert, Das| der mich geliebet; Alles fonnt, der Liebe Regung mindert, Die ich öfters von dir hab. mein Gott, von dir. 2. In der Schwachheit sei du träftig, In den Schmerzen sei mir süß; Schaffe, daß ich dich genieß, Wenn die Krankheit streng und heftig. Denn was jetzt den Leib bewegt, Was mein Fleisch und Mark verzehret, Was den Körper jetzt be schweret, Hat die Liebe selbst erregt. mand 3. Leiden ist jetzt mein Geschäfte; Andres kann ich jetzt nicht thun, Als nur in dem Leiden ruhn. Leiden müssen meine Kräfte, Leiden ist jetzt mein Gewinnst; Das ist jetzt des Vaters Wille, Den verehr ich sanft und stille; Leiden ist mein Gottesdienst. 4. Gott, ich nehms aus deinen Händen Als ein Liebeszeichen an; Denn in solcher Leidensbahn Willst du meinen Geist vollenden. Auch die Labung, die man mir Zu des Leibes Nothdurft giebet, Kommt von dir, 5. Laß nur nicht den Geist ermüden Bei des Leibes Mattigkeit, Daß er sich zu aller Zeit In dich senk in Lieb und Frieden. Laß des Leibes Angst und Schmerz Nicht der Seelen Auffahrt hindern Und die Ruhe in mir mindern; Unterstütze du das Herz. Indust 6. Hilf mir, daß ich ganz bescheiden, Ganz in Ruh mit Freundlichkeit, Sanfte mit Ge horsamkeit Mög auf meinem Bette leiden. Denn wer hier am Fleische leidt, Wird errettet von den Sünden, So den Körper oft entzünden, Und an seis nem Geist erneut. 7. Dir empfehl ich nun mein Leben, und dem Kreuze meinen Leib. Gieb, daß ich mit Freuden bleib Un dich völlig übergeben. Denn so weiß ich festiglich, Ich mag leben, oder sterben, Daß ich nicht mehr fann verderben; Denn die Liebe reis nigt mich. No Ichin- 10 Chr. Friebr. Richter, geb. 1676, t. 1711 Qi XXII. Sterbelieder. mitten wir im erzürnet hat. Heiliger Herre 553. Mi Leben sind Gott, Heiliger, starker Gott, Mit dem Tod umfangen. Wen fuchn wir, der Hülfe thu, Daß wir Gnad erlangen? Das bist du, Herr, alleine. Uns reuet unser Missethat, Die dich, Herr, 2. Mitten in dem Tod anHeiliger, barmherziger Heiland, Du ewiger Gott, Laß uns nicht versinken In des bittern Todes Noth! Kyrieleison! Sterbelieder. 417 Mit Fried und Freud ich fahr dahin. ficht Uns der Höllen Rachen. Wer will uns aus solcher Noth Frei und ledig machen? Das 3. Ob mich gleich hat betrothust du, Herr, alleine. Es jam- gen Die Welt, von Gott gezos mert dein Barmherzigkeit Unser gen Durch Schand und BüSünd und großes Leid. Heili- berei: Will ich doch nicht verger Herre Gott, Heiliger, star- zagen, Sondern mit Glauben fer Gott, Heiliger, barmherzi-| sagen, Daß mir mein Sünd ger Heiland, Du ewiger Gott, vergeben sei. Laß uns nicht verzagen Vor der tiefen Höllen Gluth! Kyrieleison! 4. Auf Gott steht mein Vertrauen, Sein Angsicht will ich schauen Wahrlich durch Jesum Christ, Der für mich ist gestorben, Des Vaters Huld erworben; Mein Mittler er auch worden ist. 3. Mitten in der Höllen Angst Unser Sünd uns treiben. Wo folln wir denn fliehen hin, Da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine. Vergoffen ist dein theures Blut, Das gnug für die Sünde thut. Heiliger Herre Gott, Heiliger, starker Gott, Heiliger, barmherziger Heiland, Du ewiger Gott, Laß uns nicht entfallen Von des rechten Glaubens Trost! Kyrieleison! Martin Luther, geb. 1483, t. 1546; nach: Media vita in morte sumus, von Rotter Balbulus, st. 912. Welt, ich muß dich 554. Ich fahr dahin mein Straßen Ins ewge Vaterland. Mein Geist will ich aufgeben, Dazu mein Leib und Leben Setzen in Gottes gnädge Hand. 5. Die Sünd mag mir nicht schaden, Erlöst bin ich aus Gnaden, Umsonst, durch Chriſti Blut. Kein Werk kommt mir zu from men: So will ich zu ihm kommen Allein durch wahren Glauben gut. 6. Ich bin ein unnütz Knechte; Mein Thun ist viel zu schlechte, Denn daß ich ihm bezahl Damit das ewge Leben; Umsonst will er mirs geben, Und nicht nach meinm Verdienst und Wahl. 7. Drauf will ich fröhlich ster-. ben, Das Himmelreich ererben, Wie er mirs hat bereit. Hie mag ich nicht mehr bleiben, Der Tod thut mich vertreiben; Mein Seele sich vom Leibe scheidt. 8. Damit fahr ich von hinWelt, thu dich befinnen; Denn du mußt auch hernach! Thu dich zu Gott befehren Und von ihm Gnad begehren; 27 2. Mein Zeit ist nun vollendet, Der Tod das Leben en- nen. det, Sterben ist mein Gewinn. Kein Bleiben ist auf Erden, Das Ewge muß mir werden; M. R. Gesangbuch. Sterbelieder. 418 Im Glauben sei du auch nicht schwach. 9. Die Zeit ist schon vorhanden. Hör auf von Sünd und Schanden Und richt dich auf die Bahn Mit Beten und mit 4. Nun laßt uns wachen alle Wachen. Laß fahrn all irdschen| Stund Und dies gar wohl beSachen Und fang ein göttlich Leben an. trachten. Die Lust der Welt geht gar zu Grund; Die sollen wir verachten Und warten auf das höchste Gut, Das ewig uns erfreuen thut. Das helf uns Chri10. Das schenk ich dir am Ende. Ade! Zu Gott mich wende, Zu ihm steht mein Begehr. Hüt dich vor Pein und Schmer- stus! Amen! zen; Nimm mein Abschied zu Herzen. Meins Bleibens ist jeßt hie nicht mehr. Joke Joh. Heffe, geb. 1490, st. 1547. Mel. Wenn mein Stündlein vorhanden ist. schaft, Ein gar herrliches Leben, mit solcher Wonne, Freud und Lust, Die auch kein Mensch hier hat gekost, Noch nie kein Herz erfahren. 555. Mensch, beD denk zu die ser Frist, Was dein Ruhm ist auf Erden; Denn nicht allhie dein Bleiben ist: Du mußt zur Leiche werden. Es ist dein Le ben wie ein Heu Und fleucht dahin, gleichwie die Spreu, Welche der Wind verjaget. 2. Gedenk, du bist hier nur ein Gast Und kannst nicht länger bleiben. Die Zeit läßt dir nicht Ruh, noch Rast, Bis sie dich thut vertreiben. So eile zu dem Vaterland, Das dir hat Christus zugewandt Durch sein heiliges Leiden. 3. Daselbst wird rechte Bürgerschaft Den Gläubigen gegeben, Dazu der Engel BrüderJoh. Hesse, geb. 1490, p. 1547. 556. We Stündlein vorhanden ist, Und soll hinfahrn mein Straße, So gleit du mich, Herr Jesu Christ, Mit Hülf mich nicht verlaffe. Mein Seel an meinem letzten End Befehl ich, Herr, in deine Händ; Du wollst sie mir bewahren. 2. Mein Sünd mich werden fränken sehr, Mein Gwissen wird mich nagen; Denn ihr sind viel, wie Sand am Meer: Doch will ich nicht verzagen. Gedenken will ich an dein Tod, Herr Jesu, und dein Wunden roth; Die werden mich erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib; Deß tröst ich mich von Herzen. Von dir ich ungeschieden bleib In Todesnoth und Schmerzen. Wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir; Ein erigs Leben hast du mir Durch deinen Tod erworben. Sterbelieder. 419 4. Weil du vom Tod erstan- menschlich Hülf zerrinnt: So den bist, Werd ich im Grab nicht bleiben. Mein höchster Trost dein Auffahrt ist; Todsfurcht kann sie vertreiben. Denn wo du bist, da komm ich hin, Daß ich stets bei dir leb und bin: Drum fahr ich hin mit Freuden. komm, Herr Christe, mir bes hend Zu Hülf an meinem legs ten End Und führ mich aus dem Jammerthal, Verkürz mir auch des Todes Qual. akce 5. So fahr ich hin zu Jesu Christ; Mein Arm thu ich ausstrecken. So schlaf ich ein und ruhe fein; Kein Mensch kann mich aufwecken. Denn Jesus Christus, Gottes Sohn, Der wird die Himmelsthür aufthun, Mich führn zum ewgen Leben. Nic. Hermann, f. 1561: nac: Turbabor, sed non perturbabor, von Augustinus. 4. Die bösen Geister von mir treib; Mit deinem Geist stets bei mir bleib, Bis sich die Seel vom Leib abwendt. So nimm ste, Herr, in deine Händ. Der Leib hat in der Erd sein Ruh, Bis sich der jüngst Tag naht herzu. 5. Ein fröhlich Auferstehn verleih; Am jüngsten Gricht mein Fürsprech sei Und meiner Sünd nicht mehr gedenk; Aus Gnaden mir das Leben schenk. Wie Eigene Melodie. Oder: Vater unser du hast zugesaget mir In deis im Himmelreich. nem Wort, das trau ich dir: 557. Herr Jefu Chrift, wahr Mensch und Gott, Der du littst Marter, Angst und Spott, Für mich am Kreuz auch endlich starbst Und mir deins Vaters Huld erwarbst: Ich bitt durchs bittre Leiden dein, Du wollst mir Sünder gnädig sein. 2. Wenn ich nun fomm in Sterbensnoth Und ringen werde mit dem Tod; Wenn mir vergeht all mein Gesicht Und meine Ohren hören nicht; Wenn meine Zunge nichts mehr spricht Und mir vor Angst mein Herz zerbricht; 3. Wenn mein Verstand sich nichts befinnt Und mir all 6. Fürwahr, fürwahr, euch sage ich: Wer mein Wort hält und glaubt an mich, Der wird nicht kommen ins Gericht Und den Tod ewig schmecken nicht. Und ob er schon hier zeitlich stirbt, Mit nichten er drum gar verdirbt; 7. Sondern ich will mit starfer Hand Ihn reißen aus des Todes Band Und zu mir nehmen in mein Reich; Da soll er dann mit mir zugleich In Freuden leben ewiglich. Dazu hilf uns ja gnädiglich! 8. Ach, Herr, vergieb all uns ser Schuld; Hilf, daß wir warten mit Geduld, Bis unser Stündlein kommt herbei; Auch 27* Sterbelieder. 420 unser Glaub stets wacker sei, Deinm Wort zu trauen festiglich, Bis wir einschlafen seliglich. Paul Eber, geb. 1515, ft. 1569. shir kural Indian Mel. Bater unser im Himmelreich. En Christi Wunab all Ungerechtigkeit In meinem ganzen Leben. 3. Soll ich einmal nach deis nem Rath Von dieser Welt abscheiden: Verleih mir, Herr, nur deine Gnad, Daß es gescheh mit Freuden. Mein Leib und Seel befehl ich dir; O Herr, ein selig End gieb mir Durch Jesum Christum! Amen! 558. den schlaf ich ein; Die machen mich von Sünden rein. Christi Blut und Gerechtigkeit, Das ist mein Schmuck und Ehrenkleid; Da- i br mit will ich vor Gott bestehn, 560. Christus, der ift zum werd Wenn eingehn. mein Leben, Sterben ist mein Gewinn; Jhm hab ich mich ergeben, Mit Freud fahr ich dahin. 2. Mit Fried und Freud ich fahr dahin; Ein Gotteskind ich allzeit bin. Dank hab, o Tod, du förderst mich; Ins ewge Le ben wandre ich, Mit Christi Blut gereinigt fein. Herr Jesu, stärk den Glauben mein. Casp. Bienemann, geb. 1540, st. 1591. 2. Mit Freud fahr ich von dannen Zu Christ, dem Bruder mein, Daß ich mög zu ihm kommen und ewig bei ihm sein. 3. Nun hab ich überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Noth; Durch seine heilgen Wunden Bin ich versöhnt mit Gott. Paul Eber, geb. 1515, st. 1569. 559. Her ply Mel. Aus tiefer Noth schrei ich zu dir. err, wie du willt, so schicks mit mir Im Leben und im Sterben. Allein zu dir steht mein Begier; Laß mich, Herr, nicht verderben. Erhalt mich nur in 5. Wenn mein Herz und deiner Huld; Sonst, wie du willst. Gieb mir Geduld; Dein Will, der ist der beste. 4. Wenn meine Kräfte brechen, Mein Athem hemmt den Lauf, Und kann kein Wort mehr sprechen: Herr, nimm mein Seufzen auf! She is Gedanken Vergehn, als wie ein Licht, Das hin und her thut wanken, Wenn ihm die Flamm gebricht: 6. Alsdann fein sanft und stille, Herr, laß mich schlafen ein, Nach deinem Rath und Willen, Wenn kommt mein 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, Und Lieb zu deinem Worte. Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr Und gieb mir hier und dorte, Was dient zu meiner Seligkeit. Wend Stündelein. Sterbelieder. 421 7. Und laß mich an dir kle- strebn; Seinm Willn will ich ben, Wie eine Klett am Kleid, mich ganz ergebn. mit 39id Und ewig bei dir leben Ins Himmels Wonn und Freud. 8. So sing ins Himmels Throne Jch dir Lob, Ehr und Preis, Dieweil ich bei dir wohne Im schönen Paradeis. 2. Mein Zeit und Stund ist, wann Gott will; Ich schreib ihm nicht vor Maß, noch Ziel. Es sind gezählt all Härlein mein, Beid, groß und klein; Fällt feines ohn den Willen sein. Vor 1604. 3. Es ist allhier ein Jammer thal, Angst, Noth und Trübfal Mel. Herr Jesu Christ, meins Lebens 2c. überall. Des Bleibens ist ein armer kleine Zeit, Voll Müh und Leid; 561. Joch gar nichts Und wers bedenkt, iſt immer im Streit. bin, Gotts Sohn allein ist mein Gewinn; Daß er Mensch worden, ist mein Trost; Er hat mich durch sein Blut erlöst. 2., Gott Vater, regier du mich mit deinem Geist beständiglich. Laß deinen Sohn, mein Trost und Lebn, Allzeit in meinem Herzen schwebn. 3. Wenn mein Stündlein vorhanden ist, Nimm mich zu dir, Herr Jesu Christ; Denn ich bin dein und du bist mein. Wie gern wollt ich bald bei dir fein! 4. Herr Jesu Christe, hilf du mir, Daß ich ein Zweiglein bleib an dir Und nachmals mit dir aufersteh, Zu deiner Herrlichkeit eingeh. Joh. Les, 1600, nach Phil. Melanchthons: Nil sum, nulla miser novi solatia. 4. Was ist der Mensch? Ein Erdenkloß. Auf Erden kommt er nackt und bloß, Bringt nichts mit sich auf diese Welt, Kein Gut, noch Geld; Nimmt nichts mit sich, wenn er hinfällt. 5. Es hilft fein Reichthum, Geld, noch Gut, Kein Kunst, fein Gunst, noch stolzer Muth; Fürn Tod kein Kraut gewachsen ist, Mein frommer Christ! Alles, was lebet, sterblich ist. ich hab mein Sach 562.J Gott heimge stellt; Er machs mit mir, wies ihm gefällt. Soll ich allhier noch länger lebn: Nicht wider6. Heut sind wir frisch, ge sund und stark,- Morgen todt und liegen im Sarg. Heut blühn wir, wie die Rosen roth, Bald frank und todt! Ist allenthalben Müh und Noth. 7. Man trägt Eins nach dem Andern hin: Wohl aus den Aus gen, aus dem Sinn. Die Welt vergisset unser bald, Jung, oder alt, Auch unser Ehren mannigfalt. Posljembi mun Soll ich allhier 8. Ach, Herr, lehr uns bes denken wohl, Daß wir sind KORACE Sterbelieder. 422 sterblich allzumal Und wir allhier kein Bleiben habn; Müssn all davon, Gelehrt, reich, jung, alt, oder schön. 9. Das macht die Sünd, o treuer Gott; Dadurch ist kommn der bittre Tod. Der nimmt und frißt all Menschenkind, Wie er fie findt; Fragt nicht, weß Stands und Ehrn sie sind. 10. Ich hab hier wenig guter Tag; Mein täglich Brot ist Müh und Plag. Wenn mein Gott will, so will ich mit Hinfahrn in Fried; Sterbn ist Gewinn und schadt mir nicht. 11. Und ob mich schon mein Sünd anficht, Dennoch will ich verzagen nicht. Ich weiß, daß mein getreuer Gott Für mich in Tod Sein lieben Sohn gegeben hat. 15. Mein lieber, frommer, treuer Gott All mein Gebein bewahren thut; Da wird nicht eins vom Leibe mein, Groß, oder klein, Umkommen, noch verloren sein. 16. Mein lieben Gott von Angesicht Werd ich anschaun, dran zweifl ich nicht, In ewger Freud und Herrlichkeit, Die mir bereit. Ihm sei Lob, Preis in Ewigkeit! 17. D, Jesu Christe, Gottes Sohn, Der du für mich hast gnug gethan: Ach, schleuß mich in die Wunden dein! Du bist allein Der einge Trost und Helfer mein. 14. Das ist mein Trost zu aller Zeit, In allem Kreuz und Traurigkeit. Ich weiß, daß ich am jüngsten Tag Ohn alle Klag Werd auferstehn aus meinem Grab. 18. Amen! Mein lieber, frommer Gott, Bescher uns Alln ein selgen Tod. Hilf, daß wir mögen allzugleich Bald in dein Reich Kommen und bleiben ewiglich. Joh. Pappus, geb. 1559, st. 1610. 12. Derselbe, mein Herr Jesus Christ, Für all mein Sünd gestorben ist Und auferstanden mir zu gut, Der Hölle Gluth Gelöscht mit seinem theuern Mel. Wie nach einer Wasserquelle. Bint. 13. Dem leb und sterb ich 563. Freu bich fer, o allezeit; Von ihm mich auch der Tod nicht scheidt. Ich leb, odr sterb, so bin ich sein; Er ist allein Der einge Trost und Helfer mein. meine Seele, Und vergiß all Noth und Qual, Weil dich nun Christus, dein Herre, Ruft aus dieſem Jammerthal. Aus Trübsal und groBem Leid Sollst du fahren in die Freud, Die kein Ohr je hat gehöret, Die in Ewigkeit auch währet. 2. Tag und Nacht hab ich gerufen Zu dem Herren, meinem Gott, Weil mich stets viel Sterbelieder. 423 Kreuz betroffen, Daß er mir| mein Licht und Straße; Mich hülf aus der Noth. Wie sich sehnt ein Wandersmann Nach dem Ende seiner Bahn, So hab ich gewünschet eben, Daß fich enden möcht mein Leben. 3. Denn gleich wie die Rosen stehen Unter Dornen spißig gar, Also auch die Christen gehen Stets in Nengsten und Gefahr. Wie die Meereswellen sind Unter ungestümem Wind, Also ist allhier auf Erden Unser Lauf voller Beschwerden. 4. Welt, Tod, Teufel, Sünd und Hölle, Unser eignes Fleisch und Blut Plagen stets hier unfre Seele, Laffen uns bei feinem Muth. Wir sind voller Angst und Plag; Lauter Kreuz sind unfre Tag. Wenn wir nur geboren werden, Jammer gnug findt sich auf Erden. mit Beistand nicht verlasse. 7. In dein Seite will ich fliehen An meinm bittern Todesgang; Durch dein Wunden will ich ziehen Ins himmliſche Vaterland. In das schöne Paradeis, Drein der Schächer thät sein Reis, Wirst du mich, Herr Christ, einführen Und mit ewger Klarheit zieren. 8. Db mir schon die Augen brechen, Das Gehör auch gar verschwindt, Ob mein Zung nicht mehr kann sprechen, Mein Vers stand sich nicht besinnt: Bist du doch mein Licht und Hort, Das Leben, der Weg, die Pfort. Du wirst selig mich regieren Und die Bahn zum Himmel führen. 9. Laß dein Engel mit mir fahren Auf Elias Wagen roth, Und mein Seele wohl bewahren ,, Wie Lazarum nach seinm Tod. Laß sie ruhn in deinem Schoß; Fülle sie mit Freud und Trost, Bis der Leib kommt aus der Erde Und mit ihr vereinigt werde. 5. Wenn die Morgenröth herleuchtet, Und der Schlaf sich von uns wendt, Sorg und Kummer daher streichet; Müh findt sich an allem End. Unsre Thränen sind das Brod, So wir essen früh und spat. Wenn die Sonn nicht mehr thut scheinen, Ist es Klagen nur und Weinen. 6. Drum, Herr Christ, du Morgensterne, Der du ewiglich aufgehst, Sei von mir jegund nicht ferne, Weil mich dein Blut hat erlöst. Hilf, daß ich mit Fried und Freud Mög von hinnen fahren heut. Ach, sei du 10. Freu dich sehr, o meine Seele, Und vergiß all Noth und Qual, Weil dich nun Christus, dein Herre, Ruft aus diesem Jammerthal. Seine Freud und Herrlichkeit Sollst du sehn in Ewigkeit, mit den Engeln jubiliren, In Ewigkeit triumphiren. Caspar v. Warnberg, vor 1620. 424 Sterbelieder. 564. Herzlich thut mich erzlich thut mich 6. Wenn ich auch gleich nun verlangen Nach scheide Von meinen Freunden einem selgen End, Weil ich hier gut, Das mir und ihnn bringt bin umfangen Mit Trübsal und Leide: Doch tröstet mich mein Elend. Ich hab Lust abzuschei- Muth, Daß wir in großen Freus den Von dieser argen Welt, den Zusammen werden kommn, Sehn mich nach ewgen Freu- Wo nichts uns mehr wird scheiden. Jesu, komm nur bald! den, Jin himmelischen Thron. 2. Du hast mich ja erlöset Von Sünd, Tod, Teufl und Höll. Es hat dein Blut gekoftet; Drauf ich mein Hoffnung stell. Warum sollt mir denn grauen Vor Teufel, Tod und Sünd? Weil ich auf dich kann bauen, Bin ich ein seligs Kind. 7. Ob ich auch hinterlasse Betrübte Waiselein, Dern Noth mich übr die Maße Jammert im Herzen mein: Will ich doch gerne sterben Und trauen meinem Gott. Er wird sie wohl versorgen, Retten aus aller Noth. 3. Wenn gleich süß ist das Leben, Der Tod sehr bitter mir, Will ich mich doch ergeben, zu sterben willig dir. Ich weiß ein besser Leben, Da meine Seel fährt hin. Deß freu ich mich gar eben: Sterben ist mein Gewinn. 8. Was thut ihr so verzagen, Ihr armen Waiselein? Sollt euch Gott Hülf versagen, Der speist die Raben klein? Frommen Wittwen und Waisen Ist Gott der Vater treu. Er wird es euch beweisen; Das glaubet ohne Scheu. 4. Der Leib zwar in der Erden Zu Staub und Asche kehrt, Doch auferweckt soll werden Durch Christum schön verklärt; Wird leuchten, als die Sonne, Und leben ohne Noth In Himmelsfreud und Wonne. Was schadt mir denn der Tod? 5. Ob mich die Welt gleich reizet, Länger zu bleiben hier, Und mir auch immer zeiget Ehr, Geld, Gut, all ihr Zier: Doch ich es gar nicht achte; Es währt ein kleine Zeit. Das Himmlisch ich betrachte; Das bleibt in Ewigkeit. 9. Gesegn euch Gott der Herre, Ihr Vielgeliebten mein! Trauert nicht allzusehre Ueber den Abschied mein. Beständig bleibt im Glauben! Wir werdn in furzer Zeit Einander wiederschauen Dort in der Ewigkeit. 10. Nun ich mich gänzlich wende Zu dir, Herr Christ, als lein. Gieb mir ein seligs Ende; Send mir dein Engelein; Führ mich ins ewge Leben, Das du erworben hast, Da du dich hingegeben Für meine Sündenlast. 11. Hilf, daß ich ja nicht wanke Bon dir, Herr Jesu Christ. Den schwachen Glau Sterbelieder. 425 ben stärke In mir zu aller Frist.| mein Licht, Wenn mir der Tod Hilf mir ritterlich ringen. Dein das Herz zerbricht. Behüte mich Hand mich halt in Acht, Daß vor Ungeberd, Wenn ich mein ich mög fröhlich fingen: Gott Haupt nun neigen werd. Lob, es ist vollbracht! Christoph Knoll, geb. 1563, st. 1621. 8. Dein Kreuz laß sein mein Wanderstab, Mein Ruh und Rast dein heilges Grab; Die reinen Grabetücher dein Laß meine Sterbekleider sein. 9. Auf deinen Abschied, Herr, ich trau, Darauf mein letzte Heimfahrt bau. Thu mir die Himmelsthür weit auf, Wenn ich beschließ meins Lebens Lauf. 565. err Jesu Christ, meins Lebens Licht, Mein höchster Trost, mein Zuversicht! Auf Erden bin ich nur ein Gast, Und drückt mich sehr der Sünden Last. 2. Ich hab vor mir ein schwe re Reis Zu dir ins himmlisch Paradeis; Da ist mein rechtes Vaterland, Daran du hast dein Blut gewandt. 3. Zur Reis ist mir mein Herz sehr matt, Der Leib gar wenig Kräfte hat; Allein mein Seele schreit in mir: Herr, hol mich heim, nimm mich zu dir! 4. Drum stärk mich durch das Leiden dein In meiner lezzten Todespein. Dein Hohn und Spott, dein Dornenkron Laß sein mein Ehre, Freud und Wonn. 5. Dein Durst und Gallentrank mich lab, Wenn ich sonst feine Stärkung hab. Dein Angstgeschrei komm mir zu gut, Bewahr mich vor der Höllen Gluth. 6. Wenn mein Mund nicht kann reden frei, Dein Geist in meinem Herzen schrei. Hilf, daß mein Seel den Himmel find, Wenn meine Augen werden blind. 7. Dein letztes Wort laß sein 10. Am jüngsten Tag erweck mein Leib; Hilf, daß ich dir zur Rechten bleib, Daß mich nicht treffe dein Gericht, Das ein erschrecklich Urtheil spricht. 11. Alsdann mein Leib erneure ganz, Daß er leucht, wie der Sonne Glanz, Sei ähnlich deinem klaren Leib und gleich den lieben Engeln bleib. 12. Wie werd ich dann so fröhlich sein! Werd singen mit den Engeln dein Und mit der Auserwählten Schaar Schaun ewiglich dein Antlig klar! 700) Martin Behemb, geb. 1557, st. 1622. 566. Valet*) will ich dir geben, arge, falsche Welt! Dein sündlich, böses Leben Durchaus mir nicht gefällt. Im Himmel ist gut wohnen; Hinauf steht mein Begier. Da wird Gott ehrlich lohnen Dem, der ihm dient all*) Abschied. hier. 426 Sterbelieder. Ruh; Laß fahren, was auf Erden, Will lieber selig werden. 2. Rath mir nach deinem| gelitten, Mich müd gestritten, Herzen, O Jesu, Gottes Sohn. Schick mich fein zu zur ewgen Soll ich ja dulden Schmerzen, Hilf mir, Herr Christ, davon; Verkürz mir alles Leiden, Stärk meinen blöden Muth; Laß mich selig abscheiden, Setz mich in dein Erbgut. 2. Wie du mir, Herr, befohlen hast, Hab ich mit wah rem Glauben Mein lieben Heiland aufgefaßt In mein Arm, dich zu schauen. Hoff zu bestehen; Will frisch eingehen Ausm Thränenthal in Freudensaal; Laß fahren, was auf Erden, Will lieber selig werden. 3. In meines Herzen Grunde Dein Nam und Kreuz allein Funkelt all Zeit und Stunde; Drauf kann ich fröhlich sein. Erschein mir in dem Bilde, Zum Trost in meiner Noth, Wie du, Herr Christ, so milde Dich hast geblut zu Tod. 4. Verbirg mein Seel aus Gnaden In deine offne Seit; Rück sie aus allem Schaden Jn deine Herrlichkeit. Der ist wohl hie gewesen, Wer kommt ins Himmels Schloß. Der ist ewig genesen, Wer bleibt in deinem Schoß. 3. Laß mich nur, Herr, wie Simeon, Im Frieden zu dir fahren. Befiehl mich Christo, deinem Sohn; Der wird mich wohl bewahren. Wird mich recht führen, Im Himmel zieren Mit Ehr und Kron; fahr drauf davon; Laß fahren, was auf Erden, Will lieber selig werden. Joh. Kiel, geb. 1584, t. 1627. 5. Schreib meinen Namn aufs beste Ins Buch des Le 568. Machs mit mir, bens ein, Und bind mein Seel fein feste Ins schöne Bündelein Der, die im Himmel grünen Und vor dir leben frei: So will ich ewig rühmen, Daß dein Herz treue sei. Gott, nach deiner Güt. Hilf mir in meinem Leiden! Versag mir nicht, was ich dich bitt: Wenn sich mein Seel soll scheiden, So nimm sie, Herr, in deine Händ. Ist Alles gut, wenn gut das End. Valerius Herberger, geb. 1562, st. 1627. 2. Gern will ich folgen, lieber Herr: Du wirst mir nichts verderben; Denn du bist ja von mir nicht fern, Ob ich gleich hie muß sterben, Verlassen meis ne lieben Freund, Dies mit err Gott, nun 567. Herr schleuß den Himmel auf; Mein Ziel zu End fich neiget. Ich hab vollendet meinen Lauf, Deß sich mein Seel sehr freuet. Hab gnug mir herzlich gut gemeint. Sterbelieder. 427 Freud dahin. 3. Ruht doch der Leib sanft| Fried und Gnaden Fahr ich mit n der Erd, Die Seel zu dir sich chwinget, In deine Hand fie inversehrt Durch Tod ins LeSen dringet. Hier ist doch nur ein Thränenthal, Angst, Noth und Trübsal überall. trac 4. Tod, Teufel, Höll, die Welt und Sünd Mir können nicht mehr schaden. Bei dir, o Herr, ich Rettung find; Sch tröst mich deiner Gnaden. Dein einger Sohn aus Lieb und Huld Für mich bezahlt hat alle Schuld. 5. Warum sollt ich denn traurig sein, Weil ich so wohl bestehe, Bekleidt mit Christi Unschuld rein, Wie eine Braut hergehe? Gehab dich wohl, du schnöde Welt! Bei Gott le= zu ben mir gefällt. Joh. Herm. Schein, geb. 1587, ft. 1630. Mel. Herzlich thut mich verlangen. ich hab mich Gott 569.J ergeben, Dem liebsten Vater mein. Hier ist kein Immer- leben; Es muß geschieden sein. Der Tod kann mir nicht schaden, Er ist nur mein Gewinn. In Gottes Fried und Gnaden Fahr ich mit Freud dahin. 2. Mein Weg geht jetzt vorüber. Welt, was acht ich dein? Der Himmel ist mir lie ber; Da muß ich trachten ein, Mich nicht zu sehr beladen, Weil ich wegfertig bin. In Gottes 3. Ach, selge Freud und Wonne Hat mir der Herr bereit, Da Christus ist die Sonne, Leben und Seligkeit. Was kann mir doch nun schaden, Weil ich bei Christo bin? In Gottes Fried und Gnaden Fahr ich mit Freud dahin. 4. Gesegn euch Gott, ihr Meinen, Ihr Liebsten allzumal! Um mich sollt ihr nicht weinen: Ich weiß von keiner Qual. Den rechten Port*) noch heute Nehmt fleißig ja in Acht! In Gottes Fried und Freude Fahrt mir *) Hafen. bald alle nach. Joh. Siegfried, geb. 1564, st. 1637. Mel. Gottes Sohn ist kommen. 570. Herr, nun laß in Friede, Lebenssatt und müde, Deinen Diener fahren Zu den Himmelsschaaren, Selig und im Stillen, Doch nach deinem Willen. 2. Gerne will ich sterben Und den Himmel erben. Christus mich geleitet, Welchen Gott bereitet Zu dem Licht der Heiden, Das uns segt in Freuden. 3. Hier hab ich gestritten, Ungemach erlitten, Ritterlich) gekämpfet, Manchen Feind gedämpfet, Glauben auch gehalten Richtig mit den Alten. 4. Thränen muß ich lassen, Weinen ohne Maßen, Schwere Gänge laufen Mit der Christen Sterbelieder. 428 Haufen, Ueber Sünde klagen, Kreuz und Trübsal tragen. 5. Nunmehr soll es wenden, Kampf und Lauf sich enden; Gott will mich erlösen Bald von allem Bösen; Mich soll ganz umgeben Himmlisch Freudenleben. Kein Fels, kein Erz kann stehn. Dies, was uns kann ergößen, Was wir für ewig schätzen, Wird als ein leichter Traum vergehn. 2. Was sind doch alle Sachen, Die uns ein Herze machen, Als schlechte Nichtigkeit? Was ist des Menschen Leben, Das stets umher muß schweben, Als eine Phantasie der Zeit? 3. Der Ruhm, nach dem wir dürfen streiten; Es soll besser trachten, Den wir unsterblich werden, Als es war auf Erachten, Ist nur ein falscher den. Wahn; Sobald der Geist ge7. Mir ist beigeleget, Wo wichen Und dieser Mund erman Scepter träget, Eine schö- blichen, Fragt Keiner, was man ne Krone Mit dem Gnaden hier gethan. lohne; Da werd ich ergözet Und zur Ruh geſeßzet. 4. Es hilft nicht Kunst, noch Wissen; Wir werden hingerissen Ohn einen Unterscheid. Was nützt der Schlösser Menge? Dem hie die Welt zu enge, Dem wird ein enges Grab zu weit. 6. Frieden werd ich finden, Ledig sein von Sünden, Und auf allen Seiten nicht mehr 8. Mein Erlöser lebet, Der mich selber hebet Aus des Todes Kammer; Da liegt aller Jammer. Fröhlich, ohne Schrekken, Will er mich erwecken. 9. Dieser Leib soll gehen Und in Klarheit stehen, Wenn die Todten werden Erstehn von der Erden. Christum werd ich schauen; Darauf kann ich trauen. 10. Ihm drum will ich singen, Lob und Ehre bringen, Rühmen seine Güte Mit Seel und Gemüthe, Preisen seinen Namen Ohn Aufhören. Amen! David Böhm, geb. 1605, st. 1657. Mel. Nun ruhen alle Wälder. ie Herrlichkeit 571. S der Erden Muß Staub und Asche werden; 5. Dies Alles wird zerrinnen, Was Müh und Fleiß gewinnen und saurer Schweiß erwirbt. Was Menschen hier besigen, kann für den Tod nicht nüßen; Dies Alles stirbt uns, wenn man stirbt. 6. Ist eine Lust, ein Scherzen, Das nicht ein heimlich Schmerzen Mit Herzensangst vergällt? Was ists, womit wir prangen? Wo wirst du Ehr erlangen, Die nicht in Hohn und Schmach vers fällt? 7. Was pocht man auf die Throne, Da keine Macht, noch Krone Kann unvergänglich sein? Sterbelieder. 429 Es mag vom Todtenreihen Kein| 14. Wohl dem, der auf ihn Scepter dich befreien, Kein Pur- trauet! Er hat recht fest ges pur, Gold, noch edler Stein. 8. Wie eine Rose blühet, Wenn sie die Sonne siehet Begrüßen diese Welt, Die, eh Der Tag fich neiget, Eh sich der Abend zeiget, Verwelkt und unversehns abfäll bauet; Und ob er hier gleich fällt, Wird er doch dort bestes hen Und nimmermehr vergehen, Weil ihn die Stärke selbst erhält. Andr. Gryphius, geb. 1616, st. 1664. 9. So wachsen wir auf ErUnd hoffen groß zu Mel. Herzlich thut mich verlangen. bin Gast den, Bon Schmerz und Gorgen 572. Ich fir ein Kaft auf Erden Und hab hier keinen Stand. Der Himmel soll mir werden; Da ist mein Vaterland. Hier reis ich aus und abe: Dort in der ewgen Ruh Ist Gottes Gnadengabe; Die schleußt all Arbeit zu. frei; Doch eh wir zugenommen Und recht zur Blüthe kommen, Bricht uns des Todes Sturm entzwei. 10. Wir rechnen Jahr auf Jahre; Indeffen wird die Bah re Uns vor die Thür gebracht. Drauf müssen wir von hinnen Und, eh wir uns befinnen, Der Erden sagen gute Nacht. 11. Weil uns die Lust ergötzet, Und Stärke frei uns schätzet Und Jugend sicher macht, Hat uns der Tod bestricket, Die Wollust fortgeschicket Und Jugend, Stärk und Muth verlacht. 12. Auf! Herz, wach und bedenke, Daß dieser Zeit Geschenke Den Augenblick nur dein. Was du zuvor genossen, Ist als ein Strom verschossen; Was fünftig, wessen wird es sein? 13. Verachte Welt und Eh re, Furcht, Hoffen, Gunst und Lehre, Und fleuch den Herren an, Der immer König bleibet, Den feine Zeit vertreibet, Der einig ewig machen kann. - 2. So will ich zwar nun treiben Mein Leben durch die Welt; Doch denk ich nicht zu bleiben In diesem fremden Zelt. Ich wandre meine Straße, Die zu der Heimath führt, Da mich ohn alle Maße Mein Vater trösten wird. 3. Mein Heimath ist dort oben, Da aller Engel Schaar Den großen Herrscher loben, Der Alles ganz und gar In seinen Händen träget und für und für erhält, Auch Alles hebt und leget, Nachdems ihm wohlgefällt. MUNCUN 4. Zu dem steht mein Verlangen; Da wollt ich gerne hin. Die Welt bin ich durchgangen, Daß ichs fast müde bin. Se länger ich hier walle, Je wen 430 Sterbelieder. ger find ich Freud, Die mei- zu. Da wird sein der recht nem Geist gefalle; Das Meist Friede Und die stolze Seelen ist Herzeleid. ruh. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, Nichts, denn lau ter Eitelkeit: In dem Himme allezeit Friede, Freud und Se ligkeit. 2. Wann ich werde dahin kommen, Bin ich aller Krank heit los Und der Traurigkei entnommen, Ruhe sanft in Got tes Schoß. Welt, bei dir if Angst und Noth, Endlich gar der bittre Tod; Aber dort ist allezeit Friede, Freud und Se ligkeit. 3. Was ist doch der Erder Freude? Nebel, Dampf und Herzeleid. Hier auf dieser schwarzen Haide Sind die Laster aus. gestreut. Welt, bei dir ist Krieg und Streit, Nichts, denn lauter Eitelkeit: In dem Himmel allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 4. Unaussprechlich schöne singet Gottes auserwählte Schaar; Heilig! Heilig! Heilig! klinget In dem Himmel immerdar. Welt, bei dir ist Spott und Hohn Und ein steter Jammerlohn: In dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 5. Nichts ist hier, denn lauter Weinen, Keine Freude bleibet nicht. Will uns gleich die Sonne scheinen, So verhemmt die Nacht das Licht. Welt, bei bin dein müdir ist Angst und Noth, Sorde; Ich will nach dem Himmel gen und der bittre Tod: In 5. Die Herberg ist zu böse, Der Trübsal ist zu viel. Ach komm, mein Gott, und löse Mein Herz, wenn dein Herz will! Komm, mach ein seligs Ende An meiner Wanderschaft, Und was mich fränkt, das wende Durch deinen Arm und Kraft! 6. Wo ich bisher gesessen, Ist nicht mein rechtes Haus. Wenn mein Ziel ausgemessen, So tret ich dann hinaus; Und was ich hier gebrauchet, Das leg ich Alles ab; Und wenn ich ausgehauchet, So scharrt man mich ins Grab. 7. Du aber, meine Freude, Du, meines Lebens Licht, Du zeuchst mich, wenn ich scheide, Hin vor dein Angesicht, Ins Haus der ewgen Wonne, Da ich stets freudenvoll, Gleich als die helle Sonne Nächst Andern leuchten soll. 8. Da will ich immer wohnen, Und nicht nur als ein Gast, Bei denen, die mit Kronen Du ausgeschmücket hast. Da will ich herrlich singen von deinem großen Thun Und frei von schnöden Dingen In meinem Erbtheil ruhn. Paul Gerhardt, geb. 1606, ft. 1676. 573. W elt, ade! Ich Sterbelieder. 431 dem Himmel allezeit Friede, 1574. We müsſen sterlle Menschen Freud und Seligkeit. 6. Nun, es wird dennoch geben, Alles Fleisch vergeht, wie schehen, Daß ich auch in fur- Heu. Was da lebet, muß verzer Zeit Meinen Heiland werde sehen In der großen Herrlich keit. Welt, bei dir ist lauter Noth, Müh und Furcht, zuletzt der Tod: In dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligfeit. 7. D, wer nur dahin gelanget, Wo jezund der schöne Chor In vergüldten Kronen pranget Und die Stimme schwingt empor! Welt, bei dir ist Krieg und Streit, Nichts, denn lau ter Eitelkeit: In dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. 8. Zeit, wann wirst du doch anbrechen? Stunden, o wann schlaget ihr, Drinnen ich mich kann besprechen mit dem Schönsten für und für? Welt, bei dir ist Krieg und Streit, Lauter Qual und Traurigkeit: In dem Himmel allezeit Friede, Freud und Seligkeit. 9. Jezt will ich mich fertig machen, Daß mein Thun vor Gott besteht, Daß, wenn Alles wird zerkrachen, Es heißt: Kommet! und nicht: Geht! Welt, bei dir ist Angstgeschrei, Sorge, Furcht und Heuchelei: In dem Himmel allezeit Friede, Ruh und Seligkeit. Joh. Georg Albinus, geb. 1624, st. 1679. derben, Soll es anders werden neu. Dieser Leib der muß verwesen, Wenn er anders soll genesen Der so großen Herrlichkeit, Die den Frommen ist bereit. 2. Drum so will ich dieses Leben, Wann es meinem Gott beliebt, Auch ganz willig von mir geben; Bin darüber nicht betrübt. Denn in meines Jesu Wunden Hab ich schon Erlösung funden, Und mein Trost in Todesnoth Ist des Herren Jesu Tod. 3. Jesus ist für mich gestorben, und sein Tod ist mein Gewinn. Er hat mir das Heil erworben; Drum fahr ich mit Freuden hin, Hin aus diesem Weltgetümmel In den schönen Gotteshimmel, Da ich werde allezeit Schauen die Dreieinigkeit. 4. Da wird sein das Freudenleben, Da viel tausend Seelen schon Sind mit Himmelsglanz umgeben, Dienen Gott vor seis nem Thron, Da die Seraphinen prangen Und das hohe Lied anfangen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott, der Vater, Sohn und Geist! 5. Da die Patriarchen wohnen, Die Propheten algumal; Wo auf ihren Ehrenthronen Sitzt der zwölf Apostel Zahl; Wo in so viel tausend Jahren Sterbelieder. 432 Alle Frommen hingefahren, Da wir unserm Gott zu Ehrn Ewig Hallelujah hörn. 6. Jerusalem, du Schöne, Ach, wie helle glänzest du! Ach, wie lieblich Lobgetöne Hört man da in süßer Ruh! O, der groBen Freud und Wonne! Jetzo gehet auf die Sonne, Jezzo gehet an der Tag, Der kein Ende nehmen mag. 7. Ach, ich habe schon erblicket Diese große Herrlichkeit. Jezo werd ich schön geschmükfet Mit dem weißen Himmelsfleid. Mit der güldnen Ehrenfrone Steh ich da vor Gottes Throne, Schaue solche Freude an, Die ich nicht beschreiben fann. 2. Menschen sind zerbrechlich Glas, Nichtig Gras, Blumen, die nicht lange stehen. Ach, wie bald wird ihre Kraft Hingerafft, Wenn die Todeslüfte wehen! Unser Leben fleucht behende: Mensch, bedenke doch das Ende! 3. Jugend, die den Rosen gleicht, Die verbleicht; Ihre Schöne muß verschwinden. Es vergeht durch Todesnacht Alle Pracht, Die wir an den Menschen finden. Unser Leben fleucht behende: Mensch, bedenke doch das Ende! 4. Menschen sind der Zeiten Spiel Und ein Ziel, Drauf die Todespfeile fliegen. Die wie schlanke Cedern stehn, Groß und schön, Müssen durch den Tod er8. Nun, hier will ich ewig liegen. Unser Leben fleucht bewohnen. Meine Lieben, gute hende: Mensch, bedenke doch Nacht! Eure Treu wird Gott das Ende! belohnen, Die ihr habt an mir vollbracht. Liebste Kinder und Verwandte, Brüder, Freunde und Bekannte, Lebet wohl, zu guter Nacht! Gott sei Dank, es ist vollbracht! 3305140 Joh. Georg Albinus, geb. 1624, st. 1679. Flüchtigkeit, Nebel, Rauch und Wind und Schatten! Menschen können nicht bestehn, Sie vergehn, Wie die Blumen auf den Matten. Unser Leben fleucht behende: Mensch, bedenke doch das Ende! 5. Ach, der Tod ist dir gewiß; Drum vergiß Alles Eitle dieser Erden. Lenfe dich zur Ewigkeit Jederzeit, Willst du dort unsterblich werden. Unser Leben fleucht behende: Mensch, bedenke doch das Ende! 306. 6. Schwinge dein Gemüth 575. Nch, was ist doch und Herz Himmelwärts, Wo unsre Zeit? nicht Tod, nicht Noth, nicht Leiden. Denk an das, was ewig ist, Lieber Christ, Soll dich einst der Himmel weiden. Unser Le ben fleucht behende: Mensch, bedenke doch das Ende! Um 1692, Sterbelieder. 433 Mel. Ich hab mein Sach Gott heim-| dessen lehre mich, Daß stetig ich gestellt. Mit flugem Herzen suche dich. Joach. Neander, geb. 1610, st. 1680. 576. Wie fleucht dahin der Menschen Zeit! Wie eilet man zur Mel. Herzlich thut mich verlangen. Ewigkeit! Doch wer bedenkt die letzte Stund Von Herzensgrund? Wie schweigt hievon der träge Mund! 2. Das Leben ist gleich wie ein Traum, Ein nichtger, leerer Wasserschaum. Im Augenblick es bald vergeht Und nicht be steht, So wie ihr dieses täglich seht. 3. Nur du, Jehovah, bleibest mir Das, was du bist; ich traue dir. Laß Berg und Hügel fallen hin: Mir ists Gewinn, Wenn ich allein bei Jesu bin. 2. Bedenke, Mensch, das Ende! Bedenke das Gericht! Es müssen alle Stände Vor Jesu Angesicht. Kein Mensch ist ausgenommen; Hier muß ein jeder dran Und wird den Lohn bekommen, Nachdem er hat gethan. 3. Bedenke, Mensch, das Ende, Der Höllen Angst und Leid, Daß dich nicht Satan blende Mit seiner Eitelkeit! Hier ist ein kurzes Freuen; Dort aber ewiglich Ein kläglich Schmerzensschreien. Ach, Sünder, hüte dich! 4. Bedenke, Mensch, das Ende! Bedenke doch die Zeit, Daß dich ja nichts abwende Von je ner Herrlichkeit, Womit vor Gottes Throne Die Seele wird gepflegt. Dort ist die Lebenskrone Den Frommen beigelegt. 5. Herr, lehre mich bedenken, 7. Was wird das sein, wenn Der Zeiten legte Zeit, Daß, fich ich dich seh Und dort vor dei- nach dir zu lenken, Mein Herze nem Throne steh! Du unter- sei bereit. Laß mich den Tod M. R. Gesangbuch, 28 4. So lang ich in der Hütten wohn, So lehre mich, o Gottes Sohn. Gieb, daß ich zähle meine Tag Und munter wach, Daß, eh ich sterb, ich sterben mag. 5. Was hilft die Welt in legter Noth? Lust, Ehr und Reichtbum in dem Tod? O Mensch, du läufst dem Schatten zu. Bedent es nu! Du kommst sonst nicht zur wahren Ruh. 577. Bedente, Menſch, das 6. Weg Eitelkeit, der Thoren Luft! Mir ist das höchste Gut bewußt; Das such ich nur, das bleibet mir. O mein Begier, Herr Jesu, zeuch mein Herz nach dir! denke deinen Tod! Der Tod kommt oft behende. Der heute frisch und roth, Kann morgen und geschwinder Hinweg ge= storben sein: Drum bilde dir, o Sünder, Ein täglich Sterben ein. Sterbelieder. 434 betrachten und deinen Richterstuhl; Laß mich auch nicht verachten Der Höllen Feuerpfuhl. 6. Hilf, Gott, daß ich in Zeiten Auf meinen letzten Tag Mit Buße mich bereiten Und täglich sterben mag. Im Tod und vor Gerichte Steh mir, o Jesu, bei, Daß ich im Himmelslichte zu wohnen würdig ſei. Sam. Liscov, geb. 1640, st. 1689. 578. Wer weiß, wie Ende gut. nahe mir mein Ende! Hin geht die Zeit, her kommt der Tod. Ach, wie geschwinde und behende Kann kommen meine Todesnoth! Mein Gott, Mein Gott, Jch bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut. 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, Als es am frühen Morgen war; Denn weil ich leb auf dieser Erden, Leb ich in steter Todsgefahr. Mein Gott, Mein Gott, Jch bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut. 3. Herr, lehr mich stets mein End bedenken, Und wenn ich einmal sterben muß, Die Seel in Jesu Wunden senken Und ja nicht sparen meine Buß. Mein Gott, Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs mur mit meinem Ende gut. 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, Daß ich bereit sei für und für Und fage stets in allen Fällen: Herr, wie du willt, so schicks mit mir. Mein Gott, Mein Gott, Jch bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut. 5. Mach mir stets honigsüß den Himmel, Und gallenbitter diese Welt. Gieb, daß mir in dem Weltgetümmel Die Ewigfeit sei vorgestellt. Mein Gott, Mein Gott, Jch bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem 6. Ach, Vater, deck all meine Sünde Mit dem Verdienste Christi zu, Darein ich mich fest gläubig winde; Das giebt mir recht gewünschte Ruh. Mein Gott, Mein Gott, Jch bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut. 7. Ich weiß, in Jesu Blut und Wunden Hab ich mich recht und wohl gebett; Da find ich Trost in Todesstunden Und Alles, was ich gerne hätt. Mein Gott, Mein Gott, Jch bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut. 8. Nichts ist, was mich von Jesu scheide, Nichts, es sei Leben oder Tod. Ich leg die Hand in seine Seite Und sage: Mein Herr und mein Gott! Mein Gott, Mein Gott, Jch bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut. 9. Ich habe Jesum angezogen Schon längst in meiner Sterbelieder. 435 heilgen Tauf; Du bist mir auch| ist mein Troft allein; Auf Je daher gewogen, Hast mich zum sum leb und schlaf ich ein. Kind genommen auf. Mein Gott, Mein Gott, Ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut. 10. Ich habe Jesu Leib gegessen, Sch hab sein Blut getrunken hier. Nun kannst du meiner nicht vergessen; Ich bleib in ihm und er in mir. Mein Gott, Mein Gott, Jch bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut. 11. So komm mein End heut, oder morgen, Ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt; Ich bin und bleib in allen Sorgen mit Jesu Blut schön ausgeschmückt. Mein Gott, Mein Gott, Jch bitt durch Christi Blut: Machs doch mit meinem Ende gut. 12. Ich leb indeß in dir vergnüget Und sterb ohn alle Kümmerniß; Mir gnüget, wie mein Gott es füget. Ich glaub und bin es ganz gewiß, Mein Gott, Mein Gott: Durch Christi theures Blut Machst dus mit meinem Ende gut. Aemilie Juliane, Gräfin von Schwarzburg Rudolstadt, g. 1637, st. 1706. 2. Auf meinen Jesum will ich sterben. In seinen Wunden stirbt sichs gut. Er läßt mich nimmermehr verderben; Ich was sche mich in seinem Blut. Mein Jesus ist mein Trost allein; Auf Jesum leb und schlaf ich ein. 3. Auf meinen Jesum will ich sterben. In seine Seite schließ ich mich, Das Paradies bald zu ererben. Brich immerhin, mein Herze, brich! Mein Herz und Schatz soll Jesus sein; Auf Jesum leb und schlaf ich ein. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 4. Auf meinen Jesum will ich sterben. Er bleibt, wenn Alles mich verläßt. Weil er mit Blut mich wollen werben, Steh ich in Treue bei ihm fest. Sein Kreuz soll meine Hoffnung sein; Auf Jesum leb und schlaf ich ein. 5. Auf meinen Jesum will ich sterben, Bergeht mir gleich der Augen Licht. Wenn Mund und Lippen sich entfärben, Und wenn mir auch mein Herze bricht, Soll Jesus Heil und Leben sein; Auf Jesum leb und schlaf ich ein. 6. Auf meinen Jesum will ich sterben. Ach Jesu, hilf in 579. Auf meinen Je- letzter Noth! Laß mich das beste sum will ich sterben, Getrost, voll Fried und Freudigkeit. In seinem Blute will ich färben Mein allerschönstes Hochzeitskleid. Mein Jesus Theil ererben, Versüße mir den bittern Tod. Dein Tod soll mir das Leben sein; Dir leb und schlaf ich selig ein. Salomo Franc, g. 1659, st. 1725. 28* 436 Sterbelieder. Mel. Mein Herzens- Jesu, meine Luft. 6. Komm! ist die Stimme Lob! ein Komm! dei 580. Gothritt zur ne Fromme. Sie ruft und ſchreiet überlaut: Komm bald, ach Jesu, komme! So komme denn, mein Bräutigam! Du kennest mich, o Gotteslamm, Daß ich dir bin vertrauet. 7. Doch sei dir ganz anheim gestellt Die rechte Zeit und Stunde, Wiewohl ich weiß, daß dirs gefällt, Daß ich mit Herz und Munde Dich kommen heiße und darauf Von nun an richte meinen Lauf, Daß ich dir komm entgegen. 8. Ich bin vergnügt, daß mich nichts kann von deiner Liebe trennen, Und daß ich frei vor Jedermann Dich darf den Bräutgam nennen, Und du, o theurer Lebensfürst, Dich dort mit mir vermählen wirst Und mir mein Erbe schenken. Ewigkeit Jst abermal vollendet. Zu dir im Fortgang dieser Zeit Mein Herz sich sehnlich wendet, O Quell, daraus mein Leben fleußt Und alle Gnade sich ergeußt In meine Seel zum Leben. 2. Jch zähle Stunden, Tag und Jahr, Und wird mir allzu lange, Bis es erscheine, daß ich gar, Leben, dich umfange, Damit, was sterblich ist in mir, Verschlungen werde ganz in dir, Und ich unsterblich werde. 3. Vom Feuer deiner Liebe glüht Mein Herz, daß sich ent zündet, Was in mir ist, und mein Gemüth Sich so mit dir verbindet, Daß du in mir und ich in dir, Und ich doch immer noch allhier Will näher in dich dringen. 4. O, daß du selber kämest bald! Ich zähl die Augenblicke. Ach, komm, eh mir das Herz erkalt Und sichs zum Sterben schicke! Komm doch in deiner Herrlichkeit! Schau, deine Braut hat sich bereit; Die Lenden sind umgürtet! 5. Und weil das Del des Geistes ja Ist in mir ausgegoffen, Du mir auch selbst von innen nah Und ich in dir zerfloffen: So leuchtet mir des Le bens Licht, Und meine Lamp ist zugericht, Dich fröhlich zu empfangen. 9. Drum preis ich dich aus Dankbarkeit, Daß sich der Tag ( Nacht) geendet, Und also auch von dieser Zeit Ein Schritt nochmals vollendet; Und schreite hurtig weiter fort, Bis ich gelange an die Pfort Jerusalems dort oben. 10. Wenn auch die Hände lässig sind Und meine Kniee wanken, So biet mir deine Hand geschwind In meines Glaubens Schranken, Damit durch deine Kraft mein Herz Sich stärke und ich himmelwärts Ohn Unterlaß aufsteige. Sterbelieder. 11. Geh, Seele, frisch im Glauben dran Und sei nur unerschrocken. Laß dich nicht von der rechten Bahn Die Luft der Welt ablocken. So dir der Lauf zu langsam däucht, So eile, wie ein Adler fleucht, Mit Flügeln füßer Liebe. 12. O Jesu, meine Seele ist Zu dir schon aufgeflogen. Du hast, weil du voll Liebe bist, Mich ganz zu dir gezogen. Fahr hin, was heißet Stund und Zeit! Ich bin schon in der Ewigkeit, Weil ich in Jesu lebe. Aug. Herm. Frande, g. 1663, st. 1727. 437 ewig Leid Hängt mur an einer furzen Zeit. 3. Es schickt der Tod nicht immer Boten; Er kommet oft unangemeldt Und fordert uns ins Land der Todten. Wohl dem, der Haus und Herz bestellt! Denn ewig Glück und 4. Herr aller Herren, Tod und Leben Hast du allein in deiner Hand. Wie lange du mir Frist gegeben, Das ist und bleibt mir unbekannt. Hilf, daß ich jeden Glockenschlag An meinen Abschied denken mag. 5. Es kann vor Abend anders werden, Als es am Morgen mit mir war. Den einen Fuß hab ich auf Erden, Den andern auf der Todtenbahr. Ein kleiner Schritt ist nur das hin, Wo ich der Würmer Speise bin. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 6. Ein einzger Schlag fann 581. Jch sterbe täglich, Alles enden, Und Fall und Tod und mein Lebeisammen sein. Doch schlage ben Eilt immerfort zum Grabe nur mit Baterhänden Und hin. Wer kann mir einen Bür- schleuß in Christi Tod mich ein, gen geben, Ob ich noch mor- Daß, wenn der Leib zu Boden gen lebend bin? Die Zeit geht fällt, Die Seele sich an Jesum hin, der Tod kömmt her: Ach, hält. daß ich immer fertig wär! 2. Ein Mensch, durch Sicherheit verführet, Ist immer reif zu Sarg und Grab. Die Frucht, die jetzt den Baum noch zieret, Fällt oftmals unversehens ab. Der alte Bund schließt Keinen aus. Mein Leib ist ein zerbrechlich Haus. 7. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, Wenn Auge, Mund und Ohr sich schleußt. Drum bet ich bei gefunden Tagen: Herr, dir befehl ich meinen Geist! Verschließen meine Lippen sich, So rede Christi Blut für mich. 8. Seh ich dann sterbend auf die Meinen, So segne du sie mehr, als ich; Und wenn sie um mich stehn und weinen, O Tröster, so erbarme dich Und laß doch der Verlaßnen Schrein Vor dir, o Gott, erhöret sein. 438 Sterbelieder. 9. Dringt mir der letzte Stoß| len deinen Knechten Das große zum Herzen, So schließe mir Jubeljahr. den Himmel auf. Verkürze mir die Todesschmerzen Und hole mich zu dir hinauf, So wird mein Abschied keine Pein Und eine Thür zum Himmel sein. Benj. Schmolk, g. 1672, st. 1737. Mel. Wie groß ist des Allmächtgen Güte. 582. Laß mir, wenn meine Augen 5. Mit göttlichsüßen Weisen Wird mein verklärter Mund Dich ohne Sünde preisen, Du, meines Lebens Grund.. 6. Da werden meine Thränen Ein Meer voll Freude sein. Ach, stille bald mein Sehnen Und hole mich hinein! Ernst Gottl. Woltersdorf, g.1725, st. 1761. Mel. Nun laßt uns Gott, dem 2c. brechen, Herr, deinen Frieden 584. Der Hirt, am Komm, Kreuz gestorben, Hat Fried und Heil erworben; Nun heißt bei seinen Schafen Das Sterben ein Entschlafen. 2. Sie gehn nicht als Verbrecher Zur Strafe vor den Rächer; Sie gehn nur hin und liegen, Wie Streiter nach dem Kriegen. Trost mir zuzuſprechen Und segne du mein matt Gebein. Gieb Ruhe mir in deinen Armen, Darin ich Gnad und Frieden fand, Und trag mich vollends mit Erbarmen Sanft zu dir heim ins Vaterland. Chr. Ren. v. Zinzendorf, 8727, st. 1752. Mel. Christus, der ist mein Leben. 3. Ohn Angst vor ewgem 583. Ach war ich doch Jammer Gehn sie in ihre Kammer, Zur Ruh sich zu begeben Auf frohes Wiederleben. schon droben! Mein Heiland, wär ich da, Wo dich die Schaaren loben, Und säng Hallelujah! 2. Wo wir dein Antlig schauen, Da sehn ich mich hinein, Da will ich Hütten bauen;Denn dort ist gut zu ſein. 3. Da werd ich Alles sehen: Den großen Schöpfungsrath, Was durch dein Blut geschehen, und deines Geistes That. 4. Sie legen ihre Glieder In Ruhebettlein nieder. Und fallen ohne Kummer, Wie Kindlein, in den Schlummer. 5. Auf göttliches Erbarmen, In des Erlösers Armen, Erwählt zu Gottes Erben, Läßt sichs gar sanft hinsterben. 6. Jesu, deine Gnade Macht, daß kein Sterben schade. 4. Da feiern die Gerechten, Laß auf dein Todesleiden Mich Die ungezählte Schaar, Mit al- einst im Frieden scheiden. Sterbelieder. 439 7. Laß mir auf dein Ver- ßen Dingen, Mich unaufhörsprechen Mein Herz im Glau- lich und allein Zur Ewigkeit zu ben brechen. Bewahre mein Ge- schwingen. Bleibst du mit deibeine, Bis ich vor dir erscheine.nem Geist in mir, So bleibet 8. Dann laß mich froh er- auch mein Herz in dir; Und wachen, Mach meinen Mund so wirds ewig bleiben. voll Lachen Und gieb mir, daß ich glänze, Wie Lilien in dem Lenze. Phil. Friedr. Hiller, g. 1699 st. 1769. Phil. Friedr. Hiller, g. 1699, st. 1769. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Das liegt mir oft im Sinn: 585. Herz, freue ich Ich führe gern im Frieden Aus diesem Leben hin. 2. Ach laß mir meine Bitte, Mein treuer Gott, geschehn: Laß mich aus dieser Hütte In deine Wohnung gehn. 3. Dein Wort ist uns geschehen, An diesem nehm ich Theil: Wer Jesum werde sehen, Der sehe Gottes Heil. der Ewigkeit: Du sollst auf Jesum sterben! Was dich als Kind im Hoffen freut, Wirst du vollkommen erben. Was du gewünscht, das soll geschehn; Den du geglaubt, den wirst du sehn, Und so solls ewig bleiben. 2. Ein Blick auf unsers Heilands Thron, Ein Strahl von jener Sonne, Ein schwacher Klang vom Harfenton, Ein Vorschmack jener Wonne, Ein Tröpflein von dem Lebensquell Ist hier schon wunderschön und hell; Doch fanns hier so nicht bleiben. 3. Es ist ein froher Augenblick, Der bald uns muß verlassen. Das Sterbliche hält uns zurück; Wir könnens jetzt nicht faffen. Doch feurt er uns den Glauben an, Daß sich das Herz erfreuen fann; Dort soll es ewig bleiben. 586. W verschieden, Mel. Christus, der ist mein Leben. Simeon 4. Nimm, Jeſu, mir das Herz ganz ein Mit diesen gro4. Ich seh ihn nicht mit Augen, Doch an der Augen Statt Kann mir mein Glaube taugen, Der ihn zum Heiland hat." 5. Ich hab ihn nicht in Armen, Wie jener Fromme da; Doch ist er voll Erbarmen Auch meinem Herzen nah. 6. Mein Herz hat ihn gefunden; Es rühmt: Mein Freund ist mein. Auch in den letzten Stunden Ist meine Seele sein. 7. Ich kenn ihn als mein Leben; Er wird mir nach dem Tod Bei sich ein Leben geben, Dem nie der Tod mehr droht. 8. Mein Glaube darf ihn faffen; Sein Geist giebt Kraft Sterbelieder. 440 dazu. Er wird auch mich nicht lassen, Er führt mich ein zur Ruh. 6. D, wie bald kannst du es machen, Daß mit Lachen Unser Mund erfüllet sei! Du kannst durch die Todesthüren Träumend führen Und machst uns auf einmal frei. 7. Du hast Sünd und Straf getragen, Furcht und Zagen Muß nun ferne von mir gehn. Tod, dein Stachel liegt darMel. Thu, Herr, mein Geschrei zc. 587. Unter Lilien jener nieder! Meine Glieder Werden fröhlich auferstehn. Freuden Sollst du weiden: Seele, schwinge dich empor! Als ein Adler fleuch behende! Jesu Hände Deffnen schon das Perlenthor. 8. Herzenslamm, dich will ich loben Hier und droben In der zartsten Liebsbegier. Du hast dich zum ewgen Leben Mir gegeben; Hole mich, mein Lamm, zu dir. 2. Laßt mich gehen, laßt mich laufen Zu dem Haufen Derer, die des Lammes Thron Nebst dem Chor der Seraphinen Schon bedienen Mit dem reinsten Jubelton. Joh. Ludw. Conr. Allendorf, g. 1693, st. 1773. 9. Wenn Aug und Arm erkalten, Hängt sich mein Herz an ihn. Wer Jesum nur kann halten, Der fährt im Frieden hin. Friedr. Hiller, g. 1699, st. 1769. 3. Löſe, erstgeborner Bruder, Doch die Ruder Meines Schiff leins; laß mich ein In den sichern Friedenshafen, Zu den Schafen, Die der Furcht entrücket sein. 4. Nichts soll mir am Herzen kleben, Süßes Leben, Was die Erde in sich hält. Sollt ich noch in dieser Wüsten Länger fristen? Nein, ich eil ins Himmelszelt. 5. Herzensheiland, schenke Glauben Deiner Tauben, Glauben, der durch Alles dringt. Nach dir girret meine Seele In der Höhle, Bis sie sich von hinnen schwingt. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 588. Meine Lebenszeit verstreicht; Stündlich eil ich zu dem Grabe. Und was ists, das ich vielleicht Hier annoch zu leben has be? Denk, o Seele, an den Tod! Säume nicht; denn Eins ist noth! 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, Wünschen wirst, gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, Nichts wird dich im Tod erfreun; Diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Jesum liebt, Nur ein ruhiges Gewissen, Das vor Gott dir Zeugniß giebt, Wird dir deinen Tod versüßen. Sterbelieder. Dieses Herz, von Gott erneut, Giebt zum Tode Freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten Noth Freunde hülflos um dich stehen, Dann wird über Welt und Tod Dich dies reine Herz erhöhen; Dann erschreckt dich kein Gericht: Gott ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, Fürchte Gott und bet und wache. Sorge nicht, wie früh du stirbst; Deine Zeit ist Gottes Sache. Lern nicht nur den Tod nicht scheun; Lern auch seiner dich erfreun. 6. Ueberwind ihn durch Vertraun; Sprich: Ich weiß, an wen ich glaube, Und ich weiß, ich werd ihn schaun Einst in diesem meinem Leibe. Er, der rief: Es ist vollbracht! Nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, Siehe dein Gebein versenken; Sprich: Herr, daß ich Erde bin, Lehre du mich recht bedenken; Lehre du michs jeden Tag, Daß ich weiser werden mag. Chr. Fürcht. Gellert, g. 1715, st. 1769. 441 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, Der Mann noch seiner Jahre viel, Der Greis zu vielen noch ein Jahr, Und Keiner nimmt den Irrthum wahr. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 3. Sprich nicht: Ich denk in Glück und Noth Im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, Hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigfeit, zu thun, was uns der Herr gebeut; Und unsers Lebens kleinster Theil Ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod rückt Seelen vors Gericht; Da bringt Gott Alles an das Licht und macht, was hier verborgen war, Den Rath der Herzen offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir täglich dräut, So sei doch wakker und bereit. Prüf deinen Glauben als ein Christ, Ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Seufzer in der letzten Noth, Ein Wunsch, durch des Erlösers Tod Vor Gottes Thron gerecht zu sein, Dies macht dich nicht von Sünden rein. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, Ihm folgt und lebt vom Ein ie 589. Weder Mensch, big Herz, von Lieb erfüllt: Dies ist es, was in Christo gilt. der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub; Und dennoch schmeichelt er sich gern, Der Tag des Todes sei noch fern. wirket sie; Du aber ringe stets 9. Die Heiligung erfordert Müh. Du wirkst sie nicht, Gott 442 Sterbelieder. nach ihr, Als wäre sie ein Werk| der verstockte Sünder Verzweif von dir. lungsvoll sich nahn, Wo selbst der freche Spötter Nicht mehr zu spotten wagt, Vor dir, Gott, seinem Netter, Erzittert und vers zagt. 3. Wenn diese Bahn zu gehen Dein Will einst mir gebeut, Wenn nahe vor mir stehen Gericht und Ewigkeit, Wenn meine Kräfte beben und schon das Herz mir bricht: Herr über Tod und Leben, O, dann verlaß mich nicht! 10. Der Ruf des Lebens, das du lebst, Dein höchstes Ziel, nach dem du strebst, Und was dir ewig Glück verschafft, Ist Tugend in des Glaubens Kraft. 11. Jhr alle seine Tage weihn, Heißt eingedenk des Todes sein; Und wachsen in der Heiligung Ist wahre Todserinnerung. 12. Wie leicht vergeß ich diese Pflicht! Herr, geh mit mir nicht ins Gericht! An meinen Tod erinnre mich, Daß ich dir wandle würdiglich. 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag Vor dir, o Gott, erforschen mag, Ob Glaube, Demuth, Lieb und Treu, Die Frucht des Geistes, in mir sei. 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh, Stets meinen Lüsten widersteh Und einstens in des Glaubens Macht Mit Freuden ruf: Es ist vollbracht! Chr. Fürcht, Gellert, g. 1715, st. 1769. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 590. Die auf der Erde wallen, Die Sterblichen, find Staub; Sie blühen auf und fallen, Des Todes fichrer Raub. Verborgen ist die Stunde, Da Gottes Stimme ruft; Doch jede, jede Stunde Bringt näher uns der Gruft. 2. Getrost gehn Gottes Kinder Die öde, dunkle Bahn, Zu 4. Hilf, Todesüberwinder, Hilf dem in solcher Angst, Für den du, Heil der Sünder, Selbst mit dem Tode rangst. Und wenn des Kampfes Ende Gewaltiger mich faßt, Nimm mich in deine Hände, Den du erlöset hast. 5. Des Himmels Wonn und Freuden Ermißt fein sterblich Herz. O Trost für kurze Leiden, Für kurzen Todesschmerz! Dem Sündenüberwinder Sei ewig Preis und Dank! Preis ihm, der für uns Sünder Den Kelch des Todes trank! 6. Heil denen, die auf Erden Sich schon dem Himmel weihn, Die aufgelöst zu werden Mit heilger Furcht sich freun! Bereit, es ihm zu geben, Wenn Gott, ihr Gott, gebeut, Gehn sie getrost durchs Leben Hin zur Unsterblichkeit. Gottfr. Bened. Funf, g. 1734, ft. 1814. Begräbnißlieder. 443 Mel. Ich hab mein Sach Gott 2c. Bett in Sarg und Grab: Wann, 591. felig, wer das wo und wie, ist Gott bewußt. D Heil erwirbt, Schlag an die Brüst! Du mußt von dannen, Mensch, du mußt! Daß er im Herrn, in Christo stirbt! selig, wer, vom Laufe matt, Die Gottesstadt, Die droben ist, gefunden hat! 2. Was suchst du, Mensch, bis in den Tod? Du suchst so viel, und Eins ist noth! Die Welt beut ihre Güter feil: Denk an dein Heil Und wähl in Gott das beste Theil. 19 3. Was sorgst du bis zum letzten Tritt? Nichts brachtest du, nichts nimmst du mit. Die Welt vergeht mit Lust und Schmerz. Schau himmelwärts! Da, wo der Schatz ist, sei dein Herz. 4. Mit Gott bestell dein Haus bei Zeit, Eh dich der Tod an Todte reiht. Sie rufen: Gestern wars an mir, Heut ists an dir! Hier ist kein Stand, kein Bleiben hier. 5. Vom Freudenmahl zum Wanderstab, Aus Wieg und 6. Da ist kein Sitz zu reich, zu arm, Kein Haupt zu hoch, kein Herz zu warm; Da blüht zu schön kein Wangenroth: Im Finstern droht Der Tod und überall der Tod. 592. Hört auf mit Trauern und mit Klag; Ob solchem Tod Niemand verzag. Er ist gestorben als ein Christ, Sein Tod ein Gang zum Leben ist. 7. Ach, banges Herz im Leis chenthal, Wo ist dein Licht, dein Lebensstrahl? Du bist es, Jesu, der mit Macht Aus Grabesnacht Das Leben hat ans Licht gebracht. 8. Dein Trostwort klingt so hoch und hehr: Wer an mich glaubt, stirbt nimmermehr. Dein Kreuz, dein Grab, dein Auferstehn, Dein Himmelgehn Läßt uns den Himmel offen sehn. 9. Wohl dem, der Jesu fich vertraut, Schon hier die ewgen Hütten baut! Er sieht das Kleinod in der Fern Und kämpfet gern Und harrt der Zukunft seines Herrn. Chr. Friedr. Heinr. Sachse, geb. 1795. XXIII. Begräbnißlieder. Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. 2. Drum Sarg und Grab auch wird geziert; Der Leib in Ehr begraben wird, zu zeigen an, er ist nicht todt, Er schläft und ruhet sanft in Gott. 444 Begräbnißlieder. 3. Wohl scheints, es sei nun| gen ganz und gar, Was in der Alles hin, Weil er da liegt ohn Erd verscharret war! Muth und Sinn; Doch sollen neuer Lebenskraft Die Glieder werden bald theilhaft. 4. Bald werden diese Todtenbein Erwarmen und sich füwo Christus lebt. 5. Der Leichnam, der jetzt liegt und starrt, Wird bald gar hoch in schneller Fahrt Schwe ben in Lüften unversehrt, Gleichwie die Seele leicht hinfährt. gen fein Zuſammen, daß fie 593. Einen guten Kampf sich, hab ich Auf der Welt gekämpfet; Denn mein Gott hat gnädiglich All mein Leid gedämpfet, Daß ich meinen Lebenslauf Seliglich vollendet Und die Seele himmelauf Christo zugesendet. 6. Ein Waizenförnlein in der Erd Liegt erst ganz todt, dürr und unwerth; Doch kommts hervor gar schön und zart Und bringt viel Frucht nach seiner Art. Nic. Heermann, st. 1561, Nad: lam moestal quiesce querela, von Aurelius Prudentius, ft. 405. 7. Der Leib, gemacht vom Erdenklos, Soll liegen in der Erden Schoß Und soll da ruhen ohne Leid, Bis auf die liebe jüngste Zeit. 8. Es war der Seelen Häufelein, Die blies Gott mit seinm Odem drein; Ein edel Herz, recht Muth und Sinn War durch die Gabe Christi drin. 9. Der Körper nun die Erd bedeckt, Bis ihn Gott wieder auferweckt, Der seins Geschöpfs gedenken wird, Das er mit seinem Bild geziert. 10. Ach, daß nun käm der felbig Tag, Da Christus nach seiner Zufag Hervor wird brinMel. Schwing dich auf zu deinem Gott. 2. Forthin ist mir beigelegt Der Gerechten Krone, Die mir wahre Freud erregt In des Himmels Throne; Forthin meines Lebens Licht, Dem ich hier vertrauet, nämlich Gottes Angesicht, Meine Seele schauet. 3. Dieser schnöden bösen Welt Jämmerliches Leben mir nun länger nicht gefällt. Drum ich mich ergeben meinem Jeſu, da ich bin Jetzt in lauter Freuden; Denn sein Tod ist mein Gewinn, Mein Verdienst sein Leiden. 4. Gute Nacht, ihr meine Freund! Ihr, o meine Lieben, Alle, die ihr um mich weint, Laßt euch nicht betrüben Diesen Hingang, den ich thu In die Erde nieder. Schaut, die Sonne geht zur Ruh, Kommt doch morgen wieder! Heinrich Albert, geb. 1604, p. 1668. Begräbnißlieder. 445 594. Nun last 595. So gr o grabet mich uns den Leib begraben; Daran wir kein Zweifel haben: Er wird am jüngsten Tag aufstehn Und unverweslich hervor gehn. nun immerhin, Da ich so lang verwahret bin, Bis Gott, mein treuster Seelenhirt, Mich wieder auferwecken wird. 2. Erd ist er und von der Erden, Wird auch wieder zu Erd werden Und von der Erd wieder aufstehn, Wenn Gottes Posaun wird angehn. 3. Sein Seele lebt ewig in 3. Mein Leib wird hier der Gott, Der sie allhier aus lau- Würmer Spott, Die Seele lebt ter Gnad Von aller Sünd und bei meinem Gott, Der durch Miſsethat Durch seinen Sohn seins Todes Bitterfeit Sie hat erlöſet hat. erlöst zur Seligkeit. 4. Sein Jammer, Trübfal und Elend Ist kommen zu einm selgen End: Er hat getragen Christi Joch, Ist gestorben und lebet noch. 4. Was hie für Trübsal mich verlegt, Wird jetzt mit Himmels luft ersetzt. Die Welt ist doch ein Jammerthal: Dort ist der rechte Freudensaal. 5. Die Seele lebt ohn alle Klag; Der Leib schläft bis zum jüngsten Tag, An welchem Gott ihn verklären Und ewger Freud wird gewähren. 5. Wenn alle Welt durchs Feur zerbricht, Und Gott wird halten sein Gericht, So wird mein Leib verkläret stehn Und in das Himmelreich eingehn. 6. Wie manche Widerwärtigkeit Betraf mich in der Lebenszeit; Nun aber ist mir nichts bewußt, Denn ewigliche Himmelsluft. 7. So laßt mich nun in meiner Ruh Und geht nach euern Häusern zu. Ein Jeder denke Nacht und Tag, Wie er auch selig sterben mag. 8. Das helf uns Christus, unser Trost, Der uns durch sein Blut hat erlöst Bons Teufels Gwalt und ewger Pein. Ihm sei Lob, Preis und Ehr allein! Mich. Weiße, umt 1540. Georg Neumark, geb. 1621, st. 1681. 6. Hier ist er in Angst ge weſen; Dort aber wird er genesen, In ewiger Freud und Wonne Leuchten, wie die helle Sonne. 2. Ja freilich werd ich durch den Tod Zu Aschen, Erden, Staub und Koth; Doch wird das schwache Fleisch und Bein Von meinem Gott verwahret sein. 7. Nun lassen wir ihn hie schlafen Und gehn All heim unser Straßen, Schicken uns auch mit allem Fleiß; Denn der Tod kömmt uns gleicherweis. 446 Begräbnißlieder. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit.| zurück! Ein Zug, ein kleiner Augenblick Führt dich in Ewigs feiten. Domin, 596. Kom, Sterblicher, betrachte mich! Du lebst, ich lebt auf Erden. Was du jeßt bist, das war auch ich; Was ich bin, 6. Du seist dann fertig, oder nicht, So mußt du gleichwohl wandern, Wenn deines Lebens wirst du werden. Du mußt her-| Ziel einbricht; Es geht dir, wie nach, ich bin vorhin. Gedenke nicht in deinem Sinn, Daß du nicht dürfest sterben. den Andern. Drum laß dirs eine Warnung sein! Dein Auferstehn wird überein Mit deinem Sterben kommen. 2. Bereite dich, stirb ab der Welt, Denk an die letzten Stun- 7. Ach, denke nicht: Es hat den. Wenn man den Tod ver- nicht Noth; Ich will mich schon ächtlich hält, Wird er sehr oft bekehren, Wenn mir die Krankgefunden. Es ist die Reihe heutheit zeigt den Tod; Gott wird an mir; Wer weiß, vielleicht mich wohl erhören. Wer weiß, gilts morgen dir. Noch Man- ob du zur Krankheit kömmst, cher stirbt heut Abend. Ob du nicht schnell ein Ende nimmst? Wer hilft alsdann dir Armen? 3. Sprich nicht: Ich bin noch gar zu jung, Ich kann noch lange leben. Ach nein, du bist schon alt genung, Den Geist von dir zu geben. Es ist gar bald um dich gethan. Es sieht der Tod kein Alter an. Auch junge Leute sterben. 4. Dein Leben ist ein Rauch, ein Schaum, Ein Wachs, ein Schnee, ein Schatten, Ein Thau, ein Laub, ein leerer Traum, Ein Grab auf dürren Matten. Wenn mans am wenig sten bedacht, So heißt es wohl schon: Gute Nacht! Ich bin nun hier gewesen! 5. Indem du lebest, lebe so, Daß du kannst selig sterben. Du weißt nicht, wann, wie, oder wo Der Tod wird um dich werben. Ach, denk, ach, denke doch 8. Zudem, wer sich in Sünden freut Und doch auf Gnade bauet, Der wird mit Unbarmherzigkeit Der Hölle anvertrauet. Drum lerne sterben, eh du stirbst, Damit du ewig nicht verdirbst, Wenn Gott die Welt wird richten. 9. Zum Tode mache dich ges schickt. Gedenk in allen Dingen: Werd ich hierüber hingerückt, Sollt mir es auch gelingen? Wie, könnt ich jetzt zu Grabe gehn? Wie, könnt ich jetzt vor Gott bestehn? So wird dein Tod zum Leben. 10. So wirst du, wenn mit Feldgeschrei Der große Gott wird kommen, Von allem Sterben los und frei Sein ewig Begräbnißlieder. aufgenommen. Bereite dich, auf daß dein Tod Beschließe deine Bein und Noth. O Mensch, gedenk ans Ende! Gottfr. Wilh. Sacer, geb. 1635, st. 1699. 447 nen hier Auf den Gottesacker bringen. Aus den Gräbern rufts herfür: Heute mir und morgen dir! 2. Heute roth und morgen todt! Unser Leben eilt auf FlüMel. Nun sich der Tag geendet hat. geln; Und wir habens täglich 597. Ach, wie so fanfte noth, Daß wir uns an Andern schläfest du Nach manchem schweren Stand Und liegst nun da in süßer Ruh, In deines Heilands Hand! spiegeln. Wie bald ruft des Herrn Gebot! Heute roth und morgen todt! 3. Einer folgt dem Andern nach. Niemand findet einen Bürgen; Und was Adam einst verbrach, Wird uns Alle noch erwürgen. Jeder findt sein Schlafgemach. Einer folgt dem An2. Sein Leiden hat dich frei gemacht Von aller Angst und Pein; Sein letztes Wort: Es ist vollbracht! Das singt dich lieblich ein. 3. Du läßt dich zur Verwan- dern nach. delung In diese Felder sän, Mit Hoffnung und Versicherung Viel Bund; schöner aufzustehn. 4. Verbirg dich unserm Angesicht Im fühlen Erdenschoß. Du hast das Deine ausgericht, Empfängst ein selig Loos. 5. Wir wissen, daß der Bräutigam Und allerliebste Hirt Dich, sein schon hier geliebtes Lamm, Dort schön empfangen wird. 6. Er führe seine ganze Heerd, Die sich zu ihm gesellt, Und die ihm doch so theur und werth, Auch vollends durch die Welt. Gottfr. Neumann, geb. 1736. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 598. He eute mir, und morgen dir! So hört man die Glocken flingen, Wenn wir die Verstorb4. Mensch, es ist der alte Und der Tod zählt keine Jahre. Bist du heute noch ge sund, Denk an deine Todtenbahre. Jedem kommt die letzte Stund. Mensch, das ist der alte Bund. 5. Ach, wer weiß, wie nah mein Tod! Ich will sterben, eh ich sterbe; So wird mir die legte Noth, Wenn sie kommt, doch nicht so herbe. Rüste mich dazu, mein Gott! Ach, wer weiß, wie nah mein Tod! 6. Selig, wer in Christo stirbt! Denn ihm wird der Tod zum Leben. Der das Leben hier erwirbt, Dem nur wird es dort gegeben. Wer nicht lebet, der verdirbt. Selig, wer in Christo stirbt! Benjamin Schmolf, geb. 1672, st. 1737. 448 Begräbnißlieder. Mel. Himmel, Erde, Luft und Meer.| glänzt der Morgenstern. Euch, 599. Aller Gläubgen Glieder, deckt mit sanfter Ruh Sammelplaß Der Liebe stiller Schatten zu. 3. Wir freun uns in Gelaffenheit Der großen Offenbarung. Indessen bleibt das Pilgerkleid In heiliger Verwahrung. Wie ist das Glück so groß In Jesu Arm und Schoß! Die Liebe führt uns gleiche Bahn, So tief hinab, so hoch hinan. nic. Ludw. v. Zinzendorf, geb. 1700, st. 1760. Ist da, wo ihr Herz und Schatz, Wo ihr Heiland Jesus Christ, Und ihr Leben hier, schon ist! 2. Eins geht da, das Andre dort In die ewge Heimath fort, Ungefragt, ob die und der Uns nicht hier noch nützlich wär. 3. Doch der Herr fann nichts versehn. Läßt er etwas denn geschehn, Hat man nichts dabei zu thun, Als zu schweigen und zu ruhn. 4. Manches Herz, das nicht 601. Auferstehn, ja auf mehr da, Geht uns freilich innig nah; Doch, o Liebe, wir find dein, Und du willst uns Alles sein. du, Mein Staub, nach kurzer Ruh! Unsterblichs Leben Wird, der dich schuf, dir geben. Gelobt ſei er! 2. Wieder aufzublühn werd ich gesät. Der Herr der Ernte geht Und sammelt Garben Uns ein, die wir hier starben. Ges lobt sei er! Mel. Der lieben Sonne Licht und Pracht. ie Christen gehn des der 600. art denthränen Tag! Du meines Die von zu Gottes Tag! Wann ich im Grabe Genug geschlummert habe, Erweckst du mich. Durch mannichfaltgen Jammer, Und kommen in den Friedensport Und ruhn in ihrer Kammer. Gott nimmt sie nach dem Lauf In seinen Armen auf. Das Waizenforn wird in sein Beet Auf Hoffnung schöner Frucht gesät. 4. Wie den Träumenden wirds dann uns sein. Mit Jesu gehn wir ein Zu seinen Freuden. Der müden Pilger Leiden Sind dann nicht mehr. 2. Wie seid ihr doch so wohl gereist! Gelobt sein eure Schritte, Du friedevoll befreiter Geist, Du jetzt verlaßne Hütte! Du, Seele, bist beim Herrn; Dir V. 1, 3, 4 Nicol. Ludwig Graf v. 3inzendorf, geb. 1700, st. 1760. V. 2 Chr. Gregor, geb. 1723, st 1801. 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich Mein Mittler. Dann leb ich Im Heiligthume, Zu seines Namens Ruhme, In Ewigkeit. Fr. Gottl. Klopstod, geb. 1724, st. 1803. Begräbnißlieder. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 602. Geht nun hin und grabt mein Grab; Denn ich bin des Wanderns müde. Von der Erde scheid ich ab; Denn mir ruft des Himmels Friede, Denn mir ruft die süße Ruh Von den Engeln droben zu. 2. Geht nun hin und grabt mein Grab. Meinen Lauf hab ich vollendet, Lege nun den Wanderstab Hin, wo alles Jrdsche endet; Lege selbst mich nun hinein In das Bette sonder Pein. 3. Was soll ich hienieden noch In dem dunklen Thale machen? Denn wie mächtig, stolz und hoch Wir auch stellen unfre Sachen, Muß es doch wie Sand zergehn, Wenn die Winde drüber mehn. 449 derweht, Tröstet ja des Herrn Gemeinde. Weint nicht ob dem eitlen Schein; Droben nur kann ewig sein. 5. Darum letzte gute Nacht, Sonn und Mond und liebe Sterne! Fahret wohl mit eurer Pracht; Denn ich reis in weite Ferne, Reise hin zu jenem Glanz, Worin ihr verschwindet ganz. 6. Die ihr nun in Trauer geht, Fahret wohl, ihr lieben Freunde! Was von oben nieM. R. Gesangbuch 7. Weinet nicht, daß nun ich will Von der Welt den Abschied nehmen; Daß ich aus dem Irrthum will, Aus den Schatten, aus den Schemen, Aus dem Eitlen, aus dem Nichts Hin ins Land des ewgen Lichts. 8. Weinet nicht! Mein süßes Heil, Meinen Heiland hab ich funden, und ich habe auch mein Theil In den warmen Herzenswunden, Woraus einst sein heilig Blut Floß der ganzen Welt zu gut. 9. Weint nicht! Mein Erlöser lebt! Hoch vom finstern Erdenstaube Hell empor die Hoffnung schwebt, Und der Himmelsheld, der Glaube, Und die ewge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nicht. Ernst Moriz Arndt, geb. 1769. 4. Darum, Erde, fahre wohl! Laß mich nun in Frieden scheiden. Deine Hoffnung, ach, ist hohl, Deine Freuden selber Leiden, Deine Schönheit UnbeMel. Nun laßt uns den Leib begraben. stand, Eitel Wahn und Trug 603. Nun bringen wir zur Ruh Und decken ihn mit Erde zu, Den Leib, der nach des Schöpfers Schluß zu Staub und Erde werden muß. 2. Er bleibt nicht immer Asch und Staub, Nicht immer der Verwesung Raub; Er wird, wenn Christus einst erscheint, Mit seiner Seele neu vereint. 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist. Schau hier, was 29 450 Begräbnißlieder. unser Leben ist: Nach Sorge,| Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. Furcht und mancher Noth Kommt endlich noch zuletzt der Tod. 0 604. So gieb denn 4. Schnell schwindet unsre Lebenszeit, Aufs Sterben folgt die Ewigkeit. Wie wir die Zeit hier angewandt, So folgt der Lohn aus Gottes Hand. jest, du Chriftenschaar, Der Erde das, was Erde war; Verschaff dem Müden in dem Sand Die Ruh, die er bisher nicht fand. 5. So währen Reichthum, Ehr und Glück, Wie wir selbst, einen Augenblick; So währt auch Kreuz und Traurigkeit, Wie unser Leben, kurze Zeit. 2. Ruhe, Wunsch des Kämpfenden, Du letter Trost des Weinenden, Wo Erdennoth zu Ende ist, Wo keine Thräne weiter fließt! 6. O sichrer Mensch, besinne dich! Tod, Grab und Richter nahen sich. In Allem, was du denkst und thust, Bedenke, daß du sterben mußt. 3. Hier endigt sich der Feinde Truß, Hier findet der Gedrängte Schuß; Hier wird im süßen Schlaf erquickt, Den mandhe Hitz und Last gedrückt. 4. Doch hier ist auch die düstre 7. Hier, wo wir bei den Grä- Pfort Zum ungesehnen Schreks bern stehn, Soll Jeder zu dem fensort, Wo, wer sein Heil nicht Vater flehn: Ich bitt, o Gott, hat gesucht, In ewger Pein sich durch Christi Blut, Machs einst selber flucht. mit meinem Ende gut. 8. Laßt alle Sünden uns bereun, Vor unserm Gott uns findlich scheun. Wir sind hier immer in Gefahr; Nehm Jeder Seiner Seele wahr. 5. Hier weichet Hoheit, Ruhm und Glück; Der bloße Mensch bleibt nur zurück. Die Bretter und das Leichenkleid Sind nun die ganze Herrlichkeit. 9. Wenn unser Lauf vollendet ist, So sei uns nah, Herr Jesu Christ. Mach uns das Sterben zum Gewinn, Zeuch unsre Seelen zu dir hin. 10. Und wenn du einst, du Lebensfürst, Die Gräber mächtig öffnen wirst, Dann laß uns fröhlich auferstehn Und ewiglich dein Antlig sehn. 6. Hier hört der Kampf des Christen auf, Vollendet ist sein saurer Lauf. Der Geist eilt in sein Vaterland, Ist ganz bes glückt in Gottes Hand. 7. Gebracht zur Schaar der Siegenden Und zu der Engel Tausenden, Schaut solcher Gott nun, wie er ist, In seinem Hei land Jesu Christ. 8. Hier fängt die Qual der Sünder an, Die nicht im Glauben Buß gethan. Hier legt man Bei Kindern. Viele ruhig ein, Die in der Hölle Wehe schrein. 9. So nimm auch diesen Leib, Gruft, Bis ihn einst Jesus Christus ruft Und stellt in seimer Wahrheit Licht Die Todten Bei Kindern. fommen, Da ich werd aufge nommen Ins schöne Paradeis. Ihr Eltern dürft nicht klagen; Mit Freuden sollt ihr sagen: Dem Höchsten sei Lob, Ehr und Preis! Mel. O Welt, ich muß dich lassen. Den Christus hier wird setzen 605. Got Stund ist cherheit? ott Lob! die Ins Schloß vollkommner Si 6. Zuvor bracht ich euch Freude, Jetzt, nun ich von euch scheide, Betrübt sich euer Herz. Doch, wenn ihr recht betrach tet Und, was Gott thut, hoch achtet, Wird sich bald lindern aller Schmerz. 2. Kurz ist mein irdisch Le ben; Ein bessers wird mir geben Gott in der Ewigkeit. Da werd ich nicht mehr sterben, In feiner Noth verderben; Mein Leben wird sein lauter Freud. 3. Gott eilet mit den Seinen, Läßt sie nicht lange weinen In diesem Thränenthal. Ein schnell und selig Sterben Ist schnell und glücklich erben Des schönen Himmels Ehrensaal. 4. Wie öfters wird verführet Manch Kind, an dem man spüret Rechtschaffne Frömmigfeit! Die Welt voll List und Tücke Legt heimlich ihre Stricke Bei Tag und Nacht, zu jeder Zeit. 451 alle vors Gericht. 10. Und uns erinnre jederzeit, Gott, an Tod und Ewigkeit, Damit wir deinen Ruf ver stehn Und freudig in das Grab einst gehn. 5. Ihr Neße mag fie stellen; Mich wird sie nun nicht fällen, Sie wird mir thun fein Leid. Denn wer kann den verlegen, 7. Gott zählet alle Stunden, Er schlägt und heilet Wunden, Er kennet Jedermann. Nichts ist ja je geschehen, Was er nicht vor gesehen; Und was er thut, ist wohl gethan. 8. Wenn ihr mich werdet fin den Vor Gott, frei aller Sün den, In weißer Seide stehn Und tragen Siegespalmen In Hän den, und mit Psalmen Des Herren Lob und Ruhm erhöhn: 9. Da werdet ihr euch freuen, Es wird euch herzlich reuen, Daß ihr euch so betrübt. Wohl dem, der Gottes Willen Geden ket zu erfüllen Und in Geduld sich ihm ergiebt! 10. Lebt wohl nun, seid ges fegnet! Was euch feßund be gegnet, Ist Andern auch ge schehn. Viel müssens noch ers 29* 452 Begräbnißlieder. fahren. Nun, Gott woll euch| Kind; Dich will ich bei mir bewahren! Dort wollen wir uns haben und ewig reichlich laben. wiedersehn. Heermann, 1585- 1647. 5. O süßer Rath, o schönes Wort Und heilger, als wir denfen! Bei Gott ist ja kein böser Ort, Kein Unglück und kein Kränken, Kein Angst, kein Mangel, fein Versehn; Bei Gott kann Keinem Leid geschehn; Wen Gott versorgt und liebet, Wird nimmermehr betrübet. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher 2c. 606. S u bist zwar mein und bleibest mein; Wer will mirs anders sagen? Doch bist du nicht nur mein allein: Der Herr von ewgen Tagen, Der hat das meiste Recht an dir, Der fordert und erhebt von mir Dich, o mein Sohn, mein Wille, Mein Herz und Wunsches Fülle! 2. Ach, gält es wünschen, wollt ich dich, Du Sternlein meiner Seelen, Vor allem Weltgut ewiglich mir wünschen und erwählen! Ich wollte sagen: Bleib bei mir! Du sollt sein meines Hauses Zier; An dir will ich mein Lieben Bis an mein Sterben üben. 3. So sagt mein Herz und meint es gut; Gott aber meints noch besser. Groß ist die Lieb in meinem Muth: In Gott ist ste noch größer. Ich bin ein Vater und nichts mehr: Gott ist der Väter Haupt und Ehr, Ein Quell, der Alt und Jungen In aller Welt entsprungen. 4. Jch sehne mich nach meinem Sohn, Und, der mir ihn gegeben, Will, daß er nah an seinem Thron Jm Himmel solle leben. Ich sprech: Ach, weh, mein Licht verschwindt! Gott spricht: Willkomm, du liebes 6. Wir Menschen sind ja auch bedacht, Die Unsrigen zu zieren; Wir gehn und sorgen Tag und Nacht, Wie wir sie wollen führen In einen feinen selgen Stand, Und ist doch selten so bewandt Mit dem, wohin sie kommen, Als wirs uns vorgenommen. 7. Wie manches junges, frommes Blut Wird jämmerlich verführet Durch bös Exempel, daß es thut, Was Christen nicht gebühret. Da hats denn Gottes Zorn zu Lohn, Auf Erden nichts, als Spott und Hohn; Der Vater muß mit Grämen Sich seines Kindes schämen. 8. Ein solches darf ich ja nun nicht An meinem Sohn erwarten; Der steht vor Gottes Angesicht Und geht in Christi Garten, Hat Freude, die ihn recht erfreut, Und ruht von allem Herzeleid; Er steht und hört die Schaaren, Die uns allhie bewahren. 9. Er sieht und hört der Engel Mund, Sein Mündlein hilft Bei Kindern. 453 selbst singen; Weiß alle Weis- Lauf ist nun vollbracht! Ich bin heit aus dem Grund Und redt gar wohl vergnüget, zu taus von solchen Dingen, Die unser send guter Nacht! Ihr aber, Keiner noch nicht weiß, Die meine Lieben, Thut nicht so auch durch unsern Fleiß und ängstiglich. Was wollt ihr euch Schweiß Wir, weil wir sind betrüben? Stehts doch sehr gut auf Erden, Nicht ausstudiren um mich. werden. 10. Ach, sollt ich doch von ferne stehn Und nur ein wenig hören, Wenn deine Sinne sich erhöhn Und Gottes Namen eh ren, Der heilig, heilig, heilig ist, Durch den auch du geheiligt bist! Ich weiß, ich würde müssen Vor Freuden Thränen gießen. 11. Ich würde sprechen: Bleib allhier! Nun will ich nicht mehr klagen: Ach, mein Sohn, wärst du noch bei mir! Nein, son dern komm, du Wagen Eliä, hole mich geschwind Und bring mich dahin, da mein Kind Und so viel liebe Seelen So schöne Ding erzählen! 12. Nun, es sei ja und bleib also, Ich will dich nicht mehr weinen. Du lebst und bist von Herzen froh, Siehst lauter Sonnen scheinen, Die Sonnen ewger Freud und Ruh. Hier leb und bleib nur immerzu! Ich will, wills Gott, mit Andern Recht balde dir nachwandern. Paul Gerhardt, geb. 1606, ft. 1676. Mel. Balet will ich dir geben. o hab ich obgesieget, Mein 607. S 2. Denkt, Vater, wie viel Sorgen, Wie manche wache Nacht, Wie manchen düstern Morgen Ein liebes Kind oft macht! Was ihm fann widerfahren, Das fürchtet, der es liebt. Den Kummer fönnt ihr sparen; Drum seid nicht so betrübt. 3. Auch Mutter, laßt die Zähren, Stellt eure Klagen ein! Des höchsten Gotts Begehren, Das muß erfüllet sein. Warum ihr jezo weinet Und gar zu fläglich thut, Das ist sehr wohl gemeinet; Gott machet Alles gut. 4. Die Freude, die sich reget Bei einem Wandersmann, Wenn er die Reis hinleget Und kömmet glücklich an; Die Freude, die empfindet Ein Schiffer, wenn er schier Den sichern Hafen findet: Die spür ich jetzt bei mir. 5. Fahr hin, o Angst und Schmerzen, Fahr immer, immer hin! Ich freue mich von Hers zen, Daß ich erlöset bin. Ich leb in tausend Freuden In meines Schöpfers Hand; Da trifft, noch rührt kein Leiden, So diefer Welt bekannt. 6. Die noch auf Erden wal FRATEL 454 Begräbnißlieder. fommen? Gott bleibet bei dem Brauch: Er eilet mit den Seinen Zur schönen Himmelspracht. Wer mag nun den beweinen, Der bei den Engeln lacht. Nachruf der Betrübten. len In irrthumsvoller Zeit,| man auch zu früh in Himmel Vermögen faum zu lallen Von froher Ewigkeit. Viel besser, wohl gestorben, als in der Welt gelebt. Die Schwachheit ist verdorben, Worinnen ich geschwebt. 7. Schmückt meinen Sarg mit Kränzen, Wie sonst ein 12. Fahr wohl, o liebe SeeSiegsmann prangt. Aus jenen le! Geneuß der süßen Lust! Uns Himmelslenzen Hat meine Seel in der Trauerhöhle Ist nichts erlangt Die ewig grüne Krone. hievon bewußt. Wann wird Die werthe Siegespracht Rührt doch angelangen Desselben Taher von Gottes Sohne; Der ges Schein, Daß du uns wirst hat mich so bedacht. empfangen? O, möcht es heute sein! Gottfr. Wilh. Sacer, geb. 1635, f. 1699. 8. Noch netzet ihr die Wangen, Ihr Eltern, über mir; Euch hat das Leid umfangen, Das Herze bricht euch schier. Des Vaters treue Liebe Siebt fehnlich in mein Grab, Die Mutter siehet trübe Und kehrt die Augen ab. 9. Ich war euch nur geliehen Auf eine furze Zeit. Will Gott mich zu sich ziehen, So werfet hin das Leid Und sprecht: Gott hats gegeben! Gott, nimms; du hast es Recht. Bei dir steht Tod und Leben; Der Mensch ist Gottes Knecht. 10. Daß ihr mein Grab müßt sehen, Zeigt unsern schwachen Stand; Daß es so bald geschehen, Thut Gottes Vaterhand. Gott wird das Leid euch stillen. Ich sterbe nicht zu jung; Wer stirbt nach Gottes Willen, Der ftirbt schon alt genung. 11. Schein ich zu früh ent nommen? Sag Jemand: Kann Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 608. Wie kurz ist doch der Leben, Wie schleunig wird es hingerafft! Wir sind mit Sterblichkeit umgeben. Wie bald versiegt der Lebenssaft! Wir blühen auf und fallen ab, Wir steigen aus der Wieg ins Grab. 2. Wohl aber dem, der also stirbet, Daß ihn sein Sterben nicht betrübt; Den Gott entrückt, eh er verdirbet, Und ihm ein ewges Leben giebt, Ein Leben in der bessern Welt, Die feinen Jammer in sich hält! 3. Ach, weinet nicht, daß ich gestorben! Ich habe ja nun ausgefrankt. Was mir mein Jesus hat erworben, Das hab ich in dem Tod erlangt. Ich bin an einen Ort gebracht, Wo meine Seel in Frieden lacht. Bei Kindern. 455 3. Zeuch hin, mein Kind! Im Himmel findest du, Was dir die Welt versagt; Denn nur bei Gott Jst wahrer Trost ich nur von ihm geborgt. Nun und Ruh, Da wird kein Schmerz hat er mich der Erd entwandt Und mir den Himmel zuerkannt. 4. Wie wohl bin ich dort auf gehoben! Wie wohl hat mich doch Gott versorgt! Jhn soll ich nun mit Freuden loben; Euch war erfragt. Hier müssen wir in Aengsten schweben, Dort fannst du ewig fröhlich leben. Zeuch hin, mein Kind! 5. Verwelft der Leib gleich in Der Erden, Er wird doch fünf tig wieder blühn, Von Jesu schön verkläret werden; Der wird ihm seinen Glanz anziehn; Da werd ich wie ein Engel sein. Deß sollt auch ihr euch noch erfreun. 6. Ich bin der bösen Welt entflogen, In welcher ihr euch oft betrübt. Mich hat der Herr zu sich gezogen, Der mich viel mehr, als ihr, geliebt. Ich schaue Jesu Angesicht. Daran gedenkt und weinet nicht. 4. Zeuch hin, mein Kind! Wir folgen Alle nach, Sobald es Gott befiehlt. Du eileft fort, Eh dein Herz Ungemach In spä tern Jahren fühlt. Wer lange lebt, steckt lang im Leide. Wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude. Zeuch hin, mein Kind! 5. Zeuch hin, mein Kind! Die Engel warten schon Auf deinen frommen Geist. Du fies heft auch, Wie Gottes lieber Sohn Dir schon die Krone weist. Nun wohl, dein Seelchen ist entbunden, Du hast im Hers 609.3 ren überwunden. Zeuch hin, mein Kind! Mel. Es ist genug! So nimm, Herr 2c. euch hin, mein Kind! Denn Gott selbst fordert dich Aus dieser argen Welt. Ich leide zwar, Dein Tod betrübet mich; Doch weil es Gott gefällt, So unUnd Mel. Nun ruhen alle Wälder. will mit stillem Geiſte fagen: 610. Wenn eine im Beuch hin, mein Kind! 2. Zeuch hin, mein Kind! Der Schöpfer hat dich mir Nur in der Welt geliehn. Die Zeit ist weg; Darum befiehlt er dir, Seßt wieder fortzuziehn. Zeuch hin! Gott hat es so ersehen; Was dieser will, das muß geschehen. Zeuch hin, mein Kind! Gottfr. Hoffmann, geb. 1658, st. 1712. ihrer Unschuld sterben, So büßt man sie nicht ein; Sie werden nur dort oben Vom Vater aufs gehoben, Damit sie unverloren fein. 2. Sie find ja in der Taufe Zu ihrem Christenlaufe Für Jes sum eingeweiht Und noch bei Gott in Gnaden: Was sollt es CRANE 456 Das Reich der Herrlichkeit. ihnen schaden, Wenn er nun| nen, Wie sie das Wasserbad über sie gebeut? Vor Gottes Augen stellte, Und die die Welt nicht fällte, Ja, wohl noch jetzt im Neze hat? 3. Der Unschuld Glück verscherzen, Stets kämpfen mit den Schmerzen, Mit so viel Seelennoth, Im Angstgefühl der Sünden Das Sterben schwer empfinden: Davor bewahrt ein früher Tod. 6. Wie leicht geht nicht bei Kindern von uns erwachsnen Sündern Das fremde Feuer an! Sind sie der Welt entrissen, Dann können wir erst wissen, Daß sie die Welt nicht fällen fann. C 4. Zwar wer in seiner Jugend Den Weg zur wahren Tugend Durch Jesum Christum findt, Und sich den ersten Glauben Hat niemals lassen rauben, Der lebt und stirbt auch wie ein Kind. 5. Allein, wo sind die Reinen, Die jetzt noch so erschei XXIV. Das Reich der Herrlichkeit. Christi Wiederkunft; Auferstehung der Todten; jüngstes Gericht. 611. Tag des Bornes, fich erheben, Antwort im Gericht zu geben. den wir gläuben, Wirst die Welt in Asche stäuben, Wie uns die Propheten schreiben. 2. Welch ein Zittern wird dann werden, Wenn der Richter kommt auf Erden, Rächer aller Sünd zu werden! 7. O wohl auch diesem Kinde! Es stirbt nicht zu geschwinde. Zeuch hin, du liebes Kind! Du gehest ja nur schlafen Und bleibest bei den Schafen, Die ewig unsers Jesu find. Joh. Andr. Rothe, geb. 1688, st. 1758. 3. Die Posaun mit mächtgem Schalle, Rufend durch der Gräber Halle, Treibet vor den Thron hin Alle. 4. Tod und Schöpfung werden beben, Wenn die Leichen 5. Und ein Buch wird sich entfalten, Drin der Menschen Schuld enthalten, Wonach Gott Gericht wird halten. 6. Wird der Herr nun richtend sizen, Dann wird Licht ins Dunkle blizen, Nichts vor seinem Zorne schügen. 7. Was soll dann ich Armersagen? Welchen Fürsprech mir erfragen, Wo selbst die Gerechten zagen? 8. König, schrecklich, groß Christi Wiederkunft; Auferstehung und Gericht. 457 von Ehren, Du rettst, was er- Tage Auferstehn mit Thrän und rett soll werden; Rett auch mich, Klage Zum Gericht beschwert Heiland der Erden! mit Sünden: Herr Gott, laß uns Gnade finden! Frommer Jesu, ach schenk uns Ewge Ruh in deinem Namen! Amen! Uebersegung des Dies irae, dies illa, voz Thomas v. Celano, um 1250. 9. Treuer Jesu, wollst be denken, Daß du kamst, mir Heil zu schenken! Wollst mich nicht zum Abgrund senken! 10. Haft gesucht mich Zeit des Lebens, Mich erlöst am Kreuz voll Bebens; So viel Müh sei nicht vergebens. 11. Richter der gerechten Rache, Deiner Huld mich theilhaft mache, Eh ich zum Gericht erwache. 12. Schwer beseufz ich mei nen Schaden, Ich erröth von Schuld beladen; Schenk dem| tes Wort bezeuget. Flehenden, Herr, Gnaden! 13. Du, der lossprachst einst Marien Und dem Schächer haft verziehen, Hast auch mir Hoffnung verliehen. 14. Mein Gebet gilt zwar nicht theuer; Doch, du Gnadenvoller, Treuer, Rette mich vom ewgen Feuer! 15. Von den Böcken weg mich stelle, Zu den Schafen mich geselle, Mich zu deiner Rechten stelle. 16. Wann die Flammen, heiß entglommen, Die Verdammten hingenommen, Dann ruf mich mit deinen Frommen. 17. Mit zerknirschtem Herzen wende Flehend ich zu dir die Hände: Sorge gnädig für mein Ende! 18. Ach, wenn wir an jenem 612. Es ist gewißlich an der Zeit, Daß Christ, der Herr, wird kommen In seiner großen Herrlichkeit, zu richten Bös und Frommen. Da wird das Lachen werden theur, Wenn Alles wird vergehn durchs Feur, Wie Got2. Posaunen wird man hören gehn An aller Welten Ende; Denn Gott wird fordern vor sein Thron All Menschen gar behende. Da wird der Tod erschrecken sehr, Wenn er wird hören neue Mähr, Daß alles Fleisch soll leben. 3. Ein Buch wird da gelesen bald, Darin so steht geschrieben, Wie Gott will richten Jung und Alt; Soll nichts verborgen liegen. Da wird einm Jeden kommn zu Haus, Was er hie hat gerichtet aus In seinem ganzen Leben. 4. Was werd ich armer Sünder dann Vor deinem Richtstuhl sagen? Was werd ich für ein Fürsprech habn, Der mein Sach wird austragen? Das wirst du thun, Herr Jesu Christ, Die 458 Das Reich der Herrlichkeit. weil daß du gekommen bist,| hell, ihr Stern geht auf. Nun All Sünder zu erlösen. fomm, du werthe Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all Zum Freu densaal Und halten mit das Abendmahl. 5. O Jesu, hilf zur selben Zeit, Von wegen deiner Wunden, Daß ich im Buch der Seligkeit Werd angezeichnet funden. Nun, Herr, ich dran auch zweifle nicht; Denn du hast ja den Feind gericht Und meine Schuld bezahlet. 6. Herr Jesu Christ, du machst es lang In diesen bösen Tagen. Auf Erden ist den Leuten bang; Laß sie doch nicht verzagen. Schick den Tröster, den heilgen Geist, Der sie in alle Wahrheit leit, Durch Jesum Christum. Amen! Frederus, 1550, und Barthol. Ringwalbt, geb. 1531, st. 1598; nach: Dies irae, dies illa, von Thomas v. Celano, st. 1255. 3. Gloria sei dir gesungen Mit Menschen- und mit Engelzungen, Mit Harfen und mit Cymbeln schön! Von zwölf Pers len sind die Thore An deiner Stadt; wir stehn im Chore Der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug hat je gespürt, Kein Ohr hat je gehört Solche Frende. Drum jauchzen wir Und fingen dir Das Hallelujah für und für. phil. Nicolai, 1556-1608. 613. Wachet auf! ruft 614. Wach auf, wach auf, du sichre uns die Stim- Welt! Der letzte Tag wird wahrme Der Wächter sehr hoch auf lich kommen! Denn was im der Zinne: Wach auf, du Stadt Himmel ist bestellt, Wird durch Jerusalem! Mitternacht heißt diese Stunde! Sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid ihr flugen Jungfrauen? Wohlauf, der Bräutgam kömmt! Steht auf, die Lampen nehmt! Hallelujah! Macht euch bereit Zu der Hochzeit! Ihr müsset ihm entgegen gehn. 2. Wach auf, der Herr kommt zum Gericht! Er wird sehr prächtig lassen schauen Sein richter2. Zion hört die Wächter liches Angesicht, Das die Verfingen, Das Herz thut ihr vor dammten machet grauen. Seht, Freuden springen; Sie wachet den der Vater läsfet sißen Zuund steht eilend auf. Ihr Freund seiner Rechten, der die Welt kommt vom Himmel prächtig, Zu seinen Füßen hat gestellt, Bon Gnaden stark, von Wahr- Der kommt mit Donner, Feur heit mächtig, Ihr Licht wird und Blizen. die Zeit nicht hingenommen. Ja, was der Heiland selbst geschworen, Soll endlich allzumal geschehn. Obgleich die Welt muß untergehn, So wird sein Wort doch nicht verloren. Christi Wiederkunft; Auferstehung und Gericht. 459 3. Wach auf, wach auf, du fichre Welt! Gar schnell wird dieser Tag einbrechen. Wer weiß, wie bald es Gott gefällt? Sein Will ist gar nicht auszu sprechen. Ach, hüte dich vor Geiz und Prassen! Gleichwie das Vöglein wird berückt Noch eh es seinen Feind erblickt: So schnell wird dieser Tag dich fassen. 7. Der Frühling ist schon vor der Thür, Der Feigenbaum will Laub gewinnen, Die Blümlein schießen auch herfür, Die Zeit erneuert uns die Sinnen. Bald kommt das rechte Sommerleben, In welchem unser Leib wird sein Verfläret, wie der Sonnenschein, Den uns der jüngste Tag wird geben. 4. Der Herr verzeucht die letzte Zeit, Dieweil er uns so herzlich liebet Und nur aus lauter Freundlichkeit Uns Frist und Raum zur Buße giebet. Er weiß gar sanft mit uns zu fahren, Hält auf den lieben jüngsten Tag, Daß sich der Frommen Glauben mag Sammt Lieb und Hoffnung offenbaren. 5. Erscheinen wird das lieblich Theil, Der Tag des Richters euch, ihr Frommen, An welchem nur erwünschtes Seil, Euch frei zu machen, ist gekommen. Der rechte Josua wird bringen Die Seinigen mit starker Hand In das gewünschte Vaterland, Ein Siegeslied daselbst zu singen. 8. Wohlan, wir wollen Tag und Nacht Im Geist und unablässig beten; Wir wollen immer geben Acht Auf unsern Herrn und vor ihn treten. Kommt, lasset uns entgegen gehen Dem Bräutigam zu rechter Zeit, Da mit wir in der Ewigkeit Sammt allen Engeln vor ihm stehen. Joh. Rist, geb. 1607, st. 1667. Mel. Valet will ich dir geben. 615. Laßt ab von SünAlle! Laßt ab und zweifelt nicht, Daß Christus wird mit Schalle Bald kommen zum Gericht! Sein Stuhl ist schon bereitet. Der Herr kömmt offenbar; Er kömmt, und wird begleitet von einer großen Schaar. 6. Sind auch die Zeiten so verkehrt, Daß wir vor Unmuth schier vergehen; Wird schon die Trübsal so vermehrt, Daß kaum ein Ziel davon zu sehen: Ge- in er sthlafend lag. Da mußt duldet euch! Bald wird sich en- du stehn entkleidet Und hören den Des Lebens schwere Pil- an mit Scheu, Wie Christus gerschaft, Bald werden wir das selber scheidet Den Waizen von hingerafft, Wo sich die Plagen der Spreu. von uns wenden. 3. Wohl dir, wenn du ge 2. Erschrick, o fichre Seele! Dies ist der letzte Tag. Dein Leib kömmt aus der Höhle, Dar 460 Das Reich der Herrlichkeit. schmücket In wahrem Glauben| schreien, Wenn ihn der Richbist! Alsdann wirst du gerücket ter fragt, Warum er nicht mit Hinauf zu Jesu Christ. Weh Treuen Gethan, was ihm geaber deinem Herzen, Wo du sagt! Wie wird er können schauen bist unbereit! Du mußt erlei- Ein solches Angesicht, Das ihm den Schmerzen Und Pein in mit Angst und Grauen Leib, Ewigkeit. Seel und Geist zerbricht? 9. Himmel! Es erschallet Der Sünder Klaggeschrei: Jhr Berg und Hügel, fallet Und knirschet uns entzwei! Bedeckt uns vor dem Pfuhle, Dieweil zu dieser Frist Das Lamm auf Gottes Stuhle So sehr ergrimmet ist! 10. Herr, lehre mich bedenfen Doch diesen großen Tag, Daß ich zu dir mich lenken Und christlich leben mag. Und wenn ich dort soll stehen Vor deinem Angesicht, So laß mich alsdann sehen Dein klares HimJoh. Rist, 1607-1667. 4. Was wird der Richter machen? Der richtet nicht allein, Er wird zugleich in Sachen Dein wahrer Zeuge sein. Dann wirst du sehr erschrecken, Wenn auf dem Urtheilsplan Der Richter wird aufdecken, Was heimlich du gethan. 5. Wie willst du doch bestehen Vor seinem großen Zorn, Wenn er dich lässet sehen Die Wunden, Schläg und Dorn, Und was er mehr getragen, schnöder Mensch, für dich? Da wird dich Christus fragen: Warum, Mensch, schlugst du mich? melslicht. 6. Hab ich nicht gern vergossen Schuld? Ward ich nicht feſt 616.Dwie fort und fort geschlossen? Litt mit Geduld Die nie verdienten Strafen Und Marter Tag und Nacht, Bis ich am Kreuz entschlafen Hab Alles vollenbracht? Der Eine hier, der Andre dort Uns gute Nacht muß geben. Der Tod hält keinen andern Lauf; Er sagt zuletzt die Wohnung auf Uns allen, die wir leben. 7. Wie hast du nun vergolten Mir, was ich dir gethan? Oft hast du mich gescholten, Bist oft die Sündenbahn Mit dem verfluchten Haufen, Nur mir zu Spott und Hohn, In Sicherheit gelaufen! War das dafür mein Lohn? 8. Wie wird der Sünder Mein Blut für deine Mel. Kommt her zu mir, spricht zc. u 2. Bedenk es weislich in der Zeit Und fleuch den Schlaf der Sicherheit, Sei augenblicklich wacker; Denn wiß, es bleibet nicht dabei, Daß hier dein Leib vergraben sei Auf einem Gottesacker. 3. Wir werden aus den Gräs Christi Wiederkunft; Auferstehung und Gericht. 461 bern gehn Und alle vor Ge-| finstre Nacht bricht ein. Es hat richte stehn, Das Christus selbst sich aufgemachet Der Bräutiwird hegen, Wenn auf der En- gam mit Pracht. Auf, betet, gel Feldgeschrei Die Gluth das kämpft und wachet! Bald ist große Weltgebäu Wird in die es Mitternacht. Asche legen. 2. Macht eure Lampen fertig Und füllet sie mit Del Und seid des Heils gewärtig; Bereitet Leib und Seel. Die Wächter Zions schreien: Der Bräutigam ist nah! Begegnet ihm im Reihen Und singt Hallelujah! 4. Alsdann wird erst der ganzen Welt Belohnung werden zugestellt. Die Sünder sollen büßen, Und ihnen ohn Betrug und Schein Selbst Kläger, Rich ter, Henker sein, Berdammt durch hr Gewissen. 5. Ach Gott, kommt mir dies Urtheil vor, So steigen mir die Haar empor; Mein Herz fühlt Angst und Schrecken. Ihr hojen Hügel, heb ich an, Ihr Berg, und was sich stürzen kann, Fallt her, mich zu bedecken! 6. Herr Jesu, meine Zuvericht, Ach, laß dein strenges Beltgericht, Ach, laß es mir nicht schaden! Zeig an dem Bater den Vertrag, Damit ich ünftig hören mag Den süßen Spruch der Gnaden. 7. Gieb, daß ich mich bei guem Sinn, Und weil ich noch ei Kräften bin, Bereite zum lbsterben, Auf daß ich mag nach pieser Zeit Der Seelen Heil md Seligkeit Aus lauter Gnad rerben. S. Dach, 1605-1659. Mel. Valet will ich dir geben. 617. muntert euch, ihr Frommen! Beigt eurer Lampen Schein! Der Abend ist gekommen, Die 3. Ihr flugen Jungfraun al le, Hebt nun das Haupt empor Mit Jauchzen und mit Schalle Zum frohen Engelchor. Die Thür ist aufgeschlossen, Die Hochzeit ist bereit! Auf, auf, ihr Reichsgenoffen, Der Bräutgam ist nicht weit! 4. Er wird nicht lang verziehen; Drum schlafet nicht mehr ein. Man sieht die Bäume bluhen; Der schönste Frühlingsschein Verheißt Erquickungszeiten; Die Abendröthe zeigt Den schönen Tag von weiten, Davor das Dunkle weicht. 5. Wer wollte denn nun schlafen? Wer flug ist, der ist wach. Gott kömmt, die Welt zu strafen, zu üben Grimm und Rach An Allen, die nicht wachen Und die des Thieres Bild Anbeten sammt dem Drachen. Drum auf! Der Löwe brüllt. 6. Begegnet ihm auf Erden, Ihr, die ihr Zion liebt, Mit freudigen Geberden Und seid nicht mehr betrübt. Es sind die GRAY Das Reich der Herrlichkeit. Freudenstunden Gekommen, und| Der du schon längst der Himder Braut Wird, weil sie über- mel Thron Als Herrscher einwunden, Die Krone nun ver- genommen, Du wirst dereinst 462 traut. 7. Die ihr Geduld getragen Und mit gestorben seid, Sollt nun nach Kreuz und Plagen In Freuden sonder Leid Mit leben Und regieren und vor des Lammes Thron Mit Jauchzen triumphiren In eurer Siegeskron. 8. Hier sind die Siegespalmen, Hier ist das weiße Kleid; Hier stehn die Waizenhalmen In Frieden nach dem Streit Und nach den Wintertagen; Hier grünen die Gebein, Die dort der Tod erschlagen; Hier schenkt man Freudenwein. 9. Hier ist die Stadt der Freuden, Jerusalem, der Ort, Wo die Erlösten weiden; Hier ist die sichre Pfort, Hier sind die güldnen Gaffen; Hier ist das Hochzeitsmahl, Hier soll sich niederlassen Die Braut im Rosenthal. 10. O Jesu, meine Wonne, Komm bald und mach dich auf! Geh auf, verlangte Sonne, Befördre deinen Lauf! Jesu, mach ein Ende Und führ uns aus dem Streit! Wir heben Haupt und Hände Nach der Erlösungszeit. Laurentius Laurentii, geb. 1660, st. 1722. zu rechter Zeit In großer Kraft und Herrlichkeit Vom Himmel wiederkommen. Gieb, daß dann froh und mit Vertraun Dich, Herr, auch meine Augen schaun. 2. Wer faßt, o Heiland, jetzt die Pracht, Die deinen Tag einst herrlich macht? Wie groß wirst du dich zeigen, Wenn du auf lichten Wolken einst Mit deiner Engel Heer erscheinst, Die sich vor dir, Herr, beugen! Dann sieht die Welt die Majestät, Dazu dich Gott, dein Gott, erhöht. 3. Dann tönt dein Ruf in jedes Grab Mit allmachtsvolfer Kraft hinab Und schafft ein neues Leben. Auf deinen Wink muß Erd und Meer Das große unzählbare Heer Der Todten wiedergeben. Sie stehn durch dich, Herr, neu beseelt Nun alle auf, Und Keiner fehlt. 4. Du sammelst sie vor deinen Thron, Um Jedem den be stimmten Lohn Nach seiner That zu geben. Dann trifft den Bö fen Schmach und Pein, Den Frommen aber führst du ein In das verheißne Leben. Wer leugnet dann noch, Jesu Christ, Daß du der Erde Richter bist? 5. O, gieb, wenn nun dein Mel. Ewigkeit, du Donnerwort. Tag erscheint, Daß ich in dir 618. Erhöhter Jeſu, dann meinen Freund Und Hei Gottes Sohn, land wiederfinde; Daß ich mit Christi Wiederkunft; Auferstehung und Gericht. 463 Freuden vor dir steh Und mit| stegen. Hier ist zur Buße nicht dir in den Himmel geh, Ganz mehr Frist; Hier gilt nicht mehr frei von Fluch und Sünde! Laß Betrug und List; Hier gilt fein mich im Glauben wachsam sein falscher Zeuge. Und auch die kleinste Sünde cheun. 4. Der Richter spricht, der Himmel schweigt, Und alle Völ fer hören Erwartungsvoll und tief gebeugt: Kommt, erbt das Reich der Ehren! So spricht er zu der frommen Schaar; Doch die, die widerspenstig war, Heißt er nun von sich weichen. 6. Dein Name sei mir ewig verth, Und was dein Wort son mir begehrt, Das laß mich reulich üben. Niemals ermüde ier mein Geist, Dich, den schon eßt der Himmel pretst, Aus aller Kraft zu lieben: So hab ch in der Ewigkeit Auch Theil in deiner Herrlichkeit. Chr. Sam. Ulber, geb. 1714, st. 1776. 5. D Herr, mit welcher Mas jestät Wirst du dies Urtheil fällen! Die Sünder, die dich hier verschmäht, Gehn dann ge wiß zur Höllen. Dort trifft fie Nel. Es ist das Heil uns kommen her. unerforschte Pein. Wer wird 619. Schon ist der Tag dann noch ihr Retter sein? Ihr Warten ist verloren. von Gott be immt, Da, wer auf Erden pandelt, Sein Loos aus Got28 Händen nimmt, Nach dem hier gehandelt. Er kommt, = kommt, des Menschen Sohn! Er kommt, und Wolken sind sein hron, Der Erden Kreis zu chten. 2. Hier an den Rand der wigkeit, Hier stehn die Mil onen, Die seit dem ersten Tag er Zeit Auf dieser Erde woh en, Nur dem Allwissenden bes nnt, Unzählbar, wie am Meer er Sand; Hier stehn sie vor m Richter. 3. Hier muß der falsche Wahn r Welt Der Wahrheit unter egen. Hier, wo das Recht die Sage hält, Wird keine Sünde 6. Sie, die Gerechten, leuch ten dann So, wie der Glanz am Himmel. Du selbst nimmst ste zu Ehren an. O, welch ein froh Getümmel! Nun sehn fie mit erstauntem Blick, Daß Glaub und Lieb das höchste Glück Aus Gottes Gnad ererben. 7. Sie gehn nun in das selge Reich, Das Gott für sie bereitet, Und sehn auf ewig, Ens geln gleich, Ihr Wohlsein ausgebreitet. Das Stückwerk wird Vollkommenheit, Kein Kummer, keine Traurigkeit Stört ihre ewge Freude. 8. Mein Heiland, laß mich dein Gericht Oft und mit Ernst bedenken! Es stärfe meine Zuversicht, Wenn mich die Leiden 464 Das Reich der Herrlichkeit. tränken. Es reize mich, gewis-| chenschaft Nach deinem Wort senhaft Und eingedenk der Ne- zu wandeln. Joh. Sam. Diterich, geb. 1721, st. 1797. Die Ewigkeit. Mel. Vater unser im Himmelreich. Zähr, Würd wachsen Waffer 620. Ewigkeit, o folche Meng, Daß Erd und zu eng. 6. Ewigkeit, o Wie lang bist du, o Ewigkeit! Doch eilt zu dir schnell unser Zeit, Gleichwie das Heerpferd zu dem Streit, Nach Haus der Bot, das Schiff zum Port, Der schnelle Pfeil vom Bogen fort. 2. Ewigkeit, o Ewigkeit, Wie lang bist du, o Ewigkeit! Gleich wie an einer Kugel rund Kein Anfang und fein End ist fund, Also, o Ewigkeit, an dir Nicht Ein- noch Ausgang finden wir. 3. Ewigkeit, o Ewigkeit, Wie lang bist du, o Ewigkeit! Du bist ein Ring, unendlich weit, Dein Mittelpunkt heißt Allezeit", ,, Niemal" der weite Umkreis dein, Weil deiner nie kein End wird sein. Ewigkeit, Wie lang bist du, o Ewigkeit! Hör, Mensch: So lange Gott wird sein, So lang wird sein der Höllen Pein, So lang wird sein des Himmels Freud! O lange Freud, o langes Leid! 7. Ewigkeit, o Ewigkeit, Wie lang bist du, o Ewigkeit! Verständig ist, der dich betracht, Des Fleisches Lust er leicht veracht; Bei ihm die Welt nicht Platz mehr findt; Die Lieb zum Eiteln bald verschwindt. 8. Ewigkeit, o Ewigkeit, Wie lang bist du, o Ewigkeit! Wer dich besinnt, zu Gott so spricht: Hie brenn, hie schneid, hie straf und richt, Hie handle nach Gerechtigkeit; Verschon nur in der Ewigkeit! 4. Ewigkeit, o Ewigkeit, Wie lang bist du, o Ewigkeit! 9. Ewigkeit, o Ewigkeit, Wegnehmen könnt ein Vöglein Wie lang bist du, o Ewigkeit! flein All ganzer Welt Sand, O Mensch, oft deine Sinnen Berg und Stein, Wenns auch stell, zu denken an die Qual nur käm all tausend Jahr: Von der Höll Und an der Frommen dir wär noch nichts weg, für- Herrlichkeit: Es währet Beides wahr! ohne Zeit! Bedent, o Mensch, die Ewigkeit! v. 1-6 v. e. Unbekannten aus d. 16. Jahrh. V. 7-9 von Dan. Wülffer, 1617-1685. 5. Ewigkeit, o Ewigkeit, Wie lang bist du, o Ewigkeit! In dir, wenn nur all tausend Jahr Ein Aug vergöß ein kleine Ewiger Tod. 465 Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 4. Ewig aber ist verflucht, 621. Ewig, ewig! heißt Wer die Zeit in seinem Leben das Wort, Das Zu verschwenden hat gesucht wir wohl bedenken müssen. Zeit- Und sich eitler Luft ergeben. ich hier und ewig dort, Das Diesem bringt die Ewigkeit ist, was wir alle wissen; Denn Endlich ein unendlich Leid. nach dieser furzen Zei Folgt Die lange Ewigkeit. 2. Es wird endlich alle Zeit Von der Ewigkeit verschlungen; Diese bringet Freud und Leid. Wie man hier darnach gerungen, Was wir in der Zeit gethan, Schreibt die Ewigkeit uns an. 5. Mein Gott, laß mich in der Zeit An die Ewigkeit ge denken, Und durch keine Sicherheit Mir das rechte Ziel verschränken, Daß mich, eh die Zeit verläuft, nicht die Ewigkeit er greift. 3. Ewig wird das Erbe sein Derer, die an Christum gläuben Und ohn allen Heuchelschein Treu in seiner Liebe bleiben. Für das Leiden dieser Zeit Krönet sie die Ewigkeit. 6. Ewig, ewig! Süßer Schall, Wenn man hier hat fromm gelebet! Ewig, ewig! Schreckenshall, Wenn man Gott hat widerstrebet! Steh mir, Gott, in Gnaden bei, Daß das Wort mir Jubel sei. Benj. Schmoll, geb. 1672, ft. 1737. Ewiger Tod. | 622. Ewigkeit, du land selber spricht: Aus ihr ist Donnerwort! O Schwert, das durch die Seele bohrt! Anfang sonder Ende! Ewigkeit, Zeit ohne Zeit! Ich weiß vor großer Traurigkeit Nicht, wo ich mich hinwende. Mein ganz erschrocknes Herz erbebt, Daß mir die Zung am Gaumen flebt. 3. Ewigkeit, du machst mir bang! O, ewig, ewig ist zu lang! Hier gilt fürwahr fein Scherzen. Drum, wenn ich diese lange Nacht Zusammt der gros Ben Pein betracht, Erschreck ich recht von Herzen. Nichts ist zu finden weit und breit So schrecklich, als die Ewigkeit. 2. Kein Unglück ist in dieser Welt, Das endlich mit der Zeit nicht fällt und ganz wird auf gehoben. Die Ewigkeit nur hat fein Ziel; Sie treibet fort und fort ihr Spiel, Läßt nimmer 4. Wenn der Verdammten große Qual So manches Jahr, als an der Zahl Hie Menschen sich ernähren, Als manchen Stern der Himmel hegt, Als ab zu toben. Ja, wie mein Hei- manches Laub das Erdreich M. R. Gesangbuch. 30 466 Das Reich der Herrlichkeit. trägt, Noch endlich sollte währen: So wäre doch der Pein zuletzt Ihr recht bestimmtes Ziel geſetzt. 9. Ach, laß die Wollust dies ser Welt, Pracht, Hoffart, Reichthum, Ehr und Geld Dir länger nicht gebieten! Schau an 5. Nun aber wenn du die Ge- die große Sicherheit, Die falfahr Viel hundert tausend tausche Welt und böse Zeit, Zusend Jahr Hast kläglich ausge- sammt des Teufels Wüthen! standen, Und von der Pein zu solcher Frist Ganz grausamlich gemartert bist, Ist doch kein Schluß vorhanden. Die Zeit, so Niemand zählen kann, Die fänget stets von neuem an. 6. Ach Gott, wie bist du so gerecht! Wie strafest du die bösen Knecht Im heißen Pfuhl der Schmerzen! Auf kurze Sünden dieser Welt Hast du so lange Pein gestellt. Ach, nimm es wohl zu Herzen und merk auf dies, o Menschenkind: Kurz ist die Zeit, der Tod geschwind! 7. Ach, fliehe doch des Teu-fels Strick! Die Wollust kann ein Augenblick, Und länger nicht, ergößen. Dafür willst du dein arme Seel Hernachmals ewig in der Höll In große Trübsal segen? Ja, schöner Tausch! Ja, wohl gewagt! Das bei dem Teufel wird beklagt. 8. Wach auf, o Mensch, vom Sündenschlaf! Ermuntre dich, verlornes Schaf, Und beßre bald dein Leben! Wach auf! Es ist sehr hohe Zeit! Es kommt heran die Ewigkeit, Dir deinen Lohn zu geben! Vielleicht ist heut der letzte Tag! Wer weiß, wie man noch sterben mag? Vor allen Dingen hab in Acht Die vorerwähnte lange Nacht? 10. Ewigkeit, du Donnerwort! Schwert, das durch die Seele bohrt! D Anfang, sonder Ende! Ewigkeit, Zeit ohne Zeit! Ich weiß vor großer Traurigkeit nicht, wo ich mich hin wende. Nimm du mich, wenn es dir gefällt, Herr Je su, in dein Himmelszelt! Joh. Rist, g. 1607, st. 1667. 623. Mel. Nun ruhen alle Wälder. iel besser, nie geboren, Als ewiglich verloren, Von Gott getrennt sich sehn, Bon feinem Heil nichts wissen, Vom Licht zu Finsternissen, Vom Leben zu dem Tode gehn. 2. Vom Singen in das Klagen, Vom Hoffen ins Verzagen, Von Freuden in die Pein, Von Freiheit in die Banden, Von Ehren in die Schanden, Von Ruhe in die Qual hinein; 3. Im Fluch auf ewig brennen, Gott seinen Gott nicht nennen: O, das ist hoch betrübt! Ach Gott, ich flieh gerade Allein zu deiner Gnade, Mein Gott, der du die Welt geliebt. Ewiges Leben. 4. Du hast den Sohn gegesen, Im Sohn ein ewig Le sen; Im Sohn will ich dich lehn, Dich flehn um deine Ziebe, Dich flehn aus heißem Triebe: Laß mich das Heil in šesu ſehn! 467 5. Ich war dem Tod zum Raube: Nun gieb mir, daß ich glaube. Wer glaubt, wird selig sein. So geh ich nicht vers loren, So bin ich neu geboren, So dring ich in das Leben ein. Phil. Friedr. Hiller, g. 1699, st. 1769. Ewiges Leben. Perusalem, Dujenem bösen Leben, Aus jener Nichtigkeit, Und mir Gott hat gegeben Das Erb der Ewigkeit! 5. Was für ein Volk, Was für ein edle Schaar Kommt dort gezogen schon? Was in der Welt Von Auserwählten war, Seh ich; die beste Kron, Die Jesus mir, der Herre, Entgegen hat gesandt, Da ich noch war so ferne In meinem Thränenland. 624. Jerufa hochgebaute Stadt, Wollt Gott, ich wär in Dir! Mein sehnlich Herz So groß Verlangen hat und ist nicht mehr bei mir. Weit über Berg und Thale, Weit über blahes Feld Schwingt es sich über Alle Und eilt aus dieser Welt. 2. O schöner Tag Und noch viel schönre Stund, Wann wirst Du kommen schier, Da ich mit Lust, Mit freiem Freudenmund Die Seele geb von mir In Gottes treue Hände Zum auserwählten Pfand, Daß sie mit Heil anlände In jenem Vaterland! 6. Propheten groß Und Pas triarchen hoch, Auch Christen insgemein, Die weiland dort Trugen des Kreuzes Joch Und der Tyrannen Pein, Schau ich in Ehren schweben, In Freis heit überall, Mit Klarheit hell umgeben, Mit sonnenlichtem Strahl. 3. Im Augenblick Wird sie erheben sich Bis an das Fir mament, Wenn sie verläßt So sanft, so wunderlich Die Stätt der Element; Fährt auf Eliä Wagen Mit froher Engelschaar, Die sie in Händen tragen, Ulmgeben ganz und gar. 7. Wenn dann zuleßt Ich angelanget bin Im schönen Pas radeis: Von höchster Freud Ers füllet wird der Sinn, Der Mund voll Lob und Preis. Das Hallelujah reine Singt man in Heiligkeit, Das Hosianna feine Ohn End in Ewigkeit, 4. Ehrenburg, Sei nun gegrüßet mir! Thu auf der Gnaden Pfort! Wie große Zeit Hat mich verlangt nach dir, 8. Mit Jubelflang, Mit Ins Eh ich bin kommen fort Aus strumenten schön, In Chören 30* Das Reich der Herrlichkeit. 468 Mel. Valet will ich dir geben. ohne Zahl, Daß von dem Schall Und von dem süßen Ton Erbebt der Freudensaal; Mit hun- 626. Ein Tröpflein von derttausend Zungen, Mit Stimmen noch vielmehr, Wie von Anfang gesungen Des Himmels felig Heer. Meyfart, 1590-1642. den Reben Der süßen Ewigkeit Kann mehr Erquickung geben, Als dieser eitlen Zeit Gesammte Wollustflüsse; Und wer nach jenem strebt, Tritt unter seine Füße, Was hier die Welt erhebt. 2. Wer von dir möchte sehen Nur einen Blick, o Gott, Wie wohl würd ihm geschehen! Die Welt wär ihm ein Spott Mit allem ihren Wesen. So herrlich und so rein, So lieblich, so erlesen Ist deiner Augen Schein. 3. Den wahren Gott zu schauen, Das ist die Seligkeit Und aller Himmelsanen Ihr schönstes Blumenkleid. Wie war nach seinen Blicken Doch Abraham so froh! Wie wünscht er zu erquicken Sich an dir, A und! 4. Du reichlichste Belohnung Der Auserwählten Zahl, Wie lieblich ist die Wohnung, Da deiner Gottheit Strahl Sich offenbarlich zeiget! herrlichedler Tag, Dem diese Sonne steiget Und ihn erleuchten mag! 5. O Licht, das ewig brennet, Dem keine Nacht bewußt, Das feinen Nebel kennet, Gesellschaft, reich an Lust, Da Gott und Engel kommen Mit Menschen überein, Und ewiglich die Frommen Gesegnet werden sein! 6. Vollkommne Liebe bringet Dort immer neue Freud; Aus 625. the body, the wie selig seid Frommen, Die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Ihr seid entgangen Aller Noth, die uns noch hält gefangen. 2. Muß man hie doch wie im Kerfer leben, Da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben. Was wir hie kennen, Ist nur Müh und Herzeleid zu nennen. 3. Ihr hingegen ruht in eurer Kammer Sicher und befreit von allem Jammer; Kein Kreuz und Leiden Ist euch hinderlich in euren Freuden. 4. Christus wischet ab euch alle Thränen, Habt das schon, wonach wir uns erst sehnen; Euch wird gesungen, Was durch Keines Ohr allhie gedrungen. 5. Ach, wer wollte denn nicht gerne sterben Und den Himmel für die Welt ererben? Wer wollt hie bleiben, Sich den Jammer länger lassen treiben? 6. Komm, o Christe, komm, uns auszuspannen! Lös uns auf und führ uns bald von dannen! Bei dir, o Sonne, Ist der from men Seelen Freud und Wonne. Simon Dach, g. 1605, st. 1659. Ewiges Leben. 469 wger Lieb entspringet Ein ewge| Leben plagt, Weil mir die Fröhlichkeit. Gott selbst ist sol- Ewigkeit behagt. he Wonne, Ist solcher Liebe Breis, Jst seiner Blumen Sone Im bunten Paradeis. 7. Sein Licht wird in uns euchten, Sein Del und Honigaft Soll unsre Lippen feuchen Von seiner Stärke Kraft, Mit Weisheit, Schönheit weren Wir ganz erfüllet sein Und piegeln die Geberden In seinem hellen Schein. 2. Kein Herrlichkeit ist in der Welt, Die endlich mit der Zeit nicht fällt Und gänzlich muß vergehen. Die Ewigkeit nur hat kein Ziel, Sie treibet fort und fort ihr Spiel, Blei unverändert stehen; Ja, wie der heilge Petrus spricht: Ihr Erbe das verwelket nicht. 3. Ewigkeit, du währest lang! Wenn mir auf Erden gleich ist bang, Weiß ich, daß dies aufhöret. Drum, wenn ich diese lange Zeit Erwäge sammt der Seligkeit, Die nichtes nicht zerstöret: So acht ich alles Leiden nicht, Welchs kaum ein Augenblick anficht. 9. Wann werd ich einmal ommen zu solcher Freudenquell? Wär ich doch aufgenommen Und schon bei dir zur Stell! Herr Christe, nimm mein Flehen So lang indessen an, Bis ich dich selbst ersehen Und echt beschauen kann. 4. Was ist doch aller Christen Qual, Die Pein der Märtrer allzumal, So vieles Kreuz und Leiden! Wenn man es gleich zusammen trägt Und alles auf die Wage legt, Sodann zur andern Seiten Dort jenes Le bens Herrlichkeit: Wie wird es überwogen weit! Erasm. Francisci, g. 1627, st. 1694. Mel. Ewigkeit, du Donnerwort. 5. Sieht man dann die Verdammten an, Wie lang ihr Marter währen kann, Wie grau627. Ewigkeit, du fam fie geplaget, Nur immer Freudenwort, sterben ohne Tod, Und leben Das mich erquicket fort und in der höchsten Noth, Vom Fort! Anfang sonder Ende! Feur und Wurm benaget: Was Ewigkeit, Freud ohne Leid! Ich weiß vor Herzensfröhlichfeit Gar nichts mehr vom Elende, Das sonst in diesem 8. Was wünschest du für Baben? Du wirst sie finden port Und in dir selber haben Den Reichthum fort und fort; Denn Gott, für welchen Kroen Und Perlen Staub und Spott, Wird selber in uns wohmen, Und wir in unserm Gott. ist das nicht für Herrlichkeit, Von diesem allen sein befreit! 6. Jm Himmel lebt der Chris sten Schaar Bei Gott viel tau 470 Das Reich der Herrlichkeit send tausend Jahr Und werden so herrlich sein, Wenn sie mit deß nicht müde; Sie stimmen mit ihm einst bricht herein! Triumph! den Engeln ein, Sie sehen stets Wir sehen sie, wir singen ihr. der Gottheit Schein, Sie haben Wohl dem, der mit dazu gegüldnen Frieden, Da Christus hört schon hier! giebt, wie er verheißt, Das Manna, das die Engel speist. 7. Ach, wie verlanget doch nach dir Mein mattes Herze mit Begier, Du überseligs Leben! Wann werd ich doch einmal dahin Gelangen, wo mein schwacher Sinn Stets pfleget nach zu streben! Ich will der Welt vergessen ganz, Mich sehnen nach des Himmels Glanz. 8. Fahr hin, du schnöde Zucht und Pracht, Du tolle Hoffartskleidertracht; Fahr hin, du sündlich Wesen, Du falsch entzündte Liebesbrunst, Du Gold- und Silberreichthumsdunst, Und was die Welt erlesen Gleich als ihr einig höchstes Gut! Das Ewge macht mir bessern Muth. 2. Ich grüße dich, du goldne Stadt, Die lauter Thor von Perlen hat. Führ deine Mauren hoch hervor; Sie heben deine Pracht empor. Dein Licht ists Lamm; es deckt dich keine Nacht. wär ich nur bald auch dahin gebracht! 3. Ach, wundre sich nun Niemand nicht, Daß ich darauf allein gericht. Ein Brautherz kann in sonst nichts ruhn; Es hat mit seinem Schmuck zu thun. Wer seinen Hochzeitstag schon vor sich sieht, Der ist um andern Tand nicht mehr bemüht. 4. Wenn ich nun vollends umgekehrt und klein, als wie ein Kindlein werd, So ist Jerusalem auch mein; Denn solche Bürger müssens sein. Da bin ich dann daheim in Gottes Haus Und darf auch ewiglich nicht mehr heraus. Gottfried Arnolb, g. 1666,. 1714. 9. Ewigkeit, du Freuden wort, Das mich erquicket fort und fort! O Anfang sonder Ende! Ewigkeit, Freud ohne Leid! Ich weiß von feiner Traurigkeit, Wenn ich mich zu dir wende. mir solPf. 126. chen Sinn Beharrlich, bis ich 629. Wes zion meint, enn endlich, komm dahin. Erasm. Franzisci, g. 1627, st. 1694. Die sehr erwünschte Stund er scheint, Da Gott wird die Er628. Wie schön ist un- lösung geben, Die unsern Kerfers Königs fer bricht entzwei Und machet Braut, Wenn man sie nur von die Gefangnen frei: Was Freuferne schaut! Wie wird sie nicht de wird man da erleben! Ewiges Leben. 471 viele Thränen uns begleiten. 2. Die plötzlich eingebrochne den edlen Saamen hin, Da Zeit Und übergroße Seligkeit, Wird über unsre Sinne gehen; Wir werden sein, wie Träumende, Erstaunt, obs in der That gescheh, Obs wahr sei, was die Augen sehen. 8. Der Winter ist nun bald davon, Die volle Blüthe zeigt sich schon. Wie wenig Tage sind zu zählen, So kommt der ganze auf erfreut, Bringt seine Garben heim und schreit: Ach, unsre Hoffnung konnt nicht fehlen! 3. Das Volk, das jetzt uns nur verlacht, Und unsre Hoff nung gar nicht acht, Wird dann voll Reu bekennen müssen, Daß Zions Reich nicht Narrenthet, Kein süßer Traum gewesen sei, Mel. Lasset uns den Herren preisen. Gottl. Aug. Astmann, g. 1696, ft. 1745. Wie fie es jetzt zu läſtern wiſſen. 630. Defne mir die Perlenthoren, 4. ganze wird Zeuge sein, Wenn sich die große Freud allein Wird über Gottes Volf verbreiten. Der Herr hat große Ding gethan An ihnen, wie man sehen kann, Das wird man sagen bei den Heiden. O du Schmuck der Himmelsstadt, Licht vom Licht, zum Licht erforen, Eh die Welt den Anfang hatt. Eile, Liebster, heimzuführen Meine Seele, deine Braut, Die du dir hast anvertraut. Laß mich diese Klarheitzie ren, Wo mich keine Sündennacht Mehr betrübt und finster macht. 2. Ich lieg schon in deinen Armen Durch den Glauben festgeschränkt, und durch deiner Lieb Erbarmen Wird mir Freude eingeschenkt, Die nach Himmelsmanna schmecket, Das du in der Ewigkeit meiner Seele hast bereit. Über diese Lust erwecket Durst, den nichts, mein Gott, als du, Sättiget in voller Ruh. 3. Es verlanget mich, zu se7. Allein es ist dein Gna- hen Ohne Decke dein Gesicht denrath, Daß erst gescheh die Und von Sünden frei zu ste Thränenfaat, Eh man die Ernte seh der Freuden. Jetzt tragen wir nach deinem Sinn Annoch vorschreiben, Und mein Himmel hen, Reines Lamm, in deinem Licht. Doch ich will dir nichts 5. Vielmehr bei deinem Israel Wird Alles, was an Leib und Seel, Das große Hallelujah fingen: Der Herr hat Großes uns gethan, Deß sind wir fröhlich! Jedermann Laß dieses ewiglich erklingen. 6. Ach, aber, Herr, ach Herr, wie lang, Geschieht uns noch in Babel Drang! Erlöse uns von ihren Banden! Das ist dir eine leichte Sach, Als wenn du einen seichten Bach Vertrocknest in den Mittagslanden. — 472 Das Reich der Herrlichkeit. ist schon hier, Wirst du, mei-| Mel. Gott des Himmels und der 2. ner Seele Zier, Nur mit mir vereinigt bleiben. Denn wie 631. Wer sind die vor sollt auch ohne dich Himmelsluft vergnügen mich? Gottes Thros ne? Was ist das für eine Schaar? Träget Jeder eine Krone, Glänzen, wie die Sterne klar; Hallelujah singen All, Loben Gott mit hohem Schall. 4. Du bist meiner Seelen Wonne, Wenn mich Angst betrüben will. Mein Herz nennt dich seine Sonne, Und das Sorgenmeer wird still, Wenn mir deine Blicke lachen, Deren liebumglänzter Strahl Trennet alle Nacht und Qual. Du kannst mich vergnüget machen; In dir hab ich Himmelsfreud, Außer dir Verdruß und Leid. 2. Wer sind die, so Palmen tragen, Wie ein Sieger, in der Hand, Wenn er seinen Feind geschlagen, Hingestrecket in den Sand? Welcher Streit und welcher Krieg Hat gezeuget diesen Sieg? 3. Wer sind die in reiner Seide Göttlicher Gerechtigkeit, Angethan mit weißem Kleide, Das bestäubet keine Zeit, Das veraltet nimmermehr? Wo find diese kommen her? 5. Laß mich, Baum des Lebens, bleiben An dir einen grünen Zweig, Der, wenn ihn hier Stürme treiben, Stärker werd und höher steigt, Auch im Glauben Früchte bringe; Und versetz mich nach der Zeit In das Feld der Ewigkeit, Da ich mich in dir verjünge, Wenn des Leibes welkes Laub Wieder grünt aus seinem Staub. 4. Es sind die, so wohl gerungen Für des großen Gottes Ehr, Haben Welt und Tod bezwungen, Folgend nicht dem sündgen Heer; Die erlanget auf den Krieg Durch des Lammes Blut den Sieg. 6. Gieß indessen in die Seele Deinen süßen Lebenssaft, Le5. Es sind die, so viel erlitben, dem ich mich vermähle,| ten, Trübfal, Schmerzen, Angst Und laß deiner Liebe Kraft Mich ganz gnadenvoll erlaben. Bleibe mein, ich bleibe dein; Dein will ich auch ewig sein. Dich, mein Jesu, will ich haben. Erd und Himmel acht ich nicht Ohne dich, mein Trost und Licht! und Noth, Im Gebet auch oft gestritten Mit dem hochgelobten Gott. Nun hat dieser Kampf ein End; Gott hat all ihr Leid gewendt. Wolfg. Chr. Deßler, g. 1660, st. 1722. 6. Es sind Zweige Eines Stammes, Der uns Huld und Heil gebracht; Haben in dem Blut des Lammes Ihre Kleider hell gemacht; Sind ges Ewiges Leben. 473 schmückt mit Heiligkeit, Pran-| schen weiß, Meine Kleider wahs gen nun im Ehrenkleid. re rein, Meide allen falschen Schein; 13. Daß mein Theil sei bei den Frommen, Welche, Herr, dir ähnlich sind, Und auch ich, der Noth entnommen, Als dein dir getreues Kind, Dann, genahet zu dem Thron, Nehme den verheißnen Lohn. 7. Es sind die, so stets erschienen Hier als Priester vor dem Herrn, Tag und Nacht bereit zu dienen, Leib und Seel geopfert gern. Nun sie stehen all herum Vor dem Stuhl im Heiligthum. 8. Wie ein Hirsch am Mittag lechzet Nach dem Strom, der frisch und hell, So hat ihre 14. Welches Wort faßt dieſe Seel geächzet Nach dem rechten Wonne, Wenn ich mit der heilLebensquell. Nun ihr Durst gegen Schaar In dem Strahl der stillet ist, Da sie sind bei Jesu reinen Sonne Leucht auch, wie Christ. die Sterne flar! Amen! Lob sei dir bereit, Dank und Preis in Ewigkeit! Theodor Schenk, st. 1727. 9. Auf dem Zionsberg ste weidet Gottes Lamm, die Lebenssonn, Mitten in dem Stuhl fie leitet Zu dem rechten Lebensbronn; Hirt und Lamm, 632. Nach einer Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Prüfurzer erewge quicken thut. Tage Führst du uns, Gott, 10. Dahin streck auch ich die zur Ewigkeit. Dort endet sich Hände, Herr Jesu, zu dir der Deinen Klage In himmli aus. Mein Gebet ich zu dir wende, Der ich noch in deinem Haus Hier auf Erden steh im Streit: Treibe, Herr, die Fein de weit. scher Zufriedenheit. Hier übt der Glaube seinen Fleiß, Und dort reichst du ihm selbst den Preis. 2. Du schenkst den Frommen zwar auf Erden Schon manchen felgen Augenblick; Doch alle Freuden, die ihm werden, Sind ihm noch kein vollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh Nimmt in der Seele ab und zu. 11. Hilf mir in dem Kampfe fiegen Wider Sünde, Höll und Welt. Laß mich nicht darnieder liegen, Wenn ein Sturm mich überfällt. Führe mich aus aller Noth, Herr, mein Fels, mein treuer Gott. 12. Gieb, daß ich sei neu geboren, An dir als ein grünes Reis Wachse und sei auserforen, Durch dein Blut gewa3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, Bald das Geräusche dieser Welt, Bald kämpft in, seinem eignen Herzen Ein 474 Das Reich der Herrlichkeit. Feind, der öfter fiegt, als fällt;| Und Cherubim und Seraphim Bald sinkt er durch des Näch- und alle Himmel jauchzen ihm. sten Schuld In Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo der Fromme öfters leidet, Der Böse öfters glücklich ist, Wo man den Glücklichen beneidet Und des Befümmerten vergißt, Hier kann der Mensch nie frei von Pein, Nie frei von eigner Schwachheit ſein. 9. Da werd ich in der Engel Schaaren Mich ihnen gleich und heilig sehn; Das nie ges störte Glück erfahren, Mit Frommen stets fromm umzugehn. Da wird durch jeden Augenblick Ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd ich dem den Dank bezahlen, Der Gottes Weg mich gehen hieß, Und ihn zu millionen Malen Noch segnen, daß er mir ihn wies; Da find ich, Herr, in deiner Hand Den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft,( o möchtest du es geben!) Vielleicht auch mir ein Selger zu: Heil sei dir! denn du hast mein Leben, Die Seele mir gerettet, du! Gott, wie muß dies Glück erfreun, Der Retter einer Seele sein! 5. Hier such ichs nur, dort werd ichs finden; Dort werd ich heilig und verklärt Des Glaubens ganzen Werth empfinden, Den unaussprechlich großen Werth. Dich, Gott der Liebe, werd ich sehn, Dich lieben, ewig dich erhöhn. 6. Da wird, o Herr, dein heilger Wille Mein Will und meine Wohlfahrt sein, Und lieblich Wesen, Heil die Fülle, An deinem Throne mich erfreun; Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn Mich fühlen, daß ich ewig bin. 12. Was seid ihr Leiden dieser Erden Doch gegen jene Herrlichkeit, Die an uns offen bar soll werden Von Ewigkeit zu Ewigkeit! Wie nichts, wie gar nichts gegen sie ist doch ein Augenblick voll Müh! Chr. Jürcht. Gellert, g. 1715, st. 1779. 7. Da werd ich das im Licht erkennen, Was ich auf Erden dunkel sah; Das wunderbar und heilig nennen, Was unerforschlich hier geschah; Da denkt mein Geist mit Preis und Dank Die Mel. Wie wohl ist mir, o Freund zc. Schichung im Zusammenhang. 8. Da werd ich zu dem Thro- 633. Die Seele ruht in Jesu Arne dringen, Wo Gott, mein men, Der Leib schläft sanft im Heil, sich offenbart; Ein Hei- Erdenschoß, Nun kann sich Herz lig, Heilig, Heilig fingen Dem an Herz erwarmen. Die Ruh Lamme, das erwürget ward. ist unaussprechlich groß, Die fie Ewiges Leben. 475 nach wenig Kampfesstunden Beine Canaan, Da ich auf Milchihrem holden Freund gefunden; und Honigauen Den rechten Sie schwimmt im stillen Frie- Josuam kann schauen, Der große densmeer. Gott hat die Thrä- Ding an mir gethan. nen abgewischet, Ihr Geist wird durch und durch erfrischet, Des Lammes Glanz ist um sie her. 2. Sie ist nun aller Noth entnommen, Ihr Schmerz und Seufzen ist dahin; Sie ist zur Freudenkrone kommen, Sie steht als Braut und Königin Im Golde ewger Herrlichkeiten Dem großen König an der Seiten, Sie sieht sein klares Angesicht. Sein freudenvolles, lieblich Wesen Macht sie nun durch und durch genesen; Sie ist ein Licht im großen Licht. 3. Sie jauchzt den Sterblichen entgegen: Ja, ja, nun ist mir ewig wohl! Ich bin durch meines Mittlers Segen Des Lebens, Lichts und Freude voll. Mein schönes Erbtheil ist mir worden, Viel Tausend aus der Selgen Orden Bewundern jauchzend meine Pracht. Man kann in allen Himmelschören, Gleichwie mit Donnerstimmen, hören: Der Herr hat Alles wohl gemacht. 5. Das war ein Tag der süßten Wonne! Das war ein lang gewünschtes Heut, Da Jesus, meine Lebenssonne, Den ersten Blick der Herrlichkeit zum freudenvollen Uebergehen Ließ meine Seel durchdringend sehen! Ich eilte meinem Freun de zu; Mein Geist schwang sich mit Jubelschaaren, Die um mein Sterbebette waren, Ins Vaters Haus, zur stolzen Ruh. 6. Nun fann das Kind den Vater sehen, Es fühlt den süBen Liebestrieb. Nun kann es Jefu Wort verstehen: Er selbst, der Vater, hat dich lieb! Ein unergründlich Meer des Guten, Ein Abgrund ewger Segens fluthen Entdeckt sich dem verklärten Geist; Er schauet Gott von Angesichte Und weiß, was Gottes Erb im Lichte und ein Miterbe Christi heißt. 7. Der matte Leib ruht in der Erden, Er schläft, bis Jes sus ihn erweckt. Da wird der Staub zur Sonnen werden, Den jegt die finstre Gruft bedeckt. Wie fröhlich wird er auferstehen, Wie wird man ihn vereinigt se hen Mit dem verflärten Seelengeist! Da wird an den erlösten Beiden, An jenem Tag der Hochzeitsfreuden, Des Lam4. Ja, wohl gemacht durchs ganze Leben! Recht wohl in meiner Todespein! Sein mütterliches Tragen, Heben Bracht mich heraus, hindurch, hinein: Heraus aus dieser Erden Lüften, Hindurch durch die Versuchungswüsten, Hinein ins schö- mes Herrlichkeit gepreist. 476 Das Reich der Herrlichkeit. T 8. Wir, die wir noch durch| 3. So kommet denn, ihr mat Mara reisen, Wir sehnen uns ten Seelen, Die manche Last im Glauben nach. Wir denken und Bürde drückt. Eilt, eilt unter Thränenspeisen An jenes aus euren Kummerhöhlen, Geht schöne Brautgemach, Allwo wir nicht mehr müde und gebückt! mit der Schaar der Frommen, Ihr habt des Tages Last getraWer weiß, wie bald! zusammen gen; Dafür läßt euch der Heikommen und bei dem Herrn sein land sagen: Ich selbst will eure allezeit. Da wollen wir ihn ewig Ruhstatt sein. Ihr seid sein Volk, sehen. Wie wohl, wie wohl wird gezeugt von oben; Ob Sünde, uns geschehen! Herr Jesu, komm, Welt und Teufel toben, Seid mach uns bereit! nur getrost und gehet ein. Joh. Ludw. Conr. Ullendorf, g. 1693, st. 1773. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund 2c. 634. 8 ist noch eine & Ruh vorhanden! Auf, müdes Herz, und werde licht! Du seufzest hier in deinen Banden, Und deine Sonne scheinet nicht. Sieh auf das Lamm, das dich mit Freuden Dort wird vor seinem Stuhle weiden! Wirf hin die Last und eil herzu! Bald ist der heiße Kampf geendet, Bald, bald der saure Lauf vollendet: So gehst du ein zu deiner Ruh. 2. Die Ruhe hat Gott auserkoren, Die Ruhe, die kein Ende nimmt. Es hat, da noch kein Mensch geboren, Die Liebe sie uns schon bestimmt. Das Got teslamm wollt darum sterben, Uns diese Ruhe zu erwerben; Es ruft, es locket weit und breit: Ihr müden Seelen und ihr Frommen, Versäumet nicht, heut einzukommen zu meiner Ruhe Lieblichkeit! 4. Was mag wohl einen Kranken laben und einen műden Wandersmann? Wenn jener nur ein Bettlein haben Und sanfte darauf ruhen kann; Wenn dieser sich darf niedersehen, An einem frischen Trunk ergößen: Wie sind sie beide dann vergnügt! Doch dies sind furze Ruhestunden: Es wird noch eine Ruh gefunden Dort, wo an Jesu Brust man liegt. 5. Da wird man Freudengarben bringen; Denn unsre Thränensaat ist aus. D, welch ein Jubel wird erklingen Und süßer Ton ins Vaters Haus! Schmerz, Seufzen, Leid, Tod und dergleichen Wird müssen fliehn und von uns weichen. Wir werden auch das Lamm dort sehn. Es wird beim Brünnlein uns erfrischen. Die Thränen von den Augen wischen. Wer weiß, was sonst noch soll geschehn! 6. Kein Durst, noch Hunger wird uns schwächen; Denn die Ewiges Leben. 477 Erquickungszeit ist da. Die den! Du stellst uns hier auf Sonne wird uns nicht mehr stechen. Das Lamm ist seinem Bolfe nah; Es will selbst über ihnen wohnen Und ihre Treue wohl belohnen Mit Licht und Trost, mit Ehr und Preis. Es werden die Gebeine grünen. Der große Sabbath ist erschienen, Da man von feiner Arbeit weiß. Erden zwar Viel Wunder deiner Güte dar, Zum fröhlichen Empfinden: Doch hier Sind wir Bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben. Dort nur ist vollkommnes Leben. 7. Da ruhen wir und sind in Frieden und leben ewig sorgenlos. Ach, fasset dieses Wort, ihr Müden; Legt euch dem Lamm in seinen Schoß! Ach, Flügel her! Wir müssen eilen Und uns nicht länger hier verweilen; Dort wartet schon die frohe Schaar. Fort, fort, mein Geist, zum Jubiliren! Auf, gürte dich zum Triumphiren! Auf, auf, es kommt das Ruhejahr! Joh. Sigism. Kunth, g. 1700, s. 1799. 635. M Geist, Gott, nennen. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. ganzer wird entzückt, Wenn er nach jenem Himmel blickt, Den du für uns bereitet; Wo deine milde Baterhand Aus neuen Wundern wird erkannt, Die du daselbst verbreitet. Mächtig Fühl ich mich erhoben, dich zu loben, der zum Leben, Daß dort ift, mich will erheben. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab. Dort wischest du die Thränen ab Von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, kein Geschrei; Denn du, o Herr, machst Alles neu; Das Alte ist vergangen. Hin fort Sind dort Bon gerechten Gottesknechten keine Plagen Mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In unsers Gottes Heiligthum Schallt seines Namens hoher Ruhm Von lauter fros hen Zungen. Hier strahlt die Herrlichkeit des Herrn; Hier schaut man sie nicht mehr von fern; Hier wird sie ganz beſungen. Völlig Giebt sich, Sie zu trösten, den Erlösten zu erkennen Der, den sie schon Vater 2. Was sind die Freuden die ser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, Die dort bei dir zu fin5. Vor seinem Antlig wandeln sie, Auf ewig frei von aller Müh, Und schmecken seine Güte. Hier stört den Frieden ihrer Brust Und ihre tausendfache Lust Kein feindliches Gemüthe. Kein Neid, Kein Streit Hemmt die Triebe reiner Liebe unter Seelen, Die hinfüro nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schaar ist dort vereint! Die Frommen, 478 Das Reich der Herrlichkeit. die ich hier beweint, Die find| Nacht, Dort, wo man nach Thräich ewig wieder. Dort sammelt nen lacht. deine Baterhand, Die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig Werd ich, Frei von Mängeln, selbst mit En geln Freundschaft pflegen. O, ein Umgang voller Segen! 2. Es ist doch um dieses Leben Nur ein jämmerliches Thun, Und die Noth, die uns umgeben, Lässet uns gar selten ruhn. Von dem Abend bis zum Morgen Kämpfen wir mit lauter Sorgen, Und die überhäufte Noth Heißet unser täglich Brod. 7. Dort ist mein Freund, des Höchsten Sohn, Der mich geliebt. Wie glänzt sein Thron In jenen Himmelshöhen! Da werd ich dich, Herr Jesu Christ, So menschenfreundlich, als du bist, Auch mit Entzücken sehen. Da wird, Mein Hirt, Von den Freuden nichts mich scheiden, die du droben Deinen Freunden aufgehoben. 3. Ach, wer wollte sich nicht sehnen, Dort in Zion bald zu stehn, Und aus diesem Thal der Thränen An den Freudenort zu gehn, Wo das Kreuze sich in Palmen, Unser Klagelied in Psalmen, Unsre Last in Lust verkehrt Und das Jauchzen ewig währt! 8. Wie herrlich ist die neue 4. Da wird unser Aug erWelt, Die Gott den Frommen blicken, Was ganz unvergleichvorbehält! Kein Mensch kann lich ist; Da wird unsern Mund fie erwerben. Jesu, Herr erquicken, Was aus Gottes der Herrlichkeit, Du hast die Herzen fließt; Da wird unser Stätt auch mir bereit; Hilf sie Ohr nur hören, Was die Freumir auch ererben! Laß mich de kann vermehren; Da empfinEifrig Darnach streben, und so det unser Herz Lauter Labsal leben auf der Erde, Daß ich ohne Schmerz. dort dein Erbe werde. 5. O, wie werden wir so schöne Bei der Klarheit Gottes sein! Wie wird uns das Lobgetöne Seiner Engelschaarn erfreun! Wie wird unsre Krone glänzen Bei so vielen Siegesfränzen! Wie wird unser Kleid so rein, Heller, als die Sonne Joh. Sam. Diteric, g. 1721, ft. 1797. Nach Ahasverus Frits, g. 1629, st. 1701. Mel. Jesu, der du meine Seele. wie fröhlich, o, wie selig Werden wir im Himmel sein! Droben ernten wir unzählig Unfre Freudengarben ein. Ge- sein! hen wir hier hin und weinen, 6. Manna wird uns dorten Dorten wird die Sonne scheithauen, Wo Gott selbst den nen; Dort ist Tag und keine Tisch gedeckt, Auf den immer 636. D Ewiges Leben. 479 grünen Auen, Die kein Gift- 3. Nur ich bin sündig, Der hauch mehr befleckt. Wonne wird wie Ströme fließen, Und wir werden mit den Füßen Nur auf Lauter Rosen gehn, Die in Edens Garten stehn. Erde noch geneigt. Das hat mir bündig Dein heiliger Geist gezeigt. Ich bin noch nicht genug gereinigt, Noch nicht ganz innig mit dir vereinigt. 7. Ach, wann werd ich dahin kommen, Daß ich Gottes Antlig chau! Werd ich nicht bald aufgenommen In den schönen Himmelsbau, Dessen Grund den Perlen gleichet, Dessen Glanz Die Sonne weichet, Dessen wunDervolle Pracht Alles Gold be ſchämet macht? 4. Doch bin ich fröhlich, Daß mich kein Bann erschreckt. Ich bin schon selig, Seitdem ich das entdeckt. Ich will mich noch im Leiden üben Und dich zeitlebens inbrünstig lieben. 5. Ich bin zufrieden, Daß ich die Stadt gesehn; Und ohn Ermüden Will ich ihr näher gehn Und ihre hellen, goldnen Gassen Lebenslang nicht aus den Augen lassen. Joh. Timoth. Hermes, geb. 1738, st. 1821. 8. Nun, so stille mein VerTangen, du großer LebensFürst! Laß mich bald dahin geZangen, Wo du mich recht tröten wirst. Unterdessen laß auf Erden Schon mein Herze himmisch werden, Bis mein Loos Mel. du Liebe meiner Liebe. njener Welt Auf das Aller- 638. Auf, du prieſterchönste fällt. Benjam. Schmolt, geb. 1672, st. 1737. lich Geschlechte, Das den Bund des Herrn bewahrt, Und ihr, unsers Gottes Knechte, Schaut auf eure Himmelfahrt! Suchet doch nur das, was droben; Es verdients ganz allein. Sollt ich das nach Würden loben, Müßt ich mehr, als Engel sein. 2. Die ihr sonst die Harfen hinget An die Weiden Babylon, Nehmt sie wieder ab und singet Zions Lied im Siegeston. Sollt uns unser Jammer hindern, Der nur zur Welt gehört, Uns, ein Volf aus Königskindern? Wer ist, der die Freude stört? 2. Das war so prächtig, Was ch im Geist gesehn. Du bist allmächtig; Drum ist dein Licht o schön. Könnt ich an diesen jellen Thronen Doch schon von Heute an ewig wohnen! Mel. Nun preiset Alle 637. dh hab von ferS ne, Herr, dei- ja en Thron erblickt und hätte gerne Mein Herz vorausgeschickt Ind hätte gern mein müdes Zeben, Schöpfer der Geister, Dir hingegeben. 480 Das Reich der Herrlichkeit. 3. Droben seht zur Rechten| kamen, Und nun singen fie erfigen Jesum Christ voll Glanz freut: Heil sei Gott und unserm und Licht; Sehet seine Augen Lamme, Das in Gnaden uns blißen Und sein Sonnen- An- erwählt, Und aus jedem Volk gesicht! A und D, Anfang und und Stamme Uns den Seinen Ende, Erst- und Letzter nennt er zugezählt! fich; Er beherrscht die Höllenschlünde Als ein Sieger königlich. 4. Droben, wenn wir über winden, Wird im Paradiese schon Sich das Holz des Le bens finden und die goldne Lebensfron. Himmlisch Manna, neue Namen, Die nur der weiß, der sie trägt, Gutes Zeugniß; dies zusammen Wird den Sie gern beigelegt. 8. Droben schickt sich, neu zu werden, Schon der weite Himmel an. Dann wird Himmel, Meer und Erden Als veraltet abgethan. Bald wird sie hernieder kommen, Neu- Jerusalem, die Braut, Als die Königsstadt der Frommen, Die Gott ihnen selbst erbaut. 5. Droben find sie angeschrieben In dem Lebensbuch des Herrn Alle, die den Heiland lieben, und bei aller Schmach sich gern Doch nach seinem Namen nennen. Diese ziert das weiße Kleid, Und er wird sie laut bekennen Auf dem Thron der Herrlichkeit. 9. Droben ruft er voll Verlangen: Höre, Braut, ich komme bald! Selig, wem, ihn zu empfangen, Schon das Herz entgegen wallt! Er wird nim mer lang verweilen Und bringt seinen Lohn mit sich. Komm! Dein Zion heißt dich eilen; Meine Seel erwartet dich! Friedr. Christoph Steinhofer, 1640- 1692. 6. Droben soll in Salems Höhen, Wo der Tempel Gottes prangt, als ein Grund und Pfeiler stehen, Wer den Sie gestranz erlangt. Wessen Streiter er gewesen, Dessen Name wird man hell Einst auf seiner Stirne lesen: Zion! Gott! Jmmanuel! 7. Droben sind unzählge Namnen, Palmenträger, weiß gekleidt, Die aus großer Trübsal Mel. Jerusalem, du hochgebaute Stadt. tadt unfres 639. S Herrn, wir schaun zu dir empor So lech, zend, müd und matt. Wann ziehn wir ein in dein hochhei lig Thor, Du stille Friedens. stadt! Wann enden unsre Pla gen, Wann bricht sich Pharaos Macht! Wann darf Israel sa gen: Aegypten, gute Nacht! mogelmagroft ni ustid and sou un mundu mailh minind and d chilistic ring om innavdogo home nomme kord monde hid thi 1861 milit HO monisd nu stisnild IS2 and A Gebetec mà C & din ng nowd allo für de evangelische Christen Bisgolin But she ame auf 195 JATHT alle Wochen-, Sonn- und Festtage, so wie bei besondern som Feiern und Anlässen. und and red s id nun gol d is 1. Morgen- und Abendsegen. d en Morgensegen. 1. Herr, unser Gott, der du den Schlummer der Nacht von uns verscheucht und uns versammelt haft, unsere Hände aufzuheben zu dir und deine Gerichte zu preisen: nimm an unser Gebet und Flehen, und schenke uns Glauben, der nicht zu Schanden wird, zu versichtliche Hoffnung und ungeheuchelte Liebe; segne unsern Eingang und Ausgang, unsere Gedanken, Worte und Werke, und laß uns diesen Tag beginnen un ter Lob, Preis und Ruhm der unaussprechlichen Süßigkeit dei ner Güte. Geheiliget werde dein Name: dein Reich komme, das Reich des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen. Griechische Kirche. pidin B 2. Herr, unser Gott, heilig und unbegreiflich, der du das Licht schetM. R. Gesangbuch. ind did brug af momio mitjan thynen läsfest aus der Finsterniß, dez du uns erquickt durch den nächtlichen Schlaf, und wieder aufgeweckt haft, deinen Ruhm zu preis sen und deine Gnade anzurufen: nimm fezt von uns an, nach deiner grundlosen Barmherzigkeit, das Opfer unserer Anbetung und unsers Danks, und gewähre uns alle uns heilsamen Bitten. Richte uns zu, o Herr, zu Kindern des Lichts und des Tages und zu Erben deiner ewigen Güter. Ges denke, Herr, nach der Menge deiner Erbarmungen deines ganzen Volks, Aller, die mit uns beten, und aller unserer Brüder, die zu Lande oder zu Meer oder wo sonst in deinem weiten Reich deiner Gnade und Hülfe bedürfen, und schütte über sie alle aus den Reichthum deiner Barmherzigkeit; auf daß wir erlöset nach Seel und Leib, unverrückt in festem Glau 31 2 Morgensegen. ben, deinen heiligen und wunder-| sen, auch vor dem bösen Feind baren Namen rühmen mögen. bewahrt und ganz väterlich beAmen. schirmet. Darum lobe ich dich um deine Güte und um deine WunGriechische Kirche. der, die du an den Menschenkinkindern thust, und will dich in der Gemeine preisen. Dein Lob soll allewege in meinem Munde sein. Meine Seele soll allezeit dich, meinen Herrn, rühmen, und was in mir ist, deinen heiligen Namen preisen: nimmermehr will ich vergessen, was du mir Gutes gethan hast. So laß nun dir gefallen das Lobopfer aus meinem Munde, welches ich dir des Morgens früh in Einfalt meines Herzens bringe. anch 3. Herr Jesu Christe, Sohn Gottes, der du zu aller Zeit und Stunde im Himmel und auf Erden angebetet und gepriesen wirst, du Gnädiger, Barmherziger und Geduldiger, der du die Gerechten liebst und der Sünder dich erbarmst, der du Alle zur Seligkeit rufst durch die Verheißung der zukünftigen Güter: Herr Christe, nimm selbst zu dieser Morgen stunde unser Gebet an, und richte den Weg unsers Lebens nach dei nen Geboten. Heilige unsere Seelen, reinige unsere Leiber, lenke unsere Gedanken, läutere unsere Sinnen und erlöse uns von al lem Trübsal, Leid und Schmerz. Beschirme uns durch deine heiligen Engel, damit wir, durch ihre Wacht beschützt, zur Einigkeit des Glaubens und zur Erkenntniß deiner unzugänglichen Herrlichkeit gelangen mögen. Dir sei Preis und Lob in Ewigkeit. Amen. sho apmale 1d 0 to Griechische Kirche. Soniad man nu 4. Herr, himmlischer Bater, ewi ger Gott, gelobt sei deine göttliche Kraft und Allmacht, deine grund lose Güte und Barmherzigkeit, deine ewige Weisheit und Wahrheit, daß du mich in dieser Nacht mit deiner Hand bedecket und unter dem Schatten deiner Flügel haft sicher ruhen und schlafen las **** Ich rufe zu dir von ganzem Gemüth: du wollest mich heut diesen Tag behüten vor aller Ges fahr Leibes und der Seelen, und deinen lieben Engeln über mir Befehl thun, daß ste mich behüten auf allen meinen Wegen. Umgieb mich rings mit deinem Schild, und führe mich auf den Steig deiner Gebote, daß ich unsträflich wandle in deinem Dienst, wie die Kinder Kinder des Tags, zu deinem Wohlgefallen. Wehre dem bösen Feind und allen Aergernissen dieser Welt; dazu steure meinem Fleisch und Blut, daß ich nicht, von ihnen überwältigt, wider dich handle und dich mit meinen Sünden erzürne. Regiere mich mit deinem heiligen Geist, daß ich nichts vornehme, thue; rede oder gedenke, denn allein was dir ger Anglinjat e Morgensegen. 3 Allig ist und zu Ehren deiner am Stamme des Kreuzes hast sters öttlichen Majestät gereicht.m ben lassen. Ach Vater! ich danke Siehe, mein Gott, ich übergebe dir, daß du mich haft in der wahnd opfere mich ganz und gar zu ren christlichen Kirche lassen gebogen in deinen Willen, mit Leib ren werden und mich zu derselben and Seele, mit allem Vermögen Gliede gemacht, auch durch dein and Kräften, innerlich und äußer- heiliges Wort erweckest, lehrest ich. Mache du mich dir zu einem und tröstest. Ich bitte dich herzOpfer, das da lebendig, heilig lich, gieb, daß ich solcher deiner and dir wohlgefällig sei, damit großen Gnade nimmermehr verch dir einen vernünftigen und gesse, sondern dich dafür mit stengenehmen Gottesdienst leiste. tem Dank ehre. Schenke mir auch, Darum, du heiliger Vater, all- ich bitte dich demüthig, deine Gnanächtiger Gott, laß mich dein de und den Beistand deines heilis Eigenthum sein, regiere mein gen Geistes, daß ich mich aller Herz, Seel und Gemüth, daß ich solcher himmlischen Güter durch nichts denn dich wisse und ver- mein sündliches Leben ja nicht tche. Herr, frühe wollest du mei- verlustig mache. Laß mich stets ne Stimme hören: frühe will ich vor dir, o Gott, wandeln und fromm sein. Vergieb mir, ich bitte dich mit Thränen, alle meine Sünde und Missethat, damit ich die ganze Zeit meines Lebens hindurch in Gedanken, Worten und Wers ken dich erzürnt. Gedenke nicht, 5. Allmächtiger, barmherziger o Herr, der Sünden meiner Ju Gott, Vater voller Gnade und gend und meiner Uebertretungen; Liebe! Ich armer, elender, sündiger gedenke aber meiner nach deiner Mensch erkenne in dieser Morgen-| Barmherzigkeit um deiner Güte stunde deine väterliche Gnade und Huld, dadurch du mir von der Geburt an bis auf diese Stunde alles Gute an Leib und Seele reichlich erwiesen hast. Ich preise dich, gnädiger Bater, für alle solche deine unzählige Wohlthat; insonderheit aber, daß du mich in deinem Sohne Jesu, ehe noch der Welt Grund gelegt worden, so herzlich geliebet und ihn um meinetwillen mich zu dir schicken und darauf merken: frühe will ich dich loben, und des Abends nicht aufhören, durch Jesum Christum. Amen. Johann Habermann, g. 1516, ft. 1590. willen. Verwirf nicht im Zorne dein Kind, das sich auf das theure Verdienst deines eingebornen Sohnes verläßt. Und weil der Satan stets suchet, mich von dir abzuführen, so stehe du, allmächtiger Gott, mir bei, daß seine Tücke und Lift an mir vergeblich sein müssen. Ach, lieber himmlischer Vater, ich lasse dich nicht, du segnest mich denn. So müsse denn auch heute 4 Morgensegen. gesegnet sein alle mein Thun. In| empfangen und mäßig gebrauchen. deinem Namen fange ich es an; sei mit mir und laß es wohl gerathen zu deiner Ehre, meines Rächsten Nugen und meiner Seligkeit. Auf dich. Herr, verlaß ich mich. Laß mich in meinem Amt und Beruf treulich wandeln und über Alles dich suchen. Mehre in mir deine Erkenntniß und erhalte mein Herz bei dem Einigen, daß ich deinen Namen fürchte. Segne auch, nach deiner Zusage, den irdischen Vorrath, den du mir gegeben hast, auf daß ich für mich und die Meinigen die tägliche Nothdurft haben möge und laß meinen Samen nicht nach Brod gehen. Willst du, nach dei ner Liebe, heute oder sonst Kreuz, Drangsal, Verfolgung oder eine andere Noth über mich verhängen, so reiche mir nur deine Hand, daß ich nicht erliege, und lehre mich in Geduld auf dich hoffen. Insonderheit gieb mir, deinem Knecht, ein Herz, das dich ehret und liebet und dir vertraut. Vers laß mich nicht, mein Gott; denn ich hoffe auf dich. Meinen Leib und Seele, meine Angehörigen, meine äußern Güter, meine Ehre, Stand und Gut, ja alles das Meine befehle ich jetzt und allezeit in deine Hände. Sichre du es vor aller Fährlichkeit, und laß mich diesen Tag und immerdar in deiner Gnade bleiben, daß ich mich bis an mein Ende unverrückt dete ner Huld und deines göttlichen. Beistandes zu getrösten und zu erfreuen habe. Erhöre mich, mein Bater, um Jesu Christi, deines geliebten Sohnes, willen! Amen. Joh. Lassenius, g. 1636, f. 1692. Erbarme dich nach deiner unendlichen Güte aller Menschen, die dich suchen und lieben. Schüße deine bedrängte Kirche und erhalte dir zu dieser letzten bösen Zeit ein Häuflein wahrer Gläubigen, die dich anbeten und ehren. Laß bei dir erhörlich sein das Schreien der Verlassenen und Elenden und schaffe ihnen Rath und Trost. Gieb dem Lande, darinnen ich dein Pilger bin, den Frieden, wel chen die Welt nicht geben kann. und laß uns alle darin die Gaben deiner Güte mit Danksagung 6. Lieber himmlischer Bater, ich lobe und preise dich auch für diese Nacht, die du mich überleben und für diesen Tag, den du mich erles ben lassen. Laß das rechte göttliche, geists liche und himmlische Leben, das aus dir ist, durch den Geist der Gnaden in mir neu werden, das mit nicht ich lebe, sondern Chris stus in mir, und ich im Glauben des Sohnes Gottes stets erneuert, werde, als eine Pflanze der Ges rechtigkeit zu grünen und zu blüs hen, dir zum Preise, und auszus brechen in lebendige und dir wohle gefällige Früchte des Geistes, meis nem Nächsten zu Nuß und Dienst. 5 Morgensegen. Ich ergebe mich dir aufs neue, o meine Anverwandte lege ich in Bater: mache mit mir, was dir deine Liebesarme. Kirchen und vohlgefällt. Reinige, erläutere Schulen, Obrigkeit und Unterthaund bewähre mich, daß ich ein nen befehle ich dir, mein Gott. rechtschaffener Christ sei und zu Ach, siehe an den elenden Zustand Dem Israel Gottes gehöre, über in allen Ständen, mache dich auf welchem ist Friede und Barmher- und hilf uns, daß deine Ehre gesigkeit. Ich begehre keine Ehre rettet und des gottlosen Wesens als deine Kindschaft, keinen Reich- ein Ende werde. Hilf den Armen thum als die Gerechtigkeit Jesu und Elenden, die zu dir schreien. Christi, keine Freude als die gna- Herr, mein Gott, verschmähe mein denreiche Einwohnung des heili- Gebet nicht sondern erhöre mich gen Geistes. Für mein Leibliches wirst du wohl sorgen, denn du hast gesaget: Ich will dich nicht verlassen noch versäumen. Doch bewahre mich vor Müssiggang. Laß mich arbeiten, nicht aus Geiz, sondern aus herzlicher Liebe gegen meinen Nächsten. Laß deine Barmherzigkeit sich ausbreiten über alle Menschen, die auf dem ganzen Erdboden wohnen, und deine Güte über alle deine Geschöpfe. Gedenke deiner Kinder, die dich kennen und in der Einigkeit des Geistes verbunden sind als lebendige Glieder an ihrem hochgelobten Oberhaupte Jesu Christo. Laß unser aller Gebet Ein Gebet sein vor dir durch Christum, in welchem du uns dir selbst angenehm gemacht hast. Sei du selbst eine ewige Vergeltung allen denen, die mir Liebe beweisen. Meine Beleidiger siehe mit erbarmendem Auge an und vergieb ihnen, gleich wie ich ihnen von Herzen vergebe. Alle um Jesu Christi willen. Amen. Aug. Herm. Francke, g. 1663, st. 1727. 7. Wache auf, der du schläfft, und stehe auf von den Todten, so wird dich Christus erleuchten. D du barmherziger Gott, dessen Güte und Treue alle Morgen neu ist: ich sage dir mit Herz und Mund Lob und Dank, daß du mich diesen Morgen wiederum gesund hast lassen von meinem Lager aufstehen und meinen Leib vor Schaden und meine Seele vor Sünden bewahret hast. Wie groß ist deine Güte, Herr, daß Menschen unter dem Schatten deiner Flügel trauen und unter demselben fo mächtig bewahret werden. Ich schaue nach der Finsterniß wiederum das Sonnenlicht. Gieb mir Gnade, daß ich diesen ganzen Tag in deinem Lichte wandle und alle Werke der Finsterniß fliehe. Ich achte den Tag für verloren, an welchem ich der Welt gedient und mich nach der Welt Gewohnheiten und Thorheiten gerichtet habe, Morgensegen. 6 wofür ich einst vor deinem Gericht eine schwere Rechenschaft geben muß. Ich opfere mich hingegen dir ganz zu deinem Dienst mit Leib und Seele. Laß mich nichts wollen, nichts vornehmen und gedenken, als was dir gefällt, auf daß der ganze Tag dir möge geheiliget sein. der Elenden, Traurigen, Kranken und auch das Gebet der Meinigen und aller Frommen vor deinem Gnadenstuhl Erhörung finden. Amen. Joh. Friedr. Start, g. 1680, st. 1756. Am Sonntage. Ja, laß mich alle- 8. du Bater des Lichts, der zeit so leben, reden und thun, als ob ich heute noch sterben müßte. Und da ich nach der finstern Nacht, darin ich als dein Kind in deinen Armen gelegen, nun wiederum von neuem lebe, so weiß ich nirgends hin als zu dir. Ich klopfe an deine Gnadenthür, ich wende mich wieder zu der Segensquelle, aus welcher ich nehme einen Segen nach dem andern, eine Hülfe nach der andern; denn was du, Herr, segnest, das ist gesegnet ewiglich; wenn du deine Hand aufthust, so wird Alles gesättigt mit Wohlgefallen. Gieb mir guten Rath, wenn ich Rath bedarf, richte meine Anschläge und Vornehmen nach deinem Willen. Ents zünde in mir die Flamme deiner göttlichen Liebe, daß ich diesen Tag meinen Glauben in den Werken zeige, und in wahrer Liebe gegen dich und den Nächsten verHarre, auf daß ich ohne Gewis senswunden den Abend erreiche. Wenn ich rufe zu dir, Herr, mein Gott, so schweige mir nicht. Höre die Stimme meines Flehens, wenn ich die Hände aufhebe zu deinem heiligen Chor. Laß das Gebet du das natürliche Licht dieser Welt uns scheinen läsfest, sende doch auch heute und alle Zeit das wahrhaftige Licht, Jesum Christum, in mein Herz, und lasse ihn darin leuchten und alle Finsterniß vertreiben, damit ich dich, ewiger Gott, in deinem lieben Sohne erkennen und lieb gewinnen möge. Siehe, ich bin durch die Sünde in der Finsterniß der Eitelkeit gefangen und verdunkelt; darum lehre du mich selber durch deinen heiligen Geist aus deinem Worte, wie ich mich zu dir bekehren und dir im Glauben gehorsam werden könne. So werde ich mich erst recht mit Lob und Dank zu dir wenden, und dir in deinem Lichte dienen und gefallen können. Lieber himmlischer Vater! wir danken dir im Namen Jesu Christi, deines lieben Sohnes, durch deinen heiligen Geist, daß du uns in dieser vergangenen Nacht durch den Schuß deiner heiligen Engel aus unverdienter Liebe vor allem Unfall so väterlich bewahret und gesund an diesen Tag haft kommen lassen. D getreue Liebe, laß doch mit Abendsegen. 7 der vergangenen Nacht das Ge-| Gabe des heiligen Geistes, daß dächtniß unserer Sünden vor dei fie deine und nicht ihre Worte preWoon sidoa nem Angesicht vergangen sein. digen. nd Erwecke uns nun in dieser Frühstunde vom Schlaf der Thorheit und Trägheit unsers Herzens zu einem neuen Leben durch die Auferstehung Jesu Christi von den Todten. O Vater des Lichtes und Geber aller guten und vollkommenen Gaben, gönne uns heute dein gütiges Wort und laß es unfers Herzens höchste Freude und Wonne sein. Zeuge uns durch dasselbige als durch ein Wort der Wahrheit nach deinem Willen, daß wir Erstlinge werden deiner Creas turen. Gieb uns zu diesem Ende reichlich die Gnade deines heiligen Geistes, daß wir schnell und auf merksam seien, zu hören dein köstliches Wort, langsam aber, zu reden allerlei eitle Dinge, faule Geschwäge, die nicht zur Besserung nöthig und nicht holdselig sind zu hören, sondern nur den heiligen Geist betrüben in unsern Herzen, sowohl in dem Hause Gottes als außer demselbigen. Ach, allmächtiger Bater! schenke uns sehende Augen, hörende Ohren, verständige Herzen, zu merken, wo es uns fehlet, und zu nehmen, was deine Hand heut für uns ausged streuet hat. Pflanze dein Wort selbst in uns, daß es unsre Seelen auch heut selig mache. Gieb allen denen, die hier und an andern Orten der ganzen Christenheit deinen Namen predigen, die Ja, komme selbst mit deinem lieben Sohn und heiligen Geist zu uns, und halte deinen Sabbath, Ruhe- und Feiertag in unsern Seelen. Laß unser Herz deinen Tempel sein, in welchem der heilige Geist Jefum mit allen seinen Verdiensten im wahren Glauben uns zueigne, uns in wahrer Liebe gegen dich entzünde und zu dankbarem Gehorsam anführe, und wir also den dir gefälligen Gottesdienst unablässig verrichten. Führe uns aus Glauben in Glauben, aus Liebe in Liebe, aus Kraft in Kraft, aus Leben in Leben, aus Licht in Licht, bis an das Ende unserer Wallfahrt, bis wir würdig werden, jene Welt zu erlangen und den ewigen Sab bath mit dem Volke Gottes, allen heiligen Engeln und Auserwählten in der stolzen Ruhe, in den sichern Wohnungen des Friedens zu feiern; so wollen wir dich für alle deine Liebe und Wohlthaten herzlich lieben, loben und preisen ewiglich, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen.ghihigalle Joh. Christ. Stort, 1756. nid on CAN Abendsegen. 2. 9. Herr, Herr, der du uns erlőset hast von allen Pfeilen, die am Tage fliegen, erlöse uns auch von allem Verderben, das im Finstern schleichet. Nimm unser Abend 8 Abendsegen. Schenke aus Gnaden unsern Herzen Zerknirschung, und lenke unsre Gedanken ernstlich auf die legte Rechenschaft am Tage dei nes furchtbaren und gerechten Gerichts. Kreuzige durch deine Furcht unser Fleisch und Blut, und ertödte unsre irdischen Glieder, damit wir auch in der Ruhe des Schlafs durch den Anblick deiner Gerichte erinnert werden mögen. Treibe ab von uns alle unheiligen Bilder und alle unreine Lust, und wecke uns auf zur Stunde des Gebets, gestärkt im Glauben zu laufen den Weg deiner Gebote, um der Liebe und opfer an, unserer Hände Aufhe-| allen alle unsere wissentlichen und ben. Gieb uns Gnade, daß wir unwissentlichen Uebertretungen. auch die nächtliche Bahn untad- Nimm an unsre Abendgebete und lig wandeln mögen, unberührt schütte aus über uns, dein Erbe, vom Uebel; und befreie uns von die Fülle deiner Barmherzigkeit aller Unruhe und Furcht, die uns und deiner Eroberungen. Ums vom Teufel bereitet werden möchte. schirme uns mit den heiligen Engeln, rüste uns mit den Waffen der Gerechtigkeit, umschanze uns mit deiner Wahrheit, bewache uns mit deiner Macht, rette uns vor allem Unfall und allen Nachstel lungen des Widersachers, und gieb Gnade, daß wir diesen Abend und diese Nacht, so wie alle Tage unsers Lebens untadelig, heilig, friedlich, frei von Sünde, Anstoß und Schrecken verleben mögen. Denn bei dir ist Erbarmung und Erlösung, Herr Jesu Christe, uns ser Gott, und dir bringen wir Ruhm und Preis. Amen. Griechische Kirche. Barmherzigkeit deines eingebor 11. Barmherziger, gnädiger nen Sohnes willen, mit dem und dem heiligen Geist dir Preis und Bob sei in Ewigkeit. Amen. Bastlius, g. 329, st. 379. Gott und Vater, ich sage dir Lob und Dank, daß du Tag und Nacht geschaffen, Licht und Finsterniß uns terschieden hast, den Tag zur Arbeit und die Nacht zur Ruhe, auf daß 10. Gelobet feist Du, o Gott, sich deine Greatur darin erquicken allmächtiger Herrscher, der du den möchte. Ich lobe und preise dich Tag erleuchtest durch dein Son in allen deinen Wohlthaten und nenlicht und die Nacht durch feu- Werken, daß du mich durch deine rige Strahlen erhellst, der du uns göttliche Gnade und Schuß den die Bahn des Tages durchwandeln lassen und uns zur stillen Nacht gebracht: höre auf unser Gebet und auf das Gebet deines ganzen Volkes, und vergieb uns vergangenen Tag haft vollenden, und seine Last und Plage über winden und zurücklegen lassen. Es ist ja genug, lieber Vater, daß ein jeder Tag seine eigne Abendsegen. 9 Plage habe. Du hilfst ja immer wenn ich mich zu Bette lege, an eine Laft nach der andern ablegen, dich gedenke, wenn ich erwache; bis wir endlich zur Ruhe und zu daß dein Name und Gedächtniß dem ewigen Tage kommen, da alle in meinem Herzen bleibe, ich waPlage und Noth aufhören wird. che oder schlafe. Gieb mir, daß Ich danke dir von Herzen für al- ich nicht erschrecke vor dem Grauen les das Gute, das ich diesen Tag des Nachts, daß ich mich nicht von deiner Hand empfangen habe. fürchte vor dem plößlichen SchrekAch Herr, ich bin zu geringe aller ken, sondern recht schlafe. Behüte deiner Barmherzigkeit, die du täg- mich vor schrecklichen Träumen, lich an mir thuest. Ich danke dir vor Einbruch der Feinde, ver auch für die Abwendung des Bö- Feuers und Wassers- Gefahr. sen, so mir diesen Tag hätte be- Siehe, der uns behütet, schläfet gegnen können, und dafür, daß nicht; siehe, der Hüter Israel ich unter dem Schatten des Höch- schläft noch schlummert nicht! Sei ften und dem Schirme des All- du, o Gott, mein Schatten über mächtigen vor allem Unglück und meiner rechten Hand, daß mich vor schweren Sünden behütet ge- des Tags die Sonne nicht steche, blieben bin; ich bitte dich herzlich noch der Mond des Nachts. Laß und kindlich: vergieb mir alle deine heiligen Wächter mich behümeine Sünde, die ich diesen Tag ten, und deine Engel sich um mich begangen habe mit Gedanken, lagern und mir aushelfen. Wecke Worten und Werken. Viel Bö- mich morgen zur rechten Zeit wieses habe ich gethan, viel Gutes der auf zu deinem Lobe und Preihabe ich versäumt. Ach, sei mir se, daß ich mit neuen Kräften dir Wenn aber diese gnädig, mein Gott, sei mir gnädienen möge. dig! Laß heute alle meine Sünde Nacht nach deinem unerforschlimit mir absterben, und gieb, daß ich immer gottesfürchtiger, heiliger, frömmer und gerechter wieder aufstehe: daß mein Schlaf kein Sündenschlaf sei, sondern ein heiliger Schlaf: daß meine Seele und Geist immer zu dir wache, mit dir rede und handle. Segne meinen Schlaf wie den des Erzvaters Jakob, da er im Traume die Himmelsleiter sah und die Heiligen Engel, und den Segen empfing; daß ich von dir rede, chen Rathschluß die letzte sein soll, und mein Stündlein vorhanden ist, so verleihe mir einen seligen Schlaf und eine selige Ruhe in Jesu Christo, meinem Herrn. Amen. Johann Arnbt, g. 1555, st. 1621. THE S 12. Herr Jesu, mein Heiland und Seligmacher: nachdem die liebe Sonne mit ihrem Glanz von uns gewichen ist, treten an ihrer Stelle so viel tausend hellleuchtende liebliche Sterne auf, welche mir alle 10 Abendsegen. 1200 von deiner unbegreiflichen großen| Herzen loben und preisen. Hilf, Güte predigen. Denn die Him- daß die höllischen Feinde, die du mel erzählen deine Ehre, und die selbst überwunden hast, in dieser Feste verkündiget deiner Hände Nacht und alle Zeit weder an mir, Werk. So stimme denn nun auch noch an den lieben Meinigen, ich billig ein in den Preis deiner noch an allen frommen Christen Creatur mit Lob und Dank für einige Macht und Gewalt finden deine überschwängliche Gnade, mögen. welche auch diesen Tag mein Him- So segne mich denn nun, Gott mel, meine Decke und mein Schuß Vater, der du mir Leib und Seele gewesen ist. Denn von Rechts- gegeben, und mich bisher gnädig wegen hätten meine mannigfalti- erhalten hast. Es segne mich gen Sünden und Uebertretungen Gottes Sohn, Christus Jesus, nichts denn eitel Strafe verdient. der meinen Leib und Seele durch Die wollest du mir aber um dei sein Blut sich zum Eigenthum ner heiligen Wunden, deines ver- erkauft hat. Es segne mich Gott gossenen Bluts und ganzen theu- der heilige Geist, der meinen Leib ren Verdiensts willen gnädiglich und Seele durch sich selbst zum vergeben, und mir diese Nacht eine ewigen Leben versiegelt hat! Dies friedliche Ruhe und sanften Schlaf sem dreieinigen Gott sei Lob, verleihen. Ich lege mich schla- Preis und Dank in Ewigkeit! fen, mein Herr Jesu, mit dem Amen. Leib ins Bette, mit der Seele aber an dein gnädiges Herz. Du bist bei mir auch in der Finster 13. Vater des Lichtes, wie niß der Nacht mit deiner Macht viel Dank bin ich dir schuldig für und Gnade. Wolltest du aber alle deine Wohlthaten, welche du etwa diese Nacht mich aus der heute mir und den Meinigen, alWelt abfordern, wie ich denn dei- len den Deinen, ja der ganzen nen verborgenen Willen, zu mei- Welt erzeiget hast. So viel Wohlnem eignen Besten, nicht wissen thaten, so viel Zeugen deiner überkann; so wollest du mich, erhöhter Heiland, gezeichnet mit deinem Blut zum ewigen Leben einführen. Wo nicht, soll ich nach deinem göttlichen Gefallen noch länger leben, so laß mich morgen durch deine Gnade gesund und fröhlich wieder aufwachen und aufstehen und dich mit freudigem Christian Scriver, g. 1629, st. 1693. schwänglichen Liebe gegen uns Elende. Darum liebe ich dich, den Geber; aber auch deine Gaben, als deine Liebe. Meine Lippen preisen dich. Ach, daß sich doch alle Klagestimmen der Ungeduld in ein Danklied verwandelten; denn wenn du auch verzeuchst mit deiner Hülfe, so ist dieser Verzug Abendsegen. 11 derheit preisen für das liebe Kreuz, welches du mir als einem Jünger Christi täglich auflegest, um meine Seele von den Lüsten dieser Welt recht zu entwöhnen und zu dir zu gewöhnen. 1001 NUME die nächste Wohlthat, daß wir| ich hier bin, will ich dich insonernstlicher bitten, suchen und an flopfen, und deiner weisen Schikkung in Geduld warten. So laß mich denn auch diese Nacht, Herr Jesu, deiner von Herzen begehren. Schläfet schon der Leib, so laß meine Seele zu dir wachen alle Zeit. In dein liebevolles hohepriesterliches Herz ergebe ich mich und die Meinigen, meine Freunde und auch meine Feinde, und insbesondere Alle, die sich meiner schwachen Fürbitte empfohlen haben. Bitte du für sie und für mich immerdar. Amen. Nun ist ja dieses Tages Laft und Hiße überstanden unter deinem gnädigen Beistande. So wird ein Schritt nach dem andern aus diesem Elende heraus zurückgelegt, und wir kommen immer näher hin zu unsrer ewigen Herrlichkeit. Indessen hast du Geduld mit uns, und vergiebst uns täglich und reichlich alle unsre Sünden. Darum habe ich auch einen freien Zutritt zu dir, mein Vater, in dem Blute Jesu Christi, welches mich abgewaschen und von allen meinen Sünden gereiniget hat. Wie groß ist deine Liebe, daß du mich also aus Gnaden selig gemacht hast, mein Vater! Ich werfe deine Gnade nicht weg, ob ich wohl meine Gebrechen und Untugenden an mir erkenne. Auch weißt du, daß es meines Herzens Verlangen ist, völlig davon befreit zu werden, und daß mich darum vornehmlich diese sterbliche Hütte drückt, weil ich mich in derselben nicht recht zu dir aufschwingen, noch mich völlig mit dir vereinigen kann, sondern immer von der mir anklebenden Sünde träge gemacht werde. Doch laß mir nur diese Gnade widerfahren, mein Vater, daß mein Christenthum bis Joh. Christ. Storr, 1756. MEE 14. Ich preise und lobe deinen heiligen Namen, ewiger dreieiniger Gott, daß du mich erhöret und mein Gebet nicht verschmähet hast, das ich heute in der Morgenstunde vor dein heiliges Angesicht gebracht habe. Zwar ist mir von deiner wunderbaren Güte um meiner Schwachheit willen noch das Meiste verborgen; darum kann ich dich nicht so völlig und kräftig loben, als ich schuldig bin, ja als ich durch deine Gnade wüns sche und verlange. Doch preise ich dich mit meinen Lippen, nach dem Maße deiner Gnade, die du mir dazu darreichest, beides für die erkannten und unerkannten Wohlthaten, bis ich dahin gelange, da ich sie alle erkennen, ja dich selber von Angesicht zu Angesicht anschauen werde. Dieweil Abendsegen. 12 an mein Ende rechtschaffen sei, und daß ich deine Gnade zu meinem täglichen Wachsthum nicht vergeblich empfahe, so genüget mir. Sonntag Abend. 15. Wir loben und preisen dich, Herr Gott Vater Himmels und der Erden, daß du uns an dem Nun so nimm mich denn zur heutigen Tage aus lauter Güte Ruhe, lieber Vater! denn ich lege und Barmherzigkeit reichlich vermich in deine Arme, in gläubi- forget hast, nicht allein dem Leibe gem Vertrauen auf deine Gnade. nach mit dem täglichen Brode, Schließe du mir mit deiner seg sondern auch an unsern Seelen nenden Vaterhand meine Augen mit der himmlischen Speise deizu, und bleibe indessen vereinigt nes Wortes. Verleihe, o treuer mit meinem Geist, daß der Sa- Gott, daß dieses himmlische tan keine Macht an mir finde. Saatkorn aufkeime und wurzele Behüte gnädiglich meinen Leib in unsern Herzen und großen und Seele und Alles, was du Nußen schaffe, zu deiner Ehr und Wir bitten mir gegeben hast. Erbarme dich unserer Seligkeit. auch aller Menschen in der Welt, auch deine väterliche Gnade, du insonderheit aller deiner Kinder, wollest uns ja dein lauteres Wort meiner Brüder und Schwestern in und reinen Kirchendienst nicht ents Christo Jesu, und laß sie auch an ziehen. Laß uns auch, barmherdiesem Abende meines armen Ge- ziger Vater, unsere Schuld und bets mitgenießen. Deffne mir Sünden, mit welchen wir diesen dann an dem morgenden Tage wieder meine Augen, und erfülle meinen Mund aufs neue mit deinem Lobe, damit ich so lange dich preise und dir zu Ehren lebe, bis der Abend dieses zeitlichen Lebens herankomme, darnach ich mich Herzlich sehne, und du mich ins Grab zur Ruhe legest und mich dann wieder auferweckest an dem rechten Ruhe- und Freudentage deiner Kinder, da meine Sonne ewiglich nicht untergehen wird, sondern in ewiger Wahrheit und Klarheit vor dir leben werde. Amen. Aus Porst, 1756. tid m heutigen Tag möchten verunhei liget haben, nicht entgelten, sondern vergieb sie und wende sie uns zu Gnaden durch das bittere Leiden und Sterben deines lieben Sohnes Jesu Christi. Du wollest auch auf die ganze übrige Zeit unsers kurzen Lebens in diesem Jammerthal uns dir in deinen göttlichen Schutz und väterlichen Segen befohlen sein lassen. Laß deine heiligen Engel sich um uns her lagern, damit der böse Feind keine Macht an uns finde. Weil aber der Abend dieser Welt mehr und mehr herbei nahet und sich der Tag geneiget hat, Abendsegen.d 13 Du hast meine Seele gespeiset mit dem Brode des Lebens, und mir aus der lebendigen Quelle zu trinken gegeben; dein Wort ist meinem Munde süßer gewesen denn Honig und Honigseim. Ach, laß dein Wort mein ganzes Leben hindurch ein Licht auf meinen We gen bleiben, daß ich darnach meinen Gang richte. so werde ich nicht straucheln, oder aus deiner Gnade fallen. Du bist auch mein Erretter, mein Beistand im Leiblichen gewesen, daß ich gesund dies sen Abend erreicht habe. Ich bin nicht werth aller Barmherzigkeit, die du an mir gethan hast. Wenn sich nun meine Glieder zur Ruhe legen, so tritt du, o mein Hüter, mir zur Seiten; hab Acht auf mich und schließ mich in deinen Schuß ein. Laß mich beständig ein Licht in dem Herrn sein und keine Gemeinschaft haben mit den unfruchtbaren Werken der Finsterniß. Laß dein Wort, das ich ges höret, in mir als einen heiligen Samen aufgehen, dessen Früchte man an meinem Leben, in der Frömmigkeit, Gottesfurcht, Abe sterben der Welt und einer heilis gen Hingebung an dich wahrneh men möge. Sei mein Schirm und Schatten wider die Hiße und Anfechtung, und wider die feuris gen Pfeile des Satans. Der Herr ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollt ich mich fürchten! Der Herr ist meines Lebens Kraft, vor 16. Herr, bleibe bei mir, denn es will Abend werden und der Tag hat sich geneiget. O du lebendiger, allmächtiger Gott, wie unbegreiflich sind deine Werke, wie un aussprechlich ist deine Güte, welche du den Menschenkindern erzeigest! Ich kann von Gnade und Wahrheit, von Liebe und Barmherzigkeit sagen, indem du den vergangenen Tag mir viel Gutes an Leib und Seele erwiesen haft. I wem sollte mir grauen! Wende To verleihe uns die Gnade deines Beistes, damit wir stets wachen, and in lebendigem Glauben, in Brünstiger Liebe, fester Hoffnung and heiligem Wandel warten der eligen Erscheinung der Herrlicheit des großen Gottes und uneres Heilandes Jesu Christi, venn er kommen wird zu richten Die Lebendigen und die Todten: auf daß wir ihn alsdann würdig und mit Freuden empfahen, ins ewige Leben mit ihm eingehen und den ewigen Feier- und FreuDentag mit allen Auserwählten erlangen und ohn Ende halten mögen. Erbarme dich, o Herr, Der ganzen Christenheit, und be Freie deine arme verfolgte. Geneinde von aller Bedrängniß, Spott und Tyrannei. Tröste alle geängstete, betrübte Gewissen durch Den wahren Tröster, den heiligen Geist, und sende uns allen deimen Frieden durch Jesum Chris tum, unfern Fürsprecher und einigen Mittler. Amen. Aus Eubach. Gebete für die Festzeiten. 14 Feuers- und Wassersnoth und alles Unglück von mir und den Meinigen ab, und laß alle Betrübten, Kranken und Sterbenden deine reiche Gnade genießen: so soll morgen früh unser aller Mund deines Ruhms voll sein, und wir wollen erzählen, was du Gutes uns an Leib und Seele gethan hast. Verzeihe, wenn ich nicht mit solchem Eifer dir heute gedienet, wie ich billig gesollt, und nimm deswegen deine Gnade nicht von mir. Laß in der neuen Woche Alles neu an mir sein, schenke mir neue Liebe und Verlangen nach dir, neuen Trieb dir zu dienen und zu gehorchen: laß mich die in der vorigen Woche begangenen Sünden meiden und fliehen, damit jedermann erkenne, daß ich den Sonntag nicht vergebens hingebracht habe. Hilf, daß ich fleißig erwäge, daß ich eine unsterbliche Seele habe, damit ich mehr um die Seele, als um den Leib bekümmert sei. Ich sehe mich, mein Gott, nach meiner Ruhestatt um, ich liege und schlafe ganz mit Frieden, denn allein du, Herr, hilft mir, daß ich sicher wohne. Also werd ich auch ruhen in meinem Grabe, bis du mich an dem frohen jüngsten Tag zum ewigen Leben erwecken wirst. Dahin, zu dieser Ruhe, die du deinem Volke bereitet hast, wolleft du mich vollbereiten, stärken, kräf tigen, gründen, um deiner Gnade willen. Amen. Ieder Joh. Friedr. Stark, g. 1680, ft. 1756. II. Gebete für die Festzeiten. vidaut m im mad Advent. ist nicht draußen vor meines Herzens 17. Sei willkommen, Herr Je- Thüre. Ach, klopfe nicht vergebsu Christe, der du dich durch deine lich an mit deinem Worte, sonwunderbare Zukunft uns armen dern thue du dir selbst auf. Wecke verlornen Menschen so nahe thust mich mit den klugen Jungfrauen und deine ewige Erlösung uns aus aller Sicherheit, Trägheit, anbietest. Siehe die Tochter Zion, Fleischeslust, Weltliebe und Eiteleine jede gedemüthigte und gläu- keit auf, daß ich dir munter und big hungrige Seele soll dich mit begierig entgegengehe, und mich Freuden empfangen als ihren mit Loths Weib nicht wieder Bräutigam, und mein Herz soll nach meinen alten Sünden umdir auch entgegengehen. Laß mich sehe. O Herr Jesu, du kommst nur gerne meines Baters, des ja so sanftmüthig und armselig alten Adams Haus und Unart zu mir, wie sollte ich denn nicht vergessen, und an dir Lust gewin- Lust zu dir gewinnen? Du bist nen. Komm herein, du Gesegneter von Herzen demüthig, warum deines himmlischen Vaters, stehe sollte ich mich schämen, dir mein Auf Advent, stodyⒸ 15 Elend zu klagen und mich aller| bösen Gewissen und eine FreuStrafen schuldig zu geben? Bist digkeit empfangen, durch dich einu doch dazu erschienen, unsere zugehen zum Vater mit Gebet Sünde wegzunehmen. O so komm und Glauben, und deine ewige nd hebe auf die Feindschaft, die Erlösung in der That zu geniewischen Gott und mir ist durch Ben. Darum komm, o Jesu, unen Fall, und versöhne mich in sere Gerechtigkeit, und demüthige Buße wieder bei dem Vater. unsere stolze Natur zur Buße Tomme in mein Herz und bringe und Bekehrung. Komme, unsere mit den Geist der Gnaden und Weisheit, reiße uns aus unserer es Gebets, der mich vertrete. Thorheit heraus, daß wir dich Tomm und schenke mir deine und deinen Vater lebendig er anze Erlösung, um welcher willen kennen. Komme, unsere Heiliu gekommen bist. Erfülle nun gung, laß uns nicht länger im n mir die Frucht deiner Zukunft, Schlamm der eitlen Lüste und iröse auf meine böse Natur von dischen Begierden umhertreiben, en Banden der Eitelkeit und sondern wasche, reinige, heilige Sünden, und bringe sie unter uns in deinem Namen durch den ein sanftes Joch. Regiere mei- Geist der Heiligung. Komm, o en ganzen Menschen, wie du Erlöser, und erlöse uns von willst, zum Gehorsam der Wahr- allem Ulebel, was uns naget und eit. Bist du nicht unser König? plaget. Komm, du bester Freund, Oso beherrsche auch unsern Wil- kehre ein in unsere verwüsteten en, daß wir deinem sanften Herzen, gehe ein in deine Tems Stabe gerne und treulich folgen, pel, treibe aus die unreinen Ge nd dein Scepter ein gerader danken und Bewegungen, und Scepter in und über uns werde. eifere über dein Haus, das dir kommst du nicht zu uns als ein gehöret. Komm, meine Seele ehrer von Gott, der uns den wartet dein, als eine Braut ihres Beg recht lehren will? O so Bräutigams. Bringe mit deine euchte doch in unsere Herzen als süße Liebe, deine tiefe Demuth, in helles Licht, daß wir dir deine große Geduld, deine Sanft achfolgen und nicht mehr in der muth und Freundlichkeit, deine Finsterniß unsers blinden Her- Lammesnatur und Abgeschiedenens dahingehen, sondern das heit von der Welt. Komm, be icht des Lebens haben. Willst reite dir selbst einen Menschen u nicht, o Immanuel, zu uns nach deinem Herzen aus mir. ommen als unser Versöhner und und erzeige deine große Erlö Bertreter? Ach, komme, es ist sungskraft, wie mächtig du seift, Bett, daß wir los werden vom alle deine Feinde zu untertreten. 16 Gebete für die Festzeiten. D Herr, wenn du in meiner| Einen solchen Heiland sollten Seele recht Plaß nimmst, so muß wir haben, der uns tiefgefallne dir Sünde und Tod, Hölle und Sünder von allen unsern SünTeufel weichen, und nichts kann den und dem damit verbundenen mich mehr gefangen halten. Da- Elend des Leibes und der Seelen rum komme alsbald mit aller in Zeit und Ewigkeit vollkom deiner Kraft in mich. Siehe, men erlösete. Nun können wir mein Herz ist dir offen, nimm es mit Freuden ausrufen: Alles ganz ein, brauche mich, wie du und in Allem Chriftus! Denn willst, laß mich dir weiter nicht du bist das wahre Lebensbrod, widerstreben. so kann meine Seele nicht hungern. Du bist der Brunnen des lebendigen Wassers, so kann meis ne Seele nicht dursten. Du bist mein Licht, so kann sie nicht in Finsterniß bleiben. Du bist meine Freude, wer kann mich betrüben? Du bist mein Beistand, wer kann mirs abgewinnen? Du bist meine Wahrheit, wer kann mich verführen? Du bist mein Weg, wie kann ich mich verirren? Du bist meine Weisheit, wer fann mich betrügen? Du bist meine Gerechmoringu ja dittigkeit, wer kann mich verdamAuf Weihnachten. men? Du bist meine Heiligung, 18. Herr Jesu Christe, mein wer kann mich verwerfen? Du Heiland, deß Güte nicht zu zäh- bist meine Erlösung, wer fann len, ich bete dich an als die aller-| mich gefangen halten? Du bist theuerste Gabe des himmlischen mein Friede, wer kann mich unBaters, die er mir und aller Welt ruhig machen? Du bist mein mit dir geschenkt hat, daß er dich Gnadenthron, wer kann mich in der Fülle der Zeit zu uns richten? Du bist mein Mittler, armen Sündern als den Sohn wer kann mich bei Gott in Under Liebe aus seinem Schooß gnade bringen? Du bist mein vom Himmel auf die Erde gesen- Fürsprecher, wer kann mich verdet, und von der Jungfrau klagen? Du bist mein König, Maria hat lassen geboren werden. wer kann mich aus deinem Reich Nun bist du ganz unser mit stoßen? Du bist mein Hoherpries deiner Gottheit und Menschheit. ster, wer kann dein Opfer vers Komme mit deiner Gnadengegenwart zu mir, so werde ich vor deiner Zukunft zum Gericht nicht erschrecken, sondern mein Haupt getroft emporheben und dir entgegenkommen. Nun, mein Geist spricht: Komm! und du antwortest mir auch in Gnaden: Ja, ich komme bald. Amen, fa, so fomm, Herr Jesu, alle Au genblicke, und bleibe bei mir ewiglich unverrückt. Amen. Gottfried Arnold, g. 1665, st. 1714. Auf Weihnachten.- Zum Jahresschluß. 17 - Ach, senke doch einen Strahl son deiner Herrlichkeit aus deiner Krippe in mein finsteres Herz, Daß ich dich in völligem Glauben erkennen lerne. Dann wäre mir Zein Unfall zu groß und kein Kreuz zu schwer. Denn du bist in mir Alles, und in dir ist Alles mein, es sei das Leben oder der Tod, es sei das Gegenwärtige oder das Zukünftige. Alles ist mein: ich aber bin dein: du aber bist Gottes. Ach, so laß mich Denn dieses großen Heils recht wahrnehmen. Heilige mich dir selbst zum Opfer dafür. Laß mich stets in dieser deiner Liebe ruhen; laß mich durch die Freude an dir all meines Elendes ver gessen, die Sünde hassen, die Welt verschmähen mit ihrer Lust, dir im Glauben gehorsam und in meinem legten Stündlein nur in dir erfunden werden: Alles um deines Namens willen, du Seligmacher aller in sich selbst verfornen Sünder. anche al Gottfried Arnolb, g. 1665, st. 1714. werfen? Du bist mein Seligma-| er an mir gethan? Der Herr hat her, wer kann mich unglücklich Großes an mir gethan, deß bin machen? Wie könnte ich ein grö- ich fröhlich. Also, o du dreieiniSer Geschenk haben? Dies Ge- ger Gott, Vater, Sohn und heis chenk ist mehr werth, als ich liger Geist, spricht meine in deis nichtswürdiger Sünder, als alle ner Gnade sich freuende Seele, Menschen, als alle Welt, als aller da ich nun abermals unter deiWelt Sünde, Jammer und Elend. nem Schuß und Beistand ein Jahr glücklich zurückgelegt habe. Ach Gott, wie theuer ist deine Güte, daß Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel trauen! Sie werden trunken von den reichen Gütern deines Hauses; du tränkeft sie mit Wonnen, als mit einem Strom, denn bei dir ist die lebendige Quelle, und in deinem Licht sehen wir das Licht. Mein Gott, der Tage im Jahre sind viel, aber der Wohlthaten noch viel mehr; Stunden und Minuten im Jahre kann man zählen, aber deine Wohlthaten, die du mir erwiesen, sind unzählig. d Ich danke dir, daß du mir dieses Jahr dein heilig Wort haft lassen lauter und rein predigen, und darin mir den Weg zum Himmel und zu meinem ewigen Heil anweisen. Ach versiegle Alles, was ich gehört habe, in meinem Herzen, und gieb mir deinen heiligen Geist, daß ich mein Leben darnach einrichten möge. Ich danke dir, daß du mich in deinem heiligen Mahle mit deinem heiligen Leib und Blut haft gespeiset und getränkt, ach, laß es mir zur dauernden Glaubensstärkung und Lebenshei32 Zum Jahresschluß. 19. Wie soll ich dem Herrn vergelten alle seine Liebe und Treue, die 18 qulbis Gebete für die Festzeiten. Jul ligung gedeihen. Ich danke dir,| bedurfte, dein allsehendes Auge daß du mir oft die Sünde verge- hat Acht auf mich gehabt und ben und die verdienten Strafen meinen Aus- und Eingang behüabgewendet hast. Ach, gieb mir tet, daß mir kein Uebel begegnete. Kraft, daß ich mich im neuen Hast du mich auch zuweilen erJahre davor hüte und sie nicht fahren lassen viele und große wieder vorsäglich begehe. Ich Angst, so hast du mich doch wiedanke dir, daß du meinen Beruf der lebendig gemacht. Hatte ich gesegnet, mir Nahrung und Klei- auch zuweilen viele Bekümmerdung bescheert, mir Gesundheit nisse in meinem Herzen, so haben verliehn, das Unglück abgewen- doch deine Tröstungen meine Seele det, mein Kreuz erleichtert, in ergößt. War mir oftmals Ges meinem Elend mich in Gnaden fahr und Noth nahe, so war auch angesehen hast. Du hast mich deine Hülfe nahe, und dein En behütet wie einen Augapfel im gel hat mich behütet auf allen Auge.. Du hast in Noth mich meinen Wegen. erhöret und mein Gebet durch die Wolken vor deinen Thron lassen dringen. Du hast in meiner Trübsal mir Hülfe gesendet vom Heiligthum, und mich gestärkt aus Zion. Du hast deinen Segen über mich ausgeschüttet, du hast dein Angesicht nicht vor mir verborgen, da ich zu dir schrie. Du liebreicher Vater hast mich, dein Kind, an deiner Hand geführt; du mächtiger König hast Herr, Herr, so beschließe ich mich, deinen Unterthan, wider denn das Jahr mit Danken, Los meine Feinde beschüßt; du ge- ben und Beten, und flehe dich treuer Hirt hast mich, dein Schäf- demüthig an: bleibe auch mein lein, auf grüner Aue geweidet. Schuß und gnädiger Gott in Deine Weisheit hat mich das dem neuen Jahre; halte deine ganze Jahr durch geleitet, deine Hand über mich, und laß mich Liebe hat mich bedeckt, deine deinem Schuß, deiner Liebe und Hülfe hat mich erfreut, deine Gnade fernerhin befohlen sein. Gnade hat mich erhalten, deine| Amen. Ach, mein Gott! verzeihe mir aus Gnaden alle Sünden, ach, alle Sünden, die ich in diesem Jahre gethan habe. Ach, strafe mich deswegen nicht in dem neuen Jahr, sondern verzeihe sie mir um Jesu willen. Herr, gedente nicht der Sünden meiner Jugend und meiner Uebertretung, gedenke aber meiner nach deiner Barmherzigkeit, um deiner Güte willen. Allmacht hat mir jederzeit ausgeholfen, deine milde Vaterhand hat mir Alles gegeben, was ich Joh. Friedr. Starf, g. 1680, f. 1756. mise and other side Auf Neujahr. 19 Auf Neujahr. deinem Segen gehindert hat. O Jesu, erneure nun mit diesem 20. Sei hochgelobet, du süße- Wechsel des Jahres dein Gedächts ster Heiland, für deine heilbringen: niß in uns, daß du nun von de Erlösung, zu welcher du hast den neuem uns vor Augen gemalt ersten Grund gelegt, indem du in werdest durch den Glauben, den deiner Beschneidung dich dem Ge- Gott selber wirket. Werde uns, sez unterworfen und dein Leiden was dein Name mit sich bringt, begonnen hast. Du ließest dich nämlich lauter Heil und Seligdabei einen Jesum nennen, und keit. Schenke uns zum neuen versprachst damit, dein Volk selig Jahr neue Gerechtigkeit, neue zu machen von ihren Sünden. Heiligkeit, neue Weisheit, neue Herr, dir sei Dank, daß du diesen Erlösung. Laß uns mit ganz deinen heilsvollen Namen auch neuem Sinn und Ernst dies dieses Jahr über an uns bewie- Jahr anfangen, und nicht in dem sen, und uns aus so mancher alten Sauerteig der Heuchelei und Noth errettet, und vor mancher Schalkheit, nicht in den alten Versuchung und Gefahr kraft dei- Sünden und Gewohnheiten. Ach, nes Namens bewahret hast. Sei daß wir nun alle ein Herz erfleauch ferner unser lebendiger Je- heten, das dich findlich fürchte, sus, unser Heiland in der That herzlich liebe, brünstig anrufe und Wahrheit. Erlöse uns vor und treulich kämpfe. Daß wir allen Dingen von unsern geistli- deiner Liebe anhangen, deine Bechen Feinden, und von den Sün- kanntschaft suchen, deine Süßigden, als dem ärgsten und gefähr- feit schmecken im Herzen, und so lichsten Schaden. Dein Blut nach dir alle Tage und Stunden tilge die Ungerechtigkeit des alten Menschen, und erneure uns im Geiste unsers Gemüthes, daß wir dich, Herr Jesu, mit aller deiner Gnade und Kraft anziehn| und in die mit der neuen Zeit neue Menschen werden mögen. Siehe, unser Herz sehnet sich nach deiner neuen Schöpfung, darin du Alles neu machen willst. Ach, so schaffe in uns einen neuen gewissen Geist, damit das Alte alles vergehe, das uns geplagt und beunruhigt, auch dich an dürsten möchten. Ach, werde uns Alles in Allem, denn in dir liegt Alles, was wir bedürfen. Werde unserer Obrigkeit das rechte Ges sezbuch in deinem heiligen Namen, der da ist Gottes Wort; sei ihr gerades Scepter, daß dein Wille nur durch sie geschehe, und ihr Schirm und Schuß, Lohn und Krone. Sei du allen Lehrern das wahrhafte Licht, das allen Menschen vorleuchte und die Fre rigen zurechtweise, die Unwissene den lehre, die Schwachen stärke, Gebete für die Festzeiten. 20 die Traurigen tröfte. Allen Gemeinden werde mit deinem heiligen Namen ein Tempel, darin sie in Einigkeit des Geistes versammelt werden, zur gemeinsamen Bes. serung. Dein Name sei und bleibe der Armen Schatz, der Kranken Heilung der Elenden Zuflucht, der Verlassenen Rath und Trost, 3u Epiphanias. 21. Mache dich auf, werde Licht, denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir. Denn siehe, Finsterniß bedecket das Erdreich und Dunkel die Völker: aber über dir gehet auf der Herr und seine Herrlichder Wittwen Versorger, der Wai- keit erscheinet über dir. sen Vater, ja allen Alles. Du O du Abglanz der Herrlichkeit, himmlisches Manna, gieb dich einer jeden Seele auch dieses Jahr so zu genießen, wie sie sich bedarf und begehret. Denn du theilst dich gern mit Allen, die dich suchen und anrufen. Verehre uns die köstliche Perle deines Reichs, daran wollen wir ewig genug haben. Stille den Hunger unsrer Seelen nach dir und führe das Werk deiner Erlösung an uns völlig aus: so wollen wir uns an dir genügen lassen. Denn du kannst uns im Tode erwecken, uns in Schwachheit neue Kraft geben, den Born in Liebe und den Fluch in Segen verwandeln. Durch dein vergossenes Blut lösche das Feuer der verderbten Natur, und durch dein Licht erleuchte unsre Finsterniß und führe uns dieß ganze Jahr auf rechter Straßen, daß wir nicht mehr irren. Ja, lehre du uns selbst dein Wohlgefallen, und ohne dich laß uns nichts reden, thun oder denken. Wir empfehlen uns dir ganz mit Allem, was wir sind und haben auf ewig. Amen. 911 Gottfr. Urnold, g. 1665, st. 1714. Licht vom Licht aus Gott geboren, ich lege mich mit beschämtem Herzen vor den Thron deiner Gnaden, daß du mich nicht nur das heutige Tageslicht, sondern auch mit dem natürlichen Licht dieses Tages dich selbst als das wahrhaftige Licht des Lebens in deinem Evangelio erblicken läsfest. Nun ist die Verheißung deines Vaters erfüllt, da er zu dir sprach: Es ist ein Geringes, daß du mein Knecht bist, die Stämme Jacob aufzurichten, und das Verwahrloste in Israel wieder zu bringen; sondern ich habe dich auch zum Licht der Heiden gemacht, daß du seist mein Heil bis an der Welt Ende. Hienach bist du auch der Heiden Heiland worden. So bist du auch mein Licht. Darum lobe ich dich auch an diesem Tage mit den Heiden und singe deinem Namen. Ich freue mich nach deinem Wort mit deinem Volk. Mein armes mit Sünden verwundetes Herz eilet zu dir als der Wurzel Jesse, die nun durch die Predigt des Evangelii als ein Panier, als Zu Epiphanias. Zur Fastenzeit. 21 eine Fahne allen Völkern aufge| Lebens in dieser Zeitlichkeit nahe stecket ist, damit ich auch Ruhe bist; darum erwecke mein Herz und Herrlichkeit in und bei dir kräftiglich, dich als mein Licht in finden möge. O du mein Licht, völligem Glauben zu ergreifen, was hilfts mir, das ich geboren damit mich die Finsterniß nicht bin, wenn ich dich nicht sehe, habe überfalle. Die Finsterniß und die und genieße? Und wenn du mich Liebe zur Finsterniß hat mich schon nicht erleuchtest, so ist es Alles lang und hart genug gequälet. vergebens, was ich beginne und Ach, Herr Jesu, mache mich einvornehme, mir selbst zu rathen mal frei davon, daß ich in deinem oder zu helfen. Darum erleuchte Licht das Licht sehe. O daß dies mich, Herr, mein Licht, daß ich ser Tag, an dem du dich den Erstdich nicht verliere. Ach, ich bin lingen aus den Heiden offenbaret leider auch von Natur todt in der hast, auch mir ein Tag deiner Of Eitelkeit meines Sinnes, wie alle fenbarung in meinem Herzen würHeiden; darum mache mich leben- de! So erscheine mir denn aus dig, du Licht der Welt. Ich bin Gnaden, du heller Morgenstern. verfinstert am Verstand und ent- Gehe mir auf, du Sonne der Ge fremdet von dem Leben, das aus rechtigkeit, und gehe mir niemals Gott ist, gleichwie sie, wegen mehr unter. Heilige vielmehr durch der Unwissenheit, die in mir ist; deine göttliche Liebe den Weg, den darum sprich du: Es werde Licht, ich gehe nach deinem Wort, zu ei so bin ich ein Licht in dir. O nem Pfad, der da glänzet wie ein mache mich dem Zug deiner Gna- Licht, das da fortgehet und leuchde auch so gehorsam, wie die Weisen aus dem Morgenlande. Ich habe nicht so weit zu dir, wie jene. Das Wort von deiner Gnade ist mir nahe in meinem Munde und in meinem Herzen. Ach, so öffne mir doch meine Augen, daß ich sehen möge die Wunder deiner Menschenliebe gegen uns arme Sünder in deinem Evangelio. Bewege mein Herz kräftiglich, daß ich dir auch so ungesäumt wie sie als meinem Licht einmal nachfolgen möge, und in dir das Leben habe. Ich weiß ja nicht, wie lange du mir noch als das Licht des würdige Sünder wollen uns in tet bis auf den vollen Mittag, bis kein Wechsel mehr sein wird des Lichts und der Finsterniß, und ich würdig werde, dich als mein Licht, mein Lamm und meinen Tempel zu schauen von Angesicht zu Angesicht. Amen. - Joh. Christ. Storr, 1756 350 Zur Fastenzeit.d 22. O du unschuldiges Lamm Gottes, der du unser aller Sünden am Stamme des Kreuzes getras gen hast, erbarme dich unser jegt und immerdar. Wir arme fluch 22 Gebete für die Festzeiten, tiefer Demuth beugen vor deinem| dir abgewendet haben. Alle diese heiligen und gnädigen Angesicht. und unzählig andre unbenannte Wir wollen dich anschauen, wie und uns unbekannte Sünden find du da um unsrer Sünden willen es, die du getragen hast. Ja, und um uns zu erlösen am Stam- meine und der ganzen Welt Sünme des Kreuzes hängest, und dir de trugest du, o Lamm Gottes: unser Bekenntniß zu Füßen legen. darum eben drückte dich das Leis den so schwer, daß du in der gro ßen Angst deines Herzens ausrufen mußtest: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich vers lassen! So littest du, daß wir nicht ewig von Gott und seinem freudevollen Anblick dürften verlassen sein. Ach ja, du unschuldiges Lamm, du leidest nicht deiner Sünden wegen: wir, wir mit unsern Sünden sind die Ursache deiner Pein und deiner Schmerzen. Wir haben mißgehandelt! Wir haben gesündiget und dadurch die ewige Strafe verdienet. Wir haben gefündiget, o Herr, durch Vergesfung deiner heiligen und gerechten Wege. Wir haben gesündiget durch falsche Liebe der Welt und durch sündliche Liebe unser selbst, indem wir nicht dich, sondern die Creaturen hochgeschäßzet. Wir has ben gesündiget mit unserm Willen, da wir ihn dir entgegengefeßt, da wir nach dem Gutdünken unsers Herzens und nicht nach dem Wink deiner heiligen Augen gewandelt haben. Wir haben gefündiget, indem wir der Zucht deiner Gnade und deines heiligen Geistes widerstanden, indem wir so viele theure Mittel der Gnade versäumet und gering geachtet, und nicht die Frucht davon gebracht haben, wozu du uns dieselben gegeben hattest. Wir haben gesündiget, Herr, mit unsern gottlosen Thaten, mit unsern unnöthigen und sündlichen Worten, mit unfern eiteln Begierden, die uns von O Jesu, du Sohn Gottes des Allerhöchsten, selbst ewiger Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Wer kann diese Wundergeheimnisse deines Leidens ergründen und diese unerforschliche Menschenliebe begreifen, daß du der ewige Sohn Gottes selber, daß du um unserntwillen ein so tiefes und entseglis ches Leiden hast über dich genommen, um dadurch für uns eine vollkommene und ewige Versöhnung und Erlösung zu stiften! D laß dieß Leiden uns aufs neue tief ins Herz eingedrückt werden, damit wir deine Liebe recht vers ehren, und nicht nur mit den Lippen und äußerlichen Geberden, sondern im Geist und in der Wahrheit dir dafür Dank sagen, dir Ehre geben, und unser Herz und alles, was wir haben, fortan nicht mehr uns, oder irgend einer Creatur, sondern dir allein gehöre. Ja, Herr, laß dein Leiden un Zur Fastenzeit. 23 hier in deinem Kreuze treu verbleiben, damit wir auch endlich mit dir alle Noth überwinden und Erben werden mögen deines himmlischen Reiches. fere Herzen aufs neue erweichen und äußern Leiden, daß wir dir zu tiefster Reue und Schmerz über alle unsere Sünden, die es verurfacht haben. Drücke uns durch seinen Anblick einen tiefen Abscheu vor allen, auch den kleinsten Sünden ein. O daß wir wenigstens von jetzt an dir keine Last mehr auflegen und dich nicht von neuem freuzigen möchten mit unsern Sünden, und deine Wunden erneuern mit unsern Missethaten! O lieber Herr, laß mir bleibend eingedrückt werden das große Gewicht der Sünde und die Heiligkeit Gottes, die sich durch dein Leiden offenbaJa, Herr Jesu, laß uns dir nachfolgen, wo du auch hingehest. Du willst uns als Mittler ja wies der zu Gott als zu unserm Gott hinführen. Nun so nimm mich armes Kind, nimm uns alle bet der Hand in der Finsterniß dieser argen Welt. Führe uns, damit wir uns nicht verirren, sondern den richtigen Pfad, den Pfad der Absterbung unser selbst und aller Sünden, den Pfad des wahren Herzensgebets erwählen und fest halten mögen, auf daß wir durch dich, unsern einigen Weg und Führer, in lebendigem Glauben zu Gott, zu unserm Gott und Vater hingeführt werden, und eindringen in das Allerheiligste deiner innigen und ewigen Gemeinschaft. ret. Erfülle uns mit heiliger Furcht vor deiner göttlichen Majestät, daß wir in derselben vor dir wandeln und fromm sein mögen in dieser Fremdlingschaft, damit wir dereinst ohne Furcht und Schrecken vor Gott als unserm Gott erscheinen können. Bringe uns in die wahre Gemeinschaft mit deinem Leiden, Kreuz und Sterben, daß wir deinem Tode ähnlich werden, indem wir der Welt und allen weltlichen Lüsten, der Sünde und allen Eitelkeiten absterben, und daß wir durch willige Aufopferung, auch des Liebsten, dir, der uns so unendlich viel gegeben, auch unsern schwachen Dank beweisen und dir dadurch den Lohn für deine Schmerzen darbringen mögen. D Jesu, wann uns Alles verläßt, dann laß uns nicht von dir verlassen sein. Dann, wann wir nichts mehr haben, so laß uns nur dich im Herzen haben und an dir mit wahrem unverrücktem Glauben hangen, um mit dir als unserm Heilande einzugehn in dein ewiges Reich. D Herr, laß deine Beständig keit in deinem Kreuz auch uns beständig machen in allen innern Segne, o Herr Jesu, alle die Deinigen. Ach, laß doch keinen verlos ren werden. Halte fest, die du erkaufet haft mit deinem Blute, und laß unsre Seelen dir doch theuer sein 24 Gebete für die Festzeiten. in deinen Augen. Stehe bei allen| groß werden meine ewige Erlös bedrückten und verlassenen Herzen. sung, die mir durch diesen deinen Ja, Herr, segne dein ganzes Zion, einigen Sohn, Jesum Christum, die Heerde deiner Weide. Deine meinen lieben Herrn, geworden Liebe, o Herr, sei stets uns nahe, ist. Herr Jesu, ach, daß alle Welt damit wir einst in die ewige Freu- vor dir, der du nun durch Leiden de gelangen mögen. Erhöre, o des Todes mit Preis und Ehren Herr, erhöre unsere Bitte. Alles gekrönet, in deinem heiligen Temnicht um unserer Würdigkeit wil pel zur Rechten des Vaters sigest, len, sondern aus freier Barmher- stille würde in dieser Woche, stille zigkeit, zur Verherrlichung deines in den Häusern, stille auf den großen Namens in Zeit und Ewig- Straßen und Gassen, stille bei keit. Amen. Tag und Nacht. Doch mache nur vor allem Andern mein Herz, das unruhige Uebel, stille, zu, in und vor dir, du stiller Jesus. Sammle durch deinen ewigen Geist, in welchem du dich deinem Vater geopfert hast, mein zerstreutes Herz, daß ich deine Stimme mit hörenden Ohren höre, wenn du mir insbeGott, man lobet dich in der sondere in mein Inneres rufest: Stille zu Zion: ach, so mache Mir hast du Arbeit gemacht mit denn auch mein Herz durch deinen deinen Sünden, und du hast mir sanften heiligen Geist in der Wahr- Mühe gemacht mit deinen Misseheit stille zu deinem Lob. Meine thaten; ich aber, ich tilge deine Seele singet dir, und meine Lip- Uebertretung um meinetwillen und pen preisen deinen heiligen Na- gedenke deiner Sünden nicht. Ja, men, daß du mich, nach deiner daß auf deinen himmlischen Zus ewigen Erbarmung, diesen ersten ruf: Daran gedenke, Jakob; Tag der großen und stillen Woche Israel, vergiß mein nicht! aus hast erleben lassen, in welcher du dem innersten Grund meines neuen deinen eingebornen Sohn der Lie- Herzens wiederschalle: Ich denke be für die ganze Welt, und auch daran, lieber Herr Jesu, und will für mich elenden Sünder inson- dir dafür von heute an aufs neuederheit, in so unzählige Marter dankbar sein. Ich will dein Leis und Bein Leibes und der Seelen den und Sterben nicht mißbraubis zum Tod am Kreuz dahin ge- chen, sondern mit allem Ernst geben. Nun so müsse mir dann verehren. Ich begehre, deinem in dieser großen Woche aufs neue Kreuz unterthänig, gleichförmig Gerhard Tersteegen, g. 1697, st. 1769. ISS Für die stille Woche. 23. Herr Jesu Christe, du Lamm Gottes, das der Welt Sünde weggenommen hat, erbarme dich über uns, und gieb uns deinen Frieden. Amen. Für die stille Woche.- Zum stillen Freitage. 25 und gehorsam zu werden, bis ich| derwärtigkeiten, deinem Willen in der Wahrheit sagen kann: Ich mich lediglich in meinen äußeren bin mit Christo gekreuzigt; ich und inneren Umständen aufopfere, bin mit ihm gestorben, auf daß und so aushalte durch Großes ich Gott lebe: ich lebe, aber nicht und Kleines, durch Böses und mehr ich, sondern Christus lebet Gutes bis ans Ende, daß ich mich in mir. Dein erster Eingang in dann ewiglich bei dir in deiner diese Welt und ganzer Wandel Herrlichkeit erfreuen könne, um darin in Gehorsam, Armuth und deines allertheuersten Verdienstes Niedrigkeit verpflichtet mich ar- willen. Amen. Joh. Christ. Storr, 1756. men Sünder schon sattsam zu deinem Opfer und Eigenthum. Aber da dich die Leiden ohne Zahl bis zum Tod am Kreuz ergriffen, und so gar nichts an deiner heiligen Menschheit ist verschont geblieben im göttlichen Gericht, hast du mich Elenden dir so verbunden, daß, wenn ich dich verleugnete und dein vergäße, du mit allem Recht mein ewiglich vergäßest, und mich vor deinem Vater und vor seinen Engeln verleugnetest. So segne denn, erbarmender Heiland, deis nes Leidens Anfang, Fortgang und Ausgang an mir Elenden. Segne den Anfang desselben zu einem gründlichen Anfang des er sten und völligen Glaubens mit wahrhaftigem Herzen an deinen Namen. Segne den Fortgang deiner Leiden zur Gründung in der Erkenntniß des Geheimnisses deines Kreuzes, zur Einwurzelung in der Liebe und zur willigen Einsenkung in die Gemeinschaft deines Todes. Segne den Ausgang deiner Leiden an mir durch die Geduld in der Hoffnung, daß ich dir stille bleibe unter allen WiZum stillen Freitage. 24. Ach Herr, du ewiger und gütiger Gott und Bater, siehe doch an deinen lieben Sohn, was er für große Schmerzen meinethalben hat müssen leiden! Ach, Bater, siehe doch, wer solches leidet, und gedenke doch gnädiglich, für wen er leidet. Ists nicht, ach treuester Vas ter, dein Sohn, das unschuldige Lamm Gottes, das du für den Knecht gegeben hast? Ist nicht das der Herr der Ehren und des Lebens, der wie ein Lamm zur Schlachtbank geführet und dir bis in den Tod gehorsam gewesen, ja den allerschmählichsten Tod auf sich genommen hat? Ach, gedenke doch, o Gott, der du der Welt Leben begehrest, dein geliebter und einiger Sohn ists, den du aus deinem Herzen geboren und meis ner Schwachheit theilhaftig ge macht hast. Ach fürwahr, das ist deine Gottheit, die meine Natur hat an sich genommen und sich an das Kreuz hat lassen heften, und die schwere Strafe unserer Sünden getragen hat. Ach Herr, wens 26 gi Gebete für die Festzeiten. sid de deine Augen auf dieses große und des Todes, der da aufschließt Werk deiner Gnade und Gütigs und niemandem zuschließt. Du feit. Siehe an deinen lieben Sohn, warest todt, und siche, nun lewie er an seinem ganzen Leibe best du von Ewigkeit zu Ewigausgedehnt und ausgespannt ist. feit. Du hast dein Volk vom Siehe an seine Hände, wie das Tode errettet und aus der Hölle Blut daraus wie aus einer Quelle erlöset. Tod, wo ist dein Stafließet, und vergieb mir gnädig- chel? Hölle, wo ist dein Sieg? lich die Missethat, die meine Hände Dir sei Dank, daß du uns den begangen haben. Siche an, Herr, Sieg gegeben haft. Du hast den wie seine Seite durchstochen ist, Tod verschlungen ewiglich, und und erquicke mich mit dem Blute, alle unsere Thränen von unsern das daraus geflossen. Siehe an Augen abgewischet. Kommet, lasseine Füße, die doch nicht auf dem set uns zum Herrn gehen: er hat Wege der Sünde gegangen sind, uns geschlagen, er wird uns wiesondern allezeit in deinem Gefeß der verbinden. Er hat uns vers gewandelt haben, wie dieselben mit wundet, er wird uns wieder heiNägeln durchgraben sind, und ver- len. Er wird uns wieder aufrichleihe mir Gnade, daß meine Füße ten nach dreien Tagen; er wird in deinen Wegen gehen; thue weg uns lebendig machen, daß wir vor von mir den Weg der Bosheit und ihm leben werden. Darum freuet laß mich allezeit auf deiner Bahn sich mein Herz, und meine Seele wandeln. Amen.. ist fröhlich. Denn Gott hat seine Seele nicht in der Hölle gelassen, und nicht zugegeben, daß sein Heiliger die Verwesung sehe. Du bist eine kleine Zeit von Gott verlassen gewesen, aber nun mit Ehren und Schmuck gekrönet. Du bist aus der Angst und Gericht hinweggerissen, wer will deines Les bens Länge ausreden? Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein worden; und das ist vom Herrn geschehen, und ist ein Wunder vor unsern Aus gen. Man singet mit Freuden in den Hütten der Gerechten: Die rechte Hand des Herrn ist erhöhet; die rechte Hand des Herrn Augustinus, g. 354, st. 430. Auf Ostern. THE 25. Herr Jesu Christe, du starker Löwe vom Stamm Juda, du unüberwindlicher Held, du mächtiger Siegesfürst, du Sündentilger, leberwinder des Todes, du Schlangentreter und Zerstörer der Hölle! Ich sage dir herzlichen Dank für deine fiegbafte fröhliche Auferstehung, dadurch du dem Tode die Macht genommen und ewiges, unvergängliches Wesen wieder ans Licht gebracht. Du hast dich bewiesen als ein allmächtiger Herr, der da hat die Schlüssel der Hölle Auf Ostern. Auf Himmelfahrt. 27 | behält den Sieg. Ich werde nicht des Friedens. Erwecke auch am sterben, sondern leben, und des Herrn Werk verkündigen. Du bist wahrhaftig die Auferstehung und das Leben. Wer an dich glaubt, wird leben, ob er gleich stirbt. Du bist der Gläubigen Leben, darum können sie nimmermehr sterben. Denn du, ihr Leben, stirbest nicht, darum können sie ihr Leben nicht verlieren. 1 jüngsten Tage durch Kraft deiner Auferstehung meinen Leib zum ewigen Leben. Ja, Herr, da wirst du sagen: Wachet auf und rühmet, die ihr schlafet unter der Erde! Denn mein Thau ist ein Thau eines grünen Feldes. Alsdann wird mein nichtiger, verweslicher, sterblicher Leib anziehen Unverweslichkeit, Unsterblichkeit, Kraft und Ehre, und wird ähnlich sein deinem verklärten Leibe; denn unfer Leben ist in dir verborgen. Wenn du aber, unser Leben, wirst offenbar werden; so werden wir auch mit dir offenbar werden in der Herrlichkeit. Amen. Ach, mein Herr, du bist hervorgebrochen wie die schöne Morgenröthe. Nun giebst du deinen Gläubigen deinen ewigen Frieden, welcher alle himmlische Güter in fich begreift, Gottes Huld und Gnade, Vergebung der Sünden, Gerechtigkeit, Sieg, Trost, ewige Freude, ewiges Leben. O liebreicher, holdseliger, tröstlicher, lebendiger, ewiger Friede, du edle Frucht der Auferstehung Jesu Christi: fomm in mein Herz, erfreue meis ne Seele. Denn über diesem Frieden wird man sich freuen, wie man sich freuet in der Ernte; wie man fröhlich ist, wenn man Beute austheilt. Johann Arnbt, g. 1555, f. 1621. Auf Himmelfahrt. 26. Heiland, der du aus Lies be zu uns dich aller deiner Herrliche feit entäußert, und Knechtsgestalt angenommen hattest, und gehors sam worden warest bis zum Tode am Kreuz, dem aber auch Gott einen Namen gegeben hat, der über alle Namen ist, o laß die Kraft deiner Laß uns auch, Herr, mit dir Herrlichkeit unsern Herzen bekannt durch wahre Buße auferstehen. werden, damit auch wir in deinem Laß uns Theil haben an der er- Namen uns beugen und dir, uns sten Auferstehung, auf daß der serm Könige, dienen und anhanandere Tod an uns nicht Macht gen. Wir danken dir, Herr Jes habe. Stehe du in uns auf, lebe su, daß du durch deine Himmel, du in uns, siege und überwinde fahrt uns den Weg zum Himmel in uns die Welt, Sünde, Tod, gebahnt, und deines Vaters Herz Teufel und Hölle. Tröste unsere uns aufgeschlossen hast. Du sigest Seele in Angst und Traurigkeit zur Rechten der Kraft Gottes, durch dein Wort und den Geist damit dir alle Herzen als ihrem trd Gebete für die Festzeiten. rechtmäßigen Könige unterthan| de erkannt in deiner Größe, werde werden sollen. Siehe, hier sind geehrt und geliebt von uns, und Herzen, worüber du als Herr, als ziehe ein in unsere Herzen. Laß triumphirender König, herrschen sie deine Werkstatt sein; schleuß und regieren solltest; ach, sende sie auf, daß wir mögen ermuntert einen Blick deiner Freundlichkeit werden, dir getrost nachzuwandeln, auf uns herab. wie du uns vorangegangen bist und das Ziel erreicht hast. Er. höre unser schwaches Seufzen, o großer Hoherpriester zur Rechten Gottes; erwirb uns kraft deiner Verdienste ein kräftiges Ja und Amen. 28 Herr Jesu, gieb uns ein himmlisches Herz, und laß uns durch deine Gnade bewahret werden vor allen eitlen irdischen Gedanken; sammle uns in deiner Gegenwart; stille unser Gemüth durch deine gnadenreiche Mittheilung; laß uns vor deinem Angesichte gesegnet sein. Herr, der du den rechten Schlüssel der Erkenntniß hast, schließe durch die Salbung deines Heiligen Geistes unsere Augen auf, daß wir sehen mögen die Größe deiner Herrlichkeit und die Ueberschwänglichkeit deiner Liebe; damit wir anfangen mögen, mit ganzem Herzen, Sinn und Gemüthe gen Himmel zu wandeln, vor deinem Angesichte heilig zu leben, und dich zu lieben, der du uns so hoch geliebt hast und unendlich liebenswürdig bist. O Herr, vergieb um deiner Liebe willen, daß wir so oft von dir und von deiner Auffahrt zur Herrlichkeit gehört, und noch so wenig ihre Kraft in unseren Herzen erfahren haben. O daß wir dir die Ehre geben und uns dei- Du weißt, welche harte und todte nem allmächtigen Scepter unter werfen möchten! Herzen wir haben: o rühre und erwecke uns! Du weißt, wie wir noch widerstreben deinem Worte, und wie wir uns von Natur nicht Verherrlichter Jesus, verherrliche dich an unseren Herzen. WerGerhard Tersteegen, g. 1697, st. 1769. Auf Pfingsten. dilsur 27. Großer und erhabner Gott, du Vater in der Höhe, der du auch verheißen haft: zu wohnen bei denen, die eines demüthigen Herzens sind und sich fürchten vor deinem Worte: o schaffe in uns solch des müthig Herz, gieb uns heilige Furcht vor deinen Geboten. Was hülfe uns das Leben der Natur, wenn wir nicht deines göttlichen Lebens durch den Geist Jesu Chris sti sollten theilhaftig werden? Was würden wir am Ende dieses zeits lichen Lebens übrig haben, wenn wir dich nicht haben sollten, du wahres und ewiges Leben unserer unsterblichen Seele? Herr, du weißt, welche zerstreute Herzen wir haben: o sammle uns! Auf Pfingsten. Auf Michaelis. 29 unter dein Scepter beugen wollen:| Freude. Komm, du Strom der Darum, o Herr, beweise deine Macht; sende deinen Geist aus der Höhe, daß er unter uns wirke, dir unsere Herzen unterthan und uns tüchtig mache, ganz mit dir, unserm Heil, vereinigt zu leben und deiner Gnade uns gänzlich zu überlassen. O fomm, heiliger Geist, und entzünde unsere Herzen zu heiliger Liebe; komm, du Geist der Kraft, und errege unsere Seelen, daß sie hungern und dürsten nach dir, dem rechten und wahren Führer, daß ihnen geholfen werde durch deine allvermögende Gnade. - Mache dich auf, du Geist des Lebens, daß wir durch dich beginnen zu leben; ergieße dich über uns und schaffe uns zu Menschen nach dem Herzen Gottes, erneuert zum Bilde Christi und von einer Klarheit zur andern übergehend. Geist, der du die Tiefe der Gottheit erforschest, laß uns erfahren, was wir an unserm Gott und Heiland haben, damit wir durch seine lebendig machende Erkenntniß in der Liebe brünstig ge macht, und durch dieselbe ihm unbeweglich anzuhangen kräftig gestärket werden. du O wirke in uns die Befreiung von allem Irdischen und reine Liebe gegen einander; wirke in uns die Aufrichtung des Königreichs Jesu Christi, durch die Mittheilung deiner Gerechtigkeit, dei nes Friedens, und deiner heiligen Ewigkeit, der von dem Throne Gottes mächtig hervorbricht und überströme unsere Herzen; tilge in uns alles Wesen der Welt, alles, was im Paradiese Gottes nicht bestehen kann. Komm und gieße dich aus in tausend Herzen, die bis dahin ohne Leben und Gnade gewesen sind. Laß dir Kinder geboren werden, wie der Thau aus der Morgenröthe. Laß den Thau deiner Gnaden auf die dürren Herzen reichlich niederfallen, daß noch viele mögen erwecket, viele zum Himmelreich geboren werden. O Gott, du höchstes Gut, mache dich uns bekannt, und verherrliche dich an unserem Inwendigen. Erbarme dich über uns; laß unserer Gerechtigkeit wegen deinen Segen von uns nicht abgewendet werden; thue mehr, als wir zu bitten vermögen. Begleite mit deiner Kraft unsere Herzen, damit sie reiche Frucht bringen zu deines Namens Ehre. Erhöre uns um dein selbst willen, nicht um unsers armen Gebets willen; er höre uns um Jesu Christi willen. Er, unser Mittler, vereinige sein kräftiges Gebet mit unseren schwachen Seufzern, und du, o Herr, versiegle es mit einem ewigen Ja und Amen. Gerhard Tersteegen, g. 1697, st. 1769. Auf Michaelis. ODE 28. Herr Jesu, du großer Engel des Bundes, hilf, daß ich mich zu 30 all Gebete für die Festzeiten. dir bekehre, von ganzem Herzen| ganze Christenheit durch diese deiBuße thue und deinem Evangelium ne heiligen Wächter; behüte durch glaube, daß sich die Engel im sie meinen Eingang und Ausgang Himmel freuen. Deine Engel bis in Ewigkeit. Erhöre mich, find heilig und rein; hilf auch Jesu, mein Herr und mein Gott, mir, daß ich sei heilig und un- um dein selbst willen. Amen. sträflich vor dir; daß ich mich rei- Johann Lassenius, g. 1636, st. 1692. nige von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes, und fortfahre mit der Heiligung in 29. Barmherziger Bater, du deiner Furcht. Deine Engel sind Liebhaber der Menschen, ich danke geistlicher und himmlischer Na- dir, daß du vom Anfang der Welt tur; hilf, daß auch ich mich im aus dem menschlichen Geschlecht dir Geistlichen und Himmlischen übe, allezeit eine heilige christliche Kirs und mit meinem Gemüthe im che gesammelt und berufen hast, Himmel wohne. Sie sind demü- welche dich, den Vater und den thig; gieb mir, daß ich auch von Sohn und den heiligen Geist Herzen demüthig sei. Laß mich in recht erkannt, an dich geglaubet, meinem Beruf bleiben, und des dich angerufen, geehrt, gelobet jenigen, was mir befohlen, stets und gepreiset hat; und daß du getreulich mich annehmen. Befiehl mit derselben einen ewigen Gna. deinen Engeln, daß sie mich be- denbund gemacht hast, daß du ihr hüten auf allen meinen Wegen. gnädiger Gott sein wollest und Verleihe mir den Geist der Gna- ihre Sünden vergeben, um des den und des Gebets, daß ich dich theuren Verdienstes Christi, deines allezeit anrufe im Geist und in lieben Sohnes willen; der du der Wahrheit, auch dein Lob im- auch deinen heiligen Geist verheis merdar in meinem Munde sei, ßen, der sie erleuchte, lehre, stärke, und mit den Engeln allezeit sa tröste, heilige, in alle Wahrheit ge: Ehre sei Gott in der Höhe! leite und erhalte, der sie erneure, Heilig, heilig ist unser Gott, der daß sie dir im heiligen Leben, in Herr Zebaoth; alle Lande sind sei- Weisheit und Gerechtigkeit diene; ner Ehre voll. Laß mich ihnen die du auch verheißen haft aus auch dort gleich werden, und wenn Gnaden selig und heilig zu mameine Seele von diesem Leibe chen; zu welcher du gesagt hast wird scheiden, so laß deine heili- durch deinen lieben Sohn: Fürchte gen Engel mich tragen in Abra- dich nicht, du kleine Heerde, es ist hams Schooß, daß ich dein Ange- des Vaters Wille, dir das Reich sicht schaue in Gerechtigkeit. Be- zu bereiten; welcher du die herrschüße auch in dieser Welt die liche, gnadenreiche Verheißung ges BINE Auf das Reformationsfest. Auf das Reformationsfest. 31 geben der Vereinigung mit dir:| verheißen haft bis ans Ende der Ich will mich mit dir verloben in Welt. 20 Ewigkeit, ich will mich mit dir ertrauen in Gericht und Gerechigkeit, ja im Glauben will ich mich mit dir verloben, und du ollst den Herrn erkennen; welche u dir gereinigt hast durchs Waserbad im Wort, und dir zugeichtet eine Gemeine, die herrlich ei, die nicht habe einen Flecken der Runzel, sondern daß sie hei ig sei und unsträflich; welche du erufen hast, und sie verordnet, aß fie ähnlich soll sein dem Ebenilde deines lieben Sohnes; welhe du auch haft gerecht gemacht ind auch herrlich machen wirst; welche du auch mit so vielen holdeligen Namen nennest, daß sie sei ine Braut deines lieben Sohnes Jesu Christi, und er ihr ewiger Bräutigam; sie sein geistlicher Leib und er ihr einiges ewiges Haupt, von welchem sie alle Gaben und Fülle empfähet, Licht, Leben, Trost, Stärke, Kraft, Sieg; daß te sei sein königlich Priesterthum, Ich danke dir auch insonderheit von Herzen, daß du auch mich zur Gemeinschaft dieser deiner heiligen Kirche berufen hast, daß ich derselben Glied, und Bürger bin des himmlischen Jerusalems, in der Gemeinschaft vieler tausend Heiligen; in welcher ich alle himmlische Güter und Gnadenschätze in Christo mit allen Heiligen gemein habe, nämlich Einen Erlöser und Seligmacher, Ein Haupt, Einen Hirten, Eine Taufe, Ein Nachtmahl, Einen Glauben, Einen Gott und Vater unser aller, der da ist in uns allen, durch uns alle und über uns alle; da alle Glieder der Gläubigen wahrhaftigen Trost, Licht, Leben, Erquickung, Weide und Schuß haben. Und wenn gleich die Welt unterginge und die Berge mitten ins Meer sänken, dennoch soll die Stadt Gottes fein lustig bleiben mit ihren Brünnlein, da die heiligen Wohnungen des Höchsten in Volk des Eigenthums, das sind. Gott ist bei ihr drinnen, auserwählte Geschlecht, welchem und hilft ihr frühe; darum wird er allein König und Hoherpriester sie wohl bleiben. Hilf uns nun ft, sein Schafstall, da er allein und stärke uns, lieber Gott, daß Hirt ist; eine schöne Stadt Got- wir in Kreuz und Verfolgung uns es und himmlisches Jerusalem, deiner Gegenwart trösten, für in Pfeiler und Grundfeste der deine Ehre ritterlich streiten, deiWahrheit, auf den Eckstein Jesum nen Namen und dein Wort freuThristum gegründet; ein Wein- dig bekennen, und so es sein soll, berg, darin Christus der lebendige mit unserm Blut bezeugen: und Weinstock und wir seine Reven daß wir auch endlich aus dieser ind, welchen du deine Gegenwart streitenden Kirche aufgenommen GRACE 32 Gebete für die Festzeiten. werden in die siegende Kirche, da gen; wann wirst du meinen Durst aus Engeln und Menschen Eine stillen und mich tränken vor deiKirche wird werden, die dich in nem Angesicht, du Quelle alles ni multing Ewigkeit wird loben und preisen. Lebens! O selig find, die in deinem Hau- Herrlicher und schöner Tag, den se wohnen immer und ewiglich. kein Abend endet; wo die Stimme Amen. Joh. Arndt, g. 1555, st. 1621. des Lobes und des Frohlockens mim nur mid and gehört wird; wo Freude ohne Zum Todtenfest. 1d Traurigkeit fund wird, Freude der 30. Nach der Herrlichkeit deines Ewigkeit. Dort ist Alles vollkomHauses sehnet sich mein Geist, o men, und nichts ist dort, was du Vater, und dein unwürdiges Kind nicht willst. Kein Feind, kein Fallbegehret, zum Anschauen deiner strick drohet mehr, sondern die Klarheit zu gelangen. Wann wer- höchste Ruhe, der stillste Frieden de ich kommen vor dein Angesicht, und ungetrübte Seligkeit sind das wann werde ich vollendet werden? ewige Erbe aller derer, die in deiUnd werde ich würdig sein, dein nem Anschauen versammelt sind. Heiligthum zu betreten? Du al wann werde ich eingehen und lein, o Herr, kannst mir die Pfor- dich schauen; wann wird die große ten öffnen, die mich zu deinem Erscheinung deiner Herrlichkeit Lichte führen, und nur du kannst mein Theil! iloniedzie machen, daß meine Hoffnung nicht zu Schanden wird. O verschmähe mich nicht und erbarme dich mein, des Werkes deiner Hände; hilf mir durch deinen mächtigen Arm, gütiger Vater, und laß mich nicht verloren gehen vor deinem Angesicht durch meine Sünden; mich, den du bereitetest, um zur Herrlichkeit deiner Wohnung zu kommen, mich, den du geschaffen haft zu deinem Bilde. Ich warte meines Heilandes Jesu Christi, welcher meinen nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe. Ich warte meines Herrn, daß er sich erhebe und mich einführe als seinen Gast zu dem Mahl des Himmelreichs. Komm, Herr, und säume nicht, besuche mich in Frieden. Komm, Herr Jesu, und führe mich, so wird mir wohl sein. Führe meine Seele aus ihren Banden, daß sie deines heiligen Namens sich freue. tria O wann erscheint der Tag der Freude, da ich dich schaue und all mein Verlangen erfüllt wird! Nach dir dürstet meine Seele, nach dir, dem lebendigen Gotte! Wann wer de ich von der dürren Erde zu den Wassern des ewigen Heils gelanHöre mich, Herr, und leite mich aus den Unruhen des zeitlichen Lebens in den Hafen der ewigen Seligkeit. Selig sind, welche die Gefahren des stürmischen Meeres Auf das Todtenfest. 33 ler, die mühselig und beladen find. Hilf mir und errette mich, und nimm mich auf in deine verbors gene Herrlichkeit. dieses Lebens überwunden haben,| Kreuzes, an dir, du Heiland alund zu dir, dem sichern Hafen, zu gelangen gewürdigt wurden. Sie erfreuen sich des Friedens und frohLocken in deiner Herrlichkeit. Von allem Uebel befreit, haben sie er- O wenn ich zu dir, dem Quell reicht das unverwelkliche Erbe, der Weisheit, dem nie erlöschendas behalten wird im Himmel, den Lichte gelangt bin, wenn die und preifen deine Gnade, o Gott, Nacht endet vor dem Anblick deidie sie hinaufgehoben hat in deinnes Angesichtes, dann wird mein Reich! Verlangen nach dem höchsten Gute gesättigt sein; denn du selber bist der Lohn aller Seligen. Ich werde erkennen, wie ich erkannt bin, deine Wahrheit und deine Herrlichkeit, und Theil haben an der Freude der Engel und aller Seligen, an dem Lohn des ewigen Lebens, an dem Reichthum der Seligkeit, welcher das himmlische Jerusalem erfüllet. Was du zusagest, wirst du halten, und vergelten und lohnen nach deiner gnädigen Verheißung. Dann werde ich haben, was ich suchte, und was du bereitet haft denen, die dich lieben, was du bewahrest für die, so dich fürchten und dein Angesicht immerdar suchen. O Reich des Lichtes und des göttlichen Friedens, der höher ist denn alle Vernunft, wo die SeeIen der Verklärten ruhen, und ewige Freude ihr Haupt umschwebt und Trauern und Seufzen nicht mehr find; wo die Gerechten deinen Thron umgeben, mein Gott, und mit dir leben und regieren; wo du sie erfüllest mit dem überschwänglichen Reichthum deiner Güter, und dein Anschauen ihre Kräfte stärkt; o du mein Vaterland! nach dir blicke ich noch aus der Ferne; dich, süße Heimath, grüße ich aus dem Thal meiner Wallfahrt und begehre dich zu erreichen. Hoffnung der Sterblichen, Jesus Christus, du meine Zuflucht, du mein leuchtender Stern in den Finsternissen des Lebens, lenke mein Schiff durch die Wellen, daß mich die Tiefe nicht verschlinge, daß ich zu dir komme, Sonne der Gerechtigkeit, daß du mich empfangest an der Gränze meines himmlischen Vaterlandes. Ich rufe zu dir, mein einiger Trost, und halte mich am Stamm deines Herr, ich suche dein Angesicht und die Pforten des Himmelreichs, daß ich eingehe in deine Freude und dich preise und deine Barmherzigkeit. Ich stehe an deiner Thür, und vor dir ist all mein Verlangen, und mein Seufzen ist dir nicht verborgen. Wende dein Antliß zu mir und sich mich an in Barmherzigkeit. Laß mich schauen die Gnadenfülle deines Reiches, 33 Gebete für die Festzeiten. mit uns gar aus sein: sondern wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmet, also erbarme du dich auch über uns. Erweise uns deine wunderbare Güte, du Heiland derer, die auf dich hoffen, und laß unser Angesicht nicht zu Schanden werden. Sei du unsere Hülfe in den großen Nöthen, die uns betreffen. Ach, Herr Gott Zebaoth, sei du mit uns; ach, Gott, sei du unser Gott! Mache dich auf zu richten, und hilf allen Elenden und Bedrängten auf Erden. Ge statte ja nicht, getreuer Gott und Bater, daß dein Weinberg, den du unter uns gepflanzet hast, verwüstet werde. Stehe auf, Herr, und hilf uns mit deiner starken Hand und allmächtigem Arm, thue wohl diesem und allen anderen Landen, in welchen du mit deinem Wort deine Wohnung hast. O lieber Herr und Gott, sei und bleibe du So wahr, als ich lebe, ich habe bei und unter uns. Stärke und feinen Gefallen am Tode des erweitere dein Reich, das du aufGottlosen!" so fliehen wir zu dei- gerichtet haft, denn es ist dein Werk. ner inbrünstigen und herzlichen Erhalte uns und unsere lieben Barmherzigkeit mit demüthiger Nachkommen bei reiner, gesunder Bitte: du wollest nicht gedenken Lehre und bei gewünschtem Frieder Sünden unserer Jugend, noch den. Verschone unser, o treuer aller unserer Uebertretung, son- Gott und Vater, mit Krieg, Aufdern vielmehr eingedenk sein dei- ruhr und Empörung, mit Pestiner grundlosen Güte, Gnade und lenz und anderen gefährlichen SeuBarmherzigkeit. Ach Vater und chen. Wende ab alle Theurung, Herr! strafe uns nicht in deinem Mißwachs, schädliches Gewitter 3orn, züchtige uns nicht in dei- und andere Plagen. Erleuchte nem Grimm. Ach Herr, sei uns unsere Herzen, daß wir rechtschafgnädig! verstoß uns nicht von fene, wahre Buße thun, alle wisdeinem Angesicht, und laß es nicht sentliche und vorsägliche Sünden Augustinus, g. 354, st. 430. Am Buß- und Bettage. 31. Barmherziger, ewiger Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, ein Herr des Himmels und der Erden: wir arme elende Sünder bekennen vor deinem allerheiligsten Angesichte, daß wir leider mit unsern Vätern gesündigt, daß wir mißgehandelt und gottlos gewesen mit unsern viel fältigen schweren Sünden, auch deinen gerechten Zorn und allerlei Strafen, ja den endlichen Untergang gar wohl verdienet haben. Solche unsere begangene Sünden aber reuen uns von Herzen; und weil du unser aller Vater und lieb reicher Gott bist, der du dich in deinem Worte also erklärt haft: " 1 34 und nimm mich auf zu deinen ewigen Freuden. In deine Hände befehle ich meinen Geist. Amen. Am Buß- und Bettage. Am Erntefest. 35 macht, wenn du aus wenigem viel machest, wenn du reichlich Frucht schaffest aus dem Samen, der in der Erde verweset. lichen und meiden, hingegen dich sind, wie wunderbar deine ALand dein heiliges Wort stets vor lugen haben, und also dem wohl erdienten Verderben zeitlich und wiglich entgehen mögen. Das alles wollest du thun, o treuer Deine unaussprechliche Güte, armherziger Gott und Vater, um Barmherzigkeit und Allmacht ist es theuern Verdienstes und der es, o du treuer Gott, die auch räftigen Fürbitte deines geliebten wiederum in diesem Jahr unser Sohnes Jesu Christi, unsers Land heimgesucht hat. Die MenHerrn undHeilandes willen. Amen.schen hatten ihren Samen auf Joh. Gottlob Heym, st. 1788. Hoffnung gesäet, und du hast dieselbe erfüllt, hast die Saat auf dem Felde gesegnet und uns wieder die Zeit erleben lassen, da man erntet und einsammelt deine Gaben. Ach Herr, es ist ja Alles dein, wir können ja nichts aus der Erde hervorbringen. Dazu ist es, es sei viel oder wenig, doch unendlich mehr, als wir verdienet haben. Darum, Dank sei dir und deinem heiligen Namen für Alles, was du uns dieses Jahr über auf dem Acker bescheret hast. Am Erntefeste. us 32. Herr Gott, Bater, Sohn und heiliger Geist, du bist der allnächtige Gott Himmels und der Erden, und in dir leben, weben und sind wir. Du hast aber gewollt, daß der Mensch lebe vom Brode, und haft deshalb im Anfange der Welt die Erde fruchtbar gemacht durch dein allmächtiges Wort und nach den Tagen der Sünden verheißen, daß, so lange die Welt stehen werde, nicht mehr aufhören solle Saat und Ernte. Daher, o Herr, währet diese ein mal von dir festgesette Ordnung noch immer fort. Noch immer krönest du das Jahr mit deinem Gut. Du läsfest Gras wachsen für das Bich, und Saat zu Nuge der Menschen. Also bringest du Brod aus der Erde und erfülleft unsere Herzen mit Speise und Freude. O Herr, wie hast du Alles so weislich geordnet. Wie groß ist auch deine Güte gegen uns, die wir deines Brodes nicht werth DOVENDO Wir bitten dich aber auch, o liebreicher Vater! nimm uns nicht wieder in deinem Zorn, was du uns in deiner Gnade gegeben. Erhalte uns vielmehr das tägliche Brod, was du jetzt reichlich austheilest. Bewahre uns Alles, was uns deine Güte hat einsammeln lassen, vor aller Gefahr und allem Unfall, und verleihe uns dabei Leben und Gesundheit, Ruhe und Friede, es zu genießen. Vor Al lem aber gieb uns ein dankbares Herz, das deine Gaben nicht miß. brauche, sondern sie zu deiner Ehre 36 pm Gebete für die Festzeiten, m anwende, damit sie nicht nur Kraft gersnoth. Vor Allem aber schenke geben dem Leibe, sondern auch der jedem Zufriedenheit mit dem, was Seele heilsam sind. Laß uns die- du ihm beschieden, damit Reiche selben nicht verschwenden, und An- und Arme deine Kraft erkennen, dern gerne davon mittheilen. Su- und dich preisen mögen immerdar. che noch ferner unser Land heim| Endlich aber, o Herr, lehre in Gnaden. Baue es und mache uns bedenken, daß wir selbst dein es sehr reich. Tränke seine Furchen, gieb Sonnenschein und Regen zu rechter Zeit und laß wohl gerathen, was man wieder säen wird, damit auch im fünftigen Jahre das Land sein Gewächs gebe und unsere Auen dick stehen mit Korn, daß man jauchzet und singet und deinen Ruhm verkündiget immerdar. geistliches Ackerfeld sind, und du der Herr der Ernte, welche in deiner Kirche bevorsteht. Darum bitten wir dich: sende Arbeiter in diese Ernte. Hilf, daß überall guter Same ausgestreuet und die reine Lehre gepredigt werde in deiner Christenheit. Behüte die Welt vor dem Unkraut, was der Feind geschäftig ist auszustreuen. Bekehre Erbarme dich auch aller unserer die, welche noch auf das Fleisch Brüder, o Herr, infonderheit zu säen, daß sie nicht von ihm das dieser fröhlichen Erntezeit. Du Verderben ernten. Heilige uns das bist ja Gott, der täglich seine mil- gegen alle, daß wir christlich gesinnt de Hand aufthut und sättiget Al- sein und auf den Geist säen und les, was da lebet mit Wohlgefal- dereinst von ihm ernten das ewilen. Gedenke der Armen, die nicht ge Leben. Ja, wenn einmal die haben, was sie einernten können. ganze Welt reif sein wird zur letzund lasse die, denen du reichlich ten Ernte, so hilf auch, daß wir bescheret hast, mit für sie einsam- alle als reiner Waizen in deine meln. Wo wenig ist, da segne den Scheuern gesammelt und bewahret kleinen Vorrath, daß er genüge, werden zur ewigen Freude. Da und wo viel vorhanden ist, da werden wir ohne Aufhören ernten, verhüte, daß es nicht zum Bösen wie du gesagt hast, und uns freugemißbraucht werde. Erhalte, o en mit unaussprechlicher ewiger Herr, uns Ruhe und Frieden im Freude. Erhöre uns, o Herr, um Lande, damit nicht Fremde in un- deines lieben Sohnes Jesu Chrisere Ernte kommen und sie versti willen. Amen. zehren. Behüte überall vor Miß- Caspar Reumann, g. 1648, st. 1715. wachs, theuern Zeiten und Hun- u 2510 Die christliche Buße. III. Buß-, Beicht. und Communiongebete. Die christliche Buße. deiner Gerechtigkeit. Ich kann 33. Gerecht bist du, o Herr, nicht bestehen an jenem Tage, da und recht ist dein Gericht. Alle deine Gerichte sind gerecht und wahr. Darum flehe ich zu dir in Demuth, daß du mir nicht thuest nach meinen Sünden, die deine Strafe verdienen, sondern nach deiner großen Barmherzigkeit, die allen Reuigen verzeihen will. Erbarme dich meiner und hilf mir nach der Liebe, womit du mich in Jesu deinem Sohne geliebet hast. und würdige mich deiner Gnade in dem Verdienste meines Heilandes. du alle Werke der Menschen vor Gericht bringest und einem jeglichen geben wirst nach seinen Werken. Dann werde ich verstummen müssen, und meine Sünde wird wider mich zeugen und meine Ungerechtigkeit wider mich aufstehn. Dann ist all mein Rühmen eitel, und wollte ich mich selbst rechtfertigen, so würde das Zeugniß deiner Allwissenheit mich verdammen. Doch du, o Herr, willst nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe. Du sandtest Jesum Christum, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben. In seinem Tode sollen sie aufleben und Versöhnung empfangen und der Vergebung gewiß sein. Darum komme ich zu dir, und sehe meine Zuversicht auf dich und hoffe auf deine helfende Gnade. and d Dich soll ich suchen, o Herr, und du willst dich von mir finden lassen. Wenn ich dich rufe, haft du Erhörung zugesagt. Siehe, ich klopfe an, daß du mich aufnehmest, und mir dein Angesicht leuchten lassest. Sei mir gnädig, wenn ich mich deiner Hand übergebe. Wenn ich mich dir nahe mit allen Ich habe gesündigt, und mein meinen Sünden, so verwirf mich Gewissen verdammet mich, und nicht. Nimm mich auf und ziehe meine Reue kann nicht genug thun| mich zu dir, daß ich dein sei und 37 Ich bekenne dir meine Ungerechtigkeit, und verschweige nicht, wie die Sünde auf mir lastet. Meine Fehltritte kann ich nicht zählen, und meiner Vergehungen sind viel. Wo soll ich hingehen, mein Gott, wenn du dich nicht zu mir wendest? Wo soll ich mich verbergen, wenn du mir nicht gnädig bist und dich meiner annimmst? Züchtige mich, aber vergieb mir; strafe mich, aber laß mich nicht verloren gehen. Kann auch eine Mutter vergessen des Sohnes ihres Leibes, so willst du, o Vater, doch mein nicht vergessen. Darum rufe ich zu dir, und komme vor dein Angesicht, und meine Klage hofft Erhörung. 38 Buß-, Beicht- und Communiongebete. bleibe, der du lebest und regierest| gen Jericho und fiel unter die in Ewigkeit. Dir, o Vater, befehle ich mich und dem gnädigen Walten deines heiligen Geistes. Wache über meine Sinne und Gedanken, vertilge alle Hoffahrt in mir, und Ich habe schwer gesündiget in gieb mir Demuth und Beugung meinem ganzen Leben, und übel des Herzens. Lehre mich thun vor dir gethan. Ich habe mich nach deinem Willen und laß mich nicht geübet in deiner Erkenntniß. erkennen die Tiefe deiner Güte. Ich bin undankbar gewesen für Stehet deine Kraft mir bei, so deine vielfältigen Wohlthaten. lebe ich, denn ohne dich kann ich Ich habe deinen Namen nicht genichts thun. Heilest du mich, so preiset wie billig. Oft und viel wird meine Seele gesund, und habe ich deine Wahrheiten verWenn du vor der sendest du mir dein Licht, so wird schwiegen. mich die Finsterniß nicht überwin- Thür meines Herzens gestanden den. und angeklopfet hast, so bin ich träg gewesen und habe dich nicht gehorsamlich angenommen, wie ich schuldig war. Meinen Leib, der doch vergehet wie ein Schatten und der Würmer Speise wird, habe ich gar zu sehr geliebet. Ich habe mich verunreinigt mit uns züchtigen Worten, und bin unfleißig und nachlässig gewesen, dein heilsames Wort zu betrach. ten. Meine Augen habe ich nicht stets und überall abgewendet von der Eitelkeit dieser Welt, und meine Ohren auf unnüße Dinge merken lassen. Manchmal habe ich meinem Nächsten in seiner Noth mit meinen Händen nicht gedies net, und meine Füße sind schnell gewesen zur Sünde. Was soll ich viel sagen, mein Gott? Von den Fußsohlen an bis auf die Scheitel meines Hauptes ist nichts GesunSchaue herab auf mich, o Herr, von der Wohnung deiner Herrlich keit und laß alles Dunkel meiner Seele vor dem Strahl deines Glanzes verschwinden. Erfülle mich mit heiliger Liebe und thue mir auf die Schäße deiner Er fenntniß. Alle meine Begierde ist dir bekannt; darum vollende, was du begannst und was du mich durch die Erweckung deines Geiftes bitten ließest. Ich suche dein Angesicht: wende dein Angesicht zu mir und enthülle mir deine Herrlichkeit. Dann wird meine Sehnsucht gestillt, dann wird meine Freude vollkommen sein. Amen. Augustinus, g. 354, ft. 430. Vor der Beichte. anard 34. Siehe, mein Gott, ich bin derselbe Mensch der hinab ging Mörder. Ach, Herr, wie kläglich haben sie mich verwundet und halb todt liegen lassen. Komm, Herr, du treuer Helfer, nimm mich auf hink shirt und heile mich. Vor der Beichte. 39 des an mir. Ach, mein Herr Je:| mir nach deinem Wohlgefallen, su, wenn du nicht für mich am daß ich wohne in deinem Hause Stamme des Kreuzes gestorben immerdar, und sammt allen, die wärest und mich erlöset hättest, so darin wohnen, dich rühme und hätte meine Seele in der Hölle preise bis in Ewigkeit. Stehe auf ewig verderben müssen. Nun aber und komme zu mir, o du Bräutibin ich auch theilhaftig, o gütiger gam meiner Seele. Siehe nicht Herr Jesu, deiner großen Erlö an, daß ich so mit Sünden besung. O verschmähe und verwirf flecket bin, sondern komm und den nicht, mein Heiland, den du zeige mir deine Gestalt. Laß mich mit deinem heiligen Blute so theuer hören deine Stimme, denn deine erkaufet. Stimme ist süß und deine Gestalt lieblich. Wende dein Antlik nicht von mir. Mache mir mein Weinen zu Freuden. Neige zu mir deine Ohren. Eile mir beizustehen, Herr, meine Hülfe. O du Sohn des lebendigen Gottes, der du allein von deinem Vater geboren bist vor der Welt von Ewigkeit, selig sind, die dich lieben und nichts anders, als dich allein begehren! Selig sind die, die täglich an dich gedenken und Freilich bin ich nicht werth, daß deiner würdig genießen! Selig ich dein Sohn heiße; denn ich sind, die in dir bleiben und alle habe gesündigt im Himmel und deine Wege ihr Lebelang bewahvor dir. Aber dennoch, mein Hei- ren! Fürwahr, mein Herr Jesu, land, laß mich hören Freud und wer dich findet, der findet das LeWonne, und wende dein Antlig| ben, ja ein solches Leben, das ewig von meinen Sünden. Tilge alle währet und fein Ende hat. Du meine Missethat nach deiner gro- bist die wunderbare Speise unserer Ben Barmherzigkeit, und verwirf Seelen, ganz herrlich und süß. mich nicht von deinem Angesicht. ganz lieblich und köstlich und bes Handle nicht mit mir nach meinen fer, denn alles andere Labsal. Wie Sünden, und vergilt mir nicht lieblich erweisest du dich durch so nach meiner Missethat. Hilf mir, viele Gnadenzeichen, wie wunder» Gott meines Heils, und erlöse barlich und kräftig kannst du ermich um deines Namens Ehre quicken! Du tröstest und labest willen. Thue Barmherzigkeit an auf allerlei Weise, und schaffest, Siehe, ich bin ein verirret Schaf: o fuche mich, du guter, frommer Hirt, und trage mich zu deinem Schafstall, nach deinem Worte. Du hast mir zugesagt, mein Helfer, in welcher Stunde der arme Sünder zu dir seufzet, soll ihm geholfen werden. Siehe doch an, daß ich von Herzen betrübt bin und erkenne meine Sünde, und meine Missethat ist immer vor mir. 40 Buß-, Beicht- und Communiongebete. daß wir an allen Gnaden und Ga-| nen Namen ewiglich lobe. O du ben zunehmen. Herr, du heiliges wahres unsichtbares Licht, das Himmelsbrod, wie reich und milde nimmermehr verlöscht, siehe hie bist du, wie überfließend sind deine bin ich auch wie ein armer BlinGnaden! Denn du schließest kei- der am Wege und rufe zu dir: nen Menschen aus, es sei denn, Jesu, du Sohn David, erbarme daß er dich verachte und zu dir dich mein, thue mir auf die Augen nicht komme. Ist jemand noch meines Herzens, daß ich dich sehe! jung und klein, der komme nur Herr, sei gnädig mir armen Süngetrost zu dir und esse, so wird der! Du bist ja meine Hülfe und er zunehmen und groß werden, er meine Zuversicht; o hilf mir zur wird seinen kindischen Verstand las| ewigen Seligkeit. Herr, mein Arzt, sen und wandeln auf den Wegen hilf mir. Ich bin nackt und leide der rechten Weisheit. Ist jemand Frost, o du reicher Herr, bekleide noch schwach, der eile zu dir und mich mit dem Kleide deiner Ge esse, so wird er bald stark werden. rechtigkeit. Meine Seele hungert Ist jemand krank, dem wird ge- in diesem Elend: du, Herr, bist holfen werden. Ist jemand in die rechte Speise, erquicke mir mein Sünden todt und höret dich nur, Herz. Meine Seele dürstet: Herr, so wird er das ewige Leben erlan- du bist der rechte heilsame Trank; gen. Und obgleich jemand groß tränke und labe mir meine Seele und stark wäre, wird er dennoch mit deinem heilsamen Troste. Hie viel sehen, das er bedarf, denn er stecke ich noch in tiefem Schlamm findet in dir überflüssig, dadurch und habe keine Kraft mehr. Ich er täglich zunehmen soll. Ohne bin gekommen auf die Höhe des dich kann niemand einen Augen- Meeres, und die Fluth will mich blick leben. Du bist es allein, der verschlingen. Ich habe geschrieen, allen Creaturen das Leben giebt. daß ich müde und heiser bin, und O Gott, meines Herzens Labsal das Wasser des Todes geht mir und Wonne, in dir freuet sich mei- an die Seele. Erlöse mich von ne Seele, und mein Geist verlan- diesen Banden, Herr, mein Schuß get nach dir. Denn alle, die sich und Erretter, mein Trost, meine von dir wenden, werden ewig ver- Zuflucht, meine Stärke, mein Köschmachten. Komm, mein Herr, nig und mein Gott, um deiner und laß deine Hülfe nicht ferne Güte willen. Amen. von mir sein. Neige zu mir die Ohren deiner Barmherzigkeit, laß mich Armen und Hungrigen deines Trostes genießen, daß ich satt werde und lebe, und danach deiHieronymus, g. 329, st. 420. Nach der Beichte. 35. Ach, liebster Herr Jesu, ich danke dir von Grund meines Her Nach der Beichte.-Am Abend des Beichttages. 41 zens, daß du mir armen Sünder| ist etwa ein Lob, dem laß mich durch den Diener deines Wortes nachdenken. Gieb, daß ich verleugabermal die gnädige Bergebung ne das ungöttliche Wesen und die meiner Sünden hast ankündigen weltlichen Lüste, und züchtig, gelassen. Siehe, um Trost war mir recht und gottselig lebe in dieser sehr bange; du aber hast dich mei- Welt, und warte auf die selige ner Seelen herzlich angenommen, Hoffnung und Erscheinung deiner daß sie nicht verdürbe; denn du Herrlichkeit, um deines allerheilig. wirfest alle meine Sünden hinter sten Namens willen. Amen. dich zurück. Joh. Quirsfeld, g. 1642, st. 1686. Ach, verleihe mir nun auch ferner deine Gnade, daß ich auf meis ne Zusage möge anfangen fröm mer zu werden. Schaffe doch du, o Gott, in mir ein reines Herz, und gieb mir einen neuen gewissen Geist; verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir; tröste mich wieder mit deiner Hülfe, und der freudige Geist enthalte Mit Schmerzen und Trauern mich. Ach, laß mich doch ablegen bin ich heute von meinem Lager nach dem vorigen Wandel den al- aufgestanden, mit Freuden aber ten Menschen, der durch Lüste in kann ich mich niederlegen: denn Irrthum sich verderbet. Und laß deine Gnade ist groß über mich mich hingegen erneuert werden im gewesen. Ich hatte deinen Zorn Geist meines Gemüths und an- verdienet, und du hast mich mit ziehen den neuen Menschen, der Gnade gekrönet. Ich sollte vernach Gott geschaffen ist, in recht= flucht sein, und du hast mich mit schaffener Gerechtigkeit und Hei- viel Segen überschüttet. Ich sollte ligkeit. Laß mich ablegen von mir zur Hölle verstoßen werden, und den Zorn, Grimm, Bosheit, Lä- du hast mich in den Himmel ges sterung und schandbare Worte. hoben. Laß mich tödten Alles, was der Erde angehört, alle Unreinigkeit, böse Lust und den Geiz, welcher ist Abgötterei. Hingegen was wahrhaftig, was ehrbar, was gerecht, was keusch, was lieblich, was wohl lautet, ist etwa eine Tugend, Am Abend des Beichttages. 36. O Herr Gott, himmlischer Vater, der du gnädig, barmherzig und von großer Güte bist, ich danke dir für deine große Güte, daß du dich über mich elenden Sünder so gnädiglich erbarmt, und mir heute die Vergebung aller meiner Sünden mitgetheilt hast. sist dair Denn indem ich durch deinen Diener der Sünden bin ledig wor den, bin ich ja bei dir in Gnaden, und bin ein Gesegneter des Herrn; ja, ich soll nun haben Theil mit den Auserwählten am ewigen Heil. Ach, wie lieblich klang doch die 42 Buß-, Beicht- und Communiongebete. Stimme in meinen Ohren, da ich| Gläubigen Sünden in Ewigkeit hörte: Gehe hin mit Frieden, dir nicht mehr sollen gedacht werden, find deine Sünden vergeben! Wie süß schmecket dieser Trost noch in meinem Herzen, daß in Christi Blut und Tod mir alle meine Sünden vergeben sind! da du uns verordnet hast, deinen Leib im Brod zu essen, und dein heiliges Blut im Wein zu trinfen, mit beigefügter Verheißung der Vergebung der Sünden. Nun kann ich mich ja mit Freuden niederlegen, nachdem ich dei nem Namen gedanket und mich in deinen gnädigen Vaterschuß befoh. len habe. Ach, laß ja diesen herzlichen Trost der gnädigen Vergebung aller meiner Sünden niemand aus meinem Herzen reißen. Laß mich in Frieden darauf ein schlafen, und mit Freuden und gefund wieder erwachen, damit ich morgen in dein Haus könne wallen und dir in deinen Vorhöfen weiter- danken, auch zur Stärkung meines Glaubens mich speisen und tränken lassen mit meines Herrn Jesu Leib und Blut, mir zum Leben und zur ewigen Seligkeit. Amen. Gottfried Arnold, g. 1665, st. 1714. Vor dem heiligen Abendmahl. 37. Herr Jesu Christe, ewiger Gottessohn, der du in deiner wahren Menschheit für uns den Tod erlitten, und uns von Sünden und der ewigen Verdammniß erlöset hast: damit wir solcher deiner Treue nimmermehr möchten vergessen, hast du in deinem letzten Abendmahl uns gestiftet ein ewiges Gedächtniß, und aufgerichtet einen neuen Bund, darin der Wir arme, elende Menschen kommen zu dir, dem Brunn aller Gnaden und Barmherzigkeit, und bitten dich, du wolleft uns abwaschen alle unsre Sünde und Flek. fen, unsre Seelen reinigen und er. quicken, auf daß wir mit wahrer Reue und Leid im rechten festen Glauben, mit aller Ehrerbietung, geschickt und würdig, deinen allerheiligsten Leib und dein Blut zu unsrer Seligkeit empfangen. Hilf, daß durch dieß Geheimniß des neuen Testaments der Glaube in uns gemehrt, die Hoffnung gestärkt, die Liebe entzündet, das schwache Gewissen getröstet, alle Anfechtung überwunden werde, und wir in unsern Herzen deiner göttlichen Huld und der ewigwährenden Erlösung unserer Seelen allenthalben versichert und verfies gelt sein und bleiben mögen, damit wir also empfinden die überschwängliche Gnade, welche in diesem Sakrament verborgen ist. O gütiger Gott, gieb uns erleuchtete Augen unsers Verstandes, daß wir erkennen mögen, welches da sei die Hoffnung unsers Erbes, und welches da sei der Reichthum deines herrlichen Abendmahles, in welchem du uns mit deinem wah Vor dem heiligen Abendmahl. 43 ren Leibe und Blute ausspendest mir voll einschenken den Becher die Vergebung der Sünden, wahre Gerechtigkeit und alle himmlische Güter, auf daß wir mit herzlicher Begierde und Verlangen würdig dieß heilige Sakrament empfangen und deine Süßigkeit schmecken. Nimm von uns weg Alles, was dir mißfällt und uns hindert oder von dir wendet, und gieb uns, was uns zu dir wendet und hinzieht, Vor allen Dingen aber gieb mir damit wir der Frucht dieses heil| wahre herzliche Reue und Leid über bringenden Tisches theilhaftig, unsre hungrige und durstige Seelen allhier gespeist und getränket werden, und wir nach dieser Zeit auch in jenem Leben das himmlische Brod mit dir ewiglich essen. Amen. meine Sünde, und lege mir an das rechte hochzeitliche Kleid des Glaubens, durch welchen ich dein heiliges Verdienst ergreife, und dasselbe festhalte und bewahre, damit ich nicht ein unwürdiger Gast bin. Johann Habermann, g. 1516, st. 1590. 38. Herr Jesu Christe, mein getreuer Hirt und Bischof meiner Seele, der du gesagt haft: Ich bin das Brod des Lebens; wer von mir isset, den wird nicht hun gern, und wer an mich glaubet, den wird nimmermehr dürften: Ich komme zu dir und bitte dich demüthiglich, du wollest mich durch wahren Glauben bereiten und zum würdigen Gaste machen dieser himmlischen Mahlzeit. Du wol left mich, dein armes Schäflein, heute weiden auf deiner grünen Aue, und zum frischen Wasser des Lebens führen. Du wollest meine Seele erquicken und mich auf rechter Straße führen, um deines Namens willen. Du wollest mich wür: dig machen zu deinem Tisch, und deiner Liebe und Gnade. Ich armes Schäflein komme zu deiner Weide, zum Brod des Lebens, zum febendigen Brunnen. Ach du wah. res, süßes Himmelsbrod, erwecke in mir einen geistlichen Hunger und heiligen Durst, daß ich nach dir schreie, wie ein Hirsch schreiet nach frischem Wasser. Gieb mir ein demüthiges, vers söhnliches Herz, daß ich meinen Feinden von Herzensgrund vergebe. Tilge aus meinem Herzen. die Wurzel aller Bitterkeit und Feindseligkeit. Pflanze dagegen in meine Seele Liebe und Barmherzigkeit, daß ich meinen Näch. sten, ja alle Menschen in dir lieb habe. Das Himmelsbrod mußte in einem goldenen Gefäße aufgehoben werden zum Gedächtniß in der Lade des Bundes. Ach wollte Gott, ich möchte dich in einem ganz reinen Herzen bewahren! Ach, mein Herr, du hast ja selbst gesagt: die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Ach, ich bin franf, ich bedarf deiner, als meines himmlischen Seelenarztes. Du 44 Buß-, Beicht- und Communiongebete. hast ja gesagt: kommet her zu mir| gegen dich dankbar erzeigen? Lieballe, die ihr mühselig und beladen ster Vater, du forderst ja nichts seid, ich will euch erquicken. Ach, von mir, als daß ich dich fürchte Herr, ich komme, mit vielen Sün- und in allen deinen Wegen wandle, den beladen, nimm sie von mir, daß ich dich liebe, dir von ganzem erledige mich dieser großen Bürde. Herzen und von ganzer Seele dies Ich komme als ein Unreiner, reine, deine Gebote halte und dir anhange, auf daß es mir wohlgehe; denn es ist mir ja deutlich gesagt, was gut ist und was du Herr, von mir forderst: nämlich dein Wort halten, Liebe üben und demüthig sein vor dir. nige mich; als ein Blinder, er leuchte mich; als ein Armer, mache mich an meiner Seele reich; als ein Verlorner, suche mich; als ein Verdammter, mache mich selig. Ach Jesu, treuester Freund meiner Seele, führe mich von mir selber ab, und nimm mich auf zu dir, ja in dich. Denn in dir lebe ich; in mir selber bin ich todt. In dir bin ich gerecht; in mir bin ich eitel Sünde. In dir bin ich selig; in mir bin ich lauter Verdammniß. In dir habe ich volle Genüge, du Darum beuge ich meine Knie bist mir Alles. Bleibe ewig in vor dir und bitte demüthiglich, du mir, und laß mich ewig in dir wollest mir ein anderes Herz, nämbleiben, wie du gesagt haft: Wer lich statt des alten steinernen, ein mein Fleisch isset und mein Blut neues fleischernes Herz und einen trinket, der bleibet in mir und ich neuen Geist geben, und einen solin ihm, und ich werde ihn aufer- chen Menschen aus mir machen, wecken am jüngsten Tage. Amen. der dich erkenne, dir treulich folge, Ja, Bater, meine Begierde wäre wohl, von Sünden zu lassen und nach deinem Willen zu leben: ich finde aber so viel Stärke und Vermögen nicht in mir. Wollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen finde ich nicht. Johann Arndt, g. 1555, st. 1621. und in deinen Geboten wandle Nach dem heiligen Abendmahl. 39. O allmächtiger, barmherziger Gott und Vater, der du mich nun abermal um deines Sohnes willen zu Gnaden angenommen, und deiner Huld und aller himmlischen Gnadenschäße von neuem im heiligen Abendmahl versichert hast: wie soll ich doch diese hohen Wohlthaten vergelten und mich und darnach thue. Gieb mir, o Herr, dein Geseg und deine Furcht in mein Herz, daß ich nicht mehr von dir abweiche, sondern deinem Wort und deiner Stimme gehors che, dir treulich und rechtschaffen diene und dir allein anhange. Hilf, daß ich den alten Menschen ablege, des Fleisches Geschäfte tödte, hingegen im Geist meines Gemüths mich erneure und den neuen Men dad Nach dem heiligen Abendmahl. 45 schen anziehe, der nach dir geschaf-| ner Liebe, und eine größere Versifen ist in rechtschaffner Gerechtig- cherung meiner Erlösung, der Verkeit und Heiligkeit. Regiere mich, gebung der Sünden und des ewiudtjedant o Vater, mit deinem heiligen Geist, gen Lebens? daß ich mich hinfort nicht mehr verunreinige mit allerlei Sünden und Lastern und dadurch mich selbst verwerflich mache, sondern daß ich solche Greuel von deinem Angesicht wegthue, meine Hand vom Unrechten kehre und nach deinen Geboten wandle. Gieb, daß ich hinfort nicht mir selbst lebe, sondern dir und deinem lieben Sohne Jesu Christo, der für mich gestorben und auferstanden ist, und jetzt wiederum mich mit seinem Fleisch und Blut zu einem neuen Leben gespeiset und getränket hat. Gieb, daß ich an meinem Leib und in meinem Geist dich preise und dir diene die ganze Zeit meines Le bens in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die dir gefällig ist. Dazu verleih mir deine göttliche Gnade und Kraft um Jesu Christi willen. Amen. Johann Habermann, g. 1516, st. 1590. 40. Ach du freundlicher, liebreicher Herr Jesu Christe! dir sage ich von Herzen Dank, daß du mich mit der köstlichen und theuren Speise und dem Trank deines heiligen Leibes und Blutes gespeiset und erquicket hast. Ach, wer bin ich, daß du mich Unwürdigen gewürdiget hast, von deinem Tische zu essen! Ach wie könntest du mir doch ein höheres Pfand geben dei Gieb, daß ich deine große Liebe nimmermehr vergesse, deines heiligen Todes stetiglich gedenke. Dein heiliger Leib und dein theures Blut heilige und segne meinen Leib und meine Seele, und behüte mich vor allen Sünden. Ach, mein Erlöser und Seligmacher, lebe du in mir und ich in dir, bleibe du in mir und ich in dir. Vertreib aus meinem Herzen alle Untugend; behalte und besige du allein das Haus meines Herzens. Meine arme Seele hat sich mit dir verbunden als deine Braut, und du hast dich mit ihr verlobet und vereiniget in Ewigkeit, und ist nun eine Königin worden, weil du selbst, der König aller Könige, dich mit ihr vermählet hast. Wie sollte sie sich wieder zur Dienstmagd erniedrigen so vieler Sünden und Unsauberkeit? Wie sollte sie sich ihres Adels wieder verlustig machen durch die Eitelkeit und Nichtigkeit der Sünden, und sich selbst unwürdig einer so hohen Ehre? Ach, schmücke und ziere meine Seele mit geistlichem Schmuck, mit himmlischer Schönheit, mit starkem Glauben, feuriger Liebe, brennender Hoffnung, mit tiefer Demuth, heiliger Geduld, brünstigem Gebet, holdseliger Sanftmuth, sehnlichem Verlangen nach dir allein und nach dem ewigen KERAS 46 Buß-, Beicht- und Communiongebete. Leben, daß ich mit dir allein Ge-| und verwirf mich nicht von deinem meinschaft habe, ich esse oder trin- Angesichte. ke, schlafe oder wache, lebe oder fterbe; daß du bei mir und in mir, und ich bei dir und in dir ewig bleibe, in dir esse und trinke, von dir rede, singe und sage, ohne Unterlaß an dich gedenke; daß ich möge in diesem Glauben einschlafen, am jüngsten Tage fröhlich auferstehen und in die ewige Freude eingehen. Amen. Johann Arnbt, g. 1555, st. 1621. 41. Preiswürdigster Herr Jesu Christe, du hast dich in dieser Stunde unendlich tief zu mir herabgelassen, indem du deinen wahren Leib und Blut unter dem Brot und Wein mir zu essen und zu trinken gegeben; denn damit Hast du mir Vergebung der Sün den, Leben und Seligkeit geschenkt, obschon ich der feines werth und würdig bin. Großes hast du an mir gethan, das erkennet meine Secle wohl. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat! Wie soll ich dem Herrn vergelten alle seine Wohlthat, die er an mir thut? Siche, ich kann nichts thun, o Herr, als mich selber dir geben mit Allem, was ich habe und bin, dir zur Gabe und Opfer. das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei. Und das thue ich denn auch heute, und thue es mit aufrichtigem Sinn. O Herr, nimm mich nur in Gnaden an Siehe, ich entsage hiermit der Welt und Allem, was in der Welt ist, der Fleischeslust, der Augenluft und allem hoffährtigen Wesen, und will dawider streiten für und für, will alle Tage den Harnisch Gottes anziehen, und um so sorgfäl tiger wachen und um so brünstiger beten, je listiger und grausamer der Feind ist und je mehr er es. mit Ernste meint. Dagegen dir, Herr, sage ich zu von ganzem Herzen. Dein will ich sein und bleiben. Mit dir will ich es halten, du König der Ehren. Dir, meinem angeborenen Herrn, der mich auch erlöst hat von allen Sünden, vom Tode und von der Gewalt des Teufels, dir will ich bis in den Tod getreu und unterthänig sein und an deinen Namen, an dein Evangelium, Blut und Tod fest glauben. Dich will ich überall suchen, und wo du nicht bist, da will ich auch nicht sein. Wenn ich mich zu Bette lege, will ich an dich denken, und wenn ich erwache, will ich von dir reden. Wenn ich zu Tische size, sollst du mein Gast sein, und wenn ich an die Arbeit gehe, will ich dich hinzurufen. Wenn ich unter Menschen bin, will ich deiner Gegenwart mich erin-' nern, und wenn ich alleine bin, will ich mit dir sprechen. Man spotte meiner, oder man zürne mir, so will ich es doch frei vor Jedermann bekennen: Ich armer, sün. Nach dem heiligen Abendmahl. 47 diger Mensch bin des Herrn Ei-| allen Geiz, alle Unreinigkeit und genthum, ich lebe nicht mehr mir Unkeuschheit, alle Lieblosigkeit, selbst, ich sterbe nicht mehr mir allen Zorn, allen Groll, alle Unselbst; lebe ich, so lebe ich dem freundlichkeit, alle Lüge, FalschHerrn, sterbe ich, so sterbe ich dem heit und Heuchelei. Ich will NieHerrn; darum, ich lebe oder sterbe, manden vervortheilen. Niemanden so will ich doch ewig des Herrn kränken, Niemand spotten, Niesein. manden ärgern und hassen. Nimmer will ich meinen Nächsten richten und übel von ihm reden. Ich will die Wunderlichen, die Schwachen, die Ungeduldigen, die Zor. nigen, meine Feinde und Widersacher tragen und über ihre Fehler hinweg und auf dich sehen, wie du alle Schmach und Bein stille gelitten und für deine Feinde liebreich gebeten hast. So will ich auch nicht drohen, wenn ich leide, sondern es dir heimstellen und auf die Erlösung hoffen. Ich will Niemanden verachten, die Armen nicht abweisen, sondern sie für deine und meine Brüder anschen. Wittwen und Waisen will ich trösten, berathen und ihnen helfen. Es mag sein, Herr, mein Gott, daß in deiner Nachfolge ich mit Kreuz und Trübsal heimgesucht werde; Alle, die gottselig leben wollen in der Welt, müssen ja Verfolgung leiden. Aber, o Herr, welch ein Kreuz und Trübsal nach deinem Wohlgefallen mich auch treffen mag, dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei deiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rath und nimmst mich endlich zu Ehren an. Gieb mir nur Geduld, deine Geduld, damit ich meinen Mund nicht auf thue, und laß nur deine Gnade nicht von mir weichen; sonst ganz nach deinem Willen! Damit ich dir recht dienen mö- Für alle Menschen, für deine ge nach deinem Wohlgefallen, so Kinder und Knechte insonderheit, stehe mir bei, daß ich alle Menschen will ich gern und oftmals beten. liebe, wie mich selbst. Ja, hilf Ich will festhalten an der Gemeinmir, daß ich auch liebe meine Feinschaft der Gläubigen, die an allen de, segne, die mir fluchen, thue Enden der Erde sind. Laß auch wohl denen, die mich hassen, und bitte für die, so mich beleidigen und verfolgen. Deine große Liebe, o Herr, die du uns erwiesen, soll mir ein steter Antrieb und ein Spiegel sein. Ich lege hiemit ab zu deinen Füßen allen Neid, allen Stolz, die sich zu mir halten, die dich fürchten und deine Erscheinung licb haben. Dich will ich gerne hören in deinem Worte, dein füßes Evangelium will ich oft und mit Lust betrachten. O Herr, ein Tag in deinen Vorhöfen ist ja bes ser, denn sonst tausend. 48 Kreuz- und Trostgebete. ben, aber nicht mit der Welt. Ich will meine Sünde erkennen, an dich will ich glauben, dir will ich leben, dir will ich sterben, dir will ich dienen ewiglich.d Ich will täglich gläubiger, de-| willen. Ich will in der Welt les müthiger, stiller, wachsamer, reiner, heiliger und dir, Herr, ähnlicher und gleichgesinnter werden. Allezeit will ich am ersten trachten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit; dann will ich im Glauben meinen Beruf mit aller Gewissenhaftigkeit ausrichten. Ich will mich freuen, aber nur in dir; ich will sorgen, aber nur für meine Seele; ich will mich gern verleugnen, aber nur um deinetHilf du mir nur, o Herr, zu dem Allen. Stehe du mir zur Seite, und laß deine Kraft in mir Schwachen mächtig sein; denn ohne dich kann ich nichts thun. Berlaß mich nimmermehr! Amen. Wilhelm Gottlieb Reiz, g. 1750 IV. Kreuz- und Trostgebete. In äußerer Noth. 42. Barmherziger Gott, der du bist die Stärke der Schwachen, die Kraft der Mühseligen, der Trost der Betrübten, die Freude der Traurigen, die Zuflucht der Verlassenen, die Hülfe der Angefochtenen, das Leben der Sterbenden: ich weiß, daß denen, die dich lieben, alle Dinge, und also auch allerlei Trüb. sal und Widerwärtigkeit, zum Besten dienen müssen. Denn Trübsal bringt Geduld, Geduld bringt Erfahrung, Erfahrung bringt Hoffnung, Hoffnung aber läßt nicht zu Schanden werden. Darum danke ich dir, daß du mit dem lieben Kreuz mich auch so väterlich heimsuchst, und bitte dich herzlich, du wollest mich im Glauben und christ licher Geduld fest erhalten, daß ich allein darauf hoffe, daß du so gnädig bist, und mein Herz sich freue, daß du so gern hilfft. Du, Herr, bist mein Theil, spricht meine Seele, darum will ich auf dich hoffen; denn du bist freundlich dem, der auf dich harret, und der Seele, die nach dir fragt. Es ist ein köstlich Ding einem Manne, daß er das Joch seiner Jugend trage, daß ein Verlassener geduldig sei und in der Hoffnung harre. Denn du wirst des Armen nicht so ganz vergessen, und die Hoffnung der Elenden wird nicht verloren sein ewiglich, sondern ihr Verlangen hörst du, Herr: ihr Herz ist gewiß, daß dein Ohr darauf merket. Darauf will ich leben und sterben; stärke, o Herr, das in mir angefangene Werk im Glauben, und meine Arbeit in der Liebe, und meine Geduld in der Hoffnung, welche ist mein Herr Jesus Christus, mein Leben und ewiger Trost. Amen. Dr. Georg 3ämann,( aus Eubach,) 1689. In äußerer Noth. 49 43. unendlich tiefe Erbarich von dir zur Ewigkeit recht be D mung, die du dich in Christo allen reitet wäre? Laß ab von mir, daß Menschen eröffnet und dargeboten ich mich noch einst erhole und dich Sast, erbarme dich doch meiner in noch hier dafür preise, weil man allen meinen Anliegen. im Tode dein nicht gedenkt. Du weißt es ja am besten, was nich drückt und jegt in große Veruchungen bringen will. Wem soll chs auch klagen als dir, der du in Der Zeit der Noth willst angerufen ein, und mich zu deinem Preise gern erhörest? Niemand empfindet auch mein Elend so genau und so mitleidig, als du, barmherziger Hoherpriester, der du auch allentSalben versucht bist. Ich bin zwar deiner Rettung nicht werth, das weiß ich wohl: aber hochbedürftig bin ich ihrer doch, und müßte ohne deine Hülfe vergehn. Das weißt du nun, lieber Vater, darum kannst du nicht zusehn deines Geschöpfes Untergang, sondern du mußt dich sein erbarmen. Siehe, ich schütte alle meine Noth in deinen erbarmenden Schooß, und allen meinen Kummer werfe ich zu deinen Füßen. Ich schreie mit dem cananäischen Weibe: Herr, hilf mir! Ach, Herr, höre! Ach, Herr, set gnädig! Ach, Herr, schone um deiner Ehre willen, daß der Feind sich nicht rühme, er sei mein mächtig geworden. Ach, so sich mich doch mit den Augen deiner Gnaden an, so wie du am Delberg in der Angst des Geistes von deinem Vater angechauet und gestärket wurdest. Ich bitte dich um deiner Zusage wilden, du wollest mich nach deinem Wohlgefallen aus diesem Elend erretten. Ach, Herr, laß dir dein O Herr Jesu, durch alle deine Herz erweichen, daß du dich mein Todesangst, durch den bittern Leierbarmest. Ach, neige deine Oh- denskelch, durch dein Zittern, Trauren zu meinem Geschrei und ver- ern und Zagen bitte ich dich, erstoße mich nicht, um deines Namens willen. Herr, hilf mir, ich verderbe sonst. Ja, ich lasse dich auch nicht und halte dich bei deinem Wort, daß wir dein Antlig suchen sollen: darum segne mich auch. Gedenke doch an deinen Bund und welchen Eid du ge schworen hast, daß du des Sünders Tod nicht wollest. Warum solltest du mich denn also in mei ner Unreinigkeit dahin raffen, ehe rette mich. Hilf mir aus dieser Stunde. Durch dein Angstgeschrei und deine Thränen, dadurch du zum Vater riefest, hilf mir auch aus diesem Tod, wie dir ausge= holfen ward. Ach, opfere du dem Vater all dein Leiden für mich zur Versöhnung und Stillung des Zorns, bis er vorübergehe. Ach, wirke in mir solche Gelassenheit, solche Aufopferung und Uebergabe meines Willens, daß ich von gan 34 50 Kreuz- und Trostgebete. zem Herzensgrund mit dir sagen| umgürte meine Lenden mit Wahr, lerne: Jsts möglich, Vater, so heit, daß ich Widerstand thun und überhebe mich dieses Kelches: bestehen könne gegen die listigen Nicht wie ich will, sondern wie Anläufe des Teufels, und Alles du willst. wohl ausrichten und das Feld be. halten möge. Vor allen Dingen aber rüste mich mit dem Schild des Glaubens, mit welchem ich auslöschen könne alle feurige Pfeile des Bösewichts, und sete mir auf den Helm des Heils und gieb mir das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes, damit ich alle Streiche der gefährlichen Ges danken, so mir der Satan eingiebt, abwehren könne. Denn unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwindet. Nun, Vater, es ist dir Alles möglich, das glaube ich festiglich, und bin gewiß, daß mich weder dieß gegenwärtige Elend noch zu künftiges scheiden soll von deiner Liebe, die in Christo Jesu ist. Also geschehe dein vollkommener Wille an mir in Ewigkeit. Du wirsts wohl machen! Amen. Gottfried Arnold, g. 1665, st. 1714. In innerer Anfechtung. 44. Herr Christe, du treuer Hoherpriester, der du versuchet bist allenthalben gleich wie wir, auf daß du helfen könntest denen, die versucht werden: ich hebe mein Herz, Augen und Hände auf zu dir, o du Anfänger und Vollender des Glaubens, der du dazu erschienen bist, daß du die Werke des Teufels zerstörest: auf dich traue ich, zu dir flehe ich, laß mich doch nimmermehr zu Schanden werden, daß sich meine Feinde nicht über mich freuen. Denn ich habe nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsterniß dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deswillen so ziehe mir an den Harnisch Gottes und den Krebs der Gerechtigkeit, und Laß mich keine Versuchung, kein Kreuz, Angst, Traurigkeit oder Anfechtung von deinem Wort und seligmachenden Glauben abtreiben; sondern verleihe mir Beständigkeit, daß ich sowohl am bösen, als am guten Tage dir beharrlich diene, dich fürchte und liebe, dir vertraue, deinen Namen inbrünstiglich anrufe und dein Wort vor aller Welt freudig bekenne. Am guten Tage aber, wenn es mir wohl gehet, erhalte mich durch deinen heiligen Geist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit, daß ich fest bleibe und mit Furcht und Zittern nach meiner Seligfeit strebe, damit ich nicht sicherwerde und also von neuem in Un glauben, Verzweiflung und andere große Schande und Laster gestürzet werde. In Krankheit. 51 Zerstöre alle Werke des Teu-| schehe, Herr, dein göttlicher Wille, fels, damit er mir das Ziel der wie im Himmel, also auch auf Seligkeit gern verrücken wollte, Erden. Verleihe mir nur Gnade, und vollführe das gute Werk, das daß ich mich in deinen Willen, du in mir angefangen hast, daß der allezeit der beste ist. gänzlich ich lauter und unanstößig bleibe ergebe. Erhalte mich fest im christ bis auf den Tag deiner Erschet lichen Glauben und wahrer Ernung, erfüllet mit Früchten der kenntniß bis an mein Ende. Laß Gerechtigkeit, die durch dich in mir mich von dir nimmermehr abges geschehen zur Ehre und Lobe Got: schieden werden, sondern nimm tes, wie geschrieben stehet: Getreu meine Seele zu dir in dein Reich, ist Gott, der euch berufen hat zur durch deinen lieben Sohn Jesum Gemeinschaft seines Sohnes Jesu Christum, unsern Herrn. Amen. Christi, der wird euch vollbereiten, stärken, kräftigen und gründen. demselben sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Johann Habermann, g. 1516, st. 1590 Bernhard Albrecht, g. 1569, st. 1636. In Krankheit. 45. Almächtiger Gott, himmlischer Vater, weil du uns geboten haft und gesprochen:, Rufe mich an in der Noth, so will ich dich erhören und du sollst mich prei, sen," deswegen schreie ich zu dir in dieser meiner großen Noth, durch Jesum Christum deinen Ite ben Sohn, und bitte dich, du wolleft mich armen sündigen Menschen nicht verlassen. So nun diese meine Krankheit nicht zum Tode ist, so hilf mir auf, daß ich genese, um deiner Barmherzigkeit willen, auf daß ich deine Macht und Kraft an mir verkündige und preise. Wo es mir aber nüßlicher ist, zeitlich zu sterben, denn allhier in diesem Jammerthal und elenden Leben zu bleiben, so ge46. Herr Jesu Christe, du hast deinen Boten zu mir geschickt, nämlich diese meine Krankheit, und mich zur Buße ermahnen lassen. Sieh, mein Herr, ich erkenne deinen gnädigen Willen, bin gehorsam und kehre mich zu dir. Mein Gott, ich sende dir wieder einen Boten: nämlich mein armes Ges bet und Seufzen. O Herr, nimm mein Flehen an und laß mein Seufzen vor dich kommen; gefällt es dir, mein Erlöser, ists mir gut und selig, daß ich leben soll: nun so richte mich auf, und hilf, daß es ein neues, gesundes christliches Leben sei bis an mein Ende. Ge fällt dirs nicht, daß ich lebe, sondern daß dies mein Ende fein soll: nun. so sei es ein seliges. So komm, o Herr Jesu, und nimm meine Seele in deine Hände. Amen. Martin Moller, g. 1547, st. 1606. 52 Kreuz- und Trostgebete. 47. Mein Gott, es hat dir| reite mich zuvor recht in der Zeit, nach deinem heiligen Rath und Willen gefallen, mich auf dieses Krankenbett zu legen, und das durch nicht allein mich von meinen Geschäften, meinen Sünden und sündlichen Gewohnheiten abzudaß, wenn ich sterbe, ich mög in deiner Gnade und selig sterben. Amen. Joh. Friedr. Start, g. 1680, st. 1756. Für Sterbende. schneiden: sondern mich auch an 48. Du frommer und getreuer meinen Tod zu erinnern, mich aufmerksam zu machen, daß ich ein sterblicher Mensch sei. Siehe, meine Tage sind eine Hand breit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir: ach, wie gar nichts sind doch alle Menschen, die doch so sicher leben! Ich weiß auch, daß dem Menschen gesetzt ist, einmal zu sterben, darnach das Gericht. Doch vergesse ichs nur zu leicht wieder. Gott und Vater unseres lieben Herrn Jesu Christi, ich bitte dich von Herzen, du wollest mich in meiner Noth nicht verlassen, sondern mit dem Licht deiner wahren Erkenntniß erleuchten, daß ich in demselben aus dieser Finsterniß zu dir, dem ewigen Licht, möge wandeln. O Herr, sei du bei mir, wenn ich sterben sell; stehe du mir zu meiner rechten Hand, wenn ich soll meinen Geist aufgeben; errette Datum bitte ich dich: Ach, Herr, mich aus der Hand des Feindes, lehre mich doch, daß es ein Ende tröste und stärke mich, erhalte mich mit mir haben muß, und mein in deiner Erkenntniß und festem, Leben ein Ziel hat und ich davon starken Vertrauen auf deine große muß. Ich weiß auch, daß ich Al- Gnade und Barmherzigkeit. Ach, les muß verlassen, meine Habe, Gut, Ehre, Glück und was ich in der Welt besige. Ich habe hier keine bleibende Stätte, sondern die zukünftige suche ich. Daran möge mich meine Krankheit erinnern, damit ich mich mit Gebet, mit Buße und Glauben, mit wahrer Prüfung meines bisherigen Lebens, zum seligen Sterben bereite, und also von Welt und Sünden abgezogen, und mein Leben, Geist und Seele dir geheiligt werde. Siehe, mein Gott, hie bin ich, nimm meine Seele hin; aber beHerr Gott, laß das letzte Wort deines lieben Sohnes am Stamme des Kreuzes auch mein lettes Wort sein, daß ich mit starkem und gläubigem Vertrauen im Herzen darf sagen: Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist; denn du hast mich erlöset, du getreuer Gott. Und wenn ich aus Schwachheit und Größe meiner Krankheit solches mit dem Munde nicht könnte ausreden, so laß doch mein Herz also in der Stille zu dir rufen und seufzen. Amen. Andreas Musculus, g. 1514, st. 1581, Für Sterbende. 53 mich unter deiner Hand. Ach, löse du, o mein Erlöser, alle Bande meiner Sünden auf, daß ich ritterlich ringe und mit dir frei und getrost eindringe durch den Lob ins Leben. 49. Ewiger Gott, du barmherziger und getreuer Schöpfer, siehe, ich stehe nun vor der Pforte der Ewigkeit. In wenig Stunden oder Augenblicken bin ich viel leicht schon aus dieser sichtbaren Ach, heiliger Geist, du höchster Welt geschieden. Ach, verlasse mich Tröster in aller Noth, und auch doch nicht in diesem schweren Durch in dieser letzten Noth, thue mir gang. Ach, sei mein Geleitsmann doch aus Gnaden auf die Thür auf dem Wege zu dir! Ach, Jesu, der göttlichen Barmherzigkeit. Ach, du Sohn David, erbarme dich öffne mir das Herz des Vaters; mein! Ach, du Lamm Gottes, denn du, als der Geist des Soh das der Welt Sünde trägt und nes, hast den Schlüssel zu demsel wegnimmt, sei mir gnädig und ben, du, der aufschließt, daß nies gieb mir deinen Frieden! Ach, mand zuschließen kann. Darum thue mir auf die Thüre der Gna- laß mich den Eingang zur wahden! Ach, schließ auf dein Para- ren Ruhe finden und nicht zu dies, das durch die Sünde ver. schlossen ist, und nimm mich aus Gnaden ein, wie den bekehrten Schächer, denn du hast die Schlüs sel der Höllen und des Todes. O Jesu, deine Wunden mögen mir bereiten einen Durchbruch durch die enge Pforte; dein Blut helfe mir überwinden. Ich liege da in großer Angst, und krümme Schanden werden. Ich weiß sonst keine Zuflucht noch Rath im Hims mel und auf Erden, als deine laus tere Gnade, o Gott, mein Erlö ser. Auf diese laß mich allein leben und sterben in ernster Buße. Ja, laß mich an dich, o Jesu, glauben, damit ich den Tod nicht sehe ewiglich. Amen. Gottfr. Arnold, g. 1665, f. 1714. BS Jadek lin Erbaulicher Bericht von dem Leiden und Sterben unsers Herrn und Heilandes Jesu Christi zur Erlösung des menschlichen Geschlechts, nach den heiligen Evangelien für die Passionszeit geordnet. Erstes Hauptstück. Das Dster I am m. Siehe, ich komme; im Buche ist von mir geschrieben. Pf. 40, 8. Ich will fie erlöfen aus der Hölle und vom Tode erretten. Tod, ich will dir ein Gift fein; Hölle, ich will dir eine Pestilenz sein. Hof. 13, 14. Meine Seel, ermuntre dich, Deines Jesu Lieb bedenke: Wie er für dich giebet sich, Darauf dein Andacht lenke. Ach, erwäg die große Treu Und dich deines Jefu freu. sondern daß er die Kinder Gottes, die zerstreuet waren, zusammen. brächte. Von dem Tage an rath. schlageten sie, wie sie ihn tödteten. Da versammelten die Hohen-| Volk, und nicht für das Volk allein, priester und die Pharisäer einen Rath und sprachen: Was thun wir? Dieser Mensch thut viele Beichen. Lassen wir ihn also, so werden sie alle an ihn glauben. So kommen dann die Römer und nehmen uns Land und Leute. Einer aber unter ihnen, Caiphas, der desselben Jahrs Hoherpriester war, sprach zu ihnen: Ihr wisset nichts, bedenket auch nichts; es ist uns besser, ein Mensch sterbe für das Volk, denn daß das ganze Volk verderbe. Solches aber redete er nicht von sich selbst, sondern dieweil er desselbigen Jahrs Hoherpriester war, weissagete er. Denn Jesus sellte sterben für das Christus ist für fremde Sünd In den Tod gegeben, Auf daß du, o Menschenkind, Durch ihn möchtest leben; Daß er mehrte sein Geschlecht, Den gerechten Samen, Der Gott dient und Opfer brächt Seinem heilgen Namen. Denn das ist sein höchste Freud Und des Vaters Wille, Daß den Erdkreis weit und breit Sein Erkenntniß fülle; Damit der gerechte Knecht, Der vollkommne Sübuer, Gläubig mach und recht gerecht Alle Sündendiener. Vom Leiden und Sterben Jesu Chrifti. 55 Und Jesus zog hinauf gen Je-| den- Wasser, und sie zerbrach das rusalem und nahm zu sich die Glas und goß es auf sein Haupt, zwölf Jünger besonders auf dem Wege und sprach zu ihnen: Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem, und es wird vollendet werden, das geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortet werden den Heis den; und er wird verspottet, und geschmähet und verspeiet werden; und sie werden ihn geißeln und tödten, und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Sie aber vernahmen der feins, und die Rede war ihnen verborgen, und wußten nicht, was das gesagt war. da er zu Tische saß. Da das seine Jünger sahen, wurden sie unwillig und sprachen: Was soll doch dieser Unrath? Man könnte das Wasser mehr, denn um dreihundert Groschen verkauft haben und dasselbe den Armen geben, und murreten über sie. Da das Jesus merkete, sprach er zu ihnen: Lasset sie zufrieden, was bekümmert ihr das Weib? Sie hat ein gut Werk an mir gethan. Ihr habt allezeit Arme bei euch, und wann ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes thun; mich aber habt ihr nicht allezeit. Sie hat gethan, was sie ges konnt. Denn daß sie das Wasser hat auf meinen Leib gegossen, damit ist sie zuvorkommen, meinen Leichnam zu salben, zu meinem Begräbniß. Wahrlich, ich sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in aller Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtniß, was sie jetzt gethan hat. Ich bin, mein Heil, verbunden All Augenblick und Stunden Dir überhoch und sehr. Was Leib und Seel vermögen, Das soll ich billig legen Allzeit an deinen Dienst und Ehr. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! Der gute Hirte leidet für die Schafe; Die Schuld bezahlt der Herre, der GeFür seine Knechte. [ rechte, Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt; Der Böse lebt, der wider Gott miß handelt: Der Mensch verwirkt den Tod und ist entgangen; Gott wird gehangen. Sechs Tage vor den Ostern kam Jesus gen Bethanien, da Lazarus war, der Verstorbene, welchen Jesus auferwecket hatte von den Todten. Daselbst machten sie ihm ein Abendmahl im Hause Simonis des Aussägigen, und Martha diente; Lazarus aber war einer von denen, die mit ihm zu Tische saßen. Da trat zu ihm Maria, die hatte ein Glas mit ungefälschtem und köstlichem NarEs war aber der Satanas gefahren in den Judas, genannt Ischarioth, der da war aus der Zahl der Zwölfen. Und er ging hin und redete mit den Hohenpriestern und mit den Hauptleuten, daß er ihn verrieth, und sprach: Was wollt ihr mir geben? Ich will ihn 56 Erbaulicher Bericht vom euch verrathen. Da sie das höre-| Schmücke dich, o liebe Seele! ten, wurden sie froh, und sie boten ihm dreißig Silberlinge; und er versprach sich. Und von dem an suchte er Gelegenheit, daß er ihn überantwortete ohne Rumor. Aber am ersten Tage der süßen Brode, auf welchen man mußte opfern das Osterlamm, traten die Jünger zu Jesu und sprachen zu ihm: Wo willst du, daß wir hingehen und dir bereiten, das OsterIamm zu essen? Und er sandte Petrum und Johannem und sprach: Gehet hin in die Stadt; sehet, wann ihr hinein kommt, wird euch ein Mensch begegnen, der trägt einen Wasserkrug; folget ihm nach in das Haus, da er hineingehet, und saget dem Hauswirth: Der Meister läßt dir sagen, meine Zeit ist herbei kommen; ich will bei dir die Ostern halten; wo ist das Gasthaus, darinnen ich das Osterlamm essen möge mit meinen Jüngern? Und er wird euch einen großen gepflasterten Saal zeigen; daselbst bereitet es. Sie gingen hin und fanden, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Osterlamm. Und am Abend kam er und setzte sich zu Tische mit den zwölf Aposteln, und er sprach zu ihnen: Mich hat herzlich verlanget, dies Osterlamm mit euch zu essen, ehe denn ich leide. Denn ich sage euch, daß ich hinfort nicht mehr davon essen werde, bis daß es erfüllet werde im Reich Gottes. Laß die dunkle Sündenhöhle, Komm ans helle Licht gegangen, Fange herrlich an zu prangen; Denn der Herr voll Heil und Gnaden Will dich jetzt zu Gaste laden; Der den Himmel fann verwalten, Will jetzt Herberg in dir halten. Und Jesus nahm den Kelch, dankete und sprach: Nehmet denselbigen und theilet ihn unter euch. Denn ich sage euch, ich werde von nun an nicht mehr von diesem Gewächs des Weinstockes trinken, bis an den Tag, da ichs neu trinken werde mit euch in meines Vaters Reich. Ich bin ein rechter Weinstock, und mein Vater ein Weingärtner. Einen jeglichen Reben an mir, der nicht Frucht bringet, wird er wegnehmen; und einen jeglichen, der da Frucht bringet, wird er reinigen, daß er mehr Frucht bringe. Ihr seid jeßt rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. Bleibet in mir, und ich in euch. Gleichwie der Rebe kann keine Frucht bringen von ihm selber, er bleibe denn am Weinstock: also auch ihr nicht, ihr bleibet denn in mir. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Neben. Wer in mir bleibet, und ich in ihm, der bringet viele Frucht; denn ohne mich könnet ihr nichts thun. Wer nicht in mir bleibet, der wird weggeworfen, wie ein Rebe, und verdorret, und man sammelt sie, und wirft sie ins Feuer, und muß brennen. So ihr in mir Leiden und Sterben Jesu Christi. 57 nen den und sprach: Trinket alle daraus; dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch und für Viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden; solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtniß. Und sie tranken alle daraus. bleibet, und meine Worte in euch dem Abendmahl, dankete, gab ih. bleiben, werdet ihr bitten, was Ihr wollt, und es wird euch widerfahren. Darinnen wird mein Vater geehret, daß ihr viele Frucht bringet, und werdet meine Jünger. Gleichwie mich mein Vater Tiebet: also liebe ich euch auch. Bleibet in meiner Liebe. So ihr meine Gebote haltet, so bleibet ihr in meiner Liebe, gleichwie ich meines Vaters Gebote halte, und bleibe in seiner Liebe. Solches rede ich zu euch, auf daß meine Freude in euch bleibe, und eure Freude vollkommen werde. Das ist mein Gebot, daß ihr euch unter einander liebet, gleichwie ich euch liebe. Dabei wird Jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe unter einander habet. Niemand hat größere Liebe, denn die, daß er sein Leben lässet für seine Freunde. Herr Jesu, dir sei Preis und Dank Für diese Seelenspeis und Trank, Damit du uns begabet! Im Brod und Wein dein Leib und Blut Kommt uns wahrhaftig wohl zu gut und unsre Herzen labek. Daß wir In dir Und nach allem Wohlgefallen heilig Solches wollest du uns geben. leben, Jesu, der du deine Liebe Läsfest durch des Geistes Triebe In die Herzen sich ergießen, Und im Glauben dich genießen: Wer kann sagen und beschreiben, Was es sei, in dir zu bleiben, Dir im Glauben anzuhangen, Dich in Liebe zu empfangen! Vor dem Feste aber der Ostern, das ist, auf denselbigen Abend, da Jesus erkennete, daß seine Zeit kommen war, daß er aus dieser Welt ginge zum Vater, wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebete er fie bis ans Ende. Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem Juda Simonis Ischarioth ins Herz gegeben, daß er ihn verrieth, wußte Jesus, daß Und indem sie aßen in der ihm der Vater hatte Alles in seine Nacht, da er verrathen ward, nahm Hände gegeben, und daß er von der Herr Jesus das Brod, dan- Gott gekommen war und zu Gott kete, brachs und gabs den Jün- ging, stand er vom Abendmahl gern, und sprach: Nehmet, esset, auf, legte seine Kleider ab, und das ist mein Leib, der für euch nahm einen Schurz und umgürgegeben wird; solches thut zu meitete sich. Darnach goß er Wasser nem Gedächtniß. Desselbigen glei- in ein Becken, hob an, den Jünchen nahm er auch den Kelch nach gern die Füße zu waschen, und 58 trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. Da kam er zu Simon Petro; und derselbige sprach zu ihm: Herr, solltest du mir die Füße waschen? Jesus antwortete- und sprach zu ihm: Was ich thue, das weißt du jetzt nicht, du wirsts aber hernach erfahren. Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Theil an mir. Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt! Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, der darf nicht, denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräther wohl, darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein. Erbaulicher Bericht vom Nicht sage ich von euch allen, ich weiß, welche ich erwählet habe; sondern daß die Schrift erfüllet werde: Der mein Brod isset, der tritt mich mit Füßen. Jetzt sage Michs euch, ehe denn es geschiehet, auf daß, wenn es geschehen ist, daß ihr glaubet, daß ichs bin. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer aufnimmt, so ich jemand senden werde, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gefandt hat. Ja, er liebt die Seinen bis ans Ende, Wüßte sie gern Alle rein, Streckt zu ihnen aus die heilgen Hände, Reinigt fie, sein Volk zu sein. Herr und Meister, du, an den ich glaube, Wasch auch mich von jedem Erdenstaube, y auch. So nun ich, euer Meister und Herr, euch die Füße gewaschen habe, sollt ihr auch euch unter einander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Knecht ist nicht größer, denn sein Herr, noch der Apostel größer, denn der ihn gesandt hat. So ihr solches wisset, selig seid ihr, so ihr es thut. Laß mich an Andern üben, Was du an mir gethan, Und meinen Nächsten lieben, Gern dienen Jedermann Ohn Eigennuß und Heuchelschein Und, wie du mir erwiesen, Aus reiner Lieb allein. Und an Lieb und Demuth reich Mach mein Herz dem deinen gleich. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider, und setzte sich wieder nieder, und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? Jhr heißet mich Meister und Herr, und faget recht daran, denn ich bins Da Jesus solches gesagt hatte, ward er betrübt im Geist, und zeugete und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch, der mit mir iffet, wird mich verrathen. Siehe, die Hand meines Verräthers ist mit mir über Tisch. Und die Jünger Leiden und Sterben Jesu Christi. 59 wurden sehr traurig, sahen sich| Bissen ein, und gab ihn Judas unter einander an, und ward ihnen bange, von welchem er redete. Und sie fingen an zu fragen unter sich selbst, welcher es doch wäre unter ihnen, der das thun würde, und sagten zu ihm, einer nach dem andern: Herr, bin ichs? Und der andere: Bin ichs? Er antwortete und sprach: Einer aus den Zwölfen, der mit mir in die Schüssel tauchet, der wird mich verrathen. Des Menschen Sohn gehet zwar dahin, wie von thm beschlossen und geschrieben ist; doch wehe dem Menschen, durch welchen des Menschen Sohn verrathen wird! Es wäre ihm besser, Da aber Judas hinaus gegandaß derselbige Mensch noch nie geboren wäre. Da antwortete Jugen war, erhob sich ein Zank un das, der ihn verrieth, und sprach: Bin ichs, Rabbi? Er sprach zu thm: Du sagest es. ter ihnen, welcher unter ihnen sollte für den Größesten gehalten werden. Er aber sprach zu ihnen: Die weltlichen Könige herrschen, und die Gewaltigen heißet man gnädige Herren. Ihr aber nicht also; sondern der Größeste unter euch soll sein wie der Jüngste, und der Vornehmste wie ein Diener. Denn welcher ist der GröBeste? Der zu Tische siget, oder der da dienet? Ist es nicht also, daß, der zu Tische sizet? Ich aber bin mitten unter euch wie ein Diener. Ihr aber seid es, die ihr beharret babt bei mir in meinen Anfechtungen. Und ich will euch das Reich bescheiden, wie mirs mein Vater beschieden hat; daß ihr essen und trinken sollt D, Herr, habe Acht auf mich, Daß ich nicht verloren gehe. Hab ich doch gekostet dich Biele Müh und Arbeitswehe. Drum war um so größere Bein, Doch verloren einst zu sein. Simonis Jscharioth. Und nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn. Da sprach Jesus zu ihm: Was du thust, das thue bald. Dasselbige aber wußte niemand über dem Tisch, wozu er es ihm fagte. Etliche meineten, dieweil Judas den Beutel hatte, Jesus spräche zu ihm: Kaufe, was uns noth ist auf das Fest; oder, daß er den Armen etwas gäbe. Da er nun den Bissen genommen hatte, ging er so bald hinaus. Und es war Nacht. Es war aber einer unter seinen Jüngern, der zu Tische saß an der Brust Jesu, welchen Jesus lieb hatte. Dem winkete Simon Petrus, daß er forschen sollte, wer es wäre, von dem er sagte. Denn derselbige lag an der Brust Jesu, und sprach zu ihm: Herr. wer iste? Jesus antwortete: Der ist es, dem ich den Bissen eintauche und gebe. Und er tauchte den Herr, erbarme dich! Christe, erbarme dich! Herr, erbarme dich! 60 Erbaulicher Bericht vom über meinem Tische in meinem| kehrest, so stärke deine Brüder. Er Reich, und sizen auf Stühlen, sprach aber zu ihm: Herr, ich bin und richten die zwölf Geschlechter bereit, mit dir ins Gefängniß und Israels. Da sprach aber Jesus: in den Tod zu gehen. Er aber Nun ist des Menschen Sohn ver- sprach: Wahrlich, wahrlich, PeFläret, und Gott ist verkläret in tre, ich sage dir, der Hahn wird ihm. Ist Gott verkläret in ihm, heute nicht frähen, ehe denn du so wird ihn Gott auch verklären dreimal verleugnet hast, daß du in ihm selbst, und wird ihn bald mich kennest. berklären. Liebe Kindlein, ich bin noch eine kleine Weile bei euch. Ihr werdet mich suchen, und wie ich zu den Juden sagte: Wo ich hingehe, da könnet ihr nicht hinkommen. Liebe, zeuch uns in dein Sterben! Laß mit dir gefreuzigt sein, Was dein Reich nicht fann ererben. Führ ins Paradies uns ein. Mach uns rein, frei und vollkommen, Ganz nach deinem heilgen Bild. Der hat Gnad um Gnad genommen, Der aus deiner Füll sich füllt. Spricht Simon Petrus zu ihm: Herr, wo gehest du hin? Jesus antwortete ihm: Da ich hingehe, kannst du mir auf dies Mal nicht folgen, aber du wirst mir hernach, mals folgen. Petrus spricht zu ihm: Herr, warum kann ich dir auf dies Mal nicht folgen? Ich will mein Leben bei dir lassen. Jesus antwortete ihm: Solltest du dein Leben bei mir lassen. Simon, Simon, siche, der Satan hat euer begehret, daß er euch möchte sichten, wie den Waizen. Ich aber habe für dich gebeten, daß dein Glaube nicht aufböre. Und wenn du dich dermaleinst be din# 9 Führ uns, Herr, in Versuchung nicht, Wenn uns der böse Feind ansicht. Zur linken und zur rechten Hand Hilf uns thun starken Widerstand, Im Glauben fest und wohl gerüst, und durch des heiligen Geistes Trost. Und er sprach zu ihnen: So oft ich euch gesandt habe ohne Beutel, ohne Taschen und ohne Schuhe, habt ihr auch je Mangel gehabt? Sie sprachen: Nie keinen. Da sprach er zu ihnen: Aber nun, wer einen Beutel hat, der nehme ihn, desselbigen gleichen auch die Tasche; wer aber nicht hat, der verkaufe sein Kleid und kaufe ein Schwerdt. Denn ich sage euch, es muß noch das auch vollendet werden an mir, das geschrieben stehet: Er ist unter die Ulebelthäter gerechnet. Denn was von mir geschrieben ist, das hat ein Ende. Sie sprachen aber: Herr, siehe, hier sind zwei Schwerdter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug. von allem Uebel uns erlös; Es sind die Zeit und Tage bös. Erlös uns von dem ewgen Tod und tröst uns in der letzten Noth Bescher uns auch ein selig End; Nimm unsre Seel in deine Händ Leiden und Sterben Jesu Christi. Zweites Hauptstück. Vom geistlichen Leiden Christi am Delberge. Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt. Joh. 1, 29. Und da sie den Lobgesang ge-| Da war ein Garten, darein ging rochen hatten, ging Jesus hin- Jesus und seine Jünger. Judas 18, nach seiner Gewohnheit über aber, der ihn verrieth, wußte den en Bach Kidron, an den Delberg. Ort auch; denn Jesus versams folgeten ihm aber seine Jün- melte sich oft daselbst mit seinen er nach. Da sprach er zu ihnen: Jüngern. n dieser Nacht werdet ihr euch le ärgern an mir. Denn es steht schrieben: Ich werde den Hirten hlagen, und die Schafe der Heere werden sich zerstreuen. Wenn h aber auferstehe, so will ich vor ich hingehen in Galiläam. Peus aber antwortete und sprach ihm: Wenn sie auch alle sich m dir ärgerten, so will ich mich och nimmermehr ärgern. Jesus prach zu ihm: Wahrlich, ich sage ir, heute in dieser Nacht, ehe enn der Hahn zweimal krähet, wirst du mich dreimal verleugnen. Er aber redete noch weiter: Ja, wenn ich auch mit dir sterben müßte, wollte ich dich nicht ver eugnen. Desselbigen gleichen sagen alle Jünger. Zaß mich beten, laß mich wachen, Bis mein letzter Tag anbricht; Zaß mich ja nichts schläfrig machen, Bleibe du bei mir, mein Licht; Raß stets deiner Gnaden Schein Reuchten in mein Herz hinein; Hilf mir ringen, hilf mir kämpfen Und die falsche Regung dämpfen. 61 Da kam Jesus mit ihnen zu einem Hof, der hieß Gethsemane. Für uns ging mein Herr in Todesnöthen. In den Garten dort hinein, Wo wir ihn hörn weinend für uns beten Auch um unser Seligsein; Für uns überfiel ihn Todesschauer; Unser Heil ward seiner Seele sauer; Für uns rann sein Schweiß und Blut, Alles, Alles uns zu gut. Da sprach Jesus zu ihnen: Sepet euch hier, bis daß ich dort hingehe und bete. Und er nahm zu sich Petrum, und Jacobum und Johannem, die zween Söhne Zebedäi, und fing an zu trauern, und zu zittern und zagen. Und sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis in den Tod, bleibet hier und wachet mit mir; betet, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Und er riß sich von ihnen bei einem Steinwurf, und kniete nieder, fiel auf sein Angesicht auf die Erde, und betete, daß, so es möglich wäre, die Stunde vorüber ginge, und sprach: Abba, mein Vater, es ist dir Alles möglich; überhebe mich dieses Kelchs. Doch nicht was ich will, sondern was du willst. Erbaulicher Bericht vom Kyrie eleison! Herr, Gott, Vater im Himmel, Und er ließ sie, ging aber hin, und betete zum dritten Mal dieselbigen Herr, Gott, Sohn, der Welt Heiland, Worte und sprach: Vater, willst Herr, Gett, beiliger Geist, Erbarm dich über uns! Sei uns gnädig! Verschon uns, lieber Herre Gott! Vor allen Sünden, Vor allem Irrsal, Vor allem Uebel, du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe. Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkte ihn. Und es kam, daß er mit dem Tode rang, und betete heftiger. Es war aber sein Schweiß wie Blutstropfen, die fielen auf die Erde. 62 Vor des Teufels Macht und List, Vor dem ewigen Tod Behüt uns, lieber Herre Gott! Und er kam zu seinen Jüngern, und fand sie schlafend, und sprach zu Petro: Simon, schläfest du? Vermagst du nicht, eine Stunde mit mir zu wachen? Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Zum andern Mal ging er aber hin, betete und sprach: Mein Vater, ists nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe, ich trinke ihn denn, so geschehe dein Wille. Kyrie eleison! Christe, erhöre uns! In aller Anfechtung, In unsrer letzten Noth, Am jüngsten Gericht, Hilf uns, lieber Herre Gott! Kyrie eleison! O du Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt, Und er stand auf vom Gebet, und kam zu seinen Jüngern, und fand sie schlafend vor Traurigkeit, und sprach zu ihnen: Ach! wollt ihr nun schlafen und ruhen? Was schlafet ihr? Es ist genug; sehet, die Stunde ist kommen, und des Hilf uns, lieber Herre Gott! Durch deine heilige Geburt, Menschen Sohn wird überantwor Durch deinen Todeskampf und blutetet in der Sünder Hände. Stehet Sei uns gnädig! gen Schweiß, Durch dein Kreuz und Tod, Durch dein herrlich Auferstehn und Himmelfahrt, Und Jesus kam und fand sie abermal schlafend, und ihre Augen waren voll Schlafs, und wußten nicht, was sie ihm antworteten. Erbarm dich über uns! du Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt, Erbarm dich über uns! du Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt, Verleih uns deinen Frieden! Amen! auf, laßt uns gehen; siehe, der mich verräth, ist nahe; betet aber, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Jesu, meines Lebens Leben, Jesu, meines Todes Tod, Der du dich für mich gegeben In die tiefste Seelennoth, In das äußerste Verderben, Nur, daß ich nicht möchte sterben: Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! Leiden und Sterben Jesu Christi. 63 Und alsbald, da er noch redete,| Jesus aber sprach zu ihm: Mein Lehe Judas, der Zwölfen einer, Freund, warum bist du kommen? a er nun zu sich hatte genommen ie Schaar und Diener der Hoenpriester und Pharisäer, der Aelesten und Schriftgelehrten, ging T zuvor der Schaar, und kommt -ahin mit Fackeln, Lampen, mit Schwerdtern und Stangen. Der Berräther aber hatte ihnen ein Zethen gegeben, und gesagt: Welchen ch küssen werde, der ists, den greifet, und führet ihn gewiß. Als un Jesus wußte Alles, was ihm Segegnen sollte, ging er hinausund sprach zu ihnen: Wen suchet Ehr? Sie antworteten ihm: Je Tum von Nazareth. Jesus sprach zu ihnen: Ich bins. Judas aber, Der ihn verrieth, stand auch bei Ihnen. Als nun Jesus zu ihnen sprach: Ich bins, wichen sie zurück und fielen zu Boden. Da fragte er sie abermal: Wen suchet ihr? Sie sprachen: Jesum von Naza reth. Jesus antwortete: Ich habs euch gesagt, daß ichs sei. Suchet ihr denn mich, so lasset diese gehen; auf daß das Wort erfüllet würde, welches er sagete: Ich habe der keinen verloren, die du mir gegeben hast. Ach, bleib mit deiner Gnade Bei uns, Herr Jesu Christ, Daß uns hinfort nicht schade Des bösen Feindes List. Und Judas nahete sich zu Jesu, ihn zu küssen, und alsbald trat er zu ihm, und sprach: Gegrüßet seist du, Rabbi, und küssete ihn. Juda, verräthest du des Menschen Sohn mit einem Kuß? Da traten sie hinzu, und legten die Hände an Jesum, und griffen ihn. Da aber sahen, die um ihn waren, was da werden wollte, sprachen sie zu ihm: Herr, sollen wir mit dem Schwerdt drein schlagen? Da hatte Simon Petrus ein Schwerdt, und zogs aus, und schlug nach des Hohenpriesters Knecht, und hieb ihm sein rechtes Ohr ab; und der Knecht hieß Malchus. Jesus aber antwortete und sprach: Lasset sie doch so ferner machen! Und sprach zu Petro: Stecke dein Schwerdt in die Scheide, denn wer das Schwerdt nimmt, der soll durchs Schwerdt umkommen. Oder meinest du, daß ich nicht könnte meinen Vater bitten, daß er mir zuschickte mehr denn zwölf Legionen Engel? Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat? Wie würde aber die Schrift erfüllet? Es muß also geschehen. Und er rührete sein Ohr an und heilete ihn. Leben, daß den Tod, Mich aus aller Noth Zu erlösen, hat geschmecket, Meine Schulden zugedecket, Und mich aus der Noth Hat geführt zu Gott. Deiner Sanftmuth Schild, Deiner Demuth Bild Mir anlege, in mich präge, Daß kein Zorn, noch Stolz sich rege. Vor dir sonst nichts gilt, Als dein eigen Bild. 64 Erbaulicher Bericht vom Zu der Stunde sprach Jesus die Schrift der Propheten. Da zu den Hohenpriestern und Haupt- verließen ihn alle Jünger und flo leuten des Tempels, und den Ael- hen. Und es war ein Jüngling, testen, die über ihn kommen wa- der folgete ihm nach, der war mit ren: Ihr seid, als zu einem Mör- Leinwand bekleidet auf der bloßen der, mit Schwerdtern und mit Haut; und die Jünglinge griffen Stangen ausgegangen, mich zu fahen; bin ich doch täglich gesessen bei euch, und habe gelehrt im Tempel, und ihr habt keine Hand an mich geleget. Aber dies ist eure Stunde, und die Macht der Finsterniß, auf daß die Schrift erfüllet würde. Das ist aber alles ges schehen, auf daß erfüllet würde ihn. Er aber ließ die Leinwand fahren, und flohe bloß von ihnen. Wenn Alle untreu werden, So bleib ich dir doch treu; Daß Dankbarkeit auf Erdena Nicht ausgestorben sei. Für mich umfing dich Leiden, Vergingst für mich in Schmerz; Drum geb ich dir mit Freuden Auf ewig dieses Herz. sadn Drittes Hauptstück. had Christi Leiden vor Caiphas und dem Hohenrath. Christus hat gelitten für uns und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; welcher keine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden; welcher nicht wieder schalt, da er geschols ten ward, nicht drohete, da er litte; er stellete es aber dem heim, der da recht richtet; welcher unsere Sünden selbst geopfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunden ihr seid heil geworden. 1 Petri 2, 21-24. / Die Schaar aber, und der Oberhauptmann, und die Diener der Juden nahmen Jesum an, und banden ihn, führeten ihn aufs erste zu Hannas, der war Caiphas Schwäher, welcher des Jahrs Hoherpriester war. Es war aber Caiphas, der den Juden rieth, es wäre gut, daß ein Mensch würde umgebracht für das Volk. Und sie führeten ihn zu dem Hohenpriester Caiphas, das ist zum Fürsten der Priester, dahin alle Hohenpriester und Schriftgelehrte und Aelteste sich versammelt hatten. Simon Petrus aber folgete Jesu von fern und ein anderer Jünger, bis an den Pallast des Hohenpriesters. Derselbige Jünger war dem Ho. henpriester bekannt, und ging mit Jesu hinein in des Hohenpriesters Pallast. Petrus aber stand draußen vor der Thür. Da ging der andere Jünger, der dem Hohenpriester bekannt war, hinaus und redete mit der Thürhüterin, und führete Betrum hinein. Mache dich, mein Geist, bereit, Wache, fleh und bete, Daß dich nicht die böse Zeit Leiden und Sterben Jesu Christi. Unverhofft betrete; Denn es ist Satans List Ueber viele Frommen Zur Versuchung kommen. Es standen aber die Knechte und Diener und hatten ein Kohlfeuer gemacht danieden mitten im Pallast, denn es war kalt, und wärmeten sich. Petrus aber stand bei ihnen und wärmete sich, auf daß er sehe, wo es hinaus wollte. Die Magd aber des Hohenpriesters, die Thürhüterin, sahe Petrum bei dem Licht, da er sich wärmete, und sahe eben auf ihn und sprach: Und du warest auch mit dem Jesu von Galiläa. Bist du nicht auch dieses Menschen Jünger einer? Er leugnete aber vor Allen und sprach: Weib, ich bins nicht. Ich kenne sein nicht, ich weiß auch nicht, was du sagest. Einen Heldenmuth, Der da Gut und Blut Gern um deinetwillen lasse Und des Fleisches Lüste hasse, Gieb mir, höchstes Gut, Durch dein theures Blut. Aber der Hohepriester fragte Jesum um seine Jünger und um seine Lehre. Jesus antwortete: Ich habe frei öffentlich geredet vor der Welt. Ich habe allezeit gelehret in der Schule und in dem Tempel, da alle Juden zusammen kommen, und habe nichts im Winkel geredet. Was fragest du mich darum? Fra ge die darum, die es gehöret haben, was ich geredet habe; siehe dieselbigen wissen, was ich gesagt habe. Als er aber solches redete, 65 gab der Diener einer, die dabei standen, Jesu einen Backenstreich, und sprach: Solltest du dem Hohenpriester also antworten? Jesus antwortete: Habe ich übel geredet, so beweise es, daß es unrecht sei; habe ich aber recht geredet, was schlägest du mich? Und Hannas hatte ihn gebunden gesandt zu dem Hohenpriester Caiphas. Simon Petrus aber stand und wärmete sich. Und über eine kleine Weile nach dem ersten Verleugnen, als er hinaus ging nach dem Vorhof, krähete der Hahn. Und eine andere Magd sah ihn, und hub abermals an zu sagen denen, die dabei stunden: Dieser war auch mit Jes su von Nazareth. Da sprachen sie zu ihm: Bist du nicht seiner Jünger einer? Und ein Anderer sprach: Du bist auch der einer. Und er leugnete abermals, und schwur dazu und sprach: Mensch, ich bins nicht, und kenne auch des Menschen nicht. Betrübt ist meine Seele, Erfüllt mit Reu und Schmerz. Was hilfts, daß ichs verhehle? Durchschaust du doch mein Herz Bekennen will ichs, Jesu, dir, Oft hab ich dich verleugnet,- Vergieb, vergieb es mir! Und über eine kleine Weile, bei einer Stunde, bekräftigets ein Anderer mit denen, die da standen, und sprach: Wahrlich, du bist auch der einer, denn deine Sprache verräth dich. Spricht des Hohenpriesters Knecht, ein Gefreundter deß, dem Petrus das Ohr abge35 66 Erbaulicher Bericht vom hauen hatte: Sahe ich dich nicht zutraten; denn ihre Zeugnisse im Garten bei ihm? Da fing er an sich zu verfluchen, und zu schwören: Ich kenne des Menschen nicht, von dem ihr saget. Und alsbald, da er noch redete, krähete der Hahn zum andern Mal. Und der Herr wandte sich, und sah Petrum an. Da gedachte Petrus an die Worte Jesu, als er zu ihm gesagt hatte: Ehe denn der Hahn zweimal krähet, wirst du mich dreimal verleugnen, und ging hinaus und weinete bitterlich. stimmten nicht überein. Zulegt traten herzu zween falsche Zeugen und sprachen: Wir haben gehört, daß er sagte: Ich kann und will abbrechen den Tempel Gottes, der mit Händen gemacht ist, und in dreien Tagen einen andern bauen, der nicht mit Händen gemacht ist. Und ihre Zeugnisse stimmten noch nicht überein. Und der Hohepriester stand auf unter sie, und fragte Jesum und sprach: Antwortest du nichts zu dem, das diese wider dich zeugen? Jesus aber schwieg stille, und antwortete nichts. Da fragte ihn der Hohepriester abermals und sprach zu ihm: Bist du Christus, der Sohn des Hochgelobten? Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagest, ob du seist Christus, der Sohn Gottes. Jesus sprach: Du sagest es; ich bins! Doch sage ich euch: Von nun an werdet ihr sehen des Menschen Sohn fißen zur rechten Hand der Kraft, und kommen in den Wolken des Himmels. O Jesus, Jesus steh mir bei; Laß mich nicht sicher werden! Dein heilig Blut mich mache frei Von Sünd und Schuld auf Erden. Und steh ich einst vor deinem Thron, Dann schone mein, o Gottes Sohn, Wenns Urtheil ist zu hören. Wo soll ich fliehen hin, Weil ich beschweret bin Mit viel und großen Sünden? Wo kann ich Rettung finden? Wenn alle Welt herkäme, Mein Angst sie nicht wegnähme Jesu, voller Gnad, Auf dein Gebet und Rath Kommt mein betrübt Gemüthe Zu deiner großen Güte. Laß du auf mein Gewissen Ein Gnadentröpflein fließen. Und als es Tag ward, sammelten sich alle Hohenpriester und Schriftgelehrten und die Aeltesten des Volks, dazu der ganze Rath über Jesum, daß sie ihm zum Tode hälfen, und führten ihn hinauf vor ihren Rath und sprachen: Bist du Christus? Sage es uns! Er aber sprach zu ihnen: Sage ichs euch, so glaubet ihr nicht; frage ich euch aber, so antwortet ihr nicht und lasset mich doch nicht los. Und sie suchten falsch Zeugniß wider Jesum und fanden keins, wiewohl viele falsche Zeugen herDa zerriß der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat Gott gelästert. Was dürfen wir weiter Zeugniß? Siche, jetzt habt ihr seine Gotteslästerung gehört. Was dünket euch? Und sie sprachen Alle: Leiden und Sterben Jesu Christi. 67 Bist du denn Gottes Sohn? Ergen ihn ins Angesicht, besonders sprach zu ihnen: Ihr saget es; die Knechte, und sprachen: Weisdenn ich bin es. Sie aber spra: sage uns, Christe, wer ists, der dich chen: Was dürfen wir weiter Zeug- schlug? Und viele andere Lästerunmiß? Wir habens gehört aus sei- gen sagten sie wider ihn. nem Munde. Und sie verdammten ihn Alle und sprachen: Er ist des Todes schuldig! Die Männer aber, die ihn hielten, verspotteten ihn und speieten aus in sein Angesicht und schlugen ihn mit Fäusten. Et liche aber verdeckten ihn und schlunga mo th Viertes Hauptstück. Christi Leiden vor Pontio Pilato, als der heidnischen Obrigkeit. Du, ach! du hast ausgestanden Lästerreden, Spott und Hohn, Speichel, Schläge, Strick u. Banden, Du gerechter Gottessohn, Nur mich Armen zu erretten von des Teufels Sündenketten: Tausend, tausendmal set dir, Liebster Jesu, Dank dafür! Ich muß bezahlen, das ich nicht geraubet habe. Ps. 69, 5. Bergossen ist dein theures Blut, Das gnug für die Sünde thut. Heiliger Herre Gott, Heiliger starker Gott, Heiliger, barmherziger Heiland, Du ewiger Gott, Laß uns nicht entfallen Von des rechten Glaubens Troft! Kyrieleison! Und der ganze Haufe stand auf und banden Jesum, führten ihn vor Caipha vor das Richthaus und überantworteten ihn dem Landpfleger Pontio Pilato, und es war noch frühe. Da das Judas sahe, der ihn verrathen hatte, daß er verdammt war zum Tode, gereuete es ihn, und brachte er wieder die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und Aeltesten und sprach: Ich habe übel gethan, daß ich unschuldig Blut verrathen habe. Sie sprachen: Was gehets uns an? Da siehe du zu. Und er warf die Silberlinge in den Tempel, hub sich davon und erhenkte sich selbst, und ist mitten entzwei geborsten, und sein Eingeweide ausgeschüttet, Mitten in der Höllen Angst Unsre Sünd uns treiben. Wo solln wir denn fliehen hin, Da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine. Aber die Hohenpriester nahmen die Silberlinge und sprachen: Es taugt nicht, daß wir sie in den Gottes- Kasten legen, denn es ist Blutgeld. Sie hielten aber einen Rath, und kauften um diese Silberlinge, um den Lohn der Ungerechtigkeit, einen Töpfersacker, zum Begräbniß der Pilger. Und es ist kund worden Allen, die zu Jerufalem wohnen, also, daß derselbige Acker genennet wird auf ihre Sprache Hakeldama, das ist, ein Blutacker, bis auf den heutigen Tag. Da ist erfüllet, das da gesagt ist durch den Propheten Jeremiam, 2 68 Erbaulicher Bericht vom da er spricht: Sie haben genom-| und die Hohenpriester haben dich men dreißig Silberlinge, damit mir überantwortet. Was hast du bezahlet ward der Verkaufte, wel gethan? Jesus antwortete: Mein chen sie kauften von den Kindern Reich ist nicht von dieser Welt; Israel, und haben sie gegeben um wäre mein Reich von dieser Welt, eines Töpfers Acker, als mir der meine Diener würden drob kamHerr befohlen hat. Die Juden pfen, daß ich den Juden nicht überaber gingen nicht in das Richt- antwortet würde. Aber nun ist haus, auf daß sie nicht unrein mein Reich nicht von dannen. Da würden, sondern die Ostern essen sprach Pilatus zu ihm: So bist möchten. Da ging Pilatus zu ih- du dennoch ein König? Jesus ant nen heraus und sprach: Was brin- wortete: Du sagest es. Ich bin ein get ihr für eine Klage wider diesen König, ich bin dazu geboren, und Menschen? Sie antworteten und auf die Welt kommen, daß ich die sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht Wahrheit zeugen soll. Wer aus ein Ulebelthäter, wir hätten ihn dir der Wahrheit ist, der höret meine nicht überantwortet. Da sprach Stimme. Pilatus zu ihnen: So nehmet ihr ihn hin und richtet ihn nach euKönig, dem kein König gleichet, Dessen Ruhm kein Mund erreichet, rem Geseß. Da sprachen die Ju- Dem als Gott das Reich gebühret, Der als Mensch das Scepter führet, den zu ihm: Wir dürfen Niemand Dem das Recht gehört zum Throne, tödten; auf daß erfüllet würde das Als des Baters eingem Sohne, Wort Jesu, welches er sagte, da Den so viel Vollkommenheiten er deutete, welches Todes er ster- Krönen, zieren und begleiten: ben würde. Matth. 20. Joh. 12. Herrsche auch in meinem Herzen Da fingen an die Hohenpriester Ueber Zorn, Furcht, Lust u. Schmerzen, Laß mich deinen Schutz genießen, und die Aeltesten ihn hart zu ver- Laß mich dich im Glauben küssen, klagen und sprachen: Diesen fin Ehren, fürchten, loben, lieben den wir, daß er das Volk abwen- Und mich im Gehorsam üben; det und verbeut, den Schoß dem Hier mit leiden, hier mit streiten, Dort mit herrschen dir zur Seiten. Kaiser zu geben, und spricht, er sei Christus, ein König. Da ging Pilatus wieder hinein in das Richt haus und rief Jesu, und fragte ihn, und sprach: Bist du der Juden König? Jesus stand vor ihm und antwortete: Redest du das von dir selbst, oder habens dir Andere von mir gesagt? Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit? Und da er das ge sagt, ging er wieder hinaus zu der Juden und sprach zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm. D, Lamm Gottes, unschuldig Am Stamme des Kreuzes geschlachtet, Allzeit erfunden geduldig, Wiewohl du warest verachtet: All Sünd hast du getragen, Leiden und Sterben Jesu Chrifti. Sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, Herr Jesu! 69 die Hohenpriester und die Obersten und das Volk zusammen, und sprach zu ihnen: Ihr habt diesen Menschen zu mir bracht, als der das Volk abwende. Und siehe, ich habe ihn vor euch verhöret, und finde an dem Menschen der Sachen keine, deren ihr ihn beschuldigt; Herodes auch nicht, denn ich habe euch zu ihm gesandt. Und siehe, man hat nichts auf ihn bracht, das des Todes werth sei. Darum will ich ihn züchtigen und los lassen. All Sünd hast du getragen Sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, Herr Jesu! Und da er verklaget ward von Den Hohenpriestern und Aeltesten, antwortete er nichts. Pilatus aber Tragte ihn abermals und sprach: Antwortest du nichts? Siehe, wie hart sie dich verklagen! Hörest du nicht? Und er antwortete ihm nicht auf ein Wort mehr, also, daß sich Der Landpfleger auch sehr verwunderte. Sie aber hielten an und Sprachen: Er hat das Volk erreget, damit, daß er gelehret hat hin und her im ganzen jüdischen Land, und D, Lamm Gottes, unschuldig hat in Galiläa angefangen, bis Am Stamme des Kreuzes geschlachtet, Allzeit erfunden geduldig, hieher. Da aber Pilatus Galt- Wiewohl du warest verachtet: Täam hörete, fragte er, ob er aus Galiläa wäre? Und als er vernahm, daß er unter Herodis Obrigfeit war, übersandte er ihn zu Herodes, welcher in denselbigen Tagen auch zu Jerusalem war. Da aber Herodes Jesum sahe, ward er sehr froh, denn er hätte ihn längst gern gesehen; denn er hatte viel von ihm gehöret, und er hoffete, er würde ein Zeichen von ihm sehen. Und er fragte ihn mancherlei; er antwortete ihm aber nichts. Die Hohenpriester aber u. Schriftgelehrten standen und verklagten ihn hart. Aber Herodes mit seinem Hofgesind verlachte und verspottete ihn, legte ihm ein weißes Kleid an, und sandte ihn wieder zu Pilato. Auf den Tag wurden Pilatus und Herodes Freunde mit einander; denn zuvor waren sie einander feind. Pilatus aber rief Auf das Fest aber mußte der Landpfleger, nach Gewohnheit, dem Volk einen Gefangenen losgeben, welchen sie begehrten. Er hatte aber zu der Zeit einen Gefangenen, der war fast rüchtig; nämlich einen Uebelthäter und Mörder, der hieß Barrabas, der mit den Aufrührerischen war ins Gefängniß geworfen; welcher im Aufruhr, der in der Stadt geschah, einen Mord begangen hatte. Und das Volk ging hinauf und bat, daß er thäte, wie er pflegte. Und da sie versammelt waren, antwor tete ihnen Pilatus: Ihr habt eine Gewohnheit, daß ich einen los ge= be auf Ostern. Welchen wollt ihr, daß ich euch losgebe? Barrabam oder Jesum, den König der Ju 70 Erbaulicher Bericht vom den, den man nennet Christus?| Wiewohl du warest verachtet: Denn er wußte, daß ihn die Ho All Sünd hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen. Henpriester aus Neid überantwor- Gieb uns dein Frieden, o Jesu! tet hatten. Und da er auf dem Richtstuhl saß, schickte sein Weib zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; denn ich habe heute viel erlitten im Traum von seinetwegen. Aber die Hohenpriester und Aeltesten überredeten und reizeten das Volk, daß sie um Barrabam bitten sollten und Jesum umbrächten. Da antwortete nun der Landpfleger und sprach zu ihnen: Welchen wollt ihr unter diesen zweien, den ich euch soll los geben? Da schrie der ganze Haufe und sprach: Hinweg mit diesem, und gieb uns Barrabam los! Da rief Pilatus abermals zu ihnen, und wollte Jesum los lassen und sprach: Was soll ich denn mit Jesu machen, den man Christus nennet? Sie schrieen abermals: Kreuzige, kreuzige ihn! Er aber sprach zum dritten Mal zu ihnen: Was hat er denn Uebels gethan? Ich finde keine Ursache des Todes an ihm; darum will ich ihn züchtigen und los lassen. Aber sie schrieen noch viel mehr und sprachen: Kreuzige ihn! Und sie lagen ihm an mit großem Geschrei und forderten, daß er gefreuziget würde. Und ihr und der Hohenpriester Geschrei nahm überhand. Da nahm Pilatus Jesum und geißelte ihn. Die Kriegsknechte aber des Landpflegers führeten ihn hinein in das Richthaus, und riefen zusammen die ganze Rotte, und zogen ihn aus, und legten ihm einen Purpurmantel an, und flochten eine Krone von Dornen, und setzten sie auf sein Haupt, und gaben ihm ein Rohr in seine Hand, und beugten die Knie vor ihm, und spotteten ihn, und fingen an ihn zu grüßen, und sprachen: Gegrüßet seist du, König der Juden! Und schlugen ihn ins Angesicht, und speieten ihn an, und nahmen das Rohr, und schlugen damit sein Haupt, und fielen auf die Knie und beteten ihn an. D, Lamm Gottes, unschuldig Am Stamme des Kreuzes geschlachtet, Allzeit erfunden geduldig, Man hat dich sehr hart verhöhnet, Dich mit großem Schimpf belegt, Und mit Dornen gar gekrönet. Was hat dich dazu bewegt? Daß du möchtest mich ergößen, Mir die Ehrenkron aufseßen. Tausend, tausendmal sei dir, Liebster Jesu, Dank dafür! Da ging Pilatus wieder heraus und sprach zu ihnen: Schet, ich führe ihn heraus zu euch, daß ihr erkennet, daß ich keine Schuld an ihm finde. Also ging Jesus heraus, und trug eine Dornenkrone und Purpurkleid. Und er sprach zu ihnen: Sehet, welch ein Mensch! Da ihn die Hohenpriester und die Diener sahen, schrieen sie und Leiden und Sterben Jesu Christi. 71 Da Sprachen: Kreuzige, kreuzige ihn. Jesus heraus, und setzte sich auf Pilatus sprach zu ihnen: Nehmet ihr ihn hin und freuziget ihn; denn ich finde keine Schuld an ihm. Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Geseg, und nach dem Geseß soll er sterben; denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht. Pilatus das Wort hörete, fürchtete er sich noch viel mehr, und ging wieder hinein in das Richthaus und sprach zu Jesu: Von wannen bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort. Da sprach Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, daß ich Macht habe, dich zu kreuzigen, und Macht habe, dich los zu geben? Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht wäre von oben herab gegeben; darum, der mich dir überantwortet hat, der hats größere Sünde. Von dem an trachtete Pilatus, wie er ihn los ließe. den Richtstuhl, an der Stätte, die da heißet Hochpflaster, auf Hebräisch aber Gabbatha. Es war aber der Rüsttag in den Ostern um die sechste Stunde. Und er sprach zu den Juden: Sehet, das ist euer König! Sie schrieen aber: Weg, weg mit dem! Kreuzige ihn! Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren König freuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König, denn den Kaiser. Da aber Pilatus sahe, daß er nichts schaffete, sondern daß viel ein größer Getümmel ward, gedachte er dem Volk genug zur thun, und urtheilete, daß ihre Bitte geschehe, nahm Wasser, und wusch die Hände vor dem Volk, und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blut dieses Gerechten; sehet ihr zu! Da antwortete das ganze Volk und sprach: Sein Blut fomme über uns und über unsere Kinder! Da gab er ihnen Barrabam los, der um Aufruhrs und Mords willen war ins Gefängniß geworfen, um welchen sie baten; Jesum aber, gegeißelt und verspots tet, übergab er ihrem Willen, daß er gekreuziget würde. MISTR Du König der Ehren, Jesu Christ, Gott Vaters ewger Sohn du bist; Der Jungfrau Leib nicht hast verschmäht, Zu erlösen das menschlich Geschlecht; Du hast dem Tod zerstört sein Macht, Und all Christen zum Himmel bracht; Du sitzt zur Rechten Gottes gleich, Mit aller Ehr ins Vaters Neich: Ein Richter du zukünftig bist Allem, was todt und lebend ist. Die Juden aber schrieen und sprachen: Läsfest du diesen los, so bist du des Kaisers Freund nicht! Denn wer sich zum König macht, der ist wider den Kaiser. Da Pilatus das Wort hörete, führete er Jesu, du hast weggenommen Meine Schulden durch dein Blut; Laß es, o Erlöser, kommen Meiner Seligkeit zu gut; Und dieweil du so zerschlagen Hast die Sünd am Kreuz getragen, Ach, so sprich mich endlich frei, Daß ich ganz dein eigen sei. Erbaulicher Bericht vom Fünftes Hauptstück. Jesu Kreuzigung, Tod und Begräbniß. Mit Einem Opfer hat er in Ewigkeit vollendet, die geheiliget werden. Hebr. 10, 14. 72 Jesum, zogen ihm den Mantel aus, und zogen ihm seine Kleider an, und führeten ihn hin, daß sie ihn kreuzigten. Und er trug sein Kreuz. Da nahmen die Kriegsknechte| Jerusalem, weinet nicht über mich, sondern weinet über euch selbst und über eure Kinder. Denn sehet, es wird die Zeit kommen, in welcher man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren, und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht gesäuget haben! Dann werden sie anfahen zu sagen zu den Bergen: Fallet über uns! und zu den Hügeln: Bedecket uns. Denn so man das thut am grünen Holz, was will am dürren werden? Weint nicht über Jesu Schmerzen, Weint nicht über Jesu Tod; Weint erst über eurer Herzen Unempfundne Sündennoth. Denn in ihm ist nicht erfunden Eine Sünde, ein Betrug; Nur für euch trägt er die Wunden, Trägt nur eurer Sünde Fluch. Ein Lämmlein geht u. trägt die Schuld Der Welt und ihrer Kinder; Es geht und träget in Geduld Die Sünden aller Sünder. Es geht dahin, wird matt und krank, Ergiebt sich auf die Würgebank, Verzeiht sich aller Freuden; Es nimmet an Schmach, Hohn u.Spott, Angst, Wunden, Striemen, Kreuz und Tod, Und spricht: Ich wills gern leiden. Und indem sie hinaus gingen, fanden sie einen Menschen, der vorüber ging, von Cyrene, mit Namen Simon, der vom Felde kam, der ein Vater Alexandri und Ruft war; den zwangen sie, daß er ihm sein Kreuz trüge, und legten das Kreuz auf ihn, daß ers Jesu nachtrüge. Es wurden aber auch hingeführet zween andere Uebelthäter, daß sie mit ihm abgethan würden. Und sie brachten ihn an die Stätte, die da heißt auf Hebräisch Golgatha, das ist verdolmetscht Schädelstätte. Und sie gaben ihm Essig oder ver=myrrheten Wein zu trinken, mit Gallen vermischet; und da er es schmeckete, wollte ers nicht trinken. Es folgete ihm aber nach ein Und sie kreuzigten ihn an der Stätte großer Haufe Volks und Weiber, Golgatha, und zween Uebelthäter die klagten und beweineten ihn. mit ihm, einen zur rechten und eiJesus aber wandte sich um zu ihnen zur linken Hand, Jeſum aber nen, und sprach: Ihr Töchter von mitten inne. Und die Schrift ist Mein Kreuz und meine Plagen, Solls auch sein Schmach und Spott, Hilf mir geduldig tragen. Gieb, o mein Herr und Gott, Daß ich verleugne diese Welt, Und folge dem Erempel, Das du mir vorgestellt. Leiden und Sterben Jesu Christi. 73 erfüllet, die da saget: Er ist unter das habe ich geschrieben. Die die Uebelthäter gerechnet. Kriegsknechte, da sie Jesum gefreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider, und machten vier Theile, einem jeglichen Kriegsknecht ein Theil, dazu auch den Rock. Der Rock aber war ungenähet, von oben an gewirket durch und durch. Da sprachen sie unter einander: Lasset uns den nicht theilen, sondern darum loosen, weß er sein soll, auf daß erfüllet würde die Schrift, die da saget: Sie haben meine Kleider unter sich getheilet, und haben über meinen Rock das Loos geworfen. Und saßen allda, und hüteten sein. Solches thaten die Kriegsknechte, und das Volk stand und sahe zu. D Haupt voll Blut und Wunden, Voll Schmerz und voller Hohn; O Haupt, zum Spott gebunden Mit einer Dornenfron; D Haupt, sonst schön gekrönet Mit höchster Ehr und Zier, g Jetzt aber hoch verhöhnet: Gegrüßet seist du mir! Und es war die dritte Stunde, da fie ihn kreuzigten. Jesus aber sprach: Bater, vergieb ihnen, denn fie wissen nicht, was sie thun. Luc. 23, 34, Mein Sünd find schwer und übergroß, Und reuen mich von Herzen; Derselben mach mich frei und los Durch deinen Tod und Schmerzen; Und zeig mich deinem Vater an, Daß du hast gnug für mich gethan, So werd ich frei der Sündenlast: Herr, halt mir fest, Weß du dich mir versprochen hast. Pilatus aber schrieb eine Uebers schrift, geschrieben, was man ihm Schuld gab, die Ursache seines Todes, und fegete sie auf das Kreuz, oben zu seinem Haupt. Es war aber geschrieben: Jesus von Nazareth, der Juden König. Diese Überschrift lasen viel Juden; denn die Stätte war nahe bei der Stadt, da Jesus gekreuziget ist. Und es war geschrieben auf hebräische, griechische und lateinische Spra che. Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilato: Schreibe nicht: Der Juden König; sondern daß er gesagt habe: Ich bin der Juden König. Pilatus antwor: tete: Was ich geschrieben habe, Nun, was du, Herr, erduldet, Ist Alles meine Last. Ich, ich hab das verschuldet, Was du getragen hast. Schau her! Hier steh ich Armer, Der Zorn verdienet hat. Gieb mir, o mein Erbarmer, Den Anblick deiner Gnad! Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, Cleophas Weib, und Maria Magdalena. Da nun Jesus seine Mutter sahe und den Jünger dabei stehen, den er sehr lieb hatte, sprach er zu seiner Mutter: Weib, siehe, das ist dein Sohn! Darnach sprach er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von Stund an nahm sie der Jünger zu sich. Joh. 19, 25-27. 74 Erbaulicher Bericht vom Ich bins gewiß, mich kann nichts schei-| wortete der andere, strafete ihn und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammniß bist? Und zwar wir sind billig drinnen; denn wir empfahen, was unsere Thaten werth sind; dieser aber hat nichts Ungeschicktes gehandelt. Und sprach zu Jesu: Herr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst. Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradiese sein. Luc. 23, 42. 43. den Von meinem Heil, von meinem Gott; Was frag ich nach Welt, Kreuz und Leiden, Was acht ich Noth, Tod, Hohn und Spott? Mir bleibt gewiß, was Gott verspricht; Ich weiß: mein Jesus läßt mich nicht. Die aber vorüber gingen, läster ten ihn, und schüttelten die Köpfe, und sprachen: Pfui dich, wie fein zerbrichst du den Tempel, und bauest ihn in dreien Tagen! Hilf dir selber. Bist du Gottes Sohn, so steig herab vom Kreuz. Des-= gleichen auch die Hohenpriester verspotteten ihn unter einander mit den Schriftgelehrten und Aeltesten sammt dem Volk und sprachen: Er hat Andern geholfen und kann ihm selber nicht helfen. Ist er Christus, der König von Israel, der Auserwählte Gottes, so helf er ihm selber, und steige nun vom Und da es um die sechste StunKreuz, auf daß wir sehen, und de kam, ward eine Finsterniß über glauben ihm. Er hat Gott ver: das ganze Land, bis an die neunte trauet, der erlöse ihn nun, lüftet Stunde, und die Sonne verlor es ihn! Denn er hat gesagt: Ich ihren Schein. Und um die neunte bin Gottes Sohn. Dasselbige Stunde rief Jesus laut, und sprach: rückten ihm auch auf die Mörder, Eli, Eli, Lama Asabthani! Das die mit ihm gekreuziget waren, ist verdolmetschet: Mein Gott, und verschmäheten ihn. Es vermein Gott, warum hast du mich spotteten ihn auch die Kriegs verlassen! Matth. 27, 45 u. 46. knechte, traten zu ihm, und brach- Etliche aber, die da standen, da ten ihm Essig und sprachen: Bist sie das höreten, sprachen sie: Der du der Juden König, so hilf dir rufet dem Elias. selber. Aber der Uebelthäter einer, die da gehenket waren, lästerte ihn und sprach: Bist du Christus, so hilf dir selbst und uns. Da antMein Heiland nimmt die Sünder an, Die unter ihrer Last der Sünden Kein Mensch, kein Engel trösten kann, Den selbst die weite Welt zu klein, Die nirgend Ruh und Rettung finden. Die sich und Gott ein Gräuel sein; Den Moses schon den Stab gebrochen Und sie der Hölle zugesprochen, Mein Heiland nimmt die Sünder an Wird diese Freistatt aufgethan: Wunder ohne Maßen, Wenn mans betrachtet recht! hat sich Der Herr für seinen Knecht! Es hat sich selbst der wahre Gott Leiden und Sterben Jesu Christi. Für mich verlornen Menschen Gegeben in den Tod! Darnach, als Jesus wußte, daß schon Alles vollbracht war, daß die Schrift erfüllet würde, sprach er: Mich dürstet. Joh. 19, 28. Da stund ein Gefäß voll Essig, und bald lief einer unter ihnen hin, nahm einen Schwamm, und füllete thn mit Essig und Isopen, und steckte ihn auf ein Rohr, und hielts ihm dar zum Mund, und tränkete ihn. Die Andern aber sprachen: Halt, laß sehen, ob Elias komme, und ihn herab nehme. Großer Friedefürst, Wie hast du gedürst Nach der Menschen Heil und Leben Und dich in den Tod gegeben, Als du riefst: Mich dürftt! Großer Friedefürst. Du, mein Preis und Ruhm, Werthe Saronsblum, In mir soll nun nichts erschallen, Als was dir nur fann gefallen, Werthe Saronsblum, Du, mein Preis und Ruhm. Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht. Joh. 19, 30. Es ist vollbracht, am Kreuze dort, Gesetz und der Propheten Wort, Was wir niemals vollbringen konnten, Das ist vollbracht durch Jesu Wunden. Was Gottes Rath von Ewigkeit bedacht, Das ist durch seinen Tod vollbracht. Und abermals rief er laut und sprach: Bater, ich befehle meinen Geist in deine Hände! Und als er das gesagt, neigte er das Haupt und gab seinen Geist auf. Luc. 23, 46. 75 Wenn ich einmal soll scheiden, So scheide nicht von mir; Wenn ich den Tod soll leiden, So tritt du denn herfür; Wenn mir am allerbängsten Wird um das Herze sein, So reiß mich aus den Aengsten, Kraft deiner Angst und Pein. Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stücke, von oben an, bis unten aus. Und die Erde erbebete, und die Felsen zerrissen, und die Gräber thaten sich auf; und stunden auf viele Leiber der Heiligen, die da schliefen, und gingen aus den Gräbern nach seiner Auferstehung, und kamen in die heilige Stadt, und erschienen Vielen. Aber der Hauptmann, der dabei stand gegen ihm über, und die bei ihm waren und bewahreten Jesum, da sie sahen, daß er mit solchem Geschrei verschied, und sahen das Erdbeben, und was da geschah, erschraken sie sehr, und preifeten Gott, und sprachen: Wahrlich, dieser ist ein frommer Mensch gewesen, undGottes Sohn. Und alles Volk, das dabei war und zusahe, da sie sahen, was da geschah, schlugen sie an ihre Brust, und wandten wieder um. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, Daß du für uns gestorben bist, Und hast uns durch dein theures Blut Vor Gott gemacht gerecht und gut. und bitten dich, wahr Mensch u. Gott, Durch deine heilgen Wunden roth, Erlös uns von dem ewgen Tod Und tröst uns in der letzten Noth. Es standen aber alle seine Verwandte von fern, und viel Weiber, 76 Erbaulicher die ihm aus Galiläa waren nach. gefolget, und sahen das alles. Un. ter welchen war Maria Magdalena, und Maria, des kleinen Jacobs und Joses Mutter, und Salome, die Mutter der Kinder Zebedåi, welche ihm nachgefolget waren, da er in Galiläa war, und gedienet, und viel andere, die mit ihm hin, auf gen Jerusalem gegangen was ren. Die Juden aber, dieweil es der Rüsttag war, daß nicht die Leichname an dem Kreuz blieben am Sabbath( denn desselbigen Sabbaths Tag war groß), baten fie Pilatum, daß ihre Gebeine gebrochen und abgenommen würden. Da kamen die Kriegsknechte, und brachen dem ersten die Beine, und dem andern, der mit ihm gekreuziget war. Als sie aber zu Je su kamen, da sie sahen, daß er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht, sondern der Kriegsknechte einer öffnete seine Seite mit einem Speer, und als bald ging Blut und Wasser her aus. Und der das gesehen hat, der hat es bezeuget, und sein Zeugniß ist wahr, und derselbige weiß, daß er Wahrheit sagt, auf daß auch ihr glaubet. Denn solches ist geschehen, daß die Schrift erfüllet würde: Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen. Und abermals spricht eine andere Schrift: Sie werden sehen, in welchen sie gestochen haben. Die Seele Christi heilge mich, Sein Geist versenke mich in sich, Bericht vom Sein heilger Leib, für mich verwandt, Der mach mir Leib und Seel gesund Das Wasser, welches auf den Stoß Des Speers aus seiner Seiten floß, Das sei mein Bad, und all sein Blut Erquicke mir Herz, Sinn und Muth. Darnach am Abend, dieweil es Rüsttag war, welcher ist der Vor- Sabbath, kam Joseph von Arimathia, der Stadt der Juden, ein reicher Mann, ein Rathsherr, ein guter frommer Mann; der hatte nicht gewilliget in ihren Rath und Handel; welcher auf das Reich Gottes wartete, denn er war ein Jünger Jesu, doch heimlich aus Furcht vor den Juden. Der wagte es, und ging hinein zu Pilato, und bat, daß er möchte abnehmen den Leichnam Jesu. Pilatus aber verwunderte sich, daß er schon todt war, und rief den Hauptmann, und fragete ihn, ob er längst gestorben wäre? Und als ers erkundet von dem Hauptmann, gab er Joseph den Leichnam Jesu, und befahl, man sollte ihm ihn geben. Und Joseph kaufte eine Leinwand. Es kam aber auch Nicodemus, der vormals bei der Nacht zu Jesu kommen war, und brachte Myrrhen und Aloe unter einander, bei hun. dert Pfunden. Da nahmen sie den Leichnam Jesu, der abgenommen war, und wickelten ihn in eine reine Leinwand, und banden ihn in leinene Tücher mit Specereien, wie die Juden pflegen zu begras ben. Es war aber an der Stätte, da er gekreuzigt ward, ein Garten, Leiden und Sterben Jesu Christi. 77 und im Garten ein neu Grab;| über waren sie still nach dem Ges das war Josephs, welches er hat- sez. Des andern Tages, der da te lassen hauen in einen Fels, in folget nach dem Rüsttag, tamen welches niemand je geleget ward. die Hohenpriester und Pharisäer Daselbst hin legten fie Jesum, um sämmtlich zu Pilato, und spra des Rüsttags willen der Juden, chen: Herr, wir haben gedacht, daß der Sabbath anbrach und das daß dieser Verführer sprach, da er Grab nahe war. Und wälzeten noch lebete: Ich will nach dreien einen großen Stein vor die Thür Tagen auferstehen. Darum bea des Grabes, und gingen davon. fiehl, daß man das Grab verwahre bis an den dritten Tag, auf daß nicht seine Jünger kommen, und stehlen ihn, und sagen zum Volk: Er ist auferstanden von den Tode ten; und werde der letzte Betrug ärger, denn der erste. Pilatus sprach zu ihnen: Da habt ihr die Hüter; gehet hin, und verwahrets, wie ihr wisset. Sie gingen hin, und verwahreten das Grab mit Hütern, und versiegelten den Stein. So ruhest du, D meine Ruh, In deiner Grabeshöhle, Und erweckst durch deinen Tod Meine todte Seele. Indeß will ich, Mein Jesu, dich In meine Seele senken, Und an deinen bittern Zod Bis zum Tod gedenken. Es war aber allda Maria Magdalena, und Maria Joses, die segten sich gegen das Grab. Auch andere Weiber, die da Jesu wa ren nachgefolget von Galiläa, beschaueten, wohin und wie sein Leib geleget ward. Sie kehreten aber um und bereiteten die Specereien und Salben, und den Sabbath Nun, ich danke dir von Herzen, Jesu, für gesammte Noth; Für die Wunden, für die Schmerzen, Für den herben, bittern Tod, Für dein Zittern, für dein Zagen, Für dein tausendfaches Plagen, Für dein Ach und tiefe Pein Will ich ewig dankbar sein. Tag. -) 04 Altes Testament. S.Pf. 93, 95, 1 M. 1 Mos. 1. 2. D. 3. 4. M. Jef. 59. D. 1 Mof. 18. F. 22, 1-19. 49. 1. Advent. S.Pf. 96. 98. M. 4 Mof. 24. D. 5 Mof. 18. M. Hof. 13. D. 2 Sam. 7. F. Jef. 35. 61. Shpe 2. Advent. S.Pf. 94. 97. M. Jer. 30. D. Sef. 7. M. 11. D. Dan. 9. F. Micha 5. S. Sach. 9. Lied- Neues LiedNr. Testament. Nr. S.Pf. 24. 99. 113. M. Jef. 40. D. Malch. 3. 4. 3. Advent. Bibel- Lesetafel. Sonntag nach Neujahr. 3 Matth. 21. 34 S.Pf. 120. 121. 140.1540| Matth. 2. 2 Gal. 1. 270 20 2. Epiphanias. 70 D. Pr. Sal. 5. 6. 510 Luc. 10. M. Jef. 60. 2. 19 3. 25 4. 11. 7. 8. 9. 573 10.11.12. 275 23 5. 12. 340 24 6. 21 13. 139 615 14. 382 M.Pf. 46. 146. D. 91. 115, F. Pr. Sal. 1. 2. 3.4. 26 Luc. 21. 53 Tit. 1. 78 2. 2 140 3. 182 Col. 1. 37 2. 22 3. 48 Phil. 1. 2. 50 3. 32 Gbr. 1. 36 2. 4. Advent. 327 -- 29 Matth. 11. 346 Col. 4. Neujahr. 28 Joh. 1. 31 Matth. 1. 33 Luc. 1. 1. Weihnachtstag. o 161 Luc. 2. 507 7. 575 8. 571 9. 271 281 321 M. 487 D. 480 Tag. 181 275 456 M. Jes. 9. | 44 2. 2. Weihnachtstag. D. Pf. 8. 92. 134.| 51| Matth. 23. F. Jer. 23. 321 Luc. 3. 341 2uc. 4. 31. Sonntag nach Weihnachten. S.P. 90. 107.| 562| Luc. 2. 69 M. Jes. 8. 328 5. 279 6. D. Pf. 100. 103. 386 78 1614 176 27 30 D. 19 179 560 39 51 55 57 . 1 Mos. 5. 6. 7. Altes Testament. D. F. Steb Lieb- Neues Nr. Testament. Nr. m. D. F. 1. Sonntag nach Epiphanias. S.Pf. 19. 27. 84. 196 Luc. 2. M. 1 Mof. 8. 9, 1-17. 248 15, 10. 11. 167 16. 12. 13. 17. 14. 18. 15. 16, 19. 17. 18. 7 20. 31 29 46 | 45 D. M. 1 216 D. 327 241 140 542 2. Sonntag nach Epiphanias. S.Pf. 36. 92. 369 Job. 2. M. 1 Mof. 19, 1-29, 487 2uc. 21. 22. 21. 527 22. 23. 353 23. 24. 25, 1-11. 3951 24. 25, 12. 26. 304 Joh. 1.332 27. 28. 388 328 1520 32. 33. 1307 35. 574 37. 507 39. 40. 508 41. 535 72 346 76 45778 5. 68 278 26 71 57 36 275 2. 3. Sonntag nach Epiphanias. Sf. 89. 340 Matth. 8. 329 M. 1 Mos. 29. 30, 517 Joh. 3. 25-43. 31. 346 1327 611 346 82 138 313 326 335 7. 342 8. 1340 4. Sonntag nach Epiphanias. S.Pf. 5. 63. 528 Matth. 8. M. 1 Mos. 42. 43. 44. 252 Joh. 9. 45. 46. 468 10. 573 11. 61 M. 47. 48. 77 49. 50. 564 Marc. 1. 182. Spr. Sal. 1. 2. 455 2. 181 3. 4. 297 3. 332 352 341 117 57 284 275 Mites Testament. 12. 13. 454 14,15,16, 469 Neues LiedLiedNr. Testament. Nr. . Sonntag nach Epiphanias. Pf. 119. 199 Matth. 13. 9 Sp. Sal. 5. 6, 1-19. 296 Marc. 4. 467 5, 6,20. 7. 456 8.9. 453 6. 10. 11. 459 7. 8. 74. 9. 346 S Septuagesima. Pf. 3. 4. 12. Hiob 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. Bibel- Lesetafel. 5. Sonntag nach Epiphanias. Pf. 66. 67. 1187 Matth. 17. 1274 Spr. 17. 18. 19. 452 Marc. 10. 77 20, 21, 22, 1-16. 301 11. 37 D. 12. 168 M. 2 Sam. 13. 613 D. 22, 17, 23, 24, 259 25. 26. 27. 304 76 28. 29. 30. 31. 801 519 511 20. 21. 497 22, 23, 24, 480 25. 26. 27. 28. Quinquagesima. 163 Matth. 20. 1490 485 Rom. 1. 21 2. 84 3. 270 M. 4. 242 D. 5,1-11. 307 5, 12. 20 573 506 562| Seragesima. f. 7. 64. 53. 1166 Luc. 8. 1203 Siob 15. 16. 17. 541 Rom. 6, 1-14. 471 18, 19, 117 6, 15. 7. 469 8. 9. 8 10. 338 11. .Pf. 60. 61. 171 Luc. 18. Siob 29. 30. 31. 513 Röm. 12. 32, 33. 146 34. 35. 36. 37. 38. 39. 40, 41, 42. 245 Tag. 14. 90 F. 15. 92 S 332 D. 334 M. 206 D. 2. Sonntag S.P. 51. 38. M. 1 Sam. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 3. Sonntag S. Ps. 85. 69. M. 1 Sam. 28. 29. 30. 31. 1. Sonntag in der Fasten. Pf. 6. 32. 35. 1Sam. 1.2,1-11 2, 12. 3. 4. 559 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 14 10 15, 14. 16. 168 11 1 Petr. 1. 395 74 2. 247 Matth. 4. 338 1 Petr. 3. Altes Testament. 13. 14. 15, 1-13. 476 M. 1. 2. 3. 4. 5. 6. o 7. 4. Sonntag in der Fasten. S.Pf. 130. 101. 102. 1240 Joh. 6. M. 2 Sam. 8. 9. 10. 168 Ebr. 9. D.S 11. 12. 244 10. 13. 14, 1-24. 247 11. 14, 25. 15, 1-29. 261 12. 13. 17, 24. 18. 245 Soh. 12. 5. Sonntag in der Fasten. S.Pf. 143. 88. 249 Joh. 8. M. 2Sam. 19. 20. 364 D. 21. 22. 367 307 M. 23. 24. 323 281 D. 2 Mof. 1. 2. 170 271. 3.4. 528 364 S. 5. 6, 1-13. 548] Lieb Lieb- Neues Nr. Testament. Nr. in der Fasten. 245 Matth. 15. 1482 258 Jac. 1. 2, 1-13 301 2,14: 26. 277 161 343 3. 454 532 4. 5. 529 Gbr. 1. 165 2. in der Fasten. 244 Luc. 11. 536 Gbr. 3. 507 4. 5. 6. 7. 8. . 15, 30-.16. 17,1-23. 240 S. 575 289 364 386 D. Pf. 111. 486 F. Sef. 53. 526 S. P. 114. 75 2 Mos. 12. 13. 499 Charfreitag. f. 22.1 901 2 Mos. 14. 15, 1-21.] 13. 14. 15. 16. 17. 18. Palmsonntag. 57 S. Pf. 2. 40. 109. 1181 Matth. 21.1479 454 M. 2 Mof. 6,14. 7. 256 459 D. 8.9. 265 10. 11. 266 Grüner Donnerstag. 230| 1. Ostertag. 78 26, 27. 1 Joh. 19. 483 181 92 1489 634 479 458 87 85 140 1467 273 282 276 87 94 101 1483 96 90 104 97 81 89 22. 23. 284 24. 282 99 25. 1229 91 107 4. 5. 452 171 381 2 Petr. 1. 491 S.P.16.135.149.11131 Marc. 16. 1111 174 2. 485 2. Ostertag. 377 3. 614 M.Pf. 20. 21. 136. 120| Luc. 24. 1363 79 Tag. A USA USA USA AO DA VA A Altes Testament. D. 12Mos. 15, 22. 16. 377 Joh. 20. 122 124 17. 18. 19. 20. 374 21. 459 Matth. 28. 139 8. 21. 22. 23. 495 Epb. 1. 2,1-10 281 24. 25. 26. 372 2, 11-22, 482 D. 1. Sonntag nach Ostern. 117| Joh. 20. S.Pf. 16. 117. M. 2Mof. 27. 28. 29. 175 Eph. 3. 30.31.32. 254 D. Bibel- Lesetafel. Neues LiebLiedNr. Testament. Nr. 33. 34. 304 3 Mof. 4. 5.6, 6. 23 19. 24. 460 S. 4M. 6, 22.9, 15. 10. 542 1 Theff. 1. S.Pf. 23. 25. M. 4 Mos. 11. 12. 13,14, 1:38. 16. 17. 20. 21. 22. 23. 24. 25. 31. 32. 3. Sonntag S.Pf. 10. 11. M. 5 Mos. 1. 2. 3. M.Pf. 51. 130. D. 5 Mos. 7. 8. 9. 119 293 4,1-16. 177 4, 17-5, 21. 456 2. Sonntag nach Ostern. [ 512 Joh. 10. 494 1Theff. 2. 301 172 3. 292 553 4, 1-12. 456 162 4,13. 5, 1-11. 617 327 5, 12-28. 452 543 2 Th. 1. 2. 612 nach Ostern. 1514 Joh. 16. 137 243 161 2Theff. 3. 299 4. 5. 6. 459 Ser. 2. Buß- und Bettag. 240| 2uc. 15. 364 f. 103. 10.11.12. 168 Rom. 3. 13.14. 15. 189 Luc. 7, 36. 491 326 563 5, 22-6, 9. 454 6, 10-24. 488 295 5. 570 6. Sonntag nach Ostern. S.Pf. 15. 17. 142. 164 Joh. 16. M. Josua 1. 2. 3. 346 Gbr. 11. 4. 5,1-12. 347 12. 13. 5,13. 6. 7. 499 Tag. Christi Himmelfahrt. D. Pf. 47. 68. 110. 130 Marc. 16. 503 Gbr. 8. Jofua 8. 9. F. Ezch. 36. S. 37. 6. Sonntag nach Ostern. S.Pf. 45, 65. 72. 138 Joh. 15. M. Jof. 22. 23. 24. 353 1 Joh. 5. D. Joel 1. 2, 1-20. 260 Joh. 17. m. D. Jef. 44. 2, 20. 3. D. Jef. 1. M. 2. D. 339 F. S Altes Testament. M. Pf. 48. 118. 1. Pfingsttag. S.Pf. 144. 145.| 149 Joh. 14. M. D. 8. S. 4. Sonntag nach Ostern. S.Pf. 50. 12. 141. 163 Joh. 16. 1146 288 M. 5 Mof. 16. 17. 18. 467 1 Tim. 1. 19. 20. 21. 172 2. 393 27. 28. 3. 176 29. 30. 4. 167 31. 32. 5. 452 D. 33. 34. 493 F. S.Pf. 138. 139. M. Jes. 7. 8, 1-8. D. D. F. M. 129 D. 140. 10. 11. 12. 161 1 Joh. 2. 301 S. 3. 4. 5. 6. LiedRr. 2. Pfingsttag. 156 3. 240 2pg. 1. 189 242 491 363 4, 32-5, 1-16 Neues Testament. 8, 9, 9, 1-7. 9, 8. 10. 159 br. 4. 160 Luc. 11, 1-13. 157 Apg. 1. 150 10. Trinitatis. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 2, 1:41. 2, 42. 3. 4, 1:31. 463 Luc. 16. 1. Sonntag nach Trinitatis S.Pf. 73. 1. 49. 1278 M. Sef. 17. 18. 242 D. 270 M. 19. 20. 21, 249 6 Job. 3. 55 pg. 5, 17-42. 6.7. 50 187 327 571 258 8. 9, 1:30. 9,31.10. 11. 22. 245 15, 1:34. 23. 24. 171 15,35. 16. 17. 25. 26. 161 2. Sonntag nach Trinitatie S. Pf. 18. 1326 Luc. 14. M. Jef. 27. D. 28. M. 29. 30. 31. 32. 33. 1362 3. Sonntag 146. Pf. 32. 13. 137 M. Jef. 34. 35. 459 36. 37. 38. 39. 40. 41. 188 Apg. 12. 242 13. 418 14. 193 Apg. 18. 577 19. 497 20. 269 21, 1-15. 163 21,16. 22. 162 23. nach Trinitatië 1522 Luc. 15. 528 Apg. 24. 541 25. 171 26. 376 27. 1 28. 378 Juda. §. 4. Sonntag nach Trinitatis. Pf. 28.112. 116. 377 Luc. 6. Jef. 42, 1-17. 373 1 Cor. 1. 364 367 1369 311 170 5. Sonntag 5. Pf. 34. 29. t. 3ef. 50. 51. 52. 53. 54. 55. 56. 57. 58. 59. 60. 6. Sonntag 5. Pf. 33. 52. 1. Jes. 61. 62. 63. 64. 65. n. Altes Testament. D. من نینه. 42, 18. 43. 44. 45. 46. 47. 48. 49. 66. Jer. 1. 2. n. D. 9. 10. 11. 12. 13. n. Jer. 24. LiedLied- Neues Nr. Testament. Nr. 25. 26. 27. 28. 29. 30. 31. 32. 33. Bibel- Lesetafel. 105 189 1268 501 70 123456 2. 3. 3. 4. 7. Sonntag nach Trinitatis. 5.Pf. 30. 106. 1. Jer. 5. 6. 1373 Marc. 8. 163 2 Cor. 3. 84 7.8. 4. R. 21 5. 254 6. 480 7. 256 8. 4. 5. 6. nach Trinitatis. [ 385| 2uc. 5. 19 1 Cor. 7. 8. 261 162 Tag. 10. Sonntag nach Trinitatis. 454 S Pf. 79. 80. 137. 171 Luc. 19. 275 M. Jer. 34. 199 D. 35. 287 M. 36. 472 D. 37. 38. 163. 459 nach Trinitatis. 1383 Matth. 5. 176 1 Cor. 13. 179 76 197 8. Sonntag nach Trinitatis. 5.Pf. 41. 105. 2. Jer. 14. 15. ). 16. 17. 18. 19. 20. 21. 22. 23. 203 163 Phil. 1. 9. Sonntag nach Trinitatis. 5.f. 95. 37. [ 520] Luc. 16. 145 Matth. 1. 176 199 528 365 19 57 638 243 2 Cor. 1. 269 2. 74 11. Sonntag nach Trinitatis. S.Pf. 131. 132. 133. 622 Luc. 18. M. Jer. 44. 45. 395 476 D. 46. 9. 490 M. 47. 48. 10. 501 D. 49. 50. 51. 11. 229. 12. 142 52. 14. 168 15. 117 16. 177 D. 12. Sonntag S. Pf. 26. 44. m. Kl. Jer. 1. 2. D. M. Jonas 1. 2. 3. 4. Altes Testament. 298 F. 460 S 13. 276 1250 247 Matth. 7. 494 512 8. 511 202 9. 514 161 39. 40. 509 41. 42. 43. 245| 23. Obadja 1. 533 159 S. Nabum 1. 2. 3. 245 179 S 80 Lied- Neues LiedNr. Testament. Nr. 2. 3. 1253 M. 4. 485 D. 5. 455 . 6. 545 S. 491 29 M. Sef. 23. 24. 25. 26. 73 D. 3. 4. 5. 551 1264 472 Matth. 13. 203 373 14. 329 513 S.Pf. 54. 55. 62. 1541 Luc. 10. 203 M. Hab. 1. 2. 3. 295 D. 4. 326 M. Hesek. 1. 2. 3. 466 D. 4.5. 6. 7. 8.9. 1517| Matth. 7. 1276 151 2Tim. 3. 163 259 4. 14. Sonntag nach Trinitatis. S.Pf. 107. 147. 148. 1384 2uc. 17. 260 2 Cor. 9. 455 M. Sef. 10. 11. 12. 13. 10. 509 D. 14. 15. 11. 383 M. 16. 12. 385 D. 17. 18. 19. 248 20. 21. 22. 163 256 1 Joh. 1. 249 2. 3. 4. 15. Sonntag nach Trinitatis. S.Pf. 65. 104. 385 387 254 15481 nach Trinitatis. 509 Marc. 7. 1280 547 Matth. 19. 479 20. 452 21. 36 22. 340 23. 168 24. 614 13. Sonntag nach Trinitatis. 27. 28. 29. 30. 31. 32. 33. 34. 10. 326 11. 262 12. 472 254 248 15. 532 16. 326 17. 274 18. 242 1275 388 Matth. 25. 617 370 26. 100 176 27. 533 28. 532 2 Tim. 1. 480 3771 2. 75 533 2 Joh. 571 3 Joh. 566 Marc. 561 13081 11 Matth. 6. 21 1 Joh. 5. 123 1. 2. 3. 88 1 1326 167 567 251 179 295 476 463 6 297 187 327 74 1326 81 Altes Testament. LiedNr. M. Zeph. 1. 2. 3. D. Hagg. 1. 2. Sach. 1. 2. 3. 4. 5. 6. 245 489 Bibel- Lesetafel. Tag. 16. Sonntag nach Trinitatis. S.Pf. 9. 31. 108.[ 369 Luc. 7. M. Hef. 35. 36. 37. 151 Marc. 4. 38. 39. 172 5. 40. 41. 629 6. 42, 43. 1388 7. 44. 45. 311 8. 46. 47. 48. 6241 9. 276 17. Sonntag nach Trinitatis. Sf. 70. 71. 143.1515 Luc. 14. 301 M. Richt. 1. 2. 3. 488 Marc. 10. 463 D. 162 4. 5. 11. 39 D. m. 6. 7. 8. 161 12. 275 9. 10. 13. 480 11.12. LiedNeues Testament. Nr. 29 163 Tag. Lied- Neues Li Nr. Testament. N 22. Sonntag nach Trinitatis. S.Pf. 81. 82. 83. 1615 Matth. 18.124 468 Luc. 1, 5-25. M. Sach. 7. 8. 511 199 332 D. 369 M. 377 D. Mal. 1. 2. 464. 268 243 Soh.1,1-18 265 Col. 1,1-23 346 14. 88 F. 15. 91 S Altes Testament. 32 1,57-80. 3 526 3,1-18. 12 352 Sch. 1, 6-34. 10 3. 4. 487 3, 22-36. 4 S 1 Kön. 1. 2, 1-11. 563/ Mc. 6, 17-29. 63 23. Sonntag nach Trinitatis. S.Pf.86.123. 124. 168 Matth. 22. 134 6 M. 1 Kön: 2, 12. 3. 4. 259 Joh. 5. 472 5.6. 7.8. 366 9. 10. 345 163 8, 12-59. 3 16 9. 10, 1-21. 34 10,21-42. 18 11, 1-46. 1 11. 12. 13. 14. 1243) 24. Sonntag nach Trinitatis. S. Pf. 42. 43. 1514 Matth. 9. 155 m. 1 Rön. 15. 16. 616 1 Cor. 15, 1-34 1 17. 18. 19. 20. 377 15, 35- 11 530 Off. 3. 1. 30 2. 32 21. 22. 553 3. 4 4. 138 13. 14. 15.16.1486) 18. Sonntag nach Trinitatis. S.Pf. 56. 57. 58. 1509 Matth. 22. 270 M. Ruth 1. 2. 520 Marc. 16. 139 3. 4. 529 Eph. 4, 17-32. 302 M. Dan. 1. 2. 189 5, 1:21. 456 3. 162 5,22. 6, 1-9. 454 4.5. 261 Gal. 3. 6. 161 5. D. 270 F. 2 Kön. 1. 2, 1-14. 462 296 S. 2, 15. 3.1573) 1622 Matth. 24. 16 527 Offb. 5. D. 364 6. 10.11.12. 614 M. Hosea 1. 2. 3. 334 19. Sonntag nach Trinitatis. 25. Sonntag nach Trinitatis. S.Pf. 59. 74. 75. 1529 Matth. 9. 1452 S.Pf. 87. 125. M. Dan. 7. 8.9. 199 M. 2 Kön. 4. 39 1 Cor. 2. 3. 103 D. 5. 6. 7. 11. 225 M. 13. 303 D. 8.9. 1. S. 532 4. 5. 6. 577 7.8.9. 10. 11. 20. Sonntag nach Trinitatis. S.Pf. 77. 78. Amos 1. 2. 3. 265 Röm. 3. 266 4. M. 4.5. 6.7. 246 10. 11. 555 12. 13. 556 26. Sonntag 1507 Matth. 22. 1494 S.B. 76. 39. 181 M. 2 Kön. 14. 15. M. Sof. 12. 13. 14. 12 Gbr. 1. 16. 17. 270 D. 18. 19. 20.1528 242 M. 5,1-11. 307 D.( 2Chrn. 33.) 21. 244 5,12. 20. 22. 23, 30. 517 15, 1-4. 6. 471 S. 23, 31. 24. 25. 170 15,5-8. 16. 17 27. Sonntag nach Trinitatis. 509 S.Pf. 122. 126. 150. 629 Matth. 25. 61 43 Mth. 5, 1-16. 455 M. Esra 1. 2. 3. 466 Offb. 17. 16 371 5,17: 48. 459 D. 174 6, 1-18. 301 M. 488 8.9. 242 S. Micha 1. 2. 483 21. Sonntag nach Trinitatis. S.Pf. 127. 128. 129. 1517| Joh. 4. M. Micha 3. 4. 5. 6. 7. 489 4. 5. 6. 7.8.9.10. 326 1. 2. 3. 4. 490, 18. H 19. 17 20. 61 6,19-34. 526 D. Neh. 5. 6. 7. 8. 459 7,1-12. 362. 7,13-29. 466.19.10. 11. 12. 13. 378 21. 62 22. 163 D. M. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 13 18 63 7. 8. 9. 10. nach Trinitatis. 1574 Matth. 25. 16: 494 Offb. 11, 1-19. 615 12. 13. 14. 5C 16 16 NO in spanis 0404 Beschreibung, pie das der Stadt Jerusalem angedrohte Gericht Gottes vollzogen, und die Stadt zerstört wurde. Als das vormals von Gott so hoch be-| Greuel der Verwüstung stand an der nadigte Volk der Juden das Maß sei- heiligen Stätte. Die römischen Lander Sünden durch die Verwerfung des pfleger steuerten solchen Unordnungen Sohnes Gottes erfüllt hatte, ward es nicht nur nicht, sondern förderten fie on den Strafgerichten Gottes getrof wohl gar, um dann bei dem nachheri-n, die durch Mosen und die Prophe- gen Einschreiten desto größere Erpresa n und von dem Sohne Gottes fel- sungen und Gewaltthätigkeiten sich ers er ihm zuvor angedroht waren. Das lauben zu können. So nahm z. B. der Berkzeug hierbei in Gottes Hand wa- Landpfleger Gessius Florus einmal en die Römer, ein Volk von ferne bei Unterdrückung eines Aufstandes er, deß Sprache sie nicht fannten, einen Theil des Tempelschatzes für sich as wie ein Adler flog, ein freches weg, ließ 3000 Juden in Jerusalem Solf, das nicht ansah die Person der niederhauen und viele Vornehme geiz Ilten, noch schonte der Jünglinge; Beln und freuzigen. Solch Verfahren ie denn schon Moses bezeugt hatte, erbitterte denn wieder die Juden und nß ein solches Volk über sie kommen reizte sie um so mehr, das ohnehin ürde, wenn sie der Stimme ihres verhaßte Joch der Römer abzuwerfen, Bottes nicht gehorchten.( 5 Mof. 28, so daß Rotten und Aufruhr nichts fel9.) Das Strafgericht selber ward tenes waren. Als nun gar die Juden ber also vollzogen. über Cestius, den Landpfleger von Syrien, der auch einmal zur Unterdrückung eines solchen Aufruhrs herbeigekommen war, einen kleinen Sieg davon getragen hatten und überdies gerade damals die Ankunft eines weltlichen Messias recht zuversichtlich erwarteten, brach der Aufstand im gane zen Lande aus und ward der Krieg gegen die Römer beschlossen. Die Mauern Jerusalems wurden ausges bessert und befestigt, der Feldherr Josephus mit einem Heere von 100,000 Mann nach Galilää geschickt, um dort den Römern entgegen zu treten, wenn sie von Syrien aus ins Land kommen würden; und Alles übte sich in den 36 Nachdem die Juden Jesum Chrium verworfen und gekreuzigt hatten, burden sie hingegeben in verkehrten Sinn, zu thun, was nicht taugt. Sie bertraten immer augenfälliger die eiligen Gebote Gottes und setzten hre ganze Religion nur in eine aber läubische Beobachtung äußerlicher Bebräuche. Die Ungerechtigkeit nahm u, und die Liebe erfaltete. Vornehme nd Geringe überließen sich mit frehem Leichtsinn allen Lastern. Ueppigeit, Unordnungen und Spaltungen eigten sich allenthalben. Jerusalem and das ganze Land ward mit RäuSern und Mördern angefüllt. Der 82 Zerstörung der Stadt Jerusalem. Die Römer ließen nicht lange auf sich warten, und die Adler sammelten sich. Der römische Feldherr Vespasianus drang mit einem mächtigen Heere in Galiläa ein und unterwarf eine Stadt nach der andern. Josephus, der sich im offnen Felde nicht halten fonnte, warf sich in die starke Beste Jotapata bei Liberias und widerstand dort 7 Wochen lang dem Feinde. Da erstiegen aber in einer neblichten Nacht die römischen Soldaten die Mauern, und Alles, was Waffen trug, ward niedergemeßelt. Josephus selber entfam und flüchtete mit 29 Juden in die trocknen Wasserleitungen der Stadt, wo einige mitleidige Frauen ihn und feine Begleiter insgeheim ernährten. Er ward jedoch auch hier von den Römern entdeckt; seine 29 Begleiter tödteten sich gegenseitig, um nicht den Heiden in die Hände zu fallen; Josephus selber aber ließ sich gefangen nehmen und ward von Vespasian dahin begnadigt, daß er als Gefangener in seinem Zelte bleiben mußte. Und das geschah gewiß nicht ohne göttliche Zulaffung; denn Gott wollte einen Zeugen haben, der die Erfüllung seiner Gerichte aller Welt verkündigen könnte; und Josephus war nicht bloß ein Feldherr, sondern auch ein gelehrter Geschichtsschreiber und hat denn auch die Geschichte dieses Krieges und der Zerstörung Jerusalems als Augenzeuge beschrieben. Bespasian drang nun weiter siegreich in Judäa ein und war schon in die Nähe von Jerusalem gekommen, als er in Rom zum Kaiser ausgerufen ward. Er eilte deshalb nach Rom und überließ die weitere Führung des Krieges feinem Sohne Titus, der um Jerusalem eine Wagenburg schlug. Waffen. Die Christen in Jerusalem In Jerusalem selber wimmelte es jedoch, eingedenk der Beissagung und von allerlei Volk; denn viele tausend des Befehls des Herrn, sahen das Ge- Juden waren dorthin geeilt, theils richt Gottes herannahen und flohen um die Stadt zu schützen, theils um über die Berge nach Pella am jenseiti- hinter ihren starken Mauern Schuß gen Ufer des Jordan. zu suchen. Es herrschte aber in der Stadt die größte Zwietracht. Drei Parteien insonderheit standen sich einander gegenüber: 1) die Partei Simons, eines vormaligen Räuberhauptmanns, der die Außenwerke der Stadt inne hatte; 2) die Zeloten, d. h. Ei ferer, die unter dem Vorwande des Eifers für den Glauben und die Freiheit die größten Grausamkeiten verübten, und die unter Anführung des Johannes von Giscala die mittlere Stadt besetzt bielten, und 3) die Partei Eleafars, der, von 20,000 Idumäern unterstüßt, des Tempels sich bemächtigt hatte. Dieſe drei Parteien bekämpften sich gegenseitig mit Schwerdt, Feuer und Dolch. Der Hohepriester Ananias, den Josephus als den besten Mann seiner Zeit schildert und der Eintracht herzustellen suchte, ward nebst 12,000 angesehenen Einwohnern umgebracht. Johannes von Giscala drang mit seinen Bewaffs neten in den Tempel ein, den Eleasar geöffnet hatte, um das Volk zum Opfer zuzulassen, bemächtigte sich des Tems pels und richtete ein entsegliches Blutbad an, worin Tausende umkamen, wie jene Galiläer, deren Blut Pilatus sammt ihrem Opfer vermischt hatte. Tag und Nacht hörte man nichts, als das Geschrei der Kämpfenden und den Jammer der Trauernden. Die Töchs ter Jerusalems weinten über sich selbst und über ihre Kinder. Inzwischen hatte nun auch Titus die Stadt von außen belagert und an allen Orten geängstet. Am 15. Tage stießen die Römer mit ihren Sturmböcken, die ein Rabbine jener Zeit das Schwerdt des Würgengels nennt, die äußerste Mauer ein; und 9 Tage nach her ward auch die innere Mauer er obert. Die Römer drangen in den zunächst gelegenen Theil der Stadt, Zerstörung der Stadt Jerusalem. 83 nd Ströme Bluts flossen in den en, daß nach kurzer Zeit die Juden von en Gassen. Darauf richtete Titus einen Angriff gegen den Tempel und sie Burg Antonia. Um den Tempel u erhalten und das Blutvergießen zu permeiden, ließ er zuvor den Juden Frieden anbieten, wenn sie sich ergeSen wollten; allein die Juden wollten nichts von einer Uebergabe wissen. Ind doch war die Noth in der Stadt aufs höchste gestiegen. Eine furchtbare Hungersnoth peinigte die Bertheidiger. Bewaffnete drangen in alle Häuer, Lebensmittel aufzusuchen. Eltern und Kinder riffen einander die Speise vor dem Munde weg. Man aß das Teder der Schuhsohten und die Riemen an den Schilden. Man suchte In den Düngerhaufen nach Knochen. Leichen Verhungerter lagen in den Straßen und verpesteten die Luft. Ja, es geschah, was Moses auch zuvor verFündigt hatte: Eine vornehme Frau, ein Weib, das zuvor zärtlich und in Lüften gelebt, daß sie nicht hat versucht, ihre Füße auf die Erde zu segen, vor Zärtlichkeit und Wollust, hat ihr eigen Kind heimlich geschlachtet und gegessen in dem Mangel, Angst und Noth, womit die Stadt von den Feinden gedrängt ward." Als dies Titus hörte, hob er seine Hände gen Him mel und rief Gott zum Zeugen an, daß er unschuldig an diesen Greueln sei, da er wiederholt Frieden angebos ten habe. Viele Juden in Jerusalem suchten dem Elend dadurch zu entgehn, daß fie des Nachts heimlich aus der Stadt flohen. Allein sie wurden von den Römern ergriffen und fanden feis ne Gnade bei ihnen. Als sich einst das Gerücht verbreitete, die geflüchte ten Juden hätten Gold verschluat, schnitten die römischen Soldaten in Einer Nacht 2000 gefangenen Juden die Bäuche auf, um Gold in ihren Eingeweiden zu suchen. Die Meisten der Geflüchteten wurden aber von den Römern gefreuzigt, das Angesicht ge gen die Tempelmauern gerichtet, so der Zinne ihres Tempels Tausende ih rer Brüder am Kreuze mußten hängen sehn. Das Blut des auf Golgatha. von ihnen Gefreuzigten fam über fie und über ihre Kinder. - -V Titus hatte unterdeß die Belages rung fortgesetzt und auch die Burg Antonia erobert, so daß nur noch der Tempel mit seinen Nebengebäuden und einigen Mauerthürmen in der Gewalt der Juden waren. Um Tempel und Menschen zu schonen, ließ Titus den Juden nochmals Frieden anbieten und ihnen namentlich vorstellen, wie ihr Heiligthum zu Grunde gehen würde, wenn der Kampf fortgesetzt werde. Al lein abermals vergebens! ,, Nun, so sei es denn!" rief Titus. ,, Wir wollen den Kampf fortsegen; aber den Tempel will ich auch gegen euern Wils len erhalten." Doch er konnte mit al ler seiner Macht nicht das Haus ere halten, von dem der Herr gesagt hatte, daß an ihm kein Stein auf dem ans dern bleiben sollte. Die Römer bes rannten von neuem die Mauern und eroberten bald die beiden nördlichen Borhallen des Tempels, die eine Beus te der Flammen wurden. Nach sechs Tagen unaufhörlichen Stürmens wur den endlich auch die östlichen Vorhals len erobert und niedergebrannt. Dare auf ging es an den Tempel selbst. Ti tus hatte verboten, Feuer an das Ges bäude zu legen; ein Soldat stieg aber dennoch, als der Kampf am higigsten war, einem andern auf die Schultern und warf einen Feuerbrand durch das goldene Fenster in den Tempel. Es zündete; die Flammen griffen um sich, und in kurzer Zeit brannte der Tems pel lichterloh, daß an ein Löschen nicht zu denken war. Da stieg die Wuth und Verzweiflung der Juden aufs höchste. Der ganze Tempelberg ward ein Leichenhaufen. In wenigen Stunden lag der Tempel in Asche. 6000 Weiber und Kinder, die ein fale scher Prophet auf die flachen Dächer 84 Zerstörung der Stadt Jerusalem. des Tempels, als auf eine sichere Burg| unter alle Reiche auf Erden.( 5 Mof. geführt hatte, kamen in den Flammen 28, 25.) Und hat sie unter allen Hels um. Und das geschah am 10. August den sichten lassen, gleichwie man mit des Jahres 70 nach Christi Geburt. einem Siebe sichtet.( Amos 9, 9.) Und hat sie zu einem Sprichwort und Spott gemacht unter allen Völkern. ( 5 Mof. 28, 37.) Und hat ihnen ein bebendes Herz gegeben und verschmachs tete Augen und eine verdorrete See le, daß sie unter den Völkern kein bleis bendes Wesen haben und ihre Fußsohlen keine Ruhe finden.( 5 Mof. 28, 65.) Ihre Plagen sind wunderlich, groß und langwierig gewesen.( 5 Moſ. 28, 59.) Ihr Haus ist ihnen wüste geworden. Und das alles ist über fie gekommen darum, daß sie den Rathschluß Gottes von ihrer Seligkeit vers achtet und, statt sich von dem verheißes nen Heiland Jesu Christo sammeln zu lassen unter seine Flügel, ihn, den Sohn Gottes, verworfen und gefreus zigt haben. Und ihr Haus wird ihnen wüste gelassen werden, bis sie spres chen: Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!( Matth. 23, 39.) Der du dies liesest, siehe dich wohl vor, daß du nicht auch den Sohn Gottes verachtest und mit Sünden kreuzigest. Schaue die Güte und den Ernst Gottes! Den Ernst an denen, die gefallen sind; die Güte aber an dir, soferne du an der Güte bleibest; sonst wirst du auch abgehauen werden.( Röm. 11, 22.) Da Titus sah, daß der Tempel, das Prachtstück des römischen Reiches", wie er ihn nannte, zerstört war, gab er Befehl, nun auch die ganze Stadt niederzubrennen und dem Erdboden gleich zu machen. Nur drei Mauerthürme sollten stehen bleiben, aus denen die Juden zuletzt selbst geflohen und die so fest waren, daß Titus, als er sie besichtigte, ausrief: ,, Gott selbst hat die Juden aus diesen Bollwerken getrieben; denn was hätten wir mit unsern Werkzeugen gegen solche Thürs me ausrichten können." Der Befehl des Titus ward so pünktlich vollzogen, daß man, wie Josephus berichtet, bald nicht mehr glauben konnte, es habe hier je eine Stadt gestanden. Jerusafem ward zertreten von den Heiden und geschleift, und ward kein Stein auf dem andern gelassen. Mehr, als eine Million 300,000 Juden find in diesem Kriege getödtet. 97,000 find gefangen und von diesen die Einen gekreuzigt, die Andern den wilden Thieren vorgeworfen, und die jungen Kinder als Sclaven verkauft. Von der Zeit an ist Israel ohne König, ohne Fürsten, ohne Opfer, ohne Altar, ohne Priester und ohne Heiligthum geblieben.( Hosea 3, 4.) Und der Herr hat das Volk zerstreut 2nd baub 80 RE miri sis in incinya Ed Had no PRIPOD TO sin ni s mp3 mahal n les 100 30 A mio Der kleine Katechismus Dr. Martin Luthers. Erstes Hauptstück. Die Zehn Gebote, wie sie ein Hausvater seinem Gesinde einfältiglich fürhalten soll. 2. Mof. 20, 3. u. f. 5. Mof. 5, 7. u. f. Das erste Gebot. Du sollt nicht andere Götter haben neben mir. Was ist das? Antwort. Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und vertrauen. Das zweite Gebot. Du sollt den Namen deines Gottes nicht mißbrauchen. Was ist das? Antwort. Wir sollen Gott fürchten und lies ben, daß wir bei seinem Namen nicht fluchen, schwören, zaubern, lügen oder trügen, sondern denselben in allen Nöthen anrufen, beten, loben und dans fen. Das dritte Gebot. Du sollt den Feiertag heiligen. Was ist das? Antwort. Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir die Predigt und sein Wort nicht verachten, sondern dasselbige heilig halten, gerne hören und fernen. Das vierte Gebot. Du sollt deinen Vater und deine Mutter ehren. per 6667,953 $ 10 tim Was ist das? Antwort. Wir sollen Gott fürchten und lie ben, daß wir unsere Eltern und Herren nicht verachten, noch erzürnen, sondern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, lieb und werth haben. Das fünfte Gebot. Du sollt nicht tödten. 500 Was ist das? Antwort. Wir sollen Gott fürchten und lies ben, daß wir unserm Nächsten an fels nem Leibe keinen Schaden noch Leid thun, sondern ihm helfen und fördern in allen Leibes- Nöthen. Das sechste Gebot. Du sollt nicht ehebrechen. Was ist das? Antwort. Wir sollen Gott fürchten und lies ben, daß wir keusch und züchtig leben in Worten und Werken, und ein jeglis cher sein Gemahl lieben und ehren. Das fiebente Gebot. Du sollt nicht fehlen. Was ist das? Antwort. Wir sollen Gott fürchten und lies ben, daß wir unsers Nächsten Geld oder Gut nicht nehmen, noch mit fal scher Waare oder Handel an uns brin gen, sondern ihm sein Gut und Nah rung helfen bessern und behüten. Das achte Gebot. Du sollt nicht falsch Beugnis reden wider deinen Nächsten. Was ist das? Antwort. Wir sollen Gott fürchten und lies ben, daß wir unsern Nächsten nicht fälschlich belügen, verrathen, after reden oder bösen Leumund machen, sondern sollen ihn entschuldigen, Gu tes von ihm reden, und Alles zum Bes sten kehren. Das neunte Gebot. Du sollt nicht begehren deines Nächßten Haus. 86 Der kleine Katechismus Lutheri. Was ist das? Antwort. Wir sollen Gott fürchten und fieben, daß wir unserm Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause stehen, noch mit einem Schein des Rechten an uns bringen 2c., sondern ihm dasselbige zu behalten förderlich und dienstlich sein. Das zehnte Gebot. Du sollt nicht begehren deines Nächflen Weib, Knecht, Magd, Vich, oder Alles, was sein ist. Was ist das? Antwort. Wir sollen Gott fürchten und lie ben, daß wir unserm Nächsten nicht fein Weib, Gesinde, oder Vieh ab. spannen, abdringen, oder abwendig machen, sondern dieselbigen anhalten, daß sie bleiben und thun, was sie schuldig sind. Der erste Artikel. Von der Schöpfung. Ich glaube an Gott, den Vater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erden. Was sagt nun Gott von diesen Ges boten allen? Antwort. Was ist das? Antwort. Ich glaube, daß mich Gott geschaffen hat sammt allen Creaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch erhält; dar zu Kleider und Schuh, Essen und Trinken, Haus und Hof, Weib und Kind, Acker, Vieh und alle Güter, mit aller Nothdurft und Nahrung des Leibes und Lebens reichlich und täglich versorget, wider alle Fährlichkeit beschirmet und vor allem lle bel behütet und bewahret; und das alles aus lauter väterlicher, göttlicher Güte und Barmherzigkeit, ohn all mein Verdienst und Würdigkeit; deß alles ich ihm zu danken und zu loben, und dafür zu dienen und ge Er sagt also: Ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifriger Gott, der über die, so mich hassen, die Sünde der Väter heimsucht an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied; aber denen, so mich lieben und meine Gebote halten, thue ich wohl ins taufendste Glied. Antwort. Was ist das? 3weites Hauptstück. Der Glaube, wie ein Hausvater denselbigen seinem Gesinde auf das einfäl 15/0 tigste fürhalten soll. Gott dräuet zu strafen Alle, die diese Gebote übertreten; darum sol len wir uns fürchten vor seinem Zorn und nicht wider solche Gebote thun. Er verheißet aber Gnade und alles Gute allen, die solche Gebote halten; darum sollen wir ihn auch lieben und vertrauen und gerne thun nach seinen Geboten. horsam zu sein schuldig bin. Das ist gewißlich wahr. Der andere Artikel. Von der Erlösung. Und an Jesum Chriftum, seinen einigen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontio Pilato, gekreuziget, gestorben und begraben; niedergefahren zur Höllen, am dritten Tage wieder auferstanden von den Todten, aufgefahren gen Himmel, fizend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Daters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Todten. Was ist das? Antwort. Ich glaube, daß Jesus Christus, wahrhaftiger Gott, vom Vater in Ewigkeit geboren, und auch wahrhaf tiger Mensch, von der Jungfrau Mas ria geboren, sei mein Herr, der mich verlornen und verdammten Menschen erlöset hat, erworben, und gewonnen Der kleine Katechismus Lutheri. son allen Sünden, vom Tode und Was ist das? Antwort. von der Gewalt des Teufels, nicht mit Ich glaube, daß ich nicht aus eigeBold oder Silber, sondern mit seiner Vernunft, noch Kraft an Jesum nem heiligen, theuren Blut und mit Christum, meinen Herrn, glauben, einem unschuldigen Leiden und Ster- oder zu ihm kommen kann; sondern Sen, auf daß ich sein eigen sei und in der heilige Geist hat mich durch das einem Reiche unter ihm lebe und ihm Evangelium berufen, mit seinen Ga Diene in ewiger Gerechtigkeit, Un- ben erleuchtet, im rechten Glauben gechuld und Seligkeit, gleichwie er ist heiliget und erhalten, gleichwie er die auferstanden vom Tode, lebet und re- ganze Christenheit auf Erden beruft, gieret in Ewigkeit. Das ist gewißlich sammelt, erleuchtet, heiliget und bei Jesu Christo erhält im rechten, einigen wahr. Glauben. In welcher Christenheit er mir und allen Gläubigen täglich alle Sünde reichlich vergiebt, und am jüngsten Tage mich und alle Todten auferwecken wird, und mir sammt allen Gläubigen in Christo ein ewiges Leben geben wird. Das ist gewißlich wahr. Drittes Hauptstück. Das Vater Unser, dasselbige seinem Gesinde auf das einfäl tigste fürhalten soll. Der dritte Artikel. Von der Heiligung. Ich glaube an den heiligen Geist, eine, heilige, christliche Kirche, die Gemeine der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen. wie ein Hausvater Vater unser, der du bist im Himmel. Was ist das? Antwort. Gott will uns damit locken, daß wir glauben sollen, er sei unser rechter Bater, und wir seine rechten Kinauf daß wir getrost und mit aller Suversicht ihn bitten sollen, wie die lieben Kinder ihren lieben Vater bitten. Die erste Bitte. 87 Geheiliget werde dein Name. Was ist das? Antwort. Gottes Name ist zwar an ihm selbst heilig; aber wir bitten in diesem Ge bet, daß er bei uns auch heilig werde. Wie geschieht das? Antwort. Wo das Wort Gottes lauter und rein gelehret wird, und wir auch hei lig als die Kinder Gottes darnach le ben. Das hilf uns, lieber Vater im Himmel! Wer aber anders lehret und lebet, denn das Wort Gottes lehret, der entheiliget unter uns den Namen Gottes. Da behüt uns für, lieber himmlischer Vater! Die andere Bitte. Dein Reich komme. Was ist das? Antwort. Gottes Reich kömmt wohl ohn un ser Gebet von ihm selbst; aber wir bitten in diesem Gebet, daß es auch zu uns komme. Wie geschieht das? Antwort. Wenn der himmlische Vater uns seiz nen heiligen Geist giebt, daß wir sei nem heiligen Wort durch seine Gnade glauben und göttlich leben, hie zeitlich und dort ewiglich. Die dritte Bitte. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Was ist das? Antwort. Gottes guter, gnädiger Wille ges schieht wohl ohne unser Gebet; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns geschehe. Wie geschieht das? Antwort. Wenn Gott allen bösen Rath und Willen bricht und hindert, so uns den Namen Gottes nicht heiligen, und sein Der kleine Katechismus Lutheri. 88 Reich nicht kommen lassen wollen, als - da ist des Teufels, der Welt und unsers Fleisches Wille; sondern stärket und behält uns fest in seinem Wort und Glauben bis an unser Ende; das ist sein gnädiger, guter Wille. Die vierte Bitte. Unser täglich Brod gieb uns heute. Was ist das? Antwort. Gott giebt das tägliche Brod, auch wohl ohne unser Bitte, allen bösen Menschen; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er uns solches erkennen lasse, und wir mit Danksagung empfahen unser täglich Brod. Was heißt denn täglich Brod? Antwort. Alles, was zur Leibes Nahrung und Nothdurft gehört, als Essen, Trinken, Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut, fromm Gemahl, fromme Kinder, fromm Gesinde, from me und treue Oberherren, gut Regiment, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Bucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn und desgleichen. Die fünfte Bitte. Und vergieb uns unsere Schuld, als wir vergeben unsern Schuldigern. Was ist das? Antwort. Wir bitten in diesem Gebet, daß der Vater im Himmel nicht ansehen wolle unsere Sünde, und um derselbigen willen solche Bitte nicht versagen; denn wir sind der keines werth, das wir bitten, haben es auch nicht verdie net; sondern er wolle es uns alles aus Gnaden geben; denn wir täglich viel fündigen, und wohl eitel Strafe vers dienen. So wollen wir zwar wieders um auch herzlich vergeben und gerne wohl thun denen, die sich an uns vers sündigen. Zum Ersten. Was ist die Taufe? Antwort. Die Taufe ist nicht allein schlecht Wasser, sondern sie ist das Wasser in Gottes Gebot gefasset, und mit Got tes Wort verbunden. Die sechste Bitte. Und führe uns nicht in Versuchung. Was ist das? Antwort. Gott versucht zwar Niemand; aber wir bitten in diesem Gebet, daß uns Gott wolle behüten und erhalten, auf daß uns der Teufel, die Welt und uns ser Fleisch nicht betrüge, noch verführe in Mißglauben, Verzweiflung und ans dere große Schande und Laster; und ob wir damit angefochten würden, daß wir doch endlich gewinnen und den Sieg behalten. Die siebente Bitte. Sondern erlöse uns von dem Ulebel. Was ist das? Antwort. Wir bitten in diesem Gebet, als in der Summa, daß uns der Vater im Himmel von allerlei Ulebel, Leibes und der Seele, Guts und Ehre erlöse, und zuleßt, wenn unser Stündlein kömmt, ein seliges Ende beschere, und mit Gnaden von diesem Jammerthal zu sich nehme in den Himmel. Amen. Was heißt Amen? Antwort. Daß ich soll gewiß sein, solche Bitten sind dem Vater im Himmel anges nehm und erhöret; denn er selbst hat uns geboten, also zu beten, und vers heißen, daß er uns will erhören. Amen! Amen! das heißt: Ja! Ja! es soll also geschehen. Viertes Hauptstück. Das Sacrament der heiligen Taufe, wie dasselbige ein Hausvater seinem Gesinde soll einfältiglich fürhalten. Welches ist denn solch Wort Gottes? Antwort. Da unser Herr Christus spricht, Matthäi am Letzten: Gehet hin in alle Welt, lehret alle Völker, und taufet ste im Namen des Vaters, und des Der kleine Katechismus Lutheri. 89 ohnes, und des heiligen Geistes.| Geburt im heiligen Geist, wie St. Matth. 28, 19. Zum Andern. Was giebt oder nüßet die Taufe? Antwort. Sie wirket Vergebung der Sünden, erlöset vom Tod und Teufel, und giebt die ewige Seligkeit Allen, die es glauben, wie die Worte und VerheiBung Gottes lauten. Paulus sagt zum Lito am 3. Cap. Durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesum Chriftum, unfern Heiland, auf daß wir durch desselbigen Gnade gerecht, und Erben sein des ewigen Lebens, nach der Hoffnung. Das ist gewißlich wahr. Tit. 3, 5-8. Zum vierten. Welches sind solche Worte und Verhei Bung Gottes? Antwort. Da unser Herr Christus spricht, Marci am Letzten: Wer da glaubet und getaufet wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. Marc. 16, 16. Zum Dritten. Wie kann Waffer solche große Dinge thun? Antwort. Waffer thuts freilich nicht, sondern das Wort Gottes, so mit und bei dem Wasser ist, und der Glaube, so sol chem Wort Gottes im Wasser trauet. Denn ohne Gottes Wort ist das Was ser schlecht Wasser, und keine Taufe; aber mit dem Wort Gottes ist es eine Taufe, das ist, ein gnadenreich Wasser des Lebens und ein Bad der neuen Was bedeutet denn solch Wassertaufen? Antwort. Fünftes Hauptstück. Das Sacrament des Altars, Es ist der wahre Leib und Blut unsers Herrn Jesu Christi, unter dem Brode und Weine uns Christen zu es sen und zu trinken von Christo selbst eingesetet. Es bedeutet, daß der alte Adam in uns durch tägliche Reu und Buße soll ersäufet werden, und sterben mit allen Sünden und bösen Lüften, und wiederum täglich herauskommen und auf erstehen ein neuer Mensch, der in Ges rechtigkeit und Reinigkeit vor Gott ewiglich lebe. Wo stehet das geschrieben? Antwort. wie ein Hausvater dasselbige seinem Gesinde einfältiglich fürhalten ſoll. Wo stehet das geschrieben? Antwort. So schreiben die heiligen Evangelisten, Matthäus, Marcus, Lucas und St. Paulus: St. Paulus zu den Römern am 6. spricht: Wir sind sammt Christo durch die Taufe begraben in den Tod, daß, gleich wie Christus ist von den Todten auferwecket durch die Herrlichkeit des Vaters, also follen wir auch in einem neuen Leben wandeln. Röm. 6, 4. Was ist das Sacrament des Altars?| das Brod, dankete und brach es und Antwort. gab es feinen Jüngern und sprach: Mehmet, esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; solches thut zu meinem Gedächtnisse. Unser Herr Jesus Christus nahm in der Nacht, da er verrathen ward, Desselbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahle, dankete und gab ihnen den, und sprach: Trinket Alle daraus: dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blute, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden; solches thut, fo oft ihr es trinket, zu meinem Gedächtnisse. Der kleine Katechismus Lutheri. 90 Was nützet denn solch Essen und Trinfen? Antwort. D Das zeigen uns diese Worte: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden. Nämlich, daß uns im Sacrament Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit durch solche Worte gegeben wird; denn wo Vergebung der Sünden ist, da ist auch Leben und Seligkeit. Wie kann leiblich Essen und Trinken solche große Dinge thun? Antwort. Effen und Trinken thuts freilich nicht, sondern die Worte, so da ste hen: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden. Welche Worte sind neben dem leiblichen Essen XPE Die Beichte begreift zwei Stücke in fich: Eines, daß man die Sünde bekenne; das andere, daß man die Absolution oder Vergebung von dem Beichtiger empfahe, als von Gott selbst, und ja nicht daran zweifele, sondern fefte glaube, die Sünden seien dadurch vergeben vor Gott im Himmel. Welche Sünde soll man denn beichten? Vor Gott soll man aller Sünden fich schuldig geben, auch die wir nicht erfennen, wie wir im Bater Unser thun; aber vor dem Beichtiger sollen wir allein die Sünden bekennen, die wir wissen und fühlen im Herzen. und Trinken als das Hauptstück im Sacrament; und wer denselbigen Wors ten glaubet, der hat, was sie sagen und wie fie lauten, nämlich Vergebung der Sünden. Wer empfähet denn solch Sacrament würdiglich? Antwort. Faften und leiblich sich bereiten ist wohl eine feine äußerliche Zucht; aber der ist recht würdig und wohl geschickt, der den Glauben hat an diese Worte: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden. Wer aber dies sen Worten nicht glaubet, oder zweis | felt, der ist unwürdig und ungeschickt; denn das Wort( Für Euch) fordert eitel gläubige Herzen. Wie man die Einfältigen soll lehren beichten. Welche sind die? Da siehe deinen Stand an nach Da siehe deinen Stand an nach den zehn Geboten, ob du Bater, Mutter, Sohn, Tochter, Herr, Frau, Knecht seiest, ob du ungehorsam, untreu, unfleißig gewesen seiest, ob du Jemand Leide gethan haft mit Wor ten, oder Werken, ob du gestohlen, versäumet, verwahrloset, Schaden gethan hast. Lieber, stelle mir eine kurze Weise zu beichten. Antwort. So sollt du zum Beichtiger sprechen: Würdiger, lieber Herr, ich bitte euch, ihr wollet meine Beichte hören, und mir die Vergebung sprechen um Gottes willen. Sage an. Ich armer Sünder bekenne mich vor Gott aller Sünden schuldig, in sonderheit bekenn ich vor euch, daß ich ein Knecht, Magd 2c. bin; aber ich diene leider untreulich meinem Herrn; denn da und da habe ich nicht gethan, was sie mich hießen, habe sie erzürnet und zu fluchen beweget, habe versäumet, und Schaden lassen geschehen. Bin auch in Worten und Werken schamlos gewesen, habe mit meines Gleichen gezürnet, wider meine Frau gemurret und gefluchet, 2c. Das Alles ist mir leid, und bitte um Gnade, ich will mich bessern. Ein Herr oder Frau fage also: Insonderheit bekenne ich vor euch, daß ich mein Weib, Kind und Ge finde nicht treulich gezogen habe zu Gottes Ehren. Ich habe geflucht, böse Grempel mit unzüchtigen Worten und Werken gegeben, meinem Nachbar Schaden gethan und übel nachgeres Der kleine Katechismus Lutheri. t, zu theuer verkauft, falsche und cht ganze Waare gegeben. Und was mehr wider die Gebote Gottes und inen Stand gethan, 2c. Wenn aber Jemand sich nicht be hweret findet mit solcher, oder gröern Sünden, der soll nicht sorgen, Der weiter Sünde suchen, noch ers ichten, und damit eine Marter aus er Beichte machen; sondern erzähle Ene, oder zwo, die du weißest. Also: Ensonderheit bekenne ich, daß ich einmal geflucht, item, einmal unhübsch mit Worten gewesen, einmal dies N. ersäumet habe, zc. Also laß es geug sein. 91 Gott sei dir gnädig und stärke deinen Glauben! Amen! Weiter. Welches sind die Schlüssel des Himmefreichs? Antwort. Glaubest du auch, daß meine Vers gebung Gottes Vergebung set? Die Schlüssel des Himmelreichs find die Gewalt, die unser Herr Jesus Christus auf Erden im Evangelio einges seget hat, den bußfertigen Sündern die Sünde zu vergeben, den unbußfer tigen Sündern die Sünde zu behalten, wie die Worte Chrifti lauten. Wie lauten die Worte Chrifti? Antwort. Unser Herr Christus spricht, Joh. 20: Wie mich mein Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nehmet hin den heiligen Geist; welchen ihr die Sünde ers laffet, denen sind sie erlassen, und wels chen ihr sie behaltet, denen sind sie bes halten. Weißt du aber gar keine( welches och nicht wohl sollte möglich sein), osage auch keine insonderheit, son ern nimm die Vergebung auf die gemeine Beichte, so du vor Gott thust gegen den Beichtiger. Darauf soll der Beichtiger sagen: I fältigen. Antwort. Ja, lieber Herr. Darauf spreche er: Wie du glaubest, so geschehe dir. Und ich, aus dem Befehl unsers Herrn Jesu Christi, vergebe dir deine Süne de, im Namen des Vaters, und des Sohnes, und des heiligen Geistes. Amen! Gehe hin in Frieden. Welche aber große Beschwerung des Gewissens haben, oder betrübet und angefochten sind, die wird ein Beichtvater wohl wissen mit mehr Sprüchen zu trösten und zum Glauben reizen. Das soll allein eine gemeine Weise der Beichte sein für die Eine To Die Lehre vom Amt der Schlüssel des Himmelreichs. Wie man den Einfältigen, und ein Hausvater seinem Gesinde dies selbige fürhalten soll. Was geben die Schlüssel, oder wozu find fie nüße? Antwort. Das zeigen uns diese Worte: Des nen ihr die Sünde erlasset, denen sind fie erlaffen. Nämlich, daß den Gläue bigen Vergebung der Sünden, im Nas men Jesu Christi, durch seinen Tod und Blut erworben, zugeeignet wird, auf daß der Glaube gestärket, das Ge wissen versichert und ruhsam gemacht werde; denn dem Glauben folget Fries de im Herzen, wenn die Sünde verges ben ist. Wie kann der Mensch Sünde verges ben? Antwort. Der Mensch thut es freilich nicht, ein Mensch von sich selbst, sondern von Amts wegen, auf des Herrn Christi Befehl, wie die Worte lauten: Wel chen ihr die Sünde erlasset, denen find fie erlassen. Nehmet bin den heiligen Geist. Denn gleich wie des Menschen Sohn auf Erden Macht hat, Sündezu vergeben, also hat er dieselbe Macht 92 Der kleine Katechismus Lutheri. Antwort. Im Predigtamt eingesetzet, da er spricht:| Welchen soll man die Sünde behalten? Wie mich mein Vater gesandt hat, also sende ich euch, Joh. 20. Item: Wer euch höret, der höret mich. Luc. 10 Belchen soll man die Sünde vergeben? Antwort. Denen, die in wahrhaftiger Buße ihre Sünde bekennen, und mit demüthigem, gläubigem Herzen durch Jesum Christum Gnade und Trost be gehren. Wie der Herr Christus spricht zu dem Gichtbrüchigen, Matth. 9: Mein Sohn, gläube fest, dir sind deine Sünden vergeben. Und zu der bußfertigen Sünderin, Luc. 7: Dir sind deine Sünden vergeben, dein Glaube hat dir geholfen. Wie ein Hausvater sein Gesinde soll lehren Morgens und Abends sich segnen. Per Morgensegen. Des Morgens, so du aus dem Bette fährest, sollt du dich segnen mit dem heiligen Kreuz und sagen: Das walt Gott Vater, Sohn und heiliger Geist! Amen! Darauf knieend, oder stehend den Glauben und Vater Unser. Willt du, so magst du dies Gebetlein darzu spre chen: Ich danke dir, mein himmlischer Ba ter, durch Jefum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Fahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Uebel, daß dir alle mein Thun und Leben gefalle; denn ich befehle mich, mein Leib und Seele, und Alles in deine Hände. Dein heiliger Engel fei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen! Allen Unbußfertigen und Ungläu bigen, die in Sünden muthwillig stels fen bleiben, und alle christliche Ermahs nung verachten, wie unser Herr Chris stus lehret, Matth. 18: Sündiget dein Bruder an dir, so gehe hin, und strafe ihn zwischen dir und ihm allein; höret er dich, so hast du deinen Bruder ges wonnen. Höret er dich nicht, so nimm doch einen oder zween zu dir, auf daß alle Sache bestehe auf zweier oder dreier Zeugen Munde. Höret er die nicht, so sage es der Gemeine. Höret er die Gemeine nicht, so halte ihn als einen Heiden und Zöllner. Und alsdann mit Freuden an dein Werk gegangen, und etwa ein Lied gesungen, als die zehn Gebot, oder was deine Andacht giebt. Der Abendsegen. Des Abends, wenn du zu Bette ges hest, sollt du dich fegnen mit dem heis ligen Kreuz und sagen: Das walt Gott Vater, Sohn und heiliger Geist! Amen! Darauf knieend oder stehend den Glauben und Vater Unser. Willt du, so magst du dies Gebetlein darzu spre chen: Ich danke dir, mein himmlischer Bater, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, daß du mich diesen Tag gnädiglich behütet haft, und bitte dich, du wollest mir vergeben alle meine Sünde, wo ich Unrecht gethan habe, und mich diese Nacht gnädiglich behüs ten; denn ich befehle mich, mein Leib und Seele, und alles in deine Hände.Dein beiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen! Und alsdann flugs und fröhlich ges schlafen. Der kleine Katechismus Lutheri. 93 Bie ein Hausvater sein Gesinde soll lehren das Benedicite*) und Gratias**) sprechen. Die Kinder und Gefinde sollen mit gefalteten Händen und züchtig vor den tisch treten und sprechen: Aller Augen warten auf dich, Herr, nd du giebest ihnen ihre Speise u seiner Zeit; du thust deine milde Band auf, und sättigest Alles, was le set, mit Wohlgefallen. Scholia***). Wohlgefallen heißet, daß alle Thiee so viel zu essen kriegen, daß sie fröhich und guter Dinge darüber sind; Denn Sorgen und Geiz hindern solch Wohlgefallen. Darnach das Vater Unser und dies Folgende Gebet: Herr Gott, himmlts cher Bater, segne uns und diese deine Baben, die wir von deiner milden Gü e zu uns nehmen, durch Jesum Chritum, unfern Herrn. Amen! Das Gratias. Also auch nach dem Effen sollen fle gleicher Weise thun, züchtig und mit gefalteten Händen sprechen: Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich; der allem Fleische Speise giebet, der dem Viehe sein Futter gies bet, den jungen Raben, die ihn anrus fen. Er hat nicht Lust an der Stärke des Rosses, noch Gefallen an Jemandes Beinen Der Herr hat Gefallen an denen, die ihn fürchten, und die auf seine Güte warten. Bon weltlicher Obrigkeit. Jedermann sei unterthan der Obrigfeit, die Gewalt über ihn hat; denn Darnach das Vater Unser und dies folgende Gebet: Wir danken dir, Herr Gott Vater, durch Jesum Christum, unsern Herrn, für alle deine Wohlthat, der du lebest und regierest in Ewigkeit. Amen! *) Gebet vor Tisc.**) Gebet nach Tisch.***) Erklärung. Die Haustafel etlicher Sprüche, Für allerlet heilige Orden und Stände, dadurch dieselbigen, als durch eigene Lection, ihres Amtes und Dienstes zu vermahnen. Den Bischöfen, Pfarrherren und Predigern. Ein Bischof soll unsträflich sein, eires Weibes Mann, nüchtern, fittig, näßig, gastfrei, lehrhaftig, nicht ein Beinsäufer, nicht beißig, nicht unehr iche Handthierung treiben; sondern jelinde, nicht haderhaftig, nicht geiig, der seinem eigenen Hause wohl orstehe, der gehorsame Kinder habe, nit aller Ehrbarkeit, nicht ein Nening, der ob dem Worte halte, das gevig ist, und lehren kann, auf daß er nächtig sei, zu ermahnen durch die eilsame Lehre, und zu strafen die Biderfacher. 1. Tim. 3, 2-4.( Tit. 1,6.9.) es ist keine Obrigkeit, ohne von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott verordnet: Wer sich nun wider die Obrigkeit sehet, der widerstrebet Gots tes Ordnung; wer aber widerstrebet, wird sein Urtheil empfahen. Denn sie trägt das Schwerdt nicht umsonst; fie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe über die, so Böses thun. Röm. 13, 1. 2, 4, Von denen Unterthanen. Gebet dem Kaiser, was des Rais sers ist, und Gotte, was Gottes ist. Matth. 22, 21. So seid nun aus Noth unterthan, nicht allein um des Gewissens willen. Derohalben müss set ihr auch Schoß geben; denn es find Gottes Diener, die solchen Schut sollen handhaben. So gebet nun Je dermann, was ihr schuldig seid, Schoß, 94 Der kleine Katechismus Lutheri. dem der Schoß gebühret, Zoll, dem| billig. Ehre Vater und Mutter. Das der Zoll gebühret, Furcht, dem die ist das erste Gebot, das Verheißung Furcht gebühret, Ehre, dem die Ehre hat, nämlich, daß dirs wohlgehe und gebühret, Röm. 13, v. 5. 6. 7. So lange lebest auf Erden. Eph. 6. 1-3. ermahne ich nun, daß man vor allen Den Knechten, Mägden, Tagelöhnern und Arbeitern 2c. Dingen zuerst thue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, auf daß wir ein geruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit; denn solches ist gut, darzu auch anges nehm vor Gott und unserm Heilande, 1. Tim. 2, v. 1-3. Erinnere sie, daß fie dem Fürsten und der Obrigkeit unterthan und gehorsam sein, Tit. 3, v. 1. Seid unterthan aller menschfichen Ordnung um des Herrn wil len, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm, zur Rache über die Ulebelthäter, und zu Lobe den Frommen, 1. Petr. 2, v. 13. Den Ehemännern. Ihr Männer, wohnet bei euren Weibern mit Vernunft, und gebet dem weibischen, als dem schwächsten Werks zeuge, seine Ehre, als Miterben der Gnade des Lebens, auf daß euer Gebet nicht verhindert werde. 1. Petr. 3, v. 7. Und seid nicht bitter gegen fie, Col. 3, v. 19. Den Cheweibern. Die Weiber seien unterthan ihren Männern, als dem Herrn, wie Sara Abraham gehorsam war und hieß ihn Herr; welcher Töchter ihr worden seid, so ihr wohl thut und nicht so schüch tern seid. 1. Petri 3, v. 5. 6. Den Eltern. Ihr Båter, reizet eure Kinder nicht zum Zorn, daß sie nicht scheu werden, sondern ziehet fie auf in der Zucht und Bermahnung zu dem Herrn, Eph. 6, v. 4. Den Kindern. Ihr Kinder, seid gehorsam euren Eltern in dem Herrn, denn das ist Ihr Knechte, seid gehorsam euren leiblichen Herren, mit Furcht und Zittern, in Einfältigkeit eures Herzens, als Christo selbst, nicht mit Dienst als lein für Augen, als Menschen zu ges fallen, sondern als die Knechte Chrifti, daß ihr solchen Willen Gotte's thut von Herzen, mit gutem Willen. Laßt euch dunken, daß ihr dem Herrn und nicht den Menschen dienet, und wisset, was ein jeglicher Guts thut, das wird er empfahen, er sei Knecht oder frei. Ephes. 6, v. 5-8. Den Hausherren und Hausfrauen. Ihr Herren, thut auch dasselbige ges gen ihnen, und lasset euer Drauen, und wisset, daß ihr auch einen Herrn im Himmel habt, und ist bei ihm kein Ansehen der Person, Ephes. 6, v. 9. Der gemeinen Jugend. Ihr Jungen, seid den Alten unters than, und beweiset darinnen die Des muth; denn Gott widerstehet den Hofs färtigen, aber den Demüthigen giebt er Gnade. So demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit, 1. Pet. 5, v. 5. 6. Den Wittwen. Welche eine rechte Wittwe und eins sam ist, die stellet ihre Hoffnung auf Gott und bleibet am Gebet Tag und Nacht; welche aber in Wollüsten lebet, die ist lebendig todt, 1 Tim. 5, v. 6 Der Gemeine. Liebe deinen Nächsten als dich selbst. In dem Worte sind alle Gebote vers fasset, Röm. 13, v. 9. Und haltet an mit Beten für alle Menschen, 1. Tim. 2, b. 1. Ein jeder lern seine Lection, So wird es wohl im Hause stehn. is thin doug sibligandopni? 4000 Confession oder Bekenntniß unserer evangelischen Väter, geschehen auf dem Reichstage zu Augsburg am 30. Juni 1530 vor Kaiser und Reich. 20 dArtikel des Glaubens und der Lehre. Der erste Artikel. Von Gott. Erstlich wird einträchtiglich geleh ret und gehalten, laut des Beschluß Concilii Nicaeni, daß ein einig göttich Wesen sei, welches genannt wird und wahrhaftig ist Gott, und sind Doch drei Personen in demselben einigen göttlichen Wesen, gleich gewaltig, gleich ewig, Gott Vater, Gott Sohn, Gott heiliger Geist; alle drei ein gött ich Wesen, ewig, ohne Stück, ohne Ende, unermeßlicher Macht, Weisheit and Güte, ein Schöpfer und Erhalter aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge. Und wird durch das Wort Persona verstanden nicht ein Stück, nicht eine Eigenschaft in einem andern, sondern das selbst besteht; wie denn die Väter in dieser Sachen dies Wort gebraucht haben. Derhalben werden verworfen alle Ketzereien, so diesem Artikel zuwider find, als Manichaei, die zween Götter gesetzt haben, einen bösen und einen guten. Jtem Valentiniani, Ariani, Eunomiani, Mahometisten, und alle dergleichen, auch Samosateni, alt und neu, so nur eine Person segen, und von diesen zweien, Wort und heiligem Geist, Sophisterei machen, und sagen, daß es nicht müssen unterschiedene Personen sein, sondern Wort bedeute leiblich Wort oder Stimme, und der heilige Geist sei erschaffne Regung in Creaturen. ve Der zweite Artifel. Von der Erbsünde. Weiter wird bei uns gelehret, daß nach Adams Fall alle Menschen, so natürlich geboren werden, in Sünden empfangen und geboren werden, das ist, daß sie alle von Mutterleibe an voller böser Lust und Neigung sind, und feine wahre Gottesfurcht, feinen wahren Glauben an Gott von Natur haben können; daß auch dieselbige angeborne Seuche und Erbsünde wahrhaftiglich Sünde sei und verdamme alle die unterm ewigen Gottes Zorn, so nicht durch die Taufe und heiligen Geist wiederum neu geboren werden. Hier eben werden verworfen die Pe lagianer und Andere, so die Erbsünde nicht für Sünde halten, damit sie die Natur fromm machen durch natürliche Kräfte zu Schmach dem Leiden und Verdienst Christi. Der dritte Artikel. Von dem Sohne Gottes. Item, es wird gelehret, daß Gott der Sohn sei Mensch worden, gebos ren aus der reinen Jungfrau Maria, und daß die zwei naturen, göttliche und menschliche, in einer Person, also unzertrennlich vereinigt, ein Christus sind, welcher wahrer Gott und Mensch ist, wahrbaftig geboren, gelitten, ge freuziget, gestorben und begraben, daß er ein Opfer wäre nicht allein für die Erbsünde, sondern auch für alle an dere Sünde, und Gottes Zorn vers fühnet. Item, daß derselbige Christus set abgestiegen zur Hölle, wahrhaftig am dritten Tage von den Todten aufers standen, aufgefahren gen Himmel, figend zur Rechten Gottes, daß er ewig herrsche über alle Creaturen und regiere; daß er Alle, so an ihn glaus 96 Augsburgische Confession. ben, durch den heiligen Geist heilige,| hat, um Gottes willen; doch nicht auf reinige, stärke und tröste, ihnen auch solche Werke zu vertrauen, dadurch Leben und allerlei Gaben und Güter Gnade vor Gott zu verdienen. Denn austheile, und wider den Teufel und wir empfahen Vergebung der Sünde wider die Sünde schütze und beschirme. und Gerechtigkeit durch den Glauben an Christum, wie Christus selbst spricht: So ihr dies Alles gethan habt, sollt ihr sprechen: Wir sind untüchtige Knechte. Also lehren auch die Väter; denn Ambrosius spricht: Also ists beschlossen bei Gott, daß wer an Christum glaubet, selig sei, und nicht durch Werke, sondern allein durch den Glauben, ohne Verdienst Vergebung der Sünden habe. Item, daß derselbige Herr Christus endlich wird öffentlich kommen, zu richten die Lebendigen und die Tod ten, faut des Symboli Apostolorum. Der vierte Artikel. Von der Rechtfertigung. Weiter wird gelehret, daß wir Ber gebung der Sünden und Gerechtigkeit vor Gott nicht erlangen mögen durch unser Verdienst, Werk und Genug thun, sondern daß wir Vergebung der Sünden bekommen und vor Gott gerecht werden aus Gnaden um Christus willen durch den Glauben, so wir glauben, daß Christus für uns gelitten hat, und daß uns um seinetwillen die Sünde vergeben, Gerechtigkeit und ewiges Leben geschenkt wird. Denn diesen Glauben will Gott für Gerechtigkeit vor ihm halten und zurechnen, wie St. Paulus sagt Röm. 3 u. 4. Der fünfte Artikel. Von dem Predigtamte. Solchen Glauben zu erlangen, hat Gott das Predigtamt eingesetzt, Evangelium und Sacrament gegeben, dadurch er als durch Mittel den heiligen Geist giebt, welcher den Glauben, wo und wenn er will, in denen, so das Evangelium hören, wirket, welches da lehret, daß wir durch Christus Verdienst, nicht durch unser Verdienst, einen gnädigen Gott haben, so wir solches glauben. Und werden verdammt die Wiedertäufer und Andere, so lehren, daß wir ohne das leibliche Wort des Evangelit den heiligen Geist durch eigene Bereitung, Gedanken und Werke erlangen. Der sechste Artikel. Vom neuen Gehorsam. Auch wird gelehret, daß solcher Glaube gute Früchte und gute Werke bringen soll, und daß man müsse gute Werke thun allerlei, so Gott geboten Der siebente Artikel. Von der Kirche. Es wird auch gelehret, daß allezeit müsse eine heilige christliche Kirche sein und bleiben, welche ist die Versamm lung aller Gläubigen, bei welchen das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sacramente laut des Evangelii gereicht werden. Denn dieses ist genug zu wahrer Einigkeit der christlichen Kirchen, daß da einträchtiglich nach reinem Ver stand das Evangelium gepredigt und die Sacramente dem göttlichen Worte gemäß gereicht werden. Und ist nicht noth zu wahrer Einigkeit der christli chen Kirchen, daß allenthalben gleich förmige Ceremonien, von den Menwie schen eingesetzt, gehalten werden, Paulus spricht, Ephef. 4: Ein Leib, ein Geist, wie ihr berufen seid, zu ei nerlei Hoffnung eures Berufs; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe. Der achte Artikel. Was die Kirche fei? Item, wiewohl die christliche Kirche eigentlich nichts anders ist, denn die Versammlung aller Gläubigen und Heiligen, jedoch, dieweil in diesem Leben viel falscher Christen und Heuche ler sind, auch öffentliche Sünder un ter den Frommen bleiben, so sind die Sacramente gleichwohl träftig, ob schon die Priester, dadurch sie gereicht werden, nicht fromm sind, wie denn Augsburgische Confession. 97 Thristus selbst anzeigt: Auf dem| erworben sei, welcher Glaube wiederStuhl Mosis sizen die Pharisäer 2c. um das Herz tröstet und zufrieden Derohalben werden die Donatisten machet. und alle Andre verdammt, so anders Salten. Der neunte Artikel. Von der Taufe. Von der Taufe wird bei uns gelehret, daß sie nöthig sei, und daß da Durch Gnade angeboten werde; daß man auch die Kinder taufen soll, wel the durch solche Taufe Gott überantwortet und gefällig werden. Derhalben werden die Wiedertäufer verworfen, welche lehren, daß die Kindertaufe nicht recht sei. Der zehnte Artikel. Bom heiligen Abendmahl. Vom heiligen Abendmahl des Herrn wird also gelehret, daß wahrer Leib und Blut Chrifti wahrhaftiglich unter der Gestalt des Brots und Weins im Abendmahl gegenwärtig sei, und da ausgetheilet und genommen wird. Derhalben wird auch die Gegenlehre verworfen. de Der elfte Artikel. Von der Beichte. Von der Beichte wird also gelehret, daß man in der Kirchen Privatam Absolutionem erhalten und nicht fallen lassen soll. Wiewohl in der Beichte nicht noth ist, alle Missethat und Sünden zu erzählen, dieweil doch solches nicht möglich ist, Pf. 19: Wer fennet die Missethat! Der zwölfte Artikel. Von der Buße. Von der Buße wird gelehret, daß diejenigen, so nach der Taufe gesündigt haben, zu aller Zeit, so sie zur Buße fommen mögen, Bergebung der Sünden erlangen und ihnen die Absolution von der Kirche nicht soll ge weigert werden. Und ist wahre rechte Buße eigentlich Reue und Leid, oder Schrecken haben über die Sünde, und doch daneben glauben an das Evangelium und Absolution, daß die Sünde vergeben und durch Christum Gnade Danach soll auch Besserung folgen, und daß man von Sünden lasse; denn dies sollen die Früchte der Büße sein, wie Johannes spricht, Matth. 3: Wirs ket rechtschaffene Früchte der Buße. Hier werden verworfen die, so leh ren, daß diejenigen, so einst find fromm worden, nicht wieder fallen mögen. Dagegen werden auch verdammt die Novatiani, welche die Absolution des nen, so nach der Taufe gesündigt hat ten, weigerten. Auch werden die verworfen, so nicht lehren, daß man durch Glauben Vergebung der Sünden erlange, sondern durch unser Genugthun. Der dreizehnte Artikel. Vom Gebrauch der Sacramente. Vom Brauch der Sacramente wird gelehret, daß die Sacramente eingeſetzt sind, nicht allein darum, daß fie Zeichen seien, dabei man äußerlich die Christen kennen möge, sondern daß es Zeichen und Zeugniß sind göttlichen Billens gegen uns, unsern Glauben dadurch zu erwecken und zu stärken; derhalben sie auch Glauben fordern und dann recht gebraucht werden, so man es im Glauben empfähet und den Glauben dadurch stärket. Der vierzehnte Artikel. Bom Kirchen- Regiment.g Vom Kirchen- Regiment wird ges lehret, daß Niemand in der Kirchen öffentlich lehren, oder predigen, oder Sacrament reichen soll ohne ordentli lichen Beruf. Der fünfzehnte Artikel. Von Kirchen- Ordnungen. Von Kirchenordnungen, von Menschen gemacht, lehret man diejenigen halten, so ohne Sünde mögen gehalten werden, und zu Frieden, zu guter Ordnung in der Kirchen dienen, als gewisse Feiern, Feste und dergleichen. 37 RUST Augsburgische Confession. 98 Doch geschieht Unterricht dabei, daß man die Gewissen nicht damit beschweren soll, als sei solch Ding nös thig zur Seligkeit. Darüber wird gelehrt, daß alle Satzungen und Traditionen von Menschen dazu gemacht, daß man dadurch Gott versöhne und Gnade verdiene, dem Evangelio und der Lehre vom Glauben an Christum entgegen sein. Derhalben seien Klosters Gelübde und andere Traditionen von Unterschied der Speisen, Tage 2c., das durch man vermeinet, Gnade zu verdienen und für Sünde genugzuthun, untüchtig und wider das Evangelium. Der sechszehnte Artikel. Von Polizei und weltlichem Regiment. Von Polizei- und weltlichem Regis ment wird gelehret, daß alle Obrigkeit in der Welt und geordnete Regiment und Geseke gute Ordnung von Gott geschaffen und eingesetzt sind, und daß Christen mögen in Obrigkeit, Fürsten- und Richter- Amt ohne Sün de sein, nach kaiserlichen und andern üblichen Rechten Urtheil und Recht sprechen, Uebelthäter mit dem Schwert strafen, rechte Kriege führen, streiten, kaufen und verkaufen, aufgelegte Eide thun, Eigenes haben, ehelich sein 2c. Hier werden verdammet die Wies dertäufer, so lehren, daß der obangezeigten feines christlich sei. Auch werden diejenigen verdammet, so lehren, daß christliche Vollkommen heit sei, Haus und Hof, Weib und Find leiblich verlassen und sich der vorberührten Stücke äußern; so doch dies allein rechte Vollkommenheit ist, rechte Furcht Gottes und rechter Glaube an Gott. Denn das Evangelium lehret nicht ein äußerlich, zeitlich, sondern innerlich, ewig Wesen und Gerechtigkeit des Herzens, und stoßt nicht um weltlich Regiment, Polizei und Chestand, sondern will, daß man sols ches alles halte als wahrhaftige Ord nung, und in solchen Ständen christliche Liebe und rechte gute Werke, ein jeder nach seinem Beruf beweise. Des rohalben find die Christen schuldig, der Obrigkeit und ihren Geboten ges horsam zu sein in Allem, so ohne Sünde geschehen mag. Denn so der Obrigkeit Gebot ohne Sünde nicht geschehen mag, soll man Gott mehr gehorsam sein, denn den Menschen. Actor. 4. Der siebenzehnte Artikel. Bon Christi Wiederkunft zum Gerichte. Auch wird gelehret, daß unser Herr Jesus Christus am jüngsten Tage koms men wird, zu richten, und alle Todten auferwecken, den Gläubigen und Auss erwählten ewiges Leben und ewige Freude geben, die gottlosen Menschen aber und die Teufel in die Hölle und ewige Strafe verdammen. Derhalben werden die Wiedertäufer verworfen, so lehren, daß die Teufel und verdammte Menschen nicht ewis ge Pein und Qual haben werden. Item, hie werden verworfen etliche jüdische Lehren, die sich auch jezund ereignen, daß vor der Auferstehung der Todten eitel Heilige, Fromme ein weltlich Reich haben und alle Gottlo sen vertilgen werden. Der achtzehnte Artikel. Vom freien Willen.nl Vom freien Willen wird gelehret, daß der Mensch etlichermaßen einen freien Willen hat, äußerlich ehrbar zu leben und zu wählen unter den Dins gen, so die Vernunft begreift. Aber ohne Gnade, Hülfe und Wirkung des heiligen Geistes vermag der Mensch nicht, Gott gefällig zu werden, Gott herzlich zu fürchten, oder zu glauben, oder die angeborne böse Lust aus dem Herzen zu werfen, sondern solches gesschieht durch den heiligen Geist, wel cher durch Gottes Wort gegeben wird, denn Paulus spricht 1 Cor. 2: Der natürliche Mensch vernimmt nichts vom Geiste Gottes. Und damit man erkennen möge, daß hierin keine Reuigkeit gelehret werde, Augsburgische Confeffion. o find das die klaren Worte Augustini om freien Willen, wie jegund hiebet eschrieben aus dem 3. Buch Hyponofticon: Wir bekennen, daß in allen Renschen ein freier Wille ist, denn sie saben ja alle natürlichen angebornen Berstand und Bernunft; nicht, daß sie etwas vermögen, mit Gott zu han Deln, als Gott von Herzen zu lieben, u fürchten, sondern allein in äußerliLichen Werken dieses Lebens haben sie Freiheit, Gutes oder Böses zu wähLen. Gut mein ich, das die Natur vermag, als auf dem Acker zu arbeiten oder nicht, zu essen, zu trinken, zu ei nem Freunde zu gehen oder nicht, ein Kleid an- oder auszuthun, zu bauen, ein Weib zu nehmen, ein Handwerk zu treiben, und dergleichen etwas Nügliches und Gutes zu thun, welches alles doch ohne Gott nicht ist, noch bes stehet, sondern alles aus ihm und durch ihn ist. Dagegen kann der Mensch auch Böses aus eigner Wahl vornehmen, als vor einem Abgott nieder zu knieen, einen Todschlag zu thun 2c. Der neunzehnte Artikel. Von der Ursach der Sünden. Bon Ursach der Sünden wird bei uns gelehret, daß, wiewohl Gott der Allmächtige die ganze Natur geschaf fen hat und erhält, so wirket doch der verfehrte Wille die Sünde in allen Bösen und Verächtern Gottes, wie denn des Teufels Wille ist und aller Gottlosen, welcher alsbald, so Gott die Hand abgethan, sich von Gott zum Argen gewandt hat, wie Christus spricht Joh. 8: Der Teufel redet Lügen aus seinem Eigenen. 99 vor dieser Zeit wenig gelehret bat, sondern allermeist in allen Predigten auf findische unnöthige Werfe, als Rosenkränze, Heiligendienst, Mönche werden, Wallfahrten, gesetzte Fas sten, Feier, Brüderschaften zc. getries ben. Solche unnöthige Werke rühmet auch unser Widerpart nun nicht mehr so hoch, als vor Zeiten; dazu haben sie auch gelernet, nun vom Glauben zu reden, davon sie doch in Vorzeiten gar nichts gepredigt haben, lehren dennoch nun, daß wir nicht allein aus Werken gerecht werden vor Gott, sons dern setzen den Glauben an Chriftum dazu, sprechen, Glauben und Werke machen uns gerecht vor Gott, welche Rede mehr Trostes bringen möge, denn so man allein lehret, auf Werke zu vertrauen. Der zwanzigste Artikel. Bom Glauben und guten WerPent. Den Unsern wird mit Unwahrheit aufgelegt, daß fie gute Werke verbieten, denn ihre Schriften von den zehn Geboten und andere beweisen, daß fie von rechten christlichen Ständen und Werken guten müßlichen Bericht und Vermahnung gethan haben, davon man Dieweil nun die Lehre vom Glaus ben, die das Hauptstück ist in christli chem Wesen, so lange Zeit, wie man bekennen muß, nicht getrieben worden, sondern allein Werklehre an allen Ors ten geprediget ist, so ist davon durch die Unsern solcher Unterricht geschehen: Erstlich, daß uns unsere Werke nicht mögen mit Gott versöhnen und Gnas de erwerben, sondern solches geschieht allein durch den Glauben, so man glaubet, daß uns um Christus willen die Sünden vergeben werden, welcher allein der Mittler ist, den Vater zu versöhnen. Wer nun meinet, solches durch Werke auszurichten, und Gnade zu verdienen, der verachtet Christum und suchet einen eignen Weg zu Gott wider das Evangelium. Diese Lehre vom Glauben ist öf fentlich und klar im Paulo an vielen Orten gehandelt, sonderlich zu den Ephesern am 2.: Aus Gnaden seid ihr selig worden durch den Glauben, und daffelbige nicht aus euch, sondern es ist Gottes Gabe, nicht aus den Wers fen, damit sich Niemand rühme 2c. Und daß hierin kein neuer Verstand einges führet set, kann man aus Augustino beweisen, der diese Sache fleißig hans 100 Augsburgische Confession. delt und auch also lehret, daß wir| Gottlose glauben diesen Artikel, Vers durch den Glauben an Christum Gna- gebung der Sünde, nicht; darum find de erlangen und vor Gott gerecht wer- fie Gott feind, können ihn nicht anrus den, und nicht durch Werke, wie sein fen, nicht Gutes von ihm hoffen. Und ganzes Buch de Spiritu et Litera aus- also, wie jetzt angezeigt ist, redet die weiset. Wiewohl nun diese Lehre bei Schrift vom Glauben, und heißet unversuchten Leuten sehr verachtet glauben nicht ein solches Wiſsen, das wird, so findet sich doch, daß sie den Teufel und gottlose Menschen haben, blöden und erschrockenen Gewissen sehr denn also wird vom Glauben gelehret tröstlich und heilsam ist; denn das Ge- zu Hebräern am 11: Das Glauben wissen kann nicht zu Ruhe und Frie- sei nicht allein, die Historien wissen, den kommen durch Werke, sondern al sondern Zuversicht haben zu Gott, lein durch Glauben, so es bei sich ge- seine Zusage zu empfangen. Und Auwißlich schließt, daß es um Christus gustinus erinnert uns auch, daß wir willen einen gnädigen Gott habe, wie das Wort( Glauben) in der Schrift auch Paulus spricht Röm. 5: So wir verstehen sollen, daß es heiße Zuversicht durch den Glauben sind gerecht wor zu Gott, daß er uns gnädig sei, und den, so haben wir Frieden mit Gott. heiße nicht allein, solche Historien wiss sen, wie auch die Teufel wissen. Diesen Trost hat man vor Zeiten nicht getrieben in Predigten, sondern die armen Gewissen auf eigene Werke getrieben, und find mancherlei Werke vorgenommen; denn Etliche hat das Gewissen in die Klöster gejagt, der Hoffnung, daselbst Gnade zu erwerben durch Klosterleben; Etliche haben andere Werke erdacht, damit Gnade zu verdienen und für die Sünde genug zu thun. Derselbigen viel haben erfahren, daß man dadurch nicht ist zu Frieden kommen. Darum ist noth gewesen, diese Lehre vom Glauben an Christum zu predigen und fleißig zu treiben, daß man wisse, daß man allein durch den Glauben, ohne Verdienst Gottes Gnade ergreifet. Ferner wird gelehret, daß gute Werke sollen und müssen geschehen, nicht, daß man darauf vertraue, Gnas de damit zu verdienen, sondern um Gottes willen und Gott zu Lob. Der Glaube ergreift allezeit allein Gnade und Vergebung der Sünde. Und die weil durch den Glauben der heilige Geist gegeben wird, so wird auch das Herz geschickt, gute Werke zu thun. Denn zuvorn, dieweil es ohne den heiligen Geist ist, so ist es zu schwach; dazu ist es ins Teufels Gewalt, der die arme menschliche Natur zu vielen Sünden treibet. Wie wir sehen in den Philosophen, welche sich unterstanden, ehrlich und unsträflich zu leben, haben aber dennoch solches nicht ausgerichtet, sondern sind in viel große öffentliche Sünden gefallen. Also gehet es mit dem Menschen, so er außer dem rechten Glauben ohne den heiligen Geist ist, und sich allein durch eigene menschliche Kräfte regieret. Derhalben ist die Lehre vom Glauben nicht zu schelten, daß sie gute Werke verbiete, sondern vielmehr zu rühmen, daß sie lehre, gute Werke zu thun, und Sülfe anbiete, wie man zu guten Werfen kommen möge. Denn außer dem Glauben und außerhalb Christo ist Es geschieht auch Unterricht, daß man hier nicht von solchem Glauben redet, den auch die Teufel und Gottlosen haben, die auch die Historien glauben, daß Christus gelitten habe und auferstanden sei von den Todten; sondern man redet vom wahren Glauben, der da glaubet, daß wir durch Christum Gnade und Vergebung der Sünde erlangen, und der nun weiß, daß er einen gnädigen Gott durch Christum hat, kennet also Gott, rufet ihn an, und ist nicht ohne Gott, wie die Heiden. Denn der Teufel und Augsburgische Confession. menschliche Natur und Vermögen viel zu schwach, gute Werke zu thun, Gott anzurufen, Geduld zu haben im LeiDen, den Nächsten zu lieben, befohlne Aemter fleißig auszurichten, gehor Tam zu sein, böse Lust zu meiden. Solche hohe und rechte Werke mögen nicht geschehen ohne die Hülfe Christi, wie er selbst spricht Joh. 15: Ohne mich könnet ihr nichts thun 2c. Der einundzwanzigste Artikel. Von dem Dienst der Heiligen. Bom Heiligendienst wird von den Inseren also gelehret, daß man der Heiligen gedenken soll, auf daß wir unsern Glauben stärken, so wir sehen, wie ihnen Gnade widerfahren, auch wie ihnen durch Glauben geholfen ist; Dazu, daß man Erempel nehme von ihTen guten Werken, ein jeder nach seinem Beruf, gleichwie die Kaiserl. Majestät feliglich und göttlich dem Erempel Davids folgen mag, Kriege wider den Türken zu führen, denn beide sind fie in königlichem Amte, welches Schuß und Schirm ihrer Unterthanen fordert. Durch Schrift aber mag man nicht beweisen, daß man die Heiligen anrufen oder Hülfe bei ihnen suchen soll. Denn es ist allein ein einiger Versöhner und Mittler gesetzt zwischen Gott und den Menschen, Jesus Christus, 1 Tim. 2, welcher ist der einige Heiland, der ei nige oberste Priester, Gnadenstuhl und Fürsprecher vor Gott, Röm. 8. Und der hat allein zugesagt, daß er unser Gebet erhören wolle. Das ist auch der höchste Gottesdienst nach der Schrift, daß man denselbigen Jefum Christum in allen Nöthen und Anliegen von Herzen fuche und anrufe, 1 Joh. 2, 1: So Jemand sündiget, haben wir einen Fürsprecher bei Gott, der gerecht ist, Jesum. 101 Dies ist fast die Summa der Lehre, welche in unsern Kirchen zu rechtem christlichen Unterricht und Trost der Gewissen, auch zur Besserung der Gläubigen gepredigt und gelehret ist, wie wir denn unsere eigene Seele und Gewissen ja nicht gern wollten vor Gott mit Mißbrauch göttlichen Namens oder Wortes in die höchste und größte Gefahr seßen, oder auf unsere Kinder und Nachkommen eine andere Lehre, denn so dem reinen, göttlichen Wort und christlicher Wahrheit ges mäß, fällen oder erben. So denn dies selbige in heiliger Schrift flar gegründet, und dazu auch gemeiner christli cher, ja auch Römischer Kirchen, so viel aus der Väter Schrift zu vermers fen, nicht zuwider, noch entgegen ist, so achten wir auch, unsre Widersacher können in obenangezeigten Artikeln nicht uneinig mit uns sein. Derhals ben handeln diejenigen ganz unfreunde lich, geschwind und wider alle christe liche Einigkeit und Liebe, so die Uns sern derhalben als Keßer abzusondern, zu verwerfen und zu meiden, ihnen selbst ohne einigen beständigen Grund göttlicher Gebote oder Schrift fürs nehmen. Denn die Irrung und Zank ist fürnehmlich über etliche Traditios nen und Mißbräuche. So denn nun an den Hauptartikeln kein befindlicher Ungrund oder Mangel, und dies une ser Bekenntniß göttlich und christlich ist, sollten sich billig die Bischöfe, wann schon bei uns der Tradition halben ein Mangel wäre, gelinder ers zeigen, wiewohl wir verhoffen, bestáns digen Grund und Ursache darzuthun, warum bei uns etliche Traditionen und Mißbräuche geändert sind. Artikel, von welchen Bwiespalt ist, da erzählt werden die Mißbräuche, so geändert sind. So nun von den Artikeln des| sondern allein etliche Mißbrauche ge= Glaubens in unsern Kirchen nicht gelehret wird zuwider der heil. Schrift, oder gemeiner christlichen Kirchen, ändert sind, welche zum Theil mit der Zeit selbst eingerissen, zum Theil mit Gewalt aufgerichtet: fordert unsere 102 Augsburgische Confession. Nothdurft, dieselbigen zu erzählen und| crament nach Christus Einsegung zu Ursach darzuthun, warum hierin Aen- gebrauchen begehrt haben, zu beschwes derung geduldet ist, damit Kaiserliche ren und zwingen, wider unsers Herrn Majestät erkennen möge, daß nicht Christi Ordnung zu handeln. hierin unchriftlich oder freventlich gehandelt, sondern daß wir durch Got tes Gebot, welches billig höher zu achten, denn alle Gewohnheit, gedrungen seien, solche Änderung zu gestatten. Der zweiundzwanzigste Artikel. Bon beider Gestalt des Sacraments. Und dieweil die Theilung des Sas craments der Einsegung Christi zu entgegen ist, wird auch bei uns die gewöhnliche Prozession mit dem Sacrament unterlaſsen. Den Laien wird bei uns beide Gestalt des Sacraments gereicht, aus dieser Ursach, daß dies ist ein klarer Befehl und Gebot Christi, Matth. 26: Trinket Alle daraus. Da gebeut Chriftus mit flaren Worten von dem Kelch, daß sie Alle daraus trinken sollen. Und damit Niemand diese Worte anfechten und glofftren könne, als gehöre es allein den Priestern zu, so zeiget Paulus 1 Cor. 11 an, daß die ganze Versammlung der Corinther Kirchen beide Gestalt gebraucht hat. Und dieser Brauch ist lange Zeit in der Kirchen blieben, wie man durch die Historien und der Väter Schriften beweisen kann. Cyprianus gedenft an vielen Orten, daß den Laien der Kelch die Zeit gereicht sei. So spricht St. Hieronymus, daß die Priester, so das Sacrament reichen, dem Volk das Blut Christi austheilen. So gebeut Gelasius, der Pabst selbst, daß man das Sacrament nicht theilen soll, Distinct. 2. de Consecrat. cap.Comperimus. Man findet auch nirgend teinen Canon, der da gebiete, allein eine Gestalt zu nehmen. Es kann auch Niemand wissen, wenn oder durch welche diese Gewohnbeit, eine Gestalt zu nehmen, eingeführt ist, wie wohl der Cardinal Cusanus gedenkt, wenn diese Weise approbirt set. Nun tfts öffentlich, daß solche Gewohnheit, wider Gottes Gebot, auch wider die alten Canones eingeführt, unrecht ist. Derhalben hat sich nicht gebühret, der fenigen Gewissen, so das heilige SaDer dreiundzwanzigste Artikel. Vom Ehestande der Priester. Es ist bei Jedermann, hohen und niedren Standes, eine große mächtige Klage in der Welt gewesen von großer Unzucht und wildem Wesen und Leben der Priester, so nicht vermochten, Keuschheit zu halten, und war auch ja mit solchen gräulichen Lastern aufs Höchste kommen. So viel häßliches groß Aergerniß, Ehebruch und andere Unzucht zu vermeiden, haben sich et liche Priester bei uns in ehelichen Stand begeben. Dieselben zeigen an diese Ursachen, daß sie dahin gedrungen und bewegt sind, aus hoher Noth threr Gewissen, nachdem die Schrift klar meldet, der eheliche Stand sei von Gott dem Herrn eingesetzt, Unzucht zu vermeiden, wie Paulus sagt: Die Unzucht zu vermeiden, hab ein Jeglicher sein eigen Eheweib. Item: Es ist besser, ehelich werden, denn brennen. Und nachdem Christus sagt: Sie fas sen nicht Alle das Wort, da zeigt Christus an( welcher wohl gewußt hat, was am Menschen sei), daß wes nig Leute die Gabe, keusch zu leben, haben, denn Gott hat den Menschen, Männlein und Fräulein, geschaffen, Genef. 1. Ob es nun in menschlicher Macht oder Vermögen sei, ohne sonderliche Gabe und Gnade Gottes, durch eigen Fürnehmen oder Gelübde, Gottes, der hohen Majestät, Geschöpfe besser zu machen oder zu ändern, hat die Erfahrung allzu klar gegeben. Denn was Gutes, was ehrbar züchti ges Leben, was christlichen, ehrlichen oder redlichen Wandels an Bielen dare aus erfolget, wie gräuliche, schreckliche Augsburgische Confession. 103 Inruhe und Qual ihrer Gewissen Bie-| zeigt, diese Worte oft geredet, und von e an ihrem letzten Ende deshalb geSabt, ist am Tage, und ihrer Biele haSen es selbst bekannt. So denn Got es Wort und Gebot durch kein menschich Gelübde oder Geseß mag geänDert werden, haben aus dieser und anDern Ursachen und Gründen die Prieter und andere Geistliche Eheweiber genommen. fich schreiben lassen: Es möge wohl etliche Ursachen haben, warum den Geistlichen die Ehe verboten sei; es habe aber viel höhere, größere und wichtigere Ursachen, warum man ihnen die Ehe folle wieder frei laffen. Ungezweifelt, es hat Papst Bius als ein verständiger, weiser Mann dies Wort aus großem Bedenken geredet. Derhalben wollen wir uns in Unterthänigkeit zu Kaiserlicher Majestät vertrösten, daß Ihre Majestät als ein christlicher Hochlöblicher Kaiser gnädiglich beherzigen werde, daß jetzund in den letzten Zeiten und Tagen, von welchen die Schrift meldet, die Welt immer je ärger und die Menschen gebrechlicher und schwächer werden. So ist es auch aus den Historien und der Väter Schriften zu beweisen, daß in der christlichen Kirche vor Alters der Brauch gewesen, daß die Prieter und Diaconen Gheweiber gehabt. Darum fagt Paulus, 1. Tim. 3.: Es soll ein Bischof unsträflich sein, eines Weibes Mann. Es sind auch in Deutschland erst vor vierhundert Jahren die Priester zum Gelübde der Keuschheit Derhalben wohl hochnöthig, müß vom Ehestande mit Gewalt abgedrun- lich und christlich ist, diese fleißige Eins gen, welche sich dagegen sämmtlich auch sehung zu thun, damit, wo der Eheso ganz ernstlich und hart geseget ha- stand verboten, nicht ärgere und schändben, daß ein Erzbischof zu Mainz, wel- lichere Unzucht und Laster in deutschen cher das päpstliche neue Edikt dersel- Landen möchten einreißen. Denn es ben verkündiget, gar nahe in einer wird ja diese Sachen Niemand weisEmpörung der ganzen Priesterschaftlicher oder besser ändern oder machen in einem Gedränge wäre umgebracht. Und dasselbige Verbot ist bald im Anfang so geschwind und unschicklich vorgenommen, daß der Papst der Zeit nicht allein die fünftige Ehe den Priestern verboten, sondern auch die Ehe derjenigen, so schon in dem Ehestande lange gewesen, zerrissen, welches doch nicht allein wider alle göttliche, natürliche und weltliche Rechte, sondern auch ben Canonibus( so die Päpste selbst gemacht) und den berühmtesten Conciliis ganz entgegen und zuwider ist. Auch ist bei viel hohen, gottesfürchtigen, verständigen Leuten dergleichen Rede und Bedenken oft gehört, daß solcher gedrungener Cölibat und Beraubung des Ehestandes( welchen Gott felbst eingesetzt und frei gelassen), nie kein Gutes, sondern viel größere böse Laster, und viel Arges eingeführt habe. Es hat auch einer von den Päpsten, Pius II., selbst, wie seine Historie ankönnen, denn Gott selbst, welcher den Ehestand, menschlicher Gebrechlichkeit zu helfen, und Unzucht zu wehren, eins gesetzt hat. So sagen die alten Ga nones auch, man müsse zu Zeiten die Schärfe und Rigorem lindern und nachlassen, um menschlicher Schwache heit willen und Aergerniß zu verhüten und zu meiden. Nun wäre das in diesem Fall auch wohl christlich und ganz hoch vonnö then. Was kann auch der Priester und der Geistlichen Ehestand der allgemeis nen christlichen Kirche nachtheilig sein, sonderlich der Pfarrherren und Ande rer, die der Kirche dienen sollen? Es würde wohl künftig an Priestern und Pfarrherren mangeln, so dies harte Verbot des Ehestandes länger währen sollte. So nun dieses, nämlich, daß die Priester und Geistlichen mögen ehelich werden, gegründet ist auf das göttliche 104 Augsburgische Wort und Gebot, dazu die Historien beweisen, daß die Priester ehelich gewesen; so auch das Gelübde der Keuschheit so viel häßliche unchristliche Aergerniß, so viel Ehebruch, schreckliche, unerhörte Unzucht und gräuliche Laster hat angerichtet, daß auch etliche unter Thumherren, Curtisan zu Rom solches oft selbst bekennt und kläglich angezogen, wie solche Laster im Clero zu gräulich, und über Macht Gottes Born würde erreget werden; so ists ja erbärmlich, daß man den christlichen Ehestand nicht allein verboten, sondern an etlichen Orten aufs geschwindeste, wie um große Uebelthat zu strafen, sich unterstanden hat. So ist auch der Ehestand in faiserlichen Rechten und in allen Monarchien, wo je Gesetz und Recht gewesen, hoch gelobet. Allein dieser Zeit beginnet man, die Leute unschuldig, allein um der Ehe willen, zu martern, und dazu Priester, der man vor Andern schonen sollte. Und geschieht nicht allein wider göttliche Rechte, sondern auch wider die Canones. Paulus, der Apostel, 1. Tim. 4., nennet die Lehre, so die Ehe verbietet, Teufelslehre. So fagt Christus selbst, Joh. 8: der Teufel sei ein Mörder von Anbeginn, welches denn wohl zusammen stimmet, daß es freilich Teufelslehren sein müs sen, die Ehen verbieten und sich unterstehen, solche Lehre mit Blutvergießen zu erhalten. Wie aber fein menschlich Geset Gottes Gebot fann wegthun oder ändern, also kann auch kein Gelübde Gottes Gebot ändern. Darum giebt auch St. Cyprianus den Rath, daß die Weiber, so die gelobte Keuschheit nicht halten, sollen ehelich werden, und sagt L. I. Epist. 11. also: So sie aber Keuschheit nicht halten wollen, oder nicht vermögen, so ists besser, daß sie ehelich werden, denn daß sie durch ihre Lust ins Feuer fallen, und sollen sich wohl vorsehen, daß sie den Brüdern und Schwestern kein Aergerniß anrichten. Confession. Zudem, so brauchen auch alle Cas nones größere Gelindigkeit und Aequität gegen diejenigen, so in der Jugend Gelübd gethan, wie denn Priester und Mönche des mehrern Theils in der Jugend in solchen Stand aus Unwissenheit kommen sind. Der vierundzwanzigste Artikel. Von der Messe. Man leget den Unsern mit Unrecht auf, daß sie die Messe sollen abgethan haben. Denn das ist öffentlich, daß die Messe, ohne Ruhm zu reden, bei uns mit größerer Andacht und Ernst gehalten wird, denn bei den Widers fachern. So werden auch die Leute mit höchstem Fleiß zum öftern Mal unterrichtet vom heiligen Sacrament, wozu es eingesetzt und wie es zu gebrauchen sei, als nämlich, die erschrokfenen Gewissen damit zu trösten, da durch das Volk zur Communion und zur Messe gezogen wird. Dabei ge schieht auch Unterricht wider andere unrechte Lehre vom Sacrament. So ist auch in den öffentlichen Ceremonien der Messe keine merkliche Aenderung geschehen, denn daß an etlichen Orten deutsche Gesänge( das Volk damit zu lehren und zu üben) neben lateinischem Gesang gefungen werden, sintemal alle Ceremonien vornehmlich dazu dienen sollen, daß das Volk daran lerne, was ihm zu wissen von Christo noth ist. Nachdem aber die Messe auf mans cherlei Weise vor dieser Zeit gemiße braucht, wie am Tage ist, daß ein Jahrmarkt daraus gemacht, daß man sie gekauft und verkauft hat, und daß sie mehrentheils in allen Kirchen um Geldes willen gehalten worden, ist fol cher Mißbrauch zu mehrmalen, auch vor dieser Zeit, von gelehrten und frommen Leuten gestraft worden. Als. nun die Prediger bei uns davon ges predigt und die Priester erinnert find der schrecklichen Bedräuung, so denn billig einen jeden Christen bewegen soll, daß, wer das Sacrament unwürdiglich brauchet, der sei schuldig am Augsburgische Confession. 105 Zeibe und Blute Christi, darauf sind| langen, wie man denn weiß, daß man folche Kaufmessen und Winkelmessen die Messe dazu gebraucht, dadurch ( welche bis anher aus Zwang um Gel- Sünde abzulegen und Gnade und alle des und der Präbenden willen gehal Güter bet Gott zu erlangen, nicht als ten worden) in unsern Kirchen gefallen. lein der Priester für sich, sondern auch für die ganze Welt und für andere Les bendige und Todte. Dabei ist auch der gräuliche Irrthum gestrafet, daß man gelehret hat, unser Herr Christus habe durch seinen Tod allein für die Erbsünde genug gethan, und die Messe eingesetzt zu einem Opfer für die anderen Sünden, und also die Messe zu einem Opfer gemacht für die Lebendigen und Todten, da durch Sünde wegzunehmen und Gott zu versöhnen. Daraus ist weiter gefolget, daß man disputirt hat, ob eine Messe für Biele gehalten, also viel verdiene, als so man für einen Jegli chen eine sonderliche hielte? Daher ist die große unzählige Menge der Mes sen gekommen, daß man mit diesem Werk hat wollen bei Gott Alles erlangen, das man bedurft hat, und ist da neben des Glaubens an Christum und des rechten Gottesdienstes vergessen worden. Darum ist davon Unterricht geschehen, wie ohne Zweifel die Noth gefordert, daß man wüßte, wie das Sacrament recht zu gebrauchen wäre. Und erstlich, daß kein Opfer für Erbsünde und andere Sünde sei, denn der einige Tod Christi, zeiget die Schrift an vie len Orten an. Denn also stehet ge schrieben zu den Hebräern, daß sich Christus einmal geopfert hat, und da durch für alle Sünde genug gethan. Es ist eine unerhörte Neuigkeit, in der Kirche lehren, daß Christus Tod sollte allein für die Erbsünde, und sonst nicht auch für andere Sünden genug gethan haben; derhalben zu hoffen, daß männiglich verstehe, daß solcher Irrthum nicht unbillig gestraft sei. Zum Andern, so lehret St. Paulus, daß wir vor Gott Gnade erlangen durch den Glauben und nicht durch Werke. Dawider ist öffentlich dieser Mißbrauch der Messe, so man vermeint, durch dieses Werk Gnade zu erZum Dritten, so ist das heilige Sa crament eingesetzt, nicht damit für die Sünde ein Opfer anzurichten( denn das Opfer ist zuvor geschehen), sons dern daß unser Glaube dadurch ers weckt, und die Gewissen getröstet wers den, welche durchs Sacrament erinnert werden, daß ihnen Gnade und Verges bung der Sünde von Christo zugesagt ist. Derhalben fordert das Sacrament Glauben, und wird ohne Glauben vergeblich gebraucht. Dieweil nun die Messe nicht ein Opfer ist für Andere, Lebendige oder Todte, ihre Sünde wegzunehmen, sons dern soll eine Communion sein, da der Priester und Andere das Sacrament empfahen für sich, so wird diese Weise bei uns gehalten, daß man an Feiers tagen( auch sonst, so Communicanten da sind) Messe hält, und Etliche, so das begehren, communicirt. Also bleibt die Messe bei uns in ihrem rechten Brauch, wie sie vor Zeiten in der Kirs che gehalten, wie man beweisen mag aus St. Paulo, 1. Cor. 11, dazu auch aus vieler Väter Schriften. Denn Chrysostomus spricht, wie der Pries ster täglich stehe, und fordere Etliche jur Communion, Etlichen verbiete er, hinzuzutreten. Auch zeigen die alten Canones an, daß einer das Amt ges halten hat, und die andern Priester und Diaconen communiciret. Denn also lauten die Worte in Canone Nicaeno: Die Diaconen sollen nach den Priestern ordentlich das Sacrament empfahen vom Bischof oder Priester. So man nun feine Neuigkeit hierin, die in der Kirche vor Alters nicht ges wesen, vorgenommen hat und in den öffentlichen Geremonien der Messen keine merkliche Aenderung geschehen 106 Augsburgische Confession. ift, allein, daß die andern unnöthigen| daß dieses Theils von rechter christli Messen, etwa durch einen Mißbrauch cher Buße schicklicher, denn zuvor in gehalten, neben der Pfarrmesse, gefal- langer Zeit, geschrieben und gehanlen sind, soll billig diese Weise, Messe delt sei. zu halten, nicht für kegerisch und unchristlich verdammet werden. Denn man hat vor Zeiten auch in den groBen Kirchen, da viel Bolks gewesen, auch auf die Tage, so das Volk zu fammen fam, nicht täglich Messe gehalten, wie Tripartita historia lib. 9. anzeiget, daß man zu Alexandria am Mittwoch und Freitag die Schrift ge lesen und ausgeleget habe, und sonst alle Gottesdienste gehalten, ohne die Messe. Der fünfundzwanzigste Artikel. Von der Beichte. Die Beichte ist durch die Prediger dieses Theils nicht abgethan. Denn diese Gewohnheit wird bei uns gehalten, das Sacrament nicht zu reichen denen, so nicht zuvor verhört und absolvirt sind. Dabei wird das Volk fleißig unterrichtet, wie tröstlich das Wort der Absolution sei, wie hoch und theuer die Absolution zu achten, denn es sei nicht des gegenwärtigen Men schen Stimme oder Wort, sondern Gottes Wort, der da die Sünde vergiebt, denn sie wird an Gottes Statt, und aus Gottes Befehl gesprochen. Bon diesem Befehl und Gewalt der Schlüssel, wie tröstlich, wie nöthig sie set den erschrockenen Gewissen, wird mit großem Fleiß gelehret, dazu, wie Gott fordert, dieser Absolution zu glauben, nicht weniger; denn so Got tes Stimme vom Himmel erschölle, und uns deren fröhlich trösten und wissen, daß wir durch solchen Glauben Bergebung der Sünden erlangen. Von diesen nöthigen Stücken haben vor Beiten die Prediger, so von der Beichte viel lehreten, nicht ein Wörtlein berühret, sondern allein die Gewissen gemartert mit langer Erzählung der Sünden, mit Genugthun, mit Ablaß, mit Wallfahrten und dergleichen. Und viel unsrer Widersacher bekennen selbst, Und wird von der Beichte also ges lehret, daß man niemand dringen soll, die Sünde namhaftig zu erzählen, denn solches ist unmöglich, wie der Psalm spricht: Wer kennet die Missethat! Und Jeremias spricht: Des Menschen Herz ist so arg, daß man es nicht auslernen fann. Die elende menschliche Natur stecket also tief in Sünden, daß sie dieselben nicht alle sehen oder kennen kann, und sollten wir allein von denen ab solvirt werden, die wir zählen können, wäre uns wenig geholfen. Derhalben ist nicht noth, die Leute zu dringen, die Sünde namhaftig zu erzählen. Also habens auch die Bäter gehalten, wie man findet Distinct. 1. de Poenitentia, da die Worte Chrysostomi angezogen werden: Ich sage nicht, daß du dich selbst sollst öffentlich dargeben, noch bei einem Andern dich selbst verklagen, oder schuldig geben, sondern gehorche dem Propheten, welcher spricht: Offenbare dem Herrn deine Wege. Derhalben beichte Gott dem Herrn, dem wahrhaftigen Richter, neben deinem Gebet, nicht sage deine Sünde mit der Zunge, sondern in dets nem Gewissen. Hie siehet man flar, daß Chrysostomus nicht zwinget, die Sünde namhaftig zu erzählen. So lehret auch die Glossa in Decretis de Poenitentia, daß die Beichte nicht durch die Schrift geboten, sondern durch die Kirche eingesetzet sei. Doch wird durch die Prediger dieses Theils fleißig gelehret, daß die Beichte von wegen der Absolution, welche das Hauptstück und das Bornehmste darin ist, zu Trost der erschrockenen Gewiss sen, dazu um etlicher andern Ursachen willen zu erhalten sei. Der sechsundzwanzigste Artikel. Bom Unterschied der Speisen. Vorzeiten hat man also gelehret, geprediget und geschrieben, daß Uns Augsburgische Confeffion. 107 erschied der Speisen und dergleichen| ret 2c. Solche Werke, von Gott gebos Traditionen, von Menschen angeseßt, ten, mußten ein weltlich und unvolls Dazu dienen, daß man dadurch Gnade kommen Wesen sein, aber die TradiDerdiene und für die Sünde genug tionen mußten den prächtigen Namen hue. Aus diesem Grunde hat man haben, daß sie allein heilige, vollkomtäglich neue Fasten, neue Ceremonien, mene Werke heißen. Derhalben war neue Orden und dergleichen erdacht, kein Maß noch Ende, solche Traditiound auch solches heftig und hart ge- nen zu machen. trieben, als seien solche Dinge nöthige Gottesdienste, dadurch man Gnade verdiene, so mans halte, und große Sünde geschehe, so mans nicht halte. Daraus find viel schädliche Irrthümer in der Kirche gefolgt. Erstlich ist dadurch die Gnade Chrifti und die Lehre vom Glauben verdunkelt, welche uns das Evangelium mit großem Ernst vorhält, und treibt hart darauf, daß man das Verdienst Christi hoch und theuer achte und wisse, daß Glauben an Christum hoch und weit über alle Werke zu setzen set. Derhalben hat St. Paulus heftig wis der das Gesetz Mofis und menschliche Traditionen gefochten, daß wir lernen sollen, daß wir vor Gott nicht fromm werden aus unsern Werken, sondern allein durch den Glauben an Christum, daß wir Gnade erlangen um Christus willen. Solche Lehre ist schier ganz verloschen dadurch, daß man gelehrt, Gnade zu verdienen mit Gesetzen, Fasten, Unterschied der Speise, 2c. Zum Dritten sind solche Traditionen zu hoher Beschwerung der Gewissen gerathen. Denn es war nicht möglich, alle Traditionen zu halten, und waren doch die Leute in der Meinung, als wäre solches ein nöthiger Gottesdienst. Und schreibt Gerson, daß Biele hiemit in Berzweiflung gefallen, Etliche haben fich auch selbst umgebracht, derhalben, daß fie feinen Trost von der Gnade Christi gehöret haben. Denn man sie het bei den Summisten und Theolos gen, wie die Gewissen verwirret, wel che sich unterstanden haben, die Tras ditionen zusammen zu ziehen und Epis eikeias( mildernde Deutungen) gesucht, daß fie den Gewissen hülfen, haben so viel damit zu thun gehabt, daß, dies weil alle heilsame christliche Lehre von nöthigen Sachen, als vom Glauben, von Trost in hohen Anfechtungen und dergleichen darnieder gelegen ist. Dars über haben auch viele fromme Leute vor dieser Zeit sehr geklagt, daß sol che Traditionen viel Zanks in der Kirche anrichten, und daß fromme Leute damit verhindert, zur rechten Erkennt niß Christi nicht kommen möchten. Gerson und etliche mehr haben heftig darüber geklagt. Ja, es hat auch Augustinus mißfallen, daß man die Ges wissen mit so viel traditionibus be schweret, derhalben er dabei Unterricht giebt, daß mans nicht für nöthige Dinge halten soll. Zum Andern haben auch solche Traditionen Gottes Gebot verdunkelt. Denn man seßt diese Traditionen weit über Gottes Gebot. Dies hielt man allein für christlich Leben; wer diese Feier also hielte, also betete, also faftete, also gekleidet wäre, das nennet man geistlich christlich leben. Daneben hielt man andere nöthige gute Werke für ein weltlich, ungeistlich Wesen, nämlich diese, so jeder nach feinem Beruf zu thun schuldig ist, als, daß der Hausvater arbeitet, Weib und Kind zu ernähren und zu Gottesfurcht aufzuziehen, die Hausmutter Kinder gebieret und wartet ihrer, ein Fürst und Obrigkeit Land und Leute regieDarum haben die Unsern nicht aus Frevel oder Berachtung geistlicher Ges walt von diesen Sachen gelehret, sondern es hat die hohe Noth gefordert, Unterricht zu thun von oben angezeigs ten Irrthümern, welche aus Mißvers stand der Tradition erwachsen sind. Augsburgische Confession. 108 Denn das Evangelium zwinget, daß man die Lehre vom Glauben solle und müsse in der Kirche treiben, welche doch nicht mag verstanden werden, so man vermeint, durch eigene erwählte Werke Gnade zu verdienen. Und ist also davon gelehret, daß man durch Haltung gedachter menschlicher Tradition nicht kann Gnade verdienen oder Gott versöhnen, oder für Sünde genug thun; und foll derhalben fein nöthiger Gottesdienst daraus gemacht werden. Dazu wird Ursach aus der heiligen Schrift angezogen. Christus, Matth. 15, entschuldigt die Apostel, daß sie gewöhnliche Traditionen nicht gehalten haben, und spricht dabei: Sie ehren mich vergeblich mit Menschen geboten. So er nun dies einen vergeblichen Dienst nennet, muß er nicht nöthig sein. Und bald hernach: Was zum Munde eingehet, verunreinigt den Menschen nicht. Ferner spricht Pau lus, Röm. 14: Das Himmelreich ste het nicht in Speise oder Trank; Col. 2: Niemand soll euch richten in Speise, Trank, Sabbath 2c. Apostg. 15 spricht Petrus: Warum versuchet ihr Gott mit Auflegung des Jochs auf der Jün ger Hals, welches weder unsere Bäter, noch wir haben mögen tragen? son dern wir glauben, durch die Gnade unfers Herrn Jesu Christi selig zu werden. Da verbeut Petrus, daß man die Gewissen nicht beschweren soll mit mehr äußerlichen Ceremonien, es sei Mosis, oder andern. Und 1. Tim. 4 werden solche Verbote, als Speise ver bieten, Ehe verbieten 2c. Teufelslehre genennet. Denn dies ist stracks dem Evangelio entgegen, solche Werke einsetzen oder thun, daß man damit Vergebung der Sünden verdiene, oder als möge Niemand Christ sein ohne solche Dienste. Daß man aber den Unsern die Schuld giebt, als verböten sie Castei ung und Zucht, wie Jovinianus, wird fich viel anders aus ihren Schriften befinden. Denn sie haben allezeit gelehret vom heiligen Kreuz, das Chris sten zu leiden schuldig sind, und dieses ist rechte, ernstliche und nicht erdichtete Casteiung. Daneben wird auch gelehret, daß ein jeglicher schuldig ist, sich mit leiblicher lebung, als Fasten und anderer llebung, also zu halten, daß er nicht Ursach zu Sünden gebe, nicht daß er mit solchen Werken Gnade vers diene. Diese leibliche Uebung soll nicht allein etliche bestimmte Tage, sondern stetig getrieben werden. Davon redet Christus: Hütet euch, daß eure Herzen nicht beschweret werden mit Böllerei. Ferner: Die Teufel werden nicht ausgeworfen, denn durch Fasten und Ge bet. Und Paulus spricht: Er casteie seinen Leib und bringe ihn zu Gehors sam, damit er anzeigt, daß Casteiung dienen soll, nicht damit Gnade zu vers dienen, sondern den Leib geschickt zu halten, daß er nicht verhindere, was einem jeglichen nach seinem Beruf zu schaffen befohlen ist. Und wird also nicht das Fasten verworfen, sondern daß man einen nöthigen Dienst dare aus, auf bestimmte Tage und Speisen, zur Verwirrung der Gewissen gemacht hat. Auch werden dieses Theils viel Ge remonien und Traditionen gehalten, als, Ordnung der Messe und andere Gesänge, Feste 2c., welche dazu dienen, daß in der Kirche Ordnung gehalten werde. Daneben aber wird das Volk unterrichtet, daß solcher äußerlicher Gottesdienst nicht fromm macht vor Gott, und daß mans ohne Beschwes rung des Gewissens halten soll, also, daß, so man es nachläßt ohne Aergers niß, nicht daran gesündigt wird. Die se Freiheit in äußerlichen Ceremonien haben auch die alten Väter gehalten. Denn im Orient hat man das Osterfest auf andere Zeit, denn zu Rom, ges halten; und da Etliche diese Ungleichs heit für eine Trennung in der Kirche halten wollten, sind sie vermahnet von Andern, daß nicht noth ist, in solchen Gewohnheiten Gleichheit zu halten, Augsburgische Confession. 109 d spricht Frenaeus also: Ungleich| len frommen Leuten in vorigen Zeiten it in Fasten trennt nicht die Einigit des Glaubens. Wie auch Distinct. 2. von solcher Ungleichheit in menschhen Ordnungen geschrieben, daß sie r Einigkeit der Christenheit nicht wider sei. Und Tripartita historia b. 9. zeucht zusammen viele ungleiche irchen- Gewohnheiten und seßt einen izzlichen, christlichen Spruch: Der postel Meinung ist nicht gewesen, eiertage einzusehen, sondern Glauen und Liebe zu lehren. Der siebenundzwanzigste Artikel. Von Kloster- Gelübden. Von Kloster- Gelübden zu reden, ist oth erstlich, zu bedenken, wie es bis nher damit gehalten, welch Wesen sie Klöstern gehabt, und daß sehr viel arin täglich nicht allein wider Gottes Bort, sondern auch päpstlichen Rechn entgegen gehandelt ist. Denn zu St. Augustini Zeiten sind Kloster Stände frei gewesen, folgend, da die echte Zucht und Lehre zerrüttet, hat an Kloster- Gelübde erdacht, und dazit eben, als mit einem erdachten Geingniß, die Zucht wieder aufrichten sollen. Ueberdies hat man neben den Kloer- Gelübden viel andere Stücke mehr ufgebracht, und mit solchen Banden nd Beschwerden ihrer Viele, auch vor ebührenden Jahren, beladen. So sind auch viele Personen aus Inwissenheit zu solchem Klosterleben ekommen, welche, wiewohl sie sonst icht zu jung gewesen, haben doch ihr Sermögen nicht genugsam ermessen nd verstanden. Dieselben alle, also erstrickt und verwickelt, find gezwunen und gedrungen, in solchen Banen zu bleiben, ungeachtet deß, daß uch päpstliches Recht ihrer Viele fret iebt. Und das ist beschwerlicher ges Desen in Jungfrauen- Klöstern, denn mn Mönchs- Klöstern, so sich doch getemet hätte, der Weibsbilder, als der Schwachen, zu verschonen. Dieselbe Strenge und Härtigkeit hat auch vies mißfallen, denn sie haben wohl gefes hen, daß beide, Knaben und Mägdlein, um Erhaltung willen ihres Leibs in die Klöster sind versteckt worden. Sie haben auch wohl gesehen, wie übel dasselbe Bornehmen gerathen ist, was Aergerniß, was Beschwerung der Gewissen es gebracht, und haben viel Leute geklagt, daß man in solcher gefährlichen Sache die Canones so gar nicht geachtet. Zudem, so hat man eine solche Meinung von den KlosterGelübden, die unverborgen ist, die auch vielen Mönchen übel gefallen hat, die ein wenig Verstand gehabt haben. Denn sie gaben vor, daß KlosterGelübde der Taufe gleich wären, und daß man mit dem Klosterleben Verge bung der Sünde und Rechtfertigung vor Gott verdiente, ja, fie seßten noch mehr dazu, daß man mit dem Klosters leben verdiente nicht allein Gerechtig feit und Frömmigkeit, sondern auch, daß man damit hielte die Gebote und Räthe, so im Evangelio verfaßt; und wurden also die Kloster- Gelübde hö her gepreiset, denn die Taufe. Ferner, daß man mehr verdiente mit dem Klos sterleben, denn mit allen andern Stäns den, so von Gott geordnet find, als Pfarrherren- und Prediger- Stand, Obrigkeit, Fürsten-, Herren- Stand und dergleichen, die alle nach Gottes Gebot, Wort und Befehl in ihrem Beruf ohne erdichtete Geistlichkeit die nen; wie denn dieser Stücke feines verneint werden mag, denn man findets in ihren eigenen Büchern. Ueberz dies, wer also gefangen und ins Kloster gekommen, lernet wenig von Christo. Ehemals hat man Schulen der heis ligen Schrift und anderer Künste, so der christlichen Kirche dienstlich sind, in den Klöstern gehalten, daß man aus den Klöstern Pfarrherren und Bischöfe genommen hat. Jetzt aber hats eine viel andere Gestalt. Denn vor Zeiten kamen sie der Meinung zu sammen im Klosterleben, daß man die 110 Augsburgische Confeffion. Schrift fernete. Jeßt geben sie vor,| chen Rechten herwächst, zu zerreißen. das Klosterleben sei ein solch Wesen, daß man Gottes Gnade und Frömmigkeit vor Gott damit verdiene, ja, es sei ein Stand der Vollkommenheit, und sehens den andern Ständen, so von Gott eingesetzt, weit vor. Das alles wird darum angezogen, ohne alle Verunglimpfung, damit man je defto besser vernehmen und verstehen möge, was und wie die Unsern predigen und lehren. Darum haben die Päpste wohl bedacht, daß in dieser Pflicht eine Aequität ſoll gebraucht werden, und haben zum öfs tern dispensirt, als mit einem Könige von Arragon und vielen Andern. So man nun zur Erhaltung zeitlicher Dinge dispensirt hat, soll viel billiger dis pensirt werden um Nothdurft willen der Seelen. Erstlich lehren fie bei uns von des nen, die zur Ehe greifen, also, daß alle die, so zum ledigen Stande nicht geschickt sind, Macht, Fug und Recht haben, sich zu verehelichen. Denn die Gelübde vermögen nicht, Gottes Ord nung und Gebot aufzuheben. Nun lautet Gottes Gebot also, 1. Cor. 7: Um der Hurerei willen habe ein jeglicher sein eigen Weib, und eine jegliche habe ihren eignen Mann. Dazu dringet, zwinget und treibet nicht allein Gottes Gebot, sondern auch Gottes Geschöpf und Ordnung alle die zum Ehestand, die ohne sonder Gottes Werk mit der Gabe der Jungfrauschaft nicht begnadet find, laut dieses Spruches Gattes selbst, Genef. 2: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein set; wir wollen ihm einen Gehülfen machen, der um ihn sei. Was mag man nun dawider aufs bringen? Man rühme das Gelübbe und Pflicht, wie hoch man wolle, man muge es auf, so hoch man kann, so mag man dennoch nicht erzwingen, daß Gottes Gebot dadurch aufgehoben werde. Die Doctoren sagen, daß die Gelübde, auch wider des Papstes Recht, unbündig sind, wie viel weniger sollen sie denn binden, Statt und Kraft haben wider Gottes Gebot! Wo die Pflichten der Gelübde keine andere Ursachen hätten, daß sie möchten aufgehoben werden, so hätten die Päpste auch nicht dawider dispensfiret oder erlaubt, denn es gebühret feinem Menschen, die Pflicht, so aus göttliFolgends, warum treibet der Gegentheil so hart, daß man die Gelübde halten muß, und siehet nicht zuvor an, ob das Gelübde seine Art habe? Denn das Gelübde soll in möglichen Sachen willig und ungezwungen sein. Wie aber die ewige Reuschheit in des Men schen Gewalt und Vermögen stehe, weiß man wohl. Auch sind wenig, beide, Manns- und Weibspersonen, die von sich selbst, willig und wohlbe dacht, das Kloster- Gelübde gethan has ben. Ehe fie zum rechten Verstande kommen, so überredet man sie zum Kloster- Gelübde. Zuweilen werden sie auch dazu gezwungen und gedrungen. Darum ist es je nicht billig, daß man so geschwind und hart von der Ge lübde- Pflicht disputire, angesehen, daß fie alle bekennen, daß solches wider die Natur und Art des Gelübdes ist, da es nicht williglich und mit gutem Rat und Bedacht gelobet wurde. Etliche Ganones und päpstliche Rechte zerreißen die Gelübde, die unter funfzehn Jahren geschehen sind; denn sie haltens dafür, daß man vor derselbigen Zeit so viel Verstand nicht hat, daß man die Ordnung des ganzen Lebens, wie dasselbe anzustellen, beschlie ßen könne. Ein andrer Canon giebt der mensch lichen Schwachheit noch mehr Jahre zu. Denn er verbeut, das Kloster- Ge lübde unter achtzehn Jahren zu thun. Daraus hat der meiste Theil Entschuldigung und Ursache, aus den Klöstern zu gehen, denn sie des mehrern Theils in der Kindheit vor diesen Jahren in Klöster kommen sind. Endlich, wenn Augsburgische Confession. 111 eich die Brechung des Kloster- Ge-| nicht soll ein Band zur Sünde sein. St. Paulus sagt, Gal. 5: 3hr seid ab von Christo, die ihr durch das Ges fet rechtfertig werden wollt, und habt der Gnaden gefehlet. Derhalben auch die, so durch Gelübde wollen rechtfer tig werden, sind von Christo ab, und fehlen der Gnade Gottes. Denn die selben rauben Christo seine Ehre, der allein gerecht macht, und geben solche Ehre ihren Gelübden und Klosterleben. bdes möchte getadelt werden, so nnte aber dennoch nicht daraus erIgen, daß man derselben Ghe zerrei en sollte. Denn St. Augustinus sagt, 7. quaest. 1. cap. Nuptiarum, daß an folche Ehe nicht zerreißen soll. un ist ja St. Augustin nicht im gengen Ansehn in der christlichen Kire, obgleich Etliche hernach anders chalten. Wiewohl nun Gottes Gebot von em Chestande ihrer sehr Viele vom Toster- Gelübde frei und ledig gemacht, wenden doch die Unsern noch mehr rsachen vor, daß Kloster- Gelübde Ichtig und unbündig seien. Denn al r Gottesdienst, von den Menschen ne Gottes Gebot und Befehl einefeßt und erwählet, Gerechtigkeit und Sottes Gnade zu erlangen, sei wider Sott, und dem Evangelio und Gottes Befehl entgegen. Wie denn Christus lbst sagt, Matth. 15: Ste dienen ir vergeblich mit Menschen- Geboten. 50 lehrets auch St. Paulus überall, aß man Gerechtigkeit nicht soll suchen us unsern Geboten und Gottesdienen, so von Menschen erdichtet sind, ondern daß Gerechtigkeit und Frömigkeit vor Gott kommt aus dem Glauen und Vertrauen, daß wir glauben, aß uns Gott um seines einigen Sohes Christus willen zu Gnaden an immt. Nun ist es je am Tage, daß ie Mönche gelehret und gepredigt haen, daß die erdachte Geistlichkeit geug thue für die Sünde, und Gottes Onade und Gerechtigkeit erlange. Was t nun dies anders, denn die Herrlich eit und Preis der Gnaden Christi verindern, und die Gerechtigkeit des Blaubens verleugnen? Darum folget us dem, daß solche gewöhnliche Geübde unrechte, falsche Gottesdienste gewesen. Derhalben sind sie auch unündig. Denn ein gottlos Gelübde, and daß wider Gottes Gebot gesche en, ist unbündig und nichtig, wie auch die Canones lehren, daß der Eid Man kann auch nicht leugnen, daß die Mönche gelehrt und gepredigt has ben, daß sie durch ihre Gelübde und Klosterwesen und Weise gerecht wer den und Vergebung der Sünden vere dienen, ja, fie haben noch wohl unges schicktere Dinge erdichtet und geſagt, daß sie ihre guten Werke den Ändern mittheilen. Wenn nun Einer dies als les wollte unglimpflich treiben und aufmugen, wie viel Stücke fönnte er zusammen bringen, deren sich die Möndhe jetzt selbst schämen und nicht wol len gethan haben? Ueber das alles haben sie auch die Leute überredet, daß die erdichteten geistlichen Ordensstäne de find christliche Vollkommenheit. Dies ist ja die Werke rühmen, daß man dadurch gerecht werde. Nun ist es nicht ein gering Aergerniß in der christlichen Kirche, daß man dem Volk einen solchen Gottesdienst vorträgt, den die Menschen ohne Gottes Gebot erdichtet haben, und lehren, daß ein solcher Gottesdienst die Menschen vor Gott fromm und gerecht macht. Denn Gerechtigkeit des Glaubens, die man am meisten in der Kirche treiben soll, wird verdunkelt, wenn den Leuten die Augen aufgesperrt werden mit dieser seltsamen Engels- Geistlichkeit und fal schem Borgeben der Armuth, Demuth und Keuschheit. Ueberdies werden auch die Gebote Gottes und der rechte und wahre Got tesdienst dadurch verdunkelt, wenn die Leute hören, daß allein die Mönche im Stande der Vollkommenheit sein sollten. Denn die christliche Vollkome Augsburgische Confeffion. 112 menheit ist, daß man Gott von Her Von solchen Sachen ist von nöthen Dieweil denn solches alles falsch, eitel und erdichtet ist, so macht es auch die Kloster- Gelübde nichtig und uns bündig. Der achtundzwanzigste Artikel. Von der Bischöfe Gewalt. zen und mit Ernst fürchtet, und doch gewesen, den Leuten guten Bericht zu auch eine herzliche Zuversicht und Glau- thun. Es hat auch Gerson in Vorzeiben, auch Vertrauen faffet, daß wir ten den Irrthum der Mönche von der um Christus willen einen gnädigen, Vollkommenheit gestraft, und zeucht barmherzigen Gott haben, daß wir an, daß bei seinen Zeiten dieses eine mögen und sollen von Gott bitten und neue Rede gewesen sei, daß das Klobegehren, was uns noth ist, und Hülfe sterleben ein Stand der Vollkommenvon ihm in allen Trübsalen gewißlich heit sein soll. So viel gottloser Meis nach eines Jeden Beruf und Stand nung und Irrthum kleben in den Klos gewarten. Daß wir auch indeß sollen ster- Gelübden, daß sie sollen rechtferäußerlich mit Fleiß gute Werke thun tigen und fromm vor Gott machen, und unsers Berufs warten: darin ste- daß sie die christliche Vollkommenheit het die rechte Vollkommenheit und der sein sollen, daß man damit beide, des rechte Gottesdienst, nicht im Betteln, Evangeliums Räthe und Gebot halte, oder in einer schwarzen oder grauen daß sie haben das Uebermaaß der Wers Kappe 2c. Aber das gemeine Bolk faf- fe, die man Gott nicht schuldig fet. set viel schädliche Meinung aus falschem Lob des Klosterlebens. So sie es hören, daß man den ledigen Stand so über alle Maaß lobet, folget, daß es mit beschwertem Gewissen im Ehestand ist. Denn daraus, so der gemeine Mann höret, daß die Bettler allein Von der Bischöfe Gewalt ist vor sollen vollkommen sein, kann er nicht Zeiten viel und mancherlei geschrieben wissen, daß er ohne Sünde Güter has und haben Etliche unschicklich die Ge ben und handthieren möge. So das walt der Bischöfe und das weltliche Bolt höret, es sei nur ein Rath, nicht Schwert unter einander gemengt, und Rache üben, folget, daß Etliche vermei- find aus diesem unordentlichen Ge nen, es sei nicht Sünde, außerhalb des meng sehr große Kriege, Aufruhr und Amts Rache zu üben. Etliche meinen, Empörung erfolget, aus dem, daß die Rache gezieme den Christen gar nicht, Bischöfe im Schein ihrer Gewalt, auch nicht der Obrigkeit. Man liefet die ihnen von Christo gegeben, nicht auch der Erempel viel, daß Etliche allein neue Gottesdienste angerichtet Weib und Kind, auch ihr Regiment haben und mit Vorbehaltung etlicher verlassen, und sich in Klöster gesteckt Fälle und mit gewaltsamem Bann die haben. Dasselbe, haben sie gesagt, Gewissen beschwert, sondern auch sich heißt, aus der Welt fliehen und ein unterwunden, Kaiser und Könige zu solch Leben suchen, das Gott besser ge- setzen und entsegen ihres Gefallens. fiele, denn der Andern Leben. Sie Welchen Frevel auch lange Zeit hiehaben auch nicht können wissen, daß vor gelehrte und gottesfürchtige Leute man Gott dienen soll in den Geboten, in der Christenheit gestraft haben. die er gegeben hat, und nicht in den Derhalben die Unsern zu Trost der Geboten, die von Menschen erdichtet Gewissen gezwungen sind worden, die sind. Nun ist ja das ein guter und Unterscheid des geistlichen und weltlic vollkommener Stand des Lebens, welchen Gewalts, Schwerts und Regicher Gottes Gebot für sich hat, das ments anzuzeigen, und haben gelehaber ist ein gefährlicher Stand des ret, daß man beide, Regiment und Lebens, der Gottes Gebot nicht für Gewalt, um Gottes Gebots willen fich hat. mit Andacht ehren und wohl halten Augsburgische Confeffion. soll als zwo höchste Gaben Gottes auf Erden. Nun lehren die Unsern also, daß die Gewalt der Schlüssel oder der Bischöfe sei, laut des Evangeliums, eine Gewalt und Befehl Gottes, das Evangelium zu predigen, die Sünde zu vergeben und zu behalten, und die Sacramente zu reichen und zu han deln. Denn Christus hat die Apostel mit dem Befehl ausgefandt: Gleich wie mich mein Vater gesandt hat, also sende ich euch auch. Nehmet hin den heiligen Geist. Welchen ihr die Sünden erlassen werdet, denen sollen sie erlassen sein, und denen ihr sie vorbe halten werdet, denen sollen sie vorbehalten sein. Dieselbe Gewalt der Schlüs sel oder Bischöfe übet und treibet man allein mit der Lehre und Predigt Gottes Worts, und mit Handreichung derer Sacramente gegen viele oder einzelne Personen, darnach der Beruf ist. Denn damit werden gegeben nicht leibliche, sondern ewige Dinge und Güter, als nämlich ewige Gerechtigfeit, der heilige Geist und das ewige Leben. Diese Güter kann man anders nicht erlangen, denn durch das Amt der Predigt und durch die Handreichung der heiligen Sacramente. Denn St. Paulus spricht: Das Evangelium ist eine Kraft Gottes, selig zu machen Alle, die daran glauben. Dieweil nun die Gewalt der Kirchen oder Bischöfe ewige Güter giebt und allein durch das Predigtamt geübt und getrieben wird, so hindert sie die Polizei und das weltliche Regiment nichts überall. Denn das weltliche Regiment gehet mit vielen andern Sachen um, denn das Evangelium; welche Gewalt schüßt nicht die Seclen, sondern Leib und Gut wider äußerlicher Gewalt mit dem Schwert und leiblichen Poenen. Darum soll man die zwei Regimente, das geistliche und weltliche, nicht in einander mengen und werfen. Denn der geistlich Gewalt hat seinen Befehl, das Evangelium zu predigen 113 und die Sacramente zu reichen, soll auch nicht in ein fremd Amt fallen, soll nicht Könige seßen oder entsetzen, soll weltlich Gesetz und Gehorsam der Obrigkeit nicht aufheben oder zerrüte ten, soll weltlicher Gewalt nicht Ges setze machen und stellen von weltlichen Händeln. Wie denn auch Christus selbst gefagt hat: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Ferner: Wer hat mich zu einem Richter zwischen euch gesetzt. Und St. Paulus, Philipp. 3: Unsere Bürgerschaft ist im Himmel. Und in 2 Cor. 10: Die Waffen un frer Ritterschaft sind nicht fleischlich, sondern mächtig vor Gott, zu verstös ren die Anschläge und alle Höhe, die sich erhebt wider die Erkenntniß Gots tes. Dieser Gestalt unterscheiden die Uns fern beide, Regiment und Gewaltamt, und heißen sie beide, als die höchste Gabe Gottes auf Erden, in Ehren halten. Wo aber die Bischöfe weltlich Regiment und Schwert haben, so has ben sie dieselben nicht als Bischöfe aus göttlichen Rechten, sondern aus menschlichen, kaiserlichen Rechten, ges schenkt von Kaisern und Königen zu weltlicher Verwaltung ihrer Güter, und gehet dem Amt des Evangeliums gar nichts an. Derhalben ist das bis schöfliche Amt nach göttlichen Rechten, das Evangelium predigen, Sünde vergeben, Lehre urtheilen, und die Lehe re, so dem Evangelio entgegen, vers werfen, und die Gottlosen, deren gotte los Wesen offenbar ist, aus christlicher Gemeine ausschließen, ohne mensche liche Gewalt, sondern allein durch Gottes Wort. Und diesfalls sind die Pfarrleute und Kirchen schuldig, den Bischöfen gehorsam zu sein, faut die ses Spruchs Christi, Luc. 10: Wer euch höret, der höret mich. Wo fie aber etwas dem Evangelio entgegen lehren, seßen, oder aufrichten, haben wir Gottes Befehl in solchem Fall, daß wir nicht sollen gehorsam sein, Matth. 7: Sehet euch vor vor den 38 114 Augsburgische Confession. damit erhalten, daß die Gewalt der Kirchen groß sei, dieweil sie mit den zehn Geboten dispensiret und etwas daran verändert hat. falschen Propheten. Und St. Paulus| wandlung des Sabbaths, und wollen Gal. 1: So auch wir, oder ein Engel vom Himmel euch ein ander Evange: lium predigen würde, denn das wir euch geprediget haben, der sei verflucht. Und in 2 Corinther 13: Wir haben Feine Macht wider die Wahrheit, son dern für die Wahrheit. Ferner: Nach der Macht, welche mir der Herr zu bessern und nicht zu verderben geges ben hat. Also gebeut auch das geistliche Recht in cap. Sacerdotes und in cap. Oves. Und St. Augustin schreibt in der Epistel wider Petilianum: Man soll auch den Bischöfen, so ordentlich gewählet, nicht folgen, wo sie irren oder etwas wider die heilige Schrift lehren oder ordnen. Daß aber die Bischöfe sonst Gewalt und Gerichtszwang haben in etlichen Sachen, als nämlich Ehesachen und Behenden, dieselben haben sie aus Kraft menschlicher Rechte. Wo aber die Ordinarien nachlässig in solchem Amt, so find die Fürsten schuldig, sie thun es gern oder ungern, hierin ihren Unterthanen um Friedens wil len Recht zu sprechen, zur Verhütung von Unfrieden und großer Unruhe in Ländern. Weiter disputirt man: Ob auch Bischöfe Macht haben, Ceremonien in der Kirchen auszurichten, desgleichen Satzungen von Speise, Feiertagen, von unterschiedlichen Orden der Kirchendiener? Denn die den Bischöfen diese Gewalt geben, ziehen diesen Spruch Christi an, Joh. 16: Ich habe euch noch viel zu sagen, ihr aber fönnets jetzt nicht tragen, wenn aber der Geist der Wahrheit kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit führen. Darzu führen sie auch das Erem vel Apostelg. 15 an, da sie Blut und Ersticktes verboten haben. So zieht man auch das an, daß der Sabbath in Sonntag ist verwandelt worden wider die zehen Gebote, dafür sie es achten, und wird kein Erempel so hoch getrieben und angezogen, als die VerAber die Unsern lehren in dieser Frage also: Daß die Bischöfe nicht Macht haben, etwas wider das Evangelium zu setzen und aufzurichten, wie denn oben angezeigt ist, und die geiftlichen Rechte durch die ganze neunte Distinction lehren. Nun ist dieses öf fentlich wider Gottes Befehl und Wort, der Meinung nach Gesetze zu machen oder zu gebieten, daß man das durch für die Sünde genug thue und Gnade erlange, denn es wird die Ehre des Verdienstes Christi verlästert, wenn wir uns mit solchen Sagungen unterwinden, Gnade zu verdienen. Es ist auch am Tage, dağ um dieser Meinung willen in der Christenheit mensch liche Aufsatzungen unzählig überhand genommen haben, und indeß die Lehre vom Glauben und die Gerechtigkeit des Glaubens gar ist unterdrückt gewesen. Man hat täglich neue Feiertage, neue Fasten geboten, neue Ceremonien und neue Ehrerbietung der Heiligen eingesetzt, mit solchen Werfen Gnade und alles Guts bei Gott zu verdienen. Ferner, die menschliche Sagung aufrichten, thun auch damit wider Gottes Gebot, daß sie Sünde segen in der Speise, in Tagen und dergleichen Dingen und beschweren also die Christenbeit mit der Knechtschaft des Gesetzes, eben als müßte bei den Christen ein solcher Gottes dienst sein, Gottes Gnade zu verdienen, der gleich wäre dem levitischen Gottesdienste, welchen Gott sollte den Aposteln und Bischöfen be fohlen haben, aufzurichten, wie denn Etliche davon schreiben; stehet auchwohl zu glauben, daß etliche Bischöfe mit dem Exempel des Gesetzes Mosis find betrogen worden, daher so unzählige Sagungen kommen sind, daß eine Todsünde sein soll, wenn Augsburgische Confession. 115 welche die Wahrheit abwenden. man an Feiertagen eine Handarbeit| dische Fabeln und Menschengebot, thue, auch ohne Aergerniß der Andern; daß eine Todsünde sei, wenn man die Siebenzeit nachläßt. daß etliche Speise das Gewissen verunreinige, daß Fasten ein solch Werk sei, damit man Gott versöhne, daß die Sünde in einem vorbehaltenen Fall werde nicht vergeben, man ersuche denn zuvor den Vorbehalter des Falls, unangesehen, daß die geistlichen Rechte nicht von Borbehaltung der Schuld, sondern von Vorbehaltung der Kirchen- Poen So redet auch Christus selbst, Matth. 15, von denen, so dieLeute auf Menschengebot treiben: Laßt sie fahren, sie sind der Blinden blinde Leiter, und verwirft solchen Gottesdienst und sagt: Alle Pflanzen, die mein himmlischer Vater nicht gepflanzet hat, die werden ausgereutet. So nun die Bischöfe Macht haben, die Kirchen mit unzähligen Auffäßen zu beschweren und die Gewissen zu verstricken, warum verbeut dann die göttliche Schrift so oft, die menschlichen Aufsfäße zu machen und zu hören? warum nennet sie dieselben Teufelslehren? Sollt denn der heilige Geist solches alles vergeblich verwarnet haben? reden. Derhalben, dieweil solche Ordnungen als nöthig aufgerichtet, damit Gott zu versöhnen und Gnade zu vers dienen, dem Evangelio entgegen sind, so ziemet sich keinesweges den Bischöfen, solche Gottesdienste zu erzwingen. Denn man muß in der Christenheit die Lehre von der christlichen Freiheit behalten, als nämlich, daß die Knechtschaft des Geseßes nicht nöthig ist zur Rechtfertigung, wie denn St. Paulus, Gal. 5., schreibet: So bestehet nun in der Freiheit, damit uns Christus befreiet hat, und laßt euch nicht wieder in das knechtische Joch verknüpfen. Denn es muß ja der fürnehmste Artikel des Evangeliums erhalten werden, daß wir die Gnade Gottes durch den Glauben an Chris stum ohne unser Verdienst erlangen und nicht durch Dienste, von Menschen eingesetzt, verdienen.jelbroou Was soll man denn halten vont Sonntag und dergleichen andern Kirchen- Ordnungen und Ceremonien? Darzu geben die Unsern diese Antwort: Daß die Bischöfe oder Pfarrherren mögen Ordnung machen, damit es ordentlich in den Kirchen zugehe, nicht, damit Gottes Gnade zu erlangen, auch nicht, damit für die Woher haben denn die Bischöfe Recht und Macht, solche Aufsätze der Christenheit aufzulegen, die Gewissen zu verstricken? Denn St. Peter verbeut in der Apostelgeschichte 15., das Joch auf der Jünger Hälfe zu legen, und St. Paulus sagt zu den Corinthern, daß ihnen die Gewalt, zu bes sern und nicht zu verderben gegeben sei. Warum mehren sie denn die Sünde mit solchen Auffäßen? Doch hat man helle Sprüche der göttlichen Schrift, die da verbieten, solche Auffäße aufzurichten, die Gnade Gottes damit zu verdienen, oder als sollten fie vonnöthen zur Seligkeit sein. So sagt St. Paulus, Coloff. 2: So laßt nun Niemand euch Gewissen machen über Speise oder über Trank, oder über bestimmten Tagen, nämlich den Feiertagen, oder neuen Monden, oder Sabbathen, welches ist der Schatten von dem, das zukünftig war, aber der Körper selbst ist in Christo. Ferner, so ihr denn gestorben seid mit Christo von den weltlichen Satzungen, was lasset ihr euch denn fangen mit Sagungen, als wäret ihr lebendig, die da fagen: Du sollt das nicht anrühren, du follt das nicht effen, noch trinken, du follt das nicht anlegen, welches sich doch alles unterhanden verzehret, und find Menschengebot und Lehre und haben einen Schein der Wahrheit. Ferner, St. Paulus, Tito 1., verbeut öffentlich, man soll nicht achten auf jü 116 Augsburgische Confession. Sünde genug zu thun, oder die Gewissen damit zu verbinden, solches für nöthigen Gottesdienst zu halten, und es dafür zu achten, daß sie Sünde Es sind viel unrichtige Disputatio= thäten, wenn sie ohne Aergerniß dienen von der Verwandlung des Gefelben brechen. Also hat St. Paulus zu den Corinthern verordnet, daß die Weiber in der Versammlung ihr Haupt sollen decken. Ferner, daß die Prediger in der Versammlung nicht zugleich alle reden, sondern ordentlich einer nach dem andern. setzes, von den Ceremonien des neuen Testaments, von der Veränderung des Sabbaths, welche alle entsprungen find aus falscher und irriger Meinung, als müßte man in der Christenheit einen solchen Gottesdienst haben, der dem levitischen oder jüdischen Gottesdienst gemäß wäre, und als sollte Christus den Aposteln und Bischöfen befohlen haben, neue Ceremonien zu erdenken, die zur Seligkeit nöthig waren. Dieselben Irrthümer haben sich in die Christenheit eingeflochten, da man die Gerechtigkeit des Glaubens nicht lauter und rein gelehrt und gepredigt hat. Etliche disputiren also vom Sonntag, daß man ihn halten müsse, wiewohl nicht aus göttlichen Rechten, stellen Form und Maaß, wie fern man am Feiertage arbeiten mag. Was sind aber solche Dispu tationen anders, denn Fallstricke des Gewissens? Dann wiewohl sie sich unterstehen, menschliche Aufsätze zu lindern und epiiciren, so kann man doch keine Linderung treffen, so lange die Meinung stehet und bleibet, als sollten sie vonnöthen sein. Nun muß dieselbe Meinung bleiben, wenn man nichts weiß von der Gerechtigkeit des Glaubens und von der christlichen Freiheit. Die Apostel haben gehetßen, man solle sich enthalten des Bluts und Erstickten. Wer hälts aber jego? Aber dennoch thun die keine Sünde, die es nicht halten, denn die Apostel haben auch selbst die Gewissen nicht wollen beschweren mit solcher Knechtschaft, sondern habens um Aergernis willen eine Zeitlang verboten. Dannman muß Achtung haben in dieser Sagung auf das Hauptstück chriftlicher Lehre, das durch dieses Decret nicht aufgehoben wird. Man hält schier feine alte Canos Solche Ordnung gebührt der christ lichen Versammlung um der Liebe und Friedens willen zu halten, und den Bischöfen und Pfarrherren in diesen Fällen gehorsam zu sein, und diesel ben so fern zu halten, daß einer den andern nicht ärgere, damit in der Kirchen keine Unordnung oder wüstes Wesen sei. Doch also, daß die Gewissen nicht beschwert werden, daß mans für solche Dinge halte, die noth sein sollten zur Seligkeit, und es dafür achte, daß sie Sünde thäten, wenn sie dieselben ohne der Andern Alergerniß brechen, wie denn Niemand sagt, daß das Weib Sünde thue, die mit bloßem Haupte ohne Aergerniß der Leute ausgehet. Also ist die Ord nung vom Sonntage, von der OsterFeier, von den Pfingsten und derglet chen Feier und Weise. Denn die es dafür achten, daß die Ordnung vom Sonntage für den Sabbath als nöthig aufgerichtet set, die irren sehr, denn die heilige Schrift hat den Sabbath abgethan und lehret, daß alle Ceremonien des alten Gesetzes nach Eröffnung des Evangeliums mögé nachgelassen werden, und dennoch, weil vonnöthen gewesen ist, einen gewissen Tag zu verordnen, auf daß das Volk wüßte, wann es zusammen fom men sollte, hat die christliche Kirche den Sonntag dazu verordnet und zu dieser Veränderung desto mehr Gefallens und Willens gehabt, damit die Leute ein Erempel hätten der christlichen Freiheit, daß man wüßte, daß weder die Haltung des Sabbaths, noch eines andern Tages vonnöthen set. Augsburgische Confeffion. 117 nes, wie fie lauten, es fallen auch der I gefallen, und nicht nöthig zu halselben Sagung täglich viel weg, auch ten, wie die päpstlichen Rechte selbst bei denen, die solche Aufsätze allerflei- zeugen. Kanns aber nicht sein, es Bigst halten. Da kann man dem Ge- auch bei ihnen nicht zu erhalten, daß wissen nicht rathen noch helfen, wo man solche menschliche Satzungen mås diese Linderung nicht gehalten wird, ßige und abthue, welche man ohne daß wir wissen, solche Auffäße also Sünde nicht fann halten, so müssen zu halten, daß mans nicht dafür halte, wir der Apostel Regel folgen, die uns daß sie nöthig seien, daß auch den Ge- gebeut: Wir sollen Gott mehr gehorwissen unschädlich sei, ob gleich solche sam sein, denn den Menschen. Aufsätze fallen. Es würden aber die Bischöfe leichtlich den Gehorsam er halten, wo sie nicht darauf drängen, diejenigen Satzungen zu halten, so doch ohne Sünde nicht mögen gehalten werden. Jego aber thun sie ein Ding und verbieten beide Gestalt des heiligen Sacraments, ferner, den Geistlichen den Ehestand, nehmen Niemand auf, ehe denn er zuvor einen Eid gethan habe, er wolle diese Lehre, so doch ohne Zweifel dem heiligen Evangelio gemäß ist, nicht predigen. St. Peter verbeut den Bischöfen die Herrschaft, als hätten sie Gewalt, die Kirchen, wozu sie wollen, zu zwingen. Jetzt gehet man nicht damit um, wie man den Bischöfen ihre Gewalt nehme, sondern man bittet und begehret, sie wollten die Gewissen nicht zu Sünden zwingen. Wenn sie aber solches nicht thun werden und die Bitte verachten, so möchten sie gedenken, wie sie werden deshalb Gott Antwort geben müssen, dieweil sie mit solcher ihrer Härtigkeit Ursache geben zu Spal tung und Schisma, das sie doch billig sollen verhüten helfen. Unsere Kirchen begehren nicht, daß die Bischöfe mit Nachtheil ihrer Ehre und Würden wiederum Friede und Einigkeit machen( wiewohl solches den Bischöfen in der Noth auch zu thun gebühret), allein sie bitten dar um, daß die Bischöfe etliche unbillige Beschwerungen nachlassen, die doch vor Zeiten auch in der Kirchen nicht gewesen und angenommen sein wider den Gebrauch der christlichen gemetnen Kirchen, welche vielleicht im Anheben etliche Ursachen gehabt; aber fie reimen sich nicht zu unsern Zeiten. So ist es auch unleugbar, daß etliche Satzungen aus Unverstand angenommen find. Darum sollten die Bischöfe der Gütigkeit sein, dieselben Sagungen zu mildern, fintemal eine solche Aenderung nicht schadet, die Einigkeit christlicher Kirchen zu erhalten; denn viel Sagungen, von den Menschen aufgekommen, sind mit der Zeit selbst Die obgemeldeten Artikel haben wir, dem Ausschreiben nach, übergeben wol len zu einer Anzeigung unser Bekennt niß und der Unsern Lehre. Und ob Jemand befunden würde, der daran Mangel hätte, dem ist man ferner Bericht, mit Grund göttlicher heiliger Schrift, zu thun erbötig. E. Kaiserl. Majestät Unterthänigste Johannes, Herzog zu Sachsen, Kurfürst. Georg, Markgraf zu Brandenburg. Ernst, Herzog zu Lüneburg. Philipp, Landgraf zu Hessen. Wolfgang, Fürst zu Anhalt. Die Stadt Nürnberg. Die Stadt Reutlingen. Melodien- Negister, welches zeigt, wie einige Lieder nach verschiedenen Melodien gesungen werden können. Ach Gott vom Himmel, sieh darein Aus tiefer Noth schrei ich zu dir Uch Herr, mich armen Sünder Befiehl du deine Wege Balet will ich dir geben Wie soll ich dich empfangen Allein Gott in der Höh sei Ehr Es ist das Heil uns kommen her Es ist gewißlich an der Zeit Es spricht der Unweisen Mund wohl Mein Herzens- Jesu, meine Lust Nun freut euch, lieben Christen gmein Wär Gott nicht mit uns dieſe Zeit Wenn mein Stündlein vorhanden ist Wo Gott, der Herr, nicht bei uns hält Alle Menschen müssen sterben Jesu, meines Lebens Leben An Wasserflüssen Babylon Der Tag der ist so freudenreich Aus meines Herzens Grunde Helft mir Gott's Güte preisen Aus tiefer Noth schrei ich zu dir Ach Gott vom Himmel, sich darein Befehl du deine Wege Ach Herr, mich armen Sünder Balet will ich dir geben Wie soll ich dich empfangen Christ, der du bist der helle Tag Herr Jesu Christ, dich zu uns wend Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht Vom Himmel hoch da komm ich her Wo Gott z. Haus nicht giebt sein Gunst Christ, unser Herr, zum Jordan kam Es wolle Gott uns gnädig sein Christus, der uns selig macht Schwing dich auf zu deinem Gott Da Jesus an des Kreuzes Stamm In dich hab ich gehoffet, Herr Der am Kreuz ist meine Liebe Werde munter, mein Gemüthe Wie nach einer Wasserquelle Zion flagt mit Angst und Schmerzen Der Tag der ist so freudenreich An Wasserflüssen Babylon Durch Adams Fall ist ganz verderbt O Herre Gott, dein göttlich Wort Was mein Gott will, gescheh allzeit Einer ist König, Immanuel sieget Jesu, hilf siegen, du Fürste des Lebens Erhalt uns Herr, bei deinem Wort Christ, der du bist der helle Tag Herr Jesu Christ, dich zu uns wend Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht Komm, Gott Schöpfer, heiliger Geist Nun laßt uns den Leib begraben Wo Gott z. Haus nicht giebt sein Gunft Es ist das Heil uns kommen her Allein Gott in der Höh sei Ehr Es ist gewißlich an der Zeit Mein Herzens- Jesu, meine Lust Nun freut euch, lieben Christen gmein Es ist gewißlich an der Zeit Nun freut euch, lieben Christen gmein Es spricht der Unweisen Mund wohl Es ist gewißlich an der Zeit Mein Herzens- Jesu, meine Lust 68 wolle Gott uns gnädig sein Christ, unser Herr, zum Jordan kam Melodien- Register. 119 Fröhlich soll mein Herze springen Komm, o fomm, du Geist des Lebens Warum sollt ich mich denn grämen Gott des Himmels und der Erden Gott des Himmels und der Erden Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn Komm, o fomm, du Geist des Lebens Heut singt die liebe Christenheit Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen Lobet den Herren, Alle die ihn ehren Lobet den Herren, Alle die ihn ehren Herzliebster Jesu, was hast du zc. Helft mir Gotts Güte preisen Lobt Gott, ihr Christen allzugleich Aus meines Herzens Grunde Nun dankfet All und bringet Ehr Herr Christ, der einge Gottssohn Meinen Jesum laß ich nicht Wenn meine Sünd mich kränken Jesus, meine Zuversicht Herr Gott, dich loben Alle wir Mein Herzens- Jesu, meine Luft Run laßt uns den Leib begraben Es ist das Heil uns kommen her Herr Jesu Christ, dich zu uns wend Es ist gewißlich an der Zeit Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht Nun dantet Alle Gott Wo Gott z. Haus nicht giebt sein Gunst Gott, du frommer Gott O Herr, ich habe mißgehandelt Unser Herrscher, unser König Herr Jesu Christ, dich zu uns wend Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht Nun laßt uns den Leib begraben Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht Herr Jesu Christ, dich zu uns wend Herr, zur Zucht in deinem Grimme Hüter wird die Nacht der Sünden Meine Armuth macht mich schreien Heut singt die liebe Christenheit Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn Ich bin ja, Herr, in deiner Macht O Gott, der du ein Heerfürst bist Jefu hilf siegen, du Fürste des Lebens Einer ist König, Immanuel sieget Jesu, meines Lebens Leben Alle Menschen müssen sterben. Jesus, meine Zuversicht Meinen Jesum laß ich nicht In dich hab ich gehoffet, Herr Da Jesus an des Kreuzes Stamm Komm, Gott Schöpfer, heiliger Geist Herr Jesu Christ, dich zu uns wend Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht Nun laßt uns den Leib begraben Nun danfet All und bringet Ehr Lobt Gott, ihr Christen allzugleich Nun freut euch, lieben Christen gmein Heil uns kommen her Es ist gewißlich an der Zeit Mein Herzens- Jesu, meine Lust Nun laßt uns den Leib begraben Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht Nun sich der Tag geendet hat Nun danfet All und bringet Ehr O daß ich tausend Zungen hätte Wer nur den lieben Gott läßt walten O, der Alles hätt verloren Ringe recht, wenn Gottes Gnade O Gott, der du ein Heerfürst bist Ich bin ja, Herr, in deiner Macht O du Liebe meiner Liebe O gesegnetes Regieren O Gott, du frommer Gott Nun danket Alle Gott O Herre Gott, dein göttlich Wort Was mein Gott will, gescheh allzeit Durch Adams Fall ist ganz verderbt Ringe recht, wenn Gottes Gnade D, der Alles hätt verloren Melodien- Register. 120 Schwing dich auf zu deinem Gott Christus, der uns selig macht Unser Herrscher, unser König Herr, ich habe mißgehandelt Balet will ich dir geben Ach Herr, mich armen Sünder Befiehl du deine Wege Wie soll ich dich empfangen Vom Himmel hoch da komm ich ber Herr Gott, dich loben Alle wir Wo Gott z. Haus nicht giebt sein Gunst 24 Wär Gott nicht mit uns diese Zeit Es ist gewißlich an der Zeit Mein Herzens- Jesu, meine Lust Wo Gott, der Herr, nicht bei uns hält Warum sollt ich mich denn grämen Fröhlich soll mein Herze springen Was mein Gott will, gescheh allzeit Durch Adams Fall ist ganz verderbt O Herre Gott, dein göttlich Wort Wenn meine Sünd mich fränken Herr Christ, der einge Gottssohn Hilf Gott, daß mirs gelinge Wenn mein Stündlein vorhanden ist Es ist gewißlich an der Zeit Mein Herzens- Jesu, meine Lust Wenn wir in höchsten Nöthen sein Erhalt, uns Herr, bei deinem Wort Herr Jesu Christ, meins Lebens Licht Nun laßt uns den Leib begraben Wer nur den lieben Gott läßt walten daß ich tausend Zungen hätte Werde munter, mein Gemüthe Der am Kreuz ist meine Liebe Wie nach einer Wasserquelle Zion flagt mit Angst und Schmerzen Wie soll ich dich empfangen Ach Herr, mich armen Sünder Befiehl du deine Wege Valet will ich dir geben Wo Gott der Herr nicht bei uns hält Es ist das Heil uns kommen her Es ist gewißlich an der Zeit Mein Herzens- Jesu, meine Lust Wär Gott nicht mit uns diese Zeit Zion flagt mit Angst und Schmerzen Der am Kreuz ist meine Liebe Episteln und Evangelien für die Sonn- und Feiertage des Kirchenjahrs. Am 1. Sonntage des Advents. Epistel. Röm. 13, 11-14. Weil wir solches wissen, nämlich die Zeit, daß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf, fintemal unser Heil jetzt näher ist, denn da wirs glaubten, die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbei kommen: so lasset uns ablegen die Werke der Finsterniß, und anlegen die Waffen des Lichts. Lasset uns ehrbarlich wandeln, als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kam- Am 2. Sonntage des Advents, mern und Unzucht, nicht in Hader und Neid; sondern ziehet an den Herrn Jesum Christ, und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. Jesus befohlen hatte, und brachten die Eselin und das Füllen, und legten the re Kleider darauf, und setzten ihn dars auf. Aber viel Volks breitete die Klei der auf den Weg; die Andern hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nachfolgte, schrie und sprach: Sofianna dem Sohn Davids! Gelobet sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hofianna in der Höhe! Evangelium. Matth. 21, 1-9. Da sie nun nahe bei Jerusalem ka men gen Bethphage an den Delberg, sandte Jesus seiner Jünger zween und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden angebunden, und ein Füllen bei ihr; löset fie auf und führet sie zu mir. Und so euch Jemand etwas wird sagen, so sprechet: Der Herr bedarf ihrer! sobald wird er fie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmüthig, und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger gingen hin und thaten, wie ihnen Epistel. Röm. 15, 4-13. Was aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Geduld und Trost der Schrift Hoffnung haben. Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, daß ihr einerlei gesinnet seid unter einander, nach Jesu Christo, auf daß ihr einmüthiglich mit Einem Munde løbet Gott und den Vater unsers Herrn Jes su Christi. Darum nehmet euch unter einander auf, gleichwie euch Christus hat aufgenommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Christus sei ein Diener gewesen der Beschneidung, um der Wahrheit willen Gottes, zu bestä tigen die Verheißung, den Vätern ges schehen; daß die Heiden aber Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben stehet: Darum will ich dich loben unter den Heiden und deinem Namen singen. Und abermal spricht er: Freuet euch, ihr Heiden, mit setnem Bolke! Und abermal: Lobet den 39 2 Episteln und Evangelien. Herrn, alle Heiden, und preiset ihn,| Am 3. Sonntage des Advents. alle Völker! Und abermal spricht Je saias: Es wird sein die Wurzel Jeffe, und der auferstehen wird, zu herrschen über die Heiden, auf den werden die Heiden hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habt durch die Kraft des heiligen Geistes. Evangelium. Luc. 21, 25-36. Und es werden Zeichen geschehen an der Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den Leuten bange sein, und werden zagen. Und das Meer und die Wasserwogen werden brausen, und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die kommen sollen auf Erden; denn auch der Himmel Kräfte sich bewegen werden. Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in der Wolfe mit gro Her Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, so sehet auf und hebet eure Häupter auf, darum, daß sich eure Erlösung nahet. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume; wenn sie jetzt ausschlagen, so sehet ihr es an ihnen und merket, daß jetzt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles sehet angehen, so wisset, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch: Dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht. Aber hütet euch, daß eure Herzen nicht beschweret werden mit Fressen und Saufen und mit Sorgen der Nahrung, und komme dieser Tag schnell über euch; denn wie ein Fallstrick wird er kommen über Alle, die auf Erden wohnen. So seid nun wacker allezeit, und betet, daß ihr würdig werden möget, zu entfliehen diesem allen, das geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn. Epistel. 1. Cor. 4, 1-5. Dafür halte uns Jedermann, náms lich für Christi Diener und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun suchet man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sie treu erfunden werden. Mir aber ist es ein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde, oder von einem menschlichen Tage; auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir wohl nichts bewußt, aber dar innen bin ich nicht gerechtfertiget. Der Herr ist es aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr komme, welcher auch wird ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rath der Herzen offenbaren; alsdann wird einem Jeglichen von Gott Lob widerfahren. Evangelium. Matth. 11, 2-10. Da aber Johannes im Gefängniß die Werke Christi hörete, sandte er feiner Jünger zween und ließ ihm sagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines Andern warten? Je sus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und saget Johanni wieder, was ihr sehet und höret. Die Blinden sehen, die Lahmen gehen, die Aussägigen werden rein, und die Tauben hören, die Todten stehen auf, und den Armen wird das Evangelium geprediget. Und selig ist, der sich nicht an mir ärgert. Da die hingingen, fing Jesus an zu reden zu dem Volke von Johanne: Was seid ihr hinausgegangen in die Wüste zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her wehet? Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Menschen in weichen Klei dern sehen? Siche, die da weiche Klei der tragen, sind in der Könige Häusern. Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Prophefen schen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist, denn ein Prophet. Denn Episteln und Evangelien. ieser ist es, von dem geschrieben stes et: Siehe, ich sende meinen Engel vor Ir her, der deinen Weg vor dir bereien soll. Am 4. Sonntage des Advents. Epistel. Phil. 4, 4-7. Freuet euch in dem Herrn allewege, nd abermal sage ich: Freuet euch! sure Lindigkeit lasset kund sein allen Nenschen. Der Herr ist nahe. Soret nichts, sondern in allen Dingen affet eure Bitte im Gebet und Fles en mit Danksagung vor Gott kund verden. Und der Friede Gottes, welher höher ist, denn alle Vernunft, be wahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu. Evangelium. Joh. 1, 19-28. Und dies ist das Zeugniß Johannis, pa die Juden sandten von Jerusalem Priester und Leviten, daß sie ihn fragen: Wer bist du? Und er bekannte, and leugnete nicht, und er bekannte: Ich bin nicht Christus. Und sie fragen ihn: Was denn? Bist du Elias? Er sprach: Ich bin es nicht. Bist du ein Prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was Sist du denn? daß wir Antwort geben Denen, die uns gesandt haben. Was Jagst du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers In der Wüste: Richtet den Weg des Herrn, wie der Prophet Jesaias ge agt hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharisäern, und fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser, aber er ist mits ten unter euch getreten, den ihr nicht fennet. Der ists, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, deß ich nicht werth bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Das geschah zu Bethabara, jenseit des Jordan, da Johannes taufte. 3 Am 1. Christfesttage. Epistel. Tit. 2, 11-14. Es ist erschienen die heilsame Gnas de Gottes allen Menschen, und züchs tiget uns, daß wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen und die welts lichen Lüste, und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unsers Heilandes, Jesu Christi, der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlösete von aller Ungerechtigkeit, und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigenthum, das fleißig wäre zu guten Werken. Evangelium. Luc. 2, 1-14. Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschäget würde. Und diese Schätzung war die allers erste und geschah zu der Zeit, da Cys renius Landpfleger in Syrien war. Und Jedermann ging, daß er sich schäßen ließe, ein Jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Jos seph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land, zu der Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum, daß er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, auf daß er sich schägen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn, und wickelte ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Heerde. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie, und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht, siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volke widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland Episteln und Evangelien. 4 geboren, welcher ist Christus der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerschaaren, die lobeten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen! Am Tage Stephani, oder 2. Chriftfesttage. Epistel. Ap. Gesch. 6,8. bis Cap. 7, 2. 51-59. Stephanus aber, voll Glaubens und Kräfte, that Wunder und große Zeichen unter dem Volk. Da standen etliche auf von der Schule, die da heißt der Libertiner, und der Cyrener, und der Alexandrier, und derer, die aus Cilicia und Asia waren, und befragten sich mit Stephano; und sie vermochten nicht zu widerstehen der Weisheit und dem Geiste, aus welchem er redete. Da richteten sie zu etliche Männer und sprachen: Wir haben ihn gehöret Lästerworte reden wider Mosen und wis der Gott. Und bewegten das Volk und die Ältesten und Schriftgelehrten, und traten herzu, und rissen ihn hin, und führten ihn vor den Rath, und felleten falsche Zeugen dar, die sprachen: Dieser Mensch höret nicht auf zu reden Lästerworte wider diese hei lige Stätte und das Gesetz. Denn wir haben ihn hören sagen: Jesus von Nazareth wird diese Stätte zerstören, und ändern die Sitten, die uns Moses gegeben hat. Und sie sahen auf ihn Alle, die im Rath saßen, und sa: hen sein Angesicht, wie eines Engels Angesicht. Da sprach der Hoheprie: ster: Ist dem also? Er aber sprach: Lieben Brüder und Väter, höret zu: Ihr Halsstarrigen und Unbeschnittenen an Herzen und Ohren, ihr wider: strebet allezeit dem heiligen Geist, wie eure Väter, also auch ihr. Welchen Propheten haben eure Bäter nicht vers folget und sie getödtet, die da zuvor verkündigten die Zukunft dieses Gerechten, welches ihr nun Verräther und Mörder geworden seid? Ihr habt das Gesetz empfangen durch der Engel Geschäfte und habt es nicht gehalten. Da sie solches höreten, gings ihnen durchs Herz, und bissen die Zähne zusammen über ihn. Als er aber voll heiligen Geistes war, sabe er auf gen Himmel und sahe die Herrlichkeit Got tes, und Jesum zur Rechten Gottes stehen, und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen und des Menschen Sohn zur Rechten Gottes sizzen. Sie schrien aber laut und hielten ihre Ohren zu, und stürmeten einmüthiglich zu ihm ein, stießen ihn zur Stadt hinaus, und steinigten ihn. Und die Zeugen legten ab ihre Kleider zu den Füßen eines Jünglings, der hieß Saulus. Und steinigten Stephanum, der anrief und sprach: Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Er fniete aber nieder und schrie laut: Herr, behalte ihnen diese Sünde nicht! Und als er das gesaget, entschlief er. Evangelium. Matth. 23, 34-39. Darum siehe, ich sende zu euch Propheten, und Weise, und Schriftgelehrte; und derselbigen werdet ihr etliche tödten und freuzigen, und etliche werdet ihr geißeln in euren Schulen, und werdet sie verfolgen von einer Stadt zu der andern; auf daß über euch komme alle das gerechte Blut, das vergossen ist auf Erden, von dem Blut an des gerechten Abel, bis auf das Blut Zacharias, Barachias Sohn, welchen ihr getödtet habt zwischen dem Tempel und Altar. Wahrlich, ich sage euch, daß solches alles wird über dies Gea schlecht kommen. Jerusalem, Jerusa lem, die du tödtest die Propheten, und steinigest, die zu dir gefandt sind! wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter ihre Flügel, und Episteln und Evangelien. ihr habt nicht gewollt. Siche, euer Haus soll euch wüste gelassen werden. Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr spre chet: Gelobet sei, der da fommt im Namen des Herrn! Evangelium. Luc. 2, 15-20. Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten unter einander: Lasset uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr fund gethan hat. Und sie kamen ellend und fanden beide, Mariam und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegend. Da sie es aber gesehen hat ten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und Alle, vor die es fam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte, und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, preiseten und lobeten Gott um Alles, das sie gehöret und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. 5 ter! Also ist nun hier kein Knecht mehr, sondern eitel Kinder. Sind es aber Kinder, so sind es auch Erben Gottes durch Christum. Evangelium. Luc. 2, 33-40. Und sein Vater und Mutter verwunderten sich deß, das von ihm geredet ward. Und Simeon sequete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser wird gesetzt zu einem Fall und Aufersteben Vieler in Israel, und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird. Und es wird ein Schwerdt durch seine Seele dringen, auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werden. und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuel, vom Geschlecht Aser, die war wohl betaget, und hatte gelebt sieben Jahre mit ihrem Manne nach ihrer Jungfrauschaft, und war nun eine Wittwe bei vier und achtzig Jahren, die kam nimmer vom Tempel, dienete Gott mit Fasten und Beten, Tag und Nacht. Dieselbige trat auch hinein zu derselbigen Stunde, und preisete den Herrn und redete von ihm zu Allen, die auf die Erlösung zu Jes rusalem warteten. Und da sie es Alles vollendet hatten, nach dem Gesetz des Herrn, kehrten sie wieder in Galiläam zu ihrer Stadt Nazareth Aber das Kind wuchs und ward stark im Geist, voller Weisheit, und Gottes Gnade war bei ihm. Am Sonntage nach dem Chriftfesttage. Epistel. Gal. 4, 1-7. Ich sage aber: So lange der Erbe ein Kind ist, so ist unter ihm und ei nem Knechte kein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter; sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern, bis auf die bestimmte Zeit vom Vater. Also auch wir, da wir noch Kinder waren, waren wir gefangen unter den äußerlichen Satzungen; da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Beibe, und unter das Gesetz gethan, auf daß er die, so unter dem Gesetze waren, erlösete, daß wir die Kindschaft empfingen. Weil ihr denn Kinder seid, hat Gott ge fandt den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Ba| Denn wie viele euer getauft sind, die Am Neujahrstage. Epistel. Gal. 3, 23-29. Ehe denn aber der Glaube fam, wurden wir unter dem Gesetz verwahe ret und verschlossen auf den Glauben, der da sollte geoffenbaret werden. Al so ist das Geseß unser Zuchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmete ster. Denn ihr seid Alle Gottes Kinder durch den Glauben an Christo Jesu. Episteln und Evangelien. 6 haben Christum angezogen. Hier ist fein Jude, noch Grieche, hier ist kein Mann, noch Weib; denn ihr seid allzumal Einer in Christo Jesu. Seid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Samen, und nach der VerheiBung Erben. Evangelium. Luc. 2, 21. Und da acht Tage um waren, daß das Kindlein beschnitten würde, da ward sein Name genannt Jesus, welcher genannt ward von dem Engel, ehe denn er im Mutterleibe empfangen ward. Am Sonntage nach dem Neujahrstage. Epistel. Tit. 3, 4-8. Da aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes, unsers Het lands, nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir gethan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit machte er uns selig, durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegos sen hat über uns reichlich durch Jesum Chriftum, unsern Heiland, auf daß wir durch desselbigen Gnade gerecht und Erben sein des ewigen Lebens, nach der Hoffnung. Das ist je gewißlich wahr. Evangelium. Matth. 2, 13-23. Da sie aber hinweg gezogen waren, fiehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum und sprach: Stehe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und fleuch in Aegyptenland, und bleib allda, bis ich bir sage; denn es ist vorhanden, daß Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzubringen. Und er stand auf, und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich bei der Nacht, und entwich in Aegyptenland, und blieb allda bis nach dem Tode Herodis; auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Propheten gejagt hat, der da spricht: Aus Aegypten hab ich meinen Sohn gerufen. Da Herodes nun sah, daß er von den Weisen betrogen war, ward er sehr zornig, und schickte aus, und ließ alle Kinder zu Bethlehem tödten und an ihren ganzen Gränzen, die da zweijährig und darunter waren, nach der Zeit, die er mit Fleiß von den Weisen erlernt hatte. Da ist erfüllet, das gesagt ist von dem Propheten Jeremia: Auf dem Gebirge hat man ein Geschrei gehöret, viel Klagens, Weinens und Heulens. Rahel beweinte ihre Kinder, und wollte sich nicht trösten las sen; denn es war aus mit ihnen. Da aber Herodes gestorben war, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum, in Aegyptenland, und sprach: Stehe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und zeuch hin in das Land Israel. Sie sind gestorben, die dem Kinde nach dem Leben standen. Und er stand auf, und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich, und kam in das Land Israel. Da er aber hörete, daß Archelaus im jüdischen Lande König war, anstatt feines Baters Herodis, fürch tete er sich, dahin zu kommen, und im Traum empfing er Befehl von Gott, und zog in die Derter des galiläischen Landes; und kam und wohnete in der Stadt, die da heißet Nazareth, auf daß erfüllet würde, daß da gesagt ist durch die Propheten: Er soll Nazarenus heißen. Am Feste der Erscheinung Christi, oder Epiphanias. Epistel. Jesaia 60, 1-6. Mache dich auf, werde Licht, denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir! Denn fiehe, Finsterniß bedeckt das Erdreich, und Dunkel die Völker. Aber über dir gehet auf der Herr, und seine Herrlichfeit erscheinet über dir. Und die Heis den werden in deinem Lichte wandeln, und die Könige im Glanz, der über dir aufgehet. Hebe deine Augen auf, Episteln und Evangelien. 7 und siehe umher: diese alle versammelt| stand eben über, da das Kindlein war. kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen, und deine Töchter zur Seiten erzogen werden. Dann wirst du deine Lust sehen und ausbrechen, und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wenn sich die Menge am Meer zu dir bekehret, und die Macht der Heiden zu dir fommt. Denn die Menge der Kameele wird dich bedek fen, die Läufer aus Midian und Epha. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen und des Herrn Lob verkündigen. Evangelium. Matth. 2, 1-12. Da Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodis, siehe, da kamen die Weisen vom Morgenlande gen Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborne König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenlande, und sind gekommen, ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörete, erschrak er, und mit ihm das ganze Jerusalem. Und ließ versammeln alle Hohenpriester und Schrift gelehrten unter dem Bolf, und erfor schete von ihnen, wo Christus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande. Denn also stehet geschrieben durch den Propheten: Und du, Bethlehem im jüdischen Lande, bist mit nichten die Kleinste unter den Fürsten Juda; denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Herr sei. Da berief Herodes die Weisen heimlich, und erlernete mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre, und wies sie gen Bethlehem und sprach: Ziehet hin, und forschet fleißig nach dem Kindlein, und wenn ihrs findet, so saget mirs wieder, daß ich auch komme und es anbete. Als sie nun den König gehöret hatten, zogen fie bin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis daß er kam und Da sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut, und gingen in das Haus, und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an, und thaten ihre Schätze auf, und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. Und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie nicht sollten wieder zu Herodes lenken. Und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. Am 1. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel. Röm. 12, 1-6. Ich ermahne euch, lieben Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohl gefällig sei, welches sei euer vernünf tiger Gottesdienst. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Verneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sei der gute, der wohlgefällige und der vollkommene Gotteswille. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, Jedermann unter euch, daß Niemand weiter von sich halte, denn sichs gebühret zu halten, sondern daß er von ihm mäßiglich halte, ein Jeglicher, nachdem Gottausgetheilet hat das Maaß des Glaubens. Denn gleicherweise als wir in einem Leibe viele Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte haben: also find wir viele Ein Leib in Chris sto, aber unter einander ist Einer des Andern Glied, und haben mancherlei Gaben, nach der Gnade, die uns ges geben ist. Evangelium. Luc. 2, 41-52. Und seine Eltern gingen alle Jahre gen Jerusalem auf das Osterfest. Und da Jesus zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf gen Jerusalem, nach Ge wohnheit des Festes. Und da die Tage 8 Episteln und vollendet waren, und sie wieder zu Haus se gingen, blieb das Kind Jesus zu Je rufalem, und seine Eltern wußten es nicht. Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagereise und suchten ihn unter den Gefreun deten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wiederum gen Jerusalem und suchten ihn. Und es begab sich nach dreien Tagen, fanden fie ihn im Tempel sitzen, mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörete und sie fragte. Und Alle, die ihm zuhöreten, verwunderten sich seines Verftandes und seiner Antwort. Und da fie ihn saben, entsegten sie sich, und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ist es, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, was meines Baters ist? Und sie verstanden das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab, und kam gen Nazareth, und war ihnen unterthan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen. Am 2. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel. Nöm. 12, 6-16. Wir haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Hat Jemand Weissagung, so sei sie dem Glauben ähnlich. Hat Jemand ein Amt, so warte er des Amtes. Lehret Jemand, so warte er der Lehre. Er mahnet Jemand, so warte er des Er mahnens. Giebt Jemand, so gebe er einfältiglich. Regieret Jemand, so sei er sorgfältig. Uebet Jemand Barmherzigkeit, so thue er es mit Luft. Die Liebe sei nicht falsch. Hasset das Arge, hanget dem Guten an. Die brüEvangelien. derliche Liebe unter einander set herz lich. Einer komme dem Andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge, was ihr thun sollt. Seid brünstig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal. Haltet an am Gebet. Nehmet euch der Heiligen Nothdurft an. Her berget gerne. Segnet, die euch verfol gen. Segnet, und fluchet nicht Freuet euch mit den Fröhlichen, und weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn unter einander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. Evangelium. Joh. 2, 1-11. Und am dritten Tage war eine Hochzeit zu Cana in Galiläa, und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein ge brach, spricht die Mutter Jefu zu ihm: Sie haben nicht Wein. Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch saget, das thut. Es waren aber allda sechs steinerne Wasserkrüge gesetzt, nach der Weise der jüdischen Reinigung, und gingen je in einen zwei, oder dret Maaß. Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit Wasser. Und sie fülleten sie bis oben an. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun und bringet es dem Speisemeister. Und sie brachten es. Als aber der Speisemeister kostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wußte nicht, von wannen er kam( die Diener aber wußten es, die das Wasser geschöpfet hatten), rufet der Speisemeister dem Bräutigam und spricht zu ihm: Jedermann giebt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken worden sind, alsdann den gerin gern; du hast den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeichen, das Jesus that, geschehen zu Cana in Galiläa, und offenbarte seine Herrs Episteln und Evangelien. Hichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn. Am 3. Sonntage nach der Erscheinung Chrifti. 9 und habe unter mir Kriegsknechte, und wenn ich sage zu einem: Gehe hin! so geht er, und zum andern: Komme her! so kommt er, und zu meinem Knechte: Thue das! so thut ers. Da das Jesus hörete, verwunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgeten: Wahrlich, ich sage euch, solchen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden. Aber ich sage euch: Viele werden kommen vom Morgen und vom Abend, und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich sigen. Aber die Kins der des Reichs werden ausgestoßen in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird sein Heulen und Zähnklappen. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Gehe hin, dir geschehe, wie du geglaus bet haft. Und sein Knecht ward ges sund zu derselbigen Stunde. Epistel. Rom. 12, 17-21. Haltet euch nicht selbst für flug. Vergeltet Niemand Böses mit Bösem. Fleißiget euch der Ehrbarkeit gegen Jedermann. Ist es möglich, so viel an euch ist, so habt mit allen Menschen Friede. Rächet cuch selbst nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn. Denn es stehet geschrieben: Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr. So nun deinen Feind hungert, so speise ihn; dürstet ihn, so tränke ihn. Wenn du das thust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. Laß dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Evangelium. Matth. 8, 1-13. Da Jesus vom Berge- herabging, folgte ihm viel Volks nach. Und siehe, ein Aussäßiger kam, und betete ihn an und sprach: Herr, so du willst, kannst du mich wohl reinigen. Und Jesus streckte seine Hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich wills thun, sei gereiniget. Und alsbald ward er von seinem Aussatz rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, sag es Riemand; sondern zeige dich dem Priester, und opfere die Gabe, die Moses befohlen hat, zu einem Zeugniß über sie. Da aber Jesus einging zu Capernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause und ist gichtbrüchig und hat große Qual. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach gehest; sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. Denn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit unterthan, Am 4. Sonntage nach der Erscheinung Chrifti. Epistel. Röm. 13, 8-10. Seid Niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch unter einander liebet; denn wer den Andern liebet, der hat das Gesetz erfüllet. Denn das da gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht tödten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugniß geben; dich soll nichts gelüsten, und so ein ander Gebot mehr ist, das wird in diesem Worte verfasset: Du sollst deinen Nächsten lieben, als dich selbst. Die Liebe thut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Ers füllung. Evangelium. Matth. 8, 23-27. Und Jesus trat in das Schiff, und seine Jünger folgeten ihm. Und siehe, da erhob sich ein groß Ungestüm im Meer, also, daß auch das Schifflein mit Wellen bedeckt ward, und er schlief. Und die Jünger traten zu ihm, wecks ten ihn auf und sprachen: Herr, hilf uns, wir verderben! Da sagte er zu thnen: Ihr Kleingläubigen, warum 10 Episteln und Evangelien. seid ihr so furchtsam? Und stand auf I gethan. Da sprachen die Knechte: und bedrohete den Wind und das Willst du denn, daß wir hingehen und Meer, da ward es ganz stille. Die es ausgäten? Er sprach: Nein, auf Menschen aber verwunderten sich und daß ihr nicht zugleich den Waizen mit sprachen: Was ist das für ein Mann, außraufet, so ihr das Unkraut ausgå daß ihm Wind und Meer gehorsam ist? tet. Lasset beides mit einander wachs sen bis zu der Ernte, und um die Erntezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuvor das Unkraut und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne; aber den Waizen sammelt mir in meine Scheunen. Am 5. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel. Col. 3, 12-17. So ziehet nun an, als die Auserwählten Gottes, Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichfeit, Demuth, Sanftmuth, Geduld. Und vertrage Einer den Andern, und vergebet euch unter einander, so Jemand Klage hat wider den Andern, gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr. Ueber alles ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollfommenheit. Und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen seid in Einem Leibe, und seid dankbar. Lasset das Wort Chrifti unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit, lehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen, lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in euren Herzen. Und Alles, was ihr thut, mit Worten oder Werken, das thut Alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott und dem Vater durch ihn. Evangelium. Matth. 13, 24-30. Jesus legte ihnen ein anderes Gleich niß vor und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säete. Da aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säete Unkraut zwischen den Wat zen und ging davon. Da nun das Kraut wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesäet? Wo her hat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind Am 6. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel. 2. Petr. 1, 16-21. Wir haben nicht den klugen Fabeln gefolget, da wir euch fund gethan haben die Kraft und die Zukunft unsers Herrn Jesu Christi; sondern wir haben seine Herrlichkeit selber gesehen, da er empfing von Gott dem Vater Ehre und Preis durch eine Stimme, die zu ihm geschah von der großen Herrlichkeit, dermaßen: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Und diese Stimme haben wir gehöret, vom Himmel gebracht, da wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. Wir haben ein festes, prophetisches Wort, und ihr thut wohl, daß ihr dare auf achtet, als auf ein Licht, das da scheinet an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euern Herzen. Und das sollt ihr für das erste wissen, daß keine Weissagung in der Schrift geschiehet aus eigener Auslegung. Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht, sondern die heiligen Menschen Gottes haben geredet, getrieben von dem heiligen Geist. Evangelium Matth. 17, 1-9. Und nach sechs Tagen nahm Jesus zu sich Petrum und Jakobum und Johannem, seinen Bruder, und führte fie beiseits auf einen hohen Berg, und ward verklärt vor ihnen, und sein An Episteln und Evangelien. 11 geficht leuchtete, wie die Sonne, und| liche Speise gegessen, und haben alle feine Kleider wurden weiß, als ein Licht. Und siehe, da erschienen ihnen Moses und Elias, die redeten mit ihm. Petrus aber antwortete und sprach zu Jesu: Herr, hier ist gut sein. Willst du, so wollen wir hier dret Hütten machen, dir eine, Mose eine, und Elias eine. Da er aber noch redete, fiehe, da überschattete fie eine lichte Wolfe. Und siehe, eine Stimme aus der Wolle sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe, den sollt ihr hören. Da das die Jünger höreten, fielen sie auf ihr Angesicht und erschrafen sehr. Jesus aber trat zu ihnen, rührete sie an und sprach: Stehet auf und fürchtet euch nicht. Da sie aber ihre Augen aufhuben, sahen sie Niemand, denn Jesum alleine. Und da sie vom Berg herab gingen, gebot ihnen Jesus und sprach: Ihr follt dies Gesicht Niemand sagen, bis des Menschen Sohn von den Todten auferstanden ist. Am Sonntage Septuagefimä. Epistel. 1. Cor. 9, 24-27. und Cap. 10, 1-5. Wisset ihr nicht, daß die, so in den Schranken laufen, die laufen Alle, aber Giner erfanget das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein Jeglicher aber, der da kämpfet, enthält sich alles Dinges, jene also, daß fie eine vergängliche Krone empfangen, wir aber eine unvergängliche. Ich laufe aber also, nicht als aufs Ungewisse. Ich fechte also, nicht als der in die Luft streichet; sondern ich betäube meinen Leib und zähme ihn, daß ich nicht den Andern predige und selbst verwerflich werde. Ich will euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten, daß un sere Väter find alle unter der Wolke gewesen, und find alle durchs Meer gegangen, und find alle unter Mose getauft, mit der Wolke und mit dem Meer. Und haben alle einerlei geift einerlei geistlichen Trant getrunken; fie tranfen aber von dem geistlichen Fels, der mitfolgete, welcher war Christus. Aber an ihrer vielen batte Gott fein Wohlgefallen; denn fie find niedergeschlagen in der Wüste. Evangelium. Matth. 20, 1-16. Jesus sprach zu seinen Jüngern: Das Himmelreich ist gleich einem Hause vater, der am Morgen ausging, Arbeiter zu miethen in seinen Weinberg. Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg. Und ging aus um die dritte Stunde, und sahe Andere an dem Markt müßig stes hen und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, ich will euch geben, was recht ist. Und sie gine gen hin. Abermals ging er aus um die sechste und neunte Stunde, und that gleich also. Um die elfte Stunde aber ging er aus, und fand Andere müßig stehen und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hier den ganzen Tag müßig? Sie sprachen zu ihm: G3 hat uns Niemand gedinget. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, und was recht sein wird, das soll euch werden. Da es nun Abend ward, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Schaffner: Rufe den Arbeitern und gieb ihnen den Lohn, und hebe an an den Leßten bis zu den Ersten. Da kamen, die um die elfte Stunde gedinget waren, und ems pfing ein Jeglicher seinen Groschen. Da aber die Ersten kamen, meinten fie, fie würden mehr empfangen, und fie empfingen auch ein Jeglicher seinen Groschen. Und da sie den empfingen, murreten sie wider den Hausvater und sprachen: Diese Leßten haben nur Eis ne Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hiße getragen haben. Er antwortete aber und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue Episteln und Evangelien. und Blöße, ohne was sich sonst zuträgt, nämlich daß ich täglich werde angelaufen und trage Sorge für alle Gemeinen. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird gears gert, und ich brenne nicht? So ich mich je rühmen soll, will ich mich meis ner Schwachheit rühmen. Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Chrifti, welcher sei gelobet in Ewigkeit, weiß, daß ich nicht lüge. Zu Damaskus der Landpfleger des Königs Areta vers wahrete die Stadt der Damasker und wollte mich greifen, und ich ward in einem Korb zum Fenster aus durch die Mauer niedergelassen, und ich ents Ihr vertraget gerne die Narren, die- rann aus seinen Händen. Es ist mir weil ihr flug seid. Jbr vertraget, so ja das Rühmen nichts nütze; doch ich euch Jemand zu Knechten machet, so will kommen auf die Gesichte und Of euch Jemand schindet, so euch Jemand fenbarungen des Herrn. Ich kenne ets nimmt, so euch Jemand troßet, so euch nen Menschen in Christo, vor vierzehn Jemand in das Angesicht streichet. Jahren,( ist er in dem Leibe gewesen, Das sage ich nach der Unehre, als so weiß ich es nicht, oder ist er außer wären wir schwach geworden. Worauf dem Leibe gewesen, so weiß ich es auch nun Jemand fühn ist,( ich rede in nicht, Gott weiß es), derselbe ward Thorheit) darauf bin ich auch fühn. entzückt bis in den dritten Himmel. Sie sind Ebraer, ich auch. Sie sind Und ich kenne denselbigen Menschen, Israeliter, ich auch. Sie sind Abra-( ob er in dem Leibe, oder außer dem hams Samen, ich auch. Sie sind Die Leibe gewesen ist, weiß ich nicht, Gott ner Christi, ich rede thörlich, weiß es). Er ward entzückt in das ich bin wohl mehr. Ich habe mehr ge- Paradies und hörte unaussprechliche arbeitet, ich habe mehr Schläge erlit- Worte, welche kein Mensch sagen kann. ten, ich bin öfter gefangen, oft in To Davon will ich mich rühmen, von mir desnöthen gewesen. Von den Juden selbst aber will ich mich nichts rühmen, habe ich fünfmal empfangen vierzig ohne meiner Schwachheit. Und so ich Streiche weniger eins. Ich bin drei- mich rühmen wollte, thäte ich darum mal gestäupet, einmal gesteiniget, drei nicht thörlich; denn ich wollte die mal habe ich Schiffbruch erlitten, Tag Wahrheit sagen. Ich enthalte mich und Nacht habe ich zugebracht in der aber deß, auf daß nicht Jemand mich Tiefe des Meers. Ich habe oft gerei- höher achte, denn er von mir siebet, fet, ich bin in Fährlichkeit gewesen zu oder von mir höret. Und daß ich mich Wasser, in Fährlichkeit unter den Mör- nicht der hohen Offenbarung überhedern, in Fährlichkeit unter den Ju- be, ist mir gegeben ein Pfahl ins den, in Fährlichkeit unter den Hei- Fleisch, nämlich des Satans Engel, den, in Fährlichkeit in den Städten, der mich mit Fäusten schlage, auf daß in Fährlichkeit in der Wüste, in Fähr- ich mich nicht überhebe. Dafür ich dreis lichkeit auf dem Meer, in Fährlichkeit mal den Herrn geflehet babe, daß er unter den falschen Brüdern, in Mühe von mir wiche. Und er hat zu mir ges und Arbeit, in viel Wachen, in Hun sagt: Laß dir an meiner Gnade ges ger und Durst, in viel Fasten, in Frost núgen; denn meine Kraft ist in den 12 dir nicht Unrecht. Bist du nicht mit mir eins geworden um einen Groschen? Nimm, was dein ist, und gehe hin. Ich will aber diesen Letzten geben gleich wie dir. Oder habe ich nicht Macht zu thun, was ich will, mit dem Meinen? Siehest du darum scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die Legten die Ersten, und die Ersten die Legten sein. Denn Viele sind berufen, aber Wenige find auserwählt. Am Sonntage Seragefimä. Epistel. 2. Cor. 11, 19-33. und Cap. 12, 1-9. - - Episteln und Evangelien. Schwachen mächtig. Darum will ich Am Sonntage Quinquagefima | mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Chris fti bei mir wohne.. oder Estomihi. Evangelium. Luc. 8, 4-15. Da nun viel Bolks bei einander war, und aus den Städten zu ihm eilten, sprach er durch ein Gleichniß: Es ging ein Säemann aus, zu säen seinen Samen; und indem er säete, fiel Etliches an den Weg und ward vertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen es auf. Und Etliches fiel auf den Fels, und da es aufging, verdorrete es, darum, daß es nicht Saft hatte. Und Et liches fiel mitten unter die Dornen, und die Dornen gingen mit auf und erstickten es. Und Etliches fiel auf ein gutes Land, und es ging auf, und trug Hundertfältige Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre. Es fragten ihn aber seine Jünger und sprachen, was dieses Gleichniß wäre? Er aber sprach: Euch ist gegeben zu wissen das Geheimniß des Reiches Gottes, den Andern aber in Gleichnissen, daß sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht verstehn, ob sie es schon hören. Das ist aber das Gleichniß: Der Same ist das Wort Gottes. Die aber auf dem Wege sind, das sind, die es hören; darnach kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihren Herzen, auf daß sie nicht glauben und selig werden. Die aber auf dem Fels, sind die, wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an, und sie haben nicht Wurzel; eine Zeitlang glauben fie, und zur Zeit der Anfechtung fallen fie ab. Das aber unter die Dornen fiel, sind die, so es hören, und gehen hin unter Sorgen, Reichthum und Wollust dieses Lebens, und ersticken und bringen keine Frucht. Das aber auf dem guten Lande, sind, die das Wort hören und behalten in einem feinen, guten Herzen und bringen Frucht in Geduld 13 Epistel. 1. Cor. 13, 1-13. Wenn ich mit Menschen und init Engelzungen redete, und hätte der Lies be nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weissagen könnte, und wüßte alle Geheimnisse, und alle Erkenntniß, und hätte allen Glauben, also, daß ich Berge verseßte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe, und ließe meinen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre es mir nichts nüße. Die Liebe ist langmüthig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibet nicht Muthwillen. Sie blähet sich nicht, sie stellt sich nicht ungeberdig, sie suchet nicht das Ihre, fie läsfet sich nicht erbittern, fie trachs tet nicht nach Schaden, fie freuet fich nicht der Ungerechtigkeit, sie freuet sich aber der Wahrheit. Sie verträget Als les, fie glaubet Alles, fie hoffet Alles, sie duldet Alles. Die Liebe höret nims mer auf, so doch die Weissagungen aufhören werden, und die Sprachen aufhören werden, und das Erkenntniß aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser Weissagen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stück werk aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, und war klug wie ein Kind, und hatte findische Anschläge; da ich aber ein Mann ward, that ich ab, was findisch war, Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunkeln Wort, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich es stückweise, dann aber werde ich es erkennen, gleich wie ich erkannt bin. Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größeste unter ihnen. Evangelium. Luc. 18, 31-43. Jesus nahm zu sich die Zwölfe und 14 Episteln und Evangelien. sprach zu ihnen: Sehet, wir gehen| dern in allen Dingen lasset uns bes hinauf gen Jerusalem, und es wird weisen als die Diener Gottes, in gros Alles vollendet werden, das geschries ßer Geduld, in Trübsalen, in Nöthen, ben ist durch die Propheten von des in Aengsten, in Schlägen, in Gefäng Menschen Sohn. Denn er wird übers nissen, in Aufruhren, in Arbeit, fn antwortet werden den Heiden, und er Wachen, in Fasten, in Keuschheit, in wird verspottet und geschmähet und Erkenntniß, in Langmuth, in Freunde verspeiet werden, und sie werden ihn lichkeit, in dem heiligen Geist, in uns geißeln und tödten, und am dritten gefärbter Liebe, in dem Worte der Lage wird er wieder auferstehen. Sie Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch aber vernahmen der Keines, und die Waffen der Gerechtigkeit, zur Rech Rede war ihnen verborgen, und wuß- ten und zur Linken; durch Ehre und ten nicht, was das gesagt war. Schande, durch böse Gerüchte und gute Gerüchte; als die Verführer, und doch wahrhaftig, als die Unbekannten, und doch bekannt, als die Sterbenden, und siehe, wir leben, als die Gezüchs tigten, und doch nicht ertödtet, als die Traurigen, aber allezeit fröhlich, als die Armen, aber die doch Viele reich machen, als die Nichts inne haben, und doch Alles haben. Es geschah aber, da er nahe zu Jericho kam, saß ein Blinder am Wege und bettelte. Da er aber hörete das Bolk, das durchhin ging, forschete er, was das wäre. Da verkündigten sie ihm, Jesus von Nazareth ginge vor über. Und er rief und sprach: Jesu, du Sohn Davids, erbarme dich mein! Die aber vorne an gingen, bedräucten ihn, er sollte schweigen; er aber schrie vielmehr: Du Sohn Davids, erbarme dich mein! Jesus aber stand stille und hieß ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe bei ihn brachten, fragte er ihn und sprach: Was willst du, daß ich dir thun soll? Er sprach: Herr, daß ich schen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend, dein Glaube hat dir geholfen. Und alsbald ward er sehend, und folgete ihm nach, und preisete Gott. Und alles Volk, das folches sahe, lobete Gott. Am 1. Sonntage in der Fasten, Invocavit. Epistel. 2. Cor. 6, 1-10. Wir ermahnen euch, als mithelfer, daß ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfahet. Denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret, und habe dir am Tage des Heils geholfen. Sehet, jegt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils. Lasset uns aber niemand irgend ein Nergerniß geben, auf daß unser Amt uicht verlästert werde; son Evangelium. Matth. 4, 1-11. Da ward Jesus vom Geist in die Wüste geführet, auf daß er vom Teufel versuchet würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hat te, hungerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Got tes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brod werden. Und er antwortete und sprach: Es stehet geschrieben: Der Mensch lebet nicht vom Brode allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes gehet. Da führete ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt, und stellete ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab, denn es stehet geschrieben: Er wird seinen Engeln über dir Be fehl thun, und sie werden dich auf den ånden tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum stes het auch geschrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht versuchen. Wies derum führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg, und zeigte Episteln und Evangelien. 15 ihm alle Reiche der Welt und ihre| verlornen Schafen von dem Hause Herrlichkeit, und sprach zu ihm: Dies Israel. Sie kam aber und fiel vor Alles will ich dir geben, so du nieder ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir! fällst, und mich anbetest. Da sprach Er antwortete aber und sprach: Es Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, ist nicht fein, daß man den Kindern Satan; denn es stehet geschrieben: ihr Brod nehme und werfe es vor die Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn, Hunde. Sie sprach: Ja, Herr! Aber und ihm allein dienen. Da verließ doch essen die Hündlein von den Bros ihn der Teufel, und siehe, da traten samen, die von ihrer Herren Tische die Engel zu ihm und dieneten ihm. fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: Weib, dein Glaube ist groß! Dir geschehe, wie du willst. Und ihre Tochter ward gesund zu ders selbigen Stunde. Am 2. Sonntage in der Fasten, Reminiscere. Epistel. 1. Thess. 4, 1-7. Wir bitten euch und ermahnen in dem Herrn Jesu, nach dem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollet wandeln und Gott gefallen, daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wisset, welche Gebote wir euch gegeben haben, durch den Herrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei, und ein Jeglicher unter euch wisse sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Luftfeuche, wie die Heiden, die von Gott nichts wissen. Und daß Niemand zu weit greife, noch vervor theile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist Rächer über das alles; wie wir euch zuvor gesagt und bezeugt haben. Denn Gott hat uns nicht be rufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung. Evangelium. Matth. 15, 21-28. Und Jesus ging aus von dannen, und entwich in die Gegend Tyri und Sidon. Und siche, ein cananäisches Weib ging aus derselbigen Gränze, und schrie ihm nach und sprach: Ach Herr, du Sohn Davide, erbarme dich mein! Meine Tochter wird vom Teufel übel geplaget. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß fie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er antwortete aber und sprach: Ich bin nicht gesandt, denn nur zu den Am 3. Sonntage in der Fasten, Oculi. Epistel. Ephef. 5, 1-9. So seid nun Gottes Nachfolger, als die lieben Kinder, und wandelt in der Liebe, gleich wie Christus uns hat geliebt, und sich selbst dargegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hurerei aber und alle Unreinigkeit, oder Geiz, laſſet nicht von euch gesagt werden, wie den Heiligen zustehet, auch schandbare Worte und Narrentheidinge, oder Scherz, welche euch nicht ziemen, sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Hurer, oder Unreiner, oder Geiziger, welcher ist ein Gözendiener, Erbe hat an dem Reich Christi und Gottes. Laffet euch Niemand verführen, mit vergeblichen Worten; denn um dieser willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum seid nicht ihre Mitgenossen; denn ihr waret weiland Finsterniß, nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kin der des Lichts. Die Frucht des Geistes ist allerlei Gütigkeit und Gerechs tigkeit und Wahrheit. Evangelium. Luc. 11, 14-28. Jesus trieb einen Teufel aus, der war stumm. Und es geschah, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stums 16 Episteln und Evangelien. Am 4. Sonntage in der Fasten, Lätare. me; und das Volf verwunderte fich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibet die Teufel aus durch Beelze Epistel. Gal. 4, 21-31. bub, den Obersten der Teufel. Die Andern aber versuchten ihn, und be Saget mir, die ihr unter dem Ges gehrten ein Zeichen von ihm vom seg sein wollt, habt ihr das Geset Simmel. Er aber vernahm ihre Ge- nicht gehöret? Denn es stehet ges danken und sprach zu ihnen: Ein jeg schrieben, daß Abraham zwei Söhne Hiches Reich, so es mit ihm selbst un hatte, einen von der Magd, den ans eins wird, das wird wüste, und ein dern von der Freien. Aber der von Har fällt über das andere; ist denn der Magd war, ist nach dem Fleisch der Satanas auch mit ihm selbst un- geboren, der aber von der Freien ist eins, wie will sein Reich bestehen? durch die Verheißung geboren. Die dieweil ihr saget, ich treibe die Teu Worte bedeuten etwas. Denn das fel aus durch Beelzebub. So ich aber find die zwei Testamente: eines von die Teufel durch Beelzebub austreibe, dem Berge Sinat, das zur Knechtdurch wen treiben sie eure Kinder aus? schaft gebicret, welches ist die Agar, Darum werden sie eure Richter sein.( denn Agar heißt in Arabien der So ich aber durch Gottes Finger die Berg Sinat), und langet bis gen Jes Teufel austreibe, so kommt je das rusalem, das zu dieser Zeit ist, und Reich Gottes zu euch. Wenn ein star- ist dienstbar mit seinen Kindern. Aber fer Gewappneter seinen Ballast be- das Jerusalem, das droben ist, das wahret, so bleibet das Seine mit Fries ist die Freie, die ist unser Aller Mut den. Wenn aber ein Stärkerer über ter. Denn es stehet geschrieben: Sei ihn kommt und überwindet ihn, so fröhlich, du Unfruchtbare, die du nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er nicht gebierest, und brich hervor und fich verließ und theilet den Raub aus. rufe, die du nicht schwanger bist; Wer nicht mit mir ist, der ist wider denn die Einsame hat viel mehr Kins mich; und wer nicht mit mir sammlet, der, denn die den Mann hat. Wir der zerstreuet. Wenn der unsaubere aber, lieben Brüder, find Isaaks, Geist von den Menschen ausfähret, nach der Verheißung, Kinder. Aber so durchwandelt er dürre Stätten, fu- gleichwie zu der Zeit, der nach dem chet Ruhe und findet sie nicht. So Fleisch geboren war, verfolgte den, spricht er: Ich will wieder umkehren der nach dem Geist geboren war, also in mein Haus, daraus ich gegangen gehet es jetzt auch. Aber was spricht bin. Und wenn er kommt, so findet die Schrift? Stoß die Magd hinaus er es mit Besemen gefehrt und ge mit ihrem Sohne; denn der Magd schmückt. Dann gehet er hin und Sohn soll nicht erben mit dem Sohe nimmt sieben Geister zu sich, die ärgerne der Freien. So sind wir nun, lies Find, denn er selbst Und wenn sie ben Brüder, nicht der Magd Kinder, hinein kommen, wohnen sie da, und sondern der Freien. wird hernach mit demselbigen Mens schen ärger, denn vorhin. Und es begab sich, da er solches res dete, erhob ein Weib im Volk die Stimme und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen hast. Er aber sprach: Ja, selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren Evangelium. Joh. 6, 1-15. Darnach fuhr Jesus weg über das Meer, an der Stadt Tiberias in Gas liläa. Und es zog ihm viel Volks nach, darum, daß sie die Zeichen fas hen, die er an den Kranken that. Jes fus aber ging hin auf einen Berg, und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern. Episteln und Evangelien. 17 Es war aber nahe die Ostern, der Böcke oder Kälber Blut, sondern er Juden Fest. Da hob Jesus seine Augen auf und fiehet, daß viel Bolks zu hm fommt, und spricht zu Philippo: Wo kaufen wir Brod, daß diese effen? Das sagte er aber, ihn zu versuchen; denn er wußte wohl, was er thun wollte. Philippus antwortete ihm: Zweihundert Pfennige werth Brodes ist nicht genug unter sie, daß ein Jeglicher unter ihnen ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder Simonis Petri: Es ist ein Knabe hier, der hat fünf Gerstenbrode und zwei Fische; aber was ist das unter so Biele? Jesus aber sprach: Schaffet, daß sich das Bolf lagere. Es war aber viel Gras an dem Orte. Da lagerten sich bei fünftausend Mann. Jejus aber nahm die Brode, dankete, und gab sie den Jüngern, die Jünger aber denen, die fich gelagert hatten. Desselbigen gleichen auch von den Fischen, wie viel er wollte. Da fie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammlet die übrigen Brocken, daß nichts umfomme. Da sammelten fie, und fülleten zwölf Körbe mit Brocken von den fünf Gerstenbroden, die überblieben denen, die gespeiset worden. Da nun die Menschen das Zeichen sahen, das Jesus that, sprachen sie: Das ist wahr lich der Prophet, der in die Welt fom men soll. Da Jesus nun merkte, daß fie kommen würden und ihn haschen, daß fie ihn zum Könige machten, entwich er abermal auf den Berg, er selbst alleine. Am 5. Sonntage in der Fasten, Judica. Epistel. Hebr. 9, 11-15. Christus aber ist gekommen, daß er sei ein Hoherpriester der zukünftigen Güter, durch eine größere und vollkommnere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebauet ist. Auch nicht durch der ist durch sein eigenes Blut einmal in das Heilige eingegangen und hat eine ewige Erlösung erfunden. Denn so der Ochsen und der Böcke Blut, und die Asche von der Kuh gesprenget, heiliget die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit: wie viel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst ohne allen Wandel durch den heiligen Geist Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den todten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott? Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Üebertretungen, die unter dem ersten Testament waren, die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfahen. Evangelium. Joh. 8, 46-59. Jesus sprach zu den Juden: Welcher unter euch kann mich einer Sünde zethen? So ich euch aber die Wahrs heit sage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Wort; darum höret ihr nicht, denn ihr seid nicht von Gott. Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist und haft den Teufel? Jesus antwortete: Ich habe feinen Teufel, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr unehret mich. Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber einer, der sie suchet und richtet. Wahrs lich, wahrlich, ich sage euch: So Jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich. Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel haft. Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sprichst: So Jemand mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich? Bist du mehr, denn unser Bater Abraham, welcher gestorben ist, und die Prophe ten find gestorben; was machst du aus dir selbst? Jesus antwortete: So ich 40 Episteln und Evangelien. 18 mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, welchen ihr sprechet, er sei euer Gott, und kennet ihn nicht; ich aber kenne ihn. Und so ich würde sagen, ich kenne ihn nicht, so würde ich ein Lügner, gleich wie ihr seid. Aber ich kenne ihn und halte sein Wort. Abraham, euer Vater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte, und er sahe ihn und freuete sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt und hast Abraham gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe denn Abraham ward, bin ich. Da hoben sie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Jesus verbarg sich, und ging zum Tempel hinaus. Am Palmsonntage. Epistel. Philipp. 2, 5-11 Ein Jeglicher sei gesinnet, wie Jesus Christus auch war, welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er es nicht für einen Raub, Gott gleich sein, sondern äußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch und an Geberden als ein Mensch erfunden. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja bis zum Tode am Kreuze. Darum hat ihn auch Gott erhöhet, und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen alle derer Kniee, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, fei, zur Ehre Gottes, des Vaters. ( Das Evangelium siehe am ersten Sonntage des Advents.) da er verrathen ward, nahm er das Brod, dankte, und brach es, und sprach: Nehmet, effet, das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird; sols ches thut zu meinem Gedächtniß. Dess selbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, und sprach: Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut; solches thut, so oft ihr es trinket, zu meinem Ge dächtniß. Denn so oft ihr von diesem Brode esset und von diesem Kelche trinket, sollt ihr des Herrn Tod vers fündigen, bis daß er kommt. Welcher nun unwürdig von diesem Brode isfet, oder von dem Kelche des Herrn trinfet, der ist schuldig an dem Leibe und Blute des Herrn. Der Mensch aber prüfe sich selbst, und also esse er von diesem Brode und trinke von diesem Kelche. Denn welcher unwürdig iffet und trinket, der isset und trinket ihm selber das Gericht, damit, daß er Darum sind auch so viele Schwache nicht unterscheidet den Leib des Herrn. und Kranke unter euch, und ein gut Theil schlafen. Denn so wir uns fels unter und ein gut ber richteten, so würden wir nicht ges richtet. Wenn wir aber gerichtet wers den, so werden wir von dem Herrn gezüchtiget, auf daß wir nicht sammt der Welt verdammet werden. Am Grünendonnerstage. 1 Cor. 11, 23-32. Ich habe es von dem Herrn empfangen, das ich euch gegeben habe. Denn der Herr Jesus in der Nacht, Am Charfreitage. Jesaias 53. Siche, mein Knecht wird weislich thun, und wird erhöhet und sehr hoch erhaben sein: Daß sich viele über dir werden, weil seine häßdaß Jesus Christus der Herrlicher ist, denn anderer Leute, und sein Ansehen, denn der Menschenkinder. Aber also wird er viele Heiden be sprengen, daß auch Könige werden ihs ren Mund gegen ihn zuhalten. Denn welchen nichts davon verkündiget ist, dieselbigen werdens mit Lust sehen; und die nichts davon gehöret haben, die werden es merken Aber wer glaubt unserer Predigt? Und wem wird der Evangelien. 19 denn er trägt ihre Sünden. Darum will ich ihm große Menge zur Beute geben, und er soll die Starfen zum Raube haben; darum, daß er sein Le ben in den Tod gegeben hat, und den Uebelthätern gleich gerechnet ist, und er Vieler Sünde getragen hat, und für die Uebelthäter gebeten. Episteln und Irm des Herrn geoffenbaret? Denn er chießt auf vor ihm wie ein Reis und wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt noch Schöne; wir fahen ihn, aber da war keine Getalt, die uns gefallen hätte. Er war er Allerverachtetste und Unwertheste, soller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, daß man das AngeAcht vor ihm verbarg; darum haben wir hn nichts geachtet. Fürwahr, er trug ansere Krankheit und lud auf sich unere Schmerzen. Wir aber hielten ihn ür den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unserer Missethat willen verwundet und um unserer Sünde villen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, and durch seine Wunden sind wir geheilet. Wir gingen alle in der Frre vie Schafe, ein Jeglicher sahe auf seimen Weg; aber der Herr warf unser Aller Sünde auf ihn. Da er gestraft und gemartert ward, that er seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführet wird, und wie ein Schaf, das verstummet vor einem Scheerer und seinen Mund nicht aufthut. Er ist aber aus der Angst und Gericht genommen; wer will seines Lebens Länge ausreden? Denn er ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, da er um die Missethat meines Volks geplaget war. Und er ist begraben wie die Gottlo: sen, und gestorben wie ein Reicher; wiewohl er niemand Unrecht gethan hat, noch Betrug in seinem Munde gewesen ist. Aber der Herr wollte ihn also zerschlagen mit Krankheit. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, so wird er Samen haben und in die Länge leben, und des Herrn Bornehmen wird durch seine Hand fortgehen. Darum, daß seine Seele gearbeitet hat, wird er seine Lust sehen und die Fülle haben. Und durch fein Erkenntniß wird er, mein Knecht, der Gerechte, Biele gerecht machen;| liliam; da werdet ihr ihn sehen, wie Evangelium. Marc. 16, 1-8 Und da der Sabbath vergangen war, fauften Maria Magdalena und Maria Jakobi und Salome Specerei, auf daß fie fämen und salbeten ihn. Und sie famen zum Grabe, an einem Sabbather sehr frühe, da die Sonne aufging. Und sie sprachen unter eins ander: Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie fas hen dahin und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzet war; denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab, und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sigen, der hatte ein langes weißes Kleid an, und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entscßet euch nicht. Ihr sus chet Jesum von Nazareth, den Ge freuzigten. Er ist auferstanden und ist nicht hier. Siehe da die Stätte, da sie ihn hinlegten. Gehet aber hin, und saget es seinen Jüngern und Petro, daß er vor euch hingehen wird in Go Am heiligen Ostertage. Epistel. 1 Cor. 5, 6-8. Guer Ruhm ist nicht fein. Wisset ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig den ganzen, Teig versäuert? Darum feget den alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig seid, gleichwie ihr ungesäuert seid. Denn wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum lasset uns Ostern halten, nicht im alten Sauers teige, auch nicht im Sauerteige der Bosheit und Schaltheit, sondern in dem Süßteige der Lauterkett und Wahrheit. 20 Episteln und Evangelien. er euch gefaget hat. Und sie gingen| daß sie ihn nicht fannten. Er sprach schnell heraus, und flohen von dem aber zu ihnen: Was sind das für Res Grabe; denn es war sie Zittern und den, die ihr zwischen euch handelt un Entsetzen angekommen. Und sagten terweges und seid traurig? Da ants Niemand nichts; denn sie fürchteten sich. wortete einer mit Namen Cleophas und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen darinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber spra chen zu ihm: Das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten, vor Gott und allem Boll. Wie ihn unsere Ho henpriester und Obersten überantwor tet haben zur Verdammniß des Todes und gefreuziget. Wir aber hoffeten, er sollte Israel erlösen. Und über das alles ist heute der dritte Tag, daß sols ches geschehen ist. Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der Unsern; die find frühe bei dem Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie haben ein Ge sicht der Engel gesehen, welche sagen, er lebe. Und Etliche unter uns gingen hin zum Grabe, und fanden es also, wie die Weiber sagten; aber ihn fanden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: O ihr Thoren und träges Herzens, zu glauben alle dem, was die Propheten geredet haben! Mußte nicht Christus solches leiden und zu seiner Herrlichkeit eingehen? Und fing an von Mose und allen Propheten, und legte ihnen alle Schrift aus, die von ihm gesagt war. Und sie kamen nahe zu dem Flecken, da sie hingingen. Und er stellete sich, als wollte er fürs der gehen. Und sie nöthigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, daer mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brod, dankete, brach es, und gab es ihnen. Da wurden ihre Augen ges öffnet, und erkannten ihn. Und er vers schwand vor ihnen. Und sie sprachen unter einander: Brannte nicht unser Am 2. Ostertage. Epistel. Ap. Gesch. 10, 34-41. Petrus aber that seinen Mund auf und sprach: Nun erfahre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansleht; sondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Jsrael gesandt hat, und verkündigen lassen den Frieden durch Jesum Christum, welcher ist ein Herr über Alles, die durch das ganze jüdische Land geschehen ist, und angegangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes predigte; wie Gott denselben Jesum von Nazareth gesalbet hat mit dem heiligen Geiste und Kraft, der umher gezogen ist und hat wohlgethan, und gefund gemacht Alle, die vom Teufel überwältigt waren; denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles deß, das er gethan hat im jüdischen Lande und zu Jerusalem. Den haben fie getödtet und an ein Holz gehänget. Denselbigen hat Gott auferwecket am dritten Tage und ihn lassen offenbar werden, nicht allem Volk, sondern uns, den vorerwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er aufer: standen ist von den Todten. Evangelium. Luc. 24, 13-35. Und siehe, Zween aus ihnen gingen an demselbigen Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechzig Feldweges weit, deß Name heißet Emmahus. Und sie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es geschahe, da sie so redeten, und be Fragten sich mit einander, nahete JeFurs zu ihnen und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, Episteln und Evangelien. 21 Herz in uns, da er mit uns redete auf, froh, daß sie den Herrn sahen. Da Dem Wege, als er uns die Schrift öffmete? Und sie standen auf zu derselbigen Stunde und kehreten wieder zen Jerusalem, und fanden die Elfe versammelt, und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und Simoni erschienen. Und sie erzähleten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre an dem, da er das Brod brach. Am 1. Sonntage nach Ostern, Quasimodogeniti. Epistel. 1 Joh. 5, 4-10. Alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt, und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt über wunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, ohne der da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn ist? Die ser ist es, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Christus; nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ists, der da zeuget, daß Geist Wahrheit ist. Denn Drei sind, die da zeugen im Himmel: Der Vater, das Wort, und der heilige Geist, und diese Drei sind Eins. Und Drei sind, die da zeugen auf Erden: Der Geist und das Wasser, und das Blut, und die Drei sind beisammen. So wir der Menschen Zeugniß an nehmen, so ist Gottes Zeugniß gröfer. Denn Gottes Zeugniß ist das, das er gezeuget hat von seinem Sohne. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugniß bei ihm. Evangelium. Joh. 20, 19-31. Am Abend aber desselbigen Sabbaths, da die Jünger versammelt und die Thüren verschlossen waren, aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten ein und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das fagte, zeigte er ihnen die Hände und feine Seite. Da wurden die Jünger sprach Jesus abermal zu ihnen: Fries de sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist. Welchen ihr die Sün den erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Thomas aber, der 3wölfen einer, der da heißet Zwilling, war nicht bei ihnen, da Jesus fam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Es sei denn, daß ich in seinen Händen sehe die Nas gelmale, und lege meine Finger in die Nägelmale, und lege meine Hand in seis ne Seite, will ichs nicht glauben. Und über acht Tage waren abermal feine Jünger darinnen, und Thomas mit the nen. Kommt Jesus, da die Thüren verschlossen waren, und tritt mitten ein und spricht: Friede sei mit euch! Darnach spricht er zu Thoma: Reiche deine Finger her, und siehe meine Hände, und reiche deine Hand her und lege fie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig. Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Spricht Jesus zu ihm: Dieweil du mich gesehen haft, Thoma, so glaubest du. Selig find, die nicht sehen, und doch glauben. Auch viele andere Zeichen that Jesus vor seinen Jüngern, die nicht geschries ben sind in diesem Buch. Diese aber find geschrieben, daß ihr glaubet, Jes sus sei Christ, der Sohn Gottes, und daß ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen. Am 2. Sonntage nach Ostern, Misericordias Domini. Epistel. 1 Petri 2, 21-25. Denn dazu seid ihr berufen, fintes mal auch Christus gelitten hat für uns, und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollet nachfolgen seinen Fußsta 22 Episteln und Evangelien. pfen, welcher feine Sünde gethan hat,| nige als dem Obersten, oder den ift auch kein Betrug in seinem Munde Hauptleuten, als den Gesandten von erfunden, welcher nicht wieder schalt, ihm zur Rache über die Ulebelthäter da er gescholten ward, nicht drohete, und zu Lobe der Frommen. Denn das da er litte, er stellte es aber dem heim, ist der Wille Gottes, daß thr mit der da recht richtet; welcher unsere Wohlthun verstopfet die Unwissenheit Sünde selbst geopfert hat an seinem der thörichten Menschen, als die Freien, Leibe auf dem Holz, auf daß wir, der und nicht, als hättet ihr die Freiheit Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit zum Deckel der Bosheit, sondern als leben, durch welches Wunden ihr seid die Knechte Gottes. Thut Ehre Jes hell geworden. Denn ihr waret wie dermann. Habt die Brüder lieb. die trrenden Schafe, aber ihr seid nun Fürchtet Gott. Ehret den König. Ihr belehret zu dem Hirten und Bischof Knechte, seid unterthan mit aller Furcht eurer Seelen. den Herren, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen. Denn das ist Gnade, so Jemand um des Gewissens willen zu Gott das Uebel verträgt und leidet das Unrecht. Denn was ist das für ein Ruhm, so ihr um Missethat willen Streiche leidet? Aber wenn ihr um Wohlthat willen leidet und erduldet, das ist Gnade bei Gott. Evangelium. Joh. 10, 12-16. Ich bin ein guter Hirte. Ein guter Hirte läffet sein Leben für die Schafe. Ein Miethling aber, der nicht hirte ist, deß die Schafe nicht eigen sind, fiehet den Wolf kommen, und verlässet die Schafe und fleucht, und der Wolf erhascht und zerstreut die Schafe. Der Miethling aber fleucht; denn er ist ein Miethling und achtet der Schafe nicht. Ich bin ein guter Hirte, und erkenne die Meinen, und bin bekannt den Meinen, wie mich mein Vater kennt, und ich kenne den Vater, und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle; und dieselbigen muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und wird Eine Heerde und Ein Hirte werden. Am 3. Sonntage nach Ostern, Jubilate. Epistel. 1 Petri 2, 11-20. Ich ermahne euch, als die Fremd linge und Pilgrimme, enthaltet euch von fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele streiten, und führet einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden, als von Uebelthätern, eure guten Werke sehen, und Gott preisen, wenn es nun an den Tag kommen wird. Seid unterthan aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen, es set dem KöEvangelium. Joh. 16, 16-23. Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen; denn ich gehe zum Bater. Da spras chen etliche unter seinen Jüngern uns ter einander: Was ist das, daß er sagt zu uns: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? Da spras chen fie: Was ist das, daß er faget: Ueber ein Kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte Jesus, daß fie ihn fragen wollten, und er sprach zu ihnen: Davon fraget ihr unter eins ander, daß ich gesagt habe: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht ſe hen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen, ihr aber werdet traus rig sein; doch eure Traurigkeit soll in Freude verkehret werden. Ein Weib, wenn sie gebieret, so hat sie Traurigs Episteln und Evangelien. 23 Teit, denn ihre Stunde ist gekommen;| ihr mich hinført nicht sehet. Um das wenn sie aber das Kind geboren hat, Denket sie nicht mehr an die Angst um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt Run auch Traurigkeit; aber ich will euch wieder sehen, und euer Herz soll fich freuen, und eure Freude soll Niemand von euch nehmen. Und an demfelbigen Tage werdet ihr mich nichts fragen. Gericht, daß der Fürst dieser Welt ges richtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selbst reden, sondern, was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Derselbige wird mich verklären; denn von dem MeiAm 4. Sonntage nach Ostern, nen wird er es nehmen und euch verfündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein; darum habe ich gesagt, er wird es von dem Meinen nehmen und euch verkündigen. Am 5. Sonntage nach Ostern, Rogate. Epistel. Jac. 1, 22-27. Seid aber Thäter des Worts, und nicht hörer allein, damit ihr euch selbst betrüget. Denn so Jemand ist ein Hörer des Worts und nicht ein Thåter, der ist gleich einem Manne, der sein leibliches Angesicht in einem Spiegel beschauet. Denn, nachdem er sich beschauet, geht er von Stund an davon, und vergisset, wie er geſtaltet war. Wer aber durchschauet in das vollkommene Gesetz der Freiheit und darinnen beharret, und ist nicht ein Evangelium. Joh. 16, 5-15. Nun aber gehe ich hin zu dem, der vergeßlicher Hörer, sondern ein Thimich gesandt hat, und Niemand unter ter, derselbige wird selig sein in seiner euch fraget mich, wo gehest du hin? That. So aber sich Jemand unter Sondern, dieweil ich solches zu euch euch läßt dünfen, er diene Gott, und geredet habe, ist euer Herz voll Trauhält seine Zunge nicht im Zaum, sonerns geworden. Aber ich sage euch dern verführet sein Herz, deß Gottesdie Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe; denn so ich nicht hingehe, so fommt der Tröster nicht zu euch, so ich aber hingehe, will ich ihn zu euch senden. Und wenn derselbige kommt, der wird die Welt strafen um die Sünde und um die Gerechtigkeit und um das Gericht. Um die Sünde, daß fie nicht glauben an mich. Um die Gerechtigfeit aber, daß ich zum Bater gehe und dienst ist eitel. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott dem Vater ist der, die Waisen und Wittwen in ihrer Trübsal besuchen und sich von der Welt unbefleckt erhalten. Cantate. Epistel. Jac. 1, 17-21. Alle gate Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Bater des Lichts, bei welchem ist keine Beränderung, noch Wechsel des Lichts und der Finsterniß. Er hat uns gegeuget nach seinem Willen, durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wä ren Erftlinge seiner Creaturen. Dar um, lieben Brüder, ein jeglicher Mensch fei schnell zu hören, langsam aber zu reden, und langsam zum Zorn. Denn des Menschen Born thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum so leget ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit, und nehmet das Wort an mit Sanft muth, das in euch gepflanzet ist, wel ches fann eure Seelen selig machen. Evangelium. Joh. 16, 23-30. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, so ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er es euch Episteln und Evangelien. 24 geben. Bisher habt ihr nichts gebe ten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei. Solches habe ich zu euch durch Sprüchwort geredet. Es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprüchwort mit euch reden werde, sondern euch fret heraus verkündigen von meinem Vater. An demselben Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten werde; denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum, daß thr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und gekommen in die Welt, wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus und sagest kein Sprüchwort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißest, und bedarfst nicht, daß dich Jemand frage. Darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. Am Feste der Himmelfahrt Christi. Geist getauft werden, nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammen gekommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Er aber sprach zu ihnen: Es gebühret euch nicht zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat; sondern ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem und in ganz Judäa und Sas maria, und bis an das Ende der Erde. Und da er solches gesagt, ward er aufs gehoben zusehends, und eine Wolke nahm ihn auf, vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen gen Him mel fahrend, siehe, da standen bei ih nen zween Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Månner von Galiläa, was stehet ihr und sehet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. Evangelium. Marc. 16, 14-20. Zuletzt, da die Elfe zu Tische saßen, offenbarte sich Jesus und schalt ihren Epistel. Ap. Gesch. 1, 1-11. Unglauben und ihres Herzens Härtigs Die erste Rede habe ich zwar ge- feit, daß sie nicht geglaubet hatten des than, lieber Theophile, von allem dem, nen, die ihn gesehen hatten auferstans das Jesus anfing, beide, zu thun und den. Und sprach zu ihnen: Gehet hin zu lehren, bis an den Tag, da er auf in alle Welt und predigt das Evangenommen ward, nachdem er den Apo- gelium aller Creatur. Wer da glaus steln, welche er hatte erwählet, durch bet und getauft wird, der wird selig den heiligen Geist Befehl gethan hat werden, wer aber nicht glaubet, der te, welchen er sich nach seinem Leiden wird verdammet werden. Die Zeichen lebendig erzeigt hatte, durch mancher- aber, die da folgen werden denen, die lei Erweisungen, und ließ sich sehen da glauben, sind die: In meinem Naunter ihnen vierzig Tage lang und re-| men werden sie Teufel austreiben, mit dete mit ihnen vom Reiche Gottes. neuen Zungen reden, Schlangen verUnd als er sie versammelt hatte, be- treiben, und so sie etwas Tödtliches fahl er ihnen, daß sie nicht von Jeru- trinken, wird es ihnen nicht schaden; salem wichen, sondern warteten auf auf die Kranken werden sie die Hände die Verheißung des Vaters, welche ihr legen, so wird es besser mit ihnen werhabt gehört sprach er- von mir. den. Und der Herr, nachdem er mit Denn Johannes hat mit Wasser ge- ihnen geredet hatte, ward er aufgehotauft, ihr aber sollt mit dem heiligen ben gen Himmel und sizet zur rech Episteln und ten Hand Gottes. Sie aber gingen aus und predigten an allen Orten, und der Herr wirkte mit ihnen und befräftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen. Am 6. Sonntage nach Ostern, Eraudi. Epistel. 1 Petri 4, 8-11. So seid nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine brünstige Liebe; denn die Liebe decket auch der Sünden Menge. Seid gastfrei unter einander ohne Murmeln, und dienet einander, ein Jeglicher mit der Gabe, die er empfargen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Got tes. So Jemand redet, daß er es rede als Gottes Wort. So Jemand ein Amt hat, daß er es thue, als aus dem Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott gepriesen werde durch Jesum Christum, welchem sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Evangelium. Joh. 15, 26. bis Kapi tel 16, 4. Wenn aber der Tröster kommen wird, welchen ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen, denn ihr seid von Anfang bei mir gewesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den Bann thun. Es fommt aber die Zeit, daß, wer euch tödtet, wird meinen, er thue Gott ei nen Dienst daran. Und solches werden sie euch darum thun, daß sie weder meinen Vater, noch mich erkennen. Aber solches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Zeit kommen wird, daß ihr daran gedenket, daß ich es euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt, denn ich war bei euch. 25 Evangelien. Am heiligen Pfingsttage. Epistel. Ap. Gesch. 2, 1-13. Und als der Tag der Pfingsten ers füllet war, waren sie alle einmüthig bei einander. Und es geschahe schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes, und erfüllete das ganze Haus, da sie saßen. Und man sahe an ihnen die Zungen zertheilet, als wären sie feurig, und er setzte sich auf einen Jeglichen unter ihnen. Und wurden Alle voll des heiligen Geistes, und fingen an zu predigen mit andern Zungen, nachdem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer aus allerlet Bolk, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschah, kam die Menge zusammen, und wurden verstürzt; denn es hörte ein Jeglicher, daß sie mit seiner Sprache redeten. Sie entsetzten sich aber Alle, verwuns derten sich und sprachen unter einans der: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn ein Jeglicher seine Sprache, darinnen wir geboren sind? Parther und Meder und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamien und Caps padocien, Pontus und Asien, Phrys gien und Pamphylien, Aegypten und an den Enden der Lybien bei Kyrene, und Ausländer von Rom, Juden und Judengenossen, Creter und Araber: wir hören sie mit unsern Bungen die großen Thaten Gottes reden. Sie entsegten sich aber Alle und wurden irre, und sprachen Einer zu dem Andern: Was will das werden? Die Andern aber hatten es ihren Spott und sprachen: Sie sind voll süßen Weins. Evangelium. Joh. 14, 23-31. Wer mich liebet, der wird mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm mas Episteln und Evangelien, 26 chen. Wer aber mich nicht liebet, der hält mein Wort nicht, und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Solches habe ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewesen bin. Aber der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbige wird euch Alles lehren, und euch erinnern alles deß, das ich euch gesagt habe. Den Fries den lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt giebt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht. Ihr habt gehört, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin und komme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe: Ich gehe zum Bater; denn der Vater ist größer, denn ich. Und nun habe ich es euch gesagt, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es nun geschehen wird, daß ihr glaubet. Ich werde hinfort nicht mehr viel mit euch reden; denn es kommt der Fürst dieser Welt, und hat nichts an mir. Aber auf daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe, und ich also thue, wie mir der Bater geboten hat: Stehet auf und lasset uns von hinnen gehen. sie mit Zungen redeten und Gott hoch preiseten. Da antwortete Petrus: Mag auch Jemand das Wasser wehs ren, daß diese nicht getauft werden, die den heiligen Geist empfangen has ben, gleichwie auch wir? Und befahl sie zu taufen in dem Namen des Herrn. Evangelium. Joh. 3, 16-21. Jesus sprach zu Nikodemus: Also hat Gott die Welt geliebet, daß er sets nen eingebornen Sohn gab, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verlos ren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet, wer aber nicht glaubet, der ist schon ge richtet; denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsterniß mehr, denn das Licht; denn ihre Werke waren böse. Wer Arges thut, der hasset das Licht, und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestrafet werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar wer den; denn sie sind in Gott gethan. Am 2. Pfingsttage. Epistel. Ap. Gesch. 10, 42-48. Der Herr hat uns geboten zu pre digen dem Volk, und zu zeugen, daß er ist verordnet von Gott ein Richter der Lebendigen und der Todten. Bon diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen Alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf Alle, die dem Worte zuhöreten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petro gekommen waren, entsetzten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausge: goffen ward. Denn sie höreten, daß Amen. Am Sonntage Trinitatis, oder am Feste der h. Dreieinigkeit. Epistel. Röm. 11, 33-36. O welch eine Tiefe des Reichthums, beide der Weisheit und Erkenntniß Gottes. Wie gar unbegreiflich find seine Gerichte und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer ist sein Rathgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm, und durch ihn, und in ihm sind alle Dinge. Ihm set Ehre in Ewigkeit! Episteln und Evangelien. 27 Evangelium. Joh. 3, 1-15. muß des Menschen Sohn erhöhet were Es war ein Mensch unter den Pha- den, auf daß Alle, die an ihn glaurifäern, mit Namen Nikodemus, ein ben, nicht verloren werden, sondern Oberster unter den Juden. Der fam| das ewige Leben haben. zu Jesu bei der Nacht und sprach zu tatis. Epistel. 1 Joh. 4, 16-21. Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in Gott und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freu digkeit haben am Tage des Gerichts; denn gleich wie er ist, so find auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe trets bet die Furcht aus, denn die Furcht hat Pein; wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Lasset ihm: Meister, wir wissen, daß du bist Am 1. Sonntage nach Triniein Lehrer von Gott gekommen; denn Niemand kann die Zeichen thun, die Du thust, es sei denn Gott mit ihm. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, es sei denn, daß Jemand von neuem gebo: ren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich fage dir, es sei denn, daß Jemand ge boren werde aus dem Wasser und Geift, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dichs nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müsset von neuem geboren werden. Der Wind bläset, wo er will, und du hörest sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, von wannen er kommt, und wohin er fähret. Also ist ein Jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zugeben? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meifter in Israel, und weißest das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, das wir wissen, und zeugen, das wir gesehen haben, und ihr nehs met unser Zeugniß nicht an. Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und Niemand fähret gen Himmel, denn der vom Himmel bernieder kommen ist, nåm lich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also uns ihn lieben, denn er hat uns erst geliebet. So Jemand spricht: Ich liebe Gott, und haffet seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er siehet, wie fann er Gott lieben, den er nicht fie het? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß wer Gott liebet, daß der auch seinen Bruder liebe. Evangelium. Luc. 16, 19-31. Es war ein reicher Mann, der Fleis dete sich mit Purpur und köstlicher Leinwand, und lebte alle Tage herrs lich und in Freuden. Es war aber ein Armer, mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thüre voller Schwäs ren, und begehrte sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reis chen Tische fielen. Doch kamen die Hunde und leckten ihm seine Schwäs ren. Es begab sich aber, daß der Ars me starb, und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schoß. Der Reiche aber starb auch und ward bes graben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hob er seine Augen auf und sahe Abraham von ferne und Lazarum in seinem Schoß, rief und 28 Episteln und Evangelien. sprach: Vater Abraham, erbarme dichter hat, und sichet seinen Bruder dars mein, und sende Lazarum, daß er das ben, und schließt sein Herz vor ihm Neußerste seines Fingers ins Wasser zu, wie bleibet die Liebe Gottes bet tauche und fühle meine Zunge; denn ihm? Meine Kindlein, lasset uns nicht ich leide Pein in dieser Flamme. Abra- lieben mit Worten, noch mit der Zuns ham aber sprach: Gedenke, Schn, daß ge, sondern mit der That und mit der du dein Gutes empfangen hast in dei Wahrheit. nem Leben, und Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun aber wird er getröstet, und du wirst gepeinigt. Und über das alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestiget, daß, die da wollten von hinnen hinabfahren zu euch, können nicht, und auch nicht von dannen zu uns herüber fahren. Da sprach er: So bitte ich dich, Bater, daß du ihn sendest in meines Baters Haus; denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an die sen Ort der Qual. Abraham sprach zu ihm: Sie haben Mosen und die Propheten, laß sie dieselbigen hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham; sondern wenn einer von den Todten zu ihnen ginge, so würden sie Buße thun. Er sprach zu ihm: Hören sie Mosen und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob Jemand von den Todten auf erstände. Evangelium. Luc. 14, 16-24. Es war ein Mensch, der machte ein großes Abendmahl und lud Viele dars zu. Und sandte seine Knechte aus zur Stunde des Abendmahls, zu sagen den Geladenen: Kommet, denn es ist Alles bereit. Und sie fingen an Alle nach einander, sich zu entschuldigen. Der Erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft, und muß hinauss gehen und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der Andere sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft, und ich gehe jetzt hin, sie zu Besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der Dritte sprach: Ich has be ein Weib genommen, darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kam und sagte das seinem Herrn wies der. Da ward der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knechte: Gehe aus bald auf die Straßen und Gassen der Stadt, und führe die Armen und Krüppel und Lahmen und Blinden Am 2. Sonntage nach Trini- herein. Und der Knecht sprach: Herr, tatis. es ist geschehen, wie du befohlen haft, es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gebe aus auf die Landstraßen und an die Zäune und nöthige sie herein zu koms men, auf daß mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer feiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. Epistel. 1 Joh. 3, 13-18. Berwundert euch nicht, meine Brüder, ob euch die Welt basset. Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben gekommen sind, denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebet, der bleibet im Tode. Wer seinen Bruder hasset, der ist ein Todtschläger, und ihr wisset, daß ein Todtschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir er kannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat, und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber Jemand dieser Welt GüAm 3. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. 1 Petri 5, 6-11. So demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sors Episteln und Evangelien. 29 ge werfet auf ihn, denn er forget für| euch, wird Freude sein vor den Ens euch. Seld nüchtern und wachet; denn gein Gottes über Einen Sünder, der euer Widersacher, der Teufel, geht Buße thut. umher wie ein brüllender Löwe, und suchet, welchen er verschlinge. Dem widerstehet fest im Glauben, und wis set, daß eben dieselbigen Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnaden, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christo Jesu, derselbige wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbe: reiten, stärken, kräftigen, gründen. Demselbigen sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Evangelium. Luc. 15, 1-10. Es naheten aber zu ihm allerlei Zöllner und Sünder, daß sie ihn hd: reten. Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murreten und sprachen: Die fer nimmt die Sünder an und isset mit ihnen. Er aber sagte zu ihnen dies Gleichniß und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und so er der Eins verlieret, der nicht lasse die neun und neunzig in der Wüste, und hingehe nach dem verlornen, bis daß er es finde? Und wenn er es gefunden hat, so leget er es auf seine Achseln mit Freuden. Und wenn er heim kommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn, und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude sein im Himmel über Einen Sünder, der BuBe thut, vor neun und neunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder welches Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie deren Einen verlieret, die nicht ein Licht anzünde, und kehre das Haus, und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde? Und wenn sie ihn gefunden hat, rufet sie ihre Freundin nen und Nachbarinnen und spricht: Freuet euch mit mir; denn ich habe meinen Groschen gefunden, den ich verloren hatte. Also auch sage ich, Am 4. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. Röm. 8, 18-23. Ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht werth set, die an uns soll geoffenbaret werden. Denn das ängstliche Harren der Greatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sintemal die Greas tur unterworfen ist der Eitelkeit, ohne ihren Willen, sondern um deßwillen, der sie unterworfen hat auf Hoffnung. Denn auch die Creatur frei werden wird von dem Dienst des vergänglis Wesens, zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Creatur sehnet sich mit uns, und ängstiget sich noch immerdar; nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft, und warten auf unseres Leibes Erlösung. Evangelium. Luc. 6, 36-42. Darum seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammet nicht, so werdet ihr auch nicht verdammet. Vergebet, so wird euch vergeben. Gebet, so wird euch gegeben. Ein voll, gedrückt, gerüttelt und überflüssig Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, da ihr mit messet, wird man euch wieder messen. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle Beide in die Grube fallen? Der Jünger ist nicht über seinen Meister; wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen. Was siehest du aber ei nen Splitter in deines Bruders Auge und den Balken in deinem Auge wirst Episteln und Evangelien. 30 du nicht gewahr? Oder wie kannst du fagen zu deinem Bruder: Halt still, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du fichest selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, ziche zuvor den Balken aus deinem Auge, und besiehe dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. Am 5. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. 1 Petri 3, 8-15. Endlich aber seid allesammt gleich gefinnet, mitleidig, brüderlich, barmherzig, freundlich, vergeltet nicht Böses mit Bösem, oder Scheltwort mit Scheltwort; sondern dagegen segnet, und wisset, daß ihr dazu berufen seid, daß ihr den Segen ererbet. Denn wer leben will und gute Tage sehen, der schweige seine Zunge, daß sie nichts Böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen und thue Gutes, er suche Frieden und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren auf ihr Gebet. Das Angesicht aber des Herrn siehet auf die, die da Böses thun. Und wer ist, der euch schaden könnte, so ihr dem Guten nachkommet? Und ob ihr auch ketdet um der Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Troßen nicht, und erschref= fet nicht. Heiliget aber Gott den Herrn in euren Herzen. Evangelium. Luc. 5, 1-11. Es begab sich aber, daß sich das Volk zu ihm drang, zu hören das Wort Gottes, und er stand am See Genezareth, und sahe zwei Schiffe am See stehen, die Fischer aber waren ausgetreten und wuschen ihre Neße: trat er in der Schiffe eines, welches Simonis war, und bat ihn, daß er es ein wenig vom Lande führete. Und er feßte fich, und lehrete das Boll aus dem Schiffe. Und als er hatte aufges höret zu reden, sprach er zu Simon: Fahret auf die Höhe und werfet eure Neße aus, daß ihr einen Zug thut. Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen. Und da sie das thaten, beschlossen sie eine große Menge Fis sche, und ihr Neß zerriß. Und sie winkten ihren Gesellen, die im andern Schiffe waren, daß sie kämen und hälfen ihnen ziehen; und sie kamen und fülleten beide Schiffe voll, also, daß fie sanfen. Da das Simon Petrus sahe, fiel er Jesu zu den Knieen und sprach: Herr, gehe von mir hinaus, ich bin ein sündiger Mensch Denn es war ihn ein Schrecken angekommen, und Alle, die mit ihm waren, über diesen Fischzug, den sie mit eins ander gethan hatten; desselbigen gletchen auch Jakobum und Johannem, die Söhne Zebedäi, Simonis Gesellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht; denn von nun an wirst du Menschen fangen. Und sie führeten die Schiffe zu Lande, und vers ließen Alles und folgten ihm nach. Am 6. Sonntage nach Trinitatis. 2 Epistel. Röm. 6, 3-11. Wisset ihr nicht, daß Alle, die wir in Jesum Christ getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? So sind wir je mit ihm begraben durch die Laufe in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist auferwecket von den Todten durch die Herrlichkeir des Baters, also sollen wir auch in einem neuen Leben wandeln. So wir aber sammt ihm gepflanzet werden zu gleichem Tode, so werden wir auch der Auferstehung gleich sein, dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch sammt ihm gekreuziget ist, auf daß der sündliche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde Episteln und Evangelien. 31 tatis. Epistel. Rom. 6, 19-23. nicht dienen. Denn wer gestorben ist, Am 7. Sonntage nach Triniper ist gerechtfertiget von der Sünde. Sind wir aber mit Christo gestorben, o glauben wir, daß wir auch mit ihm eben werden; und wissen, daß Chri- Ich muß menschlich davon reden, tus, von den Todten erwecket, hinfort um der Schwachheit willen eures Fleis nicht stirbt; der Tod wird hinfort über sches. Gleich wie ihr eure Glieder bes Ihn nicht herrschen. Denn das er gegeben habt zum Dienst der Unreinig torben ist, das ist er der Sünde ge- feit, und von einer Ungerechtigkeit zu torben, zu einem Mal; das er aber der andern, also begebet nun auch eure lebet, das lebet er Gott. Also auch Glieder zum Dienste der Gerechtigkeit, Ibr, haltet euch dafür, daß ihr der daß fie heilig werden. Denn da ihr Sünde gestorben seid, und lebet Gott der Sünde Knechte waret, da waret in Chrifto Jesu, unserm Herrn. ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht? Welcher ihr euch jetzt schämet; denn das Ende derselben ist der Tod. Nun thr aber seid von der Sünde frei, und Gottes Knechte geworden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet, das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünde Sold; aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben in Christo Jesu, unserm Herrn. Evangelium. Matth. 5, 20-26. Ich sage euch: Es sei denn eure Berechtigkeit besser, denn der Schrift gelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht tödten; wer aber tödtet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder faget: Racha, der ist des Raths schuldig; wer aber sagt: Du Narr, der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum, wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst, und wirst allda eindenken, daß dein Bruder et was wider dich habe, so laß allda vor dem Altar deine Gabe, und gehe zuvor hin, und versöhne dich mit dei nem Bruder, und alsdann komm und opfere deine Gabe. Sei willfärtig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermal einst überantworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerker ge worfen. Ich sage dir: Wahrlich, du wirst nicht von dannen heraus kommen, bis du auch den letzten Heller bezahlest. Evangelium. Marc. 8, 1-9. Zu der Zeit, da viel Volks da war, und hatten nichts zu essen, rief Jesus seine Jünger zu sich und sprach zu ihs nen: Mich jammert des Volks; denn sie haben nun drei Tage bei mir vers barret und haben nichts zu essen, und wenn ich sie ungegessen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten. Denn Etliche waren von ferne gekommen. Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brod hier in der Wüste, daß wir sie sättigen? Und er fragte sie: Wie viel habt ihr Brode? Sie sprachen: Sies ben. Und er gebot dem Volke, daß es sich auf die Erde lagerte. Und er nahm die sieben Brode, dankete und brach sie, und gab sie seinen Jüngern, daß sie dieselbigen vorlegten; und sie legten dem Volke vor. Und hatten ein wenig Fischlein, und er dankete, und hieß dieselbigen auch vortragen. Sie aßen aber, und wurden satt und hoben die übrigen Brocken auf, sieben Körbe. 32 Episteln und Evangelien. Und ihrer waren bei viertausend, die| thun meines Vaters, im Himmel. Es da gegessen hatten. Und er ließ sie werden Viele zu mir sagen an jenem von sich. Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausge= trieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Thaten gethan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt. Weichet alle von mir, ihr Uebelthäter! Am 8. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. Rom. 8, 12-17. So find wir nun, lieben Brüder, Schuldner, nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleische leben; denn wo ihr nach dem Fleische lebet, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tödtet, so werdet ihr leben. Denn, welche der Geift Gottes treibet, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet, sondern ihr habt einen findlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Derselbige Geist giebt Zeugniß unserm Geist, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben, und Miterben Christi, so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit er hoben werden. Evangelium. Matth. 7, 15-23. Sehet euch vor, vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber find fie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen, oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte, aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum fann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie er kennen. Es werden nicht Alle, die zu mir sagen: Herr, Herr! ins Himmels reich kommen, sondern die den Willen Am 9. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. 1. Cor. 10, 6-13. Das ist aber uns zum Vorbilde ge schehen, daß wir uns nicht gelüsten lassen des Bösen, gleich wie jene gelüstet hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gleich wie jener Etliche wurden, als geschrieben stehet: Das Volk setzte sich nieder zu essen und zu trinken, und stand auf zu spielen. Auch lasset uns nicht Hurerei treiben, wie Etliche unter jenen Hurerei trieben, und fielen auf Einen Tag drei und zwanzig tau send. Lasset uns aber auch Christum nicht versuchen, wie Etliche von jenen ihn versuchten, und wurden von den Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleich wie jener Etliche murres ten, und wurden umgebracht durch den Verderber. Solches alles widerfuhr ihnen zum Vorbilde. Es ist aber ge schrieben uns zur Warnung, auf wel che das Ende der Welt gekommen ist. Darum, wer sich lässet dünfen, er stes he, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine, denn menschliche Versuchung betreten. Aber Gott ist getreu, der euch nicht läßt versuchen über euer Vermögen, sondern machet, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr es könnet ertragen. Evangelium. Luc. 16, 1-9. Jesus sprach zu seinen Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter, der ward von ihm Episteln und Evangelien. 33 berüchtiget, als hätte er ihm seine Gü| Gin Herr. Und es sind mancherlet ter umgebracht. Und er forderte ihn, und sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Thue Rechnung von deinem Haushalten; denn du kannst hinfort nicht mehr Haushalter sein. Der Haus halter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir; graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Amt gesetzt werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn, und sprach zu dem ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert Tonnen Dels. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, setze dich, und schreibe flugs fünfzig. Darnach sprach er zu dem andern: Du aber, wie viel bist du schuldig? Gr sprach: Hundert Malter Waizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief und schreibe achtzig. Und der Herr lobete den ungerechten Haushalter, daß er flüglich gethan hätte; denn die Kinder dieser Welt sind kluger, denn die Kinder des Lichts in ihrem Geschlechte. Und ich sage euch auch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, fie euch aufnehmen in die ewi gen Hütten. Kräfte, aber es ist Ein Gott, der da wirket Alles in Allem. In einem Jeglichen erzeigen sich die Gaben des Gelstes zum gemeinen Nußen. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem Andern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß, nach demselbigen Geist; einem Andern der Glaube, in demselbigen Geist; eis nem Andern die Gabe gesund zu machen, in demselbigen Geist; einem Ans dern Wunder zu thun, einem Andern Weissagung, einem Andern Geister zu unterscheiden, einem Andern mancherlei Sprachen, einem Andern die Sprac chen auszulegen. Dies aber Alles wirfet derselbige einige Geist, und theilet einem Jeglichen seines zu, nachdem er will. Am 10. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. 1 Cor. 12, 1-11. Von den geistlichen Gaben aber will ich euch, lieben Brüder, nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden seid gewe: sen, und hingegangen zu den stummen Gögen, wie ihr geführet wurdet. Darum thue ich euch fund, daß Niemand Jesum verfluchet, der durch den Geist Gottes redet. Und Niemand kann Jesum einen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist. Es find mancherlei Gaben, aber es ist Ein Geist. Und es sind mancherlei Aemter, aber es ist Evangelium. Luc. 19, 41-48. Als Jesus nahe hinzu kam, sahe er die Stadt an, und weinete über fie und sprach: Wenn du es wüßtest, so würdest du auch bedenken zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dienet. Aber nun ist es vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich, und deine Kinder mit dir, eine Wagenburg schlas gen, dich belagern, und an allen Ora ten ängsten. Und werden dich schleifen, und keinen Stein auf dem andern lassen, darum, daß du nicht erkannt haft die Zeit, darinnen du heimgesu chet bist. Und er ging in den Tempel, und fing an auszutreiben, die darinnen verkauften und kauften, und sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus; ihr aber habt es gemacht zur Mördergrube. Und er lehrete täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten und die Vornehmsten im Volk trachte ten ihm nach, daß sie ihn umbrachten. Und fanden nicht, wie sie ihm thun sollten; denn alles Volk hing ihm an, und hörete ihn. 41 34 Episteln und Am 11. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. 1 Cor. 15, 1-10. Ich erinnere euch, lieben Brüder, des Evangelii, das ich euch verkündiget habe, welches ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch stehet, durch welches ihr auch selig werdet, welcher gestalt ich es euch verkündiget habe, so ihr es behalten habt, es wäre denit, daß ihr es umsonst geglaubet hättet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sei für unsere Sünden nach der Schrift. Und daß er begraben sei, und daß er auferstanden sei am dritten Tage nach der Schrift; und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen; darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünfhundert Brü dern auf einmal, deren noch viele le ben, etliche aber sind entschlafen; darnach ist er gesehen worden von Jakobo, darnach von den Aposteln. Am letzten nach allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen worden. Denn ich bin der Geringste un ter den Aposteln, als der ich nicht werth bin, daß ich ein Apostel heiße, darum, daß ich die Gemeine Gottes verfolget habe. Aber von Gottes Gnaden bin ich, was ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich ge wesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn sie Alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Evangelium. Luc. 18, 9-14. Der Herr Jesus sagte zu Etlichen, die sich selbst vermaßen, daß fie fromm wären, und verachteten die Andern, ein solches Gleichniß: Es gingen zween Menschen hinauf in den Tempel zu beten, einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand und betete bei sich also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebre: Evangelien. cher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche, und gebe den Zehnten von Allem, was ich habe. Und der Zöllner stand von fer ne, wollte auch seine Augen nicht auf heben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, fei mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Die ser ging hinab gerechtfertigt in sein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. Am 12. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. 2 Cor. 3, 4-9. Ein solches Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott. Nicht daß wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denken, als von uns selber; sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott. Welcher uns auch tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tödtet, aber der Geist macht lebendig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben tödtet, und in die Steine ist ge bildet, Klarheit hatte, also daß die Kinder Jsrael nicht konnten ansehen das Angesicht Mosis, um der Klarheit willen seines Angesichtes, die doch auf höret: wie sollte nicht vielmehr das Amt, das den Geist giebt, Klarheit haben? Denn so das Amt, das die Berdammniß prediget, Klarheit hat, vielmehr hat das Amt, das die Ge rechtigkeit prediget, überschwengliche Klarheit. Evangelium. Marc. 7, 31-37. Da Jesus wieder ausging von den Gränzen Tyri und Sidon, kam er an das galiläische Meer, mitten unter die Gränze der zehn Städte. Und fie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legete. Und er nahm Episteln and Evangelien. 35 Aber die Schrift hat es Alles beschloss sen unter die Sünde, auf daß die Vers heißung käme durch den Glauben an Jesum Christum, gegeben denen, die da glauben. Ihn von dem Volke besonders, und rechtigkeit wahrhaftig aus dem Geset. Tegete ihm die Finger in die Ohren, und spügzete, und rührete seine Zunge, und sah auf gen Himmel, seufzete und sprach zu ihm: Hephata! das ist, thue dich auf! Und alsbald thaten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los, und redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten es niemand fagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten. Und verwunderten sich über die Maße und sprachen: Er hat Alles wohlgemacht; die Tauben macht er hörend, und die Sprachlosen redend. Am 13. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. Gal. 3, 15-22. Lieben Brüder, ich will nach mensch licher Weise reden: Verachtet man doch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestätiget ist, und thut auch nichts dazu. Nun ist ja die VerheiBung Abraham und seinem Samen zugesagt. Er spricht nicht, durch die Samen, als durch viele, sondern als durch einen, durch deinen Samen, wel cher ist Christus. Ich sage aber da von: Das Testament, das von Gott zuvor bestätiget ist auf Christum, wird nicht aufgehoben, daß die Verheißung solle durch das Gesetz aufhören, wel ches gegeben ist über vierhundert und dreißig Jahre hernach. Denn so das Erbe durch das Gesetz erworben würde, so würde es nicht durch VerheiBung frei geschenkt. Was soll denn das Gesetz? Es ist dazu gekommen um der Sünde willen, bis der Same fáme, dem die Berheißung geschehen ist, und ist gestellet von den Engeln durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines Einigen Mittler, Gott aber ist einig. Wie? Ist denn das Gesetz wider Gottes BVerheißung? Das sei ferne. Wenn aber ein Gesetz gegeben wäre, das da könnte lebendig machen, so käme die GeEvangelium. Luc. 10, 23-37. Jesus wandte sich zu seinen Jüns gern und sprach insonderheit: Selig find die Augen, die da sehen, das ihr sehet. Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, das ihr sehet, und haben es nicht gesehen, und hören, das ihr höret, und haben es nicht gehörct. Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er sprach zu ihm: Wie stehet im Ges setz geschrieben? wie liefest du? Er antwortete und sprach: Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräfs ten, und von ganzem Gemüthe, und deinen Nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantworte; thue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nächster? Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab gen Jericho, und fiel unter die Mörder, die zogen ihn aus und schlugen ihn, und gingen davon, und ließen ihn halb todt liegen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester dieselbe Straße hinabzog, und da er ihn sahe, ging er vorüber. Desselbigen gleichen auch ein Levit; da er kam bei die Stätte und sahe ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reisete und kam dahin; und da er ihn sahe, jammerte ihn sein, ging zu ihm, verband ihm seine Wunden und goß darein Del und Wein, und hob ihn auf sein Thier, und führete ihn in die Herberge, und pflegete sein. Des andern Tages reisete er, und zog beraus zween Groschen, und gab sie dem Wirth SORT 36 Episteln und und sprach zu ihm: Pflege sein, und so du mehr wirst darthun, will ich dirs bezahlen, wenn ich wiederkomme. Wel cher dünket dich, der unter diesen dreien der Nächste sei gewesen dem, der unter die Mörder gefällen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm that. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin, und thue desgleichen. Am 14. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. Gal. 5, 16-24. Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüftet wider den Geist, und der Geist wider das Fleisch; dieselbigen sind wi der einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollt. Regieret euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesets. Of fenbar sind aber die Werke des Flei sches, als da sind Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Born, Bant, 3wietracht, Rotten, Haß, Mord, Saufen, Fressen und dergletchen; von welchen ich euch habe zuvor gesagt, und sage noch zuvor, daß, die solches thun, werden das Reich Got tes nicht ererben. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmuth, Keuschheit. Wiz der solche ist das Gesetz nicht. Welche aber Christo angehören, die kreuzigen ihr Fleisch, sammt den Lüsten und Begierden. Evangelium. Luc. 17, 11-19. Es begab sich, da Jesus reisete gen Jerusalem, zog er mitten durch Samariam und Galiläam. Und als er in einen Markt kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer, die standen von ferne und erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesu, lieber Meister, er barme dich unser! Und da er sie sahe, sprach er zu ihnen: Gehet hin, und Evangelien. zeiget euch den Priestern. Und es geschahe, da ste hingingen, wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, da er sahe, daß er gesund geworden war, fehrete um, und preisete Gott mit lauter Stimme, und fiel auf sein Angesicht zu seinen Füßen, und dankete ihm. Und das war ein Samariter. Jesus aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein geworden? Wo sind aber die neune? Hat sich sonst Keiner gefunden, der wieder umkehrete, und gäbe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin; dein Glaube hat dir geholfen. Am 15. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. Gal. 5, 25-6, 10. So wir im Geiste leben, so laffet uns auch im Geiste wandeln. Lasset uns nicht eitler Ehre geizig sein, uns unter einander zu entrüsten und zu hassen. Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehler übereilet wür de, so helfet ihm wieder zurecht mit sanftmüthigem Geist, die ihr geistlich seid, und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versuchet werdest. Einer trage des Andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. So aber Jemand sich lässet dünken, er sei et was, so er doch nichts ist, der betrü get sich selbst. Ein Jeglicher aber prüfe sein selbst Werk, und alsdann wird er an ihm selber Ruhm haben, und nicht an einem Andern. Denn ein Jeglicher wird seine Last tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Worte, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Denn was der Mensch fået, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch fäet, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten; wer aber auf den Geist säct, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten. Lasset uns aber Gu Episteln und es thun, und nicht müde werden, denn u seiner Zeit werden wir auch ernten Ohne Aufhören. Als wir denn nun Beit haben, so lasset uns Gutes thun an Jedermann, allermeist aber an des Blaubens Genossen. Evangelium. Matth. 6, 24-34. Jesus sprach zu seinen Jüngern: Niemand kann zween Herren dienen; entweder er wird einen hassen und Den andern lieben, oder er wird einem anhangen und den andern verachten. 3hr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht für euren Leib, was ihr anzichen werdet. Ist nicht das Leben mehr, denn die Speise, und der Leib mehr, denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an! Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheuern, und euer himmlischer Bater nähret sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr, denn sie? Wer ist unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum forget? Und warum forget ihr für die Kleidung? Schauct die Lilien auf dem Felde, wie fie wachsen! Sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlich keit nicht bekleidet gewesen ist, als der selbigen eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet, und morgen in den Ofen geworfen wird, sollte er das nicht vielmehr euch thun? O ihr Kleingläubigen! Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir es sen? Was werden wir trinken? Wo mit werden wir uns fleiden? Nach solchem allen trachten die Heiden; denn cuer himmlischer Vater weiß, daß ihr deß alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes, und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Darum forget nicht für den andern Morgen; denn Evangelien. 37 der morgende Tag wird für das Sete ne sorgen. Es ist genug, daß ein jeg licher Tag seine eigene Plage habe. Am 16. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. Ephes. 3, 13-21. is Darum bitte ich, daß ihr nicht mü de werdet um meiner Trübsal willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Kniee gegen den Vater unseres Herrn Jesu Christi, der der rechte Vater ist über Alles, was da Kinder heißt, im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe nach dem Reichthum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, und Christum zu wohnen durch den Glauben in euren Herzen, und durch die Liebe eingewurzelt und gegründet zu werden, auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, wel ches da sei die Breite und die Länge, und die Tiefe und die Höhe, auch erkennen, daß Christum lieb haben viel besser ist, denn alles Wissen, auf daß ihr erfüllet werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschwenglich thun kann über Alles, was wir bitten und verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirket, dem sei Ehre in der Gemeine, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Evangelium. Luc. 7, 11-17. Es begab sich darnach, daß Jesus in eine Stadt, mit Namen Nain, ging, und seiner Jünger gingen Viele mit ihm, und viel Volks. Als er aber nas he an das Stadtthor kam, siehe, da trug man einen Todten heraus, der ein einiger Sohn war seiner Mutter, und sie war eine Wittwe, und viel Bolks aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sahe, jammerte ihn derselbigen, und sprach zu ihr: Weine nicht! Und trat hinzu, und 38 Episteln und Evangelien. rührete den Sarg an, und die Träger| Kinder, so werdet ihr nicht in das standen. Und er sprach: Jüngling, ich Himmelreich kommen. Wer sich mun sage dir, stehe auf! Und der Todte selbst erniedriget, wie dies Kind, der richtete sich auf, und fing an zu reden. ist der Größeste im Himmelreich. Und Und er gab ihn seiner Mutter. Und wer ein solches Kind aufnimmt in es kam sie Alle eine Furcht an, und meinem Namen, der nimmt mich auf. preiseten Gott und sprachen: Es ist Wer aber ärgert dieser Geringsten eiein großer Prophet unter uns aufges nen, die an mich glauben, dem wäre standen, und Gott hat sein Bolk heim- besser, daß ein Mühlstein an seinen gesucht. Und diese Rede von ihm er Hals gehänget würde, und er erfäufet scholl in das ganze jüdische Land, und würde im Meer, da es am tiefsten ist. in alle umliegende Länder. Wehe der Welt der Aergerniß halben! Es muß ja Aergerniß kommen, doch wehe dem Menschen, durch welchen Aergerniß kommt! So aber deine Hand, oder dein Fuß dich ärgert, so haue ihn ab und wirf ihn von dir; es ist dir besser, daß du zum Leben lahm, oder ein Krüppel eingehest, denn daß du zwo Hände oder zween Füße habest, und werdest in das ewige Feuer geworfen. Und so dich dein Auge årgert, reiß es aus und wirf es von dir; es ist dir besser, daß du einäugig zum Leben eingehest, denn daß du zwei Augen habest, und werdest in das höllische Feuer geworfen. Schet zu, daß ihr nicht Jemand von diesen Kleinen verachtet. Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen allezeit das Angesicht meines Baters im Himmel. Denn des Menschen Sohn ist gekoms men, selig zu machen, daß verloren ist. Am St. Michaelistage. Epistel. Offenb. Joh. 12, 7-12. Und es erhob sich ein Streit im Himmel: Michael und seine Engel stritten mit dem Drachen; und der Drache stritte und seine Engel, und siegeten nicht, auch ward ihre Stätte nicht mehr gefunden im Himmel. Und es ward ausgeworfen der große Dra che, die alte Schlange, die da heißt der Teufel und Satanas, der die ganze Welt verführet, und ward geworfen auf die Erde, und seine Engel wurden auch dahin geworfen. Und ich hörete eine große Stimme, die sprach im Himmel: Nun ist das Heil und die Kraft, und das Reich, und die Macht unsers Gottes feines Christus geworden, weil der Verkläger unserer Brüder verworfen ist, der sie verklaget Tag und Nacht vor Gott. Und sie ha- Am 17. Sonntage nach Triniben ihn überwunden durch des Lammes Blut, und durch das Wort ihres Zeugnisses, und haben ihr Leben nicht geliebet bis an den Tod. Darum freuet euch, ihr Himmel, und die darinnen wohnen! Evangelium. Matth. 18, 1-11. Zu derselbigen Stunde traten die Jünger zu Jesu und sprachen: Wer ist doch der Größeste im Himmelreich? Jefus rief ein Kind zu sich, und stellete es mitten unter sie und sprach: Wahrlich, ich sage euch, es sei denn, daß ihr euch umkehret, und werdet wie die tatis. Epistel. Ephef. 4, 1-6. So ermahne nun euch ich Gefangener in dem Herrn, daß ihr wandelt, wie sichs gebühret eurem Beruf, dare innen ihr berufen seid, mit aller Des muth und Sanftmuth, mit Geduld, und vertraget Einer den Andern in der Liebe, und seid fleißig zu halten. die Einigkeit im Geist, durch das Band des Friedens. Ein Leib und Ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoffnung cures Berufs. Ein Herr, Ein Glaube, Eine Taufe, Ein Gott Episteln und Evangelien. 39 und Bater unser aller, der da ist über| euch gegeben ist in Christo Jesu, daß euch alle, und durch euch alle, und in euch allen. ihr seid durch ihn in allen Stücken reich gemacht, in aller Lehre und in aller Erkenntniß, wie denn die Predigt von Christo in euch kräftig ge worden ist, also, daß ihr keinen Mangel habt an irgend einer Gabe, und wartet nur auf die Offenbarung un sers Herrn Jesu Christi, welcher auch wird euch fest behalten, bis ans Ende, daß ihr unsträflich seid, auf den Tag unsers Herrn Jesu Christi. Denn Gott ist getreu, durch welchen ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesu Christi, unsers Herrn. Evangelium. Luc. 14, 1-11. Es begab sich, daß Jesus kam in ein Haus eines Obersten der Pharifåer, auf einen Sabbath, das Brod zu essen; und sie hielten auf ihn. Und fiche, da war ein Mensch vor ihm, der war wassersüchtig. Und Jesus antwortete, und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern und sprach: Ists auch recht, auf den Sabbath heilen? Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an und heilete ihn, und ließ ihn gehen, und antwortete und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem fein Ochse, oder Esel in den Brunnen fällt, und er nicht alsbald ihn wieder her: auszieht am Sabbathtage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder Antwort geben. Er sagte aber ein Gleichniß zu den Gästen, da er merkte, wie sie erwählten oben an zu sigen, und sprach zu ihnen: Wenn du von Jemand geladen wirst zur Hochzeit, so sege dich nicht oben an, daß nicht etwa ein Ehrlicherer, denn du, von ihm geladen sei, und so dann kommt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem; und du müsseft dann mit Scham unten an sizzen. Sondern wenn du geladen wirst, so gehe hin, und setze dich unten an, auf daß, wenn da kommt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Freund, rücke hinauf! Dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sigen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden, und wer sich selbst erniedriget, der soll erhöhet werden. Am 18. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium. Matth. 22, 34-46. Da aber die Pharisäer höreten, daß er den Sadducäern das Maul gestopfet hatte, versammelten sie sich, und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn und sprach: Meister, wel ches ist das vornehmste Gebot im Gesetz? Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, und von ganzem Gemüthe; dies ist das vornehmste und größeste Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben, als dich selbst. In diesen zweien Geboten hänget das ganze Gesetz und die Prophes ten. Da nun die Pharisäer bei einander waren, fragte sie Jesus und sprach: Wie dünket euch um Christo? Weß Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn denn David im Geist einen Herrn, da er sagt: Der Herr hat gesagt zu mei nem Herrn: Seße dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße? So nun David ihn einen Herrn nennt, wie ist er denn sein Sohn? Und Niemand konnte ihm ein Wort antworten, und durfte auch Niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. Epistel. 1. Cor. 1, 4-9. Ich danke meinem Gott allezeit euerthalben für die Gnade Gottes, die 40 Episteln und Evangelien. Am 19. Sonntage nach Trini-| Am 20. Sonntage nach Trinitatis. tatis. Epistel. Ephef. 4, 22-28. So leget nun von euch ab nach dem vorigen Wandel den alten Menschen, der durch Lüste in Irrthum sich verderbet; erneuert euch aber im Geist eures Gemüths, und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist, in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget die Lügen ab und redet die Wahrheit, ein Jeglicher mit seinem Nächsten, sintemal wir unter einander Glieder sind. Zürnet und sündiget nicht, lasset die Sonne nicht über eurem Zorne unter gehen, gebet auch nicht Raum dem Låsterer. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben dem Dürftigen. Evangelium. Matth. 9, 1-8. Da trat Jesus in das Schiff, und fuhr wieder herüber und kam in seine Stadt. Und siche, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Und siehe, etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Jesus ihre Gedanken sahe, sprach er: Warum gedenket ihr so Arges in euren Herzen? Welches ist leich ter, zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben, oder zu sagen: Stehe auf und wandle? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe, auf Erden die Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Ste he auf, hebe dein Bett auf, und gehe heim. Und er stand auf und ging heim. Da das Volk das sahe, verwunderte es sich, und preisete Gott, der solche Macht den Menschen gegeben bat. Epistel. Ephef. 5, 15-21. So sehet nun zu, wie ihr vorsichtige lich wandelt, nicht als die Unweiſen, sondern als die Weisen, und schicket euch in die Zeit, denn es ist die böse Zeit. Darum werdet nicht unverständig, sondern verständig, was da sei des Herrn Wille. Und saufet euch nicht voll Weins, daraus ein unordentliches Wesen folget; sondern werdet voll Geistes, und redet unter einander von Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singet und spielet dem Herrn in euren Herzen, und saget Dank allezeit für Alles Gott und dem Bater, in dem Namen unsers Herrn Jesu Christi, und seid unter einander unterthan in der Furcht Gottes. Evangelium. Matth. 22, 1-14. Und Jesus antwortete und redete abermal durch Gleichnisse mit ihnen und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der seinem Sohne Hochzeit machte, und sandte seine Knechte aus, daß sie die Gäste zur Hochzeit riefen, und sie wollten nicht kommen. Abermal sandte er andere Knechte aus und sprach: Saget den Gästen: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meis ne Ochsen und mein Mastvieh ist ge schlachtet, und Alles bereit; kommet zur Hochzeit. Aber sie verachteten das, und gingen hin, Einer auf seinen Acker, der Andere zu seiner Handthies rung. Etliche aber griffen seine Knechs te, höhneten und tödteten sie. Da das der König hörete, ward er zornig, und schickte seine Heere aus, und brachte diese Mörder um, und zündete ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereitet; aber die Gäste waren es nicht werth. Darum gehet hin auf die Straßen, und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. Und die Knechte gingen aus auf die Straßen, und brachten zusam Episteln und Evangelien. 41 men, wen sie fanden, Böse und Gute;| fich, und wandelten hinfort nicht mehr und die Tische wurden alle voll. Da ging der König hinein, die Gäste zu besehen, und sahe allda einen Menschen, der hatte kein hochzeitliches Kleid an, und er sprach zu ihm: Freund, wie bist du hereingekommen, und hast doch kein hochzeitliches Kleid an? Er aber verstummete. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, und werfet ihn in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird sein Heulen und Zähnklappen. Denn Viele sind berufen, aber Wenige sind auserwählet. mit ihm. Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollt ihr auch weggehen? Da antwortete ihn Simon Petrus: Herr, wohin sollen wir gehen? Du haft Worte des ewigen Lebens; und wir haben geglaubet und erkannt, daß du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. Am Reformationsfeste. Epistel. Offenb. Joh. 14, 6-8. Und ich sahe einen Engel fliegen mitten durch den Himmel, der hatte ein ewiges Evangelium, zu verkündigen denen, die auf Erden sitzen und wohnen, und allen Heiden, und Geschlechtern, und Sprachen, und Völfern, und sprach mit großer Stimme: Fürchtet Gott, und gebet ihm die Eh re, denn die Zeit seines Gerichts ist gekommen, und betet an den, der gemacht hat Himmel und Erde, und Meer, und die Wasserbrunnen! Und ein anderer Engel folgte nach; der sprach: Sie ist gefallen, sie ist gefallen, Babylon, die große Stadt; denn sie hat mit dem Wein ihrer Hurerei getränket alle Heiden. NIE Evangelium. Joh. 6, 63-69. Der Geist ist es, der da lebendig macht; das Fleisch ist kein nüße. Die Worte, die ich rede, die sind Geist und find Leben. Aber es sind Etliche unter euch, die glauben nicht. Denn Jefus wußte von Anfang wohl, welche nicht glaubend waren, und welcher ihn verrathen würde. Und er sprach: Darum habe ich euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, es sei ihm denu von meinem Vater gegeben. Von dem an gingen seiner Jünger viele hinter Am 21. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. Ephef. 6, 10-17. Zuletzt, meine Brüder, seid stark in dem Herrn, und in der Macht seiner Stärke. Ziehet an den Harnisch Gottes, daß ihr bestehen könnet gegen die listigen Anläufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsterniß dieser Welt herrschen, mit den bösen Getstern unter dem Himmel. Um deßwillen so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr an dem bösen Tage Widerstand thun, und Alles wohl ausrichten, und das Feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit, und angezogen mit dem Krebs der Gerechtigkeit, und an Beinen gestiefelt, als fertig zu treiben das Evangelium des Friedens, damit ihr bereitet seid. Vor allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnet alle feurigen Pfeile des Bösewichts. Und nehmet den Helm des Heils, und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. Evangelium. Joh. 4, 47-54. Und es war ein Königischer, deß Sohn lag krank zu Capernaum. Dieser hörete, daß Jesus kam aus Judda in Galiläam, und ging hin zu ihm und bat ihn, daß er hinab käme, und hälfe seinem Sohn, denn er war todt krank. Und Jesus sprach zu ihm: 42 Episteln und Evangelien. Evangelium. Matth. 18, 23-35 Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder| seid lauter und unanstößig bis auf den fehet, so glaubet ihr nicht. Der Kö- Tag Christi, erfüllet mit Früchten der nigische sprach zu ihm: Herr, komm Gerechtigkeit, die durch Jesum Chrihinab, che denn mein Kind stirbt. ftum geschehen( in euch) zur Ehre und Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Lobe Gottes. Sohn rebet. Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin. Und indem er hinab ging, Das Himmelreich ist gleich einem begegneten ihm seine Knechte, verkün- Könige, der mit seinen Knechten rech digten ihm und sprachen: Dein Kind nen wollte. Und als er anfing zu rech lebet. Da forschete er von ihnen die nen, kam ihm einer vor, der war ihm Stunde, in welcher es besser mit ihm zehntausend Pfund schuldig. Da er geworden war. Und sie sprachen zu nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der ihm: Gestern um die siebente Stunde Herr verkaufen ihn und sein Weib verließ ihn das Fieber. Da merkte und seine Kinder, und Alles, was er der Vater, daß es um die Stunde hatte, und bezahlen. Da fiel der wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt Knecht nieder und betete ihn an und hatte: Dein Sohn lebet. Und er glau- sprach: Herr, habe Geduld mit mir, bete mit seinem ganzen Hause. Das ich will dir Alles bezahlen. Da jams ist nun das andere Zeichen, das Jesus merte den Herrn desselbigen Knechts, that, da er aus Judäa in Galiläa fam. und ließ ihn los, und die Schuld er ließ er ihm auch. Da ging derselbige Knecht hinaus, und fand einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Gro schen schuldig. Und er griff ihn an, und würgete ihn und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder, und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir Alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängniß, bis daß er be zahlte, was er schuldig war. Da aber seine Mitfnechte solches sahen, wurden sie sehr betrübt, und kamen, und brachten vor ihren Herrn Alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich und sprach zu ihm: Du Schalksknecht, alle diese Schuld habe ich dir erlassen, dieweil du mich batest; solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? und sein Herr ward zornig und übers antwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlete Alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von euren Herzen, ein Jegliz cher seinem Bruder seine Fehler. Am 22. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. Phil. 1, 3-11. Ich danke meinem Gott, so oft ich euer gedenke,( welches ich allezeit thue in meinem Gebet für euch alle, und thue das Gebet mit Freuden,) über eurer Gemeinschaft am Evangelio, vom ersten Tage an bisher. Und bin desselbigen in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird es auch vollführen bis an den Tag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von euch allen halte, dar um, daß ich euch in meinem Herzen habe in diesem meinem Gefängniß, darinnen ich das Evangelium verantworte und bekräftige, als die ihr alle mit mir der Gnade theilhaftig seid. Denn Gott ist mein Zeuge, wie mich nach euch allen verlanget von Herzens grund in Christo Jesu; und darum bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntniß und Erfahrung, daß ihr prüfen möget, was das Beste sei, auf daß ihr Episteln und Evangelien. Am 23. Sonntage nach Trini-| tatis. Epistel. Phil. 3, 17-21. Folget mir, lieben Brüder, und se het auf die, die also wandeln, wie ihr uns habt zum Vorbilde. Denn Viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ich auch mit Weinen, die Feinde des Kreuzes Christi, welcher Ende ist die Verdammniß, welchen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die irdisch gesinnet sind. Unser Wandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi, des Herrn, welcher unsern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. Evangelium. Matth. 22, 15-22. Da gingen die Pharisäer hin und hielten einen Rath, wie sie ihn fingen in seiner Rede, und sandten zu ihm thre Jünger, sammt Herodis Dienern, und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist und lehrest den Weg Gottes recht, und du fragest nach Niemand; denn du achteft nicht das Ansehen der Menschen. Darum sage uns, was dünket dich? Ist es recht, daß man dem Kaiser Zins gebe oder nicht? Da nun Jesus merkte ihre Schalkheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versuchet ihr mich? Weiset mir die Zinsmünze. Und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Weß ist das Bild und die Uleberschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Raisers. Da sprach er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Da sie das höreten, verwunderten sie sich, und ließen ihn und gingen davon. 43 Am 24. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. Col. 1, 9-14. Derhalben auch wir von dem Tage an, da wir es gehöret haben, hören wir nicht auf, für euch zu beten und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntniß seines Willens in allerlei geistlicher Weisheit und Verstand; daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allem Gefallen, und fruchtbar seid in allen guten Werken, und wachset in der Erkenntniß Gottes, und gestärket werdet mit aller Kraft nach seiner herrlichen Macht, in aller Geduld und Langmüthigkeit mit Freuden, und danksaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbtheil der Heiz ligen im Licht. Welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsterniß, und hat uns versetzt in das Reich seis nes lieben Sohnes, an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden. Evangelium. Matth. 9, 18-26. Da Jesus solches mit ihnen redete, fiehe, da kam der Obersten einer, und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, meine Tochter ist jetzt gestorben; aber fomm und lege deine Hand auf sie, so wird sie wieder lebendig. Und Jesus stand auf und folgete ihm nach und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahre den Blutgang ges habt, trat von hinten zu ihm und rühe rete seines Kleides Saum an. Denn fie sprach bei sich selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wendete sich Jesus um, und sabe sie, und sprach: Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gesund zu derselbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam, und sahe die Pfeifer und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weichet, denn das Mägelein ist nicht todt, sondern es schläft. Uud sie verlachten ihn. Als 44 Episteln und Evangelien. aber das Volk ausgetrieben war, ging daß eure Flucht nicht geschehe im er hinein und ergriff sie bei der Hand. Da stand das Mägdlein auf. Und dies Gerücht erscholl in dasselbige ganze Land. Winter, oder am Sabbath; denn es wird alsdann eine große Trübsal sein, als nicht gewesen ist von Anfang der Welt bisher, und als auch nicht wer den wird. Und wo diese Tage nicht Am 25. Sonntage nach Trini- würden verkürzet, so würde kein Mensch tatis. selig; aber um der Auserwählten wil len werden die Tage verkürzet. So alsdann Jemand zu euch wird sagen: Siehe, hier ist Christus, oder da: so sollt ihr es nicht glauben. Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen, und große Zeichen und Wunder thun, daß verführet werden in den Irrthum( wo es möglich wäre) auch die Auserwählten. Siehe, ich habe es euch zuvor gesagt. Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste, so gehet nicht hinaus. Siehe, er ist in der Kammer, so glaubet es nicht. Denn gleichwie der Blitz ausgehet vom Aufgang, und scheinet bis zum Nieders gang, also wird auch sein die Zukunft des Menschen Sohnes. Wo aber ein Alas ist, da sammeln sich die Adler. Epistel. 1 Thesſ. 4, 13-18. Wir wollen euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten von denen, die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig seid wie die Andern, die keine Hoffnung haben. Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, also wird Gott auch, die da entschlafen sind durch Jesum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der Zukunft des Herrn, werden denen nicht vor: kommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels und mit der Posaune Gottes hernieder kommen vom Himmel, und die Todten in Christo werden auferstehen zuerst, darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerückt werden in den Wolken, dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem Herrn sein allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten unter einander. Evangelium. Matth. 24, 15-28. Wenn ihr nun sehen werdet den Gräuel der Verwüstung, davon gefagt ist durch den Propheten Daniel, daß er stehe an der heiligen Stätte, ( wer das lieset, der merke drauf!), als dann fliehe auf die Berge, wer im jüdischen Lande ist. Und wer auf dem Dache ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen. Und wer aus dem Felde ist, der fehre nicht um, seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangern und Säugern zu der Zeit! Bittet aber, Am 26. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. 2 Petr. 3, 3-14. Und wisset das aufs erste, daß in den letzten Tagen kommen werden Spötter, die nach ihren eigenen Lü sten wandeln und sagen: Wo ist die Berheißung seiner Zukunft? Denn nachdem die Bäter entschlafen sind, bleibt es Alles, wie es von Anfang der Greatur gewesen ist. Aber Muthwillens wollen sie nicht wissen, daß der Himmel vorzeiten auch war, dazu die Erde aus Wasser und im Wasser bestanden durch Gottes Wort, dennoch ward zu der Zeit die Welt durch dieselbigen mit der Sündfluth verder= bet. Also auch der Himmel jetzt und die Erde werden durch sein Wort gesparet, daß sie zum Feuer behalten werden am Tage des Gerichts und Episteln und Evangelien. 45 Verdammniß der gottlosen Menschen.| habt mich gespeiset; ich bin durstig ge Eins aber sei euch unverhalten, ihr wesen, und ihr habt mich getränket; ich Lieben, daß Ein Tag vor dem Herrn bin ein Gast gewesen, und ihr habt ist, wie tausend Jahre, und tausend mich beherberget; ich bin nackend gewes Jahre wie Ein Tag. Der Herr ver- sen, und ihr habt mich bekleidet; ich bin ziehet nicht die Verheißung, wie es frank gewesen, und ihr habt mich beEtliche für einen Verzug achten, son suchet; ich bin gefangen gewesen, und dern er hat Geduld mit uns, und will ihr seid zu mir gekommen. Dann nicht, daß Jemand verloren werde, werden die Gerechten ihm antworten sondern daß sich Jedermann zur Buße und sagen: Herr, wann haben wir dich fehre. Es wird aber des Herrn Tag hungrig gesehen, und haben dich gez kommen als ein Dieb in der Nacht, in speiset? oder durstig, und haben dich welchem die Himmel zergehen werden getränket? Wann haben wir dich ei mit großem Krachen, die Elemente nen Gast gesehen und beherberget? aber werden vor Hiße zerschmelzen, oder nackend, und haben dich bekleiund die Erde und die Werke, die dar det? Wann haben wir dich krank oder innen sind, werden verbrennen. So gefangen gesehen, und sind zu dir genun das Alles soll zergehen, wie sollt kommen? Und der König wird antihr denn geschickt sein mit heiligem worten und sagen zu ihnen: WahrWandel und gottseligem Wesen, daß lich, ich sage euch, was ihr gethan ihr wartet und eilet zu der Zukunft habt Einem unter diesen meinen gedes Tages des Herrn, in welchem die ringsten Brüdern, das habt ihr mir Himmel vom Feuer zergehen, und die gethan. Dann wird er auch sagen zu Elemente vor Hiße zerschmelzen werdenen zur Linken: Gehet hin von mir, den! Wir warten aber eines neuen ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, Himmels und einer neuen Erde, nach seiner Verheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnet. Darum, meine Lieben, dieweil ihr darauf warten sollet, so thut Fleiß, daß ihr vor ihm unbefleckt und unsträflich im Frieden erfunden werdet. das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln. Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränket. Ich bin ein Gaft ges wesen, und ihr habt mich nicht beherberget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin frank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besuchet. Da werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig oder durstig, oder einen Gast, oder nackend, oder frank, oder gefangen, und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch, was ihr nicht gethan habt einem unter dies fen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben. Evangelium. Matth. 25, 31-46. Wenn aber des Menschen Sohn fommen wird in seiner Herrlichkeit, und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit, und werden vor ihm alle Völker versammelt werden, und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet. Und wird die Schafe zu seiner Rechien stellen und die Böcke zur Linken. Da wird denn der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommet her, ihr Gesegneten meines Baters, ererbet des Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr 46 Episteln und Evangelien. Am 27. Sonntage nach Trinitatis. Epistel. 1 Theff. 5, 1-11. Von den Zeiten aber und Stunden, Iteben Brüder, ist nicht noth euch zu schreiben. Denn thr selbst wisset gewiß, daß der Tag des Herrn wird kommen wie ein Dieb in der Nacht. Denn wenn sie werden sagen: Es ist Friede, es hat keine Gefahr, so wird fie das Verderben schnell überfallen, gleichwie der Schmerz ein schwangeres Weib, und werden nicht entfliehen. Ihr aber, lieben Brüder, seid nicht in der Finsterniß, daß euch der Tag wie ein Dieb ergreife. Ihr seid allzumal Kinder des Lichts und Kinder des Tages; wir sind nicht von der Nacht, noch von der Finsterniß. So lasset uns nun nicht schlafen, wie die Andern; sondern lasset uns wachen und nüchtern sein. Denn die da schlafen, die schlafen des Nachts, und die da trunken sind, die sind des Nachts trunken. Wir aber, die wir des Tages find, sollen nüchtern sein, angethan mit dem Krebs des Glaubens und der Liebe, und mit dem Helm der Hoffnung zur Seligkeit. Denn Gott hat uns nicht gesegt zum Zorn, sondern die Seligkeit zu besigen, durch unsern Herrn Jesum Christum, der für uns gestorben ist, auf daß, wir wachen oder schlafen, wir zugleich mit ihm leben sollen. Darum ermahnet euch unter einander, und bauet Einer den Andern, wie ihr denn thut. Evangelium. Matth. 25, 1-13. Dann wird das Himmelreich gleich sein zehn Jungfrauen, die ihre Lams pen nahmen, und gingen aus, dem Bräutigam entgegen. Aber fünf uns ter ihnen waren thöricht, und fünf was ren flug. Die thörichten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen nicht Del mit sich. Die klugen aber nahmen Del in ihren Gefäßen, sammt ihren Lampen. Da nun der Bräutigam verzog, wurden sie alle schläfrig, und entschliefen. Zur Mitternacht aber ward ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam kommt, gehet aus, ihm entgegen! Da standen die Jungfrauen alle auf und schmücke ten ihre Lampen. Die thörichten aber sprachen zu den flugen: Gebet uns von eurem Del; denn unsere Lampen verlöschen. Da antworteten die flugen und sprachen: Nicht also, auf daß nicht uns und euch gebreche; ges het aber hin zu den Krämern, und faufet für euch selbst. Und da sie hingingen zu kaufen, kam der Bräutigam, und welche bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Thür ward verschlossen. Zulegt kamen auch die andern Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, thue uns auf! Er ante wortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch, ich kenne euch nicht. Darum wachet; denn ihr wisset weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird. Alphabetisches Register. A. Nro. Ach bleib bei uns, Herr Jesu.. 167 Ach, bleib mit deiner Gnade Bei .. 168 mir, Herr Jesu Christ.. 390 Ach, bleib mit deiner Gnade Bei uns, Herr Jesu Christ. Ach Gott, dir muß ichs klagen. 519 Ach Gott, mich drückt ein... 121 Ach Gott und Herr, Wie groß. 245 Ach Gott, vom Himmel sieh 163 Ach Gott, wie manches Herzeleid 511 Ach Herr, gieb Acht, in unsrer. 500 Ach höchster Gott, verleihe mir 456 / Ach komm, füll unsre Seelen.. 477 Ach mein Herr Jesu, dein 323 Ach mein Jesu, sich, ich trete.. 445 Ach mein Jesu, welch Verderben 21 Ach, sagt mir nichts von Gold. 333 Ach, war ich doch schon droben. 583 Ach, was ist doch unsre Zeit.. 575 Ach, was sind wir ohne Jesum. 482 Ach, was soll ich Sünder machen 252 Ach, wenn ich dich, mein Gott. 345 67 Ach, wie laufen doch die Jahre. Ach, wie so sanfte schläfest du. 597 Ach, wo findet meine Seele... 282 Ach wundergroßer Siegesheld. 134 Allein Gott in der Höh sei Ehr. Allein zu dir, Herr Jesu Christ. 242 Alle Menschen müssen sterben.. 574 Aller Engel himmlisch Heer Aller Glaubgen Sammelplatz 599 Alle Welt, was lebt und webet. 207 351 Allgenugsam Wesen 1 18 Also hat Gott die Welt geliebt. 272 An Gott will ich gedenken... 387 Auf, auf, ihr Reichsgenossen.. 32 Auf, auf, mein Geist, betrachte. 493 . ... strad Nro. 2 Auf, auf, mein Geist, danksage. 118 Auf, auf, mein Herz, auf, rüfte. 232 o Auf, auf, mein Herz, mit Freuden 120 Auf, auf, mein Herz, und du mein 403 Auf, Christenmensch, auf, auf.. 481 Auf Christi Himmelfahrt allein. 132 Auf, du priesterlich Geschlechte. 638 Auferstehn, ja auferstehn wirst du 601 Auf, ihr Christen, Christi Glieder 488 Auf, ihr Streiter, durchgedrungen 492 Auf meinen Jesum will ich sterben 579 ... 514 Auf meinen lieben Gott Auf, Seele, auf und säume nicht 72 Aus Gnaden soll ich selig werden 281 Aus meines Herzens Grunde.. 408 Aus tiefer Noth schrei ich zu dir 240 I 30+19 B. 520 423 Bedenke, Mensch, das Ende.. 577 Befiehl du deine Wege Bescher uns, Herr, das täglich Beschwertes Herz, leg ab die.. 405\ 7.391 Betgemeine, heilge dich Bis hieher hat mich Gott.... 381\ 224 Bleibt, Schäflein, bleibt.. Brich an, du schönes Morgenlicht 409 Bringt her dem Herren Lob.. 380 Brunn alles Heils, dich ehren. 212\ C. Christe, der du bist Tag und Licht 432 Christe, du Beistand deiner... 173 Christe, du Lamm Gottes Christ fuhr gen Himmel Christ ist erstanden 81 128 109 Christ lag in Todesbanden... 111 Christ, unser Herr, zum Jordan 216 Christus, der ist mein Leben.. 560 Christus ist erstanden. 110 ● ● . ... ● ZORCYCL D Alphabetisches Register. .. Da Christus geboren war ● Danke dem Herren, o Seele.. 431 Dank sagen wir Alle 42 Dankt dem Herrn heut und... 427 Das alte Jahr vergangen ist.. 59 Das äußre Sonnenlicht ist da. 421 Das ist je gewißlich wahr.... 288 Das walt Gott Vater und Gott 410 Dein König kommt in niedern 39 Dein König kommt, o Zion.. 38 Dein Mittler kömmt; auf, blöde 37 / Dein Wort, o Herr, ist milder. 204 / Dem König, welcher Blut und. 234 Der am Kreuz ist meine Liebe. 103 Der beste Freund ist in dem. 343 Der du bist A und O. 65 Der du die Macht, o Jesu, hast 263 Der du uns als Vater liebest.. 160 Der du zum Heil erschienen... 193 Der Glaube siegt, hoch wehn des 503 Der Glaub ist eine Zuversicht. 277 Der Heiland heißet Jesus Christ 66 Der Herr, der aller Enden... 308 Der Herr ist Gott und keiner 16 Der Herr ist mein getreuer Hirt 512 Der Hirt, am Kreuz gestorben. 584 Der lieben Sonne Licht und.. 441 Der schmale Weg ist breit genug 294 Der schöne Tag bricht an. Der Tag ist hin, Mein Geist und 447 Der Tag ist hin, Mein Jesu, bei 440 Der Tod ist todt, das Leben lebet 123 Dich bitten wir, dein Kinder.. 424 Die auf der Erde wallen.. 590 Die Christen gehn von Ort zu. 600 Die Ernt ist nun zu Ende. 401 Die güldne Sonne, Voll Freud 414 Die Handschrift ist zerrissen.. 283 Die helle Sonn leucht jetzt herfür 407 Die Herrlichkeit der Erden... 571 Die Nacht ist kommen.... 433 Die Seele Christi heilge mich.. 95 Die Seele ruht in Jesu Armen. 633 Dies ist der Zag, den Gott gemacht 58 Dies ist die Nacht, da mir... 56 Die Sonn hat sich mit ihrem.. 436 Die Woche geht zu Ende 450 Dir, dir, Jehovah, will ich... 379 412 ... ... ... .. Nro. 47 ● Nro. Dir ewge Treue zu geloben... 221\ Du bist allein nur liebenswerth. 358 Du bist ein guter Hirt..... 341 Du bist ein Mensch, das weißt. 521 Du bist zwar mein und bleibest. 606 Du Lebensfürst, Herr Jesu Christ 133 Du, meine Seele, finge..... 371 20 Durch Adams Fall ist ganz. Du fichest, Mensch, wie fort und 616 Du Stern in allen Nächten... 192 250 Du weinest um Jerusalem... 29+ 30 ●. Ein Blick nach jenen Gin Christ kann ohne Kreuz Eine Heerde und ein Hirt . ● ..... 544 540 ... 191 Einen guten Kampf hab ich.. 593 Giner ist König! Immanuel.. 139 Giner ists, an dem wir hangen. 194 Eines wünsch ich mir vor allem 361Ein feste Burg ist unser Gott.. 161 Ein Jahr der Sterblichkeit... 64 Ein Kindelein so löbelich.... 44 90 Gin Lämmlein geht und trägt Einmal ist die Schuld entrichtet 273 Gin neugebornes Gotteskind Eins ist neth; ach Herr, dies. 275 Ein Tröpflein von den Reben. 626 Endlich, endlich muß es doch.. 543 Erhalt uns, Herr, bei deinem.. 164 Erhöhter Jesu, Gottes Sohn. 618 Erinnre dich, mein Geist erfreut 125 ... 124 Er lebt! O frohes Wort Erleucht mich, Herr, mein Licht. 267 Ermuntert euch, ihr Frommen. 617 Grmuntre dich, mein schwacher. 50 Erneure mich, o ewges Licht. 293 Erschienen ist der herrlich Tag. 113 Gs fähret heute Gottes Sohn. 131 Es glänzet der Christen..... 295 Es ist das Heil uns kommen her 270 Es ist etwas, des Heilands... 322 Es ist gewißlich an der Zeit.. 612 Es ist nicht schwer, ein Christ zu 297 Es ist noch eine Ruh vorhanden 634 Es fostet viel, ein Christ zu sein 296 Es lebe Jesu Christi Ruhm... 198 G8 saß ein frommes Häuflein. 155 Es woll und Gott genädig sein. 187 0 Alphabetisches Register. Nro. Nro. Ewge Liebe, mein Gemüthe... 22 Gott und Vater, nimm jekund. 218 Ewig, Ewig heißt das Wort.. 621 18+ 19. Gott Vater, aller Dinge Grund 186 Gott wills machen, daß die... 539 Großer Gott, wir fallen nieder. 389 Großer Mittler, der zur Rechten 140 22+ 10 H. Hallelujah!:,: Das große... 127 Hallelujah!:,: Gott sei hoch.. 355 Hallelujah! Jauchzt, ihr Chöre. 126 Hallelujah, Lob, Preis und Ehr 378 Hallelujah! Schöner Morgen. 406 Hallelujah! Wie lieblich stehn. 184 Halt im Gedächtniß Jesum... 231 Heiland, deine Menschenliebe.. 77 Heilger Geist, du Tröster mein. 143 Heilger Jesu, Heilgungsquelle. 76 Heilig ist Gott der Bater.... 5 Herr, auf Erden muß ich leiden. 137 Herr Christ, der einig Gottssohn 68 Herr, deine Rechte und Gebot. 459 Herr, dein Wort, die edle Gabe. 201 Herr, du hast in deinem Reich 444 Herr, es ist von meinem Leben 363 Herr Gott, dich loben wir... Herr Gott, nun schleuß den... 567 ... 392 Herr, höre, Herr, erhöre Herr, ich bin dir ganz leibeigen. 472 Herr, ich habe mißgehandelt Herr Jesu Christ, dein theures. 99 Herr Jesu Christ, dich zu uns.. 206 Herr Jefu Christ, du höchstes Gut, Du Brunnquell aller Gnaden, Sieh doch 17 251 Fahre fort, Zion, fahre fort.. 495 Freu dich sehr, o meine Seele. 563 Freuet euch, ihr Christen alle 49 Freuet euch, ihr Gotteskinder 153 Frisch, frisch hinnach, mein Geist 537 Fröhlich soll mein Herze springen 51 Frühmorgens, da die Sonn 115 Für alle Güte set gepreist.... 448 7+ 1 G. Geh auf, du heller Morgenstern 215 Geh aus, mein Herz, und suche. 399 / Geht hin, ihr gläubigen Gedanken 24 Geht nun hin und grabt mein. 602 / Geist vom Vater und vom Sohne 154 Gelobet sei der Herr 375 / Gelobet seist du, Jesu Christ, Daß HO du der Sünder Heiland bist 284 Gelobet seist du, Jesu Christ, Daß du Mensch geboren bist 45 Gen Himmel aufgefahren ist.. 129 Gesegn uns, Herr, die Gaben 425 Gieb dich zufrieden und sei stille 523 Glaube, Lieb und Hoffnung sind 303 Gott, den ich als Liebe fenne.. 552 / Gott, der du Herzenskenner bist 478 Gott der Vater wohn uns bei Gott des Himmels und der Erden 413 Gott, deß Scepter, Stuhl und. 382 / Gottes liebste Kinder. 497 3 ● ... . ● 388 Gottes Sohn ist kommen.... 26 Gott fähret auf gen Himmel.. 135 Gott ist gegenwärtig Gott ist getreu / Gott ist mein Lied. Gott lebet noch c .. 14 10 536 NO 71 Gott Lob, die Stund ist kommen 605 / Gott Lob, ein neues Kirchenjahr 41 Gott Lob, ein Schritt zur Ewigkeit 580 Gott Lob, mein Jesus macht. Gott Lob, nun ist erschollen / Gott, mein Gott, du bist lebendig Gott rufet noch; sollt ich nicht Gott sei Dank durch alle Welt Gott sei gelobet und gebenedeiet 238 ● 394 15 265 29 .. Herr Jesu Christ, du höchstes Gut, Du Brunnquell aller Gnaden, Wir kommen III 40 244 228 Herr Jesu Christe, mein Prophet 467 Herr Jesu Christ, mein höchstes 347 Herr Jesu Christ, meins Lebens 565 Herr Jesu Christ, wahr Mensch 557 Herr Jesu, deine Angst und Pein Herr Jesu, dir sei Preis und Herr Jeju, Gnadensonne 89 226 301 . O. Herr, nicht schicke deine Rache. 247 570 Herr, nun laß in Friede.. Herr, öffne mir die Herzensthür 208 Herr, schaue auf uns nieder... Herr unser Gott, laß nicht zu.. 171 325 IV Alphabetisches Register. le Nro. Herr, wie du willt, so schicks mit 559 / Herr, wie mancherlei Gebrechen 498 Herr Zebaoth, dein heilig Wort 200 / Herz, freue dich der Ewigkeit.. 585 Herzlich lieb hab ich dich, o Herr 326 Herzlich thut mich verlangen.. 564 Herzliebster Jesu, was hast du. 86 / Herzog unsrer Seligkeiten... 299 / Herz und Herz vereint zusammen 177 Heute mir, und morgen dir... 598 das 148 Heut ist des Herren Ruhetag 402 Heut triumphiret Gottes Sohn 114 Hier ist mein Herz, Herr, nimm 338 Hier legt mein Sinn sich vor dir 298 Hilf, Helfer, hilf in Angst und. 515 Hilf, Herr Jesu, laß gelingen.. 61 Himmelan geht unsre Bahn... 462 Himmelan, nur himmelan Der den Tod überwand... 112 Hinunter ist der Sonne Schein 434 Jesus Christus, unser Heiland, Hirte deiner Schafe Der von uns den Gotteszorn 225 Hochheilige Dreieinigkeit.. 7 Jesus, Jesus, nichts als Jesus. 457 .63 Höchster Priester, der du dich.. 458 Jesus ist der schönste Nam / Höchster Tröster, fomm hernieder 159 Jesus, meine Zuversicht..... 117 279 / Hort auf mit Trauern und mit. 592 Jesus nimmt die Sünder an Hofianna Davids Sohn 36 Jesus schwebt mir in Gedanken 331 262 418 Shr armen Sünder, kommt zu / Hüter, wird die Nacht der. 36+ 28/ 3hr aufgehobnen Jefushände.. 141 473 446 Ihr Kinder des Höchsten, wie 179 517 In allen meinen Thaten Jn Christi Wunden schlaf ich ein 558 In dich hab ich gehoffet, Herr. 509 Jn dir ist Freude 306 In Gottes Namen fahren wir. 451 In Gottes Namen fang ich an. 396 In Gottes Reich geht Niemand 300 In unsers Königs Namen Ist Gott für mich, so trete Ich armer Mensch doch gar... 561 Ich armer Mensch, ich armer.. 261 Ich bete an die Macht der Liebe 352 Ich bin ein Gast auf Erden... 572 Ich bin getauft auf deinen Namen 219 Ich habe nun den Grund gefunden 280 Ich hab in Gottes Herz und Sinn 525 Ich hab mein Sach Gott.... 562 Ich hab mich Gott ergeben... 569 Ich hab von ferne, Herr, deinen 637 Ich komme, Friedensfürst, zu dir 268 Ich komme, Herr, und suche dich 236/ Kehre wieder, fehre wieder... 269 Ich komm jetzt als ein armer Gast 230 Kehr um, fehr um, verlorner.. 243 Ich preise dich, o Herr, mein Heil 237 Kinder, die ihr Christi Glieder. 460 Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ 452 Komm, du sanfter Gnadenregen 158 Ich finge dir mit Herz und Mund 370 Komm, Geist des Vaters und.. 147 Ich steb an deiner Krippen hier 52 Komm, Gott Schöpfer, heiliger 142 Ich sterbe täglich, und mein... 581 Komm, Heidenheiland, Lösegeld 25 Ich weiß noch keinen bessern 349 Komm, beiliger Geist, erfüll Ich weiß von keinem andern 287 Komm, heiliger Geist, Herre Gott 145 K. 144 .. .... ● .. .. Nrs. Ich weiß von feinen Plagen. 314 Ich will dich lieben, meine Stärfe 334 Ich will von meiner Missethat. 254 Jehovah, Herr und König .. 393 Jerusalem, du hochgebaute Stadt 624 Jesu, deine Passion.... 98 Jesu, deine tiefe Wunden.... 87 Jesu, der du meine Seele.... 253 Jesu, der du wollen büßen... 94 Jesu, frommer Menschenheerden 339 Sesu, großer Wunderstern... 79 Jesu, hilf fiegen, du Fürste des. 489 332 Jesu, meine Freude.. Jefu, meiner Seelen Leben... 220 Jefu, meines Lebens Leben... 97 Jesus Christus herrscht als König 181 Jesus Christus, unser Heiland, ● · C ● ● 466 .. 307 30+ 12 Alphabetisches Register. Nro. Nro. Komm, mein Herz, in Jesu... 235/ Mein erst Geschäft sei Preis.. 422 Komm, o komm, du Geist des.. 152 Meine Seel, ermuntre dich... 101 . 530 Komm, Sterblicher, betrachte.. 596 Meine Seel ist stille Rommst du, kommst du, Licht der 30 Meines Lebens beste Freude. 336 Kommt her zu mir, spricht Gottes 453 Meine Sorgen, Angst und... 531 Kommt ins Reich der Liebe... 476/ Mein ganzer Geist, Gott, wird 635 / Kommt, Kinder, laßt uns gehen 468 Mein Gott, ach lehre mich Kommt, laßt euch den Herren.. 455 Kommt und laßt uns Christum. 53 -König, dem kein König gleichet. 182 König Jesu, streite, fiege Kron und Lohn beherzter Ringer 465 Kyrie eleison( Litanet) Kyrie Gott Vater in Ewigkeit Mein Gott, das Herz ich .. 292 .. 259 197 Mein Heiland, du hast mich.. 266 Mein Heiland nimmt die Sünder 278 Mein Herr ist überschwänglich. 350 Mein Herz ist dennoch..... 320 Mein Jesu, dem die Seraphinen 274 4 Mein Jesu, der du vor dem... 233 10+ Mein Leben ist ein Pilgrimstand 461 547 213 31 ... 553 8 417 Mein Salomo, dein freundliches 309 Laß mich dein sein und bleiben. Mein Trost und Anker in aller.. 315 / Laß mir, wenn meine Augen.. 582 Mir ist Erbarmung widerfahren 319 Lasset uns den Herren preisen. 385 Mir nach, spricht Christus, unser 74 Lasset uns mit Jefu ziehen... 75 Mit Ernst, o Menschenkinder. Laßt ab von Sünden alle... 615 Mit Fried und Freud ich fahr. 69 Licht, das in die Welt gekommen 196 Mitten wir im Leben sind Licht vom Licht, erleuchte mich. 404/ Monarche aller Ding Liebe, die du mich zum Bilde.. 335/ Morgenglanz der Ewigkeit Liebster Jesu, hier sind wir... 217/ Müde bin ich, geh zur Ruh Liebster Jesu, wir sind hier... 209 Liebster Bater, ich dein Kind.. 260 Lobe den Herren, den mächtigen 374 Lobe den Herren, o meine Seele 383 Lobet den Herren Alle, die ihn. 415 Lob sei dem allmächtigen Gott. 27 Lobt Gott, ihr Christen, alle gleich 2dwen, laßt euch wiederfinden. 484 19+ 4 449 21717 N. ... M. Mache dich, mein Geist, bereit. 485 Machs mit mir, Gott, nach deiner 568 Macht hoch die Thür, die Thor. 28 / Macht weit die Pforten in der. 195 Mag ich Unglück nicht widerstahn 506 Man lobt dich in der Stille.. 367 Marter Gottes, wer kann dein. 104 Mein Alles, was ich liebe... 354 Meine Hoffnung stehet feste... 527 Meine Lebenszeit verstreicht.. 588 Meinen Jefum laß ich nicht, Ach, was wollt ich Beffers haben. 344 Meinen Jesum laß ich nicht, Weil er sich für mich gegeben... 329 . ● ●• V . Nach einer Prüfung furzer Tage 632 Nach meiner Seelen Seligkeit. 305 Nam über alle Namen .... 357 Nicht so traurig, nicht so sehr.. 524 48/ Nie bist du, Höchster, von uns. 13 Nimm von uns, Herr, du treuer 549 Nun bitten wir den heiligen Geist 146 Nun bringen wir den Leib zur. 603 .... 366 Nun danfet alle Gott Nun danfet all und bringet Ehr 368 Run freut euch, Gottes Kinder all 130 Nun freut euch, lieben Christen. 19 Nun jauchzet all, ihr Frommen. 33 Nun ist es alles wohl gemacht. 102 Nun kommt das neue Kirchenjahr 40 Nun laßt uns den Leib begraben 594 Nun laßt uns gehn und treten. 62 Nun laßt uns Gott dem Herren 428 Nun lob, mein Seel, den Herren 364 Nun preiset alle Gottes..... 365 Nun ruhen alle Wälder Nun fich der Tag geendet hat Und 442 439 ● VI Alphabetisches Register. Nro. Nun sich der Tag geendet, Mein 443 Nun singet und seid froh.... 43 Nun, so will ich denn mein Leben 353 Nun treten wir ins neue Jahr. 60 Nun tret ich wieder aus der Ruh 419 Nur frisch hinein, es wird so tief 534 Christe, Morgensterne.... 246 O daß doch bald dein Feuer.. 188 O daß ich tausend Zungen hätte 384 O du allersüßte Freude 150 O du Liebe meiner Liebe 96 D Durchbrecher aller Bande.. 483 .. Nro. Vater der Barmherzigkeit.. 257 Baterherz, o Licht, o Leben. 304 Welt, ich muß dich lassen 554 Welt, sich hier dein Leben.. 92 O werthes Licht der Christenheit 437 O wie fröhlich, o wie selig .. 636 20+ 6D wie selig seid ihr doch, ihr.. 625 O wie selig sind die Seelen... 310 O wir armen Sünder.... 84 34+/ 1 P. .. 19 O du Schöpfer aller Dinge... 258 Deffne mir die Perlenthoren 630 Quälende Gedanken, Zweifel.. 285 DEwigkeit, du Donnerwort.. 622 OEwigkeit, du Freudenwort.. 627 DEwigkeit, o Ewigkeit..620 R. Gott, deß gnadenvoller Rath 397 Gott, du frommer Gott... 454 D Gott, du höchster Gnadenhort 205 / D Gottes Lamm, mein Element 316 / D Gott, o Geist, o Licht des.. 157 . ● 82 Jesu, süßes Licht. Jesu, treuster Heiland mein. 435 OKönig, dessen Majestät O Lamm Gottes, unschuldig. O Lehrer, dem kein andrer gleich O Liebe, die den Himmel hat O Mensch, bedenk zu dieser Frist 555 selig, wer das Heil erwirbt. 591 O Eod, wo ist dein Stachel nun 119 O Traurigkeit, o Herzeleid 78 57 D Ursprung des Lebens .. . Prediger der süßen Lehre.... 202 Preis, Lob und Dank sei Gott. 175 0+ 2) Gott, von dem wir Alles.. 400 O großer Gott, du reines Wesen 291 große Seligkeit .. 313 D Haupt voll Blut und Wunden 91 Oheilger Geist, kehr bei uns ein 149 Herze, Und gieb mir einen.. 241 Schaffet, schaffet, Menschenkinder 491 heilige Dreifaltigkeit..... 411 Schatz über alle Schäße 337 Dhilf, Christe, Gottes Sohn. 83 Schaut, welch ein Wunder stellt 54 Jesu Christe, wahres Licht.. 169 Schmücke dich, o liebe Seele.. 229 O Jesu Christ, mein schönstes. 330 Schmückt das Fest mit Maien. 156 Jesu du, mein Bräutigam.. 227/ Schon ist der Tag von Gott.. 619 Jesu, einig wahres Haupt.. 180 Schwing dich auf zu deinem Gott 522 Jesu, Herr der Herrlichkeit.. 185 Seelenbräutigam Jesu, Jesu, Gottes Sohn.. 328 DJesu, meine Wonne 239 420 340 Secle, was ermüdst du dich... 463 Sei getreu bis an das Ende.. 480 Sei Lob und Ehr dem höchsten. 377 Sei mir tausendmal gegrüßet.. 93 264Selig, wer dich ewig liebet... 223 Sende, Vater, deinen Geist... 211 Siegesfürste, Ehrenkönig.... 138 Sieh, bier bin ich, Ehrenkönig. 372 Sie jauchzet doch mit Freuden. 317 So führst du doch recht selig 535 So gehst du, Jesu, williglich 100 107 So gieb denn jetzt, du.. 604 342 So grabet mich nun immerhin. 595 .. Reich des Herrn ... 189 Ringe recht, wenn Gottes Gnade 487 Ruhe hier, mein Geist, ein... 106 Rüftet euch, ihr Christenleute. 486 242 S. Schaff in mir, Gott, ein reines Herz, Mein Herz ist ganz.. 290 Schaffe in mir, Gott, ein reines ... . Alphabetisches Register. Nro. Nro. .. Wär Gott nicht mit uns diese.. 162 Warum betrübst du dich, mein. 510 .. 526 Warum sollt ich mich denn Warum willst du doch für.... 538 Warum willst du draußen stehen 35 Was alle Weisheit in der Welt. 6 545 20+ So hab ich obgesieget..... 607 Walte, walte nah und fern... 190 / So lange Christus Christus ist. 183 Sollt es gleich bisweilen scheinen 532 / Sollt ich jetzt noch, da mir schon 471 Sollt ich meinem Gott nicht 369 Sorge doch für meine Kinder.. 398 So ruhest du, o meine Ruh.. 108 So wahr ich lebe, spricht dein. 248 Was Gott thut, das ist wohlgethan 533 7Speise, Vater, deine Kinder.. 426/ 2as hinket ihr, betrogne Seelen 494 Stark ist meines Jesu Hand.. 504 Was ist des Menschen Leben.. 289 Steil und dornig ist der Pfad. 502 Was mein Gott will, das gscheh 507 Straf mich nicht in deinem Zorn 256 Was von außen und von innen 541 Such, wer da will, ein ander Ziel 271/ Was wär ich ohne dich gewesen 324 Sünder, freue dich von Herzen. 105 Weicht, ihr finstern Sorgen Welt, ade! Ich bin dein müde. 573 Wenn Alle untreu werden.. 360 Wenn dich Unglück hat betroffen 376 Wenn doch alle Seelen wüßten. 318 Wenn endlich, eh es Zion meint 629 Wenn ich ihn nur habe... 359 Wenn ich in Angst und Noth.. 518 Wenn ich, o Schöpfer, deine.. 11 Wenn kleine Himmelserben... 610 Wenn meine Sünd mich fränken 88 .... 556 Wenn mein Stündlein.. Wenn wir in höchsten Nöthen. 548 Wer das Kleinod will erlangen. 490 70 Werde Licht, du Stadt der... 9 Werde munter, mein Gemüthe. 438 /+ Wer Gott vertraut, hat wohl.. 516 Wer im Herzen will erfahren.. 73 346 Wer ist wohl, wie du. Bater unser im Himmelreich.. 362 Wer nur den lieben Gott läßt. 529 Verleih uns Frieden gnädiglich. 165 Wer sich auf seine Schwachheit. 496 Versuchet euch doch selbst. 1. 276 Wer sind die vor Gottes Thron 631 Verzage nicht, du Häuflein klein 172 Wer weiß, wie nahe mir mein. 578 / Biel besser, nie geboren... 623/ Wie fleucht dahin der Menschen 576 . 474 Vom Himmel hoch, da komm ich 46 ie freu ich mich mit Beben Von des Himmels Thron 222 Wic Gott mich führt, so will.. 542 Von Gott will ich nicht lassen 513 Wie groß ist deine Freundlichkeit 429 Ben neuem eilt zum heilgen.. 505/ Wie groß ist des Allmächtgen.. 12 Vor Gricht, Herr Jesu, steh ich. 255 Wie gut iste, von der Sünde.. 469 Wie herrlich ists, ein Schäflein. 312 Wie kurz ist doch der Menschen. 608 Wach auf, du Geist der ersten.. 176 Wie schön ists doch, Herr Jesu. 395 Wach auf, mein Herz, die Nacht 122/ Wie schön ist unsers Königs.. 628 Wach auf, mein Herz, und singe 416 Wie schön leuchtet der Morgenst. 327 Wach auf, wach auf, du sichre.. 614 Wachet auf, ruft uns die Stimme 613 Valet will ich dir geben 566 ● 7+ 4 W. Wie selig ist das Volk des Herrn 203 Wies Gott gefällt, so gfällts mir 508 B T. Tag des Zornes, den wir.... 611 Theurer Bräutigam. 356 .. ● 174 Thut mir auf die schöne Pforte. 210 Treuer Hirte deiner Heerde. Treuer Wächter Israel Triumph, Triumph, es kommt 550 116 2+ 4 ... U. Umschließ mich ganz mit deinem 546 Unsern Ausgang segne, Gott.. 214 Unter jenen großen Gütern... 475 Unter Lilien jener Freuden... 587 Unumschränkte Liebe V. ... D VII .. VIII Alphabetisches Register. Nro. Wies Gott gefällt, so gfällts mir 508 Wie ficher lebt der Mensch, der. 589 Wie Simeon verschieden 586 Wie soll ich dich empfangen... 34 Wie süß ist doch das Reich der. 178 Wie wohl ist mir, o Freund der 311 Willt du bei Gott dein Wohnung 479 Wir danken dir, Herr Jesu Christ 85 / Wir danken Gott für seine... 430 Wir glauben All an Einen Gott Wir liegen hier zu deinen Füßen 551 Wir Menschen sind zu dem 199 Wir sind noch von der Heimath. 470 Wir fingen dir, Immanuel... 55 Wo Gott, der Herr, nicht bei.. 166 Wohlauf, mein Herz, verlaß die 80 2 41+ 34 . Nro. Wo ist ein solcher Gott, wie du. 321 Wo ist Jesus, mein Verlangen. 348 Womit soll ich dich wohl loben. 386 Wort des höchsten Mundes.. Wo soll ich fliehen hin Wunderbarer König 23 3. Beuch ein zu meinen Thoren.. 151 Beuch hin, mein Kind, dénn... 609 Zeuch, Israel, zu deiner Ruh.. 499 . 136 euch uns nach dir. 3ion, gieb dich nur zufrieden.. 528 3ion flagt mit Angst und. Zu dir ist meine Seele stille.. 286 Zum Ernst, zum Ernst! ruft.. 501 170 ... 5+ 3 .. P ● ●. 272 ● ● 249, 373 nches 1 Centimetres Blue F 2 3 Cyan о 4 2 17 Farbkarte# 13 Green 5 3 6 18 Yellow 9 4 10 Red 11 5 fet 12 LO 13 Magenta 14 CO 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8