32 DRY 282 90 Y DICRACY B Y D 23 Stank UMöglich so in Graz Altar= Ansicht von der Kirche Maria della Pace in Rom. als Mutterkirche für die Mitglieder des Vereins zur Verehrung der h.h. Herzen Jesu und Maria daselbst. Heiliger Liebes- Bund. 188822 Ein vollständiges Bebet- und Tugend- Buch für alle Verehrer der heiligsten Herzen Jesu und Mariä, von P. Franz Xaver Weninger S. J. Missionär in Amerika. Zwölfte, verbesserte und vermehrte Auflage. Mit Stahlstichen. Grat, 1857. Berlag von Joseph Sirolla, am Hauptplage Nr. 231. Gb 432 12: Heiliger Liebesbund und Verein für alle Verehrer der heiligsten Herzen Jesu und Mariä 1818. 1* Gegen die Wiederauflage dieses Gebetbuches: ,, Hei: liger Liebesbund" von P. Franz Weninger wird in geistlicher Beziehung kein Anstand befunden. Von dem Fürstbischöflich. Seckauer Ordinariate zu Graß am 6. Oktober 1847. inquite au Im Auftrage Sr. Jürstbischöfl. Gnaden. Joseph Kramer, m. p. Dompropft. Blasius Neubauer, m. p. Consistorial- Secretär. Univ.- Bibl. Giessen I. Vorläufiger Unterricht. 1. Ueber die Andacht zu dem heiligsten Her zen Jesu und ihrem Ursprunge. Wer immer Jesum kennt und liebt, und weiß, was Tugend durch Liebe dem Herzen ist, gewiß der wird und muß das göttliche Herz verehren und lieben. Darum kann man auch mit Wahrheit sagen, daß die Verehrung des heiligsten Herzens Jesu so alt sei als das Christenthum selbst; weil sie nichts Anderes ist, als die Verehrung Jesu in dem Gnadenschaße seiner Heiligkeit und Liebe. Denn, indem wir unsern Gott und Heiland verehren und anbeten, richten wir vorzüglich unser Augenmerk auf sein heiligstes Herz, den Sitz seiner göttlichen Liebe zu uns, und die unversiegbare Quelle, aus welcher alle Gnaden und Segnungen, die wir ihm zu verdanken haben, geflossen sind. Dieser Liebesbrunnen wurde uns auf Golgatha eröffnet, wo denn auch zu der besonderen Verehrung des göttlichen Herzens gleichsam der Grund gelegt wurde. Einer der Kriegsknechte eröffnete die Seite Jesu mit einem Speere, sagt der Evangelist Johannes, cap. 19, v. 34. Die heiligen Väter, und namentlich der heilige Augustin bemerken bei Auslegung dieser Worte sehr richtig, daß der Evangelist nicht ohne besondere Absicht das Wort er= öffnet" gebrauchte; da er sonst, und wie es scheinen möchte, viel natürlicher hätte sagen können, 3 VI- - daß ein Kriegsknecht die Seite Jesu durchstochen, durchbohrt habe. Allein der Liebling Jesu, der bei dem letzten Abendmahle an der Brust seines Herrn gelegen, und da einen tiefen Blick in die Geheimnisse seines göttlichen Herzens gethan hatte, bediente sich mit besonderer Absicht des Ausdruckes; Ein Kriegsknecht öffnete seine Seite, um uns anzuzeigen, daß Jesus nichts gelitten habe, was nicht zu unserem Besten wäre, und daß nach dem Rathschlusse Gottes feine Seite nur deßwegen eröffnet worden sei, um uns durch dieselbe zu dem göttlichen Herzen freien Zutritt zu verschaffen. Griet Aus diesem Gesichtspunkte betrachtet, ist die Andacht zu dem allerheiligsten Herzen Jesu, wie Jedermann einsieht, gar nichts Neues. Die heiligen Anbeter Jesu zeigten von jeher eine große Andacht zu den fünf Wunden, welche unser Erlöser in seinem verklärten Leibe zum Troste seiner Getreuen behalten hat. Allein etwas vorzüglich Anziehendes hatte für sie immer die Wunde seiner heiligen Seite. Und warum? Weil sie uns gleichsam den Weg bahnet zu dem göttlichen Herzen Jesu; durch sie können wir hiueindringen zu der Quelle der Gnade, zu dem Size der Liebe, und so zu sagen, dem Heilande ganz eigentlich ans Herz reden, und in jedem Verhältnisse unseres Lebens bei ihm Hülfe, Troft und Erquickung finden. Daher haben denn auch, wie gesagt, die Heiligen schon in den ersten Zeiten des Christenthums eine große Andacht zu dem allerheiligsten Herzen Jesu allenthalben an den Tag gelegt. Der große Weltapostel, der heilige Paulus, der, von dem Geiste Jesu erleuchtet, die göttliche Kraft und un - VII erschöpflichen Schäße dieses allerheiligsten Herzens am besten erkannte, verlanget, daß alle Christgläubigen in diesem Herzen verborgen seien( Philipp. 1, 8). Aus den Schriften des heiligen Augustinus Bernardus, Bonaventura, Thomas, von Aquin und mehrerer Anderer sehen wir, daß sie eine große Andacht zu dem heiligsten Herzen empfanden. Dein Herz, o Jesus!" seufzet der heilige, Honigfließende Bernardus, ist ein Schatz, ein köst= licher Edelstein, wer sollte es von sich stoßen? D nein! ich will Alles hingeben, und alle meine Gedanken, Begierden und Anmuthungen vertauschen, und mir diesen Schatz kaufen." Tract. de passione Dom. cap. 3. Der heilige Graf Elzear schreibt an seine keusche Ehegemahlin, die heilige Delphina:, Wenn du mich finden willst, so suche mich in dem Herzen Jesu, daselbst ist meine Wohnung." Die Schriften der heiligen hocherleuchteten Cardinäle: Petrus, Damianus nnd Bonaventura athmen eine ganz besondere Andacht zu dem göttlichen Herzen Jesu. Ich will an Sein Herz eilen," sagt der heilige Bonaventura, und ich werde alles, was ich vers lange, von Ihm erhalten." Auch die heilige Clara, Gertrudis, Mathildis, Katharina von Siena, Franciscus von Assist, Ignatius, Franciscus Xaverius, Philippus Nerius, Franciscus Salesius, Aloisius, Rosa von Lima, Theresia, Magdalena von Pazzis und so viele andere große Heilige hegten, wie wir aus ihren Lebensgeschichten ersehen, eine besondere Liebe zu dem göttlichen Herzen des Heilandes. Indessen aber, wenn diese Verehrung in gewisser Hinsicht, wie oben gesagt wurde, nichts VIII - Neues ist; so ist sie doch in spätern Zeiten allgemeiner geworden, so daß die Art, auf welche diefelbe nun geübet wird, etwas ist, womit Jesus erst in den späteren Zeiten seine Kirche begnadiget hatte. Gott hatte schon der heiligen Gertrudis geoffenbaret, daß er die Andacht zu dem göttlichen Herzen in spätern Zeiten gebrauchen wollte, um durch sie die fast erloschene Liebe in den Herzen der Menschen wieder anzufachen und zu ernähren. Wie nun aber Gott meistens große Dinge durch schwach scheinende Werkzeuge bewirkt; so erwählte er auch, um die Andacht des heiligsten Herzens seines Sohnes zu verbreiten, eine heilige, vom Herzen demüthige, in den Augen der Welt verachtete, aber von Gott Hochgeschätzte Jungfrau. Es war dies die ehrwürdige Margaretha Alacoque*), die von Gott wunderbar geprüft und mit außerordentlichen Gnaden außgezeichnet wurde. Als dieselbe einstens am Tage des heiligen Evangelisten Johannes vor dem allerHeiligsten Altarssacramente, ganz in Liebe zu Jesu versunken, betete, erschien ihr, wie es in der Lebensbeschreibung der frommen Nonne heißt, der Erlöser, und zeigte ihr sein göttliches Herz, wie auf einem Throne ringsum mit Flammen umgeben, durchsich*) Die ehrwürdige Margaretha Maria Alacoque trat in ihrer Jugend in den Orden der Heimsuchung Mariä, ieder von dem heiligen Franciscus Salesius gestiftet wor= den, und lebte in dem Kloster Pary, einer Stadt in Burgund, als ein wahres Muster der Tugend, wo sie am 17. August 1690 im Rufe der Heiligkeit gestor ben ist. Man hofft, daß der apostolische Stuhl diese von Gott so hoch begnadigte Jungfrau bald feierlich den Heiligen beizählen werde. IX- tig wie Krystall, strahlend und weit glänzender als die Sonne. Die offene Wunde, die es am Kreuze empfangen hatte, war ganz deutlich zu sehen; es war umgeben mit einer Dornenkrone, und oben auf demselben war ein Kreuz. Siehe," sprach Jesus zu ihr, siehe da das Herz, welches die Menschen so sehr geliebt hat, daß es nichts geschont, sich ſogar ganz erschöpft und verzehrt hat, um ihnen seine Liebe zu bezeigen, und anstatt des schuldigen Dankes erhalte ich von den Meisten nichts Anderes als Undank durch die Beschimpfungen, Entehrungen und Verachtungen, die sie gegen das allerheiligste Sacrament der Liebe an den Tag legen." Da= mit aber Gott seine Absicht, diese Andacht einzuführen, und überall zu verbreiten, noch deutlicher zu verstehen gäbe, so zeigte Jesus der heiligen Margaretha, da sie einst während der Oktave des Frohnleichnamsfestes eben wieder vor dem allerheiligsten Sacramente dem Gebete oblag, abermal scin glorreiches Herz und befahl ihr, ernstlich Sorge zu tragen, daß am ersten Freitage nach der Oftave des Frohnleichnamsfestes ein besonderes Fest zu Chren seines göttlichen Herzens gefeiert werde. Zugleich erklärte Er, daß Er auf alle, die sich dieser Verehrung widmen werden, seine Gnaden und Segnungen in vollem Maße ergießen wolle, und daß diese Verehrung gleichsam der letzte Versuch sei, um die Herzen der Menschen zur Liebe Gottes zu entflammen und sie der göttlichen Erbarmungen würdig zu machen." - Alles dieses entdeckte die fromme Dienerin Gottes ihrem Beichtvater, dem ehrwürdigen P. Claudius de la Columbiére, aus der Gesellschaft - X sowohl die Wahrheit der gehabten Offenbarung, als die Gründlichkeit dieser Andacht erkannte, und die Verbreitung derselben sich die noch übrigen Tage seines Lebens eifrigst angelegen sein ließ. 2. Von der Heiligkeit und den besonderen Vorzügen der Andacht zu dem heiligsten Herzen Jesu. Um die Heiligkeit dieser Andacht besser an den Tag zu legen, ließ Gott zu, daß derselben im Anfange von allen Seiten widersprochen wurde. Dieses veranlaßte die Hirten der Kirche, dieselbe mit der größten Strenge zu prüfen, und nachdem sie sich überzeugt hatten, daß sie keine Erfindung irgend eines Menschen sei, sondern das Werk des erbarmenden Gottes: so haben sie dieselbe gut geheißen, sie erlaubt und dem christlichen Volke auf das Dringendste empfohlen. Der Zweck dieser Andacht wurde schon, wie gesagt, der heiligen Gertrudis geoffen= baret; sie soll nämlich die Herzen der Menschen zur Gegenliebe gegen Jesum entflammen; sie soll uns aufmuntern, um dieses heiligste Herz, als das vollkommenste Muster aller Tugenden nachzuahmen, um unsere Herzen nach Ihm zu bilden, und um aus dieser Quelle des Heiles alle die Gnaden zu schöpfen, die uns zu unserer Seligkeit nothwendig sind. Gott hat sie uns gegeben als einen Schild, um die gerechten Bestrafungen abzuwenden, die unser Zeitalter durch seine Kälte und Gleichgültigkeit gegen seinen eingebornen Sohn, nnsern Heiland Jesum Christum verdient hat. Das Herz Jesu - - XI ist der Zufluchtsort, wo wir vor dem Zorne des beleidigten Gottes Schutz und Sicherheit suchen sollen. Uebrigens ist diese Verehrung, wie man aus dem Obbesagten leicht entnehmen wird, nichts Anderes, als die Verehrung des Heilandes selbst. Wenn wir das göttliche Herz verehren, so trennen wir es nicht von dem geheiligten Leibe Jesu, sondern wir verehren dasselbe als das lebendige, mit seiner göttlichen Person vereinigte Herz. Wir verehren also den Heiland, und bei dieser Verehrung richten wir unser Augenmerk auf sein heiligstes Herz; weil dieses uns an alle seine Tugenden erinnert, an alles, was Jesus für uns gelitten und gethan, und weil es am deutlichsten seine überschwängliche Liebe gegen uns vor Augen stellet, und eben deßwegen auch am meisten geeignet ist, unsere Herzen zu rühren, und in demselben die Empfindungen der Gegenliebe und Dankbarkeit zu wecken und zu beleben, und alles das in getreuer Nachfolge zu erfüllen, was Jesus durch dieses Herz von uns verlanget. Deßwegen wird uns dies gebenedeite Herz von der Lanze verwundet dargestellt," sagt der heilige Bernardus, damit wir uns durch den Anblick der sichtbaren Wunde die unsichtbare Wunde seiner Liebe zu Gemüthe führen; denn gleichsam wie bei den Menschen, wie Christus sagt, ein guter Mensch aus dem guten Schatze des Herzens das gute hervorbringt: so soll man auch in Jesu das Herz als den Thron seiner Liebe ansehen, als den Sitz aller heiligen Begierden und liebreichen Anmuthungen, als den Ursprung aller Tugenden, als die Schatzkammer aller Gnaden, als das Werkzeug unseres Heiles, und als das Vorbild aller Jesu, der nach einer reifen und strengen Prüfung - XII Herzen. In diesem Sinne also kann und muß man mit dem wohlehrwürdigen Simon Gourdan, regulirten Chorherrn zu St. Viktor in Paris, sagen und eingestehen, daß die Andacht zu dem gött= lichen Herzen die heiligste, die älteste, die bewährteste, vollkommenste, nüßlichste, Christo dem Herrn die angenehmste, uns Menschen der That nach die nothwendigste, zarieste, kräftigste, segenreichste sei. 11 - 1) Sie ist die heiligste Andacht; weil durch dieselbe die Menschen in Christo dem Herrn die beiligsten Anmuthungen und Regungen seines allerheiligsten Herzens verehren, durch welche er die Kirche geheiliget, seinen Vater unendlich geehret, und sich selbst den Menschen durch sein Herz als ein Vorbild der höchsten Heiligkeit vorgestellt hat. ( Joh. 17, 19. Matth. 11, 29.) Diese Herzensregierungen Christi sind( Joh. 2, 17. Apoc. 1, 5. Philipp 2, 8. Isaias 53, 7) ein ganz brennender Eifer der einzigen Ehre Gottes, eine unermeßliche Liebe Gottes und der Menschen, die allertiefste Demuth, eine unüberwindliche Geduld, eine gänzliche Aufopferung und Uebergabe seiner selbst in den Willen des himmlischen Vaters( Matth. 26, 42.), eine ewige Anbetung, Danksagung und Lobpreisung der allerhöchsten Majestät Gottes( Joh. 11, 41.), welche Unmuthungen der Verherrlichung Gottes das heiligste Herz Jesu von dem ersten Augenblicke seiner Empfängniß durch das ganze Leben erfüllten, und annoch in dem allerheiligsten Sacramente auf Erde und in dem Himmel glorreich in alle Ewigkeit dasselbe erfüllen und durch die Mittlerkraft der Erlösung alle Gerechten des Herrn heiligen. 2) Sie ist die älteste Andacht der heiligen - XIII - Kirche; weil diese, von dem großen Weltapostel unterwiesen, zu allen Zeiten erkannt hat, daß wir Alle das Heil und sie selbst ihre Stiftung der groBen Gutthätigkeit des göttlichen Herzens Jesu zu danken haben( Tit. 2, 4), durch welche sich dieser mildreiche Heiland ber ewigen Gottheit zum wahren und ewigen Schlachtopfer aufgeopfert, und alsogleich bei seinem Eintritte in die Welt in diesem feinen Herzen den Entschluß gefaßt, uns durch seinen Tod zu erlösen, und uns durch dieses erste Opfergebet feines göttlichen Herzens, wie der heis lige Paulus bezeugt, bereits erlöset hatte. 3) Sie ist die allerbewährteste Andacht; weil die heilige Schrift uns an allen Orten ermahnt( Eph. 4, 23), daß wir besonders unfere Herzen durch wahre Veränderung unseres Lebens erneuern, durch ernstliche Buße zerknirschen, mit dem Feuer der göttlichen Liebe entzünden, durch Haltung der Gebote Gottes heiligen, durch stäte Betrachtung des göttlichen Gesetzes nähren, durch Entschlagung irdischer Lüste erheben, und durch Eifer in allem Guten mit Tugenden reichlichst zieren, zu welchem Ende uns auch öfter ein neues Herz in der heiligen Schrift versprochen wird( Ezech. 26, 36). Dieses neue Herz kann aber kein anderes sein, als was dem heiligsten Herzen Desjenigen ähnlich ist, nach dessen Aehnlichkeit wir wandeln müssen, wenn wir Gott selbst gefallen wollen, und das ist kein anderes, als das heiligste Herz Jesu, das Gott uns Allen zum Vorbilde gegeben, und an welchem der himmlische Vater so großes Wohlgefallen hat. Diesem Herzen aber unser Herz ähnlich zu machen, kann wohl kein Mittel geeig 11 XIV -- neter sein, als eben die Andacht zu demselben durch inbrünstige Liebe und Nachfolge jener Tugenden, die uns sein bloßer Anblick schon lehret, und mit solcher Lieblichkeit und Kraft entgegen strahlet. 4) Sie ist die allernüßlichste Andacht; da wir durch selbe zu dem Brunnen des Lebens geleitet werden, und daraus unaufhörlich und ungehindert Gnaden schöpfen können, nämlich durch das Sacrament der Buße und des Altars, in welchem letzteren dieses Herz wesentlich zugegen ist, und welches eben darum mit solcher Kraft und Liebe alle Herzen an sich zieht, die das göttliche Herz Jesu wahrhaft lieben. O gewiß! wir werden in kurzer Zeit ein reines, ein mildes, ein deműthiges, ein gottliebendes, ein mitleidiges, mit einem Worte, wir werden bald ein Herz ganz nach dem Herzen Jesu haben, wenn wir auf solche Weise das göttliche Herz stets vor Augen haben, andächtig betrachten, verehren, lieben und oft durch die heilige Communion in unser eigenes Herz aufnehmen. Das göttliche Herz wird durch seine Gnade alle seine Eigenschaften nach seiner Aehnlichkeit in unsere Herzen abdrücken, und es mit allen Schätzen des Himmels erfüllen. 5) Sie ist die allervollkommenste An-= dacht; eben weil sie mit solcher Sicherheit und Leichtigkeit zur höchsten Vollkommenheit der Vereinigung mit Christo führet, und weil sie der Ursprung aller andern Andachten ist; denn das Herz Jesu ist ja jener unerschöpfliche Schatz( Joh.1, 16), auß welchem die seligste Jungfrau und alle Heiligen Gottes ihre Gnaden, ihre Tugenden und alle XV geistlichen Güter, mithin auch alle übrigen Andachten geschöpft und den Menschen empfohlen haben. 6) Sie ist Christo dem Herrn die angenehmste; denn sie ist ja die Andacht seines Herzens. Kann ihm darum wohl etwas näher an das Herz gehen und angenehmer sein, als die Andacht und Liebe zu demselben? besonders da sie gerade der Weg ist, durch die Vereinigung mit Christo, Gott im Geiste und in der Wahrheit zu dienen ( Joh. 3, 24); indem wir durch diese Andacht innerlich in dem Herzen Gott dienen und demselben zu gefallen suchen( Petr. 3, 4); welches ohne Zweifel Gott die angenehmste Andacht ist. 7) Sie ist in diesem Sinne die nothwendigste Andacht; denn sie zielt unmittelbar dahin, daß wir als Elieder mit Christo J: su unserem Haupte durch dieses sein Herz innigst verbunden werden; daß wir von seinem Geiste und seiner Fülle leben, und ein Leib mit Christo werden; daß wir gleichsam nur Ein Herz und Eine Seele mit Jesu haben, und durch den Einfluß seiner Gnaden mit ihm gänzlich vereiniget werden, gleichwie das Herz im Leibe des Menschen mittelbar den ganzen Menschen belebte, ohne welches er auch gar nicht leben könnte. 8) Sie ist aber endlich auch wirklich die z arteste, süßeste, kräftigste, segenreichste Andacht, die es nur immer geben kann, durch die Zartheit, Süßigkeit und Macht der Liebe Christi; denn sie ist ja die Andacht seines Herzens. Kann es denn für unsere Herzen wohl einen zarteren, anziehenderen Gegenstand geben, als dieses göttliche Herz, und, gibt es wohl einen anderen Gegenstand, - XVI - der geeigneter wäre, durch seinen bloßen Anblick unser Herz zur Nachfolge aller Tugenden zu bewegen, und dies um so kräftiger und segensreicher; weil von diesem Erlösungsherzen für uns alle Kraft, alle Macht und Wirksamkeit, aller Segen der Gnade ausgehet, ohne welche wir nichts, durch die aber gestärket wir Alles vermögen? Kein Wunder also, wenn uns die heilige Kirche die Andacht zu dem göttlichen Herzen so huldreich empfiehlt. 3. Von der Absicht der heiligen Kirche bei Anempfehlung der Andacht zum göttlichen Herzen Jesu Christi. Die Kirche hat bei der eindringlichsten Anempfehlung dieser heiligen Andacht keine andere Absicht, als unsere Herzen zur Liebe gegen Jesum auf das Innigste zu entflammen, und uns zur Nachahmung seiner Tugenden auf das Kräftigste und Segenreichste aufzumuntern. Gott gibt nämlich seiner Kirche zu verschiedenen Zeiten auch verschiedene Mittel an die Hand, um den Eifer ihrer Kinder zu wecken; und da in unseren Zeiten die übrigen Mittel des Eifers und der Andacht nicht mehr den gehörigen Eindruck auf die erkalteten Gemüther zu machen scheinen: so zeigt uns die Kirche jenes göttliche Herz unsers Erlösers selbst, das uns Menschen so unendlich geliebt hat; damit wir doch bei dem Anblicke dieses rührenden Gegenstandes aus unserem Schlummer erwachen, aufrichtige Buße wirken, den Heiland nachahmen, und uns seiner Gnaden und Verdienste XVII würdig machen, nach den ausdrücklichen Worten, die der Heiland selbst an seine Dienerin Marga= retha Alacoque in jener Erscheinung gesprochen hatte:„ Ich verlange," sprach Er, daß dieses entpfindsame Bild meiner Liebe den Menschen öffentlich vorgestellt werde; damit durch dessen Anblick ihr unempfindliches Herz erweichet, und ihr kaltes Gemüth mit meiner Liebe entzündet werde." Weil aber das göttliche Herz Jesu in dem heiligsten Altarssacramente wesentlich zugegen ist, und weil aus diesem Sacramente die übergroße Liebe des göttlichen Herzens so wunderbar hervorleuchtet; so flößt die Andacht zu dem göttlichen Herzen Jesu von selbst zugleich eine besondere Andacht zu dem allerheiligsten Altarssakramente ein, so daß beide Andachten, indem sie denselben Gegenstand haben, einander unterstützen und befördern. Daß hiernach die Verehrung des heiligsten Herzens von dem größten Nutzen sein müsse, wird wohl einem Jeden klar einleuchten. Denn was könnte uns nüßlicher sein, als zur Liebe gegen Jesum, und zur Nachahmung seiner Tugenden ermuntert zu werden? Auch hat es die Erfahrung vom Anfange her gezeigt, daß Gott allen Denje= nigen, die sich dieser Verehrung widmeten, ganz besondere Gaben geschenkt hat. Im Jahre 1726 wurde diese Andacht zu dem allerheiligsten Herzen Jesu von dem Oberhaupte der Kirche feierlich gut geheißen, von den Päpsten Innozenz XII., Clements XI., Innocenz XIII., Benedikt XIII., Benedikt XIV., ungemein beför= dert, vom Clemens XIII. durch Gutheißung der Messe und priesterlichen Tagzeiten erweitert, und 2 - format XVIII zu einem eigenen Kirchenfeste erhoben, eine eigene Bruderschaft zu dem göttlichen Herzen errichtet, welche von Pius VI. neuerdings bestätigt, und endlich von Pius VII. und Leo XII. mit vielen und großen Ablässen begnadigt worden. In allen Kirchen, wo die Bruderschaft dieses heiligen Herzens errichtet und in Ehren gehalten wurde, hat sie die herrlichsten Früchte hervorgebracht. Alle Diejenigen, die in ihrer Noth zu dem göttlichen Herzen ihre Zuflucht genommen, haben bei demselben Trost, Hülfe und Erquickung gefunden. So lasset denn auch dieser Verehrung uns weihen!- Jesus ladet uns zu derselben ein:„ Kommet Alle zu mir, die ihr mit Mühe und Arbeit beladen seid, und ich will euch erquicken." Ja, kommet Alle, Niemand schließe sich von der Liebe Jesu aus, weil auch Er Alle geliebet hat. Geben wir der Stimme der Gnade Gehör, und gehen wir mit Vertrauen zu diesem Throne der Erbarmung! da finden wir Alle Versöhnung, da finden die Sünder ihre Hoffnung, die Bedrängten ihren Trost, die Streitenden ihre Stärke, die Sterbenden ihre Zuflucht, die Auserwählten ihre Seligkeit und ihren Himmel auf Erde. Vereinigen wir uns demnach Alle auf Erden in diesem seligen Liebesbund aller Gott liebenden Herzen, Jesum zu lieben ohne Rückhalt, ohne Theilung; damit wir auch einst mit allen Heiligen verherrlichet, Ihn und sein göttliches Herz lieben mögen ohne Ende. Amen. - moriniuos - msomojad surist mun XIX - in1019mmemos 200 300019 33d doar stadsgünlen ale malojrsdag 100 131 501 Einleitung. 1. Regeln der Bruderschaft zur Verehrung des heiligLen Herzens Jesu. Diese Bruderschaft ist unter dem Namen heiliger Liebesbund und Verein zur Verehrung des heiligsten Herzens Jesu zu Rom in der Kirche Maria della pace( vor= mals Maria bei der Fichte) für alle Gläubigen der katholischen Welt gesetzmäßig errichtet worden, und gründet sich auf folgende Regeln. - FEDITE D 1) Vor Allem ist zu wissen, daß keine der Regeln und nachfolgenden Vorschriften unter ir= gend einer Sünde verpflichte. Wenn man sie aus Nachlässigkeit unterläßt, so verliert man die Gnaden, die mit diesen Uebungen verbunden sind; wenn man sie aber ohne seine Schuld vergißt, oder aus guten Gründen ausläßt, so kann man sie später nachholen, und so an den Gnaden Theil nehmen. 2) Um ein Mitglied der Bruderschaft zu sein, und um an den Ablässen Theil zu nehmen, welche derselben verliehen sind, muß man sich in einer Kirche einschreiben lassen, in welcher diese Bruderschaft aus päpstlicher Vollmacht errichtet worden ist. Ferner muß man an dem Tage, an welchem 2* - XX - - vollkommener Ablaß ist, beichten, communiciren und nach der Absicht des heiligen Vaters einige Gebete verrichten. Wenn man keine besondern Ablaßgebete im Gebetbuche antrifft, so kann man zu derselben Absicht etwa sieben Vater unser und Gegrüßet seist du Maria beten. 3) Den Tag der Aufnahme in diese fromme Bruderschaft beichtet und communicirt man, und vereiniget sich im Herzen mit allen Mitgliedern. 4) Das Fest des heiligsten Herzens Jesu, welches am ersten Freitage nach der Octav vom Frohnleichnamsfeste gehalten wird, feiert man mit großer Andacht, und bereitet sich darauf schon mehrere Tage vor. Es ist auch gut, alsdann diese Regeln wieder durchzulesen, um dadurch die Andacht zum göttlichen Herzen zu erneuern und zu vermehren. 5) Den ersten Freitag eines jeden Monats muntert man sich von Neuem zur Verehrung des Heiligsten Herzens auf, und communicirt zu diesem Ende wenigstens geistlicher Weise, wenn es nicht wirklich geschehen kann. Es ist auch gut, an diesem Tage das Gebet der Aufopferung seiner Person, und die feierliche Abbitte für die dem göttlichen Herzen zugefügten Beleidigungen zu erneuern. 6) Die Mitglieder der Bruderschaft sollen sich recht oft im Geiste in dem heiligsten Herzen vereinigen, und an dasselbe eifrige, kurze Anrufungsgebete richten, z. B.: ,, Heiligstes Herz Jesu, erbarme dich unser!" - XXI ad Es wird besonders empfohlen, jeden Morgen um 9 Uhr, und jeden Nachmittag um 4 Uhr folgendes Gebet zu verrichten, an welches Papst Pius VI. Ablässe geknüpft hat. O göttliches Herz Jesu! ich bete dich an, und liebe dich, und rufe zu dir mit allen meinen Brüdern, für alle Augenblicke unseres Lebens, vorzüglich aber für den Augenblick unseres Absterbens. Amen." 7) Diejenigen Mitglieder der Bruderschaft, welche es thun können, werden ermahnet, zuweilen die heilige Stunde" im Gebete zuzubringen, d. h. Donnerstags Abends von 5- 6 Uhr im Gebete zu verbleiben, und sich mit unserm Erlöser in seiner Todesangst am Delberge zu vereinigen, und den Triumph und die Ausbreitung unserer heiligen Religion zu erlangen. plinin 80 8) Sie sollen auch eine ganz besondere Verehrung zu dem Herzen Mariä haben, welches dem anbetungswürdigen Herzen ihres Sohnes so ähnlich war. Man kann zu dem Ende den ersten Sonnabend jeden Monates, die an das unbefleckte Herz Mariä gerichteten Gebete verrichten. Auch wird als kurzes Anrufungsgebet empfohlen: ,, Unbeflecktes Herz Mariä, bitt für uns!" 9) Sie sollen es sich besonders angelegen sein laffen, die Tugenden des Herzens Jesu Christi zu betrachten und nachzuahmen, vorzüglich seine De= muth, seine Sanftmuth, seine Reinheit und seine Liebe. Sie sollen sich deßhalb beeifern: a) durch treue Gewohnheit auch die geringsten Sünden und Gelegenheiten zur Sünde zu fliehen, den göttlichen XXII Eingebungen zu folgen, und sich immer im Stande der Gnade zu erhalten; b) alle ihre Handlungen nach dem Willen Gottes abzuwägen, wozu sie sich bei ihrem Beichtvater Raths erholen, und sich von ihm eine ihrem Stande und Berufe gemäße Lebensordnung vorschreiben lassen können; c) sie sollen in Uebereinstimmung mit diesem göttlichen Herzen in allen Dingen mit der größten Reinheit der Absichten zu Werke gehen, und zur Ergänzung ihrer Unvollkommenheiten alle ihre Neigungen und Gesinnungen dem Herzen Jesu aufopfern; d) endlich sollen sie ohne Unterlaß darin arbeiten, ihre Eigenliebe abzutödten, ihren Hauptfehler zu bekämpfen, und nach vollkommener Heiligkeit zu streben. 10) Sie sollen sich beeifern, durch alle möglichen Mittel, durch Gebete, durch Abtödtungen, durch gute Werke, durch Besuche des allerheiligsten Sacramentes und durch eifrige, zur Versöhnung dargebrachte Communionen, den Undank, die Ges fühllosigkeit der Menschen gegen einen Gott, der sie so sehr geliebt hat, die Ungebührlichkeiten, die Verachtungen und Entweihungen, die Gotteslästerungen und endlich alle übrigen Frevel und Beleidigungen, welche jemals und besonders in den letzten Zeiten gegen seine göttliche Majestät in dem allerheiligsten Sacramente seiner Liebe verübet wor= den sind, und welche noch täglich verübet werden, zu ersetzen. Hond 11) Es wird ihnen auch eine besondere Liebe zu ihren Mitverbündeten zur Pflicht gemacht. Sie sollen ihnen in der Noth beistehen, und oft für sie beten, besonders für die Verstorbenen. Es werden - . XXIII daher alle Mitglieder eingeladen, zu diesem Zwecke ein Mal des Monats zu communiciren, oder den Rosenkranz zu beten, oder wenigstens ein anderes gutes Werk zu verrichten. Es wäre auch wünschenswerth, wenn Alle am ersten Freitage des Novembers für die Verstorbenen Mitbrüder communicirten. 12) Endlich sollen sie einen großen Eifer für die Verbreitung der Andacht zum allerheiligsten Herzen Jesu haben und ihm wahre Anbetung zu verschaffen suchen. Kein Hinderniß sollen sie scheuen, die Bücher, welche davon sprechen, zu verbreiten, seine Bilder zu verehren und die ihm geweihten Altäre ausschmücken zu lassen. Sie sollen sich beeifern, Allen Alles zu werden, um die Frömmigkeit annehmlich zu machen, und wo möglich alle Herzen für die Liebe Christi zu gewinnen. 2. Von den Uebungen der Andacht zu dem heiligsten Herzen Jesu überhaupt. Was die Andacht zu dem allerheiligsten Herzen im Allgemeinen betrifft, christliche Seele! so läßt sich mit Wenigem Alles sagen, wenn man sagt, sie soll gleichsam die Seele und die Andacht aller deiner Andachten sein, so daß du ganz erfüllt von Liebe und Andacht zu dem göttlichen Herzen des Morgens erwachen, und des Abends in dessen Gruß entschlummern solltest. Den Grund davon hast du bereits aus dem ersehen, was du von der 1 XXIV Wichtigkeit und Bedeutung dieser Andacht des göttlichen Herzens in dem Vorberichte darüber gelesen. Damit nun diese Andacht wirklich dein ganzes Leben, jeden Tag und jede Stunde heilige, so betrachte: 1) Daß du gleich, wenn du erwachest, dasselbe mit dem ersten Seufzer deines Herzens grüßest; dein erstes Wort, daß du sprichst, sei ein Lobruf zu seiner Ehre; darum mache dir folgenden Lobspruch recht eigen: ,, Erkannt, geliebt, gelobt, gebenedeit, geehrt und verherrlichet sei allezeit und überall das göttliche Herz Jesu und das unbefleckte Herz Mariä." Diesen oder einen ähnlichen Lobspruch bete so wie du die Augen öffnest, und falls du ein Kruzifir an deinem Bette hängen hast, wie du solltest, so küsse zugleich zum Morgengruße zuerst die Füße deines Heilandes aus Demuth, und dann die Wunde seines hochheiligsten Herzens. 2) Darauf richte deine Meinung sogleich dahin, daß du Alles diesen Tag und dein ganzes Leben zu Ehren des heiligsten Herzens Gott aufopfern wollest, jeden Athemzug, alle deine Gedanken, Worte und Werke, alles was du hast und bist. m 3) Wie du dann die Morgenstunde und den ganzen Tag zu Ehren dieses Herzens zubringen sollst, das werde ich dir später der Ordnung nach erklären. Im Allgemeinen aber, um deine Andacht zu dem göttlichen Herzen zu unterstüßen, und dich recht oft an selbes zu erinnern; so stelle in deinem - XXV - Wohnzimmer vor deinen Augen das Bild des heiligsten Herzens Jesu auf; blicke dasselbe oft an, füsse es, und drücke es zärtlich an dein Herz und an deinen Mund, mit einer solchen Andacht, als sei es wirklich das süßeste Herz Jesu selbst. Mangelt dir ein Herz- Jesu- Bild, so nimm ein Kruzifir in die Hand und verehre an demselben mit zärtlichster Liebe die offene Wunde des Herzens. Dieſe küsse dann, und rede durch selbe deinem Heiland an das Herz, Worte des Verlangens, der Sehnsucht, der feurigsten Liebe und Andacht, wie sie der Heilige Geist in deinem Herzen anregen wird, in einer Innigkeit und Wärme, wie nur Er mit unaussprechlichem Seufzer zu seufzen vermag in einem Herzen, das Jesum wirklich über Alles liebet. 4) Erhebe aber auch unter Tages dein Herz und Gemüth oft zu Gott durch die Ansprache und Liebesvereinigung alles dessen, was du immer denfest, leidest und thust mit dem göttlichen Herzen Jesu. Lege Alles dem Geiste nach in die heiligste Wunde dieses Herzens, und erneuere oft bei dir selbst, besonders wenn du arbeitest und äußerlich beschäftiget bist, die gute Meinung durch den furzen Spruch, den ich dir oben angezeigt. dru 5) Schlage demnach mit dem heiligen Bonaventura drei Wohnungen auf: eine in den Wunden der heiligsten Hände des Erlösers, durch den lebendigsten Eifer für seine Ehre in allem, was du thust; die andere in den Wunden seiner heiligsten Füße, durch beständige Uebung der Demuth; und die dritte in der Wunde seines heiligsten Herzens, durch die zarteste, mächtigste, flammendste Liebe zu 1 XXVI diesem seinen liebenden Herzen. Hier bete, seufze, liebe, verschließe dich und ruhe aus; dahin fliche in jeder Noth, in jeder Angst der Versuchung. Denn in dieser Wunde da sucht dich der Feind nicht, und wenn er dich findet, da kann er dir nicht schaden; da ruhest du sicher, denn Jesus schüßzet dich mit aller Macht seiner Liebe. Da seufze dann liebend wie eine Taube in einem Felsenritz verborgen. Das göttliche Herz ist dann die unüberwindliche Feste des Himmels für dich, und im Genusse der Freuden und der Süßigkeit der Liebe eines Gottes, die du da kosten wirst, ist dieses feligste Herz dann wirklich gleichsam dein Himmel auf Erden. up and mag - 6) Weil aber das hochheiligste Herz Jesu wirklich wesentlich im allerheiligsten Sacramente des Altars zugegen ist, und du als Kind der Kirche so glücklich bist, dasselbe besuchen, anbeten, lieben, genießen zu dürfen; so folgt von selbst, daß dieses Sacrament der Liebe dein ganzes Herz an sich ziehen und erfüllen müsse, wenn du wirklich das göttliche Herz Jesu liebest. Dieses allerheiligste Sacrament soll demnach der auserwählte Gegenstand deiner Andacht und Liebe sein; es soll das Siegel deiner Liebe und Treue für Christus sein und für sein heiligstes Herz. Gleichwie die Sonnenblume der Sonne sich immer zuwendet; so sollte auch dein Herz und Sinn, ja auch dein Körper sich gerne dahin wenden, wo dieses allerheiligste Sacrament bewahret wird. Bleibend soll es dich an sich fesseln, wie ein Magnet das Eisen; so sollte dieses Sacrament, wo du immer stehest und gehest, dein Herz Univ.- Bibl. Giessen 1 XXVII - an sich ziehen, und gleichwie dann das Eisen an einem Magnete selbst magnetisch wird; so sollte dein Herz durch Andacht und Liebe und durch die heilige Communion mit dem allerheiligsten Herzen Jesu im Sacramente vereiniget, auch alle Eigenschaften desselben an sich ziehen, besonders die unendlich seligen und mächtigen Flammen seiner Liebe. Darum sei dir auch Alles, was auf dasselbe Bezug hat, heilig, erfreulich und ein Gegenstand deines sehnsüchtigsten Verlangens, besonders die heilige Messe und die heilige Communion, die du demnach auch so oft als möglich zu empfangen trachten sollst, wenigstens alle Monate, noch besser alle vierzehn Tage, oder mit Bewilligung deines Beichtvaters jede Woche, oder wie oft es nach seinem Erachten für dich am besten sein wird, dein Herz stets mehr und mehr zur Liebe Gottes zu entzünden, und dir fortzuhelfen auf den Weg der christlichen Vollkommenheit und innigsten Liebesvereinigung mit dem göttlichen Herzen. 7) Bete übrigens, so wie es dir die Zeit und dein Standesberuf gestattet, täglich etwas zu Ehren des heiligsten Herzens, die Tagzeiten, Liebesseufzer oder andere zu dessen Ehre verfaßte salbungsvolle Gebete. 8) Endlich aber, und was die Hauptsache ist, trachte dein ganzes Leben vom frühen Morgen bis am späten Abende, alle Tage hindurch, bis auf deinen letzten Athemzug auf jene Weise einzurichten, wie dir dieses Büchlein dazu die Anleitung geben wird, das göttliche Herz vollkommen zu ver= ehren, und zur vollen Vereinigung mit demselben - XXVIII 1531 zu gelangen; wozu uns Allen Jesus seine unendlich reiche und allmächtige Gnade um der Liebe seines Herzens willen, verleihen möge. Amen. 3. Aufnahmsgebet beim Eintritte in den heiligen Liebesbund und Verein zur Verehrung des h. h. Herzens Jesu. Sing ( Nach dem römischen Originale getreu ins Deutsche übersetzt.) Aus Begierde, die Ehre Jesu Christi, welcher für uns am Kreuze gestorben, und die Ehre seines entzündeten Herzens, welches im heiligsten Altars= sacramente aus Liebe unser brennt, immer mehr zu verbreiten, und die Unbilden zu ersetzen, welche demselben im Sacramente der Liebe zugefügt werden, vereinige ich N. N. mich mit den übrigen Mitgliedern dieses gottseligen Bündnisses; damit ich auch die verliehenen Ablässe erlange, und des geistlichen Nutzen, welcher daraus geschöpft wird, theilhaftig werde, zur Genugthuung für meine Sünden, und zur Hülfe der armen Seelen im Fegfeuer. O mein Jesus! schließe alle Mitglieder dieses gottseligen Bündnisses in dein heiligstes Herz ein; damit sie von deiner göttlichen Liebe brennen, und aus dieser Liebe deine göttlichen Gebote und die Pflichten ihres Standes vollkommen erfüllen. 10 10 Erste Abtheilung. 0016903911) Liebes- Bund anism sabo slip onu zur Verehrung des göttlichen Herzens Jesu. 3 Worte des Heilandes an die gottfelige Margaretha Alacoque. Ich will, daß mich die Menschen vollkommentlich lieben, und deßwegen bin ich gesinnt, ihnen ein Herz vor Augen zu stellen und alle Schäße meiner Liebe und Barmherzigkeit zu öffnen; auf daß alle Diejenigen, welche dieses Herz verehren wollen, von dessen Reichthümern sich erfüllen, und durch dessen Anblick das unempfindliche Herz der Menschenkinder erweichet, und ihr kaltes Gemüth mit meiner Liebe entzündet werde. 1. Liebesvereinigung der Seele mit dem göttlichen Herzen Jesu Christi am frühen Morgen. - th Morgengebet zu dem heiligen Herzen Icsu. Es lebe Jesus, meine Liebe! was ch bete dich an, o allerfeligstes Herz meines Jesu! der erste Schlag und Athemzug des meinigen am frühen Morgen fei dir geweiht. Nimm hin, o Herr! gleich bei dem Beginne dieses Tages mein Herz mit Allem ich bin, alle Kräfte meines Leibes und meiner Seele. Als ein Kind deiner heiligen Kirche glaube, hoffe und liebe ich und opfere dir diese Anmuthungen meiner Liebe als die Erstlinge dieses Tages, vereinigt mit jenen Anmuthungen, in welchen dein Herz, mein Jesus! jeden Tag deines Lebens auf Erde erwachte. O könnte ich dich einst selig preisen im Tageslichte der Ewigkeit! Denn was ist mir im Himmel und auf Erde, was verlange ich Anderes als dich, o Gott meines Herzens und mein Antheil in Ewigkeit! So will ich denn mit deiner Gnade diesen Tag zu deiner größeren Ehre recht heilig durchleben. Und wie sollte ich denn nicht entzündet, voll Eifer werden, wenn ich dich anblicke, liebeflammendes Herz! Was könnte mir beschwerlich sein, wenn ich dich, süßes, zartes Herz! für mich mit Dornen umwunden, schaue, Und wie und mir dann denke: ,, Dir zu Liebe!!" - - 32 könnte ich je Böses thun, wenn ich dich betrachte, durchstochen für mich und wie mich betrüben, wenn ich deiner Liebe und Freuden gedenke?- Nun denn, alle meine Arbeit, jedes Geschäft des Tages, Alles, was ich denke, rede und thue, Alles sei dir geheiliget, o allerheiligstes Herz! In eben der Meinung, in welcher du auf auch ich Erde Alles gedacht, meines Lebens Alles denken, wün- - 11 heute und alle Tage schen und thun. So oft ich mein Auge öffne, sei du gelobt und gepriesen: so oft ich es schließe, sei du abermal gepriesen; so oft ich athme, sei glühender Dank dir gesagt für jeden Athemzug dieses Lebens, für dein so kostbares Leben, Leiden und Sterben! so oft mein Herz schlägt, sei jeder Schlag gebenedeit, den dein Herz, o Jesus, auf Erden geschlagen; so oft ich meine Hand oder irgend ein Glied meines Leibes bewege, übergebe ich mit deinem Herzen mich völlig dem göttlichen Willen und so oft ich athme und seufze, so oft verabscheue und beweine ich alle die Unbilden, die ich dir je durch meine Sünden zugefügt habe. Ach, nur nie eine Sünde mehr! Und wie könnte ich denn sündigen, wenn ich betrachte, wie dieses dein Herz im Schmerze meiner Sünden den letzten Tropfen Blut verblutet,- und wenn ich an mein legtes Ende gedenke, an den Tod das Gericht- an das Grab an den Himmel, an die Hölle- an die Ewigkeit?!- Ach, meine Seele! wer weiß, ist dieser Tag nicht bereits der letzte, den ich lebe?- an 1 - - 31 - ( Hier halte etwas inne, und betrachte, wie dich der heilige Geist selbst dazu ermahnet, wenigstens einige Minuten die vier leßten Dinge. Betrachte dich als Leiche auf der Bahre deinen Leichenzug dein Grab das Schreckliche des jüngsten Gerichtes. Stelle dir vor, den Himmel offen, und betrachte einige Augenblicke die Glorie und Seligkeit der Heiligen: aber denke auch an die Hölle, und blicke hinab auf die Pein der Verworfenen im ewigen Feuer, und sprich - 33 zu dir selbst: ,, Entweder dort Oben, oder da Unten ist einst der Plaß, wo ich für immer und ewig sein werde!" Sprich dieses Wort ,, ewig" einige Male recht lang= sam und betrachtend aus; darauf fasse den Vorfaß, diesen Tag heilig zu leben, so, als wenn es der leßte deines Lebens wäre, und lieber den Tod zu leiden, als diesen Tag Gott zu beleidigen.)- Rufe nun zum Schlusse noch ein Mal zu Gott. - - Nein, Herr! nein, keine Sünde mehr, besonders heute nicht!- Dies nehme ich mir kräftigst vor, und versiegle diesen meinen Entschluß mit deinem Herzblute, mein Jesus! und bezeichne in dieser Meinung mein Herz mit dem heiligen Kreuze und deinem Namen. Stehe nur du mir mit deiner Gnade bei, o Jesus! so darf ich hoffen, daß ich dir treu verbleibe heute und jeden Tag, und daß ich einst zur seligsten Wonne meines Herzens dich ewig besigen und genießen werde, der du lebest und regierest mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Sei auch du mir gleich am Morgen dieses Tages in dem Herzen deines göttlichen Sohnes gegrüßet, heiliges Herz Mariä! S ich bitte dich, mache, daß ich heute mit jener Liebe und Treue Jhm diene, mit welcher du auf Erde an Seiner Seite gewandelt bist. Heiliger Michael, mein heiliger Schußengel, heiliger Vater Joseph, alle Heiligen Gottes, besonders ihr, die ihr vor Andern das göttliche Herz geliebet und verehret habet, stehet mir bei, daß ich demselben heute getreulich diene, und so dasselbe den ganzen Tag hindurch mit euch verehren und erfreuen möge. Amen. 3 - 34 1139 Liebesvereinigung der Seele mit dem göttlichen Herzen Jesu Chrifti im Verlaufe des Tages. Anleitung, wie eine Seele, die das göttliche Herz Jesu liebt, den Tag über wandeln soll. Nachdem du diesen Morgengruß an das göttliche Herz gebetet hast, nimm ein Crucifix und küsse andächtigst die fünf Wunden und besonders die Wunden seines Herzen; da halte dich länger bei derselben auf, wenigstens einige Minuten, und bringe dem göttlichen Herzen die ersten, inbrünstigsten Liebesanmuthungen deines Herzens als Morgenopfer dar, mit dem innigsten Seelenverlangen und liebentzündeter Sehnsucht, demselben den ganzen Tag hindurch recht getreu und heilig zu dienen. Durch diesen ersten Kuß übergib demselben alle deine Gedanken, Worte und Werke, alle deine Wünsche, und versiegle diesen Liebesbund im Geiste durch sein heiligstes Herzblut. Ziehe durch solches Herzensgebet gleichsam aus demselben in dich den Geist dieses gebenedeiten, süßesten Herzens und allen Segen seiner Gnade, ohne die du nichts vermagst, und drücke das Crucifixbild zuletzt recht andächtigst an dein Herz mit der erneuerten Bitte, daß selbes den ganzen Tag in Allem nur für Denjenigen schlagen möge, der am Kreuze für dich gestorben. Begnüge dich aber auch nicht, wenn du Zeit und Gelegenheit hast, und den Weg der Vereinigung mit Jesu wandeln willst, mit diesem kurzen Morgengruße; sondern nach der Anleitung, die ich dir noch später geben werde, um vollkommener durch deinen Tugendwandel mit Jesu und seinem göttlichen Herzen vereiniget zu werden; weihe gleich Morgens noch eine halbe Stunde dem innerlichen Gebete der Betrachtung. Glaube nur sicher, ohne diese Uebung des Gee betes am Morgen oder sonst unter Tags oder Abends, wenn du früher verhindert bist, wirst du nicht weit auf dem Wege der christ - 35 — lichen Vollkommenheit gelangen. Wenigstens erwäge eine kurze Zeit in stiller Betrachtung die vier leßten Dinge, wie ich dich dazu schon bei dem Morgengebete selbst ermahnet habe. Bei dieser deiner Morgenbetrachtung sollst du gerne und lange auf ein Herz- Jesu- Bild oder auf ein heiliges Crucifixbild blicken; damit Jesus, der Gefreuzigte, so durch Gebet und stille Anschauung tief in dein Herz eingeprägt werde mit vollem Verlangen, Jhm, dem Gefreuzigten, den Tag hindurch ähnlich zu werden; denn nur die Aehnlichkeit mit Jesu durch Geduld und Leiden führt zu dem Besige seines Herzens. Und so rüste dich zum geistlichen Streite für Christus den Tag hindurch mit dem festen Entschlusse, lieber den Tod zu leiden, als auch nur die geringste läßliche Sünde freiwillig zu begehen. Rüste dich wider deine Gewohnheitsfehler zu streiten, besonders gegen jenen Fehler, den du vor Allen insonderheit überwinden willst; weil er entweder der gefährlichste ist, oder weil du am öftesten in denselben fallest. Fasse auch besonders recht kräftig den Vorsatz, beständig in der Gegenwart Gottes zu wandeln, dich alle Stunden Ihm aufzuopfern, und durch einen Blick zum Himmel dich mit dem göttlichen Herzen und seinem heiligsten Willen zu vereinigen, mit Einem Worte, so den Tag hindurch zu leben, als wäre es wirklich der lette Tag deines Lebens, und als fingest du heute erst an, Gott zu dienen. Stelle dir dabei auch vor, wie Christus der Herr, die Mutter Gottes, alle heiligen Engel und die allerheiligste Dreifaltigkeit selbst vom Himmel auf dich herabsicht, um zu sehen, wie du deine Vorsäge halten werdest. Nimm dir dann auch vor, mit der möglichsten Genauigfeit die Pflichten deines Standes zu erfüllen; denn das ist der Wille Gottes, der Wille und das Wohlgefallen des göttlichen Herzens. Opfere aber zum Voraus schon Alles durch das göttliche Herz Jesu, und durch das heilige Herz Mariä zur größeren Ehre Gottes auf. Mit diesem Wunsche und Gruß schließe dein Morgengebet: ,, Durch das göttliche Herz Jesu, und durch das heilige Herz Mariä- Alles zur größeren Alles zur größeren Ehre Gottes!" Nach dem Morgengebete, wenn es deine Geschäfte zulassen, oder doch später zu einer andern Stunde, gehe in die Kirche, erwecke Glaube, Hoffnung und Liebe, und höre eine heilige Messe; denn da opfert sich ja wesentlich das allerheiligste Herz Jesu als Ver3* 36 söhnungsopfer für dich auf; da ist es wirklich wesentlich gegenwärtig auf dem Altare; da kannst du es dann selbst ganz eigentlich und nicht nur im Bilde anbeten. Wie du nur immer kannst, trachte, daß du täglich dieses Glück habest, eine heilige Messe zu hören. Könntest du aber unmöglich, oder bist du bereits wieder von der Kirche zu Hause: so versammle doch dein Gemüth, so oft du zur heiligen Messe und besonders zur heiligen Wandlung läuten hörest, und gedenke alsdann, wie das Herz Jesu in diesem Augenblicke für dich um Gnade und Barmherzigkeit bei Gott bittet. Den Tag hindurch liege deinen Geschäften ob, liebe die Arbeit, und sei dabei gerne in der Stille und Einsamkeit in dem Herzen Jesu verborgen. Und damit du deinen Vorsäßen getreu verbleibest, habe ein recht wachsames Auge auf die Regungen und Neigungen deines Herzens; widerstehe gleich vom Anfange allen unordentlichen Anmuthungen, und opfere dem süßesten Herzen Jesu, so oft du überwindest, das geringe und eitle Vergnügen auf, das du in Erfüllug einer bösen Neigung oder weltlichen Begierde hättest empfinden können, und das aber, wie du weißt, allezeit nur Bitterfeit in deinem Herzen zurückläßt, während die Ueberwindung, je bitterer und größer ste Anfangs war, nur desto süßer dann das Herz für den ganzen Tag und alle Zukunft erquickt. Halte dich nicht freiwillig auf in unnüßen, irdischen Gedanken, und hüte dich vor unnothwendigen und eitlen Gesprächen, welche den Geist Gottes verscheuchen und die Andacht in deinem Herzen erlöschen. Stößt dir den Tag hindurch irgend eine Schwermüthigkeit zu, eine Traurigkeit, ein Verdruß, eine Widerwärtigkeit: so habe Geduld und gedenke, wie viel das Herz Jesu für dich auf Erde ausgestanden hat, und daß du ja wirklich die Hölle so oft verdient babest. Gegen eine Hölle ist alles Leid auf Erde gering! Denke, du büßest dadurch das Fegfeuer ab, und kommſt einst um so früher dafür in den Himmel; so sammelst du dir viele Verdienste; so machest du dem göttlichen Herzen große Freude. Wirst du von abscheulichen Gedanken beunruhiget und zur Sünde angereizt, so nimm wieder deine Zuflucht zu diesem liebreichen Herzen; dieses Herz soll immerdar deine Zuflucht in Allem sein, was immer dir den Tag hindurch zustößt. Wenn dich die Menschen verfolgen, wider dich Böses reden, dich verachten; so führe nur gleich zu Gemüthe, und stelle dir vor Augen das geduldige, sanftmüthige Herz Jesu; Ihm zu Liebe verzeihe alsogleich Jenen, die dich beleidigen, thu' ihnen Gutes, und bete für ste. - 1 - - 37 Uebrigens sollst du unter Tags, wie gesagt, oft dein Gemüth zu Gott erheben durch heilige Begierden und inbrünstige Liebesseufzer, so wie sie der heilige Geist in deinem Herzen entzünden wird, nach dem Beispiele des göttlichen Herzens, das ganz in unaussprechlichen göttlichen Liebesflammen brennt, und für dich und dein Heil im allerheiligsten Sacramente Tag und Nacht von allen Altären der Welt, auf denen es aufbewahrt wird, die Anmuthungen seiner Liebe bittend und liebentflammt gegen den Himmel zu Gott dem Vater sendet. Wende dich daher, wo du immer stehest und gehest, gerne gegen jene Seite zu, wo das allerheiligste Sacrament zunächst aufbewahret wird; und weil Jesus so häufig in demselben von den Menschen verlassen ist, so besuche Jhn, wenn du kannst, auch des Nachmittags in demselben. Bete da eine von den Besuchungen des heiligen Alphons Liguori, oder andere Gebete zu dem göttlichen Herzen, wie du sie in diesem Büchlein findest. Lese auch sonst den Tag über ein Viertel- oder halbes Stündlein in einem geistlichen Buche und im Leben der Heiligen. Trachte daher, daß du dir das überaus nugreiche Buch anschaffest, betitelt:„ Leben und Sterben der Heiligen Gottes" von Pater Vogel, aus der Gesellschaft Jesu. Es gibt keine schönere und nußreichere Legende der Heiligen, als diese. Bete auch, wenn du anders kannst, täglich den heiligen Rosenfranz oder die Frauenlitanei. Allein dies wird je mehr und mehr die Liebe zu Gott und den zwei heiligsten Herzen in dem deinigen entzünden, und dein Leben auf Erde heiligen und beseligen; denn Lieben ist das Leben des Herzens der Auserwählten, die Jesu angehören. Jesus hat dieses Liebesfeuer in seinem Herzen mit sich vom Himmel herab auf diese Erde gebracht, und will, daß es in allen Herzen durch unsern Tugendeifer brenne. Wenn du also den ganzen Tag hindurch das in allen Tugenden strahlende Herz Jesu vor Augen hast, und in Allem nach seiner Aehnlichkeit zu wandeln trachtest, wie ich dich dazu noch anweisen werde; o welch' großer Schäße der Gnaden und Verdienste und himmlischer Süßigkeit kannst du jeden Tag theilhaftig werden, und wie glückselig wird einst dein ganzes Leben sich schließen, wenn du solche Tage auf Erde gelebt baſt! - - 38- 10 III. Liebesvereinigung der Seele mit dem göttlichen Herzen Jesu Christi am Abende. - Abendgebet zu dem heiligsten Herzen Jesu. So habe ich denn wieder einen Tag meines Lebens durchlebt, göttliches Herz! Ach, daß doch jeder Schritt und Tritt, jeder Gedanke, jedes Wort, jeder Wunsch meines Herzens und alles, was ich gethan, zu deiner Ehre und Freude gewesen wäre! Aber ach! wer weiß, wie oft ich dich heute gefränfet und beleidiget habe? Hätte ich heilig gelebt, so wäre dieser Tag nun für mich lauter Gewinn für die Ewigkeit. Ja, nun bin ich der Ewigkeit und deinem Gerichte wieder einen ganzen Tag näher, o Herr! Uch! warum lebe ich doch, wenn ich nicht täglich mehr und mehr dir gefalle, täglich dir ähnlicher werde, und endlich einst ewig selig bei dir bin! So zieht mein Leben vorüber, und mein Lager erinnert mich an mein Grab- die Nacht an das finstere Schweigen des Todes, und noch mehr erinnert mich der Schlaf an dieses mein letztes Ende. So werde ich denn wirklich einst und- balb-- als Leiche im Grabe ruhen, und zum Staube der Erde werden! - ( Hier halte etwas inne, und betrachte im Geiste auf einem Gottesacker dein Grab; denke zugleich einige Augenblicke an die Auferstehung und was darauf folgt, an die Gewißheit und Nähe aller dieser Dinge für dich; denn, weißt du wohl, wie viele Tage du noch zu leben haft?-) Dank dir, göttliches Herz! o innigsten Dank dafür daß ich noch Zeit habe, an diese wichtigen, ewigen Wahr 39 heiten zu denken, und so mich vorzubereiten und anzueifern, mein Leben ganz für mein Heil zu benügen. Dank dir für alle Gnaden meines Lebens, Dank und unendlichen Dank auch für alle Gnaden, die du heute im Himmel und auf Erde aus diesem deinen gnadenreichsten, gütigsten Herzen der ganzen Welt ausgespendet hast. Besonders danke ich dir für die Gnade der Bekehrung jeder Seele, die sich heute bekehret hat, und für die Befreiung einer jeden Seele, die heute deine Erbarmniß aus den Flammen des Fegfeuers befreit und in den Himmel eingeführt hat, auch für alle Gnaden, womit du heute jene Seelen erfreuet hast, die jegt heilig auf Erde leben. Alles, was ich heute Gutes gedacht, geredet und gethan, das Alles sei dir geweiht, mein Jesus! das Alles lege ich nun in deine offene Herzenswunde. Von diesem Opferaltare wird Alles mit Wohlgeruch zum Himmel emporsteigen, und vereiniget und geheiliget durch das unendliche Verdienst Jesu Christi wohlgefällig vor deinem Ungesichte sein. Nimm, o ewig dreieiniger Gott! in dieser Vereinigung Alles, was ich heute ausgestanden, gelitten und getragen habe, mich, mein ganzes Herz mit Leib und Seele zum Opfer hin. Alles aber, wodurch ich dich beleidiget habe, verzeihe mir. Ach! wer weiß, wie oft und vielmal ich nicht heute dein süßestes Herz gefränfet habe durch Gedanken, Wünsche, Worte, Werke und Unterlassungen?! - - - ( Hier erforsche dein Gewissen im Allgemeinen und insbesondere über das, worüber du deine besondere Gewissenserforschung, dein Partikular- Eramen macheft. Ob du den Vorfäßen, die du des Morgens gemacht, treu geblieben feiest, oder wie oft du dagegen gefehlt habest, und was die Ursache dessen gewesen sei? Ob du die heilige Messe gehört hast, und wie dein Gebet, dein Umgang, dein Gespräch beschaffen war; ob du wohl ein Spiegel der Sanftmuth warest; ob du deine Sinne im Zaume gehalten, vor Allem deine Zunge; ob dir ja keine üble Nachrede entschlüpft fei; wie du in deinem Bußeifer beschaffen warest? BefonPARAM - 1 ders ob du wohl jede Stunde und halbe Stunde dich lieberfüllt in Gott versammelt habest durch Erneuerung deiner guten Meinung und durch den Blick im Geiste auf das heiligste Herz? Erforsche dich aber, und bereue Alles auf folche Weise, als wenn du diese Nacht noch sterben müßtest; doch ohne Wengstlichkeit, sondern wie es die heilige Bescheidenheit und das Geschäft deines Heiles von dir verlangt. Darauf blicke recht zärtlich und voll Demuth einige Zeit das göttliche Herz an, oder das Crucifir und die Wunde dieses Herzens, und sprich also:) - 40 Ach, mein gekreuzigter Heiland! wenn ich dein aus Liebe zu mir verwundetes Herz so anblicke, wie thut es mir da so leid, daß ich dich so oft und schwer beleidiget; daß ich dieses dein zartes, gegen mich lieberfülltes Herz so tief verwundet habe: besonders, daß ich selbst heute nach allen meinen Vorsäten, die ich des Morgens gemacht, dich dennoch wieder, und vielleicht oft und empfindlich gefränket habe; ach, meine Schuld- meine * Schuld meine allergrößte Schuld! Es reuet mich dies und Alles, was ich mein ganzes Leben hindurch gesündiget habe, nicht sowohl, weil ich die Hölle verdient und den Himmel verloren, sondern weil ich dich, das allerhöchste, unendliche, liebenswürdige Gut, welches ich über Alles ja über Alles liebe, beleidiget habe. D ewiger, himmlischer Vater! verzeihe mir! Mein Jesus, sei mir gnädig, wasche mich rein mit dem Blute der Versöhnung, das aus deinem Herzen quillt; laß mich dir wieder versöhnt sein, bevor ich es wage, mein Auge zu schließen! Im innersten Schmerze meines Herzens bitte ich vor deinem gekränkten Herzen Alles ab, wodurch ich dich heute beleidiget habe, und die Beleidigungen aller Menschen in der ganzen Welt. Morgen, morgen will ich dir eifriger und getreuer dienen, wenn ich noch die Gnade habe, daß ich erwache. Ach! für wie Viele wird diese Nacht die legte sein- wie Viele werden diese Nacht noch sterben und vor deinem ewigen Richterstuhle erscheinen, und wie Viele aus diesen, die unglückselig - - - - - sterben, werden diese Nacht in der Hölle erwachen für immer und ewig verloren! Und wie, wenn auch ich es wäre?!-- Nein, süßestes Herz! nein, vor diesem Unglücke wirst du mich bewahren; versöhnt durch Reue und Schmerz hoffe ich durch deine Gnade noch Zeit und Barmherzigkeit, und so opfere ich dir bis an den fünftigen Morgen diese heutige Nacht Alles zum Voraus auf. O! möge ich doch auch schlafend von dir träumen, möge mein Herz immer bei dir sein, daß ich mit der Braut im hohen Liede sagen dürfte: ,, Ich schlafe, aber mein Herz wachet." Jeder Schlag meines Herzens sei dir geweiht, göttliches Herz! jeder Athemzug, den ich diese Nacht schöpfe, sei eine Anmuthung der Liebe meines Herzens für dich, jeder Pulsschlag lobe und preise dich, jede Bewegung, die ich auch ohne mein Wissen im Schlafe mache, sei zu deiner Ehre, und so möge nach deinem hochheiligsten Willen und Wohlgefallen, Alles auch die Ruhe dieser Nacht- durch diese Meinung geheiliget und mir zum Verdienste sein! der Schlaf möge mir dazu dienen, mich zu deinem Dienste zu stärfen, und wenn ich dann des Morgens erwache, sei du mein erster Gedanke, hochheiliges Herz! Ich empfehle nun, o Jesus! in dein süßestes Herz mein Herz und meine Seele ach, könnte ich doch so ruhen und schlafen, wie du, mein Jesus! auf Erde geruhet und geschlummert hast; und so wie die seligste Jungfrau! Gib aber auch, mein Jesus! daß ich doch einstens gestärket und erquickt durch dich im allerheiligsten Sacramente die selig entschlafe, und der ewige Friede mir werde, ewige Ruhe, der Himmel, an deinem Herzen durch dich mit Gott seligst vereiniget, mein Jesus und Heiland, der du mit dem Vater und heiligen Geiste gleicher Gott lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. - Maria! du Mutter dieses Herzens, sei auch du mir gegrüßet!- mit großem Vertrauen blicke ich auf dein mildes füßes Mutterherz!- Ach, segne mich, dein Kind! Heiliger Erzengel Michael! stehe mir bei; mein Heiliger Schußengel! schüße mich wider den Feind! - 41 - - - 11 - - 42 ― heiliger Johannes Evangelist, der du an der Brust und an dem Herzen Jesu geruhet hast, alle meine heiligen Schuppatronen, euch Alle grüße ich, kommet Alle und helfet mir das Herz Jesu lieben und preisen; lobet und benedeiet es besonders diese Nacht, da der Schlaf mich hindert, es selbst zu thun, bis ich wieder erwache, und bis ich einst vereiniget mit euch im Tageslichte der Ewigfeit dasselbe ohne Unterlaß seligst lieben, loben und benedeien möge. Amen. - Es lebe Jesus, meine Liebe! Erkannt, geliebt, gelobt und gebenedeiet, geehret und verherrlichet sei allezeit und überall das göttliche Herz Jesu und das unbefleckte Herz Mariä. Küsse nun noch einmal das heiligste Herz, und halte dich dabei noch einige Zeit in der Anmuthung deiner Liebe auf, wie du des Morgens gethan, Bitte Jesum und Maria mit gebogenen Knieen um ihren Segen, besprenge dich und dein Lager mit Weihwasser, und bezeichne mit demselben auch deine Stirne mit den Anfangsbuchstaben des heiligsten Namens Jesu: J. N. R. J. mit den Worten: Jesus von Nazareth, König der Juden, erbarme dich meiner;" mit der Bitte, feines unversehenen Todes zu sterben. Trachte, wenn es sich thun läßt, dein Bett so zu stellen, daß du dein Herz frei und gegen jene Seite gewendet habest, wo das allerheiligste Sacrament in einer Kirche aufbewahrt wird. So lege dich dann sittsam zur Ruhe, und stelle dir vor, du ruhest zu den Füßen Jesu, damit du einst würdig befunden werdest, an Seinem Herzen ewig zu ruhen. - 43 IV. - Liebesvereinigung der Seele mit dem göttlichen Herzen Jesu Christi im Liebesopfer der heiligen Mesſe. 1. Vorbereitung zur heiligen Messe. Mein Gott und Heiland, süßester Jesus! so war es denn deiner Liebe nicht genug, dich einstens blutig am Stamme des heiligen Kreuzes für mich als Opfer hinzugeben? Nein, durch so viele bundert Jahre schon erneuert sich täglich wieder unblutig auf so vielen Altären, in so vielen Kirchen dieser dein Opfertod. O wenn diese Wahrheit, daß es wirklich dasselbe Opfer ist, welches du einst blutig am Kreuze dargebracht hast, meine Seele im lebendigsten Glauben belebte, mit welcher Andacht würde ich nun diese heilige Messe hören!- D, wie glücklich bin ich, daß ich ſie hören kann, daß ich wirklich vor meinen Augen jenes Opfer bringen sehe, das mich der Hölle entrissen und mir So strahle denn, den Himmel aufgeschlossen hat! mein Jesus! dein göttliches Herz, der Sonne gleich, in diesem hochheiligen Opfer auf diesem und jenem Altare, wo immer nur in der ganzen Welt die heilige Messe gelesen wird. Nun denn, in eben der Meinung, in eben dem Geiste des Opfers, als dieses dein Herz vom ersten Augenblicke deiner Empfängniß bis auf den letzten Athemzug in deiner Brust geschlagen hat, in eben diesem Geiste bringe ich durch diese heilige Messe mein Herz vereiniget mit dem deinigen Gott völlig zum Opfer dar. O, daß ich doch mit jener Andacht und Versammlung dich hier nun anbeten könnte, als wäre ich wirklich am Calvarienberge unter dem Kreuze, und als sehe ich mit Au- - - 44 gen alle die heiligen Engel, die nun diesen Altar umschweben, um dich, ihren Herrn und Gott verwandelt im Opfer, anzubeten! Ich will diese heilige Messe hören zur Anbetung der allerheiligsten Dreifaltigkeit, zu deiner Verherrlichung, mein Jesus! zur Feier deines göttlichen Herzens, zur Freude deiner jungfräulichen Mutter und des ganzen Himmels, zum Lobe aller Engel und Heiligen, zum Troste aller Abgestorbenen, zur Hülfe der ganzen streitenden Kirche Gottes, zur Genugthuung endlich für alle meine Sünden, und zur Erlangung aller Gnaden, die mir zu meinem zeitlichen und ewigen Heile gereichen können. Gib mir dann, o Jesus! daß ich mit englischer Sittsamkeit, Andacht und Liebe diese heilige Messe in solcher Meinung wirklich zur Ehre und Freude deines allerheiligsten Herzens hören möge. Amen. - 2. Die heilige Messe. Stufengebet. ← An den Stufen deines Altars sinke ich nieder, und erscheine mit dem Priester vor dir, o Gott! blicke auf mich, auf daß mein Herz sich in dir erfreue. Richte mich nicht nach der Größe meiner Bosheit, sondern nach der übergroßen Milde deiner Barmherzigkeit, und befreie mich durch deine Macht und Hülfe aus den vielen und großen Gefahren des Heiles, auf daß ich einst dein Angesicht sehe. Ja, aus der Tiefe meines Herzens rufe ich zu dir, o Gott! erhöre mein Gebet, neige dich zu mir, damit ich Gnade vor dir finde. In voller Zerknirschung rufe ich zu dir, o Gott! und bekenne meine Schuld vor Maria, der reinsten, unbefleckten Jungfrau, vor den heiligen Apostelfürsten Petrus und Paulus, vor Himmel und Erde, vor allen Heiligen Gottes; ja, Herr! ich habe gesündiget, und bereue nun im Innersten zerknirscht - 45 meine Schuld, meine Schuld, meine größte Schuld! Nur dieses ist einzig meine Hoffnung, daß Jesus mich mit dir nun versöhnt. Göttliches Herz! heilige mich nun durch Demuth und Reue, damit ich Antheil nehme an diesem Opfer der Versöhnung und deiner Liebe. ( Wenn der Priester über die Stufen emporfteigt.) Erhebe dich nun, meine Seele und lobpreise den Herrn, weil er große Dinge an dir gethan. O daß mein Gebet nun zu Dir, o Gott! gleich kostbarem Rauchwerke mit Wohlgeruch zum Himmel dringen, und jede meiner Bitten Erhörung finden möge, auf die Fürbitte aller Heiligen, besonders deren Relíquien hier ruhen, durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. 3um Eingang. Im Geiste des Vertrauens und der Hoffnung beginne ich, süßestes Herz! mit den Worten der heiligen Schrift, die also von deiner Liebe, mein Heiland! bezeuget: ,, Er wird sich erbarmen nach der Fülle seiner Erbarmnisse; denn er hat nicht verworfen noch verstoßen aus seinem Herzen die Menschenkinder. Gut ist Gott für Alle, die auf ihn hoffen, und jeder Seele, die Ihn sucht." Alleluja, Alleluja!( Jerem. thren. c. 3.) In Ewigkeit will ich die Erbarmungen des Herrn besingen, von Geschlecht zu Geschlecht. Die Ehre sei Gott dem Vater zc. Zum Gloria. Ach, göttliches Herz! fönnte ich im Jubel aller heiligen Engel dir den Lobgesang der Freude anstimmen: Gloria, Ehre sei dir in der Höhe und Friede allen dich liebenden Herzen auf Erde. Wir loben dich, wir benedeien dich, wir sagen dir Dank für deine große Glorie. 46 Herr, Gott, König des Himmels, eingeborner Sohn des ewigen Vaters, erbarme dich unser, nimm hin unser Flehen; denn du allein bist heilig, du allein der Herr, der Allerhöchste, Jesus Chriftus mit dem heiligen Geiste und dem Vater selig in der Glorie deines Herzens. Amen. Der Herr sei mit uns. Und Jesus in allen unsern Herzen. Herr, erhöre mein Gebet! Und laß das Rufen meines Herzens zu dir kommen. - - Sebet. Allmächtiger Gott! wir bitten dich, verleihe uns gnädiglich, daß wir in den heiligsten Herzen deines vielgeliebten Sohnes uns rühmen, und in demselben die vorzüglichsten Wohlthaten seiner Liebe verehren, daß wir zugleich uns dieser Wohlthaten erfreuen und dieselben zu unserem Heile getreu benügen durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. zur O Gott! der du um Heile der Sünder Zuflucht aller Betrübten und zum süßesten Trofte aller Auserwählten das unbefleckte Herz Mariä dem göttlichen Herzen Jesu an Heiligkeit, Liebe und Erbarmung so ähnlich haben wolltest; verleihe gnädiglich, daß auch unser Herz dem heiligsten Herzen Mariä an Tugend und Gnade stets ähnlicher werde, durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. - - Zur Epistel. ( Aus dem Briefe des hl. Paulus an die Epheser c. 3.) Brüder! Mir, als dem Mindesten aller Heiligen, ist diese Gnade zu Theil geworden, den Völkern zu predigen die unermeßlichen Reichthümer Christi, und Alle mit der Erkenntniß zu erleuchten, welches da sei die Verwaltung des von Ewigkeit verborgenen Geheimnisses in 47 Gott, der alles erschaffen hat. Darum beuge ich meine Knie zum Vater unseres Herrn Jesu Christi, aus dem alle Vaterschaft genannt wird im Himmel und auf Erde, daß er euch nach der Fülle der Reichthümer seiner Herrlichkeit die Gnade gebe, zu erstarken durch seinen Geist, dem innerlichen Menschen nach; auf daß Christus in euren Herzen durch den Glauben wohne, und ihr in der Liebe fest gewurzelt und gegründet seid, auf daß ihr mit allen Heiligen erfassen möget, welches da sei die Länge und Breite, die Höhe und Tiefe dieses Geheimnisses, und verstehen möget, die über alle menschliche Wiffenschaft erhabene Liebe Jesu Christi." -1 L ( Sollte der Priester bereits das Evangelium beginnen, fo fann folgendes Graduale mit dem Gebet vor dem Evangelium wegbleiben; denn du sollst bei der heiligen Messe trachten, so viel als möglich, dich bei den verschiedenen Theilen derselben mit dem Gebete des Priesters zu vereinigen.) 3um Graduale. ( Jerem. thren, c. 1.) O ihr Alle! die ihr vorübergehet am Wege, merket auf und betrachtet, ob ein Schmerz dem meinigen gleiche. ( Vers. Joh. 18.) Da er die Seinen geliebt hat, die in der Welt waren, hat er sie bis an das Ende geliebt. Alleluja, Alleluja! ( Vers. Matth. 11. 12.) Lernet von mir, weil ich sanftmüthig bin und demüthig vom Herzen, und ihr werdet Ruhe für euere Seelen finden. Alleluja! Vor dem Evangelium. D Gott! der du die Lippen des Propheten Isaias durch einen Seraph mit Feuer gereiniget hast, reinige auch mein Herz und meine Seele, auf daß ich würdig sei zu hören das heilige Evangelium, und segne mich, daß ich es auch zu meinem Heile verstehen möge. Amen. 11 48 3um Evangelium. Der Herr sei mit uns, Und Jesus in allen unsern Herzen. Evangelium, welches beschrieben hat der heilige Evangelist Johannes c. 19. In der Zeit, weil es der Rüsttag war, damit die Körper den Sabbath hindurch nicht am Kreuze blieben, denn es war der große Tag des Sabbaths, da baten die Juden den Pilatus, daß denselben die Beine gebrochen und sie hinweggenommen würden. Es kamen also die Kriegsknechte, und den Ersten zwar brachen sie die Beine, und auch den Zweiten, der mit Jesu gekreuziget war; als sie aber zu Jesu kamen und sahen, daß er bereits todt sei, brachen sie seine Beine nicht, sondern ein Soldat öffnete mit der Lanze seine Seite, und sogleich floß Blut und Wasser, und der es sah, gab davon Zeugnis, und sein Zeugniß ist wahr." O daß doch auch mein ganzes Leben dir, mein Jesus, und deinem Herzen, in der Kraft des Evangeliums, stets ein treues Zeugniß gebe. ( Wenn das Credo von dem Priester nicht gebetet wird, so laffe man es auch weg, und beginne mit ihm das Gebet zum Offertorium. 3um Credo. Mein Gott und Heiland! aus meinem ganzen Herzen rufe und bekenne ich mit der heiligen Kirche:„ Ja, Herr! ich glaube an Gott den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erde, aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge und an den Herrn Jesum Christum, seinen einzigen Sohn, aus dem Vater geboren von aller Ewigfeit. Gott von Gott, Licht von Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, geboren und nicht erschaffen, Einer Wesenheit mit dem Vater, durch den alle Dinge erschaffen sind, der für uns Menschen um unseres Heiles willen -49 vom Himmel stieg, und von Gott dem heiligen Geifte aus Maria der Jungfrau ist Mensch geworden. Er ward für uns gekreuziget unter Pontio Pilato, und hat gelitten, und ist begraben worden; ist auferstanden am dritten Tage nach den Schriften, und ist aufgestiegen in den Himmel; sizet zur Rechten des Vaters, und wird mit Herrlichkeit wieder kommen zu richten die Lebendigen und die Todten, und seines Reiches wird kein Ende sein. Ich glaube an den heiligen Geist, den Herrn und Lebendigmacher, der vom Vater und Sohne ausgehet, der mit dem Vater und Sohne zugleich angebetet und verherrlichet wird, der geredet hat durch die Propheten. Ich glaube eine heilige, katholische und apostolische Kirche; ich bekenne eine Taufe zur Vergebung der Sünden, und erwarte eine Auferstehung der Todten, und ein Leben der fünftigen Zeit." Amen. - Der Herr sei mit uns, Und Jesus in allen unsern Herzen. 3um Offertorium. Mein Herr und Gott! in Einfalt meines Herzens habe ich dir Alles freudig dargebracht, und habe dein Volk mit großem Frohlocken gesehen dir Opfer bringen, Gott Ifraels! bewahre diesen Willen ihrer Herzen. Alleluja!( 1. Paral. 29.) ( Wenn der Priester den Kelch abdeckt.) Nimm hin, o Herr! diese dir geweihte Opfergabe; nimm mit dieser Hostie und diesem Kelche des Heiles auch mich hin; mein Herz, o Herr! und alles, was ich habe. Mit aller jener Liebe und Andacht, mit der du dein ganzes Leben für mich Gott hingegeben, in eben dem Geiste des Opfers, als du am heiligen Opfertische zum ersten Male dieses Opfer der Liebe dargebracht, bringe auch ich mich nun dir meinem Gott als Opfer dar, mein Herz mit dem deinigen vereinigend, und sinke dir in jener Demuth zu Füßen, mit der du an jenem 4 - - 50 heiligen Abendmahle deinen Aposteln die Füße gewaschen haſt. Ja, Herr! reinige und wasche mich völlig rein von allen meinen Sünden, und so möge, o allerheiligste Dreifaltigkeit! mit dem Opfer Jesu auch das meinige dir wohlgefällig sein. D Gott! erhöre das Gebet deines Priesters, das Gebet der heiligen Kirche durch seinen Mund. Also bittend und verlangend vereinige ich mein Gebet mit dem aller Gläubigen, besonders mit dem Derjenigen, die dein göttliches Herz verehren, und nun hier mit mir oder wo immer in der ganzen Welt die heilige Messe hören. Stilles Gebet. Gib uns, o Gott! wir bitten dich, daß der heilige Geist in uns jenes Feuer entzünde, welches in dem göttlichen Herzen gebrannt, und daß Jesus Christus in die Welt gesandt und überall entzünden wollte, der mit dir lebet und regieret in Ewigkeit des heiligen Geistes Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. ( Sollte der Priester die Präfation anfangen, so bete dieses zweite Gebet nicht.) Schüße uns, o Herr! die wir dir nun das Opfer deines Herzens darbringen, und auf daß unsere Herzen dazu desto eifriger bereitet werden, erfülle uns mit jener Liebe, mit der das Herz deiner jungfräulichen Mutter erfüllet war, der du lebeft und regierest in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Zur Präfation. Alles, was Athem hat, lobe den Herrn. Zum Himmel das Herz erhoben, lobe und preise ich dich, o groBer Gott! und sage dir Dank durch Christum den Herrn, durch den das Licht deiner Erkenntniß und Liebe uns Allen geleuchtet, und der als Unterpfand seiner Verheißungen uns in diesem Opfer der Versöhnung sein eigenes - 51 Herz gegeben hat. Darum mit allen Engeln und Erzengeln, mit allen Thronen und Herrschaften, mit allen Cherubimen und Seraphimen und allen himmlischen Heerscharen rufe ich wie mit Einer Stimme: - ,, Heilig, heilig, heilig ist der Herr Gott Sabaoth! Heilig ist das göttliche Herz Jesu, alle Welt ist seiner Herrlichkeit voll! 3um Canon der heiligen Messe. Vor dir im Staube, ewiger Vater! auf meinen Knien liegend, blicke ich zum Himmel auf, wo Jesus lebt, und als Mittler für mich und die ganze Welt vor be= deinem Angesichte bittet, dir seine fünf Wunden, sonders die Wunde seines Herzens zeigend, und der so als ewiger, hoher Priester uns Alle dir versöhnt. Segne, o Gott! das Opfer, und blicke gnädig herab von dem Throne deiner unendlichen Barmherzigkeit auf die ganze heilige, streitende Kirche, besonders auf das sichtbare Oberhaupt derselben, auf unsern jest regierenden römischen Papst N., auf unsern hochwürdigsten Bischof N auf alle Bischöfe, Priester, Diaconen, auf die ganze geistliche Ordnung der Kirche, auf alle geistliche und weltliche Macht; insonderheit erbarme dich unsers Kaisers N., segne ihn und die ganze katholische, epostolische Christenheit. Allen möge dieses Opfer zum Heile werden; insonderheit bitte ich dich, gedenke, o Herr! und erbarme dich dieser N. N. - ( Hier nenne Diejenigen im Gedanken, für die du namentlich zu beten pflegest.) Für diese und Alle, deren Glauben und Andacht dir bekannt ist, und für die du willst, daß dieses Opfer der heiligen Messe dir dargebracht werde, flehe ich zu dir, o Gott! und vereinige das Rufen meines Herzens mit dem Verdienste und der Bitte der glorreichen, under versehrten Jungfrau und Mutter Gottes Maria, heiligen Apostelfürsten Petrus und Paulus, mit dem Ver4* -1 52 - dienste und der Bitte aller übrigen Apostel, Märtyrer, Beichtiger und Jungfrauen, zu ihrem Lobe und ihrer Ehre, daß wir Alle mit ihnen nur Eine Familie Gottes werden durch Christum den Herrn. Sie Alle mögen mir nun beistehen, und meine Andacht erheben; denn bereits öffnet der Himmel sich, und Jesus kommt von seinem Gnadenthrone herab auf diesen Altar. Zur Wandlung. Ach! es erneuert sich nun wahrhaft und wesentlich vor meinen Augen jenes Geheimniß der Liebe, das einst im Speisesaale zu Jerusalem zum ersten Male die Welt erfreuet hat, jenes Opfer der Verwandlung, von welchem du, mein Heiland! gesagt: ,, Dies thut zu meinem Andenken." In diesem Augenblicke erfüllen sich hier vor mir diese deine seligen Worte: ,, Siehe, ich bleibe bei euch bis an das Ende der Welt." Ja, am Abende jenes Tages, als Jesus verrathen wurde, und Er sich für uns Alle als ein Opfer der Liebe in den Tod hingegeben hat; da nahm Er das Brot in seine heiligen, ehrwürdigen Hände, erhob die Augen zum Himmel zu dir, seinem himmlischen Vater, dankte, segnete das Brot, brach es, und sprach: Dies ist mein Leib." 1 ( Wenn die heilige Hostie erhoben wird.) Mein Gott und Heiland, Jesus! ich bete dich an. Ach, ewiger Vater! siehe gnädig vom Himmel herab und erhöre mich, es ist ja dein eingeborner, geliebter Sohn, sein eigenes Herz; erbarme dich meiner! Und alsdann nahm Jesus den Kelch in seine heiligen, ehrwürdigen Hände, dankte, segnete und sprach: Dies ist der Kelch des neuen Testamentes in meinem Blute, welches für euch und für Viele zur Vergebung der Sünden wird vergossen werden." ( Wenn der heilige Kelch erhoben wird.) Mein Gott und Heiland, Jesus! ich bete dich an, dein heiliges Blut. Ach, ewiger Vater! siehe gnädig vom 53 Himmel herab, es ist ja das Blut deines Sohnes, das Blut seines Herzens, rette und erhöre mich, erbarme dich meiner. Herr Jesus! dir lebe ich; Herr Jesus! dir sterbe ich; Herr Jesus! dein bin ich, todt und lebendig. Amen. - Nach der Wandlung. So bist du denn nun wirklich wesentlich hier auf dem Altare, Jesus, meine Liebe und mein einziges Verlangen! O gebenedeit sei mir dieser Augenblick, gebenedeit und hochgepriesen sei deine unendliche Barmherzigfeit, gebenedeit sei dein ganzes Leben, Leiden und Sterben, deine glorreiche Auferstehung und Himmelfahrt, gebenedeit alles, was du zum Heile der Menschen auf Erden gethan, und all' deine Herrlichkeit sei allezeit gebenedeit und hochgepriesen! So dankend bringen wir in tiefster Demuth gebeugt, dein heiliges Fleisch und Blut Gott dem Vater dar; o wie könnte er dich, für uns hingeopfert, hier auf dem Altare erblicken, und uns nicht gnädig sein! Ja, ewiger Vater! blicke vom Himmel herab, und nimm hin durch die Hand deines Engels dieses Opfer, gleichwie du das Opfer Abels wohlgefällig angenommen und das Opfer des hohen Priesters Melchisedech, nicht nur für alle Lebendigen, sondern auch für alle Abgestorbenen, für alle armen Seelen, die in den schrecklichen Flammen des Fegfeuers noch die Schuld ihrer Sünden büßen.-1 - ( Betrachte nun, als öffne sich vor dir das Fegfeuer; höre und schaue, wie die armen Seelen zu dir um schnelle Hülfe schreien. Bitte Jesum, daß er von dem Altare doch einige Tropfen seines heiligsten Blutes in die heißen Flammen zu ihrer Labung gieße. Nenne vor Gott besonders Jene, für welche du zu beten schuldig bist, und mache auch kurz deine Meinung, besonders für Diejenigen, die am meisten verlaffen find, die am meisten zu leiden haben, die der Erlösung am nächsten sind, die auf der Erde die Mutter Gottes, das allerheiligste Sactament - - 54 - und Herz Jesu insonderheit verehret haben, und für Diejenigen, für die es Gott besonders gefällig ist, daß du für selbe bittest. Das Alles aber muß sehr kurz im Gedanken geschehen, damit du dem Priester folgen könnest.) - Dieser und aller armen Seelen gedenke, o gütigster Gott! nach der Größe deiner Barmherzigkeit. Möge von diesem Altare das Verdienst des Blutes Jesu Christi aus seinem göttlichen Herzen hinab in jene Flammen fließen, und ihnen Linderung, Trost und baldige Befreiung bringen, daß sie bei dir seien mit dem heiligen Erzmärtirer Stephanus, mit Ignatius, Katharina, Cäcilia und allen Heiligen. Vereinige uns Alle dort, die wir hier in dem Herzen deines Sohnes vereiniget sind, und lasse uns Antheil haben mit deinem Auserwählten durch Christum unsern Herrn. Durch Ihn, mit Ihm und in Ihm sei dir, allmächtiger Vater! mit Gott dem heiligen Geiste alle Ehre und Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. 3um Pater noster. Von Ihm, deinem eingebornen Sohne selbst dazu ermahnet und unterrichtet, wagen wir es, Ihn als Osterlamm vor uns betrachtend, unser Auge zum Himmel zu erheben und mit seinen Worten zu dir zu flehen: ,, Vater unser, der du bist in dem Himmel, geheiliget werde dein Name, zukomme uns dein Reich, dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erde. Gib uns heute unser tägliches Brot, und vergib uns unsere Schulden, als auch wir vergeben unsern Schuldigern, führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns vom Uebel." Amen. Ja, Herr! von allem Uebel erlöse uns allezeit, von den Uebeln des Leibes und der Seele; wende ab alles zeitliche Unglück, wenn und so wie es unserem Heile dienlich ist; gib uns Stärke in der Versuchung, gib uns die wir gesündiget haben, den Schmerz wahrer Neue, daß wir zu dir wiederkehren; gib uns den Frieden für 55 Zeit und Ewigkeit, und befreie uns jederzeit von dem einzig schrecklichen Uebel der Sünde, durch denselben Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Zum Agnns Dei. du Lamm Gottes, welches hinwegnimmt die Sünden der Welt, um der Liebe deines Herzens willen, erbarme dich unser! du Lamm Gottes, welches hinwegnimmt die Sünden der Welt, um der Liebe deines Herzens willen, erbarme dich unser!. du Lamm Gottes, welches hinwegnimmt die Sünden der Welt, um der Liebe deines Herzens willen, gib uns den Frieden. Gebet vor der Communion. Ach, Herr Jesus! der du deinen Aposteln so oft gesagt haft: ,, Meinen Frieden gebe ich euch, meinen Frieden hinterlasse ich euch;" blicke nicht auf meine Schuld, sondern auf den Glauben deiner heiligen Kirche, einige sie in der Gemeinschaft aller Gläubigen, und schenke meiner Seele den Kuß der Versöhnung, des Friedens und der Liebe, bevor ich es wage, dich im Geiste zu empfangen. Com DJesus! du Sohn des lebendigen Gottes, der du nach dem Willen deines himmlischen Vaters in Mitwirfung des heiligen Geistes die Welt durch deinen Tod erlöset hast, befreie mich durch das allerheiligste Geheimniß deines Fleisches und Blutes von aller Makel der Sünde; auf daß ich wachse an Tugend und Heiligkeit, und niemals von dir getrennt werde. So möge nun das Sacrament deiner Liebe, das ich mit dem Priester im Geiste zu empfangen wage, mir nicht zum Gerichte, sondern zum Heile für Leib und Seele werden, durch dich, mein Jesus! Amen. Und so rufe ich nun voll Verlangen, dich zu empfangen, aus dem Grunde meines Herzens: - 56 -- D Herr! ich bin nicht würdig, daß du eingehest in mein Herz, sondern sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund. O Herr! ich bin nicht würdig, daß du eingehest in mein Herz, sondern sprich nur Ein Wort, so wird meine Seele gesund. 1 D Herr! ich bin nicht würdig, daß du eingehest in mein Herz, sondern sprich nur Ein Wort, so wird meine Seele gesund. 3ur Communion. Ja wirklich, Jesus, mein Heiland und meine Liebe! ich bin nicht würdig, daß du eingehest in mein Herz, ich war es nie, und werde es nie sein, denn wer könnte eigentlich würdig sein, dich zu empfangen, der du wahrhaft Gott bift. Weil es aber im Uebermaße deiner Liebe dir gefällt, bei uns Menschenkindern zu wohnen, so öffne ich dir voll Sehnsucht mein Herz. Ach, komm, o Jesus! komm wenigstens geistlicher Weise in mein Herz, und vereinige dasselbe völlig mit dem deinigen. ( Nun stelle dir vor, als bringe die Mutter Gottes, oder dein Schußengel, oder sonst ein Heiliger, oder Christus der Herr selbst vom Altare eine Partikel, nnd communicire dich, und da überlasse dich einige Augenblicke den Unmuthungen deines Herzens, als hättest du wirklich communiciret; und so trinke auch im Geiste mit dem Priester den Kelch des Blutes, und bitte Jesum, er möge dir doch um der Liebe seines Herzens willen alle die Gnaden zueignen, die er durch diese heilige Messe von Ewigkeit für dich bestimmt hat.) Ach ja, mein Jesus! könnte ich doch durch diese heilige Messe und durch das Opfer aller heiligen Messen, die vom Anbeginne bis an das Ende der Welt gelesen werden, vollkommen Antheil nehmen. - 57 - Und so spreche ich denn mit den Worten der heiligen Kirche: ,, Kostet und sehet, wie süß der Herr ist. In Ewigkeit währet seine Barmherzigkeit." Alleluja! Nach der Communion. Durch das allerheiligste Sacrament erquickt, bitten wir dich, Herr Jesus Christus! daß wir, die wir die Süßigkeit deines Herzens verkostet haben, von nun an von Sünden frei, an Tugenden dir stets ähnlicher werden, der du lebest und regierest mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. D Jesus! der du das Herz deiner jungfräulichen Mutter mit diesem Geheimnisse deiner Liebe so oft und seligst erfreuet hast, wir bitten dich, verleihe uns, daß wir mit ihrem Herzen dich von nun an über Alles lieben mögen, der du lebest und regierest mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Der Herr sei mit uns, Und Jesus in allen unsern Herzen. 3um lekten Segen. Segne nun, o Herr! zum Schluffe mich und meine Andacht; nimm Alles hin zu deiner größeren Ehre, und so möge im Segen des Priesters der Segen deines Herzens mir ein Zeichen deines heiligen Kreuzes für diesen Tag und ewig werden, im Namen des Vaters, und des Sohnes, und des heiligen Geistes. Amen. 3um lesten Evangelium. Evangelium, welches beschrieben hat der heil. Johannes c. 1. Im Anfange war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfange bei Gott. Alles ist durch dasselbe gemacht, und - 58 ohne dasselbe ist nichts gemacht, was da gemacht ist. In Ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtete in den Finsternissen, und die Finsternisse haben es nicht erkannt. Da war ein Mensch von Gott gesandt, dessen Name war Johannes. Der fam zum Zeugniß, daß er Zeugniß vom Lichte gäbe, auf daß Alle durch ihn glaubten. Er war nicht das Licht, sondern daß er Zeugniß gäbe vom Lichte. Er( das ewige Wort, der Sohn Gottes, Jesus) war das wahre Licht, welches jeden Menschen erleuchtet, der in die Welt fommt. Er war in der Welt, und die Welt ist durch Ihn erschaffen, und die Welt hat Ihn nicht erkannt. Er kam in sein Eigenthum, und die Seinigen nahmen Ihn nicht auf. Allen aber, die Ihn aufnahmen, denen gab er die Gewalt, Kinder Gottes zu werden, Jenen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus Blut, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort ist Fleisch geworden, und hat unter uns gewohnt, und wir sahen seine Herrlichkeit, als die des Eingebornen vom Vater voll der Gnade und Wahrheit. Amen. 5. Dankgebet nach der heiligen Messe. Ewigen Dank dir, mein Heiland! daß es mir gegönnt war, diese heilige Messe zu hören, und also dein heiligstes Herz zu verehren. Dank dir für alle die heiligen Messen, die heute und je auf Erde in der ganzen Welt durch so viele hundert Jahre von so vielen Priestern, in so vielen Kirchen, auf so vielen Altären sind gelesen worden; für jede heilige Hostie, die je dein Wort verwandelt hat, für jeden Tropfen Blut in allen Kelchen, besonders aber für. dieses Opfer der heiligen Messe, dem ich heute beizuwohnen so glücklich war. O, daß ich doch auch mit jener Andacht dabei erfüllt gewe - 59 sen wäre, die ein so großes Opfer von mir verlangt! Erseke du, gütigster Jesus! Alles, was mir daran ermangelt hat, und seße nun deine Gnade, wie ein Siegel, auf mein Herz, daß ich alle Schäße des Heiles, die ich durch diese heilige Messe für Zeit und Ewigkeit erlangt, auch nie mehr verlieren möge. So nun gestärkt und getröstet will ich zu deiner größeren Ehre, mein Gott! an das Tagwerk meiner Geschäfte geben; doch mein Herz bleibt bei dir, o Jesus! hier. Möge dein Segen jeden meiner Schritte begleiten, bis ich wieder so glücklich bin, eine heilige Messe zu hören. D! nie soll ein Tag vorübergehen, an welchem ich nicht trachten will, dieses Glück zu haben, wenigstens eine heilige Messe zu hören. Hülfe und Trost gewährt mir dies dann den ganzen Tag. Gib, mein Heiland! daß ich diese Wirkung deines Opfers besonders heute empfinde durch dich, der du mein Heiland und Mittler bist, o Jesus! Amen. Bei einer heiligen Messe für Verstorbene. ( Bei den heiligen Messen, welche in schwarzen Kirchengewändern für Verstorbene gelesen werden, wird zwar im Allgemeinen die eben hier gegebene Meßandacht beibehalten, jedoch mit einigen Abänderungen, welche wir hier beisetzen. Es ist zu bemerken, daß bei den Seelenmessen immer das Gloria, Credo und das Gebet für den letzten Segen wegbleibt so auch jedes Alleluja. Die Haupttheile der heiligen Messe find, wie gesagt, dieselben, wie bei den übrigen heiligen Messen, jedoch werden andere Gebete und Lesungen aus der heiligen Schrift statt der gewöhnlichen eingeschaltet, die nun hier folgen. Wenn man vor der hei= ligen Messe die Aufschriften mit der obigen Meßandacht vergleichet, so wird man leicht ersehen, wo diese Veränderung Statt habe.) - - 60 —1 - 3um Eingange. D Herr! gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen( Ps. 64). O Gott, es gebührt sich, daß man dir in Sion lobsinge, und zu Jerusalem wird man dir Gelübde abstatten; erhöre mein Gebet; alles Fleisch wird zu dir kommen. O Herr! gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen. Gebet. O Gott, du Erschaffer und Erlöser aller Gläubigen, verleihe den Seelen deiner Diener und Dienerinnen die Nachlassung aller ihrer Sünden, damit sie durch das demüthige Gebet deiner Kirche die Verzeihung, nach der sie immer geseufzet haben, erlangen mögen. Der du lebest und regiereft 2c. Zur Epistel. Aus den Briefen des heil. Paulus 1. an die Corinther 15. Brüder, sehet, ich sage euch ein Geheimniß: Wir werden zwar Alle wieder auferstehen, allein wir werden nicht Alle verwandelt werden. Und dieses wird plöglich, in einem Augenblicke, auf den Schall der letzten Posaune geschehen; denn die Posaune wird erschallen, die Todten werden unverweßlich auferstehen, und wir werden verwandelt werden; denn das Verwesliche muß die Unverweslichkeit, und das Sterbliche muß die Unsterblichkeit anziehen. Wenn aber das Sterbliche die Unsterblichkeit angezogen hat, alsdann wird das Wort erfüllet werden, wo geschrieben steht: Der Tod ist durch den Sieg verschlungen worden. O Tod! wo ist dein Sieg? o Tod! wo ist dein Stachel! Der Stachel des Todes ist die Sünde, die Kraft der Sünde aber ist das Geset. Allein Gott sei Dank, der uns den Sieg durch unsern Herrn Jesum Christum gegeben hat. 3um Graduale. Herr, gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen( Ps. 111). Des Gerechten wird man ewig eingedenk sein; er wird sich vor bösem Gerichte nicht fürchten. V. O Herr! mache die Seelen aller verstorbenen Gläubigen von allen Banden der Sünde los. R. Damit sie mittelst deiner Gnade dem Gerichte der Rache entgehen, und der Seligkeit des ewigen Lichtes genießen mögen. Bittlied( Dies irae.) Tag des Zornes, Tag der Zähren, Welt in Asche kehren, Wie Sibill' und Welch' Entsetzen, welch' Erbeben! der Richter schweben, - - - 61 - - - - - Hehr wird die Posaun' erschallen, der Gräber Hallen, Vor dem Thron zu len. Rufend durch kommen AlTod, Natur, wird staunend sehen, Daß Geschöpf hervor nun gehen, Vor dem Nichter Red' zu stehen. - - - Alles strenge zu erheben: * Auch das Buch wird sich entfalten, Worin Alles ist enthalten. D'raus das Urtheil zu gestalten.. Wird nun das Gericht beginnen, Kommt ans Licht des Herzens Einnen, Wird der Strafe nichts entrinnen. - 11 — -- Wird die David lehren. Wird herab M P - Was will dann ich Armer sagen, Wen soll ich als Gönner fragen, Wenn selbst die Gerechten zaGnaKönig, hehr und furchtbar schaltend, gen?- denspender zwanglos waltend, Mich beleb' auch neu gestaltend. - - - - Den für Denk' des Weges voll Beschwerden, mich Du gingst auf Erden; Lasse d'rum mir Gnade werden. Haſt Suchtest mich mit müden Schritten, für mich am Kreuz gelitten; Nicht umsonst sei so gestritten! - - - Richter der gerechten Sache, Deiner Huld mich theilhaft mache, Vor dem Tage deiner Rache. Meine Schuld macht mich erbangen, Noth der Scham deckt meine Wangen; Laß mein Fley'n zu dir gelangen. SOW - - - — - Der Maria's Herz gewendet, Und dem Räuber Heil gespendet,- Mir auch süße Hoffnung sendet. Ist mein Fleb'n nicht Dir zur Ehre, Gütigster! doch gütig wehre,- Daß nicht Flamme mich verzehre. ing - 62 - Laß mich Bei den Schafen, Deinen Knechten, steh'n, nicht bei den Schlechten; Stelle mich zu Deiner Nechten. Wenn dann Flammen den Verweg'nen, Wollest mich mit Engel Deiner Schar begegnen, dieser segnen! Vor Dir flehend ich mich neige, Und zerknirscht im Staub mich beuge;- Meinem Ende Huld erzeige! Tag der Thränen, nie gesehen, Da der Mensch wird auferstehen, Zum Gerichte schuldvoll gehen. - 11 - 11 - - - - Gott! verschon'; zur Gnad' sie weihe!-- Milder Jesus! Herr! verzeihe, Ihnen Fried' und Ruh' verleihe. Amen. Evangelium des heiligen Johannes 5. In der Zeit sprach Jesus zu den Juden: Wahrlich, wahrlich sage ich euch: es fommt die Stunde, und ist schon da, daß die Todten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden; und die sie hören, werden leben. Denn gleichwie der Vater das Leben in sich selbst hat, also hat er auch dem Sohne gegeben, das Leben in sich selbst zu haben, und er hat ihm die Macht ertheilet, Gericht zu halten, weil er des Menschen Sohn ist. Wundert euch hierüber nicht, denn es kommt die Stunde, da Alle, die in den Gräbern sind, die Stimme des Sohnes Gottes hören werden. Und es werden alsdann, die Gutes gethan haben, zur Auferstehung des ewigen Lebens, 63 die aber Böses gethan, zur Auferstehung des Gerichtes hervorgehen. Aufopf. O Herr Jesus Christus, du König der ewigen Glorie! befreie die Seelen aller verstorbenen Gläubigen von den Peinen der Hölle, und aus der Tiefe des Abgrundes; errette sie aus dem Rachen des Löwen, damit sie von der Hölle und den Finfiernissen nicht verschlungen werden, sondern damit der heil. Erzengel Michael sie in das ewige Licht einführe, welches du einst dem Abraham und seiner Nachkommenschaft verheißen hast. D Herr! wir bringen dir die Lobopfer und Gebete dar, nimm sie gnädig auf für diejenigen Seelen, deren wir heute eingedenk sind. O Herr! laß sie von dem Tode zu dem ewigen Leben eingehen, welches du einst dem Abraham und seinen Nachkommen verheißen hast. Secr. Wir bitten dich, o Herr! siehe auf das Opfer, welches wir dir für die Seelen deiner Diener und Dienerinnen darbringen, gnädig herab, und gib jenen, denen du das Verdienst des christlichen Glaubens gegeben haft, auch die Belohnung dafür. Durch unsern Herrn c. Comm. Das ewige Licht leuchte ihnen, o Herr! mit deinen Heiligen in Ewigkeit, weil du gütig bist. Herr, gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen mit deinen Heiligen in Ewigkeit, weil du gütig bist. Gebet. Wir bitten dich, o Herr! laß unser demüthiges Gebet den Seelen deiner Diener und Dienerinnen zum Heile gereichen; damit du sie von allen ihren Sünden befreiest, und an deiner Erlösung Theil nehmen laffest. Der du lebest und regierest 2c. NB.( Nebst den obigen Gebeten zur ersten Collekte vor der Epistel zum stillen Gebet zum stillen Gebet- vor der Präfation, und für das Gebet nach der Communion können noch folgende Gebete besonders eingeschaltet werden. - 64 Für einen Abgestorbenen. Geb. Barmherziger Gott! erhöre unser demüthiges Gebet, und führe die Seele deines Dieners N., die du von dieser Welt abgerufen hast, in das Land des Friedens und des ewigen Lichtes, und nimm sie unter die Zahl deiner Heiligen auf. Durch unsern Herrn 2c. Secr. Wir bitten dich, o Herr! verleihe, daß dieses heilige Meßopfer, durch dessen Aufopferung am Kreuze du die Sünden der ganzen Welt nachgelassen haft, der Seele deines Dieners N. zum Heile gereiche. Durch unsern Herrn 2c. Gebet nach der Comm. Wir bitten dich, o Herr! befreie die Seele deines Dieners N. von allen Banden der Sünde, damit sie glorreich auferstehen, und sich unter deinen Heiligen und Auserwählten ewig erfreuen möge. Durch unsern Herrn ic. Für eine Abgestorbene. Geb. Wir bitten dich, o Herr! erbarme dich nach deiner unendlichen Barmherzigkeit der Seele deiner Dienerin N., welche ihren sterblichen Körper abgelegt hat, und nimm sie zur ewigen Seligkeit auf. Durch unsern Herrn 2c. Secr. Wir bitten dich, o Herr! reinige die Seele deiner Dienerin N. von allen Sünden durch dieses heilige Opfer, ohne welches Niemand Vergebung ſeiner Sünden erlangen kann, und sei ihr in Ansehung dieses heiligen Versöhnungsopfers ewig barmherzig. Durch unsern Herrn 2c. Gebet nach der Comm. Wir bitten dich, o Herr! verleihe, daß die Seele deiner Dienerin N. der ewigen Seligkeit im Himmel genieße, da sie das Sa=" crament deiner ewigen Barmherzigkeit empfangen hat. Durch unsern Herrn ze. 65 Für seinen verstorbeuen Vater oder seine verstorbene Mutter. Geb. O Gott, der du uns befohlen hast, Vater und Mutter zu ehren, erbarme dich gnädig der Seele meines Vaters( oder meiner Mutter), vergib ihm( ibr die Sünden, und mache, daß ich ihn( sie) in der Freude der ewigen Herrlichkeit sehe. Durch unsern Herrn 2c. Secr. O Herr, siehe das heilige Opfer gnädig an, welches ich für die Seele meines Vaters( meiner Mutter) darbringe: verleihe ihm( ihr) in dem Reiche der Lebendigen die ewige Freude, und nimm mich sammt ihm( ihr) zur Glückseligkeit deiner Heiligen auf. Durch unsern Herrn 2c. Gebet nach der Comm. Wir bitten dich o Ferr! verleihe der Seele meines Vaters( meiner Mutter) in Ansehung der Theilnahme an dem himmlischen Sacramente die ewige Ruhe und das ewige Licht, und kröne mich sammt ihm( ihr) mit deiner ewigen Gnade. Durch unsern Herrn 2c. Legende aus dem 2. Buche der Machab. 12. In denselben Tagen, nachdem Judas, der tapfere Held, eine allgemeine Gabe gesammelt hatte, schickte er zwölftausend Drachmen Silbers nach Jerusalem, daß man für die Sünden der Verstorbenen ein Opfer darbringen sollte. Er hatte also gottselige Gedanken von der Auferstehung; denn wenn er die Hoffnung nicht gehabt hätte, daß diejenigen, welche in der Schlacht gefallen waren, wieder auferstehen würden: so wäre es vergeblich und eitel gewesen, für die Todten zu beten. So gedachte er auch, daß denen, welche in der Gottseligkeit entschlafen waren, eine sehr große Seligkeit vorbehalten wäre. Daher ist es ein heiliger und heilsamer Gedanke, für die Todten zu beten, damit sie von ihren Sünden erlöset werden. 5 -150 30137 - 66 V. - Inst Liebesvereinigung der Seele mit dem göttlichen Herzen Jesu Christi ins Sacramente der Buße. 10 1. Anleitung. 11 Der Anfang des innerlichen Lebens ist die Reinigung des Herzens."( Cor. 5, 7.) Damit du aber dein Herz reinigest, mußt du erstlich deine Sünden oder Schwachheiten recht erken= nen. Du mußt genau wissen, welche Untugenden, böse Neigungen, unordentliche Begierden du an dir hast. Diese sollst du dann mit großen Schmerzen deines Herzens bereuen, kräftige Vorsäge fassen, dich ernstlich zu bessern, sie abbüßen, und nach der Anordnung des Herrn dem Priester, als Stellvertreter Gottes, bekennen. Dabei sollst du einen eifrigen, klugen Wegweiser haben, der dich ermahne, dich aufmuntere, dann dir deine verborgenen Schwachheiten entdecke, dich vor Abwegen und Verblendung des bösen Feindes bewahre, der dir in allem, was das Heil deiner Seele betrifft, mit gutem Rathe und den zweckmäßigsten Mitteln an die Hand geht. Dieses Alles, gottliebende Seele! findest du in dem öftern und würdigen Gebrauch des heiligen Sacramentes der Buße. Nichts in der Welt schüßt dich auf dem Wege der Seligkeit mehr, als die heilige Beichte, die dich mit Gott versöhnt. Sie wird der letzte Trost, die letzte Hülfe für dich einst auf dem Sterbebette sein. O wie wirst du einst auf deinem Todtenbette nach diesem Sacramente verlangen! Soll dir aber die heilige Beichte wirklich zum Troste des Herzens und zum Heile sein; so mußt du früher schon vertraut mit Jesu in diesem Sacramente der Erbarmung sein. Solltest du also nicht oft und gerne im Leben beichten, besonders wenn du bedenkest, wie reich dich überdies die heilige Beichte für die Ewigkeit mache? Die hei 67 lige Absolution vertilgt nicht nur dir die Sünden, sie vermehret auch in dir, so oft oft beichtest, die heiligmachende Gnade, und diese vermehret die Herrlichkeit und Seligkeit für dich in dem Himmel. Mithin gibt dir jede Absolution Schäge, die mehr werth find, als alle Kronen und Reiche der Welt. Solltest du also nicht gerne und oft beichten, besonders wenn du das Herz Jesu liebst und nach seiner Vereinigung verlangest? Die heilige Beichte ist ja der Weg zur heiligen Communion, und in dieser empfängst du ja wahrhaft und wesentlich das Herz Jesu Christi. Mithin, christliche Seele! beichte gerne, beichte oft, wenigstens alle Monate, noch besser alle vierzehn Tage, am besten jede Woche, oder so oft, als es dir dein Beichtvater anräth. Jedes Mal, wenn es würdig geschieht, sind es die glückseligsten, wichtigsten Augenblicke deines Lebens, dessen kannst du versichert sein, und in der Ewigkeit vor Gottes Gericht wirst du dies einmal selbst flar erkennen. Achte du also, was die heilige Beicht betrifft, nicht auf das böse Beispiel und thörichte Urtheil der leichtsinnigen Weltchristen; du siehst, wie alle Diejenigen leben, die selten beichten. Sie leben so lau, so falt im Dienste des Herrn, ihr Gebet ist so trocken und ohne alle Salbung. Sie fündigen und erkennen ihre Sünden gar nicht; sie sind krank, und wissen nicht, wo es ihnen fehlt. Es ist Niemand, der ihnen ihre Schwachheit entdecke, der ihnen eine heilsame Arznei für die Krankheiten der Seele vorschreibe, der sie ermahne, ihnen aufhelfe, sie aneifere und fortleite auf dem Wege des Heiles. Mithin, wenn sie dich, weil du öfters beichtest, eine Betschwester oder einen Betbruder nennen wollen, so kehre dich nicht daran, und denke, diese Leute wisſen in ihrer Blindheit nicht, was sie reden. Wenn sie dir aber sagen, daß Manche das öftere Beichten mißbrauchen, so glaube ihnen nicht leichterdings; denn oftmals reden sie aus bösem Herzen, oder blinden Leuten nach. Denke dir auch weiters: Alles in der Welt kann man mißbrauchen, also auch die heilige Beichte; allein es ist gewiß, daß viel häufiger gottesräuberische Beichten von Denen verrichtet werden, die selten beichten, als von Solchen, welche öfters beichten: und Tausende leiden nun die Pein des ewigen Feuers nur deßhalb, weil sie so selten und schlecht gebeichtet haben, während viele Tausende ihr ewiges Heil nur dem öftern und würdigen Empfange des hciligen Bußsacramentes verdanken. 5* - - - 68 Oder wie, siehst du denn nicht, wie alle wahrhaft frommen, eifrigen Seelen oft beichten, und das zum größten Troste und Nußen ihres Herzens? In diesem heiligen Sacramente haben alle Jesum liebende Seelen ihre Sünden abgewaschen; durch dieses Mittel haben sie ihre bösen Neigungen überwunden, ihre Untugenden abgelegt, ihr Herz gereiniget, und dafür die vortrefflichen, außerlesensten Tugenden, der Demuth, der Neue, der Liebe Gottes u. s. w. in dasselbe eingepflanzt. Mithin mache es wie diese, und wie es die Heiligen Gottes gemacht, von denen einige sogar alle Tage gebeichtet haben. Beichte du wenigstens öfter, wie gesagt, wenigstens alle Monate, am besten alle Wochen, oder wie es dir ein gotterleuchteter, frommer Beichtvater zum größeren Heile und Trost deiner Seele anräth. Sage nicht, du findest, da du oft beichtest, keine Veränderung an dir, du fallest allezeit in deine vorigen Schwächen u. s. w. Ist das nicht schon ein Zeichen deiner Veränderung, wenn du deine große Schwachheit einmal einsiehst? Hättest du nicht öfter gebeichtet, so hättest du gar nicht einmal dieses dein Elend erkannt. Als du noch selten beichtetest, hast du dich nicht so oft verdemüthiget, hast nicht so vielmal deinen Gott um Verzeihung gebeten, um seine Hülfe angerufen; da warest du nicht also auf Alles dies bedacht. Du begehest nun kaum eine Sünde, ohne daß dir alsobald dein Gewissen selbe vorhält, und dir eine heilige Traurigkeit verursachet. Früher lebtest du in so großen und vielen Sünden beinahe ohne Gewissensbiß. Ist dies nicht schon Veränderung und der Anfang eines innerlichen, gottergebenen Lebens? Deine Schwachheiten, in welcher du immerzu fällst, sollen dich nicht verzagt, sondern demüthig machen. Wer ist der Gerechte, der nicht öfter fällt, und wenn du ungeachtet eines so fräftigen Mittels, als das Sacrament der Buße ist, dennoch schwach biſt: wie würde es dir ergehen, wenn du dieses nur selten gebrauchtest? Sagt dir nicht dein Gewissen, daß du dich vor schweren Sünden hütest, und die läßlichen nicht mehr in so großer Anzahl, noch mit so vorsäglichem Willen begehest? Ist das nicht eine so große Veränderung und eine augenscheinliche Wirkung der oft wiederholten heiligen Beichte? Und wenn du dich von einer Beichte zur andern auch nur in einer oder der andern - 69 - Sünde befferst, mußt du nicht unvermerkt zunehmen an Tugend und innerlichem Leben? Sage nicht, du empfindest, da du oft beichtest, keine Neue und Leid. Ich frage, wirst du sie dann leichter empfinden, wenn du aus Trägheit dich von der heiligen Beichte enthältst? Wird Gott diese Neue und Leid eher einem faltsinnigen Christen geben, als einer Seele, die einen begierigen Eifer zeigt, sich zu bessern? Gott begehrt nicht von dir, daß du deine Neue und Leid sinnlich empfindest, noch daß dir die hellen Thränen aus den Augen fließen. Solches ist eine Gabe, welche Gott nicht immer auch Ihm sonst überaus wohlgefälligen Scclen ertheilet. Du kannst und sollst sie mit größter Dankbarkeit annehmen, wenn sie fömmt, und Gott den Herrn um die Gnade der Thränen bitten. Du mußt dich aber gar nicht betrüben oder im mindesten verstören, wenn sie ausbleibt, und mußt dich zu solch' sichtbarer Neue gar nicht zwingen wollen. Was Gott von dir verlangt, ist nur dies, daß du deine, auch kleinen Fehler anerkennest, und in Betracht, daß du durch selbe Gott, das höchste Gut, dieses unendlich liebenswürdigste, vollkommenste, gegen dich so gütige Wesen beleidigt, die Güter des Himmels verscherzt, deine Seele verunstaltet, und große Strafe verdient hast; daß du in Betracht Alles dessen dich von der Sünde Gott zu Lieb mit Abscheu abwendest, und dir fräftigst vornimmst, alle, auch geringen, vorsäglichen Mängel und Fehler, besonders einen und den andern gänzlich zu meiden, dabei aber fest entschlossen seiest, lieber den Tod zu leiden, als je mehr Gott schwer zu beleidigen. Das ist die Neue, die Gott von dir verlangt, und nicht der empfindsame Schmerz des Herzens, den zu fühlen nicht in deiner Macht ist. Sage auch nicht, du findest, da du oft beichtest, feine Sünde, die du dem Beichtvater beichten solltest. Wenn du täglich dein Gewissen pünktlich erforschest, deine zerstreuten Gedanken den Tag hindurch öfter versammelst, und auf die heimlichen Regungen deines Herzens ein wachendes Auge hast, wirst du dich immer über Etwas anzuflagen haben. Gib Acht, wie du dich in deinem Gebete gleich vom frühen Morgen an, im Gottesdienste und anderen geistlichen Uebungen verhaltest; wie du die — 70 Obliegenbeiten deines Standes erfüllest; ob du der Gemächlich keit des Leibes in Essen, Trinken, Schlafen nicht zu viel nachgibst; ob du feiner unordentlichen Begierde dabei Plaß gegeben? Ob du die Werke der christlichen Barmherzigkeit geübt, wie viel du Gutes zu thun unterlassen habest? Ob du deinen Augen, Ohren und besonders deiner Zunge im Reden und überhaupt, was die Sinne betrifft, nicht zu viel zulassest? Wie du im Umgange mit dem Nächsten beschaffen wärest? Ob du deinen ange bornen bösen Neigungen stets und alsogleich widerstanden bist, die bösen Begierden keinen Augenblick unterhalten, unzuläsſige Gedanken alsogleich ausgeschlagen hast, und nie ungeduldig geworden bist? Wenn du auf alles Acht hast, wirst du dich schon anzuflagen wissen. Kannst du aber dessen ungeachtet nicht Etwas finden, das du von deiner letzten Beicht her begangen habest, so sage Gott Dank, aber verdemüthige dich zugleich und erwecke Neue und Leid über deine unwissentlichen Sünden. Besonders aber wende alsdann deinen Blick auf das verflossene Leben, und beichte eine und die andere Sünde, die du schon einmal gebeichtet hast, mit neuem Vorsage und neuer Neue; so empfängst du ebenfalls die Gnade des heiligen Sacramentes der Buße, wenn du auch nie mehr eine neue Sünde begehen würdest. Genug, daß du einmal gesündiget hast, so kannst du fortan beichten, und mit David in Reue und Schmerz klagen: ,, Meine Sünde schwebt mir stets vor den Augen." Um oft beichten zu geben, ist es also gar nicht nothwendig, daß du öfter fündigest. Sage auch nicht, du fürchtest, daß du vielleicht aus Verblendung deine Sünden nicht erkennest, und deßwegen vielleicht eine gottesräuberische Beicht verrichtest. Das ist die Einsprechung des Teufels, der dich verwirren und von der heiligen Beichte abwendig machen will. Gott ist mit dir zufrieden, wenn du thust, was die Kirche und ein verständiger Beichtvater von dir verlangt, und wenn du auch eine oder die andere Sünde wider deinen Willen vergessen solltest, so wisse, daß selbe mit den andern nachgelassen worden, besonders, wenn es nur eine läßliche Sünde ist, die du streng genommen, ohnedies nicht zu beichten schuldig bist. Wäre es aber eine schwere Sünde, so ist es genug, daß du sie alsdann beichtest, wenn sie dir in den Sinn kömmt. - 71- Bist du aber von Natur ängstlich und scrupulös, wie man zu sagen pflegt, da du nämlich etwas für eine Sünde hältst, was feine ist; so kannst du zwar Gott zu Lieb diese schwere Bürde tragen, so lange du nichts anderes fannst; aber gehe zu keinem Beichtvater, der selbst ängstlich und scharf ist, er könnte dich in das größte Elend stürzen: sondern wähle einen, der bei Jedermann bekanntlich als ein erfahrener, geistreicher Seelenführer gilt. Diesem folge dann, wie Gott dem Herrn, lege allen Eigeninn ab, thu, was er dir sagt, wenn dir auch dein ängstliches, irrendes Gewissen das Gegentheil einschwäßt. Nur ein solcher vollkommener Gehorsam kann dich von deiner Seelenfrankheit heilen; damit dir die heilige Beichte zum Troste und Segen deines Herzens werde. Uebrigens weißt du wohl, wie viel an einem guten Beichvater gelegen ist. Rufe demnach durch inbrünstiges Gebet zu Gott, er möge dich zu dem besten hinleiten, den du nur immer haben kannst. Je mehr du in dem innerlichen Leben fortschreitest, desto mehr ist dir ein geistreicher, in den Wegen Gottes, und im innerlichen Gebete wohlerfahrener Seelenführer nothwendig. Doch lasse deinen guten Muth ja nicht sinken, wenn du nicht überall einen solchen Mann finden kannst. Auch dem gewöhnlichsten Beichtvater kann der heilige Geist eingeben, was zu deinem Gewissenszustande dir nothwendig ist; und schon das Sacrament der Buße allein mit dem großen Reichthume der Gnade, den jeder Priester dir ausspendet, ist ein unschäßbarer Gewinn für deine Seele; um dessentwillen du oft und oft beichten gehen solltest, würde dir auch der Priester sonst kein Wort sagen. Zudem findest du in so vielen geistlichen Büchern und auch in die sem Büchlein verschiedene Unterweisungen, wie du sicher und schnell den Weg der christlichen Vollkommenheit wandeln kannst. Bist du aber, o christliche Seele! nach einem guten Anfange wieder in Lauigkeit, oder gar in eine oder mehrere schwere Sünden gefallen; so weißt du ja, daß die heilige Beichte deine einzige Rettung ist. Da beichte nur alsogleich; sage nicht, es sei dir unmöglich, diese oder jene Sünde zu meiden.„ Gott läßt Niemand über seine Kräfte versucht werden."( 1. Cor. 10, 13.) Bete du nur und beichte, und gebrauche die Mittel, die dir ein erfahrener Beichtvater vorschreibt; so wirst du sicher die ganze Hölle überwinden und nicht wieder fallen. Laß dich auch nicht - - 72 - " 1 von der Kleinmüthigkeit und Verzweiflung einnehmen, so groß auch immer deine Sünden sein mögen; sondern seze dein volles Vertrauen auf das mildreichste Herz Jesu. Er, der dich einst mit seinem Herzblute gewaschen hat, und noch täglich dieses heilsame Bad in dem heiligen Sacramente der Buße dir bereitet hat, Er wartet ja mit solcher Sehnsucht, Liebe und Erbarmniß auf dich: So gehe denn hin zu diesem Throne der Gnaden mit großem Vertrauen"( Heb. 4, 16), damit du Barmherzigkeit erlangest und Gnade findest, da es noch Zeit ist. Aber um der Liebe Christi willen, und um der Liebe und den Schmerz seines Herzens willen, nur dieses bitte und beschwöre ich dich, verschweige doch nichts, eröffne dein Herz ganz, sage Alles. Glaube nur sicher, nichts erbaut den priester, der dich hört, mehr, als die vollkommenste Offenheit in der Anklage, als wenn du wirklich, nicht zu den Füßen eines Menschen, sondern vor Christo dem Herrn selbst einsam auf den Knien liegen und deine Schuld bekennen würdest. Was hilft es dir denn jetzt, einem Priester die Sünden zu verschweigen, der dich mit so vielem Mitleide hört; wenn dann bei dem jüngsten Gerichte dein ganzes Gewissen bis auf die geheimsten Falten entschleiert, und die ganze Welt zu deinem größten Spott Alles wissen wird, was du in deinem Herzen bei der Beicht verborgen gehalten? Mithin, hättest du noch so viel gesündiget, verzage nicht, entdecke Alles: ein reumüthiges, zerknirschtes, offenes Herz verwirst Jesus nicht; nein, das umfängt er mit unendlichen Freuden, und schließt es dann ein in das Seinige. Jesus hätte mit einem einzigen Blutstropfen die Sünden der ganzen Welt auslöschen können, und doch gab er zum Zeichen seiner übergroßen Liebe all' sein Blut für dich hin, und gibt dir sein ganzes Herz zum Pfande deiner Versöhnung; wie kannst du denn verzagt und kleinmüthig ſein? Sprich mit dem verlornen Sohne:„ Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen!" und verzweifle nicht, Er wird dich mit Freuden auf und annehmen Da nun dein Heiland dich, du mögest ein Sünder oder bereits gerechtfertiget sein, mit so großer Gütigkeit einladet ( Matth. 11, 28), mit so liebreichen Worten und solchem Verlangen im Innersten deines Herzens dir zuruft, und mit so großer Geduld auf dich wartet, und dir so im Sacramente der - 1 Buße sein offenes Herz zeiget, erfüllt mit so vielen himmlischen Gütern und Gnaden: könntest du wohl taub gegen diesen Liebesruf seiner Stimme sein, und nicht oft und möglichst oft beichten wollen, besonders wenn du auf das allerheiligste Sacrament hinblickest, welches du nach einer reumüthigen Beicht empfangen darfst? O, ich zweifle nicht, du wirst der Stimme Jesu folgen, der Bewegung seiner Gnade, die dich so mächtig auf den Weg des Heiles ziehet. Damit du aber bei dem östern Beichten auch stets mit aller Versammlung und Vorbereitung des Herzens beichtest, will ich dir mit Wenigem hier einige Hauptwahrheiten andeuten, die dir, so oft du beichtest, allezeit recht lebhaft vor Augen schweben, und deine ganze Seele einnehmen sollen. 1 73 - Wenn du nämlich bei deiner Vorbereitung zur heiligen Beichte dein Gewissen seit der letzten Anklage aufmerksam, und im Falle du oft beichtest, furz und ohne Aengstlichkeit erforschet hast, alsdann blicke jedesmal mit einem Blicke des Schmerzens auf dein ganzes verflossenes Leben zurück, und betrachte deiner Seele gegenüber Gott mit allen Gaben und Gnaden, die Er dir vom ersten Augenblicke deines Lebens bis auf diese Stunde geschenket hat. Betrachte Gott als deinen allergrößten, unendlich liebenswürdigsten Wohlthäter, und Ihm gegenüber deine Seele dich, mit allen deinen Sünden in Gedanken, Worten, Werken, Unterlassungen! Wenn du nur bedenkest, wie viele unnüße, böse Gedanken du das ganze Leben bindurch gedacht hast! und nun erst alle die übrigen zahllosen Sünden deines und wie leicht o welch' ein Undank!! ganzen Lebens? wird da Neueschmerz dein Herz erfassen?! Ein einziges Wort das wird dich freilich nicht so viel reuen, aber wenn du nun in Gedanken dein ganzes Leben auffasfest und bedenkest: wie viele tausend und tausend unnüße Worte du gesprochen hast, und erwägest, wie Jesus selbst gesagt hat, daß man einst von einem jeden solchen Worte werde Rechenschaft geben müssen: wird dein Herz nicht leicht von Reue und Schmerz ergriffen werden? Wie erst, wenn du an alle die übrigen tausend und tausend offenbar fündhaften Worte, Werke, Wünsche, Gedanken denkest, deren du dich durch deine ganze Lebenszeit schuldig gemacht hast; wirst du nicht im Schmerze des Herzens vor deinem Gott bekennen: Die Zahl meiner Sünden bat sich vermehret über die Zahl - - - - 74 der Haare meines Hauptes?"„ Ach, Vater! ich habe gesündiget im Himmel und vor dir!"( Luc. 15, 18.)„ Wer wird mir Thränen genug geben, vor deinem liebenden, so gütigen Vaterherzen, die Größe meines Undankes genügend zu beweinen!" - 1 - Um dich aber zu noch größerer Reue des Herzens und zu einem kräftigen Vorsaze der Besserung zu bewegen; blicke, ohne ein Wort mündlich zu beten, ganz ruhig und stille mit Wehmuth und Schmerz hin auf den gekreuzigten Heiland. Betrachte sein offenes, für dich durchstochenes Herz gerade so, als wenn du am Calvarienberge unter dem heiligen Kreuze wärest; bedenke, welches Opfer, welches Leiden deine Sünden deinem Jesu gekostet haben. Durch die heilige Beicht fließet dir aus der Wunde seines Herzens die Frucht dieses seines Todes zu!- Damit du beichten könntest, muß Jesus für dich sterben. Das denke dir bei jeder heiligen Beichte. Eine jede Beichte gilt das ganze Leiden, den ganzen Tod Jesu Christi, den ganzen Preis der Erlösung für dich; denn der Preis der Gnade zur Wiederversöhnung mit Gott ist für jede Beichte der Eine, nämlich das unendliche Verdienst Jesu Christi, der für dich gekreuziget wurde und starb. So blicke dann jedesmal vor der Beichte still und wehmüthig Jesum am Kreuze an und du wirst es selbst erfahren, wie wahr es ist, was der heilige Franz von Sales sagt: daß nichts so leicht das Herz zur Reue bewege, als der sprachlose, wehmüthige Anblick des Gekreuzigten mit dem Gedanken an die eigene sündhafte Seele, für die Er verblutet hat. Besonders, wenn du dich schon dem Beichtstuhle näherst, denke, wie Jesus mit blutigen Augen vom Kreuze herab dich in diesem Bußgerichte angesehen und zur Versöhnung seinem himmlischen Vater empfohlen hatte. Ja, denke wie Jesus annoch, wirklich, so wie du hin zu den Füßen des Priesters sinkst, deine Schuld zu bekennen, im Himmel für dich betet, und seine fünf Wunden zu deinem Heile dem himmlischen Vater zeiget, besonders die hochheilige Wunde seines Herzens, und wie Er und die gnadenreiche Mutter mit allen Engeln und Heiligen vom Himmel herab auf dich blicken, und um Gnade für dich bitten. Besonders empfehle dich der heiligen Maria Magdalena und dem heiligen Dismas, dem Jesus am Kreuze alle seine Sünden verziehen hat. Jesus am Kreuze und deine Seele mit ihren Sünden, die Ihn gekreuziget haben, das - ist also der zweite Gedanke, der als Vorbereitung zur heiligen Beichte deine ganze Seele einnehmen soll. Blicke aber auch unter dem Kreuze auf Maria, die schmerzhafte Mutter mit deur Schwerte in ihrer Brust, und bedenke, dnß es deine Sünden waren, die so grausam ihr Mutterherz durchbohrt; weil diese deine Sünden ihren einzigen Sohn getödtet haben. O, mit wie vielen Thränen hat sie dich da unter dem heiligen Kreuze als Kind ihrer Schmerzen geboren! Blicke auch sie schweigend und wehmüthig einige Zeit an, ihr blutendes Mutterherz, und bitte sie dann voll Reue um Verzeihung! bitte sie, daß um ihrer Fürsprache und Liebe willen das Blut ihres göttlichen Sohnes doch in dieser Stunde an dir nicht verloren gehe, sondern dir zum Heile sei; es ist dies ja das Einzige, was sie für so viele Leiden erfreuen und trösten, und ihren Schmerz um dich erseben kann. - 75- 1 - - - Wenn du dich endlich bereits hin an den Beichtstuhl kniest. so denke an dein Gericht; denn, sobald du von dieser Welt geschieden bist, wenn gleich dein Leib als Leiche noch nicht erfaltet ist, da richtet schon Jesus in eigener Person alle Gedanken, Wünsche, Werke, dein ganzes Leben im Gerichte der strengsten Gerechtigkeit, wenn du dich in der heiligen Beicht nicht aufrichtig und vollständig darüber angeklagt haſt. Hast du dieses aber gethan, dann richtet Jesus nur alle deine Beichten; denn wenn du wirklich Alles aufrichtig und würdig gebeichtet hast, so bist du bereits freigesprochen vor seinem Angesichte. D! wie glücklich, daß durch die heilige Beicht das Gericht der strengen Gerechtigkeit Gottes in ein Gericht seiner allergnädigsten Barmherzigkeit sich für dich verwandelt. Dort würde dich die Anklage einst verdammen, hier spricht sie dich vollends frei; o darum öffne deinen Mund, dein ganzes Herz dem Priester! Beichte und bekenne Alles, nicht wie einem Menschen, sondern wie Gott, ohne die geringste, mindeste Scheu, mit wahrhaft reuigem Gemüthe und findlichem Vertrauen. Niemand weiß dann deine Schwächen und Sünden; hingegen würde einst, wie gesagt, am jüngsten Tage, bei dem allgemeinen Weltgerichte, wenn du nicht Alles aufrichtig gebeichtet hättest, die ganze Welt Alles wissen. Stelle dir auch vor, wie es denn auch wirklich ist, daß der heilige Schußengel in diesem allerwichtigsten Augenblicke - - 76 dir zur Seite stehe, der dann bei dem jüngsten Gerichte Zeugniß geben wird, ob du Alles gebeichtet hast oder nicht. Und so höre denn, wenn du dich bereits angeklagt hast, das, was der Priester dir sagt, ebenso, als spreche eine Stimme aus der Ewigkeit an dich, die Stimme Christi selbst, oder die eines Engels; denn:„ Wer euch höret, der höret mich," betheuert Jesus. Und Paulus sagt:„ Also betrachte uns der Mensch als wie Diener Christi und Verwalter der Geheimnisse seiner Gnaden." Bei dem Schlusse der Beichte, zur Absolution, da erneuere noch einmal so lebendig als möglich deinen Glauben, und dein unbegränztes Vertrauen auf den Tod und die unendlichen Verdienste Jesu Christi stelle dir lebendig vor, und der Sache nach ist es ja wirklich so, als seiest du auf dem Calvarienberge mit Maria Magdalena unter dem heiligen Kreuze; und da, ohne an die Beichte mehr zu denken, blicke die Leiche Jesu vor dir im Geiste am heiligen Kreuze an; denke, daß Jesus wirklich der eingeborne Sohn Gottes ist, der sich für dich in den Tod hingegeben. In diesem lebendigen Glauben und Vertrauen hebe deine Blicke von der Leiche Christi zum Himmel, und rufe mit dem verlornen Sohne zu Gott dem himmlischen Vater um des Todes Jesu willen mit den Worten: ,, Vater! ich bin nicht würdig, daß ich dein Kind heiße, doch um deines Sohnes willen, der sich für mich als Opfer dargebracht, rufe und schreie ich zu dir: verzeihe mir!" In dieser Meinung sprich im Augenblicke der Absolution öfter den heiligsten Namen Jesu im Herzen stille aus, und stelle dir vor, als fließe sein heiligstes Blut aus allen fünf Wunden auf dich, und als ströme es auf das Wort der Absolution aus seinem heiligsten Herzen im vollen Gusse über dich herab, über dein ganzes Herz, und als durchlaufe es deine ganze Seele; so wasche dich dann im Blute Jesu rein. Erhebe dich nach der heiligen Absolution in höchster Sittsamkeit, Versammlung und Andacht des Geistes, um das Gebet der Danksagung und Buße nach diesem feierlichen Empfange eines so großen Sacramentes würdigst zu verrichten. Damit du dich aber an Alles dies auch wirklich bei jeder Beichte ausdrücklich erinnerst: so setze ich bier noch folgende Afte als Vorbereitung zur heiligen Beichte ausführlich bei. - - - 1) Uebung der Demuth. wie sollte ich es Gott sei mir armer Sünder gnädig!-o ſei mir gnädig, barmherzigstes Herz meines Heilandes! Mit der Demuth der Publicans schlage ich an meine Brust, und bekenne meine Schuld- meine Schuld meine größte Schuld! und wage es nicht, mein Auge auf dich zu richten, o heiligstes Herz Herz meines Königs des Königs der Her: lichkeit des Königs aller heiligen Engel des ganzen Himmels Herz meines Erlösers meines Gottes!! Weh' mir, ich habe gefündiget im Himmel und vor dir wohl wagen, mein Auge zu erheben ich habe dich, o Jesus! meinen Gott, beleidiget und wenn es die geringste Günde nach meinem Dünken wäre- vor deinen Augen ist selbe doch ein unermeßlich großes Vergehen, und kann nur in deinen Thränen, o Jesus! nur in deinem Fleben, nur in deinem Blute nur in deinem Herzen Versöhnung finden!! O! würde ich Gottes Größe und Gerechtigkeit bedenken, wie ich sollte, in welcher Zerknirschung der Demuth würde ich aufruIch fen: Gott, sei mir armen Sünder gnädig?! Wurm des Staubes ich Staub und Asche Wesen aus Nichts- habe es gewagt meinen und Schöpfer meinen allmächtigen Herrn Herrn Himmels und der Erde zu beleidigen. Ach, welch' ein Frevel! Du göttliches Herz warst immer bedacht, den Willen des Vaters in Allem zu erfüllen und ich, war es nicht!- Ich dachte so oft denselben -- und doch ach! und that es zu übertreten ist mir kein Augenblick sicher, an welchem mich Seine Gerechtigkeit ruft vielleicht bevor ich noch jetzt zu beichten im Stande bin.- Hat denn Seine Gerechtigfeit die gefallenen Engel nicht in dem Augenblick ihrer Sünde in die Hölle für ewig geschleudert?! Gott, sei mir armer Sünder gnädig!- O demüthigftes gnadenreichstes Herz, sei mir armen Sünder - -- Und schiene mir auch meine Schuld nicht gnädig! - - - - - - - 77- - - - - - - - - — - - 11 - - - - - - - - ich Gott - den - 78 - so groß, und wüßte ich vielleicht gar nicht mich auf Etwas zu besinnen, noch müßte ich mit Paulus rufen:„ Ich bin nicht sicher- Gott ist es, der mich richtet, Gott, der jede Falte meines Herzens sieht, Gott, der einstens selbst die Tugenden richtet, ob sie es wahrhaft gewesen sind! O Gott, sei mir armen Sünder gnädig!! O demüthigstes Herz meines Jesu, sei mir armen Sünder gnädig! demüthiges Herz Mariä! flöße einen mächtigen Strahl deiner Demuth in mein hoffärtiges Herz; auf daß ich in deiner Erleuchtung die Bosheit meiner Schuld erkenne- und reuig bekenne Gott sei mir armer Sünder gnädig!! - - - - - — 1 - - 2) Reue und Vorsaß. Doch so groß und vielfach meine Schuld auch ist dennach! sie hat sich vermehret über die Zahl der Haare meines Hauptes, nicht verzagen darf und will ich dein Anblick ruft es mir so selig in das Herz Gott will nicht den Tod des Sünders!! - - - Nein, göttliches Herz! mein Verderben du willst nicht meinen Tod sondern, daß ich mich befehre und lebe!! vollends bekebre im wahren Schmerz der Reue, in treuer, voller Kraft des Vorsages und lebe- ein Leben in Liebe zu Gott- mit dir, o liebendes Herz!- Uch, seliges Unterpfand der Erbarmnisse meines Gottes!! Süßester Trost für jedes reuig zerknirschte Herz! bedarf es wohl mehr, als deines Anblickes, um mich mit dem vollesten Schmerz der aufrichtigsten Neue zu erfüllen?! Es ist ja das Herz meines für mich und meine Sündenschuld geopferten Jesu! Ach! wenn ich dich so am Kreuzesstamme erblicke, deinen heiligsten, ganz mit Wunden bedeckten Leib- borngekröntes Haupt zu mir geneigt deffen das Haupt meines Erlösers Mund für mich am Kreuze noch Verzeihung der Schuld dein heiliges gefleht dein blutgefülltes Auge- das am Kreuze - - - - - - - - 11 - - - - -V - 1 - guter Hirt! auf! Ströme von noch, zur Sühnung meiner Schuld, Thränen geweint! für mich geweint!! deine heiligsten Arme nach mir ausgespannt, diese tiefen tiefen-- Wunden in den Händen deiner unendlichen Barmherzigkeit, die ich so oft verkannt diese Arme so sehnsuchtsvoll nach mir ausgespannt sie rufen mir so innig in das Herz- lange ach, lange schon habe ich deiner gewartet. Diese tiefen tiefen Wunden in deinen Füßen sie sind mir ein Zeichen der Langmuth, mit der so lange gewartet hast,-— du meiner gewartet ach so lange!! sind mir ein Merkmal der Liebe, mit der du, guter Hirt- mir, dem verlornen Schäflein nachgegangen auf schmerzlichen Wegen bis du dasselbe gefunden!!! Hier bin ich hier bin ich- o nimm mich wieder es schmerzet mich),- daß ich gesündiget- - - - es schmerzet mich im tiefen Schmerz jenes Herzens daß ich offen in deiner Brust und für mich durchschnitten erblicke o tiefe tiefe Wunde dieses zartesten Herzens!!- O wie könnte ich diese Wunde erblicken, ohne im Schmerzen der Neue der tiefsten Reue gleichfalls verwundet zu werden! D! ich will mich aufmachen mit dem verlornen Sohne und meine Schuld bekennen im Schmerz, mit dem er gerufen: Vater! ich habe gesündiget ich bin nicht würdig dein Kind zu heißen" o träufle dein heiligstes Blut aus diesem deinen mitleidigsten Herzen aus allen deinen Wunden auf mich herab herab- in diesem Blute wären meine Sünden roth wie Scharlach- sie würden doch weiß wie der Schnee und soll es dann auch in meinem Herzen fortan bleiben- ein reines Gewissen will ich in selbem bewahren weiß wie Schneedas ist mein festester Entschluß, o treues Herz! und ist der einzig gültige Beweis meiner wahren Neue. Nicht mehr fündigen will ich dies mein festester nicht mehr-- nicht mehr!! Was wenn sie - - - - - - 11 - - - - - 1 - - 79 - - - - — - - - 11 — Entschluß! helfen mir sonst Thränen des Auges U - - - - - - 1 - 0 - 80 nicht das Herz auf solche Weise in Reue und Schmerz weinet ret.- Treue und durch den treuen Vorsaß in sich bewahtreues Herz! gib meiner Reue diese die Treue deiner unbefleckten Mutter, die dich nie durch irgend eine Makel und Schuld beleidiget, und meine Beichte wird mir zur vollen Versöhnung und vollen Besserung des Lebens sein. - - - 5061 808 ( Nimm dir wieder vor, einen gewissen Fehler N. N., in welchen du häufiger fällst, ja nicht mehr zu begehen.) - 3) Vertrauen. ,, Nehmet hin den heiligen Geist, denen ihr die Sünden vergebet, denen sind sie vergeben." du, meine Seele?! frohlocke und juble!! Hörst vertraue - - - bekenne.- Alles Alles was dir der Priester auf Erde nachläßt, ist auch im Himmel vergeben.- Was auf Erde aufrichtig, vollständig, reumüthig bekannt ist, das wird in der Ewigkeit nicht mehr gerichtet!! O, daß nur keine falsche Scham mir das Herz den Mund verschließe! Nein, dieses Unglück soll mir nicht widerfahren Seele den wollte. ren diese Freude will ich dem Teufel nicht machen der freilich dieses Mittel- die Beichte dieses einzige Mittel zur Rettung meiner zu meiner noch größeren Verdammniß wenDoch nein, dies soll mir nicht widerfahaufrichtig vollständig will ich bekennen der Priester an Gottes Statt, der mich höret er ist ja dein Priester o barmherziger Samaritan, o guter Hirt! o Heiland meiner Seele!--- er wird mich in der Barmherzigkeit deines erbarmenden Herzens hören- so will ich mich nun zu seinen Füßen werfen, als wärest du es selbst, mein Heiland, und gewiß, ich werde mit Vertrauen mich Ihm offenbaren-- je vollständiger gewissenhafter ich es thue, desto tröstlicher wird es dem Priester desto tröstlicher meinem eigenen Herzen sein und mir den vollen Frieden des Herzens - - - - - - - - - - - 1 - 1 - — - - - - - - geben. süßes Herz! feftiglich mitleidigstes heiligstes Herz So hoffe ich es von deiner Barmherzigkeit, o nicht auf mein Verdienst und meine Vorbereitung baue ich; sondern dir vertraue ich mich, o gütigstes meines Erlösers, du bist das Herz meines Erlösers du kannst mich versöhnen du bist das Herz meines Erlösers des barmdas Herz des guten Hirtens herzigen Sameritans, du willst mich retten und heilen; auf dein Verdienst und deine Barmherzigkeit und Liebe vertraue ich, o Jesus! auf deinen mütterlichen Schuß- o Maria o Zuflucht der Sünder und Mutter der Barmherzigkeit meine Mutter! - Amen. - - - 81 - - - 1 - - 11 - - - ( Denke, während du dem Beichtstuhle dich näherst, ernstlich an dein Grab an deine letzte Beichte an reumüthig das Gericht--; sprich öfter den süßen Namen Jesu und Mariä aus, rufe deinen Schußengel und deine sonstigen Schußheiligen kurz und inbrünstig an, und beichte so, als wenn es wäre das letzte Mal.- Beichte deine Sünden offenherzig demüthigst. Ich erinnere dich an das, was du ohnedies als gut unter= richtetes Kind der Kirche wissen wirst, nämlich: alle schwe ren Sünden ist man verbunden, der Zahl und Gattung nach genau zu beichten, sonst ist die Beichte ungültig. Es ist aber doch sehr heilsam, auch die läßlichen Sünden zu beichten, und schwere Versuchungen dem Beichtvater zu entdecken. Das thun alle wahrhaft frommen Seelen, und so sollst auch du es thun.) - -- - -- 2. Danksagung zu dem heiligsten Herzen Jesu nach der heiligen Beichte. Göttliches Herz! ich bin dir wieder versöhnt ach, welch' ein süßes, seliges Bewußtsein!! Innigst durch6 - 82 drungen vom Danke für diese unendliche Gnade sinke ich nieder vor dir-!! O wie fönnte ich Worte finden, dir genügend zu danken? Die Sünde! die Sünde!! dieses einzige, größte Uebel ist von mir hinweggenom- - men, diese centner- und höllenschwere drückende Laft! Dwie mein Herz sich nun so leicht fühlt, gestärkt und erquickt durch die Heiligung deiner Gnade! Ja, die Erbarmniß deiner Güte, dein heiligstes Blut, süßes, mitleidiges Herz! hat sich über mich ergossen, und mich rein gewaschen von meinen Sünden. - - - ( Nun bete die heilige Buße, die dir aufgegeben ward, mit besonderer Andacht, so, als wenn du mit dem Munde und dem Herzen Jesu selbst beten würdest; denn das Bußgebet ist das allerkräftigste, heiligste, das es gibt; es hat feine Kraft und sein Verdienst unmittelbar durch das un= endliche Verdienst Jesu Christi. Bete es gleichsam in die Wunde des göttlichen Herzens hinein, auf daß es so völlig versöhnend vor das Angesicht Gottes dringen möge; dann bete alfo:) - tigam O welch' ein Trost! ich darf nun wieder mit reinem, ganz geheiligten Herzen dich,- o Gott!- meinen Vater nennen dich, o Jesus! meinen Bräudich, o heiliger Geist! meine einzige Liebe nach solchen Beweisen deiner Liebe und Erbarmung für mich, wie sollte ich dich nicht wieder lieben in den mächtigsten Flammen der Liebe, und nicht einzig dahin trachten, von nun an eifrig dir zu dienen ohne die mindeste freiwillige Schuld und Sünde! Mit dir versöhnt bin ich ja nun in der Freundschaft Gottes, aller Engel und Heiligen; der ganze Himmel ist für mich wieder aufgeschlossen!- D, nicht die geringste Sünde soll mir diesen Trost, dieses Glück dieses heilige Bewußtsein je mehr rauben können. Und das ist es, worauf es nun ankömmt, und woraus ich die gegründete Hoffnung fassen darf, daß ich würdig gebeichtet habe, nämlich: wenn ich nun wirklich anders und besser - - - - 83 werde, als ich war. Nun denn, so soll es sein! Ich habe es mir vor der heiligen Beichte kräftigst vorgenommen, und nehme es mir nun von Neuem noch einmal ernstlich vor.-- Von nun an will und werde ich mit deiner Gnade, o Jesus! den Weg der Heiligkeit und Gerechtigkeit mit allem Eifer wandeln, so wie es mich dein Unblick lehrt, heiligstes Herz! Du strablest vor mir im Glanze aller Tugenden die mich Gott wohlgefällig und dir ähnlich machen sollen.- Dein Verdienst und deine Gnade hat mir die Wiederversöhnung gebracht fie flöße nun auch in mich den Geist der der Treue Stärke, der Entschlossenheit des Eifers und Beharrlichkeit in Allem, was ich dir so heilig versprochen habe, und was dein Blut im Sacramente der Buße versiegelt hat. Aus mir freilich bin ich zu schwach doch, durch dich und mit deiner Hülfe verAlles. Möge dann diese Beichte der mag ich Alles Anfang sein meiner Bekehrung zu dir, o Gott! und der Beginn meiner Heiligung, daß ich nun ohne Aufenthalt weiter und weiter in allen Tugenden fortschreite. Jeder Pulsschlag meines Herzens möge dir für diese meine heutige Versöhnung, und für jede andere Gnade danken, die deine Güte mir bisher gewähret hat. Gib doch, mein Jesus! daß jede künftige Beichte mir nur dazu diene, nicht nur meine Sünden aus meiner Seele zu waschen: denn ich will ja nie mehr fündigen( erneuere hier noch einmal deine Vorsäge, und besonders den Vorsatz, keine auch noch so geringe Sünde je mehr freiwillig zu begehen; fasse auch insonderheit den Vorsatz zum Beweise deiner Besserung und deiner Liebe zu Gott, die heilige Communion mit aller Andacht zu empfangen), sondern nar dazu möge mir von nun an jede heilige Beichte dienen, um mich je mehr und mehr im Schmerz über meine einst begangenen Sünden mit dir zu versöhnen- zu heiligen, daß so das Licht der Gnade in mir sich stets mehre, bis ich einst das letzte Mal durch die Lossprechung des Priesters dir verföhnet werde!! Sei mir dann gnädig 6** - - - - - - - - - - - - 11 - - 1 1 84 bei dem Gerichte, und gib, daß meine heutige Beichte und jede künftige, bis auf meine legte mir wirklich zur vollen Versöhnung und Sicherheit des Heiles sei, durch den Schutz und die Gnade deines Herzens, o mein Jesus! Amen. 3. Troftworte zur Aufmunterung einer Seele, die das göttliche Herz Jesu liebt, und doch mit trostlosem und geängstigtem Herzen vom Beichtstuble gehet. Warum, christliche Seele! warum betrübest du dich, und warum läßt du deine Kleinmüthigkeit überhand nehmen? Weißt du denn nicht, daß Gott dein allerliebster, huldreichester, gütigster Vater ist, der dich vor so vielen Andern auserwählt und zur Kenntniß des Heiles berufen hat, der dich vom Mutterleibe an mit so vielen Gnaden überhäufet, und schon durch so viele Zeichen seine Liebe dir zu erkennen gegeben hat? Warum also zagest und fürchtest du so ängstlich? Gott, der himmlische Vater, will freilich, daß du Ihn fürchten, aber nicht wie ein Knecht seinen Herrn, sondern wie ein Kind seinen Vater fürchtet, in einer Furcht, die zugleich voll Liebe und Vertrauen ist. Wo ist ein Kind, das zu seinem Vater seine Zuversicht verliert, von dem es weiß, daß es ungemein geliebt wird? Nun denn, Gott, dein Vater, liebet dich, als sein auserwähltes Geschöpf, als Seele, unendlich mehr, als aller Vater- und Mutterherzen zusammengenommen irgend ein Kind. Keine Liebe ist mit der Liebe Gottes für die Seele zu vergleichen. Meinst du, Er habe dich aber wegen deinen Sünden verworfen? O blicke auf Jesum! Hat Gott nicht also die Welt geliebt, hat Er nicht dich so sehr geliebt, daß er seinen einzigen Sohn für dich in den Tod hingegeben hat für deine Sünden? Was zweifelst du denn, und was ängstigest du dich? Oder meinest du vielleicht, Jesus selbst habe dich deiner Sünden wegen verworfen? Ach, betrachte sein offenes Herz! wie kannst du deinen allerholdseligsten und liebreichsten Erlöser und Liebhaber der Menschen eine solche - 85 Schmach und Unbild zufügen, daß du also an seiner Liebe zweifelst. Ist dieses sein Herz, das du siehst, nicht das Herz deines Erlösers in überflüssiger Erlösung? Er ist dein Richter, freilich, aber Er ist auch dein Erlöser und liebender Bräutigam, und wenn Jesus dir gnädig ist, wird Er dich verdammen? - Aber, sagst du, ich fürchte, daß ich nicht vielleicht eine unwürdige Beichte verrichte, und folglich meinen Gott unwürdig empfange. Allein, siehst du denn nicht, o zagbafte Seele! daß eben diese Furcht ein Zeichen ist, daß du deinen Gott liebst? Ein Kind, das sich fürchtet, und sehr fürchtet, daß es seinen Vater nicht vielleicht beleidiget habe, hat ohne Zweifel eine große Liebe zu seinem Vater. Uebrigens frage ich dein Gewissen selbst: Lebst du wirklich in einer bösen Gewohnheit, die dich in schwere Sünden fallen macht? Oder hast du mit Wissen und Willen, so daß du darauf schwören fönntest, eine schwere Sünde in der Beicht ausgelassen? Wenn dem also wäre, ja, dann hättest du freilich Urfache zu fürchten, und nichts kann dir helfen, als eine reumüthige und aufrichtige Beichte, und der kräftige Vorsaß, dich zu bessern. Aber wenn du mit der Gnade Gottes in feine schwere Sünde fällst, auch nach Möglichkeit trachtest, die läßlichen zu meiden; und wenn du wissentlich keine schwere Sünde in der Beicht verschwiegen hast: was betrübest und ängstigest du dich? Aber, ich liebe meinen Gott nicht, wie ich sollte, sagst du. Ich antworte: Es gibt deren Wenige, die Ihn also lieben. Du mußt dich zwar befleißen, daß du von Tag zu Tag in der Liebe Gottes zunehmest und wachsest: aber deine täglichen Fehler und Gebrechlichkeiten sollen dich nicht verzagt, sondern demüthiger machen; alsdann wirst du aus deinen Schwächen noch Nußen ziehen, und die Liebe Gottes wird sich durch die größere Erkenntniß deiner Nichtigkeit noch mehr in dir vermehren. Ueberdieß weiß du ja gar nicht, wie sehr du Gott liebst; dieß weiß nur Gott allein, der dir dieses schon zu erkennen geben wird, wenn Er will, und solche Erkenntniß dir zum Heile ist. Uebrigens, wenn du wirklich seinem Herzen getreu dienest durch den Gebrauch der heiligen Sacramente, und durch die Beharrlichkeit in den Tugend 86 übungen: o so zweifle nicht, du liebst Jesum, und liebst Ihn ſehr. WAK Es gibt aber so viele Seelen, fagst du, welche lauter Trost und Freude ihres Herzens bei ihrer Beichte und in den geistlichen Uebungen fühlen; da ich nun aber nichts als Angst und Unruhe empfinde, so muß es ja mit mir übel stehen. Nein, du betriegst dich; die Gaben Gottes und seine Wege sind gar verschieden. Die Einen ernährt Er mit Milch, die Andern mit härteren Speisen; die Einen tröstet Er, Andere läßt Er in Betrübniß; dich führt Er durch den Glauben, Andere durch innerliche trostreiche Heimsuchungen. Er ist der Herr, und kann thun, wie Er will: was aber Gott will, das mußt auch du wollen; sein Wohlgefallen sei auch das deine; es ist immer zu deinem größten Heile. Begnadiget Er dich fühlbar, so küsſe Ihm die rechte Hand; prüft Er dich in der Angst, so küsse seine Linke. Schreibe Jhm niemals vor, wie Er dich halten soll, und wäre es der härteste Weg von der Welt, so kannst du desto mehr verdienen, und Gott angenehmer sein durch die Geduld, als Andere durch Trost und Freude des Herzens. Denke an jene Heiligen, die fünfzehn und zwanzig Jahre die größten Peinen und Verlassenheiten des Geistes so standhaft zu ihrer größten Heiligung gelitten, und glaube nur sicher, Gott der Herr wird zu seiner Zeit, wenn du einmal recht tief in der Demuth begründet bist, und die Prüfung überstehst, und dich beſonders auf das Wort deines Beichtvaters in seinen heiligsten Willen ganz ergibst; Gott der Herr wird dich dann schon fühlen lassen, wie sehr du Ihn liebst, und wie unendlich mehr noch Er dich liebt. Aber, ich möchte wissen, sagst du, ob ich wirklich in der Gnade Gottes bin. Mein Kind! das hat selbst der große Apostel, der heilige Paulus, aus sich selbst nicht gewußt, und wenige Heilige sind dessen vom Himmel herab durch eine besondere Offenbarung versichert gewesen. Du hast den heiligen Glauben und die Hoffnung, und ein so vielfaches Zeugniß, das dich schließen läßt, du liebest Gott und seiest in seiner Gnade, und mit diesem sei zufrieden, und lege dich mit völligem Vertrauen in die Arme der göttlichen Vorsicht und Barmherzigkeit: so wirst du sicher ruhen und der Friede Christi, der alleu Genuß übertrifft, wird dein Herz erfüllen, und dich mit dem innersten Zeug- 87 nisse der göttlichen Freundschaft und Liebe erfreuen. Die heilige Beichte wird dir wieder zum vollen Troste des Herzens sein. - Jesus gebe dir diesen Trost und Frieden durch die Liebe seines Herzens. Amen. VI. Liebesvereinigung der Seele mit dem göttlichen Herzen Jesu Christi in der heiligen Communion. 1. Anleitung. O glückliche Seele, die du das göttliche Herz Jesu liebst, freue dich und juble! Nicht nur im Himmel ist dieses Herz, sondern auch auf Erden, und, o, welche Seligkeit für dich, du darfst es wirklich, wahrhaft und weſentlich genießen! Das iſt das große, seligste Glück dieses Lebens, die heilige Communion, die Communion des göttlichen Herzens! O, wenn du, christliche Seele! be denken möchtest, was dieses Glück Alles sagen will: welch' eine Freude würde mit jedem Male dein ganzes Herz durchzucken, so oft du nur das allerheiligste Sacrament des Altars nennen hö rest! Die heilige Communion, welch' ein Trost und Jubel für dich! Jesus ist ja wirklich wesentlich gegenwärtig unter uns mit Leib und Seele, mit Gott- und Menschheit, somit auch sein göttliches Herz: und du darfst dieses Herz durch die heilige Communion in dein eigenes verschließen! Zu diesem ganz göttlichen Hochzeitmahle gibt es keine bessere Vorbereitung, als die Liebe Jesu. Diese heilige Liebe Jesu wohnt aber nicht auf den Lippen, nicht in äußern Worten; sondern tief im Innersten des Herzens:-diese Liebe ist ein himmlisches Feuer, das Jesus vom Himmel herab gebracht, und durch den heiligen Geist in unsere Herzen eingießt und entzündet( Röm. 5, 5). Gott selbst ist - 88 die Liebe, sie ist die persönliche Eigenschaft des heiligen Geistes, welcher durch die Liebe von Jesu als Gottessohn und den himmlischen Vater ausgehet, und unter den Menschen in jene Seelen sich ausgießet, die Er zu seinem Tempel( 1. Cor. 6, 19) fich weihet, zu Kindern Gottes macht, und mit ganz himmlischer Schönheit zieret( verherrlichet). Das einzige Mittel, diese selige Liebe in sich aufzunehmen, ist die Reinigung des Herzens. So lange dein Herz mit Sünden befleckt, mit bösen Begierden erfüllt, und voll irdischer Anmuthungen ist; so lange kann der Geist der Liebe dasselbe nicht besigen. Du kannst nicht zugleich Jesum und seinen Feind lieFen, nicht zugleich an Tische des Herrn und zugleich am Tische seiner Feinde, der sündhaften Weltfreuter,_sizen( 1. Cor. 1, 10). Mithin, wenn du das Glück der heiligen Communion genießen willst, thu', was die heilige Kirche vorschreibt, reinige dein Herz vorerst durch eine recht reumüthige und aufrichtige Beichte, und rufe zu Jesu, daß Er in dir durch die Kraft seines Geistes ein neues, reines Herz erschaffe( Pf. 50). Sei nicht so vermesſen, daß du durch eine unwürdige Communion das göttliche Herz betrübest, durch einen Gottesraub entheiligest, und an der Speise des Lebens dir den ewigen Tod und das Gericht hineinesfest( 1. Cor. 11, 29). Doch von der schweren Sünde bloß durch das Sacrament der Buße befreit zu sein, ist noch nicht genug, wenn du die Seligkeit der Communion reiner Seelen erfahren willst. Da heißt es auch die läßlichen Sünden aus dem Herzen reißen, und bestreben, alle wissentlichen Mängel und Gebrechen gänzlich meiden. Mithin, je öfter du communicirest, desto eifrige trachte, daß du aller weltlichen Begierden, aller unordentlichen Anmuthungen, aller unnützen Sorgen dich entschlagest, und die Liebe zu weltlichen Gütern und Freuden gänzlich aus deinem Herzen reißest; daß du Jesum allein suchest, Ihn allein fürchtest, Ihn allein liebest, Ihm allein dienest durch aufrichtige Meinung, brennenden Eifer, und durch eine gänzliche Uebergabe deiner selbst in sein heiligstes Herz und in seine göttliche Vorsicht, mit großem Verlangen nach Heiligkeit. Fange demnach eifrigst an durch stäte Uebung die göttlichen Tugenden des hochheiligsten Herzens dir zu erwerben, näm 89 lich: die Sanftmuth, Demuth, Geduld, Barmherzigkeit u. s. w. nach der Anleitung, die ich dir weiter unten geben werde. Wenn Jesus deinen Fleiß sehen wird, deinen Eifer, deine Begierden, Jhm zu gefallen, alsdann wird Er den Geist seiner Liebe reichlich in deinem Herzen ausgießen; wenn du dann also erfüllt mit dem Geiste der Liebe Jesu zum Tische des Herrn hinzutrittst: o dann wirst du dich nicht lange erst besinnen müssen, was du mit dem Bräutigam deines Herzens reden, was du von Jhmt begehren, und wie du Jhn bewillkommen wolleft; denn Gott der heilige Geist betet dann in deinem Herzen mit unaussprechlichen Seufzern einer Liebe, die dich ohne Anstrengung sanft und seligst mit Gott deinem Heilande im Sacramente seiner Liebe vereinigen wird. Dieser göttliche Geist wird in deinem Herzen heilige Be gierden und Anmuthungen der allerhöchsten Tugenden erwecken, wie du sie sonst nie gefühlet, ja nie geahnet hast. Dieser Geist der Wahrheit wird deinen Verstand erleuchten, auf daß du erfennest, wer Derjenige sei, der zu dir kommen will; daß du ahnen mögest die Anmuth, Herrlichkeit, Schönheit und Seligkeit des himmlischen Bräutigams, der sich mit dir vermählen will. Dieser Geist der Wahrheit wird dein Herz dann mit einer Sehnsucht der Liebe nach Jesum entzünden, daß du erst empfinden wirst, was es heiße, nach Jesum verlangen- Jesum lieben aber auch wie selig und süß es sei, durch die heilige Communion Ihm anzugehören und mit Ihm so innigst sich auf Erde bereits zu verbinden. Wenn du diese Sprache noch nicht verstehest, so kannst du sie doch, wenn da nur eifrig bist, und wahrhaft willst, oft communicirest und viel betrachtest und betest, kennen lernen. So lange du von den Freuden der Vereinigung mit Christo nichts verstehest, so lange denke nur, daß dein Herz noch unrein und irdisch ist. Wenn du es aber einst gereiniget haben wirst, alsdann wirst du fassen mit allen heiligen und Jesſum liebenden Seelen, was Alles der Geist Gottes in einer reinen Seele wirfen kann; du wirst kosten jene himmlischen Süßigkeiten, die Gott Denen vorbereitet hat, die Ihn lieben; du wirst empfinden, wie wahr es ist, was Paulus sagt: daß der Friede Christi und sein Genuß wirklich allen menschlichen Verstand, und alles menschliche Verlangen übersteiget. So liebe denn, christliche Seele!. liebe die Reinigkeit des Herzens, und du wirst den König zum Freunde haben( Sprichwort 21, 11), und auf seine Ankunst in der heiligen Communion bestens bereitet sein. Jesus wird sich dir zu erkennen geben, seine Liebe wird dein Herz dann immer mächtiger entzünden, und alsdann wird Jesus dich mit der Braut im hohen Liede durch die heilige Communion einführen in das Innerste seiner Gnadenwirkungen, die dir die Liebe seines Herzens zu kosten geben. Trachte demnach, daß du je mehr und mehr durch deinen Eifer auf den Weg der Tugend mit dieser Liebe zu Jesu entzündet wirst, und so mit liebeflammendem Herzen und recht lebendigem Glauben, daß es Jesus ist, den du empfängst, dich zur heiligen Communion vorbereitest; das ist die allerbeste Vorbereitung zum würdigen Empfange der heiligen Communion. Als Mittel dazu können dir, nebst andern, jedesmal folgende Uebungen dienen: - 2. Ulebungen vor der heiligen Communion. 1) Uebung des Glaubens. O, sei mir gegrüßt, glücklicher Tag meines Lebens! Heute noch heute noch!! werde ich Jesum meinen Heiland und Gott- 1 in meinem Herzen besitzen ich werde Ihn von den durch Gott den heiligen Geist geweihten gesalbten Händen des Priesters heute noch empfangen. ,, Mein Leib ist wahrlich eine Speise, mein Blut wahrlich ein Trank:" so höre ich dich, o ewige Wahrheit, sagen: ,, Nehmet hin, dies ist mein Leib dies ist mein Blut wer von diesem Brot ißt, wird leben in Ewigkeit." Es ist dein Wort deine Versicherung, o Jesus! Himmel und Erde werden vergehen, deine Worte werden nicht vergehen. ,, Siehe, ich bleibe bei euch bis an das Ende der Welt." Ach ja, du bist bei uns geblieben, o Jesus! in diesem allersüßesten Sacramente deines Herzens.-- D - - - 90 -- - - - - - SID - - 1 - 91 Herr; ich glaube und bin bereit für diesen meinen Glauben den letzten Tropfen Blut meines Herzens zu o selige Wahrheit wie süß und theuer dieses mein Bekenntniß! Ja, Herr! vergießen ist mir heute ich glaube daß du selbst- Gott und Mensch mit Leib und Seele unter dem Schleier des Brotes verborgen, meine Seele heute mit deiner Gegenwart und füßesten Umfangung deines Herzens beglücken wirst!! vermehre, o Gott meiJa, Herr! ich glaube nes Herzens! meinen Glauben. deiuer gebenedeiten Mutter ich, o Jesus! komm!! - - - - - - - - - 2) Demuth. Doch, wie werd' ich wohl würdig sein, einen solchen Gast zu empfangen! Jesus - Hörst du, meine Seele fommt!! Jesus, bereits verherrlicht, in der Glorie will des Himmels zur Rechten des Vaters dennoch eingehen in die arme Hütte meines Herzens!! allmächtiger Sohn Gottes! wenn der Himmel sich in dem Augenblick öffnete, da der Priester dich mir in der heiligen Hostie zeiget, welche ich empfangen( foll) werde; wenn ich hören würde den Jubel der Anbetung, mit welchem in diesem Augenblicke der ganze Himmel dich grüßet: acht wer bin ich, daß ich es dennoch wage, mich dir zu nahen? Vor dir im Staube neigt sich deine Creatur- o Herr! ich bin nicht würdig!! ich bin nicht würdig!! ich bin nicht würdig!!! D, daß ich dich doch mit der Demuth des Herzens Mariä, Erder demüthigsten Jungfrau, empfangen könnte! sebe, o demüthigstes Herz, das ich nun empfangen werde was mir an dieser nothwendigen Demuth gebricht, die allein im Stande ist, mein unwürdiges Herz einigermaßen würdig meinen Gott und Erlöser zu bereiten! Ihm sei Lob und Ehre dafür in Ewigkeit, der heute ein solches Wunder der Verdemüthigung an mir vollenden - - - Mit dem Glauben mit ihrem Herzen rufe ich glaube!!! - 11 - will, daß er selbst zu mir, der ich Staub und Usche bin, zu kommen sich würdiget!! 11 — 3) Sehnsucht und Liebe. Doch so tief auch das Bewußtsein meiner Nichtswürdigkeit und meines Unvermögens ist, dich würdig genug zu empfangen dennoch sehnt sich so unwiderstehlich mein Herz nach diesem Glücke weil ich dich liebe!!- o Jesus! weil ich dich liebe so innig - liebe! dich, der du mich geliebt bis in den Tod! Oblicke auf mich-- mein Herz, es seufzet nach deinen Altären weil es dich sucht und keine Ruhe als bei dir findet! wag' ich es doch nach dir zu rufen zu zu dir Darum, obwohl so unwürdig nach dir zu verlangen dich selbst einzuladen zu kommen mir-zu mir zu kommen. Ja komme- zu mir! Ach, Herr! die Sehnsucht meines Herzens ziehet mich du wirst mir die Erfüllung meines Verlangens nicht versagen nein, das wirst du nicht- weil du es selbst bist, der jenes Feuer in mir entzündet hat, das mich so nach dir in Sehnsucht heiliger Liebe sehnen und verlangen macht. Du wirst mir die Erfüllung meines flammenden Verlangens nicht versagen; dies bürgt mir dein Herz dein für mich offenes in allen Gnaden überfließendes Herz!! das mit solchem Verlangen nach unsern Herzen verlangt die es erlöset hat- die es auch heiligen und bewahren will. O süßes, süßestes Herz!!! du einzige Ruhe des meinigen, schenke dich mir. Komm, so ruft meine Seele mit allen ihren Kräften nach dir. Komm, du bist ja das Herz des Heiligsten des Gütigsten des Herrlichften Liebenswürdigsten nach dir sich sehnen Alles in mir so schwach so elend so herrlich mein Jesus dir verlangen- ja komm - 11 - - - - —— -- 92 - - 1 - 1 - - - - - - - - - - - - - —— wie sollte mein Herz nicht nach deinem Besig und Genuß. ruft nach dir! Ich bin so arm- du bist so reich so stark wie sollte ich nicht nach ich bin dein Schäflein, es - - - - - 93 sucht den Hirten! - - Ich bin verwundet- o heile mich himmlischer Arzt! Mit den Anmuthungen der Liebe deines Herzens grüße ich dich, und rufe zu dir, o Jesus! erbarme dich meiner und komm- in meine seufzende dürstende Seele mit dem Verlangen des Herzens Mariä seufze und verlange ich ich- fomm, o Gott der Liebe! mein Jesus! Amen. ( Wenn der Priester nun den Tabernakel öffnet, öffne du dein Herz empfange über dasselbe zur Weihe die Segnung des Priesters- und empfange in tiefster Demuth und sehnsuchtsvoller Liebe Jesum.) - - - - - Wenn du Jesum in der heiligen Communion bereits entpfangen hast, sodann benüze dein Glück, o christliche Seele! Ziehe dich, wenn du kannst, an einem einsamen Ort zurück, und überlasse dich da ganz den Gnadenwirkungen Jesu in deiner Seele; denn alsdann ist die auserwählte Zeit der Gnade da, die glückseligste, segenreichste Zeit deines Lebens, die Zeit der geistlichen Ruhe in den Armen Christi, die Zeit himmlischer Freuden und Süßigkeiten, wie es denen bekannt ist, die mit vollent Eifer diese Zeit des Heiles für ihre Seele benügen. Du kannst dir, nachdem du die heilige Communion empfangen hast, vorstellen, als ruhest du mit Maria Magdalena zu den Füßen des Erlösers, und als hörtest du mit ihr, was seine Liebe an dein Herz spricht. Nach einigen Acten der Bewunderung, daß ein Gott zu dir kömmt, und auf solche Weise sich mit dir vereiniget; nach einigen Acten deiner völligen Vernichtung vor diesem deinen gnädigsten, gütigsten Gott, der nun in deinem Herzen ruht, merke bloß in stiller Anbetung auf seine allerheiligste Gegenwart, und liebe, liebe so innigst und feurigst du kannst, aber auch so still und ruhig als möglichst, daß du dich ganz nur den Liebesanmuthungen für Jesum hingibst, so wie seine Gnade dich zieht, als ruhest du, wie ein heiliger Johannes, wirklich in seinen Armen, an seinem Herzen. So liebe und bete an, erstlich in völliger Stille; bloß nur mit dem Gebete deines Herzens ohne Worte; wenn du aber dann Jesum mit Worten anreden willst: so rede zu Ihm von dem Heil deiner Seele, von dem Verlangen, heilig zu leben und einst selig zn sterben. Nede P 11 94. - mit Ihm wie ein Verurtheilter mit seinem Richter, der ihn befreien fann; schmiege dich an Ihm, wie das verlorne, aber wieder gefundene Schaf an den guten Hirten! rede wie ein Freund mit seinem innigsten Freunde, wie eine vertrauliche Schwester mit ihrem Bruder, wie eine zärtlich liebende Braut mit ihrem himmlischen, innigst und noch zärtlicher liebenden Bräutigam. Ruhe mit Maria Magdalena zu den Füßen des Herrn, oder mit dem Jünger der Liebe an seiner göttlichen Brust, an seinem göttlich liebenden Herzen, das nun in dem deinigen schlägt. Da sei dann deine Seele an dem göttlichen Herzen wie ein Kind an der Mutterbrust; in dieser Vorstellung communicirte die heilige Katharina vont Siena. Dein Herz sollte da, durch die heilige Communion getaucht in das Meer der ewigen Liebe, ganz mit Liebe, mit den Tugenden und dem Verdienste Jesu Christi erfüllet, und durch die Heiligung solch einer Vereinigung und Liebe in allen seinen Anmuthungen, Verlangen und Vorfäßen eines mit dem göttlichen Herzen werden. So vereinige dich mit Jesu durch die heilige Communion, und benüße diese kostbarsten Augenblicke deines Lebens. Wie viel und wie leicht kannst du von Jesu zu dieser Zeit erlangen! Vertraue Jhm alle Angelegenheiten deines Lebens, jedoch nur mit stillem Seufzen des Herzens. So bete— liebe liebe danke und preise. Gib aber wohl Acht, daß du nicht durch zu viel eigenes Nachsinnen, oder durch mündliche Gebete den Geist der Liebe in seinen Wirkungen stö rest, sondern verhalte dich wie ein Gärtner, welcher in Ruhe ist, wenn ein sanfter Regen seine Pflänzchen befeuchtet. Wenn du aber merkest, daß dieser fruchtbare Negen aufhört, dein Herz im Trocknen sich befindet, und fremde Gedanken dich beunruhigen wollen: alsdann gebrauche ein geistreiches Büchlein, bedenke und führe wohl zu Gemüth, was du liesest, und halte mehr auf kurze Betrachtungen, als auf das bloß mündliche Gebet nach der heiligen Communion. Uebrigens lasse dir wohl gesagt sein, daß du nach jeder heiligen Communion eine halbe Stunde zur Danksagung verwendest, wenn du anders kannst. Je mehr, desto bes ser. So du aber die Wirkungen der heiligen Communion vollkommen benützen willst, und Jesus dir gnädig ist, wird auch eine Stunde dir kurz dünken, und diese verwende getrost und mit Freuden bei und mit Jesu; denn wie gesagt, diese Augenblicke nach der heiligen Communion sind wirklich die kostbarsten deines Lebens. - - - 95 Als Hülfe für das betrachtende Gebet nach der heiligen Communion fönnen dir folgende Liebesaffekte dienen, wie auch alle die Liebesseufzer, die du noch in der Folge lesen wirst. - 3. Danksagung nach der heiligen Communion. 1) Gruß. O freuet euch mit mir, und jubelt ihr Alle, die ihr Gott liebet, o fommet und lobet meinen Heiland mit mir!- ich habe gefunden, den meine Seele liebt!! Freuet euch mit mir, ihr heiligen Engel- das SchäfJesus, lein, das verloren war, ist bei seinem Hirten euer König und Gott, ist bei mir, ja, bei mir bist du nun wahrhaft, wirklich und wesentlich mein Jesus! O Sohn des lebendigen Gottes! sei mir in meinem Herzen gegrüßt- und umfangen!! - o Herr! ich bin nicht würdig heiligste Seele meines Jesu!- fei mir in meinem Herzen gegrüßet und Herr! ich bin umfangen im Danke der Liebe! nicht würdig den o heilige Menschheit Jesu! Sei mir gegrüßet und umfangen in Dank und Liebe in meinem Herzen o heiligster reinester Seelenbräutigam- ich bin nicht würdig! süßesin Zärtsüßestes zartestes lichkeit göttlicher Liebe entzündetes Herz meines Erlösers! o Sehnsucht meiner Liebe! sei mir in meinem liebkoset Herzen zu tausendmal gegrüßt fangen! Nun bist du das Herz meines Herzens!!o Gott, wie liebe ich dich!!! ihr strahlenden heiligen fünf Wunund um= Ach! mit dem Gruße aller heiligen Engel mit dem Gruße aller in deiner Liebe flammenden Seelen mit dem Gruße des liebenden Herzens deiner gebenedeiten Mutter grüße ich dich ja, mit ihrem Gruße mit dem Gruße ihres Herzens o gestatte - und verschließe dich in mein Herz - - - - - - 11 - 1 - - 1 - 111 - - - - - - - - - - 96 daß ich die Gegenwart deiner allerheizärtlichsten- süßesten Majestät der Liebe in vollem Durst der Liebe meines Herzens genieße! gestatte mir tigsten 1 - - 1 liebenswürdigsten - 2) Anbetung. Gott ist bei mir! in mir!! mir! in mir!! in meinem Herzen!!!- dich an- im Staube meines Nichts ich mich vor dir neigen - -- du bist ja in mir so will ich denn völlig in mein Nichts anbetend vor dir versinken. Du- der du mich aus diesem Nichts welches mich nun durch die Vermein Schöpfer und mein Erlöser O Jesus, Sohn des lebendigen so selig beglückt. Gottes! ich bete dich an, wie dich Maria angebetet, als sie dich von Gott dem heiligen Geiste empfangen mit ihrem Herzen- dein Herz in meinem Herzen als dir geweihter Tabernakel nun verschlossen ich bete dich an, mit der Andacht und Weihe aller Engel und Heiligen ach! laß dir jede Anmuthung meines Herzens in dieser seligen Stunde ein Opfer der Anbetung sein, das im Wohlgeruche des Lobes das Innerste meines Herzens durchduftet, in welchem du, Heiligster, nun deine Ruhe genommen. in das Dasein gerufen, einigung mit dir, - - - 11 - - - - - 1 1 - - - - - 3) Lob und Danksagung. Jegt freue dich und juble, meine Seele, und frohJesus ist bei dir! o, mein Gott und - locke mein Alles!! Alles, was in mir ist, preise und lobe dich! Für jede Gnade, mit der deine ewige Barmherzigkeit meine Seele bisher beglückt hat sage ich dir nun Dank zu tausendmal, und umfange dich im Jubel des Herzens!! Insonderheit danke ich dir und preise dich, daß du dich mir heute geschenket hast-o liebe meines Herzens! Mit dem Lobe aller 1 - - - Jesus ist bei D! ich bete wohin soll - - - 97 Engel und Heiligen im Himmel mit dem Lobe und Jubelraf aller dich jetzt liebenden, lobenden Herzen auf Erde lobe ich und sage dir Dank dafür in Ewigkeit in Ewigkeit! O wahrlich, es ist kein anderes Volk so groß, dem sich seine Götter so nahen, wie du dich uns naheft, o einzig wahrer Gott und Heiland! Was hat wohl der Himmel, das ich jetzt nicht besize?! Mit Gott dem Sohne ist die allerheiligste Dreifaltigkeit in meinem Herzen!-- mit Gottheit und Menschheit mein ganzer Heiland wie viele heilige Engel umschweben mich, die ihren König und Gott in meinem Herzen nun anbeten die mit Staunen des Geistes sehen und bewundern was Wunder der Liebe Du, ewige Liebe! an uns Menschenkindern gethan. Nein, nicht den Engeln, nur uns, deinen Brüdern, o Jesus! theilest du dich im Sacramente des Lebens mit! HimO, juble und danke dafür, meine Seele! mel und Erde- Alles, was Athem hat, lobe und preise dafür mit mir den Herrn! Mit dem Herzen deiner freudenreichen Mutter juble ich, daß du meine Niedrigteit angeblickt und groß gemacht, der du mächtig bist und heilig dein Name o Jesus!- Jesus!- o König meines Herzens! in dir besige ich Alles was mein Herz wünscht und verlangt das Unterpfand deiner Verheißungen - das ich für ewig einst dich in den Freuden deiner Liebe besitzen werde. -- O! wie foll ich dich dafür genügend loben- dir würdiglich danken o vernimm die Worte, das Lob, den Dank- meines in Lob und Dank athmenden Herzens; es athmet im Lob aller Engel und Erzengel, aller himmlischen Mächte und Kräfte, aller himmlischen Herrschaften Fürstenthümer und Thronen im Lobe und Dank der Cherubim und Seraphim und allen dir geweihten, dich seraphisch liebenden Herzen insonderheit mit dem lobenden- dankenden Herzen deiner liebenden, liebentflammten Mutter. O ja, du Bräutigam meiner Seele! Alles den Herzen mit ihrem jubelnden, dankenathmet mein Herz dir liebentflammt Lob 7 - - - - - - - -- - - 1 - - - -- 1 7 - - - - - - - - - 98 und Dant entgegen, den ich mit dem Jubel und mit dem Dank deines mir wesentlich nun vereinigten Herzens vereinige damit er deiner würdig sei, o Gott meines Herzens!! 01 - # 2 1 4) Liebesvereinigung und Opfer des - 1 Jesus ist ganz mein!! und ich bin ganz Sein!! 1 O höchstes Glück, nach dem es auch euch gelüften dürfte ihr heiligen Engel! O selige Wahrheit! hätte sich mein Geist ein solches Glück je zu hoffen gewagt daß es möglich wäre, daß Gott so Und doch ist es so sehr mich liebe?! ganz mein bist du, mein Jesus! O seligste der Wonne, wenn ich mit lebendigem Glauben mein Glück betrachte!! Wie freuet sich dessen in unaussprechlichem Jubel mein Herz! und wie mächtig und innig wie selig und süß in den Ahnungen himmlischer Wonnen erglüht das Innerste meines Seyns in Zug der Liebe, die mich dir so innerlich und wesentlich vereiniget. Es ist die Liebesgluth deines Herzens, o Jesus! die mich so selig erquickt und entzückt!! O, nun beneide ich euch nicht, ihr Jünger des Herrn! Der, an dessen Seite ihr gewandelt, hat Seine Ruhe in der Kammer meines Herzens genommen. Wie lieblich seid ihr, ihr Gezelte von Jakob ihr Wohnungen des irdischen Friedens! Doch so lieblich seid ihr nicht, als es mein Herz ießt ist, in welchem dens nun ruhet. der Fürst des himmlischen FrieRuhe deines Herzens, einst geseufzet hast: wo Er sein Haupt hinlege." Es ist der Friede, die selige mein Jesus! der du ,, Des Menschensohn hat nicht, O süßer Jesus! o Bräutigam meiner in Liebe zu dir in solcher Sehnsucht des Verlangens sich sehnenden Seele mein Herz es ist dir zur Ruhe bereitet!! Du wollest mir die Bitte nicht versagen und völlig dir in untrennbarer Liebe zu vereinigen. dieses mich ganz CERED - - - - 11 - 1 Herzens. 1 1 1 - 1- 1 1 1 88 - - Glucos - - - - - - -- - - 15 0: 0: 0: 0: 0 Liebli du mich? sh. 27. N 99 D! bu weißt es, du, der du die Herzen durchforscheft und schauest- daß ich dir kein Hinderniß sege- bie Wunder deiner Gnaden, nach deinem göttlichen Wohlgefallen in meinem Herzen auszugießen. Und wenn es die Liebe ist, die mein Herz dazu bereitet o, so vernimm das Wort und Bekenntniß meines dir nun so innig verbundenen Herzens ich liebe dich! o ewige Liebe ich liebe dich!! mit der Liebe des Herzens dein Herz - - - - - nem Herzen! gefällig, haftes Herz - - Maria-- aus meinem ganzen Herzen aus meiner ganzen Seele aus allen Kräften liebe ich dich aus ganzem Gemüthe o mein König und Bräutigam mein Gott und mein Erlöser!- laß - - es mich oft und oft in Wort und Bekenntniß aller dich liebenden Wesen im Himmel und auf Erde sagen ich liebe dich!!! Mit der Liebe des Herzens Mariä mit der Liebe deines eigenen Herzens möge ich dir sagen- ich liebe dich!!!- O gib, daß ich dich aber auch so liebe wie deine Liebe es will und verlangt!- Und wann dürfte ich um diese Eine Gnade mit größerem Vertrauen bitten und zu dir flehen als in dieser Stunde? Nun bin ich ja-o Wunder der Liebe! mit dir wirklich ein Geist- ein Herz und eine Seele!! Ich lebe, so darf ich mit dem Herzen des Apostels rufen ich lebe, aber nicht ich, Chriftus lebt in mir!! D, nimm zum Dank dafür in den Anmuthungen meiner feurigsten Gegenliebe nimm hin, o Herr! dieses mein Herz daß es gleichfalls fortan nur in dir lebe- nimm hin meinen Verstand und meinen Willen, daß alle meine Gedanken, Wünsche, Werke fort nur in dir sind und leben- alle meine Kräfte weihe ich dir und deiner Liebe mich ganz und völlig mein ganzes Leben- aus ganzem Herzen deiDoch, damit es ein Opfer sei, dir wohlso reinige, o Reinester! 1 dieses mein sündheilige, o du Licht dieses mein unheiliges Herz Zärtlichster! dieses mein hartes Herz o ewiges Feuer der Liebe! - - - - - - - - - - - - - - -- - - 1 - - — - - - — - - - - der Heiligkeit!- erweiche, o du entzünde, dieses mein kaltes Herz. 7* - - - — Erschaffe in mir, Allmächtiger Gütigster! ein neues Herz geziert mit den Tugenden deines in allen Tugenden hellstrahlenden Herzens. - Ja, nimm es so hin im Opfer der Liebe mein Herz in dieser seligen Stunde, in der du mir dein Herz so mildiglich geschenket hast. Ach! vereinige vereinige in Kraft deiner allmächtigen Liebe, durch diese meine heutige Communion mich dir ganz und völlig- so wie du das reineste Herz Mariä dir vereiniget hast. Mit der Kraft ihrer Bitte und Liebe rufe und seufze ich zu dir, mein zärtlich geliebtester Heiland! vereinige meine Seele deiner Seele o ewige Liebe vereinige Liebe in in Liebe in Liebe mein Herz deinem heiligsten Herzen meine Sinne deinen heiligsten Sinnen meine ganze Wesenheit deiner Wesenheit in Liebe meine Menschheit deiner Gottheit in Liebe daß ich von nun an ganz dein eigen sei und in dir lebe in den Wirkungen und Segnungen deiner treuesten Liebe- o mein Jesus! Amen. - - - - - - 1 - - - - 100 1 11 - - - -- - - - 4. Trostworte zur Aufmunterung einer Seele, die das göttliche Herz Jesu liebt, und doch bei der heiligen Communion in Trockenheit des Geistes ist. am 400 Vielleicht, christliche Seele! vielleicht wirst du zu Zeiten, da du zum Tische des Herrn hinzutreten willst, von schwermüthigen, furchtsamen und trostlosen Gedanken befallen, befindest dich ohne Andacht in der Dürre und Verlassenheit und kannst aus großer Beängstigung des Gemüthes kaum eine gute Begierde fassen, vielweniger deinen Geist ruhig und liebend versammeln. Doch, christliche Seele! wenn du Jesum liebest, zu lieben trachtest, sein göttliches Herz getreulich verehrest; o so bilde dir deßwegen nicht ein, daß es mit dir deßhalb übel stehe, oder daß dich Jesus darum schon verlassen habe. Es kann zwar solche 101 Sprödigkeit des Gemüthes in der Andacht bisweilen freilich aus deiner Schuld entstehen, das ist dann der Fall, wenn: 1 1. Deine irdischen Neigungen noch nicht gehörig unterdrückt und bezähmt sind; so kann jede geringe Sache dein Ge müth verwirren, und es geschieht dann gemeiniglich, daß aus Anstiftung des bösen Feindes gerade an deinem Communiontage dir etwas Widriges vorkömmt, daß deinen Zorn oder Ungeduld und Mißgunst, und dergleichen ungestüme Regungen des Gemüthes erwecket; welches dann Ursache ist, daß der Geist Gottes schweigt, und sich dir nicht fühlbar macht; denn Er liebt die Ruhe und Stille des Herzens. Hieraus siehst du leicht ein, daß du, auch ohne gerade in der Ungnade Gottes zu sein, dennoa) wegen deiner noch nicht gehörig abgetödteten, unordentlichen Begierden des Herzens in der Trockenheit sein kannst. Du siehst aber auch, wie nothwendig es ist zum innerlichen Leben, daß du gar keine unordentliche Begierde in dir leidest, sondern alle ins gesammt aus deinem Herzen reißest. Eben aber, weil du weißt, daß an deinen Communiontagen der böse Feind durch allerlei Umstände dein Gemüth in Unordnung bringen, oder beunruhigen und verwirren will: so siehe dich vor, mache dich darauf zum voraus gefaßt; so wirst du dich desto leichter in der Versammlung erhalten, und den innerlichen Frieden nicht verlieren. 2. Bisweilen zeigt dir Christus ein ernsthaftes Angesicht. und beraubet dich des innerlichen Trostes, entweder, weil du wider seine innerlichen Einsprechungen einen geringen Fehler vorseßlich begangen, oder, weil du deine Eigenliebe nicht erkennen und vollkommen ablegen, und gewisse Tugenden dir nicht in je= nem Grade erwerben willst, zu welchem der heilige Geist dich antreibt und fortan ermahnet. Du bist darum noch nicht von Christo getrennt und außer seiner Gnade; aber du siehst auch die Nothwendigkeit ein, dich ganz dem Zuge der Gnade hinzugeben ohne allen Widerstand, wenn du stets die freundliche Nähe deines himmlischen Bräutigams empfinden willst. 3. Es kann aber dergleichen Verlassenheit bei der heiligen Communion und überhaupt bei deiner Andacht auch eine besondere Zulassung Gottes sein, um dich durch dergleichen Trocken - 102 - 1 heit von den Mängeln und Gebrechen des Herzens vollkommen zu heilen, und die Gelegenheit zu verschaffen. Ihm deine Treue zu weisen, und dein Berdienst für den Himmel zu vermehren; da du ungeachtet alles Mangels an Süßigkeit der innerlichen Tröstungen dennoch aushältst, eifrig und emsig beichtest und communicirest, und somit zeigest, daß du wirklich nur Jesum selbst und nicht bloß seine Gaben suchest. Da läßt dich also dein Jesus auf solche Weise in Trockenheit, damit du lernest, wie du in Freud' und Leid ihm dienen müssest; ferner damit Er dein Herz reinige, dich in der Demuth erhalte, und dir deine Seligkeit im Himmel vermehre. Da lasse dich also durch solche Dürre keineswegs abwendig machen von dem Tische des Herrn, und von deinem liebevollen Vertrauen auf seine Gnade. 4. Gott läßt auch bisweilen zu deinem größeren Seelennußen zu, daß dich der böse Feind unmittelbar mit allerlei bö sen Gedanken, Einbildungen und Zweifeln im heiligen Glauben beunruhigt. Ja sogar die Liebe selbst, die du zu deinem Heilande trägst, vermehret dann deine Schwermüthigkeit; indem du nicht weißt, ob du nicht vielleicht in solche Anfechtungen gar eingewilliget babest, was dir unendlich leid wäre. Das Herz wird dann verwirrt, und der Verstand verdunkelt; du meinest dann, Gott habe dich verlassen, und nirgends kannst du Trost schöpfen. Aber fürchte dich nicht, diese Wirkungen des Feindes sind in dir nur äußerlich, und nicht in deinem Herzen selbst, in welchem Jesus sich verborgen hält, dir hilft und zusieht, wie du Jhm zu Liebe streitest. Gedenke alsdann an die Verlassenheit des bedrängten Herzens Jefu im Delgarten und am heiligen Kreuze, und leide mit Geduld, demüthige dich vor dem Herrn und rufe zu Ihm, wie die Jünger im Sturme auf dem Schiffe: ,, Herr! hilf mir, sonst gehe ich zu Grunde."( Matth. 8, 25.) 5. Wenn aber deine Schwermüthigkeit aus angeborner Furcht und Nengstlichkeit des Gemüthes herrühret, so hast du dann wohl kein anderes Mittel, als die Geduld und den blinden Gehorsam gegen deinen Beichtvater; denn wenn du dich nach dessen Anleitung wirklich ganz dem Willen Gottes und seiner Barmherzigkeit anvertrauest: so ist Gott mächtig genug, dich auch gegen alle deine ängstliche Natur nach und nach in den tiefsten innerlichen Frieden des Herzens einzuführen. - 103 14 Mithin, in diesem und dergleichen Begebenheiten, wenn du wirklich Gott zu dienen beslissen bist, das göttliche Herz liebest und öfter dich den heiligen Sacramenten näherst, und doch in großer Trockenheit des Geistes bleibst; wenn Jesus, obwohl du Ihn schmerzlich suchest, sich dennoch vor dir verbirgt; wenn der Geist seiner Liebe schweigt, und dich ohne Ansprache des Herzens in Dürre und Trockenheit läßt; da mußt du darum deinen Muth und dein frohes Vertrauen nicht sinken lassen, sondern dich deiner Vernunft und des Glaubens bedienen, die Hoffnung, die Liebe, Reue und Leid, und dergleichen andere Tugenden erwecken, durch Lesung oder Betrachtung mittelst eines Gebetbuches deine zerstreu. ten Gedanken sammeln und versichert sein, daß Alles mit dir wohl stehet, wenn nur dein Herz rein ist, und du getreu verbleibest in den Uebungen der Andacht, und im Eifer nicht nachlassest. Sollte es auch so mit dir bis an das Ende deines Lebens dau. ern, dein Lohn ist einst dafür um so größer in dem Himmel:- und ein Himmel für ewig, der ist doch wahrlich Alles werth, jede Prüfung und jede Trockenheit des Geistes! Aber auch auf Erde noch wird dich Gott der Herr, wenn du Jhm getreu verbleibest, wieder aus der Finsterniß in das Licht einführen, und dir dann in desto vollerem Maße die unnennbaren Tröstungen seiner Liebe zu kosten geben. Möge Jesus die Zeit deiner Prü-. fung abkürzen, und dir bald wieder sein huldreiches Antlig zuwenden zur Freude deines und seines Herzens. - - - - Liebesvereinigung der Seele mit dem göttlichen Herzen Jesu Christian den verschiedenen Festtagen und Zeiten des ganzen Kirchenjahres. 10 104 1. Am Neujahrstage. ( Am Feste der Beschneitung Jesu.) 1) Gruß an das göttliche Herz Jesu. - Ein neues Jahr! und an diesem ersten Tage dieses neuen Jahres o welch' ein erfreulich seliger Anblick für mich- dein Herz! Mein liebenswürdigfter Erlöser dein Herz! Sein Anblick ruft mir so inniglich an das meinige, was du mir, mein Jesus! für Zeit und Ewigkeit geworden bist, wie viel ich dir danke! Dieser Tag war es, wo du einst das erste Blut für mich vergossen hast- es war das Blut deines Herzens. Sein Anblick mahnet mich so vertrauungs-, so hoffnungsvoll am neuen Jahre, woher mir jede Gnade fließt jede Gnade, die ich dieses Jahr erhalten werde; aber auch wohin ich in jeder Bedrängniß, die mich treffen wird, um Schuß und Hülfe fliehen soll. Dein Herz ist es, dein für mich bei dem Beginne dieses Jahres weit eröffnetes Herz- D, sei mir gegrüßt im Lob und Dank aller Engel und Heiligen, und aller dich liebenden Herzen auf Erde! Was wäre ich ohne dich, und was nüßen mir meine Jahre, wenn dein Blut mir nicht das Heil der Ewigkeit erworben hätte? Darum jeder Gedanke, jedes Wort und Werk, jeder Schlag meines Herzens- Alles, Alles, was ich dieses Jahr thun und leiden werde, sei bir geweiht, o süßes, theueres VII. - -- - - - - - - Herz! Nimm hin das Opfer, daß ich bringe, und stärke mich mit deiner allmächtigen Guade; erleuchte und rüste mich! Ogib, daß dieses Jahr für mich ein Jahr werde, voll der Verdienste in der Kraft des Namens, der heute dir gegeben ward,- der heiligste, fräfdie Wonne meines Hertigste, süßeste Name Jesus zens! D, um dieses deines Namens, und um der Liebe deines Herzens willen erhöre mich, mein Jesus! Amen. - - - - - - 105 - 2) Uebung des Tages. - Blicke öfters mit Liebe auf das göttliche Herz, opfere demselben dich ganz und völlig für dieses Jahr, und erwecke öfters den festesten Entschluß, dieses Jahr recht heiligmäßig zu leben: Sprich in dieser Absicht öfter das Wort des Psalms:-„ Mein Herz ist bereit, o Gott! mein Herz ist bereit;" ich habe gesagt: Jest fange ich an." Beweise heute, daß es dir wirklich Ernst ist, und erwecke diesen Vorsaß diesen Monat hindurch alle Tage. - - - 2. Um Feste der heiligen drei Könige, oder der Erscheinung des Herrn. 1) Gruß an das göttliche Herz Jesu vor dem allerheiligsten Sacramente. Ich grüße dich, göttliches Herz! in jenem Gruße der Liebe, mit dem dich einst an dem heutigen Tage die heiligen drei Könige gegrüßt. O, mit welcher Andacht und Freude des Herzens hatten sie dich, göttliches Kindlein! in den Armen der jungfräulichen Mutter angeblickt; und wie entzückt war dieses ihr Herz, als dein göttliches Auge, mit der Zärtlichkeit und Liebe deines liebeflammenden Herzens, sie mit himmlischer Huld und Gnade angeblickt und empfangen!- D, daß ich damals mit - - - ihnen dir zu Füßen gelegen wäre! Doch, ich habe ja wirklich dies Glück: auch mir leuchtet der Stern so trostvoll und selig!! Ich bin durch die Gnade deines Herzens ein Kind deiner wahren Kirche, in der du selbst wahrhaft und wesentlich in dem allerheiligsten Sacramente deiner Liebe zugegen bist. Ueber jedem Tabernakel, wo du in den Gestalten des Brotes weileft, weilet cuch der Stern und leuchtet mir diese selige WahrHier ist Jesus Christus, hier ist wesentlich sein allerheiligstes Herz! Nun denn, ich sinke dir zu Füßen, und blicke dich im Geiste mit jener Liebe der Andacht an, mit der die heiligen drei Könige dich einst an diesem Tage angeblickt. Doch, mein Jesus! sieh auch du mich mit gleicher Huld und Liebe an, wie sie; damit ich aus vollem Herzen dem deinigen opfere, wie sie gethan: Gold heit! Weihrauch meinen Verstand mein Gedächtniß Myrrhen meinen Willen in vollster Ergebung an dich im Glauben, in der in Gedanken fen! Hoffnung Liebe Worten-WerO, nimm sie an die Gabe, Gütigster! nimm hin mein Herz, und gib, daß ich als ein treues Kind deiner Kirche, im Danke für das unschäßbare Gut der Berufung zu dem einzig wahren Glauben, dir lebe- dir sterbe. Darum bitte ich dich um der Freude, die dein Herz gefühlt, als du an dem heutigen Tage einst die ersten Gläubigen aus den Völkern zu deinen Füßen erblickt in ihrer Person uns Alle auch mich- erhöre mich, o Jesus, meine Liebe! Amen. - 1 - - - - - - - - — - 106 - - - - - - - 1 1 - - - - 2) Uebung des Tages. Freue dich, in großer Freude des Herzens, daß du ein Kind der ewigen wahren Kirche seiest; blicke dankbar dafür auf das göttliche Herz, mit dem lebhaften Wunsche: Ach, göttliches Herz, gib mir ein Herz, das werth sei, in der Brust eines Kindes deiner Kirche zu schlagen, ein wahrhaft katholisches Herz; und fasse den festen Entschluß, dich bei jeder Gelegenheit mit Eifer und Entschiedenheit für die heilige Kirche und Alles, was - sie betrifft, auszusprechen deine Hochschäzung für den heiligen Glauben allenthalben fund zu geben die Gebote der heiligen Kirche unverbrüchlich zu halten- aus Gehorsam und Liebe für das göttliche Herz, dessen Braut die heilige Kirche ist, und die von Jesu Macht erhalten, ihren Kindern Gebote zu geben. - - - - 3. Am Feste Mariä Lichtmäß. ( Die Darstellung des Herrn im Tempel.) 1) Gruß an das göttliche Herz Jesu. Sei mir gegrüßt, o süßes Herz meines Jesu! mit jenem Gruße, mit dem dich Simeon der Greis an dem heutigen Tage an sein Herz gedrückt. Dieses de in Herz war es, mit dem du dich an dem heutigen Tage für mich in dem Tempel Gott deinem Vater aufgeopfert bis in den Tod hast, für jedes Leiden D, dank dir dafür! mitleidigstes, großmüthigstes Herz meines Erlösers. Auch ich bringe heute aus Dank und Liebe zu dir, mit freudigem Verlangen mein Herz Gott zum Opfer dar, in dem festesten Entschlusse, aus Liebe zu dir gerne Alles Alles zu leiden zu meiden - zu thun was du von mir verlangest-damit ich dir gefalle und selig werde. O, gib mir dazu reichliche Gnade, mein Heiland! und einst,- wenn ich so mein Leben für dich gelebt, und selbes schließe, o dann gib mir - dich selbst als Wegzehrung daß, wenn einst das Glöcklein für mich tönt, und du in dem Sacramente deiner Liebe in meinem sterbenden Herzen ruhest,- ich mit Simeón ausrufen könne: Nun, o Herr! laffe deinen Diener in Frieden fahren, weil meine Augen das dein süßes im allersüßes Herz Heil gesehen, heiligsten Sacramente, mein Jesus! wo ich, dich selbst empfangend, dein Herz umfange,- und so einst in dei- - - - - 107 - - - - - - - - - - nem Ruffe mein Jesus! scheiden möge! Amen. - - - 108 - 1 2) Ulebung des Tages. Erwecke den Tag über öfter das Berlangen nach einem seligen Tode. Befleiße dich insonderheit diesen Monat hindurch die Pflichten deines Standes recht genau und heiligmäßig zu erfüllen. 4. Zur heiligen Fastenzeit. 1) Gruß an das göttliche Herz Jesu. O du für mich bis in den Tod betrübtes Herz! welch' ein Anblick des Schmerzens, wenn ich dich in dies ser heiligen Trauerzeit deines kostbaren, großen groBen Leidens betrachte! O ja, es ist insonderheit eine Trauerzeit in der Erinnerung an dich, schmerzhaftes Herz! - Dein Herz, o mein Jesus! war es ja, daß jedes Leid und jeden Schmerz, den du an Leib und Seele für mich gelitten, in seiner ganzen Bitterkeit empfunden hat! Ach! wie war es doch diesem deinen Herzen am Delberge, als im Bangen der Todesangst das Blut aus deinem Leibe drang! Wie krampfhaft hatte da für mich dein Herz geschlagen! Wie war es deinem Herzen da, als Judas dich im Verrathe geküßt! Und so, wenn ich alle die Stationen deines bittern Leidens durch, bei einer jeden das Leiden deines Herzens betrachte:— o, wie war dieses dein göttliches Herz, mein Jesus! vom bittersten Schmerze zerrissen als es meine Sünden wie Dornen verwundeten, da man die Dornenkrone auf dein heiligstes Haupt drückte! als die Geißel dir das Fleisch von deinem heiligsten Leibe riß!- als dann aus tausend und tausend Stimmen der - - in deinem Frieden ver1 7 L 10 109 - Ruf ertönte: Kreuzige ihn! freuzige ihn!- Was hatte bei solchem Undante dein Herz empfunden?- Und als, zum Tode verurtheilt, man für dich das Kreuz herbeigebracht, was hat dein Herz empfunden, als du dies Zeichen des Heiles in solchem Mitleid der Liebe en des für mich umfangen, und als darauf mit dem schweren Kreuze beladen, dir deine innigstgeliebte, vom Schmerze bis in den Tod betrübte Mutter in die Arme sant? O schmerzhaftes Herz! mit jenem Gruße des Schmerzens grüße ich dich, mit dem Maria dich damals an ihr mütterliches, blutendes Herz gedrückt. Und ach! wenn ich deine Kreuzigung und dein Leid am Kreuze selbst bedenke - an jene Thränen, die da dein Auge für mich geweint, im Wehrufe deines Herzens: Mich dürftet! Dein Herz, es dürftet nach dem meinen aber, mein Heiland! auch mein Herz dürftet nach deinem. gib, daß ich doch wenigstens durch ein großes Mitleid mit deinem bittersten Leiden, und durch meine Geduld im Kreuz dir meine Gegenliebe und dieses mein Verlangen beweisen könnte! Möchte doch meine Schwäche jedes Kreuz so tragen, wie dein göttliches Herz es wünscht. O, stärke mich, schmerzhaftes, mitleidiges Herz! laffe Darum deine Todespein an mir nicht verloren sein. bitte ich dich um das Blut und Leiden deines schmerzhaften Herzens. Amen. 1. - - - - - - - 2) Uebung durch bie heilige Fastenzeit. Blicke täglich auf das verwundete, mit Dornen gekrönte, für dich blutende Herz deines Jesu. Denke, was dieses Herz für dich auf den verschiedenen Stationen des Leidens gelitten hat, und nimm dir vor, diese heilige Fastenzeit in einem großen Bußeifer zu leben, insonderheit die kirchlichen Fasten auf das Genaueste zu halten, im Kreuz nicht zu klagen und nach Möglichkeit das Stillschweigen zu beobachten. So ziemt es sich für diese Buß- und Trauerzeit. $ 8. - schlagen geruht. 5. Am heiligen Charfreitage. * 811) Gruß an das heiligste Herz Jesu. - Ach, welch' ein Tag des Schmerzens Verwundetes, für mich in der todten Brust meines Heilandes offenes Herz! Ich grüße dich in Schmerz und Trauer, mit jenem Gruße des Schmerzens und der zahllosen Thränen, mit dem Maria ihre Lippen an dem heutigen Tage an dich gedrückt als du bereits aufgehört zu falt und todt in ihrem mütterlichen Schooße - Welch' ein Anblic, gefreuzigter Jesus! wenn ich deine am Kreuze für mich blutenden Wunden, beinen ganz zerfleischten Leib wenn ich bein zu mir gesenktes, mit Dornen gekröntes, bleiches, todtes Antlig betrachte! Besonders aber, welch' ein Anblick für mich, die Wunde deines Herzens! O, wie wäre doch da meinem Herzen gewesen wenn ich selbst am heiligen Charfreitage auf dem Calvarienberge gewesen, und mit Augen den Lanzenstoß gesehen, der in dein Herz sich gesenkt, und mir dasselbe eröffnet hatte, wie da im mächtigen Strome das Blut desselben sich zum Heile der Welt ergoß? Nun, o Wonne meines Herzens! in diesem tiefsten Schmerz der Trauer des heutigen Tages nun bleibt es für mich offen eine Zuflucht in jeder Bedrängniß, in jedem Kummer, in jener Noth, eine mir auserwählte Ruhe zu jeder Zeit, besonders an dem heutigen Tage; denn was könnte mir wohl in meinem Schmerze, bei dem Anblicke deiner Leiche, mein Jesus! volleren Trost geben, als dein mir eröffnetes Herz! An diesem deinen Herzen will ich das Geheimniß des heutigen Tages meiner Erlösung durch deinen Tod, o du meine gefreuzigte Liebe! betrachten; in dieses dein Herz will ich die Thränen meines Schmerzens mit Maria weinen, so werde ich getröstet sein. - - - - - - - - 1 - 110 O süßes, treues Herz! an mir nicht verloren sein! - - 1 - - 1 - - laß doch deine Todespein Um der Liebe willen, die erhöre mich. auf bich mir am Kreuze eröffnet hat, daß ich einst vollende, mein Jesus! in deinen Armen- an deinem Herzen. Amen. - - - - 111 2) Uebung des Tages. - Blicke öfters auf das für dich am Kreuze eröffnete Herz Jesu Christi, und überlasse dich den Anmuthungen des Mitleids und des Schmerzens;- danke für das große Opfer der Erlösung, das Jesus heute für dich durch seinen Tod am Kreuze dargebracht, und für das Uebermaß der Liebe, mit der er dir als Unterpfand dafür sein Herz annoch in seiner todten Brust eröffnen ließ. Traure und weine an diesem Herzen heute mit Maria, der Mutter Jesu, mit Maria Magdalena, und allen wahren Kindern Gottes im Schmerze der heiligen Kirche. - - 6. Am heiligen Ostertage. ( Auch durch die ganze heilige Osterzeit.) 1) Gruß an das göttliche Herz Jesu. Alleluja! sei mir gegrüßt, freudenreiches Herz meines Erlösers, im Jubelrufe seliger Ofterfreude! Alleluja! O welch' unermeßliches Maß von Himmelsfreude hatte dieses dein Herz erfüllt, als du an diesem Tage einst als Welterlöser dich in solcher Macht und Glorie aus dem Grabe erhoben! Alleluja! mein Heiland! nun ist jeder Schmerz, den dieses dein Herz je empfunden, vorüber, für ewig vorüber nun wird es ewig nur Freude empfinden, die unermeßliche, göttlichste Freude- D gewiß! wenn du einst im Schmerzen deiner Leiden auf dein Herz zeigen und fragen konntest: Ist wohl ein Schmerz, der dem Schmerze meines Herzens gleiche: so ist nun die Freude, die es erfüllt, - - - 112 der Jubel desselben über die Welterlösung über meine Erlösung so groß, daß sie weder das Herz eines Engels, noch eines Menschen zu fassen vermöchte! Alleluja! sei mir gegrüßt im Gruße der Freude, mit der Maria dich am Ostermorgen an ihr freudenreiches Herz gedrückt! gegrüßt im Jubel aller durch dein Leiden erlösten Seelen! gegrüßt im Jubel aller Jener, die bereits heute an diesem deinen seligsten Herzen die Wonne des Himmels genießen!- D, wie freuet sich dessen das meine! und wie innerlich spricht es an dich die Bitte: Gib, glorreiches Herz! um der Freude willen, die du bei deiner Auferstehung empfunden, gib mir die Gnade einer seligen, glorreichen Auferstehung, und laß mich das Osterfest der Himmelsfreude einst an deinem seligsten Herzen ewig feiern: daß ich dort einst höre und miteinſtimme in den Jubelruf ewiger Ofterfreude. Alleluja! Alleluja! Alleluja! Amen. - - - - 1 - 2) Uebung durch die heilige Osterzeit. Freue dich in heiliger Osterfreude des erstandenen Heilands; wünsche ihm aus dem Innersten deines Herzens Glück zu dem Jubel des Seinigen, und trachte besonders diese Zeit hin durch den himmlischen Sinn in deinem Herzen zu nähren; das Verlangen, wahrhaft zu einem neuen Leben aufzustehen, den alten Menschen auszuziehen. und einen neuen anzuziehen, nach jenem Kennzeichen, das dir der Engel mit diesen Worten angibt: ,, Er ist nicht mehr hier." Er Sie - ist nicht mehr in den früheren Sünden und sündhaften Gelegenheiten, Schwächen und Unvollkommenheiten; sondern, daß man wahrlich von dir sagen könne: Du bist auferstanden, und lebst von nun an in dem göttlichen Herzen ein neues Leben- in allen den Tugenden, die dieses Herz dich so nachdrücklich lehrt. - - 1 - 113 7. Am Feste Christi Himmelfahrt. 1) Gruß an das göttliche Herz Jesu. - - - Im Gruße der Freude, mit dem ich am Tage deiner Himmelfahrt alle die heiligen Engel gegrüßt und empfangen grüße ich dich, glorreiches Herz!- Heute ward dir die Freude deiner Himmelsverklärung für ewig. Ach, wie freuet sich dessen mein Herz!- Von dem heutigen Tage gilt der Spruch der Schrift im Psalme und hohen Liede: ,, Du hast ihn gekrönt am Tage der Freude seines Herzens." O, mein Jesus! welch' ein Jubel der Freude für mein Herz, wenn ich an den Triumph des heutigen Tages gedenke, dich auf dem Throne der Herrlichkeit als König des Himmels gefrönt erblicke und an die Freude deines Herzens gedenke! O, wann wann werde ich dich, mein Jesus! sehen in deiner Glorie und für ewig besigen! Gib, daß es bald geschehe, daß mein Herz bald an dem deinigen selig rube! O, sei mir gegrüßt im Lobund Jubelrufe aller bereits in dem Himmel bei dir Seligen, und sei mir gnädig, daß auch mein Leben sich einst mit einer Himmelfahrt schließe, mein Jesus! Amen. - - - — - - — - - - 2) Uebung des Tages. Blicke öfter des Tages zum Himmel auf, denke an den Triumph der Himmelfahrt Jesu Christi, an die Himmelsfreude, die sein Herz dabei gefühlt; trachte dabei eine recht große Sehnsucht nach dem Himmel in deinem Herzen zu entzünden, und bereite in solchem Verlangen dein Herz diese Tage auf die Ankunft des heiligen Geistes; lade denselben oft und oft ein, mit den Worten oer heiligen Kirche: Komm, heiliger Geist, erfülle mein Herz, und entzünde in mir das Feuer deiner Liebe!- erinnere dich dabei auch öfter an die Mahnung des heiligen Paulus: Wenn ihr mit Christo erstanden seid, suchet, was oben ist, wo Christus wohnt, zur Rechten des himmlischen Vaters. 8 P 8. Am heiligen Pfingstsonntage. 1) Gruß an das göttliche Herz Jesu. Ich bin gekommen, ein Feuer vom Himmel zu senden, und was will ich anders, als daß es brenne," so sprach und betheuerte einst dein liebeflammendes Herz, mein Jesus! D, du hast es gesendet, vom Himmel durch Gott den heiligen Geist, und es hat an dem heutigen Tage einst in den Herzen deiner Apostel in so seligen, mächtigen Flammen gebrannt, und eine halbe Welt in gleichen Flammen entzündet. Ach, liebeflammendes Herz! sende, ach! sende auch mir heute den heiligen Geist sende mir eine jener flammenden Zungen, die auf den Häuptern der Apostel geruht! Ja, komm heiliger Geist! erfülle mein Herz, entzünde entzünde es ganz und völlig im Brande der Liebe Jesu Christi: gen Apostel daß ich mit dem Feuereifer der heilimit ihrer Liebe und Treue dir gleiche Beweise gebe, wie sie gethan zur Rettung und Heiligung- vieler unzählbar vieler Seelen! O ja, gib mir, heiliger Geist! einen wahrhaft apostolischen Geist, daß ich das Herz meines Jesu mit vieler- vieler Seelenfrucht ehre, und demselben viele treue Verehrer gewinne, daß ich ein wahrer Apostel dieses Herzens werde. Amen. - - - - - - 1 - 114- - - - - 1 2) Uebung des Tages. Rufe öfter des Tages nach Gott dem heiligen Geiste und seiner heiligen sieben Gaben, daß es dein Herz erfülle, wie er das Herz Jesu Christi erfüllt, daß du demselben, wie an Gnade so auch an Verdienst und Tugend stets mehr und mehr ähnlich werdest. Nimm dir auch vor, dem göttlichen Herzen recht viele wahre Verehrer in der Nachfolge seiner Tugenden zu gewinnen. Bitte dazu um die Salbung und Gnade des heiligen Geistes, als des Ausspenders der himmlischen Gaben, im Reiche der Herzen und der Gnade. - - - 115 9. Am Feste der allerheiligsten Dreifaltigkeit. 1) Gruß an das göttliche Herz Jesu. Gott Das Fest der allerheiligsten Dreifaltigkeit! Vater, Gott Sohn und Gott heiliger Geist haben sich geoffenbaret in den seligsten Beweisen ihrer Macht und Liebe durch diesecs dein Herz, o Mittler zwischen Gott und den Menschen! Alle die Feste des heiligen Kirchenjahres haben diese Wahrheit mir an das Herz gelegt. Sei dafür gelobt und gepriesen, göttliches Herz! ja wohl göttliches Herz! denn du bist das Herz des Sohnes Gottes! Sei mir gegrüßt! du bist das allerheiligste allerherrlichste Herz! der Vater, der Sohn, und der heilige Geist haben dich zum Gnadenschaß und Unterpfand der Erlösung erwählt; darum Ehre dem Vater, dem Sohne und dem heiligen Geiste durch dieses dein jest Herz- Lob Preis Unbetung und Liebe und in alle Ewigkeit! O, daß es mir doch bald gegönnt wäre, an diesem deinen feligsten, allerheiligsten, göttlichen Herzen das Fest der allerheiligsten Dreifaltigkeit in dem Himmel zu feiern, durch dich den Sohn, in gleicher Glorie und Herrlichkeit mit Gott dem Vater und dem heiligen Geiste- ewig! Amen. - - - 1 - 2) Uebung des Tages. Ehre heute das göttliche Herz als den würdigsten Tempel der allerheiligsten Dreifaltigkeit! und erneuere deinen Taufbund, durch den dein Herz im Namen Gott des Vaters, und des Sohnes und des heiligen Geistes zum Tempel der allerheiligsten Dreifaltigkeit gleichfalls geweihet ward. Alles zur größeren Ehre Gottes durch die Liebe des göttlichen Herzens! das ſei von nun an der Wahlspruch deines Lebens. STUA 8* - 1 - - 10. Am heiligen Frohnleichnamstage. 1) Gruß an das göttliche Herz Jesu in dem allerheiligsten Sacramente des Altars. - 1 DI Sei mir gegrüßt, o festlich gepriesenes Herz im Jubel des heutigen Tages! Wie freuen sich heute deiner alle wahren Kinder Gottes auf Erde! Sei mir gegrüßt! Oja, zu tausend- und unzählbar tausendmal aus allen Herzen, und mit jedem Munde, der heute dir in dem Sacramente deiner Liebe, Lob und Verherrlichung bringt! Dieses allerhöchste, allerheiligste Sacrament, das heute die heilige Kirche in so großem Fest- und Freudengepränge ihren Kindern zeiget, es ist ganz eigentlich das Sacrament deines Herzens. O freudenvolles Frohnleichnamsfest! wie billig, daß die Kirche in dem Gedächtnisse dessen, was sie feiert zu enge in den Mauern sich fühlt- und darum mit dem Gegenstande ihrer Freude hinauseilet in den groBen Tempel der Natur. Himmel und Erde mögen das Wunder der Liebe sehen, das du an uns Menschenkindern gethan! Wäre dieses Sacrament nicht, nie würde ich das Glück gehabt haben, dich, göttliches Herz! wirklich und wesentlich in das meinige einzuschließen. Doch, so ist es mir gestattet!- Million tausendmahl sei dir dafür Dank gesagt in den Affekten der Liebe aller heiligen Seraphim, und aller seraphischen Seelen, die dich in diesem Sacramente je in ihr Herz verschlossen haben, und bis an das Ende der Zeit verschließen werden. In allen ihren Anmuthungen lobe und preise ich dich. Gib, daß es auch von mir recht oft und würdig geschehe, daß bei jeder heiligen Communion mein Herz für dich ein wahrer Tabernackel sei, bis ich dich einst als Wegzehrung empfange, und so mit dir vereint selig verscheiden möge. Gib mir ein solches, dir stets bereitetes, mit allen Tugenden geschmücktes Herz; darum bitte ich dich, um der Liebe deines für mich in dem aller- - 116 11 - - - - - - heiligsten Sacramente wirklich, wahrhaft wesentlich ge= genwärtigen, mich liebenden Herzens willen. Amen. - 2) Uebung des Tages. An dem heutigen Tage und durch diese ganze Octave bindurch befleiße dich, dem göttlichen Herzen im allerheiligsten Sacramente die Beweise deiner Andacht und Liebe zu geben; bitte es um eine recht große, große Liebe zu diesem allerheiligsten Sacramente. Diese Andacht war von jeher allen Heiligen gemein. Gleichwie aber die heilige Kirche in dieser Zeit besonders die Altäre mit Blumen und anderem Schmucke zieret, so bereite du jederzeit dein Herz mit den Blumen der außerlesensten Tugenden zu einer würdigen Wohnstätte des göttlichen Herzens. Sprich auch öfter den Gruß: Hochgelobt, gebenedeit sei jetzt und allezeit das allerheiligste Sacrament des Altars, und in diesem Sacramente dein Herz mein Jesus! Amen. - - 117 - - 11. Am Feste des allerheiligsten Herzens Jesu. 1) Gruß an das göttliche Herz Jesu. Alleluja! Das ist der Tag, den Gott gemacht zur seligsten Freude meines Herzens! D, im innigften Danke und Jubel sei mir gegrüßt, göttliches Herz! O, du meine Liebe! du mein Verlangen! meine Sehnsucht!- du meine Lust! meine Erleuchtung! du meine Kraft und Hülfe! meine Zuflucht und selige Ruhe auf Erde und einst für ewig in dem Himmel!- Heute, wo sich mit der Octave des Frohnleichnams der Festkranz aller der Feste schließt, in welchem die heilige Kirche deine Großthaten zum Heile der Welt gefeiert hat, heute insonderheit leuchtet mir dieses dein Herz so überaus trostreich und freudig entgegen. Welch' ein seliger Anblick für mich, dieses dein Herz in - - * - - - - - festlicher Feier, und welch' ein Trost meines Herzens, zu wissen, daß mein Name in diesem deinen Herzen lebt, in dieses dein Herz mit den lebendigen Zügen deiner Erbarmniß und Liebe geschrieben ist!- O sei mir dafür gegrüßt im Gruße aller dich liebenden Herzen, die sich dir ganz und völlig geweiht! Und damit ich würdig sei, dir anzugehören, o so gib, gib mir ein Herz ganz nach deinem Herzen, geziert mit dem Festfranze in deiner deiner Tugenden; daß ich wirklich dir lebe Nachfolge; dir sterbe in deiner Liebe und Treue; dein sei todt und lebendig- mit dir einst in deinen Freuden ewig vereiniget werde- o allerseligstes Herz Jesu! Amen. - - 118 - - - - 2) Uebung des Tages. Bete mit Inbrunst den Liebesbund der guten Meinung für den ganzen Tag und jede Stunde.( Siehe Seite 135 bis 137.) Weihe dich so dem göttlichen Herzen mit Leib und Seele und sprich im feurigsten Danke und Liebe öfter den Lobspruch: Erkannt, geliebt, gelobt, gebenedeit, verherrlichet sei allezeit und Danke für Alles, überall das göttliche Herz Jesu! Amen. Alles, was dieses Herz dir bereits gewähret hat. - - - 12. Am Feste des heiligen Petrus und Paulus. ( Auch am Feste der heiligen Apostel.) 1) Liebesanmuthung zum göttlichen Herzen Jesu. ,, Liebst du mich?" so fragtest du einst, mein Jesus! deinen Apostel, und er antwortete mit Vertrauen: " Ja, Herr! du weißt es, daß ich dich liebe!" göttliches Herz! daß ich doch auf gleiche Weise in Wahr- 119 heit dir auf diese Frage an mich auch antworten könnte: Ja, Herr! du weißt, daß ich dich liebe- liebe wie Petrus liebe wie Paulus liebe wie alle heiligen Apostel bereit, als Zeichen und Beweis dieser meiner Liebe deinen Namen Allen zu verkündigen; eifrig bemüht, wie sie den heiligen Glauben durch Wort und Beispiel zu verbreiten, und in den Herzen der Schwachen zu beleben und zu stärken; bereit mein Blut und Leben für dich freudig hinzugeben, wie sie gethan. O ja, daß es mir doch vergönnet wäre, in solchem Eifer gläubiger, treuer, thätiger Liebe, mich selbst und Alle, Alle in solcher Liebe zu dir je mehr und mehr zu entzünden, und so ein wahrer Apostel deines Herzens zu werden und zu bleiben, durch deine Gnade, o Jesus! Amen. - - - - - - - 2) Uebung des Tages. Bitte Jesum, daß er dir ein wahrhaft apostolisches Herz gebe, erfüllt mit der Liebe des heiligen Petrus, eines heiligen Paulus, daß du wahrhaft mit den Worten dieses Apostels bekennen mögest. Nicht Schwert, nicht Trübsal, nicht der Tod, weder Gegenwart noch Zukunft, nichts in der Welt ist im Stande mich zu trennen von der Liebe Christi von dir o göttlich liebendes Herz!- Uebe dich diesen Monat, zum Beweise dieser deiner Liebe zu Jesu, in den Werken der Nächstenliebe. - - 13. Am Feste der heiligen Schutzengel. 1) Lob und Gruß des göttlichen Herzens Jesu. O welch' ein Beweis deiner Huld und Gnade für mich, göttliches Herz! du hast einen Engel vom Himmel gesendet, mich zu bewahren; so sei mir gegrüßt im Lob und Gruß dieses meines heiligen Engels, im Lob und Gruß aller heiligen Engel! D, daß ich dich doch liebte, wie dieser mein heiliger Engel dich licbt, und daß ich lebte, wie sein Beispiel mich leben lehrt immer in deiner Gegenwart wandelnd immer bereit, deinen heiligsten Willen zu erfüllen, wie im Himmel, also auch auf Erde. Gib, heiliger Schußengel! daß ich durch deinen Schutz bewahrt, bewacht, beleuchtet, gestärkt in englischer Reinheit, und englischem Eifer, dem göttlichen Herzen diene dasselbe liebe wie du! auf daß ich einst wirklich den Himmel besige mit dir und allen heiligen Engeln im Reiche der ewigen Liebe Umen. - - 1 120 - - -- - 2) Uebung des Tages. Bitte das göttliche Herz um ein wahrhaft engelreines Herz. Prüfe dich mit großer Sorgfalt, ob du wohl jeden, auch den geringsten bösen Gedanken, im Augenblicke in dir erstickest. Nimm dir auch vor, deinen heiligen Schußengel gewissenhaft täglich zu verehren. - 14. Am Feste Allerheiligen. felig.- 1 - 1) Lob und Gruß des O, daß doch der Himmel sich heute eröffnen, und ich bald in diesen Chören den Triumph des heutigen Tages feiern könnte, in deinen Freuden, göttliches Herz! Sei mir gegrüßt im Gruße aller Heiligen, aller dieser dich einst auf Erde so eifrigst und treu liebenden, und nun in deinem seligen Reiche mit Freude und Herrlichkeit gekrönten Seelen! O, daß doch auch in meiner Brust ein Herz, ähnlich dem ihrigen, schlüge, ein zu heldenmüthigen Tugendübungen entschlossenes heiliges Herz; damit ich dir gefalle, wie sie, zeitlich und ewig und einst dort sei, wo sie alle bereits an dem heutigen Tage jubeln! Die Liebe und Undacht zu dir, die Imma göttlichen Herzens Jesu. - - treue Nachfolge in deinen Tugenden, göttliches Herz! die hat sie heilig und selig gemacht; ich folge ihrem Rufe und Beispiele. O, gib dazu mir reichliche Gnade, heiligstes, gnadenreiches Herz! damit ich heilig werde. Amen. 121 lebung des Tages. Denke heute oft an den Himmel, an die Verherrlichung und den Triumph der Heiligen daselbst, für ewig!- Erwecke in dir den lebhaften Wunsch, heilig zu werden; fasse aber auch dazu den kräftigsten Entschluß und bitte dazu das gött. liche Herz um seinen Beistand und seine Gnade. Konnten es Diese und Jene, warum nicht auch du? So munterte sich Augustin zur Nachfolge der Heiligen auf. Thu' deßgleichen sprich auch so an dich, diesen Monat öfter. Lebe jeden Tag, als wäre er der letzte deines Lebens, und erwecke bei jedem Werke die gute Meinung, Gott ewig zu gefallen: so wirst du heilig werden. Fange damit heute an, und diesen Monat hindurch, übe dich in dieser Weise zu leben, nämlich in der öfteren Erweckung der guten Meinung mit besonderem Eifer. - - - - - - 15. Am Allerseelentage. - Chato mol 1) Gruß und Bitte des göttlichen Herzens Jesu. O du unser Trost im Leben und im Tode, göttliches, für uns verwundetes, blutendes Herz!- dich grüße ich heute in Wehmuth und Mitleid; im Gruß und mit der flehenden Bitte der armen Seelen, und rufe zu dir: o mitleidigstes Herz! erbarme dich ihrer, und träufle dein Herzensblut durch das Opfer, das Gebet und die Verdienste der streitenden Kirche heute recht reichlich in diesen Ort der Pein, zum Trost und zur Befreiung der in diesem schrecklichen Feuer der Reinigung armen leiden - den Seelen. Insonderheit, o mitleidigstes, barmherzigstes Herz! erbarme dich, tröfte, labe, befreie heute Diejenigen, für die ich am meisten zu beten schuldig bin: erbarme dich der am meisten Verlassenen auf die sonst Niemand gedenkt, der ihrer Erlösung am Nächsten und besonders Derjenigen, die auf Erde dir mit besonderer Liebe und Andacht ergeben waren. D! um des Mitleids deines gütigsten Herzens willen erhöre mich und zeige dich heute vielen, vielen Seelen land und Retter als Heiwo du bist daß sie heute noch sind, Amen. - - - - im himmlischen Frieden. - - 122 - - ― 2) Uebung des Tages. Bete mit Eifer für die armen Seelen blicke hinab auf sie im Geiste und denke dabei, wie bald du selbst in diesem Feuer leiden eine arme Seele sein wirst. O, was solltest du nicht bereit sein, auf Erde zu thun und zu leiden, um diesem Feuer zu entgehen! ten Vorsatz getreu einzige Mittel. Erfülle deinen gestern gefaß- - - - - - das ist dazu das fräftigste, aber auch das Lebe heilig! 16. In der heiligen Adventzeit. 1) Gruß an das göttliche Herz Jesu. O freundliche Gnadenzeit des Heils! wo wir deine Neun Monate Geburt, göttliches Kindlein! erwarten.- hattest du unter dem Herzen der Jungfrau geruht- bis die Stunde deiner Geburt sich erfüllte und von dem Augenblicke deiner Empfängniß dachte damals schon dein Herz auf mich, opferte sich und sein Leiden versöhnend dem Vater. O, sei mir gegrüßt, zartes, liebenswürdigstes Herz! gegrüßt im Gruße und Verlangen aller heiligen Propheten und Gerechten der Vorzeit, die mit - - solcher Sehnsucht deiner gewartet! Sei mir gegrüßt in jenem Gruße der Andacht und Liebe, mit dem dich Maria damals gegrüßt als sie von Gott dem heiligen Geiste dich empfangen und unter ihrem Herzen getragen!- Lob, Preis und Dank dir für jene Liebe, die dich vom Himmel auf diese Erde gebracht, für jeden Schlag, den es unter dem Herzen der reinsten Jungfrau und Mutter geschlagen, für alle die Anmuthungen der Liebe, mit dem es damals für mich gebetet sich dem Vater für mein Heil geopfert hat! D, um dieser Erlösungsliebe und deines Mitleids willen gib mir die Gnade einer großen Sehnsucht nach dir, daß ich diese heilige Zeit in der Erwartung deiner Ankunft ganz im Geiste der heiligen Kirche feiere, und so mich auf das Fest deiner Geburt würdig bereite; damit du so in meinem eigenen Herzen, in neuen und kräftigen Wirkungen deiner Gnade zu einem neuen Leben des Eifers und der Heiligen geboren werden mögest.- Darum bitte ich dich um der Liebe deines für unser Heil geopferten Herzens. Amen. - - 123 - - 1 - 2) Uebung durch die heilige Adventzeit. Nimm dir vor, die heilige Adventzeic recht eifrigst zuzubringen. Opfere dein Herz dem göttlichen, und birte es um deine geistige Widergeburt, und rufe im Verlangen nach dem Jesufinde öfter die Worte des Psalmes: Was ist mir im Himmel und was verlange ich auf Erde, als dich, o Gott meines Herzens! - - 17. Am Feste der heiligen Weihenacht. 1) Gruß an das göttliche Herz des Jesukindes. Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede den Men- der Heiland mein Heiland ist geschen auf Erde - - - boren! D, wohl konnte der Engel im Glanze des Himmels den Hirten verkünden: Ich habe euch eine große, große Freude zu verkünden: heute ist euch Christus, der Heiland der Welt, geboren!- O, wie freuet sich dessen mein Herz! Das Kindlein der göttlichen Liebe ist mir geboren! O sei mir gegrüßt im Chore der heiligen Engel! gegrüßt im Gruße und Jubel der frommen Hirten! Ich grüße vor Allem dein Herz du aus Liebe zu mir ein kleines Kindlein gewordener, geborener Jesus! Ach! wenn es mir gegünnet gewesen wäre, dich in jener heiligen Nacht, an jenem hochfeierlich freudigsten Tage, in Dank und in der Liebe einer durch dich erlösten Seele zu umfangen! Maria, du haft dies Glück gehabt! Sei mir gegrüßt, o seligstes Mutterherz einer Jungfrau!- Sei mir gegrüßt, o göttliches Herz des Kindlein Jesu in jenem Gruße der Liebe, mit dem María dich in dieser Nacht, an diesem Tage an ihr Herz gedrückt!- O Tag der Erbarmniß und Gnade, mit der Gottes Sohn uns heimgesucht! Ja wohl, wie der heilige Bernard ruft: Groß ist Gott, und überaus lobenswürdig!- klein ist Gott, und überaus liebenswürdig! Zum Danke dafür, o liebenswürdigstes, göttliches Kindlein! nimm hin, mein Herz, und heilige es heute durch die Gnade deiner Geburt zu einem neuen Leben und gib, daß ich mit dir wachse an Alter, Weisheit und Gnade vor Gott und den Menschen und dir, o süßes Kindlein! du meine Liebe! Amen. - - - 124 - 1 - 1 2) Uebung des Tages. Halte dich in den zärtlichsten Anmuthungen der Liebe bei dem Jesukindlein- mit Maria und Joseph an der Krippe auf blicke das Kindlein an, wie es dich anblickt, und auf sein Herz weiset zum Zeichen, daß es die Liebe war, die es in die Welt gebracht, und opfere demselben dein Herz als Weihnachtsgabe, mit dem festen Entschlusse der Nachfolge in seinen Tugenden, in wahrer Sanftmuth und Demuth. - 125 - - VIII. 4 Liebesvereinigung der Seele mit dem göttlichen Herzen Jesu Christi durch Andachten und Gebete. prin maino 1. Tagzeiten zu Ehren des heiligsten Herzens Jesu. Zur Matutin. I. Vor mir im Strablenglanz Leuchtet, mit Flammen ganz Lichtloh umgeben, Voll Andacht und Leben, Jesus, dein Herz! Ach! daß ein Funke doch In meines heute noch Falle, und zünde die sanfte Glut Deiner Liebe! Jesus, mein höchstes Gut! O durch dein Herzensblut Rette mich, send' durch dein Gnadenlicht In mein Herz Reu' und Schmerz, Bis einst mein Auge bricht. Dich lob' und liebe ich allezeit Jeht und in Ewigkeit. Antiph. Setze mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm; denn stark ist die Liebe wie der Tod, und ihre Erleuchtung ein Licht des Feuers und der Flammen.( Hoh. Lied, 8. 6.) Vers. Mein Herz ist warm geworden in mir. - 126 - Resp. Und in meiner Betrachtung hat sich ein Feuer entzündet.( Psalm 38, 4.) V. Herr! erhöre mein Gebet. R. Und laß das Rufen meines Herzens zu dir kommen. Gebet. O süßester Jesus, mein Gott und Heiland! der du den Schaß deines heiligsten Herzens mit allen Gnaden der Erlösung deiner Braut, der heiligen Kirche, als einen besonderen Beweis deiner unendlichen Liebe für uns Alle aufgeschlossen hast; gib, daß die wir dieses dein glorreiches Herz verehren, aus diesem süßesten Quell allerGnaden für unser Herz stets Trost und Hülfe schöpfen, und einst an demselben die ewigen Freuden des Himmels genießen mögen. Der du lebest und regierest mit Gott dem Vater in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. II. Licht von Licht, Gottessohn, Kömmst du vom Himmelsthron Zu uns herab, wolltest wandeln auf Erden, Als Mensch uns Sündern verähnlichet werden; Wolltest erfüllen Den göttlichen Willen: In solch' Gehorsam und großem Erbarmen Hat lang' gesuchet mich, elenden Armen Jesus, dein Herz! - So hat zum Heil für das ewige Leben Gott für mich, dich, seinen Sohn, hingegeben. Ach! laß mich einzig dein, Nur nicht verloren sein. Jesus! mein höchstes Gut! 2c.( wie oben.) Antiph. Alsdann sprach ich: ,, Siehe, ich komme! wie geschrieben steht, zu erfüllen deinen Willen, mein - 127 Gott! und dein Geseß ist in der Mitte meines Herzens." ( Psalm 39, 9.) 1 Vers. Und das Wort ist Fleisch geworden. Resp. Und hat unter uns gewohnet.( Joh. 1, 14.) V. Herr! erhöre mein Gebet. R. Und laß das Rufen meines Herzens zu dir fommen. Gebet( wie oben). III. Wie Gottes Wort erzählt, Ward für dich auserwählt Die Jungfrau königlich: So hoch beglückt durch dich. Unbefleckt makellos In ihrem reinsten Schooß Den Schatz der Gnade durch dich zu erlangen. Hat sie von Gott den Geist seligst empfangen. Jesus, dein Herz! Ach! welchen Dank ich sag' Schon bei dem ersten Schlag Hat es um mich gewußt, In deiner zarten Brust, Hat es an mich gedacht, Und mir das Heil gebracht; Laß mich doch einzig dein Dir nur geweihet sein. Jesus, mein höchstes Gut! 2c.( wie oben.) Antiph. Lobsinget dem Herrn, weil er Wunderbares gethan, verkündet es der ganzen Erde; frohlocke und juble, du Wohnstadt Sion: denn in deiner Mitte ist der Große, der Heilige von Israel.( If. 12.) Vers. Ihr werdet schöpfen in Freude. Resp. Von der Quelle des Erlösers.( If. 12.) - 128 V. Herr! erhöre mein Gebet. R. Und laß das Rufen meines Herzens zu dir kommen. 17052-6hd Gebet( wie oben). Ad laudes. - matu IV. So nun, als Kind und Mann, Schon von der Krippe an, Von zarter Jugend Ein Beispiel der Tugend Dein ganzes Leben durch: wer könnte sagen, Wie oft zu meinem Heil liebend geschlagen, - Jesus, dein Herz! Einsam und im apostolischen Leben Hast du dich mir zum Vorbild gegeben: Nun will ich folgen dir, Gib großen Eifer mir, Laß mich von Sünden rein, Vollkommen beilig sein. Jesus, mein höchstes Gut! 2c.( wie oben.) Antiph. Du sollst Gott deinen Herrn lieben aus deinem ganzen Herzen, aus deiner ganzen Seele, aus deinem ganzen Gemüthe, und aus allen deinen Kräften; das ist das erste und höchste Gebot. Das zweite ist diesem ähnlich: Du sollst deinen Nächsten lieben, wie dich selbst.( Matth. 22, 39.) Vers. Selig sind die Barmherzigen. Resp. Denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. ( Matth. 5, 7.) dost V. Herr! erhöre mein Gebet. R. Und laß das Rufen meines Herzens zu dir kommen. Gebet( wie oben.) - € 129 3ur Prim. V. — god lok n8 and sl mon So leuchtet weit und breit Das Licht der Herrlichkeit; Doch aus dem Tugendkranz Mit ganz besonderm Glanz Strahlet auf Erden hier Demuth und Sanftmuth mir, Jesus, dein Herz! Wenn doch zu Gottes stets größerer Ehre e Mein Herz und deines ganz Eines nur wäre!- Geduldig, sanft und mild, Von deinem Geist erfüllt, nis vid 2002 Friedfertig, liebreich, barmherzig für Alle; Daß ich dir ähnlich sei und dir gefalle. Jesus, mein höchstes Gut! zc.( wie oben.) Antiph. Lernet von mir, weil ich sanftmüthig und demüthig bin vom Herzen.( Matth. 11, 29.) Vers. Selig sind die Sanftmüthigen, selig sind die Friedfertigen. In deiner Demuth, hellunt band Und dir vertraue: Wie da mein Stolz sich beugt, Wenn so zu mir sich neigt, Resp. Denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.( Matth. 5, 4, 9.) V. Herr! erhöre mein Gebet. R. Und laß das Rufen meines Herzens zu dir fommen. Gebet( wie oben.) Zur Terz. VI. Jesus, so sanft und gut, Wenn ich dich schaue 9 1 130 - Jesus, dein Herz! Ach! daß die Gnade doch In meines heute noch Flöße den Geist deiner Demuth; So werd' ich siegend mich selbst überwinden, Vor dir Erbarmen und Gnade stets finden. In solchem Tugendsinn Nimm mein Herz völlig hin, Es sei nur einzig dein, Nie will ich stolz mehr sein. Jesus, mein höchstes Gut! 2c.( wie oben.) Antiph. Obwohl seiner Natur nach Gott, hat Er sich selbst vernichtiget bis zum Tode des Kreuzes! darum hat Gott Ihn erhöhet, und Ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist. Vers. Auf daß im Namen Jesu jedes Knie sich beuge. Resp. Im Himmel, auf Erde und unter der Erde. ( Philipp. 6, 11.) V. Herr! erhöre mein Gebet. R. Und laß das Rufen meines Herzens zu dir kommen. Gebet( wie oben.) 3ur Sert. VII. Als dann die Zeit genaht Wo es begonnen hat Dein bitt'res, großes Leid, Ein Meer der Traurigkeit, Seh' ich in Todesangst und Händeringen Aus deinen Adern den Blutschweiß vordringen. O, welche grause Nacht Hat da für mich durchwacht Jesus, dein Herz! Ach, in welch' großem Schmerz - 131 Seh' ich dein wundes Herz, An jenem Leidenstag In grauser Todesplag'!! Denn jeden Schmerz und Streich Hat dein Herz, zart und weich, Für mich empfunden, Mit Dörnern umwunden. Laß diese Herzenspein Mir doch zum Heile sein. Jesus, mein höchstes Gut! 2c.( wie oben.) - Antiph. Traurigkeit hat Ihm umgeben, und Zittern des Körpers, und Allen, die ihn ansahen, ward der Schmerz seines Herzens offenbar.( 2. Mach. 3.) Vers. Jede Wunde ist Trauer des Herzens.( Eccl. 25, 17.) Resp. Sie werden schauen, den sie durchstochen haben.( Zach. 2, 10.) V. Herr! erhöre mein Gebet. R. Und laß das Rufen meines Herzens zu dir fommen. Gebet( wie oben). 3 ur non. VIII. Hoch dort am Kreuzesstamm, da sem Seh' ich dich, Gotteslamm Für die, die dich hassen, Betend erblassen Aus Lieb' zu uns und Gott Leiden den bittern Tod. - Es schlägt zum letzten Mal In diesem Jammerthal, Jesus, dein Herz! Doch nur zum Heil für mich Deffnet der Lanzenstich Die todte Brust, dein Herz steht offen!! 9* 132 - In dieses Herz hinein Schließ ich mich gänzlich ein. Jesus, mein höchstes Gut! 2c.( wie oben.) Antiph. Jesus rief: Es ist vollbracht!" neigte sein Haupt, und gab seinen Geist auf. Ein Soldat öffnete seine Seite mit einer Lanze, und sogleich floß Blut und Wasser.( Joh. 19, 33-34.) Vers. Wer immer die Wunde seines Herzens erkennen und seine Arme ausbreiten wird, den wirst du vom Himmel hören und ihm gnädig sein.( 33 Kön. 8, 38.) Resp. Er hat mir sein Herz eröffnet.( Richt. 26, 48.) V. Herr! erhöre mein Gebet. 330 0 R. Und laß das Rufen meines Herzens zu dir kommen. Gebet( wie oben). ( Zur Veſper.) IX. Selige Osternacht, Wo wieder auferwacht, Der uns das Heil gebracht! Auf in den Himmel führt Glorreich und lichtverklärt, Dort strahlt voll Herrlichkeit, Gnade und Seligkeit, Jesus, dein Herz! - Alle die Engel sich anbetend neigen, Lob deinem Herzen und Ehre bezeigen. Die ganze Christenwelt Dir nun zu Füßen fällt; Weil du am Gnadenthron Mittler bist, Gottessohn! So glaub' und hoffe ich, So hoffend lieb' ich dich, Segne und schütze mich, Jesus! mein höchstes Gut! 2c.( wie oben.) - - kommen. 133 Antiph. Und ich hörte die Stimme vieler Engel rings um den Thron; ihre Zahl war tausend Mal tausend, die riefen mit starker und mächtiger Stimme: Würdig ist das Lamm zu nehmen, die Ehre, Glorie und Herrlichkeit von Ewigkeit."( Apoc. 5, 11. 12.) Vers. Du haft Ihn mit Ehre und Herrlichkeit gefrönet.( Psalm 8, 6.) Resp. Am Tage der Freude seines Herzens.( Hohe Lied, 3, 11.) V. Herr! erhöre mein Gebet. R. Und laß das Rufen meines Herzens zu dir Gebet( wie oben). X. - Doch was mein Herz entzückt, Innigst und höchst beglückt, Ist jenes böchste Gut, Dein heilig' Fleisch und Blut.-9 Nicht nur im Himmel dort . Sondern auch aller Ort 0.08.09 Bis an das letzte End' Im höchsten Sacrament, Sei, o Jesus, dein Herz Hochgelobt und gebenedeit. Jesus, mein höchstes Gut! 2c.( wie oben.) Antiph. Wahrlich, wahrlich sage ich euch, mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise, und mein Blut ist wahrhaft ein Trank. Wer mein Fleisch ist und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm.( Joh. 6.) Vers. Nach der Fülle der Schmerzen meines Herzens. Resp. Haben deine Tröstungen meine Seele erfreut. ( Pfalm. 93, 119.) V. Herr! erhöre mein Gebet. 134 R. Und laß das Rufen meines Herzens zu dir kommen. Gebet( wie oben). - - XI. Wo nur ein Priester ist, Der es mit uns genießt, Hier und in jedem Land Strahlet von seiner Hand Im weißen Brotgewand Jesus, dein Herz! Ach! daß ich würdiglich Stets möcht' empfangen dic Jetzt und am Schluß der Zeit Am Rand' der Ewigkeit. Jesus, mein höchstes Gut! 2c.( wie oben.) Antiph. Was ist mir im Himmel und auf Erde, was verlange ich außer dir, o Gott meines Herzens, und mein Antheil Gott in Ewigkeit!( Pf. 72, 25.) Verf. Mein Sohn, schenke mir dein Herz.( Prov. 23, 36.) Resp. Mein Herz ist bereit, o Gott! mein Herz ist bereit.( Psalm 56, 8.) V. Herr! erhöre mein Gebet. R. Und laß das Rufen meines Herzens zu dir kommen. Gebet( wie oben). 3ur Complet. XII. So zieht jum Vaterland In weite Fernen Ueber den blanken Rand Von hellen Sternen Semest 0 135 Sanft mich und himmelwärts Jesus, dein Herz! Dort einst auf Gottes Thron glorreich erhoben, Werde ich jubelnd dich preisen und loben. Im Chor der Engel, in jenen Reihen Mit allen Heiligen dich benedeien. Selig verklärt in dir, Werden verwantelt wir, Schauen im Himmelslicht Dich Gottes Angesicht! Koften an deiner Brust Des Himmels Wonneluft Ruhen und lieben dich, Jesus, mein höchstes Gut! Ach, wie die Sehnsucht mich völlig verzehrt, Wenn deine Liebe im Herzen sich mehret! Jesus, erbarme dich! Dir leb' und sterbe ich, Nimm mich zu dir hinauf - - - Nach diesem Lebenslauf, Das Reich der Glorie mit mir zu theilen, Bei dir im Himmel mich zu erfreuen. Jesus, mein höchstes Gut! 2c.( wie oben.) Antiph. Kein Auge hat es gesehen, kein Ort hat es gehöret, und in keines Menschen Herz ist es gekommen, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben. Und ich hörte die Stimme einer großen Menge im Himmel, die riefen: ,, Amen, Alleluja!" Selig, die zur Hochzeit des Lammes berufen sind!"( 1. Cor. 2. Apoc. 19.) - - Vers. Wenn deine Glorie erscheinen wird, werde ich ersättiget werden, und mich in Gott meinem Jesu, freuen.( Psalm 16, 17. Hab. 3, 18.) Resp. Es ist keine Freude über die Freude des Herzens.( Eccl. 30, 16.) V. Herr! erhöre mein Gebet. - 136 Caus - R. Und laß das Rufen meines Herzens zu dir kommen. Gebet( wie oben). 2. Tägliches Vereinigungsgebet in den Liebesbund des göttlichen Herzens. Im Namen der allerheiligsten Dreifaltigkeit und aller Engel und Heiligen schließe ich mich ein in die fromme Vereinigung des göttlichen Herzens Jesu, aus Liebe meines Heilandes, der für mich am Kreuze gestorben ist, so wie aus Liebe seines im allerheiligsten Altars= sakramente wirklich gegenwärtigen, und aus Liebe gegen mich brennenden Herzens, zur Genugthuung aller demselben angethanenen Beleidigungen, und um theilhaftig zu werden aller dieser Vereinigung ertheilten Ablässe und anderer damit verbundenen geistlichen Gaben, wie auch zur Hülfe aller, vorzüglich aber der dieser Vereinigung einst einverleibt gewesenen, nun abgeschiedenen Seelen im Fegefeuer. So verschließe mich denn, o mein Jesus! in dein liebevollstes, offenes Herz, das einst all sein Blut für mich auf Erde vergossen hat, aber nur für mich ewig in dem Himmel lebt. In dieses dein aus Liebe gegen mich brennendes Herz verschließe mich, süßester Jesus! damit auch mein Herz aus Liebe gegen dich brenne, und daß ich diese meine Liebe gegen dich durch treue Haltung beiner Gebote, durch genaue Erfüllung meiner Standespflichten, und durch vollkommene Ergebung in den göttlichen Willen jederzeit bis in den Tod getreu bezeuge, und so auch einst mit deinem göttlichen Herzen im Himmel selig vereinigt, dich, o mein Jesus! in alle Ewigkeit lieben, loben und preisen möge. Amen. 137 - 3. Liebesbund der guten Meinung für den ganzen Tag und jede Stunde. Mit dem Uhrschlage. Mit dem Uhrschlage jeder Stunde Ertön' aus meinem Herz und Munde Vor dir, mein Gott! der Lobgefang: So viele Millionen tausend Male Durch Jesu liebevolles Herz, Sei angebetet, bencdeit, Gelobt die heiligste Dreifaltigkeit Sei Ehre Gott in Ewigkeit. Um Christi, um der Liebe Christi willen, Bitt' ich, Maria, dich, Und alle Himmelschöre, Helft meinen höchsten Wunsch erfüllen, Vereinet Lob- und Dankgesänge, Vereinet Bitt' und Huldigung Zu vielen Million taus nd Malen, Daß sie durch Jesu Gnade Im allerhöchsten Grade Dem Vater, Sohn und Geiste wohlgefallen. Meines Herzens höchster Wunsch, Meiner Seele höchste Bitte Ist deine Liebe, dein Wohlgefallen; Laß, Vater, Herr und Gott! So oft sie meine Seel' erneu't, 3u tausend Millionen Malen Vor deinem Throne wiederhallen. ** Vergönn', o Herr! zu meiner Seele Glück, Daß meinen Augen jeder Blick, Den ich bei meinen Stand'sgeschäften Auf deines Sohnes Kreuzesbild, - 138 Auf Jesu Herz, woraus uns Gnade quillt, Nur schnell, nicht kann betrachtend hesten, Ein Zeichen meiner Treue sei, Ein Opfer meiner Dankbarkeit, Und eine tausendfache Bitte Um Liebe und Barmherzigkeit. O süßes, zartes Herz! So viele gold'ne Sterne Von unserm Auge ferne In weiten Himmelsräumen! So viele Körnchen Sand An aller Meere Strand: So viele Blätter an den Bäumen Auf unserm Erdenball, So viele tausend, tausend Mal Sing' meine Seele Lob dem Herrn. So viele tausend, tausend Mal, Was nur die Engel zählen können, O sei mit Dank und Freudenthränen In jedes Christen Aug und Herz Sei unser Trost in Tod und Schmerz Dein Herz, o Jesus! benedeit Von Ewigkeit zu Ewigkeit. So oft, so viele tausend Mal, Sei jedes meiner Wort', Gedanken, Schritte Und all' mein Werk ein jedes Mal Die in dem süßen Jesu Nam' erneute Bitte Um deine Liebe, Vater! dir geweiht Von jetzt an bis ans End' der Zeit! Sent', Vater! diese Liebe in mein Herz, Daß ich in Freude und in Schmerz, In meiner Freund' und Feinde Mitte Nie diesen Wunsch, nie diese Bitte, Auch wenn ich trinke, wenn ich effe, Nie diesen Wunsch, nie diese Lieb' vergesse. 139 So viele tausend, tausend Mal In Jesu Christi Namen, - 1 Sci angebetet, benebeit, Gelobt die heiligste Dreieinigkeit, Sei Ebre Gott in Ewigkeit. Ehrt dich so mancher Christ nur selten: So laß, o Herr! Zu deiner Ehr', Laß meinen Wunsch als Liebesbund, Erneu't von Stund zu Stund' ** Für alle Menschen gelten; Ja, theile, Herr! die Zahl, die wir erwählten Und laß für jeden Augenblick ihn gelten; Dies bitte ich in Jesu Namen! Amen. - 4. Biebesaufopferung der eigenen Person an das göttliche Herz Jesu. Danbetungswürdigstes Herz Jesu Christi! Du fanftmüthigstes, liebenswürdigstes und edelstes aller Herzen, welches zugegen auf diesem Altare sich verzehrt vor Liebe, umringt von Engeln, die da anbeten und zittern. - Durchdrungen vom Danke und vom Schmerz bei dem Anblicke deiner Wohlthaten und des Undankes der Menschen komme ich, mich dir zu weihen, ohne Rückhalt und für immer. Ich weihe mich dir wie ein Schlachtopfer, belastet mit meinen eigenen Sünden, und mit den Sünden meiner Brüder, besonders aber mit den Freveln, welche gegen das Sacrament deiner Liebe je sind verübt worden. Ich will sie abbüßen diese Sünden, und durch meinen Eifer für dieselben Genugthuung leisten. Trösten will ich deine bekümmerte Liebe, und wiederherstellen deinen Ruhm. Mein Leben will ich eifrigst dahin verwenden, um die Verehrung gegen dich zu verbreiten, und gewinnen will ich für dich, wo möglich, alle Herzen. Du - 140 sollst von nun an meine Zuflucht sein in der Trübsal, mein Licht, meine Hoffnung, meine Stärke, mein Trost, mein Alles! Dir, und durch dich allein will ich Gott darbringen meine Handlungen, meine Thränen; deine Lehren und deine Gebote sollen meinen Wandel bestimmen. Wenn ich sie befolge, so werde ich immerdar fortschreiten auf der Bahn der Gerechtigkeit und des Friedens. So empfange denn mein Herz, mein Jesus, mein Erlöser, mein Gott und mein Herr! Oder vielmehr nimm es dir selbst, dieses Herz; kehre es ganz um, und mache es deiner würdig; entzünde es mit dem Feuer deiner Liebe, und mache es demüthig, rein, sanft, bußfertig und großmüthig, wie das deine. Verbirg es in deinem Herzen, und vereinige es daselbst mit dem unbefleckten Herzen Mariä, deiner und auch unserer heiligen Mutter, so wie mit dem Herzen aller meiner Mitbrüder. Umfange es mit deinem Herzen, daß ich es nie wieder zurücknehmen könne. Ach! lieber will ich sterben, als jemals dein anbetungswürdigstes Herz beleidigen oder betrüben. Nein! gib, daß ich lebend und sterbend in Zeit und Ewigkeit stets versenkt in deiner Liebe bleibe, in der Liebe deines liebenden Herzens athme und lebe, und in derselben einst meinen Geist aufgebe. Amen. 5. Liebesbetheuerung der ehrwürdigen Margaretha Maria Alacoque an des heiligste Herz Jesu. Ich N. N. weihe und übergebe dem heiligsten Herzen unseres Herrn Jefu Chrifti meine Person, mein Leben, meine Handlungen, meine Beschwerden und Leiden, um in der Zukunft ganz zu seiner Liebe und Verherrlichung zu leben. Es ist mein fester, unwiderruflicher Entschluß, Ihm ganz anzugehören, Alles aus Liebe zu Ihm zu verrichten, und von meinem ganzen Herzen allem zu entsagen, was diesem göttlichen Herzen mißfallen könnte. 141 - Daher ewähle. ich dich, o heiligstes Herz! zum einzigen Gegenstande meiner Liebe, zum Beschüßzer meines Lebens, zur Sicherheit meines Heiles, zur Stütze meiner Schwachheit, und zum Ersage für alle Fehler meines ganzen Lebens. O Herz der Milde und Güte! sei du auch meine sichere Zufluchtstätte in der Stunde meines Todes; sei du meine Rechtfertigung vor Gett, und wende die Strafe seines gerechten Zornes von mir ab. O Herz der Liebe! auf dich setze ich mein ganzes Vertrauen! von meiner Bosheit befürchte ich Alles ,, aber von deiner Güte hoffe ich auch Alles. Vertilge denn in mir Alles, was dir mißfallen oder widerstehen kann, daß deine reine Liebe sich so tief in mein Herz einpräge, daß ich dich niemals vergesse, noch von dir getrennt werden könne. Göttliches Herz! ich beschwöre dich durch deine unendliche Güte, daß mein Name tief in dir eingegraben sei; denn in deinem Dienste und in deiner Liebe will ich leben und sterben. Amen. 6. Liebes aufopferung an das heiligste Herz Jeſu. Oliebreichster, süßest und zärtlichst liebender Vater! ich habe nichts, das dir gefallen kann, ich bin nichts und kann von mir selbst nichts thun, was dir Freude machen könnte. Ein Herz aber habe ich, das ich von dir empfangen habe, und du haft mir es deßwegen gegeben, daß ich dich liebe. Dies sind alle meine Schäße; ach, nimm es hin, und gib mir dafür, o Jesus! hinwieder dein Herz und deine Liebe. Nicht Reichthum, nicht Ehren, nicht Gesundheit noch alle Freuden dieser Erde; nein, darnach verlangt mich nicht, nur dein Herz, nur deine Liebe ist die Sehnsucht und das Verlangen aller meiner heißen Wünsche. Ach, dieses Feuer deiner Liebe entzünde in mir, mein Jesus! einen unauslöschlichen Liebesbrand; dann bin ich ganz dein, dann bist du ganz mein. Diese - 142 Liebe kann mir dann Niemand nehmen! weil Niemand mir mein Herz mehr rauben kann, das durch deine Gnade nun dir geschenket und geweihet ist, und nur für dein Herz einzig lebt und schlägt in alle Ewigkeit. Amen. 7. Liebesschmerz und Ehrenabbitte an das heiligste Herz Jesu. 1. Anbetungswürdigstes Herz Jesu Christi, anwesend auf diesem Altare! Edelstes, reinstes, heiligstes und liebenswürdigstes aller Herzen! wir werfen uns als reumüthige Sünder nieder vor dir; wir kommen, um deine Liebe aufs Neue in Anspruch zu nehmen, und dir im Angesichte des Himmels und der Erde die demüthigste und feierlichste Abbitte zu thun. O mein Erlöser und mein Gott! Wir haben sie mitangesehen die gräßlichen und zahllosen Frevel und Beleidigungen, welche die Hölle gegen dich im Sacramente deiner Liebe zu erregen nicht aufhöri. Alle Bosheiten der Menschen und der Hölle sind erschöpft worden gegen deine göttliche Majestät: Vergessenheit, Kälte, Ungebürniß, Undank, Entweihung, Abscheulichkeiten und Lästerungen. Alles ist angewendet worden wider dich, und alle diese Unwürdigkeiten unter den bittersten Thränen sollten wir's fagen sind bis jetzt noch nicht abgebüßt. Wir selbst, ach! wir selbst, sind wir nicht auch Schuld gegen dich! sind wir wenigstens nicht nachlässig gewesen, dieselben abzubüßen und dafür Genugthuung zu leisten? - - - Diese Frevel nun, o mein geliebtester Erlöser! diese Frevel ziehen uns hieher zu deinen Füßen, und treiben uns an, tausend und aberma! tausend Male vor deinem - - 143 Herzen zu dir zu schreien: Verzeihung, mein Gott! Verzeihung so vielen Gräuels! Du hast deinen Henkern am Kreuze verziehen, verzeihe nun deinen Frevlern auf dem Altare. Höre die Stimme deines Herzens, und du wirst auch unsere Missethaten vergessen. Dheiligstes Herz! Siehe, hier liegen wir, die Knie zur Erde, das Antlig voll Scham, das Auge voll Thränen, die Seele voll Bedauern. Solltest du gefühllos sein gegen unseren Schmerz? Ach! um ihn wirksam zu machen diesen Schmerz, warum fönnen wir nicht abwaschen mit allem unseren Blute jene Orte, wo du so unwürdig behandelt worden, und wo deine Liebe noch jetzt so vielen Undank erduldet? - - Kommet wenigstens, o ihr, die ihr es noch mit Jesu haltet, komm heran, du Volf Gottes, fomm; kommet Alle und lasset uns weinen, vereint am Fuße des heiligen Altares, über die Schmerzen und Wunden des Herzens Jesu Christi! Erheben wollen wir hinauf bis zum Himmel unser Geschrei und Gejammer, und nimmer wollen wir uns trösten; denn bis zum Tode verwundet ist das Herz des Erlösers Israel von Denen, ach, gerade von Denen, welche verpflichtet waren, es auf das Höchste zu lieben, und deren Verbrechen sich täglich wiederholen gegen das allerheiligste Sacrament des Altars. O unerforschliche Güte des Herzens Jesu! o unbegreifliche Bosheit der Herzen der Menschen! Mußtest du, o mein geliebter Erlöser! mußtest du dich einschließen in dies Sacrament der Liebe, um darin also gräulich behandelt zu werden? Ihr englischen Geister, die ihr hier gegenwärtig seid, um dem göttlichen Herzen, dem Herzen eures Königs, eure Ehrfurcht zu erweisen, verdoppelt eure Liebesglut, und zündet in uns dieselbe dreifach an. Versuchen wir es, dies heiligste Herz zu entschädigen für alle die Beleidigungen, welche Ihm so viele gottlose, irrgläubige und laue Christen täglich zufügen. Trachten wir, so viel es möglich ist, daß fünftighin Niemand auf Erde es entehre, daß im Gegentheile das ganze Weltall sich verbinde, es zu verehren, anzubeten und zu lieben. 144 D! könnten doch Himmel und Erde fich vereinigen, um ohne Aufhören zu rufen: ,, Gelobt auf ewig, gebenedeit und angebetet sei das Herz Jesu Christi im allerheiligsten Sacramente des Altars!" Um diese Gnade bitten wir dich, o liebenswürdigstes Herz Jesu! im Namen aller unserer Brüder, sowohl der Abwesenden als der Anwesenden. Wir fassen hier in deiner Gegenwart den festen Entschluß, nichts zu unterlassen, was dazu beitragen kann, dich verehren und lieben zu machen auf alle nur mögliche Weise, vor Allem in diesem anbetungswürdigsten Sacramente, in welchem du eben so wesentlich gegenwärtig bist, als wir an diesem heiligen Orte. O segne diesen Vorsag! Genehmige unsere Seufzer und unser Flehen, uns die Gnade in dir und allein für dich zu leben und zu sterben. Amen. — - ( Vierzig Tage Ablaß für jedesmalige Verrichtung dieses Gebetes ist bewilliget ven Pius VI. und erneuert von Pius VII.) 11. Danbetungswürdigstes Ferz meines Erlösers! In tiefster Ehrfurcht und im Gefühle des innigsten Schmerzens über meine Sünden werfe ich mich nieder vor dir, der du in dem allerheiligsten Sacramente wahrhaft, wirklich und wesentlich gegenwärtig bist. Wie viel hast du, o unendliche Güte, zu unserem Besten gethan und gelitten, wie verzehrest du dich noch jetzt in diesem Sacramente der Liebe gegen uns! Und für alle diese Liebesbeweise empfängst du von den meisten Menschen nur Gleichgültigkeit, Kälte und Verachtung. O, du Vater der Erbarmungen!- wende deine Augen von unsern Sünden hinweg, und laß uns Gnade widerfahren. Ich will fie abbüßen diese Sünden; ich will Buße thun für alle Ungläubigen, die dich nicht erkennen wollen; für alle Irrenden, die deine Lehre verwerfen, und an deine Gegenwart in diesem Sacramente der Liebe nicht glauben; 11 - - 145 für alle schlechten Katholifen, die dich unwürdig empfangen, und durch ihr Betragen den Glauben, den du ihnen vorzugsweise vor so vielen anderen Menschen geschenkt haft, entehren; und für alle laue Seelen, die dich in diesem Sacramente nur selten, und dann noch ohne gehörige Vorbereitung empfangen, die dir zwar angehören möchten, die aber in deinem Dienste ganz falt und nachläffig sind, und sich um deine heiligen Gebote gar wenig bekümmern. Insbesondere will ich dir dann noch Genugthuung leisten, o göttliches Herz! für meine eigenen Sünden, für den großen Undanf, womit ich deine Liebe vergolten habe, und für den Mißbrauch so vieler Gnaden, die du mir zu meinem Heile geschenket hast. Alle diese Vergehungen reuen mich vom ganzen Herzen, vergib sie mir, o Gott der Barmherzigkeit! und sei uns Ullen gnädig. Verzeihe den Ungläubigen ihre Gottlosigkeit, den Verirrten ihre Hartnäckigkeit, den schlechten und lauen Katholiken ihr unchristliches, Betragen. Wende die Strafen, die wir verdient haben, von uns ab, und behandle uns nach deiner ewigen Erbarmung, indem du uns zur Buße führest und befehrest. Gedenke, daß, wenn du uns verwirfft, die unendlichen Verdienste deines fostbaren Blutes an uns verloren gehen. Wir verdienen zwar deiner strengen Gerechtigkeit überliefert zu werden; allein du hast nicht Wohlgefallen an dem Untergange des Sünders, sondern du willst, daß er sich bessere und lebe. So vergib denn alle Ungebührlichkeiten und Entweihungen, alle Sünden and Laster, deren wir uns schuldig gemacht haben. D, reinige unsere Herzen von Allem, was dir zuwider ist, bekehre dieſelben zu dir, und mache fie deinem Herzen gleichförmig; damit wir in deiner Liebe bis an das Ende verharren, in derselben mit jedem Tage zunehmen, um dich einstens mit allen Auserwählten zu lieben in Ewigkeit. Amen, 10 8. Inbrünstige Liebesseufzer zu Gott und dem göttlichen Herzen Jesu. 10 O unendliches- höchstes find alle Güter der Welt, seligstes Gut! Was alle Hoheiten der Erde, alle Vergnügunalle Wollüste der Sinne, gen des Geistes, ja selbst alle Schäße der Gnaden und unermeßlichen Reichthümer des Himmels, was sind sie mit dir verglichen? Du bist mir lieber als Alles dieses, o du mein Gott und mein Alles- ja mein Alles ach. süßes, zartes, seliges Herz! - 1 - - - - - Was ist mir im Himmel und auf Erde theurer,- was verlange ich anders, als dich, o Gott meines Herzens und mein Antheil in Ewigkeit! - 146 - Ach, wie gering ist vor meinen Augen doch Alles, was du nicht bist!- und wenn ich dich besige, was O nichts- verlange ich sonst noch mehr! nichts in der Welt, nur dieses dein Herz nur deine Liebe schenke mir, und ich bin reich genug! Nichts in der Welt fann sonst mein Herz vergnügen, denn es ist für Erfülle dich erschaffen, o Gott meines Herzens! dasselbe, erfülle es, damit es nicht verschmachte! Aber, o spät, muß ich mit dem liebeflammenden Herzen des heiligen Augustin ausrufen und seufzen, o spät habe ich dich geliebt, fannt,- du ewige Schönheit! doch möglich, daß ich dich nicht immer geliebt habe? Ich wußte doch, daß du mein Gott seieft; aber ach! ich wußte und fühlte es nicht, daß ich wirklich eine Seele sei,- nur für dich erschaffen, und daß wirklich nur dein Besitz den Hunger und Durst meines Herzens nach Seligkeit ersättigen könne! spät habe ich dich erWie war es mir - 1 -- - - - - — - - 1 - - - - Darum, o du Gott der Barmherzigkeit! ist wohl ein Dolch, der so scharf und schneidend verwundet, als dieser Gedanke mein Herz durchsticht?- Ich habe dich dennoch beleidiget so oft, so schmerzlich, so M - schwer, so tief, Schmerzens für mich!!- - ach, welch' ein Stich des D, wie war es denn möglich, daß ich dich beleidigen konnte, dich, die unendliche, seligste Liebe für mich und die ganze Welt!- Ach, welch' ein Undanf, wie Jesus! ach, thut mir das nun so webe und leid! wenn ich dein Herz nun anblicke, und daran denke, so zerreißt vor Schmerz mein Herz. Aber, o, nun liebe ich,-nun liebe ich dich wirklich so innigst zart und übermächtig!. Nimm dies Geständniß, daß mein Herz so warm dir zuruft, als einigen Ersaß für meine frühere Kälte und Untreue. Ja, Herr, ich liebe dich! o könnte ich doch diese seligen Worte mit der Liebesglut eines heiligen Franciscus Seraphicus, mit der Liebesglut aller heiligen Seelen- mit der Liebesglut der Seraphimen des Himmels selbst dir in die Wunde deines Herzens sagen: Mein Jesus, ich liebe dich!!!-- - - - - - - - 147 - L O wie schreiet und seufzet mein Herz nach dieſer seligsten Ruhe in dir, wo ich nichts anders verlangen, genießen, besigen werde, als dich, mein Gott, und in dir die Fülle aller Verlangen meines Herzens! - 1 - - Ja vor dir, o Jesus! ist all' mein Verlangen, und das Seufzen meines verwundeten Herzens ist dir nicht unbekannt.- Onein! denn vor dir sind alle Herzen offenbar. Wie fönnte doch dein so zartes, nach Liebe sich sehnendes Herz diesem liebentzündeten Verlangen meines Herzens verschlossen bleiben?! - 1 Die Liebe hat dich einst vom Himmel herab auf die Erde gezogen, und hält annoch dein Herz an dieselbe durch deine Gegenwart im allerheiligsten Sacramente deiner Liebe gefesselt: so feßle auch mein Herz in ewiger Liebe an dich, und ziehe es so zu dir hinauf in allem, was ich denke, wünsche, liebe! thue und - - - O könnte ich doch mit meinem Blute erfaufen alle die traurigen Augenblicke meines verfloffenen Lebens, wo 10* - ich deiner nicht gedacht, könnte ich doch von nun an durch die Größe und Wärme meiner Liebe meine frühere Kälte gegen dich ersetzen!- In ewiger Liebe hast du mich geliebt und mich erbarmend an dich gezogen; in ewiger Liebe will ich also auch dir einzig angehören, dich von nun an ewig und über Alles lieben! O! daß doch jeder Athemzug, den ich schöpfe, jeder Blick meines Auges, jeder Schlag meines Herzens ein Bekenntniß meiner Liebe zu dir wäre, und mich stets inniger mit dir vereinigte! - - 1 148 1 Nichts, o Geliebter meines Herzens! nichts in der Welt soll mich je mehr in Zukunft von deinem Herzen trennen!! Wenn auch alle Menschen sich wider mich aufmachen und alle Widerwärtigkeiten mich überfallen und alle Geister der Hölle mich anfechten; so will ich von nun an dich beständig, das Ende lieben. getreu bis an - - - - — Sollte es mich auch mein Blut und Leben kosten, sollte ich alle Martern der Martyrer erleiden müssen, sollte man mir auch mein Herz aus dem Leibe reißen; so bleibt es doch nun mit deiner Gnade ewig dir treu. - - Nur die Sünde ist es, die dieses Band der Liebe zerreißen kann, das nun mein Herz so innig an das deinige geschlossen hat; o, so will ich denn lieber mit einer heiligen Katharina von Siena in ein Meer von Feuer springen, als dich beleidigen, und Alles opfern, um eine einzige Sünde zu verhindern, nur daß ich dich nicht mehr beleidige; o, du mein höchstes Gut! nur feine Sünde mehr, lieber, ach! lieber den Tod, lieber tausend und tausend Male alle Peinen und Marter! Darum, wenn du vorsiehst, o du mein Leben! daß ich dich je zu lieben aufhören und dich wieder beleidigen sollte,- o so bitte ich dich um der Wunde deines Herzens willen, o du unendliche Süßigkeit! laß mich doch lieber in diesem Augenblicke sterben; denn Leben - 149 und dich nicht lieben, ist mir ja viel tausendmal bitterer als der bitterste, grausamste Tod! OfeligAch! wie mein Herz nach dem Himmel verlangt, nicht, weil es der Himmel ist, sondern weil ich dort dann dich, o mein Jesus! besigen werde, ohne die Möglichkeit, dich je mehr zu beleidigen. süße Unmöglichkeit, meinen Gott nicht mehr kränken, nicht mehr verlieren zu können! Du, du bist der Himmel, nach dem mein Herz verlangt! - - - - - - - Ach! wie mein Herz nach dem Himmel verlangt, nicht, weil es der Himmel ist, sondern, weil dann dort alle Kräfte meiner Seele ohne Theilung,- ohne Zerstreuung dich einzig lieben und deine unendliche Barmherzigkeit ohne Unterlaß loben und preisen werden! - - Dihr glückseligen Engel und Heiligen des Him mels! warum kann ich nicht schon jetzt auf Erde meinen Gott mit euch vollkommen lieben, und nie mehr beleidigen? Ach, wie mein Herz doch nach dem Himmel Ach, Himmel! o schöne, felige Wohnung, wo man nichts, als liebet, bet als Gott, das höchste Gut, und Alles liebct. verlangt! lichte, und nichts liedich, o Gott! - - - - - - Wer wird mir Taubenflügel geben, seufze ich mit David, daß ich mich dorthin erhebe und an deinem Herzen ewiglich ruhe! - - Leiden will ich, o mein Gott! leiden- wenn ich dich anders nicht lieben kann, und gerne, o gerne will ich leiden; denn in dem Himmel werde ich dir zu Liebe nichts mehr leiden können, o seliges Glück, Jesu zu Liebe leiden zu dürfen! Darum, ich will gerne, und viel, wenigstens hier auf Erde leiden, um dir im Schmerzen voll Freude beweisen zu können, daß ich dich, o Gott! wirklich liebe und das heilige Kreuz trage aus Liebe zu dir. - Ja, ich bin bereit, o mein Gott! zu Allem, was dir mit mir gefällig ist, das alles gefällt mir auch, und ist mir ganz recht:- Tod oder Leben, Gesundheit oder Krankheit, Freud' oder Leid ist mir alles Eines, wenn es nur meine Liebe zu dir vermehret, wenn es mich nur deinen Augen wohlgefälliger machet. Ach, ich verlange nichts anderes, o höchste Majeh, ich ve - deine Gebote zu halten stät! als dir zu gefallen, und heilig zu werden! 1 11 150 - - 1 11 D könnte ich doch heilig sein und dich lieben, wie die Heiligen dich geliebt haben! Ach, mein Jesus! hätte ich doch das Herz eines Paulus, das Herz eines Aloisius, cines Philippus Nerius, das Herz eines Ignatius, Franz Xaver, das Herz einer Theresia, einer Katharina von Siena, das Herz eines Johannes des Jüngers der Liebe, das Herz deiner jungfräulichen Mutter, der Mutter der schönen Liebe; um dich mit der Liebe aller liebentzündeten heiligen Herzen lieben und lobpreisen zu können! O, welch' ein Durst der Sehnsucht nach deiner Liebe verzehrt mein Herz! - - D, nur einen Funken deiner Liebe! göttliches Herz! lasse in das meinige fallen. Doch, warum verlange ich nur Einen Funken! Nein; mehr, mehr, o Herr! viele, recht viele mögen mein faltes Herz entzünden; ja die mächtigsten Flammen mögen aus deinem Herzen in das meinige schlagen, und es zu deiner Liebe entflammen! Dein Herz brennt ja in solchem Liebesbrand, als ein unermeßliches Meer von Flammen der Liebe Gottes.. O, entzünde mein Herz, liebflammendes Herz Jesu! damit ich dich liebe und Denjenigen, der aus überaus großer Liebe dich mir geschenket hat! - L 11 - - Nicht deiner Gaben willen, nein, aus Liebe, o Jesus! liebe ich dich; in Liebe um Liebe! - O, welche Freude und Seligkeit verkostet mein Herz bei dem Gedanken, daß du, mein Gott! aus dir selbst das allervollkommenste, ewige, allmächtige, unermeßliche, heiligste, seligste, allerherrlichste Wesen bist und ewig bleibst. O, wie danke ich dir! daß du bist- von - 151 dem Alles ist,- was immer nur schön, herrlich und gut ist im Himmel und auf Erde.-- und auf Alles, was vor meinen Augen schwebt und lebt, ist das Werk deiner Allmacht, deiner Weisheit, der Abglanz deiner Herrlichkeit. Wenn mein Herz sich nun schon voll Liebe zu dir entzündet, wie dann erst, wenn ich dich einst sehen werde von Angesicht zu Angesicht? Ofeliger Anblick deines Herzens, meinJesus! das mir dafür ein Unterpfand ist, und das mir zur Antwort gibt: Ja, wenn du mich wirklich auf Erden liebest, so wirst du mich einst ewig in dem Himmel besigen.-, süßes Herz! wie, ich werde dich einst wirklich ve= sigen?!! Wäre es möglich, daß du mich wirklich aus Nichts für dich und solch' einen Himmel erschaffen hast!? Und ich sollte dich nicht lieben?! O, nein, Herr! du weißt es, daß ich dich liebe, daß ich dich wirklich aus meinem ganzen Herzen und aus allen meinen Kräften liebe.- Ach! könnte ich doch machen, daß alle Menschen dich liebten aus ihrem ganzen Herzen, und aus allen ihren Kräften, wie du wirklich von Allen geliebt zu werden verdienest. -- - - - - Ja, hätte ich doch alle Menschenherzen in meinen Händen, um sie alle an deinem Herzen mit Liebe zu dir zu entzünden! D O könnte ich doch, o Gott!- mein Gott Gott der Güte, Barmherzigkeit und Liebe! o fönnte ich doch die ganze Welt bekehren, alle Heiden zu deiner Erkenntniß bringen, alle Gößenbilder umstoßeu, alle Irrgläubigen zu dir zurückführen, und deinen hei= ligsten Namen, dein heiligstes Herz allen wilden Völkern zu erkennen geben, daß sie nur dich anbeten, dich lieben und ehren würden. - - - 1 500 D, wie gerne wollte ich alle erdenklichen Martern ausstehen, wenn ich dadurch auch nur eine einzige Seele bir gewinnen könnte, dir, der du die Seelen liebst. Ach! wie klein ist mein Herz, und wie schwach meine Liebe; und gleichwohl hat dich dieses thörichte Herz nicht geliebt, wie es dich nach seiner geringen Möglichkeit hätte lieben sollen. Aber du hast ein Herz in dem Himmel auf dem Throne deiner Herrlichkeit, und eben dasselbe auf Erde im allerheiligsten Sacramente; dieses liebt unendlich die göttliche Majestät und Liebe, und wird von ihr wieder geliebt, mehr als alle Engel und Heiligen; mit diesem deinen göttlich liebenden Herzen will ich das meinige vereinigen. - Dir o mein holdseligster Jesus! will ich leben, dich will ich lieben, dir opfere ich jeden Schritt und Tritt auf,-- alle meine Worte und Gedanken, all' mein Kreuz und Leiall' mein Thun und Lassen, o du meine Liebe, - 0 o du mein Leben, den, du meine Liebe, o du mein einziges Verlangen!! - Geligkeit, lieben MOR 11 152 Mein Herz zerfließt in Liebesglut! Du Leben dieses Herzens, Liebe, höchstes Gut! Gib, süßer Jesus, meiner Seel' Erbarmen, Gib, Tod mir, meine Lieb', in deinen Armen! Verwandle mich in dich; ich sterb' im Schmerz'; O, süßer Jesus, schenk' mir dein Herz! Ach, süßer Jesus, ich sterb' im Schmerz'; Nimm hin, mein wundes, armes, schmachtend Herz! O nimm es hin, o ew'ge Liebe du! Schenk' meiner Seel' in deinem Herzen Ruh'! 11 1 - - Ja, erleuchte mich mit deinem Lichte, ewiges Licht! Entzünde mich mit deinen Flammen, o du Feuer der Liebe! Laß mich schauen, genießen, lieben deine Schönheit, gib mir zu verkosten deine Süßigalle Kräfte meibesige mein Herz ganz, ner Seele. D Jesus! du meine einzige Freude und feit und - 1 - - lasse mich ruhen in deinem Herzen unendlich- ewig ewig- lieben. Amen. - - - o du - - - 153 9. Liebesseufzer des heiligen Ignatius Lojola. Ich liebe dich, mein Gott und Herr! O fönnt' ich lieben dich noch mehr. Sieh' meine Freiheit schenk' ich dir, Schenk' Liebesfesseln mir dafür. Nimm mein Gedächtniß; mach' es rein Es denk' an Gottes Ehr' allein. Nimm den Verstand erleuchte ihn- Daß mir nichts Böses komm' in Sinn. Nimm meinen Willen- er sei dein Laß unsere Herzen Eines sein, Und was ich habe, was ich bin, Ach, Herr! nimm es als ein Opfer hin. Mach' du mit mir was dir gefällt Es sei dir Alles heimgestellt, Nur deine Gnad', nur deine Lieb' Nur die, o Gott! nur die mir gib. Wenn ich nur dein bin und du mein, Dann werd' ich ewig glücklich sein. Amen. - - 1 - 10. Liebesseufzer des heiligen Franziskus Xaverius zu Jeſu. 11 Dich, Jesus! Jesus! liebe ich- Nicht- weil du selig machest mich, Auch nicht- weil den der dich nicht liebt, Der Hölle ewige Pein umgibt. Nein, deßhalb, Jesus! lieb' ich dich Weil du am Kreuze starbst für mich. Da littest du zum Heil für mich Der Nägel Schmerz den Lanzenstich Der Knechte Wuth der Feinde Spott Die bittere Angst- die Todesnoth ― 1 up a - — - 1 - 154 - Und endlich gabst dein Leben hin Für mich, der ich ein Sünder bin. Wie könnt' ich noch gefühllos sein, Dir feine Gegenliebe weih'n? Nein! wäre auch der Himmel nicht, Auch keiner Hölle Strafgericht, Wie du mich liebst, nicht aus Gewinn, Liebt dich mein Herz, ach, nimm es hin, Weil du, o Heiland, Jesu Christ! Mein Herr, mein Gott, mein Allès bist. mimot 89788 bir Gebet. 102 me O Jesus! der du das Feuer deiner Liebe, das du in deinem Herzen vom Himmel herab auf diese Erde gebracht, in den zwei Herzen des heiligen Ignatius und Franz Xaver so mächtig entzündet hast, gib, daß mein Herz von eben diesen Flammen ergriffen, in Liebe zu dir aufbrenne, und so von nun an cinzig in Allem nur nach deiner größeren Ehre trachten, und für das Heil der Seelen eifern möge durch deine Gnade, o Jesus! Amen. $ 2 11. Verehrung der Geheimnisse des Herzens Jesu. 1) Der Eröffnung des Herzens Jesu, und Bitte um den Eingang in dasselbe. O von Liebe beherrschtes und durch alle Augenblicke deines Lebens leidenvolles Herz! was Zacharias voraus gesagt hat: ,, Sie werden sehen, den sie durchstochen haben," ging in Erfüllung Weil du nicht nur schmerzvoll sterben, sondern auch nach dem Tode deiner höchsten Liebe noch das Siegel wolltest aufdrücken lassen, öffnete dich ein Soldat mit seiner Lanze und durchbohrte dich. Dies geschah, damit mir der Eingang in dich offen stehe, und - - 155- ich zur Zeit der Trübsal oder des Zweifels, wenn ich nicht weiß, was zu thun ist, dahin mich begeben und Trost oder Licht da holen möchte. O laß doch jederzeit meine Seufzer in dieses Heiligthum gelangen, so oft ich vor demselben meine flehenden Hände und Augen erhebe. Ich verehre von ganzem Herzen diese geheimnisvolle Eröffnung, und schließe mich in sie ein. Wann ich eines bedrängten Herzens oder voll Verlegenheit sein werde, daß ich mir selbst nicht rathen kann, will ich da hineingehen und so lange seufzen, bis ich Erhörunng finde. Aus dieser Quelle aller Gütigkeit werde ich Trost und Licht mit Freude schöpfen. 2) Des Blutes, das aus dem heil. Herzen Jest floß, und Bitte um ein reumüthiges Herz. süßes Herz! Ach, wie viel hat dich meine Seele gekostet. Den letzten Blutstropfen mußtest du vergießen, um die Härte und das Eis meines undankbaren und frostigen Herzens zu erweichen. Ehre, Preis und Dank sei dir für eine solche Liebe, ewiger Dank! Ach! ich bitte dich innigst und flehentlich, daß du mit jenem Blute, welches der Speer des Kriegsknechtes aus dir trieb, mein Herz in bitterste Zerknirschung zerfließen machen, und ihm heilsame Bußthränen auspressen möchtest, die gleichsam das Blut einer büßenden Seele sind, und als Ersatz gelten müssen, wenn das Auge nicht weinen kann. D! verleihe mir die Gaben der Zähren, daß ich aus Liebe Gottes bitterlich weine, und alle Vergehungen meines Herzens der Innbrunst und Begierde nach, gleichsam mit blutigen Thränen beweinen möge. 3) Des Wassers, das mit Blut vermischt, aus dem Herzen Jesu hervorkam, und Bitte, das heiligste Herz Jesu bald zu sehen. O göttliches Herz! es floß mit dem Blute sogleich Wasser aus dir, ein Zeichen, daß durch den Lanzenstich - 156 10 das Innerste deines Herzens verletzt worden ist. Ich verehre dieses gebenedeite Wasser, und rufe es über mich O Quelle des lebendigen Wassers! ergieße dich in mein Herz; damit es sich mit dir wieder in die Höhe erhebe und alle Begierden desselben nur zu Gott gerichtet ſeien. Wann wird doch einmal die glückliche Zeit kommen, wo meine Liebe nur nach dir trachten und deine Liebe mir Alles in Allem sein wird? Wo ich nur durch dich, o mein wahres Leben! leben, und durch dich ewig glückselig sein werde? Wann werde ich endlich Alles verlassen, um dich zu besitzen? Schatz der ewigen Güter! wann werde ich zu der so erwünschlichen Seligkeit gelangen, dich, o unendliche Schönheit und höchstes Gut! zu sehen. Wie ein lechzender Hirsch nach langem Laufen eine Wasserquelle sucht, seinen Durst zu löschen; also sehnet sich meine durch so viele Plagen und Begierden abgemattete Seele nach dir, o Brunnenquell alles Trostes! Mein Herz und selbst mein Fleisch werden in dem Augenblicke, da ich an die Glückseligkeit gedenke, dich einst ewig selig sehen zu können, vor Freuden entzückt. Ach! wann werde ich vor dir erscheinen, dich sehen, und in dir mich ohne Ende erfreuen? 4) Der Liebesflammen, die aus dem heiligsten Herzen Jesu hervorbrechen, und Bitte, von denselben ergriffen zu werden. Oliebeglühendes Herz! was für heilige Liebesflammen sehe ich aus deiner Wundmale hervorbrechen. Geheimniß der Liebe! das in dir so lange verborgen lag, und auf ein Mal entdecket ward. Mein süßester Jesus! wie werde ich dir würdig genug danken können, daß du deine Liebe gegen mich also bezeigen wolltest? O ihr von der Liebe so sehr brennende Seraphimen! was dünket euch, was haltet ihr von der Liebe des göttlichen Herzens Jesu! 157 Wann werde ich anfangen, jenes Herz zu lieben, das mich zuvor geliebt und sich aus Liebe zu mir verblutet hat? O angenehme und verehrungswürdige Liebesflammen! ihr habet das Leben eines vermenschten Gottes an dem Kreuze verzehrt; o, daß ihr auch mich ergreifet, und alle unordentlichen Neigungen in meinem Herzen aufzehret; verschaffet, daß ich allezeit brenne, und nur allein seufze zu Jenem, welcher an dem schimpflichsten Holze des Kreuzes aus Liebe zu mir nicht nur bat sterben, sondern seinen erblaßten Leichnam an der Seite mit einem Speere wollte durchbohren lassen. 321000340 - 1 5) Der dörnernen Krone des heiligsten Herzens Jesu, und Bitte um ein geduldiges Herz. O leidens- und schmachvolles Herz! ich erinnere mich eben so mitleidig als dankbar, wie die grausamen Kriegsknechte des Landpflegers in das anzubetende Haupt, dem sich alle Knie beugen, einen aus langen und schrecklich peinigenden Dörnern geflochtenen Kranz mit Stecken und eisernen Handschuhen dermaßen hineindrückten, daß die Dörner mit ihrem Stachel alle Adern durchbohrten und das heiligste Angesicht, wegen des häufig herabrinnenden Blutes ganz roth färbten. Ach! wie schmerzlich mußtest du die Früchte des der Erde gegebenen Fluches tragen; wer betrachtet deine Geduld! Ich bete dich in diesem erbärmlichen Zustande mit allen Engeln an, und danke dir herzlichst für deine Qual und Schmach. Schamröthe bedeckt mich und ich getraue mich nicht, meine Augen zu dir zu erheben; denn nach so vielen Sünden, welche dich mit Leid umwunden, mag ich oft nicht einmal etwas Weniges mit Geduld ertragen, oder mich in etwas abtödten und meinem Leibe wehe thun. starfmüthiges Herz! wirst du nicht einmal die Schwachheit meines Fleisches durch die Kraft deiner Liebe überwinden? D Herz des Gottes der Geduld! gib meinem Herzen diese himmlische Tugend, daß ich bei den - 158 Drangsalen dieses Lebens, die für uns verwiesene Kinder Evens wie die Dörner mit den Rosen heranwachsen, durch mein stilles Betragen die Dörner deiner heiligen Krone verehrc. um dan - 6) Des Kreuzes in dem heil. Herzen Jesu, und Bitte um Liebe zum Kreuze. JU Recom lo gekreuzigtes Herz meines Erlösers! während deines ganzen Aufenthaltes unter den Menschen warest du voll Mühseligkeit, von Kreuz und Peinen immer umgeben; am Kreuzesholze aber, worauf du zwischen zwei Mördern gestorben, von der Fluth eines ganzen Meeres der Trübsaal umrungen, die Bitterkeit versenkt, und auch nach dem Tode, wo du schon lange in der Herrlichkeit des Vaters thronest, wolltest du dich in keiner andern Gestalt, als mit dem Kreuze gezieret, den Menschen zeigen, und dadurch in ihr Herz diese hohe Wahrheit einprägen, daß derjenige, welcher sich nicht mit dir im Kreuze rühmt, und liebet, was du liebtest, deiner nicht werth ist, und sich selbst für blind halten muß, weil Gott einer christlichen Seele in diesem Leben keine größere Gnade geben kann, als wenn er sie mit seinem Sohne an dem Kreuze leben und sterben läßt. O Herz des Herrn des Himmels und der Erde! der diese Dinge den Weisen und Stolzen verborgen, sie aber den Kleinen und Demüthigen geoffenbaret hat, ich verehre dieses große Geheimniß, und bitte dich, drücke diese Wissenschaft der Heiligen und Frommen tief in mein Herz ein, daß ich meinen ganzen Reichthum in der Armuth, meine größte Ehre in der Verachtung, meine größte Ergöglichkeit im Leiden, und mein größtes Glück darin finde, wenn ich auf Erde das Schicksal meines bedrängten, leidenden und am Kreuze sterbenden Heilandes zu theilen gewürdiget werde. - 159 - 12. Litanei vom göttlichen Herzen Jesu. Herr, erbarme dich unser! Christus, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Christus, höre uns! Christus, erhöre uns! Gott Vater im Himmel, Gott Sohn, Erlöser der Welt, Gott heiliger Geist, Heiligste Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, Heiligstes Herz Jesu, 11 Herz Jesu, unbefleckt durch Gott den heiligen Geist aus der jungfräulichen Mutter erschaffen, Herz Jesu, vereinigt mit der Person des Sohnes Gottes, Herz Jesu, an welchem der Vater im Himmel sein Wohlgefallen hat, Herz Jesu, du Heiligthum Gottes, Herz Jesu, du Tempel der allerheiligsten Dreifaltigkeit, Herz Jesu, du Wohnsitz der Heiligkeit, Herz Jesu, du Quelle aller Gnaden, Herz Jesu, du Sit der göttlichen Liebe, Herz Jesu, du Schatz der göttlichen Weisheit, Herz Jesu, du Meer der Gütigkeit, Herz Jesu, du Thron der Barmherzigkeit, Herz Jesu, du Pforte zum Himmel, Herz Jesu, du unerschöpflicher Schak, Herz Jesu, dessen Gnadenfülle sich über Alle ergießt, Herz Jesu, unser Friede und Versöhnung mit Gott, Herz Jesu, du unendlich liebend und unendlich liebenswürdig, - Herz Jesu, du Quelle des ewigen Lebens, Herz Jesu, du Versöhnungsopfer für unsere Sünden, Herz Jesu, für uns im Mutterleibe schon beängftiget, 121- erbarme dich unser! 160 - Herz Jesu, für uns mühevoll bedrängt das ganze Leben, Herz Jesu, für uns im Delgarten betrübt bis in den Tod, Herz Jesu, du entkräftet für uns durch den blutigen Schweiß, Herz Jesu, du überladen mit Spott, Herz Jesu, du mit Geißel zerfleischt, Herz Jesu, du mit den Dornen umwunden, Herz Jesu, du gebrochen vom Schmerzen über unsere Sünden, Herz Jesu, du gehorsam geworden bis zum Tode des Kreuzes, Herz Jesu, erschöpft durch dein Bluten am Kreuze, Herz Jesu, du im Tode durchbohrt mit der Lanze, Herz Jesu, du der ganzen Welt eröffnet, Herz Jesu, du Zuflucht der Sünder, Herz Jesu, du Stärke der Gerechten, Herz Jesu, du Trost der Betrübten, Herz Jesu, du Spiegel aller Tugenden, Herz Jesu, du Vorbild der Ganftmuth und Demuth, Herz Jesu, du Fülle aller Heiligkeit, Herz Jesu, du Heiligung unserer Herzen, Herz Jesu, du Kraft in der Versuchung, Herz Jesu, du Schrecken der Hölle, Herz Jesu, du Hoffnung der Sterbenden, Herz Jesu, du Rettung deiner Verehrer in der legten Stunde, Herz Jesu, du Hülfe in allen unsern Trübsalen, Herz Jesu, von Undankbaren verkannt und verhöhnt im allerheiligsten Sacrament, Herz Jesu, du Unterpfand der göttlichen VerheiBungen, Herz Jesu, du Spiegel der göttlichen Liebe, Herz Jesu, du Freude der Seligen, Herz Jesu, du Krone aller Heiligen, erbarme dich unser! 161 - - O du Lamm Gottes, welches du hinnimmst die Sünden der Welt- um der Liebe deines Herzens willen, verschone uns, o Jesus! du Lamm Gottes, welches du hinnimmst die Sünden der Welt um der Liebe deines Herzens willen, erhöre uns, o Jesus! O du Lamm Gottes, welches du hinnimmst die Sünden der Welt- um der Liebe deines Herzens willen, erbarme dich unser, o Jesus! Christus, höre uns! su Christus, erhöre uns! Vater unser 20. V. Heiligstes Herz Jesu, erbarme dich unser! R. Auf daß wir würdig werden, dich vom a en Herzen zu lieben. Gebet. Allmächtiger Gott! wir bitten dich, verleihe gnädiglich, daß wir, die wir uns in dem heiligsten Herzen deines geliebten Sohnes rühmen, und die vorzüglichsten Wohlihaten seiner Liebe für uns in demselben verehren, zugleich uns über diese Wohlthaten erfreuen, und sie treu. zu unserem Heile benügen mögen, durch denselben Jesum Christum unsern Herrn. Amen. 13. Gebet für die abwesenden Mitbrüder. Herr Jesus Christus! der du dich über jeden Menschen erbarmest, und dein Herz allen bußfertigen Sündern eröffnest, sei Allen gnädig, die deinen heiligsten Namen anrufen, erhöre die Bitten deiner Diener, und laß Alle, die du auf dem ganzen Erdboden durch das Band der Liebe vereiniget hast, um dein heiligstes Herz zu loben, die Wirkungen deiner Barmherzigkeit empfin11 - 162 - den, und befreie sie von allen Uebeln des Leibes und der Seele, der du lebeft und regierest Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 14. Rosenkranz vom heiligen Herzen Jesu. rst Dieser Rosenkranz besteht in einem Glauben, fünf Vater unser, zur Ehre der heiligen fünf Wunden, und in 33 Ave Maria, zur Erinnerung der 33 Jahre, welche Christus auf Erde gelebt hat. Der heilige Rosenkranz. ( Vor der Abbetung desselben küsse mit innigster Andacht das göttliche Herz Jesu, und bete nach dem Glauben folgende Liebesseufzer:) O Seele Chrifti, heilige mich! O Leib Christi, rette mich! O Blut Christi, tränke mich! O Wasser aus der Seite Christi, wasche mich! Leiden Christi, stärke mich! O guter Jesus, erhöre mich! In deine Wunden verberge mich! In dein süßes Herz verschließe mich! Von dir laß nimmer scheiden mich! Vor dem bösen Feind beschüße mich! In der Todesstunde rufe mich! Zu dir alsdann laß kommen mich! Damit ich könne loben dich, Mit deinen Heiligen ewiglich! Amen. ( Darauf folgt das Vater unser; alsdann dreimal der englische Gruß, bei welchem Folgendes beigesetzt wird:) 1. Jesus Christus, auf dessen gütigstes Herz wir unsere Hoffnung seßen. - - 163 2. Jesus Christus, aus dessen freigebigstem Herzen alle Gnaden herfließen. 3. Jesus Christus, dessen liebreichstes Herz verdient, unendlich geliebt zu werden. Darauf wird folgendes Gebet gesprochen:) O göttliches Herz Jesu! erfülle unsere Hoffnung, die wir auf dich setzen; laß uns die Fülle deiner Gnade genießen, und entzünde in uns das Feuer deiner Liebe, die wir ohne Unterlaß dich inbrünstig lieben. Amen. ( Vater unser u. s. w.) ( Bei dem ersten Gefeßlein werden folgende Worte beigesetzt:) Jesus Christus, dessen Herz betrübt gewesen bis in den Tod. ( Darauf wird gebetet:) O göttliches Herz Jesu! welches wegen unserer Sünden betrübt gewesen bis in den Tod, laß an uns deine Schmerzen und deinen Tod nicht verloren gehen, sondern verschaffe, daß wir durch die Verdienste deiner Traurigkeit, Schmerzen und deines Todes, den du unseres Heiles willen ausgestanden, der ewigen Freuden theilhaftig werden. Amen.( Vater unser u. s. w.) ( Bei dem zweiten Gefeßlein sebze Folgendes bei:) Jesus Christus, dessen Herz aus Liebe gegen uns mit der Lanze ist geöffnet worden. ( Darauf sprich folgendes Gebet:) O verwundetes Herz meines Heilandes! welches du aus Liebe gegen uns dich hast eröffnen lassen, und immer offen bleibest, und verharrest, daß wir allda uns ere Zuflucht nehmen sollen, nimm mich auf, und mache, daß ich in dir die Ruhe meines Herzens finden möge. Am en. ( Vater unser u. s. w.) ( Bei dem dritten Gefeßlein soll Nachstehendes beigesetzt werden:) 11* 164 Jesus Christus, dessen Herz aus Liebe zu uns allezeit brennt. ( Darauf bete:) O liebevolles Herz Jesu! welches du in stäten Liebesflammen stehest, ich bitte dich, du wollest mein Herz mit dem Feuer deiner Liebe also entzünden, daß es vor Liebe zerschmelze, und dir zu einem Brandopfer der Liebe werde. Amen. snied - duot Beschluß des heiligen Rosenkranzes. O Herz Jesu, Thron der Liebe! Ach! entzünd' die Herzensglut; Nach dir meine Liebestriebe Sehnen sich, o höchstes Gut! Wie dein Herz es stets gewesen, Soll auch meines allzeit sein, Ein Altar, der unverwesen Brenn' von Gottes Lieb' allein. O Herz Jesu! dir vor allen Lebe einzig Seel' und Leib; Möchte doch ich dir gefallen, Mache, daß ich dein verbleib' D Herz Jesu! ach, du wohntest, Mir zu Lieb' im Sacrament, Mache, bitt' ich, daß du thronest In dem Herzen bis ans End'. 15. Lobgesang von dem göttlichen Herzen Jesu Christi. 1. Jm Himmel und auf Erden, An allen Ort und End' Geliebt, geehrt soll werden Im heil'gen Sacrament; 165 Gelobt, gebenedeit Soll sein zu aller Zeit Das heiligste Herz Jesu In alle Ewigkeit. - 2. Für uns hat es geschlagen Dies Herz, eh' wir's erkennt, Nichts kann es uns versagen Im heil'gen Sacrament. Gelobt, gebenedeit 2c. 3. Dies Herz steht Jedem offen, Sei noch so groß die Schuld; Stets darf die Reue hoffen Barmherzigkeit und Huld. Gelobt, gebenedeit 2c. 4. In Jesu Herz und Wunden Da wird zu jeder Zeit Der größte Trost gefunden, Der Auserwählten Freud'. Gelobt, gebenedeit c. 5. In Jesu Herz verschließen Wir uns an unserm End', Wann wir zuletzt genießen Das heil'ge Sacrament. Gelobt, gebenedeit zc. 6. Wasch' uns von unsern Sünden Mit deines Herzens Blut, Laß uns einst Gnade finden, O allerhöchstes Gut! Gelobt, gebenedeit zc. - 166 16. Trostlied einer Seele, die das Herz Jesu liebt. In aller Trübsal, Angst und Noth, In allerhand Beschwerden, Die wir ausstehen vor dem Tod, So lang wir sind auf Erden, Soll uns zum Trost des Herzens sein In jeder Noth und Seelenpein Das süße Herz In Lieb' und Schmerz, Das uns sich ganz will schenken, Und wenn wir bei uns denken: Nichts ewig ist auf Erden, Es wird bald besser werden. Darum, wenn's dir recht übel geht, Und hast sehr viel zu leiden, Denk', daß der Himmel offen steht, Auf's Leiden folgen Freuden. Wenn du nur jetzt geduldig bist, Und leidest als ein guter Christ; Es bleibet nicht in Ewigkeit, Es dauert nur die kurze Zeit. Vergiß den Schmerz, Blick auf dies Herz, Das hat noch mehr gelitten, Geseufzet und gestritten! Das sei dein Trost auf Erden: Es wird bald besser werden. Es ist das Kreuz zwar hart und schwer, Doch laß dich's nicht verdrießen; Wenn's hundertmal noch schwerer wär', Gott wird es schon versüßen. Du leid' nur Alles mit Geduld, Auch wenn du leidest ohne Schuld, - 167 - Es bleibet nicht in Ewigkeit, Es dauert nur die kurze Zeit; Vergiß den Schmerz, Blick auf dies Herz, Das hat noch mehr gelitten, Gefeufzet und gestritten! Das sei dein Trost auf Erden: Es wird bald besser werden. Wenn dich gar hart die Armuth drückt, Und hast auch nichts zu essen, Wenn all' dein Glück darnieder liegt, Wenn deiner All' vergessen; Fass' guten Muth und höre mich, Dein Gott gedenkt noch wohl auf dich. Was nüget dir die ganze Welt, Mit Hab' und Gut und allem Geld? Es währet nicht in Ewigkeit, Es dauert nur die kurze Zeit. In Angst und Schmerz Blick auf dies Herz, Das hat noch mehr gelitten, Geseufzet und gestritten! Das sei dein Trost auf Erden: Es wird bald besser werden. - - Und wenn auch Gott den Leib angreift, Und frank dich lasset werden, Und wenn du noch wirst überhäuft Mit allerhand Beschwerden; So denk': Geduld; Hat's Kreuz verguld', In so viel Schmerz und Plage Sei nur getrost und sage: Es bleibet nicht in Ewigkeit, Es dauert nur die kurze Zeit. Vergiß den Schmerz, Blick auf dies Herz, 168 Das hat noch mehr gelitten, Geseufzet und gestritten! Dies sei dein Trost auf Erden: Es wird bald besser werden. - - - Auch wenn du da in Schand und Spott Vor Allen solltest stehen, Da halte dich nur fest an Gott, So fann's nicht übel gehen. Was nützen dir die Ehren, Die keinen Trost gewähren? Anstatt der vielen Klagen Sollst lieber bei dir sagen: Es bleibt ja nichts in Ewigkeit, G 10 Es dauert nur die kurze Zeit. In Spott und Schmerz Blick auf dies Herz, Das hat noch mehr gelitten, Geseufzet und gestritten! Dies sei dein Trost auf Erden: Es wird bald besser werden. So sollst du dann, mein lieber Chrift! Die Drangsal' hier ausstehen, Wenn sie dir auch beschwerlich ist, Und will zu End' nicht gehen. Gedenk', daß auch die längste Zeit, Die man erlebt auf Er.en, Gerechnet zu der Ewigkeit, Für nichts geacht't fann werden. Ist Alles kaum ein Augenblick; Darum dich nur zum Leiden säick'. Vergiß den Schmerz, Blick auf dies Herz, Und sprich: O, süßes Herz, Sieh' meinen Schmerz! Dich tröst' und sag' auf Erden: Es wird bald besser werden. 169 - So fasse denn ein gutes Herz, In Gott dich ganz versenke Und wenn du leidest Angst und Schmerz, Nur alsogleich gedenke An das, was dich der Glaube lehrt, Und was du eben jetzt gehört: Die kurze Zeit- die Ewigkeit So wirst mit tausend Freuden Du gerne Alles leiden. In deinem Schmerz Blick auf dies Herz, - - - Das dich geliebt bis an das End' Im allerhöchsten Sacrament! Es stehet für dich offen, Auf dieses sollst du hoffen, Es schüßzet dich in jeder Noth, Und bittet Gnad' für dich bei Gott. O süßes, süßes Herz, Sieh' meinen Schmerz! Dies ist mein Trost auf Erden: Es wird bald besser werden. 17. Flehentliches Bittgebet der ehrwürdigsten Margaretha Alacoque in allen Nöthen. Im Gefühle meiner tiefsten Niedrigkeit werfe ich mich vor dir hin, du allerheiligstes, göttliches Herz Jesu! um dir meine Huldigung darzubringen, um dich anzubeten, zu lieben und zu preisen, so viel ich kann. Dir, als dem liebreichsten Freunde meiner Seele, empfehle ich mit festem Vertrauen alle meine Bedürfnisse und Nöthen, alle meine Erbärmlichkeiten, meine Armuth, meine Nacktheit, meine Schwächen, meine Trägheit und Lauheit, mit einem Worte, alle die Wunden meiner - 170 - Seele, und bitte dich inständigst, daß du dich durch dieselben zum Mitleid bewegen lassest und nach der Menge deiner Erbarmungen mir zu Hilfe eilet. O, Herz der Liebe! rette mich. Durch Alles, was fähig ist, dich zu bewegen, beschwöre ich dich, daß du mir und Allen, die in derselben Gefahr des Heiles schweben, die Gnade ertheilest, in dieser Liebe zu verharren. Ach, göttliches Herz! laß mich nicht umkommen in der Sündflut meiner Missethaten; wenn ich nur in deiner Liebe ewig verbleibe, so schalte im Uebrigen mit mir nach deinem Wohlgefallen. Nur verwirf mich nicht von dir; denn auf dich habe ich mein ganzes Vertrauen gegründet. Ich flehe zu dir, ich rufe dich an, als die einzige Rettung gegen alle meine Uebel, wovon die Sünde noch das größte ist. Zerstöre dieselbe in mir, und vergib mir alles Uebel, das ich gegen dich ausgeübet habe. Es schmerzet mich über Alles, daß ich dich je beleidiget habe, und ich bitte dich von ganzem Herzen um Verzeihung! D, liebenswürdigstes Herz! Laß mich und alle Personen, die sich in mein Gebet empfohlen haben, oder für welche ich zu beten schuldig bin, deine höchste Gewalt fühlen. Stehe uns bei, einem Jeden nach seinen besondern Bedürfnissen. O Herz voll Erbarmungen! erweiche die verstockten Herzen der Sünder, und erquicke die Seelen der Verstorbenen im Reinigungsorte. Sei du die Zufluchtsstätte der Sterbenden, der Trost aller Bedrängten und Nothleidenden, und sei endlich mir, o Herz der Liebe! Alles in Allem. Besonders aber sei die Zuflucht meiner Seele in der Stunde meines Absterbens, und empfange alsdann dieselbe mit den Armen der Barmherzigkeit. Amen. mind - 171- - 18. Kerngebete der Heiligen zu dem göttlichen Herzen Jesu. 1) Von der heiligen Gertrudis. Ich bete dich an, o göttliches Herz Jesu! du unerschöpflicher Quell aller Barmherzigkeit und Gnaden, höchstes Wunder der Allmacht, Güte und Weisheit Gottes, Thron der heiligen Liebe, cinzig würdiges Opfer, daß die allerhöchste göttliche Gerechtigkeit zu versöhnen vermag! In tiefster Ehrfurcht meines Herzens sinke ich nieder vor dir, erkenne deine erhabenste Würde, die die Anbetung aller himmlischen Geister verdient, und vereinige mich mit ihnen, um dich zu preisen, und aus ganzer Seele zu verherrlichen. O beiligstes Herz meines Erlősers: das du dem ewigen Worte wesentlich und unauflöslich vereint, alle seine ewigen und unaussprechlichen Vollkommenheiten in dir erfasseft, und dadurch selbst die Liebe und Wonne der heiligsten Dreieinigkeit bist: zu dir flehe ich, dir opfere ich mich auf, deiner Ehre und Verherrlichung weibe ich Alles, was ich bin und habe, für nun und immer! Verleihe mir, o süßestes Herz! Worte, dich würdig zu loben; ein Herz, dich würdig zu lieben, und nimm mich barmherzig zu einem Brandopfer auf, das in lebendigen Liebesflammen für dich glühe in Zeit und Ewigkeit. Amen. 2) Von eben derselben Heiligen. Sei gegrüßt, o heiligstes Herz Jesu! du lebendige und lebendigmachende Quelle des ewigen Lebens, unendlicher Schaß der Gottheit, brennendes Feuer der göttlichen Liebe! du bist der Ort meiner Ruhe, und meine sichere Zuflucht; o mein liebenswürdigster Erlöser! entzünde mein Herz mit jener brennenden Liebe, welche dein Herz ganz verzehrt! gieß jene himmlisten Gnaden, deren Quelle dein Herz ist, in mein Herz aus. Vereinige - 172 - mein Herz so eng mit deinem Herzen, daß dein Wille auch der meinige werde, und daß der meinige sich allezeit nach dem deinigen richte; denn ich verlange weiter nichts, als daß in Zukunft dein heiliger Wille die einzige Richtschnur aller meiner Begierden und aller meiner Werke sein möge. Amen. 3) Vom seligen Alphons Liguori. O göttliches Herz meines Erlösers, du Inbegriff alles Guten und aller Vollkommenheiten! o möchte ich dich so inbrünstig lieben, als du verdienst geliebt zu werden. Reinige mein Herz von Allem, was dir zuwider ist, und entflamme dasselbe mit deiner göttlichen Liebe; damit ich nichts Underes suche und wünsche, als dich, meinen Gott und mein Alles. Ach, wenn ich die kostbare Zeit, die ich unnüß verschwendet habe, zurückrufen könnte! Ich will wenigstens von nun an aus ganzem Herzen dich lieben, alle die Augenblicke meines Lebens dir weihen, und so meine frühere Kälte und Gleichgiltigkeit gegen dich zu ersegen trachten. Glückselige Seelen, die schon von ihrer zartesten Jugend an dir ihr Herz geschenkt, und es stets, um dich zu lieben, verwendet haben. Und wie war es doch möglich, o du ewige Schönheit! daß ich dich habe verachten und beleidigen können! wie reuet es mich, dir jemals mißfallen zu haben! Und wenn du voraussiehst, daß ich noch jemals von deiner Liebe weichen, und dich durch irgend eine Sünde beleidigen werde, so bitte ich dich, laß mich dann lieber jetzt in deiner Liebe sterben; denn leben und dich nicht lieben, ist mir bitterer als der Tod. Gott, mein höchstes Gut! meine Seele verlanget nach dir! Wie sehr sehne ich mich nach dem glücklichen Augenblicke, wo ich dich im Himmel besigen werde. Dort werde ich dich anschauen und erkennen; aus ganzem Herzen, aus allen Kräften meiner Seele werde ich dich dort - 173 - lieben, und deine unendliche Barmherzigkeit loben und preisen in Ewigkeit. Wie klein, wie elend ist mein Herz, und wie schwach ist die Liebe, die es zu dir hegt! O liebenswürdigster Jesus! erweitere dasselbe durch deine Gnade, entzünde es mit dem Feuer der Liebe, die dein Herz verzehrt, und vereinige es mit deinem Herzen, um dich zu lieben, und in deiner Liebe zu leben und zu sterben. Amen. 12. Litanei vom heiligsten Namen Jeſu. Herr, erbarme dich unser! Christus, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Jesus, höre uns! Jesus, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel, erbarme dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme dich unser! Heiligste Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme dich unser! Jesus, du Sohn des lebendigen Gottes, Jesus, du Sohn der Jungfrau Maria, Jesus, du starker Gott, Jesus, du Schöpfer und Ausspender des ewigen Lebens, Jesus, du Urheber unseres Heils, Du allerheiligster Jesus, Du anbetungswürdigster Jesus, Du mächtigster Jesus, Du vollkommenster Jesus, Du wundervollster Jesus, Jesus, unser Trost, Jesus, unser Schutz und unsere Hoffnung, erbarme dich unser! 174 Jesus, du Herr der Herrlichkeit, Jesus, du Heiland der Welt, Jesus, du Mittler zwischen Gott und den Menschen, Jesus, du guter Hirt, Jesus, unser Gott und unsere Zuflucht, Du allgütigster Jesus, Du geduldigster Jesus, Du sanftmüthigster Jesus, Du liebenswürdigster Jesus, Jesus, du wahres Licht, Jesus, du ewige Weisheit, Jesus, du unendliche Gütigkeit, Jesus, du Vorbild der tiefsten Demuth, Jesus, du Urquell aller Vollkommenheit, Jesus, du Vater der Armen, Jesus, du Tröster der Betrübten, Jesus, du allmächtiger Beschirmer deiner Gläubigen, Jesus, du Freude der Engel, Jesus, du Hoffnung der Patriarchen, Jesus, du Eingeber und Erleuchter der Propheten, Jesus, du Herr und Meister der Apostel, Jesus, du Beistand und Lehrer der Evangelisten, Jesus, du Stärke der Märtyrer, Jesus, du Licht deiner Bekenner, Jesus, du Reinheit der Jungfrauen, Jesus, du Krone und Seligkeit aller Heiligen, Sei uns gnädig, verschone uns, o Jesus! Sei uns gnädig, erhöre uns, o Jesus! Von allen Uebeln, erlöse uns, o Jesus! Von aller Sünde, - 1 Von deinem Zorne, Von den Nachstellungen des Teufels, Von Pest, Hunger und Krieg, Vom Geiste der Unlauterkeit, Von dem ewigen Tode, Von der Uebertretung deiner Gebote, Durch das Geheimniß dieser Menschwerdung, Durch deine Geburt, erbarme dich unser! erlöse uns, o Jesus! - 175 - Durch alle deine Schmerzen, Durch deine Geißlung, Durch deinen Tod und deine Begräbniß, Durch deise glorreiche Auferstehung, Durch deine wunderbare Himmelfahrt, Durch deine ewige Herrlichkeit, Durch die Fürbitte deiner heiligsten Mutter und Jungfrau, erlöse uns, o Jesus! Durch die Fürbitte aller Heiligen, O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt; verschone uns, o Jesus! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt; erhöre uns, o Jesus! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt; erbarme dich unser, o Jesus! Jesus Christus, höre uns! Jesus Christus, erhöre uns! Vater unser u. s. w. V. Der Name des Herrn sei gebenedeit. R. Von nun an bis in Ewigkeit. Lasset uns beten. O Gott! der du dem glorwürdigsten Namen unsers Herrn Jesu Christi, deines eingebornen Sohnes, deinen Gläubigen höchst liebenswürdig, den bösen Geistern aber furchtbar und schrecklich gemacht haft; verleihe gnädiglich, daß wir Alle, die wir den Namen Jesu auf Erden andächtig verehren, in diesem Leben der Süßigkeit heiligen Trostes uns erfreuen, in jenem Leben aber zum Jubel der endlosen Freude und Seligkeit gelangen mögen, durch denselben Jesum, deinen Sohn, der mit dir lebet und regieret in Ewigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigfeit zu Ewigkeit. Allmächtiger, ewiger Gott! lenke alle unsere Handlungen nach deinem Wohlgefallen, damit wir sie im Namen deines geliebten Sohnes vollbringen, und dadurch 176 an guten Werken immer mehr zunehmen mögen, durch denselben Jesum Christum u. s. w. - Oheiliges Gastmahl, in welchem Jesus Christus die genossen, das Gedächtniß seines Leidens gefeiert, Seele mit Gnaden erfüllt, und uns als Unterpfand der künftigen Herrlichkeit gegeben wird. V. Brot vom Himmel hast du uns, o Herr! ge= geben. R. Das allen Wohlgeschmack und alle Lieblichkeit in sich vereint. D Gott! der du uns in deinem wunderbaren Sacramente ein Denkmal deines Leidens hinterlassen haft; wir bitten dich, laß uns die heiligen Geheimnisse deines Leidens und Blutes also verehren, daß wir auch die Frucht deiner Erlösung immerdar in uns empfinden mögen, der du lebest und regierest in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 20. Neuntägige Andacht zum göttlichen Herzen Jesu. 1) Anleitung. Befindet man sich in einer Noth, oder will man durch dieses heiligste Herz sich eine besondere Gnade von Gott erbitten, so kann man dasselbe neun Tage hintereinander, oder neun Freitage, die auf einander folgen, vorzüglich verehren. Diese Andacht, welch niemals ohne Nußen vorgenommen wird, kann nach Belieben auf folgende Weise verrichtet werden: Man beichtet und communicirt während dieser Andacht. Man hört die heilige Messe zu Ehren des göttlichen Herzens an. Man besucht alle Tage das göttliche Herz im heiligsten Sacra 177 - mente, und verrichte zu Ehren desselben gewisse Gebete. Selbst unter Tags erhebt man sein Herz öfters zu diesem gebenedeiten Herzen, und früh Morgens oder zur Abendszeit liest man etwas von demselben. Dazu kann dir besonders das Seelengespräch dies nen, was in dem folgenden Abschnitt zu lesen ist, und was dich anleitet, wie du dem in allen Tugenden strahlenden Herzen Jesu nachfolgen möchtest; was Jesu die allerliebste Andacht zu seinem Herzen ist. Du kannst dich auch während dieser neuntägigen An. dacht folgender Anrufungen bedienen: 2) Anrufungen in Form einer neuntägigen Andacht. The I. Tag. Herz Jesus! welches du Gott am vollkommensten anbetest, lehre mich Ihn anbeten mit dir und durch dich. II. Tag. Herz Jesus! daß du für mich von Liebe entflammt bist, entzünde auch mich mit dem Feuer deiner göttlichen Liebe. III. Tag. Herz Jesus! du einziges, Gott würdiges Opfer, vereinige mich mit dir zu gleicher, Gott würdiger Aufopferung. IV. Tag. Herz Jesus! versenkt in ein Meer von Bitterfeit um der Sünden der Menschen willen, zerknirsche mein Herz durch den Schmerz über meine Missethaten. V. Tag. Herz Jesus! demüthig ohne Grenzen, vernichte du den Stolz meines Herzens. VI. Tag. Herz Jesus! du vollkommenstes Vorbild der Sanftmuth, flöße mir den Geist deiner Milde ein. VII. Tag. Herz Jesus! du Quell aller Reinigkeit behüte mich stets vor jeder Verlegung der Reinigkeit meines Geistes, meines Herzens und meines Körpers. VIII. Tag. Herz Jesus! daß du dich verzehrest von Eifer für die Ehre deines himmlischen Vaters und für deine Ehre, beseele mein Herz durch den brennendsten 12 - 178 1 Eifer für deinen Ruhm, und für meine eigene, immer zu vermehrende Heiligung. IX. Tag. O heiligstes Herz Jesus! herrsche du für immer in meinem Herzen, und herrsche du allein, und verleihe mir die Gnade, dereinst auch mit dir in dem Himmel zu herrschen. Amen. vola Thour ssple 3) Besonderes Gebet um ein neues, dem göttlichen Herzen Jesu gleichförmiges Herz. Von Schmerzen gerührt beim Anblicke des Elendes und Verderbnisses meines Herzens, bitte ich dich, o Gott! mit dem königlichen Propheten David, ein neues Herz in mir zu bilden, ein Herz, das würdig wäre, dir als ein Opfer dargebracht zu werden, nämlich: Ein neues Herz, das beim Anblicke seiner vielen und großen Sünden von Reue tief gerührt und erschüttert würde! int Ein neues Herz, das von der Welt gänzlich und aufrichtig getrennt, sich nur an dich, meinen Gott allein, heftet! Ein neues Herz, das mit jeder Gnade fleißig mitwirket, und Früchte heiliger Buße bringet! Ein neues Herz, das dich vor Allem und über Alles liebt, und welches von dem Feuer der göttlichen Liebe so glühend entzündet ist, das es eher Alles aufzuopfern und zu leiden bereit wäre, als dir zu mißfallen und ein Herz zu betrüben. Ein neues Herz, das die Eigenliebe, die mich so mächtig beherrscht, und deiner heiligen Liebe so sehr zuwider ist, beständig bestreitet, und sie zu ersticken und gänzlich zu entwurzeln trachtet, ringet und kämpfet! Ein neues Herz, das dich nicht nur im Genusse deiner Gutthaten und Tröstungen, deiner fühlbaren Gnadenerweisungen, sondern auch im Kreuze, in den Prüfungen, und in der Beraubung alles Trostes und aller Süßigkeit liebt! - 179 - Ein neues Herz, das in deinem heiligen, anbetungswürdigen Willen findlich ergeben, zu allen Führungen der göttlichen Vorsicht stets bereit, sich als ein immerwährendes Schlachtopfer der Ehre deines Namens darbietet. min10830 Endlich gib mir ein neues, deinem anbetungswürdigen Herzen ganz ähnliches Herz, das nur lebt und athmet, dich, o Leben meiner Seele! zu lieben, und in flammender Liebe zu ersterben, und dir ewig zu leben in namenlos seliger Liebe!! Amen. 4) Allgemeine Gebete zum heiligsten Herzen * Jesu. 1. Herr Jesus! der du durch eine neue Wohlthat deiner Kirche den Schatz der unaussprechlichen Reichthümer deines Herzens geöffnet hast, gib, daß wir diesem anbetungswürdigen Herzen Liebe mit Liebe vergelten, und durch würdige huldigungen genugthun mögen für die Schmach, die dasselbe von dem Undank der Menschen geduldet bat, und noch täglich erduldet. In die offene Wunde deines heiligsten, gnadenreichsten, barmherzigsten Herzens lege ich nun meine Bitte N. N, und beschwöre dich, daß du an mir deinem heiligsten Willen ganz, wie es dir gefällig ist, erfüllen mögest, der du mit dem Va= ter und heiligen Geiste gleicher Gott lebest und regiereft in Ewigkeit. Amen. II. Amächtiger, ewiger Gott! sieh' hin auf das Herz deines geliebtesten Sohnes, und auf die Lobsprüche und Genugthuung, die er im Namen der Sünder dir darbietet, und erweicht, und durch diese göttliche Huldigungen, vergib uns unsere Sünden, und verleihe uns deine Barmherzigkeit. Wir bitten dich um diese Gnade N. N., wenn selbe zu unserem Heile ist, im Namen und durch das Herz desselben Jesus Christus, deines Sohnes, der mit dir und dem heiligen Geiste gleicher Gott lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. 12* FO - - Liebesvereinigung der Seele mit dem göttlichen Herzen Jesu Christi auf den Stationen des bitteren Leidens und Sterbens des Herrn. 180 - O schmerzhaftes Herz Jesus, das du auf dem Todeswege vom Richtplage Jerusalems bis auf Calvaria so Vieles-o so unermeßlich Vieles für mein Heil gelitten hast, deinem Verlangen nach will ich betrachtend diesen Kreuz- und Marterweg wandeln will mitleidig und andachtsvoll mich nun erinnern an alles Das, was du für mich auf dieser blutigen Himmelstraße ausstehen wollteft, auf die ich mich nun in stiller Betrachtung im Geifte dir folgend begebe. Ich thue es in eben der Meinung, in welcher du diesen Weg einst betreten hast, mir gänzlich vorstellend, als sehe ich dich mit meinen Augen ja, als sehe und höre ich Alles, was du an jenem Schmerzens- und Sterbetage in übergroßer Erlösungsliebe für mich gelitten hast. Hinblicken will ich besonders auf dein schmerzvollstes Herz dabei dasselbe herzinniglichst bemitleiden will von demselben abbitten meine Schuld- meine Schuld meine größte Schuld und will die Ursache war an so großem Leiden will demselben danken, so viel ich kann, für feine übergroße Liebe und demselben zu einigem Ersag liebend mich aufopfern indem ich feierlichst vor demselben betheure, daß ich dir, meinem Jesu, nachfolgen will auf dem Wege der christlichen Vollkommenheit - 1 Lonst, pallide IX. - - - - - - 8 fofte es, was es wolle Schmerz! 1 Diese vier Punkte will ich bei jeder Station treulich beobachten und will diese meine Andacht nebst dem heiligen Ablaß, der mit derselben vereinbaret ist, aufopfern für die armen Seelen im Fegfeuer, und für die Bekehrung der Sünder. - 181 jede Ueberwindung und jeden Du aber, o mild- und gnadenreiches, dem Heile der gauzen Welt eröffnetes Herz, du wollest mir zu dieser Betrachtung deines bitteren Leidens eine gesegnete Seelenfrucht zuwenden, ich blicke auf dich und werfe mich im Geiste vor dir nieder. - I. Station. ( Sesus wird zum Tode verurtheilt.) Dich, göttliches Herz, dich bete ich an, Dich preiset mein Herz, so viel es nur kann; Weil du durch Kreuzes Pein und Tod Mich haft versöhnet meinem Gott! Erwägung. Betrachte und schaue deinen Jesum, der mit zerfleischtem Leib, von Blut überronnen, mit bloßen Füßen, den alten zerrissenen Purpurmantel um die Schultern, die Dornenkrone tief in das Haupt gedrückt, und ein Rohr in den Händen haltend auf einer Bühne vor dem Volke zu Jerusalem dastehet, und für dich zum Tode verurtheilet wird. Kreuzige ihn freuzige 11 ihn!" so riefen viele hundert tausend Stimmen. O mein süßester Jesus! wie hat dieser Ruf, als du ihn zu Jerusalem gehört, dein zärtlich liebendes Herz zerrissen. Ach! auch meine Stimme hattest du gehört denn so oft ich gesündiget, hatte ich auch dieses Urtheil des Todes über dich gerufen. Es schmerzet mich! - Mitleid- Abbitte - - Dank. - - - Fruchtanwendung. O Jesus! du, der du mein Herz siehst und vor dem nichts verborgen Bekenntniß meiner Neue ist. du weißt es, wie inniglich das Es schmerzet mich. — 11 - - Doch nun lieber den Tod als eine einzige_freiwillige Sünde. O süßes Herz Jesus, daß doch dieses mein Bekenntniß dir für jenen Schmerz, den ich dir einst gemacht- Trost und Freude brächte!- Gib mir meinen Jesum los. so ruf' ich aus Herzensgrund mich aber freuzige ich bin der Sünder mein Herz ist bereit. o Vater! mich züchtige denn mein Herz ist bereit, o Gott! Vater unser Ave Maria. gutes Herz! erbarme dich, Ich bitte dich so inniglich! Barmherzig mir die Sünd' verzeih', Die ich aus Lieb' zu dir bereu'. - 182 - - - - - II. Station. ( Jesus nimmt sein Kreuz auf sich.) Dich, göttliches Herz, dich bete ich an, Dich preiset mein Herz, so viel es nur kann; Weil du durch Kreuzes Pein und Tod Mich haft versöhnet meinem Gott! Erwägung. Betrachte und schaue deinen Jesum, wie er aus Liebe zu dir sein Kreuz auf sich nimmt und dasselbe liebend an sein Herz drückt dem Vater für dein Heil alle die Schmerzen aufopfernd, die er an demselben für dich leiden sollte. D heiligstes Herz Jeſu! was hattest du wohl bei dieser Umarmung des heiligen Kreuzes für Pein und Schmerzen empfunden?! Mitleid Abbitte Dank. - - - - Fruchtanwendung. Jesus! der du diesen Schmerz deines Herzens für mich deinem himmlischen Vater aufgeopfert, nimm dafür meinen feierlichen Entschluß gnädig an:„ Nie will ich gegen ein mir aufstoßendes Kreuz mehr murren nie will ich erbittert auf jene sehen, die es mir auflegen, sondern aus deiner Hand will ich es annehmen, wie du das deine aus der Hand deines Vaters angenommen ohne dessen weiseste, gütigste Zulassung kein Haar von unserem Haupte fällt. O wie süß und theuer wird mir jedes Kreuz werden, wenn ich daran oft gedenke! Vater unser Ave Maria. 82 - 183 - - - O gutes Herz! erbarme dich, Ich bitte dich so inniglich! Barmherzig mir die Sünd' verzeih', Die ich aus Lieb' zu dir bereu'. III. Station. 110 bic bia ( Jesus fällt das erste Mal unter dem Kreuze.) Dich, göttliches Herz, dich bete ich an, Dich preiset mein Herz, so viel es nur kann; Weil du durch Kreuzes Pein und Tod Mich hast versöhnet meinem Gott! —— Erwägun g.$ 1 P Betrachte und schaue, wie Jesus zum ersten Male hinstürzt unter der schweren Last des Kreuzes. Siehe, wie die Schergen und Henkersknechte den Herrn mit ihren Füßen aus Zorn und Unmuth treten. Ach! was hatte dabei sein leidendes Herz gefühlt, das bei diesem ersten Falle an deinem Falle in die erste Todsünde dachte. O unglückseligste aller Stunden deines Lebens, in der du zum ersten Male schwer gesündiget und aufgehört hast, ein Kind Gottes zu sein!! Mitleid Abbitte Dank. - - - 1 - - Fruchtanwendung. Nimm, o leidendes Herz meines Erlösers! nimm zum Danke für das Opfer des Schmerzens, das du bei dem ersten Falle dem himmlischen Vater für mich dargebracht nimm dafür meinen festesten Entschluß hin: ,, daß ich nach allen meinen Kräften trachten will demüthig zu sein vom Herzen- damit ich nicht mehr falle und fündige." - 110 184 Vater unser Ave Maria. O gutes Herz! erbarme dich, Ich bitte dich so inniglich! Barmherzig mir die Sünd' verzeih', Die ich aus Lieb' zu dir bereu'. ( DIG - - - 11 up this ( Jesus begegnet seiner Mutter.) and ang C o bid said 2 IV. Station. Dich, göttliches Herz, dich bete ich an, Dich preiset mein Herz, so viel es nur kann; Weil du durch Kreuzes Pein und Tod Mich haft versöhnet meinem Gott! do dass 194 Betrachte und schaue, wie die göttliche schmerzerfüllte Mutter auf dem heiligen Kreuzwege ihren über Alles geliebtesten Jesu begegnet wie sie sich durch die Schergen zum Kreuze drängt und wie sie Jesum erblickt und mit seinem Kreuz an ihr mütterliches, von Schmerz zerrissenes Herz drückt. D schmerzvollster Anblick-o schmerzenreichste Umarmung! Ach so seufze ich war die Ursache dieses schmerzlichen Scheidens einer solchen Mutter von einem solchen Sohne denn meine Sünden haben Jesum dem Tode überliefert. O, was für einen Schmerz hatte bei dieser Umarmung dein Herz ge fühlt, mein Jesus! hop thi 1190 m 1971st bi@ Erwägung. in dl 1 Mitleid Abbitte - Dank. - - - - - Fruchtanwendung. 10 O schmerzvollste Herzen Jesu und Mariä! o nehmet hin zum Danke für jenen schmerzenreichsten Abschied, den ich euch verursachet, und dessen Pein ihr für mein Heil geopfert nehmet bin meinen heiligsten Entschluß! ,, Keine Rücksicht auf Menschen soll je mich hindern, vom ganzen Herzen euch zu folgen. Nein, nicht der Welt, sondern euch will ich von nun an gänzlich angehören und mein Herz soll mit dem Eurigen von nun an unzertrennlich verbunden sein."( 1. Chron. 12, 17.) Vater unser Ave Maria. - 1 — - Tuis big 185 - - O gutes Herz! erbarme dich, Ich bitte dich so inniglich! Barmherzig mir die Sünd' verzeih', Die ich aus Lieb' zu dir bereu'. bort aligo29) Con V. Station. ( Simon von Cyrene trägt Jesu das Kreuz nach.) Com James hate and and he Dich, göttliches Herz, dich bete ich an, biste Dich preiset mein Herz, so viel es nur kann; Weil du durch Kreuzes Pein und Tod Mich hast versöhnet meinem Gott! Hotel Dim - Erwägung. Betrachte und schaue TH hier( bingunime and aduling and art wie Jesus unter dem Kreuze mit jedem Schritte schwächer wird und wankt, und wie man Simon von Cyrene nöthiget, dem Herrn das Kreuz nachzutragen. O verlassenes Herz Jesus! welch' einen Schmerz hattest du gefühlt, daß nur so Wenige sind, die dir das Kreuz mit Liebe, Freude und freiem Willen nachtragen wollen. 50 Mitleid Abbitte Dank. - - 1 Fruchtanwendung. O Jesus! der du auch diesen Schmerz deines Herzens für mich dem himmlischen Vater aufgeopfert, nimm JOHA - - 186 hin zum Dank dafür den Entschluß meines dich liebenden Herzens: ,, Ich will dir mit Freuden und Eifer dienen, besonders in Arbeit und unverdienten Leiden, wenn du mich durch deine Vorsehung, und Zulassung damit begnadigst." So werde ich dein seliges Loos, glücklicher Simon, zu großem Troste meines Herzens theilen. Vater unser Ave Maria. ST 118 HOG - - O gutes Herz! erbarme dich, Ich bitte dich so inniglich! Barmherzig mir die Sünd' verzeih', no Die ich aus Lieb' zu dir bereu'. VI. Station. ( Veronika trocknet Jesu das blutige und mit Blut bedeckte, von Blut triefende Angesicht ab.) Dich, göttliches Herz, dich bete ich an, Dich preiset mein Herz, so viel es nur kann; Weil du durch Kreuzes Pein und Tod Mich haft versöhnet meinem Gott! 31st SKR Erwägung. 11100 manion thide Betrachte und schaue, wie Veronika aus herzlichem Mitleide, aus inbrünstiger Liebe gegen Jesum, muthig sich hindrängt und dem Heilande das Schweißtuch reicht, in welchem er ihr sein blutiges Angesicht abdrückt, und es ihr dankend wieder gibt. O, wie mußte es dabei doch seinem Herzen wehe thun, daß aus so Vielen, die ihn sahen, nur Eine Veronika bewegt ward, ihm diesen Liebesdienst zu thun. Mitleid- Abbitte- Dank. 1 Fruchtanwendung. leidendes Herz meines Jesu fe für das Opfer dieser deiner Schmerzen dafür den Entschluß meines Herzens hin daß ich von nun an dir mit großmüthigem hochherzigen Eifer dienen, - nimm zum Dano nimm - - - 187 und deßhalb deinen himmlischen Einsprechungen mein Ohr stets bereitwillig eröffnen will. Vater unser Ave Maria. D gutes Herz! erbarme dich, Ich bitte dich so inniglich! Barmherzig mir die Sünd' verzeih', Die ich aus Lieb' zu dir bereu'. - - 1 VII, Station. ( Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuze.) Dich, göttliches Herz, dich bete ich an, Dich preiset mein Herz, so viel es nur kann; Weil du durch Kreuzes Pein und Tod Mich hast versöhnet meinem Gott! Erwägung. nd nd 11:22 Lay manam Bh00/ 190 Betrachte und schaue, wie Jesus zum zweiten Male fällt und wieder von den Henkern mit noch grausameren FußtritO geduldigstes aber dabei so tief ten mißhandelt wird. gekränktes, verachtetes Herz meines Jesu was hast du doch für Schmerz bei diesem neuen und so qualvollen Fall empsunden! Meine Rückfälle in die früheren Sünden nach so oftmaligen Betheuerungen meiner Neue und Besserung haben dir diesen 1198 4119219090 schmerzlichen Fall bereitet. 190 m thun drat - 4 TF TU Mitleid- Abbitte Dank. ***** - — Fruchtanwendung. O Jesus! der du den Schmerz dieses deines Falles in dein gnädigstes Herz aufgenommen, und für mich dem himmlischen Vater aufgeopfert hast nimm hin zum Dank dafür den Vorsatz meines dich nun aufrichtig und innig liebenden Herzens: ,, Ich werde von nun an alles Mögliche thun, um meine Vorfäße getreuer zu halten und nehme mir deßhalb heilig vor, dieselben öfter zu erwecken, besonders bei meinen Morgenbetrachtungen. - - 1061 - 188 Bedenken will ich die ewigen Wahrheiten, beständig eingedenk sein der Mahnungen des heiligen Geistes: Gedenke, o Mensch! der vier letzten Dinge, und du wirst in Ewigkeit nicht sündigen." - - Vater unser Ave Maria. bilginni of old 1 O gutes Herz! erbarme dich, Ich bitte dich so inniglich! Barmherzig mir die Sünd' verzeih', Die ich aus Lieb' zu dir bereu'. 11133 VIII. Station. op bie ( Die Töchter Jerusalems weinen über Seſum.) 89 Dich, göttliches Herz, dich bete ich an, i Dich preiset mein Herz, so viel es nur kann; Weil du durch Kreuzes Pein und Tod Mich haft verföhnet meinem Gott! Erwägung. toit ut. thod daja 196undir mi Betrachte und schaue einerseits deinen mit Blut und Thrä nen überronnenen Jesum, der mit seinem schweren Kreuze dem Richtplage näher schwanket- und andererseits die vielen weid nenden Töchter Jerusalems, deren Herz bei dem Anblicke des leidenden Jesu zerriß, und bedenke das Wort, das Jesus an sie und auch an dich in dieser Stunde spricht: ,, Weinet über euch ſelbst denn wenn dies am grünen Holze geschieht was wird erst mit dem dürren geschehen? O mitleidigstes Herz Jesus, daß du mehr dich über unser Leid erbarmtest als über dein eigenes- wie soll ich deine Liebe dir vergelten! Mitleid Abbitte Abbitte Dank. - - - Fruchtanwendung. Cheat O mein leidender Jesus! der du den Schmerz deines durch die Thränen dieser mitleidigen Seelen tief bewegten Herzens deinem himmlischen Vater für mein Heil 189 11 aufgeopfert hast; gib Thränen meinen Augen, damit ich weine aus Mitleid mit deinen Schmerzen, und weine über mich selbst, und klage im übergroßen Schmerze deines Herzens, daß meine Sünden es waren, die dir solch einen Marterweg und mir selbst den ewigen Tod bereitet haben. Gib diese Bußthränen wahrer, durch dein Erlösungsleiden geheiligter Reue, damit ich mich selbst richte und nicht gerichtet werde. Nimm hin, o Jesus! diesen Entschluß meines Herzens: Ich will das Sacrament der Buße oft und stets mit möglichster Vorbereitung empfangen, damit ich durch deine Versöhnung vom ewigen Untergange errettet werde." Vater unser Ave Maria. - - - O gutes Herz! erbarme dich, Ich bitte dich so inniglich! Barmherzig mir die Sünd' verzeih', Die ich aus Lieb' zu dir bereu'. - IX. Station. ( Jesus fällt zum dritten Male zur Erde.) Dich, göttliches Herz, dich bete ich an, Did) preiset mein Herz, so viel es nur kann; Weil du durch Kreuzes Pein und Tod Mich haft versöhnet meinem Gott! - Erwägung. mit ihren Füßen wieder niederBetrachte und schaue wie dein Jesus zum dritten Male wankt und fällt.- Ach! wie da die Peiniger ihm wieder mit Stricken ausreißen treten lästern und fluchen und wie Jesus, das wahre Lamm Gottes, seinen Mund nicht öffnet sondern allen Schmerz seines zerrissenen Herzens mit dem Opferblicke zu Gott dem Vater für das Heil der Welt aufopfert.- O du in deiner Geduld unerschütterliches Herz Jesu, daß doch mein Herz immer fest an das deinige in meinem Leiden geschlossen wäre, 1 - - - 190 damit auch ich nicht vor dem Ziele unterliege. Meine bösen Gewohnheiten und besonders meine Hauptleidenschaft, waren es, welche dir diesen Fall bereitet haben. Siit Mitleid Abbitte 1 1 - - Fruchtanwendung. 541 DJesus, der du den Schmerz dieses deines Falles in deinem Herzen dem himmlischen Vater für mich aufgeopfert hast nimm hin zum Danke dafür den festen Entschluß, den ich aus Liebe zu dir fasse: ,, Ausrotten will ich aus mir besonders diese böse Neigung und Leidenschaft N. N., die mich so oft zurück zum Falle bringt und nehme mir heilig oor, mein Partikular- Eramen darüber täglich gewissenhaft zu machen." Vater unser Ave Maria. 1 1 1 O gutes Herz! erbarme dich, Ich bitte dich so inniglich; Barmherzig mir die Sünd' verzeih, Die ich aus Lieb' zu dir ber eu'. - Dank. X. Station. ( Sesus wird seiner Kleider beraubt.) Dich, göttliches Herz, dich bete ich an, Dich preiset mein Herz, so viel es nnr kann; Weil du durch Kreuzes Pein und Tod Mich hast versöhnet meinem Gott! 1 Erwägung. Schaue und betrachte wie endlich Jesus auf dem Calvarienberge anlangt, und man das Kreuz vor ihm hinlegt, auf welchem er sterben sollte und welch' ein Schmerz es war als man die an seinem ganz zergeißelten, wunden Leibe angeklebten Kleider ihm herabriß; daß alle Wunden von Neuem aufgerissen, das Blut in Strömen über seinen heiligsten Leib herabfließen machten. Ach, Jesus! was hat bei diesem schmerzlich297 - - sten Herabreißen deiner Gewande dein Herz empfunden? Die Sünden der Unlauterkeit besonders haben dir diesen Schmerz und diese Schmach angethan, o mein reinster Jesus! Mitleid Abbitte Dank. - 191 - Fruchtanwendung. O mein leidender Jesus! der du auch diesen Schmerz deiner Entblößung für mich dem himmlischen Bater in der Liebe deines schmerzhaftesten Herzens aufgeopfert haft nimm hin zum Dank dafür den festen Entschluß, den nun für immer und ewig heilig fasse: ,, Lieber den Tod und alle Marter, als eine Sünde der Unlauterkeit, - und auch nur einen Schatten derselben zuzulaffen. Heilig nehme ich mir deßhalb vor, jeder Versuchung besonders jedem unreinen Gedanken den Augenblick zu widerstehen- deinen Namen, o Jesus! und den deiner reinsten Mutter Maria alsogleich anzurufen- alle Gelegenheit zu dieser Sünde wie die Hölle zu fliehen und sorgfältig meine Sinne besonders meine Augen zu bewahren. 10 - - - Vater unser Ave Maria. O gutes Herz! erbarme dich, Ich bitte dich so inniglich! Barmherzig mir die Sünd' verzeih', Die ich aus Lieb' zu dir bereu'. XI. Station. ( Jesus wird gekreuziget.) Dich, göttliches Herz, dich bete ich an, Dich preiset mein Herz, so viel es nur kann; Weil du durch Kreuzes Pein und Tod Mich haft versöhnet meinem Gott! - - - Erwägung. Schaue und betrachte, wie dein Jesus sich auf das Bettlein des Kreuzes hinlegt- o blicke hin und höre, wie man die Nägel mit schweren Hammerschlägen durch seine Hände und Füße durchtreibt. O siehe, wie das Blut aus denselben mit jedem Schlage für dich zum Himmel spricht und wie endlich das Kreuz mit Jesu sich erhebt und hineinsinkt in die Erde. Siehe, dein Jesus ist gekreuziget. O Jesus, meine einzige - - - Liebe was hat dein Herz in diesem ersten Augenblick gefühlt! Jest sinke hin, meine Seele, als wärest du im Geiste zu Jerusalem bei den Füßen des heiligen Kreuzes. herzinniglichste Mitleid. Erwecke das Bitte ab und danke- als erlöste Seele. - 192 - Fruchtanwendung. D Jesus, meine gekreuzigte Liebe, der du dich für mich gefreuziget deinem himmlischen Vater so gänzlich aufgeopfert haft und den an demselben mit solchem Durst seines Herzens nach meinem Heile gedürstet hat nimm hin-- nimm hin zum Danke dafür den heiligen feierlichen Entschluß meines Herzens: Fest bin ich entschlossen zu wandeln den Weg der christlichen Vollkommenheit. Ja, Herr Jesus, nicht nur fromm will ich leben- sondern nach meinem Stande heilig will ich und nichts soll mir bei deinem Anblicke zu hart und zu beschwerlich werden in deinem Blute, o Jesus! wird jede Pein mir süß und leicht. werden Vater unser Ave Maria. - - 1 - - O gutes Herz! erbarme dich, Ich bitte dich so inniglich! Barmherzig mir die Sünd' verzeih', Die ich aus Lieb' zu dir bereu'. XII. Station. 1 dia ( Jesus stirbt am Kreuze, und aus dem verwundeten Herzen fließt Blut und Wasser.) Dich, göttliches Herz, dich bete ich an, Dich preiset mein Herz, so viel es nur kann; Weil du durch Kreuzes Pein und Tod Mich hast versöhnet meinem Gott! - Erwägung. Schaue und betrachte im Geiste, wie Jesus sein Haupt und Auge noch einmal betend für dich zum Himmel erhebt und von dieser Erde scheidend, das Wort der Erlösung ruft: Es ist vollbracht!- Vater in deine Hände empfehle ich meinen Geist! O siehe und betrachte die Leiche Jesu Christi! Wie sehr hat dich Jesus doch geliebt!—— Das Herz eröffnet sich in seiner todten Brust o grüße und benedete dies Unterpfand der gütigsten, treuesten Liebe Jesu. Wärest du damals unter dem Kreuze gewesen, und hättest du mit deinen Augen gesehen, wie dieses sein Herz sich dir eröffnet hat, und der Strom von Blut und Wasser aus demselben sich ergoß: o, wie wäre dir gewesen? Und dennoch bleiben so viele Herzen, o Jesus, dir verschlossen! Ach lange blieb auch das deine falt für seine Liebe- gen seine Einsprechungen! taub geMitleid - - - - — - 193 Abbitte Dank. Fruchtanwendung. O treuester Jesus, du meine gekreuzigte Liebe! siehe, zum Danke für das Opfer deines mich so zart und freigebig liebenden, schmerzreichesten Herzens eröffne ich dir heute mein Herz für immer und ewig! o nimm es als dein Eigenthum hin, und heilige es dir zur Wohnung. Siehe, ich faffe den festen Vorsatz, mich deinem heiligen Dienste mit wahrem eifrigsten Seeleneifer hinzugeben. Die Rettung der Seelen, das ist's, wornach dein eröffnetes Herz vor Allem verlangt! So viel ich nur immer kann, will ich durch Wort, Beispiel, Gebet, durch gute Bücher und auf alle mir nur mögliche Weise trachten, die Seelen zu retten- dein Reich auf Erde zu verbreiten!! - - - - - - Vater unser Ave Maria. O gutes Herz! erbarme dich, Ich bitte dich so inniglich! Barmherzig mir die Sünd' verzeih', Die ich aus Lieb zu dir bereu'. 13 - XIII. Station. ( Der Leichnam Jesu liegt im Schooße Mariä.) Dich, göttliches Herz, dich bete ich an, Dich preiset mein Herz, so viel es nur kann; Weil du durch Kreuzes Pein und Tod Mich hast verföhnet meinem Gott! - 194 Erwägung. Schaue im Geiste und betrachte wie der Leichnam des Herrn vom Kreuze herab in den Schooß Mariä sinkt und nun siehe, wie Maria, die Schmerzensmutter, denselben umfängt und an ihr blutendes Mutterherz drückt. Ach, was hatte wohl das mitleidigste, lieberfüllteste Herz Mariä bei dieser Umarmung und bei dem Anblicke des geöffneten blutenden Herzens ihres Sohnes gefühlt gefühlt- und wie viele Ströme von heißesten Zähren allerbitterster Wehmuth flossen aus ihren betrübtesten Mutteraugen auf diese tiefe Wunde des göttlichen Herzens nieder! Deine Sünden waren es, die ihrem Sohne das Leben geraubt, und sein Herz zerrissen haben. Mitleid Abbitte - - 11 - - Dank. Fruchtanwendung. betrübteste, vielgeliebteste Mutter Jesu!- du meine Mutter der Jesus vom Kreuze sterbend mich als Kind übergab- o nimm von mir zum Danke für das Opfer der Liebe deines Herzens, das den Schmerz für mich dem Vater im Himmel gebracht, nimm mein Herz und meinen festesten Entschluß, dein treues folgsames Kind zu sein. O sei mir von nun an Mutter- und als Mutter ein beständiges Vorbild der Tugend in treuester Nachfolge bis an das Ende. Ich erwähle dich heute feuerlich zu meiner Frau und Königin, deren Dienste 1 - - C 195 - ich mich gänzlich weihe, und deren andächtige Verehrung und Nachfolge ich auch allenthalben vertreten will. Vater unser- Ave Maria. O gutes Herz! erbarme dich, Ich bitte dich so inniglich! Barmherzig mir die Sünd' verzeih', Die ich aus Lieb' zu dir bereu'. XIV. Station. ( Der Leichnam Jesu liegt im Grabe.) Dich, göttliches Herz, dich bete ich an, Dich preiset mein Herz so viel es nur kann; Weil du durch Kreuzes Pein und Tod Mich haft versöhnet meinem Gott! Erwägung. Schaue und betrachte, wie der Leichenzug Jesu vom Kreuze herab in den Garten des glücklichen Josef von Arimathäa zieht,- schließe dich an im Geiste an denselben, und begleite Jesum zu Grabe.- O wie ergreifend erinnert dich an diesen Schluß des heiligstens Lebens Jesu die heilige Kirche jährlich am heiligen Charfreitage! Betrachte in Erinnerung dessen einige Augenblicke deinen Jesum im Grabe. Blicke dabei besonders auf sein verwundetes, eröffnetes Herz, dessen Anblick dich an die Glorie seiner bald zu erfolgenden seligen Auferstehung erinnert. Doch wie einsam und verlassen war demungeachtet Jesus in dieser seiner heiligsten Grabesruhe! Mitleid- Abbitte Dank. - - 8 - Fruchtanwendung. Nimm hin, o heiliges Herz Jesu! dir zum Danke für alle die Beweise deiner Liebe, die du durch dein ganzes Leben mir gegeben, nimm hin das Opfer meines Her13* - zens, mit dem festen Entschlusse zur Erneuerung und Besscrung meines Lebens. Ja, süßestes Herz Jesu! es soll anders werden- ich will besser werden ich will besser werden- und dazu möge durch deine Gnade besonders die jeßt gehaltene Betrachtung deines Opfers auf den Stationen deines bitteren Leidens Vieles beitragen. Also hoffe ich also sei es.- Vater unser Ave Maria. - S 196 - - O gutes Herz! erbarme dich, Ich bitte dich so inniglich! Barmherzig mir die Sünd' verzeih', Die ich aus Lieb' zu dir bereu'. - Schluß- Aufopferung an das heiligste Herz Jesu und Mariä. O leidendes, gekreuzigtes, durchstochenes und im Grabe verschlossenes Herz Jesu!- nimm diese meine Andacht, die ich zum Andenken an dein heiliges Leiden vorgenommen habe- erbarmend in dich auf, und vereinige sie mit deinem Bittrufe, den der Vater im Himmel allezeit erhört. -D, daß ich dech deinen blutigen Kreuz- und Marterweg mit eben den andächtigen und mitleidigen Herzen angetreten und vollendet hätte, womit sich deine heiligste Mutter auf denselben das erste Mal betrachtend begeben! Zum Ersag der Andacht und Inbrunst an der es mir gebrach, opfere ich dir demüthigst alle heiligen Seufzer und Liebesanmuthungen ihres gebenedeiten Herzens. möge wie Balsamduft diese meine Andacht, im Wohlgeruche dieser meiner Verehrung deines schmerzreichesten Herzens empor steigen zu den Thron des himmlischen Vaters - wo du selbst als Mittler nur schwebest, und dein verwundetes, nun schon verklärtes Herz dem Vater weisest - und deine Barmherzigkeit nach meiner anfangs gefaßten Meinung in wirksamen Gnaden herabfließen über die Lebendigen und Verstorbenen- zum Heile So - zum Trost zur Stärkung und Rettung Aller. Amen. - Danksagung und Aufopferung an den himmlischen Vater. 1 O gütigster Vater,- Vater der Erbarmungen, o welche Tiefe der Reichthümer und Tröstungen, welcher Abgrund von Gnade und Erbarmung hat sich so eben bei der Betrachtung des leidenden Herzens meines Erlösers, deines eingebornen Sohnes, vor meinen Augen aufgeschlossen! - 197 - Sieh', ich lobe rich- ich preise dich- ich verherrliche dich- ich erhöhe dich durch dich selbst! Al= les, was in mir ist, soll dich preisen für die Güte und Gnade, die groß gegen mich Unwürdigsten ist. Zur würdigsten Danksagung opfere ich dir eben dieses heiligste Herz deines einzigen Sohnes; weil ich nichts habe, was deiner Majestät würdiger und angenehmer wäre. Ich opfere dir dasselbe in Vereinigung mit all' jener Liebe auf womit es sich selbst dir als ein Lob- und Dankopfer dargebracht hat, da es auf dem Altare des heiligen Kreuzes mit dem Speere des Soldaten durchstochen wurde. - - - Durch dasselbe- mit demselben- und in demselben opfere ich dir Alles und Jedes auf, was es von Mutterleibe an bis zum Augenblicke- wo es in der Brust des Herrn gebrochen, und des bittersten Todes verschieden ist geseufzet, gethan, gelitten und verdienet hat- Alles dieses bringe ich dir mit den Tugenden und Verdiensten der seligsten Jungfrau Maria und aller Heiligen zu deiner ewigen Ehre dar; ich opfere es für Alle und Alles auf, wie du es willst und verlangest, o Gott! damit dein heiliger Name immer und in llem und von Allen gelobt gepriesen und verherrlichet werde. Amen. - 198 X. Liebesvereinigung der Seele mit dem allerheiligsten Herzen Jesu durch die Nachfolge der Tugenden. Das in allen Tugenden strahlende Herz Jesu in vertraulichen Gesprächen mit der Eccle, wodurch Jesus sie die Tugenden seines Herzens üben lehret. 1. Am Sonntage. Das liebeflammende Herz Jesu. „ Wie mich der Vater geliebet, so liebe ich euch."( Joh. 15, 9.) Die Stimme Jesu. Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt, und habe dich erbarmend an mich gezogen. Zum Beweise dessen betrachte mich und mein Herz in diesem Sakramente meiner allerheiligsten Gegenwart. Welch' einen größeren Beweis meiner Liebe hätte ich dir dann wohl geben können, als daß ich aus Liebe zu dir all' meinem Glanze und all' meiner Herrlichkeit entsagt habe, und hier Tag und Nacht, zu jeder Stunde in Brotsgestalt verwandelt bleibe, bis an das Ende der Welt, bloß nur aus Liebe zu dir. Wer, menschliche Seele! hat aus Liebe zu dir je so etwas gethan? Mein eigenes Herz wartet in diesem Sakramente Tag und Nacht auf dich, betet für dich, opfert sich dem himmlischen Vater täglich in demselben so oft auf. Ich bin immer bereitet, selbst zu dir zu kommen, und wenn du mit 11 199 - empfängst, so ruhe ich dann in deinem eigenen Herzen, stärke, tröste und erfreue dich bis an den letzten Athemzug deines Lebens. So oft du mich in diesem Sakramente meiner Liebe siehst, betrachte und sage; ob wohl Eine Liebe der meinigen gleiche, und ob es wohl eine größere Liebe geben könne, als die meinige, als die Liebe meines Herzens zu dem deinigen? Die Seele. Ja, Herr! so ist es, du bist gang Liebe für mich, die reinste, seligste, zärtlichste, ewige Liebe! Mit einer Liebe! mit ewiger Liebe liebest du mich, wie nur Gott lieben kann; dessen ist das Sakrament deiner Liebe ein Zeugniß. Aber, o du mein zärtlich liebender Jesus und Bräutigam! was soll ich dir dann wiedergeben für eine so unendliche – unermeßliche- so wahrhaft göttliche Liebe? Die Stimme Jesu. Das, was ich von dir für die Liebe meines Herzens verlange, ist nichts anders, als dein Herz, deine Gegenliebe. Ich verlange dein Herz; dieses schenke mir, es ist mein Eigenthum, ich habe es für mich so theuer erfauft, mit so vielen Schmerzen und Blut, mit so vielen Thränen. Nun ist es mein Eigenthum, du kannst und darfst es mir nicht entziehen ohne Gotteeraub. Jch, dein Herr und Gott; ich, dein Erlöser, ich will es besitzen; ich, dein Bräutigam, will es einzig besigen; mir gehört dein Herz an, und ich will es beglücken, wie nichts in der Welt es sonst zu beglücken vermag. O wüßtest du, weiche Seligkeit auf dich wartet, wenn du dich einschließest, und mir völlig dein Herz eröffnest, daß ich in demselben chne Hinderniß das Feuer meiner Liebe entzünde. Mein Sohn- meine Tochter, schenke mir dein Herz! - 200 Die Seele. O selige Stimme meines Jesu, der mir seine Liebe als Heiland und Bräutigam erklärt, und mir sein Herz anträgt! Ganz recht mein Herr und Jesus! ganz recht hast du gesprochen, daß ich dir ganz angehöre, und daß nichts auf der Welt mich so sehr beglücken kann, als dein Herz und deine Liebe; denn welch' ein größeres Glück fönnte es für mich geben, als wenn ein Gott mich liebt, und mein Herz einem Gott in Liebe vermählet ist. Ach ja, mein Herz ist bereit, o Gott! mein Herz ist bereit; ich schenke es dir, mein Jesus! und erkläre dir meine feurigste, innigste, zärtlichste Gegenliebe; wie sie nur irgend eine irdische Braut für ihren Bräutigam je auf Erde gefühlet hat, und noch unendlich mehr- o ja, unendlich mehr noch liebe ich dich, so zärtlich und flammend, wie es mein Herz dir gar nicht sagen kann. Ach, mein Jesus! sieh, ob wohl irgend ein Geschöpf ein anderes so innig liebt, als ich dich liebe? O, daß du doch ganz mein wärest, mein Jesus! und ich ganz dein, du Geliebter meines Herzens! Wüßte ich nur, wie ich es anfangen soll, um dein heiligstes Wohlgefallen für immer zu gewinnen. 1 Die Stimme Jesu. Meine Seele! wenn du mich wirklich so einzig, so feurig und innig über Alles liebst, wie du sagest: so halte meine Gebote; denn du weißt, der nach meinem heiligsten Willen lebt, der ist es, der mich liebt, und den ich wieder liebe. Darum vor Allem, meide die Sünde; ich und die Sünde können durchaus nicht in einem Herzen zusammen wohnen. Willst du, daß ich in dem deinigen wohne, und wirklich der Bräutigam deines Herzens sey, so erforsche zuerst genau dein Gewissen, reinige dich durch eine aufrichtige und reumüthige Beichte, und fasse den festen Entschluß, dich zu bessern, so, daß du lieber den Tod wählest, als mich nur durch eine einzige, besonders schwere Sünde je mehr zu beleidigen. -- 201 - Die Seele. Ach, mein Jesus! freilich wohl, ich habe gesündiget, oft und tief habe ich dein unschuldiges, liebevolles Herz durchbohrt und grausam verwundet; aber von nun an wird es anders sein; ich werde mich rein waschen im Sakramente deines Blutes, und tausendmal lieber mir das Herz aus dem Leibe reißen lassen, als daß ich dich je mehr beleidige. Aber, was soll ich thun, daß ich dann diesem meinem Vorsaße bis in den Tod getreu verbleibe, und deine Liebe niemals mehr verliere? Die Stimme Jesu. Willst du deinem Versprechen getreu sein, so meide nach deiner Bekehrung vor Allem die böse Gelegenheit, die dich zum Falle gebraucht hat! sonst wird deine Schwachheit dich ganz gewiß wieder in die Sünde stürzen. Wenn du überdies noch eine starke Neigung zur Sünde in dir wahrnimmst, oder gar wohl früher die Sünde bei dir eine Gewohnheit war, dann heißt es kräftig streiten, soll es auch dein Blut und Leben kosten. Und wenn in diesem Streite deine Liebe zu mir noch zu schwach ist, so denke recht oft an die ewigen Wahrheiten. Denke, so oft die Versuchung sich anmeldet, sogleich an den Tod, an deinen Leichensarg, an deine Bahre, an dein offenes Grab an das Gericht an das Feuer der Hölle an den Himmel- an die Ewigkeit. Ewigkeit. Alsogleich rufe dann zu mir um Hülfe, oder zu meiner heiligen Mutter; blicke auf mein Herz und auf das Ihrige, bete und sprich meinen und ihren heiligen Namen aus: so wird die Leidenschaft sich dämpfen, und du wirst überwinden. Aber gleich, in den ersten Augenblicken der Versuchung thu' sc, und widerstehe ohne geringste Verweilung. Wenn du dann eine Zeit lang so getreu und tapfer streitest, so wird die böse Neigung von Tag zu Tag schwächer werden; meine Liebe aber wird in deinem Herzen immer mehr und mehr zuan die — 202 - nehmen, und dir leicht und zur Fertigkeit machen, was dir vorhin beinahe unmöglich schien. So fliehe jederzeit zu meinem Herzen, und wirst durch meinen Anblick und durch meine Gnade immer Kraft und Hülfe im Streite finden. Die Seele. D, wie trostreich sind deine Worte, gütigster Jesus! Wie du mir gerathen hast, so will und werde ich thun. Alle bösen Gelegenheiten werde ich meiden, meine Neigungen werde ich zähmen, wachsam werde ich sein, und jedesmal im Streite gleich zu dir meine Zuflucht nehmen, göttliches Herz! Dann wird die Versuchung mich niemals überwinden, und nie wird eine Sünde mich von deinem Herzen trennen. Ist dies deiner Liebe schon genug, mein Jesus? Die Stimme Jesu. Nein, meine Seele! ich verlange, daß deine Liebe zu mir noch inbrünstiger werde, daß du nach größeren Gnaden strebest, und einen noch vollkommneren Weg antretest, den ich dir zeigen will. Die Seele. Rede, mein Herr und Gott! ich bin zu Allem bereit, was du immer von mir verlangen wirst. Die Stimme Jesu. Ich verlange, daß du auch die läßlichen Sünden, und die geringen, freiwilligen Unvollkommenheiten meidest: denn auch diese betrüben mein Herz, beleidigen meine göttliche Majestät, schwächen meine Liebe in dir, ertődten den Eifer, verhindern die innerlichen Wirkungen des heiligen Geistes, bringen Lau- und Kaltsinnigkeit mit sich, und - 203 bahnen den Weg zu schweren Sünden; denn wer im Geringen untreu ist, der wird es bald auch im Größeren werden. Die Seele. Was du verlangest, mein Bräutigam! das will ich thun, um dir zu zeigen, daß ich dich wirklich über Alles liebe; aber du erkennest am besten meine Schwäche und meine verkehrte Natur, die von Kindheit auf zu allem Bösen geneigt ist. Wie kann ich dann alle läßlichen Sünden und Unvollkommenbeiten meiden? Die Stimme Jesu. Deine Schwäche ist mir wohl bewußt und deine große Gebrechlichkeit. Ganz ohne kleine Schwächen kannst du in diesem sterblichen Fleische nicht leben: aber was ich von dir verlange, ist, daß du dieselben nicht freiwilliger Weise begehest, und daß du, so viel an dir ist, wenigstens dahin trachtest, gar keine, auch noch so kleine Sünde zu begehen; und damit du dies um so leichter könnest, so beobachte folgende Regeln des Streites in deinem geistlichen Leben: 1. So wie ein Gedanke sich anmeldet, oder eine Begierde in deinem Herzen sich reget, oder wenn du gerne. etwas hören, reden, sehen oder thun, oder aus Trägheit etwas unterlassen wolltest, was zu unterlassen dir eine läßliche Sünde zu sein scheinet; so überwinde dich, wie ich dir bereits gesagt habe, im ersten Augenblicke, wenn die Versuchung sich anmeldet, und mache meinem Herzen diese Freude und dieses Vergnügen, daß du nicht verweileft. Wie viele Gelegenheit hast du so den ganzen Tag hindurch, mir deine Liebe zu bezeigen, und in meiner Freundschaft täglich und stündlich zuzunehmen. Welche himmlische Freude, Trost und Süßigkeit des Herzens wird dir das Zeugniß deines Gewissens dann sein, daß du dich mir zu Liebe so oft und schnell überwunden hast. 204 -- 2. Damit du aber nicht aus Unbedachtsamkeit fallest, so siehe dich vor, durch Wachsamkeit über deine Neigungen, die du fennen und bezähmen mußt, bei jeder Gelegenheit, alle Tage, ohne Unterlaß, bis sie dir nach und nach ganz untergeben sein werden. Im ersten Augenblicke der Versuchung denke sogleich an mich, höre die Versuchung keinen Augenblick an, erwecke gleich einen Akt der entgegengesetzten Tugend, rufe zu mir um Hülfe. Und damit du den Versuchungen selbst nach Möglichkeit vorbauest, so erweitere dein Herz in Liebe zu mir, so viel du nur kannst. Habe keine andere Freude, als mich zu lieben, und keine andere Furcht, als mich zu beleidigen. Gedenke: alles Uebrige ist Eitelkeit und nichts, als lauter Eitelkeit, die vergeht, und nichts zurückläßt, als die Bitterkeit der Sünde und Bisse des Gewissens. 3. Meide sorgfältig und fliehe jene Gelegenheiten, die gemeiniglich zu vielen läßlichen Sünden Anlaß geben, als da sind: der Müssiggang, das viele Reden, die Gesellschaften, allerlei Kurzweil und Erlustigungen. Wer Alles sehen und hören will, mässig ist und gerne redet, dabei auch gerne sich mit Andern unterhält, der wird mit vielen läßlichen Sünden sich täglich beschmugen. Die Arbeit, die Einsamkeit, die englische Sittsamkeit in Allem, und besonders das Stillschweigen sind der sicherste Weg, die läßlichen Sünden zu meiden, und von den Todsünden sich weit zu entfernen. Dabei verachte, was die Menschen von dir denken und sagen. Was kann dir an den Menschen liegen und an ihrem Gerede, wenn nur ich dich liebe. Am Tage des Gerichtes, da werde ich dann vor aller Welt und allen Engeln des Himmels dich bekennen, wenn du mich auf Erde durch deine Andacht und Liebe frei vor der Welt bekannt hast. Denke oft: man fann nicht zugleich mir und den Menschen gefallen, die weltlichgesinnt sind: man fann nicht zugleich der Finsterniß und dem Lichte dienen, mir und dem Teufel. Wenn du also mir dienen und frei von der Sünde sein willst, muß du dich herzhaft entschließen, mit der bösen Welt und ihrem Treiben zu brechen. Du darfst dein Herz nicht theilen wol 714 205 - len, sonst nehme ich es nicht an. Ganz, oder- gar nicht!- Wenn du mit solcher Entschlossenheit und entschiedener Liebe für mich dich in meine Arme legest, und die Tugend lieben und zu üben beginnst; so wird es dir nicht schwer werden, das zu thun, was ich dir gerathen habe, und noch anrathen werde, um von allen Sünden nach Möglichkeit frei und stets mehr von meiner Liebe entzündet zu werden. 4. Wenn du nämlich viele läßliche Sünden begehest, so siehe, welches Hauptlaster, welche Neigung und Gewohnheit die Wurzel und Quelle aller dieser Sünden ist, aus welcher sie alle hervorsproffsen und sich verbreiten. Einige sind zum jähen Zorn geneigt; Andere zur UnmäBigkeit im Essen und Trinken; Andere zur Geschwätzigkeit, zu üblen Nachreden und andern Sünden der Zunge; An= dere zum Geiz, zur Hoffart, zur Eitelkeit und eitlen Ehre; Andere zum Neid, zur Ungeduld; endlich wieder Andere zur Trägheit in geistlichen Verrichtungen, und sonst in ihren Standespflichten. Die Einen haben mehr, die Andern weniger dergleichen Hauptfehler, Neigungen und Laster, aus welchen dann andere Sünden in Menge entspringen. So befleiße dich dann, daß du die böse Wurzel deines Hauptlasters erkennest. Worauf du am öftesten denkst, und worin du am öftesten fällst, daß ist gewiß deine Hauptleidenschaft. Erforsche dich also, und entdecke dein Gewissen darüber einen woblerfahrnen, gelehrten, geistreichen Beichtvater, damit er dich desto sicherer leite und dir helfe. Wann du dann dein Hauptlaster wirst genau erkannt haben, dann fange ernstlich an, und streite dagegen aus allen Kräften, und lasse nicht nach, bis du dasselbe überwunden, und aus deinem Herzen völlig ausgetilget hast. Zu diesem Ende bediene dich folgender Mittel: en for 1) Gleich in der Frühe nimm dir vor, den Tag hindurch wider dies Laster zu streiten, und die Gelengenheit, in welche du fallen könntest, sorgfältig zu meiden. 2) Wache den Tag hindurch recht behutsam über 11 206 dich selbst, besonders was die Versuchungen in dieser Sünde betrifft, daß du sie, so wie sie sic) melsen, allsogleich wahrnehmest, und kräftigst überwindest. 3) llebe zu gewissen Zeiten des Tages jene Tugend, die diesem Fehler gerade entgegen gesetzt ist. 4) Erforsche zu Mittag und Abends, wie du dich in diesem Streite verhalten hast: ob du überwunden hast, oder ob du gefallen bist, und wie oft. Da wünschte ich sehr, wenn du dich dazu auch jener Mittel bedienest, deren sich meine mir eifrig ergebenen Diener und Dienerinnen zu so großem Heile ihrer Seelen bedienen; du sollst nämlich eine Schnur mit kleinen Korallen bei dir tragen, um jeden Fall in dergleichen Sünden allsogleich darauf anzuzeichnen dadurch, daß du eine Koralle verschiebest; da weißt du dann bei der Erforschung sogleich, ob und wie oft du gefallen bist. Solche Korallen können dir auch dazu nügen, daß du alle Stunde oder halbe Stunde eine davon ziehest, und dabei die gute Meinung erneuerst, und einen Act der Liebe zu mir erweckest; das wird dich in beständiger Versammlung des Gemüthes erhalten, und deine Liebe und Sehnsucht nach mir in dir ungemein entzünden. Hast du dich überwunden, und warst du mir getreu in deiner Tugend und deinen Liebesacten, so sage mir liebevollen und demüthigen Dank; bist du aber gefallen, so bitte mich um Verzeihung, verschließe dich reuevoll in mein offenes Herz, und lege dir selbst eine Buße auf. Werde aber nicht kleinmüthig, wenn du gefehlt hast, sondern voll Vertrauen auf meine Liebe zu dir, auf mein Mitleid mit dir, und auf meine unendliche Güte und Barmherzigkeit fasse einen neuen Vorsatz, dich zu bessern und den andern Tag besser zu streiten. In einem Tage, in einer Woche kannst du nicht heilig werden; das merke dir wohl, und habe Geduld mit dir selbst, so wie ich mit dir Geduld habe. Ich verlange nur, daß du täglich von Neuem anfangest, und dich täglich in etwas überwindest, und so täglich die Anzahl deiner Fehler verminderst, bis du endlich der bösen Gewohnheit ganz los wirst.` Darnach kannst du einen andern Hauptfehler angreifen, und - 207 4 auf gleiche Weise dawider streiten, bis du endlich gänzlich von den freiwilligen Sünden und Unvollkommenheiten dich enthältst. Alsdann werde ich gerne in deinem Herzen wohnen, dich zu einem heiligmäßigen Leben anleiten, und eine ganz himmlische Freude dir zu fosten geben, die dich reichlich entschädigen wird für alle irdischen, sündhaften Vergnügungen. Du wirst die Freude meiner Liebe zu kosten beginnen, und dich vollkommen glücklich fühlen; die Freuden der Heiligen werden die deinigen werden, so wirst du auf Erde schon den Vorgeschmack des Himmels kosten. Das ist die Gegenliebe, die ich von dir verlange; nur auf solch Weise kannst du dahin gelangen, die Auserwählte meines Herzens zu sein, durch die Flucht der Sünde und die Heiligung deiner Seele, wie ich dir dazu die Anleitung gegeben habe. Die Seele. Süßester Jesus! ich reiche dir die Hand zum Zeichen meines Entschlusses und meiner Treue, und küsse im Geiste die Wunde deines süßesten Herzens. Ich habe jedes deiner Worte aufmerksam betrachtet und reiflich zu Herzen genommen. Es kostet einen Kampf; aber auch unendlich selig sind die Freuden, die meiner warten, wenn ich überwinde; unendlich herrlich ist die Krone. D! entzünde doch in mir nur mächtig genug das Feuer deiner Liebe, und Alles wird mir mit deiner Gnade möglich sein. Sprich, o Herr! denn deine Dienerinn hört dich; wo du mich immer hinrufest, ich folge dir und beginne von heute an in Kraft deiner Liebe ein neues Leben. Darum bitte ich dich durch die Gnade deines liebentzündeten Herzens, mein Jesus! Also verlange ich; also sei es. Amen. th in Gallout - 208 - - 2. Um Montage. ndalik modal paitimpilgt manis Das gnadenreichste und gutthätigste Herz Jesu. 201 Er that Allen Gutes, und heilte Alle.( Apoft. 10, 38.) 3 Die Stimme Jesu. analog sidet, wt Warum willst du in so großer Dürftigkeit und Armuth bleiben, und doch hast du in meinem Herzen hier in dem Sakramente den unerschöpflichen Brunnen aller Gnaden; denn mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erde. Ich bin der König aller Reichthümer und aller himmlischen und irdischen Gnaden, und ich bin nun hier in diesem Sakramente, um den Seelen Gnaden auszuspenden. Kommet zu mir Alle, so rufe ich Allen zu, kommet zu mir Alle, ich will euch erquicken. So rufe ich besonders dir zu. Ja, komm zu mir, und ich will dich erquicken, und dich reich machen an überirdischen, himmlischen Gütern, reicher als alle Könige der Erde. D, wüßtest du doch recht dieses Glück zu schätzen, daß dir durch mein Herz in diesem Sakramente alle Reichthümer und Schäße des Himmel aufgeschloffen sind, und daß ich mit solcher Freude dir Alles gebe, wornach uur dein Herz verlangt, wenn es dir anders zum Heile ist, wenn du nur zu mir eilest, und mich um selbes bittest. Betrachte dich, dein ganzes Leben, Alles, was du bist, jede Wohlthat, jede Gnade für Leib und Seele, für Zeit und Ewigkeit, Alles ist dir durch die Güte meines Herzens zugeflossen. Wie gerne solltest du also bei mir sein, und wie gerührt sollte dein Herz voll des Dankes sein; wenn du diese meine übergroße Güte gegen dich betrachtest, so oft du mein Herz und mich im allerheiligsten Sakramente, des Altars erblickest. — 209 - TH Die Seele. O, welch' ein Glück, daß ich dir so nahe bin, mein Jesus! dir, meinen gütigsten, freigebigsten Gott und Erlöser. O, du mein höchstes Gut! das Gut aller Güter, du wahrhaft unergründliches Meer der Gütigkeit; wo ist ein Herz, das solche Reichthümer der Liebe und Seligkeit in sich schließet, als das deinige; wo ist ein Herz, daß bereitwilliger wäre, dieselben Allen mitzutheilen, als das deinige? Ich darf nur klopfen, und es wird mir aufgethan. Ich darf nur suchen, so finde ich bei dir, und durch dich Alles, was immer nur mein Herz verlangen kann. Ja, ic, darf nicht einmal klopfen; die Liebe hat mir die Thür deines Herzens schon eröffnet. Ich darf nur eingehen, durch Andacht und frommes Verlangen, und schöpfen so viel ich will aus den Brunnenquellen des Heiles, die aus diesem deinen göttlichen Herzen fließen, und trinken nach Herzenslust, an diesem deinen gnade- und lieberfüllten Herzen. Ach! und wie viele Gnaden habe ich wirklich schon durch dich im Saframente deiner Liebe empfangen. Alles, was ich bin und habe, bin ich durch dich und hätte ich immer gefolgt deinem Rufe und deiner Stimme, wie leicht könnte ich noch unendlich reicher an Gnaden, ja heilig sein durch dich. Daß ich ein Geschöpf bin, daß ich lebe, daß ich eine Seele bin, die Gott erkennt als Schöpfer und Erlöser, daß ich nicht lange schon in der Hölle brenne, und noch Zeit zu meinem Heile habe, ja daß ich noch selig werden kann, alle irdischen und himmlischen Gnaden, Alles, was ich durch deine Güte bin und habe, die Hoffnung meiner Seligkeit und der Himmel selbst, das Alles sind Gnaden von deiner Güte. Aber, wie schäme ich mich vor dir, mein Jesus!- wenn ich einerseits alle diese deine unzählbaren Wohlthaten, und andererseit mein so undankbares und unempfindliches Herz betrachte!- D! ich bin wahrhaft nicht werth, daß mich die Erde trägt. Auch Thiere selbst sind dankbar gegen ihre Gutthäter, und ich war es nicht! Wie oft war ich 14 - 210 - nicht nur gleichgültig, sondern habe sogar deine Gnaden zu neuen Beleidigungen gegen dich mißbraucht! D, du Ursprung aller Güte und Barmherzigkeit! sage mir doch, was ich dir von nun an für alles Das wiedergeben kann, was du an mir unwürdigem Geschöpfe Zeit meines Lebens so freigebigst und gütigst gethan?! - - Die Stimme Jesu. Meine Seele, du bist nicht fähig, auch nur die geringste meiner Gutthaten nach Gebühr zu erkennen, viel weniger dieselben mir zu vergelten; ich verlange aber doch von dir, daß du deinerseits so viel thuest, als du kannst, um deinen guten Willen gegen mich zu bezeigen, und da verlange ich vorzüglich diese fünf Stücke: 1. Lobe und preise mich in jeder Stunde mit Herz und Mund; behalte und bewahre in dir ein recht dankbares Herz; daß die Erinnerung stets in deiner Seele lebe, daß ich es bin, von dem du Alles hast, daß du aus dir gar nichts haft und bist, als Elend und Bosheit; daß du ohne mich auch nicht das Geringste zu deinem Heile zu denken vermagst, und da ich demnach ohne dein Verdienst meine Gnaden so reichlich über dich ausgegossen: so opfere mir erstens ein recht zartes, dankbares Herz. 2. Aber begnüge dich nicht mit jenen Gnaden, die du bereits empfangen hast, und die ich dir freigebigst gebe; sondern bitte und flehe zu mir um stets neue Gaben, und viele, recht große Gnaden( Ephef. 1, 18.) Fasse ein recht großmüthig vertrauendes Herz auf mich. Ehre mich durch dieses dein Vertrauen auf meine Macht und unbegränzte Güte. Um je mehr und größere Gnaden du mich bitten, und je größer dein Vertrauen sein wird, daß ich sie dir nicht abschlagen, sondern noch größere geben werde; um so größer wird die Freude und Ehre sein, die du durch ein solches Gebet meinem Herzen machest. Wie fannst du glauben, daß ich dir etwas versagen werde; da - 211 ich mich für dich in den Tod selbst hingegeben, unter so vielen Peinen und Schmerzen, und dir mein Herz selbst im Sakramente als Unterpfand meiner Freigebigkeit und Liebe hinterlassen habe?! - Weil ich nun aber, wie du weißt, dein Herr und Gott bin, so gültig für dich und Alle, und weil meine Vorsicht über dich mit solcher Liebe wachet, mit sorgsa. mer, als eine Mutter für ihren Säugling an der Brust; so will ich, daß du mich - 3. durch eine vollkommene Uebergabe aller Verlangen deines Herzens an meine göttliche Vorsicht ebreftt Du weißt es wohl, daß ich Alles weiß und fann; du weiß. auch, wie ich dich liebe, und nur dein Bestes will, mehr als du es selbst willst und wollen kannst; so lasse mich dann mit dir schalten und walten nach meinem Belieben. Ruhe in diesem Vertrauen, in dieser Hingabe deiner selbst, mit Allem, was du bist, in den Armen meiner Vorsicht; dann ruhest du wirklich an meinem Herzen sicher, und ein ganz himmlischer Friede wird dich stets erfreuen, fortwährende Heiterkeit und Gleichmuth der Seele wird dein Antheil sein. Dieses Vertrauen auf meine Vorsicht in Allem und für Alles, die soll dein ganzes Leben auf ganz besondere Weise bezeichnen; das verlange ich von dir, als Dankbarkeit für alle meine Sorge und Liebe für dich, und dieses Vertrauen mußt du mir nicht versagen. Ich verlasse dich nicht, darum fordere ich von dir: 4. Sei eines frohen, heiteren Mutbes. Kleinmuth und Trübsinn hasse ich; Traurigkeit und ein schwermüthiges Herz, das soll weit von dir entfernt sein. Merke nur das recht: die Traurigkeit nüßt zu nichts, schadet aber wohl oft sehr viel. Diene du mir nur jederzeit mit recht fröhlichem Herzen. Und warum solltest du wohl traurig sein? Niemand ist noch je zu Schanden worden, der auf mich gehoffet hat. Oder kann ich dir nicht, oder will ich dir nicht in Allem helfen? Wenn ich dich aber etwas 14* - 212 leiden lasse, solltest du dich nicht freuen im zeitlichen Kreuze, wenn du den ewigen Lohn betrachtest? Was aber deine Sünden betrifft, so wisse: ein demüthiges, zerknirschtes Herz habe ich niemals verworfen; mithin selbst deine Sünden, und wären sie noch so groß und vielfach gewesen, sollen dich nicht kleinmüthig machen; sondern sie sollen nur ein Antrieb sein, meine Langmuth und Güte gegen dich zu bewundern, und mir dafür von nun an desto eifriger zu dienen. Darum in jeder Versuchung der Kleinmuth rufe nur gleich zu mir, und verberge dich in mein offenes Herz, und sei getröstet; da bist du sicher, und Niemand kann dir Schaden; durch Traurigkeit kränkest du mein Herz und entehrest meinen Dienst. Die Leute sollten dir immer ansehen, daß es die größte Freude deines Herzens sei, mir zu dienen. 5. Endlich aber, da du Alles, was du hast, nur von mir empfangen hast; so will und verlange ich, daß du zur dankbaren Erkenntlichkeit durch die reinste Meinung Alles, was du denkest, wünschest und thust, Alles zu meiner Ehre aufopferst, zur größeren Freude meines Herzens. Alle deine Gedanken, Worte und Werke, alle deine Anschläge und Unternehmungen, dein ganzes Thun und Lassen, Kreuz und Leid, und deine Freude, Alles soll mir aufgeopfert sein. Gleich früh Morgens bei deinem Morgengebete mache diese Meinung täglich, und erneuere selbe den Tag hindurch oft und oft, wo du gehest und stehest, arbeitest oder ruhest, was du immer thust oder zu leiden hast, immer erinnere dich dieser Mahnung: ,, Mein Jesus, dir zu Liebe, süßes, heiliges Herz, dir zu Liebe!"- das ist mein Wunsch und mein Wille, und darin sollst du recht eifrig sein. Auf diese Fassung und Erneuerung der guten Meinung kommt Alles an; darüber sollst du auch eigens deine besondere Gewissenserforschung machen. Gewöhne dich oft zu sagen:" Herr! in eben der Meinung, als du auf Erde Alles gethan hast, thue auch ich jetzt dies!"- Was du dann immer thust, ob du arbeitest oder ruhest, esfest oder fastest, Alles ist dann mir geheiliget, 213und vor dem Angesichte meines himmlischen Vaters durch mein Verdienst von unendlichem Werthe. Mache dann des Abends auf eine solche Weise die Aufopferung aller deiner Werke durch mich und mein Herz an den himmlischen Vater. So fange heute von dieser Stunde an, und übe dich darin recht emsig und sorgfältig mit großem Fleiße und großer Geduld Hältst du diese fünf Stücke, dann stattest du mir jenen Dank ab, den ich wünsche für die so vielen Gaben, wodurch ich deine Seele bereits begnadiget habe. Die Seele. Ach, daß ich dich ewiglich lobe und preise, und Alles, was in mir ist, deinen heiligsten Namen benedeie! Du, mein Geliebter: hast mich umgeben und gekrönt mit übergroßer Barmherzigkeit und Erbarmniß; ja, du hast mich, armseliges Geschöpf, sogar zu deinem Miterben gemacht, auf daß ich einst alle deine Güter ewig genieße. Welche Fülle des Trostes und der Erbarmungen läsfest du mir nicht schon hier auf Erde zu Theil werden durch deine tröstliche und gnadenvolle Gegenwart in dem Sakramente deiner Liebe, in welchem du dich mir als Trost, Labung und Stärkung meiner Seele zu genießen gibst. Und für Alles Dies habe ich dir nichts erwiedert, als Vergessenheit, Undank, Unempfindlichkeit und unzählbare Beleidigungen. Ach, erbarme dich doch meiner, o du unergründliche Gütigkeit! erleuchte mich, o. du licht meiner Seele! damit ich dich erkenne, o du mein gnädigster Gutthäter! Führe mich, o du Weg der Seligkeit! damit ich ganz gewiß einst zu dir komme. Mache mich lebendig im Geiste, o du Leben meines Lebens damit ich dir einzig angehöre; lehre mich, o du ewige Wahrheit! wie ich dir dienen soll, wie ich deine unendliche Barmherzigkeit erkennen und dir für deine unzählbaren Wohlthaten gehörig dienen soll. Doch, o Heil meiner Seelen! was seufze ich so! du hast mir ja den Weg schon angezeigt. Es ist jeßt nur an mir, daß ich dieser deiner Stimme folge, und, - 214 o, das will ich auch, und will es wirklich von meinem ganzen Herzen, so wie du wünschest, daß ich es wolle. Von nun an soll mein ganzes Leben stets ein Bekenntniß des Dankes sein: zarte Erkenntlichkeit, dankbare Liebe soll jederzeit mein Herz erfüllen. Mein Gebet zu dir soll wirklichen Gebet des Herzens und ein Gebet voll Vertrauens sein, recht große Dinge will ich von dir begehren, und auch das Kleinste auf recht großmüthige, vertrauensvolle Weise: so wird mein Gebet in deinem Namen den Himmel und dein heiligstes, gnadenreiches Herz durchdringen. Ganz und gar übergebe ich mich deiner gütigsten gnadenreichen Vorsehung mit Allem, was ich bin und wünsche. Ich lege, wie dein Apostel mich dazu ermahnet, alle meine Sorge auf dich; es soll nur dies mein einziges Trachten sein, nie und durch nichts den Gleichmuth und den Frieden des Herzens zu verlieren. Daraus soll alle Welt erkennen, daß mein Vertrauen ganz auf dich gerichtet ſei. Vie Traurigkeit will ich fliehen, immerdar will ich heiter und fröhlich sein zu deiner Ehre. Aber meine Fröhlichfeit soll eine stille Heiterkeit des Herzens sein; das sei ferne von mir, daß ich mich freue, wie ein Weltkind sich freuet. Dabei habe ich wohl verstanden, was du, mein Jesus! mir von der Heiligung meiner guten Meinung so nachdrücklich anempfohlen Ja, ich will in diesem Stücke so eifrig als möglich sein. Täglich will ich dieselbe gleich am frühen Morgen erwecken, und den Tag hindurch unzählige Male erneuern! Darin soll aber auch zugleich der Dank meines Herzens für deine übergroße Güte bestehen. Gib nur du, o Jesus! mir dazu deinen Segen, und fröne alle deine Gnaden durch diese noch, dir in allen diesen Punkten getreu zu sein; ich bitte dich darum flehentlich durch die Güte dieses deines mildthätigsten, gütigsten, gnadenreichsten Herzens. Amen. 201 # 1 - 3. Am Dinstage. Das mitleidigste, barmherzigste Herz Jesu. Mich erbarmet des Volkes."( Marc. 8, 2.) - - 215 Die Stimme Jesu. nen Groß ist dein Elend, menschliche Seele! so lange du in diesem Jammerthale auf Erde wandelst, wirst du immerdar deine große Schwäche und dein großes Elend empfinden. Doch, werde nicht verzagt, sondern blicke auf mein mitleidigstes Herz, das dir so viele Beweise des Mitleidens gibt und gegeben hat. Aus Mitleid bin ich für dich einst, als du noch in meiner Feindschaft warest, vom Himmel herabgestiegen: wie könnte ich denn nun meiner Barmherzigkeit gegen dich vergessen; da ich bereits dein Freund, dein Bruder, dein Erlöser und Mittler, dein SeelenbräuBetrachte mein Leben, ob nicht tigam geworden bin? Alles darin Barmherzigkeit und Mitleid athmet. Aus Mitleid habe ich so oft über die Sünden und Blindheit der Menschen geweint- auch für dich flossen diese Thräviele heiße Zähren habe ich aus Mitleid mit dienem großen Elende vergossen. Wie vielen Kranken und Leidenden hat mein mitleidiges Herz auf Erde Trost und Hülfe ertheilt durch unzählbare Wunder. Ich habe diese Gutthaten auch für dich dem Vater im Himmel aufgeopfert. Aus Mitleid gegen dich habe ich endlich meine Arme am Kreuze ausgespannt, und mein Herz für dich durchbohren lassen. Wenn du so die letzten Tropfen Bluts, die aus meinem Herzen geflossen, betrachtest; so wisse und bedenke: sie sind aus Mitleid gegen dich von demselben herabgeflossen. Und noch jetzt weise ich meinem himmlischen Vater meine fünf Wunden aus Mitleid gegen dich, und blicke so mitleidig und barmherzig dich aus meinem Sakramente an, und du solltest ein Mißtrauen auf meine Barmherzigkeit gegen dich setzen, und du solltest aus Liebe zu mir nicht mitleidig und barmherzig sein? - - - 11 216 Die Seele. Ach ja, mein Heiland! wie könnte ich dich als Kindlein in der Krippe, und am Kreuze todt für mich erblicken dein offenes Herz durchbohrt für mich, und an deinem Mitleid zweifeln? Onein! du bist wahrlich für mich der barmherzige Samaritan; das sagt mir dein Tod am Kreuze, dein offenes Herz. - Die Stimme Jesu. Das sagt dir aber auch der Anblick meines Gnadensakramentes, wo mein Herz zwar verborgen, aber doch immer für dich) weit eröffnet ist, und niemals sich dir verschließet. Ja mein so großes, zartes Mitleid zu dir hat in ewiger Liebe mich bewogen, zu deinem Troste, zu deiner Hülfe in diesem meinen Sakramente bei dir zu bleiben bis an das Ende. Kannst du mich wohl anblicken auf dem Altare unter diesen Gestalten, und an meiner Barmherzigkeit, und an meinem Mitleiden gegen dich zweifeln? Ich opfere mich ja in jenem Opfer, das ich einst blutig am Kreuze vollbracht, noch täglich so oft aus Mitleid durch das Opfer der heiligen Messe auf, das dich immer, ja täglich aus Mitleid von Neuem versöhnet, wenn du Antheil daran nimmst. So fasse denn ein recht groBes Vertrauen auf dieses mein mitleidiges Herz. Die Seele. Ach! warum bin ich so verzagt und kleinmüthig, warum will ich in meiner Armuth bleiben, da ich doch alle Schäße deiner Barmherzigkeit, die du mir, o süßester Jesus! sammt deinem Herzen darbietest, vor mir sehe? O! wie bin ich mir doch selbst ein Widerspruch und unbegreiflich thöricht ich bin blind und will mich doch von dir nicht erleuchten lassen, o ewige Klarheit! ich bin schwach, und entferne mich von dir, o du Kraft Gottes! du allein nur kannst - 217 mir Kräfte geben; ich bin betrübt, und ich will dich nicht suchen, o du einziger, süßester Trost meines Herzens! ich werde täglich von meinen Feinden überwunden, und fliehe nicht zu dir, du meine Zuflucht! Kann es denn eine gröBere Thorheit geben? O mein Jesus! wann, ach wann wird doch mein Elend ein Ende nehmen, wann werde ich doch einmal aufhören, dein mitleidiges Herz zu betrüben, und demselben stets neues Leid zu verursachen? Ach! du siehst meine äußerste Schwachheit, du weißt, wie viele Feinde mich von allen Seiten umgeben. Dieses mein großes Elend geht dir zu Herzen; du möchtest mir helfen, so unendlich gerne helfen. Du winkest und rufest mir zu, daß ich doch zu dir meine Zuflucht nehmen und nach dir meine Händ ausstrecken soll. So habe denn Mitleid mit diesem meinem Elende, und siehe mich gnädig an, mein barmherzigster Jesus! gib mir ein recht findliches und festes Vertrauen auf deine unendliche Barmherzigkeit, daß ich stets nach dir verlange und rufe, o du Brunnenquell des ewigen Lebens! daß ich dich stets suche, o du Ruheſtätte meines Herzens! daß ich dich finde, o du Heil meiner Seele! daß ich dir allein meine Noth und mein Elend klage, der du mir allein nur helfen kannst und willst, nach deiner großen Macht und Barmherzigkeit, die mich mit solcher Langmuth bisher ertragen, mit solcher Mutterliebe bisher gepfleget und geschüßzet hat. Aber, ich bitte dich, sage mir doch auch, mildherzigster Jesus! wie ich deinem mitleidigen und gegen mich so barmherzig gnädigen Herzen doch einige Erkenntlichkeit bezeigen könne. Die Stimme Jesu. Durch deinen Wandel kannst du dies; gleichwie nämlich ich mit dir ein barmherziges Mitleid habe, also sollst du mit mir, mit dir selbst und mit deinem Nächsten Mitleid tragen. Da du, was mich betrifft, weißt, wie viel ich für dein Heil und für das Heil der ganzen Welt gelitten habe, und mit welchem Undank die Menschen dieses mein Leiden für sie und mit welcher Kälte sie meine Liebe im - - Sakramente vergolten haben; so tröste dann du mein gefränktes, betrübtes Herz, nämlich: - Trage vor Allem ein recht herzliches Mitleid mit mis. 1. Durch die stäte Betrachtung meines großen und bittern Leidens. Ja, mein bitteres Leiden, das sei dir täglich und stündlich vor Augen; betrachte denn mit recht mitleidigem Herzen alle diese Schmerzen und Peinen, die ich gelitten habe, als sehest du Alles mit eigenen Augen. Besonders betrachte mich oft am Delberge, im Kerker- mit Speichel bedeckt- unter der Geißel als Ecce homo- o, betrachte mich, wie ich nach der Geißlung von der Bühne mit blutgefühltem Blicke auf das Volk sah, mit jenen Klagworten, die ich durch den Mund meines Propheten gesprochen: ,, Mein Volk, was habe ich dir getban!" und da stelle dir in solcher Betrachtung vor, als sehe ich dich an, und als redete ich dich an.- Alsdann betrachte mich, das Kreuz tragend, und endlich gekreuziget für dich betend!! todt! meine für dich offene Herzenswunde!!! Kannst du dann alle diese Geheimnisse meines Leidens anschauen und nicht iznigstes Mitleid mit mir fühlen? 218 - 1 - - - Die Seele. Ach freilich wohl, mein Jesus! wenn ich dich in solchem Leid für mich betrachte, da möchte aus Mitleid gegen dich mein Herz zerspringen. Die Stimme Jesu. 2. Zeige dein Mitleid gegen mich durch eine ganz besondere Verehrung meines mitleidigen Herzens, besonders im allerheiligsten Sakramente. Denn diese Andacht zu meinem Herzen und zu dem allerheiligsten Sakramente, in welchem es wirklich lebt, sollte deine Hauptandacht sein, und dich als eine mir besonders liebwerthe Seele bezeichnen; denn ich liebe Diejenigen, die mich wieder lieben, und die in diesen zwei Geheimnissen mich besonders verehren. 14 11 219 3. Zeige dein Mitleid gegen mich durch eine oft wiederholte, mitleidsvolle Abbitte für alle die Schmach und Unbild, welche die Menschen durch ihre Sünden diesem meinen zartesten, heiligsten Herzen zufügen, wie auch durch oft wiederholte Aufopferung alles dessen, was du Gutes thust, an mein heiligstes Herz, als Genugtbuung für diese vielen Beleidigungen. Und willst du dein Mitleid also gegen mich bezeigen? - ACTUMOR Die Seele. Ob ich wolle, o gewiß, mein zartester Heiland! Aber ich bitte dich, präge doch dein Leiden tief in meine Seele, daß ich durch die Betrachtung desselben mit der heiligen Clara von Montefalco gleichsam deine Marterwerkzeuge in meinem eigenen Herzen eingegraben stets mit mir trage. Darum, mein Jesus! will ich mir eine gewisse Ordnung festseßen, nach welcher ich dein bitteres Leiden täglich vor meinen Augen zu haben mich bemühen will; und zwar will ich am Sonntage dich auf dem Delberge, am Montage im Kerker, am Dinstage unter der Geißel, am Mittwoche als Ecce homo, am Donnerstage das Kreuz tragend, am Freitage gefreuziget, am Samstage im Schooße deiner heiligen Mutter bei der Kreuzabnehmung und im Grabe betrachten. So oft die Stunde schlägt, will ich einen Blick in Gedanken auf dich in diesen Stationen des Leidens heften mit dem Wunsche und dem Verlangen, mit dir viel recht viel zu leiden und gekreuzigt zu sein der Welt, und Allem, was du nicht bist. Dein heiligstes Herz im allerheiligsten Sakramente, das alle Schätze deines Leidens, deiner Liebe und Barmherzigkeit in sich einschließet, das sei vor Allem der Gegenstand meiner Andacht und Liebe. Da will ich fleben und seufzen, bitten und abbitten; zur Liebe dieses deines Herzens in diesem deinen Sakramente will ich alle Herzen zu entzünden, und alle Sünden so viel als möglich zu hindern trachten. So will ich mein Mitleid gegen dich, mein Jesus! bezeigen. - - 220 - Die Stimme Jesu. Aber das ist noch nicht genug. Trage auch ein herzli ches Mitleid mit dir selbst. Ja, habe mir zum Trost ein herzliches Mitleid mit deiner eigenen Seele, weil sie mich so viel gekostet hat, und es mich unendlich schmerzen müßte, wenn ich sie verlieren würde. Trage Mitleid mit deiner Seele, so ruft mein Herz dir schon durch den Mund des weisen Mannes im alten Bunde entgegen( Eccl. 10, 24.) Darum: 1. Willige um Nichts in der Welt in eine schwere Sünde; denn diese tödtet die Seele, und bringt sie um ihr geistiges Leben. Mit jeder Sünde mißhandelst du erbärmlich deine Seele. Darum: 2. Meide auch alle läßlichen, freiwilligen Sünden und Unvollkommenheiten, wie ich dich schon früher darüber belehret habe. 3. Bezeige recht großen Fleiß und Eifer in meinem Dienste, werde heilig, nimm dir dieses täglich, aber recht kräftig vor.- Du kannst gegen deine Seele nicht barmherziger, gütiger und mitleidiger sein, als wenn du sie mit recht vielen und großen Tugenden zierest; denn diese verschaffen dann der Seele einen überaus großen Lohn in dem Himmel, und den seligsten Genuß auf Erde. Trage aber endlich auch ein herzliches Mitleid mit dem Nächsten. Nicht leichter wirst du mein Herz zum Mitleid gegen dich bewegen, als wenn du gegen mich mitleidig bist in der Person deines Nächsten. Trachte, daß dein Herz wie das Herz meines Apostels werde, daß du den Schmerz aller Leidenden mitleidest, und mit ihm wirklich bekennen könneft: ,, Wer leidet, mit dem ich nicht mitleide?" Ja, - 221 - umfange Alle mit mitleidigster, mildthätigster Liebe; daraus wird man erkernen, daß du mir angehörest. Darum zeige dein Mitleid bei jeder Gelegenheit, wo du nur immer deinem Nächsten helfen kannst, und suche selbst mit großem Fleiß die Gelegenheit dazu auf. Speise die Hungrigen, tränke die Durstigen, bekleide die Nackenden, besuche die Kranken und Gefangenen, beherberge die Fremden, und begleite die Todten zur Begräbniß.- Hilf in Allem den Armen, so viel du nur kannst und hast. Hast du viel, so gib viel, hast du wenig, so gib auch von dem Wenigen mit Freuden; und wenn du nichts hast, so habe wenigstens einen recht mitleidigen Willen zu helfen. Damit du aber in Allem dann recht eifrig und beharrlich seiest, so stelle dir nur recht lebhaft vor: ich selbst sei unter der Gestalt des Bittenden, Dürftigen, Hungrigen, Durstigen, Kranken verborgen. Blicke nicht die Person des Menschen an, der leidet, sondern mich in seiner Person. Könntest denn du mich hungrig, durstig und im Elende auf Erden sehen, ohne mir zu helfen? Die Seele. Ach, mein Jesus! mit welchem Trost würde ich da Alles, auch das Letzte, was ich habe, dir mit tausend Freuden geben. Die Stimme Jesu. Nun denn; ich nehme aber wirklich Alles, was du deinem leidenden Nächsten thust, so an, als hättest du es mir selbst gethan, und wäre es nur ein Trunk falten Wassers; er hat übergroßen Lohn einst in dem Himmel. Denke nur recht oft an meine Worte im Evangelio, wie ich am jüngsten Tage, bei dem jüngsten Gerichte alle Barmherzigen, Mitleidigen anreden werde: Ich war hungrig, ich war durstig, ich war nackt ihr habt mich gespeiset, getränkt, bekleidet; wahrlich sage ich euch: Alles, was ihr den Geringsten aus den Meinigen ge- - 222 - than, das habt ihr mir gethan, gehet ein in das Reich, daß euch mein Vater von Unbeginn bereitet hat.( Matth. 25, 35.) Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. Dieses bedenke, und halte für ganz unfehlbar gewiß, daß ich auch im Zeitlichen die Barmherzigkeit auf Erde segne. Niemals ist Jemand durch Almosengeben arm geworden; aber Viele habe ich wegen ihrer Mildthätigkeit in der Hülfe der Armen reich gemacht. Ueberreichlich erstatte ich, was man den Armen gibt. Warum willst du mir nicht deine Güter durch Almosen auf Zinsen leihen; welcher Mensch gibt und verspricht so großen Gewinn als ich? Die Seele. O! wie diese deine Worte auch mich trösten und aneifern, barmherzig zu sein; denn selig, so sprachest du, selig sind die Barmherzigen; sie werden Barmherzigkeit erlangen. Alles, was ihr dem Geringsten aus den Meinigen gethan, daß habt ihr mir gethan. Alles, was ich dem geringsten Bettler thue, das habe ich also dir gethan, mein Jesus! D, was könnte trostvoller, seliger, süßer für mich sein, und wie sollte ich dann nicht suchen und trachten, Allen zu helfen, so viel ich nur kann! Die Stimme Jesu. Wenn dir aber schon die leibliche Nothdurft oder die leiblichen Bedürfnisse deines Nächsten am Herzen liegen sollen, um viel weit mehr noch die seiner Seele. Hilf den Seelen, so viel du nur fannst, rette sie, so wie du nur fannst; rette sie doch vor dem ewigen Untergange durch Ermahnung, Unterweisung und wachsame Obsorge, besonders was deine Kinder, Dienstboten und Angehörigen betrifft, die dir zunächst am Herzen liegen sollen, und für die du mir einst eine so strenge Rechenschaft geben wirst. Bedenke nur, was das heißt, eine Seele retten von dem ewigen Untergange. Eine Seele, ein - 11 223 1 Ebenbild Gottes, das ich mit meinem Blute so theuer erkauft. Darum, wenn du nichts anders thun kannst, so leuchte wenigstens Allen durch dein Beispiel zum Heile vor: bete, seufze, weine vor mir für so viele unbußfertige Sünder. Wie glücklich bist du, wenn du nur einer einzigen Seele die Gnade der Bekehrung erringest; da wartet auf dich dann einst auch ein Gericht voll der Barmherzigkeit. Selig, ja selig die Barmherzigen, so lautet meine Verheißung, denn sie werden große Barmherzigkeit erlangen. So sei denn barmherzig gegen mich gegen dich und gegen Alle, so wie ich dich dazu nun unterwiesen habe, und auch du wirst Barmherzigkeit von mir erlangen für Zeit und Ewigkeit. Die Seele. Und gegen wen, mein Jesus! gegen wen willst du denn, daß ich ganz vorzüglich barmherzig sei? Die Stimme Jesu. Erstlich sei vor Allem barmherzig gegen deine Feinde durch wahre, thätige Feindesliebe. Entschuldige ihr Benehmen auf die möglichste Weise, bete für das Heil ihrer Seelen, und unterlasse keine Gelegenheit, ihnen Gutes zu thun. Um dich dazu aufzumuntern, betrachte nur oft und lange mein verblutendes offenes Herz für seine Feinde hat es alles Blut bis auf den letzten Tropfen vergossen. Alles, was ich als Erlöser zum Heile des Menschengeschlechtes gethan, das Alles habe ich ja aus bloßer Liebe und Barmherzigkeit gegen meine Feinde gethan. Weil mein Diener Johannes Qualbertus aus Liebe zu mir seinem Todfeinde verziehen hatte, bin ich ihm zum Zeichen meines großen Wohlgefallens sichtbar vom heiligen Kreuze herab an den Hals gesunken, und habe ihn an mein Herz gedrückt, darauf er heilig geworden ist. Aehnliche Gnaden habe ich mehreren Andern erwiesen, die auf solche Weise heldenmüthig verziehen haben; und ― 224 unsichtbarer Weise umfange ich jede Seele, die mir zu Liebe ihren Feinden großmüthig verzeihen, und drücke sie an mein Herz und spende ihr die allergrößten Gnaden. Alsdann, wenn du mich trösten willst, sei ganz besonders barmherzig gegen die armen Seelen, gegen diese meine armen im Fegefeuer so große Qual leidenden, brennenden Kinder. Spare keine Mühe, kein Opfer, daß du ihnen täglich hilfreich beispringest, und dich barmherzig gegen sie bezeigest: Stille ihren großen Jammer, dann tröstest du mein mitleidiges Herz; und wenn du dann einst in diesen Flammen leidest, werde ich dir auch gnädig sein. Dich zur Hülfe der armen Seelen recht kräftig aufzumuntern, bedenke nur, was du für Freunde und Fürsprecher im Himmel gewinnest, wenn du Seelen aus dem Fegfeuer befreiest. Das erste Bittgebet dieser Seelen, wenn sie in den Himmel eintreten, ist dann für dich; sie beten dann vor Gottesthrone durch die Zeit deines Lebens, und schüßen dich ganz besonders als ihren Wohlthäter, der ihnen aus solchen Peinen herausgeholfen, und durch sein Gebet das Himmelsthor eröffnet hat. Sie werden dann auch dir einst durch ihre Fürsprache bei mir aus diesen Flammen helfen. Gegen diese also übe täglich ganz besondere Barmherzigkeit. - Die Seele. bid O barmherziger Jesus! gib mir also ein Herz nach deinem Herzen, ein Herz voll Mitleid für diese und Alle. Erweiche mein hartes und selbstsüchtiges Herz, das nur auf sich denkt, und sich wenig um Andere kümmert, wenn es nur ihm wohl ist.. Ach, verzeihe, mein Jesus! diese meine bisherige Hartherzigkeit, und gib mir von nun an ein Herz voll zarter Milde, Liebe und Erbarmniß für dich, für mich und meinen Nächsten, wie du selbst mich zu belehren dich gewürdiget hast. Insonderheit will ich mir die Hülfe der armen Seelen von nun an mitleidigst angelegen sein lassen, und die Freundlichkeit, Liebe und Versöhnlichkeit gegen meine Feinde ausüben. Ja, um 225 - der Liebe deines Herzens willen verzeihe ich Allen von diesem Augenblicke an von ganzem Herzen Alles, und Alle mögen erkennen, das der Geist deiner Barmherzigkeit und Milde, o Jesus! mein Herz ganz erfüllt hat. Du aber, o Jesus! um der Barmherzigkeit deines Herzens willen erbarme dich meiner, und flöße aus deinem gnadenreichen Herzen in das meinige wirklich heute noch diese dir so wohlgefällige Tugend; damit ich auch im Werke erfülle, was mein Wort versprochen hat, und von dieser Stunde an durch mein ganzes Leben in der Barmherzigkeit deines Herzens barmherzig sei gegen dich, gegen mich und gegen Alle. Amen.rodr 104. 000 od 4. Am Mittwoche. 115m- 3por 1912 Das sanftmüthigste, geduldigste Herz Jesu. ,, Lernet von mir, weil ich sanftmüthig bin vom Herzen."( Matth. 11, 29. „ In der Geduld werdet ihr eure Seelen besigen."( Luc. 11, 29.) Die Stimme Jesu. Lernet von mir, weil ich sanfimüthig und geduldig bin vom Herzen. Das lehret dich mein ganzes Leben. Durch die Sanftmuth meines Herzens habe ich, so lange ich auf Erden gewandelt bin, die Sünder an mich gezogen, und die verstockten Herzen zur Buße erweicht. Je mehr man mich verfolgte, desto mehr war ich beflissen, die erbitterten Gemüther wieder zu gewinnen. Mit welcher Ganftmuth habe ich meinen Verräther umfangen. Mit welcher Sanftmuth und Geduld schwieg ich, als man mir in das Angesicht spie und verhöhnte, und meinen zartesten Leib mit Geißeln zerschlug. Am Kreuze noch habe ich für meine Feinde gebetet, und für Alle, auch 15 - 226 für Jene, die mich gekreuziget haben, hat der Lanzenstich mein Herz eröffnet; denn auch Jene, die mich beleidiget haben, können durch wahre Buße und Reue in dasselbe eingehen, und darin sicher vor dem Zorne Gottes sein. Doch, weil ich nun aus meinem Sacramente an dich rede, betrachte meine Sanftmuth und Geduld besonders in diesem Gnadengeheimnisse. Ich rufe den ganzen Tag aus diesem Sacramente mit der ganzen Liebe meines Herzens die Sünder, und wie Wenige hören mich; und doch höre ich nicht auf, dieselben zu rufen!- Ich rufe auch die Guten, daß sie eifriger sein und mich inbrünstiger lieben sollten; aber wie Wenige hören mich, und doch höre ich nicht auf zu rufen. Ich sehe vor mir beständig so vielen Undank, so viele unempfindliche, eiskalte, laue, verstockte Herzen, die sich weder von meinen Gutthaten erweichen, noch von meiner Liebe entzünden lassen wollen; und doch bleibe ich fortwährend in diesem Sacramente auf Erde. Man achtet meine Gegenwart so wenig, ja man spottet sogar meiner; und doch bleibe ich als Beispiel der Sanftmuth und der Geduld für dich in diesem Sacramente, und aus demselben rufet auch für Jene, die mich also beleidigen, sanftmüthig mein Herz zu Gott, dem himmlischen Bater, daß er ihre Blindheit erleuchte und ihnen verzeihe. Auch lasse ich mich wie ein geduldiges Lämmlein segen, nehmen und tragen in diesem Sacramente, so wie es nur den Menschen einfällt und gefällt; soll dich dieses mein Beispiel nicht Geduld und Sanftmuth lehren, daß du desgleichen thuest? nid C br 8 bim- no dll Die Seele. O ja, mein Jesus, mildester Herr und Heiland! wie sanftmüthig und geduldig bist du. Aber, was muß mein Herz vor Scham und Reue bekennen! Man liebt bei den Menschen ein sanftmüthiges, geduldiges Herz; und warum wird dein Herz, das mildeste, sanftefte, geduldigste aller Herzen, so wenig geliebt; ja, warum wird es im Gegentheile sogar beleidiget, betrübt und gehaßt, - 227 und warum folgen so Wenige dir, und warum folge ich selbst dir nicht eifriger? Ach, wenn dein Herz, mein Jesus! wie mein Herz beschaffen wäre, da wäre ich schon längst zu Grunde gegangen. Doch, du bist ein sanftes Lamm, ein so mildes Herz, voll Liebe und Barmherzigfeit, langmüthig und geduldig, mehr als ich mit Worten sagen und mit meinen Gedanken begreifen kann; du bist allezeit Derjenige, der du warst in deinem sterblichen Leben. D, wie viele Widerwärtigkeit hast du, sanftmüthiges Lamm, mein Gott und mein Leben! nicht gelitten; wie viele Drangsale und Schmerz, wie viel Schimpf und Verfolgung, Pein und Qual hast du nicht ausgestanden, ohne daß nur eine Klage, nur ein nngeduldiges Wort aus deinem Munde gekommen wäre. Deine Jünger verlangten Feuer über die Stadt, die dich nicht aufgenommen hat; du aber, mildester Erlöser der Menschen! du verweisest ihnen ihren heftigen Eifer und lebrest sie, daß dein Geist ein Geist der Sanftmuth sei, und daß du gekommen seiest, in solcher Langmuth und Güte nicht die Sünder zu verderben, sondern zur Erkenntniß, Reue und Versöhnung zu bringen. pa lad 3196 1001 all sms chaud thin did the cout Die Stimme Jesu. d uden of Wenn du dies so klar an Andern erkenneft und fühleft, warum siehst du nicht den Beweis alles dessen, was du hier von meinem sanftmüthigen und geduldigsten Herzen erkennest, an dir selbst? du mo 698 Die Seele. On 8 ma ND Ach, freilich wohl, mein Jesus! freilich wohl. D, wie vielmal habe ich selbst an mir diese Wirkungen deines sanftmüthigsten Herzens erfahren. Ich habe dich wegen sündhafter Befriedigung meiner Eitelkeit, Bosheit und bösen Begierden so oft, ja hundert und hundertmal hintangeseßt; du aber hast bis auf den heutigen Tag mit mir Geduld gehabt, und klopft beständig an mein Herz durch deine Einsprechungen, um in dieses mein wi15* - 228 derspänstiges Herz endlich einmal für immer und allezeit einzugehen, und dasselbe gänzlich dir zu erobern! und wie eine feste Burg gänzlich zu besigen. Aber ach! wie schläfrig, wie falt, wie lau war und bin ich noch immer in deinem Dienste; wie träg und nachlässig in meiner Andacht, und für Alles, was du von mir verlangst, und ich dir so oft versprochen, aber immer treulos gebrochen habe! 1103 Die Stimme Jesu. Ja, meine Seele! erforsche und prüfe darüber recht ernstlich dein Gewissen, und sage, wie hast du Zeit deines Lebens dich gegen mein sanftmüthiges, liebendes Herz benommen? Die Seele. Ach! aus allen Jahren, die ich bereits gelebt, und die nun für immer verflossen sind, wie wenig Zeit habe ich für dich, mein Jesus! verlebt. Ist wohl ein Tag, wo ich dich nicht beleidigt habe; ja, ist wohl eine Stunde, wo ich dich nicht durch eine Unvollkommenheit betrübet habe; und du, mildester Heiland! du warst doch fortan ohne Unterlaß so sanft, so langmüthig, so geduldig, so liebevoll gegen mich; hast mich immer ermahnet und zur Buße angetrieben in solcher Langmuth und Geduld! Ach! und selbst bei meinem Gebete und bei dem Gebrauche des Sacramentes der Buße muß ich in Betracht meiner vielen Zerstreuungen und meiner Mangelhaftigkeit fürchten, auch noch da dich beleidiget zu haben! Und doch erträgst du mich immer noch o, wie geduldig bist du, und wie kann ich dir wohl für solche Sanftmuth und Nachsicht genugsam Dank erstatten! Wie darf ich mich denn noch beklagen, wenn mir etwas zuwider ist, wenn man mich verfolget, beleidiget, oder wenn ich sonst was immer zu leiden habe, der ich ja nichts Anders verdiene als Schimpf und Spott, Drangsale und Schmerzen. Und gleichwohl bin ich so ungeduldig und so 1 - 229 leicht zum 3orne gereizt. Alles verdrießt mich sogleich, und jede unbedeutende Sache, jede geringe Widerwärtigfeit ist sogleich im Stande, mich unwillig zu machen. Alles, was meinem verkehrten Willen entgegen ist, erbittert mich, und Alles, was meinem Fleische wehe thut, ist mir sogleich unausstehlich. Ich bin nur gut, so lange man mit mir gut ist; ich bin nur geduldig, so lange ich nichts zu leiden habe; sobald man mich nur mit einem rauhen Wörtlein angreifet, sobald mir nur das geringste Leid zustößt, werde ich gleich zur Ungeduld angereizt, und lasse meinen Unwillen und Zorn ausbrechen. Erbarme dich denn meiner, o fauftmüthigster Jesus! ich will von nun an dir nachfolgen, geduldigster Heiland! ich will von dir lernen, sanftmüthig sein. Ja, mich gehen ganz eigentlich deine Worte an: Lernet von mir, weil ich sanftmüthig bin vom Herzen." Bisher habe ich es noch nicht gelernet, jetzt aber will ich es ernstlich; sage mir nur, mein Heiland! wie ich mich verhalten soll, damit ich das abscheuliche Laster der Ungeduld und des Zornes vom Grunde aus bestreite, und vollends aus meinem Herzen reissen könne. Die Stimme Jesu. Wenn du deinen Zorn bekämpfen, und vom Herzen geduldig und sanftmüthig werden willst, so beobachte folgende Punkte: 1. Sobald dein Gemüth sich verwirrt und der Zorn aufwallet, oder die Ungeduld; so stelle dich nur gleich in meine Gegenwart, denke, wie Alles auf Erde ein pures Nichts, und nicht werth ist, dich zu erzürnen; blicke dann auf mein Herz, und denke, als hörtest du meine Worte: Lerne von mir- weil ich sanftmüthig bin vom Herzen." 2. So halte in der ersten Aufwallung einige Augenblicke dich versammelt, schließe dein Auge, nenne meinen heiligsten Namen, und schließe sogleich einen festen Bund, kein Wörtlein im Zorne zu reden, sondern dann erst, 230 wenn sich die erste Hige gelegt hat, und du wieder ruhig bist, wenn die Sanftmuth und Stille in dein Gemüth wiedergekehrt ist; alsdann rede, was die Vernunft und die Nothwendigkeit dir zu reden gebietet. Dabei hefte deine Augen innerlich stets auf mein sanftmüthiges Herz, und auf mein sanftes, ruhiges Angesicht: so wirst du sehen, daß der aufwallende Zorn sich bald legen wird. dod dial tole Die Seele. nishtrö83 dis 341 1800g di TD, du mein sanftmüthigster Jesus! du weißt es, wie innig und warm mein Verlangen ist, deinem Worte und Beispiele zu folgen. Aber, mein Heiland! ich werde vom Zorne so unversehens überrascht, daß ich mich beinahe gar nicht in dem ersten Augenblicke genug faffen kann; wie kann ich mich davor schüßen? moc i dibat Die Stimme Jesu. 3. Damit du dem Zorne, der Ungeduld zuvorkommest, so habe ein wachsames Auge auf die Umstände und Gelegenheiten, wenn es dir gewöhnlich nicht nach Wunsche gehet, und mache dich schon voraus gefaßt auf alles, was der Natur zuwider ist: wenn man dich nämlich verachtet, straft, dein Thun und Lassen tadelt, deine Ehre angreifet, dir das, was dir angenehm ist, entziehet; damit du schon eine Gewohnheit bekommst, in dergleichen Gelegenheiten dich mit Freuden selbst zu überwinden. Es ist immer viel leichter, dem Zorne vorbauen, als denselben einhalten, wenn er bereits ausgebrochen ist; denn wenn deine Vernunft verwirrt und die Leidenschaft gereizt ist, da weiß sich das Herz nur kümmerlich Einhalt zu thun. Diese deine Sanftmuth soll sich aber nicht nur durch Mäßigung des Zornes zu erkennen geben, sondern auch in deinem ganzen Benehmen soll eine sanfte Ruhe dich leiten. Sei nicht rauh, mürrisch und launenhaft in deinem Benehmen. So was soll man niemals an dir merken können; das entehret überaus einen Diener Gottes. Besondian - 231 - ders sei nicht rauh und gebieterisch in deinen Befehlen, wenn du zu befehlen hast; strafe nicht im Zorne, wenn du strafen mußt, sondern gelassen und ohne Erbitterung; aber auch nicht mit zu weicher Nachsicht, sondern mit sanftem Ernste und heiliger Gelassenheit; hüte dich dabei besonders von ungebührlichen Schmachreden. 4. Ein Schimpfwort soll nie über deine Lippen kommen; solche Worte ziemen sich für einen Mund nicht, der mich empfängt, und zu meinem Lobe erschaffen ist. 5. Verzeihe gerne, und sei darin zuvorkommend, auch wenn du der beleidigte Theil bist; durch solche Versöhnlichkeit gewinnst du die volle Neigung meines Herzens, die Verzeihung deiner eigenen Sünden und unaussprechlich viele und große Gnaden. Wenn du aber selbst nicht zürnen sollst, um so weniger sollst du Anderen dazu Anlaß geben oder wohl gar Uneinigkeit stiften durch Ohrenblasen und dergleichen Sünden des Neides und der bösen Zunge. Bewahre dich mit aller Sorgfalt vor einem so heillosen Laster. - mish dr# 170 6. Besonders sei auch geduldig und sanftmüthig in den Krankheiten, Leibesschmerzen, Trangsalen und andern Betrübnissen und Ungemächlichkeiten dieses Lebens. Werde da nicht lästig und unerträglich Denen, die um dich sind; sondern erbaue sie durch eine heldenmüthige Geduld, und verliere doch nicht durch Ungeduld den überaus großen Lohn, den ich dir in dem Himmel für deine Geduld und Leiden bereitet habe. So also, sei in Allem ein wahrer Spiegel der Sanftmüthigkeit und Geduld vor mir und der ganzen Welt, und allen übrigen Engeln; daraus wird man erfennen, daß mein Geist in dir wohne und meine Gnade in dir mächtig sei, wenn du in Sanftmuth, Geduld und heiligen Gleichmuth vor mir in allen Begebenheiten wandelft, damit du die Krone der Auserwählung und des Lohnes dir erringest, und reiches Verdienst dir täglich sammelst. Hefte also dein Herz an kein Ding so feft, 11 232 leide in dir feine unordentliche Begierde, erhalte in dir einen großen Durst nach Betrachtung und Kreuz, so wirst du nicht leicht zur Ungeduld gereizt werden. Geschieht es aber dennoch, nun denn, dann schweige, wie ich dir gesagt; solltest du aber gleich etwas reden müssen, so gib doch gewiß nur eine recht gelinde, kurze und sanfte Antwort. Rede mit Jenen, die dir zuwider sind, immer etwas freundlicher, als mit Undern. ado? Die Seele. Ja, mein Jesus! wie du mir rathest und wünscheft, so wüns, et und will auch mein Herz. Gib nur, daß ich mit deiner Gnade auch im Werfe und in der That durch mein Leben diesen meinen Wunsch und Vorsatz bekräftige. Ja, sanftmüthig und geduldig will und werde ich von nun an sein vom Herzen. Ein wahrer Spiegel dieser Tugend; dies ist mein heiliger Vorsatz vor deinem Angesichte. Dein fanftmäthiges Herz soll mir stets vor Augen schweben, und deine Worte mir stets im Gedächtnisse sein; ich will meinen Zorn und meine Ungeduld auf alle Weise dämpfen. Wie ein Lamm will ich werden, das still und geduldig das Kreuz dir nachträgt. Mein ganzes Benehmen soll so eingerichtet sein, wie du es von mir verlangst, mein Jesus! besonders was die Zunge betrifft, daß ich nie anders als sanft und erbaulich rede, im Zorn schweige, und mich im Leiden nicht beklage. Oft und oft will ich diese deine Unterweisung lesen, damit mir Alles recht tief in das Herz und Gedächtniß eindringe, und so hoffe ich zu meinem größten Herzenstroste und Seelenfrieden dir, fanftmüthigster. geduldigster Jesus! ähnlich zu werden; und darum bitte ich dich durch die Gnade deines sanftmüthigsten, geduldigsten Herzens im Sakramente deiner Liebe. Amen. L 233 1 5. Am Donnerstage. Das demüthigste Herz Jesu. ,, Lernet von mir, weil ich demüthig bin vom Herzen."( Matth. 11, 29.) Die Stimme Jesu. Lernet von mir, weil ich vemüthig und sanftmüthig bin vom Herzen. Betrachte und sehe, ob nicht diese Tugend aller übrigen Tugenden aus meinem Herzen dir in ganz wunderbarem Glanze entgegenleuchtet. Sch, der Sohn Gottes, meinem Vater gleich an Majestät und Macht, an Herrlichkeit und Glorie, habe dennoch aus Liebe zu dir mich vernichtet, da ich die Gestalt eines Knechtes, ja eines Sünders und deine armselige Menschheit angenommen habe. Ich, die unendliche Macht, bin ein schwaches Kind für dich geworden; ich, den die Himmel nicht fassen können, habe mich, um dich Demuth und Gehorsam, zu lehren, nach dem Willen meines himmlischen Vaters in den Leib einer Jungfrau eingeschlossen, war in Windeln eingehüllt in der Krippe, habe als Kindlein geweint, und übertragen alles Ungemach und Armseligkeit dieses Standes. Siebe, ich habe den Himmel gemacht, und mir gebührte die Herrschaft über die ganze Welt; und doch arbeitete ich als ein armer Zimmermann, verborgen vor den Augen der Welt dreißig Jahre, und war Unterthan, ich, wahrer Gott, den Menschen. Und als ich der Welt mich geoffenbaret, da geschah dies nicht auf glorreiche Weise. Nein, in größter Armuth zog ich zu Fuß durch Städte und Dörfer, predigte Demuth, Buße und daß Reich Gottes. Doch, wie vielen Undank, Schimpf und Spott, Verachtung und Unbild hatte ich da übertragen. Meine Apostel selbst waren nicht gelehrt, nicht vornehm, sonderr unwissende, gemeine Leute. Ich, dein Gett, und dann wie ein Uebelthäter gefangen; ich, der Heiligste ward wie ein Gotteslästerer angespien, mit Backenstreichen ge - 1 234 schlagen, wie ein Bösewicht unter der Geißel zerfleischt, wie ein thörichter Mensch mit einem Narrenkleide angethan, wie ein lächerlicher König mit Dörnern gekrönt und auch spottweise angebetet. Soll dich das Alles nicht Demuth lehren? Doch nicht genug: ich ward mit einem Mörder und Straßenräuber verglichen, und ward geringer, als er geschäßt, und von dem ganzen Volfe zum Tode begehret, als wäre ich des Lebens nicht werth; und doch schwieg ich, und litt aus Liebe für dich, um dich Demuth zu lehren. Mein demüthiges Herz hörte schweigend das ungerechte Urtheil, durch das man mich, die Unschuld, zum Kreuze verdammte. Mit welcher Demuth umfing ich das Kreuz, und legte es auf meine Schultern, bis die grausamen Henkersknechte mich an selbes hefteten! So ward ich an das schmähliche Kreuz geschlagen, und zwischen zwei Mördern aufgehängt: so tief hat mein Herz sich für dich verdemüthigt, daß ich in solcher Vernichtung meiner selbst gehorsam geworden bin, bis zum Tode des Kreuzes! Die Seele. Ach, mein Jesus! hätte ich dich doch in allen diesen Geheimnissen der Demuth deines Lebens mit eigenen Augen gesehen; wie wäre dein Beispiel mir dann gewiß so tief zu Herzen gegangen, und wie wäre ich dir so leicht gefolgt in völliger Vernichtung meiner selbst! DE Die Stimme Jesu. Was du verlangest, meine Seele! das hast du ja wirklich. Nicht nur damals in meinem Leben und Sterben auf Erde; nein immerfort gebe ich dir dieses Beispiel der vollkommensten Demuth und Vernichtung. Betrachte mich nur, in welcher Gestalt ich mich eutschlossen habe, bei dir zu bleiben bis an das Ende der Welt. In der ärmsten demüthigsten Gestalt des Brotes; betrachte mich in meinem Sakramente. Wie fonnte ich dir - 235 - ein größeres Beispiel meiner Demuth und meiner völligen Vernichtung geben, aus Liebe zu meinem himmlischen Vater und aus Liebe zu den Menschen? In diesem Sakramente meiner hochheiligen Gegenwart auf Erde bedecke ich ja allen Glanz meiner Herrlichkeit, selbst meine glorreiche Menschheit unter der verächtlichen Gestalt des Brotes; lasse mich einsperren in einem Tabernafel, oft aus dem schlechtesten Holze, in ein so kleines Hüttlein, das kleiner und oft ärmer ist als das Hüttlein des geringsten Bettlers; bleibe da oft unbekannt, von den Menschen verachtet, vergessen; lasse mich mit Händen berühren, in den Gassen und Straßen herumtragen über Berg und Feld in die elendsten Wohnungen; kehre da bei Kranken und Preßhaften ein, lasse mit mir schalten und walten nach der Menschen Belieben, gebe mich Allen zur Speise hin, den Frommen und Bösen. Blicke mich nur an verwandelt in diesem Sakramente und sage: bin ich nicht in gänzlicher Demuth vor deinen und aller Welt Augen vernichtiget, und bin ich nicht annoch allen unterthan? Und du willst hoffärtig sein und nicht gehorchen? wie kannst du denn mir ähnlich und wohlgefällig sein? boisz si Die Seele. - Ja, mein Jesus! ich erkenne es und sehe es mit Augen, um mich auf die allerzarteste und rührendste Weise fortan die heilige Demuth zu lehren, wolltest du in einer so ärmlichen Gestalt, als die des Sakramentes ist, bei uns und immer vor unseren Augen bleiben, uns Demuth zu lehren. Ach! wie kann ich denn also in Ansehung und Betrachtung solcher Demuth noch von der verfluchten Hoffart mich aufblasen lassen, da ich doch nichts als Armseligkeit und lauter Elend und Eitelkeit bin; wie kann denn ich hoffärtig und voll Einbildung sein, da ich doch an Leib und Seele von mir aus nichts Gutes habe, als was du mir, o gütigstes Leben! so mildherzig gegeben hast; ja, wie will denn ich voll Ehren sein, da ich doch nichts als Schande und Spott verdiene, weil - - 236 ich dich so oft beleidigt habe, dem allein Ehre gebühret; weil ich dir diese deine Ehre durch meinen Hochmuth so oft gottesräuberisch entzogen habe, und noch täglich dich zu beleidigen nicht aufhöre. O! wenn ich so meine grundlose Bosheit betrachte, warum beklage ich mich, warum erzürne ich mich, da man meiner vergißt, da man mich gering schäßt, mich erniedriget, da man mir zuwider ist? Ich verdiene nichts Anderes, als Schmach und Unbild. Wenn ich das bedenke, und auf dich, mein Heis land! blicke, auf deine Demuth, auf dein allerdemüthigstes Herz, und dabei den Werth und Preis dieser Tugend betrachte, warum wünsche ich dann nicht verachtet, verkannt, mit Füßen getreten zu werden? Warum habe ich keine Freude, wenn mir irgend eine Verdemüthigung widerfährt? Ach! eben meine große Bosheit ist daran Ursache, meine in mir ganz eingewurzelte Hoffart und Eigenliebe. Und wie lange, wie lange wird diese meine Blindheit noch dauern? Erleuchte, o du Licht meiner Augen! erleuchte mich doch, daß ich dich und mich erkenne; dann werde ich demüthig sein, o ja gewiß! Gib, o du Brunnenquell alles Guten! gib, daß ich dich nur hochschäße, mich aber allezeit verachte, und nicht auf mich, sondern auf dich allein stets meine Hoffnung setze. Gib, o mein demüthigster Jesus! gib, daß ich alles, was Ehre heißt: Ruhm, Erhebung, Hoheit vor den Menschen, daß ich das Alles verachte, fliehe, daß du mir mein Ruhm, meine Erhebung seiest, wenn ich mich ganz in dein demüthiges Herz versenke, um aus selbem in das meine diese und jede andere Tugend zu schöpfen. O ja, rede, rede, Herr Jesus! rede, du Demuth aller Demüthigen, rede und unterweise mich, wie ich diese Tugend mir erwerben und täglich in mir vermehren könne. - - Die Stimme Jesu. Meine Seele! demüthige dich und schäße dich gering, wie du bist, vor deinem Gott, gering vor dir selbst und vor den Menschen; damit du meinem Herzen gefalleft. Zu diesem Ziele betrachte oft folgende Wahrheiten: - 1 1. Erkenne und bedenke dein eigenes Nichts, daß du aus Nichts erschaffen, durch dich selbst auch nichts anders bist, als ein lauteres Nichts; alles, was du hast an natürlichen nnd übernatürlichen Gaben, dein Dasein und alles Uebrige, daß hast du Alles nur von meiner Güte. Aus dir selbst, ohne meine Hülfe kannst du auch nicht einen einzigen guten Gedanken fassen; wenn du dies recht bedenkest, auf was willst du denn stolz sein, und wie sehr sollst du dich erniedrigen und mich erheben, wenn dich die Menschen loben; denn sie loben, wenn sie dich anders wirklich loben, nur das Gute an dir, was du von mir empfangen hast. - 237 2. Erkenne und bedenke oft und oft deine wirkliche Armseligkeit, deine vielen, so oft begangenen Sünden, und deine noch immerwährende große Gebrechlichkeit. Bedenke, wie finster dein Verstand, wie unbeständig, wie schwach dein Wille, wie leichtsinnig und verkehrt, wie so voll von allen bösen Neigungen dein Herz sei. Bist du nicht noch ganz voll von Eigenliebe? wie lebhaft nimmst du dich um alles an, was dieser schmeichelt; hingegen betrachte, wie träg und verdrießlich, wie unbeständig und lau du im Guten bist, und daß nach so vielen Gnaden und Mitteln des Heiles, die ich dir bereitet habe! Wenn du dennoch etwas Gutes in dir wahrnimmst, so stelle dir deine Seele vor, wie meine deműthige Dienerinn Theresia gethan, stelle sie dir vor als einen zerfallenen Stall, den nur ich mit meiner Gnade wie mit Stüßen aufrecht erhalte, daß er nicht gänzlich zusammenfalle. Oja, bedenke nur, wo du bereit wärest, wenn ich mit dir, so wie mit Andern verfahren wäre? Du solltest schon lange in der Hölle ein Spott aller bösen Geister sein; wie soll dir dann der Spott der Menschen unbillig und unerträglich vorkommen! wie ein Plaß zu schlecht auf Erde sein, wenn du bedenkest, welchen Platz du bereits nach meiner Gerechtig- - - - - 238 wie sollst du dich feit in der Hölle verdient haft? denn noch über Andere erheben wollen? Wenn du mich aber weniger als Andere beleidiget hast, weni haft du es zu danken? Wie viel eifriger würden wir Andere gedient haben, wenn ich ihnen die Gnaden, die du von mir empfangen hast, mitgetheilt hätte? 20 - 3. Blicke das Gute, das du gethan zu haben meinest, nie eitel und wohlgefällig an; sondern befleiße dich, gleichsam der Vergangenheit zu vergessen, und mit desto größerem Eifer das, was künftig ist, zu erreichen. Denke, daß ich, dein Gott, einst diese deine guten Werke richten werde, und wer weiß, wie viel Bosheit darin von mir alsdann wird gefunden werden? Halte dich nicht sicher, bilde dir nichts ein, sondern, wenn du Alles gethan haft, denke und sage, daß du ein unnüßer Knecht seiest, der kaum seine Schuldigkeit gethan hat; denn, so du dir einbildest, daß du etwas seiest, da du doch nichts bist. so betrügst du dich selbst, und verdienest durch deine Hoffart, daß ich dir auch Dasjenige nehme, was du wirklich durch meine Gnade besigest. - Die Seele. Ach nein, mein Jesus! in dem Bewußtsein meines Nichts und meiner vielen offenbaren und geheimen Sünden will ich auf nichts bauen, als auf deine Barmherzigkeit, und im Geiste mich noch schlechter, als die verworfenen Engel halten; da sie dich nur Einmal beleidiget haben, und ich so oft, o Herr! und mein Undank größer ist, als der ihrige, da du mich erlöset, und mir so oft schon die Sünden vergeben, und mich nicht, wie sie, sogleich in das ewige Feuer gestürzet hast, wie ich es so oft verdient habe!! 1151 Slac anal nodi Die Stimme Jeſu. mund hopin Es ist aber nicht genug, daß du bloß im Herzen demüthig seiest, sondern deine Demuth muß auch in 239 GOOD deinem ganzen Wandel sich zeigen. In dieser Hinsicht beobachte besonders folgende Lebensregeln der Demuth. Lobe dich nie, rede nie eitel von dir, trage das Gute, das du gethan hast, nie zur Schau. Entschuldige dich nicht, wo es nicht sein muß, thu es immer äußerst gelassen und demüthig. Ersticke in dir jede Regung von Neid und Verdruß, wenn man Andere lobt, sie erhöht, und dir vorzieht. Im Gegentheile soll dich nichts mehr freuen, als der letzte Plaß, und verdemüthiget zu werden; denn so bist du mir ähnlicher und näher, je tiefer man dich setzt. Daß du aber näher bei mir seiest, soll dir das nicht Lieber sein, als alle Auszeichnung der Welt? Denke auch oft an mein Wort: Die letzten werden die Ersten und die Ersten werden die Lehten sein." Bas liegt an dem Urtheil und dem Ansehen der Menschen, wenn du nur vor mir groß und in Gnaden bist. Dieser Spruch sei deine Lebensregel: Niemanden verachten, sich selbst verachten, die Verachtung verachten. Sprich mit meinem Diener Johannes vom Kreuze oft: ,, Herr, leiden und verachtet werden für dich!" Wenn du Andere sündigen siehest, entschuldige sie bei dir und vor Andern, so viel du kannst. Meide alle Eitelkeit und Hoffart im Anzuge, im Gange, im Blicke und in jeder Geberde; fei recht sittsam und demüthig in jeder Bewegung. Breche bei jeder Gelegenheit den Eigensinn. In allem, was nicht Sünde ist, thu lieber wie Andere wollen, nicht wie du willst. Sei zuvorkommend, gefällig, unterthänig. Sei ein wahres Muster und Vorbild von Höflichkeit, Sittsamkeit, Bescheidenheit und Dienstfertigkeit. Besonders aber sei ein Vorbild und Muster von Gehorsam gegen deine Vorgesetzten; leide mit Geduld Alles, besonders, wenn man deiner vergißt, dich wegen deiner Fehler ermahnet, strafet, züchtiget; wenn man dich verachtet, verfolgt, verleumdet; wenn ein Kreuz nach dem andern dir aufstoßet, so gedenke bei Allem: ,, Das ist noch zu gering, habe ja die Hölle verdient." So denke dir, und dann blicke sogleich auf mich auf mein Beispiel, der ich verdemüthiget, verachtet, zer1 - 240 treten, gefreuziget für dich bin; und blicke dann auf zum Himmel, blicke auf den überaus großen Lohn, blicke auf das Beispiel aller Heiligen; denn glaube du nur sicher, alle die Heiligen waren in feiner Tugend so tief gegründet, als in der heiligen Demuth; weil sie die Grundfefte aller Tugenden ist, und die Bedingnisse, daß ich meine Gnaden in einer Seele ausgießen kann. Die Seele muß leer aus sich sein, damit ich sie erfüllen kann. Wie das Wasser von den Bergen in die Thäler fließt, und dann Alles befeuchtet; so fließen meine Gnaden vom Himmel in demüthige Seelen herab, und befruchten allda die Tugendsaat meines Wortes in dem Erdreich ihrer Herzen zur gesegnetsten, reichlichsten Ernte. Warum willst du also nicht durch deine Erniedrigung, durch Demuth reich, und einst so hoch in dem Himmel erhöhet werden? Wenn du Alles wohl überlegst und darnach lebest, so wird die Demuth bald ein Antheil deines Herzens sein. Die Seele. Demüthigster Jesus! sei mir ein gnadenreicher Heiland, daß ich mit deiner Hülfe auch im Stande sei, von nun an alles dies getreu zu erfüllen, was du mir so gütigst als Regel der Demuth für mein Leben nun vorzuschreiben dich gewürdiget hast. Ja, demüthig will und werde ich von nun an sein, demüthig vom Herzen, so viel ich nur immer fann, und nicht nur allein im Herzen, sondern auch äußerlich. Stets soll zur Aufmunterung dazu mir dein Beispiel vor Auger sein, deine völlige Vernichtung in deinem Leben durch deine Menschwerdung, durch deinen Kreuzestod, und durch deine Vernichtung im allerheiligsten Sacramente. D, daß ich mich doch ganz in diese deine Demuth verwandeln könnte, wenn ich dich in diesem allerheiligsten Sacramente genieße. Ach, ich bitte dich, mächtigster, demüthigster Jesus! jede Faser meines Herzens, die in mir noch zückt, und sich nicht zur Demuth neiget, reiße sie ganz aus mir, foste es mir auch die empfindlichsten Schmerzen; ich leide sie gerne, nur 241 daß ich doch einmal dir ähnlich und vom Herzen deműthig werde. Brenne, o Herr! brenne und senge, schneide und thu, wie es dir gefällt; nur nimm mir, o Herr Jesus! nimm mir mein böses Herz mit all' seiner Hoffart, und gib mir ein Herz, demüthig nach deinem Herzen; damit von nun an durch Alles, was ich thue, dir allein Lob, Preis und Ehre sei, dir mit dem Vater und dem heiligen Geiste: darum bitte, rufe und schreie ich zu dir, Herr Jesus! um der Liebe willen, erhöre mich, und gib, daß ich demüthig und gehorsam sei- vom Herzen. Amen. - 6. Am Freitage. Das schmerzhafteste Herz Jesu. Meine Seele ist betrübt bis in den Tod."( Marc. 14, 34.) Die Stimme Jesu. Wenn du mein liebendes Herz betrachtet hast, um dich zur Gegenliebe und zum Eifer zu entzünden: so betrachte nun auch mein schmerzhaftes Herz im Saframente meiner Liebe; denn ich habe dieses Sakrament, wie du weißt, eingesetzt, am Vorabende meines Leidens als ein beständiges Denkmal. Betrachte mich durchbohrt für dich, mit Dornen umwunden; betrachte das Kreuz in den Flammen über mein Herz gepflanzt, und sieh den legten Tropfen Blut für dich aus meinem Herzen flieBen. O! wenn du mich so betrachtest, denke an alles, was ich für dich gelitten habe, erinnere dich an meine bittere Klage:„ Ihr Alle, die ihr vorüber gehet, und mein Herz ansehet, betrachtet und sehet, ob ein Schmerz dem meinigen gleiche." Aber auch jetzt, wenn mein Herz noch fähig wäre zu leiden, wie müßte es in diesem Sakramente betrübt sein bis in den Tod!- 16 242 Die Seele. Wie so, süßes zartes Herz! warum sollst du in diesem Sakramente, hoch verherrlichet, noch leiden müssen? Was ist es, das dich in deinen Freuden roch betrüben könnte? Die Stimme Jesu. Drei Ursachen sind es, meine Seele! die mich mit Schmerzen erfüllen, die ich auch auf Erde in meinem Leiden bitter vorempfunden habe: Erstens der Undank und die Bosheit, womit so Viele mich und meine Liebe in diesem Sakramente entheiligen; da sie mich unwürdig genießen, und so mich nöthigen, in ihr Herz einzugehen, das doch nicht mein Tempel, sondern eine Wohnung der Sünde und des Teufels ist. Nebstbei weißt du wohl, was alles für Entehrungen man schon mit mir in diesem Sakramente getrieben hat, dabei noch alle die übrige Gottlosigkeit der Menschen! so viele Sünden sehe ich stets vor meinen Augen, und wie sollte dies nicht Schmerz meinem Herzen sein? Die zweite Ursache meines Schmerzens ist die geringe Andacht der bessern Seelen gegen mich in diesem Sakramente, daß ich wohl noch immer mit den Worten des Propheten flagen muß: ,, Ich strecke die Hände aus nach einem ungläubigen, hartherzigen Volke." Ich brenne voll Liebe für alle Menschenseelen in diesem Sakramente; die meisten sind doch so kalt gegen mich, und achten es nicht, daß ich mein Herz und Alles für sie hingegeben habe. Daß ich so viel für Alle gethan, und doch so Wenige daran Antheil nehmen und selig werden, und selbst von den Guten noch die Meisten so lau und unvollkommen sind, das ist ein großer Schmerz meinem Herzen. 243 Die dritte Ursache endlich meines Schmerzens bist du selbst; denn, mußt du nicht bekennen, daß du insonderheit Zeit deines Lebens so oft und schwer mich beleidiget hast, und daß du bis auf diesen Augenblick noch immer meiner Gnade widerstebest, dich nie recht ernstlich entschlossen hast, dein Kreuz auf tich zu nehmen, mir nachzufolgen und heilig zu leben. Ich habe immer so huldreich für dich gedacht, und dich mit zahllosen Gnaden begnadiget, und doch ist dein Leben eine beständige Untreue gegen mich; soll das mein liebendes Herz nicht schmerzen? - ( bim 1507.07 manist Die Seele. ( 18.00 ( 529), note Ach, mein Jesus! ja, ich habe gesündiget, und bin die Ursache deiner vielen Schmerzen. Du bist der gute Hirt, und ich bin das undankbare Schäflein, daß dich verlassen hat. Doch nun, Herr! hier bin ich; o wollest mich doch versöhnet an dein Herz drücken, und mich wieder auf deine Schultern nehmen. Ewig, Herr! verlasse ich dich nicht mehr. Ich, ich bin der elende Kranke, der sich nicht wollte heilen lassen, und du, mein Jesus! bist der barmherzige Samaritan. Aber nun, o Herr, mein Heiland! nun gieße durch dein heiligstes Sakrament aus deinem Erlöserherzen Balsam in meine Wunden, daß ich von meiner Schwäche geheilet werde. Ich, Herr! ich bin der Irrende, der die Bahn des Heiles verlassen hat; du aber bist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Nun hier, hier bin ich, leite und führe mich, auf daß ich sehe. D, wie schwer hat dich die Last meiner Sünden gedrückt, dich, zartes Lämmlein! welches du meine Laster so mildreich getragen hast, und alle die Sünden der Welt. Ich habe gesündiget, und du hast dafür die Strafe auf dich genommen. D, du unendliche erbarmende Liebe, schmerzhaftes Herz! was soll ich nun thun, damit ich diesem deinen betrübten Herzen doch einigermaßen Trost und Linderung verschaffe? 16* - 244 1 Die Stimme Jesu. Wenn du mein Herz erfreuen und trösten willst, so bleibe standhaft in dem, was du mir versprochen hast, daß du nämlich die Sünde meidest, und nach Kräften dich in aller Tugend übest. Doch, das ist noch nicht genug, sondern du sollst auch überdies dein Kreuz auf dich nehmen, und im Geiste der Buße leben; sonst wirst du nicht vorwärts kommen im innerlichen Wandel vor mir. Ja, wer mich wahrhaft liebet, der muß sein Fleisch mit seinen Begierden freuzigen. Wenn du mir angehören willst, mußt du durch Drangsale und Widerwärtigkeiten geläutert und gereiniget werden, wie das Gold im Feuerofen( Weish. 3, 6. Rom. 8, 17). Leiden mußt du mit mir, wenn du mit mir willst gekrönet werden. Die Seele. Aber, mein Jesus! wann und wie soll ich mich abtödten, wo finde ich dazu Gelegenheit, mich zu züchtigen? Die Stimme Jesu. Wenn du nur willst, so hast du täglich Gelegen= heit genug, dich abzutödten, ohne daß es dir sonst schaden wird. Fange an bei den äußerlichen Sinnen, welche gleichsam die Thüren und Fenster sind, durch die der Tod der Sünde in die Seele hineinsteiget. Darum schlage deine Augen fein züchtig zur Erde nieder, siehe dich nicht vorwitzig um, besonders nicht auf der Gasse. Blicke auch nicht leicht zum Fenster hinaus: das schadet dir mehr, als du glaubst, und überhaupt siehe nichts an, was immer eine unordentliche Begierde in deinem Herzen erwecken kann. Eben so behutsam schließe deine Ohren. Höre nicht auf eitle, unnütze, sündhafte Gespräche. Achte nicht auf das Gerede der Leute, aber höre dafür 245 - desto aufmerksamer, wenn ich durch die Bewegung der Gnade an dein Herz rede. Da höre, und folge mir. Ergieße dein Herz vor mir; mit mir rede oft und viel; aber was die Menschen betrifft, da halte deine Zunge im Zaume. Tödte dich in der Geschwäßigkeit ab, und rede nie ein leichtfertiges, lügenhaftes, sündhaftes Wort. Die Seele. Was aber, mein schmerzhafter Jesus! was ist dir denn aus allen diesen die liebste Abtödtung, der ich mich vor Allem Andern zu befleißen habe? Die Stimme Jesu. 10 Schließe mit deiner Zunge einen Bund, und rede nie wider deinen Nächsten, das ist mir die angenehmſte Abtödtung, die du mir aufopfern kannst. Glaube nur sicher aus dem, wie du deine Zunge bezähmest und redest, wird man erkennen, wie es mit deiner Vollkommenheit steht; denn wie mein Apostel es Allen verkündet hat, so ist es: ,, Wer da meint, er sei gottesfürchtig, und bezähmet seine Zunge nicht, dessen Religion ist eitel." Betrachte mich nur im allerheiligsten Sakramente. Ich bin, als wenn ich nicht sähe, nicht hörte, ich rede nicht, und genieße keine irdische Ergöglichkeit, obwohl ich beständig in diesem Sakramente auf Erde bin. Mein Anblick in diesem Sakramente sei dir ein lebendiges Vorbild deiner Selbstverläugnung im Sehen, Hören und in Allem deinen Thun und Lassen. Was aber deinen Leib überhaupt betrifft, so verzärtle ihn nicht, sondern mache ihn durch eine bescheidene Strenge dir gehorsam und unterthänig, daß er ohne Widerspenstigkeit dasjenige verrichte, was immer deine Pflicht von dir begehret. Halte ihn an, daß er auch wider seinen Willen Hunger, Durst, Hiße, Kälte und andere Ungemächlichkeiten mit Geduld ertragen lerne. Halte ihn an zum Arbeiten; denn Müssiggang ist aller Laster Anfang. Was Nahrung und Schlaf 11 246 betrifft, so gestatte dir nicht mehr, als was die Gesundheit und Nothdurft von dir verlangt. Gebrauche, mit Erlaubniß deines Beichtvaters, auch andere äußerliche, unschädliche Bußwerke, die den Geist erheben, den Körper doch nicht entfräften. Die Seele. Und welche Abtödtung ist dir da die liebste, mein Jesus! durch die ich dich am meisten ehre, und für meine Seele am meisten gewinne. Die Stimme Jesu. Vor Allem beweise deinen Bußgeist durch genaue Beobachtung der Fasttage, die ich durch das Gebot der heiligen Kirche, deiner Mutter, dir vorgeschrieben habe. Dadurch unterscheide dich von der gettlosen Welt, die auf das Gebot meiner Kirche nicht mehr achtet, und so mein Gebot mit Füßen tritt. Je leichtsinniger die meisten in diesem Punkte sind, desto strenger sei du im Gegentheile. Durch diese Genauigkeit und Strenge in der Kirchenfasten wirst du vor Allem mein Herz erfreuen, und wirst das Zeichen eines wahren Kindes der heiligen Kirche an dir tragen, und ich werde dir gewiß im Tode und am Tage des Gerichtes gnädig sein; weil du mich und deine Mutter, die heilige Kirche, meine Braut auf Erde, vor der Welt auf folche Weise standhaft befannt haft. Die Seele. Wen ich nun aber so in Allem meine Sinne abgetödtet, eifrig in der Kirchenfasten und in andern Bußwerken bin, ist das schon genug zu jener Selbstverläugnung, die dein schmerzhaftes Herz von mir verlangt? - 247 Die Stimme Jesu. Nein, sondern nachdem du deinen äußeren Feind, die Sinne, durch bescheidene, eifrige, tägliche Verläugnung deiner selbst überwunden und gekreuziget hast; so freuzige und verläugne auch eben so eifrig und noch eifriger deine innerlichen Sinne, deine Einbildung und Anmuthungen der bösen Neigungen, wie ich dich darüber schon unterrichtet habe. Die äußerliche Abtödtung soll dir zu diesem nur als ein Mittel dienen, daß du nämlich um so leichter tann alles, was nicht mein Gesetz und Tugend ist, alles Böse in dir tödtest und aus deinem Herzen reißest. Damit fange so gleich an. Verläugne dich, deine Eigenliebe, deinen Eigensinn; das ist die erste und nothwendigste Abtödtung für dich. O, wenn du deiner Eigenliebe ganz abgestorben wärest, dann würde ich wahrhaft in dir ein Leben der Gnade und Liebe le= ben. Mithin, tödte deine Eigenliebe ab, so wird meine Liebe in dir leben, und wie selig wirst du dann sein! So also nehme dein Kreuz auf dich, verläugne dich innerlich und äußerlich, überwinde dich; das ist der einzig sichere Weg in den Himmel, wie ich dich durch meinen Diener, Thomas von Kempis, gelehret habe, der also an dich spricht: ,, So viel du dir selbst Gewalt anthust, um so viel wirst du auf dem Wege der Vollkommenheit zunehmen und weiter gelangen." Wandle demnach mit allem Eifer mir nach auf dem königlichem Wege ses heiligen Kreuzes. Die Seele. Herr! es ist freilich ein großes Werk, was du von mir verlangest, doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe; ich will mich abtödten und in Allem mich selbst überwinden. Aber, wenn ich schwach und kraftlos bin im Streite, an was soll ich denken, und was soll den 18 - 248 Geist der Selbstverläugnung und der Buße in mir erwecken und stärken, damit ich nicht zurückweiche und vor dem Ende unterliege. Die Stimme Jesu. Wenn dir das Kreuz und die Buße hart und schwer wird, dann blicke auf mich; was ist all' dein Leiden gegen das meinige? Wenn es noch so groß wäre, ist es doch kein Schatten davon. Denke dabei an deine begangenen Sünden. Konnte ich, dein Herr und Heiland, unschuldig so viel leiden, warum sollst du das Wenige nicht leiden wollen, wo du so viel gesündiget und eine Hölle verdient haft?- Gegen die Höllenpein soll dir Alles leicht und gering sein. Denke dann auf das Beispiel der Heiligen, was die gethan, und sprich dir mit dem heiligen Augustin oft zu: ,, Konnten die Heiligen so viel thun, warum ich nicht das Wenige?" Denke endlich an die Kürze deines Lebens, denke wie lange dauert es denn? die wenigen Jahre deines Lebens. Jegt lebst du nur; was du jeßt gewinnst, ist ewig dein; was du jest nicht gewinnst, wirst du ewig nicht haben. Denke endlich an den Himmel. Für einen Himmel soll dir Alles leicht und gering sein; denn wie mein Apostel spricht: ,, Alle Leiden dieser Welt sind nicht werth in Vergleich zu kommen mit den ewigen Freuden, die auf Diejenigen warten, die mit mir standhaft gelitten haben." Daran denke und tröste dich, und wisse, daß meine Gnade dann auch das Kreuz versüßet, und daß ich Alles mit dir trage, so wirst du immer Trost und Freude im Leiden haben, und eifrig in der Buße sein. 1 Die Seele. Ach, Herr! ich möchte gekreuziget sein mit dir, mir selbst und der ganzen Welt: das ist von nun an mein Verlangen. Gib, daß ich mir selbst vollkommen 249 - absterbe, der Sünde, den sündhaften Neigungen und aller Eigenliebe. O, laß mich auch gekreuziget sein, gefreuziget für Alles, was du nicht bist; laß mich gefreuziget dir ähnlich sein, Herr Jesus Christus! denn durch das heilige Kreuz hast du die Welt erlöset. Ach, Jesus! erhöre mich, gib mir ein recht abgetödtetes, bußfertiges Herz, um der Liebe deines schmerzhaften Herzens. Amen. 7. Am Samstage. Das getreue und beständig liebende Herz nist Jesu. ,, Die Er geliebt hat, die hat Er bis an das Ende geliebet."( Joh. 13, 1.) y masin Die Stimme Jesu. Wo findest du ein Herz, das so getreu und so beständig liebet, als das meinige. Bis an das Ende der Welt bleibe ich im Sakramente der Liebe bei dir und bei allen Seelen, die mich lieben, und selbst bei Denen, die mich nicht lieben, sondern die mich hassen, mich fliehen. Kann es wohl ein größeres Unterpfand getreuer Liebe geben, als mein liebebrennendes Herz in diesem Sakramente? Wenn meine Liebe für dich und die Seelen nicht so getreu und beständig wäre, was wäre mit dir nicht schon lange geschehen? Wie lange hätte ich dich nicht schon verlassen müssen? Wie oft hast du mich schon beleidiget, verlassen, betrübt; wie weit bist du von mir gewichen? Und doch hat mein Auge dir beständig nachgeblickt, beständig waren meine Arme nach dir ausgestreckt, beständig mein Herz zu dir gewendet, und für 250 dich offen; beständig war mein Rufen nach dir auf tausend und tausend Wegen. Kannst du wohl zählen alle die Einsprechungen, alle die Mahnungen, durch die ich beständig an dein Herz gesprochen, um dich zur Neue und Besserung zu rufen? Wo liebt ein Herz auf Erde so beständig und getreu, wie mein Herz die Herzen der Menschenkinder? Betrachte und sebe selbst, wie unbeständig und eitel menschliche Freundschaft und Liebe ist. Oft nur ein Dienst, den du versagst, eine Untugend, die du an dir merken lassest, eine eingebildete GeringschäBung, ein Unglück, eine kleine Verunstaltung des Körpers ist genug, die Freundschaft und Liebe in dem Herzen des Undern auszulöschen. Nun aber, wie oft haft du mich beleidiget, wie oft gefränkt, wie viele Untugenden sehe ich an dir, und wie oft hat die Sünde dich vor meinen Augen so häßlich entstellet, wie kein Aussag und keine Fäulniß den Körper entstellet: und doch liebte ich dich wie meinen Augapfel, und liebte dein Herz, als wenn es mein eigenes wäre! Mit solcher Sorge suchte ich dein ungetreues Herz wieder zu besigen, und war um dein Heil beslissen, als wenn es mein eigenes wäre: und wenn du mir nun getreu verbleibest, so liebe ich dich dann wirklich mit ewiger Liebe und ewiger Seligkeit; göttliche Lust und Freude wirst du an meinem Herzen in dem Himmel genießen durch die ganze Ewigkeit. Ja, betrachte mein liebeflammendes, glorreiches, seligstes Herz in dem Himmel, das auf dich wartet, um dich durch seine Liebe einst ewig zu beglücken, und betrachte mein liebentflammtes Herz auf Erde im heiligen Saframente für dich gegenwärtig bis an das Ende der Welt, und ich frage dich aus diesem Sakramente meiner Liebe noch ein Mal: Kann es ein getreuer liebendes Herz geben, als das meinige? Aber frage auch das Gewissen: Kann es wohl ein ungetreuer und unbeständiger liebendes Herz geben, als das deinige? - —— 11 - 251 Die Scele. Ach, du mein so getreu liebender Jesus, mein himmlischer Bräutigam! wie süß und bitter ist diese Wahrheit, die du mir sagest! Freilich, kein Herz, das so getreu liebt, als das deinige; aber, o du so getreu und allein beständig liebendes Herz! was soll ich sagen in dem Bewußtsein meiner großen, großen Untreue gegen dich und meiner allergrößten Schuld? Ach! wie wäre es mir ergangen, wenn dein Herz wie das Herz der Menschen beschaffen wäre? O, da hätte ich schon längst feine Hoffnung, dich je mehr zu lieben, dich mein Jesus mein Leben und mein Alles! Welch' ein trostlo: ses Unglück wäre nicht dies für mich; doch du, anstatt der verdienten Strafe, vermehrest du noch deine Barmherzigkeit; du rufest mich und zeigest mir die offenene Wunde deines gebenedeiten Herzens, und ladest mich mit so liebreichen Worten ein, daß ich mich wieder zu dir kehren, und einzig dich nur lieben soll, um durch dieses dein süßestes, heiligstes Herz selbst einst ewig selig zu sein, und auch hier auf Erde schon in den Tröstungen und Freuden deiner Liebe den Vorgeschmack des Himmels zu kosten. Ach, du wunderbarer und so getreu liebender göttlicher Liebhaber meines Herzens! du, der Sohn Gottes, der schönste, reichste glücklichste Bräutigam meiner Seele, himmlischer Jesus! wie lange werde ich dir noch mein Herz entziehen, und dir untreu sein? wie lange noch dein liebbrennendes Herz betrüben? wann werde ich doch der untergeordneten Liebe zu den Geschöpfen und meiner Eigenliebe völlig entsagen, und deiner Liebe mich gänzlich ergeben? Wann wirst doch du ganz mein sein, und ich ganz dein; wann werden doch einmal die seligen Bande deiner Liebe so fest und unzertrennlich mein Herz an das deinige schließen? D, selige Stunde o, dreimal glückselige Zeit! Liebeentzündetes Herz Jesu! heute noch, ach heute noch, in dieser Stunde entzünde mit mächtiger, ewiger, getreuer Liebe mein fal- 11 1 - 252tes, laues, ungetreues Herz, daß der Liebesbrand dieser heiligen Flammen in mir Alles verzehren, und mein Herz ganz in ein anderes, neues Herz verwandeln möchte, das alsdann nur dir geweihet sei, nur für dich schlage, nur für dich fühle: nichts suche, nichts rede, nichts denke als dich, o Jesus! Doch du, mein Heiland und Erlöser! zeige mir doch den Weg an, den ich wandeln soll, da= mit ich dich also eifrig und beständig liebe. Die Stimme Jesu. Willst du mich beständig, getreu und immer mehr und mehr lieben, so wandle stets in meiner Gegenwart, und halte alle die Versprechungen, die du bisher an mein liebendes, schmerzhaftes, gütiges, fanftmüthiges, demüthiges, mitleidiges Herz gethan hast: so wirst du mich stets mit größerer, beständigerer, treuerer Liebe bis an das Ende lieben. Ich habe dich stets gegenwärtig in meinem Herzen durch die beständige, getreue Liebe, die ich zu dir trage, und beständig blicke ich auf dich. So liebe denn auch du mich, und habe mich stets in deinem Herzen gleichsam vor Augen. Wandle in ruhiger, liebender Versammlung deines Herzens in meiner Gegenwart, und blicke oft des Tages im Geiste auf mein Herz und auf die Wunde meines Herzens. Dorthin fliehe bei jeder Gelegenheit, und suche in Allem und Jedem den Trost, Schuß, die Hülfe und Gnade bei mir im allerheiligsten Sakramente. Wende dich zu mir, wenn du Nachts erwachest, oder am frühen Morgen, wenn du betest oder arbeitest, wenn du ruhest, isfest oder trinkest, wenn du zu Hause oder außer dem Hause bist, in Freud und Leid, im Wohlstande und im Schmerzen, habe mich stets vor Augen. Rede und unterhalte dich stets mit mir vertraulich, wie ein Freund mit seinem Freunde, wie ein Kind mit seinem Vater, eine Braut mit ihrem Bräutigam umzugehen, zu sprechen und zu reden pflegt. - 253 - Wenn dich deine bösen Begierden, deine Eigenliebe, die Welt und der Satan zur Sünde locken; wenn dir irgend ein Verbruß, eine Traurigkeit, Kleinmüthigkeit, oder was immer für eine Versuchung zustößt: verbirg dich nur gleich in mein offenes, liebreiches, mächtiges Herz. Hast du dir einmal angewöhnet, so vor mir und mit mir zu wandeln, und hältst du meine Lehren getreu, die ich dir bisher gegeben habe; so wird dein Herz als Wohnung mir bereitet sein, und alsdann werde ich mit dem Vater und dem heiligen Geiste kommen, und werde mitten in deinem Herzen, wie auf meinem Throne in dem Himmel wohnen. Dein Verstand wird immer mehr und mehr erleuchtet, und dein Herz immer mehr und mehr vor den seligsüßen Flammen meiner Liebe entzündet werden. Alsdann wirst du, wenn du dabei das innerliche Gebet, die Betrachtung getreulich übest, anfangen jene Süßigkeiten und Herzenswonnen zu fosten, welche mein Herz in jene Seelen flößet, die mich wirklich aufrichtig, inbrünstig, beständig und getreu lieben, und die mir durch ihre Beharrlichkeit und Treue, durch ihre Dienste, durch viele überstandene Kämpfe und Siege in der Versuchung volle Beweise ihrer beständigen, heldenmüthigen Liebe zu mir gegeben haben; und weil der Mund aus dem Ueberflusse des Herzens redet; so wirst du, wenn ich dann dein Herz ganz erfüllen werde, in die innigsten, brennendsten Liebesseufzer ausbrechen, ganz Himmlische Anmuthungen werden dein Herz bewegen, und dasselbe ganz in Sehnsucht und Liebe nach dir zerfließen machen. Da wird dann endlich dein Herz mir keinen Widerstand mehr thun, sondern wie Wachs sein für Alle die Eindrücke meiner Gnade; da wird es ganz in meinen Willen aufgelöfet, nach und nach völlig in die Form meiner Aehnlichkeit überfließen. Die Tugend wird dir wie zur Natur deines Herzens werden, du wirst ganz nur im Glauben und Liebe in und aus meinem heiligsten Willen leben. Da wird dir dann auch nichts 11 254 -- lieber sein, als von mir, von Gott, von göttlichen Dingen, und von dem Himmel zu reden und reden zu hören. In Verkostung solcher Freuden und Güter, die dir zuvor unbekannt waren, wird dir die Welt mit ihren schnöden Ergöglichkeiten zum Efel sein. Du wirst immer mehr und mehr die Täuschung, die Eitelkeit, das nichts alles dessen verstehen und anschauen, und nicht begreifen können, wie unsterbliche Seelen für den Genuß so hoher Freuden und Güter erschaffen, nach solchem Tand mit solcher Heftigkeit jagen, so elenden, schmählichen Lüsten sich hingeben,- nur darauf denfen, und ihrer eigentlichen Bestimmung für göttliche Freuden vergessen, für Freuden, die Alles in sich begreifen, was immer nur Wonne und Seligkeit heißen kann, auf eine einzig nur das Herz des Menschen befriedigende Weise. Darum wirst du nach Umständen der Gemeinschaft der Welt dich zu entziehen trachten, um mir zu leben: die Einsamkeit, das Gebet, den Genuß des Sakramentes meiner Liebe mit Eifer verlangen und üben, und wenn du die Welt nicht ganz verlassen kannst, wirst du zwar in der Welt, aber nicht mit der Welt, und nicht wie die Welt leben. Wohl aber wirst du dann auch für die Welt ein Muster sein in Erfüllung der Pflichten deines Standes; weil es dir bekannt ist, daß dieses mein beiligster Wille ist, und daß nur der mich liebet, der meinen Willen erfüllet. Die Emsigkeit in deinen Standespflichten, mit großer Heiterkeit der Seele verbunden, wird dich vor mir und auch vor den Menschen nur um so liebenswürdiger machen, und die Welt wird an dir mit Augen schauen können, wie wahr es ist, was mein Apostel spricht, daß die Frömmigkeit zu Allem nüße. Da werden dann auch alle Geschöpfe dir zum Heile dienen: Armuth und Reichthum, Schmerz und Freude, Glück und Unglück, Alles wird dich näher zu mir führen, zu mir, deinem Gott und Schöpfer, deinem Erlöser und Bräutigam; Alles wird dich erheben, und dir die unendliche Schönheit, Weisheit, Macht meiner göttlichen Wesenheit, und die unendlich gnadenvolle Huld meiner liebreichsten Vorsicht - 255 - vor Augen stellen. Du wirst dich dann auch eifrigst befleißen, dieser unendlichen Schönheit und Majestät meiner göttlichen Wesenheit, als deinem Ziele und deinem überaus großen Lohn, stets mehr und mehr zu gefallen. So wird feine irdische Braut bedacht sein, sich mit Geschmeide und Edelsteinen zu zieren, als du deine Seele mit den Werken der Tugend zu schmücken. Ach, in den geringsten Sachen wirst du trachten, meinen allerheiligsten Willen zu erkennen und zu vollziehen. So wird dann der heilige Geist dich mit Leichtigkeit nach seinem Gefallen bewegen, und alle deine Kräfte zur Uebung der Tugend erfüllen, gleichwie der Wind die Segel eines Schiffes schwellt, mit dessen Schnelligkeit du dann auf der Bahn der Vollkommenheit fortsegeln, laufen oder fliegen wirst. Alles wird dir Vorschub im Laufe der Tugend sein, und dein Herz mächtig zu Gott erheben. Auch das geringste gute Werk wird ungemein groß und wichtig vor deinen Augen sein; aber auch die geringste Sünde wird dir als das erschrecklichste Ungeheuer vor Augen stehen, und jede auch noch so geringe Unvollkommenheit wirst du als das größte Unheil verabscheuen und fliehen. Da werden dir deine Schwächen und einstigen Sünden um so tiefer zu Herzen gehen, und in Betrachtung der übergroßen Barmherzigkeit, die ich dir vor so vielen Andern erwiesen habe. So wird dein Eifer mit jedem Tage und jeder Stunde wachsen, gleichwie die Sonne sich vom Morgen zum vollen Lichte des Tages crhebt, und ringsum Segen, Leben und Wachsthum spendet. Da wirst du anfangen, für meine Ehre zu eifern, und mit unaufhörlichen Seufzern verlangen, daß ich und mein Vater von allen Menschen erkannt und geliebt, die heilige Kirche verbreitet, verherrlichet, die Seelen gerettet, die Ungläubigen zum Glauben, die Ketzer zur Kirche, die Sünder zur Buße bekehret werden, die Frommen aber zur Heiligkeit des Lebens. Du wirst aber auch alle deine Kräfte anwenden, wie du nur immer kannst, selbst dazu beitragen, durch Ermahnung, Beispiel durch Vertheilung gottseliger Bücher, durch Aufmunterung zum - 256 Gebrauche der heiligen Sakramente, und durch vieles und und vieles Gebet und Opfer der Buße. Nichts wird dich dann mehr betrüben, als die Sünde, ihre Bosheit und die blinde Thorheit und Verstocktheit der Sünder; doch wird weder dieser, noch irgend ein Kummer oder Schmerz den innerlichen Frieden deines Herzens trüben. - - Die Seele. Ach! wie selig dringen diese deine Worte, mein Jefus! bis in das Innerste meines Herzens. Doch, ich bitte dich flehentlich, sage mir doch, was für ein Mittel mich am sichersten, am schnellsten einführt in dieses Reich der Seligkeit des innerlichen Lebens mit dir in Gott verborgen? Die Stimme Jesu. Das sicherste und einzige Mittel, der einzige Weg dahin ist das innerliche Gebet, der Umgang deiner Seele mit mir durch die Betrachtung; jener Weg, den alle Seelen gewandelt sind, die je zur innersten Vereinigung meines Herzens gelanget sind. Die Seele. Freilich wohl, mein Jesus! habe ich das auch schon oft gehört, und öfters war ich schon daran, mich dieser Art des innerlichen Gebetes hinzugeben; aber ich weiß nicht, wie ich es anfangen soll, ich kann nicht recht betrachten, mir kömmt gar nichts Rechtes in den Sinn. Darum sage mir doch, mein Jesus! wie könnte ich denn am leichtesten mit Seelenfrucht betrachten, und tiefer eingehen in diese Art des Gebetes, um durch selbes dann die unaussprechlichen Wonnen deines Herzens zu genießen, von denen du sagst, und von denen heilige Seelen so entzücket werden? - 257 Die Stimme Jesu. 200 Ueber die Art und Weise zu betrachten, haben meine Diener und Dienerinnen, von meinem Geiste erleuchtet, viel zum Unterrichte Aller geschrieben, die diese Art des Gebetes üben wollen*). Diese lese, und lasse dich darüber mündlich von einem erfahrenen Seelenführer unterrichten; denn bei Ulebung der heiligen Betrachtung hängt viel von der Beschaffenheit der Zeit und Umstände und der Person selbst ab, die betrachtet, welche Gaben der Natur und der Gnade sie von mir empfangen, und in welchen Beruf ich sie gesetzt habe. Im Allgemeinen aber, liebe Seele! Lasse dir folgende Weise gesagt sein, die dir diese Art des Gebetes so leicht als möglich machen wird. Nämlich, wenn du betrachten willst, so sehe dich zuerst um ein Buch um, das zu diesem Ende von einem gotterleuchteten Manne geschrieben ist. Da findest du dann auf jeden Tag gewisse Punkte der Betrachtung ausgetheilt. Wenn du dir dann des Morgens die Zeit der Betrachtung bestimmst, so lese diese Punkte recht aufmerffam des Abends, bevor du dein Nachtgebet verrichtest; so du aber am Abende und unter Tages betrachtest, so lese diese Punkte eine Viertelstunde vor der Betrachtung, und ziehe daraus sogleich irgend einen frommen Entschluß ab, als Frucht der Betrachtung, die du grrade vornehmen willst. Denn du sollst nicht bloß darum betrachten, um zu betrachten und beten, sondern um die Frucht der Betrachtung im Leben zu erlangen, dadurch, daß du durch die Hülfe der Betrachtung stets tugendhafter und heiliger wirst. Hast du dir dann so die Frucht der Betrachtung festgesegt: so betrachte, daß du, wenn du bereits die Betrachtung beginnen willst, einsam seiest, und mich vor dir am Kreuze abgebildet habest. Einige Schritte entfernet von dem Orte, wo du betrachten willst, *) Beſonders bie Hl. Theresia, ber hl. Johannes von Kreuz, P. Rodriguez Ludwig be Ponte, P. Nepeu, P. Croiffet; die Werke bes sel. Ligouri, besonders das Werk von ihm:„ Der vollkommene Chrift;" P. Avancini: Leben und Lehre Jesu Christi." 17 258 finke auf deine Knie, rufe den heil. Geist an, erhebe dich dann, schließe deine Augen, versammle dich, so viel du kannst, in meine Gegenwart. Bedenke alsdann, wie ich, der unermeßliche Gott, dich ganz erfülle, wie du in mir so ganz lebest, dich bewegest und bist. Darauf denke an das Glück des Gebetes: daß es dir erlaubt ist, dich mir, deinem Gott, zu nahen, einem so herrlichen, unerfaßlichen Wesen, als ich bin, die ewige, unerschaffene Majestät, die unendliche Seligkeit und Liebe, bedenkend, mit welchem Verlangen ich bereitet bin, wenn du nur willst, dich ganz an mich zu ziehen, in mich zu verwandeln und mit himmlischem Troste zu erfüllen. Hast du dieses Glück durch einige Augenblicke dir mit zärtlichster Dankbarkeit und Liebe wohl zu Herzen geführet, so beginne dann dein betrachtendes Gebet, und lese noch einmal, worüber du betrachten willst. Wenn du noch ungeübet in dieser Art des Gebetes bist, so fange damit an, daß du recht langsam lesest, jedes Wort bedenkest, und dabei immer von Zeit zu Zeit deinen Blick auf mein Bild am Kreuze hefteft. Mein Anblick am Kreuze wird dir auf alles, was du da liesest, bestimmter und mehr antworten, als du dir selbst zu denken im Stande bist. Sei da wie ein Vogel, der, wenn er trinkt, so oft er das Schnäblein gefüllt hat, immer sogleich zum Himmel das Köpflein hebt. Du blicke nach jedem Saße, den du liesest, auf mich. S du eine Leichtigkeit im Nachdenken finden, so sege dir selbst diese oder ähnliche Fragen: 1. ,, Was lehret dich mein Wort, der heilige Glaube, über diese Wahrheit, die du nun betrachtest? 2. Was lehret dich darüber deine Vernunft, die Erfahrung, das Beispiel der Heiligen? 3. Was für einen Nußen bringt es dir, wenn du das thust, wozu selbe dich ermahnet, und welcher Schaden erwartet dich, wenn du es nicht thust? 4. Was für einen Nußen kannst du daraus, besonders für den heutigen Tag, ziehen, und für die Umstände, in denen du jegt bist, was für jenes Laster, das du gerade nun bestreitest, oder für jene Tugend, die du gerade nun dir erwerben willst? Diese und ähnliche Fragen kannst du an dich stel. - 3 259 34 ten, wenn du das Buch bereits geschlossen hast, und auf mich am Kreuze blickest. # 16 Und, mein Heiland! wie lange sollte ich mich auf diese Weise vor deinem Angesichte im Gebete befragen? Die Seele. Jo Die Stimme Jesu. So lange, und nur so lange, als bis ich dein Herz durch irgend eine Empfindung anrege, als nämlich: der Reue, des Dankes, der Liebe u. s. w., und bis du merfest, daß deine Seele anfange, in mir versammelt zu werden, so daß du gerne deine Augen schließen und in mir ruhen, lieben, und den Empfindungen deines Herzens dich überlassen möchtest. Wie du in diesem Zuge der Versammlung des Geistes nach Innen wahrnimmst, und merfest, daß auf solche Weise deine Seele sich zu erheben und in meiner Gegenwart sich zu fühlen beginne: so lasse ruhig alles Sinnen und Denken, und überlasse dich völlig dieser liebenden Ruhe deiner Seele bloß nur auf meine Gegenwart bedacht, die ich in süßen Wonnen des Herzens dir dann je mehr und mehr fühlbar mache. Störe dann die Wirkungen meines Geistes in dir nicht durch erzwungene eigene Thätigkeit verschiedener Tugendübungen, sondern erwecke bloß in ruhigster Stille abwechselnd die Uebung der vollkommensten Vernichtung deiner selbst vor mir, und einer großen großen Sehnsucht der Liebe nach mir, deinem Gott und Bräutigam. Diese zwei Uebungen erwecke so lange, als bis meine heiligste Gegenwart auf eine Weise alle Kräfte deiner Seele liebend in mich versammelt, daß du, so lange diese Vereinigung dich beseliget, feiner andern bestimmten Uebung benöthigest, sondern ganz Liebe bist, und fühleft, wie deine Seele ganz mein wird, und ich ganz dein, in einem Besige, der weit inniger ist, als du selbst dein Herz besißest, und der dich den Vorgeschmack des Himmels kosten lassen wird, in einer Süßigkeit, gegen die alle Süßigkeit irdischer 17* - - 260 Freuden zum Eckel wird, und wie Nichts verschwindet. Wenn du dann aus dieser innigen Liebesvereinigung mit mir zu finken beginnst, dann erwecke wieder jene zwei Uebungen und jene Unmuthungen, zu denen du dich angeregt fühlest. Uebrigens seufze während der Betrachtung zeitweise, so wie dich meine Gnade dazu bewegt, mit ins nigstem Herzensverlangen, daß ich in Kraft meiner Liebe, die dich nun so selig mit mir vereiniget, durch meine Heiligkeit, und durch die Tugend meines Herzens alle entgegengesetzten Untugenden in dir tilge; deine Tugenden aber reinige, und zur Vollkommenheit durch das Verdienst und die Tugenden meines heiligsten Herzens in dir vollende. Seufze insonderheit, daß ich dir in dieser Stunde die Gnade der Frucht der Betrachtung zu Theil werden lasse, die du dir zu erlangen vorgesetzt hast, und von der du fühlest, wie nothwendig sie dir ist. Ist dann die Zeit des Gebetes vorüber, so erwecke deine guten Vorfäße, besonders für denselben Tag. Erwecke zum Schlusse dann die Uebungen des Dankes und der Reue, und bereite dein Herz zu der geistlichen Communion; damit du auf solche Weise alle deine gefaßten Vorsäge mit dem Sacramente meiner Liebe im Geiste versiegelst. Du kannst auch gegen das Ende nach Art einer geistlichen Unterredung mit mir, mit meinem himmlischen Vater, mit dem heiligen Geiste, mit meiner seligsten Mutter, oder mit einem andern Heiligen eine Art Scelengespräch führen, und sie um die Gnade der Frucht der Betrachtung anflehen. Merke dir aus der Betrachtung, die du gelesen haft, eine Stelle aus der heiligen Schrift, die dich an die gemachte Betrachtung den ganzen Tag über erinnern soll, und bei deren öftern Wiederholung im Gedanken du dann wie an einer Blume den Wohlgeruch des gehabten Gebetes zum großen Troste und Stärkung deines Herzens empfinden wirst. Zulegt bete das ,, Vater unser und Gegrüßet seist du Maria," oder das Gebetlein meines Dieners Ignatius: ,, D, Seele Christi! heilige mich sc." und schließe deine Betrachtung, an deren fleiBiger Uebung dein Fortgang im innerlichen Leben hängt, 261 und welche die Bedingniß ist, die Freuden der Vereinigung meines liebenden Herzens mit dem deinigen im volTeren Maße zu kosten. - - Die Seele. Ach! wie danke ich dir unendlich tausendmal, mein gütigst ſüßester Heiland! daß du dich selbst gewürdiget hast, mich beten zu lehren, und daß es mir wirklich ge= stattet ist, wenn ich nur will, und treu bin, solche Wonnen deiner Liebe schon auf Erden zu genießen. Wie aber, mein Heiland! wenn ich doch, wie so manche, keinen Trost in meiner Betrachtung finde, sondern auch da Alles für mich trocken und trostlos bleibet? inu Die Stimme Jesu. Wenn auch dieses, meine Seele! dir widerfahren soll, wenn du trog all' deiner Bemühung und Treue für mich in und außer dem Gebete dennoch von innerlicher Süßigkeit verlassen, mit schwermüthigen Gedanken geplaget, und mit allerlei noch so abscheulichen Versuchungen gepeiniget und beunruhiget wirst, und wenn überdies allerlei Kreuz und Verfolgung über dich kommen, und du meinest, als habe ich dich wirklich ganz und gar verlassen; so lasse dich ja nicht von Kleinmuth und Zagbaftigkeit überwinden, sondern bleibe unverrückt in deinem Gebete und in deinen Tugendübungen; denn durch das Feuer der Versuchungen müssen die Untugenden und Mängel deines Herzens aufgezehrt, alle irdischen Anmuthungen geheilet, und das Gemüth von allen Anhänglichkeiten an irdische Dinge, und bloß sinnlich süße Andacht losgemacht und befreiet werden Obwohl ich mich zu solcher Zeit verberge, und dich verlassen zu haben scheine; so bin ich doch mitten in deinem Herzen, sehe beständig liebevoll auf dich, und stehe dir beständig mit meiner Gnade im Streite bei, und bereite so dein Herz auf weit größere Gnaden. Betrachte alsdann und bete auf die erstere 1 262 Weise, das du langsam lesest, oder mich schweigend am Kreuze anblickest in der Erinnerung an das, was du zur Betrachtung gelesen hast. Werde nur nicht untreu deinem Entschlusse, und verkürze die Zeit des Gebetes darum um keine Minute. Denn, wenn du so durch Streit und Versuchung, gleichwie das Gold im Feuerofen, geläutert bist, und ich dann dich wieder meine liebende Gegenwart fühlen lasse: dann übergieße ich dein Herz mit reineren, höheren, seligeren Freuden, je größer deine Geistespeinen waren, und jemehr du dieselben mit Geduld und Vereinigung mit meinem Willen zu deiner Läuterung und Heiligung benügt hast. Doch bei allen diesen Prüfungen und Feimsuchungen büte dich achtsam vor der List und den Fallstricken des bös.n Feindes, daß nicht ein falsches Licht dich verführe. Um aber wahrzunehmen, ob eine Bewegung des Innern, wenn sie den Anschein des Guten hat, auch wirklich von mir komme, und nicht Lift und Trug des Feindes sei; so sebe besonders darauf, ob dieser Antrieb mit innerlicher Ruhe und Freude begleitet sei: denn mein Geist ist ein Geist der Ruhe und des Friedens. Macht dich hingegen dieser Antrieb unruhig, niedergeschlagen, und zieht er dich von der Erfüllung der Standespflichten ab, dann ist es ein Zeichen, daß diese Einsprechung nicht von mir ist, sondern von dem Bösen. Damit du aber auch in diesem Urtheile nicht irrest, so höre gerne und folgsam auf das Wort Derer, die ich dir zu Hirten und Seelsorger gegeben habe, und wähle dir aus diesem einen Mann, der in dem Wege der Vollkommenheit wohl erfahren ist; diesem entdecke alle Wege des göttlichen Geistes, alle deine Sünden und Tugenden, und lasse dich von ihm wie ein Kind führen und leiten. So du aber keinen solchen Priester nach deinem Bedürfnisse für bleibend finden kannst, so sei getrost; ich selbst werde dich dann bei der Hand führen, und wie eine Mutter für deine Seele Sorge tragen. Lebe du nur ganz nach jenen Vorschriften, die ich dir in diesem Büchlein gegeben, und an dein Herz geredet habe— das ist der einfache und sichere Weg zu einem Leben ganz 1 - 263 - nach meinem Herzen eingerichtet im beständigen wahren Tugendeifer und getreuer Liebe, so wie ich sie von deinem Herzen verlange. Die Seele. O, mein Jesus! wie glüht mein Herz in Dank für den Trost, den du mir so eben so gnädiglich zugesprochen. Jetzt bin ich freilich zu Allem entschlossen, und bin bereit für dich und deine Liebe freudig alle Peinen des Geistes zu ertragen, und für dich in den Too zu gehen. Aber du weißt und kennst meine Schwäche; ich werde nach und nach jedesmal wieder lau. Was soll ich denn thun, um meinen Eifer zu diesen Entschlüssen, die ich nun mit deiner Gnade gefaßt habe, auch stets wieder im Geiste aufzufrischen. Die Stimme Jesu. Wenn du dessen sicher sein willst, so fasse nun in dieser Stunde, wo ich mit meiner Gnade an dein Herz rede, den ernstlichen, fräftigen Vorsatz, eben diese meine Worte an dich aus diesem Büchlein öfter zu lesen und zu betrachten. Wenigstens sollst du immer recht gewifsenhaft jeden Sonntag oder sonst an einem beliebigen Tage der Woche einen Punkt dieser meiner Worte an dich von Neuem erwägen, ob du wohl auch nach demselben dich bewegest und lebest; die Beharrlichkeit und Treue in diesem Stücke wird meine Worte dann jedesmal mit neuem Lichte und neuer Kraft deinem Herzen einprägen, und dir mit meinem Segen auch gewiß die Beharrlichkeit und Treue in meiner Liebe geben. Auch sollst du, um in deinem Eifer beharrlich zu bleiben, und stets mehr zuzunehmen, alle Jahre wenigstens außer deinen gewöhnlichen Beichten eine Jahresbeicht ablegen, wo du so beichten sollst, als müßtest du wirklich darauf aus dieser Welt scheiden. Ebenso sollst du auch auf alle Weise trachten, durch mehrere Tage hindurch geist - -M 264 liche Uebungen oder Erercitien zu machen, so eifrig als möglich. Ohne diese beiden Mittel wirst du nie vorwärts auf dem Wege der Vollkommenheit kommen, und nach und nach in meiner Liebe stets mehr erkalten. Darum lasse dir diese drei Punkte recht heilig sein, wenn du mir wirklich in getreuer Liebe zu dienen verlangest. Die Seele. Ach, süßester Jesus! wie danke ich dir für alle und jedes dieser deiner hochgebenedeiten Liebesworte. Du haft solche an mein Herz geredet; ach! ich bitte dich, drücke sie doch alle recht tief und fest in dasselbe, ja mit den Flammenzügen deiner Liebe schreibe und grabe sie in dasselbe ein, daß ich ihrer nie vergesse, und daß ich so zu jener Höhe der Heiligkeit mich erschwinge, die erfordert wird, um mich nach deinen Verheißungen, mein Jesus! mit dir in Gott selig zu vereinigen. Ach ja! lasse dies meinen Antheil auf Erde sein, bevor ich von hier scheide, daß ich ganz dein sei, und du ganz mein, daß ich verkoste die Freuden der Heiligen in deiner Vereinigung. D, wie schmachtet mein Herz voll des Vertrauens nach diesen deinen Wohnungen, o Herr! Lasse, o Jesu! lasse mich wohnen in deinem liebbrennenden Herzen. Wie die Turteltaube in der Riße eines Felsens, so lasse meine Seele in der Bunde deines Herzens ruhen; denn nur da allein ist für mich Sicherheit, Ruhe und Seligkeit. Ich bin zwar einer solchen Wohnung nicht würdig doch in deinem Herzen finde ich ja dein heiligstes Blut, daß mich von aller Unreinigkeit völlig rein waschen kann; in deinem Herzen finde ich den Balsam aller Gnaden, der mich in meiner Schwäche stärken kann. In diesem deinen Herzen finde ich den nie erlöschenden Feuerofen deiner Liebe; dieses Feuer kann meinen Eifer vollends entzünden; in deinem Herzen, o Jesus! finde ich eine Schatzkammer aller himmlischen Reichthümer, die meine Seele überreich und herrlich schmücken können; in deinem Herzen koste ich deine 265 Süßigkeit, und sauge in mich jene Freuden, die mir dann alle schnöden Freuden der Welt verleiden, daß ich sie alle herzhaft verachte, und nur nach jenen himmlischen Gütern trachte, die allein mein Herz befriedigen fönnen, und die allein nur bei dir zu finden sind. Ach, mein Jesus, mein viel viel- unendlich geliebtester Jesus! höre, ach! höre das Seufzen und Flehen des allerdürftigsten Herzens, das in seinem übergroßen Durst und Verlangen nach dir um Erquickung und volle Ersättigung ruft. Verschmähe dieses mein Rufen nicht: sondern erhöre mich um deiner unendlichen Barmherzigkeit willen, und befestige mich armen, wankelmüthigen Menschen dergestalt in deiner Gnade, daß ich voll der Gewißheit meiner ewigen Treue und deines seligsten Besiges mit deinem Apostel bekennen dürfe: ,, Was soll mich mehr trennen von der Liebe Christi, von der Liebe deines Herzens, o Gott?!" Nein, nicht die Verfolgung, nicht die Bedrängniß, nicht das Schwert und nicht der nein, Tod, nicht die Gegenwart, noch die Zukunft, nichts in der Welt soll je im Stande sein, mich von deiner Liebe zu trennen, mein Herz von dem deinigen! Ziebe fest, o Jesus! in ewiger Treue die Bande dieses heiligen Bundes, der mein Herz an das deinige schließt! Allmächtig ist dein Arm, und voll der Barmherzigkeit und Gnade dein Herz. Ach! um der beständig treuen Liebe desselben bitte ich dich flehentlich, ach gib mir doch die Gnade, heilig zu werden, heilig zu leben, heilig zu sterben in beständig treuer Liebe zu dir und deinem zartest süßesten göttlichen Herzen, o Jesus!!! Amen. - 2 - 1 -- - 266 XI. Liebesvereinigung der Seele mit dem göttlichen Herzen Jesu Christi im Kranken: und Sterbebette. I. Am Krankenbette. 1. Anleitung. Um dich zu lehren, wie du dich auf deinem Krankenbette mit dem göttlichen Herzen vereinigen sollest, will ich dir auf folgende Frage Antwort geben: Was sollst du thun, wenn du erkrankest? Bevor du dich zu Bette legest, bringe in deinem Wohnzimmer Alles in Ordnung, beseitige, was Andere nicht sehen oder wissen sollen, richte deine Lesungs- und Andachtsbücher her; alsdann besuche im Geiste wenigstens das allerheiligste Saframent, und bitte das göttliche Herz Jesu in demselben um seinen Segen, damit die Krankheit dir zum Heile der Seele sei. Erwecke einen Act vollkommener Neue, und sprich deinem Jesum also an: - ,, Herr! siehe, den( die) du liebst, ist frank- mehr der Seele als dem Leibe nach.- Ich danke dir, o süBester Jesus! daß du mich dieses gegenwärtigen Trübfals würdigst.- Reinige mich nun und fege dieses rostige - - 267 Eisen mit diesem Schmerzensfeuer.- Herr! hier brenne, hier schneide, nur in der Ewigkeit verschone meiner. O du, dessen Macht sich in der Schwäche besonders zeiget, mach, daß unser Schmerz- Bettlein mit Blumen herrAlles, alles sei in licher Tugenden bestreuet werde. der Vereinigung der Schmerzen deines heiligsten schmerzhaften Herzens, gelitten zu deinem und deines himmlischen Vaters größeren Ehre. Herr Jesus, komm!" Was - - 1 Nun lege dich nach dem Rathe des Arztes in Gottes Namen zu Bette. Sobald du merkest, daß es mit deiner Krankheit bedenklicher werden könne rufe sogleich den Priester der Kirche beichte so, daß du mit ruhigem Gewissen jeden Augenblick vor dem Nichterstuhle des göttlichen Richters erscheinen könnest. Dann empfange im allerheiligsten Sakramente das Was könnte dir wohl tröstlicher sein allerheiligste Herz Jesu. auf deinem Krankenbette, als daß Jesus persönlich zu dir fommt. - - - - - - sollst du auf deinem Krankenbette Clid denken? Damit du dich auf deinem Krankenbette ganz mit dem göttlichen Herzen vereinigest, so denke: I. Daß Gott der Herr es ist, der dich krank werden ließ, gleichwie kein Haar von deinem Haupte, und kein Sperling vom Dache fällt ohne Vorwissen und Zulassung des himmlischen Vaters, so kann auch keine Krankheit dir zustoßen ohne Willen und Zulassung desselben. Gott ist's, der dich bisher gesund leben ließ, Er, der Weiseste, Gütigste ist es auch, der dich nun zu deinem Heile erkranken ließ. Lege dich demnach ganz getrost in seine Vaterhände, seine Vorsehung wachet über dich: du wirst feinen Schmerz leiden als den Gott will, und du wirst keinen Augenblick länger ächzen und leiden, als Gott es will. O wie tröstlich ist für dich dieser Gedanke, und wie geeignet, dich im heiligsten Herzen Jesu ganz mit Gottes heiligstem Willen zu vereinigen. - Es ist wahr, was wir schon im Buche der Weisheit lesen: Die in ihrer Liebe treu dienen, werden sich durch Ihn beruhigen." Wie sollte dich dann, wenn du Gott wahrhaft liebest, dich diese Gewißheit, daß du nur nach dem Rathschlusse des weisesten, gütigsten Vaters zu deinem Heile erkrankt ſeieſt, nicht beruhigen, ja wohl mit Muth und Kraft erfüllen, daß du aus Liebe zu ihm selbst deine Krankheit freudig leideſt?!- - II. Denfe ferner und beherzige es, daß Gott der Herr dich aus den liebreichsten und weisesten Absichten krank werden ließ— Er der Vater ist es ja, der dich krank werden ließ, und der seine Hand prüfend auf diejenigen leget, die er liebt. Könnten seine auserwählten Kinder, nach dem Falle Adams, und nach so manchen, eigenen, persönlichen Sünden auch ohne Kreuz und Leiden in den Himmel kommen, so würde der Vater im Himmel ihnen auch nichts Widriges auf dieser Erde zuschicken. Allein der gerechteste, weiseste Rathschluß Gottes hatte den Weg des heiligsten Kreuzes zum Wege des Himmels erforen, und diesen ging allen Auserwählten der göttliche Heiland selbst als Muster und Vorbild voraus. Folge ihm, besonders in den Schmerzen und Entsagungen der Krankheit, und sie wird dir zum Heile sein,- es wird eine Krankheit sein, von der es auch nach Christi Wort und Betheuerung gelten wird: Diese Krankheit ist nicht zum Tode, sondern, daß Gott durch sie verherrlichet werde.- Sie wird gewiß zur größeren Ehre Gottes, und dir zum größeren Nuzen der Seele sein. Höre und bedenke den Beweis dafür: Durch die wohlüberstandene Krankheit nämlich wird dein Herz von der Welt abgezogen und entschiedener zum Himmel geweckt werden. Du wirst durch dieselbe sehr kräftig und heilsam an die Unbeständigkeit und Leere aller irdischen Genüsse und Güter gemahnt und davon mehr überwiesen werden, als durch viele Worte und Betrachtungen. Du wirst da bei den Werth dieses deines einstigen Lebens für die Ewigkeit den unschäßbaren Werth der Zeit besser schätzen lernen. Du wirst durch die geduldig erlittenen Schmerzen viel von den verdienten Strafen des Fegefeuers abbüßen und zugleich Gelegenheit erlangen, dir viele und große Verdienste für das ewige - - - - 268 - - - Leben zu erwerben. Siehe da die großen Vortheile, welche dir eine wohl überstandene Krankheit gewähret, daß du gar wohl, wenn du daran auf deinem Krankenbette gedenkest, ermuthiget und gestärket werden wirst, um dein Herz auch in und durch die Krankheit mit Jesu, deinem himmlischen Arzte, zu vereinigen, der dir ja die Krankheit nur deßhalb gesendet hat, damit du zu jenen gehörest, von denen geschrieben steht: Sie wurden eine kurze Zeit gequälet; es wird ihnen aber auch viel Gutes widerfahren"( Weish. 3, 5). Rühme dich also in deiner Schwachheit, durch die du mächtig wirst, das Reich des Himmels siegend zu erobern; welches seit den Zeiten Johannes Gewalt leidet. Fint H 269 In welchen Tugenden sollst du dich auf dem Krankenbette besonders üben, um dich mit dem Herzen Jesu zu vereinigen. -- 1 Erstlich in der Ergebung in den göttlichen Willen. Was dir dies zu thun sehr erleichtert, habe ich dir bereits angegeben. Gewiß, wenn du die großen Vortheile einer wohlbenügten Krankheit bedenkest, wie kann es dir schwer werden, dich in den Willen Gottes zu ergeben? Im Gegentheile mit einer Art Freude wirst du es thun, und die Kranks heit nicht minder als die Gesundheit als ein wahres Geschenk aus der Hand Gottes annehmen, wie dich der heilige Ignatius ermahnet. Wie erst dann, wenn du auf den ersten oben erwähnten Punkt gedenkest, daß es der Vater ist, der dich liebt, und der dir zu seiner Verherrlichung und zu deinem vollkommenen Heile diese Krankheit gesendet hat. - - - Ueberdies was würde dir wohl die Unruhe und das Mißvergnügen helfen, mit dem du die Krankheit ansiehst? Zu nichts Anderem, als daß du dir selbst die Last erschwerest, Gott mißfällst, und seine tröstende Gnade von dir entfernest; daß du den Glanz der Krone einer christlichen Ergebenheit verdunkelst, dich hundert herrlicher Verdienste auf ewig beraubest, und die schrecklich strafende Glut des Fegefeuers - - - stärker anfachest, daß du endlich nicht nur dein Uebel ſelbst ärger machest, indem Gemüthsunruhe auch auf den Körper nachtheilig wirkt- auch noch Anderen, die um dich sind, unerträglich oder doch sehr lästig wirst; ihnen ihre Hülfereichung erschwerest, und Ursache bist, daß sie den Trost nicht haben, an dir das Beispiel frommer Erbauung zu haben. Im Gegentheile, schlüge dann dein Mißvergnügen dir und ihren Seelen nicht vielleicht leichte Wunden? Wenn schon dein Körper frank ist, soll doch deine Seele gesund bleiben! - 270 - - - Laß dir also herzhaft gefallen, was deinem lieben Gott gefällt mit dir zu verordnen, und küsse ganz ergeben jene Hand, die dich ans Bett, wie an ein Kreuz heftet, die aber heilet, da sie verwundet, und das Leben gibt, da sie zur Pforte des Todes führt. Auf solche Weise wird dir die Krankheit, die dir zwar wider Willen aufstößt, doch zum Verdienste des freien Willens werden, und die tiefste, seligste Ruhe im Herzen Jesu, dem du dich voll des Vertrauens und der Hingabe vereinigst, auch mitten in der Unruhe peinlicher Schmerzen dich beglücken. Nur wenn du auf solche Weise durch kindliche Ergebung in den heiligsten anbetungswürdigsten Willen Gottes dein Gemüth bereitet hast; wird es dir leicht sein, die Geduld und den christlichen Starfmuth zu bewähren, welches die zweite Haupttugend ist, in der du dich sorgfältig und fortwährend auf dem Krankenbette zu üben hast. Und die Uebung in diesen Tugenden wird dir nicht schwer werden, wenn du die oben erwähnten Gedanken öfters in dir erneuerst. Oder wie? was könnte dich wohl leichter geduldig machen, als wenn du bedenkest, daß du durch den vorübergehenden Schmerz der Krankheit so viele ungleich größere und längere Qualen abbüßest, die deiner im Fegefeuer harren, oder in der Hölle selbst einst bereitet werden. Darum, wenn sich die Ungeduld anmeldet, sprich mit dem büßenden Propheten: Herr, dir habe ich gesündiget darum züchtige mich ich werde mit deinem Diener David doch nichts anderes sagen, als: Erbarme dich meiner! - 271 Von jolchem Geiste der Buße waren die Heiligen auf ihrem Krankenbette beseelt, und deßhalb litten sie auch die allerschmerzhaftesten Krankheiten viele Jahre hindurch mit jener staunenswerthen Geduld, die wir so billig an ihnen bewundern. Willst du ihnen in derselben nachfolgen, nun dann thue, wie sie gethan. Denke auf deinem Krankenlager an deine begangenen Sünden, welche die Hölle für ewig verdient hatten. Denke an das Fegefeuer, welches durch geduldiges Leiden hiernieden ausgelöscht wird, denke an das Reich ewiger Freude, welches den in der Geduld bewährten Kämpfenden bereitet ist. Blicke endlich auf den gekreuzigten Jesus, auf ihn, den Mann der Schmerzen. - - - - - - — - - Hat Jesus so viel für dich gelitten, solltest du nicht auch etwas aus Liebe für ihn leiden, und so leiden, wie er gelitten, da von ihm geschrieben steht, daß er wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, seinen Mund nicht eröffnet habe?! Sieh' doch in deiner Krankheit auf dieses Beiſpiel, das dir gegeben worden! Wenn du den Schmerz deiner Leiden in dieses dir geöffnete, heiligste Herz deines Erlösers legest, es mit seinem Tode und Leiden vereinigst:- wie süß wird es dir auf Erde, wie verdienstlich für den Himmel werden! - - - O, verständest du doch so recht den Werth des Leidens, welches dich Jesu verähnlichet, und dir eben deßhalb so lieb seiu muß, wenn du ihn wahrhaft liebeſt! Siehe, wie viele Beweggründe dir der Glaube an die Hand gibt, um durch ein großmüthiges Opfer der Liebe dich in Geduld und Starkmuth auf dem Schmerzenslager mit dem leidenden Herzen deines Erlösers zu vereinigen. Du sollst dich zweitens nebst diesen Hauptübungen einer andächtigen Stimmung des Herzens befleißen. Dir gerne etwas Geistliches sagen oder vorlesen lassen, jedoch mit Maß und Bescheidenheit, weil dies in den Umständen der Krankheit Gott so von dir verlangt. wenn Endlich, und das ist das Wichtigste: Sei deine Krankheit etwas bedenklich ist- sei doch in Hinsicht dei 272 nes Seelenheiles also besorgt, als wenn es wirklich die letzte Krankheit deines Lebens wäre. 1 1. Suche bei Zeiten durch eine gute und reumüthige Beichte, und wenn es dein Beichtvater für gut erachtet, durch eine allgemeine Lebensbeicht dich mit Gott auszusöhnen. Vera schiebe diese Beicht nicht von einem Tage auf den andern, da mit nicht etwa, wenn die Krankheit überhand nehme, dir das Beichten entweder zu beschwerlich oder gar unmöglich würde. Empfange das heilige Altarssakrament als die beste Arznei für deine Seele und deinen Leib, und als eine Wegzehrung auf die Reise in die Ewigkeit. Empfange Jesum mit inniger Liebe. als den besten Freund und Helfer deiner Seele. Empfängst du die letzte Dehlung, so erschrick nicht, als müßtest du schon sterben, sondern es sei dir vielmehr ein Trost, dieses heilige Sakrament zu empfangen, welches deine Seele von Sünden reiniget, sie im Kampfe gegen die bösen Anfechtungen stärket, und dir endlich die Gesundheit des Leibes, wenn sie zu deinem Heile ist, verschaffen kann. Selbst der Kirchenrath von Trient( Sess. 22. Kap. 2.) versichert uns, daß man zuweilen die leibliche Gesundheit, wenn sie zum Seelenheile er= sprießlich ist, durch dieses heilige Sakrament erlangt. Es wäre also ein großer Leichtsinn, wenn du nicht bei Zeiten trachten würdest, dieses so wichtige, für Leib und Seele so ersprießliche heilige Sakrament zu empfangen. 2. Hast du dein Gewissen in Ordnung gebracht, so bringe auch das Zeitliche in Ordnung. Mache ein gesetzlich ordentliches Testament, oder bringe sonst durch eine klare Anordnung und Vorsorge alle deine Sachen in Ordnung. Verschiebe dieses Geschäft nicht in die Länge, damit du nicht in den letzten Augenblicken deines Lebens, wo du nur für deine Seele sorgen solltest, diese so kostbaren Augenblicke mit zeitlichen Geschäften zubringen müßtest. Bedenke, daß dich der Tod auch plößlich überfallen kann, und daß du vor dem Richterstuhle Jesu Christi es verantworten müßtest, wenn durch deine Sorglosigkeit Jemanden ein Unrecht zugefüget worden wäre. Wie viele Unordnungen und Feindschaften entstehen nicht oft aus Vernachlässigung dieser letzten Willenserklärung des Kranken. Hast du ein ungerechtes Gut, so erstatte es; hast - 273 - du Schulden, bezahle sie. Wehe dir, wenn ein ungerechtes Gut auf deiner Seele lastet, und du mit dem Bewußtsein, diese Schuld nicht entrichtet zu haben, in die Ewigkeit eingehest. Vergiß nicht bei deinem Testamente auch für deine Seele durch fromme Legate und wohlthätige Schenkungen zu sorgen; denn deine Kinder oder Erben werden sich, wann du gestorben bist, deiner vielleicht wenig durch fromme Werke erinnern. 3. Gebrauche den Arzt und seine Arzneimittel; denn der Allerhöchste schuf ihn und gibt den Arzneimitteln die Kraft. Seze aber dein ganzes Vertrauen auf Gott, der den Arzt erleuchtet, und den Arzneien die nöthige Kraft geben muß. Hilft dir der Arzt nicht, so murre und klage nicht über den Arzt und seine Mittel. Erschwere durch Ungeduld deinen Krankenwärtern nicht ihr ohnehin schweres Geschäft; sondern füge dich ganz in den Willen Gottes, ohne dessen Zulassung kein Haar von deinem Haupte fällt. - 1 4. Bringe die Zeit deiner Krankheit nicht mit unnützen Gesprächen, oder mit einer übertriebenen Sorgfalt für die Gesundheit deines Leibes zu, sondern bedenke, daß von der guten Benügung deiner Krankheit dein ewiges Seelenheil abhängt. Du fannst zu gewissen Zeiten des Tages gewisse Gebete und Andachtsübungen verrichten, als: den Rosenkranz, oder die Bußpsalmen, oder eine Litanei beten, oder du kannst ein geistliches Buch lesen, oder dir vorlesen lassen, besonders welches von dent Leiden Jesu Christi handelt; oder du kannst auch durch fromme und heilige Gespräche dein Herz erquicken. Kannst du dich nicht mit vielen Beten oder Lesen anstrengen, so erhebe oft dein Gemüth zu Gott durch heilige Seufzer und fromme, kurze Schlußgebetlein. Nimm das Crucifix in die Hand, drücke es oft an dein Herz und an deinen Mund, und sprich im Herzen:„ O mein Jesus! diese Schmerzen vereinige ich mit deinen Schmerzen; ich will sie gern ertragen zur Abbüßung meiner Sünden!" Hänge vor dein Bett das Bild der seligsten Jungfrau auf, und fasse zu ihr eine große Zuversicht. Wende dich zu ihr, wie zu einer geliebten Mutter, die dich zur Zeit der Trübsale nicht verlassen wird. Verehre auch die Engel und Heiligen Gottes, besonders jene, zu denen du ein besonderes Zutrauen hast. 18 1 274 - - Hält deine Krankheit durch längere Zeit an, so bitte deinen Beichtvater, daß er dich zuweilen besuchen, und dir von Zeit zu Zeit die heilige Communion zur Stärkung deiner Seele reichen möchte. 5. Betrachte in deiner Krankheit nebst dem Leben Christi, welches der Hauptgegenstand deiner geistigen Betrachtungen sein soll, auch die Leiden der Heiligen und ihre Geduld. Wie geduldig litt nicht ein heiliger Job, dem man deßhalb den Beinamen des Geduldigen gab. Wie geduldig war nicht der alte Tobias in seiner Blindheit! Der heilige Franz Xaverius rief in den Trübsalen aus: Noch mehr, o Herr! Das Sprichwort der heiligen Theresia war: Leiden oder sterben! Die heilige Jungfrau Lidwina litt durch achtunddreißig Jahre eine so schmerzliche Krankheit, daß kein Glied an ihr gesund war, und doch behielt sie dabei die größte Geduld und Heiterkeit der Seele. O, folge doch ihrem Beispiele und unzähliger anderen heiligen Kinder Gotttes. Auf solche Weise wird sich dein Herz alsdann auf dem Krankenbette zu großem Seelennußen, liebend mit dem Herzen Jesu und Mariä vereinigen, und es wird für dich auch diese Prüfungszeit eine Zeit der Gnade und Verdienste sein für das ewige Leben. Amen. Morgengebet zur Zeit der Krankheit. Ich grüße und preise dich, o allerheiligstes, süßestes Herz Jesu, und vereinige mit deinem Verdienste meinen Dank, indem ich dir und dem Vater und dem heiligen Geiste inbrünstiglich danke für alles, was ich diese Nacht durch deine Güte am Leibe und an der Seele empfangen und gelitten habe, und daß du mich diesen Tag erleben ließest. Gänzlich vereinige ich meinen Willen in der Liebe deines süßesten Herzens mit dem göttlichen, ob es nun Gott gefällt, daß ich länger lebe, oder daß ich sterbe. Ich opfere durch dich dem Vater alles Ungemach, alle Leiden und Schmerzen auf, die ich diesen Tag ausstehen werde. 275 So oft ich heute meine Augen bewegen, reden, athmen, seufzen, oder eine Arznei, Speise oder Trank nehmen werde, so verlange ich, o mein liebster Gott! dich anzubeten, dich zu loben, zu preisen und dich zu lieben. - - Wenn ich von der Größe meiner Schmerzen oder durch meine Schwachheit überwältiget, nicht daran denken sollte, dir alle aufzuopfern, so nimm, gütigster Jesus! meinen Willen für das Werk an. Willst du, o allmächtiger Gott! mir diesen Tag noch das Leben schenken, so sei dein heiligster Name gepriesen. Ist es dir aber gefällig, mich diesen Tag von der Welt wegzunehmen, so geschehe dein heiligster Wille! 3507 O María! du Heil der Kranken! nach Gott meine einzige Zuflucht! ich bitte dich, sei meine Fürsprecherin bei deinem liebsten Sohne, damit ich durch deine Alles vermögende Fürbitte entweder die leibliche Gesundheit oder eine glückselige Sterbftunde erhalte. Beschüße mich vor dem Feinde meines Heiles, gib mir die Gnade, daß ich als dein getreues Pflegekind dich einst in dem Himmel anschauen möge. O allerliebste Mutter! Dir übergebe ich die Sorge für meinen Leib und meine Seele, unter deinem Schußze, o mächtigste Frau und zärtlichste Mutter! hoffe ich gewiß mein Heil zu finden; Unterpfand dessen ist mir dein süßestes, zärtlichstes Mutterherz. O mein heiliger Schutzengel! ich danke dir, daß du mich diese Nacht so sorgfältig bewacht hast. Ich bitte dich sammt allen beiligen Engeln, wohne in mir diesen Tag, und bis zum Ende meines Lebens! und ihr Heiligen Gottes! besonders ihr meine heiligen Schnepatronen! helfet mir durch euere Fürbitte auch an diesem Tage, und verlaßt mich nicht, wenn jener Augenblick fommen sollte, von dem die ganze Ewigkeit abhängt. Bittet für mich bei dem göttlichen Richter, daß ich ein Kind der Seligkeit werde! Amen. 18* tada sting 276 I nam Abendgebet #; bid dan zur Zeit der Krankheit. Heiligste Dreieinigkeit! Gott Vater, Sohn und beiliger Geist! dir sei unendlicher Dank gesagt für alle Wohlthaten und Leiden, die du mir heute zugeschickt haft. Wenn ich meine Leiden nicht mit der gehörigen Geduld übertragen habe, so bitte ich demüthig um Verzeihung. and 1 Ich empfehle mich diese Nacht deinem göttlichen Schuße. Alle meine Sünden sind mir herzlich leid, weil ich dich, o höchstes Gut! welches ich über Alles liebe, beleidiget habe. Ach! hätte ich dich nie beleidiget! Ich nehme mir ernstlich vor, mein Leben zu bessern. Ich opfere dir, o himmlischer Vater! für meine Sünden die unendlichen Verdienste deines göttlichen Sohnes Jesu Christi auf. Laß den theueren Werth seines Leidens und Sterbens an mir nicht verloren gehen. Jesus! dir schlafe ich! Jesus! dir wache ich! Jesus! dir lebe ich! Jesus! dir sterbe ich! Jesus! dein bin ich todt und lebendig. Amen. Allerheiligste Jungfrau und Mutter Gottes Maria! lindere diese Nacht meine Schmerzen. Sei meine Beschüßerin in der Stunde der Anfechtung, sei meine Trösterin, sei meine mächtigste Fürsprecherin bei Jesu deinem göttlichen Sohne! O heiliger Schußengel, und alle ihr Heiligen Gottes! beschüßet mich diese Nacht, und bewahret mich vor allem Uebel! Barmherziger Gott! Erbarme dich der armen Seelen in Fegefeuer. Gib ihnen die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihnen. Herr! lasse sie ruhen in Frieden. Amen. In dein süßestes Herz, o Jesus! verschließe ich mich in dieser Nacht- o lasse mich durch dasselbe eine erquickende und verdienstliche Ruhe finden. 277 Gelobt, geehrt, gebenedeit sei jegt und allezeit das allerheiligste Herz Jesu und das unbefleckteste Herz Mariä! Vorbereitungsgebet zur letzten Delung. maritan Oliebreichster Heiland du barmherzigster Saund wahrer Heiland für Leib und Seele! tu hast uns durch deinen glorreichen Apostel eine so trostreiche Verheißung gegeben, wenn er, durch deinen Namen, durch Gott den heiligen Geist erleuchtet, also spricht und mahnet: ,, Ift Jemand unter euch frank, der rufe zu sich die Priester der Kirche, und lasse über sich beten und sich falben mit dem Dele im Namen des Herrn, und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, der Herr wird ihn aufrichten, und wenn er Sünden auf sich hat, werden sie ihm vergeben werden."( Jac. 5.) - - - 1 Nun denn, durch deine unendliche Güte, mein Jesus! habe ich das Glück, als Kind deiner heiligen Kirche heute dieses Sacrament deiner Huld und Gnade zur Stärkung meines Geistes, und wenn es dir so gefällt, und meiner Seele frommet- auch zum Heile meines Leibes zu empfangen. Ja, also glaube ich festiglich, weil du es bist, der du die ewige Wahrheit bist, die es also versichert. Gib mir die Gnade, daß ich mit dem allerlebendigsten Glauben dieses so wichtige Sacrament empfange. Herr! vermehre meinen Glauben! so seufze und rufe ich mit jenem Manne im Evangelio, deffen Glauben du mit einem Wunder belohnt haft. Doch damit wahre auch innigste Herzzerknirschung gib mir die wirksame vor deinem Augen gültige Reue heilige Salbung meiner Sinne begleite, und so hinweg von mir genommen werde auch der letzte Staub der Sünde. O durch dein für mich vergossenes Herzensblut bitte ich dich- salbe du selbst mich, o mein Jesus! durch die Hand deines Priesters, o ewig hoher Priester! durch den jedes Sacrament im Reiche der Kirche eigentlich verwaltet wird.- Vorstellen will ich mir, als 13 - - - - - - SODALED 33 sei dieses dein Erlösungsblut, mit dem ich aus der Wunde deines Herzens gesalbet werde- weil es ja der Preis der Erlösung ist, durch welchen jedes Sacrament Kraft erhält, deren Quelle sich aus deinem Herzen ergoß, als die Lanze dasselbe für uns öffnete, besonders als Zuflucht der Leidenden und Betrübten, der Sterbenden. In diesem Glauben, in diesem Geiste will ich nun dieses heilige Sacrament der Delung empfangen, durch dich, mein Jesus! O Mutter der Barmherzigfeit! sei mir in dieser Stunde als Zuflucht der Sünder Fürsprecherin bei Jesu, weil du die Mutter und das Heil deiner franken Kinder bist. 278 - Bei der Salbung jeder der fünf Sinne erwecke also mit lebendigem Glauben Acte der vollkommensten Reue über alle durch jene Sinne Zeit deines Lebens begangenen Sünden, und opfere sogleich jenes Leiden, welches Christus bei seiner heiligen Passion an diesem Sinne für dich gelitten, Gott dem Vater zur Genugthuung auf. Gebet nach der letzten Delung. Ich habe nun, o gütigster Jesus! dieses heilige Sacrament der Stärkung und Reinigung meines Herzens zu so großem Troste meiner Seele empfangen. Sei dafür zu tausendmal und ohne Ende gelobt und gepriesen, und lasse mich durch die Liebe deines Herzens die Wirfung des heiligen Sacramentes genießen, auf welches ich meine Hoffnung und mein Vertrauen gründe. Amen. SON ― II. Um Sterbebette. 1. Anleitung. Was sollst du sagen und thun, wenn man zu dir einst sagen wird: Dein Ende ist gekommen, es ist Zeit, daß du die Erde verlassest, und vor Gott deinem Richter erscheinest? 279 Kündet man dir dein nahes Ende an, alsdann wirst du, glückliche Seele, die du das heiligste Herz Jesu inbrünstiglich Zeit Lebens auf Erden verehret hast, an dir zu so großem Troste deines Herzens fühlen, wie wahr es sei, was jene große Dienerin Gottes, die selige Margaretha, durch welche Jesus Christus die Andacht zu seinem süßesten Herzen in der Kirche ganz besonders verbreitete, mit folgenden Worten betheuerte: ,, O wie süß ist es zu sterben, wenn man seine Lebenszeit hindurch das heiligste Herz desjenigen verehret hat, der uns einst richten wird!" Gewiß, die treue Uebung dieser Andacht im Leben wird dich bestens dazu vorbereiten, daß du bei dem herannahenden Tode alle jene Bereitung des Herzens besißest, um dich dann in den nothwendigen Gemüths- Anmuthungen und Willens- Entschließungen leicht und kräftig zu üben, und in denselben treu und standhaft bis zum letzten Augenblicke deines Lebens zu verweilen oder aus. zuharren. Das Erste aus diesem ist wieder und besonders für dieses Opfer deines Lebens eine vollkommene Ergebung und Vereinigung mit dem göttlichen Willen. Ja wohl entsetze dich doch nicht bei der Botschaft des Todes zu sehr, sondern wende alle Kraft und Sorge dahin, dieses kostbarste Opfer deines Lebens auf die allervollkommenste Weise zu entrichten. Wenn du es so thust, wie ich es dir sogleich anzeigen werde, so ist es möglich, daß du durch einen solchen Tod vor den Augen Gottes dir mehr Verdienste sammelst, als durch dein ganzes früheres Leben. So Wenige bedenken dieses dich darin schon zum Voraus öfter ein Ein Mal! bedenke du es- und übe denn du stirbst ja nur Wer wird doch ein solches Ein Mal- auf welches Alles für ewig ankommt, so leichtsinnig dem Geradewohl überlassen wollen? Wie thöricht und gefährlich wäre wohl dies!!- Die Art und Weise aber, in die du dich einüben, und die du einst ausüben solltest, sei folgende: So wie du die erste Nachricht deines nahenden Endes erhältst, so erhebe dein Auge und Herz zum Himmel, und sprich, dich mit dem heiligsten Herzen Jesu so vollkommen als möglich vereinigend, aus tiefstem Seelengrunde dein allerergebenstes vollkommen zufriedenes: ,, Herr! dein Wille geschehe, hier bin ich, o Schöpfer meines Lebens! Vater, ich bete den Rathschluß — —— - - - - 1 $ deiner gerechten, weisen, liebevollsten Vorsehung an- ich danke dir aus aufrichtigstem Herzen, daß du mich erschaffen, und daß du zur Vollendung meines Heiles den zeitlichen Tod eingesetzt, und daß du diesen mir jetzt sendest. Mit welchen Schmerzen es auch immer sein mag auf dich habe ich vertraut, ich werde nicht zu Schanden werden weil du, o Gott des Lebens! auch in dem Schatten des Todes meine Kraft und Stärke sein wirst." ( Alsdann bedenke, daß der Tod, für den Christen besonders, bei weitem nicht so schrecklich ist, als er gewöhnlich den Menschen erscheinet. Du verlässest ja nur den gebrechlichen, schmerzvollen Körper; die Seele du selbst als Geist und Gottes Ebenbild bist ja unsterblich und lebest fort, auch wenn dein Körper sich nicht mehr bewegt. Nur dieser wird begraben nur dieser ver= fault nicht du- nicht deine Seele. Die, wenn sie vorbereitet, und besonders durch einen recht christlichen Todeskampf geläutert ist, hinzieht in jene Seligkeit, die kein Auge gesehen, kein Ohr gehört, und in keines Menschenherz je gekommen ist.) 1 - - - - 280 - - - - - Freilich entscheidet darüber erst das Gericht doch nur für den Unvorbereiteten ist dieses fürchterlich, nicht für die wahrhaft Jesum liebenden, treuen, tugendeifrigen Verehrer seines hochheiligen liebevollsten Herzens. Die finden an dem Richter ihren Erlöser, ihren guten Hirten und Bräutigam, der ihre Tugenden durch seinen Urtheilsspruch anerkennet, und alsdann für immer und ewig krönet. 1 — Was das Furchtbare an dem Gerichte des Herrn betrifft, dies soll man im Leben recht oft beherzigen; dann kann man sich an das Trostreiche desselben mit vollem Rechte in der Stunde des Todes halten. Dies bedenkend, ermuntere dich, und vereinige dich auf diese oder ähnliche Weise mit dem Herzen deines Erlösers, indem du deine Augen auf dieses heiligste Herz gerichtet, also betest, oder diese Unempfehlung dir von Andern vorlesen laffest. - -- Unempfehlung in das heiligste Herz Jesu um Erlangung einer glüclichen Sterbstunde. meines für O göttliches Herz meines Erlösers mich sterbenden Jesus!- mit dir vereinige ich mein beängstigtes Herz, auf daß es von diesem Augenblicke bis an den letzten meines Lebens so in mir schlage, als das deine vom Delberge bis um die neunte Stunde am Kreuze in deiner Brust geschlagen. Jeder Schlag desselben sei ein Act der Ergebung, des Lobes, des Dankes für den Tod, den der Vater mir nun sendet. O Jesus! du wollest mich zu dessen Aufopferung stärken, und auf solche Weise jeden Augenblick meines noch übrigen Lebens und besonders den Augenblick meines Todes fostbar und heilig, verdienstlich und angenehm vor den Augen der allerheiligsten Dreifaltigkeit machen. 281 - 6 - - - O Jesus! durch alle Aengsten und Bitterfeiten, durch all' dein Seufzen und Rufen, durch all' deine Qualen und Schmerzen, durch deine Trauer und Verlassenheit am beiligen Kreuzesstamme rufe und schreie ich bittend in die Wunde deines für mich nach deinem Tode eröffneten Herzens: Ach verlasse, verlasse mich nicht in jenem wichtigsten, Ulles entscheidenden Augenblicke! O! vereinige mich mit dir, wenn alle meine Kräfte mich verlassen, und selbst die Meinigen von mir weichen werden.- Stärke du mich dann, wenn die Ohnmacht des Körpers mehr und mehr den nahenden Tod ankündiget, daß ich gänzlich mich mit dir vereinige wenn die Seele sich vom Leibe trennet, und ich, mein Haupt neigend, wie du, mein Jesus! meinen Geist in die Wunde deines Herzens aushauche. — - Der letzte Act auf Erden sei noch eine inbrünstige Anmuthung der Liebe zu diesem deinen Herzen, in Anrufung deines hochgebenedeiten süßesten Namens Jesu. O mein Jesus, wenn du mir die Gnade gibst, so 282 zu vollenden, wie gerne und getröstet will ich sterben, und mit Paulus ausrufen: O Tod, wo ist dein Stachel? Dann wird nimmermehr der Versucher mir schaden können, wenn ich mich in meinen letzten Augenblicken gänzlich in dieses dein Herz hineinflüchte. Nichts wird mich alsdann von dir je scheiden können, nicht der Schmerz der Todesangst, nicht der Tod selbst, wenn, je mehr die Seele vom Leibe sich trennt, dieselbe mehr und inniger mit deinem Herzen sich vereiniget. Wie leicht werde ich im Geiste des Opfers in diesem deinen Herzen mein Leben dem willig aufopfern, der es mir gegeben, und der mich nun von hinnen ruft - und wenn ich in solcher Anrufung meinen Geist in dein Herz ausgehaucht, wie sollte ich dich wohl als meinen Richter fürchten können? Wie fönntest du wohl einer Seele, die in solch' vertrauender Liebe bis an den letzten Lebenshauch sich dir genaht, das Schredenswort zurufen: Weiche von mir! Nein, das kannst und wirst du nicht thun; sondern aufnehmen wirst du meine Seele, die durch die Pferte deines Herzens in die Ewigkeit eingezogen, in das Paradies in das Reich deiner ewigen Liebe. Darum, o süßestes- unendlich gütiges Herz meines Erlösers und meines Gottes erhöre den allerdringendsten Zuruf meiner Bitte und vollende an mir das Werk deiner Erbarmungen dadurch, daß du mein Herz, meine Seele mit deinem heiligen Herzen, so wie ich nun zu dir gefleht, vereinigest und freudig will ich sterben- an deinem Herzen in deinem Herzen, mein süßester Jesus! Amen. - - - 1 - - - 11 - - Hast du dieses Gebet gesprochen, oder dir vorsprechen las sen, alsdann beichte noch einmal, damit dich ja nichts im lezzten Augenblicke ängstige. Verzeihe vollkommen Allen trachte, daß ja kein fremdes Gut auf deiner Seele liegen bleibt denke noch einmal, ob du deinen letzten Willen gehörig als Testament abgefaßt kümmere dich aber, wenn du deine An- — 283 liches -- gehörigen dürftig verlassen solltest, ja nicht zu sehr um ihr ZeitGott sorgt für die Vögel in der Luft, und wenn du bald vor seinen Thron gelangest, kannst du durch deine Fürbitte noch weit kräftiger für sie sorgen, als durch deine Bemühungen auf Erde. Trachte nur, daß du durch einen wahrhaft christlichen Tod ihnen ein Vorbild der Tugend zurücklassest, nun hast du für die Zeit und Ewigkeit am besten für sie gesorgt. - - # 1 Hast du nun auf solche Weise dein Gewissen und deine zeitlichen Dinge in Ordnung gebracht, so überlasſe dich gänzlich der unendlichen und liebreichen Barmherzigkeit Gottes, und verlange nichts Anderes, als daß die Ehre Gottes an dir verherrlichet, und sein heiligster Wille vollbracht werden möchte. Dies ist die beste Weise, gottselig zu sterben, und sich seines ewigen Heiles zu versichern; denn es ist unmöglich, daß eine Seele, die sich Gott auf eine so vollkommene Weise übergibt, ewig zu Grunde gehen sollte. Sprich oft mit dem am Kreuze verlassenen und bedrängten Heilande: Vater! in deine Hände empfehle ich meinen Geist." Wider alle Anfechtungen und Versuchungen der Hölle streite mit Muth und Standhaftigkeit. Stellt sich dir ein Glaubenszweifel vor, so untersuche nicht, und laß dich in feinen Streit mit dem Feinde deiner Seele ein, sondern sprich:„ Ich glaube, was die katholische Kirche glaubt, und in diesem Glauben will ich sterben!"- Kommt dir die Versuchung der Kleinmüthigkeit und des Mißtrauens auf Gott, und zwar entweder deßhalb, weil du eine große Menge der Sünden begangen hast, oder, weil du jetzt keine Buße mehr thun fannst, oder, weil es dir vorkommt, der Himmel ist schwer zu erlangen, weil der Weg dahin schmal und die Pforte enge ist, die Anzahl der Auserwählten gering, und deine guten Werke sehr wenige seien; oder stellet sich dir deine vorige Lauigkeit und dein Undank gegen die Barmherzigkeit Gottes, und dergleichen andere ängstigende Vorstellungen mehr vor: so schlage diese Nengstlichfeiten aus, überlege lieber die unermeßliche Liebe und Barmherzigkeit Gottes, und die unendlichen Verdienste Jesu Christi, übergib dich mit der größten Ruhe und Heiterkeit des Gemüthes dem göttlichen Willen: und sprich in deinem Herzen: ,, Vater im Himmel! in deine Hände empfehle ich mich ganz! mein Leben, mein Sterben, meine Seele, mein Heil! Thue mit mir, was du willst! Dein bin ich todt und lebendig." - - - 284 Beschäftige dich meistens in deinem Herzen mit den Uebungen des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe, der Reue über deine im ganzen Leben begangenen Sünden mit der Ergebung in den göttlichen Willen. Wisse, daß ein jeder Mensch auf dem Sterbette schuldig ist, die vollkommene Liebe gegen Gott und eine vokommene Reue über seine Sünden zu erwecken. Laß dir die Leidensgeschichte Jesu Christi vorlesen, oder sonst andere fromme Betrachtungen, wenn es dich nicht anstrengt. Nimm das Crucifix oft an deinen Mund, und küsse es mit Inbrunst. Sorge dafür, daß du den Sterbeablaß auf dein Kreuz erhaltest. Blicke oft auf das Bild der allerseligsten Jungfrau Mariä, und empfehle dich ihrem mächtigen Schuße. Die öftere Anrufung der zwei seligsten Namen Jesu und Mariä nebst dem heiligen Kreuzzeichen, und das sich Verschließen in das allerheiligste Herz Jesu ist im Allgemeinen gegen alle Versuchungen das leichteste, sicherste, kräftigste Gegenmittel im Sterbebette, du sollst dich dessen auch einst eifrigst bedienen. Indessen ist es doch auch gut, wenn man für einzelne Versuchungen auch besondere Gegenmittel anzuwenden weiß, und sich deren befleißet. Es sind deren besonders folgende: - - din Besondere Uebungen gegen verschiedene Anfechtungen der Sterbenden. Als Hauptmittel bei einem Sterbenden wider alle Versuchung dient die Anrufung der heiligsten Namen, Jesu und Mariä, dann das heilige Krruzzeichen. Für einzelne Versuchungen sind folgende Mittel sehr nüglich zu wissen: 50513900 1. Wider die Anfechtung im Glauben. Damit du im Glauben siegest, und alle Zweifel verscheuchest, darfst du dich in keine Grüblerei, noch in eine Erörterung über den Glauben einlassen, sondern sprich unerschütterlich mit Herz und Mund: 285 „ Ich glaube, was die heilige römisch- katholische Kirche glaubt!" Danke Gott, daß er dich in diesen wahren Glauben berufen hat, und sprich: Ich will leben und sterben wie ein Kind der katholischen Kirche!" Wende dein Gemüth von dieser Versuchung ab, erwecke lieber andere fromme Acte, als: der Hoffnung, der Liebe, und grüble nicht nach, selbst wenn dir schöne Einleuchtungen und halbe Gründe vorkommen sollten; denn der Satan kleidet sich oft in das Gewand des Lichtes. Gedenke an den Ausspruch Jesu Christi: ,, Selig sind Diejenigen, die nicht sehen und doch glauben... ( Joh. 20, 29.) - 2. Von der Versuchung wider die Hoffnung. Diese Versuchung ist eine der stärksten und gefährlichsten. Der Kranke ängstigt sich oft über die Menge der begangenen Sünden, er meint, seine Beichten wären schlecht und unzulänglich, er fürchtet sich zu viel vor dem zukünftigen Gerichte, und der ewigen Verdammniß. Damit du nun über diese Versuchung siegest, so mußt du oft denken an die unbegränzte und unermeßliche Barmherzigkeit Gottes. Der heilige Paulus( 2. Cor. 1. 3) nennt Gott den Vater der Barmherzigkeit. Gott sucht mehr unser Heil, als wir es suchen; er sucht uns, wie ein guter Hirt sein verlornes Schäflein, er liebt uns mehr, als eine zärtliche Mutter ihren geliebten Säugling. Er will nicht den Tod des Sünders; sondern daß er sich bekehre und lebe( Ezech. 31, 21). Wenn der Gottlose Buße thut, so will ich, spricht Gott, aller seiner Vergebungen nicht mehr gedenken( Ezech. 18, 21). Ein einziger reumüthiger und aufrichtiger Seufzer aus dem Herzen des Sünders ist im Stande, Verzeihung der größten Sünden zu erlangen, wenn der Sünder den ernstlichen Willen hat, sich zu bessern und seine Sünden zu beichten. Der Publikan, von dem das heilige Evangelium meldet, hat faum aus einem reumüthigen Herzen die Worte gesprochen: Herr, sei mir armen Süeder gnädig! so war er sogleich vor Gott gerechtfertigt. Der ver 286 Iorne Sohn ist kaum seinem Vater zu Füßen gefallen, und alsogleich umarmte ihn derselbe, und verzieh ihm seine Schuld. So ist der himmlische Vater gegen uns, wenn wir bußfertig zu ihm zurückkehren. Ein Hauptbeweggrund der Hoffnung auf die Barmherzigkeit Gottes ist das Leiden Jesu Christi. Wer eines guten Willens ist, darf sich nicht fürchten, ewig verdammt zu werden, da Jesus sich zum Tode des Kreuzes hingegeben, um uns von dem ewigen Tode zu retten. Unsere Hoffnung wird ferner gestärkt durch das Versprechen Jesu Christi, daß er uns Alles geben werde, um was wir ihn bitten. ,, Wahrlich, wahrlich! Ich sage euch," sprach Jesus, um was ihr den Vater in meinem Namen bitten werdet, das wird er euch ge= ben."( Joh. 16, 23.) 1 11 Dieses Versprechen gilt auch den Sündern: denn Jesus spricht: Ein Jeder, der bittet, der wird erhalten"( Matth. 7). Wer also mit einem aufrichtigen Herzen um sein Seelenheil bittet, der wird auch gewiß jene Gnaden und Mittel erhalten, die er nöthig hat, um sein Seelenheil erwirken zu können. ,, Gütig ist Gott einer Seele, die ihn suchet"( Thr. 3, 25). Endlich erwecke auch ein großes Vertrauen auf die Fürbitte Mariä, der Mutter Gottes, und auf die Hülfe der Heiligen und Engeln, die für dich streiten. Die heilige Kirche nennt Maria eine Zuflucht der Sünder, unser Leben, unsere Hoffnung. Maria nimmt sich auch der Verlassensten an, und Niemand hat zu ihr seine Zuflucht genommen, der nicht erhört worden wäre. Auch die übrigen Heiligen Gottes bitten vor dem Throne Gottes um unser Heil, sie helfen uns im letzten Streite. Rufe besonders an: den heiligen Joseph, den heiligen Erzengel Michael, deinen heiligen Schußengel, und jene Heiligen, die du ganz besonders in gesunden Tagen verehrt hast. - 3. Bei Versuchung zur Ungeduld über die lange Dauer deiner Krankheit, die Größe der Schmerzen u. s. w. mußt du erwägen, was die heiligen Märtirer für Jesum - 287 Christum leiden mußten, wie sie entweder gebrannt oder lebendig geschunden, oder gefreuzigt wurden. Besonders überlege, was der unschuldige Jesus aus Liebe zu uns gelitten hat. Bedenke ferner, daß du durch deine Ungeduld in deinem Leiden nichts änderst, und daß, wenn du mit Ungeduld leidest, du hier in diesem und dort im andern Leben wirst leiden müssen. Wenn du aber mit Geduld leidest, so wirst du dir dein Leiden erleichtern, du wirst die Peinen des Fegefeuers hier abbüßen, und im Himmel eine viel größere Belohnung erhalten. ,, Euere Traurigkeit wird in Freude verwandelt werden," spricht Jesus( Joh. 16).- Das Kreuz ist das Zeichen unserer fünftigen Auserwählung zum Himmel. Gott pflegt hier in diesem Leben seine Freunde durch Leiden und Kreuze zu reinigen.- Bedenke, welche Leiden und wie langwierige Krankheiten Gott oft über die Heiligen verhängt hat. Die heilige Clara hat volle achtundzwanzig Jahre in Leiden zugebracht; die heilige Lidwina war durch achtunddreißig Jahre krank, und wurde von unbeschreiblichen Leiden gepeiniget. Wir sollten mit dem heiligen Apostel Paulus ausrufen: ,, Es sind nicht zu vergleichen die Leiden dieser Zeit mit jener künftigen Herrlichkeit, die an uns soll geoffenbaret werden"( Röm. 8, 18). Endlich bitte Gott um die Geduld, denn sie ist auch eine Gnade Gottes. Ergib dich auch in den göttlichen Willen, wenn es dir scheint, daß dein Arzt dich nicht gehörig behandelt, oder deine Krankenwärter dich nicht mit dem gehörigen Fleiße bedienen. Nimm dies auch im Geiste der Buße an; denn es ist Gott sehr angenehm. 4. Es gibt Einige, die durch den Gedanken sehr versucht werden, der Tod komme zu früh, da sie noch im besten und blühentsten Alter sind. Diese sollen bedenken, daß das irdische Leben voll der Gefahren, der Trübsale und der Kümmernisse ist; daß auf den Menschen stets neue Gelegenheiten zur Sünde warten, und daß, je länger man lebt, desto größer die Gefahr ist, ewig verdammt zu werden. Daher haben sich die Heiligen ― - 288 so begierig nach dem Tode gesehnt. Die heilige Theresia hat bei jedem Schlage der Uhr sich erfreut, daß wieder eine Zeit vorüber sei, wo sie in Gefahr war, ihren Gott zu verlieren. Die heiligen Märtirer sind mit Freuden, oft in der schönsten Blüthe ihres Lebens, dem Martertode entgegen gegangen. Höre, was der heilige Geist sagt:„ Selig sind die Todten, die in dem Herrn sterben, sie ruhen aus von ihren Arbeiten"( Upok. 14, 13). Wir sind hier als Wanderer im Thränenthale, und haben hier keine bleibende Stätte( Hebr. 14, 23). Denke, daß er dich nicht sterben ließ, als du in der Todsünde warst, und daß er dir die Gelegenheit gab, deine Sünden zu beichten, und die heiligen Sterbsacramente zu empfangen. Du wolltest vielleicht noch länger leben, um mehr Buße thun zu können: aber glaube es, daß kein Bußwerk Gott angenehmer ist, als wenn du den Tod mit bußfertiger Gesinnung aus der Hand Gottes annimmst, wann und wie es ihm gefällt. 5. Einige Kranke ängstigen sich vor dem Tode, daß sie ihre Ehegattin, oder Kinder, oder Verwandte verlafsen müssen. Diese sollen erwägen, daß Gott der beste Vater ist, und für die Hinterlassenen am besten sorgen wird. Suche deine Seele zu retten, und wenn du im Himmel bist, so kannst du deinen geliebten Hinterlassenen durch dein Gebet vor dem Throne Gottes sehr nüglich werden. Dort im Himmel findest du bessere Freunde noch, als hier auf Erden: dort findest du Jesum, deinen göttlichen Erlöser, Maria, deine göttliche Mutter und alle licben Engel und Heiligen Gottes. 6. Wenn Jemand von der Versuchung der Feindschaft und der Unversöhnlichkeit angefochten wird, der erwäge, daß Jesus befiehlt: ,, Liebet eure Feinde!" Daß derjenige keine Verzeihung von Gott zu hoffen hat, der seinen Nächsten nicht verzeiht. Verzeihet, so wird euch auch verziehen( Luc. 38, 3). Hat dich dein Feind beleidiget; erwäge, wie oft du Gott beleidiget haft. Betrachte das Beispiel der Heiligen. Der - - heilige Jakobus hat vor seinem Tode seinen Ankläger umarmt. Der heilige Stephan hat für seine Mörder gebetet. Der heilige Ambrosius hat seinem Verräther durch lange Zeit die Nahrung gereicht. Betrachte besonders das Beispiel Jesu Christi, der für seine Feinde und Lästerer am Kreuze zu seinem himmlischen Vater inbrünstig gebetet hat. - O Jesus! barmherziger gütigster Jesus, ich gehe also ein in die Ewigkeit!! Herz ist bereit- D! wann, wann werde ich erscheinen vor deinem Angesichte, mein Gott und mein Alles und wer wird mir Taubenflügel geben, daß ich mich erhebe in deine Wohnungen- o Himmel! und allda ruhe ewiglich in deinen Armen, mein Jesus! Doch ohne dich, wie könnte ich wohl dahin gelangen, der du der die Wahrheit Weg das Leben bist?! 289 Vorbereitung und Verlangen nach der heiligen Wegzehrung*). SRIS - - 1 - - - So komm denn, barmherziger Jesus!- ehe ich sterbe fomm und säume nicht dein heiligstes, fűBestes Sacrament, es war Zeit meines Lebens die Wonne meines Herzens. Komm, und tröste, und stärke mich mit deinem allerheiligsten Fleisch und Blut nun am Schlusse meines Lebens o du mein Heiland und mein Leben! auf daß ich in der Kraft dieser starken Engelspeise bis zur Höhe der himmlischen Anschauung deines göttlichen Angesichtes gelange. - - süßester Mein - Gleichwie der Hirsch nach frischem Quellwaffer, also und mehr- und mehr- und unendlich heißer. sehnsüchtiger- dürftender verlangt meine Seele nach dir, mein Gott!- du Brunnenquelle des ewigen Lebens, - *) Die heilige Wegzehrung ist nicht mit der gewöhnlichen heiligen Communion zu verwechseln, die man im Krankenbette auch öfter zu empfangen pflegt, sondern es ist die legte Darreichung des allerheiligsten Cacramentes. 19 118 - besonders in diesem Gnadensacramente der Erlösung. D! wie lieblich sind deine Wohnungen, die Wohnungen deiner Altäre, wo du im wunderbaren Tabernakel des neuen Bundes weilest nach deiner Verheißung: „ Siehe! ich bleibe bei euch bis an das Ende der Welt."- Ja, du bist für mich bis an mein Ende allda geblieben, o treuer Jesus!- und kommst nun zu mir in wenigen Augenblicken, o treuer Jesus!-o süßester Bräutigam meines Herzens! Warum bist du also traurig, meine Seele warum betrübst du dich? v nein! freue dich und juble; denn siehe, dein Geliebter kommt er wird dich durch seine innerste Gegenwart in deiner Verlassenheit überwachen- in deinen Aengsten trösten. in deiner Schwäche stärken und wird dich nun mit sich aus der Wüste des Lebens hinaufnehmen in das himmlische Vaterland. - - 1 - 1 - 290 - - Ach! so komm, mein Heiland fomm, mein viel mein über Alles fomm geliebter Jesus', und verweile nicht lange. Ich verlange dich als das wahre Osterlamm zu genießen, bevor ich mit dir hinund sterbe. gehe Ich verlange dich, o heiliges Osterlamm! besonders heute so zu genießen, wie Johannes am Ostertische dich im allerheiligsten Sacramente empfing; denn schon nahet sich der Tag ewiger Ofterfreude. Komm, o mein süßester Jesus, komm und gehe ein in mein dir bereitetes Herz- und weil es vielleicht das letzte Mal ist, daß ich dich in diesem Sacramente der Liebe auf Erden genieße; o darum heute besonders ziere mein Herz mit allen Gaben und Gnaden der Tugenden deines Herzens und vereinige dich mir ganz und völlig ganz und unzertrennlich-o bleibe bei mir, bis ich Alles überstanden, und den Tod durch dich, o Sieger! selig überwunden habe. Komm, o mein süßester Jesus.- o Jesus mein Jesus! und halte das heilige Abendmahl mit mir, wie du es am Vorabend deines Leidens gefeiert, und führe mich zur himmlischen Mahlzeit in deines Vaters Haus; bereite mir dort eine Wohnung, wie du es versprochen — - - - -M - - - - - 291 hast, damit ich ewig bei dir sein, und mich ewig in den Freuden deines seligen Herzens erfreuen möge. Amen. ( Verweile in solchen Anmuthungen der Sehnsucht und Liebe, bedenkend, daß es vielleicht das letzte Mal ist, daß du dieses unermeßliche Glück haben soust, Jesum auf Erden zu empfangen. Sobald aber der Priester das allerheiligste Sacrament zu dir gebracht, erwecke sogleich einen lebendigen Act des Glaubens, gleichsam als fähest du Jesum ver dir sichtbar mit deinen Augen. Erwecke darauf den tiefsten Act der Demuth, und rufe aus innerstem Herzensgrunde deinen Heiland entgegen:) O mein Jesus! ich bin nicht würdig ich bin nicht würdig! ner- o Jesus- Jesus - — - — - Nach empfangener heiligen Communion als Wegzehrung. - Halte dich eine Zeit lang still in süßer Vereinigung und Versammlung mit deinem geliebtesten Erlöser, der nun wahrhaft, wirklich und wesentlich in deinem Herzen ruht- bedenke, daß du Jefum in dein Herz auf Erden vielleicht das letzte Mal verschließest. Wenn jede heilige Communion so unschäzbar wichtig ist, um so mehr, wenn es die letzte Wegzehrung ist. Laffe dir also in keinem Falle diese legten und wichtigsten Augenblicke der wahren, wirklichen und wesentlichen Gegenwart Jesu Christi rauben, und treffe deßhalb schon im Vorhinein Anstalt, daß Niemand, außer Jemand dir sehr vertrauten, nach der heiligen Weg. zehrung in dem Zimmer bleibe. So in dich versammelt, genieße in liebender Ruhe die Gegenwart deines himmlischen Bräutigams und Erlösers, der für dich einst den Himmel verlaffen diese Erde betreten und ein so großes Leiden für dich gelitten hat um dich als eine mit seinem Blute erkaufte Seele mit sich in den Himmel zu nehmen. Wenn du so in den Affecten der innigsten Vereinigung deines Herzens mit dem Herzen deines Erlösers einige Zeit dich Jesu gänzlich aufgeopfert, alsdann erwecke furz, aber so kräftig als du kannst, mehr mit 19* - - erbarme dich meiJesus! - dem Herzen als dem Munde Acte des inbrünstigen Dankes und der vertrauensvollsten Hoffnung auf den Himmel. - - 1. Des Dankes. Danke Jesu durch die Liebe seines Herzens, daß er dich in solcher Liebe erschaffen, daß er dich in solcher Liebe erlöset,- in solcher Liebe in seiner heiligen Kirche geboren werden ließ, danke ihm für alle Wohlthaten, die du an Leib und Seele von ihm durch die ganze Zeit deines Lebens empfangen, besonders für die Gnade der Bekehrung und der Beharrlichkeit im Guten und für das Glück jeder heiligen Communion, die du würdig empfangen. 1 - - - - 292 2. Der Hoffnung. Diese Tugend der christlichen Hoffnung ist nebst den Affecten der Liebe zu Gott für dich auf dem Sterbebette besonders wichtig, und du kannst dieselbe vorzüglich nach dem Empfange der heiligen Wegzehrung nicht oft genug erwecken. O wie leicht und süß muß es dir nicht werden, Jesum im Herzen, Affecte der christlichen Hoffnung zu erwecken! Wiederhole in dieser Meinung oft und oft mit aller Innigkeit des Vertrauens- den süßen Namen Jesu mehr mit dem Herzen als mit dem Munde, ihn aus tiefem Seelengrunde auffeufzend, und dich gänzlich mit dem unendlichen Verdienste Christi durch sein heiligstes Herz vereinigend, welches nur zur Labung deines Geistes in deinem Herzen wahrhaft wirklich und wesentlich ruhet. In seine Wunde empfehle dein Ende mit dem heiligen Wunsche, in dieselbe deinen Geist auszuhauchen, damit sich dir gewiß der Himmel eröffne, den du im Geiste bereits mit dem sehnsuchtsvollsten Blicke des Verlangens schauen, und Jesum im Herzen mit aller Zuversicht begrüßen sollst. Sprich dabei mit dem sterbenden heiligen Franciscus Xaverius öfters den Vers des Psalms:„ Ich habe auf dich, Herr, vertraut, ich werde nicht zu Schanden werden;" und mit Aloisius:„ Ich bin erfreut worden in dem, was mir gesagt ward: wir werden in dein Haus eingehen bald, o Jesus! bald- weil du mit mir bist, werde ich nicht zagen; ich werde dich bald in deinen Freuden besitzen, also hoffe ich süßes, heiligstes Herz meines Jesu, du bist mir dessen ein so theures Unterpfand. Also sei es Amen." 1 - - - - - - - — Bete am Schlusse das Gebet des heiligen Ignatius: O Seele Christi! heilige mich." 1 293 1 Litanei zum leidenden und sterbenden Heilande um eine glückliche Sterbstunde. Herr, erbarme dich unser! Christus, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Christus, höre uns! Christus, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel, erbarme dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme dich unser! Jesus! der du dein Leider in Traurigkeit, Angst und Furcht angefangen, Jesus! der du am Delberge Dreimal im Gebete zur Erde gefunken bist, Jesus! der du, mit blutigem Angstschweiße übergossen, dich gänzlich in den Willen deines himmlischen Vaters ergeben hast, Jesus! der du um dreißig Silberlinge verkauft, und durch den falschen Judaskuß verrathen worden bist, Jesus! der du von deinen Jüngern verlassen, von deinen Feinden wie ein Mörder gefangen, mit Stricken und Ketten gebunden worden bist, Jesus! der du vor Annas und Kaiphas geführt, und fälschlich angeklagt worden bist, Jesus! der du mit einem Backenstreiche schmählich und schmerzlich geschlagen, für einen Gotteslästerer erklärt, und ungerechter Weise des Todes schuldig erkannt worden bist, Jesus! der du gebunden dem Pilatus überantwortet, und von den Juden zum Tode angeklagt worden bist, Jesus! der du von Herodes mit einem weißen Kleide angethan, verachtet und verspottet worden bist, erbarme dich meiner in meiner Sterbftunde. 294 Jesus! der du nackt an eine Säule gebunden, und) auf das Grausamste gegeißelt worden bist, Jesus! der du mit Dernen schmachvoll gekrönt, und von den Juden verspottet worden bist, Jesus! der du mit einem Purpurmantel angethan, und dem Volke vorgestellt worden bist, Jesus! der du mit den Worten: ,, Sehet einen Menschen!" dem Volke zur Schau ausgestellt worden bist, Jesus! der du zum Tode des Kreuzes von den Juden begehrt worden bist, Jesus! der du zum Tode des Kreuzes von dem ungerechten Richter verdammt worden bist, Jesus! dem die schwere Kreuzeslaft und die Last unserer Sünden auferlegt worden ist, Jesus! der du von der schweren Kreuzeslast zu Boden gedrückt, und wie ein Lamm zur Schlachtbank geführt worden bist, Jesus! der du auf dem Kalvarienberge aller deiner Kleider beraubt, und mit Händen und Füßen an das Kreuz geheftet worden bist, Jesus! der du zwischen zwei Missethätern am Kreuze hängend, gelästert, geschmäht und verspottet worden bist, Jesus! der du in deinem brennenden Durste mit Galle und Effig getränket worden bist, Jesus! der du mit geneigtem Haupte deinen Geist am Kreuze aufgegeben hast, Jesus! dessen Herz für mich mit einer Lanze eröffnet worden ist, Durch dieses dein offenes, gnadenströmendes Herz, Durch dieses dein schmerzvolles, für mich geopfertes Herz, Durch dieses dein bis in den Tod getreues Herz, Durch dieses sichere, selige Unterpfand deiner ewigen Liebe, erbarme dich meiner in meiner Sterbstunde. Durch dieses dein treues, gütigstes Herz- sei mir gnädig, o Jesus! in meiner Sterbftunde! - 295 - Durch dieses dein süßes, gütigstes, treues Herz!- verschone mich, o Jesus! in meiner Sterbstunde! Von Versuchungen und der Verzweiflung, Von den Banden der Sünde und des ewigen Todes, Von den Nachstellungen des bösen Feindes, Von aller Qual und Angst des Gewissens, Von aller Bedrängniß, Verwirrung und Kleinmüthigkeit, Von aller Schuld und Strafe der Sünden, Von der unglückseligen Verlaffenheit von Gott, Von dem unglückseligen Tode der Sünder, Von dem ewigen Tode, Durch deine bis in den Tod betrübte Seele, Durch dein dreifaches Gebet am Delberge, Durch deine bittere Todesangst, Durch deine unüberwindliche Geduld, Durch dein bei der Geißlung vergossenes Blut, Durch deine schmerzliche Krönung mit Dornen, Durch deine Verspottung und Beschimpfung, Durch die Schmerzen der Backenstreiche, - durch dein treues Herz. erl. mich in meiner Sterbst. Durch deine blutige Kreuztragung, Durch deine grausame Kreuzigung und Ausdehnung aller deiner Glieder, stärke mich in meiner Sterbstunde. Durch deine dreistündige schmerzliche Todesangst, Durch deinen legten Herzstoß, Durch dein heiliges Kreuz, als die Siegesfahne über alle Feinde, Durch dein h. Kreuz als Zeichen unseres Glaubens, Durch dein H. Kreuz als den Grund unserer Hoffnung, Durch dein heiliges Kreuz, als den Brennpunkt unserer Liebe, stärke mich in meiner Sterbstunde, o Jeſus! Jesus! mein leidender und sterbender Heiland! daß ich in deiner Gnade und Liebe mit vollkommen zerknirschtem Herzen glückselig von dieser Welt scheide verleihe mir durch dein Kreuz und deinen Tod! Durch dein treues Herz, höre mich, o Jesus! Durch dein treues Herz, erhöre mich, o Jesus! Vater unser 2c. Gegrüßet seiest du Maria 2c. & Jesus! der du durch deinen Kreuzestod die Welt die Hölle und den Tod siegreich zu meinem Heile überwunden hast, ich bitte dich durch dein mir bis in den Tod treues Herz, du wollest dich meiner mit deinem kostbaren Blute erkauften Seele erbarmen mich stärken im legten Streite, und nicht von meiner Seele weichen, bis ich siegend über den Tod und die Hölle meinen Geist in die Wunde deines süßen, treuen Herzens aufgegeben darum bitte ich dich durch die Liebe des mütterlichen Herzens Mariä. Amen. C - C - - - - Die letzten Seufzer eines Sterbenden. Ich bete dich an, o lebentizer, wahrer Gott- Vater, Sohn und heiliger Geist! Ich glaube an dich, o ewige Wahrheit! Ich hoffe auf dich, o unendliche Barmherzigkeit! Ich liebe dich, o unendliche Güte! Aus Liebe zu dir, o Jesus, will ich sterben, der du aus Liebe zu mir gestorben bist. O gütiger Gott! laß nicht zu, daß ich dich verliere! O unendliche Güte! Ich liebe dich aus ganzem Herzen. Aus Liebe zu dir, o unendlich gütiger Gott! reuet es mich, daß ich dich jemals beleidiget habe. In alle Ewigkeit will ich nicht mehr fündigen. O Jesus! in wenigen Augenblicken stehe ich vordir als meinem Richter; ach, erbarme dich meiner! O Jesus! sei mein Erlöser, und erlöse mich!- Jesus! dir lebe ich, dir sterbe ich, dein bin ich todt und lebendig. Am. In deine Hände empfehle ich meinen Geist!- Ich sterbe, o Jesus! damit ich dich sehe.— Maria, Mutter Gottes! bitte Jesum für mich. Wende, o Jungfrau Maria! deine barmherzigen Augen auf mich, und zeige mir Jesum, die gebeinedeite Frucht deines Leibes. O gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria, bitte für mich! O Maria! erzeige dich als meine Mutter.- O Maria, verlasse mich, dein Kind, nicht in der größten Noth! O schöner Himmel, mein ewiges Vaterland! wann werde ich dich sehen?- herrlicher Gott! wann werde O ich dich vollkommen lieben und anschauen von Ungesicht SAND - - 296 e be bet. - - - - -1 - Jesus! zu Angesicht!- O Jesus! wann werde ich mich in der Sicherheit befinden, dich nicht mehr verlieren zu können? Mein Gott, und mein Alles! Ich verliere gerne Alles, wenn ich nur dich, mein Gott! gewinne! mein Gott, habe Barmherzigkeit mit mir wegen Jesu, meinem Erlöser!- Ich will gern Alles leiden, auch das Fegefeuer willig annehmer, wenn ich nur dich, mein Gott, in Ewigkeit lieben kann. Erbarme dich, o Je= sus! deines Dieners, den( deiner Dienerin, die) du mit deinem kostbaren Blute erlöset hast. Meine Liebe ist der Gekreuzigte.- Herr! merke auf meine Hülfe! Herr! eile mir zu helfen. Ach! ich hoffe, bald in den Himmel zu kommen. Dir empfehle ich meine Seele, die du erlöset hast. Heiliger Erzengel Michael! Heistreite für mich. Heiliger Josef! stehe mir bei. licher Schußengel! verlaß mich nicht. Alle ihr Heiligen Gottes! flehet mir bei, und bittet für mich.— Beſonders stehe mir bei, o du mein heiliger Namenspatron N-! O Jesus! ich sterbe im Vertrauen auf deine unendlichen Verdienste. Jesus! ich bereue meine Sünden!- O Jesus! in deinen göttlichen Armen will ich sterben. Jesus! in dein heiligstes, zärtlichstes Heiz schließe ich meine arme Seele ein. treues Herz meines Jesu,- dich grüße ich sterbend. O treues Herz Jesu! ich bete dich an, und lobe und preise dich mit diesen meinen letzten Athemzügen. D treues Herz Jesu! dir opfere ich auf mein nun brechendes Herz. - 1 - -0 297 - - 1 - - - - - - 11 - treues O treues Herz Jesu! ein jeder Schlag meines sterbenden Herzens sage dir: ich liebe dich! Herz! besonders der letzte Schlag desselben sei ein Akt meiner treuen Liebe zu dir- und sage dir ich habe dich geliebt bis in den Tod. In dieses dein treues Herz verschließe ich mich. Komm, o Jesus! erlöse mich. Komm, o Jesus! stärke mich. Komm, o Jesus! und führe mich in den Himmel ein. O Jesus! Maria und Josef! stehet mir bei, und erbarmet euch meiner armen Seele!- Ich will sterben, o Jesus! aus Buße - - - - 1 1 - 1 - für meine Sünden. Ich will sterben, o Jesus! weil du für mich gestorben bist. Ich will sterben, o Jesus! damit ich dich sehen und ewig lieben könnte. Jesus, Maria und Josef allezeit in meinem Herzen. Jesus, Maria und Josef allezeit in meinen Gedanken. Jesus, Maria und Josef allezeit auf meiner Zunge. Jesus, Maria und Josef, mein letzter Gedanke, mein legter Seufzer. Jesus, Maria und Josef! Euch lebe ich. Jesus, Maria und Josef! Euch sterbe ich! Jesus! ich glaube an dich! Jesus! ich hoffe auf dich! Jesus! ich liebe dich über Alles!- Jesus! sei mir armen Sünder gnädig! Jesus, Jesus, Jesus! in deine Hände empfehle ich meinen Geist. Maria und Josef! in eure Hände empfehle ich meinen Geist. Vater! durch das heiligste, treueste Herz Jesu nimm auf meine Seele! Jesus! Jesus! - 298 - 1 Heiliger Petrus, Heiliger Paulus, Heiliger Andreas, Heiliger Johannes, - Herr, erbarme dich unser! Christus, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Christus, höre uns! Christus, erhöre uns! Heilige Maria, bitt für ihn( oder sie)! Alle heiligen Engel und Erzengel Heiliger Abel, Alle heiligen Chöre der Gerechten, Heiliger Abraham, Heiliger Johannes der Täufer Heiliger Josef, Alle heiligen Patriarchen und Propheten, 1 Gebet für Sterbende. Nach dem Gebrauche der heiligen katholischen Kirche. ( Aus dem römischen Brevier.) - - - ( oder sie)! bitte( oder bittet) für ihn - 299 - Alle heiligen Apostel und Evangelisten, Alle heiligen Jünger des Herrn, Alle heiligen unschuldigen Kinder, Heiliger Stephanus, Heiliger Laurentius, Alle heiligen Märtirer, Heiliger Sylvester, Heiliger Gregorius, Heiliger Augustinus, Alle heiligen Bischöfe und Beichtiger, Heiliger Benedictus, Heiliger Franziskus, Alle heiligen Mönche und Einsiedler, Heilige Maria Magdalena, Heilige Lucia, bitte( oder bittet) für ihn( oder sie)! Alle heiligen Jungfrauen und Witwen, Alle Heiligen und Auserwählten, Sei ihm( ihr) gnädig, verschone ihn( sie), o Herr! Sei ihm( ihr) gnädig, erlöse ihn( sie), o Herr! Von deinem Zorne, Von der Gefahr des Todes, Von einem bösen Tode Von den Strafen der Hölle, Von allem Uebel, Von der Gewalt des bösen Feindes, Durch deine Geburt, Durch dein Kreuz und Leiden, Durch deinen Tod und Begräbniß, Durch deine herrliche Auferstehung, Durch deine wunderbare Himmelfahrt, Durch die Ankunft des heil. Geistes des Trösters, Am Tage des Gerichtes, Wir arme Sünder, wir bitten dich, erhöre uns! Daß du ihn( sie) verschonest, wir bitten dich, erhöre uns! Herr, erbarme dich, seiner( ihrer)! Christus, erbarme dich seiner( ihrer)! Herr, erbarme dich seiner( ihrer)! erlöse ihn( sie), o Herr! - 300 Gebet. Fahre hin, christliche Seele! aus dieser Welt im Namen Gottes, des allmächtigen Vaters, der dich erschaffen hat; im Namen Jesu Christi, des Sohnes des lebendigen Gottes, der für dich gelitten hat; im Namen des heiligen Geistes, der über dich) ist ausgegossen worden; im Namen der Engel und Erzengel; im Namen der Thronen und Herrschaften; im Namen der Fürstenthümer und Mächte; im Namen der Cherubin und Seraphim; im Namen der Patriarchen und Propheten; im Namen der heiligen Apostel und Evangelisten; im Namen der heiligen Märtirer und Beichtiger; im Namen der heiligen Mönche und Einsiedler; im Namen der heiligen Jungfrauen und aller Heiligen Gottes. Heute sei dein Ort mit Frieden, und deine Wohnung im heiligen Sion durch eben denselben Christum, unsern Herrn. Amen. Barmherziger Gott! gütigster Gott, o Gott! der du durch die Menge deiner Erbarmungen die Sünden der Büßer auslöschest, und die Strafen der begangenen Sünden durch Nachlassung und Verzeihung hinwegnimmst! sieh deinen Diener( deine Dienerinn) gnädig an, und erhöre sein( ihr) Flehen; da er( sie) aus ganzem Herzen alle seine( ihre) Sünden bekennet, und dich um Verzeihung derselben bittet. Erneuere in ihm( ihr) gütigster Vater! Alles, was durch irdische Schwachheit entstellt, oder durch die List des Satans verlegt worden ist, und schließe dieses, durch das Blut deines Sohnes erlöste Glied an die Einigkeit der Kirche an. Erbarme dich, Herr! seiner( ihrer) Seufzer; erbarme dich seiner( ihrer) Thränen, weil er( sie) nur auf deine Barmherzigkeit Vertrauen segt, so lass' ihn( sie) zur Gnade deiner Versöhnung gelangen. Liebster Bruder( liebste Schwester)! ich empfehle dich dem allmächtigen Gott, und übergebe dich den Händen deines Schöpfers, damit du, wenn du durch den Tod die Schuld der Natur wirst bezahlt haben, zu deinem Urheber, der dich aus dem Lehm der Erde gebildet hat, zurückkehrest. Die glänzende Schaar der Engel komme deiner Seele entgegen, wenn sie von dem Leibe scheidet; - 301 - die Versammlung der Apostel, welche die Welt richten werden, finde sich dabei ein; das siegreiche Heer der Märtirer begegne dir; die mit Lilien gezierte Menge der Beichtiger umgebe dich; der Chor frohlockender Jungfrauen nehme dich auf; das liebevolle Umarmen im Schooße der seligen Ruhe verbinde dich mit den Patriarchen; sanft und herrlich zeige dir Jesus sein Angesicht; er nehme dich unter Diejenigen auf, die stets um ihn sind. Die schrecklichen Finsternisse, die prasselnden Flammen, die peinigenden Qualen sollen dir ganz unbefannt bleiben. Der fürchterliche Höllengeist mit seinem Anhange weiche von dir; er zittere und fliehe in die entsegliche Verwirrung der ewigen Nacht, wenn er dich, von Engeln begleitet, ankommen sieht. Gott! stehe auf, und seine Feinde sollen zerstreut werden, und Alle, die ihn hassen, sollen vor seinem Angesichte fliehen. Wie der Rauch vertrieben wird, so sollen sie vertrieben werden; wie Wachs vor dem Feuer zerfließt, so sollen die Ruchlosen vor Gottes Angesicht vergehen. Die Frommen aber sollen vor Gott frohlocken und jauchzen. Alle Schaaren der Hölle sollen zu Schanden werden und sich schämen, und die Diener des Satans sollen dir kein Hinderniß in den Weg legen. Christus, der für dich gekreuziget worden ist, befreie dich von aller Qual. Christus, der sich gewürdiget hat, für dich zu sterben, befreie dich von dem ewigen Tode. Christus, der Sohn des lebendigen Gottes, führe dich zum Besitze der ewigen Freuden des Paradieses. Dieser wahre Hirt erfenne an dir eines seiner Schafe. Er spreche dich von allen deinen Sünden los, und stelle dich zu seiner Rechten unter die Zahl seiner Auserwählten. Mögest du deinen Erlöser von Angesicht zu Angesicht sehen! Mögest du stets gegenwärtig um ihn sein, und die hellste Wahrheit mit glücklichen Augen anschauen! Mögest du in der Gesellschaft der Seligen die Süßigkeit der göttlichen Anschauung in Ewigkeit genießen! Amen. Herr! nimm deinen Diener( deine Dienerin) in die Wohnung der Seligkeit auf, die er( sie) von deiner Barmherzigkeit hoffet. Amen. — 302 - Herr! befreie die Seele deines Dienes( deiner Dienerin) von allen Gefahren der Hölle, von den Banden der Hölle, von den Banden der Strafen, und von allen Qualen. Amen. Herr! befreie die Seele deines Dieners( deiner Dienerin), wie du den Henoch und den Elias von dem allgemeinen Tode der Menschen befreiet haft. Amen. Herr! befreie die Seele deines Dieners( deiner Dienerin), wie du den Noe von der Sündfluth befreiet hast. Amen. Herr! befreie die Seele deines Dieners( deiner Dienerin), wie du den Abraham aus der chaldäischen Stadt Ur befreiet haft. Amen. Herr! befreie die Seele deines Dieners( deiner Dienerin), wie du den Loth aus Sodoma und den Feuerflammen desselben befreiet hast. Amen. Herr! befreie die Seele deines Dieners( deiner Dienerin), wie du den Isaak aus der Hand Abrahams, seines Vaters befreiet hast. Amen. Herr! befreie die Seele deines Dieners( deiner Dienerin), wie du den Moses aus der Hand des ägyptischen Königs Pharao befreiet haft. Amen. Herr! befreie die Seele deines Dienes( deiner Dienerin), wie du den David aus der Hand des Königs Saul und des Goliaths befreiet hast. Amen. Herr! befreie die Seele deines Dieners( deiner Dienerin), wie du den Job von seinen Leiden befreiet haft. Amen. Herr! befreie die Seele deines Dieners( deiner Dienerin), wie du den Daniel aus der Löwengrube befreiet haft. Amen. Herr! befreie die Seele deines Dieners( deiner Dienerin), wie du die drei Knaben aus dem glühenden Ofen und von der Hand des gottlosen Königs befreiet haft. Amen. Herr! befreie die Seele deines Dieners( deiner Dienerin), wie du die Susanna von der Strafe und der Schande des angedichteten Lasters befreiet hast. Herr! befreie die Seele deines Dieners( deiner Dienerin), wie du den Petrus und Paulus aus dem Kerker befreiet hast. Amen. 303 Wie du endlich, o Herr! die selige Jungfrau und Märtirin Thecla von drei sehr schrecklichen Peinen be- - freiet haft, so befreie gnädigst die Seele dieses deines Dieners( dieser deiner Dienerin), und laß ihn( sie) mit dir die himmlischen Güter genießen. Amen. Wir empfehlen dir, o Herr! die Seele deines Dieners N.( deiner Dienerin N.), und bitten dich, Herr Jesus Christus! Erlöser der Welt! laß diese Seele, für welche du aus Barmherzigkeit in die Welt gekommen bist, in den Schooß deiner Patriarchen tragen. Erkenne, o Herr! dein Geschöpf: es ist nicht von fremden Göttern, sondern von dir allein, du wahrer, lebendiger Gott! erschaffen worden; denn es gibt keinen Gott, außer dir, und nichts fommt deinen Werken gleich. Erfülle ihn ( sie) Herr! durch deine Gegenwart mit Freuden. Gedenke nicht mehr seiner( ihrer) Ungerechtigkeiten und Verirrungen, zu welchen ihn( sie) die Gewalt der bösen Lust verleitet hat. Er( sie) hat zwar gesündigt, aber den Glauben an den Vater, und den Sohn und den heiligen Geist bat er( sie) doch nicht verläugnet, sondern er( sie) hat den Glauben bewahrt! er( sie) hat den Eifer für die Ehre Gottes gehabt, und Gott, den Schöpfer aller Dinge, getreu angebetet. Herr! gedenke nicht der Sünden seiner( ihrer) Jugend und seiner( ihrer) Unwissenheit, sondern gedenke seiner( ihrer) in deiner glänzenden Herrlichkeit nach deiner großen Barmherzigkeit. Die Himmel sollen sich ihm ( ihr) öffnen, die Engeln sich mit ihm( ihr) erfreuen. Nimm, Herr! deinen Diener( deine Dienerin) in dein Reich auf. Der heilige Michael, der Erzengel Gottes, welcher verdient hat, Fürst des himmlischen Heeres zu werden! nehme ihn( sie) auf. Die heiligen Engel Gottes wollen ihm( ihr) entgegen kommen, und ihn( sie) in die himmlische Stadt Jerusalem führen. Es nehme ihn( sie) der heilige Petrus auf, welchem Gott die Schlüssel zum Himmel übergeben hat. Ihm( ihr) helfe der heilige Paulus, welcher würdig war, ein auserwähltes Gefäß zu sein. Der heilige auserwählte Apostel Gottes Johannes, D - 304 welchem die himmlischen Geheimnisse sind geoffenbaret worden, bitte für ihn( sie). Alle heiligen Apostel, denen der Herr die Macht zu binden und zu lösen anvertraut hat, sollen für ihn( sie) bitten. Alle Heiligen und Auserwählten Gottes, die für den Namen Christi in dieser Welt Marter ausgestanden haben, wollen seine( ihre) Fürbitter sein! damit er( sie) von den Banden des Fleisches befreit, zur Herrlichkeit des Himmelreiches zu gelangen verdiene. Das verleihe ihm( ihr) unser Herr Jesus Christus, der mit dem Vater und dem heiligen Geiste lebet und regieret in Ewigkeit. Amen. Nach dem Hinscheiden. Kommet zu Hülfe, ihr Heiligen Gottes! kommt entgegen, ihr Engel des Herrn! nehmet seine( ihre) Seele auf, und bringet sie vor das Augesicht des Allerhöchsten. Christus, der dich berufen hat, nehme dich auf, und seine Engel tragen dich in den Schooß Abrahams. Herr, erbarme dich seiner( ihrer)! Christus, erbarme dich seiner( ihrer)! Herr, erbarme dich seiner( ihrer)! Vater unser 2c. Herr, gib ihm( ihr) die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihm( ibr). Von der Pforte der Hölle- rette ihn( sie), o Herr! Laß ihn( sie) ruhen im Frieden. Amen. Herr, erhöre mein Gebet- Und laß mein Rufen zu dir kommen. Gebet. Wir empfehlen dir, o Herr! die Seele deines Dieners( deiner Dienerin), damit, weil sie nun von der Welt abgeschieden ist, dir allein lebe und du ihr die Sünden, die sie aus menschlicher Gebrechlichkeit in ihrem Lebenswandel begangen hat, aus deiner unendlichen Güte. und Barmherzigkeit verzeihest. Um dies bitten wir dich durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. Bweite Abtheilung. Liebes- Bund zur Verehrung des heiligen Herzens Mariä. 20 glisdid sind ud dan esdsig 03 me aptitud pee DELTEBON 8020 bisogn - 307 - Borbericht. Von der Undacht zum heiligen Herzen Mariä der Mutter Gottes. Das Herz Mariä ist mit dem Herzen ihres Sohnes so innig vereinigt, und demselben so gleichförmig, daß man das Herz Jefu nicht anbeten kann, ohne sich von Hochachtung und Verehrung gegen das Herz seiner seligsten Mutter durchdrungen zu fühlen. Maria ist die Zuflucht der Sünder, sie ist die Mittlerin zwischen ihrem Sohne und dem fündigen Menschengeschlechte Ihr Herz ist gleichsam der Eingang zum göttlichen Herzen ihres Sohnes. Daher werden die Mitglieder der Bruderschaft aufgemuntert, auch stets eine große Liebe und Andacht zu dem heiligen Herzen Mariä zu haben, und das Fest des heiligen Herzens Mariä welches am ersten Sonntage im Juni begangen wird, mit besonderer Andacht zu begehen. Ch Gleichwie zu Ehren des göttlichen Herzens Jesu, besteht auch eine Bruderschaft zu dem süßesten Herzen Mariä, von Papst Clemens X. durch ein eigenes päpstliches Breve im Jahre 1674 eingesezet, und von den darauf folgenden Päpsten bestätiget, und mit Ablaß begnadiget. Die Vereinigung in diese Bruderschaft geschieht zu Rom in der Kirche des h. Eustachius, und das Fest zu dem heiligen Herzen Mariä wird an vielen Orten mit Messe und Feierlichfeit begangen. Dieser Andacht sollst demnach auch du dich befleiBen, und dazu mögen dir nachstehende Andachtsübungen dienen, die du auf ähnliche Weise hochachten und üben sollest, wie die zu dem heiligsten Herzen Jesu; weil nach dieser Andacht keine Andacht dem Herzen Jesu wohlgefälliger sein kann, als die Andacht zu dem Herzen seiner hochgebenedeiten jungfräulichen Mutter. 20% - 308 - Jobind106 I. Liebesvereinigung der Seele bitnite mer mogilid ng indi) and no mit dem heiligen Herzen Mariä durch tägliche Andachts: Uebungen und Liebes: and and mom and Anmuthungen. dass din guirigachec 10. 100 y gimt sit ami minden 181 i sad south sid ft nizo 1. Liebesaufopferung seiner selbst an das heiligste Herz Mariä. You distan omd megilis mag onio etan Oheiligstes, unbeflecktes Herz Mariä! Du reinstes, liebenswürdigstes und vollkommenstes Herz, das die allmächtige Hand des Schöpfers in dem reinsten Geschöpfe gebildet hat; du unversiegbare Quelle von Güte, Sanftmuth, Erbarmung und Liebe; du Vorbild aller Tugenden und vollkommenes Abbild des anbetungswürdigsten Herzens Jesu Christi! Wie sehr brennest du vor Liebe! Du hast allein Gott mehr geliebt, als alle Seraphinen, mehr als alle Engel und Heiligen zusammengenommen, du hast der hochheiligsten Dreieinigkeit durch die geringste deiner Empfindungen mehr Verherrlichung verschafft, als es alle übrigen Geschöpfe durch ihre heldenmüthigen Handlungen gethan haben, und noch zu thun im Stande sind. Herz der Mutter unseres Erlösers! daß du unser Elend so lebhaft empfunden, zu unserem Heile so viel gelitten, uns mit so vielem Feuer und Zärtlichkeit geliebet Reiterer ger Möglich gest Graz. Ich bin die Mutter der schönen Liebe. Ich liebe diejenigen die mich lieben! Ecil.24 Pr in Oraz 309 hast, und aus allen diesen Gründen die Ehrfurcht, Liebe, Dankbarkeit und das Vertrauen aller Menschen verdienest, nimm meine schwachen Huldigungen liebreich auf. - -- Niedergeworfen vor dir, o Herz der Mutter der Barmherzigkeit! verehre ich dich mit der tiefsten Ehrfurcht, deren ich fähig bin; ich danke dir für die Gefühle der Erbarmung und Liebe, von denen du bei dem Anblicke weines Elendes so oft gerührt worden bist; ich dante dir für alle die Wohlthaten, welche ich von deiner műtterlichen Güte erhalten habe; ich schließe mich an alle - die Seelen an, welche ihre Wonne und ihren Trost datin finden, dich zu verehren, dich zu loben, dich zu lieben. Du, o höchst liebenswürdiges Herz! du sollst von nun an nach dem Herzen Jesu Christi der Gegenstand meiner innigsten Verehrung, meiner Liebe und meiner zärtlichsten Andacht sein; du sollst der Weg sein, auf welchem ich zu meinem Erlöser gelangen will, und durch dich werde ich gewiß seine Gnade und seine Erbarmungen reichlichst erhalten; du sollst meine Zuflucht sein in meinen Trübsalen, mein Trost in meinen Bekümmernissen, meine Hülfe in meinen Nöthen. Von dir will ich erlernen die Reinheit, die Demuth und die Sanftmuth; aus dir will ich schöpfen die Liebe zum heiligsten Herzen Jesu, deines Sohnes. Amen. 2. Tagzeiten zu dem heiligen Herzen Mariä. Zur Matutin. I. Zunächst am Göttlichen, Himmlisch und wunderschön, Mit Blumen zart begränzt, Lieblich ein Zweites glänzt, 308 HA 107 ged - 310 - Hochselig! auflodernd in lichter Flamme, Strahlet von selbem, Maria, dein Name. Kein Herz so brennend liebt, Gott so viel Ehre gibt, Kein Herz so heilig ist, So vielen Trost genießt. O voll Vertrauen Darf ich dich schauen, Weil es bewußt mir ist, Daß du die Mutter bist, da Die mich an Kindes Statt Einst angenommen hat; Könnt' ich in Allen Doch dir nur gefallen, da Lieben das höchste Gut In deiner Liebe Gluth! Gun 300grsdelte Itindgi gight at mist da gnumpdr sid allo saj sid sibe mobilat Josie w old and bodo napind vaatam Ach süßes, reines Herz! nde mollis Um deiner Liebe Schmerz Höre mich, o Himmelskönigin, Nimm mein Herz völlig hin! Maria! rette mich, Daß ich einst schaue dich In deiner Herrlichkeit, Selig gebenedeit In alle Ewigkeit. Amen. Antiph. Ich bin die Mutter der schönen Liebe, der Gottesfürcht, der Erkenntniß und der heiligen Hoffnung; in mir ist alle Gnade des Lebens.( Eccl. 24, 24.) Vers. Mein Herz ist entzündet.( Psalm 72, 21.) Resp. Ich liebe Diejenigen, die mich wieder lieben.( Prov. 8, 17.) V. Herr! erhöre mein Gebet! R. Und laß das Rufen meines Herzens zu dir kommen! Gebet. D Gott! der du zum Heile der Sünder, zur Zuflucht aller Betrübten, und zum süßesten Troste aller Auserwählten das unbefleckte Herz Mariä dem gött 311 lichen Herzen Jesu an Heiligkeit, Liebe und Erbarmung so ähnlich haben wollest, verleihe gnädiglich, daß auch unser Herz den heiligen Herzen Jesu und Mariä an Tugend und Gnade stets ähnlicher werde, durch denselben Jesum Chriftum, deinen eingebornen Sohn, unsern Herrn und Heiland, der mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Job tot ngunit 8 11 II. Gleich nach der Aeltern Fall In diesem Jammerthal, Verkündet Gottes Mund Aus seinem Gnadenbund, Zu aller Menschen Wohl Ein Heiland kommen soll, Dem wird bereitet sein Ein Herz jungfräulich rein, Maria dein Herz! Unbefleckt makellos Empfängt im Mutterschooß' Anna dich; his or mocht en nis gin ei mie 2 ..and. So bleibst du ewiglich. An deinem Haupt erglänzt die Sternenkrone, Strahlend umflossen vom Lichtglanz der Sonne. Dein Blick zur Erd' sich neigt, Bor dir der Mond sich beugt, Gottes Macht schüßzet dich, du hast gesieget; Zu deinem Fuß zerdrückt die Schlange lieget! Zu dir hin fliehe ich, Schüß vor der Schlange mich. Nein, keine Sünde mehr! Dieß mein Entschluß, o Herr! Verleih' die Gnade mir! So ruf' ith auf zu dir: Ach süßes, reines Herz, Um deiner Liebe Schmerz Höre mich, o Himmelskönigin! zc.( wie oben.) - 312 Shor - Antiph. Du bist ganz schön, meine Freundin, und feine Makel ist an dir.( Cant. 4, 7.) COMO Bers. Ich bin die Lilie des Thales.( Cant. 2, 1.) Resp. Möge mein Herz unbefleckt werden vor deinem Angesichte.( Psalm 148, 80.) V. Herr! erhöre mein Gebet! R. Und laß das Rufen meines Herzens zu dir kommen! Gebet( wie oben.) III. Hin zu des Tempels hochbeiligen Hallen Seh' ich nun Anna und Joachim wallen, An ihrer Hand das Kind, Das schon so früh beginnt, Völlig ein Opfer des Herrn zu werden, Ihm stets als Jungfrau zu dienen auf Erden. Kaum erst drei Jahre alt, Hast du in Kind'sgestalt Schon dieß Gelübd' gemacht; Und so Gott dargebracht, Dein Herz als Opfer! Nun lebt verborgen ein himmlisch Leben Die dem Gebet Und ihr Herz völlig vor Sehnsucht verschmachtet, Wenn sie die Worte der Schrift da betrachtet; Daß nun bald kommen wird, den mit Verlangen Alle Propheten se glühend befangen. So bist du Vorbild mir, Daß ich mich ganz mit dir Meinem Gott völlig zum Opfer hinweihe, Dazu mir du deinen Schuß nun verleihe. Uch süßes, reines Herz! Um deiner Liebe Schmerz. Höre mich, o Himmelskönigin 2c.( wie oben.) Antiph. Herr! vor dir ist all' mein Verlangen, und mein Seufzen ist dir nicht unbekannt: den ganzen - 5, 2.) 313 Tag ist dein Gesetz meine Betrachtung.( Psalm 37, 10; 118, 97.) - dani) 1973 19 Vers. Ich will sie in die Einsamkeit führen und an ihr Herz reden.( Oseas 2, 14.) de maniad Resp. Ich schlafe, aber mein Herz wachet.( Cant. prod. Sag All 10 V. Herr, erhöre mein Gebet! kommen! R. Und laß das Rufen meines Herzens zu dir ( 1900 Gebet( wie oben). Ad laudes. aiddalf 8 a. IV. Auf geht das Himmelsthor, Und aus dem Engelschor, Von Gott zu dir gesandt, Im weißen Lichtgewand Kommt Gabriel herab, Freudig den Gruß dir gab: 610 12 Daß du voll Gnade, voll himmlischer Gaben, Erwählt bist, Gott selbst zum Sohne zu haben. Gottes Geist nun über dich herabschwebet, In dir die Furcht der Erlösung belebet. Laß mich doch zur Kindschaft Gottes gelangen Durch Ihn, den du jungfräulich haft empfangen. Erbitt' die Gnade mir, So ruf' auch ich zu dir: Ach süßes, reines Herz! Um deiner Liebe Schmerz Höre mich, o Himmelskönigin! 2c.( wie oben.) dan Antiph. Siehe, eine Jungfrau wird empfangen, und einen Sohn gebären, und sein Name wird genannt werden: Emanuel( Gott mit uns), der Wunderbare, Gott der Stärke, der Vater fünftiger Zeiten, der Fürst des Friedens.( Sf. 7, 14; 9, 6.) 314 : 01 Vers. Ich habe Gnade gefunden vor deinen Augen, Herr!( Ruth. 2, 13.) Resp. Du hast mich getröstet, und an das Herz deiner Magd geredet.( Ruth. 2, 13.) V. Herr, erhöre mein Gebet! R. Und laß das Rufen meines Herzens zu dir 1740 stud Gebet( wie oben). dule kommen! - V. Ueber die Berge hin Ziehst du als Pilgerin, Tragest das süße Pfand Durch das gelobte Land Hin zur Elisabeth - nogmat 3art und inniglich. Gus Im Preis- und Lobgebet. Ach, welchen süßen Dank Da deine Seele sang, Jubelnd erfreuend sich, Weil Gost dich gnädiglich der ads Angeblickt, seine Magd, moda Wie du es vorhergesagt. Auf Erden nun alle Völker dich preisen, Lob deinem Herzen und Ehre erweisen! Auch ich verehre dich TOW Segne die Andacht mir, So ruf' ich auf zu dir: Ach süßes, reines Herz! Um deiner Liebe Schmerz Höre mich, o Himmelskönigin! 2c.( wie oben.) Antiph. Meine Seele verherrlicht den Herrn, und mein Geist hat sich in Gott, meinem Heiland, erfreut. ( Luc. 1, 45, 47.) Vers. Du hast Freuden in mein Herz gegeben. ( Psalm 4, 7.) 315 my Resp. Von nun an werden mich selig preisen alle Geschlechter der Erde.( Luc. 1, 48.) 1 kommen! b em V. Herr, erhöre mein Gebet! dull 47 23 R. Und laß das Rufen meines Herzens zu dir 11 190 Gebet( wie oben). 3ur Prim. [ 08 VI. Endlich, o selig die Zeit sich erfüllet, Wo Gott der Welt das Geheimniß enthüllet; Das seine Lieb' und Macht Für unser Heil vollbracht, Im Himmelsglanz und Pracht ging Erstrahlt die Weihenacht! Q Durch alle Himmel der Freudenruf tönet: Geboren ist, der die Welt Gott verföhnet! Gloria, Ehre Ihm, Gott in der Höhe, Weil ich auf Erden das Jesukind sehe. Das holde Jesufind in deinen Armen Blicket auf mich mit großem Erbarmen! Ruhet an deiner Brust, Ach! mit welch' reiner Lusti Hat es sich nährend an dich gedrücket, e Und so als Mutter die Jungfrau entzücket. Sei auch du Mutter mir, So ruf' ich auf zu dir: 19 Ach süßes, reines Herz! Um deiner Liebe Schmerz Höre mich, o Himmelskönigin! 2c.( wie oben.) ( Antiph. Und siehe, der Engel des Herrn sstand bei ihnen, und die Klarheit Gottes umleuchtete ihn, und er sprach: ,, Ich habe euch eine große Freude zu verkünden: denn heute ist euch der Heiland geboren, der da ist, Christus der Herr, in der Stadt David. 316 sin Vers. Und dein Wort ist mir zu Freude und zum Jubel des Herzens geworden.( Serem. 15, 16.) Resp. Und sie fanden Maria und das Kind in der Krippe.( Luc. 2, 16.) and V. Herr, erhöre mein Gebet! R. Und laß das Rufen meines Herzens zu dir kommen! - Gebet( wie oben). 16 106 3ur Sert. VII. 910 D en gilt bildad Kaum darauf einige Wochen vergehen, Wir in den Tempel mit Joseph dich sehen. Was dir das Liebste war, TE Bringst du zum Opfer dar- Das liebe Jesukind Für aller Menschen Sünd'! Ho a Anna und Simeon dich benedeien, d Aber auch dir jenes Schwert prophezeien, Das mit so vielem Schmerz Dringen wird durch dein Herz.- 80 Noch das Kind an der Brust, Mit ihm du fliehen mußt, Doch dein Herz allezeit Muthig entschlossen bleibt; Gib, daß ich auch so treu Stets meinem Jesu sei! Erbitt' die Gnade mir, So ruf' ich auf zu dir: Ach süßes, reines Herz! Um deiner Liebe Schmerz Höre mich, o Himmelskönigin! 2c.( wie oben.) Antiph. Wenn du vor seinem Angesichte erscheinen wirst, wird er dir Gnade erweisen, und du wirst die Auserwählte seines Herzens sein.( Judith 10, 16.) Vers. Hoffe auf den Herrn. 13 -317 - on Resp. Und er wird dir die Bitten deines Herzens gewähren.( Psalm 36, 4.) V. Herr, erhöre mein Gebet! R. Und laß das Rufen meines Herzens zu dir fommen! Gebet( wie oben). 3ur Sert. VIII. Mir nun vor Augen steht Das Haus von Nazareth, Wo dir gegönnet war Mit Jesu dreißig Jahr haid bo Einsam verborgen zu leben hienieden, In stiller Ruh und himmlischem Frieden. mag Dein Herz ganz ungestört m sdn Jhn, Gott, die Wahrheit hört. Jedes Wort, das er spricht, 157362 k Ist für dich Kraft und Licht. eglojus º All' seine Tugenden in ihrer Fülle Sauget dein Herz sich in jener Stille, Dein Herz, wie feines, un and di Mit seinem wird Eines. In solcher Uehnlichkeit Bist du für allezeit itus 2 Der klarste Spiegel der Heiligkeit Allen, Im höchsten Tugendglanz Gott zu gefallen, ( do Sei es auch immer mir!- 9300 So ruf ich auf eines Herz! madog ladire dir: de dating namisch süßes, reines Herz! fedap ud Um deiner Liebe Schmerz Höre mich, o Himmelskönigin! 2c.( wie oben.) Antiph. In der Unschuld meines Herzens wandelte ich in der Mitte meines Hauses.( Psalm 100, 2.) mad Vers. Selig, wer mich höret und täglich an meiner Schwelle wachet.( Sprichw. 8, 34). 2 and drill - 318 Refp. Sie hatten gleichsam nur Ein Herz und Eine Seele.( Akt. 4, 32.) bosg vid V. Herr, erhöre mein Gebet! R. Und laß das Rufen meines Herzens zu dir kommen! Gebet( wie oben). 16 Zur Non. IX. now bund on Doch diese Zeit ihrem Ende sich neiget, Jesus als Heiland dem Volke sich zeiget. Aber auch im Gewühl der vielen Leute, Weichest du dennoch nicht von seiner Seite, Wandelft mit ihm auf den mühevollen Wegen, Jeder Schritt war für mich Verdienst und Segen. Beschwerniß, Müdigkeit, Verfolgung, Spott und Leid, Alles dieß theileft du freudig mit Ihm; Achtest es für deinen höchsten Gewinn. Gib, daß auch ich freudig Allem entsage, Und das Kreuz willig mit Jesu stets trage. Gib diese Stärke mir, pilns plo]#E So ruf' ich auf zu dir: olit ad free Ach süßes, reines Herz, soll Um deiner Liebe Schmerzchod m @ Höre mich, o Himmelskönigin! 2c.( wie oben.) Antiph. Ich werde ihnen ein Herz und einen Wandel geben. Herr! ich folge dir wohin du geheft. ( Serem. 32, 34. Luc. 9, 57.) 1900 Vers. Da du mein Herz erweitert hast, bin ich den Weg deiner Gebote durchlaufen.( Psalm 118, 32.) Resp. Deine Seele wird das Schwert durchdringen.( Luc. 2.) 1000 slor nu - daghodred 319 9 19 V. Herr, erhöre mein Gebet! quis aute manis R. Und laß das Rufen meines fommen! Herzens zu dir Gebet( wie oben). sid do 2108 Zur Vesper.) ahisle raginiam dn. arred banism X.16 Jesus den Lauf beschließt, fein theueres Leben Für uns versöhnend am Kreuz' hinzugeben. Ach! in welch' bitterm Schmerz Seh' ich dein zartes Herz! bom tum agit Zerfleischt, zerrissen in zahllosen Wunden, Hat es den Martertod Christi empfunden. Gleich von dem Delberg an asjad Bis an den Kreuzesstamm, Alles, was Jesus litt, Schmerzlich dein Herz durchschnitt. dall Thränenvoll seh' ich dich Mutter da stehen, ono Deinen Sohn blutend und klagend ansehen; Das Schwert in deiner Brust Hast du um mich gewußt. Jesus mich dir empfiehlt, di bistrale Blut aus den Wunden quillt, nden quillt, d nase Jesus, ach! bleich und todt in deinen Armen Wollest doch meiner dich, Mutter, erbarmen! 10 Supe Laß mich doch immer ein ING sid dnadsi Kind deiner Schmerzen sein, an gils Sei immer Mutter mir! So ruf' ich auf zu dir: Immat Ach süßes, reines Herz! Um deiner Liebe Schmerze Höre mich, o Himmelskönigin! 2c.( wie oben.) Antiph. Es standen aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter Maria, Cleopha und Maria Magdalena. - 320 Als Jesus seine Mutter sah und den Jünger, den er liebte, sprach er zu seiner Mutter: ,, Weib, siehe deinen Sohn!" Dann sprach er zum Jünger: ,, Siehe deine Mutter!"( Joh. 19, 25, 26.) d Vers. O ihr Alle, die ihr den Weg vorbeigehet. Resp. Merket und sehet, ob ein Schmerz dem meinigen gleiche.( Thren. 1, 12.) V. Herr, erhöre mein Gebet! kommen! R. Und laß das Rufen meines Herzens zu dir ada rudebet( wie oben). hind und mad as nếu như onsi onu 07 milo ME XI. Jesus, erstanden vom Tode, dich grüßet, Dein Herz die Osterfreud' zuerst genießet. Nun nur noch kurze Zeit, Und es ist dir bereit Der Thron der Glorie bei deinem Sohne, Das Reich der Herrlichkeit, die Himmelskrone. Dein Herz nach Jesu zu mächtig sich sehnet, Liebend die Seele vom Leibe sich trennet. Glorreich ihn wieder nimmt, Nun der Triumph beginnt, Auf in den Himmel fährt Maria, lichtverklärt. Jesus als Mutter dich freudig bekennet, Selig als Königin des Himmels frönet, Alle die Chöre der Engel dir dienen, Und dir die Hymnen des Lobes anstimmen; Alles, was liebet und ehret den Herrn, Soll auch dich loben und liebend verehr'n! Dein Schuß die Welt erfreut, Ach! gib, daß ich von heut' ** Stets dich auf Erden mit Eifer bekenne, ning Stets mit Vertrauen Maria dich nenne. Ensia 321 Ach süßes, reines Herz! Um deiner Liebe Schmerz Höre mich, o Himmelskönigin! 2c.( wie oben.) - - Jan Antiph. Ein großes Zeichen erschien am Himmel; ein Weib, bekleidet mit der Sonne, den Mond zu ihren Füßen, und um ihr Haupt zwölf Sterne.( Apoc. 12, 1.) Vers. Du bist die Glorie Jerusalems, du die Freude Israels. Resp. Du die Ehre deines Volkes. V. Herr, erhöre mein Gebet! R. Und laß das Rufen meines Herzens zu dir kommen! Gebet( wie oben). 3ur Complet. Inommot XII. Sei gegrüßet, süßes Herz! glorreich erhoben, Immerdar will ich dich preisen und loben; Aber, ich bitte dich, Denke auch du auf mich, Daß ich einst bei dir sei in deinen Freuden, Aus diesem Jammerthal so vieler Leiden Bald möge glücklich und selig hinscheiden. So blick' ich auf zu dir, Sei gnädig, Jungfrau, mir! Könnt' ich doch, wie du, aus Liebe einst sterben! Und so die Krone des Himmels bald erben; Diesen Wunsch mein Herz vor dir oft bekennet, Weil meine Seele nach Gott sich so sehnet. Nun denn, beschüße mich, Zeitlich und ewiglich Sei immer Mutter mir, So ruf' ich auf zu dir: 21 - 322 11 Ach süßes, reines Herz! Um deiner Liebe Schmerz Höre mich, o Himmelskönigin! 2c.( wie oben.) Antiph. Freue dich, Tochter Sion! juble Israel, freue dich und frohlocke in deinem Herzen, Tochter Jerusalem. Bei dem Volke, das deinen Namen hören wird, wird Gott deinetwegen verherrlichet werden.( Soph. 3, 14. Judith 13, 31.) Vers. Dich, o Herr! werd' ich bekennen aus meinem ganzen Herzen, und deinen Namen verherrlichen in Ewigkeit.( Psalm 58, 12.) Resp. Es ist keine Freude über die Freude des Herzens.( Eccl. 30, 16.) V. Herr, erhöre mein Gebet! R. Und laß das Rufen meines Herzens zu dir kommen! Gebet( wie oben). 3. Litanei zu Ehren des heiligen Herzens Mariä. Herr, erbarme dich unser! Christus, erbarme dich unser! Herr, erbarme dich unser! Christus, höre uns! Christus, erhöre uns! C Sulf bälg Gott Vater vom Himmel, erbarme dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme dich unser! Allerheiligste Dreifaltigkeit, ein einiger Gott! erbarme dich unser! Heiliges Herz Mariä, bitte für uns! Heiliges Herz Mariä, unbefleckt empfangen, bitte für uns! Du vielgeliebtes Herz der Tochter des himmlischen Vaters, bitte für uns! 323 Du hochgebenedeites Herz der Mutter des göttlichen) Sognes, Du auserwähltes Herz der Braut des heiligen Geistes, Du bewunderungswürdigstes Herz der Mutter des Schöpfers, Du bewunderungswürdigstes Herz der Mutter des - - Erlösers, Herz Mariä, du Sig der Weisheit, Herz Mariä, du Spiegel der Gerechtigkeit, Herz Mariä, du Inbegriff aller Heiligkeit, Herz Mariä, du ehrwürdiges Gefäß, Herz Mariä, du geistliches Gefäß, Herz Mariä, erfüllet mit Andacht und Gnade, Herz Mariä, du Arche des Bundes, Herz Mariä, du Pforte des Himmels, O glorreiches Herz Mariä, O mächtiges Herz Mariä O gütiges Herz Mariä, getreues Herz Mariä, O lobwürdiges Herz Mariä, Oliebreiches Herz Mariä, O fanftmüthiges Herz Mariä, O demüthiges Herz Mariä, O geduldiges Herz Mariä, Herz Mariä, für uns betrübt, Herz Mariä, für uns voll Schmerzen, Herz Mariä, für uns durchbohrt, Herz Mariä, du Zuflucht der Sünder, Herz Mariä, du Stärke der Gerechten, Herz Mariä, du Trost der Betrübten, Herz Mariä, du Kraft in Versuchung, Herz Mariä, du Schrecken der Hölle, Herz Mariä, du Hoffnung der Sterbenden, Herz Mariä, du Stüße deiner Verehrer, Herz Mariä, du Hülfe in allen unsern Trübsalen, Herz Mariä, du Unterpfand der Verheißungen Jeſu, Herz Mariä, du Spiegel der Liebe des göttlichen Herzens, 21* peling tod bitte für uns! *** 324 Herz Mariä, du Freude aller Herzen, bitte für uns! Herz Mariä, mit Herrlichkeit und Glorie im Himmel gefrönet, bitte für uns! du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Jesus! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Jesus! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme dich unser, 3 Jesus! Chriftus, höre uns! Christus, erhöre uns! Gegrüßet seift du, Maria u. s. w. V. Heiliges Herz Mariä, bitte für uns! R. Auf daß wir würdig werden, dich von ganzem Herzen zu lieben. An Gebet e. I. Gott der Güte! der du das heilige und unbefleckte Herz Mariä mit denselben Gefühlen des Erbarmens und der Zärtlichkeit für uns erfüllet hast, von denen das Herz Jesu Christi, deines und ihres Sohnes, immer durchdrungen war; verleihe allen Denen, welche dieses jungfräuliche Herz verehren, daß sie durch diese Verdienste desselben eine vollkommene Uebereinstimmung der Gefühle und Neigungen mit dem heiligsten Herzen Jesu Christi bis zu ihrem Tode bewahren, durch denselben Jefum Chriftum, deinen Sohn, unsern Herrn, der mit dir lebet und regieret, in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. II. O heiliges Herz Mariä, du gebenedeites Erdreich der Gnade! das uns das Brot des Himmels gebracht hat, das Brot der Engel, das alle Süßigkeit in sich enthält, erlange durch deine Fürbitte mir, daß ich mit dieser Speise des Heiles einst erquickt werde, wenn meine Kraft mich schon verläßt; auf daß ich in seiner Stärke wandle bis dorthin, wo die Seligen nicht mehr hungern und dürften, sondern in Gott ersättiget sind 325 durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn und Heiland, der mit dem Vater und dem heiligen Geiste lebet und regieret, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. - - 4. Rosenkränzlein zu Ehren des heiligsten Herzens Mariä. Dieser Rosenkranz wird zu Ehren der 33 Jahre, welche Maria mit ihrem göttlichen Sohne auf Erden zubrachte, auf folgende Weise gebetet: ( Statt des Glaubens bete folgende:) 760 1. Liebesseufzer. Dein Herz, o Maria, eröffne sich, Deine Macht beschüße mich, Deine Demuth belehre mich, Deine Armuth bereichere mich, Deine Geduld übertrage mich, Dein Gehorsam unterwerfe mich, Deine Unschuld verkläre mich, Deine Liebe entflamme mich, Deine Barmherzigkeit umgebe mich, Deine Lieblichkeit entzücke mich, Deine Schönheit begeistere mich, Deine Neigungen beherrschen mich, Deine Thränen erweichen mich, Deine Leiden durchdringen mich, Deine Schmerzen verwunden mich, Deine Freuden beseligen mich, O Jungfrau Maria, erhöre mich, In dein süßestes Herz verschließe mich, Im Leben und Tod beschüße mich, Auf daß ich stets mehr liebe dich, Hier zeitlich und dort ewiglich. Amen. Amen. Amen. ( Hierauf folgt dreimal, statt des Vater unser, das Gebet:) 326 Unbeflecktes Herz Mariä, entzünde mein Herz mit der Liebe Jesu, von welcher du brennst. Amen. Hot ( Nach diesem Gebete wird statt des englischen Grußes, folgender Liebesseufzer eilf Mal wiederholt.) O süßeste Jungfrau Maria! verschaffe mir ein Herz nach dem Herzen Jesu. Schluß gebet. Gott heiliger Geist! der du alle Gaben deiner- Gnade in dem Herzen der seligsten Jungfrau Maria auf eine wunderbare Weise versammelt, und dasselbe zu einer würdigen Wohnung deiner Gottheit gemacht hast, verleihe gnädiglich, daß wir in jenem so heiligen und süßesten Herzen deiner Braut die sicherste Zuflucht jegt und in der Stunde des Todes finden mögen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Es lebe und herrsche in allen Herzen die Liebe zu den heiligsten Herzen Jesu und Mariä! 2. Ehrenabbitte. O Maria, du höchst würdige Mutter meines Schöpfers und Erlösers! vor allen Jahrhunderten auserwählt, um den Kopf der höllischen Schlange zu zertreten, dadurch aber bist du der Gegenstand ihres Hasses geworden. Ach!- die Irrgläubigen und Gottlosen haben nichts unterlassen, um deinen Ruhm zu vernichten;- fie haben deine Verehrung angefeindet, und haben deinen Bildnissen, deinen Namen und deinen glorreichen Vorrechten tausend Frevel angethan!--O Maria, Mutter Gottes! wie war es möglich, daß die Hölle selbst Christen solche, dich beleidigende Gefühle eingeben konnte! Wie haben sich Herzen finden können, die so sehr entartet waren, dich zu hassen,- dich, die du würdig bist, der tiefsten Verehrung und der zärtlichsten Liebe der Engel und der Menschen?!-D, meine erhabendste Ge11 327 bieterin! hingestreckt zu deinen Füßen ist es mein Vers langen, dir meinen gerechten Schmerz über die vielen Dein heiliges Herz ist Frevel zu erkennen zu geben. dadurch betrübt worden deinem heiligen Herzen will ich dafür Abbitte thun. Empfange sie, o Herz Mariä! empfange diese Abbitte. Ich will für dich alle Empfindungen der Ehrfurcht, der Liebe und der Dankbarkeit hegen, die dir gebühren.- Ich bringe dir dar meine meine Dienste, Huldigungen meinen Schmerz, meine Lobsprüche, meine Klagen. O, könnte ich durch diese Gefühle die Verachtung, den Haß und die Lästerungen der Irrgläubigen und der Gottlosen ersetzen! Beseelt von einem neuen Eifer für deine Ehre, o Mutter meines Gottes! Bei den Andenken an diese Schmähungen, und um deinem Herzen eine schuldige Genugthuung zu verschaffen, lege ich laut und feierlich das Bekenntniß ab, Alles zu glauben, was jene Gottesvergessenen zu läugnen wagen, und dir Alles zuzuschreiben, was sie dir entziehen wollen.- Ich glaube, daß du den Sohn Gottes geboren haft;- ich glaube, daß du immer Jungfrau geblieben bist; ich glaube an deine Reinheit ohne Makel- an deine Aufnahme in dem Himmel; ich glaube, daß du erhaben bist über alle Geschöpfe. Ich glaube auch deine unbefleckte Empfängniß, und endlich glaube ich, daß deine Macht, deine Güte, deine Barmherzigkeit und alle deine Vollkommenheiten deiner unaussprechlichen Würde als Mutter Gottes, und deinem Ruhme als Königin des Weltalls angemessen sind.-- Sch betrachte dich mit Freuden, so wie die Kirche es sagt, als die Mutter der Barmherzigfeit als die Mutter der Gnade- als die Zuflucht der Sünder als den Beistand der Christen, und unfere Hoffnung bei Jesu Christo. Ich betrachte deinen Schug als eines der sichersten Mittel, von der Barmherzigkeit deines Sohnes alles zu erhalten, was ich für Und dieses und das zukünftige Leben von ihm hoffe. da die Gottlosen sich bemüht haben, deine Verehrung abzuschaffen, so werde ich meinen Ruhm darein seßen, die- - - - - 1 - - - - - - - - - . - 328 felbe aufrecht zu erhalten, dich zu verehren dich anzurufen, mich unter die Zahl deiner Diener zu zählen, deine Ehre und Würde zu vertheidigen, und dafür zu sorgen, daß du geehret, geliebt und dir gedienet werde, so viel ich nur kann. silind thi Nimm, o Maria! nimm diese aufrichtigen Wünsche, die ich zu deinen Füßen niederlege, gnädig auf. Deffne mir dein Herz, und gib mir darin eine Wohnung mit deinen getreuesten Dienern.- Laß mich die Anmuth dieses heiligen Herzens, der Quelle des Friedens, der Erbarmung und der reinen Liebe empfinden; damit ich durch die Nachahmung seiner Tugenden fortfahren könne, dich zu loben in Ewigkeit, und die unendliche Macht zu segnen, die dich so groß so heilig, so liebenswürdig gemacht hat, durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. Siod 7 - bod - angulus nometig aff 5. Rosenkränzlein zu Ehren der zwei heiligsten safe snin Herzen Jesu und Mariä. on Canda se misd ni smanjuls amind no ( Statt des Glaubens bete folgende:) dual da anled thun aduale 02 chi - lim 1. Liebesseufzer, bild dhuin tind barmherziger Jesus, erhöre mich, Die Gnade deines Herzens bekehre mich, Der Glanz deines Herzens erleuchte mich, o Der Schmerz deines Herzens zerknirsche mich, Die Wunde deines Herzens durchdringe mich, Das Blut deines Herzens versöhne mich, Das Wasser deines Herzens reinige mich, Das Verdienst deines Herzens bereichere mich, Das Kreuz deines Herzens stärke mich, Die Dörnerkrone deines Herzens schmücke mich, Die Erbarmniß deines Herzens verschließe mich, Der Geist deines Herzens belebe mich, Die Glut deines Herzens erwärme mich, 1757 19 ittis * Auf dass sie alle Eins seyen. Gleich wie wir Eins find. Johannes. 17. 22. 329 - Die Flamme deines Herzens entzünde mich, Die Liebe deines Herzens entzücke mich, Die Würde deines Herzens erhebe mich, Die Glorie deines Herzens verkläre mich, Die Anschauung deines Herzens verwandle mich, Die Freude deines Herzens beselige mich, Der Besig deines Herzens ersättige mich, In deinem Herzen, o Jesus! lebe und sterbe ich, Mein Herz dem deinen schenke ich, und liebe dich; D, süßes Herz! beglücke mich, Hier zeitlich und dort ewiglich. Amen. ( Darauf bete das Gegrüßet seist du Maria, und die Gefeßzlein des beil. Rosenkranzes, auf folgende Weise; bei den größeren Korallen bete ein Gegrüßet seist du Maria, bei jedem kleineren aber bete den Lobspruch:) ,, Erkannt, geliebt, gelobt und gebenedeit, geehrt und verherrlichet sei allezeit und überall das göttliche Herz Jesu und das unbefleckte Herz Mariä!" 1992 ( Nach dem zehnten bete dann allzeit das:) ,, Die Ehre sei Gott dem Vater, dem Sohne und dem heiligen Geiste, so wie im Anfange, jetzt und alleweg und zu ewigen Zeiten. Amen." ( Darauf den doppelten Lobspruch, von denen jeder jedesmal mit einem Ablaffe begnadigt ist): ,, Gelobt und gebenedeit sei ohne End' das allerheiUnd: ,, Gebenedeit ligste und göttliche Sakrament." F sei die heilige und unbefleckte Empfängniß der seligsten Jungfrau Maria." ( Darauf das Gegrüßet feist du Maria von Neuem, wie oben, und so 7 Gefeßlein des heiligen Rosenkranzes, zu - Ehren der 7 Schmerzen und der 7 Freuden, die das heilige Herz Mariä empfunden hat.- Um Schlusse bete folgende) 330 2. Ehrenabbitte. Ach, jungfräuliches, mütterliches Herz! alle meine Sünden sind das Schwert, das dich durchstochen hat; denn meine Schuld hat deinen Sohn getödtet. Nun, o du zartestes, barmherzigstes Herz, um all' der Schmerzen, die du als Mutter einst mit ihm für uns, deine Kinder, gelitten hast, und um all' jener Freuden willen, die du nun, mit ihm verherrlichet, selig genießest, bitte ich dich: erflehe mir von Jesu, deinem Sohne, ein Herz, ganz nach seinem und deinem Herzen; ein Herz, das nach Gott dich über Alles und Alles nur in Gott liebt; ein Herz voll Tugend und Gnade: dann wird mein Name in seinem und deinem Herzen mit unauslöschlichen Zügen geschrieben stehen, und ich werde einst ewig selig bei Ihm in dem Himmel sein, wo ich mich mit dir, o Königin des Himmels! und allen Auserwählten ewig in der Liebe seines Herzens erfreuen werde. Amen. 450llo aad' n dnerando digital fod( ingriq gr int sindsusdag d 11520 ist holda de ghet glind and wiss), do 331 II. - - Liebesvereinigung der Seele mit dem heiligen Herzen Mariä an den verschiedenen Marianischen Fest- und Ge dächtniß- Tagen im ganzen Kirchenjahre. 1. Am Feste Mariä Reinigung oder Lichtmeß 1) Gruß an Maria, die jungfräuliche Mutter Jesu. O, welch' ein Trost der Freude für dich, als du, jungfräuliche Mutter! mit dem göttlichen Kindlein in jenem Tempel als Mutter Gottes eingetreten, wo du einst Nun Gott deine Jungfrauschaft zum Opfer geweiht. D, fei mir warst du Jungfrau und Mutter zugleich. gegrüßt im Gruße, mit dem Simeon und Unna dich als Hoch Mutter des Erlösers in dem Tempel gegrüßt! allein, welch hatte dieser Gruß dein Herz erfreut; ein Schwert der Schmerzen durchfuhr auch bald darauf dieses dein zartes Herz, als du das Kindlein Gott für das Heil der Welt dargeboten, wohl wissend, welch' einen Tod es einst dafür würde vollenden müssen:- und als dir zur Bekräftigung dessen Simeon das Schwert geD! weisfaget hatte! um der Freude und des Schmerzens, die einst an diesem Tage dein Herz erfüllt, und die du beide in vollkommener Ergebung in den - 1 - - Willen Gottes Gott dargebracht, gib, daß auch mein Herz gleichmäßig in Freud und Leid Gott sich ergebe, bereit, in allem nur das zu thun, was Gott will Gott es will weil Gott es will, wann Gott es zu ſeiner Ehrena nach deinem Beiſpiele o Muttter! - - will, durch deine Liebe und seine Gnade Amen. - - 332 shad Dauginisnodai 2) Uebung des Tages. 1 Uebe dich in Akten der Vereinigung deines Willens mit dem göttlichen in Kreuz und Leid für heute und jederzeit; Gott möge von dir verlangen, was Er wolle. Bitte dazu Maria um ihre Hülfe. 1 - - 2. Am Fefte der sieben Schmerzen Mariä. ( In der heiligen Fastenzeit.) - - 1) Gruß des heiligen Herzens Mariä. top and tim Jedes Geheimniß deines Lebens, göttliche Mutter! spricht rührend und zärtlich an unser Herz, erinnert uns an das deinige; doch gewiß fein rührender, mächtiger als dein Anblick in dieser Leidenszeit und besonders an dem heutigen Tage.. Welch ein Anblick der Trauer und des Mitleids dein mit dem siebenfachen Schwerte durchbohrtes Herz! Aber auch welch' ein Anblick des Vertrauens und der Hoffnung für uns! Osei mir gegrüßt, für mich im Schmerz der Liebe verwundetes Mutterherz! gegrüßt in jenem Gruße kindlicher Liebe, mit dem Johannes dich unter dem Kreuze umfangen, als Jesus vom Kreuze sprach: ,, Siehe deinen Sohn!" Oja, Mutter! mit deinen mütterlichen Augen blicke auf mich; siehe deinen Sohn( deine Tochter); nimm - - - 333 mich, wie dein Sohn es will, zum Kinde an, o schmerzhaftes Herz! Du wollest dich meiner erbarmen und meiner nicht vergessen, für den das kostbare Blut deines Sohnes vom Kreuze herab geflossen ist!- Welcher Mensch soll dann nicht weinen, wie die heilige Kirche heute flagend fingt, wenn er hier in solchen Peinen Christi Mutter sieht? um des Schmerzens willen, mit dem du die Leiche deines Sohnes, unter dem Kreuze umfangen, und sein offenes Herz an das deine gedrückt gib Mitleid meinem Herzen mit deinem und deines Sohnes Leiden- daß ich es wohl zu Herzen fasse, welchen Preis ich koste- daß ich entschlossen mit ihm und dir den Weg des Leidens wandle- bis unter das Kreuz- und dort in treuer Beharrlichkeit bis ans Ende verharrend, in dei- D! nen Armen, o Mutter! meine Mutter! vollende. um der Liebe deines schmerzhaften Herzens erhöre mich laß doch deines Herzens Pein nicht an mir verloren sein, Maria! Amen. - 2) Uebung des Tages. GeFasse grosse Andacht zur schmerzhaften Mutter. wiß, wenn du die Thränen Christi am Kreuze und die Thränen Mariä unter dem Kreuze für dich fließen siehst, und wie das Blut Christi sich in ihnen vermischt: es wird dir nicht schwer werden, Thränen des Mitleids und wahrer Buße des Herzens zu weinen, zu einer wahren Besserung des Lebens, und würdigen Feier der heiligen Osterzeit. — 1 3. Am Feste Mariä Verkündigung. 1) Gruß des heiligen Herzens Mariä. O Festtag seliger Freude, wo der Engel des Herrn, im Glanze des Himmels, von Gott gesendet.- dich mit dem seligen Gruße der Erlösung beglückt! Gegrüßet so stimmen wir Alle jubelnd in den Gruß des Engels SE 334 ein- gegrüßet seist du, Maria! du bist voll der Gnade, der Herr ist mit dir! Du wirst einen Sohn gebären, den sollst du Jesus heißen; der wird der Sohn des Allerhöchsten sein; du sollst Mutter Gottes werden.- O, welch' ein Jubel bei diesem Gruße dein Herz beglückt! Und wie hatte dein Herz sich da erst in seligster Freude entzückt, als Gott der heilige Geist dich überschattet, und du die Mutter Christi geworden bist!- Deffen jubelt heute mein Herz, und freuet sich der Freude des deinigen. - - - - - D gegrüßet seist du, auserwähltes Herz Mariä! du bist voll der Gnade, der Herr ruht in dir! du bist gebenedeit unter allen Herzen, und gebenedeit ist das Herz, das nun unter dem deinen ruht.- O, Herz der Mutter Gottes! bitte für mein armes sündhaftes Herz, jegt und in der Stunde wenn es einst zum letzten Male schlägt des Todes; daß jene Stunde mir dann die Verkündigung seliger Himmelsfreude werde bei dir zu sein mit Gabriel und allen heiligen Engeln. Um der Liebe deines heute so hoch beglückten Herzens, erhöre mich, o Jungfrau und Mutter Gottes meine Mutter. Amen. -- 20 - - 1 2) Uebung des Tages. Wenn du gegen Jemand eine Abneigung oder Feindseligkeit hast; so söhne dich vollkommen aus, zu Ehren Maria Verkündigung, durch die wir alle Brüder und Schwestern in Chrifto geworden sind. 4. Am Feste Mariä Heimsuchung. 1) Gruß des heiligen Herzens Mariä. Ueber die Berge hin sehen wir heute dich, Seligste! hin zu Elisabeth eilen, im Drange jener Liebe, mit dem dich das Herz erfüllt hat, mit dem du gesegnet warst, und wie einst der Engel, so grüßt nun Elisabeth dich als Mutter des Herrn: ,, Gegrüßet seist du Maria, voll der Gnade! - der Sieh, du bist gebenedeit unter den Weibern." Wie hoch dieser Gruß dein Herz erfreut, bezeugt der Hochgesang des Lobes, den es damals angestimmt, und den fortan die heilige Kirche täglich im Danke und Lobgebete zum Himmel Meine Seele" fendet.- meine so sangest du Seele verherrlichet den Herrn und mein Geist hat sich in Gott, meinem Heile, erfreut - hat in ihm gejubelt; weil er angeblickt die Demuth seiner Magd, die Demuth meines Herzens und mich groß gemacht hat mächtig ist und heilig sein Name!- von nun an werden mich selig preifen alle Geschlechter! O Mutter! wie hat sich dies Wort an dir so herrlich bewährt; durch Jahrhunderte preisen dich alle wahren Kinder der Gnade. Sei mir gegrüßt, freudenvollstes Herz Mariä im Gruße, mit dem Elisabeth dich heute gegrüßt im Gruße aller dich lobenden, liebenden Herzen! Sieh, wie alle Geschlechter dieses dein Herz nun hoch und selig preisen! O, du wolleft den Gruß genehmigen, und deiner Heimsuchung mich oft würdigen, zum Heile meiner Seele, gleichwie du heute - Maria, o Mutter meine Johannes geheiliget! Mutter! erhöre die Bitte. Amen. 2) Uebung des Tages. Folge dem Beispiele Mariä in den Werken thätiger Nächstenliebe, besonders, in Besuchung und Hülfeleistung der Kranken, und gib davon, wo möglich, noch heute den Beweis, daß dies dein wahrer Vorsag ist. - 335 - - - 11 - - - - - 5. Am Feste des heiligen Herzens Mariä. 1) Gruß des heiligen Herzens Mariä. Wir feiern dein Fest, o Gegenstand der Freude meines Herzens! heiliges, herrliches, gebenedeites, seligstes Herz Mariä!- Ja du, dem ich so viele Grüße, Unmu 1 - 1 thungen meiner Liebe dieses Jahr hindurch geweiht; du, zu dem ich so oft hingeflohen im Vertrauen eines Kindes zur Mutter, so wie die verschiedenen Festzeiten und das Bedürfniß meines Herzens mich dazu angetrieben haben, heute bist du selbst in kirchlicher Feier der Gegenstand meiner Andacht und Festfreude. O! sei mir gegrüßt im Gruße aller Engel und Heiligen im Gruße aller deiner Andacht und Liebe geweihten Herzen im Gruße und Lobe, mit dem die heilige Kirche dich heute feiert gegrüßt im Gruße des göttlichen Herzens selbst, an dessen Seite du mir stets so liebevoll entgegen strahleft!- Was kann ich anders thun, um dir die Fülle des Trostes und der Liebe auszusprechen, mit der ich dich feiere und grüße, als daß ich mit den Worten des heiligen Paulus ausrufe, und sage: ,, Mein Herz redet an dich, o süßestes Herz!" Du, ja du weißt es, in welchen Affekten der tiefsten Verehrung, des höchsten Vertrauens, der zartesten, feurigsten, treuesten Liebe es an dich redet!! Doch, o du mir auserwähltes Herz! du wollest auch meine Bitte mir gewähren, und mein Herz nicht verschmähen, daß ich dir in findlicher Zärtlichfeit mit der Bitte weihe: ,, Erfülle es mit deinen Tugenden, daß es dir ähnlich sei, sonst könnte es dir nicht gefallen." D! um der Liebe deines Herzens erhöre, gewähre die Bitte, du Jungfrau und Mutter! meine Mutter! um der Macht und Liebe deines hochgefeierten Herzens. Amen. du 11 336 - 11 - 2) Nebung des Tages. Erneuere deine Andacht zu dem heiligen Herzen Mariä, mit dem Vorsaße, dasselbe stets eifrig zu verehren, die Andacht zu selbem Andern zu empfehlen. Bete beute dieses Rosenkränzlein zu Ehren dieses Herzens, und öfters den Lobspruch: Erkannt, geliebt, gelobt, gebenedeit, geehr und verherrlichet sei allezeit und überall das heilige, unbefleckte Herz Mariä! Amen. - 1 Welch' ein Triumph hat heute den Himmel erfreuet! Es ist der Tag deiner glorreichen Auffahrt- Maria - in das Reich deines Sohnes- in das Reich göttlicher Freude und Seligkeit!- O, gegrüßet seist du Maria- voll der Gnade und Herrlichkeit, voll des Glanzes und Majestät, voll des Jubels und der innigsten Freude des Herzens! O, sei mir gegrüßt, seligstes Herz! in jenem Gruße mit dem heute der ganze Himmel dich gegrüßt, mit dem dein göttlicher Sohn dich seine Mutter an diesem Tage deiner Ankunft in seinem Reiche gegrüBet und umfangen hat!- O! was da dein Herz empfand, und welch' eine Seligkeit selbes nun ewig genießt deß' freuet sich mein Herz in ganz unaussprechlichem Jubel. Doch, Jungfrau und Mutter meine Mut= ter! nur diese meine Bitte erböre. Laß mich einst Antheil an der Himmelsfreude deines Herzens nehmen.- Darum bitte ich dich mit jener Inbrunst, mit der ein heiliger Stanislaus dich einst darum bat, und dem du an diesem Tage einst zu dir in den Himmel genommen.- Erhöre auch mich, so wie du auch ihn erhört. Darum bitte ich dich um der Freude, die dein Herz am Tage deiner Himmelfahrt beglückt, und ewig beseliget, o Königin des Himmels! Amen. - 6. Am Feste Mariä Himmelfahrt. Mimi mirds d 1) Gruß des heiligen Herzens Mariä. 1 1 337 - - — 2) Uebung des Tages. amall Wünsche Mariä Glück zu dem Triumphe ihrer Himmelfahrt, mit dem Verlangen, bald bei ihr in dem Himmel zu sein. Nimm dir vor, alle Festtage Mariä andächtigst zu begehen, und wo möglich, das allerheiligste Sakrament zu empfangen. 22 - 7. Am Feste der Geburt Mariä. 1) Gruß des heiligen Herzens Mariä. Sei mir gegrüßt, holdseliges Kindlein! O welch' ein Freudenfest, deine Geburt, Maria- seliges Morgenroth am Himmel der Gnade! O gewiß! wenn wir dich als Kindlein anblicken und bedenken, wer du bist- und was du einst im Reiche der Gnade werden sollst wie jubelt da unser Herz, und ruft dir den Freudengruß zu, mit dem heute die heilige Kirche dich grüßt, wenn sie singt: - Deine Geburt, heiligste Gottesgebärerinn! hat die ganze Welt mit Freude erfüllt - - 338 19 weil aus dir Christus geboren ist- die Sonne der Gerechtigkeit der uns vom Tode der Hölle erlöset hat." O ja! der ganzen Welt hat deine Geburt Freude verkündet. Gott selbst dem ganzen Himmel, den heiligen Engeln, deren Königin du bist, und uns insonderheit, deinen Kindern- weil du die Mutter unseres Erlösers unsere Mutter bist. sei mir gegrüßt, Kindlein Maria! du bist voll der Gnade, und ich grüße vor Allem dein zartes, süßestes Herz in jenem Gruße der Freude, mit der Anna dich heute an ihr mütterliches Herz gedrückt.- welch' ein O Glück, welche Freude, daß nun dieses dein heiligstes und reinstes Herz, das mich und alle Menschenkinder mit der zärtlichsten Liebe umfängt, heute auf Erde zu schlagen beginnt:- und wird bald ein zweites Herz auf Erde schlagen, das allen Menschenherzen, die eines guten Willens sind, Heil und Erlösung bringt. Gib, Mutter meine Mutter! daß ich als ein wahres Kind Gottes an deiner freudenreichen Geburt durch die Gnade Jesu Christi reichlichen Antheil habe. Darum bitte ich dich um der Liebe deines auserwählten in der Geburt bereits so hoch begnadigten Herzens willen. Amen. - 1 1 - -- - - - — 339 - 2) Uebung des Tages. Freue dich in großer Freude des Herzens der Geburt Mariä; blicke im Geiste mit Andacht und Liebe auf das Kind, das heute uns geboren ward, und nimm dir vor, zu dessen Ehren dieses Monat besonders dich in der Tugend zu üben, daß du jeden Tag mit neuem Eifer anfängst und dir vorsetest, die Zeit deines Lebens recht zu deinem Heile zu benügen. Was nüßte es dir sonst, geboren zu sein? - 8. Am Feste des heiligen Namens Mariä. 1) Gruß des heiligen Herzens Mariä. Mariä-- o troftvoller, süßester, heiligster Name! Gewiß, wenn der Apostel von Jesu sagt: ,, Gott hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist, auf daß im Namen Jesu sich jedes Knie beuge, und jede Zunge bekenne, das Christus in der Glorie des Vaters ist;" so muß man auch von dir, seligste Jungfrau! sagen: ,, Gott hat dir einen Namen gegeben, der nach dem Namen Jeſu über alle Namen ist; daß in diesem deinen Namen Mariä jedes Herz sich neige, und jede Zunge bekenne, daß Maria in der Glorie ihres Sohnes ist."- D, daß wir nun diesen Namen nennen können! Alles, Alles wird Gott uns gewähren, wenn es uns zum Heile ist; weil du die Mutter des Sohnes bist, durch den uns Gott Alles gegeben hat. Sei mir dann hochgepriesen, heiligster, ſüBester Name Mariä! und in diesem Namen dein süßestes Herz! - Er ist ja der Name deines Herzens, o heiligftes, süßestes, zärtlichstes Herz Mariä! In diesem Namen preise ich dich, o auserwähltes Herz! In allen den Vorzügen der Macht und Gnade, die dieser dein Name in sich schließt.-O! um der Liebe deines Herzens und 22* - 10 - um der Macht deines Namens willen, laß mich stets dein Kind sein, und stets nach deinem Namen mich würdig nennen ein Kind Mariä! Amen. 340 11 2) Uebung der Tugend. 204 Erneuere deinen Taufbund und trachte, den Namen, den du damals empfangen, heilig zu tragen, und bitte Mariam, daß ihr Name auf deinen Lippen sei, wenn du von dieser Welt in die Ewigkeit scheidest. - 9. Am heiligen Rosenkranz- Sonntage. 1) Gruß des heiligen Herzens Mariä. Festlich freuen wir uns heute, und feiern dich, 0 Jungfrau! in der Andacht des heiligen Rosenkranzes.. Der allerreichste Segen hat durch diese Andacht, und das oft wunderbar, die Christenwelt beglückt. Wie billig, daß wir dich dafür preisen, und wenn wir bedenken, worin der heilige Rosenkranz besteht- wie lieb und angenehm soll es uns sein, dich durch denselben zu verehren. Was könnte uns denn süßer sein, als dich oft und oft im Gruße des Engels zu grüßen, und dabei an die wichtigsten Geheimnisse der Erlösung zu denken!-D! daß doch auch jeder Gruß, den ich dir in dieser Verehrung weihe, wahrlich eine Rose des Lobes sei, die dir im Gruße aus meinem Munde erblüht, und so das ganze Gebet, das ich im Rosenkranze dir weihe ein wahrer Kranz des Lobes sei, den ich mit Mund und Herz dir winde; ein Kranz deinem Herzen geweiht, das ich mit jedem Munde und jedem Herzen der Deinigen zu grüßen verlange, die den heiligen Rosenkranz dir zu EhGib aber, o Mutter, meine ren würdig sprechen! Mutter! daß mir zum Lohne dafür auch ein Kranz vom — - - HOVOGO - Himmel werde- der Kranz der Tugend und Gnade, der mein Herz annoch auf Erden ziere, und mir dort einst der Kranz der Himmelsfreude gereichet werde, zur Hochzeit des Lammes durch deine Fürbitte, Mariä! Amen. 11 341 - 1 - 2) Uebung des Tages. Bete heute, wenn du Zeit hast, nebst dem Rosenkranze auch das Rosenkränzlein zu Ehren des Herzens Mariä, und nimm dir vor, den heiligen Rosenkranz oft, und wo möglich, täglich zu beten. 10. Am Feste Mariä- Opferung. 1) Gruß des heiligen Herzens Mariä. Unnoch ein kleines Kindlein von drei Jahren, seh' ich dich doch bereits in dem Tempel;- was ist da dein Begehren? D, Sitz der Weisheit;- damals bereits bei vollem Gebrauche deiner Vernunft weihest du dein Herz in so vollkommener Weihe des Opfers Gott deinem Schöpfer. Ganz, ja ganz und völlig sollte es dem angehören, der es für dich erschaffen hatte, Ihm, dem Herrn! O! sei mir gegrüßt im Gruße des göttlichen Wohlgefallens, mit dem Gott der Vater, der Sohn und der heilige Geist an dem heutigen Tage dein Opfer ange nommen, und dein Herz zu dem hochherrlichsten Tempel geweiht, in welchem einst der Sohn Gottes ruhen sollte. O! gebenedeit die Zeit, wo du darauf in der Nähe des Tempels, du, die lebendige Arche des Bundes, in so groBer Sehnsucht und Verlangen nach Ihm, dem Erlöser, verlangt und geseufzet hast! Gib, seligstes Herz! daß ich mich nach deinem Beispiele auf die Wirkungen der göttlichen Gnade stets eifrigst bereite, und mich, wie du, mei- nem Gott und Erlöser, ganz und völlig opfere. Darum bitte ich dich, um der Liebe deines sich Gott so vollkommen, in so zarten Jahren bereits opfernden liebenden Herzens willen.-O, Jungfrau und Mutter meine Mutter erhöre die Bitte! Amen. - - - - - 342 2) Uebung des Tages. Heilige diesen Tag dem Herzen Mariä durch viele Acte der Aufopferungen, daß Gott dich nach seinem heiligsten Wohlgefallen zu einem recht hohen Grade der Heiligkeit und dem Verdienste in seinem Reiche erwählen möge. - 11. Am Feste der unbefleckten Empfängniß Mariä. 1) Gruß des heiligen Herzens Mariä. O unbefleckt reinstes Herz der unbefleckten Jungfrau und Himmelskönigin! sei mir gegrüßt an diesem für dich und alle deine Kinder so hocherfreulich und hochfeierlichen Tage! Gebenedeit deine Empfängniß! Ohne Makel der Schuld bist du empfangen, reinstes Herz! Damals bereits voll der Gnaden, und reiner denn die Himmel, reiner, heiliger, als all himmlischen Geister; -o sei mir gegrüßt im Gruße und Jubel, mit der sie Alle in der Stunde deiner Empfängniß, als ihre Königin dich gegrüßt!- und gebenedeit sei der erste Schlag, den dieses dein reines unbeflecktes Herz in deiner reinsten unbefleckten Brust geschlagen! Gib, o unbefleckte Jungfrau und Mutter meine Mutter! um der Reinigfeit deines reinsten Herzens, und um der Freude des heutigen Tages willen, gib, daß auch mein Herz in vollkommener Reinigkeit, ohne Makel der Sünde, dir von nun an ähnlich dein eigen sei, dir folge in allen deinen Tugenden, bewahrt- beschüßt- durch deinen - - 1 - - - - - - 1 343 Schuß und deine Hülfe, o unbefleckt reinste Jungfrau Maria! Amen. - - Uebung des Tages. verFasse große Andacht zur unbefleckten Empfängniß ehre sie täglich- trage ihre Medaille- weihe dein Herz öfters dem Herzen der Unbefleckten, und sprich dazu den Gruß und die Bitte: Durch deine unbefleckte Empfängniß, o reinstes Herz! reinige mein Herz, Leib und Seele von aller Makel der Sünde, im Namen Gott des Vaters, und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen. Bete dazu Morgens und Abends drei Ave Maria; das schüßet sehr gegen Versuchungen. mut 2014 and siste - 12. Am Feste Mariä Schuß. 1) Gruß des heiligen Herzens Mariä. Unter deinen Schuß und Schirm fliehen wir, o süBestes, gütigstes Herz Mariä! verschmähe nicht unser Gebet in unsern vielen Gefahren und Nöthen. wie troftvoll für uns, daß wir zu dir eilen, unter deinen Schuß und Schirm fliehen dürfen. Wir fliehen als Kinder zur mächtigsten, gütigsten, zärtlichsten Mutter. Daß du uns helfen kannst- wer könnte daran zweifeln? - Du bist ja die Mutter des Allmächtigen; daß du dafür uns helfen willst- wer könnte daran zweifeln bürgt uns dein Herz.- Dieses dein Herz macht die Zuflucht zu dir so vertrauensvoll. Sei mir gegrüßt, o theuerstes Unterpfand der Liebe Mariä! gegrüßt im Gruße und Vertrauen aller zu dir Mariä um Hülfe rufenden Herzen! Auf dich vertraue ich, o Mutter! um deines mütterlichen Herzens erböre das Flehen deines indes, das nach dir in so vielen Gefahren des Leibes 19 1 - 1 1 344 - Rette mich und der Seele die Hände ausstreckt! Maria, hilf!- um deines mitleidigsten Herzens willen, erhöre mich, bis ich einst bei dir gerettet bin in dem Himmel, durch deinen Schuß und deine Hülfe- Maria, o Mutter, meine Mutter! Amen. - diser 2) Uebung des Tages. Bete das Gebet des heiligen Bernardus heute, und auch sonst öfters, und nimm dir vor alle Samstage einen Abbruch an Speise zu thun; auch trachte, daß du immer das heilige Scapulier zu Ehren Mariä trageft. On Blan Gebet vom heiligen Bernardus. Gedenke, o gütigste Jungfrau Mariä! daß es von Ewigkeit her nicht erhöret worden, daß Jemand, der zu dir seine Zuflucht nahm, deinen Beistand anrief, und um deine Fürbitte flehte, von dir verlassen worden sei. Durch solches Vertrauen ermuntert, nehme ich meine Zuflucht zu dir, o Maria! Jungfrau über alle Jungfrauen, und Mutter Jesu Christi! Zu dir komme ich, zu dir eile ich, vor dir stehe ich da, als sündiger Mensch seufzend und zitternd. Herrscherin der Welt! Du wollest doch meine Worte nicht verschmähen, o Mutter des ewigen Wortes! sondern höre mich gnädig an, und erhöre mich Armseligen, der ich zu dir aus diesem Thale der Zähren um Hülfe rufe. Stehe mir bei in allen meinen Nöthen, jetzt und allezeit, und am allermeisten in der Stunde meines Todes; o gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria! Amen. - Liebesvereinigung der Seele mit dem heiligen Herzen Mariä bei der Beicht und Communion- Andacht. - Vor der heiligen Beicht. O Maria! Mutter unseres Herrn, der getreu und gerecht ist, der uns die Sünden vergibt, wenn wir dieselben bekennen und herzlich bereuen. Mutter der Gnade und Mutter der Barmherzigkeit, wohin soll ich sündiger Mensch anders fliehen, als zu dir, der Zuflucht der Sünder; wohin anders, als zu deinem mitleidsvollsten, barmherzigsten Mutterherzen; zu dir, der Mutter Desjenigen, der gekommen ist, um zu suchen, was verloren war, die Seelen! Siehe, in Vereinigung mit deinem einzig nach Gott verlangenden Herzen und mit jener allerheiligsten Meinung, mit der Jesus Christus das heilige Sacrament der Buße eingesetzt hat, und aus Antrieb des festesten Glaubens an dieses Geheimniß der vertrauungsvollsten Hffnung, auf die Verzeihung meiner Sünden- und aus Antrieb find= licher Liebe gegen Gott, will ich alle meine Vergehungen nicht so fast einem Priester oder Menschen, als vielmehr deinem Sohne selbst, dessen Stelle der Beichtvater vertritt, ordentlich- aufrichtig und demű- thigst beichten.- O Mutter des ewigen Wortes! sende - - 1 345 - - 1- - einen Strahl der Erbarmniß aus deinem reisten Herzen in dieses mein sündhaftes Herz, auf daß ich mich erkenne, wie ich von Gott gekannt bin: daß ich wisse und einsehe, was und wie ich gesündiget habe- daß ich mich selbst richte damit ich nicht gerichtet werde und so in Vereinigung mit deinem heiligsten Herzen, mein Herz mit bleibendem Haß und Abscheu gegen jede Sünde, ja auch gegen jeden Schatten der Unvollkommenheit erfüllet werde. - - D! bitte für mich Jesum, deinen geliebten Sohn, daß er mir seinen Geist sende, der meinen Verstand erleuchte- und meine Seele mit innerstem Herzensschmerz über meine begangenen Sünden erfülle- ja wohl zu den bittersten Bußzähren erweichen möge. Amen. - - Uebung der Reue und Leid. Maria, o Mutter!- o meine Mutter! ich habe gesündiget vor deinem göttlichen Sohne gesündiget vor dir- und dem ganzen Himmel ich bin nicht würdig, dein Kind zu heißen.- Ach! Mutter wie habe ich so mit deinem Jesu umgehen und ihn, den großen Gott vor dessen Majestät die Seraphim und Cherubim erzittern so oft- so schwer so schmerzlich beleidigen ja, bis in den Tod betrüben können? Da aus seinem durch meine Schuld verwundeten- durchbohrten Herzen Blut und Wasser fließt, so fragen mich diese seine legten Tropfen Blutes, und die in dasselbe hinabfließende letzte Thräne, die sein sterbendes Auge geweint: ,, Was, ach! was, meine Seele- was fonnte ich mehr für dich thun? konnte meine Liebe zu dir wohl noch größer sein?? Ach nein, mein Jesus, nein!! Aller Schmerz falle über mich her!- und Traurigkeit erfülle mein Herz! Weh! ich habe meinen Erschaffer meinen Selig- und Heiligmacher- meinen Herrn und Gott meinen Erlöser beleidiget!! das höchste Gut, zum Zorne gereizt!! einzige Liebe, verfolgt, gefreuziget!! Ihn, Ihn, meine O Schmerz! - - - 1 346 - 1 - 10 - - - - - - C - - -- 347 meine Seele ist betrübt bis in den Tod.- Vergib mir, daß ich weine- o könnte ich mit blutigen Thränen meine Schuld beweinen, wie du, o Maria! sie beweintest, als dein zärtliches Mutterherz unter dem Kreuze wegen meiner Sündenschuld von dem Schwerte der Schmerzen durchbohrt ward! Ach ja! wenn ich deiner Thränen gedenke, die du unter dem Kreuze in nicht versiegenden heißen Strömen für mein Heil geweint, mich deinem Sohne empfehlend bei dem Anblicke dieser deiner Thränen Mutter! da bricht mein kaltes Herz – und weint mit dir tiefbetrübteste Mutter, Thränen der innersten Herzensreue, die nur das verwundete Herz deines Sohnes weiß- dem ich meine Schuld und Sünde klage! O wäre es nie geschehen!!!- o wäre es nie es reuet mich es reuet mich! verflucht sei die Sünde weil ich Gott liebe und von nun an lieben will in treuester Liebe bis an den letzten Hauch meines Lebens aus meinem ganzen Herzen, aus meiner ganzen Seele, aus allen meinen Kräften.- Unverbrüchlich bin ich entschlossen, o mein Jesus! mit deiner Gnade dich nicht mehr zu beleidigen - - 1 11 geschehen!!! - - - - - - 1 - meine Vorsätze zu halten, alles Böse zu meiden, besonders diese Sünde N., in die ich öfters falle, nie mehr zu begehen.- O Maria! Fürsprecherin aller Sünder, die sich bessern wollen umfange mich nun mit dem Mantel deiner Güte, auf daß ich sicher sei vor der Arglist und den Versuchungen des Satans, der nicht will, daß ich so beichte, wie ich soll; sondern hilf mir, daß ich durch dich geschüßt, in bester Gemüthsverfassung voll Andacht und Demuth dem Priester mich zu Füßen werfe, und alle meine Sünden aufrichtigst und reumüthigst bekennen möge.. Also sei es, Maria! Amen. - —— Unmittelbar vor der heil. Beicht. Ich nahe mich bereits dem Bußgerichte, heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für mich armen Sünder, besonders jetzt: daß während meiner Sünden- Anklage nur - ein einziger Tropfen jenes bitteren Meeres, in welches das süße Herz Jefu, deines Sohnes, unserer Sünden wegen versenkt wurde, als er für mich, Blut schwißend, auf sein Angesicht niederfiel, in mein armes Herz fließe, damit durch seinen vollkommensten Schmerz die Unvollkommenheiten meines Schmerzens ersetet werde. Ich will mich nun aufmachen, und zu meinem Vater gehen und ihm sagen: ,, Vater ach, Vater! ich habe gesündiget erbarme dich meiner, und tilge meine Sünde durch das unendliche Verdienst deines Sohnes, meines Heilandes und Erlösers Jesu Christi.- Nicht auf mein Bemühen, sondern auf sein unendliches Verdienst und Leiden vertraue ich- und rufe mit diesem allervollsten Vertrauen den süßen Namen Jesus- Jesus! Bringe, mein Jesus, deinem himmlischen Vater in diesem deinen allermächtigsten Namen dein Verdienst für mich durch deine fünf Wunden dar, zur Vergebung meiner Sünden. Du aber, Mutter, begleite mich und rede vor dem Angesichte des Herrn diese Worte für mich, und fage deinem Sohne:" Verschone den Diener( die Dienerin) deiner Mutter, und tilge seine( ihre) Sünde." - - - - 348 - - Nach der Beicht. Gebenedeit sei Gott der Herr, der mich in dem Blute seines Sohnes gereiniget, und wegen deiner Fürbitte, o Maria! die Bande meiner Sünde nun gebrochen hat. Sie sind mir durch das Verdienst deines Sohnes verziehen! Nun darf ich in Frieden gehen, in Frieden eines mit Gott versöhnten Gewissens! lieben Heiligen sollen mit dir, o Maria! mit den Anmuthungen deines dankbarsten Herzens statt meiner Gott ohne Ende loben und danken- weil er gut ist und seine Barmherzigkeit in Ewigkeit währet!! alle Ja mit den Anmuthungen deines dankbarsten Herzens, o Maria! vereinige ich den Dank, den heißen treuesten liebentzündeten Dank meines in Liebe zu Jesu nun treu erglühenden Herzens. Ach! könnte V AVD - - - - 349 ich dich und deinen vielgeliebten Sohn durch die Verrichtung meiner Buße in völliger Erneuerung des Geistes für ein neues gänzlich Gott geweihtes Leben erfreuen!( Nun verrichte deine Buße, dein Gebet mit den Wunden Jesu und seinem Gebete, das er für dich am Kreuze dargebracht, vereinigend:) - O treueste Jungfrau- die du den Augen deines Gottes so ausnehmend gefallen, würdige doch diese meine geringste Genugthuung, vereinigt auch mit deinen durch Jesu Gnade unerme ßlichen Verdiensten, der göttlichen Gerechtigkeit darzubringen. Erbitte mir ein reichliches Maß der Gnade, auf daß ich würdige Früchte der Buße bringe und gestatte nicht, daß ich mit einer Scheinbuße den Himmel täusche und die Hölle zu meiner Buße lachen mache.- Derbitte mir, Maria! Königin der Heiligen, die Weisheit der christlichen Tugend- Vollkommenheit und den Heldenmuth der Heiligen in besonderlicher Treue, auf daß ich meine Vorsäge halte, und besonders nicht mehr in diesen Fehler N. falle. O segne mich, Mutter, meine Mutter! durch die gnadenreiche Milde deines treuesten Herzens. Amen. - - Vor der heiligen Communion. Jesus! o mein Jesus!! Sohn des Allerhöchsten, der du aus Liebe zu uns und unseres Heiles willen vom Himmel herabgestiegen- in dem Schooß der reinsten Jungfrau Maria empfangen- von ihr geboren, in die Krippe gelegt mit ihrer Milch genährt und in deiner Kindheit allen unseren Armseligkeiten, die Sünde ausgenommen unterworfen sein wollest! o- mit der nämlichen zärtlichen Andacht und Anmuthung, womit du von ihr, der liebevollsten und zartesten Jungfrau und Mutter, empfangen worden- verlange auch ich, dich in meinem Herzen zu empfangen, und so wie deine liebeglühende Mutter dich mit den feurigsten Liebesanmuthungen ihres reinsten Herzens vergnügte so begehre so wünsche- so verlange so verlange- auch ich dich, o mein Je1 1 - 1 - - fus da ich dich du Bräutigam meiner Seele, im heiligsten Sacramente selig genieße und in mein Herz aufnehme mit eben dergleichen Liebesanmuthungen dich nach allen meinen Verlangen zu erfreuen und zu vergnügen weil dies dein Wille ist. - -0 ― - 350 - Ich gehe demnach zur heiligen Communion: 1. Um in dieser jene Macht, Weisheit und Güte deiner Majestät anzubeten zu erhöhen und zu preisen welche in dieser gebenedeiten Jungfrau eine so gebenedeite Mutter erschaffen hat, deren Würde über alle Chöre der Engel bis an den Thron Gottes sich erhebet. 2. Um besonders das Festgeheimniß des heutigen Tages in Vereinigung mit deinem heiligsten Herzen, o Jesus! zur Freude des reinsten Herzens Mariä würdig zu feiern. - 3. Um einigermaßen durch meine heutige Andacht zu ersetzen den Mangel des Eifers im Dienste dieser unserer allmächtigsten Frau und Gebieterin. 4. Endlich um mir durch diese meine Andacht den Schuß dieser mächtigsten Fürsprecherin zu sichern, um durch sie die Verzeihung meiner Sünden zu erlangen, und die Gnade mir zu erbitten nach dir, o mein Jesus! all mein Vertrauen auf sie zu setzen, und mein Leben nach deinem und ihrem Leben zu ordnen; auf daß ich verdiene in ihrem mütterlichen Schooß einst als ihr vielgeliebten Kind meinen Geist aufzugeben. Ja, göttlicher Jesus! Sohn Mariä! sei in mir, wenn ich dich heute empfange, ein Lob- und Dankopfer für die Glorie und Gnaden, mit welchen du deine seligste Mutter über alle Engel und Heiligen gekrönet haft und ich einst Theil nehme an ihrer Freude, am Hochzeitsmahle himmlischer Wonnen. - - — Verleihe mir auf ihre Fürbitte, o Jesus, mein Schöpfer und Erlöser! daß ich dich heute empfange mit jener Ehrfurcht und Liebe- mit jenem Glauben, mit jener Hoffnung und Reinigkeit, wie Maria, deine heiligste Mutter, o Jesus! nach dir verlangte, als sie zum Engel, der ihr das Geheimniß deiner allerheiligsten Menschwer - 351 dung verfündigte, sprach: ,, Siehe, ich bin des Herrn Magd, mir geschehe nach deinem Worte." Ja, mit dem Glauben Mariä glaube ich an dich - und rufe zu dir- ich glaube, daß du hier gegenwärtig bist im allerheiligsten Sacramente. Mit ihrer Hoffnung hoffe ich auf dich, daß du mir zum Heile nun in demselben dich mir schenken wirst- und rufe zu dir: Ich hoffe auf dich! Mit ihrer Liebe liebe ich dich aus meinem ganzen Herzen, aus meiner ganzen Seele, und rufe zu dir: Jch liebe dich! D fomm zu mir!- so rufe ich mit der Sehnsucht Mariä dir entgegen: Mein Jesus! o fomm zu mir, und schenke dich mir in dem heiligsten Gastmahle deiner Liebe!!! Amen. - - - - Nach der heiligen Communion. Nachdem du bereits deine Danksagung in unmittelbarer, seliger Unterredung mit Jesu in deinem Herzen verrichtet hast kannst du noch folgende Anmuthungen, besonders an den Festtagen Mariä, beifügen, um dich bei der heiligen Communion in der Andacht zu ihr, der himmlischen Mutter, zu stärken und Gnade dafür von Jesu zu erbitten. Bittruf an Jesum. O Jesus! mein Jesus! den ich nun zu so groBem Trost und Jubel meiner Seele empfangen habe, durch das allerreinste und dir angenehmste Herz Mariä der Jungfrau aller Jungfrauen und Königin aller Heiligen, grüße ich dich glaube ich an dich- hoffe ich auf dich liebe ich dich, und danke ich deiner gütigsten und liebevollsten Majestät für die gnadenreiche Besuchung und Einkehr in das Kämmerlein meines Herzens. verherrTief gebeugt bete ich dich an liche und erhöhe dich aus allen Kräften meiner Seele und aller deiner Geschöpfe mit aller jener Liebe, Andacht und Inbrunst, womit dich deine heiligste Mutter nach deiner allerheiligsten Menschwerdung und nach deinem Empfange in diesem Liebessacramente so oft im Leben - - -- - - - angebetet verehret geliebet und verherrlichet hat. O sei von ihr und mir tausendmal gepriesen gepriesen durch uns über Alles du unser Gott und all' unser Gut! jeßt und in Ewigkeit! besonders heute an diesem der Ehre deiner göttlichen Mutter geweihten' Festtage. D! vernimm in dem Jubel, mit dem ich dir für die ihr durch diesen Vorzug verliebene Gnade danke auch anbei meine innigste, flehentlichste Bitte: Ich habe mir nämlich vorgenommen, nach dir, o mein Jesus!- Maria, deine gebenedeite Mutter über Alles zu lieben, auf sie all' mein Vertrauen zu setzen- und nicht nachzulassen bis ich die allerzärtlichste Liebe und eine wahre Andacht zu ihr mir zugeeignet habe. Ich bitte- ich bitte also durch deine Liebe zu ihr- und durch ihre Liebe zu dir:- Gib mir das kostbare Geschenk der innigsten Liebe zu ihr eine Liebe, die größer ist, als jedes andere Herz faffen kann. Eine Liebe, die inniger zärtlicher freudiger treuer ist, als jede andere Liebe eines Kindes zur Mutter- und als wie alle sonstige Liebe der Geschöpfe. Gib mir die allertiefeste Hochachtung gegen ihre nie genug zu umfassenden, und Gib mir ein unnie genug zu preisenden Vorzüge. begränztes Vertrauen auf ihre allermächtigste und allergetreueste Fürbitte empfiehl und übergib mich ihr wie du einst ihr Johannes, den Jünger deiner beute Liebe, übergeben und anempfohlen. Ja, thu' es fprid), mein Sefus der du nun gegenwärtig bist in meinem Herzen sprich nun an ihr mütterliches Herz das Wort der Begnadigung: ,, Siche deinen Sohn siehe deine Tochter!" Gib aber auch mir alle die Tugenden und jene zärtlichste Andacht, die mir nothwendig sind; damit auch ich sie nach deinem Willen und meinem meine Mutter heißen Verlangen- würdiglich Mutter wann, María! wann darf ich das wohl mit mehr Vertrauen thun, als jegt, wo Jesus in meinem Herzen verschlossen ist. nenne. Mutter Mutter Jesu und meine Mutter! - — - - - - - - - 1 - -- - - - 352 - - - - -14 - - - -- - - - -- 1 sieh' auf mich 630 164 mallo mi - Bittruf an Maria. Ja, siehe, erhabene Jungfrau und Gottes Mutter! sieh' deinen Sohn- den du ohne Makel empfangen unter dem Herzen getragen geboren und nach seiner wundervollen Geburt mit süßen Umarmungen an dein liebendes Herz gedrücket hast- ihn, in dessen Anblick du so innigst erfreuet und mit Himmelslust überströmet wurdest;— Ihn, deinen Sohn, den ich aus unschäßbarem Uebermaße der göttlichen Güte heute in meiner stelle ich dir demüthig dar, Seele aufgenommen habe daß du ihn in deine Arme schließen, mit deinem Munde füssen, mit deinem Herzen lieben und mit mir und für mich anbeten- und der allerheiligsten Dreifaltigkeit zur größten Ehre und Freude für meine und der ganzen Welt Anliegen aufopfern wolleft. - Maria! Mittlerin bei deinem Sohne- ver- und tritt dein Amt, und bediene dich deiner Vorzüge bitte für mich, besonders jetzt in dieser Stunde. bitte mir Verzeihung meiner Sünden vor Jesu, alle Tugenden die Reinigkeit der Seele und des Leibes Demuth- Geduld und Liebe!! alle Tugenden deines tugendreichsten Herzens!! O unvergleichbare Mutter meines Herrn und Erlösers! nimm Besig mit deinem Sohne von meinem Herzen, und herrsche als Königin mit deinem Sohne in demselben.- Nimm mich auf in die Zahl deiner Diener ( Dienerin), die dich besonders lieben und die du besonders liebst.--- Ich werde dich nicht entlassen, bis du mich mit deinem göttlichen Kinde nun segnest und erhörest für Alles, um was ich ihn und dich bitte. Ja, segne, v Mutter! segne mich, dein Kind, und alle Diejenigen, für die ich zu beten schuldig bin, mit dem Segen jener Gnaden, die mir und Ihnen jetzt am nothwendigsten sind. Segne alle Diener und Kinder der heiligen Kirche, alle geistlichen und weltlichen Vorsteher in ihrem Amte. Segne Alle, die hier mit mir zugegen sind. 23 - 353 - - - - 1 1 1 - Segne die Gerechten, daß sie von der Gerechtigkeit nie abweichen- sondern wachsen in allen TuO genden. 1024 - Segne die Sünder, damit sie der Gnadenstimme Jesu das Ohr ihres Herzens eröffnen und sich bekehren von ihren bösen Wegen, und würdig Jesum empfangen. Sei eine Mutter der Barmherzigkeit und eine Frau alles Trostes allen Bedrängten auf Erden und unter der Erde, wo sie die Reinigungsflamme läutert; da nichts Unreines in den Himmel eingehen kann, um sich mit Jesu, dem Reinsten, zu vereinigen. Auspin 354 Um dieses bitte ich dich, o Mutter der Hoffnung und Liebe! durch alle Erbarmungen Jesu, die du jemals von ihm empfangen durch alle Erbarmungen und Gnaden, die er je durch dich Anderen ausgespendet hat ich bitte dich darum durch alle die schmerzhaften und freudenreichen Geheimnisse seines und deines Lebens; ich bitte dich darum um der Liebe seines und deines Herzens, und seufze zu dir mit der Inbrunst aller dich liebenden Herzen. Also sei es, o Maria! Umen. 1 - Dritte Abtheilung. Gnadenschäße und Gnadenwirkungen von der Liebesvereinigung mit den zwei heiligsten Herzen Jesus und Maria. 23* plindid - 357 1. 1 Heilige Abläffe. 1. Einleitung. Unser Heiland hat seiner Kirche die Gewalt gegeben, Ablaß zu ertheilen, das heißt, die zeitlichen Strafen, die nach verziehener Schuld der Sünde noch abzubüßen übrig bleiben, nachzulassen, nach den ausdrücklichen Worten Jesu: ,, Was ihr auf Erden lösen werdet, das soll auch im Himmel gelöset sein." ( Matth. 18.) Und so ist es uns denn auch höchst nüglich, der von der Kirche uns verliehenen Ablässe theilhaft zu werden. Allein nur derjenige wird derselben wirklich theilhaft, der Alles pünktlich erfüllt, was die Kirche uns zu diesem Zwecke vorgeschrieben hat. Um nämlich den vollkommenen Ablaß auch vollständig zu erhalten, muß man außer der Beichte, der Communion und den erforderten Gebeten noch ein reumüthiges Herz haben, das nicht allein von aller Todsünde, sondern auch von allen läßlichen Sünden, und von allem freiwilligen Hange zu irgend einer Sünde frei ist. Wenn das Herz noch an der Sünde, wie gering sie auch sein mag, hängt, so kann man den vollkommenen Ablaß nicht vollständig gewinnen; daher gibt es wohl Manche, die sich einbilden, den Ablaß zu gewinnen, und die, weil sie nicht so beschaffen sind, wie sie es sein sollten, ihn doch nicht oder wenigstens nicht in seinem ganzen Umfange gewinnen. Dadurch soll aber Niemand den Muth verlieren, sondern ein Jeder soll thun, was er mit der Gnade Gottes zu thun vermag, und dann wird - er auf jeden Fall für seine Mühe reichlich belohnt werden. Wenn er vielleicht wegen Mangels an gehöriger Vorbereitung nicht den ganzen Ablaß gewinnt; so wird er doch immer einen Theil desselben gewinnen, und zwar einen desto größeren Theil, je beſſer er sich vorbereitet hat. Nach diesem Grundsaze pflegen auch die frommen Christen zu handeln; weil sie niemals ganz sicher sind, ob sie den Ablaß in seinem ganzen Umfange gewonnen haben, so benüßen sie jede Gelegenheit. desselben theilhaft zu werden; damit sie auf diese Weise gleichsam nach und nach von den zeitlichen Strafen gänzlich befreiet werden. Dabei ist dennoch wohl zu bemerken, daß der Ablaß uns nicht frei spricht von der Schuldigkeit, Buße zu wirken; die Kirche will im Gegentheil durch den Ablaß in uns den Geist der Buße wecken, indem sie erst, nachdem wir unsererseits aufrichtige Buße gewirkt haben, uns den Ablaß ertheilt, theils um unseren Eifer zu belohnen, und theils um unser Unvermögen durch die Zuwendung der unendlichen Verdienste Christi, der überflüssigen Genugthuung der Mutter Gottes und aller Heiligen, zu ersetzen. Auf solche Weise wird der Gewinn der heiligen Ablässe ein Mittel der Heiligung für die Seele, um einst nach dem Tode ohne Aufenthalt sich mit Jesu und seinem heiligsten Herzen zu vereinigen. Was nun die Ablässe betrifft, die von den Mitgliedern des Liebesvereines, durch päpstliche Verleihung gewonnen werden können, so sind dieß nach den Worten des römischen Originales folgende: Treb - 358 - 1191 I. Am Tage der Einverleibung in das Bündniß, wenn sie beichten, communiciren und nach der Meinung des Papstes beten. Verordnung vom 7. März 1801. I!. Am Feste des heiligen Herzens Jesu oder am nächsten darauffolgenden Sonntage, wenn sie beichten, communiciren u. f. w. Verordnung vom 7. März 1801, und vom wie oben. 12. Juli 1803. 107 III. Am ersten Freitage oder am ersten Sonntage eines jeden Monates, wenn sie beichten, communiciren, beten wie oben. Verordnung vom 15. Juli 1803, und vom 7. Juli 1815. Loo thun nidis omall md bilmin mil 2. Vollkommene Ablässe. 1 359 - IV. Ueberdies jeden Monat vollkommenen Ablaß, an einem Tage, welchen sie nach Belieben wählen können, wenn sie beichten, communiciren, und wie oben beten. Verordnung vom 14. November 1802. - - V. In der Sterbftunde, wenn sie den heiligsten Namen Jesu wenigstens im Herzen reumüthig anrufen, wenn es mit der Zunge nicht geschehen kann. Verordnung vom 7. März 1801. VI. Ablaß von 7 Jahren und 7 Quadragenen an den vier Sonntagen vor dem Feste des heiligen Herzen Jesu. VII. Endlich ein Ablaß von 60 Tagen für jedes gute Werk, welches den Tag hindurch von den Mitgliedern des Bündnisses mit Andacht verrichtet wird; wie aus der angezeigten Verordnung vom 7. März 1801 erhellet. Alle diese Ablässe können von den Mitgliedern des Bündnisses erlangt werden, ohne daß sie die Kirche Mariä bei der Fichte oder eine andere besuchen, wenn sie nur nach der päpstlichen Verordnung vom 20. März 1802, folgende vorgeschriebene Andachtsübung verrichten, daß sie nämlich täglich das Vater unser, den englischen Gruß und den apostolischen Glauben andächtig beten, und folgende Anmuthung beisetzen: O mein süßestes Herz Jesu gib, Daß ich stets mehr und mehr dich lieb'. VIII. Durch ein apostolisches Breve vom 2. April 1805, find den Mitgliedern des gemeldeten Bündnisses auch nachfolgende Ablässe, welche ebenfalls immer dauern, und den armen Seelen können zugewendet werden, verliehen worden. Alle Mitglieder, welche in der Kirche ihres Bündnisses, nämlich die Kirche Mariä bei der Fichte, an jenen Tagen, an denen im römischen Meßbuche die Stationen angezeigt sind, besuchen, und dort nach der Meinung des Papstes beten, gewinnen die nämlichen Ablässe der römischen Stationen, welche im Decret vom 9. Juli 1777 verzeichnet sind, nämlich in der Fasten an dem Aschermittwoche, und am 4. Sonntage 15 Jahre und 15 Quadragenen. Am Palmsonntage 25 Jahre und 25 Quadragenen. Am Gründonnerstage vollkommenen Ablaß. Am Charfreitage und Charsamstage 30 Jahre und 30 Quadragenen. An den übrigen Tagen in der Fasten, sowohl Festtage als Werktage, 10 Jahre - - und 10 Quadragenen;- zu Ostern am Ostersonntage, vollkommenen Ablaß, die zwei folgenden Feiertage und die ganze Woche, den folgenden weißen Sonntag miteingerechnet, 30 Jahre und 30 Quadragenen. An Christi Himmelfahrt vollkommenen Ablaß. Zu Pfingsten am Pfingstsonntage und die folgenden Tage bis zum Samstage miteingerechnet, 30 Jahre und 30 Quadragenen.- Im Advente, am 1., 2. und 4. Sonntage, 10 Jahre und 10 Quadragenen, am 3. Sonntage, 15 Jahre und 15 Quadragenen.- Zu Weihnachten, am Vorabende in der Nacht, und bei der heiligen Messe in der Frühe, 15 Jahre und 15 Quadragenen. Am Weihnachtstage selbst vollkommenen Ablaß. An den drei folgenden Festtagen, am Feste der Beschneidung und Erscheinung des Herrn, wie auch am Evantage Septuagesimä, Sexagesimä und Quinquagesimä, 30 Jahre und 30 Quadragenen. An den 3 Quatembertagen 10 Jahre und 10 Quadragenen. Am Feste des heiligen Evangelisten Marcus, und an den drei Tagen der Bittwoche, 30 Jahre und 30 Quadragenen. dejoj - - — 360 - IX. Ueberdies wird den Mitgliedern des Bündnisses durch ein anderes apostolisches, gleichfalls für allezeit geltendes Breve, vom 2. April 1805, ein vollkommener Ablaß, verliehen am Feste der heiligen Empfängniß, der Geburt, Verkündigung, Reinigung und Himmelfahrt Mariä, der reinsten Jungfrau und Mutter Gottes, wie auch am Feste aller Heiligen, am Tage aller Seelen, am Feste des heiligen Josephs, des reinsten Bräutigams der Jungfrau Maria; am Feste der glorreichen und heiligen Apostel Petrus und Paulus, und am Feste des heiligen Apostels und Evangelisten Johannes; wenn sie an diesem Tage beichten und communiciren, und die gemeldete Bündnißkirche beſuchen. X. An den übrigen Festtagen Mariä, der seligsten Jungfrau, und an den Festtagen der übrigen Apostel, einen Ablaß von 7 Jahren und 7 Quadragenen, wenn sie die gemeldete Kirche, laut des angeführten Breve, besuchen. Die bei Nr. VIII., IX. und X. erwähnten Ablässe, zu deren Erlangung die Besuchung der gemeldeten Kirche erfordert wird, können fraft einer päpstlichen, immer dauernden Verordnung sowohl zu Rom, als anderswo von den Mitgliedern gewonnen werden, welche wegen Krankheit oder eines andern Hindernisses - 361 1 die Kirche nicht besuchen können, wenn sie nur ein von ihrem Beichtvater auferlegtes gutes Werk verrichten. XI. Wenn sie während der 9 Tage vor dem Feste des heiligen Herzens Jesu, welches am Freitage nach der Frohnleichnams- Octave begangen wird, eine Kirche oder öffentliche Kapelle, wo dieses Fest gehalten wird, andächtig besuchen, und nach der Meinung des Papstes beten, erlangen sie jeden Tag einen Ablaß von 7 Jahren und 7 Quadragenen, welchen sie auch den armen Seelen können zukommen lassen. Verordnung vom 4. März 1806. mussain? — XII. Die Andacht zum heiligsten Herzen Jesu immer mehr zu befördern, hat der nämliche Papst durch eine andere Verordnung, ebenfalls vom 4. März 1806, allen andächtigen Verehrern des heiligsten Herzens Jesu einen allezeit dauernden vollkommenen Ablaß, welchen sie auch den armen Seelen können zufommen lassen, an den 6 Sonntagen oder 6 Freitagen vor dem Herz Jesu- Feste, welches am Freitage nach der FrohnleichnamsOctave gehalten wird, freigebig verliehen, wenn sie an jedem dieser Sonn- oder Freitage beichten, communiciren, und die Kirche oder Kapelle, wo das Fest am gemeldeten Tage gehalten wird, andächtig besuchen, und nach der Meinung Seiner Heiligfeit beten. Die eben gemeldeten Ablässe, sowohl an den 9 Tagen, als an den 6 Sonntagen oder Freitagen vor dem Herz JesuFeste, können laut einer oben angeführten päpstlichen, immer dauernden Verordnung von den Mitgliedern des Bündnisses, welche wegen eines rechtmäßigen Hindernisses, die Kirche oder Kapelle nicht besuchen können, gewonnen werden, wenn sie nur ein von ihrem Beichtvater ihnen auferlegtes gutes Werk verrichten. Die Ehre Mariä, der Mutter Gottes, immer mehr zu vergrößern, verlieh endlich der Papst Pius VII. den Mitgliedern des Bündnisses für allezeit einen Ablaß von 300 Tagen, wenn sie Morgens, zu Mittag und Abends dreimal das Gloria patri etc., oder die Ehre sei Gott dem Vater 2c., beten, dadurch der heiligsten Dreifaltigkeit für die Gnaden und Vorzüge danken, welche sie Maria, der seligsten Jungfrau, insbesondere bei ihrer Aufnahme in den Himmel, verliehen hat. Die Mitglieder, welche diese Andachtsübung einen Monat lang täglich dreimal verrichten, - - 362 können nebst dem Ablasse von 100 Tagen für jedesmal auch noch einen vollkommenen, an einem beliebigen Tage im Monate, gewinnen, wenn sie beichten, communiciren, und nach der Meinung Seiner Heiligkeit beten. Sowohl der Ablaß von 300 Tagen, als der vollkommene, kann den Seelen im Fegefeuer zuge wendet werden. Verordnung vom 10. Sept. 1814. 3. Erinnerungen. I. Es ist in unserer Einrichtung festgesetzt, alle Monate zur Hülfe der aus der Versammlung Verstorbenen drei heilige Messen lesen zu lassen, welche die von dem Bündnisse bestimmten Priester lesen werden. Deßwegen werden alle Einverleibte gebeten, doch ohne Pflicht, nach ihrem Gefallen etwa eine heilige Communion, oder einen Rosenkranz, oder ein anderes gutes Werk zur Hülfe der Verstorbenen monatlich aufzuopfern; wenn die Namen der Verstorbenen uns fund werden, sollen sie in unserer Versammlung vorgelesen, und auf eine Tafel geschrieben werden, damit die Seelen der Verstorbenen Hülfe erlangen. II. Seine Heiligkeit, Papst Pins VII., hat einen voll kommenen Ablaß, welcher auch den Seelen im Fegefeuer fann zugewendet werden, für allezeit allen Gläubigen verliehen, welche beichten, communiciren, und was immer für eine Kirche oder öffentliche Kapelle, auch der Ordensgeistlichen und der Klosterfrauen, wo immer in der katholischen Welt, wo das Fest des heiligsten Herzens Jesu gehalten wird, besuchen, und nach der Meinung Seiner Heiligkeit beten. Zugleich ist die Freiheit gestattet, das Fest des heiligsten Herzens Jesu auf was immer für einen Tag des Jahres, mit Erlaubniß des betreffenden Bischofs oder Ordinarius, zu verlegen, auch an einem solchen Tage die eigenen Messen vom heiligsten Herzen Jesu zu lesen. Verordnung vom 7. Juli 1815.- Rom in der Druckerei der apostolischen Kammer. Aloifius Felici, der Gesellschaft Jesu, erster Vorsteher des Bündnisses des heil. Apostels Paulus. 363 Anmerkung. Um die vollkommenen Ablässe zu gewinnen, muß man aber jedesmal beichten, communiciren und auf die Meinung des Papstes ein eigenes Gebet verrichten, und wenigstens 7 Vater unser, 7 Ave Maria und den Glauben mit dem: Die Ehre sei Gott dem Vater 2c., beten. - - 4. Ublaßgebete. I. Ich N. N., aus Dankbarkeit gegen dich und um meine Untreue zu ersetzen, schenke ich dir mein Herz, und opfere mich dir ganz, liebenswürdigster Jesus! und nehme mir mit deiner Gnade vor, nicht mehr zu sündigen. Amen. Wer diese Ergebung an das göttliche Herz Sesu täglich vor einem Bildnisse desselben reumüthig spricht, erlangt des Tages einmal einen Ablaß von 100 Tagen; monatlich aber einen vollkommenen, wenn er beichtet, communicirt, und nach der Meinung Seiner päpstlichen Heiligkeit betet. na wes Diese Ablässe können auch den armen Seelen im Fegefeuer ge schenkt werden. Pius VII., am 9. Juni 1807. II. Siehe, mein liebenswürdigster Jesus! wie weit doch deine unaussprechliche Liebe geht. Du hast mir von deinem Fleische und kostbarem Blute ein göttliches Mahl bereitet, um dich mir ganz zu schenken! Wer hat dich wohl zu solchen Beweisen der Liebe bewogen? Gewiß Niemand anders, als dein liebebrennendes Herz. anbetungswürdigstes Herz meines Jesu! glühender Ofen der Liebe! schließe meine Seele in deine allerheiligste Herzenswunde ein; damit ich in dieser Schule der Liebe lerne, jenen Gott, der mir so wunderbare Zeichen seiner Liebe gab, hinwieder zu lieben. Amen. - Wer dieses Gebet mit Andacht betet, der erlangt einen Ablaß von 100 Tagen, welcher auch den armen Seelen im Fegefeuer zugewendet werden kann. Papst Pius VII. am 9. Februar 1848. - 364 - 5. Sieben Aufopferungen des heiligen Blutes zu Gott dem Vater. Pius VII. hat mit Refcript vom 22. September 1817 allen Christgläubigen auf immerwährende Zeiten einen Ablaß von 300 Tagen für jedesmal verliehen, als sie mit reumüthigem Herzen folgende Aufopferung des kostbaren Blutes Jesu Christi zu seinem himmlischen Vater mit sieben Ehre sei Gott dem Vater 2c., und dem Schlußgebete sprechen werden, und zwar mit der frommen Meinung, dadurch einen Ersatz zu leisten für alle Unbilden, die er unseres Heiles unsere Erlösung willen gelitten hat. Jene, welche diese Aufopferung einen Monat lang täglich beten, gewinnen an dem Tage, wo sie beichten, communiciren und auf die Meinung des obersten Kirchenhauptes beten, einen vollkommenen Ablaß. Beide Ablässe können auch den armen Seelen im Fegefeuer zugewendet werden. 400 1. Ewiger Vater! ich opfere dir die Verdienste des kostbarsten Blutes Jesu, deines geliebten Sohnes und meines göttlichen Erlösers auf, für die Ausbreitung und Erhöhung der heiligen Kirche, unserer lieben Mutter, für die Erhaltung und Wohlfahrt des sichtbaren Oberhauptes derselben, des römischen Papstes, der Cardinäle, Bischöfe und Seelenhirten, und alle Diener des Heiligthums. Ehre sei Goit dem Vater 2c. Jesus sei ewig gelobt und gebenedeit, der durch sein heiliges Blut uns erlöset hat. Q000 2. Ewiger Vater! ich opfere dir die Verdienste des kostbarsten Blutes Jesu, deines geliebten Sohnes und meines göttlichen Erlösers auf, für den Frieden und die Einigkeit der Könige und katholischen Fürsten, zur Demüthigung der Feinde des heiligen Glaubens, und für die Glückseligkeit des christlichen Volkes.- Ehre sei Gott dem Vater 2c. Jesus sei ewig gelobt und gebenedeit, der durch sein heiliges Blut uns erlöset hat. 3. Ewiger Vater! ich opfere dir die Verdienste des kostbarsten Blutes Jesu, deines geliebten Sohnes und meines göttlichen Erlösers auf, für die Erleuchtung der 365 Ungläubigen, für die Ausrottung aller Keßereien und die Bekehrung der Sünder.- Ehre sei Gott dem Vater 2c. - - Jesus sei ewig gelobt und gebenedeit, der durch sein heiliges Blut uns erlöset hat. 4. Ewiger Vater! ich opfere dir die Verdienste des kostbarsten Blutes Jesu, deines geliebten Sohnes und meines göttlichen Erlösers auf, für alle meine Blutsverwandte, Freunde und Feinde, für die Bedürftigen, Kranken und Betrübten, und für alle Jene, für welche ich, wie es dir bewußt ist, zu beten schuldig bin, und für welche du willst, daß ich beten soll.-Ehre sei Gott dem Vater 2C. - Jesus sei ewig gelobt und gebenedeit, der durch sein heiliges Blut uns erlöset hat. 5. Ewiger Vater! ich opfere dir die Verdienste des kostbarsten Blutes Jesu, deines geliebten Sohnes und meines göttlichen Erlösers auf, für alle Jene, welche am heutigen Tage in das andere Leben hinüber gehen werden; damit du sie von den Peinen der Hölle befreieft, und sie desto freigebiger zum Besige deiner Herrlichkeit gelangen lassest. Ehre sei Gott dem Vater 2c. 11 Jesus sei ewig gelobt und gebenedeit, der durch sein heiliges Blut uns erlöset hat. 6. Ewiger Vater! ich opfere dir die Verdienste des kostbarsten Blutcs Jesu, deines geliebten Sohnes und meines göttlichen Erlösers auf, für alle Jene, die diesen Preis unseres Heiles zu schätzen wissen; für Jene, die sich mit dir vereinigen, selbes zu verehren und anzubeten, und welche sich Mühe geben, diese Verchrung überall zu verbreiten. Ehre sei Gott dem Vater 2c. Jesus sei ewig gelobt und gebenedeit, der durch sein heiliges Blut uns erlöset hat. 7. Ewiger Vater! ich opfere dir die Verdienste des kostbarsten Blutes Jesu, deines geliebten Sohnes und 366 meines göttlichen Erlösers auf, für alle meine geistlichen und leiblichen Bedürfnisse, zur Hülfe der armen Seelen im Fegefeuer, und besonders jener, welche nach ihrer Frömmigkeit mehr Werth legten auf den kostbaren Preis unserer Erlösung und auf die Schmerzen und Leiden unserer lieben, seligsten Mutter Maria. Ehre sei Gott dem Vater 2C. - - - Jesus sei ewig geglobt und gebenedeit, der durch sein heiliges Blut uns erlöset hat. Es lebe das Blut Jesu Christi jetzt und allezeit, und zu ewigen Zeiten. Amen. 6. Uebungen der Anbetung Jesu im heiligsten Altars sacramente. 1. Jch bete dich in tiefster Ehrfurcht an, o mein Jesus, im heiligsten Sacramente! ich erkenne dich als wahren Gott und als wahren Menschen; und durch diese Uebung der Anbetung will ich die Frostigkeit und den Kaltsinn so vieler Christen erseßen, welche im Vorbeigehen bei deinen Tempeln, und vielmal sogar vor dem Tabernakel, worin du dich würdigest, zu jeder Stunde des Tages in liebevoller Ungeduld zu verweilen, um dich deinen Gläubigen mitzutheilen, dich nicht einmal begrüßen, sondern durch ihre sträfliche Nachlässigkeit leider beweisen, daß sie, wie die Juden in der Wüste, einen Efel vor diesem himmlischen Manna haben. Ich opfere dir demnach auf das kostbare Blut, welches du aus der Wunde deines linken Fußes vergoffest, zur Sühnung für eine so empörende Lauigkeit; und in diese Wunde mich verschließend, wiederhole ich tausend und tausend Male: Gelobt und gebenedeit sei ohne End' Das heiligste und göttliche Sacrament! Vater unser. Gegrüßet seist 2c. Ehre sei Gott zc. 367 2. Jch bete dich in tiefster Ehrfurcht an, o Jesus! der du gegenwärtig bist im heiligsten Altarssacramente, und durch diese Ulebung der Anbetung verlange ich die Gleichgültigkeit jener lauen Christen zu ersetzen, die, obschon sie dich zu den Kranken tragen sehen, zur Stärkung für ihre große Reise in die Ewigkeit, dich dennoch ohne Begleitung lassen, und kaum eines kleinen Zeichens der äußerlichen Verehrung würdigen. Ich opfere dir demnach auf zur Sühnung eines solchen Kaltsinnes das fostbarste Blut, welches du aus der Wunde des rechten Fußes vergossest; und in diese Wunde mich verschließend, wiederhole ich tausend und tausend Male: 11 - Gelobt und gebenedeit sei ohne End' Das heiligste und göttliche Sacrament! Vater unser. Gegrüßet seist 2c. Ehre sei Gott 2c. 3. Jch bete dich in tiefster Ehrfurcht an, o mein Jesus! du wahres Brot des ewigen Lebens! und durch diese Uebung der Anbetung verlange ich, dir für die so vielen Wunden genug zu thun, welche täglich deinem Herzen geschlagen werden durch die Verunehrung deiner Kirchen, wo du unter den sacramentalischen Gestalten zu verweilen dich würdigest, um von deinen Getreuen angebetet und geliebet zu werden. Ich opfere dir demnach auf, zur Sühnung so vieler Ungebührlichkeiten, das fostbarste Blut, welches du aus der Wunde deiner linken Hand vergossest; und in diese Wunde mich verschließend, wiederhole ich tausend und tausend Male: Gelobt und gebenedeit sei ohne End' Das heiligste und göttliche Sacrament! Vater unser. Gegrüßet seist 2c. Ehre sei Gott ic. 4. Jch bete dich in tiefster Demuth an, o mein Jesus, lebendiges Brot! vom Himmel gestiegen, und durch diese Uebung der Anbetung verlange ich, dir für alle die vielen Unehrerbietigkeiten genug zu thun, welche täglich von deinen Gläubigen in Anhörung der heiligen - 368 - Messe begangen werden, bei welcher du aus zärtlichster Liebe zu uns das nämliche, obschon unblutige Opfer erneuerst, das du auf dem Calvarienberge zu unserem Heile vollbracht hast Ich opfere dir demnach auf, zur Sühnung eines solchen Undankes das kostbarste Blut, welches du aus der Wunde deiner rechten Hand vergosfest, und in diese Wunde mich verschließend, vereinige ich meine Stimme mit jener der Engel, die dich tief anbetend umgeben, und rufe mit ihnen: OPR # 6 Gelobt und gebenedeit sei ohne End' Das heiligste und göttliche Sacrament! Vater unser. Gegrüßet seist zc. Ehre sei Gott 2c. 5. Ich bete dich in tiefster Ehrfurcht an, o mein Jesus! wahres Opfer zur Tilgung unserer Sünden, und opfere dir diese Uebung der Anbetung auf zu einigem Ersage für die Gottesraube und Lästerungen, welche du von so vielen undankbaren Christen erduldest, die es wagen, sich dir zu nähern und mit schweren Sünden auf ihrer Seele, dich in der Communion zu empfangen; zur Sühnung einer so verabscheuungswürdigen Entheiligung opfere ich dir die letzten Tropfen deines kostbarsten Blutes auf, das du aus deiner Seitenwunde vergossest, und in diese Wunde mich verschließend, komme ich, dich anzubeten, zu lieben und zu preisen, und mit allen frommen Anbetern des allerheiligsten Altarssacramentes tausend und tausend Male zu wiederholen: Gelobt und gebenedeit sei ohne End' Das heiligste und göttliche Sacrament! Vater unser. Gegrüßet seist zc. Ehre sei Gott 2c. O Sacrament! wir kommen dich Gebeuget zu verchren, Im neuen Bund verlieren sich Des alten Bundes Lehren; Und fester Glaube zeigt uns an, Was unser Sinn nicht fassen kann. 11. 369 Dir sei Lob, Ehre, Dank bereit, Gott Vater auf dem Throne, Und ewig sei gebenedeit Mit Jesu, deinem Sohne. Auch Ehre sei bem heil'gen Geift, Der uns als Tröster sich beweis't. Amen. 1 - V. Du, o Herr! haft ihnen das Himmelsbrot gereicht. R. Welches alle Lieblichkeit in sich enthält. Gebet. O Gott, der du in dem wunderbaren Saframente uns ein Andenken deines Leidens hinterlassen hast; wir bitten dich, verleihe uns, die heiligen Geheimnisse deines Leibes und Blutes also zu verehren, daß wir deiner Erlösung Früchte immerdar in uns genießen mögen. Welcher du mit Gott dem Vater in Einheit des heiligen Geiftes lebest und regierest, Gott von Ewigkeit zu Ewigfeit. Amen 7. Fromme Uebung zu Ehren des schmerzhaften Herzens Mariä. Auf Ansuchen der ehrwürdigen Priester des frommen Vereines zum heiligsten Herzen Jesu, auch Verein des heiligen Paulus genannt, hat Bius der VII. mittelft Rescript vom 14. Jan. 1813 durch den Erzbischof von Philippi auf ewige Zeiten einen Ablaß von 300 Ta= gen, welcher auch den Seelen im Fegefeuer zugewendet werden kann, allen Christgläubigen für jedesmal verliehen, als sie zu Ehren, des schmerzhaften Herzens der allerheiligsten Mutter folgende fromme in was immer für einer Sprache oder getreuen Uebersegung mit Andacht vornehmen werden; wie es auch aus einem andern Rescripte vom 26. September 1817, welches in dem Archive des bekannten frommeu Vereines aufbewahrt wird, zu ersehen ist. 24 1 370 Fromme Uebung. . Gott, merke auf meine Hülfe! R. Herr, eile mir zu helfen! od samo Ehre sei Gott dem Vater, und dem Sohne und dem heiligen Geiste. 1. Ich trage zärtliches Mitleid mit dir, schmerzhafte Mutter! wegen jener Bekümmerniß, die dein zartes Herz bei der Vorhersagung des heiligen Greises Simeon empfunden hat. O liebe Mutter! durch dieses dein betrübtes Herz erbitte mir von Gott die Tugend der Demuth, und die Gabe der heiligen Gottesfurcht- Gegrüßet seist du 2c. - 2. Jch- trage zärtliches Mitleid mit dir, schmerzhafte Mutter! wegen jener Angst, die dein zartfühlendes Herz bei der Flucht nach Aegypten, und während des Aufenthaltes alldort empfunden hat. O liebe Mutter, durch dieses dein geängstigstes Herz erwirke mir die Tugend der Freigebigkeit, besonders gegen die Armen, und die Gabe der Gottseligkeit. Gegrüßet seist du zc. 3. Ich trage zärtliches Mitleid mit dir, schmerzhafte Mutter! wegen jener Bestürzung, in welche dein mütterliches Herz gerieth, als dein lieber Jesus in Verlust gerathen war. O liebe Mutter! durch dein so sehr bekümmertes Herz erwirke mir die Tugend der Keuschheit, und die Gabe der Wissenschaft. Gegrüßet seist du 2c. - 4. Ich trage zärtliches Mitleid mit dir, schmerzhafte Mutter! wegen jenes Entsetzens, welches dein mütterliches Herz ergriff, da du Jesu begegnetest, als er das schwere Kreuz trug. O liebe Mutter! durch dein liebendes, vor Schmerzen brechendes Herz, erbitte mir die Tugend der Geduld, und die Gabe der Stärke. Bet feist du zc. Gegrü7 1 371 18 5. Ich trage zärtliches Mitleid mit dir, schmerzhafte Mutter! wegen jener Marterqual, die ein starkmüthiges Herz aushielt, als du bei der Kreuzigung und Todesangst Jesu zugegen warst. Oliebe Mutter! durch dein so sehr gepeinigtes Herz erwirke mir die Tugend der Mäßigkeit, und die Gabe des Rathes.- GegrüBet seist du sc. 6. Jch trage zärtliches Mitleid mit dir, schmerzhafte Mutter! wegen jener Schmerzenswunde, die deinem empfindlichen Herzen geschlagen ward, als ein Lanzenstich die Seite Jesu eröffnete, und sein liebenswürdigstes Herz durchdrang. Oliebe Mutter! durch dein so zerschnittenes Herz erbitte mir die Tugend der brüderlichen Gegrüßet seist Liebe, und die Gabe des Verstandes. du 2c. sathisc 331 910 10.00 7. Ich trage zärtliches Mitleid mit dir, schmerzhafte Mutter! wegen jener stillen Pein, die dein liebendes Herz erlitt, als Jesus in das Grab gelegt wurde. Oliebe Mutter! durch dein auf das äußerste betrübtes Herz erwirke mir die Tugend des Eifers, und die Gabe der Weisheit.- Gegrüßet seist du 2c. pi slladatschino Bu bodul fian dan m. Bitt für uns, o schmerzhafte Jungfrau! p R. Daß wir würdig werden der Verheißungen Christi. 2007-02 - 388130 Gebet. Wir bitten dich, Herr Jesus Christus! du wolleft gnädiglich verleihen, daß die seligste Jungfrau Maria, deine Mutter, deren heiligste Seele in der Stunde deines Leidens ein Schwert des Schmerzens durchdrang, jetzt und in der Stunde unseres Todes bei deiner göttlichen Milde für uns fürsprechen möge. Durch dich, Jesus Christus, Erlöser der Welt! der du mit dem Vater und 24* 372- dem heiligen Geiste lebeft und regierest, Gott von Ewigfeit zu Ewigkeit. Amen. - 1102 8. Gebet vor dem Bilde des Gekreuzigten. Sieh, o mein gütigster und liebreichster Jesus! vor deinem allerheiligsten Angesichte liege ich auf den Knien, und bitte dich aus dem innersten Grunde meiner Seele, du wollest mir lebendig in das Herz einprägen die Gesinnungen des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe, einer wahren Reue über meine Sünden, und des festen Vorsages, dich nie mehr zu beleidigen; indem ich mit ungetheilter Liebe, mit innigstem Mitleiden deine heiligen fünf Wunden betrachte und im Geiste erwäge, wie der heilige Prophet David von dir, o mein Jesus! gesprochen hat:„ Sie haben meine Hände und meine Füße durchbohrt, sie zählten alle meine Gebeine."( Pfalm 21, 17, 18.) Wer dieses Gebet vor einem Bildnisse des Gefreuzigten mit reumüthigem Herzen und mit Andacht nach verrichteter, vollständigen heiligen Beicht und Communion, und nebstbei für das allgemeine Anliegen der heiligen katholischen Kirche, Ausrottung der Keßereien u. f. w. betet, erlanget allezeit einen vollkommeneu Ablaß, welcher den armen Seelen im Fegefeuer zugewendet werden kann.- Papst Leo XII. am 17. September 1825. 9. Schlußgebet zu Ehren der unbefleckten Empfängniß der allerseligsten Jungfrau und Mutter Gottes Maria. Gebenedeit sei die heilige und unbefleckte Empfängniß der seligsten Jungfrau Maria! 373 Mit Rescript vom 21. November 1793 hast Papst Pius VI., um die Gläubigen zur Andacht gegen das große Geheimniß der unbefleckten Empfängniß Mariä mehr anzuflammen, auf ewige Zeiten einen Ablaß von hundert Tagen für jedesmal verliehen, als man mit reumüthigem Herzen dieses Schlußgebetlein andächtig sprechen wird. 11 1 10. Zu Ehren der heiligen sieben Schmerzen Mariä. Sieben Gegrüßet seist du Maria, mit folgendem Gebetlein:) Drück', o Mutter! jene Wunden, Die am Kreuz' dein Sohn empfunden, Tief in meine Seele ein. Wer mit reumüthigem Herzen sieben Gegrüßet seist du Maria, und nach jedem derselben obiges Gebetlein betet, gewinnt einen Ablaß von 300 Tagen einmal des Tages; wer aber dies durch einen Monat täglich verrichtet, erlangt in jedem Monate an jenem Tage, wo er beichtet und communicirt, einen vollkommenen Ablaß.- Pius VII. am 1. December 1815. 11. Bittgebet für die in den letzten Zügen Liegenden. ( Drei Vater unser zu Ehren der Todesangst Jesu Christi, und drei Gegrüßet seist du Maria, zu Ehren der Schmerzen Mariä). Alle Diejenigen, welche obiges Gebet nach dieser Meinung verrichten, gewinnen jedesmal einen Ablaß von 300 Tagen; und Jene, welche wenigstens einmal des Tages durch einen ganzen Monat das Gebet verrichten, gewinnen an einem beliebigen Tage, an welchem 10 850 fie beichten und communiciren, einen vollkommenen Ablaß.- Pius VII. den 18. April 1809. - 374 12. Schlußgebetlein zu Ehren Jesu, Maria und Josef. - 89 539 pline d Jesus, Maria und Josef! euch schenke ich mein Herz und meine Seele. Jesus, Maria und Josef! stehet mir bei in meinem legten Streit. 40 72 19 Jesus, Maria und Josef! mit euch soll meine Seele in Frieden scheiden. 20 11401) 36000 Seine Heiligkeit Pius VII. ertheilte am 28. April 1807 auf ewige Zeiten einen Ablaß von 300 Tagen, so oft diese drei Schlußgebetlein mit reumüthigem Herzen gesprochen werden; und dieser Ablaß kann den armen Seelen im Fegefeuer geschenkt werden. Für jedes Einzelne ist ein Ablaß von 100 Tagen verliehen. 32 10 VID sdhygi? od 13:00 mu 111562) lord/ dr S rom e 1 US F 1 st 375 - Hull- Shat dubli II. its org Kennzeichen und Früchte. Beschaffenheit einer Seele, die Jesum vollkommen liebt, und mit ihm wirklich, ganz und völlig verciniget ist. 1. Gegen Gott. 1. Eine große Reinigkeit des Herzens, und ein vollkommener Haß und Abscheu vor aller Sünde, nicht nur vor der schweren, sondern auch vor der geringsten, freiwilligen, läßlichen Sünde, und vor jeder freiwilligen Unvollkommenheit, so daß man mit der heiligen Katharina von Siena bereit wäre, lieber in ein Meer von Feuer zu springen, als auf irgend eine Weise freiwillig zu sündigen. 2. Eine große Zuversicht, und ein liebvoll findliches Vertrauen auf Jesum, als den Heiland der Menschen. 3. Eine beständige Erinnerung an Jesum, so daß in der Nacht und beim ersten Erwachen Jesus der erste Gedanke der Seele und der erste Seufzer des Herzens sei. - - 376 4. Eine große Beflissenheit, gleich von dem frühen Morgen durch alle Stunden des Tages dasjenige zu thun, was man sich Jesu zu Lieb' zu thun vorgenommen hat, und daßjenige zu meideu, was ihm mißfällig ist. Großer Eifer und Genauigkeit in Erfüllung der Standespflichten und Heiligung derselben durch Erwedung der guten Meinung: Alles nur Gott zu Lieb'! Alles zur größeren Ehre Gottes!" 5. Ein allezeit gleiches, ruhiges, ungestörtes Gemüth, so wohl in glücklichen als widrigen Zufällen und Begebenheiten des Lebens. 6. Unüberwindliche Geduld in Schmerzen und Bedrängniß, aus Liebe zu Jesu. 7. Beständige Zufriedenheit und gänzliche Ergebung seiner selbst in den Willen Gottes, besonders in Dingen, die der Natur zuwider sind. 8. Ein Leben ganz aus dem heiligen Glauben, und mithin eine große Leichtigkeit, alle Dinge nicht mit den Augen der Welt, sondern im Lichte der Ewigkeit zu schauen. 9. Deftere und auch große innerliche Erleuchtungen, die die Seele zur tiefern Erkenntniß der Wissenschaft des Glaubens und des Gebetes führen, und zu stets größerem Eifer entzünden. 10. Eine innerliche große Begierde, Jesu zu Lieb' viel, viel zu leiden, vergessen, verkannt und von den Menschen verachtet zu werden, ohne eigene dazu gegebene Schuld. 11. Betrachtung und Ekel vor den eitlen Ergöglichkeiten und Ehren der Welt. 12. Eine große Liebe zum Stillschweigen und zur Einsamkeit, wo der Beruf nicht etwas Anderes verlangt. 13. Eine große Hochschäzung der englischen Reinigkeit des Leibes, hingegen aber ein Grausen an allen fleischlichen Wollüsten. 377 - 14. Ein inbrünstiger, flammender Eifer, die Ehre und Liebe Jesu zu befördern, dadurch, daß man auf alle mögliche Weise trachtet, die Sünder und Ungläubigen zur Buße und Bekehrung zu wenden, die Guten zum Eiser zu beleben, und die Ehre Gottes durch Wort und That, so viel man nur kann, zu befördern; insonderheit, wenn man nicht priesterlichen Beruf hat, dies auf andere Weise zu thun, nämlich durch das heiligmäßige Beispiel, durch Wort und Ermahnung, durch Vertheilung guter Bücher; durch freigebige Sorge für den äußern Glanz des Gottesdienstes, und für die Verbreitung der Andacht zu dem al. lerheiligsten Herzen Jesu.. 15. Ein unersättlicher Hunger des Herzens, Jesum in dem allerheiligsten Sakramente des Altars oft und würdig zu genießen, und mit demselben, so lange als möglich, nach der heiligen Communion durch das innerliche Gebet der Danksagung vereiniget zu bleiben. 16. Jesum bei Allem, was man thut, stets vor Augen haben, und im Herzen tragen, von ihm gerne reden, reden hören, mit ihm sich freundlich unterhalten, und stets nach ihm verlangen mit großem Verlangen des Herzens, und sich überall, wo man geht und steht, mit Jesu in Gott vereinigt fühlen. 2. Gegen den Nächsten. Wer Jesum vollkommen liebet, mehr als sich selbst, der liebt auch den Nächsten Jesu zu Liebe, vollkommen wie sich selbst. Daraus," spricht Jesus, ,, wird man erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr einander liebet." Wie diese vollkommene Liebe des Nächsten sein soll, lehret der Apostel in seinem ersten Briefe an die Korinther, wo er also spricht( Cap. 13. V. 4.): Die Liebe ist geduldig, sie ist gutmüthig, die Liebe neidet nicht, sie thut nichts Böses, sie erhebt sich nicht, sie ist nicht erhrgeizig, ( 7 fie sucht nicht das Ihrige, sie erzürnet nicht, sie denkt nichts 378 Böses, fie freuet sich nicht über Bosheit, sondern sie erfreuet sich wegen der Wahrheit; sie leidet Alles, sie glaubt Alles, sie hofft Alles, sie steht Alles aus." Mithin sind die Zeichen einer mit Jesu in Liebe vereinigten Seele in Betreff des Nächsten folgende: — - 1. Ein überaus freundliches, gutthätiges, barmherziges, dienstgefälliges Herz und Gemüth gegen Jedermann, und somit ein großer Eifer, dem Nächsten mit Rath und That gerne an die Hand zu gehen, so wie man nur kann. 2. Die Fehler und Untugenden des Nächsten mit heldenmüthiger Geduld und Liebe übertragen. 3. Von Niemanden eine böse Meinung haben, oder einen Argwohn fassen, sondern so viel es möglich ist, Anderer Thun Anderen entschulund Lassen wohl auslegen, bei sich selbst und anderer Thun digen und zu bedenken suchen. 4. Keine Mißgunst in sich verspüren, wenn es Andern wohl und uns hingegen schlecht ergeht, sondern vielmehr sich darüber erfreuen; hingegen aber über des Nächsten Unglück sich betrüben, und selbes auf alle Weise verhindern, wenn es möglich ist. 5. Niemanden auch nur den geringsten Schaden zufügen, wenn man auch was immer Großes dabei gewinnen könnte. 6. Alle für besser schäßen, als sich selbst, mithin sich nie, auch nicht im Gedanken über Andere erheben, Allen mit ausgezeichneter Hochachtung und Liebe begegnen; in Allen, besonders in den Vorgeseßten lebhaft die Person Jesu Christi selbst be trachten, ihren Befehl schnell und genau vollziehen, als wenn es der Befehl Jesu selbst wäre, und mit demselben vollkommen untergeben. 7. Eine große Freigebigkeit in Almosen, großes Mitleid und heldenmüthigen Eifer, allen Bedrängten und Leidenden durch sich und Andere zu helfen. 1 379 - 8. Ein besonders großer brennender Feuereifer für das Heil der Seelen, diese zu retten, und darnach durch Wort, Betspiel, mit Rath und That zu eifern, so wie Beruf und Gelegenheit es nur immer zuläßt und möglich macht. 9. Sich nie aus Leidenschaft erzürnen, sondern stets in großer Sanftmuth verweisen, so daß man auch, wenn man strafen muß, jederzeit Zeichen der innerlichen Ruhe den Andern durch Wort und Miene bemerken läßt. Wenn man von sei nem Nächsten beschädigt oder verfolgt wird, einen ganz besonderen Gleichmuth, Ruhe und Freude darüber äußern, nie, auch nur der geringsten Rachgierde dabei Plaz geben, sondern vielmehr ein herzliches Mitleid mit seinen Feinden tragen, von ihnen Gutes reden, für sie beten, und ihnen alle Freundlichkeit und Dienstwilligkeit erweisen. 10. Ueber die Sünden Anderer sich tief betrüben; hingegen sich hoch erfreuen, wenn die Ehre Gottes durch dieselben befördert wird, gerade so, als geschehe dies durch uns selbst. 11. Von seinem Nächsten alles Gute glauben, alles Gute hoffen, und denselben wahrhaft und in Allem lieben, wie sich ſelbst. 0:10 3. Gegen sich selbst. Wer mir nachfolgen will," spricht Christus, der verläugne sich selbst," mithin ist der Geist des Evangeliums, der Geist der Liebe zu Jesu und der christlichen Vollkommenheit ein Geist der Selbstverläugnung. Darum sind die Zeichen einer mit Jesu in Liebe vereinigten Seele, was das Benehmen gegen sich selbst betrifft, folgende: 1. Eine große, klare und in das ganze Leben einflie Bende Erkenntniß seiner eigenen Bosheit und Nichtigkeit, so daß man von einer großen Geringschätzung seiner selbst ganz durchdrungen wird, die dann alle Eigenliebe bis auf die Wur 1 380 zel in uns ertödtet, daß man frei sich fühlet von allen Begierden nach Ehrsucht, Eitelkeit und Lob vor den Menschen, und sich bloß nur als Schuldner vor Gott erblickt, wenn man die Gaben und Gnaden wahrnimmt, die er in unsere Seele aus bloßer Erbarmung ohne unser Verdienst gelegt hat. Dieſe gründliche und unerschütterliche Demuth und Betrachtung seiner ſelbst in Allem, was man denkt und thut, besonders wenn Gott der Seele große Gaben verliehen hat, ist ein Hauptkennzeichen ihrer Vereinigung mit Gott. 2. Ein großer Haß gegen sein eigenes Fleisch und dessen Gemächlichkeit; hingegen ein recht lebhafter Bußeifer, verschiedene Bußwerke zu üben, wie es nur immer die Gesundheit, die Gelegenheit und der heilige Gehorsam zuläßt. Eine große Wachsamkeit über die äußerlichen Sinne, besonders über die Zunge und über die Augen, so daß man Alle, die uns ansehen und mit uns reden, durch eine besondere Eingezogenheit und Sittsamkeit erbaue. 3. Sich fortwährend im Essen, Trinken und Schlafen einigen Abbruch thun, und bestimmte Bußwerke, die der Beichtvater genehmiget, getreu und genau verrichten. 4. Dem Beten, Fasten, Wachen und Arbeiten mit Eifer ergeben sein, besonders die christliche Fasten auf das Genaueste halten. 5. Hiße und Kälte und andere Ungemächlichkeit des Jahres geduldig und stille übertragen, und sich besonders durch dieselben nie vom Dienste Gottes im Geringsten abwendig machen lassen; sondern in Schnee und Regen, wie sonst, in die heilige Messe, zur Beichte, Communion und Predigt gehen, und so in allen Dingen, was den Dienst Gottes betrifft, sich abtödten, wenn anders die Gesundheit es erleidet 6. Alle Tage von Neuem und mit neuem Eifer den. Streit mit sich selbst und den Feinden des Heiles anfangen, und so vorwärts auf dem Weg der Vollkommenheit eilen, als hätte man erst heute angefangen und bisher gar nichts gethan. 381 7. Noch größere Sorge für die innere Selbstverläugnung der bösen Anmuthungen und Neigungen tragen, so daß man selbe jedesmal gleich in dem ersten Augenblicke, so wie sie erwachen, in sich ertödtet; ganz besonders was diejenigen betrifft, die wider die Reinigkeit des Herzens sind; ferner daß man die Eigenliebe in sich vollkommen zu zerstören bemüht ist, indem sie aus allen verkehrten Meinungen in uns die legte, böseste, hartnäckigste und die Wurzel aller übrigen ist. Wer diese ganz aus seinem Herzen gerissen hat, der hat die Höhe der christlichen Vollkommenheit in dieser Tiefe der Erkenntniß seiner selbst und Gottes, heilig erschwungen und in diesem wohnet gewiß auch in vollkommener Vereinigung die ganze Fülle, Süßigkeit und Macht der Liebe Jesu Christi. - - Wenn du nun Alles das bedenkest, was du bicher von der Wichtigkeit, von dem Sinne und von den Eigenschaften der Andacht zu dem heiligsten Herzen Jesu gelesen hast; da wirst du wohl eingestehen, mit wie vielem Rechte die gottselige Margaretha gesagt: Es sei wohl keine Andacht zu finden, welche die Seele in kurzer Zeit zu einer so großen Heiligkeit erhebet, und sie alle Süßigkeiten des Geistes, welche im Dienste Gottes angetroffen wird, so häufig fosten läßt, als die Andacht zum heiligsten Herzen Jesu." D! daß auch deine Seele zur vollkommenen Liebesvereinignng mit demselben gelangen, und an dir sich alle die nun erwähnten, so kostbaren Früchte derselben im vollsten Maaße finden mögen. Dies ist ja das hohe Ziel deiner Andacht zum göttlichen Her zen Jesu, und zu dem heiligen Herzen Mariä. Den Weg dahin hat dir nun dieses Büchlein gezeigt. Je eifriger, beständiger, getreuer du diesen wandelst, desto schneller, sicherer und vollkommener gelangest du zu diesem hohen, seligen Stand des innerlichen Lebens, der dich dann auf Erde schon so hoch beglücket. Freilich, Beschwerden gibt es da zu überwinden, und es braucht einen kräftigen Entschluß, dich dazu zu bewegen, daß du denselben fasfest. und recht heldenmüthig faffest, möge dir noch folgende Aufmunterung dienen. appun 1 und Ente 382 sorg Heldenmüthiger Entschluß. 395 - 1. Anleitung. Als die heilige Jungfrau und Märtirin Apollonia vor dem Gerichte unerschütterlich den heiligen Glauben bekannt hatte, da brachte man sie an den Scheiterhaufen, in welchem fie zu Staub und Asche verbrannt werden sollte, wenn sie sich entschließen würde, Christin zu bleiben. Bereits war der Scheiterhaufen angezündet, und brannte in vollen Flammen. Es war ein großes, großes Feuer!! Vor diesem stand nun die Heldin Jesu Christi, und man gab ihr Zeit, sie sollte sich bedenken und wählen, entweder Christo zu entsagen, oder den furchtbaren Tod des Feuers zu leiden, in das man sie zu werfen drohte. Da hielt die Jungfrau Christi einen Augenblick inne, als bedächte sie sich, ob sie wohl Christo auf eine so peinvolle Weise folgen sollte, oder nicht. Aber siebe?- mit einem Sprunge warf sie sich mitten in das Feuer, und in wenigen Augenblicken flog ihre Seele aus den irdischen Flammen in den Himmel empor, um in den Flammen der göttlichen Liebe verklärt, ewig selig an dem Herzen Jesu Christi zu ruhen, das sie zu diesem heldenmüthigen Entschlusse, für ihn zu leiden und zu sterben, so mächtig entzündet hatte. Was Apol 383 lonia bier gethan, that sie aus besonderem Antriebe des heili. gen Geistes. In äußerliches Fener sich zu stürzen, um den Glauben zu bekennen, ist im allgemeinen nicht erlaubt, sondern man sollte warten, bis man von den Glaubensverfolgern selbst hineingeworfen wird; allein der Heldenmuth, mit welchem Apol. lonia Christo folgte, und ihn bekannte, der ist ein Beispiel und Muster der Entschlossenheit für uns Alle. Auch vor dir, christliche Seele! brennt ein großes, großes Feuer, ein Feuer, unendlich größer und mächtiger, als jenes, ich meine das in den Flammen der unendlichen Liebe Gottes liebentzündete, flammende Herz Jeju. In dieses hinein solltest du dich nun durch den Entschluß stürzen, Christo in seinen Tugenden völlig nachzufolgen, Ihn einzig zu lieben, in den Flammen dieser Liebe völlig verzehrt zu werden, so wie dich der heilige Geist bisher unterrichtet hat, und dazu innigst bewegt, dieses zu thun. Aber nicht wie immer nur, sondern heldenmüthig, getreulich mußt du dich entschließen, so daß du ohne Vorzug beginnst, vollkommen, bald und glücklich vollendest. So sollte dein Entschluß lauten, wie der einer heiligmäßigen Seele, die bei ihrer Bekehrung also ihren Entschluß betheuerte: Ich werde eine Heilige werden bald- und eine große Heilige." Und sie ward es wirklich in der That. Denn wenn dein Entschluß nicht recht hoch zielt und heldenmüthig gefaßt wird, so wirst du zu der vollkommenen Liebesvereinigung mit dem göttlichen Herzen nie gelangen. Dich aber auf eine so kräftige Weise zu entschließen, blicke auf das göttliche Herz, denke an Alles, was es für dich gethan hat, blicke auf das Beispiel der Heiligen, denke an die Seligkeit, die diese Liebesvereinigung auf Erde schon gewähret nach dem Zeugnisse aller Seelen, die Jesum wahrhaft über Alles geliebt und ihm völlig angehöret haben. Und solltest du auch in den Flammen dieses Herzens für die kurze Zeit des Lebens eine wahre Märtirin sein; blicke zum Himmel und denke an die Freuden der Liebe eines Gottes für ewig! Ist solch' eine Seligkeit nicht Alles werth?! Der Weg zu dieser Vereinigung ist, wie du gelesen, die Nachfolge der Tugenden dieses heiligsten Herzens, nach jener Art und Weise, wie sie dein Beruf und Stand dir möglich macht, und diese Anleitung dazu selbe dir erklärt hat. Dazu entschließe dich also, und ergreife mit dem heiligen Paulus die Waffenrüstung Gottes, insonderheit den - - - - 384 Panzer der Gerechtigkeit, wie ihn der Apostel nennt, der dein Herz durch Uebung der Tugenden des göttlichen Herzens fest umschließe. So streite und kämpfe für Christum mit großem Eifer und heldenmüthiger Entschiedenheit, sollte es dir gleich Blut und Leben kosten. Wisse aber, daß wenn dieser dein Entschluß sich bei dir wirksam beweisen soll, derselbe nicht nur im Allgemeinen gefaßt sein, sondern sich auch auf Alles im Einzelnen erstrecken soll, auf alle deine Handlungen vom frühen Morgen bis auf den späten Abend, und daß du denselben nicht nur einmal, sondern oft und oft, ihn täglich mit einigen Uebungen des Willens des Morgens wieder erwecken müssest; weil du ja jeden Tag mit stets neuem Eifer so leben solltest, als wäre es wirklich dein erster und legter. Was aber die Worte betrifft, mit denen du diesen Entschluß fassen kannst, so höre wie der heilige Ignatius, als er noch weltlich war, sich zur Nachfolge Christi entschlossen, und spreche mit ihm also: 0200 1 2. Entschließung. ,, Sieh, o höchster König und Herr der ganzen Welt! durch deine Gnaden angetrieben, und durch deine Hülfe gestärket, opfere ich, obschon der Allerunwürdigste, mich dir doch gänzlich zum Eigenthume auf, und unterwerfe mich und alles, was mein ist, deinem heiligsten Willen." Ich bezeige vor deiner unendlichen Güte und im Angesichte deiner glorreichen, jungfräulichen Mutter, wie auch vor dem ganzen himmlischen Hofe, dies sei mein Wille, mein Verlangen und mein unwiderruflicher Entschluß, daß ich, wenn es ja zur größeren Beförderung deines Lobes und meiner Dienstleistung gereichen wird, so bald und so nahe als möglich dir nachfolgen, und mich dir durch Ertragung aller Unbilden und Widerwärtigkeis ten sowohl im Geiste als in der Wirklichkeit ähnlich machen will, wenn es deiner allerheiligsteu Majestät wird gefällig sein, mich zu einer solchen Lebensweise zu berufen und aufzunehmen." 385 ,, Nimm hin, o Herr! alle meine Freiheit, all' mein Gedächtniß, meinen Verstand und meinen ganzen Willen. Alles, was ich habe und besige, hast du mir geschenket; dieß Alles nun gebe ich dir wieder, und übergebe es zur Leitung völlig deinem Willen. Nur einzig deine Liebe mit deiner Gnade schenke mir, und ich bin reich genug, und verlange sonst durchaus nichts mehr." So entschloß Ignatius sich, und ward heilig. O! daß doch jede Seele, die dieß Büchlein zur Ehre des göttlichen Herzens liefet und betrachtet, sich auf gleiche Weise entschließen, und deine Gnade, o Jesus! an jeder mit gleichem Segen fruchten möge! Trachte, daß du es bist, der oder die du diese Worte so eben liesest, und höre zum Schlusse noch die Worte jener großen Dienerin Gottes, deren sich Jesus zur Verbreitung der Andacht seines Herzens so gnädigst bediente, der gottseligen Margaretha, die also spricht: ,, O! wie süß ist es zu sterben, wenn man seine Lebenszeit hindurch das heiligste Herz Desjenigen beständig verehrt hat, der uns einst richten wird." O ja! süß und leicht wirst du einst sterben, und gnädig wird Jesus dich richten, wenn du wirklich sein heiligstes Herz heiligmäßig geliebet hast bis in den Tod. Also entschlossen, spreche noch einmal zum Schlusse aus ganzem Herzen das Lobund Preisgebet der zwei heiligsten Herzen Jesu und Mariä: - - 11 Erkannt, geliebt, gelobt und gebenedeit, geehrt und verherrlichet sei allezeit und überall das göttliche Herz Jesu und das unbefleckte Herz Mariä!" Es lebe Jesus! Amen. RIN gitme a potnie da s10 m inds bliss sois, Just mbidad 31 47102 spildinam odst itshampag di pubb sind bind funnt au tun da adlang sing now a aju! anism is indottidig op 25 - 386 1 IV. Anhang. Besondere Andachts- Uebungen und Betrachtungen. 1. Bitte zu der heiligen Anna in einem empfindlichen Bedrängnisse. RE Zu dir komme ich in meinem gegenwärtigen Leiden, um dich um Hülfe anzuflehen, heilige Mutter, du Auserwählte des Himmels! Der Glaube und das Vertrauen an dich stärkt mein Gemüth, daß es sich zu dir erhebt. Demuthsvoll wende ich meine Blicke zu dir in diesem meinen Bedrängnisse, und strecke meine Arme um Hülfe zum Himmel. Erbarme du dich meiner; denn alle Troftquellen dieser Erde sind mir in meiner gegenwärtigen Lage verschlossen. Dir muß ich jetzt meine Noth klagen, dich muß ich um Hülfe und Rettung anflehen. Ich bin bedrängt, und leide schwer. Fürchterliche Bedrängnisse durchfreuzen mich gegenwärtig, jede menschliche Hülfe ift von mir gewichen, und nur du allein fannst durch deine mächtige Fürbitte bei Gott meine Lage ändern. Heilige - 387 Mutter! fiehe hier knie ich vor deinem heiligen Bilde, blicke gnädig auf mich herab, erbarme dich meiner, bei dir suche ich Trost und Hülfe. Groß und herrlich sind deine Wunder, auf deine Hülfe hoffe ich, und mein Glaube überzeugt mich, daß du mich auch aus dieser schweren Lage, in der ich mich jeßt befinde, retten wirst. Wende deine Blicke zum Himmel, und bitte du bei Goit für mich, daß er mir in meinem gegenwärtigen Bedrängs niffe helfen möchte, wenn es je zu meinem Heile und zu meiner Wohlfahrt sein werde; doch!- wo nicht! so soll der Herr mir Stärke verleihen, dieses mein Unglück, dies ses mein Schicksal standhaft zu ertragen, und er soll Jene, die auf diese meine traurige Lage Einfluß haben, durch die Gnade des göttlichen Geistes erleuchten laffen, daß sie sich meiner erbarmen möchten, so wie der Vater im Himmel sich über unsere Sünden erbarmt. Heilige Mutter! ich bin zwar bereit, dieses Kreuz und Uebel, welche mich gegenwärtig so schwer umfassen, mit Geduld zu übertragen; doch hoffe ich auf deine so mächtige Fürbitte, daß ich nicht nur in meiner leßten Noth, sondern auch in Allem, was mir an Leib und Seele nüglich ist, erhört werden möchte. Erbitte mir diese Gnade, und stärke mich sonach in meinem Glauben, in meiner Hoffnung und in meiner Liebe. Ja, Vater im Himmel! nimm den Kelch des Leidens von mir, erhöre meine und die Bitte der heiligen Mutter Anna, sei mir gnädig, und erbarme dich meiner jegt und allezeit. Amen. Bater unser. Ave Maria. - 25* - 388 - 300 2. Gebet und Litanei für die Wiedervereinigung im wahren Glauben*). Herr Jesus Christus! du hast zu deinen Aposteln gesagt, den Frieden hinterlasse ich euch, meinen Fieden gebe ich euch: sieh nicht auf unsere Sünden, sondern auf den Glauben deiner Kirche und gewähre ihr in göttlicher Huld nach deinem Willen Frieden und Einigkeit, der du lebest und regierest in alle Ewigkeit. Amen. Herr, erbarme dich unser! Christus, erbarme dich unser! Christus, höre uns! Christus, erhöre uns! tud Gott Vater vom Himmel, erbarme dich unser! Gott Sobn, Erlöser der Welt, erbarme dich unser! Gott heiliger Geist, erbarme dich unser! Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme dich unser! Heilige Maria, Heilige Gottesgebärerin, Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, Heilige Jungfrau Maria, die du allein alle Irrlehren auf der ganzen Welt vertilgest, Heilige Jungfrau Maria, die der Herr durch zahllose Wunder der Gnade verherrlichet, Heiliger Michael, du Engel des Friedens und mächtiger Beschützer der heiligen Kirche, Heiliger Gabriel, du glorreicher Verkünder der Menschwerdung unseres Erlösers! Heiliger Raphael, du sicherer Führer auf dem rechten Wege zum Heile, Heilige Schußengel der deutschen Völker und Staaten, 6 im bitte( bittet) für uns um Glauben. Einigkeit *) Diese Andacht ist von mehreren Bischöfen Deutschlands empfohlen, und von Papst Gregor XVI. gutgeheißen und mit Abläffen begnadigt worden. 389 Alle heiligen Engel und Erzengel, Alle heiligen Chöre der seligen Geister, Heiliger Johannes der Täufer, Heiliger Joseph, mächtiger Fürbitter bei dem Herrn, Alle heiligen Patriarchen und Propheten, die ihr so sehnsuchtsvoll nach dem Licht und Heil der Welt verlangt habt, Heiliger Petrus, du Stellvertreter Christi und Mittelpunkt der christlichen Einheit, Heiliger Paulus, du Lehrer der Völker und gewaltiger Eiferer für den wahren christlichen Glauben, Alle heiligen Apostel und Jünger des Herrn, helbenmüthige Verbreiter des christlichen Glaubens, Heiliger Bonifacius, du vorzüglichster Apostel der Deutschen, Heiliger Kilian, Apostel der Franken, Heiliger Otto, Bischof von Bamberg und Apostel der Pommern, - Heiliger Emmeran und Wolfgang, ihr großen Bischöfe von Regensburg, Heiliger Corbinian, du Ruhm des Bisthums Freifing, Heiliger Benno, Bischof von Meißen und erwählter Patron von Baiern, Heiliger Ulrich, großes Licht des Bisthums Augsburg, Heiliger Rupert, Apostel der Baiern und Bischof von Salzburg, Heilige Bischöfe Valentin und Severin, treue Arbeiter des Herrn in Baiern und Desterreich, Heilige Columban, Gallus, Theodor und Magnus, welchen die Schweiz und das Algäu den christlichen Glauben verdanken, Heiliger Anscharius, Apostel des nördlichen Deutschlands, Heiliger Adalbert, Bischof von Prag, Martyrer für den heiligen Glauben, Heiliger Christian, Apostel der Preußen, bitte( bittet) für uns um Einigkeit im Glauben. 390 Heiliger Ludgerus, erster Bischof im Münsterlande,) Heiliger Liborius, erwählter Patron von Westphalen, - Heiliger Maternus, Bischof von Trier, Heiliger Willegis, Erzbischof von Mainz, Alle heiligen Martyrer, Bischöfe und Priester, ihr mit apostolischem Eifer in Deutschland gearbeitet habet, die Alle Heiligen, die ihr ehedem auf deutschem Boden gepilgert, Ihr zabllosen Scharen der Heiligen aller Orte und Zeiten, die ihr in dem Einen wahren Glauben gerecht und selig geworden, Sei uns gnädig, verschone uns, o Herr! Eei uns gnädig, erhöre uns, o Herr! feit im Glauben. bitte( bittet) für uns um EinigVon allem Uebel, Von aller Sünde, Von den Gefahren des ewigen Verderbens, Von Trennung und Spaltung im Glauben, Von allem Unglauben, Von jeglichem Irrglauben, Von Gleichgültigkeit gegen den wahren Glauben und das ewige Heil der Seele, Vom Geiste des Irrthums und Abfalls von der Kirche Gottes, Von aller Blindheit des Geistes und Verstocktheit des Herzens, Von allem Selbstvertrauen in Auslegung des göttlichen Wortes, Von Verachtung des göttlichen Ansehens der unfehlbaren Kirche, Von Versunkenbeit in das Irdische und von der falschen Freiheit eines zügellosen Lebens, Von der flischlichen Gesinnung, welche Feindschaft wider Gott ist und dem Geseße Gottes sich nicht unterwirft, erlöse uns, o Herr! 391 Von jedem Scheinfrieden und aller falschen Ruhe und) Sicherheit in Betreff des Glaubens und ewigen Seelenheiles, - - Von aller Widerseßlichkeit gegen den heiligen Geist und vom Widerstreben gegen die erkannte christliche Wahrheit, Von allen Vorurtheilen gegen die heilige Kirche Gottes, Von Allem, was Trennung im wahren Glauben herbeiführt und unterhält, Von allen Hindernissen der Wiedervereinigung im Glauben, Wir Sünder, Daß du uns verschonest, Daß du uns verzeihest, Daß du uns zur wahren Buße führen wollest, Daß du deine heilige Kirche regieren und erhalten wollest, Daß du die Feinde deiner heiligen Kirche demüthigen wolleft, Daß du allen christlichen Fürsten und Königen Frieden und wahre Eintracht verleihen wollest, Daß du dem ganzen christlichen Volfe Frieden und Einigkeit geben wollest, Daß du unsere getrennten Brüder zum wahren Glauben und zur Gemeinschaft der Kirche zurückführen wollest, erlöse uns, o Herr! Daß du in den Bischöfen und Priestern der katholischen Kirche täglich mehr und mehr das Feuer der Liebe und des Eifers für das Heil der Seelen entzünden wollest, Daß du uns vor aller Sünde und allem Aergerniß bewahren und mit echter Frömmi feit zur Erbauung der getrennten Brüder begnadigen wollest. Daß du uns zu gewissenhaften Unthanen der weltlichen Obrigkeiten und zu gehorsamen Kindern unserer heiligen Mutter, der Kirche, machen! wollest, wir bitten dich, erböre uns! - 392 - Daß du mit Erbarmen vom Himmel auf die Thrä-) nen unserer Liebe und das Blut so vieler heiligen Martyrer herabsehen wolleft, lidmiss Daß du Alle, welche außerhalb der Kirche leben, über die große Gefahr ihres Heiles erleuchten und ihnen den rechten Weg zur ewigen Seligkeit zeigen wollest,#ins lindas Daß du in allen getrennten Brüdern ein aufrichtiges Verlangen nach dem wahren Glauben erwecken wollest, Daß du unser ganzes deutsches Vaterland mit dir und deiner einigen, heiligen, fatholischen und apostolischen Kirche vereinigen wolleft, Daß du einst uns Alle in dein ewiges Reich einführen wollest, wir bitten dich, erhöre uns! Sohn Gottes! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr! O du Lamm Gottes, welches du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme dich unser, o Herr! Herr, erbarme dich unser! Christus, erbarme dich unser! Vater unser c. Laßt uns beten. 115 Allmächtiger, ewiger Gott! dessen Gerichte gerecht und dessen Rathschlüsse unerforschlich sind, gedenke doch deiner Barmherzigkeit, die über alle deine Werke geht, und vergib, wir flehen fußfällig dich an, unsere und unserer Väter Sünden! Befreie die Bewohner Deutschlands von der Verführung falscher Lehre und vom Geiste des Widerspruches und der Uneinigkeit, damit sie wieder zur Einigkeit des Geistes, zur Beständigkeit des Glaubens und zur Ruhe des Gewissens in der Gemeinschaft - 393 - der Kirche gebracht werden. O himmlischer Vater! wir bitten bich darum im heiligen Geiste und durch Jesum Christum, deinen Sohn, unseren Herrn und Erlöser. Amen. mynd 3. Gebet in Zeiten stark sich verbreitender Krankheit. Mein Herr und mein Gott, der du dich Allen barmherzig erweisest, die deine heiligen Gebote beobachten und dich lieben, erhöre gnädigst unsere Bitten. Es ist wahr, wir haben dein heiliges Gesetz übertreten, haben hartnäckig unsere Ohren deiner Stimme verschlossen, haben gefündigt und auf jede Weise dich beleidigt, und darum suchst du uns mit Recht mit schweren zeitlichen Züchtigungen heim. Aber, o Herr! wir fallen dir jetzt demüthig und bußfertig zu Füßen mit dem Versprechen, dich nicht mehr zu beleidigen, dein Gesetz zu beobachten, und dich aus ganzem Herzen und über Alles zu lieben. Wir erkennen und bekennen, daß du der einzige höchste Herr bist, der Himmel und Erde erschaffen hat, der allen Creaturen das Leben gibt und nimmt, wann es ihm gefällt, und es ist unser sehnlichster Wunsch, daß dein heiliger Name gelobt, gebenedeit und verherrlichet werde in alle Ewigkeit. Gütiger, barmherziger Gott, habe darum Mitleid mit deinem trauernden Volke; komme uns mit deiner Gnade zu Hülfe; zeige uns wieder dein versöhntes Angesicht, und schaue wieder gnädig auf uns hernieder; befiehl dem Engel, der, uns schlägt, seinen Arm zurückzuziehen, und befreie uns von dieser Krankheit und Todesart. Wir bitten dich darum durch die unendlichen Verdienste des Leidens und Sterbens unseres lieben Herrn und Heilandes Jesu Christi, der mit dir und dem heiligen Geiste lebt und regiert in Ewigkeit. Amen. 11 394 - Laßt uns beten! Erhöre nns, Gott, unser Heiland! und erlöse, in Kraft der Fürsprache der allerseligsten und glorreichen Jungfrau und Gottesmutter Maria, deines heiligen Märtyrers Sebastian, des heiligen Rochus und aller lieben Heiligen, dein Volk von den Schrecken deines Zornes, und laß es in der Fülle deiner Erbarmungen Ruhe und Heil finden! Erhöre, o Herr! gnädigst unser flehentliches Gebet, und sende Genesung in den Krankheiten des Leibes und der Seele, auf daß wir, wenn du uns unsere Sünden verziehen, deines Segens uns immerdar erfreuen mögen! Gib uns, o Herr! um was wir im frommen Vertrauen zu dir flehen, und befreie uns gnädig von ansteckender Krankheit und ungewöhnlicher Sterblichkeit, damit die Herzen der Sterblichen inne werden, daß solche Züchtigungen um deiner Gerechtigkeit willen über uns kommen, aber um deiner Erbarmungen willen wieder uns verlassen, durch Jesum Christum unsern Herrn. Amen. 4. Gebet in Kriegszeiten. Gütiger Gott, der du der höchste Herr aller Nationen, aller Reiche und aller Gewalthaber bist, der du uns schlägst, um uns zu heilen, und uns verzeihest, um uns zu erhalten, erweise uns deine unendliche Barmherzigkeit in der Trübsal, in der wir leben. Verzeihe uns unsere Sünden, und befreie uns zum Beweise deiner Liebe und zur Verherrlichung deines Namens von dem Kriege, der über uns so viele Uebel bringt. Durch deine allmächtige Hülfe demüthige unsere Feinde, die wir auf dich allein alle unsere Hoffnung seßen, und verleihe, daß wir nach wieder erlangtem Frieden für un - 395 - fere Sünden büßen, dich preisen und dir unaufhörlich danken mögen durch deinen Sohn, unseren Herrn und Heiland Jesum Christum. Amen. Laßt uns beten! O Herr! wir bitten dich, demüthige den Stolz unserer Feinde, und lähme durch die Kraft deiner Rechten ihren hartnäckigen Widerstand, durch Jesum Chriftum unsern Herrn. Amen. Gott! von dem alle heiligen Begierden, alle weisen Entschlüsse, und alle gerechten Werke entspringen, gib uns, deinen Dienern, jenen Frieden, den die Welt nicht geben kann; damit unsere Herzen deinen Geboten stets ergeben, und unsere Zeiten von der Furcht des Feindes befreit, durch deinen Schuß gesichert und friedsam seien. Amen. 5. Gebet bei einem Sturm und Ungewitter. Erfüllt von Scham und Furcht eilen wir zu dir, Gott der unendlichen Majestät, und bekennen, daß Luft und Feuer, Blige und Regen, Wolken und Hagel deinem Zorne dienen, und daß du uns mit Recht strafft um unserer Sünden willen mit diesem drohenden Ungewitter. Aber wir wissen auch, daß du, Gott der Güte und Barmherzigkeit, uns deßwegen strafft und schreckst, auf daß wir buffertig zu dir zurückkehren, deinen anbetungswürdigen Namen anrufen, und dich um Erbarmen anflehen. Darum bereuen wir bei diesem uns heimsuchenden schweren Wetter aufrichtig unsere Sünden, die wir begangen haben; wir seufzen zu dir, und rufen dich an, uns Verzeihung zu gewähren, uns von gegenwärtiger Gefahr zu befreien, in der wir, wie einstens die Apostel auf den See Genesareth, deine göttliche Majestät um Hülfe an 396 flehen: Herr, rette uns, wir gehen zu Grunde! Herr und höchster Gebieter aller Elemente, laß dich zum Mitleid gegen uns bewegen und erhöre unser Gebet durch die unendlichen Verdienste dieses deines Sohnes, unsers Erlösers, Jesu Christi, und wie er um seiner Jünger willen dem Meeressturme befohlen hat, sich zu legen, so gebiete du den Winden, den Bligen und den Wolken, und laß das Ungewitter aufhören um deiner bußfertigen Kinder willen, die wir versprechen, dir zu dienen, dich zu loben und zu lieben alle Tage unseres Lebens, um dich dann licben und uns mit dir freuen zu können in der Ewigkeit. Amen. - Any od mamusia - Laßt uns beten! Man unia Persian Allmächtiger, ewig lebender Gott! Schone der Zitternden, erbarme dich der Flehenden, auf daß, nachdem die gefährlichen Blige in den Wolken verschwunden, und die Gewalt des Gewitters sich gelegt, deine Gläubigen in Lobgesänge sich ergießen, über die Huld, mit welcher du vor Stürmen und Donner uns bewahrt haft! Durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. - FOURTO 118 6. Um Verachtung alles Irdischen. ndard spi timm D Herr! flöße mir einen Efel und Abscheu an allem Irdischen ein, damit ich nur nach den unvergänglichen, himmlischen Dingen strebe. Dieses wird mich überflüssig, schadlos halten für Alles, was ich immer aus Liebe zu dir in der Welt verlasse. Mache, o mein Gott, daß ich nichts liebe, als was ich allezeit lieben werde, und daß ich nichts anderes, als allein dich, das höchste und ewige Gut, meiner Liebe würdig achte. Der heilige Ignatius, Stifter der Gesellschaft Jesu, pflegte oft zu sagen: ,, Wie verächtlich scheint mir die Erde, wenn ich - 397 den Himmel ansehe!" Ja, wahrhaftig, nicht nur diese Erde, welche wir mit unsern Füßen betreten, sondern der ganze Bau des Himmels, dieses zwar herrliche Denkmal deiner Allmacht, wie gering ist er, wenn man ihn mit dir, o mein Gott! vergleicht? Wie weit muß das Geschöpf seinem Schöpfer weichen? Gib mir denn deine Größe zu erkennen, damit ich alles Andere verachte! Amen. 7. Um Ertragung aller Beschwerden dieses Lebens. Belebe mich, o mein Gott! von dem Glauben und der Hoffnung der ewigen Glückseligkeit, damit ich in diesem Leben alle Beschwerden geduldig ertrage, und mich dadurch der ewigen Freuden des Himmels würdig mache! Deffne die Augen meines Gemüthes, damit ich erkenne, Alles, was mit der Zeit vergeht, sei gering und verächtlich, und nur allein, was ewig dauert, sei wahrhaft groß und meiner Bemühung würtig! O ewige Freude! o civige Glückseligkeit des Himmels! wie sollte sich ein Christ nicht in allen seinen Leiden trösten, wenn er an dich denkt! Und nachdem man nothwendig entweder in der Zeit oder in der Ewigkeit seine Sünden büßen, in diesem oder im andern Leben leiden muß, so stärke mich, o Herr! damit ich in Erwartung der ewigen Glückseligkeit alle Beschwerden dieses Lebens mit Geduld ertrage. Amen. 19 s 8. Ulm Erlangung eines glückseligen Todes. Ich weiß unfehlbar, o mein Gott! daß ich einst sterben werde; aber die Stunde des Todes und mein damaliger Zustand ist mir unbekannt. Ich bitte dich denn, o mein göttlicher Erlöser! durch die Verdienste deines - 398 heiligen Todes, du wolleft mich selbst zu einem guten Tode vorbereiten, indem du mich durch deine Gnade antreibst, daß ich meine Pflichten genau erfülle, deinen Einsprechungen Folge leiste, dem Gebete obliege, die heiligen Sacramente oft und mit Eifer empfange, gute Werke verrichte und die standesmäßigen Tugenden ausübe! denn nur dies wird mein Trost und meine Sicherheit im Tode sein! Mache also, daß ich allezeit in deiner Gnade verharre; daß ich nichts unternehme, als um dir zu gefallen; da ich nur allein von deiner Liebe lebe. Denn wenn ich so lebe, nämlich nur nach deinem göttlichen Willen, wegen deiner und nach deinem Beispiele, o mein Jesus! so wird es mir allezeit sehr erwünscht sein zu sterben, damit ich dich nicht mehr beleidige, damit ich dich anschaue, dich liebe und durch die ganze Ewigkeit befize! Amen. 9. Gebet des heiligen Cyrillus zu Maria der gebenedeiten Mutter*). Sei von mir gegrüßt Maria, Mutter meines Gottes! Verehrungswürdigste Beschüßerin in der ganzen Christenheit! Du Leuchte, die nie erlischt, glänzende Krone aller seligen Chöre, hellleuchtender Stern der Wahrheit und wahren Lehre! Sei von mir gegrüßt Maria, du, die du in deinem reinen jungfräulichen Schooße den Unendlichen, den Unbegreiflichen trugest; du, durch die allein der allerheiligsten Dreifaltigkeit wahre Ehre und Anbetung zu Theil ward; durch die das kostbare Kreuz der Erlösung über den ganzen Erdboden prangt; durch die die Himmel triumphiren, die Engel frohlocken, das Antlig der Erde sich erneuert, die höllischen Geister erschrecken, der Versucher entflieht, das gefallene Geschlecht *) War im Jahre 440 Patriard zu Alexandrien in Aegypten, and verthetdigte die Gottesmutterschaft Maria und Nefterius. 399 Adam's sich wieder zum Himmel erhebt, und die Sonne der Gerechtigkeit und Wahrheit über den Gräbern des Gößenthums wieder aufgeht. Sei mir gegrüßt Maria! durch die die Gläubigen der Taufe theilhaftig und mit dem Dele der Freude gesalbt werden! durch die alle Kirchen gegründet, und alle Völker zur Buße und zum Heile geführt wurden. Sei mir gegrüßt Maria! durch die der einzige Sohn Gottes, das wahre und einzige Licht der Welt jene, welche in dem Schatten des Todes saßen, erleuchtet hat. Wer könnte dich, du Namenlose, heilige Jungfrau, wer könnte dich nach Würde loben? - - 10. An dem Feste Portiunkula. od Allergnadenreichster Herr Jesus Christus, du wahrer Eiferer des menschlichen Heiles! an diesem heutigen Gnadentage grüße ich dich durch das Herz deiner süßesten Mutter Mariä, und erinnere dich der inbrünstigen Liebe, mit welcher dein süßestes Herz entzündet war, als du dem seraphischen Vater Franziscus durch die Fürbitte deiner lieben Mutter den überaus großen und kostbaren Ablaß zum Heile aller Sünder verliehest. Im Namen aller Menschen, mit dem Affect aller Kreaturen, und aus der ganzen Kraft meines Herzens danke ich dir, o Jesus! jetzt und allezeit, daß du durch deine unendliche Güte bewegt, zum Heile deiner Gläubigen den unerschäßlichen Gnadenschaß dem Kirchlein Maria der Engel erstlich geschenkt, und hernach durch deine Statthalter allen Kirchen und Kapellen dem Orden des heiligen Franziscus mitgetheilet hast. O wie viele tausend und tausend Seelen sind durch diesen gnadenreichen Ablaß von ihren Schulden befreiet, und aus dem Rachen des höllischen Wolfes geriffen worden. Alle diese Seelen wollen dich an unserer statt benedeien, und zuleich für mich bitten, auf daß ich auch am heutigen Tage vollkommene Nachlaffung 400 aller meiner Sünden und Schulden erlange. O mein Gott! möchte ich doch so glückselig sein, diesen großen Schaß zu finden. O mein Gott! möchte ich doch so würdig sein, diesen theueren Ablaß zu erwerben! was soll ich doch thun, o mein Gott! daß ich mich fähig mache, diese unerschäßliche Gnade zu erlangen, und vollkommene Verzeihung aller meiner Strafen und Missethaten zu empfangen. Die schwere Last meiner Sünden und Schulden hat mich bisher so hart gedrückt und beschwert, daß sie mir viele schmerzliche Seufzer aus meinem Munde, und viele bittere Thränen aus meinen Augen getrieben hat. Was für eine größere Glückseligkeit könnte mir dann widerfahren, als daß ich eben an dem heutigen Gnadentage meiner schweren Sündenlast entladen, und meiner harten Strafe und Pein möchte befreiet werden. Hierüber seufze ich von Grund meines Herzens zu dir, o mein Gott! in den hohen Himmel hinauf: und bitte durch Alles, was dich zur Erbarmniß bewegen kann, daß du die Begierde meines Herzens erfüllest. heiliger, seraphischer Vater Franziscus, schaue mich in deiner heiligen Kirche mit gnädigen Augen an, und hilf mir bei Gott erbitten, um den verlangten Ablaß zu erhalten. Ach leibe mir deine seraphischen Begierden! auf daß ich selbe in den Himmel schieße, und das göttliche Herz dadurch überwinde. Ich bitte dich durch allen Fleiß, den du, diesen Ablaß zu erlangen, angewendet haft; ich bitte dich durch alle Thränen, die du deßwegen geweinet hast; ich bitte dich durch alle Bußwerke, welche du deßwegen verrichtet hast, und ich bitte dich durch das eifrige Gebet, dadurch du diese Gnade von Christo erhalten hast: thue an dem heutigen Tage vor dem göttlichen Throne einen demüthigen Fußfall, zeige Christo Jesu deine heiligen fünf Wunden, und laß nicht nach zu bitten, bis du mir den heutigen vollkommenen Ablaß erlangest. O gebenedeite Jungfrau Maria, du glorwürdige Königin aller Engel! am heutigen Tage wende ich mein Gemüth und Augen zu dir: und gleichwie der heilige - 401 Vater Franziscus, als er den heutigen Ablaß von Chrifto erbat, dich zur Fürbitterin angerufen hat, also rufe ich dich auch zu meiner Fürbitterin an, daß du mir den heutigen Ablaß von deinem Sohne erbitten wolleft. Diejenigen Worte, so du damals zu deinem Sohne sprachest, und den kostbaren Ablaß allen Menschen erwarbest, sprich jeßt abermal zu ihm, und erwirb mir den heutigen, fostbaren, vollkommenen Ablaß. Diejenige mütterliche Liebe und Freundlichkeit, welche du ihm damals erzeigteft, erzeige ihm jetzt wiederum, und erbitte mir von ihm den heutigen, köstlichen Gnadenschatz. Alle treuen Dienste, die du ihm auf Erde geleistet, und alles schmerzliche Herzenleid, so du mit ihm gelitten hast, stelle ihm vor: und durch dessen Kraft und Verdienste erbitte mir jetzt vollkommene Verzeihung meiner Sünden und gänzliche Nachlaffung aller meiner vorbehaltenen Strafen. Christus Jesus! ich erinnere dich der unendlichen Liebe und Freigebigkeit, durch welche du angetrieben wurdest, den unerschäßlichen Gnadenschaß dem Kirchlein Mariä der Engeln zu verleihen, und hernach allen Kirchen des heiligen Vaters Franziscus mitzutheilen: ich bitte dich durch die glorwürdige Fürbitte und reichesten Verdienste deiner gebenedeiten Mutter und deines treuen Dieners Franziscus, du wollest mir aus Gnaden den herzlich verlangten, und mir so hochnothwendigen Schaß des vollkommenen Ablasses mittheilen. Weil dein Statthalter auf Erden befohlen, daß wir das allgemeine Anliegen der Christenheit dir anempfehlen sollen, darum bitte ich dich um Erhöhung der katholischen Kirche, Ausrottung der Ketzerei, Vereinigung christlicher Potentaten, und um das zeitliche und ewige Heil ihrer päpstlichen Heiligkeit. Dieß zu erhalten, opfere ich alle Gebete, so ich heute spreche, alle Messen, welche ich jetzt höre, alle Andachten, welche ich heute verrichte, alle guten Werke, welche ich heute vollbringe, und die heilige Communion, die ich heute empfange. Zugleich mit diesem opfere ich dir alle guten Gedanken, Worte und Werke, welche heute in allen Kir26 402 chen des heiligen Franziscus- Ordens verrichtet, und alle Tugenden, die heute in der ganzen Christenheit geübet werden. Dies föstliche Opfer nimm in Gnaden auf, und verleihe mir hingegen den heutigen, theuer versprochenen Ablaß, o Jesus! Amen. - 11. Am Kirchweihfeste. Allerbarmherzigster Heiland! der du aus großer Liebe zu den Menschen, und aus dem heißen Verlangen, unter ihnen zu wohnen, in den Kirchen, auf den dir geweihten Altären wirklich und persönlich gegenwärtig bist, und unserem Flehen gnädigst Gehör verleihest. wolle es auch jetzt. Um diese deine überschwengliche Liebe zu den Gläubigen in's Gedächtniß zu rufen, hat deine heilige Kirche dieses Feft eingesetzt, und zur Feier, daß an diesem Tage diese Kirche zum Dienste Gottes eingeweiht worden ist, damit wir hier im Geiste und in der Wahrheit Gott anbeten und ihm dienen. O wie erhaben und heilig ist dieser Ort! Und doch gibt es gedankenlose Menschen, auf welche diese heilige Stätte wenig Eindruck macht, und die den Rest des Tages, um ihn, wie sie wähnen, gehörig zu feiern, in leichtfertiger Ausgelassenheit und durch Unmäßigkeit im Essen und Trinken zubringen. Erbarme dich, o Gott! der du gnädig und barmherzig bist, dieser Elenden, und nimm die Gebete und Gelübde, welche die Frommen und Gerechten auf deinen heiligen Altar niederlegen, gnädig auf, und laß auch mich armen Sünder ( Sünderin) nicht unerhört aus diesem heiligen Tempel gehen, ja bereite dir selbst mein Herz zu einer würdigen Wohnung vor, auf daß ich eingehen möge in dein himmlisches Vaterhaus. Amen. 12. Am Feste der heiligen Katharina. Aus herzlicher Liebe und Freundlichkeit grüße ich dich tausendmal, o glorwürdige Jungfrau und Martyrin, - 403 - heilige Katharina! und mit diesem meinen Gebete begehre ich dich herzlich zu verehren und andächtig anzurufen. Gleichwie ich nun mein Herz und Augen zu dir in den Himmel erhebe, also wende du auch dein Herz und Augen zu mir von dem Himmel herab, und nimm dies mein Gebet in Gnaden wohlgefällig auf. Dein Lob und Ehre fann feine fündige Zunge würdig aussprechen; weil der freigebige Gott dir so viele Gaben und Gnaden ertheilt hat, welche er allein am besten erkennet, und nach ihrer hohen Würdigkeit schäßzet. Ich verehre alle diese Gaben und Gnaden mit tiefer Ehrerbiethung! ich benedeie die mildreichste, göttliche Freigebigkeit gegen dich, und neben herzlicher Glückwünschung erfreue ich mich inniglich über deine Großmächtigkeit. Zur Vermehrung dieser opfere ich dir dies mein wohlmeinendes Gebet sammt allen Diensten, die dir von der Zeit deiner Marter geleistet werden. O heilige Katharina! von Grund meines Herzens rufe ich dich an, und setze ein festes Vertrauen auf deine hochgültigen Verdienste und großmächtige Fürbitte. Das letzte Gebet, welches du vor deinem Tode gesprochen, und dir von dem Himmel herab bekräftiget worden, vermehre mein festes Vertrauen zu dir, und erwecke großen Eifer in mir, dich herzlich anzurufen und mich dir zu empfehlen. Dein liebster Bräutigam, Christus Jesus, hat dir versprochen, daß er denjenigen, welche dich in ihren Nöthen und im Sterben anrufen werden, seine göttliche Hülfe und Beschüßung leisten wolle. Deswegen rufe ich dich, o heilige Katharina! von ganzem Herzen an: und bitte dich durch die Liebe, welche du zu Christo getragen, wie auch durch die bittere Marter, welche du seinetwegen gelitten hast, daß du mir in allen meinen Nöthen und Gefahren, besonders aber in der letzten Noth und Gefahr beistehen, und die göttliche Hülfe und Beschüßung erlangen wolleft. Amen. 26* --404 - 13. Religionsakte des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe. Glaube. Ohne Glauben ist's unmöglich, Gott zu gefallen, denn wer zu Gott kommen will, muß glauben, daß ein Gott sei, und daß er Denen, die ihn suchen, ein Vergelter sein werde. ( Paulus zu den Hebräern Kap. 11. V. 6.) Ich glaube an dich, o Gott! einziger, wahrer Gott und Herr Himmels und der Erde! Ich glaube, daß du Schöpfer und Vater bist von Allem, ein allmächtiger, unendlich weiser und guter Vater, der Alles weiß und regiert, ohne den Nichts geschieht, und der auch Richter ist, zu strafen das Böse, und zu belohnen das Gute. Ich glaube, daß der eingeborne Sohn Gottes aus Liebe zu uns Menschen Mensch geworden ist, um zu suchen und selig zu machen, was verloren war. Ich glaube an den heiligen Geist, den Geist der Wahrheit und der Liebe, den Tröster und Heiligmacher, den uns Jesus verheißen und gesandt hat. Ich glaube die Unsterblichkeit meiner Seele, und daß ich nicht anders, als durch Gottes Gnade und mit Gottes Hülfe die Seligkeit erhalten kann. Dieß Alles, o Gott, und was du noch Anderes gesagt oder geoffenbaret haft. was auch deine heilige Kirche zu jeder Zeit als deine Offenbarung geglaubt und gelehrt hat, dieß glaube ich ohne Zweifel, weil es dein Wort, dein Wort aber Wahrheit und ewiges Leben ist. Für diesen meinen Glauben danke ich dir, o Gott! und bitte nur, daß du ihn lebendig machest zu guten Werken; denn der Glaube ohne die Werke ist unnüß und todt. Gib also, daß ich recht oft und lebhaft an die Wahrheit meines Glaubens denfe, und durch dieses Andenken, durch diese Betrachtung vom Bösen abgeschreckt, - 405 - im Guten unterrichtet, zum Guten ermuntert und darin befestiget werde. Dieß gib, o Herr, damit mein Leben immer so gut, wie mein Glaube sein möge. Hoffnung. Hoffe auf den Herrn und handle rechtschaffen.( Psalm 36. V. 22.) Wie ich an dich glaube, Allwissender und ewig Wahrhaftiger! so hoffe ich auf dich, unendlich guter und treuer Gott! du bist mein Retter und Helfer in allen Nöthen. Von dir hoffe ich also Nachlaß und Verzeihung meiner Sünden.- Gnade zu einem frommen christlichen Leben und die ewige Seligkeit. Dieß, o mein Gott! und was mir auch sonst noch an geistlichen und leiblichen Gütern nothwendig oder nüßlich ist, hoffe ich von dir; denn du hast mir alles Gute durch Jesum versprochen; du bist auch ein allmächtiger und getreuer Gott, der sein Versprechen halten kann, und halten will. Du hast mir bisher, so viel Gutes gethan, wie sollte ich nicht auch in Zukunft das Allerbeste erwarten? D, wenn ich nur die Gelegenheit, die Gaben und Kräfte, die du mir verleihst, treulich anwende, und redlich thue, so viel ich kann, so darf ich mich sicher auf deinen Beistand verlassen, und mit findlichem Vertrauen deinen Leitungen folgen;- ruhig fann ich leben und selig sterben; denn so eine Hoffnung macht nicht zu Schanden. Liebe. Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele, und nach allen Kräften Dieß ist das erste und größte Gebot; das andere aber ist ihm gleich: Deinen Nächsten sollst du lieben, wie dich selbst.( Christus bei Matth. im 22. Kap.) - 406 i Du bist das höchste und beste Gut, o Gott! Du bist mein Schöpfer, mein Herr und Vater. Dein Sohn ist mein Lehrer, mein Erlöser und Seligmacher! Von des Vaters Güte und von des Sohnes Liebe habe ich Alles, was ich habe ich hoffe auch Alles, was mir noch Gutes zu Theil werden soll. - Und dich, liebenswürdigster, wohlthätiger Gott! dich sollte ich nicht lieben! O ja, von ganzem Herzen, aus Gib ganzer Seele, aus allen Kräften liebe ich dich. nur, daß ich dich und deine Vollkommenheiten immer mehr kennen lerne, um dich auch immer mehr schätzen und mit reiner Liebe lieben zu können. - ann ich dir Wirklich kann ich dir meine Liebe, o Gott! nicht anders bezeigen, als daß ich, wie ein gutes Kind, deine väterlichen Gebote treulich erfülle, und dir immer ähnlicher und wohlgefälliger zu werden suche. Aber auch alle meine Nebenmenschen, Freunde und Feinde liebe ich, wie mich selbst, weil auch du sie liebst, o Vater aller Menschen und weil du willst, daß ich sie als deine Ebenbilder, als deine Kinder, zugleich aber auch als meine Brüder und Schwestern, von Herzen lieben, ihnen alles Gute wünschen, gönnen und erweisen soll, wie ich wünsche, daß es mir geschehe. Dies ist dein Wille, dieß ist die Hauptsache im Christenthum, das zweite Gebot ist es, welches uns Jesus so nachdrücklich empfohlen hat, und aus dessen Erfüllung man erkennen muß, ob wir seine Jünger, oder wahre Christen sind. Entzünde dann in mir, o Gott! das Feuer einer heiligen Bruder- und Schwesterliebe! Verbanne alle Verachtung, allen Haß und Feindschaft aus meinem Herzen, und gib, daß ich gegen Jedermann freundlich, dienstfertig, mitleidig und barmherzig sei, damit ja meine Liebe nicht blos in Worten bestehe, sondern sich in Werken zeigen möge. Amen. - 407 - 14. Gebet zu Gott in der Natur. Himmel, Erde, Luft und Meer, und alle die zahl= lofen Welten singen dem Herrn dort oben ihr Loblied; ergieße du dich, meine Seele! ebenfalls in dasselbe! Die Sonne geht alle Morgen richtig auf, und alle Abende unter, und erhebt den Herrn täglich durch ihr Licht! Auch die Pracht der Sterne und ihr regelmäßiger Lauf lobt ihn in stiller Nacht. Seht das Land im reichen Segen. Der Herr hat ihn gegeben. Jedes Kraut, jedes Thier ist Zeuge von seiner Macht und Güte. Zu ihm fliegt der Chor der Vögel jubelnd hinauf, und der schlängelnde Blig und der brüllende Donner verkündigen den Herrn durch das Leuchten und durch den Schall! seine starke Hand stillet das Toben des Meeres, seine milde Hand läßt den wohlthätigen Regen herabfallen, und wenn der Herr gebietet, so müssen die sausenden Winde schweigen, tie wüthenden Stürme ruhen. Großer Gott! wie offenbarest du dich überall so herrlich und so majestätisch! O, freue dich, meine Seele, im tiefen Sinne über das, was du als denkendes Wesen bist, und freue dich, mein Innerstes, daß dich der Herr nach seinem Ebenbilde schuf, und daß du ihn in der Natur zu bewundern verstehst! Ach, kein Leben, feine Liebe, keine Freude ohne dem Herrn! Ihm sei daher Alles geopfert! 15. Danksagung gegen Gott für alles Gute. Die Danksagung leget unsere eigene Ehre vor Gottes Angesicht nieder, und gibt ihm Ehre, Lob und Preis für Alles, was wir haben.( Pf. 102. V. 1.) Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat - 408 - O du ewiger, starker, gewaltiger Gott! Wie unerforschlich ist deine Weisheit! Wie groß ist deine Gnade! Wie unendlich deine Liebe! Wie überschwenglich deine Güe! Wie unergründlich deine Barmherzigkeit! Wie trefflich deine Langmuth! Wie herrlich deine Gerechtigfeit! Wie lauter deine Wahrheit! Und wie unbegreiflich deine Allmacht, die du an mir erwiesen hast! Ja, Herr! ich erkenne meine Niedrigkeit und deine Hoheit, meine Nichtigkeit und deine Vortrefflichkeit, meine Unwürdigkeit und deine Majestät. Ich bin nichts, und du bist Alles. Ich bin elend, und du bist barmherzig. Ich bin unverständig, und du bist weise. Ich bin ein Sünder, und du bist gnädig. Ich bin ungehorsam, und du bist geduldig. Ich bin arm, und du bist freigebig. Ich bin schwach, und du bist stark. Ach! ich bin zu gering aller Wohlthat, die du an mir gethan hast! Wunderbarlich sind deine Werke. Schrecklich sind deine Drohungen, mächtig sind deine Strafen, gnädig find deine Züchtigungen, wahrhaftig sind deine VerheiBungen, treu sind deine Zusagen, und deine Liebe ist über Alles; denn sie ist höher, als der Himmel, breiter, als die Erde, tiefer, als das Meer. Ich bin deine Kreatur, und du bist mein Schöpfer; ich bin dein Kind, und du mein Vater; ich bin dein Knecht( Magd), und du mein Herr; ich bin dein Schuldner, und du mein Wohlthäter, denn von dir habe ich Alles, und ohne dich habe ich nichts. Darum so sei nun gelobet, mein Gott, himmlischer Vater, daß du mich erschaffen, da ich nichts war, daß du mich zu deinem Ebenbilde gemacht, daß du mir einen gefunden Leib und eine vernünftige Seele gegeben, und daß du mich in den Schooß deiner katholischen Kirche von christlichen und ehrlichen Eltern so wunderbarlich auf diese Welt hast lassen geboren werden. - 409 1 Sei auch ewig gepriesen, daß, als das ganze menschliche Geschlecht verloren ward, du dich meiner und aller Menschen erbarmet, der Gefallenen dich angenommen, deinen Sohn uns geschenket, den Himmel wieder aufgeschlossen, und diesen gnädiglichen Willen der ganzen Welt hast verkündigen lassen. Habe Dank, allerliebster Jesus! Du ewiger Sohn Gottes, daß du mein Freund, mein Bruder, mein Fürsprecher, mein Erretter, mein Erlöser, mein Heiland, mein Seligmacher, mein Mittler und mein Emanuel geworden bist. Habe Dank, allerholdseligster, allerfreundlichster, allerliebreichster, allermildester, allerbester Jesus! habe Dank für deine Liebe und Treue, für deine Menschwerdung und Geburt, für deine Lehre und Tbaten, für deine Angst und Noth, für deinen Hohn und Spott, für deine Striemen und Wunden, für dein Kreuz und Tod, für deine Auferstehung und Himmelfahrt. Ach, wie erfreulich ist dein Evangelium, wie tröstlich sind deine Zusagungen, wie theuer ist deine Erlősung, wie heilsam sind deine Wunden, wie kräftig ist dein Blut. Darum, so sage ich noch einmal, habe Dank, daß du den Rath deines himmlischen Baters mir geoffen baret, daß du mich mit Gott versöhnet, daß du mich aus der Hölle erlöset, daß du mich in der Taufe angenommen, und daß du mich noch in deinem beiligen Abendmahle speisest mit deinem Leibe, und tränkest mit deinem Blute. Und du Gott heiliger Geist, werther Tröster in aller Noth, dich bete ich an, dich rühme ich, dich lobe ich, dich preise ich, dir danke ich. Von dir habe ich alles Gute, was ich gedenke, rede und thue. Von dir bekomme ich Beides, das Wollen und 1 410 Vollbringen, und du allein machest mich geschickt zum ewigen Leben. Du rufest mir, che ich's thue. Du warteft, bis ich's thue. Du hilft mir, daß ich's thue. Sehr mild sind deine Gaben, sehr reich ist dein Trost, sehr erfreulich ist deine Güte, sehr kräftig ist deine Gemeinschaft. Demnach sei gelobet in alle unendliche Ewigkeit, daß du mich armen, verderkten Menschen aus meinem Elend gerissen, durch das Wort des Evangeliums berufen, durch das Bad der heiligen Taufe wiedergeboren, meine unwissende Seele erleuchtet, mein unreines Herz geheiliget, meine verlornen Kräfte erneuert, und mich also zu einem neuen Menschen, zu einem getauften Christen, zu einem Gliedmaß deiner fatholischen Kirche, zu einem Kinde Gottes, und zu einem Erben des ewigen Lebens gemacht hast. O heilige, hochgelobte Dreinigkeit! wir loben Alle miteinander deine unendliche Güte, und danken dir für Alles, was du uns an Leib und Seele Gutes gethan hast, daß du unsere Kirche bei reiner Lehre, unsere Regierung im Frieden und Ruhe, und alle Stände in gutem Wohlergehen erhalten hast. Hingegen, daß du auch unser Vaterland bisher vor Krieg und Blutvergießen, vor Unfriede, Haß und Streit, vor Theurung und Hungersnoth, vor Pestilenz und ansteckenden Seuchen, und sonst von Allerlei bebütet. Deine Treue macht es, daß wir noch sind. Denn du laffest deine Sonne alle Morgen noch aufgehen über uns, du gibst uns früh und spät Regen, du fegnest das Land, daß es sein Gewächs gibt, und läsfest nicht aufhören Saat und Ernte, sondern beschereft uns noch immer unser tägliches Brot. 411 Nun, mein Gott, wie viel bin ich dir schuldig? Du haft mich von meiner Jugend an bis auf diesen gegenwärtigen Tag recht mächtig erhalten, recht väterlich) verforget, recht wunderbar geführet, aus mancher Noth errettet, in mancher Angst beschüßzet, vor manchem Unglück behütet, von mancher Gefahr erlöset, in manchem Kummer getröstet, in mancher Widerwärtigkeit versorget, und in mancherlei Anliegen geholfen. jadeles dim 15m - - id Wenn ich frank gewesen bin, so hast du mich wieder lassen gesund werden, wenn ich geirret habe, hast du mir wieder zurecht geholfen, wenn ich gesündiget habe, hast du Geduld mit mir getragen, wenn ich Buße gethan habe, hast du mir's vergeben, wenn ich gebetet habe, hast du mich erhöret, wenn ich Etwas vorgenommen, hast du mir's gefegnet, und wenn mich Andere gehindert haben, hast du mir doch fortgeholfen. In der Kindheit hast du schon für mich geforget, in der Jungend hast du mich regieret, und in dem Alter wirst du dich meiner auch annehmen. Durch deine Hülfe habe ich in der Welt manchen Gönner und Förderer, in der Fremde manchen guten Freund, und endlich überall mein Bleiben und Auskommen gefunden. Darum so sei gelobet und gerühmet für Alles, was ich jemalen von dir bekommen habe, und noch bekomme, für die Zeit, für das Jahr, für den Tag, für die gegenwärtige Stunde, die du mich hast erreichen lassen, für die sichere Ruhe, die du mir in der vergangenen Nacht verliehen, für das gesunde Leben, das du mir an diesem Tage gegeben, für einen jeglichen Bissen, den ich heute genossen. Habe Dank für den Stand, in welchen du mich ge= feget haft, für die Ehre, die du mir gegeben, für die Würde, die du mir zugeworfen, für alles Glück, das du 412 mir zugewiesen, für den treuen Ehegatten, mit welchem du mich versorget, für allen Ehesegen, den du mir bescheret, und für alle andern Freuden, die du mir gemacht. - Ach, lieber Gott! wie viel Menschen sind heut in dieser Stunde und in diesem Augenblick, hier, anderswo elender als ich, ärmer als ich, verlassener als ich, unglückseliger als ich, betrübter als ich. Demnach so sei gerühmet und gelobet für mich und alle die, welchen du so wohl thust, als mir, und habe endlich Dank, daß du mich solches Alles haft erkennen laffen. Meine Seele soll dich rühmen, mein Geist soll dich loben, mein Herz soll dich preisen, mein Mund soll dir danken. Lobet den Herrn alle Engel! Lobet den Herrn alle Heilige! Lobet den Herrn alle Völker! Ehre sei Gott dem Vater, der mich erschaffen hat! Ehre sei Gott dem Sohne, der mich erlöset hat! Ehre sei Gott dem heiligen Geiste, der mich gebeiliget hat! Ehre sei der heiligen hochgelobten Dreieinigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Amen. 16. Gebete zu den heiligen Patronen der ganzen Christenheit, und zu seinem Namenspatron insbesondere. Ihr heiligen Engel und Erzengel, ihr heiligen Patriarchen und Propheten, ihr heiligen Apostel und Martyrer, ihr heiligen Bischöfe und Aebte, ihr heiligen Priester und Einsiedler, ihr heiligen Büßer und Beichtiger, ihr heiligen Frauen und Jungfrauen, ihr heiligen Witwen und Kinder: seid mir mit der größten Verehrung gelobt, gebenedeit und gegrüßt! 413 - Wegen euren Diensten vor dem Throne Gottes! wegen euren, den Sterblichen hienieden erwiesenen Wohlthaten; wegen eurem strengen und heiligen Lebenswandel wegen euren vielfältigen Leiden und ausgeübten Tugenden sind eure heiligen Namen von der Kirche auserwählt worden, uns armen Sündern dieselben gleich bei der Taufe beizulegen, damit wir schon von Jugend auf die herrlichsten Beispiele der Nachahmung immer vor Augen haben. Ihr heiligen Engel und Erzengel, die ihr um den Thron Gottes Wache haltet, und immer mit lauter Stimme rufet: Würdig ist das Lamm, das geschlachtet ward, zu nehmen Macht und Reichthum, Weisheit und Pracht, Ehre, Preis und Lob!" Und die ihr zehntausendmal zehntausend und noch tausendmal tausend mit allen Geschaffenen, die im Himmel, auf Er: den und unter der Erde, auf dem Meere und darinnen sind, immer ruft: ,, Dem, der auf dem Throne sigt, und dem Lamme sei Lob, Ehre, Preis und Macht in alle Ewigkeit!" lasset uns mit euch in größter Andacht auf unsere Angesichter fallen und staunungsvoll anbeten, und wo unsere schwachen Kräfte nicht hinreichen, da seid ja ihr unsere Vorbitter und die Vollzieher der Befehle des Herrn statt unser vor seinem allerheiligsten Throne, damit auch wir einst dorthin kommen mögen, wo ihr nun als Verherrlichte wohnet! Ihr Heiligen Gottes Alle, lasset uns eure Buße, eure Unschuld, eure Frömmigkeit, eure Heiligkeit, euren Glauben, euren Gehorsam, eure Sanftmuth, eure Keuschheit, eure Liebe, eure herben Arbeiten und Prüfungen, ja die Hingebung eures Lebens selbst für die Erwerbung des Himmels und der ewigen Seligkeit nicht bloß bewundern, sondern immer und allezeit und nach allen Kräften nachahmen, und im Guten niemals ermüden! Und du, mein heiliger Namenspatron( meine heilige Namenspatronin N. N.), sei du stets mein beson 8 414 derer Fürsprecher bei Gott, daß ich den Weg wandle, der dich zum Himmel geführt hat; daß ich mich immer herzhaft zu Allem für die Ehre des Namens Gottes auf opfere und ihn eifrigst anbete; daß ich in beständiger Bußfertigkeit verharre, und mich angelegenst bestrebe, die unglücklich begangen Sünden durch heilige Anstrengung und Leibes- Kasteiung abzubüßen; in Allem aber jenes große und demüthige Vertrauen auf die Barmherzigkeit meines göttlichen Erlösers und jenen brennenden Eifer, in seine Fußstapfen einzutreten, babe, wie du, mein heiliger Namenspatron( meine heilige Namenspatronin N. N.), tich allezeit erzeiget hast damit in meinem ganzen Leben und auch noch in der letzten Stunde sein allerheiligster Wille befolgt, und dadurch mit dir die ewige Gnade und Seligkeit erlangt werde. Amen. 17. Betrachtungen für jeden Tag der Woche. 1. Betrachtung für den Sonntag. Ueber das ewige Heil. 1. Das Geschäft unseres ewigen Heiles ist diejenige Angelegenheit, von welcher Alles abhängt; sie entscheidet über unsere ewige Glückseligkeit, oder über unser ewiges Verderben. Ihr Ausgang ist die Ewigkeit, nämlich uns ewig selig zu machen, oder ewig zu Grunde zu richten, eine Ewigkeit der Freuden oder eine Ewigkeit der Qualen zu erwerben; ein stets glückseliges, oder ein stets unglückseliges Leben zu verbringen. O, mein Gott! wie wird es mir ergehen? Werde ich gerettet, oder werde ich verdammt werden? Es kann geschehen, daß ich mich rette, es kann aber auch sein, daß ich mich in's Verderben stürze. Wenn es jedoch geschehen kann, daß ich zu Grunde gehe, warum entschließe ich mich nicht, ein Leben zu ergreisen, das mir das ewige Leben sicher stellt? O mein Jesus! du bist gestorben, um mich zu erretten; ich aber habe mich so oft in das Verderben gestürzet, dadurch, daß ich dich, o unendliches Gut, verlor! Gib nicht zu, daß ich dich jemals wieder verliere. 415 2. Die Menschen halten es für ein großes Geschäft, einen Prozeß zu gewinnen, eine Ehrenstelle zu erhalten, eine Macht zu erwerben. Allein es verdient Nichts mit dem Namen groß bezeichnet zu werden, was mit der Zeit zu Ende geht. Alle Dinge dieser Welt nehmen dereinst für uns ein Ende; entweder verlassen wir sie, oder sie verlassen uns. Nur jenes Geschäft darf daher groß genannt werden, von dem ein ewiges Glück, oder ein ewiges Unglück abhängt. O Jesus, mein Erlöser! Ach, verstoße mich nicht von deinem Angesichte, wie ich es eigentlich verdiene! Es ist wahr, ich bin ein Sünder; allein es schmerzet mich von ganzem Herzen, daß ich dich, o unendliche Güte! beleidiget habe. Ich habe dich bisher verachtet, jetzt aber liebe ich dich über Alles. Du sollst künftig mein einziges Gut, meine einzige Liebe sein. Erbarme dich eines Sünders, der reumüthig zu deinen Füßen zurückkehrt, und den Willen hat, dich zu lieben. Und wenn ich dich viel beleidiget habe, so will ich dich viel lieben. Was wäre aus mir geworden, wenn du mich hättest sterben lassen, als ich in deiner Ungnade stand! Da du aber so großes Erbarmen mit mir gehabt hast, o Herr! so gib mir jetzt die Kraft, daß ich heilig werde. 3. Beleben wir in uns den Glauben, daß es eine Hölle gibt, und ein ewiges Paradies; eines oder das andere muß uns treffen. O, mein Gott! ich wußte es, daß ich durch die Sünde mich selbst zu einer Ewigkeit von Peinen verdammte, wie war es möglich, daß ich so oft sündigen und deine Gnade verlieren konnte! Ich wußte, daß du mein Gott und mein Erlöser seiest; wie konnte ich dir so oft um eines elenden Vergnügens willen den Rücken kehren? O Herr! es reuet mich über Alles, daß ich dich dergestalt verachtet habe. Jest aber liebe ich dich über Alles; und von heute an will ich lieber Alles verlieren, als deine Freundschaft. Gib mir Kraft, dieß treulich zu halten, Auch du stehe mir bei, Maria, meine Hoffnung. Betrachtung für den Mentag. Wir müssen sterben. 1. Wir müssen sterben, ein großes Wort! Wir müssen sterben. Das Urtheil ist gesprochen: Es ist den 416 Menschen bestimmt, einmal zu sterben.( Hebr. 9. 27). Du bist ein Mensch, du mußt sterben. Wer sich schmei cheln wollte, nicht zu sterben, müßte närrisch sein. Es kann fich ein Armer schmeicheln, reich zu werden, ein Unterthan König; wer aber könnte jemals hoffen, dem Tode zu entgehen? Einer stirbt jünger, der Andere älter, endlich aber müssen wir Alle in das Grab hinab. Also soll auch ich einmal sterben, und in die Ewigkeit eingehen. Allein was für eine Ewigkeit wird mir zufallen? Die glückselige oder die unglückselige? O Jesus, mein Erlöser, rette mich! 2. Von Allen, die zu Anfange des vorigen Jahrhunderts auf Erde lebten, ist keiner mehr am Leben. Die größten Fürsten, die berühmtesten Männer der Welt haben ihren Wohnsitz vertauscht; kaum ist ihr Andenken übrig, und die nackten Knochen unter einem Grabsteine. O mein Gott! laß mich immer mehr die Thorheit Derer erkennen, welche die Güter dieser Erde lieben, und für dieselben dich, o unendliches Gut! hintansezen. Auch ich war ein solcher Thor. Ach! wie bedaure ich dieß. Ich danke dir, daß du es mich erkennen lassest. 3. In einem Jahrhunderte längstens also mein lieber Leser, wirst weder du, der du dieß liesest, noch werde ich, der ich es schreibe, auf dieser Erde mehr sein, sondern wir werden sämmtlich im Hause der Ewigkeit wohnen. Es wird ein Tag kommen, eine Stunde, ein Augenblick, der der legte sein wird, für dich und für mich; und diese Stunde, dieser Augenblick ist bereits von Gett festgesetzt, und wie können wir an etwas Anderes denken, als Gott zu lieben, der uns in jenem Augenblick richten wird? Ach, wie wird mein Tod beschaffen sein! O mein Jesus und mein Richter, was wird mit mir geschehen, wenn ich vor dir werde erscheinen müssen, um dir über mein ganzes Leben Rechenschaft zu geben? Ach, verzeihe mir, bevor jener entscheidende Augenblick meines ewigen Glückes oder Elendes herannahet. Es reuet mich, o hochstes Gut, daß ich dich verachtet habe. Bisher habe ich dich nicht geliebt, jetzt aber liebe ich dich aus meiner ganzen Seele. Gib mir die heil. Beharrlichkeit. O Maria, du Zuflucht der Sünder, erbarme dich meiner! - 417- 3. Betrachtung für den Dienstag. Jm Tode verlieren wir Alles. 1. Der Tag des Verlustes ist nahe.( Deut. 29, 21.) Der Tag des Todes wird der Tag des Verlustes genannt, weil der Mensch alsdann Alles verliert, was er sich im Leben erworben hat: Ehren, Freunde, Reichthümer, Herrschaften, Königs reiche, Alles geht dann verloren. Was nüßt es also, die ganze Erde zu gewinnen, wenn man im Tode Alles verlassen muß? Alles bleibt auf dem Sterbebette zurück. Gibt es etwa einen König, sagte St. Ignatius zu Xaverius( als er ihn für Gott gewinnen wollte), der nur ein Fädchen Purpur in die andere Welt mit hinüber genommen hätte, als ein Zeichen seiner Herrschaft? Gibt es irgend einen Reichen, der im Tode ein Stück Geld, oder einen Diener zu seiner Bequemlichkeit mit sich ges nommen hätte? Im Tode wird Alles zurück gelassen. Die Seele allein geht in die Ewigkeit ein, und nur von ihren Werken wird fie begleitet. O ich Armer! wo sind meine Werke, die mich in dieſe ſelige Ewigkeit begleiten können? Ich sehe nur solche, die mich die Hölle verdienen lassen. 2. Die Menschen kommen ungleich auf die Welt; der eine wird reich geboren, der andere arm, der eine vornehm, der ans dere gering. Beim Abgange von der Welt aber sterben sie alle auf gleiche Weise. Tritt hin zu einem Grabe, und siehe, ob du unter den Leichnamen unterscheiden kannst, wer der Herr gewesen ist, und wer der Diener; welcher ein König, und welcher der Unterthan. Der Tod macht, wie Horaz schreibt, die Scepter den Aexten gleich. O mein Gott! mögen Andere sich alle Glücksgüter dieser Welt verschaffen, ich will, daß deine Gnade allein mein Glücksgut sei. Du allein sollst mein einziges Gut sein, in diesem und in jenem Leben. 3. Alles auf dieser Erde, mit einem Worte, erreicht sein Ende: die Hoheit und das Elend, die Ehre und die Schmach, die Lust und das Leiden. Selig im Tode ist nicht Jener, der Ueberfluß hatte an Reichthum, Ehre und Lust, sondern der Armuth, Verachtung und Leiden mit Geduld ertragen hat. Alsdann tröstet nicht der Besitz irdischer Güter, sondern nur Dasjenige, was man für Gott gethan und gelitten hat. O mein Jesus, 27 418 reiße mich los von dieser Welt, ehe der Tod mich davon trennet. Stehe mir bei mit deiner Gnade, denn du weißt ja, wie schwach ich bin. Gib nicht zu, daß ich dir wieder ungetreu werde, wie ich es bisher gewesen bin. Es schmerzet mich, o Herr! daß ich dich so oft gering geschäßt habe. Jezt liebe ich dich über Alles, und nehme mir vor, lieber tausendmal das Leben zu verlieren, als deine Gnade. Allein die Hölle hört nicht auf, mich zu versuchen; erbarme dich meiner, und verlaß mich nicht. Gestatte nicht, daß ich mich nochmal von deiner Liebe trenne. O Maria, meine Hoffnung, erflehe du mir die heilige Beharrlichkeit. - - 142 4. Betrachtung für den Mittwoch. Unser Leben ist ein Traum, der geschwind vorübergehet. 1. Dieß sagte David, als er schrieb, das Glück dieses gegenwärtigen Lebens sei gleich dem Traume eines Menschen, der aus dem Schlafe erwacht. Alle Hoheit und Ehre dieser Welt erscheinen den armen Weltkindern im Augenblicke des Todes nicht anders, als der Traum eines Erwachenden, der da sieht, daß mit dem Traume auch sein Glück zu Ende ist, von dem er träumte. Darum schrieb Einer, der die Täuschung eingesehen hatte, sehr verständig auf einen Todtenschädel die Worte: Einem, der da nachdenket, wird Alles schlecht. Wer an den Tod denket, dem erscheinen die Güter dieses Lebens, wie sie wirklich sind, schlecht und vergänglich. Es kann auch Keiner seine Freude auf Erden haben, der darüber nachdenket, daß er sie binnen Kurzem verlassen soll. Ach, mein Gott, wie oft habe ich um dieser armseligen Güter der Erde willen deine Gnade verachtet! Von heute an will ich an nichts anderes denken, als dir zu dienen, und dich zu lieben. Stehe mir bei mit deiner Hülfe. 2. So nimmt also die Hoheit, so nehmen die Kronen dieser Erde ein Ende! Dieß waren die Worte des heiligen Franziscus von Borgia, bei dem Anblicke des Leichnams, der in der Blüthe ihrer Jahre verstorbenen Kaiſerin Isabella; und dieser Gedanke brachte ihn zu dem Entschlusse, der Welt zu entsagen, und sich ganz Gott zu ergeben, indem er sprach: Ich will einem Herrn dienen, den ich nicht 419 mehr verlieren kann. Man soll sich von den irdischen Gütern losreißen, ehe der Tod und davon trennt. Welche Thorheit aber, die Seele zu verlieren, aus Anhänglichkeit an diese Erde, die wir gar bald werden verlassen müssen, wenn man die Worte zu uns sprechen wird: So reise denn hinweg, o christliche Seele! von dieser Welt! O mein Jesus! hätte ich dich doch immer geliebt! Was habe ich nun von allen Beleidigungen, die ich dir angethan habe? Sage mir, was ich zu thun habe, um mein so ordnungswidriges Leben zu verbessern; ich will Alles thun. Nimm an die Liebe eines Sünders, der dich reumüthig jest mehr liebt, als sich selbst, und dich um Erbarmen anfleht. - 3. Bedenke, daß du nicht immer in dieser Welt bleiben sollst. Den Ort, an dem du lebst, sollst du einst verlassen, und aus dem Hause, in dem du wohnest, sollst du einst hinausgehen, um nicht wieder dahin zurück zu kehren. Bedenke, daß Viele deiner Vorfahren in demselben Zimmer gewohnt haben, in welchem du jetzt liesest, daß sie in demselben Bette geschlafen haben, in dem du jeßt schlafest; und wo sind sie jetzt? Sie wohnen in der Ewigkeit. Dasselbe wird auch dir geschehen. O mein Gott! laß mich das Unrecht erkennen, das ich dir gethan habe, da ich dir, o unendliches Gut! den Rücken wendete, und gib mir Schmerz, um meinen Undank zu beweinen, wie ich es soll. D, wäre ich doch lieber gestorben, ehe ich dich einmal beleidigte! Ach, laß mich nicht mehr im Undanke leben gegen die Liebe, die du mir erwiesen hast! Mein theurer Erlöser, ich liebe dich über Alles, und will in dem Leben, das mir noch übrig ist, dich lieben, so sehr ich es vermag. Hilf meiner Schwachheit durch deine Gnade; und du, Mutter Gottes, Maria! stebe mir bei mit deiner Fürsprache! 5. Betrachtung für den Donnerstag. Man muß sein Leben bessern, ehe der Tod nahe kommt. 1. Jedermann wünschet einen heiligen Tod zu sterben; allein es ist nicht möglich, daß derjenige einen heiligen Tod sterbe, der bis zum Tode ein unordentliches Leben geführt hat; daß der mit Gott vereiniget sterbe, der stets von Gott entfernt gelebt hat. Die Heiligen haben, um einen guten Tod zu erlangen, 27* 10 420 14 Reichthümer, Freuden und alle Hoffnungen, welche die Welt darbot, verlassen, und haben sich einem armen, abgetödteten Leben hingegeben. Sie haben sich lebendig auf dieser Erde begraben, um die Gefahr zu vermeiden, nach dem Tode in der Hölle begraben zu werden. Ach, mein Herr! seit wie vielen Jahren habe ich bereits verdient, in der Hölle begraben zu werden, ohne Hoffnung auf Verzeihung und auf das Glück, dich jemals noch lieben zu können! Du aber hast mir nachgesehen, um mir zu verzeihen. Ja, ich habe dich beleidigt, o mein höchstes Gut! erbarme dich meiner, und gestatte nicht, daß ich dich ferner beleidige. 2. Gott drohet den Sündern, daß sie ihn im Tode suchen, aber nicht finden würden: Ihr werdet mich suchen, aber ihr werdet mich nicht finden. Allerdings, denn alsdann werden sie Gott nicht aus Liebe suchen, sondern aus Furcht vor der Hölle. Sie werden Gott suchen, ohne die Liebe zur Sünde zu lassen; und darum werden sie ihn nicht finden. Nein, mein Gott! ich will nicht darauf warten, dich im Tode zu suchen, ich suche dich jetzt. Es schmerzet mich, daß ich bisher, um meine Gelüste zu suchen, dir, o unendliche Güte! so viel Mißfallen gegeben habe. Es thut mir leid, ich bekenne es, ich habe Unrecht gethan. Aber du willst nicht, daß ich die Hoffnung aufgebe, sondern daß das Herz, das dich suchet, sich erfreue: Es freue sich das Herz, das den Herrn sucht. Ja, mein Herr! ich suche dich, und liebe dich mehr, als mich selbst. 3. Unglücklich, wer, bevor er stirbt, nicht einen großen Theil seines Lebens angewendet haben wird, seine Sünden zu beweinen! Er fönnte sich freilich, was nicht zu läugnen ist, im Tode bekehren und selig werden; allein alsdann wird es ihm durch das Dunkel vor dem Verstande, durch die Verhärtung des Herzens, durch die bösen Gewohnheiten, und durch die herrschenden Leidenschaften moralisch unmöglich werden, einen guten Tod zu sterben. Es würde ihm eine ganz außergewöhnliche Gnade vonnöthen sein; aber ist wohl Gott verpflichtet, eine solche demjenigen zu geben, der bis zum Tode gegen ihn undankbar war? O Gott! worauf verlassen sich die Sünder, um ihrem ewigen Untergange vorzubeugen? Nein, mein Gott! ich will den Tod nicht abwarten, um meine Sünden zu bereuen und dich zu lieben. Ich bereue es jetzt, dich beleidiget zu haben; ich liebe dich jetzt 11 421 - von meinem ganzen Herzen. Ach, gib nicht zu, daß ich dir von Neuem den Rücken kehre, laß mich eher sterben. O Maria! meine heilige Mutter! erbitte du mir die heilige Beharrlichkeit! 6. Betrachtung für den Freitag. Ueber den unglücklichen Tod der Sünder. 1. Armer Kranker! sehet, wie er von Schmerzen niedergedrückt wird! Wehe ihm, er ist dem Tode nahe; er ergießet falten Schweiß, der Athem geht ihm aus, sein Geist ist abwesend; und wenn er bei sich ist, so ist sein Kopf so eingenommen, so schwach, daß er wenig höret, wenig verstehet, und wenig sprechen kann. Was aber das Schlimmste ist, anstatt bei Annäherung des Todes an die Rechnung zu denken, die er in Kurzem Gott abzulegen hat, denkt er an nichts Anders, als an Aerzte und Arzneien, die ihn vom Tode befreien können. Und seine Umgebungen, anstatt ihn zu ermahnen, sich mit Gott zu vereinigen, schmeicheln ihm, daß es besser mit ihm gehe, oder schweigen doch, um ihn nicht zu beunruhigen. Ach, mein Gott! bewahre mich vor einem so unglücklichen Tode. 2. Endlich aber kündigt ihm der Priester den nahen Tod an, indem er ihm sagt: Bruder! es steht schlecht mit dir, du mußt Abschied nehmen von der Welt und dich durch den Empfang der Sacramente mit Gott vereinigen. Welche Verwirrung aber folgt auf diese Unglücksbotschaft! Welche Betrübniß, welche Gewissensangst, o welch' ein Sturm! Jetzt treten ihm seine begangenen Sünden, die gött. lichen Erleuchtungen, die er verachtet, die Versprechungen, die er vernachlässigt, und die vielen Jahre, die er alle verloren hat, verwirrt vor die Augen. Jetzt öffnet der arme Kranke seine Augen, um die ewigen Wahrheiten zu sehen, auf die er in seinem Leben so geringen Werth gelegt hat. O Gott! welchen Schrecken erregen ihm nunmehr die bösen Worte: Ungnade Gottes, Tod, Gericht, Hölle, Ewigkeit! Mein Jesus, Erbarmen! Verzeihung! Verlaß mich nicht! Ich erkenne das Böse, das ich begangen habe, indem ich dich verachtet; ich möchte vor Schmerz darüber sterben. Stehe mir bei, o mein Gott! und hilf mir, daß ich mein Leben ändere. 11 422 - 3. Der arme Sterbende wird dann voll Betrübniß sprechen: O ich Thor, der ich war! Mein Leben habe ich verloren! Ich konnte heilig werden, ich bin es aber nicht geworden; und jetzt, was kann ich jezt noch thun? Der Kopf schwanket mir, die Angst drückt mich nieder, und gestattet mir nicht, das Gemüth in Thätigkeit zu sezen, um einen kräftigen Act zu verrichten. Was wird in wenigen Augenblicken aus mir werden? Wie kann ich selig werden, wenn ich so sterbe? Er möchte die Zeit haben, um noch zu helfen, aber die Zeit ist zu Ende. Wehe mir, spricht er, dieser falte Schweiß ist ein Zeichen, daß der Tod nahe ist, ich sange schon an, das Gesicht, den Athem zu verlieren, schon kann ich nicht mehr sprechen und mich bewegen. Und so, zwischen so vielen Verwirrungen, Verzweiflungen und Schrecken, soll die Seele vom Körper scheiden, und vor Jesu Christo erscheinen. Mein Jesus! dein Tod ist meine Hoffnung. Ich liebe dich über Alles, und weil ich dich liebe, bereue ich es, dich beleidigt zu haben. Maria, Mutter Gottes! bitte bei Jesu für mich! 7. Betrachtung für den Samstag. Ueber den glückseligen Tag der Heiligen. 11 1. Der Tod ist für die Heiligen eine Belohnung, keine Strafe: er wird von den Heiligen gewünscht, nicht verabscheut Und wie kann auch der Tod verabscheut werden, wenn er für sie das Ende der Qualen, der Kämpfe und der Gefahren ist, Gott zu verlieren? So ziehe denn hin aus dieser Welt, o christliche Seele!" welches die Sünder so sehr erschrecket, ist ein Jubellied für eine Seele, die Gott liebet. Sie betrübt sich nicht, daß sie die Güter dieser Erde verlassen soll, denn Gott war ihr einziges Gut; auch nicht über die Trennung von den Ehrenstellen, denn sie hat dieselben verachtet, und für das gehalten, was sie sind für Eitelkeit; nicht über das Scheiden von Freunden und Verwandten, denn sie hat sie nur um Gottes willen geliebt. Wie sie daher im Leben stets gesprochen hat: Mein Gott und mein Alles! so spricht sie es mit noch größerer - 423 - Freude im Tode, da der Zeitpunkt nahe ist, wo sie im Paradiese Gott von Angesicht zu Angesicht schauen und lieben soll. 2. Auch die Schmerzen des Todes bekümmern den Heiltgen nicht, im Gegentheile, er freuet sich, die letzten Ueberreſte seines Lebens zum Beweise der Liebe zu seinem Gott darzubringen, indem er die Qualen seines Todes mit denen des sterbenden Jesus am Kreuze vereiniget. Der Gedanke allein, daß die Zeit zu Ende geht, wo man sündigen und Gott verlieren kann, erfüllet ihn mit Freude. Die Hölle unterläßt zwar nicht, ihm Mißtrauen einzuflößen, indem sie ihn an seine begangenen Sünden erinnert; allein, wenn er sie mehrere Jahre hindurch beweint, und Jesum vom Herzen geliebt hat, so gibt ihm dieß schon Vertrauen. Ach, mein Jesus! wie bist du gütig und treu gegen eine Seele, die dich suchet und liebet! 3. Gleichwie die Sünder, wenn sie in Sünden sterben, schon im ersten Augenblicke ihres Hinscheidens ein gewisses Vorgefühl von der Hölle durch innere Aengsten und Aufregungen des Gemüthes bekommen; so empfinden im Gegentheile die Seelen der Guten im Tode einen Vorgeschmack des Paradieses. Jene Acte des Vertrauens, der Liebe Gottes und der Sehnsucht, ihn zu schauen, machen, daß der Gerechte schon hier anfängt, jene Freude zu empfinden, die hierauf im Paradiese ihre Vollendung erreicht. Welche Heiterkeit Welche Heiterkeit schaffet in ihm namentlich die allerheiligste Wegzehrung, die man ihm in sein Zimmer bringt! Er spricht, wie es in der That der heilige Philippus Neri vor seinem Tode gethan: ,, Sehet, da kommt meine Liebe," weil ich dich aber beleidiget habe, werde ich dir mit dem heiligen Bernard sagen: Deine Wunden sind meine Verdienste, deine Wunden sind meine Hoffnung. Ach, mein Gott! wenn ich in deiner Gnade stebe, wie ich es hoffe, so laß mich schleunig sterben, damit ich geschwind dazu gelange, dich von Angesicht zu schauen und zu lieben, und ich sicher werde, dich nicht mehr zu verlieren. Maria, meine Mutter! erbitte mir einen heiligen Tod! Antip STRA - 424 Sp da 18. Gebete für Verstorbene. Für einen verstorbenen Bischof oder Priester. and Gott, der du deinen Diener unter den apoftolischen Priestern mit bischöflicher( oder priesterlicher) Würde begnadiget hast, verleih', wir bitten dich, daß er ihrer Gesellschaft auf ewig einverleibt sich erfreuen möge. Durch unsern Herrn Jesum Christum. Amen. Für einen verstorbenen Mann. Erhöre, o Herr, unsere Gebete, in denen wir deine Barmherzigkeit in Demuth anflehen, und führe die Seele deines Dieners N., die du von dieser Welt abgerufen hast, in das Land des Friedens und des Lichtes; nimm sie auf in die Zahl deiner Heiligen. Durch unsern Herrn 2c. Für eine verstorbene Frau. Wir bitten dich, o Herr, erbarme dich nach deiner Barmherzigkeit der Seele deiner Dienerin N., welche aus dem leidensvollen Lande des Todes gegangen ist, und laß sie an der ewigen Seligkeit Theil nehmen. Durch unsern Herrn 2c. An einem Jahrtage. O Herr, Gott der Erbarmungen, verleih' den Seelen deiner Diener und Dienerinen, deren jährlichen Begräbnißtag wir begehen, den Ort der Erquicung, die Seligkeit der ewigen Ruhe, und die Herrlichkeit des ewigen Lichtes. Durch unsern Herrn 2c. Für verstorbene Brüder, Verwandte und Wohlthäter. O Gott, du Ausspender der Barmherzigkeit und du Urheber des menschlichen Heiles, wir rufen deine Mildigkeit an, gib, daß die Brüder, Schwestern, Ver - 425 - wandte und Wohlthäter unserer Versammlung, die aus dieser Welt geschieden sind, durch die Fürbitte der seligsten, allzeit Jungfrau Maria und aller deiner Heiligen, zur Wohnung der ewigen Seligkeit gelangen. Durch unsern Herrn 2c. Für verstorbene Eltern. O Gott, der du Vater und Mutter zu ehren befohlen haft, erbarme dich gnädig der Seelen unserer Eltern, und vergib ihnen ihre Sünden, und mache, daß wir sie in der Freude der ewigen Klarheit wieder sehen. Durch unsern Herrn 2c. -Für einen verstorbenen Vater oder Mutter. O Gott, der du Vater und Mutter zu ehren befohlen hast, erbarme dich gnädig der Seele meines Vaters( meiner Mutter); vergib ihm( ihr) die Sünden und mache, daß ich ihn( sie) in der Freude der ewigen Klarheit wieder sehe. Durch unsern Herrn 2c. ans Für alle Abgestorbenen. ld Gott, du Schöpfer und Erlöser aller Gläubigen, verleih' den Seelen deiner Diener und Dienerinen Verzeihung aller ihrer Sünden, daß sie die Nachlassung, welche sie allezeit gewünscht haben, durch die gottseligen Fürbitten erlangen mögen; der du lebest und regierest mit Gott dem Vater, in Einigkeit des heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. 19. Am Tage Allerseelen. Barmherzigster Bater, allmächtiger, ewiger Gott, wir gedenken heute unserer abgeschiedenen Brüder und Schwestern; die Liebe, welche du in unsere Herzen ausgegossen und zum Gebote erhoben hast, drängt uns da — matte 426 - zu, und fordert uns auf, unsere Bitten und Flehen zu deiner Erbarmung empor zu richten. Wie können wir ihnen unsere Liebe anders in der That zeigen?- O Vater der Barmherzigkeit und Gott alles Trostes, schließe Diejenigen, welche du in deiner Liebe nach deinem Ebenbilde erschaffen, für welche dein Eingeborner sein kostbares Blut vergossen, und die der heilige Geist mit seiner Gnade geheiligt, und zu deinen Kindern und Erben des Himmels gemacht hat, nicht länger mehr von der gänzlichen Vereinigung mit dir aus. Durch die Verdienste deines Sohnes, der seligsten Jungfrau Maria, und aller Heiligen, und durch die Gebete und Werke deiner Gläubigen auf Erden erlasse ihnen alle Schuld und Strafe. Nicht nach der Strenge deiner Gerechtigkeit, sondern nach der Menge deiner Erbarmungen richte sie. Laß sie eingehen in die Wohnungen des ewigen Lichtes, des ewigen Friedens und der ewigen Seligkeit und Herrlichkeit, welche sie so heiß verlangen! Uns aber, die wir über ihre Grabeshügel wandern, gib die Gnade, die Eitelkeit und Nichtigkeit aller irdischen Dinge zu erkennen, wahre Buße über unsere Sünden zu wirken, und uns auf den Tag deiner ungewissen Ankunft auf ein gottseliges, heiliges Leben bereit zu halten, damit wir mit ihnen dich einst ewig preisen und verherrlichen! Amen. - 427 - V. Kirchengesänge und andere geistliche Lieder. Adventlied. 1. Thauet, Himmel! den Gerechten, Wolken, regnet ihn herab! Also rief in langen Nächten Einst die Welt ein weites Grab! In von Gott verfluchten Gründen Herrschten Satan, Tod und Sünden, Fest verschlossen war das Thor Zu des Heiles Erb' empor. 2. Doch der Vater ließ sich rühren, Daß er uns zu retten sann, Und den Rathschluß auszuführen, Trug der Sohn sich freudig an. Gabriel flog schnell hernieder, Kehrte mit der Antwort wieder: Sieh' ich bin die Magd des Herrn, Was er will, erfüll' ich gern. 3. Dein Gehorsam ist mein Leben, Jungfrau, demuthsvoll und keusch 1 Gottes Geist wird dich beschweben, Und des Vaters Wort wird Fleisch. Menschen, betet an im Staube! Weh' der Höll' und ihrem Raube! Aber Adam's Kindern wohl, Weil ein Heiland kommen soll. 428 4. Einen Zuruf hör' ich schallen: Brüder! wacht vom Schlummer auf! Denn es naht das Heil uns Allen, 1 Nacht ist weg, der Tag im Lauf. O dann fort mit allen Thaten, Die die Nacht zur Mutter hatten! Künftig ziehe Jedermann Nur des Lichtes Waffen an! 5. Laßt uns wie am Tage wandeln, Nicht in Fraß und Trunkenheit; Nicht nach Fleischbegierden handeln; Weit verbannt sei 3ank und Neid! Jenem gänzlich nachzuarten, Deffen Ankunft wir erwarten, Dieses ist nun unsere Pflicht: So wie sein Apostel spricht. 6. Welterlöser! ich erfülle Deines treuen Knechtes Rath; Komm in meines Fleisches Hülle, Wie dein Bot' verkündet hat! Komm und bringe mir den Frieden! Menschen ist er nur beschieden, Die von gutem Willen find; Komm! ich bin es, göttlich' Kind. 1910LE Adventlied zur Rorate. Vor der Wandlung. 1. Maria sei gegrüßet, Du lichter Morgenstern! Der Glanz, der dich umfließet, Verkündet uns den Herrn. Von jeder Makel rein, Sollst du zum Menschenheile Des Höchsten Mutter sein. 429 2. Dein Gott zu dir gewendet Ertheilet den Befehl; Es eilt von ihm entsendet* 430 Der Engel Gabriel. Er spricht: o Gnaden voll Gesegnet unter Weibern! Der Herr bedenkt dein Wohl. - - 3. Dieß konntest du nicht faffen, Und batest ihn dabei Dich recht versteh'n zu lassen, Was diese Botschaft sei. Maria zitt're nicht! Denn du hast Huld gefunden Vor Gottes Angesicht. 4. Er will, du sollst empfangen, Gebären einen Sohn! Der wird durch ihn gelangen Auf David's Vaterthron, Des Höchsten Sohn zugleich. Und Jesus soll er heißen, Unendlich ist sein Reich. 5. Wie soll denn dieß geschehen? Ich kenne keinen Mann. O Jungfrau! du wirst sehen, Was Gottes Allmacht kann. Er sendet seinen Geist, Der wird dich überschatten, Damit du Mutter seist. 6. In ihren alten Tagen 8 Kann auch Elisabeth Von seinen Wundern sagen Die nun gesegnet geht, Sie hieß zwar unfruchtbar! Doch Dem ist nichts unmöglich, Der sein wird, ist und war. 430 7. Da sprachst du tief geneiget: Ich bin des Höchsten Magd! Was du mir angezeiget, Das sei, wie du gesagt. Ofreudenvolles Wort! 1 Der Bote Gottes eilet Mit seinem Auftrag fort. 8. Von seines Vaters Freuden Kam jetzt das Wort herab, Für Sünder hier zu leiden, Zu suchen Tod und Grab. Es wählte deinen Leib, Mit Fleische sich zu kleiden, Gebenedeites Weib! 9. Den Schaß, den du empfangen, Obring' ihn bald zur Welt! Wir warten mit Verlangen! Denn er ist jener Held, Der unsere Bande bricht, Und aus des Todes Schatten, Uns rufet in das Licht. 10. Dieß Lied sei dir gesungen Des Heils Gebärerin! Mit dir ergeb'nen Zungen, Mit dir ergeb'nem Sinn. Dein hochgelobtes Pfand Führ' uns auf deinen Fürspruch Hinauf ins Vaterland! Nach der Wandlung. 1. Erfreut euch, liebe Seelen! Ein Wunder ist geschehen, Von Engeln zu erzählen, Im Geiste nur zu sehen. - 431 1 In Brot- und Weinsgestalten Ist Jefu Fleisch und Blut Auf dem Altar enthalten Das größte Seelengut! 2. Verhüllt ist hier zu finden Das wahre Gotteslamm, Das aller Menschen Sünden Getilgt am Kreuzes stamm. Es ist der Seelen Speise, Wie uns der Glaube lehrt; Es nährt uns auf der Reise, Und bleibt doch unverzehrt. Kyrie eleison! 4. Herr Jesus! deiner Liebe 3. Wann wir das Leben schließen, Und dieses Engelsbrot Mit frommer Lust genießen, Dann darf der bitt're Tod Uns Christen nicht erschrecken; Es ist ein Unterpfand, Daß Gott den Leib wird wecken Zur Fahrt ins Vaterland. Kyrie eleison! 5. Entzünd' in uns Verlangen Kyrie eleison! Sei Ehre, Lob und Dank! Du hast aus ihrem Triebe Zur Speis und auch zum Trank Dein Fleisch und Blut gegeben In Brotsgestalt verhüllt, Das unser inneres Leben Mit Gnadenkraft erfüllt. Kyrie eleison! Nach diesem Sacrament; Herr! laß es uns empfangen, Wenn Seel' und Leib sich trennt! Imolis] 432 Daß wir im Frieden fahren Von allen Sünden rein, Mit deinen Engelscharen Dort stets bei dir zu sein. Imojisis sin Weihnachtslied. 1. O welch' ein süßes Freudenwort: Der Heiland ist geboren! Seht, Bethlehem, den kleinen Ort, Hat er sich auserkoren; Ja, eilet nur zum Stall geschwind, Dort findet ihr das holde Kind. - Polish sing Kyrie eleison! Chor: Wir Alle dich grüßen, das Christkindlein zart, Mit Liedern, mit süßen, Nach himmlischer Art. Oblick auf uns nieder, Auf uns, deine Brüder! Verzeih' uns die Schuld Mit himmlischer Huld, Daß wir mit Maria einst ewig dort sind Bei dir, o du liebliches, göttliches Kind. molisle Nga 2. Seht ihr den holden Gottessohn, Den König uns'rer Herzen, Die Krippe, die ist nun sein Thron, Er leidet für uns Schmerzen. O jubeln wir in Hochgefang Bis in den Tod Gott Lob und Dank. Chor: wie oben. 3. großer Gott und doch so klein, Aus Liebe zu uns Armen, So arm, o reiches Jefulein 1 Uus Mitleid und Erbarmen. 433 Ich liebe dich, du siehst mein Herz, Es liebet dich in Reu' und Schmerz. Chor: wie oben. 4. Gott in der Höh' sei Lob und Ehr', Hört man die Engel singen, Und hört das Gloria weit umher, Bis durch die Himmel dringen; Gott Sohn, er kam zu uns herab, Der uns den Himmel wieder gab. Chor: wie oben. 5. O göttlich Kind! so liebst du mich, Und welch ein Himmelsfrieden. Ist nun, wenn ich treu liebe dich Für ewig mir beschieden. O göttlich Kind, wie du ganz mein, So sei auch ich in Zukunft dein. Chor: wie oben. .6 Lied zu Ehren des heiligsten Namens Jesu. 1. Hohe Freude kehret wieder, Preiset Gott im Jubelchor, Fröhlich dringen unsere Lieder dute Zu des Höchsten Thron empor. Jesus, süßer Name, lebe! Hochgelobt, gebenedeit, Unser Jubel sich erhebe Einst vor Gott in Ewigkeit. 2. Ach, verloren war das Leben POURT Durch des Menschen Sündenfall, O wer wird uns Hülfe geben Hier in diesem Thränenthal? Jesus, süßer Name, kündet Uns das Heil Erlösung an! Durch ihn Jeder Gnade findet, Seine Seele retten kann. 28 - 434 3. Singet Alle froh zusammen, from Preiset Gott für seine Gnad' Die in Jesu süßen Namen 1 Sich an uns bewähret hat. Dieser süße, süße Name dedHat der Welt das Heil gebracht, Die erlöf't am Kreuzesstamme Sich erfreuet seiner Macht. 4. Jesu Name strahlet Gnade, Tröstend unser Herz erfreut, Segnend uns're Lebenspfade Kraft und Stärke uns verleiht. O, wer sollte dann verzagen, Wer den Namen Jefu nennt, mis Und für ihn nicht Alles wagen, Dessen Herz in Liebe brennt? 5. Glorreich tönet dieser Name moig Hin bis an das End' der Welt. Enstun Durch ihn blüht des Glaubens Same, Und die Kirche sich erhält. Heil den Völkern, die ihn preisen, Auf dem ganzen Erdenrund, 89 Lob und Ehre ihm erweisen Mit dem Herzen, mit dem Mund. 6. Darum singet Jubelchöre, Was das Herz nur preisen kann! Alles diesen Namen ehre, Mit den Engeln betet an, Jesus süßer Name lebe! Hochgelobt, gebenedeit, Unser Jubel fich erhebe Einst vor Gott in Ewigkeit. Adn A 435 - Lied zu Ehren der heiligen 3 Könige. 1. Seht ihr den Stern in lichter Ferne Hell strahlend dort am Firmament, Es folgen Könige ihm gerne, Wohin er zieh, ihr Herz sich sehnt. Sie eilen fort aus ihren Landen, Sie kommen in die Königsstadt; Und als sie dort das Kind nicht fanden, Befragten sie den hohen Rath. Chor. Sei, Kindlein, willkommen, du göttlicher Sohn! Empfange die Krone, besteige den Thron. Du König der Könige, süßester Hirt! Nimm als Opfer das Herz, das dir, König, gebührt. Dir, Jesu, gebührt. OKönig und Hirt! 2. Zu Bethlehem, dem kleinen Orte, Den Gott der Herr sich auserwählt, Erscheint nach des Propheten Worte Der Heiland dieser großen Welt. So spricht der Rath, und die drei Weisen Kaum hören sie's, und eilen fort, Und hin nach Bethlehem sie reisen, Und langen an im Gnadenort. Chor: wie oben. 3. Es glänzt der Stern, und stehet stille Und wunderhell wird nun sein Licht! Erfüllet war des Höchsten Wille, m Gethan hat er nun seine Pflicht. Sein Strahl verklärt das Kind im Stalle, sie beten an Der Könige - S Und bringen Opfergaben Alle Dem Kindlein, das ihr Herz gewann! Chor: wie oben. 28% aginön - 436 4. Das Kindlein huldvoll auf sie blicket, Um Mutterherzen ruht es mild; Sein Auge sie mit Lust entzücket, Sein Segen sie mit Gnad' erfüllt; Mit diesen königlichen Weifen - Bring ich mich huldigend dir dar; Will Jesu dich als König preisen Mit all' der großen Himmelsschar. Chor: wie oben. Fastenlied. d 1. Laß mich deine Leiden singen, Dir des Mitleids Opfer bringen. Unverschuld'tes Gotteslamm! Das von mir die Sünde nahm. Jesus! drücke deine Schmerzen Tief in aller Christen Herzen! Laß mir deines Todes Pein Trost in meinem Tode sein. # 88 m3 2. Ins Gericht für Menschen treten, m3um erzürnten Vater beten, Seh' ich dich mit Blut bedeckt, Auf dem Delberg hingestreckt. Jesus! drücke deine Schmerzen zc. 3. Dich zu binden und zu schlagen, Zu beschimpfen und zu plagen, sD1D Nahet sich der Feinde Schar, Und du gibst dich willig dar. Jesus! drücke deine Schmerzen 2c. 4. Von den Richtern, die dich haffen, Wilden Kriegern überlassen, Ab Strömet dein unschuldig' Blut Innocne Unter frecher Geißeln Wuth. Jesus! drücke deine Schmerzen zc. 437 5. Unter lautem Spott und Hohne Seh' ich eine Dörnerkrone, Die mein Heiland scharf gespitzt, Deine Stirne schmerzlich rigt. Jesus! drücke deine Schmerzen zc. - - 6. Wundenwoll, erblaßt, entkräftet, An das Opferholz geheftet, Seh' ich, wie ein Gottmensch stirbt, Und den Sündern Heil erwirbt. Jesus! drücke deine Schmerzen 2c. 7. Heiland, meine Missethaten Haben dich verkauft, verrathen, Dich gegeißelt und gekrönt, An dem Kreuze dich verhöhnt! 8. Uch, es reuet mich vom Herzen; Laß, mein Heiland! deine Schmerzen, Deines Mittlertodes Peini Nicht an mir verloren sein. 191 Stabat Mater. 2 1. Bei dem Kreuz mit nassen Wangen, Wo ihr liebster Sohn gehangen, 1903 Stand sie trostlos und allein. Und in dem beklemmten Herzen- Drangen Pein und Todesschmerzen Gleich dem Dolche blutend ein. 2. O wie kläglich, wie betrübet, Stand des Sohn's, der sie geliebet, Im Auserwählte Mutter da! Todesangst sinkt auf sie nieder. Da sie die zerriß'nen Glieder Ihres liebsten Jesu sah. 11 438 - 3. O wer soll bei solchen Peinen Nicht mit dieser Mutter weinen? Und wer fühlt nicht ihre Noth? Wer erwäget ohne Schauer, Der verwaisten Mutter Trauer Ueber ihres Sohnes Tod? 4. Jesum sah sie fest gebunden Und zerfleischt mit tausend Wunden Für der Menschen Missethat. Sah den Sohn verschmäht, verlassen, Dürstend an dem Kreuz erblaffen, Den sie einst gesäuget bat. 5. Gib, o Mutter! Quell der Liebe, Daß ich mich mit dir betrübe, Theilend deiner Schmerzen Qual; Daß mein Herz in Gott erglühe, Liebend stets zu Jesum fliehe, Hir in diesem Thränenthal. 6. Drücke deines Sohnes Wunden, So, wie du sie selbst empfunden, Tief in meinem Herzen ein: Daß ich weiß, was er in Banden, Und am Kreuz hat ausgestanden, Laß mich fühlen jede Pein. 7. Laß mit dir mich wahrhaft klagen Und ein herzlich Mitleid tragen Hin bis an mein Lebensend. Mich mit dir zum Kreuze stellen, Deinem Jammer zugesellen, - 8. Jungfrau! der Jungfrauen Zierde! Odurch deine Mutterwürde 15 Bis mein Geist von hier sich trennt. Bitt' ich, theil' mit mir den Schmerz! Daß all' meines Heilands Leiden Seinen Tod und bitteres Scheiden Fühle stets mit dir mein Herz. 439 9. Christi Kreuz will ich umfangen, Und mit seinen Wunden prangen, Aus getreuer Liebespflicht. Brennen diese Liebesflammen, Wird er einst mich nicht verdammen, Wenn für mich die Mutter spricht. - 10. Dieß sein Kreuz ist meine Stüße, Dieß sein Blut kommt mir zu nüße Jesus starb am Kreuz für mich; Er macht' mich zum Himmelserben, Mutter! wenn es kommt zum Sterben, Steh' mir bei, ich bitte dich. Osterlied. 1. Der Heiland ist erstanden, Befreit von Todesbanden, Der, als ein wahres Osterlamm, Für mich den Tod zu leiden kam. den 200 Alleluja! .8 2. Nun ist der Mensch gerettet, Und Satan angefettet, Der Tod hat keinen Stachel mehr, Der Stein ist weg, das Grab ist leer. Alleluja! 3. Der Sieger führt die Scharen, Die lang gefangen waren, In seines Vaters Reich empor, Das Udam sich und mir verlor. Alleluja! 4. wie die Wunden prangen, Die er für mich empfangen, Wie schallt der Engel Siegsgefang, Dem Starken, der den Tod bezwang! Alleluja! 440- 5. Mein Glaube darf nicht wanken: O tröstlicher Gedanken! Ich werde durch sein Aufersteh'n. Gleich ihm aus meinem Grabe geh'n. Alleluja! - 6. Die Nacht, die mich dort decket, Bis mich der Engel wecket, Ist kurz, dann ruft mein Heiland mich Ins Reich, wo Niemand stirbt, zu sich. Alleluja! 7. O Meer der Seligkeiten! Den Ort mir zu bereiten, Ging mein Erlöser hin vor mir, Erstandener! ich folge dir. Alleluja! 8. Ja! durch ein neues Leben Will ich zur Höhe streben, Wo du mit deinem Vater thronst, Und jede gute That belohnst. Alleluja! 9. Dann werd' ich im Gerichte 1999 Vor deinem Angesichte, 10 Von deinem Blute glänzend steh'n, Und zu des Lammes Hochzeit geh'n. Alleluja! 10. Alleluja! Alleluja! Alleluja! Wie du vom Tod' erstanden bist, Laß uns ersteh'n, Herr Jesu Christ! Alleluja! - 441 Lied zu Ehren des heiligen Franziscus von Hieronymo. 1. Preiset mit den Engelscharen In der Freude Jubelton Unsern neuen, wunderbaren, Auserkornen Schutzpatron! Festgesänge laßt uns singen, In der Undacht Seraphsschwingen Hebe dich, du Menschenherz, Lobend preifend himmelwärts! 2. Ja, Fa, Franziscus! tausend Grüße Bringt dir unser Herz mit Lust; Dich zu ehren, dieß ist süße Süße Freude uns'rer Brust. Jonid Tenn bereits in Gott verkläret, pm Und von Christi Braut verehret Jonin Schwebst du hoch im Engelchor Heilig, lichtgekrönt empor. - 3. Scharen wallen dir entgegen, - Palmen tragend ohne Zahl, Weil du auf den Tugendwegen Sie geführt durchs Thränenthal. Alle jubeln, Alle rufen Dort an deines Thrones Stufen: " Heil dir, uns'rer Seelen Hirt, Der du uns so treu geführt!" 11 11 du idwandb 67 daydr 4. Hochverklärter! o entsende Huldvoll deinen Vaterblick verwende Auch auf uns herab, Dich zu unserm wahren Glück! Löse uns're Sündenbande, Lenke stets zum Vaterlande - Unser Leben heilig hin; Dann ist Sterben uns Gewinn, FORMIN 442 - 5. Zünde deine Liebesflammen Auch in unsern Herzen an, Daß wir dir in Jesu Namen Folgen auf der Tugend Bahn; Daß auch wir die Strahlenkrone Einst erringen, die zum Lohne Dich nun ewiglich erfreut Dort im Reich der Herrlichkeit. Lied zur allerheiligsten Jungfrau. 1. Wie lieblich, o Maria! Elingt Der Andacht Lied, das dich befingt! Denn Himmelstrost und Frieden bringt Dein Name, der das Herz durchdringt. Noch vor der gold'nen Sternenfaat Warst du erwählt im Gottesrath! Durch die er Liebeswunder that, Und Adamskindern sich genaht. minde psons pu ad lund 11629 2. Dich schmückt die Sonne königlich; 3wölf goldne Sterne krönen dich. Der Mond ob auch veränderlich, Schmiegt treu zu deinen Füßen sich. Dem Eva, schwer bethört, geglaubt, Dem Drachen, der Verderben schnaubt, Und uns das Paradies geraubt, Zertratest du das Schlangenhaupt. 3. Du hast, o Mutter, neuer Art! Die Gott für feinen Sohn bewahrt, Die Jungfraukrone rein und zart Mit deiner Mutterschaft gepaart! - 443 - Es preift Jerusalem dich laut, Das in den Höhen Gott erbaut! Du bist des Höchsten Königs Braut, Die liebentzückt der Himmel schaut. 4. Dort gehst du jenem Lilienflor, Den bräutlich sich das Lamm erkor, Dem lieblichen Jungfrauen- Chor Als Königin im Reiche vor. Du Jungfrau, bist des Himmelszier'! Es huldigen die Engel dir! Du herrschest dort und herrschest hier! Denn sieh dir folgen liebend wir. 5. Dich loben Erde, Luft und Meer, Dich preis't des Himmels großes Heer; Doch, lobten sie dich noch so sehr, Dein Lob erschöpft sich nimmermehr. Nach dir das Herz mit Macht sich sehnt, Wie Viele glänzen dort gekrönt, Wo glorreich nun ihr Lied ertönt, Die du mit deinem Sohn' versöhnt. odnoso WHOO 6. Geh'n wir den Weg, den sie erkor, Seht, strahlend wandeln sie uns vor, Den Pfad zu Jesu Reich empor, Und führt uns ein durchs Himmelsthor. Omilde Gnadenspenderin! Gib uns jungfräulich reinen Sinn. Wir weihen dir als Königin Ein reines Herz, o nimm es hin! 14 444 Ein Anderes. 1. Gnadenquelle! sei gegrüßt, Quelle, die beständig fließt, Trost der Christen! o Maria! Jungfrau sei gegrüßt! bord Sei gegrüßt zu jeder Stund' In dem Herzen, mit dem Mund'; Alles mache deine Würde, Deine Gnade kund. said thrind doar saod Tob 2. Liebste Mutter, wir sind dein, Zeig dich Mutter stets zu sein; Schreib' uns Alle deinem Herzen Unauslöschlich ein. Du warst noch zu jederzeit Ursach' uns'rer Fröhlichkeit; Sei es bis zum Lebensende, Und in Ewigkeit. 3. Mutter, es ist unerhört! Daß dein Sohn dir nicht gewährt, Was du deinen treuen Dienern you Gütig haft begehrt. Wenn Gefahr der Seele droht, In des Lebens jeder Noth ~ Rettet uns in deinem Namen Der versöhnte Gott. 4. Schreckt der Sünden schwere Last, Sei zu dir Vertrau'n gefaßt, Die du dich der Sünder Zuflucht Stets gezeiget hast. Wer dich in Betrübniß bat, Fand bei dir, Maria, Rath; Trost, wer immer dir als Mutter Sich empfohlen hat. 445 - 5. Auch zu streiten bis aufs Blut Um des Himmels großes Gut, Bringst du, Reinste! den Versuchten, Neue Kraft und Muth. Groß ist uns'rer Feinde Zahl Hier in diesem Thränenthal; Rette, Mutter! deine Kinder Von dem Sündenfall! 6. Und wann Seel' und Leib sich trennt, Nur noch schwach das Herz dich nennt, dann bitte, Mutter! bitte Um ein felig' End'. Nach vollbrachten letzten Streit Führ uns in die Ewigkeit; Milde Jungfrau! zeig' uns Jesum In der Herrlichkeit! Das Memorare des heil. Bernardus. 1. Milde Königin, gedenke, Wie's auf Erden unerhört, Daß zu dir ein Pilger lenke, Der verlassen wiederkehrt. Chor: Nein, o Mutter, weit und breit Schallt's durch deiner Kinder Mitte: Daß Maria eine Bitte Nicht gewährt- ist unerhört, Unerhört in Ewigkeit! 2. Wer zu dir um Schutz geflohen Wer nur deiner nicht vergißt, Muß bekennen, wie das Drohen Auch der Hölle nichtig ist. Chor: Nein, o Mutter u. f. w. 1 - 753 1 Chor: 6. 446 3. Hast du, Mutter, deinen Söhnen Deine Hülfe je verneint! Hat man jemals seine Thränen, Jungfrau, dir umsonst geweint? Chor: Nein, o Mutter u. s. w. 100 4. Mutter, Jungfrau der Jungfrauen, Sieh, ich laufe hin zu dir; Sieh, ich komme voll Vertrauen Hilf, o Mutter, hilf auch mir! Chor: Nein, o Mutter u. s. w. 5. Sich mich armen großen Sünder Weinend dir zu Füßen knie'n; Soll das Uermste deiner Kinder 1 Ohn' Erbarmung von dir zieh'n? Nein, o Mutter u. s. w.e - Maria, nicht vermehre, Was ich gläubig bitten kann; Du, des Wortes Mutter, höre Meine Worte gnädig an! Chor: Nein, o Mutter u. s. w. 81107. 20 do 1. 10. an@ 7. Uch erhöre meine Worte: Führ' mich einst zu deinen Sohn: Deffne mir die Himmelspforte, Daß ich bei dir ewig wohn'. Chor: Nein, o Mutter u. s. w. SC Lied zum heiligsten Herzen Jesu. 1. O süßes Herz! die Himmel neigen Vor dir sich tief und beten an, Und lassen uns auch nimmer schweigen, So lang ein Mund dich loben kann. O süßes Herz! die tiefe Wunde,- Die dich durchbohrt, geöffnet hält, Gibt vom Verlangen laute Kunde, An dich zu ziehen alle Welt. 447 - D'rum sei gelobt, gebenedeit, Geliebt, geehrt zu jeder Zeit, Herz Jesu! Quell der Seligkeit, Die hier und dort uns einst erfreut in Ewigkeit. 2. O süßes Herz! du Purpurquelle, Die sich so reich aus dir ergießt, Sie tilget uns're Sündenfälle, Und jede Gnade ihr entfließt. süßes Herz! die Dornenkrone, Die dich umschlingt mit bitt'rer Qual, Zeigt, daß du uns mit Trost und Wonne Verfüßet hast dieß Thränenthal. D'rum sei gelobt zc., wie oben. 3. O, süßes Herz! des Kreuzes Zeichen, Das flammend sich aus dir erhebt, Zeigt, daß des Heiles Feinde weichen Vor dem, der dir vereinigt lebt. infüßes Herz! du Sitz der Freude, Du ewig jung und ewig neu, Uns schüßt und stärkt in jedem Leide, Daß, wer dich liebt, auch glücklich sei. D'rum sei gelobt zc., wie oben. 4. O süßes Herz! du Gnadensonne, Du strahlest Leben uns und Kraft, nd Erfüllest uns mit Himmelswonne Auf uns'rer trüben Pilgerschaft. füßes Herz! du Thron der Liebe, Die wunderbar und göttlich flammt, Du läuterst uns're Herzenstriebe Im Feuer, das vom Himmel stammt. D'rum sei gelobtz c., wie oben. 1192 5. O süßes Herz! du Heil der Seelen, Wir bitten dich, o höchstes Gut!. Du wollest uns für dich erwählen; Dieß hoffen wir auch durch dein Blut. sini gio 448 SASTO/ 2 O süßes Herz! du meine Freude Und meine Liebe hier allein, Gib, daß ich hin zu dir einst scheide, Laß mich mit dir einst ewig sein. D'rum sei gelobt zc., wie oben. Lied zum heiligen Aloisius. 1. Du Engel in des Fleisches Hülle Aloisius, vernimm den Drang, Des Herzens, das in Andachtsfülle Sich freudig hebt zum Lobgefang! Olaß uns hier vor deinem Bilde Im Jubel preifen Gottes Milde! O mach' uns deine Liebe kund, Wir fleh'n zu dir vom Herzensgrund 2. Wie hat schon in der Kindheit Tagen Dein reines Herz in Liebesglut Für Jesum nur allein geschlagen, Für dein und unser höchstes Gut! Ofelig, wer mit Jefu Gnade Den Engeln gleicht auf deinem Pfade, Und, wie die Lilie, rein und zart, Der Unschuld Kleinod treu bewahrt! 3. Aloisius, o nimm die Jugend am In deinen Schuß, in deine Huld, Daß sie in sittsam stiller Tugend Erblühe ohne Sündenschuld! Mariä treuer Mutterliebe Empfiehlt sie, daß sich nimmer trübe Vom giftigen Hauch der bösen Welt Ein reines Herz, das Gott gefällt. - - 449 4. Obgleich dein Leben hingefloffen In laut'rer Unschuld klar und hell, Ist doch dein Antlitz übergoffen Vom nie gestillten Thränenquell! auf der Buße schmalem Stege Soll, wer geirrt vom Unschuldwege, Dir folgen; nie noch ward verschmäht, Wer reuevoll zum Herrn gefleht! 1 5. O laß auch meine Thränen fließen Im wahren heißen Liebesschmerz, Wie glühend zu des Heilands Füßen Sich stets ergoß dein liebend' Herz. Und wie in Jesu füßen Wunden Du immer Heil und Trost gefunden, So fleh' um Gnade auch für mich, Aloifius, ich bitte dich! 6. welch' ein Glück, wie du zu scheiden! Wenn auch im Tod dein Auge bricht, So strahlt doch schon von Himmelsfreuden Dein engelreines Angesicht. Aloisius, in jenen Höhen Sei nun gegrüßt, wo wir dich sehen Vereint mit Jefu immerdar, Weil Jesus deine Liebe war! - 7. Ach hilf mir, daß ich immer streite Mit Muth und wahrem Himmelsfinn; In Jesu Urme dann geleite Beim Scheiden meine Seele hin! Hilf heilig leben, heilig sterben, Und jene Krone mir erwerben, Die dort für heilige Gewalt Den treuen Kämpfen ewig strahlt! 29 450 - Lied zum heiligen Ignatius. 1. Wir feiern dich im Freudenruf Ignatius, der Kirche Zierde! Die Gott zum Heil so Vieler schuf, Wie groß ist deiner Tugend Würde! Die dort der Herr gekrönet hat, Wo du mit ihm nun lebest, So reich belohnt für jede That Vor seinem Throne schwebest! Chor: O Vater sieh! wir Alle hier In Jesu Namen folgen dir, Der du für Eines nur geglüht, Für dieses Eine dich bemüht, Daß Alles Gott geweihet wäre 3u feiner immer größer'n Ehre! 2. Es weckt der Herr in seinem Reich Dich auf, für seine Kirch' zu streiten, mony Da Tobende, der Hölle gleich, Den Sturz ihr überall bereiten. Vom Geiste Gottes ganz erfüllt, Der deinen Geist erhellet, Ist lichtvoll dir das Werk enthüllt, Wozu dich Gott erwählet. Chor, wie oben. ils 3. Der Herr, der dich in seiner Wahl Für deinen Ruf hat auserkoren, Gab dir auch Gnaden ohne Zahl, Von denen keine du verloren. Gleichwie der Sonne Feuerglanz Stets leuchtender sich hebet, Strahlt deiner Liebe Tugendkranz, Weil Jesus in dir lebet. Chor, wie oben. 451 4. So ausgerüstet eilest du Für Gott das Werk nun zu beginnen, Und gönnest nimmermehr dir Ruh' Dem Heiland Seelen zu gewinnen; Kein Kreuz ist dir zu groß, zu schwer, Für Gott und für die Seelen Sieht man dich tausendmal noch mehr Mit Freuden stets erwählen. Chor, wie oben. 5. Doch nicht getrennt für dich allein Willst du der Kirche Christi dienen, Du solltest Vater Vieler sein, Die mit dir Seelen nun gewinnen, Mit Franz Xaver die Heldenschar Sich Jefu freudig weihet, Ihm Treue schwörend am Altar, Der ihnen Kraft verleihet. Chor, wie oben. 6. Co hatte deiner Liebe Macht Unzählige erfüllt mit Segen, Und Rettung ihnen Heil gebracht, Sie leitend auf der Tugend Wegen. O welch' ein Trost für dich, den Gott Zum Vater auserwählet, Und dessen Geist auch nach dem Tod' So Viele noch beseelet. Chor, wie oben. - 7. Ignatius, wir weihen dir Das Lied, das freudig wir gesungen, Und das von dieser Stätte hier Bis hin zu deinem Thron gedrungen. Wir wünschen dir zur Krone Glück, Die du von Gott empfangen; O segne uns mit holdem Blick, Bis wir zu dir gelangen. Chor, wie oben. 29* 452 - Lied zum heiligen Stanislaus Kostka. 1. Du der Jugend edle Zierde, Stanislaus, sei gegrüßt! Den der Unschuld Engelwürde Ewig hold mit Glanz umfließt. Makellos und unbezwungen Blieb dein kindlich reiner Sinn, Und ein Wort von frechen Zungen Stürzte dich in Ohnmacht hin! 2. Hingestreckt vor den Altären. Wo der Friede ewig blüht! In der Andacht heißen Zähren, Ach wie da sein Herz erglüht! Und mit seligem Entzücken Schwebt sein Geist in Seraphslust; Liebe flammt in feinen Blicken, Liebe flammt in seiner Brust. 3. In der Krankheit bittern Leiden Fleht er mit der Sehnsucht Glut: ,, Labe, Herr, vor meinem Scheiden, ,, Mich noch mit dem höchsten Gut!" Doch zur Freude soll sich wenden Stanislaus! deine Noth; Engel felbst mit reinsten Händen Bringen dir das Himmelsbrot. - 4. Ziehe zu dem frommen Bunde Der Gefährten Jesu fort!" Dieß ist aus Mariens Munde Des Befehles felig' Wort. Stanislaus auch nicht weilet, - Flieht nach Rom als Pilger hin, Und dem Himmel zu er eilete Hin zur Himmelskönigin. 453 5. Wonnig nur, nicht hart, nicht trübe Ist des Unschuldvollen Tod, Nicht der Tod, ach nein, die Liebe Führt ihn hin zu seinem Gott Seht Maria selbst erscheinen Zu des Vaters höchstem Thron, Führt Maria ihren reinen Zartgeliebten Pflegesohn. - - - - - - 6. Stanislaus! ach erhebe! Himmelan mein Herz mit Muth; Daß nach Heiligkeit ich strete, Liebend Gott, mein höchstes Gut. Freudig will ich stets erheben Aug' und Hände himmelwärts; Rein und heilig will ich leben, Nur für Jesum schlägt mein Herz! - Lied zum heiligen Franziscus Xaverius. 1. Meines Herzens süße Wonne, Franziscus, sei gegrüßt! Glorreich dort auf deinem Throne 2. O du Vorbild jener Tugend, Die so reich an Heldenthat, Schon von deiner frühen Jugend Sich an dir bewähret hat. So zu wandeln, so zu leben, Gott uns gänzlich hinzugeben, Ist auch unser Streben hier, Franz Xaver! wir folgen dir. Himmelsglanz dich nun umfließt. Schon verkläret wir dich schauen, Deiner Hülfe uns vertrauen, Den zum Schuße Gott uns gab, Sieh', Xaver, auf uns herab! 454 - 3. Deine Seele zu erretten spo Fliehest du die Lust der Welt; Sprengest der Begierde Ketten, Streitest wider sie als Held. Kämpfen wir mit seiner Stärke Uebend treu der Tugendwerke. O Maria! schütze mich, So wie ihm, ich bitte dich! 4. Du Apostel neuer Zeiten, Welch' ein Eifer in dir glüht, Christi Kirche zu verbreiten; Sieh' die Heidennacht Ganze Völker sich bekehren, Jesu Namen gläubig ehren; Dürstend seufzt dein Herz in dir: Gib, o Herr, gib Seelen mir!" - 11 sie flieht. 5. Scharen wallen dir entgegen, Palmen tragend ohne Zahl, Weil du auf der Tugend Wegen dis Sie geführt durchs Thränenthal. Alle jubeln, Alle rufen Dort vor deines Thrones Stufen: ,, Heil dir, uns'ren Seelenhirt," " Der du uns so treu geführt!" C 6. Ja, Franziscus, tausend Grüße Bringt dir unser Herz mit Lust, Dich zu preifen, dieß ist süße, Süße Freude uns'rer Brust. Hilf, daß wir wie du einst scheiden, Hin in deine Himmelsfreuden, Gott dort liebend ewiglich! Franz Xaver, o rette mich! Inhalt. Heiliger Liebesbund und Verein für alle Verehrer der allerheiligsten Herzen Jesu und Mariä. I. Vorläufiger Unterricht. 1. Ueber die Andacht zu dem heiligsten Herzen Jesu und ihrem Ursprunge 2. Von der Heiligkeit und den besonderen Vorzügen der Undacht zu dem heiligsten Herzen Jesu 3. Von der Absicht der heiligen Kirche bei Anempfehlung der Andacht zum göttlichen Herzen Jesu Christi. II. Einleitung. 1. Regeln der Bruderschaft zur Verehrung des heiligsten Herzens Jesu 2. Von den Uebungen der Undacht zu dem heiligsten Herzen Jesu überhaupt 3. Aufnahmsgebet beim Eintritte in den heiligen Liebesbund und Verein zur Verehrung des heiligen Herzens Jesu Seite. V X XVI XIX XXIII XXVIII 1 456 Erste Abtheilung. Liebesbund zur Verehrung des göttlichen Herzens Jesu. I. Liebesvereinigung der Seele mit dem göttlichen Her: zen Jesu Christi am frühen Morgen. Morgengebet zum heiligsten Herzeu Jesu. II. Liebesvereinigung der Seele mit dem göttlichen Herz zen Jesu Christi im Verlaufe des Tages. Anleitung, wie eine Seele, die das göttliche Herz Jesu liebt, den Tag über wandeln soll .. III. Liebesvereinigung der Seele mit dem göttlichen Herzen Jesu Christi am Abende. Abendgebete zum heiligsten Herzen Jeſu.. IV. Liebesvereinigung der Seele mit dem göttlichen Herz zen Jesu Christi im Liebesopfer der heiligen Messe. 1. Vorbereitung zur heiligen Mesſe 2. Die heilige Messe 3. Dankgebet nach der heiligen Messe.. 4. Bei einer heiligen Messe für Verstorbene ● V. Liebesvereinigung der Seele mit dem göttlichen Herzen Jesu Christi im Sacramente der Buße. 1. Anleitung. 2. Danksagung zu dem heiligsten Herzen Jesu nach der heiligen Beichte 3. Trostworte zur Aufmunterung einer Seele, die das göttliche Herz Jesu liebt, und doch mit troftlosem und geängstigtem Herzen vom Beichtstuhle gehet. .. .. VI. Liebesvereinigung der Seele mit dem göttlichen Herzen Jesu Christi in der heiligen Communion. 1. Anleitung.. 2. Uebungen vor der heiligen Communion 3. Danksagung nach der heiligen Communion 4. Trostworte zur Aufmunterung einer Seele, die das göttliche Herz Jesu liebt, und doch bei der heiligen Communion in Trockenheit des Geistes ist . Seite. 31 34 38 43 44 58 59 66 81 84 87 90 95 100 457 VII. Liebesvereinigung der Seele mit dem göttlichen Herzen Jesu Christi an den verschiedenen Fest: tagen und Zeiten des ganzen Kirchenjahres. 1. Am Neujahrstage.( Am Feste der Beschneidung Jeſu.) 1) Gruß an das göttliche Herz Jesu. 2) Uebung des Tages 2. Am Feste der heiligen 3 Könige.( Am Feste der Erschei= nung des Herrn.) 1) Gruß an das göttliche Herz Jesu vor dem allerheiligften Sacramente.. ( 2) Uebung des Tages 3. Am Feste Maria Lichtmeß.( Die Darstellung des Herrn im Tempel.) 1) Gruß an das göttliche Herz Jeſu. 2) Uebung des Tages .. 4. 3ur heiligen Fastenzeit. 1) Gruß an das göttliche Herz Jesu. .. 2) Uebung durch die heilige Fastenzeit. 5. Am heiligen Charfreitage. 1) Gruß an das heiligste Herz Jesu 2) Ulebung des Tages 6. Am heiligen Ostertage( auch durch die ganze h. Osterzeit). 1) Gruß an das göttliche Herz Jesu .. 2) Nebung durch die heilige Osterzeit.. 7. Am Feste Christi Himmelfahrt. 1) Gruß an das göttliche Herz Jesu. 2) Uebung des Tages. 8. Am heiligen Pfingstsonntage. 1) Gruß an das göttliche Herz Jesu 2) Uebung des Tages .. ... 2) Uebung des Tages.. .. 9. Am Feste der allerheiligsten Dreifaltigkeit. 1) Gruß an das göttliche Herz Jesu 2) Uebung des Tages.... Seite. .. 10. Am heiligen Frohnleichnamstage. 1) Gruß an das göttliche Herz Jesu in dem allerheiligften Sacramente des Altars ... b ● 104 105 105 106 107- 108 108 109 110 111 111 112 113 113 114 114 115 115 116 117 11. Am Feste des alerheiligsten Herzens Jesu. 1) Gruß an das göttliche Herz Jesu 2) Uebung des Tages 14. Am Feste Allerheiligen. 12. Am Feste des heiligen Petrus und Paulus.( Auch am Feste aller heiligen Apostel.) 1) Liebesanmuthung zum göttlichen Herzen Jesu 2) Uebung des Tages .. 458 - .. 13. Am Feste der heiligen Schußengel. 1) Lob und Gruß des göttlichen Herzens Jesu.... 2) Uebung des Tages 16. In der heiligen Adventzeit. . 1) Lob und Gruß des göttlichen Herzens Sesu 2) Uebung des Tages 15. Am Allerseelentage. 1) Gruß und Bitte des göttlichen Herzens Jeſu 2) Uebung des Tages 1) Gruß an das göttliche Herz Jesu 2) Uebung durch die heilige Adventzeit.. . 17. Am Feste der heiligen Weihnacht. 1) Gruß an das göttliche Herz des Jesufindes 2) Ulebung des Tages .. · . D .. VIII. Liebesvereinigung der Seele mit dem göttlichen Herzen Jesu Christi durch Andachten und Gebete. . 1. Tagzeiten zu Ehren des heiligsten Herzens Jesu... 2. Tägliches Vereinigungsgebet in den Liebesbund des göttlichen Herzens 3. Liebesbund der guten Meinung für den ganzen Tag und jede Stunde.. 4. Liebesaufopferung der eigenen Person an das göttliche Herz Jesu.. 5. Liebesbetheuerung der ehrwürdigen Margaretha Maria Alacoque an das heiligste Herz Jesu 6. Liebesaufopferung an das heiligste Herz Jesu. 7. Liebesschmerz und Ehrenabbitte an das heiligste Herz Jefu 8. Inbrünstige Liebesseufzer zu Gott und dem göttlichen Herzen Jesu... 9. Liebesseufzer des heiligen Ignatius Lojola Seite 117 118 118 119 119 120 120 121 121 122 122 123 123 124 125 136137 139 140 .. 141 142 146 153 - 459 - Seite. 10. Liebesseufzer des heiligen Franziscus Xaverius zu Jesu.. 153 11. Verehrung der Geheimnisse des Herzens Jesu. 1) Der Eröffnung des Herzens Jesu, und Bitte um den Eingang in dasselbe.... 2) Des Blutes, das aus dem heiligsten Herzen Jesu floß, und Bitte um ein reumüthiges Herz 3) Des Wassers, das mit Blut aus dem Herzen Jesu hervorkam, und Bitte, das heiligste Herz Jesu bald zu sehen 4) Der Liebesflammen, die aus dem heiligsten Herzen Jesu hervorbrechen, und Bitte, von denselben ergriffen zu werden... ... 154 .. 5) Der dörnernen Krone des heiligsten Herzens Jesu, und Bitte um ein geduldiges Herz 6) Des Kreuzes in sem heiligen Herzen Jesu, und Bitte um Liebe zum Kreuze. 12. Litanei vom göttlichen Herzen Jesu 13. Gebet für die abwesenden Mitbrüder 14. Rosenkranz für die abwesenden Mitbrüder 15. Lobgesang von dem göttlichen Herzen Jesu Christi 16. Troftlied einer Seele, die das Herz Jesu liebt 17. Flehendliches Bittgebet der ehrwürdigen Margaretha Alacoque in allen Nöthen... ● .. 18. Kerngebete der Heiligen zu dem göttlichen Herzen Jesu. 1) Von der heiligen Gertrudis 2) Von eben derselben Heiligen 3) Von seligen Alphons von Ligouri. 19. Litanei vom heiligsten Namen Jesu.. 20. Neuntägige Andacht zum göttlichen Herzen Jesu. ses 1) Anleitung... 2) Anrufungen in Form einer neuntägigen Andacht... 3) Besonderes Gebet um ein reines, dem göttlichen Herzen Jesu gleichförmiges Herz Ees .. 4) Allgemeine Gebete zum heiligsten Herzen Jesu ● ● ● 155 155 156 157 158 159 161 162 164 166 169 171 171 172 173 176 177 .: 178 179 IX. Liebesvereinigung der Seele mit dem allerheiligsten Herzen Jesu auf den Stationen des bitte: ren Leidens und Sterbens des Herrn... 180 Schluß- Aufopferung an das heiligste Herz Jesu und Maria 196 Danksagung und Aufopferung an den himmlichen Vater.. 197 460 X. Liebesvereinigung der Seele mit dem göttlichen Herzen Jesu Chrifti durch die Nachfolge seiner Tugenden. Das in allen Tugenden strahlende Herz Jesu im vertrauten Gespräche mit der Seele, wodurch Jesus sie die Tugenden seines Herzens üben lehret. 1. Am Sonntage: Das liebflammende Herz Jesu 2. Am Montage: Das gnadenreiche und gutthätigste Herz Jesu 3. Am Dinstage: Das mitleidigste, barmherzigste Herz Jesu 4. Am Mittwoche: Das sanftmüthigste, geduldigste Herz Jesu 5. Am Donnerstage: Das demüthigste Herz Jesu 6. Am Freitage: Das schmerzhafteste Herz Jesu. 7. Am Samstage: Das getreue und beständig liebende Herz Jesu. 1. Am Krankenbette. Anleitung Morgengebet zur Zeit der Krankheit Abendgebet zur Zeit der Krankheit XI. Liebesvereinigung der Seele mit dem göttlichen Herzen Jesu Christi am Kranken- und Sterbe= bette. Vorbereitungsgebet zur letzten Delung Gebet nach der letzten Delung 2. Am Sterbebette. Anleitung ● ● .. Nach dem Hinscheiden .. . A ● . Seite. glückliche Sterbstunde.. Die letzten Seufzer eines Sterbenden Gebete für die Sterbenden.( Nach dem Gebrauche der heiligen katholischen Kirche) 198 208 215 225 233 241 249 Anempfehlung in das heiligste Herz Jesu um Erlangung einer glücklichen Sterbstunde .. Besondere Uebungen gegen verschiedene Anfechtungen der Sterbenden. Vorbereitung und Verlangen nach der heiligen Wegzehrung 289 Nach empfangener heiliger Communion als Wegzehrung. 291 Litanei zum leidenden und sterbenden Heiland um eine 266 274 276 277 278 278 281 .. 284 293 296 298 304 - 461 Zweite Abtheilung. Liebesbund zur Verehrung des heiligen Herzens Maria. Vorbericht. I. Liebesvereinigung mit dem heiligen Herzen Mariä durch tägliche Andachts- Uebungen und Liebes- Anmuthungen. 10 1. Liebesaufopferung seiner selbst an das heilige Herz Mariä 2. Tagzeiten zu dem heiligen Herzen Mariä .. 1) Liebesseufzer.. 2) Ehrenabbitte.. .. 3. Litanei zu Ehren des heiligen Herzens Mariä.. 4. Rosenkränzlein zu Ehren des heiligen Herzens Mariä. 1) Liebesseufzer. 2) Ehrenabbitte 5. Rosenkränzlein zu Ehren der zwei heiligsten Herzen Jesu und Maria. II. Liebesanmuthungen mit dem heiligen Herzen Mariä, an den verschiedenen Marianischen Fest= und Gedächtniß- Tagen im ganzen Kir 1) Gruß des heiligen Herzens Mariä 2) Ulebung des Tages 3. Am Feste Maria Verkündigung. .. 1) Gruß des heiligen Herzens Maria 2) Nebung des Tages 4. Am Feste Mariä Heimsuchung. e chenjahre 1. Am Feste Maria Reinigung oder Lichtmes. 1) Gruß an Maria, der jungfräulichen Mutter Jesu.. 331 2) Uebung des Tages 332 2. Am Feste der sieben Schmerzen Mariä. 1) Gruß des heiligen Herzens Maria 2) Uebung des Tages 5. Am Feste des heiligen Herzens Mariä. 21) Gruß des heiligen Herzens Mariä 288 2) Uebung des Tages 6. Am Feste Mariä Himmelfahrt. 1) Gruß des heiligen Herzens Mariä 2) Ulebung des Tages . Seite. ► ● 308 309 322 . 325 326 328 330 332 333 333 334 334 335 .: 335 .. 336 337 337 7. Am Feste der Geburt Mariä. 1) Gruß des heiligen Herzens Mariä 2) Uebung des Tages - 8. Am Feste des heiligen Namens Mariä. 1) Gruß des heiligen Herzens Mariä 2) Uebung des Tages 9. Am heiligen Rosenkranz, Sonntag. 1) Gruß des heiligen Herzens Mariä 2) Uebung des Tages 462 10. Um Feste Mariä Opferung. 1) Gruß des heiligen Herzens Mariä 2) Uebung des Tages ... 1) Gruß des heiligen Herzens Mariä 2) Uebung des Tages 11. Am Feste der unbefleckten Empfängniß Mariä. 100% 1) Gruß des heiligen Herzens Mariä 2) Uebung des Tages 12. Am Feste Mariä Schuß. .. Vor der heiligen Beichte.... Uebung nach der Rene und Leid Unmittelbar vor der heiligen Beichte. Nach der heiligen Beichte Vor der heiligen Communion Nach der heiligen Communion Bittruf an Jesum Bittruf an Maria I. Heilige Abläffe. 1. Ginleitung. 2. Vollkommene Ablässe ... 3. Erinnerungen. 4. Ablaßgebete. . ● .. . ● III. Liebesvereinigung mit dem heiligen Herzen Mariä bei der Beicht- und Communion- Andacht. ● ● . ● .. .. 5. Sieben Aufopferungen des heiligen Blutes zu Gott dem 24 Vater. Seite. 338 339 339 340 340 341 Dritte Abtheilung. Gnadenschäße und Gnadenwirkungen von der Liebesvereinigung mit den zwei heiligsten Herzen Jesu und Mariä. 341 342 342 343 343 344 345 346 347 348 349 351 351 353 Seite. 357 358 362 363 364 Seite. 6. Uebungen der Anbetung Jesu im heiligsten Altarssacrament 366 7. Fromme llebung zu Ehren des schmerzhaften Herzens Mariä 369 8. Gebet vor dem Bilde des Gekreuzigten. 372 ... 9. Schlußgebet zu Ehren der unbefleckten Empfängniß der allerseligsten Jungfrau und Mutter Gottes Mariä.... 10. Schlußgebet zu Ehren der sieben Schmerzen Mariä... 11. Bittgebet für die in den letzten Zügen Liegenden.... 12. Schlußgebetlein zu Ehren Jesu, Mariä und Joseph:.. II. Kennzeichen und Früchte. IV. Anhang. 463 Beschaffenheit einer Seele, die Jesum vollkommen liebt, und mit ihm wirklich, ganz und völlig vereinigt ist. 1. Gegen Gott.. 2. Gegen den nächsten.. 3. Gegen sich selbst. III. Heldenmüthiger Entschluß. 1. Anleitung... 2. Entschließung Besondere Andachtsübungen und Betrachtungen. 1. Bitte zu der heiligen Anna in einem empfindlichen Bedrängnisse. - 2. Gebet und Litanei für die Wiedervereinigung Deutschlands im wahren Glauben.. ... ... .. 10. An dem Feste Portiunkula 11. Am Kirchweihfeste. 12. Gebet am Feste der heiligen Katharina 388 3. Gebet in Zeiten stark sich verbreitender Krankheiten.. 393 4. Gebet in Kriegszeiten 394 5. Gebet bei einem Sturm und Ungewitter 395 6. Gebet um Verachtung alles Irdischen 396 7. Gebet um Ertragung aller Beschwerden dieses Lebens.. 397 8. Gebet um Erlangung eines glückseligen Todes.. .. 397 9. Gebet des heiligen Cyrillus zu Maria der gebenedeiten Mutter ●. . .. ● 17. Betrachtungen für jeden Tag der Woche 18. Gebete für Verstorbene. 19. Am Tage Allerseelen. . .. 398 399 402 402 13. Religionsacte des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe 404 14. Gebet zu Gott in der Natur 407 407 15. Danksagung gegen Gott für alles Gute 16. Gebete zu den heiligen Patronen der ganzen Christenheit, und zu seinem Namenspatron insbesondere 372 373 373 374 375 377 379 382 384 386 412 414 424 425 11 V. Kirchengesänge und andere geistliche Lieder. Adventlied Adventlied zur Rorate vor der Wandlung. nach der Wandlung - 11 464 ● Weihnachtslied. Lied zu Ehren des heiligsten Namens Jesu Lied zu Ehren der heiligen 3 Könige Fastenlied. Stabat Mater Osterlied... Lied zu Ehren des heiligen Franziscus von Hieronimo Lied zur allerfeligsten Jungfrau Ein Anderes... Das Memorare des heiligen Bernardus Lied zum heiligsten Herzen Jesu... Lied zum heiligen Aloisius.. Lied zum heiligen Ignatius. Lied zum heiligen Stanislaus Kosta Lied zum heiligen Franziscus Xaverius ● Druck von C. Tanzer. • P Seite. 427 428 430 432 433 435 436 437 439 441 442 444 445 446 448 450 452 453 Y 8 SDAY 30 Y YO Y 10 LY R inches 1¹ 12 1 Centimetres Blue 3 412 H ¹6 Farbkarte# 13 Cyan 3 Green Yellow 9 4 10 Red L 11 12 5 13 Magenta 14 6 () 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black