& $ 9 ද උප Bo 39 papa යාය - ග දා 25 වා ආය ආය 5 ග 5 ග 15 ය ආපද Stahlstich v. Carl Mayer's Kunst- Anstalt. Nbg. Sie kamen eilends, und fanden Maria und Joseph, und das Kind in der Krippe liegen. Luc. 2, 16. Dresdner Gesangbuch auf hd chsten Befehl herausgegeben. Mit Königl. Sächs. allergnädigstem Privilegio. Dresden und Leipzig, gedruckt und zu finden bei B. G. Teubner. 1857. Gb 1140 Univ.- Bibl. Giessen Inha[ t. Erster Theil. Glaubenslehre. Gott, dessen Dasein, Wesen und Eigenschaften. Gott, Vater, Sohn und heiliger Geist. Werke und Wohlthaten Gottes überhaupt. Schöpfung. Vorsehung, Erhaltung und Regierung. Werke und Wohlthaten Jesu Christi. Rathschluß Gottes von der Erlösung des gefallenen menschlichen Geschlechts durch Jesum Christum. Person Jesu Christi. Ankunft Jesu in die Welt. Adventslieder. Geburt Jesu Christi. Weihnachtslieder. Leben und Beispiel Jesu. Lehre Jesu. Heilige Taufe. Heiliges Abendmal. Leiden und Sterben Jesu. Passionslieder. Auferstehung Jesu. Ofterlieder. Himmelfahrt Jesu. Sendung des Heiligen Geistes. Pfingstlieder. Leben Jesu im Himmel, seine Herrschaft über Alles, und insbesondere über seine Gemeine auf Erden. Wiederkunft Jesu. Seligkeit durch Jesum überhaupt. Seligkeit durch Jesum in diesem Leben. Seligkeit durch Jesum im Tode. Seligkeit durch Jesum in der Auferstehung. Seligkeit durch Jesum in jenem Leben. Zweiter Theil. Sittenlehre. . Seite 1 20 26 30 39 47 51 53 59 68 74 78 80 95 115 127 130 136 145 149 153 160 163 164 Buße und Besserung. Beschaffenheit der Besserung. Erweckung zur Besserung und Warnung vor dem Aufschube derselben. Bekenntnisse der Sünden und Bitten um Vergebung derselben. Vertrauen auf die Gnade Gottes durch Christum. Fortgang und Wachsthum in der christlichen Besserung. Bitten um Kraft zur Besserung und Beständigkeit in derselben. Seligkeit der Besserung. Seligkeit eines guten Gewissens. 171 Inhalt. Verhalten gegen Gott überhaupt und gegen Jesum insbesondere. Erkenntniß und Berehrung Gottes. Liebe. Ehrfurcht. GeErgebung in den Willen Gottes. Vertrauen. horsam. Glaube. Gebet. Deffentliche Verehrung. Heilighaltung IV des Eides. Verhalten gegen Jesum insbesondere: Verhalten gegen uns selbst. Chriftliche Selbstliebe. Sorge für unsre Seele. Sorge für den Leib. Selbsterkenntniß und Demuth. SelbstbeherrGebrauch schung. Reinigkeit des Herzens und Lebens. unsrer Kräfte. Arbeitsamkeit und Berufstreue. Gesundheit. Ehre und Stand. Vermögen. Vergnügen. Gebrauch dieses Lebens. Gesinnungen gegen diese Welt. Himmlischer Sinn. . Verhalten gegen Andere. Menschenliebe. Theilnehmung und wider den Neid. Fürbitte. Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit. Sorge für die Ehre Anderer. Friedfertigkeit. Bescheidenheit und Demuth. Beförderung des Seelenwohls Anderer. Beförderung des zeitlichen Wohls Anderer. Güte und Barmherzigkeit. Gerechtigkeit. Billigkeit. Wiedererstattung. Sanftmuth und Versöhnlichkeit. Freundschaft. Verhalten im gesellschaftlichen Leben. Obrigkeiten Ueberhaupt. Häuslicher Stand. Ehelicher Stand. Eltern und Kinder. Herrschaften und Dienende. und Unterthanen. Lehrer und Zuhörer. Schulgesänge. Verhalten in besondern Umständen. Allgemeine Pflichten. Zufriedenheit mit seinem Zustande. Besondere Pflichten. Allgemeiner Wohlstand. Friede. Besonderer Wohlstand. Allgemeine Trübsale. Krieg. Mißwachs und Theurung. Ansteckende Krankheiten. Nässe. Dürre. Besondere Trübsale. Dürftigkeit und Mangel. Krankheit. Genesung. Tod. Andenken an den Tod und Vorbereitung auf denselben. Bereitwilligkeit zu sterben und Ergebung in den Willen Gottes. Getroster Muth im Tode. Freudigkeit in Absicht auf den Tod. Wider die Todesfurcht. Seliger Tod. Fürbitte für Sterbende. Begräbniß. Verhalten zu besondern Zeiten. Lebenszeiten. Geburtstag. Jugend. Alter. Jahreswechsel. Neufahrslieder. Beim Anfange und Beschlusse des Kirchenfahres. Jahreszeiten. Frühling. Sommer. Herbst. Winter. Gewitter. Aussaat. Ernte. Tageszeiten. Morgen. Mittag. Abend. Sette 212 248 264 292 308 318 380 Register. No. 385 Auch diesen Tag hab' ich 298 Auch dir ist Gottes Gnad' 380 Auch mein, o Herr, haft 413 Auf, Christen, auf, und 724 Auf, Christen, bringet 531 Auf, Christen, laßt uns 188 Auf, Christen, preist mit 200 Auf deine Weisheit Ach abermal bin ich Ach bleib mit deiner Ach Gott und Herr, wie Ach Gott, verlaß mich Ach Gott, was ist der Ach Gott, wie manches Ach könnt' ich doch mit Ach sieh' ihn dulden, Ach wäre nicht, o Herr, Ach wann werd' ich von Ach wie ist der Menschen Allein Gott in der Höh' Allein zu dir, Herr Jesu Allen Christen und auch Allen, welche nicht Aller meiner Brüder Alles Gute kommt von Alles, Höchster, was uns Alles ist an Gottes Segen Allgütiger, allein bei dir Allliebender, du schufst Allmächtiger, der seinen Allmächtiger, ich hebe Also hat Gott die Welt geliebt, 399 Auf dich, o Vater, schauen 408 Auferstanden, auferstanden 474 Aufersteh'n, ja aufersteh'n 41 Auf euch wird Gottes 393 Auf ewig ist der Herr 591 Auf, freue dich, mein 618 Auf Gott, und nicht auf 611 Auf meinen lieben Gott 639 Auf, mein Herz, ermanne 483 Auf, o Seele, sei noch 650 Auf, schicke dich, recht 490 Aus deiner milden 594 491 810 130 97 233 daß er Also hat Gott die Welt geliebt, und sie Am Kreuz erblaßt, der Anbetung sei dir, Gott Anbetung sei dir, Herrl. Anbetungswürd'ger Gott, An deine Leiden denken An dich, mein Gott, zu An diesem Tag' erscheinen An einen Gott nur glauben 278 1 8 195 442 642 43 Aus des Todes Banden Aus einem, tief vor dir Aus Erde ward mein Leib Aus ganzem Herzen lieb' Aus Gnaden soll ich selig Aus tiefer Noth ruf' ich Barmherzigkeit ist unsre Befiehl dem Höchsten deine Befiehl du deine Wege Beglückt, beglückt ist, Begrabt den Leib in seine Beschämt komm' ich, mein Bestz' ich nur ein ruhiges No. 676 355 70 263 655 98 2 644 82 258 341 626 492 100 449 468 694 860 119 659 259 388 75 521 319 382 607 462 461 422 763 384 432 VI Bester Trost im Leide, Bester, weisester Regierer, Betet an, ihr Menschen, Betet an, laßt uns Bei dir, o Höchster, Bewahre meinen Mund, Bewahre mich, Herr, daß Bringe deinem Gott, dem Bring', Seele, Preis Bringt Gott, ihr Christen, Bringt Preis und Ruhm Christ, Alles, was dich Christ, aus deinem Christe, du Lamm Gottes, Herzen Christen, singt aus Christ fuhr gen Himmel. Christus, der ist mein Christus ist erstanden, frei Damit ich dir gefällig Damit ich schon hier auf Dank dem milden Vater, Dank, ewig Dank sei Dank sei Gott in der Das alte Jahr ist nun Das alte Jahr vergangen as Am Lehrer, Das Glück des Erdenleb. Das Grab ist leer, und Das Jahr, das nun Daß ich in deiner Christ. Das Ziel von meinen Deines Gottes freue dich, Dein Heil, o Christ, nicht Dein ist auch meine Dein sind wir, Gott, in Dein Volk, o Herr, fingt Dein Wort, o Höchster, Den Glauben, der an Den Höchsten öffentlich Der am Kreuz ist meine Der du alle deine Werke Der du, dem Tode nah', Der du die Liebe selber Der du die wahre Tugend Der du kamst, der Völker Der du stets unsre Zuflucht Der du uns als Vater Der du voll Blut und Der du zu den beglückten Register. No. 529 Der du zu Gott erhöhet 86 Der Ehestand soll heilig 67 Der erste Tag des Jahrs 62 Der Freuden Quell ist, 326 Der Heiland, welcher 445 Der Herr ist erstanden! Der Herr ist Gott, der 365 3 260 661 252 460 693 209 841 267 338 245 Der Herr ist Gott und Der Herr ist in den Höhen, 358 Des Morgens erste Stunde Des Morgens, wenn ich Des Todes Graun, des Dich, Allgütiger, zu lieben, 400 Dich bet' ich an, erstandner 80 Dich, dich, mein Gott, 179 Dich ehrfurchtsvoll und 831 Dich, Jesu, laß ich ewig 777 Dich kennen, Gott, ist 781 Dich ruf ich an, Gott, 636 Dich seh' ich wieder, 348 Die Bahn ist rauh, auf 253 782 No. 282 623 9 17 Der Herr ist meine Zuvers. 467 Der Herr schwingt sich 265 Der hohe Himmel dunkelt Der letzte meiner Tage Der Mächtige, der Herr Der Spitter Heere rüsten Der Tag ist wieder hin! Der unsre Menschheit an Der Wollust Reiz zu Des Leibes warten und 778 347 139 246 316 164 Die Helle Sonne strahlt 745 Die hier vor deinem 441 Die Himmel rühmen des 480 Die Hoffnung naher 771 Die ihr seine Laufbahn 739 Die Kinder, deren wir 302 Die Menschen mögen 154 Dieß ist der Tag, den 330 Dies ist der Tag, zum 495 Die Zunge, die vernehml. 214 Dir dank' ich für mein 812 Dir, dir, o Höchster, will 614 Dir ergeb' ich mich, Jesu, 148 Dir, Gott, der so gern 367 Dir hab' ich mich ergeben, 106 Dir sei mein ganzes 499 368 Dir sei Preis, ich lebe Dir trau' ich, Gott, und 205 Dir zu leben, dir zu 334 Du bester Trost der Armen, 799 752 801 291 875 307 559 546 824 835 754 435 241 811 443 535 11 401 809 702 Die Erd' ist, Jesu Christe, 288 Die Feinde deines Kreuzes 292 833 190 61 701 172 629 631 120 494 561 71 479 511 166 451 454 820 466 721 675 Du bist ein Mensch, und Du bist's, dem Ehr' und Du, deines Vaters Ebenb. Du, den uns Gott zum Du, der kein Böses thut, Du, der Menschen Heil Du, der so gern beglückt, Du förderst gern mein Du gabst mir, Vater, Du, Geist des Vaters, Du gingst, o Heiland, Du, Gott, bist über Alles Du, Gott, der unsre Du, Gott, du bist der Du hast, mein Vater und Du hast uns nur kurze Du, Herr, haft aus Du, Herr und Richter Du, Herr und Schöpfer Du klagst, o Christ, in Du klagst, und fühlest die Du läßt den Tag mich Du Lebensfürst, Herr Durch Adams Sünde Durch dich, du höchstes Du schenkst uns, Gott, Du siehst, o Mensch, wie Du sorgst, o Gott, was Du, unsrer Jugend Gott, Du Vater aller deiner Du willst es, Herr, mein Register. No. 475 85 142 508 Erhalt' uns, Herr, bei Erhalt' uns, Herr, die Erhebt den Herrn, ihr Erhöhter Jesu, Gottes 376 Erinnre dich, mein Geist, 203 Er ist erstanden, Jesus 572 Er fommt, er fommt, 538 Er lebt, er lebt! D 575 269 169 447 386 779 91 586 174 507 794 700 708 770 266 95 186 840 Erlöser, einst im Staube Erlöser, steh', ich falle Ermuntert euch, erquickte Ermuntre dich, Herz, Ermuntre dich, mein Er ruft der Sonn' und 8 eilt der letzte von den Es hat uns heißen treten, 8 ist doch nur ein ein'ger Es ist ein Gott; er hat Es ist genug. So nimm, Es ist gewiß ein köstlich Es ist noch eine Ruh' 8 lebt ein Gott, der 722 8 wolle Gott uns gnädig Es woll' uns Gott genådig 8 zieht, o Gott, ein 93 Gs züchtigt deine Hand, 839 Ewiger, erbarme dich. 438 Ewiger, wie selig ist, wer 537 Ewig, o Jesu, wird dein 145 646 Es ist nun aus mit meinem Es ist vollbracht! so Ehre, Lob, und Preis 244 Ehre sei Gott in der Höhe! 123 Fern sei mein Leben Eifrig sei und fest mein Ein' feste Burg ist unser Ein Fremdling bin ich in Ein Herz, o Gott, in Ein Lamm geht hin und Ein ruhiges Gewissen Ein sanftes Lager wartet Eins ist noth. Ach, Herr, Eins ist noth. O Herr, Einst rief der Herr vor Einst selig dort zu werden, Einst weinte für Jerusalem Entehre nicht, mein Herz, Entflohen sind auch dieses Erbarm' dich, Herr! Erforsche mich, erfahr' Erhaben über Welt und 848 407 557 Fest glaub' ich, daß, was 295 Flieht von mir, ihr bang. 353 Freude! denn wir Alle, 682 Freiwillig haft du dargebr. 198 Fröhlich laßt uns Gott 431 Frohlockt dem Herrn, 872 542 Für alle Güte sei gepreist, Für deinen Himmel reiften 543 Für unsern Nächsten beten 227 Fürwahr, du bist, o Gott, 576 760 705 351 761 229 28 297 296 673 671 665 15 290 Ewig sei dir Lob gesungen, 124 Ewig und unwandelbar, 788 Gedanke, der uns Leben Gedenk', o meine Seele, Geerntet ist der Felder VII 194 Geist vom Vater und vom 14 Geist, vom Vater uns No. 299 633 109 306 238 251 110 243 217 206 816 832 814 775 581 837 13 5 613 647 709 354 242 131 240 845 768 596 92 99 539 797 277 414 VIII Register. Gelobet sei der Herr, Gelobet seist du, Gottes Gelobet seist du, Jesu Christ, daß du Gelobet seist du, Jesu Christ, von aller Gelobt, gelobt seift du Gelobt sei, der den Gelobt seist du, Herr, Gern seinem Nächsten Getroft und freudig geh' Geweiht zum Christenth. Gieb, daß ich deines Gieb, Gott, daß ich der Gieb, Gott voll Lieb' und Gieb, Gott, wenn ich Gieb ihm, o Vater, Glück Gieb mir, o Gott, ein Gieb Reu' und Leid, gieb Gott, deine Gnade sei Gott, deine Güte reicht Gott, deinen heiligen Gott, deiner Stärke freue Gott, dem ich lebe, deß Gott, der du alle Welt Gott, der du für uns Gott, der du Schmerz Gott, der du unser Bater Gott, der väterlich uns Gott der Wahrheit, dessen Gott, der wird's wohl Gott des Himmels und Gott, dessen starke Hand Gott, dir gefällt kein Gott, dir sei mein Dank Gott, dir vertraun, ist Gott, du bist heilig und Gott, du erforschest mich, Gott, du kennst von Gott, durch welchen alle Gottes Sohn ist kommen; dankt ihm, Gottes Sohn ist kommen; rühmet es, Gott, grenzenlos, undenkbar Gott hab' ich Alles heimg. Gott, heiliger Geist, Gott, hilf mir, daß ich Gott, ich darf zu dir Gott, immer groß an Gott ist mein Hort, und Gott ist mein Lied. Gott ist's, der das Vermög. Er No. 51 122 121 127 662 Gott ist und bleibt getreu. Gott lebet noch; drum Gott lebet noch, Seele, Gott Lob! der Tag ist Gott, meines Nächsten Gott, mein Gott, dir Gott, nur eines Menschen 795 Gott, o Mensch, gab dir 315 Gott, Schöpfer, Stifter 621 Gott sei Dank in aller. 749 Gott, sei mir gnådig! 162 Gott sei uns gnädig und 357 Gott sorgt für uns, o 597 Gott und Vater, steh' 595 Gott, unserm Gott, sei 550 Gott Vater, dir, dir, 637 Gott, Vater, Sohn und 590 Gott von Macht und 371 Gott, vor dessen Angesichte Gott, wer bei deinem 138 487 Gott werde stets von dir Gott, wie du bist, so 446 634 Gott, wie flügelschnell 736 Gott, wo ist Noth und 638 Großer Gott, an dessen 314 Groß ist des Höchsten 713 Groß ist, ihr Eltern, eure 484 Gut und heilig ist dein 390 828 Halt' im Gedächtniß Jesum 58 Heiland, den uns Gott 360 Heiland, dessen wir uns 630 Heiland, groß an Huld 464 Helft Gottes Gute preisen; 27 Herr, allerhöchster Gott, 549 Herr, an dir hab' ich 18 327 107 118 22 Herr, auf dich will ich Herr, aus deiner Gnadenf. Herr, deine Allmacht reicht Herr, deine Kirche danket Herr, deine Langmuth ist Herr, dein Erbarmen kann Herr, denk' an mich! Wie Herr, der du Erd' und Herr, der du mir das 72 272 372 Herr der Zeit und Ewigt. 49 Herr, dessen Gnade Alles 699 Herr, dir gelob' ich neue Herr, du bist meine 155 60 563 No. 39 90 Herr, du erforschest mich, Herr, du wollst sie vollber. 686 865 602 35 377 83 625 112 375 505 477 94 Habe deine Luft am Herrn 440 180 129 285 660 670 503 830 48 465 26 506 72 16 582 423 651 31 627 448 168 780 402 381 412 425 23 792 669 679 228 207 846 578 868 189 344 19 172 Herr, es gescheh' dein Herr, es ist von meinem Herr Gott, dich loben Herr, Gott, du kennest Herr, ich bin dein Eigenth. Herr, ich hab' aus deiner Herr, ich hoff' je, du Herr, ich will mit Danken Herr Jesu Christ, dich zu Herr Jesu Christ, du Heil. Herr Jesu Christ, du höchstes Herr Jesu Christ, ich weiß Herr Jesu Christ, mein Herr Jesu Christ, wahr'r Herr Jesu, gieb uns Herr, laß nach eitler Herr, mache meine Seele Herr, mein Erlöser, nur Herr, meiner Seele Herr, meines Lebens Herr, nicht zum Müssigg. Herr, ohne Glauben kann Herr, stärke mich, dein Herr und Gott, o Vater Herr und Richter aller Herr, unser Gott, laß Herr, unser Herrscher, Herr, welche Gnad' Herr, welch ein wichtiges Herr, welch Heil kann ich Herr, wenn ich nur dich Herr, wie du willst, so Herr, wir singen deiner Herzlich lieb hab' ich dich, Herzliebster Jesu, was Heut' triumphirte Gottes Hier bin ich, Jesu, zu Hier ist nur mein Hier ruht der Held, der Hier sind wir, dich zu Hier sind wir, Gott, und Hilf Herr, laß es wohlgel. Hilf Jesu, daß ich meinen Hilf mir, Gott, der Hin an dein Kreuz zu Hinunter ist der Register. Höchster, denk' ich an die Höchster Tröster, komm No. 704 Ich armer Mensch, ich Ich bin des festen, redlich. 866 653 729 310 300 Ich danke dir durch dein. 579 Ich danke dir für deinen Ich danke dir von Herzen, Ich eile meinem Grabe zu. Ich freue mich der frohen Ich freue mich in dir 237 498 Ich freue mich, mein Ich fühle, daß ich sterblich Ich geh' einst ohne Beben Ich habe, Herr, von 567 Ich habe nun den Grund Ich hab' in Gottes Herz 690 409 Ich hab' in guten Stunden Ich komme, Heil der 540 Ich komme, Herr, und 774 Sch komme vor dein 208 394 738 518 740 497 560 476 193 Ich preise dich, o Herr, 3ch ruf zu dir, Herr Ich finge dir mit Herz 40 Ich finge, meiner Seele Ich steh' mit einem Fuß Ich sterbe schon; o Glück, Ich trete vor dein Anges. Ich weiß, mein Gott, 309 509 628 Ich weiß und bin's gewiß, 318 Ich will den Bund mit 439 Ich will im Sterben und 457 Ich will, mein Jesu, dich 317 Ich will vor allen Dingen, 520 Jesu Christe, wir sind 202 Jesu, deine tiefe Wunden, Jesu, dich, dich laß ich 254 672 681 176 744 Jesu, Freund der Mensch. Jesu Güte hat kein Ende; 234 Jesu, Jesu, stärke mich, 791 Jesu, meine Freude, Jesu, meiner Seele Licht, Jesu, meines Herzens Jesus Christus, Gottes Jesus ist mein Hirte! Jesus kommt, von allem Jesus lebt, mit ihm Jesus, meine Zuversicht Jesus nimmt die Sünder Ihm, der das Licht Ihr, Bürger, eines 3hr Christen, wachet, Immer müsse, Gott, dein Im Stillen wollen wir 496 790 Ich bin ein Pilger in Ich bin, o Herr, in 593 714 201 863 378 279 478 Ja, durch Glauben und Jauchzet All', ihr Frommen! 108 Jauchzet Jesu, fauchzt, 235 IX No. 383 606 339 737 827 218 204 735 343 133 329 577 747 406 397 455 712 3.89 171 488 177 410 78 79 725 767 772 459 411 181 645 175 838 502 213 516 178 834 149 528 220 532 281 530 305 257 249 395 818 620 224 452 622 & & 6 X In allen meinen Thaten In Gottes Rath ergeben, In unserm Kummer In unsern Nöthen fallen Ist einst auch meine Ist Gott für mich, fo Register. Keinen hat Gott verlassen, Kein Lehrer ist dir, Jesu, König, dem kein König Komm, du werthes Löseg. Komm, Gott Schöpfer, Komm, heiliger Geist, Komm nur, angenehmer Kommt her, Mühselige, Kommt, kommt, den Kommt, laßt uns Gott Kommt, laßt uns Gott und Kommt, und laßt uns Laffet uns mit Jesu ziehen. Laß mich dein sein und Laß mich des Menschen Laß mich diese Nacht Laß mich doch nicht, o Laß mich, o Gott, gewiss. Laß mich, o Herr, in allen Laß, o Jesu, mich empf. Laßt uns Alle fröhlich Laßt unserm Gott uns Last unserm Vater, laßt Lebt Christus, was bin Lehre mich, Herr, recht Lehr' mich meine Tage Liebreicher Gott, dein Liebster Jesu, sei willk. Liebster Jesu, wir sind Liebster Vater, ich, dein Lob, Ehre, Preis und Lobet Gott, denn Jesus Lob, Preis und Ehre bring. Lob sei dem allerhöchsten Lob sei Gott, der den Lobsinge, meine Seele, Lobsinge, Seel', und sage, Lobsinget Gott, Dank, Lobsinget Gott! Er schuf Lobsinget: Gottes Huld Lobsinget Gott und betet Lobsingt, ihr Völker, No. 456 Lobfingt, lobsinget! Gottes 726 Robfingt, lobsingt Gott, 680 Robt Gott, ihr Christen, 676 732 324 Mache dich, mein Geist, Mag doch der Spitter 684 Mein Auge sieht, o Gott, Mein' Augen schließ ich 152 Mein bester Trost in 284 Meine Hoffnung steht 114 Meine Lebenszeit verstr. Meinen Jesum laß ich 270 271 Mein Erlöser, auch für 742 150 55 803 Mein Erlöser, der du Mein Erlöser, Gottes Mein erster Wunsch, 800 Meine Seele erhebet den Mein erst Gefühl sei Meine Seele, freue dich! Meine Seele lobsinget Meine Seel', ermuntre Mein ganzer Geist, Gott, 56 Mein Geist erstaunt, 151 301 77 Mein Glaube, meines 861 Mein Gott, auch dieser 570 Mein Gott, das Herze 569 Mein Gott, du wohnst 415 Mein Gott, ich danke 603 Mein Gott, ich weiß wohl, 137 Mein Gott, nach deinen 657 Mein Heiland, deine 37 Mein Heiland, wenn 248 Mein Jesu, dem die 362 Mein Jesus ist mein 873 Mein Jesus lebt, mag 802 Mein Jesus liebet mich; 116 Mein Leben ist ein Prüf. 501 Mein Leben steht in 392 Mein Leib ist dein Gesch. 103 Mein Leib soll, Gott, 236 Mein Schuß ist Gott, 45 Mein Vater, o wie dank' 111 Mein Vater und mein 819 Menschen ist's gesett, zu 239 Mich selbst muß ich bezw. 856 Mir nach, spricht Christus, 50 Mir soll nicht vor dem 59 Mit dankerfüllter Seele 303 Mit dir geh' ich an mein 63 Mit Ernst, o Menschenk. 283 Mit Freuden, Gott, No. 128 842 136 544 513 864 89 481 687 716 515 219 163 221 822 807 524 426 167 196 346 88 331 823 359 434 52 758 612 102 350 517 337 255 523 589 728 547 558 648 165 361 734 555 146 751 715 564 117 769 Register. No. 748 32 96 Mit Fried' und Freud' Mit fröhlichem Gemüthe Mit frohem Dank erschein' 182 Mit frohlockendem Gemüthe Mit meinem Gott geh' ich Mit Preis und Ruhm Mit Singen dich zu loben, Mitten wir im Leben Mit welcher Langmuth 857 287 33 741 36 416 352 Nach dir verlanget mich, Nach einer Prüfung kurzer Nach meiner Seele Seligk. Nacht und Stille führen Nahe betend oft und Nahet euch. Euch wird Nehmet Jesu Ladung an, Nehmt und eßt und denkt Nein, murren will ich Nicht Alle können herrsch. Nicht, daß ich's schon Nicht für der Felder Nicht um ein flüchtig Ohne Rast und unverweilt, D'Jesu Christe, Gottes Nie bist du, Höchster, von 20 Nie kann mein Herz dich, Jesu Christ, mein 313 Jesu Christ, wie Nie will ich wieder fluchen, 617 Jesu, Heil der Sünder, Nimm, o mein Herz, mit 256 Jesu, Jesu, Gottes Jesu, Licht und Heil Jesu, wahrer Frömm. Jesu, wenn zum Nimm von uns, Herr, Noch bin ich ein Gast der Noch immer wechseln Noch läßt der Herr mich Noch leb' ich, ob ich Noch wohnt zum Bösen Nun bitten wir den Nun bringen wir den Nun danket Alle Gott, Nun danket All' und Nun, Gott Lob, es ist 541 849 485 173 396 176 710 632 403 798 280 666 733 793 808 Christenheit, sei hoch Christ, erhebe Herz daß doch bei der daß von meinen du dreiein'ger Gott, Deffentlich in der Gemeine, Freude der Erlösten, Oft flagt dein Herz, wie Gott, aus deinen Gott, der du mein 720 405 273 765 53 654 504 Nun jauchzet All', ihr 115 821 859 Nun ist es Alles wohlgem. 231 Nun ist es Tag. Mit Nun ist vollbracht auch Nun kommt das neue Nun lasset uns den Leib Nun laßt uns gehn und Nun laßt uns Gott der Nun lobe, meine Seele, Nun sich der Tag geendet Nun sinkt die Sonne 789 766 783 656 34 858 852 O Gott, du bist die Liebe. O Gott, du frommer D Gottes Lamm, unschuld. Gott, ich preise veine D Gott, mein Vater, O großer Gott, du reines D Heiland, dessen hohen heil'ger Geist, kehr' bei Oheilige Dreifaltigkeit, Herr, dein seliges Herr, mein Gott, durch Hilf, Christe, Gottes Schöpfer, jedes deiner stimm' auch du mit O Vater, an Erbarmen Vater, du mein Licht Vater guter Gaben, O welch ein Segen ist welch ein selig Leben welch ein Trost für welch ein unschäßbares Welt, fieh' hier dein wie selig seid ihr doch, wie unaussprechlich selig wie viel Gutes thatst nnnn XI Christ, die Reize dieser 556 Preis dir, Herr Jesu O Christe, Gingeborner, 101 Preise froh auch du, No. 134 587 804 580 757 187 525 404 6 10 30 489 211 74 552 185 522 289 141 874 192 Kinder, dieser Tag OKönig, dessen Majestät 379 Lamm Gottes, unschuldig, 210 12 O meine Seel', erhebe Mensch, gedenk' ans rühmt euch eurer 275 183 274 829 536 450 216 584 184 533 135 719 554 24 125 486 463 640 619 427 398 429 199 730 345 871 144 87 XII Register. Preis ihm, er schuf, und Preis sei dem Vater, Preis sei dir, meinem Preis, und Lob und Quelle der Vollkommenh. Ruh' und sichre Freuden Sanft, o Christ, ist Jeſu Schaffe doch vor allen Schaz über alle Schize, Schicke dich, erlöste Seele, Schmerz und Klage füllt Schön bist du, o Weltgeb. Schon hier lebt selig und Schon wieder eilt von Schüße die Deinen, die Schwing' dich auf zu Sehn wir nur Trübfal Sehr groß, Herr, ist die Selig find des Himmels Selig sind, die, Gott, Selig sind die, welche Seid barmherzig. Mensch. Sei hochgepriesen, Herr, Sei innig, o mein Geist, Sei Lob und Ehr' dem Sei, Seele, ruhig, Sei zufrieden, mein Sichrer Mensch, noch ist Singt dem Herrn Lob, Sink' ich einst in fenen So beschließen wir auch So fliehen unsre Tage So gehst du nun, mein So gieb denn, fromme So hab' ich, Gott, durch So hoff' ich denn mit So Jemand spricht: ich Soll dein verderbtes Herz Sollten Menschen, meine Sollt' es gleich bisweilen Sollt' ich jetzt noch, da mir Sollt' ich meinem Gott So tret' ich demnach an, So wahr ich lebe, spricht So wird die Woche denn Stärke, die zu dieser Stärke, Gott, mich in No. 46 Stárke, Mittler, stärke 44 Sterben führet uns zum Stets warst du meine Stündlich naht der Tag Such', wer da will, ein 854 312 436 776 153 Tag der Erleuchtung, uns 268 Tausend Jahre sind vor 222 Theuer sei mir allezeit, Theuer, wie mein eignes Traure, traure nicht so 512 Treu ist Gott. Nimm's 545 Tugend ist der Seele 604 689 692 366 526 170 678 Ueber aller Himmel Ueberwunden hat der 585 420 Um als ein Chrift zu Um Erbarmen flehen wir, 787 293 685 668 304 762 160 755 610 223 336 658 695 643 723 Um Gnade für die Umsonst, umsonst verhüllst Unendlicher, wer kann Unerforschlich sei mir Unser Gott, wir danken Unsern Gott, den Gott Unsre müden Augenlieder Unwiederbringlich schnell Vater aller Ewigkeiten, Vater, den mein Herz Verbittre dir dein Leben 844 Vergangen ist auch diese 869 Viel zu gering bin ich, 641 Voller Ehrfurcht, Dank 847 Voll Freud' und frommer 197 Voll Zuversicht und 764 Vom Geräusch der Welt 867 Vom Grab', an dem wir 332 Vom Himmel ward der 592 Von allen Himmeln tont 157 Von dir auf diese Welt 615 Von dir, du Gott der 473 Von dir, mein Gott, 514 Von dir, o Vater, nimmt 84 Von Furcht dahin gerissen, Von ganzem Herzen lieb' Von Gott will ich nicht No. 191 335 773 311 320 565 374 877 Von Herzen preis' ich 759 Vorbild wahrer Menschenl. 76 Vor deinen Thron tret' 261 247 356 674 226 21 73 25 161 57 862 878 785 588 616 836 663 173 64 817 333 126 140 4 601 624 664 649 225 519 469 158 143 825 Register. Was hilft es mir, ein Was ist mein Stand, Was ist mein zeitlich Was ist's, daß ich mich Was mein Gott will, Was soll ich ångstlich Was soll ich trostlos Was sorgst du ångstlich Welch hohes Beispiel Welch Kleinod ist, Herr Wem Gott Gesundheit Wenn Christus seine Wenn der Gedanke mich Wenn du des Nächsten Wenn einst mein sterbend Wenn ich ein gut Gew. Wenn ich einst von Wenn ich, o Schöpfer, Wenn ich vor meinen Wenn, Jesu, meine Wenn mein Stündlein Wenn Menschenhülfe dir Wenn mich die Sünden Wenn sich, o Gott, mein Wenn wir in höchsten Wenn wir unsern Lauf Wer arm und dürftig ist, Wer bin ich? welche Wer des Lebens Güter Wer gehorcht, der thu's Wer Gottes Wege geht, Wer Gottes Wort nicht Wer Gott vertraut, hat Wer höher durch Geburt Wer ist wohl, wie du, No. Wer leben will und 826 Wer nur den lieben Gott 342 Wer, o mein Gott, durch 706 369 Wer unter deinem Schirme 308 Wer wahre Herzensdemuth 38 Wer weiß, wie nahe mir Wer will Gottes Auserw. 750 Wer zählt der Engel 652 Wie begnadigt seid ihr 696 Wie ein Geschwäß des Wie fleucht dahin der Wie getrost und heiter, Wie glücklich hat die Wie Gott mich führt, so Wie groß ist des Allm. Wie groß ist Gottes 472 806 364 551 Wie groß ist unsre Seligt. Wie groß, wie angebetet Wie herrlich, Jesu, starker 574 Wie herrlich strahlt der 683 Wie ist des Höchsten 458 Wie kann und mag ich 698 Wie könnt' ich zweifeln, 697 Wie mannichfaltig find 718 Wie sanft fließt mir mein 147 Wie sanft sehn wir den 159 Wie schnell ist doch ein 566 Wie schnell ist mir der 294 Wie schnell verfließen sie, Wie schön ist Gottes 250 599 Wie jelig lebt ein Mensch, Wie sicher lebt der 746 430 Wie soll ich dich empfang. 815 Wie sollt' ich meinen 54 Wie theuer, Gott, ist 482 Wie wird mir dann, o 743 Wie wohl ist mir, o Fr. 731 688 212 433 667 Wach' auf, mein Herz, Wachet auf! ruft einst Wachet auf! ruft euch Wachet auf vom Schlaf, Wahrheit ist dein Eigenth. Warum betrübst du dich, Warum erbebst du, meine Warum sollt' ich mich Warum verkennst du Warum willst du doch Was den Leib erhält und Was frag' ich nach der Was Gott thut, das ist wohlgethan, es bleibt Was Gott thut, das ist wohlgethan. So denken 707 81 534 Will mich, o Gott, Willst du der Weisheit Willst du die Buße noch, Wir bitten Gott, den Wir danken dir, Herr 69 Wir danken freudig dir 711 Wir erscheinen, Gott, vor 548 Wir freuen uns, Herr 608 Wirf, blöder Sinn, den 635 Wir fühlen dich zwar, 421 Wir glauben All' an einen 363 Wir glauben an den 471 Wir kommen, Helfer, dir 568 Wir liegen hier zu deinen 510 Wir Menschen sind zu XIII No. 600 470 419 851 553 756 323 68 322 853 583 527 230 453 29 65 325 104 262 105 796 784 7 573 428 753 786 855 340 66 605 717 113 437 373 349 328 703 444 370 273 215 843 500 264 132 47 42 42 677 387 156 XIV Wir schauen, Herr der Wir singen, Herr, von Wo deine Lehrer, Gott, Wohl dem, dem seine Wohl dem, der beßre Wohl dem, der mit stillem Wohl dem, der richtig Wohl dem Menschen, der Wohl euch, ihr Gläubigen, Wohl uns, wenn wir, Register. No. 286 Wohlzuthun und mitzuth. 805 Wo soll ich flichen hin, 493 321 571 Zeuch ein zu deinen 691 Zu deinem Preis und 598 Zur Arbeit, nicht zum 424 Zur Grabesruh' entschliefest 418 Zu so viel Tagen, die 417 3u unserm Besten wendet No. 609 391 276 813 562 232 870 850 Erster Theil. Glaubenslehren. 1. Von Gott überhaupt, dessen Dasein, Wesen und Eigenschaften. 1. Mel. Ich dank' dir schon durch zc. Anbetung fei vir, Herrlichster, Gott, Schöpfer Dinge, wer ist bir gleich, wer würdiger, daß man ihm Ehre bringe? 2. In dir vereinigt alles sich, was wir vollkommen nennen. Preis dir, Heil uns, Herr, daß wir dich als unsern Vater kennen! 3. Nun dürfen wir, wir Schwa. che, nicht vor deiner Größe beben; zu dir kann sich mit Zuversicht froh unser Herz erheben. 4. Du, dessen Macht unendlich ist, bist auch der Gott der Liebe; und ewig, wie du selber bist, sind deines Wohlthuns Triebe. 5. Wer dir nur folgt, den führest bu auf sichern, graden Wegen, hier einer wahren Geistesruh', dort vol lem Heil entgegen. 6. Ja, nicht bloß zur Zufriedenheit auf kurzem Pilgerpfade, zu Freuden einer Ewigkeit erschuf uns deine Gnade. 7. Wie sollten wir denn deinen Ruhm nicht wonnevoll erheben und als dein Volk und Eigenthum nicht dir zur Ehre leben? 8. Kein Tag von unsrer Lebenszeit soll, Höchster, uns vergehen, an dem wir deine Herrlichkeit nicht chrfurchtsvoll erhöhen. 9. Mit Unterwerfung, Lieb' und Dank soll unser Herz dich ehren, und einst soll unsern Lobgesang der ganze Himmel hören. 2. Mel. Vor deinen Thron tret' ich zc. Auf, Chriſten, preiſt mit mir den Herrn; wer preist, was herrlich ist, nicht gern? Er, welchen Erd' und Himmel ehrt, ist eures höchsten Lobes werth. 2. Lobt ihn; sein ganzer Nam' ist Ruhm, Unendlichkeit sein Eigenthum. Dieß grenzenlose Meer von Licht durchschauet selbst der Engel nicht. 3. Ja, eure Luft sei, ihn erhöhn! Solch Lob ist heilsam, lieblich, schön, schärft den Verstand, erhebt das Herz, macht himmlisch froh und stillt den Schmerz. 4. Wie wird der Geist dadurch entzückt, hinauf gen Himmel hingerückt, mit seinem hocherhabnen Freund, mit Gott, stets inniger vereint. 5. O welch ein herrlicher Beruf, zu dem Gott selbst die Engel schuf! Welch eine theure, süße Pflicht, die uns so reichen Lohn verspricht. 6. Ja, Pflicht ist's, daß ihr sein gedenkt, ihr, denen er Verstand geschenkt. Die Ehre des Verstanbes ist, daß ihr den Ew'gen kennt und wißt. 7. Pflicht ist es, daß ihr ihn besingt, die ihr von ihm ein Herz empfingt, das sich zu Gott mit Inbrunst nahn, und seine Größe füh. len kann. 1 Gott, dessen Dasein, 8. Auch euer Mund, so oft er melsfreuden. Erheitert sieht sich spricht, erinnert euch an diese sein Gemüth, und Kummer, der Pflicht. Die Sprache dankt ihr ihn nagte, flieht. ihm allein; und wolltet nicht voll Rühmens sein? 9. Wer ist wohlthätiger, als er? Denn welche Gabe sollt' uns der nicht schenken, der so sehr uns liebt, daß er auch seinen Sohn uns giebt? 10. Was gebet ihr ihm nun dafür? Ist nicht ein Herz voll Dankbegier, das ganz in seiner Liebe brennt, das Einz'ge, was ihr geben fönnt? 11. So preist denn, Christen, preist den Herrn, wer preist nicht milde Geber gern? Gedenkt, wie viel er uns gewährt, wer ist, wie er, des Dankes werth? 3. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Bringe deinem Gott, dem Größten, dem Weisesten, dem Allerbesten, mit Freuden, Seele, Preis und Dank. Seine Majestät und Gnade, womit er auf des Lebens Pfade dich führt, sei täglich dein Gesang. So fordert's der Beruf, dazu sein Arm dich schuf. Seiner Aufsicht sollst du dich freun, ihm ganz dich weihn, und Herold seines Ruhmes sein. 2. Was im Himmel und auf Erden nur je sein Allmachtswort hieß werden, verkündigt seine Herrlichkeit. Ihm, ihm jauchzen Engelchore; und du, du wärest ihm zur Ehre nicht auch zu seinem Preis bereit? Auch dir gab seine Hand Empfindung und Verstand, zu erkennen, wie groß er ist, er, deß du bist, der huldvoll deiner nie vergißt. 3. Schätze diese deine Würde, und acht' es nie für eine Bürde, lobsingend Gottes dich zu freun. Se. ligkeit ist's, ihn zu loben. Wie wird der Geist dadurch erhoben. Und welch ein Glück kann größer sein? Im voraus schmeckt er schon der Frommen künft'gen Lohn, Him. 4. Immer inniger und fester wird er mit dir, du Allerbester, durch deines Namens Preis vereint; fühlt sich immer mehr getrieben, aus allen Kräften dich zu lieben, als seinen Vater, seinen Freund. Wie wächst ihm da der Muth, von dir, du höchstes Gut, froh zu hoffen, was für die Zeit und Ewigkeit ihm nützt und sichern Trost verleiht. 5. Sollt' ich denn nicht gern dich preisen, und dir, mein Gott, den Dank erweisen, der deiner Vatertreu' gebührt? Täglich will ich dir Lobsingen und mich im Geiste zu dir schwingen, bis mich dein Arm zum Himmel führt. Da liegen dann vor mir mehr Quellen noch als hier, immer offen, auf ewig dein mich zu erfreun, und deines Preises voll zu sein. 4. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Von allen Himmeln tönt dir, Herr, ein froher Lobgesang. Zu dir, Anbetungswürdiger, steig' auch der Menschen Dank. 2. Du brauchst zwar unsers Preis ses nicht, bist selig ohne ihn; doch bleibt dein Lob stets unsre Pflicht; wer darf sich der entziehn? 3. Dich preisen, ist uns Seligkeit; dir danken, hohe Zust; schon hier fühlt, wer sich deiner freut, den Himmel in der Brust. 4. Und du, der uns Empfindung gab für deine Herrlichkeit, stehst huldreich auf das Lob herab, das unser Herz dir weiht. 5. Wir stammeln's zwar in Schwachheit nur, so heiß das Herz auch glüht; denn deinen Ruhm, Herr der Natur, erreicht kein sterblich Lied. 6. Doch du verschmähst das Opfer nicht, das dir die Andacht bringt, die sich mit Kindeszuversicht zu deinem Throne schwingt. Wesen und Eigenschaften. 7. So soll dein Lob denn allezeit in unserm Munde sein, und dank. voll deiner Gütigkeit stets unser Herz sich freun. 8.& inst fingen wir im höhern Ton dir unsrer Seele Dank; und dann erschallt an deinem Thron ein beßrer Lobgesang. Dasein Gottes. 5. Mel. Herzliebster Jesu, was 2c. Es ist ein Gott; er hat auch mich erschaffen. Was hätt' ich wider Furcht und Gram für Waffen, wenn diese Welt kein Werk zu seiner Ehre, wenn er nicht wäre? 2. Dann würd' ich unter mir das Thier beneiden. Ach, mir versiegte jeder Quell der Freuden; und jeder Lustort würde mir auf Erden zur Wüste werden! 3. War' ich nicht elend, wär' ich nicht verloren? Ja, besser wär's, ich wäre nie geboren, als nichts, in grauenvollen Finsternissen, von Gott zu wissen. 4. Dann würde mich der Durst nach Glück nur quälen und ich gewiß der Sehnsucht Ziel verfehlen. Dann wäre mir der Lüste wild Getümmel mein Gott, mein Himmel. 5. Flieht, lästernde Gedanken, ihr beflecket von ferne schon die Seele, die ihr schrecket; flieht! Nur der finstre, blinde Wahn der Thoren hat euch geboren. 6. Ich weiß, daß Gott ist, weiß, an wen ich glaube, wer mir den Geist gab, wer den Leib vom Staube so kunstvoll schuf, mir schenket, was mir nuget, mich täglich schüßet. 7. Ich weiß, worauf ich meine Wohlfahrt baue, wen ich verehre, wem ich mich vertraue. Gott zu gefallen, will ich mich nur üben, will ihn nur lieben. 6. Mel. Wach' auf, mein Herz 2c. Gott, aus deinen Werken kann ich dein Dasein merken; in allen 3 Kreaturen find' ich der Gottheit Spuren. 2. Das große Weltgebäude, dein Ruhm und meine Freude, ruft in viel tausend Chören: Gott ist, Gott mußt du ehren! 3. Wer sprach es, daß die Erde, und daß der Himmel werde? Wer sprach es, daß im Meere des Wassers Sammlung wäre? 4. Wer ließ in jenen Höhen das Sternenheer entstehen? Wer hieß. des Donners Brüllen die Welt mit Furcht erfüllen? 5. Du bist's, Gott, deine Werke erzählen deine Stärke und deine weise Güte dem achtsamen Gemüthe. 6. Das Würmchen in dem Staube, die bunte Raup' am Laube, das Gras, die schlanken Halmen find deines Ruhmes Psalmen. 7. Herr, du bist hoch erhoben und ewig hoch zu loben; wenn auch der Thoren Rotten dich läugnen und verspotten. 8. Laß Alle, die dich kennen, und dich mit Ehrfürcht nennen und die dir fest vertrauen, auch deine Hülfe schauen. 7. Mel. Kommt her zu mir, spricht zc. Wie könnt' ich zweifeln, daß du bist, o Gott! Der ganze Weltbau ist ein Zeuge deines Lebens. Zu sichtbar ist's, daß Güt' und Macht mit Weisheit ihn hervorgebracht. Nichts, nichts ist hier vergebens. 2. Wohin auch nur mein Auge blickt, da seh' ich Ordnung, die entzückt, im Großen und im Kleinen; ich seh', und ganz erstaunt bin ich, wie der Geschöpfe Heere sich zu einem Ziel vereinen. 3. Eins muß dem Andern nußbar sein, daß die sich ihres Daseins freun, die sich empfinden können. Und wie? doch wäre die Natur und ihre weise Ordnung nur des Zufalls Werk zu nennen? 4. Nein, wahrlich, nicht von ungefähr entstanden Himmel, Erd' 1* Gott, dessen Daſein, und Meer; so konnte nichts entstehen. Du sprachst ein Wort; da ward, was ist; und einzig darum, weil du bist, ist Alles, was wir sehen. 5. Du bist's, der die geschaffne Welt in ihrer Ordnung noch erhält, mit Weisheit sie regieret. Du bist es, der nach seinem Rath auch uns auf unsers Lebens Pfad mit weiser Gnade führet. 6. wohl mir, Höchster, daß du bist, und diese Welt dein Werk nur ist! Nun ist gewiß mein Leben nicht eines blinden Zufalls Spiel; ich darf nach meiner Wünsche Ziel nun nicht vergeblich streben. 7. Mein Sehnen nach Zufrieden heit, mein Durst nach ew'ger Seligfeit wird sicher nun gestillet, wenn nur zu dir mein Geist sich hält, und nicht die schnöde Lust der Welt hier mein Gemüth erfüllet. 8. Drum soll es stets mir Freude sein, dir, Gott, mein ganzes Herz zu weihn, zur Ehre dir zu leben. Du wirst mir dann in jeder Noth hier reichen Trost, und einst im Tod des Himmels Wonne geben. Wesen Gottes. 8. Mel. Nun danket Alle Gott 2c. Anbetungswürd'ger Gott, mit Ehrfurcht stets zu nennen, du bist unendlich mehr, als wir begreifen können. D flöße meinem Geist die tiefste Demuth ein, und laß mich stets vor dir voll Ghrerbietung sein! 2. Zum Sein riefst du die Welt, um Luft und Seligkeiten auf der geschaffnen Welt um dich her auszubreiten. Du bist die Liebe selbst; Verstand und Rath sind dein, und du gebrauchst sie gern, zu segnen, zu erfreun. 3. Du sprichst; und es geschieht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand dein großes Werk, der Himmel und die Erde. Mit deiner Almacht Hand regierest du die Welt. und deine Kraft vollführt, was uns unmöglich fällt. 4. Du bist der Herren Herr; der Erde Majestäten sind, Höchster, Staub vor dir; wie bald kannst du sie tödten! Wen du erniedrigest, Gott, wer kann den erhöhn? Wen du erhöhen willst, deß Hoheit muß bestehn. 5. Wer hat dich je gesehn? Wer kann im Fleisch dich sehen? Kein sterblich Auge reicht bis zu des Lichtes Höhen, von welchen du mit Huld auf deine Schöpfung blickft und alles, was da lebt, erfreueft und beglückst. 6. Ja, hier erkennen wir dich nur sehr unvollkommen. Wird aber dermaleinst der Vorhang weggenommen, der dich, Unendlicher, noch unserm Blick verschließt, dann sehn wir heller ein, wie herrlich, Gott, du bist. 7. Indeß sei auch schon jetzt dein Ruhm von uns besungen. Verschmähe nicht ein Lob von unsern schwachen Zungen. Dort soll, wenn wir dereinst im hellern Licht dich sehn, vollkommner unser Lied dich, großer Gott, erhöhn. 9. Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2c. Der er Herr ist Gott, und keiner mehr. Frohlockt ihm, alle Frommen. Wer ist ihm gleich? Wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß; sein Nam' ift groß. Er ist unendlich, grenzenlos in seinem ganzen Wesen. 2. Er ist und bleibet wie er ist. Wer strebet nicht vergebens, ihn auszusprechen? Wer ermißt die Dauer seines Lebens? Wir Menschen sind von gestern her; eh' noch die Erde war, war er, noch eher, als die Himmel. 3. Des Ew'gen Thron umgiebt ein Licht, das ihn vor uns verhullet. Ihn fassen alle Himmel nicht, die seine Kraft erfüllet. Er Wesen und Eigenschaften. bleibet ewig, wie er war, verbor. gen, und nur offenbar in seiner Werke Wundern. 4. Wo wären wir, wenn seine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er kennt uns, fennet, was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weisheit, und Verstand, und Kraft und Stärke; seine Hand um spannet Erd' und Himmel. 5. Ist er nicht nah', ist er nicht fern? Weiß er nicht Aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Umsonst hüllt ihr in Finsterniß, was ihr beginnt; er sieht's gewiß, er steht es schon von ferne. 6. Wer schützt den Weltbau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich dein Segen über Alle. Du bist voll Freundlichkeit und Huld, barmherzig, gnädig, voll Geduld, ein Vater, ein Verschoner. 7. Unsträflich bist du, heilig, gut und reiner als die Sonne. Wohl dem, der deinen Willen thut; denn du vergiltst mit Wonne. Du hast Unsterblichkeit allein, bist selig, wirst es ewig sein, hast Freuden, Gott, die Fülle. 8. Du nur bist würdig, Lob und Dank zu nehmen, Preis und Ehre. Kommt, werdet Gottes Lobgesang, ihr, alle seine Heere! Der Herr ist Gott und keiner mehr. Wer ist ihm gleich? Wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen? 10. Mel. O Gott, mein Schöpfer 2c. Gott, der du mein Schöpfer bist, dem ich nur angehöre, dich richtig zu erkennen ist mir ewig Pflicht und Ehre. Stets heiliger durch dich zu sein, dich immer mehr zu lieben, mich deiner immer mehr zu freun, will ich mich täglich üben, von dir stets mehr zu lernen. 2. Ich kann ja, Ewiger, schon hier durch eifriges Bestreben, wie schwach ich bin, mich doch zu dir 5 mit meinem Geist erheben. Nur laß mich auf den Unterricht von dir in deinen Werken, und auch auf deines Wortes Licht getreu und forschend merken, damit ich weiser werde. 3. Dann wird mir nicht aus eigner Schuld entgehn, was du uns lehrest; wie du voll Weisheit, Macht und Huld uns jeden Tag ernährest; wie Alles schön geordnet sich zum allgemeinen Segen vereinigt; wie so väterlich du uns auf tausend Wegen mit Lust und Heil begegnest. 4. Ich sehe dann, und seh' erfreut stets immer mehr Beweise von deiner Größ' und Herrlichkeit zu deinem Ruhm und Preise. Zum Licht wird mir die Finsterniß, die deiner Vorsicht Pfade mir oft verbirgt; ich bin gewiß, daß Herrlichkeit und Gnade stets ihren Ausgang krönen. 5. Und welchen Aufschluß giebt mir nicht vom Ziele meines Lebens dein Wort, das ewigs Heil verspricht. Nie merk' ich drauf vergebens. Ich lerne dich und deinen Sohn, und seiner Liebe Thaten, der Seele Werth, der Tugend Lohn, die Ernten ihrer Saaten, daraus stets besser kennen. 6. So werd' ich stets erleuchteter, von Vorurtheilen freier, zum Guten immer williger, standhaf. ter und getreuer. Mehr Weisheit, mehr Erkenntniß giebt, mehr Wil, ligkeit zum Leiden dein Wort, das meine Seele liebt, erhöhet meine Freuden, und tröstet mich im Kummer. 7. Gewährt der Morgenröthe Licht mir jetzt schon so viel Wonne; wie viel verschafft mir künftig nicht des vollen Tages Sonne! Dann wirst du dich, mein Vater, mir noch näher offenbaren; dann werd' ich noch weit mehr von dir und deinem Rath erfahren, und ewig froh dich preisen. 8. Dlaß von heiliger Begier mich immer mehr entbrennen, dich, Gott, und deinen Sohn schon hier stets besser zu erkennen, daß ich, Gott, dessen Dasein, 6 von jedem Wahne frei, dich immer treuer liebe, dir immer mehr gehorsam sei, und täglich mehr mich übe, dich würdig zu verehren. 11. Mel. OKönig, dessen Majestät zc. Dich kennen, Gott, ist Seligkeit, und sich zu dir erheben, ist Wonne, die mein Herz erfreut; wirkt eifriges Bestreben, mich deinem Dienste ganz zu weihn; lehrt mich das Glück ein Mensch zu sein und froh es zu empfinden, daß du mein Herr und Vater bist, und daß dir's wahre Freude ist, schon hier mein Wohl zu gründen. 2. O welche Huld erzeigst du mir, du Schöpfer meines Lebens! Ge. nährt, beglückt, geführt von dir, erwart' ich nicht vergebens, daß mich dein Beistand unterstützt, und daß du alles, was mir nüßt, zu meinem Heil mir giebest. So oft sich Tag und Nacht erneut, an jedem Ort, zu jeder Zeit fühl' ich, daß du mich liebest. 4. Je mehr ich lerne, was du bist; je mehr ich deine Wege, und was mit mir dein Endzweck ist, nachdenkend überlege, Herr, desto mehr führt jeder Blick auf das für mich bestimmte Glück, mich auf ein beßres Leben. Ich weiß, der mir geschenkte Geist, der sich dem Erdenstaub' entreißt, wird sich zu dir erheben. heit sucht und liebt. Laß ihn bei Dunkelheiten, wo er, von Tauschung leicht verführt, sich nur zu weit von dir verliert, nie Eigendünkel leiten. 12. Mel. O Gott, mein Schöpfer 2c. Ich suche deiner Größe Spur, daß ich sie mehr entdecke; und überall zeigt die Natur die Güte deiner meine Seel', erhebe dich, den Zwecke, zeigt Ordnung und Zusammenhang in aller deiner Werke Gang vom Staube bis zur Sonne; was ich nur seh', was ich nur hör', entdeckt mir deine Größe mehr, führt mich zu neuer Wonne. 5. O laß mich, deiner werth zu sein, stets mehr von dir entdecken; und kann ich es, mich dankbar freun und meinen Geist erwecken, daß, wenn er sich im Forschen übt, er nur die Wahr6. Ganz kann hier meine Fasfungskraft nicht deine Größe sehen, nicht Alles, was dein Rathschluß schafft, nach meinem Wunsch verstehen. Wagt denn mein Forschen noch zu viel; will es das ihm gesezte Ziel aus Vorwitz überschreiten: so laß mich diesen Vorwiß scheun. Du willst mir ja mehr Licht verleihn nach dieses Lebens Zeiten. 7. Dann werd' ich, was ich hier nicht weiß, erfahren und verstehen; dann läßt du meinem Forschungsfleiß noch größre Dinge sehen; dann wird mir manches offenbar, was hier mir noch zu dunkel war in deiner Weisheit Wegen. Erhaben über Welt und Zeit, eil' ich mit größrer Sicherheit stets hellerm Licht entgegen. Eigenschaften Gottes. Mächtigen und Weisen, der Alles schuf und väterlich für Alles sorgt, zu preisen! Der du der Erst' und Höchste bist, im Himmel und auf Erden ist keiner, der so würdig ist, von uns verehrt zu werden, als du, der Welten Schöpfer. 2. Nur du bist Gott, bist's für und für. Nichts sind der Heiden Götter. Kein sichrer Trost ist außer dir, kein Helfer und Erretter. Laß mich auf dich, o Herr, allein von ganzem Herzen trauen, dir inniglich ergeben sein, mein Wohl auf dich nur bauen, und dir zur Ehre leben. 3. Du, welchen Erd' und Himmel preift, der Welten Herr und Meister, du bist der allerhöchste Geist, der Schöpfer aller Geister. Ich kenne nun der Seele Werth. Er müsse, Herr, mich lehren, wie Wesen und Eigenschaften. 7 es dein heilig Wort begehrt, dich folgern gern vergeben und meine innigst zu verehren im Geist und in der Wahrheit. Feinde lieben. 10. Du bist wahrhaftig; stets besteht dein Drohn und dein Versprechen. Du kannst, wenn Alles auch vergeht, dein Wort doch nimmer brechen. Gieb, daß ich scheue dein Gericht und Alles, was du drauest; auch hoffe, was dein Wort verspricht, daß du uns gern erfreuest: so werd' ich nie zu Schanden. 11. Gott, wenn mein Herz dich so verehrt, dich über Alles schäßzet, für dein Gesetz sich ganz erklärt, und sich's zur Richtschnur sebet: so wirst du, o mein Heil und Licht, auch ewig mich beglücken; so schau' ich einst dein Angesicht mit freudigem Entzücken, um ewig dich zu lieben. 4. O du, der ewig war und ist, du konntest nicht entstehen: du bleibst auch ewig, was du bist, wenn Himmel selbst vergehen. Den hohen Ruf zur Ewigkeit hast du auch mir gegeben. laß mein Herz hier in der Zeit sich auch zu dem erheben, was ewig mich erfreuet! 5. Was ist, und werden wird, und war, auch was ich thu' und dichte, ist Alles bloß und offenbar vor deinem Angesichte. Laß mich dein helles Auge scheun in Werken und Gedanken, und dann auch, wenn ich bin allein, in meiner Pflicht nicht wanken; benn du wirst Alles richten. 6. Wer ist, wie du, so weise, Gott, du kennst der Deinen Leiden, und hast auch Weg' aus jeder Noth zu wahren, sichern Freuden. Wohl dem, der deiner Weisheit traut und auf der Tugend Pfade auf deiner Führung Ausgang schaut. Denn deine weise Gnade wählt stets für uns das Beste. 7. Nichts, nichts umgrenzet deine Macht, zu segnen, die dich lieben; zu strafen, wenn man dich ver. lacht, um Frevel auszuüben. Wo ich nur bin, bist du um mich. Laß deinen Schuß mich decken. Zu sun digen frech wider dich, dieß müsse mich erschrecken, mehr, als die Furcht vor Strafe. 8. Du bist unstråflich und gerecht, und kannst nichts Böses dulden. Obeßre du mich, deinen Knecht, erlaß der Sünde Schulden! Dann hilf, daß ich gewissen. haft, was dir verhaßt ist, fliehe, und dein Geseß durch deine Kraft zu halten mich bemühe, und heilig vor dir lebe. 9. Du bist barmherzig, mild und gut, erbarmst dich deiner Kinder mit Liebe, wie ein Vater thut; erbarmst dich selbst der Sünder. Herr, laß in deiner Gnade hier auch meine Seele leben. Ich will, begnadigt Herr, von dir, Ver. Einheit Gottes. 13. Mel. Ich dank' dir schon durch zc. Es ist doch nur ein ein'ger Gott im Himmel und auf Erden. Nur sein allmächtiges Gebot hieß Erd' und Himmel werden. 2. Was er erschuf, das kann allein durch seine Kraft bestehen. Will er, die Welt soll nicht mehr sein: so muß die Welt vergehen. 3. Mit Allgewalt und Majestät ist er nur Weltregierer; ist über Alles hoch erhöht, und unsers Lebens Führer. 4. Groß ist sein Nam'; und mit der That kann er es auch beweisen. Herr, groß an Huld, an Macht und Rath, wer sollte dich nicht preisen? 5. Dir nur gebühret Preis und Ehr'. Wo ist je deines Gleichen? Nur du bist Gott, sonst keiner mehr; sollt' ich von dir denn weichen? 6. Nein, ewig bleibst du mir allein der Herr, an dem ich hange; und ewig soll's kein Andrer sein, von dem ich Heil verlange. 8 Gott, dessen 7. Mein ganzes Leben weih' ich dir, du Gott, auf den ich traue, bis ich dich einst, noch mehr als hier, in deiner Größe schaue. Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes. 14. Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2c. Erhaben über Welt und Zeit, lebst du, Gott, ohne Schranken, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Wie staunt bei dem Gedanken mein ganzer Geift! Er sinnt ihm nach, er finnt und forscht, und ist zu schwach, dein ew'ges Sein zu faſsen. 2. Noch ware von keiner Sonne Licht durch deine Welt verbreitet; die Himmel jauchzten dir noch nicht, durch deine Macht bereitet; noch war das Trockne nicht; kein Meer strömt' an der Berge Gründen her: du aber warst schon ewig. 3. Nicht eine Stund' ist es vor dir, vom Anfang bis zum Ende. Nur Augenblicke leben wir, die Werke deiner Hände. Nie nehmen deine Jahre zu; in alle Ewigkeit wirst du derselbe sein und bleiben. 4. Ja, du bist ewig, stirbest nie, bleibst immer meiner Seele der starke Fels, den ich für sie zur sichern Zuflucht wähle. Denn deine Gnad' und Wahrheit ist so ewig als du selber bist. Heil mir, daß ich dir traue! Dasein, 7. O lehre mich, hier in der Zeit, die du mir noch wirst schenken, der seligen Unsterblichkeit mit allem Ernst gedenken. Sie sei mein Trost, mein höchstes Gut; sie stärke mich mit Kraft und Muth, gerecht vor dir zu leben. 5. Mein Leib ist sterblich, nicht mein Geist; den will ich dir vertrauen; dein Wort, das Wahrheit ist, verheißt, er soll dein Antlig schauen. Auch ruht mein Leib nur turze Zeit; am Erntetag der Ewigkeit wirst du ihn auferwecken. 6. wohl mir, wenn ich nun schon hier nach ew'gen Gütern stre, be, und dir, o Ewiger, nur dir zum Wohlgefallen lebe! Dann hab' ich auch an deinem Heil mit allen Frommen ewig Theil und fauchze dir auf immer. 15. Mel. Gott sei Dank in aller zc. Ewiger, wie selig ist, wer an dich glaubt! Denn du bist groß und gut, unwandelbar, unsre Zuflucht immerdar. 2. Wenn ich auf zum Himmel schau', welch ein wundervoller Bau! Doch besteht er nur durch dich und verändert täglich sich. 3. Du nur bleibest, wie du bist. Was durch dich geschaffen ist, stand in deiner Wahl allein; aber du, du mußtest sein. 4. Niemals wirst du ganz erkannt. Wo ist irgend ein Verstand, der zu deinem Licht sich nahn, deine Jahre zählen kann? 5. Unsre Zeit, der kurze Traum, flieht dahin; wir merken's kaum, Du allein, du Herr der Zeit, haft und giebst Unsterblichkeit. 6. Wem die Weltlust wohlgefällt, weh' ihm! Es vergeht die Welt. Aber wer sich deiner freut, bleibt, wie du, in Ewigkeit. 16. Mel. Ich weiß, mein Gott, daß zc. Gott, wie du bist, so warst du schon, noch ehe du von deinem Thron Geschöpfe, die nicht waren, beriefft, zu sein und deine Macht und Gute zu erfahren. 2. Du wirst auch bleiben, was du bist, wenn dieser Erdkreis nicht mehr ist, in jenen Ewigkeiten, wo du uns frönst, uns, die wir hier um deinen Himmel streiten. 3. Du nur bist unveränderlich; auch wird, Gott, deine Wahrheit sich unwandelbar erhalten, wenn Welten einst, die du erschufft, wie ein Gewand veralten. Wesen und Eigenschaften. 4. Ob Felsen weichen, Berg' ins Thal sich stürzen, daß durch ihren Fall die Erde weit erzittert, bleibt doch, o Gott, dein Bund mit mir stets fest und unerschüttert. 5. Was zaget denn mein Herz in mir? Was klag' ich ängstlich, daß ich hier kein dauernd Gut genieße, und daß voll Müh' und Unbestand dieß Leben mir verfließe? 6. Was flag' ich? Werdein Wort noch hat, weiß, daß Gott seine Missethat, wenn er nur glaubt, vergebe, daß sicher ihm sein Erbtheil sei, daß er auch ewig lebe. 7. Was klag' ich? Liebest du mich doch mit aller deiner Liebe noch, und willst mich ewig lieben; hast selber meinen Namen dir in deine Hand geschrieben. 8. Dein bin ich, Gott, und du bist mein, und wirst es ewig, ewig sein; von dir kann nichts mich scheiden. Die Welt vergeht mit ihrer Lust; nicht du und deine Freuden. = Allenthalben- Gegenwart und Allwissenheit Gottes. 17. Mel. Nun lob' mein' Sect' den 2c. Der Herr ist in den Höhen, auch in den Tiefen ist der Herr. Wo Menschen zu ihm flehen, wo ihn die Engel schaun, ist er. Wo ich nur in Gedanken mich denk', ist er mir nah'; ist frei von allen Schranken, in jedem Raume da; umfaßt mit seinen Händen die Welten und um spannt an allen ihren Enden, was je durch ihn entstand. 2. Allgegenwärtig schauet sein allumfassend Aug' umher; und wer ihm nur vertrauet, den schüßzet, den verforget er. Er hört das Schrein der Raben, hat für die ganze Welt, hat für den Wurm selbst Gaben, und Schmuck für Thal und Feld. Für sein Geschöpf zu sorgen, fehlt ihm nie Rath und Macht. Er 9 ist's, der auch verborgen uns nah' ist, uns bewacht. 3. Wie könnt ihr denn, Verbrecher, dem, der so nah' euch ist, entgehn? könnt wähnen, er, der Råcher, werd' euer finstres Werk nicht sehn? Eh' noch Gedanken werden, sieht er vom Himmel sie, und alle Nacht auf Erden verbirgt vor ihm sie nie. Wähnt nicht, daß er's nicht wisse; mit seinen Schrecken füllt er selbst die Finsternisse, worin ihr euch verhüllt. 4. Er ist auch nahe denen, die willig thun, was er gebot, hört sie, zählt ihre Thränen, hilft und verscheucht, was ihnen droht. Wohl mir! Zu meiner Nechten ist mir der Herr, mein Gott; in meines Kummers Nächten, und wo ich seufz', ist Gott. Wo ich nicht Freunde habe, wo niemand hilft, ist Gott. Im Sturm, im Tod', im Grabe und überall ist Gott! 18. Miel. Liebster Jesu, wir sind hier 2c. Gott, du kennst von Ewigkeit, die Bewohner deiner Erde, siehst, ob ich die Uebungszeit dir zum Preise nüßen werde; meine Thaten, meine Sorgen sind dir, Höchster, nie verborgen. 2. Deine Gegenwart erfüllt jede Tiefe, jede Höhe; selbst die Finsterniß verhüllt nie vor dir, was ich nicht sehe. Keine Geister, keine Seelen können dir ihr Thun verhehlen. 3. Alles überschauest du, merkst und siehst, worauf ich sinne, was ich wünsche, was ich thu', was ich thun will und beginne; wo ich bin, an allen Enden, bin ich, Gott, in deinen Händen. 4. Nur umsonst verhüllt' ich dir mich mit allen Finsternissen; gegenwärtig bleibst du mir überall und im Gewissen; und vor dieses Zeugens Schrecken kann auch keine Kluft mich decken. 5. Hören will ich deinen Ruf, nicht verkehrte Wege gehen; du, Gott, dessen Dasein, 10 der Ohr und Auge schuf, würdest meine Thorheit sehen. Alles führst du im Gerichte aus der Finsterniß zum Lichte. 6. Ueberall vertrau' ich dir. Daß ich, was mir nüßt, empfahe, hoff' ich; denn du bleibest mir stets mit deiner Güte nahe. Du erscheinst; und meine Leiden fliehen, oder werden Freuden. 7. Ueberall umgiebst du mich, der du mächtig mich beschüßest und, wo niemand hilft, seh' ich, daß du, Herr, mich unterstüßest, daß ich kämpfen kann und ringen und zu deinem Himmel dringen. 7. Du kanntest mein Gebein, ch' ich ans Licht gekommen, da ich im Dunkeln erst die Bildung angenommen; dein Auge sah mich schon, eh' ich bereitet war, und meiner Tage Lauf war dir schon offenbar. 8. Was für Erkenntnisse, für köstliche Gedanken! Unzählbar sind sie mir, denn sie sind ohne Schranken. Mit Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer, sehn, dir folgen, und dein Lob, so gut ich kann, erhöhn. 19. Mel. O Gott, du frommer Gott 2c. 9. Erforsche mich, mein Gott, Herr, du erforschest mich, dir bin der wirklich bin, der ich zu sein mir und prüfe, wie ich's meine; ob ich scheine. Sieh', ob mein Fuß viel. leicht sich einem Irrweg naht, und halte mich zurück auf ebnem, sicherm Pfad. ich unverborgen; du kennst mein ganzes Thun und alle meine Sorgen. Was meine Seele denkt, war bir bereits bekannt, eh' der Gedanke noch in meiner Seel' entstand. 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o Herr, nicht wissest. Du schaffest, was ich thu'; du ordnest, du beschließest, was mir begegnen soll. Erstaunt seh' ich auf dich. Wie groß ist dein Verstand, wie wunderbar für mich! 3. Wohin, wohin soll ich vor dei nem Geiste fliehen? Wie könnt' ich jemals wohl mich deinem Aug' entziehen? Führ' ich gen Himmel auf, so bist du, Höchster, da; führ' ich zur Lief' hinab, auch hier bist du mir nah'. 4. Nähm' ich auch, schnell zu fliehn, die Fittige vom Morgen; selbst an dem fernsten Meer blieb' ich dir nicht verborgen. Auch da um. schlösse mich doch deine Allmachtshand; denn du bist überall, und dein ist jedes Land. 6. Du warst schon über mir in meiner Mutter Leibe; du bildeteft mein Herz, Gott, deß ich bin und bleibe. Ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht, und meiner, eh' ich war, schon väterlich gedacht. 5. Wollt' ich in Finsterniß mich deinem Aug' entziehen, so sucht' ich doch umsonst, auch da dir zu entfliehen. Die dickste Finsterniß ist vor dir helles Licht; die Nacht glänzt wie der Tag vor deinem Angesicht. 20. Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. Nie bist du, Höchster, von uns fern, du wirkst an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb' und athme ich; du leitest, du beschützest mich. 2. Was je mein Herz empfunden hat, was ich verwerf und wähle, der erste Trieb zu jeder That, der stille Wunsch der Seele, der dunkelste Gedank' in mir, Gott, Alles liegt enthüllt vor dir. 3. Wenn ich in stiller Einsamkeit mein Herz zu dir erhebe und, über deine Huld erfreut, nach deinem Willen lebe: so siehst du es, und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer sei. 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rath verkehrte Wege wählet. und bleibt auch eine böse That vor aller Welt verhehlet: so weißt du Wesen und Eigenschaften. sie und firafest mich zu meiner Beßrung våterlich. 5. Du hörest meinen Seufzern zu, schaffst, daß mir Hülf' erscheine; mit Vaterliebe zählest du die Thränen, die ich weine; du siehst und wågest meinen Schmerz, erfüllst mit deinem Trost mein Herz. 6. drückt', Allgegenwärtiger, dieß tief in meine Seele, daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, mein Herz zur Zuflucht wähle, daß ich dein heilig Auge scheu', dich zu verehren eifrig sei. 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln und stårke mich dann auch mit Kraft, vor dir getroft zu wandeln. Du bist um mich, Herr, o verleih', daß dieß mir Trost und Warnung sei. 21. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit 2c. Umsonst, umsonst verhüllst du dich, mein Herz, in Finsternisse. Was kann ich Gott verbergen, ich? welch Thun, das er nicht wisse? Sei, kannst du, dunkler als das Grab, das Auge Gottes schaut hinab, und kennt auch deine Tiefen. 2. Wo ist die Nacht der Einsamfeit, die mich vor ihm verhehle? Er sieht euch schon eh' ihr noch seid, Gedanken meiner Seele, eh' ich euch selbst empfinden kann, von eurer ersten Bildung an bis ihr vollendet werdet. 3. Erkennet, er durchschauet euch, wenn ihr euch mir entziehet, bemerkt euch, wenn ihr Strahlen gleich schnell auffahrt, schnell entfliehet. Vergebens wünsch' ich: sterbt, vergeht! vergebens! Auf gezeichnet steht ihr All' in seinem Buche. 4. Der Herr gedenket ihrer noch wenn sie auch mir verschwinden. Sie bleiben. Und ich träume doch, sie wären keine Sünden? Sie alle müssen an das Licht wenn er erscheint und im Gericht der Herzen Rath entdecket. 11 5. Dann wird das Siegel seines Buchs vor aller Welt gebrochen, das Urtheil des verdienten Fluchs Gedanken selbst gesprochen. Wo ist die Nacht, die fie verhehlt? Der Richter hatte sie gezählt; nicht Einer ist vergessen. 6. Seid heilig, seid von Gott nur voll, Gedanken meiner Seele, daß, wenn gerichtet werden soll, nicht Einer dann mich quale, seid heilig, und dann fürchtet nichts! Gott wird am Tage des Gerichts wie Thaten euch belohnen. Allmacht Gottes. 22. Mel. Wir Christenleut' 2c. Gott, grenzenlos, undenkbar groß, der Urquell aller Kraft ist deine Stärke. Schon sehn wir hier so viel von ihr; doch sehn wir kaum den Anfang ihrer Werke. 2. Durchflög' ich gleich dein weites Reich und sähe deine letzte Sonne glänzen; so säh' ich dort doch nicht den Ort, wo du nicht wärst, nicht deiner Allmacht Grenzen. 3. Was du erschufst, was du jetzt rufft und rufen wirst, wer kann das Alles zählen? Doch wolltest du noch mehr dazu erschaffen, würd' es dir an Kraft nicht fehlen. 4. So lange fließt ihr Quell, und ist doch nicht erschöpft, und wird es auch nie werden. Sprich nur ein Wort, so fließt er fort in neuen Himmeln und auf neuen Erden. 5. Doch deine Kraft, o Gott, erschafft nur, was du willst; denn du bist gut und weise. Das lehre mich, damit ich dich für Alles, was du thust, mit Ehrfurcht preise. 23. Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. err, deine Allmacht reicht so weit als selbst dein Wollen reichet. Nichts Gott, dessen Dasein, 12 ist, das deiner Herrlichkeit und deinen Thaten gleichet. Was ist zu groß, was ist zu schwer, das dir zu thun nicht möglich wär'? 2. Du sprichst, und auf dein machtig's Wort fällt Alles dir zu Füßen; du führest deinen Nathschluß fort bei allen Hindernissen. Wenn du gebeutst, so steht auch da, was noch zuvor kein Auge sah. 3. Du hast dein großes Schipfungswerk allmächtig ausgeführet. Es bleibet stets dein Augenmerk und wird durch dich regieret. Noch immerfort besteht die Welt, weil deine Allmacht sie erhält. 4. Die Größe deiner Thaten zeigt, daß, Schöpfer, dein Vermögen weit über alle Kräfte steigt, die die Natur bewegen. Du bleibst ihr Herr, in deiner Hand bleibt Alles, was durch dich entstand. 5. Was für ein Wunder deiner Macht wird unser Aug' einst sehen, wenn nach der langen Grabesnacht die Todten auferstehen; wenn du von unserm Staub den Rest zu neuen Körpern werden läßt. 6. Allmächtiger, erstaunt fall' ich vor dir anbetend nieder. Mein blöder Geist verlieret sich und lallt nur schwache Lieder, bewundert dich und deine Kraft, die Todten neues Leben schafft. 7. O schenke mir die Zuversicht, die deiner Macht vertrauet, der Macht, die Hülf' und Trost verspricht, wenn man auf dich nur bauet, auf dich und deiner Allmacht Kraft, die alles kann und alles schafft. Weisheit Gottes. 24. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Schöpfer, jedes deiner Werke macht deiner Größe Ruhm be. kannt, verkündigt deine Macht und Stärke, verkündigt Weisheit und Verstand. Wie herrlich ordnet deine Wahl der Wesen unermeßne Zahl. 2. Dein kleinstes Werk ist, wie das größte, voll Ordnung, Herrlichkeit und Pracht, ist, denn du wählest nur das Beste, ein Spiegel deiner weisen Macht. Wie mannichfaltig und wie gut ist das, was deine Weisheit thut. 3. Was du nach ihrem Nath erschufest, regierst du auch nach ihrem Rath; was kommen soll, kommt, wenn du's rufest, wie es dein Schluß geordnet hat. Wem Weisheit und Verstand gebricht, versagst du's, wenn er bittet, nicht. 4. Oft ist uns, Herr, dein Weg verborgen; dein Nath ist dennoch wunderbar, der Ausgang deiner weisen Sorgen erhellt, was unbegreiflich war. Was du beschließest, das besteht; was dir entgegenstrebt, vergeht. 5. Der Mensch hat seinen freien Willen; und dennoch muß, wie frei er wählt, er immer deinen Nath erfüllen, der seines Zieles nie verfehlt. Zu Schanden machst du Tück' und List, und lehrst, daß du nur weise bist. 6. Weisheit Gottes, meine Seele kennt ohne dich, was gut ist, nicht. Damit sie stets das Beste wähle, gewähre du ihr selbst dein Licht. Deckst du, was täuschen kann, mir auf, so wandt' ich sicher meinen Lauf. 7. Noch immer, Vater meines Lebens, hat deine Hand mich gut geführt. Wohl mir, ich lebe nicht rergebens, wenn deine Weisheit mich regiert. Sie führt gewiß durch Welt und Zeit mich hin zu deiner Herrlichkeit. 25. Mel. Gott des Himmels und der zc. Unerforschlich sei mir immer meines Gottes Weg und Rath, und vie Nacht sei ohne Schimmer, die mich hier umschattet hat; doch ist alles, was er thut, wie's auch scheine, weis' und gut. Wesen und Eigenschaften. 2. Sollt' ich das von Gott nur loben, wo ich Rath und Weisheit seh'? Ist's nicht ein Geschenk von oben, wenn ich seinen Weg versteh'? Frevelt der nicht, welcher klagt, daß ihm Gott mehr Licht versagt? 3. Sollt' ein Vater unterlassen, was dem Kinde Thorheit ist? Kühner Tabler, Engel faffen das, wo du im Dunkeln bist. Hier sollst du dem Herrn vertraun, und nur glauben, noch nicht schaun. 4. Sollt' er zu Regiererinnen seiner Werke, seiner Welt, meine Liste seßen, sinnen, ordnen, thun, was mir gefällt? Wohl uns, wenn er nie gewährt, was ein thöricht Herz begehrt. 5. Hier in meinem Pilgerstande fei mein Theil Zufriedenheit. Dort in meinem Vaterlande wohnt die wahre Seligkeit. Führt mein Gang zum Himmel ein, mag er immer dunkel sein. 6. Darum auch auf rauhen We gen, Christenseele, klage nicht. Was hier schmerzet, wird dort Segen, was hier Nacht ist, wird dort Licht, und ich faß erst Gottes Sinn, wenn ich ganz vollendet bin. 13 3. Herr, du willst, daß deine Kinder deinem Bilde ähnlich sein. Nie besteht vor dir der Sünder, denn du bist vollkommen rein. Du bist nur der Frommen Freund; Uebelthätern bist du feind. Wer beharrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. 4. D so laß uns nicht verscherzen, was dein Rath uns zugedacht. Schaff' in uns, Gott, reine Herzen, tödt' in uns der Sünden Macht. Denn was sind wir, Herr, vor dir? Wie so leicht, ach, fallen wir! Wer kann merken, wer kann zählen, Heiligster, wie oft wir fehlen? 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn dahin. O so reinige vom Bösen durch ihn unsern ganzen Sinn. Gieb uns, wie du selbst verheißt, gieb uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere und zu allem Guten führe. 6. Keiner sündlichen Begierde bleibe unser Herz geweiht; unsers Wandels größte Zierde sei des Herzens Heiligkeit. Mach' uns deinem Bilde gleich. Denn zu deinem Himmelreich wirst du, Herr, nur die erheben, die im Glauben heilig leben. Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes. 26. Mel. Herr, auf dich will ich 2c. Gott, vor dessen Angesichte nur ein reiner Wandel gilt, Keiner kommt zu deinem Lichte, der nicht dein Gefeß erfüllt. Heilig und gerecht bist du, und du rufft uns allen zu: Ich bin heilig, heilig werde jeder Mensch schon auf der Erde. 2. Heilig ist dein ganzes Wesen, und kein Böses ist an dir, ewig bist du so gewesen, und so bleibst du für und für. Was dein Wille wählt und thut, ist untadelhaft und gut, und unsträflich sind die Werke deiner Weisheit, Macht und Stärke. 27. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit zc. Gott, du bist heilig und gerecht in allen deinen Wegen. Du frönst das menschliche Geschlecht zwar gern mit deinem Segen; doch dringst du auch auf Frömmigkeit, weil diese zur Zufriedenheit und wahrem Wohl uns leitet. 2. Drum willst du auch, daß in der Welt ein jeder die Gefeße, die deine Weisheit festgestellt, verehre stets und schäze. Wer davon weicht, der weicht zugleich von sei nem Wohl'; in deinem Reich ist nur der Fromme selig. 3. Ja, Herr, dein heiliges Gericht zeigt sich uns schon auf Erden; du läsfest, fürchtet man dich nicht, uns hier schon inne werden, Gott, dessen Dasein, 14 baß du auf unsre Thaten siehst und ein gerechter Richter bist zur Ahndung alles Bösen. 4. Es flagt uns das Gewissen an, wenn wir dir widerstreben; straft uns, daß wir nicht recht gethan, straft unser böses Leben; da flicht die Ruh' aus unsrer Brust, und auf die schnide Sündenlust folgt eine bittre Reue. 5. Du strafft auch hier den Sünder schon für seine bösen Thaten und läsfest ihn in Schimpf und Hohn, in Angst und Noth gerathen. Hat er die Sünde nicht gescheut, hat ihn ihr falscher Reiz erfreut, so fühlt er ihre Leiden. 6. Doch bloß zu ihrer Besserung strafft du, o Gott, die Sünder, und züchtigst auch zur Heiligung nur deine schwachen Kinder. Wohl dem, der sich noch bessern lernt, sich von dem Sündenpfad entfernt, und deiner Zucht gehorchet! 7. Weh' aber dem, der in der Zeit nicht deine Warnung höret, dein ernstes Strafgericht nicht scheut und nicht zu dir sich fehret! Wie schrecklich ist dereinst sein Theil, wenn du den Frommen volles Heil in jener Welt wirst geben. 8. Herr, dieß bezeugt dein wahres Wort. bräuen. hilf uns, daß wir immerført den Weg der Sünde scheuen! Nimm unsrer dich erbarmend an und leit' uns auf der Tugend Bahn, daß jeder selig werde. Liebe, Güte, Gnade und Barmherzigkeit Gottes. 28. Mel. Ich dank' dir schon durch 2c. Se lebt ein Gott, der Menschen liebt. Ich seh's, wohin ich blicke, am Nebel, der den Himmel trübt, so wie am Sonnenblicke. 2. Ich seh's an jeder dunkeln Nacht, wo auch kein Stern mir leuchtet, am Mond, wenn er in stiller Pracht mir meinen Pfad erleuchtet. 3. Ich seh's, wenn Donnerwolken glühn, und Berg und Wald bewegen, ich seh's, wenn sie vorüber fliehn, am fruchtbar sanften Regen. 4. Nicht nur wenn Frühlingslüfte wehn durch Laub und junge Blüthe; nicht nur wenn reife Saa ten stehn, seh' ich des Schöpfers Güte, 5. Ich seh' sie auch wenn tiefer Schnee die starre Flur bedecket, und brausend von des Himmels Höh' der Sturm den Wandrer schrecket. 6. Ja, wie sie sich in der Natur allliebend meinem Blicke entdeckt, so seh' ich ihre Spur beim wechselnden Geschicke. 7. Ich sehe sie nicht nur im Glück bei dieses Lebens Freuden, ich seh' sie mit bethråntem Blick auch in des Lebens Leiden. 8. Einst seh' ich ohne Thränen sie noch heitrer als die Sonne, und finge, frei von aller Müh', ihr Lob in ew'ger Wonne. 29. Wie groß ist des Allmächt'gen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? der mit verhärtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen: vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? wer giebt dem Geiste neue Kraft? wer läßt mich so viel Gut's genießen? It's nicht sein Arm, der Alles schafft? 3. Schau', o mein Geift, in fenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie Wesen und Eigenschaften. er ist! Du hast ein Recht zu diesen Freuden, durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh', darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. 4. Und diesen Gott sollt' ich nicht ehren, und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will' ist mir ins Herz geschrieben, sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über Alles lieben, und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dieß ist mein Dank, dieß ist sein Wille: Ich soll vollkommen sein, wie er. So lang' ich dieß Gebot erfülle, stell' ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb' in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht. Und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. Gott, laß deine Güt' und Liebe mir immerdar vor Augen sein! Sie stårk' in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn; sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks; und sie besieg' in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. 30. Mel. Nun lob' mein' Seel' den 2c. Gott, du bist die Liebe. Uns wohlzuthun, ist deine Lust. Drum preist mit frohem Triebe dich unsre bankerfüllte Brust. Ganz ohne alle Grenzen ist deine Gütigkeit. So weit die Himmel glänzen, übst du Barmherzigkeit. Du siehst mit Wohlgefallen auf das, was du gemacht, und hast auch uns, uns Allen viel Gutes zugedacht. 2. Uns ewig zu beglücken, erschufst du uns und deine Welt, die hier schon zum Entzücken so viele Wunder in sich hält. Noch größrer Güte Proben hat für uns deine Hand im Himmel aufgehoben, der Bonne Baterland. Dahin uns zu erheben, sandtst du den Sohn 15 herab, der huldreich selbst sein Leben für uns Verlorne gab. 3. Wie groß ist deine Gnade! Wer ist so reich an Huld als du? Auch auf dem Sündenpfade siehst du uns voller Langmuth zu. Du lockest uns zur Buße. Und fallen wir gebeugt voll Neue dir zu Fuße, voll Reu', die Beßrung zeugt: so schenkest du uns Armen auch Trost an deiner Huld und tilgest aus Erbarmen die ganze Sündenschuld. 4. Mit jedem neuen Morgen ist immer deine Güte neu; selbst unserm Wunsch und Sorgen kommst du zuvor mit Vatertreu'. Du Geber aller Gaben, du weißt, was uns gebricht, und was wir nöthig haben, versagst du keinem nicht. Wie sind doch unsre Tage von deinem Wohlthun roll! Selbst ihre Lust und Plage lenkst du zu unserm Wohl. 5. Wer sollte dich nicht lieben? Du hast uns ja zuerst geliebt, und bist stets treu geblieben, wie viel wir wider dich verübt. Mit Gngden uns zu segnen, ist ewig deine Lust; mit Dank dir zu begegnen, sei stets auch unsre Lust. Zu ehren deinen Willen, uns selbst zum Glück und Heil, ihn freudig zu erfüllen, sei unser bestes Theil. 6. Wer hier auf seinen Wegen dein Wort vor Augen hat und hält, den setzest du zum Segen schon hier, noch mehr in jener Welt. Du schaffst ihm selbst aus Leiden den Herrlichsten Gewinn, und führest ihn zu Freuden, die ewig währen, hin. Wie groß ist deine Güte! Mich ihrer stets zu freun, laß, Gott, auch mein Gemüthe vell Liebe zu dir sein. 31. Met. Aus meines Herzens Grunde za Groß ist des Höchsten Güte. Wer sie nicht achtete, welch fühllos Herz verriethe der Unerkenntliche! Sie rettet uns aus Noth, erquicket uns im Leide, verwandelt es in Freude, versüßet selbst den Tod. 16 2. Und meine Lippen schwiegen? Ich selbst versagte mir das himmlische Vergnügen, Gott, lobzusingen dir? Nein, Herr, von meinem Dank sei jeder Morgen Zeuge, und jeden Abend steige zu dir mein Lobgesang. Gott, dessen Dasein, 3. Du wirst mich ferner leiten, so unwerth ich's auch bin. Treu bleibt zu allen Zeiten dein milder Batersinn. Ich hoffe stets auf dich. Du wirst in Kümmernissen mir wohl zu helfen wissen; dir überlaß ich mich. 4. Ja, deine Huld ist größer als es der Mensch versteht, dein Rath unendlich besser als was sein Wunsch erfleht. Herr, meine Zuversicht, dir frob mich zu ergeben, dich dankbar zu erheben, sei meine liebste Pflicht. 32. Mel. Nun lob' mein' Seel' den 2c. Mit fröhlichem Gemüthe dankt, die ihr Christo angehört. Danki Gott, daß seine Güte so wie sein Leben ewig währt. Nach so viel tausend Jahren, die durch sie alle reich an frohen Segen waren, bleibt sie sich immer gleich. Nie hört sie auf zu sorgen, und sorget immer treu; sie wird mit jedem Morgen an den Geschöpfen neu. 2. Sie reicht durch Erd' und Himmel, um, was da lebet, zu erfreun. Welch fröhliches Gewimmel in ihrem milden Sonnenschein! Vor ihren heitern Strahlen, wo fie hervorbricht, fliehn auch bange, finstre Qualen wie leichte Wolken hin. Wer zählt die Millionen, die fie erwärmt und nährt? So weit nur Wesen wohnen, hat sie auch fich verklärt. 3. Süß ist das Licht der Sonne, das täglich jedes Aug' entzückt; weit süßer ist die Wonne, womit uns Gottes Gut' erquickt. Erfreulich ist das Leben und schauervoll der Tod; doch besser noch, als Leben, ist deine Güte, Gott. Wie ist fie uns so theuer! Sie, sie verläßt uns nie. Was ist wohl milder, treuer und tröstender, als sie. 4. Zu ihrem Lob' erwecke vor Allem du dein Herz, o Christ. Komm her, und sieh' und schmecke, wie freundlich Gott, dein Vater, ist! Auf, seinen Ruhm erzähle dein frommes Saitenspiel, und deine ganze Seele sei Inbrunst und Gefühl! Von seiner Güte sage, wie treu sie für uns wacht, ein Tag dem andern Tage, die Nacht der nächsten Nacht. 5. Wer wollte sie nicht loben, sie, die doch Allen Alles gab, vom hohen Engel oben bis zu des Staubs Gewürm herab? Von so viel Kreaturen läßt sie nicht eine leer, und breitet Segensspuren auf Alle sie umher. Und wie sie voll Entzücken stets für den Himmel quoll, ist auch, wohin wir blicken, von ihr der Erdkreis voll. 33. mel. Aus meines Herzens Grunde 2c. Mit Singen dich zu loben, ist, Gott, mein Herz bereit. Gieb selbst dazu von oben mir Kraft und Freudigkeit. Auf, Seele, bringe Dank! wäre doch mein Leben dem Gott, der mir's gegeben, ein steter Lobgesang! 2. Es freun sich deine Kinder des Reichthums deiner Huld; du trägst auch selbst den Sünder mit schonender Geduld. Gern willst du, daß der Christ beglücket auf der Erde und einst dort selig werde, wo die Vergeltung ist. 3. Mein Gott, wie große Dinge hast du an mir gethan. Mein Herz ist zu geringe, mit dem ich danken kann. Wie groß ist deine Treu'. Ich werfe meine Sorgen auf dich, und e Morgen ist deine Güte neu. 4. Gott, du willst mich beglücken durch Alles, was du thust, aus deinen Vaterblicken strömt in die Seele Luft. Du bist mein höchstes Gut, im Finstern meine Sonne, im Kummer meine Wonne, du giebst mir Kraft und Muth. Wesen und Eigenschaften. 5. Drum, frohes Herz, bekenne, daß Gott die Liebe sei. Sei dank bar und entbrenne in Gegenlieb' und Treu'. Vertrau' ihm, hang' ihm an. Den Trost laß dir nicht rauben: Beglückt ist, wer im Glauben ihn Vater nennen kann. 34. Nun lobe, meine Seele, was in mir ist, des Höchsten Treu'; auf, seine Güt' erzähle, denn sie ist alle Morgen neu. Die Sünd' hat er vergeben. Ist deine Schwachheit groß, so rettet er dein Leben, nimmt sich in seinen Schooß, mit reichem Trost erquicket, verjüngt dich Adlern gleich. Der Herr schafft Recht, beglücket, was seufzt in seinem Reich. 2. Er hat uns wissen lassen sein heilig Recht und sein Gericht. Er liebt uns ohne Maßen, ihm mangelt's an Erbarmung nicht. Er schüßt uns in Gefahren, straft nicht nach unsrer Schuld, pflegt Gnade nicht zu sparen, er hat mit uns Geduld. Sein Wohlthun ist so labend für kindlich frommen Sinn. So fern der Ost vom Abend, ist unsre Schuld dahin. 3. Wie Våter sich erbarmen, wenn ihre Kinder hülflos schrein; so will der Herr uns Armen, die wir ihn fürchten, Vater sein. Er kennet unfre Schwäche, er weiß, wir sind wie Staub, wie Gras auf dürrer Fläche, wie Blumen, fallend Laub. Kaum, daß die Winde wehen, so ist es nicht mehr da. So wird der Mensch vergehen, sein End' ist stets ihm nah.' 4. Nur Gottes Gnad' alleine steht fest, und bleibt in Ewigkeit. Sie kronet die Gemeine, die treu sich seinem Dienste weiht, euch, die ihr Glauben haltet. Er herrscht im Himmelreich. Ihr starken Engel, waltet des Lobes, dient zugleich, dem großen Herrn zu Ehren, und treibt sein heilig Wort. Mein 17 Geist soll auch vermehren sein Lob an allem Ort. 5. Sei Lob und Preis mit Eh. ren Gott, Vater, Sohn und heil'. gem Geist. Der woll' in uns vermehren, was er aus Gnaden uns verheißt, daß wir ihm fest vertrauen, verlassen uns auf ihn, auf ihn von Herzen bauen, mit unserm Muth und Sinn ihm freudig stets anhangen, ihn ehr'n zu jederStund'. Herr, laß es uns erlangen, wir flehn aus Herzensgrund. 35. Met. Sollt' ich meinem Gott nicht s. 2c. Gott, mein Gott, dir will ich singen, deines Heils will ich mich freun. Denn ich seh' in allen Dingen: Gottes bin ich, Gott ist mein. Lieben ist es, nichts als Lieben, herzliche Barmherzigkeit, die so oft und viel verzeiht. Herr, ich will dich ewig lieben. Aller, aller Engel Schaar schufest du und zählst mein Haar. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, hat mich, dankt's ihm meine Lieder, hat mich Gottes Arm bedeckt. Gott war's, als ich noch nicht dachte, als ich kaum zu sein begann, Gott, der immer tödten kann, war's, der da schon mich bewachte. Dank, dieß Leben gabst du mir und ein ewig's, Dank sei dir. 3. Für mich Armen, mich Verlornen, mich, der ich gefallen bin, gab er seinen Eingebornen, gab er Jesum Christum hin. Wer kann, was er that, ergründen auf der ganzen Erde, wer? Wer aus seiner Engel Heer kann es, wie er liebt, ergründen? Sie befällt ein heilig Graun, wenn sie lustet, hinzuschaun. 4. Seinen wunderbaren Führer, Gott, den Tröster, seinen Geist, giebt der Herr mir zum Regierer, wenn die Welt mich an sich reißt, daß er meine Seele fülle mit des Glaubens ew'gem Licht. Dann, dann fürcht' ich kein Gericht, und 2 Gott, dessen Dasein, 18 mein bebend Herz wird stille. Dei nes Heils darf ich mich freun, Herr, dein bin ich, du bist mein. 5. Meinem bessern Theil, der Seele, giebt er seines Lebens Ruh'. Wenn ich, was er wählte, wähle, strömet mir sein Friede zu. Was, so lange wir hier wallen, Pilger in der Sünde Welt, was die Hütten stüßt und hält, die dereinst in Staub zerfallen, auch dieß giebt, deß Allmachtsruf uns für diese Welt auch schuf. 6. Himmel, Erd' und ihre Heere sind zu meinem Dienste da. Wohin ich mein Auge kehre, ist mir Gottes Segen nah'. Thier' und Kräuter und Getreide, in den Gründen, auf der Höh', in den Büschen, in der See, sind mir Nahrung, sind mir Freude. Vom Gedeihn und Ueberfluß trieft des Gnadenvollen Fuß. 7. Wenn Betrübniß meine Seele, Elend meinen Leib umgiebt, dann, dann bet' ich, und verhehle nichts dem Gott, der doch mich liebt. War' er nicht mein Gott gewesen, hätte mich sein Angesicht nicht erquickt: so von vieler Qual genesen. Bom Allsehenden bewacht, ging ich durch die dunkle Nacht. 8. Wie ein Vater seinem Kinde niemals ganz sein Herz entzeucht, ob es seitwärts gleich zur Sünde von der rechten Bahn entweicht, also sieht auch mein Verbrechen mein versöhnter Vater an, züchtigt mich, daß ich's gethan, will's nicht mit dem Schwerte rächen, weil, als ich's verirrt beging, doch mein Herz an ihm noch hing. 9. Wohlthat ist das Kreuz dem Christen, ist's gleich, wenn es da ist, Pein, führt es uns in dürre Wüften, scheint's gleich oft Gericht zu sein. Und was haben wir gelitten? Duldeten die Märtyrer nicht viel mehr als wir, viel mehr, eh' fie ihre Kron' erstritten? Rühmt im Leiden, rühmt und preist Gott, der euch der Welt entreißt. 10. Schwer, so lang' ich leb' am Grabe, oder leichter sei mein Theil: Gott, dem ich geglaubet habe, Gott giebt einst mir ewig's Heil. Die, so hier mit Thränen säen, ernten bort mit Freuden ein. Nach des kurzen Lebens Pein, werd' ich mein Geschick verstehen, jauchzen, daß mich Gottes Rath diesen Weg geleitet hat. 11. Weil denn ohne Ziel, ohn' Ende, zahllos deine Gnaden sind, o so heb' ich meine Hände zu dir, Bater, auf, dein Kind: Bater, Vater, du wollst geben, die mich, ganz mich dir zu weihn, deß, der ewig ist, zu sein, hier und in dem höhern Leben! Heilig, heilig, heis lig ist er, der sein wird, war und ist. Langmuth und Geduld Gottes. 36. Mel. OKönig, dessen Majestät zc. Mit welcher Langmuth und Ge. duld, trägst du, Gott, Menschenfinder! Wie trågst du bei gehäufter Schuld auch selbst die größten Sünder! Sie nahen dem Verderben sich: du siehst es, und es jammert dich des Elends dieser Armen. Daß sie demselben noch entfliehn, suchst du ihr Herz zu dir zu ziehn aus innigem Erbarmen. 2. Du gönneft ihnen Zeit und Raum noch in ihr Herz zu gehen. Auch selbst den unfruchtbaren Baum läßt du noch länger stehen. Du wartest ihn umsonst, und doch pflegst du des Baumes immer noch, verziehst, ihn abzuhauen. was für Langmuth und Geduld! Wer faßt die Größe deiner Huld, wer kann sie ganz durchschauen? 3. Erbarmst du dich denn schon so sehr selbst unbiegsamer Sunder, so trägst du schonend noch vielmehr die Frommen, deine Kinder. Läßt ihrer Tugend Eifer Wesen und Eigenschaften. 19 nach, und werden sie im Glauben alle Freuden, alle Lieb' und Huld, schwach, und tråg' in guten Wer- für alle Güt' und schonende Ge ken: so jammert's dich, du denkst duld. daran, wie leicht ihr Herz sie tâuschen kann, und eilest, sie zu stärken. 4. Du warnst sie vor des Falls Gefahr noch eh' sie irre gehen, Gefallnen reichst du Stärke dar, bald wieder aufzustehen. Du lockest sie voll Lieb' und Huld, verheißest ihnen, ihre Schuld durch Christum zu vergeben; und stehn sie auf, wie feuert dann dein Trost sie zu dem Eifer an, unstråflicher zu leben! 5. Wenn sie oft furchtsam und mit Angst den Weg des Glaubens wallen, nicht freudig, nicht, wie du verlangst, mit vollem Wohlgefallen; wenn sie, obgleich mit Mühe, sich entschließen, recht zu thun, für dich und ihre Pflicht zu leiden: wie nachsichtsvoll gewöhnst du sie zum Tugendkampf und dessen Müh' und an des Kampfes Freuden. 6. Langmuth, der nichts gleichen kann, gedenke stets der Sünder, nimm mit Geduld dich ihrer an wie deiner schwachen Kinder. Ach, Keiner häufe Schuld auf Schuld durch kühnen Mißbrauch deiner Huld: Hilf uns das Böse hassen, daß Alle sich, durch dich erneut, den Reichthum deiner Gütigkeit zur Buße leiten lassen. 37. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich 2c. Laßt unserm Bater, laßt uns fingen aus voller Seel' ein dankbar frohes Lied. Erwacht mit mir, uns aufzuschwingen zu unserm Gott, der auf uns niedersteht, uns hört von seiner Höh'. Und reine Lust, wenn wir ihm danken, strömt in unsre Brust. 2. Laßt uns ihm singen. Was wir haben, sind schwache Lieder und ein dankbar Herz für alle, alle seine Gaben, für alle Vatertreu' bei Glück und Schmerz, für 3. Er ist ganz Liebe, ganz Erbarmen, hat, eh' wir waren, uns als Gott geliebt. Mit immer offnen Vaterarmen nimmt er uns auf, auch wenn wir ihn betrübt, ruft uns zurück von ungerader Bahn, beut uns die Hand und nimmt sich unsrer an. 4. Nur wir, sein Werk, nur wir vergessen undankbar oft, was er an uns gethan, der Gnade, die das Herz nicht messen, nicht, was sie thut, die Sprache nennen kann, vergessen sein, der unsrer nie vergißt, den Undank sieht, und doch Erbarmer ist. 5. Seit wir auf dieser Erde walLen, hast du uns mit Barmherzigkeit geführt. Uns segnen war dein Wohlgefallen, uns retten, wenn wir uns von dir verirrt, uns trosten, wenn wir weinten, unbewußt uns' Freud' erschaffen: das war deine Luft. 6. Das wird sie sein. Mit Vaterhånden willst du uns leiten bis an unser Grab, uns vollbereiten, uns vollenden, im Todesthale Stecken sein und Stab, und, lebten wir dir unsre Pilgerzeit, uns geben Leben und Unsterblichkeit. 7. Gott, Gott, wie gut bist du! O Seele, fink' in den Staub, bet' ihn verstummend an! Fließ, Freudenthrane, und erzähle, was Gott, dein Gott stets hat an dir gethan! Ihm ähnlich werden, sei der beßre Dank, dein Leben ihm ein steter Lobgesang. Wahrhaftigkeit und Treue Gottes. 38. Mel. Aus der Tiefe rufe ich 2c. Wahrheit ist dein Eigenthum. Ewig bleibt vir, Gott, der Ruhm, 2* Gott, Vater, Sohn 20 daß dein Wort untrüglich ist, und du groß an Treue bist. 2. Aller Täuschung bist du feind; wie dein Vatersinn es meint, so nur offenbarst du dich uns stets unveränderlich. 3. Was du zusagst ist gewiß; wenn du gleich in Finsterniß weislich oft für uns verhüllst, wann und wie du es erfüllst. 4. Sicher bringst du auch zur That, was dein Mund gedrohet hat, wenn der Frevler Heer gleich spricht: er, der Höchste, straft uns nicht. 5. Reue find't bei dir nicht Statt. Was dein Rath beschlossen hat und dein Wort dafür erklärt, wird durch den Erfolg bewährt. 6. Sollt' ich dir denn nicht vertraun, nicht auf dein Versprechen baun, deine Drohungen nicht scheun, nicht auch Freund der Wahrheit sein? 7. Heilig sei mir diese Pflicht, und mein Herz entziehe nicht dir, der stets sein Wort vollführt, Herr, den Ruhm, der dir gebührt. 8. Dich, den Treuen, chrt nur der, der bir traut und falschheitsleer überall die Wahrheit liebt, sucht, befolgt und treulich übt. 9. Und so bete Jedermann dich als den Wahrhaften an, dich, der, wenn auch alles fällt, ewig Treu' und Glauben hält. 39. Mel. O Gott, du frommer 2c. Gott ist und bleibt getreu. Sein Herz bricht ihm vom Lieben. Pflegt er gleich oftermals die Seinen zu betrüben: so prüft er durch das Kreuz, wie rein ihr Glaube sei, wie standhaft die Geduld. Gott ist und bleibt getreu. 2. Gott ist und bleibt getreu. & r hilft uns selber tragen, was er uns aufgelegt, die Laft der schweren Plagen. Er züchtiget uns oft, und bleibet doch dabei ein Vater, der uns liebt. Gott ist und bleibt getreu. keit, groß bist du durch Barmherzigkeit, aller Dinge Schöpfer und 3. Gott ist und bleibt getreu. Er weiß, was wir vermögen; er pfleget nie zu viel den Schwachen aufzulegen; er macht sein Eigenthum von Last und Banden frei, wenn große Noth entsteht. Gott ist und bleibt getreu. 4. Gott ist und bleibt getreu. Er tröstet nach dem Weinen, er läßt nach trüber Nacht die Sonne wieder scheinen. Der Sturm, des Kreuzes Sturm, geht Augenblicks vorbei. Sei, Seele, nur getroft. Gott ist und bleibt getreu. 5. Gott ist und bleibt getreu. & r stillet dein Begehren, nur will er dich zuvor durch Kreuz und Leid bewähren. Nimm an von Gottes Hand den Kreuzkelch ohne Scheu, der Freudenbecher folgt. Gott ist und bleibt getreu. 6. Gott ist und bleibt getreu. Laß alle Wetter krachen: Gott wird der Trübsal doch ein solches Ende machen, daß alles Kreuz und Leid dir ewig nüglich sei. So liebt der Höchste dich! Gott ist und bleibt getreu. II. Bon Gott, dem Vater, Sohne und heiligen Geiste, oder dem dreieinigen Gott. 40. Beherrscher. Erbarm' dich über uns! 2. Christe, Trost aller Welt, Herr und Gott, o Vater von Ewig- zum Sündentilger uns dargestellt, o. Jesu, Gottes Sohn, unser Retter, hoch auf der Gott und heiliger Geist. heit Thron, brünstig flehen wir hinauf zu dir: Erbarm' dich über uns! 3. Herr und Gott, heil'ger Geist du, gieb uns Kraft und Trost, und Seelenruh', daß wir einst durch den Tod, mit Heldenmuth entfliehn der Erde Noth. Erbarm' dich über uns! 41. Allein Gott in der Höh' sei Ehr' und Dank sei seiner Gnade. Er forget, daß uns nimmermehr Gefahr und Unfall schade. Uns wohlzuthun, ist er bereit, sein Rath unsre Seligkeit. Erhebet ihn mit ist Freuden! 2. Ja, Vater, wir erheben dich mit freudigem Gemüthe. Du herrschest unveränderlich mit Weisheit und mit Güte. Unendlich groß ist deine Macht, und stets geschieht, was du bedacht. Wohl uns, daß du regierest. 3. Jesu Chrift, des Höchsten Sohn, dich, seinen Eingebornen, dich fandte Gott vom Himmels thron zur Rettung der Verlornen. Du, unser Mittler, Herr und Gott, hilf uns im Leben und im Tod, er barm' dich unser Aller! 4. O heil'ger Geist, du Geist von Gott, erleuchte, beßre, triste, die Jesus Christ durch seinen Tod von Sünd' und Tod erlöste. Auf deinen Beistand hoffen wir, verlaß uns nicht, so sind wir hier und einst auch ewig selig. 21 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Ehren. Von Maria der Jungfrauen ist ein wahrer Mensch geboren durch den heil'gen Geist im Glauben, für uns, die wir war'n verloren, am Kreuze gestorben, und von dem Tod wieder auferstanden ist durch Gott. 3. Wir glauben an den heil'gen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, der aller Blöden ein Tröster heißt, uns mit Gaben zieret Erden hält in einem Sinn gar schone; die ganze Christenheit auf eben; hier all' Sund' vergeben werden; das Fleisch soll uns wieder leben; nach diesem Elend' ist bereit uns ein Leben in Ewigkeit. Amen. Wir glauben an den ein'gen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden. Er, unser Bater, unser Gott, hieß uns seine Kinder werden. Er will uns auch stets ernähren, jedes wahre Gut gewähren. Er beschloß schon eh' wir waren unsre Rettung in Gefahren. Er ist's, der für uns sorgt und wacht, und Alles steht in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Gottes Sohn den Eingebornen, den Herrn, der Mensch geworden ist, den Erretter der Verlornen. Er, er achtete sein Leben nicht zu hoch, für uns zu geben, er erstand, herrscht, hoch erhöhet in dem Reich' das nie vergehet, er låßt uns auch im Grabe nicht, und kommt dereinst zum 42. Wir glauben All' an einen Gott, Weltgericht. Schöpfer Himmels und der Erden, der sich zum Vater gegeben hat, daß wir seine Kinder werden. Er will uns allezeit ernähren, Leib und Seel' auch wohl bewahren, allem Unfall will er wehren, kein Leid soll uns widerfahren. Er sorget für uns, hütet und wacht, es stehet Alles in seiner Macht. 3. Wir glauben an den heil'gen Geist, unsern göttlichen Regierer, den Jesus Christus uns verheißt uns zum Beistand und zum Führer. Der in Trübsal seine Christen eilt mit Muth und Kraft zu rüsten, der uns lehrt Vergebung finden, und der Tugend Werth empfinden, er flößet uns Gott, Vater, Sohn 22 im Todesschmerz des ew'gen Lebens Trost ins Herz. Amen. 43. An einen Gott nur glauben wir, Bater, Sohn und heil'gen Geist, den froh die Schar der Christen hier, dort das Chor der Engel preist, der durch seine Huld und Kraft Alles wirket, thut und schafft. 2. An Jefum Christum glauben wir, Gottes eingebørnen Sohn, der für uns Mensch geworden hier, dort herrscht auf des Vaters Thron, der, indem er litt und starb, Heil und Leben uns erwarb. 3. Wir glauben an den heil'gen Geist, dessen gnadenvolle Kraft an unsern Herzen sich erweist, Wollen und Bollbringen schafft. Heilige Dreieinigkeit, segne deine Christenheit. 44. Mel. Lobet den Herrn, denn er ist 2c. Preis sei dem Vater, Preis sei dem Sohne und Preis sei dem Geiste! Auf, laßt vor ihm uns knien und niederfallen, knien und niederfallen, laßt freudiger die Höhern Lieder schallen. Ehre dir, Preis dir, Wesen der Wesen! 2. Wunderbar bist du, Seligkeit bist du, Herr, Herr, heißt dein Name. Groß, theuer, schrecklich, herrlich, unvergånglich, herrlich, unvergänglich ist all' dein Thun, Herr, Herr, und überschwenglich über das Alles, was wir begreifen. 3. Denkt dich, o Erster, Wesen der Wesen, denkt dich meine Seele, dann wünsch' ich in dem freudigen Erschrecken Flügel, mich zu decken; die Engel thun's im freudigen Erschrecken. Heilig, ach heilig, denn du bist heilig! 4. Die schon den Herrn sehn, ihn, der erwürgt warb, schon vom Anbeginne, sie werfen vor dem wundenvollen Sohne ihre Ehrenkrone anbetend nieder, vor des Menschen Sohne! Heilig, ach heilig, denn er ist heilig. 5. Möchte mein Leben Jubel und Dank sein, Lob, und Preis und Dank sein. möcht' ich, wie ich dürft', ihn preisen können, ganz von Liebe brennen, so meinen Herrn und meinen Gott ihn nennen, so wie sein Zeuge, der ihn für todt hielt. 6. Selig find Jene, welche nicht schauen, aber dennoch glauben. Der Zeuge sahe seiner Wunden Maale. Ach, wie dein Entzücken, der du sie sahst, so stark sei das Entzücken meines Vertrauens auf den Erstandnen. 7. Welches Erstaunen wird mich ergreifen, wenn nun meine Blicke einst nach dem Tode dort ihn werden schauen. Dann wird mein Vertrauen ganz Wonne. Was bist du, des Todes Grauen, wenn ich, auf einmal frei von dir, Gott seh?? 8. Nur ein verflogner nächtlicher Traum war mir des Todes Schrecken, der letzte Schweiß des Streiters, den nicht Leiden, selbst des Todes Leiden von dir, Vollender seines Glaubens, scheiden. Mittler, dir leb' ich, Mittler, dir sterb' ich. 9. Darum ich lebe, oder ich sterbe, so bin ich doch Christi. Anbetend laßt uns knien und niederfallen, knien und niederfallen, laßt freudiger die Jubellieder schallen. Ehre dir, Dank dir, Preis dir, Erbarmer!" 45. Mel. Komm, heiliger Geist 2c. Lob, Preis und Ehre bringen wir, Herr, unser Gott und Bater, dir. Dein Ruhm soll unter uns erschallen. Laß unser Lob dir gefallen. Laßt, Menschen, seiner Lieb' uns freun und ewig, ewig dankbar sein. Lobsingt ihm Christen, unsre Brüder, fallt vor und heiliger Geist. dem Gott der Liebe nieder, und betet an, und betet an. 46. 2. Er hieß uns leben, wir sind Du die und wir Mel. Gelobet seist du, Jesu zc. sind bein. Wie groß und viel Preis ihm, er schuf und er ersind deine Werke, du Gott der Macht und der Stärke. Dein ist der Erdkreis, und in dir, o Höchster, sind und leben wir. Du, Herr, erschufst der Engel Heere, uns auch erschufst du, dir zur Ehre, uns Sterbliche, uns Sterbliche. hält seine wundervolle Welt. Du sprachst: da wurden, Herr, auch wir. Wir leben und wir sterben dir. Gelobt sei Gott! 3. Herr, du gedenkst nicht unsrer Schuld und trågst uns Sünder mit Geduld auf deinen väterlichen Armen mit liebevollem Erbarmen, verkürzest unsre Prüfungszeit, und führest uns zur Selig, keit. Du überschüttest uns mit Freuden, und schickst zu unserm Heil uns Leiden, du Gnädiger, du Gnädiger. 4. Lob, Preis und Ehre, Christe, dir. Verlorne Sünder waren wir! du bist am Kreuz für uns gestorben, haft ewig's Heil uns erworben. Wer zu dir fliehet, an dich glaubt, und in Versuchung treu dir bleibt, der soll, befreit vom Fluch der Sünden, Erbarmung, Ruh' und Leben finden in Ewigkeit, in Ewigteit. 23 5. Gelobet feist du, Geift des Herrn. Wir waren einst von Christo fern, entfernt von dir und von dem Leben, mit Finsternissen umgeben. Du hast durch deines Wortes Macht auch uns zum wahren Licht gebracht; du lehrst uns leben, lehrst uns sterben, und weihest uns zu Himmelserben durch Christi Tod, durch Christi Tod. 6. Lob, Preis und Ehre bringen wir, Gott, Vater, Sohn und Geist, nur dir. Es müsse jedes Land auf Erden mit deinem Ruhm' erfüllet werden. Wie selig, wie begnadigt ist ein Volk, deß Zuversicht du bist. Höchster, deinem großen Namen sei ewig Ruhm und Ehre. Amen. Sei, Gott, gelobt, sei, Gott, geLobt! 2. Preis ihm, er liebt von Ewigkeit, wird ein Mensch, stirbt in der Zeit. Erlöst, erlöst hast du uns dir: dir leben und dir sterben wir. Gelobt sei Gott! 3. Preis ihm, er führt des Himmels Bahn, führt den schmalen Weg hinan. Geheiliget hast du uns dir: dir leben und dir sterben wir. Gelobt sei Gott! 4. Sing', Seele, Freudenthranen, fließt: Heilig, heilig, heilig ist Gott, unser Gott. Dir, Höchster, dir, bir leben und dir sterben wir. Gelobt sei Gott! 47. Mel. Komm, heiliger Geist 2c. Wir fühlen dich zwar, aber wir erstaunen, Ewiger, vor dir, wenn wir, dich näher zu erkennen, von frommer Sehnsucht entbrennen. Wir schaun ins Heiligthum hinein, und sehn, du warst, du bist, wirst sein. Der Mensch war nicht, du sprachst: er werde. Da wurden wir, und wurden Erde, Unendlicher, Unendlicher! 2. Der Mensch ward Erd' und auch ein Geist; er ist es, der dich kennt, dich preist. Nur selig, wenn, von dir entzündet, er seinen Schöpfer empfindet. Schau', Seele, dich mit Ehrfurcht an. Der dich allein vernichten kann, Glückselige, schuf dich unsterblich, schuf dich, ihn einst zu schaun, unsterblich Begnadigte, Begnadigte. 3. Eh' seines Willens Allmachtsruf die Himmel und die Geister schuf, da waren wir schon die Geliebten durch Jesum, seinen Geliebten. Vor unserm Gott 24 Gott, Vater, Sohn ist keine Zeit; bestimmt ward er Unbegreiflichen erhebt, wer, Herr, von Ewigkeit für uns der Sohn, der Eingeborne. Und wir, wir waren schon Erkorne von Ewigkeit, von Ewigkeit. in deinen Reichen lebt und deine Größ' empfindet. 2. Wir beten dich, o Vater, an, du Ursprung alles dessen, was war, und ist und wird. Wer kann, wie groß du bist, ermessen? Dein ist der Sohn von Ewigkeit, von dir erzeugt zu aller Zeit zu deinem Ebenbilde. 4. Jest ward er ein Mensch. Süß bist du, o unsrer Seele beste Ruh', vor allen göttlichen Gedanken, in welch' je Geister versanken. Wir wagen uns nicht in dein Meer, und stammeln mit der Himmel Heer! Unendlich's Heil hat er erworben, am Kreuz, am Kreuz ist er gestorben. Gelobt sei Gott, gelobt sei Gott! 5. Wir glauben an ihn durch den Geist, des Vaters und des Sohnes Geist. Kein menschlich's Werk ist unser Glauben, du kannst ihn, Tod, uns nicht rauben. Durch ihn empfing der Märtyrer auch Wunder; doch die Lieb' ist mehr als selber Wunder sind, die Liebe zu unsern Brüdern, und die Liebe zum Ewigen, zum Ewigen. 6. Wir blicken durch ihn auf zum Lohn', bereit für uns an Gottes Thron, wenn wir aus ganzer Seele ringen, uns ganz dem Eiteln entschwingen. Zwar sinken wir; doch stehn wir auf, und laufen wieder unsern Lauf. Du lehrst uns, Jesum wiederfinden, und endlich völlig überwinden, Geist, Schöpfer, Gott; Geist, Schöpfer, Gott. 7. der du uns schufst, opfertest für Sünder dich, sie heiligtest, hinab in Staub blick auf uns Armen, Herr, Herr, Herr, Gott, mit Erbarmen, hör' unser thranenvoll Gebet, das dir um ewig's Leben fleht. Du bist, wirst sein, du bist gewesen, Unendlicher, der Wesen Wesen, Dreieiniger, Dreieiniger! 3. Er ist dein eingeborner Sohn, hat deine Macht und Stärke, hat deine Herrschaft, deinen Thron, thut alle deine Werke. Denn, was nur Erd' und Himmel faßt, das Alles, Alles, Bater, hast du nur durch ihn erschaffen. 4. Durch ihn erhältst du und regierst nach deinem Wohlgefallen, was du erschufst; durch ihn vollführst du auch dein Werk in Allen. Du hast uns vor der Welt dir schon durch deinen hochgeliebten Sohn zum Eigenthum erwählet. 5. Dich preisen wir, o Jesu Christ, dich, Gottes Eingebornen, dich, Netter der Verlornen. Gott dich, der du unser Schöpfer bist, bist du, wie dein Vater ist, warst auch so selig; dennoch bist du Mensch für uns geworden. 6. Das wardst du, uns von unsrer Schuld, vom Tode zu erretten, daß wir zu deines Vaters Huld Vertraun und Zugang hätten. Du, der du uns zum Heile starbst, standst auf und giebst, was du erwarbst, uns nun von deinem Throne. 7. Du bist, o Geist, der Gnade Pfand vom Vater und vom Sohne, auch Gott, vom Vater uns gesandt und von des Sohnes Throne, uns zu erleuchten, unser Herz zu heiligen, und jeden Schmerz zu lindern, uns zu leiten. 8. Durch dich ist unsre Hoffnung fest, du linderst alle Schmerzen. Und wenn uns alle Welt zen. Hilf stets. Und naht der verläßt, bleibst du in unsern HerTod heran, so laß auf Jesum Christum dann uns froh und selig 48. Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2c. Gott, Vater, Sohn und Geist, du bist der Gott, den wir vereh. ren, durch den die Welt erschaffen ist mit allen ihren Heeren. Dich sterben. und heiliger Geist. 25 9. Sei, o Gott Vater, Sohn mehr für alle seine Werke. Von und Geist, für deine Huld erhoben. Ewigkeit zu Ewigkeit lebt er und Wer dein Bekenner ist und heißt, herrschet weit und breit mit Weismuß' immerdar dich loben. Herr, heit, Gut' und Stärke. Singet, heilig, heilig, heilig ist dein Name. bringet frohe Lieder, fallet nieder: So lobsingt der Christ auf Erden, Gott ist herrlich, unaussprechlich so im Himmel. groß und selig. 49. Mel. Gott der Vater wohn' uns 2c. Gott, ich darf zu dir mich nahn, ich, ein Erlöster Christi. Tief im Staube bet' ich an dich, Vater Jesu Christi. Unsichtbarer, der du bist, und sein wirst, der du warest, du schufest, du bewahrest die Welt, vor der du warest. Herr, wer gleichet dir? Wer ist, wie du, Gott über Alle, daß Alles dir ges falle, in Allen und durch Alle? Aller Dinge Herr und Gott, sei hochgelobt, Gott, unser Gott! 2. Sohn, ich darf zu dir mich nahn, Gott, Ebenbild des Vaters. Tief im Staube bet' ich an, dich ein'gen Sohn des Vaters. Menschgewordner, der du bist, und sein wirst, der du warest, im Fleisch dich offenbarest der Welt, vor der du warest. Herr, wer gleichet dir? Wer ist, wie du, Gott über Alle? Daß Jeder dir gefalle, versöhnteft du uns Alle. Sohn des höchsten Baters, Gott, sei hochgelobt, Herr, unser Gott! 3. Geist des Vaters und des Sohns, du kennst die Tiefen Got tes. Siegel unsers Gnadenlohns, mach' uns zu Tempeln Gottes. Geist der Heiligung, du bist vom Vater uns gegeben, damit wir ewig leben, und ewig ihn erheben. Heilig, heilig, heilig ist der Vater mit dem Sohne, der Geist, auf einem Throne mit ihm und seinem Sohne. Einiger Gott, Aller Gott, sei hochgelobt, Gott, unser Gott! 2. Lobsinget Gott, Dank, Preis und Ruhm sei von uns, deinem Eigenthum, Herr Jesu, dir gefungen. Du, Mittler zwischen uns bis zum Lob das Leben uns erund Gott, hast durch Gehorsam rungen. Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft aller Frommen, die durch dich zum Vater kommen. 3. Lobsinget Gott. Du, Geist des Herrn, sei nie von unserm Geifte fern, mit Kraft ihn auszurüsten. Du machst uns gläubig, weise, rein, hilfft uns getrost und siegreich sein im Streit mit unin der Freude wie im Leide Gott fern Lüften. Leit' uns, stårk' uns, ergeben und der Tugend treu zu leben. 50. Met. Wie schön leuchtet der zc. Lobsinget Gott Dank, Preis und Chr' sei unserm Gott je mehr und 51. Mel. Nun danfet alle Gutt 2c. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Licht, mein Leben, mein Schöpfer, der mir hat den Leib und Geist gegeben, mein Vater, der mich schüßt vom Mutterleibe an, der jeden Augenblick viel Gutes mir gethan. 2. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster Sohn, der sich für mich gegeben, der mich erlöset hat mit seinem theuern Blut, der mir im Glauben schenkt das allerhöchste Gut. 3. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werther Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz erquickt, der mir giebt neue Kraft, der mir in aller Noth, Rath, Trost und Hülfe schafft. 4. Gelobet sei der Herr, mein Gott, der ewig lebet, den Alles 26 Werke und Wohlthaten lobt und preist was ist, und lebt für; ich spür' es stets und überall, und webet. Gelobet sei der Herr, drum sag' ich fröhlich noch eindeß Name heilig heißt, Gott Va- mal: ter, Gott der Sohn und Gott der werthe Geist. 6. Mein Gott, ich danke herzlich dir für alle Wohlthat, die du mir so väterlich von Kindheit an bis diese Stunde haft gethan. 5. Dem wir, mit Dank erfüllt, Gebet und Opfer bringen und mit der Engelschaar das Heilig, Heilig fingen, den herzlich lobt und preist die ganze Christenheit. Gelobet sei mein Gott in alle Ewigkeit! 7. Lob sei dem Vater und dem Sohn, dem heil'gen Geist vor seinem Thron, das ihm auch also sei bereit von nun an bis in Ewigkeit. 52. 53. Mein Gott, ich danke herzlich dir Nun danket Alle Gott mit Her. für alle Wohlthat, die du mir so råterlich von Kindheit an bis diese Stunde haft gethan. 2. Du hast durch deine große Macht mich an das Tageslicht gebracht, mir Leib und Seele schön geziert, mich in die Christenheit geführt. zen, Mund und Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib' und Kindes Beinen an unzählig viel zu gut und noch jeßund gethan. 3. Die böse Luft, die in mir haft, beherrsche ich durch deine Kraft; du gabst den Geist mir in der Tauf', nahmst mich zu deinem Kinde auf. 2. Der ewig reiche Gott woll' uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben, und uns in seiner Gnad' erhalten fort und fort, und uns aus aller Noth erlösen hier und dort. 4. Wiewohl sich leider Schwachheitssünd' bei mir noch immer häufig find't: so hast du doch durch deinen Sohn dieselbe mir vergeben schon. 5. Viel tausend Gnade hast du mir auch sonst erwiesen für und III. Von den Werken und Wohlthaten Gottes überhaupt. 54. Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2c. Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für Alle wacht, anbetend überlege: so weiß ich, von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater. 3. Lob, Ehr' und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne, und dem, der Beiden gleich, im hohen Himmelsthrone! Lob dem dreiein'gen Gott, der ewig, ewig war und ist und bleiben wird, Lob jetzt und immerdar! 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn' an ihm erhöht, wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schooß der Erde auf, mit Verrath uns zu segnen? Gott der Macht und Herrlichkeit, Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen. Univ.- Bibl. Giessen Gottes überhaupt. 4. Did) predigt Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht: bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar berei tet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand, dich zu erkennen, leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein tåglicher Beweis von deiner Güt' und Größe. 6. Erheb' ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen. Gott, unser Vater, sei gepreist, und alle Welt sag': Amen. Und alle Welt fürcht' ihren Herrn, und hoff' auf ihn, und dien' ihm gern. Wer wollte Gott nicht dienen? 55. Mel. Nun lob' mein' Eeel' den 2c. Kommt, kommt, den Herrn zu preisen, der groß von Rath ist, groß von That, den Gütigen, den Weisen, der keinen seines gleichen hat. Der Herr thut große Werke; wer seine wer nes Armes Stärke, die alles Gute schafft? Er dehnet, gleich Gezelten, die weiten Himmel aus. Er spricht: so gehen Welten aus ihrem Nichts heraus. 2. Er will: die Sonnen flammen, auch drängt das Wasser, wenn er spricht, in Wolken sich zusammen, und ihre Schläuche reißen nicht. Er ruft den Ungewittern, das Meer wird ungestüm, des Himmels Säulen zittern, die Erde bebt vor ihm. Er will, und Blize zünden Gebirg' an: sie vergehn. Er spricht, und ruft den Winden: schnell wird sein Himmel schön. 27 dern an, heißt Thiere da sich freuen, wo Niemand wohnen kann. Wer kann die Sterne führen? Wer weiß, als er allein, die Himmel zu regieren? D wagt's nicht, stolz zu sein! 3. Er, er gebeut den Wellen: Hieher, nicht weiter! Legt euch hie! Er legt in Felsen Quellen: fie rieseln und versiegen nie. Er füllet Wüsteneien mit seinen Wun4. Kannst du mit deiner Stimme, o Stolzer, donnern, wie Gott thut? Streu' aus von deinem Grimme Verderben und der Blige Gluth, leg' auch Gewalt an, zeige dich mächtig, wie der Herr, schau' an die Höhen, beuge, versenke fie wie er! Was rühmen denn die Thoren mit ihrer Stårke sich? D Staub, aus Staub geboren, nur Gottes rühme dich! 5. Herr, dein ist alle Stärke, und alle Hülfe, Gott, ist dein. Das preisen deine Werke, die deiner Kraft allein sich freun. Wir auch erfreun uns ihrer, ihr Lob sei unsre Pflicht. O Vater, o Regierer, wen hält, wen schüßt fie nicht? Du lebst, du wirkst in Allen; dir, dir vertrauen wir. Erhalter, wer kann fallen, geleitet, Herr, von dir? 56. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Kommt und laßt uns niederfallen, erstaunen, rühmen, daß uns Allen der Herr anbetungswürdig ist. Sagt, ihr Engel, sagt, ihr Frommen: Gott, Schöpfer, Herr, du bist vollkommen, du warst, du bleibest, der du bist. Noch eh' der Himmel war, den deine Macht gebar, eh' die Erde, warst du, ihr Herr, und herrlicher als dich, wer endlich ist, sich denkt. 2. Alles, was er schaffen wollte, was nach der Schöpfung werden sollte, sah er in seiner Möglichkeit, jah's, als ob's erschaffen wäre, sah jede Welt, sah ihre Heere, und jeden Geist, den er erfreut. Allwissend war der Herr, allmächtig war der Herr, gut und heilig. Auch ohne Reich bedurft' er euch, ihr Welten, nicht zur Seligkeit. Werke und Wohlthaten 28 3. Er erschuf, uns zu beglücken, euch, Erd' und Himmel. Guch zu schmücken, floß über euch sein Licht herab. Ihnen sich zu offenbaren, erschuf er Geister, zahllos waren die, denen er die Welten gab. Nun hat der Herr ein Reich, noch immer selbst sich gleich, unaussprechlich. Und die Natur verkündigt nur, was er vor allen Welten war. 4. Alles will und muß den Wil len des Allgewaltigen erfüllen, was er verordnet, das besteht. Seine Wege sind vollkommen. Er schüßt, beglückt und liebt die From men, und wer ihm troßen will, vergeht. Er hålt in Ewigkeit, was er verheißt, und draut nicht vergebens. Bebt, Sünder, bebt, der Herr, Herr lebt; Gerechte, jauchzt, der Herr, Herr lebt. 5. Leben wird er, sein ein Rächer euch, widerspenstige Verbrecher, der Frommen Vater im Gericht. Dunkel sind noch seine Pfade, einst aber Heiligkeit und Gnade, und alle seine Thaten Licht. Lob. fingt, lobfinget Gott, dem Herrn, Herrn, unserm Gott, ihm, der sein wird! Im Heiligthum' erschallt sein Ruhm schon jetzt, und künftig noch weit mehr. 57. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Unsern Gott, den Gott der Ehre, befingen seiner Engel Chöre: Der Herr ist groß, sein Nam' ist hoch. Werd' auch du voll seines Ruhmes, Volk Gottes, Volk des Eigenthumes, ob du schon Staub bist, preis' ihn doch. Gern hört er den Gesang, ist schwach gleich unser Dank. Lobt den Höchsten, der, reich an Güt', auf's Niedre sieht, verschmäht nicht schwacher Menschen Lied. 2. Höchster, deiner Allmacht gleichet auch deine Gnade, und sie reichet durch aller Himmel Himmel hin. Nie hast du dein Wort gebrochen. Selbst Hoffnung deß, bas du versprochen, ist mehr als einer Welt Gewinn. Eh' Erd' und Himmel war, warst du unwandelbar. Lobt den Höchsten, ihn, ihn erhöht. Sein Wort besteht, wenn Erd' und Himmel schon vergeht. 3. Einst erschuf er, sich zur Ehre, von Sonnen unzählbare Heere, auch die, die uns strahlt, uns erquickt. Um die Sonnen hieß er Erden, auch die, die uns ernähret, werden, und herrlich hat er fie geschmückt. Er sprach, und es geschah, die Welt stand fertig da. Lobt den Höchsten! Er will, er spricht's, er schafft aus Nichts, der Herr, der Vater alles Lichts. 4. Herr, von dem wir alle Gaben aus deines Reichthums Fülle haben, du, Herr, vergisfest unfrer nie. Du schufft alle Millionen die auf dem weiten Erdkreis wohnen, du kennst und überschauest fie; und jedem theilest du sein Maaß mit Weisheit zu. Lobt den Höchsten! Mein Gott, durch dich ents stand auch ich, und du regierst mich väterlich. 58. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. Gott, dessen starke Hand die Welt erschaffen hat und noch erhält, ich sehe deine Güte; ich sehe fie und werd' entzückt, wohin auch nur mein Auge blickt. So bald ich mein Gemüthe auf dich, Schöpfer, achtsam lenke, und dich denke, find' ich, Armer, dich als Vater und Erbarmer. 2. Seh' ich, so weit mein Auge reicht, gen Himmel, so entdeck' ich leicht die Spuren deiner Güte. Der Himmelslichter Lauf und Pracht, ein Sternenheer, das du gemacht, erwecket mein Gemüthe, großer Schöpfer, dich zu singen, dir zu bringen Ehr' und Stärke. Groß sind deiner Allmacht Werke. 3. In Ungewittern, Sturm und Wind, die deines Thrones Die Gottes überhaupt. ner sind, entdeck' ich deine Güte. Das Feuer, wie der Wasser Grund, macht deine große Liebe fund. Mit fröhlichem Gemüthe will ich täglich darauf achten und betrachten deine Werke, rühmen deine Huld und Stárke. 4. Dein Erdreich, Gott, das Jedermann giebt Brot und Kleider, seh' ich an und schmecke deine Güte. Ich spüre, fühl und höre sie im Feld und Wald, ich sehe sie in aller Fluren Blüthe. Von dir zeugen alle Dinge, so geringe sie mir scheinen, wie im Großen, so im Kleinen. 5. D zeuch mich über Welt und Zeit zu dir, o Herr der Herrlich keit, durch deine große Liebe! Auf dich laß mich in allem sehn, für jedes Gute dich erhöhn. Belebe meine Triebe, o mein Vater, dir in allen zu gefallen; dir zu leben, sei mein einziges Bestreben. 59. Mel. O König, dessen Majestät zc. Lobsinget Gott! Er schuf die Welt zum Schauplaß seiner Güte. Lobfingt ihm, der sie noch erhält, mit freudigem Gemüthe! Gott ist die Liebe. Rühmt es laut, Geschöpfe, die ihr ihm vertraut, die ihr ihn, kennt und ehret. Rühmt es, daß seine Gütigkeit mit jedem Morgen sich erneut und ewig, ewig währet. 2. Daß außer dir nicht Alles leer von Freud' und Liebe bliebe, schufst du, o Gott, der Himmel Heer' und unsre Welt aus Liebe. Du selbst bedurftest ihrer nie, Unendlicher, Du ließest sie zu ihrem Heile werden. Du aber sättigest dich nun mit Wonne, Allen wohlzuthun im Himmel und auf Erden. 3. Kein Mensch, kein Engel selbst, ermißt die Größe deiner Segen, wie gutig deine Weisheit ist in allen ihren Wegen. Gott, deine Güte reicht so weit als deines Reichs Unendlichkeit, so weit, Herr, 29 als dein Leben. Ach, was sind wir, die deine Macht aus todtem Staub' hervorgebracht, uns ewig Heil zu geben! 4. Vater, welchem Keiner gleicht, an Liebe, wie an Stärke, kein Dank, kein Lobgesang erreicht die Wunder deiner Werke. Doch ist dir's angenehmer Dank, dir ist es mehr als Lobgesang, wenn ich dich thätig liebe, und gern in meiner Lebenszeit Erbarmen und Wohlthätigkeit an andern Menschen übe. 5. Du bist die Liebe. Dank sei dir, daß ich dich so erkenne, und dir zum Ruhm, zum Troste mir, Auch dich meinen Vater nenne. will ich gerne liebreich sein, will glücklich machen, will erfreun, will helfen und dir gleichen. Von diesem Heil' und dieser Pflicht, o Gott der Liebe, laß mich nicht, so lang ich lebe, weichen. 60. Gott ist mein Lied. Er ist der Gott der Stärke. Groß ist sein Nam', und groß sind seine Werke und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und spricht's: so sind und leben Welten, und er gebeut: so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott und seines Thrones Veste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn' Anfang Gott, und Gott in ew'gen Zeiten, Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war im Himmel, Erd' und Meere, das kennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe, er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah', du sigest oder geheft. Ob du ans Meer, ob du Werke und Wohlthaten Gottes. 30 gen Himmel flöheft: so ist er allenthalben da. 8. Erkennt mein Flehn und allen Rath der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu' und fehle, und eilt, mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang' ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr, immerdar soll deines Namens Ehre, dein Pob in meinem Munde sein. 11. Wer kann die Pracht von feinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du haft werden lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du, Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Psalm. 13. Du tränkst das Land, führst uns auf grüne Weiden, und Nacht, und Tag, und Korn, und Wein, und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen: sollt' ich mein Herz nicht mit dem Trofte stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 15. Ist Gott mein Schuß, will Gott mein Retter werden: so frag' ich nichts nach Himmel und nach Erden und biete selbst der Hölle Truß! Schó 61. Die Himmel rühmen des Ewigen Ghre, ihr Schall pflanzt seinen Namen fort. Ihn rühmt der Erdkreis, ihn preisen die Meere; vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort. 2. Wer trägt der Himmel unzählbare Sterne, wer führt die Sonn' aus ihrem Zelt? Sie kommt, und leuchtet und lacht uns von ferne, und läuft den Weg gleich als ein Held. 62. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Betet an, laßt uns lobsingen, und Ruhm und Dank dem Schöpfer bringen. Sein, sein ist Weisheit, Huld und Macht. Ihm, der Alles hieß entstehen, die Erde und der Himmel Höhen, ihm werde Lob und Preis gebracht. Wer ist dem Höchsten gleich? Gr hat sein weites Reich sich bereitet, er schuf die der der Werke, die die Natur dir 3. Vernimm's und siehe die Wunaufgestellt. Verkündigt Weisheit, und Ordnung und Stärke, dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du der Wesen unzählbare Heere, den kleinsten Staub fühllos beschaun? Durch wen ist Alles? Qgieb ihm die Ehre, mir, ruft der Herr, sollst du vertraun. 5. Mein ist die Kraft, mein ist Himmel und Erde, an meinen Werken kennst du mich. Ich bin's und werde sein, der ich sein werde, dein Gott und Vater ewiglich. 6. Ich bin dein Schöpfer, bin Weisheit und Güte, ein Gott der Ordnung und dein Heil; ich bin's. Mich liebe von ganzem Gemüthe und nimm an meiner Gnade Theil. p fu n g. Welt, die er erhält. Es rühm', es preis' ihn seine Welt. 2. Seiner Seligkeiten Fülle auch was er wollte, das geschah. Er mitzutheilen, war sein Wille; und gebot allmächtig: Werde! Da ward der Himmel, stand die Erde zum Preise seiner Güte da. Der Allmacht erster Sohn, der Engel, jauchzte schon seinem Schöpfer; doch war's noch nicht auf Erden Licht. Er sprach: Es sei! Da ward es Licht. Schöpfung. 3. Alles ordnet' er aufs Beste, und wölbte oben eine Veste, und unter ihr der Wolken Heer. Wasser deckt der Erde Höhen, er donnert: seine Winde wehen, es flieht und decket sie nicht mehr. So bricht er seinen Lauf, enthüllt steigt nun herauf seine Erde, sein Eigenthum, sein Preis und Ruhm und seines Sohnes Eigenthum. 4. Er gebeut: der Erde Felder, und Hügel, Thäåler, Berg' und Wälder blühn fruchtbar durch sein Wort voll Macht. Seine Sonn' in hoher Ferne regiert den Tag, und Mond und Sterne regieren stiller in der Nacht. Er spricht: da füllt das Meer ein tausendfältig Heer ihm zum Preise. Auch singt und ruft das Volk der Luft zu ihm, der es zum Leben ruft. 5. Grünend stehn nun die Gefilde. Wie wimmelt es vom Vieh und Wilde in jedem Wald, auf je der Flur! Wer bevölkerte die Erde mit einer so unzählbar'n Heerde von Thieren? Er, der Höchste, nur. Was sich auf Erden regt, sich fühlt und sich bewegt, Quell des Lebens, das kommt von dir. Vom Wurm zum Thier dankt Alles, Herr, sein Leben dir. 6. Und auch wir, du Gott der Stärke, auch wir sind deiner Hände Werke: welch hoher Dank gebührt nun dir? Laßt uns, sprachst du, Menschen schaffen, ein Bild von uns, nach uns geschaffen. Und Adam ward, mit ihm auch wir. Welch seliger Beruf, dazu dein Arm uns schuf, Gott der Liebe! Wir sollen dein uns ewig freun und deinem Bilde ähnlich sein. 7. Ewig wollen wir lobsingen, und ewig frohen Dank dir bringen, ber uns zu seinem Bild gemacht. Zum unsterblich frohen Leben hast du das Dasein uns gegeben. Auf ewig sei dir Preis gebracht. Du schufest deine Welt, die noch dein Arm erhält, uns zur Wonne. All güt'ger, dir frohlocken wir schon jegt, und einst noch mehr als hier. 31 63. Mel. Sei Lob und Ehr' dem zc. Lobsinget Gott und betet an, es dank', es rühm', es singe, es jauchze, wer nur fauchzen kann, dem Schöpfer aller Dinge. Wie groß, wie stark ist seine Kraft, wie herr. lich, wie untadelhaft sind alle seine Werke! 2. Wie schön, wie würdig seiner Macht sind aller Himmel Heere! Wie strahlen sie voll Licht und Pracht dem, der ste schuf, zur Ehre! Das Auge sieht sich nimmer ſatt, sieht, was es auch gesehen hat, doch immer neue Wunder. 3. Nicht Wunder für das Aug' allein, auch Wunder für die Seele, damit es ihr, sich zu erfreun, an keiner Schönheit fehle. Wie kunstvoll ändert Gott sie ab, versagt dem, was er andern gab; und doch ist jedes herrlich. 4. Wo ist ein Gras, wo nur ein Blatt, ein Stäubchen auf der Erde, wodurch nicht Gottes wei ser Rath und Huld verherrlicht werde? wie ist seine Macht so reich, und was ist deiner Trägheit gleich, wenn du nicht stehst, nicht fühleft? pferinn der Schönheit und des 5. Gab diese Macht, die SchöLebens, dir deinen Geist, so manchen Sinn, so viel Gefühl vergebens? Für wen, für wen, als dich, erschafft, erhält und schmükket seine Kraft so viele große Werke? 6. Gott selbst bedarf nichts, seine Hand, die seine Schöpfung schmückte, gab dir Empfindung und Verstand, damit er dich beglückte. Willst du, mein Geist, nicht glücklich sein, willst du nicht gern dich immer freun, nicht immer froher werden? 7. Er selbst entflammt' in deiner Brust die Sehnsucht nach Vera gnügen. Er schuf auch Quellen, 32 Werke und Wohlthaten Gottes. die voll Luft stets fließen, nie ver- ich dann als diese Welt mir gesiegen. Gieb nur auf seine Wun- ben kann. der Acht: wohlthätig ist des Schöpfers Macht, kann dir's an Freude mangeln? 8. Dir wohlzuthun, das ist ihr Ziel, laß dich zum Dank erwecken. hättest du nur gnug Gefühl, wie gut Gott ist, zu schmecken. Ist sei. ner Wohnung Vorhofschon so schön, wie wird dich einst sein Thron, wie wird er selbst entzücken. 64. Mel. Warum betrübst du dich zc. Voll Freud' und frommer Dank begier erheb' ich meinen Geist zu dir, mein Vater und mein Gott. Wie froh und heiter machet mich der himmlische Gedank' an dich. 2. Mein Aug' erblickt die stolze Pracht der Werke deiner weisen Macht. Du riefst: da wurden sie. Und Erd' und Himmel sind noch heut' ein Spiegel deiner Herrlich feit. 3. Da freuet sich, Allgütiger, ein zahllos Heer Lebendiger der mil den Vaterhuld, die neu an jedem Morgen ist und auch des Wurmes nicht vergißt. 4. Da stellest du, durch den ich bin, mich unter deine Wunder hin, zum fröhlichen Genuß. Was ist der Mensch, Herr, deß du dich so gnädig annimmst? was bin ich? 5. Den Menschen krönte deine Hand, dich zu erkennen, mit Verstand, fie bildete dieß Herz, das dankbar froh empfinden kann, wie viel sein Gott an ihm gethan. 6. Und welche sel'ge Hoffnungen schenkst du nicht den Erlöseten, du Stifter unsers Heils. Versüßt wird jedes Reid durch sie, und leicht der Tugend edle Müh'. 7. Ihr will ich, deiner werth zu sein, die theuern Lebensstunden weihn, die mir noch übrig sind. Viel höh're Freuden hab' 65. Mel. Wie schön leuchtet der zc. Wie groß ist Gottes Herrlichkeit. Er sprach zu seinen Himmeln: Seid! und zu dem Erdkreis: Werde! Gleich standen da voll Reiz und Pracht vor ihm, zum Preise seiner Macht, die Himmel und die Erde. Als er's ausrief: da begonnen tausend Sonnen und erhellten ein unzählbar Heer von Welten. 2. Wie sie so herrlich sind, so schön! Wie sie einmüthig Gott erHöhn, und seine Größe preisen! Wie jede Jubel ist und Dank, ein hoher, lauter Lobgesang des Gü tigen und Weisen! Dwie könnt' ich fühllos schweigen, solcher Zeugen Lob vernehmen und doch seines Ruhms mich schämen? 3. Noch strahlt mir ungeschwächt sein Licht, noch weigert die Natur sich nicht, die Welt für mich zu schmücken, noch hat sie Freuden gnug für mich, noch immer schön und jugendlich, mein Auge zu entzücken. Eher werden auch die Werke feiner Stärke nicht veralten, bis er kommt, Gericht zu halten. 4. So hat der Herr an mich gedacht, so hat er mich durch seine Macht zum Herrn der Erd' erhoben! Er gab mir meinen Leib und auch die Seele, seines Odems Hauch, gleich Engeln ihn zu loben. Rühm' ihn, Seele, jauchzend halle von dem Schalle deiner Lieder Gottes Erd' und Himmel wieder. 5. Das Kind, der Jüngling und der Mann, die ganze Schöpfung bet' ihn an und seiner Wunder Menge. Strömt hin aus meiner vollen Brust, strömt hin, Empfindungen voll Lust, in hohe Dankgesänge. Schöpfer, Vater, dich er hebe, weil ich lebe, meine Seele. meine hochbeglückte Seele. Schöpfung. 66. Mel. O Gott, du frommer Gott 2c. Wie schön ist Gottes Welt, wie schön sind seine Werke, wie gut sind sie, wenn ich auf ihren Nußen merke, für jeden gut, dem er Gefühl und Leben gab, von seiner Engel Heer bis auf den Wurm herab. 2. Sein Sonnenlicht bestrahlt, belebt und wärmt die Erde, daß Berg, und Thal und Feld durch sie gesegnet werde, daß sie von Jahr zu Jahr mit Pflanzen, Blüth' und Frucht den Menschen sättigen, der Pfleg' und Freude sucht. 3. Vereinigt euch mit mir, ihr Himmel, Gott zu preisen. Ihr hellen Sterne, lobt den Gütigen, den Weisen. Erheb', o Sonn', o Mond, den Vater jeder Welt, der euch ins Dasein rief und immer noch erhält. 4. Shr leuchtet, euer Glanz entströmt aus seiner Fülle. Ihr wandelt Jahr für Jahr in segenvoller Stille voll Ordnung eure Bahn. Gott, euer Schöpfer, sieht, was gut ist, lenket euch, und, was er will, geschieht. 5. Verkündige sein Lob, o Erde, preist ihn, Meere, lobt den Allgütigen, ihr alle seine Heere! Der Vogel, das Gewürm, der Wallfisch, fedes Thier im Wald' und auf der Flur, lobsinge, Schöpfer, dir. 6. Selbst, was uns Kummer macht, dein Bliß, dein Feuerregen, dein Hagel und dein Sturm, gebiert uns neuen Segen. Auch wird das starre Land, wenn Schnee und Eis es deckt, zu neuer Fruchtbarkeit, zu neuer Luft erweckt. 7. Was kann geschehn, das nicht dein weiser Rath regiere? Welch Uebel kommt von dir, das nicht zum Guten führe? O lobt ihn, dankt ihm, singt! Er, er ist groß allein. Wer kann so weis' und gut als unser Schöpfer sein? 33 Schöpfung der Engel. 67. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Betet an, ihr Menschen, bringet dem Höchsten Ruhm und Preis, lobsinget Gott, unserm Schöpfer, betet an! Zahllos sind der Geister Scharen, die, ehe noch die Menschen waren, vor ihm schon standen und ihn sahn. Ihr Heer, umstrahlt vom Licht, bedeckt das Angesicht vor dem Schöpfer. Voll Preis und Dank tönt ihr Gesang durch alle Himmel Gottes hin. 2. Tausend sind's der Millionen, die seiner Himmel Kreis bewohnen und seiner Größe Ruhm erHöhn. Herrlich, herrlich ist Gott! rufen fie tief anbetend an den Stufen des hohen Throns, um den sie stehn. So weit er herrscht, so weit geht seine Herrlichkeit, jauchzen Alle. Wer ist, wie er, froh. lockt ihr Heer, wie Gott, der uns geschaffen hat? 3. Sie, die nicht beim tiefen Falle des ersten Mörders fielen, Alle vollbringen seinen Willen Seht ihr Beispiel, folgt, gern. ihr Frommen. Sie Alle, heilig und vollkommen, gehorchen wonnevoll dem Herrn, sie thun, was er gebeut, und ihre Herrlichkeit ist GeHorsam, sie weilen nie, er sende ste, wohin sein Wink sie senden will. 4. Winden gleich, und gleich den Blißen, gehn sie vom Thron aus, segnen, schützen und strafen, wie der Herr gebeut, lagern sich um seine Kinder, und fördern gern das Heil der Sünder und freun sich ihrer Seligkeit. Sie dienen, Jeſu, dir, frohlocken laut, wenn wir uns bekehren, wenn unser Dank den Lobgesang der Himmel hier schon wiederhallt. 5. Gott, mit allen diesen Heeren soll, wer hier heilig wird, dich ehren, einst ewig sich mit ihnen freun, soll, erlöst durch dein Erbarmen, zu dir gebracht auf ihren Armen, wie sie, verklärt und selig 3 Werke und Wohlthaten Gottes. 34 sein. Vernehmt's, ihr Menschen, hört: Wer sich zu Gott bekehrt, wird am Throne in seinem Reich den Engeln gleich das Antlik seines Gottes schaun. 6. Werdet heilig, seid vollkommen wie Engel Gottes. Gott wird kommen mit seinen Engeln zum Gericht. Laßt sie jauchzen, daß wir Alle dann, aufgerichtet von dem Falle, Gott sehn und seiner Wonne Licht. Heil uns, wir beten dann mit allen Engeln an, gleich den Engeln. Ihr Lobgesang und unser Dank hallt dann durch alle Himmel hin. 68. Mel. O Welt, fieh' hier dein zc. Wer zählt der Engel Heere, die du zu deiner Ehre, Herr aller Welten, schufft? Sie freun fich, deis nen Willen gehorsam zu erfüllen, wie Flammen schnell, wenn du sie rufft. 2. Sie eilen, in Gefahren den Frommen zu bewahren in seiner Pilgerzeit. Sie freun an deinem Throne sich einst auch seiner Krone wie ihrer eignen Seligkeit. 3. Bekehren sich die Sünder und werden deine Kinder, die dir dein Sohn gewinnt: dann jauchzen ihre Lieder, daß ihre neuen Brüder, dem Fluch entrissen, selig sind. 4. Sie fauchzen deinem Sohne, daß du sie ihm zum Lohne für seine Leiden giebst, daß du sie trågst und leitest, zum Himmel vorbereitest und zärtlich, als ein Vater liebst. 5. In solcher Geister Chören dich ewig zu verehren, welch eine Seligkeit! Wer wird sie einst empfinden? Der, der, entwöhnt von Sünden, sich ihnen gleich zu werden freut. 7. Wenn du zu ihren Liedern, zu meinen höhern Brüdern vor deinen Thron mich rufst, will ich empor mich schwingen und Dank und Preis dir singen, daß du für mich auch Engel schufft. 8. Dann lehren sie mich droben, dich würdiger zu loben, des Himmels höhern Dank. Dann wird zu deinem Ruhme in deinem Heiligthume der ganze Himmel ein Gesang. 6. Drum laß mich schon auf Erden den Engeln ähnlich werden, so weit ich Schwacher kann: so bet' ich mit den Engeln, rein von der Menschheit Mängeln, dich würdiger im Himmel an. 69. Mel. Alle Menschen müssen sterben 2cWenn wir unsern Lauf vollenden, wenn wir unsre Seele nun übergeben deinen Händen, bald in deinem Schooße ruhn, eilen wir aus allen Leiden hin zu deiner Engel Freuden, ewig, Gott, bei dir zu sein, ewig deiner uns zu freun. 2. Wir, zu Gnaden angenommen, hoffen, Vater, voll Vertraun, auch, wie sie, mit allen Frommen deine Herrlichkeit zu schaun. Gleiche Hoheit wird uns schmücken, gleiche Wonn' uns dann entzücken, wir, erhoben in dein Reich, werden deinen Engeln gleich. 3. Dieses Heiles der Erlösten, dieser Wonne, dich zu sehn, dürfen wir im Tod' uns trösten, wenn wir deine Wege gehn; wenn wir ringen, schon auf Erden deinen Engeln gleich zu werden, standhaft in der Heiligkeit, dir zu dienen stets bereit; 4. Wenn wir vor Begierde brennen und, den Engeln gleich, uns freun, immer mehr dich zu erkennen, immer heiliger zu sein; wenn wir hülfreich gern mit ihnen unsern schwächern Brüdern dienen; wenn ohn' allen Eigennuß wir ihr Beistand sind, ihr Schuß. 5. Welch ein Heil, Gott, schon auf Erden Engeln an Vollkommenheit immer ähnlicher zu werven, ähnlich einst an Seligkeit. Laß uns nicht in eitlen Träumen dieses große Heil versäumen, lehr' uns deine Wege gehn, einst, wie sie, dich auch zu sehn. Schöpfung.ind Schöpfung des Menschen überhaupt. 70. Mel. Nun freut euch, Iteben 2c. Auch mein, o Herr, hast du gedacht, auch mir hast du das Leben nach deiner weisen Güt' und Macht zu deinem Preis gegeben. Was ist der Mensch, der Staub, vor dir! Und dennoch thuft du, Herr, an mir so überschwenglich Gutes. 2. Wer hat den Leib mir schon erbaut, die Kraft' ihm zugewogen, wer das Gebein mit seiner Haut und Adern überzogen? Dieß Alles ist ein Werk von dir. Und dir, mein Gott, gebührt dafür Anbetung, Dank und Ehre. 3. Du hast mich mit Verstand geziert und Freiheit mir verliehen, mich haft du in die Welt geführt, zum Himmel mich zu ziehen. Ich bin sowohl, o Herr, dein Kind, als es die höhern Geister sind, du liebst auch mich als Vater. 4. Dir, Gott, der liebreich mich erschuf und hier dieß erste Leben, um es zum himmlischen Beruf zu nügen, mir gegeben, mich noch stets erhält und schützt, mir täglich schenket, was mir nüße, dir will ich ewig danken. 71. Mel. Welt, sieh' hier dein 2c. Dir dank' ich für mein Leben, Gott, der du mir's gegeben, ich danke dir dafür. Du hast, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen, durch deine Güte bin ich hier. 2. Du, Herr, hast mich bereitet, .mich väterlich geleitet bis diesen Augenblick. Du gabst mir frohe Tage und selbst der Leiden Plage verwandeltest du mir in Glück. 35 4. Du hörtest schon mein Seh. nen und zähltest meine Thränen, eh' ich bereitet war; eh' ich zu sein begonnte und zu dir rufen konnte, da wogst du schon mein Theil mir dar. 3. Ich bin, Herr aller Dinge, der Treue zu geringe, mit der du mich bewacht. Damit ich, Staub und Erde, auf ewig selig werde, haft du schon ewig mein gedacht. 5. Du ließst mich Gnade finden, her von Ewigkeit. Höchster, und sahst doch meine Sünden vorwelch Erbarmen! Du sørgest für mich Armen und bist ein Vater, der verzeiht. 6. Für alle deine Treue, für das, deß ich mich freue, lobfinget dir schenke ist er, durch den ich denke, mein Geist. Dein größestes Gedein ist's, daß er dich fröhlich preist. 7. Daß du mein Leben fristest. und mich mit Kraft ausrüstest, dieß, Bater, dank' ich dir; daß du mich liebreich führeft, mit deinem dank' ich dir. Geist regierest, dieß Alles, Bater, 8. Was mir in diesem Leben noch nützt, wirst du mir geben; du giebst's, ich hoff auf dich. Dir, Water, dir empfehle ich meinen Leib und Seele. Herr, segne und behüte mich! 72. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. Gott werde stets von dir erhoben, du, deines Schöpfers Bild, mein Geist. Sollt' ich nicht meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preist? ihn, der mich schuf, sein Bild zu sein und seiner Liebe mich zu freun? 2. Voll Pracht, voll Anmuth zum Entzücken ist seine ganze Körperwelt. Wer zählt die Neize, die sie schmücken, die Güter, die sie in sich hält? Und dennoch kann sie nicht, wie schön, wie wundervoll sie sei, verstehn. 3. Für Engel nur, und nur für Seelen, die Gott zu ihrer Würd' erhob, sind sie so herrlich. Sie er zählen nur ihnen unsers Schöpfers kob. O Seele, jauchze, daß sein Ruf auch dich zu einem Geiste schuf. 3* Werke und Wohlthaten Gottes. 36 4. Ja, ich kann denken, ich gewinne, weil ich zu einem Geiste ward, durch die Empfindung meiner Sinne, Gedanken tausend facher Art. strebt' ich, alle Gott zu weihn, wie selig könnt' ich hier schon sein. 5. Ich kann ste sammeln, ste verbinden, sie trennen, wie es mir gefällt, die Welt empfinden, mich empfinden, mich unterscheiden von der Welt. Zu tausend Thaten hab' ich Kraft, und die giebt Gott, der Alles schafft. 6. Wie feurig dürftet meine Seele nach Ruhe, Lust und Seligkeit. Nur daß ich oft betrogen wähle, was, wenn's errungen ist, mich reut. Doch das ist meiner Thorheit Schuld, ist bloß ein Mißbrauch deiner Huld. 7. Begabt mit wundervollen Sinnen, mit Freiheit, mit Vernunft von dir, sollt' ich nur dich, Gott, liebgewinnen, dich nur: und was gebräche mir? O möchte meine Seele dein mit allen ihren Kräften sein! 8. Gott, meine Lust sei, dich zu kennen, dich, Quelle der Vollkommenheit, von deiner Liebe ganz zu brennen, mein Ruhm und meine Seligkeit. Nimm hin mein Herz. Was fehlt mir dann, wenn ich mich deiner freuen kann?" 73. Mel. O Gott, du frommer 2c. Unendlicher, wer kann dich würdig gnug erheben! Du gabst der ganzen Welt ihr Dasein, Kraft und Leben. Was Geist und Körper heißt, was Erd' und Himmel schmückt, hat deine Hand gebaut, die Alles stets beglückt. 2. Du schufft, ich dank' es dir, auch mich zu deiner Ehre und wolltest, Gütigster, daß ich dein Bildniß wäre. Darum hast du den Geist, der in mir lebt und denkt, mir zur Unsterblichkeit aus Vaterhuld ge schenkt. 3. D welch ein großer Zweck, dazu du, Gott, mich schufest. Wie herrlich ist das Ziel, dazu du mich berufest, dir, Höchster, ähnlich sein, vollkommen sein, wie du. wohl mir, wenn ich's bin. Hilf du mir selbst dazu. 4. Laß dieses große Ziel mir stets vor Augen schweben. Mein allerstärkster Wunsch, mein eifrigstes Bestreben in allem meinem Thun sei dieß, o Gott, allein, daß ich auch so wie du gesinnet möge sein. 5. Du bist der Wahrheit Freund: laß mich auch Wahrheit lieben, mit unverdroßnem Fleiß in alle dem mich üben, was mich zur Weisheit führt, zur Weisheit, die dich ehrt und allem Beifall giebt, was du uns selbst gelehrt. 6. Laß deine Heiligkeit mich stets zum Muster nehmen. Hilf mir die Sünde fliehn, die Sinnlichkeit bezähmen, nur das, was recht ist, thun, des Guten mich erfreun und dem, der's üben will, auch gern beHülflich sein. 7. Gieb, daß ich, so wie du, ein Freund der Menschen werde, dem Wohlthun Freude macht, der Kummer und Beschwerde dem Nächsten gern erspart, sein Leben ihm versüßt und, wo er helfen kann, zum Helfen willig ist. 8. Noch bin ich weit entfernt, o Gott, von diesem Ziele. Du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich selber fühle, wie wenig ich dir noch im Guten ähnlich bin. O bilde du mich ganz nach dir und deinem Sinn. 9. Beglückt ist nur alsdann mein Lebenslauf auf Erden, wenn ich dir immer mehr schon hier kann ähnlich werden. Dann werd' ich ewig auch mit dir vereinigt sein, und mich ohn' Unterlaß, Gott, deiner Güte freun. 74. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Gott, ich preise deine Güte, die mich so wunderbar erschuf, und Schöpfung. mit frohlockendem Gemüthe, folg' ich, o Vater, deinem Ruf, ein Zeuge deines Ruhms zu sein und deiner Wunder mich zu freun. 2. Du gabst zum Denken und Empfinden, Allgütiger, mir diesen Geist, der zwar zu schwach ist, zu ergründen, wie herrlich du, mein Schöpfer, seist, jedoch, was du an mir gethan, erkennen und bewundern kann. 3. Und diesen Geist, der in mir du diese Zeit. Du haft ihn, Vater, mir Schöpfung des Menschen zur Unsterblichkeit. geschenket zum Leben in der Ewigkeit, um da vollkommner zu verstehn, was Sterbliche nur dunkel sehn. 4. 3u eng sind dieses Lebens Schranken für seinen forschenden Verstand. Der Keim zu höheren Gedanken, als je ein Sterblicher erfand, entwickelt sich erst nach der Zeit im hellern Licht der Ewigkeit. 5. Ihn sättiget kein Gut der Erden, kein zeitlich Glück, so groß es sei. Um ruhig in sich selbst zu werden, bedarf er mehr, das ihn erfreu'. Er fühlt, daß diese ganze Welt nicht seinen Wunsch zufrieden stellt. 6. 3war ist er tief herabgesunken von seines Ursprungs Herrlichkeit, sucht oft, von Luft der Erde trunken, sein Wohl in Dingen dieser Zeit; jedoch er sucht, und findet nicht, was ihm der äußre Schein verspricht. 7. Du prågtest ihm durch sein Gewissen Gefühl von Recht und Unrecht ein. Daß Böse Böses leiden müssen, und Tugendhafte selig sein, erkennet er; doch sieht er nicht den Richter hier schon im Gericht. 37 Wort verleiht; da steht er mit Ge. wißheit ein, auch er werd' einst unsterblich sein. 10. Herr, laß zu jenem bessern Leben die Aussaat mich hier täglich streun. Laß deinen Geist das Wollen geben und das Vollbringen auch verleihn. Wonne der Unsterblichkeit, wie wird durch dich mein Geist erfreut! 8. Den Tugendhaften ist hienieden oft ein sehr widriges Geschick zum Loos für diese Zeit beschieden, dem Lasterhaften oft viel Glück. Gewiß, erst eine andre Welt ist zum Vergeltungsort bestellt. 9. Gott, wenn mein Geist dieß überleget, so hofft er schon Unsterb lichkeit. Noch stärker fühlt er sich beweget beim Licht, das ihm dein 75. Mel. Ich ruf zu dir, Herr 2c. Aus Erde ward mein Leib erbaut, und wird auch wieder Erde. Doch weiß mein Geist, der Gott vertraut, daß er nicht sterben werde. Fr, mehr als Staub, er, Gottes Hauch, wird nach dem Tod' auch leben, sich erheben wird er zu Gott und auch ihm dann noch Ehre geben. 2. Nicht dieser Leib, mein Geist allein kann denken, kann begehren, kann sich des Unsichtbaren freun, Gott kennen und verehren, in dem, was er durch ihn empfand, dich, o mein Schöpfer, finden, dich empfinden und durch der Liebe Band sich selbst mit dir verbinden. 3. Du bautest diese Hütte mir, Gedanken da zu sammeln, und da zuerst, mein Gott, von dir und deiner Huld zu stammeln, und immer mehr veredelt, mich im Guten stets zu üben und, getrieben von deinem Geiste, dich stets inniger zu lieben. ewig 4. Und dieses Glück ist mein. Auf immer höhern Stufen mich ewig deiner Huld zu freun, hast du mich, Gott, berufen. D wohl mir, welch ein großes Heil! Magdoch, was Staub ist, sterben und verderben: mein bessers hdhers Theil, die Seele, kann nicht sterben. 5. Nicht sterben, ja, nicht sterben. Gott, des bessern Lebens Glauben soll keines Låstrers Wahn Werke und Wohlthaten Gottes. 38 und Spott aus meinem Herzen rauben. Ich werde sterben; aber dann wirst du zu dir mich führen; triumphiren wird meine Seel' und kann im Tode nichts verlieren. 6. Ja, noch weit mehr werd' ich dereinst, als ich mit allen Sinnen hier fasse, wenn du, Gott, erscheinst, durch meinen Tod gewinnen. Ich fauchze, daß ich ewig bin; denn nur mein Leib wird sterben. Gottes Erben ist selbst der Tod Gewinn: die Seele kann nicht sterben. 76. Mel. Freu' dich sehr, o meine 2c. Stärke, Gott, mich in dem Glauben, daß ich nicht ganz sterblich sei. Laß mir ihn kein Blendwerk rauben, keines Leichtsinns Spotterei, als verschwinde, gleich dem Rauch, mit dem legten Odem auch das, was in mir denkt und lebet, dein fich freut und dich erhebet. 2. Geist, das ist mein hoher Name. Dieser Leib ist Hülle nur, eines bessern Leibes Same auf der Auferstehung Flur. Wie das Korn wird aufgelöst, Frucht zu tragen, so verwest auch mein Leib, dem Höhern Leben einen edlern keim zu geben. 3. Freilich hört mit diesem Leben hier mein Geist zu wirken auf. Aber schließt sein ganzes Weben sich mit dieses Lebens Lauf? Gabst du, Gott, ihm Thätigkeit nur für diesen Traum der Zeit, Sehnsucht nach vollkommnem Glücke nur für wenig Augenblicke? 4. schufst du nicht des Menschen Geist. Du berufst zum ew'genGlücke Alles, was dich Vater heißt. Seelen, Seelen sterben nie. Nach des kurzen Lebens Müh' wirst du jegliche zwar richten, aber keine je vernichten. sind die sichern Bürgen mir, daß ich mich, mein Gott, zu dir, daß ich einst, wohin ich strebe, mich erheb' und ewig lebe. 6. Du, o Schrecken im Gewissen der Verbrecher, du, o Ruh', die schon Fromme hier genießen, hoher Friede Gottes, du, sichre Zeugen seid auch ihr, wenn der Tod mich schrecket, mir, daß, wird gleich mein Leib zur Erde, doch mein Geist nicht sterben werde. 7. Und wie wird durch deine Lehre, Jesu, dieß mein Hoffen fest! Du, den ich als Heiland ehre, der die Seinen nie verläßt, du erhebst im Tode gleich meinen Geift zu deinem Reich, wirst auch einst ein beßres Leben meinem Leibe wiedergeben. 8. Gwig, ewig werd' ich leben. Sicher der Unsterblichkeit, streb' ich, mich empor zu heben über jeden Traum der Zeit. Wandeln will ich fest und still jeden Pfad der Tugend, will stets nach jenem Ziele streben, hier schon für den Himmel leben. 9. Aber, daß mein Fuß nicht wanke, stärke mich, o Herr, dein Wort und der selige Gedanke: Dort ist meine Heimath, dort; dort ist weder Schmerz noch Leid, Wonne nur und Herrlichkeit; dort ist, Herr, vor deinem Throne meines Kampfes Preis und Krone. Würde des Menschen. 77. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Laß mich des Menschen wahren Werth, mein Gott, zu Herzen nehmen und dessen, was mich selbst entehrt, mich allzeit innigst schämen. Nie komm' es mir aus meinem Sinn, was Alles ich vermag und bin durch deine weise Güte. 5. Dieser heiße Durst im Her- 2. Du schufst mich nicht bloß zen nach der Unvergånglichkeit, Fleisch und Bein; Du hauchtest dieser Drang in Leid und Schmer- mit dem Leben mir auch zugleich zen nach vollkommner Seligkeit die Seele ein und haft ihr Kraft Vorsehung.es gegeben, noch mehr, als was die Sinne rührt und durch sie Schmerz und Luft gebiert, zu fassen, zu erwägen. 3. Gott, diesen Vorzug gabst du mir vor so viel Millionen, die auch belebt, genährt von dir, auf deiner Erde wohnen. Was jenen fehlt, verliehst du mir, Vernunft und Freiheit und mit ihr Gefühl von Recht und Unrecht. 4. Du schufst mich zur Geselligkeit und für der Freundschaft Freuden; gabst mir ein Herz voll Fühlbarkeit für Andrer Glück und Leiden; noch mehr ein Herz, das fähig ist, sich dein, der du mein Vater bist, zu freun und dich zu lieben. 5. In stiller Andacht kann mein Geist sich bis zu dir erheben und dir, den jeder Himmel preist, auch Preis und Ehre geben. Auch ich kann deinen Willen thun, in deiner Vorsicht Fügung ruhn und fröhlich auf dich hoffen. 6. Nicht bloß für diese kurze Zeit riefst du mich in dieß Leben; 39 zu Freuden einer Ewigkeit soll sich mein Geist erheben. Und wird auch gleich der Leib zu Staub, so bleibt er nicht des Grabes Raub; du wirst ihn auferwecken. Vorsehung, Erhaltung und Regierung. 2. Ich weiß, daß du der Brunn der Gnad', die ew'ge Quelle bist, daraus uns Allen früh und spat viel Heil und Gutes fließt. 7. Vom Himmel kam, gesandt von dir, dein Sohn zu uns auf Erden; er kam und ward ein Mensch. wie wir, der Menschen Heil zu werden. Wie hoch sind wir durch ihn geehrt, wie ernstlich durch ihn selbst belehrt, der Menschheit Werth zu schäßen. 8. Und ich, ich sollte ihn entweihn und gleich den Thieren handeln? der Sinnlichkeit ergeben sein und nicht vor dir, Gott, wandeln? Fern sei von mir ein solcher Sinn. Bewahre mich, Herr, deß ich bin, daß ich mich so nicht schände. 9. Gieb vielmehr, daß ich allezeit auf mein Gewissen achte, nach Weisheit und Gerechtigkeit mit allem Eifer trachte, dich lobe, und mich deiner freu' und so des Vorzugs würdig sei, den du mir hast verlichen. 78. man Korn und Most zu seinen Zeiten find't? Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 6. Wer giebt uns Leben und Geblüt? wer hält mit seiner Hand Ich finge dir mit Herz und Mund, den goldnen, werthen, edlen Fried Herr, meines Herzens Lust; ich fing' und mach' auf Erden kund, was mir von dir bewußt. in unserm Vaterland? 3. Was sind wir doch, was haben wir auf dieser ganzen Erd', das uns, o Bater, nicht von dir allein gegeben werd'? 4. Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns gesetzt? wer ist es, der uns unser Feld mit Thau und Regen nett? 5. Wer wärmet uns in Kält' und Frost? wer schützt vor Sturm und Wind? wer macht es, daß 7. Ach, Herr, mein Gott, das kommt von dir; du, du mußt Alles thun, du hältst die Wach' an uns rer Thur' und läßt uns sicher ruhn. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu und stehst uns, wenn wir in Gefahr gerathen, treulich bei. 9. Du trägst uns Sünder mit Geduld und schlägst nie allzusehr; ja endlich nimmst du unsre Schuld, und wirfft sie in das Meer. 10. Wenn unser Herz auch seufzt und schreit, wirst du gar leicht erweicht und giebst uns, was uns hoch erfreut und dir zum Ruhm gereicht. Werke und Wohlthaten Gottes. 40 11. Du zählst, wie oft ein Christe wein' und was sein Kummer sei; und keine Zähre ist so klein, du hebst und legst sie bei. 12. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Himmels Haus, wenn uns die Erd' entgeht. 13. Wohlauf, mein Herz, froh, Lock', und sing' und habe guten Muth: dein Gott, der Ursprung aller Ding', ist selbst und bleibt dein Gut. 14. Er ist dein Schat, dein Erb' und Theil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein' Hülf' und Heil, schafft Rath und läßt dich nicht. 15. Was krånkst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg' und wirf fie hin auf den, der dich gemacht. 16. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und ernährt? Wie manchen schweren Unglückslauf hat er zurückgekehrt! 17. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regiment; nein, was er thut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End'. 18. Ei nun, so laß ihn ferner thun und red' ihm nicht darein: so wirst du hier in Frieden ruhn und ewig selig sein. 79. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Ich finge, meiner Seele Lust, vor dir, Herr, hocherfreut; ich sing' aus dankerfüllter Brust von deiner Gütigkeit. 2. Was ist der Mensch, der Staub, vor dir, daß seiner du gedenkst! Herr aller Welt, was haben wir, wenn du es uns nicht schenkst? 3. Wer hat den Himmel ausgespannt, der unser Aug' entzückt? wer hat mit göttlich milder Hand den Erdkreis ausgeschmückt? 4. Wer kleidet Hügel, Thal und Au' mit Schönheit, pflanzt den Hain, trånkt sie mit Regen und mit Thau, und giebt zur Saat Gedeihn? 5. Wer führt die Sonn' in ihrer Pracht mit jedem Tag' uns zu? wer spricht zum Mond' in dunkler Nacht: den Menschen leuchte du. 6. Wer krönt mit Segen jedes Jahr, daß unser Herz sich freut? wer liebet uns unwandelbar, auch wenn sein Donner draut? 7. Wer sichert uns vor der Gefahr, die uns von ferne droht? wer rettet oft so wunderbar aus gegenwärt'ger Noth? 8. Durchdenke deinen Lebenslauf, o Mensch! wer half bisher? wer war von deiner Jugend auf dein Helfer, sage, wer? 9. Herr, unser Herrscher, nur von dir fließt alles Heil uns zu Dein Volk, dein Eigenthum sind wir, und unser Gott bist du. 10. Wie groß ist deine Huld und Treu! Du zähltest unser Haar, stehst uns allgegenwärtig bei in jeglicher Gefahr. 11. Uns Sünder trägst du mit Geduld, lehrst uns durch deinen Geist und, reut uns unsre Sündenschuld, du siehst es und verzeihst. 12. Ja, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken ziehn. Der junge Rab', Erhalter, schreit zu dir, du nähreft ihn. 13. Und rührte dich, o Menschenfreund, nicht eines Christen Schmerz? Die stille Zähre, die er weint, bemerkt dein Vaterherz. 14. Weh' dem, der an dem Herrn verzagt, und seine Zuversicht auf Menschen seßt, gleich Heiden, sagt: Gott achtet unser nicht. 15. Er liebt dich mehr als du verstehst, ist, Seele, dir nicht fern, und eilt zu helfen, eh' du flehst: vertraue nur dem Herrn. 16. Er schaut herab von seiner Höh' auf den, der niedrig ist. ErHebe dich, Unsterbliche, zu ihm, von dem du bist. 17. Lobsing' ihm, bet' ihn ewig an mit frommer Zuversicht. Wie viel hat er an dir gethan! Bergiß es, Seele, nicht. Vorsehung. 80. Mel. Singen wir aus Herzens 2c. Dank dem milden Vater, Dank! Unser froher Lobgesang rühme den, den alles preist, der uns segnet, tränkt und speist. Wie er Thier' und Vögel nährt, hat er Alles uns gewährt, was den Leib erhält und nährt. 2. Gott zu loben, säumet nicht. Es ist Seligkeit und Pflicht, zu empfinden, wie er liebt, wie viel Gutes er uns giebt, wie er unser Leben schüßt, jedem Menschen, was ihm nüßt, darreicht und ihn unterstützt. 3. Schauet dankvoll um euch her, Gott erfüllet Land und Meer. Willig wächst auf sein Gebot aus der Erde Frucht und Brot, Flur und Gärten blühen euch, Berg' und Thäler find so reich. Menschen, und für wen? für euch. 4. Unser Bater, der uns liebt, der uns, was uns gut ist, giebt, giebt auch uns stets Speis' und Trank. Lobt den Vater, sagt ihm Dank; aller Segen kommt vom Herrn, dankt ihm und gehorcht ihm gern, liebt ihn, freuet euch des Herrn. 5. Danken, danken wollen wir dir, o milder Vater, dir; dir zu dienen, stets uns freun, willig auch zur Arbeit sein, bis uns in der Ewigkeit, nach burchlebter Pilgerzeit, höherer Genuß erfreut. 81. Met. Singen wir aus Herzens 2c. Was den Leib erhält und nährt, hat uns unser Gott gewährt, der uns alle Gaben reicht, dem an Wohlthun keiner gleicht, der die ganze weite Welt, wie es seinem Rath gefällt, durch sein Allmachtswort erhält. 2. Alles, Alles, was ich seh', in der Tiefe, in der Höh', was hoch in den Lüften schwebt, was im weiten Meere lebt, hofft, Versorger, nur 41 auf dich, freuet deiner Gaben sich; und du giebst sie mildiglich. 3. Ja, auch mich, auch mich erbist's, Bater, der mic schenkt, was freut deiner Güte Mildigkeit. Du mich speiset, was mich trånkt; du bist's, der so gern es thut, und im Wohlthun niemals ruht. O wie bist du doch so gut! 4. Froher Dank sei dir dafür, lich du stets beschert, was mir Unmilder Geber, daß auch mir våterterhalt gewährt; daß auch ich mit frohem Sinn, was du gnädig mir verliehn, zu genießen fähig bin. deiner Gaben im Genuß niemals 5. Hilf, daß ich beim Ueberfluß ehre dich und, wenn ich mich ihrer überhebe mich, allzeit, Höchster, freu', auch aus Menschenhuld dabei eingedenk des Armen ſet. wie du mir befiehlst, o Herr, froh 6. So werd' ich zu deiner Ehr', genießen, was du mir gnädig haft nungsvoll erfreun, daß auch künfverliehen hier, und mich hofftig du allein werdest mein Versorger sein. 82. Mel. Herzliebster Jesu, was 2c. Auf dich, o Vater, schauen unsre Blicke, daß deine Hand uns våterlich erquicke; du sorgst, und giebst auch Jedem seine Speise, daß er dich preise. 2. Du segnest uns nach deinem Wohlgefallen, thust deine milde Hand auf und giebst Allen, was noth ist; keiner fleht, o Herr des Lebens, zu dir vergebens. 3. Auch, wenn wir essen oder trinken, müssen wir dir zur Ehre und mit Dank genießen, was wir zum Leben hier von deinen Gaben empfangen haben. 4. Laß, Vater, dieß uns keinen Tag vergessen, laß uns mit Dank und Mäßigkeit stets effen, damit wir leben und durch deinen Segen satt werden mögen. 42 Werke und Wohlthaten Gottes. 83. Mel. Sollt' es gleich bisweilen 2c. Gott, o Mensch, gab dir dieß Leben, o so wird er dir auch geben, was, so lang' es ihm gefällt, dich im Leben hier erhält. 2. Ihm ist, was du heut' und morgen nöthig hast, niemals verborgen. Fehlt dir dieß und jenes gleich: Gott ist gütig, Gott ist reich. 3. Sieh', die Vögel in den Lüften, jeder Wurm in Fels und Klüften, Fisch' im Meere, Thier' im Wald' finden Speis' und Aufenthalt. 4. Und du solltest dich nicht schåmen, über Mangel dich zu gråmen? Denke, wenn der Mangel droht: Warum zag' ich? lebt doch Gott. 5. Laß dich Gottes Rath nur leiten, o so wird dein Fuß nicht gleiten. Glaube, was Gott will und thut ist unsträflich, weis' und gut. 6. Groß im Kleinen wie im Großen, wird er keinen Wurm verstoßen; sollte denn der Mensch allein seiner Sorg' entzogen sein? 7. Nein, sein Rath hat schon hienieden, was du brauchest, dir beschieden. Dient dir irgend was zum Heil, o so wird dir's auch zu Theil. 8. Trau' auf dieses Lebens Pfade nur auf Gott und seine Gnade; glaube, daß der Herr der Welt Alles, was er schuf, erhält. 84. Mel. Alles ist an Gottes Segen 2c. Sollt' ich meinem Gott nicht trauen, der mich liebt so väterlich, der so herzlich sorgt für mich? sollt' ich auf den Fels nicht bauen, der mir ewig bleibet fest, der die Seinen nie verläßt? 2. Er weiß Alles, was mich brücket, mein Anliegen, meine Noth, er steht bei mir bis zum Tod"; er weiß, was mein Herz erquicket. Seine Lieb' und Batertren' ist mir jeßt und ewig neu. 3. Der die Vögel alle nähret, der die Blumen, Laub und Gras kleidet schön ohn' Unterlaß, der uns alles Gut's bescheret, sollte der verlassen mich? Nein, ich trau' ihm sicherlich. 4. Wenn nach seinem Reich' ich trachte, wenn ich durch Gerechtigkeit finde meine Seligkeit, wenn ich Geld und Gut nicht achte: segnet Gott mich früh und spat, Wort' und Werke, Rath und That. 5. Ei so bleib der andre Morgen. Das, was mir noch künftig ist, irrt mich nicht; ich bin ein Christ. Gott laß ich nur für mich sorgen. Ist doch meiner Lebenszeit ihre Sorge schon bereit. 6. Lob sei Gott, der mich erfreuet, daß ich glaube festiglich: Gott, mein Vater, sorgt für mich, der mir diesen Trost erneuet, daß ich weiß: Gott liebet mich, Gott versorgt mich ewiglich. 85. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Du bist's, dem Ehr' und Ruhm gebührt; und das, Herr, bring' ich dir. Mein Schicksal hast du stets regiert, und stets warst du mit mir. 2. Wenn Angst und Noth sich mir genaht, so hörtest du mein Flehn und ließest mich, nach deinem Rath, Hülf' und Errettung sehn. 3. Wenn ich in Schmerz und Krankheit sank und rief: Herr, rette mich, so halfft du mir. Mit welchem Dank, mein Gott, erheb' ich dich! 4. Betrübte mich des Feindes Haß, so klagt' ich dir den Schmerz. Du halfft mir, daß ich ihn vergaß und gabst Geduld ins Herz. 5. Wenn ich den rechten Pfad verlor und mich verschuldet sah, rief ich zu dir, mein Gott, empor, und Gnade war mir nah'. 6. Herr, für die Leiden dank' ich dir, dadurch du mich geübt, und Vorsehung. für die Freuden, welche mir dein milder Segen giebt. 7. Dir dank' ich es, daß die Natur mich nährt und mich erfreut. Ich schmeckt' in jeder Kreatur, Gott, deine Freundlichkeit. 8. Ich danke dir für deinen Sohn, der mir zum Heile starb und der zu deinem Gnadenthron den Zutritt mir erwarb. 9. Wie sehr liebt Gott der Menschen Wohl. Erheb' ihn, Volk des Herrn. Die Erd' ist seiner Güte voll; er hilft und rettet gern. 10. Er hilft und läßt die Traurigkeit bald uns vorübergehn, will uns, nach kurzer Prüfungszeit, zu ew'gem Heil' erhöhn. 11. Vergiß nicht, Seele, deinen Gott, nicht, was er dir gethan; verehr' und halte sein Gebot und bet' ihn ewig an. 86. Mel. Alle Menschen müssen 2c. Bester, weisester Regierer, aller Welten Preis sei dir. Dir, du meines Lebens Führer, sei auch ewig Preis von mir. Unter allen Millionen, die dein weites Reich bewohnen, siehst du huldreich auch auf mich, forgest für mich väterlich. 2. Nie kann ich dich gnug erheben. Du, der alles werden heißt, gabst mir mit des Leibes Leben auch die Seele, die dich preist. Ich, ein Wunder deiner Güte, seh' mit staunendem Gemüthe, das sich selbst nicht fassen kann, als ein Bild von dir mich an. 43 mit neuem Segen jeden Morgen mir entgegen; was nur je mir heilsam war, reichte deine Hand mir dar. 5. Wie so viele frohe Tage schenkte deine Güte mir! Schicktest du gleich eine Plage, o so kam auch Trost mit ihr. Und wer zählt die Gnaden alle, die mir, seit ich hier schon walle, deine Vaterhuld verlich? Herr, zu zählen sind sie nie. 6. Sollt' ich dir denn nicht mit Freuden dankbar und ergeben sein? Sollt' ich zagen, wenn mir Leiden wiederfahren oder dråun? Nein, ich lasse, Gott, dich walten; du, du wirst mich aufrecht halten. Sende Freude, sende Schmerz, dankvoll nimmt's von dir mein Herz. 7. Flöhn mich auch die besten Freunde, fehlt auch andre Freude mir, wären viel auch meiner Feinde: dennoch bleib' ich stets an dir, dennoch will ich nicht verzagen, will aufs Ziel von meinen Tagen, in die höh're Zukunft schaun, und mit Freuden dir vertraun. 4. Täglich warest du mir nahe, beine Weisheit lehrte mich, was ich hörte, was ich sahe, zeigte mir, mein Vater, dich. Du, du kamst 8. Besser noch als selbst das Leben ist, o Vater, deine Huld. Was mir nüßt, wird sie mir geben und mich tragen mit Geduld. Laß mich nur, du Allerbester, immer inniger und fester hier mit dir vereinigt sein, deiner Gnade mich zu freun. 9. der seligen Verbindung, Allergütigster, mit dir! Deiner Vaterhuld Empfindung gieb, o Bater, täglich mir. Mache du mich immer reiner, daß mein Herz dereinst auch deiner sich in deinem Reich erfreu' und in dir ganz selig ſei. 87. 3. Auf der Menschheit hohe Stufe stellte, Herr, mich deine Hand, wo den Schall von deinem Mel. Aus der Tiefen rufe ich 2c. Rufe früh ich hörte, früh verstand Preise froh auch du, mein Geist, Aus unendlichem Grbarmen zogft du mich mit Baterarmen in der Kindheit schon zu dir. O wie preis' ich dich dafür. Gott, den jeder Himmel preist. Dank ihm, der voll Lieb' und Macht ewig für dein Bestes wacht. 2. Seines Wohlthuns dich zu freun, haucht' er dir das Leben ein; und wie huldreich hat bis jetzt nicht sein Arm dich unterstüßt. Werke und Wohlthaten Gottes. 44 3. War nicht seine Vatertreu' jeden Morgen bei dir neu? Tåglich gab dir seine Hand, was sein Rath dir núßlich fand. 4. Auch dein Heil besorgt er schon, eh' du warst, durch seinen Sohn, der sich bis zum Tod und Grab auch zu deiner Rettung gab. 5. Und mit welcher Vaterhuld trågt er dich noch mit Geduld! Auch, dir zu verzeihn bereit, giebt er dir zur Beßrung Zeit. 6. Nuße sie dazu mit Fleiß, dir zum Wohl und ihm zum Preis. Ihm, der dich so gern erfreut, ihm sei ganz dein Herz geweiht. 7. Dien' ihm gern und hoff' auf ihn, wenn auch Wolken dich umziehn, dir der Himmel trübe wird und dein Fuß im Dunkeln irrt. 8. Licht schafft er aus Finsterniß; folg' ihm nur und sei gewiß, daß er Jedem, der ihn liebt, mehr noch, als er hoffet, giebt. 9. Ja, mein Gott, deß freu' ich mich. Hoffnungsvoll erheb' ich dich, daß du so barmherzig bist und der Deinen nie vergißt. 10. Täglich soll mein Lobgesang dich erheben, und voll Dank will ich preisen, was dein Rath über mich beschlossen hat. 88. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Mein Geist erstaunt, Allmächtiger, wenn er die Gnade denkt, womit du mich, mein Gott und Herr, so unverdient beschenkt. 2. Dann ist mein Herz so hoch erfreut, ganz deiner Güte voll, und weiß vor heißer Dankbarkeit nicht, wie es danken soll. 3. Als ich noch in der Mutter Schooß, in Nacht verborgen, schlief, bestimmtest du für mich das Loos, das mich zum Leben rief. 4. Du wählst des Sterblichen Geschick eh' er geboren ist. Und so ward ich, o welch ein Glück, schon als ein Kind, ein Christ. 5. Noch schlief ich an der Brust, und schon entferntest du Gefahr, und neigtest zu des Weinens Ton dein Ohr erbarmend dar. 6. Wenn ich durch Sinnlichkeit vom Pfad der Tugend mich verirrt, hat mich höchst liebevoll dein Rath darauf zurückgeführt. 7. Du warst mein Schuß und meine Wehr vor Unglück und Gefahr, und vor dem Laster, das noch mehr als sie zu fürchten war. 8. Ich sah, von Krankheit bleich, durch dich mein Leben mir geschenkt; und deine Gnad' erquickt, mich wenn Menschen mich ge. kränkt. 9. Von Freudenstrahlen glänzt mein Blick, da du so hoch mich liebst und in der wahren Freundschaft Glück des Lebens Trost mir giebst 10. Und welche Wohlthat, Herr, ist nicht dieß Herz, das fühlen kann; dieß Herz, ganz dein, das dankbar spricht, was du an mir gethan. 11. Kein Tag soll froher mir vergehn, als, Höchster, dir zum Preis; ich will dein hohes Lob erhöhn so gut ich kann und weiß. 12. In Schrecken, Angst, Gefahr und Noth trau' ich allein auf dich. Durch dich gestärkt, ist selbst der Tod mir nicht mehr fürchterlich. 13. Wenn krachend einst der Bau der Welt erzittert und erbebt, will ich dich preisen, der mich hält, zur Ewigkeit erhebt, 14. Dich, der mich bei der Welten Sturz mit starkem Arm' erhob. Selbst Ewigkeiten sind zu kurz, o Höchster, für dein Lob. 89. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. Mein Auge sieht, o Gott, nach dir, von deinem Throne hilf du mir! Mein Heil kommt nur von deiner Macht, die diese Welt hervorgebracht. 2. Getrost, mein Herz, dein treuer Hirt schafft, daß dein Fuß nicht gleiten wird. Der dich behütet, schlummert nicht, in Finsterniß ist er dein Licht. Vorsehung. 45 3. Kein Uebel sei dir fürchter- Sieh' stets mich mit Erbarmen an, lich; denn Gottes Rechte schüßet so bin ich froh und jauchze dann: dich. Durch seine treue Baterhand Gott lebet noch! wird, was dir schadet, abgewandt. 4. Sein Schuß gewährt dir Sicherheit, sein Trost füllt dich mit Freudigkeit, er leiter dich auf ebner Bahn und nimmt dich einst mit Ehren an. 5. Herr, segne und behüte mich. Du bist mein Heil, ich hoff' auf dich. Dein Segen folg' aus dieser Zeit mir bis in fene Ewigkeit. 90. 2. So will denn auf dein Wort auch ich der Sorgen mich entschütten. Erhöre, Gott, mein Vater, mich, erhör' mein kindlich Bitten. Mel. Erschienen ist der herrl. 2c. Gott lebet noch, drum serg' ich Gieb' meiner Seele wahre Ruh', nicht. Du, Herr, bist meine Zuversicht. Sturzt auch der ganze Weltkreis ein, du wirst mein Schutz und Retter sein. Gelobt seist du! was mich bekümmert, lenke du zu meinem ew'gen Besten. 2. Du sorgst für mich. Was forg' ich denn, da ich dich, meinen Bater, kenn'? Ist's deine Macht nicht, die die Welt mit Weisheit und mit Güt' erhålt? Drum sorg' ich nicht. 3. Der Sorgen Macht hat freilich oft mich überwält'gen wollen; so hab' ich nicht auf dich gehofft, als ich wohl hoffen sollen Mein Gott, wie groß ist meine Schuld! An dir hab' ich durch Ungeduld vielfältig mich verfündigt. 4. Erbarmender, vergieb es mir nach deiner großen Güte und stärke zum Vertraun zu dir mein schüchternes Gemüthe. Gieb, daß ich freudig hoff' auf dich, du werdest nie, als Vater, mich verlassen noch versäumen. 3. Wenn mich Gefahr und Noth umringt, mir Einsicht fehlt, kein Nath gelingt, dann denk' ich voll Bertraun daran, daß du regierst; dich bet' ich an, und du hilfst mir. 4. Du kennst mich, und dein Rath weiß wohl, wie er mein Schicksal lenken soll. Auch dann machst du es mit mir gut, wenn du mich prüfst. Drum hab' ich Muth und trau' auf dich. 5. Legst du auf mich ein schweres Joch; wie schwer's auch sei, so hoff' ich doch. Du hilfft uns tragen, was uns plagt; und wer nach deiner Hülfe fragt, den stärkest du. 6. Wie hart mich auch ein Leiben drückt, so bist du's doch, der mich erquickt. Du giebst mir Kraft zum Kampf und Lauf; und fall' ich, so hilfst du mir auf. Gelobt seist du! 91. Mel. Herr wie du willst, so 2c. Du hast, mein Vater und mein Gott, mich durch dein Wort belehret, daß deine Hand der Frommen Noth dereinst in Freude kehret, und daß ich Alles, was mich fränkt, auf dich, der unser Schicksal lenkt, mit Zuversicht soll werfen. 7. Mein Vater, drum verlaß ich mich in allen Fällen nur auf dich. 5. Seh' ich schon keine Wege noch zur Rettung vor mir offen, auch da laß mich, mein Retter, doch auf deine Hülfe hoffen. Du bleibst doch immer groß an Rath und immer mächtig auch an That, mein Bestes zu besorgen. 6. Dieß sei mein Trost, dieß sei mein Licht, wenn mich die Sorgen kränken. Erfüllst du meine Wünsche nicht, so laß mich glaubig denken, daß mir's nicht gut gewesen ist. Weil du die höchste Weisheit bist, so fügst du stets das Beste. 7. Was mir hier fehlt, das wirst du mir aufs Reichlichste ersetzen, wenn ew'ge Freuden mich bei dir in deinem Reich ergößen. Da ist Werke und Wohlthaten Gottes 46 mein Erb' und höchstes Gut. Ostärke mir dadurch den Muth bis an mein felig Ende! wissen andern Morgen? Ach Unzufriedne machen ihren Herzen verge. bens Schmerzen. 2. Es ist umsonst, wir können nichts erzwingen, wenn wir auch Nächte durch mit Kummer ringen und noch so früh mit ängstlichen Geschäften uns ſelbst entkräften. 3. Mein Glück beruht, o Gott, auf deinem Segen. Vertrau' ich dir, geh' ich auf deinen Wegen, so wirst du mir, laß mich dieß stets bedenken, was noth ist, schenken. 4. Laß mich mit dem mir anvertrauten Pfunde nur redlich wuchern; deiner Hülfe Stunde wird schon erscheinen, du wirst mir begegnen, du wirst mich segnen. 5. So fördre denn die Arbeit meiner Hände. Gesegnet sei ihr Anfang und ihr Ende. Gieb Rath und Kraft, damit, was ich vollbringe, mir auch gelinge. 92. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. D Fürwahr, du bist, o Gott, verbor. gen, dein Rath bleibt für uns wunderbar. Umsonst sind alle unfre Sorgen, du sorgteft, eh' die Welt noch war, für unser Wohl schon väterlich. Dieß sei genug zum Trost für mich. 2. Dein Weg ist zwar in Finsternissen vor unsern Augen oft versteckt; doch wenn wir erst den Ausgang wissen, wird auch die Ursach' uns entdeckt, warum dein Nath, der niemals fehlt, den uns so dunklen Weg gewählt. 3. Nie sind die Tiefen zu ergründen von deiner Weisheit, Macht und Güt'; du kannst viel tausend Wege finden, wo die Vernunft nicht einen steht. Aus Finsterniß bringst du das Licht; du sprichst, o Gott, und es geschicht. 94. 4. So weicht denn, ångstliche Gebanken: Gott kann weit mehr, als ihr versteht. Bleib', Seele, in der Demuth Schranken: die Demuth wird von Gott erhöht. Ja, Herr, du liebst den, der dich liebt und dei- Gott, der wird's wohl machen, ner Führung sich ergiebt. Mel. Jesu, meine Freude 2c. 5. Drum will ich dir mich über lassen mit Allem, was ich hab' und bin; und kann ich auch nicht Alles faffen, so trau' ich dir mit frohem Sinn. Der Ausgang zeigt doch immerdar, daß stets dein Rath voll Güte war. dem ich meine Sachen allzeit heimgestellt. Er hat mich erkoren eh' ich noch geboren war auf dieser Welt; hat mir auch, nach seinem Brauch, was vonnöthen, stets gegeben, hier in diesem Leben. 6. Gieb, daß dieß mein Vertrauen mehre im Glück und Unglück, Freud' und Leid. Schick' Alles, Herr, zu deiner Ehre und meiner Seele Seligkeit. So preis ich einst vollkommen dich, so freu' ich dein auf ewig mich. 93. Mel. Herzliebster Jesu, was hast 2c. Du sorgst, o Gott, was helfen bange Sorgen für den doch unge 6. Gewähre mir nur deines Soh nes Gaben, so mögen Andre gleich mehr Reichthum haben. Ist mir doch auch dein ewig Reich beschieden: ich bin zufrieden. 2. Gott, der wird's wohl machen, der so oft mir Schwachen Freud' und Lust geschenkt, der mich nie vergessen, der mit Kleid und Effen tåglich mich bedenkt. Auch, wenn fast die Kreuzeslaft oft die Seinen schmerzlich drücket, hat er mich erquicket. 3. Gott, der wird's wohl machen. Laß das Wetter krachen und die Stürme wehn. Wenn mit großem Graufen alle Wellen brausen, eilt er beizustehn. Gott ist da mit Hülfe nah'. Schlägt dich Unglück auch darnieder, Gott erhebt dich wieder. Vorsehung. 4. Gott, der wird's wohl machen. Er wird selber machen über deiner Noth. Wenn du willst verzagen unter deinen Plagen, ist der fromme Gott dir schon nah', mit Hülfe da. Dann vergeht die Angst geschwinde wie der Rauch vom Winde. 5. Gott, der wird's wohl machen. Machtig in den Schwachen ist er allezeit. Wem hat's je gefehlet, der sich ihn erwählet zum Trost in dem Leid? Drum, mein Herz, vergiß den Schmerz, Alles steht in seinen Händen, Gott kann alles wenden. IV. Von den Werken und Wohlthaten Jesu Christi. Rathschluß Gottes von der Erlösung des gefallenen menschlichen Geschlechts durch Jesum Christum. 95. Mel. Durch Adams Fall 2c. Durch Adams Sünde wurden wir auch fterblich, strafbar, Sünder, vergiftet und verderbt von ihr; denn wir sind Adams Kinder. Ach, hätte Gott nicht unsre Noth mit leidig angesehen, wir trügen noch der Sünde Joch und müßten einst vergehen. 47 6. Gott, der wird's wohl machen. Wenn nach allen Sachen naht der Tod heran, wenn sich meine Jahre enden mit der Bahre, führt er himmelan. Denn sein Bund hat festen Grund: Wer da schlummert in der Erden, soll erwecket werden. 7. Gott, der wird's wohl machen. Sorgen wird er, wachen, helfen mächtiglich. Führt er gleich die Seinen hier durch Leid und Weinen, führt er wunderlich: sei bereit zu Freud' und Leid. Gott befiehl nur deine Sachen: Gott, der wird's wohl machen. 2. So weit hat's nun die Sünd' gebracht. Seit jenem schweren Falle herrscht durch der Sünde Fluch und Macht der Tod jetzt über Alle. In solcher Noth verhieß uns Gott, selbst seinen Sohn zu geben, daß wir, erneut zur Seligkeit, noch möchten wieder leben. 3. Wie wir durch eine fremde Schuld, durch Adam, Alle sterben so hilft uns eine fremde Huld durch Christum vom Verderben. Ward überall durch Adams Fall der erste Fluch verkündigt: so hat uns Gott durch Christi Tod versöhnet und entsündigt. 4. Gott hat uns seinen Sohn geschenkt als wir noch Feinde waren, die Huld, womit er unsrer denkt, an uns zu offenbaren. Der starb, erstand, fuhr auf und sandt' uns seines Geistes Gaben. Wer ihn zum Heiland wählt und glaubt, soll einst den Himmel haben. 5. Er, der an unfre Stelle trat, zum Opfer dargegeben, er ist das Licht, er ist der Pfad zur Wahrheit und zum Leben. Sein Schutz umgiebt die, die er liebt, wenn sie nur freudig glauben; die er bewacht, kann keine Macht aus seiner Hand ihm rauben. 6. O wie undankbar, wie vers rucht ist der, der ihn verachtet, sein Heil allein bei Menschen sucht und Gottes Trost nicht achtet. Wer in der Noth, die ihn bedroht, sucht Helfer bloß auf Erden, der muß in Zeit und Ewigkeit vor ihm zu Schanden werden. 7. Wer hofft auf Gott und ihm vertraut, wird nimmermehr zu Schanden. Und wer auf diesen Felsen baut, wenn Noth und Tod vorhanden, in Angst und Müh' wird er doch nie den Menschen sehen fallen, der sich nur fest auf ihn verläßt: Gott hilft den Seinen Allen. Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 48 8. Dieß theure Wort, das bitt' ich dich, wollst du nie von mir nehmen, noch wegen meiner Sünden mich und mein Bertraun beschämen. Erlaß die Schuld. Auf deine Huld sezz' ich ganz mein Vertrauen; und wer sich fest auf dich verläßt, wird auch den Tod nicht schauen. 9. Damit ich glaub' und immer fort nur dir gefallen lerne, so leuchte mir dein heilig Wort gleich einem Morgensterne. Belehrt von dir, verstehen wir den Werth der hohen Gaben, die Gottes Geist uns hoffen heißt, weil wir zum Heil dich haben. 96. Mel. Werde munter, mein 2c. Mit frohlockendem Gemüthe schau' ich, Gott, voll Dankbegier in die Tiefen deiner Güte und verliere mich in ihr. O wie groß ist deine Huld! Unsre ganze Sündenschuld willst du uns so gern vergeben; denn du hast nur Lust am Leben. 2. Ich verehre, Gott voll Liebe, deiner Gnade weisen Rath, die aus eignem freien Triebe unsrer sich erbarmet hat. Uns Verlornen dachtest du Rettung vom Verderben zu; und dieß Heil uns zu erwerben, sollte dein Geliebter sterben. 3. D ein Rathschluß voll Grbarmen, voller Huld und Freundlichfeit, der uns, uns verlaßnen Armen, Gnad' und reichen Trost verleiht! O wie hast du uns geliebt, daß dein Sohn sich für uns giebt, die verscherzten Seligkeiten wiederum uns 311 bereiten! 4. Ja, du zeigst aus weiser Liebe uns zur Gnade selbst die Bahn, führst durch deines Geistes Triebe uns zu Buß und Glauben an. Wer nicht in der Sünde bleibt, standhaft an den Mittler glaubt, soll, befreit von dem Verderben, Himmelsseligkeiten erben. 5. Du bestimmtest zum Verderben auch nicht Ginen; deine Huld hilft auch Sündern. Wenn sie sterben, sterben sie aus eigner Schuld, Wer nicht glaubt an deinen Sohn, den trifft seines Frevels Lohn, sein beharrlich Widerstreben raubt ihm Gnade, Heil und Leben. 6. Ewig sei mit Dank besungen, was dein Rath beschlossen hat. Mit uns preisen Engelzungen diesen weisen, heil'gen Rath, den der Glaub' in Demuth ehrt, die Vernunft erstaunend hört, wo der Engel Tiefen findet, die er niemals ganz ergründet. 7. Bater, hilf mir darnach streben, meines Heils gewiß zu sein. Richte du mein ganzes Leben nur nach deinem Willen ein. Laß des Glaubens Frucht und Kraft, die dein Geist nur in uns schafft, mir das sichre Zeugniß geben, ich sei auf dem Weg zum Leben. 8. Ueberzeugt ven deiner Gnade und gewiß, dich einst zu sehn, will ich selbst des Todes Pfade ohne Graun und muthig gehn. Hab' ich deine Gnade nur, so wird keine Kreatur mich von deiner Liebe trennen, dir mich nicht entreißen können. 97. Mel. Ermuntre dich, mein 2c. Also hat Gott die Welt geliebt und sie so hoch geehret, daß er selbst ſeinen Sohn ihr giebt. Das preise, wer es höret. Ihn, der so viel an uns gethan, ihn bete dankvoll Jeder an, der dieß von Gott erfennet und seinen Gott ihn nennet. 2. Wer hat wohl einen Vatersinn, und giebt sogar für Sünder sein Kind zu ihrer Rettung hin, das liebste seiner Kinder! Und so, so liebt uns Gott der Herr. Wer ist an Huld so reich, als er? Er schenfet uns Verlornen selbst seinen Eingebornen. 3. Er schenkt ihn, daß die Sünderwelt befreit, und diese Erde dem, der forthin zu Gott sich hält, des Himmels Borhof werde; daß Jeder, der an Christum glaubt, und Sünden sich nicht mehr erlaubt, in Gottes Gnade stehe und nicht verloren gehe. Rathschluß von der Erlösung der Menschen. 4. welch ein Heil, befreit von Schuld, gereinigt im Gewis sen, voll Trost an Gottes Vater huld im Herzen Ruh' genießen, den Himmel vor sich offen sehn, und einft zu seinen Freuden gehn! Dieß Heil uns zuzuwenden, ließ Gottes Sohn sich senden. 5. Wer kann ließ wissen, Gott, und doch dir fühllos widerstreben? so hoch geliebt sein, und dennoch sich weigern, dir zu leben? O sollt' ich, da dein Sohn selbst stirbt und mir ein ewig Heil erwirbt, nicht deine Lieb' empfinden: wie häuft' ich meine Sünden! 6. welch ein Gråul, wie werth wär' ich, mit jeder Plag' auf Erden, und mit noch größrer ewiglich von dir bestraft zu werden! Nein, ewig ferne sei von mir ein solcher Undank! Bater, dir und deinem Sohn ergeben, will ich dir einzig leben. 7. O schenke du mir selbst die Kraft, daß ich, im wahren Glauben an ihn, auch wandle tugendhaft, mir nicht mein Heil zu rauben. Wie könntest du, da du mir schon den Sohn geschenkt haft, dei. nen Sohn, nicht gnädig mein gedenken und mit ihm Alles schenken! 98. Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2c. Auf, Christen, laßt uns unsern Gott mit frohem Dank erheben! Er hat nicht Lust an unserm Tod, will, daß wir ewig leben. Was uns zum Heile nöthig ist, das hat er uns durch Jesum Christ erbarmungsvoll bereitet. 49 ward's, und hat sein Werk vollbracht, und sich nach kurzer Grabesnacht zum Himmel aufgeschwungen. 3. Wo ist des Todes Herrschaft nun? Hier ist kein Ueberwinder. Des Todes Macht hinweg zu thun, starb er, das Heil der Sünder. Gröffnet ist uns nun die Bahn, die von der Erd' uns himmelan zur ew'gen Wonne leitet. 4. Was er zum Leben uns verschafft, das ist in seinen Händen. Sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns erwarb, als er für uns am Kreuze starb. Wohl allen, die ihm trauen. 5. Olaffet ihm uns anvertraun, und seine Stimme hören, auf seine Mittlerhülfe baun, ihn mit Gehorsam ehren! Das ist der Weg zum ew'gen Wohl, der Weg, auf dem man friedevoll auch schon auf Erden wandelt. 8. Ich hoff' es, Gott, voll Zuversicht. Ich will das Böse haffen, vertraun auf deinen Sohn, und nicht von ihm mich trennen lassen. Durch ihn, o Vater, bin ich dein, 99. Mel. Ich dank' dir schon durch zc. und ewig, ewig will ich's sein, will Gedanke, der uns Leben giebt, wer deinen Willen üben, dich über Alles kann dich ganz ausdenken: Also hat lieben. Gott die Welt geliebt, uns seinen Sohn zu schenken. 2. Hoch über die Vernunft erhöht, umringt von Finsterniffen, füllst du mein Herz mit Majestät und stillest mein Gewiſſen. 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Bau ergründen; und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm' empfinden. 4. So kann ich auch nicht Gottes Rath von Jesu Tod ergründen; allein das Göttliche der That, das kann mein Herz empfinden. 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ nicht meine Schuld 2. Nach seinem gnadenvollen Rath kam er, sein Sohn, auf Er den, von unsrer Schuld und Missethat ein Netter uns zu werden. Er 6. Herr, leite selbst uns diesen Pfad, zeuch uns zu deinem Sohne, daß Glaub' an ihn, auch mit der That in unsern Herzen wohne. So haben wir an seinem Heil, zur Freude für uns, ewig Theil, so preisen wir dich ewig. Werke und Wohlthaten Jesu Christi. getragen, nicht Gott und mein denken: wie sollt' uns der, der Erlöser ist: so werd' ich angstvoll ihn geschenkt, mit ihm nicht Alles zagen. schenken! 50 6. Ist Christi Wort nicht Gottes Sinn: so werd' ich irren můj sen und, wer Gott ist, und was ich bin und werden soll, nicht wissen. 7. Nein, diesen Trost der Christenheit soll mir kein Spotter rauben; ich fühle seine Göttlichkeit, und halte fest am Glauben. 8. Sohn Gottes, ganz dein Eigenthum, durch dich des Himmels Erbe, dieß bin ich, und das ist mein Ruhm, auf den ich leb' und sterbe. 9. Du giebst mir deinen Geist, das Pfand, im Glauben mich zu stärken, und bildest mich durch seine Hand zu allen guten Werken. 10. So lang' ich deinen Willen gern, mit reinem Herzen, thue, so fühl' ich eine Kraft des Herrn und schmecke Fried' und Ruhe. 11. Und wenn mich meine Sünde kränkt und ich zu dir, Herr, trete, weiß ich, daß dein Herz mein gedenkt, und thut, worum ich bete. 12. Ich weiß, daß du, mein Heiland, lebst, und mich einst aus der Erde erweckst und zu dem Reich erhebst, wo ich dich schauen werde. 13. Kann unsre Lieb' im Glauben hier für dich jemals erkalten? Dieß ist die Lieb', o Herr, zu dir, dein Wort von Herzen halten. 14. Erfüll' mein Herz mit Dankbarkeit, so oft ich dich nur nenne, und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne. 100. Mel. Vor deinen Thron tret' ich zc. Auf, freue dich, mein Geist, in mir und preise deinen Gott, der dir selbst seinen Sohn zum Helfer giebt; preif' ihn, daß er so sehr dich liebt! 2. Er, den dir Gott zum Heit gesandt, ist dir ein göttlich Unterpfand, wie innig seine Vatertreu', wie werth ihm deine Wohlfahrt sei. 3. Durch ihn hat er die sichre Bahn zur Seligkeit dir fund gethan, durch ihn hat er dir Muth und Kraft, auf dieser Bahn zu gehn, verschafft. 4. Und o durch welche lange Reihn von Niedrigkeit, von Schmach und Bein ließ er den Göttlichen nicht gehn, zum ew'gen Heil dich zu erhöhn! 5. Bergiß, vergiß zu keiner Zeit die Größe seiner Gütigkeit; denk' oft und stets mit Freuden dran und bete Gott in Demuth an. 6. Aus Gegenlieb' und Dankbarkeit sei ihm dein ganzes Herz geweiht, dein Herz, das ihm ganz zugehört und selig ist, wenn es ihn ehrt. gab, dem folge redlich bis ans 7. Dem, den er dir zum Helfer Grab; folg' ihm und wende dankbar an, was er zu deinem Heil gethan. 15. Soll ich dereinst noch würdig sein, um dich hier Schmach zu leiden, so laß mich keine Schmach und Bein von deiner Liebe scheiden. 16. Und sollt' ich auch nicht für und für des Glaubens Freud' empfinden, so wirk' er nur sein Werk in mir und rein'ge mich von Sünden. 17. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt, laß mich noch sterbend hat. 8. Erwecke dich dadurch zum Fleiß der Heiligung. Das ist der Preis, den ächte Dankbarkeit ihm giebt, der dich beglückt und den er liebt. 9. In diesem Preise übe dich. mein Geist, so hilft er sicherlich dir zu dem Heil, das Gottes Rath durch ihn der Welt bereitet Person Jesu Christi. Person Jesu 101. Mel. Herr Christ, der ein'ge 2c. Christe, Gingeborner, gelobt von Ewigkeit, des Vaters Auserforner, gepriesen in der Zeit, mit ihm von einem Wesen, bleibst du, der du gewesen, der Glanz der Herrlichkeit. 2. Für uns ein Mensch geboren zur längst bestimmten Zeit, haft du uns außerkoren, erlöft zur Seligkeit, ftarbst, daß wir leben möchten, erhubst uns zu Gerechten, zu Erben deines Reichs. 3. Laß uns dich stärker lieben, erkennen mehr dein Heil, und uns im Glauben üben, an dir stets haben Theil; laß deine Huld uns schmecken, zum Guten uns er wecken, zu dürsten stets nach dir. 4. Du bist's, deß Schöpfershände die Welt hervorgebracht, regierst von End' zu Ende mit Kraft und eigner Macht. Das Herz zu dir hinwende, daß uns kein Wahn ver. blende, nichts scheide se von dir. 5. Erneur' uns, ew'ge Güte, erweck' uns durch dein Wort, bild' unser ganz Gemüthe nach deinem Sinn hinfort. Schon hier auf die ser Erden laß, Herr, uns himmlisch werden, im Geiste bei dir sein. 102. Mel. Nun lob' mein' Seel' den 2c. Mein Heiland, deine Größe geht über alle Himmel weit. Wer ist, der sie ermesse? Du warst bei Gott von Ewigkeit. Du bist der Erstges borne por aller Kreatur; kamst zwar für uns Verlorne in menschlicher Natur; ein Volk dir zu erlesen, erschienst du in der Zeit: doch eh' die Welt gewesen, warst du von Ewigkeit. 2. Der Himmel und die Erde sind auf dein mächt'ges Wort gemacht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand die Welt mit ihrer Pracht. Du bist auch unser Meister, du 51 Christi. schufft uns, wie das Heer der Höhern Himmelsgeister; doch liebtest du uns mehr. Die Strafen unsers Falles nahmst du am Kreuz auf dich, regierst nun über Alles, und herrschest ewiglich. 3. Wie herrlich ist dein Name schon jetzt, o Herr, in aller Welt! Dich preist der Frommen Same, der gläubig dir zu Füßen fällt, dich preisen Seraphinen, erhabner Menschensohn; mit Freuden dir zu dienen, stehn sie vor deinem Thron. Wer sollte dein sich schämen? Werth bist du, Preis und Ruhm auch, Herr, von uns zu nehmen, uns, deinem Eigenthum. 4. Sohn Gottes, ich verehre und bete dich in Demuth an. Bes schäme und bekehre die, die dir noch nicht zugethan, die deinem Wort nicht glauben, und dir, der für sie litt, die schuld'ge Ehre rauben, theil ihnen Gnade mit, dich glaubig zu erkennen; laß nichts, die dich erkannt, von deiner Liebe trennen. Dein Ruhm füll' jedes Land! 103. Mel. OKönig, dessen Majestät zc. Lob, Ehre, Preis und Dank ſei dir, o Jesu, unser Leben! Preiswürdig bist du für und für: wer kann dich gnug erheben? Eh' noch die Welt ward, warst du schon, groß, herrlich und des Höchsten Sohn, mit ihm von gleicher Ehre. Dein ist das Reich, die Herrlichkeit, und du beherrscheft weit und breit der Kreaturen Heere. 2. Dein sind sie. Denn durch wessen Kraft ward Himmel, Meer und Erde? wer hat das Leben uns verschafft? wer sprach zum Engel: Werde? Du bist der Herr, durch welchen Gott der ganzen Welt zu sein gebot; du bist's, der alles tråget, was sichtbar und unsichtbar ist, was Erd' und Himmel in sich schließt, und was im Meer sich reget. 3. Und dennoch bist du uns zu 4* 52 Werke und Wohlthaten Jesu Chrifti. gut in diese Welt gekommen, haft willig unser Fleisch und Blut, o Herr, an dich genommen. Aus der erschrecklichsten Gefahr zu retten, was verloren war, wardst du ein Knecht auf Erden. Huld, die sonst nichts Gleiches hat! Du starbst für unsre Missethat, ein Heiland uns zu werden. 4. Du wardst es uns, und bist es noch jetzt auf des Himmels Throne, suchst liebreich von der Sünde Joch und ihrem schnöden Lohne die, die dir dienen, zu befrein; betrübter Herzen Trost zu sein, ist deines Herzens Freude, du giebst den müden Seelen Ruh', und wer dich liebt, den stårkest du, daß nichts von dir ihn scheide. 5. Du hörst der Deinigen Gebet und endest ihre Plage. Du bleibst, bis Zeit und Welt vergeht, bei uns noch alle Tage, bei uns, bei deinem Eigenthum. Herr, dir sei ewig Dank und Ruhm für alle deine Liebe! Dir geb' ich mich zu eigen hin, gieb, daß ich mich, so lang' ich bin, in deinem Lobe übe. 104. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. Wie groß, wie angebetet ist dein Name, Heiland, Jesu Christ, wie theuer deinem Volke! Welch Licht ging in der Finsterniß mit dir der Welt auf, wie zerriß, wie floh des Irrthums Wolke! Als du famest, hörten Taube, und der Glaube half den Kranken, Stumme sangen, dir zu danken. 2. Nur Schwache waren's, die dein Licht verbreiteten; die Weisen nicht. Wo sind fie? wo die Hohen? und wo die Reichen? wo die Macht, vor der des Gözendienstes Nacht und seine Schatten flohen? Macht nicht, List nicht: deine Gaben, Mittler, haben dich verklåret und den Weg zu Gott gelehret. 3. Wir werden deinen Ruhm erhöhn, wir werden deinen Himmel sehn, den Preis von deinen Leiden, genießen, was du uns erwarbst als du für uns am Kreuze starbst, der Engel hohe Freuden. Welche Gnade, daß wir Sünder Gottes Kinder werden sollen, wenn wir an dich glauben wollen! 4. Du hast dich deiner Herrlichkeit entäußert, eine kurze Zeit für uns von Gott verlassen. Und nun, mit Ehr' und Ruhm gekrönt, nun machst du selig, die versöhnt der Sünden Gräuel hassen. Ihnen willst du Heil und Leben gerne geben und uns Allen helfen, daß wir Gott gefallen. 5. Vom Aufgang bis zum Niedergang erschallet dir der Lobgesang erretteter Gerechten. Unzählbar sind die Scharen schon, die gerne dir vor deinem Thron' ein würdig Loblied bråchten. Ihrer mehr noch, Jeju, werden schon auf Erden dir Lob singen, Preis, und Dank und Ruhm dir bringen. 6. Wie groß, wie angebetet ist dein Name, Heiland, Jesu Christ, wie herrlich bei den Deinen! Führst du uns einst zu deiner Ruh', o wie weit herrlicher wirst du den Frommen dann erscheinen. Ewig müsse, dir zur Ehre, ihrer Chöre Lob erschallen, durch die Himmel wiederhallen. 105. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. Wie herrlich strahlt der Morgenstern, o welch ein Glanz geht auf vom Herrn! Wer sollte sein nicht achten? Glanz Gottes, der die Nacht durchbricht, du bringst in finstre Seelen Licht, die nach der Wahrheit schmachten. Dein Wort, Jesu, ist voll Klarheit, führt zur Wahrheit und zum Leben. Wer kann dich genug erheben? 2. Du, hier mein Trost und dort mein 2ohn, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, des Himmels großer König, von ganzem Herzen preis' ich dich. Hab' ich dein Heil, so rühret mich das Glück der Erde wenig. Zu dir komm' ich; wahrlich, Keiner tröstet deiner sich ver Ankunft Jesu gebens, wenn er dich sucht, Herr des Lebens. 3. Durch dich nur kann ich selig sein. drücke tief ins Herz mir ein Empfindung deiner Liebe, damit ich ganz dein eigen sei, aus Weltfinn deinen Dienst nicht scheu', und dein Gebot gern übe. Nach dir, nach dir, den ich fasse und nicht lasse, ewig wähle, dürstet meine ganze Seele. 4. Bon Gott strahlt mir ein Freudenlicht, die Hoffnung, daß dein Angesicht ich einstens soll er blicken. Du kannst indeß durch deine Kraft, die Rub' in müden Seelen schafft, mich stärken, mich erquicken. Troste du mich, Seligmacher, daß ich Schwacher auf der Erde Himmelsfreuden inne werde. 5. Und wie, Gott Vater, preis' ich dich? Von Ewigkeit her hast du mich durch deinen Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich mit dir verAnkunft Jesu in die Welt. 106. Mel. Gott sei Dank in aller 2c. Der du kamst, der Völker Heil, nahmst an unferm Elend Theil, alle Welt erstaunt und rühmt: Diese That hat Gott geziemt. 2. Gottes Allmacht sei gepreist. Er wirkt durch den heil'gen Geist, daß du wirst ein Menschenkind und uns gleich, doch ohne Sünd'. 3. Du, des Allerhöchsten Sohn, stiegst herab vom Himmelsthron, freutest dich, nach Gottes Rath, wie ein Held zu gehn den Pfad. 4. Dein Lauf kam vom Vater her, und zum Vater kehrte er; du fuhrst zu der Erd' hinab, dann zu Gott aus deinem Grab. 5. Der du bist dem Vater gleich, herrsche durch dein geistlich Reich, schenk' uns deine Gotteskraft, welche alles Gute schafft. in die Welt. 53 eint, er ist mein Bruder und mein Freund: was ist, das mich betrübet? Seele, wähle ihn, den Besten, ihn, den Größten, dir zum Freunde; und dann fürchte feine Feinde. 6. Ihm, welcher Tod und Grab bezwang, ihm müsse froher Lob. gesang mit jedem Tag' erschallen, dem Lamme, das erwürget ist, dem Freunde, der uns nie vergißt, zum Ruhm und Wohlgefallen. Tonet, tönet, Jubellieder, schallet wieder, daß die Erde voll von seinem Lobe werde! 7. Wie freu' ich mich, o Jesu Christ, daß du der Erst' und Lette bist, der Anfang und das Ende! Du schließest selig meinen Lauf, du weckst mich auch vom Tod einst auf; deß klopf' ich in die Hände. Ewig werd' ich, Herr, dort oben hoch dich loben, dem ich traue, wenn ich nun dein Antlig schaue. 6. Licht der Welt, du schienst mit Macht und vertriebst des Irrthums Nacht; gieb, daß wir uns deffen freun, dir, dem Lichte, folgsam sein. 7. Lob sei Gott, der dich gesandt, Rob dir, der uns ihm verband, Lob dem Geist, der uns erneut, Lob sei Gott in Ewigkeit! 107. Mel. Jesu, meine Freude zc. Gottes Sohn ist kommen: dankt ihm, seine Frommen, dankt ihm, daß er kam, daß er hier auf Gr den, unser Heil zu werden, seine Wohnung nahm. Mensch, wie wir, erschien er hier, der zur Schöpfung sprach: Entstehe! der einst spricht: Vergehe! 2. Laßt uns niederfallen, danken, daß er Allen Freund und Bruder ist. Gott, auf seinem Throne, hilft uns in dem Sohne, hilft durch Jesum Christ. Welch ein Heil, am Sohne Theil, Theil an seiner Sendung Gaben, an Gott selbst zu haben! 3. Keine Macht der Peiden kann Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 54 von ihm uns scheiden; er bleibt ewig treu. Dort wird er vom Bdsen gänzlich uns erlösen, hier steht er uns bei. Unser Freund, mit Gott vereint, kann nicht seine Brüder hassen, noch sie hülflos lassen. 4. Wenn wir einst ermüden, führt er uns in Frieden in des Grabes Nacht. Unsre tobten Glieder giebt die Erde wieder ihm, der sie bewacht. Jesus ruft uns aus der Gruft, er, der selbst den Tod einst schmeckte, den das Grab auch deckte. 5. Auf dem Richterthrone werden wir im Sohne unsern Retter schaun. Heil und ewig Leben wird er Allen geben, die ihm hier vertraun. Er ward hier versucht, wie wir; überschwenglich wird er loh. nen, und der Schwachheit schonen. 6. Gilet, eilt, ihr Sünder, werdet Gottes Kinder, werdet seiner werth! Gilet, eilt, ihr Frommen, seid, wie er, vollkommen, bleibet seiner werth! Preiset ihn, daß er erschien und sich für euch hingegeben durch ein göttlich Leben! 108. Mel. Gottes Sohn ist kommen 2c. Jauchzet All', ihr Frommen! Er ist nun gekommen, der da kommen sollte und uns helfen wollte, Gottes Auserkorner, selbst ein Eingeborner. 2. Dessen Wink und Willen Engel froh erfüllen, der ist, selbst zu dienen, nun im Fleisch erschienen; der die Welt hieß werden, wird ein Knecht auf Erden. 3. Daß wir nicht verderben, kommst du, um zu sterben, Heiland deiner Brüder, aus der Höh' hernieder, kehrst dann, uns zum Glücke, in die Höh' zurücke. 4. Ach wohl Allen denen, die nach dir sich sehnen, dich im Glauben fassen, niemals von dir lassen, deiner nie sich schämen, dein Kreuz auf sich nehmen. 5. Du, Herr, dem sie dienen, wohnst und lebst in ihnen, bildest ihre Sitten, giebst, was sie dich bitten, weißt auch, in Gefahren, wohl sie zu bewahren. 6. Und, wenn sie einst scheiden, bringt aus allen Leiden ihrer Wallfahrt Ende sie in deine Hände, daß da ihrer Seele nun kein Gutes fehle. 7. Muß der Leib verwesen, er auch wird genesen, sich zu neuem Leben aus dem Grab' erheben. Denn einst kommst du wieder feierlich hernieder. 8. Jauchzet All', ihr Frommen! Er wird wiederkommen, majestátisch, prächtig, herrlich, groß, allmächtig, Welten zu vernichten, alles Fleisch zu richten. 9. Wenn nun vom Getümmel Erde, Meer und Himmel furchtbar wiederhallet, Gottes Stimm' erschallet, die, so leben, schrecket, und die Todten wecket; 10. Wenn nun Alles klaget, jammert, heulet, zaget, sehn getroft die Deinen, Richter, dich erscheinen, freun sich, dich zu sehen und vor dir zu stehen. 11. Gilt dem Herrn entgegen. Er bringt ew'gen Segen allen Gotteskindern; aber Fluch den Sündern, sie zu Qual und Flammen ewig zu verdammen. 12. Herr, du wollst uns stärken, selbst zu guten Werken immer fert'ger machen. Lehr' uns beten, wachen, daß dann Preis und Segen uns auch krönen mögen. 109. Mel. Aus meines Herzens Grunde ze Erhebt den Herrn, ihr Frommen, er hält, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Völker Trost und Licht. Gott, der uns nicht verstößt, hat uns zum Heil und Leben selbst seinen Sohn gegeben, durch ihn sind wir erlöst, 2. Erlöst. welche Gnade hat uns der Herr erzeigt! Der uns betroffne Schade, der uns so tief gebeugt, ist nun nicht unheilbar. Von Sünden und Verderben uns Nettung zu erwerben, gab Gottes Sohn fich dar. Ankunft Jesu in die Welt. 3. Er kam zu uns auf Erden in armer Knechtsgestalt; voll Mühe, voll Beschwerden war hier sein Aufenthalt; der ihm gegebnen Macht enthielt er sich mit Freuden, bis er durch Todesleiden sein großes Werk vollbracht. 4. Er hat's vollbracht. O bringet Gott euren Lobgesang, erlöste Menschen, singet dem Mittler ewig Dank! Wo Niemand helfen kann, da hilft er gern aus Gnaden, heilt unsern Seelenschaden. D nehmt ihn glaubig an! 5. Du Freund der Menschenkinder, verwirf uns, Jesu, nicht. Dein Name, Heil der Sünder, ist unsre Zuversicht: drum kommen wir zu dir. Hilf du die Macht der Sünden uns glücklich überwinden; denn dein, o Herr, sind wir. 6. Bei dir steht unser Leben, zu unserm ew'gen Heil hast du dich hingegeben. Gieb uns am Himmel Theil, laß uns dir folgsam sein. Was wird uns, Herr, dann fehlen? Dann werden unsre Seelen sich deiner ewig freun. 110. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Er kommt, er kommt, der starke Held, voll göttlich hoher Macht; ſein Arm zerstreut, sein Blick erhellt des Todes Mitternacht. 2. Wer kommt, wer kommt? wer ist der Held voll göttlich hoher Macht? Der Heiland ist's. Lobfinge, Welt, dir wird dein Heil gebracht. 3. Dir, der du kamest, singen wir Anbetung, Preis und Dank; in Ewigkeit erschalle dir der Dei' nen Lobgesang. 111. Mel. Vom Himmel hoch, da komm' 2c. Lob sei dem allerhöchsten Gott! Erbarmend sah er unsre Noth und fandte Jesum, seinen Sohn, zu uns von seiner Himmel Thron. 2. Ihn fandt' er, unser Heil zu 55 sein, uns von der Sünde zu befrein, mit Licht und Kraft uns beizustehn, und uns zum Himmel zu erhöhn. 3. welch ein liebevoller Rath, welch unaussprechlich große That! Gott thut ein Werk, dem feines gleicht, das keines Menschen Lob erreicht. 4. Der Schöpfer aller Kreatur nimmt an die menschliche Natur, wird allerdings den Brüdern gleich, damit er werd' erbarmungsreich. 5. Des Vaters Sohn von Ewigkeit wird Mensch in großer Niedrigkeit und läßt selbst bis zum Tod und Grab zu unsrer Rettung sich herab. 6. Was sind wir, daß uns Gott so liebt und seinen Sohn selbst für uns giebt? Darf unsrer wohl das höchste Gut, daß es so Großes an uns thut? 7. O weh' dem Volk, das dich veracht, der Gnade sich unfähig macht, des Sohnes Gottes Ruf nicht hört, sich so von seinem Heil abkehrt! 8. Mensch, daß du es nicht verstehst und deinem Herrn entgegen gehst, den Gott zum Helfer dir bestimmt, und der sich liebreich dein annimmt! den an, mach' ihm in deinem Her9. nimm ihn doch mit Freuzen Bahn, auf daß er komm' in dein Gemüth und du genießest ſeiner Gut'. 10. Gieb ihm dein Herz, Vernunft und Sinn und Alles, was an dir ist, hin, und folge seiner Heiligkeit in Unschuld und Gerechtigkeit. 11. Wo du dieß thust, so hast du Theil an dem von ihm erworbnen Heil; wo nicht, ach so verschließt du dir muthwillig selbst des Himmels Thür. 12. Sein' erste Ankunft in der Zeit war voller Huld und Freundlichkeit, die andre wird, zu großer Pein der Sünder, majestätisch ſein. 13. 3u Ehren aber nimmt er dann mit Freuden seine Frommen an und wird sie in des Vaters Reich verklärt erhöhen, Engeln gleich. Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 56 14. Gelobt sei Gott, der ihn gefandt; sein Ruhm erfülle jedes Land. Gelobt sei von uns Jesus Christ, der uns zum Heil erschienen ist! 112. Gott sei Dank in aller Welt, der fein Wort beständig hält und der Sünder Trost und Nath in die Welt gesendet hat. 2. Was der alten Våter Schar sehnsuchtsvollstes Wünschen war, was ihr Glaub' im Geiste sah, ist erfüllet, ist nun da. 3. Unsre Hülf' und unser Lohn, unser Heil, des Höchsten Sohn, kam in diese Sünderwelt, die er rettet und erhält. 4. Sei willkommen! jauchzen wir. Hilf uns und bereite dir zu uns Allen selbst die Bahn, nimm dich unsrer Schwachheit an. 5. Zeuch auch in mein Herz hinein, es gehöret dir allein, mach' es, wie du gern es thust, rein von schnóder Sündenluft. 6. Und wie deine Zukunft war, Hülf' und Rettung aus Gefahr, so erscheine stets auch mir Hülf' und Rettung, Herr, von dir. 7. Tröste, tröste meinen Sinn, wenn ich schwach und zaghaft bin, wenn mir Niemand helfen kann, hilf und nimm dich meiner an. 8. Steh' mir in Versuchung bei, daß ich, aller Sünde frei, dir hier auf der Glaubensbahn selig bleibe zugethan. 9. Daß, wenn du, o Lebensfürst, Herrlich wiederkommen wirst, ich dir mög' entgegen sehn und gerecht vor dir bestehn. 113. Mel. Schaß über alle Schäße 2c. Wie soll ich dich empfangen, Heil aller Sterblichen, du Freude, du Verlangen der Trostbedürftigen! Gieb selbst mir zu erkennen, wie, deiner Güte voll, dich meine Seele nennen, dich würdig preisen soll. 2. Ginst streute man die Pal. men; jest soll die Dankbegier, mein Heil, in Freudenpfalmen er gießen sich vor dir. Dich, dich will ich erheben, so gut ich Schwacher kann, mein Herz will ich dir geben, ach nimm es gnädig an! 3. Damit du mich befreitest, gabst du dich selbst für mich; mich zu erretten, freutest du, Seligmacher, dich. Du sahst, es wäre Keiner vermögend gnug dazu: da fammerte dich meiner, da kamst und halfest du. 4. Du machst mich von den Banden des Todes frei und los, entreißest mich den Schanden der Sünde, machst mich groß, und hebst mich hoch zu Ehren und schenfest Güter mir, die unaufhörlich währen. Dank, ewig Dank sei dir! 5. O du, an den ich glaube, was war's, das dich bewog? was war's, das dich zum Staube, zu mir herniederzog? Dein göttliches Erbarmen. Ja, du, o Jesu, haft mit mitleidsvollen Armen die ganze Welt umfaßt. 6. Das schreibt in eure Herzen, Betrübte, klagt nicht mehr, zagt nicht in euren Schmerzen, als ob kein Helfer wär'. O sehet auf, ihr habet den besten Helfer nah', der eure Seele labet; der treue Freund ist da. 7. Die ihr mit ernster Neue still eure Schuld beweint, wißt, daß er euch verzeihe. Er selbst, der Menschenfreund, ruft heilbegier'. gen Sündern der Gnade Troftwort zu, macht sie zu Gottes Kindern, schafft ihren Seelen Nuh'. 8. Und er verlåsset Keinen; er weiß, was jedem nüßt. Hat er nicht stets die Seinen von Anbeginn geschüßt? nicht sie in ihrem Leide zu trösten stets gewußt? Erfreun ist seine Freude, und Wohlthun seine Luft. 9. Was achtet ihr das Drauen der Feinde? traut auf ihn, er kann sie schnell zerstreuen. Der Herr gebent: sie fliehn. Er kommt, er kommt, ein König, dem auch Ankunft Jesu in die Welt. ein zahllos Heer von Feinden viel zu wenig zum Widerstande wär'. 10. Er kommt zum Weltgerichte und bringt, wenn er erscheint, Fluch jedem Bösewichte, und Heil dem Tugendfreund. Wohl ewig Allen denen, die seine Wege gehn, und einst mit Freudenthránen zu seiner Rechten stehn! 114. Mel. Meinen Jesum laß ich 2c. Komm, du werthes Lösegeld, dessen alle Völker hoffen, komm, o Heiland aller Welt, unsre Herzen stehen offen; du, des Geistes Schmuck und Zier, komm, wir warten mit Begier. 2. 3euch auch in mein Herz hinein, o du König aller Ehren; laß mich deine Wohnung sein, bilde mich nach deinen Lehren, daß ich werd' an Eugend reich, deinem heil's gen Bilde gleich. 3. Nimm mein Lob in Gnaden an; wie könnt' ich, Herr, von dir schweigen? Nein, so viel ich immer kann, will ich Ehre dir erzeigen und im Glauben dein Verdienst mir zueignen zum Gewinnst. 4. Preis sei dir, o Gottes Sohn! Hilf, Herr, laß es wohl gelingen, laß dein Zepter, Reich und Kron' uns viel Heil und Segen bringen, daß in Ewigkeit besteh': Preis sei dir, Herr, in der Höh'. 115. Mel. Aus meines Herzens Grunde zc. Nun jauchzet All', ihr Frommen, zu dieser Gnadenzeit, denn unser Heil ist kommen, der Herr der Herrlichkeit; zwar ohne Glanz und Pracht, doch mächtig, zu verheeren und gänzlich zu zerstören der Sünde Reich und Macht. 57 Opfer ein. Er bringt kein zeitlich Gut; er will uns durch sein Ster ben ein ewig Heil erwerben. Lobt ihn mit frohem Muth! 2.& r kommt in unsre Hütten, will unser Helfer sein, und stellt sich in die Mitten für uns zum 3. Kein Zepter, keine Krone sucht er auf dieser Welt; im hohen Himmelsthrone ist ihm sein Reich bestellt. Er will hier seine Macht und Majestät verhüllen, bis er des Vaters Willen im Leiden ganz vollbracht. 4. Bewohner dieser Erden, nehmt diesen König an wenn ihr wollt ſe. lig werden, und geht die rechte Bahn, die zu dem Himmel führt, weil der, der ihn verachtet, nach seinem Heil nicht trachtet, die Seligkeit verliert. 5. Drum wollest du uns leiten, o Mittler, Jesu Christ. Wer dei ner Seligkeiten theilhaftig worden ist, ist immer voller Muth, und bleibt getrosten Herzens auch in der Zeit des Schmerzens; du bist sein höchstes Gut. 6. Ginst, einst wirst du erscheinen in deiner Herrlichkeit, und alles unser Weinen verkehrn in ew'ge Freud'. Du bist's, der helfen kann: drum mache mich stets fertig, mich deiner stets gewärtig auf meiner Lebensbahn. 116. mel. Jefu, der du meine Seele zc. Liebster Jesu, sei willkommen hier in dieser bösen Welt, da du nicht wirst angenommen, da man dich verächtlich hält. Ich, ich will dich nicht verscherzen, wohne nur in meinem Herzen. Du bist mein, und ich will dein, allerliebster Jefu, sein. 2. 3war du kommst zu uns nicht prächtig; dennoch beug' ich mich vor dir, du bist reich, und groß und mächtig. Alles, Alles giebst du mir, was michSünder, was mich Schwachen kann gerecht und selig machen. Du bist mein, und ich will bein 2c. 3. Dein so armes Kummerleben soll mein Trost in Armuth sein; Werke und Wohlthaten Jesu Chrifti. 58 dir, nur dir bin ich ergeben, und vertraue dir allein, daß du mir in jenem Leben wirst die Ehrenkrone geben. Du bist mein, und ich will dein 2c. 4. Will dich alle Welt gleich meiden; dennoch find' ich mich zu dir. Dich und mich soll Niemand scheiden, mein Erlöser, ich will dir stets mit fester Hoffnung glauben, todt und lebend dein verbleiben. Du bist mein, und ich will dein 2c. 5. Deine Schmach und alle Schande, so dir diese Welt anthut, dienet mir zum Unterpfande und versichert meinen Muth, daß du mir in jenem Leben Preis und Herrlichkeit wirst geben. Du bist mein, und ich will dein 2c. 6. Nun, mein Herze steht dir offen, zeuch, mein Heiland, bei mir ein; fróne mein Vertraun und Hoffen, laß mich ganz dein eigen sein; tilge du all mein Verbrechen, so kann ich mit Freuden sprechen: du bist mein, und ich will dein, allerliebster Jesu, sein. 117. Mel. Von Gott will ich nicht zc. Mit Ernst, o Menschenkinder, bereitet euch dem Herrn! Er kommt, das Heil der Sünder, er rettet sie so gern, er kommt, den Gott allein aus Gnaden uns zum Leben versprochen hat zu geben; ihr könnt nun selig sein. 2. Kommt, reinigt eure Seelen, feid heilig, seid bereit, was ihm gefällt, zu wählen; zu fliehn, was er verbeut. Eilt willig in sein Reich, verabscheut und verlasset, was euer König haffet, vertraut ihm, bessert euch. 3. Wer wahre Demuth liebet, den, den will Gott erhöhn; wer aber Hochmuth übet, der wird ihn nimmer sehn; wer ihm sein Herz ergiebt, der wird sein Tempel werden, nicht dort nur, schon auf Erden erfahren, wie er liebt. 4. Herr Jesu, ach verleihe den edlen Sinn auch mir, komm, Seligmacher, weihe mein Herz zur Wohnung bir. Es seufzt mein Herz nach dir, es seufzet dir entgegen: Komm, komm mit deinem Segen und wohne stets in mir. 118. Gottes Sohn ist kommen, rühmet es, ihr Frommen, hier auf dieser Erden, uns gleich an Geberden, daß er von der Sünde helfe und entbinde. 2. Er kommt auch noch heute und belehrt die Leute, daß sie sich von Sünden zu der Buße finden, von Irrthum und Thorheit treten zu der Wahrheit. 3. Die sich sein nicht schämen, seinen Dienst annehmen, durch ein recht Vertrauen auf sein Leiden bauen, denen wird zum Leben ihre Schuld vergeben. 4. Er will ihnen schenken, seiner zu gedenken, selber sich zur Speise, seiner Huld zum Preise, und sie dadurch stärken zu der Tugend Werken. 5. Die an ihn fest glauben und in Allen trachten zu gefallen, werbeständig bleiben, ihm, dem Herrn, den einst mit Freuden aus der Welt hinscheiden. Lauf zu Ende; da wird er vom 6. Unbemerkt, behende eilt ihr Bösen ihre Seel' erlösen und sie zu sich führen, vor den Engeln zieren. 7. Endlich wird er kommen, freuet euch, ihr Frommen, und die Todten werden auferstehn auf Erden und zu seinen Füßen sich hinstellen müssen. 8. Da wird er sie scheiden. Unnennbare Frenden schmecken alle Frommen; aber Böse kommen dahin, wo sie müssen ihr' Untugend büßen. 9. Gi nun, Jesu, leite uns, weil es noch heute, daß wir stets auf Erden fromm erfunden werden, wachen, beten, ringen, einst ins Leben bringen. Geburt Jesu Christi. Geburt Jesu Christi. 119. Mel. Wir Christenleut' 2c. Auf, schicke dich, recht feierlich des Heilands Fest mit Danken zu begehen! Lieb' ist der Dank, der Lobgefang, durch den wir ihn, den Gott der Lieb', erhöhen. 2. Sprich dankbar froh: Also, also hat Gott rie Welt in seinem Sohn geliebet. O wer bin ich, Herr, daß du mich so herrlich hoch in deinem Sohn geliebet! 3. Er, unser Freund, mit uns vereint zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren, er wird uns gleich, um Gottes Reich und seine Lieb' als Mensch zu offenbaren. 4. An ihm nimm Theil; er ist das Heil. Thu' täglich Buß' und glaub' an seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, wer Herr, Herr, spricht, und doch nicht sucht sein Beispiel nachzuahmen. 5. Aus Dank will ich in Brüdern dich, dich, Gottes Sohn, bekleiden, speisen, trånken, der Frommen Herz in ihrem Schmerz mit Trost erfreun und dein dabei gedenken. 6. Rath, Kraft und Held, durch den die Welt und Alles ist im Himmel und auf Erden, die Christenheit preist dich erfreut, und Aller Knie soll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den Herrn, er hilft uns gern, und wer ihn sucht, den wird sein Name trösten. Gelobt sei Gott, gelobt sei Gott! Freut euch des Herrn und jauchzt ihm, ihr Erlösten! 120. Mel. Vom Himmel hoch, da zc. Dieß ist der Tag, den Gott gemacht, sein werd' in aller Welt gedacht, ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein ge59 harrt, bis daß die Zeit erfüllet ward, da sandte Gott von seinem Thron, das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dieß Wunder faffen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still, er betet an, und er er mißt, daß Gottes Lieb' unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad' erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch und wirst uns Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir: Ich komm', im Buche steht von mir, Gott, deinen Willen thu' ich gern. Gelobt sei, der da kommt im Herrn! 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel und Friedefürst, auf den die Vater hoffend sahn, dich, Gott, mein Heiland, bet' ich an. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch unt Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Majestät, du bist es, der das Herz erhöht; Gedanke voller Seligkeit, du bist es, der das Herz erfreut. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt, Ein Mittler ist's, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schüßt, der in des Vaters Schooße sißt? 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt, und, Erde, die ihn heute sieht, sing' ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 11. Dieß ist der Tag, den Oott gemacht, sein werd' in aller Welt gedacht, ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 121. Gelobet feist du, Jesu Christ, daß du Mensch geboren bist! Es folgte Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 60 dir von deinem Thron der Engel Schar und fang den Sohn, des Menschen, Sohn. 2. Fr, dessen Boten Engel sind, lag in einer Kripp' ein Kind. In unser Fleisch und unser Blut verhüllte sich das höchste Gut, des Vaters Sohn. 3. Den nie der Welten Kreis umschloß, liegt in einer MutterSchooß; er weint in unsrer Sündenwelt, der alle Ding' allein erhält. Gelobt sei Gott! 4. Vom Himmel nimmt er seinen Lauf, geht, ein Licht des Heils, uns auf. Es überstrahlt mit Gnad' und Recht der Sohn das menschliche Geschlecht. Gelobt sei Gott! 5. Der Sohn des Vaters, Gott von Gott, nimmt auf sich der Sünder Noth. Nach dieser kurzen Prüfungszeit erhebt er uns zur Herrlichkeit. So hilft uns Gott! 6. Der uns des Vaters Fülle gab, kam zur Erden arm herab; an Gütern machet er uns reich, die ewig sind, uns Engeln gleich. So hilft uns Gott! 7. O du, der Gnad' um Gnade giebt, Herr, wie hast du uns geliebt! Deß freue dich, o Christenheit, und dank' es ihm in Ewigkeit, in Ewigkeit! 122. Mel. Gelobet seist du, Jesu 2c. Gelobet feist du, Gottes Sohn, der du auf der Allmacht Thron jest herrscheft und einst warst, wie wir. Anbetung, Preis und Dank sei dir, gelobt sei Gott! 2. Dich, unsern Heiland, unsern Herrn, sahn die Båter schon von fern, bu, aller Völker Trost und Licht, du warst auch ihre Zuversicht. Gelobt sei Gott! 3. Die Nacht entflieht, der Tag bricht an über die, so nie ihn sahn, auf die, so Finsterniß umgab, glänzt Gottes Wahrheit nun herab. Gelobt sei Gott! 4. Durch den die Welt einst wor den ist, der einst richtet, Jesus Christ, der Schöpfung Herr, kommt in sein Reich, erniedrigt sich und wird uns gleich. Gelobt sei Gott! 5. Jauchzt, Himmel, Erde, freue dich! Gott versöhnt die Welt mit sich. Uns, Adams sündiges Geschlecht, entsündigt er, macht uns gerecht. Gelobt sei Gott! 6. Gelobet seist du, Jesu Christ, daß du Mensch geboren bist! Dir ist der Erdkreis unterthan, dich beten alle Engel an. Gelobt sei Gott! 123. Mel. Lobe den Herren, den mächtigen ze Ehre sei Gott in der Höhe! Der Herr ist geboren, Sündern zum erforen. Lasset uns sein dankvoll, Heiland vom Höchsten aus Gnaden ihr Christen, uns freun. Ist er nicht uns auch geboren? 2. Dunkel bedeckte den Erdkreis, wie die Heerden, verlassen von Hirund ångstiglich irrten Völker umher, schwanden durch ihn, die auch den Jesus erschien: Nächte verWeisen verwirrten. ten. 3. Menschen, berufen, sich unter einander zu lieben, folgten der Zwietracht und Bitterfeit schändlichen Trieben. Jesus erschien, lehrte den Menschenhaß fliehn, lehrte den Frieden uns lieben. 4. Wohlthun und Segen nur folgten des Göttlichen Schritten, Trost und Erquickung trug er in der Weinenden Hütten; selbst er, ihr Freund, hatte vielfältig geweint, selber geduldet, gelitten. 5. Ehre sei Gott in der Höhe! Ein ewiges Leben hat er durch ihn, seinen Sohn, uns erbarmend gegeben. Bis in das Grab stieg er vom Himmel herab, einst uns zum Himmel zu heben. 6. Wohl mir, wenn ich dann ihn, meinen Erretter, auch sehe und mit den Scharen Vollendeter ewig erhöhe. Völlig beglückt, sing' ich dann himmlisch entzückt: Ehre sei Gott in der Höhe! Geburt Jesu Christi. 124. Mel. Sollt' ich mein. Gott nicht sing. 2c. Ewig sei dir Lob gesungen, Menschgewordner Gottessohn! Liebe nur hat dich gedrungen, daß du von der Himmel Thron bist in diese Welt gekommen und uns Sterblichen zu gut, wie die Kinder, Fleisch und Blut haft so willig angenommen. Dwer ist an Huld dir gleich, wer, wie 2. Bis in Ewigkeit gehöret dir der Menschen Dank und Ruhm; denn wie hoch hast du geehret, uns, dein Volk und Eigenthum. Huldreich hast du dich vereinet mit der menschlichen Natur und vor aller Kreatur fie, so niedrig fie auch scheinet, die zum Wohlthun auserwählt, von Erbarmen bloß beseelt. 3. Liebend kamst du uns entgegen, uns vom Glend zu befrein, wurdeft aller Völker Segen, such test Aller Trost zu sein. Hat die Sünd' uns gleich verdorben, o so hast du neue Kraft uns zur Heiligung verschafft und das große Heil erworben, einst von Sünden völlig rein, ganz dir gleich gefinnt zu sein. 4. Ja du zeigst durch deine Lehren uns den sichern Weg zum Heil, giebst uns, wenn wir treu dich ehren, an dem großen Vorzug Theil, in den Himmel einzugehen und da Gottes Herrlichkeit nach vollbrachter Uebungszeit ewig einst verklärt zu sehen. zu welcher Zuversicht hebt das meine Seele nicht! 5. Sollte Gott mich denn wohl haffen, wenn ich gleich voll Mängel bin? Nein, er kann mich nicht verlassen, er hat einen Vaterfinn, liebt auch mich in seinem Sohne. Er, der meine Schwäche kennt und mich seinen Bruder nennt, herrschet auf des Vaters Throne. Und er herrscht dort als mein Freund, der auch mich mit Gott vereint. 6. Herr, wie groß ist deine Güte! Meine Seele freut sich dein, und mit dankendem Gemüthe will ich 61 ganz bein eigen sein. Nimmer will ich dein vergessen, dir will ich mich ganz vertraun, freudig folgen, auf dich baun, deine große Huld ermessen. Gieb, daß ich für deine Treu' ewig dir ergeben sei. 125. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. stimm' auch du mit frohem Dank, mein Geist, in jenen Lobgesang, davon der Himmel tönte, als der zur Welt Hernieder kam, und unsre Menschheit an sich nahm, der uns mit Gott versöhnte; freu' dich innig: er, dein Führer und Negierer, kam auf Erden, Licht und Heil auch dir zu werden. 2. Ja, Preis und Ehre, Gott, sei dir! Wie gnadenvoll bist du auch mir in deinem Sohn erschienen. Du sandtest aus Erbarmen ihn, die dem Verderben zu entziehn, die schnöden Lüsten dienen. Preis dir, daß mir neue Pfade zu der Gnade offen stehen, mich der Sünd' entrückt zu sehen. 3. lind wie vergelt' ich, Heiland, dir die große Treue, die du mir schon, eh' ich war, bewiesen? Du bahntest unter bitterm Leid' auch mir den Weg zur Seligkeit: sei hoch dafür gepriesen! Durch dich kann ich nun hienieden Gottes Frieden schon empfangen und einst volles Heil erlangen. 4. D gieb, daß ich an diesem Heil nun auch im wahren Glauben Theil durch deinen Beistand nehme, daß ich hinweg vom Gitlen seh', die Wege deiner Wahrheit geh' und dein mich nimmer schäme, bis ich durch dich, wenn ich sterbe, zu dem Erbe deiner Frommen auch dereinst werd' aufgenommen. 5. Ich bringe dir ein dankbar Herz, bereit, in Freuden und im Schmerz, wie dir's gefällt, zu wandeln. Verleihe du mir selbst die Kraft, nach deinem Wort gewissenhaft zu denken und zu handeln. Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 62 Fröhlich will ich hier im Leben dich erheben und einst droben wonnevoll dich ewig loben. 126. Mel. Nun lob' mein' Seel' den 2c. Vom Som Grab', an dem wir wallen, soll, Jesu Christ, mein Lobgesang empor zum Himmel schallen. Dir opfre jede Seele Dank, und jeder der Gebornen erfreu' sich, Mensch zu sein, und jeder der Verlornen rühm' es, erlöst zu sein. Zum Heiland uns gegeben, erschienst du, Gottes Sohn; mit dir erschien das Leben, mit dir des Himmels Lohn. 2. Kommt, laßt uns niederfallen vor unserm Mittler, Jesus Christ, und danken, daß er Allen Erretter, Freund und Bruder ist. Er gleicht der Morgensonne mit ihrem ersten Strahl; verbreitet Licht und Wonne und Leben überall; durch ihn kommt Heil und Gnade auf unsre Welt herab; er segnet unsre Pfade durchs Leben bis zum Grab. 3. Frohlockt, ihr Mitgenossen der Sünde und der Sterblichkeit. Uns ist nun aufgeschlossen der Eingang zu der Herrlichkeit. Zu unsrer Erd' hernieder kam Gottes ew'ger Sohn. Nun hebt er seine Brüder empor zu Gottes Thron. Er ward das Heil der Sünder und der Verlornen Hort. Nun sind sie Gottes Kinder und Gottes Erben dort. 4. du, dem jetzt die Menge der Engel und Verklärten singt, vernimm die Lobgesänge, die dir dein Volk im Staube bringt! Auch du warst einst auf Erden, was deine Brüder sind, ein Dulder der Beschwerden, ein schwaches Menschenkind. Was du nun bist, das werden einst deine Brüder sein, wenn fie, entrückt der Erden, sich deines Anschauns freun. 5. Bald sind wir zu dem Lohne der Himmelsbürger bort erhöht. Nah' sind wir dann dem Throne und schauen deine Majestät. Nicht mehr aus dunkler Ferne bringt dann der Dank zu dir, weit über Sonn' und Sterne erhaben, jauchzen wir, und mit dem Himmelsheere schallt unser Lobgesang: Dem Ewigen sei Ehre, dem Welterlöser Dank! 127. Mel. Ermuntre dich, mein 2c. Gelobet feist du, Jesu Christ, von aller Menschen Zungen, von Jedem, der noch sterblich ist, noch nicht den Lohn errungen. Gelobet seist du von der Schar, die einft, wie wir, auch sterblich war und nun, der Last entbunden, auf ewig überwunden. 2. In dieser höhern Brüder Dank soll unser Loblied schallen. Auch schwacher Menschen Lobgesang läßt du dir wohlgefallen. Noch schauen wir, doch nur von fern, die hohe Seligkeit des Herrn, wozu, nach diesem Leben, du dort uns wirst erheben. 3. Doch bald, bald sind wir auch, wie sie, zum Leben durchgedrungen; bald ist, nach kurzer Tage Müh', das Kleinod uns errungen. Dann singen wir dir, Jesu Chrift, daß du ein Mensch geworden bist, in deiner Engel Chöre, Anbetung, Preis und Ehre. 4. Hier soll, so lang noch Sterblichkeit und Leiden uns beschweren, durch unsre ganze Pilgerzeit dich unser Dank verehren. Doch mehr preis' unser Leben dich, und unser Geist bestrebe sich, dir, der zum Heil erschienen, in Herrlichkeit zu dienen. 5. Du kamst von deiner Allmacht Thron' auf unsre Erd' hernieder, warst arm und schwach, ein Menschensohn zur Rettung deiner Brüder. Wer wollte dir nicht ganz sich weihn? Ja, Welterlöser, wir sind dein, und jeder der Erlösten foll deiner sich getrösten. 6. Was wären wir, Herr, wärst du nicht ein Mensch für uns geboren? Ach, ohne Trost und Zuver. Christi. 63 8. Gott kann vergeben; aber wer ist auch heiliger, als er? Er will mit uns versöhnet sein. Wer kann versöhnen? Gott allein, sein Sohn wird Mensch. 9. Seht, leiden können von Natur wir nur, sterben wir auch nur. Um nun zu fühlen unsre Noth, um selbst zu leiden unsern Tod, wird er ein Mensch. 10. Ach Menschen, Menschen, betet an, betet Jesum Chriftum an, ihn, welcher euer nie vergißt, weil er auch Mensch geworden ist, ein Mensch, wie wir. 128. 11. Und werdet heilig nun durch ihn, wie der Sohn, der nur er schien, daß wir auch, weil er sich uns schenkt, uns ihm ergeben und Lobfingt, lobfinget! Gottes Sohn, bedenkt: Er ward ein Mensch. Mel. Gelobet feist du, Jesu zc. Geburt Jesu ficht, durch unsre Schuld verloren. Doch nun, da du, Herr Jesu Christ, zum Heil der Welt erschienen bist, ist diese Welt der Sünder die Welt der Gotteskinder. 7. Schon hier, erhabner Gottessohn, sind wir durch Hoffnung selig. Die Freuden, die uns dort am Thron' erwarten, sind unzählig. Dir, der sie gnadenvoll erwarb, der für uns Mensch ward, für uns starb, sei mit der Engel Heere Anbetung, Preis und Ehre. welcher von dem Fall an schon zum Heiland uns verheißen ward, wird nun im Fleisch uns offenbart: er wird ein Mensch. 129. 2. Welch Wunder seiner Huld und Macht! So hat Gott an uns der Verlornen Heil Mel. Gott sei Dank in aller 2c. und Freund, der Eingeborne selbst Heiland, den uns Gott verhieß. erscheint und wird ein Mensch. den der Himmel jauchzend pries, als du, Sterblichen zum Dienst, huldvoll auf der Erd' erschienst, 3. Er sah das Elend seiner Welt, die der Sünde Gråu'l entstellt. Wer kann sie retten? Möglich ist's selbst Engeln nicht; doch er beschließt's: er wird ein Mensch. 2. Wie dein Nam', ist auch dein Ruhm. Jesu, wir, dein Eigenthum, ehren dankvoll und erfreut deine große Gütigkeit. 3. Du, deß Hand die Himmel hält, du kamst willig in die Welt, uns von Sünden zu befrein, unser Licht und Trost zu sein. 4. Die Welt, getäuscht durch Trug und Wahn, betet ihren Gott nicht an, sie ist ein Gößentempel. Wer macht sie zum Tempel Gottes? er, er wird ein Mensch. 5. Unwissenheit und Blindheit fällt selbst auch auf die hellre Welt. Ach, wer wird Zion nun befrein? der Sohn, der will sein Retter sein und wird ein Mensch. 6. Das Lafter herrscht, die Tugend fleucht, alle Frömmigkeit entweicht. Da kommt und wehrt noch ihrer Flucht der Herr, der nun sein Volk besucht, der wird ein Mensch. 7. Den Sündern drohet das Gebot Rache hier und nach dem Tod, fie können nicht dem Herrn entfliehn. Doch ihr Verderben jammert ihn: er wird ein Mensch. 4. Stark in deines Vaters Kraft, haft du Leben uns verschafft. Wir, von Rath und Hülf' entblöst, sind, o Herr, durch dich erlöst. 5. Preis sei dir in Ewigkeit! Auf, die ihr erlöset seid, rühmt den, der mit Lehr' und That euch vom Tod' erlöset hat! 6. Der du liebreich zu uns kamst, unsre Rettung übernahmst, dein uns theu'r erworbnes Heil sei auf ewig unser Theil. 7. Unsre Seele trau' auf dich, unser Leben preise dich. Und du selber, Heil der Welt, hilf uns thun, was dir gefällt. 64 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 130. Mel Lobt Gott ihr Christen 2c. Also hat Gott die Welt geliebt, daß er aus freiem Trieb' uns seinen Sohn zum Heiland giebt. Wie hat uns Gott so lieb! 2. Was sein erbarmungsvoller Rath schon in der Ewigkeit zu unserm Heil beschlossen hat, vollführt er in der Zeit. 3. Er, aller Menschen höchstes Gut, der Alle segnen kann, nimmt, wie die Kinder, Fleisch und Blut, doch ohne Sünden, an. 4. Ich freue mich, mein Heil, in dir; du wirst ein Mensch, wie ich. Was fehlt mir nun? Ist Gott mit mir, wer ist dann wider mich? 5. Du, Sohn des Allerhöchsten, wirst auch mir Rath, Kraft und Held, mein Helfer und mein Friedefürst, so wie das Heil der Welt. 6. Was mir zur Seligkeit ge bricht, das, Herr, erwarbst du mir; Versöhnung, Leben, Troft und Licht, das hab' ich nun an dir. 7. Dein Mangel wird zum Reichthum mir, dein Leiden stillt mein Leid, in dir, Erniedrigter, in die erlang' ich Herrlichkeit. 8. Gelobt sei Gott, gelobt sein Sohn, durch den er Gnad' erweist! Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron', erheb' ihn auch, mein Geist! kann uns nicht hassen. Kommt der Sohn aus freien Trieben zu uns her, wie? sollt' er nicht die Menschen lieben? nahm er dann Menschheit an, 4. Wenn er uns verworfen hätte, daß er uns errette? Deß soll sich der Erdkreis freuen. Zum Gericht kommt er nicht, sondern zum Verzeihen. den Armuth, Noth, Schmach und 5. Er, er will für unsre Schulden Menschenfreund erkennen, gnaTod göttlich groß erdulden. Lernt denreich will er euch seine Brüder nennen. 6. Dankt ihm, der das innre Sehnen sehen kann, betet an, der von Liebe brennet, traut dem opfert Freudenthrånen, liebt ihn, Herrn, der euch gern seine Brüder nennet. frånken, eilt herzu, suchet Ruh', 7. Wenn euch eure Sünden er will sie euch schenken. Schaut auf ihn mit Glaubensblicken, zittert nicht; denn er spricht: Ich will euch erquicken. 8. Drückt euch hier so manche Plage: euren Schmerz fühlt sein Herz, kein Erlöster zage. Bringet ihm an seinem Feste Preis und Shr', wisset, er wählt für euch das Beste. Schwachen; mehr als ihr litt er 9. Er verläßt euch nicht, ihr hier, euch beglückt zu machen. Diese turze Zeit der Leiden und der Müh', was ist sie gegen ew'ge Freuden? 131. Mel. Warum sollt' ich mich 2c. Fröhlich laßt uns Gott lobsingen, hocherfreut laßt uns heut ihm Anbetung bringen! Jeder, der sonst war verloren, freue sich inniglich: 11. Dir, mein göttlicher BeChristus ist geboren. 10. Jesu, du nahmst meine Bürde gern auf dich, daß auch ich frei und selig würde. Wer kann beine Lieb' ergründen? Ewig soll freudenvoll sie mein Herz empfinden. 2. Gottes Sohn ist Mensch geboren für die Welt, für die Welt, die da war verloren; er, der König aller Wesen, stieg herab bis ins Grab, Sünder zu erlösen. freier, folg' ich nach, obwohl schwach, doch um so viel treuer, Du bist meines Lebens Leben, reich durch dich, will ich mich ewig dir ergeben. 3. Wer fann Gottes Rathschluß faffen? Aber dieß ist gewiß, Gott 12. Dir will ich mein Leben weihen, mich in dir für und für, mein Erlöser, freuen. Keine Krea Geburt Jesu Chrifti. tur, kein Leiden, keine Noth und Jesu! Du, du hast dir vorgenomkein Tod soll von dir mich scheiden. 13. Werd' ich einst im Tod erkalten, so will ich mich an dich, Jesu, gläubig halten. Und dann wollst du mich erheben aus der Zeit zu der Freud' in des Himmels Leben. men, du willst mein Bruder sein, o welch ein süßer Ton! Wie freundlich ist er doch, der große Gottessohn. 2. Gott sendet seinen Sohn, das Bild von seinem Wesen, in menschlicher Gestalt. Nun muß die Welt genesen. Des Allerhöchsten Sohn spricht freundlich bei uns ein, wird gar ein armes Kind, will unser Heiland sein. 3. Wie lieblich klingt es mir, Heiland, Jesus Christ, ist uns zum wie schallt es in die Ohren: Der Trost geboren, zum Trost für alle Welt. Wer Jesum recht erkennt, der stirbt nicht, wenn er stirbt, wenn er ihn gläubig nennt. 4. Wohlan, so will ich mich an diesen Jesum halten! Und sollte gleich die Welt vergehen, Felsen spalten: o Jesu, dir, nur dir, dir leb' ich ganz allein; auf dich, allein auf dich, o Jesu, schlaf' ich ein. 132. Mel. Wir Christenleut' 2c. Wirf, blöder Sinn, den Kummer hin: Gott ist für dich, was will dich ferner frånken? Sein Sohn ist da, sein Sohn ist da. Wie? sollt' er uns mit ihm nicht Alles schenken? 2. Schlägt dir das Herz vor Angst und Schmerz, empfindest du, wie sehr die Sünden kränken: dein Heil ist hier, wie sollte dir nicht Gott mit ihm auch Ruh' und Frieden schenken? 3. Ist deine Kraft zu mangelhaft, mußt du beschämt an deine Schwäche denken: er, der dir giebt das, was er liebt, wird dir mit ihm zur Tugend Kräfte schenken. 4. Fehlt Weisheit dir, um glücklich hier noch zu entgehn der Bosheit schlauen Ränken: erschrick nur nicht: Gott ist dein Licht, er wird bir mit dem Sohn' auch Weisheit schenken. 5. Gebricht es dir an Hülfe hier, sorgst du, wer dich noch speisen wird und tránken: o fasse Muth! das höchste Gut wird mit dem Sohn dir auch die Nothdurft schenken. 6. Wirf, blöder Sinn, die Sorgen hin, die dich ins Meer der Traurigkeit versenken. Dein Heil ist da, dein Heil ist da: Wie sollt' uns Gott mit ihm nicht Alles schenfen? 133. Mel. Nun danfet Alle Gott 2c. Ich freue mich in dir und heiße dich willkommen, mein liebster 65 134. Mel. Wir Christenleut' 2c. Christenheit, sei hoch erfreut! Das Heil der Welt, der Mittler ist geboren. Nimm freudig Theil an seinem Heil; wer an ihn glaubt, wird nimmermehr verloren. Nath hat sich sein ew'ger Sohn für 2. große That! Nach Gottes doch ohne Sünd', ward er für uns uns gegeben. Ein Menschenkind, und bracht' uns Heil und Leben. 3. Gr, er befreit uns von dem Leid, das durch der Sünde Macht auf uns gekommen. Mit uns ist Gott nun in der Noth. Frohlockt dem Herrn und hofft auf ihn, ihr Frommen! 4. Auch mein Gesang, Herr, bringt dir Dank. Du wurdest Mensch, damit wir selig würden; du machst uns groß und ewig los vom Fluch der Sünd' und ihren schweren Bürden. 5. Gelobt sei Gott! Auf unsre Noth sah er mit Hülfe liebevoll 5 66 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. hernieder. Christenheit, preis ihn erfreut, des Höchsten Sohn bringt das Verlorne wieder. 135. Met. Wir Christenleut' zc. Jesu Christ, wie trostvoll ist für meinen Geist dein' Ankunft hier auf Erden. Du, Gottes Sohn, verläßt den Thron der Himmel, um das Heil der Welt zu werden. 2. Gehorsam sind dir Meer und Wind; und doch giebst du dich hin zum Dienst der Sünder, erniedrigst dich selbst williglich, wirst arm, gering wie schwache Menschen Finder. 3. Du wirst uns gleich, zum Himmelreich auch uns als deine Brüder zu erhöhen. Da leben wir verklärt mit dir, muß gleich wie Dampf hier unser Hauch vergehen. 4. Wer will denn nun uns Schaden thun, wenn wir durch dich den Sünden nur entsagen? wie dürften wir uns dennoch hier mit banger Furcht und finstern Sorgen plagen? 5. Getroft, mein Herz, schau himmelwärts, dort herrscht dein Freund, der Todesüberwinder. Der starke Held kam in die Welt und ward das Leben der verlornen Sünder. 6. An seinem Heil hat Seder Theil der an ihn glaubt, auf seine Stimme höret, sich ihm ergiebt und treulich übt, was uns sein Wort, das Wort des Höchsten, lehret. 7. Nimm auch so Theil an seinem Heil', und dann sei froh. Was willst du dich betrüben? Weil dich dein Freund mit Gott vereint: so kann's nicht anders sein, Gott muß dich lieben. 8. Bedenke doch, wie herrlich hoch er über allen Jammer dich geführet. Der Engel Heer hat selbst nicht mehr an Herrlichkeit als die ist, die uns zieret. 9. Dein Heiland hält und trägt die Welt. Sieh' auf, und sieh' ihn alle Himmel lenken. Was will nun sich, ich frage dich, erheben, dich in Angst und Noth zu senken? 10. Fühlt es dein Herz, daß unter Schmerz oft Hoffnung, Freudigkeit und Trost dir schwinden: geh' hin zum Sohn', am Gnadenthron, darauf er herrscht, da wirst du Tröstung finden. 11. Nur nicht verzagt, wirst du geplagt; dein Heiland kann dein Unglück nicht verschmähen. Er ward dir gleich, ist gnadenreich und kann dein Leid nicht ohne Mitleid sehen. 12. Bei ihm ist Ruh'. Trau' ihm es zu, er wird's so machen, daß du ihm wirst danken. Sein Schmerz, was Angst ist, wie zu menschlich Herz empfand, was Muthe sei dem Kranken. tha am Kreuz viel mehr als je 13. Sieh', er hat ja auf Golgaein Mensch gelitten, von Angst und Pein dich zu befrein: wie kannst du ihn um Trost vergebens bitten? 14. Gern hilft er dir. Er ist die Thür zu dieses und des bessern Lebens Freuden. Wie bald erscheint dein bester Freund, und nimmt hinweg, was fromme Herzen leiden. 15. Laß du der Welt ihr Glück und Geld, und sieh' nur zu, daß dieser Schaß dir bleibe, den halte feft. Wer den nicht läßt, den ehrt und krönt er dort an Seel' und Leibe. 136. Lobt Gott, ihr Christen, freuet euch und kommt vor seinen Thron: er öffnet uns sein Himmelreich, und schenkt uns seinen Sohn. 2. Er kommt aus seines Vaters Schooß und wird ein Mensch wie wir, liegt schwach und dürftig, elend, bloß, wie Menschenkinder, hier. nd Geburt Jesu Christi. shaft 67 3. Er äußert sich der Allgewalt, des Höchsten Sohn sich dargestellt, wird niedrig und gering und nimmt um sein so theures Leben für Sünan sich des Knechts Gestalt, der der hinzugeben. Schöpfer aller Ding'. 4.& r ruht an seiner Mutter Brust, nimmt seiner Brüder Koft, er, aller Himmel Lob und Lust; er, aller Menschen Trost. 5. Aus Davids Stamm er kommen sollt' zu der gesetzten Zeit, zu welcher Gott errichten wollt' sein Neich, die Christenheit. 6. Er wechselt mit uns wunderbar, Fleisch und Blut nimmt er an, und giebt uns ew'ge Güter dar, hebt uns zu Gott hinan. 7: Er wird ein Knecht, der Mensch ein Herr; das mag ein Wechsel sein! Wie könnte er doch freundlicher, der theure Jesus, sein? 8. Geöffnet ist uns nun die Thür zu seinem Himmelreich. Ihr Christen, wie beglückt sind wir, lobt Gott und freuet euch! 137. Laßt uns alle fröhlich sein, unsern Gott erheben und uns seines Sohnes freun, den er uns gegeben. 2. Er kam in dieß Jammerthal, warb ein Knecht auf Erden, daß wir frei von aller Qual, selig möchten werden. 3. Er ward arm, wir werden reich, o wie liebt er Sünder! Sünder werden Engeln gleich, werden Gottes Kinder. 4. Herr, mach' es an uns wahr, laß, in deinem Namen, uns mit jener Himmelsschar ewig freuen. Amen. 138. Mel. Ermuntre dich, mein 2c. Gott, deine Gnade sei gepreist, sie schuf uns Heil und Leben. Er muntre dich, mein tråger Geist, ihr Wohlthun zu erheben. Denk' an die Nacht, da auf der Welt 2. große That, erwünschte Nacht, von Engeln selbst besungen! Du hast den Mittler uns gebracht, der uns das Heil errungen. In dir erschien der starke Held, der Alles schuf und noch erhält, der Freund der Menschenkinder, des Todes Ueberwinder. 3. Der du zu uns, gesandt vom Herrn, aus deinem Himmel kameft und unser Fleisch und Blut so gern erbarmend an dich nahmest, Sohn Gottes, o wie hast du dich so tief erniedrigt auch für mich, wie arm bist du erschienen, um mir zum Heil zu dienen. 4. lehre mich den großen Werth von deiner Liebe fassen. Was reizte dich, auf dieser Erd' dich so herab zu lassen? Hier warteten dein nichts als Noth, Verachtung, Kummer, Schmerz und Tod; und doch kamst du auf Erden, ein Menschensohn zu werden. 5. Viel stärker, Herr, als schenliebe. Du sahest unsre SünSchmerz und Tod war deine Mendennoth mit mitleidsvollem Triebe, du stelltest, unser Heil zu sein, nach deines Vaters Nath dich ein, wardst Mensch und kamst, mit Freuden für uns den Tod zu leiden. 6. Immanuel, dein freu' ich mich, du bist auch mein Erretter; auch mir zum Troste sandte dich der Herr, der Gott der Götter. Was mir ein wahres Wohl verschafft, Erleuchtung, Friede, Beßrungskraft und Freuden, die stets währen, willst du auch mir gewähren. Was soll ich dir, mein größter Freund, für deine Treue geben? Du bist's, der mich mit Gott vereint, du bringst mir Heil und Leben. Herr, was ich hab' und was ich bin, das geb' ich dir zum Dienste hin, ich will dich ohn' Aufhören mit Leib und Geist ver. ehren. 5* Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 68 8. Ich sehe dich zwar hier noch nicht, doch du wirst wieder kommen: dann schauen dich von Angesicht, Herr, alle deine Frommen, dann werd' auch ich, Herr Jesu Chrift, dich schaun so herrlich als du bist, dann wirst du mich zum Leben, das bei dir ist, erheben. 139. Mel. Der Tag, der ist so 2c. Der Heiland, welcher Jesus heißt, ist uns zum Trost geboren, zum Licht und Heil für unsern Geist, zum Netter auserkoren. War' uns der Heiland nicht gebor'n, wir waren insgesammt verlor'n. Und nun ist Heil uns Allen. Theurer Heiland, Jesus Christ, der du Mensch geboren bist, dein Lob soll stets erschallen. 140. Mel. Vom Himmel hoch, da zc. Vom Himmel ward der Engel Schar des Nachts den Hirten 141. Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. Jefu, wahrer Frömmigkeit voll. kommenstes Erempel, dein Herz, dem Vater ganz geweiht, war jeder Tugend Tempel, dein Wandel, rein von aller Schuld, Gott werth und würdig seiner Huld. 2. Wer war wohl eifriger, als du, zu thun des Vaters Willen? Dir war es Ruhm und Seelenruh', ihn treulich zu erfüllen, dir, keines Eigenruhms bewußt, war, ihn zu preisen, deine Lust. offenbar, und große Freude that ihr Mund mit lautem Jubel ihnen kund. 3. Wenn je dein Auge Frevler sah, warst du voll edler Schmer2. Geht eilend hin, geboren ist in Davids Stadt der Herr, der Chrift, des Vaters eingeborner Sohn, der Sünder Heil, der Frommen Lohn. 3. Seid fröhlich, daß er sich mit euch vereinigt, ohne Sünd' euch gleich, selbst Gott; doch euch durch Fleisch und Blut verwandt und euer höchstes Gut. Leben und Beispiel Jesu. 4. Ihr habt mit euch den wahren Gott. Euch schrecke nicht mehr Sünd' und Tod, laßt Teufel, Welt und Hölle drohn; ein Mensch, wie ihr, ist Gottes Sohn. 5. Auf ihn segt eure Zuverficht und seid gewiß, er läßt euch nicht. Fiel auch ein ganzes Heer euch an: troß, daß euch einer schaden kann! 6. Ihr seid nun göttlichen Geschlechts und mit uns gleichen Bürgerrechts; ihr siegt, nur stehet feft im Streit, euch bleibt zulegt vie Seligkeit. zen; doch, wenn des Vaters Wort geschah, quoll Freud' aus deinem Herzen. An ihm nur hing dein ganzer Sinn, auf ihn sah stets dein Auge hin. 4. Ihn ehrtest du mit Wort und That vor aller Welt mit Freuden. Du warst bereit, nach seinem Rath zum Heil für uns zu leiden. Wie er die Liebe selber ift, so warst du's auch, Herr Jeſu Christ. 5. Du zeigteft, daß die größte Noth dich nicht zum Murren reize, warst Gott gehorsam bis zum Tod, ja, bis zum Tod am Kreuze. Auch da war deine Zuversicht auf ihn allein und fest gericht't. Leben und Beispiel Jesu. 6. Von ihm verlassen, blieb dein Herz an ihm troß alles Spottes. Dein Hoffen war im bångsten Schmerz die sichre Hülfe Gottes. Und was du hofftest, ist geschehn: Gott hörte deiner Stimme Flehn. 7. Mit Ehr' und Preis von ihm gekrönt, lebst du zu seiner Rechten voll Majestät, und dir ertönt von allen Gottesknechten das Lob, deß du so würdig bist. D selig, wer dir ähnlich ist. 8. Hilf, daß ich dein Erempel mir, o Herr, zum Muster setze und meinen Gott, gesinnt gleich dir, weit über Alles schäße, mit Freuden seinen Willen thu' und ganz in seiner Fügung ruh'." 3. Du suchtest nichts, als sein Gebot vollkommen zu erfüllen und unterwarfst dich bis zum Tod ganz deines Vaters Willen. Dein Hauptgeschäft war das allein, Vollender seines Raths zu sein. 4. 3um Kreuze gingst du ruhig hin, uns Gnade zu erwerben, bereit, mit göttlich großem Sinn zum Heil der Welt zu sterben, warst du zur tiefsten Schmach gefaßt und trugst der schwersten Leiden Last. 69 142. Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. 3. D du Zuflucht der Elenden, wer hat nicht von deinen Händen, auf sein redliches Verlangen, Hülfe, Ruh' und Trost empfangen? Du, deines Vaters Ebenbild, ihm gleich an Menschenliebe, du wie pflegtest du zu eilen, das Erwarst, o Jesu, ganz erfüllt mit Gott geweihtem Triebe. Er war dein Ziel, dein höchstes Gut, ihm folgtest du mit Heldenmuth. betne zu ertheilen. Freude war dir's, Seligkeiten schon auf Erden auszubreiten. 2. Du warst mit ihm ein Sinn, ein Herz, sein Wille war dein Wille, du ehrtest auch im größten Schmerz ihn mit zufriedner Stille; selbst auf der allerrauhsten Bahn sahst du ihn noch als Vater an. 5. Herr, lehre mich, dein Eigenthum, nach deiner Tugend streben. Dir gleich gesinnt sein, sei mein Ruhm, und Wonne, so zu leben. hilf, daß ich so gern wie du den Willen deines Vaters thu'. 143. Mel. Schmücke dich, o liebe zc Vorbild wahrer Menschenliebe, Jesu, deines Mitleids Triebe zogen dich herab auf Erden, der Verlornen Heil zu werden und für sie sogar dein Leben in den Tod dahin zu geben. Wo ist jemand, der die Größe deiner Lieb' und Huld ermåße? 2. Ohne Vortheil zu begehren, sich in andrer Dienst verzehren, jedem gerne Gut's erzeigen, zu Beleidigungen schweigen, auch an Feinden Wohlthun üben, das heißt, Menschen göttlich lieben. Und wie voll von solcher Güte war, Erlöser, dein Gemüthe. 4. Menschenseelen zu beglücken, Neuerfüllte zu erquicken, Unverständ'ge zu belehren Abgewichne zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, liebreich zu dir hinzulocken, nur für Menschenwohl zu leben, war dein tägliches Bestreben. 5. Und wie hoch stieg dein Erbarmen, da du, Mittler, von uns Armen Gottes Strafe abzuwenden, unter frecher Mörder Händen Angst und unerhörte Schmerzen littest mit gelaßnem Herzen, als ein Missethäter starbest und uns ew'ges Heil erwarbest. 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben, Haß mit Haß nicht zu vergelten, deine Schmäher nicht zu schelten, Allen freundlich zu begegnen, bie dich lästerten, zu segnen, deine Mörder zu vertreten, und für sie zu Gott zu beten. 7. Demuth war, bei Spott und Hohne, deiner Tugend Schmuck und Krone, nie hast du nach Ruhm Werke und Wohlthaten Jesu Christi. getrachtet, noch auf Menschenlob ters Hand die Seele übergeben, geachtet. Deines Vaters heil'gen wenn sie voll Gifer, rein von des Willen mit Gehorsam zu erfüllen, Gewissens Schuld, dir ähnlich uns zum Himmel zu erheben, war ward an Treu', an Tugend und der Zweck von deinem Leben. Geduld. 70 8. Laß mich, Herr, zu meinem Segen deinen Wandel oft erwägen, laß mich in der Angst der Sünden Trost und Hülfe bei dir finden, heilige auch meine Triebe zu recht schaffner Menschenliebe, laß mich immer mehr auf Erden deinem Bilde ähnlich werden. 144. Mel. O Gott, du frommer Gott 2c. Preis dir, Herr Jesu Christ! Dem Alter, wie der Jugend, warst du als Pilger hier ein Vorbild ächter Tugend. Von früher Kindheit an betratst du ihren Pfad und ehrtest deinen Gott mit Herz, und Mund und That. 2. Du wareft immerfort bereit, des Vaters Willen, selbst bis zum Kreuzestod, mit Freuden zu erfüllen, und willig übernahm dein liebevolles Herz, der Welt zum Trost und Heil, Beschwerden, Müh' und Schmerz. 3. Nie haft du, Heiligster, die kleinste Pflicht verleget, nie Leidende gesehn, und nicht mit Trost ergezet, und hatte sich ein Mensch vom rechten Pfad verirrt, wie gern hat deine Hand ihn nicht zurückgeführt. 4. Versuchung ohne Zahl: hier Ruhm und Schmeicheleien, dort lockender Gewinn, hier bittrer Feinde Drauen, umgaben überall dich, wo du gingst; doch du gingst standhaft durch sie hin mit Festigkeit und Ruh'. 5. Voll hohen Friedens blieb, bis an des Lebens Ende, dein schuldLos Herz, und du gabst in des Baters Hände den Geist geruhig hin. Vollendet war die Bahn, du warst am hohen Ziel, Belohnung zu empfahn. 6. Vollendeter, auch ich kann einmal ohne Beben in deines Va7. Schau', o mein Geist, auf ihn. Verschmäh' des Lasters Freuden: der Sünden Sold ist Tod, und ihre Frucht find Leiden. Wie Jesus, weihe Gott des Lebens kurze Zeit, dann folgest du ihm einst ins Reich der Herrlichkeit. 145. Mel. Allein zu dir, Herr Jesu zc. Einft weinte für Jerusalem der Heiland heiße Zähren, zum Zeugniß: ihm sei angenehm, wenn Sünder sich bekehren. Ihm bricht von tiefempfundnem Schmerz sein göttlich liebevolles Herz, da es den Jammer überdenkt, der Sünder frånkt, die keine Zucht zur Beßrung lenkt. 2. Schon lange trug Gott mit Geduld dieß Volk mit seinen Sünden und ließ es noch, voll Gnad' und Huld, der Strafen Aufschub finden. Nun siehet er in hellem Licht das längst gedrohte Strafgericht, das dieses Volk verschuldet hat, wie es sich naht in Wettern über Land und Stadt. 3. Voll Wehmuth blickt er noch umher, sieht Sünder ewig sterben. Dieß schmerzet ihn unendlich mehr als zeitliches Verderben. O was empfindet doch sein Herz, wie thränt sein Aug' vom herben Schmerz! Aus diesen Thränen, Sünder, wißt, daß Jesus Christ der Sünder treuer Heiland ist. 4. Erkennet eure Gnadenzeit und fallt in wahrer Buße dem Gotte der Barmherzigkeit, der euch noch lockt, zu Fuße! Der Heiland ist dann euer Freund, wenn ihr im Glauben zu ihm weint. Aus seinen Thränen, Sünder, wißt, daß Jesus Christ ein treuer Hoherpriester ist. Leben und Beispiel Jesu. 5. Die Thränen, die er einst geweint, die reden noch für Seelen, die, ihren Sünden ernstlich feind, ihn zum Erretter wählen. Sehr hoch sind sie vor Gott geschäßt. Wer ste zu seinem Troste seßt, der wird, wenn er voll Traurigkeit sein Thun bereut, mit Gnad' und Heil von Gott erfreut. 6. Der aber häuft sich zum Gericht des Zornes schwere Plagen, der in der Zeit der Gnade nicht lernt ernstlich in sich schlagen. Der Heiland ist zum Herrn erhöht, kommt einst in großer Majestät, als der verklärte Menschensohn vom Himmelsthron, giebt Frevlern den verdienten Lohn. 7. Herr, unser Mittler, hier und dort krön' uns mit deinem Segen, hilf auch, daß wir, nach deinem Wort, den großen Trost erwägen: daß, drückt uns hier noch manche Last, du herzlich Mitleid mit uns haft. Herr, uns komme dieß zu gut und geb' uns Muth: denn schwach ist unser Fleisch und Blut. 8. Laß, wenn wir in der Prüfungszeit allhier in Trübsal weinen, uns deine große Freundlichkeit zu unserm Trost erscheinen. Gedanke, der das Herz erhöht, daß du in Gottes Majestät, nach Noth und Kampf', im Himmel bist, Herr Jesu Christ, und hülfreich auf uns Arme siehst! 146. Mir nach, spricht Christus, un ser Helb, folgt meinem Vorbild, Christen, verläugnet euch, besiegt die Welt mit ihren schnöden Lüften, gebt ihren Reizungen nicht nach, erduldet lieber Ungemach. 2. Ja, Herr, dein Vorbild leuchtet mir zu einem heil'gen Leben. Wem soll' ich auch wohl sonst, als dir, zu folgen, mich bestreben? Du zeigst den Weg zum wahren 71 Wohl und, wie ich richtig wandeln soll. 3. Dein Herz, voll Gottergebenheit, war auch voll Menschenliebe, voll Demuth, Sanftmuth, Freundlichkeit und voller Mitleidstriebe: selbst deinen Feinden wandtest du großmüthig Hülf' und Wohlthat zu. 4. Dein Beispiel lehrt, was schädlich ist, mit weiser Vorsicht fliehen, es lehret mich, mein Herz der List und Heuchelei entziehen. wohl mir, wenn ich deinem Sinn stets und in Wahrheit ähnlich bin. 5. Du gingst als Führer einst voran, stehst mir auch noch zur Seite, du kämpftest selbst, und brachst die Bahn, stärkst nun auch mich im Streite. Wie könnt' ich denn noch zaghaft sein und mich dir nachzufolgen scheun? 6. Wer hier sein Wohl zu finden meint, wird's ohne dich verlieren; wer's bei dir zu verlieren scheint, den wirst du dazu führen. Wer dich als seinen Herrn verehrt, und dir nicht folgt, ist dein nicht werth. 7. So will ich denn dir, meinem Herrn, getreu und froh nachwandeln und in dem Kampf der Tugend gern, so standhaft wie du handeln. Denn wer nicht kämpft, trågt auch die Kron' des ew'gen Lebens nicht davon. 147. Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. Welch hohes Beispiel gabst du mir, mein Heiland, durch dein Leben! Sollt' ich nicht gern und mit Begier, dir nachzuahmen fireben, nicht gehn den Weg, den du betratst, nicht freudig thun das, was du thatst? 2. Dein Herz, von Sünden nie entweiht, war rein wie deine Lehre, dein ganzer Wandel Heiligkeit, dein Endzweck Gottes Ehre, und, o wie denk' ich's hoch erfreut, der Menschen ew'ge Seligkeit. 72 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 3. Du führtest uns zur Tugend Schritt begleitete Erbarmen; du an und, daß wir leben möchten, übernahmst die schwerste Bein, gingst du selbst ihre schwere Bahn uns vom Verderben zu befrein und voran vor deinen Knechten. Auch, starbst zum Heil uns Armen. wenn du littest ohne Schuld, ertrugst du Alles mit Geduld. 4. Der Kummervollen Troft zu sein, zu wehren jedem Leide, stets wohlzuthun und zu erfreun, war deine Sorg' und Freude; und eines jeden Menschen Schmerz durchdrang dein liebvolles Herz. 3. Auch jetzt noch, auf der Himmel Thron, bist du der Trost der Sünder, auch da bleibst du, o Gottes Sohn, ein Freund der Menschenkinder. Du schaffst den Deinen wahre Ruh', und die Verirrten suchest du auf rechten Weg zu leiten, du hörst der Seufzenden Gebet, und brauchest deine Majestät, nur Se. gen auszubreiten. 5. Du trugst mit Sanftmuth und mit Huld die Schwachheit deiner Freunde, auch Sünder trugst du mit Geduld und batst für deine Feinde, du warst gehorsam bis zum Tod' und ehrtest selbst im Lode Gott. 4. laß in meiner Pilgrimschaft mich auf dein Vorbild sehen! Erfülle mich mit Luft und Kraft, dem Nächsten beizustehen, betrübter Herzen Trost zu sein, mich mit den Fröhlichen zu freun, mit Weinenden zu klagen. Laß mich dem, der sein Herz mir weiht, ein Herz voll frommer Redlichkeit und Treue nicht versagen. 6. Ein solches Beispiel hast du mir zum Vorbild hinterlassen, und heißest mich Vertraun zu dir und deiner Hülfe fassen. Nimm, sprichst du, nimm mein Joch auf dich, komm, folge mir und sieh auf mich. 7. Ich komme, Herr, gieb Kraft und Licht, daß ich mein Heil er kenne, dein wahrer Jünger sei und nicht mich bloß den Deinen nenne, damit ich deinem Vorbild treu, auch Andern selbst ein Beispiel sei. 148. Mel. König, dessen Majestät zc. Der du die Liebe selber bist und gern die Menschen segnest, ja, ist, mit Freundlichkeit begegnest, o bilde meinen Sinn nach dir und laß mich doch, mein Heiland, hier, wie du gewandelt, wandeln. Die können keine Christen sein, die sich nicht Andrer Wohlfahrt freun und menschenfeindlich Handeln. 2. Dein Leben in der Sterblich keit war für die Menschen Segen, dir folgten Lieb' und Freundlich keit auf allen deinen Wegen. Wo hin du gingst, ging Wohlthun mit, dein Wort, dein Werk und jeden 5. Laß mich mit brüderlicher Huld den Strauchelnden erwecken, durch Sanftmuth, Mitleid und Geduld des Nächsten Fehler decken. Mein Antlik sei nie fürchterlich und meine Seele neige sich zu des Bedrängten Flehen. Das wird noch in der bessern Welt, die nur Beglückte in sich hält, mein Glück und Wohl erhöhen. 149. Met. Jesus, meine Zuversicht zc Jesu, Jesu, stärke mich, willig jede Noth zu tragen. Ach mein Herz entsetzet sich, würd' auch ohne dich verzagen; doch ich weiß es, ich bin dein, die muß ich auch ähnlich sein. 2. Wer dir nachzufolgen strebt, muß sich deiner Schmach nicht schämen, willig sein, wie er auch bebt, doch dein Kreuz auf sich zu nehmen. Wer sich dessen weigert, ist nicht dein Jünger, ist kein Christ 3. Sanft wird endlich deine Last, wenn ich still und ohne Klage, Leben und Beispiel Jesu. weil auch du gelitten haft, was du auflegst, standhaft trage. Dann wird, was erst schrecklich deucht, süß, und angenehm und leicht. 4. Ach vielmehr, unendlich mehr, als ich je vom Kreuz empfinde, littft du, Allerheiligster, für die Welt, für meine Sünde! Ohne Zahl war deine Noth, unaussprechlich schwer dein Tod. 5. Durch dein Kreuz erwarbst du mir Kraft und Muth in meinen leiden. Nun kann, Jesu, mich von dir keine Pein, kein Tod nicht scheiden. Werd' ich zaghaft, stårket sich mein erschrocknes Herz durch dich. 6. Herr, du hast nach deinem Streit dich zu Gott empor geschwungen. Mein ist deine Herrlichkeit, mir ist Sieg von dir errungen. Wer, wie du, mein Jesu, hier kämpft, der siegt dereinst mit dir. 7. Nein, ich fliche nicht dein Kreuz, sich, ich nehm's aus dei. nen Händen. nie Lüfte Reiz, nie die Trübsal von dir wenden. Gern trag' ich, wiewohl noch schwach, dir dein Kreuz, mein Jesu, nach. 150. Mel. Kommt her zu mir, spricht zc. Kommt her, Mühselige, zu mir, spricht Gottes Sohn, o kommt, seid ihr mit Sünden gleich beladen, kommt her, ich bin der gute Hirt, der euer Herz erquicken wird: ich Arzt heil' euren Schaden. 2. Wie lange såumet ihr euch noch? Kommt her, and übernehmt mein Joch und folget meinen Lehren! Seht, wie ich, ganz nach Gottes Sinn, so sanft und so demüthig bin: mich müßt ihr billig hören. 3. Sanft ist mein Joch, leicht meine Laft. D wer sein wahres Heil nicht haßt, wird sich dazu bequemen. Ich schenk' ihm Ruh'; und, wie er sich nicht meiner schä73 met, werd' auch ich einst seiner mich nicht schämen. 4. Nun, Jesu, mich verlangt nach dir. Zeuch uns dir nach, so laufen wir. Dir will ich mich ergeben. Ich weiß es, o Herr Jesu Christ, daß außer dir kein Netter ist: bei dir ist Heil und Leben. 5. Laß mich nun, so wie du gethan, aus wahrer Demuth Jedermann zu dienen fertig stehen, laß mich, wie du, sanftmüthig sein, Beleidigungen gern verzeihn und Fehler übersehen. 6. Ach bilde mich nach deinem Sinn, mich, der ich ohne dich nichts bin, daß ich dein Joch recht trage. Sprich, meiner Seele tröstlich zu und bringe mich zur wahren Nuh' am Ende meiner Tage. 151. Met. Sollt' ich meinem Gott nicht s. 2c. Lasset uns mit Jesu ziehen. Wer ihn liebet, folgt ihm nach, geht, dem Argen zu entfliehen, gern die Bahn, die er uns brach. Starker Glaube sei uns eigen, der führt auf den Himmelspfad; doch der Glaube zeige That: Bruderliebe muß er zeigen. Bleib', o Jesu, stets bei mir, geh' voran, ich folge dir. 2. Lasset uns mit Jesu leiden. Nach der Trubsal folgen Freuden, Wer ihn liebet, wird ihm gleich. auf die Schmach das Ehrenreich, Thränensaat bringt großen Segen, großes Heil krönt die Geduld: Gottes Allmacht, Gottes Huld ist mit uns auf Leidenswegen. Mit dir, Jesu, leid' ich hier, dorberfreu' ich mich mit dir. 3. Laffet uns mit Jesu sterben. Sein Tod schützt vorm andern Tod, schüßt die Seele vor Verderben und befreit von ew'ger Noth. Tödten wir das Fleisch hienieden, sterben wir den Lüften ab, so entgehn wir einst dem Grab und empfinden Gottes Frieden. Herr, im Tode trau' ich dir: nicht im Grabe bleib' ichy hier. 74 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 4. Lasset uns mit Jesu leben. schrecken? denn das Haupt der Er stand von den Todten auf, Christenheit wird gewiß zur Herrward mit Preis und Kraft um- lichkeit seine Glieder auferwecken. geben, nahm zum Vater seinen Dir, o Jesu, leb' ich hier, ach einst Lauf. Ei was kann der Tod mich leb' ich auch bei dir. Lehre Jesu. 152. Mel. Vater unser im Himmelr. 2c. Kein Lehrer ist dir, Jesu, gleich. An Weisheit und an Liebe reich, bist du, sowohl durch Wort als That, der schwachen Menschen sichrer Rath. Es freut mein Geist im Glauben sich, Herr Jesu, dein und lobet dich. 2. Du kamst zu uns, von Gott gesandt und machtest uns den Weg bekannt, wie wir, befreit von Sündenschuld, theilhaftig werden seiner Huld. Auf ewig sei dir Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangelium. 3. Du sahest in der Gottheit Licht mit aufgeklärtem Angesicht, was, nach des Höchsten weisem Rath, die Welt noch zu erwarten hat, und machtest auch durch deinen Mund die Zukunft selbst den Menschen kund. 4. Dieß und die Wunder deiner Hand sind uns ein göttlich Unterpfand: was man aus deinem Mund gehört sei Wahrheit, die uns Gott gelehrt. Nie schwäche mir der Frevler Spott den Glauben an dieß Wort von Gott. 5. Du lehretest durch Wort und That den Weg zu Gott, der Tugend Pfad. Du gingst als Füh. rer selbst voran; gieb, Herr, daß ich auf gleicher Bahn, gestärkt von dir, mit steter Treu' dir nachzufolgen, eifrig sei. 6. Du bist es, Herr, von dem das Amt, das die Versöhnung predigt, stammt; du machst durch treuer Lehrer Mund noch jetzt dein Heil den Menschen kund. Begleite stets mit deiner Kraft ihr Amt, damit es Nußen schafft. 7. Noch immer hilfst du deinem Du sendest, wie du selbst verheißft, Wort in seinen Siegen mächtig fort. noch immer deinen guten Geist, der dem, der Wahrheit sucht und liebt, Zum Glauben Licht und Kräfte giebt. Mein Heiland, send' ihn auch zu mir, daß er mich zu der Wahrheit führ', vom Eigendünkel mich befrei", damit ich dir gehorsam sei, bis mich dereinst in Ewigkeit ein hellres Licht bei dir erfreut. 8. 153. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier 2c. Theuer sei mir allezeit, Herr, mein Heiland, deine Lehre. Gieb, daß ich mit Folgsamkeit treulich ihre Vorschrift ehre, dem, was sie verheißet, traue, fest mein Hoffen darauf baue. 2. Nur bei deiner Wahrheit Licht lernen wir Gott recht erkennen, ihn mit froher Zuversicht unsern Gott und Vater nennen und nach seinem heil'gen Willen unsre Pflichten treu erfüllen. 3. Was die Weisen dieser Welt vor dir nicht erforschet haben, das Hast du ins Licht gestellt; und durch deines Geistes Gaben bringst du es in unsre Seelen, daß wir Heil und Leben wählen. 4. Du entdeckst uns unsre Schuld und der Sünde großen Schaden; doch auch deines Vaters Huld und den Reichthum seiner Gnaden; Lehrst uns aller unsrer Sünden gnådige Vergebung finden. Lehre Jesu. 5. Huldreich rufest du uns zu: Kommt zu mir, beschwerte Seelen, es soll euch zu eurer Ruh' nicht am Troste bei mir fehlen, wollt ihr anders von mir lernen, euch von Sünden zu entfernen. 6. Herr, dein Evangelium hat viel tausend, tausend Zeugen, die zu deines Namens Ruhm dankbar ihre Kniee beugen, daß du noch dein Wort erfüllest und der Seele Kummer stillest. 7. O nimm gnädig an den Dank, den ich dir voll Ehrfurcht bringe, höre meinen Lobgesang, den ich hocherfreut dir singe. Du, du heilst auch mich aus Gnaden von der Sünde großem Schaden. 8. Köstlicher als Gold sei mir, was dein göttlich Wort mich lehret. Dank, ja ewig Dank sei dir für den Trost, den du gewähret. Werd' ich einst zu dir erhoben, will ich würdiger dich loben. 9. Stets, so lang' ich hier noch bin, will ich dir zur Ehre wandeln, täglich mit erneutem Sinn nur nach deinem Worte handeln: so nimmst du mich einst im Scheiden auf zu deinen höhern Freuden. 154. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Dein Wort, o Höchster, ist vollkommen, es lehrt uns unsre ganze Pflicht, es giebt dem Sünder und dem Frommen zum Leben sichern Unterricht. O selig, wer es achtsam hört, bewahrt und mit Gehorsam ehrt! 2.& 8 leuchtet uns auf unsern Wegen, vertreibt bes Irrthums Finsterniß, erfüllt mit Freuden, bringt uns Segen und machet unser Herz gewiß, es lehrt uns, Höchster, was du bist und was dir wohlgefällig ist. 3. Dein Wort erweckt uns, dich zu lieben, lehrt, wie du denen Gutes giebst, die dein Gebot mit Freuden üben, und wie du väterlich uns liebst. Was uns darin bein Mund 75 verspricht bleibt ewig wahr und trüget nicht. 4. Gott, dieß dein theures Wort ist besser und mehr der Sehnsucht werth als Geld, sein Werth ist köstlicher und größer als alle Schäße dieser Welt. Wer das thut, was dein Wort gebeut, dem ist dein Segen stets bereit. 5. So laß mich denn mit Lust betrachten die Wahrheit, die dein Wort mich lehrt. Laß folgsam mich auf Alles achten, was dein Befehl von mir begehrt: so fließen Trost und Seelenruh' auch mir aus deinem Worte zu. 155. Mel. Ach Gott und Herr 2c. Gott ist mein Hort, und auf ſein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr, laß immerdar mich seine Kräfte schmecken. Laß keinen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt' ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit Lehrte? Gott, ohne sie verstund' ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben. Zur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir, Herr, gegeben. 5. Den ew'gen Rath, die Missethat der Sünder zu verfühnen, den kennt' ich nicht, wär' mir dieß Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu' und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist im Glauben Vater sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh' vermag ich's nie, dein Wort giebt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dieß Wort, denn du hast's uns Werke und Wohlthaten Jesu Chrifti. 76 gegeben. Es sei mein Theil, es fei mir Heil, und Kraft zum ew'gen Leben. 156. Mel. Es ist gewißlich an der Belt 2c. Wir Menschen sind zu dem, o Gott, was geistlich ist, untüchtig. Dein Wesen, Wille und Gebot ist viel zu hoch und wichtig. Wir wissen's und verstehen's nicht, wo uns dein göttlich Wort und Licht den Weg zu dir nicht zeiget. 2. Von jeher hast du ausgesandt Propheten, deine Knechte; sie mach ten in der Welt bekannt dein Heil und deine Nechte. Zulegt ist selbst dein eigner Sohn, o Vater, von des Himmels Thron gekommen, uns zu lehren. 3. Für solches Heil sei, Herr, gepreist. Laß uns dabei verbleiben und gieb uns deinen guten Geist, daß wir dem Worte glauben, daß wir's annehmen jederzeit mit Ehrfurcht, Treu' und Willigkeit, als Gottes, nicht der Menschen. 4. Hilf, daß der Frevler frecher Spott uns nicht vom Wort' abwende; denn du bist ein gerechter Gott und strafft gewiß am Ende. Erweckt uns burch der Wahrheit Kraft und, was sie Gutes in uns schafft, das laß uns treu bewahren. 5. Herr, öffne du Verstand und Herz, daß wir dein Wort recht faffen, in lieb' und Leid, in Freud' und Schmerz es aus der Acht nicht laffen; daß wir nicht Hörer nur allein, nein, auch desselben Thäter sein, Frucht hundertfältig bringen. 6. Geist Gottes, mache du selbst gleich uns einem guten Lande, daß wir, an guten Werken reich, in unserm Amt und Stande das thun, was uns dein Wort gebeut und, frei vom Dienst der Eitelkeit, des Glaubens Kraft beweisen. 7. Laß uns stets, weil wir leben hier, der Sünder Weg vermeiden; gieb, daß wir halten fest an dir im Wohlstand wie im Leiden; rott' aus, was dir, Herr, nicht gefällt; hilf uns die Sorgen dieser Welt und böse Lüste dämpfen. 8. Erhalte stets dein Wort uns rein, laß es in Finsternissen ein Licht auf unsern Wegen sein, hilf, daß wir draus genießen Kraft, Nath und Trost in aller Noth, daß wir im Leben und im Tod beständig auf dich trauen. 9. Laß sich dein Wert zu deiner Ehr', o Gott, sehr weit ausbreiten, hilf, Jesu, daß uns deine Lehr erleuchten mög' und leiten, o heil'. ger Geist, dein göttlich Wort laß in uns wirken immerfort lieb', Hoffnung, Troft und Glauben. 157. Mel. O Gott, du frommer Gott 2c. Soll dein verderbtes Herz zur Heiligung genesen, Chrift, so versäume nicht, das Wort des Herrn zu lesen; bedenke, daß dieß Wort das Heil der ganzen Welt, den Rath der Seligkeit, den Geist aus Gott enthält. 2. Merk' auf als ob dir Gott, dein Gott gerufen hätte, merk' auf, als ob er selbst zu dir vom Himmel redte. So lies, mit Ehrfurcht, lies mit Luft, und mit Vertraun und mit dem frommen Ernst, in Gott dich zu erbaun. 3. Sprich fromm: D Gott, vor dem ich meine Hände falte, gieb, daß ich dein Gebot für dein Wort ewig halte, und laß mich deinen Rath empfindungsvoll verstehn, die Wunder am Gefeß, am Wort vom Kreuze sehn. 4. Er, aller Wahrheit Gott, kann dich nicht irren lassen. Lies, Christ, sein heilig Buch, lies oft, du wirst es fassen, so viel dein Heil verlangt. Gott ist's der Weisheit giebt, wenn man fie Lehre Jesu. da virsl redlich sucht und aus Gewissen liebt. 5. Lies, frei von Leidenschaft und ledig von Geschäften, und sammle deinen Geist mit allen seinen Kräften. Der beste Theil des Tags, des Morgens Heiterkeit, und dann der Tag des Herrn, der sei der Schrift geweiht. 6. Rührt dich ein starker Spruch, so ruf' ihn, dir zum Glücke, des Tags oft in dein Herz, im Stillen oft, zurücke, empfinde seinen Geift und stärke dich durch ihn zum wahren Edelmuth, das Gute zu vollziehn. 7. Um tugendhaft zu sein, dazu sind wir auf Erden. Thu', was die Schrift gebeut, dann wirst du inne werden: die Lehre sei von Gott, die dir verkündigt ist, und dann das Wort verstehn, dem du gehorsam bist. 8. Spricht sie geheimnißvoll, so laß dich dieß nicht schrecken. Ein endlicher Verstand kann Gott nie ganz entdecken: Gott bleibt unendlich hoch. Wenn er sich dir erflårt, so glaube, was er spricht, nicht was dein Wiß begehrt. 9. Sich seines schwachen Lichts bei Gottes Licht nicht schämen, ist Ruhm, und die Vernunft alsdann gefangen nehmen, wenn Gott sich offenbart, ist der Geschöpfe Pflicht, und weise Demuth ist's, das glauben, was Gott spricht. 10. Drum laß dich, frommer Christ, durch keine Zweifel kranken. Hier bist du Kind; doch dort wird Gott mehr Licht dir schenken, dort wächst mit deinem Glück dein Licht in Ewigkeit, dort ist die Zeit des Schauns und hier des Glaubens Zeit. 11. Verehre stets die Schrift. Und siehst du Dunkelheiten, so laß dich deinen Freund, der mehr als du sieht, leiten. Ein forschender Verstand, der sich der Schrift geweiht, ein angefochtnes Herz hebt manche Dunkelheit. 12. Halt fest an Gottes Wort: es ist dein Glück auf Erden und wird, so wahr Gott ist, dein Glück 77 im Himmel werden. Verachte christlich groß des Bibelfeindes Spott: die Lehre, die er schmäht, bleibt doch das Wort aus Gott. 158. Mel. O Gott, du frommer 2c. Von Herzen preis' ich dich, Gott, für der Bibel Lehre, die ich als dein Geschenk mit Dankbarkeit verehre. Hier findet jeder Stand für jede Lebenspflicht in jedem Falle Nath und hellen Unterricht. 2. Wie kräftig ist dein Wort. Gott, Millionen Christen gab dieses Wort den Sieg im Kampf mit bösen Lüften. Es bessert sanft das Herz, und stärkt zu jeder Pflicht, ist in Gefahr ein Schuß, in Finsterniß ein Licht. 3. So kann fein andres Buch die Größe Gottes preisen, so faßlich rührend nicht den Weg zur Tugend weisen. Durch keine Rednerkunst wird so das Herz erquickt, zu jeder guten That so willig und geschickt. 4. Bei diesem Unterricht laß deinen Geist mich rühren und seine Gotteskraft an meinem Herzen spüren. Wer deinen Lehren folgt, fühlt ihre Göttlichkeit, sie geben Licht und Trost, im Tode Freudigkeit. 159. Mel. Wir Christenleut' zc. Welch Kleinod ist, Herr Jeſu Chrift, dein Evangelium für meine Seele. Hier hab' ich Licht, dabei ich nicht, acht' ich darauf, den Weg des Heils verfehle. 2. Es macht mir klar, wie, eh' ich war, mein Gott bereits erbarmend mein gedachte und gnadenvoll zu meinem Wohl dich, seinen Sohn, auch mir zum Helfer machte. 3.& s lehret mich, wie williglich du für die Welt voll Sünder bist gestorben, und wie du ihr, so wie auch mir, was nur zum Heil uns noth ist, haft erworben. 78 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 4. Daß Gott voll Huld mir meine so müss' es mir noch Muth im Tode Schuld, wenn sie mich reut, als geben. Vater will verzeihen, und Kräfte gnung zur Heiligung, wenn ich mit Ernst sie suche, will verleihen. 5. Daß meinen Geist, was Stergleich mein Leib muß sterben; daß der auch einst, wenn du erscheinst, vom Grab erweckt, Unsterblichkeit wird erben; 6. Daß mir die Zeit, zur Ewigkeit mich anzuschicken, ist von Gott gegeben; daß, wenn ich dir treu folge hier, ich dann auf immer dort soll selig leben; 7. Daß alles Leid der Pilgerzeit in Wonne sich alsdann für mich verkehret: das Alles hat von Gottes Rath mich, Herr, dein Evangelium gelehret. 8. Dwelche Kraft verspricht und schafft mir dieß dein Wort zum ſeligen Bemühen, den Sinn der Welt, der vir mißfällt, und alle schnövé Sündenlust zu fliehen. 9. Und wie zerstreut in jedem Leid dieß Wort den Kummer, der mich niederdrücket. Die Schwer. muth weicht, das Herz wird leicht, wenn mich der Trost, den es enthält, erquicket. 10. laß dieß Wort, Herr, immerfort mein ganzes Herz mit Kraft und Trost beleben. Und Hört mein Lauf hienieden auf, 160. Mel. Liebster Jesu, wir sind 2c. Selig sind, die, Gott, dein Wort hören und zugleich bewahren. so laß auch immerfort dieses Heil mir wiederfahren, daß es mich zum Guten stärke und ich seinen Trost vermerke. 162. Mel. Nun lob' mein' Seel' den 2c. Geweiht zum Christenthume, sind wir auch dir, o Gott, geweiht, nur dir zum Preis und Ruhme zu führen unsre Lebenszeit, uns deiner Vaterliebe durch Christum zu erfreun und deines Geistes Triebe gehorsam stets zu sein: damit wir schon auf Erden, noch mehr in jener Welt, des Heils theilhaftig werden, das nur der Christ erhält. 2. Druck' es fest dem Herzen ein, so wird es nichts daraus rauben. Selig werd' ich hier schon sein auch bei einem dunklen Glauben, bis dereinst in fenem Leben hellres Licht mich wird umgeben. 161. Mel. Liebster Jesu, wir sind zc. Unser Gott, wir danken dir, daß du uns dein Wort gegeben. Gieb uns Gnade, daß wir hier auch darnach rechtschaffen leben. Gieb dem Glauben solche Stärke, daß er thåtig sei durch Werke. 2. Uns, o Vater, lehrest du, was wir thun und glauben sollen. Schenk' uns deine Kraft dazu, gieb zum Wissen auch das Wollen und zum Wollen das Vollbringen: so wird Alles wohlgelingen. Taufe. 2. Wie viel hat deine Gnade an uns von jeher, Gott, gethan. Auf diesem Pilgerpfade fing kaum sich unsre Wallfahrt an, so gabst du schon uns Armen am Reiche Christi Theil und zeigst uns aus Erbarmen die Bahn zu seinem Heil; du schafftest unsern Seelen früh schon Gelegenheit, zu kennen und zu wählen den Weg zur Seligkeit. 3. Herr, auch für diese Güte gebührt dir unser Lobgesang. Mit freudigem Gemüthe bringt unser Herz dir Preis und Dank, daß du Taufe. uns durch die Taufe zu Christen haft geweiht, und uns zum Tugendläufe mit deinem Licht erfreut. Gieb, daß wir oft ermessen, was uns dein Wort verspricht und strafbar nie vergessen die dir gelobte Pflicht. 4. Ja hilf du selbst uns Allen, in deinem Willen stets beruhn und, dir zum Wohlgefallen, nach deines Sohnes Lehre thun. Du wirst in diesem Leben, wie du bisher gethan, was wir bedürfen, geben. Verleih' uns nur alsdann die beste deiner Gaben, daß wir durch Jesum Christ Theil an dem Erbe haben, das unvergänglich ist. 163. Mel. Liebster Jesu, wir sind 2c. Mein Erlöser, der du mich dir zum Eigenthum' erkaufet, als dein Junger bin auch ich vormals auf dein Wort getaufet. Derwecke mich zum Fleiße, recht zu sein das, was ich heiße. 2. Laß mich oft mit Achtsamkeit meiner Taufe Bund betrachten und nur das zu jeder Zeit für mein größtes Wohlsein achten, daß ich, Jesu, deinen Willen treulich suche zu erfüllen. 3. Dieser Erde Gut und Ruhm bleibt im Tode doch zurücke. Nur ein wahres Christenthum folgt uns nach zum ew'gen Glücke. Davon ist, auch nach dem Sterben, ewig Segen zu erwerben. 4. Laß mich denn, wie dir's gefällt, deinem Dienste ganz ergeben und entfernt vom Sinn der Welt, als dein treuer Jünger leben, daß ich einst auch, wenn ich sterbe, das verheißne Leben erbe. 164. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Daß ich in deiner Christenheit, mein Gott, geboren bin, dir durch die Taufe bin geweiht, wie sehr ist mir's Gewinn. 79 2. Nun ward ich in der Kindheit schon mit dir und dem bekannt, den du von deines Himmels Thron zum Heil der Welt gesandt. 3. Ich lernte früh bereits verstehn, was dein allweiser Rath auch mir zum ew'gen Wohlergehn voll Huld geordnet hat. 4. Erleuchtet durch dein heilig Wort, sah' ich die sichre Bahn, auf der wir uns, so hier als dort, dem wahren Leben nahn. 5. Du warst mein Führer immerdar auf meiner Lebensbahn und nahmst bei drohender Gefahr dich meiner huldreich an. 6. Wie dank' ich dir, Allliebender, für diese Vatertreu'? Gieb, daß dir immer inniger mein Herz ergeben sei. 7. Auch ich bin dir zum Eigenthum durch deinen Sohn erkauft, auch ich bin dir zum Dienst und Ruhm' auf sein Gebot getauft. 8. Dir will ich denn, o stärke mich, mein ganzes Leben weihn: so freut mein Herz sich ewiglich des Glücks, ein Christ zu sein. 165. Mel. Christ unser Herr zum 2c. Mein Vater, o wie dank' ich dir! Von dir hab' ich mein Leben, und durch die Taufe hast du mir noch größers Glück gegeben. Noch eh' ich dieses Glück empfand, eh' ich dich lieben konnte und, mit mir selbst noch unbekannt, nichts für mein Wohl begonnte, hast du mich schon gesegnet. 2. Du nahmst in Christi Reich mich auf, kamst liebreich mir entgegen, verhießest mir zum Tugendlauf Erleuchtung, Kraft und Segen, versprachst mir deine Vaterhuld und einst das ew'ge Leben, versprachst mir, alle meine Schuld durch Christum zu vergeben, wenn sie mich herzlich reute. 3. Wie hoch verpflichtet bin ich dir mein ganzes Herz zu geben, mit kindlich folgsamer Begier nach) Werke und Wohlthaten Jesu Chrifti. 80 deinem Wort zu leben, den Reiz der Sündenlust zu scheun und ihre Macht zu vámpfen, des Lasters ew'= ger Feind zu sein, mich selber zu bekämpfen und ähnlich dir zu werden. O 4. So bahntest du an veinem Theil mir schon die sichern Pfade von Kindheit an zu meinem Heil, zu deiner Huld und Gnade. wär' ich doch auch jederzeit tren meiner Pflicht geblieben, und hätte mich die Dankbarkeit auch immer angetrieben, stets als ein Christ zu leben! 5. Beschämt gesteh' ich meine Schuld und flehe dich um Gnade. Ich will, o habe noch Geduld, forthin des Christen Pfade mit einem größern Gifer gehn und meine Pflicht erfüllen, auf dich und deine Hülfe sehn. Gieb zu dem guten Willen auch Kraft, ihn zu vollbringen. Heiliges 167. Mel. Meine Seele erhebet den 2c. Meine Seele lobfinget dem Herrn, Jesum preis' ich von ganzem Ge. müthe. O wer kennt ihn und preift ihn nicht gern? Ewig währt des Erhabenen Güte. 2. Tief erniedriget ging er einher, unser Mittler und himmlischer Lehrer, Jedes Leidenden Helfer war er, Jedes Flehenden milder Erhörer. Bei der Taufe. ewigen Lebens. 4. Huldvoll opfert' er sich für uns auf, bis er unsre Befreiung vollendet. Segnend fuhr er zum Vater hinauf, der uns ihn zum Erretter gesendet. 5. Hier hat, seinen Erlöften zu gut, er ein theures Vermächtniß gelassen, seinen Leib und sein hei166. Mel. Sollt' es gleich bisweilen 2c. Dir, Gott, der so gern erfreuet, immer seine Huld erneuet, weihen durch die Taufe wir dieses Kind, o Vater, dir. 2. Gieb ihm Wachsthum und Gedeihen, laß es stets das Böse scheuen und beglücke das Bemühn, es zum Himmel zu erziehn. 3. Stärke künftig seinen Glauben, laß ihm den nicht Spotter rauben, froh sei es, daß es ein Chrift, daß du, Gott, sein Vater bist. 4. Laß es immer froh bekennen, daß es Niemand von dir trennen, Niemand auf der Tugend Bahn Glück und Ruh' ihm rauben kann. Abendmal. liges Blut. Selig, die es erwägen und faffen! 6. Voll Erbarmungen schaut er herab, denkt dran, was er den Seinen verheißen: ste soll keine Veråndrung, kein Grab, seiner schüßenden Allmacht entreißen. 7. Jhn, der keines Erlösten vergißt, soll mein ewiges Loblieb erheben. Herz, empfind' es, wie gütig er ist, preis' ihn, Seele, durch chriftliches Leben. 168. 3. Seligmachen war immer der Zweck seines göttlichen treuen Be strebens. zum Heil Mel. Schmücke dich, o liebe 2c. uns den Weg, hatte Worte des Heiland, groß an Huld und Treue, fieh', ich widme dir aufs Neue bei dem Denkmal deiner Liebe dieß mein Herz voll heißer Triebe, dir in meinem Lauf auf Erden immer dankbarer zu werden und an deines Segens Gaben auch auf immer Theil zu haben. 2. Laß dieß Opfer dir gefallen. Du versprichst ja selbst es Allen, Heiliges Abendmal. die nach deinem Heil verlangen, daß fie Gnad' um Gnad' empfangen und, wenn sie dich lieben wollen, Kraft dazu gewinnen sollen. wie könntest du das Flehen meines Herzens denn verschmähen! 3. Nein, ich trau' auf dein Versprechen, Herr, du kannst es mir nicht brechen; denn du siehest mein Bestreben, nur nach deinen Wort zu leben. Stärke mich denn zum Genusse deines Heils in dem Entschlusse, dich und deine heil'gen Lehren mit Gehorsam zu verehren. 4. Diesen Dank für deine Liebe, wenn ich den dir schuldig bliebe, wie verwerflich würd' ich handeln, wie der Huld zuwider wandeln, die dich trieb, auch mir zum Leben in den Tod dich hinzugeben, welche Qualen im Gewissen würd' ich einmal fühlen müssen. 5. Nein, so strafbar, so vermesfen, will ich nie der Pflicht vergessen, die dir, Herr, von mir gebühret, die zum wahren Heil mich führet. Ewig dir nur anzuhangen, ist mein sehnlichstes Verlangen. Hilf du selbst nur meiner Seele, daß sie nicht dieß Ziel verfehle. 6. Bringe mich durch deine Gnade auf des wahren Glaubens Pfade immer näher zu dem Ziele, wo ich ganz mich selig fühle. Laß indessen mich hienieden deinen mir erworbnen Frieden immer reichlicher genießen, bis sich meine Tage schließen. 81 vom Sündenfluch und allem Bösen uns zu erlösen. 7. O wie wird mein Herz sich freuen, welche Jubel wird dir's weihen, wenn du mich dorthin erhebest, wo du ewig herrschend lebest. Nichts wird dann mich weiter stören, dankvoll, Heiland, dich zu ehren; und du wirst mich mit den Freuden deines Himmels ewig weiden. 2. Deß sollen deine Jünger nie vergessen. Wir sind, die wir von einem Brote effen, von einem Kelche trinken, Alle Brüder und deine Glieder. 3. Dein heilig Mal gebietet den Gemeinen, durch einen Geist mit dir sich zu vereinen, daß unter einem Hirten eine Heerde aus Allen werde. 4. Wir sind mit einem Opfer Gott erkaufet, wir Alle sind auf einen Tod getaufet, daß jeder nun mit gleichem Ernst und Triebe den Andern liebe. 5. Wie darf denn die, die einen Herrn bekennen, der Streit, wer mehr Erkenntniß habe, trennen und Herzen, die sich eines Hei lands freuen, zum Haß entzweien? 6. Soll denn, wer stark ist, nicht die Schwächern tragen, soll er der Einigkeit, der Lieb' entsagen? und deine Güte schonte doch der Schwachen, sie stark zu machen? 7. Wenn wir wie Brüder bei einander wohnten und, irrt' ein Bruder, seiner Schwäche schonten: wie würden wir dir ähnlich schon auf Erden, wie selig werden! 8. Der danke, wer mehr Licht hat, er sei weise, nicht sich nur zu gefallen, dir zum Preise sei er's den Brüdern und, an Einsicht größer, sei er auch besser. 9. Er liebe mehr, damit, wer irrt, aus Liebe sich freier in der Wahrheit Prüfung übe und gern zum Lichte, frei vom Bruderhasſe, fich leiten lasse. 10. Auch dazu müsse deine Lieb' uns dringen! Du wolleft, Herr, dieß große Werk vollbringen, daß unter einem Hirten eine Heerde aus Allen werde. 169. 170. Mel. Herzliebster Jesu, was 2c Mel. Schmücke dich, o liebe zc. Du gingst, o Heiland, hin, für Schicke dich, erlöste Seele, glauuns zu leiden, erwarbst uns Allen deine Himmelsfreuden und starbst, big, nach des Herrn Befehle, seinen Mittlertod zu feiern, deinen 6 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 171. Mel. O König, dessen Majestät 2c. Ich komme, Herr, und suche dich, mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, würd'ge mich des Wunders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh', ich suche Ruh' und finde sie im Glauben der Er lösten. 82 Dank ihm zu erneuern. Auch für dich hat er sein Leben in den bångsten Tod gegeben, die auf Zeit und Ewigkeiten Heil und Wohlfahrt zu bereiten. 2. Zum Genusse seiner Gnaden wirst du von ihm eingeladen: eil' ihm demuthsvoll entgegen und nimm Theil an seinem Segen. Komm getrost, es ist sein Wille, komm und schöpf aus seiner Fülle neuen Muth und neue Triebe zur Verehrung seiner Liebe. 3. Herr, ich komme mit Verlangen, Glaubensstärkung zu empfangen, der du huldreich deinen Frieden sterbend auch mir haft beschieden. Hier fall' ich zu deinen Füßen: laß, laß würdig mich genießen deines Mals, der Seelenspeise, mir zum Heil und dir zum Preise. 4. wie sehnt sich mein Gemüthe, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ewig währet deine Treue; und du siehst mein Herz voll Reue. Meinem findlichen Begehren wollst du deinen Trost gewähren, meiner Sünden nicht gedenken und mir deinen Frieden schenken. 5. Ja ich hoff' auf deine Gnade, daß fie mich der Schuld entlade und mit neuer Kraft zum Werke meiner Heiligung mich stärke. Was du, da du für uns starbest, Jedem, der Gott sucht, erwarbest, Seelenruh' und ew'ges Leben, wirst du mir gewiß auch geben. 6. Deiner will ich stets mich freuen, ganz mich deinem Dienste weihen, nur nach deinem Willen Leben und dich dankbar froh erheben. Deine Huld ist unermeßlich. Herr, sie sei mir unvergeßlich, daß ich dich auf alle Weise herzlich lieb' und thätig preise. 7. Du, dem die verklärten Scharen, die, wie ich, auch Schwache waren, ewig Dank und Jubel singen, daß sie hier dein Heil empfingen, laß auch mich einst dahin kommen, daß ich mich mit allen Frommen ewig deiner Huld erfreue und dir Lobgesänge weihe. 2. Dich bet' ich zuversichtlich an du bist das Heil der Sünder, haft ihre Schulden abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk' an deines Leidens Macht und an dein Wort: Es ist vollbracht. Du haft mein Heil verdienet; du haft für dir und hat die Welt in die mit mich dich dargestellt, Gott war in sich verfühnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir. Er tilget deine Sünden und läßt an seiner Tafel hier dich Gnad' um Gnade finden. Du rufft, und er erhört dich schon, spricht liebreich: Sei getrost, mein Sohn, die Schuld ist dir vergeben. Du bist in meinen Tod getauft, und du wirst dem, der dich erkauft, von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit, bewahr' es hier im Glauben und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh', ich vereine mich in dir, ich bin der Weinstock, bleib' an mir: so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich; und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot, ich will es treu erfüllen, und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen. Heiliges Abendmal. 172. Das Chor. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Herr, Perr, du wollst fie vollbereiten zu deines Males Seligkeiten, sei mitten unter ihnen, Gott. Leben, Leben zu empfahen, laß sie, o Sohn, sich würdig nahen, durch dich befreit von Sünd' und Tod! Sie sind erlöst und rein, sind, Jesu Christe, dein, sind unsterblich. Laß, laß sie sehn in deinen Höhn von fern der Ueberwinder Lohn! Die Gemeine. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. Die ihr seine Laufbahn lauft, theure, miterlöste Brüder, All' auf Christi Tod getauft, Alle seines Leibes Glieder, kommt, Versöhnte, kommt, erneut euren Bund der Seligkeit. 2. Nehmet hin und eßt sein Brot. Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod. Nehmt und trinkt, ihr trinkt das Leben. Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod. 3. Die mit voller Zuversicht deines Heils, o Sohn, sich freuen, laß fie stets in diesem Licht wandeln, ewig dir sich weihen. Laß ihr Herz vom Stolze rein, voll von deiner Demuth sein. 4. Troste, die in Traurigkeit über ihre Seele wachen, stärke, Herr der Herrlichkeit, ihren Glaus ben, hilf den Schwachen. Die gebeugt von ferne stehn, können unerhört nicht flehn. 5. Nehmet hin und eßt sein Brot. Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod. Nehmt und trinkt, ihr trinkt das Leben. Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod. 6. Hoherpriester, Jesu Christ, du bist einmal eingegangen in das Hei ligthum, du bist als ein Fluch ans 83 Kreuz gehangen. Also bist du durch den Tod eingegangen, Sohn, zu Gott. 7. Hoherpriester, ja du bist auch für diese eingegangen. Sprich sie los, Gott, Jesu Christ, wenn sie nun dein Mal empfangen, laß sie fühlen: Ins Gericht kommen, die da glauben, nicht. 8. Augenblick voll heil'gen Grauns, voller Wonn' und süßen Bebens, theures Pfand des fünft'gen Schauns, Ueberzeugung fenes Lebens, schutte deine Gnad' auf fie, alle deine Gnad' auf sie! 9. Nehmet hin und eßt sein Brot. Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod. Nehmt und trinkt, ihr trinkt das Leben. Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod. Das Chor. 2. Nehmt und eßt zum ew'gen Leben, nehmt hin und trinkt zum ew'gen Leben. Der Friede Christi sei mit euch! Nehmt und eßt zum ew'gen Leben, nehmt hin und trinkt zum ew'gen Leben. Ererbt, ererbt des Mittlers Reich. Wacht, eure Seele sei bis in den Tod getreu. Amen. Amen. Der Weg ist schmal, klein ist die Zahl der Sieger, die der Richter krönt. Die Gemeine. 10. Jesu Christi Mittlertod werd' in aller Welt verkündigt, Jesu Christi Mittlertod, der vorm Richter uns entsündigt. Jesus Christ, mit Preis gekrönt, hat uns Staub mit Gott versöhnt. 11. In das Chor der Himmel schwingt, Herr, sich unser stammelnd Lallen. Wenn, von Seligen um ringt, wir vor dir einst niederfal. len, singt ein beßrer Lobgesang für dein Sterben Preis und Dank. 12. Ausgeschüttet wareft du, warst, wie Waffer, hingegossen, 6* Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 173. Die Versammlung. Mel. Jesus Christus, unser Heiland, der den Tod 2c. 84 fuchteft, fandeft keine Ruh'. Deines Todes Wunden flossen, strömten über, ach vom Blut, deines groBen Opfers Blut. 13. Nehmet hin und eßt sein Brot. Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod. Nehmt und trinkt, ihr trinkt das Leben. Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod. 14. Deiner Zunge Durst war heiß, heißer noch der Durst der Seele. Müd', in deines Todes Schweiß hing dein Leib, und deine Nahet euch. Euch wird gegeben Gnade, Trost und ew'ges Leben. Aber die, ach die empfahn den Tod, die sich unwürdig nahn. Die Communicanten. Mel. Jesu, deine tiefe Wunden 2c. Herrn; doch schien seine Hülfe Voller Ehrfurcht, Dank und Freufern. den komm' ich, Herr, auf dein Ge bot zu dem Denkmal deiner Leiden und gedenk' an deinen Tod. mir ein ewig Heil erwarbst, ach Mittler, der du für mich starbst, möcht' ich mich würdig nahen und das Leben hier empfahen! 15. O wie warst du fürchterlich, Tod der Sünder! Sterben, sterben sollte der Versöhner, dich, dich zu retten vom Verderben. Ewig faffen dein Gericht endliche Gedanken nicht. 16. Jesus rief: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen! starb darauf den Kreuzestod. Wer kann diese Liebe faffen? Fluch und Tod find nun nicht mehr: gebt, ach gebt dem Mittler Ehr'! 17. Nehmet hin und eßt sein Brot. Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod. Nehmt und trinkt, ihr trinkt das Leben. Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod. Das Chor. 3. Die dein Kreuz in jenen Tagen der Mártyrer dir nachgetragen, verließen oft des Bundes Mal, um vorm Blutgericht zu stehen, mit dir bis in den Tod zu gehen, voll Freuden in des Todes Qual. Gieb, Herr, Beständigkeit auch uns; nicht Luft, nicht leid laß uns scheiden von dir, daß treu die Seele sei dir, der uns bis ans Kreuz geliebt. Die Versammlung. 2. Jesus Christus hat sein Leben in den Tod für euch gegeben, hat euch vom Gericht befreit aus Herzlicher Barmherzigkeit. Die Communicanten. 2. Ich empfind' es jetzt aufs Neue was ich dir, Herr, schuldig bin. Du, du gabst mit großer Treue ganz dich mir zum Heile hin, wiesest mir den Weg zu Gott und er. trugst den schwersten Tod, mir im Leben und im Sterben sichre Troftung zu erwerben. Die Versammlung. 3. Daß wir deß gedenken mögen, giebt er uns, o welch ein Segen, seinen Leib und, welch ein Gut, auch sein für uns vergoßnes Blut. Die Communicanten. 3. Durch dich ist zu Gottes Gnade freier Zutritt und die Kraft, auf Heiliges Abendmal. der Tugend sel'gem Pfade fest einher zu gehn, verschafft. Und du rufft auf Neue mir durch dein Nachtmal, daß ich hier Theil an deinem Segen nehme und mich dei ner niemals schäme. Die Versammlung. 4. Für sein wunderbares Speisen sollt ihr Gott, den Vater, preifen, der für eure Missethat den Sohn dahin gegeben hat. Die Communicanten. 4. Sollt' ich, Jesu, denn vergebens diese deine Huld empfahn? nicht zur Beßrung meines Lebens mich zu deinem Tische nahn? Ja, mit neuem Ernst will ich mich vor Sünden scheun und dich durch ein dir geheiligt Leben mit vermehrtem Fleiß erheben. Die Versammlung. 5. Glauben sollt ihr und nicht wanken, daß es sei ein Mal der Kranken, denen von der Sünde Schmerz beschweret ist ihr banges Herz. Die Communicanten. 5. Laß den Vorsatz, den ich habe, nie der Sünde mich zu weihn, unbeweglich bis zum Grabe stark und immer thätig sein. Wohl mir, wenn mein Herz nicht weicht. Doch der Rückfall ist so leicht, den nur fürcht' ich und empfinde schon von fern die Macht der Sünde. Die Versammlung. 6. Die mit Ernst ihr Thun bereuen, die wird Heil von Gott erfreuen. Dünkst du rein dich, nah' dich nicht, du gehest, Stolzer, ins Gericht. Die Communicanten. 6. Wenn sie mich von deinen Wegen abzuführen reizt und droht, 85 laß mich ernstlich überlegen, welch ein Tod war Jesu Tod. Jesu, trage mit Geduld, meine Schwachheit, meine Schuld, sage: Du sollst Gnade finden, ich, ich tilge deine Sünden. Die Versammlung. 7. Jesus Christus spricht: Ihr Armen, laßt mich über euch erbarmen, die ihr schwach und elend seid; nur ihr empfaht Barmherzigkeit. Die Communicanten. 7. Geh' mir, wo ich bin und wandle, immerfort mit Hülfe nach, daß ich als ein Christ stets handle. Und wird ja mein Glaube schwach, osſo hilf mir liebreich auf, daß ich in dem Tugendlauf nimmer wanke, nie ermúde; so erquicke mich dein Friede. Die Versammlung. 8. Glaubst du mir aus Herzensgrunde, so hat meines Males Stunde dich von Neuem eingeweiht durch Bundes Blut zur Ewigkeit. Die Communicanten. 8. Ewig will ich dir es danken, daß du so barmherzig bist, daß auch, wenn wir Schwache wanken, deine Treu' beständig ist. Herr, ich hoff' es froh und fest, daß sie mich hier nicht verläßt. Zu des Himmels Seligkeiten wird sie mich gewiß einst leiten. Die Versammlung. 9. Glaub', und liebe deine Brüder; ihr seid eines Hauptes Glieder, durch mein Blut seid ihr geweiht zu ner frohen Ewigkeit. 174. Mel. O König, dessen Majestät zc. Du, Herr, haft aus Barmherzigkeit zum Denkmal deiner Gnaden 85 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. das ganze Volk der Christenheit pfangen! D nähme doch der Trieb wohlthätig eingeladen. Du rufft: mich immer stärker ein, für deine Mühsel'ge, kommt zu mir! Ich Lieb' und Treu' dein eigen ganz zu komme, Heiland, ja zu dir erheb' sein. ich meine Seele. Entzeuch mir deine Gnade nicht, sei auch mein Trost, mein Heil, mein Licht. Du siehst, wie oft ich fehle. 3. Aus Liebe kamst du, Herr, dich und dein theures Leben für meine Seligkeit zum Opfer hinzugeben. Du thatst's, und schafftest mir dieß unschäßbare Gut, gabst für mich deinen Leib, vergossest selbst dein Blut. 2. Ja meiner Schulden sind weit mehr als ich vermag zu zählen. Ich fühl' es wohl und leide sehr vor Unruh' meiner Seelen. Doch du bist meine Zuversicht, verlaß mit deinem Trost mich nicht; du siehest meine Neue. Erbarmer, nimm sie gnädig an; du bist's, der helfen will und kann, daß sich mein Herz erfreue. 3. Nach deinem Troste sehn' ich mich, gebückt vor dir im Staube. Dein tröst' ich mich, und nur auf dich, Erlöser, hofft mein Glaube. Gebeugte willst du nicht verschmähn, versprichst, den Schwachen beizustehn, die nach der Beßrung trachten. Stets bleibst du deinen Worten treu, und wirft ein gläubig Herz voll Reu', auch mei nes, nicht verachten. 4. Regiere nur auch fünftig mich, daß ich vorsichtig handle, und heilig, voll Vertraun auf dich, nach deinem Willen wandle. Gieb, daß aus Dank für deine Huld, in Liebe, Glauben und Geduld, ich hier auf Erden lebe, bis ich dereinst in deinem Reich verklärt, unsterblich, Engeln gleich, dich ewig froh erhebe. 175. Mel. O Gott, du frommer 20. Ich will, mein Jesu, dich und deinen Tod bekennen. D laß mein ganzes Herz von Lieb' und Dank entbrennen. Ich komme glaubensvoll, mich deinem Mal zu nahn, aufs Neue Trost und Kraft zur Beßrung zu empfahn. 2. Herr, diese Güter sind mein inniges Verlangen. O möcht' ich sie doch stets in größerm Maß em4. Sollt' ich dich denn dafür nicht wieder herzlich lieben und mich unausgesetzt dir zu gefallen üben, dir und dem Vater, der in dir so sehr mich liebt, daß er durch dich so gern mir meine Schuld vergiebt? 5. Ja, dir will ich forthin mich und mein ganzes Leben und Alles, was ich bin, zum Opfer wiedergeben. Nimm, mein Erlöser, mich zum Eigenthum dir hin, der ich so theuer dir zum Dienst erkaufet bin. 6. Laß wahre Liebe mich an meinem Nächsten üben und, wie du mich geliebt, selbst meine Feinde lieben Wir Alle sind ja, Herr, zu einem Leib getauft und Alle durch dein Blut zu einem Dienst erkauft. 7. Wir trinken einen Kelch, dein heilig Blut, wir essen auch nur ein Brot, dein Fleisch; das laß uns nie vergessen. Laß uns nur einen Leib und deine Glieder sein und vor dir, unserm Herrn, stets brüderlich uns freun. 8. Laß stets als Glieder uns an einem Leibe leben und, so vereinigt, uns nach einem Himmel streben. Gieb dazu durch dein Mal uns Allen Trieb und Kraft und einst die Seligkeit nach unsrer Pilgrimschaft. 176. Die Versammlung. Mel. Meine Seele erhebet den 2c. Nehmt und est und denkt an Jefum Christ. Das ist sein Leib, der für euch gegeben ist. Heiliges Abendmal. Die Communicanten. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Hier bin ich, Jesu, zu erfüllen, was du in deiner Leidensnacht nach beinem gnadenvollen Willen zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleih' zur Uebung dieser Pflicht mir deines Geistes Kraft und Licht. Die Versammlung. 2. Nehmt und trinkt und denkt an Jesum Christ. Das ist sein Blut, das für euch vergoffen ist. Die Communicanten. 2. Es werde mir für mein Gewissen dein Mal ein tröstlich Unterpfand, daß ich, der Sündenschuld entrissen, durch dich bei Gott Vergebung fand. So freuet meine Seele sich in deinem Heil und lobet dich. Die Versammlung. 3. Er, er starb am Kreuz zum Trost und Heil Allen, die gläubig an ihm nehmen Theil. Die Communicanten. 3. Bewundernd denk' ich an die Liebe, womit du unser Heil bedacht. Wie stark sind deine Mitleidstriebe, die dich bis an das Kreuz gebracht. D gieb von deinem Todesschmerz jetzt neuen Eindruck in mein Herz. 4. Baß mich mit Ernst die Sünde scheuen, für welche du, bich opfernd, starbst, mit schnödem Mißbrauch nie entweihen, was du so theuer mir erwarbst. Nie führe mich zur Sicherheit der Troft, den mir dein Tod verleiht. 87 will ich ewig sein. Du starbst für mich, drum bin ich dein. 5. Ich übergebe mich aufs Neue, o du, mein Herr und Gott, an dich, ich schwöre bir bestånd'ge Treue vor deinem Tische feierlich. Dein eigen Die Versammlung. 4. Solches thut zu seinem Gedächtniß, oft und, bis er kommt, zu seinem Gedächtniß. Die Communicanten. 6. Nie will ich mich vor Spittern schämen des Dienstes, den man dir erweist, nie mich zu einem Schritt bequemen, den mein Gewissen sündlich heißt. O flöße mir den Eifer ein, wie du, o Herr, gefinnt zu sein. 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben und, wenn er strauchelnd sich versieht, Versöhnlichkeit und Sanftmuth üben. Nie komm' es mir aus dem Gemüth, welch eine schwere Sündenlast du mir aus Huld erlassen hast. 8. Es stårke sich in mir der Glaube, daß meine Seele ewig lebt, und daß einst aus des Grabes Staube mich dein allmächt'ger Nuf erhebt, wenn du dich, großer Lebensfürst, den Völkern sichtbar zeigen wirst. 9. Gebeugt lieg' ich zu deinen Füßen mit Dank und Lob, Gebet und Flehn. Laß auf mich neue Gnade fließen, mein Heiland, laß es doch geschehn, daß mir, zur Stärkung meiner Treu', dein Abendmal gesegnet sei. 177. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Ich preise dich, o Herr, mein Heil, für deine Todesleiden. Hab' ich an ihren Früchten Theil, was fehlt dann meinen Freuden? Du wardst ein Opfer auch für mich: o gieb, daß meine Seele sich deß ewig freuen möge! 2. Und wie viel Segen läßt dem Tod zu meinem Heil mich finden. Erlösung aus der größten Noth, 88 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. Vergebung aller Sünden, Gewis sensruh', zur Beßrung Kraft: das hast du, Herr, auch mir verschafft, der du am Kreuze starbest. 3. Dein Abendmal ist mir ein Pfand von deiner großen Güte. Wie viel hast du an mich gewandt. stårke mein Gemüthe zum glaubigen Vertraun auf dich, daß ich, so lang' ich lebe, mich an deine Gnade halte. 4. Ich fühle, Herr, voll Reu' und Schmerz, die Last von meinen Sünden. Laß mein vor dir gebeugtes Herz den großen Trost empfinden: daß du, nach deines Vaters Huld, auch mir Vergebung meiner Schuld auf Buße haft er worben. 5. Der Trost, den mir dein Tod verschafft, werd' ewig mir zum Segen; er stårke mich mit neuer Kraft auf allen meinen Wegen, nur das zu thun, was dir gefällt, und alle Furcht und Lust der Welt standhaft zu überwinden. 6. Wie soll ich die Barmherzig, keit, die du mir thust, ermessen! Gieb, daß ich sie zu keiner Zeit undankbar mag vergessen, daß ich aus ächter Gegentreu dir bis in Tod ergeben sei und dir zur Ehre lebe. 7. Laß deines Leidens großen Zweck mir stets vor Augen stehen, nimm alle Hindernisse weg, die ebne Bahn zu gehen, die mir dein heilig Vorbild weist und die einst den erlösten Geist zu deiner Freude führet. 8. 3u meinem Heile hast du dich für mich dahin gegeben: dein Abendmal erwecke mich, mit Ernst darnach zu streben. Herr, mache mich dazu geschickt. Und werd' ich einst der Welt entrückt, so sei dein Tod mein Leben. 178. Mel. Schmücke dich, o liebe zc. Jesu, Freund der Menschenkinder, der du dich zum Heil der Sünder, von des Himmels hohen Freuden zu den bångsten Todesleiden willig haft herabgelassen, wer fann dein Erbarmen faffen? Tief gerührt von solcher Gute, preist dich dankvoll mein Gemüthe. 2. Herr, du hast auch mir bereitet, was zum wahren Wohl mich leitet, Licht, den Weg des Heils zu finden, Trost bei dem Gefühl der Sünden, Kraft, der Beßrung nachzujagen, Muth, des Lebens Last zu tragen und die Hoffnung beßrer Zeiten in dem Reich der Ewigkeiten. 3. Ja, du willst mit deiner Gnade selbst mich auf des Lebens Pfade zum Genuß der Seligkeiten, die du mir erworben, leiten. Du, du willst mich bessern, trösten und zum Erbtheil der Erlösten, zu des Himmels Herrlichkeiten, folg' ich dir nur, vollbereiten. 4. Nun so sei der Bund erneuet: ganz sei dir mein Herz geweihet, täglich will ich mich bestreben, nur nach deinem Wort zu leben. Was du liebst, will ich auch lieben, ernstlich mich im Guten üben; was de haffest, will ich haffen, stets von dir mich leiten lassen. 5. Doch ich fühle meine Schwäche. Jesu, was ich dir verspreche, ach wie leicht ist das gebrochen, schneller oft, als ich's versprochen. Darum stark' in mir die Triebe bis ich einst erkälte, treu dir ſei dankbeflißner Gegenliebe, daß ich, und Glauben halte. 6. Hilf mir wider Alles streiten, was von dir mich will verleiten. Auch den stärksten Reiz zu Sünden hilf mir glücklich überwinden, daß ich hier stets im Gewissen deinen Frieden mag genießen und dereinst auch überm Grabe Theil an deinem Segen habe. 7. D wie will ich dich erheben, wenn du mich im höhern Leben zu den Freuden deiner Frommen, Herr, ich hoff' es, låffest kommen. Da, da wird mich nichts mehr stören, dich aufs innigste zu ehren; da, da werd' ich, frei von Sünden, deinen Frieden ganz empfinden. Heiliges Abendmal. 179. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Dant, ewig Dank sei deiner Liebe, erhöhter Mittler, Jesu Christ. Gieb, daß ich deinen Willen übe, der du für mich gestorben bist, und laß die Größe deiner Pein mir immer in Gedanken sein. 2. Wie kann ich dich genug er heben, ich, der ich Straf' und Tod verdient? Ich soll nicht sterben, sondern leben, weil du mich haft mit Gott versühnt. Du, der Gerechte, starbst für mich: wie preis ich, Herr, wie preis' ich dich? 3. Heil mir, mir ward das Brot gebrochen, und ich trank deines Bundes Wein. Voll Freuden hab' ich dir versprochen, bis in den Tod dir treu zu sein. Ich schwör' es nun noch einmal dir, ach schenke deine Gnade mir! 4. Laß mich voll Dankbarkeit ermessen, daß du für mich gelitten hast, und deiner Liebe nie vergeffen, die so viel Segen in sich faßt. Laß meinen Glauben thätig sein und mir zum Guten Kraft verleihn. 5. Hilf mir das Böse überwinden und stärke mich zu jeder Pflicht, bewahre mich vor neuen Sünden, verlaß mich in Versuchung nicht, und dein für mich vergoßnes Blut schenk' mir im Todeskampfe Muth. 6. So soll denn weder Spott, noch Leiden, noch Ehre, Gut und Lust der Welt, mich, Herr, von deiner Liebe scheiden, die selbst im Tode mich erhält. Du bist und bleibest ewig mein, o laß mich deiner würdig sein! 180. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ, Seele, der auf Erden vom Himmelsthron gekommen ist, ein Heiland dir zu werden. Vergiß sein nicht, denn dir zugut verband 89 er sich mit Fleisch und Blut. Dank ihm für diese Liebe. 2. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ. Er hat für dich gelitten und dir, da er gestorben ist, am Kreuz das Heil erstritten. Errettung von der Sündenneth erwarb er dir durch seinen Tod. Dank' ihm für diese Liebe. 3. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod' erstanden und nun zur Rechten Gottes ist. Er hat von Todesbanden und aus der dunkeln Grabesnacht Befreiung an das Licht gebracht. Dank' ihm für diese Liebe. 4. Halt' im Gedächtniß Jesum Chrift. Er wird einst wiederkommen, zu richten, was auf Erden ist, die Sünder und die Frommen. Drum sorge, daß du dann bestehst und mit ihm in den Himmel gehst, ihm ewiglich zu danken. 5. Ja, Herr, mein Heiland, dich will ich nicht aus dem Herzen lassen, mit Gegenliebe will ich dich, so lang' ich leb', umfasſen. Dein Abendmal vermehr' in mir des Glaubens Kraft, auf daß ich dir mit steter Treue diene. 181. Mel. Herr Jesu Christ, du höchstes zc. Ich will den Bund mit meinem Herrn bei seinem Mal erneuen; ich will, von Weltgeschäften fern, mich seines Lodes freuen. Tag, wie heilig bist du mir! Es soll mein dankbar Herz zu dir, Erlöser, sich erheben. 2. Gewohnheit führe mich nicht hin, noch der Betrug der Sünde: daß auch ein lasterhafter Sinn dadurch schon Gnade finde. Nein, mache mich, mein Heiland, frei vom Selbstbetrug, von Heuchelei, von aller Lust zur Sünde. 3. Bekennen will ich's öffentlich, dein Sterben sei mein Leben. Dir, mein Erlöser, hab' ich mich zum Eigenthum ergeben. So lang' ich lebe, will ich dein und deiner Liebe mich erfreun und sie noch sterbend preisen. 90 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 4. Demüthig will ich meine für dich, nach echter Christenpflicht, Schuld vor meinem Gott gestehen, nicht warm von Liebe brennen? durch dich gewiß von seiner Huld, nicht Hand in Hand, im festen zu ihm um Gnade flehen. Ich Band mit allen deinen Gliedern, will mit glaubigem Vertraun nach dir Gegenlieb' erwiedern? deinem Kreuz, o Jesu, schaun, durch dich Vergebung hoffen. 5. Dein Leib und Blut versichre mich von deines Vaters Gnade, daß ich getröstet, Herr, durch dich geh' auf der Tugend Pfade, mich täglich meines Gottes freu' und voll der frohen Hoffnung sei, den Himmel einst zu erben. 6. Nein, deinen Tod vergeß ich nicht, nicht deine Huld und Treue, nicht meine Schuldigkeit und Pflicht; das schwör' ich dir aufs Neue. Du hörst den Schwur; ja hör' ihn nur, die Liebe soll mich bringen, ihn redlich zu vollbringen. 7. stärke du mich nur, o Herr, denn dein ist Kraft und Stärke, daß ich von nun an williger auf deine Stimme merke und von dir gern die Weisheit lern', nach Gottes Wort zu handeln und fromm vor dir zu wandeln. 6. Hilf, daß ich, jeder Sünde feind, dich über Alles liebe, und ernstlich mich, mit dir vereint, in guten Werken übe. Dieß ist dir angenehmer Dank; den müsse dir mein Leben lang mein Herz, o Jesu, bringen. 8. Daß ich die Luft bei jedem Streit noch glücklicher bezwinge und Früchte der Gerechtigkeit in größrer Reife bringe. Ďbilde mich, ich bitte dich, noch mehr, nach deinem Bilde, bemüthig, sanft und milde. 9. Ginst kommt die Zeit, so wahr ich hier bei deinem Tische stehe, daß ich, in Wonn' erhöht zu dir, dich selbst, mein Heiland, sehe. Wie wallt mein Blut, wie wächst der Muth zum Hoffen und Bertrauen! Auf Glauben folgt das Schauen. 182. Mei. Was Gott thut, das ist zc. Mit frohem Dank' erschein' ich hier, dein Leiden zu besingen und mich im Geiste bis zu dir, mein Heiland, aufzuschwingen. Mein Geist, der ist da, wo du bist, anbetend bei dem Throne vor dir, des Höchsten Sohne. s 2. 3war immer groß ist mein Gewinn an jedem stillen Orte, wo ich im Geiste bei dir bin. fließt aus deinem Worte mir Trost und Ruh' in Strömen zu; dein Leben und dein Leiden sind stets ein Quell der Freuden. 3. Auch weißt du, Herr, wie herzlich dich die ganze Seele lie bet und wie sie mit Vergnügen sich in deinem Dienste übet. Mit Herz und Mund ist längst der Bund geknüpft: ich bin der Deine, und du, mein Freund, der Meine. 4. Doch feierlich sei heut' mein Dank und festlich diese Stunden; und lauter tone mein Gesang vom Tod, den du empfunden. Du lieb test mich und starbst für mich, für mich und meine Brüder; du starbst, und lebst nun wieder. 5. Und dich, mein Heiland, sollt ich nicht vor aller Welt bekennen? 183. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit zc. Heiland, dessen hohen Werth des Sünders Herz empfindet, der reuvoll sich zu Gott bekehrt, auf dich sein Heil nur gründet; auch ich, ich Sünder, suche dich; erbarme dich auch über mich und laß mich Gnade finden. 2. Ich nehm' an deinem Segen Theil. Daß ich nicht trostlos bliebe, reichst du mir auch zu meinem Heil die Pfänder deiner Liebe. Ich nehme sie und denke dran, wie viel du auch für mich gethan, wie viel, mich zu beglücken. 3. Hier ist dein Leib, hier ist dein Blut, für mich dahin gegeben; i Heiliges Abendmal.dll du starbst der ganzen Welt zu gut, erwarbst auch mir das Leben; ich nehme dieses Brot, den Wein, um ganz mit dir vereint zu sein und ganz für dich zu leben. 4. D laß mich deines Males Kraft in meinem Glauben stårken! Die Hoffnung, die es mir verschafft, treib' mich zu guten Werken, zum Eifer in der Heiligung zur wahren Herzensbesserung, zum Kampf mit allen Lüsten. 5. Wie? sollt' ich diesen Lüften noch zu meiner Schande dienen? ich trüge noch ihr sklavisch Joch? ich könnte mich erkühnen, den Heiland, der für mich auch starb, mir Gnade, Troft und Heil erwarb, durch Sünden zu verläugnen? 6. Nein, göttlicher Erretter, nein, ich will die Sünde hassen, will jeden Reiz der Sünde scheun und Muth zum Kampfe fassen. Dir will ich leben, treu dir sein und nicht dein heilig Wort entweihn. Gieb du mir das Vollbringen. 184. Mel. O Jesu Christ, mein's 2c. Jesu Christe, Gottes Lamm, der du aus Lieb' am Kreuzesstamm, zur Tilgung meiner Sündenlast, den schwersten Tod erduldet haft! 2. Ich komm' zu deinem Abendmal, gebeugt durch Sünbenfall; doch meines Herzens Zuversicht steht, Herr, zu dir, verwirf mich nicht. 3. Du bist der Arzt, der Seelen heilt, den Reuerfüllten Trost ertheilt und zur rechtschaffnen Heiligkeit den Schwachen Muth und Kraft verleiht. 4. Darum, Herr Jesu, bitt' ich dich, von meinen Sünden heile mich, mach' in mir das Gewissen rein und laß mich ganz dein eigen sein. 5. Erleuchte durch dein Wort mein Herz und richt' es zu dir himmelwarts, daß glaubensvoll und dankbarlich ich deiner Lieb' erinnre mich. 91 6. Gieb, daß ich's mir zum Heile thu', zur Fördrung meiner Seelenruh', zur Stärkung in der Heiligung und wahrer Lebensbesserung. 7. Tilg' alle Laster aus in mir, mein Herz mit Glaub' und Liebe zier', und was sonst ist von Tugend mehr, das pflanz' in mir zu deiner Ehr'. 8. Gieb mir, was meiner Seele nüßt, und mich vor dem Verderben schüßt. Du bist mein Heil; laß mich mit dir vereinigt bleiben für und für. 9. Du bist's, der in uns Gutes schafft. Ach stärke mich dazu mit Kraft, damit ich glücklich Welt und Sünd' im Glauben an dich überwind'. 10. Dein freue meine Seele sich, mein ganzes Leben preise dich! Den guten Vorsag, den ich hier erneure, mache fest in mir. 11. Gieb, daß ich treu sei meiner Pflicht, und mich nach deinem Willen richt': so bring' ich christlich und in Ruh' auf Erden meine Tage zu. 12. Bis du mich, o du Lebensfürst, in deinen Himmel nehmen wirst, daß ich da bei dir ewiglich an deiner Gnade freue mich. 185. Mel. Nun laßt uns Gott dem 2c. Jesu, Heil der Sünder, du Freund der Menschenkinder, mit dankerfülltem Triebe denk' ich an deine Liebe. 2. Ich preise dich von Herzen für alle deine Schmerzen, für deine Todesleiden, du Stifter ew'ger Freuden. 3. Dein Leib ward für mein Leben zum Opfer dargegeben; dein Blut, am Kreuz vergossen, ist auch für mich geflossen. 4. Dieß tröstet mein Gewissen, wenn ich mit Ernst beflissen der Beßrung, meine Sünde gebeugt vor Gott empfinde. 5. Dieß giebt mir Muth und Stärke, daß ich durch gute Werke Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 92 auch meinen Glauben übe, und ewig treu dich liebe. 6. Mit dankendem Gemüthe laß beine große Güte, laß allen deinen Segen mich oft mit Ernst erwägen; 7. Daß dieß nur meine Seele zu ihrem Ziel erwähle, mit innigem Verlangen allein an dir zu hangen. 8. Hilf, daß ich jede Sünde bekämpf und überwinde, und, bis vom Streit ich ruhe, gern deinen Willen thue. 9. Gieb, wo ich bin und wandle, daß ich rechtschaffen handle, stets an dein Vorbild denke, mein ganzes Herz dir schenke. 187. Mel. Werde munter, mein 2c. 10. Du schenkst mir schon hienteden, o Jesu, deinen Frieden, er- Deffentlich in der Gemeine hab quickst mich auch im Leiden mit deinem Geist der Freuden. ich, Mittler, dich bekannt. Ich empfing im Brot und Weine deiner Liebe theures Pfand. Feierlich war da mein Eid ewiger Beständigkeit. Du, der sich mit mir vereinte, Herr, du weißt es, wie ich's meinte. 11. Kann ich denn schon auf Erden durch dich so selig werden, was wird nach diesem Leben mir deine Huld nicht geben! 12. Dann bin ich, wenn ich fterbe, gewiß des Himmels Erbe; froh werd' ich auferstehen, und dich, mein Heiland, sehen. Nach dem Abendmale. den, dieß, dieß soll mein Bestreben sein. Ich flehe dir, dem Milden, o stärke mich zu dieser Pflicht; du, meiner Seele Zuversicht, laß mich dir ähnlich werden! 4. Hilf Allen, die du jetzt erfreut, regier' auch ihre Herzen, und las uns unsre Seligkeit, mein Heiland, nicht verscherzen. Erbarm' dich unser Aller, Herr, damit wir dich, Allliebender, vereint dereinst er. heben. 186. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Durch dich, du höchstes Gut, erfreut, erhebet mein Gemüthe die Größe dieser Seligkeit, die Größe deiner Güte. Gestärkt, Herr, durch dein Abendmal, geh' ich getrost durch dieses Thal des Lebens und der Leiden. 2. Dir folg' ich nach, o Herr, mein Hort, mit freudenvoller Seele. Ich halte mich fest an dein Wort; und wenn ich Schwacher fehle: so blickt mein Geist auf dich zurück, und dann, dann schenkst du mir das Glück, daß ich dir würdig lebe. 3. Dieß Leben, Jesu, dir zu weihn, nach dir mich ganz zu bil2. O wie ward da deine Güte, Menschenfreund, von mir verehrt; wie empfand da mein Gemüthe mächtig ihren ganzen Werth, als im Geist auf Golgatha ich dein bittres Leiden sah und dich an dem Kreuz erblickte, wo dein Tod auch mich beglückte! 3. Laut rief in mir mein Gewissen: Bist du würdig dieser Huld? Sieh', das Blut, das du siehst flieBen, fließet auch für deine Schuld! Scham und Reu' erfüllten mich, glaubensvoll blickt' ich auf dich; Sünder, sprachst du, du sollst leben, alle Schuld ist dir vergeben. 4. Und nun weiß ich, ich soll leben, soll des Himmels Erbe sein; alle Schuld ist mir vergeben, denn dein Blut, Herr, macht mich rein. Du vertrittst mich im Gericht, Gott verurtheilt mich nun nicht, wenn ich standhaft dich bekenne und von dir mich nimmer trenne. 5. Herr, ich will dich nicht verlassen, nie von deinen Wegen gehn, jede Sünde will ich haffen und den Lüften widerstehn. Mein Erretter, o gieb du Stárk' und Heiliges Abendmal. Freudigkeit dazu, daß ich standhaft dich bekenne und mich nimmer von dir trenne! 6. Laß mir's mein Gewissen sagen, wie so schmerzhaft seine Bein, wie so schwer der Sünde Plagen und der Zukunft Strafen sein. Es erinnre mich daran, wie viel du an mir gethan, und wie unwerth deiner Liebe ich durch schnöden Undank bliebe. 7. Auch zur Liebe meiner Brüder treibe mich die Dankbarkeit. Sie sind alle deine Glieder, Erben einer Seligkeit. Auch, der mich iegt haffet, ist dein Erlöster, Jesu Christ; dort wird er mich nicht betrüben, nein, er wird mich wieder lieben. 8. Herr, zu dem ich findlich trete, blicke gnadenvoll auf mich; höre huldreich, was ich bete, ganz verlaß ich mich auf dich. Bolle Frucht der Besserung, Wachsthum in der Heiligung, Hoffnung auf das ew'ge Leben laß dein Abendmal mir geben. Abendmalslied eines Kranken. 93 mich nicht. Ach stärke bei des Leibes Schmerz mein banges und verzagtes Herz! 3. Um Trost ist meinem Herzen bange: ich suche, Herr, dein Angeficht. Wie lange schon, ach Gott, wie lange ruf' ich, und du erhörst 4. Vielleicht, o Herr, erquickt mich heute zum letztenmal dein Leib und Blut. Noch einmal gieb dem Herzen Freude, und der verzagten Seele Muth, noch einmal fleh' ich, höre mich am Rand des Grabes, höre mich! 5. Laß das Gedächtniß deiner Leiden mir Schwachen Trost und Kraft verleihn; laß es die Quelle höh'rer Freuden und deines Himmels Vorschmack sein. Dein Leiden, dein Versöhnungstod erquicke mich in meiner Noth. 6. Ich sehe schon den Himmel offen, ich fühle meine Seligkeit. Was kannst du, Seele, Größres hoffen, als was dir hier dein Gott verleiht? Nun komm' ein neues Leiden her: mein Herz erbebt davor nicht mehr. 7. Und naht der Tod mit seinen Schrecken: ich bin getroft und zage nicht. Vom Tode wirst du mich erwecken, ich komme nicht in dein Gericht. Ich bin getroft: dein Leib und Blut giebt auch im Tode Trost und Muth. Bei der ersten Communion. 188. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 189. Ach könnt' ich doch mit deinen Gliedern im Tempel, Jesu, dich und mit meiMel. Wer nur den lieben Gott 2c. nen Brüdern, Herr, deines Todes Herr, dir gelob' ich neue Treue Mal begehn! Doch weil mich Noth und Krankheit plagt, ist diese Freude mir versagt. 2. Sieh', hier auf meinem Kran fenbette halt' ich dein Abendmal allein; doch, Herr, ich weiß, an feder Stätte hast du verheißen, nah' zu sein. Wo je ein Frommer seufzt und weint, da bist du, großer Menschenfreund. und neuen Fleiß im Christenthum. Dir, Jesu, geb' ich mich aufs Neue zu deinem ew'gen Eigenthum. Von beinem guten Geist allein will ich hinfort geleitet ſein. 2. Nimm hier, o Gott, von deinem Kinde den theuren Gid der Treue hin: Versuchet mich hinfort die Sünde, so will ich ihre Nege fliehn, will jung mich schon der Tugend weihn. Sieh', dieser Tag soll Zeuge sein! 3. Gott, regiere du mein Leben, und mache selbst mein Herz 94 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. dir treu, daß dir mein Wandel ihnen Kraft verleihn! Herr, segne ganz ergeben und deinem Willen sie, denn sie sind dein, erhalt' sie folgsam sei. Denn ohne dich ist in der Wahrheit!. immerdar mein Herz verkehrt und wandelbar. 4. Ginst werd' ich, Herr, vor deinem Throne mich dieses Tags des Bundes freun; geschmückt mit fener Siegestrone werd' ich dann ewig selig sein. welch ein Heil, wie freu' ich mich! Herr, nimm mich hin; dein, dein bin ich! Bei der Confirmation. 190. Met. Nun freut euchy, lieben 2c. Die Die hier vor deinem Antlitz stehn, find Jesu Christi Glieder, blick', da vereint wir für sie flehn, erbarmend auf sie nieder; gieb ihnen, Vater, Sohn und Geist, das Gute, das dein Wort verheißt, im Leben und im Sterben! 2. Sie kennen, Vater, deinen Sohn und seine heil'gen Lehren. Ift Freude, Gott, vor deinem Thron, wenn Sünder sich bekehren: wie groß ist unsre Freude nun, da diese ihr Gelübde thun, dir treulich anzuhangen! 3. laß sie nimmer zum Gericht dein heilig Mal empfahen, laß fie in Glaubenszuversicht sich stets demselben nahen! Dieß stärke fie in aller Noth; dieß reize sie, des Mittlers Tod zu preisen durch ihr Leben. 4. Lacht ihnen bei dem edlen Lauf die falsche Welt entgegen: hilf ihrem schwachen Glauben auf; und wenn sich Lüste regen, laß sie hinauf auf Jesum sehn, die Welt mit ihrer Lust verschmähn, beharren bis ans Ende. 5. Jeig' ihnen, daß sie allezeit das thun, was sie geloben, den hohen Lohn der Ewigkeit, die Herrlichkeit dort oben. Der Blick müss' 191. Mel. Mitten wir im Leben 2c. Stärke, Mittler, stärke fie, deine Theu'rerlösten, laß sie ihr Vertraun auf dich unaussprechlich trösten, wach' über ihre Seelen! Sie stehn und schwören Alle dir: Herr, dein Eigenthum sind wir, heiliger, Schöpfer, Gott! heiliger, Mittler, Gott! Heiliger, Gott, Lehrer und Tröster! dreieiniger Gott! Laß sie nie vergessen ihren theuren, großen Eid bei deinem Namen! 2. Ach wie Biele schwuren auch fest an dir zu halten; aber treulos ließen sie ihre Lieb' erkalten; Verderben ward ihr Ende. Beständig laß dir diese sein, die dir schwören, die sich weihn, heiliger, Schöpfer, Gott! heiliger, Mittler, Gott! heiliger, Gott, Lehrer und Tröster! breieiniger Gott! Stärke sie, die Deinen, im Vertraun auf Jesu Tod und wahrer Tugend! 3. Locken wird sie nun die Welt, Herr, zu ihren Küsten; ach du wollest sie mit Kraft aus der Höhe rüsten, laß streiten sie und stegen! Die Triebe zu verbotner Lust dåmpfe früh in ihrer Brust, heiliger, Schöpfer, Gott! heiliger, Mittler, Gott! heiliger, Gott, Lehrer und Tröster! dreieiniger Gott! Laß sie alle Feinde, alle Haffer ihres Heils weit überwinden! 4. Laß dein Heil im Tode ste, deine Theu'rerlisten, weil ihr Glaube standhaft blieb, unaussprechlich trösten! Sprich dann: sie sollen leben! Einst führe sie mit uns zugleich in dein unvergänglich Reich, heiliger, Schöpfer, Gott! heiliger, Mittler, Gott! Heiliger, Gott, Lehrer und Tröster! dreieiniger Gott! Laß sie nie vergessen ihren theuren, großen Gid bei deinem Namen! Leiden und Sterben Jesu. 192. Die Versammlung allein. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Kinder, dieser Tag des Bundes sei ewig eurem Herzen werth; denn das Bersprechen eures Mundes hat der Allwiffende gehört. Ihr jungen Christen, denket nach, was Heute euer Mund versprach. 2. Bedenkt, wozu ihr euch verpflichtet, Gott und dem Guten treu zu sein. Von Neuem habt ihr euch verpflichtet, Gott euer Leben ganz zu weihn. heilig sei euch diese Pflicht, vergesset dieses Tages nicht! Die Kinder allein. Mel. Werde munter, mein 2c. 3. Unserm Herzen soll die Stunde ewig unvergeßlich sein; mit dem Herzen, mit dem Munde schwören wir, Gott treu zu sein. Dieses Tages, dieser Pflicht wollen wir vergeffen nicht. Gott, der Alles weiß und richtet, weiß, wozu wir uns verpflichtet. Die Versammlung. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 4. Heil euch, wenn ihr's redlich meint, daß ihr christlich wollet les ben! dann ist Gott euer Freund, wird euch seinen Beifall geben! Wohl euch, Kinder, dann wird Heil euch in Ewigkeit zu Theil. Leiden und 193. Mel. Herzliebster Jesu, was: c. Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, 95 Die Kinder. Mel. Werde munter, mein 2c. 5. Ja, wir wollen uns ergeben unserm Gott, und nicht der Welt, thun in unserm ganzen Leben willig das, was ihm gefällt. Wer hier sået in der Zeit, erntet einst in Ewigkeit. Dort, dort wird der Herr der Welten Jedem nach Verdienst vergelten. Die Versammlung. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 6. Dem Guten eifrig nachzustreben, das Böse ernstlich stets zu scheun, nur Jesu, nicht der Welt zu leben, im Glauben thätig stets zu sein, dieß wirke Gott, der Alles schafft, in euch durch seines Geistes Kraft. Die Kinder. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 7. Herr, stärke uns in unsrer Jugend, zu thun nur das, was dir gefällt. Stets heilig sei uns Pflicht und Tugend, die ewig ihren Werth behält, damit nicht unsre Lebenszeit im Tod uns einst zu spät gereut. Die Versammlung. Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich 2c. 8. Bater, höre unser Flehn und blicke huldreich nieder auf sie, die hier versammelt stehn, auf deines Reiches Glieder! Gieb ihnen, Vater, Sohn und Geist, das Gute, was dein Wort verheißt, im Leben und im Sterben! Sterben Jesu. von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen. 2. Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf bis Tod am Kreuz gehorsam werden, an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen: 96 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 3. Welch wundervoll, Hochhei 13. Für welche du dein Leben liges Geschäfte! Sinn' ich ihm selbst gelassen, wie könnt' ich fie, nach, so zagen meine Kräfte, mein sie, meine Brüder, hassen, und Herz erbebt, ich seh' und ich em- nicht, wie du, wenn sie mich unterpfinde den Fluch der Sünde. treten, für sie noch beten? 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb', und läßt die Welt erlösen. Dieß kann mein Geist, mit Schrecken und Entzücken, am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder, es stürzt mich tief, und es erhebt mich wieder, lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deine Güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken; allein, sollt' ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch; darf der sich unter winden, Gott zu ergründen? 8. Das Größt' in Gott ist, Gnad' und Lieb' erweisen; uns kommt es zu, fie demuthsvoll zu preisen, zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad' erzeiget, die Gnade steiget. 9. Laß deinen Geist mich stets, mein Heiland, lehren, dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich christlich übe. 10. Das Gute thun, das Böse fliehn und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig veiden. Kann ich zugleich das Böse mir erlauben, und an dich glauben? 11. Da du dich selbst für mich dahin gegeben, wie könnt' ich noch nach meinem Willen leben, und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? 12. Ich sollte nicht, wenn Leiden dieser Erden, wenn Kreuz mich trifft, gelaßnes Herzens werden; da bu so viel für uns, die wir's verschuldet, liebreich erduldet? 14. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten, wenn man mich schilt, nicht rächend wiederschelten. Du, Heiliger, du, Herr und Haupt der Glieder, schaltst auch nicht wieder. 15. Ein reines Herz, gleich dei nem edlen Herzen, dieß ist der Dank für deines Kreuzes Schmerzen. Und Gott giebt uns die Kraft in deinem Namen, die nachzuahmen. 16. Unendlich Glück: Du littest uns zugute. Ich bin versöhnt mit deinem theuren Blute; du haft mein Heil, da du für mich gestor. ben, am Kreuz erworben. 17 So bin ich denn schon selig hier im Glauben; so wird mir nichts, nichts meine Krone rauben; so werd' ich dort, von Herrlichkeit umgeben, einst ewig leben. 18. Ja, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, im Glauben kämpf, im Glauben wach' und bete: so ist mein Heil schon so gewiß erstrebet, als Jesus lebet. 19. Lockt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize, so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze; und werd' ich matt im Laufe guter Werke, so sei mir's Stärke. 20. Seh' ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein Aergerniß und eine Thorheit werden: so sei's doch mir, trop alles frechen Spottes, die Wahrheit Gottes. 21. Gott, eile nicht, sie råchend zu zerschmettern; erbarme dich, wenn einer von den Spöttern sich spät bekehrt und den, den er geschmähet, um Gnade flehet. 22. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden krånken, so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken; dein Kreuz, dieß sei, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried' und Freude. Leiden und Sterben Jesu. A 194. Mel. D König, dessen Majestät zc. Erforsche mich, erfahr' mein Herz, und sieh', Herr, wie ich's meine. Ich denk' an deines Leidens Schmerz, an deine Lieb', und weine. Dein Kreuz sei mir gebenedeit. Welch Wunder der Barmherzigkeit hast du der Welt erwiesen! Wenn hab' ich dieß genug bedacht, und dich aus aller meiner Macht genug dafür ge. priesen? 2. Rath, Kraft und Friedefürst und Held, in Fleisch und Blut gekleidet, wirst du das Opfer für die Welt, und deine Seele leidet; du ringst mit Angst und Todesnoth, und gehst doch willig in den Tod: o Liebe sonder Ende! Auf dich nimmst du der Menschen Schuld, und giebst mit göttlicher Geduld dich in der Sünder Hände. 97 6. Welch Warten einer ew'gen Pein für die, die dich verachten; die, solcher Gnade werth zu sein, nach keinem Glauben trachten; für die, die kein Verdienst gestehn, und dich mit ihren Lastern schmähn, und deinen Tod verhöhnen! Wer dich nicht liebt, kommt ins Gericht; wer nicht dein Wort hält, liebt dich nicht; ihm hilft nicht dein Versöhnen. 3. Du trägst der Missethäter Lohn, und hattest nie gesündigt, du, der Gerechte, Gottes Sohn. So war's vorher verkündigt. Der Frechen Schar begehrt dein Blut; du duldest, göttlich groß, die Wuth, um Seelen zu erretten. Dein Mörder, Jesu, war auch ich; denn Gott warf Aller Sünd' auf dich, damit wir Friede hätten. 4. Ein Opfer nach des Ew'gen Nath, belegt mit unsern Plagen, um deines Volkes Missethat gemartert und geschlagen, gehst du den Weg zum Kreuzesstamm in Unschuld stumm, gleich als ein Lamm, das man zur Schlachtbank führet. Freiwillig, als der Helden Held, stirbst du, aus Liebe für die Welt, den Tod, der uns gebühret. 5. Du neigst dein Haupt; es ist vollbracht. Du stirbst; die Erd' erschüttert. Die Arbeit hab' ich dir gemacht, Herr, meine Seele zittert. Was ist der Mensch, den du befreit! wär' ich doch ganz Dankbarkeit! Herr, laß mich Gnade finden; und deine Liebe bringe mich, daß ich dich wieder lieb', und dich nie kreuzige mit Sünden. 7. Du haft's gesagt, du wirst die Kraft zur Heiligung mir schenken. Dein Blut ist's, das mir Trost verschafft, wenn mich die Sünden kränken. Laß mich im Eifer des Gebets, laß mich in Lieb' und Demuth stets vor dir erfunden werden. Dein Heil sei mir ein Schirm in Noth, mein Stab im Glück, mein Schild im Tod, mein letter Troft auf Erden. 195. Mel. O Jesu Christ, mein's 2c. An deine Leiden denken wir, Herr Jesu Christ, und danken dir, daß du so willig ihre Last zu unserm Heil getragen hast. 2. Im Geiste folgen wir dir nach von Schmerz zu Schmerz, von Schmach zu Schmach; wir schaun zu deinem Kreuz hinan, und beten sich mit Freuden an. 3. Auch uns zugut, o Herr, be. trat dein Fuß den dornenvollen Pfad. Auch uns strömt Kraft und Trost und Ruh' aus deinem bittern Leiden zu. 4. Daß Gott uns als ein Vater liebt; gern Reuenden die Schuld vergiebt; daß ewig unsre Seele lebt und sich zur bessern Welt erhebt; 5. Daß deine Lehre fest besteht, und daß dein Reich nie untergeht: den großen Trost von unserm Gott bringt uns, Geopferter, dein Tod. 6. Und wir, wir glaubten an dich nicht? Herr, ohne sichern Trost und Licht, mit ungewissen Schritten geht des Lebens Pfad, wer dich verschmäht. 7 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 98 7. Mit Dank und Freude folgen wir dir, unserm Herrn und Retter hier; und du wirst uns, wenn wir dich sehn, zur frohen Ewigkeit erHöhn. 196. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier zc. Meine Seel', ermuntre dich, Jesu Liebe zu bedenken, auf sein Leiden müsse sich deine ganze Andacht lenken; lerne da den Gråul der Sünden, lerne Gottes Huld empfinden. 2. Sieh', der wahre Gottes Sohn ward für dich ans Kreuz geschlagen; voller Schmerzen, Schmach und Hohn, überhäuft mit schweren Plagen, ließ er sich, aus deinen Nöthen dich zu retten, willig tödten. 3. Du, du solltest große Pein, als den Lohn der Sünde, leiden, und von Gott verstoßen sein, von dem Quell der ew'gen Freuden; aber Jesus, der Gerechte, starb, daß er dir Frieden brächte. 4. Durch ihn steht zu Gottes Huld dir nun freier Zutritt offen, Tilgung deiner Sündenschuld, Recht, ein ewig Glück zu hoffen, Kraft, der Sünder Weg zu meiden, ist der Segen seiner Leiden. 5. Dvergiß nun nicht, mein Herz, dankbar dich ihm zu beweisen, dessen Angst und Todesschmerz seine Liebe zu dir preisen. Gieb aus dankerfülltem Triebe ihm dein Herz voll Gegenliebe. 6. Herr, ich kann dir nimmermehr deine große Treu' vergelten; leider muß ich nur zu sehr meines Herzens Trägheit schelten, daß ich dich so lau geliebet, oft durch Sünden gar betrübet. 7. Aber, was geschehn, soll nicht fernerhin von mir geschehen. Ich will in der Wahrheit Licht künftig beßre Wege gehen, dir mein Herz nicht mehr entziehen, jede Sünde ernstlich fliehen. 8. Ja, mein Jesu, du, mein Heil, dir will ich mich ganz ergeben, als dein Eigenthum und Theil dich zu lieben, dir zu leben. Was du liebst, will ich auch lieben; was dich kränkt, soll mich betrüben. 9. Was du willst, sei auch mein Will', dein Wort meines Herzens Spiegel; prüfst du mich, so halt' ich still, und dein Geist sei mir ein Siegel, daß ich einstens, wenn ich sterbe, deines Himmels Freuden erbe. 10. Nun so bleibt es fest dabei: du, mein Heiland, sollst es bleiben, dem ich lebe, deß ich sei; nichts soll je von dir mich treiben. Du, du wirst mich auch nicht lassen; ewig will ich dich umfassen. 11. Ruh' und Freude sind schon hier, auch wie schwach wir sind, zu finden, wenn wir, Jesu, nur mit dir uns im Glauben recht verbinden. Schenkst du denn schon dieß auf Erden, o was wird im Himmel werden. 12. Welche Wonne nach dem Leid, nach dem Glend welche Ehre, welche Ruhe nach dem Streit, welche frohe Jubelchöre! Ewig werd' ich dort dich loben, bin ich erst zu dir erhoben. 13. Schon im voraus freu' ich mich auf dieß freudenvolle Leben. Jesu, dir sei Dank, durch dich wird es mir dereinst gegeben. Hilf nur, Herr, an den ich glaube, daß mir nichts dieß Kleinod raube. 197. Mel. Was mein Gott will 2c. So gehst du nun, mein Jesu, hin, den Tod für mich zu leiden, für mich, der ich ein Sünder bin, der dich betrübt in Freuden. Wohlan, fahr' fort, du edler Hort! Mein' Augen sollen fließen gleich einem See, mit Ach und Weh in Thränen sich ergießen. 2. Ach Sünde, tödtlichs Schlangengift, wie weit kannst du es bringen! Dein Lohn, der Fluch jetzt Jesum trifft, in Tod wird er ihn zwingen. Jetzt kommt die Nacht, der Sünden Macht, fremd' Schuld Leiden und Sterben Jesu. muß er abtragen. Betracht' es recht, du Sündenknecht, nun darfst du nicht verzagen. 3. Ich, ich, Herr Jesu, sollte zwar der Sünden Strafe leiden an Leib und Seele immerdar, und ewig aller Freuden beraubet sein und leiden Pein: so nimmst du hin die Schulden. Dein Blut und Tod bringt mich vor Gott; ich soll nicht ewig dulden. 4. Ja, Herr, du büßest selbst die Schuld, die ich einst sollte büßen. Daraus erkenn' ich deine Huld, die du mich läßt genießen. Du wählst den Fluch, mich von dem Fluch der Sünde zu befreien. Dank deiner Lieb', durch deren Trieb mir Segen angedeihen! 5. Was kann für solche Liebe dir, Herr Jesu, ich wohl geben? Ich weiß und finde nichts an mir; doch will, weil ich werd' leben, mich einzig dir, Herr, nach Gebühr zu dienen ganz verschreiben, auch nach der Zeit in Ewigkeit dein Diener sein und bleiben. 198. Mel. O König, dessen Majestät zc. Sin Lamm geht hin und trägt die Schuld der abgefallnen Kinder; geht hin, und träget mit Geduls die Sünden aller Sünder; es folgt, belastet, matt und krank, den Wür gern zu der Würgebank, wählt Martern, statt der Freuden; für uns will es nicht Schmach und Bein, nicht Striemen, Angst und Wunden scheun, den Tod selbst will es leiden. 2. Dieß Lamm ist der erhabne Freund und Heiland unsrer Seelen; Gott, als der Sünde strenger Feind, wollt' ihn zum Mittler wählen. Sohn, sprach er, nimm dich derer an, die über sich im blinden Wahn selbst Schuld und Strafe brachten. Die Schuld ist schwer, die Strafe groß; doch, du vermagft es, mache los, die nun im Elend schmachten. 3. Ja, sprachst du, dieß sei unser Bund, mich magst du für sie 99 schlagen. Mein Wille hängt an deinem Mund, ich will die Sünden tragen. unerhörte Liebesmacht, daß Gott, was nie ein Mensch gedacht, den eignen Sohn uns schenket! O Liebe, wer faßt deinen Rath? den, welcher selbst das Leben hat. hast du in Tod gesenket. 4. Er büßt für uns am Kreuzesstamm, damit wir Gnade finden; er läßt sich tödten, als ein kamm, zum Opfer für die Sünden. Für Alle stirbt er; auch für mich ergießet hier sein Leben sich in milde Ströme Blutes. Lamm Gottes, o wie soll ich dir dafür gnug danken, daß du mir erzeigest so viel Gutes! 5. Mein' Lebetage will ich dich aus meinem Sinn nicht lassen; dich will ich stets, gleichwie du mich, mit treuer Lieb' umfassen; du sollst sein meine Zuversicht. Und, wenn mein Aug' im Tode bricht, sollst du mein Leben bleiben. Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiermit zu deinem Eigenthum beständiglich verschreiben. 6. Ich will von deiner Gütigkeit bei Nacht und Tage singen, mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freudenopfer bringen. Mein ganzes Leben soll nun dir und deinem Dienste für und für in Dankbarkeit verfließen. Und was du mir zugut gethan, das will ich stets, ſo tief ich kann, in mein Gedächtniß schließen. 7. Wenn endlich ich soll treten ein in deines Reiches Freuden, so werde ich ganz selig sein durch deinen Tod und Leiden. Dann giebst du mir die Ehrenkron', in welcher ich will vor den Thron des höchsten Vaters gehen und dir, dem er mich anvertraut, auf den im Leben ich gebaut, geschmückt zur Seite stehen. 199. Welt, sieh' hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben! Dein Heil sinkt in den Tod. Der große Fürst der Ehren läßt willig fich be7* Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 100 schweren mit Schlägen, Hohn und großem Spott. 2. Tritt her und schau' mit Fleiße, sein Leib ist ganz mit Schweiße des Blutes überfüllt! Aus seinem edlen Herzen, vor unerhörten Schmerzen, ein Seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschlagen, mein Heil und dich mit Plagen so übel zugericht't? Du bist ja nicht ein Sünder wie andre Menschenkinder; von Missethaten weißt du nicht. 4. Ich, ich und meine Sünden, der sich so viele finden als Sandes an dem Meer, die haben dich geschlagen, die brachten diese Plagen und diese Martern auf dich her. 5. Ich bin's, ich sollte büßen, die Strafe leiden müssen, entbehren Gottes Huld. Die Geißeln und die Banden, und was du ausgestanden, verdient ich wegen meiner Schuld. 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Lasten, die mich drücken, viel schwerer als ein Stein; du wirst ein Fluch; dagegen erwirbst du mir den Segen, dein Schmerz soll mir ein Labsal sein. 7. Du sehest dich zum Bürgen, ja läsfest dich erwürgen für mich und meine Schuld. Für mich läßt du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen und leidest Alles mit Geduld. 8. Du gehst auch meinetwegen dem Tebe selbst entgegen mit groBem Heldenmuth; du stirbst, mir vom Verderben Errettung zu erwerben. Dunerhörte Liebesgluth! 9. Ich bin, mein Heil, verbunden, all' Augenblick' und Stunden, dir über Alles sehr. Was Leib und Seel' vermögen, das soll ich billig legen allzeit an deinen Dienst und Chr'. 10. Nur kann ich nicht viel geben in diesem armen Leben. Gins aber will ich thun: es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn. 11. Ich will's vor Augen setzen, mich stets daran ergeben, ich ſei auch, wo ich sei; es soll mir sein ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel von deiner großen Lieb' und Treu'. 12. Wie strenge Gott Verbrechen an denen einst wird rächen, die seine Huld verschmähn; wie viel die werden leiden, die nicht die Sünden meiden, will ich aus deinem Leiden sehn. 13. Dein Beispiel soll mich lehren, den Rath des Höchsten ehren mit stillem, sanften Muth, von Herzen Menschen lieben, auch die, die mich betrüben mit Werken, so die Bosheit thut. 14. Wenn böse Zungen stechen, mir Glimpf und Namen brechen, so will ich zähmen mich. Das Unrecht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden verzeihen gern und williglich. 15. Ich will mit Ernst entsagen, gerührt von deinen Plagen, dem, was dir nicht gefällt; was deine Augen hassen, das will ich flichn und lassen, gefiel es auch der ganzen Welt. 16. Dein Seufzen und dein Sehnen, und die viel tausend Thränen, die dir geflossen zu, die sollen mich am Ende in deinen Schooß und Hände begleiten zu der ew'gen Ruh'. 200. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich zc. Ach, sieh' ihn dulden, bluten, sterben! meine Seele, sag' ihm frommen Dank! Sieh' Gottes eignen Sohn und Erben, wie mächtig ihn die Menschenliebe drang! Wo ist ein Freund; der je, was er, gethan? der so, wie er, für Sünder sterben kann? 2. Wie dunkel waren fene Stunden, o Herr, und welche Lasten drückten dich! Wie quoll das Blut aus deinen Wunden! Und ach, es floß zum Heil und Trost für mich; und ruft noch heute mir ermunternd zu, daß du mich liebst, du, treuer Heiland, du. Leiden und Sterben Jesu. 3. So sollt' es sein. Du mußtest leiden; dein Tod macht mir des Vaters Liebe fund. Er wird für mich ein Quell der Freuden, ein Siegel für den ew'gen Friedensbund. So wahr dich Gott für mich zum Opfer giebt, so wahr ist es, daß er mich herzlich liebt. 4. Dein bin ich nun und Gottes Erbe; ich sehe in dein Vaterherz hinein. Wenn ich nun leide, wenn ich sterbe, kann ich unmöglich je verloren sein. Wenn Sonn', und Mond und Erde untergehn, so bleibt mir Gottes Gnade ewig stehn. 5. Ja mir zum Trost und dir zur Ehre gereicht dein ganzer Kampf, dein Kreuzestod; bestätigt ist nun deine Lehre, ich baue fest darauf in jeder Noth. Unschuldig littest du; doch Preis und Ruhm ist auch im Kampf der Unschuld Eigenthum. 101 9. Nimm hin den Dank für deine Plagen, mein Retter, den die treuste Liebe bringt. Dort will ich dir's noch besser sagen, wenn dich mein Geist im Engelchor befingt. Dann stimmen alle Sel'gen fröhlich ein; der ganze Himmel soll dann Zeuge sein. 201. Mel. Wenn meine Sünd' zc. Hin in an dein Kreuz zu treten, in deinem Leiden dich voll Glauben anzubeten, Versöhner, stärke mich; laß mich mit Zittern und Vertraun, wie du dich für die Sünder hin in den Tod gabst, schaun. 2. Wie ist des Besten Seele bis in den Tod betrübt! So brünstig meine Seele, hat Jesus dich geliebt. In heißen Nengsten schwebt er da, mit unsrer Schuld beladen, dem Opfertode nah'. 3. Fallt nieder, bebt, ihr Sünder, verhüllt das Angesicht: fest ist für Adams Kinder der Mittler im Gericht, er leidet unsers Todes Bein, fühlt unnennbare Qualen, uns Menschen zu befrein. 4. Bernehmt's auch ihr, o Spotter, die ihr den Mittler schmäht; er ist auch euer Retter. Hört für euch sein Gebet: Sie wissen's nicht, was sie begehn; vergieb, o Vater, ihnen, wenn sie zu dir einst flehn. 5. İhr, eurer Brüder Feinde, o schlagt an eure Brust! Seid aller Menschen Freunde, verdammt der Rache Lust, vergeltet euren Hafsern nie; den Feinden, die euch fluchen, vergebt, und segnet sie. 6. Ach, Sünder, nehmt's zu Herzen, bekehrt euch, werdet rein! Der Preis für so viel Schmerzen soll eure Rettung sein. nehmt an seiner Gnade Theil, erkennet ſeine Liebe, verwerft nicht euer Heil! 6. Herr, dieß dein Beispiel soll mich lehren, des Lebens Unschuld sei mein Ghrenkleid. Gern will ich deine Stimme hören, und gerne thun, was mir dein Wort gebeut. Die Dankbarkeit dringt innigst mich dazu: wer hat es mehr um mich verdient, als du? 7. Nie will ich mich am Feinde rächen; auch dieß lern' ich, mein Heiland, hier von dir; nie Gottes Schickung widersprechen, wär' gleich sein Pfad jetzt noch so dunkel mir. Auf Dornen gingst du selbst zum Ziele hin; ich folge dir, weil ich dein Junger bin. 8. Was fürcht' ich noch des Todes Schrecken? Du schliefst auch einst im Grab, o Seelenfreund. Mag sie doch meine Asche decken, die Erde, wenn des Todes Nacht der der dir das 202. Leben wiedergab, wälzt einstens Herzliebster Jesu, was haft du auch den Stein von meinem Grab. verbrochen, daß man das Todesurtheil dir gesprochen, was ist die Schuld? du bist in Missethaten ja nie gerathen. 2. Du wirst verspeit, geschlagen und verhöhnet, mit einem Dornenkranz zur Schmach gekrönet, gegeißelt und, von Schmerzen schon entkräftet, ans Kreuz geheftet. Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 102 3. Was ist die Ursach' aller solcher Plagen? Ach meine Sünden haben dich geschlagen! Ich, ich, Herr Jesu, habe das verschuldet, was du erduldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe? Der gute Hirte leidet für die Schafe; die Schuld bezahlt der Herr, er, der Gerechte, für seine Knechte. 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt; der Böse lebt, der wider Gott gehandelt. Er, der Gerechteste von Gottes Kindern, stirbt, gleich den Sündern. 6. Ich war an Seel' und Leib entstellt durch Sünden; an uns, Verbrechern, war nichts Guts zu finden. Das hatten wir, von Gott verworfen, müssen auf ewig büßen. 7. große Lieb', Lieb' ohn' alle Maße, die dich gebracht auf diese Marterstraße! Ich lebte mit der Welt in Lust und Freuden; und du mußt leiden! 8. großer König, groß zu allen Zeiten, wie kann ich gnugsam solche Treu' ausbreiten? Kein menschlich Herz vermag es auszudenken, was dir zu schenken. 9. Ich kann's mit meinen Sinnen nicht erreichen, mit was doch dein Erbarmen zu vergleichen. Wie kann ich dir denn deine Liebesthaten im Werk erstatten? 10. Doch willst du, daß ich mich der Sünde schäme und alle ihre Lüste dämpf und zähme, daß fie mein Herz aufs Neue nicht entzünden mit alten Sünden. 11. Weil aber dieß nicht steht in eignen Kräften, dem Kreuze die Begierden anzuheften: so gieb mir deinen Geist, der mich regiere, zum Guten führe. 12. Alsdann werd' ich recht deine Huld betrachten, aus Lieb' zu dir die Lust der Welt nicht hten; ich werde mich bemühen, deinen Willen stets zu erfüllen. 13. Ich werde dir zu Ehren alles wagen, kein Kreuz nicht achten, keine Schmach, noch Plagen, nichts von Verfolgung, nichts von Todesschmerzen nehmen zu Herzen. 14. Dieß Alles, ob's für schlecht gleich ist zu schäßen, wirst du es doch nicht gar bei Seite sehen; in Gnaden wirst du dieß von mir annehmen, dich mein nicht schämen. 15. Wenn dort, Herr Jesu, wird vor deinem Throne auf meinem Haupte stehn die Ehrenkrone, dann werd' ich würdiger dein Lob besingen und Dank dir bringen. 203. Mel. Jesu, meines Lebens 2c. Du, der Menschen Heil und Leben, deß sich meine Seele freut, der für mich sich hingegeben, Stif ter meiner Seligkeit; du, der lieber wollte sterben, als mich lassen im Verderben: ach wie dank', wie dank' ich dir, mein Erlöser, gnug dafür! 2. Menschenfreund, von Gott gesendet, zu erfüllen seinen Rath, längst hast du dein Werk vollendet, wegzuthun die Missethat; doch in den Gedächtnißtagen deiner Leiden, Jesu, sagen deine Hochbeglückten dir billig neuen Dank dafür. 3. Du betratst, für uns zu sterben, willig deine Leidensbahn; stiegst, uns Leben zu erwerben, gern den Todespfahl hinan; dachtest nicht an deine Schmerzen, trugst die Menschen nur im Herzen. Diese Liebe preisen wir; unvergeßlich sei ste mir. und 4. Meinetwegen trugst du Bande, littest frecher Låstrer Spott, achtetest nicht Schmach Schande, Glend nicht, nicht Kreuz und Tod. Mich hast du der Noth entrissen, die mich hätte treffen müssen. Wie verpflichtet bin ich dir lebenslang, mein Heil, dafür! 5. Frevler krönten dich zum Hohne, deine Stirne blutete unter einer Dornenkrone, König aller Könige. Das hast du für mich gelitten, mir die Ehrenkron' erstritten. Preis, Anbetung, Dank sei dir, Ehrfurchtwürdigster, dafür! 6. Du, der tausendfache Schmerzen mir zur Liebe gern ertrug, deinem großmuthvollen Herzen war Leiden und Sterben Jesu. mein Heil Belohnung gnug. Trost in meinen letzten Stunden floß auch mir aus deinen Wunden. Herr, ich dank', ich danke dir einst im Tode noch dafür. 7. Nuh' im Leben, Trost am Grabe: unaussprechlicher Gewinn, den ich dir zu danken habe, dir, deß ich nun ewig bin! Jesu, dir mein Herz zu geben, deinem Bei spiel nachzustreben, dir zu traun, zu sterben dir, dieß, dieß sei mein Dank dafür. 204. Mel. Befiehl du deine Wege 2c. Ich danke vir von Herzen, o Jeſu, liebster Freund, für deine Todesschmerzen. Wie gut hast du's gemeint! Ach, gieb, daß ich mich halte zu dir mit Gegentreu', und, wenn ich nun erkalte, in dir mein Ende sei. 103 der Sünder Lohn! Da folgte Schmerz auf Schmerzen, da traf dich Schmach auf Schmach, da lag auf deinem Herzen Angst, die das Herz dir brach. 2. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir; wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür; und wenn am allerbångsten mir um mein Herz wird sein: so reiß mich aus den lengsten, Kraft deiner Angst und Bein. 3. Erscheine mir zum Schilde in deiner Todesnoth, und laß mich sehn im Bilde, wie du besiegt den Tod. Da will ich nach dir blicken, da will ich glaubensvoll mein Herz an dir erquicken. Wer so stirbt, der stirbt wohl! 205. Mel. Besteht du deine Wege zc. Der du voll Blut und Wunden für uns am Kreuze starbst und unsern Lebensstunden den größten Trest erwarbst; der du dein theures Leben noch, eh' ich war, auch mir zur Rettung hingegeben, mein Jesu, Dank sei dir! 2. Wie viel hast du erduldet, erhabner Menschensohn, als du, der nichts verschuldet, empfinaft 3. Entblößt von allem Reize, der Menschen wohl gefällt, hingst du an deinem Kreuze, ein Fluch vor aller Welt. Dich flohen deine Freunde, du warst der Leute Spott, dich höhnten deine Feinde: wo ist denn nun sein Gott? 4. Wer kann dir nachempfinden den Schmerz, die Todesangst, mit welcher du, von Sünden uns zu erretten, rangst. Die Last gehaufter Plagen fiel da so schwer auf dich, daß sie dich drang zu klagen: Gott, wie verläßt du mich? 5. Ach, diese Last und Mühe hab' auch ich dir gemacht. O mein Erlöser, stehe vom Throne deiner Macht in Gnaden auf mich Armen, der sich verschuldet hat, und hilf mir aus Erbarmen von meiner Missethat. 6. Ich will auf dich stets sehen mit aller Zuversicht. Wohin soll ich sonst gehen? Verwirf du mich nur nicht! Wo soll ich Ruhe finden, wenn du mich, Herr, nicht liebst, wo Reinigung von Sünden, wenn du sie mir nicht giebst? 7. Du hast mir durch dein Leis den Vergebung, Beßrungskraft, in Trubsal Trost, und Freuden, die ewig sind, verschafft. D gieb an dieser Gnade auch meinem Glauben Theil, und auf des Lebens Pfade mir Muth, Kraft, Trost und Heil. 8. Mit innig frohem Triebe bring' ich dir meinen Dank. Die Größe deiner Liebe bleibt stets mein Lobgesang. Gieb nur, daß ich mich halte zu dir mit Gegentreu', daß, wenn ich einst erkälte, ich noch der Deine sei. 9. Belebe dann mein Hoffen, zum Himmel einzugehn, laß mich im Geist ihn offen, und dich verherrlicht sehn. Da ruf' ich dann mit Freuden: nimm meinen Geist, Herr, auf! Und du nimmst ihn im Scheiden zu deiner Wonn' hinauf. 104 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 206. Mel. O Lamm Gottes, unschuldig zc. Erlifer, fich', ich falle anbetend vor dir nieder. Zu deinem Himmel schalle der Jubel meiner Lieder. Du hast den Sieg errungen, für mich den Tod bezwungen. Preis sei dir ewig, o Jesu! 2. Du sahst von fern die Bande, die dir die Frevler drohten, sahst vor dir Qual und Schande, und dich schon unter Todten; doch du, voll Huld und Gnade, gingst gern die Marterpfade. Preis sei dir ewig, o Jesu! 3. Von heißer Angst erschüttert, lagst du vor Gott im Staube. Wie hattest du gezittert; doch überwand dein Glaube. Dich faßte Todesgrauen; doch bliebst du voll Vertrauen. Preis sei dir ewig, o Jesu. 4. Nur uns zum Heil und Leben hast du in Angst und Plagen dich willig hingegeben, des Kreuzes Last getragen, und uns, da du gestorben, ein ew'ges Heil erworben. Preis sei dir ewig, o Jesu! 207. Mel. O König, dessen Majestät zc. Herr, der du Erd' und Himmel lenkst, was bin ich doch, ich Armer, daß du so huldreich mein gedenkst, mein Vater und Erbarmer! Mich drückte des Gewissens Noth, mir drohten Elend, Qual und Tod; wo sollt' ich Rettung finden? Doch du erbarmtest meiner dich, und du beschlosseft väterlich die Tilgung meiner Sünden. 2. Rathschluß voll Barmherzigkeit! Dein Sohn will für uns sterben, wird Stifter unsrer Seligkeit, entreißt uns dem Verder ben. Er kleidet sich in Fleisch und Blut, thut, was kein Freund, kein Bruder thut, wer kann dieß ganz durchdenken? stellt sich den größten Martern bloß, erbuldet sie, ftirbt göttlich groß, und läßt ins Grab sich senken. 3. Ganz faßt dich selbst ein Engel nicht, Gedanke zum Erschüttern! 3war bist du meine Zuversicht, doch denk' ich dich mit Zittern. Wenn ich im Geist Gethsemane, wenn Golgatha im Geist ich seh', was ist's, das ich empfinde? Ich weine, Herr, nicht über dich, ich wein' und klage über mich, und über meine Sünde. 4. Du leidest nicht für eigne Schuld, denn du bist der Gerechte; du stirbst voll göttlicher Geduld für schnöde Sündenknechte. Es war auch meine Missethat, die, Heiland, dich gemartert hat, ich Sünder sollte sterben; doch du gingst für mich in den Tod, mir von der Sünd' und ihrer Noth Befreiung zu erwerben. 5. Und dient ich nun der Sünde noch, wie mußt' ich mich nicht schämen! Nein, Jesu, nur dein sanftes Joch will ich nun auf mich nehmen; ich will der Sünde Lockung fliehn und ihren Lüsten mich entziehn. Bei deinem Tod' am Kreuze entsag' ich, was der sünd'gen Welt, was meiner bösen Lust gefällt, und ihrem falschen Reize. 6. Herr, laß mich aus Barmherzigkeit, wie freundlich du bist, schmecken, wenn Sünden der ver gangnen Zeit mein banges Herz Es stärke mich in erschrecken. Seelennoth dein für mich ausgestandner Tod, die Kraft von deinen Wunden. Es tröste mich dein banges Flehn, als man verlassen dich gesehn, in meinen Prüfungsstunden. 7. Dank, mein Erlöser, Dank sei dir für jede deiner Plagen, für alle Leiden, die du hier an Seel' und Leib ertragen; für allen Schmerz, für alle Angst, damit du für mich Sünder rangst, fei Ehre deinem Namen! Gedenke meiner in der Noth, gedenk' auch meiner einst im Tod und im Gerichte! Amen. Leiden und Sterben Jesu. 208. Mel. Ach Gott und Herr: c. Herr Jesu Christ, du Heiland, bift der Tilger meiner Sünden; bei Gott kann ich allein durch dich Trost und Erbarmung finden. 2. Voll Reu' und Schmerz dankt dir mein Herz für alle deine Leiden. Dein Wort erklärt mir ihren Werth, und ich fühl' ihn mit Freuden. 3. welche Huld, für meine Schuld seh' ich am Kreuz dich sterben; du blutest hier, fühlst Pein, um mir den Himmel zu erwerben. 9. Gestärkt durch dich, o Herr, will ich den Reiz der Sünde fliehen. Gieb, daß ich treu dir immer sei und segne mein Bemühen. 209. Christe, du Lamm Gottes, der du trugst die Sünde der Welt, erbarm' dich unser! 2. Christe, du Lamm Gottes, der du trugst die Sünde der Welt, erbarm' dich unser! Wer liebt, wie du, so meine Nuh', und wer kann so sie lieben? 211. Du leidest Qual aus eigner Wahl, Met. Lamm Gottes, unschuldig zc. aus göttlich edlen Trieben. 5. Mich zu erneun, mich zu be- Gottes Lamm, unschuldig am frein von jener Zukunft Schrecken, Kreuze für uns erwürget, befunden leidst du für mich und läsfest dich mit stets geduldig, da du für uns dich Schimpf und Schmach bedecken. verbürget, du trugft der Sünden Plagen, daß wir nicht dürften ver zagen. Erbarm' dich unser, o Jesu! 6. Was kann ich hier aus Dankbegier für deine Treue geben? Was ist mein Dank, mein Lobgesang selbst in dem höhern Leben? 7. Zu schwach bin ich, um würdig dich, mein Heiland, zu erheben. Mein Dank sei der, dir, Heiligster, dir nur allein zu leben. 2. Von Herzen wir dir danken, daß du so herzliche Treue gethan hast an uns Kranken; gieb eine felige Reue, laß uns die Sünde meiden zu Ehren deinem Leiden. Erbarm' dich unser, o Jesu! 8. Und doch fehlt mir der Gifer, dir mein ganzes Herz zu weihen. schenke du mir Kraft dazu, laß mich kein Opfer scheuen! 3. Christe, du Lamm Gottes, der du trugst die Sünde der Welt, gieb uns deinen Frieden! Amen. 105 210. Lamm Gottes, unschuldig am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden geduldig, wiewohl du wareft verachtet! All' Sund' hast du getragen; sonst müßten wir Erbarm' dich unser, verzagen. o Jesu! 2. Lamm Gottes, unschuldig sc. Erbarm' dich unser, o Jesu! 3. Lamm Gottes, unschulGieb uns deinen Frieder. dig sc. v Jesu! 3. Stårk' in uns das Vertrauen, auf deine heiligen Wunden. Laß uns darauf fest bauen, in unsern letzten Stunden und hilf uns selig sterben, daß wir den Himmel erben. Gieb uns deinen Frieden, o Jesu! 212. Mel. Wenn meine Sünd' mich ze. Wenn mich die Sünden kränken, so laß, Herr Jesu Christ, mich glaubensvoll bedenken, wie du gestorben bist, und Rettung von der Schuldenlast uns, den verlornen Sündern, am Kreuz erworben hast. 2. Dwundervolle Liebe, bedenk's, o Seele, recht: Er starb aus freiem Triebe der Herr für seinen Knecht. Selbst seinen eignen Sohn gab Gott 106 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. für mich verlornen Menschen in Marter, Schmach und Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Fluch, der Sündern droht? Gott sieht auf mich in Gnaden. Durch Jesu Mittlertod bin ich von diesem Fluch befreit, und darf nicht angstlich fürchten Gericht und Ewigkeit. 4. Drum sag' ich dir von Herzen jetzt und mein Lebenlang für deine Todesschmerzen, o Jesu, Lob und Dank. Hilf, daß ich dir für deine Treu' auf ewig ganz ergeben und thätig dankbar sei. 5. Herr, laß dein bittres Leiden mich reizen, als ein Christ, mit allem Ernst zu meiden, was vor dir sündlich ist. Nie komm' es mir aus meinem Sinn, wie viel es dir gekostet, daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, und wär's auch Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen. Laß nur, mein Herr und Gott, mich fliehen jede Lust der Welt, und dem Grempel folgen, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an Andern üben, was du an mir gethan; selbst meine Feinde lieben, gern dienen Jedermann ohn' Eigennutz und Heuchelei und, wie du mir's erwiesen, aus wahrer Lieb' und Treu'. 8. In meinen lezten Stunden erquicke mich dein Tod, daß ich, mit dir verbunden, besieg' auch diese Noth. Du bist es, Herr, auf den ich trau', stårk' meine Seel' im Tode, daß ich dich ewig schau'. 2. Will ich denn in Wolluft weiden mein verderbtes Fleisch und Blut, so gedenk' ich an dein Leiden, schnell verlischt die wilde Gluth. Kommt ein Zweifel und sezt mir heftig zu, denk' ich mir hier deine Gnad' und Gnadenzeichen, bald muß er von dannen weichen. 213. Jesu, deine tiefen Wunden, deine Qual, dein bittrer Tod geben mir zu allen Stunden Kraft zur Tugend, Trost in Noth. Fällt mir etwas Arges ein, denk' ich bald an deine Pein, die erlaubt nicht meinem Herzen mit der Sündenlust zu scherzen. 3. Will die Welt mein Herz verführen auf der Eitelkeiten Bahn, wo so viele sich verlieren, alsdann schau' ich emsig an deiner Marter Zentnerlast, die du ausgestanden hast: so kann ich dir treu verbleiben, alle böse Lust vertreiben. 4. Ja bei Allem, was mich kránket, hat dein Tod mir Trost verschafft. Wenn mein Herz daran gedenket, find' ich neue Lebenskraft. Deines Trostes Süßigkeit mildert jedes bittre Leid; denn du hast mir Heil erworben, da du bist für mich gestorben. 5. Auf dich seg' ich mein Vertrauen, du bist meine Zuversicht; auch den Tod werd' ich nichtschauen, durch dich schadet er mir nicht. Daß ich an dir habe Theil, bringet mir Trost, Schuß und Heil; deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. 6. Hab' ich dich in meinem Herzen, du Duell aller Seligkeit, ſo besieg' ich alle Schmerzen. Auch im letzten Kampf und Streit, auch da Welcher halt' ich mich an dich. Feind trennt dich und mich? Wer sich hålt an deine Wunden, der hat glücklich überwunden. 214. Mel. Werde munter, mein 2c. Der am Kreuz ist meine Liebe, meine Lieb' ist Jesus Christ. Weich' von mir, des Eitlen Liebe, Alles, was nicht ewig ist. Was du giebst, ist nicht von Gott, und, womit du Lohnst, ist Tod. Der am Kreuz ift meine Liebe, dem ich treu zu sein mich übe. Leiden und Sterben Jesu. 2. Der am Kreuz ist meine Liebe. Frevler, was befremdet's dich, daß ich Jesum Christum liebe? Jesus gab sich selbst für mich. So ward er mir Schirm und Schild, aber auch mein Lebensbild. Der am Kreuz 2c. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe. Sünde, du bist mir verhaßt. Weh' mir, wenn ich den betrübe, der für mich am Kreuz erblaßt! Kreuzigt' ich nicht Gottes Sohn? tråt ich nicht sein Blut mit Hohn? Der am Krenz 2c. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe. Was ist dir noch fürchterlich? Ruh', Gewissen, er, die Liebe, Jesus opfert sich für mich. Schaue, wie er blutend ringt mit der Sünd', und ste bezwingt! Der am Kreuz 2c. 5. Der am Kreuz ist meine Liebe. Nichts, wie machtig es auch ist, trennt von dir mich, Jesu Christ, nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm, Engel nicht, kein Fürstenthum. Der am Kreuz 2c. 6. Der am Kreuz ist meine Liebe. Komm, o Tod, du bist mein Freund. Wenn ich, wie ein Staub, zer= stiebe, wird mein Geist mit Gott vereint. Da, da schau' ich Gottes Sohn, ernte seiner Leiden Lohn. Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu sein mich übe. 107 4. Und schöpfen draus die Zuversicht, du werdest uns verlassen nicht, vielmehr ganz treulich bei uns stehn bis wir durchs Kreuz ins Leben gehn. 215. Mel. Herr Jesu Christ, mein's 2c. Wir danken dir, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist, und haft und durch dein theures Blut vor Gott gemacht gerecht und gut. 2. Und bitten, wahrer Mensch und Gott, durch deine Wunden, und Noth, uns vem ew'gen Tod, und tröst' uns in der letzten Noth. 216. Mel. Jesu Leiden, Pein und Tod 2c. hilf, Christe, Gottes Sohn, durch dein bittres Leiden, daß wir, dir stets unterthan, all' Untugend meiden, deinen Tod und sein Ursach' fruchtbarlich bedenken, dafür, wiewohl arm und schwach, dir Dankopfer schenken. 3. Behit' uns auch vor Sünd' und Schand', und reich' uns deine Allmachtshand; hilf uns im Kreuz geduldig sein, uns trösten deiner schweren Pein. 217. Mel. D Lamm Gottes, unschuldig 2c. Erlöser, einst im Staube mit Blut und Thränen bedecket, dein tröste sich mein Glaube, wenn Tod und Sünde mich schrecket. Dein Nin-. gen, Seufzen, Klagen, dein Todeskampf, dein Zagen sei meine Ruhe, Herr Jesu. 2. Du littest ganz unschuldig von Frevlern Schmähung und Schmerzen; und trugst sie doch geduldig mitsanftem, versöhnlichem Herzen. Dein Bild müss' uns beleben, zu dulden, zu vergeben, wie du, zu lieben, Herr Jesu! 3. Am Kreuze hingst du unschuldig, für unsre Sünde verschmachtet. Dein Sterben mach' uns geduldig, wenn uns die Welt verachtet, es schreck' uns ab von Sünden, es müss' uns dir verbinden zu innigem Danke, Herr Jesu. 218. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. Ich danke dir für deinen Tod und die gehäuften Plagen, die du, mein Heiland, mich aus Noth zu retten, hast ertragen. Laß das Verdienst von deiner Pein mir Trost für meine Seele sein, wenn mich die Sünden kränken. Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 108 2. Ich danke dir für deine Huld, die du auch mir erzeiget, da du zur Tilgung meiner Schuld dein Haupt am Kreuz geneiget. Dwende dich zu mir, mein Gott, mit Trost in meiner letzten Noth, daß mich der Tod nicht schreckte. 3. Erhalt' in deinem Dienst mich treu bis Leib und Seele scheiden, daß nicht an mir vergeblich sei dein Mittlertod und Leiden. Und wenn mein Lauf vollendet ist, so nimm mich dahin, wo du bist, auf daß ich bei dir bleibe. 219. Mel. Jesu Leiden, Pein und Tod 2c. Mein Erlöser, auch für mich gingst du hin zum Leiden und begabst aus Liebe dich aller deiner Freuden, littest Bande, Schmerz und Hohn, sahst den Tod von ferne; doch ertrugst du, Gottes Sohn, alle Leiden gerne. 2. Du entflohst nicht der Gefahr, die dem Leben drohte. Als die Stund' erschienen war, gingst du froh zum Tode. Muthig übergabft du dich in der Feinde Hände, und bliebst unveränderlich standhaft bis ans Ende. 3. Lehre mich, wie du, so still und getrost zu leiden und, wenn es dein Nath einst will, willig zu verscheiden. Stärke mich, wenn ich einmal sterbend zu dir flehe, daß ich durch das Todesthal ohne Schrecken gehe. 4. Dank, o Jesu, Dank sei dir für dein schweres Leiden; denn das durch erwarbst du mir deines Himmels Freuden. Nunmehr weiß ich, daß im Tod' ich nicht ewig sterbe; denn ich bin versöhnt mit Gott, bin des Himmels Erbe. Trost und Zuversicht fließt aus deis nem Leiden! Nimm den Dank in Gnaden an, den ich dir jeßt singe; deß, was du an mir gethan, bin ich zu geringe. 2. Ich erwag' es immer mehr, was dich angetrieben, eine Sünderwelt so sehr, wie du thatst, zu lieben. Uns Verlorne zu befrein, hast du Angst und Banden, Geisseln, Schmach und Todespein willig ausgestanden. 220. Mel. Jesu Leiden, Pein und Tod zc. Jesu, meiner Seele eicht, Ursprung meiner Freuden, wie viel 3. War es unsre Würdigkeit? nein, des Vaters Güte, deines Hers zens Freundlichkeit und dein treu Gemüthe: dieß hat dich ans Kreuz gebracht, daß kein Mensch verzagte, wenn der Sünden Meng' und Macht das Gewissen nagte. 4. du wunderbarer Rath, den man nie ergründet, oder unerhörten That, die man nirgend findet! Sünden, deren, Gott zum Hohn, Menschen sich erfrechen, die läßt Gottes eigner Sohn an sich strenge rächen. 5. Meine schwere Sündenschuld traf den treuen Bürgen; er ließ sich aus großer Huld mir zugut erwürgen. So hat er uns Heil gebracht. Sollt' uns nicht geziemen, seiner Liebe starke Macht ewiglich zu rühmen? 6. Herr, dein Friede sei mit mir; und auf mein Gewissen, wenn es zaget, laß von dir Trost und Freude fließen! Trost ergießt in jedes Herz sich aus deinem Herzen, auch den bängsten, herbsten Schmerz heilen deine Schmerzen. 7. Laß, sobald mein Herz erschricht über seine Sünden, wenn auf dich mein Glaube blickt, mich, Herr, Gnade finden. Sieh', ich fall' zerknirscht von Reu', mit wahrhafter Buße und dem Vorsatz beßrer Treu', Jesu, dir zu Fuße! 8. Nun ich weiß, worauf ich bau', und bei wem ich bleibe, wessen Huld ich mich vertrau', und an wen ich glaube. Jesu, du, du bist's allein, welcher mich beschirmet, wenn gleich des Gewissens Pein auf die Seele stürmet. Leiden und Sterben Jesu. 9. Hier bin ich dein Eigenthum, soll dort mit dir erben. Drum will ich zu deinem Ruhm leben und auch sterben, daß auch ich einst rühmen mag, aus dem Grab' erstanden: meines Jesu großer Tag, Heil mir, ist vorhanden. 221. Mel. Jesu Leiden, Pein und 2c. Mein Erlöser, Gottes Sohn, der du für mich littest und, erhöht auf Gottes Thron, jetzt noch für mich bittest, welche Wohlthat ist für mich dein bittres Leiden! Dwie preis ich würdig dich, Stifter meiner Freuden! 2. Dir, dem Herrn der Herrlichkeit, war es ja gegeben, ohne Schmerzen, ohne Leid ewig froh zu leben. Aber, o der großen Huld, daß ich selig würde, übernahmst du in Geduld schwerer Leiden Bürde. 3. Nun kann meine Missethat noch Vergebung finden; denn du starbst nach Gottes Rath für der Menschen Sünden. Unsre Lasten trugest du, littest, uns zu retten, daß wir im Gewissen Ruh', mit Gott Friede hätten. 4. Was uns Lust zur Beßrung schafft, was zur Tugend leitet, dazu hast du neue Kraft durch dein Kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun mich um Kraft bewerben, Gottes Willen gern zu thun, Sünden abzusterben. 5. Froh kann ich ins Todesthal schon im voraus sehen, und zu fener Welt einmal ohne Schrecken gehen; denn du hast aus aller Noth Rettung mir errungen und durch deinen Kreuzestod meinen Tod bezwungen. 109 7. Strafet mein Gewissen mich, reun mich meine Sünden, o dann laß, gestärkt durch dich, mich den Trost empfinden: du bist auch für meine Schuld an dem Kreuz ge-. storben, haft zu Gottes Vaterhuld Zutritt mir erworben. 6. Herr, was bin ich, daß du mein so dich angenommen? Laß die Frucht von deiner Pein nun auch auf mich kommen; gieb mir Weisheit, gieb mir Kraft, denn du hast's in Händen, was du mir zum Heil verschafft, gläubig anzuwenden. 8. Laß das Wort von deinem Kreuz mich mit Muth beleben, standhaft jeder Sünde Reiz hier zu widerstreben. Treib mich machtig dadurch an, mich vor Gott zu scheuen, was ich unrecht je gethan, innig zu bereuen. 9. Stärke mich durch deinen Tod auf die letzten Stunden. Wie du deines Todes Noth siegreich überwunden, o so hilf dazu auch mir; laß mich fröhlich scheiden, Herr, se dank' ich ewig dir für dein bittres Leiden. 222. Mel. Jesu, meine Freude 2c. Ruh' und sichre Freuden giebt mir, Herr, dein Leiden, deines Todes Pein. Wenn mein Geist bedenket, was dein Tod mir schenket, könnt' ich trostlos sein? Jesu, du bleibst meine Ruh', bei dir find' ich Trost und Freude auch im größsten Leide. 2. Meine Angst zu dämpfen, hast du wollen kämpfen und verlassen sein. Um mich zu erneuen und mich Gott zu weihen, littst du Schmach und Bein. Gottes Huld will meine Schuld, wenn ich sie bereu', erlassen. Muth kann ich nun fassen. 3. Ja, was wär' ich Armer, gabst du, mein Erbarmer, dich nicht hin für mich? Bange Furcht und Schrecken würden mich bedecken, fennt' ich, Herr, nicht dich. Doch dein Blut floß mir zugut, floß zur Tilgung meiner Sünden, Gnade noch zu finden. 4. Kränkt mich meine Sünde, eil' ich hin und finde Trost auf Golgatha. Hier hast du dein Leben für mich hingegeben, hingst verlassen da als ein Spott ver Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 110 Welt, da Gott mit sich selbst die Welt versöhnte und mit Gnade fronte. 5. Ja, du wolltest sterben, Heil uns zu erwerben, unser Trost zu fein; stiegst ins Grab hernieder, um uns, deine Brüder, ewig zu erfreun. O möcht' ich, mein Jesu, dich doch von Herzen wieder lieben, und stets Gutes üben! 6. Hier, wo du dein Leben für mich hingegeben, schlag' ich an die Brust. Heiland, ich bereue die verletzte Treue, fede böse Luft. Dir 7. Nein, dir allein, der du durch allein will ich mich weihn; denn du bist für mich gestorben, hast mir Gnad' erworben. deine Wunden auf ewig mich zu deinem Dienst verbunden, nur dir, mein Heiland, sei mein ganzes Leben zum Dienst ergeben. 7. Segne mein Bestreben, dir allein zu leben, gieb mir deinen Sinn. D was fann mir fehlen, Retter meiner Seelen, wenn ich tren dir bin! Du wirst mich, ich hoff' auf dich, einst gewiß von allem Bosen, dir zum Ruhm, erlösen. 8. Nichts soll mich je von deiner Liebe scheiden. Ich bleibe dein, bis du mich dort wirst weiden, wo deine Liebe mit dankvollen Zungen stets wird besungen. 8. So wird mir dein Leiden Quelle wahrer Freuden und zur Tugend Neiz. Ja, so oft ich 224. Mel. Herzliebster Jesu, was 2c. wanke, stärkt mich der Gedanke, Heiland, an dein Kreuz. Folg' ich Ihr Christen, wachet, werdet nie dir nur treulich hier, o so werd' ich selig sterben und dein Reich ererben. vermessen: der Fall ist nahe, wenn wir je vergessen, Beständigkeit und Sicherheit vor Sünden auf Gott zu gründen. 2. Die Jünger stärken in der Trübsal Stunde mit Wachen und Gebet sich nicht im Bunde, find sicher, und entschlafen selbst vor Kummer in tiefem Schlummer. 3. Der ihn verråth, ist da; der Herr will sterben. Wie fürchten sie, mit Jesu zu verderben! Wo ist ihr Muth, bis in den Tod mit Freuden für ihn zu leiden? 4. Uneingedenk des Hirten, fliehn die Schafe; er wird verlassen, er, der unsre Strafe so willig duldet, daß nur seine Heerde gerettet werde. 5. Welch eine Liebe, Jeſu, welche Treue! Du leidest, daß der Mensch sich deiner freue. Ach laß uns nie mit zweifelnden Gedanken im Glauben wanken! 223. Mel. Herzliebster Jesu, was 2c Sei Dei hochgepriesen, Herr, für deine Liebe! Sie drang dich zu dem mitleidsvollen Triebe, für eine Welt voll Sünder selbst dein Leben dahin zu geben. Welt durch deinen Tod erworben, das hast du, von Barmherzigkeit geleitet, auch mir bereitet. 5. Erhalte selbst mein Herz bei diesem Glauben; kein banger Zweifel müsse mir ihn rauben, er müsſe mich zum Fleiß in guten Werken beständig stärken. 6. Sollt' ich mich nun noch frevelhaft erkühnen, der Sünde, die dich tödtete, zu dienen: wie könnt' ich mit der Menge der Erlösten mich deiner trösten? 2. Fürwahr, du trugest unsrer Sünden Schmerzen, o welch ein Herz gleicht deinem edlen Herzen! du ließest unsre Schuld an dir bestrafen, uns Heil zu schaffen. 3. Laß dieses Heils auch mich theilhaftig werden! Was hab' ich sonst für süßern Trost auf Erden? was giebt mir sonst wohl sichern Grund zur Freude, wenn ich einst scheide? 4. Du bist, mein Heiland, auch für mich gestorben; was du der 6. Wer dich bekennt, der fürchte, Jesu, Alles von seiner Schwach Leiden und Sterben Jesu. 111 heit; eingedenk des Falles der haftigkeit und Treue dir, mein bessern Jünger, streb' er, sein Ver- Versöhner, weihn! Dich zu vertrauen auf dich zu bauen. läugnen, Herr, mein Gott, das fürchte meine Seele weit mehr als Qual und Tod. 7. Laß deinen Geist uns, Herr, zur Seite treten, er lehr' uns, immer wachen, kämpfen, beten: so werden wir in Schwachheit nicht erliegen; wir werden stegen. 8. Bewahr' ich deine Gnade, folg' ich dir standhaft nach; wer ist dann, der mir schade! Was fürcht' ich Hohn und Schmach? Die Spotter mögen mich verschmähn: sie werden mich mit Ehre von dir verherrlicht sehn. 9. Nichts soll von dir mich trennen; dich will ich frei und gern vor aller Welt bekennen, dich, meinen Gott und Herrn: denn vor dem Vater im Gericht verläugneft du, o Richter, den, der dir treu ist, nicht. 225. Mel. Wenn meine Sünd' mich 2c. Von Furcht dahin gerissen, verläugnet Petrus dich. Bald straft ihn sein Gewissen: da weint er bitterlich; dein Blick, o Jesu, rührt sein Herz, er fleht zu dir um Gnade, und du stillst seinen Schmerz. 226. 2. Wie wuchs nun deinem Zeugen Beständigkeit und Muth! Furcht konnt' ihn nicht mehr beugen; für dich floß selbst sein Blut. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich zc. Dich, seinen Herrn und seinen Um Gnade für die Sünderwelt Gott, verherrlichte sein Leben, verherrlichte sein Tod. 3. Betrübt ist meine Seele, erfüllt mit Reu' und Schmerz. Was hilft's, daß ich's verhehle; durchschaust du doch mein Herz. Beken nen will ich's, Jesú, dir: oft hab' ich dich verläugnet; vergieb, vergieb es mir! rufst du, mein Heil, am Kreuz gequält von frecher Sünder Rotten. Dir blutet das bedrängte Herz, wenn dich bei deinem Herben Schmerz die Bösewichter spotten. Du siehst mit segensvollem Blick von ihnen weg auf den zurück, den diese Schar in dir entehrt, rufft, daß es Erd' und Himmel hört: Bergieb, o Gott, und führe nicht sie ins Gericht; das, was sie thun, verstehn sie nicht! 4. Wenn deines Namens Spôtter dich schmähten, wenn ihr Spott dich höhnte, Welterretter, dich ihren Herrn und Gott: dann schwieg ich zaghaft, schämte mich, ein Christ zu sein, und scheute mehr ihren Spott, als dich. 2. Erstaunend seh' ich diese Huld. Wie mitleidsvoll ist die Geduld, die Mörder so erträget! Shr, die ihr euren Heiland ehrt, fühlt seiner Großmuth hohen Werth, und danket ihm beweget! Er hat durch segnendes Gebet auch uns ein ewig Heil erfleht; er sagt auch uns, zu unsrer Ruh', Erbarmen und Vergebung zu. Herr Jesu Christ, gelobt seift du für deinen Tod! Gott ist durch dich auch unser Gott. 5. Du hast, o Herr, dein Leben für meine Seligkeit so willig hingegeben, zum Segnen so bereit; wie undankbar, wie schwach war ich, daß ich den Haß der Sünder mehr fürchtete, denn dich! 6. Ich seh' jeßt, ich empfinde die Größe dieser Schuld. Bergieb auch diese Sünde nach deiner großen Huld. Erbarmend sahst du Petrum an: laß eine gleiche Gnade mich, o mein Heil, empfähn. 7. Laß mich bei meiner Reue den Bund mit dir erneun, Stand3. Den sanften liebevollen Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, flöß', Herr, in meine Seele. Gieb, daß bei der Verfolgung Schmerz ich dir des Fein Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 112 des hartes Herz und meine Sach' empfehle. Besänftige mein reges Blut; und flammt des Zornes wilde Gluth mein Herz zur Nachbegierde an: o so erinnre mich daran, Herr Jesu Christ, wie du am Kreuz durch dein Gebet selbst deinen Mördern Gnad' erfleht. 4. Mich tröste dein BVersöhnungstod; es bilde mich dein Geist, mein Gott, daß ich dir ähnlich werde. Dzeuch mich, du erhöhter Held, zu dir hinauf von dieser Welt, zum Himmel von der Erde! Du bist uns Alles dort und hier. Zeuch dir uns nach, so folgen wir; so werden wir uns deiner Pein und deines Todes ewig freun. Herr Jesu Christ, wie felig ist, wie selig ist der Mensch, dem du ein Heiland bist! blassen: Mein Gott, mein Gott, ach hättst du mich noch jetzt beim Lebensschluß verlassen! Nein, Vater, nein, ich trau' auf dich. Laß mich, denn groß ist meine Pein, vom Kreuze bald im Himmel sein. 2. Verlaß, o Vater, meine Seele auch nicht, wenn Noth und Tod mich schreckt. Dieß Wort, Herr, sei, wenn ich mich quale, was Muth und Trost in mir erweckt. Du weißt es wohl, was mir gebricht: verlaß, verlaß mich Armen nicht. 3. Verlaß mich nicht in meinem Leben, wirf mir des Lebens Nothdurft zu. Laß mich nach wahrer Tugend streben, hilf, daß ich nie mals Boses thu'. Mein Leben sei aufrichtig, schlecht, gottselig, züchtig und gerecht. 5. Verlaß mich nicht in meinen Sterben. Wenn einst mein Lebenslauf vollbracht: reiß meine Seel' aus dem Verderben, nimm meinem Tode seine Macht und führe mich durch Jesu Hand zu dir in jenes beßre Land. 6. Verlaß mich nicht in meinem Grabe. Erwecke mich durch deinen Sohn, wenn ich genug geschlafen habe, hilf mir vor Christi Richterthron und laß mich drauf verklärt und schön mit Leib und Seel' in Himmel gehn. 227. 228. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Mel. Traurigkeit, o Herzeleid cc. Einst rief der Herr vor dem Er- Herr, denk' an mich! Wie oft hab' ich mit Sünden dich verachtet! Sieh' die Seele gnädig an, die nach Hülfe schmachtet. 2. Herr, denk' an mich!& 8 jammre dich dieß Elend, mein Grbarmer! Wenn du meiner nicht gedenkst, ach was wär' ich Armer! Ach 3. Herr, denk' an mich! ewiglich kannst du mich nicht vergessen! Wer kann deine Freundlichkeit, deine Gnad' ermessen? 4. Verlaß mich nicht in meinem Leiden. Laß mich kein Kreuz von deiner Huld und deiner Vaterliebe scheiden, gieb Leidenskraft, Muth und Geduld. Die Hoffnung jener Seligkeit versüße mir das größte Leid. 7. Alsdann will ich dir Ehre bringen und mit der frohen Himmelsschar ein unaufhörlich Danklied singen: daß du auf Erden immerdar mich aus der schwersten Sorgenlast erlöst und nie verlaſsen hast. 4. Herr, denk' an mich! Wie leicht kann ich in Sund' und Elend fallen! Laß mich stets an deiner Hand deine Wege wallen. 5. Herr, denk' an mich! Dann nahe sich die Stunde schwerer Leiden. Bin ich dein, o was vermag mich von dir zu scheiden! 6. Herr, denk' an mich! Gestärkt durch dich, geh' ich dem Tod entgegen. Tod und Grab wird mir durch dich, Jesu Christ, zum Segen. 7. Herr, denk' an mich! Dann will ich dich für deine Huld erheben, wenn du mir das Paradies wirst aus Gnaden geben. Leiden und Sterben Jesu. 229. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Es ist vollbracht! so ruft am Kreuze des sterbenden Erlösers Mund. Wort voll Trost und Leben, reize zur Freude meines Herzens Grund! Das große Opfer ist geschehn, das Gott auch mir zum Heil ersehn. 2. Mein Jesus stirbt. Die Felsen beben; der Sonne Schein verlieret sich; in Todte dringt ein neues Leben, der Frommen Gråber öffnen sich; der Vorhang reißt; die Erde kracht; der Welt Versöhnung ist vollbracht. 3. Wie viel, o Herr, hast du vollendet, als dir das Herz im Tode brach! Du haft den Fluch hinweg gewendet, der auf der Welt voll Sünder lag; du haft für uns genug gethan, nun nimmt uns Gott zu Gnaden an. 4. hilf mir, Herr, nun auch vollbringen, was wahre Dankbarkeit begehrt! Laß nach der Heiz ligung mich ringen, dazu dein Tod mir Kraft gewährt. stärke mich dazu mit Macht, daß meine Beßrung werd' vollbracht! 5. Du littst so viel zu meinem Leben. Wie? sollt' ich nicht voll Eifer sein, mich deinem Dienste zu ergeben? sollt' ich dabei vor Schmach mich scheun? Dein Junger sein, dein Eigenthum, sei mei. nes Herzens Freud' und Ruhm. 6. Soll ich bei dir ergebnem Herzen auch hier durch manche Trübsal gehn, und hast du auch gehäufte Schmerzen zu meiner Prüfung ausersehn: so laß die Hoffnung mich erfreun: auch das wird einst vollendet sein. 7. Fühl ich zuletzt des Todes Schmerzen, so starke mich in solcher Last und mach' es lebhaft meinem Herzen, daß du den Tod besieget hast. So geh' ich froh zur Grabesnacht mit dem Triumph: Es ist vollbracht! 113 230. Mei Chriftus, der ist mein 2c. Wie glücklich hat die Stunden der bangen Leidensnacht mein Jesus überwunden! Er ruft: Es ist vollbracht! 2. In seines Vaters Hände befiehlt er seinen Geist, und nun erfolgt sein Ende. Erlöser, sei gepreist! 3. Zum Wohlgefallen Gottes hast du dein Werk vollbracht, und dein, trop alles Spottes, ist nun das Reich, die Macht. 4. Du schafftest Gottes Frieden dem menschlichen Geschlecht, und leitest es hienieden mit Wahrheit und mit Recht. 5. Einst führest du die Deinen in deines Vaters Reich, befreiest sie vom Weinen, und machst sie Engeln gleich. 6. Dir, dem ich angehöre, der mich auch selig macht, Preis sei dir, Dank und Ehre, daß du dein Werk vollbracht! 7. Dein Beispiel soll mich stårken, daß ich im Glauben treu, und treu in guten Werken bis an mein Ende sei. 8. Darf ich den Tod dann scheuen, der mich von hinnen rafft? mich seiner zu erfreuen, giebt mir dein Tod die Kraft. 9. Mein Kampf ist dann zu Ende, vollbracht mein Pilgerlauf; dann nimmt in seine Hände auch mich dein Vater auf. 231. Mel. Ich hab' mein' Sach' zc. Nun ist es Alles wohl gemacht, mein Jesus ruft: Es ist vollbracht! Der neigt sein Haupt, o Mensch, und stirbt, der dir erwirbt das Erbe, welches nie verdirbt. 2. Der, dem an Hoheit Keiner gleicht, der Herr der Herrlichkeit erbleicht. Was Wunder, daß die Grde kracht und dicke Nacht verhüllt der Sonne Glanz und Pracht! 8 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 114 3. Das Heiligthum steht aufgedeckt; die Felsen bersten; Alles schreckt; der Todten Gräber öffnen sich. Wie sichtbarlich zeigt hier der Gottheit Finger sich! 4. Weil denn die Kreatur sich regt; so werd' auch du, mein Herz, bewegt! Empfinde reuvoll deine Schuld: aus Gnad' und Huld starb Jesus auch für deine Schuld. 5. Sein Tod, o nimm es wohl in Acht, hat Trost und Heil auch dir gebracht. Verehre den, der bis zum Grab sich für dich gab, und stirb dem Sündenleben ab. 6. Ja, Vater, unter Pein und Hohn erbleicht am Kreuz dein eigner Sohn. Nun ist kein Zweifel: deine Huld tilgt meine Schuld, und trägt forthin mit mir Geduld. 7. Hin auf sein Kreuz will ich stets sehn und dankvoll seine Treu' erhöhn; Troft soll er mir im Sterben sein, mich dann erfreun. So schlaf' ich sanft und selig ein. 8. Und dient' ich nun der Sünde noch? Fern sei von mir ihr schnödes Joch! Auf, Seele, daß du dich erhebst, nur Jesu lebst, ihm zu gefallen, dich bestrebst! 9. Ertødte selbst in meiner Brust, mein Heiland, jede böse Lust; dein Tod, der mir das Leben schafft, verleih' mir Kraft im Kampf mit meiner Leidenschaft. 10. Gestärkt von dir, besteg' ich fie, und scheue dabei keine Müh. Ich feße freudig auf dein Wort den Kampf hier fort, und volle Nuh' erwart' ich dort. 11. Wie dank' ich dir, Herr Jesu Christ, daß du für mich gestorben bist! Dich preis' ich hier schon hocherfreut, doch nach der Zeit noch froher in der Ewigkeit. 2. Du bist erblaßt, o Herr, und hast doch in dir selbst das Leben. Gleich den Sterblichen hat dich einst das Grab umgeben. 3. Doch, Heil sei mir! Herr, du willst hier nicht die Verwesung sehen, sondern bald aus eigner Kraft aus dem Grabe gehen. 4. Ich weiß, du wirst, mein Lebensfürst, auch mich einst auferwecken. Sollte denn mein gläubigs Herz vor der Gruft erschrecken? 5. Hier werd' ich einst, bis du erscheinst, in sanftem Frieden liegen; denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab bestegen. 232. Mel O Traurigkeit, o Herzeleid zc. Zur Grabesruh' entschliefest du, der du für uns gestorben, und am Kreuz uns schmerzenvoll ew'ges Heil erworben. 6. Nein, nichts verdirbt; selbst das, was stirbt, der Leib wird auferstehen und, zu Himmelsglanz verklärt, aus dem Grabe gehen. 7. So sink' ins Grab mein Leib hinab; ich will mich drum nicht frånken; Jesu, an dein Grab will ich, mir zum Trost, gedenken. 233. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid zc. Am Kreuz erblaßt, der Marter Last, der Todesqualen müde, findet mein Erlöser erst in dem Grabe Friede. 2. Ein heil'ger Schmerz durchUnd, Herr, bringt mein Herz. was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tief gerühret schlagen. 3. Du schüßest mich; und über dich gehn aller Trubsal Wetter; sterben wolltest du für mich, einziger Erretter! 4. Du haft's gethan. Dich bet ich an, du König der Erlösten; dein will ich im Tede mich glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht! riefst du mit Macht. Du zeigst, daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich frei habest hingegeben. 6. Hochheil'ge That! Des Höchsten Rath will ich in Demuth ehren; der Erwerber meines Heils wird mir's einst erklären. Auferstehung Jesu. 7. Allmächtig rief er, der entschlief, den Todten, sie erstanden! Leicht entschwingt der Lebensfürst sich des Todes Banden. 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen: denn durch dich, Erlöser, ist's mir der Pfad zum Schauen. 9. Ich preise dich. Erforsche mich und siehe, wie ich's meine. Ja du siehst es, wenn ich still meinen Dank dir weine. 10. Vergeß ich dein, so werde mein in Ewigkeit vergessen. Herr, ich will, so lang' ich bin, deine Lieb' ermessen. o Welt, durch seinen Tod erworben. Er, des Vaters ew'ger Sohn, ist als Mensch gestorben. 2. Sünder, dir zum Trost, liegt hier des Lebens Herr begraben; deine Sünden sind es, die ihn getödtet haben. 3. Ach sollte nicht dein Angesicht von Thränen überfließen, da den 234. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid 2c. 8. Bald, bald erwacht der Herr; Hier ruht der Held, der dich, Tod und Grab entkräften nicht ſeidie Nacht des Grabes geht zu Ende. ner Allmacht Hände. 115 Freund, der dich geliebt, Fels und Gruft verschließen? 235. Mel Wachet auf, ruft uns 2c. Jauchzet Jesu, jauchzt, ihr Chöre, fingt Jesu Christo Lob und Ehre! Wie groß, wie herrlich ist sein Tag! Er, der Held, zerriß die Banden des Todes und ist auferstanden, er, der für uns im Grabe lag. Sein ist Gewalt und Macht. Preis ihm! er hat's vollbracht. Heil ihm, Heil ihm! er hat's vollbracht, er, der die Macht des To des und des Grabes hat. 4. Der sterbend siegt, dein Heiland, liegt erblaßt hier in der Erde, daß der Mensch durch seinen Tod einst unsterblich werde. 5. Du starbst für mich! Für uns hat dich das finstre Grab bedecket. Sünder, kehrt beschämt zurück, zittert und erschrecket! 6. Für meine Schuld, o Herr voll Huld, hast du dein Blut vergossen, deine Augen, Herr, mein Heil, mir zum Trost geschlossen. 7. Es ist vollbracht. Aus eigner Macht ließ Christus hier sein Leben; von Verwesung frei, wird er's sich auch wiedergeben. 2. Glorreich hat der Held gerungen, hat mächtig Satans Reich 9. Geheiligt ist dein Grab, o Chrift, dich kann's nicht ewig decken: Des Erlösers Grab befreit deine Gruft vom Schrecken. Auferstehung Jesu. 10. Sink' ich hinab ins finstre Grab und werde Staub, ich Armer: dann gedenke gnädig mein, siegender Erbarmer. bezwungen, von Todesketten uns befreit. Wir, von Gott gefallne Sünder sind nun mit ihm versöhnt, sind Kinder und Erben seiner Seligkeit. Bald, bald entschlafen wir, entschlafen Christo vir, ruhn im Friede die kurze Nacht, bis deine Macht den Tag der Ewigkeiten ruft. 3. Ob uns Gräber gleich bedecken; wirst du doch unsern Staub erwecken, der du des Staubes Schöpfer bist. Du wirst unvergånglichs Leben, und Kraft und Herrlichkeit ihm geben, dem Staube, der dir heilig ist. Wir werden ewig dein, gerecht und selig sein. Heil uns, Heil uns! Too 8* Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 116 und Gericht erschreckt uns nicht; denn Jesus, unser Mittler, lebt. 4. Lob sei, Vater, deinem Namen! Gelobt sei Christus! Amen. Amen. Gelobt sei Vater, Sohn und Geist! Selbst von seinen Seals wir, ihm dienen, wird nie der Herr geraphinen, die heiliger, nug gepreist. Doch ihr anbetend 237. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Die Welt ist seiner Herr, ich will mit Danken kommen, dir, du Erretter deiner Frommen, dir, dir will ich mein Loblied weihn. Du hast bis zum Tod gekämpfet und sterbend meinen Feind gedämpfet. Dein Sieg, du Siegesfürst, ist mein. Lob, Preis und Dank sei dir! Du halfft vom Tode mir, lleberwinder. Lobgesang, mein heißer Dank erhebt sich ewig, Gott, zu dir. Mein 2. Betet ihn, den Ueberwinder des Todes, betet ihn, ihr Sünder, in glaubensvoller Demuth an! Werft euch mit mir vor ihm nieder, die er errettet, seine Brüder, und rühmt's, was er an uns gethan! Glaubt Alle: sein Gebot ist uns Befehl von Gott. Mitgenossen, er ftritt allein, dringt mit ihm ein ins Allerheiligste vor Gott! Chor lobsingt zu ihm empor: Heilig, ser Gott! heilig ist ewig Gott, er, unEhre voll. die uns dein Sieg erkämpfet hat. Bald sind sie unser Theil, bald krónet uns das Heil deines Lebens. Gelobt sei Gott! Auch noch im Tod ist er und bleibet unser Gott. 236. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Lobet Gott; denn Jesus lebet. Erlöste Menschen, o erhebet des Welterlosers Majestät! Hört's, betrübte Sünder, gebet der Freude Raum; denn Jesus lebet, Gott hat ihn aus dem Staub erhöht. Seele, dein Gesang erschalle ihm zum Dank, ihm zur Ehre. Dich, großer Held, erhebt die Welt, weil deine Hand den Sieg behält. 2. Jesu Jünger, wehrt dem Leide, Lobsinget ihm und nehmt voll Freude am Siege Theil, den er erstritt! Seid ihr gleich des Grabes Kinder; er ist des Todes Ueberwinder. Er herrscht, der für euch starb und litt. Was wollt ihr traurig sein? Getrost könnt ihr euch freun: Jesus lebet in Ewigkeit, zu aller Zeit bleibt er zur Hülfe uns bereit. 3. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Nicht ewig wird das Grab uns decken; verwest der Leib gleich in der Gruft. Einst wird er zum bessern Leben sich aus des Todes Staub erheben, wenn Jesus den Entschlafnen ruft. Dann wird des Todes Feld zu einer regen Welt. Alles lebet, so wie verneut zur Frühlingszeit sich Alles regt und Alles freut. 3. Wenn wir unsern Tod einst schmecken: wo sind denn alle seine Schrecken? wo ist sein Stachel? was ist er? Jesus lebt, und unfre Glieder belebt des Siegers Allmacht wieder; auch unsre Gräber werden leer. Sein Eigenthum find wir. Die Seinen läßt er hier nicht im Staube. Er kommt und ruft: Verlaßt die Gruft, steht auf, Entschlafne, folget mir! 4. Tag des Lebens, Tag der Wonne, an dem uns Todten Gottes Sonne hervorbricht nach der langen Nacht! O was werden wir empfinden, wenn Nacht und Finsterniß verschwinden, und plößlich unser Aug' erwacht! Vollender, führe du uns diesem Tage zu, uns, die Deinen! Die Todesbahn gingst Unerforschte Seligkeiten, du voran; wir folgen dir in deine 4. Erstandner, welch ein Segen erwartet uns, wenn wir auf Wegen einhergehn, die dein Fuß betrat! die ewig währen, sind die Beuten, Ruh'. Auferstehung Jesu. 5. Held, vor dem die Hölle bebet, der selbst den Tod sah und nun lebet, nun lebt und herrscht in Gwigkeit, dir hat dein Gott Sieg und Leben, dir hat er Alles übergeben, Gewalt, und Reich und Herrlichkeit. An allem deinem Heil hat dein Erlöster Theil durch den Glauben. Des Glaubens Licht verlösch' uns nicht, so sehn wir ewiglich dein Heil. 238. Mel. Vor deinen Thron tret' ich 2c. Erinnre dich, mein Geist, erfreut des hohen Tags der Herrlichkeit! Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod' erstanden ist. 2. Fühl' alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir erschien', als språch' er: Friede sei mit vir! So freue dich, mein Geist, in mir. 3. Schau' über dich und bet' ihn an! Er mißt den Sternen ihre Bahn, er lebt und herrscht mit Gott vereint, und ist dein König und dein Freund. 4. Macht, Ruhm und Hoheit immerdar, dem, der da ist, und der da war! Sein Name sei gebenedeit von nun an bis in Ewigkeit! 5. Glaube, der das Herz erhöht! Was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? 6. Vor seinem Thron', in sei nem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich, und ewig, ewig selig sein, Herr, welche Herrlichkeit ist mein! 117 9. Ich soll, wenn du, des Lebens Fürst, in Wolken göttlich kommen wirft, erweckt aus meinem Grabe gehn und rein zu deiner Rechten stehn. 7. Mein Herz erliegt froh unter ihr! Lieb' und Verwundrung kämpft in mir, und voll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht fall' ich, Gott, auf mein Angesicht. 8. Du, der du in dem Himmel thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst. Und du erfüllst einst mein Vertraun, in meinem Fleische dich zu schaun. 10. Mit jener Schar um deinen Thron, mit allen Engeln, Gottes Sohn, mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freun in Ewigkeit. 11. Zu welchem Glück, zu welchem Ruhm erhebt uns nicht das Christenthum! Mit dir gekreuzigt, Gottes Sohn, sind wir auch auf erstanden schon. 12. Nie komm' es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin; damit ich mich, in Liebe treu, zu deinem Bilde stets erneu'. 13. Er ist's, der Alles in uns schafft; sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt' im Gedächtniß Jesum Chrift, der von dem Tod' erstanden ist! 239. Mel. Nun lob' mein' Seel' den: c. Lobsinge, meine Seele, dem Welterliser, bet' ihn an; lobsing' ihm, und erzähle, was dir zum Heil der Herr gethan! Er hat für dich gerungen, durch seine Macht hat er des Todes Macht bezwungen, gestürzt der Hölle Heer. Nun liegt ihr Troß darnieder, sein Sieg hat uns befreit. Uns krönet Gott nun wieder mit Huld und Seligkeit. 2. Froh führte seine Sonne den festlich hohen Tag herauf: da stand er, meine Wonne, mein Gott und mein Versöhner, auf. Gedanke, der zu Freuden des Himmels mich erhebt; Gedanke, der im Leiden mit reichem Trost belebt, des höhern Lebens Quelle, mein Schild in jeder Noth! Wo ist dein Sieg, o Hölle? wo ist dein Stachel, Tod? 3. Der Felsen Grund erbebet, die Wächter flichn, das Grab ist Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 241. Mel. Vor deinen Thron tret' ich 2c. Dich bet' ich an, erstandner Held, Erretter einer Sünderwelt, du, unsre Zuflucht für und für, froh singet meine Seele dir. 118 leer. Der todt war, fieh' er lebet; er lebt und stirbt hinfort nicht mehr! Die schwachen Junger wanten; er stärkt die Wankenden. Sie sehr ihn, freun sich, danken dem Auferstandenen. Sie sehn empor ihn steigen, und gehn, wie er gebot, mit Freuden hin und zeugen von ihm bis in den Tod. 4. Herr, deine Boten fiegen, von dir und deinem Geist gelehrt; die Gößentempel liegen; der Erdkreis wird zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freudevoll ein Christ. Ihn bet' ich an im Staube, ihn, der mein Retter ist. Ich werd' ihn ewig schauen, wenn er auch mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen: er starb für mich und lebt! 240. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. Frohlockt dem Herrn! Bringt Lob und Dank ihm, der des Todes Macht bezwang und uns, den Staub, erhöhte. Der hohe Sieger überwand. Nacht war um ihn, und sie verschwand in helle Morgenröthe. Bebet, gebet, stolze Spötter, unserm Retter Preis und Ehre; glaubt an ihn und seine Lehre! 2. Preis ihm, Heil uns! Sein Grab ist leer. Fest stehet, wie ein Fels im Meer, das Wort, das er gesprochen. selig, wer sich ihm vertraut! Er hat den Tempel neu gebaut, den blinde Wuth zerbrochen. Seele, wähle ihn zum Führer und Regierer deines Lebens: auf ihn hoffst du nicht vergebens. 3. 3um höhern Leben führt er dich und nimmt gewiß dich einst zu fich, fällt deine Hütte nieder. Das Grab empfängt zwar dein Gebein; doch nicht auf ewig wird es fein, verklärt giebt er dir's wieder. Herrlich wird sich dann aufs Neue seine Treue offenbaren; volles Heil wirst du erfahren. 2. Um deinen Thron, der ewig steht, glänzt Wahrheit, Heil und Majestät. Ich nahe mich voll Zuversicht zu dir: denn du verwirfst mich nicht. 3. Herr, meine Seele preise dich. Erlift auf ewig hast du mich, so wahr du selbst vom Himmel kamst, dein Leben gabst und wieder nahmst. 4. Wer ist's, der mich verdammen kann? Ich glaub' an dich, und fage dann: der Gott, durch den die Himmel sind, der ist mein Bater, ich sein Kind. 5. Nun ist dieß erste Leben mir ein segensreicher Weg zu dir. So lang' ich hier bin, Herr, mein Heil, hab' ich an deiner Gnade Theil. 6. Aus Liebe sprachst du: Erde, sei der Schauplag meiner Huld und Treu'! Wir sehen deine Huld und Treu' auf deiner Erde tåglich neu. 7. 3war trifft noch mancher Schmerz uns hier, noch, o Erbarmer, sterben wir; doch du regierst. Und wir sind dein, und ewig werden wir es sein! 8. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt. Trost, der meinen Geist erhebt! Ich seh', durch ihn gestärkt, aufs Grab mit unerschrocknem Aug' hinab. 9. Welch eine Welt voll Seligkeit erwartet mich nach dieser Zeit! Da findet der verklärte Christ Heil, das unaussprechlich ist. 10. Der du für unsre Seele wachst, sie zu dir ziehst und selig machst, laß mich mit freudigem Vertraun im Tod auf dich, Vollender, schaun. Auferstehung Jesu. 119 242. 4. Gelobt, gelobt sei Jesus Christ, daß er vom Tod' erstanden ist! Lob sei dem Herrn der Herrlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit! Freiwillig haft du dargebracht für Gelobt sei er! Mel. Wenn mein Stündlein 2c. uns, o Herr, dein Leben. Du hattest, es zu lassen, Macht; Macht, wieder dir's zu geben. Und darum liebte dich dein Gott, weil du es willig in den Tod für deine Feinde gabest. 5. Auf diesen Felsen will ich baun. Er lebt. Dieß stårket mein Auf seinem Thron Vertraun. denkt er an mich und sorget für mich brüderlich. Gelobt sei er! 2. Du warst nur eine kleine Zeit von deinem Gott verlassen. Er fronte dich mit Herrlichkeit, die Sterbliche nicht fassen. Das Kreuz, daran man dich erhöht, verwandelt sich in Majestät: denn du gingst aus dem Grabe. 6. Bei aller Leiden Ungestüm sei dieß mein Trost: Ich leb' in ihm! Das Haupt läßt seine Glieder nicht; dieß bleibe meine Zuversicht. Gelobt sei er! 3. Nun irren mich nicht Schmach und Spott, noch deines Kreuzes Schanden. Du bist mein Herr, du bist mein Gott: denn du bist auferstanden. Du bist mein Heil, mein Fels, mein Hort, der Herr, durch dessen mächt'ges Wort auch ich einst ewig lebe. 4. Wir sind nun göttlichen Geschlechts, durch dich des Himmels Erben. Dies ist die Hoffnung deines Knechts, in dieser will ich sterben. Wie du nun auferstanden bist, so werd' auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auferstehen. 243. Mel. Erschienen ist der herrl. 2c. Er lebt, er lebt! Christenheit, Heil dir in Zeit und Ewigkeit! Das Grab ist leer, der Sieg ist sein, und wir, Erlösser, wir sind dein. Gelobt sei Gott! 2. Wo ist, o Tod, dein Stachel nun? Wie kann das Grab uns Schaden thun? Es sitzt auf seines Baters Thron, zu unserm Trost, des Menschen Sohn. Gelobt sei Gott! 3. Die bangen Zweifel sind zer streut. Wir sehn des Siegers Herrlichkeit, der seine Feinde überwand, der starb und wieder auferstand. Gelobt sei Gott! 244. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Chre, Lob, und Preis und Stärke sei dem Vollender seiner Werke, dem Todesüberwinder Dank! Singt dem auferstandnen Helden! Und alle Himmel, alle Welten, und dieser Erdkreis sei Gesang! Ihm, der vom Tod erstand, ihm, der einst überwand, Preis und Ehre! Sein ist die Macht. Er hat's vollbracht. Die Welt ist seiner Ehre voll! 2. Ja, du Land der Gråber, Erde, empor aus deinem Staube! Werde ein Land des Lebens und des Lichts! Er, der siegreich auferstanden, befreit dich von des Todes Banden und von den Qualen des Gerichts. Heil dir! Das Grab ist leer, des Abgrunds Schreckenheer ist bezwungen, des Tobes Nacht, der Hölle Macht, der Gråber Grauen ist besiegt. 3. Was vermag uns zu erschüttern? Der Hölle Sklaven mögen zittern vor ihm, der ewig, ewig lebt! Wir, des Auferstandnen Brüder, wir Christen, seines Leibes Glieder, wir freun uns deß, der ewig lebt. Für uns sank er in Tod; für uns entrückte Gott ihn dem Grabe. Ihr Spotter, bebt! Der Sieger lebt, er lebt und stirbt hinfort nicht mehr. 4. Unser Herz darf nun nicht wanken, die bangen, zweifelnden 120 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 247. Mel. Jesus Christus, unser Seiland, der den Tod 2c. Gedanken besiegt des Glaubens Zuversicht. Wie ein Fels im weiten Meere steht unerschüttert Jesu Lehre und breitet um sich Trost und Licht. Der Himmel Bau zerfällt, die Herrlichkeit der Welt wird verschwinden; doch fort und fort steht Jesu Wort, bleibt Troff und Heil in Ewigkeit. 5. Doch auch wir, wir werden bleiben. Mag doch des Körpers Staub zerstäuben! Verzehre, Moder, mein Gebein! Jesus lebt. Und meine Glieder belebt einst seine Allmacht wieder; wie er, werd' ich unsterblich sein. In der Verwesung Grab dringt dann sein Ruf hinab; und ich lebe, und ich bin sein, auf ewig sein. Wie wird mir dann, o dann mir sein! 245. Christus ist erstanden, frei von Todesbanden! Deß wollen wir uns jego freun, und unser Trost soll Christus sein. Gelobt sei er! 2. Sollt' er noch erstehen, müßten wir vergehen. Doch, da er nun erstanden ist: so preiset unsern Jesum Christ. Gelobt sei er! 3. Gelobt sei er, gelobt sei er, gelobt sei er! Alle laßt uns seiner freun, und Aller Trosft soll Christus sein. Gelobt sei er! 246. Mel. Christus ist erstanden 2c. Der Herr ist erstanden! Keine Todesbanden hielten den Allmächtigen. Freut euch, ihr Erlöseten, eures Erretters! 2. Bei dem Grabgedanken mag der Unchrist wanken! Unsre Hoffnung stehet fest, die auf Christum sich verläßt. Er ist erstanden! 3. Gelobt sei Gott, gelobt sei Gott, gelobt sei Gott! Ewig sollen wir uns sein, unsers Seligmachers, freun! Dank dem Erbarmer! Ueberwunden hat der Herr den Tod. Er, unser Herr und Gott, ist auferstanden, ein Sieger auferstanden! Gelobt sei er! 2. Rein, entweiht von keiner Sünde nicht, trug er des Herrn Gericht, daß wir, von Sünden erlöst, Gott wieder finden. Gelobt sei er! 3. Heil, Verwerfung, Tod und Leben ist dein Werk, Herr Jesu Christ. Du willst das Leben den Ueberwindern geben. Gelobt seist du! 248. Mel. Erschienen ist der herrl. 2c. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, wie herzlich er mich liebt. Und stürb' auch alle Welt mir ab: gnug, daß ich ihn zum Freunde hab'. Lob sei dem Herrn! 2. Er nåhrt, er schüßt, er tröstet mich. Sterb' ich, so nimmt er mich zu sich. Wo er jetzt lebt, komm' ich auch hin, weil seines Leibes Glied ich bin. Lob sei dem Herrn! 3. Durch seiner Auferstehung Kraft ist mir im Tode Trost verschafft; durch ihn bin ich mit Gott versöhnt, durch ihn mit Gnad' und Heil gekrönt. Lob sei dem Herrn! 4. Mein Herz darf nicht entseßen sich: Gott und die Engel lieben mich; die Freude, die mir ist bereit, vertreibet Furcht und Traurigkeit. Lob sei dem Herrn! 5. Für diesen Trost, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt. Dort wollen wir mit besserm Fleiß erheben deinen Ruhm und Preis. Lob sei dem Herrn! Auferstehung Jesu. 249. Jesus, meine Zuversicht und mein Heiland, ist im Leben. Dieses weiß ich: sollt' ich nicht darum mich zufrieden geben, was die bange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, er, mein Heiland, lebt. Ich werd' auch das Leben schauen, sein, wo mein Erlöser lebt: warum sollte mir denn grauen? Låsset auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden, er halt mich mit starker Hand in den dunkeln Todesstunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 4. Ich bin Staub, und muß daher auch einmal zu Staube werden. Das erkenn' ich; doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn sein mög' allezeit. 5. Dann wird mich, statt die fer Haut, ein verklärter Leib umgeben, für die neue Welt gebaut und geschickt zum bessern Leben; und in diesem Leib' werd' ich Je sum sehen ewiglich. 6. Dann werd' ich im hellern Licht Jesum, meinen Heiland, kennen; und wie freudig werd' ich nicht dann ihn meinen Retter nennen, wenn die Schwachheit um und an wird von mir sein abgethan! 7. Was hier krank ift, seufzt und fleht, wird er herrlich dort erhöhen. Irdisch wird mein Leib gesät; himmlisch wird er auferstehen. Zum Verwesen fällt er ein; dort wird er unsterblich sein. 121 9. Lacht der finstern Erdenkluft, blickt hinauf ins beßre Leben! Dorthin wird euch aus der Gruft eures Jesu Macht erheben. Siegreich schaut ihr dann umher, weinet dann, o dann nicht mehr. 10. Nur daß ihr den Geist erhebt von den Lüften dieser Erden, und euch dem schon jetzt ergebt, dem ihr ähnlich dort sollt werden. Schickt das Herz nur da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein. 8. Seid getroft und hocherfreut: Jesus kennt euch, seine Glieder. Christen, wehrt der Traurigkeit! Sterbt ihr: Christus ruft euch wieder, wenn einst seine Stimm' erklingt, die durch alle Gråber dringt. 250. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. Wenn der Gedanke mich erschreckt, daß dieser Leib aus Erde entseelt, mit Erd' und Staub bedeckt, selbst Erd' und Asche werde: dann, mein Erlöser, stärke mich zum frohen Muth der Glaub' an dich, an dich, den Auferstandnen. 2. Der Tod zerstöre mein Gebein; du haft ihn doch bezwungen, haft mir durch deines Todes Pein Unsterblichkeit errungen. Wohl mir! Nun steht die Hoffnung fest, daß, wenn mein Leib auch gleich verwest, ich dennoch ewig lebe. 3. Hab' ich oft auf der Erde nichts als Arbeit, Müh' und Leiden; getrost! Ein Schimmer deines Lichts entdeckt mir ew'ge Freuden, zerstreut der Leiden Finsterniß und macht mein banges Herz gewiß, einst ewig froh zu leben. 4. Ich weiß, daß du, mein Heiland, lebst. Auch mich wirst du erwecken, daß du mich ganz zu dir erhebst. Mag Staub den Leib auch decken: er geht, wenn deine Stimme ruft, viel herrlicher aus seiner Gruft, wird deinem Leibe ähnlich. 5. Zu deinem Himmel wirst du mich dann gnadenvoll erhöhen, und meine Augen werden dich in deiner Wonne sehen. Ja, mir zur Freude schau' ich dann dich, den ich hier nicht sehen kann, und doch von Herzen liebe. 6. Wie werd' ich deiner da mich freun, in deinem Lichte glänzen! 122 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. Dann wirst du mein Vollender sein und mich mit Wonn' umkrånzen. Christen, heiligt euch! Bedenkt, was Jesu Auferstehung schenkt! O bringt ihm Lob und Ehre! 251. 252. Mel. Erschienen ist der herrl. 2c. Mel. Christ lag in Todesbanden zc. Er ist erstanden, Jesus Christ, Bringt Preis und Ruhm dem Heider unser Trost und Helfer ist. Als Sieger trat er auf den Staub, hinfort nicht mehr des Todes Raub. Frohlocket ihm! land dar, frohlockt ihm, alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, ist aller Angst entnommen. Sei ges lobt, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und siegreich auferstanden, sei hochgelobt! 2. Freiwillig ging er in den Tod und opferte sich auf vor Gott. Nun hat er gnug für uns gethan, und nahm sein Leben wieder an. Preis ihm und Dank! 3. Er hat erfüllt, was er verhieß, eh' er sein Leben für uns ließ: Drei Tage sollen nicht vergehn, so werdet ihr mich lebend sehn. Er hat's erfüllt. 4. Ich lebe, sprach er, und auch ihr sollt leben, Gläubige, mit mir. Ich komme, meine Stimme ruft gewiß euch aus der Todtengruft zur Herrlichkeit. 5. Er wird's erfüllen. Jesus Christ, der selbst vom Tod erstanden ist, der Lazarum ins Leben rief, als er im Staub des Grabes schlief, erfüllt's gewiß. 6. Gelobt sei Gott! Ich werde nun nur kurze Zeit im Grabe ruhn. Er weckt mich auf, und volles Heil ist dann gewiß bei ihm mein Theil in Ewigkeit. 7. Auch führt er nach des Grabes Ruh' mir meine frommen Freunde zu. Erwachen werden wir zugleich, uns wiedersehn in seinem Reich. Gott, welch ein Tag! 10. Herr, rufe mich, wenn dir's gefällt, aus dieser sündenvollen Welt und führe mich an deiner Hand einst in mein himmlisch Vaterland. Erhöre mich! 8. Wie sollt' ich, Herr, den Tod denn scheun, mich nicht vielmehr der Hinfahrt freun, nicht deiner, der du mich erschufft, gelassen warten? bis du rufft: Entschlafe nun! 9. Gieb nur, daß ich im Glauben treu, und treu im frommen Wandel sei. So komm' ich nicht in dein Gericht, wenn deine Stimme zu mir spricht: Erwache nun! 2. Dein Leben in der Majestät befestigt unsern Glauben. Wer kann, da dich dein Gott erhöht, den großen Trost uns rauben, daß du von der Sünde Macht Befreiung hast ans Licht gebracht, den Himmel uns geöffnet? Gelobt seist du! 3. Gott selbst, der dich dem Grab' entrückt, hat deinen theuren Lehren der Wahrheit Siegel aufgedrückt, dich, seinen Sohn, zu ehren. Deines Todes hohen Werth hat er aufs Herrlichste erklärt, da er dich auferwecket. Gelobt sei Gott! 4. Erstandner, ich frohlocke dir! Mein ist dein Sieg und Leben. Du lebst und herrschest, um auch mir dein ew'ges Heil zu geben, meiner Seele Trost zu sein, zur Tugend Kraft mir zu verleihn und mich zu Gott zu führen. Gelobt seist du! 5. Mein Herr, mein Gott, hilf mir dazu! Hilf, daß ich, frei von Sünden, im Frieden Gottes möge Ruh' für meine Seele finden. Pflanze deinen Sinn in mir, damit ich, Gott ergeben, hier als dein Erldster wandle. Hilf mir dazu! 6. Dein ist das Reich, dein ist die Macht, Verstorbne zu erwecken. Du rufft einst, und der Gräber Nacht wird uns nicht Wie du auferstanewig decken. den bist, so werd' auch ich, Herr Auferstehung Jesu. Jesu Christ, durch dich einst auferstehen. Gelobt seist du! 7. Gieb nur, daß, weil ich hier noch bin, ich christlich vor dir wandle und jederzeit nach deinem Sinn rechtschaffen denk' und handle; daß ich, wenn ich aufersteh' und dich, des Todes Sieger, seh', nicht angstvoll vor dir bebe. Gelobt seist du! 8. Wo du, Herr, bist, soll auch dein Freund, mit Herrlichkeit umgeben, und ewiglich mit dir vereint, wie du verheißest, leben. Laß dieß Glück mein Erbtheil sein, so werd' ich dein mich ewig freun, du Todesüberwinder! Gelobt seist du! 253. Mel. Ermuntre dich, mein 2c. Das Grab ist leer, und Gottes Sohn verläßt der Todten Grüfte! & s bringt ein lauter Jubelton siegprangend durch die Lüfte. Du, den der Engel Loblied preist, entreiße, Heiland, meinen Geist den Lüsten dieser Erde, daß er dir heilig werde. 2. Die Menschheit, Herr, er laubt mir nicht, mit bir empor zu steigen, bis dieses Leibes Hütte bricht, bis sich mein Haupt wird neigen. Alsdann nimm, nach vollbrachtem Lauf, erstandner Heiland, nimm mich auf! Herr, nimm bei meinem Ende den Geist in deine Hände! 3. Mensch, willst du Gott in seinem Reich nach deinem Tode sehen: so mußt du, deinem Heiland gleich, von Todten auferstehen. Der lebt nicht, den die Lust der Welt, den ihre Pracht gefesselt hält. Nach Gott und Tugend streben, nur das heißt wirklich leben. 123 Seinen: Hört, Kinder, auf zu weinen! 5. Ich geh' zum Vater in das Reich, das auch für euch beschieden. Seht, meinen Frieden laß ich euch, ich geb' euch meinen Frieden. Nicht geb' ich, wie die Welt ihn giebt. Daran, daß ihr einander liebt, daran will ich erkennen, ob ihr auch mein zu nennen. 6. So sprach der Herr. Ihr Christen, denkt an eures Heilands Liebe, denkt, daß, wer seinen Nächsten kränkt, auch Jesum selbst betrübe. Dient unserm Herrn in jedem Stand! Die Zwietracht sei von euch verbannt. Vergebt in diesem Leben: so wird euch Gott vergeben. 7. Erretter, Heiland, Menschenfreund, erweck' in mir die Triebe, durch die man sich mit dir vereint, den Glauben und die Liebe. Lehr' mich, mein Leben dir nur weihn, laß mich mit Ernst die Sünde scheun. Gieb selbst mir Muth und Kräfte zum Heiligungsgeschäfte. 8. So kann ich leben als ein Christ und als ein Christ erblassen. Ich weiß, daß du mein Heiland bist, ich will von dir nicht lassen. Herr, segne mich! Zu seiner Zeit laß mich zu deiner Herrlichkeit vom Grab' empor mich schwingen, dir Lobgesånge singen! 4. Wohl dir, wenn du das Laster fliehst, dem Frevler dich entziehest, und liebst den Gott, den du nicht siehst, im Menschen, den du siehest. Als schon die nahe Stunde kam, als der Erlöser Abschied nahm: so sprach er zu den 254. Mel. Erschienen ist der herrl. 2c. Heut triumphirte Gottes Sohn! Am dritten Tag' erstand er schon mit großer Pracht und Herrlichkeit. Ihm danken wir in Ewigkeit. GeLobt sei Gott! 2. Dem Tode hat er die Gewalt zerstört, verheert ihm all' Gestalt; wie pflegt zu thun ein großer Held, der seinen Feind gewaltig fällt. Gelobt sei Gott! 3. D mächtiger Herr, Jesu Christ, der du der Sünder Heiland bist, führ' uns durch deine Gü 124 Werke und Wohlthaten Jesu Chrifti. tigkeit zu deiner Freud' und Herrlichkeit! Gelobt sei Gott! 256. Mel. Auf, auf, mein Herz, mit 2c. 4. Hier hat zwar der oft Angst und Noth, der gläubet und hält dein Gebot, der Welt ist er ein Hohn und Spott; doch welches Heil folgt auf den Tod! Gelobt sei Gott! 5. Nun kann uns kein Feind schaden mehr, ob er gleich wüthet noch so sehr. Erleget ist nun jeder Feind; dagegen ist Gott unser Freund. Gelobt sei Gott! Nimm, o mein Herz, mit Freuden am Siege Jesu Theil! Er lebt nun, frei von Leiden, voll Preis auch dir zum Heil. Wie unschuldsvoll er war, macht Gott jetzt offenbar: denn welch ein neues Licht umstrahlt den Sieger nicht! 6. Drum danken wir Gott allzugleich, und sehnen uns nach jenem Reich. Bald ist zu End' die Pilgerzeit, dann folgt die frohe Ewigkeit! Gelobt sei Gott! 2. Mit Hohn und Schmach getránket, gegeißelt und verspeit, erwürgt, ins Grab versenket, hat er sich doch befreit; das stolze Hohngeschrei der Mörder ist vorbei. Er starb und überwand, weil er vom Tod erstand. 7. Dem Vater in dem höchsten Thron, und Christo, seinem lieben Sohn, dem heil'gen Geiste gleicherweif' in Ewigkeit sei Lob und Preis! Gelobt sei Gott! 3. Wovor darf mir nun grauen, da er, mein Heiland, lebt, der Alle, die ihm trauen, zum ew'gen Glück erhebt? Auch mir, ich bin's gewiß, auch mir erwarb er dieß. So war's des Höchsten Rath, den er vollendet hat. 255. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Mein Jesus lebt; mag ich doch sterben. Hier ist mein Haupt und triumphirt. Nun muß auch ich das Leben erben, weil seine Macht der Tod verliert. Weg, Traurigkeit, was zag' ich mehr? Mein Jesus lebt, sein Grab ist leer. 2. Mein Jesus lebt! Er hat bezwungen, was mir das Leben rauben kann; er hat mir Heil und Sieg errungen, und ihm ist Alles unterthan. großer Trost, der mich erhebt, da ich nun weiß, daß Jesus lebt. 3. Mein Jesus lebt! Das Grab ist offen; mit Freuden geh' ich in die Gruft. Unsterblichkeit kann ich nun hoffen durch ihn, der mich ins Leben ruft. Wie tröstet mich sein Wort schon hier: Ich leb', und ihr lebt auch mit mir! 4. Mein Jesus bleibe denn mein Leben, der Tod soll mir nicht schrecklich sein. Ich will mich ihm getroft ergeben, mich seiner noch im Tode freun, weil er auch mich zum Him mel hebt, so wahr er Jesus ist und lebt! so 4. Hab' ich ihn nur zum Freunde, steht mein Wohlsein fest; und hätt' ich auch der Feinde mehr als sich zählen läßt: so bin ich gutes Muths, die Fülle seines Guts kann keiner mir entziehn: er schüßt, die zu ihm fliehn. 5. Er macht mich frei von Sunden, und läßt mich bei ihm Ruh' für meine Seele finden, führt mich dem Himmel zu. Er ist's, der mir die Nacht des Grabes heiter macht. Der Tod mag drohen; er hat keinen Stachel mehr. 6. Drückt mich auch gleich hienieden noch manches Ungemach; hab' ich doch Sesu Frieden, der stärkt mich, bin ich schwach. Im Leiden zag'ich nicht, voll guter Zuversicht: die Trübsal dieser Zeit dient mir zur Seligkeit. 7. Drum bleib' ich an ihm hangen, wie an dem Haupt ein Glied. Er ist vorangegangen; ich folg' und siege mit, bestege Welt und Noth, Wenn bestege Sünd' und Tod. Alles mich verläßt, hält ihn mein Glaube fest. 8. Er führt zu steter Wonne, zu Freuden ohne Zahl; ist selbst Auferstehung Jeſu. ter Seinen Sonne und macht sie 258. frei von Qual. Hier tobe denn, was fann: mein Haupt nimmt mel. Sollt' ich mein. Gott nicht sing. 2c. mein sich an. Hier schützt mich Gottes Sohn, dort wird er selbst mein Lohn. 9. Dort wohnen Fried' und Segen, dort ruft mein Jesus mir von seinem Thron' entgegen: Komm, Treuer, nun zu mir! Wer mit ihm ward verhöhnt, wird dort auch mit gekrönt; den Ségen erbet der, der heilig stirbt, wie er. 257. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. Jesus lebt, mit ihm auch ich! Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt, und wird auch mich von dem Tode auferwecken, er verklärt mich in sein Licht; dieß ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt! Ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd' auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dieß ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt! Wer nun verzagt, låstert ihn und Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht; dieß ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt! Sein Heil ist mein; sein sei auch mein ganzes Leben! Reines Herzens will ich sein, und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dieß ist meine Zuversicht." 125 5. Jesus lebt! Ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsterniß, feine Herrlichkeit, kein Leiden. Er giebt Kraft zu dieser Pflicht; dieß ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt! Nun ist der Tod mir ein Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird das meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Auferstanden, auferstanden ist, der uns mit Gott versöhnt. O wie hat nach Schmerz und Schanden Gott mit Ehren ihn gekrönt! Dort, zu seines Vaters Rechten, über Schmach und Tod erhöht, lebt er nun in Majestät. Freut euch seiner, ihr Gerechten! Dankt dem Höchsten, und erhebt seine Gnade! Jesus lebt! 2. Singt dem Herrn! Er ist erstanden, er, der starb auf Golgotha. Rühmt es, rühmt's in allen Landen: Was sein Wort verhieß, ge= schah. Wer, wer kann ihm widerstreben? Machtig bringt der Held empor, im Triumph bricht er hervor, und des Abgrunds Pforten beben, da ihr Sieger sich erhebt. Heil uns Allen! Jesus lebt! 3. Uns vom Tode zu befreien, fant er in des Grabes Nacht; uns zum Leben einzuweihen, sieht er bist du nun verschlungen, Tod, auf durch Gottes Macht. Ewig dein Schrecken ist gedämpft, deine Herrschaft ist bekämpft, Leben, Leben ist errungen. Jauchzt, ihr, die man einst begräbt, jauchzt dem Höchsten! Jesus lebt! 4. Aus dem Grab' uns zu erheben, ging er zu dem Vater hin. Laßt uns ihm zur Ehre leben, dann ist Sterben uns Gewinn. Haltet unter Luft und Leiden im Gedächtniß Jesum Christ, der vom Tod erstanden ist. Unvergånglich sind die Freuden deß, der nach dem Himmel strebt, sind ihm sicher: Jesus lebt! 5. Freut euch seiner, Gottes Kinder, er sei euer Lobgefang: Bringt dem Todesüberwinder ewig Ehre, Preis und Dank. ühmt's in der Versuchung Stunden, wenn euch Sünd' und Elend droht, rühmt's in eurer Todesnoth: Jesus Christ hat überwunden! Wenn der Sünder zagt, so hebt euer Haupt auf: Jesus lebt! 126 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 259. Mel. Jesu, meine Freude 2c. Aus des Todes Banden ist der Herr erstanden, er, des Höchsten Sohn. Jesus hat gesieget, Alles, Alles lieget unter seinem Thron. Unser Freund hat jeden Feind unsrer Seligkeit bezwungen. Lob sei ihm gesungen! 2. Heil uns zu erwerben, wollt' er für uns sterben; und er hat's gethan. Und zum Trost uns Allen fah' mit Wohlgefallen Gott sein Opfer an. Er, er rief ihn, der entschlief, wieder bald zurück ins Leben, hoch ihn zu erheben. 3. Ja, wie hoch erhoben lebt nun Jesus droben in der Herrlichkeit! Seiner Macht und Ehre jauchzen Engelchöre, ihm zum Dienst bereit. Er hat nun, uns wohlzuthun und sein Heil uns zuzuwenden, Allgewalt in Händen. 4. Freu' dich deß, o Seele, bring' ihm Preis, und wähle ihn zum Führer dir. Auf die sichern Pfade zu des Höchsten Gnade bringt er dich schon hier. Welche Ruh' strömt dann dir zu! Und wie wird zum höhern Leben er dich einst erheben! mir erkohr. Jesus ruft einst aus der Gruft meinen Leib, und meine Glieder leben herrlich wieder. 8. der hohen Freude, wenn im Siegeskleide der Erlöste prangt! Herr, zu deinen Frommen und zu dir zu kommen, ist, was mich verlangt. Hilf du mir, daß ich bei dir einst in ew'ger Wonne lebe, und dich froh erhebe! 5. Dessen froh zu werden, sollst du, Herr, auf Erden stets mein Führer sein. Jesu, deine Lehren will ich folgsam ehren, ganz mein Herz dir weihn. Sünde, fleuch! In Chrifti Reich kommen nur der Sünde Feinde, nur des Guten Freunde. 6. Eitelkeit der Erde, fleuch auch du! Ich werde nie dein Sklav', o Welt. Unter allen Gaben wünsch' ich nur zu haben, was stets Werth behält. Mich erquickt, wenn Noth mich drückt, nach dem kurzen Pilgerleiden Gott mit seinen Freuden. 260. Mel. Erschienen ist der herrl. zc. Bring', Seele, Preis dem Höchsten dar! Dein Heiland, der getödtet war, hebt siegreich nun sein Haupt empor, geht lebend aus dem Grab hervor, und stirbt nicht mehr. 7. Sterb' ich: meine Seele, die ich Gott befehle, steigt zu ihm empor. An des Heilands Throne strahlt des Siegers Krone, die ich 2. Die Erde bebt, die Wächter fliehn, erfreut sehn seine Jünger ihn, sie, die so zärtlich ihn beweint, erkennen wieder ihren Freund, der sie noch liebt. 3. Er lebt, o Seele, auch für dich, er lebt und herrschet königlich. So weit die ganze Schöpfung geht, reicht seiner Würde Majestät. bet' ihn an! 4. Sein müsse sich der Erdkreis freun und aller Herzen sich ihm weihn. Er hat aus seines Grabes Nacht Unsterblichkeit ans Licht gebracht. Gelobt sei er! 5. Er, der nicht mehr im Grabe liegt, hat in dem Kampf für uns gestegt. Durch seiner Auferstehung Kraft wird uns auch Muth und Sieg verschafft. Deß freun wir uns. 6. Begnadigung, Gerechtigkeit und ew'ger Hoffnung Sicherheit ist durch dich, göttlich großer Held, ein Segen für die ganze Welt. Gelobt seist du! 7. Nun fürcht' ich nicht des Leibes Tod. Mein Heiland lebt, gelobt sei Gott! Die Hoffnung der Unsterblichkeit erfüllt mich mit Zufriedenheit, und tröstet mich. Himmelfahrt Jesu. 8. Nichts reißt mich, Herr, aus deiner Hand; dein Leben ist mir Unterpfand, daß ich, o seliger Gewinn! ein Kind und Erbe Gottes bin. Deß bin ich froh! Himmelfahrt Jesu. 261. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Ueber aller Himmel Heere erhobst du dich zum Thron der Ehre, Vollender unsrer Seligkeit! Hin zu dem, der dich gesendet, gingst du, da hier dein Werk vollendet, mit göttlicher Vollkommenheit. Du haft die Sündenwelt mit deinem Licht erhellt. Preis und Ehre sei, Jesu, dir! Froh sehen wir dir nach in deine Herrlichkeit. 127 9. Rufst du mich dermaleinst zur Nuh', verklärter Welterlöser, du: so werd' ich ewig bei dir sein, denn Gott und Himmel sind nun mein. Wohl mir! Preis dir! 2. Deines Vaters Gnadenwillen auf Erden völlig zu erfüllen, wardst du gehorsam bis zum Tod. Sige, Sohn, auf meinem Throne; dir geb' ich meine Welt zum Lohne und meine Herrlichkeit, sprach Gott. Wie herrlich ist dein Lohn, erhabner Gottes- Sohn! O ihr Frommen, folgt treu ihm nach durch Streit und Schmach! Gott, dem ihr dient, belohnt als Gott. 3. Deine trauernden Erlösten, o Herr, zu stärken und zu trösten, kam über sie von dir dein Geist. Er ist's, der auch uns im Leiden mit Trost erfüllt und zu den Freuden der bessern Welt den Weg uns weist. Er leitet uns die Bahn, auf der dich wandeln sahn deine Freunde. Auch wir empfahn auf dieser Bahn dereinst, wie du, die Kron' am Ziel. 4. Uns die Stätte zu bereiten, um die wir Pilger hier noch strei ten, gingst du voran ins Baterland. Herrlich wirst du wiederkommen, und zu dir alle deine Frommen versammeln in dieß Baterland. Erkauft hast du uns Gott und dir durch deinen Tod. Wo du lebest und Gott mit dir, da sollen wir auch mit dir leben ewiglich. 5. Welch ein Jubel wird es werden, wenn wir dich wiedersehn auf Erden in aller Majestät des Herrn! Das wird sein ein Tag des Lebens für uns, und nicht ein Tag des Bebens. Dann schaun wir dich nicht mehr von fern. Dann sehn wir, hocherfreut, ganz deine Herrlichkeit, Welterlöser! Dann führest du der Wonn' uns zu, die bei dir ist in Ewigkeit. 262. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. Wie herrlich, Jeſu, starker Held, du Netter einer Sünderwelt, hat sich dein Kreuz geendet! Nach überstandnem Leidenslauf fährst du verklärt zum Vater auf, der dich zu uns gesendet. Ewig trifft dich nun kein Leiden; voller Freuden lebst du droben, über Alles hoch erhoben. 2. Dir dienen alle Seraphim; und wir vereinen Herz und Stimm', mit ihnen dich zu loben, weil du dein großes Werk vollbracht, nach überstandner Leidensnacht gen Himmel dich erhoben. Preis dir, daß wir schon auf Erden können werden Gottes Kinder und des Todes Ueberwinder! 3. Du, du bist unser Haupt und wir sind deine Glieder. Nur von dir kommt auf uns Heil und Leben. Was unsern Seelen Nußen schafft, Licht, Friede, Freude, Tugendkraft, wird uns von dir gegeben. Laß doch dein Joch gern uns tragen und entsagen allen Sünden, daß wir hier schon Ruhe finden. 4. Zeuch unsre Herzen ganz zu dir. Hilf, daß vor allen Dingen Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 128 wir nach deinem Reiche trachten. Mach' uns von allen Sünden rein und flöß' uns Muth und Eifer ein, das Gitle zu verachten. Jede Unart hilf uns meiden und mit Freuden unser Leben deinem Dienste ganz ergeben. 5. Sei unser Schutz und unser Hort, und tröst' uns durch dein heilsam Wort, wenn hier uns Trübfal dränget. Nur da ist Wonne, wo du bist; die Freude, die man hier genießt, ist noch mit Leid vermenget. Von dir kommt hier Trost in Herzen; laß in Schmerzen uns schon offen deinen Himmel sehn, und hoffen. 6. Du bist uns Sterblichen zugut, nach theuer hier vergoßnem Blut, zur Freude eingegangen. Zeuch, Jesu, zeuch auch uns dir nach, daß wir nach kurzem Ungemach zur Freude auch gelangen. Dafür soll dir von uns allen Dank erschallen. Ohn' Aufhören wollen wir dich, Heiland, ehren. 263. Mel. Erschienen ist der herrl. 2c. Auf, Christen, auf, und freuet euch! Der Herr fährt auf zu sei nem Neich', er triumphirt. Lobfinget ihm, lobsinget ihm mit lauter Stimm', lobsinget ihm! 2. Sein Wert auf Erden ist vollbracht: zerstört hat er des Todes Macht, er hat die Welt mit Gott versöhnt, und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. Lobsinget ihm! 3. Weit, über alle Himmel weit, geht seine Macht und Herrlichkeit. Shm dienen selbst die Seraphim. Lobsinget ihm mit lauter Stimm', lobsinget ihm! 6. Ja, Heiland, wir erheben dich; und unsre Herzen freuen sich der Herrlichkeit und Majestät, wozu dich Gott, dein Gott, erhöht. Gelobt seist du! 7. Wohl nun auch uns: denn, Herr, bei dir steht Kraft und Macht; und dein sind wir. Nimmst du dich hilfreich unsrer an: was ist, das uns gebrechen kann? Gelobt seist du! 8. In deiner Hand ist unser Heil. Wer an dich glaubt, dem giebst du Theil am Segen, den du uns erwarbst, da du für uns am Kreuze starbst. Gelobt seist du! 9. Wir freuen uns, nach dieser Zeit bei dir zu sein in Ewigkeit. Nach treuvollbrachtem GlaubensLauf nimmst du uns in den Himmel auf. Gelobt seist du! 4. Sein sind die Völker aller Welt. Er herrscht mit Macht und Gnad', als Held; er herrscht, bis unter seinem Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. Lobsinget ihm! 5. Beschirmer seiner Christenheit ist er in alle Ewigkeit. Er ist ihr Haupt. Lobsinget ihm, lobfinget ihm mit froher Stimm', lobsinget ihm! 10. zeuch uns immer mehr zu dir, hilf uns mit eifrigster Begier nur suchen das, was droben ist, wo du, verklärter Heiland, bist. Erhör uns, Herr! 11. Dein Eingang in die Herrlichkeit stårk' uns, in unsrer Uebungszeit nur dir zu leben, dir zu traun, bis wir verklärt dein Antlig schaun. Erhör' uns, Herr! 12. Dann werden wir uns ewig dein, du größter Menschenfreund, erfreun; dann singen wir von dei nem Ruhm ein neues Lied im Heiligthum. Gelobt seist du! 264. Mel. Erschienen ist der herrl. 2c. Wir freuen uns, Herr Jesu Chrift, daß du erhöht gen Himmel bist. O du, den unser Loblied preist, stårk' auch im Glauben unsern Geist, der auf dich hofft! 2. Du sigest auf der Himmel Thron, als unser Freund, als Menschensohn; du schämst auch da dich unsrer nicht. Drum bist du unsre Zuversicht in Ewigkeit. 3. Dein ist die Macht, dein ist das Reich. Wer ist an Majestát dir gleich? Mensch, Engel, fede Kreatur ist dein, Beherrscher der Natur, und preiset dich. Himmelfahrt Jesu. 4. Umsonst, umsonst empören sich, Herr, deine Hasser wider dich; dein Thron steht fest, und wanket nicht, wenn gleich der Frevler widerspricht. Gelobt seist du! 5. Du, unser triumphirend Haupt, wie selig ist, wer an dich glaubt! Du bist sein Licht, sein Trost, sein Theil, sein starker Schuß, sein ew'ges Heil. Gelobt seist du! 6. Herr, unsre Herzen traun auf dich, bein freuet unsre Seele sich. Du, der du huldreich an uns denkst, und gern uns deinen Segen schenkst, bist unser Trost. 7. Was uns beglückt, ist dir be kannt, und Alles ist in deiner Hand. Von keinem deiner Freunde fern, bemerkst du ihn und hilfst ihm gern, Erbarmender! 8. Blick' uns auch an mit Freundlichkeit vom Throne deiner Herrlichkeit. Hilf unserm schwachen Glauben auf, frön' unsern ganzen Lebenslauf mit deinem Heil. 9. Gen Himmel fuhrst du auf als Held; als Herr und Richter aller Welt wird dich dereinst der Erdkreis sehn. Hilf, daß wir dann vor die bestehn und dein uns freun. 10. Dann triumphirt der Glaub' an dich, dann jauchzen wir dir ewiglich. Hilf uns dazu, Herr Jesu Christ! Dir, der zur Rechten Gottes ist, sei ewig Preis! 265. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Der Herr schwingt sich mit Glanz und Pracht zu fernen Welten hin; zum größern Schauplaß seiner Macht begleiten Engel ihn. 2.& r, den man hier verkannt, verschmäht, herrscht, weil ihn Gott erhob, mit göttlich großer Majeståt; ihm jauchzt des Himmels Lob. 3. Er hat die Welt mit Gott versöhnt, uns ew'ges Heil gebracht; mit Preis hat ihn nun Gott gekrönt, und sein ist alle Macht. 4. Verehr' ihn ewig, o mein Geist und bet' ihn dankbar an: er, 129 der den Weg zu Gott dir weist, ging diesen Weg voran. 5. Auch dich will er zu sich erhöhn, bleibt ihm dein Herz geweiht; zur Wonne dir sollst du ihn sehn in seiner Herrlichkeit. 6. Welch hohes Glück, wie viel mehr werth als alles Erdenglück. Nun zag' ich, was mich auch beschwert, nicht einen Augenblick. 7. Ginst öffnet mir sein Himmel sich, dann ist mein Leid entflohn und ew'ge Wonne strömt auf mich von meines Jesu Thron. 8. Erlöser, dir sei Preis und Dank für dieser Hoffnung Werth! Dir weih' ich höhern Lobgesang, wenn mich dein Ärm verklärt. 266. Mel. Ermuntre dich, mein 2c. Du Lebensfürst, Herr Jesu Christ, der du nach langen Leiden gen Him mel aufgenommen bist zum Siz der reinsten Freuden, wer sollte sich nicht deiner freun, nicht dir von Herzen folgsam sein, dir, der zum ew'gen Leben auch uns einst will erheben! 2. Du hast durch deine Himmelfahrt uns ew'gen Trost bereitet, hast uns den Weg geoffenbart, der uns zum Vater leitet. Und weil du nun, Herr Jesu Christ, stets in des Himmels Wonne bist: so werden deine Frommen gewiß auch dahin kommen. 3. Hilf uns nur, unser bestes Theil und unser wahres Leben da suchen, wo du volles Heil wirst Gottes Kindern geben. Was unvergånglich, ewig ist, mach' uns recht werth, Herr Jesu Christ, weil bleibend Glück auf Erden nicht kann gefunden werden. 4. Zeuch uns dir nach, so laufen wir; stårk' unsers Glaubens Kräfte; führ' uns durch deinen Geist schon hier zum himmlischen Geschäfte. So führst du mich auch einst dahin, wo ich ohn' Ende fröhlich bin und dich, dem ich hier trane, zu meiner Freude schaue. 9 Werke und Wohlthaten Jesu Chrifti. 267. Mel. Christus ist erstanden 2c. Christ fuhr gen Himmel. Wen sandt' er uns hernieder? Den Trdster, den heiligen Geist, zum Troste Sendung des 268. Mel. Komm, heiliger Geist 2c. Tag der Erleuchtung, uns gebracht, Tag, den uns unser Gott gemacht, mit Inbrunst sei von allen Zungen zu Gottes ew'gem Preis besungen. Die Erde lag, von Nacht umhüllt, mit Wahn und Gößendienst erfüllt. Du hast den dicken Finsternissen nach langer Nacht die Erd' entrissen. Gelobt fei Gott, gelobt sei Gott! 130 2. Singt Jesu Dank! Er ward erhöht auf Gottes Thron voll Majestát. Nun segnet gnädig seine Jünger der triumphirende Vollbringer. Er sendet den verheißnen Geist der Schar der Zeugen, die ihn preist. Sie sterben froh für seine Lehre, daß sich der Erdkreis zu ihm fehre. Gelobt sei Gott, geLobt sei Gott! heiligen Geistes. nennen. Gelobt sei Gott, gelobt sei Gott! 5. Auch uns hat dieses Segens Kraft zu der beglückten Bürgerschaft in Jesu großes Reich geführet. Wir preisen laut, von Dank gerühret. Herr, laß uns Alle würdig sein, uns dieses hohen Glücks zu freun; laß deines Geistes milde Gaben auch uns in reicher Fülle haben! Preis sei dir, Herr, Preis sei dir, Herr. 3. Gesandt von Jesu, gehn sie gern und sammeln überall dem Herrn, selbst aus Verfolgern, neue Jünger. Das, wahrlich, das ist Gottes Finger! Umsonst bestürmt fie Grimm und Spott; sie siegen dennoch, stark durch Gott, trotz alles Drohns, trotz alles Spottes, und wirken große Thaten Gottes. Gelobt sei Gott, gelobt sei Gott! seiner Christenheit. Herr, sei uns gnådig! der 4. Der Herr mit euch, Herr mit euch! Ihr bauet ihm sein weites Reich. Nun herrscht der Herr auch unter Heiden, und Völker dienen ihm mit Freuden. Nun lernt die Welt, erhellt und frei vom Joche der Abgötterei, den lang verkannten Schöpfer kennen, ja ihn durch Christum Vater 2. Gelobt sei Gott!:,::: Deß solln wir alle froh sein, denn unſer Trost will Christus sein: Herr, sei uns gnädig! 269. Mel. Nun bitten wir den 2c. Du, Geist des Vaters, Geist des Sohns, einer Macht mit Beiden, eines Throns, Geist, den Jesu Gnade zu uns sendet, der den Glauben anfängt und vollendet, ach hilf uns, Herr! 2. Du Geist der Gnade, Geist voll Kraft, mach' uns gläubig, mach'uns tugendhaft. Wirk' in unsern Seelen gute Triebe, schenk' uns Demuth, Sanftmuth, Keuschheit, Liebe. Ach hilf uns, Herr! 3. Zeig' uns den Sohn, daß wir durch ihn dem Gerichte, das uns droht, entfliehn. Lehr' uns seine Liebe recht erkennen und ihn unsern Herrn und Heiland nennen. Ach hilf uns, Herr! 4. Sei, wo wir wandeln, hülfreich, sei unser Führer, steh' uns Schwachen bei! O gieb, daß die Sünder sich bekehren, daß wir Alle thun nach Jesu Lehren. Ach hilf uns, Herr! 5. Erhalt' uns Jesu Lehre rein, Laß uns seines Wortes Thater sein, schenk' uns treue Hirten, Sendung des heiligen Geistes. daß die Heerde, Jesu Heerde, nie 5. Vereine deine Christenheit verführet werde. Ach hilfuns, Herr! 6. Verlaß uns, höchster Tröster, nicht, trost', ach tröst' uns, wenn uns Trost gebricht! Laß uns Jesu Gnade Freude geben, führ' einst, wenn wir sterben, uns zum Leben. Ach hilf uns, Herr! 7. Komm, Geist des Herrn, in unser Herz, zeuch es zu dir, zeuch es himmelwärts; laß uns alles Gitle nicht mehr achten, nach dem Reiche Gottes Lehr' uns trachten. Ach hilf uns, Herr! 8. Gieb, Geist des Friedens, Einigkeit. Christi Glieder trenne nie ein Streit. Gieb, daß Fried' und Liebe stets sich küssen, und laß die Verfolgten Schuß genießen. Ach hilf uns, Herr. 9. Sei unser Schirm zur Zeit der Noth, wende von uns, was Verderben droht. Steh' in schweren Kämpfen uns zur Seite, daß, wer kämpfet, auch stets siegreich streite. Ach hilf uns, Herr! 10. Laß, Geist der Heiligung, uns rein, deine Tempel, Gottes Tempel sein, daß wir weise, heilig schon auf Erden, ruhig, fröhlich und dann selig werden. Ach hilf uns, Herr! 270. Komm, Gott, Schöpfer, komm, heiliger Geist, schaff' deiner Men schen Herzen neu; du kennest dein Geschöpf und weißt, wie Jeglichem zu helfen sei. 2. Du Geist der Weisheit, leite du uns zu der Wahl des besten Theils. Dem Himmel führ' uns Alle zu, du Führer auf der Bahn des Heils. 3. Uns strahle deiner Wahrheit Licht, gieb wahre Lieb' in unser Herz, zum Bater frohe Zuversicht, zur Lugend Kraft, und Trost im 131 Schmerz. 4. Des Lebens Wort, das Gottes Sohn vom Himmel uns herabge. bracht, das leuchte jeder Nation durch deiner Leitung sanfte Macht. durch deines Friedens festes Band; lenk' ihr Gemüth schon in der Zeit stets auf das beßre Vaterland. 6. Gott, unsern Gott, und Jesum Christ, recht kennen, dieses ist der Quell, aus welchem ew'ges Leben fließt; mach' diese Kenntniß in uns hell. 7. Lob sei dem Vater, Lob dem Sohn, Lob dir, o Trister, Gottes Geist! Einst fingen wir vor deinem Thron' ein Lied, das würdiger dich preist. 271. Komm, heiliger Geist, Herr und Gott, erfüll' mit deiner Gnade Gut deiner Gläubigen Herz, Muth und Sinn, dein' brünstig' Lieb' entzünd' in ihn'n. D Herr, durch deines Lichtes Glanz zu dem Glauben versammelt hast das Volk aus aller Welt Zungen. Das sei dir, Herr, zu Lob gesungen! Halleluja! 2. Du heiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort, und lehr' uns Gott recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen. Herr, behüt' vor fremder Lehr', daß wir nicht Meister suchen mehr, denn Jesum Christ mit rechtem Glauben, und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Halleluja! 3. Du heilige Brunst, süßer Trost, nun hilf uns fröhlich und getroft in deinem Dienst beständig bleiben, die Trübsal uns nicht abtreiben. Herr, durch dein' Kraft uns bereit' und stärk' des Fleisches Blddigkeit, daß wir hier ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir bringen. Halleluja! 272. Mel. Komm, heiliger Getst zc. Gott, heiliger Geist, Schöpfer, Herr, erfüll' uns, o Barmherziger! Wir wollen unser Herz dir geben; o lehre, heilig uns leben! Rüft' uns mit Stärke, Muth und Kraft, du, der das Gute in uns schafft, 9* 132 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. daß nicht die Lockungen der Sün- verheißt, daß er uns behüte vor den uns, Christi Jünger, überwin falscher Lehre, Alle, die im Irrden. Wir traun auf dich, wir thum sind, bekehre. Erbarm' dich, traun auf dich! Herr! 2. Du heiliges Licht, starker Hort, laß uns der Wahrheit helles Wort auf dieses Lebens Pfade leiten, daß unsre Füße nicht gleiten. Treib fern von uns des Irrthums Nacht, laß siegen deiner Wahrheit Macht, daß Jesus Christ der ganzen Erde bekannt und angebetet werde. D hilf dazu, o hilf dazu! 2. Du Geist der Weisheit und der Kraft, mach' uns durch dein Wort auch tugendhaft; hilf uns, fest ihm glauben, dem treuen Heiland, der uns bringen will zum rechten Vaterland. Erbarm' dich, Herr! 3. Du Geist der Lieb' und Ginigkeit, mach' uns allesammt dazu bereit, daß wir uns von Herzen einander lieben, gern verzeihen, und uns nie betrüben. Erbarm' dich, Herr! 3. Laß, freudiger Geist, voll Vertraun in Noth auf deine Hülf' uns schaun. Lehr' uns, wenn wir zum Vater treten, mit froher Zuversicht beten. Mach' uns durch deine Kraft bereit zum Sterben und zur Ewigkeit, daß wir mit frohem Muthe ringen und durch den Tod ins Leben dringen. Erhöre uns, erhöre uns! 4. Du höchster Trost in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Grab noch Tod, laß, wenn wir einst sterben, uns nicht verzagen, sondern mach' uns frei von allen Plagen. Erbarm' dich, Herr! 273. Nun bitten wir den heil'gen Geist um den rechten Glauben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heimfahren aus diesem Elende. Kyrie, eleison! 2. Du werthes Licht, gieb uns deinen Schein, lehr' uns Jesum Christum erkennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zu dem rechten Vaterland. Kyrie, eleison! 3. Du süße Liebe, schenk' uns deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunst, daß wir uns von Herzen einander lieben, und im Friede auf einem Sinne bleiben. Kyrie, eleison! 4. Du höchster Tröster in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Schand' noch Tod, daß in uns die Sinne nicht verzagen, wenn der Feind wird das Leben verklagen. Kyrie, eleison! Wir bitten Gott, den heil'gen Geist welchen Jesus Christus uns 274. Mel. Wie schön leuchtet der 2. heil'ger Geist, kehr' bei uns ein und laß uns deine Wohnung sein, komm, Beistand unsrer Seelen! Laß deiner Wahrheit hellen Schein in unsern Herzen kräftig sein, das Gute nur zu wählen, daß wir in dir recht zu leben uns bestreben, und mit Beten oft deshalben vor dich treten. 2. Du Quell, woraus die Weißheit fließt, die uns zum Heil so nöthig ist, o schenke sie uns Allen; und laß die ganze Christenheit in rechter Glaubenseinigkeit nur ihre Pfade wallen. Weisheit, Weisheit gieb uns Allen: Gott gefallen keine Seelen, die nicht ihre Pfade wählen. 3. Steh' uns stets bei mit deinem Rath, und führ' uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen; gieb uns Beständigkeit, daß wir getreu dir folgen, wenn wir hier auch darum leiden müssen. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. Sendung des heiligen Geistes. 133 4. Laß uns empfinden deine Kraft sei, und mir erwünschte Hülfe zum Kampf mit jeder Leidenschaft, leiste; Gott, stehe mir aus Gnaden badurch gestärkt zu werden und bei und gieb mir einen solchen Geist, unter deinem macht'gen Schuß be- der neu, gewiß und willig heißt. fiegen aller Feinde Truß in jedem Kampf auf Erden. Neue Treue gieb uns Schwachen; du kannst machen, daß wir siegen und im Kampf nie unterliegen. 5. Erhalte bei uns immerfort den Glauben an dein göttlich Wort; nichts müss' uns von ihm trennen. Gieb, daß wir ihn von Herzensgrund, mit Thaten mehr als mit dem Mund, vor aller Welt bekennen. Dein Wort, dein Wort stets zu lieben und zu üben, mach' uns tüchtig, Jesu Heil uns werth und wichtig. 6. Du Geist des Friedens, senke dich in unsre Seelen kraftiglich, und schenk' uns deine Liebe, daß unser Herz ergeben sei dem Nächsten stets mit Lieb' und Treu', und sich darinnen übe. Kein Neid, kein Streit uns betrübe: Fried' und Liebe wollst du geben, daß wir froh und ruhig leben. 7. Gieb, daß in wahrer Heiligfeit wir führen unsre Lebenszeit, sei unsers Geistes Stärke. Laß uns ftets bleiben unbewußt die Eitelkeit, die Sündenluft und ihre bösen Werke. Rühre, führe unsre Sinnen und Beginnen hier auf Erden, daß wir Himmelserben werden. 275. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. großer Gott, du reines Wesen, der du die reinen Herzen dir, zu deiner Wohnung auserlesen, ach schaff' ein reines Herz in mir; ein Herz, das von der argen Welt sich rein und unbefleckt behält! 2. Vor Allem mache mein Gemüthe durch ungefärbte Buße rein, und laß es, Herr, durch deine Güte und Christi Blut gewaschen sein. Dann mache mich zur Reinigkeit des Lebens fertig und bereit. 3. Regiere mich mit deinem Geiste, der mein getreuer Beistand 4. Doch weil ich meine Schwachheit merke, mein Vater, so verwirf mich nicht, und stoß mich, wegen meiner Werke, ja nicht von deinem Angesicht; laß mich hier in der Gnade stehn, und dort in deinen Himmel gehn. 5. Nimm deinen Geist, den Geist der Liebe, ja nun und nimmermehr von mir, und leite mich durch seine Triebe, durch seinen Beistand für und für. So führe du mich durch die Zeit hin zu der reinen Ewigkeit! 276. Mel. Von Gott will ich nicht zc. Zeuch ein zu deinen Thoren, Geist Gottes, wohn' in mir, der du, da ich geboren, mich neu geboren dir, o hochgelobter Geist des Vaters und des Sohnes, mit Beiden gleiches Thrones, mit Beiden gleich gepreist! 2. Zeuch ein, laß mich empfinden und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hülf' und Errettung schafft. Ach heil'ge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir Ehr' und Dienste leiste, die ich dir schuldig bin! 3. Ich glich dem wilden Neben; durch dich genieß' auch ich des rechten Weinstocks Leben, in ihn verpflanzt durch dich. Gieb, was der Vater sucht, daß ich zum Grntetage die Frucht des Glaubens trage, der guten Werke Frucht. 4. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll. Das Beten wird erhöret, und macht uns segensvoll, es steiget himmelan, es steigt hinan zum Throne, zu dem, der in dem Sohne uns Ällen helfen kann. 5. Du bist ein Geist der Freuden und Trauern liebst du nicht: so leuchte mir in Leiden auch dei Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 134 nes Trostes Licht. Ach nimm dich meiner an! Du hast in deinem Worte mir selbst die enge Pforte des Lebens aufgethan. 6. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Ginigkeit, willst nicht, daß uns betrübe Zorn, Zank, Haß, Neid und Streit: laß allen Streit uns fliehn und Rach' und Zorn verdammen; von deiner Liebe Flammen laß Aller Herzen glühn. 7. Du, Herr, hast selbst in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlgefällt: so gieb doch deine Gnad' zum Fried' und Liebesbanden, verknüpf' in allen Landen, was sich getrennet hat. 8. Erhebe dich und steure dem Herzeleid auf Erd', bring' wieder und erneure die Wohlfahrt deiner Heerd'. Laß blühn durch deine Hut die Länder, so verheeret, die Kirchen, so zerstöret durch Krieg und Feuersgluth. 9. Beschirm' die Polizeien, bau' unsers Fürsten Thron, daß er und wir gedeihen, schmück', als mit einer Kron', die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugerd, mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Land. 10. Erfülle die Gemüther mit reiner Glaubenszier, die Häuser und die Güter mit Segen für und für. Vertreib' den bösen Geist, der dir sich widersetzet und das, was dich ergezet, aus unsern Herzen reißt. 11. Richt' unser ganzes Leben nach deinem heil'gen Sinn. Und wenn wir's sollen geben ins Todes Staub dahin, wenn's mit uns hier wird aus: so hilf uns fröhlich sterben und nach dem Tod' ererben des ew'gen Lebens Haus. 277. Mel. Herr, auf dich will ich zc. Geist vom Vater und vom Sohne, der du unser Tröster bist und von unsers Gottes Throne hülfreich auf uns Schwache siehst, stehe du mir mächtig bei, daß ich Gott ergeben sei, daß mein ganzes Thun auf Erden möge Gott gefällig werden. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir sein; wenn ich bange Zweifel hege, deine Lenke Wahrheit mich erfreun. kräftig meinen Sinn auf mein wahres Wohlsein hin. Lehrst du mich, was recht ist, wählen: werd' ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über Alles treu meinen Gott und Vater liebe, daß mir nichts so wichtig sei, als in seiner Huld zu stehn. Seinen Namen zu erhöhn, seinen Willen zu vollbringen, müsse mir durch dich gelingen. 4. Stärke mich, wenn zu der Sünde mein Gemüth versuchet wird, daß sie mich nicht überwinde. Hab' ich irgend mich verirrt, o so strafe selbst mein Herz, daß ich unter Reu' und Schmerz mich vor Gott darüber beuge und den Sinn zur Beßrung neige. 5. Reize mich mit Flehn und Beten, wenn mir Hülfe nöthig ist, zu dem Gnadenstuhl zu treten; gieb, daß ich auf Jesum Christ, als auf meinen Mittler, schau' und auf ihn die Hoffnung bau', Gnad' um Gnad' auf mein Verlangen von dem Vater zu empfangen. 6. Stehe mir in allen Leiden stets mit deinem Troste bei, daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam sei. Gieb mir ein gelaßnes Herz; laß mich selbst im Todesschmerz deines Trostes Kraft empfinden, Alles glücklich überwinden. 278. Mel. Vor deinen Thron tret' 2c. Anbetung sei vir, Gott, gebracht! Du haft uns diesen Tag gemacht. Dich preise, wer durch Jesum Christ erleuchtet und geheiligt ist. Sendung des heiligen Geistes. 135 2. Der Erdkreis lag in Nacht freudig vor ihn treten, steh' uns verhüllt, mit Wahn und Gößen- bei und verleih', daß wir gläubig dienst erfüllt; da kam von deinem beten. Angesicht dein Geist, mit ihm der Wahrheit Licht. 3. Auf Jesu Boten ließ er sich herab mit Segen sichtbarlich. In fremden Sprachen that ihr Mund, Gott, deine großen Thaten kund. 4. Von ihm gestärkt gehn sie nun gern und sammeln Junger ihrem Herrn. Vom Aufgang bis zum Niedergang wird Alles Licht und Lobgesang. 5. Umsonst bestürmt ste Grimm und Spott; sie siegen, stark durch ihn, o Gott. Ihr Schuß ist Jesus, und ihr Ruhm sein theures Evangelium. 6. Und ihrer Predigt froher Schall erfüllt den Erdkreis überall; und selbst die fernste Nation kennt dich und Jesum, deinen Sohn. 7. Noch dauert dieser Segen fort, noch siegt, o Ewiger, dein Wort; und daß wir glauben, danken wir dem Glanze jenes Lichts von dir. 8. Erhalt' uns deiner Wahrheit treu, mach' uns von Sünd' und Irrthum frei; dein Geist treib' uns zum Guten an und leit' uns auf der Tugendbahn. 9. Bis wir dereinst im hellern Licht von Angesicht zu Angesicht dich schaun, und in des Himmels Höh'n durch dich auch uns verherrlicht sehn. 3. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen; gieb uns Muth, Fleisch und Blut, Sünd' und Welt zu dämpfen; laß uns Trubsal, Kreuz und Leiden, Angst und Noth, Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden. 2. Geist der Weisheit, gieb uns Allen durch dein Licht Unterricht, wie wir Gott gefallen, lehr' une 4. Hilf uns nach dem Besten streben; schenk' uns Kraft, tugendhaft und gerecht zu leben; gieb. daß wir nie stille sichen, treib' uns an, froh die Bahn, die du zeigst, zu gehen. 5. Sei in Schwachheit unsre Stüße, steh' uns bei, mach' uns treu, in der Prüfungshize, und bei dieses Lebens Leiden schenke du Seelenruh' und der Hoffnung Freuden. 280. Mel. Nun sich der Tag geendet 2c. Nicht um ein flüchtig Gut der Zeit; ich sleh' um deinen Geist, Gott, den zu meiner Seligkeit dein theures Wort verheißt. 2. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, o Vater, lehr' er mich; die Weisheit, die das Herz entflammt zur Liebe gegen dich. 3. Dich lieben, Gott, ist Selig. keit; gern thun, was dir gefällt, wirkt edlere Zufriedenheit als alleś Glück der Welt. 279. Mel. Warum sollt' ich mich zc. Höchster Tröster, komm hernie, daß du mir gnädig ſeiſt. der, Geist des Herrn, sei nicht 5. Er leite mich zur Wahrheit sern, stärke Jesu Glieder! Der, der nie sein Wort gebrochen, Jesus, hat deinen Rath seinem Volk versprochen. hin, zur Tugend stärk' er mich, weise, wenn ich traurig bin, auch mir als Tröster sich. 4. Alsdann hab' ich Vertraun zu dir; dann schenket selbst dein Geist das freudige Bewußtsein mir, 6. Er schaff' in mir ein reines Herz, versiegle deine Huld, und er bewaffne mich im Schmerz mit Muth und mit Geduld. Werke und Wohlthaten Jesu Christi. Leben Jesu im Himmel, seine Herrschaft über Alles, und insbesondere über seine Gemeine auf Erden. 136 281. Mel Jesu Leiden, Pein und Tod 2c. Jesus Christus, Gottes Sohn, kam zu uns auf Erden von des Himmels ew'gem Thron, unser Heil zu werden. Er, er ward ein Mensch, wie wir; schwerer Leiden Bürden übernahm er willig hier, daß wir selig würden. 2. Nun herrscht er voll Majeståt nach vollbrachten Leiden als der Herr, von Gott erhöht, und regiert mit Freuden weisheitsvoll das große Reich, das ihm Gott gegeben. Fromme sollen, Engeln gleich, mit ihm ewig leben. 3. Ehrfurcht und Gehorsam soll ihm der Mensch bezeigen; Aller Knie sich demuthsvoll vor dem Mittler beugen; froh soll jede Nation und mit Dank bekennen: er, des Allerhöchsten Sohn, sei der Herr zu nennen. 4. Wer den Sohn ehrt, ehrt zugleich Gott, durch den wir leben. Ist des Vaters Macht und Reich ihm nicht übergeben? Wer zu Jesu, Herr, Herr, spricht, und doch Böses übet, kennt ihn und den Vater nicht, der nur Fromme liebet. 5. Ewig liebe dich mein Herz, göttlicher Erbarmer; denn durch deinen Todesschmerz leb' und sieg' ich Armer. Du kennst, treuer Menschenfreund, unsre Leidensstunden, und, wie ein Verlaßner weint, hast du selbst empfunden. 6. Du, den in der Niedrigkeit Noth und Angst umgaben, kannst nun in der Herrlichkeit Mitleid mit uns haben. Jene Seelenangst, die du haft für uns ertragen, ist die Quelle unsrer Ruh', lindert unsre Plagen. Seelen Licht, unsern Herzen Leben, daß wir, schreckt uns dein Gericht, nicht als Sünder beben. 8. Du kannst zur Unsterblichkeit Wenn aus dem Staub erhöhen. dein Allmachtswink gebeut, muß die Nacht vergehen. wie weicht da alles Leid, wo du gnädig wohnest und mit Muth und Freudigkeit Gläubige belohnest! 9. Jesu, weiche nicht von mir; reiche mir die Hände, daß auch ich den Weg zu dir einst beglückt vollende. Laß, weil ich auf Erden bin und mit Noth umgeben, deinen liebevollen Sinn meinen Geist beleben. 10. Lehr' einst in der Todesnacht, wenn die Augen brechen, mich dein Wort: Es ist vollbracht! auch mit Freuden sprechen. Hilf, daß ich mein Vaterland dann im Geist erblicke und mich in des Vaters Hand ew'ge Wonn' erquicke. 7. Wenn Gebet und Angstgeschrei zu dem Himmel bringen, eilst du mitleidsvoll herbei, Hilfft den Sieg erringen, schenkest unsern 282. Mel. Erschienen ist der herrl. 2c. Der du zu Gott erhöhet bist, und mit ihm herrschest, Jesu Chrift, o Gott mit uns, dir danken wir; stärk' uns mit Heil und Kraft von dir! Gelobt sei Gott! 2. Daß unser Heiland, Gottes Sohn, erhoben auf des Vaters Thron für uns, o Bater, sorgt, das preist der Frommen dankerfüllter Geist. Gelobt sei Gott! 3. Ihm sind die Himmel unterthan, ihn beten selbst die Engel an; er lebt und herrscht dem Vater gleich, und hat, wie er, ein ewig Reich. Gelobt sei er! 4. Er hat der Sünder Heil voll. bracht: denn er bezwang der Sünde Macht, bezwang den Tod, und uns beschützt er, der zur Rechten Gottes sigt. Gelobt sei er! Leben Jesu im Himmel und Herrschaft über Alles. 137 Stimme Jesu Christi scholl vom Kreuz: Es ist vollbracht! 5. Er hat gestegt; wir siegen mit. Wer will verdammen? er vertritt. Es klage, wer nur will, uns an: er nimmt sich seiner Brüder an. Gelobt sei er! 4. Die Stimme schallet durch die Welt zu jeder Nation, une jeder Gößentempel fällt und jeder Götterthron! 5. Die Stimme Jesu geht mit Macht; der Sünder hört und Er hört: es sei sein Heil bebt! vollbracht; er hört's, und glaubt, und lebt! 6. Die Stimme Jesu ladet euch, ihr, die ihr elend seid, zu sich in seiner Wahrheit Reich, belehrt euch und erfreut. 6. Er selbst ist unser höchstes Gut: denn er erwarb uns durch sein Blut das Leben selbst, und gab den Geist, der uns zum Leben unterweist. Gelobt sei er! 7. Wohl dem, der nur auf ihn vertraut, sein Heil auf diesen Felsen baut! Sünde, wir entsagen dir, dem Herrn des Himmels die nen wir. Gelobt sei er! 8.& r leitet uns; und unser ist dein Reich, dein Himmel, Jesu Christ. Dann werden, durch den Glauben dein, wir deines Ruhms uns ewig freun. Gelobt seist du! 9. Du hast die Menschen nicht verschmäht, hast uns erlöst, und bist erhöht. Erhöre nun auf deinem Thron' uns, deine Brüder, Gottes Sohn! Erhör' uns, Gott! 10. Erhalt' uns deine Lehre, gieb zu allem Guten Kraft und Trieb, gieb in Versuchung Sicherheit, im Leiden Muth und Festigkeit. Erhör' uns, Gott! 11. Herr, nimm uns an, wenn du Gericht zu halten kommst, verstoß uns nicht. Laß uns zu deiner Rechten stehn und deine Herrlichkeit uns sehn. Erhör' uns, Gott! 12. Dann fürchten wir den Tod nicht mehr, und fauchzen, wie der Engel Heer, daß du, der Herr, Herr Jesu Christ, daß du so hoch erhoben bist. Gelobt sei Gott! 283. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Lobsingt, ihr Völker, preist den Sohn, bringt Ehr' und Ruhm ihm her; fallt nieder, kniet vor seinen Thron: denn er ist's würdig, er! 2. Den aller Engel Lobgesang, noch eh' ihr war't, erhob, dem jauchze, Menschen, euer Dank ein jubelvolles Lob! 3. Ihn soll der Sünder preisen, soll frohlocken seiner Macht! Die 7. Auf ihr gewaltiges Gebot, giebt, wenn er kommt, das Meer, das Grab, der Abgrund und der Tod die Todten Gottes her. 8. Sie donnert dann, ihr Sünder, euch tief in den Pfuhl hinab; euch, Fromme, rufet sie ins Reich, das ihm der Vater gab. 9. Ihm, ihm sei ewig Lob geweiht! Erlöfte, freuet euch! Von Ewigkeit zu Ewigkeit währt eures Königs Reich. 10. Ein voller Strom der Wonne fließt von seinem Throne her. Lobfingt dem König, würdig ist des frohsten Lobes er! 284. Mel. Schmücke dich, o liebe zc König, dem kein König gleichet, dessen Ruhm kein Lob erreichet, Ebenbild von Gottes Wesen, der zum Mittler uns erlesen, sich der Welt wollt' offenbaren als bas Bild des Unsichtbaren, dir gehört das Recht zum Throne, als dem Mittler, als dem Sohne. 2. Himmel, Erde, Luft und Meere, aller Kreaturen Heere müssen zu Gebot dir stehen; was du willst, das muß geschehen. Fluch und Segen, Tod und Leben, Alles ist dir übergeben, und vor deinem mächt'gen Schelten zittern Menschen, Engel, Welten. 3. In des Gnadenreiches Grenzen sieht man deine Siege glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich) 138 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. zu ihrem Haupt erwählen, die nach deiner Vorschrift leben, bir nur zu gefallen, streben, Alles gern für dich verlassen und, wie du, das Unrecht haffen. 4. In dem Reiche deiner Ehre fauchzen dir der Himmel Chöre; durch frohlockende Gesänge preist dich der Erlösten Menge, die befreit von Furcht und Grauen, dein verklärtes Antlig schauen. Und mit allen diesen Chören werden wir dich einst verehren. 5. Herr, in allen diesen Reichen ist dir Niemand zu vergleichen an dem Ueberfluß der Schäße, an der Ordnung der Gesetze, an der Unterthanen Menge, an der Herrschaft Macht und Långe, an Begnadigung der Freunde, an den Siegen über Feinde. 6. Herrsch' auch, Herr, in meinem Herzen über Zorn, Furcht, Luft und Schmerzen. Laß mich deinen Schuß genießen, auf mich deine Gnade fließen. Dich will ich im Glauben lieben und mich im Gehorsam üben, will mit kämpfen, will mit leiden, bis ich einst mit herrsch' in Freuden. 285. Mel. Jesu, der du meine Seele zc. Heiland, dessen wir uns trösten, der zur Rechten Gottes sitzt und als Mittler der Erlösten sie so gern beglückt und schüßt. Jesu, deiner Macht und Ehre fauchzen aller Engel Chöre; und in ihren Lobgefang stimmt auch deiner Frommen Dank. 2. Du, du kamst, uns zu erldsen; und das Opfer ist vollbracht, das von aller Schuld des Bösen uns befreit und selig macht. Seine Frucht uns zuzuwenden, steht nunmehr in deinen Händen. Ewig unser Haupt zu sein, gingst du in den Himmel ein. 3. Durch dich sollen wir empfangen, was zum Heil uns nothig ist; durch dich Gnad' um Gnad' erlangen, weil du nun im Himmel bist. Da regierst du, da vollendest du dein großes Werk und sendest deinen Geist auf die herab, die dir Gott zum Erbe gab. 4. Mächtig wirket deine Lehre: denn du giebst ihr Licht und Kraft. Sünder macht sie, dir zur Ehre, gläubig und gewissenhaft, lehrt sie, alle, alle Sünden ernstlich fliehn und überwinden, stärkt sie in dem Tugendlauf und hilft ihrer Schwachheit auf. 5. Huldreich sorgst du für die Deinen, du versäumst ihr Bestes nie, zählst die Thränen, die sie weinen, tristest und belohnest fie. Alle, welche treu dir bleiben und dein Werk mit Eifer treiben, führst du aus der Welt hinaus, hin in deines Vaters Haus. 6. Du entziehst dich auch den Armen, die noch unbekehrt sind, Weil dein Herz dir aus nicht. Erbarmen über ihrem Glend bricht, trågst du sie noch mit Verschonen und willst nach Verdienst nicht loh. nen, willst noch ihnen Helfer sein, und zur Beßrung Zeit verleihn. 7. So, Verherrlichter, regiereft du dein Erbe, bis du einst ganz dein großes Werk vollführest, wenn du zum Gericht erscheinst. Dentsaget allen Lüsten, kämpft, o kämpft mit Muth, ihr Christen, bis ihr seinem Thron' euch naht und des Kampfes Lohn empfaht! 8. Großer Mittler, sei erhoben! Weil wir leben, wollen wir dich mit Herz und Munde Loben, dir nur folgen, leben dir, stets auf deine Stimme hören, dir vertrauen, dich verehren, bis der ganz verklärte Geist dich mit allen Himmeln preist. 286. Mel. Lobt Gott, ihr Christen: c. Wir schauen, Herr der Herrlichkeit, zu deines Thrones Höh'n, vor dem, auf deinen Wink bereit, viel tausend Engel stehn. Leben Jesu im Himmel und Herrschaft über Alles. 139 2. Du gingst, als hier dein Werk glückt, belehrt, geheiligt und ervollbracht zum Heil der Menschen quickt. war, zurück zum Throne deiner Macht und herrschest immerdar. 3. Aus allen Völkern kommen sie mühselig und beladen, und suchen Nuh' und finden sie, und sind des Jochs entladen, weihn freudig sich dir, Gottes Sohn, und werden deiner Arbeit Lohn. 3. Dein Arm, der über Alles fiegt, ist überall uns nah'; und selbst das Tiefverborgne liegt vor dir stets offen da. 4. Du nahmst von deiner Herrlichkeit schon längst Besiz; nur wir, wir leben immer noch im Streit, und seufzen oft noch hier. 5. Doch darum fürchten wir uns nicht, weil deine Hand uns schützt. Du, unsre Kraft und unser Licht, bist unter uns noch ist. 6. Du stårkest unsers Glaubens Muth mit deiner Gegenwart. Wohl dem, der deinen Willen thut, und deiner gläubig harrt! 7. Wir preisen, Heiland, dank voll dich, der du so siegreich strittst, und Tod und Glend unter dich und unsre Füße trittst. 8. So setzen wir denn unverzagt hier unsre Wallfahrt fort: ein höher Lohn, du hast'st gesagt, erwartet einst uns dort. 9. Ja, Herr des Himmels, Jesu Christ, auf dich nur hoffen wir; wir suchen nur, was droben ist, und sind im Geist bei dir. 10. Bollenden wir einst unsern Lauf, so eil' uns beizustehn; nimm uns in deinen Himmel auf, dein volles Heil zu sehn. 287. Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. Mit Preis und Ruhm gekrönt, hast du dein großes Werk geen det, schaust auf dein Tagewerk mit Ruh': denn Alles ist vollendet, vollbracht der Kampf der Sterblichkeit und wieder dein die Herrlichkeit. 2. Du schaust herab und siehst den Lohn für deiner Leiden Menge. Schon sammeln zu dir, Gottes Sohn, im fröhlichen Gedränge sich Scharen, hoch durch dich be4. Gerettet sind, die sich verirrt, in Finsterniß verloren. Welch eine Schar von Kindern wird dir durch dein Wort geboren, wie auf der frischen Morgenau auf Blumen ungezählt der Thau! 5. Sie Alle selig, und durch dich, zur Wonne deinem Herzen, das nur für andre schlug und sich vergaß bei Qual und Schmerzen, gerettet Alle, leben dir; und unter ihnen, Herr, auch wir, 6. Auch wir! O schau von deinem Thron herab auf deine Kinder! Auch wir sind deines Schweißes Lohn, zwar sterblich noch, noch Sünder; doch, das ist unsre Zuversicht, einst sündenfrei, und sterblich nicht. 7. O daß, Beseliger, daß wir nie deine Huld verkennen, dich, unsern Heiland, niemals hier mit kaltem Herzen nennen! Ach Keiner von uns allen sei dir, seinem Retter, ungetreu! 8. Wie wird uns dann sein wenn zur Schar der Seligen er. hoben, auch wir uns drängen in die Schar, dich, unsern Herrn, zu loben, das Herz von reinerm Danke glüht, der Blick dich freudeweinend sieht! 9. Vollenden hilf auch uns den Lauf, das Tagewerk vollbringen und, ist's vollbracht, zu dir hinauf die Seele freudig dringen; dort, dort an deinem Gnadenthron auch finden guter Thaten Lohn. 288. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Die Erd' ist, Jesu Christe, dein, dein, wer auf Erden wohnet. Dein müsse sich der Himmel freun, Werke und Wohlthaten Jesu Chrifti. 140 dein, wer auf Erden wohnet! Du schufft, du rettetest die Welt, dein Arm regieret und erhält die Welt, die du beherrschest. 2. Wen nimmst du an, wen zählest du zum Volke der Erlösten? wem eignest du dein Leiden zu? wer darf sich deiner trösten? Der, der zu dir, o Heiland, sich bekehrt und gläubig wird und dich als seinen Herrn verehret; 3. Und wer, gereinigt durch dein Blut, unschuldig lebt; zu üben, was Gott will, strebet, und nicht thut, was böse Lüste lieben; wer fromm ist, wandelt, wie er glaubt, sich keine Missethat erlaubt, getren ber Gnade Gottes; 4. Wer, auch umringt mit Leiden, gern erfüllet dein Verlangen, der wird den Segen seines Herrn im vollen Maß empfangen; den machst du deiner Herrschaft werth, der ist dein Erbe, der gehört zum Volke der Erlösten. 5. Kommt, Sünder, fommt in Jesu Reich, kommt, eilt ihm zu begegnen, empfangt den König; er will euch vergeben, will euch segnen! Wer, fragt ihr, ist der Herr? Der Sohn. Der Himmel Himmel ist sein Thron; sein Fußtritt ist die Erde. 6. Kommt willig, willig in sein Reich; kommt, eilt, ihm zu begegnen, empfangt den König! er will euch mit seinem Himmel segnen. Wer, fragt ihr, dieser König sei? Der Sohn, der, seinem Worte treu, den Himmel giebt den Frommen. 289. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Jesu, Licht und Heil der Welt, der du in diesem Leben dein Wort, zur das Gottes Nath enthält, Richtschnur uns gegeben, du bist der Herr der Christenheit, die du in dieser Pilgerzeit dir aus den Menschen sammelst. 2. Sie willst du, als dein Gigenthum, zur wahren Weisheit leiten und durch dein Evangelium zur Seligkeit bereiten. Du bist, Herr, groß von Rath und That, und was dein Mund versprochen hat, wirst du gewiß erfüllen. 3. Du bist der Deinen Trost So viel nur an dich und Heil. glauben, die haben an dir Alle Theil, die wird kein Feind dir rauben. Von dir fließt Weisheit, Trost und Ruh' dem, der dir folgt, unfehlbar zu. Dein ist des Guten Fülle. 4. Mag doch die Menge immerhin auf deinen Ruf nicht hören, und Mancher, im verkehrten Sinn, sich wider dich empören: so fällt doch deine Kirche nie, du hältst und du beschüßest sie durch deines Geistes Gaben. 5. Dein ist das Reich, dein ist die Kraft; wer sollte dir nicht trauen? auf dich, der alles kann und schafft, nicht seine Hoffnung bauen? Dein Heil ist unser höchstes Gut; hilf, daß wir stets mit frohem Muth dich vor der Welt bekennen. 6. 3war kämpfen wir noch manchen Streit auch mit uns selbst auf Erden; doch werden zur Vollkommenheit auch wir erhoben werden. Dann endet sich der Deinen Müh', dann krönest und belohnst du sie ohn' End' mit Preis und Ehre. 7. Wir sehn dich dann in Majestät, und uns, gleich deinen Engeln, zu nie empfundnem Glück erhöht, befreit von allen Mängeln, frohlocken dir und preisen dich, daß deine Macht und Gnade sich so hoch an uns verherrlicht. 290. Mel. Herzliebster Jesu, was 2c. Ewig, o Jefu, wird dein Wort bestehen, und Erd' und Himmel werden eh' vergehen, eh' eine Macht das Reich, das du errichtet, jemals vernichtet. 2. Noch immer sammelst du dir auf der Erde Verehrer, daß dein Leben Jesu im Himmel und Herrschaft über Alles. 141 Reich vermehret werde, und läsfest sie den Frieden im Gewissen schon hier genießen. 3. Reizt blendende Versuchung fie zu Sünden, bist du ihr Beistand und hilfft überwinden. Nichts wird sie jemals deiner Hand entreißen: du hast's verheißen. 5. Wer rüstete mit Heldenmuth euch wider eure Leiden? wer lohnt euch nun für euer Blut mit unnennbaren Freuden? Ihr habt Gott vertraut; nun steht ihr und schaut auf dem Thron' im Licht den Gott von Angesicht, der durch sein Wort euch lehrte. 4. Wohl Allen denen, die dir, Jesu, trauen! Was sie dir glau ben, werden sie einst schauen, dich und die Freuden, womit du belohneft da, wo du thronest. 6. Auch wir, dein Volk, dein Eigenthum, und deiner Wahrheit Zeugen, Dein Wort schafft auch uns Sünder um; wie könnten wir's verschweigen! Unsre Hoffnung ist fest auf Jesum Christ. Gott, versöhnt mit dir, empfinden täglich wir des Glaubens Kraft und Wahrheit. 5. Dann schallen dankbar von der Deinen Menge dir, unserm Haupte, höh're Lobgesänge, wenn einst dein Volk, das hier dein Geist regieret, dort triumphiret. 291. Mel. Ein' feste Burg ist unser 2c. Der Spitter Heere rüsten sich, dein Zion zu zerstören, sie spotten unsrer, die wir dich und deine Wahrheit ehren. Bitter ist ihr Spott. Ach wann werden, Gott, die dein Wort so schmähn, das sie doch nicht verstehn, zu dir sich endlich sammeln! 2. Stolz fragen sie: warum doch wir auf Jesu Wort uns gründen? ob's auch gewiß sei, daß wir hier den Weg zum Leben finden? Möchten sie's doch sehn und es ganz verstehn, was für Weisheit ist im Worte Jesu Christ, und welche Gottesstärke. 3. schmeckt und seht die Freundlichkeit des unsichtbaren Gottes; ergreift mit uns die Seligkeit, und schämt euch eures Spottes; sehet, wie er liebt, und wie er vergiebt, wie er Besserung, den Weg der Heiligung die rohsten Sünder lehret! 4. Dieß zeugten fene Zeugen, Gott, voll Muth in Schmach und Banden; bezeugten es durch ihren Tod, was sie gewiß empfanden. Saat, die du gesät. Reif und fruchtbar steht längst die Ernte schon. Der Ernte Herr, dein Sohn, wird bald die Garben sammeln. 7. Durch eures Wandels Heiligkeit ehrt, Christen, diesen Glauben! Kein Spott kann euch die Seligkeit, kann euren Trost euch rauben. Durch des Wortes Kraft werdet tugendhaft, und dann lacht der Welt, die euch für Thoren hält. Gott wird es sehn und richten. 8. Wenn so der Spötter euer Licht ehrwürdig leuchten siehet, erfülle Scham sein Angesicht daß er die Wahrheit fliehet. Deines Wortes Glanz, Gott, erleucht' ihn ganz. Sehnsucht, fromm zu sein und deiner sich zu freun, erfülle seine Seele. 292. Mel Nun freut euch, lieben 2c. Die Feinde deines Kreuzes drohn, dein Reich, Herr, zu verwüsten; du aber, Mittler, Gottes Sohn, beschüßest deine Christen. Dein Thron bestehet ewiglich; vergeblich wird sich wider dich die ganze Hölle waffnen. 2. Dein Reich ist nicht von dies ser Welt, kein Werk von Menschenkindern: drum konnte feine Macht der Welt, Herr, seinen Fortgang hindern. Dir können deine Haffer nie dein Erbe rauben; selbst durch sie wird es vergrößert werden. Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 142 3. Weit wollst du deine Herrschaft noch in dieser Welt verbreiten, und unter deinem sanften Joch die Völker alle leiten! Vom Aufgang bis zum Niedergang bring' alle Welt dir Preis und Dank, und glaub' an deinen Namen. 4. Auch deine Feinde, die dich schmähn, die frevelnd sich empören, laß deiner Gnade Wunder sehn, daß sie sich noch bekehren. Lehr' sie mit uns gen Himmel schaun und unerschüttert im Vertraun auf deine Zukunft warten. 5. Uns, deine Christen, wolleft du fest in der Wahrheit gründen, daß wir durch sie heil, Trost und Ruh' für unsre Seele finden. Mach' unsers Glaubens uns gewiß; vor Irrthum und vor Finsterniß bewahr' uns, weil wir leben. 6. Ein reines Herz schaff' in uns, Herr, ein Herz nach deinem Willen, und lehre täglich fertiger uns dein Gesetz erfüllen: gehorsam deiner Vorschrift sein und dann uns deiner Gnade freun, sei unser Heil auf Erden. 7. So wird dein Volk dir unterthan, und lernt die Sünde meiden und du führst es auf ebner Bahn zu deines Reiches Freuden. Und Herrlich wird in dieser Zeit, noch herrlicher in Ewigkeit dein großer Name werden. 8. Voll Zuversicht erwarten dich, Beherrscher, deine Frommen. Des großen Tages freun sie sich, da du wirst wiederkommen. Den Sündern kommst du zum Gericht; uns segnet dann dein Angesicht mit Wonne der Gerechten. 293. Mel. Herzliebster Jesu, was 2c. Schüße die Deinen, die nach dir sich nennen und dich, o Jesu, vor der Welt bekennen. Laß deinen Händen, wie du selbst verheißen, nichts sie entreißen. 2. Laß deine Wahrheit rein verfündigt werden; mach' ihre Siege herrlicher auf Erden; gieb Muth und Weisheit denen, die sie lehren, dein Reich zu mehren. 3. Du hast noch niemals, Herr, dein Wort gebrochen; führe die Deinen, wie du selbst versprochen, führe sie endlich aus dem Kampf hienieden zum ew'gen Frieden. 4. Ewig, o Heiland, sei dein Nam' erhoben! Ewig frohlockend müsse dich einst loben, o du Beschirmer deiner schwachen Heerde, Himmel und Erde! 294. Mel. Ein' feste Burg ist unser 2c. Wenn Christus seine Kirche schüßt, so mag die Hölle wüthen. Er, der zur Rechten Gottes fizt, hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah; wenn er gebeut, steht's da. Er schüßet seinen Ruhm und hält das Christenthum; mag doch die Hölle wüthen! 2. Gott sieht die Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören: denn den Gesalbten, seinen Sohn, den wollen sie nicht ehren. Sie schämen sich des Worts des Heilands, unsers Horts, sein Kreuz ist selbst ihr Spott; doch ihrer lachet Gott, sie mögen sich empören! 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn; uns kann er sie nicht rauben; der Unchrist mag ihr widerstehn; wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Christ! Wer hier sein Junger ist, sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Drohn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß bedecken. Der Herr, der starke Gott, hält über sein Gebot, giebt uns Geduld in Noth, und Kraft und Muth im Tod; was will uns denn erschrecken? Leben Jesu im Himmel und Herrschaft über Alles. 143 die Hut und Weide ist, die alles Volk erhalten, in rechter Bahn zu wallen. 295. Ein' feste Burg ist unser Gott, ein' gute Wehr und Waffen, er hilft uns frei aus aller Noth, die uns jetzt hat betroffen. Der alte böse Feind mit Ernst er's jest meint, groß Macht und viel Lift sein grausam Rüstung ist, auf Erden ist nicht seins Gleichen. 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren; es streit't für uns der rechte Mann, den Gott selbst hat erforen. Fragst du, wer er ist? Gr heißt Jesus Christ, der Herr 3ebaoth, und ist kein andrer Gott, das Feld muß er behalten. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär' und wollt' uns gar verschlingen: so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie sau'r er sich stellt, thut er uns doch nichts; das macht, er ist gericht't, ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn, und kein'n Dank dazu haben. Er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Nehmen sie uns den Leib, Gut, Ehr', Kind und Weib; laß fahren dahin, sie haben's keinen Gewinn, das Reich Gottes muß uns bleiben. 296. Es woll' uns Gott genådig sein und seinen Segen geben; sein Antlit uns mit hellem Schein erleucht' zum ew'gen Leben, daß wir erkennen seine Werk', was ihn geliebt auf Erden, und Jesus Christus Heil und Stärk' bekannt den Heiden werden, und sie zu Gott be. kehren. 2. So danken, Gott, und loben dich die Heiden überalle, und alle Welt, die freuet sich und singt mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist, und läßt die Sünd' nicht walten. Dein Wort 3. Es danke, Gott, und lobe dich das Volk in guten Thaten, das Land bringt Frucht und bes sert sich, dein Wort ist wohlgerathen. Uns segne Vater und der Sohn, uns segne Gott, der heil'ge Geist, dem alle Welt die Ehre thut, vor ihm sich fürchte allermeist. Nun sprecht von Herzen: Amen. 297. Es wolle Gott uns gnädig sein und seinen Segen geben! Es leuchte ftets mit hellem Schein sein Wort der Welt zum Leben, daß Gottes Will' und Werk erkannt, und auf der ganzen Erde der Name Jesu noch genannt, sein Heil verkündigt werde, und Jeder sich bekehre! 2. So preise dich, Gott, gleich als wir auch alles Volk der Heiden! Der ganze Weltkreis jauchze dir und finge dir mit Freuden! Du, der du Herr der Erde bist, willst selbst der Sünde steuern. Dein Wort, das Kraft und Leben ist, soll uns dir ganz erneuern, im Glauben dir zu dienen. 3. Wer Glauben nur im Herzen hat, bringt Frucht in guten Thaten. Laß deines Wortes reiche Saat bei uns auch wohl gerathen. Segn' uns, Gott Vater, und Gott Sohn, sammt Gott dem heil'gen Geiste, daß alle Welt vor deinem Thron dir Dank und Ehre leiste! Und alle Welt sprech': Amen. 298. Ach bleib' mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade der Feinde Macht und List! 2. Ach bleib' mit deinem Worte bei uns, Erlöser werth, daß uns so hier als dorte sei Troft und Heil beschert! Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 144 3. Ach bleib' mit deinem Glanze bei uns, du werthes Licht; die Wahrheit in uns pflanze, damit wir irren nicht! 4. Ach bleib' mit deinem Segen bei uns, o reicher Herr, dein Gnad' und all's Vermögen in uns reichlich vermehr'! 5. Ach bleib' mit deinem Schute bei uns, du starker Held, daß uns der Feind nicht truke, noch fäll' die böse Welt! 6. Ach bleib' mit deiner Treue bei uns, Herr, unser Gott, Beståndigkeit verleihe, hilf uns in aller Noth! 299. Erhalt' uns, Herr, bei deinem Wort, und steu'r der Feinde List und Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn, von seinem Thron zu stürzen drohn. 2. Zeig' deine Macht, Herr Jesu Christ, daß du der Herr der Herren bist, beschirme deine Christenheit, daß sie dich lob' in Ewigkeit. 3. Gieb, heil'ger Geist, uns Einen Sinn, nimm alle Zwietracht von uns hin, steh' bei uns in der letzten Noth, führ' uns ins Leben durch den Tod. 4. Sie sinnen auf ein Frevelstück; treib' ihre Tücke, Herr, zurück. Und wenn du uns von ihr befreist, gieb ihnen einen bessern Geist. 5. Laß alle Welt erkennen doch: du, unser Herr Gott, lebest noch und stehst bei deiner Kirche fest, die sich allein auf dich verläßt. 6. Verleih uns Frieden gnådiglich, o Gott, zu unsern Zeiten; es ist doch ja kein Andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du, unser Gott, alleine. 7. Gieb unserm Fürsten und aller Obrigkeit Fried' und gut Regiment, daß wir unter ihnen ein geruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit! Amen. 300. Mel. D Herre Gott, dein 2c. Herr, ich hoff' je, du werdest die in keiner Noth verlassen, die dein Wort recht als treue Knecht' ins Herz mit Glauben fassen; giebst Seligkeit nach dieser Zeit, und läßt sie nicht verderben. Herr, durch dich bitt' ich, laß mich getrost und selig sterben! 301. Mel Befehl du deine Wege zc Laß mich dein sein und bleiben, du treuer Gott und Herr, von dir laß mich nichts treiben, halt' mich bet nicht wanken, gieb mir Beständigreiner Lehr', ach Herr, laß mich keit! Dafür will ich dir danken in alle Ewigkeit. Am Reformationsfeste. 302. Met. Sel Lob und Ehr' dem 2c. Dein Volk, o Herr, fingt frohen Dank, zu deines Namens Ehre. Es simm' auch unser Lobgesang in alle heil'ge Chöre, die heut' in deinem Heiligthum zu deines großen Namens Rühm, dir Jubellieder singen. 2. Dieß ist ein Tag von dir gemacht. Von dir, Herr, ist's geschehen, daß wir, frei von des Irrthums Nacht, das Licht der Wahrheit sehen, daß wir, von Menschentand befreit, dir, wie dein eignes Wort gebeut, rechtschaffen dienen können. 3. welche Wohlthat, Gott, ist dieß, so uns ist wiederfahren! Es lag dein Wort in Finsterniß, seit mehr als tausend Jahren. Du hast, troß aller Feinde Macht, es wieder an das Licht gebracht. Wir freun uns dieser Gnade. 4. Du lässest hier im Heiligthum dein lautres Wort uns hö Wiederkunft Jesu. ren; zu unserm Heil, zu deinem Ruhm, läßt du es reichlich lehren. In unsern Häusern ist es auch uns frei zum täglichen Gebrauch. Lehr' dieses Glück uns schätzen. 5. In unsern Schulen bildet man Berstand und Herz der Jugend, man führt nach deinem Wort sie an zur Wahrheit und zur Tugend; das Ansehn unsrer Obrigfeit bleibt ungekränkt; und Sicherheit und Ruh' und Ordnung herrschen. 6. So können wir bei deinem Licht ein frohes Leben führen, wenn wir nach unsers Wandels Pflicht nur deine Lehre zieren. Und bricht einst unser Tod her. ein: so spricht dein Geist den Trost uns ein: Von nun an seid ihr selig! 7. So glücklich hast du uns gemacht durch deines Wortes Lehre! Dir, Herr, sei ewig Dank gebracht, dir Ruhm, Preis, Lob und Ehre. Dir fauchzet unser Herz und Mund; es macht auch unser Leben kund, daß wir dich dankbar preisen. 145 3. Doch Gott stand seiner Kirche bei: da wurden die Gewissen frei, da schwand des Aberglaubens Wahn. Das hat, das hat der Herr gethan! 303. Mel. Vor deinen Thron tret' ich 2c. Lobsinget: Gottes Huld und Macht vertrieb des Aberglaubens Nacht; Lobsingt: sein heilig Wort entriß uns jedes Irrthums Finsterniß. 4. Bewahrt sein Wort! Verträglichkeit und Wahrheitslieb' und Frömmigkeit und Tugend sei der Kirche Zier: so sieget fie; Gott ist mit ihr! 5. Zagt nicht, weil seines Wortes Licht nicht gleich durch alle Nebel bricht, daß Spotter seine Wahrheit schmähn: die Lehre Jesu wird bestehn. 2. Verdunkelt war der Wahrheit Licht, viel Christenlehrer sa hen's nicht; in harte Sklaverei versank der Christen Volk durch Glaubenszwang. 6. Seht Gottes Sonne, sie erhellt nicht gleich auf einmal alle Welt. Laßt, Christen, unsers Lichts uns freun und Gott durch Thaten dankbar sein! 7. Lobsingt, lobfingt dem Herrn und freut, ihr Christen, euch der Ewigkeit! Da wird kein Zwist, da wird allein ein Hirt und eine Heerde sein. 304. Mel. Nun danket Alle Gott 2c. Sehr groß, Herr, ist die Huld, die du an uns erwiesen. Sei dafür inniglich gelobet und gepriesen! O pflanz' dein Wort in uns, daß es se mehr und mehr recht reiche Früchte bring' zu deines Namens Ehr'! 2. Im Glanze deines Lichts laß uns hienieden wallen, zu unserm wahren Heil, und dir zum Wohlgefallen. Breit' deine Lehre aus, schüß' deine Christenheit und führ' uns allesammt zum Licht der Ewigteit. Wiederkunft Jesu. 305. Mei. Wachet auf, ruft uns 2c. Jesus kommt, von allem Bösen, uns, feine Christen, zu erlösen; er kommt mit Macht und Herrlich feit. Dann, an seinem großen Tage, verwandelt sich der Frommen Klage in ewige Zufriedenheit. Sei fröhlich, Volk des Herrn! Er kommt, er ist nicht fern, dein Erretter! Dein Schmerz ist kaum ein Morgentraum; auf ihn folgt ewig sichres Heil. 10 146 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 2. Augenblicke dieser Leiden, Zeit in großer Kraft und Herrwas seid ihr gegen fene Freuden lichkeit vom Himmel wiederkomder unbegränzten Ewigkeit? Seht men. Gieb, daß dann froh und die Kron' am Ziele prangen, und mit Vertraun dich, Jesu, meine kämpft und ringt, sie zu erlan- Augen schaun. gen, die ihr dazu berufen feid! Guch halt in eurem Lauf kein Schmerz des Lebens auf. Ueberwinder, das Ziel ist nah; bald seid ihr da, und eure Leiden sind nicht mehr! 2. Hier faßt fein Sterblicher die Pracht, die deinen Tag einst herrlich macht. Wie groß wirst du dich zeigen, wenn du auf lichten Wolken einst mit deiner Engel Heer erscheinst, und sie vor dir sich beugen! Dann sieht die Welt die Majestát, dazu dich Gott, dein Gott, erhöht. 3. Laut tönet dann in jedes Grab dein allmachtsvoller Ruf hinab und schafft ein neues Leben. Auf deinen Wink muß Erd' und Meer das unzählbare große Heerder Todten wiedergeben; durch deine Stimme neu beseelt, gehn sie hervor, und keiner fehlt. 4. Da stehen sie vor deinem Thron', erwarten den bestimmten Lohn mit Freuden und mit Beben. Die Sünder trifft nun Schmach und Pein; die Frommen aber führst du ein in das verheißne Leben. Nun zeigt die That, Herr Jesu Christ, daß du der Erde Richter bist. 3. Der sich euch zum Volk erwählet, der eure Thränen alle zählet, stritt auch mit unerschöpftem Muth. Wie hat Jesus nicht gerungen, wie tief war er von Angst durchdrungen, wie seufzt er laut, wie floß sein Blut! Doch sahn die Feinde nicht auf seinem Angesicht bange Schrecken. Gestärkt von Gott, dämpft er den Tod; da fauchzten alle Himmel ihm. 4. Wohl uns, wenn wir mit ihm leiden! Dann ernten wir davon auch Freuden mit ihm, dem Ueberwinder, ein. Laßt uns tämpfen, laßt uns ringen, mit unserm Haupt hindurch zu bringen, und feines Himmels werth zu sein! Der Hülf' uns schafft, ist er; sein großer Nam' ist, Herr, unsre Stärke. Die ihm vertraun, die werden schaun, welch eine feste Burg er ist! 5. Ja, du kommst, von allem Bösen uns, deine Christen, zu erlösen, deß sind wir froh und danken dir. Auch in noch so trüben Tagen soll unfer Herz doch nicht verzagen: auf deine Zukunft hoffen wir. Wir wissen, wer du bist; wir traun dir, Jesu Christ, und sind stille. Wenn gleich die Welt in Trümmer fällt, bist du's, der uns allmächtig hält. 306. Mel. Ewigkeit, du Donnerw.: c. Erhöhter Jesu, Gottes Sohn, der du schon lang' des Himmels Thron als Herrscher eingenom. men, du wirst gewiß zur rechten 5. Herr, wenn dieser Tag erscheint, erscheine mir dann als mein Freund mit deinen Gnadenblicken, daß unbeschämt ich vor dir steh', verklärt in deinen Himmel geh', zum ewigen Entzücken. Und dazu mache mich bereit durch Glauben und durch Frömmigkeit. 6. Dein Name sei mir ewig werth; und was dein Wort von mir begehrt, das laß mich treulich üben. Dich, den der ganze Himmel preift, dich müsse hier auch schon mein Geist aus allen Kräften lieben. So schreckt mich deine Zukunft nicht, so hab' ich Muth auch im Gericht. 307. Mel. O Ewigkeit, du Donnerw. sc. Der unsre Menschheit an sich nahm, als er, uns zu versöhnen, Wiederkunft Jesu.str ber. tam, kommt einft, zu richten, wieGewiß ist seiner Zukunft Zeit. In aller seiner Herrlichkeit steigt Jesus dann hernieder. Vernimm's, o Welt, und beßre dich! Der Tag des Schreckens nahet sich. 2. Warum verzieht er? fragt der Spott; wo bleibt der Sündenrächer, Gott? Hirt, Sünder, hort's mit Beben: Guch, die ihr frevelnd widerstrebt und in der Bosheit sicher lebt, zur Beßrung Frist zu geben! Doch bald ist euer Maß erfüllt, bald kommt der Richter und vergilt! 3. Dann öffnet um euch her sich weit der Abgrund jener Ewigkeit mit allen seinen Schrecken; dann wird euch, wenn der Rich ter droht, nicht Berg, noch Meer, noch Grab, noch Tod vor seinen Strafen decken. Denkt nicht: vielleicht erbarmt er sich; wißt, sein Gericht ist fürchterlich! 4. Wenn furchtbar seiner Don. ner Schall und seiner Allmachtsstimme Hall der Erde Grund erschüttern, und plößlich nun der Bau der Welt wankt, frachend stürzt, in Trümmern fällt; wenn selbst die Himmel zittern, und, vor den Richter hingerückt, der Spitter glaubet und erschrickt: 5. Dann ist nicht mehr zur Buße Zeit. Wo werdet ihr Barmherzigkeit, und Gnad' und Nettung finden? Die ihr der Sünden Maß noch häuft, fühlt, eh' euch dieser Tag ergreift, das Elend eurer Sünden, daß ihr euch einst nicht selbst verflucht und in Verzweiflung Lindrung sucht. 6. Tag Gottes, Tag der Ewigfeit, du predigst uns den Werth der Zeit laut, wie des Donners Stimme. Reizt, Menschen, nicht durch eure Schuld den Gott der Langmuth und Geduld, und scheut des Richters Stimme: denn schrecklich wird der Sünder Pein, und groß der Frommen Wonne fein! 147 308. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Wachet auf vom Schlaf, ihr Sünder, erwacht! denn euch, ihr Menschenkinder, erwarten Tod und Ewigkeit. Lohn und Strafe, Tot und Leben hat Gott in eure Hand gegeben. Erwacht! noch ist zur Beßrung Zeit. Gerecht, gerecht ist Gott; er hört der Frevler Spott. Frevler, zittert, wißt, was er spricht, gereut ihn nicht; er kommt gewiß und hält Gericht. 2. Plötzlich wird sein Zorn entbrennen. Dann wird der Spotter ihn erkennen, des Vaters eingebornen Sohn. Jauchzet, jauchzt, ihr, seine Frommen, er wird zu eurem Heile kommen; bald kommt er und mit ihm sein Lohn. Euch richtet Christus nicht. Er selbst ging ins Gericht für die Sünder. Wir sind versöhnt, mit Gott versöhnt, wer überwindet, wird ge- a krönt. 3. Seid bereit, ihn mit Verlangen, mit reinem Herzen zu empfangen: denn plößlich bricht sein Tag herein. Und der Richter wird vom Bösen sein Volk, die Frommen, ganz erlösen, von Sünd' und Tode sie befrein. Dann ist vollkommnes Heil in Ewigkeit ihr Theil. Jauchzt, ihr Frommen! Seid stets bereit auf diese Zeit und singt Gott Dank in Ewigkeit! 309. Mel. Aus der Tiefe rufe ich zc. Herr und Nichter aller Welt, der auch mir mein Urtheil fällt, Jeſu, nimm dich meiner an, daß ich einst bestehen kann. 2. Mache mich von Sünden frei, fest im Guten, bir getreu, so erschrickt, hältst du Gericht, vor dir meine Seele nicht. 3. Millionen preisen schon deine Hülfe, Gottes Sohn. be. 10* Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 148 reite auch an mir folche Lobge fånge dir! 4. Die dir folgen, führest du sicher deinem Himmel zu. Führ' auch mich einst da hinein; nur der Deine will ich sein. 5. Folgen will ich deinem Wort, hilf mir gnädig darin fort, bis mein Lauf, Herr Jesu Christ, selig hier vollendet ist. 6. Fröhlich hör' ich's dann von dir: Komm, Gesegneter, zu mir, nimm an meiner Wonne Theil, dein ist nun mein ganzes Heil! 7. Und frohlockend preis' ich dann, was du, Herr, an mir ge than, freue mit den Deinen mich deiner Gnade ewiglich. 310. Mel. Etraf mich nicht in deinem 2c. Herr, ich bin dein Eigenthum; dein ist auch mein Leben. Mir zum Heil und dir zum Ruhm hast du mir's gegeben. Gnådiglich führst du mich auf des Lebens Wegen meinem Ziel entgegen. 2. Ginst kommst du mit großer Kraft zum Gericht auf Erden. Dann soll ich zur Rechenschaft Dein Ge dargestellet werden. richt schonet nicht, Richter aller Welten: denn du willst vergelten. 3. Weh' dann mir in Ewigkeit, wenn ich deine Gabe, meine Kräfte, meine Zeit nicht gebrauchet habe! Weh' dann mir, hab' ich hier dein Geschenk verschwendet und nicht angewendet! 4. Möchte täglich dein Gericht mir vor Augen schweben, möcht' ich mich, stets meiner Pflicht treu zu sein, bestreben, daß ich nie thöricht sie außer Augen seze, nie mit Fleiß verlege! 5. Lehre mich gewissenhaft meine Zeit anwenden, eingedenk der Rechenschaft jeden Tag vollenden. Gieb, daß ich ernstlich mich jeden Tag, auch heute, darauf vorbereite. erflehe. Wenn der Tod mir schon droht, kann ich deinen Willen, Herr, nicht mehr erfüllen. 7. Mein Gewissen strafe mich gleich für jede Sünde, daß ich, Mittler, bald durch dich Gnade such' und finde. Dann rufft du einst mir zu: Alles ist vergeben, Sünder, du sollst leben! 6. Zeigt sich erst die Ewigkeit furchtbar in der Nähe, o dann ist es nicht mehr Zeit, daß ich Gnad' 8. Dann werd' ich auch im Gericht, Herr, vor dir bestehen, und vor deinem Angesicht Freud' und Wonne sehen. Ewig dein werd' ich sein und im höhern Leben ewig dich erheben. 311. Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. Stündlich naht der Tag heran, stündlich geh' ich ihm entgegen, wo von dem, was ich gethan, ich Gott Rechnung soll ablegen. Thaten in der Uebungszeit lohnet einst die Ewigkeit. 2. Von Gedanken muß ich dann, wie von Worten, Rechnung ges ben, um Vergeltung zu empfahn, wie ich that bei Leibes Leben; wie ich Samen hier gestreut, ernt' ich in der Ewigkeit. 3. Selbst der Herzen stillen Nath wird der Richter offenbaren; Jedem wird für jede That Lohn auf Jener Tag, ewig wiederfahren. der macht es klar, was ich that, und wer ich war. 4. Siehe, Christ, ein Ackersmann hofft geduldig, warmen Regen für die Saaten zu empfahn, fieht des Fleißes Frucht entgegen: sei auch du geduldig, Christ, da der Richter nähe ist. 5. Richte, Mensch, nicht vor der Zeit, bis der Tag des Herrn erscheinet. Fromme, blickt zur Ewigfeit, wenn ihr unter Leiden weinet: bald geht ihr zum Himmel ein, ewig bei dem Herrn zu sein. 6. laßt uns gewissenhaft und nach Gottes Willen wandeln, eingedenk der Rechenschaft fromm auch im Verborgnen handeln, selbst die kleinste Sünde scheun. Herz und Leben Jesu weihn! Seligkeit durch Jesum Christum. daß ich sterbe. Auch wohl sterben hilfst du mir, und dann führst du mich zu dir. 312. Mel. Meinen Jesum laß ich zc. Preis, und Lob und Herrlichkeit sei, Erlöser, dir gegeben! Preis sei dir in dieser Zeit, Preis und im Engel, Seraphim, groß ist Jesus, jauchzet ihm! 2. Ihr Erlöseten des Herrn, preiset ihn, lobsingt ihm herrlich! Alle Sünden trug er gern, keine Last ward ihm beschwerlich; für die Welt, die strafbar war, gab der Heiligste sich dar. 3. Er, der Herrscher, stieg vom Thron, und kam als ein Knecht auf Erden. Du bist würdig, Gottes Sohn, ewig hochgelobt zu wer. den. Freund, der froh sein Blut vergoß, werd' und bleib' mir ewig grop! 4. Seele, Jesus sei dein Theil: treu ist er für dich gestorben, er hat Gnade, Trost, und Heil und den Himmel dir erworben; Alles, Alles ist nun dein; wie kannst du gnug dankbar sein! 5. Für dein Leiden ohne Zahl, für die Leibs- und Seelenschmerzen, und für deine Todesqual dank' ich dir mit treuem Herzen. Treu dank' ich, doch mangelhaft; gieb zu bes ferm Dank mir Kraft. 6. Nichts soll mich so sehr erfreun, als daß ich dir angehöre. Jesum ehren, Jesu sein, ist des Christen Trost und Ehre. Wenn ich dein, o Heland, bin, wird mir Alles zum Gewinn. 7. An dir; Jesu, halt' ich fest, an dir, Treuester von Allen. Wehe dem, der dich verläßt, er muß ins Verderben fallen! Meine ganze Seele spricht: meinen Jesum laß ich nicht. 149 8. Durch dich bin ich reich und hoch, ich bin Gottes Kind und Erbe. Gott liebt mich, was fehlt mir noch? Eins fehlt nun noch, 313. Mel. Herzliebster Jesu, was hast zc. Nie kann mein Herz dich, Jesu, gnug erheben. Du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben; durch dich kann ich, der Sündenlast entnommen, zum Vater kommen. 2. Du, Gottes Sohn, du kamst zu uns auf Erden und gabst dich hin in Martern und Beschwerden, um Trost und Heil auf Zeit und Ewigkeiten mir zu bereiten. 3. Nun liegt sie vor mir deine Segensfülle, daß ich daraus den Durst der Seele stille, den Durst nach Gütern, die mein Herz erquicken, mich ganz beglücken. 4. Mir fehlte Licht, Gott richtig zu erkennen, froh zu verehren, Vater ihn zu nennen; du aber bist zum Lichte mir erschienen, Gott recht zu dienen. 5. Vor deinem Glanz' entfliehn die Todesschatten, die mich Verblendeten umgeben hatten; ich sehe nun, erhellt durch deine Wahrheit, des Höchsten Klarheit. 6. Verschlossen hatt' ich mir durch meine Sünden den Weg zu Gott, um Trost an ihm zu finden; ich sehnte mich, von ihm durch Schuld geschieden, umsonst nach Frieden. 7. Dieß große Elend hast du weggenommen, bist mir der Weg, in Gottes Reich zu kommen, dein Opfer schafft mir der Vergebung Freuden, und Trost im Leiden. 8. Die beßre Zukunft war vor mir verhüllet; kein Strahl der Hoffnung, welche Seelen füllet, die sich unsterblich fühlen, schien dem Herzen in seinen Schmerzen. 9. Du aber, großer Mittler, bist mein Leben, willst nach der Zeit zum Himmel mich erheben, 150 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. mir ew'ges Heil für meinen Geist gewähren, den Leib verklären. 10. Mit tiefgerührtem dankbarem Gemüthe verehr' ich, Jesu, deine große Gute. In Himmelswonne preis' ich deinen Namen einst besser. Amen. 314. Mel. Herzliebster Jesu, was 2c. Gott, der du für uns deinen Sohn gegeben, wer kann doch gnugsam beine Huld erheben? Wie herrlich zeigst du im Erlösungswerke der Gnade Stärke! 2. Dein ew'ger Sohn stirbt für die Menschenkinder, der Heiligste tritt an die Statt der Sünder, der Seligste begiebt sich seiner Freuden, für uns zu leiden. 3. Er wird das Lamm, das Aller Sünden tråget; ihm, ihm hast du die Strafen aufgeleget, daß du die Schuld an den verLornen Schafen nicht dürftest strafen. 4. Was ist der Mensch, daß du sein so gedenkest und deinen Sohn ihm zum Versöhner schenkest! Was findest du an mir und an uns Allen für Wohlgefallen? 5. Verdient Verachtung gütiger Gefeße, verdient Verschwendung unschäßbarer Schäßze, verdient gehäufte gröbliche Verschuldung so viele Duldung? 6. welche Tiefe deiner Menschenliebe! Wer faßt die Macht und Hoheit ihrer Triebe? Du thust weit mehr zu unserm Wohlergehen, als wir verstehen. 7. Ach, Lehre mich recht deine Huld erkennen, voll Zuversicht dich meinen Vater nennen, und zum Gehorsam dir mein ganzes Leben willig ergeben! 8. Was mir dein Sohn, da er für mich gestorben, von deiner Huld durch seinen Tod erworben, das werde mir zu meinem ew'gen Heile nun auch zu Theile. 9. Dein Friede wohne stets in meinem Herzen und tröste mich bei des Gewissens Schmerzen; dein Geist sei mit mir, deinen guten Willen treu zu erfüllen! 315. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich zc. Gelobt seist du, Herr, unser Gott, gelobt für unsers Mittlers Tod, der uns das Heil erworben! Wie hoch hast du auch mich geliebt! Er, der nns ew'ges Leben giebt, ist auch für mich gestorben. Mein ganzes Herz frohlockt in mir, o Vater, ich lobsinge dir. Gieb, daß ich jeden Tag aufs Neu' mich deiner Vaterhuld erfreu'! Gott meines Heils, sei ewig mein, sei ewig mein, und laß mich dir stets dankbar sein! 2. Voll froher Ehrfurcht beug' ich mich vor dir, Sohn Gottes, ver du dich für mich haft hingegeben. Es komme mir nie aus dem Sinn, wie viel ich dir, Herr, schuldig bin; dein Tod bringt mir das Leben. Durch deines Opfers ew'ge Kraft hat deine Liebe mir verschafft, was mich vor dem Verderben schützt, was ewig meiner Seele nüßt. Herr Jesu Christ, wie liebst du mich, wie liebst du mich! Gieb, daß ich ewig liebe dich. 3. Mit Inbrunst fleh' ich, Herr, zu dir, befördre du doch selbst in mir ein gläubiges Gemüthe. Wie durres Erdreich dürstet mich, und meine Seele sehnet sich nach deiner großen Güte. Ich fühle wohl, was mir gebricht, o stårke meine Zuversicht, daß du auch mein Versöhner seist und mich vom ew'gen Tod befreist! Herr, dieser Trost sei feft in mir, sei fest in mir, so dien' ich voller Freuden dir. 4. Zur Weisheit und Gerechtigkeit, zur Heiligung und Seligkeit bist du mir ausersehen. Gieb, daß auf dieses Heils Gewinn ich eifrig richte meinen Sinn, mein Streben und mein Flehen. Zeuch mich, mein Heiland, ganz zu dir; Seligkeit durch Jesum überhaupt. ja, durch den Glauben wohn' in mir, so nimmt in mir die Seelenruh' und meines Herzens Beßrung 317. Mel. Wachet auf, ruft uns 20. mich nicht, verlaß mich nicht so Herr, wir singen deiner Ehre. Erkomm' ich einst nicht ins Gericht. barm' dich unser und erhöre, nimm gnädig unser Loblied an. Herr, wir danken voll Entzücken. Wo ist ein Gott, der so beglücken, so lieben und so segnen kann? Der Gott, 5. Du öffnest deinen Himmel mir. Der Freuden Fülle ist bei dir; auch ich soll sie genießen. Belebe mich mit Muth und Kraft, so meine ganze Pilgrimschaft zu führen, zu beschließen, daß mir dein Wort stets heilig sei, daß ich, bis in den Tod dir freu, mit Freuden thu', was dir gefällt, und dich auch chre vor der Welt. D Herr, mein Heil, sei stets mit mir sei stets mit mir! so komm' ich einst gewiß zu dir. den wir erhöhn, er, deffen Heil wir sehn, ist die Liebe; schon vor der Zeit, von Ewigkeit war Gott die Liebe, wird sie sein. 2. Um zu dir uns zu erheben, Hauchst du in unsre Brust das Leben und schenkest uns der Erde Glück; um zu dir uns zu erheben, entziehst du unsrer Brust das Leben und schenkest uns des Himmels Glück. Du giebst das Leben, Gott, du sendest uns den Tod nur zum Segen, bist liebevoll; nur unser Wohl, nicht unser Elend schaffest du. 3. Als wir, von der Sünde Plagen gequält, in unserm Glend lagen und Nacht des Todes uns umfing, fern von deiner Wahrheit Pfade: da war es, Gott, als beine Gnade erbarmend vor uns überging. Da rief der Liebe Blick ins Leben uns zurück von der Sünde; aus ihrer Nacht sind wir erwacht, erwacht und sehen nun dein Licht. 316. Mel. Gelobet seist du, Jesu 2c. Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott. Jesu Christi Mittlertod. der uns mit Gott versöhnet hat, war keines bloßen Menschen That. Der Herr ist Gott. 2. Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott. Er bezwang den ew'gen Tod; er kam von seines Himmels Thron', als er, erniedriget, der Sohn des Menschen ward. 151 3. Gott ist der Herr, Gott ist der Herr; ewig, ewig ist auch er! Der Wesen Wesen, Licht vom Licht schaun ihn, die vor dem Angesicht der Gottheit stehn. 4. Er sprach, da ging die Welt hervor, wonnevoll stieg sie empor. Noch spricht er, und sie eilet fort auf ihrer Bahn, nach seinem Wort. Gelobt sei Gott! 5. Er spricht, und schafft zum Heiligthum sich erlöste Seelen um. Die Seelen, die sich ganz ihm weihn, sie sind gerecht vor Gott, find rein durch Christi Blut, 4. Preiset ihn, ihr Jubellieder! Zur Erde stieg sein Sohn hernieder, ward Mensch und starb der Sünder Tod. Christus hat den Tod bezwungen; ein neues Lied werd' ihm gesungen. Uns fegnet und begnadigt Gott. Wir sind mit ihm versöhnt, ihr Lobgesänge tont, tont zum Himmel, erschallt schon hier; einst kommen wir an seinen Thron und beten an. 318. 6. Bor Gott! durch Christi Blut. Heil, o du meines Mittlers Mei. Wachet auf, ruft uns 20 auch und erbe dich; einst ruft mein Herr, welch Heil kann ich errinHerr und Gott auch mich. Gelobt gen, in welche Höh'n kann ich fei Gott! mich schwingen! Ich soll des 152 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. Himmels Bürger sein. O du Wort voll heil'gen Bebens, voll Wonne, Wort des ew'gen Lebens: ich soll des Himmels Bürger sein. Ich fink' erstaunend hin, empfinde, wer ich bin, wer ich sein kann. Ich trage noch des Todes Joch; des Himmels Bürger soll ich sein. 2. Schwing' dich denn in diese Höhen und lern' im Lichte Gottes sehen, wer du, versöhnte Seele, bist; mit dem göttlichsten Entzücken wirst du in diesem Licht ers blicken, wer, Seele, dein Versöhner ist. Du, durch sein Opfer rein, und stark, dich ihm zu weihn, er, des Vaters gleich ew'ger Sohn, Ruh', Heil und Lohn der Glaubenden, ihr näh'rer Gott. 3. Wort vom Anfang, Wunderbarer, o du, der Gottheit Of fenbarer! Den Erdkreis deckte Dunkelheit. Du erschienst, du Licht vom Lichte; wir schaun in deinem Angesichte nun deines Baters Herrlichkeit. Nicht Wahrheit nur; auch Ruh' strahlst du uns, Gottmensch, zu, Seelenfrie. den. Du haft's vollbracht; des Irrthums Nacht, der Sünde dunkle Nacht ist hin. 6. Preis sei dem, der auf dem Throne der Himmel sitzt, Preis fei dem Sohne, Gott und dem Sohne Preis und Dank! Weisheit sind, und Gnad', und Stärke, Herr, Herr, und Wunder deine Werke. Gott und dem Sohne Preis and Dank! Wie strahlt dein Angesicht von Huld! Doch im Gericht bist du heilig. Lobfingt dem Herrn, die ihr dem Herrn gestorben seid und sterben sollt! 4. Wenn die Seel' in tiefe Stille versunken ist, wenn ganz ihr Wille der Wille deß ist, der sie liebt; wenn ihr inniges Vertrauen, ihr freudig Hoffen fast zum Schauen empor steigt; wenn sie wieder liebt, und nun wahrhaftig weiß, dein Kampf und Todesschweiß, Gottversöhner, dein Blut am Kreuz, dein Tod am Kreuz versöhn', o Herr, versöhn' auch sie: 319. Mel. Wer nur den lieben Gott C. Aus Gnaden soll ich selig werden, und nicht durch meiner Werke Werth. Welch Heil, daß Gott mich schon auf Erden für seiner Gnade Kind erklärt! Durch meinen Heiland soll ich rein, aus Gnaden ewig selig sein, 5. O dann ist ihr schon gegeben der Himmelssinn und ewig's Leben; im Himmel ist ihr Wandel dann! Stark, den Streit des Herrn zu streiten, sieht sie die Krone schon von weiten, die Kron' am Ziel', und betet an. Preis, Ehr', und Stärk' und Kraft sei dem, der uns erschafft, ihm zu leben! Für uns verbürgt, bist du erwürgt. Anbetung, Ruhm und Dank sei dir! 2. Aus Gnaden: denn wer fann verdienen, was Sündern Gottes Sohn erwarb, als er für Gottes Ruhm, und ihnen zum Besten, zur Versöhnung starb? Nahm er nicht aller Sünden Schuld auf sich allein, und bloß aus Huld? 3. Aus Gnaden trug er fa auf Erden der Strafen Gottes ganze Was trieb ihn, Mensch, Last. dein Freund zu werden, sprich, weß du dich zu rühmen haft? Bracht' er sich nicht zum Opfer dar, als jeder Gottes Feind noch war? 4. Aus Gnaden that er's; freut euch, Sünder! Wenn ihr nur wahre Buße thut und glaubt, so seid ihr Gottes Kinder, ihm wohlgefällig durch sein Blut. Welch Heil, das Gott uns geben kann! Aus Gnaden nimmt er Sünder an, 5. Aus Gnaden. Aber, Sünder, hute dich vor dem Mißbrauch seiner Huld, und häufe nicht, weil seine Gute so wundervoll ist, Schuld auf Schuld: denn wer auf sie zu freveln wagt, dem ist ihr Trost und Heil versagt. 6. Ergreif mich denn mit Vaterarmen, Gott, rette mich, gieb Seligkeit durch Jesum in diesem Leben. Glauben, gieb auch Heiligkeit, durch dein Erbarmen, zu allen Pflichten Kraft und Trieb, daß meine Seele dir getreu im Glauben bis zum Tode sei. 7. Aus Gnaden hilf mir ringen, streiten und überwinden; tritt herzu, wenn meine matten Füße gleiten und decke meine Mängel zu. Denn du belohnst dem Glauben auch der Gnade redlichen Gebrauch. 8. Aus Gnaden einst von dir erhoben, in deinen Himmel, will ich dann, mit allen Heiligen dich loven, mehr, als ich hier dich preifen kann. Dann bin ich ganz gerecht und rein, und ewig selig, ewig dein. 153 2. Such', wer da will, sich Helfer viel, die uns doch nichts erworben; hier ist der Mann, der helfen kann, bei dem Niemand verdorben. Uns wird das Heil durch ihn zu Theil, uns macht gerecht der treue Knecht, der für uns ist gestorben. 320. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Such', wer da will, ein ander Ziel, die Seligkeit zu finden; mein Herz allein bedacht soll sein, auf Chriftum sich zu gründen. Sein Wort ist wahr, sein Werk ist klar, sein heil'ger Mund hat Kraft und Grund, all' Feind' zu überwinden. 3. Ach sucht doch den, laßt alles stehn, die ihr das Heil begehret! Er ist der Herr, und keiner mehr, der euch das Heil gewähret. Sucht alle Stund' aus Herzensgrund ihn nur allein. Wie wohl wird sein dem, der ihn herzlich ehret! 4. Du, Herr, mein Heil, du sollst mein Theil, mein Ein und Alles bleiben. Ach laß mich nicht von deinem Licht die Eitelkeit vertreiben! Bleib' du mein Preis, dein Wort mich speis'; bleib' du mein' Chr', dein Wort mich lehr', an dich stets fest zu glauben. 5. Wend' von mir nicht dein Angesicht, laß mich im Kreuz nicht zagen; weich' nicht von mir, mein' höchste Zier, hilf mir mein Leiden tragen! Hilf mir zur Freud' nach diesem Leid, hilf, daß ich mag nach mancher Klag' einst ewig dir Lob sagen! Seligkeit durch Jesum in diesem Leben. 4. Gr lehrt ihn väterlich, er zeigt ihm, was ihm heilsam ist, und neigt sein Herz dazu, und stärkt und pflegt den Schwachen, den er schont und trägt. 5. Daß er zum Jüngling und zum Mann erwachse, der selbst wandeln kann. Und strauchelt er denn auch im Lauf, o wie so gern hilft er ihm auf! 6. Nun hat der Friede, Herr, Die Nuh' kommt ihm mit dir. zurück, mit ihr die Hoffnung jener Seligkeit, der er sich schon im Glauben freut. 321. Mel. Vor deinen Thron tret' ich zc. Wohl dem, dem seine Missethat vergeben ist, der Gnade hat, den Gott, meil er zu ihm sich kehrt, für schuldlos und gerecht erklärt! 2. Welch eines Heils darf der sich freun! Denn Gott will selbst sein Vater sein; er, wenn er ihm vergiebt, nimmt dann mit voller Huld zum Kind' ihn an, 3. Und liebt ihn mehr, als Bater, mehr, als eine Mutter liebt, liebt er, und will durch seine Güte ihn zu hoher Seligkeit erziehn. 7. Der Hochbeglückte darf auch kühn zu seinem Vater nahn, darf ihn um Nachsicht anflehn, und 154 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. um Licht, um Kraft zur Uebung seiner Pflicht. 8. Dich nicht zum Richter, nicht zum Feind', Allmächtiger, dich nur zum Freund', an deines Sohnes Liebe Theil, o Gott, zu haben, welch ein Heil! 9. Was wirst du, Herr, für ihn nicht thun! Die ganze Welt verwandelt nun für den Begnadigten durch dich in deines Himmels Vorhof sich. 10. Weil du der Sünden nicht gedenkst, genießt er Alles, was du schenkst, als Gaben, die ein Vater giebt, der zärtlich seine Kin der liebt. 11. Frei, wie ein Erbe Gottes, geht der Pilgrim auch durch Sturm, und steht an dessen Hand, der Wel ten trägt, wenn Alles einstürzt, unbewegt. 12. Jesu, Preis und Dank sei dir! Durch dich ward dieses Heil auch mir. Ich weiß, daß, der so hoch mich liebt, auch mir dich gab, auch mir vergiebt. 322. Mel. O wie selig seid ihr doch 2c. Wie begnadigt seid ihr doch, ihr Frommen! Gott hat euren Glauben angenommen, er hat vergeben. Freut euch, eures Glaubens sollt ihr leben. 2. Furcht und Angst mag sichre Sünder schrecken; wohl euch, daß euch Jesu Flügel decken! Ihr dürft nicht zagen, er befreit euch von der Sünde Plagen. 3. Laßt die Welt sich ohne Gott betrüben, laßt sich gråmen, die die Erde lieben! Die kurzen Leiden, die ihr noch empfindet, werden Freuden. 4. Noth und Trübsal können euch nicht schaden: unser Herr gedenkt an euch in Gnaden, er will euch üben, ihn, wie Jesus liebte, treu zu lieben. 5. Elend sind, die keine Hoffnung haben; aber ihr erwartet ew'ge Gaben, ihr hofft im Sterben das, was Jesus euch erwarb, zu erben. 6. Also kann euch selbst der Tod nicht schrecken: eure Leiber wird ja Gott erwecken. Euch darf nicht grauen, in die offne Gruft hinab zu schauen. 7. Denn er spricht: Geht hin in eure Kammer, meine Lieben, ruht von eurem Jammer, ihr sollt mich sehen, euer Staub soll herrlich auferstehen. 8. Wenn nun wird des Richters Ruf erschallen: Kommt! so wird euch nicht das Herz entfallen, zu seiner Rechten steht ihr dann mit allen seinen Knechten. 9. Preis und Ehre werdet ihr ihm bringen und dem Mittler ewig dort lobsingen. Durch seine Wunden habt ihr Heil und Seligkeit gefunden. 10. Sünder, laß ein solches Heil dich locken, doch dein Herz nicht långer zu verstocken! Dann darfst du kommen, und wirst auch zu Gnaden angenommen. 323. Mel. Jesu, der du meine Seele zc. Wer will Gottes Auserwählte, die er, um ihr Gott zu sein, selbst zu seinen Kindern zählte, der er laßnen Schulden zeihn? Er erklärt sie für Gerechte, nennt sie Freunde, nicht mehr Knechte. Wer kann sie verdammen, sie? Der gerecht macht, Gott, ist hie. 2. Hier ist Christus, der gestorben, Christus, der erwecket ist, der allein für uns gestorben, und für uns erwecket ist. Waren wir gleich seine Feinde; haben wir ihn doch zum Freunde. Der zur Rechten Gottes sigt, liebt und segnet uns noch tzt. 3. Keine Freude, Gott, kein Leiden, keines Menschen Tyrannei müss' uns je von Jesu scheiden, keiner Sünde Schmeichelei. Stárke deiner Kinder Herzen, daß fie weder Schmach, noch Schmerzen, daß sie, treu und fromm zu Seligkeit durch Jesum in diesem Leben. 155 meines Herzens sieht er erbarmend an, daß auch zur Zeit des Schmer. zens ich sein mich freuen kann. fein, Hunger, Blöß' und Schwert nie scheun. 4. Hilf uns allen standhaft glauben, laß nicht Leben oder Tod uns die Liebe Jesu rauben, nichts von dir uns trennen, Gott; nichts, wie herrlich oder prächtig, oder hoch, und groß und mächtig, oder furchtbar es auch sei, mach' uns Jesu ungetreu. 5. Alles können wir entbehren, Mangel und Verlust ist klein, wenn wir dir nur angehören, und gewiß sind, dein zu sein. Alles wirst du uns erseßen; und mit welchen reichen Schäßen! Müssen wir nicht selig sein? Alle Himmel, Herr, sind dein! 324. Mel. Schaß über alle Schäße 2c. Ift Gott für mich, so trete gleich Alles wider mich. So oft ich zu ihm bete, verliert mein Kummer sich. Hab' ich nur ihn zum Freunde, wie wohl bin ich daran! Auch wider meine Feinde nimmt er sich meiner an. 2. Wohl mir! Ich glaub' es feste, ich bin's gewiß, als Christ, daß Gott, der Höchst' und Beste, mein Freund und Vater ist, daß er zu allen Zeiten mir seine Hülfe reicht, im Kompfe mir hilft streiten, in Noth nicht von mir weicht. 3. Der Grund, worauf ich baue, ist Christus und sein Blut. Bei ihm, dem ich vertraue, find' ich mein höchstes Gut. Sonst nichts in diesem Leben, sonst nichts auf dieser Erd', was er giebt und will geben, das ist der Liebe werth. 4. Er ist's, der mich zum Leben, das ewig währt, erhöht; von ihm wird mir gegeben das Glück, das nie vergeht. Er ist mein Heil, mein Tröster, bereit, mich zu erfreun; wie könnt' ich, sein Erldster, verzagt und muthlos sein? 5. Durch ihn hat meine Seele zu Gott die Zuversicht: auch wenn ich Schwacher fehle, verwirft er mich doch nicht. Den Kummer 6. Sein Geift spricht meinem Geiste manch süßes Trostwort zu, wie Gott dem Hülfe leiste, der bei ihm suchet Ruh', und wie ein furzes Leiden nicht zu vergleichen sei mit jenen ew'gen Freuden, dem Lohn bewährter Tren'. 7. Auf dieß mein Theil und Grbe seh' ich voll Zuversicht. Wenn ich gleich fall' und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Geh' ich auch unter Zähren hier manche rauhe Bahn; nimmt mich doch Gott zu Ghren dereinst auf ewig an. 8. Dieß stärkt mich, auch in Leiden dem Höchsten treu zu sein. Nichts soll mich von ihm scheiden, auch nicht die größte Pein. Er lenkt sie mir zum Besten, ist mir mit Troste nah, und, wenn die Noth am größten, ist seine Hülfe da. 9. Nichts, was wir hier erheben, kein glänzend Eigenthum, nichts, wornach Eitle streben, nicht Ansehn, Macht und Ruhm, nichts soll mir meinen Glauben an seine Vatertreu' vermindern oder rauben. Er steht mir dazu bei. 10. Mein Herz ist nun voll Freuden, und kann nicht traurig sein; auch selbst die Zeit der Leiden hat für mich Sonnenschein. Den Trost, den ich nun habe, verdank' ich Jesu Christ, der selbst bei meinem Grabe mein Freund und Helfer ist. 325. Mel. Wie schön leuchtet der zc. Wie groß ist unsre Seligkeit, o Gott, schon in der Uebungszeit, selbst unter viel Beschwerden, wenn unser Herz sich dir ergiebt, und treu in deinem Dienst sich übt! Wie groß wird sie einst werden, wenn sich herrlich jenes Leben wird anheben, wo man Freuden erntet von der Saat der Leiden! Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 156 2. Schon sind wir göttlichen Geschlechts und freuen uns des hohen Rechts, als Vater dich zu preisen. Bei dir ist unser Vaterland; und wer will deiner starken Hand, Allmächt'ger, uns entrei Ben? Wenn wir gleich hier müssen ftreiten, und zu Zeiten schwach uns finden, hilfst du uns doch überwinden. 3. Du deckest unsre Schulden zu, schenkst unsern Seelen wahre Ruh', und stärkest uns mit Freude. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm; wir sind sein Volk und Eigenthum und Schafe seiner Weide. Gutes Muthes sind auf Erden in Beschwerden unsre Seelen. Herr, was kann bei dir uns fehlen? 4. Es bleibet zwar der hohe Werth der Gnade, die uns wie derfährt, verborgen hier auf Grden; doch wenn der Herr vor aller Welt in Majestät Gericht einst hält, dann wird er sichtbar werden. Alsdann sieht man ihn mit Kronen uns belohnen und die Seinen ewiglich mit sich vereinen. 5. Wie selig, Gott, sind wir alsdann! Wie viel hast du an uns gethan! laß uns unsre Würde vor Augen haben jederzeit, so tragen wir mit Willigkeit der kurzen Leiden Bürde. Herr, gieb den Trieb in die Seelen, dich zu wählen und im Leben uns dir gänzlich zu ergeben. 3. Beschämt mich meiner Fehler Menge; du, Vater, du verzeihst sie mir. Bringt eine Noth mich ins Gedränge, so hab' ich doch den Trost an dir: du lenkest Leiden dieser Zeit doch stets zu meiner Seligkeit. 326. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Bei dir, o Höchster, Gnade haben und deiner Huld versichert sein, das ist die größte aller Gaben, die je des Menschen Herz erfreun; das bleibt auch in der Ewigkeit die Quelle der Zufriedenheit. 2. Wovor darf meiner Seele grauen, wenn du mir, Gott, nicht schrecklich bist? Kann ich getroft auf dich nur schauen, dem alles unterworfen ist, so seh' ich auch mit heiterm Sinn auf alles Andre ruhig hin. 4. Froh seh' ich deinem höhern Segen, den deine Hand in jener Welt den Deinen aufbewahrt, entgegen. Und wenn mein Leib in Staub zerfällt, so zagt mein Herz doch darum nicht, denn du bist meine Zuversicht. 5. Mein Heil steht blos in deinen Händen, und dein ist, Vater, alle Macht, mir jedes Gute zuzuwenden, das deine Hand mir zugedacht. Nur du vollführest deinen Rath. Wohl dem, der dich zum Freunde hat! 6. Dies ist das Glück der reinen Seclen, die sich mit Ernst vor Sünden scheun, nur dich zu ihrem Troste wählen, und vor dir recht zu thun sich freun. Wer dich mit solchem Sinn verehrt, der ist dein Freund, der ist dir werth. 7. Der hat dich auch in allen Fällen gewiß zum Trost, und kann sein Herz in dir, o Gott, zufrieden stellen bei jeder Sorg', in jedem Schmerz, den wird zum ew'gen Wohlergehn unfehlbar deine Lieb' erhöhn. 8. So hilf denn, daß ich, weil ich lebe, um deiner Gnade mich zu freun, nach einem reinen Herzen strebe, und pråg' es mir aufs tieffte ein: fein größres Glück sei auf der Welt, als wenn man dir, Gott, wohlgefällt. 327. met. Sollt' ich mein. Gott nicht fing. c. Gott, durch welchen alle Dinge sind, und wirken und vergehn, stärke mich, daß ich dir singe, lehre mich, dein Lob erhöhn. könnt' ich dich würdig loben, der du mich voll Lieb' und Huld aus den Tiefen meiner Schuld zu des Christen 157 2. Hab' ich, Erlöser, dich zum Freunde; was brauch' ich dann? du sorgst für mich. Hätt' ich auch eine Welt voll Feinde: ich bin getroft, ich trau' auf dich. Tritt Alles wider mich zusammen; ich bebe nicht. Wer will verdammen? du haft für mich genug gethan, Gott nimmt sich meiner gnädig an. 3. Hier wall' ich zwar auf rauhen Wegen; doch du bist meine Zuversicht. Auch Leiden werden einst zum Segen, auf dunkle Nächte folgt das Licht. Nur Sünder zittern vor dem Grabe; ich, der ich dich zum Freunde habe, kann auch des Grabes selbst mich freun: bald werd' ich ewig bei dir sein. Seligkeit durch Jesum in diesem Leben. Glück erhoben, dich erheben immerdar, der mich schuf und neu gebar! 2. Könnt ihr die Gestirne zählen; Gottes Gnade zählt ihr nicht. Gr errettet unsre Seelen, ist ihr Lohn, ihr Schild und Licht. Wenn wir mit den Eitelkeiten, mit Versuchungen der Lust, mit dem Feind' in unsrer Brust, wenn wir mit dem Tode streiten; dann hilft er der Schwachheit auf und erleichtert Kampf und Lauf. 3. Wenn uns Welt und Freunde meiden, weil wir ihre Freuden fliehn, dann giebt er uns seine Freuden, unser Herz empfindet ihn. Kann ich größres Glück begehren? Ewiger, hat dich mein Herz, o so wird es ohne Schmerz den Besitz der Welt entbehren. Alles Andre wird mir klein gegen deine Gnade sein. 4. Wenn mich Leiden niederdrücken, nehm' ich sie als Wohlthat an von der Hand, die nur beglücken, aber niemals schaden kann. Du belohnst mir meine Schmerzen mit der Seele Heiterkeit, und versüßest alles Leid durch die sichre Ruh' im Herzen, die mich stets mit Muth belebt, über allen Schmerz erhebt. 5. Von Gefahr und Noth umgeben, über diesen rauhen Pfad geh' ich, Vater, in dein Leben, das nicht Leid, nur Wonne hat. Soll. ten mich der Erde Freuden, sollte mich der Sünder Spott, und das Elend und der Tod, Herr, von deiner Liebe scheiden, raubt' ich meine Krone mir, nein, ich leb', ich sterbe dir. 328. Wie wohl ist mir, o Freund der Seclen, wenn ich in deiner Liebe ruh'! Ich traure nicht; was kann mich quälen? Mein Licht, mein Trost, mein Heil bist du. Bei dir vergeß ich meine Leiden: denn o wie viele hohe Freuden genieß' ich nicht, vereint mit dir! Du bist mein Himmel auch schon hier. 4. Gelobt seist du, o Freund der Seelen! In deiner Huld, wie wohl ist mir! Was kann, da du uns liebst, mir fehlen? Ich finde jedes Heil bei dir. In noch so drückenden Beschwerden, hab' ich den Himmel schon auf Erden: denn du bist durch den Glauben mein. Mein Freund ist mein, und ich bin sein. 329. Mel. dich hab' ich gehoffet: c. Ich freue mich, mein Gott, in dir. Du bist mein Trost, und was kann mir in deiner Liebe fehlen? Du, Herr, bist mein, und ich bin dein, was mangelt meiner Seelen? 2. Du hast mich vor der Welt erwählt, und deinen Kindern zugezählt; nie wirst du mein vergeffen. Du liebst mein Wohl, hast gnadenvoll mein Glück mir zugemessen. 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergiebst durch Christum mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. An seinem Heil hab' auch ich Theil; dieß tröstet meine Seele. 4. An dir hab' ich den treuen Freund, der es aufs Befte mit mir meint; wo find' ich deines 158 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. Gleichen? Mit deiner Treu' stehst du mir bei, wenn Berg und Hügel weichen. 5. In Finsterniß bist du mein Licht, erfreust mein Herz; drum frag' ich nicht nach allem Tand der Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, das mir erfreulich werde. 6. Du segnest mich, wenn man mir flucht; und wer mir auch zu schaden sucht, dem wird's doch nicht gelingen. Selbst was mich krånkt, das muß, gelenkt von dir, mir Segen bringen. 7. Auf deiner Huld allein beruht mein ganzes Glück, mein höchstes Gut; in dir leb' ich zufrieden. So dort, als hier, Herr, bleiben wir in Liebe ungeschieden. 8. Du willst mein ew'ges Wohlergehn; einst werd' ich dich noch naher sehn, du Ursprung wahrer Freuden. An dir wird sich dann ewiglich mein ganzes Herze weiden. 330. Mel. Nun freut euch, lieben: c. Den Glauben, der an Gott sich hält, den soll kein Feind mir rauben. Als Burger einer bessern Welt leb' ich hier nur im Glauben. Dort schau' ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir mein Erbtheil raubt? es ruht in Jesu Händen. 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit, und herrlich ist die Krone. Das Glück der ganzen Ewigkeit wird mir zum frohen ohne. Durch deinen Schild werd' ich bedeckt, der du für mich den Tod geschmeckt; was kann mir denn nun schaden? 3. D Herr, du bist mein höchster Ruhm, mein bester Trost auf Erden, in jener Welt mein Eigenthum; was kann mir Größers werden? Von fern glänzt mir mein Kleinod zu, du schaffst mir nach dem Streite Ruh' und reichst mir meine Krone. 4. Herr, Lenke meines Geistes Blick von diesem Weltgetümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigkeit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit vergeht und währt nur kurze Zeit; im Himmel ist mein Wandel. 5. Jetzt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was jene beßre Welt gewährt, wo wir dir heilig dienen. Dann, wenn mein Auge nicht mehr weint und mein Erlösungstag erscheint, dann werd' ich's froh empfinden. 6. Im Dunkeln seh' ich hier mein Heil, dort seh' ich's klar und heiter. Hier ist die Schwachheit noch mein Theil, dort hebt mein Geist sich weiter. Hier ist mein Werth mir noch verhüllt, dort wird er sichtbar, wenn dein Bild mich einst vollkommen schmücket. 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden, auf deinen Tod bin ich getauft; wer will von dir mich scheiden? Du zeichnest mich in deine Hand, ich bin bir, du bist mir bekannt; mein sind des Himmels Freuden. 8. Wie groß ist meine Seligkeit! empfinde sie, o Seele! Bom Tand der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele! Der Erde glänzend Nichts vergeht; nur des Gerechten Glück besteht durch alle Ewigkeiten. 331. Mel. Ich bin ja, Herr, in 2c. Mein Glaube, meines Lebens Ruh', der führt mich deinem Him. mel zu, o du, an den ich glaube. Ach gieb mir, Herr, Beständigkeit, daß diesen Trost der Sterblichkeit nichts meiner Seele raube! Tief prág' es meinem Herzen ein, welch Glück es sei, ein Christ zu sein! 2. Du hast dem sterblichen Geschlecht zu deiner Ewigkeit ein Recht durch deinen Tod erworben. Nun bin ich nicht mehr Asch' und Seligkeit durch Jesum in diesem Leben. 159 Staub, nicht mehr des Todes wie sollt' ich es nicht lieben! Erew'ger Raub: du bist für mich ge- halte stets mein Herz dabei, so storben. Mir, der ich dein Erlö- preis' ich ewig deine Treu'. ster bin, ist dieses Leibes Tod Gewinn. 3. Ich bin erlöst und bin ein Christ; mein Herz ist ruhig und vergißt die Schmerzen dieses Lebens. Ich dulde, was ich bulden soll, und bin des hohen Trostes voll: ich leide nicht vergebens. Gott selber mißt mein Theil mir zu, hier kurzen Schmerz, dort ew'ge Nuh'. 4. Was seid ihr, Leiden dieser Zeit, mir, der ich jener Herrlich keit mit Ruh' entgegen schaue? Bald ruft der Herr, und ewiglich belohnet und erquickt er mich, weil ich ihm hier vertraue; bald, bald verschwindet aller Schmerz, und Himmelsfreuden schmeckt mein Herz. 5. Bin ich gleich schwach, so trag' ich doch nicht mehr der Sünde schändlich Joch in meinem Lauf' auf Erden. Die Tugend ist mir süße Pflicht. Und wenn ich gleich hies nieden nicht ganz frei von Fehlern werde, so ist mein Troft: Gott hat Geduld, und straft mich nicht nach meiner Schuld. 6. Der du den Tod für mich bezwangst, du hast mich, Mittler, aus der Angst, die ich verdient, gerissen. Dir, dir verdank' ich meine Ruh', du heilest meine Wunden zu, du stillest mein Ge333. Met. Schmücke dich, o liebe zc. nem Lauf, so richtest du mich wie- Vom Geräusch der Welt geschieder auf. den, schmeck' ich, Jesu, deinen Frieden und die Freude, schon auf Erden mit dir, Herr, vereint zu werden. Ich seh' diese Welt der Sünden unter meinem Fuß verschwinden, und das Heil von jenem Leben den entzückten Geist umgeben. 7. Gelobt sei Gott! Ich bin ein Christ, und seine Gnad' und Wahrheit ist an mir auch nicht vergebens. Ich wachs' in meiner Heiligung, ich spüre täglich Besserung des Herzens und des Lebens. Ich fühle, daß des Geistes Kraft den neuen Menschen in uns schafft. 332. Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. So.1 o hoff' ich denn mit festem Muth auf Gottes Gnad' und Chriſti Blut, ich hoff' ein ewig Leben! Gott ist ein Vater, der verzeiht, hat mir das Recht zur Seligkeit durch seinen Sohn gegeben. lich Heil, an dir, an deiner Gnade 2. Herr, welch ein unaussprechTheil, Theil an dem Himmel haben, im Herzen durch den Glauben rein, dich lieben und versichert sein von deines Geistes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt göttliche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren, es spricht uns Trost im Elend 3u, versüßet uns des Lebens Ruh', und stärkt uns in Gefahren. 4. Grhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort, um deines Namens willen, laß ihn mein Licht auf Erden sein, ihn täglich mehr mein Herz erneun, und mich mit Trost erfüllen. 8. Dank sei dir, Jesu, Dank und Ruhm! Mich lehrt dein Evangelium, fest glauben, Liebe üben; es macht mich ruhig und erfreut, führt mich zur wahren Seligkeit: 2. D was achten weise Christen jenen Reiz von niedern Lüsten? was den Glanz der eiteln Freuden? was des Lebens kurze Leiden? Was durchströmt sie für Entzücken, wenn sie deinen Lohn erblicken über sich an deinem Throne, deiner treuen Streiter Krone! 160 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 3. Mag doch Trübsal auf mich treulich übt, was Jesus ihn gelehrt stürmen; deine Huld wird mich be- und sein Gebot als Gottes Willen ichirmen. Kurz sind dieser Wall- ehrt. fahrt Pfade; ewig währt der Lohn der Gnade. Mit des Dankes stillen Zähren will ich deinen Rath verehren, unter feiner Plage sinken, gern den Kelch der Leiden trinken. 3. Unzählbar sind die Seligkeiten, die mir mein hoher Glaube täglich giebt. Zu freudenvollen Ewigkeiten werd' ich auf dieser Erde vorgeübt. Wer Jesu glaubt, der bleibt im Tode nicht: ein ewig Leben bracht' er an das Licht. 4. Du hast selbst der Menschen Plagen, Heiland, voll Geduld ertragen, hast den schwersten Kampf geftritten, tausendfaches Leid gelitten. Laß mich deine Kraft beleben, wenn die matten Hände beben, laß fie mir den Sieg gewähren, trockne meine bangen Zähren. 4. Er ist mein Trost in Kummernissen, mein Vorbild auf des Pilgerlebens Bahn. Und fühl' ich Kummer im Gewissen, so schau' ich glaubensvoll zu ihm hinan, der von der Furcht das bange Herz befreit und mir's verheißt, daß Gott uns gern verzeiht. 334. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich zc. Der du zu den beglückten Scharen, die Jesum kennen, mich, auch mich gesellt, durch ihn schon in der Kindheit Jahren, mich treu gelehrt, was dir und ihm gefällt, dir bringt, gerührt von seiner Seligkeit, mein Herz ein Lied voll heißer Dankbarkeit. 2. Ich darf ja dich nun Vater nennen. Von dir, der du die Liebe selber bist, kann Tod und Leben mich nicht trennen. Dein Kind bin ich, bin ich ein åchter Christ, der 5. Gelitten hat er selbst, geduldet, kennt Noth und Elend, weiß von Gram und Schmerz; und ach er hatte nichts verschuldet, und rein von Sünden blieb im Kampf sein Herz. Nun kann er helfen, weiß, wie dem, der weint, zu Muthe sei, der treue Menschenfreund. 6. Wer zählt, wer zählt die Segen alle, die durch ihn wurden unser Loos und Theil. Preist ihn mit lautem Jubelschalle und fühlt, erIhm Löste Brüder, euer Heil. danke, wer ihn kennt und wer ihn ehrt. O selig, wer auf seine Stim me hört! Seligkeit durch Jesum im Tode. 335. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Sterben führet uns zum Leben. Seid fröhlich, die ihr Gott ergeben: des Todes Macht ist längst dahin. Nur der Leib wird einst verwesen, der Geist lebt fort und wird genesen: den Frommen ist der Tod Gewinn. Was ist's, das an uns stirbt? Was irdisch ist, verdirbt, o welch ein Trost! Gelobt sei Gott in Todesnoth, er hilft den Seinen durch den Tod. 2. Dann ist Alles überwunden, die Seel' ist da der Luft entbunden, und ewig alles Jammers los. Ihre Freuden sind unendlich, ihr Gott wird ihr als Gott recht kenntlich und seine Majestät recht groß. Gott ist ihr Lobgesang. Ganz Freude und ganz Dank, jauchzt sie entzückt vor seinem Thron im höhern Ton: gelobt sei Gott, gelobt sein Sohn! 3. Sollt' uns noch das Grab anfechten, da Jesus sigzt zu Gottes Rechten, der von dem Tod' erstanden ist? Unser Haupt kann nicht Seligkeit durch mehr sterben; wie könnte denn sein Glied verderben? Ich bin sein Glied, bin ich ein Christ. Drum schreckt mich nicht die Gruft, aus der er mich einst ruft. So wahr er lebt, er nimmt auch mich dereinst zu sich. Erlöste Seele, freue dich! 4. Ja, du wirst vor Gott noch treten, mit frohem Dank den anzubeten, den aller Himmel Loblied preist. Jesus wird dich mit den Freuden der Auserwählten ewig weiden, und du wirst schaun, was er verheißt. DO Tod, was bist du mir? Des rechten Lebens Thür; Gott öffnet sie, o Herrlichkeit! In Gott erfreut, sing' ich ihm Dank in Ewigkeit. 336. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Sei innig, o mein Geist, erfreut, dein Wunsch ist nicht verloren: zum Leben froher Ewigkeit hat dich dein Gott erforen. Durch den, den er zum Heil dir gab, hat deine Huld auf Tod und Grab ein neues Licht verbreitet. Jesum im Tode. 161 er nur Weg zum höhern Leben, zum Leben, wo kein Tod mehr ist, wo du der Deinen Wonne bist und ganz mit Heil sie fåttigst. 2. Er, dein Erlöser, starb für dich, den Trost dir zu bewähren: mit diesem Leben ende sich zwar wohl die Zeit der Zähren, doch nicht Genuß der Gütigkeit des Vaters, dessen Herz sich freut, uns ewig zu beglücken. 3. Er ging aus seiner Gruft hervor, verherrlicht nun zu leben, und seine Frommen einst empor zur bessern Welt zu heben. Frohlock' ihm dankvoll, o mein Geist, ihm, der auch dich der Furcht entreißt, auf immer einst zu sterben. 4. Des Todes Macht ist längst dahin, dir ew'ges Heil zu rauben. Selbst Sterben ist für die Gewinn, die an den Heiland glauben. Sein Wort steht fest: Ich leb', und ihr follt leben, Gläubige, mit mir, und meinen Himmel erben. 5. O frohes Wort! Wie sollt ich, Herr, denn vor dem Tode beben? von dir entwaffnet, ist doch 6. Dir, der du für mich starbft und nun zur Rechten Gottes les best, daß du, die deinen Willen thun, zum ew'gen Heil erhebest, dir soll mein Herz geheiligt sein, so ist gewiß dein Sieg auch mein, du Lodesüberwinder. 7. Gelobt seist du! Nun liegt vor mir die beßre Zukunft offen; nun kann ich auch, vereint mit dir, auf ihre Freuden hoffen. Die Schrecken dunkler Grabesnacht befieg' ich nun durch deine Macht, und fauchze dir ohn' Ende. 337. Mel. Christus, der ist mein 2c. Mein Jesus ist mein Leben. Reißt schon der Tod mich hin; was soll ich ängstlich beben? der Tod ist mein Gewinn. 2. Wer an ihn glaubt, wird selig. Dieß Wort steht ewig fest. Die Freuden sind unzählig, die es mich hoffen läßt. 3. Drum freu' ich mich zu sterben. Nach wohl vollbrachtem Lauf werd' ich den Himmel erben, du, Heiland, nimmst mich auf. 4. Du kennest meinen Glauben, und keine Furcht, noch Bein, soll mir dieß Kleinod rauben; ich bin und bleibe dein. 5. Durch ihn bin ich gereinigt, durch ihn mit Gott versöhnt, durch ihn dir fest vereinigt, und bald mit Preis gekrönt. 6. Wer kann dich gnug erheben? Du haft, Sohn Gottes, dich für uns dahin gegeben, und, wohl mir, auch für mich. 7. Geheilt ist nun mein Schade, im Himmel ist mein Theil. Otheure hohe Gnade, o unaussprechlichs Heil! 8. Zu dir, Herr, will ich flehen, so lang' ich fallen kann; du kannst mein Innres sehen, und nimmst auch Seufzer an. 11 162 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 9. Du selber hilfft mir ringen, nichts. Mein Leib ist ein belebter allmächtig hilfst du mir, ins Leben Staub, ein Gras, ein Laub, und durchzubringen; und dann bleib' ich bald, ach bald des Grabes Raub! bei dir. 3. Bald kämpft mein Leib mit Schwäch' und Schmerz, bald sorgt, bald ängstet sich mein Herz, bald wird ein Unglück, bald ein Freund von mir beweint; dann kommt der Tod, der letzte Feind. 4. Du machst, oväterlicher Nath! uns durch die Leiden lebenssatt. Daß uns der Tod nun Wohlthat ist, das dankt der Christ dem, der für uns gestorben ist. 5. Ich leb' und leide dir, dem Herrn; und dir, Herr, leb' und Du stärkst mich, leid' ich gern. wenn mir Kraft gebricht, ich wante nicht. Geduld ist ja des Christen Pflicht. 10. Owohl mir, ich vollende viel leicht bald meinen Lauf und geb' in deine Hände den Geist; du nimmst ihn auf. 338. Christus, der ist mein Leben, und Sterben mein Gewinn. Ihm hab' ich mich ergeben, mit Freuden geh' ich hin. 2. Ich gehe hin in Frieden zu dir, Herr Jesu Christ, von dir stets ungeschieden, der du mein Heiland bist. 3. Dann hab' ich überwunden Kreuz, Leiden, Angst und Noth, versöhnt durch deine Wunden bin ich, versöhnt mit Gott. 4. Wenn meine Augen brechen, mein Athem schwerer wird, wenn ich nicht mehr kann sprechen, mein Geist sich oft verirrt; 5. Wenn Sinnen und Gedanken, wie ein verlöschend Licht, noch hin und wieder wanken; ach dann verlaß mich nicht! 6. Alsdann leicht, sanft und stille, Herr, laß mich schlafen ein. Es ist dein Rath und Wille, daß ich soll selig sein. 7. Nur laß mich dir ergeben in dieser Sterblichkeit, daß ich kann mit dir leben in deiner Herrlichkeit. 8. Wohl mir! Mit jener Menge; die dich im Himmel preist, sing' ich dann Lobgesänge dir, Vater, Sohn und Geift. 339. Mel. Ich hab' mein' Sach' 2c. Ich bin ein Bilger in der Zeit, ich walle nach der Ewigkeit. Mein Leben eilt so schnell dahin, wie Schatten fliehn. Herr, lehr' mich, daß ich sterblich bin. 2. Vor dir, du Bater alles Lichts, bin ich, find alle Menschen 6. So komme, wenn er will, der Tod, er führet mich zu dir, o Gott. Du giebst, nach Leiden dieser Zeit, nach Sorg' und Streit, mir die erworbne Seligkeit. 340. Mel. Wenn mein Stündlein c. Wie schnell verfließen sie, wie schnell, die uns geliehnen Jahre! Dem Frommen ist die Aussicht hell, er siehet seine Bahre ganz ruhig und zufrieden an, ist froh in dieser Welt, auch dann, wenn Gott hinaus ihn führet. 2. Die Jahre dieser Pilgerzeit find uns zum Heil gegeben. Wir sollen hier mit Emsigkeit nach weiser Tugend streben, uns jeder Gabe Gottes freun, ihm unfre ganze Seele weihn, wie er, die Menschen lieben. 3. Wenn wir sein göttliches Gebot gern zu befolgen eilen, so wird er einst durch unsern Tod uns neues Heil ertheilen. Zu höhern Freuden gehen wir durchs Lodezthal, wenn wir nur hier die Tugend freudig üben. 4. Der Treubefundne fauchzt nun da, wo ewig Freude wohner. Und ist des Frommen Stunde nah', die sein Vertraun belohnet, Seligkeit durch Jesum in der Auferstehung. 163 die ihn zur kalten Todtengruft, doch zu einer Wonne führt sie mich, nein, zum bessern Leben ruft; wie von der sich meine Seele nur froh kann er entschlummern! schwach die Größe denken kann, die ich einst fühle, und die dann in Ewigkeit mir bleibet. 5. Auf diese Stunde harr' auch ich, nah' an des Grabes Höhle: Seligkeit durch Jesum in der Auferstehung. sie auf. Ihr Versöhner kommt voll Klarheit, vor ihm ist Gnade, Treu' und Wahrheit, der Tugend Lohn krönt ihren Lauf. Licht ist tes Sohn! Preis dir, Heiland! um deinen Thron und Leben, GotErlöser, dir, dir folgen wir zu deines Baters Herrlichkeit. 341. Mel. Jesus Christus, unser 2c. Auferstehn, ja auferstehu wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh'; unsterblichs Leben wird, der dich schuf, dir geben! Gelobt sei er! 2. Wieder aufzublühn, werd' ich gesät. Der Herr der Ernte geht und sammelt Garben uns ein, uns ein, die starben. Gelobt sei er! 3. Tag des Danks, der Freudenthránen Tag, du meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe genug geschlummert habe, erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wird's dann uns sein. Mit Jesu gehn wir ein zu seinen Freuden; der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 5. Ach ins Allerheiligste führt mich mein Mittler, dann leb' ich im Heiligthume zu seines Namens Ruhme. Gelobt sei er! 342. Wachet auf! ruft einst die Stimme, des Sohnes Gottes Allmachtsstimme, verlaßt, ihr Todten, eure Gruft! Wachet auf, erliste Sünder, versammelt euch, ihr Gottes Kinder, der Welten Herr ist's, der euch ruft. Des Todes stille Nacht ist nun vorbei, erwacht! GeLobt sei Gott! Macht euch bereit zur Ewigkeit: sein Tag, sein groBer Tag ist da. 2. Erd' und Meer und Felsen beben. Die Frommen stehen auf zum Leben, zum neuen Leben stehn Wir sind zum Leben durchgedrun3. Ew'ges Lob sei dir gesungen! gen; am Ziel sind wir, beim groBen Sohn. Christus strömt der Freuden Fülle auf uns, wir schaun ihn ohne Hülle, ihn, unsern Freund, sahe sie, dem Ohr erscholl sie nie, und Gottes Sohn. Kein Auge diese Wonne. Von Ewigkeit zu Ewigkeit sei Dank, und Preis und Ehre dir! 343. Mel. Was Gott thut, das ist zc. Dann Ich freue mich der frohen Zeit, da ich werd' auferstehen. werd' ich in der Herrlichkeit dich, Gott, mein Heiland, sehen; dann werd' auch ich, o Herr, durch dich, vereint mit allen Frommen, zur ew'gen Ruhe kommen. 2. Ja, Herr, du führst sie einst heran die Stunde der Erlösung, die Stunde, da ich hoffen kann Trost, Freiheit und Genesung, da, Engeln gleich, im Himmelreich ich mit dir werde leben, mit Herrlichfeit umgeben. 3. Der du die Auferstehung bist, du bist's, auf den ich traue. Ich weiß, daß ich, Herr Jesu Christ, einst auferweckt, dich schaue. Und dein Gericht wird mich dann nicht mit Trübsal, Angst und Schrecken, so, wie die Sünder, decken. 11* Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 164 4. Ich hoffe dann mit Freudigkeit vor dir, mein Haupt, zu stehen, und mit dir in die Herrlichfeit frohlockend einzugehen. O hilf du mir aus Gnaden, hier zum Glück der Ewigkeiten mich würdig zu bereiten! 344. Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. Herr, du bist meine Zuversicht. Du lebst; auch ich soll leben, du wirft mir, was dein Wort verspricht, Unsterblichkeit einst geben. Dein Junger kommt nicht ins Gericht; dieß stärket meine Zuversicht. 2. Hier geh' ich oftmals weinend hin, den Samen auszustreuen, dort wird der Herrlichste Gewinn der Ernte mich erfreuen. Ich leide und verzage nicht: denn du bist meine Zuversicht. 3. Hier trag' ich deine sanfte Laft, und fühle meine Würde; hält auch die Welt, die sie nicht faßt, fie gleich für schwere Bürde. Den Frevler trifft einst dein Gericht; und dann siegt meine Zuversicht. 345. Mel. Jesu, der du meine Seele 2c. wie unaussprechlich selig werden wir im Himmel sein! Da, da ernten wir unzählig unsers Glaubens Früchte ein, da wird ohne Leid und Zähren unser Leben ewig währen. Gott, zu wel cher Seligkeit führst du uns durch diese Zeit! 4. Sink' immerhin, mein Leib, in Staub: Gott wird dich neu beleben. Nur hier bin ich des Todes Raub, dort werd' ich ewig leben. Wie stark ist dieses Trosts Gewicht, wie sicher meine Zuversicht! 2. Hier ist zwar, was du den Frommen bort für Heil bereitet haft, noch in Keines Herz gefommen. Welcher Mensch auf Erden faßt deines Himmels große Freuden? Doch nach dieses Lebens Leiden werden Alle, die dir traun, mehr noch, als sie hoffen, schaun. 3. Neue Wunder deiner Güte werden da ihr Glück erhöhn; mit erstaunendem Gemüthe wird dann unser Auge sehn, deine Huld sei 5. Herr, diesen Segen dank' ich dir. Du lebst und ich soll leben. Du gingst aus deinem Grabe, mir Unsterblichkeit zu geben. Ich glaub' es dir, und zweifle nicht: dein Wort ist meine Zuversicht. Seligkeit durch Jesum in jenem Leben. überschwenglich, und das Gute unvergänglich, das dem, der dich redlich liebt, deine Baterhand dort giebt. 4. Dann wirst du dich unsern Seelen offenbaren, wie du bist. Keine Wonne wird uns fehlen, da, wo alles Wonne ist; zu vollkommnen Seligkeiten wird uns dort der Mittler leiten, der uns dieses Heil erwarb, als am Kreuz er für uns starb. 6. In diesem Glauben stärke mich. Laß mich den Trost empfinden, den großen Trost, daß ich durch dich den Tod kann überwinden. Grab und Verwesung schreckt mich nicht: denn du bist meine Zuversicht. 5. Da wird deiner Frommen Menge ein Herz, eine Seele sein, Dienst, und Dank und Lobgesänge dir, erhabner Gott, zu weihn; dir, und dem, der selbst sein Leben willig für uns hingegeben. Mit ihm, unserm größten Freund, sind wir ewig dann vereint. 6. wer sollte sich nicht sehnen, aufgelöst und da zu sein, wo nach ausgeweinten Thránen ew'ge Güter uns erfreun, wo sich un Seligkeit durch Jesum in jenem Leben. ser Kampf in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unsre Angst in Lust verkehrt, die forthin kein Kummer stört. 7. Was ist unser Loos auf Erden? Ob's auch noch so köstlich sei, ist's doch nie ganz von Beschwerden, Sorgen, Furcht und Kummer frei. Schnell folgt hier auf Lust oft Weinen; dort nur wird die Zeit erscheinen, wo kein Wechsel mehr uns beugt, wo das Glück beständig steigt. 8. Sei, o Seele, Hocherfreuet über das erhabne Glück, das dir einst dein Gott verleihet. Richte deines Glaubens Blick oft nach fener Stadt der Frommen mit dem Ernst, dahin zu kommen. Trachte, weil du hier noch bist, nur nach dem, was droben ist. 9. Ohne Heiligung wird keiner, Herr, in deinen Himmel gehn. so mache immer reiner hier mein Herz, dich einst zu sehn! Hilf, ach hilf du meiner Seele, daß sie nicht den Weg verfehle, der mich sicher bahin bringt, wo man ewig dir lob. singt! 346. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. Mein ganzer Geist, Gott, wird entzückt, wenn er hinauf gen Himmel blickt, dahin dein Rath uns leitet, wo deine milde Baterhand aus neuen Wundern wird erkannt, die du da haft verbreitet. Mächtig fühl' ich mich getrieben, dich zu lieben, der zum Leben, das dort ist, mich will erheben. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden! Du ftellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar, daß wir sie froh empfinden; doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden ftets umgeben; dort nur ist vollkommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab; dort wischest du die Thränen ab von deiner Kinder 165 Wangen; da ist kein Leid mehr, kein Geschrei: denn du, o Herr, machst Alles neu, das Alte ist vergangen. Hinfort sind dort für Gerechte, deine Knechte, keine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In deinem höhern Heiligthum erschallet deines Namens Ruhm von lauter frohen Zungen. Da strahlt die Herrlichkeit des Herrn, da sieht man sie nicht mehr von fern, da wird sie neu besungen. Heller, schneller, als hienieden, ohn' Ermüden sehn wir droben, Gott, wie hoch du bist zu loben. 5. Mit neuer Inbrunst lieben wir dich, Bater, dann, und dienen dir mit fröhlichem Gemüthe. Nichts stört den Frieden unsrer Brust und unsre tausendfache Lust an deiner großen Güte. Kein Neid, kein Streit hemmt die Triebe reiner Liebe unter Seelen, die dann weiter nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schar ist dort vereint! Die Frommen, die ich hier beweint, die find' ich droben wieder. Dort sammelt deine Vaterhand fie, die ein Sinn schon hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd' ich, frei von Mängeln, selbst mit Engeln, mir zum Segen, da die reinste Freundschaft pflegen. 7. Da komm' ich zu des Höchsten Sohn, der für mich starb, um dessen Thron viel tausend Sel'ge stehen. Der du der Deinen Wonne bist, dich werd' ich da, Herr Jesu Christ, mir zum Entzücken, sehen. Dann wird, mein Hirt, nichts mich können von dir trennen; ohn' Aufhören werd' ich bei dir sein, dich ehren. 8. Wie selig werd' ich dann erst sein, wie sicher werd' ich dann mich freun, dir ewiglich lobsingen! Jesu, Herr der Herrlichkeit, du hast dieß Heil auch mir bereit't, hilf mir es auch erringen. Laß mich eifrig darnach streben, und mein Leben hier so führen, daß ich dort kann triumphiren. 166 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 347. Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2c. Der Freuden Quell ist, Gott, bei dir; und in dem höhern Leben wird deine Huld daraus auch mir zu voller Gnüge geben, was mich mit reiner Lust erfüllt, was meiner Seele Sehnsucht stillt und sich ohn' Ende mehret. 2. Dich lern' ich dann im hellern Licht in deiner Größe kennen, und mit vollkommner Zuversicht dich meinen Vater nennen. Mit hoher Freude bet' ich dann auf ewig bein Erbarmen an, das mich zum Himmel führte. 3. Wenn mein erhöhter Geist da sieht, wo er hier still vertrauet, wenn er bein unumschränkt Gebiet noch heller überschauet, Gott, welche Wonne ist dann mein, wie werd' ich deiner da mich freun, wie selig da mich finden! 4. Noch größre Werke seh' ich dann von deiner Schöpfersgüte, als ich auf Erden sehen kann, und mein entzückt Gemüthe verliert voll Dank und Freude sich in deiner Herrlichkeit, die ich in vollem Glanz erblicke. 5. Da werd' ich deinen weisen Nath noch mehr als hier verstehen, dir danken, daß du mich den Pfad der Tugend hießest gehen, und selbst durch Leiden dieser Zeit mich zu dem Glück der Ewigkeit so våterlich bereitet. 6. In höherer Vollkommenheit werd' ich dann, Gott, dich lieben, und, was dein Wille mir gebeut, mit frohem Herzen üben. welche Quelle reiner Lust, sich keiner Sünde mehr bewußt, in Allem richtig handeln! 7. Mein Leib, aufs Herrlichste verklärt, mit Himmelsglanz umgeben, von Allem frei, was ihn beschwert, geschickt zum höhern Leben, auch der nimmt dann an allem Heil und an der hohen Wonne Theil, die meinen Geist entzucket. 8. Den Heiland, den ich hier geliebt, seh' ich dort mir zur Wonne; die Herrlichkeit, die ihn umgiebt, ist mir auch Licht und Sonne; auch da ist er mein Herr, mein Freund, durch den ich, Gott, mit dir vereint, stets neue Freuden schmecke. 9. Mit allen Bürgern jener Welt werd' ich dich dann erheben, werd' ich dort, ihnen zugesellt, in reinster Freundschaft leben. schlägt dann froh in meiner Brust mein ganzes Herz voll Lieb' und Lust, die ich mit ihnen theile. 10. Ja ewig ist, mein Gott, bei dir der Freuden reichste Quelle; fie fließet immer und bleibt mir stets unversiegt und helle. Mein Glück währt da in Ewigkeit, nichts fehlt ihm an Vollkommenheit. Herr, hilf es mir erreichen! 348. Mel. Nimm, o mein Herz, mit zc. Das Glück des Erdenlebens ist nicht mein bestes Theil. Ich sehne nicht vergebens mich nach vollkommnem Heil. Folg' ich nur dir, mein Gott, so führst du durch den Tod mich einst zum Leben hin, wo ich ganz selig bin. 2. Und welche hohe Wonne ist dann auf ewig mein! Noch heitrer, als die Sonne, werd' ich, mein Vater, sein, wenn ich nun, dem entrückt, was hier noch Menschen drückt, da bin, wo Jesus Christ schon jetzt verherrlicht ist. 3. Da öffnet meinen Blicken sich deines Himmels Pracht, ich sehe mit Entzücken die Größe deiner Macht, zu segnen, zu erfreun, die hier sich ganz dir weihn, und jauchze, daß auch ich von dir, mein Gott, nicht wich. 4. Mein Geist, durch dich berufen zu steter Wirksamkeit, schwingt dann auf höhern Stufen sich zur Vollkommenheit. Nun find't die Wißbegier, die in mir lebt, und hier so oft getäuscht sich fiebt, ein günstigers Gebiet. Seligkeit durch Jesum in jenem Leben. 167 5. Da fällt der Wahrheit von Erde! Freu' dich, Seele, Schleier vor meinem Forschen hin; stårke, tröfte dich, Erlöfte, mit ich denke heller, freier, als ich's dem Leben, das dir dann dein Gott bier fähig bin. Wie herrlich, Gott, wird geben. du bist, wie gut dein Rath stets ist bei Allem, was geschicht, seh' ich in größerm Licht. 6. Ich sehe dann mit Freuden, wie deine Baterhand mir dieses Lebens Leiden zum höhern Glück gewandt. Was hier mir schmerzlich war, beut dann mir Wonne dar, was mich zu Thränen zwang, wird dann mein Lobgesang. 7. Auf ewig wohnt dein Friede dann, Gott, in meiner Brust; des Rechtthuns nimmer müde, thu' ich mit steter Luft, was mir zur Seligkeit dein Will' auch dort gebeut, wo jeder frohe Geist dich durch Gehorsam preist. 8. Da stort forthin kein Biser mir meines Herzens Ruh'; da führet mein Erlöser mich lanter Frommen zu. Mit jedem Tugendfreund' in Liebe stets vereint, schmeckt' ich der Freundschaft Werth noch mehr, als auf der Erd'. 9. Da seh' ich selbst mein Hoffen aufs Glück der Ewigkeit unendlich übertroffen und fühl' es hocherfreut, wie der sein Glück recht baut, der deinem Wort' hier traut, ihm folgt, und dann sich fest auf deine Treu' verläßt. 10. du, der meiner Seele dieß Glück bereitet hat, damit ich's nicht verfehle: so leite mich den Pfad der lautern Frömmigkeit. So ist Zufriedenheit hienieden schon mein Theil, und dort vollkommnes Heil. 349. Mel. Wie schön leuchtet der zc. Wie wird mir dann, o dann mir fein, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, in ihm entschlafen werde, von feiner Sünde mehr entweiht, entladen von der Sterblichkeit, nicht mehr der Mensch 2. Ich freue mich; und bebe doch! So drückt mich meines Elends Joch, der Fluch der Sünde, nieder! Der Herr erleichtert mir mein Joch. Es stärkt durch ihn mein Herz sich doch, glaubt, und erhebt sich wieder. Jesus Christus, laß mich streben, dir zu leben, dir zu sterben, deines Vaters Reich zu erben. 3. Verachte denn des Todes Graun, mein Geist: er ist ein Weg zum Schaun, der Weg im finstern Thale. Er sei dir nicht mehr fürchterlich: ins Allerheiligste führt dich der Weg im finstern Thale. Gottes Ruh' ist unvergånglich, überschwenglich, die Erlösten wird sie unaussprechlich trösten. 4. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Todten sammelt. Vielleicht umgiebt mich ihre Nacht eh' ich dieß Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Vater, Bater, ich befehle meine Seele deinen Händen, jezo, Bater, deinen Händen. 5. Vielleicht sind meiner Tage viel; vielleicht bin ich noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, die Hütte meiner Sterblichkeit, wird sie erst spåt zertrümmert; laß mich, Bater, gute Thaten, gute Thaten mich begleiten vor den Thron der Ewigkeiten. 6. Wie wird mir dann, ach dann mir sein, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, ihn dort anbeten werde, von keiner Sünde mehr entweiht, ein Mitgenoß der Ewigkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Heilig, heilig, heilig fingen wir dir, bringen Preis und Ehre dir, der war und sein wird, Ehre. 168 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. 350. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich zc. Mein Heiland, wenn mein Geist erfreut im Glauben auf die Herrlichkeit des ew'gen Lebens blicket, daß du für mich bereitet haſt, wie leicht dünkt mir dann jede Last, die mich hienieden drücket! Dann wird der Eitelkeiten Tand in seinem Unwerth mir bekannt, der Erde Pracht ist mir wie Nichts beim Anblick jenes ew'gen Lichts. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, dieß Heil verdank ich deinem Tod. 2. Wenn einst auf deinen Wink mein Geist des Körpers Banden sich entreißt, dann stårk' ihn aus der Höhe, daß mir nicht schrecklich sei das Grab, daß ich ins Todesthal hinab getrost und freudig gehe. Die Klarheit jener bessern Welt schaff', wenn mich Dunkelheit befällt, in meinem finstern Herzen Licht, und Heiterkeit im Angesicht. Dann, Jesu Chrift, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, dann wird ein Schlummer mir der Tod. 3. Auf kurze Zeit schließt sich zur Ruh' mein thránenvolles Auge zu, und schlummert in dem Staube. Doch der, der mich zum Staube ruft, der ruft mich einst auch aus der Gruft; ich weiß, an wen ich glaube. Er lebt, und ich werd' auch durch ihn der Grabesnacht gewiß entfliehn; mein Geist und mein verklärt Gebein wird sich des Herrn, des Mittlers freun. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, du schaffst das Leben aus dem Tod. 4. Du bleibest meine Zuversicht, mein Trost, wenn du zum Weltgericht mit Majestät wirst kommen. Vor deinem Thron werd' ich dann stehn, dich, Richter aller Völker, sehn, dich sehn mit allen Frommen. Auch mir schenkst du dann jenes Heil, der Auserwählten fel'ges Theil. Ich soll, dein Mund schwur mir es zu, ich soll verherrlicht sein, wie du. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, stårk' diesen Glauben einst im Tod. 351. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. Es ist noch eine Ruh' vorhanden für jeden Gott ergebnen Geist, wenn er sich dieses Leibes Banden nach Gottes Willen einst entreißt, und nun nicht mehr so eingeschränkt, als hier auf Erden, lebt und denkt. 2. Zu dieser Ruhe werd' ich kommen; und, Gott, wie selig bin ich dann! In deinen Himmel aufgenommen, fang' ich das beßre Leben an, wo nach der Last, die hier mich drückt, der Freuden Fülle mich erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kinder trösten, so tröste deine Gütigkeit mich mit der Wonne der Erlösten, mit völliger Zufriedenheit. Und dann wird mir recht offenbar, wie gut hier deine Führung war. 4. Da schweigen alle meine Klagen; da bringt mein frommer Lobgesang dir selbst für dieses Lebens Plagen mit nie gefühlter Rührung Dank. Froh jauchz' ich dann: fie sind vollbracht; der Herr hat Alles wohlgemacht! 5. Auf ewig trifft mich dann kein Leiden, kein Schmerz und keine Schwachheit mehr; ich denk' und fühle nichts, als Freuden, gekrönt von dir mit Preis und Ehr'; mein Glück wird fest, und volles Heil bleibt dann in Ewigkeit mein Theil. 6. Gott, laß mich dieß zu Herzen faffen, daß du den, der dich redlich liebt, nicht stets willst in der Unruh' lassen, die dieses Leben noch umgiebt. Das flöße Muth und Kraft mir ein, dir auch im Leiden treu zu sein. 7. Mein Heiland, der du selbst auf Erden der Leiden Joch getra Seligkeit durch Jesum in jenem Leben. 169 gen hast, will ich des Lebens müde mich erfreun. Dann läßt Gewinn werden, und fühl' ich dieser Tage stets auf Gewinn mich fühlen, Last, so stärke machtig meinen Geist, daß ich ewig bin. daß er dem Unmuth sich entreißt. 8. Gieb, daß in Hoffnung jener Ruhe, die einst der Lohn der Frommen ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du darin mein Vorbild bist. So folgt auf meine Uebungszeit gewiß vollkommne Se ligkeit. 352. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Nach einer Prüfung kurzer Tage, erwartet uns die Ewigkeit. Dort, dort verwandelt sich die Klage in göttliche Zufriedenheit. Hier übt bie Tugend ihren Fleiß; und jene Welt reicht ihr den Preis. 2. Wahr ist's: der Fromme schmeckt auf Erden schon manchen sel'gen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm ein unvollkommnes Glück, er bleibt ein Mensch, und seine Ruh' nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusche dieser Welt; bald kämpft in seinem eignen Herzen ein Feind, der öftrer siegt, als fällt; bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfters Leidet, das Lafter öfters glücklich ist, wo man den Glücklichen beneidet, und des Bekümmerten vergißt, hier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eigner Schwachheit sein. 5. Hier such' ich's nur, dort werd' ich's finden, dort werd' ich, heilig und verklärt, der Tugend ganzen Werth empfinden, den un aussprechlich großen Werth; den Gott der Liebe werd' ich sehn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 6. Da wird der Vorsicht heil'ger Wille mein Will' und meine Wohlfahrt sein, und lieblich Wesen, Heil die Fülle am Throne Gottes 7. Da werd' ich das im Licht ers kennen, was ich auf Erden dunkel sah; das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier geschah; da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schickung im Zusammenhang. 8. Da werd' ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, fich offenbart, ein Heilig, Heilig, Heilig fingen dem Lamme, das erwürget ward; und Menschen, Enfauchzen ihm. gel, Seraphim und alle Himmel 9. Da werd' ich in der Engel Scharen mich ihnen gleich und heilig sehn, das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn. Da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd' ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn zu millionenmalen noch segnen, daß er mir ihn wies; da find' ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o möchte Gott es geben! vielleicht auch mir ein Sel's ger zu: Heil sei dir, denn du hast mein Leben, die Seele mir gerettet, du! Gott, wie muß dieß Glück erfreun, der Retter einer Seele sein! 12. Was seid ihr, Leiden dieser Erden, doch gegen jene Herrlich. keit, die offenbart an uns soll werden von Ewigkeit zu Ewigkeit? Wie nichts, wie gar nichts gegen fie, ist doch ein Augenblick voll Müh'! 353. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. Ein Frembling bin ich in der Welt, und kurz sind meine Tage; so manche Noth, die mich befällt, reizt mich hier noch zur Klage. Doch, Vater, fene Seligkeit ver 170 Werke und Wohlthaten Jesu Christi. füßt mir meine Pilgrimszeit, und stärkt mich selbst in Leiden. 2. Jetzt, da die Sünde mich noch drückt, seufzt meine bange Seele. Wie bald ist nicht mein Herz be rückt! Wer merkt, wie oft er fehle? Doch einst werd' ich vollkommen rein, ganz heilig und ganz selig sein. Dieß tröstet meine Seele. 3. Wenn mich der Zukunft Schicksal schreckt, die Noth der fernen Tage, wenn sie in mir die Sorg' erweckt, ob ich sie auch ertrage, so mildert mir die Ewigfeit das kurze Elend dieser Zeit, daß nicht mein Herz verzage. 4. Wenn einst, der jetzt von ferne draut, der Tod mir näher winket, wenn, nach der Arbeit dieser Zeit, mein Haupt zum Schlummer sinket, so sterb' ich froh: die Ewigkeit zeigt mir des Himmels Herrlichkeit, die Alles überwieget. 5. Herr, diesen Trost, der mich erfreut, vermehr' in meinem Herzen. Mich stärke jene Herrlich keit bei meiner Wallfahrt Schmerzen, sie sei in meinem Tod mein Heil, und einst mein längst gewünschtes Theil, wenn ich vom Tod' erwache. 354. Mel. Aus der Tiefen rufe ich 2c. Freude! denn wir Alle, wir sind unsterblich, leben hier in der Kindheit Uebungsstand, für ein beßres Vaterland. 2. Freude! Ja, wir Alle, wir sind unsterblich, såen hier, ernten droben, was die Saat unsrer Hand getragen hat. 3. Unser Leib wird auch gesät; unsre beßre Seele geht, unbestegt von Tod und Grab, hin zu Gott, der sie uns gab; 4. Bleibt in seiner Vaterhand, lernt, was hier sie nicht verstand, forscht nun höhre Wissenschaft, ringet fort von Kraft zu Kraft. 5. Ohne Zahl und ohne Maß wachsen wir ohn' Unterlaß, nehmen stets an Kräften zu und bedürfen keiner Ruh'. 6. Unser Geist hat größres Licht, Sinnlichkeit täuscht dort ihn nicht; und was ihm hier dunkel war, sieht er dort ganz hell und klar. 7. Um uns her ist Alles gut, Neid und Haß und Zwietracht ruht, Alles liebt und frenet sich, fühlt sich selig, Gott, durch dich. 8. Sterbliche, o welches Heil wird einst droben uns zu Theil! Welche Hohe Seligkeit giebt uns die Unsterblichkeit! 9. Christen, schlaget Hand in Hand! Nach des Himmels Baterland eilet, ohne Rast und Ruh', stets mit muntern Schritten zu. 10. Laßt dem Eiteln seinen Tand; blickt in jenes beßre Land, voll Unsterblichkeitsgefühl, hin nach eurem höchsten Ziel. 11. Laßt uns unsrer Würde freun, voll der hohen Hoffnung sein: Gott, wir Alle, Alle, wir sind unsterblich. Preis sei dir! 3 weiter 3 weiter Theil. Christliche Sittenlehre. 171 I. Buße und Besserung. Beschaffenheit der Besserung. 6. Die unermeßlich große Liebe, die dich herab vom Himmel zog. und aus erbarmungsvollem Triebe selbst in den Tod zu gehn bewog, die halte mich vom Laster ab, daß ich dir treu sei bis ins Grab. 355. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Auch dir ist Gottes Gnad' erschienen. Erheb', o Seele, Gott, dein Heil, und nimm, bereit, ihm treu zu dienen, im Glauben an dem Frieden Theil, den sein erbarmungsvoller Rath durch Christum dir bereitet hat. 2. Doch wiss' es auch: wie groß und wichtig für uns des Höchsten Friede ist, so bleibt doch dessen Hoffnung nichtig, der sich verläßt auf Jesum Christ, und doch nicht mit Aufrichtigkeit ihm auch sein ganzes Leben weiht. 3. Willst du mit ihm bereits auf Erden vereint, und angenehm ihm sein, so mußt du gut und Heilig werden, sonst nennst du ihn nur bloß zum Schein. Bist du vom Sündendienst nicht frei, so ist dein Glaube Heuchelei. 4. Ich will ihn fliehn. Doch ach, ich Schwacher, wie kann ich's jemals ohne dich? Erleuchte du, mein Seligmacher, mit deiner Wahrheit Lichte mich, und stärke mich mit deiner Kraft, die neues Leben in mir schafft. 5. Gieb mir dein Herz, dieß ist dein Wille; ich geb' es dir zum Opfer hin. Du hilsst mir selbst, daß ich erfülle, was ich dir ewig schuldig bin. So hilf doch meiner Schwachheit auf und stärke mich zum Tugendlauf. 7. Dann werd' ich einst in fenem Leben, dem Lande der Vollkommenheit, dir Lob und Preis und Ehre geben, und singen: Herr der Herrlichkeit, der du dieß Leben mir erwarbst, Preis dir, daß du für Sünder starbst! 356. Mel. Besteht du deine Wege zc. Um als ein Ghrist zu leben, muß ich die Sünde scheun, und mich mit Ernst bestreben, von Herzen fromm zu sein, muß Gottes Wege wandeln, selbst auch beim Haß der Welt nach seiner Vorschrift handeln und thun, was Gott gefällt. 2. Zeitlebens muß ich ringen, muß stets gewissenhaft die Welt und mich bezwingen und jede Leidenschaft, muß, daß ich überwinde, auf Gottes Hülfe sehn, und jeden Reiz zur Sünde mit ihrer Lust verschmähn. 3. Der Sinne Täuschereien muß ich behutsam fliehn, und mich den Schmeicheleien der Eigenlieb' entziehn, muß standhaft in Gefahren, die überall mir dráun, den Glauben treu bewahren, und unanstößig sein. Buße und Besserung. 172 4. Wie schwer ist dieß Geschäfte der wahren Besserung! Wie schwach find meine Kräfte zu meiner Heiligung! Doch, sollt' ich darum zagen? Nein, Vater, nein, mit dir will ich den Kampf doch wagen; sei du nur stets mit mir. 5. Verleih' zu diesem Werke mir nur durch deinen Geist die Weisheit und die Stärke, die mir dein Wort verheißt; durch ihn gieb meiner Seele die Einsicht und die Kraft, daß ich kein Scheingut wähle, das nur Verderben schafft. 6. Werd' ich im Guten tråge, so stärke mich zum Lauf; fall' ich auf meinem Wege, so hilf mir wieder auf, und mache jedes Laster, deß sich der Sünder freut, mir immer mehr verhaßter in seiner Schåndlichkeit. 7. Ja, zeige mir am Throne der Herrlichkeit des Sohns der Ueberwinder Krone, das Kleinod meines Lohns, die Wonne der Erlösten, womit der gute Hirt, der für uns starb, mich trösten und ewig krönen wird. 8. So kann ich alle Sünden, mich selbst, die Welt, den Tod, und Alles überwinden, was mir Verderben droht. Ich werde nicht erliegen, ich bring' ins Reich des Lichts, ich bin gewiß, zu fiegen: dein Wort, mein Gott, verspricht's. 3. Drum lenk', o Vater, meine Seele zu tiefer Ehrfurcht vor dir hin, daß ich nur, was du willst, erwähle und mir es rechne zum Gewinn, zu fliehen, was dir nicht gefällt, gefiel es auch der ganzen Welt. 357. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Gieb, daß ich deines Sohnes Lehre, mein Gott, von Herzen folgsam sei, und findlich dich nach ihr verehre, entfernt von aller Heuchelei. Zu meinem Heil' und deinem Ruhm hilf mir zum wahren Christenthum. 2. Entreiß mein Herz der Lust der Erde, daß ich, der ich unsterblich bin, zu deinem Bild' erneuert werde, und gieb mir Jesu Tugendsinn. Denn wer davon entfernt noch ist, der ist nicht sein, der ist kein Chrift. 4. Gieb mir zum Kampfe Muth und Kräfte, daß ich den Lüften widersteh', und in dem Heiligungsgeschäfte beständig immer weiter geh'; daß ich stets mehr von Fehfern frei, im Herzen immer reiner fei. 5. Mach' in mir Glauben, Hoffnung, Liebe recht fest, damit ich, dir getreu, in dem, was chriftlich ist, mich übe, und reich an guten Werken sei; an Werken, deines Beifalls werth, der mehr als Alles mir gewährt. 6. So hab' ich schon auf dieser Erde, was mich beruhigt und erfreut, so komm' ich, wenn ich sterben werde, zu deines Himmels Herrlichkeit und ernte da, voll deines Ruhms, die größte Frucht des Christenthums. 358. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Damit ich dir gefällig sei und vor dir Gnade finde, so mache mich, o Bater, frei von aller Luft zur Sünde. Erwecke mich, zu deinem Preis und mir zum Heil', in stetem Fleiß der Heiligung zu leben. 2. Du, Heiligster, du kannst dich nicht mit Sündern je vereinen; nur Frommen scheint dein Gnadenlicht, du wohnst nur bei den Neinen. So reinige denn mein Gemüth, daß es die Sünden haßt und flieht, auch selber die geringsten. 3. Vor dir sind keine Lafter klein, wie klein sie immer scheinen; nur die, die alle Sünden scheun, gehören zu den Reinen, und danken dir es durch die That, daß sie dein Sohn erlöset hat, damit sie selig würden. Beschaffenheit 4. Wer auch vom kleinsten Guten weicht, kann leicht sein Heil verlieren; ein einz'ger Fehltritt kann sehr leicht zu großen Lastern führen; und wer nur eine Sünde liebt, und ihren Lüsten sich ergiebt, verliert schon deine Gnade. 5. Er eilt entgegen dem Gericht auf seinem finstern Pfade, aus eigner Schuld erlangt er nicht die ihm verheißne Gnade, bringt sich muthwillig um sein Heil, und hat am Himmel keinen Theil. Herr, laß mich dieß bedenken! 6. Hilf, daß ich selbst mit tiefem Schmerz den kleinsten Fehl bereue, mit allem Ernst mein ganzes Herz dir und dem Guten weihe, so kann ich deiner Huld mich freun, so werd' ich stets bemühet sein an Heiligkeit zu wachsen. 7. O mache mich im Guten treu, so werd' ich mit den Frommen, dereinst, von allem Uebel frei, zu deinem Reiche kommen, wo keine Schwachheit mich mehr drückt, und keine Sünde mehr berückt, wo ich ganz rein dir diene. 359. Mel. Nun sich der Tag geendet 2c. Mein Gott, das Herze bring' ich bir zu einem Opfer dar. Du foderst solches selbst von mir, dir geb' ich's ganz und gar. 2. Wem sonst, als dir, gehört es zu, dir, meinem Gott und Herrn? Bei dir nur findet's wahre Ruh'; und du erquickst es gern. 3. So sei es denn dein Eigenthum, und müss' es ewig sein; schaff' aber, Vater, schaff' es um, und mach' es gut und rein. 4. Gebeugt vor dir, fühlt's seine Schuld und seine Sterblichkeit; es fleht zu dir um Gnad' und Huld, um Kraft zur Heiligkeit. 5. Verwirf, verwirf dieß Flehen nicht, sei mir mit Gnade nah'! Auf dich steht meine Zuversicht; mein Vater bist du ja. der Besserung. 173 6. stårke mir nur selbst den Muth, mit freudigem Vertraun auf dich und meines Jesu Blut mein ganzes Heil zu baun. 7. Steh' mir zur wahren Besserung mit deinem Geiste bei, damit mir meine Heiligung durch seine Kraft gedeih'. 8. Hilf, daß ich dir, mein Herr und Gott, im Glauben stets getreu, und bei der Welt List, Macht und Spott im Guten standhaft sei. 9. Hilf, daß ich sei im Leiden fest durch Hoffnung und Geduld; mein Trost, wenn Alles mich verläßt, sei deine Baterhuld. 10. Hilf, daß ich gegen Jedermann, vom Stolz und Neide frei, aufrichtig und, so viel ich kann, zu dienen fertig sei. 11. Hilf, daß ich wohlzuthun mich freu', und, rein von Rachbezeih': denn du vergiebst auch mir. gier, selbst meinem Feinde gern verſei 12. Von Herzen fromm sein, mein Ruhm, doch fern von Christenthum dir wohlgefällig sei. Heuchelei, damit mein ganzes 13. Nimm denn, o Gott, zum Tempel ein mein Herz hier in der Zeit, und laß es deine Wohnung sein auch in der Ewigkeit. 14. Weg, Welt und Sünd', euch dien' ich nicht! Nur Gott kann mich allein, dieß, dieß ist meine Zuversicht, auch nach dem Tod' erfreun. 360. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Gott, dir gefällt kein gottlos vor dir. Drum laß von Sünden Wesen, wer bös' ist, bleibet nicht mich genesen, und schaff' ein retnes Herz in mir, ein Herz, das sich vom Sinn der Welt entfernt und unbesteckt erhält. 2. Laß mich auf die begangnen Sünden mit innigster Beschämung sehn, durch Christum vor dir Gnade finden, und auf den Weg der Tugend gehn. Ich will forthin das Unrecht scheun, mein Leben deinem Dienste weihn. Buße und Besserung. 174 3. O stårke mich in dem Gedanfen, gieb meinem Vorsatz Festigfeit! Und will mein schwaches Herz je wanten, so bilf der Unentschlossenheit. Wie viel vermag ich, Gott, mit dir! Nimm deinen Geist nur nicht von mir. 4. Gieb, daß er mir stets Hülfe leiste, und Muth und Kräfte mir verleih', daß ich mit kindlich treuem Geiste dir bis zum Tod' ergeben fei, so steg' ich über Sünd und Welt, und thue, was dir wohlgefällt. 5. Wenn ich indeß aus Schwachheit fehle, mein Vater, so ver wirf mich nicht, verbirg nicht der betrübten Seele, wenn sie dich sucht, dein Angesicht, o Herr, mach' in Bekümmerniß mein Herz von deiner Huld gewiß.. 6. Erquicke mich mit deinen Freuden, schaff' ein getrostes Herz in mir, und stårke mich in allen Leiden mit froher Zuversicht zu dir, bis nach vollbrachter llebungszeit mich ungestörte Ruh' erfreut. 361. Mel. D Gott, du frommer 2c. Mein Vater und mein Gott, du Herr von meinem Leben, der du dein heilsam Wort zur Richtschnur mir gegeben, regiere doch mein Herz durch deinen guten Geist, daß ich dem folgsam ſei, was dieß dein Wort mich heißt. 2. Verleih', daß ich zuerst nach deinem Reiche trachte, und kein vergånglich Gut mehr, als es werth ist, achte: wer nach dem Ewigen mit weisem Eifer strebt, erfährt, daß man zum Lohn' auch hier schon felig lebt achtsam mein Gemüth zu seiner Lehre neige. Sein Geist regiere mich, und nicht der Geist der Welt, so geh' ich, Herr, vor dir den Weg, der dir gefällt. 5. Hilf, daß ich dich, mein Gott, von ganzer Seele liebe, und Lieb' und Gütigkeit auch an dem Nachsten übe; laß fern von Uebermuth mich bei des Glückes Schein, und frei von Ungeduld in trüben Tagen sein. 6. Nie müsse sich mein Herz des Fleisches Lust ergeben, und nie dem schnöden Geiz. Mein dir geweihtes Leben sei von Betrug und Neid, von Unbarmherzigkeit, von ungerechtem Gut und stolzem Sinn befreit. 7. Will deine Hand mich hier auf rauhe Wege leiten, so unterstüße mich, wenn meine Tritte gleiten. Laß mich in aller Noth auf deine Hülfe baun, und auch, wenn sie verzieht, dir doch getroft vertraun. 3. Gieb, daß ich vor der Welt mich unbefleckt erhalte, und daß in mir der Trieb zum Guten nie erkalte; hilf, daß ich wache stets, im Kampf des Glaubens treu, und in der Hoffnung stark und fest gegründet sei. 4. Gieb, daß ich als ein Christ mich Christo ähnlich zeige, und 8. Einst, Herr, erlöse mich von allen meinen Leiden. Und ist die Stunde da, aus dieser Welt zu scheiden, o Vater, so verlaß, wenn meine Hütte bricht, mich Sterbenden mit Trost und froher Hoffnung nicht! 362. Mel. Herr, auf dich will ich zc. Lehre mich, Herr, recht bedenken, was wahrhafte Weisheit sei, meinen Fleiß darauf zu lenken, stehe Denn die mir aus Gnaden bei. Klugheit, die die Welt ohne Grund für Weisheit hält, fördert nicht mein Wohlergehen, und wird nic vor dir bestehen. 2. Weisheit ist's, wenn unsre Seelen sich, Herr, deines Wortes Licht nur allein zum Leitstern wählen, und mit fester Zuversicht diesem Lichte sich vertraun: denn die folgsam darauf schaun, ihre Hoffnung darauf gründen, werden Heil und Leben finden. 3. Weisheit ist es, darnach trachten, recht mit sich bekannt zu Beschaffenheit sein, sich nicht schon vollkommen achten, und den Eigendunkel scheun, gern auf seine Fehler sehn, reuig sie vor Gott gestehn, eifrig stets nach Beßrung streben, und doch nie sich stolz erheben. 4. Weisheit ist es, Christum ehren, seiner Mittlerhuld vertraun, so auf seine Stimme hören, und auf seinen Wandel schaun, daß man falsche Wege flieht, und mit Eifer sich bemüht, seinem Bilde hier auf Erden immer ähnlicher zu werden. 5. Weisheit ist es, Alles meiden, was mit Reu' das Herz beschwert, und sich hüten vor den Freuden, die der Sündendienst gewährt, eiteln Ruhm, der bald verblüht, Lust, die im Genuß schon flieht, nicht für wahre Wohlfahrt achten, nein, nach bessern Gütern trachten. 6. Weisheit ist es, Gottes Gnade sich zu seinem Ziel ersehn, und auf seiner Wahrheit Pfade diesem Glück entgegen gehn, gern nach Gottes Willen thun, froh in seiner Fügung ruhn, und, wenn Leiden uns beschweren, hoffend mit Geduld ihn ehren. 7. Weisheit ist es, ftets bedenken, daß wir hier nur Pilger sind, Wunsch und Hoffnung dahin lenken, wo die Seele Ruhe find't, seine Augen unverwandt nach dem ew'gen Vaterland richten, und sich hier 8. Diese Weisheit ist auf Erden, Höchster, unser bestes Theil; die von ihr geleitet werden, deren Weg ist Licht und Heil. Solche Weisheit kommt von dir, Gott, verleihe sie auch mir, laß sie mich zu allen Zeiten auf den Weg des Friedens Teiten. der Besserung. 175 nicht, die durch den Glauben sieget. Wer aber sein Wort glaubt und hält, der ist von Gott, nicht von der Welt. 2. Der Glaube, den sein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen; je höher dein' Erkenntniß steigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub' erleuchtet nicht allein; er stårkt das Herz und macht es rein. 363. Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. Wer Gottes Wort nicht hält, und spricht: ich kenne Gott, der trůget; in solchem ist die Wahrheit 3. Durch Jesum rein von Missethat, sind wir nun Gottes Kinder. Wer solche Hoffnung zu ihm hat, der flieht den Pfad der Sunder, folgt Chrifti Beispiel als ein Christ, und reinigt sich, wie er rein ist. 364. Mel. O König, dessen Majestät zc. bestreben, wie man droben lebt, zu Was hilft es mir, ein Chrift zu leben. sein, wenn ich nicht christlich lebe, nicht heilig, fromm, gerecht und rein zu wandeln, mich bestrebe, wenn ich dem seligen Beruf, zu dem mich Gott von Neuem schuf, nicht würdig mich beweise, und den, der mich erlöset hat, in Worten bloß, nicht durch die That und gute Werke preise? 2. Was hilft der Glaub' an Jefum Chrift, den ich im Munde führe, wenn nicht mein Herz rechtschaffen ist, und ich die Frucht verliere, wenn mich die Eitelkeit der Welt mit ihrer Luft gefangen hält, ich ihre Fesseln liebe, und fühlbar für der Sünde Reiz, Zorn, Hof4. Alsdann bin ich Gott angenehm, wenn ich Gehorsam übe. Wer die Gebote hält, in dem ist wahrlich Gottes Liebe. Ein täglich thätig Christenthum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. 5. Der bleibt in Gott, und Gott in ihm, wer in der Liebe bleibet. Die Lieb' ist's, die die Seraphim, Gott zu gehorchen, treibet. Gott ist die Lieb'; an seinem Heil hat ohne Liebe Niemand Theil. 176 Buße und Besserung. fart, Sinnenlust und Geiz in Werk verehren müssen, die dir gefallen und Thaten übe? wollen. 2. Die kommen nicht ins Himmelreich, die Herr zu Jesu sagen, und nicht mit rechtem Ernst zugleich der Heiligung nachjagen. Nur die, die deinen Willen thun, läßt du als deine Kinder, o Gott, in ew'gem Frieden ruhn, wenn heuchlerische Sünder von dir verstoßen werden. 3. Drum laß mich doch vom Glauben nie ein heilig Leben trennen, mich nicht für Jesu Jünger hie bloß äußerlich bekennen. Gieb, daß mein Glaube thätig sei, und Tugendfrüchte bringe, daß ich, vom Sündendienste frei, mit Eifer darnach ringe, im Guten zuzunehmen. 3. Weit strafenswerther bin ich dann, ich, der ich Christum kenne, und weiß, was er für mich gethan, ihn Herrn und Heiland nenne, als der, der in der Finsterniß des Irrthums tappt, noch ungewiß, ob er auch richtig wandle. Was nüßt mir seines Wortes Licht, was seines Beispiels Unterricht, wenn ich nicht darnach handle? 4. Und woher nehm' ich Trost und Ruh', wenn Leiden mich umgeben, und meine Sünden noch dazu mir dann vor Augen schweben? Was hilft mir in der letzten Noth, wenn sich der schauervolle Tod mir zeigt mit seinen Schrecken, und mein Gewissen wachet auf, von meinem ganzen Lebenslauf die Schuld mir aufzudecken? 5. Weh' mir! Was hilft es mir einst dort, erweckt aus meinem Grabe, daß ich an Christum und sein Wort zum Schein geglaubet habe? Was hilft der Glaube, welcher nicht vermag, uns stets zu jeder Pflicht zu reizen und zu stårken? Der Glaube giebt mir Seligkeit; doch zeugt er auch Rechtschaffenheit und Fleiß in guten Werken. 6. Herr, deiner ewig werth zu sein, hilf, daß ich christlich lebe, und vor dir heilig, fromm und rein zu wandeln mich bestrebe. Gieb mir Erkenntniß, Kraft und Muth, damit ich Sünde, Fleisch und Blut im Glauben überwinde, daß ich, nach wohl durchlebter Zeit, den Lohn in jener Ewigkeit für meine Werke finde. 365. Mel. O Gott, mein Schöpfer Bewahre mich, Herr, daß der Wahn nie mein Gemüth bethöre, als wär' es schon genug getban, wenn dir nur dußre Ehre der Mensch, dein Unterthan, erweist. Grinnre mein Gewissen, wie in der Wahrheit und im Geist die dich 4. Du kennst, o Gott, der Menschen Herz, und liebst, die redlich handeln. O laß in Freude, wie in Schmerz, mich tugendhaft ftets wandeln! Dein Wille sei mein Augenmerk, hilf selbst mir ihn vollbringen. Durch dich muß jedes gute Werk, sollt' es auch nicht gelingen, zum Segen mir gereichen. 5. Doch wenn ich aus Unwissenheit und Uebereilung fehle, so thu' an mir Barmherzigkeit, und richte meine Seele durch deine Gnade auf vom Fall. Erhalt' mich bei dem Einen, daß ich dich fürchte überall, bis ich einst mit den Deinen dir ohne Fehltritt diene. 366. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Tugend ist der Seele Leben. Wie sollt' ich denn nach ihr nicht streben? Des größten Eifers ift fie werth. Gott, du kennest mein Verlangen: dir und dem Guten anzuhangen, ist, was mein ganzes Herz begehrt. Ach würde mir doch Kraft von dir dazu verschafft! wie innig würd' ich mich freun, wär' ich ganz rein! Wer heilig ist, muß selig sein. 2. Gott, du bist der Freuden Fülle: denn dein Verstand ist Licht, Beschaffenheit dein Wille ist Ordnung und Vollkommenheit. Du liebst mit stets gleicher Stärke das Gute nur, und deine Werke sind Wahrheit und Gerechtigkeit. O bilde mich nach dir, so find' ich auch schon hier Ruh' der Seele, bis nach dem Leid der Prüfungszeit vollkommne Wonne mich erfreut. 3. Ach, wie ausgesetzt dem Falle bin ich, so lang' ich hier noch walle! Zerstreut ist hier noch oft mein Sinn, wachsam gnug bin ich nicht immer, oft blendet mich ein falscher Schimmer, und oft reißt Leidenschaft mich hin. So fehl' ich häufig noch. Wie drückt mich dieses Joch! Ich Elender! Wann nimmt kein Schein mich täuschend ein? wann werd' ich fest im Glauben sein? 4. Herr, du kannst dazu mich stärken, von dir kommt Kraft zu guten Werken, du, aller guten Gaben Quell! Leite mich nach deiner Wahrheit, sie leuchte mir in voller Klarheit, von Täuschung frei und immer hell. Wer sich auf dich verläßt, wird in der Tugend fest. Mein Erbarmer, ich hoff' auf dich, o mache mich im Guten unveránderlich! der Besserung. 177 3. Bewahre, Gott, mein Ohr, daß ich nicht gern auf Spitter höre, damit in meinem Glauben mich ihr frecher Spott nicht störe. Hilf, daß kein Wiß der Låstersucht mir Ohr und Herz vergifte, noch jemals, wie er tückisch sucht, durch mich Unfrieden stifte, nie mich zur Schmähsucht reize. 4. Die Augen, Gott, bewahre mir vor unverschämten Blicken, und vor unzüchtiger Begier, die Unschuld zu bestricken. Laß mich den Schmuck der Sittsamkeit weit über Alles schätzen; was reiner Engel Aug' erfreut, das sei auch mein Ergeßen, was du liebst, mein Bestreben. 367. Mel. O Gott, mein Schöpfer 2c. Der du die wahre Tugend schenkst, Gott, Vater meines Lebens, wo du nicht Thun und Lassen lenkſt, so leb' ich hier vergebens. Denn wen dein Geist nicht neu gebiert, der bleibt der Sünd' ergeben; und wen die Sünde noch regiert, der ist zum rechten Leben noch nicht hindurch gedrungen. 2. Drum, Vater, neig' dich våterlich zu deinem schwachen Kinde. Gieb mir ein frommes Herz, daß ich mich scheu' vor jeder Sünde. Bewahre meinen Mund, daß mir kein schlüpfrig Wort entfalle; viel mehr von meinen Lippen dir manch freudig Lob erschalle, den Nächsten zu erbauen. 5. Behüte mich vor Schwelgerei, die stets das Herz beschweret, vor Trunkenheit, die ohne Scheu Schandthaten üben lehret. Die Luft, die bloß den Leib ergeßt, verdirbt auch fromme Herzen; und was die Welt für Freude schäßt, bringt Nachreu', Elend, Schmerzen und stürzet ins Verderben. 6. Hilf, daß mein Geist nichts lieber hört, nichts lieber spricht und denket, als was den Glauben stärkt und nährt, und Lust zum Guten schenket, was mich zu je nem Leben bringt, wo man bei dir stets lebet, dein Lob mit allen Engeln singt, den Heiland sieht, erhebet und ihm sich ähnlich schauet. 368. Mel. Herr, auf dich will ich zc. Der du uns als Vater liebest, treuer Gott, und deinen Geist denen, die dich bitten, giebest, fa um ihn uns bitten heiß'st, demuthsvoll fleh' ich vor dir, Vater, send' ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erfreue und ihn dir zum Tempel weihe. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit, und mein Herz bleibt dir entriffen und dem Dienst der Welt geweiht, wenn er nicht durch seine 12 178 Buße und Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu, noch mit ächter Treu' meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet mir dein Geist nicht bei. Drum so laß ihn kräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre, und auf deine Stimme höre. 4. Gw'ge Quelle wahrer Güter, hochgelobter Gottesgeist, der du menschliche Gemüther besserst und mit Trost erfreuft, nach dem Glück verlangt auch mich, ich ergebe mich an dich, mache mich, zu Gottes Preise, heilig und zum Himmel weise. Besserung. muth übe, und mirs rechne zum Gewinn, wenn ich je ein Friedensband knüpfen kann, wenn meine Hand, zur Erleichtrung der Beschwerden, kann dem Nächsten nüßlich werden. 7. Lehre mich, mich selber kennen, die verborgnen Fehler sehn, sie voll Demuth Gott bekennen, und ihn um Vergebung flehn. Mache täglich Ernst und Treu', mich zu bessern, in mir neu; zu dem Heiligungsgeschäfte gieb mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick meiner Sunden mein Gewissen niederschlägt, wenn sich in mir Zweifel finden, die mein Herz mit Zittern hegt, wenn mein Aug' in Nöthen weint, und Gott nicht zu hören scheint, o dann laß es meiner Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen! 5. Fülle mich mit heil'gen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über Alles möge lieben, daß ich mit getrostem Muth seiner Vaterhuld mich freu', und mit wahrer Kindestreu' stets vor seinen Augen wandle, und rechtschaffen denk' und handle. 6. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb' und Sanft- vollende! 369. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Wachet auf! ruft euch die Stimme des Sohns, des Weltversöhners Stimme, wacht, Seelen, wacht vom Schlummer auf! Todt seid ihr, todt durch Verbrechen; hört endlich meine Donner sprechen, und kommt aus enrem Grab Herauf! Belastet vom Gericht, lagt ihr, vernahmt mich nicht, todte Seelen, erwacht, erwacht! Des Fluches Macht, Gericht und Hill' ergreift euch sonst. 2. Ach, wir hören deine Stimme, Barmherziger, der Liebe Stimme, die uns ins neue Leben 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir; selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. so setze durch dein Wort deine Gnadenwirkung fort, bis sie durch ein seligs Ende herrlich sich an mir Erweckung zur Besserung und Warnung vor dem Aufschube derselben. ruft! Angstvoll liegen wir und schauen auf unsern Tod zurück mit Grauen. Entreiß uns, Herr, ganz unsrer Gruft. Schau' her, noch beben wir, noch zagen wir vor dir. Welche Liebe! dit starbst; dein Blut floß uns zu gut. O welch ein Dank gebühret dir! 3. Daß der Sünder sich bekehre, das willst du, Heiland, Preis und Ehre sei dir, Begnadiger, daf Laß uns eilen, noch auf Erden dein heilig Eigenthum zu werden, dir nur zu leben, Jesu, dir! Laß unfre Herzen rein, ach laß uns standhaft sein! wir sind Erde, daß nicht auch wir vergehn vor dir, wenn du zum Weltgerichte kommst. Erweckung zur Besserung. 370. Mel. O Gott, du frommer Gott 2c. Willst du die Buße noch, die Gott gebeut, verschieben, so schåndest du sein Wort, und mußt dich selbst nicht lieben. Ist deine Bes serung nicht deiner Seele Glück? Und wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? 2. Allein, wie schwer ist's nicht, fein eigen Herz bekämpfen, Begierden widerstehn, und seine Lüfte dampfen? Ja, Sünder, es ist schwer; allein zu deiner Ruh' ist dieß der einz'ge Weg. Und dem entsagest du? 3. Ist deine Pflicht von Gott, wie kannst du sie vergessen? Nach deinen Kräften selbst hat er sie abgemessen. Was weigerst du dich noch! Ift Gott denn ein Tyrann, der mehr von mir verlangt, als ich ihm leisten kann? 4. Sprich selbst, gewinnet Gott, wenn ich ihm kindlich viene, und, seiner werth zu sein, im Glauben mich erkühne? Wenn du die Tugend übst, die Gott, dein Herr, gebeut, wem dienst du? ringst du nicht nach deiner Seligkeit? 5. Was weigerst du dich noch, das Laster zu verlassen? Weil es dein Unglück ist, befiehlt es Gott zu haffen. Was weigerst du dich noch, der Tugend Freund zu sein? Weil sie dich glücklich macht, befiehlt fie Gott allein. 6. Gott beut die Kraft dir an, das Gute zu vollbringen. Soll er durch Allmacht dich, ihm zu gehorchen, zwingen? Er gab dir die Vernunft; und du verläugnest fie; er sendet vir sein Wort; und du gehorchst ihm nie. 7. Sprich nicht, Gott kennt mein Herz; ich hab' es ihm ver heißen, mich noch dereinst, mich bald vom Laster Logzureißen; jetzt ist dieß Werk zu schwer. diese Schwierigkeit, die heute dich erschreckt, wächst sie nicht durch die Zeit? 179 8. Je öfter du vollbringst, was Fleisch und Blut befohlen, je stårfer wird der Hang, die That zu wiederholen; scheust du dich heute nicht, des Höchsten Feind zu sein, um wie viel weniger wirst du dich morgen scheun. 9. Ist denn die Buß' ein Werk von wenig Augenblicken? Kann dich kein schneller Tod der Welt noch heut' entrücken? Ist ein Geschrei zu Gott, ein Wunsch nach Besserung, und Angst der Missethat, die wahre Heiligung? 10. Ift's gnug zur Seligkeit des Glückes der Erlösten, wenn uns der Tod ergreift, sich sicher zu getrösten, ist das Bekenntniß gnug, daß uns die Sünde reut, so ist kein leichter Werk, als deine Seligkeit. 11. Doch fodert Gott von uns die Reinigung der Seelen; ist keine Seele rein, der Glaub' und Liebe fehlen; ist dieses dein Beruf, Gott dienen, den du liebst, so zittre vor dir selbst, wenn du dieß Werk verschiebst. 12. Der Glaube heiligt dich. Ist Nein, dieser dein Geschäfte? Mensch! Und du verschmähst des Geistes Gottes Kräfte? Erschreckt dich nic sein Wort? giebt in verkehrtem Sinn den Sünder, der beharrt, nicht Gott zuletzt dahin? 13. Hat Christus uns erlöst, damit wir Sünder bleiben, und, sicher durch sein Blut, das Laster höher treiben; gebeut uns Chrifti Wort nicht Tugend, Recht und Pflicht, so ist es nicht von Gott, Gott widerspricht sich nicht. 14. Noch heute, weil du lebst, und seine Stimme hörest, noch Heute schicke dich, daß du vom Bösen kehrest. Begegne deinem Gott, willst du zu deiner Pein dein hier versäumtes Glück nicht ewig noch bereun. Doch 15. Entschließe dich beherzt, dich selber zu bestegen; der Sieg, so schwer er ist, bringt göttliches Vergnügen. Was zagst du? geht 12* Buße und Besserung. 180 er gleich im Anfang langsam fort, sei wacker! Gott ist nah', und stärkt dich durch sein Wort. 16. Ruf' ihn in Demuth an, er tilget deine Sünden. Und läßt dich sein Gesetz erst ihren Fluch empfinden, so widerstreb' ihm nicht: denn Gottes Traurigkeit wirkt eine Neu' in dir, die niemals dich gereut. 17. So süß ein Laster ist, so giebt's doch keinen Frieden. Der Tugend nur allein hat Gott dieß Glück beschieden. Ein Mensch, der Gott gehorcht, erwählt das beste Theil; ein Mensch, der Gott verläßt, verläßt sein eignes Heil. 18. Die Buße führt dich nicht in eine Welt voll Leiden, Gott kennt und liebt dein Glück, sie führt zu deinen Freuden, macht deine Seele rein, füllt dich mit Zuversicht, giebt Weisheit und Verstand, und Muth zu deiner Pflicht. 19. Sprich selbst, ist dieß kein Glück, mit ruhigem Gewissen die Güter dieser Welt, des Lebens Glück genießen, und mäßig und gerecht in dem Genusse sein, und fich der Seligkeit schon hier im Glauben freun? 371. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid 2c. Gieb Reu' und Leid, gieb Traurigkeit dem, welcher frevelnd sündigt; Strafe werd' ihm und Gericht hier zum Heil verkündigt. 2. Gott, störe du die eitle Ruh' deß, der dein Wort nicht achtet, und nach Weltlust, Ehr' und Gold, nicht nach Tugend trachtet. 3. Wenn schon der Tod uns nahe droht, wie spät ist dann die Buße! Jeßt, am Tage seines Heils, fall' er dir zu Fuße. 4. Erbarme dich, Gott, våterlich, um deines Sohnes willen, hilf uns deiner Gnade Ruf gern und früh erfüllen. 372. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Gott, hilf mir, daß ich Buße thue, weil mich noch deine Stimme Lockt. Bewahre mich vor falscher Ruhe, die unser Herz so leicht verstockt, wenn du nicht das Gewissen rührst und zum Gefühl der Sünde führst. 2. Du willst nach deiner großen Güte, nicht eines einz'gen Sünders Lod; drum giebst du oft noch dem Gemüthe Gefühl von seiner Sündennoth. Wohl dem, der deine Stimme hört, und redlich sich zu dir bekehrt! 3. Den, den befreist du vom Verderben, nimmst seine Buße gnådig an, machst ihn zu deinem Kind und Erben, daß er frohlockend rühmen kann: wie groß ist Gottes Vaterhuld, er tilget meine Sündenschuld! 4. Sollt' ich die Güte denn verachten, die mir noch Kraft zur Beßrung reicht? Vom Troste leer, muß der verschmachten, von welchem deine Gnade weicht; sie aber weicht von dem zuleßt, der frevelhaft gering sie schätzt. 5. So gieb, daß deiner Gnade Lockung, o Gott, mein Herz stets offen sei! Bewahre stets mich vor Verstockung, vor Sicherheit und Heuchelei. Den Sünder trifft der Fluch, und ach, dem Fluche folgt die Strafe nach! 6. Sich bessern, ist der Weg zum Leben. Laß denn mich in der Gnadenzeit nach meiner Beßrung ernstlich streben, nachjagen der Gerechtigkeit, und dafür sorgen, daß mein Geist dem Sündendienste fich entreißt. 7. Verleihe mir dazu die Gnade, die uns von diesem Joch befreit, und leite selbst mich auf dem Pfade der christlichen Rechtschaffenheit. Wie glücklich bin ich dann schon hier, wie selig einst, mein Gott, bei dir! Erweckung zur Besserung. 373. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Wie theuer, Gott, ist deine Gute, die alle Missethat vergiebt, sobald ein reuendes Gemüthe die Sünden, die es sonst geliebt, erkennt, verdammt und ernstlich haßt, und Zuversicht zum Mittler faßt. 2. Doch laß mich ja nicht sicher werden, weil du so reich an Gnade bist. Wie kurz ist meine Zeit auf Erden, die mir zum Heil gegeben ist! Gieb, daß sie mir recht wichtig sei, daß ich sie meiner Beßrung weih'. 3. Zwar deine Gnade zu verdienen, sind Reu' und Beßrung viel zu klein; doch darf sich auch ein Mensch erkühnen, zu glauben, dir versöhnt zu sein, wenn er noch liebt, was dir mißfällt, und nicht dein Wort von Herzen hålt? 4. Nie kannst du dem die Schuld erlassen, der frevelnd Schuld auf Schulden häuft. Der kann kein Herz zu Jefu fassen, der zwar auf sein Verdienst sich steift, doch in der Sünde noch beharrt, dafür er selbst ein Opfer ward. 5. Drum fall' ich dir, mein Gott, zu Füßen, vergieb mir gnädig meine Schuld; beruhige doch mein Gewissen mit süßem Troste deiner Huld. Ich will mit Ernst die Sünden scheun, und willig dir gehorsam sein. 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke durch Christum mir ge= schenket sei, will ich durch Uebung guter Werke beweisen. Mache felbst mich treu, Herr, in der Liebe gegen dich, sie bringe stets und leite mich. 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, der du die Missethat vergiebst, das haffen, was du mir vergeben, das lieben, was du selber liebst; laß, Bater, mein Gewissen rein, und heilig meinen Wandel sein. 181 374. Met. Vater unser im Himmelreich zc. So wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; mein Wunsch und Wille ist vielmehr, daß er von Sünden sich bekehr', daß er rechtschaffen beßre sich, und lebe mit mir ewiglich. 2. Dieß Wort bedenk', o Sunder, wohl, verzage nicht verzweiflungsvoll. Hier findest du Trost, Gnad' und Heil, nimmſt du an der Versöhnung Theil; und Gott bestegelt's mit dem Eid. Sei nur zur Besserung bereit. 3. Ja, hüte dich vor Sicherheit! Denk nicht: zur Beßrung ist's noch Zeit; ich will mich mit der Welt erst freun, und, werd' ich ihrer müde sein, alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ist es, Gott ist stets bereit zum Wohlthun, zur Barmherzigkeit; doch, wer auf Gnade Böses thut, verachtet der Versöhnung Blut, und seiner Seele selbst nicht schont, dem wird, wie er verdient, gelohnt. 5. Gnad' hat dir zugesaget Gott, durch Jesu Christi Blut und Tod; und welchem Sünder sagt er wohl, daß er bis morgen leben soll? Daß du mußt sterben, ist bir kund; verborgen ist die Todesstund'. dich, eh' Morgen kommt, kann's 6. Heut' lebst du, heut' bekehre ändern sich. Wer heut' ist stark, gesund und roth, ist morgen frank, fa, wohl gar todt. Stirbst du nun ohne Beßrung hin, wie willst du dem Gericht entfliehn! 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich alsbald mich nahe dir, und nüze jeden Augenblick, eh' mich ein schneller Tod hinruck', da= mit ich heut' und jederzeit zu meis nem Ende sei bereit. Buße und Besserung. Bekenntnisse der Sünden und Bitten um Vergebung derselben. 182 375. ein reuend Herz verschmähen? ein Herz, das dich im Glauben ernstlich suchet, der Sünde fluchet. Mel. Herzliebster Jesu, was 2c. 11. Ein reuevolles Herz, das Gott, sei mir gnädig, gnädig sei willst du haben, ein solches Herz mir Armen! Bei dir, bei dir allein find' ich Erbarmen. Du haft ein Baterherz, du liebst das Leben, du willst vergeben. willst du mit Troste laben. Du willst die Seelen, die nach Gnade schmachten, Gott, nicht verachten. 2. Vergieb auch mir, o Vater, die Verbrechen, vergieb und heile alle die Gebrechen, die mich beflecken, mich der Straf' entlade, nach deiner Gnade. 3. An dir, an dir allein hab' ich gesündigt! O laß die Gnade, die dein Wort verkündigt, wenn Sünden uns von ganzem Herzen reuen, auch mich erfreuen! 4. Ja, Richter, deine Drohungen beweisen, daß du gerecht bist; Seine Strafen preisen dich, daß du rein seift, heilig, der Verbrecher furchtbarer Nächer. 5. Du liebst ein reines, heiliges Gewissen. Ach, gieb es; laß in meinen Finsternissen mich deine Wahrheit, Huld und Gnade sehen, mich nicht vergehen! 6. Schaff' in mir, Höchster, eine reine Seele, ein neues Herz, das nur das Gute wähle. Befördere und stärke mein Bestreben, nur dir zu leben. 7. Verwirf mich nicht von deinem Angesichte, gieb deinen Geist, daß er mich unterrichte, gieb ihn, daß er auf deiner Wahrheit Wege mich leiten möge. 8. Grauicke mich in meiner Seele Leiden mit deiner Hülfe, gieb den Geist der Freuden, der mich, wenn ich voll Unmuth trostlos size, dann unterstüße. 9. Mit neuer Treue will ich dich verehren, ich will die Sünder deine Wege lehren, mein Beispiel soll fie reizen, deinen Willen gern zu erfüllen. 10. höre, Gott, erbarmend auf mein Flehen! Wie solltest du 376. Mel. Wo soll ich fliehen hin 2c. Du, der kein Böſes thut, du schufft den Menschen gut; du gabst ihm Licht und Kräfte zum seligen Geschäfte, in Heiligkeit zu wandeln, stets recht vor dir zu handeln. 2. Wo ist der Unschuld Nuhm? Ach wir, dein Eigenthum, wie tief sind wir gefallen! Wo ist jetzt unter Allen ein Mensch ganz rein von Sünden vor dir, o Gott, zu finden? 3. Hier ist kein Unterschied, dein helles Auge sieht auf alle Menschenfinder, und siehet sie als Sünder; da ist vor dir, Herr, Keiner unschuldig, auch nicht Giner. 4. Berderbt ist unser Sinn, die Weisheit ist dahin, die uns regieren sollte, nur, was dein Wille wollte, mit freubenvollen Trieben zu wählen und zu üben. 5. Der Sinne Lust und Schmerz rührt leider unser Herz mehr, als die höhern Freuden, mehr, als die größern Leiden, die wir auf Ewigkeiten selbst unserm Geist bereiten. 6. Dir folgen, dünkt uns Zwang. Des Herzens böser Hang reißt uns mit starkem Triebe zu schnöder Sündenliebe; und wer vermag's zu zählen, wie oft wir vor dir fehlen? 7. Herr, gieb uns dein Licht, daß wir, was uns gebricht, beschämt vor dir erkennen, und von dem Ernst entbrennen: der Sünde Bekenntnisse der Sünden und Bitten um Vergebung. 183 zu entsagen, der Beßrung nachzujagen. dich! Ja, dem Laster folgt Verderben, Armuth, Schmach und frühes Sterben. 8. Wohl dem, der sie gewinnt! Gott, so verderbt wir sind, so willst du uns doch heilen, und neue Kraft ertheilen, durch Christum schon auf Erden von Sünden frei zu werden. 7. Und wie quält den sein Gewissen, welcher böse Thaten übt? Kann er je den Trost genießen, den nur reine Tugend giebt? kann er, ohne zu erbeben, denken an ein künftig Leben? 9. Herr, diese deine Huld laß uns durch unsere Schuld nicht freventlich verscherzen, erwecke unsre Herzen, dir nicht zu widerstreben, damit wir ewig leben. 3. Starke, Gott, verfolgen Schwache, Schwache Schwächre, Geiz und Neid, Menschenhaß und Durst nach Rache, Wollust, Stolz und Ueppigkeit, wie erfüllen die mit Plagen deine Welt, mit welchen Klagen. 377. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 2c. Gott, nur eines Menschen Sünden, was für Uebel zeugen sie! Und dann aller Menschen Sünden, wie viel Glück zerstören die, alle, seit dem ersten Falle, jedes Menschen Sünden alle! 378. Mel. Herr, auf dich will ich zc. 2. Nur ein Fehltritt auf den Wegen, die wir wandeln sollen, Höchster, denk' ich an die Gute, die Gott, was zernichtet der für Segen, wie versenkt oft der in Noth! Ach, was müssen wir oft leiden bloß für Einer Thorheit Freuden! du mir bisher erzeigt, e so wird mein ganz Gemüthe von Beschåmung tief gebeugt, daß ich dich gering geschäßt, häufig dein Gebot verleßt, und das Böse so geliebet, mich im Guten nicht geübet. 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder sind fa dein, und sie sollen zum Geschäfte deines Dienstes fertig sein; doch hab' ich der Eitelkeit unbedachtsam sie geweiht, ja zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Bater, nen. Von wie manchen schweren Sorgen machtest du mich liebreich frei! Kraft und Leben kam von dir, was mir núßte, gabst du mir; gleichwohl hab' ich so vermessen deines Wohlthuns Zweck vergessen. 4. Bei so hellem Licht der Gnaden sollt' ich ja die Sünde fliehn 6. sehr schrecklich sind Ver- und von meinem Seelenschaden brechen, weil sie, kaum vollendet, frei zu werden mich bemühn. sich selbst bestrafen, furchtbar Deine Güte lockte mich oft zur rächen, Richter, dein Geseß und Buße; aber ich floh vor ihrem 4. Wie die Arglist Frevel brütet! wie Gewalt und Tyrannei, gleich der Pest im Mittag, wüthet! wie im Finstern Heuchelei trachtet über alle Zeiten Fluch und Jammer zu verbreiten! 8. Ich erschrecke, Herr, ich bebe, daß mein Herz so oft vergißt, daß, wenn ich nicht heilig lebe, eitel meine Hoffnung ist, selig dort, und schon auf Erden ruhig und getrost zu werden. 5. Und wir Sünder können wähnen, Gottes heiliges Gericht räche keines Glends Thränen, acht' auf unsre Thaten nicht? der Gerechte, der Verbrecher gelt' ihm gleich, es sei kein Nächer? 9. Laß der Sünde bittre Früchte mir stets in Gedanken sein, mich nie zweifeln am Gerichte, auch den kleinsten Fehltritt scheun, daß ich gläubig jede Sünde, stark durch dich, ganz überwinde. 184 sanften Locken, suchte selbst mich zu verstucken. 5. Ich erkenne meine Sünden, beuge mich, mein Gott, vor dir. Laß mich bei dir Gnade finden, neige, Herr, dein Ohr zu mir; ach vergieb, was ich gethan, nimm mich doch erbarmend an, führe mich vom Sündenpfade auf den sel'gen Weg der Gnade. 6. Dir ergeb' ich mich aufs Neue. Gieb, daß mein gebeugter Geist deiner Vaterhuld sich freue, die dein tröstend Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, als er für die Sünder starb, Fried' und Freude im Gewissen, laß mich Reuigen genießen. 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn; gieb, daß mir's an Kraft nicht fehle, folgsam deinem Wort zu sein. Stehe mir stets mächtig bei, mache du mich selbst recht treu. Dich zu lieben, dir zu leben, sei mein herzliches Bestreben. Buße und Besserung. 379. König, dessen Majestät weit über alles steiget, dem Erd' und Meer zum Dienste steht, vor dem die Welt sich neiget, du bist von aller Ewigkeit der Gott der Macht und Herrlichkeit, sehr groß und wunderthätig. Ich armer Mensch vermag nichts mehr, als daß ich ruf' zu deiner Ehr': Gott, sei mir Sünder gnädig! 2. Hier steh' ich, wie der Zöllner that, beschämet und von ferne, ich suche bei dir Hülf' und Rath, o Herr, du hilfst ja gerne. Doch weil ich voller Fehler bin, und, wo ich mich nur wende hin, im Guten so unthätig, so schlag' ich nieder mein Gesicht vor dir, du allerreinstes Licht. Gott, sei mir Sünder gnädig! 3. Die Schulden, der ich mir bewußt, die angsten mein Gewissen; drum schlag' ich reuig an die Brust, von Reu' und Schmerz zerrissen. Ich bin, o Bater, fa nicht werth, daß ich noch wandle auf der Erd'. Doch weil du winkst, so ruf' ich mit ganz zerknirschtem bangen Geist, der gleichwohl dich noch Vater heißt: Gott, sei mir Sünder gnädig! 4. Mein Vater, schaue Jesum an, den Heiland aller Sünder, der auch für mich genug gethan, durch den wir deine Kinder im gläubigen Vertrauen sind, der ist's, bei dem ich Ruhe find'; er ist auch Sündern gnädig. Ich fasse ihn und laß ihn nicht, bis dir dein Herz mitleidig bricht. Gott, sei mir Sünder gnädig! 5. Regiere doch mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben. Du bist mein Gott, und was ich bin, bleibt ewig dir ergeben. Ach heilige mich ganz und gar, mein Glaube sei nun immerdar durch wahre Liebe thätig. Und will es nicht fort, wie es soll, so ruf' ich. wie mein Herz ist voll: Gott, ſei mir Sünder gnädig! 6. Mein Leben und mein Sterben ruht allein auf deiner Gnade. Mir geh' es übel oder gut; gieb nur, daß mir's nicht schade. Kommt denn mein Ende nun heran, so sei mir auf der Todesbahn, mein Jesu, selbst noch gnädig. Und wenn ich nicht mehr sprechen kann, so nimm den letzten Seufzer an: Gott, sei mir Sünder gnädig! 380. Ach Gott und Herr, wie groß und schwer sind meine vielen Sünden! Wie drückt mich doch des Elends Joch! wo kann ich Hülfe finden? 2. Wohin ich flieh', verfolgen fie mit ihrer Schuld mich Armen. In dieser Noth kenn' ich, o Gott, kein Heil, als dein Erbarmen. 3. Zu dir flieh' ich. Erbarme dich, ob ich's gleich nicht verdienet, geh' mit mir nicht, Gott, ins Gericht: dein Sohn hat mich verfühnet. Bekenntnisse der Sünden und Bitten um Vergebung. 185 ich darum doch nicht Ruh'. Können eines Sünders Thränen, dich, o Heiliger, versöhnen? 4. Herr, schone noch! Und soll ich doch für meine Sünden leiden, so sei es hier; entzeuch nur mir nicht deines Himmels Freuden. 5. Das thust du nicht, mit Zuversicht kann es mein Glaube Hoffen. Durch Christi Tod steht ja, mein Gott, auch mir der Himmel offen. 6. Gottversöhner, dein Erbarmen, dein für mich vergoßnes Blut und dein Tod erlöst mich Armen, heilet mich, und giebt mir Muth: dein Verdienst ist's, was mich decket, wenn mich dein Gerichtstag schrecket. 6. Herr Jesu, du schaffst Trost und Ruh', der du für mich auch starbest, auch mir zugut mit deinem Blut der Gnade Trost erwarbest. 7. Rette mich von meinen Sünden, schaff' ein reines Herz in mir, laß bei dir mich Ruhe finden, zieh' mich immerdar zu dir. Dankbar will ich mich bestreben, mein Erlöser, dir zu leben. 7. Dieß stårket mich. Und ob auch sich einst Leib und Seele scheiden, so schenkst du mir alsdann bei dir des Himmels ew'ge Freuden. 8. Gott, dir sei Ruhm! Dein Eigenthum bleib' ich dort, wie auf mein Erden. Ich zweifle nicht, Heiland spricht: Wer glaubt, soll selig werden. 381. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt zc. Herr, an dir hab' ich gesündigt. Dein gerechter Urtheilsspruch, Allerheiligster, verkündigt sedem Uebelthäter Fluch. Und was kann vor seinen Schrecken, Richter aller Welt, mich decken? 2. Kann ich deinem Arm entfliehen? Du bist allenthalben nah. Flöh' ich, dir mich zu entziehen, himmelan, so bist du da; stürzt' ich in die Tiefe nieder, deine Rechte faßt mich wieder. 3. Herr, ich flieh' in deine Hände, außer dir ist keine Ruh'. Dein Erbarmen hat kein Ende, wer ist gnädiger, als du? Du bist Gott, und kannst vergeben; ach vergieb und laß mich leben! 4. Groß sind meine Sündenschulden, ihre Last ist mir zu schwer. Ja, wenn länger mich zu dulden, deine Langmuth müde wär', müßt' ich, würdest du nur winken, in des Todes Nacht versinken. 5. Mich für straflos zu erklären, reichet nicht Bedaurung zu; und zerstöß mein Herz in Zähren, fånd' 382. Aus tiefer Noth ruf' ich zu dir, o Gott, erhör' mein Flehen! Entzeuch nicht dein Erbarmen mir, für Recht laß Gnad' ergehen. Ach, siehest du als Richter an, was wir nicht recht vor dir gethan, wer kann, o Herr, bestehen? 2. Vor dir gilt nichts, denn Gnad' allein, dem Sünder zu vergeben; nie ist ein Mensch von Fehlern rein, auch in dem besten Leben. Und, Herr, was ist er ohne dich? Wie darf der Staub, der Sünder, sich des Ruhms vor dir erkühnen? 3. Drum will ich nur allein auf dich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf dich verlassen will ich mich und deiner Güte trauen: fie sagt mir zu dein theures Wort, sie ist mein Trost und immerfort will ich nur ihrer harren. 4. Ob bei uns sind der Sünden viel, bei Gott ist doch mehr Gnade. Sein Arm zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, der wiederbringt, was sich verirrt; er hilft aus allen Nöthen. 383. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. Ich armer Mensch, ich armer Sünder steh' hier vor deinem An Buße und Besserung.th@ 186 gesicht, Erbarmer aller Menschen finder, Gott, geh' mit mir nicht ins Gericht, bin ich es gleich vor dir nicht werth, daß mir noch Gnade wiederfährt. 2. Um Trost ist meiner Seele bange, die Last gehäufter Missethat liegt schwer auf mir, die mich so lange von dir, mein Gott, entfernet hat. Weß tröst' ich mich, ich Schuldiger, als deiner nur, Barmherzigster? 3. Soll ich an deiner Huld verzagen, ich, dein Geschöpf? das willst du nicht. Du, der du mich bis jetzt ertragen, bleibst ewig meine Zuversicht. Du, Gott, durch den ich leb' und bin, giebst mich nicht dem Verderben hin. 4. Du siehst die Strafen meiner Sünden; und denk' ich: wer vertilget die? so läsfest du mich Ruhe finden, und sprichst: Ich, ich vertilge sie! So nehm' ich dann an Jesu Heil zu meiner Seelenruhe Theil. 5. Auch mir hat er das Glück erworben, getroft zu dir empor zu sehn; auch ich soll, da er ist gestorben, durch ihn Begnadigung erflehn bei dir, dem Gott, der gern vergiebt und lieber segnet, als betrübt. 6. Sprich denn zu mir: Dir ist vergeben, und stille des Gewissens Schmerz. Und will mein zaghaft Herz noch beben, so sprich du stårker als mein Herz. Dein Gnadenwort mach' Alles gut und schenke selbst zur Beßrung Muth. 7. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret; mein Glaube sagt's mir, daß ich's bin. Der Trost, der sich im Herzen mehret, der neue dir geweihte Sinn, mein kindliches Vertraun auf dich bezeugen's, du begnadigst mich. 384. Mel. Durch Adams Fall 2c. Beschämt komm' ich, mein Gott, zu dir mit reuevollem Herzen. Erzeige deine Gnade mir; du sieheft meine Schmerzen. Ich übertrat, durch Wort und That, ob mir dein Wort gleich drohte, doch ungerührt, und leicht verführt, die heiligsten Gebote. 2. Allwissender, vor deinem Thron kann ich es nicht verhehlen. Ich fühle nun der Sünden Lohn, Gedanken, die mich quálen. Ich konnte dein mich immer freun, wenn ich dir folgen wollte; doch dieses Glück wies' ich zurück, ich that nicht, wie ich sollte. 3. Mein Undank gegen dich ist nicht mit Worten auszusprechen; und, o welch schreckliches Gericht, verdient schon dieß Verbrechen! Du gingst mir nach, mein Gott, und ach ich hab' es nicht geachtet; selbst die Geduld der Vaterhuld gemißbraucht und verachtet! 4. Und doch hast du so väterlich dich meiner angenommen. Du riefst zu deinem Reiche mich, zum Heile deiner Frommen, du suchtest, Gott, durch Glück und Noth zur Beßrung mich zu führen; doch sucht' ich nicht dein Angesicht, und ließ mein Herz nicht rühren. 5. Wenn dieß anjetzt mein Geist bedenkt, möcht' ich vor Scham vergehen; kaum wag' ich's, so gebeugt, gekränkt, zu dir empor zu sehen. Ich, so verkehrt, ich war' es werth, daß du nicht länger schontest, daß du mir nun nach meis nem Thun und schnöden Undank Lohntest. 6. Doch, Vater voll Barmherzigkeit, ich falle dir zu Fuße. Noch währe deiner Gnade Zeit, noch bringe mich zur Buße! Verleih' aus Huld, daß meine Schuld mich nicht ganz niederdrücke. Ich suche dich, erquicke mich mit deinem Gnadenblicke. 7. Vergieb mir, öffne mir dein Herz, vollende deine Liebe. Hilf, daß, gewarnt durch meinen Schmerz, ich mich im Guten übe. Dieß laß mich thun und eifrig nun, was dir verhaßt ist, meiden. Dann gieb einst mir, scheid' ich von hier, der Auserwählten Freuden. Bekenntnisse der Sünden und Bitten um Vergebung. 187 chen wollte, gelång' es ihr nicht wider dich. Durch deiner Liebe große Kraft wird ihre Macht hinweggeschafft. 385. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Ach abermal bin ich gefallen, mit Ueberlegung und mit Wahl! Tief, o wie tief bin ich gefallen; vielleicht noch nicht zum letztenmal! Elender Sünder, der ich bin, in welchen Abgrund eil' ich hin! 2. die verhaßte Lieblingssünde, o die Gewohnheit böser Lust, der Hang, den ich zu ihr empfinde, wie wüthen sie in meiner Brust! wie unumschränkt, wie fürchterlich ist ihre Herrschaft über mich! 3. Långft warnte schon mich mein Gewissen: Mensch, du empörst dich wider Gott; von böser Lust dahin gerissen, Betrogner, eilst du in den Tod; die kurze Freude dieser Zeit raubt dir des Himmels Seligkeit. 4. Wie oft hab' ich mir vorgenommen: Nun will ich alle Sünde fliehn, rein und unsträflich und vollkommen zu wandeln, will ich mich bemühn! Wie oft, o Gott, hat mein Gebet um Kraft dazu dich angefleht! 5. Bald wieder reizte mich die Sünde; wie schwach war gleich mein Widerstand! Ach sie gefiel mir und geschwinde ergriff sie mich und überwand. Die Lust verschwand mir im Genuß, nun folgten Ekel und Verdruß. 6. Auch diesmal bin ich überwunden, auch dießmal; und ich fiel so tief! Mein Vorsatz war noch nicht verschwunden, mein Herz schlug, mein Gewissen rief, Gott, Richter, ich gedacht' an dich, und dennoch, dennoch fündigt' ich! 7. Dunbegrenzte Sündenliebe, wie werd' ich endlich frei von dir! wie überwind' ich deine Triebe, und dämpfe dich und sie in mir! Gott, mein Erbarmer, hör' mein Flehn, und lehre mich, ihr widerstehn! 8. Liebt' ich dich nur so, wie ich sollte, so flöh' die Lust der Sünde mich; wenn sie mich auch versu9. pflanze du in meine Seele rechtschaffne Lieb' und Lust zu dir! Gott, was ich denke, was ich wähle, das zeuge durch die That von ihr! Dich lieben, als dein Eigenthum, sei mein Bestreben und mein Ruhm. 10. Dann werd' ich endlich überwinden und Herrscher meiner Luste sein; dann wirst du alle meine Sünden, wie viel, wie groß sie sind, verzeihn. Wer treulich kämpft, trägt nur die Kron' am Ziel, nur der trägt sie davon. Gemeinschaftliche Sündenbekenntnisse und Bitten an Bußtagen. 386. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich zc. Du Gott, der unsre Zuflucht ist, Gott, unser Mittler, Jesu Christ, Gott, heil'ger Geist der Gnaden, Dreieiniger, verwirf uns nicht, wir kommen vor dein Angesicht, mit Missethat beladen. Nimm von uns unsre Sündenschuld, du Gott der Langmuth und Geduld, und merk auf unser heißes Flehn, daß wir dein Heil, Erbarmer, sehn! Herr, unser Gott, verbirg uns nicht dein Angesicht und geh' mit uns nicht ins Gericht. 2. Wir haben unsern Bund ents weiht, gebrochen unsern theuern Eid und deinen Weg verlassen. Doch steh', wir kehren voller Neu' zurück zu dir; o laß aufs Neu' uns deine Gnade fassen; laß fie uns leiten auf den Pfad, den dein Befehl geheiligt hat, daß Irrthum und Versuchung nie uns auf die Bahn des Lasters zieh'. Herr, unser Gott, vor Ungeduld, vor aller Schuld behüt' uns deine Vaterhuld! Buße und Besserung. Tiaanh8 188 3. Sohn Gottes, der zur Erde kam und unsre Schwachheit auf sich nahm, mit Gott uns zu verföhnen, der durch den Tod ins Leben drang, sich dann zur Rechten Gottes schwang, wo Ehr' und Preis dich krönen, vertritt, o Mittler, uns bei Gott durch deine Leiden, deinen Tod, stårk' uns in unsrer Prüfung Lauf und, wenn wir straucheln, hilf uns auf. Herr, unser Gott, dein Trost, dein Licht, verlaß uns nicht im Tod', im Grab, im Weltgericht! 4. Sieh' gnädig, Herr, auf unser Land, ringsum bedeckt von deiner Hand, laß es der Ruh' genießen. Wend' ab von uns durch deine Hut der Flammen Grimm, den Zorn der Fluth, des Krieges Blutvergießen. Sei unser Helfer, wenn die Noth des Mangels und der Seuchen droht, und laß uns ihren Raub nicht sein; laß Sicherheit das Land erfreun. Herr, unser Gott, das Land ist dein, o laß Gedeihn und Sicherheit das Land erfreun! 5. Schüß' uns vor Irrthum und Gefahr, erhalte deiner frommen Schar der Glaubenseintracht Segen. Uns leite stets dein guter Geist, und was dein Wort ver spricht und heißt, sei Licht auf unfern Wegen. Laß auch in Lehr' und Wandel rein die Diener deines Wortes sein, und bringe zu der Wahrheit Glück, zu dir die Irrenden zurück. Herr, unser Gott, breit' aus dein Wort an jedem Ort, gieb Geist und Kraft zu deinem Wort. 6. Auch die Regenten lenke du, daß sie durch Weisheit und durch Nuh' der Länder Wohlstand heben. Dem Fürsten, der uns schützt und liebt, gieb, der in ihm so viel uns giebt, das beste, långste Leben. Noch lange sei sein Vaterblick uns, deinen Kindern, Schutz und Glück. schütt' auf ihn und auf sein Haus, und seine Räthe Segen aus! Herr, unser Gott, in deiner Hand ist unser Land, beglück' es, segne jeden Stand. 7. Vernimm der Leidenden Gebet; wer in Gefahr und Noth dir fleht, dem hilf aus seinen Nöthen. Gieb Kranken Linderung und Ruh', die Sterbenden erlöse du, erhör' ihr letztes Beten. Sei aller Unterdrückten Heil, der Wittwen und Vereitle der der Waisen Theil. Verfolger Rath, und lehre sie den rechten Pfad. Herr, unser Gott, durch alles Leid der Pilgerzeit führ uns zu deiner Herrlichkeit. 8. Du thust weit mehr, als wir verstehn, fannst mehr gewähren, als wir flehn, laß uns Erhörung finden. O neig' auf unser Flehn dein Ohr, heb' unser Herz zu dir empor, und mach' uns rein von Sünden! Laß uns nun ganz dein Eigen sein, im Leben und im Tode dein. Wir sind durch Christi Blut erlöst. D du, der Sünder nicht verstößt, Herr, unser Gott, erbarme bich, erbarme dich, vergieb uns, leit' uns väterlich! 387. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Wir liegen hier zu deinen Füßen, o Gott, von großer Güt' und Treu', und fühlen Jeder im Gewissen wie reif zur Strafe Jeder sei. Ach, gehst du mit uns ins Gericht, da bleibt vor dir kein Sünder nicht. 2. Du bist gerecht, und wir sind Sünder; wie wollen wir vor dir bestehn, wir bösen, abgefallnen Kinder, die wir nicht deine Wege gehn? Wir, von der Sünde Joch beschwert, find aller deiner Strafen werth. 3. Doch, Vater, denk' an deinen Namen, o denk' an deines Sohnes Tod! Du haft, wenn Sünder wiederkamen, dich ihrer stets erbarmt, o Gott. Geh' auch mit uns nicht ins Gericht, du willst der Sünder Tod ja nicht. 4. Hier, Gott, bekennen wir im Staube dir unsrer UebertreDu bist gerecht; tung Schuld. doch unser Glaube vertrauet nur Vertrauen auf die Gnade Gottes durch Christum. 189 auf deine Huld. Wir, tief gebeugt durch Furcht und Schmerz, wir hoffen auf dein Vaterherz. Huld ist groß, führ' uns zurück in deinen Schooß. 8. Wir flehn, wir flehn, laß uns nicht sterben, nicht Hunger, oder Schwert und Pest dein reuevolles Volk verderben, das sich auf deine Huld verläßt! Entzeuch auch deines Wortes Licht und seinen Troft der Kirche nicht! 9. Gieb Friede, Gott, in deinem Zeit, und Heil in einem jeden Lande, gieb reine Luft und gute Stande, und fördre die Gerechtigkeit; kron' unsre Felder durch dein Gut; nimm jedes Haus in deine Hut. 5. Wir fliehen hin zu deinem Sohne, der unsrer Sünden Strafen litt. Um deines Sohnes willen schone, der uns durch seine Huld vertritt! Grduldet hat er unsre Pein, er ist dein Sohn, und wir sind sein. 6. Sein Blut ist, Herr, für uns geflossen; er hat's zum Opfer dir geweiht. Dieß theure Blut, für uns vergoffen, dieß rufet um Barmherzigkeit. Erhör' es, denn du hast ja doch so oft verschonet, schone noch! 7. Verschon' uns noch mit deiner Strafe! Wir haben uns von dir verirrt, drum such' uns, wie verLorne Schafe, als ein erbarmensvoller Hirt, ergreif' uns, deine Vertrauen auf die Gnade 388. Mel. Herzliebster Jesu, was hast zc. Aus einem tief vor dir gebeugten Herzen ruf' ich zu dir in meinen Sündenschmerzen; o mache mich, Gott, meines Kummers ledig, und sei mir gnädig! sehen, wer wird bestehen? 3. Bei dir allein, Herr, steht es, zu vergeben. Du willst nicht, daß wir sterben, sondern leben; uns soll die Größe deiner Liebe lehren, dich treu zu ehren. 10. Nimm an die Opfer, die wir bringen, nimm unsre Seelen gnådig an, laß sie, was du beftehlst, vollbringen. Dann danken wir, wir jauchzen dann: Der Herr hat sich zu uns gekehrt; der Vater hat sein Volk erhört! Gottes durch Christum. ja Beladenen und Müden gern deinen Frieden. 389. 2. Beschämt erkenn' und fühl' ich meine Sünden. Laß, Vater, mich Erbarmung vor dir finden. Willst Mel. Herzlich lieb hab' ich dich 2c. du auf Schuld und Uebertretung Ich komme, Heil der Welt, zu dir, 4. Verzeihe mir, Herr, alle meine Fehle, dein harret, Bater, meine müde Seele. Laß Trost und Ruh', um des Versöhners willen, mein Herz erfüllen. 5. Bom Abend an bis an den frühen Morgen hoff' ich auf dich; o stille meine Sorgen! Du schenkest 6. Ja, hoffe nur, mein Herz, auf Gottes Gnade; viel größer ist sie, als dein Seelenschade, und endlich wird sie dich von allem Bösen herrlich erlösen. erbarmend rufst du ja auch mir, Vergebung zu empfangen. Die Sündenlast ist mir zu schwer, o laß. mein Herz von Trost nicht leer, laß es zur Ruh' gelangen. Sieh' an den tief gebeugten Geist, der auch dich Welterlöser heißt. Wer tröstet mich, als du allein? wer macht mein Herz von Sünden rein? Herr Jesu Christ, mein Trost, mein Licht, mein Trost, mein Licht, verwirf mein sehnlich Flehen nicht! 2. Anbetend steh' ich, Herr, vor dir; dein Antlig neige du zu mir. Buße und Besserung. 190 und sei mir Sünder gnädig! Wenn mein Vergehn um Rache schreit, so mache aus Barmherzigkeit mich aller Strafe ledig. Der du am Kreuz gelitten hast, du trugst auch meine Sündenlast, als du zum Heil der Sünder starbst und ihnen Gottes Huld erwarbst. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, ich bin erlöst durch deinen Tod. 3. Du, du bist meine Zuversicht. Durch dich entflieh' ich dem Gericht, dem schweren Lohn der Sünden. Durch dich kann ich dem Fluch' entgehn, und mich mit Gott vereinigt fehn, durch dich das Leben finden. Dein Tod ist der Verlornen Heil; gieb mir an seinem Segen Theil; er sei auch mir Beruhigung, er wecke mich zur Besserung. Herr Jesu Christ, ich hoff' auf dich, ich hoff' auf dich; in dieser Hoffnung stärke mich. 4. Mein ganzes Leben preise dich, erlöst, o Heiland, hast du mich, dein Eigenthum zu werden. Bin ich nur dein, so fehlt mir nichts, nichts einst am Tage des Gerichts, nichts hier auf dieser Erden. Auf dieser Bahn zum Vaterland entzeuch mir niemals deine Hand. Zu allem Guten stärke mich und laß mich siegen einst durch dich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, hilf mir zum Leben durch den Tod! 390. Schuld; voll der tiefsten Neue seh' ich auf zu deiner Huld, Vater, ach verzeihe! 3. Leite mich nach deinem Rath, laß mich deinen Willen, so wie's unser Heiland that, treu und froh erfüllen. Regt sich Schwachheit noch in mir, stärke meine Seele. Alsdann leb' ich ewig dir, Retter meiner Seele. 4. Doch, was kann ich ohne dich, auch beim besten Willen? Ach, zu schwach, zu schwach bin ich, ganz ihn zu erfüllen. Drum laß deines Geistes Kraft stets mein Herz regieren; und er, der den Willen schafft, helf' ihn auch vollführen. Mel. Jesu Leiden, Bein und Tod zc. Gott, der väterlich uns liebt, Vater aller Gnaden, fich', zu dir, der gern vergiebt, komm' ich schuldbeladen. Ja, du nimmst die Sünder an, wenn mit bangen Zähren wahrer Neu' sie dir sich nahn, sich zu dir bekehren. 2. Herr, ich hab' den Weg verfehlt, den dein Sohn gewandelt; oft und viel hab' ich gefehlt, nicht wie er gehandelt. Ich erkenne meine 391. Wo soll ich fliehen hin, da ich beschweret bin von dem Gefühl der Sünden? wo soll ich Rettung finden? wer wird sich mein erbarmen? wer schaffet Trost mir Armen? 2. Du, mein Herr Jesu, du, du rufft mir gnädig zu. Mit hoffendem Gemüthe flieh' ich zu deiner Güte: du hilfft betrübten Seelen, die dich zum Helfer wählen. 3. Ich traue froh auf dich. Dein Blut floß auch für mich; du retteſt mich von Sünden, läßt mich den Frieden finden, den der hat, der dich liebet, und den die Welt nicht giebet. 4. Wie groß die Sünde sei; du machst von ihr mich frei, wenn ich dein Wort nicht fasse, mich feft darauf verlasse. Du sprichst: Dir ist vergeben! so fühl ich neues Leben. 5. Zwar viel noch mangelt mir; doch, Gütigster, von dir kommt jede gute Gabe, die ich noch nöthig habe. Du wirst mich unterstüßen und in Versuchung schützen. 6. Wie unerschrocken ruht das Herz in deiner Hut! Du hast ja selbst verheißen, nichts solle mich Vertrauen auf die Gnade Gottes durch Christum. 191 entreißen dir, dem ich angehöre, folg' ich nur deiner Lehre. 7. Der du mein Herz gewannst, Gedanken sehen kannst, vor dem ich dankbar weine, du siehest, wie ich's meine, du siehest mein Bestreben, dir würdiger zu leben. 8. Herr, deß ich ewig bin, gieb mir den festen Sinn, das Alles stets zu meiden, was mich von dir kann scheiden, so leb' ich dir, und erbe den Himmel, wenn ich sterbe. 392. Mel. Jesu Leiden, Bein und Tod zc. Liebster Bater, ich, dein Kind, falle vor dir nieder. Du weißt, was wir Menschen sind, und erbarmst dich wieder. Groß ist meine Sündenschuld, die mich innigst reuet; größer deine Baterhuld, die mich noch erfreuet. 2. 3war bin ich's nicht werth, zu dir kindlich aufzusehen; doch du bleibst ein Vater mir, du vernimmst mein Flehen, kennst mein Innres, siehest mich, wenn ich vor dir weine, und vergiebst mir våter. lich, wenn ich's redlich meine. 3. Dieß, dieß soll in jedem Schmerz mein Vertraun erwecken. Vor der Sünde soll mein Herz, nicht vor dir, erschrecken. Trauen will ich, Bater, dir, stets die Sünde haffen, nie vergessen, daß du mir so viel Schuld erlassen. 4. Preis sei dem Allgütigen, der mein Seufzen kennet, der den Gnadesuchenden freien Zutritt gönnet! Rühm' es, Seele, vor dem Herrn, fließ' von Freuden über: Gott, dein Gott, verstößt nicht gern; er begnadigt lieber. 5. Ewig bist du so gesinnt, Retter meiner Seele. Auch wenn ich, dein strauchelnd Kind, noch aus Schwachheit fehle, so gedenkst du, der du weißt, daß mein Herz dich ehret, meiner Schwachheit und verzeihst dem, der wiederkehret. 393. Allein zu dir, Herr Jesu Chrift, steht mein Vertraun auf Erden. Ich weiß, daß du mein Tröster bist; kein Trost kann mir sonst werden. Es ist kein Netter außer de, kein Mensch, kein Engel, welcher mir aus meinen Nöthen helfen kann. Dich ruf' ich an, du bist's, der helfen will und kann. 2. Zwar meine Sündenschuld ist groß; doch reut sie mich von Herzen. Erbarme dich, und sprich mich los, durch deines Todes Schmerzen. Nimmst du dich meiner gnädig an, der du für mich genug gethan, so werd' ich los der Sündenlast. Mein Glaube faßt, Herr, was du mir versprochen hast. 3. Gieb, daß ich meines Glaubens Kraft durch wahre Lieb' erweise. Ja, mache du mich tugendhaft zu deines Namens Preise. Sei mir in meiner Uebungszeit ein naht die letzte Stunde sich, dann Helfer voll Barmherzigkeit. Unt zeige dich in deiner Gnad' und rette mich. 4. Preis sei Gott auf des Himmels Thron, dem Vater aller Güte, Preis dir, o Jesu, Gottes Sohn! Dein guter Geist behüte und führ' uns auf der rechten Bahn des wahren Glaubens himmelan, so preisen wir dich hocherfreut hier in der Zeit und mehr noch in der Ewigkeit. 394. Herr Jesu Chrift, du höchstes Gut, du Zuflucht der Erlösten, ich komme mit gebeugtem Muth zu dir, mich dein zu trösten, durch dich zum Va= ter mich zu nahn, von ihm Vergebung zu empfahn, und Kraft zum neuen Leben. 2. Wie drückt mich meiner Sünden Last! Nimm du sie mir vom Herzen, der du auch mich erlöset hast, erlöst mit Todesschmerzen, daß nicht mein Herz vor Angst Buße und Besserung. 192 und Weh bei der Empfindung ganz vergeh', wie sehr ich mich verschuldet. 3. Fürwahr, denk' ich mit Ernst zurück an mein geführtes Leben, an das von mir verscherzte Glück; was soll dann Trost mir geben? Ich finde hn bei dir allein, und wurde ganz verloren sein, wenn ich dein Wort nicht hätte. 4. Dieß ewig theure Wort verspricht ja allen Gnad' und Leben, die sich von Neuem ihrer Pflicht und dir, dem Herrn, ergeben und nun, vom Sündenjoch befreit, mit ganzer Herzenswilligkeit treu deine Wege wandeln. 5. Du rufft den Sündern liebreich zu: Ihr Neuerfüllten alle, kommt her zu mir, ich schaff' euch Nuh', und richt' euch auf vom Falle; mein Joch ist sanft, leicht meine Last; nehmt willig sie auf euch und faßt die Hoffnung, Ruh' zu finden. 6. Herr, dieser Zuruf tröstet mich bei des Gewissens Schrecken; du siehst es, ich vertrau' auf dich, laß deine Kraft mich schmecken. Vergieb, o du, der gern vergiebt, das Unrecht, welches ich verübt, tilg' es durch deine Gnade. 7. Wie groß ist doch die Seligkeit, sein Herz vor dir zu stillen, und dann zu thun auch sein bereit, Herr, deines Vaters Willen! Leite mich auf dieser Bahn, daß ich im Glauben nun fortan dir ganz zu Ehren lebe. 8. Stárk' auch mit deinem Freudengeist mich in den letzten Stunden, wenn sich mein Geist der Erd' entreißt, von Sünden ganz entbunden, und nimm mich so, wenn dir's gefällt, im wahren Glauben aus der Welt zu deinen Auserwählten. noch auf Sündenwegen wallen. Hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir werth; dennoch hat in seinem Worte er sich gnadenreich erklärt, und des ew'gen Lebens Pforte dem, der glaubet, aufgethan. Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte. Jesus, der uns nie vergißt, fuchet treulich das Verirrte, zeiget ihm die rechte Bahn. Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommet Alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder, Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes Kinder. Auf und laßt uns zu ihm nahn! Jesus nimmt die Sünder an. 5. Ich Betrübter komme hier, und bekenne meine Sünden. Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, daß dieß Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 6. Nun, so faß ich neuen Muth bei der Größe meiner Sünden. Dein am Kreuz vergoßnes Blut macht, daß ich Vergebung finden und voll Glaubens sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 7. Mein Gewissen zaget nicht. Wer will mich bei Gott verklagen? Der mir einst das Urtheil spricht, hat auch meine Schuld getragen, daß mich nichts verdammen kann: Jejus nimmt die Sünder an. 8. Jesus nimmt die Sünder an. Mich hat er auch angenommen und den Himmel aufgethan, daß ich felig zu ihm fommen, und auch sterbend rühmen kann: Jesus nimmt die Sünder an. 396. 395. Mel. Jefu, meines Herzens 2c. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. Nehmet Jesu Ladung an, theure Seelen, der für euch auf rauher Jesus nimmt die Sünder an. Bahn sich ließ quälen. Kommt, Sagt doch dieses Trostwort Allen, ach kommt zu ihm heran, Heil die, fern von der rechten Bahn, zu wählen, fommt, erlosie Seelen. Vertrauen auf die Gnade Gottes durch Christum. 193 2. Aengstiget euch das Gefühl böser Thaten, seid ihr mannichfalt und viel durch den Schaden, der von Adam auf euch fiel, jetzt beladen, kommt zum Quell der Gnaden. Denn darum kam holfen sein. sein Sohn auf Erden, und nahm den Himmel siegreich ein und rief auch uns erbarmend zu: Kommi her zu mir, bei mir ist Ruh'! 3. Nehmet seine Last auf euch, o ihr Schwachen. Er kann stark, zufrieden, reich, selig machen. Ler net nur von ihm zugleich Gottes Sachen. Hier ist Kraft der Schwachen. 4. Er ist voller Lindigkeit und voll Güte, ganz der Demuth ist geweiht sein Gemüthe, ist zu lauter Treu' bereit und zum Friede. Trauet seiner Güte. 5. Seelenruh' bedürfet ihr, Troft und Leben; Seelenruhe wird euch hier dargegeben, Seelenruhe quillt euch hier, Troft und Leben; eilt, darnach zu streben. 6. sein Joch ist sanft, und soll nie beschweren; sein Geseß ist liebevoll, zu gewähren Allen Frie de, Ruh' und Wohl, die es hören. Folget seinen Lehren. 7. Erlöser, bleibe doch unsre Freude, und gewöhne an dein Joch deine Leute; tröfte, stårk', erfreu' uns hoch, Seelenweide, Jesu, unsre Freude! 2. Es ist das ewige Erbarmen, das alles Denken übersteigt, da er mit offnen Liebesarmen sich hin zu jedem Sünder neigt, weil ihm sein Herz vor Mitleid bricht, wir kommen, oder kommen nicht. 4. Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißet Heil und Hoffnung gründen! Hier findet kein Verdammen statt, weil Jesu Blut beständig schreit: Barmherzigkeit, Barmherzigkeit! 3. Wir sollen nicht verloren werden: Gott will, uns soll ge5. An diesen Ruf will ich gedenken, will ihm getrost und freudig traun; und wenn mich meine Sünden krånken, getrost auf ihn, den Bater, schaun; da findet sich zu aller Zeit unendliche Barmherzigkeit. 6. Wird alles Andre mir entrissen, was Seel' und Leib erquikken kann; muß ich der Erde Freuden missen, nimmt auch kein Freund sich meiner an, ich habe, was mich mehr erfreut, Vergebung aus Barmherzigkeit. 397. 8. Er giebt zur Tugend Luft und Stärke; doch klebt die Sünde stets mir an; ich habe keine solchen Werke, mit denen ich mich retten kann; ich rühme bloß mich Mel. Wer nur den lieben Gott zc. herzigkeit. Ich habe nun den Grund gefunden, Hocherfreut der Hoffnung auf Barmder meine Hoffnung ewig hält. Und wo? In meines Jesu Wunden, da lag er vor der Zeit der Welt. Ein Grund der unbeweglich steht, wenn Erd' und Himmel untergeht. 7. Wenn ich in meinem Laufe gleite, demüthigt seine Gnade mich, ermuntert mich zum neuen Streite und unterstützt mich mächtiglich. Und wenn mir sein Gericht auch draut, erwart' ich doch Barmherzigkeit. 9. Es gehe mir nach seinem Willen. In Angst und Trübsal wird er mich mit seines Geistes Trost erfüllen; er hilft gewiß und våterlich: sie währet ja in Ewigkeit, die göttliche Barmherzigkeit. 10. Auf diesen Grund will ich stets bauen, so lang' ich hier auf Erden bin; nur Gottes Gnade will ich trauen, sie führt gewiß zum Leben hin. Mein Heil vollendet nach der Zeit des Ewigen Barmherzigkeit. 13 194 Buße und Besserung. 398. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. welch ein Troft für meine Seele, daß, Gott, bei dir Vergebung ist, und daß du, wenn ich Schwacher fehle, mir nicht ein strenger Richter bist! Wie könnt' ich sonst vor dir bestehn, und der verdienten Straf' entgehn? 2. Ja, deine Gnad' ist für mich Leben; aus ihr fließt Heil und Trost mir zu. Wer ist zum Schonen und Bergeben, o Bater, williger, als du? Du, ben nur unser Wohl erfreut, erzeigst uns gern Barmherzigkeit. 3. Mit Zuversicht darauf zu hoffen, heißt uns dein eingeborner Sohn. Durch ihn steht uns der Zutritt offen zu deinem ew'gen Gnadenthron, wenn wir uns redlich nur bemühn, der Sünde schnöden Dienst zu fliehn. 4. Wohl mir, wenn deine Gnad' und Treue mein Herz zu deiner Liebe rührt, mich über mein Vergehn zur Reue, zur Sorgfalt in der Beßrung führt. Dann find' ich auch in deiner Huld gewiß Verzeihung meiner Schuld. 5. Und o wie wohl ist meiner Seele, wenn ihr dein Friede nicht gebricht! Ob dann auch äußres Glück mir fehle, so fehlt mir wahre Ruh' doch nicht; und die ist mehr als Alles werth, was sonst die Welt für Glück erklärt. 6. Dann bin ich froh und gutes Muthes bei jeder Furcht, in jedem Leid; dann hoff' ich von dir lauter Gutes für meine Zeit und Ewigkeit. Des Himmels Vorschmack hab' ich hier, hab' ich nur Gnade, Gott, bei dir. 7. Gieb, daß ich dieß zu Herzen fasse und mich zum Fleiß der Heiligung durch deine Gnade leiten laffe, so fehlt mir nie Beruhigung. Und stärkest du mein Herz, o Gott, so halt' ich treulich dein Gebot. 8. Dann komm' ich auch zu jenem Frieden, den nie ein Fehltritt unterbricht, und freue mehr noch, als hienieden, mich in des höhern Lebens Licht des großen Glücks, im Herzen rein, und dir, Gott, angenehm zu sein. 399. Mel. Nun freut euch, lieben: c. Ach wäre nicht, o Herr, bei dir Vergebung unsrer Sünden, wir Fehlende, wo würden wir Gewissensruhe finden? Wie oft vergessen wir nicht, Gott, dich und dein väterlich Gebot und folgen schndden Trieben! 2. Wer kennt sein Herz, und schämt sich nicht vor deinem Angesichte? Wer fühlt, daß Unschuld ihm gebricht, nicht in der Wahrheit Lichte? Soll's uns, wie wir's verdienen, gehn, wer kann dann wohl vor dir bestehn? Auf Erden wahrlich keiner. du; du willst nur unser Leben, 3. Und dennoch, Vater, schonest siehst uns mit großer Langmuth zu, bist willig zum Vergeben und tilgst erbarmend unsre Schuld, wenn sie uns reut und deine Huld uns auch zur Beßrung leitet. 4. Erbarmen ist's, und nicht Verdienst, daß du uns, Gott, so liebest, daß du in Jesu uns erschienst, wie du so gern vergiebest, so gern ein reuerfülltes Herz zur Beßrung stärkst und seinen Schmerz mit deinem Troste heilest. 5. Wohl uns, daß du mit so viel Huld Verschuldeten begegnest und mit Verzeihung aller Schuld vor dir Gebeugte segneft! Auf ewig, Vater, sei dir Dank, und deiner Gnade Lobgesang sei ein dir heilig Leben. 6. Wer sollte sich auch dir nicht gern, Allgütiger, ergeben? wer nicht, von Sündenliebe fern, dir zu gefallen streben? Wen deine Gnade dazu rührt, wen sie zum Fleiß der Beßrung führt, den führt. sie auch zum Frieden. Fortgang und Wachsthum 400. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Damit ich schon hier auf der Erde im Guten immer eifriger, stets weiser und stets besser werde, so leite du mich selbst, o Herr, und laß, zu wandeln deine Bahn, mich immer größre Kraft empfahn. 2. Daß ich mich nicht von ihr entferne, gieb mir dein Licht und hilf, daß ich mich täglich besser kennen lerne. Und tausch' ich mich, so warne mich, daß nicht mein Herz durch Heuchelei und Stolz selbst sein Verführer sei. 3. So oft ich zu dir ernstlich flehte, empfing ich neue Kraft von dir. Gieb denn zum Eifer im Gebete ftets deines Geistes Antrieb mir, so werd' ich auch durch dich, o Herr, zum Guten immer tüchtiger. 4. Verbotner Lüfte Schmeicheleien verblenden und verführen leicht; doch wer kann deiner Huld fich freuen, der sie nicht ernstlich haßt und fleucht? Herr, keiner Lüste Reiz und Wahn entferne mich von deiner Bahn. 5. Um mich zu sichern vor Gefahren, so laß vor der Zerstreuung mich mein leicht verführtes Herz bewahren, auf nichts mehr achten, als auf dich, auf deine Stimme, dein Gebot, auf dein Gericht, auf meinen Tod. 6. Auch laß mich täglich mein Gewissen vor dir erforschen, laß es rein, vor selbst gesuchten Finsternissen gesichert, immer wachsam sein. Es zeige immer schneller mir, was recht und gut ist, Gott, vor dir. in der christlichen Besserung. 8. 3um Ziele schneller hinzueilen, laß nie mich meine Ulebungszeit mit dir und mit der Sünde theiweiht, und keine, die ich nüßen fen, und keine Stunde werd' entkann, klag' einst vor dir, o Gott, mich an. 7. Wenn ich mich des Entschlusses freue, nur dir zu folgen, gieb, daß ich den besten Vorsatz oft erneue, nichts mehr zu lieben, Gott, als dich; und, was dein Kind von sich nicht hat, auch zum Entschlusse felbst die That. 195 9. Hilf mir zum nützlichen Geschäfte für meinen Nächsten und für mich gebrauchen alle meine Kräfte, stets aus Gehorsam gegen dich. So werd' ich stets vollkommner hier dir, Gott, zum Preis, zum Segen mir. 401. Mel. Herzliebster Jesu, was 2c. Dich ruf' ich an, Gott, laß mich stets auf Erden im Guten wachsen, stets vollkommner werden; verleihe mir zu diesem besten Werke selbst Licht und Stärke. 2. Dein Wort, ich mög' es lesen oder hören, erhebe täglich mehr durch seine Lehren den trågen Geist, daß ich auf deinem Wege nie wan= ten möge. und oft betrachte, und treu auf dei3. Gieb, daß ich's ernstlich, gern ner Wahrheit Eindruck achte, und ihn auch oft erneure, vor Gefahren mich zu bewahren. Gedächtnis fasse, daß ich von ihm 4. Gich, daß ich's tief in mein mich täglich leiten lasse, und darnach thue, gegen jede Sünde mehr Haß empfinde. 5. Hilf, daß ich, was mich rührt, was es verdammet, was meiner Tugend Eifer mehr entflammet, was tröstet und erquicket, oft be denke, wenn ich mich fränke. 6. Daß ich, gestärkt durch jede gute Rührung, und täglich weiser unter deiner Führung, stets eifriger, bewahrt vor jedem Falle, zum Ziele walle. 7. Laß immer mich empfinden. wie so nahe du, Gott, mir seist, 13* Buße und Besserung. 196 damit ich Kraft empfahe, durch deine Gegenwart zu edlen Werken mein Herz zu stärken. 8. Auch sei mir Jesu Vorbild gegenwärtig, daß ich zu allen guten Thaten fertig und willig sei, zu ehren deinen Namen, ihm nachzuahmen. 9. Was ich von deinen Werken seh' und höre, das diene mir zur Beßrung, das belehre, das treibe mich, was recht ist, nur zu wählen, um nie zu fehlen. 10. Es stärke mich in allen meinen Pflichten stets der Gedanke: Gott wird einst dich richten, und einst empfängt der Treue seine Krone zum Gnadenlohne. 11. So werd' ich, Bater, tåglich mehr auf Erden im Guten wachsen, immer treuer werden, und so empfahn zu meinem besten Werke mehr Licht und Stärke. 402. Mel. O Gott, du frommer Gott 2c. Herr, allerhöchster Gott, von dem wir alle Gaben und was uns nüßlich ist, in reichem Maße haben; o sieh' erbarmend mich in meiner Schwachheit an, weil ich nicht, wie ich will, dir recht vertrauen kann. 2. Ich glaube zwar an dich, doch nur mit schwachem Glauben; oft will die Zweifelsucht mir alle Hoffnung rauben. Wer macht das Herz gewiß, als du, o Herr, allein? Laß deine Hülfe doch von mir nicht ferne sein. 3. O reiche du mir selbst aus Gnaden deine Hände, hilf meiner Schwachheit auf, daß mich nichts von dir wende. Ist schon, dem Senftorn gleich, mein Glaube noch sehr klein, so laß ihn doch bei mir in stetem Wachsthum sein. 4. Gieb, daß die Zuversicht in meinem Geist sich mehre, daß du mein Vater seist und ich dir angehöre, daß alle meine Schuld von bir vergeben sei, damit mein Herz sich dein, als deines Vaters, freu'. 5. Mach' diese Zuversicht in mir, o Gott, so kraftig, daß ich mein Lebenlang in deinem Dienst geschäftig und stets beslissen sei, zu thun, was dir gefällt, so hab' ich schon in dir den Himmel auf der Welt. 6. Mein Heiland, der du einst für deine Jünger batest und, wenn sie wankten, dann beim Vater fie vertratest, ach unterstüß' auch jetzt mein sehnliches Gebet, und schenke Glaubenskraft dem, der dich darum fleht! 7. In deiner Mittlerhand ist Heil und aller Segen. Herr, unterstüße mich auf allen meinen Wegen, daß ich des Glaubens Ziel, der Seele Seligkeit, erlange und dich preis' in alle Ewigkeit. 403. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Nicht, daß ich's schon ergriffen hätte, die beste Tugend bleibt noch schwach; doch, daß ich meine Seele rette, jag' ich dem Kleinod eifrig nach. Denn Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 2. So lang' ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd' geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Lust stirbt niemals ganz in unsrer Brust. 3. Nicht jede Besserung ist Tugend; oft ist sie nur das Werk der Zeit. Die wilde Hitze roher Jugend wird mit den Jahren Sittsamkeit; und was Natur und Zeit gethan, sieht unser Stolz für Tugend an. 4. Oft ist die Aendrung unsrer Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhmsucht quälen, und dampfst sie; doch du wechselst nur, dein Herz fühlt einen andern Reiz, dein Stolz wird Wollust, oder Geiz. Fortgang und Wachsthum in der Besserung. 197 5. Oft ist es Kunst und Eigen- schwache Seite, die greift der Feind liebe, was Andern strenge Tugend der Wohlfahrt an. Die Sicherheit scheint. Der Trieb des Neids, der droht dir den Fall, drum wache Schmähsucht Triebe erweckten dir stets, wach' überall. so manchen Feind; du wirst behuts sam, schränkst dich ein, fliehst nicht die Schmähsucht, nur den Schein. 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der Andern Tugend fällt, so werde nichts dein Herz verführen; doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 7. Oft schläft der Trieb in deis nem Herzen. Du scheinst von Rachsucht dir befreit; jezt sollst du eine Schmach verschmerzen, und sieh', dein Herz wallt auf und draut, und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst gescholten ward. 8. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft; kaum lachet uns die Welt entgegen, so regt sich unsre Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 9. Du opferst Gott die leichtern Triebe durch einen strengen Lebenslauf; doch opferst du, will's seine Liebe, ihm auch die liebste Neigung auf? Dieß ist das Auge, dieß der Fuß, die sich der Christ entreißen muß. 10. Du fliehst, geneigt zur Ruh' und Stille, die Welt und liebst die Einsamkeit; doch bist du, fodert's Gottes Wille, auch dieser zu entfliehn bereit? Dein Herz baßt Habsucht, Neid und Zank; flieht's Unmuth auch und Müßiggang? 11. Du bist gerecht; denn auch bescheiden? liebst Mäßigkeit; denn auch Geduld? du dienest gern, wenn Andre leiden; vergiebst du Feinden auch die Schuld? Von allen Lastern sollst du rein, zu aller Tugend willig sein. 12. Sei nicht vermessen! Wach' und streite, denk' nicht, daß du schon gnug gethan. Dein Herz hat seine 404. Mel. Durch Adams Fall ist zc. Oft klagt dein Herz, wie schwer es sei, den Weg des Herrn zu wandeln und täglich seinem Willen treu, zu denken und zu handeln. Müh', sie ist der Sieg der Lüfte; Wahr ist's, die Tugend fostet doch richte selbst, was wäre sie, wenn sie nicht kämpfen müßte? 2. Die, die sich ihrer Laster freun, trifft die kein Schmerz hienieden? Sie sind die Sklaven eigner Bein, und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüfte dämpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er kämpft, verwandelt sich in Freuden. 3. Des Lasters Bahn ist anfangs zwar ein breiter Weg durch Auen; allein sein Fortgang wird Gefahr, sein Ende Nacht und Grauen. Der ist anfangs steil, läßt Tugend Pf nichts als Mühe blicken; doch weiter fort führt er zum Heil, und endlich zum Entzücken. 4. Nimm an, Gott hätt' es uns vergönnt, nach unsers Fleisches Willen, wenn Wollust, Neid und Zorn entbrennt, die Lüfte frei zu stillen; nimm an, Gott ließ' den Undank zu, den Frevel, dich zu krånken, den Menschenhaß, was würdest du von diesem Gotte denken? 5. Gott will, wir sollen glücklich sein, drum gab er uns Geseze. Sie sind es, die das Herz erfreun, sie sind des Lebens Schäße. Er red't zu uns durch den Verstand, und spricht durch das Gewissen, was wir, Geschöpfe seiner Hand, fliehn, oder wählen müssen. 6. Ihn fürchten, das ist Weisheit nur, und Freiheit ist's, fie Buße und Besserung. ngred 198 wählen. Ein Thier folgt Fesseln der Natur, ein Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geistes Eigenthum? was sein Beruf auf Erden? die Tugend; was ihr Lohn, ihr Ruhm? Gott ewig ähnlich werden. 7. Lern' nur Geschmack am Wort des Herrn und seiner Gnade finden, und übe dich getreu und gern, dein Herz zu überwinden. Wer Kräfte hat, wird durch Gebrauch von Gott noch mehr bekommen; wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen. 8. Du streitest nicht durch eigne Kraf drum muß es dir gelingen. Gott ist es, welcher Beides schafft, das Wollen und Vollbringen. Wenn gab ein Vater einen Stein dem Sohn, der Brot begehrte? Bet' oft; Gott müßte Gott nicht sein, wenn er dich nicht erhörte. 9. Dich stärket auf der Tugend Pfad das Beispiel sel'ger Geister; ihn zeigte dir und ihn betrat dein Gott, dein Herr und Meister. Dich müsse nie des Frechen Spott auf diesem Pfade hindern: der wahre Ruhm ist Ruhm bei Gott, und nicht bei Menschenkindern. 10. Sei stark, sei männlich alle zeit, tritt oft an deine Bahre, vergleiche mit der Ewigkeit den Kampf so kurzer Jahre. Das Kleinod, das dein Glaube hält, wird neuen Muth dir geben, und Kräfte der zukünft'gen Welt, die werden ihn beleben. 11. Und endlich, Christ, sei unverzagt, wenn dir's nicht immer glücket, wenn dich, so viel dein Herz auch wagt, stets neue Schwachheit drücket. Gott sieht nicht auf die That allein; er sieht auf deinen Willen. Ein göttliches Verdienst ist dein; dieß muß dein Herze stillen. 405. Mel. So wahr ich lebe, spricht zc. Noch wohnt zum Bösen Hang in mir; auch wenn ich schon, mein Gott, von dir geheiligt bin, versucht er mich zu Sünden noch, und stärket sich durch Leidenschaft und Sinnlichkeit, zu thun, was dein Gesetz verbeut. 2. Ich seh's, die Tugend, Gott, ist schön, ich will auch ihre Bahn nur gehn, betrete sie voll Lust und Muth, gewiß, daß, wer nicht Sünde thut, und seine Pflichten nicht vergißt, hier ruhig und einst selig ist; 3. Doch oft erwacht in meiner Bruft die unterdrückte böse Lust, und locket mich zur Sicherheit und eiteln Selbstgefälligkeit. Gelingt ihr, so glaub' ich dann auch leicht, daß ich nicht fallen kann. es 4. Dann bin ich bald verführt: denn ach wer stolz und sicher wird, ist schwach, vergrößert seine Kräfte fich und traut auf sich mehr, als auf dich, verschmäht die Feinde, die ihm draun, wird tråg' und laß, und schlummert ein. 5. Und o wie nah' ist dann sein Fall, wenn er versuchet überall, von außenher und durch sein Herz, mit Luft, Gewinn, und Furcht und Schmerz nun kämpfen soll! Wie leicht, wie leicht, verliert er alle Kraft, und weicht! 6. Ich fühle meine Schwachheit, Gott. Mich schrecken leicht Gefahr und Spott; Zerstreuung und Vermeſſenheit, des Beiſpiels Reiz, die Weichlichkeit, ein stark Gefühl für derben die das Herz! Lust und Schmerz, wie leicht ver7. Wer kann mir beistehn? Du allein sollst meine Hülf' und Stärke sein! Laß meine Schwachheit immer mir vor Augen stehn, daß ich von dir nie weiche, daß ich standhaft sei, dir bis zum Tode selbst getreu. 8. Dann kommt die Zeit, wo, Herr, von dir der Hang zum Bisen ganz in mir vertilgt und ausgerottet wird, wo nie Verstand, noch Herz mehr irrt. Wie heilig werd' ich dann, wie rein, wie herrlich und wie selig sein! Bitten um Kraft zur Besserung und Beständigkeit in derselben. 406. Mel. Gott sei gelobet und 2c. Ich habe, Herr, von meiner Sünden Bürde nun entlastet, deinem Namen mich ganz geheiligt. Würde nur, ach würde mein Gelübd' auch That und Amen, mein treuer Heiland! 2.& s ruft, es seufzet meine ganze Seele um die Kraft, es zu erfüllen, damit ich standhaft deine Wege wähle, ungetäuscht nur deinem Willen, nicht Lüsten folge. 3. Ruf' mir aus deinem Himmel: Ueberwinde, Lüfte täuschen und verderben; ich kröne dich, wenn ich getreu dich finde. Heil den Kämpfern, die mir sterben, sie werden leben! 4. Mit dir, du Ueberwinder, will ich streiten. Nach dem Kampfe gieb die Krone mir, deinem Streiter, deine Seligkeiten, die Unsterblichkeit zum Lohne, Herr, mein Vergelter! 199 ches Herz, geneigt zu Eitelkeiten, läßt bald durch Freude, bald durch Schmerz sich auf den Irrweg leiten. Gleich einem Rohr vom Wind bewegt, wankt auch, von Leidenschaft erregt, oft meine schwache Seele. Wann komm' ich zu der wahren Ruh', daß ich recht feste Tritte thu', und nur das Gute wähle! 2. Laß doch mein Herz nicht fernerhin in seiner Neigung wanfen; stårk' meinen ungewissen Sinn zu festeren Gedanken. Wenn von der Lust zur Eitelkeit mich deines Geistes Kraft befreit, wie will ich dir lobsingen! Mich ganz zu deinem Dienst zu weihn, soll stets mein ernster Wille sein. Gieb dazu das Vollbringen. 3. Uns wenn ich auf der Tugend Pfad bisweilen gleitend walle, so schüße du durch deine Gnad' mich vor dem nahen Falle. Wenn böse Luft in mir aufsteigt, und ich zum Weichen bin geneigt, so lenke meinen Willen. Erhebe meinen schwachen Muth, daß ich der Leidenschaften Wuth durch dich, Herr, möge stillen. betrachten. 5. Ich bin ein Mensch, du kennest mich, wie schwach sind meine Kräfte. Doch meine Seele hofft auf dich, du wirst zu dem Geschäfte der Heiligung mir Kraft verleihn, mein Herz je mehr und mehr erneun, vor dir gerecht zu leben. Ich aber will hier in der Zeit, und einst in der Vollkommen407. Mel. König, dessen Majestät zc. Erbarm' dich, Herr! Mein schwa- Heit, Herr, deine Kraft erheben. 4. Mein Gott, mein Gott, gedenke nicht der Sünden meiner Jugend. Wie hart schien mir oft meine Pflicht, wie rauh die Bahn der Tugend; und doch trugst du mich mit Geduld! Laß, Vater, laß mich diese Huld undankbar nicht verachten. Dir folgen, ist mein wahres Heil, o laß mich's als mein bestes Theil auch immerfort 408. Mel. Jesu, der du meine Seele zc. Ach wann werd' ich von der Sünde, Gott, mein Vater, völlig frei, daß ich ganz sie überwinde, ganz dir wohlgefällig sei! Noch nicht, ich gesteh's mit Thránen, kann ich mich von ihr entwöhnen; immer noch ereilt sie mich und verführt mich wider dich. 2. In der Andacht sel'gen Stunden, wo mein Geist die Wahrheit hört, hab' ich oft das Glück empfunden, das die Frömmigkeit gewährt, habe nichts so sehr hie Buße und Besserung. 200 nieden mir gewünscht, als innern Frieden, als ein Herz, dir ganz geweiht, als der Tugend Seligkeit. 3. Voll von heiligen Entschlüssen, schwur ich dann, dir treu zu fein, und mit wachendem Gewissen meiner Unschuld mich zu freun; willig wollt' ich da mein Leben dir, mein Gott, zum Dienst ergeben, aller Sünde widerstehn, standhaft deine Wege gehn. 4. Aber, ach zu schnell empöret sich der Leidenschaften Macht, sie verdunkelt, schwächt und störet, was ich sonst so gut bedacht. Plözliche Versuchungszeiten, Beispiel, Neiz der Eitelkeiten, deren Menge mich umringt, das ist's, was zum Fall mich bringt. 5. Du verzeihst, Gott, die Gebrechen meiner sündigen Natur. Nicht die Schwachheit wirst du råchen, bösen Vorfaz strafst du nur. Hätt' ich nicht den Trost, ich würde unter meiner Fehler Bürde ganz erliegen und mich dein, höchstes Gut, nie können freun. 6. Stellet mir denn hier auf Erden lebenslang die Sünde nach, kann ich nicht vollkommen werden, bin und bleib' ich immer schwach, o so segne mein Bestreben, so gerecht ich kann, zu leben, daß ich doch von Heuchelei und von Bosheit ferne sei. 7. Wenn ich falle, laß mich's merken, laß mich streben aufzustehn, eile, mich, dein Kind, zu stärken, lehre selbst mich, fester warne gleiter, täglich führe, Gott, mich weiter, bis ich in der Ewigkeit dringe zur Vollkommenheit. und Muth zu dieser Pflicht, das wollest du mir geben. 2. Du hast ein königlich Gebot mir tief ins Herz geschrieben: von ganzer Seele soll ich Gott, wie mich, den Nächsten lieben. Wenn ich nach deinem Willen thu', so hab' ich schon hienieden großen Frieden, und welches Heil hast du dem Frommen dort beschieden! 3. Laß mich kein Leiden dieser Zeit, kein Weltglück dir entreißen: denn du hast deine Seligkeit den Treuen nur verheißen. Doch könnten wohl durch ihre Müh' sie, solche zu verdienen, sich erkühnen? Aus Gnaden schenkst du sie, und du er. warbst sie ihnen. 4. Freund meiner Seele, du bist ihr ein Weinstock, sie dein Rebe. Zeuch sie dir nach, daß sie zu dir sich von der Welt erhebe. Ja laß mich, wenn ich sterben soll, auf deine Gnade bauen, dir vertrauen und dann dort wonnevoll dein Antliz ewig schauen. 5. Ich kämpf', ermatt' und strauchle oft, hilf, Herr, mein Gott, dem Schwachen, der nur auf dich in Demuth hofft, du kannst mich mächtig machen. In jeder Seelennoth laß mich bei dir Erbarmung finden, Trost empfinden und endlich, Herr, durch dich in Allem überwinden. 410. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Chrift, der du der Deinen Klagen vernimmst und gern ihr Helfer bist, laß mich nie muthlos zagen. Gieb, daß, im wahren Glauben treu, ich dir mich ganz ergebe, dich erhebe, dem Nächsten nüßlich sei, nach deiner Lehre lebe. 409. Mel. Ich ruf' zu dir, Herr 2c. eitler Herr, mein Erlöser, nur von dir bewahre meine Seele, damit ich kann ich mir Hülf erflehen, vernimm mein Seufzen, eile mir, mein Helfer, beizustehen. Des wahren Glaubens Kraft und Licht, das selige Bestreben, dir zu leben, nicht aus Sicherheit mein wahres Heil verfehle. Gieb, daß ich meine Zuversicht auf dich nur möge bauen, dir vertrauen, auf meine Kräfte nicht, um ewig dich zu schauen. Bitten um Kraft zur Besserung. 201 3. Hilf, daß ich meinen Feinden 5. Ich möchte sonst, durch sie gern auch ihre Schuld erlasse, und gleichgesinnt dir, meinem Herrn, sie nie verfolg' und hasse. Laß meinen Glauben sich, mein Gott, durch deines Wortes Lehren stets vermehren, auch in Gefahr und Spott dich freudig zu verehren. verführt, die Sünde, die den Tod gebiert, mich übereilen lassen, mich dann aus Sündenlust vergehn, und deiner Wahrheit widerstehn, ihr helles Licht gar haffen. 4. Laß weder Furcht noch Lust von dir mich, weil ich lebe, scheiden. Beständigkeit verleihe mir im Glück und auch im Leiden. An guten Werken reich, werd' ich dann deinen Himmel erben, selig sterben, ob sie gleich nichts für mich verdienen, noch erwerben. 5. Ich kämpf' und will dein Jünger sein, hilf, o Herr Chrift, mir Schwachen. Auf dich verlaß ich mich allein, du kannst mich stärker machen. Wenn Sünde mich versucht, will ich doch nimmer dich verlassen, will ste hassen. Du wirst, du kannst auch mich, mein Heiland, nicht verlassen. 6. Wenn meine Freudigkeit zu dir, mein Glaub' und meine Hoffnung mir, o Gott, entrissen würde, so würde mich nichts mehr erfreun, die Welt mir trüb' und traurig sein, mein Leben eine Bürde. 4. Wenn mir die Welt Gelegenheit zur Sünde giebt, zur Eitelkeit und zu verbotner Freude, so dämpfe du in meiner Brust die aufgeregte böse Luft, daß ich sie standhaft meide. 7. Nach deinem Himmel würd' ich nicht mit Freud' und Trost im Angesicht, mit Seelenwollust sehen; für ihn hätt' ich dann keinen Sinn; dann wär' die frohe Hoffnung hin, zu ihm einst einzugehen. 8. Gewissensschrecken würden mich, der ich vom Pfad des Guten wich, schon hier zur Qual ergreifen, und peinigende Furcht vor dir, der Welten Richter, sich in mir mit jedem Tage häufen. 9. Der du für mich am Kreuze starbst und Hoffnung mir und Trost erwarbst, laß mich so tief nicht fallen. Erhalte mir des Glaubens Ruh', und meinen Wandel lenfe du nach deinem Wohlgefallen 411. Mel. Kommt her zu mir, spricht zc. Ich weiß und bin's gewiß, daß ich erlöst bin, Gottes Sohn, durch dich vom schnöden Dienst der Sünde. Gelobt sei Gott, ich bin's gewiß. 412. Hilf, mein Erlöser, daß ich dieß Herr, auf dich will ich fest hoffen, bis an mein End' empfinde. 2. In dieser so verderbten Zeit des Leichtsinns und der Sicherheit wach' über meinem Glauben. Du Freund der Menschen, wache du, daß keine Zweifel meine Ruh' und meinen Trost mir rauben. Guts zu thun, verleihe mir. Deine Wohnung sei mir offen, redlich da zu dienen dir. An dir laß mich haben Lust; Weltlust sei mir unbewußt. Was mein Herz annoch verlanget, gieb mir, wenn es an dir hanget. 3. Den Spott der Frevler über dich und deinen Tod am Kreuz laß mich, wie er's verdient, verachten. Mit desto stärkerer Begier laß meine Seele, Herr, nach dir und deinem Reiche trachten. 2. Dir befehl' ich meine Wege, auf dich hoff' ich, Herr, mein Gott, zeige mir die rechten Stege, laß mich nirgend in der Noth. Alles wirst du machen gut, stårke nur den schwachen Muth, daß ich dir sei ganz ergeben und in dir recht möge leben. 3. Herr, nach deinem Wohlgefallen lehre mich thun immerdar: denn du bist mein Gott in Allen, dein Geist meiner nehme wahr; Buße und Besserung. 202 führe mich auf ebner Bahn und bring' mich gen Himmel an. Ach, Herr, laß mich nimmer irren, noch des Satans List verwirren! 4. Lehre mich, Herr, wohl be denken, daß es mit mir haben muß bald ein Ende, da sich's lenken wird zum Ziel und da mein Fuß geht davon aus dieser Zeit hin zur lautern Ewigkeit. Ach, laß mich, Herr, um dich schweben, ewig wohl bei dir zu leben! 413. Mel. O Gott, du frommer Gott zc. Ach Gott, verlaß mich nicht! Reich' du mir selbst die Hände, daß ich den schweren Gang durchs Leben wohl vollende. Hier in dem finstern Thal sei du mein Schuß, mein Licht, mein Führer, Helfer, Freund, ach Gott, verlaß mich nicht! 2. Ach Gott, verlaß mich nicht! Lehr' deinen Weg mich wallen, und laß mich nimmermehr in Sünd' und Thorheit fallen. Gieb mir den guten Geist, des Glaubens Zuversicht, und, wenn ich straucheln will, ach Gott, verlaß mich nicht! 3. Ach Gott, verlaß mich nicht in Nöthen und Gefahren und laß zur rechten Zeit mir Hülfe wiederfahcen! Wenn sich Versuchung naht und Stärke mir gebricht, so weiche nicht von mir, ach Gott, verlaß mich nicht! 4. Ach Gott, verlaß mich nicht! Gieb Wollen und Vermögen. In allem meinen Thun begleite mich dein Segen, die Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht laß, Herr, durch dich gedeihn, ach Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach Gott, verlaß mich nicht! Dir bleib' ich ganz ergeben. Hilf mir, daß ich, o Gott, recht glauben, christlich leben, und selig sterben mag, zu sehn dein Angesicht; hilf mir in Noth und Tod, ach Gott, verlaß mich nicht! 414. Mel. Gott des Himmels und 2c. Geist, vom Vater uns gegeben, heilige und beßre mich. Weise, fromm und gut zu leben, dieß vermag ich nur durch dich. Mache täglich Ernst und Treu', mich zu bessern, in mir neu. 2. Fern vom Ziel, wornach ich ringe, ruf' ich: Lindre mir die Last, daß ich jenes Werk vollbringe, das du angefangen hast; läßt du mich an Hülfe leer, dann wird mir die Last zu schwer. 3. Ach, ich irr' in Finsternissen, Geist der Wahrheit, ohne dich! Von Begierden hingerissen, täuscht die eitle Seele sich, suchet Nuh' und findet sie in der Erde Gütern nie. 4. Hilf mir nach dem Himmel streben, der den Lohn mir aufbehält; hilf mir Gott und Jesu leben, nicht den Lüften dieser Welt; lehre mich von Sünden rein, heilig, so wie Jesus, sein. 5. Leite du mich auf dem Pfade deines Lichts zum Leben hin, und mich stärke deine Gnade, wenn ich schwach und muthlos bin, daß ich näher jeden Tag meinem Kleinod kommen mag. 6. Gieb zu jedem guten Werke meiner Seele Kraft und Lust; und im Kampfe flöße Stärke mir in meine schwache Brust; gieb mir Trost in jeder Noth; hilf mir treu sein bis zum Tod. 7. Sei mein Beistand, wenn ich sterbe, zeige meinem Geist von fern das mir aufbehaltne Erbe in der Herrlichkeit des Herrn. So gestärkt durch deine Kraft, end' ich froh die Pilgerschaft. 415. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich zc. Laß mich, o Herr, in allen Dingen auf deinen Willen sehn und mich dir weihn; gieb selbst das Wollen und Vollbringen und laß Seligkeit derselben. mein Herz dir ganz geheiligt sein. Nimm meinen Leib und Geist zum Opfer hin: dein, Herr, ist Alles, was ich hab' und bin. 2. Gieb meinem Glauben Muth und Stärke, laß ihn durch Menschenliebe thätig sein, daß man an seinen Früchten merke, er sei kein eitler Traum und falscher Schein, er stårke mich in meiner Pilgrimschaft und gebe mir zum Kampf und Siege Kraft. 3. Laß mich, so lang' ich hier soll leben, auch an dem bösen Tage sein vergnügt, und deinem Willen mich ergeben, der mir zum Besten Alles weislich fügt. Gieb Furcht und Demuth, wenn du mich beglückst, Geduld und Trost, wenn du mir Trübsal schickst. 4. Ach, hilf mir beten, wachen, ringen, so will ich einst, wenn ich den Lauf vollbracht, dir ewig Dank und Ehre bringen, dir, der du Alles haft so wohl gemacht. Dann werd' ich heilig, rein, ganz dir geweiht, dein Lob verkündigen in Ewigkeit. 416. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. Nach vir verlanget mich, nach dir, Gott, meine Hülfe kommt von dir. Wer ist, wie du, so gnadenreich? wer dir an Macht und Weisheit gleich? 2. Ach, mein Erbarmer, rechne du mir meine Missethat nicht zu! Sie reuet, Gott, sie reuet mich, und meine Seele hofft auf dich. 203 3. Wie gut, wie leicht ist dein Gebot, du willst, ich soll dich lies ben, Gott, willst, daß ich redlich handeln soll zu meinem und des Nächsten Wohl. 417. Mel. O Jesu Christ, mein's 2c. Wohl uns, wenn wir, o Geist des Herrn, bekehrt und gläubig sind, und gern auch heilig würden, willig nun, was unser Gott gebeut, zu thun. 4. Und doch verlet' ich diese Pflicht und schäße deine Gnade nicht; ein elend Scheingut zieh' ich Thor oft ihr und meinem Heile vor. 5. Mein Herz, das seine Schuld erkennt, du siehest es, mein Herz entbrennt, zu thun, was dein Gesetz befiehlt, das nur mein Bestes mir empfiehlt. 6. Ich traue der Barmherzigkeit, die sich noch jeden Tag erneut, der Vaterhuld, die immerdar gefallner Seelen Zuflucht war. 7. Dein Wort giebt mir Versicherung vollkommener Begnadigung; ich bin gewiß durch Jesum Chrift, daß sie auch mir verliehen ist. 8. Doch nie entfall' es meinem Sinn, daß ich als Christ berufen bin, auch meines Mittlers Tugenden hier täglich zu verkündigen. 9. Wie ich die Gaben angewandt, die ich empfing aus deiner Hand, dieß wird die große Frage sein, bricht dein Entscheidungstag herein. 10. Ein Herz, das sich des Guten freut, voll' Menschenlieb' und Gott geweiht, dieß soll ich dort nicht erst empfahn; mein Richter fodert's schon alsdann. 11. Schaff' dieses Herz in mir: denn ach, du weißt es, Bater, ich bin schwach. Mein Trost sei mein Vertraun auf dich, und Redlichkeit behüte mich. Seligkeit der christlichen Besserung. 2. Allein des Glaubens erste Kraft, wie klein ist die; wie mangelhaft durch tausendfache Hinderung der Anfang unsrer Heiligung! 3. Der Hang zur Sünd' in unsrer Brust, gewohnter Laster Reiz und Lust, und frohe Sünder, ach wenn die uns reizen, was vermogen fie! 201 Buße und 4. Der Kampf der Tugend ist so schwer; ach, Selbstverläugnung fodert er, Beherrschung unsrer Sinnlichkeit und Muth, der selbst den Spott nicht scheut! 5. Anhalten sollen wir, und nie Verführern folgen, und, wenn sie sanft schmeicheln, oder furchtbar draun, doch fest und unbeweglich sein. 6. Wie leicht, wie leicht erlågen wir, wenn wir, o Geist von Gott, bei dir nicht Hülfe fänden, wärst du nicht der Schwachen Kraft und Zuversicht! Besserung. jest Licht, Kraft, Gelegenheit und Zeit zu edlen Werken nügt; 4. Daß ihr die Selbstverläugnung nicht, der Tugend Kampf nicht scheut; auch, wenn sie schwer ist, doch der Pflicht, getreu zu sein, euch freut; 7. Den du erleuchtest und bekehrst, versäumst du nie, wenn er nur erst sich redlich, gut zu sein, entschließt, getreu nur auch im Kleinen ist. 8. Du giebst ihm, wenn ihm Rath gebricht, zur Wahl des Besten stets mehr Licht, zum Kampf in seiner Pilgrimschaft stets größern Muth, und auch mehr Kraft. 9. Wankt er aus Schwachheit auch im Lauf und fällt, so hilfst du schnell ihm auf. Er, weil er sich auf dich verläßt, nimmt zu an Weisheit und wird fest. 10. So wächst der Jüngling auf zum Mann, der stehn und überwinden kann, bis er erkämpft, was er begehrt, in jeder Prüfung mehr bewährt. 11. So stehst du allen Frommen bei, daß sie, bis in den Tod getreu, fich sicher ihrem Ziele nahn, des Glaubens Kleinod zu empfahn. 418. Mel. Lobt Gott, ihr Christen zc. Wohl euch, ihr Gläubigen, wohl euch, daß ihr dem Herrn nur lebt, daß ihr an guten Werken reich zu werden euch bestrebt. 2. Wohl euch, wohl euch, daß ihr mit Lust die Rechte Gottes lernt, und, cures Vorzugs euch bewußt, von Sünden euch entfernt; 3. Daß ihr dem folgt, was er gebeut, und, weil ihr's könnet, 5. Daß, leidet für die Tugend ihr Verfolgung, oder Spott, ihr recht thut ohne Ruhmbegier, und einen scheut, als Gott. 6. Wohl dem, der Glauben hat und übt, und alles Gute bloß um seines Gottes willen liebt, wohl ihm, sein Lohn ist groß! 7. Wird nicht der Held stets muthiger, wenn er gefieget hat? wird er nicht immer herrlicher durch jede gute That? 8. Wo wohnet die Zufriedenheit, we wahre Ruh' und Luft, als bei der wahren Heiligkeit, als in des Frommen Brust? 9. Wenn er ein traurend Herz erquickt, sieht das nicht Jesus an, der Herr, der ihn so hoch beglückt, als hätt' er's ihm gethan? 10. Die Ernt' ist reicher als die Saat, die hier sein Glaube såt. Ihm folget jede gute That, wenn er zum Vater geht. 11. Zu dürftig ist die ganze Welt dem, der, der Sünd' entflohn, fest an dem Unsichtbaren hält; der Himmel ist sein Lohn. 12. Der öffnet sich, vom Throne schallt's: Geh' ein, du frommer Knecht, der ganze Himmel wiederhallt's: Geh' ein, du frommer Knecht! 13. Geh' ein, geh' ein! du strittest gern, die Kron' ist schon bereit; empfahe nun das Reich des Herrn und seine Seligkeit! 419. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Wer, o mein Gott, durch dich geboren, ein neues Herz von dir empfängt, zum Eigenthume dir erkoren, der Sünd' entsagt, und Seligkeit derselben. göttlich denkt, und göttlich lebt, wie selig ist dein Kind, dein Eigenthum, der Christ! 2. Befreit aus seinen Finsternissen und von der Sünde Sklaverei, begnadigt, ruhig im Gewissen, von Strafen des Gesetzes frei, sieht er in dir, mit dir vereint den Vater nur und keinen Feind; 3. Darf Alles, Gott, von dir verlangen, was ihm dein eigner Sohn erwarb; wird Alles auch von dir empfangen, weil der zu seinem Heile starb: Licht, wo er's braucht, und Muth und Kraft zum Kampfe seiner Pilgerschaft; 4. 3um sichern Siege deine Stärke, und deinen Geist der Heiligung zu einem jeden guten Werke; im Leiden Trost und Linderung; und selbst in seiner Prüfungszeit den Vorschmack jener Herrlichkeit. 205 wenn er erscheint. Er endet fröhlich seinen Lauf und schwinget sich zu dir hinauf. 10. Wie selig, wer, durch dich geboren, ein neues Herz von dir empfängt, und, dir zum Eigenthum erforen, der Sünd' entsagt, und göttlich denkt und göttlich lebt. Wie felig ist dein Kind, dein Eigenthum, der Christ! 420. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Schon hier lebt selig und vergnügt, wer Gottes Wege geht, die schnöde Luft der Welt besiegt, feft in Versuchung steht. 2. Sein Theil ist hier Zufriedenheit, die im Gewissen wohnt, wenn sich's des hohen Beifalls freut, womit es Gott belohnt. 3. Noch größrer Lohn erwartet ihn in jener Ewigkeit, wenn er mit gottergebnem Sinn gethan, was Gott gebeut. 4. Herr, laß mit allem Eifer mich den Weg der Wahrheit gehn, so werd' ich einst im Himmel dich zu meiner Wonne sehn. 5. In seinem kindlichen Gebete ist er der frohen Zuversicht, daß, als dein Kind, er vor dich trete; und du beschämst dein Kind auch nicht; ja, deine Baterlieb' gewährt ihm immer mehr, als er begehrt. 6. Bereit zu helfen und zu trösten, lenkst du mit väterlicher Huld, was nur geschieht, zu seinem Besten, und hast, wenn er auch fehlt, Geduld, hilfst gern von sei nem Fall ihm auf, und förderst seiner Tugend Lauf. 7. Er wandelt gern auf deinen Wegen, liebt alle Menschen brüderlich. Was er nur thut, wird Heil und Segen; auch freut er deines Beifalls sich. Mag doch der Sünder ihn verschmähn; er wird von dir, o Gott, gesehn. 8.& r, sicher, daß er selig werde, zufrieden hier mit seinem Loos, ist für die eitle Lust der Erde zu selig schon, zu reich und groß; und seine Wünsche, Gott begrenzt kein Glück der Welt, wie sehr es glänzt. 9. Er sieht den Tod von ferne kommen, und zittert nicht: es ist sein Freund. Bon dir zum Erben angenommen, frohlockt er dann, seinen Sohn. 421. Wer Gottes Wege geht, nur der hat großen Frieden, er widersteht der bösen Lust, er kämpft, und ist des Lohns, den Gott dem Kampf beschieden, ist seiner Tugend sich bewußt. 2.& r merkt auf seinen Gang, geht ihn mit heil'gem Muthe, wächst an Erkenntniß und an Kraft, wird aus der Schwachheit stark, und liebt und schmeckt das Gute, das Gott in seiner Seele schafft. 3. Ihn hat er allezeit vor Augen und im Herzen, prüft täglich sich vor seinem Thron, bereut der Fehler Zahl, und tilgt der Sünden Schmerzen durch Jesum Christum, Buße und Besserung. 206 4. Getren in seinem Stand, genießt er Gottes Gaben, wehrt seiner Seele Geiz und Neid, und ist, wenn Andre gleich viel Weins und Kornes haben, in Gott bei Wenigem erfreut. 5. Schenkt seine Hand ihm viel, so wird er Vielen nüßen und, wie sein Gott, gutthätig sein, des Freundes Glück erhöhn, verlaßne Tugend schüßen, und selbst den Feind in Noth erfreun. 6. Ihm ist es leichte Last, die Pflichten auszuüben, die er dem Nächsten schuldig ist: die Liebe gegen Gott heißt ihn die Menschen lieben, und durch die Liebe stegt ver Christ. 7. Er frånket nie dein Glück, schützt deinen Ruhm, dein Leben: denn er ehrt Gottes Bild in dir. Er trågt dich mit Geduld, ist willig zum Vergeben: denn Gott, denkt er, vergiebt auch mir. 8. Sein Beispiel sucht dein Herz im Guten zu bestårken, er nimmt an deiner Tugend Theil: denn Alle find von Gott gezeugt zu guten Werken, und haben Einen Herrn, Ein Heil. 9. Dieß Heil der Ewigkeit, das hier der Fromme schmecket, erhöht fein Glückt, stillt seinen Schmerz, giebt ihm Geduld und Muth. Kein Lod, der ihn erschrecket; im Tode noch freut sich sein Herz. mit der Zeit zur Ernte für die Ewigkeit. 3. Erfüllet von der Tugend Sorgen, denkt er, und denkt mit Lust daran, wie er hier sichtbar, dort verborgen, ein edles Werk vollenden kann, und nüßet jeden Augenblick für Gott und seine Brüder Glück. 4. Nie abgeschreckt von Hindernissen, stärkt er mit Gottes Stärke sich zu seinen heiligen Entschlüffen, im Guten unerschütterlich; und kostet auch die Tugend Müh', er kämpfet und vollbringet fie. 5. Beschwerden scheut er nicht, gerüftet mit Selbstverläugnung, und entbehrt, was Sinn und Eitelkeit gelüstet, großmüthig, größrer Freuden werth; wie schmeichelnd auch das Laster sei, doch stets sein Feind, und Gott getreu. 6. Er widerseßt mit festem Muthe den Lastern sich, und kämpft für Gott. Ihn treff im Kampfe für das Gute der Welt Verfolgung oder Spott; ihm bleibet doch der Preis des Streits, er kämpft und ringt: denn Gott gebeut's. 7. Er zählt der großen Siege viele; und alle werden ihm belohnt, wenn er nun, nach erreichtem Ziele, im Paradiese Gottes wohnt. Wohl euch, die ihr ihm gleicht, wohl euch, nur ihr seid groß, nur ihr seid reich. 422. 423. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Mel. Herzliebster Jesu, was zc. Beglückt, beglückt ist, wer auf Gott, wo ist Noth und Elend auf Erden mit allen seinen Kräften strebt, an guten Werken reich zu werden, und nicht für diese Welt nur lebt, stets vorwärts bringt und nie vergißt, daß seine Seel' unsterbz lich ist. der Erde, das von der Sünde nicht geboren werde? Wie enden sich nicht jeder Thorheit Freuden in bittre Leiden! 2. Er forscht nach seines Gottes Wegen, was gut ist, leicht und schnell zu thun, spricht nicht im Sommer, gleich dem Trägen: noch will ich schlummern, will noch ruhn; såt früh, und wuchert 2. O wären wir, vom Jüngling bis zum Greise, gehorsam deinem Willen, gut und weise, was würden wir mit freudigem Gewissen für Glück genießen? 3. Schön, heilsam, zahllos, Vater, sind die Gaben, die wir von Seligkeit derselben. dir zu wahren Freuden haben. Wo strömt uns nicht der Tugend Heil und Segen von dir entgegen? 4. Wie würde jede wahre Luft auf Erden erhöht, und jede Last er leichtert werden, wenn unser Herz den Täuschungen der Sünde stets widerstünde! 5. Doch ach sie herrscht, um Alles zu zerrütten, erschüttert Thronen, und verwüstet Hütten, trübt jeden Segensquell, droht allen Tagen mit neuen Plagen. 6. Wenn können Sünder froh zum Himmel schauen, an dich, Gott, denken, ohne Furcht und Grauen, an Tod und Grab, und an ein ewig Leben, und nicht erbeben? 7. Die Luft zum Bösen fesselt sie und wüthet; sie leiden selbst durch das, was sie gebietet und bahnen sich den Weg durch ihre Freuden zu Gram und Leiden. 8. Wie können wir dich, Gott, genug erheben, daß du uns führen willst den Weg zum Leben, uns heiligen und stärken, alle Sünden zu überwinden? 9. Heil uns, daß uns dein Sohn mit dir versöhnte, uns Licht gab, und vom Sündendienst entwöhnte, Kraft gab und Trieb, auf deiner Bahn zu wandeln und recht zu handeln! 10. Laß uns denn immer mehr geheiligt werden, dir stets gehorsam, dir getreu, auf Erden thun, was du willst, bis wir, zu dir erhoben, dich ewig loben. 424. Mel. Werde munter, mein 2c. Wohl dem Menschen, der nicht wandelt in gottloser Leute Rath; wohl dem, der nicht unrecht handelt, noch betritt der Sünder Pfad, der der Spötter Freundschaft flieht, ihrem Umgang sich entzieht, der hingegen liebt und ehret, was uns Gott vom Himmel lehret; 207 2. Wohl dem, der mit Luft und Freude Gottes Wort hört, daran glaubt, und hier, als auf süßer Weide seines Geistes, stets verbleibt! Dessen Segen wächst; er blüht, wie ein Baum, den man dort sieht bei den Flüssen an den Seiten seine frischen Zweig' ausbreiten. 3. Also wird auch jeder grünen, der in Gottes Wort sich übt; Alles wird ihm müssen dienen, daß er reiche Früchte giebt; seine Blätter werden alt, und doch niemals ungestalt; Gott giebt Glück zu seinen Thaten, was er macht, muß wohl gerathen. 4. Aber wen die Sünd' erfreuer, dessen Glück wird bald vergehn, wie der Wind die Spreu zerstreuet, wird man es verfliegen sehn. Hält der Herr einst sein Gericht, da beliebet nur die Frommen, und, wer steht kein Sünder nicht: denn Gott bös' ist, muß umkommen. 425. Mel. Wachet auf ruft uns 2c. Herr Perr, aus deiner Gnadenfülle fließt meiner Seele sanfte Stille, und Lust und Kraft zur Tugend zu. Seit ich dir mein Herz ergeben, so kenn' ich erst das rechte Leben, und schmecke des Gewissens Ruh'. Erbarmend gabst du mir den Frieden, Gott, mit dir. Hochgelobet sei deine Treu'; sie schuf mich neu, vom Sündendienst bin ich nun frei. 2. Heiter fühlt sich meine Seele, weil ich, was vor dir recht ist, wähle und, unterstützt von dir, auch thu'. Jeder Sieg, den ich erringe, wenn ich der Lüste Reiz bezwinge, füllt mich mit neuer Wonn' und Ruh'. Gott, welche Seligkeit, vom Lasterdienst befreit, deinen Willen von Herzen thun, und fröhlich nun in deinem Beifall ganz beruhn! 3. Beugt auch mancher Fehl mich nieder, so richtest du mein Buße und Besserung. 208 Herz doch wieder mit Trost an deiner Gnade auf. Du vermehrst zu dem Geschäfte der Heiligung mir Trieb und Kräfte und förderst mich im Tugendlauf. Wie freut sich dann mein Geist, daß du so gern verzeihst, reger Eifer wird in mir neu, daß ich dir treu und wachsamer in Zukunft sei. 4. Und wie sollt' ich ängstlich zagen, wenn auch in meinen Pilgertagen mein Fuß auf rauhe Wege stößt? Selber auf dem rauhsten Pfade bleibst du mein Trost und deine Gnade, die keinen Frommen je verläßt. Des Lebens größte Pein muß mir zum Heil gedeihn, denn dich liebet mein kindlich Herz. Auch unter Schmerz seh' ich getrost mun himmelwärts. 5. Ja, ich seh' im Geist ihn offen und bin schon froh im sichern Hoffen, daß ich auch einst sein Bürger bin. Unter wonnevoller Stille fließt dann, so ist's dein gnav'ger Wille, mir meine Ewigkeit dahin. Dann fühl' ich hocherfreut die volle Seligkeit deiner Gnade, und preise dich, Herr, daß du mich damit beglückt hast, ewiglich. 426. Mel. Meinen Jefum laß ich nicht 2c. Meine Seele, freue dich! Zu der Würde seiner Kinder hob der Herr, mein Gott, auch mich tief vor ihm gefallnen Sünder. Mein ist nun das beste Theil, sicher ist bei Gott mein Heil. 2. Der mich zu sich zog, ist Herr, der die ganze Welt regieret. Jhm vertrau' ich mich: denn er führt zum Segen, wie er führet. Was der beste Vater thut, ist wahrhaftig weis' und gut. 3. Dieser Hoheit mir bewußt, such' ich, Vater, deinen Willen überall und stets mit Zust, wo ich wandle, zu erfüllen. Und du stehst mir hülfreich bei, daß ich dir gehorsam sei. 4. Bloß ein sinnlich Glück ist nicht, was ich wünsche; höher strebet meine Seel' in deinem Licht, die für diese Welt nicht lebet, die, wie schön sie ihr auch ist, doch des Himmels nie vergißt. 5. Und weil dir mein Herz ge= fällt, o so hab' ich auch in Leiden dennoch schon in dieser Welt überschwenglich große Freuden. Mir zum Besten dienet ja, was geschieht und was geschah, 6. Was geschehn wird, was sogar Feinde wider mich beschließen, fede drohende Gefahr, wird mir nüßlich werden müssen, wird, ich werd' es freudig sehn, meine Seligkeit erhöhn. 7. Auch im Dunkeln zag' ich nicht, lasse dich, mein Vater, sorgen. Du umstrahlest mich mit Licht, wie die finstre Welt der Morgen, du beschirmst und leitest mich, muthvoll seh' ich stete auf dich. 427. Mel. Schaß über alle Schäße 2c. welch ein selig Leben führt, Gott, dein Freund schon hier! Sein Glück, sein Ruhm, sein Streben ist Gnade, Herr, bei dir. Du weißt, was Jedem nüßet, du weißt, was ihm gebricht. Wer nicht! deine Huld befizet, wie selig ist der 2. Ihm fehlt's an wahren Freuden, an innrer Ruhe nicht, gelass sen und bescheiden hofft er voll Zuversicht, du wirst auf seinen Wegen sein Schuß und Führer sein, und ihn mit deinem Segen auch künftig noch erfreun. 3. Er trauet deiner Güte, verzagt im Kummer nie; mit freubigem Gemüthe verläßt er sich auf fie; genießt das viele Gute auf dieser Erdenwelt mit immer frohem Muthe, weil er's von dir erhält. 4. Dir, der sein Schicksal lentet, ihn immer weise führt, ihm tausend Freuden schenket, und Seligkeit väterlich regiert, dir dankt er seine Freuden, die dankt er jedes Glück, und schaut bei seinen Leiden auf fene stets zurück. 5. Wenn ihm sein Wunsch gelinget, sein eifrigftes Bemühn dem Ziel ihm näher bringet, das ihm noch ferne schien; wenn er sich nicht vergebens der nahen Hoffnung freut, fühlt er das Glück des Lebens ganz mit Zufriedenheit. 6. Wenn, seinen Gram zu stillen, nicht, was er wünscht, geschieht, so ehrt er deinen Willen, und aller Unmuth flieht, weiß: was dein Rathschluß lenket, muß gut und weise sein und, wenn es ihn gleich kränket, ihn doch zuletzt erfreun. 7. So, Vater, hilf mir leben und mit Zufriedenheit mich kindlich dir ergeben in Freuden und im Leid, in Noth nie muthlos klagen, und nie aus Eitelkeit zu fühné Wünsche wagen, die oft mein Herz bereut. 428. Mel. Herr, wie du willst, so zc. Wie fanft fließt mir mein Leben hin und jeder meiner Tage, wenn ich ganz Gott ergeben bin, der Sündenlust entsage, von allem schniden Triebe frei, der Lehre meines Heilands treu, rechtschaffen denk' und handle. 2. Erhabne Ruhe füllt mein Herz: denn mich beherrscht kein Laster, mich quält nicht des Gewissens Schmerz, stets fühl' ich mich gefaßter zum Kampf mit je der Leidenschaft, und Gott verleihet mir die Kraft, fie glücklich zu besiegen. 3. Mich führet seine Vatertreu' auf dieses Lebens Wegen, sie wird mir jeden Morgen neu, nie fehlet mir ihr Segen. Er, dessen Allmacht mich beschützt, gewährt mir Alles, was mir nügt, lenkt Uebel selbst zum Guten. derselben. 209 4. In trüben Stunden wird mein Herz aus Kleinmuth nie verzagen. und zwingt mich auch der Leiden Schmerz zu wehmuthsvollen Klagen, so weiß ich: Gott verläßt mich nicht, der Herr ist meine Zuversicht und soll es ewig bleiben. erfreut, wenn mich kein Kummer 5. Und wenn mich seine Huld fränket, er Glück zu meinem Fleiß verleiht, mir Ruh' und Wohlstand schenket, so fühl' ich doppelt ihren Werth, mein Herz, das fie so sehr erfährt, dankt ihm, dem besten Vater. 6. Wenn sich dieß schwache Herz verirrt und ich aus Schwachheit fehle, wenn meine Tugend wankend wird, und ich ein Scheingut wähle, so führt er mich, zu meinem Glück, von meinem Irrthum bald zurück und lehrt mich weiser Handeln. 7. Gewiß, daß eine fede Pflicht mich führt zum frohen Leben, bin ich zu Gott voll Zuversicht, er werde zum Bestreben, sie auch zu thun, mir Kraft verleihn und Gnade, wachsam stets zu sein, um keine zu verletzen. 8. Wie freut mich jede gute That, die ich mit Gott vollbringe, wie freut's mich, wenn ich auf dem Pfad der Tugend weiter dringe! Den Ernst in meiner Besserung, den Eifer in der Heiligung belohnt einst volle Wonne. Seligkeit eines guten Gewissens. 429. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. welch ein unschäßbares Gut ist doch ein gut Gewissen. Hab' ich nur das, so hab' ich Muth, wenn Andre zagen müssen. Dann zittert meine Seele nicht, mich schreckt kein Tod und kein Gericht: ich habe Gott zum Freunde. 14 Buße und Besserung. 210 2. Bin ich mir deiner Huld be wußt und, Gott, bei dir in Gnaden, so wohnet Ruh' in meiner Brust, und wer will dann mir schaden? Ich seh' auf dich in aller Noth, womit die Zukunft mich bedroht, mich tröstet deine Liebe. 3. Trifft mich auch hier zuweilen noch, das Gift der 2åsterungen, wird meines Herzens Ruhe doch dadurch nicht ganz bezwungen. Weiß ich nur mein Gewissen rein, und flieh' ich auch den bösen Schein, wirst du mich schon beschützen. 4. Ich sehe mit Zufriedenheit der künft'gen Welt entgegen, fie giebt mir Muth und Freudigkeit auf allen meinen Wegen. Dort, dort erst macht, o Herr, dein Mund den wahren Werth der Men schen kund, da wird der Tromme siegen. 5. So bilf denn, daß ich mir zum Heil, ein unverletzt Gewissen, des Lebens allerbestes Theil, zu haben sei beflissen. Gott, deiner Huld gewiß zu sein, dein heilig Recht nie zu entweihn, sei meine größte Sorge. 6. Laß mich, was mein Gewissen spricht, als deine Stimme eh. ren, und ohne frommen Borsaß nicht auf seine Warnung hören. Erinnert's mich an meine Schuld, so laß mich, Vater, deine Huld, voll Reu' und Glauben suchen. 7. Mit deiner Gnade tröfte mich und stärke meine Seele, daß sie vor Sünden hüte sich, und nie aus Vorsaß fehle. Denn wer nur reines Herzens ist, hat immer dich durch Jesum Christ, Allwissender, zum Troste. 430. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Wenn ich ein gut Gewissen habe, so hab' ich große Seligkeit. Es ist des Himmels beste Gabe, das Höchste Glück in dieser Zeit. In Freud' und Leiden giebt es hier die wahre Ruh' der Seele mir. 2. Ich bebe nicht, wenn Sunder beben, daß Gott gerecht und heilig ist, mein Herz giebt Zeugniß meinem Leben, daß ich gewandelt als ein Chrift, des göttlichen Berufes werth, der mich hier himmlisch wandeln lehrt. 3. Getrost wag' ich's, vor Gott zu treten und ihn voll Glaubensbeten, der, was ich brauche, mir freudigkeit als meinen Vater anzuverleiht, und Jedem Heil und Segen giebt, der ihn von ganzer Seele liebt. 4. Mit Muth trag' ich des Lebens Leiden, Verfolgung, Läftrung, Schmach und Hohn: denn des Gewissens innre Freuden sind süßer, als der Menschen Lohn. Unt was kann höhern Trost verleihn, als ohne Schuld in Leiden sein? 5. Ich eile mit gesetztem Schritte des Lebens letzter Stunde zu. Fällt endlich dieses Leibes Hütte, so geh' ich ein zur wahren Ruh', weil dann mein Geist, der Gott gelebt, zum höhern Leben sich erhebt. 6. Seele, darum sei beflissen, daß bei unwandelbarer Treu' ein immer freudiges Gewissen, dein Trost in diesem Leben sei. du, mein Gott, regiere mich: denn was vermag ich ohne dich? Und 431. Mel. O Welt, sieh' hier dein 2c. Ein ruhiges Gewissen laß, Herr, mich stets genießen. Denn hab' ich dieses nur, so ist für mich in Tagen, wo Andre ängstlich zagen, nichts Schreckliches in der Natur. 2. Wenn meine Schuld mich beuget, und dann mein Geist bezeuget, daß ich begnadigt bin, wenn mich dein Trost erquicket, so oft mich Trübsal drücket, wie unschätzbar ist mein Gewinn! Seligkeit 3. Sollt' ich solch ruhig Leben für Luft der Sünde geben, und dann die innre Pein, mich selber zu verklagen, in meinem Busen tragen? Gott, laß dieß ferne von mir sein! 4. Sein eignes Herz bekämpfen und seine Neigung dämpfen, ist freilich schwere Pflicht; doch wenn wir uns bestegen, welch himmlisches Vergnügen gewährt die Ueberwindung nicht! 5. Nichts kann im Wohlergehen so unser Glück erhöhen, als ein zufriednes Herz. Das schafft uns innre Freuden, und mildert auch in Leiden durch seinen Trost den größten Schmerz. 6. Die Güter zu verachten, wornach die Thoren schmachten, was giebt dazu uns Muth? Was troftet Gottes Kinder beim Spotte frecher Sünder? ein ruhig Herz, das beste Gut. 7. Zu dir gen Himmel schauen, o Gott, und mit Vertrauen sich rühmen: ich bin dein; im Glauben der Erlösten sich deiner Huld zu trösten, welch Glück, mein Gott, kann größer sein? 8. Läst du mich im Gewissen einst diesen Trost genießen, wenn Alles von mir weicht; kann ich dann voll Vertrauen auf dich noch, Vater, schauen, so wird mir selbst das Sterben leicht. 9. laß zu allen Zeiten mich deine Weisheit leiten, und mache selbst mich treu. Zum Fleiß in guten Werken, laß mich die Hoffnung stärken, daß groß der Lohn im Himmel sei. 432. Besiz' ich nur ein ruhiges Gewissen, so ist für mich, wenn Andre zagen müssen, nichts Schreckliches in der Natur. 2. Dieß sei mein Theil, dieß soll mir Niemand rauben. Ein reines Herz von ungefärbtem Glauben, der Friede Gottes nur ist Heil. derselben. 211 3. Welch ein Gewinn, wenn meine Sünde schweiget, wenn Gottes Geist in meinem Geiste zeuget, daß ich sein Kind und Erbe bin. 4. Und diese Ruh', den Trost in unserm Leben, sollt' ich für Luft, für Luft der Sinne geben? Dieß laffe Gottes Geist nicht zu. 5. In fene Pein, mich selber zu verklagen, der Sünde Fluch mit mir umher zu tragen, in diese stürzt' ich mich hinein? 6. Laß auch die Pflicht, dich selber zu bestegen, die schwerste sein, sie ist's; doch welch Vergnúgen wird sie nach der Vollbringung nicht! 7. Welch Glück, zu sich mit Wahrheit sagen können: ich fühlt' in mir des Bösen Lust entbrennen: doch, Dank sei Gott, ich schütte mich. 8. Und welch Gericht, selbst zu den Weg zum Fall verschließen; sich sagen müssen: ich konnte mir und doch verschloß ich mir ihn nicht. 9. Was kann im Glück den Werth des Glücks erhöhen? Gin ruhig Herz versüßt im hen dir jeden frohen Augenblick. Wohlerge10. Was kann im Schmerz den Schmerz der Leiden stillen, im schwersten Kreuz, mit Freuden dich erfüllen? Ein in dem Herrn zufriednes Herz. 11. Was giebt dir Muth, die Güter zu verachten, wornach mit Angst die niedern Seelen trachten? Ein ruhig Herz, dieß größte Gut. 12. Was ist der Spott, den ein Gerechter leidet? Sein wahrer Ruhm. Denn wer das Böse meidet, das Gute thut, hat Ruhm bei Gott. 13. Im Herzen rein, hinauf gen Gott, Himmel schauen und sagen: du Gott, bist mein Vertrauen, welch Glück, o Mensch, kann gröBer sein? 14. Sieh', Alles weicht, bald wirst du sterben müssen. Was wird alsdann dir deinen Tod versüßen? Ein gut Gewissen macht ihn leicht. 14* Verhalten gegen Gott überhaupt. 212 15. Heil dir, o Christ, der diese Ruh' empfindet, und der sein Glück auf das Bewußtsein gründet, daß nichts Verdammlichs an ihm ist. II. Verhalten gegen Gott überhaupt und gegen Jeſum insbesondere. Erkenntniß und Verehrung ich dich in deinem Worte höre, daß nichts mich störe. Gottes. 433. Mel. Herzliebster Jesu, was 2c. Wenn sich, o Gott, mein Geist zu dir erhebet, dich suchet, dich zu finden sich bestrebet, so müss' er nicht an Eitelkeiten denken, dich müss' er denken! 2. Sei du, mein Schöpfer, wenn ich dich betrachte, mein einziger Gedanke. Herr, ich schmachte, dich recht zu kennen und nach deinen Lehren dich zu verehren. 3. Was ist im Himmel, Höchwas auf Erden, das, so wie du, verdient, erkannt zu werden? Nichts ist, das meinen Durst nach Heil so stille, als deine Fülle. 4. Dich kennen, sei die erste meiner Sorgen. Bist du gleich unerforschlich und verborgen, so willst du doch, wenn wir dein Licht nicht haffen, dich finden laffen. 5. Mit lauter Stimme lehren deine Werke uns deine Weisheit, deine Güt' und Stärke; auch haft du uns, sei hoch dafür gepriesen, selbst unterwiesen. 16. Laß Erd' und Welt, so kann der Fromme sprechen, laß unter mir den Bau der Erde brechen, Gott ist es, dessen Hand mich hält. 6. Und immer mehr willst du dich offenbaren, wenn wir nur deine Lehren treu bewahren, wenn wir den Weg, den sie uns führen sollen, nur wandeln wollen. 7. Zu diesem mir so seligen Geschäfte erheb' und stärke meiner Seele Kräfte. Gieb, wenn 8. Ach, mein Verstand ist tråg', ist leicht zerstreuet und irrt, weil er den Ernst des Denkens scheuet, dir, Gott, entriffen, eh' ich's inne werde, zurück zur Erde. 9. Auch täuscht oft Stolz ihn, macht ihn leicht vermessen, verführt' ihn, seiner Grenzen zu vergessen, will mehr, als deine Lehren uns vergönnen, von dir erkennen. 10. Steh' mir denn bei und leite meine Seele, daß sie den Weg zur Wahrheit nicht verfehle. Verleih' ihr, daß sie nicht so leicht ermüde Ernst, Luft und Friede. 11. Dann werd' ich immer besser dich erkennen, dann täglich mehr von deiner Lieb' entbrennen, dir gern gehorchen, fröhlich dich erheben, dir ewig leben. 434. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Mein Gott, du wohnst in einem Lichte, dahin kein sterblich Auge dringt; doch giebst du uns zum Unterrichte dein Wort, das uns Erkenntniß bringt, was du, o Allerhöchster, bist, was mit uns deine Absicht ist. 2. So gieb denn, daß ich darauf achte, als auf ein Licht im dunkeln Ort, und wenn ich ernstlich es betrachte, so hilf selbst meinem Forschen fort. Für deiner Wahrheit hellen Schein laß Aug' und Herz stets offen sein. 3. Hilf, daß ich deinem Worte glaube, das mich zur wahren Liebe gegen Gott. Weisheit führt, damit kein falscher Wahn mir raube, was mir ein em'ges Heil gebiert. Kein Spitterwig verführe mich, kein Zweifel sei mir hinderlich. 4. Das ist der Weg zum ew'gen Leben, daß wir, o Bater, dich und den, den du zum Heil uns hast gegeben, erkennen, lieben und erhöhn. führe du auf dieser Bahn mich selbst durch deine Wahrheit an. 5. Vor Allem gieb, daß stets Lebendig bei mir, Gott, dein Erkenntniß sei, und, daß ich dir darnach beständig Lieb', Ehrfurcht und Gehorsam weih'. Hilf, daß ich thu' mit allem Fleiß, was ich von deinem Willen weiß. 6. Was hilft das richtigste Erfenntniß, wenn's nicht zu deiner Liebe treibt? was nüßt ein auf, geklärt Verständniß, wenn doch das Herz noch böse bleibt? Drum hilf, daß ich der Wahrheit treu, und daß mein Glaube thätig sei. 7. Laß dein Erkenntniß mir in Leiden die Quelle wahren Trostes sein, und einst, wenn Leib und Seele scheiden, mich deiner noch im Glauben freun. Dort seh' ich dich im hellern Licht von Angesicht zu Angesicht. Liebe gegen Gott. 435. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. Dich, Allgütiger, zu lieben, wie fühlt sich nicht mein Herz getrieben, wenn es an deine Liebe denkt! Jedes Glück, das wir genießen, soll unsre Wohlfahrt uns versüßen, und wird uns, Herr, von dir geschenkt. Doch ein weit größres Heil wird künftig uns zu Theil, dort im Himmel, da leben wir, o Herr, bei dir in voller Wonne für und für. 213 sei stets mir angenehme Pflicht. Wie belohnest du mit Segen die Frommen, die auf deinen Wegen einhergehn in der Wahrheit Licht! Wie viel gewinnen sie für ihres Kampfes Müh', fie, die Streiter, wenn nach der Zeit in Ewigkeit der Lohn der Treue sie erfreut!" 2. Deiner Huld mich zu erfreuen und dir mein Leben ganz zu weihen, 3. Laß mit eifrigem Bestreben mich deiner Liebe würdig leben und dir, Herr, thắtig dankbar sein. Hilf mir alle Erdenfreuden, die fündlich sind, mit Ernst vermeiden, und, was dein Wort verbietet, scheun. Nie muss ich Ehr' und Ruhm, nie zeitlich Eigenthum dir vorziehen. Was nur der Welt, nicht dir gefällt, sei fern von mir, Herr aller Welt. 4. Hilf mir auch in Leidenstagen, was du mir auflegſt, gern ertragen und Hilf, wenn Freunde mich verlasſen, Ungeduld und Unmuth scheun. und wenn mich Widersacher hassen, aus Liebe, Gott, zu dir, verzeihn. Ist gleich das Opfer schwer, das du verlangst, o Herr, so wird's dennoch, wie schwer's auch deucht, durch dich mir leicht, weil deine Hand die Kraft mir reicht. 436. Mel. Jesu, meines Lebens 2c. Quelle der Vollkommenheiten, Gott, mein Gott, wie lieb' ich dich! Und mit welchen Seligkeiten såttigt deine Liebe mich! Seel' und Leib mag mir verschmachten, hab' ich dich, darf ich's nicht achten, mir wird deine Lieb' allein mehr, als Erd' und Himmel sein. 2. Denk' ich deiner, wie erhebet meine Seele sich in mir, wie getröstet, wie belebet fühl' ich mich, o Gott, von dir! Jeder Blick auf deine Werke, deine Güte, deine Stärke, wie entledigt er mein Herz von Bekümmerniß und Schmerz! 3. Floß aus deiner Segensfülle mir nicht tausend Wohlthat zu? Daß ich ward, das war dein Wille, daß ich noch bin, das 214 Verhalten gegen machst du. Daß ich denke, daß ich wähle, dafür dankt dir meine Seele, dankt dir, daß sie dich erkennt und dich ihren Vater nennt. 4. Du erkauftest vom Verder. ben mich durch deinen Sohn, o Gott, ließest den Gerechten sterben, mir zum Leben ward sein Tod. Ewig dort mit ihm zu leben, haft du mir durch ihn gegeben, ewig deiner mich zu freun, und von dir geliebt zu sein. 5. Sollt' ich dich nicht wieder lieben, der du mich zuerst geliebt und mit mehr als Vatertrieben so unendlich mich geliebt? Könnt' ich ruhig hier auf Erden ohne deine Liebe werden, ohne sie nach dieser Zeit würdig sein der Seligkeit? 6. Hilf mir, wenn ich es empfinde, wie so liebenswerth du bist, wenn mein Herz vom Haß der Sünde inniglich durchdrungen ist, wenn auf dein Gebot ich achte, und es zu erfüllen trachte, Heil mir, dann, dann fehlt mir nicht Seelenruh' und Zuversicht! 7. Noch lieb' ich dich unvollkommen, meine Seel' erkennt es wohl; dort, im Vaterland der Frommen, lieb' ich dich, Herr, wie ich soll. Ganz werd' ich dort deinen Willen kennen, ehren und erfüllen und empfahn an deinem Thron der vollkommnen Liebe Lohn. 437. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Wie sollt' ich meinen Gott nicht lieben, der seinen eignen Sohn mir giebt? Sollt' ich nicht innig mich betrüben, daß ihn mein Herz nicht stärker liebt? Was bringt mehr Luft, als diese Pflicht? Wie groß ist Gottes Gute nicht! 2. Er hat von Ewigkeit beschlossen, mein Vater und mein Heil zu sein, und noch ist mir kein Tag verflossen. der mir's nicht sagte: Gott überhaupt. Gott ist dein, ist gnädig gegen dich gesinnt, gieb ihm dein Herz und sei sein Kind. 3. Gieb ihm dein Herz, wer kann's beglücken? wer selig machen? Er allein. Nur er kann's heiligen und schmücken, und hier und ewig dort erfreun, er kann's weit über allen Schmerz erheben. Gieb, gieb ihm dein Herz. 4. Bei ihm ist Seligkeit die Fülle; und die, die er nur geben kann, beut dir sein väterlicher Wille so gnadenvoll, so freundlich an. O welch ein Gott, wie väterlich, mit welchem Eifer liebt er dich! 5. Ja, ja ich seh' es, tch empfinde die Größe deiner Huld, o Gott: denn du errettest von der Sünde mich selbst durch deines Sohnes Tod. Ich war vor deinem Angesicht ein Grau'l, und du verwarfst mich nicht. 6. Du riefft, ich ging dir nicht entgegen; du aber nahtest dich zu mir mit deiner Huld, mit deinem Segen, und zogst mich väterlich zu dir. Wer gleicht an Liebe dir? Wer ist so gut, als du, mein Bater, bist? 7. Ja, dich will ich von ganzem Herzen, mein Vater, lieben, dich allein. Ich will im Glück und auch in Schmerzen mich einzig deiner Liebe freun. Und daß ich's könne, schenke du mir Schwachen selbst die Kraft darzu. 8. Gieb, daß ich mich im Guten übe, und heilig sei, weil du es bist. Gieb, daß ich außer dir nichts liebe, als, was auch dir gefällig ist. Verhaßt sei jede Sünde mir: denn sie ist stets ein Grau'l vor dir. 9. Bewahre mich auf deinem Wege. Gieb, daß ich brüderlich gesinnt, stets alle Menschen lieben möge, denn Jeder ist, wie ich, dein Kind. Mein Herz verschließe sich doch nie vor ihnen: denn du liebst auch sie. 10. Nie müsse irgend mich ein Leiden, und wär' es auch der bångste Tod, von dir und deiner Liebe gegen Gott. 215 Liebe scheiden, nie einer Freude ewig nahe bin; da lieb' ich in VollReiz, o Gott. Ich will dich lieben, kommenheit dich, Vater der Barmund nur dein im Leben und im herzigkeit. Tode sein. 438. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Du Bater aller deiner Kinder, der du die Liebe selber bist, und dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist, laß mich von ganzem Herzen dein, laß mich's mit allen Kräften sein. 2. Gieb, daß ich als dein Kind dich liebe, da du mich als ein Vater liebst und so gefinnt zu sein mich übe, wie du mir selbst die Vorschrift giebst. Was dir gefällt, gefall' auch mir, nichts scheide mich, mein Gott, von dir. 3. Vertilg' in mir durch deine Liebe den Hang zur Liebe dieser Welt und gieb, daß ich Verläugnung übe, wenn mir das Gitle noch gefällt. Wie sollt' ich je die Kreatur dir vorziehn, Schöpfer der Natur? 4. Laß mich um deiner Liebe willen gern thun, was mir dein Wort gebeut. Kann ich's nicht, wie ich soll, erfüllen, so steh' auf meine Willigkeit und rechne mir nach deiner Huld die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, Gott, nicht gefällt; drum laß es mich mit Ernst vermeiden, gefiel' es auch der ganzen Welt. Die kleinste Sünde selbst zu scheun, laß, Vater, mich behutsam sein. 6. Aus Liebe laß mich Alles leiden, was mir bein weifer Rath bestimmt. Auch Trübsal führt zu ew'gen Freuden. Wer ihre Last gern übernimmt, geduldig trägt und weislich nußt, wird mächtig von dir unterstützt. 7. In deiner Liebe laß mich sterben, dann wird der Tod selbst mein Gewinn; dann werd' ich deinen Himmel erben, wo ich dir OLL 439. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Herr, wenn ich nur dich haben werde, so hab' ich gnug in Ewigkeit. Im Himmel und auf dieser Erde ist nichts, das mich, wie du, erfreut. Du bist mein allerbestes Theil, im Leben und im Tod mein Heil. 2. Das ungezählte Heer der Sterne, von dir begabt mit Glanz und Pracht, erhellt aus seiner weiten Ferne mir zwar die Dunkelheit der Nacht; doch aller Sterne Glanz und Licht reicht, Gott, an deine Gnade nicht. 3. Voll ist die Erde deiner Güter, ihr Reiz nimmt Menschenherzen ein und blendet irdische Gemüther, nur dieser Erde sich zu freun; doch mehr, als Güter dieser Erd', ist deine Gnade, Gott, mir werth. 4. Wie Mancher sucht in Ruhm und Ehre bei Menschenkindern nur sein Glück und sorgt, daß ich sein Ansehn mehre, mit jedem Tag' und Augenblick. Jedoch, was hilft mir Ruhm und Welt, wenn dir, mein Thun, Gott, nicht gefällt. 5. Nur du kannst mich mit dem beglücken, was recht und ewig mich erfreut; auch du nur kannst mich dem entrücken, was mir Gefahr und Elend draut. Kein Trost, kein Heil ist außer dir. Bist du mir hold, so gnüget mir. 6. Kann auch ein festres Band auf Erden, als zwischen Leib und Seele sein? Doch muß es aufgelöst einst werden, und wer wird dann den Geist erfreun? wer sonst als du, du Herr der Zeit, des Todes und der Ewigkeit. 7. Drum hilf du mir, mein ganzes Leben vor Allem deiner Liebe weihn, nach deinem Beifall einzig streben, und deinem Wink 216 Verhalten gegen gehorsam sein. Mir ist's der gröBeste Gewinn, wenn ich bei dir in Gnaden bin. 440. Mel. Jefus, meine Zuversicht 2c. Habe deine Lust am Herrn. Bei dem Herrn ist Freud' und Leben; und er wird, denn er giebt gern, dir auch, was dir dienet, geben. Seine Liebe beut dir an, was dein Herz nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eitle Lust, die in Weinen sich verkehret, wisse, wer in seiner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, findet stets auf seiner Bahn, was das Herz nur wünschen kann. 3. Lust am Herrn erfüllt mit Licht, wenn man ihn durchs Wort erkennet; Lust am Herrn stärkt den zur Pflicht, der von seiner Liebe brennet; Lust am Herrn beut Alles an, was das Herz nur wünschen fann. 4. Wer die Luft am Höchsten hat, hat auch Lust an seinem Willen, suchet, ihn durch Wort und That unverdrossen zu erfüllen, und so trifft er Alles an, was das Herz nur wünschen kann. 5. Bleibst du auch nicht ohne Last; trage willig die Beschwerden. Wenn du wohl gelitten hast, wird dir ew'ge Freude werden, und im Himmel hast du dann, was dein Herz nur wünschen kann. 441. Mel. Jesu Leiden, Bein und Tod zc. Deines Gottes freue dich, dank ihm, meine Seele. Sorget er nicht väterlich, daß kein Gut dir fehle? schüßt dich seine Vorsicht nicht, wenn Gefahren drauen? Ift's nicht Seligkeit und Pflicht, seiner dich zu freuen? 2. Ja, mein Gott, ich hab' an dir, was mein Herz begehret, einen Gott überhaupt. Bater, welcher mir, was mir nüßt, gewähret, der mich durch sein gottlich Wort hier zum Guten lenket, und mit Himmelswonne dort meine Seele tránket. 3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, findlich fürcht' und liebe, wenn ich redlich dein Gebot und mit Freuden o wie mir dann so wohl, wie ist mein Gemüthe seliger Empfindung voll, voll von deiner Güte! 4. Dann darf ich mit Zuversicht nach dem Himmel blicken, meine Leiden fühl ich nicht, wie sie mich auch drücken. Hoffnung und Zufriedenheit wohnen mir im Herzen, trösten und erhöhn mich weit über alle Schmerzen. 5. Du bist mein, so jauchz' ich dann, wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ich's rühmen kann: mein ist deine Gnade, dir ist meine Wohlfahrt werth. Der du mir das Leben schenktest, wirst auch, was mich nährt und erfreut, mir geben. 6. Jesus ist nach deinem Rath in die Welt gekommen, alle meine Missethat hat er weggenommen. Ihm vertrau' ich, bet' ihn an, glaub an seine Leiden, folg' ihm treulich, und so kann nichts von dir mich scheiden. 7. Dich, du Trost der Sterblichkeit, Heil des bessern Lebens, himmlische Vollkommenheit such' ich nicht vergebens. Wenn mein Lauf vollendet ist, und vollbracht mein Leiden, ruft mein Mittler, Jesus Christ, mich zu seinen Freuden. 8. Meine Lust an dir, mein Gott, wird dann ewig währen. Noch so furchtbar sei der Tod; er wird sie nicht stören. Willig werd' ich mein Gebein der Verwesung geben. Herr, der Tag bricht einst herein, mit ihm neues Leben. 9. Gieb mir nur, so lang' ich hier in der Fremde walle, das Bewußtsein, daß ich dir, Herr, mein Gott, gefalle. Diese sanfte Ehrfurcht gegen Gott. Freudigkeit, die ich zu dir habe, sei mein Heil in dieser Zeit, und mein Trost am Grabe. 10. Laß die Lust der Sünde nie dieses Heil mir rauben. Ruste selbst mich wider sie mit entschloßnem Glauben. Gieb mir deinen Geist, der mich und mein Thun regiere, daß ich mein Vertraun auf dich ewig nicht verliere. 442. Mel. Bon Gott will ich nicht zc. An dich, mein Gott, zu denken, ist Pflicht und Trost für mich. Wenn Sorg' und Gram mich krån ken, so sieht mein Aug' auf dich. Dann mindert sich mein Schmerz, dann fliehn die bangen Sorgen wie Nebel vor dem Morgen, und Ruh' erfüllt mein Herz. 2. Denk' ich an deine Liebe, wie werd' ich dann erfreut! Dann fühl' ich neue Triebe, aus Dankbeflissenheit mein Herz dir ganz zu weihn, dich freudig zu erheben, zur Ehre dir zu leben, vor Sünden mich zu scheun. 3. Du gabst mir aus Erbarmen den Sohn, der für mich starb und liebevoll mir Armen die Seligkeit erwarb. Mit ihm ist Alles mein. Gott, wenn ich dieß erwäge, wie wird mein Herz so rege, dir ewig treu zu sein! 4. Mit hoffendem Gemüthe denk' ich an deine Treu', und harre deiner Güte: sie ist mir täglich neu. Du unterstüßest mich; auch, wenn ich Schweiß vergieße, wird mir die Arbeit süße, seh' ich dabei auf dich. 5. Wie gut ist's, dein zu denken! Die Welt mag immerhin ihr Herz aufs Eitle lenken, wie schlecht ist ihr Gewinn. Ich halte mich zu Gott. Dieß bringt mir wahre Freude, dieß stärkt mich, wenn ich leide, und ist mein Trost im Tod. 217 geh' ich zwar die Bahn, da mich die Welt vergißt; doch du, Herr, denkst noch meiner, wenn auch auf Erden keiner mein eingedenk mehr ist. 6. So will ich an dich denken, so lang' ich denken kann. Wird man ins Grab mich senken, so Ehrfurcht gegen Gott. 443. Mel. Wer weiß, wie nahe mir 2c. Dich ehrfurchtsvoll und kindlich scheuen, ist, Vater, meine Seligkeit. Der kann sich deiner Huld nicht freuen, der nicht dein heilig Auge scheut. Drum flöße, um mich dein zu freun, mir deines Kindes Ehrfürcht ein. 2. Sie leite mich auf meinen Wegen, sie sei mir Weisheit und Verstand, und treibe mich, das abzulegen, was ich als Unrecht hab' erkannt. Denn wer noch Lust zur Sünde hat, liebt wahrlich dich nicht in der That. 3. Gieb, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du allgegenwärtig bist, und das vor dir zu thun mich scháme, was dir, mein Gott, zuwider ist. Was hilft das Lob der ganzen Welt dem, der, o Gott, dir nicht gefällt? 4. Nie laß mich dein Gericht vergessen, mich nie mit Sündern sündlich freun, nie muthlos, doch auch nie vermessen und stolz in deinem Dienste sein, nie führe mich zur Sicherheit der Reichthum deiner Gütigkeit. 5. Laß mich mit weiser Vorsicht flichen, was mich zu Sünden reizen kann, mich um ein reines Herz bemühen, und nimm dich meiner hülfreich an. So komm' ich in der Gnadenzeit durch dich zur wahren Seligkeit. 6. Erhalt' in mir ein gut Ge. wissen, das weder Spott noch Trübsal scheu', und mache von den Hindernissen der wahren Tugend selbst mich frei. Nie hindre Furcht Verhalten gegen Gott überhaupt. 218 und Lust der Welt mich, das zu thun, was dir gefällt. 7. Mit Ehrfurcht laß vor dir mich wandeln, und stets, ich sei auch, wo ich sei, nach deiner Vorschrift redlich handeln, entfernt von aller Heuchelei. Wer dich von Herzen liebt und ehrt, nur der ist dir, o Vater, werth. 8. In deiner Gnade laß mich fterben, so schreckt mich weder Tod, noch Grab, so werd' ich jenes Le ben erben, dazu dein Sohn sich für mich gab. Wie werd' ich dann mich deiner freun, wie selig, ach, wie selig sein! 444. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Willst du der Weisheit Quelle tennen? Es ist die Furcht vor Gott, dem Herrn. Nur der ist weis' und klug zu nennen, der alle seine Pflichten gern, weil Gott fte ihm gebeut, vollbringt, wenn gleich dazu kein Mensch ihn zwingt. 2. Lern' Gottes Größe recht empfinden und fühle deine Nichtigfeit, so wirst du nie dich unterwinden, mit thörichter Verwegenheit zu tadeln, was sein Nath beschließt, der wunderbar, doch heilig ist. 3. Wirst du den Höchsten kindlich schenen, so wird dir keine Pflicht zur Last. Nur das wirst du vor ihm bereuen, daß du fie oft versäumet haft. Wer Gott als Zeugen vor sich hat, der freut sich jeder guten That. 4. Wenn Nacht und Dunkelheit dich decken, die dem Verbrecher Muth verleihn, wird dich die Furcht des Herrn erwecken, auch dann, was Ünrecht ist, zu scheun. Denk' nur: vor seinem Angesicht ist Finsterniß, wie Mittagslicht. 5. Den Höchsten vor der Welt verehren, sowohl als in der Einsamkeit, auf des Gewissens Stimme hören, und willig thun, was ste gebeut, auch das lehrt dich die Furcht des Herrn, auch das thut, wer ihn ehret, gern. 6. Läßt dich die Welt Verachtung merken, wenn du dich fromm von ihr entfernst, die Furcht des Herrn, die wird dich stärken, daß du die Welt verachten lernst. Wer Gott, dem Höchsten, wohlgefällt, ist glücklich, selbst beim Spott der Welt. 7. Sich stets vor dem Allmächtgen scheuen, giebt Heldenmuth und Freudigkeit, wenn uns der Menschen stolzes Drauen, was unrecht mein Schuß, mein Heil und Licht, ist, zu thun gebeut. Ift Gott so beb' ich vor den Menschen nicht. 8. Laß deine Furcht, Gott, mich regieren, mich stets auf dich, den Höchsten, fehn, laß sie mich hier zur Weisheit führen, so werd' ich der stets dich kindlich scheut. Dich niemals irre gehn. Wohl dem, fürchten, Gott, ist Seligkeit. 445. Mel. O Gott, du frommer 2c. Bewahre meinen Mund, so oft er, Gott, dich nennet, dich, den der Engel Heer mit heil'ger Furcht erkennet, daß, Hocherhabener, nie Leichtsinn ihn entweih', mir nie ein Spiel und Spott dein großer Name sei. 2. Stets heilig bleib' er mir. Und muß mein Ohr es hören, daß Andre dich, o Gott, und dein Gebot entehren, so reiße nie der Strom der Spotter mich dahin; die Schuld wird mein, wenn ich ihr Mitgenoffe bin. 3. Auch Jesus Christus sei zu jeder Zeit und Stunde, so oft ich sein gedenk', so oft in meinem Munde sein hoher Name tont, mir heilig. Ihn entweiht nur der, der ihn verkennt, nur die Undank, barkeit. 4. Von meinen Lippen fern sei Fluch und freches Schwören, fern Gehorsam gegen Gott. sei unedler Scherz. Der Mund kann dich nicht ehren, auf deffen Lippen schwebt, was strenge Tugend schmäht, den Beter hörst du nicht, der dir mit Leichtsinn fleht. Gehorsam gegen Gott. 446. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Gott, deinen heiligen Befehlen will ich, dein Kind, gehorsam sein, fie nur zu meiner Richtschnur wähLen, und dir mein ganzes Leben weihn. Dein Wille ist gerecht und gut, wohl dem, der ihn mit Freuden thut! 2. Gehorsam foderst du von Allen, die dich zu kennen fähig sind. Auch ich kann dir nur wohlgefallen, wenn ich, dir folgsam, als dein Kind thu', was du willst, aus Lieb' und Dank, und nicht aus Sklavenfurcht und Zwang. 3. Dein Sohn gehorchte dir so gerne, o hilf mir, daß ich immer dar dir, Vater, so gehorchen lerne, wie Jesus dir gehorsam war. Er war's auch unter Schmach und Noth, er war's selbst bis zum Kreuzestod. 4. Laß deine heiligen Geseße mir immer gegenwärtig sein, laß mich, daß ich sie nie verlege, dich, den Allwissenden, stets scheun. Dein Soch ist sanft, leicht ist die Last, die du uns aufgeleget haft. 5. So bald ich deine Stimme höre, so mache du mich auch bereit, daß ich mit Folgsamkeit fie ehre, und thue, was sie mir gebeut. Ich soll nicht Hörer nur allein des Wortes, sondern Thater sein. 219 7. Wenn ich mich im Gehorsam übe und deinen Willen treulich thu', so bleib' ich, Gott, in deiner Liebe, und hab' in des Gewissens Ruh' den Himmel hier schon in der Zeit, und mehr noch in der Ewigkeit. 447. Mel. Nun sich der Tag geendet zc. Du, Gott, bist über Alles Herr, Verstand und Huld find dein. Wer sollte dir, Allgütiger, nicht gern gehorsam sein? 2. Was du gebeutst, ist recht und gut, ist für uns Seligkeit. Wohl dem, der deinen Willen thut, und gut zu sein sich freut! 3. Wer aber seine Pflicht vergißt, der bringt sich selbst in Noth: denn nur was bös' und schädlich ist, verbeutst du uns, o Gott. 4. Du bist, wenn du Gesetze giebst, nur Vater, nicht Tyrann, und treibst uns, bloß weil du uns liebst, dir zu gehorchen, an. 5. Nehm' ich auf mich dein sanftes Joch, so set' ich meinen Lauf mit Freuden fort, und fall' ich noch, so hilfst du selbst mir auf. 6. Mich warnt dein Wort, es droht, verheißt, legt Heil und Tod mir vor. Und ich verschlösse deinem Geist undankbar Herz und Ohr? 7. Wie könnte der, der dich nicht hört, dein Kind, o Vater, sein? Nur die sind dieser Würde werth, die deinem Dienst sich weihn. 8. So sei dir denn mein Herz geweiht. Ich bin dein Eigenthum. Gieb diesem Willen Festigkeit. Dir folgen, sei mein Ruhm. 448. Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht f. 2c. 6. Beut mir die Welt auch taufend Freuden auf ihren Lasterwe- Gut und heilig ist dein Wille, gen an, so laß mich fliehn und sie vermeiden. Was ist's, das sie mir geben kann? Im Anfang Lust, am Ende Pein, und die wird groß und schrecklich sein. wie du selbst es bist, o Gott. Du gebeutst. In tiefer Stille hört die Schöpfung dein Gebot. Die im Himmel dir lobsingen, stehn um deinen Thron bereit, freuen sich 220 Verhalten gegen der Seligkeit, deinen Willen zu vollbringen. Nur der Mensch erfennt's oft nicht für sein Glück und seine Pflicht. 2. Dir gehorcht mit sanfter Wonne sel'ger Geister zahllos Heer. Deine Beste, deine Sonne, Sturm und Donner, Erd' und Meer, Alles dienet deinem Willen, Alles, Höchster, was du schufft, eilt und drängt sich, wenn du rufft, dein Gebot stets zu erfüllen. Nur der Mensch erkennt's oft nicht für sein Glück und seine Pflicht. 3. Stolz empört sich seine Seele, Herr und Schöpfer, wider dich; deine göttlichen Befehle wirft sie thöricht hinter sich; läßt sich nicht von dir regieren; klüglicher, nach ihrem Wahn, wählt sie eine andre Bahn, die sie soll zum Heile führen, und geht mit verblendtem Sinn' auf verkehrten Wegen hin. 4. Gott, laß es uns doch empfinden, daß uns unser Herz verführt, daß die eitle Lust der Sünden uns zuletzt den Tod gebiert. Mach' uns deinen Willen wichtig, führ' auf deine Bahn uns hin, lehr' uns jeden Irrweg fliehn: denn dein Weg allein ist richtig. Mach' uns unsern Pflichten treu, daß der Wandel heilig sei. 5. So wird auch bei uns auf Erden, wie im Himmel, dein Gebot, dankbar ausgerichtet werden, heiliger und großer Gott. Alle Werke deiner Hände werden unterthan dir sein, alle deiner Huld sich freun bis an deiner Schöpfung Ende. Denn, der deinen Willen thut, hat allein es ewig gut. Gott überhaupt. mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 449. Mel. Was Gott thut, das ist zc. Auf Gott, und nicht auf meinen Rath will ich mein Glücke bauen und dem, der mich erschaffen hat, 2. Er sah von aller Ewigkeit, wie viel mir nüßen würde, bes stimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt und hatte, was ich bitte, mir gnädig, eh' ich's bat, gewährt, wenn's seine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets våterlich. Nicht, was ich mir ersehe, sein Wille, der geschehe. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei dessen Last wir klagen? Die größte Noth hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und Habe verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt Gott es keinem fehlen; Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? wie bald ist's überwunden! Hofft auf den Herrn, er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Gerechten: der Herr hilft seinen Knechten. 450. Ergebung in den Willen Herr, mein Gott, durch den Gottes. ich bin und lebe, gieb, daß ich mich in deinen Rath ergebe, laß emig deinen Willen mein, und was du thust, mir theuer sein. 2. Du, du regierst, bist Weisheit, Lieb' und Stärke. Du, Herr, erbarmst dich aller deiner Werke. Was zag' ich einen Augenblick? Du bist mein Gott, und willst mein Glück. Ergebung in den Willen Gottes. 3. Von Ewigkeit hast du mein Loos entschieden. Was du bestimmst, das dient zu meinem Frieden. Du wogst mein Glück, bu wogst mein Leid, und was du schickst, ist Seligkeit. 4. Gefällt es dir, so müsse keine Plage sich zu mir nahn, gieb mir zufriedne Tage. Allein, verwehrt's mein ew'ges Heil, so bleibe nur dein Trost mein Theil. 5. Du giebst aus Huld uns dieser Erde Freuden; aus gleicher Huld verhängst du unsre Leiden. Ist nur mein Weh' nicht meine Schuld, so zag' ich nicht: du giebst Geduld. 6. Soll ich ein Glück, das du mir gabst, verlieren, und willst du, Gott, mich rauhe Wege führen, so wirst du, denn du hörst mein Flehn, mir dennoch eine Hülf' ersehn. 451. Mel. Welt, sieh' hier dein 2c. Dir hab' ich mich ergeben, mein Gott, im ganzen Leben, im Unglück, wie im Glück. Dir dank' ich meine Freuden, dich preif' ich auch in Leiden bis an den letzten Augenblick. 221 gefallen, den Wunsch: zufrieden ftets zu sein. 2. Du bist's, der für mich wachte, noch eh' ich war und dachte; du hast mit treuer Hand mich huldvoll stets geleitet und da mir Glück bereitet, wo ich nur Schmerz und Leiden fand. 452. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 7. Vielleicht muß ich nach wenig Tagen sterben; Herr, wie du Immer müsſe, Gott, dein Rath willst. Soll ich den Himmel erben, und dieser ist im Glauben mein, wie kann der Tod mir schrecklich sein? 3. Was helfen meine Sorgen? Ist mir mein Glück verborgen, so ist's doch dir, Herr, nicht. Du, dem ich mich befehle, du weißt, was meiner Seele, was meinem Leben hier gebricht. 4. Warum ich heute flehe, das möchte, wenn's geschähe, schon morgen mich gereun. Nur einen Wunsch von allen, laß dir, o Herr, 5. Wenn ich verlassen scheine, in Leiden zag' und weine; was wünscht mein banges Herz? O hilf es mir besiegen es wünschet sich Vergnügen; und was es wünscht, wird oft sein Schmerz. 6. Drum will ich findlich schweigen, zufrieden mich bezeigen mit Allem, was du giebst. Du kannst uns nicht verlassen, die dir vertraun, nicht hassen, weil du die Frommen ewig liebst. 7. Nicht das, warum ich flehe; dein Wille nur geschehe, und was mir selig ist. Ich will, dir ganz ergeben, getroft und ruhig leben, bis einst der Tod mein Auge schließt. mich und meinen Willen lenken. Du, der mich erschaffen hat, kannst ja dein Geschöpf nicht frånken. Wenn du nimmst, und wenn du giebst, thust du's nur, weil du mich liebst. 2. Willig folg' ich, wie Gott will; führst du mich gleich rauhe Wege. Ohne Murren halt' ich ftill; treffen mich gleich deine Schläge; denn noch hast du stets gethan, was mein Heil befördern kann. 3. Wahr und heilig ist dein Wort, was du zusagst, wirst du halten. Dir vertrau' ich immerfort, lasse deine Vorsicht walten. Wer sich deiner Hülfe freut, schmeckt auch deine Freundlichkeit. 4. Herr, du weißt, was mir gebricht, dich im Himmel laß ich forgen. O dein Trost ist Sonnenlicht bei dem allertrübsten Morgen. Harre mit Gelassenheit, endlich kommt die rechte Zeit. 5. Wein' ich oft vergebens hier. trüget oft mein irdisch Hoffen, nur Geduld, einst steht auch mir jenes Buch der Vorsicht offen, dort seh' ich, wie wunderbar deine weise Führung war. Verhalten gegen Gott überhaupt. 222 6. Alle Leiden dieser Zeit, alle Thränen und Beschwerden sind nicht werth der Herrlichkeit, die dort offenbart soll werden. Herr, du hast, rühm' ich alsdann, Gros Bes stets an mir gethan! 453. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. Wie Gott mich führt, so will ich gehn. Er wird, was gut ist, wahfen, hat, was mir nüßt, vorher ersehn, und das kann mir nicht fehlen. Wohin er führt, da geh' ich hin, versichert, daß ich selig bin, wenn ich ihm kindlich traue. 2. Wie Gott mich führt, so will ich gern von ihm mich leiten laffen; kann ich gleich oft den Weg des Herrn nicht ganz verstehn und fafsen. Mein Eigenwille weigre fich; in Gottes Rath ergeb' ich mich, ich bin ja nicht mein eigen. 3. Wie Gott mich führt, so folg' ich treu im Glauben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bei, was kann von ihm mich scheiden? Ich trau' auf seine Gnade fest: was er mir wiederfahren läßt, muß mir zum Besten dienen. 4. Wie Gott mich führt, so wird er mich auch in den größten Stürmen, weil ich ihm folge, våterlich mit seiner Hand beschirmen. Wenn er nur meine Seel' erhält, so laß er, wie's ihm wohlgefällt, mich leben, oder sterben. 5. Wie Gott mich führt, so will ich gehn durch Freuden, oder Leiden. Hier kann ich nicht sein Antlig sehn, dort schau' ich's, und voll Freuden. Dort seh' ich, daß sein Vaterrath mich treu und wohl geführet hat; das ist mein fester Glaube. 454. Mel. Welt, sieh' hier dein 2c. Dir sei mein ganzes Leben, mein Vater, übergeben, die sei mein Herz geweiht. Du sollst zu allen Zeiten mein Gott sein und mich leiten: du leitest stets mit Gütigs keit. 2. Das heut' vorher zu sehen, was morgen wird geschehen, das ist zu hoch für mich. Dein Weg bleibt mir verborgen; drum werf ich alle Sorgen auf meinen besten Freund, auf dich. 3. Hilf, daß ich nicht in Sünden Sünder bleibt vor dir. Mit ruhimein Glück je such' zu finden: kein gem Gewissen dein Wohlthun zu genießen, dieß Glück, o Gott, verleihe mir. 4. Herr, präge dir zur Ehre und mir zum Trost die Lehre tief in mein Herz hinein: Wer Gott von Herzen liebet, ihm dient, fich ihm ergiebet und auf ihn hofft, muß selig sein. 5. Ich will stets mit Vertrauen auf dich, den Vater, schauen, der gerne Gutes thut. Wenn Seel' und Leib sich trennen, so will ich doch bekennen: dein Weg ist allzeit recht und gut. 455. Mel. Was mein Gott will 2c. Ich hab' in Gottes Herz und Sinn mein Herz und Sinn ergeben. Was böse scheint, wird mir Gewinn; der Tod selbst ist mein Leben. Ich bin ein Sohn deß, der den Thron des Himmels aufgezogen. Ob er gleich doch sein Herz gewogen. schlägt und Kreuz auflegt, bleibt 2. Das kann mir fehlen nimmermehr, mein Vater muß mich lieben. Wenn er mich züchtigt noch so sehr, so will er mich nur üben und mein Gemüth in seiner Güt' gewöhnen fest zu stehen. Halt' ich denn Stand, weiß seine Hand mich wieder zu erhöhen. 3. Ich bin ja nicht von ungefähr entsprungen hier auf Erden; Gott ist's, der mich zu seiner Ehr' das, was ich bin, ließ werden. Und gab er nicht, was mir gebricht? wie kann ich trostlos wei Ergebung in den Willen Gottes. nen? Wer so viel thut, der meint es gut, der kann's nicht böse meinen. 4. Und wer erhält mit Allgewalt mir jede Kraft zum Leben? Ich wäre längstens todt und kalt, wo mich nicht Gott umgeben mit seinem Ärm, der Alles warm, gesund und fröhlich machet. Was er nicht hält, das bricht und fällt; was er erfreut, das lachet. 5. Zudem ist Weisheit und Verstand bei ihm ohn' alle MaBen. Zeit, Ort und Stund' ist ihm bekannt, zu thun, und auch zu lassen. Er weiß, wenn Freud', er weiß, wenn Leid uns, seinen Kindern, diene. Und was er thut, ist Alles gut, ob's noch so traurig schiene. 6. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was Fleisch und Blut begehret, es sei mit einer großen Last dein Lebensgang beschweret, haft spät und früh viel Sorg' und Müh', an deinen Wunsch zu kommen, und denkest nicht, das, was geschicht, gescheh' zu deinem Frommen. 7. Fürwahr, der dich geschaffen hat und ihm zur Ehr' erbauet, der hat schon längst in seinem Rath auch auf dein Heil geschauet, und sah voll Treu, was dienlich sei dir und den Deinen allen. Laß ihm doch zu, daß er nur thu', nach seinem Wohlgefallen. 223 10.& i nun, mein Gott, so fall' ich dir getrost in deine Hände. Nimm mich, und mach' es so mit mir, bis an mein Lebensende, wie du wohl weißt, daß meinem Geist dadurch sein Heil entstehe, und deine Ehr' je mehr und mehr sich auch an mir erhöhe. 11. Willst du mir geben Sonnenschein, so nehm' ich's an mit Freuden; soll's aber Kreuz und Unglück sein, will ich's geduldig leiden. Soll mir allhier des Lebens Thür noch länger offen stehen: wie du mich führst und führen wirst, so will ich gerne gehen. 12. Soll ich denn auch des Todes Weg die finstre Straße reisen, wohlan, so geh' ich Bahn und Steg, den mir dein' Augen weisen. Du bist mein Hirt, der Alles wird zu solchem Ende kehren, daß ich einmal in deinem Saal dich ewig werde ehren. 8. Will's Gott, so kann's nicht anders sein, es muß zulegt er. freuen. Was du jetzt nennest Kreuz und Pein, wird dir zum Heil gedeihen. Wart' in Geduld: die Gnad' und Huld wird sich doch endlich finden, all' Angst und Qual wird auf einmal, gleichwie ein Dampf, verschwinden. 9. Es kann bei lauter Sonnenlicht das Feld nicht Früchte tragen; so reift auch Menschenwohlfahrt nicht bei lauter guten Tagen. Wie bitter sei die Arzenei, schafft sie doch neues Leben; so muß das Leid zu neuer Freud' und wahrem Heil' erheben. 456. In eigner Melodie. Ober: Welt, feh' hier dein 2c. In allen meinen Thaten laß ich den Höchsten rathen, der Alles kann und hat; er muß zu allen Dingen, damit sie wohl gelingen, selbst geben( Segen) Rath und That. 2. Nichts ist es spät und frühe mit aller meiner Mühe, umsonst ist Sorg' und Kunst; er mag's mit meinen Sachen nach seinem Willen machen, ich stell's in seine( Vater-) Gunst. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er hat ersehen, und was mir selig ist. Ich nehm' es. wie er's giebet, was ihm von mir beliebet, das hab' ich( willig) auch erkiest. 4. Ich traue seiner Gnade, die mich auf seinem Pfade vor allem Uebel schützt. Leb' ich nach seinen Säßen, so wird mich nichts verlezen, nichts fehlen, was mir ( ewig) nüßt. Verhalten gegen Gott überhaupt. 224 5. Er wolle meiner Sünden in Gnaden mich entbinden und tilgen meine Er wird mein 458. Verbrechen nicht schnell das Urtheil Was mein Gott will, gescheh' sprechen, mich( ferner) tragen mit Geduld. allzeit, sein Will' ist stets der beste. Zu helfen ist er dem bereit, der an ihn gläubet feste. Er hilft aus Noth, der treue Gott, und züchtiget mit Maßen. Wer ihm vertraut, fest auf ihn baut, den wird er nie verlaffen. 2. Gott ist mein Troft und Zuversicht, mein' Hoffnung und mein Leben. Dem, was Gott will, das mir geschicht, will ich nicht widerstreben. Sein Wort ist wahr: er hat mein Haar auf meinem Haupt gezählet. Er sorgt und wacht, und seine Macht giebt Alles, was uns fehlet. 3. Und muß ich einst von dieser Welt hingehn nach seinem Willen zu meinem Gott, wenn's ihm gefällt, will ich mein Herz auch stillen. Dir, Herr, befehl ich meine Seel' in meinen letzten Stunden. Dein Sohn, o Gott, hat Grab und Tod für mich auch überwunden. 6. Leg' ich zur Nuh' mich nieder, weckt mich der Morgen wieder, in jedem Stand und Ort, in Krankheit, unter Plagen, so wie an frohen Tagen, da tröstet mich sein ( theures) Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein Verhängniß gehn. Kein Unfall unter allen wird je zu schwer mir fallen, ich werd' ihn( endlich) überstehn. 8. Ihm hab' ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, so wie er mir gebeut; es sei heut' oder morgen, dafür laß ich ihn sorgen, er weiß die( aller-) beste Zeit. 9. So sei nun, Seele, seine; und traue ihm alleine, der dich erschaffen hat. Es gehe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen( Sachen) Rath. 457. Herr, wie du willst, so schick's mit mir im Leben und im Sterben, allein zu dir steht mein Begier, Herr, laß mich nicht verderben. Erhalt' mich nur in deiner Huld, sonst wie du willst, gieb mir Geduld: dein Will' ist stets der beste. 2. Zucht, Ehr', und Treu' verleih' mir, Herr, und Lust zu deinem Worte. Behüte mich vor falscher Lehr', und gieb mir hier und dorte, was dient zu meiner Seligkeit, wend' ab all' Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben. 3. Soll ich einmal nach deinem Rath von dieser Welt abscheiden, ach, so verleih' mir deine Gnad', daß es gescheh' mit Freuden. Herr, Seel' und Leib befehl' ich dir, gieb nur ein selig's Ende mir durch Jesum Christum. Amen. 459. Ich weiß, mein Gott, daß all' Werk deinem Willen ruhn, von dir kommt Glück und Segen, was du regierst, das geht und steht auf rechten guten Wegen. 2. Es steht in keines Menschen Macht, daß sein Nath werd' ins Werk gebracht, er seines Gangs sich freue; des Höchsten Rath, der macht's allein, daß Menschenrath gedeihe. 3. Oft denkt der Mensch mit sicherm Muth, dieß oder jenes fei ihm gut, und doch ist's weit gefehlet; oft steht er auch für schädlich an, was Gott für ihn erwählet. 4. So fängt auch oft ein weiser Mann ein gutes Werk mit Freuden an, und bringt's doch nicht zu Stande, er baut ein Schloß und festes Haus, doch nur auf lauter Sande. Ergebung in den Willen Gottes. 5. Wie Mancher ist in seinem Sinn weit über Berg' und Thäler hin, und, eh' er sich's versiehet, so liegt er da und sieht im Staub, wie seine Größ' entfliehet. 6. Drum gieb mir Weisheit aus der Höh', o Vater, daß ich nicht besteh' auf meinem eignen Willen. Sei du mein Freund und treuer Rath, was gut ist, zu erfüllen. 7. Regiere mich, und was mir gut, das gieb mir ein; was Fleisch und Blut erwählet, das verwehre. Mein höchster Zweck, mein bestes Theil, sei deine Lieb' und Ehre. 8. Was dir gefällt, das laß auch mir, als meinen Ruhm und meine Zier, gefallen, und dich lieben; und was vir mißfällt, laß mich nicht in Werk und That verüben. 9. Ist 8 Werk von dir, so gieb mir Glück; tst's Menschenthun, so treib's zurück, und laß mich's nicht beginnen. Was du nicht wirkst, pflegt von sich selbst in Kurzem zu zerrinnen. 10. Sucht aber dein und unser Feind, was deine Weisheit gut gemeint, in Böses zu verkehren, ist das mein Trost, daß seinen Zorn du leichtlich könneft wehren. 11. Tritt du zu mir und mache leicht, was mir sonst fast unmöglich deucht, und bring' zum guten Ende, was du selbst angefangen hast durch Weisheit deiner Hände. 12. Ist gleich der Anfang etwas schwer, und muß ich auch in's tiefe Meer der bangen Sorgen treten, so lehr' in meiner Schwachheit mich mit Inbrunst zu dir beten. 13. Wer fleißig betet, dir vertraut, wird, was er sonst voll Schrecken schaut, mit tapfern Muth bezwingen: du heißest seine Sorgen fliehn, hilfsst ihm den Sieg erringen. 14. Der Weg zum Guten ist fast wild, mit Dorn und Hecken angefüllt; doch wer ihn freudig gehet, wird endlich, Herr, durch W 225 deinen Geist zu Freud' und Wonn' erhöhet. 15. Du bist mein Vater, ich dein Kind, was ich bei mir nicht hab' und find', hast du in voller Gnüge. So hilf nun, daß ich meinen Stand wohl halt' und herrlich fiege. 16. Dein soll sein aller Ruhm und Ehr'. Ich will dein Thun je mehr und mehr aus hocherfreuter Seelen vor deinem Volk und aller Welt, so lang' ich leb', erzählen. 460. Mel. Schaß über alle Schäße 2c. Christ, Alles, was dich krånket, befiehl getrost dem Herrn. Er, der die Himmel lenket, ist auch von dir nicht fern. Erwach' aus deinem Schlummer, zu Gott erhebe dich. Er siehet deinen Kummer und liebt noch väterlich. 2. Sind's Sünden, die dich schmerzen? ja fühle deine Schuld. Doch trau' mit ganzem Herzen auf deines Mittlers Huld. Zu wahrer Ruhe führet die Neu', die Gott gefällt. Allein den Tod gebieret die Traurigkeit der Welt. 3. Trau' Gott, nicht deinen Schlüssen, die Wahl des Besten zu. Sprich, wer wird's besser wissen, dein Schöpfer, oder du? Er weiß ja, was dir fehlet, in fedem Augenblick. Was er, dein Vater, wählet, das dient zu deinem Glück. 4. Der Gott, auf dessen Segen dein ganzes Wohl beruht, ist stets in seinen Wegen gerecht, und weis' und gut. Und was er seinen Kindern zu ihrem Heil erfah, kann kein Erschaffner hindern: wenn er gebeut, steht's da. 5. Es mag die Hölle wüthen, umsonst emport sie sich, wenn er dich will behüten. Und er behütet dich. Wer gleicht ihm? Seinen Winken gehorchen Erd' und Meer. Laß deinen Muth nicht sinken: dein Schirm und Schild ist er. 15 Verhalten gegen Gott überhaupt. 226 6. Gott zählet deine Zähren, und wird, was gut ist, gern nach deinem Wunsch gewähren; harr' in Geduld des Herrn. Er ist ein Hort der Frommen, hoff' unverzagt auf ihn: denn seine Zeit wird fommen und deine Wohlfahrt blühn. 7. Ergieb dich ihm mit Freuden, sei stark in seiner Kraft. Sei auch zur Zeit der Leiden ein Christ und tugendhaft. Und dann ergreif' im Glauben den Trost der Ewigkeit. Wer kann dir diesen rauben, der allen Gram zerstreut? 8. Sei froh! Dein Gott regieret, sein Rath ist wunderbar. Einst wirst du überführet, daß er der beste war. Du denkst wohl unter. dessen, der Herr erbarmt sich nicht, der Herr hat mein vergessen; doch höre, was er spricht: 9. Ist auch der Mütter eine, die ihres Sohns vergißt? Denk' an dieß Wort, und weine die Freudenthrán', o Christ! Und kann sie sein vergessen; will ich doch deiner nicht, ich deiner nicht vergessen. Der Herr ist's, der es spricht. 10. Mit ruhigem Gemüthe verlaß auf ihn dich fest, und wiß, daß seine Güte dich ewig nicht verläßt. Er will nach einer Weile dich desto mehr erfreun. Zu deinem größern Heile verzieht er, harre sein. 11. Wohl dir alsdann, du Treuer, wie groß ist einst dein Lohn! Dein Richter, dein Befreier reicht dir die Siegeskron'. Auf kurze Prüfungstage folgt ew'ger Preis und Dank. Dann schweiget jede Klage und wird ein Lobgesang. 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, wenn dir's soll wohlergehn, auf ihn nur mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Gramen und selbst gemachter Pein läßt Gott sich doch nichts nehmen: es muß erbeten sein. 3. Dein' ew'ge Treu' und Gnade, o Vater, weiß und sieht, was gut sei, oder schade dem sterblichen Ges blut. Und, was dein Rath erlesen und für das Beste hält, bringst du zum Stand und Wesen, wie dir es wohlgefällt. 461. Befehl du deine Wege und was dein Herz nur fränkt, der allertreusten Pflege deß, der den Weltfreis lenkt. Der Wolken, Luft und Winden giebt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, wo dein Fuß gehen kann. 4. Weg' hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dir's nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht, dein Werk kann Niemand hindern, dein Wirken darf nicht ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. 5. Und obgleich Welt und Teufel dir wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel des Höchsten Rath geschehn. Was er sich vorgenommen, und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff', o bedrängte Seele, hoff' und sei unverzagt. Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großer Gnade rücken, erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn' der schönsten Freud'. 7. Auf, auf, greb deinen Schmerzen und Sorgen gute Nacht, verbann' aus deinem Herzen, was dich so traurig macht. Bist du doch nicht Regente, der Alles führen soll: Gott fißt im Regimente, und führet Alles wohl. 8. Ihn, ihn laß thun und walten. Er ist ein weiser Fürst, und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rath das Werk hinaus geführet, das dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Trost verziehn, und thun an seinem Theile, als hätt' in seinem Sinn' er deiner sich be Ergebung in den Willen Gottes. geben, als solltst du für und für in Angst und Nöthen schweben, als frag' er nichts nach dir. 10. Wird's aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, so wird dein Leid verschwinden, wenn du's am Mindsten gläubst; er wird dein Herz erlösen von der so schweren Last, die du zu keinem Bösen bisher getragen hast. 11. Wohl dir! Denn deine Treue trägt nun den Sieg davon. Dir ist geholfen, freue dich beim erkämpften Lohn. Gott giebt dir einst die Palmen des Siegs in deine Hand; und du singst Freudenpsalmen ihm, der dein Leid gewandt. 12. Mach' End', o Herr, mach' Ende mit aller unsrer Noth. Reich' uns die Baterhände und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu' empfohlen sein, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. 462. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Befehl dem Höchsten deine Wege, und mache dich von Sorgen los, vertraue seiner Vaterpflege, für ihn ist nichts zu schwer und groß, das er zu seines Namens Preis nicht herrlich auszuführen weiß. 2. Wo du ihn nur haft walten lassen, da hat er Alles wohlgemacht; und was dein Denken nicht kann fassen, das hat er långst zuvor bedacht. Wie es sein Rath hat ausersehn, so und nicht anders muß es gehn. 3. Wie werden deine Lebenstage so manches Kummers sein befreit. wie leicht wird alle Laft und Plage dir werden in der Prüfungszeit, wenn du nichts wünschest in der Welt, als was Gott will und ihm gefällt. 227 deinem Eigenwillen wehrst. Gott ist voll Weisheit und Verstand; du irrest leicht und baust auf Sand. 4. An wahrem Glück wird dir's nicht fehlen, wenn du dein Herz gewöhnst und lehrst, nur das, was Gott will, zu erwählen, und 5. Gieb meinem Herzen solche Stille, mein Jesu. Laß mich sein vergnügt mit Allem, was dein weiser Wille mit mir in meinem Leben fügt. Nur nimm dich meiner Seele an, so hab' ich, was ich wünschen kann. 6. Ich weiß, du thuft's, sie ist. die deine und kostet dich dein theures Blut. O mache sie von Sünden reine, dir wohlgefällig, fromm und gut. Ja, laß mich dir empfohlen sein, so wird gewiß dein Segen mein. 7. Indeß, mein Gott, sei stets gepriesen für das Erbarmen, das du mir, noch eh' ich war, bereits erwiesen, da du, mein treuer Hirte, dir zum Eigenthum mich haft erwählt und so den Deinen zugezählt. 8. Dir sei auch Dank und Lob gegeben, daß du mich von so mancher Last befreit, und für mein zeitlich Leben so gnadenreich gesorget hast. Mehr, als ich dir verdanken kann, hast du schon hier an mir gethan. 9. Dort preis' ich deiner Liebe Thaten mit höherer Zufriedenheit. Dort läßt du mir den Wunsch gerathen, daß ich im Licht der Ewigkeit erkenne, wie mich hier dein Rath auf's Seligste geführet hat. 463. Mel. Wie wohl ist mir, o Fr. zc.. Bater, du mein Licht und Leben, du aller guten Gaben Quell, dir bin ich einmal übergeben, dir, dir gehöret meine Seel'. Ich will mich nicht mehr selber führen, der Vater soll das Kind regieren. So führe du mich aus und ein, ich geh' nicht einen Schritt allein. 2. Was kann dein schwaches Kind vollbringen? Ich weiß mir gar in keinem Rath. Drum sei 15* 228 Verhalten gegen du mir in allen Dingen mein Helfer, segne jede That. Mit dir will ich in allen Sachen den Anfang und das Ende machen. Wirst du mir selber Alles sein, dann stellt sich lauter Segen ein. 3. Du führest mich, ich kann nicht gleiten, dein Wort muß ewig feste stehn. Du sprichst, dein Auge foll mich leiten, dein Angesicht soll vor mir gehn, ja deine Güte, dein Erbarmen soll mich umfangen und umarmen. daß ich nur recht kindlich sei, so spür' ich täglich neue Treu'. 4. Gieb, daß ich auch im Kleinften merke auf deine Weisheit, Gut' und Treu', damit ich mich im Glauben stärke, dich lieb' und lob' und ruhig sei, und deine Weisheit lasse walten, in Allem mich an dich zu halten, und immer wandle deine Bahn. Was du nur thust, ist wohlgethan. 5. O mache mich recht treu und stille, daß ich dir immer folgen kann. Nicht mein, o Bater, nur dein Wille, der sei mein Ziel auf meiner Bahn. Ich will nichts mehr für mich verlangen; an dir, o Bater, will ich hangen, dir leben, als dein Eigenthum, zu deines großen Namens Ruhm. Gott überhaupt. Sorgen los. Ich sorge nur, allein in Allen dir, meinem Vater, zu gefallen, und halt' im Glauben mich bereit, wenn du mir winkst, zur Ewigkeit. Vertrauen auf Gott. 464. Mel. Was Goit thut, das ist zc. Gott, dir vertraun, ist meine Pflicht, ist Seligkeit im Leben. Sie kann dem Herzen Zuversicht, und Trost und Freude geben. Des Pilgers Müh' versüßet sie, und låsset ihn hienieden im Laufe nicht ermüden. 6. Laß mich in dir den Vater preisen, der ganz die Liebe selber ist. Laß deinen Geist mir täglich weisen, wie gnädig du in Christo bist. Ach offenbare deine Liebe und wirke doch die heißen Triebe der wahren Gegenlieb' in mir, daß deine Lieb' ich stets verspür'. 7. Ich sehne mich, nur dir zu leben, der du mein Gott und Vater bist. Wer dir sich nicht will ganz ergeben, und wer nicht deines Sinnes ist, den strafe bald in dem Gewissen, laß deine Gnade auf ihn fließen und tilge, was nicht lauter heißt in mir durch deinen guten Geist. 8. So lob', und leb' ich in der Stille und ruh' als Kind in deinem Schooß. Ich schöpf' aus deiner Gnadenfülle, und bin nun aller 2. Auf Erden wechseln bis ins Grab Zufriedenheit und Sorgen wie beständig mit einander ab, Mitternacht und Morgen. Das Unglück flieht, die Freude blüht. Und kaum ist sie empfunden, so ist sie auch verschwunden. 3. Wie würde da voll Aengstlichkeit uns jeder Tag verfließen, and bei des Lebens Heiterkeit das Herz schon beben müssen, wenn Zuversicht zu dir uns nicht dann Sicherheit gewährte, und ruhig bleiben lehrte. 4. Du theilst das Alles aus, was hier den Sterblichen begegnet. Durch Glück und Unglück werden wir nach deinem Rath gesegnet. Wenn wir nur auch durch den Gebrauch so weise werden wollten, als wir, o Gott, es sollten! 5. Nicht unser Wille soll geschehn. Du wählest stets das Beste. Wenn Erd' und Himmel untergehn, steht diese Wahrheit fefte. daß wir sie durch Leichtsinn nie an unsern Seelen schwächten, sie nie verkennen möchten. 6. Dann würde diese Uebungszeit nicht traurig uns verschwinden, des Lebens Widerwärtigkeit uns niemals muthlos finden, dann Vertrauen. sähen wir voll Hoffnung hier mit Palmen und mit Kronen die Ueberwinder lohnen. 7. Gott, heilige du selbst mein Herz, damit ich dir vertraue, und mit Gelassenheit im Schmerz hinauf gen Himmel schaue. Einst preis auch ich auf ewig dich für überstandne Leiden im Lande beßrer Freuden. 465. Mel. Jesu, meine Freude 2c. Gott von Macht und Güte, mein betrübt Gemüthe tröstet nur dein Wort. Wovor soll mir grauen? Dir will ich vertrauen, Gott, mein Fels und Hort. Nur auf dich verlaß ich mich. Stärke mich, daß kein Gedanke zweifelnd von dir wanke. 2. Groß sind deine Werke. Niemand ist an Stårke dir, du Höchster gleich. Du bist nah und ferne, lenkest Sonn' und Sterne, machest arm und reich. Hab' ich dich, was ångstet mich? Du bist groß an Macht und Gnade, wer ist, der mir schade? 3. Quelle aller Freuden, in so manchen Leiden, wenn mich Noth geschreckt, hast du voll Erbarmen mich mit Liebesarmen väterlich bedeckt. Deine Treu' ist täglich neu; täglich will ich dich erheben und dir dankbar leben. 4. Gott, dein Weg ist heilig, und du sorgest treulich für mein wahres Heil. Auch auf rauhen Wegen wird so mancher Segen mir von dir zu Theil. Was du thust, ist meine Lust. Dir, dir halt' ich kindlich stille: dein Will' ist mein Wille. 5. Du, du liebst die Treuen, die sich findlich freuen, daß du gnädig bist. Der lebt dir zur Ehre, traut auf deine Lehre, wer nicht zaghaft ist. Wer sich fest auf dich verläßt, wird doch, sollt' ihn Alles hassen, nie von dir verlaffen 229 6. Gott, dir sei mein Leben und mein Herz ergeben: du bist fromm und gut. Gieb, wenn ich hier leide, durch den Geist der Freude mir des Christen Muth. Sei mein Schild, laß Jesu Bild, wenn mein Auge bricht, mich sehen, froh einst vor dir stehen." 466. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich zc. Dir trau' ich, Gott, und wanke nicht, wenn gleich von meiner Freude Licht der letzte Funke schwindet. Mein Helfer und mein Gott bist du, durch den mein Herz doch endlich Ruh' und Freude wieder findet. Von jeher hast du mich geführt und meines Lebens Lauf regiert, mit segensvoller Vaterhand so manche Noth hinweggewandt. Unendlicher, ich trau' auf dich, du leitest mich. Ich kämpf und siege, Gott, durch dich. 2. Schwer ist der Kampf der Leiden, schwer. Kaum fühl' ich Muth und Stärke mehr, noch långer auszudulden. Doch ewig, Vater, zurnst du nicht, du gehst mit uns nicht ins Gericht, strafft nicht nach unsern Schulden. Bald ist der Thränen Maß gefüllt, bald meiner Seele Schmerz gestillt, bald hat Gott all mein Flehn erhört, mich gnug geprüft und mich bewährt. Du Gott der Huld, erhört von dir, lobsingt in mir dann meine ganze Seele dir. 3. Ach, alle Leiden dieser Zeit sind doch nicht werth der Herrlichkeit, die du wirst offenbaren. Bald wird auch mir der Duldung Lohn, bald steh' auch ich vor deinem Thron mit treuer Kämpfer Scharen und danke dann dir, Gott, verklärt, der jetzt mich prüft, mich dann bewährt, daß ich von allen Leiden frei, ein Seliger des Himmels sei. Barmherziger, fest, ohne Graun will ich dir traun: denn einst werd' ich dein Antliß schaun. 230 Verhalten gegen Gott überhaupt. 467. Mel. Was Gott thut, das 2c Der Herr ist meine Zuversicht, mein einz'ger Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Trost und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist sein Gott, auf sein Gebot wird seine Seele stille, ihm gnügt des Vaters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun? Du bist des Schwachen Stärke. Die Augen, welche auf dich schaun, sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rath und stark von That, mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlassen sehen müssen, du läßt ihn, wenn ihn Noth umgiebt, doch deinen Trost genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz; der Sünder eitles Dichten weißt du, Herr, zu zernichten. 4. Drum hoff, o Seele, hoff' auf Gott. Der Thoren Trost verschwindet, wenn der Gerechte in der Noth Hülf' und Erbarmung findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held, er steht, wenn jene zittern, ein Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet. Weh' denen, die zu Menschen fliehn, weh' dem, der von Gott weichet! Schreckt Sünde schen; fein eigner Sohn, der sich für dich ließ tödten, erwarb dir Hülf' in Nöthen. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her sich Ungewitter sammeln. Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er, und deine Schmerzen nimmt er dir von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuver ficht, auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Wohl gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlaffen und sich im Kummer fassen? 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlsein und mein Leben. Wein Hoffend Auge blickt auf dich, dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott, und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlig schaue. 468. Mel. Wo soll ich fliehen hin 2c. Auf meinen lieben Gott trau' ich in aller Noth. Die ihn um Rettung flehten, verließ er nie in Nothen. Mein Unglück wird er wenden: es steht in seinen Händen. 2. Auch bei der Sünde Schmerz Christum will ich bauen und fest verzaget nicht mein Herz. Auf auf ihn vertrauen, ihm will ich mich ergeben im Tode, wie im Leben. ist Sterben mein Gewinn. Denn 3. Und nimmt der Tod mich hin, Christus ist mein Leben, dem hab' ich mich ergeben. Ich sterb' heut' over morgen, die Seel' wird er versorgen. 4. mein Herr Jesu Christ, der du aus Liebe bist für mich am Kreuz gestorben, du hast mir Heil erworben, du schaffst auf kurze Leiden den Deinen ew'ge Freuden. 5. Sprich, Herr, dein Ja dazu. Du wolleft Ich bete, segne du. mich regieren und zu dem Himmel führen. Auf deinen großen Na. men sprech' ich voll Hoffnung: Amen. 469. Von Gott will ich nicht laffen, denn er verläßt mich nicht. Im Kummer mich zu fassen, giebt er mir Kraft und Licht. Er steht mir hülfreich bei. Mit jedem neuen Morgen weiß er mich zu versorgen, ich sei auch, wo ich sei. Vertrauen. HR 231 sei der Herr gepreist! 2. Wenn Menschengunst und Bahn zum Himmel führe. Hoch Liebe in Kaltsinn sich verkehrt, bleibt er voll Mitleidstriebe, er, der mein Flehen hört. Er hilft in jeder Noth, hilft von der Sünde Banden, befreit von ihren Schanden, und rettet selbst vom Tod. 3. Ihm, ihm will ich vertrauen; auch in der schwersten Zeit auf seine Hülfe bauen; er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt, Leib, Seele, Gut und Leben sei Gott, dem Herrn, ergeben. Er mach's, wie's ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts gefallen, als was uns núßlich ist. Gut meint er's mit uns Allen, er gab uns Jesum Christ. Hat er so viel gethan, so wird er auch gewähren, was unsern Leib ernähren, den Geist erfreuen kann. 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, ihn, der uns Beides schenkt. Wie felig ist die Stunde, darin man sein gedenkt! So braucht man recht die Zeit. Wir sollen ja auf Erden durch ihn schon selig werden, noch mehr in Ewigkeit. 6. Mag doch die Welt vergehen mit aller ihrer Pracht; das Heil bleibt ewig stehen, das Gott mir zugedacht. Zwar schließ' ich hier den Lauf; doch, wenn ich nun im Grabe genug geruhet habe, weckt er mich wieder auf. 7. Die Seel' ist unverloren in Gottes Vaterhand, der Leib wird neugeboren zum bessern Vaterland. Wie selig werd' ich sein! Mit Gott und seinen Frommen soll ich mich da vollkommen, soll ich mich ewig freun. 8. Ob ich gleich nun auch dulde viel Leiden dieser Zeit, wie ich's auch oft verschulde, kommt doch die Ewigkeit, so großer Freuden voll, die, da ich Christum kenne, und mich von ihm nicht trenne, mein Grbtheil werden soll. 470. Wer nur den lieben Gott läßt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Noth und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? was hilft uns unser Weh und Ach? was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 9. Das ist des Vaters Wille, der uns erschaffen hat; aus seines Sohnes Fülle empfahn wir Gnad' um Gnad'; er giebt uns seinen Geist, damit er uns regiere, die 3. Man halte nur in Ehrfurcht stille, und warte, bei sich selbst vergnügt, wie Gottes Gnad' und heil'ger Wille, wie sein' Allwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß am Besten, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, er weiß, wenn Hülfe nützlich sei. Wenn er uns nur hat treu erfunden, aufrichtig, ohne Heuchelei, so kommt er, ch' wir's uns versehn und läsfet uns viel Guts geschehn. 5. Dent' nicht in deiner Drangfalshize, daß du von Gott verlassen seist, daß der dem Glück im Schooße size, den alle Welt für glücklich preist. Die Zukunft åndert oft sehr viel und sezet Jeglichem sein Ziel. 6. Es find ja Gott sehr leichte Sachen und seiner Allmacht gilt es gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich. Gott ist's allein, der Jedermann bald stürzen, bald erHöhen kann. 7. Sing', bet' und geh' auf Gottes Wegen, und thu' das Deine nur getreu, und traue seinem reichen Segen, so wird er bei dir werden neu. Denn welcher seine Zus versicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht. 232 Verhalten gegen Gott überhaupt. 8. Auf dich, mein lieber Gott, 3. Was Gott thut, das ist ich traue, ich bitte dich, verlaß wohlgethan. Er wird mich wohl mich nicht, in Gnaden meine Noth bedenken; er, der so gern hilft anschaue, du weißt gar wohl, was Jedermann, wird mir, was gut mir gebricht. Schaff's mit mir, ist, schenken: denn seine Treu' ist obgleich wunderlich, durch Jesum immer neu; drum will ich auf ihn doch nur seliglich. bauen und seiner Güte trauen. 471. Wer Gott vertraut, hat wohl gebaut im Himmel und auf Erden; wer glaubig ist an Jesum Chrift, dem muß der Himmel werden. Darum hoff' ich allein auf dich mit ganz getroftem Herzen. Herr Jesu Chrift, mein Trost du bist in Todesnoth und Schmerzen. 2. Und wenn's gleich wär' dem Teufel sehr und aller Welt zuwider; dennoch so bist du, Jesu Christ, der sie all' schlägt darnieder. Und wenn ich dich nur hab' um mich mit deines Geistes Gnaden, so kann fürwahr mir ganz und gar nicht Tod noch Teufel schaden. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann. Ihm will ich mich ergeben in Freud' und Leid, es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil doch zulegt ich werd' ergeßt mit süßem Trost im Herzen, da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan, dabei will ich verbleiben. Es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich doch väterlich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. 3. Dein tröst' ich mich ganz ficherlich, denn du kannst mir wohl geben, was mir ist noth, du treuer Gott, hier und in jenem Leben. Gieb wahre Reu', mein Herz erneu', errette Leib und Seele. Ach 473. höre, Herr, dieß mein Begehr, daß Sollt' es gleich bisweilen scheimeine Bitt' nicht fehle. nen, als verließe Gott die Seinen, o so weiß und glaub' ich dieß: Gott hilft endlich doch gewiß. 472. 2. Hülfe, die er aufgeschoben, hat er drum nicht aufgehoben; Was Gott thut, das ist wohlge- hilft er nicht zu jeder Frist, hilft er doch, wenn's nöthig ist. than, es bleibt gerecht sein Wille. Wie er fångt meine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Noth mich wohl weiß zu erhalten; drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan, sein Wort kann nimmer trügen. Er führet mich auf rechter Bahn, daran laß ich mir gnügen, und seine Huld, hab' ich Geduld, wird alles Unglück wen den: es steht in seinen Händen. 3. Gleichwie Våter nicht bald geben das, wornach die Kinder streben, so hält Gott auch Maß und Ziel, er giebt, wem und wenn er will. 4. Seiner kann ich mich getrósten, wenn die Noth am allergrößten; er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. 5. Troß dem, was mir Angst will machen, ich kann dessen Macht verlachen; troß dem schwe Vertrauen. ren Kreuzesjoch, Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Troß der Welt und allen denen, die nach meinem Fall sich sehnen, die mir sind ohn' Ursach' feind: Gott im Himmel ist mein Freund. 7. Laß die Welt nur immer nei den. Will sie mich nicht langer leiden, o so frag' ich nichts darnach, Gott ist Richter meiner Sach'. 8. Will sie mich gleich von sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben. Wenn ich nur im Himmel sieg', hab' ich Alles zur Genüg'. 9. Ich will ihr gar gerne laffen ihre Lust. Sie mag mich hassen, ich verachte ihren Spott, und verlasse mich auf Gott. 10. Ach, Herr, wenn ich dich nur habe, acht' ich keiner andern Gabe. Legt man mich auch in das Grab, gnug, Herr, wenn ich dich nur hab'. 2. Aber deiner Liebe trauen, Höchster, das gereuet nie: denn ein starker Fels ist sie. Die auf diesen Felsen bauen, wohnen unverlegt, und sehn ruhig selbst die Welt vergehn. 3. Täglich sag' ich's meiner Seele: Gott liebt ewig, seine Treu' wird mit jedem Morgen nen. Ihn, den Ewigen, erwähle dir zum Freund', und jauchze dann, daß kein Feind dir schaden kann. 233 nem Vorsak; bald vergißt Fleisch und Blut, wie treu du bist. 474. Mel. Ach, was soll ich Sünder 2c. Ach, wie ist der Menschen Liebe wie erMel. Ermuntre dich, mein 2c. stirbt sie doch so bald! Seße nie Du bist ein Mensch, und Gott hat auf diese Liebe, die nicht hält, was sie verspricht, Seele, deine Zuversicht. dir mit Weisheit das verborgen, was künftig ist. Er sorgt dafür, was nüßen deine Sorgen? Und doch irrst du mit bangem Sinn durch tausend eitle Sorgen hin und denkst: wie will's auf Erden, wie wird's mit mir noch werden? 2. Was quälst du dich und willst in Schmerz und Kummer dich verlieren? Ist Gott nicht weiser, als dein Herz? Laß ihn allein regieren. Befiehl dein Leben, einen Stand, und, was du thust, in seine Hand. Er wird, was gut ist, schicken, wird dich gewiß beglücken. 3. Eh' deine Mutter dich gebar, dein Leben ihr verborgen, verborgen dir dein Anfang war, wo waren deine Sorgen? wer 4. Ja, ich will auch dich erwählen, Bater, ich will dir allein, ganz dir mein Vertrauen weihn. Aber ach, die Kräfte fehlen mei5. Plößlich überfällt mich wieder Sorge der Vergånglichkeit, irdisch Hoffen, irdisch Leid; und dann sink' ich muthlos nieder, suche bei den Menschen Ruh'; und mein Helfer bleibst doch du! 6. Ach, vergieb mir, wenn im Staube dieses Leibes sich mein Geist stets so schwer der Erd' entreißt! Ach, vergieb mir, daß mein Glaube hier noch wankt und sich nicht fest, wie er soll, auf dich verläßt! 7. Täglich laß es mich empfin den, daß nicht Menschenhülfe nüßt, wenn mein Herz auf sie sich flüßt. Allen Trost laß mir verschwinden, bis ich wieder flieh' zu dir, und dann, Vater, hilf du mir. 8. Der du deiner Kinder Flehen, Gott, mein Gott, so gern erhörst, und sie selbst noch flehen lehrst, laß mich fest im Glauben stehen und erfahren, wie so treu deine Vaterliebe sei. 475. Verhalten gegen Gott überhaupt. 234 hat schon da dein Wohl bedacht? wer hat dich an das Licht gebracht? wer deiner Seel' ihr Leben und diesen Leib gegeben? 4. Wer gab dem Herzen seine Macht zu immer gleichen Schlägen? wer allen deinen Gliedern Pracht und Kraft, sich zu bewegen? wer jeden Sinn? wer Aug' und Ohr? wer richtete dein Haupt empor, vom Himmel und auf Erden mit Luft umströmt zu werden? 5. Wer gab dir Speise, Hüll' und Dach? wer trug dich voll Erbarmen, als dir's an Allem noch gebrach, auf väterlichen Armen? wer gab dir deiner Mutter Brust, dir, daß du lächeln konntest, Lust? wer sorgte, vor Gefahren dich sicher zu bewahren? Glaube. 476. 6. lind doch willst du nicht ruhig sein, noch Gott nur walten als liebt' er Andrer Glück Mel. O Gott, du frommer Gott 2c. allein, dein's aber könnt er haf- Herr, ohne Glauben kann kein sen. Wenn du nicht siehst, wie er regiert, wenn er nicht deinen Weg dich führt, so willst du ihm nicht trauen, dein Glück auf ihn nicht bauen. Mensch vor dir bestehen; drum wend' ich mich zu dir mit demuthsvollem Flehen, o zünde selbst in mir den wahren Glauben an, in welchem ich allein dir wohlgefallen kann. 7. Wo du ihn nicht zum Helfer ahmst was ist dir da gelungen? und, wenn du auch zum Ziele kamst, was hast du dann errungen? Nur Lust auf einen Augenblick, und Kummer für ein wahres Glück, das du gewinnen folltest, wenn du nur folgen wolltest. 2. Laß mich, Gott, daß du seist, mit Ueberzeugung glauben. Nichts müsse mir das Wort aus meinem Herzen rauben, daß du dem, der dich sucht, Gott, ein Vergelter seist, und hier und ewig ihn mit deinem Heil' erfreust. 8. Durch Eigenwillen kamst du oft in schreckliche Gefahren; doch Gott erschien, oft unverhofft, dich Thoren zu bewahren. Er, der nicht, was du wolltest, that, er führte dich durch seinen Rath zurück von deinen Wegen, vom Fluche weg zum Segen. 10. Und diesem Vater wolltest du dein Heil nicht anvertrauen? Nicht deines Lebens ganze Nuh' auf diesen Felsen bauen? Bertrau' ihm und verzage nicht. Ein Herz zu ihm voll Zuversicht darf auch in Ungewittern nicht ohne Hoffnung zittern. 11. Wirf als ein Kind voll Zutraun dich in deines Vaters Arme, halt' ihm sein Wort ver, daß er sich auch über dich erbarme. So vieler schon erbarmt er sich. Dzweifle nicht, er wird auch dich, er hat es ja verheißen, aus allem Kummer reißen. 9. Er sorgt für unser wahres Glück, macht gut, was wir verwirren, und lenket unsern Gang zurück zum Guten, wenn wir irren, giebt immer das nur, was uns nüßt, errettet uns, und hilft und schüßt, eh' wir Gefahren sehen, eh' wir um Hülfe flehen. 3. Wahrhaftig ist dein Wort; gieb, daß ich darauf traue und meine Hoffnung fest auf deine Treue baue; gieb, daß ich dir im Glück und Unglück stets getreu, und dem, was du gebeutst, von Herzen folgsam sei. 4. Auch hilf mir, daß ich den, den du gesandt, erkenne, ihn meinen Herrn und Gott von ganzer Seele nenne, und dankbar für das Heil, das mir sein Tod gewährt, stets thue, was er mich in seinem Wort gelehrt. 5. Sein göttliches Verdienst sei mir beständig theuer, erfülle mich mit Trost, und mache mich Glaube. fiets freier vom schnöden Sündendienst, es stärke mich mit Kraft zu deines Namens Ruhm in meiner Pilgrimschaft. 6. Wie selig leb' ich dann im Glauben schon auf Erden! Noch herrlicher wird einst mein Theil im Himmel werden. Da werd' ich, was ich hier geglaubt, im Lichte schaun; fa, dann erfüllst du ganz mein kindliches Vertraun. 477. Mel. Jesu, der du meine Seele 2c. Gott der Wahrheit, dessen Treue unsre Hoffnung stützt und hält, ich erkenn' es voller Reue, daß mich Kleinmuth oft befällt. Ach, mein Herz hängt noch an Dingen, die nie wahre Ruhe bringen; und wie oft vergeh' ich mich, ängstlich zweifelnd, wider dich! 2. Gott, vergieb mir diese Sünde, nimm den Kleinmuth von mir hin. Schenke, Vater, deinem Kinde, einen dir ergebnen Sinn, der von dir nur Liebe heischet, den nicht falsche Hoffnung täuschet, die das Herz aufs Eitle zieht, und so schnell, wie Rauch, entflieht. 3. Laß mich Gram und Sorgen meiden, weil dein Auge für mich wacht, und du schon in manchen Leiden Alles mit mir wohl gemacht. Auf dein Wort laß mich stete hoffen, das doch immer eingetroffen. Gott, wer deinem Wort nicht traut, hat auf leichten Sand gebaut. 4. Laß mich fest im Glauben werden, daß dein Wort wahrhaftig sei, o so werd' ich hier auf Erden son so mancher Unruh' frei. Dann werd' ich, Gott, mit Vertrauen stets auf deine Hülfe schauen, dann wächst meine Zuversicht, und die Hoffnung trügt mich nicht. E 235 mich los von Todesbanden, führt mich zu dem Leben ein, wo fein Leid wird weiter sein. 5. Froh erhebt sich meine Seele selbst noch über Tod und Grab, wenn ich den zum Führer wähle, der sich einst auch für mich gab. Er, der fiegreich auferstanden, macht 6. Muß ich gleich noch hier auf Erden unter Last und Mühe sein; wirst du doch von den Beschwerden dieser Zeit mich einst befrein. D erwünschte sel'ge Stunden! Ewig aller Noth entbunden, werd' ich dich, mein Heiland, sehn und mit dir zur Freud' eingehn. 7. Laß mich fröhlich darauf hoffen, Herr, Herr, meine Zuverficht, bis das Alles eingetroffen, was auch mir dein Wort verspricht. Auf dich, Quelle alles Lebens, harrt der Glaube nie vergebens; was wir glauben, schauen wir einst gewiß, o Herr, bei dir. 478. Mel. Werde munter, mein 2c. Ja, durch Glauben und Vertrauen bin ich meines Heils gewiß, wandle froh und ohne Grauen, auch in Nacht und Finsterniß. Du, der mein Vertrauen heischt, bist ein Führer, der nicht täuscht, und auf allen deinen Wegen wartet meiner Heil und Segen. 2. Immer hast du, dir zum Preise, noch dein gnädig Wort erfüllt. Du bist mächtig, du bist weise, wie ein Vater gut und mild. Alles, was dein Wort gebeut, dient zu meiner Seligkeit, und ich weiß, daß deine Güte nur, was schaden kann, verbiete. 3. Kann ich's auch nicht überschauen, wie du mich beglücken wirst; will ich dennoch dir vertrauen, der du nimmermehr dich irrst. Sprichst du: folge; ich will gehn, und auf deinen Pfad nur sehn, ruhig und in heitrer Stille, weiß ich nur, es ist dein Wille. 4. Willst du Opfer; Kinder müssen folgen, und ich will auch gern zur Verläugnung mich entschließen, voll Vertraun zu dir, dem Herrn. Schmerzlich sei es, Verhalten gegen Gott überhaupt. 236 oder schwer, was bein Wille fodert; er fodert doch, dieß muß mich trósten, Alles nur zu meinem Besten. 5. Nacht, verhülle dich; doch bleibet mir dein Wort ein tröstend Licht, weil mein Herz es kindlich gläubet: du verläßt die Deinen nicht. Auch für mich bringst du gewiß Licht hervor aus Finsterniß und verwandelst meine Leiden endlich in vollkommne Freuden. 6. Ja, du bist es, der die Frommen aus der Angst zu reißen weiß. Deine Rettung ist vollkommen, Herrlich ihres Glaubens Preis. Darum überlaß ich mich ganz dir, Gott, und hoff' auf dich. Du, du führst auf sichern Wegen mich dem besten Glück entgegen. Gebet. 479. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich zc. Dir, dir, o Höchster, will ich fingen; wer ist an Huld und Macht so reich, als du? Vor dich will ich mein Flehen bringen, ach gieb mir deines Geistes Kraft dazu, daß es gescheh' im Namen Jesu Christ, so wie es dir allein gefällig ist. 2. Zieh', Bater, mich zu deinem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zu dir zieh'. Gieb, daß dein Geist stets in mir wohne, damit ich Alles, was dir mißfällt, flieh', von deiner Gnad' und Huld versichert sei und dessen mich im Innersten erfreu'. 3. Erzeige, Gott, mir solche Güte, so bet' ich dich im Geist und Wahrheit an, so preist mit dankendem Gemüthe mein Mund, wie viel du hast an mir gethan, so hebt dein Geist mein Herz empor zu dir, so hab' ich schon des Himmels Vorschmack hier. 4. Dein Geist treibt mich, zu dir zu treten mit Seufzern, die mir unaussprechlich sind; nur er lehrt mich recht gläubig beten, und überzeuget mich, ich sei dein Kind und einst auch Erbe deiner Seligkeit, Miterbe Christi, seiner Herrlichkeit. 5. Und weil ich dich zum Bater habe, so bin ich voller Troft und Freudigkeit. Ich weiß es: fede gute Gabe, die hier mir nüßt und ewig mich erfreut, die giebst du, und thust überschwenglich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr'. 6. Wohl mir, ich bitt' in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt. Durch ihn ist alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt'. Wohl mir, den deine Huld so hoch erfreut, Preis dir dafür jeßt und in Ewigkeit! 480. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen 2c. Dein Heil, o Christ, nicht zu verscherzen, sei wach, und nüchtern zum Gebet. Ein Flehn aus reinem, guten Herzen, hat Gott, dein Vater, nie verschmäht. Erschein' vor seinem Angesichte mit Dank, mit Demuth, oft und gern, und prüfe dich in seinem Lichte, und klage deine Noth dem Herrn. 2. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden, und im Gebet vor Gott zu stehn! Der Herr des Himmels und der Erden, bedarf der eines Menschen Flehn? Sagt Gott nicht: bittet, daß ihr nehmet? ist des Gebetes Frucht nicht dein? Wer sich der Pflicht zu beten schåmet, der schämt sich, Gottes Freund zu sein. 3. Sein Glück von seinem Gott begehren, ist dieß denn eine schwere Pflicht? Und seine Wünsche Gott erklären, erhebt dieß unsre Seele nicht? Sich in der Furcht des Höchsten stårken, in dem Vertraun, daß Gott uns Gebet. liebt, im Fleiß zu allen guten Werken, ist diese Pflicht für dich betrübt? 4. Bet' oft in Einfalt deiner Seelen; Gott sieht aufs Herz, Gott ist ein Geist. Wie können vir die Worte fehlen, wofern dein Herz dich beten heißt? Nicht Tone find's, die Gott gefallen, nicht Worte, die die Kunst gebeut, Gott ist kein Mensch. Ein gläubig Lallen, das ist vor ihm Beredtsamkeit. 5. Wer das, was uns zum Frieden dienet, im Glauben sucht, der ehret Gott; wer das zu bitten sich erkühnet, was er nicht wünscht, entehret Gott. Wer täglich Gott die Treue schwöret und dann vergißt, was er beschwur, und klagt, daß Gott ihn nicht erhöret, der spottet seines Schöpfers nur. 6. Bet' oft zu Gott und schmeck' in Frenden, wie freundlich er, dein Vater, ist; bet' oft zu Gott und fühl' in Leiden, wie göttlich er das Leid versüßt. Bet' oft, wenn dich Versuchung quälet, Gott hört's, Gott ist's, der Hülfe schafft. Bet' oft, wenn innrer Troft dir fehlet, er giebt den Müden Stärk' und Kraft. 7. Bet' oft, und heiter im Gemüthe schau' dich an seinen Wundern satt. Schau' auf den Ernst, schau' auf die Güte, mit der er dich geleitet hat. Hier irrtest du in deiner Jugend, im Alter dort. Er trug Geduld, rief dich durch Glück und Kreuz zur Tugend. Erkenn' und fühle seine Huld. 8. Bet' oft, und schau' mit sel' gen Blicken hin in des Ewigen Gezelt, und schmeck' im gläubigen Entzücken die Kräfte der zukünft'gen Welt. Ein Glück von Millionen Jahren, welch Glück! doch ist's von jenem Glück, das dem der Herr wird offenbaren, der ihm hier dient, kein Augenblick. 9. Bet' oft, durchschau' mit heil'. gem Muthe die Herzliche Barm237 herzigkeit deß, der mit seinem theuren Blute die Welt, der Sünder Welt, befreit. Nie wirst du dieses Werk ergründen; nein, es ist eines Gottes That. Erfreu' dich ihrer, rein von Sünden, und ehr im Glauben Gottes Rath. 10. Bet' oft, entdeck' am stillen Orte Gott ohne Zagen deinen Schmerz. Er schließt vom Herzen auf die Worte, nicht von den Worten auf das Herz. Nicht dein gebognes Knie, nicht Thränen, nicht Worte, Seufzer, Psalm und Ton, nicht dein Gelübd' rührt Gott; dein Sehnen, dein Glaub' an ihn und seinen Sohn. 11. Bet' oft, Gott wohnt an jeder Stätte, in feiner minder oder mehr. Denk nicht: wenn ich mit vielen bete, so find' ich eh' bei Gott Gehör. Gott ist kein Mensch. Ist dein Begehren gerecht und gut, so hört er's gern; ist's nicht gerecht, so gelten Zähren der ganzen Welt nichts vor dem Herrn. 12. Doch säume nicht, in den Gemeinen auch öffentlich Gott anzuflehn und seinen Namen mit den Seinen, mit deinen Brüdern, zu erhöhn, dein Herz voll Andacht zu entdecken, wie es dein Mitchrist dir entdeckt, und ihn zur Inbrunst zu erwecken, wie er zur Inbrunst dich erweckt. 13. Bist du ein Herr, dem Andre dienen, so sei ihr Beispiel, sei es stets, und feire täglich gern mit ihnen die sel'ge Stunde des Gebets. Nie schäme dich des Heils der Seelen, die Gottes Hand dir anvertraut. Kein Knecht des Hauses müsse fehlen, er ist ein Chrift, und werd' erbaut. 14. Bet' oft zu Gott für deine Brüder, für alle Menschen, als ihr Freund: denn wir sind Gines Leibes Glieder; ein Glied davon ist auch dein Feind. Bet' oft, ſo wirst du Glauben halten, dich prufen und das Böse scheun, an Lieb' und Eifer nicht erkalten, und gern zum Guten weife sein. 238 Verhalten gegen Gott überhaupt. 481. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Mein bester Trost in diesem leben ist ein Gebet zu meinem Gott; dieß kann mir Kraft in Schwachheit geben, Geduld und Muth in feder Noth, bei jedem Gram, bei fedem Schmerz ein ruhiges, Zufriednes Herz. 2. Wie kann ich Troft und Ruhe finden, wenn mein Gewissen mich verklagt, wenn bei der Menge mei ner Sünden mein Herz vor seinem Richter zagt? Nichts tröstet mehr, als ein Gebet, das, Gott, bei dir um Gnade fleht. 3. Muß ich, um des Gewissens willen, ein Spott der Lasterhaften sein, so bet' ich demuthsvoll im Stillen zu meinem Gott. Er hört mein Schrein, nimmt väterlich sich meiner an und stärkt mich auf der Tugendbahn. 4. Ich will mich nie zu rächen suchen, wenn mich ein Feind zu kränken sucht; und dem will ich nicht wieder fluchen, der mir aus Unverstande flucht. Statt Rache sei mir ein Gebet, das Gott um Gnade für ihn fleht. 5. Und wenn ein Kummer mich verzehret, den ich der Welt nicht klagen kann, dann ruf' ich Gott, der mich erhöret, zum Trost in diesem Kummer an. Wer ihm sein Leid mit Zuversicht entdecket, den verwirft er nicht. 6. Ruf' ich ihn an bei dem Geschäfte des Standes, den er mir verlich, so fleh' ich nie umsonst um Kräfte, der Gott der Stärke giebt mir sie, er giebt aus våterlicher Huld mir Segen, Klugheit und Geduld. 7. Wenn, eine böse Lust zu dämpfen, mir Schwachen Muth und Kraft gebricht, dann bitt' ich Gott, er hilft mit kämpfen, und giebt mir Muth zu jeder Pflicht. Und stark durch meines Gottes Kraft, bezwing' ich jede Leidenschaft. 8. Wenn ich im letzten Kampf des Lebens bei Niemand Hülfe finden kann, so ruf' ich Gott doch nicht vergebens um seinen Trost und Beistand an, der, wenn die Sprache mir vergeht, doch meine Seufzer noch versteht. 482. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Wenn ich vor meinen Schöpfer trete und hier in heil'ger Einsamkeit zu ihm aus voller Seele bete, was fühl ich da für Seligkeit! Ganz werd' ich Geist, und Alles flieht, was mich zur Erde niederzieht. 2. Dann lach' ich jenen falschen Freuden, ich lache jener eiteln Pracht, um die sich Menschen oft beneiden, und die sie nur zu Sklaven macht, und fühle: Gott vereinigt sein, das, das sei wahre Freud' allein. 3. Dann weichen auch die schwersten Sorgen, das bångste Leiden, das mich drückt; ich weiß, sie sind dem nicht verborgen, der in des Herzens Tiefen blickt. Der Gu tes seinen Kindern giebt, bleibt Bater, wenn er sie betrübt. 4. Ja, das Gebet giebt Kraft in Leiden, erhöht zur Tugend unsern Geist, und hilft uns Alles, Alles meiden, was uns der Tugend sonst entreißt. Nur müssen unsre Bitten rein, und eines Christen würdig sein. 5. Drum bitt' ich nicht in meinen Leiden: o Vater, nimm du sie von mir; auch bitt' ich nicht in meinen Freuden: erhalte, Vater, diese mir. Nur um ein Gott ergebnes Herz bet' ich in Freuden und im Schmerz. 483. Mel. Mache dich, mein Geist 2c. Alles, Höchster, was uns nüßt, hast du nur in Händen, du, der gern die unterstüßt, die zu dir Gebet. sich wenden. Sollten wir denn zu dir nicht in allen Dingen unser Flehen bringen? 2. Wer sich weigert, oder scheut, dich, Gott, anzusprechen, wenn ihm zur Zufriedenheit Güter hier gebrechen, der vergißt, was du bist: Geber aller Gaben, die wir nöthig haben. 3. Nie vergeß es unser Herz, betend dich zu ehren, wenn uns Mangel, oder Schmerz unsre Schwäche lehren. Hilf uns, gern dir, dem Herrn, die dir schuldigen Pflichten überall entrichten. 4. Hilf uns aber auch, wenn wir Gutes uns erbitten, daß wir de muthsvoll vor dir unser Herz ausschütten. Zu dir sei stets dabei unsre Seele stille, fern der Eigenwille. 5. Was uns gut ist, weißest du besser, als wir's wissen; unser Heil und unsre Ruh' in Bekümmernissen ist dir lieb. Darum gieb, daß das Herz nur flehe: was du willst, geschehe! 6. mit was für Freudigkeit können wir dann beten, wenn wir voll Entschlossenheit vor dich, Vater, treten, uns allein deß zu freun, was zum Wohlergehen uns dein Rath ersehen. 484. Mel. Vater unser im Himmelr. 2c. Gott, der du unser Vater bist, wie troftvoll, wie ermunternd ist, was er, dein Sohn, zu Menschen spricht: Sucht, bittet, glaubt und zweifelt nicht, er, euer Vater, er verschmäht gewiß kein kindliches Gebet. 2. Wie sollt' ich auf dieß Wort denn nicht, Gott, zu dir flehn voll Zuversicht? Wenn schon ein Mensch die Seinen liebt und ihnen gerne Gutes giebt; wie wirst du uns nicht gern erfreun? wie mild in deinen Gaben sein? 3. So gut ist keiner, Keiner ist so mild und machtig, wie du bist. Was Keiner thut, und Keiner kann, kannst du; du nimmst 239 dich meiner an. Drum will ich flehn: erbarm' dich mein! Nie wird mein Flehen mich gereun. 4. Wenn mir der Zukunft Dunkelheit von allen Seiten furchtbar draut, wo find' ich Trost, als nur bei dir? Ruf' ich dich an, so giebst du mir getrosten Muth in meine Brust. Erbarmen, Herr, ist deine Lust. 5. Wenn mich so mancher Kuma mer drückt und mir kein Strahl der Hoffnung blickt, so seh' ich glaubensvoll auf dich. Wie mindert da mein Kummer sich! Denn du erhöreft mein Gebet, das zu dir um Erleichtrung sleht. 6. Wenn mich der Krankheit Schmerz besiegt, mein matter Geist fast unterliegt, dann ruf' ich dich um eindrung an, dich, der die Seele stärken kann; und du gewährst in Leidenszeit mir Kräfte zur Gelassenheit. 7. Wenn ich nicht helfen kann dem Freund, der mit Vertrauen die zu mir weint, nicht Armen, verlassen stehn, nicht Kranken, die um labsal flehn, so ruf' ich doch für sie dich an, und du, Herr, thust, was ich nicht kann. 8. Steh' ich am Ziele meiner Kraft, wo mir kein Mensch mehr Hülfe schafft, wer hört dann des Verlaßnen Ruf? Du bist's, der Erd' und Himmel schuf, du hörst mich, und verkehrst mein Leid in ewige Zufriedenheit. 9. So will ich denn stets mit Vertraun auf dich, mein Gott und Vater, schaun und, deinen Segen zu empfahn, zu dir mich im Ge. bete nahn. Du hörst, o Gott, ein frommes Flehn, und was mir gut ist, wird geschehn. 485. Mel. Aus der Tiefen rufe ich 2c. Nahe betend oft und gern dich, o Christ, zu Gott, dem Herrn, der dich als ein Vater liebt, und so gern dir Gutes giebt. Verhalten gegen Gott überhaupt. 240 2. Ist er des Vertrauns nicht werth, daß dein Herz sich ihm erklärt? daß du von ihm, deß du bist, suchest, was dir nöthig ist? 3. Wer ist mehr dein Freund, als er? wer zu helfen mächtiger? Was dir soll zum Glück gedeihn, steht in seiner Hand allein. 4. Außer ihm ist doch kein Heil. Nimm an seinem Segen Theil, so in Freuden als im Schmerz schütte vor ihm aus dein Herz. 5. Rufe, spricht er selbst, dein Gott, rufe mich an in der Noth, ich, ich will dein Retter sein, und du sollst dich dankbar freun. 6. Welch ein seliges Gebot! Ueb' es treulich bis zum Tod. Ueberall ist Gott dir nah', überall als Vater da. 7. Seine Fülle stehet dir täglich offen; schöpf' aus ihr Trost, wenn dich ein Kummer quält und dir, was du wünscheft, fehlt. 8. Singe fröhlich ihm dein Lob, wenn er deinen Kummer hob, stårke in dem Glauben dich: Gott hilft immer väterlich. 9. Er, der uns so gern erfreut, hilft gewiß zur rechten Zeit, hilft, wenn du nur treu ihm bist, so, wie dir es heilsam ist. 486. Mel. Vater unser im Himmelreich zc. Bater, an Erbarmen reich, der du in Eintracht uns zugleich, als Kinder heißest zu dir nahn, wir rufen auf dein Wort dich an. Doch laß auch unsers Mundes Flehn aus unsers Herzens Fülle gehn. 2. Dein Name müss' uns heilig sein, dein Wort erhalte bei uns rein, damit, wie du selbst heilig bist, auch heilig sei ein jeder Christ. Behut' uns, Herr, vor falscher Lehr', und, die in Irrthum sind, bekehr'. 3. Dein Gnadenreich komm' in der Zeit, und einst das Reich der Herrlichkeit. Steh' uns mit deinem Geifte bei, mach' uns von Sündenknechtschaft frei. Dampf aller Feinde Macht und Wuth, nimm deine Kirch' in deine Hut. 4. Dein Will' gescheh' auf Erden schon, wie er geschieht vor deinem Thron. Mach' uns, o Gott, in Freud' und Leid zu dem, was dir gefällt, bereit, und wehr' des Fleisches Uebermuth, der wider deinen Willen thut. 5. Gieb uns heut' unser tåglich Brot, du kennst am besten unsre Noth. Entferne von uns Krieg und Streit, Best, Seuchen, Mißwachs, theure Zeit. Laß Fried' und Wohlstand bei uns blühn, und hilf uns Geiz und Sorgen fliehn. 6. Vergieb uns alle unsre Schuld, und trag' uns ferner mit Geduld, so wie wir denen gern verzeihn, die uns zu krånken, sich nicht scheun: denn du thust nur Barmherzigkeit an dem, der gern, wie du, verzeiht. 7. Ach, in Versuchung führ' uns nicht. Und wenn im Kampf uns Kraft gebricht, so hilf mit deiner starken Hand und gieb uns Kraft zum Widerstand, daß wir als Sieger stets bestehn und deiner Gnade Kraft erhöhn. 8. Mach' uns von allem Uebel frei, daß unser Heil vollkommen sei. Hilf uns in unsrer Todesnoth; zur Wohlthat mach' uns selbst den Tod. Lauf und nimm uns in den Himmel auf. 9. Dein ist und bleibt zu aller Zeit das Reich, die Kraft, die Herrlichkeit. Wir Alle sind dein Eigenthum, uns zu erhören, ist dein Ruhm. Unendlich mehr, als wir verstehn, kann stets durch deine Hand geschehn. 10. Herr, Amen, ja, es werde wahr. Stårk' unsern Glauben immerdar, daß wir nicht zweifeln, unser Flehn durch deine Gnad' erfüllt zu sehn. Ein freudig Amen sprechen wir, o Bater, auf das Wort von dir. Gebet. 487. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Gott, deine Gute reicht so weit, so weit die Wolken gehen, du frönst uns mit Barmherzigkeit und eilst, uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk' auf mein Wort, denn ich will vor dir beten: 2. Ich bitte nicht um Ueberfluß und Schäße dieser Erden, laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden; gieb mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr' und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren; des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht, und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt' ich dich, mein Herr und Gott, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demuth, Muth in Noth, das wollest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit, laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden. 2. Schaff' du ein reines Herz in mir, ein Herz voll Lieb' und Furcht zu dir, ein Herz voll Demuth, Preis und Dank, ein ruhig Herz mein Lebenlang. 241 mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? 3. Sei mein Beschützer in Gefahr; ich harre deiner immer dar. Ift wohl ein Uebel, das 4. Ich bin fa, Herr, in deiner Berstand; erhalt' ihn mir, o Herr, Hand. Von dir empfing ich den mein Hort und stårk' ihn durch dein göttlich Wort. 5. Laß, deines Namens mich zu freun, ihn stets vor meinen Augen sein. Laß, meines Glaubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thåtig sein. 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst. Das sei mein Glück, daß ich zuerst nach deinem Reiche tracht, und treu in allen meinen Pflichten sei. 7. Ich bin zu schwach aus eigner Kraft zum Siege meiner Leidenschaft; du aber ziehst mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erlangen kann. 8. Gieb von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel als dir gefällt; gieb deinem Knecht ein må Big Theil, zu seinem Fleiße Glück und Heil. 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß, so laß mich mäßig im Genuß, und, vürft'ge Brüder zu erfreun, mich einen frohen Geber sein. 488. Mel. Vor deinen Thron tret' ich 2c. 11. Erwecke mir stets einen Freund, der's treu mit meiner Ich komme vor dein Angesicht, Wohlfahrt meint, mit mir in deiverwirf, o Gott, mein Flehen nicht; vergieb mir alle meine Schuld, du Gott der Gnaden und Geduld. ner Furcht sich übt, mir Rath, und Trost und Beispiel giebt. 10. Gieb mir Gesundheit, und verleih', daß ich sie nüß' und dankbar sei, und nie, aus Liebe gegen sie, mich zaghaft einer Pflicht entzieh'. 12. Bestimmst du mir ein langres Ziel und werden meiner Tage viel, so laß, Gott, meine Zuversicht, verlaß mich auch im Alter nicht. 13. Und wird sich einst mein Ende nahn, so nimm dich meiner herzlich an und sei durch Christum, deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild und großer Lohn. 16 Verhalten gegen Gott überhaupt. 489. Gott, du frommer Gott, du Geber aller Gaben, ohn' den nichts ist, was ist, von dem wir Alles haben, gesunden Leib giebten Hauf. mir, und, daß in solchem Leib ein' unverletzte Seel' und rein Gewissen bleib'. 242 2. Gieb, daß ich thu' mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet; gieb, daß ich's thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ich's thu', so gieb, daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen, laß kein unnützes Wort aus meinem Munde gehen. Und wenn nach meiner Pflicht ich reden soll und muß, so gieb den Worten Kraft und Nachdruck, ohn' Berdruß. Gefährlichkeit, 4. Find't sich so laß mich nicht verzagen, gieb einen Heldenmuth, das Kreuz hilf selber tragen. Gieb, daß ich meinen Feind mit Sanftmuth überwind', und wenn ich Rath bedarf, auch guten Rath erfind'. 5. Laß mich mit Jedermann in Fried' und Freundschaft leben, so weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichthum, Gut und Geld, so gieb auch dieß dabei, daß kein unrechtes Gut mit unter menget sei. 6. Soll ich in dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch ins Alter dringen, so gieb Geduld, vor Sünd' und Schanden mich bewahr', damit ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich an meinem End' auf Christi Tod abscheiden, die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden, der Leib, Herr, ruhe fanft in seiner stillen Gruft, bis ihn dein Allmachtswort ins neue Leben ruft. 8. Wenn du an jenem Tag die Todten wirst erwecken, so wollst du Hand meinem strecken. Laß hören deine Stimm', und meinen Leib weck' auf und führ ihn schön verklärt zum auserwähl9. Gott Vater, dir sei Preis hier und im Himmel oben, Gott Sohn, Herr Jesu Christ, dich will ich allzeit loben, Gott heil'. ger Geist, dein Ruhm erschalle mehr und mehr, o Herr, breiein'ger Gott, dir sei Lob, Preis und Ehr'! 490. Mel. Nun sich der Tag geendet 2c. Allgütiger, allein bei dir steht al. ler Menschen Heil. Nur du kannst segnen; gieb auch mir an deinem Segen Theil. 2. Erleuchte du mir den Verstand, mein Bestes einzusehn, und leite mich an deiner Hand, den Weg des Heils zu gehn. 3. Zeuch meine Seele ganz zu dir und deiner Liebe hin; und mehr deine Gnade mir, als irdischer Gewinn. 4. Laß mich die schnöde Luft der Welt mit weiser Vorsicht fliehn, und nur zu thun, was dir gefällt, mit Eifer mich bemühn. 5. 3u einer jeden guten That gewähre mir Gedeihn, und laß mich gern mit Hülf' und Rath den Leidenden erfreun. 6. Was ich bedarf, so lange hier mein Leben dauern soll, das, o mein Vater, gieb du mir: du willst und liebst mein Wohl. 7. Gieb mir ein immer fröhlich Herz, das dich für alles preist, und stärke, trifft mich auch ein Schmerz, zum frohen Muth den Geist. 8. Erleichtre mir des Lebens Last mit Trost der Ewigkeit, bis mich, was du verheißen hast, vollkommne Wonn' erfreut. Gebet. 491. Mel. Ich dank' dir schon durch zc. Allmächtiger, der seinen Thron im Himmel hoch erhöhet, o höre mich, der Erde Sohn, der dir im Staube flehet! 2. Du schufft mich Staub, und willst mich Staub zum Engel einst erheben. Hier werd' ich der Verwesung Raub, um ewig dort zu leben. 3. Was ist der Mensch? wie arm, wie bloß ist er, der Herr der Erden. Was ist der Mensch? wie frei, wie groß; unsterblich soll er werden. 4. Welch ein Geschenk gabst du mir nicht, da du Vernunft mir schenktest und der Erkenntniß göttlichs Licht in meine Seele senkteft? 5. Verleihe mir die Wissenschaft, mein ew'ges Heil zu finden, und gieb mir Willen, Muth und Kraft, mich selbst zu überwinden. 6. Lehr' mich, was mein Gewissen sagt, dem Himmel vorzuziehen, und laß mich, was es untersagt, mehr als die Hölle fliehen. 7. Gieb mir ein mitleidsvolles Herz, wenn meine Brüder leiden, und laß an meines Haffers Schmerz sich nie mein Auge weiden. 8. Im Glücke Furcht, im Unglück Muth, ist's, was ich von dir flehe. Was du, mein Schöpfer, willst, ist gut; und was du willst, geschehe. 9. Laß mich mein Brot durch deine Gunst und meinen Fleiß er werben, und lehre mich die große Kunst, zu leben und zu sterben. 10. du, vor dem der Engel fniet, den Seraphim umringen, durch Erd' und Himmel schallt das Lied, das deine Heil' gen fingen. 11. Anbetend beug' auch ich mein Knie; du haft den Staub 243 erhoben. Heil mir, ich bin ein Geist, wie fie; der Mensch auch darf dich loben. 492. Mel. Ein' feste Burg ist unser 2c. Auf ewig ist der Herr mein Theil, mein Führer und mein Tröster. Mein Gott ist Gott, mein Licht, mein Heil, und ich bin sein Erlöster. Du verwirfst mich nicht selbst im Gericht. Mit jenes Lebens Ruh' erquick, beschattest du mich schon in diesem Leben. 2. Fern von der Welt, mit dir allein, o du, der Wesen Wesen, wie ist, von aller seiner Pein, durch dich mein Herz genesen! Der die Welt schuf, der, der sein wird, er half mir, und war mein Gott, allmächtig half mein Gott, und gab mir seinen Frieden. 3. Des Glaubens war ich immer voll, laß stets sein Licht mir scheinen! Gerettet aus der Trübsal soll der Treuen Freude weinen. Der mich leiden sah, der war mir nah, durch den siegt' ich, durch den, der meiner Seele Flehn, selbst mein Verstummen hörte.' 4. Wenn meine ganze Seele fleht, erhoben aus dem Staube, wenn ich im freudigen Gebet, mein Vater, mächtig glaube, zu der Sieger Chor, zu dir empor steig' ich dann, ruh' in dir, dort bin ich, nicht mehr hier, bin schon durch Hoffnung selig. 5. Allgegenwärtig hast du mich, auch mich, den Staub, umgeben. Du siehst mich, ich empfinde dich, sehn werd' ich dich, und leben. Hier, und dort und da ist Gott mir nah'. Gedanke meiner Ruh', wie reich an Heil bist du, wie reich am Troste Gottes! 6. Ich lebe dir, ich sterbe dir; doch nicht durch meine Kräfte. Bin ich des Herrn, so ist's in 16* Verhalten gegen Gott überhaupt. 244 mir sein göttliches Geschäfte. Ja, ich lebe dir, ich sterbe dir. Ja, Vater, Vater, dein will ich auf ewig sein, auf ewig dein Versöhnter. Deffentliche Verehrung Gottes. 493. Mel. Herzliebster Jesu, was hast 2c. Wo deine Lehrer, Gott, dein Wort uns lehren, da will ich dich mit Jefu Jüngern ehren; gieb, daß ich da mich zu des Lasters Hasse entzünden lasse. 2. Wohl mir, wenn ich alsdann für meine Brüder ein heilig Bei spiel bin, und diese wieder für mich ein Beispiel werden, dir mit ihnen getreu zu dienen. 3. Wenn wir dich da mit Einem Munde loben, wie fühlen wir uns dann zu dir erhoben! Ein neuer Eifer, was du willst, zu wählen, durchflammt die Seelen. 4. Wie stärkt mich dann zum schnellern Tugendlaufe, Herr, des Gewissens Bund bei meiner Taufe, wenn ich erwäge: wem ich angehöre, wen ich verehre. 5. Mit deinem Himmel willst du, Herr der Welten, der Tugend edle Mühe mir vergelten, willst, was du hast, mir, wenn ich treu bin, geben ein ewig Leben. 6. Ich Sünder soll durch dich geheiligt werden, ich soll, vereint mit deinem Sohn' auf Erben, einst sterben, wie er starb, und auferstehen, dich, Gott, zu sehen. 7. Ich soll, zum Ziele fichrer mich zu nahen, hier seinen Leib und hier sein Blut empfahen, in Trübfal Trost, zu jedem guten Werke Licht, Macht und Stärke. 8. Wie könnt' ich dann auf deinen Wegen wanken? wie noch in Werken, oder in Gedanken den Herrn verläugnen, deß ich mich getroste, der mich erlöste! 9. Nur müss' ich, mich zu sichern vor Gefahren, treu deiner Lehren Rührungen bewahren. So wird mein Herz für dich und ihn auf Erden zum Tempel werden. 494. Mel. Herzliebster Jesu, was hast zc. Dieß ist der Tag, zum Segen eingeweihet. Ihn feiert gern, wer deiner, Herr, sich freuet. O laß auch mich mit Freuden vor dich treten, dich anzubeten! 2. Dich preist der Lobgesang der Himmelsheere; auch unser Tempel schall' von deiner Ehre, auch unser Dank und unsers Herzens Flehen soll dich erhöhen. 3. Hier, an der Stätte, wo du deinem Namen, Herr, ein Gedächtniß stiftetest, da kamen wir oft vor dir, da willst du uns begegnen, um uns zu segnen. 4. Vergebens lockt die Welt zu ihren Freuden; mein Geist soll sich an deiner Lehre weiden, dein heil' ges Wort, das deine Boten lehren, will ich gern hören. ter, vor dich treten; ich weiß, du 5. Ich will mit Andacht, Vaund die, die ihre Sündenschuld liebst, die kindlich zu dir beten, bereuen, willst du erfreuen. mich lehren, vom Wege, der dir 6. laß auch heute deinen Geist mißfällt, abzukehren, regiere mich, daß meine ganze Seele zum Trost dich wähle. deiner Güte, voll Heil für mich, 7. Dein Tag sei mir ein Denkmal und lenke mein Gemüthe auf jenes Heil, das mir dein Sohn erworben, da er gestorben. 8. Ja, Preis sei dir, du Todesüberwinder! An diesem Tag haft du zum Heil der Sünder, die fern von Gott in Todesschatten saßen, dein Grab verlassen. 9. Es fei're dankbar diesen Tag die Erde, daß jedes Land voll Deffentliche Verehrung Gottes. 245 deines Ruhmes werde. Lob sei, Ewige bemüht, sich aller ErdenErlöser, deinem großen Namen sorg' entzieht! auf ewig. Amen. 8. Nichts gleicht dem himmlischen Entzücken, das hier ein frommes Herz belebt, wenn es in fel'gen Augenblicken sich im Gebet zu Gott erhebt und voll des Glücks, das es genießt, von Dank und Freuden überfließt. 9. Wie nichtig sind der Erde Freuden dem, der des Himmels Freuden schmeckt; wie süß der Trost, wenn man im Leiden sein Herz dem besten Freund entdeckt; wie nichts ist alles Glück der Welt dem, der mit Gott sich unterhält! 495. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Den en Höchfien öffentlich verehren und in sein Haus mit Freuden gehn, um andachtsvoll sein Wort zu hören und ihn lobpreisend zu erhöhn, ist eine Pflicht, wozu der Christ, so lang' er lebt, verbunden ist. 2. Wenn du nur in der Still' ihn ehrest, zwar Jesum deinen Heiland nennst, doch ihn nicht öffentlich verehrest, ihn nicht auch vor der Welt bekennst, bist du dann sein? bist du ein Chrift, der seinem Heiland dankbar ist? 3. Wer sich dem Gottesdienst entziehet, an seines Gottes Ruhe tag, aus Trägheit die VersammLung fliehet und nicht mit Andern beten mag, entzieht sich einer heil's gen Pflicht und sorgt für seine Seele nicht. 4. Auch deinen Nächsten zu erbauen, mußt du zum Hause Gottes gehn. Wie Manche sind, die auf dich schauen, die bloß auf Andrer Beispiel sehn. O denke dran, daß du als Christ ein gutes Beispiel schuldig bist. 5. Doch selber dich von deinen Pflichten und von der Bahn zur Seligkeit noch immer mehr zu unterrichten in dieser deiner Prüfungszeit, wie nöthig ist dies nicht, o Chrift, der du geneigt zu Feh. lern bist. 6. Wie schwach sind unsre eignen Kräfte, wie schwach Erkenntniß und Der ist ein Geschäfte, wozu Gott gütig uns verband, ein Mittel, das uns neue Kraft zum Glauben und zur Tugend schafft. 7. Wie manchen Trost hab' ich empfunden, wenn ich das Wort des Herrn gehört! Wie lieb' ich euch, ihr frohen Stunden, da man anbetend Gott verehrt und. um das 10. Kommt, fromme Christen, theure Brüder, vereint im Geift, vor Gott zu stehn, kommt, wir find Eines Leibes Glieder, kommt, unsern Schöpfer zu erhöhn. Frohlockend preiset Jesum Christ, der unser Haupt und Mittler ift. 11. laßt uns schmecken und empfinden, wie freundlich Gott den Seinen ist, er, der so gnädig unsrer Sünden, so bald wir Buße thun, vergißt, von Neuem uns als Kinder liebt und liebreich Gnad' um Gnade giebt. 12. Erleuchte, Herr, selbst unsre Seelen, vertreib' aus uns des Irrthums Nacht, laß uns die Wahrheit nicht verfehlen, die du uns selber kund gemacht, damit dein großer Ruhetag dort ewig uns beglücken mag. 496. Mel. Herr Jesu Christ, dich 2c. Hier sind wir, Gott, und flehn um Licht, versage deinen Geist uns nicht, lehr' uns dein heilig Wort verstehn, und freudig deine Wege gehn. 2. Erleuchte deine Lehrer nun und ihre Hörer, lehr' uns thun nach deinem Wohlgefallen, Gott: denn du, o Herr, bist unser Gott. Verhalten gegen Gott überhaupt. 246 3. Daß wir, im Glauben stark, und frei von aller Sünd' und Heuchelei dir dienen unsre Lebenszeit in Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Erhör' uns, unser Lobgesang gefalle dir und unser Dank, bis wir vor deinem Throne stehn und dann vollkommen dich erhöhn. 497. Mel. Herr Jesu Christ, dich 2c. Herr Jesu, gieb uns deinen Geift, ben uns dein göttlich Wort verheißt, gieb Hülf' und Gnade, leit' und führ' uns auf der Wahrheit Bahn zu dir. 2. Von Andacht sei das Herz belebt, wenn unser Mund dein Lob erhebt, gieb uns mehr Glauben, mehr Verstand und mache dich uns recht bekannt. 3. Bis mit den Engeln jeder Christ singt: Heilig, heilig, heilig ist Gott, unser Gott, und ihn entzückt in seiner Herrlichkeit erblickt. 4. Lobt Gott, den Vater, lobt und preist des Vaters Sohn und seinen Geist; und ewig jauchz' und freue sich, Gott, Erd' und Himmel über dich. einem Thron, der heiligen Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit! 4. Chr' sei dem Vater, und dem Sohn sammt heil'gem Geist in 499. Mel. Herr Jesu Christ, dich zc. Der du stets unsre Zuflucht bist, fei mit den Deinen, Jesu Christ, send' uns den Geift, der uns regiert und uns den Weg zur Wahrheit führt. 2. Er stärkt den wankenden Verstand, macht deinen Vater uns bekannt, er flammt zur Heiligkeit uns an, er leitet uns des Lebens Bahn. wir, Gott, heilig, heilig, heilig, 3. Gelobt sei Gott! Einst fingen dir, und schauen dich in deinem Licht von Angesicht zu Angesicht. 500. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier 2c. Wir erscheinen, Gott, vor dir, dich im Geiste zu verehren, lehrbegierig kommen wir, auf dein heilig Wort zu hören, von der Welt uns zu entfernen und der Wahrheit Weg zu lernen. 2. Gieb uns deinen Geist, o Gott, und durch ihn den wahren Glauben, nimmer laß der Låstrer Spott dieses Segens uns berauben; gieb auch Licht und Muth und Stärke 498. Herr Jesu Christ, dich zu uns uns zu jedem guten Werke. wend', dein'n heil'gen Geist du zu uns send'; mit Hülf' und Gnad' er uns regier und uns den Weg zur Wahrheit führ'. 2. Thu' auf den Mund zum Lobe dein, bereit' das Herz zur Andacht fein, den Glauben mehr', stårk' den Verstand, daß uns dein Nam' werd' wohl bekannt. 3. Bis wir singen mit Gottes Heer: Heilig, heilig ist Gott der Herr, und schauen dich von Angeficht in ew'ger Freud' und sel'gem Licht. 3. Hilf, daß alle Sünder sich durch dein Wort zu dir bekehren, und wir Alle, Gott, durch dich gern vollbringen, was wir hören, Alle fromm durch dich auf Erden, All' im Himmel selig werden. 501. Liebster Jesu, wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören, lenke Sinnen und Begier auf die süßen Himmelslehren, daß das Herz jetzt von der Erde ganz zu dir gezogen werde. Heilighaltung des Eides. 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsterniß umhüllet, wo nicht deines Geistes Hand uns mit Hellem Licht' erfüllet: Gutes denken und begehren kannst du uns allein gewähren. 3. D du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht aus Gott geboren, mach' uns allesammt bereit, öffne unser Herz und Ohren. Unser Hören, Bitten, Singen, laß, Herr Jesu, wohlgelingen! 502. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier 2c. Jesu Christe, wir sind hier, deine Weisheit anzuhören. Lenke Sinnen und Begier zu des Himmels süßen Lehren, daß das Herz jetzt von der Erde ganz zu dir gezogen werde. 2. Dieses Lebens Wissenschaft bleibt mit Finsterniß umhüllet, wenn nicht deines Geistes Kraft uns mit hellem Licht' erfüllet. Lehr' aufs Wort uns glaubend merken, laß es uns zum Leben stärken. 247 3. Gieb, Gott, daß wir dich stets und kindlich lieben mögen, daheim und in der Welt, auf allen unsern Wegen. Dein Segen sei mit uns, den uns dein Wort verheißt, dein Fried' in Ewigkeit, o Vater, Sohn und Geist! 504. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier 2c. Nun, Gott Lob, es ist vollbracht, Singen, Beten, Lehren, Hören. Gott hat Alles wohl gemacht; dankbar laßt uns ihn verehren. Unser Gott sei hoch gepriesen, daß sein Wort uns unterwieſen! 2. Unser Gottesdienst ist aus, und auf uns ruht Gottes Segen. Fröhlich gehen wir nach Haus, wandeln fort auf Gottes Wegen. Gottes Geist wird selbst uns leiten und zum Himmel zubereiten. 3. Unsern Ausgang segne Gott, unsern Eingang woll' er segnen, fegnen unser täglich Brot, unser Thun und lassen segnen, segnen uns auch, wenn wir sterben, daß wir dann den Himmel erben. 3. du Glanz der Herrlichkeit, Licht vom Licht aus Gott geboren, Heiligster, von Ewigkeit hast du dir uns auserkoren; lehre deines 505. Himmels Erben, lehr' uns leben, Gott sei uns gnädig und barmLehr' uns sterben. herzig und geb' uns seinen göttlichen Segen. 2. Er laß über uns sein Antlig leuchten, daß wir auf Erden erkennen seine Wege. 3. Es segne uns Gott, unser Gott; es fegne uns Gott und geb uns seinen Frieden. Amen. 503. Mel. Nun danket Alle Gott 2c. Gott, unserm Gott, sei Lob für seines Wortes Lehren! Den Sundern ruft er zu, sich ernstlich zu bekehren, Betrübten giebt er Troft, Heilighaltung des Eides. den Schwachen Muth und Kraft, und Lust zur Heiligung in ihrer Pilgrimschaft. 2. Er segne nun sein Wort, durch seines Geistes Stärke um Jesu willen stets zu Früchten guter Werke, daß unser Glaube ihm bis in den Tod getreu und immer thätiger durch wahre Liebe sei. 506. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Gott, wer bei deinem Namen schwöret und, was er zugesagt hat, bricht, der ist ein Frevler: denn er ehret dich, der die Wahrheit Verhalten gegen Gott überhaupt. 248 selbst ist, nicht. Er kann nicht froh, nicht mit Vertraun zu dir, o Gott, gen Himmel schaun. 2. Wir sollen ja nach deinem Willen, wie du, der Wahrheit Freunde sein, und, was sie fodert, gern erfüllen, und keine Lasten dabei scheun. Wer sie verletzt, vers wirft sein Heil, ihm wird des Meineids Qual zu Theil. 3. Wie darf der hoffen, dich zu sehen, der, Gott, die Wahrheit frech entehrt, den Nächsten sucht zu hintergehen und falsch bei dei nem Namen schwört? Vor deinem heiligen Gericht besteht ein solcher Frevler nicht. 508. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Du, den uns Gott zum Mittler gab, zum Himmel uns zu bringen, fieb' gnädig auf den Dank herab, den wir dir, Jesu, singen. Du, unser Trost, allein durch dich kann unsre Seele Gottes sich und ihres Lebens freuen. fommt ins Gericht; der Nedliche, der Fromme nicht. 2. Uns drohten furchtbar Sünd' und Tod mit allen ihren Plagen. 507. Mel. Ich dank' dir schon durch 2c. Du, Herr und Richter aller Welt, deß Auge Alles siehet, dem nur der Redliche gefällt, der Trug und Lugen fliehet. 2. Laß mir den Eid stets heilig sein, auch dadurch dich zu ehren, mich nie aus Leichtsinn ihn entweihn, nie aus Gewohnheit schwören. 4. Und flöh' er zu dem fernsten Meere; du findest allenthalben ihn, wenn er auch noch so mächtig wäre. Wer kann sich deiner Macht entziehn? Hier hilft nicht Ehre, Macht und Geld, nicht Beifall, Gunst und Schutz der Welt. 5. Drum laß mich eher nichts betheuern, bis ich bedenke, was ich thu', und den Gedanken oft ers neuern: des Eides Richter, Gott, bist du, schaust meines Herzens Innerstes, bringst es ans Licht, und richtest es. 5. Die deines Namens Heiligkeit durch falschen Schwur entweihen, die trifft in ihrer Sicherheit mit Schrecken einst dein Drauen. 6. Drum sei stets meines Herzens Grund voll Ernst, dich, Gott, zu ehren, und ferne sei von meinem Mund entheiligendes Schwören, 6. Ja, hilf mir, daß ich stets mit Treue, nur was ich denke, schwör' und halt', und dich mit heil'ger Ehrfurcht scheue und deine richtende Gewalt. Wer fälschlich schwört, 7. Er sei beständig lúgenrein, nur Wahrheit heiß ihn sprechen. Sein Ja sei ja, sein Nein sei nein: denn Lügen wirst du rächen. Verhalten gegen Jesum insbesondere. Was half uns hier, in solcher Noth nicht muthlos zu verzagen? Von Gott gesandt, erschienest du, mit dir zugleich auch Trost, und' Ruh' und Heil für unsre Seelen. 3. Ehrwürdig sei dein Name mir. So oft ich ihn nur nenne, so sei's mit Ehrfurcht auch vor dir, deß Hoheit ich erkenne. 4. Erfodern es Gesetz und Pflicht, bei dir es zu bezeugen, was Wahrheit sei, so laß mich nicht um Alles fie verschweigen. 3. Du kamst und wardst ein Mensch, wie wir, des em'gen Baters Liebe verherrlichte sich ganz in dir. Aus göttlich edlem Triebe gabst du mit liebevollem Sinn dein Leben für uns Sünder hin, vom Elend uns zu retten. Verhalten gegen Jesum insbesondere. 249 4. Sei hochgelobt! Herr, le- Vater liebt und Heil und Seligbenslang gebührt dir unsre Liebe. teit mir giebt, seh' ich aus seinen Leiden. daß dir keiner diesen Dank je dafür schuldig bliebe! Durch dich erlöst, gehören wir dir völlig an. O möchte dir zur Ehre jeder leben! 5. Wir schwören's dir, Herr Jesu Christ, dich und dein Wort zu lieben, in dem, was dir gefällig ist, uns lebenslang zu üben. stärk' uns nur durch deinen Geist, ben du den Deinigen verheißt im Kampf mit jeder Sünde! 6. Dir nach gehn wir dann himmelan auf deinem heil'gen Pfade, bei jedem Schritt auf dieser Bahn erquickt uns deine Gnade. Und wenn hier unser Lauf sich schließt, so führst du uns, Herr Jesu Christ, zur Fülle deiner Freuden. mag, ein würdig Opfer bringen! Nimm meinen unvollkommnen 4. Wird Gott, der seinen Sohn mir schenkt, nicht gnädig mein ges denken? nicht, wenn mich wo ein Kummer kränkt, mit ihm mir Alles schenken? Ja, Jesus, meine Zuversicht, ist in der Finsterniß mein Licht, mein Tröster, wenn ich leide, mein Reichthum in der Dürftigkeit, in Unruh' meine Sicherheit, im Tode meine Freude. 509. Mel. O König, dessen Majestät zc. 6. Ich fürchte nicht dein Weltgericht; verwandle nur die Herr, welche Gnad' erzeigst du Ich glaub' und weiß es, daß ich mir, wie liebest du mich Armen! Mein Heiland, wie vergelt' ich dir dein göttliches Erbarmen? Du bist mein Heil, du liebtest mich so stark, so treu; o mocht' ich dich von Her zen wieder lieben! O möcht' ich, als dein Eigenthum, doch immer, dir zum Dank und Ruhm, was du gebietest, üben! nicht von dir gerichtet werde. Vollendet ist der Pilgerlauf, du nimmst mich in den Himmel auf, ich steh' vor deinem Throne, zur Rechten steh' ich, und mein Haupt schmückt, denn ich hab' an dich geglaubt, der Ueberwinder Krone. 2. könnt' ich doch bei Nacht und Tag von deiner Liebe singen und dir, was ich doch nicht verDant, nimm meinen schwachen Lobgesang, ja nimm mein ganzes Leben, Erlöser, gnädig an von mir; zu deinem Dienste geb' ich's dir, und mehr kann ich nicht geben. 3. Erweitre dich, mein Herz, für ihn, den Retter unsrer Seelen. Ich will der Sünde mich entziehn, will ihn zum Herrn mir wählen, verschmähen will ich, was der Welt und meinen Lusten nur gefällt; er giebt mir bepre Freuden. Daß Gott mich wie ein 5. Wie könnt' ich vor der letzten Noth, vor meinem Tode beben? Soll ich durch meines Jesu Tod nicht auferstehn und leben? Nun schreckt mich nicht das finstre Grab; ich halte dich und laß nicht ab, bis du mir, Herr, begegnest und mich nach meiner Bilgerzeit mit Leben und Unsterblichkeit in deinem Himmel segnest. 510. Mel. Seelenbräutigam 2c. Wer ist wohl, wie du, Stifter wahrer Ruh', Jesu, Freund der Menschenfinder, Retter der verlornen Sünder! Licht und Seelenruh' fließt von dir uns zu. 2. Herr der Herrlichkeit, zur bes stimmten Zeit kamst du uns zum Heil auf Erden, warst zur Duldung der Beschwerden unsrer Niebrigkeit großmuthsvoll bereit. 3. Tiefe Schmach und Noth, selbst den Kreuzestod hast, zur Tilgung unsrer Schulden, du als Mittler wollen dulden, hast durch deinen Tod uns verföhnt mit Gott, Verhalten gegen Gott überhaupt. 250 4. Keine Furcht der Welt schreckte dich, o Held. Todesmacht hast du bezwungen, und ein ew'ges Heil errungen für die sünd'ge Welt durch dein Lösegeld. 5. Deine Majestät, König und Prophet, will ich demuthsvoll verehren und auf deine Stimme hören: denn dein Reich besteht, wenn die Welt vergeht. 6. Laß mich dir zum Ruhm als dein Eigenthum recht und nach Gewissen handeln und mit Freuden dir nachwandeln. Wahres Christenthum sei mein bester Ruhm. 7. Zeuch zu dir mein Herz, laß in Freud' und Schmerz mich an deine Treue denken. Und wenn Noth und Furcht mich kränken, o so gieb im Schmerz Muth und Troft ins Herz. 8. Bilde mich nach dir, daß ich eifrig hier mich in wahrer Sanftmuth übe, und, wie du, die Demuth liebe, Stolz und Rachbegier herrsche nie in mir. 9. Neiget sich mein Sinn zu dem Eitlen hin, o dann warne meine Seele, daß sie nicht ihr Ziel verfehle. Lenke meinen Sinn auf das Ew'ge hin. 10. Wecke mich stets auf, daß in meinem Lauf nichts von dir zurück mich halte, und mein Eifer nicht erkalte. In dem Tugendlauf hilf mir Schwachen auf. 11. In Versuchungszeit stårke mich zum Streit. Laß mich was chen, und mit Beten voll Vertrauen vor dich treten, bis nach Kampf und Streit mich der Sieg erfreut. 12. Will der Trübsal Nacht und der Menschen Macht meine bange Seele schrecken, müsse mich dein Schild bedecken. Hab' in solcher Nacht huldreich auf mich Acht. 13. Einen edlen Muth, daß ich irdisch Gut willig, ja mein eigen Leben mag um deinetwillen geben, solchen weisen Muth gieb mir, höchstes Gut. 14. Soll's zum Sterben gehn, laß mich auf dich sehn. Bleib' mir hülfreich dann zur Seiten, mich durchs Lodesthal zu leiten, dich erfreut zu sehn und vor dir zu stehn. 511. Mel. Seelenbräutigam 2c. Dir ergeb' ich mich, Jesu, der du dich auch zu meinem Heil und Leben in den Tod haft hingegeben. Ewig will ich dein, mein Erlöser, sein. 2. Wahrer Mensch und Gott, Trost in Noth und Lod, du bist darum Mensch geboren, zu erret. ten, was verloren durch dein Blut und Tod wahrer Mensch und Gott. 3. Deiner Liebe Werth, die dein Tod erklärt, laß mich tief zu Herzen nehmen, und mich deiner niemals schämen. Sie, fie dringe mich, stets zu lieben dich. 4. Groß ist deine Huld. Aller meiner Schuld wollst du ewig nicht gedenken, und auch mir den Fries den schenken, den du mir erwarbst, als du für mich starbst. 5. Deines Geistes Trieb in die Seele gieb, daß ich wache, und mit Beten täglich vor dich möge treten, so verlischt das Licht meines Glaubens nicht. 6. Hilf mir, sündenrein auch schon hier zu sein. Was die Luft zum Guten mehret, und der Lüfte Macht zerstöret, das erbitt' ich mir, Heiligster, von dir. 7. Hilf mir Schwachen auf, meinen Pilgerlauf nur nach deinem Wort zu enden, leite mich mit treuen Händen auf des Lebens Bahn, führ' mich himmelan. 8. Ohne Prüfung ist hier kein wahrer Christ. Willst du mich ins Leiden führen, laß mich nur dich nicht verlieren. In der Trübsalsnacht nimm mich, Herr, in Acht. 9. Deine Freundlichkeit, wenn fie mich erfreut, treibe Herz und Mund zum Danken und bewahr' Verhalten gegen Jesum insbesondere. 251 mich in den Schranken einer heil'- ben. Gottes Beifall, Gottes Reich gen Freud', ohne Sicherheit. 10. Einen Heldenmuth, der auch Gut und Blut gern um beinetwillen lasse und des Fleisches Lüfte haffe, gieb zu deiner Chr' mir je mehr und mehr. 11. Jesu, hilf, daß ich Alles, was nur mich von dir scheidet, überwinde und durch deine Kraft empfinde, daß ein wahrer Christ treu und standhaft ist. 12. Hier durch Spott und Hohn, bort die Ehrenkron', hier im Hoffen und Vertrauen, dort im Haben und im Schauen: denn auf Spott und Hohn folgt die Ehrenfron'. 13. Wird's von hinnen gehn; wollst du mir beistehn, mich durchs Todesthal begleiten und zu deinem Himmel leiten, daß ich da mich dein ewig môge freun. 512. Mel Jesus, meine Zuversicht 2c. Sanft, o Christ, ist Jesu Joch; und was kann bei ihm uns fehlen? Dwie selig sind wir doch durch den Retter unsrer Seelen! Welche Wonn' und Herrlichkeit wartet unsrer nach der Zeit! 2. Freue deines Glaubens dich, deines Gottes, seines Sohnes. Deine Seele rühme sich ihrer Hoffnung, seines Lohnes, voller Muth und unverstellt, freudig vor der ganzen Welt. 3. Hat gleich sein Bekenntniß Hier feine Leiden und Beschwerden; dennoch sei ihm treu: denn dir sollen ew'ge Freuden werden. Was ist gegen solch ein Glück dieses Lebens Augenblick? 4. Scháme seines Worts dich nie vor den Frevlern, vor den Spittern, wenn sie ihn verschmähn, wenn sie sich und ihren Wiz vergottern. Was vermag der Låstrer Spott wider Jesum, wider Gott, 5. Was vermag er? Tobt er gleich wider dich und deinen Glaukann doch keine Macht dir rauben. Halte dich an den nur fest, der die Seinen nie verläßt. 6. Welchen Kampf hat nicht dein Herr für dein ew'ges Heil gestritten; jene Schar der Märtyrer, was hat die für ihn gelitten? Schmach und Martern, selbst den Tod litten sie getroft für Gott. 7. Und der Spotter Witz und Hohn könnte je dein Herz verführen, deinen Antheil an dem Lohn deines Glaubens zu verlieren? Nein, o Christ, nein, wanke nie; fleh' um Rettung auch für sie. 8. Sei getreu bis in den Tod, denn du glaubest nicht vergebens. Nach dem Tode führt dich Gott zu der Wonne jenes Lebens, und auf einen kurzen Streit krönt dich seine Herrlichkeit. 513. Mel. Nun danfet Alle Gott 2c. Mag doch der Spötter Heer sich deines Namens schämen; ich freue mich, dein Heil, Herr Jesu, anzunehmen. Dein Kreuz ist Thorheit nur dem, der es nicht versteht, und keiner spottet sein, der Gottes Wege geht. 2. Du kamst, o Gottes Sohn, du kamst, uns zu versöhnen und uns, Verlorne, nur mit Gnad' und Heil zu krönen. Welch' wundervolle Huld, der Welt ein Schöpfer sein, und eine Welt, die fiel, von ihrer Schuld befrein! 3. Ich kann hier freilich nicht das große Wunder fassen, gesandt vom Ewigen, der Himmel Thron verlassen, die Thaten Gottes thun, als eingeborner Sohn, und dann am Kreuz empfahn der Missethåter Lohn. 4. Doch kann mein Herz gar wohl der Wahrheit Kraft empfinden, die meinen Geist belebt, mich reiniget von Sünden; doch hab' ich, Herr, durch dich Gerechtigkeit Verhalten gegen Gott überhaupt. 252 und Heil, und an der Seligkeit der Gottversöhnten Theil. 5. Dieß músfe mein Vertraun zu dir, o Herr, erwecken. Zu schwach, den ganzen Rath der Gottheit zu entdecken, nehm' ich dein großes Heil mit Dank und Freuden an und folge dir getreu auf ebner Tugendbahn. 6. Herr, deine Ewigkeit wird mir mehr Licht gewähren und deine große Huld im Schauen mir erklåUnendlich ist mein Heil. O Glaube, der erfreut! Gelobt sei Jesus Christ, gelobt in Ewigkeit! ren. 514. Mel. Jesu Leiden, Pein und Tod 2c. Sollt' ich jest noch, da mir schon deine Güt' erschienen, dich verlas. sen, Gottes Sohn, und der Sünde dienen? mit den Lüsten dieser Zeit wieder mich beflecken und nicht mehr die Süßigkeit deiner Liebe schmecken? 2. Hab' ich doch allein bei dir meine Ruh' gefunden, Mittler, heiltest du doch mir alle meine Wunden; und ich sollte dein Gebot, wie die Sünder, hassen und mein Recht an deinem Tod wieder fahren lassen? 3. Nein, ich bin und bleib' ein Christ, folge deinen Lehren, laffe weder Macht, noch List meinen Glauben stören. Fielen tausend ab, nicht ich; mag's die Welt verdrießen, sie wird mein Vertraun auf dich mir doch gönnen müssen. 4. Beigt sie mir ein Heil, wie bu? bringt sie Kraft den Wiüden, den Bedrängten Trost und Ruh', Sündern Gottes Frieden? giebt sie mir die Zuversicht, daß ich, troß dem Grabe, deiner Ewigkeiten Licht zu erwarten habe? 5. Rettet sie mich, wenn vor Gott einst die Völker stehen und das Leben und den Tod ihm zur Seite sehen, wenn der Sichre nun zu spät aus dem Schlaf erwachet, und der Spötter, der hier schmäht, glaubt und nicht mehr lachet? 6. Dwie thöricht, wenn ich mich noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes Huld genieße; da ich weiß, auf weffen Wort ich die Hoffnung gründe, daß auch ich unfehlbar dort Gnad' und Leben finde. 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, Trubsal nicht, noch Freuden, sollen mich, mein Herr und Gott, jemals von dir scheiden. Welt, und Sund', und Eitelkeit und des Fleisches Triebe, Alles überwind' ich weit, Herr, durch deine Liebe. 515. Meinen Jesum laß ich nicht. Weil er sich für mich gegeben, so erfodert meine Pflicht, nur allein für ihn zu leben. Er ist meines Lebens Licht. Meinen Jesum laß ich nicht. 2. Jesum laß ich nimmer nicht, weil ich soll auf Erden leben. Ihm hab' ich voll Zuversicht, was ich bin und hab', ergeben. Alles ist auf ihn gericht't. Meinen Jesum laß ich nicht. 3. Laß vergehen das Gesicht, Hiren, Schmecken, Fühlen weichen, laß das lepte Tageslicht mich auf dieser Welt erreichen, wenn des laß ich nicht! Leibes Hütte bricht, meinen Jesum 4. Ich werd' ihn auch lassen nicht, wenn ich nun dahin gelanget, wo vor seinem Angesicht frommer Christen Glaube pranget. Mich Meinen erfreut sein Angesicht. Jesum laß ich nicht. 5. Nicht nach Welt, nach Himmel nicht meine Seel' in mir sich sehnet; Jesum wünscht sie und sein Licht. Der mich hat mit Gott versöhnet, der mich frei macht vom Gericht, meinen Jesum laß ich nicht. 6. Jesum laß ich nicht von mir, geh' ihm ewig an der Seiten, Chriftus wird mich für und für zu der Lebensquelle leiten. Selig, wer von Herzen spricht: meinen Jesum laß ich nicht. Verhalten gegen Jesum insbesondere. 516. Mel. Meinen Jesum laß ich 2c. Jesu, dich, dich laß ich nicht. Du haft dich für mich gegeben, sollt' ich nicht aus Dank und Pflicht an dir hangen, dir nur leben? Du bist meines Lebens Licht, dich, mein Jesu, laß ich nicht. 2. Du, du bist und bleibst mein Ruhm bis an meines Lebens Ende; dir geb' ich zum Eigenthum ganz mich hin in deine Hände. Du bist meine Zuversicht, dich, mein Jesu, laß ich nicht. 3. Wenn mein Auge schon verlischt, Wang' und Lippen sich entfärben, mich kein Labsal mehr erfrischt, alle Sinnen mir ersterben und das matte Herz nun bricht, laß ich dich, mein Jesu, nicht. 4. Dort auch, dort auch bist du mir Seligkeit und Trost und Freude, dort belohnst du, was ich hier dir zu Ghren willig leide, dort seh' ich dein Angesicht. Dich, mein Jesu, laß ich nicht. 5. Nichts auf dieser Erde ist's, was des Herzens Wünsche stillet; du, o Jesu, du nur bist's, du nur, der fie ganz erfüllet. Dich, mein Reichthum, Ruhm und Licht, dich mein Jesu, laß ich nicht. 6. Dich, mein Jesu, halt' ich fest, laffe nichts von dir mich scheiden. Wehe dem, der dich verläßt, er beraubt sich ew'ger Freuden. Selig, wer in Wahrheit spricht: dich, mein Jesu, laß ich nicht. 517. Mein Jesu, dem die Seraphinen im Glanz der höchsten Majestät selbst mit bedecktem Antlik dienen, wenn dein Befehl an sie ergeht; wie follten blöde Fleischesaugen, die der verhaßten Sünden Nacht mit ihrem Schatten trüb' gemacht, dein helles Licht zu schauen taugen? 253 Heiligthum und laß mich deine Gnad' erquicken zu meinem Heil' und deinem Ruhm. Reich' deine Gnade meiner Seele, die reuerfüllt vor dir sich beugt, die Lieb' und Dankbarkeit bezeigt, sprich: Ja, du bist's, die ich erwähle. 2. Doch gönne meinen Glaubensblicken den Eingang in dein 3. Sei gnädig, Jesu, voller Güte, dem Herzen, das nach Gnade lechzt, hör', wie das sehnende Gemüthe: Gott, sei mir Armen gnådig! achzt. Ich weiß, du kannst mich nicht verstoßen; wie könntest du nicht gnädig sein dem, den dein Blut von Schuld und Pein erlöst, da es so reich geflossen? 4. Ich fall' in deine Gnadenhände und flehe glaubensvoll zu dir: Gerechter König, wende, wende mit deiner Gnade dich zu mir. Ich bin gerecht durch deine Wunden, es ist nichts Sträfliches an mir. Bin aber ich versöhnt mit dir, so bleib' ich auch mit dir verbunden. 5. Ach, laß mich deine Weisheit leiten und nimm ihr Licht nicht von mir weg, stell' deine Gnade mir zur Seiten, daß ich auf dir beliebtem Steg beständig bis ans Ende wandle, damit ich hier in dieser Zeit in Lieb' und Herzensfreudigkeit nach deinem Wort und Willen handle. 6. Reich mir die Waffen aus der Höhe und stärke mich durch deine Macht, daß ich im Glauben fieg' und stehe, wenn Stark' und List der Feinde wacht. So wird dein Gnadenreich auf Erden, darin Gerechtigkeit regiert und Lieb' und Huld das Zepter führt, auch von mir ausgebreitet werden. 7. Ja, ja mein Herz will dich umfassen, erwähl' es, Herr, zu deinem Thron. Hast du aus Lieb ehmals verlassen des Himmels Pracht und deine Kron', so würd'ge auch mein Herz, o Leben, und laß es deinen Tempel sein, bis du, fällt dieser Bau einst ein, mich wirst in deinen Himmel heben. 8. Ich steig' hinab zu dir im Glauben, steig' du in Lieb' herab zu mir, laß nichts mir diese Freu 254 Verhalten gegen de rauben, erfülle mich nur ganz mit dir. Ich will dich fürchten, lieben, ehren, so lang' in mir das Herz sich regt, und wenn dasselb' auch nicht mehr schlägt, so soll doch noch die Liebe währen. Gott überhaupt. auch Todespein in deiner Huld nicht achten. Du bist und bleibst auch dann mein Heil, mein Trost und meines Herzens Theil, und führst mich über Welt und Zeit zum Schauen deiner Herrlichkeit. So wahr du bist, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, du segneft mich selbst durch den Tod. 518. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich 2c. 5. Wer von dir weicht, und wer die Welt mehr liebt, als dich, nicht Herr Jesu Christ, mein höchsies Glauben hält, der stürzt sich ins Verderben. Weil er der Erde Lust und Pracht zu seinem Himmelreiche macht, kann er dein Reich nicht erben. Denn wer dich hier nicht lieben lernt und nicht sein Herz von dem entfernt, was dir, du Heiligster, mißfällt, kommt nicht zu jener beffern Welt. Wer aber hier sein Herz dir giebt, sein Herz dir giebt, wird ewig auch von dir geliebt. 6. Nun, Herr, ich halte mich zu dir; du aber hältst dich auch zu mir, und das ist meine Freude. Ich seze meine Zuversicht auf dich, mein Fels, der nicht zerbricht in noch so großem Leide. Ich will mich deiner Gnade freun, dich lieben, dir gehorsam sein, will dir in Noth und Tod vertraun, so werd' ich dort dich ewig schaun. Herr Jesu Chrift, ich warte drauf, ich warte drauf, komm, Herr, mein Gott, und nimm mich auf. Gut, du machest meinem Herzen Muth, schaffst meiner Seele Freude. Und darum bleib' ich stets an dir. Was ist, o Herr, das mich von dir und deiner Liebe scheide? Du machst mir deinen Weg bekannt, hältst mich bei meiner rechten Hand, regierst und führst den Lebenslauf, hilfft gnädig meiner Schwachheit auf. Herr Jesu Christ, du bist mein Licht, du bist mein Licht; ich folge dir, so irr' ich nicht. 2. Du leitest mich nach deinem Rath, der anders nichts beschlossen hat, als was mir Segen bringet. Geht's gleich zu Zeiten wunderlich, so weiß ich dennoch, daß durch dich der Ausgang wohl gelinget. Nach saurem Gang auf rauher Bahn nimmst du mich einst mit Ehren an und schenkest mir nach allem Leid die Krone der Gerechtigkeit. Herr Jesu Christ, ach, mit Begier, ach, mit Begier sehnt sich mein Herz zu sein bei dir! 3. Mein Alles ist auf dich gericht't. Hab' ich nur dich, so frag' ich nicht nach Himmel und nach Erden. Denn wär' der Himmel ohne dich, so könnte keine Lust für mich in tausend Himmeln werden. Wärst du nicht schon auf Erden mein, möcht' ich auch nicht auf Erden sein. Denn auch die ganze weite Welt hat nichts, das außer dir gefällt. Herr Jesu Christ, wo du nicht bist, wo du nicht bist, ist nichts, das mir erfreulich ist. 4. Auch in der allergrößten Noth erquickst du mich. Und wenn im Tod' auch Seel' und Leib verschmachten, wie könnte das mir schrecklich sein? Mein Glaube lernt 519. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich 2c. Von ganzem Herzen lieb' ich dich, mein Heiland: denn du liebtest mich, eh' ich dich lieben konnte. Schon hast du meiner, Herr, gedacht, eh' deine weise fromme Macht der Schöpfung Werk be gonnte. Und sahst du gleich, ich würde dein unwürdig und ein Sünder sein, durch meiner Våter Fall entweiht, beraubt der ersten Heiligkeit; doch sollt' ich dein, ich, Jesu Christe, sollte dein, ich, Sünder, sollte selig sein. Verhalten gegen Jesum insbesondere. 2. Ach möcht' ich, o mein Schild 520. und Heil, dir, hier mein Trost und dort mein Theil, nur wür- Herzlich lieb hab' ich dich, o Herr, dig danken können! Laß gegen dich, wie du's verdienst, mich, weil du mir zum Heil erschienst, in heißer Lieb' entbrennen. Erhaben über allen Dank, weit über meinen Lobgesang, bedarfst du, meine Zuversicht, mein Lob zu deiner Größe nicht. Doch flamme Dank, dir, Jesu Christe, slamme Dank, hoch flamm' empor mein Lobgesang. ich bitt', du wollst sein von mir nicht fern mit deiner Hülf' und Gnaden. Die ganze Welt erfreut mich nicht, nach Himmel und Erden frag' ich nicht, wenn ich nur dich kann haben. Und wenn auch gleich das Herz mir bricht, bist du doch meine Zuversicht, mein Heil und meines Herzens Trost, der mich durch sein Blut hat erlöst. Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, in Schanden laß mich nimmermehr. 3. Des Todes Band' umfingen mich; du sahst's und du erbarmteft dich, als ich vergehen wollte. Du, du beschloffest, ob ich zwar des Fluchs, des Todes würdig war, daß ich nicht sterben sollte. Dich kannt' ich nicht und rief dir nicht; doch wandtest du dein Angesicht mitleidensvoll herab zu mir und schwurst Erlösung, schwurst bei dir: ich will den Lod, ich will der Abgefallnen Tod ervulden, der den Sündern droht. 4. Du kamst; doch da zerfloffen nicht die Wolken unter dir in Licht, dem Kommenden zu Ghren; die Berge wurden nicht erregt, in ihren Gründen nicht bewegt, du kamst nicht, zu zerstören; dich kündigte kein Sturmwind an; kein freffend Feuer ging voran; kein Donner donnert' und kein Blitz schoß durch die Himmel, deinen Sig; du kamst zur Welt, zur Rettung der gefallnen Welt, still, wie der Thau der Nächte fällt. 255 5. Ein Mensch, nicht mächtig und nicht reich, ach, arm und niedrig, Knechten gleich, erschienst du, mich zu retten, mich, ewig, ewig preis' ich dich, von meines Todes Banden mich mitleidig zu entfetten. Du reichtest mir der Hülfe Hand vom Kreuze her, und ich empfand mein Glend und mein Heil zugleich, vom Fluch erlöset in dein Reich. Du starbst den Tod, du starbst der Abgefailnen Tod. Besiegt, besiegt ist nun der Tod. 2. Es ist fa, Herr, dein Geschenk und Gab' mein Leib, Seel' und Alles, was ich hab' in diesem armen Leben. Damit ich's brauch' zum Lobe dein, zum Nuß und Dienst des Nächsten mein, wollst du mir Gnade geben. Behüt' mich, Herr, vor falscher Lehr', des Satans' Mord und Lügen wehr', in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ich's trag' geduldiglich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, trist' mir meine Seel' in Todesnoth. 3. Ach, Herr, laß dein' lieb'n Engelein am letzten End' die Seele mein in Abrahams Schooß tragen, den Leib in seinem Kämmerlein gar sanft ohn' alle Qual und Bein ruhn bis am jüngsten Tage. Alsdann vom Tod erwecke mich, daß meine Augen sehen dich in aller Freud', o Gottes Sohn, mein Heiland und mein Gnadenthron. Herr Jesu Christ, erhöre mich, erhöre mich, ich will dich preisen ewiglich. 521. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich zc. Aus ganzem Herzen lieb' ich dich. Nach Gnade, Heiland, dürftet mich, die meine Seele labe. Die ganze Welt erfreut mich nicht, 256 Verhalten gegen nach Erd' und Himmel frag' ich nicht, wenn ich, mein Gott, dich habe. Wenn auch mein Herz im Tode bricht, bist du doch meine Zuversicht, mein Trost, mein Heil, der mich erlöst, und auch im Tode nicht verstößt. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, hilf mir im Leben und im Tod. 2. Ach Alles, Herr, hab' ich von dir. Den Leib, die Seele gabst du mir und dieß mein erstes Leben. Daß ich es deiner Liebe weih, ein Bruder meinen Brüdern sei, dieß Heil wollst du mir geben. Laß, Mittler, mein Erkenntniß rein, und heilig meinen Wandel sein; im Kreuze mich dir glaubend traun und nur auf deine Hülfe schaun. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, hilf mir auch in der letzten Noth. 3. Und wenn du mich einst sterben heißt, so führe du, Herr, meinen Geist zu dir, frei aller Plage. Mein still verwesendes Gebein wird Erde, doch nicht länger sein, als bis zum letzten Tage. Du läsfest mich im Tode nicht, du kommst, du kommst und hältst Gericht. Ach Richter, laß mich ohne Graun dich dann auf deinem Throne schaun! Herr Jesu Christ, erhöre mich, erhöre mich, so preis' ich ewig, ewig dich. 522. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. Jesu, Jesu, Gottes Sohn, der du, noch eh' ich war, mich schon geliebt aus reinem Triebe. Vor dir ist Alles sonnenklar; mein Herz ist dir auch offenbar, du weißt, daß ich dich liebe. Herzlich such' ich dir vor Allen zu gefallen, nichts auf Erden kann und soll mir lieber werden. 2. Dieß eine nur bekümmert mich, daß ich mit solcher Inbrunst Gott überhaupt. dich nicht liebe, wie ich wollte. Ich selbst empfind' es nur zu sehr, daß ich dich mit der That noch mehr, mein Heiland, lieben sollte. Laß mich glaubig deine Gute ins Gemüthe stärker fassen, dir mich ganz zu überlassen. 3. Stehst du mit deiner Kraft mir bei, so werd' ich stets mit festrer Treu' und einzig dir anhangen. Nichts, was sonst Menschen wohlgefällt, nicht Lust der Sinne, Chr' und Geld befriedigt mein Verlangen. Ohn' dich kann mich nichts von Schäzen recht ergezzen und beglücken, du nur kannst mein Herz erquicken. 4. Den, der dich liebt, den liebst auch du, dem schaffst du für die Seele Ruh' und Trost für sein Gewissen. Ob ihn auch manche Noth hier drückt, so wird er doch durch dich erquickt in seinen Kümmernissen. Endlich wird sich nach dem Leide volle Freude für ihn finden, da wird all' sein Trauren schwinden. 5. Noch hat kein Aug' es je gesehn, es kann's auch hier kein Mensch verstehn und würdig gnug beschreiben, was denen dort für Herrlichkeit bei dir und von dir ist bereit, die in der Liebe bleiben. Was hier von dir wird gegeben, unser Leben zu ergeßen, ist dagegen nichts zu schätzen. 6. Drum laß ich billig dieß al. lein, o Jesu, meine Freude sein, daß ich dich herzlich liebe und mich in dem, was dir gefällt, je mehr und mehr in dieser Welt nach deinem Worte übe, bis sich für mich jenes Leben wird anheben, wo die Frommen aller Trübsal sind entnommen. 7. Da werd' ich deine Gütigkeit, die mich schon hier so sehr erfreut, im vollen Umfang schmecken, da seh' ich in dem hellsten Licht dein gnadenvolles Angesicht, auf immer frei von Schrecken. Wohl mir, Preis dir, der mir droben aufgehoben ew'ge Freuden. Nichts, Herr, soll mich von dir scheiden. Verhalten gegen Jesum insbesondere. 257 er erweckt auch einst ihn wieder aus der Erde. Dann soll er schön verklärt in seinen Himmel gehn und ihn von Angesicht zu Angesichte fehn. 523. Mel. O Gott, du frommer Gott 2c. Mein Jesus liebet mich, wie könnt' ich Jesum hassen? Er liebt mich so getren, wie könnt' ich ihn verlassen? Das sei mein Bund mit ihm: mein Heiland soll allein mein auserwählter Freund, er soll mir Alles sein. 2. Als ich sein Feind noch war, ist er für mich gestorben und hat das Leben mir durch seinen Tod erworben. Was ich nicht konnte thun, hat er für mich gethan, ob ich gleich feine Huld ihm nie vergelten kann. 3. Er hatte mich erlöst; doch liebt' ich noch die Sünden und wollte mich noch nicht zu seiner Heerde finden. Allein der treue Hirt ging mir so lange nach, bis mein so hartes Herz sein Ruf voll Liebe brach. 4. Die Sünde drückte mich, ich war mit Angst umfangen; er ließ mich Ruh' und Rast durch sein Verdienst erlangen. Er spricht mich gnädig noch von allen Strafen frei, und in Versuchungen steht er mir mächtig bei. 5. Ihm darf ich jede Noth, die mich belastet, klagen. Wo Menschenhülfe fehlt, läßt er mich nicht verzagen, er hört mich, sieht auf mich voll Lieb' und Freundlichkeit und, wenn mir's nüßlich ist, hilft er auch allezeit. 6. Hålt er zuweilen auch sein Angesicht verborgen, umringen mich alsdann viel kummervolle Sorgen, so läßt er mich doch bald sein Antlig wieder sehn, fühlt meinen Schmerz und läßt mich nie vergebens flehn. 7. Bin ich am Ziele dann, am Ende meiner Tage, so machet er mich frei von aller Not und Plage; und ewig, ewig ist die Wonn' und Herrlichkeit, mit welcher Jesus mich nach meinem Kampf erfreut. 8. Ich weiß es, daß mein Leib einst Staub und Asche werde; doch 9. So liebt mein Heiland mich; ich will ihn wieder lieben. In dem, was ihm gefällt, will ich mich tåglich üben; ich will auch treu ihm sein, sein ewig Eigenthum. Mein Jesus liebet mich, das sei mein höchster Ruhm. 524. Meine Seele erhebet den Herrn, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes. 2. Denn er hat mein Glend angeſehen. Siehe, es werden mich selig preisen alle Kindeskind. 3. Er hat große Ding' an mir gethan, der da mächtig ist, und deß Name heilig ist. 4. Und seine Parmherzigkeit währet immer für und für bei denen, die ihn fürchten. 5. Er übet Gewalt mit seinem Arm und zerstreuet die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. 6. Er stößet die Gewaltigen vom Stuhl, und erhebet die Glenden. 7. Die Hungrigen füllet er mit Gütern, und lasset die Reichen leer. 8. Er denket der Barmherzigkeit, und hilft seinen Verehrern auf. 9. Wie er gered't hat zu den Våtern, Abraham und seinen Kindern ewiglich. 10. Lob und Prets sei Gott, dem Vater, und dem Sohn und dem heiligen Geiste. 11. Wie es war im Anfang, feßt, und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 525. Mel. Schap über alle Schäße 2c. Freude der Grlösten, o Jesu, daß ich mich kann deiner Liebe trösten, o wie beglückt bin ich, 17 Verhalten gegen Gott überhaupt. 258 wie selig! Alle Leiden der kurzen Pilgerzeit vers inden vor den Freuden der nahen Ewigkeit. 2. Nichts, nichts sei meinem Herzen so werth, als du, schon hier. Denn mit wie großen Schmerzen erkauftest du es dir! Dir müss' es angehören mit Allem, was es ist, dich über Alles ehren, der du sein Heiland bist. 3. Wer kann mein Herz beglücken, als deine Huld allein? wer selbst im Tod' erquicken? wer da mein Tröster sein? Dir will ich mich ergeben. Bei dir ist Sicherheit vor jeder Noth, ist Leben, ist Troft und Seligkeit. 4. Was soll ich trostlos klagen? Giebst du auch, Jesu, mir hier manche Last zu tragen, ich hange doch an dir. Ich will geduldig leiden; von dir, mein Herr und Gott, von dir soll mich nichts scheiden, kein Glück, kein Schmerz, kein Spott. 5. Herrlichkeit der Erde, vergebens lockst du mich. Wenn ich nur selig werde, wie gern entbehr' ich dich. Wo Jesus Hütten bauet, da, da ist's gut zu sein. Wenn ihn mein Aug' einst schauet, wie will ich dann mich freun! 6. Sei denn in jedem Leide, im Tode sei mit mir, und führ', o meine Freude, mich näher dann zu dir. Wenn mich kein Leid mehr rühren, kein Tod mehr tödten kann, wie werd' ich triumphiren, wie selig bin ich dann! 526. Schat über alle Schätze, o Jesu, bester Schatz, an dem ich mich ergezze, hier hab' ich einen Plaß in meinem treuen Herzen dir, Höchster, zugetheilt, weil du durch deine Schmerzen mir meinen Schmerz geheilt. 2. Ach, Freude meiner Freuden, du wahres Himmelsbrot, damit ich mich kann weiden, das meine Seelennoth ganz kräftiglich kann stillen, und mich in Leidenszeit erfreulich kann erfüllen mit Trost und Süßigkeit. 3. Laß mich im Geist erblicken dein freundlich Angesicht, mein Herz stets zu erquicken, komm, komm, mein Freudenlicht! Denn ohne dich zu leben, ist lauter Herzeleid; vor deinen Augen schweben, ist wahre Seligkeit. 4. Dreiche Lebensquelle, o Jesu, süße Nuh', schickst du mir Trauerfälle in meinem Leben zu, will ich geduldig leiden; es soll mich keine Bein von deiner Liebe scheiden, noch mir beschwerlich sein. 5. Mein Herz bleibt dir ergeben, dir immer für und für, im Sterben und im Leben, will lieber hier mit dir im Trubsalsfeuer schwitzen, als, Jesu, ohne dich in Glück und Freuden sißen, am Geiste jämmerlich. 6. Herrlichkeit der Erden, dich mag und will ich nicht; mein Geist will himmlisch werden, und ist dahin gericht't, wo Jesus wird geschauet, da sehn' ich mich hinein; wo Jesus Hütten bauet, dort, dort ist gut zu sein! 7. Nun, Jesu, mein Vergnügen, nimm mich dereinst zu dir; hilf mir den Tod bestegen, komm dann, der Seele Zier, und setze mich aus Gnaden in deine Freudenstadt. So kann mir Niemand schaden, so bin ich reich und satt. 527. Mel. Jesu, meine Freude 2c. Wie getrost und heiter, du Gebenedeiter, machst du meinen Geist, der du, die dir trauen, führst zu grünen Auen und so gern erfreuft. Niemals wird bei dir, mein Hirt und Beruhiger der Seelen, mir Erquickung fehlen. 2. Deinem Rath ergeben, freu' ich mich, zu leben: was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher; du, mein Seligmacher, rustest mich mit Muth. Wenn die Verhalten gegen Jesum insbesondere. Welt erbebt und fällt, wenn Gericht und Hölle schrecken, willst du mich bedecken. 3. Ich kann ohne Grauen Gråber vor mir schauen: mein Erlöser lebt. Ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein Arm erhebt. Todestag, dein Schrecken mag eines Frevlers Herz erschüttern; was brauch' ich zu zittern! 4. Auch in mir ist Sünde; doch ich überwinde sie, mein Hort, durch dich. Sink' ich oft noch nieder, du erhebst mich wieder, du begnadigst mich: deine Huld tilgt meine Schuld. Nie entziehst du -deinem Knechte der Erlösten Rechte. 5. Daß ich Gott erkenne, und ihn Vater nenne und mich ewig sein, daß ich hier am Grabe Troft und Hoffnung habe, dank' ich dir allein. Daß dein Geist mich unterweist und mich führt auf deinem Pfade, das ist deine Gnade. 6. Der du Blut und Leben hin für mich gegeben, daß in meiner Noth ich nicht hilflos bliebe, groß ist deine Liebe, stärker als der Tod. Herr, und ich, ich sollte mich deiner Huld nicht dankbar freuen? dir mein Herz nicht weihen? 7. Würdig dir zu leben, dieß sei mein Bestreben, meine Lust und Pflicht. Was die Welt vergnüget, o mein Heil, das gnüget meiner Seele nicht. Hab' ich dich, wie gern will ich das, wornach die Giteln trachten, reich in dir, verachten. 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich selig werde? giebt's Zufriedenheit? Sind nicht auch die Ehren, die die Welt bethören, Traum und Eitelkeit? Du crfreust des Menschen Geist, Herr, du willst, die dich verehren, ewig wieder ehren. 9. Deinen hohen Frieden schmeck' ich schon hienieden; und was hoff' ich dort? Unbegrenzte Zeiten vol ler Seligkeiten Hoff' ich auf dein Wort. Sie sind mein, durch dich allein. Bleib' ich dir getreu im 259 Glauben, wer kann sie mir rauben? 10. Voll von deiner Güte fauchzet mein Gemüthe, Gott, mein Heiland, dir. Dieser Geist der Freuden stärke mich in Leiden, weiche nie von mir. Laß mich so beherzt und froh einst durchs Thal des Todes dringen, dort dein Lob zu singen. 528. Jesu, meine Freude, meines Herzens Weide, Jesu, meine Zier, ach wie lang', ach lange ist dem Herzen bange, ihn verlangt nach dir! Gottes Lamm, mein Bräutigam, außer dir soll mir auf Grden sonst nichts Liebres werden. 2. Unter deinen Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei. Laß auch Felsen splittern, laß den Erdkreis zittern; mir Ob es ist gleich steht Jesus bei. kracht und blißt, ob gleich Sünd' und Hölle schrecken, Jesus will mich decken. 3. Troß der Gruft der Erden, wo ich Staub soll werden, trotz der Furcht dazu. Tobe, Welt, und springe; ich steh' hier und finge in ganz sichrer Ruh': Gottes Macht hält mich in Acht, Jesus läßt mich überwinden und den Himmel finden. 4. Weg mit allen Schäßen, du bist mein Ergeßen, Jesu, meine Luft. Weg, ihr eitlen Ehren, ich mag euch nicht hören, bleibt mir unbewußt. Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 5. Gute Nacht, o Wesen, das die Welt erlesen, mir gefällst du nicht; gute Nacht, ihr Sünden, bleibet weit dahinten, kommt nicht mehr ans Licht; gute Nacht, du Stolz und Pracht, dir sei ganz, du Lasterleben, gute Nacht gegeben. 17* 260 Verhalten gegen Gott úberhaupt. 6. Weicht, ihr Trauergeister, Freuden will ich ewig meiden, denn mein Freudenmeister, Je- fliehet fern von mir. leppigkeit, sus, tritt herein. Denen, die Gott Stolz, Schmähsucht, Neid, ihr lieben, muß auch ihr Betrüben beschweret das Gewissen, euch will lauter Freude sein. Duld' ich ich nicht wissen. schon hier Spott und Hohn, dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. 529. Mel. Jesu, meine Freude 2c. Bester Troft im Leide, Jesu, meine Freude, meines Herzens Theil, deine Mittlertreue macht, mein Heil. Hab' ich dich, wie reich bin ich! Ohne dich kann ich auf Erden nie recht ruhig werden. 2. Unter deinem Schirme können keine Stürme mir erschrecklich sein. Laßt auch Felsen splittern, laßt den Erdkreis zittern und den Einsturz draun; was ist's mehr? Rings um mich her mag es donnern, krachen, blizen; Jesus will mich schüßen. 3. Donnert auch im Grimme des Gesetzes Stimme, Jesus ftillet sie. Mag der Tod nahen, mich das Grab umfahen, Jesus läßt mich nie. Mich schreckt nicht das Weltgericht, freudig, daß ich Jesum sehe, blick' ich auf zur Höhe. 4. Wer ist, der den Glauben meinem Herzen rauben, ihn erschüttern kann? Bei der Feinde Toben stimm' ich, Gott zu loben, Freudenlieder an. Mich bewacht des Mittlers Macht, die kann selbst der Feinde Wüthen Fried' und Ruh' gebieten. 5. Lockt nur, Gold und Schäße, Ehre sei der Göße der betrognen Welt; mich sollt ihr nicht blenden, nicht von dem mich wenden, der mich treu erhält. Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 7. Weichet, Sorg' und Zagen, schweiget, bange Klagen, Jesus ist ja mein. Jeden, der ihn liebet, muß, was erst betrübet, noch zulegt erfreun. Hab' ich hie viel Angst und Müh'; Jesu, auch im bängsten Leide, bleibst du meine Freude. 6. Weich', des Eiteln Liebe, weicht, des Fleisches Triebe; Thoren täuschet ihr. Sünden, eure 530. Mel. Jesu, meine Freude 2c. Jesus ist mein Hirte. Als ich mich verirrte, ich verlornes Schaf, kam er mir entgegen, eh' auf meinen Wegen mich ein Unfall traf. Siech war ich; doch er trug mich zu der Heerde, voll Erbarmen selbst auf seinen Armen. 2. Jesus ist mein Leben, will mir Alles geben, was das Herz erfreut. Keine wahre Freude mangelt feiner Weide, keine Seligkeit. Voll und hell ist stets sein Quell, der mich, wenn mich Trübsal drücket, stärket und erquicket. 3. Er, daß ich nicht falle, hält mich, und ich walle sicher seine Bahn. Folgsam seinen Rechten, stößt in finstern Nächten nie mein Fußtritt an. Schreckt und droht mir selbst der Tod; mich wird, auch bei Furcht und Schrecken, Herr, dein Arm bedecken. 4. Ich bei meinem Freunde fürchte keine Feinde, ich, von ihm beschützt. Darb' ich; er hat Gaben, giebt mir, mich zu laben, was mir ewig nüßt. Trost und Lust durchströmt die Brust: denn ich bete nie vergebens zu dem Herrn des Lebens. 5. Seine Lieb' und Gnade folgt mir auf dem Pfade seines Beispiels hier. Wenn ich ihn vollende, reichet er am Ende seine Krone mir. Ich, erneut zur Seligkeit, bin dann ewig mit den Frommen herrlich und vollkommen. Verhalten gegen Jesum insbesondere. 531. Mel. O Jesu Christ, mein's 2c. Ach Gott, wie manches HerzeLeid bekümmert mich hier in der Zeit! Der schmale Weg ist trübsalvoll, den ich zum Himmel wandeln soll. 2. Wie schwerlich läßt doch Fleisch und Blut sich bringen zu dem ew'gen Gut! Wo soll ich mich denn wenden hin? Zu dir, Herr Jesu, steht mein Sinn. 3. Bei dir mein Herz Troft, Hülf' und Rath allzeit gewiß gefunden hat; Niemand jemals verlaffen ist, der dir vertraut hat, Jefu Chrift. 4. Du nahmst dich unsers Elends an. Was hast du nicht für uns gethan? Für uns, die ohne dich verlor'n, bist du, Sohn Gottes, Mensch gebor'n. 5. Du führeft uns durch deinen Tod ganz wunderbar aus aller Noth. du, mein Herr und Gott allein, wer kann mich außer dir erfreun? 6. Es kann kein Trauren sein so schwer, dein süßer Nam' erfreut vielmehr. Kein Glend mag bitter sein, dein süßer Troft flößt Lindrung ein. so 7. Ob mir mein Leben gleich verschmacht', so weißt du, daß ich's doch nicht acht'. Wenn ich dich habe, hab' ich wohl, was ewig mich erfreuen soll. 8. Dein bin ich ja mit Leib und Seel', was kann mir thun Sünd', Tod und Höll? Kein' größre Treu' auf Erden ist, denn nur bei dir, Herr Jesu Christ. 9. Ich weiß, daß du mich nicht verläßt, dein' Wahrheit bleibt mir ewig fest; du bist der rechte treue Hirt, der ewig mich behüten wird. 261 11. Wer Glaub' und Lieb' im Herzen hat, der wird's erfahren in der That. Zu sterben, Jesu, wünsch' ich mir, hätt' ich nicht meine Lust an dir. 12. Sa, könnt' ich mich nicht deiner freun, so möcht' ich nicht geboren sein. Wer kennet dich, wer liebt dich, Herr, und wird nicht immer seliger? 13. Du bist mir über Alles werth, mein höchster Trost auf dieser Erd"; an dir allein ich mich ergeg' weit über alle goldne Schäß'. 10. Jesu, meine Freud' und Ruhm, des Herzens Schaß und Eigenthum, ich kann's nicht gnugsam zeigen an, wie hoch dein Nam' erfreuen kann. 14. So oft ich nur gedenk' an dich, so freut mein ganz Gemüthe sich; wenn ich mein' Hoffnung stell' zu dir, so fühl' ich Freud' und Trost in mir. 15. Wenn ich in Nöthen bet und sing', so wird mein Herz recht guter Ding'. Dein Geist bezeugt, daß schon dabei des ew'gen Lebens Vorschmack sei. 16. Drum will ich, weil ich lebe noch, gern tragen deines Kreuzes Joch. Gott, mache mich dazu bereit, es dient zum Besten allezeit. 17. Hilf mir mein Werk recht greifen an, daß ich den Lauf vollenden kann, hilf mir bezwingen Fleisch und Blut, daß es nicht Sünde liebt und thut. 18. Erhalt' mein Herz im Glauben rein, so leb' und sterb' ich dir allein. Du bist mein Trost, hör' mein Begier, mein Heiland, ach wär' ich bei dir! 532. Jesu, meines Herzens Freud', süßer Jesu, meiner Seele Seligkeit, süßer Jesu, des Gemüthes Sicherheit, süßer Jesu, Jesu, süßer Jesu. 2. Tausendmal gedenk' ich dein, mein Erlöser, und begehre dich al lein, mein Erlöser, sehne mich ,. bei dir zu sein, mein Erlöser. Jesu, mein Erlöser. 262 Verhalten gegen 3. Weide mich und mach' mich fatt, Himmelsspeise; tránke mich, mein Herz ist matt, Seelenweide; sei du meine Ruhestatt, Ruh' der Seelen. Jesu, Ruh' der Seelen. 4. Nichts ist lieblicher, als du, liebste Liebe; nichts ist freundlicher, als du, milde Liebe; auch nichts süßer ist, als du, süße Liebe, Jesu, füße Liebe. 5. Ich bin krank, komm, stårke mich, meine Stärke, ich bin matt, erquicke mich, süßer Jesu. Wenn ich sterbe, tröste mich, du mein Tröster. Jesu, du mein Tröster. 533. Mel. Ich ruf zu dir, Herr 20. Jesu Christ, mein Trost und Licht, der du mein Heil und Leben so innig liebst, daß ich es nicht kann würdig gnug erheben, o möcht' ich als dein Eigenthum dich herzlich wieder lieben und, getrieben von deiner Treue Ruhm, in Gegentreu' dich üben. 2. Gieb, daß kein stårkrer Trieb in mir, als dich zu lieben, lebe, daß ich mit herrschender Begier dir zu gefallen strebe. Nimm Alles, Alles von mir hin, was dich und mich kann scheiden, eitle Freuden, die dir mein Herz entziehn, laß mich mit Ernst vermeiden. 3. Du hast mich je und je geliebt und mich zu dir gezogen, eh' ich noch etwas Gut's geübt, warst du mir schon gewogen. O laß, Freund meiner Seligkeit, stets deine Huld mich leiten und begleiten, laß sie zu jeder Zeit mir hülfreich stehn zur Seiten. 4. Laß jeden Stand, darin ich steh', Herr, deine Liebe zieren und, wenn ich etwa irre geh', zu dir zurück mich führen; laß sie mich stets des Christen Pflicht und jede Tugend lehren und mir wehren, daß Welt und Sünde nicht mich blenden und bethören. Gott überhaupt. 5. Laß fie mir Freudigkeit im Leid, in Schwachheit Stärke geben. Und rufst du nach vollbrachter Zeit mich einst aus diesem Leben, o dann laß deine Lieb' und Treu', Herr Jeſu, mir beistehen, mich erhöhen, daß ich, von Leiden frei, zu deinem Reich kann gehen. 534. Mel. O Gott, du frommer 2c. Was frag' ich nach der Welt und allen ihren Schäßen, wenn ich mich nur an dir, Herr Jesu, kann ergeßen. Dich hab' ich mir allein zur Freude vorgestellt; du, du bist meine Ruh', was frag' ich nach der Welt. 2. Die Welt ist wie ein Rauch, der in der Luft vergehet, und einem Schatten gleich, der kurze Zeit bestehet. Mein Jesus aber bleibt, wenn Alles bricht und fällt, er ist mein starker Fels, was frag' ich nach der Welt. 3. Die Welt sucht Ehr' und Ruhm, des Lobes Eitelkeiten und denket nicht daran, wie bald doch Menschen gleiten. Das aber, was mein Herz vor Andern rühmlich hält, ist Jesus nur allein, was frag' ich nach der Welt. 4. Die Welt sucht Geld und Gut, und kann nicht ruhn, noch rasten; sie häuft, sich selbst zur Qual, des Reichthums schwere Lasten. Ich hab' ein beßres Gut zu meinem Ziel gestellt: denn Jesus ist mein Schatz, was frag' ich nach der Welt. 5. Die Welt bekümmert sich, im Fall sie wird verachtet, als wenn man ihr mit List nach ihrer Ehre trachtet; ich trage Christi Schmach, so lang' es ihm gefällt. Wenn mich mein Heiland ehrt, was frag' ich nach der Welt. 6. Die Welt kann ihre Luft nicht hoch genug erheben, fte möchte wohl dafür selbst gar den Himmel geben. Ein Andrer halt's mit ihr, der von sich selbst nichts Verhalten gegen Jesum insbesondere. 263 hält; ich liebe meinen Gott, was habe. Sucht mich die Welt durch frag' ich nach der Welt. Gut und Geld dir ungetreu zu machen, so will ich ihrer lachen. 7. Was frag' ich nach der Welt, wie bald muß sie verschwinden, ihr Ansehn kann durchaus den Tod nicht überwinden; die Güter müssen fort, und alle Lust verfällt. Bleibt Jesus nur bei mir, was frag' ich nach der Welt. 8. Was frag' ich nach der Welt, mein Jesus ist mein Leben, mein Schap, mein Eigenthum, dem ich mich ganz ergeben, mein ganzes Himmelreich, und was mir sonst gefällt. Drum sag' ich noch einmal: was frag' ich nach der Welt. 535. Met. Was Gott thut, das 2c. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht, dir bleibt mein Herz ergeben. Du kennst dieß Herz, das redlich spricht: nur Einem will ich leben. Du, du allein, du sollst es sein, du sollst mein Trost auf Erden, mein Glück im Himmel werden. 2. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht, ich halte dich im Glauben. Nichts kann mir meine Zuversicht und deine Gnade rauben. Der Glaubensbund hat festen Grund: du läsfest dir nicht nehmen, die dei ner sich nicht schämen. 6. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht, nichts soll mich von dir scheiden. Es bleibet jedes Christen Pflicht, mit seinem Herrn zu leiden. Doch all mein Leid währt kurze Zeit; bald ist es überstanden, und Ruh' ist dann vorhanden. 3. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht. Aus göttlichem Erbarmen gingst du für Sünder in's Gericht und büßtest für mich Armen. Aus Dankbarkeit will ich allzeit, um deines Leidens willen, die Pflicht der Treu' erfüllen. 4. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht, du stärkest mich von oben. Auf dich steht meine Zuversicht, wenn meine Feinde toben. Ich balt' an dir, du bist bei mir. Wenn mich die Feinde haffen, wirst du mich nicht verlassen. 7. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht, nie soll mein Glaube wanken. Und wenn des Leibes Hütte bricht, sterb' ich mit dem Gedanfen: Mein Freund ist mein, und ich bin sein, er ist mein Schutz, mein Tröster, und ich bin sein Erlöster. 5. Dich, Jesu, laß ich ewig nicht, dich, Gottes größte Gabe. Ich weiß, daß mir kein Gut gebricht, Herr, wenn ich dich nur 536. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich 2c. Herr, dem seliges Regieren, stillt alles Leid, das meinen Geist beschwert. Wie bald läßt sich dein Friede spüren, wenn sich mein blsdes Herz zu dir hinkehrt. Dein Gnadenblick ermuntert meinen Sinn, nimmt alle Furcht und linruh' von mir hin. 2. Gewiß, du giebst mir solche Gaben, die alle Welt mir nicht verschaffen kann. Nichts kann die matte Seele laben, schau' ich der ganzen Erde Reichthum an; du kannst's, o Herr, und thust's im Ueberfluß und schenkst mir deiner Gnade Vollgenuß. 3. Freund, wie wohl ist dem Gemüthe, das sich auf eignem Weg ermüdet hat, und nun zu deiner Huld und Güte sich kindlich und getrost im Glauben naht! Wie fühlt es alle Furcht und Angst verbrängt und sich mit sanfter Nuh' von dir beschenkt! 4. Was eigne Kraft mir nicht kann geben, das schenket deine Gnade mir schon hier; sie åndert auch mein Herz und Leben, und wirket Luft zur Heiligung in mir; fie ist's, die mich von Kraft zu Kräften führt und mit Geduld und Langmuth mich regiert. Verhalten gegen uns selbst. 264 5. Drum will ich, Herr, auf dich nur schauen, o führe mich, du Führer aus der Höh', und, deiner Leitung zu vertrauen, hilf, daß ich stets auf deine Gnade seh', daß nicht im Unglück, selbst im Tode nicht, je wanke meines Glaubens Zuversicht. 6. Wenn mich ein Fehler niederschläget, mein kindliches Vertrauen in mir dampft, wenn bange Furcht in mir sich reget und ZweifelIII. Verhalten Christliche Selbstliebe. 537. Mel. D Gott, du frommer 2c. Du willst es, Herr, mein Gott, daß ich mich selber liebe. Gieb, daß ich diese Pflicht nach deiner Vorschrift übe und laß den sel'gen Trieb, mich meines Glücks zu freun, den du mir eingepflanzt, nie mein Verderben sein. 2. Gieb, daß mein ganzes Herz sich deiner Liebe weihe, und daß ich allezeit dein Auge findlich scheue. Wer als ein Christ sich liebt, der flieht auch als ein Chrift, was deinem heil'gen Rath, o Gott, entgegen ist. 3. Kein schnöder Eigennuß beherrsche meine Seele. Und wenn zu meinem Glück ich Weg und Mittel wähle, so laß mich stets dabei auf Recht und Wahrheit schaun, auch nie mein Wohlergehn auf Andrer Elend baun. 4. Dein Fluch trifft jedes Glück, dabei die Tugend leidet, dabei der, der es fucht, Gott, deine Wege meidet. Wer Unrecht liebt und thut, erbt deinen Himmel nicht. Nie treffe mich, o Gott, dieß schreckliche Gericht. 5. Nie blende mein Gemüth der Eitelkeiten Schimmer. Die Welt mit ihrer Luft vergeht doch muth mit meinem Glauben kämpft, so laß mich, Herr, auf deine Liebe sehn, laß neue Kraft und Zuversicht entstehn. 7. So ruh' ich denn in deinen Armen. Du sollst, o Herr, mein Ein und Alles sein. Mein Himmelreich ist dein Erbarmen. schließ mich nur in deine Gnade ein. Genug, wenn du mein Freund und Führer bist, und wenn mein Herz nur deine Huld genießt. gegen uns selbst. einst auf immer. Was hilft uns kurze Lust? was hilft uns eitle Pracht? Nicht ein vergänglich Gut ist's, was uns selig macht. 6. Gin Gott ergebnes Herz, ein unverlegt Gewissen, nur das kann uns allein des Lebens Lust versüßen, das bleibt uns auch im Tod' und folgt uns aus der Zeit zum großen Segen nach bis in die Ewigfeit. 7. O felig, wer darnach mit heil'gem Eifer trachtet und für fein größtes Glück, Gott, deine Gnade achtet! Der liebt allein sich recht, der hat schon in der Zeit die wahre Ruh', und einst vollkommne Seligkeit. 8. Dieß sei denn nun mein Ziel. laß es mir gelingen, der Seele wahres Heil nach Wunsche zu er. ringen, so lieb' ich mich stets so, wie dir es wohl gefällt, und über Alles dich, mein Gott, und nicht die Welt. 538. Mel. Kommt her zu mir, spricht ze. Du förderst gern mein wahres Wohl, drum hilf mir, Gott, auch wie ich soll, mit Weisheit darnach streben. Von dir selbst kommt die starke Lust, der rege Trieb in meiner Brust, beglückt und froh zu leben. Sorge für unsre Seele. 2. Stets heilig sei mit dieser Trieb; doch auch dein Wille mir so lieb, daß ich mein Wohlergehen nur such' auf jenem sichern Pfad, den mir dazu dein weiser Rath von Ewigkeit ersehen. 3. Untrüglich ist bloß dein Verstand, nur dir ist ganz genau bekannt, was Noth, was Heil gebieret. Mich aber täuscht oft fal scher Wahn, ich seh' noch oft als nüßlich an, was mich zum Elend führet. 4. Drum laß mich nie dem Anschein traun und niemals, um mein Glück zu baun, nur was mir gut dünkt, wählen. Auch hier sei stets dein Wort mein Licht. Folg' ich nur dem, so werd' ich nicht mein wahres Wohl verfehlen. 5. Hilf mir den unterschiednen Werth der Güter, die der Mensch begehrt, recht einsehn und bedenken, und meine größte Emsigkeit auf das, was ewig mich erfreut, mit weiser Sorgfalt lenken. 6. Hilfit du zu dieser Weisheit mir, so werd' ich auch vorzüglich hier nach deinem Beifall streben, mich um ein reines Herz bemühn, die schnöde Lust der Sünde flichn und nur dem Guten leben. 7. Dann wird mich wahres Glück erfreun. Froh, ruhig wird mein Geist dann sein in meinen Pilgertagen. Und was sonst meinem Wohl gebricht, das wird mir deine Liebe nicht, Allgütiger, versagen. 8. Ich gehe dann den ebnen Pfad, auf welchem mich dein weiser Rath zum höhern Leben führet, wo mich vollkommnes Glück erfreut, und wo mich nun in Ewigkeit kein Unfall mehr berühret. Sorge für unsre Seele. 539. Mel. Nun lob' mein' Seel' den 2c. Gedent', o meine Seele, daß du für Gott erschaffen bist, fühl' es 265 voll Dank und wähle, was deiner Wünsche würdig ist. Dir müssen Gottes Sonnen, vir seine Sterne glühn; für deine Rust begonnen Gebirg' und Thal zu blühn. Und sie und alle Gaben, die sie doch nicht für sich, die sie für dich nur haben, sind noch zu arm für dich. an. 2. Der Mensch darf mehr begehren, als Erd' und Himmel geben kann. Gott will ihm mehr gewähren, beut ihm ein größres Grbtheil Er führt ihn auf die Erde, daß er in dieser Zeit von ihm erzogen werde zu seiner Seligkeit, bis er mit allen Kräften, gebildet und gewöhnt zu göttlichen Geschäften, nach ihr allein sich sehnt. 3. Dann endet er vell Wonne des Grdenlebens schweren Lauf; Gott selbst wird seine Sonne, sie geht in vollem Glanz ihm auf. Gntslohn sind alle Leiden, die Thränen abgewischt, vollkommen seine Freuden, in die kein Schmerz sich mischt. Er jauchzt, er triumphiret und hat, durch Gottes Sohn, der ewig hier regieret, des Kampfes großen Lohn. 4. Auch ich darf dieß noch hoffen; selbst nach dem Falle sieht auch mir noch diese Laufbahn offen, zu deinen Freuden, Gott, zu dir, wenn ich mich dir ergebe und, selbst von dir erneut, nicht Sünden, dir nur lebe, geschmückt mit Heiligfeit, wenn ich auf dich nur sehe und fromm und tugendhaft, was eitel ist, verschmähe, gestärkt durch deine Kraft. 5. Schon hier dich, Gott, erkennen, der du mein Herr und Vater bist, von deiner Lieb' entbrennen und thun, was ihrer würdig ist, von Herzen Jejum lieben, der für mich starb, und mich in guten Werken üben aus Ehrfurcht gegen dich, unschuldig, liebreich, allen zum Dienste gern bereit, dein Ziel entgegen wallen, Gott, welche Seligkeit. 6. Mir, der ich auch im Leis den dir, o mein Vater, theuer bin, fließt so, in stillen Freuden, die Stunde meiner Wallfahrt Verhalten gegen uns selbst. 266 hin. Komm früher oder später, o Tod, ich zittre nicht: denn nur den Ulebelthäter erschrecket dein Gericht. Ich, Gottes Wink ergeben, kann frohen Muthes sein, und seiner mich im Leben und auch im Sterben freun. 7. Dieß ist dein Ziel, dieß wähle, die du so hoch begnadigt bist, von Gott erlöste Seele, dieß ist's, was deiner würdig ist. Dieß sei dir gegenwärtig, nach diesem ring' und fei zu allem Guten fertig, bis in den Tod getreu. Dir können keine Welten mit aller ihrer Lust der Sünde Dienst vergelten und dieses Heils Verlust. 540. Mel. Kommt her zu mir, spricht zc. Herr, meiner Seele großen Werth, den mir dein theures Wort erklärt, laß mich mit Ernst bedenken und auf die Sorge für ihr Wohl so unermüdet, als ich soll, den größten Eifer lenken. 2. Wie hoch ist sie vor dir geacht't, welch Heil hast du ihr zugedacht, wie viel an sie gewendet! Du schufft sie, Gott, dein Bild zu sein, und hast, es in ihr zu erneun, selbst deinen Sohn gesendet. 3. 3u groß für diese kurze Zeit, bestimmt zum Glück der Ewigkeit, lebt sie im Fleisch auf Erden, durch Glauben und Gottseligkeit zu gröBerer Vollkommenheit im Himmel reif zu werden. 4. Mit großer Treue willst du fie, selbst durch des Lebens kurze Müh', zu diesem Ziele führen. laß mich nicht durch eigne Schuld das Heil, das deine Baterhuld ihr zugedacht, verlieren! 5. Mit dir, o Herr, vereint zu sein, mich ewig deiner Huld zu freun und dich zum Trost zu wählen, das sei mein Zweck und mein Bemühn; laß mich den rechten Weg dahin aus Leichtsinn nie verfehlen. 6. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum schaffe selbst, o Gott, in mir ein Herz, das Sünden hasset, das seine Schuld vor dir bereut, und das zu deiner Gütigkeit durch Christum Hoffnung fasset. schaft laß mich, gestärkt durch deine 7. In meiner ganzen PilgrimKraft, nach jenem Kleinod trachten, bas mir dein Ruf vor Augen stellt, und alle Güter dieser Welt wie nichts dagegen achten. 8. Wie selig werd' ich dann nicht sein! Schon hier werd' ich mich deiner freun und in dir ruhig leben; und du wirst nach vollbrachter Zeit auch mich gewiß zur Herrlichkeit in deinem Reich erheben. 541. Mel. Herr, wie du willst, so 2c. Nach meiner Seele Seligkeit laß, Herr, mich eifrig ringen. Sollt' ich die kurze Gnadenzeit in Sicherheit verbringen? Wie würd ich einst vor dir bestehn? Wer in dein Reich wünscht einzugehn, muß reines Herzens werden. Lebensbahn auf seine Sünden se2. Erst nach dem Schluß der hen und, wenn man nicht mehr sünd'gen kann, Gott um Erbarmung flehen, das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht in deinem Wort bezeichnet. 3. Du rufft uns hier zur Heis ligung. Drum laß auch hier auf Erden des Geistes wahre Besserung mein Hauptgeschäfte werden. Herr, stärke mir dazu den Trieb, nichts sei so groß, nichts mir so lieb, das ich ihm nicht aufopfre. 4. Gewänn' ich auch die ganze Welt mit allen ihren Freuden, und sollte das, was dir gefällt, o Gott, darüber meiden, was hülfe mir's? Nie kann die Welt mit Allem, was sie in sich hält, mir deine Gnad' ersegen. Sorge für unsre Seele. 5. Was führt mich zur Zufriedenheit schon hier in diesem Leben? was kann mir Trost und Freudigkeit in Noth, im Tode geben? Nicht Menschengunst, nicht irdisch Glück; nur Gottes Gnade und der Blick auf jenes Lebens Freuden. 6. Nach diesem Kleinod, Herr, laß mich vor allen Dingen trachten, und was mir daran hinderlich, mit edlem Muth verachten. Daß ich auf deinen Wegen geh' und im Gericht dereinst besteh', sei meine größte Sorge. 7. Doch, was vermag ich, wenn du nicht vor Trägheit mich beschüßest, und mich zur Treu' in dieser Pflicht mit Kräften unterstůbest? stårke mich, mein Gott, dazu, so find' ich hier schon wahre Ruh' und dort das ew'ge Leben. 4. Also ist auch mein Verlangen, liebster Jesu, nur nach vir. Laß mich treulich dir anhangen, schenke dich zu eigen mir. Ob Viel' auch umkehrten zum größesten Haufen, so will ich dir dennoch in Liebe nachlaufen. Denn dein Wort, o Jesu, ist Leben und Geist. Was ist wohl, das man nicht von Jesu geneußt? 542. Eins ist noth. Ach Herr, dieß Eine lehre mich erkennen doch! Alles Andre, wie's auch scheine, ist ja nur ein schweres Joch, darunter das Herze sich quälet und plaget und dennoch kein wahres Vergnügen erjaget. Erlang' ich dieß Eine, das Alles ersetzt, so werd' ich mit Einem in Allem ergeht. 2. Seele, willst du dieses finden, such's bei keiner Kreatur, laß, was irdisch ist, dahinten, schwing' dich über die Natur. Wo Gott und die Menschheit in Einem vereinet, wo alle vollkommene Fülle erscheinet, da, da ist das beste, nothwendigste Theil, mein Ein und mein Alles, mein seligstes Heil. 267 5. Aller Weisheit höchste Fülle, Herr, in dir verborgen liegt. Gieb nur, daß sich auch mein Wille fein in solche Schranken fügt, worinnen die Demuth und Einfalt regieret und mich zu der Weisheit, die himmlisch ist, führet. Ach, wenn ich nur Jesum recht kenne und weiß, so hab' ich der Weisheit vollkommenen Preis. 3. Wie Maria war beflissen auf des Einigen Genieß, da sie sich Jesu Füßen voller Andacht niederließ, ihr Herze entbrannte, dieß einzig zu hören, was Jesus, ihr Heiland, sie wollte belehren; ihr Alles war gänzlich in Jesum versenkt, und wurde ihr Alles in Gi nem geschenkt; 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höchftes Gut. Jesu, es muß mir gelingen durch dein theures Mittlerblut. Die höchste Gerechtigkeit ist mir erworben, da du bist am Stamme des Kreuzes gestorben, die Güter des Heils ich da habe erlangt, worinnen mein Glaube in Ewigkeit prangt. 7. Nun so gieb, daß meine Seele, Herr, zu deinem Bild' erwacht. Du bist's ja, den ich erwähle, mir zur Heiligung gemacht. Was dienet zum göttlichen Wandel und Leben, ist in dir, mein Heiland, mir Alles gegeben. Entreiße mich aller vergänglichen Luft, dein Leben sei, Jesu, mir einzig bewußt. 8. Ja, was soll ich mehr verlangen? Mich beströmt die Gnadenfluth. Du bist einmal eingegangen in das Heil'ge durch dein Blut, da hast du die ew'ge Erlösung erfunden, daß ich nun der Herrschaft des Satans entbunden. Dein Eingang die völlige Freiheit mir bringt, im kindlichen Geiste der Deine nun singt: 9. Volle Gnüge, Fried' und Freude, jezo meine Seel' ergetzt; weil auf eine frische Weide mein Hirt, Jesus, mich gesetzt. Nichts Süßers kann also im Herzen mich 268 Verhalten gegen uns selbst. laben, als wenn ich nur, Jesu, fallen? Dein Verdienst nur, deidich immer soll haben; nichts, nen Tod. Ja, du bist für mich genichts ist, das also mich innig er storben, hast die Würde mir erworquickt, als wenn ich dich. Jesu, im ben, die, wenn du mein Ruhm nur Glauben erblickt. bist, ihm allein gefällig ist. 10. Drum auch, Jesu, du alleine sollst mein Ein und Alles sein. Prüf, erfahre, wie ich's meine, tilge allen Heuchelschein; sieh', ob ich auf bösem, betrüglichen Stege, und leite mich, Höchster, auf ewige Wege; gieb, daß ich hier Alles nur achte für Koth, und Jesum gewinne. Dieß Eine ist noth. 543. Mel. Jesu, der du meine Seele zc. Sins ist noth. Herr, dieß Eine lehre meine Seele doch. Alles Andre, wie's auch scheine, ist nur ein beschwerlich Joch, unter dem das Herz sich qualet und der Ruhe doch verfehlet. Nur dieß Einzige giebt mir wahren Frieden dort und hier. 2. Seele, willst du dieses finden, such's bei keiner Kreatur, laß nichts Irdisches dich binden, Erdengüter täuschen nur. Nur bei dem auf Gottes Throne hocherhabnen Gottes Sohne, da, da ist das beste Theil, da dein Alles, da dein Heil. 3. Dir ist auch das Glück beschieden, was Maria sich erlas, als sie, ohne zu ermüden, fromm zu Jesu Füßen saß. O wie brannt' ihr Herz, die Lehren, aus der Weisheit Mund zu hören! Sie vergaß die Welt und sich, hört' und sah nur, Jesu, dich. 4. Also steht auch mein Verlangen, mein Erlöser, nur nach vir. Deiner Wahrheit anzuhangen, schenke Trieb und Kräfte mir. Wenn auch Andre sie nicht achten, will ich sie mit Lust betrachten und, mich deines Heils zu freun, ihren Lehren folgsam sein. 5. Was bring' ich, o du vor Allen meine Lust, mein Schmuck, vor Gott, um dem Vater zu ge6. Mit Vergebung meiner Sünden, Herr, begnadigst du mich dann, läßt mich bei dir Ruhe fina den, daß ich fröhlich rühmen kann: Ich bin nun bei Gott in Gnaden; und was könnte mir denn schaden? meines Mittlers Gütigkeit dank' ich meine Seligkeit. 7. In dir liegt der Weisheit Fülle. Was die Seel' allein beglückt, zeigst du mir. Und wenn mein Wille sich in deine Ordnung schickt, dann werd' ich wahrhaftig weise, mir zum Heil und dir zum Preise, lerne Gottes Rath verstehn und den Weg des Lebens gehn. 8. Aber du bist meiner Seele auch zur Heiligung gemacht, daß sie nicht mit Vorsag fehle, fliehe vor der Sünde Macht. Muth und und willst du Allen geben, die mit Kraft zum heil'gen Leben kannst Sündenlust zu fliehn. Ernst sich nur bemühn, schnöde 9. Darum sollst du mir das Eine, Jesu, und mein Alles sein. Gieb nur, daß ich's redlich meine, völlig dein sei, ewig dein. Daß ich hier auf dieser Erde gläubig, rein und heilig werde und dir treu sei bis in Tod, nur dieß Eine ift mir noth. 544. Mel. Straf' mich nicht in deinem zc. Mache dich, mein Geist, bereit, wache, fleh' und bete, daß dein Herz zur bösen Zeit nicht von Gott abtrete. Ach, schon ist mancher Christ von Versuchungsstunden plößlich überwunden. 2. Auf dann und ermuntre dich aus dem sichern Schlafe! Smmer, glaub' es, zeiget fich bald darauf die Strafe. Der fällt leicht, dem es deucht, daß er sicher stehe auf der Tugend Höhe. Sorge für den Leib. 269 3. Wache, denn hier hat der Gott fodert, muß allein deines Christ noch von allen Seiten, was der Seele schädlich ist, muthig zu bestreiten. Gott läßt zu, daß auch du, wenn du sorglos wallest, in Versuchung falleft. Lebens Richtschnur sein, mag's auch deinem schwachen Herzen Freude bringen, oder Schmerzen. 4. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge, oder, wenn sie sich verstellt, liftig an sich bringe. Wach' und steh', daß dich nie die Verführer fällen, die dir Neße stellen. 3. Selig, wer im Glauben kámpfet, selig, wer im Kampf besteht, wer des Fleisches Lüste dämpfet und den Reiz der Welt verschmäht. Gottes Fried' ist hier sein Theil, und dereinst vollkommnes Heil. Denn wer Beides will ererben, muß erst seinen Sünden sterben. 5. Wach, und hab' auf dich wohl Acht, trau' nicht deinem Herzen. Leicht kann, wer es nicht bewacht, Gottes Huld verscherzen. Ach. es ist voller List, weiß sich selbst zu heucheln, und mag gern sich schmeicheln! 6. Aber bet' auch stets dabei, bete bei dem Wachen. Das wird dich von Trägheit frei und behutsam machen. Gott verleiht Munterkeit auf dem rechten Pfade durch erbetne Gnade. 7. Nahe dich dann mit Gebet oft zu seinem Throne. Wenn dein Herz nur gläubig fleht, hört er in dem Sohne. Er verheißt seinen Geist, mit ihm Kraft und Leben, auf dein Flehn zu geben. 8. Nun, so will ich immerdar wachen, flehn und beten, und, vermehrt sich die Gefahr, immer brunst'ger beten. In der Noth, in dem Tod werd' ich froh bestehen: Gott wird mich erhöhen. 4. Unermüdet mußt du ringen, treu bis an das Ende sein, soll es dir dereinst gelingen, ewig dich vor Gott zu freun. Nur auf einen tapfern Streit folgt des Sieges den Treuen Herrlichkeit, nur schmückt zum Lohne, daß er stritt, des Himmels Krone. 5. Eifrig beten, sorgsam wachen, der Verführung sich entziehn, seine Pflicht zur Luft sich machen, die Versuchung weislich fliehn, ſelbst beim Spott und Hohn der Welt gläubig thun, was Gott gefällt; dieses wollen, dieß vollbringen, heißet nach dem Himmel ringen. 6. Drum entreiße dich den Lüsten, thue, was dem Herrn gefällt, zeige dich als einen Christen mitten in der argen Welt. Schone dabei deiner nicht, wär' es auch die schwerste Pflicht, und gedenk' an Christi Worte: Dringet durch die enge Pforte! 7. Ja, ich will vor jeder Sünde fliehn und, Jesu, auf dich sehn, daß ich deinen Beistand finde, fest im Guten zu beftehn. Zeige mir von deinem Thron den verheißnen Gnadenlohn, daß ich wache, bete, ringe und also zum Himmel dringe. 545. Mel. Freu' dich sehr, o meine 2c. Schaffe doch vor allen Dingen, Seele, deine Seligkeit, säume nicht darnach zu ringen; schnell entflieht der Gnade Zeit. Sei nicht fichern Sündern gleich, trachte nach dem Himmelreich, werde heilig schon auf Erden, selig hier und dort zu werden. 2. Suche dieß mit Ernst, und lebe Gott zur Ehre, kreuz'ge' dann schnöde Lust, und widerstrebe dem, was dich verderben kann. Was Sorge für den Leib. 546. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c Des Leibes warten und ihn nähren, das ist, o Schöpfer, meine Pflicht; muthwillig seinen 270 Bau zerstören, verbietet mir dein Unterricht. Oftehe mir mit Weisheit bei, daß diese Pflicht mir heilig sei. 2. Sollt' ich mit Vorsatz das verlegen, was zur Erhaltung mir vertraut? Sollt' ich gering ein Kunstwerk schäßen, das du so wundervoll erbaut? Weß ist mein Leib? ist er nicht dein? Wie dürft' ich fein Zerstörer sein! Verhalten gegen uns selbst. 3. Ihn zu erhalten, zu beschußen, giebst du mit milder Baterhand die Mittel, die dazu uns nüßen, und zum Gebrauch giebst du Verstand. Dir ist die Sorge nicht zu klein, wie sollte sie denn mir es sein? 4. Gesunde Glieder, muntre Kräfte, o Gott, wie viel sind die nicht werth! Wer taugt zu des Berufs Geschäfte, wenn Krankheit seinen Seib beschwert? Gesundheit und ein froher Muth sind hier für uns das größte Gut. 5. Drum gieb, daß ich mit Sorgfalt meide, was meines Leibes Wohlfahrt stört, daß nicht, wenn ich je Krankheit leide, mein Geist den innern Vorwurf hört: Du selbst bist Störer deiner Ruh', du zogst dir selbst dein Uebel zu. 6. Laß jeden Sinn und alle Glieder mich zu bewahren achtsam sein. Drückt mich die Laft der Krankheit nieder, so flöße selbst Geduld mir ein. Gieb frohen Muth, und dann verleih', daß auch des Ärztes Rath gedeih'. 7. Doch gieb, daß ich nicht übertreibe, was auf des Lebens Pflege zielt, nein, stets in jenen Schranken bleibe, die dein Gesetz mir anbeftehlt. Des Leibes Wohl laß nie allein das Ziel von meinen Sorgen sein. 8. Mein größter Fleiß auf dieser Erde sei stets auf meinen Geist gericht't, daß er zum Himmel weise werde, eh' dieses Leibes Hütte bricht. Herr, segne dazu meinen Fleiß, so leb' ich hier zu deinem Preis. 547. Mel. Herzliebster Jesu, was zc. Mein Leib ist dein Geschenk, du haft sein Leben zum Dienste meiner Seele mir gegeben, ihn soll ich, Gott, erhalten, vor Gefahren auch ihn bewahren. 2. Ich soll ihn pflegen, soll zu edlen Werken durch Nahrung ihn und auch durch Freude stärken, soll ihn durch keine Weichlichkeit entehren, nicht selbst zerstören. vieler Freuden, und auch zur Dul3. Du gabst ihn zum Genusse dung ehrenvoller Leiden, daß er auch unter ihrer edlen Bürde verherrlicht würde. 4. Ich soll ihn härten, daß er Kraft gewinne, beherrschen männlich jede Lust der Sinne, damit ich nicht der Tugend Fleiß und Mühe verzärtelt fliehe. 5. Das will ich, seiner warten, ihn erquicken; doch soll er nie die Seele niederdrücken zur Sinnlichkeit, zur Trägheit, zu den Lüften, der Schmach des Christen. 6. Unmäßigkeit und Völlerei entehre nie seine Sinn' und Glieder, er beschwere nie meinen Geift; er sei schon in der Jugend ein Sik der Tugend. 7. Schleicht sich der Krankheit Gift in seine Glieder, so hilf, o Gott, mir zur Genesung wieder, wenn ich noch hier durch sein erneuert Leben dich kann erheben. 8. Gieb mir Geduld in allen seinen Schmerzen, daß ich voll Zuversicht in meinem Herzen auf deine Hülfe harr', und seine Plage mit Muth ertrage. 9. Zerstör' ich ihn nur selbst nicht, o so werde er einst auch wieder, was er erst war, Erde. Er wird im Grabe schlummern, nicht vergehen, einst auferstehen. 10. Er soll zum Anschaun jener schönern Sonne der bessern Welt hervorgehn, und voll Wonne soll er empfinden, frei von allen Leiden, des Himmels Freuden. Selbsterkenntniß und Demuth. Selbsterkenntniß und Demuth. 548. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. Wer bin ich? welche wicht'ge Frage! Gott, lehre sie mich recht verstehn. Gieb, daß ich mir die Wahrheit sage, um mich, so wie ich bin, zu sehn. Wer sich nicht selbst recht kennen lernt, bleibt von der Weisheit weit entfernt 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen, du schufft mich, Gott, zu deinem Preis; dazu mein Leben anzuwenden, das ist dein väterlich Geheiß. Doch leb' ich, als dein Eigenthum, auch wie ich soll zu deinem Ruhm? 3. Ich bin ein Christ nach dem Bekenntniß; doch bin ich das auch in der That? Herr, öffne selbst mir das Verständniß, recht einzusehn, ob ich den Pfad, den Jesus mir gewiesen, geh', und ob ich fest im Glauben steh'? 271 Stege, der ins Verderben sich verliert. Gieb mir zur Beßrung Lust und Kraft: du bist's, der Beides in uns schafft. 4. Du kennest unsers Herzens Tiefen, die uns selbst unergründlich sind. Drum laß mich oft und ernstlich prüfen, ob ich sei Christo gleich gesinnt? Befreie mich vom falschen Wahn, der auch den Klügsten täuschen kann. 8. Ich muß es einmal doch ers fahren, was ich hier war und hier gethan. laß mich's nicht bis dahin sparen, wo Reue nichts mehr helfen kann! Hier mache mich zum Himmel klug, und frei vom schndden Selbstbetrug. 5. Wie kann der, der bei allem Wissen des Herzens Zustand sich verhehlt, auf wahre Beßrung sein beflissen, er, der nicht weiß, wie viel ihm fehlt? Sich selbst recht kennen, ist Verstand; drum mache mich mit mir bekannt. 6. Was mir zu meinem Heile fehlet, mein Vater, das entdecke mir. Hab' ich der Wahrheit Weg erwählet, so gieb, daß ich ihn nicht verlier'. Erleuchte mich mit deinem Licht, so täuschen mich Verführer nicht. 549. Mel. O Gott, du frommer 2c. Gott, du erforschest mich, dir kann ich nichts verhehlen, du siehest jede That, du kennst den Nath der Seelen. Ich nahe mich zu dir, und fleh' in Demuth dich, entdecke mir mein Herz, du weißt, leicht täuscht es mich. 7. Bin ich noch fern vom rechten Wege, der mich zum ew'gen Leben führt, so bringe mich zurück vom 2. Ich bin ein Chrift, getauft, mein Gott, auf deinen Namen. Erfüllt' ich jede Pflicht des Christenthums, und kamen die Werfe, die ich that, aus Glauben und aus Pflicht? Bin ich ein Heuchler nur, so kennt mich Christus nicht. 3. Hab' ich dich, Gott, geliebt, und durch ein frommes Leben mich deinem Dienst geweiht? mein Herz dir ganz ergeben? hat mich dein heil'ges Wort gebessert und erfreut? war ich, was es befiehlt, auch stets zu thun bereit? 4. Bertraut' ich standhaft dir in Kummer, Gram und Leiden? verdankt' ich dir mein Glück? blieb ich bei meinen Freuden der Tugend treu? war ich aufs Ewige bedacht? und hab' ich jeden Tag zu meinem Heil vollbracht? 5. Gebraucht' ich meinen Geist mit allen seinen Kräften, den Willen und Verstand, zu nüglichen Geschäften? Hab' ich für meinen Leib mit Weisheit stets gewacht und keine böse Lust genährt und angefacht? 6. Hab' ich die, die du mir zur Aufsicht anvertrauet, durch eignes Beispiel gern gebessert und erbauet? sorgt' ich stets für ihr Verhalten gegen uns selbst. 272 Wohl, für ihre Seligkeit und straft' ich ihr Bergehn mit Lieb' und Freundlichkeit? 7. Blieb ich der Wahrheit treu? war ich voll Menschenliebe? und regten sich in mir des Mitleids edle Triebe bei meiner Brüder Noth? floh ich des Stolzes Reiz? verschloß ich Aug' und Herz der Habsucht und dem Geiz? 8. Hab' ich, wie Jesus that, gesegnet, die mir fluchten? hab' ich auch die geliebt, die mir zu schaden suchten? bezwang ich meinen Zorn? zeigt' ich Versöhnlichkeit? erregte Andrer Glück niemals in mir den Neid? 9. War ich der Unschuld Trost, und hab' ich sie vertheidigt? hab' ich durch Härte nie den Dürftigen beleidigt? brach ich den Hungrigen mein Brot, und that ich's gern? war Uebermuth, und Troß und Herrschsucht von mir fern? 10. Allwissender, wer kann, wie oft er fehlet, merken? Sei gnädig, handle nicht mit mir nach meinen Werken. Vergebung ist bei dir, laß ihren Trost auch mein, und mich dadurch gestärkt zum Fleiß der Beßrung sein. 550. Mel. D Welt, sich hier dein 2c. Sieb, Gott, wenn ich dir diene, daß ich mich nie erkühne, darüber stolz zu sein. Wer kann bei seinen Werken, wie oft er fehlet, merken? wer ist von Mängeln völlig rein? 2. Such' ich stets deinen Willen so eifrig zu erfüllen, als es dein Wort gebeut? trag' ich der Tugend Bürde, aus Kenntniß ihrer Würde, auch immer mit Zufriedenheit? 3. Entzieh' ich mich den Sünden auch stets aus rechten Gründen, aus wahrer Frömmigkeit? Oft sind die guten Triebe nicht Früchte deiner Liebe, nur Früchte der Natur und Zeit. 4. Der Sünden meiner Jugend, der Mängel meiner Tugend, 0 Herr, gedenke nicht! Willst du mit deinen Knechten, wie sie's verdienen, rechten, so trifft sie alle dein Gericht. 5. Doch wenn auch dir zur Ehre rein meine Tugend wäre, weß ist das Eigenthum? Wer ließ mich unterrichten? wer ließ in meinen Pflichten mein Glück mich sehn und meinen Ruhm? 6. Wer gab mir, dich zu lieben und dein Gebot zu üben, die Lust und Freudigkeit? wer stärkte meine Kräfte im Heiligungsgeschäfte? wer gab mir Muth und Sieg im Streit? 7. Du schaffst, daß ich dich wähle, du rufft mich, wenn ich fehle, auf rechten Weg zurück, du ziehst mich ab von Sünden, und läßt mich Gnade finden und giebst zu meiner Beßrung Glück. 8. Sollt' ich mich deß erheben, was du mir, Herr, gegeben? hab' ich zum lohn ein Recht? Könnt' ich auch alles üben, was du mir vorgeschrieben, wer bin ich? ein unnüßer Knecht. 551. Was ist mein Stand, mein Glück, und jede gute Gabe? Ein unverdientes Gut. Bewahre mich, o Gott, von dem ich Alles habe, vor Stolz und Uebermuth. 2. Wenn ich vielleicht der Welt mehr, als mein Nächster, nüge, wer gab mir Kraft dazu? Und wenn ich mehr Verstand, als er besitzt, besize, wer gab mir ihn, als du? 3. Wenn mir ein größer Glück, als ihn erfreut, begegnet, bin ich ein beßrer Knecht? Giebt deine Gütigkeit, die mich vor Andern segnet, mir wohl zum Stolz ein Necht? 4. Wenn ich geehrt und groß, in Würden mich erblicke, Gott, wer erhöhte mich? Ist nicht mein Nächster oft bei seinem kleinern Glücke viel würdiger, als ich? Selbsterkenntniß und Demuth. 5. Wie könnt' ich mich, o Gott, des Guten überheben und meines schwachen Lichts? Was ich befiz', ist dein. Du sprichst, so bin ich Leben; du sprichst, so bin ich nichts. 6. Von dir kommt das Gedeihn und jede gute Gabe von dir, du höchstes Gut! Bewahre mich, o Gott, von dem ich Alles habe, vor Stolz und Uebermuth. 273 gern, was recht und gut ist, übt, Gott ist hoch bei Gott geachtet. ehrt ihn wieder, sein Gebet wird nimmermehr von dem verschmäht, der auch aufs Niedre schauet. 552. Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. Gott, mein Vater, steh' mir bei, daß ich, weil ich hier walle, dem Sinne Jesu ähnlich sei, damit ich dir gefalle. Laß mich durch ihn gerecht und rein, und so, wie er, demüthig sein. 2. Wer in sein Reich zu kommen sucht, muß sich vom Stolz entfernen, muß unter deines Geistes Zucht auch wahre Demuth lernen. Wer sie von seinem Herrn nicht lernt, bleibt auch von seinem Reich' entfernt. 3. Wer sich voll Hoffart selbst erhöht, wird sich erniedrigt sehen; doch wer einher in Demuth geht, den wirst du, Gott, erhöhen. Dir, dessen Hand die Welt umfaßt, ist jedes stolze Herz verhaßt. 4. Was ich auch bin, bin ich durch dich und deine freie Gnade. Durch diese Gnade leite mich der Demuth stille Pfade, verleihe sie zum Schmucke mir: denn nur durch ste gefall' ich dir. 5. Nur du bist groß, was ist an mir? wie bald bin ich nicht Erde? Gieb, daß ich allezeit vor dir gerecht erfunden werde, und zeig' im Glanze deines Lichts mir deine Hoheit und mein Nichts. 2. Den Stolz verfolgen Schmach und Spott auch oft schon auf der Erde. Ihm widersteht gewißlich Gott, daß er erniedrigt werde. Wer, wenn ihn Gott zu Ehren segt, sich seiner Gaben unwerth schäßt, an dem hat er Gefallen. 3. Hat Gottes milde Vaterhand mehr Güter dir gegeben, kannst du durch Ansehn und Verstand des Nächsten Glück erheben, was bist du? immer Gottes Knecht. Dein Vorzug giebt dir nie ein Recht, den Kleinsten zu verachten. 553. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Wer wahre Herzensdemuth liebt, den Nächsten nicht verachtet, und 4. Der Herr voll göttlicher Gewalt ist auf der Welt erschienen arm, niebrig und in Knechtsgestalt, warum? um uns zu dienen. Er wehrte dem, der ihn erhob, und wählte für der Menschen Lob selbst Schmach, um sie zu retten. 5. Ich bin dein Jünger, Heiland, ich bekenne deinen Namen; sei du mein Vorbild, stårke mich, dein Beispiel nachzuahmen. Du rufft ja allen Menschen zu: Lernt Demuth, und ihr werdet Ruh' für eure Seelen finden. 554. Mel. Nun sich ver Tag geendet zc. rühmt euch eurer Weisheit nicht, die ihr euch weise meint, wißt, daß euch eurer Weisheit Licht einst nicht im Tode scheint. 2. D rühmt euch eurer Stärke nicht, die jetzt euch troßig macht, wißt, daß es euch an Muth gebricht, sinkt ihr in Todesnacht. 3. D rühmt euch eures Reichthums nicht, deß ihr euch jego freut, wißt, daß er euch nicht Zuversicht in Todesnoth verleiht. 4. Sucht darin euren wahren Ruhm, daß ihr Gott wist 18 274 Verhalten gegen uns selbst. und kennt, daß ihr, sein Volk die Macht der Lüste dämpfe, so und Eigenthum, ihn gläubig Va- fieg' ich, Gott, durch dich. ter nennt. 5. Dieß ist es, was dem Herrn gefällt. Bedenke dieß, o Chrift! & r, er regiert in aller Welt. Wohl dem, deß Ruhm er ist! Selbstbeherrschung. 555. Mel. Von Gott will ich nicht ze. Mich selbst muß ich bezwingen, um dir, Gott, treu zu sein; das Gute zu vollbringen, die Sünden Lust zu scheun, muß ich mit edlem Much mich auf den Kampfplaß wagen, mir manchen Wunsch versagen und jedes falsche Gut. 2. Ich soll kein Uebel fliehen, wenn mir's die Pflicht gebeut, mich ihm zu unterziehen, soll mit Entschlossenheit, auch wo Gefahren sind, selbst die Gefahr nicht scheuen, um mich des Lohns zu freuen, den Treu' im Kampf gewinnt. 3. Wie schwer ist dieß Geschäfte der Selbstbeherrschung mir, wie schwach sind meine Kräfte! Wer unterstüßt mich hier? Du, Vater, fannst allein zum eifrigen Bestre. ben mir Muth und Kräfte geben, und mir den Sieg verleihn. 4. Laß mich die Welt verachten, wenn ihre Lust mich rührt, und nicht nach Gütern schmachten, die man so leicht verliert, und jede Leidenschaft in ihrem Anfang dámpfen und sie als Christ bekämpfen, gestärkt durch deine Kraft. 5. Beim stärksten meiner Triebe laß mich behutsam sein und mich vor Eigenliebe und ihrem Lobspruch scheun. Will Wollust, Zorn und Geiz mein schwaches Herz berücken, so bilf sie unterdrücken, besiegen ihren Reiz. 6. Auf dich will ich stets sehen; laß nur in diesem Streit mich selbst nicht hintergehen, gieb mir Entschlossenheit und unterstüße mich, daß ich mein Herz bekämpfe, 556. Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. Chrift, die Reize dieser Welt bestegst du nicht vergebens. Wer standhaft ringt und kämpft, erhält bie Krone fenes Lebens, die dein Erlöser Jedem giebt, der treu bis in den Tod ihn liebt. 2. Verzage nicht. Wer Gott vertraut, kann sich selbst überwinden. Wem vor der Selbstverläug nung graut, der liebt noch heimlich Sünden, wer schweren Pflichten sich entzieht, zeigt, daß er vor der Tugend flieht. 3. Und wäre Tugend ohne Streit, so wär' ihr Werth geringe, fo wären Großmuth, Mäßigkeit und Wohlthun kleine Dinge, und so gewanne Tugendfleiß nicht fenes Lebens hohen Preis. 4. Drum folge deinem Heiland nach und sei sein ächter Jünger. Die Freude, die dir hier gebrach, ist wahrlich weit geringer, als dort an seinem hohen Thron die Seligkeit, der Frommen Lohn. Reinigkeit des Herzens und Lebens. 557. Mel. Freu' dich sehr, o meine 2c. Eifrig sei und fest mein Wille, reines Herzens, Gott, zu sein, in der Unschuld heitern Stille deiner Gnade mich zu freun. Keine Freude dieser Welt, wenn sie noch so sehr gefällt, laß mich wider mein Gewissen wünschen, suchen und genießen. 2. Weiß ich doch, daß deine Güte viel zu mild und freundlich ist, als daß sie aus Neid verbiete, was das Lebens uns versüßt. Uns zum Besten nur gebeut dein Ges Reinigkeit des Herzens und Lebens. 275 set Bescheidenheit, Zucht und Ord- für deinen Ruhm, stets unbefleckt nung im Genusse, Mäßigung im Ueberflusse. 3. Unsre Kindheit, unsre Jugend, unser Alter darf sich freun. Auch die Freude, Gott, ist Tugend; aber heilig muß sie sein, nicht ein Taumel, der bethört, der Gefühl und Kraft zerstört, der im Sturme wilder Lüfte Paradiese macht zur Wüste. 4. Nur in einem reinen Herzen, nur in einer keuschen Brust toben nicht der Neue Schmerzen, wohnen wahre Ruh' und Lust. Unbeherrschte Sinnlichkeit tödtet die Zufriedenheit, sie vergiftet alle Freuden und verwandelt sie in Leiden. 5. Sittsamkeit und Unschuld schmücket mehr als Schönheit, sie vermehrt jede Lust, die uns entzucket, jedes Glückes Reiz und Werth. Reinen Herzen fließt der Quell jeder Wonne rein und hell, und sie können sicher trauen, einst dein Antlig, Gott, zu schauen. 6. O so bilf mir darnach streben, reines Herzens stets zu sein, daß ich züchtig möge leben, jede schnöde Wolluft scheun. Schüße vor Verführung mich, und mein Herz ergebe sich keiner schändlichen Begierde; Heiligkeit sei meine Zierde. bewahre. 2. Gieb eine keusche Seele mir, daß ich mit meinem Leibe nie frevle, daß er immer dir, o Gott, geheiligt bleibe, daß rein und keusch mein Auge sei und fittsam, daß ich's immer frei zu dir erheben könne. 3. Auch meine Lippen schände nie, was schäntlich ist, zu hören, nie laß der Unschuld Rechte sie durch frechen Scherz entehren. Bestimmt zum Opfer des Gebets und deines Lobes, rede stets mein Mund, was nugt und bessert. 4. Mein Ohr laß dir nur offen sein, taub bei der Wollust Bitten, mein Herz und meine Sitten rein, wie Josephs Herz und Sitten, daß ihrer Stimme Schmeichelei mir nicht durch ihre Zauberei der Unschuld Würde raube. 5. Denn wo sie wandelt, haucht fie Gift. Welch Elend, das die Sklaven unheiliger Begierden trifft, in tausendfachen Strafen! In wel cher Schande Tiefe finkt, wer ihren Zauberbecher trinkt, verstrickt in ihren Neßen! 6. Ach, wo die Unschuld fleucht, da flieht der Tugend Ruh' und Stille, da, wo der Wollust Flamme glüht, fehlt selbst der gute Wille. Sie wüthet, tödtet und verheert mehr Segen, als das Schwert zerstört, als Pest und Fluth zerstören. 7. Dann umfäht mich Heil und Segen, göttliche Zufriedenheit leitet mich auf meinen Wegen noch zu größrer Seligkeit. Weih' ich, Gott, mein Herz nur dir, o dann werd' ich einst von hier mich zu deinem Throne schwingen und mit Freuden Preis dir singen. 558. Mel. Herr, wie du willst, so zc. Mein Leib soll, Gott, dein Tempel sein mit allen seinen Glie dern, ihn soll ich dir zum Dienste weihn, zum Dienst auch meinen Brüdern; gieb, daß ich dieß dein Heiligthum für sie, und, Herr, 7. In seinem Taumel, Gott, vergißt der trunkene Verbrecher, daß du allgegenwärtig bist, ein Giferer, ein Rächer; verstockt sich und verfolgt mit Spott die Tugend, höhnt dein Wort, o Gott, und Jesum, den Erlöser. 8. Und dieser Leib, den er entweiht, der wird einst auferstehen. Dann wird er in der Ewigkeit des Lasters Schande sehen, wird selbst sich fluchen, auch wird er der Wollust Opfer um sich her ihm ewig fluchen hören. 9. Heil dem, der deiner nie vergißt, nicht, Gott, dein Werk 18* Verhalten gegen uns selbst. 276 zerstöret, der immer reines Herzens ist, der deinen Tempel ehret, Heil dem! Auch er wird auferstehn, wird, Herr, dein Antlik ewig sehn, verklärt, wie Jesus Christus. 559. Der Wollust Reiz zu widerstreben, dieß, Jugend, liebst du Glück und Leben, laß täglich deine Weisheit sein. Entflieh' der schmeichelnden Begierte: sie raubet dir des Herzens Zierde, und ihre Freuden werden Pein. 2. Laß, ihr die Nahrung zu ver. wehren, nie Speis' und Trank dein Herz beschweren und sei ein Freund der Nüchternheit. Versage dir, dich zu besiegen, auch öfters ein erlaubt Vergnügen und steure deiner Sinnlichkeit. 3. Laß nicht dein Auge dir gebieten, und sei, die Wollust zu verhüten, stets schamhaft gegen deinen Leib. Entflieh' des Wißlings freien Scherzen, und such' im Umgang edler Herzen dir Beispiel, Witz und Zeitvertreib. 4. Der Mensch, zu Fleiß und Arbeit tråge, fällt auf des Müßigganges Wege leicht in das Netz des Bösewichts. Der Unschuld Schußwehr sind Geschäfte. Entzieh' der Wollust ihre Kräfte im Schweiße deines Angesichts. 5. Erwacht ihr Trieb, dich zu bekämpfen, so wach' auch du, ihn früh zu dämpfen, eh' er die Freiheit dir verwehrt. Ihn bald in der Geburt ersticken, ist leicht; schwer ist's, ihn unterdrücken, wenn ihn dein Herz zuvor genährt. 6. Oft fleiden sich des Lasters Triebe in die Gestalt erlaubter Liebe, und du erblichst nicht die Gefahr. Ein langer Umgang macht dich freier, und oft wird ein verbotnes Feuer aus dem, was anfangs Freundschaft war. sters Ausbruch scheuen, indem es seinen Trieb ernährt. Du wirst dich stark und sicher glauben und kleine Fehler dir erlauben, bis deine Tugend sich entehrt. 8. Doch nein, du sollst sie nicht entehren, du sollst dir stets die That verwehren, ist drum dein Herz schon tugendhaft? Ist's Sünde nur, die That vollbringen? sollst du nicht auch den Trieb bezwingen, nicht auch den Wunsch der Leidenschaft? 9. Begierden sind es, die uns schänden, und ohne daß wir sie vollenden, verlegen wir schon unfre Pflicht. Wenn du vor ihnen nicht errotheft, nicht durch den Geist die Lüste tödtest, so rühme dich der Keuschheit nicht. 10. Grfülle dich, scheinst du zu wanken, oft mit dem mächtigen Gedanken: Die Unschuld ist der Seele Glück. Einmal verscherzt und aufgegeben, verläßt sie mich im ganzen Leben, und keine Reu' bringt sie zurück. 11. Denk' oft bei dir: Der WolLust Bande sind nicht nur dem Gewissen Schande, sie sind auch vor der Welt ein Spott. Und könnt' ich auch in Finsternissen den Greul der Wollust ihr verschließen, so steht und findet mich doch Gott. 12. Die Wollust kürzt des Lebens Tage, und Seuchen werden ihre Plage, da Keuschheit Heil und Leben erbt. Ich will mir dieß ihr Glück erwerben. Den wird Gott wiederum verderben, wer seinen Tempel hier verderbt. 13. Wie blühte nicht des Jünglings Jugend! Doch er vergaß den Weg der Tugend, und seine Kräfte sind verzehrt. Verwesung schåndet sein Gesichte und predigt schrecklich die Geschichte der Lüste, die den Leib verheert. 14. So richt die Wollust an den Frechen früh, oder später die Verbrechen und züchtigt dich mit Ihr Gift wird 7. Dein fühlend Herz wird harter Hand. fich's verzeihen, es wird des La- dein Gewissen quälen, sie rau Gebrauch unsrer Kräfte. bet dir das Licht der Seelen und Lohnet dir mit Unverstand. 15. Sie raubt dem Herzen Muth und Stärke, raubt ihm den Eifer edler Werke, den Adel, welchen Gott ihm gab, und unter deiner Lüste Bürde finkst du von eines Menschen Würde zur Niedrigkeit des Thiers herab. 16. Drum fliehe vor der Wollust Pfade, und wach' und rufe Gott um Gnade, um Weisheit in Versuchung an. Erzittre vor dem ersten Schritte: mit ihm sind schon die andern Tritte zu einem nahen Fall gethan. 277 Guten fleißig sein, die Arbeit mir versüßen, und einst das Glück genießen, mich höh'rer Thätigkeit zu freun. 4. Wenn ich Erholung suche, so fei fie frei vom Fluche, den Sünbenluft gebiert. Gieb, daß ich die nur wähle, die Stärkung für die Seele und deinen Beifall mit sich führt. Gebrauch unsrer Kräfte. 560. Mel. Welt, fieh' hier dein 2c. Herr, nicht zum Müßiggehen hieß pen fündigt! mich dein Nath entstehen, ich soll hier thätig sein, soll mich mit meinen Kräften nur nüßlichen Geschäften der Welt und mir zum Besten weihn. 2. Auch diesen deinen Willen mit Freuden zu erfüllen, gieb mir Entschlossenheit, und bei der Arbeitsliebe vermehr' in mir die Triebe gewissenhafter Thätigkeit. 3. Laß meines Standes Pflichten mit Treue mich verrichten, und keine Mühe scheun, Gemächlichkeit nicht lieben, aus Trägheit nichts verschieben, worin ich jetzt soll wirksam sein. 5. Aus unschuldsvollen Freuden entspringt für den kein Leiden, der mäßig sie genießt, mit ruhigem Gewissen darf sie sein Herz genießen, ob du dabei gleich Zeuge bist. 561. Mel. Herr, wie du willst, so 2c. Die Zunge, die vernehmlich spricht, hat dir dein Gott gegeben. Welch ein Geschenk! mißbrauch' es nicht. Sie bringet Tod und Leben, sie stürzt in Unglück, hilft in Noth, fie fluchet und fie lobet Gott. So gut ist sie, so böse! 6. O mach' auch mich so weise, so werd' ich, dir zum Preise, im 2. Laß doch in meines Herzens Grund, Herr, deine Furcht fiets wohnen, gewissenhaft wird dann mein Mund der Wahrheit Rechte schonen. Und wohl dem, der von Schmeichelei, List, Lästersucht, Verstellung frei, nicht mit den Lip3. Auf deinen Ruhm und Andrer Wohl soll stets mein Thun fich lenken. Laß dann auch, wenn ich reden soll, mich dieß mit Ernst bedenken. Dein Lob, des Nächsten Ehr' und Nutz, der Tugend Ruhm, der Unschuld Schutz beschäft'ge meine Zunge. 4. Schandbare Worte, frecher Scherz, unheil'ge Spottereien vers rathen ein verdorbnes Herz, einst muß man sie bereuen. Drum schaff' in mir durch deinen Geist, daß dich vielmehr die Zunge preist und deinen Namen heiligt. 5. Was züchtig, keusch und ehrbar ist, was wohl und lieblich klinget, das redet überall der Christ, spricht, wenn es Nußen bringet, und scheut den Zorn der Menschen nicht; doch Schweigen wird alsbald ihm Pflicht, wenn es die Liebe fodert. 6. Weh' aber dem verwegnen Mund, der Schwur und Fluch nicht scheuet! Wie wird des Herzens Leichtsinn fund, und oft zu spät bereuet! Ach, fluchen brin Verhalten gegen uns selbst. 278 get Fluch und Noth und, wenn nicht Buße folgt, den Tod. Laß dieß mich wohl bedenken. 7. Auch Lügen schåndet, bringt nur Müh', ist eine Frucht der Hölle. Lehr' mich es hassen, daß ich nie mich Lügnern zugeselle. Ihr Theil ist Kummer, Schmach und Bein; die aber werden selig sein, die Treu' und Wahrheit lieben. giebt zu der Arbeit Munterkeit, erleichtert ihre Mühe. 6. Laß mich vor dir, Herr, unte verrückt mit einem Herzen wandeln, das Geiz und Ehrsucht nie verstrickt, gewissenlos zu handeln. Mein Leben deinem Dienft zu weihn, so nüßlich, als ich kann, zu sein, das sei mir Ehr' und Reichthum. 7. Dir zu gefallen, sei mein Ziel bei Allem, was ich thue, so hat, es gehe, wie es will, doch mein GeArbeitsamkeit und Berufs- wissen Ruhe. Wer, Heiligiter, treue. nicht dir gefällt, was nuget dem die ganze Welt mit allen ihren Schätzen? 562. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Zur Arbeit, nicht zum Müßiggang, sind wir, o Gott, auf Erden. Drum müss' auch ich mein Lebenlang kein Knecht der Trågheit werden. Gieb mir Verstand, und Luft und Kraft, geschickt, treu und gewissenhaft zu thun, was mir gebühret. 2. Hast du ein Amt, so warte sein. So, Herr, gebeut dein Wille. flöße du den Trieb mir ein, daß ich ihn treu erfülle. Hilf, daß ich stets an Willigkeit, an Einsicht und an Tüchtigkeit zu meinem Amte wachse. 3. Hilf, daß vor tråger Weichlichkeit ich standhaft mich bewahre, und, wo die Pflicht mir Müh' gebeut, nie meine Kräfte spare. Erholen darf ich mich nur dann, wenn ich, von Kraft erschöpft, mich kann zu meiner Arbeit stärken. 4. Vorsichtig laß mich sein und nicht die Zeit mit Nebendingen, und mit Versäumung meiner Pflicht verschwenderisch verbringen. Das müsse mein Vergnügen sein, mich den Geschäften ganz zu weihn, die du mir auferleget. 5. Ein heil'ger Trieb belebe mich, o Höchster, meine Pflichten in deiner Furcht, gestärkt durch dich, mit Freuden zu verrichten. Ein Herz, das sich des Guten freut, 8. Gieb, daß mein Fleiß in dem Beruf, dazu mich auf der Erde dein weiser Rath, mein Gott, erschuf, mir eine Stufe werde, worauf ich nach vollbrachter Zeit zur höheren Geschäftigkeit des bessern Lebens steige. 563. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Gott ist's, der das Vermögen schafft, das Gute zu vollbringen, er giebt zur Arbeit Muth und Kraft, und läßt sie uns gelingen. Was man mit ihm nur unternimmt, wird, wenn's mit seinem Willen stimmt, nicht ohne Fortgang bleiben. 2. Wer über Alles sich bestrebt, vor ihm gerecht zu werden, und treu nach seinem Willen lebt, dem giebt er auch auf Erden vom Zeitlichen mit milder Hand so viel, beim Fleiß in seinem Stand', als ihm wahrhaftig nüßet. 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn. Und krönt er sie mit Gnaden, was sollte ihrer Feinde Hohn und Mißgunst ihnen schaden? Mit seinem Schuß bedeckt er sie und segnet bei des Lebens Müh' ihr Herz mit Troft und Hoffnung. 4. Drum gieb, o Herr, daß ich auf dich bei meiner Arbeit Gesundheit.ng fehe. Mit Licht und Weisheit segne mich, daß ich nie Wege gehe, die mir dein heilig Wort verbeut; nach deines Reichs Gerechtigkeit laß mich vor Allem trachten. 5. Laß Müßiggang und Trägheit mich, weil du sie hassest, meiden, und hilf, daß ich, gestärkt durch dich, voll Muth, mit Luft und Freuden in meinem Stand geschäftig sei. Dein Segen kröne meine Treu, daß sie auch Andern nüße. 6. Sei überall, mein Gott, mit mir. Die Werke meiner Hände befehl' ich, Allerhöchster, dir, hilf, daß ich sie vollende zu deines großen Namens Preis, daß mir die Frucht von meinem Fleiß in jenes Leben folge. 564. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Mit dir geh' ich an mein Geschäfte, o Gott, du giebst durch deinen Geist mir auch gewiß zur Arbeit Kräfte, so lange du mich Leben heißt. Laß, dieser Hoffnung mich zu freun, auch deinen Rath mir heilig sein. 2. Der ehrt dich nicht, der seine Tage in tragem Müßiggang verlebt und, sich und Andern gleich zur Plage, das ihm geliehne Pfund vergräbt. Du bist's, der uns den Fleiß gebot; und wer ihn übt, ehrt dich, o Gott. 279 werden soll, ich sehe deiner Huld entgegen, und bin des hohen Trostes voll: Mein Fleiß, o Höchster, ist vor dir, du siehst, und du vergiltst ihn mir. 3. Du gabft mit so viel andern Trieben uns auch den Trieb zur Thätigkeit, und, ihn aufs Nüßlichste zu üben, giebst du uns auch Gelegenheit. Du kennest unsrer Arbeit Müh', und deine Kraft erleichtert sie. 4. Laß mich auf diese Ordnung sehen, ihr folgen und mich ihrer freun. Wie sollt' ich dabei irre gehen und nicht vielmehr gesegnet sein von dir, der du der Arbeit Last auch reichen Lohn beschieden haft. 6. Ich tröste mich deß nicht vergebens, bleibt er auch unvergolten hier; du reichst am Ende meines Lebens doch mir der Treue Lohn dafür. Dann freu' ich mich in Ewigkeit des nüßlichen Gebrauchs der Zeit. 5. So wart' ich denn auf deinen Segen: du weißt, wie viel mir 565. Mel. Auf meinen lieben Gott 2c. So tret' ich demnach an, wie stark ich immer kann, mein' Arbeit, Thun und Wesen, dazu mich Gott erlesen, er wird auch seinen Segen auf meine Arbeit legen. 2. Dir, Vater, sag' ich Dank, daß du mein Lebenlang so reichlich mich ernähret, mir manches Glück bescheret. Mich nähre, mich beHüte noch ferner deine Güte. 3. mein Herr Jesu Christ, der du mein Helfer bift, ach segne meine Werke und mich vom Himmel stärke, in Allem deinen Willen gehorsam zu erfüllen. 4. Behüte Seel', und Leib und Alles von mir treib', was meine Arbeit hindert und deinen Segen mindert, und laß in Fried' und Freuden mich einst von hinnen scheiden. Gesundheit. 566. Mel. Ich weiß, mein Gott, daß 2c. Wem Gott Gesundheit hier verleiht, der hat von Gütern dieser Zeit gewiß die größte Gabe. Allgütiger, wie froh bin ich, daß ich dieß Kleinod habe! 2. Daß ich es habe, dank' ich dir, nur du, mein Vater, haft es mir aus großer Huld geschen Verhalten gegen uns selbst. 280 tet. Dein ist's, daß ich noch munter bin und mich kein Uebel kránket. 3. Erhalt' dieß Glück mir fernerhin, sesund erhalte jeden Sinn so lang' ich leb' auf Erden, laß seines richtigen Gebrauchs mich nie beraubet werden. 4. Der Sünde folgt Verderben nach, bald dieß, bald fenes Ungemach, an Leib und Seele Schmerzen. Fern sei's von mir, durch ihre Schuld Gesundheit zu verscherzen. 5. Ein gleicher Muth in Freud' und Leid, zufriedner Sinn, und Måßigkeit und Ordnung in Geschaften, dieß sei mein Ruhm, so wird gewiß kein Raster mich entkräften. 6. Gieb, daß ich meines Lebens Kraft, die deine Güte mir verschafft, aufs Nüßlichste verwende, und meinen Lauf zu deinem Ruhm' und Andrer Glück vollende. 7. Doch schickst du mir auch Krankheit zu, so gieb Geduld, gieb Seelenruh', das Leid mir zu versüßen. Mein Troft im Schmerz fei deine Huld, ein ruhiges Gewissen. 8. Und bringt die Krankheit mie den Tod, so müsse mich der Trost, o Gott, zum frohen Muth erheben: Nicht Tod, nicht Krankheit trifft mich mehr in jenem bessern Leben. Ehre und Stand. 567. Met. Wenn meine Sünd' mich zc. Herr, laß nach eitler Ehre mich niema's geizig sein. Gieb, daß dein Geist mich lehre, der Ehre mich zu freun, die ewiglich vor dir besteht und mit mir von der Erde zum Himmel übergeht. 2. Nie blende mich der Schimmer des Ansehns vor der Welt. Das bleib', o Bater immer mein Ruhm, was dir gefällt. Wie bald entführt ein stolzer Sinn mich von der Demuth Pfade, verbirgt mir, wer ich bin! 3. Nicht in Besitz von Schäßen und Gütern dieser Zeit laß meinen Ruhm mich sezen, sie sind doch Eitelkeit, sind oftmals auch des Thoren Glück, verlassen uns im Sterben und bleiben hier zurück. 4. Laß mich in Demuth leben, wenn mich die Welt verehrt, durch Stolz mich nie erheben, wenn sich mein Ansehn mehrt. Und schenkst du mir der Erde Gut, o Bater, so bewahre mich auch vor Uebermuth. 5. Dich kennen, meine Pflichten mit Fleiß und Neblichkeit gewissenhaft verrichten, wie mir dein Wort gebeut, und überall mein Christenthum nach Jesu Vorbild üben, das sei mein wahrer Ruhm. 6. Dein Beifall ist der beste, nach dem ich streben kann. Wenn ich mich dessen tröste, hab' ich genug daran, wenn mir es auch an Lohn der Welt, an Menschenlob und Ehre bei guten Thaten fehlt. 7. Nie laß mich Ruhm erschmeicheln, der mir doch nicht gehört, nie als ein Gleißner heucheln, den Menschengunst bethört. Dem Guten meinen Fleiß zu weihn und Andrer Glück zu fördern, laß mein Bestreben sein. 8. Auf dieser Bahn der Ehre erhalte meinen Gang durch deines Sohnes Lehre mein ganzes Lebenlang. So werd' ich bei Verständigen das Glück des guten Namens mir gnug gesichert sehn. 9. Gieb mir, o Herr, die Gnade, mich dieses Glücks zu freun, leit' mich auf rechtem Pfade, ein solcher Mensch zu sein, den einst die Ehrenkrone schmückt, die ewig deine Frommen in jener Welt beglückt. 568. Mel. Vor deinen Thron tret' ich sc. Wer höher durch Geburt schon ist, als seine Brüder, kenn', als Chrift, des bessern Adels Werth Vermögen. und Pflicht, den fühl' er, den entehr' er nicht. 2.& r, sind ihm Brüder unterthan, er sei ihr Vater, kein Tyrann, so mild und liebreich, als gerecht: er ist, wie sie, auch Gottes Knecht. 3. Nicht wähn' er, weil er groß und frei, und reich und machtig ist, er sei erhaben über Recht und Pflicht und Rechenschaft, das wähn' er nicht. 4.& r sehe, mehr beglückt von Gott, nicht mit Verachtung, oder Spott auf den, von dessen Fleiß er lebt, der ihm erwirbt, was ihn erhebt. 5. Er hasse Grausamkeit und Zwang, verprasse nicht durch MůBiggang, was Gott ihm giebt, beglückt zu sein mit Ändern, aber nie allein. 6. Froh neben ihm, mit ihm vergnügt sei, wer ihm seine Felder pflügt. Wohlthätig soll er sein: denn er ward darum nur des Armen Herr. 7.& r, denn er hat mehr Macht und Zeit zu höhern Thaten, sei bereit, auch mehr zu thun für Volk und Staat, von dem er seinen Vorzug hat. 8. Berächtlicher, als Sklaven, ist im Tod einst Jeder, der vergißt, daß er des Vaterlandes Wohl auch mehr, als Andre, fördern soll. 9. Doch wenn er's nicht vergißt, so freut der Niedrige sich ohne Neid, weil er der Welt zum Segen lebt, den Gott mehr segnet, mehr erhebt. 10. Und spricht in seinem Tode dann: Das war ein edler, großer Mann; er, durch der Tugend Glanz verklärt, war seines Glücks und Vorzugs werth! 281 du mir Weisheit, gieb mir Kraft, damit wohl hauszuhalten, auf daß ich, im Geringsten treu, durch deine Gnade fähig sei zu größern Gnadengütern. 2. Mein Hab' und Gut kommt nur von dir; es ist dein milder Segen. Nicht zum Verderben gabst bu mir mein zeitliches Vermögen, du gabst es mir zum wahren Wohl. So hilf denn, daß ich's, wie ich soll, nach deiner Vorschrift brauche. 3. Es ist das mir geschenkte Gut vergånglich, wie die Erde, gieb, daß ich nie zum Uebermuth dadurch verleitet werde. Nie reiß ein irdischer Gewinn mein Herz so weit zum Eiteln hin, daß ich mein Heil vergesse. 4. Was nüßte mir die ganze Welt mit allen ihren Schätzen, verblendete mich Gut und Geld, mich dir zu widersetzen? Verschmäht' ich, was dein Wort begehrt, was mir ein ewig Heil gewährt, wie elend würd' ich werden! 5. O schenke, Vater, schenke mir nur deines Geistes Gaben, so werd' ich, reich genug in dir, die besten Güter haben, so bin ich sicher deiner Huld, voll Freude, Friede und Geduld, nichts fehlt dann meiner Seele. 6. Den Geiz laß ferne von mir sein, die Wurzel alles Bösen. Von Unruh' und Gewissenspein kann Reichthum nicht erlösen, er nützet mir im Tode nichts, und kann am Tage des Gerichts nicht meine Seele retten. 7. Lehr' du mich weise Sparsamkeit, um das nicht zu verschwenden, was du mir gabst, nein, in der Zeit es nüßlich anzuwenden. Laß mich damit aus Dankbegier auch meinem Nächsten, nicht bloß mir, des Lebens Müh' erleichtern. Vermögen. 569. Mel. Herr, wie du willst, so 2c. Laß mich, o Gott, gewissenhaft mein zeitlich Gut verwalten, gieb ter erbe. 8.& s fommt ein Tag der Rechenschaft, gieb, daß ich dieß bedenke und dahin stets gewissenhaft des Geistes Sorgfalt lente, fo alle Güter dieser Zeit zu nutzen, daß ich einst erfreut weit beßre Gü 282 Verhalten gegen uns selbst. 570. Mel. O Gott, du frommer Gott 2c. Laß mich doch nicht, o Gott, den Schäßen dieser Erden so meine Neigung weihn, daß sie mein Abgott werden. Oft fehlt beim Ueberfluß doch die Zufriedenheit. Und was ist ohne sie des Lebens Herrlichkeit? 2. Kann ein vergånglich Gut auch unsre Wünsche stillen? Es steht ja sein Besitz nicht bloß in unserm Willen. Nicht stets wird's dem zu Theil, der ångstlich darnach ringt; und schnell verliert's oft der, dem sein Bemühn gelingt. 3. Ein Gut, das unsern Geist wahrhaftig soll beglücken, muß nicht vergänglich sein und für den Geist sich schicken. Der Thor hat Geld und Gut; er hat's, und wünscht noch mehr; noch immer bleibt sein Herz von wahrer Ruhe leer. 4. D Gott, so wehre doch der Habsucht niedern Trieben und heilige mein Herz, die Güter nicht zu lieben, die man mit Müh' gewinnt, bald schwelgerisch verzehrt, bald ruhelos bewacht, und bald mit Fluch vermehrt. 5. Ein weises, frommes Herz, das sei mein Schatz auf Erden. Sonst Alles, nur nicht dieß, kann mir entrissen werden, dieß bleibt im Tod' auch mein, dieß folgt mir aus der Zeit zum seligsten Gewinn bis in die Ewigkeit. 6. Was sind, wenn dieses fehlt, die herrlichsten Vergnügen? nur süße Träume sind's, die unsern Geist betrügen. Drum lenke, Gott, den Wunsch vom irdischen Gewinn durch deines Geistes Kraft zu ew'gen Gütern hin. 571. Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. Wohl dem, der beßre Schäße liebt, als Schäße dieser Erden, wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Tugend reich zu werden, und in dem Glauben, deß er lebt, sich über diese Welt erhebt. 2. Wahr ist es, Gott verwehrt uns nicht, hier Güter zu befißen. Er gab sie uns, doch auch die Pflicht, mit Weisheit sie zu nutzen. Sie dürfen unser Herz erfreun, und unsers Fleißes Antrieb sein. 3. Doch nach den Gütern dieser Zeit mit ganzer Seele schmachten, nicht erst nach der Gerechtigkeit und Gottes Reiche trachten, ist dieses eines Menschen Ruf, den Gott zur Ewigkeit erschuf? erniedrigt unser 4. Der Geiz Herz, erstickt die edlern Triebe. Die Liebe für ein schimmernd Erz verdrängt der Tugend Liebe und machet, der Vernunft zum Spott, ein elend Gold zu deinem Gott. 5. Der Geiz, so viel er an sich reißt, läßt dich kein Gut genießen, er quält durch Habsucht deinen Geist, und tödtet dein GewisGewinn dich blind zu jedem Fresen und reißt durch schmeichelnden vel hin. 6. Um wenig Vortheil wird er schon aus dir mit meineid sprechen, dich zwingen, der Arbeiter Lohn unmenschlich abzubrechen, er wird in dir der Wittwen Flehn, der Waisen Thránen widerstehn. 7. Wie könnt' ein Herz, vom Geize hart, des Wohlthuns Freuden schmecken und in des Unglücks Gegenwart den Ruf zur Hülf' entdecken? Und wo ist eines Standes Pflicht, die nicht der Geiz entehrt und bricht? 8. Du bist ein Vater, und aus Geiz entziehst du dich den Kindern, und läsfest dich des Goldes Reiz, ihr Herz zu bilden, hindern und glaubst, du habst sie wohl bedacht, wenn du sie reich, wie dich, gemacht. 9. Du hast ein richterliches Amt, und du wirst dich erfre. chen, die Sache, die das Recht verdammt, aus Habsucht recht zu sprechen, und selbst der Tu Vergnügen. gend größter Feind erkauft an dir sich einen Freund. 10. Gewinnsucht raubt dir Muth und Geist, die Wahrheit frei zu lehren, du schweigst, wenn sie dich reden heißt, ehrst, wo du nicht follst ehren, und wirst um ein verächtlich Geld ein Schmeichler und die Pest der Welt. 11. Erhalte mich, o Gott, dabei, daß ich mir gnügen lasse, Geiz ewig als Abgötterei von mir entfern' und hasse. Ein weises Herz und guter Muth sei meines Lebens größtes Gut. 283 brachter Pflicht darf ich der Ruh' mich freun, doch keinen Augenblick des Lasters Freuden weihn. gefällt. 2. Wie selig, wenn sein Geist zu dir, durch den er lebet, durch den er denkt und wählt, sich oft und gern erhebet, wenn er die Freude kennt, mit dir allein zu sein, erstaunt sich deiner Macht und deiner Huld zu freun; 3. Wie selig, wenn er selbst der Erde kleinre Freuden mit Maß und Weisheit wählt. Shr Uebermaß wird Leiden. Nach arbeitvoller Müh' ist schuldlos ihr Genuß; wer nur der Freude lebt, fühlt Ekel und Verdruß. 4. O gieb, Allgütiger, gieb, daß auch meine Seele, wenn sie nach Freude strebt, nie jene Freuden wähle, die endlich doch gereun, es schlage meine Brust, vom Eiteln unverführt, nur für die reinre Lust. 5. Laß meine Tage mich durch eitles Spiel nicht tödten, nie vor der Tugend mich bei meinem Scherz erröthen, nach treu voll6. Vernunft und Tugend sei Gefährtin meiner Freuden, dem Schwelger laß mich nie sein turzes Glück beneiden, was mir an Reichthum fehlt, ersetzt Zufriedenheit, der frohste Sinn wohnt stets bei stiller Häuslichkeit. 7. Der Tag der Fröhlichkeit sei niemals ganz verloren. Ich ward zum Dienst der Welt, zum Spielwerk nicht geboren. Erholung sei er mir, es stärke mich mein Muth, des Guten mehr zu thun, so oft ich ausgeruht. Vergnügen. 572. Mel. O Gott, du frommer Gott 2c. 573. Du, der so gern beglückt, gern Freuden uns bereitet, wie selig, wer von dir an Vaterhand geleitet, nur dann sich glücklich fühlt, wenn er zu dir sich hält und jede Luft verschmäht, die dir, Gott, nicht Wie mannichfaltig find die Ga. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. ben, wodurch uns, Herr, dein Wohlthun nährt, und die, so Geist, als Leib zu laben, uns tåglich deine Huld gewährt! Auch das, was unser Mund genießt, zeigt uns, wie freundlich, Gott, du bist. 8. Nie laß durch meine Lust den årmern Bruder leiden; der Tag, der mich beglückt, sei auch ihm Tag der Freuden. Ist er verlebt, wohl mir, wenn er mich nie gereut, nie scheid' er ohne Dank für den, der mich erfreut. 2. Du giebst uns Brot für unser Leben und läsfest auch, uns zu erfreun, die Mittel, die uns Nahrung geben, so viel, so mannichfaltig sein. Wie angenehm ist der Genuß von dem, was uns ernähren muß! 3. Doch laß die Kraft, uns zu vergnügen, die du in Speis' und Trank gelegt, mich nie, o Höchster, so besiegen, daß sie zum Schwelgen mich bewegt, laß, deiner Gaben mich zu freun, mich måßig im Genusse sein. 4. Mit Speis' und Trank sein Herz beschweren, wie steht das einem Christen an? Dadurch wird das, was uns ernähren und 284 Verhalten gegen uns selbst. unsern Geist erquicken kann, ein Gemüthe lohnt nie mit Undant Gift, das in die Adern schleicht Güte, entweicht auch dem Berufe und Krankheit, Schmerz und Tod nicht. erzeugt. 5. Die Schwelgerei zerstört die Kräfte zur Arbeit, zeuget Müßiggang, Haß gegen nüßliche Geschäfte, Betrug und Unmuth, Streit und Bank, erniedrigt unters Thier herab und stürzet vor der Zeit ins Grab. 6. Wer sich den Bauch zum Gott erforen, unmäßig deine Gaben braucht, der ist fürs Himmel reich verloren, zu dem kein Knecht der Lüste taugt. Gott, laß mich fa dieß laster scheun, enthaltsam, mäßig, nüchtern sein! 7. So oft ich Speis' und Trank genieße, so laß es mit Vernunft geschehn und, daß ich. Beides mir versüße, mit Dank auf dich, den Geber, sehn, auf dich, der du uns zärtlich liebst und Nahrung und Erquickung giebst. 574. Mel. O Welt, sieh' hier dein zc. Was ist mein zeitlich Leben, das du mir, Gott, gegeben? ein unschäßbares Gut. Du gabst mir's, hier auf Erden zum Himmel reif zu werden, worauf mein wahres Glück beruht. 2. Hier wird die Saat gestreuet, dort erntet man erfreuet der Tugend Früchte ein. Je länger ich hier lebe und gut zu handeln strebe, je größer wird mein Glück dort sein. 5. Was leicht in Krankheit stürzet, das Leben oft verkürzet, laß mich mit Sorgfalt fliehn; doch auch nicht ängstlich zagen, für meine Pflicht zu wagen, was du mir, Gott, für sie verliehn. 575. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Gebrauch des gegenwär- Du gabst mir, Vater, dieses Letigen Lebens. ben nicht für den Augenblick der Zeit; du hast es mir, mein Gott, gegeben zur Aussaat für die Ewigfeit. Hier kann ich nur den Samen streun, die Früchte ernt' ich dort erst ein. 3. Sollt' ich dieß Glück mir rauben? Herr, laß mir, im Glauben der künft'gen Erntezeit mein Leben hier auf Erden so werth und wichtig werden, als es mir selbst dein Wort gebeut. 4. Mir selbst es zu verkürzen, mich in den Tod zu stürzen, ist wider meine Pflicht. Ein redliches 6. In deine Baterhånde empfehl' ich, Herr, mein Ende und meiner Tage Lauf. Es sei mein ganzes Leben dir hier zum Dienst erges ben, hilf du selbst meiner Schwachheit auf. 7. Was nützt ein langes Leben, wenn man nicht, Gott ergeben, Gott und Menschen liebet, und sich nach wahrer Tugend strebt? Wer im Guten übet, nur der hat lang' und wohl gelebt. 2. Du schenktest mir Verstand und Willen; die Wahrheit zu erkennen, Licht; Kraft, deine Vorschrift zu erfüllen und lehrtest selbſt mich meine Pflicht; zur Tugend gabst du mir Gefühl; und Freiheit, was ich wählen will. 3. Du gosfest zwar auf dieser Erde viel Anmuth, Pracht und Schönheit aus, und schmücktest durch dein mächtigs: Werde! auch meiner Seele irdisch Haus, gabft mir der Sinne fein Gefühl und auch dadurch der Freuden viel. 4. Doch einst muß ich dieß Leben schließen, weil dieß mein irdisch Haus zerbricht. Drum soll ich zwar der Welt genießen, doch als genöss' ich ihrer nicht, ich soll der Sinne lufte fliehn, wenn sie mich hin zur Sünde ziehn. Gebrauch dieses Lebens. 285 5. Dein Unterricht sei nicht ver- den, mich, der ich ewig bin. Was gebens. Gieb, Vater, daß ich ist mein irdisch Leben? wozu ist ihm getreu, und beim Genusse die mir's gegeben? wie lange währt's, ses Lebens auch einst zu jenem so ist's dahin. tüchtig sei. Vollkommne Freude wohnt nicht hier, wohnt nur im Himmel, Gott, bei dir. 6. Wohl mir, wenn ich es muthig wage, der großen Hoffnung werth zu sein; und diese kurzen Uebungstage dir und der Tugend ganz zu weihn; wenn nie mein Fuß den Pfad verliert, der mich zum bessern Leben führt; 7. Wohl mir, wenn ich den 577. Mel. Kommt her zu mir, spricht zc. des Fleisches und der Welt, und jede Ich fühle, daß ich sterblich bin. Lockung überwinde, die meinem Herzen Netze stellt; wenn ich ein treuer Kämpfer hier, dort Sieger bin, gekrönt von dir. Mein Leben welkt, wie Gras, dabin, hinfällig gleich dem Laube. Wer weiß, wie unerwartet bald des Höchsten Ruf an mich erschallt: Komm wieder, Staub, zum Staube! 2. Wenn mich das finstre Grab verschlingt, ein tiefes Schweigen mich umringt, mich die Verwesung naget, alsdann bleibt Alles doch zurück, und hätte gleich ein günstig Glück mir keinen Wunsch versaget. 8.gieb mir deines Geistes Stärke, der du in Schwachen mächtig bist, mir, der zu diesem großen Werke zu schwach und noch zu sinnlich ist. Das Gitle lehre mich verschmähn und auf das ew'ge Kleinod sehn. 9. Hilf, daß ich in gesunden Tagen schon oft zu meinem Grabe geh' und da, bei Freuden und bei Plagen, auf dich und deine Zukunft seh', damit ich, meiner Pflicht getreu, des höhern Lebens fähig sei. 576. Mel. Welt, sieh' hier dein 2c. Einst selig dort zu werden, das ist und bleibt auf Erden mein hei liger Beruf. Gott, dem ich freudig glaube, weckt wieder aus dem Staube mich, den er einst aus Staub' erschuf. 4. Einst selig dort zu werden, das ist und bleibt auf Erden mein heiliger Beruf. So sei all mein Bestreben, nur ihm allein zu leben, ihm, der zur Ewigkeit mich schuf. 2. Die Erde, da wir wallen, oft straucheln, stehn und fallen, ist nur ein Pilgerland, das uns zum Himmel leitet, zur Ewigkeit bereitet, der Frommen kurzer Prüfungsstand. 3. So soll nicht Luft, noch Leiden von meinem Gott mich schei3. Thorheit, wenn ich mich verkannt und nach der Erde Lieblingstand, nach großem Gut gegeizet, wenn mich der Erde schimmernd Kleid und aller Prunk der Eitelkeit zu niederm Neid gereizet. 4. Verlangt mein leiser Wunsch zu viel? verfolg' ich ein zu weites Ziel auf ungewissem Pfade? Gott, ich beuge mich vor dir. Hier bin ich, es geschehe mir nach deiner weisen Gnade. 5. Der Mensch, der aufgeblasne Thor, schreibt seinem Schöpfer Weisheit vor, murrt immer, flagt und weinet. Gott liebt ihn mehr, als er sich liebt, da seine Huld nicht Alles giebt, was Jedem nüßlich scheinet. 6. Er wird auch mein Versorger sein, und nicht ein irdisch Glück allein will mir mein Vater geben. Dieß Leben ist ein Augenblick, ein Frühlingstraum das långste Glück; ich soll unsterblich leben. Verhalten gegen uns selbst. 286 7. Gedanke der Unsterblichkeit, der über Erd' und Welt und Zeit ein edles Herz erhebet, errege dich in meiner Brust, wenn manche Lockung falscher Lust mich zu verführen strebet. 8. Verderblich im Genüsse sind des Lasters Freuden, die geschwind und stets mit Reue fliehen. Ich bin ein Pilger in der Zeit, nur Freuden einer Ewigkeit verdienen mein Bemühen. 9. Drum lenk', o Ewiger, mein Herz schon hier auf Erden himmelwärts, entreiß es niedern Luften. Mach' Andre reich; mich mache du nur weise, nur voll Sees lenruh', nur, Gott, zum wahren Christen. 6. Pehre mich, die kurze Frist, die du mir haft zugemessen, so, wie es dein Wille ist, brauchen und es nie vergessen, hier nur sei die Uebungszeit zu dem Glück der Ewigkeit. 4. Doch erbarmend schenkst du mir jett noch Zeit und Raum zur Buße. Herr, ich komm' und fälle dir flehend und beschämt zu Fuße, fei mir gnädig! Sieh', mich reut meine hier verlorne Zeit. 5. Wiederbringen kann ich nicht, was mir einmal ist verschwunden; doch bin ich der Zuversicht, nüt' ich nur getren die Stunden, die du mir noch ferner schenkst, daß du gnädig mein gedenkst. 7. Sden muß ich hier mit Fleiß zu der Ernte jenes Lebens. Dwie glücklich, daß ich weiß, dieß geschehe nicht vergebens! Gwig freut sich seiner Saat, wer hier treulich Gutes that. S. Gott, laß deinen guten Geist mich zu dieser Weisheit führen und, wie es dein Wort verheißt, meinen Wandel so regieren, daß ich Gutes hier ausstreu', und mich dessen ewig freu'. 579. 578. Mel. Meinen Sesum laß ich nicht zc. Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. Herr, ich hab' aus deiner Treu' Herr der Zeit und Ewigkeit, gieb mir zum Heil noch Zeit in Händen. doch, daß ich bis ans Ende, so wie mir dein Wort gebeut, klüglich meine Zeit verwende, die mir noch dein weiser Rath auf der Welt beschieden hat. Gieb, daß ich beflissen sei, sie auch weislich anzuwenden: denn wer weiß, wie bald zur Gruft deiner Vorsicht Wink mich ruft. 2. Wie ein Traum, so schnell entfliehn Jahre, Monden, Tag' und Stunden. Das, womit wir uns bemühn, ist mit ihnen nicht verschwunden, der Vergeltung Ewigkeit folgt auf diese Arbeitszeit. 3. Gott, wie thöricht hab' ich schon hier so manche meiner Zeiten, die bereits mir sind entflohn, unter schnöden Eitelkeiten und auf solche Art verbracht, die mich jetzt bekümmert macht. 2. Unaussprechlich schnell entfliehn die mir zugezählten Stunden. Wie ein Traum find sie dahin, und auf ewig mir verschwunden. Nur der Augenblick ist mein, deß ich mich noch jetzt kann freun. 3. Laß bei ihrer Flüchtigkeit mich, mein Gott, doch nie vergessen, wie unschäßbar sei die Zeit, die du hier uns zugemessen, wie, was hier von uns geschieht, ew'ge Folgen nach sich zieht. 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, eh' die Zeit des heils verlaufen, mir zur Wohlfahrt, dir zum Preis, jede Stunde zu erkaufen, die zu meiner Seligkeit deine Gnade mir verleiht. 5. Deine schonende Geduld trage mich hier nicht vergebens. Ach, vergieb mir meine Schuld, wenn so manchen Theil des Lebens ich zu meiner Seele Wohl nicht gebraucht, so wie ich soll! Gebrauch dieses Lebens. 6. Laß mich meine Besserung für mein Hauptgeschäfte achten und nach meiner Heiligung mit so treuem Eifer trachten, als erwartete noch heut mich Gericht und Ewigkeit. 7. Deine Gnade steh' mir bei, daß mein Leben auf der Erde reich an guten Werken sei, und ich reif zum Himmel werde. Nahet dann mein Ende sich, o so stärk' und tröste mich! 580. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. daß von meinen Lebenstagen poch keiner ganz verloren sei! Verlorne Stunden, ach, sie nagen zu spåt das Herz mit Gram und Nen', und den entflohnen Augenblick bringt kein Gebet, kein Flehn zu rückt. 2. Laß jeden meiner Augenblicke, o Gott, mir innig theuer sein, die Zeit, die du zu meinem Glücke mir gabst, durch Sünde nie entweihn, nie durch die Luft der Eitelkeit, die doch zuletzt das Herz bereut. 3. Noch ist es Tag, jest laß mich Werke der Tugend wirken, eh' die Nacht, wo Niemand wirkt, erscheint, jest stårke mich deine Lieb' und deine Macht. Wie viel ist noch für mich zu thun! und ich, ich sollte jetzt schon ruhn? 4. Auf, auf mein Geist, laß keine Stunde des Lebens ungenüßt vorbei, auf! schwór' es jetzt mit Herz und Munde und sei dem ernften Schwur getreu: Dir, Herr der Zeit und Ewigkeit, sei jeder Augenblick geweiht. 5. Dann seh' ich an der Laufbahn Ende getroft auf meine Tage hin, und sage: Herr, durch deine Hande empfing ich, was ich hab' und bin, hier ist mein Tagewerk, nicht mein, dein ist der Ruhm, die Ehre dein! 287 581. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Es eilt der letzte von den Tagen, die du hier lebst, o Mensch, herbei. Grkauf die Zeit, und, statt zu klagen, sie sei zu kurz, gebrauch' fie treu. Nimm mit erkenntlichem Gemüth der nahen Stunde wahr, sie flieht. 2. Getäuscht von eitlen Kleinigfeiten, verlierst du deines Lebens Zweck, verschiebst dein Heil auf ferne Zeiten und wirfst so sorglos Jahre weg. Bist du, verwegner Sterblicher, des nächsten Augenblickes Herr? 3. Ginst Ewigkeiten zu befizen, sollst du des kurzen Lebens Zeit, als deine Saatzeit, weislich nügen und thun, was dir der Herr gebeut. Er ruft dir menschenfreundlich zu: Sieh', Eins ist noth, was fáumest du? 4. Drum eil' und rette deine Seele und denke nicht: Ein andermal! Sei wacker, bet' und überzähle der Menschentage kleine Zahl. Gefeßt, dein Ende wär' auch fern, sei fromm und wandle vor dem Herrn. 5. Mit jedem neu geschenkten Morgen erwecke dich zu dieser Pflicht. Sprich: Dir, o Gott, ist nichts verborgen, ich bin vor deinem Angesicht und will, mich deiner Huld zu freun, mein Leben deinem Dienste weihn. 6. Erleucht' und stärke meine Seele, weil ohne dich sie nichts vermag. Du gönnst, daß ich mein Heil erwähle, aus Gnaden mir noch diesen Tag. Was ist nicht eine Stunde werth, die deine Langmuth mir gewährt! 7. Wohl mir, wenn ich aus allen Kräften nach Gottes Reiche hier gestrebt, in gottgefälligen Geschäften die Vilgertage durchgelebt und einst im Glauben sagen kann: Du nimmst mich, Herr, zu Eh. ren an. Verhalten gegen uns selbst. 288 8. Mein sprachlos Flehn bei meinem Ende vernimmst du, Herzenskündiger. In deine treuen Baterhånde, befehl' ich meinen Geist, o Herr, er schwingt sich über Grab und Welt zu dir, wenn seine Hütte fällt. 582. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. Gott, wie flügelschnell entfliehn unsre Tage, unfre Stunden, eh' wir's denken, sind sie hin, schneller, als Blit, verschwunden! Wäre doch von unsrer Zeit jede Stunde dir geweiht! 2. Lehr' uns, daß die kurze Frist, die du uns haft zugemessen, wie ein Strom vorüber fließt. Niemals laß es uns vergessen, hier sei Vorbereitungszeit für die nahe Ewigkeit. 3. Säen laß uns dann mit Fleiß zu der Ernte fenes Lebens. O wie glücklich, wer es weiß, auch er lebe nicht vergebens! Ewig freue sich der Saat, wer hier wohl gefået hat! 583. Mel. Ich hab' mein' Sach' 2c. Wie Sie fleucht dahin der Menschen Zeit, wie eilen wir zur Ewigkeit! wie Mancher sinkt, eh' er's gedacht, in Todes Nacht! Seele, nimm dieß wohl in Acht. 2. Dieß Leben ist gleich einem Traum, gleich einem leichten Wasserschaum ist alle seine Herrlichkeit. Der Strom der Zeit reißt schnell uns fort zur Ewigkeit. 3. Nur du, mein Gott, du bleibest mir das, was du bist, ich traue dir. Es falle Berg und Hügel hin, mir bleibt's Gewinn, wenn dein ich todt und lebend bin. 4. So lang' ich noch auf Erden wohn', erwecke mich, o Gottes Sohn. Verborgen ist mein Todestag, der große Tag, gieb, daß ich stets bereit sein mag. 5. Was hilft die Welt in Todesnoth? was Ehr' und Neichthum nach dem Tod? Bedenk's, o Mensch, was eilest du dem Schatten zu? Kein irdisch Glück giebt wahre Ruh'. 6. Weg, Eitelkeit, der Thoren Lust! mir ist ein beßres Glück bewußt, dahin allein geht mein Begier, das bleibet mir. Herr Jesu, mich verlangt nach dir. 7. Wie wird mir sein, wenn ich dich seh' und froh zu deiner Rechten steh'! O mein Erlöser, stårke mich, daß eifrig ich bis an mein Ende liebe dich. 584. Mel. Aus der Tiefen rufe ich 2c. Ohne Naft und unverweilt, Strömen gleich, o Seele, eilt deine kurze Pilgrimszeit in das Meer der Ewigkeit. 2. Nimm auch Stunden wohl in Acht, wirke Gutes: denn die Nacht, wo man nichts mehr wirken kann, kommt und rückt oft schnell heran. 3. Jetzt noch ist der Tag des Heils, frei die Wahl des besten Theils. Stell' dich dieser Welt nicht gleich, werd' an guten Werken reich. 4. Wenn du deine Zeit verträumst, fie in tråger Ruh' verfáumst, sie verschwendest liederlich, weh' dir, naht dein Ende sich. 5. Der Versäumniß deiner Pflicht folgt im göttlichen Gericht, wenn der Tod dich hingerafft, eine strenge Rechenschaft. 6. Gott, du meiner Tage Herr, hilf mir, daß ich Sterblicher, eingedenk der Ewigkeit, weislich nüße diese Zeit. 7. Jede Stunde, da mein Geist sich der Erde mehr entreißt, bringt mir, flieht sie gleich dahin, dennoch ewigen Gewinn. Gesinnungen gegen diese Welt. 289 8. Jede Stunde, die ich hier schnell fahrt ihr dahin! Nichts andern nütze und vor dir redlich handle, dauert dort stets in ihrem Lohne fort. kann die Begierde stillen, nichts die leere Sehnsucht füllen. Was ist alles Erdengut? Selig, wer in Friede ruht. 9. Laß mir diesen Werth der Zeit und der frommen Thätigkeit täglich, Gott, vor Augen sein, daß ich Trägheit lerne scheun. 10. Steh' mit deiner Kraft mir bei, daß ich, meiner Pflicht getreu, dir zum Preis und mir zum Glück nüße jeden Augenblick. 11. Dann vertausch' ich diese Zeit ruhig mit der Ewigkeit, finde da vor deinem Thron meiner Arbeit Gnadenlohn. Gesinnungen gegen diese Welt. 585. Mel. Alle Menschen müssen 2c. Schön bist du, o Weltgebäude, doch nicht frei von Noth und Tand; besser ist, als Erdenfreude, Seligkeit in jenem Land. Denen, welche dieß nicht fassen, will ich ihre Welt, luft laffen, meine evlere Begier, Jesu, geht allein nach dir. 2. Müde, die der Arbeit Menge und der harte Zwang bedrückt, Wandrer, die des Weges Långe und der Sonne Gluth erstickt, Pilger, matt von schweren Lasten, wünschen sich, bald auszurasten, bald zur Heimath einzugehn und die Ihrigen zu sehn. 3. Gott, ich bin ein Gast auf Erden, hier ist nicht mein Vaterland. Meine heimlichen Beschwerden sind dir alle wohl bekannt. so höre meine Bitte: Aus des Lebens morscher Hütte führ' den Wohnungen der Ruh' deinen müden Pilger zu. 5. Hundert Freunde, ganze Heere von Bekannten schlafen schon, und ich schiffe noch im Meere, wo verborgne Klippen drohn, wo bei schnellen Wirbelwinden kein gewisser Weg zu finden. Mich verlangt nach sichrer Ruh', drum eil ich dem Hafen zu. 6. Komm, o Tod, des Schlafes Bruder, komm und führe mich nur fort, löse mich vom schweren Ruder, führe mich zum Freudenort. Es mag, wer da will, dich scheuen, mich kannst du vielmehr erfreuen; denn du bringest mir Ge winn, führest mich zu Jesu hin. 7. Jesu, dich wünsch' ich zu grüßen, deine Freuden will ich fehn, deinen Unterricht genießen, mit dir in dein Reich eingehn. Himmelluft! Ich seh', ich höre euch, ihr sel'gen Engelchöre, froh faßt kein sterblich Ohr! steigt euer Lied empor. Ach, euch 8. Noch bin ich auf dieser Erde, fern von jenem hohen Ziel, eh' ich abgerufen werde, duld' ich noch vielleicht sehr viel. Doch ich will mich aufwärts schwingen, beten will ich, eilen, ringen, siegen will ich mächtiglich. Jesu, dein Geist stärke mich. 586. Mel. Gott der Vater wohn' uns 2c. Du hast uns nur kurze Zeit zu unserm Heil gegeben. Plößlich folgt die Ewigkeit auf unser flüchtig Leben. Allenthalben droht Gefahr, eh' wir ans Ziel gelangen. Den Geist, mit Staub umfangen, schwächt irdisches Verlangen, und die Welt reizt im4. Gitelkeit der Eitelkeiten! merdar zu ihren süßen Sünden. Was ist aller Müh' Gewinn? Lust lehr' uns überwinden uns und Freude, Jugendzeiten, o wie selbst, und Welt und Sünden, 19 290. Verhalten gegen uns selbst. richt' auf uns dein Augesicht, wie herrlich, Gott, belohnft Gott, und verlaß uns Schwache du sie! nicht. 2. Ach, die Kürze dieser Zeit laß täglich uns betrachten und den Werth der Seligkeit unendlich theuer achten! Groß und schwer ist unsre Müh', bis wir den Lauf vollenden. Wer darf mit vollen Händen hier seine Zeit verschwenden? Er verliert auf ewig sie, wird ewig sich mit Thränen nach ihrer Rückkehr sehnen. Umsonst sind seine Thränen, er verlor hier feine Zeit, mit ihr das Heil der Ewigkeit. 3. Wenn die lüsterne Begier nach Reichthum, Wollust, Ehre uns versuchet, als wenn hier des Lebens Endzweck wäre, ach, dann halt' uns, daß wir nicht vom rechten Wege weichen, laß uns das Ziel erreichen, nicht träge sein noch weichen! Unser Ziel ist dort im Licht, wo du, den wir verlangen, vor uns bist hingegangen, uns wieder zu empfangen. Unsre Pilgrimschaft ist hier, und unser Vaterland bei dir. 4. Laß, o Gott, der Welt nicht zu, daß sie dein Volk verführe und die Herzen mehr, als du, mehr, als dein Himmel, rühre. Wenn sie locket, stårk' uns dann, ihr Alles zu versagen, mit ihr den Kampf zu wagen und ihren Haß zu tragen. Sie mag reizen, wenn sie kann, ihr Beispiel mag entzünden, die noch in ihren Sünden des Lebens Freuden finden, wir, des Himmels Bürger schon, wir kennen sie und ihren Lohn. 5. Ja, dein Heil ist werth, daß wir darnach mit Weisheit trachten, und der Erde Güter hier für nichts dagegen achten, und der Erde Sünden fliehn, und deinen weisen Willen von unserm Heil erfüllen, nicht unsern Eigenwillen, an dich glauben und an ihn, den du dahin gegeben, Unsterblichkeit und Leben der Sünderwelt zu geben. Unsers Kampfes Angst und Müh', 6. Hilf uns, Gott, in unserm Streit und laß uns nicht ermüden. Führ' uns zu der Ewigkeit und nimm uns auf in Frieden. Zeig' uns jenen großen Lohn, der deine Kinder krönet. Auch er, der uns versöhnet, stritt und ward dann gekrönet. Laß uns so, wie er, dein Sohn, mit deinem Wort uns růsten. Die Welt mit ihren Lüften beherrsche nie uns Christen. Bring' uns unserm Ziele nah. Ach, wär' der Tag des Siegs schon da! Himmlischer Sinn. 587. Mel. Ich dank' dir schon durch zc. Christ, erhebe Herz und Sinn, was hängst du an der Erden? Hinauf, hinauf zum Himmel hin! Ein Christ muß himmlisch werden. 2. Was bist du in der Welt? ein Gast, ein Fremdling und ein Wandrer. Wenn du kurz hausgehalten hast, so erbt dein Gut ein Andrer. 3. Was hat die Welt? was bent sie an? nur Land und eitle Dinge. Wer einen Himmel hoffen kann, der schätzt die Welt geringe. 4. Wer Gott erkennt, kann der wohl noch den Sinn aufs Niedre lenken? Nur wer an Gott denkt, denket hoch. So müssen Christen denken. 5. Wenn dich die Last der Leiden drückt, schau' drum nicht muthles nieder, schau' frei empor, sprich: mich erquickt der Herr doch endlich wieder. 6. Der Christen hohes Bürgerrecht ist dort im Vaterlande. Der Chrift, der irdisch denkt, denkt schlecht und unter seinem Stand. Himmlischer Sinn. 7. Dort ist das rechte Canaan, wo Lebensströme fließen. Blick' oft hinauf, der Anblick kann den Leidenskelch versüßen. 8. Dort oben ist des Vaters Haus. Gott theilt zum GnadenLohne den Ueberwindern Kronen aus, kämpf' auch um diese Krone. 9. Dort ist's den Engeln süße Pflicht, der Gottheit Ruhm zu fingen. Freund Gottes, sehneft du dich nicht, mit ihnen Gott zu fingen? 10. Dort wohnt Gott, Vater, Sohn und Geist, mit Licht und Glanz umgeben. Glück, das dir dein Gott verheißt: Wo Gott lebt, sollst du leben. 11. Dort herrscht dein Heiland, Jesus Christ, du, los von den Beschwerden, sollst dem, durch den du selig bist, an Klarheit ähnlich werden. 12. Hilf stets, mein Heiland, hilf du mir, daß ich den Geift erhebe und, daß ich jetzt und ewig dir zu Ehren denk' und lebe. 291 Such' ich, Vater, mehr als Allen, such' ich dir nur zu gefallen, so sind deine Freuden mein. 588. Mel. Alles ist an Gottes Segen 2c. Vater, den mein Herz verehret, dem mein Leben angehöret, beilig sei mir dein Gebot, über Alles dich zu lieben, deinen Willen gern zu üben und dir treu zu sein, o Gott. 2. Ohne dich ist doch kein Friede, und die Seele strebt sich müde nach dem Blendwerk dieser Zeit. Ih ren Durst kannst du nur stillen, und du willst ihn gern erfüllen hier und auch in Ewigkeit. 5. Kann ich, wenn mich Andre haffen, mich auf dich nur, Gott, verlassen, und verdammt mein Herz mich nicht, o so bin ich voller Freude und verlier', auch wenn ich Leide, nicht den Muth zu meiner Pflicht. 3. Gieb, daß schimmernd Glück der Erde nie für mich verführend werde, deine Huld sei mehr mir werth. Sie nur ist das Glück der Seelen, und das werd' ich nicht verfehlen, wenn mein Herz dich kindlich ehrt. 6. Laß den Reiz der Eitelkeiten nie von dir mein Herz ableiten, bleib' du mir mein höchstes Gut. Hilf mir, den Betrug der Sünden sehn und standhaft überwinden, gieb dazu mir Kraft und Muth. 4. Friede werd' ich im Gewissen, hier den Himmel schon genießen, lieb' ich herzlich dich allein. 7. Lenke, Bater, mein Bestre. ben hin zu einem bessern Leben, lehre mich, schon in der Zeit mich am Ewigen ergeßen, hier den Werth der Dinge schätzen, wie einst in der Ewigkeit. 589. Mel. Ich bin ja, herr, in 2c. Mein Leben ist ein Prüfungsstand, der Himmel ist mein Vaterland, nicht find' ich Nuh' auf Erden. Ich suche meines Gottes Stadt, die er uns vort erbauer hat, da werd' ich selig werden. Mein Leben ist ein Prüfungsstand, der Himmel ist mein Vaterland. 2. Wie Schatten vor der Sonne fliehn, so fliehet meine Zeit dahin. Hier ist nicht, was ich wähle, ich eile nach der Ewigkeit. Ach, mache mich dazu bereit, bewahre meine Seele, gieb, daß ich als ein wahrer Christ stets suche, was im Himmel ist. 3. Der Tugend Hindernisse, Gott, sind viele, Trübsal, Noth und Spott muß oft der Fromme leiden. Der Weg ist schmal und weit das Ziel; und doch sind seiner Feinde viel, und wenig oft ber Stunden. Und dennoch soll's ihn nie gereun, dein Pilger hier, o Gott, zu sein. 19* Verhalten gegen Andere. 292 4. Hilf darum mir, o Jesu Christ, der du mein Heil geworden bist, hilf mir und allen From men. Laß auf der Selbstverläugnung Pfad, den auch dein Fuß gewandelt hat, mich hin zum Ziele kommen. Streit' ich mit dir nur standhaft hier, so herrsch' ich ewig auch mit dir. Verhalten gegen Andere. store nie mein Mund des Nächsten Ruh' er rühme sein Verdienst, deck' seine Fehler zu. Menschenliebe. 590. Mel. O Gott, du frommer 2c. Gieb mir, o Gott, ein Herz, das jeden Menschen liebet, bei seinem Wohl sich freut, bei seiner Noth betrübet, ein Herz, das Eigennuß, und Neid und Härte flicht und sich um Andrer Glück, wie um sein Glück bemüht. 2. Seh' ich den Dürftigen, so laß mich gütig eilen, von dem, was du mir giebst, ihm hülfreich mitzutheilen, nicht aus dem eitlen Trieb, groß vor der Welt zu sein und mich geehrt zu sehn, nein, Menschen zu erfreun. 5. Verleihe mir Beständigkeit, laß mich mit Unerschrockenheit den Weg des Lebens gehen. Fall' ich, so hilf mir gnädig auf, hilf mir vollenden meinen Lauf, laß fest in Noth mich stehen, getroft auf deinen Schuß vertraun und selig einst dein Antlik schaun. 3. Dieß sei mein Gottesdienst. Auch unbemerkt von ihnen, müff; Andern stets mein Herz mit Rath und Hülfe dienen. Mich treibe nicht erst Dank zu milder Wohlthat an, nein, was ich Brüdern thu', das sei dir, Herr, gethan. 4. Gin Trunk, mit dem mein Dienst dem Durstigen begegnet, ein Blick voll Trost, mit dem mein Herz Bedrängte segnet, ein Nath, mit dem mein Mund im Kummer Andre stårkt, nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Herr, unbemerkt. 6. Die Rach' ist dein, o Gott, du sprichst: Ich will vergelten. Drum laß mich stille sein, wenn daß ich dem verzeih', der mir zu Menschen auf mich schelten. Gieb, schaden sucht, den liebe, der mich haßt, den segne, der mir flucht. 7. Doch laß mich nicht allein auf zeitlich Wohlergehen mit eingeschränktem Blick bei meinem Nächsein ewig Glück erfreun, noch mehr sten sehen; noch stärker müsse mich sein Seelenheil mir angelegen sein. 8. Den, der im Glauben wankt, zu leiten und zu stärken, den, der noch sicher ist bei seinen bösen Werken, von der verkehrten Bahn des Lasters abzuziehn, dazu verleih' mir Kraft, und segne mein Bemühn. 9. heilige bu selbst, Herr, meiner Seele Triebe, durch deine Lieb' und Furcht zu wahrer Menschenliebe. Wer nicht den Nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein. Laß diese Wahrheit, Gott, mir stets vor Augen sein. 591. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 5. Sucht wo ein boshaft Herz Unfrieden anzurichten, jo laß mich Allen Christen, und auch mir hat forgsam sein, der Brüder 3mist der Herr dieß vorgeschrieben: Euzu schlichten. Aus Schmähsucht ren Nächsten sollet ihr, als euch Menschenliebe. selbst, von Herzen lieven. Chriften, was Gott hier gebeut, sei uns heilig allezeit. 2. Wir sind Bürger einer Welt, Kinder eines Vaters, Brüder, wer fie schmäht und unwerth hält, wüthet wider seine Glieder: denn wir sind ein Leib, Gott schuf uns zu einerlei Beruf. 3. Eine sterbliche Natur, Ein gebrechlichs, kurzes Leben, Eine Hoffnung hat uns nur Gott ohn' Unterschied gegeben; Eine Straf' und Seligkeit wartet unsrer nach der Zeit. 4. Und wir sollten uns entzwein? lieblos uns einander hassen? uns, zu unsrer eignen Pein, Stolz und Neid beherrschen lassen? Wer kein Freund des Nächsten ist, ist fürwahr kein Mensch, kein Christ. 5. Ehre, Reichtham, Würde, Stand, Seelenkräfte, Leibesgaben und was wir aus Gottes Hand sonst für einen Vorzug haben, Alles dieß befreit uns nicht von der Menschenliebe Pflicht. 592. Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. So Jemand spricht: ich liebe Gott, und haßt doch seine Brü der, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott und reißt sie ganz darnieder. Gott ist die Lieb', und will, daß ich den Nächsten liebe, gleich als mich. 6. Nein, der Gaben Unterschied knüpft das große Band auf Erden. Jeder, wenn er sich bemüht, kann dem Andern nüßlich werden. Den, der dir hier dienen muß, nährt mit Recht dein Ueberfluß. 7. Dein Erlöser sagt es dir: Wer hier der Geringsten einen pflegt, der thut es selber mir, denn ihr Alle seid die Meinen. Mancher, den die Welt verschmäht, ist in Gottes Aug' erhöht. 293 2. Wer dieser Erde Güter hat, und steht die Brüder leiden, und macht den Hungrigen nicht satt, läßt Nackende nicht kleiden, der ist ein Feind der ersten Pflicht, und hat die Liebe Gottes nicht. 8. Darum gieb uns, Gott, ein Herz voll von wahrer Menschenliebe, das an Andrer Freud' und Schmerz Antheil nehm' und gern das übe, was der Liebe Pflicht begehrt, wie sie uns dein Sohn erklärt. 3. Wer seines Nächsten Ehre schmäht und gern sie schmähen höret, sich freut, wenn sich sein Feind vergeht und nichts zum Besten kehret, nicht dem Verläumber widerspricht, der liebt auch seinen Bruder nicht. 9. Diesem großen Menschen freund laß uns Alle ähnlich werden, daß wir hier mit ihm vereint, nach vollbrachtem Lauf auf Erden, einst auf ewig bei ihm sein, seiner Lieb' uns ganz zu freun. 4. Wer zwar mit Rath, mit Trost und Schuß den Nächsten unterstüzet, doch nur aus Stolz, aus Eigennuß, aus Weichlichkeit ihm nüzet, nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht, der liebt auch seinen Nächsten nicht. 5. Wer harret, bis, ihn anzuflehn, ein Dürft'ger erst erscheinet, nicht eilt, dem Frommen beizustehn, der im Verborgnen weinet, nicht gütig forscht, ob's ihm gebricht, der liebt auch seinen Nächsten nicht. 6. Wer Andre, wenn er sie beschirmt, mit Hårt' und Vorwurf qualet und ohne Nachsicht straft und stürmt, so bald sein Nächster fehlet, wie bleibt bei seinem Ungestüm die Liebe Gottes wohl in ihm? 7. Wer für der Armen Heil und Zucht mit Rath und That nicht wachet, dem Ulebel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet, nur sorglos ihnen Gaben giebt, der hat sie wenig noch geliebt. 8. Wahr ist es, du vermagft es nicht, stets durch die That zu lieben; doch bist du nur ge 294 neigt, die Pflicht getreulich auszu üben, und wünscheft dir die Kraft dazu und sorgst dafür, so liebest du. Verhalten gegen Andere. 9. Grmattet dieser Trieb in dir, so such' ihn zu beleben. Sprich oft: Gott ist die Lieb', und mir hat er sein Bild gegeben. Denk' oft: Gott, was ich bin, ist dein, sollt' ich, gleich dir, nicht gütig sein? 10. Wir haben Einen Gott und Herrn, sind Eines Leibes Glieder, drum diene deinem Nächsten gern: denn wir sind Alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich, mein Nächster ist sein Kind, wie ich. 11. Ein Heil ist unser Aller Gut. Ich sollte Brüder haffen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf, und mich verſühnt, hab' ich dieß mehr, als sie, Theilnehmung und wider verdient? den Neid. 12. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen, ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du vergiebst, und den nicht lieben, den du liebst? 13. Was ich den Frommen hier gethan, dem Kleinsten auch von biesen, das sieht er, mein Erlöser, an, als hätt' ich's ihm erwiesen. Und ich, ich sollt' ein Mensch noch sein, und Gott in Brüdern nicht erfreun? 14. Gin unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gieb mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist. leumde, nicht durch falsche Ränke sein Wohlsein krante. 2. Gieb, daß ich nachsichtsvoll des Nächsten Fehle, wenn's meine Pflicht erlaubt, der Welt verhehle, ich noch stehe, mit Vorsicht sehe. und, wenn er fällt, auf mich, der bessern trachte und seiner Seele 3. Hilf, daß ich klüglich ihn zu Wohlfahrt theuer achte. Wie viel hast du für sie in Todesbanden selbst ausgestanden! Andrer Gaben, die sie doch auch 4. Laß mich aufrichtig schapen von deiner Güte haben, es müsse nie mein Herz des Nächsten Freuden und Glück beneiden. mer mehr auf Erden an Lieb' und 5. Laß mich, mein Heiland, imKraft dazu, so schmeck' ich schon Gütigkeit dir ähnlich werden. Gieb hienieden, Herr, deinen Frieden. 593. Mel. Herzliebster Jefu, was 2c. Hilf, Jesu, daß ich meinen Nächsten liebe, durch lieblos Richten ihn ja nicht betrübe, ihn nicht ver594. Mel. Ich dank' dir schon durch zc. Aulliebender, du schufft mein Herz, bei meines Nächsten Freuden mich mit zu freun und, fühlt er Schmerz, mit ihm auch mit zu leiden. 2. O laß mich diese heil'ge Pflicht nie aus den Augen seßen und, war's auch der Geringste, nicht gering sein Wohlsein schäßen. 3. Nie reize mich ein fremdes Glück zur Mißgunst und zum Neide, nie Andrer widriges Geschick zur schadenfrohen Freude. 4. Hilf mir vielmehr in Andrer Wohl, o Gott, mein eignes finden und, wenn ich kann, auch wie ich soll, gern ihre Wohlfahrt gründen. 5. Laß mich auch selber meinem Feind des Mitleids Thráne weihen, wenn er in seinem Un Fürbitte. glück weint, ihn gern mit Hülf' erfreuen. 6. Gott, welch ein seliger Gewinn ist dann schon mein auf Erden, wenn ich an liebevollem Sinn dir lerne ähnlich werden! 7. Dein Beifall ist mir dann gewiß, und unter deinem Segen geh' ich, dein Wort verspricht mir dieß, froh jener Welt entgegen. 8. Da wirst du dann, mein Bater, mir das Glück des Himmels geben, ich werd' erfreut, belohnt von dir, in deinem Reiche leben. 595. Mel. Welt, sieh' hier dein 2c. Gieb, Gott voll Lieb' und Güte, den Trieb in mein Gemüthe, mich Bei meines Nächsten Schmerzen lag fern von meinem Herzen der Bosheit wilde Freude sein. 2. Auf Andrer Wohlergehen mit Wohlgefallen schen, gefällt ja dir, mein Gott. Durch schadenfrohes Lachen dem Nächsten Kränkung machen, ist teufelischer Hohn und Spott. 295 7. Beneid' ich meinen Nächsten, so greift dich selbst, den Höchsten, mein Unmuth tadelnd an. Gott, welche schwere Sünde, wenn ich mich überwinde, zu tadeln, was du hast gethan! 3. Wer sich des Guten freuet, was deine Huld verleihet, er find' es, wo er's find't, der ist nach deinem Bilde, barmherzig, gütig, milde und als ein wahrer Christ gesinnt. 4. Der Stolz, die Eigenliebe find freilich macht'ge Triebe, auf Andrer Wohlergehn und auf die größern Gaben, die sie von dir, Gott, haben, mit scheelen Augen hinzusehn; 5. Jedoch du hilfft mir kämpfen, Hilfst Neid und Mißgunst dämpfen, wenn ich nur wachsam bin. Und wenn ich auf dich sehe und dich um Hülfe flehe, so hilsst du mir zum bessern Sinn. 6. Dein sind, o Gott, die Gaben, die ich und Andre haben, mit Weisheit hältst du Haus, und theilest unter Allen nach freiem Wohlgefallen die Güter deines Hauses aus. 8. Ich Thor, ich selber quäle mit Unmuth meine Seele, herrscht Neid in meiner Brust. Herr, mache mir dieß Laster je mehr und mehr verhaßter. Auch Andrer Glück sei meine Lust. Fürbitte. 596. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. Für unsern Nächsten beten wir, o Bater, wie für uns, zu dir. Gieb, der du aller Vater bist, gieb Jedem, was ihm selig ist. 2. Dir opfert unser Lobgesang Anbetung, Ehre, Preis und Dank, daß du auch unsre Brüder liebst und ihnen so viel Gutes giebst. 3. Dank, daß du auch an fie gedenkst, auch ihnen Jesum Chrisium schenkst, zu deinem Himmel sie auch schufft, zum Glauben sie, zur Tugend rufft! 4. Daß mit dem Glück der Zeit sie auch durch seinen heiligen Gebrauch gesegnet sind, daß nach dem Tod' auch sie dich sollen sehn, Gott! 5. Deß freun wir uns, und danken dir und beten brünstig, Gott, zu dir: laß stets sie deine Kinder sein und ewig deiner Huld sich freun. 6. Nimm ihrer väterlich dich an, und leite fie auf deiner Bahn, und mache sie für deinen Ruhm zu deinem Erb' und Eigenthum. 7. Verirrte führe, Herr, zurück zu dir, zu ihrem wahren Glück, den, der von dir sich führen läßt, den mach' im Glauben treu und fest. 8. Entreiß des Lasters Tyrannei die Sünder, mache du fie 296 frei, daß sie nur deine Pfade gehn und einst dein Vaterantlik sehn. Verhalten gegen Andere. 9. Gieb Allen einen frohen Muth, bewahr' ihr Leben, Haus und Gut, bewahr' ihr bestes Eigenthum, des guten Namens Glück und Ruhm. 10. In ihrer Noth verlaß sie nie, und sind sie traurig, tröste fie. Gieb ihnen hier Zufriedenheit, bort deines Himmels Seligkeit. 11. Wir All', einst deinen En geln gleich, erhöhn, versezet in dein Reich, dich ewig, ewig dan fen wir, o unser aller Vater, dir. Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit. 597. Mel. Vor deinen Thron tret' ich 2c. Gieb, Gott, daß ich der Wahrheit treu und redlich stets im Umgang sei, entfernt von der Verstellung ist, die deinem Aug' ein Abschen ist. 2. Verhaßt sei mir die Schmei chelei und glatter Worte Täusche rei, und, was ich denke, streite nicht mit dem, was meine Zunge spricht. 3. Hilf mir auch des Betruges Schein mit Vorsicht fliehn und klug zwar sein, doch ohne Falsch, nach Jesu Rath, in Worten, so wie mit der That. 4. Vereint mit Offenherzigkeit sei auch bei mir Verschwiegenheit, daß ich zu meines Nächsten Wohl da schweige, wo ich schweigen soll. 5. Doch laß auch mich freimuthig sein und keines Menschen Ansehn scheun, wenn irgendwo Gerechtigkeit der Unschuld Rettung mir gebeut. 6. Wer Wahrheit über Alles schäßt und nicht muthwillig sie verlegt, ist, Gott, dein Freund, und wird bestehn, wenn alle Falschen untergehn. 7. Du bist sein Schirm und Schild, o Gott. Träf' ihn auch andrer Menschen Spott, tråf ihn auch Haß der ganzen Welt, was achtet's der, der dir gefällt? einst strahlen, wie der Sonne Licht, 8. Er wird vor deinem Angesicht die früh in voller Herrlichkeit hervorglänzt und die Nacht zerstreut. erfreu', so steh' auch mir, mein 9. Daß ich mich dieses Glücks Bater, bei. Laß mich, von aller Falschheit rein, wie du, ein Freund der Wahrheit sein. 598. Mel. Schaß über alle Schäße 2c. Wohl dem, der richtig wandelt, der als ein Wahrheitsfreund in Wort und Werken handelt und das ist, was er scheint, der Recht und Treue liebet und von dem Sinn der Welt, die Trug und Falschheit übet, sich unbefleckt erhält. 2. Wohl dem, der Lügen hasfet, und der, so oft er spricht, so seine Neden fasset, daß er die Wahrheit nicht mit Vorbedacht verlegzet, und der an jedem Ort sich dieß vor Augen sezet: Gott merkt auf jedes Wort. 3. Wohl ihm, daß sein Gemůthe, Herr, so die Wahrheit übt. Ihn leitet deine Güte, er wird von dir geliebt. Du wirst ihn einst erhöhen, wenn in der Wahrheit Licht beschämt die Falschen stehen. geschreckt durch dein Gericht. 4. D Herr, laß alles Lügen doch ferne von mir sein, behüte mich vor Trugen mit gleißnerischem Schein, erinnre mein Gewiffen, du haffest Heuchelei, damit ich stets beslissen der Treu' und Wahrheit sei. 5. Laß niemals mich versprechen, was ich nicht halten kann, auch nie Zusagen brechen, die ich einmal gethan, nie mich den Stolz verleiten, und nie des Beispiels Sorge für die Ehre Anderer. Macht, als Wahrheit auszubreiten, was fälschlich ist erdacht. 6. Doch laß zu allen Zeiten auch deiner Weisheit Licht, Herr, meine Seele leiten, damit ich meine Pflicht mit Klugheit üb' und wisse, wenn ich für Andrer Wohl und für mich reden müsse, und wenn ich schweigen soll. 7. Wenn je, um mich zu drücken, des Feindes Rath gelingt, wenn er mit bösen Tücken in Kümmerniß mich bringt, so stärke meine Seele, daß sie nicht unterlieg', und Alles dir befehle. Du giebst der Unschuld Sieg. 8. Ein Herz voll Treu' und Glauben, das; Gott, zu dir sich hält, das soll mir Niemand rauben. So scheid' ich aus der Welt mit freudigem Vertrauen, werd' ich als dein Kind dich den Frommen schauen, die reines Herzens sind. dort mit Sorge für die Ehre Anderer. 599. Mel. O Gott, du frommer 2c. Wenn du des Nächsten Ehr' und Achtung suchst zu schmälern und von nichts lieber sprichst, als von des Bruders Fehlern, aus Ehrsucht und aus Stolz verkleinerst seinen Ruhm, deckst seine Schwachheit auf, wo bleibt dein Christenthum? 2. Wenn du aus Argwohn bloß von ihm nur Böses denkest, und durch ein falsch Gerücht ihm schadest und ihn frånkest, wenn ihn dein Neid, dein Haß, dein Stolz, dein Spott entehrt, bist du dann noch ein Christ und dieses Namens werth? 3. Wenn du den Låstrer hörst und unter Spöttern fizest, und bloß aus Menschenfurcht nicht Andrer Unschuld schüßest, wenn aus Gefälligkeit du selbst Verleumder bist, 297 und nichts zum Besten kehrst, bist dann noch ein Chrift? 4. Mensch, bedenke doch, Gott hört an jedem Orte, wo du nur immer bist, ein jedes deiner Worte. Und er, der Alles sieht, er sollte dich nicht sehn, wenn du dich frech erkühnst, die Unschuld selbst zu schmähn? 5. Wenn du der Frommen lachst, wenn du die Tugend schändest, dem Würdigen das Lob, das er verdient, entwendest, Verleumder, sieht's nicht Gott, wie zügellos dann du ihn in den Seinen schmähst? Dein Richter hört dir zu. 6. Die Thränen zählt der Herr, die von gekränkten Frommen, die du entehret hast, mit Seufzen vor ihm kommen. Es kommt, es kommt ein Tag, wo Gott einst vor Gez richt, im Angesicht der Welt, auch dir dein Urtheil spricht. 7. Und du, du wolltest noch des Nächsten Ehr' verlegen? und, wenn du sie verletzt, nicht schleunig sie ersetzen? Sie sei in Zukunft dir so werth, als eigner Ruhm, beschüß' und rette sie stets als ein Heiligthum. 8. Wie hoch verbeut uns Gott den Mißbrauch unsrer Zungen! Drum hüte dich, o Christ, vor alschen Gott und seine Gaben ehrt. len Lästerungen. Wer in dem Menden ehrt auch Gott, und der ist seines Beifalls werth. Friedfertigkeit. 600. Met. Herzliebster Jesu, was haft zc. Wer leben will und glücklich, der betrübe nie seine Brüder, fliehe Zank und liebe stets selbst die Eintracht, herzlich, treu, verschwiegen, ein Feind von Lügen. 2. Er sei gerecht, sei billig, übertreibe nie seine Rechte bis zur Hårt', und bleibe stets ruhig, 298 Verhalten gegen Andere. sei im ifer feiner mächtig und Bescheidenheit und Demuth. stets bedächtig. 3. Er freue sich nicht, wenn nun die, die irren, aus Eifer recht zu haben, sich verwirren, nie stolz, Htets frei, daß er sie leicht gewinne vom Eigensinne. 4. Im Tadel sanft, nie bitter im Verweise, stets herzlich bei des Bruders Ruhm und Preise, stets forgsam, wenn er Fehler sucht zu bessern, nichts zu vergrößern. 5. Nachgebend, wo nicht Recht und Wahrheit leiden, in jedem Streite sittsam und bescheiden, auch fittsam, wenn er siegt, holdselig, gütig, nicht übermüthig. 6. Demüthig, wie auch Christus war, stets billig, zu tragen Schwache, sie zu schonen, willig, nicht träge, die Gefallnen aufzuheben, schnell zum Vergeben. 7. Daß Brüder sich mit Bridern nicht entzweien, eil' er, Verdacht und Mißtraun zu zerstreuen und lindre klüglich Unmuth und die Schmerzen gekränkter Herzen. 8. Versöhnlich eil' er selbst der Feinde Neue entgegen, fodre sie nicht und erfreue, noch eh' ste bit. ten, ohne Selbsterhebung, sie mit Vergebung. 9. Er wird in Sicherheit und Friede wohnen, ihn wird man preis fen, wenn er fehlt, ihn schönen, ihn, wenn er spricht, zu war nen und zu lehren, mit Freuden hören. 10. Sein Beifall ist Belohnung, felbst Verweise von ihm find lieblich, sich zum Ruhm und Preise wird er nicht Fehler, die er straft, vergrößern, wird gern sie bessern. 11. So wird zur Freude jeder seiner Tage, und wenn er stirbt, hört man der Brüder Klage: Ach, der war gut, nie stolz, nie übermüthig, stets sanft, stets gútig. 12. Frohlockend geht er und empfängt am Throne des Mittlers, dem er folgte, seine Krone. Da wohnt er, Gott, in einem höhern Frieden, in deinem Frieden. 601. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Von dir auf diese Welt gerufen, stehn, Vater, alle Menschen hier auf höhern und auf niedern Stufen, der Kräfte, die du gabst, vor dir. Du machest arm, bu machest reich, doch vor dir sind wir Alle gleich. 2. Nicht Jeder hat, was Andre haben, und das ist Güte: denn Gaben, weil du uns, Bater, Alle du giebst dem diese, jenem andre sein, und einer sich des Andern liebst: denn Alle sollen glücklich freun. werden, ist Aller Ruf, ist Aller 3. Beglücken und auch glücklich Loos. Nur darum ist der hier auf Erden gering und arm, der reich und groß, der hat mehr Kraft, der mehr Verstand: denn jener braucht, was der erfand. 4. Wer hat mich Andern vorgezogen? wer wieder andre Menschen mir? Du thuft's, durch freie Huld bewogen: denn alles Gute kommt von dir. Ich gab dir nichts zuvor, und ich bin Alles, was ich bin, durch dich. 5. Und ich, ich sollte nicht bescheiden? ich stolz und übermüthig sein? ich den nicht achten? den beneiden? mich, weil er mehr empfing, nicht freun? als wär' ich, dann, auch seliger? hätt' ich mehr als er, auch besser ben mich meines Glücks und Vor6. laß in meinem ganzen LeZugs nicht zu Andrer Kränkung muth Pflicht, nicht bloß auf metüberheben, verkennen nie der Denen Vorzug sehn, nicht Ändrer Gaben stolz verschmähn! 7. Ja, meine Brüder will ich ehren, wie arm, wie niedrig fie auch sein. Sie können meiner nicht entbehren, ich kann mich ohne sie nicht freun. Nimmt keiner meines Glücks sich an, wie arm, wie niedrig bin ich dann. Beförderung ihres Seelenwohls. 8. Wer eitler Ehre gern entbehret und Tugend an Geringen gern erkennt, und schätzt und ehrt, der ehret der Niedrigkeit und Hoheit Herrn. Wohl, wohl ihm, denn Bescheidenheit giebt Allen Liebenswürdigkeit. 9. Sie schmückt das Alter, giebt der Jugend den größten Reiz, den Gaben Werth, und Glanz und Hoheit jeder Tugend, die eiteln Schimmer gern entbehrt. Denn Demuth und Bescheidenheit ist unsre wahre Herrlichkeit. 10. Gieb, Herr, zu allen deinen Gaben auch diese: laß, vom Stolze rein, uns Alles brauchen, was wir haben, uns durch einander zu er. freun. Dann werden All' in dei nem Reich an Seligkeit einander gleich. Beförderung des Seelenwohls Anderer. 299 laß mich mit Redlichkeit die Seele, die du liebest, zu retten auch beflissen sein und nicht Verdruß, nicht Arbeit scheun, dir, Gott, sie zuzuführen. 602. Mel. Herr, wie du willst 2c. Gott, meines Nächsten bestes Theil laß stets mich theuer achten, und auch nach seiner Seele Heil mit Lieb' und Sorgfalt trachten. Du schufft ihn zur Unsterblichkeit, und haft ihn selbst zur Seligkeit durch deinen Sohn erlöset. 2. Zum Srrthum, zur Verschlimmerung, zu Sund' und Eitelkeiten durch List, durch Zwang und Anreizung den Schwachen je verleiten, durch That und böses Beispiel ihn in Fehler und in Lafter ziehn, o Gott, welch ein Verbrechen! 3. Laß mich nach seiner Besserung im Glauben und im Leben durch Rath, und durch Erinnerung, durch gutes Beispiel streben, ihm Ach, tung für Religion und Liebe gegen deinen Sohn fest suchen einzu. prågen. 4. Je mehr du mir Gelegenheit und Fähigkeiten giebest, je mehr 5. Giebst du mir Freunde, Herr, mein Gott, giebst du mir Hausgenoffen, laß mich dein heiliges Gebot sie lehren unverdrossen. Du gabst sie mir, und deine Hand wird dieß mir anvertraute Pfand von mir einst wieder fodern. 6. Kann ich kein zeitlich Glück und Gut den Meinigen erwerben, laß sie von mir das größte Gut, der Tugend Segen, erben. Hilf, daß ich dir sie, Gott, erzieh', selbst Sund' und Laster eifrig flich' und stets behutsam wandle. 7. D hätt' ich eine Seele je geärgert und verblendet, durch Leichtsinn oder Bosheit sie von dir, Gott, abgewendet, ward irgendwo durch meine Schuld ein Mensch verluſtig deiner Huld, wie müßt' ich dieß bereuen! 8. Erbarmer, Vater, dann verzeih' mir diese großen Sünden. Laß mich, laß ihn auf wahre Reu' Vergebung vor dir finden. Führ' ihn zurück zur Heiligung, laß mich durch eigne Besserung ihn stärken und erbauen. 603. Mel. Jesu, der du meine Seele zc. o Jesu, mich empfinden, welche Seligkeit es ist, daß du mir, um mich von Sünden zu befrein, erschienen bist, daß ich Gottes Wege walle, daß du liebreich, eh' ich falle, die Gefahr mir offenbarst, mich ergreifest, mich bewahrst. 2. Laß mich's fühlen, welch ein Segen es für meine Seele ist, daß ich geh' auf Gottes Wegen, weil du meine Hülfe bist, daß, von deinem Geist getrieben, über Alles Gott zu lieben, dich und deine Seligkeit, dein Erretteter sich freut. 300 Verhalten gegen Andere. 3. Doch, wie könnt' ich dieß euer Eigenthum und Ruhm, Alles, empfinden und doch fühllos Men- was euch Gottes Rath gab und noch schen sehn, in der Sklaverei von bestimmet hat. Sünden, Wege des Verderbens gehn, und nicht rufen, daß sie's hören: Gilet, Freunde, umzukehren, wenn ihr selig werden wollt, wie ihr's werden könnt und sollt. 4. Auch für meiner Brüder Seelen und nicht für mein Heil allein, soll ich sorgen, wenn sie fehlen, wo ich kann, ihr Führer sein. Wenn fie fündigen und sterben, und ich rief nicht vom Berderben, wo ich konnte, sie zu dir, foderst du ihr Blut von mir. 5. Von des Irrthums Finfiernissen selbst errettet, will auch ich warnen, rühren deß Gewissen, der von deinem Wege wich, will ihm zeigen, was ihn blende, daß sein Herz zu dir sich wende und zur wahren Seelenruh'. Gieb du mir nur Kraft dazu. 6. Hilf mir selbst sein Herz erweichen, und, wenn meine Bitten nicht bis zu seinem Herzen reichen, sei mein Beispiel ihm ein Licht, daß an mir er sehen möge, wie so heilsam Gottes Wege Jedem, der fie lieb gewinnt und mit Treue wandelt, sind. 7. Laß ihn sehn an meinen Freuden, wie beglückt der Fromme ist, wie so heiter auch in Leiden, welch ein Trost du dann ihm bist, daß er sich der Luft der Erde noch entreiß und heilig werde, selig auch, wie ich, zu sein, ewig deiner sich zu freun. Beförderung des zeitlichen Wohlstandes Anderer. 604. Mel. Gott des Himmels und 2c. Theuer, wie mein eignes Leben, wie mein Nam' und Eigenthum, sei mir, Menschen, euer Leben, 2. Strebt schon in der Zeit der Jugend nach Verdiensten, werbt, gewinnt durch Geschäftigkeit und Tugend, die die besten Schäße sind, Alles gönn' ich euch. werdet angesehn und reich, Alles, 3. Neide, und vom Eigennuße rein, Immer will ich, fret vom eures Segens, eurer Freude, eufroh, daß unser Gott euch liebt, res Glücks und Ruhms mich freun, euch so mild und reichlich giebt. 4. Allen helfen, eifrig ihnen. wohlthun, wie mein Heiland that, Schaden wehren, Allen dienen, dem mit Hülfe, dem mit Rath, willig, jedes Unrechts Feind, aller Menschen wahrer Freund. 5. Lasset uns einander lieben, gern einander glücklich sehn, Keis nen frånken und betrüben, Kei nen drücken, Keinen schmähn, aller Zwietracht, alles Streits Feinde sein: denn Gott gebeut's. Glauben, fliehn, was Andern 6. Laßt uns halten Treu' und schädlich ist, Arm' und Schwache walt und List. Welch ein Graul nicht berauben durch Betrug, Gevor Gott ist nicht falsches Maß und falsch Gewicht! 7. Laßt uns nie, was wir versprechen, widerrufen, weil's uns reut, nie, was zugesagt ist, brechen, oder schånden unsern Eid, von Betrug und Tücken rein, lieber arm, als treulos sein! 8. Haffen laßt uns alle Lügen, alle Schmähsucht, Jeder sei offenherzig und verschwiegen, in der Freundschaft fest und treu, Jeder nehme, wo er kann, der Verleumdeten sich an. 9. Laßt uns Gutes gern belohnen, wie's uns unser Gott belohnt, und der Brüder Fehler. schonen, wie der Herr auch unsrer schont. Ach, er schont, mit welcher Huld, welcher Langmuth und Ge duld! Beförderung ihres leiblichen Wohls. 301 10. Also laßt, von Gott getrie- den. Voll regen Eifers sei mein ben, uns einander gern und treu, Leben hier auf Erden, so nützlich uns als seine Kinder lieben, ohne als ich kann, dem Nächsten stets Zwang und Heuchelei. O wie se- zu sein, dann geh' ich einst, o lig werden wir dann nicht werden Gott, ins Reich der Liebe ein. dort und hier! 605. Mel. Gott, du frommer Gott zc. Wie Sie selig lebt ein Mensch, der Dienstbegierde kennet und seine Pflicht zu thun, aus Menschenliebe brennet, der, wenn ihn auch kein Eid zum Dienst der Welt verbind't, Beruf, und Eid und Amt schon in fich selber find't! 2. Dir, Höchster, ahmt er nach, dir, als dein Bild, zu gleichen, durch Dienstbefliffenheit sucht er dieß zu erreichen, er hält für eignes Wohl sich nicht allein gemacht, er hält sich für die Welt von dir hervorgebracht. 3. Die Welt, denkt er, hat Recht auf meinen Dienst und Kräfte, ihr nüßen, ist für mich ein seliges Geschäfte. Als Glieder schuf uns Gott, als Bürger einer Welt, in der des Einen Hand die Hand des Andern hält. 4. So denkt der Menschenfreund, und das ist sein Bestreben, so treu, als er sich lebt, zum Wohl der Welt zu leben, ihm wird des Nachsten Glück sein eigener Gewinn, er fühlet fremde Roth, als tráfe fie selbst ihn. 5. Er eilt dem, der's bedarf, mit Hülfe beizustehen, sein Ansehn, und sein Freund, sein Stand, sein Wohlergehen sind Mittel, die er braucht, behülflich gern zu sein, und jeden Leidenden mit Troste zu erfreun. 6. Was Andrer Nothdurft heischt, das reizet seine Triebe auch ohne Ruhm und Lohn zur wahren Menschenliebe. Kein Stolz, kein Eigennuß, treibt ihn zur Gütigkeit, er sieht auf seinen Gott, der Liebe ihm gebeut. 7. So laß mich auch gefinnt, mein Gott, durch Christum wer606. Mel. Herzliebster Jesu, was hast zc. Ich bin des festen redlichen Entschlusses, die milden Gaben deines lleberflusses zu meines Nächsten Nuß, mit treuen Händen, Herr, anzuwenden. 2. Ist doch dein eigner Sohn einst nicht erschienen, daß er sich dienen ließ, er kam, zu dienen und ward ein Knecht der Menschen, um vom Bösen uns zu erlösen. 3. Er brauchte seine Größ' und Macht, die Armen zu trösten, sich der Kranken zu erbarmen, Verlornen Heil und Gnade zu erwerben, für uns zu sterben. 4. Wie liebreich trug er unsrer Strafen Bürden, daß wir vor Gott gerecht und selig würden, wie ward die Welt so herrlich dir zur Ehre, durch seine Lehre! 5. Daß nun die Menschen wieder Menschen werden, daß Eigennuß und Tyrannei auf Erden nicht mehr so furchtbar sind, als ihre Götter, das that der Retter, 6. Der große Retter, der, der Tugend Freuden zu uns zu führen, sich entschloß zu leiden, der Liebe Vorbild durch sein göttlich Leben der Welt zu geben. 7. O wie verschönert sich nicht Gottes Erde, wo Jesu Jünger, daß er gütig werde, nun eifrig strebt, zu ehren seinen Namen, ihm nachzuahmen. 8. Hilf mir, Jesu, durch ein nüßlich Leben zur Aehnlichkeit mit dir mich zu erheben, gieb Kraft, daß ich das Glück, das ich befize, für Andre nüße! 9. Gieb, daß ich, fern von Selbstsucht, meinen Brüdern, die du erlöst hast, deines Leibes Gliedern, gern dien' und hülf 302 Verhalten gegen Andere. reich beisteh' ihnen Allen, dir zu dir, fern sei ein hartes Herz von gefallen. mir! 10. Denn darum giebst du uns so viele Gaben, daß Alle Segen auszutheilen haben, daß Jeber glücklich werd' und, frei vom Neide, sei Andrer Freude. Güte und Barmherzigkeit. 607. Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. Barmherzigkeit ist unsre Pflicht, wenn wir Betrübte sehen. Helf' ich, Gott, den Bedrängten nicht, wenn sie um Hülfe flehen, so kann ich mich des Ruhms nicht freun, Bekenner meines Herrn zu sein. 2. Kränkt mich nicht meines Nächsten Schmerz, fühl' ich nicht seine Leiden, so kennt auch nicht mein hartes Herz die edelste der Freuden, so kenn' ich dich, den Bater, nicht, und nicht der ächten Liebe Pflicht. 3. Rührt mich nicht der Verlaßnen Noth und nicht der Wittwen Zähre, so bin ich fern von dir, o Gott, und läugne deine Lehre, so bin ich gleich dem bösen Knecht, der nicht vergab, bin ungerecht. 4. Ist's Geiz, ist's Trägheit, die mir's wehrt, den aus der Noth zu reißen, der mir das klagt, was ihn beschwert, kann ich ein Christ dann heißen? Wer Jesu wünschet gleich zu sein, muß auch so gern, wie er, erfreun. 5. Bin ich bei Andrer Noth zu weich und scheue ihre Leiden, so bin ich jenem Stolzen gleich, der, Mitleid zu vermeiden, den, welchen Blut und Schmerz umfing, von ferne sah und seitwärts ging. 6. du, der voll Barmherzigkeit so gern, was uns beschweret, uns mildert und der Seele Leio so gern in Freuden kehret, o bild' auch meinen Sinn nach 7. Wer so, wie du, barmherzig ist, empfängt vor deinem Throne, weil er nicht dein Gebot vergißt, ein ewig Heil zum Lohne; doch den Verachter dieser Pflicht erkennst du für den Deinen nicht. 608. Mel. Jefu Leiden, Bein und Tod 2c. Wer des Lebens Güter hat, wenn sein Nächster schmachtet, und nicht hilft mit Rath und That, seines Grams nicht achtet, fühllos bleibet bei der Noth der verlaßnen Armen, der erwarte nicht von Gott Nachsicht und Erbarmen. 2. Soll durch üppigen Genuß und durch Schwelgereien Gottes reichen Ueberfluß strafbar er entweihen? soll er Gott nicht ähnlich sein? hat er seine Gaben nicht, um Brúder zu erfreun, welche Mangel haben? 3. D vom Himmel schaut der Herr auf der Armen Plagen, ihre Thränen zählet er, höret ihre Klagen, sieht auch, wenn das harte Herz kummerfreier Reichen keine Thränen und kein Schmerz mildern und erweichen. Jammer und Verderben sollen sie 4. Ach, das Urtheil ist gefällt: in jener Welt, nicht den Himmel, erben, sollen nicht, wo Gott ist, sein, nicht bei den Erlösten, sie, die Arme nicht erfreun, nicht Verlaßne trösten. 5. Neiche, hört's! Erbarmet euch, fleht zu euch der Arme, daß sein Gott auch über euch sich dereinst erbarme, weil ihr, da er zu euch schrie, auf sein Schreien Hörtet, den Bedrängten halft, und sie trånktet und ernährtet. 6. Mitleidsvoll und Hülfreich sein, seiner Miterlöften Retter werden und sich freun, Traurige zu trösten, Dank in ihrem Ange Güte und Barmherzigkeit. 303 sicht und in ihren Blicken Wenne Welch ein Ruhm für dich Erlösten, sehn, wie rührt das nicht, Reiche, welch Entzücken! arme Brüder Jesu trösten! 7. Aber wer den Armen giebt, geh' aus freier Liebe, sei nicht mürrisch, wenn er giebt, daß er nicht betrübe. Eh' er seufzen hört, eil' er Armen froh entgegen. Lieblich sei, das will der Herr, wie der Thau, sein Segen. 8. Christen, wenn ihr in der Zeit mild, wie Gott, gefinnet, Schäße für die Ewigkeit fammelt und gewinnet, o wie groß wird cuer Lohn, euer Glück auf Erden und wie groß vor Gottes Thron die Bergeltung werden! 9. Jesus saget dann zu euch: Kommt, getreue Knechte, erbet meines Vaters Reich, erbet es, Gerechte. Was ihr meinen Brüdern gabt in dem ersten Leben, wahrlich, dieses Alles habt ihr auch mir gegeben. 609. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt ze. Wohlzuthun und mitzutheilen, Christen, das vergesset nicht. Mitleidsvoll und willig eilen, Armen beizustehn, ist Pflicht, Pflicht, die Jesus selbst uns lehret, und die Gott, den Höchsten, ehret. 2. Speiset die, die Hunger leiden, und die durstig sind, die tränkt, eilt, die Nackenden zu fleiden, tröstet, die der Kummer kränkt, Schwache sucht zu unterstüßen, Unterdrückte zu beschüßzen. 3. Nicht nur denen, die euch lieben, oder euch um Hülfe flehn, Allen eilt, von Gott getrieben, nach Vermögen beizustehn, führt zu unverhofften Freuden die auch, die im Stillen leiden. 4. Und dieß sei dir keine Bürde, keine Past, beglückter Christ. Hoheit ist es, Ruhm und Würde, wenn du mild und hülfreich bist. 5. Und was schafft's für sanfte Freuden, der Verlaßnen Helfer sein, sehn, wie sie in ihren Leiden sich, durch uns gestärkt, erfreun! Gin betrübtes Herz erquicken, welch ein himmlisches Entzücken! 6. Heil und Glück auf unsern Wegen, innige Zufriedenheit, Huld bei Menschen, Gottes Segen folgen auf Barmherzigkeit, und dereinst zum Gnadenlohne schenkt ihr Gott des Himmels Krone. 7. Laßt uns eilen, unsre Gaben, weil es Zeit ist, auszustreun. Was wir hier gesået haben, ernten wir einst reichlich ein. Seid barmherzig, helft den Armen, Gott will eurer sich erbarmen. 610. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 2c. Seid barmherzig. Menschen, höret, hört das heiligste Gebot, das uns Jesus Christus lehret: Seid barmherzig, seid's, wie Gott. Gebt, so wird auch euch gegeben, was euch nöthig ist zum Leben. 2. So viel Menschen, so viel Brüder. Ein Gott ist's, der uns erschuf. Wir sind Alle Chrifti Glieder, allgemein ist Gottes Ruf. So den Bösen, wie den Seinen läßt der Herr die Sonne scheinen. 3. Gleicht dem Vater im Erbarmen, seid barmherzig, seid's, wie er. Gebt den Dürftigen und Armen, was ihr gebt, empfängt der Herr. Helft und eilt, auch ungesehen, euern Brüdern beizustehen. 4. Hülfreich zu Bedrängten eilen, sie beschützen und erfreun, Kummer lindern, Wunden heilen, wohlthun, trösten und verzeihn. und dieß ohne Stolz verrichten, das sind unsre Christenpflichten. 304 Verhalten gegen Andere. richt? 5. Herr, wir geben von dem nicht ein noch schrecklichers GeDeinen, was wir geben. Laß uns nie fühllos sein, wo Brüder weinen, unser Mitleid tröste sie, daß, wenn wir zu dir uns nahen, wir auch Trost und Hülf' empfahen. 6. Lehre mich gerecht und billig gegen alle Menschen sein, keinen drücken, lieber willig Jedem, der mich kränkt, verzeihn. Hab' ich Macht, laß sie mich nüßen, die Bedrängten zu beschützen, eilen, we Verlaßne flehn, ihnen liebreich beizustehn. Gerechtigkeit. 611. Mel. Jesu, der du meine Seele zc. Aller meiner Brüder Rechte laß mir, Gott, stets heilig sein. Wenn ich sie zu krånken dächte, ihres Kummers mich zu freun, über sie mich zu erheben, oder üppiger zu leben, dann verlegt' ich meine Pflicht, ehrte deinen Willen nicht. 2. Könnt' ich, taub bei ihren Klagen, ihnen das aus Eigensinn, oder Neid und Geiz versagen, was ich ihnen schuldig bin; könnt' ich ohne Treu' und Glauben Andern Gut und Ehre rauben, welchen Haß verdient ich nicht, welch ein schreckliches Gericht! 3. Nein, ich will das Unrecht hassen, will gerecht sein, kein Tyrann, Jedem geben, Jedem las. fen, was er hat und fødern kann. Lieber will ich Unrecht leiden, als begehen, und mit Freuden lieber niedrig sein und bloß, als durch Unrecht reich und groß. ren, 4. Würden der Bedrängten Zähwürden ihre Seufzer nicht Rettung, Gott, von dir begehren und beflügeln dein Gericht? würd' ich nicht stets zittern müssen? würde nicht selbst mein Gewissen mir mit Angst und Schrecken draun und ihr erster Nächer sein? 5. Gines Unterdrückten Thrånen, o wie furchtbar sind nicht die! Gh' es Ungerechte wähnen, trifft, Herr, deine Strafe fie. Und wenn du nicht eilen solltest, wenn du, Richter, säumen wollteft, harrt denn mein am Grabe 7. Sichern laß mich meine Rechte, aber sanft und mit Geduld. Wir find Alle deine Knechte, und wie groß ist deine Huld! Du vergiebst mir meine Schulden, sollt' ich. denn kein Unrecht dulden? nicht gelind sein? mich nicht freun, wie du, Bater, zu verzeihn? 8. Hilf mir, immer richtig wandeln, Gott, vor dir, als meinem Herrn, billig stets mit Andern handeln und von aller Hårte fern. Denn du, Richter aller Welten, wirst mir Alles einst vergelten, was ich meinen Brüdern that, wenn sich dein Gericht mir naht. Billigkeit. 612. Mel. O Welt, sieh hier dein 2c. Mein Gott, nach deinen Lehren darf ich nicht stets begehren, was wohl vor Menschen gilt, nicht immer darauf bringen, den mit Gewalt zu zwingen, der meine Fodrung nicht erfüllt. 2. Der Mangel seiner Kräfte, sein Stillstand der Geschäfte befiehlt mir Billigkeit. Bei allem guten Willen kann er oft nicht erfüllen, was ihm Gesetz und Pflicht gebeut. 3. Und ich, Herr, sollt es wa. gen, ihm Nachsicht zu versagen und immer strenge sein? Sein Elend zu vermehren, sollt' ich sein Glück zerstören und Noth und Untergang ihm dráun? 4. hilf mir lieber leiden, sein Unglück zu vermeiden, wenn Alles für ihn spricht, auch bei er * Wiedererstattung. 305 wiesnen Klagen dem Mitleid nicht lich. Beging ich's je, so sei mir's entsagen und nicht der Menschen- leid, und zum Ersatz mein Herz liebe Pflicht. bereit. 5. Beim Recht, das mir gebühret, wird das, was er verlieret, vielleicht nie wieder sein; ich kann, wird's mir entrissen, es oft sehr leicht vermissen, und doch noch immer glücklich sein. 6. Streng auf sein Recht zu dringen und, um es zu erzwingen, den hårtsten Schritt nicht scheun, das heißt nicht, sich des Armen in seiner Noth erbarmen und als ein Christ gesinnet sein. 7. Um Ruhe zu genießen, er innre mein Gewissen, Gott, daß ich billig sei, mein Recht nicht übertreibe, barmherzig sei und bleibe, und jede Art der Härte scheu'. Wiedererstattung. 613. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. Fern ern sei mein Leben jederzeit von aller Uingerechtigkeit. Wie könnt' ich sonst der Deine sein und deiner Gnade, Gott, mich freun? 2. Wer seines Nächsten Rechte frånkt, auf seinen Schaden boshaft denkt, verleget des Gewissens Pflicht und ehrt dich, Gott der Liebe, nicht. 3. Du schriebst in jedes Herz, o Gott, tief ein das heilige Gebot: Was du nicht willst, das dir geschicht, das thue du an Andern nicht. 4. Wenn ich dieß heilige Geset durch Ungerechtigkeit verleß', o sprech' ich da nicht über mich das Urtheil: Gott ist wider dich? 5. Dein Wort schärft mir's noch stärker ein, kein schadenfroher Mensch zu sein, es droht der Krankung, dem Betrug des Nächsten unfehlbaren Fluch. 6. Darum, mein Gott, bewahre mich vor allem Unrecht våter 7. Wer Andern Schaden hat gethan und irgend ihn erstatten kann, doch deß sich weigert, findet nicht vor dir Erbarmen im Gericht. 8. Auf Buße, die er meint zu thun, kann nie dein Wohlgefallen ruhn, wenn er nicht willig das ersetzt, womit er Andrer slecht verlegt. 9. Herr, gieb, daß ich, deß eingedenk, durch Unrecht niemals Andre krånk'. Du bist gerecht, dieß sei auch ich. In diesem Sinne stärke mich. Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 614. Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. Der du, dem Tode nah', für die, die dich erwürgten, batest, der du bei deinem Vater sie, mein Heiland, selbst vertratest, o mocht ich doch dir ähnlich sein, und meinem Feinde gern verzeihn! 2. Wie könnt' ich hoffen, Trost im Tod', Huld im Gericht zu finden? zu dir noch flehen: Richte, Gott, mich nicht nach meinen Sünden, hört' ich nicht deine Stimm' in mir: Wie du vergiebst, vergiebt Gott dir. 3. Du Stimme Gottes, schalle mir durch meine ganze Seele, daß ich mit Ernst, o Gott, vor dir, drauf achte und dann wähle. Der wählt den Segen, der vergiebt, und der den Fluch, wer Rache liebt. 4. Erwirb dir, Christ, die Fertigkeit, dich selbst zu überwinden. Duld' und vergieb: denn Gott verzeiht und straft nicht deine Sünden. Nicht Nache, Segen rufe du, Begnadigter, dem Feinde zu. 5. Auch mein Beleidiger hat Theil am Heiland aller Sünder, 20 306 Verhalten gegen Andere. An mit Blut erkauft' auch ihn zum kennt und zu Haß und Rach' entHeil der Todesüberwinder. brennt, hilf dann, daß ich übermich und ihn ergeht der Ruf des winde meinen Haß, und laß mich Gottes, der uns Beide schuf. sehn in den Tod für uns dich gehn. 6. Wie dir deine Thränen flossen, als dein Aug' um mich geweint, wie du, großer Menschenfreund, auch für mich dein Blut vergossen, wie du littst, mich zu erfreun, das laß mir vor Augen sein. 6. könnt' ihn meine Sanft. muth noch zur Seligkeit bekehren und ihn der Liebe sanftes Joch mit Freuden tragen lehren! Wie göttlich würd' es mich erfreun, der Retter meines Feinds zu sein! 7. Wie wird er einst am Welt. gericht mich Freund und Bruder nennen, mir danken, und sich ewig nicht von meiner Seite trennen und Gott erhöhen, dessen Hand uns für die Ewigkeit verband! 8. Wie gern will ich, Gott, auf dein Wort Haß und Verfolgung leiden, wie gern verzeihn, da du mir's bort vergiltst mit solchen Freuden, wenn mir im Himmel nur ein Feind dankbare Freudenthránen weint. 615. Mel. Ach, was soll ich Sünder 2c. Sollten Menschen, meine Brüder, mir, o Gott, nicht theuer sein? sollt' ich sie nicht gern erfreun? Sind nicht Alle Christi Glieder, Christi, der für Alle starb, Allen Gottes Huld erwarb? 2. Er hat All' aus einem Blute stammen lassen, Alle sind Gottes, Jeder ist sein Kind, Alle sind mit einem Blute ihm erkauft und Eines Throns Erben, Erben seines Sohns. 3. Gottes Kinder sollt' ich hassen? lieblos, unbarmherzig sein? meinem Feinde nicht verzeihn? seine Schuld ihm nicht erlassen? Gott, nicht fürchten dein Gericht? dein Erbarmen achten nicht? 4. Der du für die Uebelthäter um Geduld batst und die Last unsrer Schuld getragen hast, unser Mittler und Vertreter, es versöhnte Gott durch dich eine Sünderwelt mit sich. 5. Wenn mein Herz, vom Hang zur Sünde hingerissen, dich ver7. Gieb es so mir zu erkennen, daß ich thu', wie du gethan. Wer nicht liebt, geht dich nichts an, ist kein Glied von dir zu nennen, ist dem Gott der Lieb' ein Grául und verscherzt sein eignes Heil. 8. so hilf mir, daß ich übe, was dein Wille mir gebeut, Nachsicht, Sanftmuth, Gütigkeit, daß ich, wie du liebtest, liebe, innig liebe, milde, treu, sanft und leicht versöhnlich sei. 9. Ja ihr, eines Hauptes Glieder, Christi, der für Alle starb, Allen Gnad' und Huld erwarb, lieben will ich euch, ihr Brüder, für euch beten, euch erfreun, wohlthun, dulden und verzeihn. 616. Met. Mir nach, spricht Christus 2c. Verbittre dir dein Leben nicht, o Christ, durch eigne Rache. Vergeben ist des Menschen Pflicht, vergelten Gottes Sache. Die Sanftmuth, die sein Wort gebeut, liebt Feinde, segnet und verzeiht. 2. Wahr ist's, empfindlich ist der Schmerz, von Menschen Unrecht leiden; und dennoch soll des Christen Herz am Zorne sich nicht weiden, soll nicht sein eigner Nichter sein, soll alles Unrecht gern verzeihn. 3. So schwer auch diese Pflicht dir scheint, so mußt du sie doch üben: sonst bist du nicht des Heilands Freund, der sie dir vorgeschrieben. Emport dein Herz dawider sich, so steh' auf ihn, besiege dich. Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 307 4. Wer hat wohl größern Wi- die Wuth ergrimmter Knechte ers derspruch von Sündern hier erdul- trug er mit Geduld. Sollt' ich det, als er, der Herr, der Schmach denn wiederschelten, da er nicht und Fluch von Andern nie verschul- wiederschalt? mit Liebe nicht verdet? Und dennoch will er lang- gelten, wie er dem Feind vergalt? muthsvoll, daß Keiner ewig sterben soll. 3. Verleumdung dulden müssen, ist schwer; doch diese Pflicht wird leicht, wenn das Gewissen für meine Unschuld spricht. Dieß will ich treu bewahren, so bessert mich mein Feind und lehrt mich flug verfahren, indem er's böse meint. 5. Ihm folgen, ist dein wahrer Ruhm. Beleidigern verzeihen, ist Ehre für dein Christenthum; sich ihres Falls nicht freuen, den, der dich schmäht, nicht wieder schmähn, gereicht dir selbst zum Wehlergehn. 6. Im Zorn denkt Niemand ernstlich nach, was Gott gefallen sollte. Die Rache selbst vermehrt die Schmach, die man bestrafen wollte. Kein Schimpf wird ungeschehn gemacht, wenn deine Nachgier wild erwacht. 7. Die Nachgier reißt Gerechtigkeit, reißt Glauben aus dem Herzen, stört des Gemüths Zufrieden heit und straft mit bittern Schmerzen; sie hindert Dank, Gebet, Vertraun, und raubt den Muth, auf Gott zu baun. 8. Durch Sanftmuth, übe nur die Pflicht, wirst du den Feind besiegen. Draube deiner Seele nicht dieß göttliche Vergnügen! Dann wird der Herr auch dir verzeihn, dein Vater und Bergelter sein. 9. Laß mich aus Liebe, Gott, zu dir das Unrecht selbst nicht råchen. Du wirst, verzeih' ich gern, auch mir ein gnädig Urtheil spre chen. Von dir kommt auch der Sanftmuth Sinn; nach deiner Gnade gieb mir ihn. 617. Mel. Besteht du deine Wege 2c. Nie will ich wieder fluchen, wenn mir mein Hasser flucht, nie dem zu schaden suchen, der mir zu schaden sucht; ich will ihm sanft begegnen, nicht drohen, wenn er broht, schilt er, so will ich segnen. Dieß ist des Herrn Gebot. 2. Mein Jesus, der Gerechte, vergalt die Schmach mit Huld, 4. Ich will die Fehler scheuen, die er von mir ersann; auch die will ich bereuen, die er nicht wis sen kann. Durch Huld will ich mich rächen, an ihm das Gute sehn, und Gutes von ihm sprechen; wie könnt' er långer schmähn? 5. Ich will niemals ermüden, ihm thắtig zu verzeihn und als ein Christ zum Frieden, zu Diensten willig sein. Wenn, mich zu untertreten, ihn Güte mehr erhißt, so will ich für ihn beten und Gott vertraun: Gott schüßt. 618. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt zc. Allen, welche nicht vergeben, wirft du, Richter, nicht verzeihn; troftlos werden sie im Leben, trostlos einst im Tode sein, unentladen ihrer Sünden nimmer vor dir Gnade finden. 2. Wie dein Herz mit jedem Sünder väterliches Mitleid hat, wie der Freund der Menschenkinder selbst für seine Mörder hat, so soll auch der Christ verzeihen und sich nicht der Rache freuen. 3. Wir geloben's dir mit Freuden: willig wollen wir verzeihn, nie uns rächen, wenn wir leiden, nie zu dir um Rache schrein, viel mehr vor dein Antlig treten und für unsre Feinde beten. 4. Stärk' uns, Water, deine Frommen, treu zu bleiben dieser Pflicht. Wenn wir in Versuchung kommen, so besiege sie uns nicht; laß fie uns gewaffnet finden, laß uns schnell sie überwinden. 20* 308 Verhalten im gesellschaftlichen Leben. 5. Mach' in unserm ganzen Le ben deinem Sohn' uns gleich gefinnt. Sind wir willig zum Vergeben Allen, die uns schuldig sind, so laß auch für unsre Sünden uns bei dir Vergebung finden. 6. Heil uns, Gott verzeiht uns Sündern, geht nicht mit uns ins Gericht, nimmt uns auf zu seinen Kindern, zürnet mit uns ewig nicht. Laßt uns beten, laßt uns kämpfen, alle Nach' in uns zu dämpfen. Freundschaft. 619. Mel. Vor deinen Thron tret' ich 2c. welch ein Segen ist ein Freund, der, Gott, durch dich mit mir vereint, mich zärtlich und vertraulich liebt, mit mir sich freuet und betrübt. 2. Der, fest vereinigt erst mit dir, in einem Geiste dann mit mir der Tugend hohes Leben lebt, mit mir nach einem Ziele strebt. 3. Gedanke, Neigung, Will' und That sind Eins in Beiden: nur den Pfad, den wir in deinem Lichte sehn, getreu und Hand in Hand zu gehn. 4. Der Herzen Heil und Besserung, nicht eitler Lüfte Sättigung, der wahren Liebe Vollgefühl ist unsre Sehnsucht, unser Ziel. 5. Wir theilen brüderlich dein Licht, das uns erleuchtet, jede V. Verhalten im Pflicht uns zu erleichtern, jede Kraft, gleich fromm zu sein, gleich tugendhaft. 6.& r, in Gefahr zu irren, hört auf meiner Liebe Ruf und fehrt, durch meine Wachsamkeit gerührt, zurück vom Wege, der verführt. 7. Und wenn ich strauchle, denn wie leicht fällt nicht der schwache Mensch, so reicht er seine Bruderhand auch mir und führet mich zurück zu dir. 8. Stets durch einander weiser, Herr, stets edler und vollkommener, verabscheun wir die Tauscherei der Schmeichler, redlich, offen, frei. 9. Kein Streit, kein Mißtraun, kein Verdacht, nichts, was uns froh und traurig macht, auch nicht des Schickſals Unbestand trennt unsrer Liebe festes Band. Ueberhaupt. 620. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Thr, Bürger eines Staates, Brüder, vereinigt euch zum Lobgesang, bringt unserm Vater frohe Lieder, 10. Wir theilen Alles, Lust und Leid, in inniger Vertraulichkeit, und Jedes Zärtlichkeit versüßt dem Andern, was ihm schmerzlich ist. 11. Trennst du auch selber Freund und Freund: die Herzen bleiben doch vereint durch Liebe, durch Gebet, durch Rath und, wo wir können, durch die That. 12. Vollenden wir den Pilgerlauf, so nimmt uns dann ein Himmel auf. Unendlich ist die Seligkeit, die uns zugleich vor dir erfreut. 13. Da hab' ich ewig jeden Freund, der sich mit mir durch dich vereint, mir Herz um Herz, o Bater, giebt, mich zärtlich, treu und ewig liebt. gesellschaftlichen Leben. sagt ihm für seine Gnade Dank, ihm, welcher uns mit weiser Hand vereinigt hat im Vaterland. 2. Der Mensch kann nicht allein sich bilden, nur Menschenumgang bildet ihn, er wandelt einsam auf Gefilden, die ihm umsonst entgegen blühn; nur Menschen lindern seinen Schmerz und gießen Freuden in sein Herz. sds Gesellschaft überhaupt.is 3. Hülflos beginnt er dieses Leben, sich seiner selbst noch unbewußt, noch kennt er selbst nicht sein Bestreben, und schon ist er der Andern Lust: denn schon empfängt mit treuer Hand den Lallenden das Vaterland. 4. Er wächst gleich einem jungen Baume, gepflegt in seinem Schuße auf. Erwacht er aus dem Jugendtraume zu einem that'gen LebensLauf: hier ist, was ihm zum Gu ten Kraft, im Kampf der Sünde Stärke schafft. 5. Ja, ihm kommt dann auf seinen Wegen die göttliche Religion mit ihrem Heile früh entgegen, zeigt ihm des Glaubens Werth und Lohn; des hohen Glücks, ein Christ zu sein, kann er mit Tausenden sich freun. 6. Und tritt er nun zu dem Geschäfte, dazu die Vorsicht ihn erfor: vereinigt wirken seine Kräfte zum allgemeinen Wohl empor, und Ordnung und Zusammenhang vermehrt und stärkt der Thaten Drang. 7. Vereint zu einem gleichen Ziele, wirkt Jeder dann des Andern Glück; und Jeder sieht mit Frohgefühle auf das gemeine Wohl zurück; und was Ein Mensch nicht wirken kann, das fangen sie vereinigt an. 8. Nicht Alle haben gleiche Kräfte: der nüßt durch Einsicht und Verstand, ein Anderer durch sein Geschäfte, durch seine Kunst dem Vaterland; und doch vereinigt nüßen sie einander All' durch ihre Müh'. 9. Und strömet von des Fürsten Throne nicht Schuß und Sicherheit uns zu? Wer macht, daß jeder sicher wohne? wer schenket uns des Friedens Ruh'? Ja, durch sein väterlich Bemühn, sehn wir des Landes Wohlfahrt blühn. 10. danket Gott, der uns verbunden durch der Gesellschaft en ges Band! Wir haben Glück und Nuh' gefunden in unserm theuren 309 Vaterland, hier, wo als Bürger und als Christ ein Jeder Freund des Andern ist. 11. Nur laffet uns einander nüßen auf der uns angewiesnen Bahn, das allgemeine Wohl beschüßen, so viel ein Jeder immer kann. Nur wer ein Freund des Landes ist, der ist ein Menschenfreund und Christ. 621. Mel. Herr Christ, der ein'ge 2c. Gern seinem Nächsten dienen, auf seine Wohlfahrt sehn, sich nie aus Stolz erkühnen, den Niedern zu verschmähn, dieß will die Menschenliebe und folg' ich ihrem Triebe, so nütz' ich selber mir. 2. Ich soll mich stets bestreben, aufrichtig, brüderlich für Andrer Wohl zu leben und nicht allein für mich, soll ihnen rathen, nüßen, ihr Ansehn unterstüßen und helfen, wo ich kann. 3. Kein Vorwand darf mich hindern, auch nicht Bequemlichkeit den Eifer je vermindern, zu thun, was fie erfreut. Gern ihre Klagen stillen, gern ihren Wunsch erfüllen soll ich, so viel ich kann. 4. Im Umgang stets gesellig, vom Eigennuße frei, nicht mürrisch, gern gefällig, und im Versprechen treu, soll ich ihr Glück vermehren und keine Freuden stören, wenn sie unschuldig sind. 5. Herr, laß mich diese Pflichten ohn' allen Ueberbruß gewissenhaft verrichten, so oft ich kann und muß. Laß mich bei Andrer Leiden, bei ihres Glückes Freuden nicht hart und fühllos sein. 6. Dann seh' ich meine Freuden mit jedem Tag vermehrt, und lerne das vermeiden, was meine Ruhe stört, weiß, daß zum bessern Leben du dann mich einst erheben und ewig segnen wirst. 310 Verhalten im gesellschaftlichen Leben. Häuslicher Stand. 622. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Im Stillen wollen wir dich ehren, dich, Gott, der frommen Wandel liebt und Bittenden, was fie begehren, was ihnen nüßt und wohlthut, giebt. Schon oft sind wir erquickt, erhört, von deinem Thron zurückgekehrt. 2. Uns Alle, die dir flehn, verbindet des Blutes und der Freundschaft Band, und unser Dank, o Gott, empfindet die milde Leitung deiner Hand, er preist dich, großer Menschenfreund, der uns durch die ses Band vereint. 3. Wohl dem, der in der Freundschaft Bunde in fester Lieb' und Eintracht lebt. Ihm wird so manche Lebensstunde mit Seligkeit und Luft durchwebt, er blickt mit Ruh' und heiterm Sinn auf Pfad und Ziel der Wallfahrt hin. 4. Wohl dem, dem frommer Kinder Segen des Lebens Pfad noch schöner macht, wenn sie im Herzen Tugend hegen, wenn in den Blicken Unschuld lacht, wenn sie der Eltern Beispiel rührt und auf den Weg des Lebens führt. 5. Wohl denen, deren Hausgenossen die Furcht des Herrn vor Augen schwebt, wenn Jeder treu und unverdrossen nach seiner Pflichterfüllung strebt, wenn Eintracht und Zufriedenheit ein Haus zum Sig des Segens weiht. 6. Ja denen, die dich kindlich ehren, o Vater, strom' dein Segen zu. Sie wandeln folgsam deinen Lehren, und traun auf dich, und finden Ruh' und finden Freude, deren Werth und Dauer keine Zeit zerstört. 7. 3war oft wird auch der Kelch der Leiden den Deinen, Herr, von dir gefandt; oft muß die Tod und Trennung scheiden, die Blut und Treue fest verband; oft stört des Grams und Unfalls Wuth, oft Krankheit ihren heitern Muth. 8. Doch trinken sie den Kelch gelassen, den du, ihr Vater, eingeschenkt. Du zürnst nicht ewig, kannst nicht haffen, du Gott, der seiner Kinder denkt, der, wenn ihr Glaube standhaft ringt, durch Leis den sie zur Wonne bringt. 9. Mag doch des Todes Arm uns trennen: wir werden einst uns wiedersehn, vor Gottes Thron die Unsern kennen, mit ihnen dankend vor ihm stehn. Da, wo kein Tod mehr trennen kann, stehn wir vereint und beten an. 10. Wir preisen ewig dann die Güte, die unaussprechlich uns geliebt, dem gottgeheiligten Gemüthe schon hier des Himmels Vorschmack giebt, durch Freundschaft uns zur Ewigkeit, zur Wonne der Verklärten weiht. Ehelicher Stand. 623. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. Der Ehestand soll heilig sein: du, Schöpfer, festest selbst ihn ein, der Welt zum Glück und Segen. Noch immer fließt in diesem Stand' aus deiner milden Vaterhand den Frommen Heil entgegen. Vater, Vater, dich erhöhen, die in Chen dein sich freuen, durch dich blühen und gedeihen. 2. Wie glücklich lebt ein frommer Mann, wenn die sein Herz ihm abgewann, die Gott ihm ausersehen! Wie glücklich lebt an seiner Hand die Fromme, die ihm Gott verband, ihm hülfreich beizustehen! Wohl euch, wohl euch, fromme Gatten, in dem Schatten seiner Güte jauchzt mit freudigem Gemüthe! 3. Ihr seid Gesegnete des Herrn, ihr seid von Haß und Argwohn fern, um euch glänzt holder Friede. Häuft gleich die Laft der Leiden sich; ihr tragt die Last gemeinschaftlich, daß fie euch nicht ermüde. Flehet, flehet, Chelicher Stand. Gott wird hören, Plagen wehren, Schmerzen lindern und des Kreuzes Bürde mindern. 4. Oft strecket sich weit um ein Haus ein rebenreicher Weinstock aus; so blühn auch Eh'genossen. Sie sehen rings um ihren Tisch die Kinder fröhlich, munter, frisch, wie junge Frühlingssproffen. Sorgt nicht, sorgt nicht: wie viel Beter zählt ihr Våter, zählt ihr Mütter! Sorg' und Müh' ist hier nicht bitter. 5. Gott, der du sie verbunden hast, erleichtre du des Lebens Last, gieb, daß kein Segen fehle. Laß nie sie ihren Bund entweihn, Herr, laß sie züchtig, friedsam sein, ein Herz und eine Seele. Heil'ge, heil'ge, Geist der Liebe, ihre Liebe und gieb Gnade, daß fie wandeln deine Pfade. 6. Lenk' ab das Herz von Uleppigkeit auf Freuden, die man nie bereut, auf Freuden echter Tugend; auch selbst das hohe Alter sei von drückenden Beschwerden frei, noch munter, gleich der Jugend. Segne, segne, Herr, Gott, Vater und Berather frommer Chen, Alle, die auf dich nur sehen. 624. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. Von dir, du Gott der Einigkeit, o ward einst der Ehebund geweiht, weih' auch sie zum Segen, die hier vor deinem Angesicht bereit stehn, dir den Schwur der Pflicht und Eintracht abzulegen. Laß sie, Vater, bir ergeben, einig leben, tren sich lieben, treu die Pflicht der Christen üben. 311 3. D segne fie, der gern beglückt und Segen uns von oben schickt, auf allen ihren Wegen! Laß ihr Geschlecht sich deiner freun; gieb selbst zu ihrem Fleiß Gedeihn, und ihr Beruf sei Segen. Laß sie, Vater, dir ergeben, glücklich leben, freudig sterben und einst sein des Himmels Erben. 2. Du, Gott, du knüpftest selbst das Band. Laß sie durch Eintracht Hand in Hand ihr Erdenglück vermehren; laß ihre Liebe lauter sein; Untreue nie den Bund entweihn, den sie dir heute schwören; immer laß sie, dir ergeben, einig leben, einig handeln, fromm und heilig vor dir wandeln. 625. Mel. Vor deinen Thron tret' ich zc. Gott, Schöpfer, Stifter heil'ger Eh', schau' auf dieß Paar aus deiner Höh', das vor dir steht, den festen Bund hier vor dir schließt mit Herz und Mund. 2. Mit Gnade schau' auf sie herab, daß sie zusammen bis ins Grab verträglich, freundlich, gleich. gesinnt, vor Allem gottesfürchtig find. 3. Laß sie einander inniglich stets lieben, doch nie mehr, als dich, von Untreu' fern, im Herzen rein, auch keusch in Wort und Thaten sein. 4. Zusammen laß sie dir vertraun, zusammen ihre Seel' erbaun, zusammen deine Hülf' erflehn, zusammen auch dein Lob erhöhn. 5. Was ihnen ihr Beruf gebeut ,. das laß sie thun mit Heiterkeit; und es geling' ihr edler Fleiß, zu ihrem Wohl und deinem Preis! 6. Und wenn des Lebens Last und Müh' auch sie beschwert, so tröste sie. Ein Jeder trage immer gern des Andern Cast, von Unmuth fern. 7. Wenn Kreuz nach deinem Rath sie drückt, laß sie darin nicht unerquickt; gieb heitre Tage nach dem Leid und segn' es für die Ewigkeit. 8. Und trennet einst der Tod ihr Band, so sei's ihr Trost, daß deine Hand die, welche sich hier treu geliebt, einander ewig wieder giebt. Verhalten im gesellschaftlichen Leben. 626. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Auf euch wird Gottes Segen ruhn: er hat ihn euch gewährt. Geht hin und macht durch frommes Thun euch dieses Segens werth. 2. Der Herr erfüllt, was er versprach: sein Heil sollt ihr empfahn, kommt ihr nur dem Gelübde nach, das ihr dem Herrn gethan. 312 3. Ihm heiligt nun Beruf und Stand, ihm heiligt euer Herz und folgt der Leitung seiner Hand durch Freuden und durch Schmerz, 4. Bis ihr den Lauf der Pilgerzeit nach seinem Willen schließt und ihn in seiner Herrlichkeit einst schauet, wie er ist. del sehn, was gut, was bös ist; leicht gerührt von dem, wozu ihr fie verführt. 6. Gedenkt, daß Kinder leicht verstehn, wenn sie auf euren Wan7. Rühmt, denn ihr Herz ist schwach und weich, rühmt doch vor ihren Ohren euch der liebertretung eurer Pflicht in eurer frühen Jugend nicht. 8. Muthwillen nennt nie Wiz, nie preist des Knaben schadenfrohen Geist als Munterkeit, ein truglich Herz und Lügen nie als Spiel und Scherz. 9. Erweckt des Guten schnell Gefühl in ihren Herzen; euer Ziel sei nicht bloß Anstand vor der Welt, sei Liebe deß, was Gott gefällt. 10. Gewöhnt sie an der Tugend Müh', an Ernst, an Fleiß und lehret sie: daß Arbeit keine Stlaverei, daß sie das Glück des Menschen sei. Eltern und Kinder. 627. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. Groß ist, ihr Eltern, eure Pflicht. Verzärtelt eure Kinder nicht, gewöhnt sie in der ndheit Zeit zu nüßlicher Geschäftigkeit. 2. Wohl euch, wenn Keines je vergißt, was aller Weisheit Anfang ist: daß Liebe gegen Gott und Scheu vor ihm die beste Klugheit sei. 628. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 3. Lehrt sie, wenn ihr Verstand Herr, welch ein wichtiges Geerwacht, Gott kennen, seine Lieb' und Macht, lehrt sie auf seine Werke sehn, und, was sie lernen, auch verstehn. schäfte für Eltern, Kinder zu er ziehn! Gieb dazu Weisheit, Luft und Kräfte, und segne redliches Bemühn, wodurch man unter weiser Zucht der Kinder Herz zu bilden sucht. 4. Besorgt für ihren Leib, und mehr für ihren Geist, schaut stets umher, was ihrer Unschuld schaden kann, und führt sie früh zur Tugend an. 5. Erstickt durch Unterricht und Zucht der ersten Sünden Keim und Frucht, damit sie Gottes Ebenbild früh werden, liebreich, sanft und mild. 2. Du rufft die Menschen in das Leben und willst, sie sollen glücklich sein; haft ihnen auch den Ruf gegeben, sich gern zu Andrer Dienst zu weihn. Zu allen beiden führet man durch weise Zucht sie zeitig an. an. 11. So nehmt euch ihrer Seelen Gott richtet einst und fodert dann, wenn ihr nicht, was ihr thun sollt, thut, von eurer Hand der Kinder Blut. Gericht, um auch vor seinem Un12. Erwägt's, und fürchtet sein gesicht euch ewig ihrer zu erfreun: denn sie sind sein Geschenk und sein. 3. Wohl Eltern, welche deinen Willen hierin mit Neblichkeit vollziehn und, diese Absicht zu Eltern und Kinder. erfüllen, sich nach Vermögen treu bemühn, wohl ihnen hier in dieser Zeit, und einst in jener Ewigfeit! 4. Sie baun das Wohlsein ihrer Jugend zu deines großen Namens Preis; fie lehren Weisheit sie und Tugend durch eignen und durch Andrer Fleiß; und um Gedeihn fleht ihr Gebet zu dir, in dessen Hand es steht. 5. Sie prägen früh den jungen Seelen vor dir die tiefste Ehrfurcht ein. Viel Gutes ihnen zu erzählen und sich mit ihnen fromm zu freun, rührt edle That die zarte Brust, das, das ist Eltern wahre Lust. 6. Mit weiser Liebe sie zu lenken, mit Freundlichkeit in ihr Gemüth die edlern Triebe früh zu senken, ist ihre Sorgfalt stets bemüht. Doch, widerstrebt das Kind der Pflicht, schont weise Zucht des Grnstes nicht. 7. O welch ein wonnereicher Se. gen für Eltern, Kinder und die Welt, wenn fromme Zucht auf deinen Wegen, o Herr, der Absicht nicht verfehlt. Luft strömt den Gltern, Glück und Heil ist hier und dort der Kinder Theil. 8. Und für die Welt, für ganze Staaten, o welch ein seliger Gewinn entsteht, wenn Kinder wohlgerathen, erzogen, Herr, nach deinem Sinn! Fleiß, Ordnung, Wohlstand, Fried' und Ruh nimmt überall auf Erden zu. 9. Ach aber, welche Best auf Erden ist nicht die böse Kinderzucht! Sie häuft den Eltern selbst Beschwerden, die oft hernach ihr Herz verflucht. Die Opfer ihrer Grausamkeit vermehren vollends dort ihr Leid. 10. Gott, lehr' Eltern dieß erwägen, erweck' und stärke ihr Bemühn, daß unter deinem milden Segen, sie ihre Kinder wohl er ziehn! o laß sie einst so glücklich sein, und dessen sich im Himmel freun! 313 629. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. Die Kinder, deren wir uns freun, sind, allerhöchster Vater, dein, sind deine beste Gab', o Herr, bes wahre ste, Barmherziger! 2. Wenn treuer Eltern Liebe sucht, sie aufzuziehn in deiner Zucht, so steh', damit sie glücklich sei, mit deiner Weisheit ihnen bei. 3. Gieb allen Kindern Lehrbegier, zum Guten Lieb' und Lust zu dir, und laß sie meiden ohne Zwang Troß, Eigensinn und Müßiggang 4. Gesegnet sei ihr Unterricht. Laß sie durch deines Wortes Licht dich recht erkennen, laß sie nie gefährlich irren, leite fie! 5. Im Glauben mache fie gewiß, bewahre sie vor ergerniß, vor der Verführung Trug und List, weil Jesus ihr Erlöser ist. 6. Hilf, daß sie dich an jedem Drt vor Augen haben und dein Wort, und sich befleißen jederzeit der Tugend, Zucht und Frömmigkeit. 7. Daß wir in ihnen Christen sehn, die freudig deine Wege gehn, und Bürger einst, voll Lust und Muth zu thun, was edel ist und gut. 8. Erhör' uns, Vater, Sohn und Geist, wenn dich auch Kind und Säugling preist. Wie danken einst, o Bater, wir mit allen unfern Kindern dir! 630. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht zc. Gott, die sei mein Dank geweiht heilig dir mein ganzes Leben: denn aus freier Mildigkeit hast du selbft es mir gegeben, es durch Eltern mir verliehn, die zum Guten mich erziehn. 2. Hilf, daß gegen sie mein Herz kindlich sei und nicht bloß Verhalten im gesellschaftlichen Leben. 314 scheine, daß ich, trifft sie wo ein Schmerz, fromme Thränen zu dir weine, für ihr Glück dir dankbar sei und mich ihrer Freuden freu'. 3. Laß auf ihre Winke mich kindlich und mit Sorgfalt achten, ja selbst ihren Wünschen mich noch zuvor zu kommen trachten, gern, was sie vergnügt, vollziehn, fiets, was ihnen mißfällt, fliehn. 4. Mir zum Muster dien' auch hier Jesus Christ, das Heil der Sünder. Er, so hoch geehrt von dir, war ein Beispiel frommer Kinder, war von seiner Kindheit an seinen Eltern unterthan. 5. Freude sei mir's, ihm auch hier nachzuahmen. wie billig, wie gefällig ist's, Gott, dir! Mache du mich dazu willig. Wohl mir dann: es wird auch mein dein verheißner Segen sein. Herrschaften und Dienende. 631. 2. Und diese heiligen Geseze sollen sie halten, wenn sie glücklich werden wollen, vereinigt Alle durch der Liebe Bande in jedem Stande. 3. Wer seinem Hause vorsteht, soll sich hüten, was er befiehlt, tyrannisch zu gebieten; mit Härte zu beherrschen, die ihm dienen, sich nie erfühnen; 4. Soll immer im Gebrauche deiner Gaben, daß Herren ihren Herrn im Himmel haben, um, die ihm unterthan sind, nie zu krånken, mit Ernst bedenken; und, wie so leicht er selber könne fehlen, sich nie verhehlen; 6. Soll liebreich sein, geduldig und gelinde, daß er vor seinem Richter Gnade finde, daß der, wie er belohnt, auch ihn belohne, wie er schont, schone. 2. Laß, wenn sie dir gleich mehr gehorchen müssen als Menschen, fie nie wider ihr Gewissen thun, was Die Menschen mögen herrschen, du hafsest; Luft, dir zu gefallen, Mel. Herzliebster Jefu, was: c. gieb ihnen Allen. oder dienen, du bist ihr Herr, o Gott, und du giebst ihnen, dir zu gehorchen als getreue Knechte, Gesez und Rechte. 5. Soll ihnen den verheißnen Lohn nicht schmälern, wohlthätig, nachsichtsvoll bei ihren Fehlern, 7. Doch, Gott, wie leicht, wie leicht wird, wer regieret, zum Mißbrauch seines Ansehns nicht verführet, von Eitelkeit, vom Hange zum Gewinne, vom Eigensinne! 8. Laß Jeden dann auf deinen Willen sehen, um seinem Hause klüglich vorzustehen. Gieb Jedem auch zu diesem edlen Werke Licht, Muth und Stärke. 632. Mel. Herzliebster Jesu, was 2c. Nicht Alle können herrschen; Viele sollen gehorchen, wenn sie glücklich werden wollen, und willig, forderst du es, Gott, von ihnen, den Brüdern dienen. 3. Gieb ihnen ein gehorsam Herz und Treue, daß Jeder seines Russ vor dir sich freue. Mit Eifer laß sie ihrer Herren Willen, mit Lust erfüllen. 4. Laß nichts sie mit betrügerischen Händen veruntreun, nichts verderben, nichts entwenden, und, Keiner sei, wer Lohn empfängt und Pflege, zur Arbeit tråge. 5. Laß sie der Demuth Pflichten nie vergessen, daß keiner, selbstklug, froßig und vermessen, sich billigen Befehlen widerseße; die nie verlege. 6. Auch, was sie nicht verstehn, laß sie mit Freuden vollbringen, mit Gelassenheit auch leiden; nicht gleich, sie haben auch viel zu bereuen, um Rache schreien. Obrigkeiten und Unterthanen. 7. Wenn sie denn freudig dir zum Wohlgefallen ihr Werk verrichten, wohl dann ihnen Allen, wie werden fie im Himmel und auf Erden gesegnet werden! 8. Und müßten sie auch harten Herren dienen, mit Wonn' und Ehre, Gott, vergiltst du's ihnen. Des Lebens Abend kommt, dann ruhn die Müden in deinem Frieden. 9. Verherrlicht werden sie empfahn vom Sohne des Himmels Seligkeit zu ihrem Lohne und, treu erfunden, in dein Reich erhoben, dich ewig loben. Obrigkeiten und Unterthanen. 633. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. Erhalt' uns, Herr, die Obrigkeit, die du uns gabst, auf Erden mit Wohlstand und mit Sicherheit durch sie beglückt zu werden. Verleih' ihr Weisheit, Trieb und Kraft, was wahres Wohl dem Lande schafft, mit Sorgfalt wahrzunehmen. 2. Gieb, daß sie deinem Vorbild gleich, uns väterlich regiere, und deinen Segen in das Reich durch gute Anstalt führe, der Unschuld Schirm und Wächter sei, den Redlichen im Land' erfreu', dem Unrecht kräftig steure. 3. Laß uns, in ihrem Schuß bewacht, des Friedens Glück genießen und ruhig unter ihrer Macht das Leben uns verfließen. Hilf, daß wir in Gottseligkeit dir dienen und schon in der Zeit die Frucht davon empfinden. 315 Jedermann beflissen sei, nach seiner Pflicht zu leben. Erleichtre ihr des Lebens Müh', mit deinem Segen kröne sie und sei ihr Lohn auf ewig. 6. Laß sie mit uns beslissen sein, in deiner Furcht zu leben, uns deiner Oberherrschaft freun, mit ihr dein Lob erheben, daß so vor deiner Majestät, die über alle Hoheit geht, Regent und Volk sich beuge. 4. Beschirme fie durch deinen Schuß, daß, die ihr Uebels gönnen, mit ihrer Luft und ihrem Truß ihr niemals schaden können. Nie fehle jeder guten That, die sie sich vorgenommen hat, dein segnendes Gedeihen. 5. Gieb denen Eifer, Fleiß und Treu', die ihr sind untergeben, daß 634. Mel. 2obt Gott, ihr Christen ze. Gott, deiner Stärke freue sich der Fürst zu jeder Zeit. Sein Auge sehe stets auf dich, sein Herz sei dir geweiht. 2. Begnadiget mit deiner Kraft und deines Geistes voll, gedenk' er stets der Rechenschaft, die er dir geben soll. 3. Er fördre willig deinen Ruhm, er denke gern daran: sein Reich sei auch dein Eigenthum, und er dein Unterthan. 4. Der über Christen, Gott, von dir zum Herrn verordnet ist, ſei deiner Kirche Schuß und Zier, der beste Mensch und Christ. 5. Groß und voll Müh' ist seine Pflicht, und er ein Mensch, wie wir; ach, er bedarf vor Ändern Licht und Nath und Kraft von dir. 6 Er suche dich; wenn er bes gehrt, dir ähnlich, Gott, zu sein, so müss' er, in dein Bild verklärt, sein Volk, wie du, erfreun. 7. Er lieb' auf seinem Throne dich, dein erster, treuster Sohn, den Lastern sei er fürchterlich, der Tugend Schuß und Lohn. 8. Beglückter Völker Liebe sei sein edelster Gewinn, und kein gerechter Seufzer schrei' um Rache wider ihn. 9. Fern sei für ihn das hohe Ziel, nach dem er wallen soll. Gott mache seiner Tage viel, und jeden segensvoll! 10. Um seinen Thron sei immerdar Recht und Gerechtigkeit; Verhalten im gesellschaftlichen Leben. 316 sei sein Beschüßer in Gefahr, und wenn sein Hasser draut. 11. Er wünsche nie der Helden Ruhm; doch, zeucht er in den Krieg, zu schützen unser Eigenthum, so folg' ihm Muth und Sieg. 12. Sein werd' in jedem Flehn zu dir mit Lieb' und Dank gedacht. Erhör' es, Gott, dann fauchzen wir und preisen deine Macht. 635. Mel. Aus der Tiefen rufe ich 2c. Wer er gehorcht, der thu's mit Lust. Er bleib' immer sich bewußt, daß nicht Jeder herrschen kann, sei ein guter Unterthan. 2. Nie vermeffen strebe der Höher, als er soll, als er Recht, Gele. genheit, und Rath und auch Kraft zu nüßen hat. 3. Der ist niedrig, der ist groß: ungleich ist der Menschen Loos. Schäme deines Rufs dich nicht: nöthig ist doch jede Pflicht. 4. Schön ist's, gut zu herrschen, schön jeden guten Weg zu gehn, den ein guter Führer weist, den dein Gott dich wandeln heißt. 5. Zur gemeinen Wohlfahrt sei dem Gesetze stets getreu. Wer ihm gern gehorchen kann, der nur ist ein freier Mann. 6. Schaue Jesum Christum an: er, wie du, ein Unterthan, und doch aller Fürsten Gott, that, was das Gesetz gebot. 7. Selbstbeherrschung ist so schwer. Irrt dein Herrscher, strauchelt er, so verdamm' ihn nicht, und sprich: er ist auch ein Mensch, wie ich. 8. Ach, wie oft verführt ihn nicht zur Bergessenheit der Pflicht, schmeichelnd, oder rånkevoll, der, den er beglücken soll. 9. Ruhm, dem Lob und Ruhm gebührt, Schoß und Zoll dem, der regiert. Gieb, als gåbst du's Gott, dem Herrn, was dir aufgelegt wird, gern. 10. Ordnung und Gerechtigkeit, Schuß, und Fried' und Sicherheit, welch' ein Glück, das, wer es hat. nur durch seine Fürsten hat! 11. Lebe selbst gewissenhaft; ihres Wandels Rechenschaft laß dem Herrn, und sieh' nur du, daß du selbst gerecht seist, zu. 12. König, Fürst und Unterthan, betet Gott, den Höchsten, an, fürchtet ihn: denn sein Gericht wird gerecht sein; sündigt nicht. Lehrer und Zuhörer. 636. Mel. Vor deinen Thron tret' 2c. Das Amt der Lehrer, Herr, ift dein; dein soll auch Dank und Ehre sein, daß du der Kirche, die du liebst, noch immer treue Lehrer giebst. 2. Gesegnet sei ihr Amt und Stand. Sie pflanzen, Herr, von bir gesandt, von Zeit auf Zeit dein heilig Wort, und Licht mit ihm und Tugend fort. 3. Wie freut ein guter Lehrer sich, wenn er, erleuchtet selbst durch dich, den Jüngern Jesu gleich gefinnt, viel Segen für dein Reich gewinnt! 4. Wohl uns, wenn du auch uns so liebst, daß du uns treue Führer giebst, die weise sind und tugendhaft, in Lehr' und That voll Geist und Kraft. 5. Laß ihres Unterrichts uns freun, gewissenhafte Hörer sein, uns forschen, ob dein Wort auch lehrt, was uns ihr Unterricht erklärt. 6. Und ist ihr Wort dein Wort, o Herr, so laß uns weiser, heiliger und besser werden, die allein zum Preis, und auch, sie zu erfreun. 7. Daß Jeder, so belohnt von dir, frohlocke: Ja, Gott ist mit mir, am Throne werd' ich won the nevoll die schaun, die ich hier leiten soll. Schulgesänge. 8. Ermahnen, warnen, strafen fie, so weigre, wer sie hört, sich nie, zu hassen, was du uns verbeutst, zu thun, was du durch sie gebeutst. 9. Laß darum ihren Unterricht, weil sie und wir auch straucheln, nicht verachtet werden; nimm dich dann auch ihrer Schwachheit gnådig an. 10. Fern sei von uns der Frevel, Gott, durch Undank sie, durch Haß und Spott zu krånken, daß fie, was sie thun, mit seufzervollem Herzen thun. 11. Nein, Gott, wir wollen sie erfreun, dankbare fromme Hörer sein, so führst du auch einst uns zugleich mit ihnen in dein ewig Reich. 637. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Gieb ihm, o Vater, Glück und Kräfte zu seinem segensreichen Stand', ihm, den zum heiligsten Geschäfte du uns voll Gnade zugesandt, hilf du ihm selbst, so wird allein sein Amt an uns geſegnet sein. 2. Laß auf sein Pflanzen und Begießen des Geistes Kraft von oben her zum steten Segen auf uns fließen und deines Wortes Kraft vermehr', daß es für jenen Erntetag Frucht hundertfältig bringen mag. 3. Gieb, daß von dieser ganzen Heerde, die du ihm jetzt hast anvertraut, kein Einziger verloren werde, und daß sein Wandel uns erbaut, daß uns sein Vortrag über zeugt, und auch die größten Sünder beugt. 317 tröstet, Kraft, und Licht und felsenfeste Zuversicht. 4. Laß ihn mit deines Geistes Waffen der Wahrheit Feinden widerstehn. Und muß er Laster hart bestrafen, laß ihn auf Menschen gunst nicht sehn. Gieb, wenn er 5. Knüpf' zwischen ihm und uns der Liebe und des Vertrauens festes Band, ihm reiche mit aufrichtgem Triebe ein Jeder seine Bruderhand. Wer Gott und sein Wort liebt und ehrt, der hält auch seine Lehrer werth. 6. Gott, wir trauen deiner Liebe, die uns bisher mit Rath und That aus göttlichem Erbarmungstriebe zur Seligkeit geleitet hat; du wirst doch ferner mit uns sein: wir Alle, Heiland, sind ja dein. 7. Wir sind mit deinem Blut erkaufet, dein Vater hat uns sich erwählt, wir sind als Christen einst getaufet und deinen Kindern zugezählt, so weide jedes Gotteskind, Herr, dem sie theuer worden sind. 8. Laß auch dereinst ihn, unsern Lehrer, o Herr, zu deiner Rechten stehn, und laß uns Alle, seine Hörer, mit ihm zu deinem Himmel gehn. Dann freut sich ewig unser Geist des Wegs, den er uns gehen heißt. Schulgesänge. 638. Mel. Mein Gott,' ich danke 2c. Gott, der du alle Welt erfreust und jede Wohlthat mir verleihft, laß tråg' und sorglos nie mich ruhn, laß mich mein Werk mit Freuden thun. 2. Zu dir hoff' ich mit Zuversicht, du werdest meinem Fleiße nicht dein segnendes Gedeihn entziehn, vergebens ist sonst mein Bemühn. 3. Gieb, daß ich meiner Pflicht getreu, aus allen Kräften fleißig sei. Hilf, daß ich lerne, wie ich soll, so lern' ich gut, so ist mir wohl. Verhalten in besondern Umständen. 639. täglich fromm und gut gefinnt nur nach Jesu Lehren handeln, dann nimmst du uns, wenn wir scheiden, Mel. Last uns Alle fröhlich 2c. Alles Gute kommt von Gott, auf zu deinen höhern Freuden. 318 Segne du die Lehren, die wir, o du guter Gott, in der Schule hören. 2. Laß uns fromm, gehorsam sein, unsern Lehrer ehren, so wird sich der Lehrer freun, Gutes uns zu lehren. 640. Mel. Christus, der ist mein 2c. Bater guter Gaben, Lob, Preis und Dank sei dir: denn was wir Gutes haben, das haben wir von dir. 2. Auch jest gabst du uns wieder zur Arbeit Munterkeit. Dir tönen unsre Lieder aus froher Dankbarkeit. 3. Laß unser ganzes Leben, dir, Vater, heilig sein. Du wirst uns Kräfte geben, dir unser Herz zu weihn. 641. Mel. Liebster Jesu, wir sind 2c. So beschließen wir auch heut', Vater, dankbar unsre Stunden. Wie viel Trost und Seligkeit haben wir auch heut' empfunden! Hilf, daß wir nach deinem Willen unsre Pflichten stets erfüllen. 2. Ja, so lange wir hier sind, wollen wir als Christen wandeln, Bei dffentlichen Schulprüfungen. 642. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. An diesem Tag' erscheinen wir mit Ruhm und Preis und Dank in dieser Schule, Gott, vor dir, hör' unsern Lobgesang. 2. Von dir kommt Weisheit und Verstand, von dir der Wahrheit Licht, du machst uns mit uns selbst bekannt und lehrst uns unfre Pflicht. 3. Du läsfest gute Schulen blühn, zum Glück für Welt und Staat, last junge Menschen da erziehn, führst sie den Tugendpfad. 4. Du bildest sie zum Dienst der Welt, läßt ihren Fleiß gedeihn, um nüglich einst, wo dir's gefällt, in jedem Stand zu sein. 5. Laß unsre Schule fernerhin der Weisheit Tempel sein; laß Gottesfurcht und frommen Sinn ihr Ruhm bei Allen sein. 6. Beglücke unsre Obrigkeit, belohn' der Lehrer Treu', gieb, daß noch in der Ewigkeit die Schulzeit uns erfreu'. Verhalten in besondern Umständen. Allgemeine Pflichten. Zufriedenheit mit seinem Zustande. 643. Mel. Warum sollt' ich mich zc. 3. Schau' die Werke seiner Sei zufrieden, mein Gemüthe: Hände! Mensch und Thier zeigen Gott ist gut, was er thut, ist voll dir seinen Ruhm ohn' Ende. Was Lieb' und Güte. Er nur weiß in allen Sachen, groß an Rath, wie von That, Alles wohl zu machen. 2. Beides, Erd' und Himmel, preisen seine Macht, Tag und Nacht müssen sie beweisen, Sonn' und Mond, das Heer der Sterne, was sich regt und bewegt, lobt ihn nah' und ferne. din Allgemeine Pflichten.g wir noch so Kleines nennen, Gras und Laub, selbst der Staub giebt ihn zu erkennen. 4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh', in der See, oder sonst zu finden, rühmt die Weisheit seiner Werke; jeder Wurm, Blizz und Sturm preiset feine Stärke. 5. Sollt' ich denn nicht ihn erheben? Wie so gar wunderbar gab er mir mein Leben! Leib und Seel' ist sein Geschenke. Bin ich nicht ihm verpflicht't, wenn ich dieß bedenke? 6. Wie mich sein getreues Sorgen Tag und Nacht nimmt in Acht, das zeigt jeder Morgen. Ja, kein Augenblick verschwindet, der mich nicht, Gott, mein Licht, dir zum Dank verbindet. 7. Septen mir des Kreuzes Plagen heftig zu, so halfft du, o mein Gott, fie tragen. War nicht mehr Geduld vorhanden, deine Kraft hat geschafft, daß ich's überstanden. 8. Nun, mein Herz, das hat schon lange Gott gethan; denke dran, wird dir jemals bange, als wollt' er dich ganz verlassen. Es geschicht wahrlich nicht, er kann dich nicht hassen. 9. Drum ergieb dich seinem Willen, heiße gut, was er thut; er wird's auch erfüllen. Denn er ist in allen Sachen groß von Rath, wie von That; er, er wird's wohl machen. 644. Mel. D Welt, fich' hier dein 2c. Auf deine Weisheit schauen, Gott, deiner Güte trauen, das schafft Zufriedenheit. Wer kann mein Wohl entscheiden? wer schenkt mir beßre Freuden, als du, Quell aller Seligkeit? 2. Vor dir ist nichts verborgen; wie sollt' ich ängstlich sorgen, da du mein Vater bist? Du, Herr, gabst mir mein Leben, und wirst 319 mir Alles geben, was mir zum Leben nöthig ist. 3. Wir streben oft nach Dingen, die, wenn wir sie erringen, des Unglücks Quellen sind. Ein Schein, der uns bethöret und unsern Stolz vermehret, macht uns für wahre Güter blind. 4. Der Hang zu Eitelkeiten stört doch zu allen Zeiten die wahre See. lenruh'. Wenn wir dir unser Leben, o Vater, übergeben, dann fließt dem Herzen Friede zu. 5. Dein Rathschluß sei mein Wille. Ich will in heitrer Stille mich deiner Vorsicht freun; dein ewiges Erbarmen, dein Beistand soll mir Armen Zufriedenheit und Reichthum sein. 6. Laß mich nicht zweifelnd wandeinen Trost entziehn. Ich werde fen, wenn traurige Gedanken mir nie vergebens zu dir, Herr meis nes Lebens, mit kindlichem Vertrauen fliehn. 7. Erleichtre meine Leiden durch deines Geistes Freuden, durch Muth und Hoffnung mir. Drückt mich die Last der Schmerzen, dann sprich zu meinem Herzen: ich, dein Erretter, helfe dir. 8. Was lt' ich mich betrüben? Den Menschen, die dich lieben, muß Alles Segen sein. Ich bin ja dein Erlöster. Sonst weiß ich keinen Tröster, sonst keinen Schuß, als dich allein. 645. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Ich will im Sterben und im Leben mit meinem Gott zufrieden ſein. Denn was des Höchsten Hände geben, das dient zum Segen, zum Erfreun. Ich bin vergnügt, wie Gott es giebt, und mir gefällt, was ihm beliebt. 2. Wenn ich nur meinen Jesum habe, so hab' ich mehr, als Gut und Geld. Denn Jesus ist die beste Gabe für diese und für Verhalten in besondern Umständen. 320 jene Welt. Weg Geld, weg Gut, weg stolze Pracht: ich habe, was mich freudig macht. 3. Gnug, wenn mir Gott Ge. sundheit giebet und so viel ich bedarf zur Noth; gnug, wenn mich nur mein Heiland liebet, den Geist mir nährt mit Lebensbrot und mein Gewissen rein bewahrt bis zu der Seele Himmelfahrt." 4. Wenn alles Unglückt sich empöret, wenn Mangel mich verzaget macht, so weiß ich, daß mich Gott ernähret, an dem ich hange Tag und Nacht. Drum soll kein Glend bis ins Grab von meinem Gott mich scheiden ab. 5. Ich will mich stets zu Jesu halten in meiner ganzen Lebenszeit und meinen Gott nur lassen walten in Wohlstand und in Traurigkeit. Giebt mir Gott wenig oder viel: Zufriedenheit bleibt doch mein Ziel. 646. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen 2c. Entehre nicht, mein Herz, mit Klagen den Gott, der dich zum Glück erschuf. Des Lebens Mühe zu ertragen und froh zu sein, ist dein Beruf. Erdulde standhaft die Beschwerden, die keine Klugheit hindern kann; streb' nur, daß sie dir nüßlich werden, und bete Gottes Willen an. 2. Gott hat dir selbst dein Loos beschieden, nimm's dankbar an aus seiner Hand. Erfülle jede Pflicht zufrieden, die seine Huld damit verband. Es giebt dir Munterkeit und Kräfte und nährt und stärkt dich väterlich. Sie brauchen, das ist dein Geschäfte, und ihr Gebrauch ist Glück für dich. 3. Hat Andern deines Vaters Segen mehr Güter anvertraut, als dir, darf dieß wohl deinen Neid erregen? Denk', wer ist Gott, und wer sind wir? Weiß er nicht besser, was dir nüßet und was dem Nächsten nüßt, als du? Wenn er dich nährt, regiert und schüßet, was fehlet dann noch deiner Nuh'? 4. Du prangest nicht in hohen Würden; beneide nicht der Großen Glück: sie seufzen unter schweren Bürden, und oft stürzt sie ein Augenblick. Dir ward kein Uleberfluß gewähret; wünsch' ihn auch nicht aus Selbstbetrug. Wer gern, was er nicht braucht, entbehret, der ist beglückt und reich genug. 5. Herr, der du mir zum frohen Seben, so viel ich brauch' und mehr verliehn, laß täglich sich mein Herz bestreben, den sorgenvollen Gram zu fliehn. In Demuth laß mein Herz sich üben, stets deiner Güte, Herr, mich freun: dich fürchten, dir vertraun, dich lieben, müss' ewig meine Freude sein. 647. Mel. Was Gott thut, das ist zc. Fest glaub' ich, daß, was mir ge schieht, zu meinem Heil mir diene. Gut ist, was mir mein Gott beschied, wenn's noch so traurig schiene. Allweisheit ist, was Gott beschließt; Allweisheit, so wie Gnade, sind alle seine Pfade. 2. Schon hat, seit Erd' und Himmel stehn, sein Regiment gewähret. Und niemals hat noch ein Versehn sein Regiment entehret. Nein, was er thut, ist alles gut, ist seines Namens Ehre, wenn's noch so dunkel wäre. 3. Wie war die kleine Zahl betrübt, als Jesus scheiden wollte, weil den, den sie so hoch geliebt, ihr Herz nun missen sollte. Was weinen sie? sie hätten nie, wär' er nicht hingegangen, des Geistes Gab' empfangen. 4. Sehr herbe zwar, doch reich an Frucht sind Gottes Züchtigungen. Was Güte selbst umſonst versucht, ist ihm durch die gelungen. Wohlthat'ger Schmerz heilt oft das Herz von schädlichen Gebrechen, die leicht den Glauben schwächen. und 5. Ich weiß, was auch für Elend draut, daß der doch meiner schone, der mich zu seiner Herrlichkeit berief in seinem Sohne. Wie könnte der, der mich so sehr durch Jesum wollen lieben, von Herzen mich betrüben? Allgemeine Pflichten.d 6. Gott, führe denn mich, wie du willst, dir bin ich übergeben. Wenn du mich schon in Dunkel hüllst, sollt' ich zurücke beben? So wunderbar der Weg auch war, den mich dein Nath geführet, du haft mich wohl geführet. 7. Zwar schien der Weg, den ich erlas, mir besser; doch ich irrte. Bald pries ich selbst dich über das, was erst den Geist verwirrte. Drum faff' ich Muth: der Weg ist gut, den du mich heißest gehen, follt' ich's auch nicht verstehen. 2. Was qual' ich mich? bin ich ein Heide, der ohne Gott und Hoffnung ist? Nein, das ist meines Herzens Freude, daß du mein Gott und Helfer bist. Hilf, mein Erbarmer, stårke mich: denn nichts vermag ich ohne dich. 321 nimmer trügt und jeden Zweifel überwiegt! 3. Der Herr erzieht hier seine Kinder zur Ewigkeit mit weiser Huld. Er schont, er züchtigt viel gelinder, als wir verdient und hat Geduld. Er hat nicht Lust an unferm Schmerz; wir flehn, ihm bricht sein Vaterherz. 4. Die Lieb' ist Gott, wie kann ich zagen? Gab er für mich nicht Jesum Chrift? Was könnte mir ein Gott versagen, der so unendlich gütig ist? Erhabner Troft, der 5. Ich harre seiner und bin stille. Wie bald verstreicht die Prüfungszeit; dann nehm' ich auch aus seiner Fülle unendliche Zufriedenheit. Er leite mich nach seinem Rath, wie er mir zugesaget hat. 648. 3. Ist Alles dunkel um mich her, die Seele můd' und freudenleer, bist du doch meine Zuversicht, bist Mein Schuß ist Gott, ihn laß in der Nacht, o Gott, mein Licht. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. ich walten, ich hoff' auf ihn, er kennet mich. Ihm fehlt's, die Seinen zu erhalten, an Mitteln nie, und sein bin ich. Ich gründe meine Zuversicht auf diesen Fels und wanke nicht. 4. Verzage, Herz, verzage nie. Gott legt die Laft auf, Gott kennt fie. Er weiß den Kummer, der dich quält und geben kann er, was dir fehlt. 649. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. Von dir, o Vater, nimmt mein Herz Glück, Unglück, Freuden, oder Schmerz, von dir, der nichts als lieben kann, voll Dank und voll Vertrauen an. 2. Nur du, der du allweise bist, nur du weißt, was mir heilsam ist; nur du siehst, was mir fedes Leid für Heil bringt in der Ewigkeit. 5. Wie oft, Herr, weint' ich, und wie oft half deine Hand mir unverhofft! Oft jammert' ich untröstbar heut', und morgen ward ich schon erfreut. 6. Oft sah' ich keinen Ausgang mehr, dann weint' ich laut und klagte sehr: wo bist du, Gott, wie schauest du denn meinem Glend müßig zu? 7. Dann hörtest du, o Herr, mein Flehn und eiltest bald mir beizustehn. Du öffnetest mein Auge mir, ich sah mein Glück, und dankte dir. 8. Sagt's Alle, die Gott je geprüft, die ihr zu ihm um Hülfe rieft, sagt's, Fromme, ob er das Gebet Geduldigleidender verschmäht 21 322 Verhalten in besondern Umständen. 9. Die Stunde kommt früh oder. Er weiß schon nach seinem spät, wo Dank und Freud' aus Willen mein Verlangen zu erfülLeid entsteht, wo Pein, die Stun- len; es hat Alles seine Zeit. Ich den nur gewährt, in Freudenjahre hab' ihm nichts vorzuschreiben, wie sich verkehrt. Gott will, so muß es bleiben, wenn Gott will, bin ich bereit. 10. Du ernteft deiner Leiden Lohn vielleicht in diesem Leben schon; vielleicht, daß, eh' du ausgeweint, dir Gott mit seiner Hülf' erscheint. 11. Schau' deinen Heiland gläubig an. Wenn Niemand dich erquicken kann, so schütte du in seinen Schooß dein Herz aus, seine Huld ist groß. 12. Ginst hat er auch, der Menschenfreund, im Thránenthale hier geweint. Auf deine Thränen giebt er Acht, und dir zu helfen hat er Macht. 13. Und helfen will er, zweifle nicht. Er hält getreu, was er verspricht: du solleft nicht verlassen sein. Dieß laß dein sorgend Herz erfreun. 650. Alles ist an Gottes Segen und an seiner Gnad' gelegen über alles Geld und Gut. Wer auf Gott die Hoffnung seget, der behält ganz unverletet einen freien Heldenmuth. 2. Der mich hat bisher ernäh. ret und mir manches Glück bescheret, ist und bleibet ewig mein. Der mich wunderbar geführet und noch leitet und regieret, wird hinfort mein Helfer sein. 3. Viel' bemühen sich um Sachen, die nur Sorg' und Unruh' machen und ganz unbeständig sind; ich will nach dem Ew'gen ringen, was mir kann Vergnügen bringen, was man hier gar selten find't. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken. Was ich wünsche, wird sich schicken, so es anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben hab' ich seiner Gnab' erge. ben und ihm Alles heimgestellt. 6. Soll ich hier noch långer leben, will ich ihm nicht widerstreben, ich verlasse mich auf ihn. Ist doch nichts, das lang' bestehet, alles Irdische vergehet und fährt wie ein Strom dahin. 651. Mel. Alles ist an Gottes Segen 2c. Großer Gott, an dessen Segen Alles, Alles ist gelegen, du bist unser höchstes Gut. Ueber Alles hoch dich schäßen und auf dich die Hoffnung seßen, giebt allein getroften Muth. 2. Der du mich bisher ernähret, manche Freude mir gewähret, bift und bleibest ewig mein. Du, mein Vater und Regierer, wirst mein Helfer und mein Führer durch mein ganzes Leben sein. 3. Sollt' ich ångstlich mich um Sachen, die nur Sorg' und Unruh' machen und vergänglich sind, bemühn? Nein, ich will nach Gütern streben, die mir wahre Ruhe geben und im Tode nicht entfliehn. 4. Auch die Hoffnung kann erquicken. Was mir gut ist, wirst du schicken: du bist Herr der ganzen Welt. Dir will ich mich froh ergeben, Glück und Unglück, Tod und Leben, Alles sei dir heimgestellt. 5. Ist mein Wunsch nach deinem Willen, o so wirst du ihn erfüllen und gewiß zu rechter Zeit. Dir hab' ich nichts vorzuschreiben. Wie du willst, so soll es bleiben: was du willst, ist Seligkeit. 6. Soll ich hier noch länger leben, o so wollst du Kraft mir geben, mich um das nur zu be Besondere mühn, was in Ewigkeit bestehet. Alles Irdische vergehet und fährt wie ein Strom dahin. 652. Warum sollt' ich mich denn grå men? hab' ich doch Christum noch, wer will den mir nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 2. Nackend kam ich einst ins Leben, da es mir ward von dir, Herr, zuerst gegeben; nackend geh' ich von der Erde, wenn ich sie nach viel Müh' einst verlassen werde. 3. Gut und Blut, Leib, Seel' und Leben ist nicht mein, Gott allein ist es, der's gegeben. Will er's wieder zu sich fehren, nehm' er's hin, ich will ihn dennoch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, bringt herein Angst und Bein, sollt' ich drum verzagen? Der es schickt, der wird's wohl wenden, er weiß wohl, wie er soll alles Unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten Taist gen oft ergeßt, sollt' ich jetzt auch nicht etwas tragen? Fromm Gott und schlägt mit Maßen: er, mein Licht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß fie lachen, Gott, mein Heil, wird in Eil' sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen. Wollt' ihn auch der Tod aufreiben, soll der Muth dennoch gut und fein stille bleiben. 8. Kann uns doch der Tod nicht tödten, sondern reißt unsern Geist aus viel tausend Nöthen, endigt dieses Lebens Leiden und macht Bahn, da man kann gehn zu Himmelsfreuden. Pflichten. 323 9. Da, da will an bessern Schätzen ich mein Herz auf den Schmerz ewiglich ergeben. Hier ist kein recht Gut zu finden: was die Welt in sich hält, muß wie Rauch verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Unbestand, eitler Tand, Kummer der Gemüther. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt, Christus, wird mich ohn' Ende laben. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein, Niemand kann uns scheiz den. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zugut in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, wo du mich und ich dich ewig werd' umfangen. Besondere Pflichten. Allgemeiner Wohlstand. 653. Herr Gott, dich loben wir, Herr Gott, wir danken dir. Von Ewigfeit zu Ewigkeit preist Alles deine Herrlichkeit. Der Kreaturen groBes Heer verkündigt deines Namens Ehr'. Die Engel, deine Seraphim, lobsingen dir mit hoher Stimm': Heilig ist unser Gott, heilig ist unser Gott, heilig ist unser Gott, der Herr, Herr Zebaoth. Weit, über alle Himmel weit, geht deine Macht und Herrlichkeit. Sie, die den Erdkreis wunderbar bekehrten, der Apostel Schar, der Lehre Jesu Märtyrer, sie preisen ewig dich, o Herr. Am Grabe noch, noch in der Zeit preift dich auch deine Christenheit, vich, Vater auf der Himmel Thron, dich, Jeſu Christ, des Vaters Sohn und dich, o Geift, deß Wunderkraft in Sündern neues Leben schafft. 21* Verhalten in besondern Umständen. 324 Du Herr der Ehren, Jesu Christ, des Vaters ew'ger Sohn du bist. Du wardst ein Mensch, doch sündenrein, die Welt von Sünden zu befrein. Dem Tode nahmst du seine Macht, zum Himmel hast du uns gebracht. Nun herrschest du ins Vaters Reich, an Majestät und Macht ihm gleich. Im Grabe Låffest du uns nicht, du kommst, du kommst und hältst Gericht. der für uns geblutet hat, erwürgt für unsre Missethat, einst sei im Himmel ew'ges Heil mit allen Frommen unser Theil. Hilf deinem Volke, Jesu Christ, und segne, was bein Erbtheil ist. Leit' uns durch unsre Prüfungszeit bis zu der frohen Ewigkeit. Täglich, Herr Gott, wir loben dich, dir heiligt unsre Seele sich. Vor aller Ungerechtigkeit behüt' uns jetzt und allezeit. Sei gnädig uns, o treuer Gott, sei gnädig uns in aller Noth. Wenn wir zu dir um Hülfe schrein, laß dein Er barmen uns erfreun. Auf dich steht unsre Zuversicht, verlaß uns auch im Tode nicht. Amen. 654. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Nun danket All' und bringet Ehr', ihr Menschen in der Welt, Gott, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stets vermeld't. 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, unserm höchsten Gut, der seine Wunder überall und große Dinge thut. 3. Der uns von Mutterleibe an frisch und gesund erhält und, wo kein Mensch uns helfen kann, sich felbst zum Helfer stellt. 4. Der, ob wir ihn gleich oft betrübt, doch bleibet gutes Muths, die Straf' erläßt, die Schuld vergiebt und thut uns alles Guts. 5. Er geb' uns stets ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn und werf' all' Angst, Furcht, Sorg' und Schmerz ins Meeres Liefe hin. 6. Er laffe seinen Frieden ruhn auf unserm Vaterland. Er gebe Glück zu unserm Thun und Heil in allem Stand. 7. Er laffe seine Lieb' und Güt' um, bei und mit uns gehn, was aber ångstet und bemüht, gar ferne von uns stehn. 8. So lange dieses Leben währt, sei er stets unser Heil und bleib' auch, wenn wir von der Erd' abscheiden, unser Theil. 9. Er brücke, wenn das Herz uns bricht, uns unsre Augen zu und laß uns sehn dein Angesicht dort in der ew'gen Ruh'. 10. Daß wir ihn loben allzugleich für seine Gütigkeit und fagen ihm in seinem Reich Lob, Preis in Ewigkeit. 655. Mel. Lobt Gott, ihr Christen sc. Auf, Christen, bringet Preis und Ehr' dem Herrscher aller Welt, dem Mächtigen, der Erd' und Meer und alle Himmel hält. 2. Frohlockt mit jubelreichem Schall, Gott, unserm höchsten Gut, der große Wunder überall, auch an uns Menschen thut. 3. Von unsrer zarten Kindheit an hat er uns unterstüßt; er, der allein uns helfen kann und gern uns hilft und schüßt. 4. Aus seiner Fülle nehmen wir noch immer, was uns nährt und unsern Seelen auch schon hier Zufriedenheit gewährt. 5. Er streut auf dieses Lebens Pfad viel Freuden um uns her. Die Noth, womit sein weiser Rath uns prüft, erleichtert er. 6. Er trägt, nach gut'ger Våter Art, uns Schwache mit Geduld; er züchtigt wohl, doch nie zu hart, und schenkt uns gern die Schuld. 7.& r weckt uns das Gewissen auf, ruft uns zur Besserung und stärkt uns, achten wir darauf, mit Kraft zur Heiligung. 8.& r bleibt uns treu. Sein Wort steht fest: Wer hier sich zu rad Besondere Pflichten. ihm hålt, kommt, wenn er diese Welt verläßt, zum Glück der bessern Welt. 9. Singt, Christen, singt ihm Preis und Dank für seine Freundlichkeit; einst wird sie euer Lobgesang noch mehr in Ewigkeit. 656. Mel. Wach' auf, mein Herz 2c. Nun laßt uns Gott der Heere danksagen und die Ehre ihm geben für die Gaben, die wir empfangen haben. 2. Leib, Seele, Kraft und Leben hat uns der Herr gegeben; er ist's, der sie bewahret und keinen Segen sparet. 3. Dem Leibe giebt er Speise nach eines Vaters Weise, und unsrer Seele Wunden hat seine Hand verbunden. 4. Ein Arzt ist uns gegeben, der selber ist das Leben; und uns hat er's erworben, da er für uns gestorben. 5. Sein Wort, sein' Tauf', sein Nachtmal dient wider allen Unfall, der heil'ge Geist im Glauben lehrt uns darauf vertrauen. 6. Durch ihn ist uns vergeben die Sund', geschenkt das Leben; im Himmel soll'n wir haben, o Gott, noch größre Gaben. 7. Wir bitten deine Güte, daß fie hinfort behüte die Großen mit den Kleinen: du kannst's nicht böse meinen. 8. Erhalt' uns in der Wahrheit, gieb ewigliche Freiheit, zu preisen beinen Namen durch Jesum Christum. Amen. 657. Mel. Wach' auf, mein Herz 2c. Laßt unserm Gott uns fingen, ihm Dank und Ehre bringen, daß wir so viele Gaben von ihm empfangen haben. 2. Nur er hat uns das Leben und Seel' und Leib gegeben. Er 325 ist es, der sie schützet, das schenkt, was beiden nüßet. 3. Dem Leibe giebt er Speise, die Seele macht er weise, in Reinigung von Sünden ihr wahres Glück zu finden. 4. Für uns dahin gegeben ward Christus, unser Leben; er, der für uns gestorben, hat uns das Heil erworben. 5. Sein Wort wird, uns zum Segen, ein Licht auf unsern Wegen; zu allen guten Werken soll selbst sein Geist uns stärken. 6. Er låst uns Gnade finden, vergiebt uns unsre Sünden, wenn sie uns herzlich reuen und wir forthin sie scheuen. 7. Da wir denn schon auf Erden so hoch begnadigt werden, Gott, was wird nicht für Gaben für uns dein Himmel haben! 8. So hilf du nur uns Allen die ebne Bahn stets wallen, die, wenn wir sie vollendet, in ew'ges Heil sich endet. 9. Leit' uns durch deine Wahrheit, bis wir in voller Klarheit dich, dem wir hier vertrauen, noch heller werden schauen. 658. Sei Lob und Ehr' dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüthe mit seinem reichen Troft erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt. Gebt unserm Gott die Ehre. 2.& 8 danket dir des Himmels Heer, Beherrscher aller Thronen; und die auf Erden, Luft und Meer in deinem Schatten wohnen, die preisen deine Schöpfersmacht, die uns und sie hervorgebracht. Gebt unserm Gott die Ehre. 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich' ist Alles recht und Alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre. 326 Verhalten in besondern Umständen. 4. Ich rief zum Herrn in meiner heit hältst du Haus und breitest Noth: Ach Gott, vernimm mein deine Güte aus, der Völker Wohl Weinen! da half mein Helfer mir zu gründen. vom Tod und ließ mir Trost erscheinen. Drum dank', ach Gott, brum dank' ich dir. Ach danket, danket Gott mit mir. Gebt unserm Gott die Ehre. 2. Von dir stammt Kunst und Wissenschaft, wodurch die Länder blühen. Du schenkest Jeglichem die Kraft, sich nüßlich zu bemühen, in seinem Amt, Beruf und Stand, dazu dein Rath ihn tüchtig fand, zum Besten mitzuwirken. 5. Der Herr ist nah' und niemals nicht von seinem Volk geschieden, er ist der Frommen Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhånden leitet er die Seinen immer hin und her. Gebt unserm Gott die Ehre. 6. Wenn Trost und Hülfe mangeln muß, die sonst die Welt erzeiget, so kommt, so hilft der Ueberfluß, der Schöpfer selbst, und neiget bie Bateraugen denen zu, die fonsten nirgends finden Ruh'. Gebt unserm Gott die Ehre. 7. Ich will dich all mein Lebenlang, o Gott, von nun an ehren; man soll, o Gott, den Lobgesang an allen Orten hören. Mein ganzes Herz ermuntre dich, mein Geist und Leib erfreue sich. Gebt unserm Gott die Ehre. 8. Ihr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre. Ihr, die ihr Gottes Macht erkennt, gebt unserm Gott die Ehre. Die falschen Gözen macht zu Spott: der Herr ist Gott, der Herr ist Gott. Gebt unserm Gott die Ehre. 9. So kommet vor sein Angeficht, ihm Dank und Preis zu bringen. Bezahlet die gelobte Pflicht, und laßt uns fröhlich singen: Der Herr hat Alles wohl bedacht und Alles, Alles recht gemacht. Gebt unserm Gott die Ehre. 659. Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2c. Aus deiner milden Segenshand, du Geber aller Gaben, muß jedes Volk und jedes Land' des Guten Zufluß haben. Mit großer Weis3. Als milder Geber zeigst du dich den Völkern aller Lande und du verknüpfft sie unter sich durch deines Segens Bande. Von Land zu Land, von Ort zu Ort strömt deines Segens Quelle fort, die Völker zu beglücken. 4. Du giebst den Schiffen ihren Lauf auf Strömen und auf Meeren, und hilfft dem Flor der Handlung auf, viel Tausende zu nähren. Zur Nothdurft, zur Bequemlichfeit vertheilst du deine Gaben weit durch manche Handlungszweige. 5. Du fegnest auch des Künstlers Fleiß zum Nußen seiner Brüder. Was er nur Gutes kann und weiß, das kommt von dir hernieder. Was du, o Gott, uns zugewandt, das fließet stets aus Hand in Hand durch nüßliches Gewerbe. 6. Herr, unser Gott, wir preisen dich mit dankendem Gemüthe. Du herrschest unveränderlich mit Weisheit und mit Güte. Theil' deinen Segen ferner aus auf unser Land, auf jedes Haus, du bist ja Allen gütig. 7. Hilf, daß ein Jeder redlich sei in seinem Thun und Handel, rechtschaffen, brüderlich und treu in seinem ganzen Wandel. Mit Luft, o Vater, wendest du dem Lande deinen Segen zu, das solch ein Volk bewohnet. 660. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Gott sorgt für uns. Dank, ihr Christen, singt ihm singt ihm and Besondere gern. Vom Aufgang bis zum Niebergang trågt uns die Huld des Herrn. 2. Vom Menschen bis zum kleinsten Wurm reicht seine Gnad' und Macht; im Sonnenschein so wie im Sturm, ist er auf Heil bedacht. 3. Mit frohgerührter Seele bringt ein Herz voll Dank ihm dar. Die Nehre, die vom Segen sinkt, ist sein: Gott krönt das Jahr. 4. Ja, Höchster, wir verehren dich mit kindlich frohem Dank; du nährst uns und giebst mildiglich auch mehr, als Speis' und Trank. 5. Fried' und Gesundheit, Kraft, Gedeihn zu unsrer Hände Fleiß, auch das giebst du, und dir allein gebührt dafür der Preis. 6. Laß deines Segens Ueberfluß, uns nun auch nüßlich sein, und hilf uns, daß wir beim Genuß uns dessen mäßig freun. 7. Vermehr' in uns die Zuverficht, dir ewig zu vertraun, bis wir dereinst in deinem Licht des Glaubens Ende schaun. Friede. 661. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c Bringt Gott, ihr Christen, Preis und Dank, ihm, der den Frieden schafft, erhebt mit frohem Lobgefang die Wunder seiner Kraft. 2. Wer ist ihm gleich? wer ist, wie er, der so zur rechten Zeit den Streitenden und ihrem Heer mit Macht, Seid still! gebeut? 3. Er sieht der Völker Angst und Müh' und hilft sie überstehn; er hört ihr Flehn und lässet sie Hülf' und Errettung sehn. 4. Auch wir sehn sie, erfreut von ihm, der allen Jammer theilt, wie wenn der Wolfen Ungestüm sein Sonnenstrahl zertheilt. 5. Die Feinde toben nun nicht mehr, drohn nicht mehr fürchterPflichten. 327 lich, wo Menschenblut sonst floß, daher ergießt sein Segen sich. 6. Das Feld giebt nun zu seiner Zeit die Frucht dem, der es baut; er sammelt ruhig und erfreut, was er ihm anvertraut. 7. In jedem Stand lebt neuer Muth zu Fleiß und Arbeit auf, und keine Furcht vors Feindes Wuth stört der Geschäfte Lauf. 8. Allgütiger, allein von dir fließt dieses Heil uns zu; dein waren, sind und bleiben wir, und unser Gott bist du. 9. Erweck' uns selbst durch deinen Geist zur wahren Dankbarkeit, die dich durch frommes Leben preist und stets sich deiner freut. 10. Lehr' uns des Friedens großen Werth mit weisem Ernst verstehn und Allem, was das Herz beschwert, in deiner Furcht entgehn. 11. Daß Güte und Gerechtigkeit und aller Lafter Scheu, vereinigt mit Zufriedenheit, im Lande herrschend sei. 12. Durch unsre ganze Lebenszeit leit' uns nach deinem Rath', und froh sei dir von uns geweiht Gedanke, Wort und That. 13. Getroft sehn wir auf deine Hand, und warten deiner Güt' und Hoffen auf das Vaterland, wo ew'ger Friede blüht. 662.h Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Gelobt, gelobt seist du mit Freuden, Gott, der du liebreich an uns denkst und nun uns nach des Krieges Leiden des Friedens Wonne wiederschenkst. Du heißest die Verwüstung fliehn und Sicherheit und Segen blühn. 2. Das thust du, Herr. Was du behüteft, dem darf sich kein Zerstörernahn. Wenn du, Allmächtiger, gebietest, ist alle Zwietracht abgethan. Auch über uns hast du gewacht, auch uns die Ruh' zurückgebracht. 328 Verhalten in besondern Umständen. 3. Christen, fühlt das ganz so leer von drückendharter Plage, und preiset frohlockend ihn, der uns wie strömtest du, mir zum Genuß, erfreut, der seines Armes Macht Herr, deiner Gabe Ueberfluß auf beweiset und in der Macht Barm- meine Lebenstage! Ruhig, fröh herzigkeit, der uns auf Gnadenflü- lich sind, wie Stunden, sie vergeln trägt und Wunden heilet, die schwunden; wenig Leiden störten er schlägt. meiner Wallfahrt Freuden. 4. Preist ihn durch freudiges Vertrauen: ihr seht, was seine Hülfe kann. Er läßt sie uns auch ferner schauen und nimmt sich uns rer mächtig an. Wo wir nichts können, nichts verstehn, wird, was uns nußt, durch ihn geschehn. 5. Preist ihn durch Wohlthun und Erbarmen, wo ihr der Brüder Noth erblickt, daß ihr die Leidenden und Armen speift, trånket, kleidet und erquickt, damit sich Alles, Al. les freu' und durch den Frieden glücklich sei. 6. Preift, preift ihn durch ein frommes Leben: dieß ist der beste Lobgefang. So viel ist uns von ihm gegeben, so sehr verdient er unsern Dank. laffet Herz und Wandel rein und ihm ein würdig Opfer sein.. 7. Nimm, Bater, unsers Dankes Lieder auch jetzt mit Wohlgefallen an. Froh schallen unsre Tempel wieder von dir, der uns so wohlgethan. Herr, unser Gott, dich loben wir, Herr Gott, wir danken, danken dir. Besondrer Wohlstand. 3. So mancher meiner Brüder blickt, von bittrer Armuth schwer gedrückt, hinauf zu deiner Höhe und fleht voll Kummer dich um Brot; mir aber giebst du es, mein Gott, noch eh' ich darum flehe. Innig preist dich, o mein Vater und Berather, meine Seele: Du, du sorgst, daß mir nichts fehle. 2. Wie heiter floß mir bis hie her mein Leben hin, wie war's 4. Wenn Andre Durst und Hunger quält, wenn ihnen Dach und Kleidung fehlt und sie im Glend schmachten; wenn ihnen hier gebricht ein Freund, kein Aug' um sie nicht achten, o so giebt mir deine ihren Jammer weint und Menschen Fülle Dach und Hülle und daneben Freunde, die mein Glück beleben. 5. Du schenkst Gesundheit mir und Ruh'; mit jedem Tage såttigst du mich, ohne meine Sorgen. Und wenn so mancher seine Nacht mit Schmerzen unruhvoll durchwacht, so seh' ich froh den Morgen. Herr, du machst mich frei von Kummer. Sanfter Schlummer stärkt mich Müden: denn ich lieg' und schlaf' in Frieden. 6. So glücklich bin ich, Herr. durch dich. O gieb, daß deine Güte mich zum steten Danke rühre! Gieb, daß nicht zur Vermessenheit, zum Uebermuth, zur Ueppigkeit mein Wohlstand mich verführe; Reizung sei mir jede Gabe, die ich habe, mich im Leben, dir, mein 663. Mel. Wie schön leuchtet der zc. Viel zu gering bin ich, o Herr, der Gott, ganz zu ergeben. Huld, womit du reichlicher als Laufende mich segneft. Wer bin ich, daß du meiner dich so annimmst und so väterlich vor Andern mir begegnest? Laß doch tåglich mein Gemüthe deiner Güte reichen Segen dankvoll fühlen und erwägen. 664. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. Von Son dir, mein Gott, kommt aller Segen, der mich im Irdischen erfreut. Sie strömt mir Freud' und Glück entgegen die Fülle beiner Gutigkeit. Kein Mangel drückt mich, keine Noth, du giebst mir mehr, als täglich Brot. 2. Wie gut bist du, mein Va. ter! Leite mich stets auf deiner ebnen Bahn. Wie leicht ist's, daß ich Schwacher gleite, wie leicht zieht irdisch Glück mich an und lenkt aufs Gitle meinen Sinn, zum Geiz, zum Stolz, zur Wollust hin! Allgemeine Trübsale. 3. D laß doch, was du mir beschieden, nicht für mich wahres Unglück sein. So lang' ich lebe, gieb hienieden mir immer den Ge. danken ein: daß ich vor dir einst den Genuß des Erdenglücks berechnen muß. 4. Hilf mir nach deinem Reiche trachten mehr, als nach zeitlichem Gewinn; weit mehr, als ihn, das Erbe achten, zu dem auch ich erlöset bin; dir als dein Kind allein vertraun und nicht auf Erdenschäße baun. 5. Gieb, daß ich, Herr, durch deine Gaben auch reich an guten Werken sei und, daß auch Andre Freude haben, gern gebe, gern behülflich sei. Hier ist die Saatzeit, stärke mich, so ernt' ich dort auch ewiglich. Allgemeine Trubsale. 665. Ewiger, Erbarme dich, Herr, Herr, Gott, Erbarme dich, 329 So hilf uns, Herr, Herr, unser Gott. Vor Irrthum und der Spitter Gift, Vor Sünden und des Lasters Macht, Vor Leichtsinn, Stolz, Sicherheit und Trägheit, Vor der Verführung Reiz und Trug, Vor Zwietracht, Aufruhr und Empörung, Vor Krieg, Gewalt und Blutvergießen, Vor Hagel, Feuer und Wassersnoth, Vor Theurung und ansteckenden Krankheiten, Vor schnellem Tod' in unsern Sunden, Vor dem ewigen Tod Behüt'uns Herr, Herr, unser Gott. Durch deine Baterhuld, Erbarmer, Durch deine Liebe, Sohn Gottes und Erlöser, Durch Alles, was du für uns thatst und littest, Durch deinen Tod am Kreuze, Durch dein Auferstehen, Durch deine Herrschaft auf dem Thron des Vaters, In jeder Noth, die wir empfinden, Wenn Niemand retten kann, als du, Hilf uns Herr, Herr unser Gott. Wir Sünder bitten dich, Du wollest uns erhören, Herr, Herr, unser Gott, Und deine Kirche schüßen, segnen und erweitern; Alle Lehrer in der Wahrheit und des Lebens Reinigkeit erhalten; Wollest deines Geistes Kraft zum Unterrichte geben; Durch dein Wort die Welt erleuchten und verbessern; Die Irrenden zurück auf deine Pfade leiten; Allen Spaltungen und Aergernissen wehren; Den Leidenden Erquickung, Trost und Hülfe senden; Ewiger, Erbarme dich, Herr, Gott Vater, du Schöpfer, Herr, Gott Sohn, du Mittler und Erlöser, Herr, Gott heiliger Geist, du Beistand und Tröster, Grbarm' dich über uns. Ach, wir sind Sünder, Verschon' uns Herr, Herr, unser Deinem Evangelio den Sieg wider Gott! Unglauben und Aberglauben verleihen; Doch wir sind dir versöhnt, 330 Alle Kaiser, alle Könige und Fürsten mit Eintracht und mit glücklicher Regierung segnen; Unsern König mächtig schüßen und erhalten, Und Heil, und Glück und jedes wahre Gut ihm schenken, Verhalten in besondern Umständen. Und Sieg im Kampf für unsre Wohlfahrt geben; Unsrer Herrschaft Gutes thun und segnen Alle, die ihr dienen. Unserm Nath' und der Gemeine helfen und sie behüten; Das ganze Vaterland beschirmen und beglücken; Den Müttern und den Säuglingen Gedeihen, Kraft und Leben schenken; Unfre Jugend früh mit deiner Furcht erfüllen; Die Unterdrückten retten und be freien; Der Kranken und Verlaßnen dich annehmen; Der Wittwen und der Waisen Versorger und Vater sein; Unsern Feinden verzeihen und sie bekehren; Aller Menschen dich erbarmen; Des Landes Früchte bewahren und vermehren; Unsern Bergbau, Handel und Gewerbe segnen, Und unser Flehn aus Gnaden stets erhören. Erhör' uns Herr, Herr, unser Gott. Jesu Christe, Gottes Sohn, Erbarm' dich über uns, du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt, Erbarm' dich über uns, D du Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt, Erbarm' dich über uns, du Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt, Verleih' uns ståten Frieden. Herr, Herr, Herr, Erhöre uns, Ewiger, 666. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. Nimm im von uns, Herr, wir flehn dich an, du, der allein uns helfen kann, nimm von uns, Herr, der Leiden Last, die du uns auferleget haft. 2. Nicht Schwachheit nur, ach, Missethat ist's, die uns, Herr, geschieden hat. Oft haben wir der Menschheit Werth, dein göttlich Ebenbild entehrt. dir bekennen und bereuen wir: wir 3. Gerechter Gott, vor dir, vor übertraten dein Gebot, wir fündigten an dir, o Gett. 4. Doch laß vor uns vorübergehn, die über unserm Haupte stehn, die Donnerwolken, die uns drohn und gieb uns nicht verdienten Lohn. 5. Hörst du nicht uns, hör' Jesum Christ, der unser Mittler war und ist und laß noch stehen dieses Jahr den Baum, der ohne Früchte war. 6. Geist der Gnad' und des Gebets, behüt' uns heut', behüt' uns stets. aß Sünden uns nicht mehr entweihn, laß unsern Wandel heilig sein. 7. Strim' deinen Segen, Herr, ins Land, es leit' uns beine treue Hand, gieb unsern Feldern dein Gedeihn, hör' nie auf, unser Gott zu sein. 8. Gieb ståten Frieden und verleih', daß unser Herz dir dankbar sei. Nie sei dein Volk der Feinde Spott, nie ohne deinen Schuß, o Gott. 9. Entzieh' uns deines Wortes Licht, entziehe diesen Schatz uns nicht, dieß Licht, das uns die dunkle Nacht des Erdenlebens helle macht. 10. Und fährst du uns zu zücht'gen fort, so schone dort, ach, schone dort, o gehe, Vater, gehe nicht mit deinen Knechten ins GeErbarme dich, Herr, Herr, Herr, Erbarme dich, Ewiger, erbarme dich unser! Amen richt! Allgemeine Trübsale. 667. Wenn wir in höchsten Nöthen sein, und wissen nicht, wo aus noch ein und finden weder Hülf' noch Rath, ob wir gleich sorgen früh und spat, 2. So ist das unser Trost allein, daß wir zusammen insgemein zu dir dann rufen, treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Noth, 3. Und heben unser Aug' und Herz zu dir in wahrer Reu' und Schmerz und bitten dich um Besserung und aller Strafen Linderung. 4. Die du verheißest gnädiglich, Herr, Allen, die brum bitten dich im Namen dein's Sohns Jesu Chrift, der unser Heil und Mittler ist. 5. Drum kommen wir, o Herr und Gott und klagen dir all' unfre Noth, wir stehen jetzt verlassen gar in großer Trübsal und Gefahr. 6. Sieh' nicht an, daß die Sünde aus Gnagroß, sprich uns davon den los, steh' uns in unserm Elend bei, mach' uns von allen Plagen frei. 7. Auf daß von Herzen wir dafür nachmals mit Freuden danken bir, gehorsam sein nach deinem Wort, dich allzeit preisen hier und dort. 668. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. Sehn wir nur Trubsal um uns her, und wissen keinen Ausgang mehr und finden weder Schuß noch Rath, ob wir auch sorgen früh und spat. 2. Dann ist es unser Troft allein, daß wir uns deiner noch erfreun, und fliehn zu dir, du treuer Gott, du bester Helfer in der Noth. 3. Wir heben unser Aug' und Herz hinauf zu dir in unserm Schmerz und flehn dich um Be331 :: 8 gnadigung und unsers Elends Linderung. 4. Nach deiner Gnade sagest du dieß Allen, die dir trauen, zu durch den, der unser Mittler ist, durch unsern Heiland, Jesum Chrift. 5. Drum kommen wir, Herr, unser Gott und klagen dir all' unsre Noth. Ach, deine Vateraugen sehn, wie so verlassen wir da stehn. 6. Nur du bist unsre Zuversicht. Vergilt nach unsrer Schuld uns nicht, steh' uns um Christi willen bei und mach' uns aller Plagen frei. 7. Dann danken und lobsingen wir mit freuderfülltem Herzen dir, gehorchen deinem theuren Wort und preisen dich, Herr, hier und dort. 669. Mel. Aus tiefer Noth schrei' ich zc. Herr, deine Langmuth ist sehr groß, wer kann sie gnug ermessen! Lebt gleich so Mancher zügellos und seiner Pflicht vergessen; doch schonst du seiner lange Zeit, und trägst ihn mit Barmherzigkeit und willst nicht sein Verderben. 2. Der Leichtsinn herrschet im. merfort in der Verkehrten Herzen, die, Heiligster, mit deinem Wort, wie mit der Sünde, scherzen, und wilde Sittenlosigkeit, gestärkt durch falsche Sicherheit, fennt oftmals keine Grenzen. 3. Wir flehn, Allmächtiger, zu dir, du wollft dem Uebel wehren. Noch Mancher kann, das hoffen wir, zu dir sein Herz bekehren. Nur Beispiel, Schein und Luft der Welt ist's, was ihn in Verblendung hält, daß er dem Bösen folget. 4. Grbarme dich, getreuer Gott, der tief gefallnen Seelen, die jetzt verführt, in Sünden todt, ihr wahres Wohl verfehlen. Der Wahrheit Licht erleuchte sie, und Verhalten in besondern Umständen. 332 Furcht der Strafen schrecke die, die nicht die Liebe bessert. 5. Die aber thun, was dir gefällt, erhalt' in deinem Segen, gieb ihnen Kraft, troß aller Welt zu gehn auf rechten Wegen. Gott, deine treue Baterhand sei deinen Kindern wohl bekannt, daß sie dir treu verbleiben. 6. Ein Vater und ein Hirte meint es treulich mit den Seinen; das bist du, größter Menschenfreund, du kannst's nicht böse meinen. Drum traun wir dir und bitten dich: erhalt' uns ferner våterlich in deiner Furcht und Liebe. 7. Dir treu zu sein, ist freilich schon Gewinn für dieses Leben; doch wirst du einst noch größern Lohn den Treugebliebnen geben. Dann wandeln wir in deinem Licht, dann wird uns, Sel'ge, ferner nicht des Lasters Anblick fränken. Vaterherzen erhebt in bittern Schmerzen sich das Geschrei der Armen, erhör' es mit Erbarmen. und laß uns nicht verderben. Mach' uns aller Sünden frei und hilf uns selig sterben. Durch des Glau bens Licht und Kraft laß ganz auf dich uns trauen, auf deine Hülf uns bauen, bis wir dein Antlit schauen. In der Erde Pilgerschaft laß alle deine Christen entfliehn des Satans Luften, mit Waffen Gottes sich rüsten, überwinden durch die Kraft, die du, Herr, giebst. Gelobt sei Gott. 2. Jesus Christus, steh' uns bei und laß uns nicht zc. 3. Heiliger Geist, steh' uns bei und laß uns nicht zc. 2. Du siehst des Landes Noth: sie kam auf dein Gebot. Du kannst mit mächt'gen Händen sie lindern und auch enden. Ein Wort aus deinem Munde verändert Zeit und Stunde. 3. Herr, wir murren nicht: gerecht ist dein Gericht bei Allem, was wir dulden, denn groß sind unsre Schulden, du züchtigest uns minder, als wir's verdient, wir Sünder. 4. Doch, Vater, deine Huld ist größer, als die Schuld. Gedenke doch der Deinen, die reuend vor dir weinen, gedenke mit Grbarmen der tiefgebeugten Armen. Dauer unsrer Noth. Laß, die voll 5. Verkürze, gnåb'ger Gott, die Angst dir flehen, Trost und Erleichtrung sehen, verwandle dieses Leiden in neue Lebensfreuden. 670. 6. Doch wenn, Herr aller Welt, es dir noch nicht gefällt, die Trübsal zu entfernen, so stårk' uns, daß wir lernen, mit ehrfurchtsvollem Gott und Vater, steh' uns bei Schweigen vor dir uns findlich Mel. Gott der Vater wohn' uns 2c. beugen. 7. Ja, deine Züchtigung leit' uns zur Besserung, laß sie die Sichern schrecken, die Schläfrigen erwecken, auf dein Gebot zu merken, und Nedlichfromme stärken. 8. Wenn nur das Herz dich liebt, so wird, was uns betrübt, uns doch zum Heil gedeihen. Wer deiner sich kann freuen, dem wird auch deine Gnade zum Licht auf dunklem Pfade. 9. So stårke denn das Herz, daß auch im größten Schmerz es nie an Muth uns fehle, o sprich zu unsrer Seele: Getrost, dich soll kein Leiden, von meiner Liebe scheiden. 10. Am Schluß von unserm Lauf, dann klärt sich Alles auf, dann wird die Aussicht heiter, dann 671. Mel. Wo soll ich fliehen hin 2c. thránt kein Auge weiter und dieEs züchtigt deine Hand, o Höch- ses Lebens Leiden verwandeln fich ster, jetzt das Land. Zu deinem in Freuden. Allgemeine Trübsale. Krieg. 672. Mel. Herzliebster Jefu, was 2c. Herr, unser Gott, laß nicht zu Schanden werden die, so in ihren Nöthen und Beschwerden mit frommen Flehn auf deine Hülfe schauen und dir vertrauen. 4. Je weniger sich oft auch zeiget, woher uns Hülfe noch entspringt, je mehr Gefahr und Plage steiget und Alles in Zerrüttung bringt, um so viel mehr laß voll Vertraun uns, Gott, auf deine Vorsicht schaun. 2. Mach' Alle die zu Schanden, die dich haffen, die sich voll Stolz auf ihre Macht verlassen. Ach, wende doch mit helfendem Erbarmen dich zu uns Armen. 5. Was hilft der Streiter große Menge? was hilft Gewalt'gen ihre Macht? Der Roß und Wagen ihr Gebränge hat doch nicht immer Sieg gebracht: der wird allein von deiner Hand, wem du ihn gönnest, zugewandt. 3. Sei unser Beistand wider unsre Feinde. Sprichst du ein Wort, so werden sie bald Freunde. Ach, sprich's, daß sie die Waffen, uns zum Segen, schnell niederlegen. 6. Drum fallen wir in deine Arme, du Vater der Barmherzigkeit und flehen demuthsvoll, er4. Lehr' uns von ganzem Her- barme dich über uns zur bösen zen dir vertrauen. Vergebens ist's, Zeit. Laß Gnade nur für Recht auf Menschenhülfe bauen. Mit ergehn, so bleiben wir noch aufdir nur kann man Thaten thun recht stehn. und kämpfen, die Feinde dampfen. 5. Du bist der Held, nur du kannst sie bezwingen und uns des Friedens Kleinod wiederbringen. Wir traun auf dich, laß uns Errettung sehen, hör' unser Flehen! 673. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Ee zieht, o Gott, ein Kriegeswetter jetzt über unser Haupt einher. Doch, bist du unser Schutz und Retter, so fürchten wir uns nicht so sehr, wie heftig auch Gefahr und Noth den Völkern und den Ländern droht. 333 Welt regiert. Laß setzt auch Alle inne werden, daß dir allein die Macht gebührt. Seid böse, Völfer, rüstet euch, ist Gott für uns, so fehlt der Streich. 2. Gieb, Vater, in so trüben Tagen uns nur den Sinn, auf dich zu sehn und da, wo Andre trostlos zagen, mit Zuversicht zu dir zu flehn: weil nie doch Menschenhülfe nüßt, wenn uns bein starker Arm nicht schützt. 3. Kein blinder Zufall herrscht auf Erden: du bist es, der die 7. Und findet, Herr, dein weiser Wille noch ferner Züchtigungen gut, so faffen wir in frommer Stille dennoch zu dir den frohen Muth, daß du gewiß zur rechten Zeit uns zu erretten seist bereit. 8. Du züchtigest doch stets mit Maßen und meinst es immer våterlich. Auch uns wirst du nicht ganz verlassen, auch unsrer Noth erbarmst du dich. Wir sollen nur durch Angst und Pein geläutert und gereinigt ſein. 9. Froh werden auch wir rüh. men müssen, wenn du uns wieder wohl gethan: Gott brach, nach uns verborgnen Schlüssen, zum Heil uns auch durch Noth die Bahn. Du bleibest unsre Zuversicht, Barmherziger, verlaß uns nicht. 674. Mel. Singen wir aus Herzens 2c. Um Grbarmen flehen wir, um Erbarmen, Gott, zu dir, um Erbarmen flehn wir, Herr, Gnd 334 Verhalten in besondern Umständen. diger, Allmächtiger. Hör' uns, 9. Ach, die Völker beten dann rett' uns, hilf uns, Gott, hilf: deine Macht frohlockend an, und denn allenthalben droht uns Ver- mit Harfen in der Hand dankt das wüstung, Schwert und Tod. Volk und jedes Land. Hör' uns, hör' uns, flehen wir, um Erbarmen, Gott, zu dir, um den Frieden flehen wir. 2. Ach, des Krieges Flammen glühn, Friede, Lust und Segen fliehn. Der Zerstörer zieht daher, stürmend brausend, wie das Meer, wie ein Hagelsturm verzehrt er die Länder, Blut begehrt, Blut und Tod sein durstig Schwert. 3. Ach, o Gott, wer zittert nicht? Wenn auch Unschuld, Recht und Pflicht uns mit Unerschrockenheit streiten heißt und Muth gebeut, wird doch auch gerechter Muth leicht zur Rache, leicht zur Wuth. Was vergießt er? Brüderblut. 4. 3agend möchten wir vergehn, wenn des Krieges Grául wir sehn. Um Erbarmen flehen wir, um Erbarmen, Gott, zu dir. Denk' an uns in Gnad' und Huld, nicht an unsrer Sünden Schuld, rett' uns bald, und gieb Geduld. 5. Alle, Fürst und Unterthan, fnien vor dir und beten an. Was ist unsrer Waffen Macht, wenn dein Eifer, Herr, erwacht? Willst du ins Gericht nur gehn, ach, wie können wir bestehn? Wir verzagen, wir vergehn. 6. Hoherpriester, Jesu Chrift, der du hingegangen bist durch das Kreuz, durch deinen Tod in das Heiligthum zu Gott, um Erbarmen flehen wir, um des Vaters Huld zu dir, um Errettung flehen wir. 7. Send' herab von deinem Thron deines Segens ersten Sohn, der zu Brüdern Feind und Freund durch der Liebe Band vereint. Deinen Frieden und sein Glück sende, Herr, zu uns zurück, deinen Frie den und sein Glück. 8. Der du, Allgewaltiger, sprichst zum Meere: Bis hieher, sprich, was unser Flehn begehrt: Fahr' in deine Scheid', o Schwert, zu der Zwietracht sprich: Entweich', zur Verwüstung sprich: ent. fleuch: denn die Welt ist, Gott, dein Reich. Mißwachs und Theurung. 675. Mel. Von Gott will ich nicht 2c. Du bester Trost der Armen, Bes herrscher aller Welt, du Vater voll Erbarmen, der Alles trågt und hält, schau' her auf unsre Noth, erbarme dich der Deinen, die Armen gehn und weinen und schmachten, Herr, nach Brot. 2. Erbarmender, ach wende der Zeiten schweren Lauf, thu' deine milden Hände, uns zu versorgen, auf. Was irgend Leben hat, nährst du mit Wohlgefallen; nähr' uns auch, schaff' uns Allen bei unserm Mangel Rath. 3. Herr, der du uns auch schufest, steh' uns mit Hülfe bei. Allmächtiger, du rufest dem Nichts, damit es sei. Zu helfen ist dir leicht. Du kannst dem Mangel wehren, in Ueberfluß ihn kehren, wenn's uns unmöglich deucht. 4. Die Früchte laß gerathen und deine Hülf' uns sehn, erquicke du die Saaten, so oft sie traurig stehn. Herr, baue selbst das Land, tránk' es mit Thau und Regen und füll' es an mit Segen aus deiner milden Hand. 5. Erhör' uns, Vater, kröne das Jahr mit deinem Gut, daß sich das Herz gewöhne zu wohlgefaßtem Muth. Lehr' es fich deiner freun, stets Zutraun zu dir haben und deine Segensgaben durch Mißbrauch nie entweihn. 6. Allgütiger, wir hoffen auf dich und deine Treu'. Oft hat uns Noth betroffen, und da standft du uns bei. Sprich nur dein mäch Allgemeine Trubsale.del tig Wort, das wird den Mangel heben, wir werden froher leben, dich preisen hier und dort. Ansteckende Krankheiten. 676. Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. In unsern Nöthen fallen wir voll Reu' und demuthsvoll vor dir in unserm Jammer nieder: denn Seuch' und Tod umgiebt uns, Gott, und würget unsre Brüder. 2. So Viele sanken schon ins Grab wie unerwartet schnell hinab. Wie ist um Hilf uns bange! schone noch, befrei' uns doch von unserm Untergange. 3. Arzt, Kunst und Vorsicht retten nicht: wir haben keine Zuversicht, als nur zu deiner Güte. Dem Tod, o Herr, gebeut, daß er nicht weiter schrecklich wüthe. 4. Wir glauben an den Sohn und dich, und darum schaue våterlich auf tiefgebeugte Sünder. Denn du allein kannst uns befrein; errett' uns, deine Kinder. 5. Wir übergeben Volk und Land in deine treue Baterhand, entferne jede Plage. Erquick' uns, Herr, Allmächtiger, gieb wieder heitre Tage. 6. Doch willst du uns noch nicht befrein, so laß uns, Gott, geduldig sein und dir uns ganz ergeben. Laß, sterben wir, uns dort vor dir in deiner Wonne leben. 7. Gieb allen Sterbenden dein Heil und laß sie, Gott, ihr beßres Theil im Himmel nicht verlieren. Laß sie den Tod aus jeder Noth zu deinem Throne führen. 8. Laß unser gläubiges Gebet, das, Herr, zu dir um Gnade fleht, bir, Bater, wohlgefallen, und unser Dank und Lobgesang frohlockt: Gott hilft uns Allen. 335 677. Mel. König, denen Majestät zc Wir kommen, Helfer, dir Gefang und Ruhm und Preis zu bringen. Des ganzen Volkes lauter Dank soll, Retter, dir lobsingen. Du warst mit uns, in welcher Noth! Wir sahen überall den Tod den Untergang uns drohen. Nun wüthet seiner Seuchen Heer durch unser Vaterland nicht mehr, sie find vor dir entflohen. 2. Wir sahen dort und sahen hier so viele Brüder sterben und allenthalben waren wir umfangen vom Verderben. Da war fein Schonen, stündlich war furchtbarer, näher die Gefahr, und alle trieb kein Arzt zurück; auch ihm Kunst vergebens. Den Würger schien jeder Augenblick der letzte seines Lebens. 3. Zu dir, du Menschenretter, schrien der Deinen bange Herzen, du hörtest uns, die Seuchen fliehn, du heilest unsre Schmerzen. du Erbarmer voll Geduld, nach unsrer Uebertretung Schuld haft du uns nicht gelohnet. Gezüchtigt, wir preisen dich, gezüchtigt haft du väterlich und väterlich geschonet. 4. Wir wollen, der du uns befreift, o Gott, dich ewig loben. Sei ewig, Bater, Sohn und Geist, von deinem Volk erhoben. E bete dich, Erretter, an, und danke, wer nur danken kann, und diene deinem Namen und rühme: Gott ist unser Gott, frohlockt, er hilft uns in der Noth, frohlockt ihm! Amen. Amen. Nå sse. 678. Mel. Mache dich, mein Geist sc. Schmerz und Klage füllt das Land, traurig stehn die Früchte. Hilft uns, Gott, nicht deine Verhalten in besondern Umständen. Důrre. 680. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. In unserm Kummer kommen wir gebeugt, doch voll Vertraun zu bir, wir rufen dich, im Himmel, an, daß er für uns werd' aufgethan. 336 Hand, sind sie bald zu nichte. Zeig' uns doch Gnade noch, Vater, voll Erbarmen, hilf, ach, hilf uns Armen. 2. Du regierst der Wolken Lauf, und befiehlst dem Regen. Sprich ein auf, uns bleibt dein Segen. Steh uns bei und zerstreu' jener Wolkengüsse dicke Finsterniffe. 3. Sende warmen Sonnenschein, der die Frucht erquicke, uns von Aengsten zu befrein, wieder bald zurücke. Guter Gott, gieb uns Brot, und nach mancher Plage wieder Freudentage. 4. Preis und Ruhm sei dir weiht, Vater aller Gnade. Hilf, daß die so schwere Zeit nicht zu sehr uns schade. Dir, nur dir wollen wir, Herr, so lang' wir leben, unfer Herz ergeben. her. ges 679. Mel. O Gott, du frommer 2c. Herr, dein Erbarmen kann kein Menschensinn erreichen. Wer ist dir, Höchster, gleich? Wenn Berg' und Hügel weichen, wenn Erde, Sonn' und Mond aus ihren Bahnen gehn, bleibt deine Gnade doch stets unbeweglich stehn. 2. Durch Wolken ließest du das Sonnenlicht bedecken, Wind, Regenwetter, Sturm erfüllten uns mit Schrecken. Weil man die Sonne nicht, nur steten Regen sah, so schien der Länder Frucht ganz dem Verderben nah'. 3. Doch, Herr, auf deinen Wink erschien die Sonne wieder. Das Trauren ist vorbei, wir fingen Freudenlieder und preisen deine Huld, daß du auf unser Flehn bei unsrer Kümmerniß erbarmungsvoll gesehn. 2. Die Felder sind ein dürres Land, von lauter Hiße ausgebrannt, und sie verdorren immer mehr, send' einen milden Regen 4. Ja, Herr, wir preisen dich mit freudigem Gemüthe. sorg' auch fernerhin für uns mit Batergüte, gieb uns zu rechter Zeit Thau, Regen, Sonnenschein. Von Herzen wollen wir dafür dir dankbar sein. 3. Betäubt und mit gebeugtem Haupt, der Hoffnung und des Trosts beraubt, schaun wir das Feld und sind betrübt, weil es uns sein Gewächs nicht giebt. 4. Entkräftet steht fast Alles da, dem gånzlichen Verderben nah'. Die Hoffnung, die das Feld uns gab, nimmt jeden Tag zusehends ab. 5. Erbarme, Herr, dich unsrer Noth, erhalt' uns unser täglich Brot, hilf uns im Glend: du allein kannst Helfer und Erretter sein. 6. Du giebst gewiß zu rechter Zeit den Regen, der das Land erfreut, der die gedörrte Erde trånkt und sich in ihre Tiefen senkt. 7. Dir wollen wir, Herr, dankbar sein und dir nur unser Leben weihn. Tröst' uns, o Herr, verlaß uns nicht und stärk' uns selbst zu jeder Pflicht. 681. Mel. Herzliebster Jesu, was 2c. Herr, unser Herrscher, freudig fei gepriesen. Groß ist die Hülfe, die du uns erwiesen. Wir fleheten zu dir, Gott, reich an Segen, um milden Regen. 2. Er fällt herab. Bald wird auf dürrer Erden die matte Frucht durch ihn erquicket werden. Du Besondre Trübfale. Ind willst, daß unsre hoffnungsvollen Saaten uns wohlgerathen. 3. So weit nur, Höchster, deine Himmel reichen, vertheilst du sichtbar deiner Liebe Zeichen. Laß jeßt dein Wohlthun, das wir deutlich spüren, uns kräftig rühren. 4. Daß auch das Herz erweicht dir Ehre bringe und unser Mund dir freudig, Gott, lobsinge. Gieb Kraft, daß mir in alle Ewigkeiten dein Lob verbreiten. Besondre Trubsale. 682. Mel. Herzliebster Jesu, was 2c. Ein Herz, o Gott, in Leid und Kreuz geduldig, das bin ich dir und meinem Heile schuldig. Laß mich die Pflicht, die wir so oft vergessen, täglich ermessen. 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Väter? bin ich vor dir, Herr, nicht ein Uebertreter? thu' ich zu viel, wenn ich die schweren Tage standhaft ertrage? 3. Wie oft, o Gott, wenn wir das Böse dulden, erdulden wir nur unsrer Thorheit Schulden und nennen Lohn, den wir verdient bekommen, Trübsal der Frommen. 4. Ist Dürftigkeit, in der die Tragen klagen, sind Haß und Pein, die Stolz und Wollust tragen, des Schwelgers Schmerz, des Neids vermißte Freuden, christliche Leiden? 5. Ift deren Qual, die deinen Nath verachtet, nach Gottesfurcht und Glauben nie getrachtet und die fich jetzt in finstrer Schwermuth qualen, Prüfung der Seelen? 6. Doch selbst, o Gott, in Strafen unsrer Sünden läßt du den Weg zu unserm Heil' uns finden, wenn wir sie uns, die Missethat zu hafsen, züchtigen lassen. 7. Jag' ich nur nach dem Frieden im Gewissen, wird Alles mir 337 zum Besten dienen müssen. Du, Herr, regierst, und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle. 8. Ich bin ein Gast und Pilger hier auf Erden: nicht hier, erst dort soll ich ganz selig werden. Und was sind gegen euch, ihr ew'gen Freuden, dieser Zeit Leiden? 9. Wenn ich nur nicht mein Elend selbst verschulde, wenn ich als Mensch, als Christ hier leid' und dulde, so kann ich mich der Hülfe der Erlösten sicher getrösten. 10. Ich bin ein Mensch, und Leiden müssen frånken; doch in der Noth an seinen Schöpfer denken, und ihm vertraun, dieß stárket unsre Herzen mitten in Schmerzen. 11. Schau' über dich, wer trägt der Himmel Heere? merk' auf, wer spricht: Bis hieher! zu dem Meere? Ist er nicht auch dein Helfer und Berather, ewig dein Vater? 12. Willst du so viel, als der Allweise, wissen? jegt weißt du nicht, warum du leiden müssen: allein du wirst, was seine Wege waren, nachmals erfahren. 13. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, die Heiligung des Geistes zu empfahen und mit dem Trost der Hülfe, die wir merken, Andre zu stärken. 14. Das Kreuz des Herrn wirkt Weisheit und Erfahrung, Erfahrung giebt dem Glauben Muth Ein starkes Herz und Nahrung. steht in der Noth noch feste, hoffet das Beste. 683. Mel. O Welt, sieh' hier dein 2c. Was ist's, daß ich mich quale? Harr' Seiner, meine Seele, harr' und sei unverzagt. Du weißt nicht, was dir nüget, Gott weiß es und Gott schüßet, er schüßet den, der nach ihm fragt. 2.& r zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh' ich die Welt noch sah. Eh' ich mich selbst noch kannte, ch' ich ihn 22 Verhalten in besondern Umständen. 338 Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah'. 3. Die kleinste meiner Sorgen ist dem Gott nicht verborgen, der alles sieht und hält: und was er mir beschieden, das dient zu meinem Frieden, wär's auch die größte Last der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Erden, nur glücklich hier zu werden: die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein Geist, besteht. 5. Was dieses Glück vermehret, sei mir von dir gewähret, Gott, bu gewährst es gern. Was dieses Glück verleget, wenn's alle Welt auch schäßet, sei, Herr, mein Gott, mir ewig fern. 6. Sind auch der Krankheit Plagen, der Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott, so harr' ich und bin stille zu Gott: denn nicht mein Wille, dein Wille nur, gescheh', o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, wenn Gott mich will bewahren? Und er, mein Gott, bewahret mich. erbitten, Gott wird sie mir perleihn, er wird mich wohl behüten und mein Erretter sein. 4. Sm Unglück und im Glücke ist er ein weiser Gott. Ich weiche nicht zurücke, ich bet' in meiner Noth. Wie? sollt' er mich nicht trösten, nicht helfen, nicht erfreun? Ja, wenn die Noth am größten, will er mein Helfer sein. 5. Auf Reichthum und auf Schäße, was sonst der Welt gefällt, ich meinen Sinn nicht seze: es bleibet in der Welt. Mein Reichthum ist im Himmel, ist Jesus. Hab' ich den, so kann ich Erd' und Himmel getroft vergehen sehn. 6. Ihm, bin ich fest entschlossen, auf immer treu zu sein. Sein Blut hat er vergossen, getragen meine Pein. Ich soll erlöset werden von ew'ger Angst und Pein. Wie könnte hier auf Erden doch größre Hoffnung sein. 7. Nur soll ich mich erzeigen ihm dankbar bis ins Grab. Ihm geb' ich mich zu eigen mit Allem, was ich hab'. Wie er's will weiter machen, hab' ich ihm heimgestellt, befehl' ihm meine Sachen, er mach's, wie's ihm gefällt. 8. Ja, dieß sei mein EntschlieBen: Jesu, du bist mein. Herr, durch dein Blutvergießen laß mich dein Erbe sein, so hab' ich All's auf Erden, was mich erfreuet, schon, im Himmel soll mir werden 684. Mel. Befehl du deine Wege zc. Keinen hat Gott verlassen, der die ew'ge Gnadenkron'. ihm vertraut allzeit. Ob ihn gleich viele haffen, geschieht ihm doch kein Leid. Gott will die Seinen schützen, zulegt erheben hoch, und giebt, was uns kann nüßen dort und auch zeitlich noch. 2. Allein ich's Gott befehle, er mach's, wie's ihm gefällt, zum Heil der armen Seele. Ist doch in dieser Welt so manches Kreuz und Leiden, und muß auch also sein: denn lauter Erdenfreuden ziehn leicht zur ew'gen Pein. 3. Tren ist Gott. Ihn anflehen will ich, auf seine Hand in meinen Nöthen sehen, ihm sind fie wohl bekannt. Geduld will ich 685. Mel. Jesu Leiden, Pein und Tod 2c. Schwing' dich auf zu deinem Gott, du betrübte Seele. Was gråmst du dich bis zum Tod' in der Schwermuthshöhle? Merke, was dir tröstlich ist, laß kein Denken, Dichten dir die Ruh', die Jesus Christ dir erwarb, vernichten. 2. Hast du was nicht recht gethan, reu' es dich vom Herzen, nimm getrost und gläubig an Christi Tod und Schmerzen. Diese sind das Lösegeld deiner Misfetha Besondre ten: durch sie ist der ganzen Welt und dir wohlgerathen. 3. Was ist in dem Himmelszelt, was im tiefen Meere, was ist Gu tes in der Welt, das dein Theil nicht wäre? Wem scheint fenes Sonnenlicht? wozu ist gegeben Luft und Wasser? Dient es nicht dir und deinem Leben? 4. Bist du Gottes, ist Gott dein, wer ist, der dich scheide? Dringet Ungemach herein mit dem bittern Leide, laß es dringen; kommt es doch von geliebten Händen und verschwindet endlich noch, wenn es Gott will wenden. 5. Kinder, die der Vater soll ziehn zu allem Guten, die gera then selten wohl ohne Zucht und Ruthen. Bin ich denn nun Gottes Kind, warum will ich fliehen, wenn er mich von meiner Sünd' will zum Guten ziehen? 6. Es ist herzlich gut gemeint mit der Christen Plagen. Wer zu seiner Beßrung weint, darf nicht emig klagen. Bald, bald ist die Kindheit aus, und nach Zucht und Schlägen erbt er in des Vaters Haus den verheißnen Segen. 7. Gottes Kinder såen zwar traurig und mit Thränen; aber endlich reicht Gott dar, wornach fie fich sehnen. Denn es kommt die Erntezeit, wo sie Garben machen, dann wird all' ihr Gram und Leid lauter Freud' und Lachen. 8. Oso faff', o Christenherz, alle deine Schmerzen, wirf sie fröhlich hinterwärts, laß den Trost im Herzen sich entzünden mehr und mehr, gieb dem großen Namen deines Gottes Preis und Ehr': Er wird helfen. Amen. 686. Gott lebet noch, Seele, was verzagst du doch? Gott ist gut, der aus Erbarmen alle Hülf' auf Grden thut, der mit Kraft und starten Armen Alles machet wohl und Trübsale. H 339 gut. Gott kann besser, als wir denken, alle Noth zum Besten lenken. Seele, so bedenke doch: Gott, dein Helfer, lebet noch. 2. Gott lebet noch, Seele, was verzagst du doch? Sollte schlummern, oder schlafen, der das Aug' hat zugericht't? Der die Ohren hat erschaffen, sollte dieser hören nicht? Gott weiß Alles, hört und siehet, wo den Frommen weh' geschiehet. Seele, so bedenke doch: Gott, dein Helfer, lebet noch. 3. Gott lebet noch, Seele, was verzagst du doch? Der den Erdenweit und breit, der die ganze Welt kreis verhüllet mit den Wolken erfüllet, ist von uns nicht fern und weit. Wer Gott liebt, dem will er senden Hülf' und Troft an allen Gott, dein Helfer, lebet noch. Seele, so bedenke doch: 4. Gott lebet noch, Seele, was verzagst du doch? Bist du schwer mit Kreuz beladen, nimm zu Gott nur deinen Lauf. Gott ist groß, und reich an Gnaden, hilft den Schwachen gnädig auf. Gottes Gnade währet immer, seine Treu' vergehet nimmer. Seele, so bedenke doch: Gott, dein Helfer, lebet noch. 5. Gott lebet noch, Seele, was verzagst du doch? Wenn dich deine Sünden kränken, dein Verbrechen quält dich sehr, komm' zu Gott, er wird versenken deine Sünden in das Meer. Mitten in der Angst der Seelen wird dir's nicht an Troste fehlen. Seele, so bedenke doch: Gott, dein Helfer, lebet noch. 6. Gott lebet noch, Secle, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen, weißt du weder aus noch ein; Gott wird dennoch dich umfassen und im Leiden bei dir sein. Gott ift's, der es herzlich meinet, wo die Noth am größten scheinet.« Seele, so bedenke voch, Gott, dein Helfer, lebet noch. 7. Gott lebet noch, Seele, was verzagst du doch? Mußt du schon geängstet wallen auf der rauhen 22* Verhalten in besondern Umständen. Dornenbahn: es ist Gottes Wohl- Noth. Er sei dein Freund, denn gefallen, dich zu führen himmelan. er allein kann stets, kann überall Gott wird nach dem Trauerleben erfreun. Friede, Freud' und Wonne geben. Seele, so bedenke doch: Gott, dein Helfer, lebet noch. 340 687. Meine Hoffnung steht auf Gott. Gott, mein Heiland, mein Erretter, Stiller aller Trübsalswetter, steht mir bei bis in den Tod. Meine Hoffnung steht auf Gott. 2. Meine Hoffnung steht auf Gott, der mir Leib und Seel' gegeben und mein hat erhalten in der Noth. Meine Hoffnung steht auf Gott. 3. Meine Hoffnung steht auf Gott. Gott, mein Heiland, hilft mir Armen, kann und will sich mein erbarmen, steht mir bei bis in den Tod. Meine Hoffnung steht auf Gott. 4. Meine Hoffnung steht auf Gott. Hoffnung läßt mich nicht verderben, Hoffnung läßt mich fröhlich sterben, sie beschämt in keiner Noth. Meine Hoffnung steht auf Gott. 688. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. Wenn Menschenhülfe vir gebricht, so hoff auf Gott und zage nicht. Wenn Niemand hilft, so hilft doch er. Mit ihm ist keine Last zu schwer. 2. Laß nie der Menschen Gunst allein dein einziges Vertrauen sein, denn: ach, wie selten ist der Freund, der's immer treu und redlich meint. 3. Ist seine Lieb' auch kein Betrug, hat er auch Licht und macht genug? entreißt nicht oft ein Augenblick ihm, deinem Freunde, selbst fein Glück? 4. Nimm deine Zuflucht nur zu Gott, der rettet dich aus jeder 5. Wenn er dich liebt, so ist dein Feind ohnmächtig, wenn er's auch nicht scheint. Selbst Stürm' im Meere ruhn, wenn er nur spricht: Nicht weiter, als hieher! 6. Es gehet, wie es ihm gefällt. was sich ihm auch entgegen stellt. Laß ihn nur herrschen, wie er will, und hoff' auf ihn, und halt' ihm still. 689. Mel. Nicht so traurig, nicht so 2c. Traure, traure nicht so sehr, Seele, sei nicht so betrübt, wenn dir Gott von Gut und Ehr' weniLaß dir ger als Andern giebt. gnügen. Trau' auf Gott: hast du Gott, so hat's nicht Noth. 2. Was hast du, o Menschenkind, für ein Recht zu Gut und Geld? Alle, die geschaffen sind, sind als Diener in der Welt. Gott ist Herr in seinem Haus: wie er will, so theilt er aus. 3. Ist der Mensch denn darum hier, daß er Schätze sammeln soll? Schau' den Himmel über dir, dort ist unvergänglichs Wohl. Gott schuf dich nicht für die Zeit, sondern für die Ewigkeit. 4. Thöricht ist, wer sich hier kränkt um ein wenig Eitelkeit, da ihm Jesus Schäße schenkt, welche Himmel dein Gewinn, fahr' die teine Zeit zerstreut. Bleibt der Erde immer hin. 5. Schau' doch alle Güter an, die dein Herz für Güter hält, sag', ob Eins dir folgen kann, wenn du gehest aus der Welt? Stirbst du, naher Augenblick! bleibet Alles hier zurück. 6. Das ist nur dein bestes Theil, was der Tod dir nicht entreißt, Gottes Gnade, Jesu Heil, Fried' und Freud' im heil'gen Geist. Besondre Trübsale. Erdengut zerfällt und bricht, Himmelsgut verschwindet nicht. 690. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. du doch so unbekannt mit dem vielen Guten bift! Sieh, Herr, mache meine Seele stille. dein Geist, mit Gott verwandt und erlöst durch Jesum Christ, sieh, welch Gutes Gott uns schenkt, Gutes, das man nicht bedenkt. Was mich hienieden fränkt und drückt, das ist dein weiser Rath und Wille, der nichts zu meinem Schaden schickt. Du bist's, alles andern kann, und was du thuft, ist wohlgethan. der 2. Auch auf den allerrauhsten Wegen führst du mich zur Glückseligkeit, von jeder Trübsal ernt' ich Segen, ist dir nur, Gott, mein Herz geweiht. Ihr Ausgang wird erfreulich sein, sieht's gleich mein blöder Geist nicht ein. 8. Zähle deine Glieder, fieh, wie so brauchbar, wie voll Kunft! Sage, wer verlöre sie! Sie erhielt dir Gottes Gunst. Gott gab Nahrung, Gott gab Glück, Gott entfernte Mißgeschick. 9. Ueberlege, forsch' und denk', wie so gnädig er doch ist, welche Güter, welch Geschenk' er uns gab durch Jesum Chrift. Du haft mehr als Sand am Meer, und willst doch noch immer mehr. 10. Fånde, der im Himmel lebt, das, wornach dein Fleisch und Blut mit so großer Sehnsucht strebt, deiner Seele nüß' und gut, ließe seine Gütigkeit dich gewiß nicht unerfreut. 11. Gott ist ja so liebevoll, ist von Herzen fromm und treu. Wenn du wünschest, prüft er wohl, wie dein Wunsch beschaffen ist. Ift dir's gut, so geht er's ein; ist dir's schädlich, spricht er: nein. 12. so richte doch empor dein betrübtes Angesicht, laß das Trauren. Gott erfor dich für die ses Leben nicht. Wisse, jenseits leben wir, wiff' es und sei muthig hier. 13. Seße mit zufriednem Sinn deinen Wünschen Maß und Ziel. Nimm, was Gott giebt, dankbar hin. Weck' dein Herz auf zum Gefühl, daß dir mehr gegeben ist jetzt schon, als du würdig bist. 341 14. Gehe deines Lebens Bahn, immer Gottes eingedenk. Was auch kommt, das nimm du an als ein wohlbedacht Geschenk. Geht dir's widrig, laß es gehn: Gott und Himmel bleibt dir stehn. 3. Drum laß mich stille sein und hoffen, wenn du mir Prüfung hast bestimmt; dein Vaterherz steht dem doch offen, der zu dir seine Zuflucht nimmt. Wer hier froh deinen Willen thut, mit dem machst du's auch immer gut. 4. Uns bleibt oft, was uns nůßt, verborgen: wer hat es je genau erkannt? Wie oft find unsre Wünsch' und Sorgen voll Thorheit und voll Unverstand. Wer kann, was seinem Wohlergehn zum Schaden dient, ganz überfehn? 5. Nur du, Gott, kennst und wählst das Beste. O Vater, mache selbst mein Herz in dieser Ueberzeugung feste, so ehr' ich auch im größten Schmerz dich stets mit der Entschlossenheit: Was Gott will, das gescheh' allzeit. 6. Die Stunde wird gewiß doch kommen, da mich vollkommnes Glück erfreut: denn einmal führst du deine Frommen zur völligen Zufriedenheit; und dann wird ihnen offenbar, daß nur dein Rath der beste war. 7. Da ernt' auch ich von meinen Plagen die sel'gen Früchte ewig ein, da wird mein Herz, statt aller Klagen, nur voll des frohen Lobes sein: Der Herr, der für mein Heil gewacht, hat Alles mit mir wohlgemacht. 342 Verhalten in besondern Umständen. 691. Mel. Alles ist an Gottes Segen 2c. Wohl dem, der mit stillem Herzen Gott, der uns als Vater liebt, ganz sein Schicksal übergiebt, und auch in der Leiden Schmerzen ſeinem Kummer weise wehrt, nicht durch Gram ihn noch vermehrt. 2. Mensch, kein Schicksal deines Lebens, forgtest du von Jugend auf, nimmt drum einen andern Lauf. Sorge quält, und quält vergebens, deine Kräfte zehrt sie ab, stürzt dich zeitiger ins Grab. 3. Långst, eh' du die Welt betratest, wog, der dir dein Leben gab, was dir nun begegnet, ab, gab dir Glück, eh' du noch batest, eh' noch deine Thräne rann, sah er schon dich gnädig an. 4. Dankbar nimm des Lebens Freuden aus des Höchsten milder Hand. Hat er Kreuz bir zuerkannt, nun so faffe Muth, zu leiden. Gut ist Alles, was Gott will, dulde willig, dulde still. 5. Will dein Anschlag nicht gedeihen, mißlingt alles dein Bemühn: o was Glück dem Men schen schien, muß er oft hernach bereuen. Wohlthat ist's für dich gewiß, daß es Gott mißlingen ließ. 6. Wenn er nicht so reichen Segen, als dem Nächsten, dir verlich müsse doch sein Wohlstand nie Neid in deiner Brust erregen. Lerne fremden Glücks dich freun: frembes Glück wird dadurch dein. 7. Wenn dir Frevler Angst erwecken, dich ihr Haß verfolgt und frånkt, hält sie Gottes Macht umschränkt. Droht der Tod mit ſeinen Schrecken, der vom Tod' erretten kann, ist dein Gott, nimmt dein sich an. 8. Rüstete sogar zum Streite alle Welt sich wider dich, dir ist fie nicht fürchterlich. Fielen auch zu deiner Seite tausend dort, zehntausend hier, zage nicht: Gott ist bei dir. 9. Drum sei unbesorgt und heiter. Voll Vertrauen auf sein Wort sege deine Wallfahrt fort. Der bisher half, hilft dir weiter. Gott hält fest, was er verspricht: er, dein Gott, verläßt dich nicht. 692. Mel. Freu' dich sehr, o meine 2c. Treu ist Gott. Nimm's doch zu Herzen, Christ, wenn dich ein Kummer plagt. Hör' in allen deinen Schmerzen, was sein tröstend Wort dir sagt. Er, der seine Hand dir reicht, macht der Trübsal Laft dir leicht, und das Ende bittrer Leiden ist der Sieg, sind ew'ge Freuden. 2. Laß dir an der Gnade gnüKönntest du der Noth erliegen, da gen, welche dir dein Vater schenkt. er dein im Besten denkt? Er, der deine Thränen zählt, hat die beſte Zeit erwählt, da er deine Klagen ftillet und dein Herz mit Trost erfüllet. 3. Heben will er dich und tragen, wenn du schwach und hülflos bist. Auch des grauen Alters Klagen hört er, der uns nie vergißt. Die Verheißung steht noch fest: daß er keinen je verläßt, je versäumt, der auf ihn schauet, gern ihm folgt und ihm vertrauet. doch glaubte: ohne seinen Willen fällt 4. daß es dein Herz nicht ein Haar von unserm Haupte, weil er, was er schuf, erhält. Sünden nur bewegen ihn, Trost und Hülf' uns zu entziehn. Doch, wenn wir zu ihm und kehren, will er unsre Seufzer hören. 5. Ruhe denn in seinen Händen, Seele, die du klagst und wankst. Deine Leiden wird er enden, daß du ihm noch freudig dankft. Seine Vaterhuld allein müsse deine Stärke sein; halte nur mit festem Muthe dich zu ihm, dem höchsten Gute. 6. Laß mich diese Gnad' erreichen, Herr Herr, meine Zuver Besondre sicht. Mögen doch Verzagte weichen; mein Vertrauen weiche nicht. In der allergrößten Pein wirst du mein Grretter sein, wirft mir, wenn mich Leiden krånken, deines Trostes Freude schenken. 694. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 693. Auf, mein Herz, ermanne dich, überlaß dich Gottes Willen. Bald Mel. Jesu, meine Freude 2c. Chrift, aus deinem Herzen banne wird er, und väterlich allen deinen Kummer stillen. Er vermag's, und seine Huld giebt dir Trost und auch Geduld. Sorg und Schmerzen, schöpfe neuen Muth. Wenn schon Kreuz dich drücket, Gott ist's, der erquicket: was er schickt, ist gut. Wenn dich oth ringsum bedroht, Sorgen stets mit dir erwachen, Gott wird's doch wohl machen. 2. Ist der Himmel trübe, wankt oer Freunde Liebe, wird die Last dir schwer, stürzt mit jedem Tage eine neue Plage über dich daher, weicht das Glück stets mehr zurück, scheint's dich nicht mehr anzulachen, Gott wird's doch wohl machen. 3. Bürden abzunehmen, hilft nicht Angst und Gråmen, schafft auch keine Raft. Ungeduld macht Bürden, die dir leicht sein würden, erst zur Felsenlast. Zagend Herz, zähm' deinen Schmerz. Drückt die Bürde schon dich Schwachen, Gott wird's doch wohl machen. 4. Du führst Christi Namen; Christo nachzuahmen, das ist deine Pflicht. Werde nicht erschüttert, wenn die Erd' erzittert und der Himmel bricht. Der steht fest, der Gott nicht läßt. Laß rings um die Wetter krachen, Gott wird's doch wohl machen. Trübsale. 343 ergeben; ich bin sein, er mein. Was er will, sei stets mein Ziel. Wunderbar mag Gott es machen, er wird's doch wohl machen. 5. Herrlich ist die Krone, die der Christ zum Lohne seiner Treu' empfängt. Nur nichts selbst ver. schuldet, und dann froh erduldet, was dein Gott verhängt. Sieg' als Held. Mag doch die Welt beiner Hoffnung spöttisch lachen, Gott wird's doch wohl machen. 6. Dabei soll's denn bleiben. Ich will nie mich sträuben, folgsam Gott zu sein. Stets, im Tod' und Leben bleib' ich Gott 2. Heißt er dich die rauhe Bahn schwerer Leiden hier noch wallen, jei gelassen, denke dran: also hat es Gott gefallen. Glaube fest nur: was er thut, ist dir heilsam, recht und gut. 3. Halt' an Gott dich, sei getreu. Leiden Gottes Kinder Schmerzen, o so haben sie dabei Ruh' und Freude doch im Herzen. Endlich fiegt, wer Gott gefällt, über alle Noth der Welt. 4. Gott verzeiht wohl; aber er hört doch endlich deine Bitten. Dulde, Jesus hat vielmehr, als du leiden kannst, gelitten. Fasse dich und habe Muth, denn er litt' auch dir zu gut. 5. Kronen folgen auf den Streit; kämpfe nur mit festem Glauben. Keine Leiden dieser Zeit können Gottes Huld dir rauben. Dulde, bet' und lebe rein. Selig wird dein Ende sein. 695. Mel. In dich hab' ich gehoffet ze. Sei, Seele, ruhig, unverzagt, wenn irgend dich ein Kummer plagt, befiehl Gott deine Sachen. In aller Pein vertrau' allein auf ihn, er wird's wohl machen 2. Kein Leiden kommt von ungefähr. Wenn's noch so unverschuldet war', hat's Gottes Rath ersehen. Drum sei nur still, was dein Gott will, laß immer gern geschehen. Verhalten in besondern Umständen. 344 3. Erweckt dir gleich das Leiden Bein, so soll's dir doch nicht schädlich sein: Gott kann sein Kind nicht hassen. Wer ihn nur liebt, fich ihm ergiebt, den wird er nicht verlassen. 4. Der dich durch Jesum Herzlich liebt, sucht, wenn er dich durch Kreuz betrübt, das wahre Heil der Seele, weckt dich, daß nicht zu deiner Pflicht dir Lust und Gifer fehle. 5. Das Kreuz beugt Stolz und Uebermuth, erstickt der Wollust wilde Gluth, bricht die Gewalt der Sinne, erweicht das Herz, daß fremder Schmerz dein Mitleid leicht gewinne. 6. Auch übt das Kreuz dich in Geduld, erhöht den Werth von Gottes Huld, stärkt mächtig dein Vertrauen, lehrt in Verlust dich nun mit Lust aufs Unsichtbare schauen. 7. Des Leidens Hig' entflammt dich stets zu größrer Inbrunst des Gebets und läutert deinen Glauben. Weit minder kann Verführung dann dir deine Krone rauben. 8. 3war stört das Leiden deine Ruh', mit bangen Thränen fåeſt du und unter viel Beschwerden. Christ, hoffe doch, es wird dir noch zur reichen Ernte werden. 9. Wie lange währt der Frommen Leid? Nicht ewig, Herr, nur kurze Zeit. Nach überstandnem Leide erquickest du ihr Herz mit Ruh' und einst mit ew'ger Freude. 10. Drum hab', o Seele, guten Muth, vertraue Gott, es wird noch gut nach aller Trübsal werden. Er ziehet dich durchs Kreuz zu sich, zum Himmel von der Erden. 11. Gott ist dein Gott, er ist getreu und stehet dir als Vater bei in allem Kreuz auf Erden. Der Leiden Heer wird nie zu schwer durch ihn den Seinen werden. 12.& s haben ja zu aller Zeit die Heiligen in Traurigkeit hier oftmals wandeln müssen; warum willst du denn stets von Ruh' und nichts von Trübsal wissen? 13. bet' und sieh' auf deinen Gott in aller deiner Angst und Noth, laß, wie er will, es gehen. Sein Will' ist gut, behalte Muth, Gott wird dich einst erhöhen. 14. Der du ein Gott des Troftes bist, laß Jeden, der hier traurig ist, doch deinen Troft empfinden. Hilf, den du liebst und prüfend übst, das Leiden überwinden. 696. Met Warum betrübst du dich zc. Warum verkennst du deinen Gott, mein Herz, zur ew'gen Wahrheit Spott, und hoffst nicht fest auf ihn? Warum häufst du durch Ungeduld, durch bittre Klagen Sünd' und Schuld? 2. Scheint Gottes Allmacht dir zu klein, mit Rath und That dich zu erfreun? Ist er nicht treu und gut? Steht das, was er verheißt, nicht fest? Ist er ein Gott, der finken läßt? 3. Sein Auge schläft und schlummert nicht, er sieht dein weinend Angesicht, weiß Alles, was dich quält. Durchs Feuer dieser Prüfungszeit bewährt er dich zur Seligkeit. 4. Zur Rechten seiner Majestät ist Christus, nun von ihm erhöht aus seiner Niedrigkeit. Verehrst du Gott im Glück, mein Herz, so lieb' ihn auch in Kreuz und Schmerz. 5. Wer front das Jahr mit seinem Gut? wer giebt den Thieren Speis' und Muth? wer schenkt uns Korn und Wein? wer theilt dem Wurm Erquickung mit, den unbemerkt dein Fuß zertritt? 6. Wer giebt den Blumen Schmuck und Pracht? wer hat das Gras so schön gemacht? wer füllet Scheu'r und Haus? Ift's nicht der Herr, durch den du bist, der auch für dich allmächtig ist? Besondre 7. Hat er nicht über dich ge. wacht, eh' dein Verstand an ihn gedacht? Und du willst troftlos sein? Was ångstet dich des Kreuzes Joch? Gott, dein Erbarmer, lebt ja noch. 8. Wirf alle Sorgen auf den Herrn, ertrage deine Trübsal gern. Ginst wird fie Freude sein. diese Zeit gleich noch nicht da, so ist doch Gott, dein Helfer, nah'. Ist 9. Der Weg durch Leiden dieser Zeit ist auch der Weg zur Herrlich keit, die dir bereitet ist. Dein Heiland ging dir selbst voran. Wohl dem, der muthig folgen kann. 10. Gott hilft, nicht, wie dein Wahn es will; doch sei getroft, und halt' ihm still: sein Rath ist wunderbar. Wenn einst die Sünder untergehn, wird seine Rechte dich erhöhn. 11. Dank sei dir, Herr, für alle Last, die du mir auferleget haft. Gieb mir ein himmlisch Herz, das, wenn mich alle Welt vergißt, in dir doch reich und fröhlich ist. 697. Mel. Welt, fieh' hier dein 2c. Was soll ich troftlos sorgen? Gott scheint mir zwar verborgen; doch seine Hülf' ist nah', schafft, daß ich Wege gehe, ob ich's gleich nicht verstehe, die er zu meinem Heil erfah. 2. Längst wog er die Gefahren, eh' Erd' und Himmel waren, nach meinen Kräften ab. Er linderte durch Freuden die Tage meiner Leiden, eh' er sie mir zu tragen gab. 3. Mir konnt' ein Glück der Erden zum Strick und Falle werden; er nahm es weislich mir. Mich konnt' auf Seligkeiten ein Kummer vorbereiten; und Gottes Gnade schenkt ihn mir. 4. Vielleicht, wenn Pracht und Ehre mein Theil auf Erden wäre, würd' ich mich sündlich freun; und Unterdrückte würden dann unter Trübsale.am 345 ihren Bürden umsonst zu mir nach Hülfe schrein. 5. Mich könnten Schäße reizen, mehr Schätze zu ergeizen, und stolz mich aufzublähn, dann würd' ich Arme hassen und menschenfeindlich lassen vor meiner Thüre hungrig stehn. 6. Bald könnt' in guten Tagen mein Herz verwegen fragen: Ist über mir ein Gott? Dann würd' entweihen, und Tugend wäre mir in Schwelgereien das Laster mich ein Spott. 7. Gott nahm mir Ruhm und Schätze; er zog mich aus dem Neße, das oft den Klugen fällt; daß ich, treu in der Liebe, sein Auserwählter bliebe, entfernt er die Gefahr der Welt. 8. Oft will in bösen Tagen mein Herz zwar furchtsam klagen: Wo ist der Herr, mein Licht? warum verzieht mein Retter? Es lachen mein die Spötter, ich ruf', und er antwortet nicht. 9. Doch, ist um Trost mir bange, nimmt Gott, an dem ich hange, sich meiner herzlich an und führt, den Gram zu stillen, um seines Namens willen den Irrenden auf ebner Bahn. 10. Wenn ich fast unterliege, bleibet mein Panier. Er stärkt die giebt er mir Sieg auf Siege und müden Hände, und weicht bis an mein Ende mit seiner Gnade nicht von mir. 11. Preis sei dem Herrn gesungen. Auch in den Züchtigungen liebt er mich väterlich. Mein Glück ist Gottes Wille, sein harr' ich und bin stille und rühme meiner Trubsal mich. 698. Mel. Welt, feh' hier dein 2c. Was soll ich ängstlich klagen und in der Noth verzagen? Der Höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner Seele kein wahres Wohlsein fehle. Genug zum Trost, mein Herz, für dich. Verhalten in besondern Umständen. 346 2. Was nüßt es, ångstlich sorgen und jeden neuen Morgen mit neuem Kummer sehn? Du, Vater meiner Tage, weißt, eh' ich dir's noch sage, mein Leid und auch mein Wohlergehn. 3. Auf deine Hand zu schauen, dir kindlich zu vertrauen, das, Herr, ist meine Pflicht. Ich will fie treulich üben und dich, mein Vater, lieben: denn du verläßt die Deinen nicht. 4. Der du die Blumen kleideft, und alle Thiere weidest, du Schöpfer der Natur, weißt Alles, was mir fehlet. Drum, Seele, was dich quälet, befiehl dem Herrn, und glaube nur. 5. Herr, alle meine Sorgen, die Noth, die oft verborgen an meinem Herzen nagt, werf' ich auf dich, den Treuen: du weißt den zu erfreuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt. 6. Wenn meine Augen thrånen und sich nach Hülfe sehnen, so Elag' ich dir's, dem Herrn. Dir, Vater, bir befehle ich jeden Wunsch der Seele: du hörst, du hilfft, du segneft gern. 7. Der du mir hier im Leben schon größres Heil gegeben und deinen Sohn geschenkt, du wirst mir Alles schenken, und mir zum Besten lenken, was mich zu Sorgen reizt und kränkt. 8. Du leiteft, Herr, die Deinen nie so, wie sie es meinen; nein, nur nach deinem Rath. Ob ich mich auch betrübe, bleibt doch dein Rath voll Liebe, das zeigt der Ausgang mit der That. 9. Wenn ich hier Tiefen sehe und es nicht ganz verstehe, was du mit mir gethan; kann ich doch deß mich trösten: du nimmst mich, mich Erlösten, gewiß dereinst zu Ehren an. 10. Dort bei den frommen Scharen, dort werd' ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da bring' ich dir mit Freuden nach überstandnen Leiden den Dank, der deiner Huld gebührt. 699. Mel. Durch Adams Fall ist 2c. Gott, immer groß an weiser Hulp, du Geber meiner Freuden, behüte mich vor Ungeduld bei dieses Lebens Leiden. Auch sie verhängst du über mich nach deiner Weisheit Schlüssen; sie werden mir, trau' ich auf dich, zum Besten dienen müssen. 2. Ich raube mir durch Ungeduld selbst viele meiner Freuden, verkenne deine Baterhuld, vermehre meine Leiden, vergess' oft des Berufes Pflicht und qual' mich jeden Morgen beim Mangel froher Zuversicht mit immer neuen Sor gen. 3. Mein banges unruhvolles Herz, unfähig sich zu fassen, wird fich dem Gram, dem kleinsten Schmerz ganz troftlos überlassen, bekämpfet seinen Kummer nie, wünscht zwar, ihn zu vermindern, und sucht doch, ohne Fleiß und Müh', umsonst ihn zu verhindern. 4. Du, Vater, weißt, was mir gebricht, du kennest meine Leiden. Wie leicht verwandeln sie sich nicht, wenn du es willst, in Freuden. Die Laft, die du mir aufgelegt, kann mich nicht niederdrücken. Wenn sie mein Herz nur willig trågt, wirst du mich bald beglücken. 5. Gott, deine Hülfe ist nicht fern, wenn man sich ganz bir weihet: du rettest, tröstest, segnest gern den, der sich ihrer freuet. D laß mein dir ergebnes Herz auf deine Hülfe sehen, so werd' ich auch im größten Schmerz durch dich, mein Gott, bestehen. 700. Du klagst, o Chrift, in schweren Leiden und seufzest, daß der Geist der Freuden von dir gewichen ist. Du klagst und rufft: Herr, wie so lange? und Gott Besondre verzeucht, und dir wird bange, daß du von Gott verlassen bist. 2. Sind meine Sünden mir vergeben, hat Gott mir Sünder Heil und Leben in seinem Sohn verliehn, wo sind denn seines Geistes Triebe? Warum empfind' ich nicht die Liebe, und hoffe nicht getroft auf ihn? 10. Vor Sicherheit dich zu bewahren, läßt er dich seine Streng' erfahren und schickt dir diese Laft. Er reinigt dich, wie Gold im Feuer, macht dir das Heil der Seele theuer, damit du haltest, was du hast. 3. Mühselig, sprichst du, und 11. So wie ein Vater über beladen hör' ich den Trost vom Wort der Gnaden, und ich empfind' ihn nicht, bin abgeneigt, vor Gott zu treten, ich bet, und kann nicht gläubig beten, ich denke Gott, doch ohne Licht. Kinder, erbarmet Gott sich über Sünder, die seinen Namen scheun. Dein Seufzen ist ihm nicht verborgen. So fern der Abend ist vom Morgen, låßt er von dir die Sünde sein. 4. Sonst war mir's Freude, seinen Willen von ganzem Herzen zu erfüllen, sein Wort war mir gewiß. Jest kann ich's nicht zu Herzen fassen, und meine Kraft hat mich verlassen und meinen Geist deckt Finsterniß. Trubsale. 347 erkennen lernen, sollst das Vertraun auf dich entfernen und sehn, was Gottes Gnade sei. 5. Oft fühl' ich Zweifel, die mich quälen, heul' oft vor Unruh' meiner Seelen, und meine Hülf' ist fern. Ich suche Ruh', die ich nicht finde, in meinem Herzen wohnt nur Sünde, nur Unmuth, keine Furcht des Herrn. 6. Zag' nicht, o Christ, denn deine Schmerzen sind sichre Zeugen beßrer Herzen, als dir das deine scheint. Wie könntest du dich so betrüben, daß dir die Kraft fehlt, Gott zu lieben, wär' nicht dein Herz mit ihm vereint? 7. Kein Mensch vermag Gott zu erkennen, noch Jesum einen Herrn zu nennen, als durch den heil'gen Geist. Hast du nicht diefen Geist empfangen? Er ist's, der dich nach Gott verlangen und sein Erbarmen suchen heißt. 8. Vertrau' auf Gott. Er wohnt bei denen, die sich nach seiner Hülfe sehnen, er fennt und will dein Glück. Er höret deines Weinens Stimme; verbirgt er gleich in seinem Grimme sich einen kleinen Augenblick. 9. Gott ließ so manchen sei ner Frommen in dieß Gefühl des Elends kommen, und stund ihm mächtig bei. Du sollst dein Nichts 12. Zwar ist um Trost dir jeho bange: denn alle Züchtigung, so lange sie da ist, scheint uns hart. Doch nachmals wird sie friedsam geben Frucht, und Gerechtigkeit und Leben dem, der durch sie geübet ward. 13. Fahr' fort zu beten und zu wachen. Gott ist noch mächtig in den Schwachen, ist Güte für und für. Laß dir an seiner Gnade gnůgen. Sein Wort ist wahr, und kann nicht trügen: Ich stärke dich, ich helfe dir. 14. Auf, faffe dich in deinen Nöthen, sprich: Wollte mich der Herr auch tödten, so harr' ich dennoch sein. Mir bleibt das Erbtheil der Erlösten; und will mich Gott nicht eher trösten, wird er mich doch im Tod' erfreun. 701. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. Die Hoffnung naher Ewigkeit, voll reiner Himmelsfreuden, versüßt in dieser Pilgerzeit mir, Vater, alle Leiden. Ich schaue, wenn ich traurig bin, getroft nach deinem Himmel hin, wo keine Pein mir folget. 2. Und selbst die Leiden, die uns hier noch immerfort umgeben, sind Mittel, unser Herz zu dir, Erbarmer, zu erheben, zu dir, der sie zum Besten lenkt, der Verhalten in besondern Umständen. 348 dann auch huldvoll an uns denkt, wenn wir im Stillen weinen. 3. Du, Herr, du siehest unsern Schmerz, du zählest unsre Zähren, du stärkest das gebeugte Herz, und wirst uns Trost gewähren. Du schaust auch gnadevoll auf mich. Mein Gott, mein Gott, ich hoff' auf dich: du bist ein Fels der Deinen. 4. Soll ich in dieser Lebenszeit noch manche Trübsal leiden, so harr' ich in Gelassenheit auf deines Himmels Freuden. die sind einst der Frommen Theil. Dort schau' ich dich, o Gott, mein Heil, und segne fede Thrane. D 702. Mel Was Gott thut, das ist zc. Die Bahn ist rauh, auf der ich hier nach meiner Heimath eile. Wie viel Gefahr seh' ich vor mir, wie droht sie meinem Heile. Gott, wärst du nicht mein Trost und Licht, mein Heil in finstern Tagen, so mußt' ich längst verzagen. 2. Vor dir darf ich mein traurig Herz, Erbarmer, nicht verheh len, darf meinen Kummer, meinen Schmerz vertraulich dir erzäh len. Dann schaffest du mir Trost und Ruh' aus deiner Gottesfülle, und meine Seel' ist stille. 3. Du lehrefst mich den hohen Werth der Trübsal, die ich leide, daß sie mich dir vertrauen lehrt, mich führt zu wahrer Freude. Ich würde dein mich minder freun, nur dieser Welt begehren, wenn keine Leiden waren. 4. Dein Wort giebt mir die Zuversicht: du sorgst für meine Tage, dein Auge schläft und schlummert nicht, du hörest meine Klage, du krönst mich einst, wenn du erscheinst, in deinem Heiligthume mit Wonne, Preis und Ruhme. 5. D dann wird alle Traurigkeit aus meiner Brust verschwinden, vergessen werd' ich ganz mein Leib und nur dein Heil empfinden. Mein Lobgefang voll Preis und Dank wird, dir zum Wohlgefallen, durch deinen Himmel schallen. 6. Mich, den Vollendeten, darf dann nicht mehr die Sünd' entweihen, mit Unschulb steh' ich angethan in treuer Knechte Reihen. Und ewiglich erfreust du mich, daß ich, der Mensch von Erde, gleich deinen Engeln werde. 7. Drum will ich dieses Lebens Schmerz, mein Gott, geduldig tragen, beruhigen soll sich mein Herz, nicht mehr voll Unmuth klagen. Du bist bereit, zur rechten Zeit, o Gott, von allem Bösen mich herrlich zu erlösen. 703. Mel. Welt, sieh' hier dein 2c Will mich, o Gott, hienieden des Lebens Last ermüden, so stärke mich mit Muth. So oft mich leiden krånken, so laß mich wohl bedenken: auch Noth sei stets uns Menschen gut. . Nicht ewig soll sie währen. ft werden unsre Zähren schnell von dir abgewischt, und seufzen wir: Wie lange ist unsrer Seele bange? so wird mit Trost das Herz erfrischt. 3. Du, Vater, wandtest Bürden, die mich erdrücken würden, von meinem Haupte ab: du wägest unsre Plagen stets nach der Kraft zu tragen, die deine Hand erst selber gab. 4. Dein väterlich Bemühen will uns hier auferziehen, zu thun, was dir gefällt, du willst die Lüfte schwächen, den Eigenwillen brechen und uns entwöhnen von der Welt. 5. Du willst den Gifer mehren, gehorsam dich zu ehren, mit Glauben und Geduld, daß wir in unsern Nöthen, auch, wenn du uns willst tödten, doch trauen deiner Vaterhuld. Besondre 6. Nichts, nichts kann uns, Herr, scheiden von dir und jenen Freuben, die du für uns ersehn. Wir leben oder sterben, so wird uns, deinen Erben, des Himmels Wonne nicht entgehn. 7. Zu diesem Freudenleben wirst du auch mich erheben: der Tod ist mein Gewinn. Muß gleich mein Leib verwesen, wird doch mein Geist genesen, er eilt zu dir, o Bater, hin. 8. drücke meinem Herzen bei Sorgen, Gram und Schmerzen den Troft aufs tiefste ein: Der, den du, Bater, liebest, kann, wenn du ihn betrübest, doch niemals unglückselig sein. Trübsale. 349 Herr, überwind' ich weit: denn deine Gnade tröstet mit Ruh' und Seligkeit. 704. Mel. Wenn meine Sünd' mich 2c. Herr, es gescheh' dein Wille. Gern duld' ich jeden Schmerz. Nur gieb mir Muth und Stille und Freudigkeit ins Herz. Laß mich, wenn mir Versuchung droht, wie du, mein Heiland, leiden, so treu sein bis zum Tod. 2. Der Martern fede schwebte vor deinem Angesicht. Zwar deine Seele bebte; doch ste verzagte nicht. Gestärkt mit Muth, voll Geistesruh', erhobst du dich vom Staube, und eilt'st den Feinden zu. 3. Dich schreckte das Getümmel der Mörderwaffen nicht. In deinem Geist war Himmel, und Muth im Angesicht. Schon stürzt auf dich der Feinde Schar; doch botst du deine Hände den Banden willig bar. 705. Met. Wenn mein Stündlein 2c. Es ist gewiß ein köstlich Ding, sich in Geduld zu fassen und stets sich Gottes Baterwink getrost zu überlassen. Rauh, aber eben fei die Bahn: Was Gott thut, das ist wohlgethan. Geduld erhält das Leben. 2. Verzage nicht, mein Herz, wenn dich ein schweres Leiden drücket. Klag's deinem Gott, der väterlich dich tröstet und erquicket. Verzeucht er auch, er thut's aus Huld. Bewahre dich vor Ungeduld: Geduld giebt Muth und Gnade. 3. Erwarte nur die rechte Zeit, du wirst den Vater finden. Er wird voll Lieb und Freundlichkeit sich stets mit dir verbinden. Er will und wird dein Tröster sein, und ewig, ewig dich erfreun. Ge duld wird nie zu Schanden. 4. Nur streit' und kämpfe, wie ein Held. Du wirst nicht unterliegen, wirst über jede Noth der Welt, wie Jesus Christus, fiegen. Sei standhaft: deines Vaters Huld krönt deine Hoffnung und Geduld mit seines Himmels Krone. 5. Ich, Gott des Trostes, hoff' auf dich: Geduld ist deine Gabe. Mit dieser Gabe segne mich, wohl mir, wenn ich sie habe. Laß mich in allen Leiden dein, geduldig, so wie Jesus, sein, und dann sein Reich mich erben. 4. D wär' ich doch in Leiden, wie du, so sanft und still, o litt Dürftigkeit und Mangel. ich so mit Freuden, was Gott, mein Vater, will. Ich will mit Ehrfurcht und Vertraun, Geduld von dir zu lernen, auf dich, Erlöser, schaun. 5. Giebst du mir deinen Frieden, so schreckt mich keine Noth und keine Schmach hienieden, wär's auch der Martertod. Durch dich, 706. Warum betrübst du dich, mein Herz, und quälest mich mit bangem Schmerz bloß um ein zeitlich Vertraue dem nur, der Gut? 350 Verhalten in besondern Umständen. die Welt erschaffen hat und noch dazu, dir die Ruh' ohne Noth zu erhält. nehmen. 2. Er will und kann dich laffen nicht, er weiß gar wohl, was dir gebricht: die ganze Welt ist sein. Er ist dein Vater und dein Gott und hilft dir gern in aller Noth. 2. Fr, dein Gott, gab dir das Leben, Seel' und Leib. Ihm, ihm bleib' voll Vertraun ergeben. Sollt' er deiner je vergessen? Er, dein Heil, hat dein Theil längst dir zugemessen. 3. Weil du mein Gott und Va ter bist, so weiß ich, daß mich nie vergißt bein väterliches Herz. Ich, Staub und Asche, habe hier ja keinen Trost, als nur bei dir. 4. Der Stolze trotzt auf Ehr' und Geld; und ich, verachtet von der Welt und arm, vertraue Gott, und bin der frohen Zuversicht: Wer Gott vertraut, den läßt er nicht. 5. Ach Gott, so reich bist du noch heut', als bu es warst von Ewigkeit. Zu dir steht mein Vertraun. Mach' mich an meiner Seele reich, so gilt mir alles Andre gleich. 6. Des Zeitlichen entbehr' ich gern, hab' ich das Ew'ge nur vom Herrn, das er auch mir erwarb durch seinen herben, bittern Tod. Das, das gieb mir, mein treuer Gott. 7. Denn Alles, was die eitle Welt allein für Glück und Freude hält, Gold, Ehre, Wollust, Pracht, das währt nur eine kurze Zeit, und hilft doch nicht zur Seligkeit. 8. Dir, Jesu, Gottes Sohn, sei Preis, daß ich aus deinem Worte weiß, was ewig selig macht. Gieb, daß ich nun auch fest und treu in diesem meinem Glauben sei. 9. Lob, Ehr' und Preis sei dir gebracht, daß du es immer wohl ge macht. In Demuth bitt' ich dich, verwirf von deinem Angesicht mich, Herr, mein Gott, nur ewig nicht. 707. Mel. Warum sollt' ich mich 2c. Warum willst du doch für morgen, banges Herz, dir zum Schmerz immer angstlich sorgen? Wozu dient dein täglich Gråmen? nur 3. Mehr ist ja dein Leib und Leben, als das werth, was dich nährt; sollt' er dir's nicht geben? Der das Größte dir verliehen, wird dir nie, brauchst du's hie, mindres Gut entziehen. 4. Was auf deiner Pilgerreise nöthig ist, das, o Chrift, weiß ja der Allweise. Sollte dir in deinen Tagen Kleid und Brot bis zum Tod seine Huld versagen? 5. Schau' die Vögel in den Wäldern, spät und früh nährt er sie. Schau', wie auf den Feldern seine Hand die Blumen schmücket, sie voll Pracht reizend macht, uns durch sie erquicket. 6. Sollt' er wohl an dich nicht denken, den sein Ruf höher schuf? dir nicht Nahrung schenken? Lern' Vertrauen zu Gott faffen, er wird dich sicherlich unversorgt nicht laſsen. 7. Trachte nur zuerst hienieden, und mit Fleiß, Gott zum Preis, nach des Höchsten Frieden. Alles Andre, was auf Erden nöthig ist, läßt, o Christ, dir dein Gott dann werden. 8. Jeder Tag hat seine Plagen, und du haft an der Last schon genug zu tragen. Warum willst du für den Morgen, der vielleicht dir entweicht, so voll Kummer sorgen? 9. Seine Wege Gott befehlen und sich sein kindlich freun, das beglückt nur Seelen. Die, so Gottes Vorsicht ehren, deren Noth wird ihr Gott einst in Freude kehren. 10. Nun, mein Vater, ich befehle glaubensvoll wie ich soll, vir so Leib, als Seele. Sorge du; bir halt' ich stille. Ich foll bein ewig sein. Es gescheh' dein Wille. derby Besondre 11. Meine Hoffnung laß nicht wanken, so will ich ewiglich dir mit Freuden danken. Lob und Preis sei deinem Namen. Und dein Heil sei mein Theil hier und ewig. Amen. 708. Du klagst, und fühleft die Be. schwerden des Stands, in dem du dürftig lebst; du strebest glücklicher zu werden, und siehst, daß du vergebens strebft. 2. Ja, flage, Gott erlaubt die Zähren; doch denk' im Klagen auch zurück. Ist denn das Glück, das wir begehren, für uns auch stets ein wahres Glück? 3. Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter dem Menschen die Zufriedenheit. Die wahre Ruhe der Gemüther ist Tugend und Genügsamkeit. 4. Genieße, was dir Gott be schieden, entbehre gern, was du nicht hast. Ein jeder Stand hat seinen Frieden, ein jeder Stand auch seine Last. 5. Gott ist der Herr, und seinen Segen vertheilt er stets mit weiser Hand; nicht so, wie wir's zu wünschen pflegen, doch so, wie er's uns heilsam fand. 6. Willst du zu denken dich erfühnen, daß seine Liebe dich vergißt? Er giebt uns mehr, als wir verdienen und niemals, was uns schädlich ist. 7. Verzehre nicht des Lebens in besorge deines Stands Geschäfte, und nüße deine Lebenszeit. 8. Bei Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, ein ewig Glück in Hoffnung sehn, dieß ist der Weg zur Ruh' und Leben. Herr, lehre diesen Weg mich gehn. 709. Mel. Gott des Himmels und 2c. Flieht vor mir, ihr bangen Sørgen; mein Versorger lebt und Trubsale. 351 wacht. Meinem Gott ist nichts verborgen, was dem Herzen Kummer macht. Was sein Rath beschließt und thut, ist ihm rühmlich und mir gut. 2. Eher noch als Welten waren, war mein Schicksal ihm bekannt, und den lauf von meinen Jahren lenket seine Vaterhand. Nichts geschieht von ungefähr, Alles kommt von oben her. bis auf die Geburt zurück, zähle 3. Zähl', o Seele, deine Tage Kummer, Müh' und Plage, zähl' auch Freude, Trost und Glück, sprich, ob Gott nicht immerdar weise, mild und hilfreich war? Gott dein ganzes Leben, trau' auf ihn und sorge nicht. Er ist Water, er wird geben, was zum Leben dir gebricht. Geh' getroft zu ihm und sprich: Gott, mein Vater, segne mich. 4. Wit 5. Bet und sei nicht zweifelmüthig, nicht des Meeres Wellen gleich; sei getroft, denn Gott tft gütig. Bist du dürftig; er ist reich. Fürchte nichts: Benn groß an Rath ist dein Gott und groß an That. 6. Ja, du kennst die Noth der Armen; Herr, mein Gott, sie drückt auch mich. Doch ich kenne dein Erbarmen und vertrau' allein auf dich. Stark durch diese Zuversicht, zag' ich auch im Mangel nicht. 710. Mel. Wo soll ich fliehen hin zc. Nein, murren will ich nicht, Gott, meine Zuversicht, daß ich nur wenig habe. Des Glückes größte Gabe für dieses Pilgerleben haft du mir doch gegeben. 2. Du bist mein Gott, mein Heil, dieß bleibt mein bestes Theil.. die Quelle meiner Freude, auch wenn ich Mangel leide. Ward mir nicht viel beschieden; ist doch mein Herz zufrieden. 3. So war's auch Jesus Christ. Er, der mein Vorbild ist, wie Verhalten in besondern Umständen. 352 arm war er hienieden; jedoch in Gott zufrieden, hat er der Armuth Plagen mit stillem Muth ertragen. 4. Ihm, meinem Haupt und Herrn, folg' ich, sein Jünger, gern. Ich will nicht heidnisch sorgen, nicht für den andern Morgen mit Kummer mich befassen. Gott wird mich nicht verlassen. 5. Ja, Herr, ich trau' auf dich; So du forgst gewiß für mich. lang' ich hier soll leben, wirst du mir Alles geben, was ich in meiner Lage bedarf mit jedem Tage. 6. Zwar drückt der Armuth Joch. Und soll ich långer noch mit ihrer Last mich plagen, so bilf sie mir ertragen, daß ihrer Last Beschwerden mir nicht zum Fallstrict werden. 7. Schließt dieses Leben sich, so wird auf immer mich kein Mangel weiter drücken; mit freudigem Entzücken werd' ich dann deiner Gaben, mein Gott, die Fülle haben. 711. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. Wer arm und dürftig ist, o Herr, ach, welche Lasten trägt nicht ver, wenn nicht des Reichen Ueberfluß ihn sättigt, wenn er darben muß. 6. Was soll er dann beginnen, Gott, verzagen? dich in seiner Noth verläugnen? und soll er allein nur leiden, er nicht glücklich sein? 7. Willst du ihn nie beglücken? Ja, du willst es, Herr; dein Auge sah vor dem Entstehn der Welten schon sein Leiden und auch seinen Lohn. 8. Er schau' in deine Zukunft hin und sage zu sich selbst: Ich bin ein Wandrer; nicht auf lange Zeit, wohin? zu Gottes Seligkeit. 2. Wie elend ist, wer alt und schwach umherirrt, ohne Hüll' und Dach, oft kaum hat seinen Bissen Brot! Wie groß ist, Vater, diese Noth! 3. Wie groß ist sie, wenn um ihn her viel Kinder rufen: Brot! und er tief seufzet, und bei Müh' und Fleiß doch weder Rath noch Hülfe weiß; 4. Wenn, ob er, wie er kann, fie nährt, er doch, durch stillen Gram verzehrt, Hinwelft; wenn seine Thräne rinnt, weil er nicht weiß, was Freuden sind. 9. Er ring' und strenge, wie ein Mann, die ganze Kraft des FleiBes an, zu schaffen, daß er rein und frei von aller Schuld der Trågheit sei. 5. Ihm strahlt nicht deiner Sonne Licht, ihn freut dein schöner Erdkreis nicht, und ihm ist der, mit aller Pracht, graunvolle finstre Mitternacht. 10. Dann klag' er Menschen seine Noth bescheiden, zuversichtlich Gott, nicht zornig, wenn der Mensch nicht hört, gewiß, daß endlich Gott ihn hört. 11. Noch sind auch Christen, welche mild, wie Gott, sein Va= ter, sind, sein Bild. Hilft einer, nun, dem dank' er dann; Gott, der ihn sandte, bet' er an. 12. Und unter Arbeit, Fleiß, Geduld und Zuversicht wird Gottes Huld ihn trösten, Gott sein Helfer sein und völlig ihn, und bald befrein. 13. Dann, wenn er ausgestritten hat, fieht er, daß auch sein rauher Pfad ein Weg zu Gott war, aus der Zeit ein fichrer Weg zur Seligkeit. Krankheiten. 712. Mel. Welt, sieh' hier dein 2c. Ich hab' in guten Stunden des Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl. So will ich denn gelassen mich auch in Leiden fafsen. Welch' Leben hat nicht ſeine Qual? Besondre 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder; und stets strafft du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, fein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh', mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen, und nicht auf Menschen bauen: du hilfst, und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jegt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Chrifto sterbe, bin ich des Himmels Erbe; was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau' ich deiner Gnade: du, Herr, bist bei mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer weh. ren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken. Der Herr wird Alles lenken; und was mir gut ist, wird geschehn. 713. Mel. Wer nur den Iteben Gott 2c. Gott, der du Schmerz und Freuden sendest, mit Weisheit unser Schicksal lenkst und Alles uns zum Besten wendest, was du nur über uns verhängst, du hast nicht Lust an meiner Pein; auch sie soll mir zum Heil gedeihn. 2. Auch durch die Noth führt mich zum Ziele der Seligkeit, Gott, deine Hand; und deiner Tröstungen wie viele hast du mir schon ins Herz gesandt. Wie oft ruft mir dein Wort nicht zu: Gott ist dein Bater, Kind bist du. 3. D du, mein bester Vater, glaubte nur meine Seele kindlich dir; o daß mir doch kein Zweifel raubte den süßen Trost: Gott ist bei mir! Ja, Vater, deine Huld Trübsale.n 353 und Kraft ist Allem nah', was sie erschafft. 4. Wenn Schmerz und Leiden mich bestürmen, so denk' ich dein und deiner Huld. In allen Schmerzen, allen Stürmen verleih' mir Weisheit und Geduld. Beruhige mein Herz, und sprich: sei nur ge trost und hoff' auf mich! 5. Wie litt im allerbångsten Leiden so stille duldend Jesus Christ. Leid' ich ihm nach; ein Meer von Freuden, das ewig unerschöpflich ist, umfließt mich dann vor seinem Thron. Wie meine Leiden, so mein Lohn. 6. Durch Leiden wird mein Herz ihm offen, durch Glauben naht sich ihm mein Geist. Der stille Dulder nur kann hoffen, mehr hoffen noch, als Gott verheißt. Zu sol. cher Hoffnung stärke mich, so preis' ich auch in Krankheit dich. 714. Mel. Alles ist an Gottes Segen ze. Hilf mir, Gott, der Krankheit Plagen, die mich drücken, still ertragen und mit kindlichem Vertraun bei der Sehnsucht meines Herzens nach Erleichtrung meines Schmerzens, nur auf deine Vorsicht schaun. fehlen, immer das nur zu erwäh2. Deiner Einsicht kann's nicht len, was das Beste für uns ist. Laß mich dieß zu Herzen fassen, und mich ganz dir überlassen, der du auch mein Vater bist. 3. Sanfter Antrieb, ernste Lehre, daß ich in mich selber kehre, sei Beschwerd' und Krankheit mir. Ihre Last nicht zu vergrößern, hilf mir meine Seele bessern: alle Hülfe kommt von dir. 4. Bater, Helfer aller Kranken, Quelle tröstender Gedanken, steh' mir bei mit deiner Kraft. Sie nur kann erretten, stårken; lehre mich auf sie stets merken, die aus Leiden Freude schafft. 23 Verhalten in besondern Umständen. 354 5. Guter Muth und heitres Wesen sei in meinem Blick zu lesen, Ruh' erfülle meine Brust. Hoffnung stärke mich, und Freude sei mein Glaube, wenn ich leide, dir zu folgen, meine Lust. Genesung. 715. Mel. Christus, der ist mein 2c. Mit Cit danferfüllter Seele bet' ich dich, Vater, an. Ich rühm' es und erzähle, was du an mir gethan. mer. 2. Wie schmerzvoll war ich ArDu hörtest mein Geschrei, du halfft mir, mein Erbarmer und standst mit Trost mir bei. 3. Wie viele meiner Brüder, die stärker find, als ich, warf Schmerz und Krankheit nieder; ich über wand durch dich. 4. Ich will mein neues Leben, Herr, ich gelob' es dir, dir ganz zu eigen geben. Sei ewig, Gott, mit mir. Tod. Andenken an den Tod und Vorbereitung auf denselben. 716. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. Meine Lebenszeit verstreicht, stund. lich eil' ich zu dem Grabe; und was ist's, das ich vielleicht, das ich noch zu leben habe? Denk', o Mensch, an deinen Tod; säume nicht, denn Gins ist noth. 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben. Güter, die du bier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben; nichts wird dich im Tod erfreun: diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Gutes liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß giebt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, ist des Todes Freudigkeit. 4. Wenn in deiner lezten Noth Freunde Hülflos um dich beben, dann wird über Welt und Tod dich dieß reine Herz erheben; dann erschreckt dich kein Gericht: Gott ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott, und bet' und wache. Sorge nicht, wie früh du stirbst: deine Zeit ist Gottes Sache. Lern' nicht nur den Tod nicht scheun, lern' auch seiner dich erfreun. 6. Ueberwind' ihn durch Vertraun. Sprich: Ich weiß, an wen ich glaube, und ich weiß, ich werd' ihn schaun einst in diesem meinem Leibe. Er, der rief:( 88 ist vollbracht, nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein versenken, sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich selbst bedenken, lehre du mich's jeden Tag, daß ich weiser werden mag. 717. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. Wie sicher lebt der Mensch, der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub; und dennoch schmeichelt er fich. gern, der Tag des Todes sei noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht: Ich denk' in Glück und Noth im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut; und unsers Lebens kleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. madalijm Tod. ledné. 355 5. Der Tod rückt Seelen vor geben, ist wahre Ruh' und deine Gericht; da bringt Gott Alles an das Licht und macht, was hier verborgen war, den Rath der Herzen offenbar. Pflicht. Du sollst es lieben, weislich nüßen, es dankbar als ein Glück befizen, verlieren, als verlörst du's nicht. 6. Drum, da dein Tod dir tåglich draut, so sei doch wacker und bereit. Prüf' deinen Glauben als ein Christ, ob er durch Liebe thåtig ift. 7. Ein Seufzer in der letzten Noth, ein Wunsch, durch des Erlösers Tod vor Gottes Thron gerecht zu sein, dieß macht dich nicht von Sünden rein. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folgt und sich vom Bh. sen kehrt, ein gläubig Herz, von Lieb' erfüllt, dieß ist es, was in Chrifto gilt. 9. Die Heiligung erfodert Müh'; du wirkst sie nicht, Gott wirket sie. Du aber ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Werk von dir. 10. Der Ruf des Lebens, das bu lebst, dein höchstes Ziel, nach dem du strebst, und deiner Tage Rechenschaft ist Tugend in des Glaubens Kraft. 11. 3hr alle seine Tage weihn, heißt eingedenk des Todes sein; und wachsen in der Heiligung, ist wahre Todserinnerung. 12. Wie oft vergeff' ich diese Pflicht. Herr, geh' mit mir nicht ins Gericht. Druck' selbst des Todes Bild in mich, daß ich dir wandle würdiglich; 13. Daß ich mein Herz an jedem Tag vor dir, o Gott, erforschen mag, ob Liebe, Demuth, Fried' und Treu', die Frucht des Geistes in ihm sei; 14. Daß ich zu dir um Gnade fleb, stets meiner Schwachheit widersteh', und einstens, in des Glau, bens Macht, mit Freuden ruf: Es ist vollbracht. 718. Was sorgst du ängstlich für dein Leben?& 8 Gott gelaffen über 2. Der Tod soll dich nicht traurig schrecken; doch dich zur Weisheit zu erwecken, soll er dir stets vor Augen sein. Er soll den Wunsch zum Leben mindern; doch dich in deiner Pflicht nicht hindern, vielmehr dir Kraft dazu verleihn. 3. Ermattest du in deinen Pflichten, so laß den Tod dich unterrichten, wie wenig deiner Tage sind. Sprich: Sollt' ich Gutes wohl verauszuüben, ist kurz und sie verfliegt schieben? Nein, meine Zeit, es geschwind. 4. Dent' an den Tod, wenn böse Triebe, wenn Lust der Welt und ihre Liebe dich reizen, und ersticke fie. Sprich: Kann ich nicht noch heute sterben? Und könnt' ich auch die Welt erwerben, beging ich doch solch Uebel nie. 5. Denk' an den Tod, wenn Ruhm und Ehren, wenn deine Schätze sich vermehren, daß du sie nicht zu heftig liebst. Denk' an die Eitelfeit der Erden, daß, wenn sie dir entrissen werden, du dann dich nicht so sehr betrübst. 6. Denk' an den Tod bei frohen Tagen. Kann deine Luft sein Bild vertragen, so ist sie gut und unschuldsvoll. Sprich, dein Vergnügen zu versüßen: Welch Glück werd' ich erst dort genießen, wo ich unendlich leben soll! 7. Denk' an den Tod, wenn deinem Leben das fehlt, wornach die Reichen streben, sprich: Bin ich hier, um reich zu sein? Heil mir, wenn ich in Chrifto sterbe, dann ist ein unbeflecktes Erbe, dann ist der Himmel Reichthum mein. 8. Dent' an den Tod, wenn Leiden kommen, sprich: Alle Trübsal eines Frommen ist zeitlich, und im Glauben leicht. Ich leide; doch von allem Bösen wird mich 23* Verhalten in besondern Umstånden. 356 der Tod bald, bald erlösen; er ist's, der mir die Krone reicht. 9. Denk' an den Tod, wenn freche Rotten des Glaubens und der Tugend spotten, und Lafter stolz ihr Haupt erhöhn. Sprich bei dir selbst: Gott trägt die Frechen; doch endlich fommt er, fich zu rächen, und plößlich werden sie vergehn. 10. Denk' an den Tod zur Zeit der Schrecken, wenn Pfeile Gottes in dir stecken; du rufft, und er antwortet nicht. Sprich: Sollte Gott mich ewig haffen? Er wird mich sterbend nicht verlassen, dann zeigt er mir sein Angesicht. 11. So suche dir in allen Fällen den Tod oft lebhaft vorzustellen, so wirst du ihn nicht zitternd scheun, so wird er dir ein Trost in Klagen, ein weiser Freund in guten Tagen, ein Schild in der Versuchung sein. 719. Mel. Befehl du deine Wege 2c. Mensch, gedenk' ans Ende, willst du nicht lebels thun. Der Tod bringt oft behende das allerlegte Nun. Am Lebensaugenblicke hangt ewig Wohl und Weh'. Drum denke wohl zurücke, wohin dein Ende geh'. 2. Mensch, gedenk' ans Ende. Wer weiß, ob nicht noch heut' der. Tod dich treffen könnte. Drum mache dich bereit, daß du kannst von was du gethan, damit dein eignes Leben Wohl mir, wenn ich mich Gott ergebe. Drum thu' ich redlich meine Pflicht, und bin durch seines Geistes Kraft bereit zu meiner Rechenschaft. dich nicht verklagen kann. 3. Mensch, gedenk' ans Ende, ftirb stets den Sünden ab, gieb dich in Gottes Hände, und fürchte nicht das Grab. Sei fertig alle Stunden, halt' dich an Christi Blut. Wirst du ihm treu befunden, so ist dein Gude gut. 2. Am Morgen blüht und glänzt die Blume, und fällt oft schon am Abend ab. So finkt mit seinem Glück und Ruhme der Mensch, eh' er's besorgt, ins Grab. Und, Seele, du mißbrauchst so leicht ein Leben, das so schnell entfleucht? 3. Entziehe dich dem Weltgetümmel. Hier ist der Kampf; dort ift die Ruh'. Auf, streb' und ringe nach dem Himmel, eil' deiner bessern Heimath zu. Wie bald verfließt die Prüfungszeit, und ach, dann kommt die Ewigkeit. 4. Verschiebe niemals deine Pflichten. Was du zu thun jetzt schuldig bist, das eile heute zu verrichten; wer weiß, ob's morgen möglich ist. Nur dieser Augenblick ist dein; der nächste wird's vielleicht nicht sein. 5. So sei denn, Vater meines Lebens, die Warnung: Wachet, seid bereit! an meiner Seele nicht vergebens, verloren nicht der Gnade Zeit. Dann führt mich selbst ein schneller Tod zu deiner Seligkeit, o Gott. 721. Mel. Alle Menschen müssen 2c. Dir zu leben, dir zu sterben, ewig, Vater, dein zu sein und mit deines Himmels Erben deiner Wonne mich zu freun, einst mit ruhigem Gewissen dieß mein Auge, Gott, zu schließen, diese Gnade wünsch' ich mir, die erbitt' ich mir von dir. 720. 2. Daß ich's könne, laß mich streben, frei von Sünd', und glaubensvoll und gerecht vor dir zu leben, auszurichten, was ich soll. Gieb mir dazu Licht und Stärke, daß im Fleiße guter Werke ich be. Mel Wer nur den lieben Gott 2c. Noch leb' ich, ob ich morgen lebe, ständig, dir getreu, jeder Tugend ob bis zum Abend, weiß ich nicht. Vorbild fei. Tod. 3. Allen will ich nüßlich werden, ungehorsam keiner Pflicht, nie ein Aergerniß auf Erden, auch nach meinem Tode nicht. Seelen lange nach dem Sterben durch sein Beispiel zu verderben, sie zu reizen, dich zu fliehn; welch ein Fluch, wie fürcht' ich ihn! 4. Aber welch ein hoher Segen, o wie sehnlich wünsch' ich den, ist es, auf der Tugend Wegen seinem Tod' entgegen gehn, auch nach ihm noch Andern dienen, ein Beweis, ein Denkmal ihnen von der Seligkeit zu sein, Gott sein ganzes Leben weihn. 5. Dieß begehr' ich, will auf Erden immer streben, gut zu sein, solch ein Denkmal einst zu werden, deß sich die Gerechten freun, das den Sünder reiz' und locke, damit er sich nicht verstocke, und sich sehne auch dahin, wo ich ewig selig bin. 6. Daß auch das, was ich verlaffe, Erben nicht zu Zwist und Streit reizen möge, noch zum Haffe, noch zur Ungerechtigkeit, will ich, weil ich lebe, sorgen: denn mein Tod ist mir verborgen. Hab' ich so mein Haus bestellt; scheid' ich freudig von der Welt. 7. In den letzten Augenblicken nicht mehr sorgen dürfen, dann sagen können voll Entzücken: Bater, Vater, nimm mich an, der ich dir nun meine Seele und die Meinigen befehle, komme, welch ein Ende! Gott, gieb mir einen solchen Tod. 357 Staub zerfällt, ist nicht dein Leßtes in der Welt; es kommt ein andres Leben. 3. Wir werden aus den Gråbern gehn und dann vor dem Gerichte stehn, das Jesus selbst wird hegen. Nach dem, was Jeder hier gethan, wird Jeglicher auch dann empfahn Verdammniß, oder Segen. 722. Mel. Kommt her zu mir, spricht 2c. Du siehst, o Mensch, wie immerfort der Eine hier, der Andre dort, der Welt muß Abschied geben. Auch selbst der längste Pilgerlauf hört doch am Ende einmal auf: vergånglich ist dieß Leben. 2. Bedenk' es weislich in der Zeit, und flieh' den Schlaf der Sicherheit, sei ganz dem Herrn ergeben. Denn daß dein Leib in 4. Erbt dann der Fromme volLes Heil, das ihm von Gott verheißne Thell, so muß der Sünder büßen, und sich zu seiner größten Pein selbst Kläger und auch Richter sein, verdammt durch sein Gewiffen. 5. Ach Gott, fällt mir dieß Urtheil ein, so bringt es mir durch Mark und Bein, mein Herz fühlt Angst und Schrecken. Voll heißer Sehnsucht wünscht es dann: Wer nimmt sich meiner huldreich an? weß Schuß wird mich bedecken? 6. Herr Jesu, meine Zuversicht, laß in dieß schreckliche Gericht mich ja dereinst nicht kommen. Schon hier sei dir mein Herz geweiht; und einst sei in der Ewigkeit mein Theil das Glück der Frommen. 7. Gieb, daß ich mich durch heil'gen Sinn, weil ich annoch bei Kräften bin, zum Sterben fertig halte, und nicht, verstrickt in Sündenlust, der wahren Beßrung unbewußt, zum andern Tod' erkalte. 723. Mel. Mache dich, mein Geist zc. Sichrer Mensch, noch ist es Zeit, aufzustehn vom Schlafe. Nah' ist Tod und Ewigkeit, nahe Lohn und Strafe. Hör', Gott spricht: säume nicht, seinen Ruf zu hören, und dich zu bekehren. 2. Noch weckt der Posaunen Schall nicht die Todten Alle, noch bebt nicht der Erdenball, nahe seinem Falle; aber bald, bald er. schallt Gottes Ruf: Es werde, Mensch dein Leib zur Erde! 358 Verhalten in besondern Umständen. 3. Kommt nun, ehe du's ge- bekleid. Nach kurzer Zeit ist dieß dacht, unter Sündenfreuden deines auch Staub und so, wie wir, der Lebens letzte Nacht, was wirst du Erde Raub. dann leiden, wenn dein Herz von dem Schmerz deiner Schuld zerrissen, wird verzagen müssen! 4. Wenn vor deinem Antlig fich jede Sünd' enthüllet, wenn dann eine fede dich ganz mit Graun erfüllet, dich nichts dann stärken tann, feine deiner Freuden, was wirst du dann leiden! 5. Nah' dem Untergang wirst du an des Grabes Stufen bang' um Troft und Seelenruh', dann verges bens rufen: Rette, Gott, mich m Tod, rette noch im Sterben mich von dem Verderben! 6. Noch, noch wandelst du allhier auf des Lebens Pfade, noch ist zur Errettung dir nah' des Ew' gen Gnade. Gil' ihr zu, daß du Ruh' für dein Herz empfindest und Vergebung findest. 724. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. Ach Gott, was ist der Menschen Glück! Es währt nur einen Augenblick; wir eilen schnell durch Zeit und Welt, wo uns ein Traum gefeffelt hält. 2. Hier haben wir kein Eigenthum; doch trachten wir nach Ehr' und Ruhm. Und kaum ist unser Wunsch erhört, so sehn wir unsre Qual vermehrt. 3. Der Kummer bringt bis zu dem Thron; und Sorgen sind des Reichthums Lohn. Wer in der Würde glänzend prangt, hat noch fein wahres Gut erlangt. 4. Von Allem, was die Welt erhebt, was ist es, das uns überlebt? was folgt uns in die Ewigkeit, wenn über uns der Herr gebeut? 5. Der Tod, der in die Hütten bricht, verschonet auch den Purpur nicht. Nicht Reichthum, Hoheit, Chr' und Macht befrein uns von des Grabes Nacht. 6. Von aller Pracht und Herrlichkeit bleibt uns zuletzt ein Ster7. So flieht ein Rauch in Sturm und Wind, so fällt ein Blatt, und so geschwind sinkt eine Blume welkend hin. Was ist's, daß ich noch eitel bin? 8. Was streb' ich hier nach Ruhm und Ehr'? Im Kurzen bin ich auch nicht mehr. Vielleicht ist schon mein Abschied nah'; man sucht mich, ich bin nicht mehr da. übt, bleibt, wenn der Erde Glück 9. Das Gute, das wir ausge zerstiebt. Wer als ein wahrer Christ gelebt, stirbt nicht, wenn man ihn gleich begräbt. 10. Er lebte seinem Gott und Herrn. Nun ruft ihn Gott, und er stirbt gern. Hier geht das rechte Leben an, das ihm kein Tod mehr rauben kann. 11. Herr, lehre mich, dieß sei dein Schluß, daß ich die Welt verLassen muß. Entreiße, weil's noch heute heißt, der Welt und Sünde meinen Geist. 12. Mein Kleinod iei nicht von der Welt. Wenn mein Herz bricht, mein Haus zerfällt, dann ſei dein Tod mein Schirm und Schild, der mich mit Muth und Troft erfüllt. 13. Mein Ruhm sei der Versöhnung Heil. Auch ich hab' an der Gnade Theil, die Menschen zu der Wonne bringt, wo man dir ewig Jubel singt. 14. Auf Jesum schlaf' ich freudig ein; einst wird mein Leib ihm ähnlich sein. Wie herrlich geh' ich aus der Gruft, wenn uns sein Wort zum Leben ruft. 15. Dir folg' ich treu durch Tod und Grab. Du bist's, der mir die Hoffnung gab, daß ich, verklärt und freudenvoll, dein Angesicht, Herr, schauen soll. 725. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. Ich steh' mit einem Fuß im Grabe. Es ist um einen Schritt gethan, so bricht die Hütte, die ich inklal Tod. ni nini 359 habe, die nichts als Schwachheit sehn, wie du, o Heil der Sünheißen kann. Drum sei mir stets der, einst mit dem Tode rangst, ein Wort bewußt: Bedenke, daß und wie du, Ueberwinder, alldu sterben mußt. mächtig ihn bezwangst. 2. Dem Menschen ist ein Ziel gesezet, und Niemand sagt ihm dieß voraus. Wenn man am sicher. sten sich schätzet, so ist das Glück des Lebens aus. Drum schreib' ich stets in meine Brust: Bedenke, daß du sterben mußt. 3. Wie Mancher ist vorangegangen, wer weiß, wenn ich ihm folgen muß. Der Tod giebt oft den rothen Wangen ganz unverhofft den kalten Kuß. Drum weg, mein Herz, mit eitler Lust, bedenke, daß du sterben mußt. 4. Wohlan, so will ich täglich sterben, daß ich nicht ewig sterben muß. Ein Kluger fliehet das Verderben, und macht sich diesen festen Schluß: Mensch, in Allem, was du thuft, bedenke, daß du sterben mußt. Bereitwilligkeit zu sterben und Ergebung in den Willen Gottes. 4. Der frohe Siegsgedanke: Wo ist dein Stachel, Tod? stårk' mich, daß ich nicht wanke in meiner Todesnoth. So ist, ob ich gleich sterbe, doch Sterben mein Gewinn. Ich bin des Himmels Erbe; dein Wort sagt, daß ich's bin. 5. Du schriebst ins Buch des Lebens auch meinen Namen ein; dein Blut kann nicht vergebens für mich vergoffen sein. Die trauet meine Seele, dich lobt, was in mir ist ,. Erlöser meiner Seele, der du die Liebe bist. 727. Mel. Ich hab' mein' Sach' 2c. Gott hab' ich Alles heimgestellt; er mach's mit mir, wie's ihm gefällt. Verlängert er der Prüfung Zeit; ich bin bereit zu Allem, was mein Herz gebeut. 3. Mit dir muß es mir glücken, den Kampf zu überstehn. In gläubigem Entzücken laß meine Seele 2. Die Stunde wähl' er, wie er will; ich seh' ihm weder Maß noch Ziel. Er, der auch meine Haare zählt, hat schon gewählt. auch meine Tage schon gezählt. 726. 3. Er schmückt zwar auch mein irdisch Haus mit seinen reichen Gaben aus; doch was ist dennoch diese Zeit? Mühseligkeit, ein Mel. Schap über alle Schäße 2c. In Gottes Rath ergeben, ver- Kampf, ein sorgenvoller Streit. laß ich gern die Welt. Ich geh' zum bessern Leben, sobald es ihm gefällt. Was wär's, das mich betrübte? Dort schau' ich ewig den, den meine Seele liebte, noch eh' ich ihn gesehn. 4. Hier finden wir kein dauernd Glück, wir blühn nur einen Augenblick, wir fallen gleich den Blumen ab; dann nimmt das Grab uns, was uns Gottes Güte gab. 2.& r ruft zur Zeit der Schmerzen uns voll Erbarmen zu: Kemmt her, beladne Herzen, zu mir, und findet Ruh'. Dieß Wort aus dei nem Munde, laß, Herr, auch mich erfreun und in der legten Stunde mir Geist und Leben sein. 5. Jeßt sind wir fung, gesund und stark; doch bald umschließet uns ein Sarg. Wie groß, wie angesehn du bist; ach, bald vergist die Welt, was du gewesen bist. 6. machte doch der Tod, 0 Herr, mich jeden Tag bedächtiger! Hält doch um keinen Augenblick ihn Jugend, Glück, Stand, Reichthum oder Macht zurück. 360 Verhalten in besondern Umständen. 7. Das ist der Sünde Schuld, denn du versüßest sie, o Gott. o Gott, denn sie allein gebar den Doch Müh' und Noth find ihr GeTod. Von seiner Macht ist Nie- folg, und dann der Tod. mand frei, wie groß er sei, denn wer ist, Gott, von Sünden frei? 8. Und ach, wie wechseln Luft und Leid in meiner kurzen Pilgerzeit! Drum geh' ich mit gelaß nem Sinn zum Grabe hin: das Sterben ist mir ein Gewinn. 9. Ich fühl's, wie Sünd' und Zukunft braun; doch will ich froHen Muthes sein. Es litt dein eigner Sohn, o Gott, für mich den Tod, litt Alles, was den Fluch - mir droht. 10. Er stand auch auf. Das tröstet mich, denn auferstehen werd' auch ich. Ich glaube, was er mir verspricht, voll Zuversicht. Er läßt mich auch im Grabe nicht. 11. Was er mir auflegt, trag' ich gern; ich leb' und sterbe mei. nem Herrn. Mein Leib wird leben, Gott, und dann bet' ich dich an, wo mich kein Tod mehr tödten kann. 12. Ich schaue dann dein Angeficht. Das glaub' ich fest und zweifle nicht. Ich lebe dann in Ewigkeit, durch dich befreit, in deiner Wonn' und Herrlichkeit. 13. Nimm, Jesu, Gottes Sohn, mich an, wenn keine Welt mich trösten kann. Ach, schließ in deine Huld mich ein, und laß mich dein im Leben und sein. 14. Erhöre mich, erhör' uns, Gott, gieb Allen einen sel'gen Tod. Ach, mach' uns selbst dazu bereit, und nach der Zeit führ uns in deine Herrlichkeit. 728. Mel. Ich hab' mein' Sach' 2c. Mein Leben steht in Gottes Hand. Er thut, was er mir heilsam fand. Er zählte ja, so wie mein Haar, mir, eh' ich war, auch meine Lebensstunden dar. 2. 3war nuz' ich mit Zufrieden heit die Tage meiner Sterblichkeit, 3. Die Blume pranget und fällt ab. So blüht der Mensch, und sinkt ins Grab. schüßt, nicht Stand, noch Geld; Nicht Jugend nichts in der Welt ist, was ihn davor sicher stellt. und Kraft aufs Ende meiner Pil 4. Wer rüstet mich mit Muth gerschaft? und wer beruhiget mich hier? Allein von dir, o Herr, kommt Muth und Ruhe mir. 5. Du bringst mich, bin ich nur bereit, zum sichern Glück der Ewigkeit, wo man des kurzen Grams vergißt, wo mancher Christ schon froh vorangegangen ist. 6. Froh werd' auch ich, wenn dir's gefällt, ein Bürger deiner bessern Welt. Dann sag' ich dem, der um mich weint: Gott ist der Freund, der uns einst wieder froh vereint. 7. Den Trost, o Jesu, dank' ich dir; du brachtest ihn vom Himmel mir. Du haft's versichert: ihr seid mein; auch ihr sollt sein, wo ich bin, und euch ewig freun. 729. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. Herr, Gott, du kenneft meine Tage, du siehst, daß ich, dein schwaches Kind, des Todes Keim in Gliedern trage, die irdisch und zerbrechlich find. Drum mache du mich allezeit zum Sterben fertig und bereit. 2. Laß mich nach der Erkenntniß streben, daß du mir, Herr, mein Ziel bestimmt, und daß mein ein Ende nimmt. Ja, lehre du ungewisses Leben vielleicht gar bald mich deinen Schluß, daß ich die Welt verlassen muß. 3. Hier hab' ich lebenslang zu lernen, mich von der Sünde abzuziehn, mich von der Erde zu entfernen und um den Himmel zu dil Tod. bemühn, weil nur der Tod allein beweist, was Christenthum und Glaube heißt. 4. Ich muß ja nach der Wohnung trachten, in der ich ewig bleiben kann; drum lehr' mich auf den Himmel achten, den seh' ich als mein mein 730. hier auf der Welt und auch im wie selig seid ihr doch, ihr Himmel wohl bestellt. Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Ihr seid entgangen allen Leiden, die uns noch umfangen. 5. Mein Herz ist nur im Himmel droben, denn da ist auch mein Schatz und Theil; den hat mir Jefus aufgehoben, dort ist das mir versprochne Heil. Die Weltluft ist mir viel zu schlecht; im Himmel ist mein Bürgerrecht. 6. Wohlan, so will ich täglich sterben, ich lebe so, als lebt' ich nicht; und also kann ich nicht verderben, wenn mir der Tod die Augen bricht. Erfreulich ist mein Ende mir: denn du, mein Jesu, lebst in mir. i hatinday@ 361 und Nichts zu nennen; die Welt, daß sie mein Kampfplay ist. Wer dich, sich und die Welt erkennt, der macht ein richtig Testament. 7. Dein Bote kann mich nicht erschrecken; die Welt nur schreckt sein traurig Bild. Mir kann er lauter Lust erwecken, sein Anblick ist mir sanft und mild. Wo man mit ihm Bekanntschaft hat, da hat das Schrecken keine Statt. 8. kommt, ihr angenehmen Stunden, komm, eile, mein Erlösungstag, da ich, von aller Noth entbunden, zum Leben sterbend dringen mag. Da find' ich, von des Höchsten Hand geleitet, mein gelobtes Land. 9. Doch, Herr, dir will ich mich ergeben, dir, dessen Eigenthum ich bin. Du, liebster Jesu, bist mein Leben, und Sterben bleibet mein Gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dir; sei du nur mein, so gnüget mir. 10. Willst du mich langer leben lassen, so geb' ich mich geduldig drein. Doch soll ich heute noch erblaffen, so soll dein Schluß mein Wille sein. Wer deinen Rath erkennt und ehrt, der ist zum Himmelreich gelehrt. 11. Laß dich, mich und die Welt erkennen; dich, daß du mir mein Alles bist; mich, daß ich Stand 2. Ift man hier doch auch beim besten Leben immer noch mit Sorg' und Furcht umgeben. Was wir hier kennen, ist nur Unvollkommenheit zu nennen. 3. Ihr hingegen ruht in eurer Kammer, sicher und befreit von allem Jammer. Kein Schmerz und Leiden stört euch im Genuß der reinsten Freuden. 4. Christus trocknet alle eure Thränen, ihr habt schon, wornach wir uns noch sehnen, ihr hört und sehet, was der Menschen Geist hier nicht verstehet. 5. Ach, wer wollte denn nicht gerne sterben, um den Himmel für die Welt zu erben? Wer wollt' hier bleiben, sich den Jammer immer lassen treiben? 6. Komm, o Christe, komm, uns aufzulösen, komm und führ' uns aus von allem Bösen. Bei dir, o Sonne, ist der Frommen Herrlichkeit und Wonne. 731. Wenn mein Stündlein vorhanden ist, zu gehn die Todesstraße, so leite mich, Herr Jesu Christ, Die auf dich ich mich verlaffe. Seel' an meinem Lebensend' befehl' ich, Herr, in deine Hånd'; du wirst sie wohl bewahren. 2. Die Sünde wird mich frånken sehr, und mein Gewissen nagen, denn ihr ist viel, wie Sand am Meer. Doch will ich nicht verzagen, bedenken will ich deinen Tod, Herr Jesu, in der 362 Verhalten in besondern Umständen. legten Noth wirst du mich wohl bleiben. Dein Leben, Herr, deß erhalten. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, deß tröst' ich mich von Herzen; von dir ich ungeschieden bleib' in Todesnoth und Schmerzen. Wenn ich gleich sterbe, sterb' ich dir; ein ewigs Leben hast du mir durch deinen Tod erworben. freu' ich mich, kann Todesfurcht vertreiben. Wo du bist, da komm' ich auch hin, daß ich bei dir stets leb' und bin; so geh' ich hin mit Freuden. 5. Dein bin ich, dein in Ewigkeit; mich soll das Grab nicht schrecken. Ich ruh'; nach kurzer Zwischenzeit wirst du mich auferwecken. Dann will ich dir, o Gottessohn, du Menschenfreund, vor deinem Thron mit Freudenthränen danken. 4. Weil du vom Tod erstanden bist, werd' ich im Grab nicht bleiben. Mein höchster Trost dein' Auffahrt ist, Todsfurcht kannst du vertreiben. Denn, wo du bist, da komm' ich hin, daß ich bei dir stets leb' und bin; drum fahr' ich hin mit Freuden. 5. So fahr' ich hin zu Jesu Christ, mein' Arm' thu' ich ausstrecken. So schlaf' ich ein und ruhe fein; kein Mensch kann mich aufwecken: denn Jesus Christus, Gottes Sohn, der wird die Himmelsthür' aufthun, mich führ'n zum ew'gen Leben. 732. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. Ist einst auch meine Stunde da, von dieser Welt zu scheiden, so sei mit deiner Hülfe nah', du treuster Freund in Leiden. Nimm du dich meiner Seele an, dir übergeb' ich sie alsdann, o o Jesu, mein Erlöser. 2. Wenn meiner Sünden Last mich drückt, mich mein Gewissen naget, so wird mein Herz durch dich erquickt, das ohne dich verzaget. Mich tröstet in der letzten Noth dein Leiden und dein Kreuzestod, der vom Gericht mich rettet. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, und freue mich von Herzen, baß ich mit dir vereinigt bleib' auch in des Todes Schmerzen. Und sterb' ich, o so sterb' ich dir; ein ewigs Leben hast du mir durch deinen Tod erworben. 4. Du, Herr, erstandst; so werd' auch ich nicht in dem Grabe 733. Mel. Alle Menschen müssen sterben zc. Noch bin ich ein Gast der Erde, Gott mehrt meiner Tage Zahl. Daß ich reif zum Himmel werde, übt er mich, läßt mir die Wahl, Böses, oder Guts zu wählen. Doch werd' ich viel Jahre zählen? oder ruft ein naher Tod mich zu banger Sterbensnoth? 2. Herr, du weißt's, du haft die Tage meines Lebenslaufs ge= jah' dein Auge, das nie fehlt; fruzählt; ihre Freuden, ihre Plage her, als du mich auf Erden lieBest einen Pilger werden, da schon schriebst du meinen Tod auf dein Buch, allweiser Gott. 3. Einst, wenn es dein Wille fodert, werd' ich der Verwesung Raub, mein erblaßter Leib vermovert und verwandelt sich in Staub. So wie Frühlingsblumen welken, wird mein Leben auch verwelken; Kraft und Athem nehmen ab, und den leichnam nimmt das Grab. 4. Nun er werde denn zu Staube, werd' im Grabe wieder Erd'; dennoch triumphirt mein Glaube, denn mein Leib wird einst verklärt. Des verwesten Körpers Trümmer bleiben dennoch nicht auf immer der Verwesung schnöder Raub; neu belebt wird einst mein Staub. 5. Durch dein Allmachtswort: Es werde! rufst du, Herr, in Tod.lits 363 mein Gebein neues Leben; nicht Retter zu erheben, selig da vor mehr Erde werd' ich, dein Berklär. ter, sein. Zu den himmlischen Geschäften schmückst du mich mit neuen Kräften; und von Schmerz und Sterblichkeit werd' ich ewig dann befreit. seinem Thron. Hohe Seraphinen ringen, mitanbetend ihn zu singen. Preis zu nehmen würdig ist der Erbarmer, Jesus Christ. 6. Hir', o Seele, einst mit Freuden jenen Ruf: Das Grab ist da! Denn das Ende deiner Leiden ist mit ihm zugleich dir nah'. Der, der einst den Tod bezwungen, hat das Leben dir errungen durch den Weg der Sterblichkeit führt er dich zur Ewigkeit. 7. Stärke mich auf diese Stunde, Jesu, der du für mich starbst und an Gottes Gnadenbunde ewig Antheil mir erwarbst. Laß mich Tod und Grab nicht scheuen; laß vielmehr mich darauf freuen. Denn nach treu vollbrachtem Laufnimmst du mich zum Himmel auf. 734. Mel. Alle Menschen müssen sterben ze. Menschen ist's gesetzt, zu sterben, ihre Herrlichkeit verblüht. Wel cher von den Himmelserben lebet, der den Tod nicht sieht? Staub wird dieser Leib von Erde; damit er himmlisch werde, wird er einst von Gott erneut, und zieht an Unsterblichkeit. doch 2. Wollt' ich länger hier verweilen, als es meinem Gott gefällt? Seinem Reiche zuzueilen, laß ich gern die Prüfungswelt. Jesus tilget meine Sünden, stårkt mich hilft mir überwinden; auch in meiner legten Noth rettet mich sein Blut und Tod. 5. Alle, die ihm nachgewandelt, sehn des Glaubens Dunkelheit dort in Licht und Schaun verwandelt, und in Wonne jedes Leid, weihen ihm die neuen Lieder, werfen ihre Kronen nieder vor dem Herrn und opfern Dank ihr unendlich Leben lang. 3. Und wer kann mich ihm entreißen? Mein ist er, und ich bin sein. Er erfüllt, was er verheißen: sein soll ich mich ewig freun. Ja, mir soll's durch ihn gelingen, mich zu ihm empor zu schwingen, freudenvoll vor ihm zu stehn, meinem Heiland, ihn zu sehn. 6. Vaterland verklärter Frommen, Heil, Unsterblichkeit und Ruh', was kein Sterblicher vernommen, Gottes Heil gewährest du. Freudenernten schenkt er denen, die erst hier gesåt mit Thränen. Alle Thränen trocknet er, Sünd' und Elend find nicht mehr. 4. Dort bei ihm ist wahres Leben. Millionen stehen schon, ihren 7. Ich entbrenne von Verlangen, dieß verheißne Land zu sehn, jene Krone zu empfangen; bald erHöret Gott mein Flehn. Diese Hütte, die zerstäube. Ja, ich weiß, an wen ich glaube. Mir ist Sterben ein Gewinn; denn zum Vater geh' ich hin. 8. Welche Tröstung, das zu wiffen! Dieser großen Hoffnung voll zag' ich nicht in Kümmernissen, die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz sind diese Leiden, sie verwandeln sich in Freuden, wenn ich christlich sie ertrug, bis Gott spricht: Es ist genug! Getroster Muth im Tode. 735. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. Ich eile meinem Grabe zu; ein Schritt, so bin ich Erde. Ach, meine Zuflucht, Gott, bist du, so oft ich zaghaft werde. Was ist die Zeit, in der ich bin? fie fähret wie ein Strom dahin, der niemals wiederkehret. Verhalten in besondern Umständen. 364 2. Von Allem, das von Jugente an mir Müh' und Schweiß erreget, ist nichts, das mich erretten kann, wenn meine Stunde schläget. Ich sei geehrt, arm oder reich; mich macht der Tod den Andern gleich, die längst die Erde decket. 3. Ich fühle schon des Todes Macht, die dieses Haus zerstöret, sobald in Finsterniß und Nacht mein Leib zurücke kehret. In mei nen Gliedern trag' ich schon Verwesung, fenes Abfalls Lohn, die Strafe jener Sünde. 4. Ach, welch ein fürchterlicher Blick! Wir, die noch heute bluhen gehn morgen in den Staub zurück, wir sterben und entfliehen. Der Mensch, der hier so viel besaß, verweltet, wie ein leichtes Gras auf Bergen, eh' es reifet. 5. Ein Sarg verschließt den Ueberrest von modernden Gebeinen, und sein zerstörtes Haus verläßt der Geist, da zu erscheinen, wo ihm des Ewigen Gericht ein unparteiisch Urtheil spricht, belohnet, oder strafet. 6. Jedoch, was fürchten wir die als wären wir noch den? Er, der uns von der Erde ruft, führt durch den Tod zu Freuden. Wer glaubt, der lebt, und stirbet nicht, ob er gleich stirbt; Tod und Gericht drohn ihm nicht ew'ge Strafen. 7. Bestegt hat Tod und Grab der Held, da er für uns gestorben; er hat das Leben hergestellt, die Hoffnung uns erworben, daß so, wie ihn kein Grab mehr deckt, der Christ aus seinem Grab erweckt, zum Leben auferstehe. 8. So laß, nach deiner Weisheit Rath, Herr meine Stunde tommen. Du bist's, der selbst den Weg betrat, Beschüßer deiner Frommen. Mit dir, mein Jesu, schlaf' ich ein, auf dich will ich begraben sein, durch deinen Arm erwachen. 736. Mel. Mit Fried' und Freud' 2c. Gott, dem ich lebe, deß ich bin, dem ich einst sterbe, getroft und freudig geh' ich hin: denn zum Erbe, das dort aufbehalten ist, führt mich der Weg des Todes. 2. Ihn werd' ich schauen, dem ich hier geglaubet habe. So hohe Freuden gab er mir schon am Grabe. Wie wird dann, o dann mir sein, wenn ich ihn schauen werde! des Qual, der Gråber Grauen. 3. Mich schrecket nicht des ToDer letzte Weg durchs dunkle Thal führt zum Schauen. Nun geh' ich ruft zum Grabe. in Frieden Hin, wenn Gott mich 4. Gieb mir den Glauben Si meons und Jakobs Freuden. Laß mich beim Anblick fenes Lohns fröhlich scheiden. Segne, Herr, behüte mich, Herr, gieb mir deinen Frieden. 737. mel. Jch bin ja, herr, in 2c. Ich bin, o Herr, in deiner Macht; du hast mich an das Licht gebracht, und du erhältst mein Leben. Du kenneft meiner Tage Zahl, weißt, wenn ich Sterblicher einmal der Welt muß Abschied geben. Wo, wie und wann ich sterben soll, All wissender, das weißt du wohl. allein, der mich in meiner legten 2. Wen hab' ich sonst, als dich Pein mit Trofte kann beleben? Wer nimmt sich meiner Seele an, wenn ich von dem, was ich gethan, nun Rechenschaft soll geben? Wer schafft der trüben Seele Licht? Thust du es, Gott, mein Heiland, nicht? 3. Mich dünkt, schon lieg' ich kraftlos da, dem letzten Augenblicke nah', von Todesangst befallen. Der Sinnen Kräfte laffen nach, Gehör und Augen werden schwach, und kaum kann ich noch Tod. lallen; doch des Gewissens Stimme spricht noch laut genug: Gott hält Gericht. 4. Schon hir' ich der Posaune Ton, ich sehe meinen Richter schon, vor ihm die Völker stehen. In seiner Hand ist Heil und Fluch, unwiderruflich ist sein Spruch, ihn hintertreibt kein Flehen. Nur seiner Frommen Loos ist Heil, Verdammniß bleibt der Sünder Theil. 5. Nicht Stand und Macht erretten dann; umsonst beut sich ein Bruder an, den andern zu erlösen. Nach dem, was Jeder hier gethan, wird Jeder dort den Lohn empfahn; kein Schein hilft dann den Bösen. Verschwendern ihrer Gnadenzeit folgt Unglück in der Ewigkeit. 6. Drum fleh' ich, Herr, mein Heiland, dir, erleuchte mich; die Sünde hier zu fliehen, Kraft verleihe. Erhalte mich im Guten treu, daß ich, vom Joch der Sünde frei, mich deinem Dienste weihe. geh ich voller Zuversicht hier in den Tod, dort vor Gericht. So 7. Menschenfreund, den thenres Blut floß auch für mich; dieß giebt mir Muth, der ich dir angehöre. Doch fällt in meiner Todespein mir noch ein banger Zweifel ein, so hilf mir, dir zur Ehre, und nimm dich meiner huldreich an. Du bist's, der Schwache står fen kann. 8. Ja, ja ich werd', o Herr, mein Heil, an deiner Wonne neh! men Theil, die nach zum Himmel steigen. Nun fieg' ich über Angst und Noth, nun mögen sich mir Hill' und Tod mit ihren Schrecken zeigen. So lang' ich lebte, war ich dein; dein werd' ich auch im Tode sein. 365 ben. Nur weiß ich das nicht, wann ich soll, noch, wie ich werde sterben. Mein Ende steht allein bei dir; die Stunde, Herr, verbirgst du mir, wann ich die Welt verlaffe. 738. Mel. Wenn mein Stündlein ze. Herr Jesu Chrift, ich weiß es wohl, ich muß, ich werde ster2. Ich, meines Glaubens mir bewußt durch deines Geistes Gabe, weiß, daß ich meine höchste Luft an dir, mein Heiland, habe; weiß, daß du meiner Sünden Laft von mir auf dich genommen hast, damit ich selig würde. 3. Erhalte mir, o Jesu Christ, den tröstlichen Gedanken und laß, weil du mein Mittler bist, nie meinen Glauben wanken. Bewahre meine Seel', o Gott, in deiner Gnade, bis der Tod mich hin zum Himmel führet. 4. Dann geb' ich meine Seele dir in deine Baterhånde. Erhalt' die Kraft zu denken mir, wenn's sein kann, bis ans Ende, daß voll Gedanken, Gott, an dich, die bald erlöste Seele sich von ihrem Leibe trenne. 5. Soll ich gewaltsam, o mein Gott, schnell oder angstvoll sterben, so führe mich nur jeder Tod zu deines Reiches Erben. Nur hilf mir, daß ich allezeit zur Re chenschaft vor dir bereit und heilig sterben könne. 6. Empfind' ich keine Freudigkeit, entweicht in großen SchmerZzen die Stille der Gelaffenheit aus meinem bangen Herzen, so rechne mir dann, Gott, nicht zu, was ich Unrechtes red' und thu', verzeih' der Schwachheit Fehler. 7. Nimm auch verborgne Seufzer an; laß, wenn mein Herz nicht beten, wenn mein Verstand nicht denken kann, mich deinen Sohn vertreten. Geh' ich zu dei nem Himmel ein, werd' ich mich meines Endes freun, es komm' auch, wie es wolle. 8. Damit ich's könne, laß mich, Herr, stets heiliger auf Erden, in guten Werken fertiger, dir immer treuer werden. Geheiligt 366 Verhalten in besondern Umständen. müff' ich dir nur sein; dann bin 8. sei uns dann nicht fürchterich, Gott, mein Vater, dein im lich, erbarme, Vater, unser dich. Leben und im Tode. Wenn unser sterbend Auge bricht, leit' uns bein Licht, so fehlt uns Trost im Tode nicht. 9. So kann ich freudig, wo ich bin, mich deiner Huld ergeben. Sterb' ich, der Tod ist mein Gewinn, denn Christus ist mein Leben. Er wird gewiß zu seiner Zeit auch meinen Leib zur Herrlichkeit, zum Himmel auferwecken. 740. Herr Jesu Christ, wahr'r Mensch 739. und Gott, der du litt'st Marter, Angst und Spott, für mich am Kreuz auch endlich starbst und mir des Vaters Huld erwarbst. bitt' um Mel. Ich hab' mein' Each' 2c. Dein sind wir, Gott, in Ewig. Bein, du wollst mir Sünder gnäkeit. In deiner Hand steht unsre Zeit. Du haft der ganzen Menschenschar ihr Todesfähr bestimmt, als keine Zeit noch war. dig sein. Wenn ich einst komm' in Sterbensnoth und ringen werde mit dem Tod; 3. Wenn mir vergehet mein Genicht, wenn meine Zunge nicht sicht, und meine Ohren hören mehr spricht, und mir vor Angst mein Herze bricht; 4. Wenn mein Verstand fich nicht befinnt, und Menschenhülfe ganz zerrinnt, so komm, o Jeſu, mein End'. mir behend zu Hülf', erleichtre mir 2. Wenn nun zu der gesetzten Frist auch unser Lauf vollendet ist, so hilf uns in der Todesnotb, Herr, unser Gott.& in sanfter Schlaf werd' uns der Tod. 3. Nimm, nach vollbrachtem de, benslauf, in deine ew'ge Ruh' uns auf. Verwirf, wenn unser Auge bricht, verwirf uns nicht, o Herr, von deinem Angesicht. 4. Drückt uns der Krankheit Herber Schmerz, so stårke das beFlemmte Herz, daß es auch in der Schmerzen Wuth mit starkem Muth in deiner weisen Fügung ruht. 5. Gieb Hoffnung zu der ew'gen Ruh'. In unsern Herzen wirke du, Geist Gottes, daß wir glaubig traun und ohne Graun hin in die Nacht des Todes schaun. 6. Hilf unsrer Schwachheit, Geift des Herrn, zeig' uns den Himmel dann von fern. Laß uns, wenn wir zum Vater flehn, getröftet sehn, wie der uns liebt, zu dem wir gehn. 7. Ach, Gnad' ergehe dann für Recht. Denn von dem menschlichen Geschlecht ist auch der Heiligste nicht rein. Wer kann je dein, Gott, ohne deine Gnade sein? 5. Und führ' mich aus dem Jammerthal, verkürze mir des Todes Qual. Verzagten Muth, Herr, von mir treib', mit deinem Geifte bei mir bleib'. 6. Wenn sich die Seel' vom Leibe trennt, so nimm sie, Herr, in deine Hånd'. Der Leib hab' in der Erde Ruh', bis daß dein Tag sich naht herzu. 7. Ein fröhlich Aufstehn mir verleih', mein Retter im Gerichte sei, und meiner Sünden nicht gedenk', aus Gnaden mir das Leben schenk'. 8. Wie du hast zugesaget mir in deinem Wort, das trau' ich dir: Fürwahr, fürwahr, euch sage ich, wer mein Wort hält und glaubt an mich, 9. Der wird nicht kommen ins Gericht, den Tod auf ewig schmecken nicht. Und ob er gleich hier zeitlich stirbt, mit nichten er drum ganz verdirbt; Tod. 367 10. Vielmehr will ich mit star- Freudigkeit in Absicht auf fer Hand ihn reißen aus des Toden Tod. bes Band und zu mir nehmen in mein Reich, da soll er denn, mit mir zugleich, 11. In Frieden leben ewiglich. Dazu hilf uns ja gnädiglich. Ach, Herr, vergieb all' unsre Schuld; hilf, daß wir warten mit Geduld, 12. Bis unsre Stunde kommt herbei, auch unser Glaub' stets wacker sei, dein'm Wort zu trauen festiglich, bis wir einschlafen seliglich. 741. Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen. Wen suchen wir, der Hülfe thut, daß wir Gnad' erlangen? Das thust du, Herr, alleine. Uns reuet unsre Miffethat, die dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger, Herr und Gott, Heiliger, starker Gott, Heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht versinken in der bittern Todesnoth. Herr, erbarme dich! 2. Mitten in dem Tod anficht uns der Hölle Nachen. Wer will uns aus solcher Noth frei und ledig machen? Das thust du, Herr, alleine. Es jammert deine Barmherzigkeit unsre Sünd' und großes Leid. Heiliger, Herr und Gott, Heiliger, starker Gott, Heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höllengluth. Herr, er barme dich! 3. Mitten in der Höllenangst unsre Sünd' uns treiben. Wo sol. len wir denn fliehen hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine. Vergossen ist dein theyres Blut, das gnug für die Sünde thut. Heiliger, Herr und Gott, Heiliger, starker Gott, Heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott, laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Trost. Herr, erbarme dich! 742. Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. Komm nur, angenehmer Tod, komm, dein Bild soll mich nicht schrecken. Sündern kannst du Furcht und Noth, Frommen mußt du Lust erwecken. Sterben ist mir ein Gewinn, weil ich Jesu Jünger bin. 2. Jesus, der mir Heil erwarb, nahm dem Tode seine Schrecken; er, der für die Sünder starb, lebt und wird auch mich erwecken. Wie er aus dem Grabe stieg, so erlang' auch ich den Sieg. 3. Jesus ist mit mir vereint. Jesus hilft mir kräftig kämpfen. Sollt' ich dich, den lezten Feind, nicht durch Jesu Gnade dämpfen? Ja, er selbst, mein Leben, spricht. Glaub' an mich, so stirbst du nicht. 4. Nun dir, deß ich lebend war, sterb' ich, wenn du willst, mit Freuden; mich soll keine Todsgefahr, selbst das Grab von dir nicht scheiden. Auch im Sterben bist du mein, auch im Staube bin ich dein. 743. Mel. Ich bin ja, herr, in 2c. Wenn, Jesu, meine Pilgerzeit nun ganz durchlebt ist, und der Streit des Glaubens ausgestritten; wenn kaum mein sterbend Herz mehr spricht, dann komm, o Heiland, schweige nicht zu meinen letzten Bitten. Erhöre mich, wenn mein Gebet um Trost zu dir, um Gnade fleht. 2. Wenn mich kein Freund mehr trösten kann, und doch mein Herz bebt, sage dann: Die Sünd" ist dir vergeben. Ach, wenn des Todes Schrecken mich ergreifen, sprich dann, Heiland, sprich: Verhalten in besondern Umständen. 368 Nicht sterben sollst du, leben. Ein Wort von dir nur, und mir gnügt; des Todes Schrecken sind besiegt. 3. Nicht sei mir dann dein Angesicht, wie's Missethätern ist, Gericht; Erbarmen, nicht Verderben. Nicht sterben laß mich, Herr, wie die, die dich verwarfen, die sich nie bereiteten, zu sterben. Ach, furchtbar, furchtbar ist der Tod, der ewige Verwerfung droht! 4. Und sterben, sterben wird den Tod, der ewige Verwerfung droht, wer, Herr, dein Heil nicht ach tet. Wer nicht durch deine Gnade rein von Sünden ist und dein zu fein, sich weigert, dich verachtet, ach, den ergreift der Tod, der Tod, der ewige Verwerfung droht. 5. Er drohe; Jesu, der ist frei, wer dir geweiht ist, dir getreu, ihm ist er keine Strafe. Gelobet sei der Herr, mein Licht in jener Nacht. Sie schreckt mich nicht, mir wird der Tod zum Schlafe. Es ist ein finstrer Weg; doch mir ein Weg zum Leben und zu dir. 6. Gelobet sei der Herr, mein Schild, der mich mit Freudigkeit erfüllt, mit Freudigkeit zu sterben. Ich glaub' an ihn und bin gewiß: er führt mich aus der Finsterniß zu seiner Freuden Erben. welchen Jubel stimm' ich dann dem Todesüberwinder an! 7. Gieb deinen Frommen, Jesu, Kraft, den schwersten Schritt der Pilgerschaft mit Freudigkeit zu enden. Sprich zu den bangen Seelen: Ich bin euer Heiland, freut euch, sprich: ich will euch nun vollenden. Erquicke sie; und nach dem Streit erhöhe sie zur Seligkeit. bend Erbe; dort, dort ist mein Vaterland, das erreich' ich, wenn ich sterbe. Preis und Dank für meinen Tod bring' ich dir, o Herr, mein Gott. 2. Gottes Stadt, die droben ist, wo der Unsichtbare wohnet, wo mein Mittler, Jesus Christ, seinen Freunden herrlich lohnet, nie gedenk' ich ernstlich dein, ohne deiner mich zu freun. 3. Er, dein König, der mich leitet, er, mein Heiland, hat in hier auf der Bahn des Friedens vir meine Stätte mir bereitet; und an allem deinen Heil hat auch meine Seele Theil. 4. Nahe sei mir, oder fern dieses Heil, das ich verlange; ringen will ich, daß vom Herrn ich, was er erwarb, empfange. Freudig seufzet dann mein Geist: Bande der Natur, zerreißt! 5. O wie wohl wird's dann mir sein, wenn ich dich einst in der Nähe, die du kommst, mich zu befrein, Stunde meiner Heimfahrt, sehe; wenn den Leib des Grabes Gruft, und den Geist sein Schöpfer ruft. 6. Todesschrecken, ihr sollt dann meinen Glauben nicht erschüttern. Nur der Uebertreter kann froh nicht sterben, er muß zittern. Gottes Kinder zittern nicht: denn sie dringen durchs Gericht. 7. Daß ich diese Freudigkeit einst in meinem Tod' empfinde, mache der Welt und Sünde; stärke mich siegreich mich im Streit, Jesu, miim Kampf und Lauf, nimm mich endlich gnädig auf. 745. Mel. Schap über alle Schäße 2c. 744. Das Ziel von meinen Tagen ist mir vielleicht bald nah'; doch foll mein Geist nicht zagen, wär's auch schon heute da. Des Todes Bit terkeiten, wie bald verfliegen die; Mel. Jefus, meine Zuversicht 2c. Hier ist nur mein Prüfungs- und gegen Ewigkeiten voll Wonne, stand, hier ist nicht mein blei- was sind sie? Tod. 2. Ja, guten, frommen Seelen gewährt der Tod nur Glück. Was fann sie weiter quälen? sie schaun befreit zurück. Der Erde Kümmernisse kennt fenes Leben nicht, und alle Finsternisse verwandeln sich in Licht. 747. Mel. Christus, der ist mein 2c. 3. Drum wart' ich ohne Beben, Tod, geh' ich zum Leben; ist dieß nicht Ich geh' einst ohne Beben zu meiwahres Glück? Wenn Freunde troftlos weinen, dann träfte dieß ihr Herz: Gott wird uns einst vereinen und geben Lust für Schmerz. nem Tode hin: denn Christus ist mein Leben und Sterben mein Gewinn. 2. Ich scheue nicht die Schrecken der freudenleeren Gruft; der wird mich auferwecken, der mich zum Grabe ruft. 3. Und rief mich, abzuscheiden, auch heute schon mein Gott, so geh' ich hin mit Freuden und sterb' auf sein Gebot. 746. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. Wenn einst mein sterbend Auge bricht, mein letzter Hauch verschwindet, mein Leib erstarrt, und selbst es nicht, daß er entschläft, empfindet; wenn um mich, den Entschlummernden, nun alle meine Lieben stehn und angstvoll mich beweinen, 2. Dann, Bater, nimm ihn auf, den Geist, der freudig zu dir fliehet, der dankbar deine Güte preist, daß er den Tod nicht siehet; dann tröfte, die betrübt um mich mit Thränen klagen; laß sie sich mehr meiner Wonne freuen. 3. Mein hingefallner Leib bleibt hier, ihn wird das Grab verschlieBen. Heil mir, das Grab wird dennoch dir ihn wiedergeben müsfen. Du kommst, Erwecker, deine Macht, die ihn aus nichts hervorgebracht, kann auch aus Staub ihn bauen. 4. Wie könnt' ich trauern, daß im Tod' mein Leib zu Staub ver. modert? wie könnt' ich klagen, da ihn Gott vom Tode wiederfodert? 369 trachten und mich dem Ziele freudig nahn, mein himmlisch Kleinod zu empfahn, das Jesus mir er worben. Hoffnung, daß nach kurzer Ruh' mein Leib erwacht, wie groß bist du, und welch ein Trost im Tode! 5. Des Todes Schmerzen, Gott, will ich, wenn er nun kommt, nicht achten, mit glaubensvollem Blick auf dich nach meinem Ziele 4. Ich hoff' ein beßres Leben, das nimmermehr verfließt. Ein Leib wird mich umgeben, der ewig Herrlich ist. 5. Dann eil' ich dir entgegen, mein triumphirend Haupt, und seh' entzückt den Segen des Heils, das ich geglaubt. 748. Mit Fried' und Freud' ich fahr' dahin, in Gottes Willen, getroft ist mir mein Herz und Sinn, sanft und stille, wie Gott mir verheißen hat; der Tod ist mein Schlaf worden. 2. Das macht Christus, wahr't Gottes Sohn, der treue Heiland, den du mich, Herr, hast sehen laß'n, und machst bekannt, daß er sei das Leben und Heil, in Noth und auch im Sterben. 3. Den hast du Allen vorgestellt mit großen Gnaden, zu seinem Reich die ganze Welt heißen laden. durch dein theuer heilsam Wort an allem Ort erschollen. 4. Er ist das Heil und selig Licht für die Heiden, zu erleuchten, die dich kennen nicht, und zu weiden; er ist dein's Volks Šfrael der Preis, Chr', Freud' und Wonne. 24 Verhalten in besondern Umständen. 749. Mel. Mit Fried' und Freud' c. Getroft und freudig geh' ich hin, in Gottes Willen ergeb' ich mich. & r, deß ich bin, wird erfüllen, was er gnädig mir verhieß. Der Tod ist mir ein Schlummer. 2. Erbarmend sprach der Herr zu mir: Dir ist vergeben; mein Heil, mein Friede sei mit dir, du sollst leben. Fürchte nichts: denn du bist mein, ich habe dich erlöset. 370 3. Dieß ist mein Trost, ich bin erlöst und Gottes Erbe. Ich weiß, daß er mich nicht verstößt, wenn ich sterbe. Fürst der Schrecken, dich, o Lod, dich hat sein Arm entwaffnet. 4. Er ist mein Fels; auf ihn allein will ich vertrauen. Ich sehne mich bei ihm zu sein, ihn zu schauen, dürftet meine Seele lang', und dort ihn anzubeten. 5. Im letzten Schlummer soll der Tod mich nur entkleiden. Dann komm, o Tag, bestimmt von Gott, Tag der Freuden. Ganz unsterblich, wonnevoll fall' ich vor ihm dann nieder! Wider die Todesfurcht. 750. Mel. Wer nur den lieben Gott ze. Warum erbebst du, meine Seele, bei dem Gedanken an das Grab? Nicht dich umschließt einst seine Höhle, nur deine Hütte sinft hinab. Sie schuf der Allmacht Wink aus Staub, drum wird sie der Verwesung Raub. 2. Du, zur Unsterblichkeit erle. sen, schwingst dich empor zu Gottes Licht, und schaust den Ursprung aller Wesen von Angesicht zu Angesicht, bewunderst deines Gottes Macht in jener Welten Bau und Pracht. 3. Dann, Seele, wirst du das verstehen, was dir kein Sterblicher erklärt, was hier vollkommen eingehrt; dann täuscht dich Wahn zusehen, der Weisefte umsonst beund Irrthum nicht, und selbst die Finsterniß wird Licht. 4. Dann wirst du den, ach, den erblicken, ten hier allein der Glaube sieht, ihn, der, dich ewig zu beglücken, nach Gottes Rath am Dann jauchze, Kreuz verschied. daß kein Wahn, kein Spott dich hier getrennt von deinem Gott. Herrn erscheinet, verläßt dein Leib 5. Wenn nun der Tag des der Gräber Ruh'; zum zweitenmal mit dir vereinet, wird er unsterblich, so wie du. Seele, zittre Bau zerbricht. långer nicht, daß deiner Hütte 751. Mel. Nun sich der Tag geendet zc. Mir soll nicht vor dem Tode graun, mir nicht: ich bin ein Christ. Der kann den Tod nicht zaghaft schaun, der Jesu Jünger ist. 2. Der starke Heiland nahm für mich dem Tode die Gewalt; der Tod hat, seh' ich, Herr, auf dich, die lieblichste Gestalt. 3. O welcher großer Unterschied! Wer Gott nicht glaubt, erschricht; der Gläubige wird hoch erfreut, wenn er das Grab erblickt. 4. Das finstre Grab, mein letz tes Haus, betrübt und schreckt mich nie. Hier ruhen Gottes Pilger aus; wie sanfte ruhen fie! 5. O meine Brüder, ruht' ich doch nur bald, so sanft, als ihr! Ihr habt gestegt; ich seufze noch bei manchem Kampfe hier. 6. Ich setz' auf Güter dieser Welt nicht meine Zuversicht: der, dem die eitle Welt gefällt, der kennt den Himmel nicht. 7. Der Fromme lebt und stirbt beglückt, sein Kreuz schickt Gott ihm zu; er siecht, und wird vom Herrn erquickt; er stirbt, und kommt zur Ruh'. Tod.es 8. Ich weiß nicht wie, nicht wo und wann mein Tod bestimmet sei; das weiß ich, mir, dem Sterben den steht mein Erlöser bei. 9. Herr, wenn, wer mich geliebet hat, bei meinem Grabe weint, so tröst' und lieb' an meiner Statt den frommen, treuen Freund. 10. Gieb, wenn mein Geist von hinnen fährt, daß meine Glaubenstreu fürs Christenthum und seinen Werth ein klares Zeugniß sei. Seliger Tod. 752. Mel. Von Gott will ich nicht zc. Der er lette meiner Tage ist mir vielleicht nicht fern. O dann wird meine Klage ein Lobgesang dem Herrn. Vollbracht ist dann mein Lauf; ich trete zu dem Throne, und Gott setzt mir die Krone der Ueberwinder auf. 371 der, in ihre hohen Lieder stimm' ich mit Jauchzen ein. 3. Nicht mich, nur meine Bürde verschließt die finstre Gruft; mich hebt zu höhrer Würde mein Vater, der mich ruft. Er ruft mich durch den Tod; der reißt die Sündenglieder, den trågen Leib darnieder, mich selbst führt er zu Gott. 4. Ich, der Gefahr entronnen, geh' aus dem Kampf hervor; hoch über alle Sonnen hebt mich mein Glaub' empor. Da tret' ich in die Reihn der Engel, meiner Brü5. Gott schaut von seinem Throne mit Huld auf mich herab, dem er in seinem Sohne das Recht der Kindschaft gab. In seiner Ewigkeit wird er mit größern Freuden die Auserwählten weiden, die hier sich ihm geweiht. 6. Die Leiber seiner Frommen find Saat von ihm gesät; die die Ernte steht. Dann wird der Freudenzeit wird kommen, da reif Erntetag ein neues ew'ges Leben tief im Tode lag. auch meinem Staube geben, der 7. Mit dir steh' ich im Bunde, Herr, meines Lebens Fürst, der du mir einst die Stunde des Todes senden wirst. Erhalt' mich stets bereit im Glauben deiner Frommen, bis einst die Zeit wird kommen, die mich und sie befreit. 753. Mel. Welt, steh' hier dein zc. 2. Für seines Reiches Erben hat Jejus mich erklärt. Was fürcht' ich mich zu sterben, wie er mich sterben lehrt? Mir ist winn. entschwing' ich mich der Erde und geh' zum Himmel hin. der Tod GeDaß ich ganz selig werde, Wie sanft sehn wir den Frommen, nun bald der Erd' entnommen, sich seinem Ziele nahn. Wo sich des Lebens Freuden vom frehen Sünder scheiden, da gehn des Christen Freuden an. mer, 8. Dann geh' ich, frei von Kumdes Todes dunkle Bahn: mir bricht nach kurzem Schlummer ein ew'ger Morgen an. Heil mir, er ist nicht fern, der letzte meiner Tage; er kommt, und alle Klage wird Lobgesang dem Herrn. 2. Er freut sich auf sein Ende und hebt voll Dank die Hände zu seinem Vater auf; gesichert vor Verderben, kann er nun fröhlich sterben nach einem wohl vollbrachten Lauf. 3. Sein ruhiges Gewissen bebt nicht vor Finsternissen der freudenleeren Gruft; die dunkeln 24* Verhalten in besondern Umständen. Todespfade erleuchtet ihm die festgestellt. Wie herrlich wird der Gnade des Gottes, der ihn zu sich Menschheit Werth durch Jesu Zuruft. fag' aufgeklärt! 4. Hier fließen keine Thränen der Angst, hier achzt kein Stöhnen der Neu', die ihn zerreißt; sein Herz, zu Gott erhoben, empfängt den Trost von oben, und Fried' und Freud' im heil'gen Geist. 6. Glücksel'ge Aussicht auch für mich! Entzückt hebt meine Seele sich; ich seh' im Geist des Christen Lohn, ich sehe meinen Himmel schon. 7. Da find' ich, was dein guter Rath zu meinem Wohl geordnet hat, genieße deines Gnadenblicks und der Vollendung meines Glücks. 8. Viel Freude gabst du mir schon hier, o Gütiger, wie dank' ich's dir? Stets folgte kleinerm Ungemach die größere Versüßung nach. 9. So hat schon dieser Kindheitsstand der höhern Hoffnung Unterpfand; die Liebe, die mich hier beglückt, bleibt ewig, segnet unverrückt. 10. Des freudigsten Vertrauens voll, erwart' ich, was mir werden soll, wenn ich, von Sünd' und Noth befreit, nun reife zur Vollkommenheit. 372 5. Er segnet froh die Seinen, die um sein Lager weinen, ermahnt und tröstet fie; und seiner Treue wegen erfüllt Gott seinen Segen, und weichet auch von diesen nie. 6. Voll froher Jubellieder sieht er zur Erde nieder, und schwingt sich himmelan; er stimmt in frohe Chöre Anbetung, Preis und Ehre dem Mittler, seinem Heiland', an. 7. Laß, Jesu, mich bestreben, so in der Welt zu leben, wie man bieß Heil erwirbt, damit ich, als ein Erbe der Seligkeit, auch sterbe so freudig, wie ein Frommer stirbt. 754. Mel. Nun lasset uns den Leib 2c. Des Todes Graun, des Grabes Nacht flieht, Herr, vor deiner Wahrheit Macht; mein Geist, erhellt von deinem Licht, bebt vor des Leib's Zerstörung nicht. 2. Es fällt nur diese Hütte hin, mit der ich hier umgeben bin; ich selber, lebend, wie zuvor, schwing' aus den Trümmern mich empor. 3.& in innres mächtiges Gefühl verkündigt mir mein höhres Ziel; dieß Streben nach der Ewigkeit erhebt mich über Erd' und Zeit. 11. Der Tod darf mir nicht schreckend sein, er führt zum wah. ren Leben ein. Durch Gottes Kraft besiegt mein Herz der Krankheit Last, der Trennung Schmerz. 12. Wenn hier von uns, die Gott vereint, der letzte nun hat ausgeweint, dann wird ein frohes Wiedersehn auf ewig unser Glück erhöhn. 13. Herr unsrer Tage, führe du uns alle diesem Ziele zu, daß uns bei standhaft frommer Treu' des Lebens End' erfreulich sei. 755. Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. Selig find die, welche nun in dem friedevollen Grabe von des Lebens Arbeit ruhn und sich Gottes größter Gabe, eines ew'gen Lebens, freun. Möchten wir es auch schon 4. Dich, Höchster, hab' ich hier erkannt, voll Liebe Vater dich genannt; in dieser Seelenwürde liegt ein Hoffnungsgrund, der niemals trúgt. 5. Dein Wort zeigt mir die beßre Welt; so ist mein Glaube sein! Tod. 2. Gott, du willst's. Wir leben noch mühsam hier in Vilgerhütten. Alle trugen einst dieß Joch, die des Lebens Kron' erstritten. Endlich aber führt der Tod uns auch hin zu dir, o Gott. 3. Jesus selber lebte hier, lebte selbst in Pilgerhütten. Ach, vielmehr, vielmehr als wir, hat er auf der Welt gelitten. Laß uns gläubig auf ihn sehn und durch ihn im Kampf beftehn. 4. Was ist diese Lebenszeit? Ach, nur eine kurze Stunde gegen jene Ewigkeit. Gleichwohl kommt auf diese Stunde, die Gott bald verkürzen kann, unser ew'ges Schicksal an. 373 hier auf Erden, leb' ich in steter Todsgefahr. Mein Gott, ich bitt' zc. 5. Gieb uns Weisheit, Herr, und Kraft, diese Stunde wohl zu nüßen, und beim Schluß der Pilgerschaft wollest du uns unter stügen, daß wir gläubig auf dich sehn und getroft zum Tode gehn. 756. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Wer Ser weiß, wie nahe mir mein Ende! Hingeht die Zeit, herkommt der Tod. Ach, wie geschwinde und behende kann kommen meine Todesnoth. Mein Gott, ich bitt' durch Chrifti Blut: mach's nur mit meinem Ende gut. 2. Es kann vor Nachts leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; so lang' ich lebe 3. Herr, lehre mich ans Ende denken, und laß mich, eh' ich sterben muß, die Seele hin zu Jesu lenken und ja nicht sparen meine Buß'. Mein Gott, ich bitt' 2c. 5. Ach, lenke stets mein Herz zum Himmel, verbittre mir die Lust der Welt, daß mir in diesem Erdgetümmel die Ewigkeit sei vorgestellt. Mein Gott, ich bitt' 2c. 6. Ach, Vater, decke meine Sünde mit dem Verdienste Christi zu, damit ich hier Vergebung finde und dort die längst gewünschte Ruh'. Mein Gott, ich bitt' 2c. 6. Daß wir dein sind, nicht der Welt, daß du uns wirst auf- 7. Ich weiß es, Jesu Tod und erwecken, diesen Trost der bessern Welt laß uns, wenn wir sterben, schmecken. Flöße Muth und Ruh' uns ein, selbst im Tode froh zu sein. Wunden beglücken auch mein Sterbebett; da find' ich Trost in Todesstunden und Alles, was ich gerne hätt'. Mein Gott, ich bitt' 2c. 7. Wenn wir, um einst auch zu ruhn, zu den Todten Gottes gehen, wollst du mehr noch an uns thun, als wir bitten und verstehen. Auch für unsre Todesnacht riefst du einst: Es ist vollbracht! 4. Laß mich bei Zeit mein Haus bestellen, daß ich bereit sei für und für und sage froh in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schick's mit mir. Mein Gott, ich bitt' zc. 8. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichts, es sei leben oder Tod. Im Leben ist er meine Freude, mein Trost in meiner Todesnoth. Mein Gott, ich bitt' 2c. 9. Ich habe Jesum angezogen schon längst in meiner heil'gen Tauf', du bist mir auch daher gewogen, nahmst mich zum Kind und Erben auf. Mein Gott, ich bitt' ze. 10. Ich habe Jesu Fleisch gegessen, sein Blut hab' ich getrunken hier. Nun kann er meiner nicht vergessen, ich bleib' in ihm, und er in mir. Mein Gott, ich bitt' zc. 11. So komm' mein End' heut' oder morgen, ich weiß, daß mir's mit Jesu glückt; ich bin und bleib' in seinen Sorgen auch dann, wenn mich der Tod hinrückt. Mein Gott, ich bitt' 2c. Verhalten in besondern Umständen. 374 12. Ich leb' indeß in dir vergnüget, und sterb' ohn' alle Kümmerniß, zufrieden, wie mein Gott es füget. Ich glaub' und bin es ganz gewiß: durch deine Gnad' und Christi Blut machst du's mit meinem Ende gut. 757. Mel. O Gott, du frommer Gott 2c. du dreiein'ger Gott, den ich mir auserlesen, gedenk' an deine Gut', die vor der Welt gewesen und sei mir Sünder doch, o Gott, stets gnädig hier, daß ich recht christlich leb', und sterbe sanft in dir. 2. Ich lege Leib und Seel', o Gott, in deine Hände. Ach, lehre du mich stets gedenken an mein Ende, auch sterben, eh' ich sterb', und mach' mir täglich kund: Auch du mußt sterben, Mensch, es ist der alte Bund. 3. Weil Jesus mir zu gut gestorben, wie geboren, so glaub' ich ganz gewiß, ich werde nicht verloren. Wed' mich nur zeitig auf, daß ich bereitet sei, wie du mich haben willst, wenn mein End' kommt herbei. 4. Ich traue deiner Treu' durch Jesu Blutvergießen, und mag auch weder Zeit, noch Art des Todes wissen. Komm, wann, wie, wo du willst; nur daß ich selig sterb', durch Jesu Blut und Tod das Himmelreich ererb'. 5. So lang' allhier ich leb', und, wenn ich werd' entschlafen, geb' ich, Gott Vater, dir das, was du hast erschaffen, Gott Sohn, was du erlöst, das übergeb' ich dir, Gott heil'ger Geist, was du geheiligt, nimm zu dir. 6. Mein Jesus komme mir stets vor in seinem Leiden und sage, daß mich nichts, nichts, nichts von ihm soll scheiden. Er reiche mir die Hand in meiner Todespein, verfichre mich: ich soll nicht, nicht verloren sein. 7. Vor Sünden, Hill' und Tod und vor des Grabes Schrecken, mein Jesu, schüße mich, laß deine Huld mich decken. Gieb einen Vorschmack mir der ew'gen Seligkeit, so weichet das Gefühl der Todesbitterkeit. 8. Die, so ich hinterlaß, versorge, schüß', und liebe und gieb, daß mich im Tod nichts hindre, noch betrübe. Erhalt' mich bei Ver stand und einem frohen Muth, daß mitten im Gebet ich sterb' auf Jesu Blut. 9. Nun geb' ich meinen Geist nochmals in deine Hände und warte, bis du kommst mit einem fel'gen Ende. So schließ' ich froh im Tod die müden Augen zu. Bis an den jüngsten Tag schenk' eine sanfte Ruh'. 10. Ich weiß, durchs Lammes Blut werd' ich schon überwinden und einen gnåb'gen Gott im Tod' und Leben finden. Ich halte mich an Gott und meines Jesu Blut, ich weiß: Gott macht es schon mit meinem Ende gut. 11. Ich sage Amen drauf in meines Jesu Namen. Bestätige du selbst, mein Herr und Gott, dieß Amen. Du, du versicherst's mir und rufft mir liebreich zu: Sei nur getroft, mein Kind, geh' ein zu deiner Ruh'. 758. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe. Ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hier kein solches Erbe, das unveränderlich besteht. Drum zeige mir in Gnaden an, wie ich recht selig sterben kann. 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe: kein Augenblick geht sicher hin. Wie bald zerbricht doch eine Scherbe, die Blumen müssen bald verblühn. Drum mache mich nur stets bereit hier in der Zeit zur Ewigkeit. mdsall Begräbniß. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich flerbe, weil auch der Tod viel Wege hält. Dem Einen wird das Scheiden herbe, sanft geht ein Andrer aus der Welt. Doch, wie du willst, gieb, daß dabei mein Ende gut und selig sei. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe und welcher Sand mich einst bedeckt. Doch, wenn ich nur den Trost erwerbe, daß mich dein Ruf zum Leben weckt, so nehm' ich jede Stelle ein, die Erd' ist allenthalben dein. 5. Drum, liebster Gott, wenn ich nun sterbe, so nimm du meinen Geist zu dir. Bin ich durch deinen Sohn dein Erbe und hab' ich ihn im Glauben hier, so gilt mir's gleich, und geht mir wohl, wann, wo und wie ich sterben soll. Fürbitte für Sterbende. 759. Mel. Mitten wir im Leben 2c. Stärke, die zu dieser Zeit, da wir, Herr, dir singen, müde, stumm, in faltem Schweiß mit dem Tode ringen. Du nur kannst fie erquicken. Sie liegen da, und sehn hinab in das schauervolle Grab. Heiliger, Schöpfer, Gott, Heiliger, Mittler, Gott, Heili ger, barmherziger Tröster, du ewiger Gott, laß sie nicht versinken in des Todes letzten Angst. Gr. barm' dich ihrer. alda 375 3. Ach, selbst Jesus Christus hat diesen Kelch getrunken, ist, von viel mehr Qual umringt in das Grab gesunken. Um seines Todes willen hör' unser thránenvoll Gebet, das für sie um Gnade fleht. Heiliger, Schöpfer, Gott, Heiliger, Mittler, Gott, Heiliger, barmherziger Tröster, um Gnade für sie! Laß fie sanft entschlummern. Trockne, trockn' in jener Welt all' ihre Thränen. Begräbniß. 760. Es ist genug. So nimm, Herr, meinen Geist zu jenen Geistern hin, lös' auf das Band, das nun allmählig reißt, befreie diesen Sinn, der sich nach seinem Retter sehnet, der täglich klagt, der nächtlich thränet. Es ist genug. 2. Es ist genug des Jammers, der mich drückt bei sündlicher Begier. Der Sünden Gift hat manches Gut' erstickt, ich bleibe fehGott kann scheiden, was mir kann lend hier. Oft regt sich, was von rauben jene Freuden. Es ist genug. 3. 8 ist genug der Trübsal, welche mir so schwer mein Leben macht. Dharte Last, wie traurig geht mir's hier! Ich schwemme manche Nacht mein Lager, o mein Gott, mit Thränen; wie lang', o Herr, muß ich mich sehnen! 68 ist genug. 4.& s ist genug, wenn nur mein Jesus will, er kennet fa mein Herz. Ich harre sein, und halt' indessen still, bis er mir allen Schmerz, der meine steche Brust abnaget, zu rücke legt und zu mir faget: Es ist genug. 5. Es ist genug. Herr, wenn es dir gefällt, so führe mich hinaus. Mein Jesus kommt. Nun geh' ich aus der Welt hin in des Vuters Haus; ich gehe sicher bin im Frieden, mein ganzer Jammer bleibt hienieden. Es ist genug. 2. Wer mit einem Wassertrunk der Geringsten einen deiner Treuen labt, soll froh im Gericht erscheinen. Wir labten, Herr, sie gerne. Allein kein Trunk mehr fühlet die. Darum beten wir für sie. Heiliger, Schöpfer, Gott, Heiliger, Mittler, Gott, Heiliger, barmherziger Tröster, du ewiger Gott, laß sie nicht erliegen, Herr, Herr, Herr, Gott, im Gericht' erbarm' dich ihrer. Verhalten in besondern Umständen. 761. Es ist nun aus mit meinem Leben; Gott nimmt es hin, der mir's gegeben. Wer fragt noch: warum thust du das? Mein Lebenslicht ist ausgegangen, zum eil' ich mit 762. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. befreit von allem Neid und Haß. Selig find des Himmels Erben, Es ist nun aus, es ist vollbracht. Welt, gute Nacht! die Todten, die auf Christum sterben, sie gehen ein zur Herrlichkeit. Nach den letzten Augenblicken des Todesschlummers folgt Entzücken, folgt Wonne der Unsterblichkeit. In Frieden ruhen fte, los von der Erde Müh'. Hilf, o Jesu. Vor Gottes Thron, zu dir, o Sohn, begleiten ihre Werke fie. 376 2. Komm, Todestag, komm, lebenssonne, du bringest mir mehr Lust und Wonne, als mir die Erde geben kann. Du machst ein Ende meinen Leiden, die sich mit meinen Jugendfreuden, schon mit der Kindheit fingen an. Nun ist es aus, es ist vollbracht. Welt, gute Nacht! 3. Gott Lob, nun kann ich recht genesen. Der Himmel ist mein Ziel gewesen; die Erde nicht, das Trauerhaus. Der Tod soll mir ein Engel heißen, der mir den Weg zu Gott kann weisen; mit Freuden folg' ich ihm hinaus, hinaus. Gott hat es wohl gemacht. Welt, gute Nacht! 4. Wie gern will ich von dir nun scheiden, von dir und allen deinen Leiden, o Welt; mein Leidensort warst du, wo manches Blendwerk mich verwirrte, daß ich zum Abweg mich verirrte; bei dir find' ich doch nimmer Ruh'. Nun ist es aus, es ist vollbracht. Welt, gute Nacht! 5. Welt, gute Nacht! behalt' das Deine, und laß mir Jesum als das Meine: denn meinen Sesum laß ich nicht. Euch tröste Gott, ihr, meine Lieben. Last meinen Tod euch nicht betrüben, da mir durch ihn so wohl geschicht. Mein Leid ist aus, es ist vollbracht. Welt, gute Nacht! bei Gott und Gottes Kind. Was Jesus thut, ist wohl gemacht. Welt, gute Nacht! 2. Dank, Anbetung, Preis und ewig Ehre sei dir, Versöhner, Ehre, Macht, Weisheit, ewig, Jesu Chrift! Ihr, der Ueberwinder Chöre, bringt Dank, Anbetung, Preis und Ehre dem Lamme, das geopfert ist. Er sank, wie wir, ins Grab, wischt unfre Thränen ab, alle Thränen. Er hat's vollbracht. Nicht Tag, nicht Nacht wird dort an seinem Throne sein. 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne scheint uns alsdann; er ist uns Sonne, der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn. Heil, nach dem wir weinend rangen, nun, nun bist du uns aufgegangen, nicht mehr im Dunkeln, nicht von fern. Nun weinen wir nicht mehr: der Tod ist nun nicht mehr. Preiset Jesum: er sant hinab, wie wir, ins Grab, er ging zu Gott; wir folgen ihm. 763. Mel. Nun lasset uns den Leib 2c. 6. Was wolltet ihr nach mir euch sehnen? Ach, stillet, stillet Begrabt den Leib in seine Gruft, eure Thränen, da meine schon gestillet sind. Mir wischt sie Jesus von den Augen, was sollen denn die euren taugen? Ich bin bis ihn des Richters Stimme ruft. Wir såen ihn; einst blüht er auf, und steigt verklärt zu Gott hinauf. Begräbniß. 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr. Er war schon Staub, und wird's nun mehr. Er liegt, er schläft, verwest, erwacht dereinst aus dieses Todes Nacht. 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie aus aller ihrer Noth, von aller ihrer Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Hier hat ihn Trübsal oft gedrückt; nun wird er dort bei Gott erquickt. Hier wandelt' er im finstern Thal; nun ist er frei von Schmerz und Qual. 5. Gott blieb er treu bis an sein Grab; nun wischt Gott seine Thränen ab. Was sind die Leiden dieser Zeit doch gegen jene Herrlichkeit! 6. Nun, du Erlöster, schlaf' in Ruh'. Wir gehn nach unsern Hütten zu und machen zu der Ewigkeit durch frommes Leben uns bereit. 7. Ach, Jesu Christ, dein bittrer Tod stårk' uns in unsrer lezten Noth. Laß unsre ganze Seele dein, und selig unser Ende sein. 765. Mel. Nun laffet uns den Leib zc. Nun bringen wir den Leib zur Nuh' und decken ihn mit Erde zu, den Leib, der nach des Schöpfers Schluß zu Staub und Erde werden muß. 764. 2. Er bleibt nicht immer Asch' und Staub, nicht immer der Verwesung Raub; er wird, wenn Christus einst erscheint, mit seiner Seele neu vereint. Mel. Nun lasset uns den Leib 2c. 3. Hier, Mensch, hier lerne, So gieb denn, fromme Christen- was du bist, lern' hier, was unser schar, der Erde das, was Erde war, verschaff' dem Müden hier im Sand die Ruhe, die er einst nicht fand. Leben ist. Nach Sorge, Furcht und mancher Noth kommt endlich noch zuletzt der Tod. 4. Schnell schwindet unsre Lebenszeit, aufs Sterben folgt die Ewigkeit. Wie wir die Zeit hier angewandt, so folgt der Lohn aus Gottes Hand. 5. So währen Reichthum, Ehr' und Glück, wie wir selbst, einen Augenblick; so währt auch Kreuz und Traurigkeit, wie unser Leben, kurze Zeit. 2. O Ruhe, Wunsch des Dürftigen, du letter Trost des Weinenden, wo alle Noth vergessen ist, wo keine Thräne weiter fließt. 377 saurer Lauf. Der Geist eilt in sein Vaterland, ist ganz beglückt in Gottes Hand. 3. Hier endigt sich der Feinde Truß, hier findet der Gedrängte Schuß, hier wird im süßen Schlaf erquickt, den manche Hik' und Last gedrückt. 4. Hier weicht die Hoheit mit dem Glück, der bloße Mensch bleibt nur zurück. Ein Sarg nur und ein Leichenkleid sind nun die ganze Herrlichkeit. 5. Hier hört der Kampf des Christen auf, vollendet ist sein 6. Gebracht zur Schar der Siegenden und zu der Engel Tausenden, schaut solcher Gott nun, wie er ist, und seinen Heiland, Jesum Chrift. 7. Nimm den entseelten Leib, o Gruft, bis ihn einst Jesus Chriftus ruft, bis er, was nun der Tod zerstört, einst neu belebet und verklärt. 8. Erinnre uns zu aller Zeit, o Gott, an Tod und Ewigkeit, da mit wir ihren Wink verstehn und freudig ihr entgegen gehn. 6. sichrer Mensch, besinne dich: Tod, Grab und Richter nahen sich; in Allem, was du denkst und thust, bedenke, taß du sterben mußt. 7. Hier, wo wir bei den Gråbern stehn, soll Jeder zu dem 378 Verhalten in besondern Umständen. Vater flehn: Ich bitt', o Gott, sern zu und schicken uns mit allem durch Christi Blut, mach's einst Fleiß: der Tod kommt uns auf mit meinem Ende gut. gleiche Weis'. 8. Das helf uns Christus, der uns tröst' und uns durch sein Blut hat erlöst von Todesfurcht und ew'ger Pein. Ihm sei Lob, Preis und Ehr' allein. 8. Laßt alle Sünden uns bereun, vor unserm Gott uns kindlich scheun. Wir sind hier immer in Gefahr; nehm' Jeder seine Seele wahr. 9. Wenn unser Lauf vollendet ist, so sei uns nah', Herr Jesu Christ, mach' uns das Sterben zum Gewinn, zeuch unsre Seelen zu dir hin. 10. Und wenn du einst, du gebensfürst, die Gräber mächtig öffnen wirft, dann laß uns fröhlich auferstehn, und dann dein Antlig ewig sehn. 766. Nun lasset uns den Leib begrab'n, indem wir keinen Zweifel hab'n, er werd' am jüngsten Tag aufstehn und unverweslich hervor. gehn. 2. Erd' ist er und von der Erden, wird auch zur Erd' wieder werden; doch von der Erd' einst auferstehn, wenn Gottes Stimme wird ergehn. 3. Die Seele lebt nun froh bei Gott, der sie von aller Sünden. noth aus großer väterlicher Gnad' durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Sein Jammer, Trubsal und Glend ist kommen zu ein'm sel'gen End'. Er hat getragen Christi Soch, er starb, und dennoch lebt er noch. 1. Begrabet mich nun immerhin, wo ich so lang' verwahret bin, bis Gott, mein treuer Seelenhirt, mich wieder auferwecken wird. 2. Ja, freilich werd' ich durch den Tod zu Erd' und Asche, Staub und Koth; doch wird dieß schwache Fleisch und Bein von meinem Gott bewahret sein. 6. Hier ist er in Angst gewesen; bort aber wird er genesen, in ew's ger Freud' und Wonne helle leuchten, als die Sonne. 7. Nun lassen wir ihn hier in Ruh', und gehn nach unsern Häu3. Der Seele schadet nicht der Tod: sie lebt bei Christo, ihrem Gott, der durch des Todes Bitterkeit sie hat erlift zur Seligkeit. 4. Was mich für Trubsal hat verlegt, wird nun mit Himmelsluft erseßt; die Welt war mir ein Thränenthal, vort aber ist der Freudensaal. mel bricht und Gott wird halten 5. Wenn einstens Erd' und Himsein Gericht, so wird mein Leib verklärt erstehn, unsterblich in den Himmel gehn. 6. Wie manche Widerwärtigkeit hatt' ich in meiner Lebenszeit! Nun aber ist mir nichts bewußt, als lauter Herrlichkeit und Lust. 7. Sa, laßt mich nur in meiner Ruh' und geht nach eurer Wohnung zu. Ein Jeder denke Tag für Tag, wie er auch selig sterben mag. 5. Die Seele lebt ohn' alle Klag', der Leib schläft bis zum jüngsten Tag an welchem Gott ihn wird Bei dem Tode eines Kindes. verklår'n und ew'ge Freude ihm gewähr'n. 767. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. Ich sterbe schon, o Glück, ich sterbe, damit ich ewig leben Begräbniß. kann. Daß ich nicht in der Welt verderbe, nimmt mich der Herr mit Ehren an. Mein Lebenslauf ist bald vollbracht, Gott Lob, ich sterbe, gute Nacht! 2. Ich sterbe schon, ich sterb' im Glauben, ich sterbe Jesu, der mich liebt. Nichts wird mich seinen Händen rauben. Mein Vater, sei nur unbetrübt: der höchste Vater hat ja Macht, sein Kind zu rufen. Gute Nacht! 3. Ich sterbe schon. Nach kur zem Schmerze wird mir der Tod zur Himmelfahrt. Ach aber, ach, was fühlt das Herze, darunter ich gebildet ward. Dir sei der treuste Dank gebracht, getreue Mutter, gute Nacht! 4. Ich sterbe schon. Ihr liebsten Meinen, die ihr mir durch das Blut verwandt, ihr dürft um meinen Leib nicht weinen: die Seel' ist ja in Gottes Hand. Ich sehe schon des Himmels Pracht. Lebt wohl, ihr Freunde, gute Nacht! 5. Ich sterbe schon. Es wird mein Leben beim Aufblühn schon des Todes Raub. Dieß kann dir, Mensch, die Lehre geben, du seist, wie ich, nur Asch' und Staub. Sei stets aufs Ewige bedacht, und sprich zum Eiteln: Gute Nacht! 6. Ich sterbe schon! Lernt Alle sterben. Vielleicht ist euer Grab nicht weit. Wählt doch nicht thoricht das Verderben; wählt klüglich Heil und Seligkeit. Nehmt eure Seelen wohl in Acht. Gott mach' euch selig. Gute Nacht! 379 zu früh; doch, Herr, nach deinem Willen. Wie blutet mein verwundet Herz, wie kämpf' ich wider meinen Schmerz, und weiß ihn nicht zu stillen! 3war für den Himmel reiften sie; doch meinem Wunsch nach viel zu früh. 768. Mel. Ich bin ja, Herr, in deiner 2c. Für deinen Himmel reiften sie, ach, meinem Wunsch nach viel 2. Ach, meine Kinder sind nicht mehr! Borbei ist meine Hoffnung, leer von Freud' ist nun mein Leben. Ich sah sie, wie den Frühling blühn; dir, Gott, hofft' ich fie zu erziehn, dir, der sie mir gegeben. Mein Alter sollten sie erfreun, einst Zeugen meines Todes sein. 3. Du aber sprachst: Sie sind mir schon erzogen, gieb sie mir, mein Sohn, hoch will ich sie erHöhen; sie werden nicht dein Alter freun, nicht deines Todes Zeugen sein, du sollst sie sterben sehen. Dein Will', o Herr, mein Gott, geschah; ich war es, der sie sterben sah. 4. Ja, ich verehre dein Gebot; laß mich nur meiner Kinder Tod, Barmherziger, beweinen. Du, der du Aller Vater bist und fühleft, was ein Vater ist, laß mich nun gehn und weinen. Verzeih' den Trieben der Natur; nicht murren, weinen will ich nur. 5. Auch meine Thränen preisen dich: sie sind die Zeugen, Gott, daß ich die liebte, die du liebest, und nun im Lichte deines Throns, selbst in Erkenntniß deines Sohns, in aller Tugend übest. Herr, meine Seufzer danken dir, bisher vertrautest du sie mir. 6. Mit Thränen preis' ich dich auch einst, wenn du zum Weltgericht erscheinst, ach, dann mit Freudenthränen. Dann werd' ich meine Kinder sehn, mit ihnen vor dem Throne stehn, mich nicht mehr trostlos sehnen. Ich werd' ihr Vater wieder sein und ewig mich mit ihnen freun. 380 VII. Verhalten zu besondern Zeiten. 7. Du führtest mich nach deinem Rath auf allen meinen Wegen; du kamst, wenn ich um Gnade bat, mit Gnade mir entgegen; dein Schuß war meine Zuversicht; im Finstern war dein Wort mein Licht, mein Trost in allen Leiden; Lebenszeiten. Geburtstag. 769. Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2c. Mit Freuden, Gott, lobsing' ich dir. Du riefft auch mich ins Leben und gabst so Leib als Seele mir, zu dir mich zu erheben. Ge. segnet sei der Augenblick, da ich zu meinem ew'gen Glück das Licht der Welt erblickte. 2. Ich ward durch meine Taufe dir zum Kinde dargegeben; und du, mein Gott, verheißest mir durch fie ein ewig Leben. Vom ersten Odem an schon dein, mit Leib und Seele dein zu sein, o welch ein Heil und Segen! 3. Du reichtest deine Kraft mir dar; den Odem, den ich hauchte; den Schlaf, der mir so heilsam war; gabst Alles, was ich brauchte. Ich war so hülflos, war so schwach; und doch, o Bater, doch gebrach mir niemals Hülf' und Pflege. 4. Du zogst des Vaters Herz zu mir durch milde, sanfte Triebe; der Mutter Bruft empfing von dir den Eifer ihrer Liebe; und bei den ward, mir unbewußt, die Mühe der Erziehung Luft, mir ihre Sorge Segen. 5. Ich lernte fühlen, hören, sehn; versuchte bald zu stammeln, der Eltern Winte zu verstehn, Ge. danken einzusammeln; ich lernte Recht, Gesetz und Pflicht aus Beispiel, und aus Unterricht und aus der Fehler Strafen. 6. O wie viel Freuden schenkteft du der Kindheit und der Jugend! Du riefst mir, wenn ich irrte, zu; du führtest mich zur Tugend; du Hemmtest meiner Thorheit Lauf; ich fiel, du halfst mir wieder auf durch Lehrer und durch Freunde; 8. Oft hießest du mich Pfade gehn, die ich nicht wandeln wollte; der Ausgang lehrte mich verstehn, warum ich folgen sollte; oft dacht' ein Feind, nun woll' er mich verberben; doch er ward durch dich ein Werkzeug meiner Freude. 9. So weislich hast du jederzeit, mein Vater, mich geleitet, durch jede Widerwärtigkeit viel Segen mir bereitet. Ich bete dich bewundernd an. daß ich nicht so danken kann, wie ich dir danken sollte! 10. Wie lang' ich hier noch wallen soll, hast du mir zwar verborgen; doch überlaß ich hoffnungsvoll dieß, Vater, deinen Sorgen. Ich fürchte nicht die Ewigkeit, wenn ich in meiner Pilgerzeit nur fromm und heilig lebe. 11. Wohl mir, wenn ich verfichert bin, daß ich einst selig werde. was frag' ich nach der Erde? Wie Ist deine Gnade mein Gewinn, werd' ich, dann bich, lebenssatt, wenn meine Seele dich nur hat, auch noch im Tode preisen! 12. Fern oder nahe sei mein Tod, wenn er mir nur am Ziele, gleich einem Freunde, winkt, nicht droht, ob ich sein Graun gleich fühle. Wenn du nur dieß Gebet erfüllst, so rufe, Gott, mich, wenn du willst. Ich will mit Freuden folgen. 770. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Du läßt den Tag mich wieder sehn, da ich nach deinem Rath, Lebenszeiten. o Gott, zu meinem Wohlergehn des Lebens Bahn betrat. 2. Von ganzem Herzen preis' ich dich, daß mich dein Arm bis jetzt ganz unverdient so väterlich gesegnet und beschützt. 3. hätt' ich doch aus Dankbarkeit das nun verfloßne Jahr so dir und deinem Dienst geweiht, als meine Pflicht es war! 4. Beschämt, mein Gott, fleh' ich zu dir, vergieb mir meine Schuld, und schaff' ein beßres Herz in mir nach deiner Baterhuld. 5. Hilf, daß ich in der Folgezeit, gerührt von deiner Treu', voll inniger Erkenntlichkeit dir thätig dankbar sei. 6. Schnell fliehen meine Tage hin. Mein Auge fieht nicht ein, wie lang' ich noch auf Erden bin; dein Auge sieht's allein. 7. Bald ist vielleicht mein Ende da. Hilf, daß ich in der Zeit, die mein noch ist, mit Sorgfalt ja schaff' meine Seligkeit. 8. Darf ich von meiner Pilgerzeit den letzten Tag dann scheun? Er wird zur frohen Ewigkeit mir mein Geburtstag sein. Jugend. 771. Mel. Ich dank' dir schon durch 2c. Dein ist auch meine Jugendzeit, du Herr von meinem Leben. So sei sie denn auch dir geweiht, geweiht zum frommen Leben. 2. stärke den Entschluß in mir um deiner Liebe willen, und gieb mir Kraft, sie kommt von dir, ihn treulich zu erfüllen. mein ich dein Kind, mein Glück ist, dich zu lie. ben. Omache mich dir gleichgesinnt in allen meinen Trieben. 4. Du gabft mir den vernünft'. gen Geist, damit er schon auf Er 381 den dir, den der ganze Himmel preist, Gott, ähnlich möge werden. 5. Olehre du mich eilen, ihn mit Weisheit auszuschmücken: denn meine Tage fliehn dahin, gleich schnellen Augenblicken. 6. Er ist nicht sterblich, nicht von Staub, wie dieser Leib von Erde. Hilf, daß er nie des Lasters Raub, ein Raub des Elends werde. 7. Laß mich vor allen Dingen dir nur zu gefallen streben. Was dir mißfällt, sei fern von mir in meinem ganzen Leben. 8. Vor stolzer Selbstgefälligkeit bewahre meine Jugend. Ihr Vorzug sei Bescheidenheit, ihr wahrer Schmuck die Tugend. 9. Gieb mir den sanften stillen Geist, der Andre nie verachtet, der dich durch Herzensdemuth preist, sich stets zu bessern trachtet. 10. Den Reiz der Eitelkeit laß nicht mein junges Herz entzünden: er macht mich untreu meiner Pflicht, und bahnt den Weg zu Sünden. 11. Bewahr' mein Auge, daß es nie unreine Lüfte nähre, und meine Seele, Gott, daß sie die Wollust nicht versehre. 12. Den Umgang, der Verführung droht, und alle Sündenfreuden laß mich weit mehr, als selbst den Tod, mit fluger Vorsicht meiden. 13. Die Tugendhaften laß in mir ein Herz, wie ihres, finden, verknüpf' in Unschuld uns, daß wir der Freundschaft Glück empfinden. 14. Der du mich selbst durch dein Gebot den Weg zum Heile lehrest, ich will dich preisen, Herr, mein Gott, wenn du mein Flehn erHöreft. 772. Mel. Ermuntre dich, mein 2c. Ich trete vor dein Angesicht, du Schöpfer meiner Jugend. Verwirf mein findlichs Flehen nicht um Weisheit und um Tugend. Der du den Säugling beten lehrft, und 382 Verhalten zu besondern Zeiten. gern fein stammelnd Flehen hörst, hen, Verführer meiner Seele nahn, hör' auch mit Wohlgefallen mein so laß mich klüglich fliehen. Ihr betend Lied erschallen. süßes Locken lenke nicht mein Herz von dir und meiner Pflicht; ihr Spotten und ihr Lachen laß nie mich wankend machen. 9. Der Glaub' an Jesum bleibe mir, o Gott, unendlich wichtig: denn er macht mich gerecht vor dir, und meine Steige richtig. Nicht Zweifel, die ein Herz erzeugt, das sich zur Sündenliebe neigt, noch Luft zu widersprechen, laß meinen Glauben schwächen. 10. Der Tugend heilige mich ganz, mein Schöpfer und Erhalter. Sie werde meiner Jugend Glanz, und einst mein Troft im Alter. Erhalte mein Gewissen rein. Laß keinen meiner Tage sein, der nicht zu deiner Ehre geschmückt mit Tugend wäre. 11. Ach, lehre mich den Werth der Zeit, daß ich sie nie verschwende, daß ich mit kluger Thåtigkeit auf Weisheit sie verwende. Gott, meiner Jugend Fleiß und fie. Laß auch durch mich auf& r. Müh' laß nicht umsonst sein, segne den dein Werk gefördert werden. 2. Mein Weg ist schlüpfrig; wer erhält mich, daß mein Fuß nicht gleite? wer führt mich sicher in der Welt, und geht mir treu zur Seite? wer warnt mich, wenn Gefahren drohn, und lehrt mich in der Ferne schon, daß sie mich nicht erreichen, die Klugheit, auszuweichen? 3. Eh' ich dich kannte, hast du mich in Mutterleib bereitet, und durch die Kindheit väterlich mich bis hieher geleitet. Jeßt, Herr, da ich dir danken kann, nimm dich auch meiner Jugend an, daß ich auf meinem Wege unsträflich wandeln möge. 4. Mein Herz, noch unverführt und rein, ist jung und unerfahren; wie leicht, geblendet durch den Schein, stürzt es sich in Gefahren! Ach, mache mich mir selbst bekannt, und gieb mir Weisheit und Verstand, stets auf dein Wort zu schauen, und nie mir selbst zu trauen! 5. Du pflanztest, Herr, in meine Brust die Triebe zum Vergnügen, ach, stärke mich, den Hang zur Lust der Sünde zu besiegen. Dein unausbleibliches Gericht vergesse meine Seele nicht und lerne fromme Freuden von Lüsten unterscheiden. 6. Von dir, o Gott, werd' ich bewacht, bin ganz von dir umgeben; vor dir bedeckt nicht Mitter. nacht, noch Einsamkeit mein Leben. Die Sünde, die im Finstern schleicht, verbirgt vor Menschen sich vielleicht; vor deinem Angesichte steht sie im hellen Lichte. 7. Den Leichtsinn, der mich oft verführt, das Böse zu erwählen; den Ehrgeiz, der den Stolz gebiert, das Merkmal schwacher Seelen; die Trägheit, die den Geist verzehrt und jeden Trieb zum faster nährt, laß nie zu ihren Sünden, o Gott, mich willig finden. 8. Wenn sich auf meiner Jugendbahn, mich in ihr Netz zu zie. 12. Erhöre gnädig mein Gebet, du Schöpfer meiner Jugend, er hör' es. Meine Seele fleht um Weisheit und um Tugend. Mein ganzes Leben dank' ich dir. Weich' nur, Erbarmer, nicht von mir, gehen möge. damit ich meine Wege unsträflich Alter. 773. Mel. Ich dank' dir schon durch 2c. Stets warst du meine Zuversicht, und bist es noch im Alter. Verlaß auch nun mich Schwachen nicht, mein Schöpfer, mein Erhalter. 2. Ich fühle die Beschwerlichkeit gehäufter Lebensjahre und steh' am Rande meiner Zeit; nah' sind mir Sarg und Bahre. Lebenszeiten. 3. Gelobt sei deine Vatertreu", die mich bis hieher brachte, mir wohl that, und mein Herz dabei mit mir zufrieden machte. 4. O sei auch fernerhin mit mir, baß ich bis an mein Ende dir folg', und voll Vertraun zu dir, des Lebens Rest vollende. 5. Erhalt' mich in Vergnügsamkeit auch bei den größten Plagen, und hilf mir mit Gelaffenheit die Last des Alters tragen. 6. Viel heitre Tage gabst du mir, befreit von Sorg' und Gråmen. Wie sollt' ich denn anjeßt von dir nicht auch die trüben nehmen? 7.& s dauert ja nur kurze Zeit, was ich noch etwa leide, und dann gewährt die Ewigkeit mir unge774. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich zc. Herr, meines Lebens Kraft und Stärke, so Herz, als Mund stimmt dir ein Danklied an. Je mehr ich auf die Proben merke von deiner Huld, die ich nicht zählen kann, je mehr wird mir die Liebe wunderbar, die stets so sehr für mich geschäftig war. 383 3. Du hast, mein Vater, mich erwählet, daß ich dein Kind, daß ich dein Erbe sei. Du hast mich zu der Schar gezählet, die, von der Sünde Macht durch Jesum frei, in seiner Kraft auf deinen Wegen geht und deinen Ruhm mit Preis und Dank erhöht. willen, ich unterließ so manche 5. Ich that so oft nicht deinen theure Pflicht. Und dein Gebot ganz zu erfüllen, vermag ich 8. Da drückt mich keine Schwachstehe mir mit deiner Gnade bei Schwacher auch anfeßt noch nicht. heit mehr; verjüngt werd' ich da und sprich von meiner Schuld mich leben und wonnevoll dir Preis und ewig frei. Ehr' für deine Treue geben. störte Freude. 9. Hilf, daß ich täglich meinen Blick auf diesen Wechsel lenke, und täglich dieß mir nahe Glück zu meinem Troft bedenke. Güte, die mich durch Christum 6. Du thuft's; ich traue deiner unaussprechlich liebt. Ich seh' mit fröhlichem Gemüthe, wie deine und jauchze froh, so schwach ich Huld mich trägt und mir vergiebt, immer bin: Im Alter auch wirft Gott mich nicht dahin. 10. So bleib' ich in Zufriedenheit auch bei des Alters Schwäche und barre, bis dein Wink gebeut, daß meine Hütte breche. 2. Sie sorgte für mein Heil und Leben, noch eh' ich war, bereits von Ewigkeit; sie hat das Größte mir gegeben, den Sohn, der, mich zu segnen so bereit, auch mir zum Heil für meine Sünden starb und mir des Lebens größten Troft erwarb. 4. Wie treulich hast du mir gezeiget, was Wahrheit sei, von meiner Jugend an; wie kräftig mir mein Herz geneiget, zu lieben dich, zu gehn auf rechter Bahn; wie väterlich hast du für mich gewacht; mit wie viel Segen mich voll Huld bedacht! 7. Du hast mich eine Bahn geführet, wo jeden Schritt ein neuer Segen schmückt. Durch dich, dem aller Dank gebühret, war Rath und That für mich so oft beglückt. Ich fühle stets, auch mitten in Gefahr, wie stark dein Arm zu meiner Hülfe war. 8. Und noch, da mir die Kräfte schwinden und wenig Kraft des Lebens übrig ist, läßt du es reichlich mich empfinden: wie mächtig du auch in der Schwachheit bift. Du bist mein Schild, der mich bedeckt und schüßt, du bist mein Stab, der fest mich unterstützt. 9. Bisher hast du mich nicht verlassen, fehlt mir's gleich nicht an manchem sauren Tritt. Wie sollt' ich nicht die Hoffnung fas sen: du läßt mich nicht auch bei dem letzten Schritt. Fürwahr, du Verhalten zu besondern Zeiten. 384 bleibst auf meiner Bahn bei mir und nimmst zuletzt mit Ehren mich zu dir. Jahreswechsel. 775. Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2c. Er ruft der Sonn' und schafft den Mond, das Jahr darnach zu theilen; er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen; er ordnet Jahre, Tag und Nacht, auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Dank ertheilen. 2. Herr, der da ist, und der da war, von dankerfüllten Zungen sei dir für das verfloßne Jahr ein heilig Lied gesungen, für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, für Fried' und Ruh', für jede That, die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dieß Jahr gesegnet sein, das du uns neu gegeben. Verleih' uns Kraft, die Kraft ist dein, in deiner Furcht zu leben. Du schüßest uns, und du vermehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. 4. Gieb mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh' und Fren den; doch schadet mir das Glück der Welt, so gieb mir Kreuz und Leiden. Nur stårke mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern beneiden. 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlaßnen dich und der bedrängten Glieder. Gieb Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern Fürsten nieder, 6. Daß Weisheit und Gerechtig teit auf seinem Stuhle throne; daß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohne; daß Treu' und Liebe bei uns sei, vieß, lieber Vater, dieß verleih' in Christo, deinem Sohne. 776. Mel. Gott der Vater wohn' uns 2c. Tausend Jahre sind vor dir, wie einer unsrer Tage; und zum Tode reif sind wir am ersten unsrer Tage. Du nur bleibest, wie du bist. Du heißest uns entstehen, und deine Werke sehen, du rufft, und wir vergehen. Aller Zeiten Dauer ist ein Punkt in deinem Leben, und Ewigkeiten geben kein Maß von deinem Leben. Ewig warst du, du allein, und wirst von nun an ewig sein. 2. Mit dir unveränderlich ist deine Güt' und Stärke. Du er barmft dich väterlich der Menschen, deiner Werke. Du bist unsre Zuversicht, du sättigst uns mit Se. gen auf unsers Lebens Wegen, daß wir dich lieben mögen. Herr, wir sehn dein Angesicht, auch sterbend noch, voll Gnade. Selbst auf des Todes Pfade folgt uns noch deine Gnade. Sicher ruhn wir unsre Zeit, dann weckst du uns zur Ewigkeit. 3. Auch dieß Jahr, du Ewiger, das wir vollendet haben, wie erfüllt kam es daher mit deiner Güte Gaben, wie gesegnet war sein Lauf! Wir sahn, wie deine Treue sich, wohlzuthun, erfreue, sich jeden Tag erneue. Unser Dank stieg zu dir auf. Wir durften in den Nöthen des Lebens vor dich treten und findlich zu dir beten. Und du haft mit treuer Hand, was uns nicht gut war, abgewandt. 4. Freudig, Gott, beginnen wir dieß neue Jahr des Lebens. Niemals noch vertrauten dir wir Sterbliche vergebens. Auch vergebens dießmal nicht, wir werden es erfahren. Du wirst uns, Gott, bewahren vor Unfall und Gefahren; Gott, du wirst dein Angeficht mild über uns erheben; was nöthig ist zum Leben, wirst du uns Alles geben. Dankbar lehr' es uns empfahn, und unserm Ziel getrost uns nahn. Jahreswechsel. 5. Die schon an dem Ziele stehn der Pilgerschaft auf Erden, lehre freudig zu dir gehn, wenn sie gerufen werden. Führe selbst fie durch den Tod. Versöhnt in dei nem Sohne, gieb ihnen vor dem Throne des bessern Lebens Krone. Ewig gnadenreicher Gott, du wollft uns Alle leiten durch diese Nacht der Zeiten ins Licht der EwigkeiHerr der Ewigkeiten, dir, dir leben und dir sterben wir. ten. Mel. Vom Himmel hoch, da zc. Das alte Jahr ist nun entflohn; wir leben in dem neuen schon. Dank' ihm, o Volk, der gnädig ist, daß du noch hier versammelt bist. 2. Wie Mancher, der im alten Jahr noch frisch und munter um uns war, sank, eh' wir es vermeinten, hin, des Grabes Erde decket ihn. 3. Schauplaß der Vergånglichkeit, o pfeilgeschwinde Flucht der Zeit! Doch flieht die Zeit, so tröst' ich mich: mein Gram, mein Elend endigt sich. 4. Auch komm' ich durch die Flucht der Zeit dir näher, Himmelsselig. feit. Gott Lob, der Menschen Ungemach folgt mir nicht in den Himmel nach. 5. Im Staube beug' ich mich vor dir, du haft dieß Jahr, o Höchster, mir mit liebevoller Vater hand mehr, als ich werth bin, zugewandt. 6. Sieh' ferner, Herr, mit Freundesblick auf mein und meines Nächsten Glück; du halfft bis her in aller Noth und gabst uns unser täglich Brot. 7. Behüt' uns auch im neuen Jahr vor Theurung und vor Kriegsgefahr, uns treffe keiner Seuche Wuth, kein fressend Feuer, keine Fluth. 8. Entferne jeden Unglücksfall, gieb Heil und Wohlfahrt überall. 385 Und bricht ein Kreuz von dir herein, so laß es uns recht nüglich fein. 9. Ja, segn' uns, Herr, in dieser Zeit, und führ' uns dann zur Herrlichkeit. Da sagen wir dir ewig Dank, da preift dich unser Lobgesang. 778. Mel. Vom Himmel hoch, da 2c. erste Tag des Jahrs erscheint, das mir mein ewig treuer Freund, der Zeit und Menschen weislich lenkt, zum Zeichen seiner Gnade schenkt. 2. Auf, mein Gemüth, betrachte heut' die Wunder der vergangnen Zeit! Gedenk' an deines Schöpfers Huld; doch auch an deine Sündenschuld. 3. Mein Herz, o Vater, ist bereit zur frommen Pflicht der Dankbarkeit. Wo nehm' ich das Vollbringen her? Ein Dank für Gott ist mir zu schwer. 4. Allmächtiger, wer ist dir gleich? wer ist, wie du, an Gnade reich? Du giebst mit Lust, du liebest treu, und deine Gnad' ist tåglich neu. 5. Du hast mit väterlicher Hand mir täglich Gaben zugewandt, du hast mich bis hieher ernährt, mir Kleider, Speis' und Trank beschert. 6. Du hast mir Leiden zugeschickt, doch auch mein Herz mit Trost er. quickt, dein' Allmacht hat bei Tag und Nacht Leib, Seel', und Haus und Gut bewacht. 7. D Seele, woher kommt mir das, daß mir mein Gott ohn' Unterlaß sein Vaterherz so klar entdeckt, und mich durch Huld zum Dank erweckt? 8. Ich opfre meinen Lebenslauf dir, Gott, aufs Neu' mit Freuden auf; zeuch mich mit neuen Kräften an, daß ich dir heilig dienen kann. 9. Regiere mich durch deinen Geist, und gieb, so lang' es heute 25 Verhalten zu besondern Zeiten. 386 heißt, gieb Gnade, daß ich jeden Tag recht fromm und christlich leben mag. 10. Doch, wenn nach deinem weisen Rath mein Lauf dieß Jahr ein Ende hat, so laß durch Jesu Tod und Pein den letzten Tag den besten sein. 779. Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2c. Du, Gott, du bist der Herr der Zeit und auch der Ewigkeiten. Laß mich auch jetzt mit Freudigkeit dein hohes Lob verbreiten. Ein Jahr ist abermal dahin. Wem dank' ich's, Gott, daß ich noch bin? Nur deiner Gnad' und Güte. 2. Dich, Ewiger, dich bet' ich an, unwandelbares Wesen, dich, den kein Wechsel treffen kann. Wir werden, sind gewesen, wir blühen und vergehn durch dich; nur du bist unveränderlich, du warst, und bist und bleibest. 3. Herr, ewig währet deine Treu', uns gnädig zu begegnen, mit jedem Morgen wird sie neu, mit Wohlthun uns zu segnen. Ich fenne keinen Augenblick, da nicht von ihr stets neues Glück mir zugefloffen wäre. 4. Du hast auch im verfloßnen Jahr mich väterlich geleitet und, wenn mein Herz voll Sorgen war, mir Hülf' und Trost bereitet. Von ganzer Seele preis ich dich. Aufs Neue übergeb' ich mich, Gott, deiner weisen Führung. 5. Vergieb mir die gehäufte Schuld von den verfloßnen Lagen, und laß mich deine Baterhuld in Chrifto ferner tragen. Laß mich in deiner Gnade ruhn, und lehre lebenslang mich thun nach deinem Wohlgefallen. 6. Gieb neue Luft und neue Kraft, vor dir gerecht zu wandeln. Laß täglich mich gewissenhaft mit mir und Andern handeln. Dein Geift belebe Herz und Muth, dich, o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt zu lieben. 7. Die Welt vergeht; dieß reize mich, die Luft der Welt zu fliehen. Um beßre Freuden müsse sich mein Geist schon jetzt bemühen. Den En geln bin ich ja verwandt, im Himmel ist mein Vaterland, dahin, Herr, laß mich trachten. 8. lehre selbst mich, meine Zeit mit Weisheit anzuwenden und laß den Lauf zur Ewigkeit mit Vorsicht mich vollenden. Der Tage Last erleichtre mir, bis meine Ruhe einst bei dir kein Wechsel weiter störet. 780. Mel. Von Gott will ich nicht zc. Helft Gottes Gute preisen, stimmt, Christen, alle ein. Laßt uns ihm Dank erweisen, und sein uns innig freun. Er ist der Herr der Zeit, der ihren Lauf regieret, bisher uns gut geführet, und jetzt das Jahr erneut. 2. Mit Ernst laßt uns betrachten den Reichthum seiner Gnad', und so gering nicht achten den liebevol len Rath, den er an uns erfüllt. Er ist's, der uns zum Leben, was nöthig war, gegeben, und allen Jammer stillt. 3. Er hat uns noch erhalten sein Wort, und Fried' und Ruh', die Jugend und die Alten ernährt, und noch dazu mit milder Vaterhand viel Freuden ausgespendet, viel Unfall abgewendet von unserm gan. zen Land. 4. Er ist's, der unser schonet, aus gnadenvollem Rath. Denn hätt' er uns gelohnet nach unsrer Missethat mit Strafen, gleich der Schuld, wir wären längst gestor. ben und in der Noth verdorben. Wie groß ist seine Huld! 5.& r gönnt mit Vatertreue uns noch zur Beßrung Frist; und wenn bei wahrer Reue wir traun auf Jesum Christ und ihm zum Dienst uns weihn, so will er uns vergeben, und zum rechtschaffnen Leben selbst Hülf' und Kraft verleihn. Jahreswechsel. 6. Sei, Vater, hochgepriesen. Du haft so lange schon als Vater dich bewiesen durch Christum, deinen Sohn; wir bitten gläubig dich, gieb Heil zum neuen Jahre; Gott, Hilf uns, und bewahre und segn' uns väterlich. 2. W bitten dich, den ew'gen Sohn des Vaters in dem höchsten Thron, du wollest deine Christenheit bewahren ferner allezeit. 3. Entzieh' uns nicht dein heilsam Wort: es ist der Seelen Trost und Hort; vor falscher Lehr', Abgötterei behüt' uns, Herr, und steh' uns bei. 781. Mel. Vom Himmel hoch, da 20. Das alte Jahr vergangen ist. Wir ches Jahr uns sein. danken dir, Herr Jesu Christ, daß du uns in so viel Gefahr so gnädig haft behüt't dieß Jahr. 4. Hilf, daß wir fliehn der Sünden Bahn, recht fromm zu werden fangen an; der Sünd' des alten Jahrs nicht denk', ein gnadenreiches Jahr uns schenk'. 5. Chriftlich zu leben, seliglich zu sterben, Herr, verleih'. Durch dich laß uns einst fröhlich auferstehn, mit dir zur Seligkeit ein gehn. 6. Dir danken wir und loben dich mit allen Engeln ewiglich. D Jesu, unsern Glauben mehr' zu deines Namens Lob und Ehr'. 782. Mel. Vom Himmel hoch, da zc. Das Jahr, das nun vergangen ist, das danken wir dir, Jesu Christ. Du haft uns schon so manches Jahr bewahrt vor Elend und Gefahr. 387 dein Wort, erhalt' uns deinem Dienste treu von Sünd' und Aberglauben frei. 4. Hilf uns den Lastern widerstehn und deine Wege freudig gehn, bestrafe, Herr, durch dein Gericht, des alten Jahres Sünden nicht. 2. Wir, Gottes eingeborner Sohn, wir nahn uns bittend dei nem Thron', erbarmend segn' uns allezeit und deine ganze Christenheit. 3. Erhalt' uns, unser Heil und Hort, zum Unterricht und Trost 5. Gieb uns zu unsrer Pilgrimschaft, was wir bedürfen, Licht und Kraft, und laß dieß Jahr, das wir dir weihn, ein gnadenrei6. Laß fromm uns leben, selig einst uns sterben, und wenn du erscheinst, vom Tod' uns fröhlich auferstehn, und dein verherrlicht Antlitz sehn. wir mit allen Engeln ewig dir. 7. Dann danken, dann frohlocken Erhör' uns, Jesu, laß uns dein im Leben und im Tode sein. 783. Mel. Wach' auf, mein Herz 2c. Nun laßt uns gehn und treten mit Danken und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben bisher hat Kraft gegeben. 2. Wir gehn dahin und wandern von einem Jahr zum andern, wir Leben und gedeihen vom alten bis zum neuen, 3. Durch so viel Angst und Plagen, durch Zittern und durch Zagen, durch Krieg und große Schrecken, die oft die Welt bedecken. 4. Denn wie von treuen Müttern in schweren Ungewittern die Kinder hier auf Erden mit Fleiß bewahret werden, 5. Also auch und nicht minder, pflegt Gott uns, seine Kinder, wenn Trübfalswetter blißen, erbarmend zu beschüßen. 6. Ach, Hüter unsers Lebens, fürwahr es ist vergebens mit unserm Thun und Machen, wo nicht dein' Augen wachen. 7. Gelobt sei deine Trene, die alle Morgen neue, Lob deinen starken Händen, die allen Jammer wenden. 25* Verhalten zu besondern Zeiten. 388 8. Bleib ferner, wie wir bitten, o Vater, bleib auch mitten in unserm Kreuz und Leiden ein Brunnquell unsrer Freuden. 9. Gieb mir und Allen denen, die sich nach Hülfe sehnen, in unsern bangen Schmerzen vertrauensvolle Herzen. 10. Verschließ' des Jammers Pforten und laß an allen Orten, wo Menschen Blut vergießen, des Friedens Ströme fließen. 11. Gieb deinen milden Segen zu allen unsern Wegen; laß Großen und auch Kleinen die Gnadensonne scheinen. 12. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Berather, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und Habe. 13. Hilf gnädig allen Kranken, gieb fröhliche Gedanken den kummervollen Seelen, die sich mit Schwermuth quälen. 14. Und endlich, was das Meiste, füll' uns mit deinem Geiste, der uns mit Tugend ziere und zu dem Himmel führe. 15. Das Alles wollst du geben, du Herr von unserm Leben. segn' uns, so bewahre, so hilf im neuen Jahre. 784. Mel. Wie schön leuchtet der 2c. Wie kann und mag ich immer. mehr dich gnugsam preisen, Gott, mein Herr, für deine große Güte, die du mir in dem ganzen Jahr, das nun zurückgeleget war, erwiefen! Mein Gemüthe muß sich fröhlich dir zu Ehren lassen hören und mit Singen dir dein schuldig Opfer bringen. 2. Wer bin ich doch, was ist mein Haus? Du halfft mir stets so gnädig aus; wenn wir in Nithen waren, Gott, schadete uns je etwas? Vielmehr haft du ohn' Unterlaß uns lassen froh erfahren, wie sich reichlich deine Treue steté erneue, wenn man bauet auf dich, Herr, und dir vertrauet. 3. Wie groß auch sonst Noth und Gefahr bei Manchem deiner Kinder war in unserm Vaterlande, so hat doch deine starke Hand von uns das Uebel abgewandt und im vergnügten Stande deine Gnade uns erhalten. Drum die Alten sammt den Jungen ehren dich mit Herz und Zungen. 4. Und o daß wir doch, Vater, dir Dank sagen könnten nach Gebühr für deinen reichen Segen, für deine milde Gütigkeit, für deine Gaben aller Zeit auf unsern Lebenswegen! Doch, wer mag, Herr, sattsam loben dich dort oben? Laß dieß Lallen als ein Opfer dir gefallen. 5. Sei ferner unser Herr und Gott, verlaß uns ja in keiner Noth, hilf uns zu allen Zeiten. So bleiben wir nach Möglichkeit von ganzem Herzen stets bereit, dein Lob weit auszubreiten, bis wir von hier aufgenommen zu dir kommen und dort oben ewiglich dich werden loben. 785. Mel. Sollt' es gleich bisweilen ze. Vater aller Ewigkeiten, du nur ånderst Stund' und Zeiten, und auf dein allmächtig Wort rollt die Sonne täglich fort. 2. Durch dich geht sie auf und nieder und kommt jeden Morgen wieder, du bezeichnest wunderbar durch sie Stunden, Tag und Jahr. 3. Jahre låsfest du gleich Pfeilen zu uns kommen, von uns eilen, und, wie Traum und Schatten fliehn, fährt hier unsre Zeit dahin. 4. Nur bei dir, du Weltregie. rer, aller Sonnenheere Führer, nur bei dir, der Alles hat, findet nie ein Wechsel Statt. 5. Immer unerschöpflich fließet von dir, was der Mensch genießet; du, der Alles giebt und hat, wirst nie müde, arm und matt. asti 6. Kindlich freudig übergeben wir aufs Neu' dir unser Leben; nimmst du dich nur unsrer an, was ist, das uns schaden kann? 7. Deiner festen Vatertreue freut sich unser Herz aufs Neue. Alles, was da lebt und ist, freue, Gott, fich, daß du bist. Jahreswechsel. 8. Was uns auch in diesem Jahre Gutes, Bises widerfahre, führt uns unsrer Wohlfahrt zu, Alles, Alles, lenkest du. 9. Mach', o Vater deiner Kinder, mach' des Elends täglich minder, sei des Armen Zuversicht, und verlaß den Schwachen nicht. 10. Reicher mach' an jeder Tugend wie das Alter, so die Jugend. Von dem Säugling bis zum Greis lebe Alles dir zum Preis. 786. Wie schnell ist doch ein Jahr vergangen! Schon wieder eins ist angefangen in deinem Namen, Jesu Christ, der du stets unsre Hülfe bist. 2. Den ersten Tag, die erste Stunde erheb' ich dich mit Herz und Munde. Wie gut, wie gnådig bist du doch: ich bin, mein Gott, und lebe noch. 3. Ich lebe heute wie vom Neuen. Ich will mich meines Gottes freuen, und alle Menschen lad' ich ein: wir wollen unsers Gottes sein. 4. Er hat das Dasein uns gegeben; nur ihm gehöret unser Leben. Sein ist die Kraft, und sein die Zeit. Ihm sei auch unser Thun geweiht. 5. Er sei bei dem Gebrauch der Kräfte, der Endzweck nüßlicher Geschäfte. Das, was ein Jeder wirken kann, sei gern für seinen Ruhm gethan. 6. stärke, Vater, mein Bestreben, aufs Neue meiner Pflicht zu leben. Vollführe du, was ich nicht kann, stets führe mich auf ebner Bahn. 389 7. Und wank' ich, oder sink' ich nieder, so halte du mich, richte wieder mit deiner Hand mich Schwachen auf, und leite täglich meinen Lauf. 8. Laß deinen Geist auf Alle kommen, vermehre stets die Zahl der Frommen, kein Jahr sei diesem Jahre gleich, so herrlich mehre sich dein Reich! 9. Ach, segne jedes deiner Kinder. Mach unsers Elends tåglich minder; bedecke du mit treuer Hand den Fürsten und das Vaterland. 10. Laß Alle, die die Welt regieren, mit Weisheit ihre Zepter führen. Ihr Thun sei nur Gerechtigkeit; nur Friede, was ihr Mund gebeut. 11. Laß treue Hirten, fromme Heerden Ein Herz und Eine Seele werden; laß jene weise Führer sein, und Alle, Jesu, dir sich weihn. 12. Die Eltern, die dir heute flehen, laß Freud' an ihren Kindern sehen, und mach' durch deines Geistes Kraft sie alle weis' und tugendhaft. 13. Ach, sende, Vater, deinen Segen dem Jüngling und dem Greif' entgegen. Laß Alle deinen Geist empfahn, und nimm dich aller Schwachen an. 14. Erhöre das Gebet der Deinen. Laß nicht umsonst das Elend weinen; send' eilend Jedem Hülf' und Rath, der keinen Freund und Helfer hat. 15. Auf dich soll stets mein Auge schauen, auf dich nur, Herr, mein Herz vertrauen. Bist du mein Freund, o Jesu Christ, so hab' ich. was mir nöthig ist. 16. Dann führe mich durch Angst und Schmerzen; ich folge dir mit frohem Herzen. Bist du mein Freund, o höchstes Gut, so wird mein Glaube Heldenmuth. 17. Dann seg' ich, Jesu, dir zum Preise, mit Freuden meine Bilgerreise, geleitet durch dein Gnadenwort, durch alle Dunkelheiten fort. Verhalten zu besondern Zeiten. 390 18. Dann kann kein Unfall mich erschrecken: Gott kann, und Gott will mich bedecken, kam' auch mein Glück hier in Gefahr, wär' auch dieß Jahr mein Todesjahr. 19. Vater, deiner Vatertreue empfehl' ich Leib und Seel' aufs Neue. Du schenkest mir, ich zweifle nicht, Licht, Trieb und Kraft zu jeder Pflicht. 20. Die Sonne gehet auf und nieder, ein Jahr vergeht, ein Jahr kommt wieder; nur du, der allgenugsam ist, nur du bleibst ewig, der du bist. Beschluß des Jahres. 787. Mel. Nun sich der Tag geendet 2c. Schon wieder eilt von unsrer Zeit ein Lebensjahr dahin. So eilend fliehn zur Ewigkeit der Menschen Tage hin! 2. Ach, unaufhaltsam fliehen sie, und ich bemerk' es kaum. Des ganzen Lebens Glück und Müh' ist nur ein kurzer Traum. 3. Und doch ist dieser Traum ein Theil von meiner Prüfungszeit, an Elend fruchtbar, wie an Heil, für Welt und Ewigkeit. 4. Wohl mir, wenn jeder Augenblick zum Segen mir verschwand, wenn ich Gewissensruh' und Glück in guten Thaten fand. 5. Dann könnt' ich ohne Scham und Qual jetzt vor dem Richter stehn und heiter die durchlebte Zähl der Stunden übersehn. 6. Sei gnädig uns, denn wer vermag, Herr, zu bestehn vor dir? Ach, prüftest du nur einen Tag, wo, Richter, wären wir? 7. Långst wären wir vor dir nicht mehr, der Erde längst entrückt; nie hätten wir die Wiederkehr des neuen Jahrs erblickt. 8. Doch, Dank sei deiner Vaterhuld, noch sind und leben wir. Gott voll Langmuth nud Geduld, wir leben, Dank sei dir. 9. Wir leben; doch jetzt näher schon dem Ziel der kurzen Bahn, und näher täglich rückt der Lohn ver Ewigkeit heran. 10. lehr' uns unser beftes Theil, des Lebens Zweck, verstehn, zeig' uns den sichern Weg zum Heil, und stärk' uns, ihn zu gehn. 11. Dann werden wir uns immerdar, Gott, deiner Güte freun, und Jedem wird das neue Jahr zur Ewigkeit gedeihn. 788. Mel. Jesu Leiden, Pein und Tod 2c. Swig und unwandelbar, Gott, ist deine Gnade; und durch dich strömt immerdar Heil auf unfre Pfade. Tag und Jahre ändern sich, und wir selbst veralten; doch du bleibest, und durch dich werden wir erhalten. 2. Jedes unsrer Jahre schmückt deine Hand mit Segen, deine Vaterhuld beglückt uns auf unsern Wegen. Jeden Morgen sendest du Lebenskraft und Wonne, und durch dich kommt Trost und Ruh' mit der Abendsonne. 3. Auch des Jahres Lauf, den wir nun vollendet haben, war erfüllt, o Herr, von dir mit des Segens Gaben. Hüll' und Freude, Trank und Brot hast du mild gewähret, und in Wohlthat selbst die Noth und den Schmerz verkehret. 4. Daß uns deiner Allmacht Hand väterlich geleitet; daß du über Stadt und Land Ruh' und Glück verbreitet; daß der Arbeit Müh' und Schweiß uns durch dich gelungen, Gott, dafür sei Dank und Preis herzlich dir gefungen. 5. Freudig, Vater, treten wir in dieß Jahr des Lebens. Wann, o Herr, vertraute dir Giner je vergebens? Ja, du wirst dein An mitig gesicht über uns erheben, du wirst uns, wir zweifeln nicht, Speif' und Freude geben. Jahreswechsel. 6. Flüchtig ist die eble Zeit, groß sind unsre Pflichten; Lehr' uns für die Ewigkeit jede treu entrichten. Jede tugendhafte That laß uns wohlgelingen, fede Segen für den Staat und den Himmel bringen. Bei dem Anfange und Beschlusse des Kirchenjahres. 789. Mel. Vom Himmel hoch, da komm' ze. Nun kommt das neue Kirchenjahr, deß freuet sich der Christen Schar. Dein König kommt; brum freue dich, Volk der Erlösten, inniglich. 2. Wir hören noch das Gnadenwort, das Wort des Heils, vom Anfang fort, das uns den Weg zum Leben weist. Gott sei für seine Huld gepreist. 3. Gott, was uns deine Wahrheit lehrt, die unsern Glauben stärkt und mehrt, das bringe Früchte, daß wir dir Lob und Preis singen für und für. 391 laß uns Barmherzigkeit und Verzeihung aller Sünden in dem Blute Jesu finden. 790. Mel. Werde munter, mein 2c. Hilf, Herr, laß es wohlgelingen, hilf, ein neues Jahr geht an. Laß es neue Kräfte bringen, neuen Segen Jedermann. Deine Kirche und Gemein' laß dir, Herr, empfohlen sein. Neues Heil und neues Leben wollest du aus Gnaden geben. 2. Ja, es sei ein Jahr der Gnaden. Habe ferner noch Geduld. Herr, wir sind mit Schuld beladen, ach, erlaß uns unsre Schuld. Wirke selber Reu' und Leid, und 3. Der du uns dieß Jahr gegeben, gieb, daß dir's geheiligt sei. Hilf uns fromm und christlich leben; redlich, ohne Heuchelei und voll Bruderliebe sein; auch den Feinden gern verzeihn, daß wir glücklich hier auf Erden und dort ewig selig werden. 4. Jesu, laß uns fröhlich enden dieses angefangne Jahr. Leit' uns stets mit deinen Händen, halte bei uns in Gefahr, steh' uns bei in aller Noth, und verlaß uns nicht im Tod. D so können wir mit Freuden sterbend einst von hinnen scheiden. 791. Mel. Wach' auf, mein Herz zc. Hier sind wir, dich zu ehren, dich, dem wir angehören, dir, Vater, zu lobsingen, bir Preis und Dant zu bringen. 2. Noch leuchtet dir zur Ehre der Offenbarung Lehre, dieß Licht von dir bereitet, das uns zum Leben leitet. 3. Noch hast du uns verschonet, nach Sünden nicht gelohnet, mit Langmuth uns getragen, erhört Gebet und Klagen. 4. Du haft mit Strafgerichten die Schänder ihrer Pflichten noch nicht verderben wollen, weil sie sich bessern sollen. 5. Du duldest uns auf Erden; wir sollen frömmer werden, und, was wir sehn und hören, soll uns zu dir bekehren. 6. Herr, Gott von großer Treue, wir preisen dich. Erfreue uns noch mit deinem Lichte, führ' uns nicht zum Gerichte. 7. Wir preisen dein Erbarmen. Bergieb, o Gott, uns Armen; du wollest länger schonen, nicht nach Verdienst uns lohnen. 392 Verhalten zu besondern Zeiten. 8. Wir wollen voll Vertrauen gieb uns, was beglückt. Nach der auf deine Güte schauen, dein heil Prüfungszeit ruf' uns zur Seligsam Wort recht lernen, vom Bo- keit, zu deines Himmels Freuden. sen uns entfernen. 9. Hilf uns zu allen Zeiten, laß uns dein Auge leiten. Getreu sei jeder Lehrer und folgsam jeder Hörer. 10. Dein Friede wohn' im Lande, gieb Segen jedem Stande, nach überwundnen Leiden gieb uns des Himmels Freuden. 792. Mel. Ein' feste Burg ist unser 2c. Herr, deine Kirche danket dir. noch wohnt dein Wort im Lande. Von deiner Gnade haben wir noch deinen Geist zum Pfande. Kommt fie in Gefahr durch der Feinde Schar, dann, o Jesu Christ, befiege Macht und List, und herrsch' in jedem Lande. 2. Sei, Herr, mit uns, verlaß uns nie, uns, deines Leibes Glieder. Hilf deiner Kirch' und schüße sie: denn wir sind deine Brüder. Sie, die dir vertraut, hast du selbst erbaut, ach, erhalt' sie rein; und die den Bund entweihn, die heilige dir wieder. 3. Eins, Herr, ist, was den Frommen frånkt, daß unter deinen Christen noch Mancher deiner nicht gedenkt, beherrscht von sei nen Lüsten. Vieler Glaub' ist schwach, kalt die Lieb', und ach, fie bedenken nicht: es wartet ein Gericht auf sichre, tråge Christen. 4. Und du, o Jesu, bist so treu. Ach, daß wir frömmer wåren! Mach' alle Herzen rein und neu, Laß Alle sie bekehren. Gieb uns Wissenschaft, Glaube, Lieb' und Kraft, gieb Entschluß und Muth, zu wagen Ehr' und Blut zum Preise deiner Lehren. 5. Entferne 3wietracht, Krieg und Mord, erhalt' uns Ruh' und Frieden. Laß uns, gestärket durch dein Wort, im Guten nie ermůden. Mache leicht, was drückt. 6. Herr, deine Kirche streitet noch, hilf deiner Kirche siegen. Wie schwer ihr Kampf ist, müsse doch kein Kämpfer unterliegen. Hör' ihr findlich Flehn, eil', ihr beizustehn, daß fie standhaft sei, stets deiner Wahrheit treu. Hilf deiner Kirche fiegen. Jahreszeiten. 793. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Noch immer wechseln ordentlich des Jahres Zeiten ab, und früh und spät ergießet sich dein Segen, Gott, herab. 2. Noch öffnest du die milde Hand, Herr, wie du stets gethan; du segnest und du füllst das Land mit deinen Gütern an. 3. Von deinem Himmel, Höchster, tråuft Gedeihn und Fruchtbarkeit; die Saat geht auf, und blüht, und reift, und såttigt und erfreut. 4. Von dir gesegnet, giebt der Baum, wenn einer Schatten sucht, ihm unter seiner Zweige Raum, Erfrischung und auch Frucht. 5. Wie fröhlich lächelt jede Flur! Es fließt, sich immer gleich, der Freude Quell, und die Natur ist unerschöpflich reich. 6. Wem strömt sie nicht, von dir erfüllt, Luft und Erquickung zu? Wer ist so gut, se treu, so mild, so väterlich, wie du? 7. Herr, ohne dich vergingen wir, und wir verdienten's auch; und dennoch leben wir in dir, beseelt durch deinen Hauch. 8. Nicht Einem mangelt deine Huld. Wem strahlet nicht dein Licht? Mit welcher Langmuth und Geduld verschonit du unsrer nicht? Jahreszeiten. 9. O betet, Menschen, betet an, erwägt's und denket nun: Was hat nicht Gott an uns gethan? was wird er nicht noch thun? 794. Mel. Ich dank' dir schon durch zc. Du Herr und Schöpfer der Natur, der du an allen Enden allmächtig herrscheft, du hast nur den Wittrungslauf in Händen. 2. Du ordnest ihn, wie dir's gefällt, damit auf dieser Erde, was ihr die Fruchtbarkeit erhält, durch verbreitet werde. da3. Dein ist der Tag, dein ist die Nacht, bein sind des Jahres Zeiten, dein, was das Land voll Früchte macht, uns Nahrung zu bereiten. 4. Du sendest aus des Him mels Höh' uns Sonnenschein und Regen, und Thau, und Nebel, Reif und Schnee; und Alles uns zum Segen. 5. Du rufft den Donner, rufft den Wind, die Dünste zu zerstreuen, die den Geschöpfen Hindrung sind, hienieden zu gedeihen. 6. Oft brauchst du zwar als Diener sie, die Fluren zu verheeren; jedoch auch dann läßt du uns nie, Gott, deine Hülf' entbehren. 7. Auch irdischen Verluft weißt du zum höhern Glück zu lenken, und uns nach Kummer wieder Ruh', nach Thränen Lust zu schenken. 8. du, der mit allgut'ger Hand den Wittrungslauf regieret, dir bringe fedes Volk und Land den Preis, der dir gebühret. 9.& s ehre mit Zufriedenheit auch hier dein weises Fügen, und laffe nie von Aengstlichkeit und Unmüth sich besiegen. 10. Was immer auch für Wittrung ist, so halt' es daran feste: Was des Allweisen Rath beschließt, ist allezeit das Beste. 393 Frühling. 795. Mel. Sei Lob und Ehr' dem 2c. Gelobt sei, der den Frühling schafft, Gott, der den Erdkreis schmücket. Preis sei ihm, Ehre, Stärk' und Kraft, der, was er schut, beglücket. Der Herr erschafft, der Herr erhält; er liebt und segnet seine Welt. Lobfinget ihm, Geschöpfe. 2. Eh' noch der Mensch den Herrn verließ, in jenen bessern Tagen, war noch die Erd' ein Paradies, frei von der Sünde Plagen. Nun hat sie Sünd' und Straf' entfiellt; doch ist sie noch des Schöpfers Welt, ein Vorhof seines Himmels. 3. Das Land, das erst erstorben lag, erwacht und lebt nun wieder. Es strömet jeden neuen Tag sein Segen neu hernieder. Der Wurm, der in dem Staube lebt, der Vogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich seines Lebens. 4. Der Erden Antlik ist verjüngt, erheitert glänzt der Himmel, Gebirg', und Thal und Wald erklingt von freudigem Getümmel. Und der voll Erbarmen schaut herab, Allen Sein und Leben gab, auf seiner Schöpfung Werke. 5. Doch fühllos nur und unbeseelt sind Auen und Gefilde; auch hast du nicht das Thier erwählt zu deinem Ebenbilde. Der Mensch nur freuet deiner sich, kennt, fühLet und empfindet dich und hofft ein ewigs Leben. 6. Lobsinget ihm, er ist uns nah'; fingt, alle seine Heere: Der Herr ist allenthalben da, im Himmel, Erd' und Meere. Ich preise dich, ich finge dir: wo ich nur bin, bist du bei mir mit Allmacht, Lieb' und Gnade. 7. Du rufft die Wolken in das Land und stillst den Durst der Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch gesegnet werde. Verhalten zu besondern Zeiten. 394 Du machest Hagel, Thau und Wind, die deiner Allmacht Diener sind, zu unsrer Freude Quellen. 8. Selbst dann auch, wenn dein Donner braut, wenn Berg und Thal erzittern, strömt Stärkung, Segen, Fruchtbarkeit aus Nacht und Ungewittern. Dann bricht die Sonne neu hervor, und Alles jauchzt zu dir empor, vor dem die Wetter schweigen. 9. Von dir kommt, was uns hier erfreut, du Brunnquell aller Gaben. Dort wirst du uns mit Seligkeit in reichern Strömen laben. Wohl, wohl den Menschen, die schon hier sich dir ergeben, und einst dir in Chrifto freudig sterben. Sommer. 796. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Wie ist des Höchsten Huld so groß! Von seinem Segen schwer, entlastet sich der Erde Schooß. Bringt Preis und Ruhm ihm her. 2. Seht sie in ihrer vollen Pracht, vom Frühling erst verjüngt, wie reich ist sie durch Gottes Macht! Lobsingt dem Herrn! Lobfingt! 3. Wie schön der Sommer ist! wie er auf allen Fluren prangt! wie reich wird Flur und Au' umher! Lobfinget Gott, und dankt! 4. Die Heerden hüpfen; freude. voll måht schon der Mäher ab den Segen, der uns nähren soll, den Gottes Milde gab. 5. Wie hold und gütig ist doch Gott! Lobsingt, lobfingt dem Herrn! Er giebt uns unser täglich Brot, giebt mehr noch, und so gern. 6. Des regen Fleißes Lust und Lohn, die Ernten voll und schwer, erwarten ihren Sammler schon; wie fröhlich sammelt er! 7. O banket, banket Gott und liebt den Herrn, er ist so gut, den Herrn, der uns so reichlich giebt, und so viel Gutes thut. 8. Macht eure Tenn' und Scheuer voll. Der Herr, an Huld so reich, der Herr that euren Våtern wohl, und segnet nun auch euch. 9. Der Gute Quell versieget nie, fie fließt von Jahr zu Jahr, sie bleibt so groß und reich, als sie seit ihrer Schöpfung war. 10. Genießt mit froher Dankbarkeit den Segen eures Herrn; und wenn ihr seiner Huld euch freut, so gebt, wie er, auch gern. 11. Kein Armer darb', er seufze nte: Ach, mir nur mangelt Brot! Speift, Reiche, gern die Armen; sie sind auch, wie ihr, von Gott. 12. Ein solcher Dank gefällt ihm wohl, und er verheißt: daß euch stets Saat und Ernte segnen soll: denn er ist ewig reich. 13. Er sammelt einst uns våterlich, uns ewig zu erfreun, wenn wir ihm folgen, auch zu sich in seine Scheuern ein. Herbst. 797. Mel. Vor deinen Thron tret' ich zc. Geerntet ist der Felder Saat. Vom Herrn der Zeit gerufen, naht der Herbst mit seiner Fülle fich, und segnet und erfreut auch mich. 2. Der segensreiche Garten prangt mit vollen Zweigen, und verlangt, von seiner Frucht befreit zu sein, um Gottes Menschen zu erfreun. 3. Der Sänger in den Lüften schweigt, er, der in ferne Lande fleugt, wo Gott schon eine neue Saat und Frucht für ihn bereitet hat. 4. Denn Gott ernährt, was fleugt und webt, daß Alles fröh Jahreszeiten. lich set, was lebt, daß seine ganze Schöpfung Dank, und Jubel sei und Lobgesang. 5. Auf traubenvollen Hügeln schallt des Winzers Lob, und wie derhallt von Berg auf Berg: denn Most und Wein, giebt uns der Herr, uns zu erfreun. 6. Wie liebevoll, wie mild und gut ist Gott, der so viel Wunder thut! Der Jungling, wie der Mann und Greis sei fröhlich, sei sein Ruhm und Preis. 7. Auch wenn du alterst, sorgt für dich dein Herr und Gott, wie väterlich! er, der, wenn sich dein Abend naht, auch dann für dich viel Freuden hat. 8. Froh kannst du sterben, wenn du nur, wie seine segnende Natur, gesegnet haft, wenn er die Frucht, die er verlangt, umsonst nicht sucht. 9. Auch die Natur verblüht und stirbt, nur daß ihr Same nicht verdirbt, und schöner auflebt, wenn ihr Freund, der Frühling, wie derum erscheint. 10. So blühst und reifst du in der Zeit zu größerer Vollkommenheit. Stur sei ein guter Same, sei Gott auch bis in den Tod getreu. 395 die sich im nahen Frühling segensvoll entwickeln und uns nähren soll. 3. Die Erde pflegt nun mit. terlich die ihr vertraute Saat, 4. Doch nicht geräuschvoll, nur geheim. So nährt der Tugend ersten Keim ein Vater mit verborgner Luft in seiner schwachen Kinder Brust; 5. So thut, was Andre segnen kann, ein guter und bescheidner Mann, sucht, wenn sein Thun nur Gott gefällt, nicht das Geräusch des Ruhms der Welt. 6. Doch wachsen soll der Tugend Saat, blühn soll, was er im Stillen that, zu reichen Ernten in der Zeit, zu reichern in der Ewigkeit. 7. So wie der Felder Saat durch dich im Stillen keimt, und väterlich durch dich, o Höchster, wird gestärkt; bleibt es von uns gleich unbemerkt. des Winters Sturm; auch er, 8. Es brause fürchterlich umher auch er ist deines Segens Diener, Gott. Du thust uns wohl, auch selbst durch Noth. 9. Und wie viel Freuden haben wir, Mildthätiger, auch jetzt von dir, der du so väterlich uns trågst, in unsrer Hütt' uns wärmst und pflegst. 10. Herr, jeder Wechsel deiner Zeit entflamm' uns zu der Dankbarkeit, die deinen Willen gern erfüllt: denn du bist immer gut und mild. Winter. 798. 11. Du bleibst allmächtig stets und groß. Wir werden, wenn der Erde Schooß auch uns bedeckt hat, Mel. Vor deinen Thron tret' ich 2c. Gräbern gehn, Nicht für der Felder Segen nur, dich zu sehn, aus unsern stillen auch für den Schlummer der Na tur, für Frost und Winter danken wir, Herr, unser Gott und Vater, dir. 2.& in filberfarbenes Gewand schmückt Berge, Hügel, Thal und Land. Wie schön sind sie! Wen freuet nicht der tiefern Sonne mildres Licht? 12. Und auferweckt, das Feierkleid der himmlischen Unsterblichkeit anlegen, und vor deinem Thron dich preisen, Gott, und deinen Sohn; 13. Daß nun hinfort kein Wechsel ist, daß du in Allem Alles bist, ein Gott, der, wenn der Fromm' erwacht, ihn ewig, ewig selig macht. 396 Verhalten zu besondern Zeiten. Gewitter. 799. Mel. Nun sich der Tag geendet zc. Der hohe Himmel dunkelt sich, ein Wetter Gottes draut. Ich bebe nicht; ich freue mich, Gott, deiner Herrlichkeit. 2. Du zürnest, wenn du donnerst, nicht; du bist der Menschen Freund. Froh sei auch dann mein Angesicht, wenn uns dein Bliz erscheint. 3. Dem Sünder nur, der dich nicht kennt, dem bist du fürchterlich; dem aber, der dich Vater nennt, zeigst du als Vater dich. 4. Gut ist für uns der Sonne Licht, gut für uns Tag und Nacht; auch gut für uns ist dein Gericht, und deiner Bliße Pracht. 5. Du reinigst durch den Bliß die Luft, dein Negen kühlt die Saat, und deines Donners Stimme ruft: Seid rein von Missethat. 6. Doch wir sind Menschen, und du weißt, wie schwach wir, Vater, find, hilf, daß sich unser schwacher Geist in deine Wege find'. 7. Laß frei das Herz von Nengsten sein, wenn uns dein Wetter droht. Weg, bange Furcht! Wir sind ja dein, und lieben dich, o Gott. 800. Mel. Herzliebster Jesu, was haft zc. Kommt, laßt uns Gott und seine Größ' erheben, ihm Preis und Ruhm, auch wenn er donnert, geben, wenn seine Blizze auch die Erd' erschüttern, nicht heidnisch zittern. 2. Nicht wähnen, daß wir nur erbeben sollen, wo Donner unter seinem Throne rollen, und daß, wo Blize flammen, dann zur Rache sein Zorn erwache. 3. Sie zeugen, Gott, wie alle deine Werke, von deiner Weisheit, deiner Huld und Stärke. Gleich herrlich ist im Sturm' und in der Stille dein Nath und Wille. 4. Von tiefer Ehrfurcht, Herr der Natur Erschütterungen, auch vor dir durchdrungen, sehn wir in Güte, die sie schmücket und belebet, selbst, wenn sie bebet. 5. Fruchtbarer wird sie dann, wie deine Frommen, geprüft zu werden, oft in Trubsal kommen. Sie leiden, durch Geduld zu edlen Werken sich mehr zu stärken. 6. Dann reifen fröhlicher der Tugend Saaten zu mannichfaltigern und schönern Thaten. Sie werden, wenn die Trübsal sie bewähret, nur mehr verklåret. 7. So strahlt, wenn Donner die Natur erschüttern, in größrer Schönheit sie nach Ungewittern; als schmückte sie nun eine neue Sonne mit neuer Wonne. 8. Verderbenvolle Dünst' entfliehn und Seuchen, die uns und unsern Heerden drohn, entweichen; auch athmen wir, von leichtrer Luft umgeben, mehr Kraft, mehr Leben. Donner toben, Allmächtiger, nicht 9. Wie sollten wir, wenn deine deine Güte loben? Dir bringen wir für alle deine Werke, Herr, Preis und Stärke. 801. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen 2c. Der Mächtige, der Herr der Götter, vor dem der Engel niederfällt, Gott redet donnernd aus dem Wetter, und ruft voll Majestät der Welt. Anbetend sinkt der Erdfreis nieder, der Wald ertönt, es bebt die Flur, und Blize sagen's Bligen wieder: Uns lenkt der Herrscher der Natur. 2. Auch dich laß seine Stimme rühren, sei ganz Empfindung, 0 mein Herz. Den Dank, das Lob, die ihm gebühren, entweihe fein unheil'ger Scherz. Auch Donner Jahreszeiten. rufen Gottes Kindern von ihrem Vater Segen zu; sie rufen schonend sichern Sündern; und ihren Ruf verstehst auch du. 3. Verstumme, freches Heer der Spötter, Furcht und Verzweiflung warten dein. Der Herr ist Gott, es sagt's das Wetter. Die Welt, die ganze Welt ist sein. Ihr bebt, Elende, wollt ihr fliehen? Kein Ort schüßt euch und euren Spott. Nichts kann dem Mächt'gen euch entziehen: er kennt, er straft euch: er ist Gott. Aussaat. 802. Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. Liebreicher Gott, dein Segenswort erzeiget sich noch immerfort in seiner Kraft auf Erden, daß unser Feld mit Nuß bestellt und angebaut kann werden. 2. In Hoffnung streun wir Samen aus; boch, segnest du nicht Feld und Haus, so ist die Müh vergebens. Nur deine Kraft und Gute schafft uns Unterhalt des Lebens. 3. Laß unsre Saat gesegnet sein, gieb Regen, Wind und Sonnenschein, daß Wachsthum und Gebeihen uns spåt und früh nach Sorg' und Müh' einst wiederum erfreuen. 4. Bewahre sie das ganze Jahr vor so vielfältiger Gefahr, die leicht fie kann verlegen, und den, den heut' sein Feld erfreut, in Kummer bald versegen. 5. Bei solcher Saat seh' ich allhier zugleich manch tröstlich Bild von mir. Denn unter Sturm und Winden erhebt sie sich; so muß auch ich durch Kreuz den Himmel finden. 6. Und wie das Körnlein erst verdirbt und in der Erde gleichsam stirbt, um neue Frucht zu bringen; so werd', o Gott, ich durch den Tod ins beßre Leben bringen. 397 7. Auf diesen seligen Gewinn freut sich bereits mein Herz und Sinn; muß ich bei trüben Fällen die Thränensaat nach deinem Rath gleich öfters hier bestellen. 8. Nur mache mich, o Gott, bereit im Glauben und Gottseligkeit viel gute Frucht zu bringen. So will ich dir dereinst dafür in Ewigkeit lobsingen. Ernte. 803. Mel. Wach' auf, mein Herz, und 2c. Kommt, laßt uns Gott lobsingen und Preis und Dank ihm bringen, für seiner Ernte Gaben, die wir gesammelt haben. 2. Aus seinem Ueberflusse zum freudigen Genusse hat er uns, was zum Leben uns nöthig ist, gegeben. 3. Die Scheuern sind voll Se gen: denn er gab Thau und Regen der Frucht, der wir uns freuen, Schuß, Wachsthum und Gedeihen. 4. Preis, Herr, sei deiner Milde, daß Auen und Gefilde, was wir gesået haben, so reichlich wiedergaben. 5. Preis sei dir, unserm Retter. Oft drohte Sturm und Wetter den Untergang der Saaten; und doch sind sie gerathen. 6. Sie sproßten auf und grünten, ob wir's gleich nicht verdienten, und schmückten die Gefilde durch deine Batermilde. 7. Wie bist du, Gott, so gütig, so huldreich und langmüthig! Du schaffft, daß stets die Erde verjüng und fruchtbar werde. 8. Rühr' uns durch deine Gnave, gern auf der Tugend Pfade zu gehn daß deiner Treue stets unser Herz sich freue. 9. Du läßt uns reichlich ernten. daß wir dankvoll lernten, dir ähnlich, uns der Armen mitleidig zu erbarmen! Verhalten zu besondern Zeiten. 398 10. Wenn wir die gern erquicken, die Noth und Mangel drücken, so wirst du, was zum Leben uns noth ist, ferner geben. 11. Hoch seist du stets erhoben, bis wir, dich dort zu loben, gebracht in deine Scheuern, ein ewig Feft dir feiern. 804. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. daß doch bei der reichen Ernte, womit du, Höchster, uns erfreuft, ein Jeder froh empfinden lernte, wie reich du, uns zu segnen, seist, wie gern du unsern Mangel stillst und uns mit Speis' und Freud' erfüllst. 2. Du siehst es gern, wenn deiner Güte, o Vater, unser Herz fich freut, und ein erkenntliches Gemüthe auch das, was du für diese Zeit uns zur Erquickung hast bestimmt, mit Dank aus deinen Hånden nimmt. 3. So kommt denn, Gottes Huld zu feiern, kommt, Christen, laßt uns seiner freun, und bei den angefüllten Scheuern dem Herrn der Grnte dankbar sein; ihm, der uns stets Versorger war, bringt neuen Dank zum Opfer dar. 4. Nimm gnädig an das Lob der Liebe, das unser Herz dir, Vater, weiht. Dein Segen mehr' in uns die Triebe zum that'gen Dank, zur Folgsamkeit, daß Preis für deine Batertreu' auch unser ganzes Leben sei. 5. Du nåhreft uns bloß aus Erbarmen. Dieß treib' auch uns zum Wohlthun an. Nun sei auch gern ein Troft der Armen, wer ihren Mangel stillen kann. Herr, der du aller Vater bist, gieb Jédem, was ihm nüßlich ist. 6. Thu' deine milden Segenshånde, uns zu erquicken, ferner auf; versorg' uns bis an unser Ende, und mach' in unserm Lebenslauf uns dir im Kleinsten auch getreu, daß einst uns größres Glück erfreu'. 7. Bewahr' uns den geschenkten Segen, gieb, daß uns sein Genuß gedeih', und unser Herz auch seinetwegen dir dankbar und ergeben sei. Du, der uns täglich nährt und speist, erquick' auch ewig unsern Geist. 805. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. Wir fingen, Herr, von deinen Segen, wiewohl sie nicht zu zählen sind. Du giebst uns Sonnenschein und Regen, Frost, Hiße, Donner, Thau und Wind. blüht und reifet unsre Saat nach deinem wundervollen Rath. 2. Der Himmel träufelt lauter Güte, die Erd' ist deiner Schåpe voll, damit ein achtsames Gemüthe dich finden und bewundern soll. Groß bist du, deine weise Macht hat Alles dieß hervorgebracht. 3. So sei die Liebe denn gepriesen, gepriesen sei die Wunderkraft, die auf den Feldern, auf den Wiesen den Erdbewohnern Nahrung schafft. Du nährest uns, wir werden satt; bu giebst, daß man noch übrig hat. 4. Du schütteft deines Segens Fülle herab, die wir doch nicht verdient. Es ist allein dein guter Wille, daß Feld, und Au' und Garten grünt, und uns, sind wir es gleich nicht werth, die Frucht der Erde reichlich nährt. 5. Bewahre ferner unsre Saaten und unsre Häuser, Hab' und Gut. Bewahr' uns auch vor Missethaten, vor Wollust, Geiz und Uebermuth, weil sonst im reichften Ueberfluß die Seele doch ver. derben muß. 6. Ja, wenn wir dir nicht dankbar wären, der du als Vater an uns denkst, so wird der Fluch das Gut verzehren, womit du liebreich uns beschenkst. Wird auch der Vorrath nicht zerstreut, so mangelt doch Zufriedenheit. Tageszeiten. Morgen. 399 7. So wollen wir denn hier ßen. Ist gleich bei uns kein Saauf Erden des Guten Samen aus zustreun nie müde, nie verdroffen werden, und uns vielmehr der Ernte freun, die einst nach dieser Zeit der Saat dein Rath für uns ersehen hat. naan, wo Milch und Honig fließen, so wird von Gott doch unser Brot zur Nothdurft uns bescheret, wenn man ihn gläubig ehret. 7. Was Gott thut, das ist wohl gethan, der Alles weislich füget, deß Vorsicht niemals irren kann, deß Wohlthun niemals truget. Bei einer tárglichen Ernte. Froh danken wir, Erhalter bir und preisen deine Güte mit gnügsamen Gemüthe. 806. Mel. Was Gott thut, das ist zc. Was Gott thut, das ist wohl gethan. So denken Gottes Kinder. Wenn man nicht reichlich ernten kann, liebt er uns doch nicht minder. Er zieht das Herz doch himmelwärts, ob wir gleich oft auf Erden beim Mangel traurig werden. 2. Was Gott thut, das ist wohl gethan. Im Nehmen und im Geben sind wir bei ihm stets wohl daran, und können ruhig leben. Er nimmt und giebt, weil er uns liebt, und seine Hände müssen wir stets in Demuth küssen. 3. Was Gott thut, das ist wohl gethan. Er zeigt uns oft den Segen, und, ehe man ihn ernten kann, muß sich die Hoffnung legen. Weil er allein der Schuß will sein, so nimmt er andre Güter, und bessert die Gemüther. 4. Was Gott thut, das ist wohl gethan. Es geh' nach seinem Wil. len. Läßt sich es gleich zum Mangel an, weiß er ihn doch zu stillen, ob gleich das Feld nicht viel enthält. Man kann bei wenig Brocken satt werden und frohlocken. 5. Was Gott thut, das ist wohl gethan. Das Feld mag traurig stehen; wir gehn getroft auf sei ner Bahn, und wollen ihn er. höhen. Sein Wort verschafft uns Lebenskraft, es nennt uns Got tes Erben. Wie können wir verderben? 6. Was Gott thut, das ist wohl gethan. So wollen wir stets schlie. Tageszeiten. Morgen. 807. Mel. Ich dank' dir schon durch zc. Mein erst Gefühl sei Preis und Dank, erheb' ihn, meine Seele: der Herr hört beinen Lobgesang, lobsing' ihm, meine Seele. 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht lag ich und schlief im Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht, und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß, und schüßt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? wer ruft dem Tag' und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Herr und Gott der Welt, und dein ist unser Leben; du bist es, der es uns erhält, und mir's jetzt neu gegeben. 6. Gelobet seist du, Gott der Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue. 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. Verhalten zu besondern Zeiten. 400 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr, auf dich hofft meine Seele, sei mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wenn ich fehle, 9. Gieb mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb' und Ruhe, ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn' und willig thue, 10. Daß ich, als ein getreuer Knecht, nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe; 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an Andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue; 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße, und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe. 808. Mel. Christus, der ist mein 2c. Noch läßt der Herr mich leben. Mit fröhlichem Gemüth eil' ich, ihn zu erheben, er hört mein frühes Lied. 2. Zu ihm entzückt mich wieder der Morgensonne Pracht; ich falle vor ihm nieder, der sie und mich gemacht. 8. Sie führe mich auch heute auf deiner Tugend Pfad; du Ewigweiser, leite mich selbst nach deinem Nath. 9. Nur Eins laß mich erflehen, das christlich weise Herz, auf dich stets aufzusehen in Freuden, wie im Schmerz. 10. Daß ich am ersten trachte nach dem, was dir gefällt, mehr deinen Beifall achte, als allen Ruhm der Welt, 3. Du, Herrscher aller Welten, nimmst dich auch meiner an. Wie soll ich dir vergelten, was du an mir gethan? 4. Wirst du nach Opfern schauen? fie gelten nichts vor dir; du føverst nur Bertrauen, nur Liebe, Gott, von mir. 5. So will ich dir lobsingen, mich deines Namens freun, nach deiner Gnade ringen, mein ganzes Herz dir weihn. 6.D Tilger meiner Sünden, mein Mittler, Jesu Christ, laß mich den Troft empfinden, daß du so gnädig bist. 11. Daß ich, dir innig trauend, das Gute standhaft thu', und froh, gen Himmel schauend, denk': Herr, mich siehest du. 12. Bereit, den Lauf zu schlieBen auf deinen Wink, o Gott, und ruhig im Gewissen, so finde mich der Tod. 7. Dir hab' ich mich ergeben; ich freue mich in dir: erfreuender als Leben ist deine Güte mir. 809. Mel. Wie schön Leuchtet der 2c. Dich seh' ich wieder, Morgenlicht, und freue mich der edlen Pflicht, dem Höchsten Lob zu singen. Ich will, entbrannt von Dankbegier, o mildester Erbarmer, dir mit heil'. gem Muth lobsingen. Schöpfer, Bater, deine Treue, rührt aufs Neue mein Gemüthe; froh empfind' ich deine Güte. 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was wär' ich, hättest du nicht dich so hülfreich mir bewiesen! Zu meinem Leben segest du jetzt einen neuen Tag hinzu; sei hoch dafür gepriesen. Durch dich bin ich; und ich merke neue Stärke. Dich erhebe meine Zunge, weil ich lebe. 3. Verleih', o Gott der Lieb' und Macht, daß Sünd' und Gram, wie diese Nacht, auf ewig von mir fliehe, daß ich die kurze Lebenszeit, in christlicher Zufriedenheit, zu nüßen mich bemühe. Prüfe, siehe, wie ich's meine. Dir ist teine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht, verborgen. 4. Ich bin ein Christ. O Herr, verleih', daß ich des Namens wür Tageszeiten. dig sei: mein Ruhm sei deine Gnade. Denn ach, was bin ich ohne dich? ein irrend Schaf. Erhalte mich, mein Hirt, auf deinem Pfade; stårk' mich, daß ich stets mich übe, deine Liebe zu betrachten, über Alles dich zu achten. 5. Auch im Geräusch der Welt foll mich der himmlische Gedank' an dich oft still zu dir erheben. Im dunkeln Thale wall' ich hier; einst nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und höhern Leben. Auf dich hoff' ich. Herr, ich werde mich der Erde gern entschwingen, dir dort ewig Lob zu singen. 2. Daß nicht im tiefen Schlummer des Lebens Licht verlischt, und daß mich, frei von Kummer, ein sanfter Schlaf erfrischt, das dank' ich deiner Macht und deiner Vatertreue. Durch sie bin ich aufs Neue mit heiterm Muth er wacht. 3. Beschüßer meiner Seele, ich harre stets auf dich. Was ist's, das ich mir wähle? D wähle du für mich, gieb, was mir nüßlich ist, du, dem ich Alles vanke. freudigster Gedanke sei: daß du um mich bist. Mein 4. Er schrecke mich von Sünde zurück, er feure mich zur Tugend an, entzünde stets mein Vertraun auf dich. Ach, das zerstoßne Rohr, das willst du nicht zerbrechen. Dieß gnädige Versprechen hålt jezt mein Herz dir vor. Morgen. men keinen, hilf allen Traurenden. Du eilft zwar ohnedem gern Jedem beizustehen; doch ist der Liebe Fle. hen dir, Vater, angenehm. 401 811. Mel. Dir, dir, Jehovah, will ich zc. 810. Dich, dich, mein Gott, will ich erheben. Du warst mein Schirm in der verfloßnen Nacht, erquickMel. Aus meines Herzens Grunde 2c. test mich, erhieltst mein Leben und schafftest es, daß ich vergnügt erner so gedenkst und wieder einen Tag zum Heil mir schenkst? Allmächtiger, ich hebe mein Aug' wacht. Wer bin ich, daß du meiempor zu dir. Preis dir, durch den ich lebe, und neuen Dank dafür. Herr, deine Huld ist groß; und niemals hat das Lallen des Dankes dir mißfallen, das aus dem Herzen floß. 5. Beglücke du die Meinen mit deinen Segnungen, verlaß der Ar. 6. Gott, dem ich angehöre, dein Friede ruh' auf mir. Mein Seufzen, meine Zähre, Erbarmer, ist vor dir. Deß soll mein Herz sich freun. Wer dir nicht traut, der bebe. Ich sterbe, oder lebe, so bin ich ewig sein. 2. Auch über mir ist deine Güte noch immerfort mit jedem Morgen neu. Mit innig dankendem Gemüthe fühl' ich die Größe deiner Vatertreu'. Auch diesen Tag will ich mich deiner freun, auch er soll dir zum Dienst geheiligt sein. 3. Vor deinen Augen will ich wandeln und treu das thun, was dir, mein Gott, gefällt; gewissenhaft in Allem handeln, und standhaft fliehn die schnöde Lust der Welt. stärke selbst mit deiner Hülfe mich: denn was vermag ich Schwacher, ohne dich? bringen, daß ich ihn ohne Reu' be4. Laß diesen Tag mich so vollschließen kann. Soll guter Vorsatz mir mißlingen, so schreib' den Vorsay selbst zum Heil mir an. Auch dieser Theil von meiner Uebungszeit sei mir Gewinn noch für die Ewigkeit. 5. Gieb mir auch heute, was mir nüßet; vor Allem aber gieb ein ruhig Herz, das sich auf deine Vorsicht stützet und dir vertraut, auch in dem größten Schmerz. 26 Verhalten zu besondern Zeiten. 402 Du weißt, was mir zum wahren Wohl gebricht; und du versäumft gewiß mein Bestes nicht. 6. In diesem kindlichen Bertrauen will ich getroft an mein Geschäfte gehn, auf deinen sichern Beistand bauen und deiner Fügung still entgegen sehn. Ich weiß, du führst mich auf der rechten Bahn, und nimmst mich einst gewiß zu Ehren an. 812. Mel. Gott des Himmels und 2c. Der du alle deine Werke liebtest, Gott, von Ewigkeit, du bist auch mit Huld und Stärke ihnen nahe in der Zeit. Deine Güt' und deine Treu' ist mit jedem Morgen neu. 2. Unter vielen Millionen fiehst du liebreich auch auf mich; sicher läffest du mich wohnen und beschirmst mich väterlich. Dafür preist mit neuem Dank dich mein früher Lobgesang. 3. Darf ich, Erd' und Staub, es wagen, froh zu dir empor zu sehn, meinen Kummer dir zu klagen, findlich frei dich anzuflehn? Ja, durch Christum hab' auch ich dieses Zutraun gegen dich. 4. Du läßt meine Kümmernisse im Vertraun auf dich entfliehn. So entflohn die Finsternisse, da die Morgensonn' erschien. Keine Sorge raube mir meine Freudigkeit zu dir. 5. Du gewährst mir neue Stunden zur Vollbringung meiner Pflicht. Werd' ich da nur treu befunden, so bin ich voll Zuversicht, wenn mein Richter nun erscheint, der erhabne Menschen. freund. 6. Stärke du mich Schwachen, leite mich mit deinen Segnungen. Ich ergebe mich auch heute deinen weisen Fügungen. Herr, mich sieht bein Vaterblick: o wie groß ist dieß mein Glück. 813. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. Zu deinem Preis und Ruhm erwacht, bring' ich dir Ruhm und Preis, dir, Gott, der durch die Ruh' der Nacht uns zu erquicken weiß. 2. Vater, deine Gütigkeit ist alle Morgen neu. Du thuft uns wohl von Zeit zu Zeit; und groß ist deine Treu'. 3. Jest schenkst du mir zu meinem Heil von Neuem einen Tag. Gieb, daß ich davon jeden Theil mit Weisheit nüßen mag. 4. Die Zeit, in deiner Furcht vollbracht, bringt ewigen Gewinn. So fließe vor dir, Gott der Macht, auch dieser Tag mir hin. 5. Biggang, in meinem Stande treu, Gieb, daß ich fern von Miund, wenn ich kann, mein Lebenlang bereit zu dienen ſei. 6. In Allem, was ich denk' und thu', sei dein Gebot vor mir; und wenn ich von Geschäften ruh', so sei mein Herz bei dir. 7. Was du mir zum Vergnügen giebst, vermehr' in mir die Luft, ganz dein zu sein, der du mich liebst, mir so viel Gutes thust. 8. Wenn Sorg' und Kummer mich befällt, so laß mich auf dich schaun und deiner Vorsicht, Herr der Welt, mit frohem Muthe traun. 9. An deiner Gnade gnüge mir. sie ist mein bestes Theil, mein Trost und meine Zuflucht hier, und dort mein volles Heil. 814. Mel. Ich dant' dir schon durch 2c. Ermuntre dich, mein Geist, du mußt zu Gottes Throne treten. Genieße früh die hohe Luft, den Schöpfer anzubeten. 2. Fr, er hat mich zu rechter Zeit aus Nichts ans Licht gezogen, und hat mein Glück von Ewigkeit allgütig abgewogen. Tageszeiten. 3. Gelobt, mein Gott, sei deine Treu', gelobt sei deine Güte. Auch heut' wird sie mir wieder neu; froh dankt dir mein Gemüthe. 4. Vom süßen Schlaf, o Herr, erquickt, fühl' ich die Kraft der Sonne, und abermals seh' ich entzückt der Schöpfung Pracht und Wonne. 5. Vater, nimm dich meiner an auf allen meinen Wegen, erhalte mich auf ebner Bahn, und gieb mir deinen Segen. 6. Erinnre mich an meine Pflicht, an mein Berufsgeschäfte; gieb mir dazu der Weisheit Licht, und neue Geifteskräfte. 7. Herr, laß mein Herz zu aller Zeit auf deine Vorsicht bauen, in aller Noth, mit Freudigkeit und findlichem Vertrauen. 8. Dir ist bekannt, Herr, was mich kränkt, du kennest meine Sorgen; und was mein Herz nur wünscht und denkt, ist dir, Gott, unverborgen. 9. Laß weislich mich die Brüfungszeit zu meinem Heil verwenden: bu foderst in der Ewigkeit fie einst von meinen Händen. 10. Behüte, Herr, und segne mich; und was du mir beschieden, erhalte mir auch väterlich, und gieb mir deinen Frieden. 815. Mel. Werde munter, mein 2c. Wenn ich einst von jenem Schlummer, welcher Tod heißt, aufersteh' und von dieses Lebens Kummer frei, den schönern Morgen seh', o dann wach' ich anders auf; schon am Ziel ist dann mein Lauf. Träume sind des Pilgers Sorgen, großer Tag, an deinem Morgen. 2. Gieb, daß keiner meiner Tage, Geber der Unsterblichkeit, fenem Richtenden einst sage, er sei ganz von mir entweiht. Auch noch heute wacht' ich auf; Dank dir, Herr. Zu dir hinauf führ' mich jeder meiner Tage, jede Freude, jede Plage. Morgen. 403 3. Daß ich gern sie vor mir sehe, wenn ihrlegter nun erscheint. Wenn zum dunkeln Thal ich gehe, und mein Freund nun um mich weint, lindre dann des Todes Pein, und daß mich den Stärksten sein, mich, der ihn gen Himmel weise und dich, Herr des Todes, preise. 816. Mel. Wer nur den lieben Gott: c. Ermuntert euch, erquickte Glieder, die dunkeln Schatten sind vorbei. Der liebe Morgen zeigt sich wieder und machet Gottes Güte neu, die mich in dieser Nacht bedeckt, und nun zur Arbeit aufgeweckt. 2. Gott, dir sei Preis: benn ohne Schaden verstrich der Ruhe stille Zeit; und durch den Reichthum deiner Gnaden fühl' ich mein Leben jetzt verneut. Ich bin vergnügt, ich bin erquickt und warte, was Gott heute schickt. 3. Sein guter Geist wird mich regieren, der leite mich auf ebner Bahn, und helfe mir mein Werk vollführen; in seinem Namen fang' ich's an. Sein Segen wird mein Sonnenschein und seine Huld mein Schatten sein. 4. Mein Gott, so laß dich gnådig finden, dir hab' ich Alles heimgestellt. Ach, nur behüte mich vor Sünden; doch, wenn das Fleisch aus Schwachheit fällt, so richte mich durch Sesum auf und segne meinen Lebenslauf. 5. Weil jeder Tag von unsern Tagen auch seine Plage mit sich führt, mein Gott, so laß mich nicht verzagen, wenn mich ein Kreuz und Unglück rührt. Du leitest mich auf dunkler Bahn und nimmst mich dort zu Ehren an. 6. Nun Seel' und Leib sei dir ergeben, wo Alles gut und glücklich steht. Und wenn der Rest von meinem Leben mit diesem Tag zu Ende geht, so machest du burch Christi Blut auch meinen letzten Abschied gut. 26* Verhalten zu besondern Zeiten. 404 7. Wohlan, deß tröst' ich mich im Glauben: im Glück und Unglück bin ich dein; aus deiner Hand kann mich nichts rauben. Drum foll mein stetes Denkmal sein, das mir im Sinn und Herzen liegt: Was mein Gott fügt, macht mich vergnügt. 817. Mel. Das walt' mein Gott 2c. Voll Zuversicht und kindlich frei komm' ich aufs neu, Gott, vor dein Angesicht. Ich preise dich und freue mich deiner Vatertreue beim neuen Morgenlicht. 2. Allmächtiger, wen deine Macht schüßt und bewacht, wie sicher ruhet der! Getrost, wenn's um ihn stürmet, ruht er, von dir beschirmet, und froh erwachet er. 3. Ja, Gutigster, froh steh' ich hier jetzt auch vor dir. Du schüßest mich, o Herr, daß mich kein Unfall tödte. Mit jeder Morgenröthe stellst du mein Leben her. 4. Du Heiligster, ach, rechnest du mir Sünde zu, wo blieb ich Strauchelnder! Des Mittlers der Erlösten, deß will ich mich getrosten; auch mich begnadigt er. 5. Barmherzigster, wie våterlich erträgst du mich, fehl' ich gleich oft und sehr! Ihm, der sich hingegeben für mich, ihm will ich leben, und nie der Sünde mehr. 6. Allwissender, ich trau' auf dich, du kennest mich; der Trost, wie süß ist er! Uns, wenn wir leiden müssen, von dir gesehn zu wiffen; was ist erquickender? 7. Und, Weisester, du wogst uns dar, was heilsam war; was sorgt ein Sterblicher, dem sein Geschick verborgen? Dich, Vater, laß ich sorgen, dich, meines Lebens Herr. 818. Mei. Warum betrübst du dich: c. Ihm, der das Licht entstehen hieß, und mich gesund erwachen ließ, sei Preis und froher Dank. Des neuen Morgens Heiterkeit sei meinem Gott zuerst geweiht. 2. Sieh', Herr, ich unterwinde Staub mich, mit dir zu reden. bin ich, von deinem Hauch beseelt. Gleich als ein Todter lag ich hier; daß ich noch lebe, dank' ich dir. 3. Und jedes Gut, deß ich mich freu', empfang' ich jego wieder neu aus deiner milden Hand. Mein Auge wird, wohin es blickt, von Wundern deiner Huld entzückt. 4. Dich, dem ich nichts vergel ten kann, dich, Bater, bet' ich kindlich an. Ich opfre dir mein Herz. Ein Herz voll Dank und Zuversicht verwirfst du, Hocherhab. ner, nicht. 5. D du, den meine Seele preist, erwecke mich durch deinen Geist zu meiner Christenpflicht. Er helfe meiner Schwachheit auf, bis ich vollende meinen Lauf. 6. Ein gut Gewissen sei mein Theil. Dieß wirk' in mir, o Herr, mein Heil und segne meinen Fleiß. Dir ist, was ich bedarf, bekannt, und Alles steht in deiner Hand. 7. Die Blumen kleidest du mit Pracht, nährst jeden Vogel, Gott der Macht. Bin ich nicht mehr, denn sie? Ich werfe meine Sorg' auf dich: du, mein Erbarmer, sorgft für mich. 819. Mel. Ich dank' dir, lieber 2c. Lob sei Gott, der den Morgen uns sendet nach der Nacht; der, wenn wir ohne Sorgen sanft schlummern, für uns wacht; der uns im Schlaf erquicket, und unsre Kraft erneut; Gott, der die Erde schmücket, und was er schuf, erfreut. 2. Ihn preist der Engelheere frohlockender Gesang. Auf, singt in ihre Chöre, in ihrer Jubel Dant. Ertönet, Harf' und Psalter, ins Lied der Seraphim, dem Schöpfer, dem Erhalter. Lobsingt, lobsinget ihm. Tageszeiten. 3. Noch stärkst du mir dieß Leben, mein Gott, durch den ich bin; du hast es mir gegeben, und nimmst es wieder hin. Bald ist es ganz verschwunden; doch hängt an seiner Zeit und ihren schnellen Stunden das Heil der Ewigkeit. 4. Dieß reize meine Seele zum Fleiß im Guten an, daß ich nichts denk' und wähle, was dir mißfal. len kann. Dann kann ich nicht verderben, ich fürchte nicht den Tod: nicht werd' ich ewig sterben, nein, ewig leben, Gott. 5. D süßer, hoher Glaube: Ich werde nicht vergehn, und selbst, erweckt vom Staube, einst wieder auferstehn. Dieß laß mich nie ver geffen; und dieser Hoffnung voll, laß täglich mich ermessen, was einst ich werden soll. Morgen. 405 2. Wenn ich einst vollendet habe diese meine Pilgerzeit, ruh' ich auch also im Grabe, keime für die Ewigkeit. Auch in dieser langen Nacht wird mein Staub von dir bewacht. 820. Mel. Gott des Himmels und der zc. Dir sei Preis, ich lebe wieder, Vater, und empfinde mich; auch erwachen meine Lieder, und erheben dankbar dich: denn dein Aug' hat in der Nacht über mich, dein Kind, gewacht. 3. Aber ich erwach' auch wieder, und mein Lobgesang mit mir, dann erschallen meine Lieder feuriger und reiner dir. Gwig wird der Morgen sein, ewig schlaf' ich nicht mehr ein. 4. Wach auch über meine Tage, Vater, meine Zuversicht, daß mich keiner einst verklage, wenn du kommst zum Weltgericht; daß ich meiner Pflicht hier treu, und dort unerschrocken sei. 5. Keinen Tag zählst du vergebens, Gott, durch den ich bin, mir zu. Jeder ist ein Theil des Lebens, jeden, jeden richtest du. Lehr' mich wachen, daß mir nie ungenügt ein Tag entflieh'. 6. Sollt' ich nach Reichthum trachten? Nie komm' es in mein Herz. Nach Ehr' und Wollust schmachten? Ihr Lohn ist Reu' und Schmerz. Hienieden schon auf Erden soll meine Seele rein, ein Tempel Gottes werden, ganz ihm geheiligt sein. 7. Zwar unvermischte Freuden find nicht stets unser Loos; doch ist in unserm Leiden des Herrn Erbarmung groß. Wir leiden nicht vergebens, und schaun von ferne schon die Wonne jenes Lebens, der Ueberwinder Lohn. 821. Mel. Nun fich der Tag geendet 2c. 8. Getroft, mein Geist, ermüde Nun ist es Tag. Mit frommen in deinem Kampfe nicht; dich stårfet Gottes Friede mit Kraft und Zuversicht. Ermuntre dich und streite, des Sieges Lohn ist nah'. Getrost, vielleicht ist heute des Kampfes Ende da. Dank verlaß ich Bett und Ruh'. Herr, höre meinen Lobgesang, mein erstes Wort bist du. 6. Heute leb' ich; laß auch heute nicht umsonst mein Leben sein, laß einst nach vollbrachtem Streite dieses Tages auch mich freun. Recht zu handeln, gieb mir heut' Stårke, Luft, Gelegenheit. 2. Wie hat der Schlummer mich erquickt! Ich fühle neuen Muth; vor Tausenden bin ich beglückt, die nicht so sanft geruht. 3. Mein neues Leben dank' ich dir, dir die verfüngte Kraft: denn beides, Bater, hast du mir durch deine Huld verschafft. 4. Ich nehm's aus deinen Händen hin mit froher Dankbarkeit. Herr, was ich habe, was ich bin, sei ewig dir geweiht. 5. Mein ganzes Leben preise dich, dein soll mein Herz sich 406 Verhalten zu besondern Zeiten. freun. Nur, befter Vater, lehre 6. So will ich denn mit kindmich, fromm und dir treu zu sein. lichem Vertrauen auf dich allein, so lang' ich lebe, schauen: du bist mein Gott, mein Retter in Gefahr, mein starker Fels, mein Helfer immerdar. 6. Der Erdenlüfte Eitelkeit berücke nie mein Herz. Gieb Klugheit bei der Fröhlichkeit, und MäBigung im Schmerz. 7. Kurz ist der Eitelkeit Genuß, die mir die Welt versprach; und Reue, Marter und Verdruß folgt ihren Freuden nach. 8. Ich schwacher Pilger in der Zeit will ihre Lüfte fliehn; nur um das Heil der Ewigkeit soll sich mein Geist bemühn. 9. Dann wird es niemals mich gereun, daß ich den Tag durchlebt; ich werde froh und selig sein, wenn man mich einst begräbt. 822. Mel. Hier lieg' ich nun sc. Mein erster Wunsch, mein innigftes Bestreben ist, Herr, mein Gott, dich würdig zu erheben. Unendlich groß ist deine Batertreu', mit jedem Tag ist deine Güte neu. 2. Die Sonn' enthüllt den Schauplaß deiner Werke, und Alles zeugt von deiner Huld und Stärke; sie, die das Ziel von ihrer Laufbahn weiß, eilt rastlos hin und strahlt zu deinem Preis. 3. Die Erd' ist dein, und du regierst dieß Ganze. Vom Menschen an bis auf die kleinste Pflanze seh' ich, wie groß sich deine Güte zeigt; fie reicht so weit, so weit der Himmel reicht. 4. Und sie umfaßt auch mich. Du, Höchster, denkest an mich, den Staub. Der du die Himmel lenkeft, du sorgft für mich. Gott, wie vergelt' ich dir? Ein dankvoll Herz, das bring' ich dir dafür. 5. Nimm's gnådig an. Gedenk' nicht meiner Sünden, durch deinen Sohn laß mich Vergebung finden. Er, welcher nie ein gläubig Flehn verwarf, erlaubt's, daß ich dich Vater nennen darf. noch wallen werde. Fällt ohne 7. Du weißt, wie lang' ich hier dich kein Sperling auf die Erde, so nimmst du, Herr, auch meines Lebens wahr; mit Namen kennst du mich, und zählst mein Haar. 8. Mein Heiland, gieb mir Kraft zum neuen Leben, gieb mir den Muth, dem Beispiel nachzustreben, das du, o Herr, uns hinterlaffen haft: dein Joch ist sanft, und leicht ist deine Last. 9. Dein Auge sieht die Schwächen meiner Seele; verwirf mich nicht, erbarm' dich, wenn ich fehle. Zu dir hinauf fleht meine Seele stets, und du vernimmst's, Erhörer des Gebets. 823. Mel. Wer nur den lieben Gott ze. Mein Gott, auch dieser neue Morgen verkündigt deine Gnade Mit mir erwachen meine mir. Sorgen, jedoch auch mein Vertraun zu dir. Ich werfe meinen Kummer hin auf dich, durch den ich leb' und bin. 2. Ich bin noch immer auf der Erde, wo alles Wohl sich mischt mit Weh, und ich, zu größerer Beschwerde, so manchen Fehltritt noch begeh'. Gott, der mich schüßet und ernährt, wär' ich doch deiner Liebe werth! 3. Laß den Entschluß mein Herz erfüllen, stets gern zu thun, was dir gefällt. Es gehe mir nach deinem Willen, o weiser Herrscher aller Welt. Schließ' mich in deine Vorsicht ein, so bin ich todt und lebend dein. 4. Vergieb mir, Vater, alle Sünde, vergieb, was ich nicht recht gethan; nimm mich zu deinem Gnadenkinde um meines Tageszeiten. Morgen. Mittlers Willen an. In seinem Namen fleh' ich dich: er litt und starb ja auch für mich. 824. Mel. Aus meines Herzens Grunde 2c. Des Des Morgens erste Stunde soll dir, Gott, heilig sein. Mein Herz stimmt mit dem Munde zu Dankgefangen ein. Ob ich dein Lob hier schon mit schwachen Lippen lalle, so weiß ich, es gefalle dir doch durch deinen Sohn. 407 daß ich sie nicht verschulde, und dann sie christlich dulde voll Zuverficht zu dir. 5. Hilf du in allen Sachen rathen: denn wo wår' ich mir selber gnug? Behüte mich vor Miffethaten, vor böser Menschen Lift und Trug. Führ' du mich selbst auf ebner Bahn, und was ich thu', sei wohl gethan. 6. Bewahre mir Leib, Seel' und Leben, Verwandte, Freunde, Ehr' und Gut. Willst du mir Kreuz zu tragen geben, so stårke mich mit Troft und Muth; und willst du mich 825. mit Glück erfreun, so laß mich dir Bor deinen Thron tret' ich hierauch dankbar sein. mit, o Gott, und dich demüthig bitt', wend' doch dein gnädig Angeficht von mir, reuvollem Sünder, nicht. 2. Auch mich hat deine Gnade in dieser Nacht bedeckt; mich hat kein Schmerz, noch Schade verleget und erschreckt; der Schlaf hat mich erquickt; ich bin mit frischen Kräften zu des Berufs Geschäften durch deine Huld beglückt. 3. Gieb Gnade mir auch heute, daß ich gewissenhaft dem Bösen widerstreite, gestärkt durch deine Kraft. Den ganzen Tag laß mich vor deinen Augen wandeln, fromm denken und fromm handeln, aus Liebe gegen dich. 4. Bei Fleiß und Arbeit schleiche kein Geiz sich in mein Herz; leicht rühre, leicht erweiche mich meines Nächsten Schmerz. Kein Glück, das Andern blüht, empöre mich zum Neide; und kein Genuß der Freude verderbe mein Gemüth. 5. Bewahr' an diesem Tage mich vor Gefahr und Leid. Und trifft mich eine Plage, so gieb Gelafsenheit. Nur Hilf, o Bater, mir, 6. Wie bald ist's überwunden, das Leiden dieser Zeit! Auf wenig bange Stunden folgt Heil der Ewigkeit. Dieß stärke mich in Noth, daß ich nicht ängstlich zage; am legten meiner Tage sei dieß mein Trost im Tod. 2. Du schufst, von Baterhuld erfüllt, mich, Gott, nach deinem Ebenbild; durch dich bin, web' und lebe ich, vergehen müßt' ich ohne dich. 3. Errettet haft du mich gar oft, ganz wunderbar und unverhofft, da nur ein Schritt, ja nur ein Haar mir zwischen Tod und Leben war. 4. Verstand und Ehr' hab ich von dir, des Lebens Nothdurft giebst du mir, dazu auch einen frommen Freund, der's treu im Glück und Unglück meint. 5. Gott Sohn, du haft auch mir zugut vergoffen dein so theures Blut. Du bist's, der liebreich für mich starb und mir des Vaters Huld erwarb. 6. Wenn mein Gewissen mich verklagt, und meine bange Seele zagt, so kann der Mittlertod allein mir Trost und Freudigkeit verleihn. 7. Du bist mein Helfer allezeit, mein Heil, mein Trost und meine Freud'; ich kann durch dein Verdienst allein hier ruhig, und dort selig sein. 8. Gott, heil'ger Geift, du, deffen Kraft ein neues Leben in uns schafft; ist etwas Gutes auch an mir, so ist es Alles ganz von dir. Verhalten zu besondern Zeiten. 408 9. Dein ist's, daß ich Gott recht erkenn', ihn meinen Herrn und Bater nenn', und daß, wie mich dein Wort gelehrt, mein Herz ihn kindlich liebt und ehrt, 10. Daß ich zur Prüfungszeit besteh', und nicht in Trübsal unter geh', daß ich im Herzen Trost empfind', zuletzt mit Freuden überwind'. 11. Drum dank' ich dir mit Herz und Mund, o Gott, in die ser Andachtsstund' für alle Güte, Treu' und Gnad', die meine Seel' empfangen hat, 12. Und bitt', daß deine Gnadenhand bleib über mir heut' ausgespannt. Mein Amt, Gut, Ehr', Freund, Leib und Seel' in deinen Schuß ich dir befehl'. 13. Von Herzen fromm sein, ſei mein Ruhm, damit mein gan. zes Christenthum aufrichtig und rechtschaffen sei, nicht bloßer Schein und Heuchelei. 14. Erlaß mir meine Sündenschuld, und trage noch mit mir Geduld, zünd' in mir Glauben an und Lieb', zu jenem Leben Hoffnung gieb, 15. Ein selig Ende mir gewähr', am jüngsten Tag erweck' mich, Herr, daß ich dich schaue ewiglich. Durch Jesum Christ erhöre mich. 826. Wach' auf, mein Herz, und singe dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, dem treuen Menschenhüter. 2. Mit göttlichem Erbarmen bedecktest du mich Armen; ich schlief in dem Vertrauen, der Sonne Licht zu schauen. 3. Und dieß, Herr, ist geschehen; ich kann das Licht nun sehen, von Noth blieb ich befreiet, dein Schuß hat mich verneuet. 4. Du willst ein Opfer haben. Hier bring' ich meine Gaben, mein dankendes Gemüthe lobsinget deiner Güte. 5. Das wirst du nicht verschmåhen, du kannst ins Herze sehen, weißt, daß ich mich zur Gabe dir ganz geopfert habe. 6. Dein Werk wollst du vollenden, mir Hülf' und Beistand senden, und mich in meinen Tagen stets mit Verschonen tragen. 7. Sprich Ja zu meinen Thaten, hilf selbst das Beste rathen; den Anfang, Mittel, Ende, ach Herr, zum Besten wende. 8. Mit Segen mich beschütte, mein Herz sei deine Hütte, dein Wort sei meine Speise auf meiner Pilgerreise. 827. Mel. Ich dank' dir schon durch zc. Ich danke vir durch deinen Sohn, o Gott, für deine Güte, für deinen Schutz von deinem Thron; dein freut sich mein Gemüthe. 2. Ich bitte dich von Herzensgrund, du wollest mir vergeben all' Sünd' und Fehl von jeder Stund' aus meinem ganzen Leben. 3. Du wollest mich auch diesen Tag in deinem Schuß erhalten, und, daß kein Feind mir schaden mag, mit deiner Gnade walten. 4. Regier' mich nach dem Willen dein, laß mich in Sünd' nicht fallen, auf daß dir mög' das Leben mein und all' mein Thun gefallen. 5. Denn ich empfehle Geist und Leib in deine Baterhånde; in aller Noth, Herr, bei mir bleib, mir deine Hülfe sende. 6. Erfahrung sagt's: es ist in Noth der Menschen Schuß vergebens; drum steh' mir bei, o treuer Gott, du Retter meines Lebens. 7. Allein Gott in der Höh' set Preis, sammt seinem ein'genSohne, dem heil'gen Geiste gleicherweis. Gott herrscht im Himmelsthrone. 8. Er herrschet so gewaltiglich vom Anfang bis zum Ende. Gott Bater, Sohn und heil'ger Geift, gieb mir ein selig Ende. Tageszeiten. 828. Gott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und heil'ger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Sonn' und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt, und was drinnen ist, erhält, 2. Gott, ich danke dir von Her zen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen haft behütet und bewacht, und bei aller meiner Schuld mich noch trågst mit Vaterhuld. 3. Laß die ht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn; laß mich Gnade vor dir fin. den, glaubensvoll auf Jesum sehn, der für meine Missethat sich am Kreuz geopfert hat. 4. Hilf, daß ich auch diesen Morgen geistlich auferstehen mag und für meine Seele sorgen, daß, wenn nun dein großer Tag uns erscheint und dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; sei und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort. Unter deinem Schuß allein kann ich froh und sicher sein. 6. Meinen Leib und meine Seele, sammt den Sinnen und Verstand, großer Gott, ich dir empfehle, unter deine starke Hand. Herr, mein Schild, mein Ehr' und Ruhm, segne mich, dein Eigenthum. 7. Hülfe wollest du mir senden, wenn Gefahr und Noth mir droht, Alles mir zum Besten wenden, es sei Leben, oder Tod. Sterb' ich, o so bringe du mich zu deines Him mels Ruh'. 829. Mel. O Jesu Christ, mein's 2c. heilige Dreifaltigkeit, o hochgelobte Einigkeit, Gott, Vater, Morgen. 409 Sohn und heil'ger Geift, an diesem Tag mir Beistand leist'. Gut bewahr', daß mir kein Boses 2. Mein' Seele, Leib, Ehr', nicht verley', noch mich in Schand' widerfahr', und mich der Satan und Schaden setz'. 3. Des Vaters Huld mich heut' anblick', des Sohnes Weisheit mich erquick', des heil'gen Geistes Gnadenschein müss' meines Herzens Freude sein. 4. Mein Schöpfer, steh' mir kraftig bei, o mein Erlöser, hilf mir frei, o Tröster werth, weich' nicht von mir, mein Herz mit deinen Gaben zier'. 5. Herr, segne und behüte mich, erleuchte mich, Herr, gnädiglich, Herr, heb' auf mich dein Angesicht, und deinen Frieden auf mich richt'. 830. Mel. O Jesu Christ, mein'e 2c. Gott Bater, dir, dir, Gottes Sohn, o du der Frommen Trost und Lohn, o Geist der wahren Heiligkeit, dir sei auch dieser Tag geweiht. 2. Nimm Seele, Leib, und Ehr' und Gut in deine väterliche Hut, daß ich durch deine Gnade frei von Sünd', und Plag' und Schanden sei. 3. Vergieb mir, Vater, meine Schuld und segne mich durch deine Huld, o Jesu, bilde mich nach dir, o wohne, Geist des Herrn, in mir. 4. Laß, Gott, mein Schöpfer, laß mich dein, dein, o Gott, mein Erlöser, sein; sei nie von deinem Kinde fern, o Gott, mein Führer, Geist des Herrn. 5. Herr, segne und behüte mich, Herr, leite und regiere mich, Herr, heb' auf mich dein Angesicht ent zeuch mir deine Gnade nicht. 410 Verhalten zu besondern Zeiten. 832. Mel. Warum betrübst du dich zc. Ermuntre dich, Herz, Muth und Sinn: es ist die stille Nacht dahin, der Tag bricht nunmehr an. Bring' jeßt in dieser Morgenstund' dem Herrn ein dankbar Herz und Mund. 831. Mel. Ich dank' dir, lieber zc. Dank sei Gott in der Höhe, in dieser Morgenstund', durch den ich heut' aufstehe vom Schlaf frisch und gesund. Ich habe Schuß ges funden, und die Gefahr der Nacht ist glücklich überwunden durch Gott, der mich bewacht. 2. Dich will ich glaubig bitten, o Schußherr Israel, du wollest treu behüten heut' meinen Leib und Seel'. Laß unsre Obrigkeiten, laß Kirche, Schul', Gemein' jetzt und zu allen Zeiten, dir, Herr, empfohlen sein. 3. Erhalt' durch deine Güte uns bei der reinen Lehr', vor Irrthum uns behüte, streit' für dein Wort und Ehr', daß wir dich allzusammen loben in einem Geist, sprechen: des Höchsten Namen sei groß und hoch gepreist. 4. Dem Leibe willst du geben Gesundheit, Nahrung, Fried', der Seel' ein christlich Leben und fröhliches Gemüth; daß wir in allen Ständen die wahre Frömmigkeit recht lieben, Fleiß drauf wenden als rechte Christenleut' 5. Gieb deinen milden Segen, daß wir auf dein Geheiß stets gehn auf guten Wegen, thun unser Amt mit Fleiß, daß Jedermann sein Nege auswerf' und auf dein Wort den Troft mit Petro sezze, so geht die Arbeit fort. 6. Was dir gereicht zu Ehren, und der Gemein' zum Nuß, das sucht der Feind zu wehren mit List und großem Truß. Doch kann er's nicht vollbringen, weil du, Herr Jesu Christ, regierst in allen Dingen, und unser Beistand bist. 7. Wir sind ja deine Reben, der Weinstock selbst bist du, daran wir wachsen, leben, und bringen Frucht dazu. Hilf, daß wir an dir blei. ben, und wachsen immer mehr; laß deinen Geist uns treiben zu Werken deiner Ehr'. 2. Ach, wie viel tausend Ungemach, Verfolgung, Schrecken, Noth und Schmach, die dir der Feind bestellt, hat Gott schon von dir abgewendt. Wohl dem, der es nur recht erkennt. 3. Ach Herr, ich bin ja zu gering, daß du erzeigst mir solche Ding', die ich nie hab' verdient. Gott, ohne deine große Güt' wär' ich geblieben unbehüt't. 4. Nun, Herr, ich seh', daß nichts als Gnad' bei dir stets Statt gefunden hat, der ich ge nieße wohl. Ach, laß auch nichts, denn Lob und Dank bei mir sein all' mein Lebenlang. 5. Laß mich hinbringen diesen Tag, wie es dein heil'ger Will' vermag, halt' mich in deinem Schuß, laß immer mir vor Augen sein die letzte Stund' des Lebens mein. 6. Damit ich ja nicht mit Bedacht in schwere Sünde werd' gebracht, den Tod mich warnen laß. Dir ich empfehle Sinn, und Muth, den Leib, die Seele, Hab' und Gut. 7. Wohlan, an mein'n Beruf ich geh', und anders nichts ich mich verseh' zu meinem lieben Gott, als daß umschränke mich sein Schuß; so biet' ich selbst dem Satan Truß. 833. Mel. Mein Gott, ich danke zc. Die helle Sonne strahlt herfür; fröhlich vom Schlaf aufstehen wir. Gott Lob, der die verfloßne Nacht so väterlich uns hat bewacht. Tageszeiten. Morgen. 2. Herr Christ, den Tag uns auch behüt' vor Sund' und Schand' durch deine Güt'; laß ferner deine starke Macht uns treulich schüßen Tag und Nacht. 3. Hilf, daß gehorsam leben wir, nie, Höchster, widerstreben dir, vor Augen haben dein Gebot, in allem Thun, in Glück und Noth. 4. Laß unser Werk gerathen wohl, daß Jeglicher ausrichten soll, daß unsre Arbeit, Müh' und Fleiß gereich zu deinem Lob und Preis. 834. Mel. Gott des Himmels und der 2c. Jesu Güte hat kein Ende, sie ist alle Morgen neu. Das beweisen Jesu Hände, die da schaffen, o der Treu', daß ich leb'; doch ich nicht hier, sondern Christus lebt in mir; 2. Jesu Hände, die da sorgen, daß auf eine gute Nacht folget jegt ein guter Morgen, da man sieht: wie Gottes Macht mich, die Meinen, Hab' und Gut, hat beschüßt durch Jesu Blut. 3. Jesu, bir sei Dank gegeben für die Treue deiner Händ', für die Gnade, für das Leben, und was sie mir zugewendt. Ach, zieh' von mir bis ins Grab diese deine Hånd' nicht ab. 4. Sie sind's ja, darein gegraben steht mein Nam' mit deinem Blut, die mich selbst bereitet haben, mich gekrönt mit Himmelsgut; ja, fie sind's, die bis anizt mich versorget und beschüßt. 5. Laß sie weiter mich umfassen, weil ich ihrer eigen bin, laß sie mich, mich sie nicht lassen. Dieses ist und bleibt mein Sinn: Sünde, dir entsage ich, Jesu, vir ergeb' ich mich. 411 in dein Leiden, Tod und Schmerz, in des höchsten Tröfters Hand, schließ' mich, und die mir verwandt. 7. Ach, mit Segen ob mir walte. Im Gebete stårke mich, in dem Glauben mich erhalte, und daß Gott gefalle ich; laß mich, deines Geistes voll, leben, leiden, sterben wohl. 6. Ja, nimm mich in deine Hände, schließ' mich in des Vaters Herz und in deine Huld behende, 8. Mach' mich los von meinen Sünden, laß mich einen gnåd'gen Gott und ein gut Gewissen finden; wend' ab Schrecken, Angst und Noth, steh' mir bei, damit ja hier nichts Verdammlichs sei an mir. 9. Sei du Alles mir in Allen, meine Hülfe, was ich thu', mein Stab, wenn ich bin gefallen, mein Schuß, wenn ich geh' zur Nuh', meine Freude, wenn ich wach', mein Arzt, wenn ich krank und schwach. 10. Sei mein Leben, weil ich lebe, und verbleibe ja bei mir, wenn ich meinen Geist aufgebe, den ich dir empfehle hier. Mach' ihn alles Leidens los, nimm ihn auf in deinen Schooß. 11. Ich indeß bin voll Vergnügen, halt' es für die größte Freud', daß in deinen Armen liegen, ich, die Meinen, Land und Leut'. Ich leb', oder sterbe nu, weiß ich, daß ich in dir ruh'. 835. Mel. Mein Gott, ich danke zc Des Morgens, wenn ich früh aufsteh', des Abends, wenn zu Bett' ich geh', sehn meine Augen nur auf dich, Herr Jesu, dir empfehl' ich mich. 2. Erbarm' dich, Jesu, gnädig mein, so kann ich ruhn und sicher sein mit Leib und Seele, Hab' und Gut; ein Segensquell ist mir dein Blut. 3. Denn, o Herr Christ, am Kreuzesstamm dein heil'ger Tod 412 Verhalten zu besondern Zeiten. die Sünd' hinnahm. Drum ich ewig selig sag' ich dann: Wohl wach' oder schlafe ein, wirst du, dem, der Jesum hat. Herr, allzeit bei mir sein. 4. Dein Engel mir stets halte Wacht, darum ich Noth und Tod nicht acht': denn wo ich bin, bist du bei mir, mein Glück und Kreuz fommt nur von dir. 10. Nun dann so fang' ich meine Werk' in Jesu Namen an; er gebe mir Gedeihn und Stärk', daß ich sie enden kann. 5. Ich leb', oder sterb', so bin ich dein. Dir, Herr, dir meine Seel' allein befehl' ich jetzt und auch im Tod, nimm sie zu dir, o treuer Gott. 836. Mel. Nun sich der Tag geendet zc. Vergangen ist auch diese Nacht, ein neuer Tag erscheint. Ich ruhte fanft; wer hat gewacht? Du, Gott, mein Herr und Freund. 2. In deinem Schuße schlummert' ich, beschirmt durch deine Macht, kein Unfall traf und schreckte mich: ich ward von dir bewacht. 3. Wie manche mir verborgne Noth entfernte deine Hand! Auch einen bösen schnellen Tod hat sie von mir gewandt. 4. Wie dank' ich, Vater, dir dafür? O könnt' ich dankbar sein! Mein ganzes Herz ergeb' ich dir; auf ewig sei es dein. 5. Gedenk' auch heute, Herr, an mich. Wenn sich Gefahren nahn, so nimm dich meiner väterlich um Jesu willen an. 6. Und du, mein Jesu, gieb mir Kraft, steh' deinem Freunde bei, damit ich fromm, gewissenhaft in meinem Wandel sei. 7. Entferne, Heiland, mein Gemüth von aller Eitelkeit: denn selig ist, wer auf dich sieht, schon selig in der Zeit. 8. Im Glauben erst, und dann im Schaun wird er es ewig sein. So will ich denn mich dir vertraun, um ewig mich zu freun. 9. Sei du nur mein, und treib mich an zu jeder guten That; und 837. Mel. Ich dank' dir, fleber 2c. Es hat uns heißen treten, o Gott, dein lieber Sohn mit herzlichen Gebeten vor deinen hohen Thron, und uns mit theurem Amen Erhörung zugesagt, wenn man in seinem Namen nur bittet, fleht und klagt. 2. Darauf komm' ich gegangen mich doch erlangen, was ich aus in dieser Morgenstund', ach, laß Herzensgrund von dir, mein Gott, und gnädig mir gewähre, was Seebegehre im Namen Jesu Christ, len nüglich ist. 3. Nicht bitt' ich, mir zu geben aus deiner Vaterhand Geld, Gut, hohen Stand: denn dieses ist nur und langes Leben, und Ehr' und nichtig, und lauter Eitelkeit, vergänglich, schwach und flüchtig und schwindet mit der Zeit. ein frommes, keusches Herz, das 4. Ich bitte, mir zu schenken nimmermehr' mag denken auf unerlaubten Scherz, das stets mit Liebe flammet zu dir, Gott, himmelan, und alle Lust verdammet der lastervollen Bahn. 5. Hernach laß mich gewinnen, nach deiner großen Kraft, Kunst, Weisheit, kluge Sinnen, Verstand und Wissenschaft, daß all' mein Thun und Handel dir mög' gefällig sein; laß vor der Welt mein'n Wandel sein ohne falschen Schein. 6. So wird von jenem Allen, von Leben, Ehr' und Geld, auf meine Seite fallen, so viel dir. Gott, gefällt. Man muß die Seel' erst schmücken, so wirst du allgemach den Leib auch schon beglücken, Glück folgt der Tugend nach. Tageszeiten. Mittag. Für die Jugend. 838. Mel. Wach' auf, mein Herz 2c. Ich will vor allen Dingen, o Bater, bir lobsingen; denn du hast mir mein Leben von Neuem jest gegeben. 2. Mich hat kein Leid gewecket, dein Schuß hat mich bevecket. Ich seh' erfreut die Meinen, und deine Sonne scheinen. 3. Mit dankendem Gemüthe erheb' ich deine Güte, mein Vater, dir gefalle der Dank, den ich dir lalle. 4. Gott, deß ich mich freue, dir sei auch jetzt aufs neue mein ganzes Herz und Leben zum Eigenthum' ergeben. 5. Bewahre meine Seele, daß fie nichts Böses wähle, und schmücke meine Jugend mit Weisheit, Gnad' und Tugend. 6. Was ich zu diesem Leben be darf, wirst du mir geben, und heut' auch vor Gefahren mich väterlich bewahren. 839. Mel. O Gott, du frommer 2c. Du, unsrer Jugend Gott, du Bater und Regierer, sei du, wir flehn oereint, auch heute unser Führer. Du kennest, was uns fehlt, weißt, daß uns Kraft gebricht, o send' aus heil'ger Höh' uns deiner Weisheit Licht. 2. Gieb uns Beständigkeit im Eifer unsrer Pflichten. Lehr' uns den Bruder mild, und streng uns selber richten. Von Trug und Heuchelei sei unsre Seele rein, des Bösen laß sie nie, sich nur des Guten freun. 3. Stets strebe unser Chor, dir ähnlicher zu werden, erhabnes Tugendbild, selbst Pilger einst auf Erden, o Jesu, Heiligster. Du lebtest uns zugut; gieb uns, uns dir zu weihn, Entschluß, und Kraft und Muth. Mittag. 840. 413 Mel. Vor deinen Thron tret' ich zc. Du schenkst uns, Gott, so våterlich feßt Speis' und Trank; wir preisen dich. Denn Alles, was uns stärkt und nährt, wird uns durch deine Huld gewährt. 2. Sieh, deine Gaben nehmen wir mit Freuden, Vater, hin von dir; o laß uns den Genuß gedeihn, und dir dafür auch dankbar sein. 841. Mel. Singen wir aus Herzens 2 c. Christen, singt aus Herzensgrund, finget Gott mit eurem Mund, der uns so viel Gut' beweist, väterlich uns Alle speist. Gott, der Vieh und Vögel nährt, hat auch gnädig uns gewährt das, was wir anjetzt verzehrt. 2. Mit des Lebens erster Kraft wird uns Nahrung schon verschafft. An der mütterlichen Brust findet fie das Kind mit Luft. Und mit welcher Freundlichkeit hat uns Gott nachher erfreut, in der ganzen Lebenszeit! 3. Gott versorget und ernährt, was nur lebet auf der Erd': fie ift seiner Güte voll, Alles dient zu unserm Wohl. Täglich giebt er unser Brot; was uns nüßt, was uns ist noth, was vergnügt, das schaffet Gott. 4. Großer Gott, wir bitten dich: ach regier' uns gnädiglich, daß wir solches recht verstehn, stets auf deinen Wegen gehn, christlich halten rechte Maß, fliehen Sorgen, Neid und Haß, ehren dich ohn' Unterlaß. 5. Gott, durch Jesum fingen wir, danken, danken, Vater, dir, daß du mildreich uns gespeist, deine Lieb' an uns beweist. Gieb Gedeihen auch dazu und Gesundheit, schenke du unserm Geiste Stark' und Ruh'. 414 Verhalten zu besondern Zeiten. 842. Mel. Lobet den Herren, denn er ist 2c. Lobfingt, lobfingt Gott, Lobfingt, lobsingt Gott: denn er ist sehr freundlich. Es ist sehr köftlich, unsern Gott zu loben, unsern Gott zu loben; schön ist's und lieblich, Gottes Lob zu hören. Gott sei gelobet. 2. Singt mit einander, fingt mit einander unserm Gott mit Danken, lobt ihn von Herzen, unsern Gott, den Werthen::,: denn er ist mächtig und von großer Stärke. Gott sei gelobet. 3. Er kann den Himmel, er kann den Himmel mit Wolken bedecken, giebt Thau und Regen, wenn er will, auf Erden,:,: läßt wachsen Grag und Nahrung auf den Bergen. Gott sei gelobet. 4. Der allem Fleische, der als lem Fleische giebet seine Speise, dem Vieh sein Futter, våterli cher Weise,:,: den jungen Raben, die am Morgen rufen. Gott sei gelobet. 5. Kein Wohlgefallen, kein Wohlgefallen hat er an der Stärke, noch an der Macht der Stolzen dieser Erde;:,: er hat Gefall'n an denen, die ihm trauen. Gott sei gelobet. 6. So dankt dem Schöpfer, so dankt dem Schöpfer, Schöpfer aller Dinge, von ihm sehn alles Gute wir entspringen.:: Mit Speis und Freuden füllt er unsre Herzen. Gott sei gelobet. 7. Jesu Christe, o Jesu Christe, Sohn des Allerhöchsten, gieb du die Gnade allen frommen Christen,:,: daß fie dein'n Namen ewig preisen. Amen. Gott sei gelobet. 843. Mel. Nun danket Alle Gott 2c. Wir danken freudig dir für alle beine Gaben, die wir, o Bater, jegt von dir empfangen haben. Gesundheit giebst du uns, und Nahrung, die erfreut; hier einen frohen Muth, dort deine Seligkeit. 2. Laß nie undankbar uns, wie gut du bist, verkennen; von wahrer Dankbarkeit laß unser Herz entbrennen. Mach' uns gehorsam dir, mach' im Beruf uns treu, daß unser ganzes Thun dir wohlgefällig sei. 3. Wenn deine Huld uns schon auf Erden so beglücket; wie wird uns sein, wenn uns dein Himmel einst entzücket! Führ' uns dahin, um dort dich mehr noch zu erhöhn, von deiner Vaterhuld mehr Proben noch zu sehn. 844. Mel. Singen wir aus Herzens zc. Singt dem Herrn Lob, Preis und Dank; froh erheb' ihn mein Gesang, ihn, der täglich uns ernährt, tåglich uns viel Guts gewährt. Gr, der unser Vater heißt, der uns reichlich hat gespeist, sei von uns auch jetzt gepreist. 2. Ja, mit Freuden fingen wir Dank und Lob, Versorger, dir. Doch erhör' auch unser Flehn, lehr' du uns die Kunst verstehn, deiner Güt' uns recht zu freun: laß uns fromm und mäßig sein, Uebermuth und Wollust scheun. 3. Segn' uns ferner, unser Gott. Gieb uns unser täglich Brot; jeden laß zu seinem Heil nehmen sein bescheidnes Theil, schenk' uns, Herr, Zufriedenheit, Glück, Gesundheit, Einigkeit, Fried', und einst die Seligkeit. Abend. 845. Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. Für alle Güte sei gepreist, Gott, Vater, Sohn und heilger Geist. Ihr bin ich zu geringe. Vernimm den Dank, den Lobgesang, den ich dir kindlich bringe. 2. Du nahmst dich meiner Herzlich an, haft Großes heut' an mir Tageszeiten. gethan, mir mein Gebet gewähret; haft väterlich mein Haus und mich beschüßet und genähret. 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk, der Geist, mit dem ich bein gedenk', ein ruhiges Gemüthe; was ich vermag bis diesen Tag, ist Alles deine Gute. 4. Sei auch, nach deiner Lieb' und Macht, mein Schutz und Schirm in dieser Nacht; vergieb mir meine Sünden. Und kommt mein Tod, mein Herr und Gott, so laß mich Gnade finden. Abend. 415 2. Nur du, Herr, bleibeft, wie du bist, du schläfft und schlummerst nicht, die Finsterniß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. 3. Dir übergeb' ich voll Vertraun mich auch in dieser Nacht. Und wovor sollte mir denn graun? mich schüßet deine Macht. 5. Bedeckt mit deinem Segen eil' ich der Rub' entgegen; dein Name sei gepreist. Mein Leben und mein Ende ist dein, in deine Hände befehl' ich, Vater, meinen Geist. 846. Mel. Welt, sieh' hier dein 2c. Herr, der du mir das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet' ich kindlich an. Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich singe, und die du heut' an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüthe freu' ich mich deiner Güte, ich freue mich in dir. Du giebst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke, und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh' der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn, auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens fehn. 848. 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Stanbe zu dir, o Gott, mein Heil. Ich bin der ich bin Mel. Herzliebster Jefu, was 2c. in Gnaden, und in dem Himmel Entflohen sind auch dieses Tages ist mein Theil. Stunden, an dem wir noch des Lebens Glück empfunden. Mit frohem Dank laßt uns den Herrn erheben, durch den wir leben. 847. Mel. Nun sich der Tag geendet zc. So fliehen unsre Tage hin. Auch dieser ist nicht mehr. Die Nacht, der Müden Trösterin, eilt wieder zu uns her. 4. Hab' ich an deiner Gnade nur noch Theil, o Herr, mein Gott, so fürcht' ich keine Kreatur und scheue nicht den Tod. 5. Zwar ich erkenne meine Schuld, mit Neue fühl ich sie; doch, mein Versöhner, deine Huld, wie troftvoll ist mir die. 6. Ich eil' im Glauben zu dir hin, und weiß, wie sicher ich im Schatten deiner Flügel bin: du wachest über mich. 7. Flieht, finstre Sorgen, weit von mir. Herr Jesu, du allein sei mein Gedank'; o weihe dir mein Herz zum Tempel ein. 8. Vielleicht ist dieß die letzte Nacht in meiner Pilgerzeit; dann führe mich durch deine Macht zum Licht der Ewigkeit. 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir; ja dein bin ich auch todt: du, mein Erretter, bist bei mir, und hilfft aus aller Noth. 2. Des Lebens Müh' und Elend zu versüßen, giebt uns der Herr viel Freuden zu genießen. Und welche Güter schenkt er unsern Seelen? Wer kann sie zählen! 3. Noch immer läßt er uns Erbarmung finden. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden. Wir häufen Schuld auf Schuld; er läßt uns leben, und will vergeben. 416 Verhalten zu besondern Zeiten. 4. Wie unwerth sind wir, Va. Mittler spricht für mich. Darum ter, deiner Treue! Prüf' unser laß mich Gnade finden und vergieb Herz, es flehet dir voll Reue. Ach, mir meine Sünden. laß es uns von dir im Glauben stillen, um Chrifti willen. 5. Uns wohlthun, ist dein göttliches Vergnügen. Dein Aufsehn schüßt uns, wenn wir hülflos liegen und, wie entseelt, umhüllt von Finsternissen, von uns nichts wissen. 6. War dieß für uns der letzte Tag auf Erden, soll unser Schlaf ein Todesschlummer werden, dann weckst du uns, die wir uns dir ergeben, zum ew'gen Leben. 7. So legen wir getroft zur Ruh' uns wir erfreut die Morgensonne wieder, so preisen wir mit heiterem Gemüthe, Herr, deine Güte. 849. Mel. Freu' dich sehr, o meine 2c. Nacht und Stille führen wieder uns den milden Schlaf herzu; die von Arbeit matten Glieder sehnen sich nach ihrer Nuh'. Aber du verjaume nicht, meine Seele, deine Pflicht, dich zu Gott noch zu erheben, seinem Schutz dich zu ergeben. 2. Prüfe dich vor ihm, o Seele. Nütztest du auch deine Zeit? Wárst du, wenn er dir's beföhle, vors Gericht zu gehn bereit? Ach, erwäg' es: Fins ist noth. Denk' an Gott und an den Tod; eile, dich ihm zu ergeben: nur bei ihm ist Heil und Leben. 3. Herr, ich muß es dir gestes hen, oft vergaß ich meine Pflicht. Ach, du hast's, du haft's gesehen; aber schon' und richte nicht. Mein Vertrauen gründet sich nur auf deinen Sohn und dich, der du auch die Sünder liebest, lieber wohlthust, als betrübest. 4. Herrscher über Tod und Leben, nimm dich meiner gnädig an. Du allein bist's, der vergeben und mein Herz noch bessern kann. Sieh', ich komm', und suche dich; und mein 5. Leb' ich morgen, o so leite meinen Gang auf deiner Bahn; nimm dich dann, daß ich nicht gleite, mächtig meiner Schwachheit an. Gieb auf meiner Pilgrimschaft deinen Schutz und deine Kraft, fröhlich geb' ich dann am Ende meinen Geist in deine Hände. 850. Mel. Welt, fleb' hier dein 2c. Zu unserm Besten wendet Gott Alles. Liebretch sendet er auch die Nacht uns zu, hüllt uns in stille Schatten, erquicket dann die Matten im sichern Schlummer durch die Ruh'. 2. In unermeßner Ferne erzählen tausend Sterne die Größe seiner Macht. Ich falle vor ihm nieder und singe meine Lieder dem, der sie schuf und mich bewacht. 3. Fr, der den Mond bereitet, die Sterne zählt und leitet, ist auch von mir nicht fern. Zu seines Himmels Höhe blick' ich empor, und flehe: denn meine Hülfe kommt vom Herrn. 4. Wer bin ich? Staub und Sünder. Doch, Vater deiner Kinder, auch mich begnadigst du. Wenn still geweinte Záhren dir meine Reu' erflåren, so ruft dein Sohn mir Gnade zu. 5. Mein Herz vergesse nimmer der Vaterhuld, die immer mich trågt, mich nie vergißt; und meine Seele preise den Höchsten, der so weise, so gütig, so allmächtig ist. 851. Mel. Nun sich der Tag geendet ze. Wer unter deinem Schirme ruht, o Gott, von dir bewacht, der troßt mit unerschrocknem Muth dem Grauen dunkler Nacht. Tageszeiten. Abend. 2. Aus öder, stiller Finsterniß, fing' ich dir, Herr, ein Lied; mein Herz frohlockt und ist gewiß, daß mich dein Auge sieht. 3. Der Tag ist schnell dahin geeilt, und deine Baterhand hat mir viel Gutes zugetheilt, viel Böses abgewandt. 4. Auch in der Noth, und wenn ich litt, nahmst du dich meiner an; und so ist nun ein neuer Schritt zur Ewigkeit gethan. 5. Gott, wie ist deiner Huld so viel! Du machst die Prüfung leicht. Die Tage fliehn; bald ist mein Ziel der Pilgrimschaft erreicht. 6. Doch dir befehl' ich meine Zeit; so lang' es dir gefällt, o Vater der Barmherzigkeit, leb' ich auf dieser Welt. 7. Ich trau' auf dich, und zittre nicht; kein Unfall wird sich nahn: denn du bist meine Zuversicht, von meiner Jugend an. 8. Mit Finsterniß umringt, schließ' ich die Augen betend zu; doch du, mein Vater, bist um mich und segnest meine Ruh'. 852. Mel. Welt, sieh' hier dein 2c. Nun sinkt die Sonne nieder, die stille Nacht kommt wieder und mit ihr Schlaf und Ruh'; sie schenkt uns neue Kräfte, beschließt des Tags Geschäfte und drückt die můden Augen zu. 2. Noch wach' ich und erzähle mit tiefgerührter Seele, was Gott an mir gethan. Mit dankendem Gemüthe lobsing' ich seiner Güte; er hört mein frommes Loblied an. 3. Von ihm kommt jede Gabe, das Leben, das ich habe, die Ruhe dieser Nacht. Er ist der Quell der Güter, mein Schuß und treuer Hüter, der, wenn ich schlummre, für mich wacht. 4.& r läßt es finster werden und hüllt den Kreis der Erden in schwarze Dunkelheit; doch auch in dunkler Stille wohnt er mit seiner 417 Fülle und zeigt mir seine Herrlichkeit. 5. Er führt aus dunkler Ferne den Mond und tausend Sterne mit Majestät herauf. Sie leuchten, ihm zur Ehre, hoch über Erd' und Meere, und seine Hand lenkt ihren Lauf. 6. Voll Majestät und Stärke stehn lauter Wunderwerke in seiner Schöpfung da. Wie kann ich dir's vergelten? Du, Gott und Herr der Welten, warst auch mir Armen heute nah'. 7. Woher mein Glück, mein Leben? Gott ist's, der mir's gegeben, Gott ist's, der für mich wacht. Woher auf meinen Wegen so mancher reiche Segen? Gott ist's, der Alles wohlgemacht. 8. Gott, groß von Macht und Treue. Jetzt, da ich dein mich freue, wird auch die Nacht mir Licht. Leg' ich die müden Glieder in deinem Namen nieder, so wachest du; ich sorge nicht. 9. Soll mir der Schlaf zum Leben verneute Kräfte geben, so will ich deß mich freun; soll er mein Leben enden, so wirst du mich vollenden, mein Gott auch noch im Tode sein. 853. Mel. Vor deinen Thron tret' ich zc. Wie ein Geschwäß des Tags verfließt die Zeit, die mir geliehen ist, sie rauscht vorbei schnell, wie ein Bach; und dein Gericht, Gott, folgt ihr nach. 2. Die Ewigkeit, die Ewigkeit ergreift mich nach durchlebter Zeit; ich sei alsdann auch, was ich sei, ein Sünder, oder Gott getreu. 3. Da wall' ich hin, da wartet mein das Anschaun Gottes, oder Pein. Ach Gott, mein Heil und mein Vertraun, laß mich dein herrlich Antlik schaun. 4. Du träufelst auf die Müden Ruh', und wenn wir schlummern, wachest du. Ach, wie viel Seelen wallen nicht im Schlummer hin vor dein Gericht! 27 Verhalten zu besondern Zeiten. 418 5. Wir sind nur, wie ein Schlaf, vor dir; wie Gras, so blühn und welfen wir. Du foderst uns vor dein Gericht; vor dir besteht kein Sünder nicht. 6. Verzeihe denn nach deiner Huld auch mir, Erbarmer, meine Schuld, schenk' mir an Jesu Christo Theil, und deine Gnade sei mein Heil. 7. Gieb du die wahre Weisheit mir, daß ich nichts fürchte außer dir, so schlaf' ich mit dem Troste ein: ich sei im Tod und Leben dein. 8. Und fürchte nicht, von dir bewacht, des Todes Schlaf, des Grabes Nacht. Du, Gott, bist meine Zuversicht, und läßt mich auch im Tode nicht. 854. Mel. Der lieben Sonnen Licht zc. Preis sei dir, meinem Gott, gebracht, jeßt, da der Tag sich neiget, jetzt, da des Sternenhimmels Pracht von deiner Allmacht zeuget. Dich, Herr, lobt jeder Stern und ruft: Auf, lobt den Herrn! Erheb' dich, Seele, lob' erfreut den Herrn des Himmels und der Zeit. 2. Wie groß, wie unermeßlich ist, Gott, deine Macht und Stärke! Daß du der Allerhöchste bist, sagt jedes deiner Werke. Mit göttlich weiser Macht regierst du Tag und Nacht; das, was du schufst, thut dein Gebot und dienet dir, dir, seinem Gott. 3. Was bin ich, großer Gott, vor dir, daß du mich täglich liebest? womit verdien' ich's, daß du mir so vieles Gute giebest? Erbarmen ist es bloß. Reiß, Seele, reiß dich los vom Eiteln, das das Herz beschwert: Gott, Gott allein ist liebenswerth. 4. Mir ward der Tag, der nun vergeht, durch dich zum Gnadentage; dein Arm, dem Niemand widersteht, beschüßte mich vor Plage. Du gabst mir, was ich bat; bei Allem, was ich that, ward mir durch Glück und Segen klar: daß Gott mein Freund und Helfer war. 5. Gieb nach der sanften Ruh' der Nacht mir einen frohen Morgen. Du thuft's. Nun, da dein Auge wacht, so schlaf' ich ohne Sorgen. Ich wach' und schlafe dir: du, Herr, bist stets bei mir. Ach Gott, du, meine Zuversicht, verlaß mich auch im Tode nicht. 855. Mel. Ich dank' dir schon durch 2c. Wie schnell ist mir der Tag entflohn, den ich durchlebet habe! Vollendet ist nun wieder schon ein neuer Schritt zum Grabe. 2. Herr, lehre mich die Flucht der Zeit mit stillem Ernst bedenken, wenn in des Lebens Eitelkeit mein Herz sich will versenken. 3. Damit ich jeden Abend mich in Zukunft frommer finde, so tödte selbst, das bitt' ich dich, in mir die Macht der Sünde. 4. Mit Glauben, der dich thätig preist, schmück', Höchster, meine Seele, und warne mich durch deinen Geist, so oft ich strauchelnd fehle. 5. Dir dank' ich, Vater, für die Huld, die du mir heut' erwiesen. Du trägst mich Sünder mit Geduld, sei hoch von mir gepriesen. 6. Sieh' ferner mich in Gnaden an, vergieb mir meine Sünden, und laß mich auf der Tugendbahn der Seele Frieden finden. 7. Wenn meine matten Glieder nun vom Schlaf gefesselt liegen, so laß mich sanft und sicher ruhn, bis Nacht und Schlaf verfliegen. 856. Mel. O Welt, sieh' hier dein 2c. Lobsinge, Seel', und sage, wie auch an diesem Tage dein Gott dir wohlgethan. Ja, dankend fall' ich nieder und bringe meine Lieder; o Vater, nimm sie gnådig an. Tageszeiten. Abend. 2. Dein ist's, daß ich noch lebe, jetzt deine Treu' erhebe, mich deiner Liebe freu'. Du gabst mir Speis' und Freuden, bewahrteft mich vor Leiden, und standst mit deiner Kraft mir bei. 3. Du lenkteft und ten, da mir bei meinen Pflichten so Manches widerstand. Zu jegli. chem Geschäfte verliehst du Lust und Kräfte, und führtest mich an deiner Hand. 4. Zwar wank' ich oft und gleite, ich weiß, mein Gott, auch heute sind meiner Fehler viel; doch du haft mich geleitet, und, wenn mein Fuß gegleitet, doch nicht gestattet, daß ich fiel. 5. Stets bist du hoch zu loben. Von deiner Liebe Proben zeugt nicht der Tag allein; Gott, deine Liebe wollte, die stille Nacht auch sollte für mich reich an Erquickung sein. 6. Jch darf nicht ängstlich beben: denn du bewahrst mein Leben, du selbst, der mir es gab. Bis ich es hier beschließe, dort deines Lichts genieße, ziehst du von mir die Hand nicht ab. 7. Nun, Vater, ich befehle dir fröhlich Leib und Seele und schlaf in sichrer Ruh'. Ich trau', auf deine Gnade; was ist mohl, das mir schade? Allmächtiger, mein Schutz bist du. 419 mit Namen. Die göttlich' Kraft mach' uns sieghaft, durch Jesum Christum. Amen. 857. Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. Mit meinem Gott geh' ich zur Nuh' und thu' in Fried' mein' Augen zu: denn Gott im Himmelsthrone stets für mich wacht bei Tag und Nacht; auf daß ich sicher wohne. 2. Herr, meinen Geist befehl' ich dir. Mein Gott, mein Gott, weich' nicht von mir, nimm mich in deine Hände, o treuer Gott, aus aller Noth hilf mir an meinem Ende. 3. Anbetung, Ehr' und Herrlich. keit sei dir, Gott, Vater und Sohn, bereit, dem heil'gen Geist 858. Nun sich der Tag geendet hat, die Sonne nicht mehr scheint, schläft Alles, was sich abgematt't, und was zuvor geweint. 2. Nur du, Herr, bleibest, wie du bist, du schläfft und schlummerst nicht, die Finsterniß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. 3. Gedenke, Herr, doch auch an mich in dieser finstern Nacht und schenke mir nur gnädiglich den Schirm von deiner Wacht. 4. Wend' ab der Feinde Wütherei durch deiner Engel Schaar, so bin ich aller Sorgen frei, und bringt mir nichts Gefahr. 5. Zwar fühl' ich wohl der Sünden Schuld, die mich bei dir klagt an; ach aber, deines Sohnes Huld hat gnug für mich gethan. 6. Den setz' ich dir zum Bürgen ein, wenn ich muß vor Gericht. Ich kann ja nicht verloren sein in solcher Zuversicht. 7. Drauf thu ich meine Augen zu und schlafe fröhlich ein. Mein Gott wacht jetzt in meiner Ruh'; wer wollte traurig sein! 8. Weicht, nichtige Gedanken, hin, wo ihr habt euren Lauf, ich baue jetzt in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 9. Soll diese Nacht die letzte sein in diesem Erdenthal, so führ' mich in den Himmel ein zur Auserwählten Zahl. 10. Und also leb' und sterb' ich dir, dir, meinem Herrn und Gott; im Tod und Leben hilf du mir aus aller Angst und Noth. 859. Mel. O Jesu Christ, mein's 2c. Nun ist vollbracht auch dieser Tag. Mein Gott und Herr, dir Lob ich sag', daß du durch deine 27* 420 Verhalten zu besondern Zeiten. große Gut' an Seel' und Leib mich ruhiges Gewissen immer möge hier haft behüt't. genießen. 2. Was ich verbrochen hab' an dir, das wolleft du vergeben mir. Laß über mich doch jederzeit obwal. ten deine Gütigkeit. 3. Darauf, Allmächtiger, befehl' in deine Händ' ich Leib und Seel'; ich thu' nun meine Augen zu und schlafe ein in Fried' und Ruh'. 4. Dein heil'ger Engel mich bewach' vor allem Leid und Ungemach; durch Jesum Chriftum bitt' ich dich, du wollst mich schützen gnädiglich. 5. Verleih', daß ich frisch und gesund aufsleh' und mit erfreutem Mund, o Bater, deine Mildigkeit lob', ehr' und rühm' zu aller Zeit. 860. Mel. Werde munter, mein 2c. Auf, o Seele, sei noch munter: Gottes Lob ist deine Pflicht. Seine Sonne geht zwar unter, aber seine Gute nicht. Heut' auch hat sie mich ernährt, manche Freude mir gewährt, vor Gefahren mich beschüßet, meine Schwachheit unterstützet 2. Angebetet, hochgepriesen seist du, Herr, mein Gott, von mir. Was du Gutes mir erwiesen, dan fei meine Seele dir. War ich's, Bater, gleich nicht werth, hast du doch mein Flehn erhört, das ich heut', als ich erwachte, dir in Jesu Namen brachte. 3. Ruhe, Munterfeit und Kräfte, Trieb, die Arbeit nicht zu fliehn, Fortgang im Berufsgeschäfte haft du mir auch heut' verliehn. Und wie viel Gelegenheit gab mir deine Gütigkeit, zu des Himmels Seligkeiten immer mehr mich zu bereiten! 4. Doch, da ich voll Dank erzähle, wie so groß dein Wohlthun war, stellen sich auch meiner Seele die begangnen Fehler dar. Ach, verzeih' mir meine Schuld, daß in deiner Vaterhuld ich ein 5. Gieb auch bis zum frohen Morgen meinem Leibe sanfte Ruh'. Durch dich schlaf' ich ohne Sorgen: wenn ich schlafe, wachest du. Seel' und Leib befehl' ich dir. Walt' allgitig über mir, bis ich durch ein selig Ende meine Tage hier vollende. 861. Mel. Werde munter, mein 2c. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanfte, süße Ruh'; alles Uebel laß verschwinden, decke mich mit Segen zu. Leib und Seele, Muth und Blut, und die Meinen, Hab' und Gut, Freunde, Feinde, Hausgenossen, sind in deinen Schuß geschlossen. 2. Ach, laß uns kein banges Schrecken, weder Raub, noch Feuersgluth aus dem süßen Schlummer wecken. Halt' uns, Herr, in deiner Hut; hilf, wenn Krankheit, oder Tod uns im sichern Schlafe droht, laß uns, wenn wir sollten sterben, doch des Himmels Freuden erben. 3. Hore, Vater, ach erhöre, was dein Kind von dir begehrt. O Sohn Gottes, dir zur Ghre werd' es mir durch dich gewährt. Heil'ger Geist, verlaß mich nicht, gieb mir Muth und Zuversicht. Hör', Dreieiniger, mein Flehen. Amen. Ja, es wird geschehen. 862. Mel. Freu' dich sehr, o meine zc. Unsre müden Augenlieder schließen sich jetzt schläfrig zu, und des Leibes matte Glieder sehnen sich nach ihrer Ruh': denn die dunkelvolle Nacht hat des hellen Tages Pracht nun mit Finsterniß bedecket und der Sterne Glanz erwecket. 2. Doch bedenk', eh' du gehst schlafen, du, o meines Leibes Gast, ob an dem, der dich er Tageszeiten. Abend. schaffen, du dich nicht vergangen hast? Thu', ach, thu' in Zeiten Buß, geh' und falle ihm zu Fuß und bitt' ihn, daß er aus Gnaden dich der Strafe woll' entladen. 3. Herr, es ist dir unverholen, ob ich diesen Tag vollbracht so, wie du es mir befohlen, ob ich habe recht bedacht meines Lebens Ziel und Zweck, oder habe deinen Weg schändlich, o mein Gott, verlassen, bin gefolgt der Sünden Straßen. 4. Ach, Herr, laß mich Gnad' erlangen, gieb mir nicht verdienten Lohn, laß mich deine Huld umfangen, sieh' auf deinen lieben Sohn, der für mich genug gethan; Bater, nimm den Bürgen an, dieser hat für mich er buldet, was mein' Unart hat verschuldet. 5. Laß mich, Herr, von dir nicht wanken, durch dich schlaf' ich sanft und wohl, gieb mir heilige Gedanken. Und bin ich gleich Schlafes voll, so laß doch den Geist in mir zu dir wachen für und für, bis die Morgenrdth' aufgehet, und man von dem Bett' aufstehet. 6. Bater, droben in der Höhe, ftets sei uns dein Name werth, dein Reich komm', dein Will' geschehe, unser Brot werd' uns be. schert, und vergieb uns unsre Schuld, schenk' uns' deine Gnad' und Huld, laß uns nicht Versuchung tööten, hilf uns, Herr, aus allen Nöthen. 863. Hinunter ist der Sonnenschein, die Finsterniß der Nacht bricht ein. Leucht' uns, Herr Christ, du wah. res Licht, so wandeln wir im Finstern nicht. 421 3. Was wir gesündigt wider dich, das, Herr, verzeih' uns gnádiglich, und rechn' es unsrer Seel' nicht zu, laß schlafen uns in Fried' und Ruh'. 2. Dir sei Dank, daß du uns den Tag vor mancher Angst, vor mancher Plag' durch deine Allmacht haft behut't, aus Gnad' und unverdienter Güt'. 4. Nach deiner großen Lieb' und Macht beschüß' auch uns in dieser Nacht; vor Schrecken, Angst und Feuersnoth behüt' uns, o du treuer Gott. 864. Mein Augen schließ' ich jetzt in Gottes Namen zu, indem der müde Leib begehret seine Ruh'; weiß aber nicht, ob ich den Morgen werd' erleben, es könnte mich vielleicht der Tod noch heut' umgeben. 2. Drum sag' ich dir, o Gott, von Herzen Lob und Dank; ich will auch solches thun hinfort mein Lebenlang, weil du mich diesen Tag haft wollen so bewahren, daß mir kein Unglücksfall hat können widerfahren. 3. Hilf mir auch diese Nacht und richt' mein Herz zu dir, daß keine böse Lust durch Träume mich berühr'; auch deinen Engel mir an meine Seite sebe, auf daß kein Ungemach, kein Schrecken mich verlege. 4. Wenn dann am Morgen ich das Tageslicht erblick', so gieb, daß ich auch mich zu deinem Lobe schick. Ihr Sorgen, weichet hin. Du aber, Herr, verleihe den Gliedern ihre Ruh', daß mir der Schlaf gedeihe. 5. Doch, wenn in dieser Nacht mein Ende fåm' herbei, so hilf, daß ich in dir, o Jesu, wacker sei, auf daß ich seliglich und sanft von hinnen scheide; dann führe meine Seel' hinauf zur Himmelsfreude. 865. Mel. Wer nur den lieben Gott ze. Gott Lob, der Lag ist nun beschlossen, die Ruhestunde stellt Verhalten zu besondern Zeiten. 422 sich ein. Viel Gutes hab' ich heut' genossen, Gott muß dafür gepriesen sein. An Gott und an ein Lob gedacht, bringt eine rechte gute Nacht. vor. 2. Des Leibes Arbeit geht zum Ende, die Seele nimmt das Shre Mein Gott, ich hebe Herz und Hände durch Christum froh zu dir empor. Weil ich dich Vater nennen kann, so nimm mein kind. lich Opfer an. 3. Der Tag verstreichet ohne 2. Aber kann ich dir, dem ZeuPlagen, der Abend bricht ver- gen deffen, was ich denk' und thu', gnügt herein. Muß Mancher über meine Fehler wohl verschweigen? Unglück klagen, so kann ich gu- fie alle sahest du! Ja, wie oft tes Muthes sein. Dein Aufsehn schüßt mich väterlich, und deine Liebe krönet mich. verging ich mich nicht auch heute wider dich! Wer kann merken, wer kann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen? 4. Nun, Gott, vom Grunde meiner Seelen stimm' ich ein Lobund Danklied an. Gern wollt' ich Alles das erzählen, was deine Hand an mir gethan; doch, groBer Gott, unzählig ist, was Seel' und Leib von dir genießt. 5. Ach, nur vergieb mir alle Sünde, mein Jesus nahm die Schuld auf sich. Darum in diesem deinem Kinde, getreuer Gott, erbarme dich. Ich weiß, du geheft mit mir nicht um seinetwillen ins Gericht. 6. Drauf schlaf' ich unter deiner Liebe, und, was mir lieb, befehl' ich dir. Sieht's um mein Lager schwarz und trübe; bricht doch dein Gnadenglanz herfür, der Nacht und Dunkel lichte macht, und schüßt mich in der dunkeln Nacht. 7. Wohlan, ich will der Ruh' genießen. Soll diese Nacht die letzte sein, da ich mein Leben muß beschließen, so trifft mein eignes Wünschen ein. Das Leben ist mir kein Gewinn, als bis ich erst gestorben bin. 866. Mel. Freu' dich sehr, o meine 2c. Herr, es ist von meinem Leben wiederum ein Tag dahin. Könnt' ich mir doch Zeugniß geben, daß ich ihn nach deinem Sinn recht und nüßlich zugebracht und zur Freude mir's gemacht, die mir anbefohlnen Pflichten treu und emsig auszurichten. 8. So geb' ich mich in deine Hande, ich leb' und sterbe, wie du willt. Ich weiß, daß aus dem Lebensende des rechten Lebens Anfang quillt. So schlaf' ich nun auf Jesum ein, so muß mein Schlaf gesegnet sein. 3. Hab', o Vater aller Gnaden, habe noch mit mir Geduld, heile meiner Seele Schaden, tilge meiner Sünden Schuld. Deine unbegrenzte Treu' werd' auch diesen Abend neu, daß ich künftig deinen Willen besser mög', als heut', erfüllen.. 4. Heilige du mein Gemüthe, daß mein Schlaf nicht fündlich sei. Steh' mit deiner großen Güte auch in dieser Nacht mir bei, nimm dich meines Hauses an, wehre dem, was schaden kann, daß ich morgen mit den Meinen keinen Unfall darf beweinen. 5. Laß mich dir zum Preis er. wachen, ewig dir gewidmet sein, daß ich mich in allen Sachen beiner Hülfe kann erfreun. Doch bestimmt dein Rath, o Gott, heute noch für mich den Tod, nun so nimm an meinem Ende Leib und Seel' in deine Hände. 867. Mel. Ich bin ja, Herr, in deiner zc. So hab' ich, Gott, durch deine Macht nun wieder einen Tag vollbracht, sei hoch dafür ge priesen. Mit froher Rührung dank' ich dir für alle Wohlthat, die du mir so unverdient erwie. Tageszeiten. Abend. sen. O laß mich ferner mit Vertraun auf dich und deine Leitung schaun. 2. Auch des verfloffnen Tages Schuld verzeihe mir nach deiner Huld und fördre mein Bestreben, in deiner Fügung zu beruhn und deinen Willen gern zu thun, bis du mich führst zum Leben. Herr, was ich hab' und was ich bin, geb' ich in deine Hände hin. 3. Du, dessen Auge ewig wacht, verleih' auch nun in dieser Nacht, Erquickung mir, dem Müden. Beschirmet deine Rechte mich, so står ten meine Kräfte sich, so lieg' ich ganz in Frieden, erwache froh und mein Gesang singt dir, mein Vater, neuen Dank. 423 2. Jego schlaf' ich, aufzuwachen noch für Tage dieser Zeit. Laß mich fertig stets mich machen, Vater, zu der Ewigkeit, daß ich Wanderer dann sei leicht, bereit, von Bürden frei, von den Lasten dieser Erde, wenn ich nun unsterblich werde. 3. Gerne laß den Tag mich sehen, der als Retter mir erscheint, wenn mit unerhörtem Flehen, wer mich liebet, um mich weint. Stårfer als mein Freund im Schmerz sei mein gottverlangend Herz; voll von deines Namens Preisen, laß mich ihn gen Himmel weisen. 870. Mel. Vor deinen Thron tret' ich zc. 868. Bu so viel Tagen, die mir schon von meiner Prüfungszeit entflohn, flieht schnell auch dieser, den ich Mel. Mir nach, spricht Christus 2c. Herr, dessen Gnade Alles schafft, heut' durchlebt, ins Meer der Ewigkeit. durch dich hab' ich mein Leben. Gesundheit, Segen, Lust und Kraft hast du mir heut' gegeben. Den ganzen Tag warst du mit mir; mit froher Seele dank' ich dir. 2. Du hast mich heute väterlich gespeiset und getrånket, behütet vor Gefahren mich, zum Guten mich gelenket, zur Arbeit gabst du Kraft und Muth; wie bist du doch, mein Gott, so gut! 3. Du, ewig guter Bater, du wirft ferner für mich sorgen. Gieb meinem Leibe sanfte Ruh' bis zu dem frohen Morgen. Wenn ich erwache, fang' ich dann den neuen Tag mit Loben an. 869. Mel. Werde munter, mein 2c. Sink' ich einst in jenen Schlum. mer, aus dem Keiner nicht erwacht; geh' ich aus der Welt voll Kummer, Todesruh', in deine Nacht, o dann schlaf' ich anders ein. Weg aus dieses Lebens Pein wall' ich hin zu deren Hütten, die, nun selig, hier auch litten. 2. Gott, dem ich nichts verbergen kann, der Alles weiß, was ich gethan, was ich geredet und gedacht, weiß auch, wie ich ihn zugebracht. 3. Seele, denk' an deine Pflicht, versäume deine Beßrung nicht: denn auch der kleinste Theil der Zeit hat Einfluß auf die Ewigfeit. 4. Der Tod vollendet mich vielleicht, eh' diese Nacht dem Morgen weicht und führet mich, wie ich hier bin, vor Gott, vor meinen Nichter hin. 5. Bewahre gnädig mich, mein Gott, vor einem bösen schnellen Tod. Zur Beßrung und zur Frómmigkeit gieb, mein Erbarmer, mir noch Zeit. 6. Erhöre väterlich mein Flehn, laß Gnade, Herr, für Recht ergehn, nicht schrecklich sei mir bein Gericht, gedenke meiner Sünden nicht. 7. Gern will ich jede Sünde fliehn; dieß sei mein Vorsatz, segne ihn. Von dir bewacht, entschlaf ich nun, laß mich in sanfter Stille ruhn. 424 Verhalten zu besondern Zeiten. 871. Mel. Vor deinen Thron tret' ich zc. wie viel Gutes thatſt du mir auch heut', mein Gott, wie dank' ich dir? Du schenktest Speise mir und Trank, Gesundheit, Leben. Dir sei Dank. 2. Und noch vielmehr empfing mein Geist, der tief gerührt dich, Bater, preist, viel Kraft und viel Gelegenheit, zu thun, was seine Pflicht gebeut. 3. Du schüßtest, du bewahrtest mich vor Angst und Noth so väterlich; du schenktest mir der Freuden viel, und für sie meiner Brust Gefühl. 4. O möcht' ich dir recht dank. bar sein und immer, immer dein mich freun! Gieb selbst ein Herz voll Dankbarkeit und kindlicher Zufriedenheit. 5. Gedenke meiner Sünden nicht, und geh' nicht mit mir ins Gericht; laß meine Fehler, die mich reun, mir, der dir glaubt, vergeben sein. 6. Behüte du auch väterlich in dieser Nacht vor Unglück mich, so schlaf ich ruhig ein: denn du, du wachst auch über meine Ruh'. 3. Du, werth der Glücklichste zu sein, mein Mittler, ach, es war nicht dein der Ort, wo du nach Müh' und Last zur Ruh' das Haupt geleget haft. doch höre du den Dank für meine fanfte Ruh'. 4. Wer bin ich? wie vergelt' ich dir, mein Vater, was du thuft an mir! Ich bin zu schwach; 873. Mel. Alles ist an Gottes Segen ze. Lehr' mich meine Tage zählen, Schöpfer, der du selbst sie zählst und mir ihre Zahl verhehlst. Lehr' mich jede Stunde wählen. Und so fließe meine Zeitwohlgenußt zur Ewigkeit. 2. Lehr' mich jene Zeit ersetzen, die mir ungenutzt verschwand. Als Geschenk aus deiner Hand laß mich jede Stunde schäßen. Und so fließe meine Zeit wohlgenußt zur Ewig. feit. 3. Schenk' im Schlaf mir Ruh' Thaätigkeit, und dann gieb mir Heis und Stärke. Weck' mich früh zur terkeit zur Vollendung edler Werke. Und so fließe meine Zeit wohlgenußt zur Ewigkeit. 874. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. 872. Jesu, wenn zum Stärkungsschlummer dein Haupt ermüdet niedersank, wie manches ErdenpilMel. O Jesu Christ, mein's 2c. Ein fanftes Lager wartet mein. gers Kummer, der aus dem Kelch Wie viele meiner Brüder freun, wenn du entfliehst, des Tages Licht, sich dieser Wohlthat heute nicht. wie mancher Schmerz geheilt durch der Leiden trank, war dann gestillt, dein erbarmend Herz! 2. Auf hartem Boden hingestreckt, bei Frost und Kälte unbedeckt, fleht mancher Kranke jammervoll um Tod, der ihn erlösen soll. zum Wohlthun immer ausgestreckt! 2. Wie waren deine treuen Hände Wie hatte, wo sich Elend fande, des Menschenfreundes Blick entdeckt! Brüderwohl, für Menschenglück. Du lebtest jeden Augenblick für 4. Bis zum Abend meines Lebens laß mich unermüdet sein, so bleibt mein Gewissen rein, und ich lebe nicht vergebens, und dann folgt mir aus der Zeit reife Frucht zur Ewigkeit. 3. Und ich, lebt' ich vielleicht vergebens? vielleicht kaum halb nur diesen Tag? Was helfen Stunden eines Lebens, ven denen ich nichts ernten mag? Ach, hätt' ich deiner oft gedacht, sie wären besser zuge, bracht. Tageszeiten. Abend. 4. Ich blicke reuend auf die Stunde, die ungenußt mir heut' entwich, gelobe dir mit Herz und Munde, o Gott, mehr Treue gegen dich. Ja, jedes künft'gen Tages Licht sei Zeuge treu erfüllter Pflicht. Prüfung am Abend. 875. Mel. O Gott, du frommer Gott 2c. Der er Tag ist wieder hin. Und diesen Theil des Lebens, wie hab' ich ihn verbracht? verstrich er mir vergebens? hab' ich mit allem Ernst dem Guten nachgestrebt? hab' ich vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht gelebt? 2. War's in der Furcht des Herrn, daß ich ihn angefangen, mit Dank und mit Gebet, mit eifrigem Verlangen, als ein Geschöpf von Gott der Tugend mich zu weihn, und züchtig, und gerecht und Gottes Freund zu sein? 3. Hab' ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer und durch Fleiß ihn, diesen Gott, gepriesen, mir und der Welt ges nüßt, und jeden Dienst gethan, weil ihn der Herr gebot, nicht, weil mich Menschen sahn? 4. Wie hab' ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? Hat mich im Stillen oft ein Blick auf Gott ge rühret? erfreut' ich mich des Herrn, der unser Flehn bemerkt? und hab' ich im Vertraun auf ihn mein Herz gestärkt? 5. Dacht' ich bei dem Genuß der Güter dieser Erden an den Allmächtigen, durch den sie sind und werden? verehrt' ich ihn im Staub? empfand ich seine Huld? trug ich das Glück mit Dank, den Unfall mit Geduld? 6. Und wie genoß mein Herz des Umgangs süße Stunden? Fühlt' ich der Freundschaft Glück, sprach ich, was ich empfunden? war auch mein Ernst noch sanft, mein Scherz noch unschuldsvoll? 425 und hab' ich nichts gered't, das ich bereuen soll? 7. Hab' ich die Meinigen durch Sorgfalt mir verpflichtet, fie durch mein Beispiel still zum Guten unterrichtet? war zu des Mitleids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? ein Glück, das Andre traf, war dieß mir angenehm? 8. War mir der Fehltritt leid, sobald ich ihn begangen? bestritt' ich auch in mir ein unerlaubt Verlangen? und wenn in dieser Nacht Gott über mich gebeut, bin ich, vor ihm zu stehn, auch willig und bereit? 9. Gott, der du Alles weißt, was könnt' ich dir verhehlen? Sch fühle täglich noch die Schwachheit meiner Seelen. Vergieb durch Christi Blut mir die verlegte Pflicht, vergieb, und gehe du nicht mit mir ins Gericht. 10. Ja, du verzeihest dem, den seine Sünden kränken, du liebst Barmherzigkeit, und wirst auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist du der Wächter über mir. Leb' ich, so leb' ich dir, sterb' ich, so sterb' ich dir. Für Leidende. 876. Mel. Nun sich der Tag geendet zc. Auch diesen Tag hab' ich voll. bracht mit aller seiner Noth. Nur deiner Vaterlieb' und Macht verdank' ich es, o Gott. 2. Wärst du nicht meines Lebens Kraft, mein Retter und mein Heil, so würd' in meiner Pilgerschaft kein Trost mir je zu Theil. 3. Ach, ohne dich, Allgütiger, verging ich in der Noth. Von Freudigkeit und Hoffnung leer wär' ohne dich mein Tod. 4. Doch welchen Trost fühlt nun mein Herz: Du bist, du bleibst mein Gott. Dein Wort versüßt mir je. den Schmerz, und lindert jede Noth. 5. Froh kann ich mich dem Schlaf vertraun; auch schlafend bin ich dein. Vor keinem Unfall Verhalten zu besondern Zeiten. 426 soll mir graun, du wirst mein Hel. fer sein. 6. Und sollt, o Vater, diese Nacht des Leidens letzte sein; wohl mir, dann ist mein Lauf vollbracht, vollbracht des Lebens Pein. Schluß der Woche. 877. Mel. Wer nur den lieben Gott 2c. So wird die Woche denn beschlossen. Noch immer leb' ich, Gott, durch dich, und mir ist nicht ein Tag verflossen, du schüßtest, du beglücktest mich, bewahrtest Seele, Leib und Haus und halfft aus mancher Noth mir aus. 2. Wer weiß, wie viele schwere Leiden, wie manche Stürme näher schon, als ich es glaubte, doch in Freuden verwandelt wurden, oder flohn, weil du, mir långer wohl. zuthun, den Stürmen noch gebotst, zu ruhn. ein 3. Jedoch, was hab' ich dir gegeben? Ein dankbar Herz? freudig Lob? ein frommes, tugendvolles Leben, das durch Gehorsam dich erhob? Ach Gott, ich sehe meine Schuld; wie unwerth bin ich deiner Huld, 4. Wie unwerth bin ich deiner Treue! Ich fühl' es tiefgebeugt vor dir. Verwirf nicht, Vater, meine Reue, vergieb um Jesu wil len mir und nimm dich meiner gnädig an, den deine Huld nur retten kann. 5. Soll ich noch långer auf der Erde dein Pilger sein, so hilf mir, Herr, daß meine Seele frommer werde, mein Leben täglich heiliger, daß ich im Glauben fest und treu, und eifrig im Gehorsam sei. 6. Laß deinen guten Geift mich leiten, laß, wie du foderst, stets durch ihn mich aller Lüste Reiz bestreiten, mich der Verführer Wege fliehn, nicht achten auf den Nuf der Welt und willig thun, was dir gefällt. 7. Laß morgen mich dein Lob besingen, und jeden Tag, den du mir giebst, nur deinen Willen froh vollbringen mit allen Frommen, die du liebst. Einft führe mich zum Himmel ein; da, da wird ew'ge Ruhe sein. 878. Mel. Vor deinen Thron tret' ich zc. Unwiederbringlich schnell entfliehn die Tage, die uns Gott geliehn. Die Woche kommt, und eilt davon. Vergangen ist auch diese schon. 2. Dank sei dir, ewig treuer Gott, für deinen Beistand in der Noth, für tausend Proben deiner Treu': denn deine Huld war tåglich neu. 3. Wenn unser Herz von Schuld befreit, sich mancher guten That erfreut, weß war die Kraft? wer gab Gedeihn? Dir, Herr, gebührt der Ruhm allein. 4. Oft fehlten wir, und merkten's nicht. Verzeih' uns die verletzte Pflicht. Du siehst, Erbarmer, unsre Reu", um Christi willen sprich uns frei. 5. Wir eilen mit dem Strom der Zeit stets näher hin zur Ewigkeit. Du hast die Stunden zugezählt, die legte weislich uns verhehlt. 6. Herr unsers Lebens, mache du uns selber recht geschickt dazu, daß nicht, indem wir sicher sind, der Tod uns unbereitet find'. 7. Ist einst die Zahl der Stunden voll, die unser Loos entscheiden soll, so führ' uns aus der Prüfungszeit zu deiner frohen Ewigkeit. 8. Da sind wir unsers Heils gewiß, da wechseln Licht und Finsterniß nicht mehr, wie hier. Du ew'ges Licht, Herr, unser Gott verlaß uns nicht. Gebete und Andachtsübungen. Morgen- und Abendandachten. Am Sonntage. Des Morgens. Gott, den Alles, was ist und lebet und denket, mit Freude und Bewunderung anbetet, und der du Allen, die dich ernstlich und glaubig anrufen, mit deiner Gnade und Hülfe nahe bist, wie freue ich mich, daß du auch mir den Zugang zu dir eröffnet, auch mir nahe gekommen bist und mich dich, als den Vater, Sohn und Geist, als den Vater unsers Herrn Jesu Christi und durch ihn als den Vater aller beiner Kinder auf Erden, als unsern Heiland und Seligmacher, als unsern Führer auf dem Wege des ewigen Lebens kennen und denken gelehret haft. Und wie freue ich mich dieses Tages, des Tages deiner feierlichen Verehrung, der Ruhe und Erholung von irdischen Geschäften, und der größern Thatigkeit für unsern unsterblichen Geist. An diesem Tage kann ich mich mit allen deinen Verehrern auf dem ganzen Erdboden vereinigen, dich anzubeten, mich deines Daseins, deiner Vorsehung, deiner gnädigen Veranstaltungen zum Heile der Menschen zu freuen, dir für deine Wohlthaten zu dan ken, mich im Vertrauen auf dich zu stärken, und mir neues Leben, neuen Segen, neue Kraft, neuen Muth zur Fortseßung meiner irdischen Laufbahn zu erbitten. An diesem Tage kann ich insbesondere dich, den Sohn des Allerhöchsten, unsern Grretter von der Sünde und dem Tode, den Wiederhersteller des Lebens und der Seligfeit, unsern Anführer und Vorgånger, unsern Herrn und König mit deinen Bekennern öffentlich verehren, dein großes Verdienst um unser Geschlecht betrachten, mich mit ihnen im Glauben an Gebote erwecken und zur Nachahdich stärken, zur Befolgung deiner mung deines Beispiels aufmuntern. laß dir unsre Verehrung und Anbetung wohlgefallen! Segne und erfreue am heutigen Tage mich und Alle, die dich bekennen, mit Licht und Kraft, und Trost und Hoffnung des ewigen Lebens. Segne alle Lehrer der Religion und laß durch sie viel Erkenntniß, und Glauben, und Besserung, und Freude und Glückseligkeit verbreitet werden. Laß diesen Tag einen Tag der Erweckung für die Sünder, der Stärkung für die Schwachen, der Ermunterung für die Frommen, des Trostes für die Traurigen, des Heils für alle Heilsbegierige werden. Die Gnade unsers Herrn Jesu Chrifti, die Liebe Gottes des Vaters und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit mir. Amen. Des Abends. Gott, wenn ich dich kenne, dich denke und verehre, dich, das vollkommenste aller Wesen, den Urheber aller Dinge, den Geber aller Kraft, den Quell alles Seins, alles Lebens und aller Seligkeit; dann empfinde ich zwar den uner meßlichen Abstand, der zwischen dir und mir ist, und werfe mich vor dir in den Staub hin; freue mich aber dennoch, daß du mir so nahe gekommen bist durch Christum, daß du, bei aller unermeßlichen Größe dennoch so gnädig und barmherzig, die Güte und Liebe selbst bist, und mich in dieser Erkennt Am Montage. 428 niß von dir Alles finden låffeft, was mich erleuchten, bessern, beruhigen und beseligen kann. In dir finde ich einen Vater, an den ich mich wie ein Kind halten, und von dessen väterlicher Güte ich nichts als Gutes, und stets das Beste, hoffen darf;, in dir finde ich einen Mittler, einen Erretter, einen Helfer, einen Herrn und Vorgänger, einen Seligmacher auf jeder Stufe meines Daseins, bei jeder Veränderung meines Zustan. des, in dieser und in jener Welt; in die finde ich einen Führer auf dem Wege zum ewigen Leben, der meiner Schwachheit aufhilft, und mich stärket, vollbereitet, fräftiget und gründet. Ja, das ist das ewige Leben, der geradeste, sicherste Weg zum ewigen Leben, daß sie dich, daß du allein wahrer Gott bist und, den du gesandt haft, Je sum Christum, erkennen. laß diese seligmachende Erkenntniß auf dem ganzen Erdboden immer wei ter verbreitet und bis ans Ende der Tage erhalten werden. Ja, laß dein Reich kommen, die Grenzen desselben sich erweitern und Gerechtigkeit, Friede und Freude im heiligen Geiste, Glauben, und Tugend und Glückseligkeit, immer allgemeiner werden. Steure dem Aberglauben und Unglauben, der Sünde und Lasterhaftigkeit, der Troftlosigkeit und Unglückseligkeit. Segne die Mittel und Veranstal. tungen, die auf die Besserung und Beseligung der Menschen abzielen. Gieb, daß die Wahrheit deines Evangelii immer mehr erkannt, sein großer Werth immer höher ge. schätzt und die Kraft desselben immerwirksamerund sichtbarer werde. Laß die Tage deiner Verehrung immer würdiger gefeiert und jeden derselben für die Welt recht heil sam und gesegnet werden. Hilf, daß wir dich immer besser erkennen, würdiger verehren und deiner Erkenntniß und Verehrung die reinere, höhere Glückseligkeit genießen, wozu du uns erschaffen, er Isset und berufen haft. Von dir erfreuet und gestårket, gehe ich nun der Ruhe der Nacht entgegen und erwarte von deiner Liebe für mich und die Meinigen und für alle Menschen lauter Gutes. Segne alle deine Verehrer, und laß das Gute, das sie heute gehört, und wozu sie sich entschlossen haben, reiche Früchte in ihren Herzen und Leben hervorbringen. Rüste alle Regenten, alle Lehrer und Freunde des Christenthums mit Weisheit, Muth und Kraft aus. Erleuchte die Unwissenden, bekehre die Sunder, stärke die Schwachen, tröste die Verzagten und Kleinmüthigen. Erbarme dich der Armen und Verlaßnen, der Wittwen und Waisen, der Eltern und Kinder. Erquicke die Müden, erleichtere allen Kranken ihre Beschwerden, erfreue die Sterbenden mit den frohen Aussichten in jenes beßre Leben, und bringe uns Alle dahin, wo wir tich besser erkennen und verehren, und in deiner Erkenntniß und Verehrung ganz und vollkommen felig sein werden, durch Jesum Christum. Amen. Am Montage. Des Morgens. In deinem Namen, Gott, Bater, Sohn und heiliger Geist, in deinem Namen fange ich die Ge schäfte von Neuem an, die du mir in meinem Berufe angewiesen hast. Es ist dein weiser und guter Wille, daß wir arbeiten und Gutes schaffen sollen. Nun so will auch ich diesen deinen Willen heute und alle Tage meines Lebens gern und willig zu vollbringen suchen. Ich will meinen Beruf und alle Arbeiten desselben als ein Werk be. trachten, das du mir aufgetragen hast. Ich will sie mit beständiger Hinsicht auf dich verrichten, den stets gegenwärtigen Zeugen und den Vergelter Alles dessen, was ich thue, mit dem Bewußtsein, daß Am Dienstage. ich dir diene, und nicht den Menfchen, mit Erinnerung an die Vorschriften und das Vorbild Jesu Chrifti, nicht um schändlichen Gewinnstes willen, sondern von Her zensgrunde, aus Liebe zu dir und zu den Menschen, meinen Brübern, mit dem eifrigsten Bestreben, sie so wohl zu thun, als ich nur immer vermag, und im kindlichen Vertrauen auf deinen Beistand und Segen, und mich in allem beweisen als einen Diener Jesu Christi. Gott, was man mit dir und in deinem Namen thut, das geråth wohl. Mun so sei auch an diesem Tage mit mir. Sende neue Kraft und neuen Segen auf mich herab und laß Alles, was ich denke, rede und thue, wohlgelingen. Deiner gnädigen Leitung und Fürsorge befehle ich mich für diesen und alle Tage meines Lebens. Herr, segne, behüte und bewahre mich und die Meinigen; segne, behüte und bewahre Alle, die auf dich hoffen, durch Jesum Christum. Amen. 429 Jesu, in der ganzen christlichen Tugend und in der Vorbereitung auf jenes Leben. Denn wer im Geringen treu ist, den wirst du über viel seßen. Je sorgfältiger wir hier die Geschäfte unsers Berufs ausrichten, desto wichtigere Geschäfte wirst du uns dort auftragen; je mehr wir jetzt mit dem Pfunde wuchern, das du uns verliehen hast, desto mehr wirst du uns einst anvertrauen; je beffer wir hier die Kräfte brauchen, die du uns geschenkt hast, desto mehr Kräfte wirst du uns dort verleihen; je mehr wir in diesem niedern Stande, in diesem engen Wirkungskreise Gutes zu thun bemüht sind, einen desto höhern Stand, einen desto größern Wirkungskreis wirst du uns dort anweisen. Wer reichlich sået, der wird auch reichlich ernten. Gott, lehre mich das tåglich bedenken und treulich befolgen. Stärke mich in der bevorstehenden Nacht zu den Geschäften des morgenden Tages mit neuer Kraft, und schenke mir die Gnade, an jedem Tage, den mich deine Güte noch erleben läßt, Gutes zu thun und nicht müde zu werden, damit ich einst ernte ohne Aufhören. Amen. Des Abends. Gott, wenn wir Alles in deinem Namen anfangen, fortseßen und vollenden, wie getroft und zufrieden finden wir uns da nicht! Wie wichtig muß uns jede, auch noch so geringscheinende Arbeit werden, wenn wir sie als ein von dir auf getragenes Werk betrachten; wie leicht und angenehm muß sie uns Am Dienstage. Des Morgens. werden, sollte sie auch mit noch so Gutes zu thun und nicht müde vielen Beschwerden verbunden sein; und wie gesegnet wird jede solche Arbeit sein, wo nicht immer im Irdischen, doch allezeit im Geist lichen und Ewigen! Ja, wenn ich aus Pflicht und Gehorsam gegen dich arbeite, dann kann ich mich auch hier deines gnädigen Wohlgefallens und deiner besondern Für. sorge für mein irdisches Wohl versichert halten; dann habe ich hier inne eine beständige Uebung im Glauben, in der Liebe zu dir und den Menschen, in der Nachfolge zu werden, das verlangst du, Herr, von mir, deinem Geschöpfe, dei nem Kinde, dem Junger und NachUnd wie folger Jesu Christi. könnte ich dieß besser thun, als wenn ich auch hier auf dich, meinen Herrn und Vorgänger, aufsehe und dein Vorbild mir zur Und wie Nachahmung vorstelle. schwebte doch dir das große Werk immerdar vor Augen, das dir dein himmlischer Vater aufgetragen hatte; wie opfertest du ihm doch alle deine Zeit, alle deine Kräfte Am Dienstage. 430 auf, vollbrachteft es bei allen noch so großen Hindernissen und Schwierigkeiten ganz und vollkommen, und fandeft in der Vollbringung desselben deine Speise, dein größtes Vergnügen auf Erden. Ich muß wirken die Werke deß, der mich gesandt hat, weil es Tag ist; es kommt die Nacht, da Niemand wirken kann. üben, Gutes zu befördern, Böses zu verhindern, Andern núzlich zu werden, immer mehr Weisheit zur Führung des gegenwärtigen Lebens, immer mehr Fähigkeit zum Eingange in das zukünftige zu er. langen, das Maß der Gnadenbe. lohnungen in jener Welt zu vermehren, immer geschickter zu werden, einst mit dir zu leben und zu herrschen, indem ich jetzt mit dir kämpfe und dulde. Es kommt die Nacht; es können ungünstige Umstände eintreten, wo ich das nicht mehr thun kann, was ich jetzt zu thun vermag. Kurz ist der Tag, ungewiß die Zeit meines Lebens, und viel ist deffen, was ich noch zu thun habe. Erhalte diese Vorstellung in meinem Gemüthe stets gegenwärtig und lebendig. Lehre mich jeden Tag, jede Stunde, die du meinem Leben noch hinzusehen wirst, aufs Beste zu benußen und so anzuwenden, daß ich durch die Kraft deines Geistes mit jedem Tage und jeder Stunde im Guten völliger, von Fehlern und Sünden freier, im Glauben stärker, in der Liebe rechtschaffner, meinen Nebenmenschen immer nüßlicher, dir, meinem Heilande und Herrn, immer ähnlicher, deiner Gemeinschaft immer würdiger, zu dem Besitze und Genusse des zukünftigen Lebens immer geschickter und einst als ein treuer Knecht vor dir erfunden werde. Herr Jesu, gieb es. Amen. An der Mittwoche. Des Morgens. und führen. Ich wollte wirken, Herr, dem ich lebe, deß ich bin, leiten weil es Tag ist, Gutes thun und nicht müde werden und dadurch reichen Samen ausstreuen auf die künftige Ernte. Möchte mir mein Gewissen das Zeugniß geben, daß dieß wirklich von mir geschehen ist. Es war Tag; ich hatte Zeit, Kräfte, Mittel, Gelegenheiten, mich im Recht- und Wohlthun zu dem ich auch sterbe, zu dir, dem Grhalter meines Lebens, dem Geber alles Guten, dem Gott, der da hilft, und dem Herrn, Herrn, der auch vom Tode errettet, zu dir erhebe ich, dein schwaches, hülfsbedürftiges Kind, mein Herz mit frohem Danke und kindlichem Vertrauen. Dir danke ich für die möchte doch dieser dein Sinn auch mich beleben, möchte ich doch das Werk, das mir auf Erden aufgetragen ist, eben so willig, eben so treu und emfig vollbringen, als du das bei nige vollbrachtest; möchte ich doch jede Gelegenheit, Gutes zu thun, begierig ergreifen, jeden Tag, jede Stunde, jeden Augenblick aufs Beste anlegen, den Plaß, der mir in deinem Reiche angewiesen ist, ganz ausfüllen, mich im Recht- und Wohlthun keine Schwierigkeiten abschrecken, keine Hindernisse muthlos machen, keinen Undank ermuden lassen, und meine Freude und Seligkeit darinne finden, daß ich thue den Willen deines Vaters im Himmel! Das ist mein herzlicher Wunsch, mein ernstlicher Vorsatz. Laß ihn That und Wahrheit werden. Stärke du mich, der ich ohne dich nichts kann und vermag. Mache mich tüchtig, in allen guten Werfen zu thun deinen Willen, und schaffe in mir, was vor dir gefällig ist, durch die Kraft deines Geistes. Amen. Des Abends. Dein Beispiel, o Jesu, sollte mich an diesem Tage, wie an al An der Mittwoche.- 431 Aber Ruhe dieser Nacht, für den erqui- auf meinen Tod. Unter deinem denden Schlaf, für die Erhaltung meines Lebens, für die Stärkung meiner Kräfte und für die Heiter keit des Geistes, womit ich jett erwacht bin. Alles kommt von dir, Alles ist Geschenk deiner unverdienten, unerschöpflichen, unermeßlichen, ewig fortwährenden Güte, Alles ist Beweis, daß du mich liebest, für mich sorgest, und nie aufhörest, für mich zu sorgen. Aber zu dir sieht auch meine Hoffnung und Zuversicht, daß du auch ferner mit mir sein, mich gnädig erhalten, weise regieren, mächtig beschüßen, vor dem Bösen bewahren, zum Guten stärken, mich seg nen werdest durch Christum. Ich weiß nicht, was mir gut ist und was ich mir im Irdischen von dir erbitten soll. Du allein weißt mit zuverlässiger Gewißheit, was mir davon heilsam ist; und deiner Weisheit und Güte überlasse ich es mit kindlicher Zuversicht. um geistlichen und himmlischen Segen, um Weisheit und Verstand, um Stärke im Glauben und in der Tugend, um Kraft, deinen Willen zu thun, mich in allen Dingen zu beweisen als einen Diener Jesu Christi, und dir zu gefallen, um deine Gnade, um ein gutes Gewissen, um den Trost der Vergebung der Sünden und des ewigen Lebens; darum bitte ich dich von ganzem Herzen, und das wirst du mir gewiß nicht versagen. Ich weiß nicht, was mir heute, oder in dem künftigen Laufe der Tage begegnen wird; aber das weiß ich und deß tröfte ich mich, daß ich unter deiner Aufsicht, unter der Aufsicht des besten Vaters, des weiseften, gütigsten, mächtig ften Herrn lebe, und daß mir unter deiner Aufsicht nichts geschehen kann, als was du hast ersehen und was mir selig ist. Nun so geschehe an mir dein guter und gnädiger Wille. Ich hoffe auf dich. Die übergebe, dir vertraue ich mich ganz und gar auf diesen und alle folgende Tage meines Lebens, auch Schuße fürchte ich kein Unglück, unter deiner Regierung werde ich fiets froh, stets zufrieden und glückfelig sein. Herr, wie du willst, so schick's mit mir im Leben und im Sterben. Wohl dem Menschen, der sich auf dich verläßt. Amen. Des Abends. Ja, wohl dem Menschen, der sich auf dich verläßt, Herr, unsre Zuversicht und Stärke. Das habe auch ich alle Tage meines Lebens und auch an dem heutigen erfahren, erfahren, daß keiner zu Schanden wird, der sich auf dich verläßt; daß du Allen mit deiner Gnade und Hülfe nahe bist; daß du Alles erhältst und regierst, und nichts willst, nichts beschließest, nichts thust und nichts geschehen låffest, als was recht und gut und allen deinen Kindern heilsam ist, Und das hoffe ich auch in Zukunft zu erfahren. Unter deiner Aufsicht und Regierung erwarte ich Alles, was mich künftig, was mich die ganze Zeit meines Lebens, was mich im Tode, was mich in jener Welt, was mich in alle Ewigkeit stärken, erfreuen und beseligen kann. Und so darf, so will ich für die Zukunft nicht ängstlich sorgen. Nein, alle meine Sorgen werfe ich auf dich, denn du sorgft für mich. Meine einzige Sorge auf Erden soll die sein: daß ich deinen Willen thue, nach deinem Willen glaube und lebe, und dir wohlgefalle. Wie zufrieden werde ich dann sein mit meinen Schicksalen, mit dem Maße von Kräften und Gütern, das mir verliehen ist, mit der Stelle, die ich in deinem Reiche einnehme, mit den Verbindungen, in welchen ich stehe, selbst mit den Leiden, die ich zu tragen habe, mit diesem ganzen Leben voll Mühe und Arbeit, da ich glaube, daß ich Alles, was ich bin, durch deine Gnade bin; wie heiter und froh werde ich mein Le 432 Am Donnerstage. ben genießen, da ich unter deiner mer so denken, wie es recht und Regierung nichts fürchten, sondern wohlgefällig ist vor dir. Auch mein nichts als Gutes, und stets das Seufzen ist dir nicht verborgen. Beste hoffen darf; wie getroft kann Darum will ich immer mich mit ich selbst dem Tode und Grabe meinen Wünschen an dich wenden, entgegen sehen, da ich allenthalben in Allem auf dich sehen, und Alles, unter deiner Aufsicht stehe, im was ich bedarf, mit kindlicher ZuTode, wie im Leben, in jener Welt, versicht von dir erbitten und erwie in dieser Welt. Du wirst warten, der du nahe bist Allen, mich allezeit nach deinem Rathe lei die dich anrufen, und keinen verten und mich endlich mit Ehren an gisfest und versäumest, der sich auf nehmen. Und wie du mich führst dich verläßt. Vor dir, dem Allund führen wirst, so will ich gerne mächtigen und Allgegenwärtigen, gehen. Nach dir, Herr, verlanget will ich wandeln und fromm sein. mich, mein Gott, ich hoffe auf dich, Das hilf mir, gnädiger und barmlaß mich nimmermehr zu Schanden herziger Gott, und gedenke meiwerden. Amen. ner heute und allezeit im Besten um Jesu Christi willen. Amen. Am Donnerstage. Des Morgens. Herr, wenn ich erwache, so denke ich an dich. Und wie köstlich ist mir der Gedanke von dir, wie er freulich das Gefühl, daß du uns allenthalben nahe bist, uns allenthalben fiehest und kenneft, und mit den Wirkungen deiner Allmacht, Weisheit und Gnade umgiebst. O möchte der Gedanke von dir heute und alle Tage meines Lebens mein Begleiter, mein Führer, mein Trost und meine Freude sein, und o möchte das Gefühl deiner Gegenwart und Nähe immer in meinem Gemüthe wirksam und fråftig sein! Ich gehe, oder liege, so bist du um mich; du siehest alle meine Wege, alle meine Unternehmungen und Handlungen. Nun so will ich immer so handeln, daß ich dich, den Allgegenwärtigen, nicht scheuen darf. Es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, Herr, nicht alles wissest. Nun so will ich mir auch nicht ein Wort erlauben, wovon ich dir nicht Rechenschaft geben könnte. Du kennest sogar meine Gedanken von ferne. Nun so will ich auch im. Des Abends. Gett, der du uns allenthalben nahe bist, uns allenthalben die Wirkungen deiner Allmacht, Weisheit und Gnade erfahren lässeft, der Gedanke an dich sollte heute mein Führer sein, er sollte mich allenthalben begleiten, sich an Alles, was ich that, und redete, und dachte und was mir begegnete, anschließen, und mir Kraft und Trost und Freude und Seligkeit einflißen. Wie unglückselig würde ich sein, wenn ich diesen Tag zuge. bracht hätte, ohne an dich zu denken, wenn der Gedanke an dich mir gleichgültig und beschwerlich gewesen wäre! O möchte ich nie so unglückselig sein und werden. möchte doch der große, selige Gedanke an dich meinem Geiste immer gegenwärtiger, meinem Herzen immer angenehmer und willkommner, und in meinem ganzen Verhalten immer wirksamer werden. Wie selig werde ich sein, wenn ich dich immer vor Augen und im Herzen habe. Wie kann es mir an Kraft und Stärke fehlen, das Böse zu meiden und Gutes zu thun, wenn ich dich zum Zeugen aller meiner Gedanken, Worte und Werke nehme; wie kann es mir an Muth gebrechen, die Lei Am Freitage. 433 den dieser Zeit geduldig zu ertra- zu andern Sündern, und Alles, gen, wenn ich weiß, daß du bei mir bist in der Noth; wie sollte ich mich nicht allewege freuen können, da ich Gemeinschaft habe mit dir, dem Quell aller Freude? O führe mich, führe Alle, die dich kennen, zu dieser Seligkeit. Schenke mir die Gnade, die mir immer zu vergegenwärtigen, bei Allem, was ich denke, und rede, und thue, und genieße und dulde, auf dich zu sehen, mich immer nahe an dich zu halten, wie du mir allenthalben nahe bist, und in der Vorstellung von deiner Nähe, Kraft und Stärke, Freude und Seligkeit zu finden. Voll des frohen Gedankens an dich und deine Gegenwart, überlasse ich mich getrost der Ruhe dieser Nacht, und sehe allen meinen künf tigen Schicksalen im Leben und im Sterben, in dieser und in fener Welt unerschrocken entgegen. Ich fürchte kein Unglück, denn du bist bei mir. Amen. was du aus Liebe für uns ge than, erduldet und aufgeopfert hast, und noch thuft und künftig thun wirst, das soll meinem Gemüthe immer gegenwärtig und meinem Herzen immer theuer, das Theuerste auf Erden sein; es soll mich allenthalben beseelen, erwecken, stärken, trösten, erfreuen, beseligen; es soll der Grund meines Glaubens und Hoffens, der Quell meines Heils und meiner Seligkeit sein. Nach dir will ich leben, mich nach dir bilden, in deinen Fußtapfen wandeln, deine Vorschriften und dein Vorbild zur Richtschnur meines Denkens und Verhaltens machen. Aber auch für dich will ich leben, zum Besten deiner Erlösten leben, und arbeiten, und dulden, und aufopfern, und leiden und sterben. Das, das ist der innigste Wunsch meines Herzens, der ernsthafteste Entschluß meiner Seele. Ach, stärke mich, der ich nur in dir allein Gerechtigkeit und Stärke finde, stärke mich, diesen Entschluß bis ans Ende meines Lebens auszuführen, dich, der du mich theuer erkauft haft, zu preisen an meinem Leibe und an meinem Geiste, Am Freitage. Des Morgens. Herr Jesu, daß ich dich kenne, und zu leben im Glauben des dich als den Sohn des Allerhöchsten, als meinen Heiland und Seligmacher, als meinen Mittler und Versöhner, als meinen Anführer und Vorgänger, als meinen Herrn und König, als meinen größten Freund und Wohlthäter kenne, Sohnes Gottes, der mich geliebet und sich selbst für mich gegeben hat. Ja, dir leb' ich, dir sterb' ich, dein bin ich. Amen. deß freuet sich meine ganze Seele. Weß könnte ich mich sonst freuen, wenn ich mich nicht deiner freuen dürfte? und weß könnte ich mich mehr freuen, als deiner, Gottes, meines Heilandes? Aber ich erkenne und empfinde es auch, wie viel ich dir schuldig bin, und wie mein Leib und meine Seele, mein ganzes Leben deiner Verehrung gewidmet sein soll. Ja, ich lebe; doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Ja, dir will ich leben. Deine Liebe zu mir und Des Abends. Wie könnte ich froher und seliger auf Erden leben, wie einst getroster und seliger sterben, als wenn ich lebe im Glauben des Sohnes Gottes. Dann, ja dann habe ich Alles, was mich erfreuen und beseligen kann; dann habe ich Licht auf dem Wege des Lebens: denn ich folge dem, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist; und wer dem nachfolget, der wird nicht wandeln in Finsterniß, sondern wird das Licht des Lebens haben; dann empfinde ich Kraft in meiner 28 434 Am Sonnabende. Schwachheit durch den, der mich mächtig machet und mir Alles schen. fet, was zum Leben und göttlichen Wandel dienet; dann genieße ich Nuhe für meine Seele bei dem Bewußtsein meiner Sünden, bei dem Gefühle meiner Schwachheit, unter dem Drucke der Leiden, bei allen noch so traurigen Aussichten in die Zukunft; dann habe ich Zuversicht zu Gott und findliche Freudigkeit, von ihm Alles zu erbitten, und Alles zu erwarten, was mir gut und selig ist; dann bin ich getrost, selbst im Tode, fürchte kein Unglück, hoffe nichts als Gutes, Gnade und Vergebung, Kraft und Stärke, Hülfe in der Noth, Errettung im Tode, ewiges Leben, ewige Seligkeit, das glücklichste Loos auf jeder Stufe meines Daseins, bei jeder Veränderung meines Zustandes Leben und volle Gnüge. Lebe ich, so lebe ich dem Herrn, sterbe ich, so sterbe ich dem Herrn; darum ich lebe oder sterbe, so bin ich des Herrn. Olaß mich dieser Seligkeit theilhaftig werden, der du sie so gern Allen schenkest, die darnach verlangen. Laß deine Liebe mich bringen, nicht mir selbst, sondern dir zu leben. Lehre mich, stets aufzusehn auf dich, den Anfänger und Vollender meines Glaubens. Erhalte den Gedanken an dich und deine Liebe stets gegenwärtig in meiner Seele, daß er in mir lebe und herrsche, sich mit allen meinen übrigen Gedanken verbinde, der vornehmste und zugleich der angenehmste und erfreulichste Gedanke meiner Seele sei. Mit dem Gedanken an dich will ich jetzt einschlafen, mit dem Gedanfen an dich morgen und alle noch túnftige Tag erwachen, mit dem Gedanken an dich leben und sterben. Ich lebe; doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Amen. Am Sonnabende. Des Morgens. Herr, deine Barmherzigkeit hat kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu und deine Treue ist groß. Deß freuet sich mein Herz, und ich preise deine Güte, die auch über mich, so lange ich bin und lebe, jeden Morgen neu gewesen ist, die mich von einem Tage zum andern erhalten, gestårket, beschüßet, errettet, getröstet und gesegnet, die mir wohlgethan hat über alles mein Bitten und Verstehen. Ja, du hast mich, du hast uns Alle geliebet in deinem Sohne, Christo Jesu, ehe der Welt Grund geleget ward. Und mit welcher Geduld hast du mich, dein schwaches Kind, getragen? wie viele Fehler, wie viele Sünden mir vergeben? mit welcher Kraft mich in meiner Schwachheit unterstüßt? Und so willst und wirst du dich auch ferner über mich erbarmen, wie sich ein Vater erbarmet über seine Kinder, und mich segnen durch Chriftum. So willst und wirst du auch ferner mit jedem Tage deine Güte über mich verneuen, ja mich in Ewigkeit lieben. Deß tröste ich mich jetzt bei dem Gefühle meiner Schwachheit und Hinfälligkeit. Dir und deiner weisen, väterlichen Leitung übergebe ich mich mit kindlicher Zuversicht auf diesen und alle folgende Tage meines Lebens. Du wirst, wenn ich dir nur folge, mich allezeit recht, und anders wohin nicht führen, als zur Seligkeit. Dir befehle ich meine Wege, meine Unternehmungen und Geschäfte, meine Schicksale und Lebensveran derungen, auch meinen Tod. Ich hoffe auf dich, du wirst's wohl mahen. Deine Güte, Herr, sei über mich und über Alle, die auf dich hoffen. Amen. Des Abends. Herr, ich bin zu geringe aller Barmherzigkeit und Treue, tie du an mir gethan haft. Wie viel haft du nur allein in der verfloßnen Woche an mir gethan! Jeder Tag, jede Stunde derselben sind Zeugen deiner unerschöpflichen, ewig fort Am Sonnabende. währenden Güte. Und Dank, herzlicher, inniger Dank sei dir für alle Beweise derselben, Dank für das Leben, das du mir verlängert, für die Gesundheit, die du mir erhalten, für den Fortgang und Segen, den du mir verliehen, für so manche Freude, die du mir geschenkt, auch für die Leiden, die du mir zu meinem Besten auferlegt haft und gewiß zu meinem Besten lenken wirst; insbesondere aber für das Licht, die Kraft, den Trost und die Hoffnung, womit du mich gestärket und erquicket hast. Möchte doch aber auch jeder Tag, fede Stunde von meiner Dankbarkeit, von meiner Gegenliebe und von meinem Gehorsam gegen dich und deinen Sohn, Jesum Christum, zeugen; möchte ich doch merkliche Fortschritte auf dem Wege des Glaubens und der Tugend gemacht haben; möchte ich doch dem großen Ziele immer näher kommen, wel ches mir vorhält die himmlische Berufung in Christo Jesu und wachsen in allen Dingen an dem, der das Haupt ist! Gott, fiche mit Huld und Gnade auf mich herab. Bergieb, ach, vergieb mir alle meine Sünden um Jesu Chrifti Communionandachten. Vorbereitung zum heiligen Abendmale. Nachdenken über die Ab- nen eingebornen Sohn gesandt haft in die Welt, die Sünder selig zu machen; du hast uns durch ihn überschwenglich begnadigt, mit geistlichen und himmlischen Gütern gesegnet und Alles geschenket und willst uns Alles schenken, was uns an unserm Leibe und an unserm Geiste, was uns im Leben und im Sterben, was uns in dieser und in jener Welt erretten, stärken, erfreuen, ganz und voll. 28* sichten des heiligen Abendmals. 435 willen. Stårke mich aber auch in meinem Bestreben, mit jeder Woche, mit jedem Tage immer weiser und verständiger, immer reiner von Fehlern und Sünden, im Glauben immer stärker, in allen guten Werken immer geübter und fertiger, meinem Heilande immer ähnlicher, deiner und deines Sohnes Gemeinschaft immer fähiger, im Genusse seines Heils immer froher, zufriedner und seliger, und durch das Alles zur Seligkeit der zukünftigen Welt immer geschickter zu werden. Herr, deine Güte währet immer für und für bei denen, die dich findlich fürchten. Und so habe ich das demüthige Vertrauen zu dir durch Christum, du werdest auch in der künftigen Woche und mit einem feden kommenden Tage deine Güte über mich, über die Meinen, über alle deine Kinder auf Erden verneuen, du werdest sie walten lassen über uns in Ewigkeit. Wir hoffen darauf, daß du so gnädig bist; unser Herz freuet sich, daß du so gerne Hilfest. Auf dich, auf dich steht unsre Zuversicht, du läsfest uns auch im Tode nicht. Amen. Gott, Vater unsers Herrn Jesu Christi, Vater und Erbarmer der Menschen, Gott der Liebe, du haft uns geliebet, ehe denn der Welt Grund geleget ward; du haft uns also geliebet, daß du dei Communionandachten. 436 kommen selig machen kann. Welche Wunder der Barmherzigkeit und Gnade, welche Beweise einer alle unsre Verdienste, alle unsre Vorstellungen übersteigenden Liebe! Wer kann sich rühmen, fassen, ermessen, wer bir den Dank, die Ehre und das Lob geben, das dir gebühret! möchte mein ganzes Herz von Dank und Freude über deine Liebe und die Liebe deines Sohnes überfließen; möchte ich es ganz und vollkommen empfinden, wie sehr du uns geliebet haft und wie selig wir durch deine Liebe find; möchte doch das insbesondere auch jetzt geschehen, da ich das Gedächtniß dieser deiner Liebe und der Liebe Jefu Chrifti durch die Feier seines heiligen Nachtmals erneuern will! Wie wichtig, wie heilig, wie tröstlich muß mir nicht dieses Geschäfte sein. Ja, wenn ich ein Christ bin, wenn ich es in der That und Wahrheit bin, so muß mir die Feier des Nachtmals Jesu eine fehr wichtige Handlung, eine sehr angenehme und beseligende Beschäftigung sein, die ich nie oft genug wiederholen kann. Es ist ein Fest, daß er, unser Herr und Heiland, selbst stiftete, wodurch er sich dem Andenken seiner Jünger und aller seiner nachfolgenden Bekenner em pfehlen und sein Gedächtniß auf Grden unvergeßlich machen wollte. Es ist ein Gedächtnißfest Jesu, des großmüthigsten Freundes, des größten Wohlthäters, des mächtigften Erretters, des höchsten Beförderers der Glückseligkeit unsers Geschlechts, der mehr für uns gethan, gelitten und aufgeopfert hat, und noch jetzt für uns thut, und künftig thun wird, als nie ein Freund und Wohlthäter der Menschen gethan hat, und thun kann. Es ist ein Jesusfest, das wir zu seiner Ehre feiern, bei welchem wir als feine Freunde und Verehrer erscheinen, mehr als sonst an ihn denken, feierlicher als sonst uns an ihn verpflichten, lebhafter als sonst uns seiner freun. Es ist ein Fest der Liebe seines himmlischen Baters, der die Welt also geliebet hat, daß er seinen eingebornen Sohn gab, ein Fest der Liebe Jesu und alles dessen, was er aus Liebe ehedem gethan hat, noch thut und künftig thun wird; insbesondere aber ein Fest seines Versöhnungstodes, durch dessen wiederholte Feier die Wahrheit unaufhörlich erneuert, von Geschlecht zu Geschlecht fortgepflanzt und bis ans Ende der Tage erhalten werden soll, die große und dem ganzen menschlichen Geschlechte unendlich wichtige Wahrheit: daß Jesus Christus gestorben ist für die Sünden der Welt, und daß in keinem Andern das Heil, und daß kein anderer Name den Menschen gegeben ist, darinnen sie können selig werden, denn allein der Name Jesu. Es ist ein Dankfest für seine Wohlthaten, die wir schon jetzt genießen und künftig erwarten. Es ist ein Gedächtnißfest der Erlösung des menschlichen Geschlechts durch Christum, der Errettung desselben von der Sünde und dem Lode, und der Wiederherstellung desselben zum Leben und zur Unsterblichkeit; ein Gedächtnißfeft unsrer gegenwärtigen und zukünftigen Seligkeit, ein Freudenfeft über unsre Seligkeit durch Jefum. Und ist es Jesus nicht werth, daß wir ihm ein solches Fest feiern? Hat er es nicht verdient, unser gerührtestes Andenken, unsre innigste Liebe, unser höchstes Vertrauen, unsern willigsten, freudigsten Gehorsam, unsre ewige Dankbarkeit, das Andenken, die Liebe, das Vertrauen, den Sehorsam, die Dankbarkeit unsers ganzen Geschlechts? Was wären wir ohne Jesum, was würden wir sein, ohne ihn? was sind wir durch ihn worden, was können und sollen wir durch ihn werden? Was kann jedem Menschen wichtiger sein, als daß Jesu Andenken auf Erden von Zeit zu Zeit erneuert, von Geschlecht zu Geschlecht fortgepflanzt, von Vorbereitung zum heiligen Abendmale. 437 erscheine als ein Jünger Jesu, bekenne mich hier öffentlich zu ihm, fage es aller Welt und rühme mich deffen, daß ich an ihn glaube, daß ich überzeugt bin: auch für mich und meine Sünden habe er seinen Leib dahingegeben und sein Ich verpflichte Blut vergossen. mich von Neuem zum Glauben an ihn, und mache mich unter dem Genusse seines Leibes und Blutes anheischig, in diesem Glauben zu leben und zu sterben. Ich fühle mich so innig mit ihm verbunden, wie ein Erlöfeter mit seinem Gr löser, wie ein Beseligter mit seinem Seligmacher, wie ein Nachfølger mit seinem Vorgänger, wie ein Diener mit seinem Herrn, wie ein Glied des Leibes mit seinem Gott, groß und wunderbar sind Haupte, wie ein Freund mit seier tritt deine Werke und Veranstaltungen, alle, unverwerfliche Zeugen deiner Alles wohlmachenden Weisheit und Gute, alle, sichtbare Denkmåler, daß du uns liebest und unsre Se: ligkeit willst und beförderst. Und an welche Beweise deiner Liebe und der Liebe deines Sohnes Jesu Christi erinnert mich nicht sein heiliges Nachtmal? einem Theile der Erde zu dem andern verbreitet und bis ans Ende der Tage erhalten werde? Ja, du bist würdig, Sohn des Allerhöchsten, du bist würdig zu nehmen Preis, und Ehre, und Anbetung und Dank. Und das will auch ich jetzt bei der Feier deines Nachtmals dir darbringen. Dein Andenken soll meinem Herzen auf ewig theuer, es soll stets meine Freude, meine Ehre und Ruhm sein. Amen. Nachdenken über den Nußen des heil. Abendmals. Nur von Liebe gedrungen stiftete er es, von Liebe zu uns und zu unsrer Seligkeit. Es ist ein gesegnetes Brot, welches wir essen, ein gesegneter Kelch, welchen wir trinken; ein Heil und Seligkeit bringendes Mal, eine Seelenspeise, ein Mittel, durch welches unser Geist genährt, wodurch ihm neue Kraft und neues Leben mitgetheilt wird; ein Stärkungsmittel unsers Glaubens, unsrer Tugend, unsrer Liebe zu Gott und Menschen, uns rer Ruhe, unsrer Freude und uns rer Seligkeit; ein Mittel, wodurch das Reich Jesu Christi, das Reich der Gerechtigkeit, des Friedens und der Freude im heiligen Geifte, erhalten und erweitert wird. Hier, bei der Feier dieses Mals, erneure und unterhalte ich meine Gemeinschaft mit Jesu, knüpfe sie immer enger und fester: denn ich mit mir in Gemeinschaft, indem nem Freunde. Aber auch er mir seinen Leib und sein Blut zu genießen und dadurch zugleich Antheil giebt an dem Heile und der Seligkeit, die er durch die Dahingebung seines Leibes und durch die Bergießung seines Blutes der Welt erworben hat, indem er sogar dieses Heil und diese Seligkeit, Licht, und Kraft, und Trost, und Hoffnung, und Zuversicht, und Friede und Freude der Seele mich hier mehr als sonst genießen läßt." Hier erneure und unterhalte ich meine Gemeinschaft mit seinem himmlischen Vater. Ich erscheine als sein Kind durch Christum, als ein Kind dessen, der uns von Ewigkeit geliebet hat in seinem Sohne, Christo Jesu, und rühme mich dessen, daß ich sein Kind, und als sein Kind ein Erbe Gottes und ein Miterbe Christi bin. Ich faffe neuen Muth und neue Zuversicht zu ihm, als meinem Vater, überfasse mich ihm mit kindlicher Ergebung in seinen Willen, werfe alle meine Sorgen auf ihn, lege mein ganzes Schicksal in seinen väterlichen Schooß, fühle mich aufgeregt, gestärkt, gedrungen, einen solchen Gott, einen solchen Vater 438 al Communionandachten.dvod! wieder zu lieben. Er hingegen be trachtet mich als sein Kind, weil ich glaube an den Namen seines Sohnes, nimmt mich als sein Kind an seinen Tisch und in sein väterlis ches Herz auf, und läßt mich das Glück genießen, ein Kind Gottes zu sein. Hier erneure und unterhalte ich meine Gemeinschaft mit allen seinen Kindern auf Erden und im Himmel, mit allen Bekennern Jesu, zähle mich zu der Gesellschaft innigst verbundner Freunde und Liebhaber Jesu, bekenne mit ihnen Einen Bater und Einen Heiland, halte mich und sie für Kinder dieses Vaters, für Erlösete dieses Heilandes, für Brüder und Schwestern Jesu, für Glieder Einer Familie, für Mit gefährten eines und eben desselben Weges zu einem und eben demselben Ziele, für bestimmte Erben einer und eben derselben Seligkeit. Ich fühle mich mit ihnen von einem und eben demselben Gefühle der Schwachheit und Sündhaftigkeit durchdrungen, erkenne mich mit ihnen für Sünder, die verloren waren, denen aber Barmherzigkeit wiederfahren ist, nahe mich mit ihnen zu dem Heilande der Sünder und tröste mich seiner Gnade. Ich erkenne und empfinde aber auch unsre gemeinschaftliche Verpflichtung gegen ihn, verbinde mich mit ihnen unter dem Genusse seines Lei bes und Blutes zu Einem Sinne und Leben nach seinen Vorschriften und seinem Muster, entsage allen Sünden, allem Hasse und Neide, verspreche es Jesu, und nehme Alle, die gegenwärtig sind, zu Zeugen dieses Versprechens: ihn, meinen größten Freund und Wohlthäter, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüthe und von allen Kräften zu lieben, die Menschen zu lieben, als Kinder Eines Vaters, als Erlösete Eines Mittlers, als Brüder und Schweftern Gines Bruders, als Erben Giner Seligkeit, selbst meine Feinde zu lieben und ihnen zu vergeben, gleichwie er mir vergeben hat. Hier erneure und unterhalte ich endlich meine Gemeinschaft an dem Heile und der Seligkeit, die Jesus durch sein verdienstliches Leiden und Sterben der Welt erworben hat. Ich feire das Fest der durch ihn gestifteten Seligkeit der Menschen, freue mich Gottes meines Heilandes, tröste mich deß, daß Christus auch für mich zur Vergebung der Sünde gestorben, daß er auch mein Mittler und Versöhner, mein Heiland und Seligmacher, mein Herr und König ist. Ich freue mich der Macht und Gewalt, die ihm der Vater gegeben hat, und versichere mich deß: daß ich unter seiner Aufsicht stehe, daß ich durch ihn lebe und sterbe, daß er mich mit großer Liebe durch alle Veränderungen im Leben und Sterben, in dieser und jener Welt leiten, daß er mich einst zu sich nehmen und dort von einer Stufe der Vollkommenheit und Seligkeit zu der andern führen wird. Ich denke an diese Seligkeit, verseke mich im Geiste in das zukünftige Leben und fühle mich von himmlischer Wonne durchdrungen. Kann wohl aber dieses Alles ohne großen und mannichfaltigen Nußen für mich sein? Kann ich se dieses heilige Nachtmal feiern, ohne durch jede Feier desselben im Glauben stärker, in der Tugend fester, in der Liebe brünstiger, in Noth und Tod getroster, ohne besser, ruhiger, zufriedner und seliger zu werden? Dank, ewiger Dank sei dir, unserm Heiland und Seligmacher, daß du dieses heilsame Mal gestiftet und dich auch dadurch um unser Geschlecht so verdient gemacht hast. Lehre mich, lehre alle deine Bekenner den hohen Werth desselben immer mehr erkennen, es immer höher schäßen, immer würdiger gebrauchen, und laß uns Alle aus eigner Erfahrung inne werden, wie heilsam und segensreich dein Abendmal sei. Amen. Vorbereitung zum heiligen Abendmale. 439 Nachdenken über den würdi- wenn ich mich dort seiner freuen gen Gebrauch des heiligen Abendmals. Ich will jetzt das Gedächtniß deiner Liebe feiern, großer anbetungswürdiger Heiland, und nach deiner Verordnung deinen Leib effen, den du für uns dahingegeben, und dein Blut trinken, das du vergossen haft zur Vergebung der Sünden. Möchte ich es doch auf eine dir wohlgefällige und mir heilsame Weise thun; möchte ich doch deine Absichten erfüllen, und den Nußen wirklich erreichen, den es mir bringen kann und soll! will. Empfinden will ich, wie selig ich hier schon durch ihn bin; und ich muß hier schon durch ihn selig sein und zu werden suchen, wenn ich es dort werden will. Wenn ich jetzt, da ich das Nachtmal Jesu feiern will, wenig oder gar nicht an ihn denken, wenig oder gar nicht seine Liebe und seine Wohlthaten erwägen, wenig oder gar nicht meine Verpflichtungen gegen ihn erkennen wollte; wenn ich ohne Nachdenken und Ueberlegung und noch mehr, ohne Rührung und Empfindung des Herzens, wenn ich bloß aus Gewohnheit sein Abendmal halten wollte, so würde ich es unwürdig gebrau chen. Nein, nein, ich will mich jetzt mehr als sonst mit Jesu und mit dem Andenken an ihn beschäftigen. Ueberzeugung von Pflicht, Drang meines Herzens, Dankbar. keit, Liebe und Ergebenheit verlangen, ihm meinen Dank, meine Liebe, meine Ergebenheit feierlich zu bezeigen, Begierde nach neuer Kraft zum Glauben und zur Liebe gegen ihn, die Sorge für das Heil meiner Seele sollen mich zu seiner Tafel führen. Ich will nie, am wenigsten aber jetzt vergessen, was er an meiner Seele gethan hat. Ich will zu dem Ende die Absichten wohl überlegen, in welchen die fes heilige Mal gestiftet ist. Es ist ein Gedächtnißmal Jesu, bei welchem wir seinen Tod verkündigen, das Lob seines großen Verdienstes um die Menschen besingen, unsre Gemeinschaft mit ihm erneuern, und im Genuffe seiner Wohlthaten selig sein, mithin mehr als sonst an ihn denken, feierlicher als sonst uns an ihn verpflichten, lebhafter als sonst uns seiner freuen sollen. An Jesum also, an Jesum will ich denken. Ich will überlegen, was er der Welt war, und ist, und sein, und werden kann und soll, und insbesondere, ob er das auch mir worden ist, und werden kann und wird. Bedenken will ich, was er ehedem gethan hat, und noch thut und künftig thun wird, die Sünder zu erretten und selig zu machen. Er wägen will ich, wie wir alles Licht, das uns erleuchtet, alle Kraft, die uns belebet, allen Trost, der uns erfreuet, alle Seligkeit, die wir jetzt schon genießen und künftig erwarten, ihm allein schuldig sind. Danken will ich ihm für seine Liebe und für seine Wohlthaten. Verpflichten will ich mich ihm aufs Neue zu bestån digem Glauben, zu ewiger Liebe, zum willigsten, völligsten Gehor fam, zurtreuesten Nachfolge. Freuen will ich mich seiner; und ich muß mich hier schon seiner freuen lernen, Ich will aber auch untersuchen, ob ich mich jetzt in einer solchen Vers fassung meines Gemüths und Lebens befinde, daß ich die Absichten des heiligen Abendmals erfüllen und den Nußen desselben erreichen kann, und mich in eine solche Verfassung zu sehen suchen. Das Abendmal und jede Feier desselben soll mir nügen, und mit jedem Male mehr nüßen. Es soll meinem Glauben mehr Festigkeit und Ueberzeugung, mehr Freudigkeit und Zuversicht gewähren und ihn gleichsam in Schauen verwandeln, indem ich anhaltender über Jesum denke, mich mit meinen Gedanken in sein ehemaliges Leben auf Erden, und in seine gegenwärtige Herrlichkeit im Himmel verseße, ja, seinen Leib esse und sein Blut trinke, das er um unsrer Sünde willen dahinge. Communionandachten. 440 geben hat. Es soll meiner Tugend neue Kraft und neues Leben mittheilen, soll mich von der Sünde zurückschrecken und in dem Entschlusse stärken, mich Jesu ganz zu heiligen. Es soll endlich mich ruhiger und zufriedner im Leben, getroster in der Noth und im Lode, in Zeit und Ewigkeit seliger machen. Und wenn ich diesen Nußen von der Feier des Abendmals verspüre, wenn ich durch jeden Gebrauch desselben im Glauben fester, in der Tugend stärker, im Herzen ruhiger, zufriedner und seliger werde, so effe und trinke ich würdig. Wer aber diesen Nußen von dem Gebrauche des Abendmals nicht hat, wer dadurch neue Stärke im Glauben, neue Kraft zur Tugend, neuen Troft und neue Hoffnung nicht er langt, wer eben so schwach bleibt im Glauben, in der Liebe und in der Hoffnung, als er zuvor war, wer immer noch die Sünde liebt und thut, wie ehedem, der iffet und trinket unwürdig. Befinde ich mich nun jetzt in einer solchen Gemüthsverfassung, daß ich das heilige Abendmal würdig und mit Nußen gebrauchen kann? Habe ich Zeit genug, meine Gedanken zu sammeln und sie mehr, als sonst, auf Jesum zu richten? Ist Jesus meinem Herzen theuer, ist mir das Andenken an ihn erwünscht und willkommen? Erkenne und schäße ich seine Liebe und sein Verdienst? Weiß ich es, wie viel ich ihm schuldig bin? Glaube ich mit Zuversicht, in ihm meinen Heiland und Seligmacher, so wie den Heiland und Seligmacher der ganzen Welt zu finden? Bin ich bis zu einer lebendigen Ueberzeugung gewiß: daß ich, wenn ich an ihn glaube, nicht verloren gehn, nie unglückselig sein und werden, sondern das ewige Leben haben werde? Empfinde ich Dankbarkeit, Liebe, Vertrauen und Gehorsam gegen ihn? Giebt mir mein Herz und Leben das Zeugniß: daß ich in der That und Wahrheit ein Nachfolger Jesu bin, daß ich mich beeifre, es zu sein, und seinen Belehrungen, seinen Vorschriften und seinem Vorbilde gemäß zu denken, gesinnt zu sein und zu handeln? Wünsche ich mir neue Kraft, zu leben im Glauben des Sohnes Gottes, in diesem Glauben zu beharren bis ans Ende, und in diesem Glauben den Gott zu lieben, der uns zuerst geliebet hat, Jesum zu lieben, der uns geliebet hat bis in den Tod, alle Mitchristen zu lieben, weil wir Glies der eines Leibes sind, dessen Haupt Christus ist, alle Menschen zu lieben, weil Christus sich für alle dahingegeben hat, auch Feinde zu lieben, weil Christus für uns gestorben ist, da wir noch seine Feinde waren? Freue ich mich Jesu und meiner Gemeinschaft mit ihm, finde ich mich in derselben glückselig, wünsche ich, ihm immer näher zu kommen, immer noch inniger mit ihm verbunden zu werden? Ist das die Stimmung meines Gemüths, ist dieß wirkliche Empfindung, wirklicher Wunsch, wirkliches Streben meiner Seele, dann befinde ich mich in einem sol. chen Zustande, in welchem ich das heilige Abendmal mit Nußen feiern kann. Und je mehr dieß die Stimmung meines Gemüths ist, mit desto größerm Nußen werde ich das Abendmal des Herrn feiern. Bin ich aber jetzt zu sehr zerstreut in die Geschäfte und Sorgen dieses Lebens; mangelt es mir an Zeit zum ruhigen Nachdenken über Jesum; ist mir Jesus gleichgültig; bin ich unempfindlich gegen seine Liebe und seine Wohlthaten; ist mir sein Tod am Kreuze nicht wichtig; zeige ich meinen Glauben nicht durch meine Werke; gebe ich mich bloß für seinen Nachfolger aus, und bin es nicht in der That und Wahrheit; bin ich noch fern von dem Leben, das aus Gott ist; bin ich noch ein Sklave der Sünde und des Lasters; nähre ich Haß und Neid, Zorn und Rache, Geiz und Wollust in meinem Herzen; erkenne, empfinde ich es nicht, wie selig man ist in der Gemeinschaft mit Jesu; fühle ich mich in dem Bestze und Genusse der Güter des Bußübungen. Heils und der Seligkeit, die er uns erworben hat, nicht froher und glückseliger, als in dem Befiße und Genuffe der Güter der Welt; freue ich mich der Erde mehr, als des Himmels; trachte ich nach dem, was auf Erden ist, eifriger, als nach dem, was droben ist; wünsche ich nicht, einmal anders und besser zu werden: dann, dann darf ich es nicht wagen, zum Tische Jesu zu nahen, dann darf ich mir keinen Nußen davon versprechen, dann effe und trinke ich mir selbst das Gericht. Nein, das sei ferne von mir. Ich will mich jetzt aus der Zerstreuung sammeln; auf Jesum will ich mein Gemüthe hinrichten, bedenken will ich, was er für die Welt gethan, gelitten und aufgeopfert hat, und wie selig ich durch ihn bin, und sein und werden kann; ich will mich nicht bloß für seinen Bekenner und Nachfolger ausgeben, sondern es in der That und Wahrheit zu sein und zu werden suchen; ich will aller Sünde mit allem Ernste entsagen, immer mehr mich von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes reinigen, und der Heiligung nachjagen in der Furcht Gottes; ich will vergessen, was hinter mir ist, und vorwärts eilen nach dem Kleinode, welches mir vorhält meine himmlische Berufung in Chrifto Jesu. Olaß dir meinen Entschluß wohl gefallen, theuerster Heiland, laß ihn That und Wahrheit, und die Feier deines Nachtmals für mich recht nüglich und gesegnet, mit jedem Male nüßlicher und gesegneter werden. Amen. 441 mit dem Ernste, mit der Aufrichtigkeit und Wahrheitsliebe thun. die dieses wichtige Geschäft von mir fodert; möchte ich bei dem Gefühle meiner Schwachheit und Sündhaftigkeit mit schmerzlicher Scham und Reue, aber auch mit dem ernstlichen Vorsaße und dem redlichen Bestreben der Besserung durchdrungen und belebt werden. Wenn ich an deine Liebe denke, womit du uns alle von Ewigkeit geliebet haft in Christo Jesu; wenn ich überlege, mit welchen Vorzügen du uns, seine Bekenner, vor allen Völkern der Erde durch ihn begnadiget, welche Mittel des Unterrichts und der Besserung, welche Kraft und Stärke zum Leben und göttlichen Wandel du uns verlies hen haft und verleihen willst; wenn ich erwäge, wozu du uns als Christen berufen, welcher Glückseligkeit du uns fähig gemacht, welche Aussichten in die zukünftige Welt du uns eröffnet haft; wenn ich bedenke, wie sehr uns dieses Alles zum Glauben und Vertrauen, zur Liebe und Dankbarkeit, zur willigsten, eifrigsten Beobachtung deiner Gesetze, zu einem vorzüglich heiligen Sinne und Wandel antreiben sollte; und wenn ich mit dem Allen mein Verhalten vergleiche: dann, ja dann muß ich mich schämen, dann, ja dann darf ich es kaum wagen, meine Augen aufzuheben zu dir. Busübungen. Vor der Beichte. Gott, vor dir, dem Allwissenden und Allgegenwärtigen, will ich über mein bisheriges Verhalten nach denken und mein Herz und meine Wege erforschen. Möchte ich es Ich bin dein Geschöpf, dein Kind, ein Erlöseter Jesu Christi, ein Erbe der Unsterblichkeit, von dir mit großen Fähigkeiten und Anlagen ausgerüstet, zu erhabnen Absichten bestimmt, zu einer ewigen Herrlichkeit berufen in Christo Jesu. Wie hab' ich nun als ein solcher gedacht und gehandelt? Hab' ich dich als meinen Schöpfer erkannt und gepriesen, dir als meinem Herrn gehorcht, dich als meinen Bater geliebet? Bin ich das worden, was ich als bein Geschöpf, dein Kind, dein Erlöseter, durch deine Gnade und die Gnade deines Sohnes und Geistes wer 442 Communionandachten. den konnte und sollte, der weise, ein Hausvater und eine Hausmuterleuchtete, gläubige, geheiligte, ter, oder ein Kind und ein Hausnach deinem Ebenbilde erneuerte, genosse, ich bin reich oder arm, dir ähnliche und wohlgefällige, hoch oder niedrig, glücklich oder zu allen guten Werken geschickte, unglücklich. Auch hier habe ich in denselben geschäftige und eines große und wichtige Pflichten, dehöhern Zustandes fähige Mensch? ren Beobachtung oder Unterlassung für mich Folgen haben wird auf ewig. Ich soll den Stand, darinne ich siehe, würdig behaupten, den Platz ausfüllen, den ich einnehme, meinen Beruf mit der gewissenhaftesten Treue und Redlichfeit abwarten. Ich soll die Stelle Jesu unter meinen Brüdern vertreten, einen Jeden lieben, einem Ich bin ein Bekenner, ein Nachfolger Jesu Christi, und rühme mich, das zu sein. Ich glaube an ihn als den Heiland und Seligmacher aller Menschen, als den Erretter von der Sünde und dem Tode, als den Wiederbringer des Lebens und der Unsterblichkeit, als unsern Vorgänger und Herrn. Ich hoffe, durch ihn Gnade und Vergebung, Kraft und Stärke, Trost und Ruhe für meine Seele, Hülfe und Errettung im Leben und Sterben, Seligkeit und ewiges Leben zu erlangen. Denke und handle ich nun auch so, wie es einem Bekenner und Nachfolger Jefu zukommt? Würde Jesus in mir seinen Bekenner und Nachfol. ger erkennen? Werden Andre mir es anmerken, daß ich Jesu Bekenner und Nachfolger bin, daß ich sein Bild an mir trage, daß ich so gesinnet bin, wie Jesus Christus auch war, daß ich so denke und handle, wie er dachte und handelte? Finde ich selbst eine gewisse Aehnlichkeit zwischen mir und Jesu, zwischen meinem Verhalten und feinem Verhalten? Habe ich mich durch ihn von der Knechtschaft der Sünde erlösen und durch seinen Geist reinigen und heiligen lassen? Bin ich zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes gelangt? Habe ich Gnade bei Gott und Vergebung meiner Sünden durch ihn gefunden, oder muß ich sie erst suchen? Genieße ich die Gerechtigkeit und Stärke, den Frieden, die Freude, die Ruhe der Seele, die bei ihm zu finden ist? Bin ich wirklich durch ihn selig worden, und kann ich mit Zuverlässigkeit hoffen, es künftig zu werden? en wohlwollen, einem Jeden helfen und dienen, eines Jeden Glück befördern, so viel ich kann, von einem Tage, von einer Stunde zur andern Gutes thun und nicht müde werden. Ich soll Andern, und besonders denen, mit welchen ich auf besondere Weise verbunden bin, durch mein Beispiel vora leuchten und vorgehen. Ich soll im männlichen Alter mich durch männliche Gesinnungen und Thaten, durch geübte, standhafte, exemplarische Tugend auszeichnen. Ich soll meine jugendliche Unschuld nie entweihen, sie auf das Sorgfältigste bewahren, mich einer unbefleckten Reinigkeit des Leibes und des Geistes, einer frühzeitigen, lebenswierigen Frömmigkeit und Gottesfurcht befleißigen. Ich soll im Glücke demüthig, im Unglücke geduldig, mäßig in der Freude, getrost in Leiden sein. Ich soll Alles thun, was ich thue, in dem Namen unsers Herrn Jesu Chrifti, mich in allen Dingen als seinen Diener beweisen. Und wie habe ich nun dieß Alles zeither gethan? wie diese Pflichten erfüllt? welche Folgen wird das für mich haben in fener Welt? Ich bin ein Mitglied der Gesellschaft, ein Vorgesetter, oder lintergebener, ein Herr, oder Diener, Ich befize so viele Mittel des Heils und der Besserung, durch welche ich weiser, gläubiger, tugendhafter und seliger werden kann, als diejenigen, die diese Mittel nicht besigen. Wie habe ich nun diese Mittel angewendet, und bin Bußübungen. ich durch sie das worden, was ich werden konnte? Welchen Gebrauch habe ich von der heil. Schrift gemacht? wie habe ich die Religion, die Lehren, Vorschriften und Verheißungen Jesu, wie sein heiliges Vorbild benußt? wie oft, und wie habe ich sein Abendmal gefeiert? wie habe ich den öffentlichen und besondern Gottesdienst abgewartet, und welchen Nußen habe ich davon gehabt für meine Erkenntniß, für meinen Glauben, für meine Heili gung und Beruhigung? wie, und wo habe ich den Sonntag zugebracht? Und das Gebet, dieses vorzügliche Mittel der christlichen Besserung, wie habe ich es benußt? Habe ich an jedem Tage so oft und so gut gebetet, als ich konnte und sollte? habe ich ohne Unterlaß gebetet? habe ich mich gewöhnt, in Allem auf Gott und auf Jesum zu sehen, mir ihn im mer zu vergegenwärtigen, mitten unter meinen Arbeiten und Freuden meinen Geist auf ihn hinzurichten und stets in seiner Gegenwart zu wandeln? und finde ich an diesen Uebungen der Andacht mehr Luft und Geschmack, als an allen Freuden der Erde? Wie lange lebe ich schon auf Erden! Jeder Abschnitt meines Le bens, jedes Jahr, jeder Monat, jeder Tag soll mich in der Erkenntniß Gottes und Jesu Christi, in der Aehnlichkeit mit ihm, in der christlichen Freiheit, Vollkommen. heit und Glückseligkeit weiter bringen. Ich soll und darf nie fiille stehn. Wie ich heute bin, darf ich nicht bleiben. Die Fehler, die ich heute begehe, darf ich morgen nicht wieder begehn. Die Trägheit und Nachlässigkeit im Guten, die ich heute an mir gewahr werde, darf sich nicht immer an mir finden. Jede Nachtmalsfeier insbe. sondere soll mir mehr Stärke im Glauben, mehr Luft und Kraft zum Guten, mehr Weisheit zur Führung des gegenwärtigen Lebens, und mehr Fähigkeit zum Genusse des zukünftigen gewähren. 443 Was habe ich nun in dieser Hinsicht gethan? was habe ich insbesondere seit meiner legten Communion gethan? welches waren damals meine Fehler? Habe ich diese Fehler seitdem bestritten und verbessert, oder sind sie mir noch so eigen, wie zuvor? Vielleicht habe ich sie wohl gar mit neuen Feh. lern vermehrt? Und wie habe ich mich im Guten geübt? Wie viel bin ich an Erkenntniß Gettes und Jesu Christi, an Erkenntniß meiner gegenwärtigen und zukünftigen Bestimmung, an Glauben, an christe licher Tugend und Glückseligkeit vollkommner worden? Bin ich auf dem Wege des Lebens vorwärts, oder rückwärts gegangen? Kann ich mit mehrerm Grunde auf Gott Hoffen? darf ich von seiner Vaterliebe durch Christum Vergebung meiner Sünden, Befreiung und Seligkeit erwarten, ohne mich zu täuschen? liebe ich ihn mehr, als sonst? ist mir seine Gnade theurer, als ehedem? Ist mir insbesondere Jesus und sein Verdienst wichtiger worden? kann ich mit Wahrheit sagen, daß ich Alles auf Erden für nichts achte gegen ihn? Habe ich die Menschen, auch diejenigen, die mir nicht wohlwollen, mehr lieben gelernt? ist mir keiner bewußt, den ich gehaffet, beneidet, verleumdet, gefränket und beeinträchtiget, mit dem ich in Feindschaft und Unversöhnlichkeit gelebt habe? Was habe ich Gutes gethan? was zur Beförderung des Wohls meiner Nebenmenschen beigetragen? und wie, aus welchen Absichten und Beweggründen habe ich es gethan? Bin ich durch mein Verhalten Gott, meinem Vater und Erlöser, angenehmer und wohlgefälliger, den Menschen, meinen Brudern, nüßlicher, in Absicht auf mich selbst besser, ruhiger, zufriedner, zum Tode, der mir immer näher kommt, geschickter und eines höhern Zustandes fähiger worden? Herr, du erforscheft mich und fennest mich. Du weißt es, ob ich zeither auf guten oder bösen We Communionandachten. 444 gen gewandelt habe; ob ich besser, oder böser, zu einem höhern Leben geschickter, oder ungeschickter wor den bin; ob ich mich dem Ziele der christlichen Vollkommenheit genähert, oder von demselben entfernet, meine Seligkeit, oder meine Schuld und Strafbarkeit vermehrt und vergrößert habe. Führe, ach, führe mich, Höchster, auf ewige Wege. Amen. Bei der Beichte. Gott, der du Alles weißt, Alles fiehest und kenneft, dem kein gottlos Wesen gefällt, und vor dem Niemand bleibet, der böse ist; der du aber auch allen reuigen und gläubigen Sündern um Jesu wil len Gnade und Vergebung verheißen hast, ich erkenne es vor dir, daß ich gesündiget und übelgethan habe; ich weiß es, daß ich mich durch meine Sünden der gerechten Strafen schuldig gemacht habe, die du den Uebertretern deiner Gesetze gedrohet haft; ich erfahre es, daß die Sünde der Leute Verderben sei. Bin ich auch meinem Vorsaße treu geblieben, habe ich auch den Entschluß wirklich ausgeführt, den ich so oft, und auch nur bei mei ner legten Communion faßte? Wie mangelhaft, wie unvollkommen ist doch dieß geschehen. Und bei dem Allen muß ich bekennen, daß ich lange noch nicht so weit gekommen, lange noch nicht der weise, gläubige, gebefferte, Jesu ähnliche Mensch bin, der ich als Christ werden und sein konnte; bekennen muß ich es mit Beschämung und Reue, daß ich noch manchen Fehler, manche Sünde begangen habe, die ich nicht begehen sollte, noch manche Schwachheit an mir trage, die ich, vielleicht schon längst, überwunden haben sollte; daß ich, in Vergleichung der Länge meiner Lebenszeit und der Kraft, die Jesus darbie tet, bei Weitem noch nicht so geübt im Guten, so stark im Glauben, so tüchtig in allen guten Werken, so ruhig und glückselig bin, als ein Christ sein kann; daß ich insbeson. dere dich, meinen Vater, nicht genugsam liebe, Jesum, meinen Hei land und Seligmacher, nicht hoch genug schäße, die Menschen, meine Brüder, nicht mit herzlicher Bru derliebe umfasse;. daß ich bei Wei tem noch nicht ganz chriftlich denke und handle und sich auch in meine besten Handlungen unedle Absichten mischen; daß noch ein großer Abstand ist zwischen mir und meinem Herrn und Vorgänger, zwischen seinen Gesinnungen und meinen Gesinnungen, zwischen seinem Verhalten und meinem Verhalten. Vielleicht aber habe ich auch meinen Vorsaß gar nicht erfüllt; viel. leicht bin ich seitdem nicht besser, sondern schlimmer worden, trage die Fehler, die bösen Gewohnheiten noch an mir, die ich sonst an mir hatte, habe sie noch tiefer einwurzeln laffen, habe sie mit neuen vermehrt, bin eben so undankbar gegen dich, den huldreichsten, gütigsten Vater, bin eben so ungehorfam gegen meinen Heiland und Herrn, so gleichgültig gegen sein Verdienst, so unähnlich seinem Ebenbilde, bin eben so unzufrieden mit dir und deinen Schickungen, eben so lieblos gegen meinen Nächsten, eben so kalt und unempfindlich gegen Menschenwohl, eben so untreu und nachlässig in meinem Berufe gewesen, als ich es vorher war, bin noch ein Knecht der Sünde, ein Sklave des Lasters. Und wenn ich das gewesen bin und noch bin; ist es nicht ganz meine eigne Schuld? War es mir mit meiner Zukehrung von der Sünde zu Gott ein rechter Ernst? war ich recht besorgt und bekümmert um das Heil meiner Seele? habe ich die Mittel der Besserung so oft und so wohl gebraucht, als ich sie hätte brauchen sollen? habe ich über die Lehren und Vorschriften Jesu, über seine Liebe zu mir und zu andern Sündern ernsthaft nachgedacht und mir sein Vorbild zum Muster der Nach Bußübungen. 445 ahmung vorgestellt? habe ich die Sünder mit großer Geduld und mit Uebungen des öffentlichen Gottes- vielem Verschonen. Und Dank, dienstes nicht vernachlässiget, sie stets mit Nußen beobachtet? habe ich auf die Feier des Nachtmals Jesu so viel Zeit, Nachdenken und Ueberlegung gewendet, als ich anwenden mußte, wenn sie mir nüßlich sein sollte? Wie eifrig und emfig, oder wie kalt und nachlässig war ich in der Gebetsübung? Und wie viel oder wie wenig habe ich mich bemühet, den Gedanken an Gott, an Jesum und an die zukünftige Vergeltung in meiner Seele gegenwärtig zu erhalten, ihn mit allen meinen Entschließungen und Bestrebungen, Vergnügungen und Leiden zu verbinden, und in demselben Stärkung, Ermunterung und Beruhigung zu suchen? Kann ich läugnen, daß ich mich auf viel fache Weise versündiget, daß ich sehr strafbar gehandelt, daß ich meiner zeitlichen und ewigen Glück seligkeit sehr geschadet habe? herzlicher, demüthiger Dank sei dir, daß du auch mich von deiner Gnade und Barmherzigkeit in Christo Jesu versichert und den Trost der Vergebung der Sünden in mein Herz gegeben haft. Nein, du willst nicht den Tod des Sünders; du willst seine Erhaltung, sein Leben, seine Seligkeit. Aber du willst auch, daß er sich bekehre, daß er von den Sünden, deren Vergebung er suchet, gereiniget, daß er weise und heilig und durch Weisheit und Heiligkeit deinem Bilde und dem Ebenbilde deines Sohnes ähnlich werde. Gott, du bist gnädig und barm herzig, geduldig und von großer Güte und Treue. Du bist bereit, den Sündern zu verzeihen, die ihr Unrecht erkennen und sich bessern. Du hast durch deinen Sohn Vergebung der Sünden uns Allen er werben lassen und sie benen verheißen, die sie durch ihn bei dir suchen. Und ich suche sie, o Gott, ich suche sie mit beschämten, aber glaubens und hoffnungsvollem Herzen. Ich wünsche nichts mehr, als durch ihn von den Strafen und dem Unglücke der Sünde befreit and deiner Vaterhuld theilhaftig zu werden. Ach, um seinetwillen fei mir gnädig und vergieb mir alle meine Sünde. Amen. Gott, ich erkenne deinen weisen und guten Willen. Ich sehe es ein, daß du demjenigen seine Sünden nicht vergeben kannst, der mit Vorsaß in denselben beharret: denn du bist eben so heilig und gerecht, als gnädig und barmherzig. Ich weiß es, daß du den, welcher der Heiligung nicht nachjaget, zur Gemeinschaft mit dir und zu einem höhern Leben nicht erheben kannst; denn du bist nicht ein Gott, dem gottlos Wesen gefällt; wer böse ist, bleibet nicht vor dir. Ich begreife es, daß die Sünde erniedrigt und schändet, daß sie zeitlich und ewig unglückselig macht und mit unserm eignen Besten, wie mit dem Besten deines Reiches, schlechterdings streitet. Ich erkenne es daher wohl, ich muß die Sünde meiden, ich muß anders und besser werden, wenn ich glückselig sein und werden will. Ich muß die Fehler und Sünden, die ich an mir trage, bestreiten und endlich ganz ablegen. Ich muß reicher an Erkenntniß Jesu Christi, stärker im Glauben, fertiger und geübter im Guten, und in der Liebe zu dir, in der Liebe zu Jesu, in der Liebe zu den Menschen vollkommner werden. Ich muß insbesondere, nach den Kräften, die du mir verliehen, und nach den Umständen, darein du mich gesetzt haft, so heilig, so gehorsam, so Nach der Beichte. Ja, gnådig und barmherzig bist du, Herr, geduldig und von gro ßer Güte und Treue. Du hanbelst nicht mit uns nach unsern Sünden und vergiltst uns nicht nach unsrer Missethat. Du trägst uns Communionandachten. 446 Gott ergeben, so keusch, so gerecht, so geschäftig im Guten, so demuthig, so sanftmüthig, so geduldig, so versöhnlich, so himmlisch gefinnt zu werden suchen, als Ich Jesus Christus auch war. muß hier schon so denken, urtheilen und Handeln lernen, wie man bort denfet, urtheilt und handelt. Ich muß hier lieben, was man fort liebt, hier verabscheuen und verdammen, was man dort verab. scheuet und verdammet, trachten nach dem, was droben ist, da Christus ist. Ja, das muß ich thun. So muß ich denken und handeln, so leben und sterben. Und dazu fühle ich mich jetzt durch deine Liebe und die Liebe Jesu Christi erweckt und gedrungen. Dazu mache ich mich jest in deiner Gegenwart und im demüthigen und gläubigen Vertrauen auf deine Hülfe und den Beistand deines Geistes anheischig. Mit diesen Gesinnungen und Entschließungen will ich den Leib Jesu im heiligen Abendmale effen und sein Blut trinken. Gott, thue Gnade zu Gnade hinzu. Stärke mich, bein zwar aufrichtig gesinntes, aber schwaches Kind, diefem Entschlusse treu zu bleiben bis in den Tod. Laß beine Güte, Geduld und Lang. müthigkeit, die du zeither gegen mich Sünder bewiesen hast, mich zur Buße, zu einer gänzlichen Besserung meines Herzens und Lebens leiten. Mache mich auf. merksam und recht bekümmert um das Heil meiner Seele. Hilf mir, die Fehler, die Sünden und bösen Gewohnheiten, die ich an mir habe, bestreiten und nach und nach ganz ablegen, und im Glauben, in der Liebe und in allem Guten immer völliger werden. Laß deine Kraft in mir Schwachen mächtig sein und deinen Geist mich stärken, vollbereiten, fráftigen und gründen. Laß mich nicht, Herr, mein Gott, und thue nicht deine Hand von mir, Gott, mein Heil. Heilige mich durch und durch, daß ich ganz nach Seele und Leibe unsträflich erfunden werde auf den Tag unsers Herrn Jesu Christi. Amen. Gebrauch des heiligen A b e n d m a l s. Vor dem Genusse des heiligen Abendmals. Gesegnet sei mir dieser Tag, welcher mich der herrlichsten Wunder der Liebe Gottes und seines Sohnes, Jesu Chrifti, erinnert, die er zu meiner Seligkeit und zur Seligkeit der Welt gethan hat. Ich freue mich in dem Herrn und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott. Ja, heiter und froh denke ich an dich, Gott der Liebe, Vater unsers Herrn Jesu Christi, Vater und Erbarmer der Menschen. Ja, dich kenne ich, als unsern Vater durch Christum, dich liebe und verehre ich als unsern Vater, deiner freue ich mich, als unsers Vaters, auf dich hoffe ich, als unsern Vater, von dir erbitte, von dir erwarte ich Alles, was ein Kind von dem liebevollsten Vater nur immer bitten und erwarten kann. Du hast uns geliebet, also geliebet, daß du deinen eingebornen Sohn gabst. Und hast du uns deinen Sohn geschenkt, wie solltest du uns mit ihm nicht Alles schenken? Dank sei dir, inniger, ewiger Dank, daß du uns diesen Erretter, diesen Seligmacher geschenkt und durch ihn solches Heil, fol. chen Trost, solche Hoffnung, solche Freude und Seligkeit bereitet hast. Gelobet seist du im Himmel und auf Erden: denn du bist die Liebe. Und wie freue ich mich deiner wie kann ich mich deiner gnugsam freuen, Sohn des Allerhöchsten, Heiland und Seligmacher der Welt! Wie danke ich dir, und wie kann ich dir je genug danken! Du bist gekommen in die Welt, die Sünder selig zu machen. Du haft die vortrefflichste, troftvollste, se Gebrauch des heiligen Abendmals. ligmachendste Lehre vom Himmel auf die Erde gebracht und auch mich mit ihrem heilsamen Lichte erleuchtet. Du hast durch dein heiliges Leben der Welt das lehrreichste, reizendste Muster der rein ften, vollkommensten Tugend hinterlaffen. Ja, du hast dein Leben also hast du uns geliebet. dahin gegeben für uns in den Tod, in den Tod am Kreuze, um uns statt der Strafe Vergebung der Sünden, statt des Todes das Leben, statt eines ewigen Verderbens ewige Seligkeit zu erwerben. Du liebest uns noch jetzt und siehest mit Wohlgefallen auf uns, die wir dich mit gläubigem, dankbarem Herzen ehren. Du lebest noch jeßt für uns in deiner Herrlichkeit, und wirkest unaufhörlich zur Errettung und Beseligung der Men schen. Und einft, in unserm Tode und am Ende der Tage wirst du uns und Allen, die dich lieb haben, Unsterblichkeit und ewiges Leben geben, das du uns erworben haft, uns vollkommen selig machen, und zu immer höherer Se ligkeit führen. Dir verdanke ich Alles, was ich schon jetzt von Glückseligkeit besize und genieße, Licht und Erkenntniß, sichern Glauben, Gerechtigkeit und Stärke, Gnade bei Gott, den Trost der Vergebung der Sünden, Frieden des Gewissens, Zufriedenheit des Herzens, Ruhe der Seele, Hoffnung bes ewigen Lebens. Von dir erwarte ich Alles, was ich zu meiner Seligkeit bedarf, die beste Führung durch dieses Leben, die mächtigste Errettung im Tode, und vom Tode und Grabe, die voll. kommenste Erlösung von allem Ulebel, ewiges Leben und ewigen Fortgang von einer Stufe der Weisheit und Erkenntniß, der Vollkommenheit, Thätigkeit und Seligkeit zu der andern, die gewisse Erfüllung deiner Verheißung: daß ich einst zu dir kommen, in nähere Gemeinschaft mit dir tre. ten, auf immer bei dir sein, und in deiner Gemeinschaft vollkommne 1 447 Seligkeit genießen werde. Dich verehre, dich liebe ich als den größten Freund, als den höchsten Wohlthäter, als den vollkommensten Beförderer der Seligkeit der Menschen. Ich freue mich deiner Liebe, deines Lebens, deines Leidens und Sterbens, deiner Auferstehung, deiner gegenwärtigen Herrlichkeit und Alles dessen, was du zum Heile der Menschen gethan hast, und noch thuft und künftig thun wirst. Ich freue mich, daß ich mit dir in Verbindung stehe, dich kenne, an dich glaube, dich verehre, und dadurch schon hier so selig bin. Ja, ich fühle die Ehre, das Glück, die Seligkeit, dein Erlöseter, dein Bekenner, dein Angehöriger, dein Nachfolger und in der Hoffnung ein Mitgenosse deiner Herrlichkeit zu sein. Willig und völlig unterwerfe ich mich dir, meinem Heilande und Herrn, fest und bis in den Tod will ich an dich glauben, dich bekennen und dir anhangen, gern und freudig will ich dir gehorchen, standhaft und treu in deinen Fußtapfen wandeln, unablässig dir nacheifern und nachstreben, mit dir leiden, und dulden und sterben, dich ewig lieben, dich von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüthe und von allen Kräften lieben: denn du hast uns zuerst, du hast uns bis in den Led geliebt. Theuer und erwünscht soll mir das Gedächtniß deiner Liebe sein, so lange ich lebe; es soll in Leiden meine Freude, im Tode mein Troft und mein Labsal, es soll in der zukünftigen Welt, es soll von Ewigfeit zu Ewigkeit meine Ehre und mein Ruhm sein. Und dieß Gedächtniß deiner großen, unvergleichbaren, Alles, selbst das Leben aufopfernden Liebe will ich insbesondere jeßt bei dem Genuffe deines Leibes und Blutes feierlich begehn. Mit kindlicher Freimuthigkeit will ich mich dem Gnadenthrone beines himmlischen Baters nahen, und Alles suchen Communionandachten. 448 und erwarten, was mich selig machen kann. Heiter und froh will ich an deiner Tafel erscheinen, deinen heilbringenden Tod verkündigen und im Genusse deiner Liebe und deiner Wohlthaten, im Genusse der Liebe deines himmlischen Vaters, des Trostes der Verge. bung der Sünden und der Hoffnung des ewigen Lebens selig sein; aber auch mich zum standhaftesten Glauben, zum unverbrüchlichsten Gehorsam und zu ewiger Liebe aufs Neue verpflichten. Siehe in Gnaden auf mich, deinen Erlöse ten und Begnadigten, herab. Laß dir meine Ehrerbietung, meinen Dank, meine Freude an dir wohl gefallen. Vereinige dich mit meiner Seele, daß ich in dir bleibe, gleich wie du in mir, daß ich in deiner Liebe lebe, in deiner Liebe von hinnen scheide und dahin komme, wo du bist, wo ich deine Liebe besser erkennen, völliger genieBen, und würdiger preisen werde. Dir lebe ich, dir sterbe ich, dein bin und bleibe ich in Ewigkeit. Amen. Bei dem Genusse des hei= ligen Abendmals. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen; lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat, der dir alle deine Sünden vergiebt und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöset und dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit.--Gnädig und barmherzig ist der Herr, geduldig und von großer Gute und Treue. handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unsrer Missethat. Wie sich ein Vater erbarmet über seine Kinder, so erbarmet sich der Herr über die, so ihn fürchten.- Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß Er 1 Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Nun wir denn find gerecht worden durch den Glauben, so haben wir Friede mit Gott durch unsern Herrn Jesum Chris stum. Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein? welcher auch seines eignen Sohnes nicht verschonet hat, sondern ihn für uns Alle dahingegeben; wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?- Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hie, der da gerecht macht. Wer will verdammen? Christus ist hie, der gestorben ist; ja vielmehr, der auch auferwecket ist, welcher ist zur Rechten Gottes und vertritt uns. Gott ist die Liebe. Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns erst geliebt.- Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes? Trübsal, oder Angst, oder Verfolgung, oder Hunger, oder Blöße, oder Gefährlichkeit, oder Schwert? In dem Allen überwinden wir weit, um deswillen, der uns geliebet hat. Ich bin gewiß, daß weder Tod, noch Leben, weder Engel, noch Fürstenthum, noch Gewalt, weder Gegenwärtiges, noch Zukünftiges, weder Hohes, noch Tiefes, noch keine Kreatur mag uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserm Herrn. Meine Seele erhebet den Herrn, und mein Geist freuet sich Gottes, Das ist je ge meines Heilandes. wißlich wahr, und ein theuer werthes Wort, daß Jesus Christus kommen ist in die Welt, die SünEr hat sein der selig zu machen.- Blut vergossen zur Vergebung der Sünde. Ob jemand sündiget, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesum Christum, der gerecht ist; und derselbe ist die Versöhnung für unsre Sünde, nicht allein für die unsrige, sondern für der ganzen Welt Sünde. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat. - Das ist sein Gebot, daß wir glauben an den Namen seines Soh 449 Gebrauch des heiligen Abendmals. nen, unter einander, gleichwie er uns ein Gebot gegeben hat. Ihr Lieben, hat uns Gott also geliebet, so lasset uns auch unter einander lieben. So wir uns unter einander lieben, so bleibet Gott in uns, und seine Liebe ist völlig in uns. Daran wird Jedermann erkendaß ihr meine Jünger seid, wenn ihr euch unter einander liebet.- Liebet eure Feinde, so werdet ihr Kinder sein eures Vaters im Himmel. Das ist je gewißlich wahr, sterben wir mit, so werden wir mit ihm leben, dulden wir mit, so werden wir mit ihm herrschen. So wir anders mit leiden, werden wir auch mit ihm zur Herrlichkeit erhoben werden. Wo ich bin, da soll mein Diener auch sein. Ich will wiederkommen und euch zu mir nehmen, auf daß ihr seid, wo ich bin. Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; Niemand kommt zum Vater, denn durch mich. Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führt mich zum frischen Wasser. Und ob ich schon wandere im finstern Thale, fürchte ich kein Unglück: denn du bist bei mir. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir, und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen und Niemand wird sie mir aus meiner Hand reiBen. Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubet, der wird leben, ob er gleich stirbet. Und wer da lebet und glaubet an mich, der wird nimmer mehr sterben. Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen. nes, Jesu Christi, und lieben uns tes gethan hat. Ja, er hat dich von Neuem schmecken und sehen lassen, wie freundlich er ist, und wie selig diejenigen sind, die sich mit kindlichem Vertrauen zu ihm halten. Er hat dir neues Leben, neue Kraft, neue Hoffnung der Vergebung deiner Sünde, neue Zuversicht zu seiner Gnade, neuen Trost im Leben, Leiden und Sterben geschenkt. Er hat dich von Neuem in seine Gemeinschaft auf genommen. Er hat dir seinen Leib und Blut zu genießen gegeben. Und so gewiß du dieses Unterpfand seiner Liebe und Erlösung mit einem glaubensvollen, ihm ganz ergebenen Herzen dahingenommen hast, so gewiß kannst und sollst du hoffen, daß du Antheil haft und haben wirst an alle den Seligkeiten, die er den Menschen durch Leiden und Sterben erworben hat; so gewiß kannst und sollst du versichert sein, daß du nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben wirst, daß ihn und dich nichts scheiden wird, daß du mit ihm einst in eine nähere Gemeinschaft treten und in seiner Gemeinschaft ganz und vollkommen selig sein werdest. - - 1 1 Nach dem Genusse des Heil. Abendmals. Ja, lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Guwas du Aber vergiß auch ni jetzt bei dem Tische des Herrn gethan, wofür du dich ausgegeben, welchen Sünden und Fehlern du da entsagt, wozu du dich verpflichtet hast. Bezahle nun auch deine Gelübde. Lebe nun auch als ein Jünger Jesu. Bekenne ihn, als deinen Mittler und Versöhner, als deinen Herrn und Vorgänger, mit standhaftem Glauben und heiligem geben bis in den Tod. Bilde dich immer mehr nach ihm. Wandle in seinen Fußtapfen. Denke und handle, genieße und entbehre, leide und dulde, wie er gethan und befohlen hat. Laß Jesusliebe, Gottesliebe, Menschenlicbe, Wahrheitsliebe, Gutesliebe, Himmelsliebe dein ganzes Herz einnehmen und deine und Werke regieren. Lele im Glauben des Sohnes Gottes, der dich 29 Som Communionandachten. 450 geliebet und sich selbst für dich gegeben hat. Groß ist dieses Gelübde, schwer sind diese Verpflichtungen, mannichfaltig sind die Hindernisse und Schwierigkeiten, die du zu überwinden, unzählig die Gefahren, die du zu besiegen, groß deine eignen Schwachheiten, mit denen du zu kämpfen haben wirst. Nicht, daß ich's schon ergriffen hätte, oder schon vollkommen sei; aber jage ihm nach, daß du es ergreifest. Schaffe, daß du selig werdest, mit Furcht und Zittern, laß es dir ei nen rechten Ernst sein, der Heiligung nachzujagen. Wandle vorsichtig. Wache über dich selbst, über alle deine Werke, über alle deine Worte, über alle deine Gedanken, Empfindungen, Wünsche und Entschließungen, Prüfe dich täglich vor Gott über dein Verhalten. Erinnere dich oft an diese feierlichen Stunden der Andacht und an deine da gefaßten Entschließungen. Laß die Religion deine Lehrerinn, Führerinn, Beschüßerinn und Trdsterinn sein auf allen Pfaden die ses Lebens. Versäume die öffentlichen und besondern Andachtsübungen nie ohne Noth. Bete ohne Unterlaß. Wandle vor ihm, dem Allmächtigen und Allgegenwärtigen. Insbesondere vergiß nie, was er an deiner Seele gethan hat. Laß dir seine Liebe, seine Liebe bis in den Tod, täglich und stündlich vorschweben; und diese Liebe Christi wird dich dringen, also zu thun. Siehe in Allem, was du denkest, und redest, und thust, und genieBest und duldest, siehe auf ihn, den Anfänger und Vollender unsers Glaubens, damit du in deinem Laufe nicht matt werdest. Halte dich fest an ihn, ohne den wir nichts sind, durch den wir Alles vermögen; und er wird dich nicht verlassen, noch versäumen. Er wird mächtig sein in deiner Schwachheit und dich in ihm Gerechtigkeit und Stärke finden laffen. Er wird alle Hindernisse, die du auf dem Wege des Lebens antreffen wirst, dir glücklich besiegen helfen, dein Herz und deinen Wandel durch seinen Geist immer mehr reinigen, dich durch und durch heiligen, daß du nach Leib und Seele unsträflich bewahret werdest und das Ende des Glaubens, der Seele Seligkeit, davon trågst. Dank sei dir, Herr Jesu, daß du mir auch diese Hoffnung und diesen Trost gegeben und mich auf alle Weise so hoch begnadiget hast. Im Vertrauen auf dich will ich nun meinen Lauf getroft und standhaft fortseßen. Auf dich, auf dich will ich mich verlassen: du willst, du wirst, du kannst den nicht verlassen, der sich auf dich verläßt. An dich will ich mich festhalten, und so werde und kann ich nie fal len, nie irre gehn, nie verloren werden. An dir habe ich den mächtigsten Beschüßer gegen alle Gefahren, den zuverlässigsten Helfer in jeder Noth, den treuesten HoHenpriester, der Mitleiden haben kann mit unsrer Schwachheit, den vollkommensten Seligmacher, bei dem ich Alles finde, was ich für meine Seele bedarf, was mich im Leben und Sterben erhalten, stårken und erfreuen, was mich in dieser und jener Welt selig machen kann; und von dir erwarte ich Hülfe und Beistand, Kraft und Stärke, Leben und volle Gnüge. An dir habe ich einen Anführer und Vorgänger auf dem Wege zum ewigen Leben; dich sehe ich vorangehen, dir will ich nachfolgen, dir, obwohl schwach, doch treu und standhaft nachfolgen. Auf dich will ich aufsehen, deine Fußstapfen bemerken, dein Bild in meinem Herzen tragen. Dein Beispiel foll mich aufmuntern, trösten, mir Kraft geben, jeden Weg zu gehen, den du mir zeigst. Und in deiner Kraft werde ich einhergehen und stark werden in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Un dir habe ich einen Herrn und Regierer, dem alle Gewalt gegeben ist im Himmel und auf Erden; dir will ich mich überlassen im Leben und Allgemeine Kirchengebete. werden. im Sterben; du wirst mich im Leben und im Sterben recht führen, mich um so viel seliger führen, je mehr ich dir folge. Deine Liebe zu mir kann nichts anders wollen, als was mir selig ist. Un ter deinem Schuße wird mir kein Unfall begegnen, und Alles, was mir begegnet, wird zu meinem Besten dienen müssen. Unter deiner Regierung kann ich, ich kann nicht anders, als selig sein und Mögen sie doch noch so finster und rauh, mögen sie doch mii noch so vielen Hindernissen und Anstößen besetzt sein, die Wege, die ich gehen muß; es sind Wege, die du mich führst; und, wie du mich führst und führen wirst, so will ich gerne gehen. Ich fürchte kein Unglück, benn du bist bei mir. Unerschrocken will ich mich selbst in die Dunkelheiten des Todes und des Grabes wagen; auch da bist du bei mir. Und du, der du schon so viel für mich gethan, und so viel zu thun verheißen haft, du, der du am Kreuze für mich gestorben bist, um mich vom Tode zu erlösen und mir das ewige Leben zu erwerben, du, der du der Herr bist über Todte und Lebendige,- 451 du solltest mich im Tode und Grabe lassen, du solltest aufhören, mich zu schüßen und für mich zu sorgen, wenn ich deines Schutzes und deiner Fürsorge am Meisten bedarf? Nein, auch der Tod soll dich und mich nicht scheiden. Auch im Tode wirst du mein Erretter und Seligmacher sein, wie du es hier warest und in Ewigkeit semn wirst, und mich, dein Eigenthum, durch den Tod zum Leben, zum völligsten und ungestörtesten Genusse aller der Güter und Seligkeiten führen, die mir deine Liebe in einer bessern Welt bereitet hat. Getroft und voll Zuversicht empfehle ich dir meinen Leib und meinen Geist, mein Leben und mein Sterben, alle Veränderungen meines Zustandes auf jeder Stufe meines Daseins, in dieser und in jener Welt. Dir lebe und dir sterbe ich; mit dir und durch dich werde ich selig sein lebend und sterbend. Preis, und Ehre, und Anbetung, und Lob und Dank sei vir, und dem Vater und dem heiligen Geiste von Ewigkeit zu Ewigkeit. Geløbet sei Jesus Christus. Alle Lande, Himmel und Erde sind seiner Ehre voll. Amen. Allgemeine Kirchengebete. Allmächtiger Gott, barmherziger Vater, ich armer, elender, sündhafter Mensch bekenne dir alle meine Sünden, die ich jemals begangen, und womit ich deine Strafe zeitlich und ewiglich verdienet habe. Sie sind mir aber alle herzlich leid und reuen mich sehr. Und ich bitte dich durch deine große Barmherzigkeit, und durch das heilige, unschuldige, bittre Leiden und Sterben deines lieben Sohnes, Jesu Christi, du wollest mir armen, sündhaften Menschen gnädig und barmherzig sein, und mir zu meiner Besserung deines Geistes Kraft verleihen. Amen. Auf solches euer Bekenntniß verkündige ich, nach dem Befehle unsers Herrn, Jesu Christi, euch, die ihr eure Sünden herzlich bereuet, an Jesum Christum glaubet, und den guten, ernstlichen Vorsatz habt, durch Beistand Gottes, des heiligen Geistes, euer fündliches Leben forthin zu beffern, die Gnade Gottes und die Vergebung eurer Sünden, im Namen Gottes, des Vaters, und des Sohnes, und des heiligen Geistes. Amen. 29* 452 Allgemeine Kirchengebete. Gott, wir loben und preisen dich für alle die unzähligen Wohlthaten, die du uns im Geistlichen und Leiblichen unverdient erwiesen hast, und bitten dich, im kindlichen Bertrauen auf deine Güte, um deinen fernern Segen. Du hast deinen eingebornen Sohn für uns Alle zu unsrer Grrettung und Seligkeit dahingegeben; wie solltest du mit ihm uns nicht alles schenken, was wir zu unserm zeitlichen, geistlichen und ewigen Wohl bedürfen! Segne deine Kirche, die Gemeinde deines Sohnes, Jesu Christi. Erhalte sie bei der reinen Lehre deines Evangelii und bei dem Genusse der Ruhe und Freiheit. Vermehre täglich die Anzahl derer, die dich erkennen und den, den du gefandt hast, Jesum Chriftum. Bewahre die Glieder derselben vor Unglauben und Aberglauben, vor Trägheit und Sicherheit, vor Irrthum und Laster. Laß dein heiliges Wort nie von unserm Lande weichen, und es unter uns, und allenthalben auf Erden immer mehr Frucht bringen, daß die Unwissenden erleuchtet, die Sünder gebessert, die Gläubigen gestärket und befestiget, die um ihr Heil Bekümmerten getröstet, die Irrenden auf den rechten Weg geführt werden. Segne alle Regenten und Lånder, besonders aber unsern König und Mitregenten. Ach, laß über fie die Augen deiner besondern Fürsorge und Liebe jederzeit offen stehen! Erfreue fie durch deine Güte, leite fie durch deine Weisheit, stårke fie durch deine Kraft. Seße sie und alle Prinzen und Prinzessinnen des Königlichen Hauses zum immerwährenden Segen. Schenke den königlichen Nåthen und Dienern deinen Geist, daß durch fie das geistliche und leibliche Wohl unsers Vaterlandes in reichem Maße befördert werde. Leite und regiere alle Obrigkeiten, besonders auch die, die du uns gegeben hast, daß durch ihre Treue und Gewissenhaftigkeit das Gute vermehrt und das Böse vermindert werde. Gieb den Lehrern in Kirchen und Schulen Licht und Kraft, daß sie die reine Lehre des Evangeliums verkündigen und deinem Worte gemåß wandeln. Verleihe den Eltern deinen Segen zur Auferziehung ihrer Kinder in der Furcht und Vermahnung zum Herrn, und laß den Segen deines Wortes noch unsre spätesten Nachkommen erfreuen. Erbarme dich des ganzen Landes und aller Einwohner desselben. Gieb zu allen Beschäftigungen in Wissenschaften und Künsten, im Handel und Gewerbe dein gnädiges Gedeihen. Segne den Ackerund Bergbau. Gieb ersprießliche Witterung zum Wachsthume der Früchte des Landes, und laß fie uns mit Danksagung in Friede und Ruhe genießen. Bewahre uns vor Krieg und Theurung, vor ansteckenden Krankheiten, vor schädlichem Ungewitter, vor Feuers- und Wassersnoth. Sende Hülfe den Elenden und Hülfsbedürftigen, Trost den Traurigen, Geduld und Kraft den Kranken und Schwachen, Gedeihen den Müttern und Säuglingen. Laß uns auch auf dem Wege des Leidens deine väterliche Weisheit und Güte erkennen, und mit Geduld und Zuversicht verehren; auch selbst im Tode nicht wanken im Vertrauen auf dich und den Versöhnungstod deines Sohnes. Gott, du kannst überschwenglich thun über Alles, was wir bitten und verstehen. Und so hoffen wir getrost, du werdest uns nach deiner Weisheit und Güte Alles schenken, was einen Jeden unter uns hier und dort selig machen kann. Herzlich und demüthig wollen wir dich dafür loben und preisen. Unser Land, unser Herz, unser ganzes Leben müsse dir geheiliget und deiner Ehre voll sein. Mache selbst durch die Kraft deines Gei stes uns dazu tüchtig, und schaffe Allgemeine Kirchengebete. 453 in uns, was vor dir gefällig, da er sich durch sein eignes Blut ermit wir standhaft im Glauben, getreu in der Liebe, geduldig in Trübfal, fröhlich in Hoffnung, dir dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit unser Lebenlang, und nach vollendetem Laufe dieses Lebens dich vor dem Throne deiner Herrlichkeit ewig rühmen. worben hat. Daß wir weise, gut, getroft und selig in Zeit und Ewigfeit werden können, das sind wir dem Evangelio deines Sohnes schuldig. Ď diese größte deiner Wohlthaten, erhalte sie uns und unsern Nachkommen bis an das Ende der Tage! Wehre daher Allem, was uns dein Evangelium entreißen, oder den Einfluß desselben hindern könnte. Steure allem Aberglauben und Unglauben, aller Sicherheit und allem Leichtsinn, aller Lasterhaftigkeit und Verwilderung. Segne dagegen Alles, was uns deiner Wahrheit näher brin. II. Anbetung, Preis und Dank bringen und die Kraft derselben vergen wir dir, dem Ewigen und stärken kann. Unendlichen, dem Schöpfer und Erhalter aller Dinge, dem Vater unsers Herrn Jesu Christi und unserm Bater, mit der freudigsten Rührung dar. Wohl uns, du haft uns fähig gemacht, dich zu fühlen und zu finden. Wir erblicken deine Herrlichkeit, deine ewige Kraft und Gottheit in allen deinen Werken, und hören deine Stimme, dein heiliges Gebot an uns, in den Tiefen unsers Wesens. Und wie hast du dich uns durch Christus geoffenbaret! Wie anschaulich bist du unsrer Schwachheit durch ihn worden, der das Ebenbild deines Wesens und der Glanz deiner Herrlichkeit ist! Zu welchem kindlichen Vertrauen, zu welchen freudigen Hoffnungen haft du uns durch ihn berechtiget! Auf das Innigste mit einander vereinigt, von deiner Vaterhand durch die heiligsten Bande mit einander verknüpft, erheben wir also gemeinschaftlich unsre Blicke zu dir, und schütten unsre Herzen vor dir aus; denn wir wissen, du hörest das Gebet Aller, die mit kindlichem Vertrauen zu dir flehen. Erfülle die Lehrer derselben mit deinem Geiste; öffne ihr die Herzen Aller, denen sie gepredigt wird; heilige unsere Schulen und Bildungsanstalten zu Wohnsitzen und Werkstätten derselben. Je glücklicher wir uns aber durch dein Evangelium fühlen, desto herzlicher bitten und flehen wir auch, laß alle unsre Brüder in Christo dieses Glücks theilhaftig werden; laß den Erdkreis endlichvoll werden von deiner Erkenntniß, und die glückliche Zeit bald erscheinen, wo sich vor deinem Sohne alle Kniee beugen, und Alle bekennen werden, daß er der Herr sei. Und welchen Dank sind wir, die du uns auch durch das Band der bürgerlichen Gesellschaft mit einander verknüpft hast, für alles Gute dir schuldig, womit du unser Land und Volk so reichlich gesegnet hast! Nimm unsre Gemeinschaft ferner in deinen Schutz. Insonderheit segne die geheiligten Oberhäupter derselben, unsern König und Mitregenten. Laß sie noch lange die Werkzeuge deiner Hand sein, durch welche du Segnungen aller Art über uns ausbreitest; gieb ihnen einen festen Muth, daß sie unerschütterlich in Erfüllung ihrer schweren Regentenpflichten bleiben, und Weisheit und Segen zu allen ihren Beschlüssen. Segne alle Prinzen und Prinzessinnen des Königlichen HauDir, unserm Vater, sammt deinem Sohne, unserm Erlöser, und dem heiligen Geiste, unserm Trsster, sei setzt und immerdar Preis und Ehre! Amen. So sei denn zuvörderst dafür gepriesen, daß wir durch den Glauben an dich und deinen Sohn zu einem Geiste und Sinne verbunden, und zu Mitgliedern der glück lichen Gemeinde geweiht sind, die 454 Allgemeine Kirchengebete. ses. Und wer dem Vaterlande die- ter uns. Erleichtere insonderheit net; wer etwas von den Geschäften und Angelegenheiten desselben in den Händen hat; wer auf die Aufrechthaltung der Ordnung und Zucht, des Rechts und der Gerechtigkeit, der Sicherheit und Wohlfahrt einen Einfluß äußern soll; wer die Bestimmung hat, für König und Vaterland Blut und Leben zu wagen; der sei ein Gegenstand deiner väterlichen Huld, den beseele dein Geist mit Weisheit, Muth und Kraft, den begleite dein Segen bei Allem, was zum gemeinen Besten von ihm geschicht. Was aber den Wohlstand des Vaterlandes stören kann, die Uebel des Kriegs und der Theurung, an steckender Seuchen und allgemeiner Landplagen, wende von uns ab, so weit es deine Weisheit rathsam findet, und die Ordnung des Ganzen uns verstattet. Gedeihen laß dagegen Alles, was unsern Zustand verbessern und verschönern kann; zu Quellen des Wohlstandes mache unsern Bergbau, unsern Handel und den Anbau unsers Landes, und hilf, daß unser Vaterland nie auf höre, ein Wohnsig gründlicher Wissenschaften, nüßlicher Künste, reger Betriebsamkeit und erfinderischer Thätigkeit zu sein. allen Vätern und Müttern die Bersorgung derer, die du ihnen anver= traut hast; gieb Gedeihen zur Erziehung unsrer Kinder, und laß eine glückliche, die geweihte Jugend unter uns emporblühen. Und damit es nirgend an dem Nöthigen fehle, so schenke jeder pflichtmäßigen Anstrengung, jedem redlichen Fleiße, jedem nüßlichen Gewerbe einen glücklichen Fortgang; laß Jeden die Früchte seiner Arbeitsamkeit genießen und seines Lebens froh werden. Laß die Quellen deines Segens in der Natur mit milder Ergiebigkeit für uns fließen, und uns Allen gewähren, was wir zu unserm Besten nöthig haben. Und da wir, so lange wir im Staube leben, von dem Ungemach der Erde nicht frei bleiben können, so laß uns nie versucht werden über unser Vermögen, sondern erbarme dich aller Leidenden, tröste alle Traurigen, nimm dich aller Verlaßnen an, hilf den Unterdrückten, und trockne die zahllosen Thränen, die wir nicht zu trocknen vermögen; den Sterbenden endlich erleichtere den letzten Kampf, und hilf ihnen aus zu deinem himmlischen Reiche! Dir, dem Vater der Barmherzigkeit, und deinem Sohne, Jesu, und dem heiligen Geiste, sei Anbetung, Preis und Ehre von nur an bis in Ewigkeit! Amen. Erzeige auch allen übrigen Låndern Gutes, und laß alle Regenten auf Erden, vom Geiste des Friedens beseelt, mächtige Beschüßer des Rechts und der Gerechtigkeit, und Våter ihrer Völker werden. allgütiger BaIII. Dank dir endlich, ter, daß du selbst die zartesten al- Herr, den Alle, die dich kennen, ler Bande, die Bande des Blutes und der Verwandtschaft, des Wohlwollens und der Liebe, um unsre Herzen geschlungen, und uns in Hausliche Verhältnisse und engere Verbindungen gebracht hast. So flehen wir denn zu dir für Alle, die uns als Gatten und Kinder, als Eltern und Versorger, als Verwandte und Freunde, als Hausgenossen und Bekannte theuer sind. Ein Gegenstand deiner Alles beglükkenden Huld sei jede Familie unmit Freuden und Bewundrung anbeten, auch wir erheben unsre Herzen zu dir mit kindlicher Zuverficht. Dich verehren wir mit Dank und Freude, als unsern Gott und Bater, durch den wir sind und be stehen, der Leben und Wohlthat an uns thut, dessen Aufsehn unsern Odem bewahret. Dir verdanfen wir Alles, was wir sind und haben; und was sind wir nicht durch dich, was haben wir nicht von dir, der du uns von Ewigkeit Allgemeine Kirchengebete. geliebet hast, dessen Güte alle Morgen über uns neu ist! Dir danken wir insbesondere, und wie können wir dir je genug danken, für die Gnade, die du an uns bewiesen haft in Chrifto, deinem Sohne; und welch eine Liebe hast du uns erzeiget, mit welchen unschäßbaren, geistlichen und himmlischen Gütern uns gesegnet durch Christum! Dir danken wir an dem heutigen Tage, daß wir uns in deinem Hause versammeln, mit unsern Anliegen und Gebeten vor dir erscheinen, den Unterricht deines Wortes vernehmen, uns daraus Licht und Kraft und Trost und Hoffnung für unsere Seelen schöpfen können; und wie viel haben wir dir darin zu verdanken! Von die erbitten, von dir erwarten wir aber auch Alles, was wir zu unsrer geistlichen und leiblichen Wohlfahrt, was wir in dieser und in fener Welt zu unsrer Seligkeit bedürfen; und was können wir nicht bitten und erwarten von dir, dessen Güte so groß ist, dessen Barmherzigkeit währet von Ewigkeit zu Ewigkeit. Und so bitten wir denn auch jetzt mit vereinten Herzen und kindlichem Vertrauen, Gott und Vater aller deiner Kinder im Himmel und auf Erden, wir bitten um deine Gnade, um deine Hülfe, um deinen Schuß, um deinen Segen, für uns, für unsre Mitbrüder, für alle Menschen. Vor allem bitten wir dich, erhalte, beschüße, vermehre deine Kirche, die Gemeinde der Verehrer deines Sohnes, an allen Orten und unter allen Völkern. Bewahre sie vor Irrthum und Laster, vor Lauigkeit im Glauben und in der Liebe, vor Gleichgültigkeit und Undank gegen das Evangelium Jesu Christi. Laß dein Reich kommen, die Grenzen desselben sich erweitern, und das Reich der Unwiffenheit, des Unglaubens, der Sünde und der Unglückseligkeit immer mehr zerstört werden. Er werke allenthalben Männer nach dei nem Herzen, die das herrliche Evan455 gelium von Jesu Christo mit großer Kraft verkündigen, und Viele, ach, Viele für dasselbe gewinnen. Deffne die Herzen der Zuhörer, daß alle zu dir bekehret, alle erleuchtet, gebessert, geheiliget, getröstet, erfreuet, beruhiget, alle, alle selig werden. Segne alle christliche Regenten mit Weisheit und Erkenntniß deines Willens, mit Liebe zu dir und zu deinem Worte, mit Eifer für all. gemeines Menschenwohl. Und alle christliche Völker erfülle mit Liebe und Vertrauen, mit Gehorsam und Trene gegen ihre Fürsten, damit Alle in allen Ländern, durch deine Gnade, und unter deinem machtigen Schuße ein ruhiges, zufriednes glückseliges Leben führen. Insbesondre segne unsern König und Mitregenten. Ja, für sie bitten wir dich inbrünstig; für sie bitten wir um langes Leben, um glückliche Regierung, um alle Arten deines besten Segens. Erfreue mit Heil und Wohlergehn alle Prinzen und Prinzessinnen des Königlichen Hauses. Allen Räthen unsers Königs gieb ein reiches Maß beines Geistes, und zu allen ihren Rathschlägen und Bemühungen für das allgemeine Wohl dein gnädiges Gedeihen zum Segen für das ganze Land. Sei mit allen Obrigkeiten, besonders mit denen, die du uns gegeben hast, daß sie, von Liebe zu dir, von Liebe zu den Menschen, von Liebe zu allem Guten beseelt und durchdrungen, ihre schweren Pflich ten treu und gewissenhaft erfüllen, und das Wohl aller ihrer Untergebenen in reichem Maße befördern. Unser Vaterland, ach, nimm es in deine besondere weise und gnádige Fürsorge, Allgütiger! Bis ans Ende der Tage müsse es ein Land sein, wo man dich und den, den du zum Heiland und Seligmacher der Menschen gesandt hast, Jesum Christum, erkennet, und mit rechtem Glauben und heiligem Leben verehret. Erhalte, befestige, 456 Allgemeine Betstundengebete. vermehre den Wohlstand desselben. gehn, vornämlich aber mit WeisEntferne von ihm die Schrecken heit und Erkenntniß, mit Glaudes Krieges, die Plagen der ben und Tugend, mit Ruhe und Theurung, die Gefahr anstecken- Zufriedenheit, mit Trost und Hoffder Krankheiten, Feuers- und Was nung des ewigen Lebens, daß unsre sersnoth, und die noch größern Gemeinde eine Gemeinde sei, und Uebel des Unglaubens, des Lasters es immer mehr werde, die heilig und der Gleichgültigkeit gegen ist und unsträflich, reich an Früch Religion und Gottesdienst. Dein ten der Gerechtigkeit, die durch Segen befördere das Gedeihen der Jesum Christum geschehen, zur Wissenschaften und Künste, der Ehre und Lobe Gottes. Erleuchte Handlung, des Land- und Berg- die Unwissenden, bekehre die Sunbaues und alles gemeinnütigen der, bessere die Lasterhaften, stärke Gewerbes. Deine Gnade verherr- die Schwachen, befestige die Fromliche sich an allen Eltern, daß ihre men, tröste die Traurigen, erbarme Kinder gedeihen zu deiner Ehre, dich der Wittwen und Waisen, der zum Besten des Reiches Jesu, Verlassenen und Hülflosen, der zum Segen der Welt und der Nach- Schwachen und Kranken unter uns; hilf allen Sterbenden, und führe sie, führe uns alle zur Seligkeit des ewigen Lebens. welt. Unsre Gemeinde mit allen ihren Gliedern, laß deiner segnenden, schüßenden und erfreuenden Güte immerdar befohlen sein. Segne Vorgesetzte und Untergebene, Lehrer und Zuhörer, Eltern und Kinder, Hausváter und Hausmütter, Arme und Reiche; segne sie Alle, o Vater, mit allem wahren, geistlichen und leiblichen WohlerDir, dem Alleinweisen, dem Höchstgütigen und Barmherzigen, dem Ewigen und Unvergånglichen, dem Vater, und dem Sohne, und dem heiligen Geiste, sei Preis, und Ehre, und Anbetung und Dank jetzt und zu immerwährenden Zeiten! Amen. Allgemeine Betstundengebete. Gott, gnädiger, barmherziger Vater, wir erkennen es mit Reue und Beschamung, daß wir deine heiligen Gesche oft und mannichfaltig über treten, daß wir von Jugend auf viel Böses begangen, viel Gutes unterlassen haben. Und wie vieler Vergehungen und Fehler in Gedanken, Worten und Werken müssen wir uns noch immer vor dir anklagen! Ja, wir sind Sünder, die durch ihre Sünden sich selbst elend und unglückselig, deines Wohlgefallens unwürdig und deiner gerechten Strafen schuldig gemacht haben. Das verursacht uns Schmerz und Kummer, das bereuen wir vor dir, dem Allwissen den, Heiligen und Gerechten. Doch du bist gnädig und barmherzig, geduldig und von großer Güte und Treue. Du willst nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe. Du hast deinen eingebornen Sohn, Jesum Christum, gesandt in die Welt, die Sünder selig zu machen, und um seinetwillen allen Gläubigen und Bußfertigen Gnade und Vergebung der Sünden verheißen. In demüthigem Vertrauen auf dieſe deine Gnade und Erbarmung kommen wir gemeinschaftlich zu dir und bitten herzlich und inbrünstig: vergieb uns, ach, vergieb uns alle unsre Sünden um Jesu Christi willen. Verwirf unsre Reue, un sern Glauben, unser Verlangen Allgemeine Betstundengebete. 457 nach Gnade und Errettung, unsern vor vielen andern Menschen und Vorsatz der Besserung nicht. Erbarme dich über uns, wie sich ein Vater erbarmet über seine Kinder. Sei uns gnädig, Herr, unser Gott, sei uns gnädig in aller Noth. Zeige uns deine große Barmherzigkeit, wie unsre Hoffnung zu dir steht. Völkern dadurch gesegnet, daß du uns dein heilsames Wort, und mit demselben so viele Mittel und Veranlassungen gegeben hast, zu wachsen in der Gnade und Erkenntniß Jesu Chrifti; Mittel und Veranlassungen, weiser und besser, von Sünden reiner, im Glauben fester, in der Tugend geübter und zum zukünftigen Leben immer geschickter zu werden. Und o wie weit reicher an Erkenntniß, wie viel fester im Glauben und fertiger in allen guten Werken, wie viel ruhiger und seliger könnten und würden wir nicht sein, wenn wir diese Vorzüge nach deinem Willen angewendet hätten! Aber ach wie wenig haben wir sie erkannt; wie noch weit weniger haben wir sie würdig gebraucht! Wie selten werden die Früchte deines Evangelii unter den Bekennern desselben gefunden! Wie viel Gleichgültigkeit und Unempfindlichkeit gegen das, selbe, wie viel Unglaube und Zweifelsucht, wie viel Sünde und Lasterhaftigkeit herrscht noch immer unter den Christen, und auch unter uns. Dürften wir uns wohl beschweren, wenn du uns diese deine so sehr gemißbrauchten Wohlthaten entziehen wollteft? Thue wohl unserm Lande und allen andern Ländern. Schenke uns und unsern Nachkommen den Genuß des Friedens und der Ruhe. Verschone uns mit Krieg, mit Aufruhr und Empörung, mit gefährlichen Krankheiten und Seuchen. Wende gnädig ab Theurung, Mißwachs, schädliches Ungewitter, Feuers- und Wassersnoth und andre Plagen. Und in allen Trübsalen, die uns treffen, sei du unsre Hülfe, Herr und Heiland derer, die auf dich hoffen. Vornämlich aber be wahre uns vor Unglauben, vor Sünde und Lasterhaftigkeit. Erhalte uns und unser Land bei der reinen Lehre deines Sohnes, Jesu Christi. Laß sie unter uns und allen Menschen auf dem ganzen Erdboden sich immer weiter verbreiten und allenthalben Glauben, Besserung und Seligkeit in reichem Maße hervorbringen. Erwecke unsre Herzen und die Herzen aller Einwohner unsers Landes durch deinen Geist, daß wir rechtschaffne, wahre Buße thun, alle wissentliche und vorsäßliche Sünden flichen und meiden, hingegen dich und dein heiliges Wort stets vor Augen haben, und also dem Verderben der Sünde zeitlich und ewiglich entgehen mögen. Das Alles wollest du thun, o treuer, barmherziger Vater, um Jesu Christi willen, deines Sohnes, unsers Mittlers und Versöhners, welcher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret, in gleicher Majestät und Ehre, wahrer Gott und Mensch, hochgelobet in Ewigkeit! Amen. Barmherziger, gnädiger Gott, mit welchen Vorzügen hast du uns Ach Gott, barmherziger Vater, erbarme dich unser! Verzeihe, ach verzeihe uns unsern Undank und Ungehorsam gegen dein heiliges Wort! Lehre uns den großen Werth desselben besser erkennen und es würdiger gebrauchen, als es zeither von uns geschehen ist. Laß das Licht desselben stets über uns und unsre spätesten Nachkommen leuchten, seine Wahrheit sich immer weiter verbreiten, und seine göttliche Kraft, selig zu machen, an uns und allen Menschen immer wirksamer werden. Leite durch dasselbe die Irrenden zur Wahrheit, die Zweifelnden zur Gewißheit, die Ungläubigen zum Glauben, die Lafterhaften zur Buße und Besserung. Laß es die Stärke der Schwachen, den Trost 30 458 Allgemeine Betsſtundengebete. der Traurigen, die Erquickung der unser Lebenlang in Heiligkeit und Kranken und Sterbenden sein. Gerechtigkeit, die dir gefällig ist. Laß uns nicht nur Hörer des Worts, sondern auch Thâter sein. Beschüße deine Kirche, die Gemeinde der Verehrer deines Sohnes, Jesu Christi. Erhalte fie mächtiglich bei dem Besige ihrer Freiheit und der Reinigkeit deines Wortes und Gottesdienstes. Wehre Allen, die uns dieses unschäßbare Kleinod rauben, und Zweifelsucht und Unglauben, Unwissenheit und Aberglauben, Sünde und Verderben zu befördern suchen. Ja gieb du dein Geseß in unser Herz und schreibe es in unsern Sinn, daß wir nun, als ganz andre Menschen, unser ganzes Leben im Glauben und in der Gottseligkeit führen, würdiglich demjenigen Berufe, wozu du uns gesezt hast! Ja mache uns fertig, in allen guten Werken zu thun deinen Willen, und schaffe in uns, was vor dir gefällig ist, durch Jesum Christum, welchem mit dir sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Uns aber verleihe, daß wir rechtschaffne Früchte der Buße bringen, und, errettet von der Knechtschaft der Sünde, dir dienen ohne Furcht B + 子 + & ون له میں ΟΠΟΙΟ Inches Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 5 14 6 17 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow S 4 10 Red 11 12 LO 5 13 Magenta 14 ( O 6 15 White T16 17 7 3/ Color 18 8 1113 19 B.I.G. Black