www. www.m kommu MINOMA itsmynd DE MIL fristyrni 101 namin munt 3000 RACE after 325 کا حكم 3383 Gb 325 Univ.- Bibl. Giessen Neues Gesangbuch für die evangelisch- lutherischen Gemeinden in den ehemals furhessischen Landen. 0000 Caffel, 1874. Druck und Verlag des reformirten Waisenhauses. GB 325 budpaals( 0 dr. Inhalt. Erste Abtheilung. Lieder über die christliche Glaubenslehre. 1. Enthält die Lieder von Gott, von Nr. 1--10. 2. Von den Eigenschaften Gottes, von Nr. 11-30. a. Von der Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes, Nr. 11-13. b. Von der Allwissenheit Gottes, Nr. 14. 15. c. Von der Weisheit Gottes, Nr. 16. 17. d. Bon der Allmacht Gottes, Nr. 18. e. Von der Allgegenwart( Bottes, Nr. 19. f. Von der Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes, Nr. 20. 21. g. Von der Wahrhaftigkeit und Treue Gottes, Nr. 22. h. Von der Liebe, Gülte und Barmherzigkeit Gottes, 9r. 23-29. i. Von der Geduld und Langmuth Gottes, Nr. 30. 3. Von der heiligen Dreieinigkeit, Nr. 31-34. 4. Von der Schöpfung, Nr. 35-39. 5. Von der Vorsehung Gottes, Nr. 40-50. 6. Von den Engeln, Nr. 51-53. 7. Von den Menschen und seiner Bestimmung, Nr. 54-60. 8. Von der Sünde und dem Verderben des Menschen, Nr. 61-65. 9. Von der Erlösung des Menschen, Nr. 66-72. 10. Bon Christo, dem Erlöser, Nr. 73-76. 11. Von der Menschwerdung und Geburt Christi, Nr. 77-99. a. Advents- Lieder, Nr. 77 81. b. Weihnachts- Lieder, Nr. 82-93. c. Von der Erscheinung Christi, Nr. 94. 95. d. Auf die Darstellung Christi im Tempel, Nr. 96. 97. e. Am Tage Mariä Verkündigung, Nr. 98. f. Von dem Vorläuferamte Johannis, Nr. 99. 12. Vom Wandel Christi auf Erden, Nr. 100-102. 13. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu, Nr. 103-141. a. Vorbereitung zur Betrachtung des Leidens Jesu, Nr. 103. 104. b. Dankbare Erwägung der Leiden Jesu, Nr. 105-112. c. Kraft und Trost der Leiden Seju, Nr. 113. 114. d. Gebet zu dem Versöhner, 9r. 115-118. e. Die Liebe Jesu in dem Werke der Erlösung, Nr. 119-122. f. Das Leiden Jesu am Delberge, Nr. 123. 124. g. Gefangennehmung Sesu, Nr. 125. h. Uleber die Verlassung Jesu von seinen Jüngern, Nr. 126. 1* 4 Inhalt. i. Das Leiben Jesu vor dem weltlichen Gericht, 9r. 127-129. k. Das Leiden Jefu am Kreuz, 9r. 130-138. 1. Ueber die Wunder bei dem Tode Jesu, Nr. 139. m. Begräbniß Sesu, Nr. 140. 141. 14. Von der Auferstehung Jesu, Nr. 142-156. 15. Von der Himmelfahrt Jesu, und seinem Siten zur Rechten Gottes, Nr. 157-164. 16. Vom heiligen Geiste, Nr. 165-181. 17. Vom Worte Gottes, Nr. 182-193. a. Von den zehn Geboten insbesondere, Nr. 189. 190. b. Bom Evangelio, Nr. 191-193. 18. Von der Taufe, Nr. 194-198. a. Vor und bei derselben, Nr. 194-197. 5. Nach derselben, Nr. 198. 19. Vom heiligen Abendmahl, Nr. 199-215. a. Vor und bei demselben, Nr. 199-211. b. Nach demselben, Nr. 212-215. 20. Von der christlichen Kirche, Nr. 216-225. 21. Vom Tode, Nr. 226-253. 22. Von der Auferstehung der Todten, Nr. 254-260. 23. Vom jüngsten Gericht, Nr. 261-267. 24. Von der Ewigkeit, Nr. 268-275. 3weite Abtheilung. Lieder über die christliche Sittenlehre. 1. Von der Buße und Bekehrung, Nr. 276-296. a. lleberhaupt 9r. 276-294. b. An öffentlichen Bußtagen, Nr. 295. c. Nach geschehener Bekehrung, Nr. 296, 2. Vom Glauben und seinen nächsten Folgen, Nr. 297-307. 3. Vom thätigen Christenthum überhaupt, Nr. 308-323. 4. Von der Erkenntniß Gottes, Nr. 324-327. 5. Von der Furcht Gottes, Nr. 328-330. 6. Von der Liebe und Treue gegen Gott, Nr. 331-333. 7. Von der Freude an Gott, Nr. 334-336. 8. Vom Gehorsam gegen Gott, Nr. 337. 338. 9. Vom Vertrauen auf Gott und Ergebung in seinen Willen, Nr. 339-354. 10. Vom Gebete, Nr. 355-362. Inhalt. 11. Vom Lobe Gottes, Nr. 363-370. 12. Von der Dankbarkeit gegen Gott, Nr. 371-381. 13. Von den Gefinnungen gegen den Erlöser, Nr. 382-392. 14. Von der Selbsterkenntniß und Demuth, Nr. 393-398. 15. Von der Selbstliebe, Nr. 399. 400. 5 16. Von der Sorge für die Seele, Nr. 401-404. 17. Von der Sorge für den Veib, Nr. 405-408. 18. Von der Arbeitsamkeit und Treue im Beruf, Nr. 409-413. 19. Vom rechten Verhalten gegen die zeitlichen Güter, Reichthum, Ehre und dergleichen, Nr. 414-417. 20. Vom rechten Gebrauch des Lebens, Nr. 418-421. 21. Von der Zufriedenheit, Nr. 422-426. 22. Von der Geduld, Nr. 427-439. 23. Von der Liebe des Nächsten, Nr. 440-445. 24. Von der Gerechtigkeit und Billigkeit, Nr. 446. 447. 25. Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit, Nr. 448-454. 26. Von der Dienstfertigkeit, Barmherzigkeit und Leutseligkeit, Nr. 455-458. 27. Von der Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit, Nr. 459. 460. 28. Von der Freundschaft, Nr. 461. 462. 29. Von der Glückseligkeit wahrer Christen, Nr. 463-472. Dritte Abtheilung. Lieder für besondere Zeiten, Stände und Vorfälle. 1. Von dem öffentlichen Gottesdienst, Nr. 473-483. a. Beim Anfange desselben, Nr. 473-481. b. Beim Schlusse desselben, Nr. 482, 483, 2. Von der Feier des Sonntags, Nr. 484-487. 3. Bei der Katechismus- Lehre, Nr. 488. 489. 4. Bei der Confirmation junger Christen, Nr. 490. 491. 5. Für die Obrigkeiten und Unterthanen, Nr. 492-494. 6. Bei Einführung eines neuen Predigers, Nr. 495. 7. Bei Einsegnung neuangehender Eheleute, Nr. 496. 497. 8. Für Eltern und Kinder, Nr. 498-501. 9. Für Herrschaften und Gesinde, Nr. 502. 503. 6 3 n halt. 10. Für Alte, Jünglinge, Jungfrauen, Witwen und Waisen, Nr. 504-508. 11. Neujahrs- Lieder, Nr. 509-514. 12. Von den vier Jahreszeiten, Nr. 515-518. a. Bom Frühling, Nr. 515. b. Bom Sommer, Nr. 516. c. Vom Herbst, Nr. 517. d. Vom Winter, Nr. 518. 13. Morgenlieder, 519-532. 14. Abendlieder, Nr. 533-542. a. Abendlieder überhaupt, Nr. 533-540. b. Abendlied am Sonntage, Nr. 541. c. Abendlied am Ende der Woche, Nr. 542. 15. Bei Reisen, Nr. 543. 544. a. Vor der Reise, Nr. 543. b. Nach glücklich vollbrachter Reise, Nr. 544. 16. Vor und bei der Erndte, Nr. 545-551. Bei sparsamer Erndte, Nr. 551. 17. In allgemeiner Noth, Nr. 552-554. 18. Witterungs- Vieder, Nr. 555-558. a. 11m Regen, Nr. 555. b. Nach erhaltenem Regen, Nr. 556. c. Um Sonnenschein, Nr. 557. d. Nach erlangtem Sonnenschein, Nr. 558. 19. Bei Feuersnöthen, Nr. 559. 560. a. Für Abgebrannte, Nr. 559. b. Nach der Feuersgefahr, Nr. 560. 20. Beim Gewitter, Nr. 561-563. Nach dem Gewitter, Nr. 563. 21. In Wassersnoth, Nr. 564. 565. Nach geendigter Wassersnoth, Nr. 565. 22. In Kriegszeiten, Nr. 566-569. Nach erlangtem Frieden, Nr. 568. 569. 23. In Theuerung, Nr. 570. 24. Bei gefährlichen Seuchen, Nr. 571. 25. In Krankheiten, Nr. 572-581. Nach der Genesung, Nr. 581. 26. In Todesnöthen, Nr. 582-587. Fürbitte für einen Sterbenden, Nr. 588. 27. Bei Begräbnissen, Nr. 589. 590. Erste Abtheilung. Lieder über die christliche Glaubens- Lehre. 1) Von Gott. Rel. Run danfet alle gott: c. 1. Anbetungswürd'ger gott, Mit ehrfurcht nennen! Du bist unendlich mehr, Als wir begreifen können: O flöße meinem geist Die tieffte demuth ein, Und laß mich stets vor dir Voll ehrerbietung seyn! 2. Du riefft dem, das nicht war, Um luft und seligkeiten Aufs mannigfaltigste Um dich her auszubreiten. Die liebe bist du selbst, Verstand und rath sind dein: Und du gebrauchst sie gern, Zu segnen, zu erfreun. 3. Du sprichst, und es geschieht. Auf dein allmächtig werde! Entstand dein großes werk, Der himmel und die erde. Mit deinem fräft'gen wort Trägst du die ganze welt, und deine macht vollführt, Was uns unmöglich fällt. 4. Du bist der herren herr; Der erde majestäten Eind, höchster, vor dir staub' Auch geister kannst du tödten. Wen du erniedrigest, Gott, wer kann den erhöhn? Wen du erhöhen willst, Des hoheit muß bestehn. 5. Wer hat dich je gesehn? Wer kann im fleisch dich sehen? Kein sterblich auge reicht Bis zu den lichteshöhen, Von welchen du mit huld Auf deine schöpfung blickst, und alles, was da lebt, Erfreuest und beglückſt. 6. Ja, bier erkennen wir Dich nur sehr unvollkommen; Wird aber der maleinst Der vorhang weggenommen, Der dich, unendlicher, Noch unserm blick verschließt: Dann sehn wir heller ein, Wie herrlich du, gott, bift. 7. Indeß sey auch schon jetzt Dein ruhm von uns besungen. Verschmähe nicht ein lob Von äußerst schwachen zungen! Dort soll, wann wir dereinst In hellerm licht dich sehn, Auch stärker unser lieb, Dich, großer gott, erhöhn. Mel. Sey lob und chr' dem 2. erherr iſt gott und keiner mehr: alle frommen! Wer ist ihm gleich? wer ist wie er, So herrlich, so vollkommen? Der herr ift groß! sein nam ist groß! Er ist unendlich, grenzenlos In seinem ganzen wesen. 2. Er ist und bleibet, wie er ist! Wer strebet nicht vergebens, Ihn auszusprechen? wer ermißt, Die dauer seines lebens; Wir menschen sind von gestern her; Eh noch die erde war, war er, Noch eher, als die himmel. 3. Des ew'gen thron umgiebt ein licht, Das ihn vor uns verhüllet. Ihn fassen alle himmel nicht, Die seine fraft erfüllet! Er bleibet ewig, wie er war, Verborgen und auch offenbar In seiner werke wundern. 4. Wir sind allein durch seine kraft Das, was wir sind und werden! Er tennet alles, was er schafft, Sm himmel und auf erden. Bei ihm ist weisheit und verstand. Und kraft und stärke; seine hand Umspannet erd und himmel. 5. Ist er nicht nah? ist er nicht fern? Weiß er nicht aller wege? Wo ist die nacht, da sich dem herrn Ein mensch verbergen möge? Umsonst hüllt ihn in finsterniß? Was ihr beginnt; er sichts gewiß, Er sieht es schon von ferne. 6. Wer schützt den weltbau ohne dich, D herr, vor seinem falle? AUgegenwärtig breitet sich Dein aufsehn über alle? Du bist voll freundlichkeit, voll huld, Barmherzig, gnädig, voll geduld, Ein vater, ein verschoner. 7. Unsträflich bist du, heilig, gut, Und reiner, als die sonne. Wohl dem, der deinen willen thut; Denn du belohnst mit wonne; Du hast unsterblichkeit allein, Bist selig, wirst es ewig seyn. Hast freuden, gott, die fülle. 8 8. Dir nur gebühret lob und dank, Anbetung, preis und ehre. werdet gottes lobgesang, Ihre alle, seine beere! Der herr ist gott, und feiner mehr! Wer ist ihm gleich? wer ist, wie er, So herrlich, so vollkommen. Mel. Dreieinigkeit, der Gottheit 20. oder: Eigener Melodie. 3. Erhabner gott, was reicht an streuen, Die mich hier noch umgiebet. 2. deine ich an dich, so findt sich meine blöße; Sch fühle, herr, daß du unendlich bist, Und daß umschränkt mein forschend deufen ist. 2. Du wohnst im licht, dazu fein mensch fann kommen: Was ists, das wir von deinem ruhm vernommen? Ach nur ein theil von deiner majestät, Die über alles dich, o gott, erhöht. 3. Dein ew'ges sein, dein ganz vollkommnes wesen; Das, was du wirfst, und was dein rath erlesen, Sst viel zu hoch für menschlichen verstand; Von engeln selbst wirst du nie ganz erkannt. 4. Wie sollt ich denn, ich staub, mich unterwinden Unendlicher, dich völlig zu ergründen; O mache mich von solchem dünkel frei, Daß mir dein wort des glaubens richtschnur sev. Erste Abtheilung. Mel. Chrift, unser here, zum 20. Kommt, 4. Sot ott, mache du mich selbst bereit, Vor deinen thron 5. Mein eigner geist kann sich leicht hintergehen; Dein wort ist mahr, es bleibet ewig stehen. Erforsch ich gleich dein göttlich wesen nicht; So gnüge mir davon dein unterricht. 6 Von dir, durch dich, zu dir sind alle dinge: Gieb, daß ich dir mich selbst zum opfer bringe. Begreif ichs nicht, wie du die welt regierst: So sei mirs gnug, daß du mich selig führst. 7. Einst wirst du dich mir näher offenbaren; Einst werd ich mehr von deinem rath erfahren: Wenn ich nur dem, was mich dein wort gelehrt, Geglaubt, gefolgt, und treu dich hier verehrt. 8. Drum hilf, daß ich mit ehrfurcht vor dir wandle: In allem thun nach deinem willen handle; Zufrieden sey wie du mich hier regierst, Bis du mich einst zu deinem himmel führst. 9. Dann werd' ich dich in bellern lichte sehen, Und, froh in dir, dein ewig lob erhöhen: Herr! du bist groß und zeigst es mit der that, Unendlich groß an huld, an macht und rath. zu treten, und deine große herrlichfeit Voll ehrfurcht anzubeten: Laß, herr, vor deinem angesicht Mein herz sich deiner freuen, Und einen strahl von deinem licht Die finsterniß zermehr; Nichts sind der heiden götter. nur dir gebühret preis und ehr; Kein helfer noch erretter Ist außer dir: laß mich allein Auf dich, o herr, vertrauen, Mein ganzes leben dir nur weihn, Mein glück blos auf dich bauen, und dich niemals verleugnen. 3. Du bist der höchst vollkommne geist, Der vater aller geister; Dich preiset, was vernünftig heißt, Als seinen herrn und meister: Laß meiner seele hohen werth Mich diese tugend lehren, Daß ich, wie es dein wort begehrt, Dich möge findlich ehren, Sin geist und in der wahrheit. 4. Du bist, o gott, von ewigkeit, Und wirst allzeit bestehen; Es bleibet deine herrlichkeit, Wann himmel selbst vergeben. Laß von der erde eitlem tand Mein herz sich stets erheben zu meinem wahren vaterland, Und mich nach dem rechten streben, Was ewig mich erfreuet. 5. O gott, was seyn wird, ist und war, Und was wir thun und dichten, Das ist dir alles offenbar; Du wirst einst alles richten. Laß mich dein helles auge scheun, Aufrichtig vor dir wandeln, Und, deines beifalls mich zu freun, Und dann rechtschaffen handeln, Wann finsterniß mich decket. 6. Unendlich ist, herr, deine macht 3u retten, die dich lieben, und wenn der frevler dich verlacht, Auch strafrecht auszuüben: Gieb, daß mich deiner allmacht schutz Stets als ein schild bedecke: Mich auch nicht menschengrimm und truß, Nur dein gericht erschrecke: Du ftrafest leib und seele. 7. Voll höchster weisheit bist du, gott! Kein mensch kann sie ergründen. Umringt uns allenthalben noth, Du, herr, weißt rath zu finden; Bewahre 1. Von Gott. 9 mich, daß ich mich nicht mit bangen| laufbahn eilet, Und wie durch beide sorgen quäle. Gieb, daß ich dir mit tag und nacht der erde Regieret werde. zuversicht Mein wohl und web befehle, Und findlich auf dich traue. 5. Was machts, daß diese ordnung stets vorhanden, und unverrückt jahrtausende bestanden? Kannst du der gottheit daseyn, kraft und wesen nicht darin lesen? 6. Sieh, mensch, di ebler unter freaturen! Sieb an dir selbst der gottheit flare spuren! Kannst du mit wahrheit dich verständig nennen, Und gott mißkennen? 8. Gott, du bist heilig und gerecht, Und fannst nichts böses leiden; Wer sagen will, er sey dein knecht, Muß jede slinde meiden: Gieb, daß ich mich der heiligkeit mit rechtem ernst befleiße, Nachjage der rechtschaffenheit, Und beine wege preise, So wunderbar sie scheinen. 9. Du bist sehr gnädig, gott, und gut. Bergiebst die schuld dem sünder; Erbarmst dich, wie ein vater thut, Von herzen deiner finder: Laß reichen trost, von deiner huld, In meine seele fließen; Und laß mich nach bereuter schuld Auch wieder rub genießen, Und dann vorsichtig handeln. 10. Gott, dessen wahrheit stets besteht: Wohl denen, die dir gläuben! Wann erd und himmel einst vergeht, Wird dein wort ewig bleiben: Gieb, daß ich fürchte dein gericht, Und alles, was du draueft; Auch hoffe, was dein wort verspricht, Daß du mirs gern verleiheft: Wer hofft, wird nicht zu schanden. 11. Gott, wenn ich dich so kenn' und ehr', Dein wort zum grunde sete: Erfren' ich mich darüber mehr, Als über alle schätze: Bis ich dort dich, mein heil und licht! Vollkommener erkenne, Von angesicht zu angesicht Dich schane, dich erkenne, Und unaufhörlich lobe. el. Herzliebster jesu, was hast zc. oder: Eigene Meiodie. st auch ein gott? wer darf 7. sünder! frag das nagende gewissen: Sst denn ein gott? o fühl doch in den bissen, Die du empfindest, fühl bei böser sache Den herrn der rache. 8. Doch nicht genug: es ist ein gott, zu sagen. Oft leugnets doch der mensch durch sein betragen, Wenn er, als wär fein gott, in sünden wandelt, Und gottlos handelt. 9. Du sagst: gott ist und kennt mein ganzes leben. Bist du ihm denn auch recht zum dienst ergeben? Ist dank und gegenliebe im gemüthe Für sein güte? 10. Sm wohlfstand trotzig, zaghaft in beschwerden, Vergötterst du oft dinge dieser erden, Machst gold zum trost, hältst fleisch für deinen retter; Elende götter! 11. O bilf uns, gott, doch deinen beil'gen willen Mit redlichkeit und herzenslust erfüllen; Sonst werden wir, beim ruhm des glaubens lligen, Uns selbst betrügen. 12. Laß uns dein wort den weg der wahrheit lehren, uns zeigen, wie wir dich stets recht verebren, Bis du 5. uns erheben, man nicht laute stimmen, die es Bei dir zu leben. sagen? Es zeigen schrift, vernunft und freaturen, Der gottheit spuren! Kel. Bach auf, mein herz zc. 2. Sich um dich her, sieh himmel, 6. gott, aus deinen werken Kann ich dein daseyn merländer, meere; Sieb' der geschöpfe ken; In allen freaturen Find ich unzählbare heere! Schließ von dem der gottheit spuren. bau und vom verstand der geister, Auf ihren meister. 3. O! sieh hinauf zu den gestirnten höhen, Wo welten sich in ihren freisen drehen, Und von der bahn, ihr jahrsziel zu erreichen, fein haarbreit weichen. 2. Das große weltgebäude, Dein ruhm und meine freude, Ruft in viel tausend chören: Gott ist, gott mußt du ehren! 4. Sieh! wie die sonne jahr und tage theilet, Wie auch der mond durch seine 3. Wer sprach es, daß die erbe, Und daß der himmel werde? Wer sprach es, daß im meere Des wassers sammlung wäre? 10 Erste Abtheilung. 4. Wer ließ in jenen höhen Das dies ist dein beruf. Auf! widme sternenheer entstehen? Wer hieß des deine kräfte Dem würdigsten geschäfte, bonners brüllen Die welt mit furcht Wozu dich gott erschuf. erfüllen? 7. Im geiste bet ihn, seele, Bet ihn in wahrheit an! Liebst du des herrn befehle, Wie selig bist du dann! Er hat unsterblichkeit, Und seligkeit und leben: Das alles will er geben Dem, der sich ganz ihm weiht! 5. Du bists, gott! deine werke Erzählen deine stärke und deine weise güte Dem achtsamen gemüthe. 6. Das würmchen in dem staube, Die bunte raup' am laube, Das gras, die schlanken halmen, Sind deines ruhmes psalmen. Mel. Mein gott, das herz ich br. x. oder: Nun danket au', und bringet: 7. Herr, du bist hoch erhoben, Und ewig hoch zu loben, Wenn auch der fün- 8. Singt unferm gott ein frohes verspotten. 8. Laß alle, die dich kennen und dich mit chrfurcht nennen, und die dir fest vertrauen, Dein gnädig antlitz schauen. und mehr. Groß, unaussprechlich groß ist er, Der weltkreis sein gebiet. 2. Groß ist sein nam! er will und sprichts: Da steht voll herrlichkeit, Der welten meng; und er gebeut; Sie fallen in ihr nichts. 3. Licht ist sein kleid: unendlich reich, Ein meer voll seeligkeit; Von ewigkeit zu ewigkeit Sft er; wer ist ihm gleich? 4. Er überschaut, was ist und war Im himmel, erd und meer, Und seiner werke zahllos heer Bleibt vor ihm offenbar. 5. Deff' freuet euch! die lieb ist gott, Das beste seine wahl; Groß seine thaten allzumal Und heilvoll sein gebot. 6. Gerechtigkeit und wahrheit ist Die feste seines throns. Lobt ihn, der auch des erdensohns, Des menschen, nicht vergißt. Mel. Aus meines herzens grunde ic. 7. Swingt, heilige gedanken, Euch von der erde los! Gott, frei von allen schranken, 3st unaussprechlich groß. Er ist ein geist! lobsingt Vor seinem angesichte! Gott wohnt in einem lichte, Zu dem kein auge dringt. 2. Kein mensch fann ihn erreichen, Kein endlicher verstand. Wer darf sich ihm vergleichen? Wer hat ihn ganz erkannt? Macht euch von ihm kein bild! Wer kann den höchsten sehen, Ob er gleich alle höhen und jede tief' erfillt? 3. Die sonn' in hoher ferne Mag strahlenreicher glühn; Glänzt heller noch, ihr sterne! Was sepd ihr gegen ihn? Shr seyd mit eurer pracht, In eurem schönsten lichte, Vor seinem angefichte Noch dunkler, als die nacht. 4. Wie sollen wir dich nennen, Dich, schöpfer der natur? Was wissen wir? wir kennen Nicht halb die kreatur, Die du hervorgebracht; Und du bist doch viel größer Und unaussprechlich besser, Als werke deiner macht. 5. Von dir strömt alles leben; Du bist der reinste geist; Haft alle kraft gegeben Dem engel, der dich preißt. Zu deines namens ehr' Ertönen lobgesänge In seiner brüder menge, Im ganzen himmelsheer. 6. Stimm in der engel chöre, O! meine seele, auch; Sey voll von seiner ehre, Du seines odems hauch! Dies, 7. Er fennet uns; er ist mir nah, Am abgrund, in der höh, Wohin ich fliehe oder geh, Ist er dod immer da. 8. Er ist um mich, vernimmt mein flehn, Schafft meiner seele rub, Siehts, wann ich fehl und gutes thu Und eilt, mir beizustehn. 9. Er wog mir seine gaben dar, Schrieb auf sein buch auch mich Und meiner tage zahl, da ich Noch unbereitet war. 10. Ihm dank ich alles; nichts ist mein, Das gott nicht angehört. Herr, deine huld, die ewig währt, Soll stets mein loblied seyn. 11. Wer faffet deiner wunder pracht, Die da sind, wenn du rufft? Ein jeder staub, den du erschufft, Verkündigt deine macht. 1. Von Gott. 11 12. Hell strablet aus dem fleinsten| lieb entbrennen, Dir gern gehorchen, halm, Gott, deine weisheit her, Und au und hügel, luft und meer Sind deiner ehre pfalm. fröhlich dich erheben, und, gott, dir leben. 13. Frohlockend preiset dich das land, Das deine milde träntt! Und forn und wein und freud empfängt Der mensch aus deiner hand. 14. Herr, ohne deinen willen fällt Kein sperling bin, und ich, Ich freute nicht des troftes mich, Daß deine huld mich hält? 15. 3ch fürchte, bleibest du mein schutz, Gefahr und schrecken nicht, und biete voller zuversicht Der ganzen hölle trut. Mel. Herz'iebster jesu, mas 20. oder: Ist auch ein gott? wer 2. 9. W ann ich, gott, meinen geist zu dir erhebe, Dich suche, dich zu finden mich bestrebe: So mußt du selbst, recht groß von dir zu denken, Die kraft mir schenken. 2. Was ist im himmel, böchster, was auf erden, Das so, wie du, verdient, erkannt zu werden? Welch wissen ist wohl herrlicher zu nennen, Als dich erkennen? 3. Dich suchen, ist die herrlichste der forgen; Zwar bist du unerforschlich und verborgen! Doch willst du, wenn wir nur dein licht nicht bassen, Dich finden lassen. 4. Mit lauter stimme lehren deine werke Uns deine weisheit, deine güt und stärke; Auch hast du selbst, sei hoch dafür gepriesen! Uns unterwiesen. 5. Und immer mehr willst du dich offenbaren, Wenn, was du lehrst, wir nur getreu bewahren; Wenn wir, was deine lehren wirken sollen, Uns bessern wollen. 6. Ach, möcht ich, gott aus allen meinen träften Dich suchen; auch bei sorgen und geschäften, Mein herz, zu dir mich leichter aufzuschwingen, Zur andacht bringen! 7. Drum führe durch dein wort doch meine seele, Daß sie den weg zum lichte nicht verfehle; Gieb mir, weil ihre kräfte leicht ermüden; Ernst, luft und frieden. 8. Dann werd ich immer beffer dich erkennen, Und täglich mehr von deiner Me. Herzlich lieb hab' ich dich ic. gott ist! Sein armes 10. eh dem, der leugnet, daß menschenleben ist Shm leer von edler freude. Sein wilder, lasterhafter blick Sehnt sich umsonst nach wahrem glück, Umsonst nach trost im leide. Die lust zu guten thaten flieht Vor ihm, der seinen gott nicht fieht. Nie fühlet sich sein herz erfreut Von wonne der unsterblichkeit. Gott, unser gott! wie jammervoll, wie fürchterlich Wird unser leben ohne dich! 2. Wenn du nicht bist, wer trägt und hält, Und wer regieret dann die welt? Wer sorgt auch für mein leben? Wem danke ich mein leben dann? Wer nimmt bis jetzt sich meiner an? Wem kann ich mich ergeben? Verhängniß oder ungefähr Wär dann mein gett: und arm ist der; Dann wär vernunft und freiheit, spott; und schreckenvoll wär mir der tod! Gott, wahrer gott! Wie grannvoll wird mir deine welt, Wenn nicht dein arm sie führt und hält. 3. Kann ohne dich ein glück erfreun, Für mich ein guth auf erden seyn, Und kann ichs frob genießen? Was hilft mir freiheit und verstand, Was jede wohlthat deiner hand, Was nützt ein gut gewissen? Bist du nicht, so erfreun sie nie; Ein traum ist ihre luft, wie sie. Die erd ist finsterniß; kein licht Strahlt her vor deinem angesicht. Kein schutz ist da! Auf tugend wartet dort fein lohn; Und hier folat ihr oft schmach und hohn. 4. Nein! eh ich zweifle, daß du seyst, Unwandelbarer ew'ger geist, Mag mich die welt verspotten! Laut will ich zeugen, daß du bist, Daß es ein schnöder frevel ist, Dich fühlen und rich spotten! Mein geist und leib freut sich in dir! Du ewiger, weich nicht von mir! Was sind die leiden dieser zeit Dem, der sich seines gottes freut? Dort im gericht, Wenn erd und himmel untergehn, Wird dich der gottesleugner sehn. ******* Him: 12 Erste Abtheilung. 2) Von den Eigenschaften Eigenschaften Gottes. a. Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes. Mel. Liebster jesu, wir sind hier ze. 11. Gott ott, du bist von ewigkeit! Deine majestät uud größe Mehrt und mindert keine zeit: Gieb, daß ich nie das vergesse, Nie auf treaturen baue. Sondern dir allein vertraue. 2. Ewig und unwandelbar Ist dein grenzenloses wissen. Was dir einmal wahrheit war. Wirds auch ewig bleiben müssen. Nie kanns deiner weisheit fehten, Nur das beste zu erwählen. 3. Du hast vorhin die erbe zubereitet; Dein arm bat, gett, den himmel ausgebreitet: Doch sie vergebn, veralten wie ein fleid; Du aber daurst in alle ewigkeit. 4. Das ist der trost, die hoffnung aller frommen: Du schützest fie und läßst sie nicht umkommen. Ihr redlich herz kann sich stets deiner freun. Du bleibst ihr gott, und sie sind ewig dein. 5. Das sey mein trost in allen trüben stunden: Bom tode selbst werd ich nicht überwunden. Nicht er, nur sünd trennt mich, o gott, von dir, Du bleibst mein trost, mein heil, auch ewig mir. 3. Du bist nicht, wie menschen sind, Daß dich etwas reuen sollte; Bleibest immer gleich gesinnt, Und was je dein rathschluß wollte, Weiß dein mächtiges regieren Herrlich auch hinauszuführen. 4. Sünden bist du ewig feind! Wehe denen, die sie lieben! Ewig bleibst du 13. Unem derer freund, Die, was recht und gut ist, üben. Lehre mich in allen dingen Deinen willen treu vollbringen. 5. 3mmer ist birs eine lust, Menschenkinder zu beglücken. Wohl dem, der sich auch mit lust Lernt in deine ordnung schicken. Der, der geht auf sichern wegen Deinen fegnungen entgegen. 6. Deine worte trügen nicht, Du du bist der ewig treue, Der das bält, was er verspricht: Gieb, daß ich mich deffen freue, Und mich, bis ich einst erfalte, Fest an deine wahrheit halte. 7. Mag doch dann die welt vergebn, Mag mich alles doch verlassen: Du, du bleibst mir ewig stehn. Deine huld wird mich umfassen, Wenn ich einst von hinnen scheide. Ewig bist du meine freude. Mel. Sey lob und ehr dem zc. nendlicher, den feine zeit Umschließt mit ihren schranten; Beim anblick deiner ewigkeit Vergehn mir die gedanken. Ich sinne nach bewundrungsvoll, Und weiß nicht wie ichs fassen soll. Du bist und bleibest ewig. 2. Noch ward von keiner sonne licht Durch eine welt verbreitet; Die himmel jauchzten dir noch nicht, Durch deine macht bereitet; Noch war kein land, noch strömt kein meer An hober berge gründen her: Du aber warst schon ewig! 3. Von ewigkeit her sahest du Die fünftge welt entstehen, und maßest ihre zeit ihr zu, Und sahst sie untergeben. Vom engel bis zum wurm herab Bogst jedem du sein schicksal ab Und nanntest ihn mit namen. 4. Längst steht nun deine schöpfung da, Von dir bisher erhalten. Einst fommt sie ihrem ende nah; Sie eilet zu veralten. Denn ihrer jahre werden Mel. Dreieinigkeit, der go: theit zc. oder: Erhabner gott, was ic. 12. Herr gott, du biſt die zu- viel Und du beſtimmteſt ihr ein ziel, Mit weisheit und glite. aller zeiten: Denn du bist gott in allen ewigkeiten; Du 5. Kaum eine stund ist es vor dir warst es schon, eh erd und himmel ward, Vom anfang bis zum ende. Kaum Eb du dich noch uns hast geoffenbart. augenblicke leben wir, Die werke dei2. Was bin ich, berr, was alle menuer hände. Jiemals nimmt, gott, dein schenkinder? Staub ist vor dir der bei- alter zu; In aller ewigkeit wirst du lige, der finder. Wie schnell enteilt Derselbe seyn und bleiben. bies leben doch von mir! Du, böchster! bu nur bleibest für und für. 6. Ja, du bist ewig, stirbeft nie, Bleibst ewig meiner feele Der fels, 4. Von den Eigenschaften Gottes. 13 deinem heil, Gott, deinen wahren freunden theil: Auch mir gewiß mit ihnen! 7. Mein leib ist sterblich, nicht mein geist, Den will ich dir vertrauen: Dein wort, das wahrheit ist, verheißt, Er soll dein antlitz schauen. Mein fleisch ruht auch nur kurze zeit: Am erntetag der ewigkeit Wirst du es auferwecken. 9. Einft fallen erd und himmel hin An deinem weltgerichte: Dann dank ichs dir, daß ich noch bin, Und wohn in deinem lichte. Dann werd ich ewig, ewig seyn, Mich ewig deiner gnade freun, Und meiner seligkeiten. 10. Der seligen unsterblichkeit, Die du mir dort willst chenken, Laß mich in 8. Wenn alles um mich her vergeht, dieser kurzen zeit, O gott, mit ernst beSoll ich doch nicht vergehen; Vor dei- denken! Sie sey mein trost, mein höchnem thron, der ewig steht, Soll ich stes gut, Sie stärke mich mit kraft und auch ewig stehen. Du giebst an allem muth; Gerecht vor dir zu leben! den sterbend ich für fie Zur fichern zuflucht wähle. Denn deine gnad und wahrheit ist So ewig als du selber bist: Heil mir, daß ich dir traue! b. Allwissenheit Gottes. Mel. Chrift, unser herr, zum jordan 2c. 14. Allwiffender vollkommner geist! Deß auge alles siehet, Was nacht und abgrund in sich schleußt, Und dem sich nichts entziehet: Es kann vor deinem hellen licht Sich kein geschöpf verstecken. Was in der finsterniß geschicht, Das weißt du auf zudecken, Und vor gericht zu bringen. 2. Selbst die gedanken fennest du, Eh' fie in mir entstehen, Und was ich wünsche, rede, thu, Das kann dein auge sehen, Vor dir ist alles offenbar! Du prüfest herz und Und alle gründe fiehst du flar, Die unser thun regieren; Nichts bleibt vor dir verborgen. 3. Was deiner freunde herz begehrt, Das weißt du, eh' sie beten, Ihr seuf zen wird von dir erhört, Eh sie noch vor dich treten. Was deiner feinde rath beschließt, das ist dir unverborgen; Dir, der du ihren anschlag siehst, Als wie den lichten morgen, Den feine schatten decken. 4. Was nach verfließung vieler zeit, Noch fünftig wird geschehen, Das fieht dein auge allbereit Als gegenwärtig stehen. Dir stellt sich alles deutlich dar, Das, was erst noch soll werden, Und was nun ist, und was einst war Sm himmel und auf erden. Wer sollte dich nicht fürchten. 5. Bleibt gleich vor menschen manches noch In dieser welt verschwiegen: So wird dein auge fünftig doch Die finsterniß besiegen. Dein unpartheiisches gericht Wird alles einst entdecken, Was im verborgnen jetzt geschicht, Und schande, furcht und schrecken Wird dann die heuchler treffen. 6. Laß mich, o höchste majestät! Dein helles auge scheuen. Das nie ein heuchler hintergeht Mit falschen schmeimeleien. Durchbringe kräftig feel und geist Mit deinen heitern blicken. Laß, was geheime schande heißt, Sammt allen bösen tücken, Mich stets sorgfältig meiden. Mel. D gott, du frommer gott 2c. err, mich, 15. Dir bin ich unverborgen; Du kennst mein ganzes thun Und alle meine sorgen; Was meine seele denkt, War dir bereits bekannt, Eh der ge= danke noch In meiner seel' entstand. 2. Nie spricht mein mund ein wort, Das du, o herr, nicht wissest. Du schaffest, was ich thu; Du ordnest, du beschließest, Was mir begegnen soll. Erstaunt seh ich auf dich; Wie groß ist dein verstand! Wie wunderbar für mich! 3. Wohin, wohin soll ich Vor deinem geiste fliehen? Wo könnt' ich jemals wohl Wrich deinem aug entziehen? Führ ich gen himmel auf; So bist du, höchster, da; Führ ich zur tief hinab, Auch hier bist du mir nah. 4. Rähm' ich auch, schnell zu fliehn, Die fittige vom morgen; Selbst an dem fernften meer Bleib ich dir nicht verborgen: Auch da umschlösse mich Imen Abtheilung. dunkeln erst Die bildung angenommen, Dein auge sab mich schon, Eb ich bereitet war, Und meiner tage lauf War dir schon offenbar. 14 Erste Doch deine allmachtshand; Denn du bift überall, Und bein ist jedes land. 5. Wollt ich in finsterniß Mich dei nem ang' entziehen, Eo sucht ich doch umsonst, Auch da dir zu entfliehen: Die dickste finsterniß Ist vor dir helles licht! Die nacht glänzt, wie der tag, Vor deinem angesicht. 6. Du warst schon über mir In meiner mutter leibe; Du bildetest mein herz, Gott, daß ich bin und bleibe. Ich danke dir, daß du Mich wunderbar gemacht, und meiner, eb ich war, Schon väterlich gedacht. 7. Du kanntest mein gebein, Eh ich aus licht gekommen, Da ich im Mel. Wer nur den lieben gott ze. oder: Gigene Melodie. 16. D u weiser schöpfer aller dinge, Der alles weiß, erfennt, versteht! Nichts ist so groß, nichts so geringe, Das nicht nach deiner ordnung geht! Sie ists, die deine große welt In ihrer daur und pracht erhält. c. Weisheit Gottes. 4. Was du zu thun dir vorgenommen, Krönt auch, so bald du willst, die that: Wenn tausend hindernisse fommen, So triumphirt dein hoher rath, Den besten zweck wählt dein verstand: Die mittel stehn in deiner hand. 8. Was für erkenntnisse, Für föstliche gedanken! Unzählbar sind sie mir; Denn sie sind ohne schranken. Mit ehrfurcht will ich stets Auf dich, mein schöpfer, sehn, Dir folgen und dein. lob, Co gut ich kann, erhöhn. 5. Die menge so verschiedner willen, Wo jeder seinen weg erwählt, Muß doch den deinen bloß erfüllen, Der seines zieles nie verfehlt, und aller feinde stolzen wahn, Als unvernunft beschämen kann. 9. Erforsche mich, mein gott, Und prüfe, wie ichs meine; Ob ich der wirklich bin, Der ich zu seyn mir scheine. Sieb, ob mein fuß vielleicht Sich einem irrweg naht, Und halte mich zurück Auf ebnem sichern pfad. 2. Die vielen wundervollen werke, Was unsern augen fern und nah, Steht alles, wie durch deine stärke, mel. Gett des himmels und der 2. So auch durch deine weisheit da. 7. Une nerforschlich sey mir immer Meines gottes weg Unendlich, herr, ist dein verstand; Der ganze weltbau machts bekannt. und rath, Und die nacht sei ohne schimmer, Die mich hier umschattet hat; Doch ist alles, was er thut, Wie's auch schbeine, weis' und gut. 3. Mit eben diesen meisterbänden, Mit welchen du die welt gemacht, Regierst du auch an allen enden, Was du höchst frei hervorgebracht; Du brauchst, o unerschaffnes licht! Der menschen rath und beistand nicht. 2. Sollt ich das von gott nur loben, Wo ich rath und weisheit seh? Ists nicht ein geschenk von oben, Wenn ich seinen weg versteh? Frevelt der nicht, welcher flagt, Daß ihm gott mehr licht versagt? 3. Soll ein vater unterlassen, Was dem finde thorheit ist? Kühner tadler! engel jassen Das, wo du im dunkeln bist: Hier jollst du dem herrn vertraun; Und nur glauben, noch nicht schaun. 6. O weisheit! decke meiner seele Des eigendüinkels thorbeit auf, Damit fie dich zum führer wäble Ju dieses lebens ganzem lauf. Ich weiß den weg zur wohlfahrt nicht: Drum leite mich dein sichres licht. 7. Du hast mich durch mein ganzes leben Bisher aufs weisefte geführt, Ja, dir muß ich die ehre geben, Daß du aufs beste mich regiert: O leite mich Durch welt und zeit Hinüber in die ewigkeit. 4. Sollt er zu regiererinnen Seiner werte, seiner welt, Meine lüste setzen? sinnen, Ordnen, thun, was mir gefällt? Wohl uns, wenn er uie gewährt, Was ein thöricht herz begehrt! 2. Von den Eigenschaften Gottes. 15 5. Hier in meinem pilgerstande 6. Darum auch auf rauben wegen, Sey mein theil zufriedenheit! Dort in meinem vaterlande Wohnt die wahre seligkeit. Führt mein gang zum himmel ein, Mag er immer dunkel seyn. d. Allmacht Gottes. Mel. Machs mit mir, gott, nach zc. err! deine allmacht reicht 18. Hert so weit, Als selbst dein wesen reichet. Nichts ist, das deiner herrlichkeit, Und deinen thaten gleichet Es ist kein ding so groß und schwer, Das dir zu thun unmöglich wär. 2. Du sprichst, und auf dein mächtigs wort Fällt alles dir zu füßen. Du führest deinen anschlag fort Bei allen hindernissen. Du wintst, so stehet plötzlich da, Was vorher noch kein auge sah. 4. Die menge vieler wunder zeigt, Daß, schöpfer! dein vermögen Weit über die gesetze steigt, Die die natur bewegen. Du bleibst ihr herr, und ihren lauf Hebst du nach weiser willkühr auf. 5. Was für ein wunder reiner macht Wird unser aug einst sehen, Wann nach der langen grabesnacht Die todten auferstehen! Wann du von unserm staub den rest zu neuen förpern werden läßt. 3. Du hast dein großes schöpfungs- 6. Ach zünd in mir den glauben werk Allmächtig ausgeführet. Es an, Der sich auf dich verlasse. Ist bleibet stets dein augenmerk, Und etwas, das ich fürchten kann, Wenn wird durch dich regieret. Noch im- ich dich, berr! umfasse? Gieb, daß merhin besteht die welt, Weil dein ich traue deiner fraft, Die alles allmächtig wort sie hält. kann, und alles schafft. e. Allgegenwart Gottes. In voriger Melodie. Christenseele, flage nicht: Was hier schmerzet, wird dort segen, Was bier nacht ist, wird dort licht; Und ich faß erst gottes sinn, Wann ich ganz vollendet bin. alle meine feble; Du jeigst sie mir, und züchtigst mich zu meiner beßrung väterlich. 5. Du hörst auch meinen seufzern zu; Schaffst, daß mir hülf erscheine; Voll mitleid, vater, zählest du Die thränen, die ich weine; Dein trost erquicket mein gemüth, Und jeder schmerz und fummer fliebt. 6. O drück, allgegenwärtiger, Dies tief in meine seele, Daß, wo ich bin, mein herz, o herr, Nur dich zur zuflucht wähle; Daß ich dein heilig auge scheu Und dir zu dienen eifrig sey! 7. Laß obne falsch und heuchelei Mich alle sünde meiden, Daß ich vor dir unsträflich sey, Im glück und auch im leiden; Weil deine huld Siehst so mächtig ist, Weil du allgegenSiehst wärtig bist. 19. Du bist, o unermeßlicher, Und wirkst an Ich bin, wo ich auch bin, o herr, In deinen vaterhänden! Sch leb und athme nur durch dich; Du trägst, du unterstützest mich. 2. Was je mein herz empfunden hat, Was ich verwerf und wähle, Der erste trieb zu jeder that, Der stillste wunsch der jeele, Der leiseste gedank in mir, Gott, alles liegt enthüllt vor dir! 3. Wohl mir, wenn ich durch deine kraft Mein herz zu dir erhebe, Und redlich und gewissenhaft Nach deinem willen lebe! Du siehst es herr, und stehst mir bei, Damit ich immer treuer sey! 4. Du fennest sicher und gewiß, Was ich der welt verhehle; jedes werk der finsterniß, IMIDU 16 Erste Abtheilung. f. Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes. Mel. Es it gewißlich an der zeit ze erechter gott! vor dein gericht Muß alle welt sich stellen; Du wirst in ihrem angemein urtheil fällen. 20. fich mich jebe fünde scheun, Und 21. G Ehrfurcht billig uns erMel. Sesu, deine tiefen wunden 2c. ott! vor hier mit ernst beflissen seyn, Vor dir einst zu bestehen. füllt! Ew'ges licht, aus deffen lichte Stets die reinste klarheit quillt! Laß doch deine heiligkeit Unsern herzen jederzeit Kräftige ermuntrung geben, Nach der heiligung zu streben. 2. Du siehst von deinem hohen thron Auf alle menschenkinder; Bestimmest jedem seinen lohn, Dem frommen und dem fünder. Nie siehst du die personen an; Auf das allein, was wir gethan, Siehst du gerechter richter. 3. Viel gutes und barmherzigkeit Giebst du schon bier den frommen; Du schützest sie vor manchem leid, Darein die sünder kommen. So zeigest du vor aller welt, Daß dir der eifer wohlgefällt, Den man der tugend widmet. 4. Sa, herr, du liebst, was recht und gut; Du bist ein freund der from men. Wer deinen willen gerne thut, Wird von dir aufgenommen; Sein sinn und thun gefällt dir wohl, Ist er gleich nicht, so wie er soll, Ganz heilig, ganz vollkommen. 5. Doch dem, der dich, o gott, nicht scheut, Dem frevelnden verbrecher, Der dein gesetz und recht entweiht, Bist du ein strenger rächer. Berachtung, elend, schmerz und hohn, find sein lohn Oft schon in diesem leben. sehen: So laß mich die gerechtigkeit, Die mich von schuld und straf befreit Im glauben eifrig suchen. 6. Und bleibt auch hier viel ungestraft, Viel gutes unbelohnet, So fommt ein tag der rechenschaft, Der keines sünders schonet. Da stellest du ins hellste licht, Wie recht und billig dein gericht; Dann triumphirt der fromme. 7. Gerechter gott, laß mich wie du, Das gute, eifrig lieben; Gieb selber mir die fraft dazu, Es willig auszuüben. Regt sich die sünde noch in mir, So stärke mich die furcht vor dir, Daß ich sie überwinde. 4. O! so laß uns nicht verscherzen, was du uns noch zugedacht. Schaffe in uns reine herzen! Tödt in uns der fünden macht! Denn was sind wir, gott! vor dir? Du bist heilig, Gewissensmarter aber wir Sind verderbt, und wer fann zählen, Großer gott, wie oft wir fehlen? 8. Und weil vor dir, gerechter gott Nur die allein bestehen, Die gläubig auf des mittlers tob Bei wahrer rene 2. Heilig ist dein ganzes wesen, Denn fein böjses ist an dir. Ewig bist du so gewesen, Und so bleibst du für und für. Was dein wille wählt und thut, Ist unsträflich, recht und gut, und mit deines armes stärke Wirkst du stets vollkommne werke. 3. Herr! du willst, daß deine finder Deinem bilde ähnlich seyn. Nie besteht vor dir der sünder; Denn du bist vollkommen rein. Du bist nur der frommen freund; Uebelthätern bist du feind. Wer beharrt in seinen sünden, kann vor dir nicht gnade finden. 5. Uns von sünden zu erlösen, Gabst du deinen sohn dahin. O! so reinige vom bösen Durch ihn unsern ganzen sinn. Gieb uns, wie du selbst verheißt, Gieb uns deinen guten geift, Daß er unsern geist regiere und zu allem guten führe. 6. Keiner fündlichen begierde Bleibe unser herz geweiht! Unsers wandels größte zierde Sey rechtschaffne heiligfeit! Mach uns deinem bilde gleich! Denn zu deinem himmelreich Wirft du, berr! nur die erheben, Die im glauben heilig leben. 2. Von der Eigenschaft Gottes. g. Wahrhaftigkeit und Treue Gottes. Mel. Wer nur den lieben gott zc. 22. Noch nie hast du bein wort gebrochen, Nie deinen o gott, verletzt; Du hältst getreu, was du versprochen, Vollführst, was du dir vorgesetzt. Wenn erd' und himmel auch vergehn, Bleibt ewig doch dein wort beftehn. 2. Du bist kein mensch, daß dich gereue, Was uns dein mund verheißen hat! Nach deiner macht, nach deiner treue Bringst du, was du versprichst, zur that. Scheint die erfüllung gleich noch weit, So kommt sie doch zur rechten zeit. 3. Und wie du das unfehlbar giebest, Was deine huld uns zugedacht: So wird, wenn du vergeltung übest, Dein drehwort auch gewiß vollbracht: Wer dich, o gott, beharrlich haßt, Fühlt deiner strafe schwere last. 4. O drücke dies tief in mein herze, Daß es vor jeder sünd' sich scheut; Mel. Wer nur den lieben gott 2c. oder: Du weiser schöpfer 2c. 23. Dir, gott, dir will ich fröhlich singen, Dir, dessen freude wohlthun ist: Dir will ich dank und ehre bringen, Dir, der du gut und freundlich bist. Sa, gott, du bist ganz gnad' und treu, Gieb, daß mein herz ganz freude sey. 2. Dich preisen alle engelheere, Dir fingen die verklärten dank. Dir, herrscher, brausen wind und meere; Ihr brausen ist dein lobgesang. Die ganze schöpfung ruft mir zu: Es sey kein folcher gott, wie du. 3. Dir, höchster, ist nichts zu vergleichen; Denn deine güte reicht so weit, Als über uns die wolken reichen, Von ewigkeit zu ewigkeit. Kein wurm friecht unbemerkt dahin: Du siehst, erhältst und schützest ihn. 17 Gieb, daß ich nie leichtsinnig scherze, Mit deiner strafgerechtigkeit; Nie werde das von mir gewagt, Was dein befehl mir untersagt. 5. Doch laß mich auch mit feftem glauben Dem worte deiner gnade traun. Wer kann den troft uns jemals rauben, Den wir auf dein versprechen bau'n? Du bist ein fels, dein bund steht fest; Wohl dem, der sich auf dich verläßt! 6. Wie stark find unsers glaubens gründe: Hier ist dein wort, das niemals trügt: Und daß dies allen beifall finde, Hast du den Eid hinzugefügt Wahrhaft'ger! was dein mund beschwört, Sst völlig unsers glaubens werth. h. Liebe, Güte und Barmherzigkeit Gottes. 7. Erwäge dies, o meine seele! Und trane gott, der's treulich meint. Sey gern, nach seines worts befehle, Der wahrheit freund, der lügen feind, Beweise dich als gotteskind, Dem treu und wahrheit heilig sind. Lehr alles das, was in mir ist, Froh rühmen, daß du gnädig bist. 5. Wer schuf die seel' und ihre kräfte, Gedächtniß, willen und verstand? Wer segnet des berufs geschäfte? Wer stärkt die arbeitsame hand? Wer schützte mich vor der gefahr. Die unsichtbar mir nahe war? 6. Wer fristet meine lebenstage? Wer krönet sie mit lust und heil? Du, vater, thust's: drum seele, sage: Gott, du bleibst ewiglich mein theil. Vom ganzen herzen liebst du mich. Von ganzem herzen preis' ich dich. 7. Dir will ich fernerbin vertrauen, Denn du hast mir stets wohlgethan, Ich will mit glauben auf dich schauen, Schau mich mit vaterblicken an. So geh' ich ruhig durch die zeit, Und fröhlich in die ewigkeit. 4. Auch, vater, hast du mein gemüDurch erfrent: 2 gieb mir auch nach deiner 24. un großer güte, BarmMel. Herzliebster jesu, was hast du zc. oder: Ist auch ein gott, wer 2c. auchzt unserm er ist gitte Den trieb zur frohen dankbarkeit. von 2 Evangel. luth. THING Erste Abtheilung. 18 herzig und von duldendem gemüthe; Will denen heil und ew'ge lust befcheren, Die ibn verebrett. 2. Er bandelt nicht mit uns nach unsern sünden, Und läßt verschonend uns das nicht empfinden, Was wir, weil wir ihm unser herz nicht gaben, Verschuldet haben. 3. Hoch ist der himmel über seiner erde, So groß ist auch, daß er gelie bet werde, Die huld des Herrn bei denen, die ihn lieben, und gutes üben. 4. So zärtlich sich ein vater seiner finder Erbarmet, so erbarmt sich gott der sünder, Wenn sie von herzen sich zu ihm bekehren, Shm treue schwören. 5. Er schlägt und heilt, verwundet, läßt genesen; Er weiß, der mensch ist ein zerbrechlich wesen; Er denkt daran, daß das geschöpf aus erde Doch asche werde. 6. Von ewigkeit zu ewigkeiten währet Die güte gottes dem, der tugend ehret. Ach! leite denn auch mich auf deinem pfade, Du gott der gnade! 7. So werd ich ewig deiner huld genießen; So wird mein leben sanft vor dir verfließen: So werd' ich dort mit allen engelchören Dich fröhlich ehren. Mel. Es ist das heil uns- tommen ic. oder: Eigene Melodie. 25. obfinget gott und betet au! Es dant, es rühm', es singe, Es jauchze, wer nur jaudzen kann, Dem schöpfer aller dinge! Wie groß, wie schön ist seine traft! Wie herrlich, wie untadelhaft Sind alle feine werfe! 4. Wo ist ein gras! wo nur ein blatt, Ein stäublein auf der erde, Wodurch, o mensch, nicht gottes rath Und fraft verherrlicht werde: O, wie ist seine macht so reich! Was aber deiner trägheit gleich, Daß du's nicht siebst, nicht fühlest? 5. Gab seine macht, die schöpferin, Zum führer deines lebens Dir deinen geist, so manchen sinn, so viel gefühl vergebens? Für wen, für wen, als dich, erschafft, Erhält und schmücket seine trajt So viele große werke? 6. Dein gett bedarf nichts; ſeine hand, Die seine schöpfung schmückte, Sab dir empfindung und verstand, Damit er dich beglückte. Willst du, o mensch, nicht glücklich seyn? Will sich nicht deine seele freun, Nicht immer froher werden? 7. Er jelbst entflammt in deiner brust Die sehnsucht nach vergnügen. Er schuf auch quellen, die voll lust Stets rinnen, nie versiegen. Gieb nur auf seine güte acht: Denn seine segenvolle macht Schafft allen wahre freude. 8. Dir wohlzuthun, das ist ihr ziel; Laß dich zum dank erweden! O bätt' ich doch genug gefühl, Wie gut er ist, zu schmecken! Ist seiner wohnung vorboj schon So schön; wie wird mich einst feint thron, Wie wird er selbst entzücken! 9. Lobsinget gott und betet an! 68 dant, es riihm, es singe, Es jauchze, wer nur jauchzen kann, Dem schöpfer aller dinge! Wie groß ist unsers schöpfers macht! Wie herrlich, wie untadelhaft Sind alle seine werte! 3. Nicht wunder für das aug' allein: Auch wunder für die feele: Damit es ihr, sich zu erfreun, An feiner schönheit fehle. Wie kunstvoll ändert gott sie ab! Dem mangelt, was er andern gab; Und jedes ist doch herrlich. el. Nun lob, mein seel', den: c. 2. Wie schön, wie wilrdig seiner macht mit allen ihren heeren Die 26. himmel! wie viel und Bestrahlt sie, ihr zu ehren! Das auge fieht sich nimmer satt, Sieht, was es auch gesehen hat, Doch immer neue wunder! gott, du bist die liebe; lust. Drum preist mit frobem triebe Dich unsre tankerfüllte brust. Wie so gar ohne grenzen Ist deine gültigfeit! So weit die himmel glänzen. Uebst du barmherzigkeit. Du siehst mit wohlgefallen Auf das, was du gemacht; Und hast auch uns, uns allen, Viel gutes zugedacht. 2. Uns ewig zu beglücken, Erschufft du uns und deine welt, Die hier schon zum entzülden So viele wunder in sich 2. Von den Eigenschaften Gottes. 19 hält; Noch größrer glite proben Hat| gebürgen währt Die güte, die dein für uns deine hand Im himmel aufge- volk verehrt. hoben, Der wonne vaterland. Dahin uns zu erheben, Sandtst du den sohn herab, Der buldreich selbst sein leben Für uns rerlorne gab. 2. Dir, gott, ist kein geschöpf verborgen! Nicht eins, vom menschen bis aufs thier; Du würdigst aller deiner sorgen, Sie danken Lust und leben dir. Es mag auch klein und niedrig seyn, Dir, gott, ist nichts zu groß, zu klein. 3. Wie groß ist deine gnade! Wer ist so reich an huld, als du? Auch auf dem sündenpfade Siebst du uns voller langmuth zu. Du lockest uns zur buße, Und fallen wir gebeugt Boll reue dir zu fuße, Bell reu, die beßrung zeugt; So schenkest du uns armen Auch trost an deiner huld, Und tilgest aus erbarmen Die ganze sündenschuld. 4. Mit jedem neuen morgen Ist immer deine gitte neu! Celbst unserm wunsch und sorgen commst du zuvor mit vatertren. Du, ursprung aller gaben, Du weißt, was uns gebricht; Und was wir nöthig haben, Bersagst du feinem nicht. Wie sind doch unsre tage Von deinem wohl thun voll; Selbst ihre last und plage Lenkst du zu unserm wohl. 5. Wer sollte dich nicht lieben? Du bast uns ja zuerst geliebt, Und bist stets treu geblieben, Wie viel wir wider dich verübt. Mit gnaben uns In eigner clodie. zu ſegnen 3ft ewig deine lust; Mit 28. Wie groß ist des allmächtdank dir zu begegnen, Sey stets auch unsre luft! Zu ehren deinen willen, uns selbst zum glück und heil, Ihn freudig zu erfüllen, Sey unser bestes theil! gen güte? Ist der ein mensch, den sie nicht rilhrt, Der mit verhärtetem gemüthe Den dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine liebe zu ermessen, Sey ewig meine größte pflicht. Der herr hat mein noch nie vergessen; Vergiß, mein herz, auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit langmuth mich geleitet? Er, dessen rath ich oft verwarf. Wer stärkt den frieden im gewissen? Wer giebt bem geiste neue fraft? Wer läßt mich so viel guts genießen? Ssts mht sein arm, der alles schafft? 6. Wer hier auf seinen wegen Dein wort vor augen hat und hält, Den setzest du zum segen Schon hier, noch mehr in jener welt. Du schaffst ihm selbst aus leiden Den herrlichsten gewinn, Und führest ihn zu freuden, Die ewig währen, bin. Wie groß ist deine güte! Mich ihrer stets zu freuen, Laß, gott, auch mein gemüthe Voll liebe zu dir seyn. Mel. Wer nur den ieben gott: c. oder: Du weiser schöpfer zc. 27. C o weit nur deine sonnen glänzen, Reicht deine huld, die uns erhält; Reicht über uns fers himmels grenzen, D vater, bis zur fernsten welt; Gleich ewigen 3. Mit frommem freudigen gemüthe Erheb ich, gott voll gnade, dich! Wie herrlich ist nicht deine gilte! Wie liebst du uns so väterlich! Une, die wir ohne furcht und graun Stets deinem schutz und segen traun! 4. Mit welchem reichen überflusse Erfüllst du diese welt, dein baus! Du theilst ihn allen zum genusse, So väterlich, so reichlich aus, Und jedes lebens quelle fließt Aus dir, der du das leben bist. 5. Wir sehn, o berr, in deiner sonne, Den segen deiner huld, dein licht: Entzeuch uns deiner gilte wenne, Dein gnadenvolles aufsehn nicht! Herr, beine huld erfreue die, Die dich verehren! segne sie! 3. Blick, o mein geist, in jenes leben, Für welches du erschaffen bist; Wo du, mit herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du bast ein recht zu diesen freuden; Durch gottes güte sind sie dein. Sieb, darum mußte christus teiden, Damit du könntest selig seyn. 2* ****** Erste Abtheilung. 20 4. Und diesen gott sollt' ich nicht ehren, und ſeine gülte nicht verſtehn? rufen? ich weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein will ist mir ins herz geschrieben; Sein wort bestärkt ihn ewiglich; Gott soll ich über alles lieben, und meinen nächsten so, wie mich. 5. Dies ist mein dank; dies ist sein wille: Ich soll ganz liebe seyn, wie er. So lang ich dies gebot erfülle, Stell ich sein bildniß in mir ber. Lebt seine lieb' in meiner feele, So treibt sie mich zu jeder pflicht; Und ob ich schon aus schwachheit fehle, Herrscht doch in mir die fünde nicht. 6. O gott, laß deine güt' und liebe Mir immerdar vor augen seyn. Sie stärk in mir die guten triebe, Dein ganzes Leben dir zu weihn: Sie tröste mich in noth und schmerzen, Sie leite mich zur zeit des glücks; Und sie besieg in meinem herzen Die furcht des letzten augenblicks. Mel. Sey lob und ehr' dem 20 29. Wie viele freuden dank ich herr, verliehen! Und wie viel fünden haft du mir Aus gnaden nicht verziehen! Gott, voll erbarmung und geduld, Auch bei der mir verborgnen schuld, Währt ewig deine liebe. Blick' ich in jene ferne, Und überseh 2. Bedenk ich, schöpfer, deine macht, des himmels pracht und sonne, mond und sterne; So bet ich dich voll ehrfurcht tann, Daß du dich sein erbarmest? an. Was ist der mensch, ruf ich alsSo geht er nicht verloren. Nicht für 3. Dein ange schaut auf ihn herab; die welt, nicht für das grab Ist er allein geboren. Die welt vergeht mit ihrer luft; Der du den willen gottes thust, Dein glück soll ewig dauern. 4. Wann ich erwache, denk ich dein, Und wann ich schlafen gehe, Denn du, mein bater, fannst verleihn, Was ich von dir erfiche. Drum seufz' ich findlich stes zu dir: Herr, was mir nüßet, schenke mir Um deiner güte willen. i. Geduld und Langmuth Gottes. Mel. Eine lämmlein geht zc. von zeit zu zeit, Verziehest voll barm30. Getreuer gott, wie viel herzigkeit, Ihm gänzlich abzuhauen; geduld Beweisest du Du wartest sein mit größter treu, uns armen! Wir häufen leider unsre Und hörst, damit er fruchtbar jey, schuld; Du aber dein erbarmen. Nicht auf, an ihm zu bauen. Was ist des menschen lebenslauf? Er ist verderbt von jugend auf, Und dem gesetz entgegen; Und gleichwohl, vater, suchst du ihn Langmüthig davon abzuziehn, Zur beßrung zu bewegen. 2. Der menschen elend jammert dich; Selbst wenn sie sich verstocken, So suchst du sie doch väterlich Durch huld zu dir zu locken. Wie lange sahst und riefest du nicht ehmals deinem volfe zu, Damit es sich befehrte! Wie trugst du nicht mit gütigkeit Die erste welt so lange zeit, Eh sie die fluth verheerte. 3. Noch giebst du sündern zeit und raum, Der strafe zu entgehen; Du läßt den unfruchtbaren baum Nicht ewig freudenleben. phne pflege stehen; Du schonest sein 6. Laß diese langmuth und geduld, 4. Langmüthigster, so große huld Bezeigst du frechen sündern; Und ol nicht weniger geduld Hast du mit deinen finderu; Sie werden ja, weil fleisch und welt Hier ihnen häufig netze stellt, Oft sicher, matt und träge; Sie straucheln, sie vergeben sich, Und fehlen oftmals wider dich, Auf blind gewähltem wege. 5. Da warnst du sie vor der gefahr, So ost sie irre gehen; Reichst ihnen hand und stärke dar; Von sünden aufzustehen; Du trägest sie mit vaterhuld, Bist willig, ihre fündenschuld Durch christum zu vergeben; Giebst ihnen neue tugendkraft, Und nach vollbrachter pilgerschaft, Ein 3. Von der heiligen Dreieinigkeit. 21 Gott, unsre herzen rühren! Nie müß' sinn, Daß wir die sünde haffen, Und uns deine vaterhuld zur sicherheit ver- uns noch in der gnadenzeit, Den führen! Trag uns erbarmend ferner reichthum deiner gütigkeit Zur beßrung hin; Doch gieb uns auch dabei den leiten laffen. 3. Von der heiligen Bekannte Melodie. 31. A llein gott in der höb sey ehr, Und dank sey seiner gnade. Er forget, daß uns nimmermehr Gefahr und unfall schade. Uns wohlzuthun ist er bereit! Er will nur unsre seligkeit. Erhebet ihn mit freuden! 2. Ja, vater, wir erheben dich Mit freudigem gemüthe. Du herrschest unveränderlich Mit weisheit und mit glite. Unendlich groß ist deine macht, Und stets geschicht, was du bedacht, Wohl uns, daß du regierest! 3. D jesu christ, des höchsten sohn! Dich seinen eingebornen, Dich sandte gott vom himmelsthron Zur rettung der verlornen. Du mittler zwischen uns und gott, Hilf uns im leben und im tod; Erbarm' dich unser aller! Dreieinigkeit. stand er siegreich auf, Und fuhr verflärt zu gott hinauf; Kömmt einst, wann diese welt vergeht, und richtet dann voll majestät Die lebenden und todten.. 3. Ich glaub' auch an den heil'gen geist, Der mich der finsterniß entreißt, Den weg des glücks mich lehret, Und mich zu gott bekehret. Auch er ist ew'ger wahrer gott! Er tröstet mich in jeder noth, Läßt in der noth der sünden Mich gnad' und rettung finden. Er macht mich fromm und tugendhaft, Und giebt zum guten lust und fraft. Er führet mich zur seligkeit, zu der, wann gott die welt erneut. Mein leib auch auferstehet. 4. O beil'ger geist, du geist von gott, Erleuchte, beß re, tröfte, Die jesus christ durch seinen tod Zum dienst des herrn erlößte. Auf deinen beistand hoffen wir; Ach leit' uns stets, so sind wir hier Und auch einst ewig selig. Mel Wie schön leuchtet der 2c. 33. Lobsinget gott! dank, preis je mehr und mehr, Für alle seine und ehr' Sey unserm gott werke! Bon ewigkeit zu ewigkeit Lebt er, und herrschet weit und breit, Mit weisheit, gült' und stärke. Singet, Bringet Frohe lieder! Fallet nieder! Gott Mel. Ich glaud' an einen gott 2c. 32. glaub'an gott, den eini- unit herrlich; Unaussprechlich groß J gen; Den ewigen: herrlichen. Der himmel und die erde Ward, als er sprach: es werde; Er ist mein vater, dessen ruf Auch mich zu seinem dienst erschuf. Er hat auch mir zum leben Empfindung und vernunft gegeben. Er, groß durch weisheit, güt' und macht, Hat vor der welt an mich gedacht, Bleibt stets mein vater und mein gott, Der für mich sorgt, mir hilft in noth, Mich nähret, mich beschützet. 3. Lobfinget gott! du geist des herrn 2. Ich glaub' an jesum, gottes john. Sei nie von unserm geiste fern, Mit Er herrscht mit gott auf einem thron, fraft ihn auszurüsten! Du machst uns Er wurde mensch, vom bösen Mich sün- gläubig, weis' und rein, Hilfst uns geder zu erlösen. Er tilgte meiner fünden trost und siegreich seyn Im streit mit schuld, Erwarb durch blut mir gottes unsern lüften. Leit uns, Stärk uns, huld, Und ließ für mich sein leben, In der freude, Wie im leide, Gott Den himmel mir zu geben. Vom tode ergeben und der tugend treu zu leben. selig. 2. Lobsinget gott! dank, preis und ruhm Sey von uns, deinem eigenthum, Herr jesu, dir gesungen. Du mittler zwischen uns und gott, Hast, durch gehorsam bis zum tod, Das leben uns errungen. Heilig, Selig Ist die freundschaft und gemeinschaft Aller frommen, Die durch dich zum vater fommen. ***** IMAIS 22 Erste Abtheilung. fein leben nicht zu tócu'r, für uns zu geben. Er erstand; herrscht hoch erhöhet, In dem reich, das nie vergehet; Er läßt auch uns im grabe nicht, Und fommt dereinst zum weltgericht. und der erden. Er, aller vater, unser gott, hieß uns feine finder werden. Er will uns auch stets ernähren, Sebes 3. Wir glauten an den beil'gen geift, wahre gut gewähren. Er erwog schon,| Unsern göttlichen regierer, Den jesus eh' wir waren, Unfre rettung in gefabren. Er ist's, der für uns sorgt und wacht, Und alies steht in seiner macht. 2. Wir glauben auch an jesum christ, Gottes sohn, den eingebornen, Den herrn, der mensch geworden ist, Den erretter der verlornen. Er, er achtete christus uns verheißt, Uns zum beistand und zum führer. Der in trübsal seine christen Eilt mit muth und kraft zu rüsten; Der uns lehrt vergebung finden, Und der tugend werth empfinden, Er flößet uns in todesschmerz. Des ew'gen lebens trost ins herz. Sn bekannter melodie. 34. Wir glauben an den ein'gen gott, Schöpfer himmels 4) Von der Mel. Wer nur den lieben gett ac. oder: Du weiser schöpfer zc. 35. Beherrscher himmels und der erden, Der du allSchöpfung. gefällt; Und end ich diesen furzen lauf, So nimm zu deiner ruh mich auf. Mel. Wie schön leuchtet der 2. gegenwärtig bist, Bon niemand kannst 36. Gott, beffen starke hand die Vor dem kein ding verborgen ist; Auch ziehe mein gemüth zu dir, und deine größe leb' in mir. 2. Wehin ich herz und augen lente, Da find' ich deiner gottbeit spur. Wenn ich voll andacht überdente Dein werk, die herrliche natur, So ruft sie nah und fern mir zu: Wie groß ist gett, wie klein bist du! welt Erschaffen noch erhält, Sch sehe beine güte; Sch sehe sie und werd' entzückt, Wohin auch nur mein auge blieft, So bald ich mein gemüthe Auf dich, Schöpfer, Achtsam lente Und ich denke, Find' ich armer Dich als vater und erbarmer. 3. lns zeigen alle elemente, Wie weifs' und gut der schöpfer sey; O wenn das stumme reden könnte, Es stimmte der ermunt'rung bei; Rübut, menschen, gottes güt' und macht, Die euch und uns hervorgebracht! 2. Seh ich, so weit mein auge reicht, Gen himmel, so entdeck'ich le.dbt. Die spuren deiner güte. Der himmelslichter lauf und pracht, Sein sternerheer, das du gemacht, Erwecket mein gemüthe, Großer Schöpfer, Dich zu singen, Dir zu bringen Ehr' und stärke. Groß sind deiner allmacht werfe. 4. Herr, gott, wie groß ist deine liebe; Die erd' ist deiner güte voll. Verleih' mir deincs geistes triebe, Dich zu erkennen, wie ich soll. Nimm, was ich kann und hab' und bin, 3u deinem dienst auf ewig hin. 5. Hilf, daß die güter dieser er den Dich zu dir locken, höchstes gut. Daß sie mir nicht zum fallstrick werden, und ihr genuß mir schaben thut. Laß allen mißbrauch ferne seyn; Meyn leptes ziel set du allein. 3. In ungewittern, sturm und wind, Die deines thrones diener sind, Entded' ich deine güte. Das feuer, wie der wasser grund, Macht deine große liebe fund. Mit fröhlichem gemüthe Will ich Täglich Darauf achten, Und betrachten Deine werke; Rühmen deine huld und stärke. 4. Dein erdreich, gott, das jedermann Giebt brod und fleider, seb' ich an Und schmecke deine güte; Sch rieche, fühl und höre fie Im felb 6. Hier ist mein leben eine reise, und wald; ich sehe sie In aller fluHier geht mein weg zur andern welt; ren blüthe. Vor dir Zeugen Alle Drum mache du mich fromm und dinge, So geringe Sie mir scheinen: weise, Daß ich hier thu', was dir Wie im großen, so im kleinen. 4. Von der Schöpfung. 5. D zench mich itber welt und zeit Zu dir, o herr der herrlichkeit, Durch 38. deine große liebe. mich in allem sehn. Für jedes gute bich erhöh'n, Belebe meine triebe, O mein vater, Dir in allen, Zu gefallen; Dir zu leben Sey mein einziges Bestreben. Mel. Ein lämmicin geht 2 37. obfinget gott! er schuf die welt Zum schauplatz seiner alite: Lobfingt ihm, der sie noch erhält, Mit freudigem gemüthe. Gott ist die liebe! rithmt es lant, Geschöpfe, die ihr ihm vertrant, Dir ihr ihn fennt und ebret! Rühmt es, daß seine gütigfeit Mit jedem morgen sich ernent, Und ewig, ewig wäbret! 2. Daß außer dir nicht alles leer Von freud' und leben bliebe, Scufst du, o gott, der himmel herr Und unsre erd' aus liebe. Du selbst bedurftest ihrer nie: Unendlicher, du ließest sie zu ihrem glücke werden. Du aber sättigest dich nun Mit wonne, allen wohlzuthun Im himmel und auf erden. 3. Kein mensch, fein engel selbst, ermißt Die größe deiner segen; Wie gültig teine weisheit ist In allen ihren wegen. Gott, deine gülte reicht so meit, Als deines reichs unendlichkeit So weit, herr, als bein leben. Ach, was sind wir? die deine macht Aus tobtem staub hervorgebracht, Uns ewig heil zu geben. 4. O vater, welchem keiner gleicht An liebe, wie an stärke! Kein dank, fein lobgefang erreicht Die wunder dei ner merte. Doch ist dirs angenehmer dank, Dir ist es mehr als lokgesang, Wenn ich dich thätig liebe! lind gern in meiner lebenszeit Erbarmen und wohlthätigkeit An ondern menschen iibe. 5. Du bist die liebe, bank sey dir, Daß ich dich so erfenne, Und dir zum ruhm, zum trofte mir, Dich meinen vater nenne. Auch ich will gerne liebreich seyn, Will glücklich machen, will erfreu'n, Will helfen und dir gleichen. Von diesem heil und dieser pflicht, O gott der liebe, laß mich nicht, So lang' ich lebe, weichen. Mel. Warum sollte ich zc. 23 ey zufrieden mein gemilthe! Gott ist gut, Was er thut, 3st voll lieb' und güte. Er nur weiß in allen sachen, Groß an rath. Wie von that, Alles wohl zu machen. 2. Beides, erd' und himmel, preisen Seine macht, Tag und nacht Müssen sie beweisen. Sonn' und mond, das heer der sterne, Was sich regt Und bewegt, Lobt ihn nah' und ferne. 3. Schau' die werke seiner hände! Mensch und thier Melden dir Seinen ruhm obn' ende, Was mir noch so kleines nennen, Gras und laub, Selbst der staub, Giebt ihn zu erkennen. 4. Was auf bergen und in gründen, In der böh', Sn der see, Ober sonst zu finden, Rühmt die weisheit seiner werke; Jeder wurm, Wind und sturm, Breisen seine stärke. 5. Sollt' ich denn nicht ihn erheben; Wie so gar Wunderbar Gab er mir mein leben! Was ich hab' ist sein geschenke, Auch der geist, Der ihn preist, Mit dem ich ihn denke. 6. Wie mich sein getreues sorgen, Tag und nacht Nimmt in acht, Das zeigt jeder morgen. Ja fein augenblick verschwindet, Der mich nicht, Gott, mein licht! Dir zum dank verbindet. 7 Setzten mir des freuzes plagen Heftig zu, So halfst du, mein gott, sie tragen; War kaum noch geduld vorhanden: Deine fraft Hat geschafft, Das ichs überstanden. 8. Nun, mein herz, das hat schon lange Gott gethan; Denke dran, Wird dir jemals bange, Als wollt' er dich ganz verlassen. Es geschicht Wahrlich nicht: Er fann dich nicht haffen. 9. Drum ergieb dich seinem willen Heiße gut, Was er thut, Er wird's auch erfüllen. Denn er ist in allen sachen Groß von rath, Wie von that; Er, er wirds wohl machen. Mel. Sey lob und ehr' dem ic. 39. W enn ich, o schöpfer, deine macht, Die weisheit deiner wege, Die liebe, die für alle wacht, Anbetend überlege: So weiß ich, von bewundrung voll, 24 Erste Abtheilung. Nicht, wie ich dich erheben soll, Mein| meere. Bringt, ruft auch der geringste gott, mein herr und vater! wurm, Bringt meinem schöpfer ehre! Mich, ruft der baum in seiner pracht, Mich, ruft die saat, hat gott gemacht; Bringt unserm schöpfer ebre! 2. Mein auge sieht, wohin es blickt Die wunder deiner werke. Der himmel, prächtig ausgeschmückt, Preist dich, du gott der stärke! Wer hat die sonn' an ihm erhöht? Wer fleidet sie mit majestät? Wer ruft dem heer der sterne? 5. Der mensch, ein leib, den deine hand So wunderbar bereitet; Der mensch, ein geist, den sein verstand Dich zu erkennen leitet; Der mensch, der schöpfung ruhm und preis, Ist sich ein täglicher beweis Von deiner güt' uud größe. 3. Wer mißt dem winde seinen lauf? Wer heißt die himmel regnen? Wer schließt den schooß der erde auf, Mit vorrath uns zu segnen? O gott der macht und herrlichkeit, Gott, deine gute reicht so weit, So weit die wolken reichen. 6. Erheb' ihn ewig, o mein geist, Erhebe seinen namen! Gott unser vater, sey gepreist, Und alle welt sag': amen! Und alle welt ehr' gott den herrn, Und hoff' auf ihn, gehorch ihm gern! Wer am wollte gott nicht dienen? 4. Dich predigt sonnenschein und sturm Dich preist der sand Vorsehung Gottes. 5) Von der 40. Dein reich, Mel. Herzliebster jesu, was 2c. oder: Ist auch ein gott? wer 2c. ein reich, o gott, ist herrlich; ewig währen Dein reich und deine macht, die wir verehren, Und ewig wird von aller völker zungen Dein lob gesungen. Mel. Sey lob und ehr' dem 20. 2. Der herr bewahret alle, welche 41. Dir, unserm gott, ist niemand gleich Sm himmel fallen; Der höchste hilft den unterdrück- und auf erden: Du bist der höchste; ten allen; Sst stets bereit, mit segen, und dein reich Kann nie begriffen die ihn bitten, zu überschütten. werden. Unendlich ist die majestät, Die über alle dich erhöht, Die fron' und scepter tragen. 2. Wie weit erstreckt sich dein gebiet! Wo ist der, der es messe? Wohin auch nur mein auge sieht, Da seb' ich deine größe. Weit, über alle himmel weit, Geht deines reiches herrlichkeit. Du herrscheft über alles. 5. In allen wegen gottes strahlet gnade, Untadelhaft sind alle seine pfade, Und was er thut, gereicht zu seinem preise, Ist gut und weise. 3. Du herrschbest weislich, recht und gut Nach heiligen gesetzen: Du willst auch reiner treuen hut Das kleinste würdig schätzen. Auf alles geht dein augenmerf, Und immer ist's dein liebstes werk, 3u segnen, zu beglücken. 6. Der herr bebültet alle, die ihn lieben, Und ernstlich sich im wahren 4. Wohl uns! daß du das regiguten üben; Er thut, was diese, die ment, Gott, über alles führest. Und ihn so verehren, Mit recht begehren. wohl dem, der den zweck erkennt, 7. Der herr beglücket alle, die ihn Dazu du uns regierest! Sch, dein lieben, Die aber, die betrug und fre- so schwacher unterthan, Jch, bete vel üben, Verstößt er, bis er alles dich in demuth an; D, fieb auf das vollführet, Was sich gebühret. mich in gnaden. 3. Nach dir, gott, schauen aller menschenblicke, Daß deine hand sie väterlich erquicke! Du giebst auch einem jeden seine speise, Daß er dich preise. 4. Herr, du erhältst mit deinem wohlgefallen, Was lebt; thust deine hand auf und giebst allen, Was sie bedürfen: keiner sucht vergebens, Dich, quell des lebens. 8. Auf ewig will ich seinen namen loben, von allen menschen werde gott erhoben! Was lebet, müsse, herr zu allen zeiten Dein lob verbreiten! 5. Von der Vorsehung Gottes. 25 5. Ich bin verderbt und fehlervoll:| und leid. Schick' alles, herr, zu Bin auf dem tugendwege Nicht stets so beiner ehre Und meiner seelen seligkeit. eifrig, wie ich soll! Vin oft zum guten So preis' ich einst vollkommen dich; träge. Doch du bist gnädig; und voll So freu' ich dein auf ewig mich. huld Bergiebst du reuenden die schuld; Drum hoff' ich auch vergebung. Del. Bater unser im himmelreich zc. 6. Ich hoffe, weil mich der vertritt, Den du für mich gegeben. Mein jejus, 43. Gott, deine weise macht welcher für mich litt, Erwarb mir recht zum leben. Sein tod macht mich vom zweifel frei, Ob ich der gnade fähig sey: Auch mich hat er versöhnet. erhält Die ganze lebenvolle welt, Und aller angen freuen sich, Und warten hoffnungsvoll auf dich. Auf dich, der du sie alle liebst, Und allen ihre speise giebst. 7. Herr! ewig will ich deinen ruhm Mit lob und dank erheben. Dir will ich, als dein eigenthum, Mich ganz zum dienst ergeben. Mit lust will ich, bis in den tod, Nach deinem heiligen gebot, Durch deinen beistand wandeln. 2. Du öffnest deine hand, so fließt Herab, was jerem nöthig ist; Mit wohlgefallen sättigt sie Dein aufsebn und versäumt sie nie. Nie sind geschöpfe deiner hand Dir unwerth oder unbekannt. Mel. Wer nur den lieben gott: c. ürwahr, du 3. Auch mir gabst du, mein gott und heil, Noch täglich mein bescheiden gott, mirs mit huld und freund42.& verborgen! Dein rath bleibt lichkeit, So lang' ich bin, zu rechter zeit. Kein vater sorgt so väterlich Für seinen sohn, als du für mich. für uns wunderbar. Umsonst sind alle unsre sorgen; Du sorgtest, eh' die welt noch war, Für unser wohl schon väterlich; Dies sey genug zum troft für mich. 2. Dein weg ist zwar in finsternissen Vor unsern augen oft versteckt; Doch, wenn wir erst den ausgang wissen, Wird uns die ursach auch entdeckt. Warum dein rath, der niemals fehlt, Den uns so dunkeln weg gewählt. 3. Nie sind die tiefen zu ergründen Von deiner weisheit, macht und güt': Du kannst viel tausend wege finden, Wo die vernunft nicht einen steht. Aus finsterniß bringst du das licht; Du sprichst, o gott, und es geschicht. 4. So weicht denn, ängstliche gedanken; Gott kann weit mehr, als ihr versteht. Bleib', seele! in der demuth schranken; Die demuth wird von gott erhöht. Sa, herr, du liebst den, der dich liebt, Und deiner führung sich ergiebt. 5. Drum will ich mich dir überlassen, Mit allem, was ich hab und bin. Ich werfe was ich nicht kann fassen, Auf dich, den gott der liebe, hin; Der ausgang zeigt doch immerdar, Daß stets dein rath voll güte war. 6. Gieb, daß dies mein vertrauen mehre Sm glück und unglück, freud 4. 3ch bins gewiß, du fannst mich nicht Berlassen, meine zuversicht! Ich bins gewiß, du thust mir wohl, So lang' ich hier noch leben soll. Nicht überfluß bitt' ich von dir; Was ich bedarf, das giebst du mir. 5. Der vogel bauet nicht das land, Doch nährst du ihn mit milder hand Du schmückst die blume königlich; Doch hat sie nicht verstand, wie ich. Vergiß es, meine seele, nie; Weit mehr bin ich vor gott, als sie. 6. Mich schufst du nicht für diese zeit; Mein ziel ist in der ewigteit, Du gabst mir weisheit und verstand, Und machtest selbst dich mir bekannt; Nichts, was die erde zeugt und nährt Gleicht mir an beheit und an werth. 7. Bon dir, der das an mir gethan, Werd' ich auch speis und tranf empfahn. Selbst dem, der dich mit sünden schmäht, Giebst du sie ohne sein gebet; Wie solltest du bei fleiß und flehn Mich nicht genug damit versehn? 8. Laß du mich nur genilgsam seyn, Und deiner gaben mich erfreun, Doch mehr noch deiner, der du dich, So freundlich zeigest gegen mich, Erste Abtheilung. 26 Und selbst des segens quelle bist, Aus welcher alle wohlthat fließt! 9. Bei deiner gaben überfluß Erhalt mich mäßig im genuß; Bewahr' mich in der dürftigkeit Vor schmach und unzufriedenheit. Du nährst mich immer; preis und dank Bring' ich dir, gott, mein lebenlang. Mel. Von Gott will ich nicht: c. 44. Gott, ber an allen enden Unzählig gutes thut, Du bist's, in dessen händen Mein ganzes schicksal ruht; Der für die übungszeit Mir jeden meiner tage, Mein glück und meine plage Beftimmt von ewigkeit. Die wunder deiner hand. Mein herz ist froh! ich finge: Herr, meine luft bist du! Dir, dem ich lieder bringe, Dir jauchz' ich, höchfter, zu. 2. Du bist auf deinem throne Der richter aller welt, Der jeglichem zum lohne Das rechte urtheil fällt. Wenn dich die finder schmähen, Dann strafft du ihren spott; Du sprichst, und sie vergehen Vor deinem hauch, o gott! 3. Du, herr, bast zum gerichte Dir deinen thron erhöht. Vor deinem angesichte Bleibt nicht, wer widersteht. Shr fühnen fünder zittert: Bereut noch euren spott: Sein thron wird nie erschüttert; Der herr bleibt ewig gott. 4. Du, herr, regierst und liebest, Was ungerecht ist, nicht. Dn wägst die welt und übest Bartheilos dein. gericht. Die waage sinkt und steiget, Wie dein gesetz gebeut; Und jedes land bezeuget, Gott, deine heiligkeit. 5. Du bist ein fels ber armen, Ein 3. Du bist schon tren im lieben, fels in jeder noth. Sie trau'n auf Noch eh' mir sind, und hast Nie lust dein erbarmen, Wenn ihnen unfall uns zu betrüben; Und, drückt uns droht. Die thränen, die sie weinen, müh' und last, So bleibst du mit- Sind dir bekannt und werth. Du, leidsvoll; Hilfst liebreich deinen fin- gott, versäumest feinen, Der deinen dern Sie tragen und vermindern; schutz begehrt. Beförderst stets ihr wohl. 4. Stets hat in meinem leben Mir dieses trostes licht Von neuem traft gegeben, und frohe zuversicht. Wenn ich bekümmert war: So seufz't ich und war stille, Und bein stets guter wille Entriß mich der gefahr. 6. Shr finder gottes preiset, Ver= fündigt in der welt Wie groß sich gott beweiset, Der, was er zusagt, hält. Er denkt daran, und fraget Nach des gerechten blut, Er hört ihn, wann er flaget, Und stillt der wetter wuth. 5. Dein name sey gepriesen, Der jederzeit an mir So herrlich sich erwiesen. Mein herz und mund soll dir, Du retter aus gefahr! Ein schuldig opfer bringen, Von deiner güte fingen Setzund und immerdar. 7. Herr, sey mir gnädig: schaue Voll huld auf meine noth! Du bist's, dem ich vertraue: Du hilfft auch selbst vom tod, Nach überwundnen leiden Geb' ich in's heiligthum; llnd über dich, voll freuden, Erheb' ich deinen ruhm. 2. Da ich noch ganz verborgen Sm mutterleibe lag, Da wachte schon dein sorgen; Ach! vater, wie vermag Mein dürftiger verstand Das gute zu erheben, Das du in meinem leben Mir huldreich zugewandt! 6. Du hast mir wohlgerathen, Und lauter guts gethan; Daß deiner 46. fuft, Von dir, herr, hoch Mel, in gett, das herz 2€. finge meiner seelen rühmen liebe thaten Ich nicht g'nug kann. Hilf, vater, daß ich dort Verklärt und ganz vollkommen, Mit allen dei nen frommen, Dir danke immerført. erfreut! Ich fing' aus danferfüüter brust Von deiner giltigkeit. 2. Was ist der mensch, der staub vor dir, Daß seiner cu gedenkſt? Herr aller welt, was haben wir, Mel. Befichl du deine wege 2c. 45. Gott, meine ganze feele Wenn du es uns nicht schenkst? Macht be- 3. Wer hat den himmel ausge= fannt. Dir dank' ich und erzähle spannt, der unser ang' entzitat? Univ.- Bibl. Giessen 5. Von der Vorsehung Gottes. Wer hat mit göttlich milder hand, Den erbfreis ausgeschmückt? 4. Wer fleidet hügel, thal und au, Und ziert mit pracht den hain? Tränkt sie mit regen und mit thau? Und giebt der Saat gebeihn? 5. Wer führt die sonn' in ihrer pracht Mit jedem tag uns zu? Wer spricht zum mond in dunkler nacht: Den menschen leuchte du! 6. Wer frönt mit segen jedes jahr Daß unser berz sich freut? Wer liebet uns unwandelbar, Auch wann sein donner drent! 7. Wer sichert uns vor der gefahr, Die uns von ferne droht? Wer rettet oft so wunderbar Aus gegenwärt'ger uoth? 8. Herr, unser herrscher, nur von dir Fließt alles heil uns zu. Dein volf, bein eigenthum find wir, Und unser gott bist du. 9. Wie groß ist deine huld und tren! Du zählest unser haar, Stebst uns allgegenwärtig bei Sn jeglicher gefahr. 10. Uns fünder trägst du mit geduld, Lehrst une durch deinen geist, lind reut uns recht der sünden schuld So siehst du's und verzeihst. 11. Sa, deine güte reicht so weit, So weit die wolken ziehn: Der junge rab', erbarmer, schreit Zu dir; bu nähreft ihn. 12. Und rührte dich, o menschenfreund, Nicht eines christen schmerz? Die stille zähre, die er weint, Bemerkt dein vaterherz. 13. Web dem, der, herr, an dir verzagt, und seine zuversicht Auf menschen setzt, und heidnisch sagt: Gott achtet unsrer nicht! 14. Er liebt dich mehr, als du verstehst: Ist, seele, dir nicht fern, Und eilt zu helfen, eh' du flebst. Vertraue gern dem herrn! 15. Er schaut herab von seiner höh' Auf den, der niedrig ist. Erhebe dich, unsterbliche, Zu ihm, von dem du bist. 27 47. Mel. In dich hab' ich gehoffet:. h weiß, mein gott, daß all' mein thun Auf dei nem willen muß beruhn, Von dir fommt glück und segen; Was du regierft und fördern willst, Geht seinem ziel entgegen. 2. Es steht in feines menschen macht, Daß das gescheh, was er bedacht, und er sich dessen freue; Dein segen, höchster, macht's allein, Daß menschenrath gedeihe. 3. Oft denken wir mit sichern muth, Dies oder jenes sey uns gut, Und ist doch weit gefehlet; Oft sehn wir auch für schädlich an, Was doch dein rath erwählet. 4. Drum gieb mir weisheit aus der höh' Mein vater, daß ich nicht besteh auf meinem eigenwillen; Sep du mein licht und lehre mich ur deinen rath erfüllen. 16. Lobfing' ihm, bet ihn ewig an Mit frommer zuversicht. Wie viel bat er an bir gethan! Vergiß es, seele, nicht. 5. Was dir gefällt, gefall' auch mir, Zufrieden sey mein herz mit dir Bei allen deinen wegen; Und was dir misfällt, laß mich nie In meiner seele begen. 6. Tritt du zu mir und mache leicht, Was mir sonst fast unmöglich däucht. Reichst du mir deine hände, So kömmt, was angefangen ist, Gewiß zum guten enbe. 7. Ist gleich der anfang etwas schwer, Und muß ich gleich ins tiefe meer Der bittern leiden treten: So stärke mich der glaub' an dich Und ein trostvolles beten. 8. Wer christlich betet, bir bers traut, Wird alles das, wovor ihn graut, mit tapferm muth bezwingen, Du heißest seine sorgen fliehn, Hilfft ihm den sieg erringen. 9. 3war rauh ist oft der tugend pfad, Den uns dein wort gewiesen hat; Doch, wer ihn muthig gehet, Wird endlich, herr, durch deinen geist Zu steter wonn' erhöhet. 10. Du bist mein bater, ich dein kind; Was ich bei mir nicht hab' und find', Hast bu in voller gnüge. So bilf nun, daß ich meinen stand Wohl halt' und herrlich siege. 11. Dein sey, gott, aller ruhi und ehr: Ich will dein thun je mehr Hnut 28 Erste Abtheilung. und mehr Aus hocherfreuter seelen Vorgehe, wie es gehe! Dein vater in der deinem volk und aller welt, So lang' böhe Weiß doch zu allen sachen rath. ich leb', erzählen. Mel. Nun ruhen alle wälder 2c. 48. Sich ih, bon baten ah Der alles kann und hat. Du mußt in allen dingen, Soll etwas mir gelingen, Mein helfer sevn mit rath und that. 2. Nichts hilft mein banges sorgen Vom abend bis am morgen; Nichts meine ungeduld. Du magst mit meinen sachen Nach deinem willen machen: Sch traue deiner vaterhuld. 3. Es fann mir nichts geschehen, Als was dein rath ersehen, und für mich nützlich hält. Ich nehm' es, wie du's giebest; Was du von mir beliebeft, Das hab' ich völlig auch erwählt. 4. Sch traue deiner gnade, Die mich auf deinem pfade Vor allem übel schützt. Leb' ich nach deinen sätzen, So wird mich nichts verletzen, Nichts fehlen, was mir wirklich nützt. #cl. Bor deinen thron tret' tc. deinem 49. Mein auge ebt, o gott, throne hilf du mir! Meil heil kömmt nur von deiner macht, Die diese welt hervorgebracht. We'. Befieht du deine wege 2c. immt gott, dem wir vertrauen, Nicht unsers werks sich an: Will er das haus nicht bauen, Vergebens baut man dann: Will er die Stadt nicht schützen, Er, groß durch rath und macht, Was wird der wächter nützen, Umsonst ist's, daß er wacht. 2. Was hilfts, daß spät und frühe Ihr est voll traurigkeit Das brod der sorg und mühe, Und häuft euch gram und leid? Was nützt der bange tummer, Da gott dem, der ihn liebt, Was er hat, wie im schlummer Und unerwartet giebt? 8. Dir hab' ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, Wie es dein wink gebeut; Es sey mein end' ver: borgen, Es fomm' heut oder morgen, Du weißt dazu die beste zeit. 3. Weil denn an deinem segen, Wie niemand läugnen kann, O gott, so viel gelegen; So segne du uns dann. Laß deines fobnes jegen Die 9. So sey nun seele, seine, Und traue seele recht erfreu'n, So wird auf undem alleine, Der dich geschaffen bat! Es sern wegen Gewiß auch segen seyn. 2. Getrost, mein herz! mein treuer hirt Schafft, daß mein fuß nicht gleiten wird; Der mich behütet, schlummert nicht, In finsterniß ist er mein licht. 3. Kein übel sey mir fürchterlich, Denn gottes rechte schiltzet mich: Durch seine treue vaterhand Wird, was mir schadet, abgewandt. 4. Sein schutz gewährt mir sicherheit Sein trost füllt mich mit freudigkeit. Er leitet mich auf ebner bahn, Und nimmt mich einst zu ehren en. 5. Herr! segne und behüte mich. Du bist mein heil, ich hoff' auf dich. Dein segen folg' aus dieser zeit Mir bis in jene ewigkeit. 5. Laß mich nur meiner sünden Vor bir vergebung finden, Und tilge meine 50. in schuld! Zum heiligungsgeschäfte Verleih mir muth und kräfte, Und habe dann mit mir geduld. 6. Leg' ich zum schlaf mich nieder Weckt mich der morgen wieder zu meines lebenspflicht; Irr' ich auf finstern wegen, Geb' ich dem leid entgegen, So giebt dein wort mir trost und licht. 7. An das, was du beschlossen, Will ich ganz unverdrossen, Mit froher hoff nung, gehn. Kein unfall unter allen Wird je zu schwer mir fallen; Mit dir werd' ich ihn überstehn. Rel. Nun ruhen alle wälder: c. 6) Von den Engeln. 51. Du berr der seraphinen! Dem geisterkönig! Ichbin zwar viel zu wenig, Um deinen ruhm recht zu erböb'n. 2. Doch preis' ich deine gute Mit nen, Und zu gebote stehn; Gott, aller dankbarem gemüthe Für deiner engel 6. Von den Engeln. schaar; Das menschliche geschlechte Mel. In allen melnen thatin ac. Beschüßzet deine rechte Durch ihren 53. Wer zählt der engel heere, beistand in Die zu 3. Doch sollen sie nicht weichen: So laß mich ihnen gleichen An wahrer heiligkeit. Wie sie nur tugend lieben, und sie auch stets ausüben, So mach' auch mich dazu bereit. 4. Sie thun nur deinen willen; Laß ihn auch mich erfüllen. Sie leben heilig, rein: O laß mich nichts beflecken; Nein, wenn mich schatten decken, Stets so wie sie, die sünde scheun. 5. Hilf aug' und herz bezähmen, Kein ärgerniß zu nehmen, Lehr' mich behutsam seyn; Nie durch ein böses leben Dem nächsten anstoß geben: Denn dieses stürzt in ew'ge pein. 6. Wenn ich dann endlich scheide, So führe mich zur freude In ihren umgang ein: Da werd' ich dich recht loben, und in dem himmel droben Dir und den engeln ähnlich sein. 52. Hreich Millionen heil ger Mel. Jesus, meine zuversicht: c. err, du hast in deinem engel! Shnen bin ich noch nicht gleich, Sondern vielmehr voller mängel. Ach, wann werd' ich auch so rein, Als wie diese geister seyn? 7) Von dem Menschen Rel. D gott, du frommer gott 20. 29 54. mächtig großer gott, Wer kann dich g'nug erheben; Du gabst der ganzen welt O herr der welten schufft? Sie freu'n sich, deinen willen Gehorsam zu erfüllen, Wie flammen schnell, wenn du sie rufft. 2. Sie eilen, in gefahren Den frommen zu bewahren, In seiner pilgerzeit. Sie freu'n, an deinem throne, Sich einst auch seine frone, Wie ihrer eignen seligkeit. 3. Bekehren, gott, sich sünder Und werden deiner finder, Die dir dein sohn gewinnt; Dann jauchzen ihre lieder, Daß ihre neuen brüder Dem fluch entrissen worden sind. 4. Sie jauchzen deinem sohne, Daß du sie ihm zum lohne Für seine leiden giebst; Daß du sie trägst und leitest, Zum himmel vorbereitest, Und zärtlich wie ein vater liebst. 2. Mich verführt noch fleisch und blut; Stärke mich bei der beschwerde; Rüste mich mit kraft und muth, Daß ich hier schon auf der erde, Als dein erbe und dein kind, Immer himmlisch sey gesinnt. 3. Gieb mir weisheit, gieb mir fleiß, Dich, o gott, recht zu erkennen, Laß mich deines namens preis Gern auch vor der welt bekennen, Daß ich darin auf der erd' Deinen engeln ähnlich werd'. 4. Herr! dein wille soll geschehn, Wie im himmel, so auf erden; Laß uns doch stets darauf sehn, Daß wir dir gehorsam werden; So in deinem willen ruhn, Wie die reinen geister thun. ganze himmel ein gesang. 5. In solchen geister- chören Dich ewig zu verehren, Welch eine feligkeit! Wer wird sie einst empfinden? Der, der entwöhnt von sünden, Sich), ihrer gleich zu werden, freut. 6. Gietst du, daß ich auf erden Kann ihnen ähnlich werden, Mir lust und stärke nur; So mag mich in gefahren Erhalten und bewahren Dein engel oder die natur. 7. Sch zittre nicht; ich schaue Auf dich nur! dir vertraue, Gott meines heils, ich mich Vergnügt, daß einst mit engeln Ich heilig; rein von mängeln, Dein antlitz schaue, vater, dich! 8. Wenn du zu ihren liedern, Zu meinen höhern brüdern, Vor deinen thron mich rufft: Empor will ich mich schwingen Und dank und preis dir singen, Daß du für mich auch engel schufft. 9. Sie, über mich erhoben, Sie lehren, dich zu loben, Mich ihren höhern dank. In deinem heiligthume Wird dann zu deinem ruhme Der Was und seiner Bestimmung. Bewegung, kraft und leben. geift und körper heißt, Was erd' und himmel schmückt, Hat deine huld gebaut, Die alles noch beglückt. Erste Abtheilung. 30 2. Du schusst, ich bank' es dir Mel. Wer nur den lieben gott zc. ist leben. Wie Auch mich zu deiner ehre, Und wollteft, 55. Dein bin ich, gott; dein gnädigster! Daß ich dein bildniß wäre. Darum hast du den geist, Der in mir lebt und denkt, Mir zur unsterblich lichkeit Aus freier huld geschenkt. 3. O welch ein großer zweck, Dazu du, gott, mich schufest! Wie herrlich ist das glück, Wozu du mich berufest! Dir, höchster, ähnlich seyn, Wohlthätig seyn, wie du! O wohl mir, wenn ich's bin! Hilf du mir selbst dazu. 4. Laß mir dies große ziel Doch stets vor augen schweben; Mein allerstärkster wunsch, Mein eifrigstes bestreben Sn allen meinen thun Sey dies, o gott, allein, Daß ich auch, so wie du, Gesinnet möge seyn. 5. Du bist der wahrheit freund; Laß mich auch wahrheit lieben, und mit stets munterm fleiß, Sn allem dem mich üben, Was mich zur weisheit führt; Zur weisheit, die dich ehrt, und allem beifall giebt, Was du uns selbst gelehrt. 6. Laß deine heiligkeit Mich stets zum muster nehmen, Hilf mir die fünde fliehn, Die sinnlichkeit bezähmen; Nur das, was recht ist, thun, Des guten mich erfreun, Und dem, der's üben will, Auch gern behülflich seyn. tröstlich ist mein ursprung mir; Du haft den odem mir gegeben; Mein ganzes wesen kömmt von dir. Du, vater, riefst mich aus dem nichts Zum froben anschaun deines lichts. 2. Du gabst mir die vernünft'ge seele, Die nur so lang' im fleische lebt, Bis sie, daß ihr kein wohlseyn feble, Dein ruf zum bessern stand erhebt; Gedächtniß, willen und verstand, Hab' ich allein von deiner hand. 3. Wenn ich auf meinen förper jehe, Den du so funstvoll ansgebild't, So wird, o vater in der höhe! Mein herz mit ehrfurcht ganz erfüllt: Ein jedes glied, ein jeder sinn, Reißt mich zu deinem lobe hin. 4. Durch deiner vorsicht gnädig's walten, Die mich von findheit an umfing, Bin ich bis hierher noch erbalten, So daß der tod vorütberging. Ich stebe noch und preise dich; Herr, deine rechte schützet mich! 5. Sch bin nicht werth der großen güte, Die du, mein gott, an mir gethan; Beschämt empfindet mein gemüthe Die schuld, die ich nicht 7. Gieb, daß ich so, wie du, Ein läugnen kann. Ich habe, was mich freund der menschen werde, Dem sebr erschreckt, Vielfältig feel und wohlthun freude macht, Der fummer leib befleckt. und beschwerde Dem nächsten gern erspart, Sein leben ihm versüßt, Und wo er helfen kann, 3um belfen willig ist. 8. Noch bin ich weit entfernt, gott, von diesem ziele; Du weißt, was mir noch fehlt, Und ich, ich selber fühle, Wie wenig ich dir noch Im guten ähnlich bin. O bilde du mich ganz Nach dir und deinem finn. 6. Ja, herr, ich habe meine glieder zu fündengliedern oft gemacht. Vor dir fall ich in demuth nieder! Bergieb, was ich nicht recht bedacht; Verwirf mich, vater, nicht von dir, Schaff selbst ein treues berz in mir. 7. Hilf, daß ich dir zur ehre lebe, Und redlich thu', was dich erfreut, Und geist und leib und glieder gebe 3um dienste der gerechtigkeit! Daß ich bis in den tod dir treu, Und siets ein freund der tugend sey. 9. Beglückt ist nur alsdann Mein lebenslauf auf erden, Wenn ich dir 8. Fällt dieses leibes bittte nieder; immer mehr Schon hier tann ähn-| Bollend' ich dieses lebens lauf: O lich werden. Dann werd' ich ewig gott, so richte du mich wieder Verauch Mit dir vereinigt seyn, Und berriicht aus dem ftaube auf. Dein mich ohn' unterlaß, Gott, deiner ewges leben sey mein theil, So preis güte freu'n. ich ewig dich, mein heil. 7. Von dem Menschen und seiner Bestimmung. 31 Wer zählt die reize, die sie schmücken! Was ich hier sehen kann, gefällt? dennoch kann sie nicht, wie schön, Wie wundervoll sie sei, verstehn. Und Met. Es ist das heil uns kommen it. 56. Dir, gott, fev preis und dank gebracht! Dich soll mein lied erheben! Ich bin ein wunder deiner macht, Du schufft auch mich zum leben! Mein ganzer leib erbaut von dir, Sammt einem jeden sinn an mir, Beweiset deine größe. 2. Haupt, aug' und ohr, herz, mund und band, Die ich zu dir er bebe; Die haut, so künstlich ausgespannt, Der nerven fein gewebe, Und alle glieder sagen mir: Ich sei, o gott, ein werk von dir, Ein werk von deiner weisbeit. 3. Ach hättest du mein ange nicht So künstlich zubereitet: Was nützte mir der sonne licht, Der glanz, den fie verbreitet? Dann säh' ich nicht, mit welcher pracht, Du, herr, durch deine weise macht, Was du erschaffen, schmückest. 4. Ich jauchze, daß ich sehen kann, Und hören und empfinden, Froh bet' ich meinen schöpfer an: Ihn überall zu finden, In allen werken, die er schuf, Das ist mein seligster beruf, Mein lobgefang und opfer. 5. Wer leitet meines lebens lauf? Regiert des herzens schläge? Bewegt die lung' und schwellt sie auf, Damit ich leben möge? Gott ist es, der dies alles thut. Schlag', herz! entflamme mich, mein blut! Daß ich den schöpfer preise. 6. O preis' ich, böchster, immer dich, Wenn ich die sinnen brauche, Geb', lieg' und ausruh', oder mich Bewege, athme, hauche! Gieb, daß ich ewig dein mich freu'! Und daß mein leib ein tempel sey, Worin dein geist stets wohne. Mel. Wer nur den lieben gott zc. 57. Gott ott werde stets von dir erhoben, Du, deines schöpfers bild, mein geist! Sollt' ich nicht meinen vater loben, Den jedes seiner werke preist? Er schuf mich ja, sein bild zu seyn, Ihn einst zu schau'n, mich sein zu freu'n. 2. Anmuthig, prächtig zum entzücken, Ist gottes ganze förperwelt, 3. Für geister nur, und nur für seelen, Die zu den geistern gott erhob, Sind sie so herrlich! sie erzählen Nur ihnen meines schöpfers lob. O seele! jauchze, daß der ruf Der allmacht dich zum geiste schuf. 4. Gott! ich kann denken; ich gewinne, Weil ich zu einem geiste ward, Durch die empfindung meiner sinne, Gedanken tausendfacher art: Groß, mannigfaltig ist ihr heer, Und doch wird ihrer täglich mehr. 5. Ich kann sie sammeln und verbinden, Und trennen, wie es mir gefällt; Die welt empfinden, mich empfinden, Weit unterschieden von der welt. Zu tausend thaten hab' ich kraft! Wer gieb sie? gott, der alles schafft. 6. Wie feurig dürftet meine seele Nach glück und lust und seligkeit! nur, daß ich oft betrogen wähle, Was mich nach dem genusse reu't. Doch, das ist, vater! meine schuld; Vergieb sie mir nach deiner huld. 7. Begabt mit wundervollen sinnen, Mit freiheit, mit vernunft von dir, Sollt' ich nur dich, gott! lieb gewinnen, Dich nur: und was gebräche mir? Ach, möchte meine seele dein Mit allen ihren kräften seyn! 8. Gott, meine lust sey, dich zu fennen, Dich, urquell der vollkommenheit! Von deiner liebe ganz zu brennen, Das sey mir ruhm und seligkeit. Bin ich durch christum nur mit dir Vereint, mein gott, was fehlet mir? Mel. Nun sich der Tag ic. 58. J Rch bin, o gott, dein eigenthum: Auf ewig bin ich dein. Mein größtes glück, mein wahrer ruhm Ist ewig dein zu seyn. 2. Du gabst mir den vernünft'gen geist, Bewundernd einzusehn, Wie dich, berr! deine schöpfung preist; Mit ihr dich zu erhöh'n. 3. Was um mich ist, verkündigt mir, Gott! deine herrlichkeit. Zu ihrem preise reizt mich bier Selbst jede jahreszeit 32 Erste Abtheilung. 4. Und ich, ich sollte fühllos seyn, Daß er auf immer ruhig werde, Und dich, herr! rühmen nicht? Ein Bedarf er mehr, als ihn erfreu. Er herold deines ruhms zu seyn, Dazu fühlt, daß diese ganze welt Sein bin ich verpflicht't. wünschen nicht zufrieden stellt. 5. O mache dieser pflicht mich treu, So treu, herr, als ich soll. Mein herz, mein mund, mein wandel sey, Stets deiner ehre voll. 6. Wer dich verehrt, hält dein gebot; Ihm ist's nicht last, nicht pein. Drum gieb auch mir die kraft, o gott! Gehorsam dir zu seyn. 7. Was du befiehlst, ist für uns qut, Du willst nur unser beil. Wohl dem, der deinen willen thut, Du bist sein trost und heil. 8. Er wandelt hier auf ebner bahn; Und selbst in traurigkeit Schmeckt er, dir, höchster! zugethan, Durch dich zufriedenheit. 9. Nach hier vollbrachter prüfungszeit Nimmit ihn der himmel ein. Herr! laß nach dieser seligkeit Mein ganz bestreben seyn. Mel. Wer nur den licben gott: c. oder: Du we ser schöpfer 2c. 59. gott! ich preiſe deine S güte, Die wunderbar erschuf, Und mit frohlockendem gemüthe Verehr' ich deinen schöpfersruf, Ein herold deines ruhms zu seyn; Und deiner wunder mich zu freun. 3. Und diesen geist, der in mir denket, Schufst du nicht blos für diese zeit. Du hast mir, vater, ihn geschenket Zum leben in der ewigkeit, Um da vollkommner zu verstehn, Was sterbliche nur dunkel sehn. 4. Zu eng sind dieses lebens schranten Für seinen forschenden verstand. Der feim zu höheren gedanken, Als je ein sterblicher empfand, Entwickelt sich erst nach der zeit Im hellern licht der ewigkeit. 6. 3war ist er tief herabgesunken Von seines ursprungs herrlichkeit, Sucht oft, von luft der erbe trunken, Sein glück in dingen dieser zeit: Jedoch er sucht, und findet nicht, Was ihm der äußre schein verspricht. 7. Du prägtest ihm durch sein gewissen Gefühl von recht und unrecht ein, Daß böse böses leiden müssen Und tugendhafte glücklich seyn, Erkennt er; doch sieht er noch nicht Den richter hier schon im gericht. 8. Dem tugendhaften ist hienieden Oft ein sehr widriges geschick zum loos für diese zeit beschieden; Dem lasterhaften oft viel glück. Gewiß! erst eine andre welt Ist zum vergeltungsort bestellt. 2. Du gabst zum denken und empfinden, Allgütiger, mir diesen geist, ist, Die herrlich du, mein schöpfer! seyst; 60. W beruf, Den uns der Mel. Allein gott in der höh' sey ac. ie wichtig ist doch der Jedoch, was du an mir gethan, Erkennen und bewundern kann. herr gegeben! Gott, als uns deine liebe schuf, Da schuf sie uns zum leben: Zum leben, welches ewig währt, Das weder leid noch angst beschwert, Willst du uns hier erziehen. 2. Nicht hier ist unser vaterland; Allein bei dir, gott, droben; Da ist der ort, wo deine hand Das glück uns aufgehoben, Das nie ein traurig ende nimmt. Hier sind wir nur von dir bestimmt, Uns dazu anzuschicken. 5. Shn sättiget kein guth der erde; Kein zeitlich glück, so groß es sey, 9. Gott, wenn mein geist dies überleget, So hofft er schon unsterblichfeit. Noch stärker fühl' ich mich beweget Beim licht, das mir dein wort verleiht; Da seh' ich weit gewisser ein, Daß ich auch einst soll selig seyn. 10. Herr! laß zu jenem bessern leben Mich täglich hier die aussaat streun. Laß deinen geist das wollen geben Und das vollbringen auch verleihn. O wonne der unsterblichkeit! Sei stets mein trost in allem leid. 3. O laß mir doch dies große ziel Durch nichts verrücket werden! Was hilfts, wann ich auch noch so viel Von gütern dieser erden; Von ehre, geld 8. Ven der Sünde und dem und lust gewinn, Wenn ich dabei nicht tüchtig bin, Dein himmelreich zu erben? 4. Dein pilgrim bin ich ja nur hier, Laß mich dies nie vergessen! Nur wenig tage bist du mir Zur wallfahrt zugemessen. Schnell, wie ein traum, sind sie vollbracht, Und dann wird dieser erde pracht Auf ewig mir vergehen. 5. Drum laß des himmels herrlichkeit Mich stets vor augen haben. Laß mich in meiner übungszeit Um jene beßre gaben, Die mir im tode nicht entflichn, Am ersten und mit ernst bemühn, Damit ich nicht einst darbe. 8) Von der Sünde und dem Verderben des Menschen. e. Wo soll ich flieben hin c. 61. Du, u, der kein böses thut! Du schufft den menschen gut; Du, höchster, gabst ihm fräfte Zum seligen geschäfte, In heiligkeit zu wandeln, Stets recht vor dir zu handeln. Verderben des Menschen. 33 6. Ein herz, das dich, e vater! liebt, und deines sohns sich freuet; Das durch den glauben tugend übt, Und sich vor finden scheuet: Ein solches herz, das wird allein Sich ewig deiner gülte freun, Und einst dein antlitz schauen. 7. Und solch ein herz das wollst du mir, Gott, aus erbarmen geben, Damit ich möge auch schon hier Nach den gesetzen leben, Die selbst im himmel gültig sind; Bis ich als dein bewährtes find Zu deiner frende gehe. 4. Verderbt ist unser sinn. Die weisheit ist dahin, Die uns regieren sollte, Nur, was dein wille wollte, Mit freudenvolíen trieben zu wählen und zu üben. 2. Wo ist der unschuld ruhm; Ach! wir, dein eigenthum, Wie tief sind wir gefallen! Wo ist jetzt unter allen Ein mensch ganz rein von sünden Vor dir, o gett, zu finden? 3. Hier ist kein unterschied. Dein helles auge sicht Auf alle menschenfinder, Und find't sie alle sünder; Mel. Nun freut euch, lichen. Da ist vor dir, herr, keiner Unsoul 62. Gott, ott, du bist heilig und dig, auch nicht einer. gerecht In allen deinen wegen. Vor dir bleibt nicht ein böser knecht; Den frommen frönt dein segen. Auf ihm ruht deine vaterhuld; Der böse träget seine schuld; Ihn treffen deine strafen. 5. Der sinne luft und schmerz Rührt, leider! unser Herz Mebr, als die böhern freuden, Miehr, als die größern leiden, Die wir auf ewigkeiten Selbst unserm geist bereiten. 6. Dir folgen, dünft uns zwang. Des herzens bößer hang Neißt uns mit starkem triebe Zu schnöder sündenliebe. Ach, können wir wohl zählen, Wie oft wir vor dir fehlen? 7. O herr, gieb uns dein licht, Daß wir, was uns gebricht, Beschämt Evangel. luth. vor dir erkennen, und von dem ernst entbrennen, Der finde zu entsagen, Der beßrung nachzujagen. 8. Wohl dem, der sie gewinnt! Gott, so verderbt wir sind, So willst du uns doch heilen, Und fräfte uns ertheilen, Echon wiederum auf erden. Dir gleichgesinnt zu werden. 9. Herr! diese beine huld Laß uns durch unsre schuld nicht freventlich verscherzen. Erwecke unsre herzen, Dir nicht zu widerstreben, Damit wir ewig leben. 2. Du bist der richter aller welt. Nach heiligen geseßen, Die deine weisheit festgestellt, Mußt du die menschen schätzen; Miußt übertretern strafe bräun, Und wenn sie sich vor dir nicht scheun, Die strafe auch vollziehen. 3. O herr! dein heiliges gericht Entdeckt sich schon auf erden. Du läsfest, fürchten wir dich nicht, Uns hier schon inne werden, Daß du auf unsre thaten siehst, Und ein gerechter richter bist, Das böse heimzusuchen. 3 34 Erste Abtheilung. 4. Es flagt uns das gewissen an, was dein, Ach: was wird' mir Wenn wir dir widerstreben, und übrig seyn! sagt, was dir unrecht getban Durch unser böses leben. Es raubet uns die inn're rub', Und spricht uns die vergeltung zu, Die missethat verdienet. 5. Oft stäubst du bier den finder schon Für seine bösen thaten, und lässest ihn in schmach und hohn Und andre noth geratben. Hat ihn der sünden lust erfreut, So muß er auch das herzeleid, Das sie gebiert, empfinden. 6. Jedoch, o berr! zur besserung Strafft du noch hier die sünder, Und züchtigst auch zur heiligung Oft deine trägen finder. Wohl dem, der deinen willen lernt, Und sich vom sündenpfad entfernt, Und deiner zucht gehorchet! 7. Den aber trifft dein zorngericht, Das ohn' aufhören währet, Der in der zeit der gnade nicht Sich recht zu dir bekebret. Er hat veracht't sein ewig beil. Drum wird er dort, herr, keinen theil An deinem himmel haben. 8. Herr! dies bezeugt dein flares wort. Wahrhaftig ist dein dränen. So bilf denn, daß wir immerfort Den weg der sünde scheuen. Erbarm' dich unser allesammt, Daß niemand unter uns verdammt, Ein jeder selig werde. 4. Doch die menge deiner gaben Klagt nur meinen undank an, Weil ich sie oft ganz vergraben. Oder damit groß gethan; Oft voll leichtsinn sie verschwendet; Und zu sünden angewendet. O wie häuft sich meine schuld Durch verachtung deiner buld! 5. Sieh', hier lieg' ich in dem staube Tief vor dir, mein gott, gebückt; Doch mein demuthsvoller glaube, Der auf meinen beiland blickt, Hofft auf deine vatergüte, Und mein tief beschämt gemüthe, Das den muth fast ganz verlor, Hebt sich noch zu dir empor. 6. Ja, die wunder deiner liebe Ziehen ganz mein herz zu dir. Ach! erhalte selbst die triebe Treuer dankbarkeit in mir. Vater! laß das schwache lallen Meines lobes dir gefallen. Bilde mich, dein eigentbum, Ganz zu deines namens rubm. begier, Menschen sich zum dienst erlesen! Ach! was ist der mensch vor dir, Wenn ich deine größ' erwäge; Und, was ich bin, überlege: O wie niedrig und wie klein Muß ich mir nicht selber jevn? 7. Meine fräfte, meine glieder Sind zu deinem dienst bereit. Herr, ich falle vor dir nieder Voller ehrerbietigkeit. Deinen willen thun und leiden, Sey die quelle meiner freuden Gott und herr der ganzen welt, Thu' mit mir, was dir gefällt. Mel. Alle Menschen müssen sterben: c. Met. Herr, ich habe mißgehandelt. 63. Großer gott, erha'nes we- 64. Herr, bu kenneſt mein vermeiner brust, Wie bei allen adamserben, Sich noch immer böse lust, Die mein herz, herr, von dir neiget Und viel böse thaten zeuget. 2. Wie verderbt sind meine wege! Wie verkehrt mein eigner sinn! Ich empfind' es, gott, mie träge Ich dir zu gehorchen bin. Ach! wer wird vom hang zum bösen Mich doch endlich ganz erlösen? 2. Ach, es herrscht der trieb zur fünde Mächtig oft in dem gemüth, Und macht mich zu einem finde, Das vor seinem vater flieht. Ach, ich seh' mit reu' und schrecken Tausend fehler, tausend flecken, Und in der verderbten brust Regt sich öfters böse luft. 3. Hilf mir durch den geist der gnaden Von der angeerbten noth; Heile meiner seelen schaden Durch des mittlers kreuzestod; Tilge alle meinen jünden; Laß mich vor dir gnaden finden. 3. Was ich gutes an mir habe, Ist von deiner vaterhand. O wie manche gute gabe Hast du, herr, 4. Deinen willen bier auf erden mir zugewandt; Selber auf dem sündenpfade Trägt mich schonend zu vollbringen wird mir schwer. deine gnade. Nähmest du zurück Soll ich dazu tüchtig werden, mußt 8. Von der Sünde und dem du selbst von oben her Kraft und stärke mir verleihen, und mein fündhaft herz erneuen. 5. Schaffe dann ein reines berze, Herr, durch deinen geist in mir, Daß ich nicht mein heil verscherze; Laß der sündlichen begier Mich mit nachdruck widerstehen, und auf deine hülfe sehen. 6. Inter machen, beten, ringen, Hilf mir selbst mein fleisch und blut Unter deinen willen zwingen; Denn dein wille, gott, ist gut. Was nicht fann dein reich ererben, Laß schon hier an mir ersterben. 4. Ein jegliches gebot Zeugt wider mich und droht, Weil ich( dies schlägt mich nieder) Nur gar zu oft dawider Gedacht, gethan, gesprochen, Und deinen bund gebrochen. 5. Verwirf mich nicht von dir; Hilf, berr, erbarmend mir! Erneure meine seele, Daß sie nur gutes wäble. Wer kann mich sonst vom böjen, Als du, o herr, erlösen? 6. Drückt mich der sünden joch Gleich mächtig, so bleibt doch Weit mächt'ger deine gnade; Wie groß auch nur mein schade, So kannst du ihn doch beilen, llnd leben mir ertheilen. Mel. Wo soll ich fliehen hin, weil zc. 65. Mein 7. Hat sonst des fleisches macht. Die inn're böse lust, In mir ihr werk vollbracht: So gieb Die quelle meiner sünden, Die men- mir lust und stärke, Daß ich nur fchen nicht ergründen. O heile du gute werke Beschließe und vollbringe, aus gnaden Der seele tiefen schaden. Und ewig dir lobsinge. 7. Reize mich durch jene krone, Die mir droben beigelegt, Daß ich meiner niemals schone, Wenn die sind' in mir sich regt; Hilf mir selber mutbig kämpfen, Alle böse lüste dämpfen. 8. Sollt' ich etwa unterliegen; so bilf mir wieder auf! Laß durch beine fraft mich fiegen, Daß ich meinen lebenslauf Unter deiven treuen händen Möge gut und selig enden. Verderben des Menschen. 35 2. Des bösen herzens grund Wird oft durch thaten fund, Die mich vor dir verklagen und mein gewissen nagen. Herr, willst du sie bestrafen, Wer wird mir rettung schaffen? 3. Ich habe wider dich, Den nächsten und auch mich Vielfältig, herr, gehandelt; Ich bin den weg gewandelt, Den menschen von dir wendet, Und sich mit schrecken endet. 9. Von der Erlösung des Menschen. Mel. Sey lob und ehr dem höchst zc. die bahn, Die von der erd' uns himmel66. Auf, christen, laßt uns an 3ur ew'gen wonne leitet. gott frohem 4. Wie hat uns doch der herr so dank erheben! Er hat nicht lust an unserm tod, Will, daß wir ewig leben. Was uns zum heile nöthig ist, Das hat er uns durch jesum christ Erbarmungsvoll bereitet. lieb! Wie sucht er unser bestes! Er giebt für uns aus freiem trieb Sein liebstes und sein gröftes. Preis ihm! der so viel an uns thut. Preis seinem sohn: der uns zu gut Sich bis zum tod erniedrigt. 5. Was er zu unserm glück verschafft, Das ist in seinen bänden. Sein ist das reich, sein ist die frast, Das heil uns zuzuwenden, Das er so liebreich uns erwarb, Als er für uns am freuze starb. Wohl allen, die ihm trauen. 2. Nach seinem gnadenvollen rath Kam er, sein sohn auf erden. Von unsrer schuld und missethat Ein retter uns zu werden. Er ward's; und hat sein werk vollbracht, und sich nach furzer grabesnacht Gen him mel aufgeschwingen. 3. Wo ist des todes berrschaft nun? Hier ist sein überwinder. Die furcht bavor binweg zu thun, Starb er, das heil der sünder. Gebrochen ist uns nun 6. D laßt uns ihm uns anvertraun und seine stimme hören; Auf seine mittlers- hülfe baun, Ihx mit gehorsam ehren. Das ist der weg zum ew'gen 3* 36 Erste Abtheilung. wohl; Der weg, auf den man friede-| Allen kummer zu zerfireun; Ihrer voll Auch schon auf erden wandelt. größe mich zu freun; Durch ihr anschaun schon auf erden Herrlich und entzückt zu werden. 2. Ich verehre dich, o liebe! Daß du dich erbarmet hast, Und aus freiem, edlen triebe Den allweisen rath gefaßt, Der verdammnißwerthen welt, Durch ein theures lösegeld, Durch des eignen sohnes sterben, Gnad' und frei7. Herr, leite selbst uns diesen pfad! Zench uns zu deinem sohne! Daß glaub' an ihn auch mit der that In unsern herzen wohne. So haben wir an seinem heil, Zur freude für uns, ewig theil; So preisen wir dich ewig. Mel Ben gett will ich nicht lassen: c. 67. Erhebt den herrn, ihr from- heit zu erwerken. men! was er 3. O ein rathschluß voll erbarmen verspricht. Der heiland ist gekommen, Voller huld und freundlichkeit! Welcher Der völker trost und licht. Gott, uus hülflosen armen Gnade, trost und der uns nicht verstößt, Hat uns zum hülfe beut. Liebe, die den sohn uns heil und leben Selbst seinen sohn ge- schenkt, Der mit dir die welten lenft, geben; Durch ihn sind wir erlöſt. Um die sünder zu erretten Aus den schweren sündenketten. 2. Erlöst! o welche liebe Hat uns der herr erzeigt! Mit welchem vatertriebe Sein herz zu uns geneigt! Von seiner himmel thron Kömmt, rettung vom verderben Uns sündern zu erwerben, Sein eingeborner sohn. 3. Er kömmt zu uns auf erden In tiefer niedrigkeit, immt auf sich die beschwerden von unsrer pilgerzeit; Enthält sich seiner macht, Verleugnet himmelsfreuden, Vis er durch todesleiden Sein großes werk vollbracht. 4. Er hat's vollbracht! o bringet Gott euren lobgesang Erlöste menschen, singet Dem mittler ewig dank. We niemand helfen kann, Da hilft er gern aus gnaden, Heilt unsrer seelen schaden. Önehmt ihn gläubig an. 5. Du freund der menschenkinder! Verwirf uns, jesu, nicht. Dein name, beil der sünder, Ist unsre zuversicht. Gieb unsern seelen ruh; Hilf jeden reiz zu sünden Uns glücklich überwinden! Gieb muth und kraft dazu. 6. Dich wollen wir erheben Hier und in ewigkeit, Wo uns ein beß'res leben Vor deinem thron erfreut. Dann sind wir ewig dein, Und nichts wird uns mehr fehlen; Dann werden unsre seelen Vollkommen selig seyn. 4. Doch, du hast, o weise liebe L Eine ordnung auch bestimmi, Daß darinnen jeder bliebe, Der am segen antheil nimmt: Wer nur an den mittler gläubt, Und ihm treu ergeben bleibt, Der soll nicht verloren gehen, Sondern heil und leben sehen. 5. Da du keinem zum verderben Ohue grund bestimmet hast: Tragen sünder, wenn sie sterben, Ihrer eignen bosheit last. Wer nicht glaubt an deinen sohn, Der hat noth und tod zum lohn: Sein muthwillig widerstreben Schließt ihn aus vom heil und leben. 6. Ewig sey mit dank besungen, Was dein rath beschlossen hat; Mit uns preisen engelzungen Diesen weisen beilgen rath, Den der glaub' in demuth ehrt, Die vernunft erstaunend hört, Wo der engel tiefen findet, Die er niemals ganz ergründet. 7. Liebe, laß mich dahin streben, Weines heils gewiß zu seyn. Nichte selbst mein ganzes leben So nach deinem willen ein, Daß des glaubens frucht und kraft, Den dein geist selbst in mir schafft, Mir zum zeugniß dienen möge; Ich sey auf dem rechten wege. 8. Laß mich einst dich selbst anschauen Und vor deinem throne stehn; So nur werd' ich ohne grauen Meinem tod Me. Werte munter, mein gemüthe zc. 68. wae liebe, mein gemüthe entgegen seyn; Keine kreatur wird du ewiglich Deiner vertraun, In den abgrund deiner huld entreißen können, Noch ven deigüte Ehrfurchtsvoll hinab zu schaun, ner liebe trennen. 9. Von der Erlösung des Menschen. Mel. Ich dank' dir schon durch: c 69. uns Leben giebt Wer kann dich ganz durchdenken? Also bat gott die welt geliebt, Uns seinen sohn zu schenken. 2. Hoch über die vernunft erhöht, Umringt mit finsternissen, Erhebst du gottes majestät, Und stillest mein gewissen. 3. 3d kann der sonne wunder nicht, Noch ihren bau ergründen; Und doch kann ich der sonne licht Und ibre fraft empfinden. 4. So kann ich auch nicht gottes rath Von jesu tod ergrinden; Allein das göttliche der that, Das kann mein herz empfinden. 5. Fehlt mir der trost, daß jesus christ Nicht meine schuld getragen; 6. Ist christi wort nicht gottes sinn; So werd' ich irren müssen, Und wer gott ist, und was ich bin, Und werden soll, nicht wissen. 7. Nein, diesen trost der christenheit Soll mir fein spötter rauben; Ich fühle seine göttlichkeit und halte fest am glauben. el. Herzliebster Jesu, was haft zc. oder: It auch ein gott c. Nicht gott und mein erlöfer ist: Wie 70. Gott, der bu für uns deiangstvoll werd' ich zagen! nen sohn Wer kann doch gnugsam deine huld erheben? Wie herrlich zeigst du im erlösungswerke Der gnade stärke! 2. Dein ewger sohn stirbt für die menschenkinder; Der heiligste tritt an die statt der sünder; Der jeligste begiebt sich seiner freuden, Für uns zu leiden. 8. Sch bin nun ganz dein eigenthum. Und auch des himmels erbe: Dies, sohn des höchsten! ist mein ruhm, Auf den ich leb' und sterbe. 9. Du giebst mir deines geistes kraft, Im glauben mich zu stärken; Der wollen und vollbringen schafft Zu allen guten werken. 10. So lang' ich gettes willen gern Mit reinem herzen thue: So fühl' ich freude in dem berrn, Und im gewissen ruhe. 11. Und wenn mich meine sünde kränkt, Und ich zu dir, herr, trete, Weiß ich, daß dein herz mein gedenkt, Und thut, warum ich bete. 12. Sch weiß, daß du, mein hei land, lebst, und mich einst aus der erde Erweckst und dann dahin erhebst, Wo ich dich schauen werde. 37 14. Erfüll' mein herz mit dankbar: Und So dich nur hilf, daß ich dich allezeit Treu vor der welt bekenne. 15. Soll ich dereinst noch würdig seyn, Deswegen schmach zu leiden, So laß mich weder furcht noch pein Von deiner liebe scheiden. 13. Kann unsre lieb' im glauben hier Für dich jemals erfalten? Doch ist dies liebe nur zu dir, Dein wort von herzen balten. 16. Sa, sollt' ich gleid, nicht für und für Des glaubens freud' empfinden. So lebe er doch so in mir, Daß er mich schütz' vor sünden. 17. Hat gott uns seinen sohn geschenkt( Laß mich noch sterbend denken): Wie sollt' uns der, der ihn geschenkt, Mit ihm nicht alles schenken? 3. Er wird das lamm, das aller fünden träget, Drauf du die strafe weislich selbst geleget: Daß du die schuld an den verlornen schaafen Nicht dürftest strafen. 4. Was ist der mensch, daß du sein so gedenkest, Und deinen sohn ihm zum versöhner schenkest? Was findest du an mir und an uns allen Für wohlgefallen? 5. Verdient verachtung gütiger ge= setze, Verdient verschwendung unschäzbarer schätze, Verdient gehäufte gröbliche verschuldung So viele duldung? 6. welche tiefe deiner menschenliebe? Wer faßt, o gott, die größe ihrer triebe? Du thuft weit mehr zu unserm wohlergehen, Als wir verstehen. 7. Ach lehre mich recht deine huld erkennen, Voll zuversicht dich meinen vater nennen, Und zum gehorsam dir mein ganzes leben Willig ergeben. 8. Was mir dein sohn, da er für gestorbeu, Von deiner buld mich www. Erste Abtheilung. 38 durch seinen tod erworben, Das werde mir zu meinem ew'gen heile Nun auch zu theile. 9. Dein friede wobne stets in meinem herzen, Und tröste mich bei des gewissens schmerzen; Dein geist sey mit dir, dei nen guten willen Treu zu erfüllen. Mel, Wenn mein stündlein 2. 71. Gott, bätte bein geliebter sohn Sich mein nicht angenommen, Und wär' er nicht von seinem thron Zu uns herabgekommen, So müßte mir vor ers'ger pein, Ge= rechter richter, bange seyn, Um meiner finden willen. 2. Doch er schafft dem gewissen rast, Nun darf ich nicht verzagen. Denn meiner sünden schwere last Hat er für mich getragen. Am kreuz versöhnt er mich mit dir; Da floß sein blut, damit er mir Die seligkeit erwürbe. 3. Wohl mir, mein herz schöpft neuen muth, Fast kindliches vertrauen. Ich tann auf sein versöhnend blut Mein ewig heil nun bauen. Dies blut, das mich gereinigt hat Bon aller meiner missethat, Wird ewig, ewig gelten. 4. Hinweg mit banger fümmerniß, Sey, seele, voller freuden! Dein heil ist dir nun ganz gewiß: Von gott kann dich nichts scheiden. Was dir des höchsten sohn erwarb, Da er in schmach und martern starb, Kann dir kein satan rauben. 5. Nichts nützet die gerechtigkeit, Die stolz auf werfe bauet; Der ist von seinem heil noch weit, Der eignen fräften trauet. Er erntet schaden stets des lohns: Nur die gerechtigkeit des schns Macht uns gerecht und selig. 6. Auch mich macht sie gerecht, weil ich Sie fest im glauben fasse; Auch ewig selig macht sie mich, Weil ich nicht von ibr lasse. Gott, der erfüllt, was er verheißt, Erhält auch mich durch seinen geist In seines johns gemeinschaft. 7. Du, vater, warfest unsre schuld Auf deinen sehn, als bürgen. Du, jesu, ließest in geduld Dich, als ein lamm, erwürgen. Du, geist, theilst dieses heil uns zu. In alle ewigkeit sey du, Dreieiniger, gepriesen. Mel. Es ist das heil uns femmen e. oder: 2obsinget gott, und:(. 72. Henneth 3st rettung uns eil uns, aus unsrer fünerworben. Der herr will nicht des siinders tod. Was adams fall verdorben, Hat er aus gnaden uns ersetzt. Wie werth sind wir vor ihm geschätzt! Wie groß ist sein erbarmen. 2. Selbst seinen eingebornen sohn Sandt' er zu uns auf erden, Von dem verdienten sündenlohn Ein retter uns zu werden. Er kam und mit ihm unser heil; Er kam, am ew'gen leben theil Uns wieder zu erwerben. 3. Wo ist, o tod, dein stachel, nun? Hier ist dein überwinder. Für unsre schuld genug zu thun, Starb er, das heil der fünder. Wo ist nun, sünde, deine, kraft? Hier ist er, der uns fräfte schafft, Dein joch von uns zu werfen. 4. Gelobt sei gott! gelobt sein sohn, Der retter unsrer seelen! Nun kann uns auch auf erden schon Das wahre glück nicht fehlen; Getrost und froh in gett zu seyn, Wenn wir uns nur dem heiland weih'n, Den gott für uns verordnet. 5. Was er zu unserm glück verschafft, Das ist in seinen händen. Sein ist das reich, sein ist die fraft, Das heil uns zuzuwenden, Das er so liebreich uns erwarb, Als er für uns am freuze starb. Wehl allen, die ihm trauen. 6. O laßt uns ihm uns anvertraun, Und niemals sein uns schämen; Auf seine mittlershülfe bau'n, Und sein joch auf uns nehmen. Das ist der weg, zum ewgen wohl, Der weg, auf dem man sriedevoll Auch schon auf erden wandelt. 7. Herr, laß uns diese seligkeit Toch über alles schätzen. Nie können güter dieser zeit Den mangel uns ersetzen, Wenn uns das größte gut gebricht, Ein reines herz voll zuversicht Zu dir, gott, unserin vater! 8. O lent' auf dies erhab'ne glück Der seele stärkste triebe! Zeuch mächtig unser berz zurück Von schuöder sündenliebe. An dem uns theu'r erworbnen heil Laß uns im wahren glauben theil Stets suchen und behalten. METRA 10) Von 10) Von Christo, dem Erlöser. Mel. Es ist das heil uns kommen ic. 73. Du stelltest dich zum mitt- und segen. ein, Herr jesu! für die fünder, und wolltest haupt und bürge seyn Gefallner adamskinder; Nahmst alle ihre schuld auf dich, Trugst ihre lasten williglich), Sie los und frei zu machen. 2. Du, deines vaters ew'ger sohn, Gebor'n ein mensch auf erden, Ertrugst in früher kindheit schon Die größesten beschwerden: Nahmst nach und nach an weisheit zu; Durch frühe tugend wurdest du Ein vorbild frommer jugend. 3. An jahren reif, an weisheit groß, Verlicßest du die stille, Darin dein jugendlauf verfloß; So war's des vaters wille. Am jordan weihetest du dich, Durch deine taufe, öffentlich Zum antritt deines amtes. 4. Dein vater goß vom himmelsthron Auf dich des geistes gabe, Und sprach: dies ist mein lieber sohn, Dran ich gefallen habe. So wurdest du, herr! vor der welt Vom himmel selber dargestellt Als auserforner mittler. 5. 3war dem, der unser erstes haupt, Der adam, überwunden, Ward auch ait dir viel macht erlaubt In langen prüfungsstunden: Doch hier ward er des siegs nicht froh. Du standst als held, und satan floh. Die engel sahn's und jauchzten. 6. Bestimmt nach gottes weisem rath Zum lehrer und propheten, Sah man dich nun, durch wort und that, Voll kraft dies amt vertreten. Des lasters schande straftest du, Sprachst müden seelen freundlich zu, Und predigeft gewaltig. AL herrschest und regierst 3n unserm heil 7. So warest du das wahre licht Mit aufwand deiner fräfte; Jedoch, o herr, dies war noch nicht Dein wichtigftes geschäfte. Zum hohenpriester thum bestellt, Gabst du zum opfer für die welt Dein eignes theures leben. 8. Dem tode nahmst du seine macht, Fuhrst zu des himmels höhen, Wo dich in deiner siegespracht Die himmelsbürger sehen, und wo du unsre sache führst, Alls fönig 39 9. Herr jesu, großer mittler! sey Von herzensgrund gepriesen Für deine gnade, huld und treu, Die du an uns erwiesen! Gieb, daß wir gänzlich dir vertraun, Gehorsam seyn, und einst dich schaun Zu unsrer ew'gen freude. Me. Ein lämmlein geht und ic. 74. Lob, ehre, preis und dank sei dir, O jesu unser leben! Preiswürdig bist du für und für: Wer kann dich g'nug erheben? Eh' noch die welt ward, warst du schon Groß, herrlich und des höchsten john, Ein erbe seiner ehre Dein ist das reich, die herrlichkeit, Und du beherrschest weit und breit Der freaturen heere. 2. Dein sind sie; denn durch wessen kraft Wars himmnel, meer und erde? Wer hat das leben uns verschafft? Wer sprach zum engel: werde! Du bist es, dessen allmachtsruf Die ganze welt aus nichts erschuf; Du bist's, der alles träget, Was sichtbar und unsichtbar ist, Was erd' und himmel in sich schließt, Und was im meer sich reget. 3. Und dennoch bist du uns zu gut In diese welt gekommen; Haft willig unser fleisch und blut, O herr, an dich genommen; Aus der erschrecklichsten gefahr zu retten, was verioren war, Wardst du ein knecht auf erden. O huld, die sonst nichts gleides hat! Du starbst für unsre misfethat, Ein heiland uns zu werden. 4. Du wardst es uns, und bist es noch Jetzt auf der himmel threne; Euchst liebreich von der sünde joch Und ihrem schnöden lohne, Die ihr nech dienen, zu befrein; Beschwerter herzen trost zu seyn, Ist deines herzens freude: Du giebst den milden seelen rub, Und wer dich liebt, den stärkest du, Daß nichts ihn von dir scheide. 5. Du hörst der deinigen gebet, Und endest ihre plage; Du bleibst 40 Erste Abtheilung. bis zeit und welt vergeht, Bei uns zu fuße fällt. Dich preisen seraphinen, noch alle tage. Herr, dir sey ewig dank und ruhin Für deinen tod und marterthum, Für alle deine liebe! Dir geb' ich mich zu eigen bin; Gieb, daß ich mich, so lang' ich bin, In deinem lobe übe. Erhabner menschensohn! Mit freuden dir zu dienen, Stehn sie vor deinem thron. Wer sollte dein sich schämen? Werth bist du, preis und ruhm Auch herr, von uns zu nehmen, Uns, deinem eigenthum. Mel. Nun lob', mein feel', den zc. 75. Mein ein heiland! beine größe Geht über alle himmel weit; Wer ist, der sie ermesse? Du warst bei gott von ewigkeit; Du bist der erstgeborne Vor aller treatur; Kamst zwar für uns verlorne In menschlicher natur; Doch in der menschbeit orden Tratst du erst in der zeit. Eh' noch die welt geworden, Hatt'st du schon herrlichkeit. 2. Der himmel und die erde Sind durch dein kräftges wort gemacht; Auf dein allmächtig: werde! Entstand die welt mit ihrer pracht. Du bist auch unser meister! Auch uns schuf deine hand So, wie das heer der geister, Das dich noch ehr erkannt. Ein erbe ülber alles, Das ist dein ew'ger ruhm; Drum jammmert dich des falles Von deinem eigenthum. 3. Du trägest alle dinge Durch deiner aliraacht starkes wort. Das große und geringe Geht blos durch deinen willen fort. Sohn gottes! du regierest Den ganzen kreis der welt! Weil du das ruder führest, Geschieht, was dir gefällt. Bei dir steht tod und leben; Drum wird einst jede gruft Die tobten wiedergeben, Wann deine stimme ruft.. 4. Gott läßt dir chr' erzeigen, Die feinem andern widerfährt: Dir soll sich alles bengen: Denn göttlich groß ist, herr, dein werth. Du bist das bheil der erden. Wer auf dein wort nicht hört, Der kann nicht selig werden; Wer aber dich verehrt, Dem hilfft du vom verderben, Schafist ihm zufriedenheit, und machst ihn einst zum erten Vollkommner seligfeit. 5. Wie herrlich ist dein name Schon jetzt, o herr, in aller welt; Dich preist der frommen saame, Der gläubig dir 6. Sohn gottes, ich verehre Und bete dich in demnth an. Beschäme und bekehre Die, die dir noch nicht zugethan, Die deinem wort nicht glauben, Und dir, der für sie litt, Die schuld'ge ebre rauben: Theil ihnen gnade mit, Dich gläubig zu erkennen. Laß nichts, die dich erkannt. Von deiner liebe trennen. Dein ruhm füll' jedes land! Mel. Herr christ, der einig' gottes ic. 76. Son gottes, eingeborner, Von ewigkeit erzeugt; Des vaters ausertorner, Zu dem sein herz sich neigt. Mit ihm von einem wesen, Shm, wie du stets gewesen, Stets gleich an herrlichkeit. 2. Für uns ein mensch geboren, Der keuschen jungfrau sohn; Zu juchen, was verloren, Kamst du von deinem thron; Starbst, daß wir leben möchten, Erhobst uns zu gerechten Und erben deines reichs. 3. Gieb doch in reichem maaße Erkenntniß deines heils; Daß keiner je verlasse Die wahl des besten theils. Dich über alles schätzen, An dir sich gern ergötzen, Macht himmel aus der welt. 4. Du schöpfer aller dinge, Des vaters ew'ge frast, Ohn' den ich nichts vollbringe, Der alles gute schafft: Gieb, daß mich nichts verblende, Mein herz nichts von dir wende; So bleib ich stets an dir. 5. Brich alle macht der sünden Durch deinen frenzestod; Und hilf mir itberwinden, Was mit verführung droht. Dein triumphirend leben kann mir ein leben geben, Das neu und himmlisch ist. 6. Dank, lob und preis und ehre Sey gott in ewigkeit, Für diese gnad' und lehre, Womit er uns erfreut! Sie tröst' uns, wann wir leiden; Sie stärk' uns, wann wir scheiden; Sie schütz' uns im gericht! 11) Von der Menschwerdung und Geburt Christi. a. Advends- Lieder. Mel. Lebt gott, ihr chriften 2c. eder: Nun dantet all' ic Und vor aller freatur Es zum wohlthun dir erwählet, Ja, in dir du got77 Also hat gott die welt ge- tessobu, Herrscht die menschheit auf dem thron. liebt Daß er aus freiem trieb Uns seinen sohn zum heiland giebt; Wie hat uns gott so lieb. 2. Was sein erbarmungsveller rath Schon in der ewigkeit Zu unserm heil beschlossen hat, Vollführt er in der zeit. 3. Du, du bist der völker segen; Kamst, von noth uns zu befrei'n; Und wir können deinetwegen Setzt schon gottes finder sein. Hat die sünd' uns gleich verdorben: O so bast du neue fraft Uns zur beiligung ver schafft, Und die tüchtigkeit erworben, Einst von sünden völlig rein, Aehnlich dir, o herr, zu seyn. 3. Er, aller menichen höchstes gut, Der alle segnen kann, 9immt, wie die kinder, fleisch und blut, Doch ohne sünde an. 4. Sch freue mich, mein heil, in dir; Du nimmst mein fleisch an dich: Was fehlt mir nun? ist gott mit mir, Wer ist dann wider mich? 5. Du sohn des allerhöchsten, wirst Auch mir rath, kraft und held, Mein vater und mein fricdefürst, Co, wie das heil der welt. 6. Was mir zum seligseyn gebricht, Das, herr, erwarbst du mir: Versöhnung, leben, trost und licht, Das hab' ich nun an dir. 41 7. Dein mangel wird mein reiches theil; Dein leiden stillt mein leid; Durch deine knechtsgestalt, mein beil, Gewinn ich herrlichkeit. 8. Gelobt sey gott! gelobt sein sohn, Durch den er gnad' erweist! Lobt, engel, ihn vor seinem thron! Erheb' ihn auch mein geist. 4. Du, du bist der mittler worden, Der die welt mit gott versöhnt; Hast der schwachen menschheit orden Wieder mit dem recht belebat, In den himmel einzugehen, llnd da gottes berrlichkeit, Nach vollbrachter iibungszeit, Ewig einst verklärt zu sehen. Fromme, fasset zuversicht, Glaubet fest; nur fündigt nicht. 5. Sollte mich wohl gott verlassen, Wenn ich frank und hilflos bin? Nein, sein heil wird mich umfassen, Trösten den betrübten sinn. Und dann kann mich nichts anfechten. Er, der meinen jammer fennt, Und mich gnädig bruder nennt, Sitzt als herr zu gottes rechten; Durch ibn bin ich gott vereint; Gott ist vater und mein freund. 6. Herr, wie groß ist deine güte! Meine seele freut sich bein. Laß doch stets mein ganz gemüthe Voll von deinem ruhme seyn. Nimmer will ich dein vergessen; Dir will ich mich ganz vertraun, Freudig folgen, auf dich baun. Deine buld ist nicht zu messen; Gieb, daß ich für deine treu; Dir auf ewig dankbar sey. Mel. Sollt' ich meinen gott C. er du uns das heil errun78. Der gen, Mensch gewordner gottes- sohn! Ewig jey dir lob gesungen, Daß du von des himmels thron, Uns zu gut, ins fleisch gekommen; Der du voller freundlichkeit, Längstens schon vor meiner zeit, Dich auch meiner angenommen, Und mein bruder worden bist; Sey gelobt herr jesu christ! Re. Lobt gott, ihr christen:. oder: Nun danket all', und ic. 2. Sey gelobt! denn dir gehöret 79. Lobinge gott, o christenPreis heit; Und danke deinem und dank und ruhin mit redt. berrn! Ihm, welcher dich so oft er= O wie hoch bast du geehret Unser sterb- freut, Dir hilft so herzlich gern.:,: liches geschlecht! Herr, du hast es ſelbſt vermählet Mit der göttlichen natur, 2. Ein ganzes jahr hast du sein wort, Sein göttlich wort, gehört. 42 lizdo imidst Erste Abtheilung. Und heute wirds an diesem ort Bon| brachtem eblem lauf Fuhrest du zu neuem dich gelehrt.:,: 3. Herr, dir und deiner batertreu Bring' ich mein opfer dar. Gieb, daß dein volf gesegnet sey Im neuen firchenjahr.:,: 4. Hilf uns! und bis an unser end' Erhalt' uns dein wort rein. Laß deine heil'ge sakrament Mit troft das herz erfreun.:,: 5. Erleuchte, was in irrthum ftedt. Giebt, daß zu deiner ehr' Der finder, durch dein wort erschreckt, Recht schaffen sich befehr'.:,: 6. Gieb allen lehrern freudigkeit Und weisheit, muth und fraft. Welch glück für uns, wenn jederzeit Ihr vortrag nußen schafft!:,: 7. Regiere uns mit deinem geist Bei unserm firchengehn, Und laß bei dem, was du uns heißst, Ohr und berz offen stehn.:,: 8. Wie wir auf eine kurze zeit Allhier versammelt seyn, So werden wir in ewigkeit llns miteinander freun.:: 4. Deinem vater gleich an traft Hast du sieg und heil geschafft. Herr, vou rath und hülf entblößt Waren wir; und sind erlöst! 2. Dein zion strent dir palmen, Und meine dantbegier Ergießt in freudenpfalmen Sich, glitigster, vor dir. Dich, dich will ich erheben, So gut ich schwacher kann; Mein herz will ich dir geben. Ach, nimm es gnädig an. el. Nun kommt der heiden beil ic John, der uns verheißen war, Den die jungfrau uns gebar, Friedefürst, rath, fraft und held, Herr und heiland aller welt. 3. Nur daß du mich befreiteſt, Gabst du dich selbst für mich. Mich zu erretten, freutest Du, seligmacher, dich. Du sahst, es wäre keiner Vermögend g'nug dazu. Da jammerte dich meiner, Da kamst und halfest du. 80. 2. Du entsproffest nicht wie wir; Gottes geist selbst richtet dir einer menschheit hütte zu; Wunderbar erscheinest du. 4. Du machst mich von den banden Des tod's auf ewig los. Entreißest mich den schanden Der finde, machst mich groß, Und hebst mich hoch zu ehreit, Und schenfest güther mir, Die unvergänglich währen. Dank, ewig dank sey dir. 3. Gottmensch, du betrittst die welt, Eileft mächtig als ein held, Ruhst 5. O du, 5. O du, an den ich glaube, nicht, bis, was uns befrlegt, Ganz zu deinen füßen liegt. Was war's, das dich bewog? Was mar's, das dich zum staube, Zu mir herniederzog? Dein göttliches erbarmen! Ja, du, o jesu haft Mit mittleidsvollen armen Die ganze welt umfaßt. 6. Das schreibt in eure berzen, Betrübte, traur't nicht mehr. Zagt nicht in euren schmerzen, Als ob kein helfer wär'. O sehet auf; ihr habet Den besten helfer nab. Der eure seele labet, Der treue freundist da. 5. Preis sey dir in ewigkeit; Auf, die ihr erlöset seyd! Rihmet den, der, groß von that, Euch vom tod erlöset hat. ihm hinauf. 8. Lob sey dir! bu tamst herab; Lob dem bater! der dich gab; Lob dem geiste! dankt und singt, Daß er uns zu jefu bringt. 6. Du, der solchen sieg vollbracht, Brich in uns des fleisches macht. Du vermagst es, herr der welt, Dessen machtwort sie erhält.. Bekannte Melobie. 81. Mie soll ich dich empfanlichen! Du freude, du verlangen Der gen, Heil aller sterbtrostbedürftigen! Gieb selbst mir zu erkennen, Wie, deiner güte voll, dig preisen soll. Dich meine seele nennen, Dich würbig preisen soll. 7. Die ihr mit ernster reue Still 7. Von dem vater, der dich gab, eure schuld beweint: Wißt, daß er Kamest du zu uns herab. Nach voll- euch verzeihe. Er selbst, der mena 11. Von der Menschwerdung und Geburt Chrifti. 43 schenfreund, Ruft heilbegier'gen fün- stets gewußt? Erfreun ist feine freude dern Der gnate trostwort zu, Macht Und wohlthun seine lust fie au gottes tindern, Schafft ihren seelen rub. 8. Er übersiehet feinen Und weiß, was jedem nüßt. Hat er nicht stets die seinen Von anbeginn geschützt? Nicht sie in ihrem leide zu trösten b. Mel. Wir chriften eut'. oder: Eigene Relodic. Weihnachts- Lieder. 82. Anf fnf schicke dich, Recht feierlich Des heilands fest mit danken zu begehen! Lieb' ist der dant, Der lobgesang, Durch den wir ihn Den gott der lieb', erhöhen. 2. Sprich dankbar froh: Also, also Hat gott die welt in seinem sohn geliebet! O, mer bin ich, Herr, daß du mich So berrlich hoch in deinem sobn geliebet? 3. Er, unser freund, Mit uns vereint, Zur zeit, da wir nech seine feinde waren; Er wird uns gleich, Um gottes reich und seine lieb' an uns zu offenbaren. 4. An ihm nimm theil! Er ist das beil: Thu täglich buß und glaub an seinen namen! Der ehrt ihn nicht, Wer: herr, berr, spricht, Und doch nicht sucht sein beispiel nachzuahmen. 5. Aus dank will ich In dürft'gen dich, Dich gottessohn, bekleiden, speisen, tränken; Der frommen herz In ihrem schmerz Mit troft erfreun, und dein dabei gedenken. 6. Rath, fraft und held, Durch ben die welt Und alles ist, im himmel und auf erden! Die christenheit Preist dich erfreut, Und aller knie soll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den herrn! Er hilft uns gern, Und wer ihn ehrt, den wird sein name trösten. Gelobt jey gott, Gelobt sey gott, Freut euch des herrn und jauchzt ihm ihr erlösten. 9. Er fommt zum weltgerichte Und bringt, wann er erscheint, Fluch jedem bösewichte llud heil tem tugendfreund. Wohl ewig allen denen, Die feine wege gehn, Und einst mit freudenthränen An seiner rechte stehn! Mel. Vom himme! hech, da 20. ies ist der tag, den gott durch jesum christ, Im himmel und auf erden ist. 2. Die väter haben bein geharrt. Doch, als die zeit erfüllet ward, Da sandte gott von seinem thron, Dich, heil der welt! dich, seinen sohn. 3. Wenn ich dies wunder faffen will, So steht mein geist vor ehrfurcht still! Er betet an und er ermißt, Daß gottes lieb' unendlich ist. 4. Damit der fünder onab' erhält, Erniedrigst du dich, herr der welt! Nimmst selbst an unsrer menschheit theil, Erscheinst im fleisch zu unserm heil. 5. Und zu erfüllen aottes rath, Sprachst du sowohl durch wort als that: Gott, deinen willen thu' ich gern. Lob sey dir, der da kam vom herrn! 6. Dich, der du mensch geboren bist, Mit uns vereint, dich, jesum christ, Auf den die völfer hoffend sahn, Dich bet' auch ich, mein heiland, an. 7. Du unser trost und höchstes guth! Vereinigst dich mit fleisch und blut, Wirst unser freund und bruder hier, Und go'tes finder werden wir. 8. Gedanke voller majestät! Du bist es, der das herz erhöht. Gedanke voller seligkeit! Du bist es, der das herz erfreut. 9. Durch eines füinde fiel die welt, Ein mittler ist's, der sie erhält. Was zag' ich nun, wenn der mich schützt, Der in des vaters schooße sitzt? 10. Jauchzt himmel! die ihr ihn erfuhrt, Den tag der heiligsten geburt, 11nd erde! die ihn heute sieht, Sing' ihm, dem herrn, ein neues lied. 11. Herr, der du uns den tag ge= macht, Der uns solch großes heil ge= 83. preiſe, wer, aller welt gedacht! Ihn preise, was christ, Dein freund und dein verehrer ist. 44 Erste Abtheilung. Bekannte Melodie. 84. Gelobet sepst du, jesu christ, dienen! Der du uns geboren bist, Und uns zu gute wärbst wie wir, Preis sey, o welterlöser, dir, Auf ewig preis! 2. Dich, unsern heiland, unsern berrn, Sahn die väter schon von fern: Du, aller völker trost und licht, Du warst auch ihre zuversicht. Gelobt sey gott! 3. Die nacht entfliebt, der tag bricht an Ueber die, so nie ihn sahn; Auf die, so finsterniß umgab, Glänzt gottes wahrheit nun herab. Gelobt sey gott! 4. Er, durch den uns geholfen ist, Der einst richtet, jesus christ, Der schöpfung herr, fömmt in sein reich, Erniedrigt sich und wird uns gleich. Gelobt sey gott! 5. Jauchzt himmel! erde, freue dich! Got: versöhnt die welt mit sich! Uns adams sündiges geschlecht, Entsündigt er, macht uns gerecht. Gelobt sey gott! 6. Gelobet sebst du, jesu christ, Daß du mensch geworden bist. Deß freue sich die christenheit, Und dank es dir in ewigkeit. Gelebt sep gott! du erschienen, Um mir zum heil zu 3. Der du zu uns, gesandt vom herrn, Aus deinem himmel kamest, Und unser fleisch und blut so gern In demuth an dich nahmest! Sohn gottes! o wie hast du dich So tief erniebrigt auch für mich! Wie arm bist 4. O lebre mich den großen werth Von deiner huld recht fassen! Was reizte dich, auf dieser erd' Dich so herab zu lassen? Hier warteten dein nichts, als noth, Verachtung, kummer, schmerz und tod; Und doch kamst du auf erden, Ein menschensohn zu werden. 5. Viel stärker, herr, als schmerz und tod, War deine menschenliebe. Du sahest unsre sündennoth Mit mitleidsvollem triebe. Du stelltest, unser heil zu seyn, Nach deines vaters rath dich ein, Wardst mensch und kamst mit freuden, Für uns den tod zu leiden. 6. Dein, sohn des böchsten, freu' ich mich; Du bist auch mein erretter. Auch mir zum troste sandte dich Der herr, der gott der götter. Was mir ein wahres wohl verschafft, Erfeuchtung, friede, beßrungskraft, Und freuden, die stets währen, Willst du auch mir gewähren. 7. Was soll ich dir, mein größter freund, Für deine treue geben? Du bist's, der mich mit gott verei Du bringst mir heil und leben. Herr, was ich hab' und was ich bin, Das geb' ich dir zum dienste bin: Sch will dich ohn' aufhören Mit leib und geist verehren. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher it. 85. Gºt ott, deine gnade sey gepreist! Sie schuf uns heil und leben. Ermuntre bich, mein träger geist, Shr wohlthun zu erheben. Denk an die nacht, da auf der welt Des böchsten john sich dargestellt, Um sein so theures leben Für sünder hin zugeben. 2. O große that! erwünschte nacht! Von engeln selbst besungen; Du hast den mittler uns gebracht, Der uns das beil errungen. In dir erschien der starke held, Der alles alles Mel. Je us, mein: freude, meines: c. ottes john ist fommen! hält, Der freund der menschenfinder 86. Gott Dankt ihm, seine fromDes todes überwinder. men, Dankt ihm, daß er fam! Daß er hier auf erden, Unser heil zu werden, Seine wohnung nahm. Mensch, wie wir Erschien er bier, Um des raters gnäd'gen willen An uns zu erfüllen. 2. Laßt uns niederfallen. Danken! daß er allen Freund und bruder ist, 8. Ich sebe dich zwar hier noch nicht; Doch wirst du wiederkommen, Und dann schau'n dich von angesicht, Herr, alle deine frommen. Dann werd' auch ich, berr jesu christ, Dich schau'n, so herrlich, als du bist; Dann wirst du mich zum leben, Das bei dir ist, erheben. 11. Von der Menschwerdung und Gebnrt Christi. Gott, auf seinem throne, Liebt uns in dem sohne, Hilf durch jesum christ. Welch ein heil! An christo theil, Theil an seiner sendung gaben, An gott selbst, zu haben. 45 meinen habt gethan, Das, spricht er, habt ihr mir gethan. Und er, er will's vergelten. 4. Wer ihn mit treuen herzen ehrt, Den wird sein name trösten. Vertrau auf ihn, der flehn erhört, Lobsingt ihm, ibr erlösten! Es frent sich deine christenheit, Herr, deiner menschenfreundlichkeit. Dir, dir sey ewig ehre! 3. Keine macht der leiden kann von ihm uns scheiden; Er bleibt ewig treu. Einst wird er vom bösen Gänzlich uns erlösen; Hier steht er uns bei. Unser freund, Mit gott vereint, Kann nicht seine brüder hassen, Noch sie hilflos lassen. Oct. Fröhlich soll mein herze zc. 4. Wenn wir einst ermüden, Fübrt 88. Laßt uns unserm gott lobsingen! Hoch erfreut Laßt er uns in frieben Jn des grabes nacht. Unsre todten glieder Giebt die erde wieder Jhm, der sie bewacht. Jesus ruft Uns aus der gruft, Er, der selbst den tod einst schmeckte, Den das grab auch deckte. 5. Auf dem richterthrone Werden wir im sobne Unsern retter schau'n. Heil und ewig leben Wird er allen geben, Die ihm hier vertraun. Er ward hier Versucht, wie wir; lleberschwenglich wird er lohnen, und der schwachheit schonen. 6. Eilet! eilt, ihr sünder! Werdet gotteskinder! Werdet seiner werth! Eilet, eilt, ihr frommen! Seyd wie er, vollkommen! Bleibet seiner werth! Preiset ihn, Daß er erschien, Und sich für euch hingegeben Durch ein göttlich leben. uns heut Shm anbetung bringen. In des bimmels hohe chöre Stimmet ein: Gett allein, Unserm gott sey ehre! 2. Jeder, der sich fühlt verloren, Freue sich Inniglich; Christus ift geboren. Er, der könig aller wesen, Steigt berab Bis in's grab, Sünder zu erlösen. 3. Wer kann gottes rathschluß fassen? Aber dies Ist gewiß: Gott kann uns nicht hassen. Kömmt der sohn aus freien trieben Zu uns her, Wie, sollt' er nicht die menschen lieben? 2. Ist der ein christ, der dieses heil Nicht schätzt und lieb' gewinnet? Nimm froh an seiner liebe theil, Und werd' ihm gleich gesinnet! Wer nicht wie er, gesinnet ist, Der ehrt ihn nicht, ist nicht ein christ, Der herr erfennt die seinen. 4. Wenn er uns verworfen hätte, Nähm er dann Menschheit an, Daß er uns errette? Deß soll sich der erdtreis freuen! Zum gericht Kommt er nicht, Sondern zum verzeihen. 5. Eilt im geist nach bethlems hiltten, Seht, was er, Euer herr, Schon für euch erlitten. Er wird niedrig eurentwegen. Welch ein freund! Er Mei. Allein gott in der höh' sey 2c. 87. Laßt uns mit ehrfurchtsvollem erscheint Feinden ſelbſt zum ſegen. erer für eure höhen, mit feierlichem lobgesang Armuth, noth, Schmach und tod Des beilands fest begehen! Preis sey Göttlich groß erdulden. Lernt den dem vater, der ihn gab! Preis sey menschenfreund erkennen, Gnadenreich dem sohn! er kam herab, Und ward Will er euch Seine brüder nennen. das beil der menschen. 7. Dankt ihm, der das innere jebnen Sehen kann, Betet an, Opfert freudenthränen. Liebt ihn, der von liebe brennet, Traut dem herrn, Der euch gern Seine brüder nennet. 8. Wenn euch eure sünden fränken, Eilt herzu, Suchet ruh! Er will sie euch schenten. Schaut auf ihn mit 3. In dürft'gen laßt uns ihn er- glaubensblicken! Bittert nicht! Denn freun, Bekleiden, speisen, tränfen! er spricht: Ich will euch erquicen. Sa, laßt uns frohe geber seyn, Und 9. Drückt euch hier so manche plasein dabei gedenken. Was ihr den ge; Euren schmerz Fühlt sein herz, Hinna 46 Erste Abtheilung. Kein erlöster zage. Bringt ihm an stimmit, Und der sich liebreich dein feinem feste Preis und ehr'! Wisset, annimmt. er Wählt für euch das beste. 10. Er verläßt euch nicht ihr schwachen; Mehr, als ihr, Litt er hier, Euch beglückt zu machen. Diese kurze zeit der leiden Und der mülh, Was ist sie, Gegen ew'ge freuden. 11. Jeju, du nahmst meine bürde Gern auf dich, Daß auch ich Frei und selig würde. Wer kann deine lieb' ergründen? Ewig soll Frenden voll Sie mein herz empfinden. 12. Dir, mein göttlicher befreier, Folg ich nach Obwohl schwach, Doch um so viel trener. Seine freatur, kein leiden, Keine noth Und kein tod Soll von dir mich scheiden. 13. Du tömmst einst zum weltgerichte. Dann werd' ich, Richter, dich Schaun von angesichte. Wenn da Wenn da, gott, die fünder beben, So werd' ich Deiner mich Freun und ewig leben. Bekannte Melodie. ob sey dem allerhöchsten gott! Erbarmend sab er unsre noth, Und sandte jesum, seinen sohn, zu uns von seiner him mel thron. 89. Lob 2. Shn sand't er, unser trost zu seyu, Bom sünderdienst uns zu befrei'n! Mit licht und fraft uns bei zustehn Und uns zum himmel zu erhöhn. 3. O welch ein liebevoller rath! O unaussprechlich große that! Gott thut ein werk, deu feines gleicht, Des feines menschen lob erreicht. 4. Sein sohn, durch den er alles schuf, Nimmt willig auf sich den beruf, uns vom verderben zu befrei'n, Und schämt sich nicht uns gleich zu seyn. 5. Er kommt zu uns in knechtsgestalt, Berleugnet hoheit und gewalt, Und läßt, selbst bis zum tob und grab, Zu unsrer rettung sich herab. 6. Was sind wir, daß uns gott so liebt, und seinen sohn selbst für uns giebt? Was niltzen wir dein höchsten guth, Daß er so großes an uns tbut? 7. Nimm seele, nun dein bestes wahr, Verschmähe den nicht undantbar, Den gott zum helfer dir be 8. Bet' ihn als deinen retter an, Und sey ihm willig untertban. Durch seine lebre zeigt er dir Den weg zum leben, folge ihr. 9. Bei dieser treue hast du theil An dem von ihm erworben beil. Wo nicht, achb! so verschließst du dir Mutbwillig selbst des himmels thür. 10. Sein' erste zukunft in der zeit War voller huld und freundlichkeit; Die andre wird, zu großer pein Der finder majestätisch seyn. 11. Zu ehren aber nimmt er dann Mit freuden seine frommen an, lind wird sie in des vaters reich Verklärt erhöhen, engeln gleich. 12. Gelebt jeb gott, der ibn gefandt! Sein ruhm erfülle jedes land! Gelobt sey von uns jesus christ, Der uns zum heil erschienen ist! #el. 2odt gott, the christen, allzugl. oder: Run danket ad', und it. 90. obt gott, ihr christen freuet euch! Von seiner bimmel ihren Beruft er uns zu ſeinem reich und sendet seinen sohn. 2. Der sohn kommt nach des vaters rath, Mit heil uns zu erfreu'n, und auf des ew'gen lebens pfad Der welt ein licht zu seyn. 3. Bei seinem antritt in die welt Umgiebt in feine pracht, Die glänzend in die augen fällt, und groß vor menschen macht. 4. Er wird dem ärmstén knechte gleich, Begehrt kein erdenglück, Verlangt allhier fein königreich Von einem augenblick. 5. Er fömmt, durch seiner wahrheit macht Zu gott uns hinzuziehn; Bor seinem lichte muß die nacht Des aberglaubens fliehn. 6. Er lehret uns die sünde scheun, Er giebt auch kraft dazu, Und schafft uns, wenn wir sie bereun, Begnadigung und rub. 7. Er bringt den troft der bessern. welt Vom himmel uns herab. Nun schreckt, wenn unsre hütte fällt, Den frommen geist fein grab. 11. Von der Menschwerdung und Geburt Christi. 47 8. Er öffnet uns dereinst die thür gekommen. Mit uns ist gott Run in Zu seinem himmelreich. Ihr christen, der noth. Froblockt dem berrn und wie beglückt sind wir, Lobt gott und hofft auf ihn, ihr frommen; freuet euch. 4. Auch mein gesang, Herr, bringt dir dank Du wurcest mensch, damit wir selig witrden; Du machst uns groß Und ewig los Vom fluch der fiind' und ihren schweren bürden. 5. Gelobt sey gott! Auf unsre noth Sab er mit bülfe mitleidsvoll hernieder. O christenheit! Preis' ion erfreut! Des böchsten sohn bringt das verlorne wieder. Mel. Es ist das heil uns femmen 20. 91. Mi in jesu, du bast unsre plager,( schuld Mit ihrer strafe unerhörte lieb und huld!) Freiwillig wollen tragen. Du, der gerechte, ließest dich Zum sünder machen, daß ich mich In dir gerecht fann nennen. 2. So heißest du nicht jesus nur: Du bist auch, was du heißest, Weil du Del. Vem himmel kam ber engel: c. die menschliche natur Aus allem jam- 93. Vom himmel ward der enmer reißest. stimmt mit dem namen ein: Du wolltest, was du beißest, eyn, Mein heil, mein seligmacher. gel Des nachts den hirten offenbar, Und große freude that ihr mund Mit lautem jubel ihnen tune. 3. In feinem andern ist ja heil; Kein mittel ist gegeben, Wodurch wir können nehmen theil An seligkeit und leven: Du bist's allein, der jedermann Ein ew'ges leben schenken kann, Verehret werd' dein name! Mel. Wir christenleut find: c. oder: Auf! schicke dich: c. 92. christenheit! Sey hoch erfreut! Das heil der welt, der mittler ist geboren. Nimm freudig theil An seinem heil! Wer an ihn glaubt, geht nimmermehr verloren. 2. Welch große that! Nach gottes rath Hat sich sein sohn für uns dabin gegeben. Ein menschenkind, Doch ohne sünd', Wird er, und bringt uns allen heil und leben. 3. Er, er befreit Uns von dem leid, Das durch der jünde macht auf uns 2. Geht, eilet bin, geboren ist In davids statt der berr, der chrift, Des vaters eingeborner sohn, Der finder beil, der frommen lohn! 3. Seyd fröhlich, daß er sich mit euch Vereinigt, ohne sünd' euch gleich; Selbst gott, dech ench durch fleisch und blut Verwandt und euer höchstes gut. 2. Kaum saudte gott mit seinem sohn Der erde große frenden. So 4. Shr habt mit euch den wahren gott! Euch schrecke nie mebr sünd' und tod! Laßt teufel, welt und hölle drohn! Ein mensch, wie ihr, ist gottes john. 5. Auf ihn jetzt eure zuversicht, und seyd gewiß, er läßt euch nicht; Fiel auch ein ganzes beer euch an: Truß, daß euch einer schaden faun. 6. Shr seyd unn göttlichen geschlechts, Und mit uns gleichen bürgerrechts; 3hr siegt, nur stebet fest im stren; Euch bleibt zuletzt die seligkeit. 3 Von der Erscheinung Christi. Mel. Es ist das heil uns kommen: c. sammelt er sich selber schon Die erst94. Dein beil bat bent, volk linge der beiden. Zu ihrem neugeborgottes, nähern nen fie angefangen, Ein belles licht ist auch stern Aus fernen landen führen. für dich Den völkern aufgegangen. 3. Der vor'gen zeit denft, christen, Dies sey dir, welt, ein frendentag. doch. Heil euch! sie ist verschwun Die nacht, die auf den völkern lag, den. Was war't ihr, eb' der herr Durchbrach zuerst sein schimmer. euch noch, Eh' ihr noch ihn gefunden? Fragt euch aur selbst, was wartet ibr? O deutsches volk, er 48 Erste Abtheilung. wedet dir Dein ror'ges bild nicht leben Haft mit der vernunft gegeben. grauen? Daß du gott bist, muß ich merken, Herr, aus deinen großen werfen; Und die pflicht, dich zu verehren. Kann mich deine schöpfung lehren. 4. Ein volt, mit gett ganz unbekannt, Von seiner lehr' entfernet, Das, ven der tugend abgewandt, Nur böses thun gelernet; Des todten stein, gesnigtes holz, Wohl gar auf seine klindheit steiz, Als seine götter ehrte. 5. Du gingst in schand' und laster hin, Wie jede lust dich führte. Wenn ja noch den verkehrten sinn Einst das gewissen rührte: So konnte da doch aus der noth, Die die natur scen fündern droht, Dir nichts den ausweg zeigen. 6. Beglückter tag, der jene macht Des gößendienst's entwendet! Daran uns gott nach langer nacht Sein licht und heil gesendet! Da gett, in dir, immanuel, Mit deinem wahren israel Run and die heiden danten. 7. Nun prüfe heut', volk gottes, dich Ver seinem angesichte. Beharrst du unveränderlich In seiner wabrbeit lichte? Was helfen opfer des gebets Zum wahren gott; wenn du noch stets Der fünde sclavisch fröhnest? 8. Was hilft es, daß du geit er tennst, Und seinen ganzen willen, Wenn du das thun und wissen trennst, Zu träg', ihn zu erfüllen? Wenn du oft treu gelobst und brichst: Zwar christlich glaubst, und christlich sprichst, Und doch als heide wandelst? 9. Ach prüfe dich! gett nimmt sein licht, Wenn man's nicht schätzt, zurücke. Steh' auf vom schlaf, damit er nicht sein wort auch dir entrücke. Gott, hör' uns nicht zu tragen auf, Und fördre deiner lehre lauf Roch zu den fernsten heiden. 95. Gott! Mel. Schmücke dich, o liebe seeie zc. dein unsichtbares wesen Läßt sich in dem lichte lesen, Das du uns für dieses 2. Die vernunft zeigt deine größe, Und entdeckt mir meine blöße: Schy soll mich mit gott verbinden; Doch dies hindern meine sünden: Und ich Fann sie nicht verfühnen; Meine fraft tann nichts verdienen. Ach vernunft! dies ist der schate, Aber wie find' ich nun gnade? 3. Hier erscheint in größter flarheit Uns ein licht, das wort der wahrheit; Dies verspricht den geistlich armen Reiches, göttliches erbarmen. Hier Reiches, göttliches erbarmen. Hier ist beil für menschenkinder; Hier ein bürge für die fünder; Hier steht allen, die sein hoffen, Jiun der weg zum himmel offen. 4. Lob und preis, und dank und ebre Sey dir, herr, für diese lehre, Die ein licht uns aufgestecket, Uns den weg des heils entdecket. Da du deinen sohn zum leben Der verlornen welt gegeben, Sehn wir unsers gottes flarheit, Und empfangen guad' und wahrheit. 5. Gott! wie groß in deinen wegen, Und für uns wie reich an segen Zeigt dich uns das wort vom glauben! Wer will uns den himmel rauben, Wenn wir auf dein zeugniß bauen. Deiner vaterhuld vertrauen, Jesum gläubig heiland nennen, Und das durch die that bekennen? 6. Ist dies nicht von uns geschehen; O vergieb uns das vergehen! Sieh hier unsers herzens reue, Und mach' unsern glauben neue. Ach, das wort des ew'gen lebens abst du uns doch nicht vergebens. Laß es ihm bei uns gelingen; Laß es uns zum himmel bringen! 4. Auf die Darstellung Christi im Tempel. zens tröst und theil, Erfreue mich Mel. Vem himmel hoch da komm: c. 96. Dich bitt' ich, heiland aller mit deinem heil. 2. Weil du ein treuer beiland mein glaube hält, Sey meines her- bist, Der mir von gott gegeben ist; 11. Von der Menschwerdung und Geburt Christi. So reinige herz, sinn' und muth, Und mache mich gerecht und gut. 3. Zeig' mir die bahn, o helles licht! Daß ich des heils verfehle nicht. Du bist allein mein preis und ruhm, Und ich dein ew'ges eigenthum. 4. Dein friede, herr, bewahre mich; Mein ange blicke stets auf dich: So will ich gern aus dieser welt Hinfahren, wann es dir gefällt. 97. Mel. Kommt her zu mir, spricht 2. oblauf, mein herz! verlaß die welt, Dem, der für dich sich dargestellt, un dich auch darzustellen! Er ist das licht; drum sey gewiß, Er werd' auch deine finsterniß Durch seinen glanz erhellen. 2. Ach! du sollst ihm sein tempel seyn! Er selbst macht dich von sünden rein, Und hat hier lust zu wohDoch hoffe nicht, daß jesus christ In solchen herzen wohnhaft ist, Die noch den listen frohnen. 49 3. Was nur dem fleische wohlgefällt, Das opfre die verkehrte welt Dem satan, ihrem gotte. Sie erndtet schaden blos für mith; Für ihren sündendienst, wird sie Einst ewiglich zu spotte. Am Tage Mariä Verkündigung. 4. Doch, wer vom geist, wie simeon, Sich treiben läßt; nur gottes sohn Zum heil begehrt zu haben; Gott fürchtet, sich der welt entwöhnt, Aus ihr sich nach dem himmel sehnt: Der opfert rechte gaben. 5. Wer durch das wort, darauf er traut, Im glauben seinen heiland schaut, Der kann im frieden fahren. Der heiland hält, was er verspricht, Er wird sich ihm in seinem licht Dert herrlich offenbaren. 6. Herr, mache mich gerecht und rein! Herr, laß mich stets voll glaubens seyn, Und stets im geiste leben! Bis du auch mich, wann dirs gefällt In frieden wirst aus dieser welt, Hinauf zu dir erheben. Mel. Durch adams fall ist ganz 2c. oder: Das Jefulein soll dich zc. jesus ist empfangen. Der uns erhält, Hat sich gesellt Zu den verlornen 98. Nun ist der tag der ſeligkeit ſündern. War er schon reich, Wird Den er doch gleich Den armen menschenDie langerwünschte gnadenzeit, Die kindern. gott der welt versprochen: Denn gottes sohn Ist von dem thron Zu uns hernieder kommen; Das höchste guth Hat fleisch und blut Von menschen angenommen. 3. jesu! unser herr und gott! Der du ins fleisch gekommen, Und uns'rer dich bis in den tod So hülfreich angenommen, Hast nach dem streit Die herrlichkeit Des ew'gen reichs empfangen. D'rum werden wir Auch einst bei dir Ein ew'ges 2. Nun ist des vaters wort erfüllt; Der gläubigen verlangen Ist nun nach herzenswunsch gestillt; Denn glück erlangen. el. D gott, du frommer gott zc. 99. G 8 lag die ganze welt Mit sündennoth beladen: Da öffnetest du, gott, Die schätze deiner gnaden. Dein sohu erscheint; du schickst Den, dessen dienst die bahn Dem herrn bereiten soll, Als seinen knecht, f. Von dem Vorläufer- Amte Johannis. voran. 2. Die juden sollte er Von deinem heil belehren. Gott, ihn auch ehrest Evang. lutb. du, Um deinen sohn zu ehren. Sein vater wird erst stumm; Der stumme schnell beredt, Und weisfagt, da auf ihn Der geist des herrn geräth. 3. Allein zu jesu hin Verweist er seine jünger; Allein auf jesum zeigt Sein ausgestreckter finger; Seht gottes opferlamm, Das mit der schuld belegt, Für uns geschlachtet wird, Und alle strafen trägt. 4 THATO 50 Erste Abtheilung. CHE& 4. Wohl den, der diesen tod, Auf 5. Das werd auch unser theil! Joden johannes weiset, it festem glau ben faßt Und dankbar heilig preiset. Wer, seinem taufbund treu, Sich jesu ganz ergiebt, Der wird in ihm bon gott Begnadigt und geliebt. 12) Vom Wandel 100. D Der allerhöchſten liebe! Mel. Mach's mit mir, gott zc u wesentliches ebenbild Du warst, o jesu, gan; erfüllt Mit gottgeweihtem triebe. Gott war dein zweck, dein höchstes guth, Shm folgtest du mit heldenmuth. 2. Du warst mit ihm ein sinn, ein herz; Sein wille war dein wille: Du ehrtest ihn, gedrückt von schmerz, Mit höchst zufriedner stille; Auch auf der allerraubsten babn Sabst du ihn doch als vater an. 3. Du suchtest nichts, als sein gebot Vollkommen zu erfüllen, und unterwarfst dich bis zum tod Ganz deines vaters willen. Dein Hauptgeschäft war dies allein, Bollführer seines plans zu seyn. 4. Du gingst gauz still zum freuze hin, Die martern auszustehen; Bereit, mit göttlich großem sinn, Fir mörder selbst zu flehen. Wie trugst du nicht, in gott gefaßt, Der schande und der marter last! 5. Herr, lehre mich, dein eigenthum, Nach deiner tugend streben. Dir gleichgesinnt seyn, sey mein ruhm, Und woune, so zu leben. O bilf, daß ich, so gern wie du, Den willen deines vaters thu. Mel. Vater unser im himmelreich zc. Pein lehrer ist dir, jesu, 101. Rin K gleich. An weisheit und an liebe reich Warst du, so wohl durch wort als that, Der schwachen menschen sich'rer rath. Es freut mein geist im glauben sich, Herr jesu, dein und lobet dich. hannis ant und lehre Verherrliche noch stets, Gott, deines namens ehre. Wer buße thut und glaubt, Hat trost zu jederzeit. Wer glaubt und beilig lebt, Der bleibt in ewigkeit. Christi auf Erden. | buld. Auf ewig sey dir daut und ruhm, Herr, für dein evangelium. 3. Jm lichte der allwissenbeit Sabst du mit aller deutlichkeit, Was mach des höchsten weisem rath Die welt noch zu erwarten hat; Und machtest dann durch deinen mund Das fünftige den menschen fund. 3. Dies und die wunder deiner hand Sind uns ein göttlich sich'res pfand, Daß das, was man von dir gehört, Die wahrheit sey, die gott uns lehrt. Nie schwäche mir ber frevler spott, Den glauben an dies wort von gott. 5. Du lehretest durch wort und that. Dian trifft der reinsten tugend pfad Ju deinem heil'gen wandel an. Gieb, herr, daß ich auf dieser babn Gestärkt von dir, mit steter tren Dir nachzufolgen eifrig sev. 6. Du bist es, herr! von dem das amt, Das die versöhnung predigt, stammt. Du machst durch treuer lehrer mund och jetzt dein heil den menschen fund. Begleite stets mit deiner fraft Ihr amt, damit es nutzen schafft. 7. Noch immer hilsst du deinem wort In seinen siegen mächtig fort. Du sendest, wie dein mund verheißt, Noch immer deinen guten geist, Der dem, der wahrheit sucht und liebt, Zum glauben licht und träfte giebt. S. Mein heiland, send' ihn auch zu mir, Daß er mich zu der wahrheit führ, Von eigendünkel mich befreit, Damit ich dir geborsam sey; Bis mich dereinst in ewigkeit Ein beures licht bei dir erfreut. 2. Du kamst zu uns, von gott Mel. Schmücke dich), o liebe see e c. geſandt, und machteſt uns den weg 102. Vorbild wahrer menschen Auf wir frei von denschuld Theilbaftig werden seiner mitleids triebe 3ogen dich berab auf 13. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 51 erken, Der verlornen beil zu werden, Und für sie sogar dein leben In den tod dahin zu geben. Wo ist jemand, der die größe Deiner lieb' und huld ermesse? 2. Obne vortheil zu begehren, Sich in andrer dienst verzehren; Jedem gerne guts érzeigen, 3u beleidigungen schweigen, Auch an feinden wohlthun üben: Das heißt, menschen göttlich lieben. Und wie voll von solcher güte, War, erlöser, dein gemülthe. 6. Deine huld hat dich getrieben, Sanftmuth und geduld zu üben; Haß mit haß nicht zu vergelten, Deine schmäber nicht zu schelten, Allen freundlich zu begegnen, Für die lästerung zu segnen, Deine feinde zu vertreten Und für mörder selbst zit beten. 3. O du zuflucht der elenden! Wer hat nicht von deinen händen Segen, trost und heil genommen, Der gebeugt zu dir gekommen? Wie ist dir dein herz gebrochen, Wenn dich franke angesprochen: Und wie pflegtest du zu eilen, Das gebetne mitzutheilen! 7. Demuth war bei spott und hohne Deiner tugend schmuck und frone; Nie bast du nach rubin getrachtet, Und auf menschenlob geachtet. Deines vaters beil'gen willen Mit gehorsam zit erfiillen, lnd uns heil und trost zu geben, War der zweck von deinem leben. 4. Menschenseelen zu beglücken, Neuerfüllte zu erquicken, Unverständ'ge zu belehren, Abgewichne zu bekehren; 8. Laß mich, berr! zu reichem jegen, Sünder, die sich selbst verstocken, Lieb- Deinen wandel eft erwägen. Laß mich reich zu dir hinzulocken, War dein täg- in der angst der sünden, Trost und liches geschäfte, Selbst mit schwächung hülfe bei dir finden! Heilige auch deiner kräfte. meine triebe zu rechtschaffner menschenlieb:. Laß mich immer mehr auf erden Deinem bilde ähnlich werden. Gottes strafen abzuwenden, Unter frecher mörder händen Angst und unerhörte schmerzen Littest mit gelaßnem herzen; Als ein missethäter starbeſt und uns ew'ges heil erwarbest. 5. Und wie hoch stieg dein erbarmen, Da bu, mittler, von uns armen 13) Bon dem Leiden, Tode und Begräbniß Jejn. a. Vorbereitung zur Betrachtun des Leidens Jeju. # e¹. Christus, der uns felig: 4. Drohet mir die höllenpein Um 103. Deine leiden, gottes sohn, der fünde willen: Ach, so tritt ins zu bedenken, mittel ein, Hilf die stillen. Laß mich dann mit heilbegier, Dich, mein jeju, fassen. Halt' ich gläubig mich an dir, Kann mich gott nicht bassen. 5. Gieb auch, jesu, daß ich gern Dir das freuz nachtrage, Wahre demuth von dir lern', Nicht in Hotb verzage: Daß ich in der prüfungszeit immer von dir wanke, Und dann einst in ewigkeit Dir, berr! fröhlich dante. Wollst du mir von deinem thron Geist und andacht schenken. Ach erschein' in diesen bild, Jesu, meinem herzen, Wie du gottes zorn gefillt Durch die größten schmerzen. 2. Laß mich ber nicht allein Deine schmerzen sehen; Laß die ursach' deiner pein Mich zugleich verstehen. Ach! die ursach' war auch ich, Sch und meine sünde; Diese schlug und quälte dich, Daß ich snade finde. daß ich in bus und reu Dieses recht bedente, Und cich Filuftig 104. leiden zu bedenken, Mel Herzliebster jesu, was hast ic. err stärke mich, dein nicht auf's nen Durch die fünde fränke. Dämpf' in mir diesändenlust, Laß mich alles meiden, Was du, iju, büßen mußt Mit so schweren leiden Mich in das meer der liebe zu versenten, Die dich bewog, von aller schuld des bösen uns zu erlösen. 4* ad nume M 52 Erste Abtheilung. 2. Vereint mit gott, ein mensch vor dir im staube; Verliere mich mit. gleich uns auf erden, Und bis zum dankendem gemüthe In deiner gute. tod am freuz geborsam werden: An unsrer statt gemartert und zerschlagen, Die jünde tragen! 7. Sie übersteigt die menschlichen gedanken. Allein, soll ich darum im glauben wanken? Ich bin ein mensch: darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 3. Welch wundervoll hochheiliges geschäfte! Sinn' ich ihm nach, so finfen meine fräfte, Mein herz erbebt: ich sebe und empfinde Den fluch der sünde. 4. Gott ist gerecht, ein rächer alles bösen. Gott ist die lieb' und läßt die welt erlösen. Dies kann mein geist mit schrecken und entzücken Am freuz erblicken. 5. Es schlägt den stolz und mein verdienst darnieder. Es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder; Lehrt mich mein glück, macht mich aus gottes feinde Zu gottes freunde. 6. O herr, mein heil! an den ich herzlich glaube, Ich liege hier gebückt b. Dankbare Erwägung der Leiden Jesu. Rel. Jesu, meines Lebens leben 2c. 105. Du, der menſchen heil und leben, meine seele freut, Der für mich sich bingegeben, Stifter meiner seligkeit; Du, der lieber wollte sterben, Als mich lassen im verderben: Ach, wie dank', wie dank' ich dir, Mein erlöser, g'nug dafür! 2. Menschenfreund, von gott gesendei, zu erfüllen seinen rath, Längst hast du dein werk vollendet, Weg zu thun die missethat! Doch in den gedächtnißtagen Deiner leiden, jeſu, sagen Teine theu'r erlöſten dir Bilfig nenek dank dafür. 8. Des höchsten thun ist gnad' und lieb erweisen; Ulus fömnit es zu, fie demuthsvoll zu preisen, Zu sehn, wie hoch, wenn gott uns gnad' erzeiget, Die gnade steiget. 9. So sey dann ewig auch von wir gepriesen Für das erbarmen, das du mir erwiesen! Da du, mein heiland, auch für mich dein leben Dahin gegeben. 10. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben, und stets mit freuden deinen willen üben; O gieb zu diesem seligen geschäfte Stets neue fräfte? 3. Du betratst, für uns zu sterben, Willig deine leidensbahn; Stiegst, uns leben zu erwerben, Gern den todesberg hinan; Trugst, vergessend eigner schmerzen, Deine menschen nur im herzen. Diese liebe preisen wir, Unvergeßlich sey sie mir. treffen müssen. Wie verpflichtet bin ich dir nicht auf ewig, herr, dafür. 5. Frevler zum hohne. Deine stirn, die blutete Unter einer dornenkrone, König aller könige. Mir zu gut, hast du's erlitten; Mir die ehrenkron erstritten. Preis, anbetung, dank sey dir, Liebenswürdigster, dafür. 6. Du, der tausendfache schmerzen Mir zur liebe gern ertrug, Deinem großmuthsvollen herzen War mein heil belohnung g'nug. Trost in meinen letzten stunden Floß für mich aus deinen wunden. Herr, ich dank, ich danke dir Einst im tode noch dafür. 7. Rub im leben, trost am grabe, Unaussprechlicher gewinn, Den ich dir zu danken habe! Dir, deß ich nun ewig bin; Jesu, dir mein herz zu geben, Deiner tugend nachzustreben. Dir zu traun, zu sterben dir; Dies, dies sey mein dank dafür. Rel. Nun ruhen alle wäider 2c. 4. Meinetwegen du bande, Litteſt du der läſtrer ſpott, Achteteſt 106. bete gottes güte Und du nicht der schande, Wein versöhner und mein gott. Mich hast du der In deinem heiland an. Was selbst somach entrissen, Die mich hätte der engel schaaren zu thun nicht fähig 13. Von dem Leiden, Tode waren, Das hat des menschen sohn gethan. 2. Schau hin, wie der gerechte Für uns, der sünden fnechte, Den bittern zorufelch trinkt: Wie er, ans freuz erhöhet, Für seine mörder flehet Und fiegreich in den tod hinsinkt. sünder sollten 3. Wir sterben, Fluch lag auf adams erben; Fluch auf der 108. Ursprung meiner freuRel. Christus, der uns selig zc. meiner seelen licht, argen welt; Doch er kam uns zu gute, Und gab mit seinem blute Für uns ein ew'ges lösegeld. 4. Rein freund meint es mit freunden So treu, als es mit feinden Er, unser mittler, meint. Preis ihm, dem überwinder, Nun sind wir gottes finder, Mit gott versöhnt durch unsern freund. Mel. Wenn mein stündlein 20. 107. err jesu, deine angst und pein Und dein verföhnend leiden, Laß allzeit mir vor augen seyn, Die fünde zu vermeiden. Laß mich an deine große noth Und deinen herben bittern tod, Dieweil ich lebe, denken. 2. Die angst, die deine seele litt, Da schrecken sie umfingen; Was du ertrugst, um uns damit Befreiung zu erringen. Das präge tief mir, jesu, ein, Und laß mir's ernste warnung seyn, Wenn mich die sünde reizet. 3. Die wunden alle, die du hast, Hab' ich dir helfen schlagen. du, der meine sündenlast So willig bat getragen; Ach liebster heiland, schone mein, Laß diese schuld vergessen seyn, Für recht laß gnad' ergehen. und Begräbniß Jesu. 53 6. Herr jesu! deine angst und pein, Und dein versöhnend leiden, Laß meine letzte zuflucht seyn, Wenn ich von hier soll scheiden. Ach hilf, daß ich durch deinen tod Fein sanft beschließe meine noth, Und selig sterbe, amen. 4. Du hast verlassen deinen thron, Bist ins gericht gegangen; Bertru gest schläge, spott und hohn, Und wurd'st ans kreuz gehangen, Auf daß du für uns schafftest rath, Und unsre schwere missethat Bei gott versöhnen möchtest. den, Wie viel trost und zuversicht Fließt aus deinem leiden! Nimm den dank in gnaden an, Den ich dir jetzt singe; Deß, was du an mir gethan, Bin ich zu geringe. 2. Ich erwäg' es hin und her, Was dich angetrieben, Eine sünderwelt so sehr, Wie du thuft, zu lieben; Uns verlor'ne zu befrei'n, Hast du angst und banden, Geisseln, schmach und todespein Willig ausgestanden. des vaters gilte, Deines herzens freund3. War es unsre würdigkeit? Nein, lichkeit und dein tren gemütbe; Dies hat dich ans kreuz gebracht, Daß kein mensch verzagte, Wenn der sünden meng und macht Das gewissen nagte. tis 4. O du wunderbarer rath, Den man nie ergründet! O du wunderbare that, Die man nirgend findet! Sünden, beren gott zum hohn, Menschen sich erfrechen, Die läßt gottes eigner sohn An sich strenge rächen. den treuen bürgen; Er ließ sich aus 5. Meine große sündenschuld Traf großer huld, Mir zu gut, erwürgen. So hat er uns heil gebracht; Sollt' uns nicht geziemen, Seiner liebe starke macht Ewiglich zu rühmen? 6. Herr, dein friede sei mit mir, Und auf mein gewissen, Wenn es zaget, laß von dir Trost und freude fließen! Trost ergießt in jedes herz Sich aus deinem herzen. Auch den bängsten, herbsten schmerz Heilen deine schmerzen. 5. Drum soll mein herz voll dank- 7. Laß, so bald mein herz erschrickt barkeit, Erbarmer, dir lobsingen. Und| Ueber seine sünden, Wenn auf dich wenn du einst zur seligkeit Aus gna- mein glaube blickt, Mich, herr, gnade den mich wirst bringen, Dann will finden! Sieh, ich fall', zerknirscht von ich, dein erlöseter, Dich ewig und reu, Mit wahrhafter buße und dem viel würdiger Mit allen sel'gen loben. vorsatz beffrer treu, Jesu, dir zu fuße. 54 Erste Abtheilung. 8. Nun id weiß, worauf ich banda du für mich gestorben, Dies glück Und bei wem ich bleibe, Wessen für erworben. sprach ich vertrau, Und an wen ich 9. Ich bin ja bein, schon selig hier im glänte. Jesu, du, du bist's allein, Welcher mich beschirmet, Wenn gleich des gewissens pein Auf die seele stürmet. glauben! So wird mir nid ts, nichts meine frone rauben; So werd' ich dort von herrlichkeit umgeben, Einst ewig leben. 9. Hier bin ich dein eigenthum, Soll dort mit dir erben. Drum will ich zu deinem ruhm Leben und anch sterben; Daß auch ich einst rühmen mag, Aus dem grab erstanden: Mei nes jesu großer tag, Heil mir! ist vorhanden. 10. Ja, wenn ich stets der tugend pfad betrete, Sm glauben kämpf', im glauben wach' und bete: So ist mein heil schon so gewiß erstrebet, Als jesus lebet. Tel. Herzliebner jesu, mas it 109. aß deinen geist mich stets, mein heiland, lehren, Das wert von deinem Freuze so zu ehren, Daß ich getren in dem beruf der liebe Mich christlich übe. 2. Das gute thun, das böse fliehn und meiden, Herr, diese pflicht lebrt mich bein heilig leiden. Könnt' ich zugleich das böse mir erlauben. Und an dich glauben? 3. Da du dich selbst für mich da hin gegeben, Wie könnt' ich noch nach meinem willen leben, Und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, Zu deiner ehre? 4. Ich sollte nicht, wenn leiden dieser erben, Wenn freuz mich trifft, gelaßnen herzens werden; Da du so riel für uns, die wir's verschuldet, Liebreich ertuldet? 5. Fitr welche du dein leben selbst gelassen, Wie könnt' ich sie, sie, meine brüder, hassen? Und nicht, wie du, wenn sie mich untertreten, Für sie noch beten? 6. Ich will nicht haß mit gleichem haß vergelten, Wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten; Du hei: figer! du herr und haupt der glieder, Schaltft auch nicht wieder. 7. Ein reines herz, gleich deinem edlen herzen, Dies ist der dank für deine freuzesschmerzen; Und gott giebt uns die fraft, in deinem namen, Dich nachzuahmen. 8. Unendlich glück! du littest uns zu gute; Ich bin versöhnt in deinem theuren blute, Du hast auch mir, 11. Podt böse luft mein ber; mit ihrem reize, So schrecke mich dein wort, das wort vom krenze, Und werd' ich matt in übung guter werke, So sey mir's stärke. 12. Seb' ich dein freuz den flugen dieser erden Ein ärgerniß und eine thorheit werden; So sey's doch mir, trop alles frechen spottes, Die weisheit gottes. 13. Wann endlich, herr, mich meine fünden fränken, Eo laß dein freuz mir wieder ruhe schenken; Dein sterben sey, wenn ich den tod einst leide, Mir fried' und freude. Ref. Chrifius, der uns selig:(. 110. Mein erlöser goites ſohn, littest, Und auch auf der himmel thron Jetzt noch für mich bittest; Welche wohlthat ist für mich Dein verföhnend leiden! O, wie preif' ich würdig dich, Ursprung meiner frenden. 2. Unermene herrlichkeit War dir, herr! gegeben; Und du konntest jederzeit Voller freuden leben. Aber, o der großen huld! Daß ich selig würde, Uebernahmst du in geduld Schwerer leiden türde. 3. Run tann meine missethat Roch vergebung finden: Denn du starbst, nach gottes rath, Auch für meine sünden. Meine schulden trugest du, Ließ'st für mich dich strafen, Meiner seele treft und ruh Gnädig zu verschaffen. 4. Was mir luft zur besf'rung schafft, Was zur tugend leitet, Dazu hast du neue fraft Durch dein freuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun Mich 13. Von dem Leiren, Tode und Begräbniß Jesu. 55 um fraft bewerben, Gottes willen durch deinen tod erworben, Das hast treu zu thun, Sünden abzusterben. du, von barmherzigkeit geleitet, Auch mir bereitet. 5. Erhalte selbst mein herz bei diesem glauben; Kein banger zweifel miffe mir ihn rauben; Er müsse mich zum fleiß in guten werken Beständig stärken. 6. Sollt' ich mich nun noch frevelhaft erfühnen, Der fünde, die dich tödtete, zu dienen: So könnt' ich mich mit den von dir erlösten Nicht deiner trösten. 5. Nun kann ich dem todesthal Froh entgegen sehen; Und zu jener welt einmal Ohne schrecken gehen. Du, herr, haft aus aller noth Rettung mir errungen, und durch deinen freuzestod Meinen tod bezwungen. 6. Herr! was bin ich, daß du mein So dich angenommen; Daß die frucht von deiner pein Auch auf mich soll kommen? Gieb mir weisheit, gieb mir kraft( Du hast sie in händen), Was du mir zum heil verschafft, Treulich anzuwenden. 7. Laß das wort von deinem freuz Mich mit muth beleben, Ernstlich jedem sündenreiz Hier zu widerstreben, Treib' mich mächtig dadurch an, Gottes zorn zu schenen: Was ich unrecht je getban, Innig zu bereuen. 8. Drückt mich meine sündennoth, Straft mich mein gewissen; O! dann laß aus deinem tod Mich den trost genießen, Daß du auch für meine schuld Me: Ein Lämmlein geht, und 2. Büßend bist gestorben, Und wir alle 112. Was ist der mensch, deß 20 gott erworben. Was 9. Stärke mich durch deinen tod Auf die letzten stunden. Wie du deine todesnoth Siegreich überwunden: O! so bilf dazu auch mir. Laß mich fröhlid seiden; Herr! so dank' ich ewig bir Fiir dein bitt res leiden. ** e! Herzliebster, jesu mas 20 ober: Ist auch ein gott? ev 111. Se hochgepriesen, herr, für deine liebe! Sie drang dich zu dem mitleidsvollen triebe, Für eine welt voll sünder selbst dein leben Dabin zu geben. 2. Fühwahr, du truçest unsrer sünden somerzen. O welch ein herz gleicht deinem edlen herzen? Du ließest unsre schuld an dir bestrafen, lns heil zu schaffen. 3. O laß dies heil doch auch mein erbe werden! Was hab ich sonst für sichern trost auf erden? Was giebt mir sonst wohl sichern grund zur freude, Wenn ich einst scheide? 7. Nein, dir allein, der du durch deine wunden Auf ewig mich zu deinem dienst verbunden: Nur dir, mein heiland, sey mein ganzes leben Zum dienst ergeben. 8. Nichts soll mich je von deiner liebe scheiden. Ich bleibe dein, bis du mich dort wirst weiden, Wo deine liebe mit dankvollen zungen Stets wird besungen. 4. Du bist mein heiland, auch für mich gestorben. Was du der welt bich ich? gett! erbarmer! Du, der du tausend welten lenfft? Was bin ich, berr! ich armer? Ich lag im blut, und meine noth War fluch), und der gedrohte tod; Wo sollt' ich rettung finden? Der herr erbarmte meiner sich, Jehova sprach ganz väterlich: Ich tilge deine sünde. 2. göttliche barmherzigkeit! Der sohn soll für uns ſterben; Der mittler, wohlzuthun bereit, Entzicht uns dem verderben. Er fleidet sich in fleisch und blut, Und was fein freund, fein bruder thut: Wer kann was größres denken? Er stellt sich aller marter blos; Er leidet, er stirbt göttlich groß, Und läßt ins grab sich senken. 3. Ganz faßt dich selbst ein engel nicht, Gedanke zum erschüttern; Zwar bist du meine zuversicht, Doch dent' ich dich mit zittern. Wenn ich im geist gethsemane, Wenn golgatha im geist ich seh, Was ist's, das ich empfinde? Ich weine, herr, doch nicht um dich, Ich wein' und flage über mich Und über meine fünde. 56 4. Was du bezahlt, ist meine schuld; Der herr stirbt für die fnechte. Es büßt mit göttlicher geduld Für fünder der gerechte. Mein ist die last, die jesu trägt, Der zorn des höchsten, der ihn schlägt, Der sollte mich verderben. Es war nur meine missethat, Die, heiland, dich gemartert hat; Des todes sollt' ich sterben. Erste Abtheilung. Sand 5. O sünde, sünde, gute nacht! 3u lang, ach viel zu lange, Hast du das herz um trost gebracht; Nun will ich, falsche schlange! Dich bassen, deine lockung fliehn, Und mich der liebsten lust entziehn. Bei christi tod am freuze, Entsag' ich, was dem fleisch gefällt, Der bösen lust der argen welt, Und ihrem falschen reize. Und im gerichte, amen! 6. Herr! laß mich aus barmherzigteit, Wie freundlich du bist, schmecken. Wenn sünden der vergangnen zeit Mit ew'gen strafen schrecken. Es stärke mich in seelennoth, Herr jesu, dein versöhnungstod, Die kraft von deinen wunden. Es tröste mich dein banges flehn, Da du nach rettung ausgesehn In heißen prüfungsstunden. Mel. Jesu, deine tiefen wunden. c. Kraft und Trost der Leiden Jesu | 5. Sa, für alles, was mich fränResu christ, durch deine fet, Schaffen deine wunden rath; 113. mar- mein an ſie gedenket, tervollen tod, Hab' ich heil bei gott gefunden, Kraft zur tugend, trost in noth. Fällt mir etwas arges in, Denk' ich, herr, an deine pein; Die verbietet meinem berzen, Mit der sünde je zu scherzen. 2. Schmachtet nach verbotnen freu: den Mein verderbtes fleisch und blut: O so blick ich auf dein leiden; Schnell verlöscht die wilde glut. Streb' ich eitler ehre nach, Und ich denk' an deine schmach; Schnell erniedrigt sie mich wieder, Und schlägt meinen stolz darnieder. 7. Dank, mein erlöser, dank sey dir Für jede deiner plagen, Für alle leiden, die du hier An seel' und leib getragen. Für allen schmerz, für alle angst, Darin du für mich sünder rangst, Sey ehre deinem namen. Gedenk, herr, meiner in der noth, Gedenk auch meiner einst im tod, Geb' ich frisch den schmalen pfad. Mich erschrecket keine müb, Denn der trost erleichtert sie, Daß du, herr, als du gestorben, Mir ein ewig heil erworben. 6. Auf dich setz' ich mein vertrauen, Du bist meine zuversicht; Selbst der tod macht mir kein grauen: Du befreist mich vom gericht. Durch dein mir erworbnes heil Hab' ich an dem himmel theil. Wahrlich, herr, ein. ewigs leben Wirst du nach dem tod mir geben. 3. Reizen, berr, mich manche plagen, Mel. Wenn meine sünd' mich zc. Während meiner prüfungszeit, Oft 114. We enn mich die sünden kränken, Mein heizu mürrisch bangen klagen. Und zur unzufriedenheit: O so denk ich an die pein, Die du uns zu gut allein Unverschuldet hast ertragen, Und dann schäm' ich mich, zu klagen. land, jesu christ, So laß mich wohl bedenken, Wie du gestorben bist; Wie du auch meine schuldenlast, Am stamm des heil'gen freuzes, Auf dich genommen hast. 4. Wenn mein schreckendes gewissen Mir mit fluch und strafe drobt: O, in diesen kümmernissen, Denk' ich, herr an deinen tod, Und wie du auch meine last An dem freuz getragen hast; Dies kann mein gewissen stillen, Und mein herz mit troft erfüllen. 2. wunder ohne maßen, Für sündiges geschlecht Hast du dich martern lassen; Du, herr, starbst für den knecht. Du, wahrer mensch und wahrer gott, Gabst für mich armen menschen Dich selber in den tod. 13. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 3. Nun kann sie mir nicht schaden, Der schulden große last; Sch bin bei gott in gnaden, Weil du bezahlet hast. Auch meine schulden tilgt dein blut: Ich darf den zorn nicht fürch ten Und nicht die höllenglut. 4. Drum sag' ich dir von herzen, Setzt und mein leben lang, Für deine pein und schmerzen D jesu, lob und dank, Für deine noth und angstgeschrei, Für dein unschuldig sterben, Für deine lieb' und treu. 5. Stets reize mich dein leiden, Die sündliche begier Mit allem ernst zu meiden, und fromm zu seyn vor dir: Es tomme nie mir aus dem finn, Wie viel es dich gekostet, Daß ich erlöset bin. 57 6. Mein freuz und meine plagen, Selbst bittern hohn und spott, Hilf mir geduldig tragen: Gieb, o mein herr und gott, Daß ich verläugne diese welt, Und folge dem exempel Das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an andern üben, Was du an mir gethan, Und meinen nächsten lieben, Ihm dienen, wo ich kann, Obn' eigennutz und heuchlerschein, Und wie du mir erwiesen, Aus reiner lieb' allein. d. Gebet zu dem Versöhner. 3. Christe, du lamm gottes! Der du trägst die fünde der welt, Gieb uns deinen frieden! amen. 8. Laß endlich deine wunden, Auch in der letzten pein. In jenen finstern stunden, Mir trost und zuflucht seyn. O herr, auf den allein ich trau, Erbarm' dich mein im tode, Daß ich dich ewig schau! Bekannte Melodie. uns ab von sünden; Er mitsf' uns 115. Christe, du lamm gottes! dir verbinden zu innigem danke, du trägst die herr jesu! der welt, Erbarm' dich unser! 2. Christe, du lamm gottes! Der Mel. Herzlich lieb hab ich dich zc. du trägſt die ſünde der welt, Er- 117. Laßt uns dod christo dankbarm' unser! Daß er 3. Am treuze hingst du kläglich, Entstellt, gemartert, verschmachtet. Dein tod belehr' uns täglich, Wie hoch du seelen geachtet. Er schreck' uns in große pein Sich willig hingegeben; Auch laßt uns seyn der sünde feind, Und, weil gott nunmehr unser freund, Nach seinem willen leben; Die lieb' erzeigen jedermann, Wie christus selbst an uns gethan. O Mel. D lamm gottes! unschuldig: e. 116. Erlöſer, der im staube menschenkind! betracht' es recht, Wie Einst lag mit angst schweiß bedecket, Dein tröste sich mein glaube, Wenn tod und fünde mich schrecket; Dein tiefer schmerz, dein flagen, Dein todeskampf, dein zagen, Sei meine ruhe, herr jesu! gottes zorn die sünde schlägt! Herr jesu christ! Mein herr und gott! Mein herr und gott! Bon sünden schrecke mich dein tod. 2. Du littest ganz unschuldig Von frevlern schmähung und schmerzen, Und trugst sie doch geduldig Mit sanftem versöhnlichen herzen. Dein bild müss' uns beleben, Zu dulden, zu vergeben, Wie du zu lieben, herr jeſu! Bekannte Me odie. dig stamm des 118. lamm gottes, unschul freuzes geschlachtet! Allzeit erfunden geduldig, Wie sehr du wurdest verachtet, Die sünd' hast du getragen, Sonst müßten wir verzagen; Erbarm' dich unser, o jesu! 2. O lamm gottes! unschuldig zc. Erbarm' dich unser, o jesu! 3. lamm gottes! unschuldig 2c. Gieb uns deinen frieden, o jeſu! RUTHIBBERO 58 Erste Abtheilung. e. Die Liebe Jesu in dem Werke der Erlösung. Mel. Dir, dir, jehovah c. 119. Asich ihn dulden, blu- jünger bin. ten sterben! O meine 8. Was fürcht' ich noch des todes seele, fag' ihm frommen dant! Sieh schrecken? Du schliefft auch einst im gottes ein'gen sohn und erben! Wie grab, o seelenfreund. Mag sie doch mächtig ihn die menschenliebe drang. meine asche decken, Die erde, wann Wo ist ein freund, der je, was er des todes nacht erscheint. Der gott gethan? Der so, wie er, fiir fiinder der dir das leben wiedergab, Wälzt sterben fann? einstens auch den stein von meinem grab. 9. Nimm hin den dank für deine plagen, Mein retter, den die treufte fiebe bringt. Dort will ich dirs noch beffer sagen, Wenn dich mein geist im engelchor befingt. Vann stimmen alle sel'gen fröhlich ein; Der ganze himmel soll dann zeuge fein. hin: Ich folge dir, weil ich dein 2. Wie dunkel waren jene stunden, O herr, und welche laften driichten dich! Wie quoll tas blut aus deinen wunden! Und ach, es floß zum heil und trost für mich:; Und ruft noch heute mir ermunternd zu, Daß du mich liebst, du frommer dulder, du. 3. So sollt' es seyn, du mußtest leiden; Dein ted macht mir des va-! ters liebe fund. Er wird für mich Mel. Ein lämmtein geht und: c. ein quell der freuden, Ein fiegel auf 120. Ein lamm geht hin und ew'gen trägt bie den dich gott für mich zum opfer aiebt, So feste stehte, daß er mich gerzlich liebt. abacjalinen tinder; Geht hin und bilßet in geduld Die fünden aller sünder. Es geht den rauhen todesgang, Folgt seinen würgern chne zwang, Begiebt sich aller freuden, Und sieht die marter, die ihm droht, Und will die schmerzen und den tod Doch gern und willig leiden. 2. Das lamm ist jesus, unser freund: Zum heiland unsrer seelen 5. Ja, mir zum trost und dir zur Wollt' ihn der strenge sündenfeind, ebre Gereicht dein ganzer tampf, dein Der ew'ge vater, wählen. ,, Sohn", freuzestod; Bestätigt ist nun deine sprach er, ,, nimm dich derer an, Die lehre; Sc bane fest darauf in jeder außer dir nichts retten kann Vom noth. Unschuldig fittest du: dech, ichweren fluch ber fünden. Groß ist preis und ruhm 3st and im lampf die schult, die strafe groß; Doch der unschuld eigenthunu. übernimm'e, so sind sie los, Und sollen gnade finden." 6. Herr, dies dein beispiel soll mich lehren, Des lebens unschuld sey mein ehrenfleid. Sch will tren teine stimme hören, lind gerne thun, was mir dein wort gebeut. Die dankbarkeit dring: innigst mich dazu; Wer hat es mehr um mich verdient, als tu? 3. ,, Ja, vater", sprach der große john, Rein sünder soll verzagen! Sch steig' herab von deinem thron, ,, Und will die sünden tragen." liebe! liebe! deine macht Sst stärker als ein mensch gedacht, Als je ein engel dachte! Dn dringst den sohn dem vater ab, Und streckest den ins finstre grab, Der erd' und himmel machte. 4. Er büßt für uns am freuzesstamm, Damit wir gnade finden. Er 4. Dein bin ich nun and gettes erbe; Ich sehe in sein vaterherz hinein. Wenn ich nun leide, wenn ich sterbe, Kann ich unmöglich je verloren seyn. Wenn sonn und mond und erde uniergehn, So bleibt mir gottes gnade ewig stehn. 7. Nie will ich mich am feinde rächen: Auch dies lern' ich, mein heiland, hier von dir; Nie gottes schidung widersprechen, Wär' gleich fein pfad jetzt noch so dunfel mir. Auf dornen gingst du selbst zum ziele 13. Von dem Leiden, Tote und Begräbniß Jesu. 59 wird geschlachtet wie ein lamm, Zum 5. Der feind nehm' alles, alles hin! opfer für die sünden. Für alle stirbt Das glück, das ich versöhnet bin, er, auch für mich Ergießt sein theu- 3st meiner seelen höchstes guth, Unb rés leben sich In milden strömen blu- macht mir auch im tobe muth. tes. Lamm gottes, ewig dank ich dir! Doch nie genug, du thatest mir, Eh' ich noch war, schon gutes. 6. Wann des geseßes fluch mir droht; Dann tröstet mich bein mittlerstod: Ich weiß, daß du aud meine last Am Freuze, herr, getragen hast. 5. So lang' ich lebe, will ich dein, 7. Und ist die letzte ftunde da, Dann blick' ich bin nach golgatha; Der trost, daß ich beguadigt bin Macht mir das sterben zum gewinn. jesu, stets gedenken; Mein herz soll dir geweihet seyn, Ganz will ich dir es schenken, 9ur dir gefallen sey mein ruhm; Ich will mich dir zum eigenthum Auf ewig übergeben, Nur du bist meine zuversicht, und wannmein aug' im tobe bricht, Bift bu du auch dann mein leben. 6. Was ist das leiden dieser zeit, lind alles, was mich fränket, Wenn meine feel' in traurigkeit, Herr, an dein leiden denket? Dies flößt in meine bange brust, Zur zeit der trübfal sanfte luft, Läßt mich nicht unterlie gen, und stärket mich mit kraft und muth, Auch über welt und fleisch und blut Sm schwersten kampf zu fiegen. 7. Sst endlich ganz vollbracht, was mir Gott auferlegt zu leiden, Und rufst du, jesu, mich zu dir Und deines himmels freuden: Dann reichest du von deinem thron Mir jenen großen gnadenlohn, Den mir dein tod erworven; Dann werde dir in ewigfeit Anbetung, preis und dank geweiht, Daß du für mich gestorben! Mel. Herzlichster jesu, was haft: c 122. Jie grundles sind die 3. Wärst du der menschen heiligster, Und nicht auch gott, gekreuzigter! So würd' ich nicht von siinden rein, Nicht durch dein blut versöhnet seyn. 4. Ich weiß es, jesu, du bist gott; Versöhnend ist dein freuzestod: Und dieses troftes göttlichkeit Versichert mich der seligkeit. tiefen Wie treu und zärtlich, jeju, deine triebe! Kein mutterherz gleicht deinem treuen herzen, Du mann der schmerzen. 2. Was zieht dich dann, o heiland, auf die erde? Was schadet dir's, wenn ich verdaminet werde? Du bleis best doch, wenn ich gleich strafe leide, Des vaters freude! 3. Verehrt mit dank den weisen rath, ihr christen, Den einzusehn, die engel selbst gelüsten. Bewundert hier in dem erlösungswerke Der liebe stärke! 4. Des höchsten schn büßt für die menschentinder: Der beiligste bezahlet für die slinder; Des lebens fürst, und alier bosheit rächer, Stirbt für verbrecher! Mel. D jesu christ, mein's lebens: c. 5. Herr, lehre selbst mich deine 121. S du mein mittler und huld erkennen, In rechtem glauben mein gott! Ich danke dir für deinen tod, Der mir des himmels feligfeit, Und hier gewissearub verleiht. meinen herrn dich nennen! Erbarme dich, und heile meinen schaden, Du brunn der gnaden! 2. Ach, glaubt' ich deine gottheit nicht, So schreckte mich doch das gericht: So würde deines todes pein Für mich fein geltend opfer seyn. 6. Ich bin verderbt vom fuße bis zur scheidel, Wicin berz ist tropig, widerspenstig, eitel; Mein bestes thun ist mangelhaft und sündlich: Ich fehle stündlich. 7. Ich flieh', o herr, zu deinen liebesarmen, Ich such' und bitte nichts, als dein erbarmen; Verstoß den nicht, der seine silnden hasset, Und dich umfasset. 8. Was machst du, feind, mir christi huld verdächtig? Echweig! seine fraft ist in den schwachen mächSINIUS 60 Erste Abtheilung. tig. Er selbst macht den gerecht, der deinen tod erworben; Das werde mir, an ihn gläubet, Und in ihm bleibet. zu meinem ew'gen heile, Nun auch 9. Zeuch mich, o gotteslamm, zu dei- zu theile. nem trenze, Damit dein blut die seele dring' und reize, Dich, den erwerber aller guten gaben, Recht lieb zu haben. 10. Was du auch mir, da du für mich gestorben, Aus gnaden hast durch Durch deine wunden. 11. Dir, jesu, leb' ich; dir will ich auch sterben. Laß den nur nicht, den du versöhnt, verderben; O hilf mir jetzt, und in den letzten stunden, f. Das Leiden Jesu am Delberge. Mel. Christus, der uns selig 20 Mel. Ein lämmlein geht, und ic. err des himmels, starker124. So gehst du, jeſu, willig hin, Dein leiden anzutreten, Für mich, der ich verloren bin, zu kämpfen und zu beten, Du, der du nichts verbrochen hast, Gebst hin, um aller sünder last Allein auf dich zu laden. Ich nur verdiente strafen, ich; Du aber nimmst sie all' auf dich, Damit sie mir nicht schaden. 2. Kann den der allen stärke giebt, Kann den auch furcht erschüttern? Selbst christi seele wird betrübt, Und seine glieder zittern. Ach, hingesunken auf die fnie, Arbeitet er in schwerer mih', Und betet, fämpft und zaget! Er wünscht den schweren kampf verFürzt; Wer siehts und höret nicht bestürzt, Wie leidenvoll er flaget. THE 123. Held! Was wird mit dir werden? Warum liegst du blaß, entstellt, Bebend auf der erden? Trost ist es, was du verlangst, Tröster unsrer seelen? Was kann mit so schwerer angst Deine seele quälen? 2. Vor dir liegt,( denn dir kann ja, Herr, sich nichts verhehlen;) Eine welt voll sünden da, O, wer kann sie zählen? Niemand, als nur gott und du, Können sie ergründen. Und für alle büßest du, Als für deine fünden. 3. Liebe strahlte dir sonst stets Aus des vaters blicken, und in stunden des gebets Mußt' sie dich erquicken. Da nun gottes straf' dich schreckt; Da er in gewittern Furchtbar sich vor dir versteckt, Solltest du nicht zittern? 3. Gott, du bist heilig; wunderbar In allen deinen werken. knecht, ein engel muß sogar Den 4. Hier fühl' ich der sünden gräu'l, berrn vom himmel stärken. Er ringt Ganz von angst erschüttert. Auch für sein heilig angesicht Träuft blutschweiß, mich hast du, mein heil, Hier im wer entsetzt sich nicht? Wer litt, wie staub gezittert. Held, da sünd' und er, auf erden? Der du in reiner unstrafgericht Dich fast niederstürzen: schuld prangst, Wie fonntest du von Soll der gräu'l der sünde nicht Meinen geist bestürzen? solcher angst, herr, bestürmet werden? 5. Aber du versöhntest mich; Denn auch mir zum segen Ließest du allein auf dich, Gott, die strafe legen. Du ergabst dich demuthsvoll In des vaters willen, Um das, was uns retten soll, Sterbend zu erfüllen. 6. Nun, herr, meine zuversicht, Hilf du meiner seele, Daß im letzten kampfe nicht Sündenangst sie quäle. Ach, laß deinen blut'gen schweiß, Wann ich ganz beklommen, Alsdann teine hülfe weiß, Mir zu statten kommen. 4. Du zagst, mein heiland; ach, nur ich, Ich hätte zagen sollen; Doch selbst durch leiden hast du mich vom tode retten wollen. Ach, hättest du nicht sein gericht Auf dich genommen, wär' ich nicht In jammer ganz versunken? Nun läßt der richter, auf dein flehn, Vor mir den felch vorilber gebn; Denn du hast ihn getrunken. 5. Heil mir, der sohn des höchsten hat Für mich sich richten lassen. Gott, wer fann deinen weisen rath, Wer dein erbarmen fassen? Nun jauchze, 13. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jeſu. 61 wen die finde reut, Wer jesu christi rang, bedeckt mit todesschweiß, Mit fich erfreut: Er wird vor gott beste- blut für dich getaufet. Ach, mache, hen; Du, ter du glaubst, wer schadet daß die sünde sich die dein bemächtige, dir? Wer will verdammen? gott ist noch dich In deiner treu erschüttre. hier! Du wirst den tod nicht sehen. Lockt ihre stimme, höre nicht; Schau 6. Doch denk', um welchen theuren hin zum ölberg ins gericht, Das preis Dein heiland dich erkaufet. Er jesum traf und zittre. g. Die Gefangennehmung Jesu. Mel. Jesu meines Lebens leben 2c. 125. Resu christe, dessen wunden geil und leben uns gebracht. Ach wie hart wirst du gebunden, Du verbrechern gleich gemacht. Deiner feinde ganze tücke Kennst du, und weichst nicht zurücke; Giebst mit edlem heldensinn Dich in ihre bande hin. 2. Mehr als zwölf der legionen, Die um deines vaters thron, Seines winks zu wacten, wohnen, Stehn bereit, o menschensohn. Nur ein wink, du bist befreiet Und der feinde heer zerstreuet. Doch wie viel ihr grimm verbricht; Du winkst deinen engeln nicht. 3. Du bist selber reich an stärke, Die auch hier sich nicht verlor. Aber herr, in diesem werke Geht geduld der allmacht vor. Niemand nimmt von dir dein leben, Du willst selbst für uns es geben; Du nicht schmach noch martern scheun, Aus der höll' uns zu befreiu. h. Ueber die Verlassung Mel. Wo soll ich fliehen hin 2c. 126. Meinjefu, für dein herz Welch ein so herber schmerz, Den du weit mehr empfunden, Als striemenschläg' und wunden! Die kleine zahl von freunden Kränkt dich, gleich deinen feinden. 2. Kaum naht sich die gefahr, So bebt der jünger schaar. Die erst sich hoch vermessen, Eh' sie der treu vergessen, Den tod auch vorzuziehen, Verlaffen dich und fliehen. 3. Der fühn sein schwert gezückt, Dein petrus selbst, erschrickt; Er flieht, eh' bande drohen; Schämt sich, daß er geflohen; Und eilt doch recht verwegen Dem tiefern fall entgegen. 4. Treuer bürg' um unsertwillen Streckst du deine hände dar; Gottes rathschluß zu erfüllen, Schonest du der frechen schaar; Wehrst dem schwerte deines freundes; Heilst die wunde deines feindes; Nimmst die bande willig an, Da dein arm sich weigern. kann. 5. Dank dir für so große güte; Zeige nun auch deine treu, Und befreie mein gemüthe Von der sünden sclaverei, Daß mein fleisch mich nie verstricke, Weltverführung nie berücke; Deß ver= suchers arglist nie In sein netz mich wieder zieh. 6. Und soll ich den ruhm erlangen, Daß ich deines geistes voll, In befennerfesseln prangen, Deinetwegen. leiden soll; Gieb dann mir in meinen banden Reichen trost aus deinen handen, Daß, gleich dir ich sie nicht scheu, Sch, gleich dir, gelassen sey. Jesu von seinen Jüngern. 4. Wie ist der mensch so schwach, So viel sein muth versprach! Dort liegt er da im staube; Erloschen ist sein glaube; Sein fühner muts gedämpfet, Ach christen! wacht und kämpfet. 5. Wo ist nun petri treu? Der jesum vormals frei, Für gottes sohn bekannte, Für ihn vor eifer brannte, Der hat vor jesu ohren, Bald frech ihn abgeschworen. 6. Doch, herr, dein liebesblick Bringt ihn alsbald zurück. Er fühlte sein verbrechen, Kann nun vor schmerz nicht sprechen, Und weint nur bitt're thränen, Die sich nach gnade sehnen. 7. Er sucht und findet sie. Verzagt drum, sünder, nie; Gott ist unendlich Sup finding Erste Abtheilung. 62 gütig! Seyd gläubig nicht kleinmüthig, So groß sind keine fünden, Sie können gnade finden. 8. Ach, trennt mich auch die welt, pro 100 dem weltlichen Gerichte. i. Das Leiden Jesu vor wel. D gott, du frommer gott ir. hand Ein eisern zepter trägt! Sorgt, 127. Sebt, welch ein mensch! frevler, daß sie euch Nicht einit, gereizt, zerschlägt. ach seht! Mit schand ist er bedecket, Der glanz der herrlichkeit! Schaut, menschen, und er schrecket! Des höchsten john habt ihr So tief berabgebracht! So biele noth hat ihm Nur eure schuld gemacht. 2. Seht, welch ein mensch! web euch, Wenn hier noch vor den jünden Nicht euren herzen gräuft! Sein zorn wird sich entzünden: Dann for dert er die schmach, Die er für euch empfand, So ihr euch nicht bekebrt, Mit recht von eurer hand. 3. Seht, welch ein mensch! die ihr In heiligkeit ihm dienet; Schaut, wie er sünden büßt Und wie er uns versübnet! Wohl euch, daß seine schmach Euch schmerzet und betrübt! Erfrenet jeudch des beils, Das diese schmach euch giebt! 4. Sebt, welch ein mensch! hier steht, Verbrechern gleich gebunden, An dem sein richter selbst Ganz keine schuld gefunden! Dies zeugniß ist mir werth! Denn wär' er nicht ganz rein, Wie könnt er da für uns Ein güttigs opfer seyn? 5. Seht, welch ein mensch! ach seht! Wie ist sein leib zerrissen! Seht, was für ströme bluts Aus seinen wunden fließen. Heilsame theure flutb! Aus diesen wunden quillt, Was unsre schäden heilt, Und das gewissen stillt. 6. Seht, welch ein mensch! ach seht! Schmerzhafte dornen frönen Sein majestätisch haupt! Doch mag die welt dich böhnen, Mein jesu, mir bleibst du Ein könig auch noch hier! Boll ehrerbietigkeit Beng' ich die knie vor dir. Die stets mir nebze stellt, Einst, jeſu, von den deinen: Laß mich mit petro weinen, Ulm anad' in demuth beten, Nie judä weg betreten. 7. Seht, welch ein mensch! ach sebt! Er muß, vom rohr zerschlagen, Noch in der eignen hand Des frevels werkzeug tragen! Ach wißt, daß diese 8. Sebt, welch ein mensch! schant hin! Erblickt ihr nicht mit schrecken, Wie schmach und speichel ihm Sein antlig überdecken? Gott, wie viel bitt'rer spott Trifft deinen sohn um mich! mein dank ergießt vor dir In heißen thränen sich. 9. Sebt, welch ein menich! mein berz Soll seiner stets gedenken. Ob diese leiden mir Schon ew'ge freuden ichenken! So laß, herr, ihrer nie Mich ohue beß'rung freun, Und laß mich ja für dich Nie spett und schande scheun. Mel. Wenn mein tündlein vorh. zc. ebt, welch ein mensch! wie lag so schwer Auf ihm die last der sünder! Wie unaussprechlich duldet er Für euch, ihr menschenkinder! So leiden jab von anbeginn Die erde keinen je, als ión; So wird auch feiner leiden. 2. Der sohn des höchsten und selbst gott, Ein helfer, ein gerechter, Ward frecher missethäter spett, Und seines volks gelächter. Wie ein verbrecher stand er da, Verklagt, verläumdet; wer ihn sah, Der jab ihn mit verachtung. 3. Ganz unbegränzt war ihre wuth, Den heiligsten zu plagen. Bedeckt mit striemen und mit blut, Zergeisselt und zerschlagen, Mit einem dor nenfranz gekrönt, In tönigstleidern ausgehöhni, Stand er vor seinen feinden. 4. Den heiden, der sein richter war. Ergriff ein menschlich schrecken: Er stellt ihn seiren brüdern dar, Jbr mitleid zu erwecken. Seht, weich ein mensch! ich kann ihn nicht Verdam128. 128. Se 13. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. men: denn die unschuld spricht Zuzur schmach gekrönet, Gegeisselt, und mächtig für sein leben. von schmerzen schon entfräftet, Ans frenz gebeftet. 5. Vergeblich, ach! vergeblich war Die menschlichkeit des beiden; Die aufgebrachte wilde schaar Sab jesu schmach mit freuden. Sein tod be friedigt sie allein; Sie stürmten auf den richter ein, Und schrie'n: er sterb' am freuze! 3. Was ist die urjad' aller jolcher plagen? Ach unsre fituden baben dich geschlagen. Zu ihrer tilgung bast du, berr, erduidet, was wir verschuldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch dieje strafe! Du, guter birte, feibeſt für die schaafe; Die schuld bezahlst du, berr, für böse knechie, Du, der gerechte. 5. D große lieb'! o liebe, fanm zu fassen; Auch mir zum heil bast du dich martern lassen. Damit ich lerne silnden ernstlich meiden. Willst du, herr, leiden. 6. Du denfest ohne schandern nie An dieses wort der sünder; Dn sprichst: die rache strajte sie, Und straft noch ihre tinder. Doch, jeele, denkst du auch dabei An deine sünden? bist du frei von schuld am tode jejn? 7. Sich, welch ein mensch! er wird für dich Verschmähet und zerschlagen! Hör' ihn, er spricht: ich selber, ich Muß deine sünden tragen, Die schuld ist dein! durch meinen tod Versöhn' ich, jinder, dich mit gott, Und sterb' um deinetwillen. 8. hochgelobter gottessohu, Du tilger meiner fünden, Erhöht auf deines vaters thron, Ach, laß mich gnade finden! Laß deines iodes schmach und pein Gerechtigkeit und heil mir seyn, Um deiner liebe willen. 9. Ich schwöre, welterföser, dir, Und ewig will ich's halten: So wahr du lebest, oll in mir Nie deine lieb' erkalten. Dein leiden und dein tod soll mich, So lang' ich leb:, herr, an dich und deine lieb' erinnern. 10. Entzündet sich der liste glutb, Lockt mich die welt zur sünde: Dann rüste mich mit fraft und muty, Daß ich sie überwinde. Dann rufe du mir liebreich zu: Dent', welch ein mensch ich war, und du, Du wolltest mich nicht lieben? Bekannte Melodie 129. 11schuld'ger jeju, was haft du verbrochen, Daß man das todesurtheil dir gesprochen? Du heiligster, bist ja in missethaten Niemals gerathen. 2. Und doch wirst du verworfen und verböhnet, Mit einem dornenkranz 6. Ach großer mittler, groß zu allen zeiten, Wie kann ich g'nugsam deine treu ausbreiten? Kann ich sie bir, beherrscher aller welten, Wohl je vergelten? 7. Doch dir gefällts, wenn ich mich selbst bekämpfe; Dir folge und des fleisches litte dämpfe; So sei dann auch fortbin mein ganzes leben Nur dir ergeben. 8. Gieb selbst zu diesem jeligen geichäfte mir schwachen deines guien geistes kräfte, Daß er mich zu dir ziehe und regiere, Zum guten fithre. 9. Dann werd' ich danfooll deine huld betrachten, Die lust der welt, aus. lieb' zu dir, verachten; mit allem eifer suchen, deinen willen Tren zu erfüllen. 10. Zu deiner ehre will ich alles wagen, Kein droben achten, feine ichmach noch plagen; Mich sollen aud) des bängsten todes leiden nicht von dir scheiden. 11. Dies alles, ob's für schlecht gleich ist zu adten, Wirst du doch, mein erbarmer, nicht verachten; Du wirst dies opfer gnädig von mir nehmen, Dich mein nicht schämen. 12. Empfang' ich dann dereinst vor deinem throne, Aus deiner hand der überwinder frone: So soll dich, höchster, unter engel chören Mein loblied ehren. 64 Erste Abtheilung. k. Das Leiden Jesu am Kreuz. Mel. Ein lämmlein geht und 20. 130. Begleite mich nach golauf dessen höhen, ie welt die höchste liebe sah, Sah, was sie nie gesehen! Komm, denke jenen worten nach, Die sterbend dein erlöser sprach. Sie können dir im leben, Und, betest du gott gläubig an, Einst, wenn dich nichts mehr trösten kann, och trost im. tode geben. 2. Hör' ihn, bei seinem größten schmerz, Für seine feinde beten; Und sieb sein sanftmuthsvolles herz, Noch sterbend sie vertreten. Bergieb ,, ver gieb( ruft er gott an), ,, Šie wissen nicht, was sie gethan!" Muß, mensch, dich dies nicht rühren? Auf, ahme seinem beispiel nach: Laß nie beleidigung und schmach Zur rache dich verführen! 3. Dein zärtlich herz, o herr, empfahl, Aus kindlich frommen triebe, Die mutter, unter schmerz und qual Dem jünger deiner liebe. Ach, wenn auch einst mein auge weint, Einst sterbend für die meinen weint, Dann soll dies wort mich trösten. Du wirst auch ihnen troft verleihn, Ihr beistand, helfer, pfleger seyn, Auch sie sind dein' erlösten. 6. Von allem, was erquickt, entblößt, Wünscht er, der herr der erde, Daß ihm, der uns so then'r Sein durst gestiftet werde. O mensch! noch jetzt ruft er zu dir Aus tausend armen ueben dir, Die noth und mangel drücket. Oselig, wer den ruf erfüllt! Denn wer den durft der armen stillt, Hat jefum selbst erquicket. 7. Der heiland spricht: es ist vollbracht!" Nun endet sich sein leiden. Es nimmt dem tode seine macht, Dies wort des siegs und freuden. Heil uns! wer flagt uns nun noch an, Da er für uns genug gethan? Wer kann von gott uns scheiden? Gieb, daß an meinem sterbetag Auch ich mit freuden sagen mag: Vollbracht ist nun mein leiden! was der mund der liebe spricht Zu dem gebeugten schächer: ,, Du wirst ,, noch heut' mit mir dich freun, Mit ,, mir im paradiese seyn!" So ruft er ihm entgegen. O herr, dies gnadenreiche wort Schenk mir auch an des todes pfort' Erquickung, muth und segen. 5. Als jesus an dem freuze rief: „ Gott, hast du mich verlassen?" Wie beugt ihn da sein schmerz so tief! Wer kann die leiden fassen, Die er für unsre sünden trug, Da er, unschuldig, als ein fluch, Verlaffen da gehangen? Mein herr und gott, verlaß mich nicht; Du bist, auch mir zur zuversicht, In deinen tod gegangen. 8. Das letzte wort aus deinem mund Laß mir zum trost gedeihen; Mir noch in meiner todesstund, Herr, muth und fraft verleihen. Du rufest: ,, vater, ich befehl' In deine , hände meine seel'!" Laß mich auch nicht verderben, Der du den menschen heil erwarbst: Du neigtest sanft dein haupt und starbst: Ach, laß mich auch so sterben! Mel. Werde munter mein gemüthe: c. 4. Wer sich bekehrt, fürcht' fein 131. Der am freuz iſt meine Hört, Meine jesus christ, Dem ich treu zu sein mich übe, Weil er mein erlöser ist. Jede sünde haffet gott, Ihre liebe bringt den tod: Jesum will ich nie betriben, Meinen jesum will ich lieben. 2. Der am freuz ist meine liebe! Sünder, was befremdet's dich, Daß ich jesum christum liebe? Er, mein heiland starb für mich; Er, hat mich mit gott versöhnt, Hat mit gnade mich gekrönt. Jesum will ich nie betrüben, Meinen jesum will ich lieben. 3. Der am freuz ist meine liebe! Aller sünd' entfag' ich gern, Daß ich ihn nur nicht betrübe, Meinen heiSünde tritt land, meinen herrn. sein blut mit hohn, Kreuzigt wieder 13. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jeſu. 65 gottes sohn; Drum will ich ihn nie schuldet hat, Und hilf mir aus erbarbetrüben, meinen jesum will ich men Von meiner missethat. lieben. 5. Ich will auf dich stets sehen, Mit aller zuversicht. Wohin soll ich sonst gehen? Verwirf du mich nur nicht! Wo soll ich ruhe finden, Wenn du mich, herr, nicht liebst? Wo reinigung von sünden, Wenn du sie mir nicht giebst? 6. Du hast mir durch dein leiden, Vergebung, beßrungskraft, In trübsal trost und freuden, Die ewig sind, verschafft. Ogieb an dieser gnade Auch meinem glauben theil, Und auf des lebens pfade Mir muth, kraft, troft und heil. 7. Mit innig frohem triebe Bring ich dir meinen dank: Die größte deiner liebe Bleibt stets mein lobgesang. Gib nur, daß ich mich halte zu dir mit gegentreu, Daß, wenn ich einst erkalte, Ich noch der deine sey. 8. Belebe dann mein hoffen, Zum himmel einzugehn. Laß mich im geist ihn offen, und dich verherrlicht sehn. Da ruf ich dann mit freuden: Nimm meinen geist, herr, auf! Und du nimmst ihn im scheiden Zu deiner 4. Der am krenz ist meine liebe! Schweig, gewissen, gott vergiebt. Darum preist gott seine liebe, Weil sein sohn stirbt, der mich liebt. Wer verdammt nun? gott ist hier! Gott verzeiht durch christum mir. Sesum will ich nie betrüben, Meinen jeſum will ich lieben. 5. Der am kreuz ist mein vertrauen! Nichts, wie furchtbar es auch ist, Keine noth, kein todesgrauen, Reißt von dir mich, jesu christ. Nicht gewalt, nicht gold, nicht ruhm, Engel nicht, kein fürstenthum! Dich, dich will ich ewig lieben, Nie mit siinden dich betrüben. 6. Der am freuz ist meine liebe! Kommt der tod, er ist mein freund! Dies verwesliche zerstiebe; Dann werd ich mit gott vereint. Auf des glaubens kurzen streit Seh' ich seine herrlichkeit. Jesum will ich nie betrüben, Ewig meinen heiland lieben. In bekannter Melodie. 132. Du, der voll blut und wonn' hinauf. wunden Für uns am freuze starb, Und unsern lebensstunden Mel. Wer nur den lieben gott: c. Den größten troft erwarb: Du, der 133. Es ist vollbracht! ruft nach leiden theures leben, ich war, auch mir Zum heil hast hingegeben: Mein jesu, dank sey dir. 2. Entblößt von allem reize, Der menschen wohlgefällt, Hingst du an deinem freuze, Ein fluch vor aller welt. Da folgte schmerz auf schmerzen, Da traf dich spott und schmach, Schwer lag auf deinem herzen Angst, die das herz dir brach. 3. Wer kann dir nach empfinden Den schmerz, die todesangst, Mit welcher du, von sünden Uns zu erretten, rangst. Die last gehäufter plagen Fiel da so schwer auf dich, Daß fie dich drang zu klagen: Gott, wie verläß'st du mich; 4. Ach diese last und mühe Heb ich dir auch gemacht. mein erlöser, siehe Vom throne deiner macht In gnaden auf mich armen, Der sich verEvangel, luth. den erlösers mund. O wort voll trost's und heil'ger freuden! Du machst mir die erlösung kund. Das große opfer ist geschehn, Das gott auch mir zum heil ersehn. 2. Mein jesus stirbt! Die felfen beben; Der sonne schein verlieret sich; In todte dringt ein neues leben; Der heil'gen gräber öffnen sich; Der vorhang reißt, Die erde kracht! Der welt versöhnung ist vollbracht. 3. Wie viel, mein heil, haft du vollendet, Als dir das herz im tode brach! Du hast die straf' hinweggewendet, Die auf der welt voll sünder lag, Und uns aus finstrer todesnacht Zur frohen ewigkeit gebracht. 4. O hilf mir, herr, nun auch vollbringen, Was wahre dankbarkeit begehrt; Laß nach der heiligung mich 5 num my 66 Erste Abtheilung. ringen, Dazu dein tod mir kraft ge=| lich dich verklagen, Daß ich könnte währt. O stärke mich dazu mit macht, sicher seyn; Daß ich möchte trostreich Bis meine beß'rung ist vollbracht. prangen, Hast du ohne trost gehangen: Tausend, tausendmal sey dir, Liebster jesu, dank dafür. 5. Du litt'st zu viel zu meinem leben. Wie, sollt' ich nicht voll eifer seyn, Mich deinem dienste zu ergeben? Sollt' ich dabei vor schmach mich scheun? Dein dienst, mein heiland, sey mein ruhm; Denn ich bin ganz dein eigenthum. 6. Soll ich, bei dir ergeb'nem her- zählet, Wardst du bis zum tod gequäzen, Auch hier durch manche trübsal let: Tausend, tausendmal sey dir, gehn, Und hat mein gott gebäufte Liebster jesu, dank dafür. schmerzen Zu meiner prüfung außersehn; So laß die hoffnung mich erfreun: Auch das wird einst geendigt seyn. 7. Fühl' ich zuletzt des todes schmerzen, So stärke mich in solcher last, Und mach' es lebhaft meinem herzen, Daß du den tod besieget hast. So geh' ich froh zur grabesnacht Mit fiegsgesang: es ist vollbracht! 7. Deine tiefe demuth büßte Meines finns vermessenheit, Und dein herber tod versüßte Mir des todes bitterfeit. Was dich quälte, wird mir armen Heil und trost, durch dein erbarmen: Tausend, tausendmal sei dir, Liebster jesu, dank dafür. 8. Nun ich danke dir von Herzen Sesu, für gesammte noth, Für die marter, für die schmerzen, Für den herben bittern tod: Für dein zittern, für dein zagen, Für die tausendfache 134. plagen, alle pein ich ewig dankbar seyn. In cigner Relodie. Resu, meines lebens leben! Jesu, für mich hingegeben In die tiefste seelenneth! Ach, du scheutest kein verderben, Nur, daß ich nicht durfte sey dir, Liebster jesu, dank dafür. 2. Du, ach, du hast ausgestanden Lästerreden, spott und hohn, Speichel, schläge, strik und banden, Du gerechter gottessohn, Nur, mich von den sündenketten und vom tode zu erretten: Tausend, tausendmal sey dir, Liebster jesu dank dafür. 3. Ach, zu heilen meine plagen, Und für meine seelenruh, Ließest du dir wunden schlagen: Wer war mehr geplagt, als du? Ja, du ließzest, mir zum segen, Dich mit fluch und tod belegen: Tausend, tausendmal sey dir, Liebster jesu, dank dafür. 4. Ach, wie hart warst du verhönet, Und sogar zur bittern schmach Mit der dornenkron gekrönet! Was litt'st du für ungemach? Mir einst fronen auszusetzen, Mußten dornen dich verleben: Tausend, tausendmal sey dir, Liebster jesu, dank dafür. 5. Gerne ließest du dich schlagen, Abzuwenden meine pein; Ließeft fälsch 6. Du warst ganz von fluch bedecket, Und litt'st alles mit geduld; Herben tod hast du geschmecket, Um zu büßen. meine schuld. Das ich würde losgemel. In allen meinen that n c. 135. welt, sich hier dein D leben Am des freuzes schweben; Dein heil sinkt in den tod. Der große herr der ehren läßt willig sich beschweren Mit banden, schlägen, hohn und spott. 2. Tritt her und schau mit fleiße, Sein leib ist ganz mit schweiße Des blutes überfüllt. Aus seinem edlen herzen, Für unerhörte schmerzen, Ein seufzer nach dem andern quillt. 3. Wer hat dich so geschlagen, Mein heil, und dich mit plagen So übel zugericht't? Du bist ja nicht ein sünder, Wie andre menschenkinder; Von missethaten weißt du nicht. 4. Wir, wir und unsere sünden, Der sich so viele finden, Als sandes an dem meer: Die haben dich geschlagen, Die brachten diese plagen Und diese martern auf dich her. 5. Auch ich, ich sollte büßen, Die strafe leiden müssen, Entbehren gottes huld; Die geißeln und die banden, Und was du ausgestanden, Verdient't ich wegen meiner schuld. 13. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jesu. 67 6. Du nimmst auf deinen rücken so getrost wie du, Den geist an mei Die lasten, die mich drücken, Bis zum nem ende In deines vaters hände ertörten schwer. Du wirst ein fluch, Befehlen zu der ew'gen rub. dagegen Erwirbst du mir den segen; Wie herrlich und wie groß ist der! 7. Du setzest dich zum bürgen; Ja läſfeſt dich erwürgen Für mich und meine schuld. Für mich läßt du dich frönen Mit dornen, die dich höhnen, Und leidest alles mit geduld. 8. Du gehst, auch meinetwegen, Der todesnacht entgegen Mit wahrem heldenmuth; Du stirbst, mir vom verderben Errettung zu erwerben, Und alles thust du mir zu gut. 9. Hoch bin ich dir verbunden, Mein heil zu allen stunden Bin ich dein eigenthum. Es thätig zu beweisen, Soll seel' und leib dich preisen. Mein ganzer wandel sei dein ruhm. 10. Was könnt' in diesem leben Ich dir sonst wiedergeben? Das, jesu, will ich thun; Es soll dein tod und leiden, Bis leib und seele scheiden, Mir stets in meinem herzen ruhn. el. Jesus, meine zuversicht ic. oder: meinen jesum laß ich nicht. gatha, zu 136. Seele, komm zum goljesu kreuze, Und bedenke, was dich da Für ein tod zur buße reize. Hier muß ich die sünde reun. kannst du nicht fühllos seyn; Hier 2. Schaue jesum, dir zu gut. Hier am kreuze hülflos hangen. O wie ſtrömet hier sein blut! Alle kraft ist ihm noth! Sesus duldet meinen tod. vergangen. Gott, was duldet er für Alle strafen meiner schulden Willst du 3. lamm gottes, ohne schuld, willig, blos aus huld, Um mich zu befreun, erdulden; Selbst am kreuze willst du dich, Herr, jetzt opfern, herr, für mich. 4. Solche liebe fann ich dir Nim mer, o mein heil, vergelten; Viel zu welten. Was ich habe, herr, ist dein! wenig ist dafür Aller reichthum aller Ach, wie soll ich dankbar sein? 11. Ich wills vor augen setzen, Mich stets daran ergötzen, Sch sey auch, wo ich sey; Es soll mir seyn ein spiegel Ser unschuld, und ein siegel, Vor deiner großen lieb' und treu'. Dies mein herz soll ich dir geben. Dir 5. Nun ich weiß, was du begehrest: 12. Wie strenge gott verbrechen Anschuld, heil und leben. Dein, o jesu, seys gehört es, du Shm auch undenen einst wird rächen, Die seine huld in noth, Dein im leben, bein im tod. verschmähn: Wie viel die werden leiden, Die nicht die fünde meiden, Will ich aus deinem leiden fehn. Laß mich in der trübsal stunden Dei6. Laß mich nur vor dir bestehn; deinen wunden; Und, wenn ich zu ner liebe größe sehn, Deine huld in ihnen flieh, Ach, so tröste mich durch sie. 13. Dein beispiel soll mich lehren, Des höchsten rath zu ehren, Auch wenn er trübsal schickt. Ich will des lebens plagen Getrost und willig tragen Bis gottes hülfe mich erquickt. Stets verabscheun und verachten; Laß 7. Was du hasfest, laß mich, herr, reiche trachten, Führe mich durch glück mich immer eifriger Nur nach deinem und leid, Wie du willst, zur seligkeit! 14. Nie will ich wieder schelten, Nie spott mit spott vergelten; Nie, wenn ich leide, dräun. Das unrecht will ich dulden, Dem nächsten seine schulden, Wie du, von herzensgrund verzeihn. 15. Gerührt von deinen plagen, Will ich mit ernst entsagen Dem, was dir nicht gefällt; Was deine augen haffen, Das will ich fliehn und lassen, Gefiel es auch der ganzen welt. Mel. D lamm gottes, unschuldig zc. 137. Sieh, gott und herr, 16. Soll ich denn endlich sterben, wir fallen Anbetend So laß dein reich mich erben, und vor dir nieder. Zu deinem himmel 5* Froh und standhaft überwinden. Nir8. Laß mich auch die letzte noth gends müsse mich der tod Als im zur zuflucht macht, Spricht getrost: stand der gnade finden. Wer sich dich es ist vollbracht! 68 Erste Abtheilung. schallen Die jubel deiner brüder. Du Herr jesu christ! Gelobt sebst du Für haft den fieg errungen, Für uns den deinen tod! Gott ist durch dich noch todt verschlungen. Preis sei dir ewig, unser gott. o jesu! 3. Daß gott mit langmuth und geduld, Auch selbst bei sehr gehäufter schuld, Der finder dennoch schonet; Daß er so liebreich ihrer denkt, Und ihnen frist zur buße schenkt, Eh', nach. verdienst er lohnet: Daß ich nech fröhlich sagen kann: Auch mich, mich finder, nimmt gott an! Hast du durch deiner fürsprach' traft, Mein treuer heiland! mir verschafft. O jesu christ! Mein herr und gott! Dein herr und gott! Vertrittst du mich bis an den tod. 2. Du sahst von fern die bande, Die dir die bosheit drohte; Sabst vor dir qual und schande Und martern bis zum tode; Doch du, voll huld und gnabe, Gingst gern die marterpfade. Preis sey dir ewig, o jesu! 3. Vor deinem antlitz standen Der adamskinder schulden. Was diese nie empfanden. Von qualen, willst du dulden: Durch marter, tod und thränen Willst du uns, herr, versöhnen. Preis sey dir ewig, o jesu! 4. Von tiefer angst erschüttert, Lagst du vor gott im staube. Wie hattest du gezittert! Doch überwand deine glaube. Dich faßte todesgraun; Doch bliebst du voll vertraun. Preis sey dir ewig, o jesu! 5. Für uns untreue finder Wardst du mit schmerz geschlagen; Für uns, die großen sünder, Hast du den fluch getragen; Für uns den sieg errungen, Dir fingen alle zungen Preis, dank und ehre, herr jesu! 4. Wird je mein herz vom troste leer, Weil meiner sünden furchtbar heer Aufs neue mich erschrecket; D dann versichre mich aufs neu, Du stehest mir als mittler bei, Der meine schuld bedecket. Mein geift blickt glaubensvoll auf dich, und freuet deiner hülfe sich. Beschließ ich meine pilgrimschaft, So stärke mich mit neuer kraft. Herr jesu christ! Der letzte kampf Wird mir versüßt, Wenn du mein trost im tode bist. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich zc. Wohl mir, wenn ich dir ähnlich bin; Drum flöße deinen sanften 138. 11m gnade für die fünder- finn Doch auch in meine seele: Gieb welt Fleht jesus, blutend und entstellt Vom grimm der bösen rotten. Er fühlet zwar der feinde wuth, Die, nicht gesättiget von blut, Am freuz ihn auch verspotten. Doch sieht er mit erhabnem blick Von ihnen weg, auf den zurück, Den diese schaar in ihm entehrt; Ruft, daß es erd' und himmel hört: Vergieb, o gott! Und führe nicht Sie ins gericht; Das, was sie thun, verstehn sie nicht. daß, bei unverdientem schmerz, Ich dir des feindes heil und herz Und meine sach' empfehle. Besänftige mein reges blut; Und flammt des zornes wilde gluth Mein herz zur rachbegierde an; D so erinure mich daran, Herr jesu christ! Wie du am freuz Durch dein gebet Selbst deinen mördern gnad' erfleht. 6. Mich tröste dein versöhnungstod, Es bilde mich dein geist, mein gott, Daß ich dir ähnlich werde. O zeuch mich, du erhöhter held, Zu dir hinauf vom dienst der welt, Zum himmel von der erde! Du bist das haupt, wir folgen dir. Zench dir uns nach, so laufen wir; So wollen wir uns deiner pein Und deiner fürsprach ewig freun. Herr jesu christ! Wie selig ist, Wie selig ist Der mensch, dem du ein heiland bist. 2. Erstaunend seh' ich diese huld. Wie mitleidsvoll ist die geduld, Die mördern so begegnet! Shr, die ihr euren heiland ehrt, Fühlt seiner großmuth hohen werth, Die selbst die feinde segnet. Er hat, durch segnendes gebet, Auch uns ein ewig heil erfleht. Er sagt auch uns, zu unsrer ruh, Erbarmung und vergebung zu. 13. Von dem Leiden, Tode und Begräbniß Jeſu. 1. Ueber die Wunder bei dem Tode Jesu. Mel. Ich hab' mein sach' gott: c. 139. Nun ist es alles wohl gemacht, Mein jesus ruft: es ist vollbracht! Der neigt sein haupt, o mensch, und stirbt, Der dir erwirbt Das erbe, welches nie verdirbt. 2. Der, dem an hoheit keiner gleicht, Der herr der herrlichkeit erbleicht. Was wunder, daß die erde kracht, Und dicke nacht Verhüllt der sonne glanz und pracht. 3. Das heiligthum steht aufgedeckt, Die felsen bersten, alles schreckt; Der todten gräber öffnen sich. Wie sichtbarlich Zeigt hier der gottheit finger sich. 4. Weil denn die kreatur sich regt, So werd' auch du mein herz bewegt, Empfinde reuvoll deine schuld; Aus gottes huld Starb jesus auch für deine schuld. 5. Sein tod( o nimm es wohl in acht!) Hat trost und heil auch dir gebracht. Verehre den, der bis zum grab Sich für dich gab, Und stirb dem sündenleben ab. Nun ist kein zweifel, deine huld Tilgt meine schuld, Und trägt forthin mit mir geduld. 7. Hin auf sein freuz will ich stets sehn Und dankvoll seine treu' erhöhn; Trost soll er mir im sterben seyn, Mich dann erfreun. So schlaf' ich sanft und selig ein. 8. Und dient' ich nur der fünde noch? Fern sey von mir ihr schnödes joch! Auf, seele, daß du dich erhebst, Nur jesu lebst, Shm zu gefallen dich bestrebst. 9. Ertödte selbst in meiner brust, Mein heiland, jede böse lust; Dein tod, der mir das leben schafft, Verleib mir kraft Im kampf mit meiner leidenschaft. 69 10. Gestärkt von dir, besieg' ich ste, Und scheue dabei keine müh. Ich sebze, freudig auf dein wort, Den kampf hier fort, Und volle rub' erwart dich dort. 11. Wie dankt' ich dir, herr jesu christ, Daß du für mich gestorben bist! Dich preis' ich hier schon hocherfreut, Doch, nach der zeit, Noch 6. Ja, vater, unter pein und hohn Erbleicht am freuz dein eigner sohn; froher in der ewigkeit. m. Begräbniß Jesu. Mel. D traurigkeit, o herzeleid zc. 6 Hochheil'ge that! Des höchsten 140. m freuz erblaßt, Der rath Will ich in demuth ehren. Der marterlast, Der todesqualen müde, Findet mein erlöser erst In dem grabe friede. erwerber meines heils Wird mir's einst erklären. 2. Ein heil ger schmerz Durchbringt mein herz; Und herr, was kann ich sagen? Nur an meine brust kann ich, Tief gerühret, schlagen. 7. Almächtig rief Er, der entschlief, Den todten; sie erstanden. Leicht entschwingt der lebensfürst Sich des todes banden. 3. Du schützest mich, und über dich Gehn aller trübsal wetter. Sterben wolltest du für mich, Einziger erretter. 4. Du haft's gethan. Dich bet' ich an, Du könig der erlösten; Dein will ich im tobe mich Glaubensvoll getrösten. 8. Das finstre thal Will ich einmal Durchwandeln ohne grauen; Denn durch dich, erlöser, ist's Mir der pfad zum schauen. 9. Ich preise dich, Erforsche mich, Und siehe, wie ich's meine; Ja, du siehst es, wenn ich still Meinen dank dir weine. 5. Es ist vollbracht; Riefst du mit macht. Du zeigst, daß du dein leben, Mein versöhner, göttlich frei Habest hingegeben. 10. Vergeß ich dein, So werde mein In ewigkeit vergessen. Herr, ich will, so lang' ich bin, Deine lieb' ermessen. dilig 70 Erste Abtheilung. In voriger Melodie. 141. uns ur grabes ruh Entschliegestorben Und am freuz uns schmerzensvoll Ew'ges heil erworben. 2. Du bist erblaßt, herr, und haft Doch in dir selbst das leben. Gleich den sterblichen hielt dich Einst das grab umgeben. 3. Doch, beil sey mir, Du konntest hier nicht die verwesung sehen. Bald hieß dich des höchsten kraft Aus dem grabe gehen. 4. Ich weiß, du wirst, Mein lebensfürst, Wie dich, auch mich erwecken; Sollte denn mein gläubigs herz Vor der gruft erschrecken? 5. Hier werd' ich einst, Bis du deinen tod kann ich Lod erscheinst, In sanftem frieden liegen. und grab besiegen. 6. Ihr, die die welt Gefesselt hält, Zagt nur vor der verwesung. Ich, ich hoff' in christo einst Meines leibs erlösung. mel Sey lob und chr' dem 2c. oder: Lobsinget gott, und ic. 7. Nein, nichts verdirbt, Selbst das, was stirbt, Der leib, wird auf erstehen, und zu himmelsglanz verflärt, Aus dem grabe gehen. 8. So sink ins grab, Mein leib, hinab; Ich will mich drum nicht fränken, Sondern, jesu, mir zum trost, An dein grab gedenken. 14) Von der Auferstehung Jesu. 6. Dein ist das reich, dein ist die macht, Verstorbene zu wecken. Du 142. Bringt preis und ruhm rufft einst, und der gräber nacht Wird dem das! uns ewig du, herr, lockt ihm alle frommen! Er, der für auferstanden bist, So werd' auch ich uns getödtet war, Ist aus dem grab' o jesu christ, Durch dich einst auferstehen. gekommen. Gelobt seyst du, jesus christ, Daß du für uns gestorben bist, Und siegreich auferstanden. 2. Dein leben in der majestät Befestigt unsern glauben. Wer kann, da dich dein gott erhöht, Den großen trost uns rauben: Daß du uns von der sünde macht Befreiung hast ans licht gebracht, Den himmel uns geöffnet. 7. O laß mich, weil ich hier noch bin, 3m glauben an dich wandeln, Und jederzeit nach deinem sinn, Und stets rechtschaffen handeln; Daß ich wenn ich einst aufersteh', Und dich, des todes sieger, seh, Vor dir dann nicht erschrecke. 3. Gott selbst, der dich dem grab' entrückt, Hat dem, was du gelehret, Der wahrheit siegel aufgedrückt, und dich als sohn geehret; Und deines opfers hohen werth Hat er aufs herrlichste bewährt, Da er dich auferwecket. 4. Erstandner! ich frohlocke dir, Mel. Ermuntre dich, mein schwacher ze Daß du nun ewig lebest. Du lebst 143. Das grab ist lerr; des und siegst, auch mir Das ew'ge leben gäbest; Daß du auch mein erretter seyst, und neue fräfte mir verleibst, Mit freuden gott zu dienen. 5. Mein herr, mein gott, hilf mir dazu! Befreie mich von sünden. Laß mich für meine seele ruh' Im frieden mit gott finden! Und pflanze deinen sinn in mir, Damit ich, gott ergeben, hier, Als dein erlöster, wandle. 8. Da, wo du bist, da soll auch einst Dein jünger mit dir leben. Du wirst ihn, wann du nun erscheinst, zu deiner freud' erheben. Laß dieses auch mein erbtheil seyn; So werd' ich ewig deß mich freu'n, Daß du vom tod erstanden. des todes banden! un schallete der jubelton: Der herr ist auferstanden. Herr, den der engel so gepreist, Entreiße du doch meinen geist Den listen dieser erde, Daß er dir heilig werde! 2. Ich sterblicher vermag noch nicht Mit dir empor zu steigen, Als bis einst diese hütte bricht. Wird dann mein haupt sich neigen; So nimm du 14. Von der Auferstehung Jesu. 71 nach vollbrachtem lauf Auch mich in| Nun kann ich meines tods mich freun. deinen himmel auf; Nimm, herr, an meinem ende Den geist in deine hände. 3. Doch soll ich einst, o gottessohn, In deinem reich dich sehen, So muß ich auf der erde schon Vom sündentod aufstehen; Der lebt nicht, den die lust der welt Und ihre pracht gefeſſelt hält. Nach gott und tugend streben, Sur das heißt wirklich leben. 4. Du auferstandner menschenfreund, Erweck in mir die triebe, Durch die man sich mit dir vereint, Den glauben und die liebe! Ich will, o herr, dein eigen seyn: Laß mich mit ernst die sünde scheun; Und gieb selbst muth und kräfte Zum heiligungsgeschäfte. 5. So kann ich als ein wahrer chriſt Jetzt leben und einst sterben: Und endlich da, wo du nun kommne freuden erben. Dahin, mein heiland, hilf du mir; So bring' ich ewig froh in dir, Mit deiner frommen menge Dir lob- und dankgesänge. 144. Mel. Erschienen ist der herrlich zc. ein heiland lebt, o christenheit; Heil dir in zeit und ewigkeit! Das grab ist leer, der sieg ist sein: Und wir, o jesu! wir sind dein. Gelobt sei gott! 2. Wo ist dein stachel, nun, o tod? Der heiland starb, und bleibt och gott; Nun bleibt auf seines Vaters thron, Zu unserm trost, des menschen sohn. Gelobt sey gott! 3. Gelobt, gelobt sey jesus christ, Daß er vom tod erstanden ist! Lob sey dem herrn der herrlichkeit Von ewigfeit zu ewigkeit. Gelobt sey gott! 4. Auf diesen felsen will ich baun: Er lebt! dies stärket mein vertraun. Er flebet noch zu gott für mich Fleht göttlich, und fleht brüderlich. Gelobt sey gott! Gelobt sey gott! 7. Er führt mir nach des todes rub Auch meine lieben wieder zu. Erwachen werden wir zugleich und mit ihm eingehn in sein reich. Gelobt sey gott! Das haupt läßt seine glieder nicht: Dies bleibe meine zuversicht. Gelobt sey gott! 6. Leb' ich, so forget er für mich; Sterb' ich, so nimmt er mich zu sich: Denn wo er ist, da soll ich seyn: 8. Durch seiner auferstehung fraft Vollend' ich meine pilgrimschaft. Herr hilf mir nur, daß ich dir treu, In guten thaten fleißig sey. Gelobt sey gott. 9. Dann rufe mich, wann dirs gefällt, Aus dieser sündenvollen welt, Und führe mich an deiner hand Hin in mein himmlisch vaterland. Gelobt sey gott! In voriger Melodie.. 145. Der herr hat alles woll das große werk vollbracht! Nun ist die welt mit gott versöhnt, Und jesus ist von gott gekrönt. Gelobt sey gott. 2. Aus liebe sandt' gott seinen sohn, Der litt von menschen schmach und hohn, Und starb, stieg aus dem grab hervor, Und siegreich schwang er sich empor. Gelobt sey gott! 3. Er hat auf erden gott geehrt, Gewandelt so, wie er gelehrt Folgt, christen, christi lehr' und rath; Thut, was er euch zum fürbild that. Gelobt sey gott! 4. Er, der sein leben für uns gab, Für uns verläßt er auch sein grab, Zerstört ist nun des todes macht, Unsterblichkeit an's licht gebracht. Gelobt sey gott. 5. Er ist im himmel noch mein freund; Ich bin als glied mit ihm vereint! Er, der versöhnend für mich litt, Fühlt seiner freunde leiden mit. Gelobt sey gott! Mel. Vor deinen thron tret' 2c. 5. Bei aller leiden ungeſtüm Sey 146. Dich bet' ich an erstandihm. sünderwelt! Du unsre zuflucht für und für, Froh huldigt meine seele dir. 2. Um deinen thron, der ewig steht, Glänzt wahrheit, heil und majestät Ich nahe mich voll zuversicht Zu dir denn du verwirfst mich nicht. 72 Erste Abtheilung. 3. Herr, meine feel preiset dich, I 6. Vor seinem thron, in seinem Erlöst hast du auf ewig mich; So reich, Unsterblich, heilig, engeln gleich, wahr du selbst vom himmel kamst, Dein leben gabst, und wieder nahmst. Und ewig, ewig seelig seyn, Herr welche herrlichkeit ist mein! 4. Wer ist's der mich verdammen. kann? Ich glaub' an dich und sage dann: Der gott, durch den die himmel sind, Der ist mein vater, ich sein kind. 7. Mein Herz erfreut sich des schon hier; Lieb und verwund'rung kämpft in mir, Und voll von ehrfurcht, dank und pflicht, Fall' ich, gott, auf mein angesicht. 5. Nun ist dies erste leben mir Ein segensretcher weg zu dir. So lang' ich hier bin, herr, mein heil, Hab' ich an deinem frieden theil. 8. Du, der du in den himmeln thronst, Ich soll da wohnen, wo du wohnst; Und du erfüllst einst mein vertraun, Berkläret dich dort anzuschaun. 9. Ich soll, wann du, des lebens fürst, Mit majestät einst kommen wirst, Erweckt aus meinen grabe gehn, Und froh zu deiner rechten stehn. 10. Erhabner mittler, gottes sohn, Mit engeln dort vor deinem thron, Mit allen frommen allezeit, Soll ich mich freun in ewigkeit. 11. Zu welchem glück, zu welchem ruhm Erhebt uns nicht das christenthum! Mit dir gekreuzigt, gottes sohn Sind wir auch auferstanden schon. 12. Nie komm es mir aus meinem sinn, Was ich, mein heil, dir schuldig bin; Damit ich mich, in liebe treu, Zu deinem bilde stets erneu'. 13. Er ist's der alles in uns schafft; Sein ist das reich, sein ist die kraft; Halt im gedächtniß jesum christ, Der 6. 3war trifft noch mancher schmerz uns hier, Noch, o erbarmer, sterben wir! Doch du regierst, und wir sind dein, Und ewig werden wir es seyn. 7. Ich weiß, daß mein erlöser lebt: Otrost, der meinen geist erhebt! Hierdurch gestärkt, seh' ich aufs grab Mit unerschrocknem aug' hinab. 8. Welch' neue welt voll seeligkeit Erwartet mich nach dieser zeit. Da findet der verklärte christ Das heil, das unaussprechlich ist. 9. Der du für unsre seelen wachst, Sie zu dir ziehst und seelig machst, Laß mich, mit freudigem vertraun, Im tod auf dich, vollender, schaun! Mel. Vom himmel hoch, da 20 oder: Wo gott zum haus nicht 2c. 147. Grin're dich, mein geist, von dem tod erſtanden ist. erfreut, tags der herrlichkeit. Halt im gedächtniß Mel. Erschienen ist der herrlich 20. jeſus chrift, Der von dem tod erstan- 148. Er ist erstanden, ieſus den trost 2. Fühl' alle dankbarkeit für ihn, Als ob er heute dir erschien; Als spräch' er: friede sey mit dir! So freue dich, mein geist, in mir. 3. Schau über dich, und bet' ihn an, Er mißt den sternen ihre bahn. Er lebt und herrscht mit gott vereint, Und ist dein könig und dein freund.| 4. Kraft, ruhm und hoheit immerdar Dem, der da ist, und der da war! Sein Name sey gebenedeit Von nun an bis in ewigkeit. 5. glaube, der das Herz erfreut, Was ist der erde herrlichkeit, Wenn sich mein geist das glück gedenkt, Das jesus hier und dort mir schenkt. und heiland ist! Er ist nicht mehr des todes raub; Als sieger tritt er auf den staub. Gelobt sey gott. 2. Er hat erfüllt, was er verhieß, Eh' er für uns das leben ließ; Drei tage sollen nicht vergehn, So werdet ihr mich lebend sehn. Er hat's erfüllt! 3. Ich lebe, sprach er, und auch ihr Sollt leben, gläubige, mit mir! Ich komme, meine stimme ruft: Verlaßt, ihr todten, eure gruft! Und folgt mir nach! 4. Er wird's erfüllen jesus christ, Der selbst vom tod erstanden ist: Durch ihn ist unvergänglich heil und neues leben unser theil, In ewigkeit. 14. Von der Auferstehung Jesu. 73 zwar der welt ein greul; Doch sterben für der feinde heil, Dies ist die 6. Herr, dies glaub' ich, dir zum ruhm, Und mein trost ist nicht vergebens. Denn ich bin dein eigenthum, Du, der schöpfer meines lebens, Hocherfreuet sing' ich dir Jetzt und ewig dank dafür. Mel. Jesus, meine zuversicht 2c. Preue dich, des herren 149. Fue pat die nacht der höchste tugend. furcht vertrieben. Christus der im grabe lag, Ist im tode nicht geblieben. O wie hoch sind wir getröst't! Sejus hat die welt erlöst. 2. Er ist gottes ew'ger sohn. Ewig sey er auch gepriesen! Seiner feinde schaar zum hohn Hat er sichtbar es bewiesen. Er erfüllte durch die that, Was er prophezeiet hat. 3. Unsre schulden sind zwar groß; Doch wir dürfen nicht verzagen, Gott läßt unsern bürgen los, Der fie büßend bat getragen. Jesus ist mit preis gefrönt, Und wir sind mit gott versöhnt. 4. Sterben war der fünden sold: Nun ist christus unser leben, Der fir unsre schuld nicht gold, Nein, sich selber hingegeben. Er hat aus des grabes nacht Neues leben mitgebracht. 5. Tod wo ist nun deine kraft? Grab, wo sind nun deine ketten? Hier ist gott, der bülfe schafft; Hier ist jesus, der kann retten. Wenn gleich Mel. Nun danket all', und 20. unser fleisch und bein Wird in staub 151. Froblockt, ihr chriften, sein. preist und Gott, eures mittlers gott! Der vater hat den sohn erhört, Erhört in seiner noth. 2. Die mörder triumphirten schon: Wo ist des sobnes macht? Der herr errettet seinen sohn, Sein rathschluß ist vollbracht. Mel. Es ist das heil uns femmen 2c. 150. bracht Für uns, o herr, reiwillig bast du darge3. Der sohn befahl in seine hand Dem vater seinen geist; Er ward begraben, er erstand; Gott hält, was er verheißt. 4. Dies rihme, wer errettet ist, dein leben, Du hattest es zu lassen, und werd' ihm unterthan; Welt die macht: Macht, wieder dirs zu geben. du nun sein erbtheit bist, Lobsing' Und darum liebte dich dein gott, und bet' ihn an. Weil du, gehorsam bis zum tod, Dich haft für uns erniedrigt. 5. Preist jesu vater, denn er hat Nicht seines sohns gebet, Nicht, was er für die fünder that, Sein opfer nicht verschmäht. 2. Du warst nur eine kleine zeit Von deinem gott verlassen: Er frönte dich mit herrlichkeit, Die sterbliche nicht fassen. Dein freuz, daran man dich erhöht, Verwandelt sich in majestät, Denn du gingst aus dem grabe. 6. Das ist des mittlers preis und lohn; Der, welchem er verzeiht. Soll ewig leben, wie der sohn, In seiner herrlichkeit! 3. Gehaßt in deiner niedrigkeit, Warst du ein ziel des spottes, Und zeigtest doch zu gleicher zeit An dir die hoheit gottes. Dein freuz schien 4. Dein reich war nicht von dieser welt, Dein ruhm nicht menschenebre. An demuth groß, an lieb' ein held, Und göttlich in der lehre; Geduldig und von sünden rein, Gehorsam bis zum freuze seyn; Dies war herr, deine größe. 5. Nun irren mich nicht schmach und spott, Noch deines freuzes schanden. Du bist mein herr, du bist mein gott; Denn du bist auferstanden. Du bist mein heil, mein fels, mein hort, Der herr, durch dessen mächtig wort Auch ich einst ewig lebe. 6. Wir sind nun göttlichen geschlechts, Durch dich des himmels erben. Dies ist die hoffnung deines knechts; In dieser will ich sterben Wie du vom tod erstanden bist, So werd' ich auch, herr jesus christ, Durd dich einst auferstehen. 7. Sagt aller welten völkern an: Bekehret euch zum herrn! Ihm werde jeder unterthan, Und jeder dien' ihm gern. Erste Abtheilung. 74 8. Des vater reich ist auch das reich Des sohnes: er regiert, An ruhm und macht dem vater gleich, Dem aller ruhm gebührt. 3. Jesus lebt, wer nun verzagt. Lästert ihn und gottes ehre, Gnade hat er zugesagt, Daß der fünder sich bekehre. Den, der folgt, verstößt er nicht: Dies ist meine zuversicht. 4. Jesus lebt, sein heil ist mein; Sein sey auch mein ganzes Leben. Reines herzens will ich seyn, Und den lüften widerstreben. Er verläßt Mel. Auf ihristenmensch! auf! c. 152. Herr, du bist meine zu- den schwachen nicht: Dies ist meine versicht. Du ich werd' leben mir wirst du, was dein wort verspricht, Unsterblichkeit einst geben. Dein jünger kommt nicht ins gericht: Dies stärke meine zuversicht. 9. Es fehl' ihn an bekennern nie, So lange diese welt Noch menschen hat, so lange sie Der arm des herrn erhält. 2. Hier geh' ich oftmals weinend hin, Den saamen auszustreuen: Dort wird der herrlichste gewinn Der ernte mich erfreuen. Ich leide, doch verzag' ich nicht, Denn du bist meine zuversicht. 3. Nun sinkt dereinst mein leib in staub, Gott wird ihn neu beleben. Er werde der verwesung raub, Dort ich ist dieser trostgrund nicht, Wie sicher meine zuversicht. 4. Herr, diesen segen dank ich dir Mich aus der gruft zu heben, Gingst du aus deinem grab herfür: Du lebst, und ich soll leben. Ich glaub es dir. und zweifle nicht; Dein wort ist meine zuversicht. 5. In diesem glauben stärke mich, Laß mich den troft empfinden, Den großen trost, daß ich durch dich Den tod soll überwinden. Grab und ver wesung schreckt mich nicht; Denn du bleibst meine zuversicht. Mel. Jesus, meine zuversicht zc. 153. Je Resus lebt, mit ihm auch ich. Tod wo sind nun deine schrecken? Er, er lebt, und wird auch mich Von den todten auferwecken; Er verklärt mich in sein licht: Dies ist meine zuversicht. 5. Jesus lebt, ich bin gewiß; Nichts soll mich von jesu scheiden, keine macht der finsterniß, Keine herrlichfeit, kein leiden. Er giebt kraft zu dieser pflicht: Dies ist meine zuversicht. 6. Jesus lebt, nun ist der tod Mir der eingang in das leben. Welchen trost in todesnoth Wird es meiner seele geben, Wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, herr! meine zuversicht. kel. Heut triumphiret gottes 20. 154. Lebt chriſtus, was bin ich betrübt? weiß, herzlich er mich liebt; Und stirbt auch alle welt mir ab, G'nug, daß ich ihn zum freunde hab! Lob sey dem herrn! 2. Er nährt, er schützt, er tröstet mich: Sterb' ich, so nimmt er mich zu sich. Wo er jetzt lebt, komm' ich auch hin; Weil ich mit ihm vereinigt bin. Lob sey dem herrn! 3. Durch ihn bin ich mit gott versöhnt; Durch ihn mit gnad' und heil gekrönt. Mein banges herz ermuntre sich! Gott und die engel lieben mich. Lob sey dem herrn! 4. Durch seiner auferstehung kraft Vollend' ich meine piigerschaft; Freu seiner mich in seinem reich, und bin dort seinen engeln gleich. Lob sey dem herrn! 5. Für solchen trost der seeligkeit Dankt dir, herr, deine christenheit. Wenn wir dereinst dein antlik sehn, Soll dich ein würd'ger lied erhöhn. Lob sey dem herrn! 2. Jesus lebt, ihm ist das reich lleber alle welt gegeben, und ich Wel. Wachet auf! ruft uns die zc. werd' mit ihm zugleich Ewig dort in 155. Lobt den höchsten! iefus erfüllt, was er lebet! verspricht: Dies ist meine zuversicht. o erhebet Des welterlösers majestät! 15. Von der Himmelfahrt Jesu zc. Hörts, betrübte fünder, gebet Der freude raum; denn jesus lebet; Gott hat ihn aus dem staub erhöht. seele, dein gesang Erschalle ihn zum dank! Ihm zur ehre! Dich, großer held' Erhebt die welt, Weil deine hand den sieg behält. 2. Jesu jiinger, wehrt dem leide, Lobsinget ihm, und nehmt voll freude Am siege theil, den er erstritt. Seyd ihr gleich des grabes kinder; Er ist des todes überwinder. Er herrscht, Mel. Wer nur den lieben gott 2c. der für euch ſtarb und litt. Was 156. Mein jeſus lebt, mag ich ihr traurig könnt ihr euch freun! Jesus lebt Sn ewigkeit, zu aller zeit Bleibt er zur hülfe uns bereit. ist mein haupt und triumphirt: Nun muß auch ich das leben erben, Weil seine macht der tod verliert. Ich fürchte seinen fluch nicht mehr: Mein jesus lebt, sein grab ist leer; 2. Mein jesus lebt; er hat bezwungen Was mir das leben rauben fann; Er hat mir heil und sieg errungen, Und ihm ist alles unterthan. Der hölle tiefster abgrund bebt; Denn sie vernimmts, daß jesus lebt! 3. Nun verzagt auch nicht, verbrecher! Gott ist euch nun fein strenger rächer, Wenn ihr die schuld mit ernst bereut. Durch des todes überwinder Sst er dem reuerfüllten fünder Ein vater der barmherzigkeit. Er nimht ihn liebreich auf, Mitkraft zum tugendlauf Ihn zu segnen. Preis sey der huld, Die unsre schuld Vertilgt und trägt mit uns geduld! 4. Tod, wo sind nun deine schrecken? Nicht ewig wird das grab uns decken; Verwest der leib gleich in der gruft, Einst wird er zum bessern leben Sich aus des todes staub erheben, Wenn jesus den entschlafnen ruft. Dann wird des todes feld zu einer regen welt. Alles lebet, So wie verneut Zur frühlingszeit, Sich alles regt und alles freut. 75 5. D erstandner, welch ein segen Erwartet uns, wenn wir auf wegen Einhergehn, die dein fuß betrat! Unerforschte seeligkeiten, Die ewig währen, sind die beuten, Die uns dein steg erkämpfet hat. Einst sind sie unser theil; Einst frönet uns das heil Deines lebens. Gelobt sei gott! Auch noch im tod Ist er und bleibet unser gott. auch von uns geweiht! Du fährest auf, dess' jauchzen wir, zu deines vaters herrlichkeit. 3. Mein jesus lebt, das grab ist offen: Mit freuden geb' ich in die gruft, Auf seine stimme will ich hoffen, Die mich vom tod ins leben ruft. Wie lieblich schallt sie nicht schon hier: Ich leb' und ihr lebt auch mit mir. 15) Von der Himmelfahrt zur Nechten Mel. Komm, o gott, schöpfer 2c. 157. Anbetung, lob und preis 2. Zu unserm vater fährst du auf, Und nimmst die wohnung gottes cin. Laß nach vollbrachtem pilgerlauf Auch uns dort ewig bei dir sein. 4. Mein jesus bleibe denn mein leben, Der tod soll mir nicht schmerzlich seyn. Ich will ihm dienen, ihm ergeben, Mich seiner auferstehung freun, Weil er auch mich zum himmel hebt, So wahr er jesus ist und lebt! 3. O segne heut' in uns das wort, Das uns von deinem throne lehrt: Es sey dir, Sohn gottes, sey zur ew'gen freude dort, Zum trost hier stets dem herzen werth. Jesu und seinem Sitze Gottes. Mcl. Allein gott in der höh' ic. 158. Auf christi himmelfahrt allein glaube gründen; Und sorge, zweifel, furcht und pein Dadurch stets über 76 winden. Mein haupt, das nun im himmel ist, Wird mich, sein glied, nach kurzer frist, zu sich gen himmel holen. 2. Gen himmel fuhr mein heiland zu: 3u gott ist er gegangen. Nun kann mein herz auch seine rub' Im himmel nur erlangen; Denn wo mein freund gekommen hin, Da ist auch stets mein herz und sinn: Nach ihm geht mein verlangen. 3. Ach, herr, laß deine auffahrt mich, Dein find, doch dahin bringen, Daß durch die kraft des glaubens ich Mag aufwärts zu dir dringen; Und dann einmal wenn dirs gefällt, Mit freuden scheiden aus der welt. Herr höre doch mein flehen. Erste Abtheilung. 2. Sein werk auf erden ist vollbracht; Zerstört hat er des todes macht; Er hat die welt mit gott versöhnt, Und gott hat ihn mit preis gekrönt. 3. Weit, über alle himmel weit, Geht seine macht und herrlichkeit; Ihm dienen selbst die seraphim. Lobsinget ihm mit hoher stimm'! 4. Sein sind die völker aller welt; Er herrscht als sieggewohnter held; Er herrscht bis unter seinen fuß, Der feinde heer sich beugen muß. 5. Er schützet. seine christenheit, Erhält sie bis in ewigkeit; Er ist ihr haupt: lobsinget ihm, Lobsinget ihm mit hoher stimm'! 6. Ja, heiland, wir erheben dich, Und unsre herzen freuen sich Der herrlichkeit und majestät, Dazu dich gott, dein gott, erhöht. 7. Wohl nun auch uns! denn herr, bei dir Steht kraft und macht und dein sind wir. Nimmst du dich unser hülfreich an, Was ist, das uns gebrechen kann? 9. Du hast die stätte uns bereit't, Bei dir zu seyn in ewigkeit. Nach treu vollbrachtem glaubenslauf Nimmst du uns in den himmel auf. Ocel. Alle menschen müssen sterben ic. Mel Vom himmel hoch da komm: c. 159. Auf! jesu freunde, freuet 160. Großer mittler, der zur euch! Der herr fährt auf zu seinem reich, Er triumphirt, lobsinget ihm, Lobsinget ihm mit hoher stimm'! 8. In deiner hand ist unser heil. Wer an dich glaubt, dem giebst du theil Am segen, den du uns erwarbst, Als du für uns am freuze starbst. 10. zeuch uns immer mehr zu dir; Hilf uns mit eifrigster begier Nach dem nur trachten, was da ist, Wo du, verklärter heiland bist. 11. Dein eingang in die herrlichkeit Stärk' uns in unsrer prüfungszeit. Nur dir zu leben, dir zu traun, Bis wir dereinst dein antlitz schaun. 12. Dann werden wir uns ewig dein, Herr christ, du menschenfreund, erfreun. Dann singen wir von deinem ruhm Ein neues lied im heiligthum. rechten Gottes, seines vaters, sitzt, Und die schaar von seinen knechten Uleberall beglückt und schützt; Dir frohlocken, dir zur ehre, Aller deiner engel chöre, Und in ihren lobgesang Jauchzet aller frommen dank. 2. Denn du kamst uns zu erlösen; Und das opfer ist vollbracht, Das von aller schuld des bösen Uns befreit und selig macht. Allen giebst du heil und leben, Die sich gläubig dir ergeben, Herr, du starbst und überwandst Tod und grab; denn du erstandst. 3. Alles sollen wir empfangen; Was uns noth ist; denn du bist In den himmel eingegangen, Der nun unsre heimath ist. Da regierst du, da vollendest Du dein großes werk und sendest Deinen geist auf die herab, Die zum erbe gott dir gab. 4. Herrlich wirket deine lehre, Denn du giebst ihr licht und kraft, Sünder macht sie, gott zur ehre, Gläubig und gewissenhaft. Alle lehret sie, den sünden Widerstehn und überwinden. Etraucheln sie in ihrem lauf: Hilfst du ihnen mächtig auf. 5. Du vertrittst bei gott die deinen; Du versäumst sie, heiland, nie. Alle thränen, die sie weinen, Zählst du und belohnest sie. Alle, welche standhaft gläuben Und mit dir vereinigt bleiben, Führst du aus der welt hinaus, Hin in deines vaters haus. 15. Von der Himmelfahrt Jesu 2c. 6. Du entzeuchst dich auch den armen, Die noch nicht bekehrt sind, nicht, Weil dein herz dir aus erbarmen Uleber ihrem elend bricht; Bittest gott, sie zu verschonen, Nach verdienst noch nicht zu lohnen, Zeit zur buße zu verleihn, Der sich selbst die engel freun. 7. So vertrittst du, so regierest Du dein erbe, bis du einst Ganz dein großes werk vollführest, Wenn du zum gericht erscheinst. Dann ist ernte! heil den christen, Welche kämpfen mit den lüften, Weil sie deinen thron sich nahn, Deine krone zu empfahn. 8. sey Weil wir leben, wollen wir Deiner 162. Mein nimmt den himMel. Von Gott will ich nicht zc. jesus triumphiret herrschaft würde loben, Opfern dank und ehre dir. Können wir einst nicht mehr beten, Wollest du uns noch vertreten, Bis der ganz verklärte geist Dich mit allen himmeln preist. 161. Mel. Freu dich sehr, o meine seele 2c. err, du fährst mit glanz und freuden Auf zu deiner herrlichkeit; Doch mich drücken noch die leiden Dieser armen lebenszeit. Jesu, gieb mir muth und kraft. Daß ich meine pilgrimschaft So mit dir zurlicke lege, Daß ich stets dein bleiben möge. 2. Laß mir deinen geist zurücke, Aber zeuch mein herz nach dir; Wenn ich nach dem himmel blicke, O so öff ne du ihn mir. Neig' zu meinem flehn dein ohr, Trag es deinem vater vor, Daß er mir die schuld vergebe, Daß ich mich bekehr' und lebe. 3. Lehre mich die welt verachten, Und was in ihr eitles ist; Lehr mich nach dem himmel trachten, Wo du, mein erlöser, bist. Wollust, ehrgeiz und gewinn Soll mich nicht zur erde ziehn, Da ich jenseit überm grabe Eine größre hoffnung habe. 77 5. Dort bereite mir die stätte In des vaters hause zu. Rufst du frühe oder späte Mich zu meines grabes ruh; Leucht auch mir in dieser nacht Durch die stärke deiner macht, Die des todes macht bezwungen, Und für uns den sieg errungen. 4. Laß nichts diese hoffnung rau ben; Du erwarbst sie theuer mir. Jetzo seh' ich sie im glauben, Dort find' ich sie selbst bei dir: Dort belohnst du das vertraun Deiner gläubigen durch schaun; Und verwandelst ihre leiden In unendlich große freuden. 6. Kommst du endlich glorreich wieder An dem ende dieser zeit: so sammle meine glieder, Wenn verwesung sie zerstreut: Heil'ge und verklär fie ganz, Daß der leib im himmelsglanz, Frei von diesem staub und erde, Aehnlich deinem leibe werde. mel ein. Er hat sein werk vollführet, Vom fluch uns zu befrein. Die hohen seraphim Empfangen ihn mit freuden Nach überstandnem leiden. Lobfingt, lobsinget ihm! 2. Wohl uns, die auf ihn hoffen! Nun jesus triumphirt, Steht uns der weg auch offen, Der zu dem himmel führt. Er selbst, er macht uns bahn. Wer hier nur an ihn gläubet, Ihm folgt, und treu ihm bleibet, Der wandelt himmelan. 3. Nur dort, nicht hier auf erden, Ist unser bestes theil. Um selig einst zu werden, Erwarb der herr uns heil. Erlöste, macht euch auf, Wo jesus hingegangen, Dahin blickt mit verlangen, Dahin geh euer lauf. 4. Herr, hilf uns eifrig ringen Nach jener herrlichkeit. Laß unsern fleiß gelingen, und stärk' uns in dem streit. Laß uns in dieser welt Im glauben an dich wandeln, So denken und so handeln, Wie dir es wohlgefällt. 5. Was sind der erden freuden? Wie bald sind sie dahin! O hilf uns alles meiden, Was hier noch unsern sinn Vereitelt und uns stört, Auf deinen ruf zu achten, Und nur nach dem zu trachten, Was ewig heil gewährt. 6. Sey du selbst unser leiter In unsrer prüfungszeit, Und bring' uns immer weiter zu deiner herrlichkeit Bis diese zeit vorbei, Bis wir dich, jun 78 Erste Abtheilung. heiland, sehen, Und freudig vor dir auch gelangen. Dafür Soll dir Von stehen, Von allem fummer frei. uns allen Dank erschallen. Ohn aufhören Wollen wir dich, heiland, ehren. Mel. Wie schön leuchtet der 2. 163. Mie herrlich, jeſu, ſtarfer beld, Du retter einer sündenwelt, Hat sich dein freuz geendet! Nach überstandnem leidenslauf Fährst du verklärt zum vater auf, Der dich zu uns gesendet. Ewig Trifft dich Nun kein leiden; Voller freuden Lebst du droben, Ueber alles hoch erhoben. 2. Dir dienen alle seraphim, Und wir vereinen herz und stimm' Mit ihnen, dich zu loben; Weil du dein großes werk vollbracht, Nach über standner leidensnacht Gen himmel dich erhoben. Preis dir! Daß wir Auf der erden können werden Gottes finder Und des lodes überwinder. 3. Du, du bist unser haupt und wir Sind deine glieder, nur von dir Kommt auf uns heil und leben. Was unsern seeien nutzen schafft, Licht friede, freude, tugendkraft Wird uns von dir gegeben. Laß doch Dein joch Gern uns tragen, Und entsagen Allen sünden, Daß wir hier schon rube finden. 4. Zeuch unsre herzen ganz zu dir; Hilf, daß vor allen dingen wir Nach deinem reiche trachten. Mach uns von allen sünden rein, Und flöß uns muth und eifer ein, Das eitle zu verachten. Jede Unart Hilf uns meiden, Und mit freuden Unser leben Deinem dienste ganz ergeben. 5. Sey unser schutz und unser hort, Und tröst uns durch dein heilsam wort, Wenn hier uns trübsal dränget. Nur da ist wonne, wo du bist; Die freude, die man hier genießt, Ist noch mit leid vermenget. Von dir Kommt hier Trost im herzen; Laß in schmerzen Uns schon offen Deinen himmel sehn, und hoffen. 6. Du bist, uns sterblichen zu gut, Nach theuer hier vergoßnem blut, Zur freude eingegangen. Zeuch, jesu zeuch auch uns dir nach, Daß wir, nach kurzem ungemach, Zur freude Mel. Erschienen ist der herrlich zc. 164. Wir freuen uns, herr erhöht gen himmel bist. du, den unser loblied preist, Stärk auch im glauben unsern geist, Der auf dich hofft. 2. Du sitzest auf der himmel thron, Als unser freund, als menschensohn. Du schämst auch da dich unser nicht; Drum bist du unsre zuversicht In ewigkeit. 3. Dein ist die macht, dein ist das reich. Wer ist an majestät dir gleich? Mensch, engel, jede freatur Ist dein, beherrscher der natur! Gelobt seyst du? 4. Umsonst, umsonst empören sich, Herr, deine hasser wider dich; Dein thron steht fest und wanket nicht, Wenn gleich der frevler widerspricht. Gelobt seyst du! 5. Du, unser triumphirend haupt, Wie selig ist, wer an dich glaubt! Du bist sein licht, sein trost, sein theil, Sein starker schutz, sein ew'ges heil. Gelobt seyst du! 6. Herr, unsre herzen trau'n auf dich; Dein freuet unsre seele sich. Du, der du huldreich an uns denkst Und gern uns deinen segen schenkst, Bist unser trost. 7. Was uns beglückt, ist dir bekannt, Und alles ist in deiner hand! Von keinem deiner freunde fern, Bemerkst du ihn und hilfst ihm gern. Erbarmender! 8. Blick auch uns an mit freundlichkeit Vom throne deiner herrlichkeit! Hilf unserm schwachen glauben auf, Und kröne unsern lebenslauf Mit deinem heil. 9. Gen himmel fährst du auf als held: Als herr und richter aller welt Wird dich dereinst der erdkreis sehn. Hilf, daß wir dann vor dir bestehn, Und dein uns freun. 10. Dann triumphirt der glaub' an dich; Dann jauchzen wir dir ewiglich. Hilf uns dazu, herr jesu christ! Dir, der du unser heiland bist, Sey ewig preis! 16) Vom heiligen Geist. Mel. Werde munter, mein gemüthe. 165. Der bu uns als vater gott, du und deinen geist Denen, die dich bitten, giebest; Sa, uns um ihn bitten heißst. Demuthsvoll fleh' ich vor dir: Bater! send ihn auch zu mir, Daß er meinen geist erneue, Und ihn dir zum tempel weihe. 2. Ohne ihn fehlt meinem wissen Leben, kraft und fruchtbarkeit; Und mein herz bleibt dir entrissen, und dem dienst der welt geweiht, Wenn er nicht durch seine kraft Die gesinnung in mir schafft, Daß ich dir mich ganz ergebe Und zu deiner ehre lebe. 5. Fülle mich mit heil'gen trieben, Daß ich gott, mein höchstes guth, Ueber alles möge lieben, Daß ich mit getrostem muth Seiner vaterhuld mich freu, Und mit wahrer findestreu Stets vor seinen augen wandle, Und rechtschaffen denk' und handle. 79 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu! noch mit ächter treu' Meinen gott und herrn dich nennen, Stehet Mel. Un wasserflüssen babylon ic. mir dein geiſt nicht bei. Drum so laß 166. Dir vater, der du deinen Zum heil ihn kräftiglich In mir wirken, daß ich dich Glaubensvoll als mittler ehre Und auf deine stimme höre. uns haft gegeben, Dir tank ich hier mit freuden schon, Noch mehr im höhern leben. Ich danke dir, daß 4. Ew'ge quelle heil'ger güter, du den geist, Der uns der finsterniß Hochgelobter gottesgeist, Der du menschliche gemüther Besserst und mit fam auf jesu wort herab, Der seinen entreißt, Zur erde hast gesendet. Er trost erfreust! Nach dir, herr, ver=| boten stärke gab, Daß sie dein werk langt auch mich; Jch ergebe mich an dich, Mache mich, zu gottes preise, Heilig und zum himmel weise. 6. Geist des friedens und der liebe! Bilde mich nach deinem sinn, Daß ich lieb' und sanftmuth übe, Und mir's rechne zum gewinn, Wenn ich je ein friedensband Knüpfen kann, wenn meine hand, Zur erleicht'rung der beschwerden, kann dem nächsten nützlich werden. neu; Zu dem heiligungsgeschäfte Gieb mir immer neue fräfte. 8. Wenn der anblick meiner fünden Mein gewissen niederschlägt: Wenn sich in mir zweifel finden, Die mit angst mein herze hegt; Wenn mein aug' in nöthen weint, Und gott nicht zu hören scheint: O dann laß es meiner seelen Nicht an troft und stärfung fehlen. 9. Was sich gutes in mir findet, 3st dein gnadenwerk in mir; Selbst den trieb hast du entzündet, Daß mich herr, verlangt nach dir. O so setze durch Bis sie durch ein selig ende Herrlich dein wort Deine gnadenwirkung fort. sich an mir vollende. vollendet. 2. Erfüllt von seiner wunderkraft, Gehn sie, die welt zu lehren. Der geist, der neue herzen schafft, Hilft ihnen sie bekehren. Die völker hören, hocherfreut, Die botschaft ihrer seligfeit, Vernunft und wahrheit siegen. Die blindheit und das laster fliebt; Wo man den finger gottes sieht, Muß beides unterliegen. 3. Umsonst, daß wilder eifer tobt, Verfolgung zu erregen. Dein name, jesu, wird gelobt; Dein wort ist kraft und segen. Die jünger schreckt nicht pein noch müh, Dein geist, o vater, stärkte sie In martern und im tode; Sie bleiben ihrem herrn getreu, Be= tenuen seinen namen frei, Und preisen ihn im tode. 7. Lehre mich, mich selber kennen, Die verborgnen fehler sehn, Sie voll 4. Noch jetzt bist du der geist der bemuth gott bekennen, und ihn um kraft; Noch jetzt der menschen lehrer. vergebung flehn. Mache täglich ernst Du machst sie weis' und tugendhaft, and treu, Sie zu bessern, in mir Des sündenreichs zerstörer. In sün 80 Erste Abtheilung. dern wirkst du reu und leid, In voll! Stärk, herr, in drangsal unfrommen seelen trost und freud', Und sern muth! Tröst uns in angst und muth im kampf der sünden; In leit uns wohl! bangen stunden schenkest du, So wie im tode, seelenruh, Und lehrst ihn überwinden. 5. Des vaters und des sohnes geist, Du quell des lichts, der liebe, Den jesus betenden verheißt, Ach heil'ge meine triebe; Gieb über meine ihmer, ben in mein herz, Hilf mir mit andacht beten; In bangen stunden tröste mich und deine hülfe zeige sich Mir einst in todesnöthen. Mel. Komm, gott schöpfer: c. 167. Du führer, der mit treuer hand Den weg uns zu dem himmel weist; Du unsers erbes unterpfand! Gepriesen seyst du, heil'ger geist! 2. Auch dich preist deine christenheit, Du geist des vaters und des sohns! Du bist, wie sie, von ewigkeit; Mit ihnen herrscher eines throns. 5. Du haft dem erdkreis offenbart, Was keine weisheit je erkannt; Als dich, nach seiner himmelfahrt, Der herr den seinen zugesandt. 2. Edelster von allen segen, Die uns gott in christo gab! Du träufst als ein milder regen Aus des himmels schooß herab. Du machst harte herzen weich, Wüsten auch an früchten reich; Und dein sanfter trost erquicket, Was der drangsal hizze drücket. 3. Du kannst alle herzen prüfen, Du durchschaust sie ganz und gar; Selbst der gottheit innre tiefen Sind vor dir, herr, offenbar. Nun, so kennst du auch gewiß Meiner seele finsterniß. Drum gieb weisheit und vor allen, Daß ich möge gott gefallen. 4. Nichts schließt vor deinem blick 4. Du bist selber rein, und siehest sich zu Den abgrund der unendlich- Auch an reinen deine lust. Böses feit, Der gottheit rath erkennest du haffest du und fliehest Aller sünden Mit göttlicher allwissenheit. 3. Der gottheit willen that'st du kund. Durch dich weissagte der prophet. Du legtest ihm in seinen mund Das wort des heils, das nie vergeht. 6. Welch eine pracht verklärte dich. Ein schnelles brausen füllt das haus. Da gießest du dich sichtbarlich Auf fie in feuerflammen aus. 10. Des vaters liebe, christi gnad', Und die gemeinschaft deiner kraft Verleih uns tugend, trost und rath Auf unsrer ganzen pilgerschaft. 7. Nun scheuten sie nicht schmach nicht müh; Denn du hast alle furcht entfernt. Die thaten gottes priesen sie In sprachen, die ste nie erlernt. Mel. Jesu, deine tiefen wunden ic. 168. Du er frammen bete in traurigkeit, Der ihr herz in allem leide, llnd im tode selbst erfreut: Geist des höchsten, komm zu mir, Und indem ich gläubig dir Lob und ruhm zum opfer bringe, O so höre, was ich singe: gräul und wust. Heilige du selbst mich dir! Schaff ein reines herz in mir, Daß ich, was du liebest, liebe, Nie mit vorsatz dich betrübe. 5. Du, herr, machst mein herz zufrieden, Wenn mir menschentrost gebricht. Bleib ich von dir ungeschieden, O so fehlts an trost mir nicht. Bleib ich nur dein eigenthum. So werd' ich zu deinem ruhm, Um die tugend mich bemühen, und die fünde standhaft fliehen. 6. Nur bitt' ich, daß du mich stärkest; Stehe mir im kampfe bei. Hilf, mein helfer, wenn du merkest, Daß mir hülfe nöthig sey. Den verkehrten eitlen finn Nimm aus meiner seele hin, Daß ich mich nun ganz verneue Und 8. Wir haben, geist der gnad' und stärk', An deinen gaben gleichfalls theil. Unsichtbar schaffest du dein werk In uns, zu unsrer seelen heil. 9. Setz 1.ns auch in die reinste gluth! Mach uns der liebe gottes mein gott sich meiner freue. 16. Vom heiligen Geist. 81 7. Sei mein beistand, wenn ich Mel. Liebster jesu, wir sind hier: e. sterbe! Zeige dem gebrochnen blick, 10. Gott! du haft in deinem sohn von ewigMir zum mein herrlich erbe, Ewig unverweltlich glück! Stärke du das matte herz, Daß ich, unter allem schmerz, Noch im letzten todesschweiße, Gott in jesu vater heiße. feit erwählet; Sende nun von deinem thron, Was zu meinem heil noch fehlet; Und gieb mir des geistes gaben: Durch sie werd' ich alles haben. Mel. 3ion flagt mit angst und 2c. 169. Geist vom vater und vom sohne! tröster bist, und von unsers gottes throne Hülfreich auf uns schwache siehst, Stehe du mir kräftig bei, Daß ich gott ergeben sey: O so wird mein herz auf erden Schon ein tempel gottes werden. 2. Laß auf jedem meiner wege Deine weisheit mit mir seyn; Wenn ich bange zweifel hege, Deine wahrheit mich erfreun. Lente kräftig meinen sinn Auf mein wahres wohlseyn hin. Lehrst du mich, was recht ist, wählen: Werd' ich nie mein heil verfehlen. 3. Heilige des herzens triebe, Daß ich, meinem gott getreu, Ihn stets über alles liebe; Daß mir nichts so wichtig sey, Als in seiner huld zu stehn.. Seinen namen zu erhöhn; Seinen willen zu vollbringen, Müsse mir durch dich gelingen. 4. Stärke mich, so oft zur sünde Mein gemüth versuchet wird, Daß sie mich nicht überwinde. Hab' ich irgend mich verirrt, O so rühre du mein herz, Daß ich unter reu' und schmerz Mich vor gott darüber beuge, Und mein herz zur beßrung neige. 5. Reize mich, mit flehn und beten, Wenn mir hülfe nöthig ist, zu dem gnadenstuhl zu treten. Gieb, daß ich auf jesum christ, Als auf meinen mittler schau', Und auf ihn die hoffnung bau', Gnad' um gnad', auf 2. Mich umfangen noth und tod Auf dem finstern sündenpfade; Heilger geist, mein herr und gott! Nette mich los von dem verderben, Laß mich nicht in sünden sterben! 3. Treibe weg die finstre nacht Falscher zweifelnder gedanken: Wenn die welt mich irre macht, Halte die vernunft in schranken. Würd' ich mich von dir entfernen, O, wo will ich weisheit lernen? 4. Schaffe mir ein reines herz, Daß ich stets an gott gedenke, Und mich oft mit ren und schmerz Ueber meine sünden fränke; Laß mich, nach dem schmerz der sünden, Trost bei meinem jesu finden. 5. O verbinde mich mit ihm, Als ein glied an seinem leibe; Und wenn ich sein eigen bin, Hilf mir, daß ich es auch bleibe, Mich ihm völlig übergebe, Und zu seiner ehre lebe. 6. Glaube, lieb' und hoffnung sey Stets die stärke meiner seele: In versuchung steh' mir bei, Daß ich nicht mein heil verfehle: Gieb mir demuth in den freuden; Gieb geduld und muth im leiden. 7. Hilf mir reden recht und wohl; Hilf mir meine christenpflichten, Wie du forderst, wie ich soll, Ohne heuchelei verrichten; Christlich leben, selig sterben, und dein himmlisch reich einst erben. Rel. Fröhlich soll mein herze 2c. mein verlangen, von dem vater zu 171. Höchfter det og ber komm nieder. Geist des herrn, 6. Stehe mir in allem leiden, Stets Sei nicht fern, Stärke jesu glieder. mit deinem troste bei, Daß ich auch Der, der nie sein wort gebrochen, alsdann mit freuden Gottes führung| Jesus hat Deinen rath Seinem volk folgsam sey. Gieb mir ein gelaßnes versprochen. herz. Laß mich selbst im todesschmerz, Bis zum frohen überwinden Deines troftes fraft empfinden. Evangel, luth. 2. Geist der weisheit, gieb uns allen Durch dein licht Unterricht, Wie wir gott gefallen, Lehr' uns freudig 6 82 vor gott treten, uns nah, Und prich ja, Wenn wir gläubig beten. 173. Koves herrn, Lehr' uns Mel. Liebster jesu, wir sind zc. Pomm auf uns, o geist 3. Hilf den kampf des glaubens kämpfen, Gieb uns muth, Fleisch und zu dem vater beten, Und beleb' uns, blut, Sünd' und welt zu dämpfen. daß wir gern Und voll glaubens zu Laß uns trübsal, kreuz und leiden, ihm treten. So wird er, um christi Angst und noth, Schmerz und tod, willen, Unser bitten gern erfüllen. Nicht von jesu scheiden. 2. O du geist der herrlichkeit, Wohn' und wirke in uns allen. Jedes herz sey dir geweiht! Echmück es aus nach wohlgefallen. Reich sind wir versehn mit gaben, Wenn wir deine salbung haben. Erste Abtheilung. 4. Hilf uns nach dem besten streben; Schent uns kraft, Tugendhaft Und gerecht zu leben. Sieb, daß wir nie stille stehen, Treib uns an, Froh die bahn Deines worts zu gehen. 5. Sey in schwachheit unsre stütze, Steh uns bei, Mach uns treu In Mel. Gott des himmels und der zc. der prüfungshige. Führ, wenn gott 174. Komm, o komm, du geiſt uns nach dem leide Sterben heißt, Unsern geist In des himmels freude. 6. Wecke aus dem sündenschlafe, Rette voch Heute noch Die verlornen schaafe! Reiß' die welt aus dem verderben; Laß sie nicht Im gericht Der verstockung sterben. des lebens! uns schwachen mächtig auf! Wir bemühn uns sonst vergebens Hier in unserm pilgerlauf Um das heil, das gottes rath Für uns ausersehen hat. 2. Gieb in unser aller seelen Weisheit und entschlossenheit, Daß wir anders nichts erwählen, Als was uns dein wort gebeut, Steh mit deinem licht uns bei, Und mach uns von irrthum frei. 3. Zeig uns selbst die rechten stege Zu der wahren wohlfahrt an, Räume alles aus dem mege, Was daran uns hindern kann; Wirke reue nach der that, Wenn der fuß gestrauchelt hat. 4. Laß uns stets dein zeugniß haben, Daß wir gettes finder sind; Stärke uns mit deinen gaben, Wenn sich trübsal für uns find't: Sehr uns, daß des vaters zucht Einzig unser bestes sucht. 5. Treib uns, daß wir zu ihm treten Kindlich und mit freudigkeit, Nur nach seinem willen beten, Und vertritt uns allezeit! So wird unser flehn erhört, und die zuversicht gemehrt. 3. Laß, freudiger geist, voll ver6. Wird uns auch um hülfe bange, trau'n, In noth auf deine hülf' uns Seufzt das herz voll traurigkeit: Ach, schau'n. Lehr uns, wenn wir zum mein gott, mein gott, wie lange? vater treten, Mit froher zuversicht so wende unser leid! Sprich der beten! Mach uns durch deine fraft bereit Zum sterben und zur ewigkeit! Daß wir mit frohem muthe ringen, Zu dir durch tod und leben dringen. Erhöre uns! Erhöre uns! seele tröstlich zu: Gieb ihr muth, geduld und ruh. 7. O du geist der kraft und stärke! Der in uns das gute schafft, Fördre in uns deine werke, Und im kampfe Mel. Komm, heiliger geist: c. 172. ör' unser gebet, geist des herrn! Du hörst der menschen flehen gern. Wir wollen unser herz dir geben; O lehre heilig uns leben! Rüst' uns mit stärke, muth und kraft, Du, der das gute in uns schafft, Daß nicht die lockungen der sünden Uns, christi jünger, überwinden. Wir trau'n auf dich! Wir trau'n auf dich! 2. Du heiliges licht, starker hort! Laß uns der wahrheit helles wort Auf dieses lebens pfaden leiden, Daß unsre füße nicht gleiten. Treib fern von uns des irrihums nacht, Laß fiegen deiner wahrheit macht; Daß jesus christ der ganzen erde Bekannt und angebetet werde. hilf dazu! O hilf dazu! 16. Vom heiligen Geiste. 83 gieb uns kraft, Wenn versuchung auf nicht, Die todesstunde, das gericht, uns dringt, Daß uns dann der sieg gelingt. Den himmel und die bölle. 8. Ja, bewahr uns unsern glauben, Daß verfolgung, schmach und spott Niemals ihn uns möge rauben. Du bist unser schutz, o gott. Sagt das herz gleich zweifelnd nein! Laß dein wort gewisser seyn. 9. Wenn wir endlich sollen sterben, O so steh mit trost uns bei; Gieb, daß uns als gottes erben Jene herrlichkeit erfreu, Die uns unser gott bestimmt, Und die nie ein ende nimmt. Mel. Komm, o gott schöpfer ic. Domm, schöpfer, komm, o geist, Schaff 175. deiner menschen herzen neu! Du kennent dein geschöpf und weißt, Wie jeglichem zu helfen sey. 2. Du geist der weisheit ,, leite du Uns zu der wahl des besten theils. Den himmel führ' uns alle zu, Du führer auf der bahn des heils. 3. Des lebens wort, das gottes sohn Vom himmel uns herab gebracht, Erleuchte jede nation Durch deiner leitung sanfte macht. 4. Vereine deine christenheit Durch deines sel'gen friedens band. Erinnr' uns pilger dieser zeit Stets an das beßre vaterland. 5. Gott, unserm gott, und jesum christ Recht kennen, dieses ist der quell, Aus welchem ewig wonne fließt. Mach' diese kenntniß in uns hell. 6. Lobsey dem vater, lob dem sohn, Lob dir, o tröster, gottes geist! Einst singen wir vor deinem thron Ein lied, das würdiger dich preist, 3. Gieb, daß ich denke jederzeit An diese letzten dinge, Und dadurch alle sündenfreud' Aus meinem Herzen bringe; Damit ich dich mein lebenlang Verehre ohne furcht und zwang Mit willigem gehorsam. 2. Ob böse lust auch hier und dort Mich anficht, weil ich lebe: So bilf mir, daß ich ihr sofort Im anfang widerstrebe; Und daß ich ja vergesse 4. O stärke mich dazu mit kraft, So wird es mir gelingen; Hilf jede böse leidenschaft Des herzens mir bezwingen. Steh mir in diesem kampfe bei, Daß ich dazu stets wacker sey, Und immer überwinde. Mel. Mein gott, das herz 2c. oder: Nun danfet all': c 177. Nicht um ein flüchtig guth der zeit; Ich fleb' um deinen geist, Gott, den zu meiner seligkeit Dein theures wort verheißt. 2. Die weisheit, die vom himmel stammt, O vater, lehr' er mich; Die weisheit, die das herz entflammt zur liebe gegen dich. 3. Dich lieben, gott, ist seligkeit; Gern thun, was dir gefällt, Wirkt eblere zufriedenheit, Als alles glück der welt. 4. Vertrauen hab' ich dann zu dir, Dann schenket selbst dein geist Das freudige bewußtseyn mir, Daß du mir gnädig seyst. 5. Er leite mich zur wahrheit hin, Zur tugend stärk' er mich; Beweise, wenn ich traurig bin, Auch mir als tröster sich. 6. Er schaff' in mir ein reines herz Versiegle deine huld, Und er bewaffne mich im schmerz Mit muth und mit geduld. Mel. Allein gott in der höh sey zc. Bekannte Melodie. 176. Laß, bater, deinen guten 178. Nun bitten wir den heil'geist Mich allezeit regieren, Daß ich zu dem, was unrecht heißt, Mich lasse nichts verführen; Der fünde reizung widersteh', Und stets auf deinen willen seh', Darnach allein zu handeln. gen geist, Welchen jesus christus uns verheißt, Daß er uns behüte vor falscher lehre; Alle, die in irrthum sind, befehre. Erbarme dich, herr 2. Du geist der wahrheit und der kraft! Mach uns durch dein wort auch tugendhaft; Hilf, daß wir ihm glauben, dem treuen heiland, Der uns 6* 84 Erste Abtheilung. bringen will zum rechten vaterland. im sterben Einst vollkommnes glück Erbarme dich, Herr! 3. Du geist der lieb' und einigkeit! Mach uns allsammt dazu bereit, Daß wir uns von herzen einander lieben; Gern verzeihn und nicht gern betrüben. Erbarme dich, herr! 4. Du höchster trost in aller noth! Hilf, daß wir nicht fürchten grab noch tod! Laß, wenn wir einst sterben, uns nicht verzagen, Sondern mach uns frei von allen plagen. Erbarme dich, herr! 3. Steh uns stets bei mit deinem rath, Und führ' uns auf den rechten pfad Des heils, den wir nicht wissen, Verleih uns willigkeit, daß wir Dir Mel. Wer nur den lieben gott: c. 179. großer gott, du reines treulich folgen, wenn wir hier Auch wesen, Du hast nur reine herzen dir Zu deiner wohnung auserlesen: Ach, schaff ein reines herz in mir, Ein herz, das unbefleckt und frei, Von allen bösen lüften sey. darum leiden müssen. Drückt last Uns fast Muthlos nieder, Laß uns wieder Trost empfinden, Und die trübsal überwinden. 4. Stärt' uns durch deines trostes 2. Ich falle, dir, mein gott, zu fuße, fraft Zum kampf mit jeder leidenschaft, Mich mache christi blut auch rein; Darüber herr zu werden; Und find Laß redlich meines herzens buße, und wir wo dem falle nah, So sey mit ernstlich meinen glauben seyn: So deiner hülfe da, Erheb' uns von der mache mich zur reinigkeit Des lebenserden. Neue Treue Gieb uns schwafertig und bereit. hen, Du kannst machen, daß wir siegen, und im fampf nicht unterliegen. 3. Dein guter geist, o gott, regiere Mein ganzes herz und stehe mir In meiner schwachheit bei und führe Mich von der eitelkeit zu dir; Gieb einen geist, der dir getreu, Und willig zu gehorchen sey. 4. Durch deine gnade stärk' mich schwachen; Mach mich vorsichtig in gefahr. Gieb, daß ich durch gebet und wachen Die seele unverletzt bewahr'. Laß mich in deiner gnade stehn, Stets in der beßrung weiter gehn. 5. Nimm deinen geist, den geist der liebe, Den geift des glaubens nie von mir, Und stärke mich durch seine triebe, Durch seinen beistand für und für! So leite durch die pilgerzeit Mich aus der welt zur seligkeit. ererben. 2. Du quelle, draus die weisheit fließt, Die uns zum heil so nöthig ist, schent' aus deiner fülle Uns so viel einsicht und verstand, Daß heilsam von uns werd' erkannt Des höchsten gnäd'ger wille. Ja, gieb Den trieb Unsern seelen, Nur zu wählen Und zu üben, Was er uns hat vorgeschrieben. Tel. Wie schön leucht't uns der ze 180. 7. Gieb, daß in wahrer heiligkeit heil'ger geist, kehr' bei Wir führen unsre lebenszeit; Sey uns laß uns unsers uns bleiben unbewußt Der eitelfeit, der sinnen lust, Und ihre schnöde werke. Rühre, Führe Unsre sinnen und beginnen Von der erden, Daß wir himmels= erben werden. deine wohnung seyn, Du unsrer seelen sonne! Laß deiner wahrheit hellen schein In unsern herzen kräftig sein, zu steter freud und wonne; Daß wir Schon hier, Gott ergeben, Ruhig leben, und 5. Erhalte bei uns immerfort Den glauben an dein göttlich wort. Nichts muß von ihm uns trennen. Gieb, daß wir ihn von herzensgrund Mit thaten so, wie mit dem mund, Vor aller welt bekennen. Jesum Christum Ohn' aufhören Recht zu ehren, Mach uns tüchtig, Und sein heil uns werth und wichtig. 6. Nimm alle härte von uns hin; Erfülle uns nach deinem sinn Mit wahrer menschenliebe, Daß unser herz mit huld und treu Stets zugethan dem nächsten sey, Und sich darinnen übe. Rein neid, Kein streit Dich betrübe! Fried' und liebe Wollst du geben, Daß wir froh und ruhig leben. 17. Vom Worte Gottes. 85 el. Komm, heiliger geift: c. 4. Hier, in dem heiligthum des 181. Sey, weltversöhner, sey herrn, Hier warten deiner, geist des gepreist! Du sandtest uns den theuern geist, Der uns in alle wahrheit leite, Und uns zum himmel zubereite. Er lehret uns des glaubens kraft, Stärkt uns in dieser pilgerschaft, Den lauf zum ziele zu vollbringen, Und einst die frone zu erringen. Gelobt sey gott! Gelobt sey gott! 2. Durch deines geistes kraft erfreut, Wagt deiner boten schaar den streit, Kämpft gegen falscher götter heere, Und siegt durch deines freuzes lehre. Begabt mit stärke, ging ihr wort Bis an der erde grenzen ført, Erleuchtete die nationen und drang von hütten zu den thronen. Gelobt sey Gott! Gelobt sey gott! 3. send' ihn auch zu uns, den geist, Der uns den weg zur wahrheit weist. Ach, dunkel sind des lebens pfade: Erleuchte sie durch seine gnade! Er lehr' uns gottes heil verstehn, Er leit' uns, wenn wir irre gehn; Und- wenn wir straucheln und ermüden, Dann stärk' er uns durch gottes frieden! Gelobt sey gott! Gelobt sey gott! glieder; Komm segensvoll auf uns hernieder! Hilf uns, gieb dem verstande licht, Dem herzen muth und zuversicht, Daß uns von ihm, den wir bekennen, Hier weder glück noch leiden trennen. Gelobt sey gott! Gelobt sey gott! 5. O leit, uns, herr, an deiner hand Hinauf ins wahre vaterland. Entreiß uns mächtig dem verderben: Erhalt uns gläubig, bis wir sterben. Dann stärk' uns in des todes schmerz Das schwache, freudenleere herz, Daß wir mit muth zum himmel dringen Und dann den letzten sieg erringen. Gelobt sey gott! Gelobt sey gott! 6. Dort, wo der zeugen jesu schaar, Die hier durch dich erleuchtet war, Am thron des lammes jauchzend stehet, Und deiner werke preis erhöhet; Dort ist auch unsers erbes theil; Auch uns ist der erlösung heil Durch dich versiegelt: und wir kommen Durch dich zur seligkeit der frommen. Gelobt sey gott! Gelobt sey gott! 17) Vom Worte Gottes. Mel. Wer nur den lieben gott 28. 182. Dein ein wort, o höchster, ist vollkommen: Es lehrt uns unsre ganze pflicht; Es giebt dem sünder und dem frommen zum leben sichern unterricht. O selig, wer es achtsam hört, Bewahrt, und mit gehorsam ehrt! schatz, weit köstlicher und größer, Als Wer das alle schätze dieser welt. thut, was dein wort gebeut, Dem ist dein segen stets bereit. 5. Drum laß auch mich mit luft betrachten. Was mich dein wort, o höchster, lehrt. Laß mich darauf gehorsam achten, Was dein befehl von mir begehrt: So fließen trost und seelenruh Auch mir aus deinem worte zu. 2. Es leuchtet uns auf unsern wegen, Zerstreut des irrthums finsterniß; Verkündigt gnade, heil und segen, Und machet unser herz gewiß. Es lehrt uns, höchſter, was du bist, und 183. Drift, Gott, zu dem ich el. Christus, der uns selig: c. er du die was dir wohlgefällig ist. 3. Dein wort ermuntert, dich zu lieben; Lehrt, wie viel gut's du denen giebst, Die dein gebot mit freuden üben, und wie du väterlich uns liebst. Und was, o herr, dein mund verspricht, Bleibt ewig wahr, und trüget nicht. singe. Gott, den kein verstand ermißt, Ursprung aller dinge! Alle weisheit kommt von dir zu den menschenfindern. Sie erleuchtet uns, wenn wir Selbst ihr licht nicht hindern. 4. Herr, deine tröstungen sind besser, Als alles silber, gold und geld; Ein 2. Vorurtheil und finsterniß Füllen unsre seelen; Unser blick ist ungewiß, Unsre schlüsse fehlen; Aber dein ver filling 86 Erste Abtheilung. stand weicht nicht Von der lautern| seele trauen; Ich wandle hier, Mein wahrheit. Was du denkest, das ist gott, vor dir Im glauben, nicht im licht, Richtigkeit und klarheit. 3. Wirf dich, sterbliches geschlecht, Dankbar ihm zu füßen! Seine wahrheit und sein recht Lässet er dich wissen. Weit erschallt das wort des herrn, Das die welt befehret; Glaubt es freudig, folgt ihm gern, Völker, die ihr's höret! 4. Gott, was uns dein wort verspricht, Wird und muß geschehen; Deine drohung kann auch nicht Leer vorüber gehen. Haben tausende nicht schon, Welche vor uns waren, Deine strafen, deinen lohn, Unfehlbar erfahren? Mel. Erhalt uns, herr, bei deinem 2c. 184. Der spötter strom reißt viele fort. Erhalt' uns, herr, bei deinem wort! So können, vater! wir uns dein Im leben und in tode freun. 2. Ein haufe läft'rer wagts, o gott! Mit wildem, ausgelaßnem spott, Den heiland, deinen sohn, zu schmähn, Verachtend auf sein heil zu sehn. 7. Mich zu erneun, Mich dir zu weihn, Sst meines heils geschäfte. Durch meine müh Vermag ich's nie; Dein wort giebt mir die träfte. 8. Erhalt uns, herr, nur deine 3. Ach! ihrer lehre pest, o herr! lehr'! Du hast sie uns gegeben. Sie Schleicht jetzo nicht im finstern mehr: sey mein theil, Sie sey mir heil. Sie bricht am mittag selbst hervor, Und kraft zum ew'gen leben. Und hebt ihr töbtend haupt empor. schauen. 2. Dein wort ist wahr; Laß immerdar Mich seine kräfte schmecken. Laß keinen spott, O herr, mein gott, Mich von dem glauben schrecken. 3. Wo hätt' ich licht, Wofern mich nicht Dein wort die wahrheit lehrte? Gott, ohne sie Verstiind' ich nie, Wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein wort erklärt Der feele werth, Unsterblichkeit und leben. Zur ewigkeit Ist diese zeit Von dir mir ja gegeben. 5. Dein ew'ger rath. Die missethat Der sünder zu verfühnen, Den fennt' ich nicht, Wär' mir das licht Nicht durch dein wort erschienen. 6. Du hast von ewigkeit gesehn, Wie lange noch ihr trotz bestehn Und wider dich hier toben soll. Vielleicht ist nun ihr maaß bald voll. 6. Nun darf mein herz In reu und schmerz Der sünden nicht vergehen; Nein, du verzeihst, Lehrst meinen geist Recht findlich zu dir flehen. 4. Sie herrscht durch große dieser welt. Herr, herr, wenn uns dein Mel. Wir christenleut haben: c oder: Auf! schicke dich ic. arm nicht hält; So reißt ſie uns zum 186. Herr, dir sey preis! Ich und leben tod fort. durch dein wort. 5. Beschütze uns, herr jesu christ! Der du zur rechten gottes bist! Sey unser schild und starke wehr! Nichts ist vor dir der spötter heer. und Der grund des heils sind deine lebensworte. Bei diesem licht Verfehl' ich nicht Den schmalen weg, die enge himmelspforte. 2. Wir menschen sind Verkehrt nud blind, und keiner weiß den weg ins ew'ge leben. Den unterricht, Der uns gebricht, kann uns allein das wort der wahrheit geben. 3. Daß jesus christ Mein heiland ist, Daß er für mich und meine schuld gestorben; Daß ich durch ihn Erlöset bin, Daß mir sein blut die jeligkeit erworben; 7. Auch sie, o herr, hast du verföhnt, Sie, deren spott dich jetzt verhöhnt. Gieb, daß noch vor der todesnacht Zur ernsten reu ihr herz erwacht. Mel. Uch gott und herr! wie zc. 4. Daß sich mein geist Dem leib 185. Gott ist mein herr! Auf entreißt, Daß er durch gott unsterbseine lehr' meine lich ist und bleibet! 17. Vom Worte Gottes. 87 hirt Erwecken wird, Wenn gleich den demuth lernen, Und von zweifelsucht leib des todes macht zerstäubet; entfernen. 6. Lenke, höchster, meinen sinn Von den gütern dieser erde Durch dein wort zum himmel hin, Wo ich ewig selig werde. Laß mich diese welt verachten, und nach ew'gen freuden trachten. 7. O verleih' mir stets die kraft, Deinem wort gemäß zu handeln, Und vor dir gewissenhaft Auf der tugend pfad zu wandeln: So wird einst in jenem leben Mich ein hell'res licht umgeben. 5. Daß einst die welt In trümmern fällt, Wenn gottes sohn wird majestätisch kommen; Daß er den lohn Von seinem thron Dann geben wird den bösen und den frommen; 6. Daß er, mein freund, Wenn er erscheint, Mich zu sich nimmt ins ew'ge freudenleben: Davon hat er, Mein gott und herr, Nur durch sein wort erkenntniß mir gegeben. 7. Dies wort erfreut In traurigfeit, Und lindert mir den fummer, der mich drücket: Die schwermuth weicht, Das herz wird leicht, Wenn mich in angst, o herr, bein wort erquicket. 8. O laß hinfort Dein gnadenwort Mein ganzes herz zu deinem ruhm beleben; Bis nach der zeit, In ewig keit, Ich besser dich im himmel werd' erheben. Mel. Liebster jesu, wir sind hier zc err, mein licht, erleuchte 187. H mich, Daß ich mich und dich erkenne; Daß ich voll vertrauen dich Meinen gott und vater nenne: Daß ich dadurch auf der erde Für den himmel weiser werde. 2. Lauter wahrheit ist dein wort: Lehre mich es recht verstehen. Hilf selbst meinem forschen fort, Richtig daraus einzusehen, Was zu meinem heil mich führet, Und mir, deinem knecht, gebühret. 3. Aber laß mich nicht allein Richtig seinen sinn verstehen; Laß mein herz auch folgsam seyn, Den erkann ten weg zu gehen. Denn sonst wird' ich, bei dem wissen, Doppelt streiche leiden müssen. 4. Gieb, daß ich den unterricht Deines wortes treu bewahre; Daß ich, was es mir verspricht, Reichlich an mir selbst erfahre. Ja, es sey in meinem leiden Mir ein quell von trost und freuden. 5. Hilf auch daß von zeit zu zeit Meine fenntnisse sich mehren. Find' ich dann noch dunkelheit Bei bes glaubens hohen lehren: O so laß mich Mel. Aus tiefster noth schrei zc. 188. Wir menschen sind zu o Was geistlich ist, untüchtig. Dein wesen, wille und gebot Ist viel zu hoch und wichtig; Wir wissen und verstehens nicht, Wo uns dein göttlich wort und licht Den weg zu dir nicht zeiget. 2. Von jeher hast du ausgefandt Propheten, deine knechte; Sie machten in der welt bekannt Dein heil und deine rechte. Zuletzt ist selbst dein eigner sohn, O vater, von des himmels thron Gekommen, uns zu lehren. 3. Für solches heil sey, herr, ge= preist! Laß uns dabei verbleiben, Und gieb uns deinen guten geist, Daß wir dem worte gläuben, Daß wir's annehmen jederzeit Mit ehrfurcht, treu und willigkeit, Als gottes, nicht der menschen. 4. Hilf, daß der frevler frecher spott Uns nicht vom wort abwende: Denn du bist ein gerechter gott, Und strafft gewiß am ende. Erweck uns durch der wahrheit fraft, Und was sie gutes in uns schafft, Das laß uns treu bewahren. 5. Herr, öffne du verstand und herz, Daß wir dein wort recht fassen; In lieb' und leid, in freud' und schmerz Es aus der acht nicht lassen; Daß wir nicht hörer nur allein, Nein, auch desselben thäter seyn, Frucht hundertfältig bringen. 6. Geist gottes! mache selbst uns gleich Dem fruchtbar'n guten lande, Daß wir, an guten werken reich, In unserm amt und stande Das thun, was uns bein wort gebeut, Und, frei 88 Erste Abtheilung. vom dienst der eitelleit, Des glaubens| licht auf unsern wegen seyn. Hilf, daß kraft beweisen. wir d'raus genießen Kraft, rath und trost in aller noth, Daß wir im leben und im tod Beständig auf dich trauen. 7. Laß uns, dieweil wir leben hier, Der fünder weg vermeiden. Gieb, daß wir halten fest an dir, Im wohlstand, wie im leiden. Rott aus, was dir, herr, nicht gefällt, Hilf uns die sorgen dieser welt Und böse lüfte dämpfen. 8. Erhalt uns dein wort flar und rein, Und laß es unsern füßen Ein a. Von den zehn Geboten insbesondere. el. Allein gott in der höh' sey: c. 189. He err, deine rechte und gebot, Darnach wir sollen leben, zu halten, wollest du o gott, Mir fraft und gnade geben, Daß ich zum guten willig sey. Mit sorgfalt, ohne heuchelei, Was du tefiehlst, vollbringe. 2. Gieb, daß ich dir allein vertrau', Dich über alles liebe; Auf menschenhülf' und trost nicht bau', Nicht muthlos mich betrübe: Daß mir nicht andrer menschen gunst, Macht, anreichthum, witz und kunst 3u einem abgott werde. 3. Hilf, daß ich deinen gnadenbund Recht schätze und erkenne: Von herzen, nicht blos mit dem mund, Dich und dein wort bekenne: Daß ich bedenke jederzeit, Wie sehr mich meiner taufe eid Zum dienste dir verbindet. 4. Am tage deiner heil'gen ruh' Laß mich gern vor dich treten, Die zeit auch heilig bringen zu Mit danken und mit beten! Daß ich hab' meine lust an dir. Dein wort so höre, daß ichs mir Auch recht zu nutze mache. 9. Es müsse sich zu deiner ehr', Gott vater, weit ausbreiten! Hilf, jesu, daß uns deine lehr' Erleuchten mög' und leiten! O heil'ger geist, dein göttlich wort Laß in uns wirken immerfort Lieb', hoffnung, trost und glauben. 5. Die eltern, lehrer, obrigkeit, Die vorgesetzt mir werden, Laß mich verehren jederzeit, Daß mir's wohlgeh' auf erden: Daß ich für ihre sorg' und treu Recht folgsam und recht dankbar sey, Und sie niemals betrübe. 7. Unreine werk' der finsterniß Laß mich sorgfältig meiden. Du siehst und strafest sie gewiß Mit schwer gehäuftem leiden! Schaff in mir, gett, ein reines herz, Daß ich schandbare wort' und scherz Und alles schwelgen fliehe. 8. Verleih, daß ich mich redlich nähr', Mich böser ränke schäme; Mein herz niemals zum geize tehr', Mit unrecht nichts hinnehme; Und von der arbeit meiner händ', Was recht ist, gern auf arme wend', Und nicht auf pracht und hoffarth. 9. Hilf, daß ich meines nächsten glimpf zu retten mich befleiße, Von ihm abwende schmach und schimpf; Doch böses nicht gut heiße. Gieb, daß ich lieb' ausrichtigkeit, Hab' einen abschen jederzeit Am lästern und an lügen. 10. Laß mich des nächsten haus und gut Nicht ungerecht begehren; Was aber mir vonnöthen thut, Das wollst du mir gewähren; Doch, daß es niemand schädlich sey, Ich auch ein ruhig herz dabei, Und deine gnad' behalte. 11. Mein gott! dein mir gegebnes recht Und deinen heil'gen willen, Wie mir gebübret, deinem knecht, Auf immer zu erfüllen, Vermag ich von mir selber nicht; Ich fühle, daß es mir gebricht Dazu an eignen fräften. 12. Drum gib du mir von deinem thron, vater, gnad' und stärke! Verleih, herr jesu, gottes sohn, Daß ich thu" rechte werke! O heil'ger geiſt, hilf, daß ich dich Von ganzem Herzen, und, wie mich, Den nächsten 6. Hilf, daß ich niemals eigne rach' An meinem feinde übe; Und die mir zugefügte schmach Verzeih', vielmehr ihn liebe: Sein glück gern gönne jedermann; Seh', ob ich jemand dienen kann, Und es dann thu mit freuden. thätig liebe! 17. Vom Worte In voriger Melodie. 190. H err, dein gesetz, das du der welt Zur richtschnur bast gegeben, Das du zur regel vorgestellt, Wornach wir sollen leben, Das deinen willen offenbart, Ist ganz von einer andern art, Als menschliche gesetze. 2. Mit äußerlicher ehrbarkeit Läßt es sich nicht begnügen, Obgleich die hand nicht schlägt, noch dräut, Die lippen nicht betrügen, Das auge nichts verbotnes sieht, Uud unbefleckt sonst jedes glied In seiner ordnung bleibet. 3. Ob man nicht flucht, betrüget nicht, Ob man kein sabbathsschänder, Kein frevler, der die ehe bricht, Kein mörder, kein verschwender, Kein freund von sündlichem geschwätz: So ist dein heiliges gesetz Doch damit nicht zu frieden. 4 Es fordert, daß das herz dich, gott, Wie du's verdienest, liebe, Und sich, zu halten dein gebot, Aus allen träften übe. Es will, daß, wie du heilig heiß'st, Auch unser herz und ganzer geist Sey heilig und unsträflich. Gottes. 89 5. Der geist, von sündenliebe rein, Soll sich zu gott erheben, Soll immerhin beflissen seyn, Treu jeder pflicht zu leben. Begierig auf des nächsten wohl, Nach weisheit und der tugend, soll Der mensch voll eifer streben. 6. So hat uns gott geoffenbart Sein recht und seinen willen. Willst du, o mensch, auf solche art, Nun sein gesetz erfüllen? Wie oft der fünden sclaverei Der wille unterworfen sey, Das wirst du leicht erkennen. 191. He Mel. Ich rufe zu dir, herr jesus 2. eil deinem volke, dem Heil du dich, O höchster, offenbarest, Da du regierst, und väterlich Auf ebner bahn bewahrest! Heil uns, denn dies dein volk sind wir; Du lehrst uns deinen willen Recht erfüllen, Und unsern durst nach dir Selbst aus der quelle stillen. 2. Weh denen, die sich finsterniß, Gott. für dein licht erwählen! Wie hoffnungslos, wie ungewiß Sind ihre stolzen seelen! Du selbst berufst sie immer noch, Dein himmlisch reich zu erben, nicht zu sterben! Ihr leichtsinn stürzt sie doch In ewiges verderben. 3. Der flügler sagt, du werdest nicht Uns etwas neues lehren; Denn die vernunft sei schon das licht, Dich würdig zu verehren. Doch wem nur dieser schimmer scheint, Der kann nicht völlig sehen, Sicher gehen; Nein, sintet, wenn er meint, Auf festem grund zu stehen. 7. Entschließ dich drum, zu deinem heil, Dem mittler zu ergeben; Komm, nimm an tessen gnade theil, Durch den die sünder leben; Nimm dankbar, froh und gläubig an, Was er zu deinem heil gethan, Und preise seire Liebe! b. Vom Evangelio. S. Laß aber auch in deinen geist Dir sein gesetze schreiben, Thu' alles willig, was er heißt, Laß seinen geist dich treiben. Denn wer die sünd' nicht redlich flieht, Nicht ihm zu leben sich bemüht, Der bleibet im gerichte. 4. Zwar die vernunft erkennet dich In deinen großen werken, Weiß dein gebot; doch weiß sie sich zum guten nicht zu stärken. Wir sündigen, und sie kann nie Uns wieder dir versöhnen. Unsre thränen Siehst du; doch können sie nicht g'nug thun, nicht versöhnen. 5. Aus furcht des todes würden wir 3um traurigsten geschlechte, Wenn uns dein wort nicht, gott! vor dir Des himmels hoffnung brachte. Der sünder kann durch jesum christ Für alle seine sünden Gnade finden; Der lüste macht und list Durch glauben überwinden. 6. Ach theu'r und werth sey uns dies wort; Denn du hast's uns gegeben! Es leit' uns hier, es bring' uns dort, O gott, zum ew'gen leben! Lehr' auch die spötter, die es noch Mit stolzem muth verachten, Darnach schmachten, Und so bei jesu licht Nach seinem reiche trachten. 90 Erste Abtheilung. Mel. Liebster jefu, wir sind hier zc. Mel. Jefus, meine freude, meines: c. 192. Köftlich, mein heiland, ist 193. Wort, aus gottes munde! o Deines lehre. Gieb, daß ich mit folgsamkeit bunde! Evangelium! Bald, da wir Treulich ihre vorschrift ehre; Dem, gefallen, Ließ dich gott erschallen! was sie verheißet, traue, Fest mein Du bist unser ruhin! Gottes fraft, hoffen darauf baue. Die glauben schafft, Gute botschaft, uns zum leben Bon gott selbst ge= geben. 2. Deines wortes unterricht Lehret uns gott recht erkennen, Ihn mit herzenszuversicht Unsern gott und va ter nennen, und nach seinem heil'gen willen Unsre pflichten treu erfüllen. 3. Was die weisen dieser welt Uner forscht gelassen haben, Das hast du ans licht gestellt, und durch deines geistes gaben Bringst du es in unsre feelen, Daß wir heil und leben wählen. 4. Du entdeckst uns unsre schuld, Und der sünde großen schaden; Aber auch des höchsten huld, Und den reichthum seiner gnaden; Lehrst uns aller unfrer sünden Gnädige vergebung finden. 5. Du rufft uns voll liebe zu: Kommt zu mir, ihr müden seelen, Es soll euch zu eurer ruh' Nicht am troste bei mir fehlen; Werdet ihr von mir nur lernen, Wird der fummer sich entfernen. 6. Herr, dein evangelium Hat viel tausend tausend zeugen, Die zu dei nes namens ruhm Dankbar ihre kniee beugen, Daß du noch dies wort erfülleft, Und der seele kummer stillest. 7. O nimm gnädig an den dank, Den ich dir voll ehrfurcht bringe; Höre meinen lobgesang, Den ich hocherfreut dir singe: Du heilst allen meinen schaden, Herr, und frönest mich mit gnaden. 8. Köstlicher, als gold sey mir, Was dein göttlich wort mich lehret! Dank, ja ewig dank sey dir Für den trost, den es gewähret! Werd' ich einst zu dir erhoben, Will ich würdiger dich loben. 2. Was dein wohlgefallen Vor der zeit uns allen, Gott! bestimmet hat; Was sonst dunkle schatten Vorgebildet hatten Das vollführt dein rath. Daß dein eid Dich nicht gereut, Zeigst du nun; in jesu namen Wird er ja und amen. 3. Alles ist vollendet. Gott hat den gesendet, Der verheißen war. Jesus, der sein leben Wollte für uns geben, Stellt sich wirklich dar; Ja er hat Des höchsten rath Ganz vollbracht und lebt in ehre. Ach, erwünschte lehre! 4. Da uns strafen drohten, Thaten, friedensboten Heil von gott uns fund. Was für holde lehren Lassen sie uns hören! Welch ein theurer bund! Gottes huld Tilgt unsre schuld, Und wer ihn mit glauben ehret, Wird von ihm erhöret. 5. Auf, und wehrt den schmerzen; Kommt ihr, deren herzen Das gesetz zerschlug; Kommt zu dessen gnaden, Der, für euch beladen, Alle schmerzen trug. Jesu tod Versühnt euch gott; Gott, der euch als vater liebet, Und die schuld vergiebet. 6. Hierauf will ich bauen, Christo mich vertrauen, Und in ihm mich freun. Shm nur will ich leben, Shm mich ganz ergeben, Ewig treu ihm seyn. So werd' ich Auch einst durch dich, O mein heiland! selig sterben, Und den himmel erben. 18) Von Von der der Taufe. a. Vor und bei derselben. Mel. Wer nur den lieben gott 2c. err, der du feinen je im glauben dir genaht; Nie unerfreut den von dir ließeft, Der dich um deine 194. Der gnade bat; Gelobt ſey deine freund 18. Von der Taufe. lichkeit, Die gern erhöret und erfreut! 2. Du wiesest ehmals nicht die kleinen, Die dir die ältern brachten, ab; Erkanntest, herr, sie für die deinen, Und ließest huldvoll dich herab. Laßt, sprachst du, lasset sie zu mir, Und wißt, das himmelreich ist ihr. 3. Du bist, erhabner freund der finder, Die auch durch dich erlöste find, Zur rechten gottes jetzt nicht minder Holdselig gegen sie gesinnt. Du bleibst der deinen zuversicht, Vergisfest ihrer ewig nicht. 4. Dir sey auch dieses kind empfohlen. Dir, dessen treu unwandelbar! Wir bringens, wie du selbst befohlen, Dir in der heil'gen taufe dar. segne es, herr jesu christ, Der du der taufe stifter biſt! 5. So geb' ich denn, mein gott, aufs neue Mich ganz zu deinem opfer 5. Laß durch dies siegel deiner gnade hin. Erwecke mich zu neuer trene, Sein christenrecht bestätigt seyn, Und Und bilde mich nach deinem sinn. weih es nun in diesem bade Zu got- Weich, eigner sinn! o sünde, weich! tes find und erben ein. Das glück, Gott hört es; jetzt entsag' ich euch, daß es dir angehört, Herr, sey ihm ewig theu'r und werth. 195. H Mel. Liebster jesu wir sind hier 2c. err, hier siehst du uns vor dir Siehst dies find auf unsern armen. Dich, o vater, bitten wir, Dich auch seiner zu erbar= 91 2. Du hast mich für dein kind erkläret, vater, in der taufe schon: Du hast auch mir das heil gewähret, Das du erworben, gottessohn: Du, geiſt des höchsten, stehst mir bei, Daß ich dir ganz geheiligt sey. 3. Die liebe ist nicht zu ermeſsen, Die du, mein gott, mir zugewandt. O laß mich nie die pflicht vergessen, Dazu ich selbst mich dir verband. Als du in deinen bund mich nahmst, Und mir mit heil entgegen kamst. 4. Du bist getreu; auf deiner seite Bleikt dieser bund stets feste stehn, Und falls ich ihn auch überschreite, läßt du dein vaterherz doch sehn; Du klopfst an mein gewissen an, Und lockst mich auf die rechte bahn. Me. Christ, unser herr, zum 20. men, Daß es gottes find auf erden 197. gott, bei dir ist heil einst selig möge und Mel. Wer nur den lieben gott ic ch bin getauft, nach lehren; Dich vater, deinen sohn und geist So zu bekennen und zu ehren, Daß herz und mund und that dich preist, Und dann des glücks, ein christ zu seyn, Mich hier und ewig zu erfreun. 196. 6. Befestige dies mein versprechen, Mein vater! und bewahre mich, Daß ich es niemals möge brechen. Mein ganzes leben preise dich! Gott meines heils, sey ewig mein, Und laß mich dein auch ewig seyn. 2. Heiland jesu! es ist dein: Laß es durch dich gnade finden. Heil'ger geist, fehr bei ihm ein, Laß es deine kraft empfinden, Die in ihm den sünden steuert, Es zu gottes bild erneuert. 3. Mach uns alle in der welt Dir von herzensgrund ergeben, Daß wir, wie es dir gefällt, Eingedenk des tauf- 2. Du hast uns, herr, durch deinen bunds leben; Und daß wir auch nach| bund Zu kindern angenommen; Machst dem sterben Unsrer taufe segen erben. jedem deine wege fund, Willst, daß sie alle kommen. Ach, strafe nur verdienten wir: Und du( wer fann es fassen?) Vereinigst uns, o gott, mit dir: Hast uns die straf' erlassen, und willst uns selig machen. 3. Dadurch bin ich nun, als bein kind, Versichert deiner gnaden; Was sich für schwachheit an mir find't, Das läßst du mir nicht schaden. Du giebst noth zu finden. Du schenkst uns durch dein wasserbad Vergebung unsrer sünden. Du lehrst, o vater, sohn und geist, Uns durch ein sichtbar zeichen, Wie sehr du unsers heils dich freust, Der du nicht deines gleichen An gnade hast, an liebe. injung imme 92 Erste Abtheilung. zu heiligung mir kraft, Erhörst mich, nur dich, Dazu bin ich erforen, Erwenn ich bete. Und wenn ich fromm schaffen und erlöſet. und tugendhaft, Dein recht nicht übertrete, Soll mir kein gutes mangeln. 4. Hochheilig sei denn mir die pflicht, Der finde macht entrissen, Zu dir zu haben zuversicht Und auch ein gut gewissen; Dich nicht, o vater, sohn und geist, Blos meinen herrn zu nennen; Dich, wie dein wort mich unterweist, Mit thaten zu bekennen, Dir nur, und gern zu dienen. 6. Dem alten sinne sterb' ich ab, Damit ich göttlich lebe, Und deinem muster bis ins grab zu nähern mich bestrebe. Der tugend hang ich eifrig an Und liebe deinen willen; Mit fleiß und sorgfalt denk ich dran, Wie ich ihn mög' erfüllen Durch deines geistes stärke. 5. Der sünd' hab' ich entsagt, o gott, Und allen ihren werken. Laß wider trug, gefahr und spott Mich deine gnade stärken! Zu deinem tempel wählst du mich; Dir bin ich neu geboren; Daß ich dich fürchte, herr, b. Nach der Taufe eines Kindes. Mel. Nun lob' mein' seel', den ic. 198. uns zum vertrauen, Mit kindlich fro eweiht zum christen- hem sinn Sen himmel aufzuschauen, thume, Ist dieses Zu unserm vater hin; Erweck' uns, zu ermessen, Was uns sein wort verspricht, Und nimmer zu vergessen Der ihm gelobten pflicht. 3. Du vater von uns allen, O lehre du uns selber thun Nach deinem wohlgefallen; Laß deinen segen auf uns ruhn! Du wirst zu diesem leben, Wie du bisher gethan, Was wir bedürfen, geben. Verleih uns 2. Auch wir sind gott geweihte, nur alsdann Die besten deiner gaben, Durch unsre taufe gott geweiht; Dies Daß wir durch jesum christ Theil glück entflamm' uns heute Zu lob an dem erbe haben, Das unvergängund preis und dankbarkeit; Erwed' lich ist. find nun gott geweiht! Erzieh' es, dir zum ruhme, O vater der barmherzigkeit! Verlängert deine liebe Sein leben; so verleih Durch deines geistes triebe, Daß es dir immer treu, Den hohen werth der tugend Schon früh empfinden lern'. Es ziere seine jugend Die sel'ge lust am herrn! 7. Gott vater, sohn und geist, verleih, Daß ich an dich fest gläube; Mich deines bundes tröst' und freu', Und treu darin auch bleibe; Daß ich das böse flieh und hass', Auf deiner bahn nicht gleite, Sm guten nimmer werde laß, Hier bis ans ende streite, Und dort dein reich ererbe. 19) Vom heiligen Abendmahl. a. Vor und bei demselben. Mel. Jesus, meine zuversicht 2c. 199. Die ihr christi jünger seyd, Theure mit erlöste brüder! Alle seinem dienst geweiht, Alle seines leibes glieder: Kommt, versöhnte! fommt, erneut Euren bund der seligkeit. 2. Die, so jetzt mit zuversicht, Jesu! deines heils sich freun, Die laß stets in diesem licht Wandein und sich ganz dir weihen; Laß ihr herz vom stolze rein, Voll von deiner demuth seyn. 3. Tröste, die in traurigkeit Ueber ihre seelen wachen; Stärke, herr der herrlichkeit, Ihren glauben, hilf den schwachen, Die gebeugt von ferne stehn, Können unerhört nicht flehn. 4. Hoherpriester! ja du bist In den himmel eingegangen; Segne uns, 19. Vom heiligen Abendmahl. 93 herr jesu christ! Da wir nun dein| mir, O vater, ich lobsinge dir. Gieb, mahl empfangen. Hilf, o herr! daß daß ich jeden tag aufs neu Mich deiwir es nicht Jemals nehmen zum ner vaterhuld erfreu. Gott meines gericht. heils! sey ewig mein, Sey ewig mein, Und laß mich dir recht dankbar seyn. 2. Voll froher ehrfurcht beug' ich 200. Es mich Vor dir, sohn gottes! der du dich Für mich hast hingegeben. komme mir nie aus dem sinn, Wie viel ich dir, herr schuldig bin. Dein tod bringt mir das leben. Durch deines opfers ew'ge traft Hast du, o herr! auch mir verschafft, Was mich vor dem verderben schützt, Was meinem geiste ewig nützt. Herr jesu christ! Wie liebst du mich! Wie liebst du mich! Gieb, daß ich ewig liebe dich! Mel. Un wasserflüssen babylon: c. D u, herr, haft aus barmherzigkeit, Zum denkmal deiner gnaden, Das ganze volk der christenheit Wohlthätig eingeladen. Du rufft: mühsel'ge, kommt zu mir! Ich komme, heiland! ja zu dir Erheb' ich meine feele. Entzeuch mich deiner gnade nicht, Sey auch mein trost, mein heil, mein licht. Du siehst, wie oft ich fehle. 2. Sa, meiner schulden sind weit mehr, Als ich vermag zu zählen. Ich fühl' es wohl, und leide sehr Vor unruh meiner seelen. Doch du bist meine zuversicht, Verlaß mit deinem trost mich nicht; Du siehest meine reue. Erbarmer, nimm sie gnädig an; Du bist's, der helfen will und kann! Daß sich mein herz erfreue. 3. Nach deinem troste sehn' ich mich, Gebückt vor dir im staube; Dein tröst' ich mich, und nur auf dich, Erlöser, hofft mein glaube. Gebeugte willst du nicht verschmähn.; Versprichst, den schwachen beizustehn, Die nach der beff'rung trachten. Stets bleibst du deinen worten treu, Und wirft ein gläubig herz voll reu, Auch meines, nicht verachten. 4. Regiere nun auch künftig mich, Daß ich vorsichtig handle, Und heilig, voll vertrau'n auf dich, Nach deinem willen wandle. Gieb, daß aus dank für deine huld, In liebe, glauben und geduld Ich dir auf erden lebe! Bis ich dereinst in deinem reich Verklärt, unsterblich, engeln gleich, Dich ewig froh erhebe. 201. Se Me. Herzlich lieb hab' ich dich ic. elobet seyst du, herr, unser gott; Gelobt für unsers mittlers tod, Der uns das heil erworben! Wie hoch hast du auch mich geliebt! Er, der uns ewig's leben giebt, Ist auch für mich gestor ben. Mein ganzes herz frohlockt in 3. Mit inbrunst fleh' ich, herr, zu dir: Befördre du doch selbst in mir Ein gläubiges gemüthe! Mich dürftet, gleich dem dürren land, Bei deiner liebe unterpfand, Nach deiner großen gülte Schfühle wohl, was mir gebricht, stärke meine zuversicht, Daß bu auch mein versöhner seyst, Und mich vom ew'gen tod befreist. Herr, dieser trost Sey fest in mir, Sey fest in mir, So dien' ich voller freuden dir 4. 3ur weisheit und gerechtigkeit, Zur heiligung und seligkeit Bist du mir auserfehen. Auf diesen herrlichsten gewinn Laß mich treu richten meinen finn, Mein streben und mein flehen: Mein heiland, zieh mich ganz zu dir: Ja, durch den glauben wohn in mir: So nimmt in mir die seelenrub, Und meines herzens bess'rung zu. Mein herr und gott! Verlaß mich nicht, Verlaß mich nicht! Nur du bist meine zuversicht. 5. Zu deinem himmel hilf du mir. Der freuden fülle ist bei dir; Laß mich sie einst genießen. Belebe mich mit muth und kraft, So meine ganze pilgrimschaft zu führen und zu schließen, Daß mir dein wort stets heilig sey, Daß ich, bis in den tod dir treu, Mit freuden thu', was dir gefällt, Und dich auch ehre vor der welt. O herr, mein heil, Sey stets mit mir, Sey stets mit mir: So komm ich einst gewiß zu dir. fummum 94 Erste Abtheilung. Mel. jesu christ, mein's lebens: c. Mel. Sachet auf ruft uns die ic. du 202. H err, der du willig, als ein 203. Herr, but woll'st sie vorAm kreuzesstamm, Beschwert mit unsrer sün. denlast, Dich selbst für uns geopfert haft. 2. Hier fei'r ich deinen mittlertod; Hier nährst du mich mit himmelsbrod; Hier ist das unschäßbare guth, Das du mir giebst, dein leib und blut. bereiten deines mables seligkeiten; Sey mitten unter ihnen, gott! Heil und leben zu empfahen, Laß würdig sie zum heiland nahen, Und sprich sie los von sünd' und tod! Sind sie schon nicht ganz rein, So sind sie, jesu dein, Und unsterblich! Laß, laß sie sehn In deinen böh'n, Von fern der überwinder lohn! 3. D liebe, welcher feine gleicht; O wunder, das kein mensch erreicht! Mir unbegreiflich und doch wahr; Du fagst es, und dein wort ist klar. O 4. gott- mensch, hilf mir, daß ich ja Mit tiefster ehrfurcht dir mich nah! herr, mein mund empfahe nicht Dein heilig mahl mir zum gericht! 5. Hier deinen liebevollen tob Bertündigen, ist dein gebot. So preise denn mein ganzes herz Dich jetzt für deinen todesschmerz! 6. O wie so großen segen giebt Dein leib und blut dem, der dich liebt! Ihm ist's ein pfad der seligkeit, Ein stegel der gerechtigkeit. 7. Ach, wie so reich ergießet sich Hier meines gottes lieb' in mich! Hier schmed' ich voll zufriedenheit Des besten vaters freundlichkeit. 8. Wie feurig du, mein jesu, liebst, Bezeugt dies pfand, das du mir giebst. Nichts scheidet ferner dich und mich. Mich liebest du; ich liebe dich. 9. Ja, herr, dich lieb ich unverrückt, Wenn sünde lockt, wenn fummer drückt, Verschmachten leib und seele mir; doch lieb' ich dich und bleib in dir. 2. Nehmt und ess't zum ewgen' leben Das brod, das euch der herr will geben! Sein trost und friede sey mit euch! Nehmt und trinkt zum ew'gen leben Den kelch des heils, auch euch gegeben! Ererbt, ererbt des mittlers reich! Wacht! eure seele sey Bis in den tod getren! Amen, amen! Der weg ist schmal, Seyd in der zahl Der fieger, die der richter frönt. 10. Herr, dieses heil'gen mables kraft Stärkt mich in meiner pilgerschaft, Den feinden treu zu wiederstehn, Die mir nach meiner seele stehn. 11. Es steuert allen stolz und neid; Vermehret lieb' und einigkeit; Giebt trost, der nie das herz verläßt; Und macht den guten vorsatz fest. 12. Nun, jesu, führ ihn selbst zur that, und leite mich nach deinem rath; So bring' ich in gelaßner rub Die tage meiner wallfahrt zu. 13. Und wenn du mich, du lebensfürst, Zur seligkeit einst führen wirst; So nehm ich wohl vollkommen theil An deinem uns erworbnen heil. Mel. Wer nur den lieben gott ic. 204. Hier bin ich, jeſu, zu Was du in deiner leidensnacht, Nach deinem gnadenvollen willen, Zur pflicht und wohlthat mir gemacht. Verleih, zur übung dieser pflicht, Mir deines geistes kraft und licht. 2. Es werde mir für mein gewissen Dein mahl ein tröstlich unterpfand, Daß ich, der sündenschuld entriffen, Durch dich bei gott vergebung fand; So freuet meine seele sich In deinem heil, und lobet dich. 3. Bewundernd denk' ich an die liebe, Womit du unser heil bedacht; Wie stark sind deines mitleids triebe, Die dich bis an das kreuz gebracht! Es mache, herr, dein todesschmerz Jeßt neuen eindruck auf mein herz! 4. Laß mich mit ernst die fünde scheuen, Für welche du, erlöser, starbst! Durch schnöden mißbrauch nie entweihen, Was du so theuer mir erwarbst. sie führe mich zur sicherheit Der trost, den mir dein tod verleiht. 5. Ich übergebe mich auf's neue, O du, mein herr und gott, an dich! Ich schwöre dir beständ'ge treue Bei 19. Vom heiligen Abendmahl. 95 deinem mable feierlich. Dein eigen geben. Nur soll ich dem, der für mich will ich ewig seyn, Du starbst für starb Und mir so großes heil erwarb, mich, drum bin ich dein. Von ganzem Herzen leben. 4. Sa herr, mein glück ist dein gebot: Sch will es treu erfüllen. Verleihe mir durch deinen tod Die kraft zu diesem willen: Laß mich von nun an eifrig seyn, Mein ganzes leben dir zu weihn, Und deine huld zu preisen. Laß mich den ernst der heiligung Durch eine wahre besserung Mir und der welt beweisen. 6. Nie will ich mich vor jemand schämen Der ehre, die man dir erweist; Mich nie zu einem schritt bequemen, Den mein gewissen fündlich heißt. O flöße mir den eifer ein, Wie du, o herr, gesinnt zu seyn. 7. Laß mich mit ernst den nächsten lieben, und wenn er strauchelnd was versieht, Versöhnlichkeit und sanft muth üben, Aus wirklich christlichem gemültb; Stets eingedent der schuldenlast, Tie du mir, herr, erlassen hast. Mel. Es ist das heil uns kommen: c. oder: Lobsinget gott, nnd ic. preise dich, o herr, . Es stärke sich in mir der glaube, 206. mein heil, Für deine Daß meine seele ewig lebt, Und daß einst aus des grabes staube Mich dein allmächt'ger ruf erhebt, Wenn du dich, großer lebensfürst, Den völkern sichtbar zeigen wirst. todesleiden. Hab' ich an ihren früchten theil, Was fehlt dann meinen freuden? Du warst ein opfer auch für mich: Ogieb, daß meine seele sich Deß ewig freuen möge. 9. Sm geist lieg' ich zu deinen füßen Mit dank und lob, gebet und flebu. Laß neue gnade auf mich fließen! Mein heiland, laß es doch geschehn, Daß mir, zur stärkung meiner treu, Dein abendmahl gesegnet sey. 2. Du läsfest mich in deinem tod Das wahre leben finden, Erlösung aus der größten noth, Vergebung aller sünden, Gewissensrub', zur bess'rung kraft. Das hast du, herr, auch mir verschafft, Da du am freuze starbest. Mel. Un wasserflüssen babylon 2c. h komme, herr, und 3. Dein abendmahl ist mir ein pfand Von dieser großen güte. Wie viel hast 205. S du an stärke mein gemüthe Zum gläubigen vertraun auf dich, Daß ich, so lang' ich lebe, mich An deiner gnade halte. 4. Sch fühle, herr, voll reu' und schmerz Die last von meinen sünden. Laß mein vor dir gebeugtes herz Den großen trost empfinden, Daß du, aus gottes vaterhuld, Auch mir vergebung meiner schuld Auf buße hast erworben. 5. Der trost, den mir dein tod verschafft, Werd' ewig mir zum segen; Er stärke mich mit neuer kraft Auf allen meinen wegen, Nur das zu thun was dir gefällt. Und alle furcht und lust der welt, Standhaft zu überwinden! und beladen. mein erbarmer, würdge mich Des siegels deiner guaden. Ich liege hier vor deinem tbron, Sohn gottes und des menschen sohn, Mich beiner zu getrösten. Ich fühle meiner sünden müh, Ich suche ruh' und finde sie Im glaube der erlös'ten. 2. Dich bet' ich zuversichtlich an, Du bist das heil der fünder, Hast ihre schulden abgethan. Und wir sind gottes kinder. Ich denk' an deines leidens macht, und an dein wort: es ist vollbracht! Du hast mir heil erwor ben. Für mich haft du dich dargestellt. Mit sich versöhnte gott die welt, Da du für sie gestorben. 3. So freue dich, mein herz, in mir; Er tilget meine sünden, Und läßt, bei seinem mahle hier, Mich gnad' um gnade finden; Er hört der reue sehnlich flehn, Will gern mich frei und gücklich sehn, Will mir die schuld ver6. Wie soll ich die barmherzigkeit, Die du mir thust, ermessen! Gieb, daß ich sie zu feiner zeit Undankbar mag vergessen: Daß ich aus ächter gegentreu Ganz deinem dienst ergeben sey, Und dir zur Ehre lebe. Erste Abtheilung. 96 7. Laß deines leidens großen zweck Mir stets vor augen stehen; Nimm alle hindernisse weg, Die ebne bahn zu gehen, Die mir dein heilig vorbild weist, und die einst der erlösten geist Zu deiner freude führet. 6. Hilf mir wider alles streiten, Was von dir mich will verleiten. Auch den stärksten reiz zu sünden Hilf mir glücklich überwinden. Daß ich hier stets im gewissen Deinen frieden mag genießen, und dereinst auch über'm grabe Theil an deinem segen habe. 7. O, wie will ich dich erheben, Wenn du mich im höhern leben zu den freuden deiner frommen( Herr ich hoff es) läsfest kommen. Da, da wird mich nichts mehr stören, Dich aufs innigste zu ehren; Da, da werd' ich, frei von sünden, Deinen frieden ganz empfinden. Mel. S& müfe dich, o liebe ſeele 2c. 207.J Refu, freund der menschen kinder, Der du dich zum der finder Von des himmels boben frenden zu den bangſten todes- 208. Jesuch ben tod für Mel. Sollt' es gleich bisweilen 2c. christus hat sein leiden Willig haft herabgelassen, Wer kann dein erbarmen faffen? Tief gerührt von solcher güte, Preist dich dankvoll mein gemüthe. 8. 3u meinem heile hast du dich Für mich dahingegeben; Dein abendmahl erwecke mich, Mit ernst darnach zu streben. Herr, mache mich dazu geschickt, und werd' ich einst der welt entrict, So sey dein tod mein leben. 2. Herr, du hast auch mir bereitet, Was jum wahren wohl mich leitet; Licht, den weg des heils zu finden; Trost, bei dem gefühl der fünden; Kraft, der bess'rung nachzujagen; Muth, des lebens laft zu tragen; Und die hoffnung beff'rer zeiten In dem reich der ewigkeiten. 3. Ja, du willst mit deiner gnade Selbst mich auf des lebens pfade Zum genuß der seligkeiten, Die du mir erworben, leiten. Du, du willst mich bessern, trösten, Und zum erbtheil der erlösten, Zu des himmels herrlichkeiten, Folg' ich dir nur, vollbereiten. 4. Nun, so sey der bund erneuet: Ganz sey dir mein herz geweihet; Täglich will ich mich bestreben, Nur nach deinem wort zu leben; Was du liebst, will ich auch lieben, Ernstlich mich im guten üben; Was du hasfest, will ich hassen, Stets von dir mich leiten lassen. 5. Doch, ich fühle meine schwäche. Jesu, was ich dir verspreche, Ach, wie leicht ist das gebrochen! Schneller oft, als ich's versprochen. Darum stärk' in mir die triebe Dankbeflißner gegenliebe, Daß ich, bis ich einst erfalte, Treu dir sey und glauben halte. uns gegeben, uns vom tode zu befrein, Uns zum himmel einzuweihn. 2. Daß wir niemals dess' vergessen, Giebt es uns sein mahl zu essen. Brod foll deines leib's, und wein Deines blut's gemeinschaft seyn. 3. Willst du diesem mahl dich nahen: Such' es würdig zu empfahen!, in was für elend sinkt, Wer unwürdig ist und trinkt! 4. Gott den vater sollst du preisen, Daß, die gnade zu beweisen, Selbst sein eingeborner starb, Und vergebung dir erwarb. 5. Glauben sollst du, und nicht wanken, Daß er ist das heil der kranken, Dich so hoch und treulich liebt, Seinen leib, sein blut dir giebt. 6. Auch der schwachen, auch der armen Will der heiland sich erbarmen. Sey bußfertig, fürchte nicht Dann sein heiliges gericht. 7. Er spricht selber: fommt ihr ar men; Ich will eurer mich erbarmen. Starken ist der arzt nicht noth: Kranke nur rett' ich vom tod. 8. Könntest du dir was erwerben: Hätt' ich dürfen für dich sterben? Willst dich du selbst dir helfen; dann auch mein mahl nicht an. 9. Doch fühlst du, was du betennest, Wenn du deinen herrn mich nenneft; Dann bist du geschickt und ich Stärke durch mein mahl auch dich. 19. Vom heiligen Abendmahl. 10. Gläubig mußt du dann dich üben, Deinen nächsten auch zu lieben, Nimni dich seines elends an, Denn gott hat's an dir gethan! Mel. Herr jesu christ, mein's 20. 209. iefu chrifte, gottes lieb' am freuzesstamm, 3ur tilgung meiner fündenlast, Den schwersten tod erbuldet haſt. 2. Ich komm zu deinem abendmahl, Gebeugt durch manchen süindenfall; Doch meines herzens zuverficht Steht, herr, zu dir, verwirf mich nicht! 3. Du bist der arzt, der seelen heilt, Der reuerfüllten trost ertheilt, Und zur rechtschaff'nen heiligkeit Den schwachen muth und kraft verleiht. 4. Darum, herr jesu! bitt' ich dich, Von meinen sünden heile mich; Mach in mir das gewissen rein, Und laß mich ganz dein eigen seyn. 5. Erleuchte durch dein wort mein herz, Und richt' es zu dir himmelwärts, Daß glaubensvoll und dankbarlich Ich deiner lieb' erinnre mich. 6. Gieb, daß ich's mir zum heile thu', Zur förd'rung meiner seelenruh', Zur stärkung in der heiligung Und wahrer lebensbesserung. 7. Tilg alle laster aus in mir; Mein herz mit glaub' und liebe zier Und was sonst ist von tugend mehr, Das pflanz' in mir zu deiner ehr'. 8. Gieb mir, was meiner seele nützt Und mich vor dem verderben schützt. Du bist mein heil: laß mich mit dir Vereinigt bleiben für und für. 9. Du bist's, der in uns gutes schafft. Ach, stärke mich dazu mit kraft, Damit ich glücklich welt und fünd', Im glauben an dich, überwind'. 97 12. Bis du mich, o du lebensfürst, In deinen himmel nehmen wirst, Daß ich da bei dir ewiglich In deiner güte freue mich. 10. Dein freue meine seele sich! Mein ganzes leben preise dich! Den guten vorsatz, den ich hier Erneure, mache fest in mir. Mel. Schmücke dich, o liebe seele: c. 210. Schicke dich, erlöste seele Gläubig, nach des herrn befehle, Seinen mittlerstod zu feiern, Deinen dank ihm zu erneuern. Auch für dich hat er sein leben In den bängsten tod gegeben, Dir auf zeit und ewigkeiten Heil und wohlfahrt zu bereiten. 4. O, wie sehnt sich mein gemüthe, Menschenfreund, nach deiner güte! Ewig währet deine treue, Und du siehst mein herz voll reue. Ach, so wollst du meinen zähren Deine tröstung auch gewähren. Meiner fünden nicht gedenken, Und mir deinen frieden schenken! 5. Ja, ich hoff' auf deine gnade, Daß sie mich der schuld entlade, Und mit neuer kraft, zum werke Meiner du für uns starbest, Jedem, der gott heiligung, mich stärke. Was du, da sucht, erwarbest, Seelenruh' und ew'gés leben Wirst du mir gewiß auch geben. 6. Deiner will ich stets mich freuen, Ganz mich deinem dienste weihen, Nur nach deinem willen leben, und mich dankbar froh erheben. Deine 11. Gieb, daß ich treu sey meiner huld ist unermeßlich; Herr, sie sey pflicht, und mich nach deinem willen mir unvergeßlich! Daß ich dich auf richt'; So bring ich christlich und in alle weise Herzlich lieb' und thätig ruh Auf erden meine tage zu. preise. Evangel. luth. 7 2. Zum genuffe seiner gnaden Wirst du von ihm eingeladen. Eil ihm demuthsvoll entgegen, und nimm theil an seinem segen. Komm getroft, es ist sein wille; Komm und schöpf' aus seiner fülle Neuen muth und neue triebe Zur verehrung seiner liebe. 3. Herr, ich komme mit verlangen, Glaubensstärkung zu empfangen; Der du huldreich deinen frieden Sterbend auch mir hast beschieden. Hier fall' ich zu deinen füßen; Laß mich würdig doch genießen Deines mahls, der seelen speise, Mir zum heil und dir zum preise. 98 Erste Abtheilung. 7. Du, dem die verklärten schaa- nem tische nah'n? Ja, mit neuem ernst ren, Die, wie ich, auch schwache will ich mich vor sünden scheun, und waren, Ewig dank und jubel singen, dich Durch ein dir geheiligt leben Daß sie hier dein heil empfingen; Laß Mit vermehrtem fleiß erheben. auch mich einst dahin kommen, Daß ich mich mit allen frommen Ewig deiner huld erfreue, Und dir meine jubel weihe. 5. Diesen vorsatz, den ich habe, Thätig dankbar dir zu seyn, Präg' ihn, jesu, bis zum grabe Tief meine seele ein. Gieb mir kraft, ihn zu vollziehn. Lehre mich mit vorsicht fliehn, Was ihn könnte bei mir schwächen, Was mich reizt, ihn gar zu brechen. 211. Volle Mel. Jesu, deine tiefen wunden 2c. oller ehrfurcht, dank und freuden, Komm' ich, herr, auf dein gebot, zu dem denkmal deiner leiden, Und gedent' an deinen tod. Mittler, der du für mich starbst, Mir ein ewig heil erwarbst, Dir zur ehre stets zu leben, Sey mein eifrigstes bestreben. 2. Ich empfind es jetzt aufs neue, Was ich dir, herr, schuldig bin. Du, du gabst mit großer treue Ganz dich mir zum dienste hin; Wiesest mir den weg zu gott, Und ertrugst den schwersten tod, Mir im leben und im sterben Sich're tröstung zu erwerben. 3. Durch dich ist zu gottes gnade Freier zutritt und die fraft, Auf der tugend sel'gem pfade Fest einher zu gehn, verschafft. Und du rufft aufs neue mir Durch dein nachtmahl, daß ich hier Theil an deinem segen nehme Und mich deiner niemals schäme. 4. Sollt' ich, jesu, denn vergebens Diese deine buld empfahn? Nicht zur beff'rung meines lebens Mich zu dei- leiten. 6. Laß mich über alles schätzen Dein mir theu'r erworbnes heil, Und nie aus den angen setzen, Wie nur der daran hat theil, Der auf deine stimme hört, Mit gehorsam dich verehrt, Und in deinem dienst auf erden Immer besser sucht zu werden. b. Nach dem heiligen Abendmahl. el. Gott sey gelobt und sc. Für uns sünder hingegeben! Stärk' unsern glauben! deine himmelsspeise Heilige uns, dir zum preise! Du versöhner gottes! 7. Geb' mir, wo ich bin und wandle, Smmerfort mit hülfe nach, Daß ich als ein christ stets handle; Und wird ja mein glaube schwach, O so bilf mir liebreich auf, Daß ich in dem tugendlauf Nimmer wanke, nie ermüde. So erquicke mich dein friede. 8. Ewig will ich dir es danken, daß du so barmherzig bist; Daß auch, wenn wir schwache wanken, Deine treu' beständig ist. Herr, ich hoff' es froh und fest, Daß sie mich auch nicht verläßt. Zu bes himmels seligkeiten Wird sie mich gewiß auch 212. Herr, feh gelobet, daß segnet ſeyn! sey Mel. Wer nur den lieben gott 2c. un habe dank für deine mittler, jesu christ! Gieb, daß ich dich nicht mehr betrübe, Der du für mich gestorben bist. Laß das gedächtniß deiner pein Mir immerdar ge3. Hinfort soll weder spott noch leiden. Noch ehre, freud' und lust der 213. welt, herr! von deiner liebe scheiden, Die selbst im tobe mich erhält. Du bist und bleibest ewig mein; und ewig will ich dein auch seyn. 2. Und euch, ihr seines leibes glieder, Die jesu heil, wie mich, erfreut, Euch lieb' ich stets als seine brüder, Als erben seiner herrlichkeit. Wir haben einen herrn und gott: Uns tränkt und speis't ein wein, ein brod. 20. Von der christlichen Kirche. Mel. lein gott in der höh' sey zc. eder: Lobsinget gott, und ic. 214. ieju! bir sey ewig dank Für deine treu' und gaben. Ach! laß durch diese speis' und trank Auch mich das leben haben; Denn du giebst mir des lebens brod: Mein wird dein leiden, blut und tod: Wie soll ich dir dank sagen? 2. O jesu christ! du kannst allein Mein herz beständig laben. Nun bin ich dein, und du bist mein Mit allen deinen gaben. Hier hab' ich, was ich haben soll; Dein gnadenbrunnen ist stets voll: Hier find' ich troft und leben. 3. Laß mich auch ewig seyn in dir, Laß dir allein mich leben, und bleib' du ewig auch in mir! Mein gott, du wollst mir geben, Daß ich, kraft die ser speis' und trank, Stark bleibe, wenn ich schwach und krank Die letzte prüfung dulde. 99 Mel. Meinen jesum laß ich 2c. 215. Tag, den mir der herr gemacht; Sey gesegnet, tag der freude! Du erhebst des fummers nacht, und erquickest mich im leide. Heil und leben schenkst du mir: Gott, wie dank' ich dir dafür. 2. Widerspenstig seinem ruf, Hab' ich meinen gott betrübet, Shn, der mich zum glück erschuf, und mich stets so treu geliebet: Sch verdiente straf' und tod, Den er frechen sündern droht. 3. Dennoch nimmt der gült'ge mich Wieder auf zu seinem finde; Heut' vergißt er väterlich Seines zorns und meiner fünde; Giebt durch seiner boten hand Mir der gnade unterpfand. 4. Tag der wonne, heil'ges mahl Ewig will ich dein gedenken! Meines jesu todesqual, Soll mir trost im leiden schenken, Und mein leben soll allein Ceinem dienst gewidmet seyn. 20) Von der christlichen Kirche. Bekannte Melodie. 216. c, gott, vom himmel sieh darein, Und laß es dich erbarmen, Wie wenig herzen sind noch dein! Entzieh' dich nicht uns armen. Dein theures wort hält man für spott; Empört sich wider dich, o gott! Will deinen Sohn nicht kennen. 2. Die anstalt, so die gnade traf, Bon aller macht des bösen, Und aller wohlverdienten straf' Die menschen zu erlösen, Betrachtet man als ein gedicht, Und scheut und schämt sich endlich nicht, Es öffentlich zu sagen. menschenliebe, Und zählt auf gnad' und buld bei gett, Auch ohne seines sohnes tod Und seines geistes gnade. 4. Gott siehts, und spricht: bald kommt die zeit, Daß ich dem frevel steure, Damit sich in der christenheit Kein heidenthum erneure. Indessen greif den schnöden wahn Mein wort mit starken waffen an und bleib' unüberwindlich. 6. O herr beschütz' uns, daß uns nie Das frevlende geschlechte In seine schlaue neßze zieh', ie unter uns sich flechte: Denn alle bosheit wächst geschwind, Wo frecher spott erst kraft gewinnt; Sein gift ertödtet seelen. 6. Ja dämpfe selbst, du starter gott, Die dir die ehre rauben. O jesu christ, bei ihrem spott Stärk' fräftig unsern glauben. Oheil'ger geist, verleih' uns gnad, Daß wir stets auf dem schmalen pfad, Von dir geleitet wandeln. 3. Man rühmt sich großer ehrlichMel. Cey lob und ehr dem 2c. oder: herr jesu christ, du höchstes ic. keit, Die ebles denken übe, Ja glän- 217. Die feinde beines freuzes warmer drohn, reich herr, zu verwüsten; Du aber, mittler, gottes sohn, Beschützest deine christen. Dein thron bestehet ewiglich: Vergeb lich wird sich wider dich Die ganze hölle waffnen. 2. Dein reich ist nicht von dieser welt, Kein werk von menschenfindern: Drum konnte keine macht der welt, Herr, seinen fortgang hindern. Dir können deine hasser nie Dein erbe 7* nimi MUMB juiny 100 Erste Abtheilung. rauben; selbst durch sie Wird es ver- der welt Sich schon grimmig stellt, größert werden. Uns doch schreckt er nicht, Er ist ja längst gericht't. Ein wort kann ihn schon fällen. 3. Weit woll'st du deine herrschaft noch In dieser welt verbreiten, Und unter dein so sanftes joch Die völker alle leiten! Bom aufgang bis zum niedergang Bring alle welt dir preis und dank, Und glaub an deinen namen. 4. Auch deine feinde, die dich schmäh'n. Die frevelnd sich empören, Laß deiner gnade wunder sehn, Daß sie sich noch bekehren. Lehr' sie mit uns gen himmel schau'n Und unerschüttert im vertraun, Auf deine zukunft warten. 5. Uns, deine christen, wolleft du 219. E Fest in der wahrheit gründen. Daß wir durch fie heil, trost und rub' Für unsre seelen finden! Mach unsers glaubens uns gewiß; Vor irrthum und vor finsterniß Bewahr uns, weil wir leben! 6. Ein reines herz schaff in uns, herr, Ein herz nach deinem willen, Und lehre täglich williger Uns dein gebot erfüllen! Gehorsam deiner vorschrift sein, Und dann uns deiner gnade freu'n, Eey unser heil auf erden! 7. So wird dein volk dir unterthan, Und lernt die sünde meiden, Und du fülbrft es auf ebner bahn Zu deines reiches freuden: Und herrlich wird in dieser zeit, Noch herrlicher in ewigkeit. Dein großer name werden. 4. Das wort steht fest! die stolze welt Mag noch so heftig toben Der herr mit uns! der starke held! Der giebt uns sieg von oben. Tödten fie den leib, Nehmen kind und weib Rauben gut und ehr'; Sie nehmen's! was ist's mehr? Uns muß der himmel bleiben. Bekannte Reledic. rhalt' uns, herr, bei deinem wort' Wehr' aller feinde list und mord. Die jesum christum, deinen sohn, Vom throne frech zu stürzen droh'n. 2. Zeig' deine macht, herr jesu christ! Der du herr aller herren bist: Beschirme deine christenheit, Daß fie dich lob' in ewigkeit. 3. Gieb, heil'ger geist, uns einen sinn, Nimm alle zwietracht von uns hin. Vor deines wortes licht und macht Entflieh des wahns und irrthums nacht. 4. Herr! laß uns dir besohlen seyn In aller noth; wir sind ja dein. Erhalt' im glauben uns getreu; Mach uns nur von der sünde frei. Mel. Eine feste burg ist unser: c 5. Laß alle welt erkennen doch, Du, unser herr gott, lebest noch, Und stehst 218. Ein starker schutz ist unser bei deiner kirche fest, Die sich allein auf dich verläßt. ser hoffen. noth, So gott Auf ihn steht unEr hilft uns treu aus aller uns hat je betroffen. Satan, unfer feind, Der mit ernst es meint, 220. Cern, und ſeinen ſegen Mel. Es woll' uns gott gnädig 2c, wolle gott uns gnädig Rüstet sich mit list, Trotzt, daß er mächtig ist. Shm gleicht kein feind auf erden. 2. Nicht unsre macht ist's; die ihn fällt; Wir wären bald verloren: Es kämpft für uns der rechte held, Den uns gott selbst erforen. Frägst du, wer er ist? Er heißt jesu christ, Der herr zebaoth. Er, unser herr und gott, Er muß den fieg behalten. geben. Mit seines wortes hellem schein Erleucht' er uns zum leben. Laß uns erkennen, unser gott, Dein großes wert auf erden; Laß jesu christi heil und tod Erkannt von allen werden, Und alle sich bekehren. 3. Und wenn die welt voll feinde wär, Und wollten uns verschlingen: So fürchten wir uns nicht so sehr, Es soll uns doch gelingen. Wenn der fürst 2. So danken dir und loben dich, gott, die völker alle! Und alle welt erfreuet sich, Und singt mit großem schalle, Daß du auf erden richter bist, Die sind nicht läsfest walten, und daß dein wort das mittel ist, Uns alle zu erhalten, Und uns zu dir zu führen. 20. Von der christichen Kirche. 3. So danke, gott, und lobe dich Dein volk durch gute thaten. Es bringe frucht und beff're sich! Dein wort laß wohl gerathen. Der vater segn' uns und der sohn, Und der, so herrscht mit beiden! Es segn' uns gott von seinem Mel. Nun danfet alle gott 2c. thron; Tröst uns in allen leiden, Und 223. Sehr groß, herr, ist die helf uns selig sterben. Die du an uns erwiesen; Sey dafür inniglich Gelobet und gepriesen! O pflanz dein wort in uns, Daß es je mehr und mehr Recht Mel. Herzliebster Jesu, was haft zc. oder: Ist auch ein gott c. 221. Laß boch, o jesu, laß bein reiche früchte bring' Zu deines namens ehr! reich auf erden Unter den sündern ausgebreitet werden, Schenke noch ihnen, deiner leiden wegen, Leben und segen. 2. Gieb ihnen gnade, dich recht zu erkennen, Daß sie dich gläubig ihren heiland nennen; Gieb ihnen eifer, deinen guten willen Treu zu erfüllen. 101 4. Ewig, o heiland, sey dein nam' erhoben; Ewig froblockend müsse dich einst loben, du beschirmer deiner schwachen heerde, Himmel und erde. sterbliche vergebens Worte des lebens. 4. Steure, erbarmer! deiner feinde grimme; Warne die deinen vor des irrthums stimme; Lehre sie prüfen, daß fie falsche freuden Klüglich vermeiden. 5. Sey du ihr licht in ihren finsternissen; Heile selbst ihr verwundetes gewissen. Schlägt oft ein fummer ihre herzen nieder, Stärke sie wieder! 3. Laß sie dein wort mit frommer In bekannter Melodie. achtung ehren; Denn es verkündigt deiz 224. Verleib uns frieden gnddiglich, In roriger Melodie. 222. Schlitze die deinen, die nach dir sich nennen, Und dich, o jein, vor der welt bekennen. Laß deinen händen, wie du selbst verheißen, Nichts sie entreißen. 2. Laß deine wahrheit rein verkündigt werden; mach ihre siege herrlicher auf erden. Gieb muth und weisheit denen, die sie lehren, Dein reich zu mehren. 2. Im glanze deines lichts Laß uns hienieden wallen! Zu unserm wahren heil Und dir zum wohlgefallen! Breit deine lehre aus; Schütz deine christenheit; Und führ uns allesammt Zum licht der ewigkeit! 3. Du hast noch niem: 18, herr, dein wort gebrochen, Führe die deinen wie du selbst versprochen; Führe sie endlich aus dem kampf bienieden Zum ew'gen Frieden. bösen, Bis du von ihnen ganz wirst uns 225. W fügt, So mag die 6. uns mächtig mitten unter Mel. Gin' feste burg ist unser gott. enn christus seine erlösen; Bis wir zum umgang der verklärten frommen Frohlockend kommen. hölle wüthen; Er, der zur rechten gottes sitzt, Hat macht, ihr zu gebieten. Er ist mit hülfe nah; Wenn er gebeut, stehts da. Er schützt, zu seinem ruhm, Mit macht sein christenthum; Mag doch die hölle wilthen! 2. Gott sieht wohl fürsten auf dem thron Sich wieder ihn empören, Die den gesalbten, seinen sohn, Den herrn der welt, nicht ehren. Von ihrer macht bethört, Durch wollust ganz verkehrt, Ist's christenthum ihr spott: Doch duldet sie noch gott, Ob sie sich gleich empören. unsern zeiten! Du kannst alleine mächtiglich Für unsre wohlfahrt streiten Nur du, herr! kannst es alleine. 2. Gieb unserm fürsten und aller obrigkeit Fried' und gut regiment, Daß wir unter ihnen Ein geruhiges und stilles leben führen mögen In aller gottseligkeit und ehrbarkeit. Amen. 3. Der frevler mag die wahrheit schmähn, Un kann er sie nicht rauben. Der unchrist mag ihr widerstehn, Wir halten fest am glauben. Gelobt 102 Erste Abtheilung. sey jesus christ! Wer hier sein jünger| Er, welcher von dem himmel schaut ist, Sein wort von herzen hält, Dem Wird und gewiß bedecken. Der herr, kann die ganze welt Die seligkeit nicht der höchste gott, Hält über sein gebot, Giebt uns geduld in noth, Und kraft und muth im tod: Was will uns rauben. 4. Auf, christen, die ihr ihm vertraut, Laßt euch kein drohn erschrecken! dann erschrecken. 21) Vom Bekannte Melodie. 226. lle menschen müssen sterben, Ihre herrlichkeit verblüht. Und wer fann den himmel erben, Der zuvor den tod nicht sieht? Staub wird dieser leib von erde; Doch damit er himmlisch werde, Wird er einst von gott erneut, Und zieht an unsterblichkeit. 2. Darum will ich dieses leben, Wann es meinem gott beliebt, Willig ihm zurücke geben, Ihm, der mir den himmel giebt. Hab' ich doch in jesu wunden Gnade, heil und ruh gefunden, und mein troft in todesnoth Ist des großen mittlers tod. 3. Und wer kann mich ihm entreißen? Mein ist er und ich bin sein. Er er füllt, was er verheißen; Sein soll ich mich ewig freun. Ja mir soll's durch ihn gelingen, Mich zu ihm empor zu schwingen; Freudenvoll vor ihm zu stehn, Seine herrlichkeit zu sehn. Tode. 7. Welche tröftung, das zu wissen! Dieser großen hoffnung voll, Zag ichk nicht in kümmernissen, Die ich hier noch dulden soll. Leicht und furz sind diese leiden, Sie verwandeln sich in freuden, Wenn ich christlich sie ertrug, Bis gott spricht: es ist genug. 4. Da, da ist das freudenleben, Wo viel tausend seelen schon, Mit des himmels glanz umgeben, Gott vor seinem höchsten thron Dank und preis und ehre bringen, Und mit allen engeln fingen: Heilig, heilig, heilig heißt Gott, der vater, sohn und geiſt! 5. Vaterland verklärter frommen, Heil, unsterblichkeit und ruh, Was kein sterblicher vernommen, Gottes heil gewährest du! Freudenernten schenkt gott denen, Die erst hier gesä't mit thränen; Alle thränen trocknet er; Sünd' und elend sind nicht mehr. 6. Ich entbrenne von verlangen, Was ich glaub' im licht zu sehn, Jene krone zu empfangen; Bald erhöret gott mein flehn. Diese hütt' zerfall im staube! Ich, ich weiß, an wen ich glaube; Mir ist sterben ein gewinn, Denn zum vater geh' ich hin. Mel. Ich hab' mein sach' gott 2c. 227. Dein find wir, gott, in hand steht unsre zeit. Eh zeiten waren, Ward schon mir Mein leben hier, Und auch sein ziel bestimmt von dir. 2. Ist dies erreicht, so schaue dann Erbarmend unsre seelen an! Hilf uns in unsrer letzten noth, Herr, unser gott: Ein sanfter schlaf werd' uns der tod! 3. Begleitet ihn der krankheit schmerz, So stärke das beklemmte herz. Selbst in der schmerzen größten wuth Gieb uns den muth, Der freudig denkt: gott machts doch gut! 4. Verleih' gelassenheit und ruh! In unsern herzen wohne du! Und laß mit freudigem vertrau'n, und ohne grau'n, Auf unser nahes grab uns schau'n. 5. Sey von uns schwachen dann nicht fern! Zeig uns den Himmel, geist des herrn! Laß uns, wenn wir zum vater flehn, Getröstet sehn, Wie der uns liebt, zu dem wir gehn. 6. Ach, gnad' ergehe dann für recht! Denn von dem menschlichen geschlecht Ist auch der heiligste nicht rein. Wer kann wohl dein, Gott, ohne deine gnade seyn. 7. O sey uns dann nicht fürchterlich! Erbarme, vater, unsrer dich! Wann unser auge sterbend bricht Leit' uns dein, licht: So fehlt uns trost im tode nicht. 21. Vom Mel. Von gott will ich nicht: c. er letzte meiner tage Sft mir nicht 228. D fern; dann wird meine klage Ein lobgesang dem herrn! Vollbracht ist dann mein lauf: Ich trete zu dem throne, Und gott setzt mir die krone Der überwinder auf. 2. Für seines reiches erben Hat jesus mich erklärt; Was fürcht' ich mich, zu sterben, Wie er mich sterben lehrt? Mir ist der tod gewinn! Daß ich ganz glücklich werde, Entschwing ich mich der erde, Und geh zum himmel hin. 3. Nicht mich, nur meine bürde, Verschließt die finst're gruft. Mich hebt zu höh'rer würde Mein vater, der mich ruft. Er ruft mich durch den tod; Der reißt die sündenglieder, Den trägen leib darnieder: Mich selbst führt er zu gott. Tode. Mel. Befiehl du deine wege 2c. oder: Valet will ich dir geben 2c. 229. Die auf der erde wallen, Die sterblichen, find staub; Sie blühen auf und fallen, Des todes fich'rer raub. Verborgen ist die stunde, Da gottes stimme ruft; Doch jede, jede stunde Bringt näher uns zur gruft. 103 2. Getroft gehn gottes finder Die schreckenvolle bahn, Zu der verstockie sünder Berzweiflungsvoll sich nah'n: Wo selbst der freche spötter Nicht mehr zu spotten wagt, Und vor dir, seinem retter, Erzittert und verzagt. 3. Wann, diese bahn zu gehen, Dein will' einst mir gebeut; Wann vor mir offen stehen Gericht und ewigfeit: Wann meine kräfte beben Und wann mein herz schon bricht: Herr über tod und leben! O dann verlaß mich nicht! 4. Ich, der gefahr entronnen, Geh' aus dem kampf hervor. Hoch über 4. Hilf, todes- überwinder! Hilf alle sonnen, Hebt mich mein glaub' dem in solcher angst, Für den du, empor. Da tret ich in die reihn' Der| heil der sünder! Selbst mit dem tode engel, meiner brüder: In ihre hohen lieder Stimm' ich mit jauchzen ein. 5. Gott schaut von seinem throne Mit huld auf mich herab, Dem er in seinem sohne Das recht der kindschaft gab. In seiner ewigkeit Wird er zu größern freuden Mich einstens sicher leiten, Wenn ich mich ihm geweiht. 6. Die leiber seiner frommen Sind faat, von gott gefä't: Die freudenzeit wird kommen, Da reif die ernte steht. Dann wird der erntetag Ein neues ew'ges leben Auch meinem staube gehen, Der tief im tode lag. 7. Mit dir steh' ich im bunde, Herr, meines lebens fürst, Der du mir einst die stunde Des todes senden wirst! Erhalt' mich stets bereit in fie erfreut. 8. Dann geh ich, frei von fum. mer, Des todes dunkle bahn; Mir bricht nach kurzem schlummer Ein ew'ger morgen an. Heil mir, er ist nicht fern, Der letzte meiner tage! Er kommt, und meine flage Wird lobgesang dem herrn. rangst! Und wann des kampfes ende Gewaltiger ihn faßt, Nimm ihn in deine hände, Den du erlöset hast. 5. Des himmels hohe freuden Ermißt kein sterblich herz; Otrost für kurze leiden Für kurzen todesschmerz! Dem sünden- überwinder Sey ewig preis und dank! Preis ihm, der für uns sünder Den kelch des todes trank. 6. Heil denen, die auf erden Sich schon dem himmel weih'n; Die, aufgelös't zu werden, Mit heil'ger furcht sich freun! Bereit, es ihm zu geben, Wann gott, ihr gott, gebeut, Fließt dies, ihr sterblich leben hin zur unsterblichkeit. Mel. Wer nur den lieben gott ic. glauben deiner frommen: Laß dann 230. Du, herr und vater meimich daß ich, dein schwaches find, Des todes feim in gliedern trage, Die irdisch und zerbrechlich sind: Drum gieb, daß ich zu jeder zeit Zu meinem tode sey bereit. 2. Daß du, o höchster, meinem leben Ein mir verborgnes ziel bestimmt Und daß die zeit, die mir funty 104 Erste Abtheilung. gegeben, Vielleicht gar bald ein ende| bigen entzücken Laß meine seele sehn, nimmt, Das flöße mir die weisheit Wie im gericht für fünder, Du mit ein, Recht für mein heil besorgt zu dem tode rangst, Und wie du, überseyn. winder, Allmächtig ihn bezwangst. 4. Der frohe siegsgedanke: Wo ist dein stachel, tod? Stärk' mich, daß ich nicht wanke In meiner todesnoth! So ist, obgleich ich sterbe, Doch sterben mein gewinn. Ich bin des himmels erbe! Dein wort sagt, daß ich's bin. 5. Du bist der herr des lebens, Sch aber bin ja dein; Kann denn dein blut vergebens Für mich vergessen sein? Dir trauet meine seele, Dich lobt, was in mir ist, Erlöser meiner secle, Der du die liebe bist. 3. Hier hab ich lebenslang zu lernen, Mein Herz von sünden abzuziehn, Mich von der weltlust zu entfernen. Und um den himmel zu bemühn: mache mich dazu geschickt, Eh' mich der tod der welt entrückt. 4. Nicht auf der erde, sondern droben Bei dir, gott, meiner seele theil, Ist mir das beste aufgehoben; Dort ist für mich vollkommnes heil, Da, wo dies beil ist, sey mein herz! Herr, lenke selbst es himmelwärts. 5. Hier allen sünden abzusterben; Zu leben der gerechtigkeit, Um einſt dein himmelreich zu erben, Dazu laß Rel. Mit fried' und freud' ich fahr': c. meine sterblichkeit Mir stets, mein 232. Get Retrost und freudig geb gott, vor augen seyn, Und deine hülfe mich erfreun. ich hin! In gottes willen Ergeb' ich mich; er, deß ich bin, Wird erfüllen, Was er gnädig mir verhieß, Der tod ist mir ein schlummer. 6. Willst du mich länger leben lassen, So laß es mir zum heil geschehn, Doch, soll ich heute noch erblassen, So höre, vater, auf mein flebn! Sey, wann mein herz im tode bricht, Mein trost und meine zuversicht. 7. Dir will ich gänzlich mich ergeben, Dir dessen eigenthum ich bin; Bist du, mein heiland, nur mein leben, So bleibt selbst sterben mein gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dir! Sei nur mein trost, so g'nilget mir. 2. Erbarmend sprach der herr zu mir: Dir ist vergeben! Mein heil, mein friede sey mit dir, Du sollst leben! Fürchte nichts; denn du bist mein, Ich habe dich erlöset. 3. Dies ist mein trost: ich bin erlöst Und gottes erbe! Ich weiß, daß er mich nicht verstößt, Wann ich sterbe. Dich mit deinen schrecken, tod, Werd' auch ich überwinden. 4. Er ist mein fels! auf ihn allein Will ich vertrauen. Ich sehne mich, bei ihm zu seyn, Ihn zu schauen, Rel. Beficht du deine wege: c. oder: Valet will ich dir geben sc. 231. Gern will ich mich erge- Dürftet meine seele lang, Und vort ben, zu anzubeten. welt. Ich geh' zum bessern leben, Sobald es gott gefällt. Was wär's, das mich betrübte? Dort schau' ich ewig den, Den meine seele liebte, Noch eh' ich ihn gesehn. 2. Er ruft, zur zeit der schmerzen, Uns roll erbarmen reladne herzen, zu mir, und findet 233. Hemió, Denn des todes mel. Jesus, meine zuversicht 2c. err, bitte, stärke ruh'. Dies wort aus deinem munde Laß, herr, mich zu erfreun, In meiner letzten stunde Mir geist und leben seyn. 3. Mit dir muß es mir glücken, Den kampf zu überstehn. Im gläuschrecken nahen, Und das grab eröffnet sich, Meine glieder zu empfahen. Stärke mich mit deiner macht, Denn um mich wird alles nacht. 5. Im letzten schlummer soll der tod Mich nur entkleiden. Dann komm, o tag, bestimmt von gott, Tag der freuden! Ganz unsterblich, wonnevoll, Fall ich vor ihm dann nieder. 21. Vom Tode. 105 2. Lind're, wenn es dir gefällt,| den tod des freuzes starbst, Und mir Meine leiden, meine schmerzen! Laß des vaters huld erwarbst; Ich bitt' die freuden dieser welt Seyn verbannt fraft deiner todespein: Du wollst mir aus meinem herzen; Steure jeden eit- sünder gnädig seyn. len sinn, Daß der todt sei mein gewinn! 3. Tröste mich mit jesu tod, Tröste mich mit jesu wunden, Daß ich in der letzten noth, Daß ich in den letzten stunden, Wann mein mattes berze bricht, Standhaft gehe zum gericht. 2. Wenn ich nun komm' in sterbensnoth, Und ringen werde mit dem tod; Wenn mir vergehet mein gesicht, Und meine ohren hören nicht; Wenn meine. zunge nicht mehr spricht, Und mir vor angst das herze bricht; 3. Wenn mein verstand im dunkeln irrt, Und menschenhülfe kraftlos wird; So steh im letzten angstgeschrei Mir, herr! mit deiner gnade bei; Verkürze mir des todes qual, Und führ' mich aus dem jammerthal. In voriger Melodie. 234. err, ich hab' aus deiner treu', Mir zum heil, noch zeit in händen. Gieb, daß ich beflissen sey, Sie auch weislich anzuwenden; Denn wer weiß, wie bald zur gruft Deiner vorsicht wink mich ruft. 2. Unaussprechlich schnell entfliehn Die mir zugezählten stunden! Wie ein traum sind sie dahin, Und auf ewig mir verschwunden; Nur der augenblick ist mein, Deß ich mich noch jetzt fann freun. 3. Laß bei ihrer flüchtigkeit Mich, mein gott doch nie vergessen, Wie unschätzbar sey die zeit, Die du hier uns zugemessen: Wie, was hier von uns geschieht, Ew'ge folgen nach sich zieht. 4. Reize mich dadurch zum fleiß, Eh die zeit des heils verlaufen, Mir zur wohlfahrt, dir zum preis, Sede stunde auszukaufen, Die zu meiner feligkeit Deine gnade mir verleiht. 5. Deine schonende geduld, Trage mich hier nicht vergebens! Ach vergieb mir meine schuld, Daß so manchen theil des lebens Ich zu meiner seele wohl Nicht gebraucht, so, wie ich soll. 6. Laß mich meine besserung Für mein hauptgeschäfte achten, und nach meiner beiligung Mit so treuem eifer trachten, Als erwartete noch heut Mich gericht und ewigkeit. 7. Deine gnade steh mir bei, Daß mein leben auf der erde Reich an tugendfrüchten sey, Und ich reif zum himmel werde. Sahet dann mein ende fich, so stärk' und tröste mich! 4. Laß deinen geist stets bei mir seyn, Und seinen treft mein herz erfreun, Bis sich die seel' vom leibe trennt; Dann nimm sie, herr! in deine händ', Der leib rub' in der finstern gruft; Bis einst dein großer tag ihn ruft. 5. Dann laß ihn fröhlich auferstehu Und mich dein gnädig antlig sehn. Gedenke nicht mehr meiner schuld, Gedenk an deine lieb' und huld: Das leben( berr! ich traue dir), Verheißt dein eignes wort selbst mir. 6. Vergieb mir nur, herr! meine schuld: Scenk' mir zum kampf muth und geduld, Mach meinen glauben stark und fest Wenn mich die ganze welt verläßt! Und bricht alsdann der tod herein, So laß ihn sanft und selig seyn. 236.J el. Dewigkeit, du donnerwort: c. ch bin ja herr, in deiner macht: Du hast mich an das licht gebracht, Du sorgest für mein leben. Du fennest meiner tage zahl, Weißt, wann aus diesem tyränenthal Mein geist sich soll erheben. Wo, wie und wann ich sterben soll, Das weißt du, herr des lebens, wohl. 2. Wer wird in meiner letzten pein Mich sünder trösten, mich erfreun, Mir muth und hoffnung geben? Wer nimmt sich meiner seele an, Wann ich von dem, was ich gethan, Gott rechenMel. Vater unser im himmelreich 2c. 235. Herr ieſu chrift, mein daft soll geben? Wer iſt, der alsdann und gott; für du erlittest angst und spott, Für mich heiland, nicht? mich Thust es, o mein 106 Erste Abtheilung. 3. Mich dünkt, da lieg' ich schon;| kannt, und nach der erbengüter tand, ich seh, Daß ich am finstern grabe steh', Nach großem überfluß gegeizt, Und Mit todesangst umgeben: Der augen von dem niedern stolz gereizt, Dem licht verdunkelt sich, Und finsterniß schnöden prunk der eitelkeit Mein herz umhüllet mich; Ein traum ist dann und mein bemühn geweiht! mein leben. Dort schweigen meine sünden nicht; Sie fordern mich vor dein gericht. 4. Wie viele nimmt dies blendwerk ein; Herr, laß es ferne von mir seyn. Ich übergebe ganz mich dir; Hier bin ich, es geschehe mir Nach deiner weisheit besserm rath, Die nur mein heil zur absicht hat. 5. Der mensch, der oft ein stolzer thor, Schreibt findlich dir oft weisheit vor. Du liebst ihn mehr, als er sich liebt; Doch wenn ihm deine hand nicht giebt. Was seinem wahne glücklich scheint, So denkt sein herz, du seyft sein feind. 4. Ich hör' bereits des richters ton, Ich sehe mich vor seinem thron, Das urtheil mir zu sprechen; Ich seh' vor seinem angesicht, Ich seh' in dem hellsten licht Die reihe der verbrechen, Die ich in dieser welt gethan? Wer ist's, der mich nun retten kann? 5. Kein geld an arme rettet mich; Und weint' ich noch so bitterlich: Es kann mich nicht erlösen. Nein, jeder wird alsdann empfahn Nach dem, was er allhier gethan: Nichts schützt alsdann die bösen. Hier ist gott zum verzeihn bereit; Dann tibet er gerechtigkeit. 6. Wie soll ich dann, o gott, bestehn, Wenn du in das gericht willst gehn, Und nach verdienst mir lohneft? Wie kann ich deiner straf entfliehn, Mich dir in deiner welt entziehn, Wenn du nicht meiner schonest? Ach, herr, ach geh nicht ins gericht! Verwirf mich armen fünder nicht! 7. Voll reu und buße such ich dich. Errette, gott, befehre mich, Und tilge meine sünden. Geheiligt sey dir meine zeit, Dein dienst sey meine seligkeit. Ach, laß mich gnade finden! Gieb, daß ich, meiner pflicht getreu! 3um tode stets bereitet sey. 6. Der dich gemacht hat, sorgt für dich! Nicht auf die erde schränket sich Des höchsten große absicht ein: Du sollst, o mensch, unsterblich sein. Dies leben ist ein augenblick; Ein frühlingstraum sein längstes glück. 7. Gedanke der unsterblichkeit! Du hebst uns über welt und zeit. Erfülle meine ganze brust, Wenn mich die lockung falscher lust Vom guten abzuführen firebt. Wohl dem, der hier der tugend lebt! 8. Die rosen um der laster haupt Verblühen, eh' ihr sclav es glaubt. Shr schändlicher genuß entweiht: Und dauert doch nur kurze zeit. Nur freuden, die der himmel nährt, Sind meiner ganzen sorge werth. Mel. Herr jesus christ, meins lebens. weiß, mein ende Diel. Vater unser im himmelreich zc.. ch fühle, daß ich sterb238. nahet fich; Mit je S 237. lich bin; Mein leben dem pulsschlag rückt die zeit, Die oft welft, wie gras, dahin. Wer weiß, so ungenützt verstrich, Mich näher hin wie unerwartet bald Des höchsten zur ewigkeit. ruf an mich erschallt: Mensch, kehre wieder in den staub! Wie leicht bin ich des todes raub! 2. Herr, lehre mich der stunden werth, Die du mir zugezählt, verstehn; Laß keine, die mir noch gehört, Aus leichtsinn ungenützt vergehn. 3. Und wann von dir geordnet, dann Die richterliche stund erscheint; So nimm dich meiner seelen an, Du, mein erlöser und mein freund. 4. Verleihe sterbensflugheit mir! Von eitelkeiten abgewandt, Sey meine 2. Wenn man ins finstre grab mich senkt Und meiner bald nicht mehr gedenkt: So bleibt, was irdisch ist, zurück, Und hätte gleich der erde glück Mich hier beständig angelacht, und glänzend vor der welt gemacht! 3. O thorheit! hätt' ich mich ver 21. Vom Tode. 107 seele ganz bei dir, Der für mich starb| daß ich vielleicht Allhier noch zu leben und auferstand. habe? Denk, o mensch an deinen tod, Säume nicht, denn eins ist noth. 5. Mich stärk', ob auch mein herz erbebt, Das felsenfeste glaubenswort: Ich weiß, daß mein erlöser lebt; Sein bin ich ewig hier und dort. 6. Es sei mein herzlicher entschluß, Mein leben meiner pflicht zu weihn, Und bei zufriedenem genuß Mich dank bar gottes zu erfreun. 7. Mein ende komm früh oder spät, Wie es mein weiser vater schickt, In deffen- hand mein leben steht; Ich weiß, daß mir's mit jesu glückt. Mel. Wenn mein stündlein vorh. ic. 239. St st nun auch meine stunde da, Von dieser welt zu scheiden: So sey mit deiner hülfe nab, Du treuster freund im leiden: Nimm du dich meiner seele an, Dir übergeb' ich sie alsdann O jesu, mein erlöjer. 2. Sind meine sünden dann vor mir, Drückt ihre last mich nieder! So ist mein seufzen auch vor dir, Und du erhebst mich wieder. Ich denk' in meiner tiefen noth An deine liebe bis zum tod; Die, die wird mich erhalten. 3. Ich bin an deinem leib ein glied Deß tröst' ich mich von herzen. Erbarmer der mich leiden sieht, u linderst meine schmerzen. Und sterb' ich nun, so sterb ich dir, Ein ew'ges leben hast du mir Durch deinen tod erworben. 2. Lebe, wie du, wann du stirbst, Wünschen wirst, gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir menschen gaben, Werden dich dann nicht erfreun; Diese güter sind nicht dein. Mel. Jesus, meine zuversicht 2c. 240. Meine lebenszeit vereil' ich zu dem grabe; Und was ist's, Nur ein ruhiges gewissen Das vor 3. Nur ein herz das gutes liebt; gott dir zeugniß giebt, Wird dir deinen tod versüßen; Dieses herz von gott erneut, Giebt i tode freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten noth Freunde hülflos um dich beben: Dann wird über welt und tod Dich dies reine herz erheben. Dann erschreckt dich kein gericht, Gott ist deine zuversicht. 5. Uleberlaß des todes zeit Gott allein, und bet' und wache, Daß er dich zur ewigkeit Fertiger im guten mache. Ulebe dich, recht fromm zu seyn: Lerne dich des todes freun. 6. Ueberwind ihn durch vertrau'n, Sprich: ich weiß, an wen ich gläube; Und ich weiß, ich werd' ihn schaun Einst in diesem meinem leibe. Er, der rief: es ist vollbracht, Nahm dem tode seine macht. 7. Tritt im geist zum grab oft hin, Siehe dein gebein versenken; Sprich: herr, daß ich erde bin, Lehre du mich selbst bedenken, Daß ich täglich weiser sey, Bis zum tode dir getreu. 4. Du, herr, erstand'st, so werd' auch ich nicht in dem grabe bleiben; Ja, deine ausfahrt lehret mich Die todesfurcht vertreiben. Wo du bist, Rel. Wer nur den lieben gott 2c. da komm' ich auch hin, Daß ich bei dir 241. Me ein gott! ich weiß wohl, stets leb' und bin. Ich gehe hin mit freuden. daß ich sterbe! Ich bin 5. Dein bin ich, dein in ewigkeit. Mich soll das grab nicht schrecken. Ich ruh; nach kurzer zwischenzeit Wirst du mich auferwecken. Dann will ich dir, o gottessohn, Du menschenfreund, vor deinem thron Mit freudenliedern danken. ein mensch, der bald vergeht; Und finde hier fein solches erbe, Das ewig dauert und besteht. Drum zeige mir in gnaden an, Wie ich recht selig sterben kann. 2. Mein gott! ich weiß nicht, wann ich sterbe, Kein augenblick geht sicher hin; Wie bald zerbricht doch eine scherbe; Die blumen müssen bald verblühn. Drum mache du mich stets bereit Hier in der zeit zur ewigkeit. 3. Mein gott! ich weiß nicht, wie ich sterbe, Die weil der tod viel wege hält. Erste Abtheilung. 108 Dem einen wird das scheiden herbe, Benn jener sanft und ruhig fällt: 243. Mhand; Er thu', was Mel. Ich hab' mein sach' gott it. ein leben in gottes Doch wie du willst; gieb nur dabei, Daß ich wohl zubereitet sey. er mir heilsam fand; Er zählte mir, so wie mein haar, Schon eh' ich war, Auch meine lebensstunden dar. 4. Mein gott! ich weiß nicht, wo ich sterbe, Und welcher sand mein grab bedeckt. Doch, wenn ich nur das heil ererbe, Daß mich dein wort zum leben wedt. So kann dies mir gleichgültig seyn, Die erd ist allenthalben dein. 5. Nun, liebster vater! wann ich sterbe, So nimm du meinen geist zu dir. Denn, bin ich nur dein kind und erbe, Und hab' ich jesum nur bei mir: So gilt mir's gleich und geht mir wohl, Wann, wie und wo ich sterben soll. 2. Ich nütze mit zufriedenheit Die tage meiner sterblichkeit. Wie väterlich versüßt sie gott! Doch müh' und noth Sind ihr gefolg', und dann der tob. 3. Die blume pranget und fällt ab; So blüht der mensch und sinkt ins grab. Nicht jugend schützt, nicht stand noch geld; Nichts in der welt Ist, was ihn dafür sicher stellt. 4. Wer ristet mich mit muth und kraft Auf's ende meiner pilgerschaft? Und wer beruhiget mich hier? Allein und Rel. Christus, der ist mein leben 242. von ein jesus ist mein leben, ruhe mir. mich hin; Was sollt' ich ängstlich beben; Der tod ist mein gewinn. 5. Du bringst mich, steb' ich nur 2. Wer an ihn glaubt, wird selig; bereit, Zum sichern glück der ewigkeit. Dies wort steht ewig fest; Die freuden Wo man des furzen grams vergißt, sind unzählig, Die es mich hoffen läßt.| Wo mancher christ Schon froh vorangegangen ist. 3. Drum geh ich einst mit frieden Zu dir, o jesu christ! Von dir stets ungeschieden, Der du mein bruder bist. 4. Du kennest meinen glauben, Und teine furcht noch pein Soll mir dies kleinod rauben; Ich bin und bleibe dein. 6. Froh werd' auch ich, wenn's dir gefällt, Ein bürger der vollkommnen welt. Den meinen fag' ich auf dein wort: Gott, unser hort, Vereint uns bald auf ewig dort. 5. Durch ihn bin ich gereinigt, Durch ihn mit gott versöhnt, Durch ihn dir fest vereinigt Und bald mit preis gekrönt. 6. Wer kann dich g'nug erheben? Du hast, sohn gottes, dich Für uns dahin gegeben, und, wohl mir! auch für mich. 10. O wohl mir! ich vollende Vielleicht bald meinen lauf, Und geb' in deine hände Den geist; du nimmst ihn auf. 7. Den trost, o jesu; dank ich dir; Du brachtest ihn vom himmel mir. Du hast gesaget: ihr seyb mein, Auch ihr sollt seyn, Wo ich bin, und euch ewig freun. Mel. Herr jesu christ, mein's c. 7. Geheilt ist nun mein schade. Im 244. der du einst geſtorben gnade! mein theil. O theure hohe unaussprechlich heil! 8. Zu dir, herr, will ich flehen, So lang ich fallen kann; Du kannst mein inn'res sehen, Und nimmst auch seufzer an. 9. Du selber hilfst mir ringen Allmächtig hilsst du mir, Ins leten durchzubringen; Und dann bleib ich bei dir. ewig jesus christ! Mein herz erhebt sich ganz zu dir, Und ruft und schreit: sey gnädig mir! 2. Dis lebens letzte stunde naht; Mein leib und jedes glied ift matt, Doch dich, der neu beleben kann, Bet' ich mit frohem glauben an. 3. Dein wahres wort, herr, sey mein licht! Mein glauben an dich wanke nicht; Mein herz verlange nur nach dir; Und deine huld sey alles mir. 4. Und wann des grabes dunkle nacht dem schwachen herzen bange macht; 21. Vom Tobe. So rufe du dem herzen zu: Ich lebe, leben sollst auch du! 5. Mein troft sey, wann der tod mir bräut, Unsterblichkeit! unsterblichkeit! Wer an dich glaubt, der stirbet nicht; In schreckt kein grab und fein gericht. 6. Der erde schnell vergänglich's glück, Und allen schmerz laß ich zurüd; Dring ewig frei von aller noth, Ins freudenleben durch den tod. 7. Der gott, der mich so zärtlich liebt, Der vater, der so gern vergiebt, Vergiebt nach seiner großen huld, Mir die mit ernst bereu'te schuld. 8. Herr! viel vergebung ist bei dir. Ja, du vergiebst, herr jesu, mir; Berzagen müßt' ich ohne dich, Du aber, jesus, tröstet mich. 9. Für mich vergoffest du dein blut; Was ich verdorben, machst du gut; Von jeder fünde machst du rein; Bom tode fannst du mich befrei'n. 10. Ich werfe mich in deinen schooß, Herr! herr! denn deine huld ist groß: Du nimmst gebeugte sünder an, Und hilfst, wo niemand helfen kann. 11. Mich leitet deine treue hand 109 mehr, als wir, Hat er auf der erb'gelitten. Laß uns gläubig auf ihn sehn, und durch ihn im kampf bestehn. 4. Was ist dieje lebenszeit? Ach! nur eine kurze stunde, Gegen jene ewigkeit. Gleichwohl kommt auf diese stunde, Die gott noch verkürzen kann, Unser ew'ges schicksal an. Rel. Machet auf, ruft une ic. Sanft hin ins beßre vaterland. 3h 246. Selig find bes himmels erben, Die sterb', um, heiland, zu sehn; Ich sterb', um herrlich aufzustehn. 12. Zu frommen seelen eil' ich hin, Wenn ich dir ganz ergeben bin. Und wen mir frülh der tod geraubt, Den find' ich, hat er dir geglaubt. 5. Gieb uns weisheit, herr, und kraft, Diese stunde wohl zu nützen; Und beim schluß der pilgrimschaft Wollest du uns unterstützen, Daß wir freudig auf dich sehn, Und getrost zum tode gehn. 6. Daß wir dein sind, nicht der welt, Daß du uns wirst auferwecken: Diese kraft der bessern welt Laß uns, wann wir sterben, schmecken! Flöß uns muth und ruhe ein, Selbst im tode froh zu seyn. 7. Wenn wir, um auch einst zu ruhu, Zu den toden gottes gehen: Woll'st du mehr noch an uns thun, Als wir bitten und verstehen. Auch für unsre todesnacht Riefst du einft: es ist vollbracht! die im herren sterben, 3ur auferstehung eingeweiht! Nach den letzten augenblicdken Des todesschlummers folgt entzücken, Folgt wonne der unfterblichkeit! Im frieden ruhen fie, 13. frohe aussicht, nahes ziel! Los von der erde müh! Gelobt sey Wie warten mein der freuden viel! gott! Vor seinem thron, Zu seinem Wie selig bin ich wenn mein geist sohn, Begleitet ihre tugend sie. Sich dieser hütte bald entreißt. 2. Doch du willst's; wir leben noch Mühsam hier in pilgerhütten. Alle trugen einst dies joch, Die des lebens fron' erstritten. Endlich aber führt der tod Uns auch hin zu dir, o gott! 3. Jesus selber lebte hier Bormals auch in pilgerhütten. Noch unendlich Eigene Melodie. Wel. Jesus, meine zuversicht 2c. 245. Selig, gott! find bie, 247. Was sorgst du ängstlich für dein leben? Es die nun Schon im gott gelassen übergeben, Ist wahre friedenvollen grabe Von des lebens ruh' und deine pflicht. Du sollst es arbeit ruhn', und sich deiner größten lieben, weislich nützen, Es dankbar, gabe, Eines ew'gen lebens freun. als ein glück, besitzen, Verlieren, als Möchten wir es auch schon seyn. berlörst du's nicht. 2. Der tod soll nicht dein herz er= schrecken; Doch, dich zur weisheit zu erwecken, Soll er dir stets vor augen seyn. Er soll den wunsch zu leben mindern; Doch dich in deiner pflicht nicht hindern, Vielmehr dir kraft dazu verleihn. Erste Abtheilung. 110 3. Ermattest du in deinen pflichten: Mel. Wenn mein stündlein 2c. So laß den tod dich unterrichten, 248. Wann einst mein sterbend Wie wenig deiner tage Sprich: auge sollt' ich pflichten wohl verschieben? letzter hauch verschwindet, Mein leib Nein, meine zeit, fie auszuüben, Sst erstarrt, und selbst es nicht, Daß er kurz und sie verfliegt geschwind. entschläft, empfindet; Wann um mich, den entschlummernden, Gott, alle meine lieben stehen, Und traurig zu dir weinen: 4. Dent' an den tod, wenn böse triebe, Wenn lust der welt und ihre liebe Dich reizen, und ersticke sie. Sprich: tann ich nicht noch heute sterben, und könnt' ich auch die welt ererben, Beging' ich doch solch übel nie. 5. Dent' an den tod, wenn ruhm und ehren, Wenn deine schätze sich vermehren, Daß du sie nicht so beftig liebst. Dent' an die eitelkeit der erden, Daß, wenn sie dir entrissen werden, Du dann dich nicht so sehr betrübst. 6. Dent' an den tod bei frohen tagen. Kann deine lust sein bild vertragen; So ist sie gut und unschuldsvoll. Sprich, dein vergnügen zu verfüßen: Welch glück werd' ich erst dort genießen, Wo ich unendlich leben soll. 7. Denk' an den tod, wenn deinem leben Das fehlt, wonach die reichen streben; Sprich: bin ich hier, um reich zu sein? Heil mir, wenn ich in christo sterbe, Dann ist ein unbeflecktes erbe, Dann ist des himmels reichthum mein. 2. Dann, vater, nimm ihn auf, den geist, Der freudig zu dir fliehet, Der dankbar deine gülte preist, Daß er den tod nicht siehet: Und tröste die betrübt um mich Mit thränen klagen; laß sie sich Mehr meiner wonne freuen! 3. Mein hingefall'ner leib bleibt hier, Ihn wird das grab verschließen. Wohl mir! das grab wird dennoch dir Ihn wieder geben müssen. Du kommst! erweder! deiner macht, Die ihn aus nichts hervorgebracht, Kann auch aus staub ihn bauen. 4. Wie könnt' ich trauern, daß im tod Mein leib zu staub vermodert? Wie könnt' ich klagen, da ihn gott Vom tode wieder fordert? O hoffnung, daß nach kurzer rub' Mein leib erwacht, wie groß bist du, Und welch' ein troft im tode! 5. Des todes schmerzen, gott, will ich, Wann er nun kommt, nicht achten; Mit glaubensvollem blick auf dich Nach meinem ziele trachten, Und mich dem tode freudig nahn. Mein himmlisch kleinod zu empfah'n, Das jesus mir erworben. 8. Dent' an den tod, wenn leiden kommen; Sprich: alle trübsal eines frommen Ist zeitlich und durch hoffnung leicht. Ich leide; doch von allem bösen Wird mich der tod bald, bald erlösen; Er ist's, der mir die frone reicht. In eigner Melodie. oder: Wer nur den lieben gott zc. 9. Dent' an den tod, wenn freche 249. Wermen ende! Die zeit mir Ach, rotten Des glaubens und der tugend spotten, Und lasterstolz ihr haupt erhöhn. Sprich bei dir selbst: gott trägt die spötter; Doch endlich ist für sie fein retter, Wenn sie nicht hier noch in sich gehn. geht hin; es kommt der tod. wie geschwind auch, wie behende Kann kommen meine todesnoth! Mein gott, ich bitt durch christi blut, Mach's nur mit meinem ende gut. 10. So suche dir in allen fällen Den tod oft lebhaft vorzustellen, So wirst du ihn nicht zitternd scheun: Dann wird er dir ein trost im flagen, Ein weiser freund in guten tagen, Ein schild in der versuchung seyn. 2. Es kann vor nacht leicht anders werden, Als es am frühen morgen war; So lang' ich lebe auf der erden, Leb' ich in steter tod'sgefabr. Mein gott sc. 3. Herr! lehr mich stets ans ende denken, Und laß mich, eb' ich sterben 21. Vom Tode. 111 muß, Das heil der seele wohl beden- um sein lager weinen, Ermahnt und ken, Ja nicht verschieben meine buß'. tröstet sie; Und seiner treue wegen, Mein gott 2c. Erfüllt gott seine segen, Und weichet auch von diesen nie. 4. Laß mich doch bald mein haus bestellen, Daß ich bereit sey für und für, Und sagen könn' in allen fällen: Herr! wie du willst, so schick's mit mir. Mein gott 2c. 6. Gott! laß mich ernstlich streben, So in der welt zu leben, Wie man dies glück erwirbt: Damit ich, als ein erbe Der seligkeit, auch sterbe So freudig, wie ein frommer stirbt. 5. Gieb mir ein brünstiges verlangen Nach deinem himmel; laß, o gott, Mich fest an meinem heiland hanUNIHI Mel. Ermuntre dich, mein schwacher ic. gen: So überwind ich leicht den tod. 251. Wie ungewiß ist, herr! gott 2c. das ziel Der wall6. Ach, vater! deck' all meine sünden Mit dem verdienste christi zu, Damit ich hier vergebung finde, Und dort bei dir vollkommne ruh. Mein gott 2c. 7. Nichts ist's, das mich von jesu scheide, Nichts, es sey leben oder tod; Er bleibt im leiden meine freude, Mein schuß, mein alles in der noth, Mein gott 2c. 8. So fomm mein end' heut oder morgen; Ich weiß, daß mir's mit jesu glückt. Er ist's, der mich in allen sorgen, Er ist's, der mich im tod erquickt. Drum glaub ich fest: durch christi blut Macht's gott mit meinem ende gut. 3. Sein ruhiges gewissen Bebt nicht vor finsternissen Der bahn, die er nicht tennt. Die schreckensvollen pfade Erleuchtet ihm die gnade Des gottes, den er vater nennt. 3. Hilf, daß auf's vorgesteckte ziel Mein auge stets sich fehre, Daß nicht der weltlust eitles spiel Mein schwaches herz bethöre. Und sieht dein auge, daß mein schritt Noch nicht den rechten weg betritt, So wollst du, herr! in Rel. In allen meinen thaten 2c. 250. Wie fanft sehn wir den zeiten Auf solchen weg mich leiten. frommen, Nun bald der erd' entnommen, Sich seinem ziele nahn! Wo sich des lebens freuden Vom frechen fünder scheiden, Da gehn des christen freuden an. 4. Daß ich mich vor der kalten hand Des todes nicht entfärbe: So mache mich mit ihm bekannt Vorher noch eb' ich sterbe. Laß mir sein bild vor augen seyn, Damit ich lerne sünden scheun, Die das gewissen schrecken, Und todesfurcht erwecken. 2. Er freut sich auf sein ende, Und hebt voll dank die hände Zu seinem vater auf. Gesichert vor verderben, Kann er nun fröhlich sterben. Nach einem wohl vollbrachten lauf. 4. Kein angstgeschrei m. thränen, Kein unruhvolles stöhnen Quält sein gelaßnes herz. Es ist zu gott erhoben, Empfängt den trost von oben, und fried' und freude in dem schmerz. 4. Er segnet froh die seinen, Die fahrt auf der erde? Ob ich noch wenig oder viel An tagen zählen werde, Das weiß ich nicht; du weißt's allein. Ich fann vielleicht der nächste seyn, Vom abgekürzten leben Ein beispiel abzugeben. 2. Befrei mich, gott! von wahn und dunst, Von irdischen beschwerden, Und lehre mich die große kunst, Bei gräbern flug zu werden. Nur der ist weise, der bedenkt, Wie viel von seinem tod abhängt, Und der dazu in zeiten Sein herz sucht zu bereiten. 5. Gieb, daß ich dich mit frohem muth Als meinen gott betrachte; Hingegen freude, glück und gut, Nicht als mein eigen achte: So wird mein tod mir angenehm, Ein schlaf mir seyn, und nichts von dem, Was du mir hier verliehen, Mein herz zur erde ziehen. 6. Laß des erlösers herrlichkeit Mit hoffnung mich erquicken, und mitten in der dunkelheit Mich diesen troft erblicken. Dann nimm, herr! nach vollbrachtem lauf, Den geist aus dieser hütte auf, Die einst im, reich der deinen Wird neugebaut erscheinen. STAD 11135 112 Erste Abtheilung. Mel. Wie schön leuchtet der 26. genoß der herrlichkeit, Nicht mehr ein Durch dein leiden Jene freuden Offen stehen; Ewig will ich dich erhöhen. 252. Wie wird mir dann, mein mensch von erde. Preis dir! Daß mir heiland, seyn, Wenn ich, mich deiner ganz zu freun, In dir entschlafen werde! Alsdann werd' ich auch ganz befreit Bon sünde und von ſterblichkeit, Entfliehen dieser erbe. seele, Und erwähle, Schon hienieden, Was dir dient zum ew'gen frieden. 2. Besiege denn des todes grau'n. Mein geist, er ist ein weg zum schaun In jenem beffern leben. Er sey dir nicht mehr fürchterlich! Zum allerheiligsten wird dich Der herr dadurch erheben. Hier wird Dein hirt, Nach den thränen, Nach dem sehnen, Dich erlösten, Völlig und auf immer trösten. 3. Herr, herr! ich weiß die stunde nicht, Die mich, wenn nun mein auge bricht, zu deinen tobten sammelt. Vielleicht umgibt mich ihre macht, Eh' ich dies flehen noch vollbracht, Mein lob dir ausgestammelt. Mach mich Fertig! Ich befehle Meine seele Deinen händen; Laß mich meinen lauf gut enden. 4. Vielleicht sind meiner tage viel; Ich bin vielleicht noch fern vom ziel, An dem die krone schimmert. Bin ich von meinem ziel noch weit; So sey mein leben dir geweiht, Bis einst mein leib zertrümmert. Hilf mir, Herr, dir Ganz mein leben Zu ergeben, Daß ich droben Dich ohn' ende könne loben. 5. Wie wird mir dann mein heiland seyn, Wann ich mich deiner ganz erfreun, Dich dort anbeten werde? Dann bin ich frei von sünd' und leid, Ein mitRel. Mitten wir im leben sind ic. 253. Mir, der erbe pilger sind Mit dem umfangen. Ach wer nimmt sich unser an, Daß wir gnad' erlangen? Das thust du, herr, alleine. Es reut uns unsre missethat, Die dich, herr, erzürnet hat. Heiliger schöpfer, gott! Heiliger mittler, gott! Heiliger, barmherziger tröster! Du ewiger gott! Laß uns gnade finden, Mach uns recht zum tod bereit; Erbarm dich unser! 2. Bei dem sterben werden uns Unsre sünden schrecken; Ach! wer wird, wer wird uns dann Vor'm gerichte decken? Das thust du, herr, alleine, Denn wegen unsers heilands tod Finden wir nun gnad' bei gott. Heiliger schöpfer, gott! Heiliger mittler, gott! Heiliger, barmherziger tröster! Du ewiger gott! Sey von uns nicht ferne In der allerletzten noth! Erbarm dich unser! 3. Ach, wann es in dieser angst Unsre sünden treiben: Wo, wo fliehen wir dann hin, Daß wir sicher bleiben? zu dir allein, versöhner! Vergossen ist dein heil'ges blut, Das g'nug für die sünde thut. Heiliger schöpfer, gott! Heiliger mittler, gott! Heiliger barmherziger tröster! Du ewiger gott! Hilf uns überwinden Durch des rechten glaubens kraft; Erbarm dich unser! 22) Von der Auferstehung der Todten. Mel. Was gott thut, das ist 2c. 254. ch freue mich der frohen zeit, Da ich werd auferstehen. Dann werd' ich in der herrlichkeit Dich, gott mein heiland sehen. Dann werd' auch ich, O herr! durch dich, Vereint mit allen frommen, Zur ew'gen ruhe kommen. 2. Ja, herr, du führst sie einst heran, Die stunde der erlösung; Die stunde, 4. Ich hoffe dann mit freudigkeit da ich hoffen kann Trost, freiheit und Vor dir, mein haupt zu stehen, Und genesung! Da engeln gleich, Im him- mit dir in die herrlichkeit Frohlockend melreich Ich ewig werde leben, Mit herlichkeit umgeben. 3. Der du die auferstehung bist, Du bist's, auf den ich traue; Sch weiß, daß ich durch dich, herr chrift, Einst auserweckt, dich schaue. Auch werd' ich nicht vor dein gericht, Wie die, die dich verschmähen, Mit angst und schrecten treten. 22. Von der Auferstehung der Todten. einzugehen. O hilf mir doch Aus gnaden noch zum glück der ewigkeiten Mich würdig zu bereiten. Mel. Chriftus, der ist mein leben 2c. ch 255. geh' einst ohne beben Zu meinem tode hin; Denn christus ist mein leben Und sterben mein gewinn. 7. Was verweslich ist, vergeht; Fleisch und blut kann gott nicht sehen. Irdisch wird mein leib gesä't, Himmlisch wird er auferstehen. Erst verweset mein gebein; Dann wird's unver= weslich seyn. 8. Seyd getroft und hocherfreut! Jesus kennt uns, seine glieder. Christen, wehrt der traurigkeit! Sterbt verlassen wir die gruft, Wann uns ihr, wieder. Dann gott aus solcher ruft. 2. Ich scheue nicht die schrecken Der freudenleeren gruft; Der wird mich auferwecken, Der mich zum grabe ruft. 3. Und rief mich, abzuscheiden, Auch heute schon mein gott; So geh' ich bin mit freuden, Und sterb' auf sein gebot. 4. Ich hoff' ein beßres leben, Das nimmermehr verfließt. Ein leib wird mich umgeben, Der ewig herrlich ist. 5. Dann eil' ich dir entgegen, Mein triumphirend haupt! Und seh' entzückt den segen Des heils, das ich geglaubt. In bekannter Melodie. 256. Resus, meine zuversicht, Lebt, und ich soll mit ihm leben! Dieses weiß ich; sollte nicht Sich mein herz zufrieden geben, Was die lange grabesnacht mir auch für gedanken macht? 2. Jeſus, mein erlöſer lebt, und er ich kann ihm sicher mich zu sich erhebt: Warum sollte mir denn grauen? Läffet auch dies haupt ein glied, Das es einst nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch des glaubens band 3u genau mit ihm verbunden. Er, der auch den tod empfand, Hat für mich auch überwunden. Er erstand! und einst erwacht Auch mein leib durch seine macht. 113 6. Dann werd' ich in hellem licht Seine große lieb' erkennen; Und wie freudig werd' ich nicht Ihn dann meinen retter nennen, Wann er von der sterblichkeit Nun auf ewig mich befreit. 4. Ich bin staub und muß daher Wiederum zu staube werden. Dieses weiß ich, aber er Weckt mich wieder aus der erden, Daß ich in der herrlichkeit Bei ihm sey in ewigkeit. 5. Da wird mich, statt dieser haut, Ein verklärter leib umgeben, Für die neue welt gebaut, Und geschickt zum beffern leben; Und in diesem leib seh' ich meinen jesum ewiglich. Evang. luth. 9. Wo ist dein triumph, o tod? Nimm den staub hin; ohne grauen Folgen wir, wir werden gott Und auch unsern jesum schauen. Dann wird schwachheit und verdruß Liegen unter unserm fuß. 10. Laß uns nur den geift erheb'n Von den lüften dieser erden, Und uns schon hier dem ergeb'n, Dem wir dorten ähnlich werden! Denn wer seiner sich will freun, Muß hier rein und heilig sein. Mel. Wenn mein stündlein c. 257. Mein heiland lebt; er macht Des todes ganz bezwungen Und siegreich aus des grabes nacht Zu gott fich aufgeschwungen. Er ist mein haupt; sein sieg ist mein. Sein soll mein ganzes leben sein, Und ihm will ich auch sterben. 2. Nicht ewig wird, wer dein wort hält, Den tod, o jesu! schauen. Das ist's, was mich zufriedenstellt, Selbst bei der gräber grauen. Ich bin getroft und unverzagt, Weil du den deinen zugesagt: Ich leb' und ihr sollt leben. 3. Wird gleich mein leib des todes raub, Er wird doch wieder leben, Und einst aus der verwesung staub Sich neugebild't erheben, Wenn du, o großer lebensfürst, Einst deinen todten rufen wirst, Zum leben aufzuwachen. 4. Wie froh und herrlich werd' ich dann Vor dir, mein heiland, stehen! 8 114 Erste Abtheilung. Dann nimmst du mich mit ehren an; 3. Ew'ges lob sey dir gesungen Läss'st in dein reich mich gehen. Fort- Wir sind zum leben durchgedrungen! hin von keiner last beschwert, Hingegen herrlich ganz verklärt. Leb' ich bet dir dann ewig. 5. O welch ein sel'ges theil ist mir In jener welt bereitet! Der freuden fülle ist bei dir. Von dir, o herr, geleitet, Werd' ich in deinem himmelreich Unsterblich, deinen engeln gleich, Vollkommne luft genießen. Am ziel sind wir beim großen lohn. Christus strömt der freuden fülle Auf uns, wir schaun ihn ohne hülle, Ihn, unsern freund und gottessohn. Kein auge sahe fie, Dem ohr erscholl sie nie, Diese wonne. In ewigkeit Sey dir geweiht, Herr! unser dank und lob und preis! 6. Denn, wo du bist, da sollen die, hier dir leben, lind ewig frei von ſchmerz und mith, Bon 259. Waseele, Bei dem gedanfeligen umgeben, Genießen deiner herrlichkeit. O was sind leiden dieser zeit, Herr, gegen jene frenden. fen an das grab? Nicht dich umschließt einst seine höhle; Nur deine hütte sinkt hinab. Sie schuf der allmacht wink aus staub; Drum wird sie der verwesung raub. 7. Laß die zukünft'ge herrlichkeit Mir stets vor augen schweben, Und oft in dieser prüfungszeit Mein herz dahin erheben, Wo keine schwachheit uns mehr drückt, Wo wir, der sterblichkeit entrückt, Frohlockend vor dir wandeln. 2. Du, zur unsterblichkeit erlesen, Schwingst dich empor zu gottes licht, Und schaust den ursprung aller wesen Von angesicht zu angesicht; Bewunderst deines gottes macht In jener welten bau und pracht. 3. Dann, seele, wirst du das verstehen, Was hier kein weiser mund erklärt: Was hier vollkommen einzusehen, Des wissens trieb umsonst begehrt. Dann täuscht dich wahn und irrthum nicht, Und selbst die finsterniß wird licht. 8. Erwecke mich dadurch zum fleiß, Dec tugend nachzustreben, und als ein christ, auch dir zum preis, Nach deinem wort zu leben. Und fühl' ich hier noch noth und schmerz. So tröste selbst damit mein herz: Es kommt ein beßres leben. Mel. Wer nur den lieben gott 2c. oder: du weiser schöpfer: c. Mel. Wachet auf! ruft uns die zc. 258. Wad achet auf, ruft einst die stimme, Des sobnes gottes allmachtsstimme; Verlaßt, ihr todten, cure gruft! Wachet auf, erlös'te sünder, Versammelt euch, ihr gotteskinder! Der welten herr ist's, der euch ruft. Des todes stille nacht ist nun vorbei, erwacht, Und lobt den herrn! Macht euch bereit Zur ewigkeit Sein tag, sein großer tag ist da! 2. Erd' und meer und hölle beben, Die frommen stehen auf zum leben, Zum neuen leben stehn sie auf! Ihr versöhner kommt voll klarheit, Vor ihm ist gnade, treu' und wahrheit, Des glaubens lohn krönt ihren lauf. Licht ist um deinen thron Und leben, 26 W gottes sehn! Preis dir, heiland! Erlöser! dir, Dir folgen wir zu deines vaters herrlichkeit. 1 4. Dann wirst du den, ach, den erblicken, Den hier allein der glaube sieht; Den, der dich ewig zu beglücken, Für deine sünd' am freuz verschied. Dann jauchze, daß kein wahn, kein spott Dich hier getrennt von deinem gott. 5. Wann nun der tag des Herrn erscheinet, Berläßt dein leib der gräber ruh. Zum zweitenmal mit dir vereinet, Wird er unsterblich, so wie du. seele, zittre darum nicht, Daß deiner hütte ban zerbricht! mel. Besicht du deine wege zc. oder: Valet will ich dir geben 2c. enn einst in meinem grabe Des todes stille nacht Ich durchgeschlummert habe, So weckt mich jesu macht, Giebt 23. Vom jüngsten Gericht. 115 diesem leib aus staube Des himmels stehen, Die in dem feime war. Es herrlichkeit. D trost! den mir der wächset jede blume Aus ihrer saat glaube An gottes wort verleiht! hervor: Zu seiner allmacht ruhme Steht sie in neuem flor. 2. Es soll mir diesen glauben, Der fest, als felsen ruht, Kein spötter jemals rauben, Kein feind, kein zweifelmuth. Es mag der unchrist beben, Sinkt er in tod und gruft: Sch kenn' ein neues leben, Wozu mich jesus ruft. 6. Kann gott denn nicht auch machen, Daß einst aus tod und gruft Die glieder neu erwachen, Wann seine stimme ruft? Es werden diese glieder, Wie saamen ausgefä't, Gott will: site leben wieder; Der neue Leib entsteht. 3. Den heiden hier auf erden Wardieser trost verdeckt, Daß wir dereinstens werden Aus tod und grab erwedt. Sie, die das licht nicht hatten, Das uns der tag gebracht, Umgaben todesschatten Und furcht der grabesnacht. 4. Des spötters fühnes lachen Beschimpft ihn selber nur. Es sind gar leichte sad en Dem schöpfer der natur, Den leib neu zu beleben, Den er aus staub erschuf; Shm klarheit auch zu geben Durch seiner allmacht ruf. 5. Aus saamen, den wir säen, Läßt gott ja alle jahr Die neue frucht ent23) Vom jüngsten Gericht. Mel D ewigkeit, du dennerwert. 261. Erhöhter jesu, gottes sohn! Der du schon längst den himmels thron, Als herrscher, eingenom men, Du wirst dereinst zu rechter zeit In großer kraft und herrlichkeit Vom himmel wieder kommen. Gieb, daß dann froh und mit vertraun Dich, herr! auch meine augen schaun. 2. Hier faßt kein sterblicher die pracht, Die deinen tag einst herrlich macht; Wie groß wirst du dich zeigen, Wann du auf lichten wolken einst mit deiner engel heer erscheinst, Die selbst sich vor dir beugen: Dann sieht die welt die majestät, Dazu dich gott, dein gott, erhöht. 3. Dann tönt dein ruf in jedes grab Mit allmachtsvoller kraft hinab, und schafft ein neues leben. Auf deinen wint muß erd' und meer Das große unzählbare heer, Der todten wieder 7. Ich frag' nicht nach dem spotte Verwegner zweifeler, Und weiß von meinem gotte: Er ist des todes herr. Daß tode leben sollen, Ruht ganz in seiner macht; Und sollt er nicht auch wollen, Daß einst mein leib ererwacht? 8. Die aus des grabes banden Gott eb'mals schon erweckt, Und jesum, der erstanden, Da er den tod geschmeckt, Betrachtet unser glaube, Und siegreich rithmet er:. Auch uns weckt aus dem staube Zum leben einst der herr. 4. Du sammelst sie vor deinen thron Um jedem deu bestimmten lohn Nach seiner that zu geben, Dann trifft den bösen schmach und pein, Den frommen aber führst du ein In das verheißne leben. Dann zeigt die that, herr jesu christ, Daß du der erden richter bist. 5. O gieb, wann dieser tag erscheint, Das ich in dir dann meinen freund Und treuen heiland finde; Daß ich mit freuden vor dir steh, Und mit dir in den himmel geh Ganz frei von aller sünde! Wie wird dein anblick mich erfreun! Wie werd' ich dann so selig seyn! 6. Dein name sey mir ewig werth, Und was dein wort von mir begehrt, Das laß mich treulich üben. Dich, den der ganze himmel preist, Dich müffe hier auch schon mein geist Aus allen frästen lieben: So schreckt mich deine zukunft nicht, So hab' ich muth auch im gericht. Mel. Es ist gewißlich an der zeit. geben. Sie stehn durch dich, herr, neu! 262. Er kommt, er kommt zum beseelt alle auf weltgericht, Der heiland, den wir ehren: weigert euch, erlöste, nicht, Setzt auf sein wort zu hören. Wer hier nicht seine stimme 8* 116 Erste Abtheilung. hört, Und sie nicht mit gehorsam ehrt,| Väterlich Führst du mich Auf des Wird nicht vor ihm bestehen. lebens wegen Meinem ziel entgegen. 2. Herr, laß mich deiner majestät Mit wahrer freude dienen! Wie herrlich dich dein gott erhöht, Ist zwar noch nicht erschienen; Doch was uns hier verborgen war, Macht jener tag uns offenbar, An welchem du er scheinest. 3. Da, wann vor dir die erbe bebt, Und unter deinen füßen Sich alles, was dir widerstrebt, Wird völlig beugen müssen; Wann alle engel vor dir stehn: Da wird auch jedes auge sehn, Wie hoch dich gott erhoben. 4. Da werden, herr, auf dein geheiß, Die tobten wieder leben: Dein feind mit furcht dein freund mit preis Sich aus dem grab erheben; Und wer wird da, herr jesu chrift, Daß du der herr des lebens bist, Noch ferner leugnen können? 5. Wer spottet dann noch deiner kraft, Wann du, die hier dich fliehen, Für ihre schuld zur rechenschaft Mit majestät wirst ziehen? Wie wird, wann dich ihr aug' erblickt, Und sie bein strafgerichte drückt, Der spötter heer verstummen! 2. Einst fommst du mit großer fraft Zum gericht auf erden: Dann soll ich zur rechenschaft Dargestellet werden. Dein gericht Schonet nicht, Richter aller welten! Denn du willst bergelten. 3. Weh dann mir in ewigkeit, Wenn ich deine gabe, Meine fräfte, meine zeit Hier gemißbraucht habe! Web dann mir, Hab' ich hier Dein geschenk verschwendet, Und nicht angewendet! 4. Möchte täglich dein gericht Mir vor augen schweben; Möcht' ich mich stets, meiner pflicht Treu zu seyn, bestreben! Daß ich nie Thöricht sie Außer augen setzte, Noch mit fleiß verletzte! mein leben! Mir zum heil und dir zum ruhm, Hast du mir's gegeben. 5. Lehre mich gewissenhaft Meine tage zählen, Eingedenk der rechenschaft, Nur was gut ist, wählen! Gieb, daß ich Ernstlich mich, Täglich und auch heute, Zum gericht bereite. 6. Zeigt sich erst die ewigkeit Furchtbar in der näh, D! dann ist es selten zeit, Daß ich in mich gehe: Wann der tod Mir schon droht, dann ist gewißlich Meine buße mißlich! 7. Mein gewissen strafe mich Gleich für jede sünde, Mittler, daß ich bald durch dich Gnade such' und finde! Rufe du Dann mir zu: Alles ist vergeben! Sünder, du sollst leben! 8. Dann werd' ich auch im gericht Vor dir, herr, bestehen, und vor deinem angesicht Freud' und wonne sehen. Ewig dein Werd' ich seyn, Und mich, dich zu lieben, Ewig, ewig üben. 6. Und wann du dann die deinen nun Mit preis und ehre zierest, Sie ewig ihnen wohlzuthun, Zu deinem himmel führest: Wie völlig wird's dann offenbar, Daß es in deinen händen war, Die deinen zu beglücken. 7. Bieb, daß ich dann, herr jesu christ, Mit freuden vor dir stehe, Und dir, der du so herrlich bist, Getroft entgegen sehe. Wann deiner feinde rotte zagt, Von reu' und angst und furcht geplagt, Dann jauchze meine seele! 8. Daß ich dies glück erlangen mag, So laß in diesem leben, I heiland, 264. Du richter aller welt! Mel. ch herr! mich armen 2c. an dein Das deinen großen tag Mir stets vor augen schweben Er reize mich, dir mich zu weihn, In deinem dienste treu zu seyn, Und so mein heil zu hoffen. Dem thor sey's ein gedichte, schwachen nur gefällt: Mich soll sein wahn nicht stören, Weil mich dein göttlich licht, und mein gewissen lehren: Du haltest einst gericht. Mel. Straf mich nicht in deinem 2c. dein eigen263. Herr, ich bitte ist auch vor beines armes traft. Herr, alle 2. dann der sünder menschenkinder Ziehst du zur rechenschaft. Du rufft, und sie erscheinen 23. Vom jüngsten Gericht. 117 Vor deinem richterthron. Den sün-| sünder, die dich hier verschmäht, Gehn dern und den deinen Giebst du gerechten lohn. dann gewiß zur höllen. Da trifft sie unerforschte pein; Wer wird dann noch ihr retter seyn? Ihr warten ist verloren. 3. Frohlockend sehn die frommen Dein göttlich angesicht; Schon hier dem fluch entnommen, Zagt ihre seele nicht. Nun triumphirt ihr hoffen; Erlös't von aller müh', Sehn sie den himmel offen, Und du, herr, segneft sie. 5. Wie herrlich aber wird alsdann Der frommen werth erscheinen! Du herr, nimmst sie zu ehren an, Erklärst sie für die deinen; Und sie sehn mit erstauntem klick, Daß glaub' und lieb' das höchste glück Aus gottes huld ererben. 4. Wie angstvoll aber beben Die hier dein wort verhöhnt, Und durch ein sündlich leben Das eitle herz verwöhnt. Du giebst den fündenknechten Ihr theil in jener pein, Und führest die gerechten zu deinen freuden ein. 5. Drum laß, herr, dein gerichte Mir stets vor augen seyn, Und drücke sein gewichte Tief ins gewissen ein! Vor dir laß recht mich handeln Und hier zu aller zeit, So wie ein weiser wandeln, Der seinen richter scheut. 6. Sst dann dein tag vorhanden, Wird diese Welt vergehn: So hoff' ich nicht mit schanden Vor deinem thron zu stehn. Du stellst mich dann zur rechten Von aller schuld befreit, Mel. Wachet auf! ruft uns die zc. Führst mich mit deinen knechten In 266. W achet auf vom schlaf deine herrlichkeit. ihr finder! Erwacht! denn euch, o menschenkinder, Erwarten tod und ewigkeit. Lohn und strafe, el. Es ist gewißlich an der zc. 265. Son ist der tag von gott tod und leben Wird der gerechte richbestimmt, Da, wer auf erden wandelt, Sein loos aus gottes händen nimmt, Nachdem er hier gehandelt. Er kommt, er kommt des menschen sohn; Er kommt und wolken sind sein thron, Den erdenkreis zu richten. ter geben, Erwacht! noch ist zur buse zeit. Gerecht, gerecht ist gott, Er hört der frevler spott Frevler, zittert! Wißt, was er spricht, Gereut ihn nicht, Er kommt gewiß und hält gericht. 2. Hier, an dem rand der ewigkeit, Hier stehn die millionen, Die seit dem ersten tag der zeit Auf dieser erde wohnen, Nur dem allwissenden bekannt, Unzählbar, wie am meer der sand; Hier stehn sie vor dem richter. 3. Hier muß der falsche wahn der welt Der wahrheit unterliegen! Hier, wo das recht die waage hält, Wird keine bosheit siegen; Hier ist zur buße nicht mehr frist, Hier gilt nicht mehr betrug und list; Hier gilt kein falscher zeuge. 4. O herr, mit welcher majestät Wirst du das urtheil fällrn; Die 6. Sie gehn nun in das sel'ge reich, Das gott für sie bereitet, Und sehn auf ewig, engeln gleich, Ihr wohlsein ausgebreitet. Das stückwerk wird vollkommenheit, Rein fummer, feine traurigkeit Stört forthin ihre freude. 7. Mein heiland, laß mich dein gericht Oft und mit ernst bedenken! Es stärke meine zuversicht Wenn hier mich leiden fränken; Es reize mich, gewiſſenhaft Und eingedenk der rechenschaft Nach deinem Wort zu wandeln. 2. Plötzlich wird sein zorn entbrennen; Dann wird der spötter ihn erkennen, Des vaters eingebornen sohn. Jauchzet, jauchzt ihr, seine frommen, Er wird zu eurem heile kommen. Bald kommt er und mit ihm sein lohn; Euch richtet christus nicht. Er selbst ging ins gericht Für die sünder, Wir sind versöhnt, Mit gott versöhnt. Wer überwindet wird gekrönt. 3. Seyd bereit, ihn mit verlangen, Mit reinem herzen zu empfangen, Denn plötzlich bricht sein tag herein, Und der richter wird vom bösen Sein volf, die frommen, ganz erlösen, Von sünd' und tode sie befrei'n. Dann ist vollkommnes heil In ewigkeit ihr theil. Jauchzt 118 Erste Abtheilung. ihr frommen, Seyb stets bereit Auf 6. Du hast in deinen armen brüdiese zeit Und singt gott dank in dern Barmherzigkeit an mir gethan; ewigkeit. Sch nahm in meines leibes gliedern Den segen deiner wohlthat an! Komm nun, gesegneter, zu mir! Den himmel geb' ich dir dafür. Mel. Wer nur den lieben gott: c. oder: du weiser schöpfer zc. 267. Wenn ich auf gott wegen wanke, Und straucheln will, so schrecke mich Der herzerschütternde gedanke: Gott richtet einst die welt und dich! Er hat's verkündigt; sein gericht 3st unausbleiblich, strauchle nicht. 2. Den weg der tugend, den ich walle, Sey rauh und steil: wo führt er hin? Zum himmel, wenn ich gett gefalle, Weil ich getren und standhaft bin; Gestärkt, o gott, durch deine huld Zur selbstverläugnung, zur geduld. 3. Laß mich zu meiner seele sagen: Die welt vergeht mit ihrer luft. Wohl mir, wenn ich bei allen plagen, Mir teines frevels bin bewußt! Es kommit es kommt die ewigkeit' Die mich aus jeder noth befreit. 4. Denn jesus wird vom himmel kommen: Ich werd' ihn, meinen heiland, sehn, Ihn, wie er ist; mit allen frommen Aus meinem grab' auch auf erstehn. Ihm werd' ich völlig ähnlich seyn, Mich ewig meines glaubens freun! 5. Ich werde seine stimme hören: Der du zu meiner rechten bist, Du warst gehorsam meinen lehren; Nimm hin, was dir bereitet ist! Sey treuer chrift, den engeln gleich! Komm, erbe meines vaters reich! 7. Solch eine wonne wartet meiner, Wenn ich mit brüderlichem sinn, Den nächsten lieb' und gern mich seiner Erbarm', und jesu ähnlich bin. Gott, wer kann hart und lieblos seyn? Betrübte sehn, und nicht erfreun? 8. Dort, dert trifft den, der ohn' erbarmen Nie menschenfreundlich sich beweist; Der, fühllos bei der noth ter armen, Bedrängte nie erquickt, noch speist; Den hungrigen sein brod nicht bricht, Ein unbarmherziges gericht. 2. Dich lern' ich dann im hellern licht In deiner größe kennen, und mit vollkommner zuversicht Dich meinen vater nennen. Mit hoher freude bet' Berschlossen habt ihr eure hand, Ver9. Fühllose( wird der richter sagen), achtet eurer brüder flagen: Entweicht; ich hab' euch nie erkannt! Wer mid bekennt, und doch nie sucht, Was men= schen froh macht, sei verflucht! 10. So wirst du jebe sünde richten, Die nicht bereu't ist; wenn du einst Den übertretern ihrer pflichten In deiner majestät erscheinst. Dann wird der fromme nur bestehn; Wer lasterhaft blieb, wird vergehn. 11. Gieb mir denn licht und muth und stärke, Damit mein glaube dir getreu, Geibt in jedem guten werke, Bersährt und unverwerflich sey! So werd' ich ewig selig seyn; Mich ewig deiner, gott, erfreun. 24) Von der Ewigkeit. Mel. Sey lob und chr' dem ic oder: Lobsinget gett, dem 2c. ich dann Auf ewig bein erbarmen an. Das mich zum himmel führte. 268. Der freuben füll' ist, gott, bei dir; Und in dem 3. Wann mein erhöhter geist da sieht, Was ich dir zugetrauet; Wann höhern leben Wird deine huld daraus er dein unumschränkt gebiet Noch auch mir zu voller g'nülge geben. heller überschauet: Gott, welche Was mich mit reiner luft erfüllt, wonne ist dann mein! Wie werd' Was meiner seele sehnsucht stillt, Und ich deiner da mich freun! Wie felig sich ohn' ende mehret. da mich finden! 4. Noch größre werke seh ich dann Bon deiner schöpfersgüte, Als ich auf erden sehen kann, und mein entzückt gemüthe Verliert voll dank und freude 24. Von der Ewigkeit. fich In deiner herrlichkeit, die ich Sn vollem glanz erblicke. 5. Da werd' ich deinen gnäd'gen rath Noch mehr, als hier verstehen; Dir danken, daß du mich den pfad Der tugend hießest gehen. Und selbst durch leiden dieser zeit Mich zu dem glid der ewigkeit So väterlich bereitet. 6. In unbefleckter heiligkeit Werd' ich dann, gott, dich lieben, Und was deine wille mir gebeut, Mit frohem herzen üben. O welche quelle reiner lust Sich feiner fünde mehr bewußt, In allem richtig handeln! 7. Mein leib, aufs herrlichste verklärt, Mit himmelsglanz umgeben, Von allem frei, was ihn beschwert, Geschickt zum höhern leben, Auch der nimmt dann an allem heil Und an der hohen wonue theil, Die meinen geist entzücket. 119 merkt, wie oft er fehle? Doch einst werd' ich vollkommen rein, Ganz Dies heilig und ganz selig sein. tröstet meine seele. 3. Wenn mich der zukunft schicksal schreckt, Die noth der fernen tage! Wenn sie in mir die sorg erwedt, Ob ich sie auch ertrage: So mildert mir die ewigkeit Das furze elend dieser zeit, Daß nicht mein herz verzage. 8. Den heiland, den ich hier geliebt, Seh' ich dort, mir zur wonne. Die herrlichkeit, die ihn umgiebt, Sst mir auch licht und sonne. Auch da ist er mein herr, mein freund, Durch 9. Mit allen bürgern jener welt, Die deinen thron umgeben, Werd' ich dort, ihnen zugesellt, In reinster freundschaft leben. Wie klepfet dann in meiner brust Mein ganzes, herz voll lieb' und lust, Die ich mit ihnen the.le. el. Wer nur den lieben gott zc. den ich, gott, mit dir vereint, Stets 270. Es ist noch eine ruh' vor= neue freuden schmecke. gott Mel. Wenn mein stündlein: c. 269. Ein frembling bin ich in 4. Wenn einst, der jetzt von ferne dräut, Der tod mir näher winket; Wenn nach der arbeit dieser zeit Mein haupt zum schlummer sintet: So sterb ich froh; die ewigkeit Zeigt mir des himmels herrlichkeit, Die alles übersteiget. meine tage: So manche noth, die mich befällt, Neizt mich hier noch zur flage, Doch, vater, jene seligkeit Ver füßt mir meine pilgrimszeit, Und stärkt mich selbst im leiden. 5. Herr, diesen trost, der mich erfreut, Vermehr in meinem herzen. Es stärke mich die seligkeit Bei meiner wallfahrt schmerzen. So sey in meinem tod mein heil Und einst mein längst gewünschtes theil, Wann ich vom tod erwache. 2. Die, herr, zur dieser ruhe kom10. Ja, ewig ist, mein gott, bei men, Wie selig sind doch alle die! dir Der freuden reichste quelle. Ich In deinen himmel aufgenommen, schöpfe d'raus, voll bleibt sie mir Ruh'n sie von dieses lebens mith'. Eteis voll auf alle fälle. Mein glück währt da in ewigkeit, Michts fehlt ihm an vollkommenheit. Herr, hilf es mir erreichen! Nach aller last, die sie gedrückt, Wird ewig nun ihr herz erquict. 3. Wie mütter ihre finder trösten, So segnet mit zufriedenheit Auch deine gnade die erlösten Nach überstand'ner übungszeit. Dann wird es ihnen offenbar, Wie gut stets deine führung war. 4. Da schweigen alle ihre klagen; Da bringt mit frohem lobgesang, Selbst für die ausgestanduen plagen, Dir ihre seele frohen dank. Nun jauchzen sie: es ist vollbracht! Der herr hat alles wohlgemacht! 2. Jetzt, da die sünde mich noch drückt, Seufzt meine bange feele: Wie bald ist nicht mein herz bedrückt; Wer ergeb'nen geist, Wann er sich dieses körpers banden, Nach gottes willen einst entreißt, Und nun nicht mehr so eingeschränkt, Als hier auf erden, lebt und denkt. 5. Forthin bekümmert sie kein leiden, Kein schmerz, selbst keine furcht nicht mehr., Gott führt sie zu den höchINIHING 120 Erste Abtheilung. sten freuden, Und frönet sie mit preis| neu besungen. Völlig Giebt sich Den und ehr'. O unausschrecklich süße ruh! erlösten, Sie zu trösten, Der zu kenWie herrlich, herr, beglückest du! nen, Den sie hier schon vater nennen. 5. Vor seinem antlitz wandeln sie, Auf ewig frei von aller müh, Und schmecken seine gütte. Hier stört den frieden ihre brust Und ihre tausendfache lust Kein feindliches gemüthe. Kein neid, Kein streit Hemmt die triebe Reiner liebe Unter seelen, Die hinfort nun nicht mehr sehlen. 6. Gott! welche schaar ist dort vereint! Die frommen, die ich hier beweint, Find ich dort alle wieder. Dort sammelt deine vaterhand, Die deine liebe hier verband, Herr, alle deine glieder. Ewig Werd' ich Frei von mängeln, Selbst mit engeln Freundschaft pflegen. O, ein umgang voller segen! 7. Da komm' ich zu des menschen sohn, Der für mich starb, um dessen thron Viel tausend sel'ge stehen. Der du der deinen wonne bist, Dich werd' ich da, herr jeſu christ, Auch mit entzücken sehen. Da wird, Mein hirt, Von den freuden Nichts mich schei den, Die du droben Deinen freunden aufgehoben. 6. Wer kann hier deine gnade fas sen? Du willst den, der dich redlich liebt, Nicht ewig in der unruh lassen, Die dieses leben noch umgibt. D, mach uns ja hier in der zeit Recht würdig für die ewigkeit. 7. Mein heiland, der du selbst auf erden, Der leiden joch getragen hast; Will ich des lebens milde werden, Und fühl ich meiner burde last: So stärke mächtig meinen geist, Daß er dem unmuth sich entreißt. 8. Gieb, daß in hoffnung jener rube, Die gottes volk verheißen ist, Ich gern des vaters willen thue, Wie du darin mein vorbild bist: So folget auf der leiden zeit Gewiß vollkommne seligkeit. Mel. Wie schön leuchtet der 2. 271. Mein ganzer geist, gott, wird entzückt, Wann er nach jenem himmel blickt, Dahin dein wort uns leitet; Wo deine milde vaterhand Aus neuen wundern wird erkannt, Die du da hast verbreitet. Mächtig Führ' ich mich getrieben, Dich zu lieben, Der zum leben Jener welt mich will erheben. 8. Wie selig werd' ich da erst seyn! Wie sicher werd' ich mich dann freun! Dir ewiglich lobsingen. O jesu! berr der herrlichkeit! Du hast dies glück 2. Was sind die freuden dieser zeit, auch mir bereit't, Hilf mir es auch Herr! gegen jene herrlichkeit, Die dort erringen! Laß mich Eifrig Darnach bei dir zu finden! Du stellst uns hier streben Und so leben Auf der erde, auf erden zwar Viel wunder deiner| Daß ich dort dein erbe werde! gitte dar, Daß wir sie froh empfinden; Doch bier Sind wir Bei den freuden Noch mit leiden Stets umgeben, Dort ist nur vollkomm'nes leben. Mel. Wer nur den lieben gott 2c. oder: Du weiser schöpfer 2c. 272. Na ach einer prüfung furzer tage Führst du uns, gott, zur ewigkeit. Dort, dort verliert sich jede klage In himmlische zufriedenheit. Hier übst du unsern tugendfleiß, Dort aber reichst du uns den preis. 2. Du schenkst dem frommen schon auf erden So manchen sel'gen augenblick; Doch alle freuden, die ihm werden, Sind noch kein recht vollkommnes glück. Er bleibt ein mensch, und seine rub' Nimmt in der seele ab 3. Kein tod ist da mehr und kein grab, Dort wischest du die thränen ab Von deiner finder wangen. Da ist kein leid mehr, kein geschrei, Denn du, o herr! machst alles neu; Das alte ist vergangen. Hinfort Sind dort Für gerechte, Deine knechte, Keine plagen Mehr zur prüfung zu ertragen. 4. In deinem höhern heiligtbum Erschallet deines namens ruhm Von lauter frohen zungen. Da strahlt die herrlichkeit des herrn, Hier schaut man sie nicht mehr von fern, Da wird sie und zu. 24. Von der Ewigkeit. 121 Der retter einer seele seyn! 3. Bald stören ihn des körpers| gott, wie muß dies glück erfreun, schmerzen, Bald das geräusche dieser welt; Bald kämpft in seinem eignen herzen Ein feind, der öftre fiegt als fällt; Bald sinkt er durch des nächsten schuld In kummer und in ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, Das laster öfters glücklich ist; Wo man den glücklichen beneidet, Und des bekümmerten vergißt! Hier können wir nie frei von pein, Nie frei von aller schwachheit seyn. 5. Hier such' ich's nur, dort werd ich's finden; Dort werd ich heilig und verklärt Der tugend ganzen werth empfinden, Den unaussprechlich großen werth; gott liebe, ich sehn, Dich lieben, ewig dich erhöhn. 6. Da wird, o herr, dein heil'ger wille Mein will' und meine wohlfahrt sein: Und lieblich wesen, beil die fülle, An deinem throne mich erfreun. Dann läßt mein dir geweihter funn Mich sinn fühlen, daß ich ewig bin. throne 7. Da werd' ich das im licht erkennen, Was ich auf erden dunkel sab; Das wunderbar und heilig nennen, Was unerforschlich hier geschah; Da denkt mein geist mit preis und' dank Die schickung im zusammenhang. 8. Da werd' ich zu dem throne 8. Da werd' ich bringen, Wo gott, mein heil, fich offenbart; Ein heilig, heilig, heilig fingen Dem, der für mich geopfert ward; Und aller himmel sel'ges heer Jauchzt ihm einstimmig preis und ehr'. 9. Da werd' ich in der engel schaa- sie leiden müſsen. ren Mich ihnen gleich und heilig sehn; Das nie gestörte glück erfahren, Mit frommen stets fromm umzugehn; Da wird durch jeden augenblick Ihr heil mein heil, mein glück ihr glück. 10. Da werd ich dankvoll dem begegnen, Der gottes weg mich gehen hieß, Ihn mit entzückter rührung segnen, Daß er mir ihn so treulich wies; e find' ich in des höchsten hand T freund, den ich auf erden fand. 11. Da ruft( o möchte gott es geben!) auch mir ein sel'ger zu: ,, Heil sey dir! denn du hast mein leben, Die seele mir gerettet, du!" 12. Was seid ihr, leiden dieser erden, Doch gegen jene herrlichkeit, Die an uns offenbar soll werden, Von ewigkeit zu ewigkeit? Wie nichts, wie gar nichts gegen sie, Ist doch ein augenblick voll müh! el. D traurigkeit, o herzeleid zc. schrecklichs leid Der ewigkeit, Das sünder dort erfahren, Die durch feine zucht von gott Hier zu bessern waren. buld und angesicht geschieden, Sehn 2. Durch ihre schuld Von gottes fie nimmermehr das licht, Haben nimmer frieden. 273. 3. In dieser welt Zum ort beſtellt, Wo wir geprüfet werden, Haben auch die bösen noch Theil am glück der erden. 4. Hier können sie In ihrer müh Sich noch des eitlen freuen, Und, wenn das gewissen plagt, Ihr gemülth zerstreuen. bält Für sie an guten gaben, Auch 5. In jener welt, Die nichts entein tröpflein wassers nicht, Sie im durst zu laben; 6. Und wo forthin Ihr böser sinn Umsonst zerstreuung suchet, Da, da fühlen sie sich nun Von dem herrn verfluchet. zerplagt; Stirbt nimmer im gewiſsen; 7. Ihr wurm, der nagt Und sie Nie verlischt des feuers brand, Den 8. So draut der herr; Gerecht ist er, Wahrhaftig ist sein dränen. Webe denen, welche doch Sein gericht nicht schenen. 9. gott des heils! Wir unsers theils Verehren dich im glauben, Laß feind uns rauben! den trost der bess'ren welt Keinen Die jetzt dir widerstreben! Laß fie recht 10. O rette doch Auch sünder noch, zu dir bekehrt, Ewig mit uns leben! Mel. Alle Menschen müssen sterben: c 274. wie unaussprechlich selig Werden im himmel seyn! Da, da ernten wir unzählig Unsers glaubens früchte ein. Erste Abtheilung. 122 Da wird, ohne leid und zähren, Unser leben ewig währen. Gott! zu welcher seligkeit Führst du uns durch diese zeit. 2. Hier ist zwar, was du den from men Dort für glück bereitet hast, Noch in feines herz gekommen. Welcher mensch auf erden faßt Deines himmels große freuden? Doch nach dieses lebens leiden Werden alle, die dir traun, Mehr noch, als sie hoffen, schaun. Mel. Wer nur den lieben gott zc. 275. Wie wohl thust du, mein 3. Neue wunder deiner güte Werden gott, den deinen! Du da ihr alück erhöhn. Mit erstaunendem führst sie einst zum himmel ein. Da gemüthe Wird dann unser auge sehn, werden, leid, geschrei und weinen Mir Deine huld sei überschwenglich, Und nur ein dunkles traumbild seyn. Da das gute unvergänglich, Das dem, wird auf leicht verschmerzte pein Vollder dich redlich liebt, Deine vaterhand kommne wonne mich erfreun. dort giebt. 4. Dann wirst du dich unsern seelen Offenbaren, wie du bist. Keine wonne wird uns feblen, Da, wo alles wonne ist. Zu den reinsten seligkeiten Wird uns dort der mittler leiden, Der uns dieses glück erwarb, Als er an dem. kreuze starb. 2. Wie fröhlich wird mein ganzer wille Da, herr, in deinem willen ruhn! Da find ich aller wünsche fülle; Was ich gehofft, das schau ich nun; Ja, über alle hoffnung weit Empfind' ich da glückseligkeit. 5. Da wird deiner finder menge Ein herz, eine seele seyn, Liebe, dank und lobgesänge Dir, erhabenster, zu weihn; Dir, und dem, der selbst sein leben Willig für uns hingegeben. Mit ihm, unserm größten freund, Sind wir ewig dann vereint. 3. Wie überwiegend ist die wenne, Die den erlösten geist entzückt, Wenn er nun dich, der deinen sonne, In deiner herrlichkeit erblickt. Und so, mein heiland, seh ich dich, Und freue dein auf ewig mich. 6. wer sollte sich nicht sehnen, Aufgelöst und da zu seyn, Wo, nach fummer, noth und thränen, Ewige güter uns erfreun; Wo sich unser kampf in palmen, Unser flagelied in psalmen. Unsre angst in lust verkehrt, Die forthin fein tummer stört! 7. Was ist unser loos auf erden? Ob's auch noch so köstlich sey, Ist's dech nie ganz von beschwaden, Sorgen, furcht und fummer frei. Schnell folgt hier auf lust oft weinen; Dort nur wird die zeit erscheinen, Wo fein wechsel mehr uns beugt, Wo die wonne immer steigt. 9. Ohne heiligung wird feiner, Herr, in deinen himmel gehn. D so mache immer reiner Hier mein herz, dich einst zu sehn! Hilf du selber meiner seele, Daß sie nicht den weg verfehle, Der mich sicher dahin bringt, Wo man ewig dir lobsingt. 8. Sey, o seele, hocherfreuet Ueber das erhabne glück, Das dir einst dein gott verleihet! Richte deiner hoffnung blick Oft nach jener stadt der frommen, mit dem ernst, dahin zu kommen. Trachte, weil du hier noch bist, Recht nach dem, was droben ist. 4. Da komm ich zu den edlen seelen, Die nun, durch höh'res licht verklärt, Sich gottes führungen erzählen; Der sie durch prüfungen bewährt, Und wundervoll nach seinem rath Zum ew'gen glück erhoben hat. 5. Stie geht ein frevler, ein empörer Sns reich der sel'gen geifter ein; Rein schadenfroher friedensfiörer, Kein men= schenfeind wird da mehr seyn, Wo der, der in dem himmel thront, Der frommen treu dereinst belohnt. 6. Wie wehl wird uns da seyn, wo flarheit Durch alle wege gottes scheint; Wo lauter liebe, lauter wahrheit Des himmels bürgerschaft vereint, Und wo du dich, herr jesu christ, Berklärt uns zeigest, wie du bist. Zur hoffnung solcher seligkeiten, In der vereinigung mit dir, Wollst du, o herr, mich voulbereiten; Drum schaff ein reines herz in mir! Du, den ich schauen soll, bist rein; So laß auch meine seele seyn. Zweite Abtheilung. Lieder über die christliche Sittenlehre. 276. 1. Von der Buße und Bekehrung. Mel. Jesu, meines Lebens leben ic , wann werd' ich von der fünde, Gott, mein vater, völlig frei, Daß ich ganz sie überwinde, Ganz dir wohlgefällig sey? Noch nicht, ich gesteh's mit thränen, Kann ich mich von ihr entwöhnen; Ach, zu oft noch regt sie sich, Und versucht zum bösen mich. 2. In der andacht sel'gen stunden, Wo mein geist die wahrheit hört, Hab' ich oft das glück empfunden, Das die frömmigkeit gewährt; Habe auch gar sehr hienieden Mir gewünscht den innern frieden, Und ein herz, dir ganz geweiht, So wie meine seligkeit. 3. Voll von heiligen entschlüssen Schwur ich dann, dir treu zu sein, Und mit wachsamen gewissen Meiner unschuld mich zu freun; Willig wollt' ich dann mein leben Dir, mein gott, zum dienst ergeben, Aller Etandhaft deine wege gehn. 4. Aber, ach! zu schnell empöret Eich der leidenschaften macht; Die verdunkelt, schwächt uns störet, Was ich sonst so gut bedacht. Plötzliche versuchungszeiten, Beispiel, reiz der eitelfeiten, Deren schwarm mich stets umringt; Das ist's, was zum fall mich bringt. 5. O, ich armer, dem zur treue Feste seelenstärke fehlt, Den so oft schmerzvolle reue Und so oft doch furchtlos quält! Ach! wer wird mich ganz vom bösen, Von der bösen lust erlösen? Ich/ elender! wer befreit Ganz mich von der sündlichkeit? 6. Du verzeihst, gott, die gebrechen Meiner fündigen natur. Nicht die schwachheit wirst du rächen; Bösen 123 vorsatz strafft du nur. Hätt' ich nicht den treft, ich würde Unter meiner fehler bürde Ganz erliegen und mich dein, höchstes gut, nie können freun. 7. Etellet mir denn hier auf erden Lebenslang die sünde nach; Kann ich nicht vollkommen werden, Bin und bleib' ich oft so schwach; Ó, so segne mein bestreben, So gerecht ich kann, zu leben, Daß ich doch von heuchelei Und von bosheit ferne sei. 8. Wenn ich wanke, laß mich's merken; Laß mich streben fest zu stehn; Eile, mich, dein kind, zu stärken; Lebre selbst mich sicher gehn; Warne mich; sey mein begleiter; Täglich führe, gott, mich weiter, Bis ich in der ewigfeit Dringe zur vollkommenheit. Mel. Herzliebster, jesu mas haft 20 27, wider dich, mein 277. gott, digt! O laß die gnade, die dein sohn verkündigt, Wenn sünden uns von ganzem herzen reuen, Auch mich erfreuen. 2. Er selbst hat ja sich auch für mich gegeven. Laß mich von dir um seinetwillen leben. Tilg' aus die sünten, welche mich entweihen, Weil sie mich reuen. 3. O schaff' in mir, gott, eine reine feele, Ein neues herz, das deine wege wähle. Befördere und stärke mein bestreben, Sur dir zu leben. 4. Verwirf mich nicht von deinem angesichte! Gieb deinen geist, daß er mich unterrichte; Gieb ihn, daß er auf deiner wahrheit wege Mich leiten möge. 5. Erquicke mich in meiner seele leiden Mit deiner hülfe, gieb den geist shimini Zweite Abtheilung. 124 der freuden, Damit er, weil ich keine traft besitze, Mich unterstütze. 6. Mit neuer treue will ich dich verehren; Ich will die fünder deine wege lehren. Mein beispiel soll sie reizen, deinen willen Gern zu erfüllen. 7. O höre, gott, erbarmend auf mein flehen, Wie sollst du ein reuenb herz verschmähen, Das deine huld im glauben ernstlich suchet, Der sünde fluchet. 8. Ein herz voll reu und glauben willst du haben, Das liebst du, dem schenkst du des geistes gaben. Du willst die, so nach deiner gnade schmachten, Gott, nie verachten. Mel. Herzliebster Jesu was hast du 2c. 279. Aus einem tief vor dir gebeugtem herzen, Ruf' ich zu dir in meinen sündenschmerzen: mache mich, gott, meines fummers ledig, Und sey mir gnädig. 3. Gieb mir auch aus barmherzigkeit, Durch diesen glauben, stärke, Zu dem, was mir dein wort gebeut, zu jedem gutem werke; Vor allem laß mich lieben dich, Und meinen nächsten gleich als mich: Und kömmt die letzte stund' heran, So stärk mich dann, Daß ich mich dein getrösten kann. 2. Beschämt erfenn' und fühl' ich meine sünden; Laß, vater, mich erbarmung vor dir finden. Willst du auf schuld und übertretung sehen, Wer wird bestehen? 4. Verzeihe mir, herr, alle meine fehle; Dein harret, vater, meine müde seele; Laß trost und ruh, um des Bekannte Melodie. 278. Allein zu dir, herr ieſu verſöhners willen, Mein herz erfüllen. christ, mein vertraun auf erden Ich weiß, daß du mein tröster bist; Kein trost kann mir sonst werden. Es ist kein retter außer dir, Kein mensch, kein engel, welcher mir Aus meinen nöthen helfen 5. Von einem tag bis an den andern morgen, Hoff ich auf dich; 0 stille meine sorgen! Du schenfest ia beladenen und müden Gern deinen frieden. kann. Dich ruf' ich an: Du bist's, der helfen will und kann. 6. Ja, hoffe nur, mein herz auf gottes gnade; Viel größer ist sie als dein seelenschade: Und endlich wird sie dich von allem bösen Herrlich erlösen. 4. Lob sey gott auf dem höchsten thron, Dem vater aller güte; Und dir, o jesu, seinem sohn, Der uns schafft heil und friede: So wie auch deinem guten geist, Der uns den weg zum himmel weist. Laß uns dir treu ergeben seyn, Daß wir uns dein, Und deines heiles ewig freun. 3. Bei dir allein, herr, steht es, zu vergeben, Du schenkst uns gerne wahres glück und leben; Muß uns nicht diese große liebe lehren, Dich treu zu ehren? 2. Zwar meine schuld ist übergroß; Doch reut sie mich von herzen. Erbarme dich, und sprich mich los Durch Mel. Herr, ich habe mißgehandelt ze. deines todes Ich nehm' err, an ich dich als ben heiland an, der auch 280. Hereflinbigt; Dein ges genug für mich gethan, Dann werd' ich los der sündenlast. Mein glaube faßt, Herr, was du mir versprochen haft. rechter urtheilsspruch, Allerheiligster, verkündigt Sedem übelthäter fluch. und was kann vor deinen schrecken, Nichter aller welt, mich decken. 2. Kann ich in deinem arm entfliehen? Du bist allenthaiben nah. Flöh' ich, dir mich zu entziehen, Himmelan so bist du da; Stürzt ich in die tiefe nieder, Deine rechte faßt mich wieder. 3. Herr, ich flieh' in deine hände; Außer dir ist keine rub. Dein erbarmen hat kein ende; Wer ist gnädiger, als du? Du bist gott und kannst vergeben; Ach vergib und laß mich leben, 4. Groß sind meine sündenschulden! Ihre last ist mir zu schwer. Ja, wenn länger mich zu dulden, Deine langmuth müde wär, Müßt ich, würdest du nur winken In des todes nacht versinken. 1. Von der Buße und Bekehrung. 125 5. Mich für straflos zu erklären, sie auf euch und faßt Die hoffnung, Reichet nicht bebaurung zu. Und zer- rub' zu finden. flöß mein herz in zähren, Fänd' ich darum doch nicht ruh. Können eines fünders thränen, Dich, o heiliger verföhnen? 6. Herr, mein heiland, dein erbarmen, Dein für mich vergoßnes blut, Und dein tod erlöst mich armen, Heilet mich und giebt mir muth; Dein verdienst ist's, was mich decket, Wenn mich dein gerichtstag schrecket. 7. Rette mich von meinen sünden, Schaff' ein reines herz in mir, Laß bei dir mich ruhe finden, Zieh mich immer mehr zu dir. Dankbar wil ich mich bestreben, Mein erlöser, dir zu leben. 6. Drum komm ich, herr, auf dein gebot, Erfüllt mit haß der sünden, und hoff', in meiner seelennoth, Bei dir auch trosft zu finden: Erbarme dich doch über mich; Vergieb mir, was ich wider dich Von jugend auf begangen. 8. Stärk' auch mit deinem freudengeist Mich in den letzten stunden, Wenn fich mein geist der erd' entreißt, Von fünden ganz entbunden, Und nimm mich so, wann dirs gefällt, In wahIn eigner bekannter Welodie. 281. Herregut, du zuflucht nen auserwählten. err, jesu christ, du höch- rem glauben aus der welt, zu dei2. Wie drückt mich meiner sünden last! Nimm du sie mir von herzen, Der du auch mich versöhnet hast Am kreuz mit todesschmerzen; Daß nicht mein herz vor angst und weh Bei der empfindung ganz vergeh, Wie sehr ich mich verschuldet. 7. Wie groß ist doch die seligkeit, Sein herz durch dich zu stillen, Und dann zu thun auch seyn bereit, Herr, deines vaters willen! O leite mich auf dieser bahn, Daß ich gehorche und fortan Nur dir zu ehren lebe. der erlösten! Sch komme mit gebeugtem muth Zu dir, mich dein zu trösten; Mel. Jesu, deine tiefen wunden 2c. Durch dich zum vater mich zu nahn, 282. gilte, Die du mir bisVon ihm vergebung zu empfahn Und kraft zum neuen leben. her erzeigt: D so wird mein ganz gemüthe Zu der tiefsten schaam gebeugt, Daß ich dich gering geschäßt, Häufig dein gebot verletzt, und dich, der mich so geliebet, Doch mit fünden oft betrilbet. 4. Dies ewig theure wort verspricht Sa allen guad' und leben, Die sich von neuem ihrer pflicht Und ihrem gott ergeben, und nun vom sündenjoch befreit, Mit ganzer herzenswilligkeit Treu deine wege wandeln. 2. Alle meine seelenträfte, Meine glieder, sind ja dein, Und sie sollten 3. Denn, denke ich mit ernst zu- zum geschäfte Deines dienstes fertig rück An mein geführtes leben, An das seyn; Doch hab' ich der eitelkeit Undurch sünd' verscherzte glück, Was bedachtsam sie geweiht: Ja zum schnöfann mir da trost geben? Doch sind den dienst der fünden ließ ich mich ich ihn bei dir allein, und brauche oft willig finden. nicht trostlos zu sein, Weil ich dein wort nun habe. Ueber mir, o vater, neu. 3. Deine huld war jeden morgen Von wie manchen schweren sorgen Machtest du mein herze frei. Was mir nützte, gabst du mir; Aber ach! wie dankt ich dir? O wie hab' ich, so vermessen, Deiner langmuth zweck vergessen! 4. Bei so hellem licht der gnaden Sollt' ich ja die sünde fliehn, Und um rettung von dem schaden Meiner seele mich bemühn. Deine güte locte mich Oft zur buße, aber ich Floh vor ihrem sanften locken, Suchte ſelbst 5. Du rufft ja sündern selbsten zu: Ihr reuerfüllten alle Kommt her zu mir! ich schaff' euch ruh' Und richt' euch auf vom falle; Mein joch ist sanft, leicht meine last, Nehmt willig mich zu verstocken. Zweite Abtheilung. 126 5. Ich bereue meine sünden, Beuge mich, mein gott, vor dir. Laß mich bei dir Gnade finden, Neige deine huld zu mir; Ach vergieb, was ich gethan! Nimm mich noch erbarmend an! Führe mich vom sündenpfade Auf den sel'gen weg der gnade! 6. Dir ergeb ich mich aufs neue; Gieb, daß mein gebeugter geist Deiner vaterhuld sich freue, Die dein tröstend wort verheißt. Was mein heiland mir erwarb, Als er für die fünder starb, Fried' und freude im gewissen, Ach! das laß mich auch genießen. 7. Stärke selbst in meiner seele mich dir zu weihn; Dieb, daß mirs an traft nicht fehle, 281. Sehnsuchtsvoll, mein Mel. Jesu meines Lebens leben 2c. erhebe mein Stehe gott, zu dir. Ich verehre deine güte; Folgsam deinem wort zu sein. mir stets mächtig bei, Mache du mich selbst recht treu. Dich zu lieben, dir zu leben, Sey mein herzliches bestreben. wie theuer ist sie mir! Gott der liebe und des lebens, Reiner harrt auf dich vergebens! Nur verächter deiner huld Stürzet ihre eigne schuld. 2. Lehre mich, herr, deine wege; Zeige deinen willen mir! Leite mich die rechten stege, Führe du mich selbst zu dir: Gott du siehest mein vertrauen: Sicher kann ich auf dich bauen; Deine vatertreue ist Ewig, wie du selber bist. Mel. Wer nur din ieben gott: c. charmer mensch, o herr, 283. Jd ich fünder, Steh hier vor deinem angesicht. Erbarmer aller menschenkinder, Gott, geb' mit mir nicht ins gericht! Bin ich es gleich vor dir nicht werth, Daß mir noch gnade widerfährt. 2. Um troft ist meiner seele bange; Die last gebäufter missethat Liegt schwer auf mir, die mich so lange Von dir, mein gott, entfernet hat. Weß tröst' ich mich, ich schuldiger, Als deiner nur, barmherzigster? dem gott, der gern vergiebt, Und lieber segnet, als betrübt. 6. Sprich dann zu mir: dir ist bergeben! Und stille des gewissens schmerz; Und will mein zaghaft herz noch beben, So sprich du träft'ger als mein herz. Dein gnadenwort mach' alles gut, Und schenke selbst zur beßrung muth. 7. Ich zweifle nicht; ich bin erhöret; Mein glaube sagt mir, daß ich's bin. Der frost, der sich im herzen mehret, Der neue dir geweihte sinn, Mein kindliches vertraun auf dich Bezeugen's: du begnadigst mich. 3. Soll ich an deiner huld verzagen, Ich, dein Geschöpf? das willst du nicht. Du, der du mich bis jetzt ertragen, Bleibst ewig meine zuversicht. Du, gott, durch den ich leb und bin, Giebst mich nicht dem verderben hin. 4. Du siehst die folgen meiner sünden; Und denk' ich: wer vertilget die? So läsfest du mich ruhe finden, Und sprichst: ich, ich vertilge sie! Du schenkest mir an jesu heil, Zur stillung meiner unruh, theil. 5. Auch mir hat er das glück erworben, Getroft zu dir empor zu sehn; Auch ich soll, da er ist gestorben, Durch ihn begnadigung erflehn, Bei dir, 3. Ach, gedenfe an die sünden Meiner jugendjahre nicht! Laß mich vor dir gnade finden, Geh nicht mit mir ins gericht. Sünden, die wir recht bereuen, Willst du, vater, ja verzeihen: Oso höre denn auch mich! Meine seele hofft auf dich. 4. Gott, du willst des sünders leben. Seine seele ist dir werth; Gnädig willst du ihm vergeben, Wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem sündenwege Machst du sein gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner pflicht Umkehrt! den verwirfst du nicht. 5. Du erquickest die elenden, Deren herz sich dir ergibt, Die sich flehend zu dir wenden, Ueber ihre schuld betrübt. Freude schenket deine glite Dem geängsteten gemüthe, Welchem du die sündenlast Liebreich abgenommen hast. 6. Herr, zu was für seligkeiten Du, in jener bessern welt, Jeden frommen noch willst leiten, Der dir treu und 1. Von der Buße und Bekehrung. 127 glauben hält, Offenbarst du allen| ner werth zu seyn, Im glauben mich seelen, Die zu ihrem theil dich wäh: bestrebe. Wenn ich das gute thu", len, Deinen thenern gnadenbund Das mir dein wort gebeut: So dien' Machst du deinen findern fund. ich stehts mir selbst Und meiner seligkeit. 3. So süß ein laster ist, so giebts doch keinen frieden. Der ingend nur allein Hast du dies glück beschieden. Wer dir, o gott! gehorcht, Erwählt das beste theil. Wer dich, o gott! verläßt, Berläßt sein eignes heil. 4. Was weigre ich mich denn, Das laster zu verlassen? Weil es mein unglüct ist, Befiehlst du, es zn hassen. Was säum ich länger noch, Der tugend mich zu weihn? Weil sie mich glücklich macht, Befiehlst du sie allein. 7. Dir will ich mich denn ergeben. Gott, mein gott, verlaß mich nicht! Laß mich heilig vor dir leben, Treu seyn meiner ganzen pflicht: Keine schnöde lust der sünden Soll mich ferner überwinden; Denn du nimmst dich meiner an, Daß ich standhaft bleiben kann. Mel. Herzliebster jesu, was haft sc. flebe, gott, von ewig großer güte, Zu dir, mit heilsbegierigem gemüthe, Wer hofft auf dich, der hoffet nicht vergebens, Du gott des lebens. 2. Du willst nicht opfer, richter aller welten! Was könnten doch ge schenke vor dir gelten? Du kennst das herz, und willst, statt aller gaben, Nur bess'rung haben. 3. Wenn sich der fünder wieder zu dir kehret, Und dich durch glaubige gesinnung ebret: So willst du seiner fünden nicht gedenken, Ihm gnade schenken. 4. Statt aller opfer, richter aller welten, Soll christi tod für mich alsdann auch gelten: Um seinetwillen soll ich meiner sünden Vergebung finden. 5. Allwissender, du siebest meine reue, Mit der ich bess'rung dir gelob' aufs neue; Sie wirst du, der du in das herz fannst sehen, Gott, nicht verschmähen. 6 Stärt mich, des lasters falschen reiz zu fliehen, Ein gut gewissen allem vorzuziehen; Mit heil'gem ernst gelob' ich dir auf's neue Beständig treue. el. D gott, du frommer gott 2c. 286. Laß mich boch, o mein gott, Die buße nicht verschieben, Die mir dein wort gebeut; ie fönnt ich sonst mich lieben? Ist wahre besserung nicht meiner seele glück? warum säum' ich dann Noch einen augenblick? 2. Du, gott, gewinnest nichts, Wenn ich mich dir ergebe, Und, dei5. Die buße führt mich nicht In eine welt voll leiden: Sie führet mich rielmehr zu dauerhaften freuden; Macht meine seele rein, Füllt mich mit zuversicht, Giebt weisheit, wahre rub, Und muth zu meirer pflicht. 6. Wahr ist es, es ist schwer, Sein eignes herz bekämpfen; Begierden widerstehn, Und seine lüste dämpfen, Doch bleibts ja meine pflicht; Und diese schwierigkeit, Die heute mich erschreckt, Wird schwerer durch die zeit. 7. Je öfter ich das thu, Was böse lust befohlen, Se stärker wird der hang, Die that zu wiederholen. Scheu ich mich heute nicht, Dein feind, o herr, zu sein, Um wie viel weniger Werd' ich mich morgen scheun? 8. Du reichst ja fräfte dar, Uns selber zu bestegen. Der sieg, so schwer er ist, Bringt doch gar groß vergnügen. Geht er im anfang gleich Nur noch sehr langsam fort: So bist du gott, mir nah, Und stärkst mich durch dein wort. 9. Wie schnell fann nicht der tod Mich dieser welt entrücken! Und buße ist kein wert Von wenig augenblicken. Ein seufzer, gott! zu dir, Ein wunsch nach besserung, Und angst auf missethat, Ist noch nicht heiligung. 10. So gieb denn, weil ich noch Ferr! deine stimme höre, Daß ich mich ungesäumt Bon allem bösen kehre: So darf ich nicht dereinst Zu meiner größten pein Mein hier versäumtes glück, Wiewohl zu spät, bereun. AMDULIN THE dilling Zweite Abtheilung. 128 Mel. Schwing dich auf zu deinem zc. Willst, daß ich reblich handeln soll 287. Liebster vater, ich, dein zu meinem und des nächsten wohl. find, Falle vor dir nieder. Du weißt, was mein herz empfind't: erbarm' dich wieder! Groß ist meine sündenschuld, Die mich innigst reuet, Größer deine vaterhuld, Die mich noch erfreuet. 4. Und doch verletzt ich diese pflicht, Und schätzte deine gnade nicht; Ein elend scheingut zog ich thor Oft ihr und meinem heile vor. 2. 3war ich bins nicht werth, zu dir kindlich aufzusehen; Doch du bleibst ein bater mir, Du vernimmst mein flehen; Rennst mein herz, ermunterst mich, Es vor dir zu stillen: Denn du hörst mich väterlich Noch um christi willen. 3. Du bist meine zuversicht; Ohne dich ist's feiner; Mich voll reu, verwirfst du nicht, Du erbarmst dich meiner; Der du deinen sohn für mich In den tod gegeben! Sein erlöster bin auch ich, Theu'r erkauft zum leben. 4. Dies, dies soll in jedem schmerz Mein vertraun erwecken. Vor der sünde soll mein herz, Nicht vor dir, erschrecken. Trauen will ich, vater, dir, Stets die sünde hassen, Nie vergessen, daß du mir So viel schuld erlassen. oder: Wenn wir in höchsten 2c. 288. Nach bir verlanget mich, hülfe kommt von dir! Wer ist, wie du, so gnadenreich? Wer dir an macht und weisheit gleich? 2. Ach, mein erbarmer, rechne du Mir meine missethat nicht zu! Sie reuet, gott, fie reuet mich, Und meine seele hofft auf dich. 5. Mein herz, das seine schuld erkennt, Das siehest du, und wie's entbrennt, zu thun, was dein gesetz befiehlt, Das nur mein bestes mir empfiehlt. 6. Ich traue der barmherzigkeit, Die sich noch jeden Tag erneut; Der vaterhuld, die immerdar Verirrter seelen zuflucht war. 7. Dein wort giebt mir versicherung Vollkommener begnadigung; Ich bin gewiß durch jesum christ, Daß fie auch mir verliehen ist. 8. Doch nie entfall es meinem sinn, Daß ich, als christ, berufen bin, Auch meines mittlers tugenden Hier thätig zn verkündigen. 9. Wie ich die gaben angewandt, Die ich empfing aus deiner hand: Dies wird die große frage sein, Bricht dein entscheidungstag herein. 5. Preis sei dem allgiltigen, Der mein seufzen fennet! Der dem gnadesuchenden Freien zutritt gönnet. Sing es, seele, vor dem herrn, Fleuß von freuden über! Gott, dein gott, verstößt nicht gern, Er begnadigt lieber. 6. Ewig bist du so gesinnt, Schöpfer meiner seele! Auch wenn ich, bein strauchelnd find, Noch aus schwachheit fehle; der du Mel. Wenn mein stündlein 2c. Daß mein herz bich ehret, Meiner 289. zigkeit, Ich falle dir vater der S schwachheit, und verzeihst Dem, der wiederkehret. zu fuße, Und thu' noch in der gnadenzeit Von ganzem Herzen buße. Was ich nicht recht gethan vor dir, Erbarmer, das verzeihe mir, Nach 3. Wie gut, wie leicht ist dein gebot, Du willst, ich soll dich lieben; gott; 10. Ein herz, das sich des guten freut, Voll menschenlieb' und gott ge= weiht, Dies soll ich dort nicht erst empfahn; Mein richter fordert's schon alsbann. 11. Schaff' dieses herz in mir; denn, ach! Du weißt es, vater, ich bin schwach. Mein trost sei mein vertraun auf dich, Und redlichkeit behüte mich. 2. Du geber wahrer seelenruh, Nimm von mir, was mich quälet; Durch deine gnade wirke du, Woran es mir noch fehlet. Gieb mir den geist der heiligung, Daß ich in meiner besserung Es täglich weiter bringe. 3. Und du, o jesu, der du dich Für uns dahin gegeben, Du hast aus freier huld auch mich Erlöst zum 1. Bcn der Fuße und Fekehrung. 129 ew'gen leben. Mein feligmacher und die pflicht zur freute machen; Unabmein gott, Erbarm dich meiner seelen- lässig sich bemühn, Selbst beim spott noth, Und gieb mir deinen frieden. und hohn der welt, Das zu thun, was dir gefällt: Dieses wollen und vollbringen Heißet, nach dem himmel ringen. 4. Für fünder floß dein theures blut gur rettung vom verderben: So komm es denn auch mir zu gut Im leben und im sterben. Es halte von verschuldungen Der reichthum der erbarmungen Des höchsten mich zurücke. 5. Geist gottes, du, der seelen licht, Regierer der gedanken, Erinnre mich ans weltgericht, Wenn ja mein herz will wanken; damit ich jedes laster flich Und, ehrsucht, geiz und wolluft nie Mein herz beflecken möge. 6. Drum entreißet euch den listen, Wenn ihr noch gefesselt seyd, Und beweiset euch, als christen, Muthig, standhaft in dem streit. Schont der liebsten sünde nicht, Wär' es auch die schwerste pflicht, und denkt oft an christi worte: Dringet durch die enge pforte. 6. Und schlägt die letzte stunde mir, So hilf mir überwinden! Laß meine feele troft bei dir, Du gott des troftes, finden! Belehre mich, daß schmerz und noth, Der frankheit last und selbst der tod, Mich doch zum leben führe. 7. Zittern will ich vor der sünde, Und dabei auf jesum sehn, Daß ich feinen beistand finde, In der tugend zu bestehn. Ja, mein heiland, ach! geh' nicht mit mir armen in's gericht. Gieb mir beines geistes waffen, Meine feligkeit zu schaffen. 8. Gieb zum wollen das vollbringen, Muth und kräfte zu dem streit; Lehre mich, mich selbst bezwingen, Und verleih beständigkeit! Zeige mir von deinem thron Den verheißnen gnadenlohn, Daß ich wache, bete, ringe, Und also zum himmel bringe. Mel. Jesu, deine tiefen wunden 2c. 290. Shaffet, fchaffet, menschenkinder, Schaffet eure seligkeit! Bauet nicht, wie sichre fünder, Auf die ungewisse zeit; Unverweilt belehret ench Ringet nach dem himmelreich, Und bemüht euch, hier auf erben Heilig, selig dort zu werden. Mel Mache dich, mein geift ze. 2. Doch, soll dieses recht geschehen, 291. ihrer menich, noch ist es zeit, Aufzustehn So müßt ihr mit festem muth Aller sünde widerstehen, Nur was gott, das höchste gut, Bon euch fordert, muß allein Cures lebens richtschnur seyn, Wenns gleich eurem schwachen herzen Freude dünket oder schmerzen. 3. Selig, wer durch glauben kämpfet Gelig, wer im fampf besteht, Wer der fünde fülfte dämpfet, Standhaft ihren reiz verschmäht! O so jagt dem guten nach, Seht dabei auf christi schmach; So könnt ihr den himmel erben, Fröhlich leben, ruhig sterben. 4. Werd't ihr aber nicht recht ringen, Sondern träg und lässig seyn, Eure neigung zu bezwingen; Wie kann euch der sieg erfreun? Denn es folget nie ein sieg Ohne solchen ernsten krieg; Nur die sieger schmückt, zum lohne, Unverwelft die himmelskrone. 5. Fleißig beten, all'zeit wachen; Die versuchung weislich fliehn. Sich Evangel. Iuth.. vom schlafe! Nahe ist die ewigkeit, Jahe lohn und strafe. Hör', gott spricht: Säume nicht, Seinen ruf zu hören, Und dich zu befehren. 2. Noch weckt der posaunen schall Nicht die todten alle; Noch bebt nicht der erbenball Nabe seinem falle; Aber bald, Bald erschallt Gottes ruf; zur erden Sollst du wieder werden. 3. Kömmt nun, ehe du's gedacht, Unter sündenfreuden, Deines lebens letzte nacht, Was wirst du dann leiden, Wenn dein herz, Bon dem schmerz Deiner schuld zerrissen; wird verzagen mitffen? 4. Wenn vor deinem antlitz fich Jede fünd' enthüllet, Wenn dann eine jede dich Ganz mit graun erfüllet; Dich nichts dann Stärken fann, Keine deiner freuden: Was wirst du dann leiden? 9 RATES Home Zweite Abtheilung. 130 5. Nah' dem untergang, wirst du, Mel. Wer nur den lieben gott zc. An des grabes stufen, Bang um troft 293. Wie theuer, gott, ist und rufen: Rette, gott, Mich vom tod! Rette noch im sterben Mich von dem verderben! deine Die alle missethat vergiebt, Sobald ein renendes gemüthe Die finden, die es sonst geliebt, Erkennt, verdammt und ernstlich haßt, Und zuversicht zum mittler faßt. 2. Doch laßt mich ja nicht sicher werden, Weil du so reich an gnade bist! Wie kurz ist meine zeit auf erden, Die mir zum heil gegeben ist! Gieb, daß sie mir recht wichtig sey; Daß ich sie meiner beff'rung weih. 6. Noch, noch wandelst du allhier Auf des lebens pfade; Noch ist zur errettung dir Nah des ew'gen gnade. Eil' ihr zu, Daß du rub Für dein herz empfindest, Und vergebung findest. Mel. Boter unser im himmelreich ic. 292. So wahr ich lebe, spricht mein gott, Mir ist nicht lieb des sünders tod; Mein wunsch und wille ist vielmehr, Daß er rechtschaffen sich bekehr'; Sich beßre in der gnadenzeit, Und mit mir leb' in ewigkeit. 2. O fünder, drum verzage nicht, Bedenk' es, was gott selbst verspricht Der dir vergebung, trost und gnad' Auch hierdurch zugesaget hat. Und er besiegelts mit dem eid, Sey nur zur besserung bereit. 3. Hüt' dich dabei vor sicherheit, Denk' nicht: zur buß' ist's immer zeit, Ich will erst thun, was mir gefällt, Und werd' ich müde dieser welt, Alsdann will ich bekehren mich; Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ist es, gott ist stets bereit Zum wohlthun, zur barmherzigkeit; Doch sündigst du auf gnade hin, Beharrst in deinem bösen sinn, Und willst nicht sorgen für dein beil, So nimmst du nie am himmel theil. 5. Um christi willen hat zwar gott Verheißen leben für den tod; Allein entdeckt er dir auch wohl, Wer von uns morgen leben soll? Daß du mußt sterben, ist dir kund; Verborgen ist die todesstund'. 6. Heut lebst du, heut bekehre dich; Noch heute kann es ändern sich. Wer heut ist stark, gesund und roth, 3st morgen frank, vielleicht auch todt. Stirbst du nun ohne bess'rung bin, Wie willst du denn der höll' entfliehn? 7. Hilf, o herr jesu, hilf du mir Daß ich jetzt komme gleich zu dir, Und mich befehre unverweilt, Eh' mich mein ende übereilt; Damit ich beut' und jederzeit Zu meinem bingang sey bereit. 3. 3war deine gnade zu verdienen, Sind reu und bess'rung viel zu klein. Doch darf sich auch kein mensch erfühnen, 3u glauben, dir versöhnt zu seyn, Wenn er noch liebt, was dir mißfällt, Und nicht dein wort von herzen hält. 4. Wie fannst du dem die schuld erlassen, der frevelnd schuld auf schuiden häuft. Der kann kein herz zu jesu fassen, Der zwar auf sein verdienst sich steift, Doch in der sünde noch beharrt, Dafür er aufgeopfert ward. 5. Drum fall' ich dir, mein gott, zu füßen, Vergieb mir gnädig meine schuld, Und heile mein verwundt gewissen Mit trost aus deiner vaterhuld, Ich will mit ernst die sünden schenn Und willig dir gehorsam seyn. 6. Daß mit gerechtigkeit auch stärke Durch christum mir geschenket sey, Will ich durch übung guter werke Beweisen; mache selbst mich treu, Herr, in der liebe gegen dich! Sie dringe stets und leite mich. 7. Laß mich zu deiner ehre leben, Der du die missethat vergiebst! Das hassen, was du mir vergeben, Das lieben, was du selber liebst. Laß vater, mein gewissen rein, Und heilig meinen wandel seyn. Bekannte Melodie. 294. Wo soll ich fliehen hin, Wenn ich beschweret bin Von dem gefühl der sünden? Wo soll ich rettung finden? Wer wird sich mein erbarmen? Wer schaffet trost mir armen? 1. Von der Buße und Bekehrung. 131 2. O, mein herr jesu, du Rufft gute gabe, Die ich noch nöthig babe, auch mir gnädig zu. Mit hoffendem Du wirst mich unterstützen, Und in gemüthe Flieb ich zu deiner güte; Du versuchung schützen. hilfft beladnen seelen, Die dich zum belfer wählen. 6. Wie unerschrocken rubt Das herz in deiner hut; Du hast ja selbst verbeißen, Nichts solle mich entreißen Dir, dem ich angehöre, Folg ich nur deiner lebre. 3. Sch traue froh auf dich, Dein blut floß auch für mich; Du rettest mich von sünden, Läss'st mich den frieden finden, Den der bat, der dich liebet, Und den die welt nicht giebet. 7. Darum verlaß ich mich, O jeſu, ganz auf dich; Setzt kann ich nicht verderben, Dein reich muß ich er erben: Denn du hast mirs erworben, Da du für mich gestorben. 4. Wie groß die sünde sey, Du machst von ihr mich frei, Wenn ich dein wort recht fasse, Mich fest darauf verlasse. Du sprichst: dir ist vergeben! So fühl ich neues leben. 8. Herr, daß ich ewig bin, Gieb mir den festen sinn, Das alles stets zu meiden, Was mich von dir kann 5. 3war viel noch mangelt mir; scheiden: So leb' ich dir, und erbe Doch, gültigster, von dir Kommt jede Den himmel, wann ich sterbe. b. An öffentlichen Bußtagen. schütz' uns, nicht ihr raub zu seyn; Laß sicherheit das land erfreun. Herr, unser gott! Das land ist dein, Olaß gedeihn und sicherheit das land erfreun! 4. Sohn gottes, der zur erde fam, Und unsre schwachheit auf sich nahm, Um gott uns zu versöhnen; Der durch den tod ins leben drang, Sich dann zur rechten gottes schwang, Wo ehr' und preis dich krönen: Vertritt, o mittler, uns bei gott! Durch deine leiden, deinen tod, Stärk' uns in unsrer prüfung lauf, Und wenn wir strauchein, bilf uns auf! Herr, unser gott! Dein trost, dein licht Verlaß uns nicht Sm tod, im grab, im weltgericht. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich zc. 295. u gott, der unsre zu flucht ist, Gott, unser mittler, jesu christ, Gott, heil'ger geist der gnaden! Unendlicher! verwirf uns nicht; Wir kommen vor dein angesicht Mit missethat beladen. Nimm von uns unsre sündenschuld. Du gott der langmuth und geduld! Und merk' auf unser heißes flehn, Daß wir dein heil, erbarmer, sehn. Herr, unser gott! Verbirg uns nicht Dein angesicht, Und geh' mit uns nicht ins gericht. 2. Wir haben unsern stand entweiht, Den stand der christen, unsern eid, Und deinen weg verlassen: Doch, sieh, wir kehren voller ren Zurück zu dir: o laß aufs neu Uns deine rechte faffen! Laß sie uns leiten auf den pfad, Den dein befehl geheiligt hat; Daß irrthum und versuchung nie uns auf die bahn des lasters zieh. Herr, unser gott! Vor ungeduld, Vor aller schuld Bebit' uns deine vaterhuld. 5. Schütz' uns vor irrthum und gefahr; Erhalte deiner frommen schaar Der eintracht glück und segen! Uns leite, gott, dein guter geist, Und was dein wort verspricht und heißt, Sey licht auf unsern wegen! Laß auch in lehr' und wandel rein Die diener deines wortes seyn, Und bringe zu der wahrheit glück, Zu dir, die irrenden zurück. Herr, unser gott! Breit' aus dein wort An jedem ort, Gieb geiſt und kraft zu deinem wort. 3. Dein antlitz leucht' auf unser land; Ningsum bedeckt von deiner hand, Laß er der rub genießen! Wend' ab von uns, mit deiner hut, Der flamme grimm, den zorn der sluth, Des frieges blutvergießen. Sey ret- 6. Auch die regenten lenke du, Daß tend mit uns, wenn die noth Des sie durch weisheit und durch rub Der mangels und der feuchen droht, Und länder wohlstand heben; Dem fürsten, 9* Atting 132 Zweite Abtheilung. der uns schützt und liebt, Gieb, der Vereitle der verfolger rath, Und lehre fie den rechten pfad. Herr, unser gott! Durch alles leid Der pilgerzeit Führ' uns zu deiner herrlichkeit. in ihm so viel uns giebt, Das beste spät'ste leben! Noch lange sey seis vaterblick Uns, seinen findern, schutz und glück; O! schütt' auf ihn, und auf sein haus, und seine räthe seg nung aus! Herr, unfer gott! deiner hand Ist unser land; Beglück es, segne jeden stand. In 8. Du thuft weit mehr als wir verstehn, Kannst mehr gewähren, als wir flehn; Laß uns erhörung finden! D! neig' auf unser flehn dein ohr, Heb unser herz zu dir empor, Und 7. Vernimm der leidenden gebet; mach' uns rein von fünden. Laß uns Wer in gefahr und noth dir fleht, nun ganz bein eigen seyn, Im leben Dem hilf aus seinen nöthen! Gieb und im tode dein; Wir sind durch franken linderung und ruh; Die ster- christi blut erlöst; O du, der finder benden erlöse du, Erhör' ihr christ- nicht verstößt, Herr, unser gott; Erlich beten! Sey aller unterdrückten barme dich, Erbarme dich! Vergieb heil, Der witwen und der waisen theil: uns, leit' uns väterlich! e. Nach geschehener Bekehrung. Mel. O gott, du frommer gott 2c. 15. Du hast mich aufgericht't, Und 296. Was kann ich doch für mir den weg gewiesen, Den ich nun wandeln soll; Dafür sey, herr, ge= priesen! Sey hochgelobt, daß ich Die alten sünden haff'; Und das, was dir mißfällt, Nun willig unterlaß. tank, herr, dir dafür sagen, Daß du mich mit geduld So lange zeit getragen: Da ich in großer sünd' Und übertretung lag, Und dich, o beil'ger gott, Erzürnte manchen tag. 2. Sehr große lieb' und huld Er wiefest du mir armen; Sch fuhr in bosheit fort, Du aber in erbarmen: Ich schob die buße auf Und widerstrebte dir! Du schobst die strafe auf, Und trugst geduld mit mir. 6. Damit ich aber nicht Aufs neue wieder falle: So gib mir deinen geist, So lang' ich hier noch walle, Der mich, den schwachen, stärk', Und in mir mächtig sey, Auch mein gemüthe stets zu deinem dienst erneu. 3. Daß ich nun bin bekehret, Verdank' ich deiner gnade; Du, du riefst mich zurück von des verderbens pfade. Durch deine güt' und treu, Die an die wolken reicht, Hast du mein har tes herz Gerühret und erweicht. 4. Selbst kennte ich dich wohl Be= leidigen mit fünden; Doch konnt' ich ohne Dich den weg zum heil nicht finden. Selbst fallen konnte ich Und ins verderben gehn: Nur selbsten konnt' ich nicht von meinem fall aufstehn. 7. Ach leit' und führe mich, So lang' ich leb' auf erden; Laß mich nicht, ohne dich, Durch mich geführet werden. Führ ich mich ohne dich, So werd ich leicht verführt; Wenn du mich leitest selbst, Thu' ich, was mir gebührt. ben, und was uns nüßlich ist, Getrost zu suchen haben: O sieh erbarmend 8. gott, du großer gott! O vater, hör' mein flehen! Laß, jeſu, gottes sohn, Mich deine wege geben; Regier', o heil'ger geist, Durch dein wort mich allzeit, Daß ich dir diene hier, Und dort in ewigkeit. 2) Vom Glauben und seinen nächsten Folgen. In voriger Melodie. err, allerhöchster mich In meiner schwachheit an, Weil gott! ich nicht, wie ich will, Dir recht ver297. H Bei dem wir alle ga trauen kann. 2. Ich glaube zwar an dich, Doch nur mit schwachem glauben; Oft will 2. Vom Glauben und seinen nächsten Folgen. die zweifelsucht mir alle Hoffnung rauben. Wer macht das herz gewiß, Als du, o herr, allein? Laß deine bülfe doch Von mir nicht ferne seyn. 3. O reiche du mir selbst Aus gnaden deine bände! Mach', daß dein guter geist Sein werk in mir vollende. Ist schon, dem senfkorn gleich Mein glaube noch sehr klein, So laß ihn doch bei mir Sn stetem wachsthum seyn. 4. Gieb, daß ich stets in mir Die zuversicht vermehre, Daß du mein vater feyst, Und ich dir angehöre; Daß alle meine schuld Von dir vergeben sey: Damit mein herz sich dein, Als seines gottes freu'. 5. Mach diese zuversicht In mir, o gott, so fräftig, Daß ich mein lebenlang In deinem dienst geschäftig, Und stets beslissen sey, zu thun, was dir gefällt: So hab' ich schon in dir Den himmel auf der welt. 133 daß ich dir im glück Und unglück stets getreu, Und dem, was du gebeutst, Von herzen folgsam sey. Mu 4. Auch hilf mir, daß ich den, Den du gesandt, erkenne. Shn meinen berrit und gott, In geist und wahrheit nenne; Und treu und redlich thu, Was mich sein wort gelehrt, Daß ihn herz, mund und that Als meinen heiland ehrt. Ach, unterstütz' auch jetzt mein sehnliches gebet, Und schenke glaubenskraft Dem, der dich darum fleht. 7. In deiner mittlershand Ist heil und aller segen. Herr, unterstütze mich Auf allen meinen wegen! So geb' ich freudig fort, Sn dieser pilgerzeit, zu meines glaubens ziei, Der seelen seligkeit. 5. Sein göttliches verdienst Seb mir beständig thener; Es fülle mich mit trost; Es mache mich stets freier Vom schnöden sündendienst; Es stärke mich mit kraft, zu deines namens ruhin, In meiner pilgrimschaft. 6. Wie selig leb' ich dann Im glauben schon auf erden! Noch herrlicher wird einst Mein theil im himmel werden. Da werd' ich, was ich hier Geglaubt, im lichte schau'n Und du erfüllst dann ganz Mein kindliches vertrau'n. 6. Mein heiland: der du einst Für batest, Und, wenn sie wanteten, Beim vater ſie vertrateft: 299. hem muth Auf deine Mel Kemmt her zu mir, spricht zc. ch gott, mit gnad' und christi blut; Sch hoff' ein ewig leben! Du bist ein vater, der verzeiht, Hast mir das recht zur seligfeit Durch deinen sohn gegeben. 2. Herr, welch ein unaussprechlich heil, An dir, an deiner gnade theil, Theil an dem himmel haben! Im berzen durch den glauben rein, Dich lieben und versichert seyn Von deines geistes gaben! Dein wort, das In n voriger Melodic. 298. Herr, obe glad yor bir feit, Wirkt göttliche zufriedenheit, ohne glauben kann bestehen; Drum wend' ich mich zu Wenn wir es treu bewahren; Es dir Mit demuthsvollem flehen; spricht uns trost im elend zu, Verzünde selbst in mir Den wahren glau- süßet uns des lebens rub, Und stärkt ben an, In welchem ich allein Dir uns in gefahren. woblgefallen fann. dat na it 4. Erhalte mir, o herr, mein bort, 2. Laß mich, gott, daß du seyst, Den glauben an dein göttlich wort, Mit überzeugung glauben. Nichts Um deiner güite willen! Laß ihn mein müsse mir das wort Aus meinem her- licht auf erden seyu, Shn täglich mehr zen rauben: Daß du dem, der dich mein herz erneu'n, Und mich mit sucht, Stets ein vergelter seyst, Und troft erfüllen. bier und ewig ibu Dit deinem heil 3. Wahrhaftig ist dein wort. Gieb, 300. tor bir! Erbarmend Me'. Herzlich lieb hab' ich dich 20. ch komme, friedensfürst, daß ich darauf traue, Und meine boff zu nung fest. Auf deine treue baue; Gieb, russt du ja auch mir, Den frieden zu 134 Zweite Abtheilung. empfaugen. Die fündenlast ist mir zu einer beffern welt, Leb' ich hier nur schwer: O laß mein herz von troft im glauben; Dort schau' ich, was nicht leer, Laß es zur ruh gelangen! ich hier geglaubt; Wer ist, der mir Die jedem tief gebeugten geist Dein mein erbtheil raubt? Es ruht in theuer werthes wort verheißt. Wer jesu händen. tröstet mich, als du allein? Wer macht mein herz von sünden rein? Herr jesu christ, Mein troft, mein licht! Mein troft, mein licht! Verwirf mein sehnlich fleben nicht. 2. Mein leben ist ein kurzer streit, Und herrlich ist die trone. Das glück der ganzen ewigkeit Wird mir zum frohen lohne. Du hast für mich den tod geschmeckt; Mir, wenn nur deine huld mich deckt, Kann selbst der tod nicht schaden. 2. Anbetend steb' ich, herr, vor dir; Dein antlitz neige du zu mir. Und sey mir fünder gnädig! Wenn mein vergehn um rache schreit, So mache aus barmherzigkeit Mich aller strafe ledig. Der du am freuz gelitten hast, Du trugst auch meiner fünden last, Als du zum heil der sünder starbst, Und ihnen gottes huld erwarbst. Herr jesu chrift, Mein gott und herr! Mein gott und herr! Gieb mir den trost, begnadigter. 3. Du, du bist meine zuversicht! Durch dich entflieh' ich dem gericht, Dem schweren lohn der sünden; Durch dich fann ich der straf' entgehn, Und mich mit gott vereinigt sehn, Durch dich das leben finden. Dein tod ist der verlornen heil, Gieb mir an seinem segen theil! Er schaff auch mir berubigung, Und wahre lebensbesserung, Herr jesu christ! Ich hoff' auf dich! Ich hoff' auf dich! In dieser hoffnung stärke mich. 4. Mein ganzes leben preise dich! Erlöst, mein mittler, hast du mich, Dein eigenthum zu werden. Bin ich nur dein, so fehlt mir nichts! Nichts einst am tage des gerichts, Nichts hier auf dieser erden. Auf dieser bahn zum vaterland Entzeuch mir niemals beine hand; Zu allem guten stärke mich, Und laß mich siegen einst durch dich. Herr jesu christ! Mein herr und gott! Mein herr und gott! Hilf mir zum leben durch den ted. Mel. Sey lob und ehr' dem ic. oder: Lobsinget gott, dem ic. 3. O herr, du bist mein ganzer ruhm, Mein bester trost auf erden; In jener welt mein eigenthum; Was kann mir größers werden? Von fern glänzt mir mein fleinod zu; Du schaffst mir nach dem streite rub, Und reichst mir meine frone. 4. Herr, lenke meines geistes blick Von diesem weltgetümmel Auf dich, auf meiner seele glück, Auf ewigkett und himmel. Die welt mit ihrer herrlichkeit Vergeht und währt nur turze zeit, Sm himmel sey mein wandel. 5. Jetzt, da mich dieser leib beschwert, Sst mir noch nicht erschienen, Was jene beßre welt gewährt, Wo wir gott ewig dienen. Dann, wenn mein auge nicht mehr weint, Und nun vollkommnes glück erscheint, Dann werd' ich's froh empfinden. 6. Im dunkeln seh ich hier mein heil; Dort seh ich's flar und heiter. Hier ist die schwachheit noch mein theil; Dort hebt mein geist sich weiter. Hier ist mein werth mir noch verhüllt; Dort wird er sichtbar, wenn dein bild Mich einst vollkommen schmüdet. 7. Zu diesem glück bin ich erkauft, herr, durch deine feiden; Auf deinen tob bin ich getauft, Wer will mich von dir scheiden? Du zeichnest mich in deine band; Sch bin dir, herr, du mir bekannt, Mein find des himmels freuden. 8. Wie groß ist meine herrlichkeit! Empfinde fie, o seele! Bon lust der erde unentweiht. Erhebe gott, o seele! Der erde glänzend glück vergeht, Nur des gerechten wohl besteht Durch alle Rch weiß, an wen mein glaub sich hält, Kein feind soll mir ihn rauben; Als bürger ewigkeiten. 301. 2. Vom Glauben und seinen nächsten Folgen. Mel. Kommt her zu mir, spricht zc. Mel. Bifiehl du deine wege zc. 302. dh weiß und bin geri 303. it gott für mich, ſo trete gewiß, daß ich Erlöst bin st so Gleich alles wider mich: Denn wenn ich gläubig bete, Zeigt er mit hülfe sich: Hab' ich ihn nur zum freunde, Und liebet mich mein gott, Was schad't mir dann der feinde Verfolgung, schmach und spott? 2. Ich weiß und glaub' es feste, Und rithm' es ohne scheu, Daß gott, der höchst' und beste, Mein freund und vater sey. Er wird in allen fällen Zu meiner rechten stehn: Er dämpfet sturm und wellen, Läßt mich nicht untergehn. 3. Der grund, morauf ich baue, Sst christus und sein blut: In ihm, dem ich vertraue, Find' ich das ew'ge gut. An meinem armen leben Ift nichts auf dieser erd', Was christus mir gegeben, Das ist der liebe werth. gottes sohn, durch dich Vom schnöden dienst der sünde. Gelobt sey gott! ich bin's gewiß, Hilf, mein erretter, daß ich dies Bis an mein end' empfinde. 2. In dieser so verderbten zeit Des leichtsinns und der sicherheit Wach' über meinen glauben! Du freund der menscheu, wache du, Daß keine zweifel meine ruh Und meinen troft mir rauben. 3. Den spott der frevler über dich Und deinen tod am freuz laß mich, Wie er's verdient, verachten. Mit desto stärkerer begier Laß meine seele, herr, nach dir und deinem reiche trachten. 4. Wenn mir die welt gelegenheit Zur silinde giebt, zur eitelkeit, Und zu verbotner freude: So dämpfe du in meiner rust Die reizung aller bösen lust, Daß ich sie standhaft meide. 5. Ich möchte sonst, durch sie verführt, Die fünde, die den tod gebiert, Mich übereilen lassen; Mich dann aus sündenlust vergehn, Und deiner wahrheit widerstehn, Shr helles licht gar haffen. 6. Wenn meine freudigkeit zu dir, Mein glaub' und meine hoffnung mir Hierdurch entrissen würde: So würde nichts mich recht erfreun, Die welt mir trüb und traurig seyn, Mein leben eine bürde. 7. Dann würd' ich nach dem himmel nicht Mit freud', o herr, im angesicht, mit seelenruhe sehen: Dann hätt' ich keinen heitern sinn; Dann wär' die frohe hoffnung hin, Zu ihm einst einzugehen. 8. Gewissensschreden würden mich, Der ich vom pfad des guten wich, Schon hier zur qual ergreifen, und peinigende furcht vor dir, Der welten richter, sich in mir Mit jedem tage häufen. 135 9. Der du für mich am freuze starbst, Und hoffnung mir und troft erwarbst, Laß mich so tief nicht fallen! Erhalt' mir meines glaubens ruh', Und meinen wandel lente du Nach deinem wohlgefallen. 4. Er ist mein ruhm und ehre, Er ist mein trost und licht. Wenn er nicht für mich wäre, So täm' ich in's gericht. Wie würd' ich da bestehen Vor seinem richtersitz? Ich müßte gleich vergehen, Wie wachs in feuers hit. 5. Doch jesu hat sein leben, Zur tilgung meiner schuld, Am kreuz dahin gegeben; Wie groß ist diese huld! Ich darf mich seiner frenen, Hab einen heldenmuth; Darf kein gericht mehr scheuen, Wie sonst ein sünder thut. 6. Nichts, nichts kann mich verdammen, Denn jesus starb für mich; Die höll' und ihre flammen Sind mir nicht fürchterlich: Kein urtheil kann mich schrecken; Nichts, was uns sonst betrübt: Denn christus will nich decken, Mein heiland, der mich liebt. 7. Sein geist wohnt mir im herzen, Regiert mir meinen. sinn, Stilt forgen, furcht und schmerzen, Nimmt jeden fummer hin: Gieb auch in trüben tagen Mir freudigkeit, und schafft, Daß ich kann vater sagen, Durch seines wortes fraft. 8. Der spricht auch meinem geiſte Manch andres trostwort zu: Wie gott dem hülfe leiste, Der bei ihm suchet ruh, Und wie er hab' erbauet Mir eine neue stadt, Wo aug' und herz einst schauet, Was es geglaubet hat. 136 9. Da ist mein theil und erbe Mir herrlich zugericht; Wenn ich gleich fall' und sterbe, Fällt doch mein himmel nicht. Mein jesus hilft mir ringen, Und muß ich manche zeit Mit weinen auch hinbringen, Versüßt er mir mein leid. 10. Kein schmerz und feine freuden, Nicht herrlichkeit, noch noth, Rein glitet und keine leiden, nicht angst, 305. gefahr, noch wir moplote zweite Abtheilung. denken können, So groß es immer sey, Soll mich von jesu trennen; Jch bleib' ihm ewig treu. 11. Mein herz ist voller freuden, Wie sollt' ich traurig seyn? Sch achte nicht der leiden, Seb heitern sonnenschein; Der für mich lebt und wachet, Sst mein herr jesus christ; Das, was mich jauchzen machet, Sst, was im bimmel ist. Rel. D golt, du frommer gott: c. 304. Mag doch der ſpötter heer Sich deines namens schämen; Sch freue mich, dein heil, Herr jesu, anzunehmen. Dein kreuz ist thorheit nur Dem, der es nicht versteht, und keiner spottet ſein, Der gottes wege geht. 2. Du kamst, des höchsten sohn, Im leben und im sterben Uns weisheit, kraft und trost, Und gnade zu erwerben. Du warst der welt ein licht; Und folg' ich seinem schein, Wie weise bin ich dann! Wie selig werd' ich seyn! 3. Ich kann hier freilich nicht Das große wunder fassen: Gesandt vom ewigen, Der himmel thron verlassen, Die thaten gottes thun, Als eingeborner sohn, Und dann am freuz empfahn Der misfethäter lohn! 4. Doch kann mein Herz gar wohl Der wahrheit kraft empfinden, Die meinen geift belebt, mich reiniget von sünden; Auch hab' ich, herr, durch dich Gerechtigkeit und heil, Und an der seligkeit Der gottversöhnten theil. 5. Dies müffe meine lust An dir, o herr, erwecken. Zu schwach, den ganzen rath der gottheit zu entdecken, Nebm' ich dein großes heil Mit dank und freuden an, Und folge dir getreu Auf ebner tugendbahn. 6. Herr, deine ewigkeit Wird mir mehr licht gewähren, Und beine große lieb' Durch schauen mir erklären. Unendlich ist mein heil. D glaube, der erfreut! Gelobet sey der herr, Gelobt in ewigkeit. Mel. Es ist gewißlich an der zeit zc. gottes ſobu, berr jefu Dein ist es, mir zu geben, Was mir zum glauben nütze ist, Was ihm giebt kraft und leben; Drum bilf du mir von oben her, Daß ich, gestärkt je mehr und mehr, Recht und beharrlich glaube. 2. Durch dein wort unterweise mich, Den vater recht zu kennen, Mit freudenvoller ehrfurcht dich Des höchsten sohn zu nennen! Daß ich auch deinem guten geist, Der uns den weg zum himinel weist, Von ganzem herzen folge. 3. Laß mich dein großes anadenheil Im rechten licht erblicken, und mich Sm dazut an meinem theil Mit allem eifer schicken. Durch dich nur find' ich trost und rub, Und ew'ges heil; der weg bist du, Die wahrheit und das leben. 4. Gieb, daß ich traue deinem wort, Es tief zu herzen fasse; Daß sich mein glaube immerfort Auf dein verdienst verlasse: Daß zur gerechtigkeit mir werd', Der ich mit fünden bin beschwert, Dein heil auch zugerechnet. 5. Doch soll auch stets mein glaube sich Des bluts, das du vergossen. Nicht anders trösten, als daß ich, Zu deinem dienst entschlossen, Durch seine fraft die arge welt, Und was sie dir entgegenstellt, Besieg' und überwinde. 6. Zwar ist mein glaube schwach und klein; Oft kann ich ihn kaum merken: Doch willst du mir, herr, fraft verleih'n, Und kannst mich mächtig stärken. Das schwache rohr zerbrichst du nicht; Berlöschest kein noch glimmend licht; Drum stärke mich, den schwachen. 7. Hilf, daß ich recht sorgfältig fey, Den glauben zu bewahren, Ein gut gewissen auch dabei; Daß ich bei den gefahren Der welt, sey wachsam alle zeit, Durch früchte der gerechtigkeit Des glaubens fraft beweise. 2. Vom Glauben und seinen nächsten Folgen. 137 2. Deinem rath ergeben, Freu' ich mich zu leben; Was du willst, ist gut. Nichts vermag ich schwacher; Du, mein seligmacher, Schenfft mir fraft und muth, Wenn die Welt Erbebt und fällt, Wenn gericht und hölle schrecken, Willst du mich bedecken. 8. O laß den glauben stets in mir So wachsen und sich stärken, Daß er sey fruchtbar für und für, Und reich an guten werken. Daß er sey thätig durch die lieb', Mit freuden und geduld sich üb' In dem, was gott gefällig. 9. Insonderheit gieb mir die kraft, Daß ich an meinem ende Den letzten schritt der pilgrimschaft Durch glauben froh vollende. D, mache mich, herr, stets bereit, Daß ich der seelen seligkeit, Des glaubens end', erlange. Mel. Mach's mit mir, gott 20 306. Wer gottes wort nicht hält, und spricht: Sch kenne gott, der heuchelt, Ju dem ist gottes liebe nicht, Wie sehr er sich auch schmeichelt. Wer aber sein wort glaubt und hält, Der liebt ihn jo, wie's ihm gefällt. 2. Der glaube, den sein wort erzeugt, Muß auch die liebe zeugen; Je höher dein erkenntniß steigt, Je Se mehr wird diese steigen. Der glaub erleuchtet nicht allein; Stärkt auch das herz und macht es rein. 3. Durch Jejum rein von miſſethat, Sind wir nun gottes finder; Wer solche hoffnung zu ihm hat, Der flieht den pfad der sünder, Folgt christi beispiel als ein christ, und reinigt sich, wie er rein ist. 4. Alsdann bin ich gott angenehm, Wenn ich gehorsam übe. Wer seinen willen thut, in dem Ist wahrlich gottes liebe: Ein immer thätig's christenthuni, Das ist des glaubens frucht und rubm. 5. Der bleibt in gott, und gott in ihm, Wer in der liebe bleibet. Die lieb ist's, die die seraphim Gott zu gehorchen treibet. Gott ist die lieb'! an seinem beil Hat ohne liebe niemand theil. Mel. Je u, meine freude: c. 307. Wie getroft und beiter, Herr, mein licht und leiter, Machst du meinen geist! Der du, die dich lieben, Selbsten im betrüben, och so gern erfreust. Niemals wird Bei dir, mein birt, Freund und tröster meiner seelen, Dir er quidung fehlen. 3. Ich kann ohne granen Tod und grab anschauen; Mein erlöser lebt! Sch weiß, wem ich glaube, Weiß, daß aus dem staube Mich sein arm erhebt. Todestag, Dein schrecken mag Eines frevlers herz erschüttern: Was brauch' ich zu zittern? 4. In mir ist noch sünde: Doch, ich überwinde Sie, gestärkt durch dich. Sint' ich schwacher nieder; Du erhebst mich wieder, Du begnadigst mich. Deine huld Tilgt meine schuld, Nie läßt du reuevollen seelen Dein erbarmen fehlen. 5. Daß ich gott erkenne, Froh ihn vater nenne, Und mich ewig sein; Daß ich hier am grabe Trost und hoffnung habe, Dank' ich dir allein. Daß dein geist Mich unterweist, Und ich deiner gnade. mich führt auf deinem pfade, Dank' 6. Du hast blut und leben Für mich hingegeben, Daß in meiner noth Sch nicht hilflos bliebe: Groß ist deine liebe, Stärker als der tod. Herr, und ich, Sch sollte mich Deiner buld nicht dankbar freuen? Dir mein ber nicht weihen? 7. Würdia dir zu leben, Dies sey mein bestreben, Meine lust und pflicht! Was die welt vergnüget, mein gott, das g'nüget Meiner seele nicht. Hab' ich dich, Wie gern will ich Das, wornach die fünder trachten, Reich in dir, verachten. 8. Macht ein gut der erde, Daß ich glücklich werde In der ewigkeit? Sind nicht auch die ehren, Die den finn bethören, Wahre eitelkeit? Du erfreust, Herr, meinen geist: Und du willst, die dich verehren, Ewig wieder ehren. 9. Deinen hohen frieden Schmeck ich schon hienieden: Und was boff' ich dort? Unbegrenzte zeiten, Voller selig keiten Hoff' ich auf dein wort. Sie sind WHERE Zweite Abtheilung. Bleib' ich dir; Dieser geist der freuden Stärke Wer kann mich im leiden, Weiche nicht von mir! Laß mich so Beherzt und froh Einst durch's thal des todes bringen, Dort dein lob zu singen. 138 mein, Durch dich allein dir getreu im glauben, sie mir rauben. 10. Voll von deiner güte Frohleckt mein gemüthe, Gott, mein heiland, 3) Vom thätigen Christenthum überhaupt. Re. Chrift, unser herr, zum 20. zu qute, Schmachvoll an dem freuze 308. Bewahre mich, herr, daß starbst; Ach, wie dienen deine christen Immer nach der sünde lüften; Leben ohne besserung, Fern von wahrer heiligung. der wahn Nie mein gemüth bethöre, Als wär' es schon genug gethan, Wenn dir nur äuß're ehre Der mensch, dein unterthan, erweist. Erinnre mein gewissen, Daß alle christen dir im geist Und wahrheit die nen müssen, Die dir gefallen wollen. 2. Herr, du litt'st, uns vom verderben, Von der sünd' uns zu befrei'n; Und wir wollen lieber sterben, Lieber ihre knechte seyn? Glauben immer noch, in sünden Unsers lebens glück zu finden, Und vergessen dein gebot, Deine schmach und deinen tod. 2. Die kommen nicht ins himmelreich, Die herr zu jesu sagen, Und nicht mit rechtem ernst zugleich Der heiligung nachjagen, Nur die, deinen willen thun, Läss'st du als deine finder, gott, im ew'gen frieden ruhn, Wenn heuchlerische sünder Von dir verstoßen werden. die 3. Drum laß mich doch vom glauben nie Ein heilig leben trennen; Mich nicht für einen chriften bie Blos äußerlich bekennen. Gieb, daß mein glaube thätig sey, Und tugendfrüchte bringe, Daß ich, vom sündendienste frei, Mit eifer darnach) ringe, Im guten zuzunehmen. 4. Du kennst, o gott, der menschen herz, Und liebst, die redlich handeln; Olaß in freude, wie im schmerz, Mich christlich vor dir wandeln. Dein wille sey mein augenmerk; Hilf mir ihn treu vollbringen. Durch dich muß jedes gute werk, Sollt' es auch nicht gelingen, Zum segen mir gereichen. 5. Doch, wenn ich aus unwissenheit Und übereilung fehle; So thu' an mir barmherzigteit, und richte meine seele Durch gnade auf von diesem fall. Erhalt' mich bei dem einen, Daß ich dich fürchte überall, Bis ich einft mit den deinen Dir ohne fehltritt diene. 3. Ach, wann werden wir's erkennen, Warum bu gestorben bist? Wann uns nicht blos christen nennen, Sondern thun, was christlich ist? Wann, um deines todes willen, Jesu, dein gesetz erfüllen, Und den sünden widerstehn, Weil sie deine feiden schmäh'n? 4. Wer dich sieht, von gott vers laffen, In der tiefsten traurigkeit; Dich, erlöser, sieht erblassen Nach vollbrachtem schweren streit; Und läßt doch zum dienst der fünden Seine lüfte fich entzünden: Der hat nicht an deinem heil, Nicht an gottes gnade theil. 5. Meiden könnt' er sein verderben, Hülfe giebt ihm gott genug; Aber ach! er selbst will sterben: Denn sein glaub' ist wahn und trug. Er bekennet deinen namen, Ohne doch dir nachzuahmen; Rühmet seines glaubens sich, Und verleugnet, herr, doch dich. 6. Ach, wenn uns der trieb zur sünde Reizet wider unsre pflicht! Heiligster, so überwinde Uns der trieb zur fünde nicht! Zehr' uns muthig ihn bekämpfen, Und die macht der lüste dämpfen; Steb' uns in versuchung bei, Und erhalt' uns dir getreu. Mel. Alle menschen müssen sterben 2c. er du uns mit deinem 7. Jesu, lehr' auf dich uns schauen, Uns besieg' die fünde nie. Laß dein beispiel uns erbauen! Stärke selbst uns 309. zum Ad, die absicht deiner thum erwarbst, Und uns fündern, uns zen Präge tief in unsre herzen, Daß 3. Vom thätigen Christenthum überhaupt. 139 wir, von der fünde rein, Heiligster, gewissen; Nie wird es jemals dich dir ähnlich seyn. Met Ein Lämmlein geht, und:. 310. Erbarm bich, herr! mein schwaches herz, Geneigt zu eitelkeiten, Läßt bald durch freude, bald durch schmerz, Sich auf den irrweg leiten. Gleich einem rohr, vom wind bewegt, Wankt auch, von leidenschaft erregt, Oft meine schwache seele. Wann komm' ich zu der wahren ruh, Daß ich recht feste tritte thu, Und nur das gute wähle? 2. Laß doch mein herz nicht fernerhin In seiner neigung wanken. Stärk' meinen ungewissen sinn zu festeren gedanten. Wenn von der luft zur eitelkeit Mich deines geistes kraft befreit, Wie will ich dir lobsingen; Mich ganz zu deinem dienst zu weih'n, Soll stets mein ernster wille seyn, Sieb dazu das vollbringen. verachten. Dir folgen, ist mein wahres heil: laß mich's, als mein bestes theil, Auch immerfort betrachten. 5. Ich bin ein mensch; du kennest mich. Wie schwach sind meine fräfte! Doch meine seele hofft auf dich; Du wirst zu dem geschäfte Der heiligung mir kraft verleih'n, Mein herz je mehr und mehr erneu'n, Vor dir gerecht zu leben. Ich aber will hier in der zeit Und einst in der vollkommenheit, Herr, deine fraft erheben. gereu'n, Wenn du, unsträflich fromm zu seyn, Dich reblich haft befliffen. Mel. Kommt her zu mir, spricht 2. 311. Ermuntre, seele, bich und sey Dem gott, der dich erschuf, getreu, Und folge dem 2. Gehord nicht deinem fleisch und blut; Gehorche gott! gott meint es gut; Was er gebeut, ist segen. Er liebt uns menschen väterlich, Führt auf der bahn der tugend dich Dem höchsten heil entgegen. 3. Gott theilt dir seine stärke mit; Drum gehe stets mit festem schritt Fort auf der tugend pfad. Die lust verführt, die tugend nie; Und gott, dein gott, belohnet sie Mit segensreicher gnade. 4. Laß dir die schreckenvolle pein Der sünde hell vor augen seyn, Wenn sie dich lockt mit freuden. Gott fennt den quälenden verdruß, Der auf die sünde folgen muß, Und will sie dir verleiden. 3. Auch wenn ich auf der tugend pfad Bisweilen gleitend walle, So unterstilte deine gnad' Mich vor dem nahen falle. Wenn in mir böse luft aufsteigt, Und ich zum weichen bin geneigt, So lenke meinen willen; Erhebe meinen schwachen muth, Daß ich der leidenschaften wuth Durch dich, herr, möge stillen. 4. Mein gott, mein gott, gedenke nicht Der sünden meiner jugend. Wie hart schien mir oft meine pflicht: Wie rauh die bahn der tugend! Und doch Diel. Wer nur den licben gott: c. trugſt du mich mit geduld; Laß, vater, 312. Gott! dir gefällt fein gott 5. Gott siehet jene ew'ge nacht, Wo finder, die ihn hier verlacht, In tiefem jammer schmachten. Gott kennt der tugend hohen werth, Und den hat jesus dich gelehrt; Und den willst du verachten? 6. Nein, übe sie mit allem fleiß, zu deinem glück und gottes preis: Er stehet dein bestreben, und wird dir einst gewiß dafür, Nach treuem tugendlaufe hier, Der freuden fülle geben. ist, bleibet nicht vor dir; Drum laß von sinden mich genesen, Und schaff ein reines herz in mir; Ein herz, das sich vom sinn der welt Entfernt, und unbefleckt erhält. 2. Laß mich auf die begangnen fünden Mit inniger beschämung sehn! Durch christum vor dir gnade finden, Und auf den weg der tugend gehn. Ich will fortan das Unrecht scheu'n, Und deinem dienst mein leben weih'n. 3. O stärke mich in dem gedanken, Gieb meinem vorsatz festigkeit: Und will mein schwaches herz je wanken, So hilf der unentschloffenheit! Wie viel vermag ich, gott, mit dir! Nimm deinen geist nur nicht von mir. fume 140 Zweite Abtheilung. 4. Gieb, daß er mir stets hülfe zum muth, Und hilf dem schwachen leiste, Und muth und Fräfte mir ver- siegen! Mein auge laß allein Auf deine leih, Daß ich mit findlich treuem weisheit schaun, Mein herz dir folgsam geiste Dir bis zum tod ergeben sey: seyn, Und dann dir froh vertrau'n. So sieg' ich über fünd' und welt, Und thue, was dir wohlgefällt. 7. Sch bin ein pilger hier, Umringt von vielen sündern; Shr beispiel könnte leicht Der tugend eifer hindern, Wenn der verführung gift, Des leichtsinns frecher spott, Dem geist gefährlich wird, Dann steh' mir bei, mein gott. 8. Bewahre mein gemüth, Daß mich, bis an mein ende, Die falsche fröhlichkeit Der sünder nie verblende. Shr thöricht lachen wird Bald lange reu und pein; Laß diesen wechsel mir Doch ja vor augen seyn. Mel. O gott, du frommer gott 2c. 9. So werd' ich, herr, mein gott, Dir nicht umsonst vertrauen; Einst, wenn ich treu dir bin, Der freuden fülle schauen. Und, wenn du ewig lohnst Für jede gute that, Frohlocken, Und laß es dir ge- daß mein herz Sich dir geheiligt hat. fallen! Es ist mein ganzer ernst, gott Auf deiner bahn zu wallen. Ergreife, Mel. Herr chrif, der ewig go: tes 2c. 313. He err, höre mein gebet, br leite, ſtärk' Den ſchwachen, der die 311. Herr jeſu, gnadenſonne! Verwirf bitte mir von herzen geht. 2. Du willst, daß ich mich treu Sn jeder tugend übe, Der glaube, den du wirkst, Soll fruchtbar durch die liebe In wahrer beiligkeit, Sn guten werken seyn; Drum will ich dir, mein gott, Mein ganzes leben weih'n. 3. Dies will ich; und doch macht Die schwäche meiner feele, Und der versuchung reiz, Daß ich so oft noch fehle. Ich seb der tugend glück! Ich wünsche gut zu seyn: Und doch giebt's immer noch So vieles zu bereu'n. 4. Das siebst du, herr, mein gott, steh es mit erbarmen, Und reiche väterlich Doch deine hand mir armen! Gieb meinem geiste licht, Gieb meinem vorsatz fraft; So kämpf ich glücklicher Mit welt und leidenschaft. 5. Wenn ich indeß aus schwachheit fehle, Mein vater! so verwirf mich nicht. Verbirg nicht der betrübten seele, Wenn sie dich sucht, dein an gesicht; Und mache in bekümmernis Mein herz von deiner huld gewiß. 6. Erquicke mich mit deinen freuden, Schaff ein getreues berz in mir; Und stärke mich in freud' und leiden, So balt' ich mich, mein gott, zu dir, Bis nach vollbrachter übungszeit Der deinen erbtheil mich erfreut. 5. Eröffne den verstand, Etets heller einzusehen, Daß sünd' uns elend macht, Daß wahres wohlergehen, Und innrer friede nur Aus reinem berzen ließt: Daß du mit deiner huld Der freuden quelle bist. 6. Laß in versuchung mich nicht zaghaft unterliegen; Ermuntre mich licht! Laß leben licht und wonne, Die allen fummer bricht, Mein ganzes herz erfreuen, Und meinen geist erneuen. Dies glück versag' mir nicht. 2. Bergib mir meine sünden, Und laß mich, herr, durch dich Der gnade trost empfinden. Verleihe gnädiglich, Daß an des friedens gabe Mein herz stets antheil habe. O herr, erhöre mich! 3. Tilg' ganz aus meiner seele Des alten menschen sinn, Daß ich, was du willst, wähle, Voll eifer mich forthin Treu deinem dienst ergebe, Und dir zu ehren lebe, Weil ich erlöset bin. 4. Beförd're dein erkenntniß In mir, mein seelenhort, Und öffne mein verständniß Durch dein heilsames wort; Damit ich an dich glaube, Nichts böses mir erlaube, Sey selig bier und dort. 5. Ach, zünde deine liebe Ju meiner seele an, Daß ich aus innerm triebe Dich ewig lieben kann, Und bir zum wohlgefallen, Beständig möge wallen Auf rechter tugendbahn. 6. Du giebst den schwachen stärke. Berleib auch mir die traft Zu jedem 3. Vom thätigen Christenthum überhaupt. 141 guten werke, Die dein geift in uns wahrheit freund, Laß mich aufrichtig fchafft. Mein eigenes bestreben, In die- wandeln; Und jederzeit Nach billigsem armen leben, Ist viel zu man- feit Mit meinem nächsten handeln. gelhaft. 7. Ich hoff' auf deine gnade; Mich tröstet deine treu, Auf deinem guten pfade Mach immer mehr mich nen! Und daß ich deinen willen Aufrichtig mög' erfüllen, So steh' mir kräftig bei. 3. Laß glaube, lieb' und hoffnung sich In meinem herzen mehren, So ist mir wohl und so kann ich Als wahrer christ dich ehren. Nimm dich auch dann Des leibes an, So lang ich hier noch walle: Damit dabei, Bon fummer frei, Ich dir stets wohlgefalle. 7. Gieb, daß ich stets den müssiggang mit wahrem abscheu fliehe: Daß ich dem nächsten lebenslang zu dienen mich bemühe; Laß meinen fleiß, 3u deinem preis, O gott, mir wohl ge= lingen, Und segne du Das, was ich thit, So wird's auch nutzen bringen. Mel. Was mein gett will, das: c. coder: Das jesulein soll doch: c 315. ilf mir, mein gott, hilf daß nach dir Von herzen mich verlange; Daß ich dich suche mit begier, Und standhaft dir an hange; Verleih, daß ich mit freuden dich In deiner bülfe schaue, Sm herzen rein, Auf dich allein Mein ganzes glücke baue. Mel. Wenn mein stündlein: C. ch 2. Gieb, daß in wahrer heiligkeit 316. bin ein chrift; gott Ich nach dem guten strebe; Gottselig, züchtig allezeit In deinem reiche lebe; Und wanke ich, So stärke mich Bald wieder, fest zu stehen, und stets dabei, Mit wahrer treu, Der tugend pfad zu gehen. 4. Gieb, daß ich treu und fleißig sey In dem, was mir gebühret, Daß ich auch nicht durch heuchelei Und ehrgeiz werd' verführet; Ja, daß ich nicht Je meine pflicht Durch eigennut entehre, Und nie durch neid, Haß, falschheit, streit, Des nächsten ruhe. störe. 5. Steb' du mir bei, daß mein gemüth Kein wilder grimm regiere, Daß ich vielmehr durch sanfte gült' Auch selbst den hasser rühre. Vergeß ich mich, Daß hoffarth sich Will in der seele regen, So hilf du mir Gebeugt vor dir, Der demuth schmuck anlegen. 8. Hilf, daß ich folge treuem rath, Von falscher meinung trete; Den armen helfe mit der that, Für freund und feind stets bete; Dien' jedermann, So viel ich kann, und alles unrecht meiden An allem ort, Nach deinem wort, Bis ich von hinnen scheide. dieser hohen würde Steh' ich, und fürchte keinen feind, Trag mnthig meine bürde. Dies glück erfüll' mit muth und kraft Mein herz in dieser pilgerschaft, Darin ich hier noch wandle. 2. Mein glaube steht und wanket nicht; Start, fest ist er gegründet. Er stützet sich voll zuversicht Auf jesum christ, und findet Bei ihm kraft, rath, trost, ruh' und heil, Und nimmt an allem segen theil, den christus hat erworben. 3. Mich soll htnfort nicht eitelkeit, Nicht bitterfeit der leiden, Auch nicht ein schlaf der sicherheit Von gottes liebe scheiden. Was gott an meiner seele thut, Macht mir zum kampfe starken muth, Darinnen nicht zu weichen. 4. Was sind die leiden dieser zeit Doch gegen jene fronen, Womit gott in der herrlichkeit Die frommen will belohnen? Was ist die eitle lust der welt, Wenn man das glück dagegen hält, Das gott uns dort will schenken? 5. Mich soll auch nicht des todes macht Von gottes liebe scheiden. Er führt mich durch des grabes nacht 3u jenem licht der freuden, Darinnen ich, nach allem leid, Shn seh' in seiner herrlichkeit und ewig mit ihm 6. Lehr' mich auch, herr, enthaltsamkeit, und gieb ein rein gemüthe, Daß ich in dieser übungszeit Bor böser luft mich hüte: Der lügen feind, Der lebe. dillu Zweite Mel. Ich hab' in gettes herz 2c. oder: Das Jesulein soll doch ze. 142 Abtheilung. mehr bekommen; Wer sie nicht brauchet, dem wird auch Das, was er 317. lag nicht, mein berz, bat, genommen. wie schwer es sey, Hier als ein christ zu wandeln, llnd täglich gottes willen treu, 31 denken und zu handeln. Wahr ist's, die tugend kostet müh, Und sie besiegt die lüfte, Doch, richte selbst, was wäre sie, Wenn sie nicht fämpfen müßte? 2. Die, die sich ihrer laster freun, Trifft die kein schmerz bienieden? Sie sind die sclaven eigner pein, Und haben keinen frieden. Der fromme, der die lüste dämpft, Hat oft auch seine leiden; Allein der schmerz, womit er kämpft, Verwandelt sich in freuden. 3. Des lasters bahn ist anfangs zwar Ein breiter n weg durch auen: Allein sein fortgang wird gefabr, Sein ende nacht und grauen. Der tugend pfad ist anfangs steil, Läßt nichts als mühe blicken: Doch weiter fort führt er zum heil, Und endlich zum entzücken. 4. Was wär' es, hätt' uns gott vergönnt Nach unsers fleisches willen, Wenn wollust, neid und zorn entbrennt Die litste frei zu stillen; Ließ er den raub, den undant zu, Den frevel, dich zu kränken, Den menschenbaß: was würdest du Bon diesem gotte denken? 5. Gott will, wir sollen glücklich Drum er uns Sie sind es, die das herz erfreu'n, Sie 318. Kjejum lehren; Kommt Mel. Sesns, deine ti fen wunden ic. Dommt und euch sind des lebens schätze. Er spricht zu uns durch den verstand, Er spricht und lernet allzumal, Welche die sind, durch das gewissen, Was wir, ge- die gehören zu der rechten christenschöpfe seiner hand, Fliehn oder wäh- zabl; Die im glauben fest bestehn, len müssen. 6. Ihm folgen, das ist weisheit nur, Und freiheit ist's, dies wählen: Ein thier folgt trieben der natur, Ein mensch dem licht der secien. Was ist des geistes eigenthum? Was sein beruf auf erden? Die tugend; was ihr lohn, ihr ruhm? Gott ewig ähnlich werden. 8. Du streitest nicht durch eigne kraft; Drum muß es dir gelingen. Gott ist es, welcher beides schafft, Das wollen und vollbringen. Wann gab ein vater einen stein Dem sohn, der brod begehrte? Bet oft! gott müßte gott nicht seyn, Wenn er dich nicht erhörte. 9. Dich stärfet auf der tugend pfad Das beispiel sel'ger geister: Ihn zeigte dir, und ihn betrat Ja selbst dein herr und meister. Laß dich nur nie des frechen spott Auf diesem pfade hindern; Der wahre ruhm ist ruhm bei gott, Und nicht bei menschenkindern. 10. Sey start, o seele, allezeit, Dent' oft an deine bahre; Vergleiche mit der ewigkeit Den kampf so kurzer jahre. Das kleinod, das dein glaube hält, Wird nenen muth dir geben; Und träfte der zukünft'gen welt, Die werden ihn beleben. 11. Denk' endlich zur beruhigung, Daß gott den schwachen duldet, Der bei dem ernst der heiligung Doch manches noch verschuldet. Gott liebet berzens redlichkeit, Und sieht auf dein bestreben; Er ist ein vater, der verzeiht, Und er hat lust zum leben. 7. Lern' nur geschmack am wort des herrn Und seiner gnade finden: Und übe dich, getreu und gern, Dein herz zu überwinden. Wer träfte bat, wird durch gebrauch Von gott noch Freudig gottes wege gebn, Und den heiland frei bekennen, Dürfen sich die seinen nennen. 2. Selig, wer in demuth lebet, Seine schwachheit nie vergißt, Nie sich selbst mit stolz erhebet, Wenn er groß und glücklich ist. Gottes buld wird ihn erfreun, Und das himmelreich ist sein; Gott wird dort zu ehren setzen, Die sich hier geringe schätzen. 3. Selig ist, wer seine sünde Webmuthsvoll vor gott bereut, Und, damit er rube finde, Sich vor neuen sünden scheut. Gott will ihm die schuld ver 3. Vom thätigen Christenthum überhaupt. zeihn, Krift zum guten ihm verleihn,| Und er soll schon hier auf erden, Und auch dort getröstet werden. 4. Selig ist, wer sanftmuth übet, Seinem feinde niemals flucht, Seine fehler ihm vergiebet, Nie sich selbst zu rächen sucht, Ruhig seine pflicht vollbringt, Und sein eigen herz bezwingt. Gott wird selbst sich sein annehmen, Daß sich seine feinde schämen. 5. Selig, die mit ernst verlangen, Recht gesinnt und fromm zu seyn: Die fest an dem guten hangen, lind sich ganz der Tugend weihn; Deren herz nichts mehr begehrt, Als was gottes ruhm vermehrt, Gott wird ihr verlangen stillen, Und den frommen wunsch erfüllen. 143 11. Daß ich hilfreich mich gewöhne, Immer hab' ein reines herz, Die in feindschaft stehn, versöhne. Dir anhang in freud und schmerz. Bater, hilf von deinem thron, Daß ich glaub' au deinen sohn, Und, durch deines geistes stärke, Mich befleiße guter werke. mel. Dir, dir, jehovah zc. 319. Laß mich, o berr, in allen dingen Auf deinen willen sehn; und dir mich weihn; Gieb selbst das wollen und vollbringen, Und laß mein her; dir ganz geheiligt seyn. Nimm meinen leib und geist zum opfer hin; Dein, herr, ist alles, was ich hab' und bin. 10. Herr, du wollest selbst mich leiten Auf der wahren tugendbahn, Daß ich dieser jeligkeiten Hier und dort mich freuen kann. Gieb, daß ich demüthig sey, Meine schuld vor dir bereu, Die gerechtigkeit stets liebe! Auch an feinden sanftmutb übe. 2. Gieb meinem glauben muth und stärke, Laß ihn durch menschenliebe thätig seyn, Daß man an seinen. früchten merke, Er sey tein eitler traum und falscher schein. Er stärke mich in meiner wanderschaft und gebe mir zum fampf und siege kraft. 3. Laß mich, so lang' ich hier soll leben, Auch an dem bösen tage seyn vergnügt, Und deinem willen mich ergeben, Der mir zum besten alles weislich fügt. Gieb furcht und demuth, wenn du mich beglückst, Geduld und trost, wenn du mir tribsal schickst. 6. Selig, wer der noth des armen Niemals fühllos sich entzieht, Shm aus zärtlichem erbarmen Wohlzuthun fich froh bemüht, Und wenn er um hülfe weint, Sým mit hülf' und trost erscheint. Dieser wird auch hülf empfangen, Und barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die sich bemühen, Züchtig, keusch und rein zu seyn; Die der wollust nebze fliehen, und der heiligkeit sich weihn. Die der lockung dieser welt, Und dem, was dem fleisch gefällt, Treu und standhaft widerstehen, Werden gottes antlitz sehen. 4. Ach, hilf mir beten, wachen, 8. Selig, wer im frieden lebet; ringen, So will ich einst, wenn ich Wer die rub und einigkeit zu erhalten den lauf vollbracht, Dir ewig dank sich bestrebet, Und wenn feindschaft, und ehre bringen, Dir, der du alles haß und streit, Seiner brilder glück hast so wohl gemacht. Dann werd zerstört, Sie die pflicht der eintracht ich heilig, rein, ganz dir geweiht, lehrt, Die des friedens sich befleißen, Dein lob verkündigen in ewigkeit. Werden gottes finder heißen. 9. Selig, die ums guten willen. Mel. D gott, du frommer gott. Leiden und sich deſsen freun: Stand- 320. Mei ein vater und mein haft ihre pflicht erfüllen, Und der gott, Der du in tugend mih' nicht scheun. Gott steht diesem leben, Die reine christuslehr, ihnen mächtig bei, Und will sie für Zum führer mir gegeben, Regiere ihre treu Einst mit wonn' und sieges- doch mein herz Durch deinen guten kronen Auf das herrlichste belohnen. geist, Daß ich stets folgsam sey Dem, was dein wort mich heißt. 2. Verleih, daß ich zuerst Nach deinem beifall trachte, und kein vergänglich gut Mehr, als es werth ist, achte. Wer nach dem ewigen Mit rechtem eifer ringt, Empfängt schon hier zum lohn, Was wahre rube bringt. Milli mds Zweite Abtheilung. 144 3. Giet, daß ich von der sünd Mich unbefleckt erhalte, Und daß in mir der trieb Zum guten nie erkaite. Hilf, daß ich immer wach, 3m kampf des glaubens treu, Und in der hoffnung stark und unbeweglich sey. 4. Gieb, daß ich als ein christ Mich christo ähnlich zeige, Und folgsam mein gemüth Zu seiner lehre neige. Sein geist regiere mich, Und nicht der geist der welt; So bleib ich auf dem weg, Der dir, o herr, gefällt. 5. Hilf, daß ich dich, mein gott, Von ganzer seele liebe, und lieb und gütigkeit Auch an dem nächsten übe. Demüthig, dankbar laß mich bei des glückes schein: Geduldig, hoffnungsvoll In trüben tagen seyn. 6. Nie müsse sich mein herz Des fleisches lust ergeben, Und nie dem schnöden geiz! Mein dir geweihtes leben Seb von betrug und neid, Von unbarmherzigkeit, Von ungerechtem gut Und stolzem sinn befreit. 7. Will deine hand mich hier Auf rauhe wege leiten: So unterstüiße mich, Wenn meine tritte gleiten. Laß mich in aller noth Auf deine hüllfe bau'n Und auch, wenn sie verzeucht, Dir doch getroft vertrau'n. und muß, So gieb den worten fraft Und nachdruck ohn' verdruß. 4. Find't sich gefährlichkeit, So laß mich nicht verzagen; Gieb einen frohen muth Und troft in leidenstagen. Gieb, daß ich meine feind' Durch sanftmuth überwind; Und sende hülf" und rath, Wenn sie mir nöthig sind. 5. Laß mich mit jedermann In fried' und eintracht leben, Soweit es christlich ist. Willst du mir etwas geben, An reichthum, ehr' und glück: So gieb auch dies dabei, Daß ich nicht ungerecht, Nicht stolz, nicht sicher sey. 6. Soll ich in dieser welt Mein leben höher bringen, Und unter mancher last Hindurch ins after dringen: So gieb, daß ich auch stets Ein frommes herz bewahr, Damit ich tragen mag Mit ehren graues haar. 7. Laß mich auf christi tod Einst froh von hinnen scheiden, Die feele nimm zu dir Hinauf zu deinen freuden; Es ruhe sanft der leib In seiner stillen gruft, Bis ihn dein allmachtswort Ins neue leben ruft. In bekannter Melodie. 8. Wenn alle todten dann Auf dein gebot erwachen, So wird auch meinen staub Dein ruf lebendig machen: Dann führe mich verklärt In deinen himmel ein, Und laß mich selig bort Mit allen frommen seyn. 8. Erlöse endlich mich von allen mei nen leiden; Und ist die stunde da, Aus dieser welt zu scheiden. Ovater, so verlaß, wenn meine hitte bricht, Mich sterbenMel. Ein lämmlein geht und zc. den mit troft Und froher hoffnung nicht. 322. Was hilft es mir, ein zu seyn, 321. gott, du frommer gott, ich nicht chriftlich lebe, Und heilig, fromm, gerecht und rein Zu wandeln Du Wenn ich dem seligen Ohn den nichts ist, was ist, Von dem wir alles haben; Gesunden leib gieb mir Und daß in solchem leib Ein' unverletzte seel Und rein gewiffen bleib. beruf, Zu welchem mich mein gott erschbuf, Nicht würdig mich beweise, Und den, der mich erlöset hat, In worten bloß, nicht durch die that Und gute werke preife? 2. Gieb, daß ich thu mit fleiß, Was mir zu thun gebühret; Wozu mich dein befehl In meinem stande führet; Giel, daß ichs jedesmal Thu, wann und wie ich soll, Und so gerathe mirs Durch deinen fegen wohl. 2. Was hilft der glaub' an jeſum chrift. Den ich im munde führe, Wenn nicht mein herz rechtschaffen ist, Und ich die furcht verliere; Wenn mich die eitelfeit der welt Mit ihrer luft gefangen hält, Sch ihre feffeln liebe, Und, fühlbar für der fünde reiz, Zorn, boffarth, fleischeslüfte, geiz Sn werk und thaten libe? 3. Hilf, daß ich rede ftets, Womit ich kann bestehn. Laß fein unnützes wort Aus meinem munde gehen: Und wenn nach meiner pflicht Ich reden soll 3. Vom thätigen Christenthum überhaupt. 3. Weit strafenswürd'ger bin ich dann, Ich, der ich christum fenne, Weiß, was er einst für mich gethan, Ihn herrn und heiland nenne. Als der, der in der finsterniß Des irr- 3. welch ein großes ziel, Dazu thums tappt, noch ungewiß, Ob er auch richtig wandle. Was nützt mir seines wortes licht, Was hilft mir aller unterricht, Wenn ich nicht darnach handle. du, gott, mich schufest! Wie herrlich ist das theil. Dazu du mich berufest! Dir, höchster, ähnlich seyn, Vollkommen seyn, wie du. O wohl mir, wenn ich's bin! Hilf du mir selbst dazu. 4. Und woher nehm' ich trosſt und ruh, Wenn leiden mich umgeben, und meine finden noch dazu Mir dann vor augen schweben? Was hilft mir in der letzten noth, Wenn sich der schauervolle tod Mir zeigt mit seinen schrecken, und mein gewissen wachet auf, Von meinem ganzen lebenslauf, Die schuld mir aufzudecken? 5. Weh mir, was hilft es mir einst 5. Weh mir, was hilft es mir einst dort, Erwedt aus meinem grabe, Daß ich an christum und sein wort Zum schein geglaubet habe, Wenn keine fromme gute that Mein leben hier bezeichnet hat, Den glauben zu be6. Laß deine heiligkeit Mich stets stärken, Denn meine ganze seligkeit zum muster nehmen. Hilf mir die Wirkt glaube und rechtschaffenheit, Der glaub' in guten werken. fünde fliehn, Des fleisches liste zähmen, Nur das, was recht ist, thun, Des üben will, Auch gern behülslich seyn. guten mich erfreun, Und dem, der's 6. Gott, dieser hoffnung werth zu seyn, Hilf, daß ich christlich lebe, Und vor dir heilig, fromm und rein Zu wandeln mich bestrebe; Gieb mir erfenntniß, kraft und muth, Damit ich welt und fleisch und blut Im glauben überwinde, Und dann, nach wohldurchlebter zeit, Den lohn in jener ewigkeit Um christi willen finde. Mel. O gott, du frommer gott ze. 323. Wer er kann doch, großer gott, Dich würdig g'nug erheben? Du gabst der ganzen welt Bewegung, kraft und leben Der geister zahllos heer, Die ganze förperwelt Hat deine hand gemacht, Die jetzt noch alles hält. 2. Du schufft( ich dank' es dir!) Auch mich zu deiner ehre, Und wolltest 145 gütigster, Daß ich dein bildniß wäre. Darum hast du den geist, Der in mir lebt und denkt, Mir zur unsterblichkeit, Aus deiner huld geschenkt. Evangel luth. vor augen schweben! Des herzens größ4. Laß dieses große ziel Mir stets ter wunsch, mein eifrigstes bestreben In allem meinem thun Sey dies, o gott, allein, Mit ernft je mehr und mehr, Wie du gefinnt zu seyn. 5. Du bist der wahrheit freund Laß mich auch wahrheit lieben; Mit unverdroßenem fleiß, In allem dem mich üben, Was mich zur weisheit führt, Zur weisheit, die dich ehrt, und allem beifall giebt, Was uns dein wille lehrt. 7. Gieb, daß ich so, wie du, Ein freund der menschen werde, Dem wohlthun freude macht, Der fummer und beschwerde Dem nächsten gern erspart, Sein leben ihm versüßt, Und, wo er helfen kann, Zum helfen willig ist. 8. Noch bin ich weit entfernt, O gott, von diesem ziele. Du weißt, was mir noch fehlt, Und ich, ich selber fühle, Wie wenig ich dir noch Im guten ähnlich bin. O bilde du mich ganz Nach dir und deinem sinn. 9. Beglückt ist nur alsdann Mein lebenslauf auf erden, Wenn ich dir immer mehr Schon hier kann ähnlich werden. Dann werd' ich ewig auch Mit dir vereinigt seyn, Und mich ohn' unterlaß, Gott, deiner güte freun. 10 146 4) Von der Erkenntniß Gottes. Mel. Vom himmel kam ber engel: c. oder: Mo aott zum haus nicht e. 324. Gott, heilig ley dein nam' du zum heil uns haft gegeben, Erkennen, und recht ganzen du auf menschlichen geschlecht! Dich bete, ser bahn Mich auch zu diesem glücke an. wer dich denken kann, 3m geist und in der wahrbeit an! 5. Vor allem gieb, daß stets lebendig Bei mir, gott, dein erkenntniß sey, Und daß ich dir darnach beständig vieb, ehrfurcht und gehorsam weib'. Gieb, daß ich thu' mit allem fleiß, Was ich von deinem willen weiß. 6. Was hilft das richtigste erkenntuiß, Wenn's nicht zu deiner liebe treibt? Was nützt ein aufgeklärt verständniß, Wenn doch das herz nicht böse bleibt? Drum hilf, daß ich der wahrheit treu, Und daß mein glaube thätig sey. 7. Laß dein erkenntniß mir im leiden, Die quelle wahres trostes seyn; Um mich, wenn leib und seele scheiden, Des beren lebens zu erfreun. Da irr' und wank' ich weiter nicht, und sehe dich im hellern licht. 2. Verbreite deines wortes schall, Wie deine werte, überall, Daß alle lernen, wer du seyst, Der allerhöchst und beste geiſt. 3. Durch jesum christ, den du gesandt, Werd' immer mehr der welt bekannt, Daß du stets unser vater bist, und er der völler heiland ist. 4. Tehr uns doch deinen rath verstehn, Gehorsam deine wege gehn. Durch deines wortes licht und fraft Mach gläubig uns und tugendhaft. 5. Durch wahrheit dämpfe jeden wahn; Erleucht' uns Erleucht uns allen unsre bahn. Das laster tilg' aus unsrer brust Und tödt' in uns die böse lust. 6. So preiset deine christenheit, Herr, deinen namen in der zeit; Sie ist und bleibt dein eigenthum Und ihre thaten sind dein ruhm. 7. Du sättigst sie mit seligkeit Bon nun an bis in ewigkeit, Und ewig ist ihr fremmer dank, Herr, deiner gnave lobgesang. Mel. Wer nur den lieben gott 20. 325. Mein gott, du wohnest zwar im lichte, Dahin kein sterblich auge dringt, Doch giebst du uns zum unterrichte Dein wort, das uns erkenntniß bringt, Was du, o allerhöchster, bist; Was mit uns deine absicht ist. 4. Das ist der weg zum ew'gen leben, Daß wir, o vater, dich und den, Den 2. So gieb denn, daß ich darauf achte, Als auf ein licht im dunkeln ort; Und wenn ich ernstlich es betrachte, So bilf selbst meinem forschen fort. Für deiner wahrheit bellen schein Laß aug' und herz stets offen seyn. 3. Hilf, daß ich beinem worte glaube, Das mich macht thug und tugendhaft, Damit kein falscher wahn mir raube, Was mir ein ew'ges beil verschafft. Kein spöttergeist verführe mich; Kein zweifel sey mir hinderlich. Mel Lobt gott, ihr christen: c. oder: tun dantet all' und ze 326. ie felig bin ich, wenn mein geist Hinauf zu gott sich schwingt, Und wenn er ſeinen schöpfer preist, Der engel werk vollbringt. 2. Wer gleicht ihm, wer ist so ge= schmückt Mit herrlichkeit und licht? Wie herrlich ist er; wen entzückt Sein wert, die schöpfung, nicht?:: 3. Ein voller strom von freude quillt Aus seiner gilt' und kraft; Denn er ist selig und erfüllt Mit freuden, was er schafft.:,: 4. Er schuf die welt, das wert der zeit, um nicht für sich allein Sn grenzenloser ewigkeit Der selige zu sevu.:,: 5. Er spricht ein wort, und schnell umringt Den seligen ein beer, Das selig ist und ihm lobsingt, Das niemand zählt, als er.:,: 6. Go will es der, der mich erschuf: Auch ich soll selig seyn. Heil, feele, dir, denn dein beruf 3st, gottes dich zu freun:,: 7. Noch fiebst du, als im widerschein, Den unaussprechlichen; Einst Zweite Abtheil.- 5. Von der Furcht gottes. 147 6. Noch heller scheint von allen feiten, in deine worte, gott, dein licht; eitelJohntola Mel. Wer nur den lieben gott: c. keiten Verdunkelt da oft mein gesicht. find' ich den mir deinen 327. W meine seele Weit über Der mich dadurch recht unterweiſt. alles schätzt und liebt? Gott, den ich mir zum freunde wähle, Und der allein mir freude giebt? Wann kommt die zeit, da gott, mein freund, Sich völliger mit mir vereint? 7. 3war, wenn in meinen finsternissen Er auch mein blödes aug' erbellt: Was lern' ich, gott, von dir? mein wissen Bleibt immer stüdtwerk in der welt. Ich suche dich und forsche nach, und bleibe dich zu sehn, zu sa vach. 8. Doch hört' ich nur auf deine stimme Su deinem worte, bört ich nur, Wie du verdienest, auf cie stimme Der dir lobsingenden natur: So lernt ich hier schon, gott, allein, Mich deiner herrlichkeit erfreun. wirst du größern lichts dich freun, Und ihn viel heller sehn.,:,: 2. Wie wollt' ich meinen gott nicht preisen, Wenn ich ihn sähe, raie er ist? Zwar deine werke, bere, beweisen Wie unaussprechlich groß du bist. Wie glänzen sie! toch zeigt ihr glanz Mir deine herrlichkeit nicht ganz. 3. Ich sehe tich nur hier im spiegel, Und bete dich in hätte meine seele flügel, Sich dir, mein schöpfer, mehr zu nah'n: Wie würde sie sich deiner freu'n! Wie selig, wie verherrlicht seyn! 4. Dürft' ich am fuße deines thrones Mit deinen engeln dich erhöhn; Könnt ich im antlitz deines sobnes, Wie deine seligen dich sehn: Sch, der ich jetzt schwach loben fann, Welch hobes loblied stimmt ich an! 5. Mir macht zwar jedes deiner werke Mehr, als ich rühmen kann, bekannt: Es zeigt mir deiner allmacht stärke, Und deinen weisesten verstand. Und gnade, die das größte lob, Zu schwach, nie würdig g'nug erhob. 9. Wie feurig würd' ich dann dich lieben! Mit welchem cifer würd' ich mich Dir, vater, zu gefallen üben! Wie selig würd' ich blos durch dich! Nun aber täuscht oft meinen geist, Gleich findern, tand, wenn er nur gleißt. 10. Welch elend! vater, ich empfinde, Mein elend; zeuch mich mehr zu dir! Entkräfte ganz die macht der finde, Dein geist der weisheit wohn' in mir, Damit ich vor der täuscherei Der sünde stets gesichert sey. 11. Gieb, daß dein geist durch deine wahrheit Mein leben leite, bis ich dort Dich näher seh, und mit mehr flarheit Als hier an diesem prüfungsort. Sch, der ich hier nur stammeln kann, Erhebe würdiger dich dann. 5) Von der Furcht Gottes. Mel. Wer nur den lieben gott ac. oder: Du weiser schöpfer 2c. noch lust zur fünde hat, Ehrt wahrlich dich nicht in der that. 328. Dich, böchſter, ehrerbietig scheuen, Ist unser glüd und unsre pflicbt. Kein mensch kann deiner buld sich freuen, Scheut er dein beilig auge nicht. Drum flöße, um mich dein zu freun, Mir wahre fin- 4. Nie laß mich dein gericht verdesehrfurcht ein. hisobda gessen, Mich nie mit findern fündlich 3. Gieb daß ich stets zu berzen nehme, Daß du allgegenwärtig bist, Und das vor, dir zu thun mich schäme, Was dit, mein gott, zuwider ist. Der beifall einer ganzen welt Hilft dem ja nichts, der die mißfällt. 2. Sie leite mich auf meinen wegen; freun; Nic muthlos, doch auch nie Sie fe mir weisheit und verstand, vermessen Und stolz in deinem dienste Und treibe mich, das abzulegen, Was seyn; Nie führe mich zur sicherheit ich als unrecht hab' erkannt. Denn wer Der reichthim deiner gütigkeit. 10* 148 Zweite Abtheil.- 5. Von der Furcht Gottes. 5. Laß mich mit weiser vorsicht flieMel. Wer nur den lieben gott 2c. hen, Was mich zu finden reizen kann, 330. Willst du der weisheit quelle Mich um ein reines herz bemühen, Und nimm dich meiner hilfreich an: So komm' ich in der gnadenzeit Durch dich zur wahren seligkeit. 6. Erhalt' in mir ein gut gewissen, Das weder spott noch trübsaí scheu', Und mache von den hindernissen Der wahren tugend selbst mich frei. Nie störe furcht und lust der welt Mich das zu thun, was dir gefällt. 7. Mit ehrfurcht laß mich vor dir wandeln, Und stets, ich sey auch wo ich sey, Nach deiner vorschrift redlich handeln, Entfernt von aller heuchelei. Wer dich von herzen liebt und ehrt, Nur der ist dir, o vater, werth. 8. In deiner gnade laß mich sterben, So schreckt mich weder tod noch grab; So werd' ich jenes leben erben, Dazu dein sohn sich für mich gab. Da werd' ich dein mich ewig freun, Und völlig durch dich selig seyn. Mel. Es ist gewißlich an der zeit: c. 329. Laß doch in meines herzens grund, Gott! deine furcht stets wohnen, So werd' ich auch mit meinem mund, Herr, deine ehre schonen, Und nicht durch fluchen sie entehr'n, Nicht aus gewohntem leichtsinn schwör'n, Nie deinen namen lästern. 2. Groß, majestätisch bist du, herr, Im himmel und auf erden Coll dei nes großen namens ehr Tief angebetet werden. Wer deines namens heiligteit Durch lästrung, fluch und schwür entweiht, den treffen deine strafen. 3. web dem verwegnen mund, Der gerne flucht und schwöret! Der macht den größten leichtsinn fund, Der so dich, herr, entehret. Wer oft so schwöret, sündigt oft, Und wird von dir wohl unverhofft Zur strafe hingeraffet. 4. Herr! laß voll ehrerbietigkeit Uns deiner stets gedenken. Wer dich, den höchsten, kindlich scheut, Wird seine zunge lenken, Daß sie sich nicht zum fluch und schwur, Zu deiner ehr', zum guten nur Nach deinem willen rege. die furcht vor gott, dem herrn, Nur der ist weis und klug zu nennen, Der alle seine pflichten gern, Weil gott fie ihm gebeut, vollbringt, Wenn gleich dazu kein mensch ihn zwingt. 2. Lern' gottes größe recht empfinden, Und fühle deine nichtigkeit! So wirst du nie dich unterwinden, Mit thörigter verwegenheit Zu tadeln, was sein rath beschließt, Der wunderbar, doch heilig ist. 3. Wirst du den höchsten findlich scheuen, So wird dir keine pflicht zur last: Nur das wirst du vor ihm bereuen, Daß du sie oft versäumet hast. Wer gott als zeugen vor sich hat, Der freut sich jeder guten that. 4. Wenn nacht und dunkelheit dich decken, Die dem verbrecher muth verleihn, Wird dich die furcht des herrn erwecken, Auch dann, was unrecht ist, zu scheun. Denk' nur: vor seinem angesicht Ist finsterniß wie mittagslicht. 5. Den höchsten öffentlich verehren, Sowohl als in der einsamkeit; Auf des gewissens stimme hören, Und willig thun, was sie gebeut: Auch das lehrt dich die furcht des herrn; Anch das thut, wer ihn fürchtet, gern. 6. Läßt dich ber thor verachtung merken, Wenn du dich sromm von ihm entfernst: Die furcht des höchsten wird dich stärken, daß du dich selbst recht schätzen lernst. Wer gott, dem höchsten, wohlgefällt, Ist glücklich, selbst beim spott der welt. 7. Sich stets vor dem allmächt'gen scheuen, Giebt heldenmuth und tapferfeit, Wenn uns der menschen stolzes dräuen, Was gott mißfällt, zu thun gebeut. Sst gott mein schbut, mein heil und licht, So beb' ich vor den menschen nicht. 8. Laß deine furcht, gott, mich regieren, Auf dich, den höchsten, stets zu sehn; Laß sie mich zu der weisheit führen, So werd' ich niemals irre gehn. Wohl dem, der dich stets findlich scheut, Dich fürchten, gott, ist seligkeit. 112 6) Von der Liebe und Treue gegen Gott. Mel. Aus meines herzens grunde. 331. AT' n dich, mein gott, zu denken, Ist pflicht und trost für mich. Wenn sorg' und gram mich fränken, So sieht mein aug' auf dich. Dann mindert sich mein schmerz, Dann fliehn die bangen sorgen, Wie nebel vor dem morgen, Und rub' erfüllt mein herz. 2. Dent' ich an deine liebe, Wie werd' ich dann erfreut; Dann fühl' ich neue triebe Zur dankbeslissenheit, Mein herz dir ganz zu weihn, Dich freudig zu erheben, Zur ehre dir zu leben, Bor sünden mich zu scheun. 3. Du gabst mir aus erbarmen Den sohn, der für mich starb, Und großmuthsvoll mir armen Die seligkeit erwarb. O welch ein glück ist mein, Gott, wenn ich dies erwäge, Wie wird mein herz so rege, Dir ewig treu zu seyn! 4. Mit hoffendem gemüthe Denk' ich an deine treu' Und harre deiner güte: Sie ist mir täglich neu. Du unter stützest mich: Auch wenn ich schweiß vergieße, Wird mir die arbeit süße, Seb' ich dabei auf dich. Rel. Wer nur den lieben gott.: e. 332. D u vater deiner menschen finder, Der du die liebe selber bist, und dessen herz auch gegen fünder Noch gütig und voll mitleid ist; Laß mich von ganzem Herzen dein, Laß mich's mit allen träften seyn! 5. Wie gut ist's, dein zu denken! Die welt mag immerhin Shr herz auf's böse lenken, Wie schlecht ist ihr gewinn! Ich halte mich zu gott! Dies bringt mir wahre freude, Dies stärkt mich, wenn ich leide, Und ist mein trostim tod. 6. Drum will ich an gott denken, So lang ich denken kann. Wird man ins grab mich senken, So geh' ich zwar die bahn, Da mich die welt vergißt; 333. Doch du, herr, denkst noch meiner, Wenn auch auf erden keiner Mein eingedenk mehr ist. 2. Gieb, daß ich als dein find dich liebe, Da du mich als ein vater liebst, Und so gesinnt zu seyn mich übe, Wie 149 du mir dazu vorschrift giebst; Was dir gefällt, gefall' auch mir, Nichts scheide mich, mein gott, von dir. 3. Bewahre mich durch deine liebe, Wenn böses beispiel mich verführt, Und gieb, daß ich verläugnung übe, Wenn sinnenlust zu sehr mich rührt. Wie, sollt ich je die freatur Dir vorziehn, schöpfer der natur? 4. Laß mich um deiner liebe willen Gern thun, was mir dein wort gebeut. Kann ich's nicht, wie ich soll, erfüllen, So sieh auf meine willigkeit; Und rechne mir, nach deiner huld, Die schwachheit, vater, nicht zur schuld. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit freuden Das thut, was dir, o gott, mißfällt; Drum laß es mich mit ernſt vermeiden, Gefiel es auch der ganzen welt. Die kleinste sünde selbst zu scheun, Laß, vater, mich behutsam seyn. 6. Aus lieb' zu dir will ich auch leiden, Was mir dein weiser rath bestimmt. Du führst durch trübsal auch zu freuden, Und wer sie willig übernimmt, Geduldig trägt und weislich nützt, Wird mächtig von dir unterstützt. 7. Sn deiner liebe laß mich sterben, So ist selbst sterben mein gewinn; So werd' ich deinen himmel erben, Wo ich ganz frei vom übel bin. Da werd' ich einmal völlig rein Dich lieben und ganz selig seyn. el. Nue menschen müssen sterben ic. uelle der vollkommenheiten, Gott, mein gott, wie lieb' ich dich, und mit welchen seligkeiten Sättigt deine liebe mich! Seel' und leib mag mir verschmachten: Hab' ich dich, will ich's nicht achten, Mir soll deine lieb' allein Mehr als erd' und himmel seyn. 2. Denk ich recht an deine güte, Wie frohlockt mein herz in mir! Mit dem frohesten gemüthe Seb' ich sie, und danke dir. Jeder blick auf deine werke, Deine gülte, deine stärke, Wie entledigt er mein herz Von bea kümmerniß und schmerz. usm Erste Abtheilung. 3. Floß aus deiner segensfülle Mir ruhig hier auf erben, Ohne dich zu nicht so viel gutes zu? Daß ich ward, lieben, werden; Ohne dies nach dieser das war bein wille; Daß ich noch bin, zeit Würdig sein der feligfeit. das machst du; Daß ich denke, daß ich wähle, Dafür dankt dir meine feele, Danft dir, daß sie dich erkennt, Und dich ihren Vater nennt. 6. Heil mir, daß ich es empfinde, Wie so liebenswerth du bist! Daß mein herz vom haß der fünde Juniglich durchdrungen ist; Daß auf dein gebot ich achte, Und es zu erfüllen trachte. Heil mir! bu verbirgeft nicht Einst vor mir dein angesicht. 7. Noch lieb ich dich unvollkommen; Meine seel' erkennt es wohl. Dort, im vaterland der frommen, Lieb' ich dich, herr, wie ich soll. Ganz ewrde ich doch deinen willen Kennen, ehren und erfüllen, Und empfahn an deinem thron Der voll150 150 4. Du erlöfest vom verderben Mich, durch deinen sohn, o gott; Ließest ben gerechten sterben, Mir zum leben ward sein tod: Dadurch hast du mir gegeben, Ewig dort mit ihm zu leben, Ewig deiner mich zu freun, Und von dir geliebt zu seyn. 5. Sollt' ich den nicht wieder lieben, Der mir so viel gutes giebt? Und mit mehr als vatertrieben So mnendlich mich geliebt? Könnt' ich kommnen liebe lohn. 7) Von der Freude an Gott. Mel. Chriftus, der uns selig: c. 334. Deines gottes freue dich, ihm, Sorget er nicht väterlich, Daß dir glück nicht fehle? Schützt dich seine vorsicht nicht, Wenn gefahren dränen? Ist's nicht seligkeit und pflicht, Seiner dich zu freuen? 2. Sa, mein gott, ich hab' an dir, Was mein herz begehret: Einen vater, welcher mir, Was mir nützt, gewähret: Der mich durch sein göttlich wort Hier zum guten lenket, Und mit himmelswonne dert Meine seele tränfet. 3. Wenn ich dich, mein herr und gott, Kindlich ehr' und liebe, Wenn ich redlich dein gebot Und mit freuden übe: wie ist mir dann so wohl! Wie ist mein gemüthe Seliger empfindung voll, Voll von deiner güte! 4. Dann darf ich mit zuversicht Nach dem himmel blicken; Meine leiden acht ich nicht, wie sie mich auch drücken. Hoffnung und zufriedenheit Wohnen mir im herzen, Trösten und erhöh'n mich weit Uleber alle schmerzen. 5. Du bist mein! so jauchz' ich dann: Wer ist der mir schade? Heil mir, daß ich's rühmen kann: Mein ist deine gnade; Dir ist meine woblfahrt werth! Der du mir das leben Schenkteft, wirft auch, was mich nährt Und erfreut, mir geben. 6. Jesus ist nach deinem rath In die welt gekommen; Alle meine miſſethat Hat er weggenommen. Ihm vertrau ich, bet' ich an, Glaub' an seine leiden; Folg ihm treulich und so kann Nichts von dir mich scheiden. 7. Dich, du trost der sterblichkeit, Heil des bessern lebens, Himmlische vollkommenheit, Such ich nicht vergebens! Wenn mein lauf vollendet ist, Und vollbracht mein leiden, Ruft mein mittler, jesus christ, Mich zu seinen freuden. 8. Meine lust an dir, mein gott, Wird dann ewig währen. Noch so furchtbar sei der tod, Er wird fie nicht stören; Willig werd ich mein gebein Der verwesung geben, Denn sie macht mich frei von pein, Führt zum neuen leben. 9. Gieb mir nur, so lang' ich hier Sn der fremde walle, Das bewußtseyn, daß ich dir, Herr, mein gott gefalle! Diese sanfte freudigkeit, Die ich zu dir habe, Sey mein heil in dieser zeit, Und mein troft am grabe. 10. Laß die luft zur fünde nie Dieses heil mir rauben! Rüste selbst mich wieder sie, Stärke meinen glauben: Gieb mir deinen geist, der mich Und 7. Von der Freude an Gott. mein thun regiere, Daß ich mein rertrau'n auf dich Ewig nicht verliere. el Was mein gott will, daß 2c. oder: Das jesulein soll doch ic. ier ist mein herz, herr, 335. Hier nimm es hin, Dir sey es ganz ergeben. Was hat die ſeele für gewinn Vom schnöden sündenleben? Met. In dich hab' ich gehoffet 20. 20 freue mich, mein es fünden tand Hat nicht bestand, 336. in tir, Du bist mein Der Und statt den geist zu nähren, Füllt er das herz mit reu' und schmerz; Wie sollt ich's so beschweren? trost, und was kann mir In deiner liebe fehlen? Du, herr, bist mein, Und ich bin dein; Was mangelt meiner seelen? 2. Du hast mich von der welt erwählt, Und deinen findern zugezählt; Nie wirst du mein vergessen! Du liebst mein wohl, Hast gnabenvoll Mein glück mir zugemessen. 3. Du trägst mich liebreich mit geduld, Vergibst durch christum mir die schuld, Wenn ich aus schwachheit fehle. An seinem heil Hab' ich auch theil; Dies tröstet meine seele. 2. Nur du, gott, bist das höchste gut; Nach dir steht mein verlangen. Erfülle mich mit fraft und muth, Allein dir anzuhangen. O, hätt' ich doch dein sanftes joch All'zeit auf mich genommen! So wär auch ich Schon längst durch dich Zur wahren rub' gekommen. 3. Kann auch das größte glück der welt Das herz vor fummer schützen? Kann es, wenn trübsal uns befällt, Mit trost uns unterstützen? Sein glanz verschwind't! Wie rauch vom wind, Und schnell flieh'n seine freuden; Nur deine treu wird täglich neu, Und giebt auch ruh' im leiden. 4. Wer dich zu seinem trost erwählt, Sein herz zum guten neiget, Das arge haßt, und wenn er fehlt, Sich gläubig vor dir beuget: Der schmedt schon hier, Erfreut in dir, Der seele wahren frieden; Und volles heil Sst einst das theil, Das du ihm haft beschieden. 151 7. Bei dir ist bis in ewigkeit Der reinsten freuden fälle, Des wohlfeyns größte ficherheit, Vollkommne rub und stille. Nie reize mehr lust, geld und ehr', Zur sünde mein verlangen! Bis in den tod Soll dir, mein gott, Getrost mein herz anhangen. 5. Wie thöricht irrt' ich doch umher! Fern von dem sinn des christen, Sucht' ich, an wahrer freude leer, Ruh' in der erden lüften. Welch ein betrug! Es sey genug, Mich so getäuscht zu haben. Nicht meinen sinn, gott, forthin, Nach wünschenswürd'gern gaben; 6. Hilf, daß ich mein gemüth zu dir In andacht oft erhebe, Und mit der eifrigsten begier Nach deiner gnade strebe; Dir folgsam sey, Und dein mich freu, Du meiner seele leben! Denn, gott, nur du kannst wahre ruh Und trost dem herzen geben. 4. An dir hab' ich den treuen freund, Der es auf's beste mit mir meint; Wo find' ich deines gleichen? Du stehst mir bei, und bleibst mir treu, Wenn berg und hügel weichen. 5. In finsterniß bist du mein licht, Erfreust mein herz; drum acht ich nicht zu sehr das gut der erde. Denn ohne dich 3st nichts für mich, Das einst zum trost mir werde. 6. Du bist mein allerhöchstes gut; Du stärkst im leiden meinen muth; Durch dich muß mirs gelingen; Selbst was mich fränkt, Das muß, gelenft Von dir, mir segen bringen. 7. Und schließ ich dann einst meinen lauf, So nimmst du mich zu dir hinauf, Zu deines himmels freuden! Und da vergißt der sel'ge chrift, Des le= bens längste leiden. 8. 3war hat's fein menschlich ohr gehört, was uns dein himmel einst gewährt, Doch seh ich's schon im alauben! Vollkomines heil ist da mein theil; Und niemand wird mir's rauben. 152 8) Vom Gehorsam gegen Gott. Mel. Wer nur den lieben gott: c. oder: Du weiser schöpfer zc. 337. Gehorsam ist die beste gabe, Die man, o gott, dir bringen kann; Wenn ich sie dir geopfert habe, Welch' ruh' und freud' empfind ich dann! Nur muß ich, dir zum preis und dank, Aus liebe folgen, nicht aus zwang. 2. Mein heiland ist mir vorgegan= gen, Er thate deinen willen gern, Will ich des christen ruhm erlangen; Und ihm gefallen, meinem herrn, Sel'ger geister zahllos heer. Deine 2. Dir gehorcht mit sanfter wonne veste, deine sonne, Sturm und donSo muß auch ich von lastern rein, ner, erd' und meer, Alles dienet Gleich ihm, um guten willig seyn. 3. Laß deine heiligen gesetze Mir immer vor den augen seyn, Und gieb, daß ich sie nie verletze; Stets fürchte, was sie sünden dräun. Wie schwer's auch meinen lüsten däucht; So ist dein joch doch sanft und leicht. deinem willen; Alles, höchster, was du schufft, Eilt und drängt sich, wenn du rufft, Dein gebot stets zu erfüllen; Nur der mensch erkennt's oft nicht, Für sein glück und seine. pflicht. 4. So oft ich deine stimme höre, So mache leib und geist bereit, Daß ich mit folgsamkeit sie ehre, Und thue, was sie mir gebeut: Ich soll nicht hörer nur allein, Ich soll und will auch thäter seyn. 5. Beut mir die welt gleich tausend freuden, Damit ich ungehorsam sey, Und droht sie mir auch tausend leiden, So bleib' ich dennoch dir getreu: Dir will ich folgen, o mein gott, Dir, mehr als menschen, bis in tod. 6. Wenn ich mich im gehorsam übe, So bin ich sicher, daß ich dich Von ganzem Herzen redlich liebe, Und wie so sehr liebst du dann mich! Auch den gehorsam in der zeit Belohnst du in der ewigkeit. Mel. Sollt' ich meinen gott zc. ut und heilig ist dein 338. Swille, Wie du ſelbst es biſt, o gott; Du gebeutst! in tiefster stille Hört die schöpfung dein gebot. Die im himmel dir lobfingen, Stehn um deinen thron bereit, Freuen sich der seligkeit, Deinen willen zu vollbringen: Nur der mensch erkennt's pflicht. oft nicht für sein glück und seine 7. Drum laß mich, herr, mit treuem herzen Dir folgen, dir gehorsam seyn; laß im glücke, wie in schmerzen, Stets treu mich deinem dienste weihn: So bin ich glücklich in der zeit, Und selig in der ewigkeit. 3. Oft empört sich seine seele, Herr und schöpfer, wider dich. Deine herrlichen befehle Wirft er thöricht hinter sich, Läßt sich nicht von dir regieren; Klüger oft, nach seinem wahn, wählt er eine andre bahn, Die ihn soll zum heile führen: Aber seine bahn, sein sinn Führt ihn ins verderben hin. 4. Gott, laß es uns doch empfinden, Daß uns unser herz verführt, Daß die eitle lust der sünden Uns zuletzt den tod gebiert. Mach uns deinen willen wichtig, Führ' auf deine bahn uns hin, Lehr' uns jeden irrweg fliehn; Denn dein weg allein ist richtig. Mach uns unsern pflichten treu, Daß der wandel heilig sey. 5. So wird auch bei uns auf erden, Wie im himmel, dein gebot, Willig ausgerichtet werden, Heiliger und großer gott! Alle werke deiner hände Werden unterthan dir seyn, Alle deiner huld sich freun, Bis an deiner schöpfung ende. Denn, der deinen willen thut, Hat allein es ewig gut. 153 9) Vom Vertrauen auf Gott und Ergebung in seinen Willen. Mel. Nues ist an gottes: c. 339. Alles ist an deinem segen, Großer gott, allein gelegen; Du bist unser höchstes gut. Ueber alles hoch dich schätzen Und auf dich die hoffnung setzen, Giebt allein getroften muth. 2. Der du mich bisher ernähret, Manche freude mir gewähret, Bist und bleibest ewig mein. Du mein vater und regierer, Wirst mein helfer und mein führer Durch mein ganzes leben seyn. 3. Sollt' ich ängstlich mich um sachen, Die mir sorg' und unruh machen Und vergänglich sind, bemühn? Ich will mehr nach gütern streben, Die mir wahre ruhe geben, Und im tode nicht entfliehn. 4. Auch die hoffnung kann erquicken. Was mir gut ist, wirst du schicken; Du bist herr der ganzen welt. Dir will ich mich froh ergeben, Glück und tribsal, tod und leben, Alles sey dir heimgestellt. 3. Gott fennet, was mein herz begehrt, und hätte, was ich bitte, Mir gnädig, eb' ich's bat, gewährt, Wenns meine wohlfahrt litte. Er sorgt für mich recht väterlich! Nicht, was ich mir ersebe, Sein wille nur geschehe. Mel. Was gott thut, das ist zc. 340. uf gott, und nicht auf meinen rath Will ich mein glück stets bauen, Und dem, der mich erschaffen hat, Mit ganzer seele trauen. Er, der die welt allmächtig hält, Wird mich in meinen tagen, Als gott und vater, tragen. 2. Er sah von aller ewigkeit, Wie viel mir nützen würde, Bestimmte meine lebenszeit, Mein glück und meine bürde. Was zagt mein herz? Ist auch ein schmerz, Der zu des glaubens ehre nicht zu beftegen wäre? 4. Sst nicht ein ungestörtes glück Weit schwerer oft zu tragen, Als selbst das widrige geschick, Bei dessen last wir flagen? Die größte noth Hebt einst der tod! Und ehre, glück und habe Verläßt uns doch im grabe. 5. An dem, was seelen glücklich macht, Läßt gott es keinem fehlen; Gesundheit, weltlust, ehr' und pracht, Sind nicht das glück der seelen. Wer gottes rath Vor augen hat, Dem wird ein gut gewissen Die trübsal auch versüßen. 6. Was ist der erden herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das leiden dieser zeit? Wie bald ist's überwunden; Hofft auf den herrn! Er hilft uns gern; Seyd fröhlich, ihr gerechten! Der herr hilft seinen fnechten. 5. Ist mein wunsch nach deinem willen, so wirst du ihn erfüllen, Und Mel. In allen meinen thaten ic. gewiß zu rechter zeit. Dir hab' ich nichts 341. Auf deine weishei Gott, deiner du soll es bleiben, Was du willst, ist seligkeit. 6. Soll ich hier noch länger leben, O so wollst du kraft mir geben, Mich um das recht zu bemüh'n, Was in ewigkeit bestehet, Alles irdische vergehet Und fährt wie ein strom dahin. güte trauen, Das schafft zufriedenheit. Wer kann mein wohl entscheiden? Wer schenkt mir beß're freuden, Als du, herr aller seligkeit? 2. Vor dir ist nichts verborgen; Wie sollt' ich ängstlich sorgen, Da du mein vater bist? Du, herr, gabst mir mein leben, und wirst mir alles geben, Was mir zur wohlfahrt nöthig ist. 3. Wir streben oft nach dingen, Die, wenn sie uns gelingen, Des unglücks quellen sind. Ein schein, der uns bethöret, Und unsern stola vermehret, Macht uns für wahre güter blind. 4. Der hang zu eitelkeiten Stört doch zu allen zeiten Die wahre seelenrub. Wann wir dir unser leben, O vater, übergeben, Dann fließt dem herzen frieden zu. 5. Dein rathschluß sey mein wille, Ich will in heil'ger stille Mich deiner Milli 154 Zweite Abtheilung. verfict freun. Dein eriges erbarmen, und bahn, Der wird auch wege finDein beistand soll mir armen Zufriedenheit und muth verleihn. den, Die bein fuß gehen kann. 6. Laß mich nicht zweifelnd wanken, Wenn traurige gedanten Mir deinen troft entziehn. Ich werde nie vergebens Zu dir, herr meines lebens, Mit findlichem vertrauen fliehn. 2. Dem berrn mußt du vertrauen, Wenn dir's soll wohlergehn, Auf ihn mußt du stets schauen, Wenn dein werk soll bestehn: Mit sorgen und mit grämen, Und mit selbsteigner pein Läßt gett sich gar nichts nehmen; Es muß erbeten seyn. 7. Erleicht're eine leiden Durch deines geistes freuden; Durch muth und hoffnung mir. Drückt mich die last ber schmerzen, Dann sprich zu meinem herzen! Sch, dein erretter, helfe dir. 8. Was sollt' ich mich betrüben? Den Menschen, die dich lieben, Muß alles segen seyn. Ich bin ja dein erlöfter; Sonst weiß ich feinen tröster, Sonst keinen schuß, als dich allein. 3. Und nimmt der tod mich hin, Ist's dennoch mein gewinn, Ich weiß, an wen ich glaube, Er läßt mich nicht im staube. Es mag der leib erfalten; Den geist wird gott erhalten. 4. Mein heiland, jesu chrift, Der du aus liebe bist Für mich am freuz gestorben, Du haft mir heil erworben: Du schenkst nach allem leiden Den deinen ew'ge freuden. 5. Ich harr' und trane dir, Einst schenkst du sie auch mir. Ich habe dein versprechen, Das kannst du nimmer brechen. Auch ich bin, wenn ich sterbe, Des ew'gen lebens erbe. 3. Dein ang', o gett der gnide! Sieht immer ungeschwächt, was gut sey oder schade Dem sterblichen geschlecht. Und was du dann erlesen, Dein rath für's beste hält, Bringst du zum stand und wesen, Wie es dir wohlgefällt. mel. Wo soll ich hin, weil zc. 342. Auf meinen lieben gott ſprießlich ist, willst thun. Trau ich aller noth. Die ihn um rettung flehten, Verließ er nie in nöthen. Er wird mein unglück wenden, Es steht in seinen händen. 2. Auch beim gewissens schmerz Verzaget nicht mein herz. Auf christum will ich bauen, Und fest auf ibn vertrauen; Ihm bleib' ich stets ergeben Sm tode wie im leben. Bekannte Melodie. Sefiehl du deine wege, 343. Und was dein herze tränkt, Der treuen vaterpflege Deß, der den weltfreis lenkt: Der wolten, fluth und winden Giebt ordnung, ziel 4. An mitteln und an wegen Fehlt dir's, allweiser, nicht: Dein thun ist guad' und segen, Dein gang ist recht und licht: Dein werk kann niemand hindern, Du kannst nicht träge ruhn, Wenn du, was deinen findern Er5. lind wollten welt und teufel Hier tesbaft widerstehu; So wird doch ohne zweifel Gott nicht zurücke gehn: Was er sich vorgenommen, Und was er haben will, Das muß doch endlich kommen zu seinem zweck und ziel. 6. Hoff, o bedrängte seele! Hoff' und sey unverzagt! Gott weiß es, was dich quäle, Den fummer, der dich nagt; Er wird dich ihm entrücken, Erwarte nur die zeit! Bis dich mit bolden blicken Sein angesicht erfreut. 7. Auf! wehre deinem schmerze, Der sorgen bange nacht. Laß fahren, was das herze Betrübt ud traurig macht: Bist du doch nicht regente, Der alles führen sou; Gott sitzt im regimente, Und führet alles wohl. 8. Ihn, ihn laß thun und walten, Er ist ein weiser fürst; Und wird sich so verhalten, Daß du dich wundern wirst, wenn er, wie's ihm gebühret, mit wunderbarem rath Das werk hinaus geführet, Das dich bekümmert hat. 9. Er wird zwar eine weile Mit seinen trost verziehn, Und thun an seinem theile, Als hätt' in seinem sinn Er deiner sich ergeben, und sollst du für und für In angst und nöthen schweben; Als fragt er nichts nach dir. 9. Tom Vertrauen auf Gott. 155 10. Wird's aber fich befinden, Daß 6. Gott zählet deine zähren, Und du ihm tre verbleibst; So wird dein leid verschwinden, Da du's am mind sten gläubst: Er wird bein herz erlösen Von der so schweren fast, Die du zu feinem bösen Bisher getragen haft. wird, was gut ist, çern Auch deinem wunsch gewähren; Harr in geduld des herrn, Der's niemals böse meinet, Hoff' unverzagt auf ihn; Wann seine zeit erscheinet, Wird deine wohlfahrt blühn. 11. Wohl dir! denn deine treue 7. Ergieb dich ihm mit freuden, Sey Trägt da den fieg davon; Sieh muthig auf, und freue Dich über ihren lohn: Gott schmückt mit siegespalmen Gewiß einst deine hand, Und du singst freudenpsalmen Dem, der dein leid gewandt. stark durch seine fraft! Sey auch zur zeit der leiden Ein chrift und tugendhaft! Und dann ergreif im glauben Den trost der ewigkeit. Wer kann dir diesen rauben, Der allen gram zerstreut? 12. Herr! mach' ein fröhlich ende 8. Sey froh! bein gott regieret, Mit aller unsrer noth, Und reich uns deine hände 3m leben und im tod. Etets laß uns deiner pflege Und treu empfohlen seyn: So gehen unsre wege Gewiß zum himmel ein. Taalwatson Sein rath ist wunderbar: Einft wirst du überführet, Daß er der beste war. Will auch dein herz oft wanfen, Als dädt er deiner nicht. Wirst du ihm doch einst danken. Er hält, was er verspricht. In voriger Melodie. 344. Chrift, alles, was dich fränket, Befiehl getrost dem herrn! Er, der die himmel lenket, Ist auch von dir nicht fern. Erwach' aus deinem schlummer, Zu gott erhebe dich! Er siehet deinen fummer, Und liebt dich väterlich. 2. Sind's sünden, die dich schmerzen, So fühle deine schuld, Doch trau' mit ganzem Herzen Auf deines mittlers huld. Zu wahrer ruhe führet Die reu', die gott gefällt; Allein den tod gebieret die traurigkeit der welt. 3. Trau' gott, nicht deinen schlüssen, Die wahl des besten zu. Sprich, wer wirts besser wissen, Dein schöpfer, oder du? Er weiß ja, was dir fehlet In jedem augenblick; Was er, dein vater, wählet, Das dient zu deinem glück. 4. Der gott, auf deſſen fegen Dein ganzes stets in wegen Gerecht und weis' und gut: Und was er seinen findern Zu ihrem heil erfah, Kann fein erschaffner hindern! Wann er gebeut steht's da. 5. Bergeblich toben feinde Auch noch so fürchterlich, Hast du nur ihn zum freunde, Ist er, dein gott, für dich. Wer gleicht ibm? seinen winten Gehorchen erd' und meer! Laß deinen muth nicht sinken, Dein schirm und schild ist er. 9. Wie, sollt er dein nicht denken, Er, der dich kennt und liebt? Nicht trost und glück dir schenken; Er, der so gerne giebt? So gern mit seinem segen Der menschenherz erfreut. Auch auf den rauhsten wegen Führt er zur seligkeit. 10. Mit ruhigem gemüthe Verlaß auf ihn dich fest, Und wiss, daß seine güte Dich ewig nicht verläßt. Er will nach einer weile Dich desto mehr erfreun; Zu deinem größten heile Verzeucht er; harre sein! 11. Wohl dir alsdann, du treuer, Wie groß ist einst dein lohn! Dein richter, dein befreier Neicht dir die fiegeskron. Auf kurze prüfungstage Folgt ewger preis und dank; Dann schweiget jede flage und wird ein lobgesang. e el. Aus tiefer noth screi' ich 20. 345. Du hast, mein bater und mein gott! dein wort belehret, Daß deine hand der frommen noth Dereinst in freude febret; Und daß ich alles, was mich fränkt, Auf dich, der unser schicksal lenkt. Mit zuversicht soll werfen. 2. So will denn, auf dein wort, auch ich Der sorgen mich entschütten. Erhöre, gott, mein vater! mich, Erbör' mein findlich bitten. Gieb meiner seele wahre ruh. Was mich bekümmert, lenfe du Zu meinem ew'gen besten. Tungg 156 3. Der sorgen macht hat freilich oft| Mich übermeistern wollen. Stets hab' ich nicht auf dich gehofft, Wie ich wohl hoffen sollen. Mein gott, wie groß ist meine schuld! An dir hab ich durch ungeduld Vielfältig mich verfündigt. 4. Erbarmender! vergieb es mir Nach deiner großen güte; Erfülle mit vertraun zu dir Mein schüchternes gemüthe. Gieb, daß ich freudig hoff' auf dich, Du werdest nie, als vater, mich Verlassen noch versäumen. Zweite Abtheilung. 5. Seb' ich schon keine wege noch Zur rettung vor mir offen; Auch da laß mich, mein retter! doch auf deine bülfe hoffen. Du bleibst doch immer groß an rath, Und immer mächtig auch an that, Mein bestes zu besorgen. 6. Dies sey mein trost, dies sey mein licht, Wenn mich die sorgen kränfen. Erfüllst du meine wünsche nicht, So laß mich gläubig denken, Daß mir's nicht gut gewesen ist. Weil du die höchste weisheit bist, So schickst du stets das beste. 7. Was hier mir fehlt, das wirst du mir Auf's reichlichste ersetzen, Wenn ew'ge freuden mich bei dir In deinem reich ergötzen. Da ist mein erb' und höchstes gut, O, stärke mir dadurch den muth Bis an mein selig ende. 2. Wer wollte dir, herr, nicht vertrau'n? Du bist des schwachen stärke. Die augen, welche auf dich schau'n, Sehn deiner weisheit werke. Herr, groß von rath Und stark von that! Mit gnadenvollen händen Wirst du mein glück vollenden. 4. Hoff', seele, hoffe nur auf gott, Des sünders trost verschwindet, Wenn der gerechte in der noth Die gunst des schöpfers findet. Wenn jener fällt, Ist er ein held, Er steht, wenn jene zittern, Als fels in ungewittern. 5. Drum werf' ich nicht die hoffnung hin, Die mir mein glaube reihet. Wie elend, die zu menschen flieh'n! Wohl! wer von gott nie weichet! Mein heiland starb; Er, er erwarb, Durch seine todesleiden, Mir ew'ge himmelsfreuden. 6. Getrost bin ich, wenn um mich ber Sich ungewitter sammeln! Du hilfst, gott, wenn wir freudenleer Zu dir um gnade stammeln, Die zeit der qual, Der thränen zahl! Zählst du, du wiegst die schmerzen Und wälz'st sie von dem herzen. Me!. Was gott thut, das ist: c. zuMel. Alle menschen müssen sterben 2c. 346. Dverficht, Mein einz' ger 347. Gott der wahrbeit, deſſen treue trost im leben. Mir fehlt es nie an troft und licht, Weil ich mich dir er geben; Du bist mein gott, Auf dein gebot Wird meine seele stille; Denn gut ist stets dein wille. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, Verlassen sehen müssen: Du läßt ihn, wenn ihn noth umgiebt, Doch deinen trost genießen. Des frommen herz Wird frei von schmerz. Der sünder böses dichten Pflegst du oft zu zernichten. 7. Herr, du bist meine zuversicht; Auf dich hofft meine seele. Du giebst, was meinem glück gebricht, Giebst, daß ich mich nie quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger! verlassen, und muth und hoffnung fassen. 8. In deine hand befehle ich mein wohlseyn und mein leben. Mein hoffend auge blickt auf dich: Dir will ich mich ergeben. Sey du mein gott; Und einst im tod Mein fels, auf den ich traue, Bis ich dein antlitz schaue. stützt und hält! Ich erkenn' es voller reue, Daß mich kleinmuth oft befällt. Ach, mein herz hängt noch an dingen, Die nie wahre ruhe bringen; Und wie oft vergeb' ich mich, Alengstlich zweifelnd wider dich! 2. Gott, vergieb mir diese fünde; Nimm die kleinmuth von mir bin, Schenke, vater, deinem finde Einen dir ergebnen sinn, Der von dir nur bülfe beischet, Den nicht falsche hoffnung täuschet, Die das herz auf's eitle zieht Und so schnell wie rauch verflieht. 3. Laß mich gram uud sorgen meiden, Weil dein auge für mich wacht, Und du schon in manchen leiden Mit mir alles wohl gemacht! Laß mich auf dein 9. Vom Vertrauen auf Gott zc. wort stets hoffen, Das doch immer eingetroffen. Gott, wer deinem wort nicht traut, Hat auf leichten sand gebaut. 4. Laß mich fest im glauben werden, Daß dein wort wahrhaftig sey; O, so werd ich hier auf erden Von so mancher unruh frei. Dann werd' ich, gott, mit vertrauen Stets auf deine hülfe schauen; Dann wächst meine zuversicht Und die hoffnung trügt mich nicht. 5. Auch erhebt sie meine seele Selbst noch über tod und grab, Wenn ich den zum führer wähle, Der sich einst auch für mich gab. Er, der siegreich auf erstanden, Macht mich los von todes banden, Filhrt mich zu dem leben ein; Wo fein leid wird weiter seyn. 6. Muß ich gleich noch hier auf erden, Gott, vor dir ein pilgrim seyn, Wirst du doch von den beschwerden Dieser zeit mich einst befrei'n. O erwünschte sel'ge stunden! Ewig aller noth entbunden, Werd' ich dich, mein heiland, seh'n, Und, wie du, zur freud' eingeh'n. 157 4. Uns bleibt oft, was uns nitßt, verborgen. Wer hat es je genau er= kannt? Wie oft sind unsre wünsch und sorgen Voll thorheit und voll unverstand! Wer kann, was seinem wohlergehn Zum schaden dient, ganz übersehn? 5. Nur du, gott, kennst und wählst das beste. O vater, mache selbst mein herz In dieser überzeugung feste; So ehr' ich auch im größten schmerz Dich stets mit der entschloffenheit: Was gott will, das gescheh' allzeit. 6. Die stunde wird gewiß doch kommen, Da mich vollkommnes glück erfreut. Denn einmal führst du deine frommen Zur völligen zufriedenheit. Und dann wird ihnen offenbar, Daß nur dein rath der beste war. 3. Drum laß mich stille seyn und hoffen, Wenn du mir prüfung haft bestimmt. Dein vaterherz steht dem doch offen, Der zu dir seine zuflucht nimmt. Wer hier treu deinen willen thut, Mit dem machst du's auch immer gut. 7. Da ernt' auch ich von meinen plagen Die sel'gen früchte ewig ein! Da wird mein herz statt aller flagen, Nur voll des frohen lobes seyn; Der herr, der für mein heil gewacht, Hat alles mit mir wohl gemacht. 7. Laß mich fröhlich darauf hoffen, Herr, herr, meine zuversicht! Bis das 349. und finn Mein herz Mel. Was mein gott will, das ic. ch hab' in alles eingetroffen, Was auch mir dein wort verspricht. Auf dich, quelle alles lebens, Harrt der glaube nie vergebens! Was wir glauben, schauen wir Einst gewiß, o herr, bei dir. und sinn ergeben. Was böse scheint, ist mir gewinn, Der tod selbst ist mein leben; Denn gott ist mein, Und ich bin sein. Was ist wohl, das mir schade? Ob er gleich schlägt, Und freuz auflegt, Ist doch sein thun voll gnade. 2. Das kann mir nimmermehr, Mel. Wer nur den lieben gott 2e. err, mache meine 348. Hie! Was mich hie- Mein vater muß mich lieben; Läßzt er nieden fränkt und drückt, Das ist dein weiser rath und wille, Der nichts zu meinem schaden schickt. Du bist, der alles ändern kann, Und was du thust, ist wohlgethan. auch oft mich freudenleer, So will er mich nur üben Und mein gemüth In seiner güt' Gewöhnen, sich zu faffen; leb' ich geduld, Trau seiner huld, Wird er mich nicht verlassen. 2. Auch auf den allerrauhsten wegen Führst du mich zur glückseligkeit; Bon jeder trübsal ernt' ich segen, Ist dir nur, gott, mein herz geweiht. Ihr ausgang wird erfreulich seyn, Sieht's gleich mein blöder geist nicht ein. 3. Ich bin ja nicht von ungefähr Entsprungen aus der erden: Gott ist's, der mich zu seiner ehr' Das, was ich bin, ließ werden. Gab er das seyn Dem leib allein, der kurze zeit nur währet? Nein, auch dem geist, Der jetzt ihn preist, und der ihn ewig ehret. 4. Und wer erhält mit allgewalt Mir jede kraft zum leben? Wär' ich nicht längstens tobt und kalt, Wenn mich nicht gott umgeben Mit seinem arm, der alles warm, Gesund und Zweite Abtheilung. 158 fröhlich machet? Was er nicht hält, Das bricht und fällt; Was er erfreut, das lachet. 5. Bei ihm ist weisheit und verstand Mehr, als wir menschen faffen; Er bat von ewigkeit erkannt, Was er will kommen lassen. Er weiß, wann freud', Er weiß, wann leib Uns, seinen fin dern, diene, Und was er thut, Ist alles gut, Ob's noch so traurig schiene. 6. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, Was sinnenlust begehret, Ais sey mit einer großen last Dein lebensgang beschweret; Hast spät und früh Viel sorg und müb Auf selbstgewählten wegen, Und denkest nicht, Daß, was geschicht, Geschehe dir zum segen. 7. Es kann bei lauter sonnenlicht Das feld nicht früchte tragen; So reift auch menschen wohlfabrt nicht Bei lauter guten tagen. Wie bitter sey Die arzenei, Schafft sie doch neues leben; So muß das leid zu neuer freud' Und wahrem glück erheben. 8. Ei nun, mein gott, so fall' ich dir Getroft in deine bände. Mimm mich, und mach' es so mit mir Bis an des lebens ende, Wie dir's gefällt, Der du die welt Nach weisem rath regiereft, Und so auch mich Stets väterlich Auf richt'gem pfade führest. 9. Willst du mir geben sonnenschein, So nehm' ich's an mit freuden: Soll's aber schmerz und trübsal seyn, Will ich's geduldig leiden. Willst du allhier Noch länger mir Des lebens kraft erhalten; Wie du mich führst und führen wirst, So laß ich gern dich walten. 10. Auch noch in tode bin ich dein, Bor ihm soll mir nicht grauen; Er führt zum bessern leben ein, Er ist der weg zum schauen. Du bist mein hirt, der alles wird zu solchem ende fehren, Daß ich mit dank Und lobgesang Dich ewig werde ehren. el. Wer nur den lieben gott 2c. ein 2. Räum alles teg aus meiner seelen, Was deinem willen widerspricht, und wollte mirs sich auch verbeblen, So stelle du mir selbst ins licht, Was mir noch fehlt an findessinn, Und neige dann mein herz dahin. 3. Hilf mir in geist und wahrheit sprechen; Du bist mein vater, licht und heil, Berzeibst mir gnädig meiner schwächen, llnd schenkst auch mir an chrifto theil; Du bist mein allerbester freund, Der's treu und redlich mit mir meint. 4. Denn darf ich mich dein find nur nennen, Bist du mein bater und mein freund; So muß mir alles nützen können, Was mir auch noch so böse scheint. Das bitterste wird mir versüßt, Wenn du nur, gott, mir gnädig bist. 5. Drum gieb, daß ich dir kindlich traue, Und demnthsvoll, doch unverzagt, Mein hoffen sicher darauf baue, Was dein so theures wort mir sagt. Dein geist erkläre meinem geist, Was deine vatertrene heißt. 6. Sch bin ja auf so viele weise, Mein herr und gott, dein eigen thum; Drum gieb, daß ich, zu deinem preise, Und deines großen namens ruhm, Dir biene in gerechtigkeit Mit williger ergebenheit. 7. Du schaffst das wollen und vollbringen, Von dir kommt weisheit und verstand; Drum reiche mir in allen dingen Aus gnaden deine vaterband. Erbarme meiner schwachheit dich Und stärk' zu allem guten mich. 8. Legst du was auf, so bilf's auch tragen. Gieb mir geduld in leidenszeit, Und sey in gut und bösen tagen, Mein trost und meines herzens freud'. Gieb bemuth, einfalt, lieb und zucht; Was unrecht ist, das sey verflucht. 9. Nun, berr, du siehest mein bestreben; Verleih' mir deines geistes traft! Du willst sie ja dem gerne geben, durch 350. am allerbesten Das, was mir gut und nützlich ist; Du bleibst, ist auch die noth am größten Mein helfer, wie bu's ewig biſt. Gieb, daß 351. Mein fhuis ist gott; it menscheuhidfe baula a boff auf ihn er fennet mich. Shm Dann zeigt mein reblich frommer finn, Daß ich dein ewig bleib und bin In voriger welodie. 9. Bom Vertrauen auf Gott 2c. 159 fehlte, die seinen zu erhalten, An er auch gewähren, Was unsern leib mitteln nie, und sein bin ich; Sch ernähren, Den geist erfreuen kann. gründe meine zuversicht Auf diesen fels und wanfe nicht. 2. Was quäl ich mich? bin ich ein heide, Der ohne gott und hoffnung ist? Nein, das ist meines herzens freude, Daß du, o gott, mein belfer bist. Hilf, mein erbarmer, stärke mich; Denn nichts vermag ich ohne dich. 3. Der Herr erzieht hier seine finder Zur ewigkeit mit weiser huld; Er schont, er züchtigt viel gelinder, Alls wir verdient, und hat geduld; Er hat nicht lust an unserm schmerz; Ganz anders. denkt sein vaterherz. 4. Die lieb' ist gott! wie kann ich zagen? ab er für mich nicht jesum christ? Was könnte mir ein gott versagen, Der so unendlich giltig ist? Erhabner trost, der nimmer trügt, Und jeden zweifel überwiegt! 5. Ich harre seiner und bin stille. Wie bald verstreicht die prüfungszeit! Dann schöpf' ich dort aus seiner fülle Unendliche zufriedenheit. Er leite mich nach seinem rath, Wie er mir zugesaget hat. 5. Lobt ihn mit herz und munde, Shn, der uns beides schenkt.( Sesegnet ist die stunde, Darin man sein gedenkt; So braucht man recht die zeit. Wir sollen ja auf erden Durch ihn schon selig werden, Noch mehr in ewigkeit. 6. Mag doch die welt vergeben Mit aller ihrer pracht! Das gliick bleibt ewig stehen, Das gott mir zugedacht. Zwar schließ ich hier den lauf; Doch, wenn ich nun im grabe Genug geruhet habe, Weckt er mich wieder auf. 7. Die seel' ist unverloren In gottes vaterhand: Der leib wird neu geboren Zum bessern vaterland; Wie selig werd ich seyn! Mit gott und seinen frommen Coll ich mich da vollkommen, Soll ich mich ewig freun. 8. Ob ich gleich nun auch dulde Viel leiden dieser zeit, Wie ich's auch oft verschulde, Rommt doch die ewigfeit. Co großer freuden voll, Die, da ich christuin tenne Und mich von ihm nicht trenne, Mein erbtheil werden soll. 9. Das ist des vaters wille, Der uns erschaffen hat: Aus seines Sohnes fülle Empfahn wir gnad' um gnad'; Er giebt uns seinen geist, Damit er In bekannter Melodie. 352. Von gott will ich nicht uns regiere, Die bahn zum himmel lassen; er sey der herr gepreist! 3. Shm, ihm will ich vertrauen Auch in der schwersten zeit. Auf seine hülfe bauen; Er wendet alles leid. Ihm sey es heimgestellt; Leib, seele, gut und leben Will ich ihm über geben! Er mach's, wie's ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts gefallen, Als was uns nützlich ist: Gut meint er's mit uns allen: Er gab uns jejum christ. Hat er so viel gethan, So wird läßt mich nicht; Sm fummer mich zu fall nest mir hülfreich bei! Mit jedem 353. Wa Flagen Ulind in der Nel. In allen meinen thaten 2c. as ich fassen, er mir und licht. Er neuen morgen Weiß er mich zu versorgen, Ich sey auch, wo ich sey. noth verzagen? Der höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner seele Kein wahres wohlseyn feble. Genug zum trost, mein berz, für dich! 2. Wenn menschen- gunst und liebe In faitsinn sich verkehrt, Bleibt er voll mitleidstriebe, Er, der mein flehen bört. Er hilft in jeder noth, Hilft von der sünde banden, Befreit von ihren schanden Und rettet selbst vom tod. 2. Was nützt es, ängstlich sorgen Und jeden neuen morgen Mit neuem kummer sehn? Du, vater meiner tage, Weißt, eb' ich dirs noch sage, Mein leid und auch mein wohlergebn. 3. Auf deine hand zu schauen, Dir kindlich zu vertrauen, Das, herr, ist meine pflicht. Sch will ste treulich üben Und dich, mein vater, lieben; Denn du versäumst die deinen nicht. 4. Der du die blumen fleidest Und alle thiere meidest, Du fóöpfer der natur! Weißt alles, was mir fehlet. Zweite Abtheilung. 160 Drum, seele, was dich quälet, Befiehl dem herrn, und glaube nur. 5. Herr, alle meine sorgen, Die noth, die oft verborgen An meinem herzen nagt, Werf' ich auf dich, den treuen; Du weißt den zu erfreuen, Der fromm nach deiner hülfe fragt. traurigkeit. Wer gott, dem allerhöchsten, traut, Der hat auf keinen sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren sorgen, Was hilft uns unser web und ach? Was hilft es, daß wir alle morgen Beseufzen unser ungemach? Wir machen unser kreuz und leid Nur größer durch die traurigkeit. 3. O halte doch dem höchsten stille, Und sey mit seinem rath vergnügt, Erwarte, wie sein guter wille, Wie sein' allwissenheit es fügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, Der weiß am besten, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten freudenstunden, Weiß, wenn uns hülfe nützlich 8. Du führest, herr, die deinen Riesey? Wenn er uns nur hat treu erfunso, wie sie es meinen; Nein, nur nach den, Geduldig, ohne heuchelei, So deinem rath. Ob ich mich auch betrübe, kommtt er, eh' wir's uns versehn, Und Bleibt doch dein rath voll liebe; Das läffe: uns viel gut's geschehn. zeigt der ausgang mit der that. 9. Wenn ich hier tiefen sehe, Und es nicht ganz verstehe, Was du mit mir gethan, Kann ich doch deß mich trösten: Du nimmst mich, mich erlösten, Gewiß dereinst zu ehren an. 5. Denk' nicht in deiner trangfalshitze, Daß du von gott verlassen seyst, Daß ihm nur der im schooße sitze, Den alle welt für glücklich preist; Die zufunft ändert oft sehr viel und setzet jeglichem sein ziel. 10. Dort bei den frommen schaaren, Dort werd' ich es erfahren, Wie gut du mich geführt. Da sing' ich dir mit freuden, Sach überstanbnem leiden, Den dank, der deiner huld gebührt. 6. Es find ja gott sehr leichte sachen, Und seiner allmacht gilt es gleich, Den reichen klein und arm zu machen, Den armen aber groß und reich; Er ist der herr, der jedermann Gar bald erhöhn, bald stürzen kann. 7. Sing', bet' und geh' auf gottes wegen, Verrichte deine pflicht getreu! Trau ihm und seinem reichen segen, So wird er bei dir werden neu. Denn wer nur seine zuversicht Auf gott sett, den verläßt er nicht. 6. Wenn meine augen thränen, Und sich nach hülfe sehnen, So flag' ich dir's, dem herrn: Dir, vater, bir befehle Sch jeden wunsch der seele. Du hörst, du hilfst, du fegneft gern. 7. Der du mir hier im leben Schon größres heil gegeben, und deinen sohn geschenkt: Du wirst mir alles schenken, Und mir zum besten lenken, Was mich befümmert, quält und fränkt. In bekannter Melodie. 354. We er nur den lieben gott läßt walten, und hoffet auf ihn allezeit, Den wird er wunderbar erhalten In aller noth und 10) Vom Gebäte. Mel. Wer nur den lieben gott ac. oder: Du weiser schöpfer 2c. was dir nützt, geschehen, Ist dir zu helfen niemals fern; Und thut, so 355. Dein heil, o chrift, nicht du nur zu ihm flehst, Mehr, als bu du zu verscherzen, Sey bittest und verstehst. wach und nüchtern zum gebät! Ein 3. Weld' glück, so hoch geehrt kindlich flehn aus gutem Herzen Hat zu werden, und im gebät vor gott gott, dein vater, nie verschmäht; Er zu stehn! Der herr des himmels ist die liebe selbst, und hört, Was und der erden, Bedarf der eines seiner finder herz begehrt. menschen flehn? Er will bloß deine seligkeit, Wenn er zu bäten dir gebeut. 2. Erhebe dich zu seinen höhen Mit dank und flehen oft und gern. Er läffet, 10. Vom Gebäte. 161 4. Sagt gott nicht: bittet, daß ihr mich zur seligkeit Der glaubenden nehmet? Ift des gebätes frucht nicht dein? Wer sich der pflicht zu beten schämet, Der schämt sich, gottes freund gerechten. zu seyn; Und fiößt das angebotne glüd selbst von 5. Sein glück von seinem gott begehren, Ist wahrlich keine schwere pflicht, und seine wünsche gott erklären, Gereuet sicher niemals nicht. Es giebt uns muth und stärkt die kraft Zur dämpfung jeder leidenschaft. 6. Sich in den leidensstunden stärten, In dem vertraun, das gott uns liebt, Im fleiß zu allen guten werken, Ist diese pflicht für dich betrübt? So triffst du nichts auf erden an, Das dauerhaft erfreuen kann. 7. Gott, laß mich nicht mein heil verscherzen, Gieb luft und kraft mir zum gebät, Und wenn mein mund aus gutem herzen Zu dir um hilf' und gnade fleht; So höre mich von dei nem thron Durch jesum christum, deinen sohn. Mel. Cei lob und ehr' dem ic. 356. ott, deine gülte reicht so weit, So weit die wolken gehen; Du krönft uns mit barmherzigkeit, Und eilst, uns beizustehen, Bist mächtig, väterlich gesinnt; Vernimm mein flehn, hör mich, dein find! Denn ich will vor dir beten. 2. Jch bitte nicht um überfluß und schätze dieser erden, Laß mir, so viel ich haben muß, Durch fleiß und arbeit werden. Gieb mir nur weisheit und verstand, Dich, gott, und den, den du gesandt, Und mich selbst zu erkennen. 3. Sch bitte nicht um ehr' und ruhm, So sehr sie menschen rühren. Des guten namens eigenthum Laß mich nur nicht verlieren! Mein wahrer ruhm sey meine pflicht, Der ruhm vor deinem angesicht, Und frommer freunde liebe. 4. So bitt ich dich mein herr und gott, Auch nicht um langes leben; Im glücke demuth, trost in noth, Das wollest du mir geben. Miß mir zu, wie du willst, die zeit; Nur führe Gvangel. Iuth. Mel. Was mein gott will, das ir. 357. Gott, beffen nam' ift, wie dein Ich wag's zu dir zu treten, Und will, als für mein eigenthum, Für andrer wohlfahrt beten. Für sich allein Beglückt zu seyn, Bringt christen nicht g'nug freuden; Drückt mich kein joch, So fränkt mich doch Des nebenchristen leiden. 2. Du schufft ja, was von adam stammt, Zum wahren glück und leben; Willst allen auch, von lieb entflammt, Die seligkeit gern geben. Erleuchte doch, Die jetzo noch, Bei dicken finsterniffen, Sich selbst allhier Den weg zu dir Durch sind und wahn verschließen. 3. Erweiche der verstockten herz, Befehre die verführten. Ach! daß sie doch der sünden schmerz, Und deine gnade spürten, Daß keiner nicht In dein gericht Und strenges urtheil fiele! Ach, leite fie Doch spät und früh Zum vorgesteckten ziele. 4. stärke die im glauben stehn, Und findlich dich verehren, Daß deinen weg sie freudig gehn: Und deinen ruhm vermehren. Hilf ihnen auf In ihrem lauf, Wenn ihre füße gleiten, Und lehre sie Des lebens müh Durch deine fraft bestreiten. 5. Hilf, daß die ganze christenheit Dich, als den höchsten, ehre, Daß weder hochmuth, haß, noch neid Dein heilig wort verkehre. Laß seine macht Des irrthums nacht, Der jünde reich bestreiten. Und seinen schall Sich überall Zu unserm glüc verbreiten. 6. Gieb, daß sich ehre, recht und reu 3m ganzen lande füffe; Daß jeder fromm und heilig sey Und richte jedes füße Vom sündensteg Zum himmelsweg, Daß deines namens ehre, Herr! durch dein wort Sich fort und fort Bei allen menschen mehre. 7. Die armen laß durch deine huld Sich ihrer arbeit nähren: Den kranten wollest du geduld, Betrübten troft gewähren. Wer dich verehrt, Sich redlich nährt, Dem wolleft du, herr, 11 Zweite Abtheilung. 162 geben Zu aller zeit Zufriedenheit, Glüld, hülfe, troft und leben. 8. Wir alle, vater, wir sind ja Ein werk von deinen händen; Laß nie, ist angst und tribsal da, Dein schutz sich von uns wenden. Du bist ja der, Dem nichts zu schwer; Drum sprich durch jesu namen Zu deren flehn, Die vor dir stehn, Dein ja, und mächtig amen. Mel. Bater unser im himmelreich 2c. 358. ott vater, an erbarmen du in einirrthum sind, bekehr. 3. Dein gnadenreich komm' in der zeit, Und einst das reich der herrlich feit. Steh' uns mit deinem geiste bei; Mach' uns von sündenknechtschaft frei. Dämpf aller feinde macht und wuth: Nimm deine firch' in deine hut. 179 ENGL 4. Dein will' gescheh' auf erden schon, Wie er geschieht vor deinem thron Mach' uns, o gott! in freud' und leid zu dem, was dir gefällt, bereit; Und wehr des fleisches übermuth, Das wider deinen willen thut. 5. Gieb uns heut' unser täglich brod! Du kennst am besten unsre noth Hilf uns, entferne frieg und streit, Pest, seuchen, mißwachs, theure zeit. Laß bei uns heil und friede blithn, Und laß uns geiz und sorgen fliehn. 6. Vergieb uns alle unsre schuld, Und trage doch mit uns geduld. Begnadiget vor dir dem herrn, Verzeihn wir unsern schuldigern, Und du thust auch barmherzigkeit An dem, der gern, wie du, verzeiht. 8. Mach' uns von allem übel frei, Daß unser beil vollkommen sey; Bewahr' uns vor dem ew'gen tod; Hilf uns in unsrer sterbensnoth; Vollende selig unsern lauf, und nimm uns in den himmel auf. tracht uns zugleich Als brüder heisfest, zu dir nahn, Wir rufen auf dein wort dich an. Doch laß, berr! unsers mundes flehn Aus unsres herzens fülle gehn. 2. Dein name müss' uns heilig sein; Dein wort erhalte bei uns rein; Damit, wie du heilig bist, Auch Mel. Vor deinen thron fret' ic. veilig fes ein jeder chriſt. Behit' uns, 359. tcht, Verwirf, o gott, mein flehen nicht: Vergieb mir alle meine schuld, Du gott der gnade und geduld. 2. Schaff' du ein reines herz in mir; Ein herz voll lieb und furcht zu dir; Ein herz voll demuth, preis und dank; Ein ruhig herz mein lebelang. 3. Sey mein beschützer in gefahr, Sch barre deiner immerdar; Wo ist ein iibel, das mich schreckt, Wenn deine vaterband mich deckt. 7. Herr! in versuchung führ' uns nicht, und wenn's im kampf an kraft gebricht; So hilf mit deiner starken hand, Und gieb uns kraft zum widerstand, Daß wir zuletzt als steger stehn, Und deiner guade ruhm erböbn. 9. Das reich, die kraft, die herrlichkeit Sst dein o herr, in ewigkeit. Wir alle sind dein eigenthum, Gebät erhören ist dein ruhm. Unendlich mehr, als wir verstehn, Kann stets durch deine hand geschehn. 10. Herr! amen! ja es werde wahr! Stärk' unsern glauben immerdar, Daß wir nicht zweifeln, unser flehn Durch deine gnad' erfüllt zu sehn. Ein freudig amen sprechen wir, O vater! auf das wort von dir. 4. Ich bin ja, herr, in deiner hand, Von dir empfing ich den verstand; Erhalt ihn mir, und durch dein wort Erleucht und leit' ihn immerfort. 5. Laß, deiner gülte mich zu freun, Sie stets vor meinen augen seyn, Laß meines glaubens mich zu freun, Ibn stets durch liebe thätig seyn. 6. Das ist mein glück, was du mich lehrst; Das sey mein glück daß ich zuerst Nach deinem reiche tracht und treu In allen meinen pflichten sey. 7. Ich bin zu schwach aus eig'ner kraft, Zur dämpfung meiner leidenschaft. Du aber ziehst mit traft mich an, Daß ich den sieg erlangen kann. 8. Gieb von den gültern dieser welt, So viel mir nicht und dir gefällt, Bei wenigem zufriedenheit, Zu meinem fleiße beiterkeit. 10. Vom 9. Schenkst du mir aber überfluß, So laß mich mäßig im genuß, Und, dürft'ge brilder zu erfreun, Mich einen frohen geber seyn. 10. Gieb mir gesundheit und verleih, Daß ich sie nütz' und dankbar sey, Und nie aus liebe gegen sie, Mich zaghaft meiner pflicht entzieh. 11. Erwede mir stets einen freund, Der's treu mit meiner wohlfahrt meint, Mit mir in deiner furcht sich übt, Mir rath und trost und beispiel giebt. 12. Bestimmst du mir ein längres ziel, und werden meiner tage viel: So sey, herr, meine zuversicht; Verlaß mich auch im Alter nicht. Gebäte. 163 6. Bet' oft, gott wohnt an jeder stätte; In keiner minder oder mehr. Denk nicht, wenn ich mit vielen bete, So find' ich ehr bei gott gehör. Ist nur dein wunsch gerecht und gut, So sey gewiß, daß gott ihn thut. 7. Doch säume nicht in den gemeinen Auch öffentlich gott anzuflehn, Und seinen namen, mit den seinen, Mit deinen brüdern, zu erhöhn. Fühl' der vereinten andacht werth, Die deine eigne stärkt und nährt. 8. Bet' oft zu gott für deine brüder, Für alle menschen, als ihr freund; Denn wir sind eines leibes glieder, Kein glied soll sein des andern feind; Solch bitten, das aus liebe fließt, Gefällt dem, der die liebe ist. 9. Bet' oft, so wirst du glauben halten, Dich prüfen und das böse scheun, An lieb' und eifer nicht erkalten, Und reich an guten werken seyn; Denn muth und fraft und seelenrub Domm betend oft und mit Sagst du, gott, dem, der bittet, zu. 10. Dies reize mich, vor dich zu treten Mit lob und dank, mit wunsch und flehn; Doch meine fehler bei dem beten Wollst du, mein vater, ilbersehn, Weil der, der dir zur rechten sitzt, Mich, als mein mittler, unterstützt. 13. lind wann sich wird mein ende nahn, So nimm dich meiner herzlich an, Und sey, durch christum, deinen sohn, Mein schirm und schild, mein großer lohn. Mel. Wer nur den lieben gott ic. 360. A vergnügen, chrift, K vor gottes angesicht. Laß keine trägheit dich besiegen In der erfüllung dieser pflicht. Sübe sie, zu gottes preis Und deinem beil mit treuem fleiß. 2. Bet' oft in einfalt deiner seelen; Gott sieht aufs herz, gott ist ein geist. Wie können dir die worte fehlen. Wenn In voriger Me odie. nur dein herz dich beten beißt; Der 361. Wer kann, gott, je was glaub' an gott und seinen sohn ihn, nicht leerer worte ton. gutes 3. Bet' oft zu gott und schmeckt' in freuden, Wie freundlich er, dein vater, hist; Bet' oft zu gott, und fühl im leiden, Wie treulich er das leid versüßt. Gott hört's, gott ist's, der hülfe schafft; Er giebt den müden trost und kraft. 4. Bet' oft und heiter im gemüthe, Schau dich an seinen wundern satt; Schau auf den ernst, schau auf die güte, Womit er dich geleitet bat. Oft irrtest du, er trug geduld; Erkenn' und preise seine buld. 5. Bet' oft, durchschau mit frohem muthe Die herzliche barmherzigkeit Deff', der mit seinem theuern blute Uns vom verderben hat befreit: Und eigne dir, zu deiner rub' Und beiligung sein opfer zu. nicht von dir den ursprung hat? Du bist der geber aller gaben, und immer groß an rath und that. Du willst, daß mit gebät und flehn Wir stets auf deine hülfe sehn. 2. Drum fomm ich auch mit meinem beten, gott, vor deinen heil'gen thron. Wie freudig kann ich vor dich treten, Denn mich vertritt bei dir dein sohn; Durch ihn bin ich voll zuversicht, Mein schwaches flehn verwirfst du nicht. 3. So gieb mir denn nach deinem willen, Was deinem finde heilsam ist; Sur du kannst mein verlangen stillen. Weil du des segens quelle bist. Vor allen dingen sorge du Für meines geistes wahre ruh'. 4. Gieb mir beständigkeit im glauben, Laß meine liebe thätig sein. Will 11* Zweite Abtheilung. 164 etwas mir dies fleinod rauben, So schränke die versuchung ein, Und stärke mich mit fraft und muth, So sieg ich über fleisch und blut. 5. Bewahr' in mir ein gut gewissen, Ein herz zu dir voll freudigkeit; Ein herz auf's gute stets befliffen, Das sich vor deinem auge scheut; Und fehl' ich, gott, so zücht'ge mich, Zu meiner beff'rung, väterlich. 6. Ein herz, das in beglückten tagen, D vater, deiner nie vergißt; Ein herz, das unter noth und plagen Mit deinem rath zufrieden ist; Ein herz voll zuversicht zu dir, und voll geduld, verleihe mir. 7. Du wirst es alles weislich fülgen; Du weißt am besten was mir nützt. An deiner huld laß ich mir g'nügen, Die schwache mächtig unterstützt: Zufrieden, vater, folg' ich dir; Befest'ge diesen sinn in mir. 8. Soll ich auf erden länger leben, So gieb, daß ich dir leben mag. Laß mir den tod vor augen schweben; Und tommt dereinst mein sterbetag; So sey mein ausgang aus der zeit Ein eingang in die herrlichkeit. heil und segen giebst, Erheb' ich herz und hände. Was deine weisheit will und thut Nimmt stets ein gutes ende. 2. Ich weiß nicht was mir nützlich ist, Du weißt'st, der du mein vater bist, Und willst mein wohlergehen. Drum laß mich nie mit eigensinn Auf meinen wunsch bestehen. 3. Wenn unser blödes auge wählt, Dann wird sehr leicht das ziel verfehlt Nach dem wir ringen wollten, Wir suchen oft nach unserm wahn Das, was wir fliehen sollten. 4. Du willst, wir sollten voll vertraun Auf deiner vorsicht wege schaun, Und dir uns übergeben; Denn du, du sorgft mit vaterhuld Für unser ganzes leben. 5. Wo ist auch wohl ein beff'rer freund? Wer kann den, der verlassen scheint, Mit segen überschütten? Du, gott, thust überschwenglich mehr, Als wir verstehn und bitten. Mel. In dich hab' ich gehoffet 2c. mein gott, der du 9. Ich deine gnade schaun, 362.3id liebt, ir leben, und nicht auf menschenhülfe baun, Die uns so leicht betrüget. Gieb nur, daß sich mein schwaches herz Mit deiner huld begnüget. 10. Gabst du mir deinen sohn zum heil, So wirst du mir gewiß auch theil An deinem himmel schenken. Ich fann nun an die ewigkeit Im glauben freudig denken. 6. Du hast die welt in deiner hand; Dein unermeßlicher verstand Weiß alles wohl zu machen. Wie sollte deine vorsicht nicht Für meine wohlfahrt wachen? 7. Wenn deine macht für mich gebeut, Wie könnte meine sterblichkeit und ohnmacht mich erschrecken? Du wirst mich in gefahr und noth Mit deinem schuße decken. 8. Ach leite mich durch deine traft Auf meiner kurzen pilgrimschaft, Daß ich von dir nicht weiche, Den weg der tugend freudig geh, Und einst das ziel erreiche. 2. Lobt gott mit frohem jubelschall, Ihn, unser höchstes gut, Der große wunder überall, Auch an uns menschen thut. 11) Vom Lobe Gottes. Mel. Nun danfet all', und 2c. 3. Von unsrer zarten findheit an 363. Auf, chriften, bringet Hat er uns unterstüßt; Er, der allein uns helfen kann, Und gern uns hilft und schützt. preis und ehr' Dent herrscher aller welt; Dem mächtigen, der erd' und meer, Und alle himmel hält. 4. Aus seiner fülle nehmen wir Noch immer, was uns nährt, Und unsern seelen auch schon hier Zufriedenheit gewährt. 5. Er breitet stets auf unserm pfad Viel freuden um uns her. Die noth, 165 11. Vom Lobe Gottes. distonid womit sein weiser rath Uns priist,| Die sprache dankt ihr ihm allein, Und erleichtert er. wolltet nicht voll rühmens sein? 9. Wer ist gutthätiger, als er? Denn welche gabe sollt uns der Nicht schenken, der so sehr uns liebt, Daß er auch seinen sohn uns giebt? 10. Was gebet ihr nun ihm dafüir? Gebt ihm ein herz voll dankbegier, Das ganz in seiner lieb' entbrennt; Das ist es, was ihr geben könnt. 11. Auf christen! preist mit mir herrn. Wer preist nicht milde den geber gern? Gedenkt, was er an uns gethan; Wer ist, der ihn g'nug loben kann? 6. Er trägt nach güitger vaterart, Uns schwache mit geduld; Er züchtigt wohl, doch nie zu hart, Und schenkt uns gern die schuld. 7. Er weckt uns das gewissen auf, Ruft uns zur besserung, Und stärkt uns, achten wir darauf, Mit kraft zur heiligung. 8. Er bleibt uns treu; sein wort steht fest. Wer hier sich zu ihm hält, Kommt, wenn er diese welt verläßt, Zum glück der bessern welt. 9. Drum, christen, singt ihm preis und dank Für seine freundlichkeit. In bekannter Melodie. Dort preist ste unser lobgesang Noch 365. Hererr gott! wir danken loben wir! mehr in ewigkeit. dir! Dein, vater, ist in ewigkeit Das reich, die fraft, die herrlichkeit. Die welt, dein werk und eigenthum, Verkündigt deines namens ruhm. Der engel heer, die seraphim, Lobsingen dir mit hoher stimm'; Heilig ist unser gott! Heilig ist unser gott! Heilig ist unser gott, Der herr, herr zebaoth! 2. Weit über alle himmel weit, Geht deine macht und herrlichkeit; Sie, die den erdkreis wunderbar Bekehrten, deiner boten schaar; Sie deiner lehre märtyrer, Erheben ewig dich, o herr! Auch deine ganze christenheit Preist dich auf erden weit und breit, Dich, vater, auf der himmel thron, Und jesum, deinen eingen sohn, Sammt deinem geiste, dessen kraft Ein neues leben in uns schafft. 3. Du herr der ehren, jesu christ, Der du der sünder heiland bist, Du wardst, um unser trost zu seyn, Ein mensch, wie wir, doch sündenrein. Du hast den weg zu gott gelehrt, Des todes macht hast Du zerstört, Nun herrschest du in's vaters reich An majestät und gnad' ihm gleich. Im grabe läsfest du uns nicht: Du kommst bereinst und hältst gericht. 4. So bilf uns denn, dir dankbar seyn, Dir folgen und uns deiner freun. Einst sey im himmel ew'ges heil, Mit allen frommen, unser theil. Hilf deinem volt, herr jesu christ, Mel. Vom himmel hoch, da temm' ic. oder: Wenn gott zum haus nicht zc. 364. Auf christen! preist mit mir ten berrn! Wer preist, was herrlich ist, nicht gern? Er, den der ganze himmel ehrt, Jst unsers höchsten lobes werth. 2. Lobt ihn! sein ganzer nam' ist rubm; Unendlichkeit sein eigenthum. Dies grenzenlose meer von licht Durchschaut der höchste engel nicht. 3. Ja, freuet euch, ihn zu erhöhn; Solch lob ist heilsam, herrlich, schön, Es zeigt verstand, erfreut das herz, Und stillt im leiden unsern schmerz. 4. Wie wird der geist dadurch entzückt; Hinauf zum himmel hingerückt; Mit seinem hochberhabnen freund, Mit gott, stets inniger vereint. 5. Welch ein so herrlicher beruf, Zu dem gott selbst die engel schuf; Welch eine theure, süße pflicht, Die uns so reichen lohn verspricht! 6. Ja, pflicht ist's, daß ihr sein gedenkt, Ihr, denen er verstand geschenkt! Die ehre des verstandes ist, Daß ihr den ew'gen fennt und wißt. 7. Pflicht ist es, daß ihr ihn besingt, Die ihr von ihm ein herz empfingt, Das sich zu gott mit inbrunst nabu Und seine größe fühlen kann. 8. Auch euer mund, so oft er spricht, Erinnert euch an diese pflicht. BHUNDR nito Zweite Abtheilung. 166 Und segne, was bein erbtheil ift.| Leit uns durch unsre prüfungszeit, Bis zu der frohen ewigkeit. 5. Täglich, herr gott, wir loben dich, Dir heiligt unsre seele sich. Vor aller ungerechtigkeit Behüt' uns heut und allezei Sey gnädig uns, o treuer gott! Sei gnädig uns in aller noth! Wenn wir zu dir, erbarmer, flehn, So laß uns deine hülfe sehn. Auf dich steht unsre zuversicht; Verlaß uns auch im tobe nicht! Amen. 13. feele, die du zaghaft biſt, Sey froh und fasse muth, Gott, alles guten ursprung, ist llnd bleibt auch stets dein gut. 14. Er ist dein schutz, dein ewig theil, Sn finsterniß dein licht, In Mel. Nun danfet all' 2c. c 366. finge bir mit herz und aller noth bein troft und heil; Schafft mund, rath läßt nicht. herzens lust! Ich fing', und mach auch andern fund, Was mir von dir bewußt. 11. Du fenneft unsrer arbeit müh Und bist mit kraft nicht fern! Du förderst und vertilgst uns sie, Erfreuft und segneft gern. 12. Du füllst des lebens mangel aus Mit güitern, die bestehn, Wenn dieses leibes irdisch haus, Einst wird zu trümmern gehn. 2. Ich weiß, daß du von ewigkeit Die reiche quelle bist, Woraus uns allen jederzeit Viel heil und gutes fließt. 3. Was sind wir doch? was haben wir Von gütern aller art, Das uns, o vater, nicht von dir Allein gegeben ward? 15. Was tränfst du dich in deinem sinn, Und grämst dich tag und nacht? Nimm deine sorg' und wirf sie hin Auf den, der dich gemacht. 16. Hat er dich nicht von jugend auf Versorget und ernährt, Und wunderbar der dinge lauf Zu deinem glück gekehrt? 7. Allgültiger, allein von dir Fließt alles heil uns zu. Geschöpfe deiner hand sind wir, Und unser schutz bist du. 8. Du nähreft uns von jahr zu jahr, Bleibst immer gut und treu, Und stehest uns auch in gefahr Und nöthen gnädig bei. 9. Du trägst uns sünder mit geduld, Und strafft nie allzusehr; Ja endlich nimmst du unsre schuld, Und wirfst sie in das meer. 17. Er hat noch niemals was versehn In seinem regiment; Nein, was er thut und läßt geschehn, Das nimmt ein gutes end'. 18. Ei nun! so laß ihn ferner thun, Und red' ihm nicht darein; So wirst du hier in friede ruhn, Und ewig fröhlich seyn. 4. Du hast des himmels schönen bau So prächtig ausgeschmüct. Du bist's, der unser feld mit thau Und regen stets erquict. 5. Du sorgst für uns beim größten frost, Bei allem sturm und wind. Du machst, daß jährlich korn und most Für uns vorhanden sind. Mei. Nun lob' mein' seel', den ic. 6. Du giebſt uns leben und gedeihn. 367. Man lobt dich in der fille; Du schenkst mit treuter hand Den frieden, deß wir uns erfreun, In unserm vaterland. Denn du erhörst gebät, o- gott. Aus deiner segensfülle Fließt alle freud' und hülf' in noth. Nur du bist herr auf erden, Der frommen zuversicht; In trübsal und beschwerden Läßt du die deinen nicht. Drum soll dich freudig ehren Mein mund vor jedermann, Und deinen ruhm vermehren, So lang' er reden kann. 2. Es müsse dein sich freuen, Wer deiner gilte größe fennt; Und deinem dienst sich weihen; Wer jeſu chrifti namen nennt. Hoch seyft du stets gepriesen, Du bist's, der wunder thut, Und haft auch mir erwiesen Das, was 10. Das unglüd, das von ferne mir nüts' und gut. Drum geb' ich mich droht, Kehrst du so oft zurück, Und mit freuden Dir zum gehorsam hin. die schon gegenwärt'ge noth Verwan- Nichts soll mich von dir scheiden, So delft du in glütd. lang ich hier noch bin. 11. Vom Tobe Gottes. 167 3. Herr, du haft deinen namen leiteft mich nach deinen rath, Der nur Sehr herrlich in der welt gemacht. Wenn schwache zu dir famen; Haft du mit hülf' an sie gedacht. Auch mir half deine gnade. Herr, wie vergelt' ich's dir? Bleib auf des lebens pfade Noch fernerhin mit mir; So will ich dich erheben, Dich, der so gern erfreut, Und dir zur ehre leben Hier und in ewigkeit. mein heil beschloffen hat. 8. Von deiner gülte will ich singen, So lange sich die zunge regt; Dir will ich dank und ehre bringen, So lange sich mein herz bewegt; Und wird mein mund auch kraftlos seyn; So stimm' ich noch mit seufzen ein. 9. Dies schwache lob kann ich nur geben Nimm es, mein gott, in gnaden an, Bis ich in einem bessern leben Dich würdiger erheben kann. Da Mel. Wer nur den lieben gott 2c. 368. fönnt ich dich, mein steiget mit der engel chor Mein lebgott, recht preisen, gefang zu dir empor. Wie du des preises würdig bist! Könnt' ich dir gnug den dank beweiſen, Den dies mein herz dir herz, das deiner gütigkeit Eich täglich mit entzücken freut. 2. Wer überströmet mich mit segen? Wer theilt mir mit, was mir gebricht? Wer schützet mich auf meinen wegen? Wer schenkt dem geiste trost und licht? Wer giebt zu meinem thun gedeihn? Allgültiger, du bist's allein. 3. Zu zählen sind sie nicht, mein vater, Die werke deiner segenshand. Du warst schon lange mein berather, Eh' mein bedürfniß ich empfand Selbst eh' ich war, da maßest du Mir schon mein schicksal liebreich zu. 4. Du stärkst mir das geschenkte leben, und läss't es nie ganz freudenleer; Zum höhern glück mich zu erheben; Schickst du zwar manche trübsal her; Doch stehst du auch mit fraft mir bei. Daß ich nicht trost- und muthlos sey. Mel. Es ist das heil uns ic. 369. Sey lob und ehr' dem guth, vater aller güte; Dem gott, der alle wunder thut; Dem gott, der mein gemüthe Mit seinem reichen troft erfüllt: Dem gott, der allen jammer stillt. Gebt unserm gott die ehre! 2. Es danken dir des himmels heer, Beherrscher aller thronen! Und die auf erden, luft und meer, In deinem schatten wohnen, Die preisen deine schö pfersmacht, Die uns und sie hervorgebracht. Gebt unserm gott die ehre! 3. Was unser gott geschaffen hat, Das will er auch erhalten! Darüber will er früh und spat Mit seiner gnaden walten. In seinem ganzen fönigreich Ist alles recht und alles gleich. Gebt unserm gott die ehre! 4. Ich rief zum herrn in meiner noth! Ach gott, vernimm mein weinen; Da half mein helfer mir vom tod Und ließ mir troft erscheinen, Drum dank' o gott, drum dank' ich dir! Ach danket, danket gott mit mir! Gebt unserm gott die ehre! 5. Gott ist uns nah, und niemals nicht Von seinem volk geschieden; Er ist der frommen zuversicht, Ihr segen, heil und frieden. Mit vaterhänden leitet er Die seinen glücklich hin und her. Gebt unserm gott die ehre! 6. Ruft man die welt um hülfe an, Die sie doch nicht erzeiget, Dann hilft, der ewig helfen kann, Der schöpfer selbst, und neiget Die vatersaugen denen zu, Die sonsten nirgends finden 5. So oft hab' ich in meinen tagen Mit freud' und dank es schon verspürt, Wie du mich unter allen plagen Zwar wunderbar, doch gut geführt: Ich werd' in drohender gefahr Stets deines troftes licht gewahr. 6. Wie, sollt' ich denn nicht voller freuden Beständig deinen ruhm er höhn? Wie, sollt' ich, auch im tiefsten leiden, Nicht freudig tranend auf dich sehn? Und fiele selbst der himmel ein, So wirst du mein beschirmer seyn. 7. Drum reiß ich aus des fummers höhle Mein sorgendes gemüthe los, Und rufe mit erfreuter seele; Wie gut bist du, mein gott, wie groß! Du ruh. Gebt unserm gott die ehre! 168 Zweite Abtheilung. 7. Ich will mein ganzes leben lang, Mel. Nun danket alle Gott 2. I gott, dich freudig ehren, Einst fol- 370. So lang ich athme, gott, meinen deine himmel hören. Mein geist und leib erhebet dich: Mein ganzes herz erfreuet fich!( Sebt unserm gott die ehre! Will dein verbreiten. Das leben giebst du mir, Und glück von allen seiten. Du schenktest mir verstand, Der dich ertennen kann. Und boteft ew'ges heil Durch deinen sohn mir an. 8. Shr, die ihr christi namen nennt, Gebt unserm gott die ehre! Jhr, die ihr gottes macht erkennt, Gebt unſerm gott die ehre! Die falschen götzen macht zu spott; Der herr ist gott! der berr ist gott! Gebt unserm gott die ebre! 9. Kommt, laßt uns vor sein an gesicht Mit froher ehrfurcht dringen! Bezahlet die gelobte pflicht, Und laßt uns fröhlich singen: Der herr hat alles wohlbedacht, und alles recht und gut gemacht. Gebt unserm gott die ehre! 12) Von der Dankbarkeit gegen Gott. Mel. Vom himmel hoch da, 2c. oder: We gott zum haus nicht giebt. 371. Dich, herr und vater aller welt! Preist mein gesang, und dir misfällt Der frommen stammelnd danklied nicht, Dies, gott, ist meine zuversicht. 2. Schon früh warst du ein vater mir; Froh dant' es meine seele dir, Daß du auch jetzt mein vater bist, Der seines findes nicht vergißt! 3. Frith ward ich in der taufe schon 2. Was bin ich, gott der huld, Daß du so viel mir schenkest? Was ist der mensch, der staub, Herr, daß du sein gedenkest? Ja, du gedachtest, herr, Schon vor der welt an mich, Und denkst noch meiner stets, Regierst mich väterlich. 3. Ich freue mich in dir, Und tran auf deinen segen. Mein ganz bestreben sey, Zu gehn auf deinen wegen. Bis auf den letzten hauch Sey dir mein dank geweiht, Und einst vor deinem thron, Gott der barmherzigkeit. 6. Du bist und warest immerdar* Mein schutz, mein retter in gefahr, Der stifter meines wohlergebns, Und der erhörer meines flebns. Mel. In allen meinen thaten 2c. Geweihet dir und deinem sohn. Und 372. Dir dank ich für mein unterricht, Was gab mir der für kraft und licht! 4. Mich führte deine gütigkeit Langmüthig stets in dieser zeit, Und stürmte trübsal auf mich zu, Wer half mir überwinden? du. leben, Gott, mirs gegeben; Ich danke dir dafür, Du hast, von huld bewogen, Mich aus dem nichts gezogen; Durch deine gülte bin ich hier. 5. Du sabst mich stets voll güte an, Und ließ'st auf meiner pilgrimsbahn, Für mich so viele freuden blühn; Durch wohlthun mich zu dir zu ziehn. 7. Wie oft entfernt ich mich von dir! Doch du bliebst stets ein vater mir, Der, wenn ich reuvoll wieder kam, Voll huld mich, als sein kind, aufnahm. 8. Unzählbar sind und täglich neu Die proben deiner vatertreu. Dir fließt, o gott! der gern erfreut, Die zähre meiner dankbarkeit. 9. Gott, weil ich nichts vergelten kann, So nimm dies schwache opfer an. Aus pflicht und dank bin ich ganz dein; Mein leben müsse zeuge sein. 2. Du, herr, hast mich bereitet, Mich väterlich geleitet bis diesen augenblick. Du gabst mir frohe tage, Und selbst der leiden plage Verwandeltest du in mein glück. 3. Ich bin, herr aller dinge, Der treu viel zu geringe, Mit der du mich bewacht. Damit ich, staub und erde, Auf ewig glücklich werde, Hast du schon ewig mein gedacht. 4. Du hörtest schon mein sehnen, und zähltest meine thränen, Eb' ich 12. Bon der Dankbarkeit gegen Gott. 169 bereitet war; Eh' ich zu sein begonnte| 8. Ich danke dir für deinen sohn, Und zu dir rufen konnte, Da wogst Der für mich fünder starb, Und der du schon mein theil mir dar. zu deinem gnadenthron Den zutritt mir erwarb. 5. Du ließ'st mich gnade finden, Und sahst doch meine sünden Vorher von ewigkeit. O höchster, welch erbarmen! Du sorgtest für mich armen, Und bist ein vater, der verzeiht. 6. Für alle deine treue, Für das, deß ich mich freue, Lobsinget dir mein geift. Dein größestes geschenke Ist er, durch den ich denke; Dein ist's, daß er dich fröhlich preist. 7. Daß du mit fraft mich stärkest, Auf meine tage merkest, Dies, vater, dank ich dir; Daß du mich liebreich führest, Mit deinem geist regiereft, Dies alles, vater, dank' ich dir. Mel. Wer nur den lieben gott zc. diesem leben Noch 374. Durch dich, großer gott, o bin ich vor8. Was mir in nützt, wirst du mir geben. ich hoff auf dich. Dir, vater, dir befehle Ich meinen leib und seele. Herr, segne und behüte mich. 9. Wie sehr liebt gott der menschen wohl! Erheb' ihn, volk des herrn! Die erd' ist seiner güte voll; Er hilft und rettet gern. 10. Er hilft und läßt die traurigteit Bald vor uns übergehn; Will uns nach kurzer prüfungszeit Zu ew'gem glück erhöhn. 11. Vergiß nicht seele, deinen gott; Nicht, was er dir gethan. Verebr' und halte sein gebot, Und bet' ihn ewig an. Mel. Nun danfet alle gott ic. 373. D u bist's, dem ehr' und ruhm gebührt; Und das, herr, bring' ich dir. Mein schicksal hast du stets regiert, Und stets warst du mit mir. 2. Wenn angst und noth sich mir genaht; So hörtest du mein flehn, Und ließest mich nach deinem rath Hülf' und errettung sehn. 3. Wenn ich in schmerz und krankheit sant, Und rief: Herr, rette mich! So halfft du mir: mit welchem dant, Mein gott, erheb' ich dich? 4. Betrübte mich des feindes haß, So flagt ich dir den schmerz! Du halfft mir, daß ich ihn vergaß, Und gabft geduld ins herz. 5. Wenn ich den rechten pfad verlor, Und mich verschuldet sab, Rief ich zu dir, mein gott, empor, Und gnade war mir nah. 6. Herr, für die leiden dank ich dir, Dadurch du mich geübt, und für die freuden, welche mir Dein nilder segen giebt. 7. Dir dank ich es, daß die natur Mich nährt und mich erfreut Ich schmeck in jeder treatur, Gott, deine freundlichkeit. banden; Die himmel und ihr beer Sind durch dein wort entstanden. Denn, wenn du sprichst, geschiehts; Wenn du gebeutst, stehts da. Mit allmacht bist du mir Und auch mit gülte nab. 2. Du bist der gott der fraft. Dich preisen erd' und meere, Und himmel predigen Die wunder deiner ehre. Dich bet' ich dankend an; Mein heil kommt von dem herrn. Du hörst der menschen flehn Und du errettest gern. 3. Und wenn ich deiner huld, O gott gewürdigt werde, Was frag' ich außer dir Nach allem glück der erde! Sm himmel donnerst du, Und schrecken füllt das land; Doch fürcht' ich nichts, denn du Deckst mich mit deiner band. 4. Wenn ich die himmel seb', Die du, herr, ausgebreitet, Der sonne majestät, Den mond, den du bereitet; So sprech ich: was ist doch Der mensch, daß du sein denkst, Und daß du täglich uns Unzählig gutes schenkſt! 5. Boll gitte läßt du uns Auf grilnen auen weiden, Nährst uns mit speis' und trank, Und füüst das herz mit freuden. Du dachtest mein, eh' mich Die mutter noch gebar; Ja, sabst mich, eh' der grund Der welt geleget war. 6. Du wogst mein glück mir ab, Und leiden, die mich üben; Und meiner tage zahl War in dein buch geschrie hing 170 Zweite Abtheilung. ben. Du bist der frommen schutz, 4. In den zarten ingendjahren Du bist der müden ruh'; Ein gott, der gern verzeiht. Wie gnädig, gott, bift du! 7. Wem sollt ich sonst vertrau'n, Als dir, du gott der götter? Wen ehren, so wie dich, Mein schutz und mein erretter? Wie fanft ist dein befehl: Gieb mir dein herz, mein sohn, Und wandle meinen weg; 3ch bin dein schild und lohn. 8. Herr, dein gebot ist heil, Dein weg ist fried und leben. Wie, könnt' ich einen gott Der liebe widerstreben? Der lasterhafte mag In stolzem glücke blühn; Mich soll er dennoch nicht In feine nege ziehn. 9. Auch, wenn kein mensch mich sieht, Will ich die fünde fliehen; Denn du wirst aller werk Vor dein gericht einst ziehen. Ich will, wenn meinem fleisch Was böses noch gelüft, Bedenken, daß mein leib, O gott, dein tempel iſt. 10. Sollt' ich nach ehr' und ruhm Mit fünd' und unrecht trachten? Nein, herr, wenn du mich ehrst, Mag mich die welt verachten. Du bist es, dem zum dienst Ich leib und seele weih'; Gieb, daß mein wandel stets Dir wohlgefällig sey. 375. Mel. Freu dich sehr, e meine see'e ic. ott, mein vater, deine liebe Neicht, so weit der himmel ist. Deines wohlthuns starte triebe Sind so ewig, als du bist. Deiner huld unendlichkeit, Gott erschöpfet feine zeit; Und wer kann die vielen proben Deiner güte würdig loben? 2. Als ich noch mir selbst verborgen Auf dem schooß der mutter lag, Wachtest du, für mich zu sorgen, Ueber mich schon jeden tag. Durch den beistand deiner macht Bin ich nun so weit gebracht, Und was hat mein ganzes leben Gutes, das du nicht gegeben? 3. Nie gedenfet mein gemüthe, Ohne warme dankbegier, Jener unverdienten gülte, Da du durch die taufe mir Das erhabne recht gewährt, Daß zu deinem find erklärt, Ich des segens der erlöften Mich voll zuverficht darf trösten. Warst du meines lebens stab; Mein beschirmer in gefahren: An dir hab' ich bis ins grab Einen vater, der mich liebt, Einen vater, der mir giebt, Was zum wahren wohl mir nützet; Einen vater, der mich schützet. 5. Gott, du machst's mit uns stets besser, Als wir wünschen und verstehn. Deine gülte ist viel größer, Als die kraft, dich zu erhöhn. Schallte gleich so hoch mein dant, Wie der seraphim gesang; Dennoch würde durch mein loben Deine huld nicht g'nug erhoben. 6. O, so neig' durch deine liebe, Herr, mein ganzes herz zu dir; Stärk' und mehre selbst die triebe Wahrer dankbarkeit in mir. Laß mich ganz dein eigen seyn; So mich deines wohlthuns freun, Daß auch mir auf dieser erde Wohlthun wahre freude werde. 7. Ja, laß jede deiner gaben Recht zu brauchen mich bemühn; Stets den zweck vor angen haben; Dazu du sie mir verliehn. Deine güte reize mich, Daß ich immer treuer dich Lieb' und deinen heil'gen willen Freudig suche zu erfüllen. Mel. Von Gott will ich nicht laffen. 376. Groß ist es höchsten güte, Wer sie nicht achtete! Welch fühllos herz verriethe Der unerfenntliche! Eie rettet uns aus noth, Erquicket uns im leide, Verwandelt es in freude, Verfüßet selbst den tod. 2. Wenn meine lippen schwiegen, Oso versagt ich mir Das himmlische vergnügen, Gott, lobzufingen dir! Nein, herr, von meinem dank Sey jeder morgen zeuge, Und jeden abend steige Zu dir mein lobgesang. 3. Du wirst mich ferner leiten, So unwerth ichs auch bin; Treu bleibt zu allen zeiten Dein milder vatersinn. Ich hoffe stets auf dich. Du wirst in fümmernissen Mir wohl zu helfen wissen; Dir überlaß ich mich. 4. Ja, deine huld ist größer, Als es der mensch versteht; Dein' rath unendlich besser, Als was sein wunsch erfleht. Herr, meine zuversicht! Dir 12. Von der Dankbarkeit gegen Gott. 171 froh mich zu ergeben, Dich dankbar 4. Du willst des menschen wahres zu erheben, Sey meine liebste pflicht. glück, Ch' er geboren ist; Und so ward ich( o welch ein glück), Schon als ein find ein christ. Mel. Wach auf mein herz, und zc. 377. Laßt unserm gott uns fingen, Ihm dank und ehre bringen, Daß wir so viele gaben Von ihm empfangen haben. 2. Nur er hat uns das leben Und feel' und leib' gegeben. Er ist es, der fie schützet, und giebt, was beiden nültet. 3. Dem leibe giebt er speise; Die feele macht er weise, Damit sie, frei von sünden, Mög' wahres glück empfinden. 4. Für uns dahingegeben, Ward christus unser leben; Er, der für uns gestorben, Hat uns das heil erworben. 5. Sein wort wird, uns zum segen, Ein licht auf unsern wegen; Zu allen guten werken Soll selbst sein geist uns stärken. due ont sigy alap 6. Er läßt uns gnade finden, Vergiebt uns unsre sünden, Wenn sie uns herzlich reuen Und wir forthin fie scheuen. 7. Da wir denn schon auf erden So hoch begnadigt werden: Gott was wird nicht für gaben Für uns dein himmel haben! 8. Wir bitten deine güte, Daß sie uns stets behüte; Laß, dir zum wohlgefallen, Uns gute wege wallen. 9. Leit uns durch deine wahrheit, Bis wir in voller flarheit Dich sehn, und deinen namen Dort ewig preisen; amen! Mel. Lebt gott, ihr christen, allzugl. oder: Nun danfet all', und 2c. 378. Mein geift erſtaunt, allmächtiger! Wenn er das gute denkt, Das du auch mir, mein gott und herr, So unverdient geschenkt. 5. Noch schwach und klein, ward ich durch dich Geschützet unsichtbar; Am geist und leibe stärkte mich Dein arm von jahr zu jahr. wie es danken soll. 3. Da ich noch in der mutter schooß, Mir selbst verborgen, schlief: Beftimmteft du für mich das loos, Das mich zum leben rief. 6. Wenn in der jugend ich vom pfad Der tugend mich verirrt: So hat mich, herr, dein treuer rath Darauf zurückgeführt. 7. Du warst mein schutz und meine wehr Vor unglück und gefahr; Und vor dem laster, das noch mehr Wie sie, zu fürchten war. 8. In frankheit hast du väterlich Mir neue frist geschenkt; Und beine huld erquicte mich, Wenn sünden mich gefränkt. 9. Wie froh und heiter ist mein blick, Da du so hoch mich liebst; Auch kommt von bir der freundschaft glück, Wodurch du troft mir giebst. 10. Und welche wohlthat, herr, ist nicht Dies herz, das fühlen kann; Dies herz, ganz dein, das dankbar spricht, Was du an mir gethan! 11. Froh soll mir jeder tag vergehn Bei deinem ruhm und preis; Sch will dich lieben und erhöhn, So gut ich fann und weiß. 12. In schrecken, angst, gefahr und noth, Trau ich allein auf dich. Durch dich gestärkt, ist selbst der tod Mir nicht mehr fürchterlich. 13. Und wenn einst erd' und himmel bebt Durch dich, den herrn der welt, Will ich den preisen, der stets lebt, und mich alsdann erhält. 14. Denn, herr, auch bei der wel ten sturz Bleib ich dein eigenthum. Die ewigkeit selbst ist zu kurz zu deinem lob und ruhm. 2. Dann ist mein herz so hoch Mel. Wer nur den lieben gott 2c. erfreut. Ganz deiner gülte voll, Und 379. Mein herz, ermuntre dankbarkeit Nicht, dich zum preise Des gottes, der dein vater ift! Bedenke, auf wie viele weise Du ihm zum dank verpflichtet bist. Bring' ihm, der stets dein helfer war, Mit freuden ruhm und ehre dar. 172 Zweite Abth.- 12. Von der Dankbarkeit gegen Gott. 2. Herr! deine hand ist immer offen, und allen enden; Der uns von mutter3u geben, was mir nützlich ist. Und leib und findesbeinen an Bis diesen dennoch wanket oft mein hoffen Auf augenblick Unzählig guts gethan. dich, der du die liebe bist. Mein gott! wie wenig bin ich's werth, Daß mir noch gnade widerfährt! 2. Der ewig reiche gott Woll uns, so lang' wir leben, Ein immer fröhlich herz Und edlen frieden geben; Und uns in seiner gnad' Erhalten immerfort, Und uns aus aller noth Erlösen hier und dort. 3. Unendlich groß ist dein erbarmen. Nur woblzuthun bist du gewohnt: Drum wird auch mir, mein gott, mir armen, Von dir nicht nach verdienst gelohnt. Noch immer steht mir deine treu Mit segen, trost und hülfe bei. 4. Du bist es, der in meinen sorgen Mit rettung mir entgegen eilt; Und wenn sie, noch vor mir verborgen, Nach meinem wahn zu lang verweilt; So kommst du, eb' ich mich's versehn, 3. Lob, ehr' und preis sey gott, Dem vater und dem sohne, Und seinem heil'gen geist. Er, der vom himmelsthrone Erbarmend auf uns sieht, Bleibt, wie er ewig war, Unendlich groß und gut. Lob sey ihm immerdar.und ein Und hilfst mir und erhörst mein flebn. Mel. Warum betrübst du dich zc. 5. Du wähist und wirkest stets das beſte, Und wenn auch meine noth sich häuft, so steht durch dich mein wohl doch feste; Und wenn mich elend ganz ergreift, So willst du mein erbarmer seyn, Mich vom verderben zu befrein. 381. Voll freud' und frommer meinen geist zu dir, Mein vater und dankbegier ich mein gott. Wie froh und heiter machet mich Der himmlische gedank' an dich! 6. Du bist mein heil! mein ganz gemüthe Ist deines ruhms, mein ret ter, voll. könnt' ich deine große gülte Doch so erheben, wie ich soll! 2. Mein aug' erblickt' die stolze pracht Der werke deiner weisen macht. und himmel sind noch heut Ein Du riefft, da wurden sie. Und erd' spiegel deiner herrlichkeit. Doch meine fraft reicht nicht dahin 3. Da freuet sich, allgütiger, Ein Du weißt es, gott! wie schwach ich bin! 7. Und hätt' ich auch viel tausend zahllos heer lebendiger Der milden zungen; So würde deines wohlihuns vaterhuld, Die neu an jedem morgen preis Nie würdig g'nug von mir besun- ist, und auch des wurmes nicht vergißt. 4. Du, herr, durch den ich leb' gen; Auch bei dem größten ernst und und bin, Giebst mir so vieles gute fleiß. Denn mehr guts, als ich zählen bin Zum fröhlichen genuß. Was ist fanr, Hat deine huld an mir gethan. der mensch hier, deß du dich So gnädig annimmst? was bin ich? 8. Jedoch, du siehst mit wohlgefallen Auch auf des herzens redlichfeit; Und höreft selbst das schwache lallen Der deinen mit zufriedenheit; Du hörst es, wie ein vater pflegt, Der seiner finder schwachheit trägt. 5. Den menschen krönte deine hand, Dich zu erkennen, mit verstand; Sie bildete dies herz, Das dankbar froh empfinden kann, Wie viel sein gott an ihm gethan. 9. Drum soll mir deine huld und güte Beständig, gott, vor augen seyn. Ich will mit redlichem gemüthe Mein leben deinem lote weihn, Bis ich vollkommner deinen ruhm Erheb' im höhern heiligthum. Schenkst du nicht den erlöseten; Du 6. Und welche sel'ge hoffnungen stifter unsers heils! Versüßt wird stifter unsers heils! Versüßt wird jedes leid durch sie, Und leicht der tugend edle müh'. 7. Ihr will ich, deiner werth zu seyn, Die theuern lebensstunden weibn, Bekannte Melodie. 380. Nun banket alle gott Mit Die mir noch übrig find. Viel höbern herzen, mund und händen, Der große dinge thut An uns frieden hab' ich dann, Als diese welt mir geben kann. di smisars 173 13) Von den Gesinnungen gegen den Erlöser. Mel. Meinen jesum laß ich zc. fie dir der himmel fingen: Menschen, 382. D¹, u, o herrscher, stiegst engel, seraphim, Groß ist jesus, jauchzet ihm! vom thron, Und kamst als ein knecht auf erden; Du bist würdig, gottes sohn, Ewig hochgelobt Mel. Alle menschen müssen sterben ic. zu werden, Freund, der froh sein 383. Eins ist noth! o herr, bleib' mir dies eine meine seele doch! Alles andre, wie's auch scheine, Sst nur ein beschwerlich joch, Unter dem das herz sich quält Und der ruhe doch verfehlt. Nur dies einzige giebt mir Wahren frieden dort und hier. ewig groß! 2. Du, erlöser, bist mein theil; Denn du bist für mich gestorben, Du haft gnade, troft und heil Und den himmel mir erworben. Alles, alles ist nun mein. Wie kann ich g'nug dankbar seyn? 3. Für die leiden ohne zahl, Für die leibs- und seelenschmerzen, Und für deine todesqual Dank' ich dir mit treuem herzen. Treu dank' ich, doch mangelhaft; Gieb zu befferm Dank mir kraft. 2. Seele, willst du dieses finden, Such's bei feiner freatur. Laß nicht irdisches dich binden; Erdengüter täuschen nur. Nur bei dem auf gottes throne Hocherhöhten menschensobne Findest du bein wahres heil Und das allerbeste theil. 4. Welche liebe! daß für mich Du dich ganz dahin gegeben; Feurig, ewig lieb' ich dich, Und will dir zu ehren leben, Will dir stets gehorsam seyn; Denn ich bin ja ewig dein. 5. Nichts soll mich so sehr erfreun, Als, daß ich dir angehöre, Jesum lieben, jesum sein, Ist des christen troft und ehre. Wenn ich dein, o heiland! bin, Wird mir alles zum gewinn. 6. An dir, jefu, halt' ich fest, Weil ich werd auf erden wallen. Wehe dem, der dich verläßt! Er muß in's verderben fallen; Meine ganze feele spricht: Meinen Jesum laß ich nicht. 7. Durch dich bin ich reich und hoch, Ich bin gottes find und erbe; Gott liebt mich: was fehlt mir noch? Eins noch daß ich selig sterbe. Auch so sterben hilfft du mir, Und dann nimmst du mich zu dir. - 8. Drum, erlöseten des herrn, Preiset ihn, lobfingt ihm fröhlich. Alle finden trug er gern. Nichts war für ihn zu beschwerlich; Für welt, die strafbar war, Gab der heiligste fich dar. 6. Mit vergebung aller finden, Herr, begnadigst du mich dann! Läßt mich wahre ruhe finden, Daß ich fröhlich rühmen kann: Ich bin auch bei gott in gnaden; Und was kann mir denn nun schaden? Meines mittlers. gültigkeit Dank ich diese sicherheit. 9. Preis und dank, und herrlichkeit 7. Aber du bist meiner seele Auch Müsse dir der weltfreis bringen. zur heiligung gemacht, Daß sie nicht Und wenn aufhört d' und zeit Muff' mit vorsatz fehle, Fliehe vor der fün 3. Dir ist auch das glück beschieden, Was maria fich erlas, Als sie, ohne zu ermüden, Fromm zu jesu füßen saß. O wie brannt ihr herz, die lehren Aus der weisheit mund zu hören! Da vergaß sie welt und fich), Als sie hörte, jesu, dich. 4. Also richt' auch mein verlangen, Mein erlöser! stets nach dir; Deiner wahrheit anzuhangen, Schenke trieb' und träfte mir! Wenn auch andre fie nicht achten, Will ich sie mit luft betrachten, Und, mich deines heils zu freun, Ihren lehren folgsam seyn. 5. In bir liegt der weisheit fülle. Was die feel' allein beglückt, Zeigst du mir; und wenn mein wille Sich in deine ordnung schickt, Dann werd' ich wahrhaftig weise, Mir zum heil und dir zum preise, Lerne gottes rath verstehn Und den weg des lebens gehn. Zweite Abtheilung. 174 den macht. Muth und kraft zum beil'gen leben kannst und willst du allen geben, Die mit ernst sich nur bemühn, Schnöde sündenlust zu fliehn. 8. Darum sollst du mir das eine, Sesu, und mein alles seyn. Prüf' und forsche wie ichs meine, Tilge allen heuchelschein! Daß ich hier schon auf der erde Durch dich gut und selig werde, Und dir treu sey bis zum tod: Nur dies eine ist mir noth. Mel. Seelenbräutigam, jesus 2c. eld aus davids stamm 384. gottes Selbst von gott zum heil erforen Allen denen, die verloren; Wie erbeb' ich dich, Heiland! würdiglich? 2. Uns von aller noth, Sa selbst von dem tod, Vom gericht und allem bösen uns auf ewig zu erlösen, Kamst du in der zeit, Herr der ewigkeit! 3. Jesu, böchstes gut! Unser fleisch und blut Nahmst du an, für uns zu sterben; Sündern leben zu erwerben, Schmecktest du den tod Wahrer mensch und gott. 4. Für die ganze welt War das lösegeld Deines theuern blut's binlänglich, und die gnad' ist überschwenglich, Welche gottes rath Uns verschaffet hat. 9. Deines geiftes trieb In die seele gieb, Daß mit wachen und mit beten Wir, als finder, vor dich treten; So verlischt das licht Unsers glaubens nicht. 10. Obne prüfung ist Nie ein wahrer christ; Willst du uns in leiden führen, Laß uns dich nur nicht verlieren; In der trütbsalsnacht Jimmst du uns in acht. 11. Deine freundlichkeit, Wenn sie uns erfreut, Treibe berz und mund zum danken, Und bewahr uns in den schranken Einer heil'gen freud', Ohne sicherheit. 12. Einen heldenmuth, Der auch gut und blut Gern um deinetwillen lasse, und des fleisches liste basse, Gieb zu deiner ehr' Uns je mehr und mehr. 13. Jesu, bilf, daß wir Ritterlich allhier Alles durch dich überwinden, Und durch deine kraft empfinden, Daß ein wahrer christ Treu und standhaft ist. 14. Wird's zum sterben gehn, Wollst du bei uns stehn, Uns zur feligkeit bereiten und durchs todesthal begleiten; Daß wir einst uns sehn, Dir zur rechten stehn. 6. Heiland voller huld! Unsrer sünden schuld Wollest du nicht mehr gedenken, Vielmehr uns vergebung schenken. Durch dich laß uns rein Von den sünden seyn. 7. Was durch deine Fraft Neue herzen schafft, Was der sünden berrschaft wehret, Und die lust zur tugend mehret: Das erbitten wir, Heiligster! von dir. 5. Auf der gottheit thron, Gott- seele schätzt nichts mehr Als deiner und menschensohn! Sitzest du nun gnaden gaben. Die ganze welt erbocberhaben, Und theilst deine gna- freut mich nicht, Nach ihren schätzen dengaben, Als der herr vom baus, frag' ich nicht, Wenn ich dich nicht Deinen findern aus. sollt' baben. Wenn auch mein berz im tode bricht, Bist du doch meine zuversicht, Mein heiland, der, weil ich erlöst, Mich auch im tode nicht verstößt, Herr jesu christ, Mein herr, und gott; Mein herr und gott! Hilf mir im leben und im tod. In bekannter Melodie. 385. Herzlich lieb bab ich dich, Und meine 8. Wed' uns nur recht auf, Daß wir unsern lauf Unverrückt zu dir vollenden; Filbr' uns fort mit treuen bänden Auf der tugend babn; Führ' uns bimmelan. 2. Es ist ja dein geschenk und gab', Mein geist, mein leib und was ich hab' In meinem ganzen Leben. Daß ich es deinem lobe weih, Den nächsten damit nüßlich sey, Woll'st du mir gnade geben. Laß mein vertrauen auf dich rein Und beilig meinen wandel seyn; In aller triibsal stärke mich, Daß ich sie dulde williglich.. Herr 13. Von den Gesinnungen gegen den Erlöser. jesu christ, Mein herr und gott! Mein berr und gott! Hilf mir auch in der letzten noth. 3. Verleih, wenn du mich sterben heißt, Daß dann dein engel meinen geist In's reich der wonne trage. Dann wird mein leib und mein gebein Zwar erde, doch nicht länger seyn, Als bis zum letzten tage. Du läsfest mich im tode nicht; Du kommst, du kommst und hältst gericht. Ach! laß mich dann dich ohne graun, Getrost als meinen richter schaun. Herr jesu christ, Erhöre mich! Erhöre mich! So preis' ich hier und ewig dich. 4 In eigener bekannter Melodie. Bekannte Melodie. ejut, meine freude! Be- 387. Mit weil er d 386. ster trost im leide! Meines herzens theil! Deine mittlertreue Macht, daß ich mich freue Deiner, herr, mein heil. Hab' ich dich, Wie reich bin ich! Ohne dich kann ich auf erden Nie recht glücklich werden. für mich gegeben, So erfordern dank und pflicht, Ihn zu lieben, ihm zu leben. Er ist meines lebens licht: meinen jesum laß ich nicht. 2. Unter deinem schirme Können teine stirme Mir erschrecklich seyn. Laß die felsen splittern, Laß den erdkreis zittern, Und den einsturz dräun! Was ist's mehr? Rings um dich her Mag es stürmen, donnern, blitzen! Jesus will mich beschützen. 3. Wenn der sünde schrecken Angst in mir erwecken, Jesus stillet sie. Mag der tod sich nahen, Mich das grab umfahen, Sesus läßt mich nie. Mich schreckt nicht Das weltgericht: Freudig, daß ich jesum sebe, Blick' ich auf zur höhe. # 7160 175 6. Weich' verbotne liebe, Weicht, der wollust triebe! Gift ist eure luft: Sünden, eure freuden Will ich ewig meiden, Flieht aus meiner brust. Ueppigkeit, Geiz, hochmuth, neid, Shr beschweret das gewissen, Euch will ich nicht wissen. 7. Weg mit sorg' und zagen! Schweiget, bange flagen! Sesus ist ja mein. Jeden, der ihn liebet, Muß, was erst betriibet, Noch zuletzt erfreun. Hab' ich hie Viel angst und müh: Jesu, auch im bängsten leide Bleibst du meine freude. 4. Wer ist, der den glauben Meinem herzen rauben, Ihn erschüttern kann? Bei der feinde toben Stimm' ich, gott zu boben, Freudenlieder an. Mich bewacht, Des mittlers macht, Die kann selbst der feinde wüthen Auch in eil' gebieten. 5. Lockt nur, gold und schätze; Ehre sey der götze Der so stolzen welt! Mich sollt ihr nicht blenden, Nicht von dem mich wenden, Der mich treu erhält. Elend, noth, Kreuz, schmach und tod Soll mich, ob ich viel muß leiden, Nicht von jesu scheiden. 2. Er, der welt und mir gesandt, Uns zu lehren, uns zu retten, Gab sein leben uns zum pfand, Daß wir gottes gnade hätten. O wie bin ich ihm verpflicht't! Meinen jesum laß ich nicht. 3. Durch ein herz voll dankbarkeit, Durch gehorsam, den ich übe, Das zu thun, was er gebeut, Halt' ich fest an seiner liebe; Traue dem, was er verspricht, Und so laß ich jesum nicht. 4. So ist er mein theil und ruhm Bis an meines lebens ende; Ihm geb' ich zum eigenthum Ganz mich hin in seine hände. Er ist meine zuversicht: Meinen jesum laß ich nicht. 5. Wenn mein auge schon verlischt, Wang' und lippen sich entfärben, Mich tein labsal mehr erfrischt, Alle sinnen mir ersterben, und das matte herz nun bricht, Laß ich meinen jesum nicht. 6. Auch im himmel ist er mir Seligfeit, und trost, und freude; Da belohnt er, was ich hier Shm zu ehren willig leide; Da schau' ich sein angesicht; Meinem jesum laß ich nicht. 7. Nichts auf dieser erben ist's Was des herzens wünsche stillet; Du, o jesu, du nur bist's, Der sie einst noch ganz erfüllet. Dich, mein reichthum, ruhm und licht, Dich, mein jesu, laß ich nicht. 176 Zweite Abtheilung. 8. Dich, mein jesu, halt ich fest,| dich herzlich liebe, Und mich in dem, Lasse nichts von dir mich scheiben. Web was dir gefällt, Je mehr und mehr euch, die ihr ihn vergeßt! Ihr beraubt euch ew'ger freuden. Selig! wer in wahrheit spricht: Meinen jefum laß ich nicht. in dieser welt Nach deinem worte übe, Bis sich Für mich Jenes leben Wird anheben, Wo die frommen Aller trübsal sind entnommen. 7. Da werd' ich deine gültigkeit, Die mich schon hier so sehr erfreut, Mel. Wie schön leuchtet der e. 388. iefu, jefu, gottes sohn, In vollem umfang schmecken; Da seb Der du noch eh' ich war, mich schon Geliebt aus reinem triebe. Vor dir ist alles sonnentlar; Mein herz ist dir auch offenbar, Du weißt, daß ich dich liebe. Herzlich Such' ich Dir vor allen Zu gefallen, Nichts auf erden kann und soll mir theu'rer werden. ich in dem hellsten licht Dein gnadenvolles angesicht Auf immer frei von schrecken. Wohl mir! Preis dir! Der mir droben Aufgehoben Ew'ge freuden; Nichts, herr, soll mich von dir scheiden. Mel. Machs mit mir, gott, nach ic. nur Daß ich mit solcher treue bich Nicht 389. iefu, wahrer frömmigliebe, wie ich wollte. Ich selbst empfind' es nur zu sehr, Daß ich durch thaten dich noch mehr, Mein heiland, lieben sollte. Laß mich Glaubig Deine gülte In's gemüthe Stärker faffen, Dir mich ganz zu überlassen. teit Vollkommenftes exempel; Dein herz, dem vater ganz geweiht, War jeder tugend tempel; Dein wandel, rein von aller schuld, Gott werth und würdig seiner huld. 3. Du stehst mit deiner fraft mir bei: Drum will ich auch mit größter treu, Und ewig dir anhangen. Nichts was sonst menschen wohlgefällt. Nicht lust der sinne, ehr' und geld Befriebigt mein verlangen. Ohn' dich Kann mich Nichts von schätzen Recht ergözzen und beglücken; Du nur fannst mein herz erquiden. 4. Den, der dich liebt, den liebst auch Du, Dem schaffst du für die seele ruh Und troft für sein gewissen. Ob mich auch manche noth hier drückt, So werd' ich doch durch dich erquidt In meinen fümmernissen. Endlich Wird sich Nach dem leide Volle freude Für mich finden; Da wird all' mein trauern schwinden. 5. Noch hat kein aug' es je gesehn, Es tann's auch hier fein mensch verstehn Und würdig g'nug beschreiben, Was denen dort für herrlichkeit Bei dir und von dir ist bereit't, Die dir ergeben bleiben. Was hier Von dir 3ft gegeben, Unser leben Zu ergötzen, Ist dagegen nichts zu schätzen. 6. Drum laß ich billig dies allein, O jesu, meine freude seyn, Daß ich 2. Wer war wohl eifriger, als du. Zu thun des vaters willen? Dir war es ruhm und seelenruh, Ihn treulich zu erfüllen; Dir feines eigenruhms bewußt, War, ihn zu preisen, deine luft. 3. Wenn wo dein auge frevler sah, Warst du voll edler schmerzen: Doch wenn des vaters wort geschah, Quoll freud' aus deinem herzen. An ihm nur hing dein ganzer sinn; Auf ihn sab stets bein auge hin. 4. Shn ehrtest du mit wort und that Vor aller welt mit freuden. Du warst bereit, nach seinem rath, Zum heil für uns zu leiden. Wie er die liebe selber ist, So warst du's auch, herr jesu christ. 5. Du zeigtest, daß die größte noth Dich nicht zum murren reize; Warst gott gehorsam bis zum tod, Ja bis zum tod am freuze; Auch da war deine zuversicht Auf ihn allein und fest gericht't. 6. Von ihm verlassen, blieb dein herz An ihm, trotz alles spottes. Dein hoffen war im größten schmerz Die fichre hülfe gottes. Und was du hofftest, ist geschehn; Gott hörte deiner stimme flehn. 13. Von den Gesinnungen gegen den Erlöser. 177 7. Mit ehr' und preis von ihm ge- mein herr und gott, Semals von dir frönt, Lebst du zu seiner rechten Voll scheiden. Sünden, welt und eitelkeit majestät, und die ertönt Von allen und die bösen triebe, Alles überwind' gottesknechten Das lob, desf' du so ich weit, Herr, durch deine liebe. würdig bist. O selig, wer dir ähnlich ist! 8. Hilf, daß ich dein exempel mir, Mel. Seelenbräutigam, Jesu: c. Auch nun zum muſter ſetze, Und gott 391. Wer ist wohl wie bu, Stifter wahrer den herrn, dir, Weit über alles schätze, Mit freuden seinen willen thu', Und ganz in seiner fügung ruh. 2. Herr der herrlichkeit! Zur bestimmten zeit Kamst du uns zum heil Mel. Echwing dich auf zu deinem 2c. 390. Sollt ich jetzt noch, da auf erden, Warft zur bulbung und beschwerden muthsvoll bereit. Unsrer niedrigkeit Großmir schon Deine gült' erschienen, Dich verlassen, gottes sohn, lind der finde dienen? Mit den litften dieser zeit Wieder mich beflecken, Und nicht mehr die freudigkeit Meines glaubens schmecken? 2. Hab' ich doch allein bei dir Meine ruh' gefunden; Mittler, heiltest du doch mir Liebreich meine wunden; Und ich sollte dein gebot, Wie die sünder, hassen, und mein recht an beinem tod Wieder fahren lassen? 3. Nein, ich bin und bleib' ein christ, Folge deinen lehren, Lasse weder macht noch list Meinen glauben stören. Fielen tausend ab, nicht ich; Mag's die welt verdrießen! Sie wird mein vertrau'n auf dich mir doch lassen müssen. Jefu, freund der menschenfinder, Ret= ter der verlornen fünder! Licht und seelenruh Fließt von dir uns zu. 5. Rettet sie mich, wenn vor gott Einst die völler stehen, und das leben und den tod Ihm zur seiten sehen? Wenn der sichre nun zu spät Aus dem schlaf erwachet; Und der spötter, der hier schmäht, Bebt und nicht mehr lachet? 6. Laß mich dir zum ruhm, Als dein eigenthum, Recht und nach ge4 Zeigt sie mir ein heil, wie du? wissen handeln, Und mit freuden dir Bringt sie kraft den müden, Den be-| nachwandeln. Wahres christenthum drängten trost und ruh, Sündern got- Sey mein größter ruhm. tes frieden? Giebt sie mir die zuversicht, Daß ich, trotz dem grabe, Sener ewigkeiten licht zu erwarten habe? 7. 3euch zu dir mein herz; Laß in freud' und schmerz Mich an deine treue denken, Und, wenn noth und furcht mich fränken: O, so gieb in schmerz Muth und trost ins herz! 8. Bilde mich nach dir; Daß ich eifrig hier Mich in wahrer sanftmuth übe, Und, wie du, die demuth liebe; Stolz und rachbegier Herrsche nie in mir. 6. O wie thöricht, wenn ich mich Noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich Gottes huld genieße; Da ich weiß, auf wessen wort Ich die hoffnung gründe, Daß ich auch unsehlbar bort Gnab und leben finde! 7. Nicht das leben, nicht der tod, Trübsal nicht, noch freuden, Sollen mich, Evangel luth. 3. Tiefe schmach und noth, Selbst den freuzestod Haft, zur tilgung unsrer schulden, Du, als mittler, wollen dulden, Hast durch deinen tod Uns versöhnt mit gott. 4. Reine furcht der welt Schredte dich, o held! Sünd und tod haft du bezwungen und ein ew'ges heil errungen Für die ganze weft, Durch dein lösegeld. 5. Deine majestät, König und prephet! Will ich demuthsvoll verehren Und auf deine stimme hören; Denn dein reich besteht, Wann die welt vergeht. 9. Neiget fich mein sinn Zu dem eiteln hin: O, dann warne meine seele, Daß sie nicht ihr ziel ver le! Lenke meinen sinn Auf das ew'ge hin. 10. Wede mich stets auf, Daß in meinen lauf Nichts von dir zurück mich halte, Und mein eifer nicht erkalte; In dem tugend lauf Hilf mir schwachen auf! 12 178 Zweite Abtheilung. 11. In versuchungszeit Stärke mich schrecken flohen? Macht nicht, List zum streit; Laß mich wachen und mit nicht, Deine gaben, Mittler, haben beten Voll vertrauen vor dich treten, Dich verkläret, Und den weg zu gott Bis nach kampf und streit Mich der gelehret. steg erfreut. 12. Will der trübsal nacht Und der menschen macht Meine bange seele schrecken, Müsse mich dein schild bedecken. Hab' in solcher nacht Huldreich auf mich acht! 3. Wir werden deinen ruhm erhöhn, Wir werden deine himmel sehn, Den preis von deinen leiden; Genießen, was du uns erwarbst, Als du für uns am kreuze starbst, Der engel hobe freuden. Welche Gnade, Daß wir fünder, Gottes finder Werden sollen, Wenn wir an dich glauben wollen. 4. Du hast dich deiner herrlichkeit Entäußert eine kurze zeit, und deinen thron verlassen; Doch nun, mit ehr' und ruhm gekrönt, Nun machst du selig, die versöhnt Der sünden gräuel hassen. Ihnen Willst du Heil und leben Gerne geben, Und uns allen Helfen, daß wir gott gefallen. 5. Vom aufgang bis zum untergang Erschallet dir der lobgesang Erretteter gerechter, Unzählbar sind die schaaren schon, Die gerne dir vor deinem thron Ein würdig loblied brächten. Shrer Mehr noch Jesu, werden Schon auf erden, Dir lobsingen, Preis und dank und ruhm dir bringen. 13. Einen edlen muth, Daß ich irdisch gut Willig, ja mein eigen leben, Mag für ew'ges glück hingeben: Solchen weisen muth Gieb mir, höchstes gut! 14. Soll's zum sterben gehn, Laß mich auf dich sehn! Bleib mir hülfreich dann zur seiten, Mich durch schmerz und tod zu leiten, Bis ich einst dich seh; Dir zur rechten steh. Mel. Wie schön leuchtet uns der zc. 392. Wie groß, wie angebetet ist Dein name, o herr jesu christ! Wie theuer deinem volke! Welch licht ging in der finsterniß Mit dir der welt auf, wie zerriß. Wie floh des irrthums wolke! Als du Kamest, Hörten taube, Und der glaube Half den kranken, Stumme sangen, dir zu danken. 2. Nur schwache warens, die bein licht Verbreiteten, die weisen nicht. Wo find sie, wo die hohen? Und wo die reichen? wo die macht, Vor der des gößendienstes nacht Und seine die himmel wiederhallen. 6. Wie groß, wie angebetet ist Dein name, heiland, jesu christ, Wie herrlich bei den deinen! Führst du uns einst zu deiner ruh, O wie weit herrlicher wirst du Den frommen dann erscheinen; Ewig müsse, Dir zur ehre, Ihrer chöre Lob erschallen, Durch 14) Von der Selbsterkenntniß und Demuth. Mei. In allen meinen thaten 2c. wahrer frömmigkeit? Oft sind die 393. Gieb, gott, wenn ich dir guten triebe Nicht früchte deiner liebe, Nur früchte der natur und zeit. diene, Daß ich mich nicht erkühne, Auf mich selbst stolz zu seyn. Wer kann bei seinen werken, Wie oft er fehlet, merken? Wer ist von mängeln völlig rein? 2. Such' ich stets deinen willen So eifrig zu erfüllen, Als es dein wort gebeut? Trag' ich der tugend bürde, Aus fenntniß ihrer würde, Auch immer mit zufriedenheit? 4. Der sünden meiner jugend, Der mängel meiner tugend, O herr, gedenke nicht! Willst du mit deinen knechten, Wie sie's verdienen, rechten: So trifft sie alle dein gericht. 5. Doch, wenn auch dir zur ehre, Rein meine tugend wäre, Weff' ist dies eigenthum? Wer ließ mich unterrichten! Wer ließ in meinen pflichten Mein glück mich sehn und mei3. Entzieh' ich mich den sünden Auch stets aus rechten gründen? Aus nen ruhm? 14. Von der Selbsterkenntniß und Demuth. 6. Wer gab mir, dich zu lieben Und dein gebot zu üben, Die lust und freudigkeit? Wer stärkte meine fräfte Im heiligungs- geschäfte? Wer gab mir muth und sieg im streit? 7. Du schaffst, daß ich dich wähle; Du rufft mich, wenn ich fehle, Auf rechten weg zurück; Du ziebst mich ab von sünden, Und läßt mich gnade finden, Und giebst zu meiner bessrung glück. 8. Sollt' ich mich deß erheben, Was du mir, herr, gegeben? Hab' ich zum lohn ein recht? Könnt ich auch alles üben, Was du mir vorgeschrieben: Wer bin ich? ein geringer knecht. 394. S Mel. D, gott, du frommer gott: c. err, der du alles giebst, Von dem ich alles babe, Was ist mein stand, mein glück Und jede gute gabe? Es ist nicht mein, es ist Ein unverdientes gut; Darum bewahre mich Vor stolz und übermuth. 2. Wenn ich vielleicht der welt Mehr, als mein nächster nütze; Und wenn ich mehr verstand, Als er besitzt, besitze? Bin ich drum mehr, als er? D, beides kommt von dir, Verstand und tüchtigkeit, Und du erhältst es mir. 3. Wenn mir ein größer glück Nach deinem rath begegnet, Und deine gütigkeit Mich mehr als andre, segnet; Giebt diese deine huld Mir wohl zum stolz ein recht? Bin ich darum nicht auch, Was andre sind, dein knecht? 179 was mich selbst entehrt, Mich allzeit innigst schämen. Nie komm' es mir aus meinem sinn, Was alles ich vermag und bin, Durch deine weise gülte. 2. Du schufft mich nicht bloß fleisch und bein'; Du hauchtest mit dem leben Mir auch zugleich die seele ein, Und hast es ihr gegeben, noch mehr, als was die sinne rührt, Und durch sie schmerz und luft gebiert, zu fassen, zu erwägen. 3. Gott, diesen vorzug gabst du mir Vor so viel millionen, Die, auch beseelt, genährt von dir, Auf deiner erde wohnen. Was jenen fehlt, verliebst du mir, vernunft und freiheit, und mit ihr Gefühl von recht und unrecht. 4. Wenn ich geehrt und groß In höhern würden stehe, und andere unter mir Sm fleinern glücke sehe: Wer machte sie gering, Und wer erhöhte mich? Ist nicht mein nächster oft Viel würdiger, als ich? 5. Wie könnt' ich mich, o gott, Des guten überheben. Was ich besitz' ist dein! Von dir hab' ich mein leben, Und was ich gutes thu', Dazu giebst bu gedeihn: Drum laß mich ewig fern Von stolz und hochmuth seyn. Mel. Gs ist gewißlich an der ic. 395. Laß mich des menschen wahren werth, Mein gott, zu berzen nehmen, Und dessen, 4. Du schufft mich zur geselligkeit Und für der freundschaft freuden; Gabst mir ein herz voll fühlbarkeit Für andrer glück und leiden; Noch mehr, ein herz, das fäbig ist, Sich dein, der du mein vater bist, zu freun und dich zu lieben. 5. In stiller andacht kann mein geist Sich bis zu dir erheben, Und dir, den ieder himmel preist, Auch preis und ehre geben. Auch ich kann deinen willen thun, In deiner vorsicht rath beruhn, Und fröhlich auf dich hoffen. 6. Nicht blos für diese turze zeit Riefst du mich, in dies leben, zu freuden einer ewigkeit soll Sich mein geist erheben. Und wird auch gleich der leib zu staub, So bleibt er nicht des grabes raub; Du wirst ihn auferwecken. 7. Vem himmel tam gesandt von dir, Dein sohn zu uns auf erden; Er kam und ward ein mensch, wie wir, Der menschen heil zu werden, Wie hoch sind wir durch ihn geehrt: Wie ernstlich durch ihn selbst belehrt, Der menschheit werth zu schätzen! 8. Und ich, ich sollte ihn entweihn, und gleich den thieren handeln? Der fleischeslust ergeben seyn, Und nicht vor dir, gott, wandeln? Fern sei ein solcher sinn von mir! Verwahre mich, mein gott, dafür, Daß ich mich nicht schände. 9. Gieb mir vielmehr, daß ich allzeit Auf mein gewissen achte, Nach weisheit und gerechtigkeit Mit allem 12* 180 Zweite Abtheilung. eifer trachte; Dich liebe, und mich sey nur klein Und jene pflicht nicht deiner freu', Und so des vorzugs wir wichtig. Nun ist er seinem falle nah, dig sey, Den du mir hast verliehen. Fällt unvermerkt und glaubt noch da, Er wandle fest und richtig. Rel. In allen meinen thaten 2c. 396. Wa as ich nur gutes habe, Sst deine milde gabe, Du vater alles lichts! Mein daseyn und mein leben Ward mir von dir gegeben; Und ohne dich vermag ich nichts. 2. Sowohl verstand als kräfte Zum nützlichen geschäfte, Hab ich aus deiner huld. Dein ist's, wenn gute thaten Dem vorsatz wohl gerathen; Die fehler sind nur meine schuld. 3. Das glück, deß ich mich freue, Schaffst du nach deiner treue, Du herr der ganzen welt! Du ordnest unsre tage, Ihr glück und ihre plage, Nur so, wie dir es wohlgefällt. 4. Sollt' ich mich denn erheben, Wenn mir in diesem leben Viel gutes widerfährt? Was hat dich, herr, bewogen, Daß du mich vorgezogen? Bin ich auch jemals dessen werth? 5. Ich bin viel zu geringe Der huld, herr aller dinge, Die du mir hast erzeigt. O laß mich's nie vergessen, Wenn sich mein herz vermessen 3nm stolz und eigendünkel neigt. 6. Das nützlich anzuwenden, Was du mit vaterhänden Mir gütig zugewandt: Dies sey in meinem leben Mein eifrigstes bestreben! Dazu gieb demuth und verstand. 3. So schwach, ist herr, der mensch, so bald Zur sünde fortgeriffen! Sein eifer wird gar leichtlich falt, Nachgebend sein gewissen. Weh ihm, wenn er vermessen ist, Wenn seiner schwachheit er vergißt, In sich nur stärke fichet! Der irrthum und die sinnlichkeit Besiegen ihn in jedem streit, Wenn er nicht flüglich fliehet. 4. Wer sich selbst, gott, vor dir erhöht, kann nicht vor dir bestehen: Wer seine niedrigkeit gesteht, Nur den wirst du erhöhen. Veracht' ich andre neben mir, So mißfällt meine tugend dir, Wie groß ich sie auch finde. Mein glaube hat da keinen werth. Dem, der auch demuthsvoll dich ehrt, Bergiebst du seine sünde. 5. Drum lehre mit behutsamkeit Auf meine bahn mich schauen, Und niemals aus vermessenheit Auf meine kräfte bauen, Wenn wo versuchungen mir drohn, So zeige sie von fern mir schon, Das ich mich zeitig rüste. Aufmerksam mache meinen blick Auf diese welt, auf zeit und glück, Und auf die macht der liste. 6. Du weißt's, zum guten, herr, bin ich Nur öfters falt und träge. Mein täglich straucheln mache mich Vorsichtig allewege. Find' ich mich auf der rechten bahn: So gieb, daß ich so gut ich kann, Bei jedem schritte wache. Bewahre meinen fuß, daß nicht Stolz und vermeßzne zuversicht Zu mir, mich fallen mache. Rel. Gin lämmlein geht: c. 397. We enn ich, o gott, von dir geführt Auf deinen wegen wandle; Wenn ich durch deinen geist regiert, Nach deiner vorschrift handle; Wenn mir mein herz das zeugniß giebt, Daß meine seele mehr dich liebt, Als alles gut auf erden: So laß durch stolz und sicher heit Mich deiner huld und gültigkeit Doch nicht verlustig werden. 7. Mein glaube, meine frömmigfeit, Und was ich an mir habe Von tugend und rechtschaffenheit, Ist alles deine gabe. Ich bin nur staub, den du erschufft, Den du begnadigst und berufst, In deinem reich zu leben. Laß mich, entfernt von stolz und wahn, Mit demuth deine gab empfahn, Und dir die ehre geben. 2. Wie leicht erliegt ein sichrer sinn, Bekämpft durch seine lüfte! Sieht 8. So werd' ich, gott, von dir ruhig auf gefahren hin, Wovor er geführt, Auf deinen wegen wandeln, zittern müßte. Vollkommen glaubt Durch deinen guten geift regiert, er schon zu seyn: Denkt, diese sünde| Nach deiner vorschrift handeln. Sch 15. Von der Selbstliebe. 181 werde nicht durch sicherheit, Durch| Drum laß mich oft und ernstlich prüstolz und durch vermessenheit Von fen, Ob ich sey christo gleichgesinnt. deinem worte weichen. So bleibt auch Befreie mich vom falschen wahn, Der deine gnade mir, Und ich werd, un- auch den flügsten täuschen kann. terstützt von dir, Des glaubens ziel erreichen. 5. Wie kann der, der bei allem wissen Des herzens zustand sich verhehlt, Auf wahre beßrung seyn beflissen, Er, der nicht weiß, wie viel ihm fehlt? Sich selbst recht kennen, 398. Wer bin ich? wichtig ist verstand, Drum mache mich mit ist die frage! lebre sie mich recht verstehn! Gieb, 6. Was mir zu meinem heil noch daß ich mir die wahrheit jage, Um fehlet, Mein vater, das entdecke mir! mich, so wie ich bin, zu sehn. Wer Hab' ich der wahrheit weg erwählet, sich nicht selbst recht kennen lernt, o gieb, daß ich ihn nicht verlier'. Bleibt von der weisheit weit entfernt. Erleuchte mich mit deinem licht, So täuschen mich verführer nicht. 7. Bin ich jetzt von dem sichern pfade, Der mich zum leben führt, noch fern; So wecke mich durch deine gnade, Daß ich ihn ernstlich suchen lern'. Gieb mir zur beßrung lust und kraft. Du bist's, der beides in uns schafft. 8. Ich muß es einmal doch erfahren, Was ich hier war und hier gethan. O laß mich's nicht bis dahin sparen, Wo reue nichts mehr helfen kann. Hier mache mich zum himmel flug Und frei vom schnöden selbstbetrug. Mel. Wer nur den lieben gott: c. oder: Du weiser schöpfer 2c. 2. Ich bin ein wert von deinen händen, Du schusst mich, gott, zu deinem preis; Dazu mein leben anzuwenden, Das ist dein väterlich geheiß. Doch, leb' ich, als dein eigenthum, Auch, wie ich soll, zu deinem ruhm? 3. Ich bin ein christ nach dem bekenntniß; Doch, bin ich das auch in der that? Herr, öffne selbst mir das verständniß, Recht einzusehn, ob ich den pfad, Den jesus mir gewiesen, geb, Und ob ich auch im glauben steh. 4. Du tennest unsres herzens tiefen. Die uns selbst unergründlich sind; 15) Von der Selbstliebe. mel. Jesus, deine tiefe wunden: c. 399. Da aß ich mich mein gott, selbst liebe, Kann dir nicht mißfällig seyn; Du, du pflanzest ja die triebe Tief biezu den menschen ein. Lenke du nur meinen sinn Auf die wahre weisheit bin, Daß ich nicht mein glück verfehle Und selbst das verderben wähle. 2. Hilf, mir alle meine pflichten Recht verstehn, und mit bedacht Auf das mein bestreben richten, Was wahrbaftig glücklich macht. Wer dir, o du höchster, lebt, Und dir zu gefallen strebt, Der nur kennt der seele adel, Der nur liebt sich ohne tadel. Sucht und findet niemals ruh, Hofft sie, und kommt nie dazu, Weil es sich verliert in dingen, Die kein wahres glück uns bringen. 4. Wir versäumen unsre pflichten, Von bequemlichkeit regiert; Werden, wenn wir gut's verrichten, Oft von eigennutz verführt. Nur gar selten trachten wir Nach dem wahren ruhm bei dir; Und, wie oft fehlts uns am wollen, Wenn wir andern dienen sollen. 5. Mache, o mein gott, in gnaden Mich von solcher nnart frei, daß ich nicht zu meinem schaden Gegen mich verblendet sey. Pflanze selbst den trieb mir ein Mich vor allem dein zu 3. Doch, wie oft und leicht ver- freun, Auch nach andrer wohl zu trachführet Eigenliebe unser herz, Durch ten Und sie, wie du willst, zu achten. den äußern schein gerütbret, Wünscht 6. Gieb mir dann auch das volles freud' und wählt den schmerz, bringen, Mich zu lieben, wie ich soll 182 Zweite Abtheilung. Laß mich eifrig darnach ringen, Was der es sucht, Gott, deine wege meidet. mir dient zum wahren wohl. Auch Wer unrecht liebt und thut Erbt dem nächsten beizustehn, Liebreich stets beinen himmel nicht, Nie treffe mich, auf ihn zu sehn; Ueber alles dich zu o gott, Dies schreckliche gericht! lieben: Das, das bilf mir treulich üben. 5. Nie blende mein gemüth Der eitelkeiten schimmer: Die welt mit ihrer luft Vergeht doch einst auf immer. Mel. O gott, du frommer gott*. 11 400. Du willst es, herr, mein Was hilft uns kurze luft? Was hilft gott, uns ein selber liebe. Gieb, daß ich diese pflicht Nach deiner Vorschrift übe Und laß den sel'gen trieb, Mich meines glitcs zu freun, Den du mir eingepflanzt, Nie mein verderben seyn. gut 3ft's, was uns glücklich macht. 6. Ein gpttergebenes herz, Ein unverletzt gewissen, Nur das kann uns allein Des lebens last versüßen; Das bleibt uns auch im tod Und folgt uns aus der zeit Zum großen segen nach Bis in die ewigkeit. 2. Gieb, daß mein ganzes herz Sich deiner liebe weihe, Und daß ich überall Dich findlich ehr' und scheue. Wer als ein christ sich liebt, Der flieht auch als ein christ, Was deinem heil'gen rath, O gott, entgegen ist. 7. O selig, wer darnach Mit heilgem eifer trachtet Und für sein größtes glück, Gott, deine gnade achtet! Der liebt allein sich recht, Der find't schon in der zeit Die wahre ruh und einst Vollkommne seligkeit. 3. Kein schnöder eigennutz Beherrsche meine seele, Und wenn zu meinem glück Ich weg' und mittel wähle; 8. Das sey mein zweck, mein fleiß; So laß mich stets dabei Auf recht und O segne mein bemühen! So wird das wahrheit schaun, Und nie mein wohl- wahre wohl nicht meinem wunsch entergehn Auf andrer elend baun. 4. Dein fluch trifft jedes glück, Dabei die tugend leidet, Dabei der, fliehen. So liebe ich mich so, Wie dir es wohlgefällt, Und über alles dich, Mein gott, und nicht die welt. 16) Von der Sorge für die Seele. Rel. Kommt her zu mir, spricht sc. Kerr, meiner seele großen 401. H werth, Den mir dein theures wort verklärt, Laß mich mit ernst bedenken, Und auf die sorge für ihr wohl So unermüdet, als ich soll, Den größten eifer lenken. 2. Wie hoch ist sie vor dir geacht't, Welch glück hast du ihr zugedacht! Wie viel an sie gewendet. Du schuf'st fie, gott, dein bild zu seyn, Und hast, es in ihr zu erneun, Selbst deinen sohn gesendet. 3. 3u groß für diese furze zeit, Bestimmt zum glück der ewigkeit, Lebt sie im fleisch auf erden, Durch glauben und gottseligkeit zu größerer vollkommenheit Im himmel reif zu werden. 4. Mit großer treue willst du sie Selbst durch des lebens furze müh' 3u jenem leben führen. O, laß mich nicht durch eigne schuld Das heil, das deine vaterhuld Ihr ausersehn, verlieren! 5. Wie du, o gott, gesinnt zu seyn, Mich ewig deiner huld zu freun, Und dich zum trost zu wählen: Das sey mein fleiß und höchster zweck; Laß mich dazu den rechten weg Aus leichtsinn nie verfehlen. 6. Wer sünde liebt, bleibt nicht vor dir: Drum schaffe selbst, o gott, in mir Ein herz, das sünden haffet, Das seine schuld vor dir bereut Und das zu deiner gültigkeit Durch christum hoffnung faffet. 7. Bieb, daß ich dir mich ganz ergeb'; Und was ich noch auf erden leb', Laß mich im glauben leben An jesum christum, der auch mich So hoch geliebet, daß er sich Für mich dahingegeben. 8. In meiner ganzen pilgrimschaft Laß mich, gestärkt durch deine fraft, 16. Von der Sorge für die Seele. Nach jenem fleinod trachten, Das mir dein ruf vor augen stellt, Und alle güter dieser welt Wie nichts dagegen achten. 9. Wie selig werd ich dann nicht seyn; Schon hier werd ich mich deiner freu'n, Durch dich, gott, ruhig leben: Und du wirst nach vollbrachter zeit Auch mich gewiß zur herrlichkeit In deinem reich erheben. 402. Mel. Straf mich nicht in deinem sc. Fache dich mein geift bereit! Wache, fleh' und bete! Daß dein herz zur bösen zeit nicht von gott abtrete. Ach, schon ist Mancher christ Von versuchungsstunden Plötzlich überwunden! 2. Auf dann, und ermuntre dich Aus dem sichern schlafe! Immer! glaub' es, zeiget sich Bald darauf die strafe. Der fällt leicht, Dem es deucht, Daß der sicher stehe Auf der tugend höhe. 3. Wache! denn hier hat der chrift Noch von allen seiten Was der seele schädlich ist, Muthig zu bestreiten. Gott läßt zu, Daß auch du, Wenn du sorglos wallest, In versuchung falleft. 4. Wache! daß dich nicht die welt Durch gewalt bezwinge! Oder, wenn sie sich verstellt, Liftig an sich bringe. Wach' und sieh, Daß dich nie Die verführer fällen, Die dir netze stellen. Mel. Was mein gott will, das: c. oder: Das Jesulein soll doch it. 403. Mein gott erschaffen haft du mich, Einst ewig froh zu leben. O möchte doch mit inbrunst sich Mein herz dahin erheben, Wo volles heil Dem wird zu theil, Der hier dich treu verehret; Wo alles leid Der prüfungszeit In wonne sich verfehret! 2. Wenn dieses lebens last mich drückt, Weß soll ich dann mich trösten? Die hoffnung ist's, die mich erquickt, Einst auch mit den erlösten Bei dir zu seyn, Und, frei von pein, In ewigkeit zu leben. Sollt' ich denn hier Nicht mit begier Nach solcher hoffnung streben? 3. Was stärkt mein herz mit muth und kraft, Nach deinem wort zu wandeln, Und auch alsdann gewissenhaft, Wenn sünde lockt, zu handeln? Ein öftrer blick Auf jenes glück Des wonnevollen lebens; Nicht ich dahin Nur meinen sinn, So kämpf ich nicht vergebens. 183 8. Nnn, so will ich immerbar Wachen, kämpfen, beten, Und vermehrt sich die gefahr, Nie von gott abtreten. Kurze zeit Währt der streit, und welch eine krone Wird mir dann zum lohne. 7. Nahe dich denn mit gebät Oft zu seinem throne! Wenn dein herz nur gläubig fleht, Hört er in dem 5. Wach' und hab' auf dich wohl acht, Trau nicht deinem herzen. Leicht kann, wer es nicht bewacht, Gottes huld verscherzen. Ach, es ist Voller lift, Weiß sich selbst zu heucheln Und mag gern sich schmeicheln. 5. O wäre dieses heil schon mein! O schmeckt ich schon die freuden, Die dort sich finden, frei von pein, Und frei von allen leiden! Sieh dieser zeit Mit ruh und freud' Doch stets, mein geist, entgegen! Herr, steh' mir rechten pfade Durch erbetne gnade. bei, Im guten treu, Den lauf zurück 6. Aber bet' auch stets dabei, Bete bei dem wachen; Das wird dich von trägheit frei und behutsam machen. Gott verleiht Munterkeit Auf dem zu legen. 4. So gieb denn, daß ich allezeit Vorzüglich darauf achte, Und nach dem glück der ewigkeit Vor allen dingen trachte! Damit ich treu Im glauben sey, Der tugendfrüchte bringet. Denn ew'ges heil Wird nur zu theil Dem, der darnach recht ringet. Mit ihm traft und leber, Auf dein flehn zu geben. sobne. Er verheißt Seinen geift, 404. Na teit Laß, herr, mich Mel. Es ist gewißlich an der zeit 2c. ach meiner eifrig ringen! Sollt' ich die kurze gnaminim 184 Zweite Abtheilung. denzeit In sicherheit binbringen: Wie welt Mit allem, was sie in sich bält, wird ich einst vor dir bestehn? Wer Mir deine gnad' ersetzen. in dein reich wünscht einzugehn, Muß reines herzens werden. 5. Was führt mich zur zufriedenbeit Schon bier in diesem leben? Was kann mir troft und freudigkeit In noth und tode geben? Nicht menschengunst, nicht irdisch glück, Nur gottes gnade und ein blick Auf jenes lebens freuden. 6. Nach diesem kleinod, herr, laß mich Vor allen dingen trachten, Und was mir daran hinderlich, Mit edlem muth verachten. Daß ich auf deinen wegen geh' Und im gericht dereinst besteh', Sei meine größte forge. 2. Erst an dem schluß der lebensbahn Auf seine sünden sehen, Und wenn man nicht mehr sünd'gen kann, Gott um erbarmung flehen. Das ist der weg zum leben nicht, Den uns, o gott, dein unterricht In deinem wort bezeichnet. 3. Du rufft uns hier zur heiligung; Drum laß auch hier auf erden Des geiftes wahre besserung Mein hauptgeschäfte werden. Herr, stärk' in mir dazu den trieb: Nichts sey mir je so groß, so lieb, Mich davon abzuwenden. 4. Gewönn' ich auch die ganze welt Mit allen ihren freuden, und sollte das, was dir gefällt, O gott, darüber meiden; Was hülfe mir's? nie kann die 17) Von der Sorge für den Leib. Mel. Wer nur den lieben gott 2c. oder: Du weiser schöpfer zc. 405. Der er wollust reiz zu widerstreben, christ, laß deine weisheit seyn! Bewahre, liebst du glück und leben, Dein herz von ihrem gräuel rein. Vor ihrer schnöden lockung fliehn, Heißt dem verderben sich entziehn. 2. Die wollust kürzet unsre tage, Sie raubt dem förper seine fraft, Und armuth, seuchen, schmerz und plage Sind früchte dieser leidenschaft. Der baßt sich selber, der sie liebt, Und sich in ihre fesseln giebt. 7. Doch was vermag ich, wenn du nicht Vor trägheit mich beschützest, Und mich zur treu' in dieser pflicht Mit kräften unterstützest? O stärke mich, mein gott, dazu! So find ich hier schon wahre ruh Und dort das ew'ge leben. schmerz In das ihr hingegebne herz. 4. Der mensch sinkt unter ihrer bürde Zur niedrigkeit des thiers herab; Er schändet und entehrt die würde, Die ihm sein weiser schöpfer gab; Vergißt den zweck dazu er lebt, Weil er nach niedern listen strebt. 3. Sie raubt dem geiste muth und stärke, Schwächt den verstand, der seele licht; Sie raubt den eifer edler werke, Und ernst und zu jeder es leibes warten und pflicht. Sie führt ren und gewissens 406. Dibn nähren, das ist, 5. So schimpflich sind der wollust bande! Schon vor der welt sind sie ein spott; Sie sind vor dem gewissen schande, Und noch weit mehr vor dir, o gott! Der lastersclav entflieht dir nicht; Du forderst ihn vor dein gericht. 6. Du übergiebst den dem verderben Schon hier, der seinen leib entweiht; Und nie wird er den himmel erben, Der sich unreiner lüfte freut, Drum fleh' ich demuthsvoll zu dir, O schaff ein reines herz in mir. 7. Gieb, daß ich allen bösen liſten Mit muth und nachdruck widersteh; Und stets, dawider mich zu rüsten, Auf dich, allgegenwärt'ger, jeh. Denu, wer dich, gott, vor augen hat, Fliebt auch verborgne missethat. In voriger Melodie o schöpfer, meine pflicht; Durch eigne schuld ihn zu zerstören, Verbietet mir dein unterricht. O stehe mir mit weisheit bei, Daß diese pflicht mir heilig sey! 2. Sollt ich, o herr, geringe schäzzen, Was deine hand mir anvertraut? Den wundervollen bau verletzen, Den du, als schöpfer, selbst erbaut? Weßß ist mein leib? er ist ja 17. Von der Sorge für den Leib. dein: Sollt' ich denn sein zerstörer sebn? 3. Shu zu erhalten, zu beschiltzen, Giebst du mit milder vaterhand Die mittel, die dazu uns nützen, Und zum gebrauch giebst du verstand. Dir ist die sorge nicht zu klein: Wie sollte sie es mir denn seyn. 4. Gesunde glieder, muntre träfte, O gott, wie viel sind die nicht werth! Wer taugt zu des berufs geschäfte, Wenn frankheit seinen leib beschwert? Sst nicht der erde größtes gut Gesundheit und ein beitrer muth? 5. Drum gieb, daß ich mit sorgfalt meide. Was meines förvers woblseyn stört; Daß nicht, wenn ich je frankheit leide, Mein geist den innern vorwurf hört: Du selbst bist störer deiner rub', Du zogst dir selbst dein übel zu! 6. Laß jeden sinn und alle glieder Mich zu bewahren achtsam seyn; Und drückt mich eine frankheit nieder, So flöße selbst geduld mir ein. Gieb frohen muth, und dann verleih, Daß auch des arztes rath gedeih. 8. Mein größter fleiß auf dieser erde Sey meinem geiste, gott, geweiht, Daß er zum himmel weise werde, Noch in der vorbereitungszeit: So wird sich leib und seele dein In feele bein alle ewigkeit erfreun. Mel. In allen meinen thaten 2c. 407. Was ist mein zeitlich leben, Das du mir, gott gegeben? Ein unschätzbares gut. Du gabst mirs, hier auf erden Zum himmel reif zu werden, Worauf mein wahres glitdk beruht. 185 3. Sollt' ich dies gliich mir rauben? O herr, laß mir, im glaubert Der fünft'gen erndtezeit, Mein leben auf der erden So werth und wichtig werden, Als es mir selbst dein wort gebeut. 4. Mir selbst es zu verkürzen, Mich in den tod zu stürzen, Sst wider meine pflicht. Ein redliches gemüthe Lohnt nie mit undank gilte; Entweicht auch dem berufe nicht. Mel. Wer nur den lieben gott zc. 7. Doch gieb, daß ich nicht übertreibe, Was auf des körpers pflege 408. Wie mannigfaltig find Und in jenen bleibe, Die dein gebot mir anbefiehlt. Des leibes wohl laß nie allein Das ziel von meinen sorgen seyn. 2. Hier wird die saat gestreuet, Dort ernstet man, erfreuet, Der tugend früchte ein; Se länger ich hier lebe Und gut zu handeln strebe, Je größer wird mein glück dort seyn. 5. Was leicht in frankheit stürzet, Das leben leicht verkiirzet, Laß mich mit forgfalt fliehn; Doch auch nicht ängstlich zagen, Für meine pflicht zu magen, Was du mir, gott, für sie verliebn. 6. In deine vaterbände Befehl ich herr, mein ende, Und meiner tage lauf. Es sey mein ganzes leben Dir bier zum dienst ergeben; Hilf du nur selbst der schwachheit auf. 7. Wie heilsam ist das leben Dem, der dir ganz ergeben, Nach wahrer tugend strebt! Drum will ich dich treu lieben, Mich stets im guten üben: So hab' ich lang' und wohl gelebt. berr, deine huid uns nährt, Die alles gute, was wir haben, Beständig und ſo gern gewährt! Auch das, was unser mund genießt, Zeigt uns, wie gut und mild du bist. 2. Du gibst uns brod für unser leben; Und läsfest auch, uns zu erfreun, Die mittel, die uns nahrung geben So viel, so mannigfaltig seyn. Wie angenehm ist der genuß Von dem, was uns ernähren muß! 3. Du segnest auen und gefilde Mit unerschöpfter fruchtbarkeit, Die, vater, jährlich deine milde, Daß keiner hungern mög', erneut; Daß jedermann, von sorgen frei, Gesättigt werd' und dankbar sey. 4. Du giebst, daß ich nicht mangel leide, Was nöthig ist; auch mehr als brod: Giebst zum bedürfniß auch noch freude Für einen jeden sinn, o gott! Wie ist, zum wechsel im genuß, So groß, so reich dein überfluß! munes 186 Zweite Abtheilung. 5. So will ich denn mit freuden| 8. Unmäßigkeit raubt uns die träfte effen, Was deine vaterhuld mir schenkt; zu dem, was uns die pflicht gebeut! Nie aber auch, o herr, vergessen, Daß Macht träge zum berufsgeschäfte, Unfie mich speist, daß sie mich tränkt; tüchtig zur gottseligkeit; Erweckt unNie, daß sie feine lust mir wehrt, ordnung, streit und zant, Erstickt den Als die, die schabet und zerstört. dir, gott, schuld'gen dank. 9. Wer sich den bauch zum gott erforen, Unmäßig deine gaben braucht; Der ist für's himmelreich verloren, Zu dem kein knecht der liste taugt. Gott, laß mich ja dies laster scheun, Enthaltsam, mäßig, nüchtern seyn! 10. So oft ich speis' und trant genieße, So laß es mit vernunft geschehn; Und, daß ich beides mir versüße, Mit dank auf dich, den geber, sehn; Auf dich, der du mich zärtlich liebst, Mir nahrung und erquickung giebst. 6. Drum laß die kraft, uns zu vergnilgen, Die du in speis' und trant gelegt, Mich nie, o höchster, so befiegen, Daß sie zum schwelgen mich bewegt; Laß, deiner gaben mich zu freun, Mich mäßig im genusse seyn. 7. Mit speis' und trant sich so beschweren, Daß man derselben übervoll, Dadurch wird das, was uns ernähren Und unser Herz erquicken soll, Ein gift, das in die adern schleicht, und frankheit, schmerz und tod erzeugt. 18) Von der Arbeitsamkeit und Trene im Beruf. Mel. Allein gott in der höh' sei: c 409. Aus us deiner milden von dir hernieder. Was deine hand uns zugewandt, Das fließest stets aus hand in hand Durch nützliche gewerbe. segenshand, Du geber aller gaben, Muß jedes volk und jedes land Des guten zufluß haben. Mit großer weisheit hältst du haus, und breitest deine güte aus, Der völker wohl zu gründen. 2. Von dir kommt kunst und wissenschaft, Wodurch die länder blühen, Du schenkest jeglichem die traft, Sich nützlich zu bemühen In seinem amt, beruf und stand, Darzu dein rath ihn tüchtig fand, Zum besten mitzuwirken. 3. Als milder geber zeigst du dich Den völkern aller lande; Und du verknüpfft sie unter sich Durch deines segens bande. Zum fernen oft, zum fernen nord Strömt deines jegens quelle fort Von westen und von sülden. 4. Du giebst den schiffen ihren lauf Auf strömen und auf meeren, Und hilfft dem flohr der handlung auf, Viel tausende zu nähren. Zur nothdurft, zur bequemlichkeit Vertheilst du deine gaben weit Von einem land zum andern. 5. Du segneft jedes menschen fleiß Zum nutzen seiner brüder. Was er nur gutes fann und weiß, Das kommt 6. Herr, unser gott, wir preisen dich Mit dankbarem gemüthe. Du herrschest unveränderlich Mit weisheit und mit gülte. Geuß deinen segen ferner aus Auf unser land, auf jedes haus Zu deines namens ehre. 7. Hilf, daß ein jeder redlich sey In seinem thun und handel; Rechtschaffen, brüderlich und treu In seinem ganzen wandel. Mit lust, o vater, wendest du Dem lande deinen segen zu, Das solch ein volk bewohnet. Mel. Herr jesu chrift dich 2. 410. Gott, dessen hand die welt ernährt, Und jedermann sein theil gewährt, Laß deinen segen auf mir ruhn, Und mich mein werk mit freuden thun. 2. Du sorgst für mich, doch so, daß ich Auch sorgen soll, zu thun, mas mich Dein offenbarer wille heißt: Dazu verleih mir deinen geist. 3. Hilf, daß ich stets in dieser welt So lebe, wie es dir gefällt: Mich von der sünde zu befrein, Laß meine erste sorge seyn. 4. Stehts erst mit meiner feele wohl, Dann lehre mich auch, wie ich soll, 18. Von der Arbeitsamkeit und Treue im Beruf. 187 Auf meines leibes wohlergehn Mit| lebens müh', Shr herz mit troft und wahrer christenweisheit sehn. hoffnung. 5. Dich ruf' ich an, verlaß mich nicht! Du weißt ja wohl, was mir gebricht. Was du willft geben, gieb du mir, Und dann zufriedenheit mit dir. 4. Drum gieb, o gott, daß ich auf dich Bei meiner arbeit sehe. Mit licht und weisheit segne mich, Daß ich nie wege gehe, Die mir, herr, dein gesetz verbeut. Nach chriftlicher rechtschaffenheit Laß mich vor allem trachten. 6. Mit beten geb' ich an mein werk, Gieb du dem leibe fraft und stärk'; Mit dir fang ich die arbeit an, Durch den ich sie vollenden kann. 7. Erleichtre mir der arbeit last, Laß mich, wie du befohlen hast, Das thun, was meines standes ist, Erfreut, daß du mein helfer bist. 5. Laß müßiggang und trägheit mich, Als dir mißfällig, meiden, Und hilf, daß ich, gestärkt durch dich, Voll muth, mit lust und frenden, In meinem stand geschäftig sey; Dein segen fröne meine treu, Daß sie auch andern nütze. 8. Zu dir hoff' ich voll zuversicht, Du werdest meinem fleiße nicht Dein segnendes gedeihn entziehn; Vergebens ist sonst mein bemühn. 6. Sey überall, mein gott, mit mir! Die werke meiner hände Befehl ich, allerhöchster, dir; Hilf, daß ich sie vollende Zu deines großen namens preis, Daß mir die frucht von meinem fleiß In jenes leben folge. 9. Du machst die dürren berge naß, Du fleideft blumen, laub und gras; Für deine sorg ist nichts zu flein: Du wirst auch mein versorger seyn. 10. Verstünd ich nur nach deinem sinn, So lang ich noch auf erden bin, Met. Wer nur den lieben gott: c. Mit deinen gaben umzugehn; Wie 412. Mit dir geh' ich an mein gott! würd' es um stehn! 11. O mache mich dazu recht treu, Daß ich dir thätig dankbar sey! Hilf, daß ich sorge, wie ich soll; Ja, sorge du, so geht mir's wohl. Mel. Nun freuet euch, lieben ze. oder: Lobsinget gott, und ic. 411. S ott ist's, der das vermögen schafft, Das gute zu vollbringen. Er giebt zur arbeit muth und kraft, Und läßt sie uns gelingen. Was man mit ihm nur unternimmt, Wird, wenn's mit seinem willen stimmt, Nicht ohne fortgang bleiben. 2. Wer das zu seinem hauptzwed macht, Gefällig ihm zu werden, Zuerst nach seinem beifall tracht't Dem giebt er auch auf erden Vom zeitlichen mit milder hand, So viel, beim fleiß in seinem stand, Als ihm wahrhaftig nützet. 3. Gott ist der frommen schild und lohn; Er frönet sie mit gnaden: Was sollte ihrer feinde hohn Und mißgunft ihnen schaden? Mit seinem schuß bedeckt er fie, Und segnet, bei des giebst durch deinen geist mir auch gewiß zur arbeit fräfte, So lange du mich leben heißt. Laß, dieser hoffnung mich zu freun, Auch deinen rath mir heilig seyn. 2. Der ehrt dich nicht, der seine tage, In trägem müßiggang verlebt, Und, sich und andern gleich zur plage, Das ihm geliehene pfund vergräbt. Du bist's, der uns den fleiß gebot, Und wer ihn übt, ehrt dich, mein gott! 3. Du gabst, mit so viel andern trieben, uns auch den trieb zur thätigkeit, Und, ihn aufs nützlichste zu üben, Giebst du uns auch gelegenheit. Du kennest unsrer arbeit mith, Und beine fraft erleichtert sie. 4. Laß mich auf diese ordnung sehen, Shr folgen und mich ihrer freu'n. Wie, sollt' ich dabei irre gehen Und nicht vielmehr gesegnet seyn Von dir, der du der arbeit last Auch reichen lohn beschieden haft? 5. So wart ich, gott, auf deinen segen, Und sorge nicht, wie's werben soll; Ich geh' ihm doch gewiß 1013 RIDING TEUNI 188 Zweite Abtheilung. entgegen und bin der frohen boffnung| schwenderisch verbringen. Das müsse voll: Mein fleiß ist wohlgefällig dir; mein vergnügen seyn, Mich den geDu siehst und du vergiltst ihn mir. schäften ganz zu weihn, Die du mir auferleget. 6. Sch tröste mich des nicht vergebens, Bleibt er gleich unvergolten bier; Du reichst am abend meines lebens Auch mic der treue lohn dafür. Dann freu' ich mich in ewigkeit Des nützlichen gebrauchs der zeit. Mel. Aus tiefer noth schrei ich zc. 413. Nach einem rath, o gott, sind wir Zum fleiß bestimmt auf erden; Du willst es, daß wir alle hier Einander nützlich werden. Gieb mir verstand und luft und fraft, Geschickt, treu und gewissenhaft zu thun, was mir gebitbret. 2. Hilf, daß vor träger weichlich feit Ich standhaft mich bewahre; Und wo die pflicht mir müh' gebeut, Nie meine kräfte spare. Erholen darf ich mich nur dann, Wenn ich, von kraft erschöpft, mich kann Zu neuer arbeit stärken. 3. Gieb treuen fleiß, und laß mich nicht Die zeit mit nebendingen, Und mit versäumung meiner pflicht, Ver4. Ein beil'ger trieb belebe mich, böchster, meine pflichten In deiner furcht, gestärkt durch dich, Mit freuden zu verrichten. Ein herz, das sich des guten freut, Giebt zu der arbeit munterfeit, Macht leichter unsre lasten. 5. Laß mich von dir, herr, unverrückt Mit einem herzen wandeln, Das geiz und ehrsucht nie bestrickt, Gewissenlos zu handeln. Mein leben deinem dienst zu weihn, So nützlich, als ich kann zu seyn: Das sey mir ehr' und reichthum. 6. Dir zu gefallen, sey mein ziel Bei allem, was ich thue; So hat, es gehe, wie es will, Doch mein gewissen ruhe; Denn wer dir, heiligster mißfällt, Was nützet dem die ganze welt Mit allen ihren schätzen. 7. Gieb, daß mein fleiß in dem. beruf, Dazu mich auf der erde Dein weiser rath, mein gott, erschuf, Mir eine stufe werde, Worauf ich nach vollbrachter zeit Zur höheren geſchäftigkeit Des bessern lebens steige. 19) Vom rechten Verhalten gegen die zeitlichen Güter, Reichthum, Ehre und dergleichen. 414. Swiffenbaft Mein zeitlich gut verwalten. Gieb selbst mir weisheit, gieb mir kraft, Damit wohl bauszuhalten; Auf daß ich, im geringern treu, Durch deine gnade fähig sey Zu größern gnadengüthern. Mel. Es ist gewißlich an der zeit zc.| winn Mein herz so weit zum eiteln err laß mich doch ge hin, Daß ich mein heil vergeſse. 4. Was hilfe mir die ganze welt Mit allen ihren schätzen, Berblendete mich gut und geld, Mich dir zu widersetzen? Verschmäht ich, was dein wort begehrt, Was mir ein ewig heil gewährt; Wie elend würd ich werden! 2. Mein hab' und gut kommt ja von dir und deinem milden segen. Nicht zum verderben gabst du mir Mein zeitliches vermögen. Du gabst es mir zum wahren wohl: Drum gieb, herr, daß ich's wie ich soll, Nach deiner Vorschrift brauche. 5. Mein stärkstes trachten sei allhier Nach deines geistes gaben. Wie reich bin ich, o gott in dir, Kann ich nur diese haben! Besitz' ich, höchster deine huld, Bin ich voll glauben und geduld: Was fehlt dann meinem glücke? 6. Den geiz laß ferne von mir 3. Es ist das mir geschenkte guth, seyn, Die wurzel alles bösen. Von Vergänglich, wie die erde. Hilf, daß sünden und und gewissenspein Kann ich nie zum übermuth Dadurch verlei- reichthum nicht erlösen. Er hilft in tet werde. Nie reiß ein irdischer ge- todesstunden nichts, Und nichts am 19. Vom rechten Verhalten gegen die zeitlichen Güter 2c. 189 tage des gerichts; Gott- schützt da feinen sünder. 7. Lehr' mich die weise sparsamkeit Um das nicht zu verschwenden, Was du mir gabst in dieser zeit Es nützlich anzuwenden. Gieb mir die flugheit, daß ich hier, Dadurch den nächsten so wie mir, Des lebens mith erleichtre. 7. Nie laß mich ruhin erschmeicheln, Der mir doch nicht gehört; Nie als ein gleisner heucheln, Den menschengunst bethört. Der tugend meinen fleiß zu weihn, Und andrer glück zu fördern, Laß mein bestreben seyn. 8. Auf dieser bahn der ehre Erhalte meinen gang, Durch deines sohnes lehre, Mein ganzes lebenlang: So werd ich bei verständigen Das glück des guten namens Mir g'nug gesichert sehn. 9. Gieb mir, o herr, die gnade, Mich dieses glücks zu freun. Leit mich auf rechtem pfade, Ein solcher mensch zu seyn, Den einst die ehrenfrone jener welt beglitct. schmüldt, Die ewig deine frommen In 8. Es kommt ein tag der rechhenschaft: Das laß mich stets bedenken, Und mein gemüth gewissenhaft Zur heil'gen sorgfalt lenken, Also die gilter dieser zeit 3u niißen, daß ich dort, erfreut, Noch segen davon erndte. Mel. Wenn meine sünd' mich: c. 415. ich niemals geizig err, laß nach eitler ehre seyn. Gieb, daß dein geist mich lehre Der ehre mich zu freun, Die ewiglich vor dir besteht, Und mit mir von der erde himmel übergeht. 2. Nie müsse rang mich blenden, Noch ansehn vor der welt; Das oft aus ihren händen Der böse auch erhält: Wer weis' und fromm ist in der that, Ist edler, als der größte, Der wird', aber dies nicht hat. 3. Nicht im besitz von schätzen, Und giltern dieser zeit, Laß meinen ruhm mich setzen; Sie sind doch eitelkeit, Sind oftmal auch des thoren glück, Verlassen uns in sterben, und bleiben hier zurütd. 4. Laß mich in demuth leben. Wenn mich die welt verehrt; Durch stolz mich nie erheben, Wenn sich mein ansehn mehrt; Und schenkst du mir der erde gut, O vater, so bewahre Mich auch vor übermuth. 5. Dich kennen, meine pflichten Mit treu und redlichkeit Gewissenhaft verrichten, Wie mir dein wort gebeut, Und überall mein christenthum Nach jesu vorbild üben: Das sey mein wahrer ruhm. 6. Dein beifall ist das beste, Was ich mir wünschen fann; Wenn ich mich deß getröfte, So hab' ich g'nug daran, Wenn mir es auch an ruhm der welt, Bei allen guten thaten, Die ich verrichte, fehlt. Mel. O gott, du frommer gott 2c. 416. Laß mich doch nicht, o gott Den So sehr ergeben seyn, Daß sie mein abgott werden! Oft fehlt beim überfluß Doch die zufriedenheit, Und was ist ohne sie Des lebens herrlichkeit? unsre wünsche stillen? Es steht ja sein 2. Kann ein vergänglich gut Auch besitz Nie blos in unserm willen. Nicht stets wirds dem zu theil, Der ängstlierts oft der, Dem sein bemithn gelingt. lich darnach ringt; Und schnell ver3. Ein gut, das unsern geist Wahrhaftig soll beglücken, Muß nicht vera gänglich seyn Und für den geist sich und wünscht sich dessen mehr; Dochy schicken. Der finder hat oft geld, babei bleibt sein herz Von wahrer rube leer. 4. O gott, so wehre doch Den unHerz, Nie sclavisch das zu lieben, gerechten trieben, und heilige mein Was man mit milh gewinnt, Bald schwelgerisch verzehrt, Bald unruhvoll bewacht, und bald mit fluch vermehrt. Ein weises frommes herz, Das sey mein schatz auf erden. Sonst alles, nur nicht dies, Kann mir entriffen werden, Dies bleibt im tod auch mein, Dies folgt mir aus der zeit, 3um feligsten gewinn, Bis in die ewigkeit. filli 190 Zweite Abtheilung. mas 6. Wenn dieses fehlt, dann ist Das| schmeichelnden gewinn Dich blind zu herrlichste vergnügen Nur süßen träu- manchem frevel hin. men gleich, Die unsern geist betrügen. Drum lenke, gott! den wunsch Vom irdischen gewinn, Durch deines geistes fraft, zu ew'gen giltern hin. 6. Um vortheil wird er gar wohl schon Aus dir mit meineid sprechen; Dich zwingen, der arbeiter lohn Unmenschlich abzubrechen; Er wird in dir der witwen flehn, Der waisen thränen widerstehn. Mel. Mach's mit mir, gott, 2c. 7. Wie könnt ein herz, vom geize 417. We liebt, is hart, Des wohlthuns freuden schmekAls schätze dieser erden! Wohl dem, der sich mit eifer übt, An tugend reich zu werden; Und in dem glauben, deß er lebt, Sich über diese welt erhebt. ken, und in des unglücks gegenwart Den ruf zur bülf entdecken? Und wo ist eines standes pflicht, Die nicht der geiz entehrt und bricht? 2. 3war ächte tugend wehrt uns nicht, Hier güter zu besitzen. Gott gab sie uns, und auch die pflicht, Mit weisheit sie zu nutzen. Sie dürfen unser herz erfreun, Und unsers fleißes antrieb seyn. 3. Doch, nach den gütern dieser zeit Mit ganzer seele schmachten, Nicht mehr nach wahrer frömmigkeit Und gottes beifall trachten: Ist dieſes eines menschen ruf, Den gott zur ewigkeit erschuf? 4. Der geiz erniedrigt unser herz, Erstickt die edlern triebe. Die liebe für ein schimmernd erz Verdrängt der tugend liebe, und machet, der vernunft zum spott, Der erden gold zu deinem gott. 5. Der geiz, so viel er an sich reißt, Läßt nichts recht frob genießen; Er quält durch habsucht deinen geist, Und tödtet dein gewissen; Und reißt durch 8. Du bist ein vater und aus geiz Entziehst du dich den findern, und läsfest dich des goldes reiz, Shr herz zu bilden, hindern, Und glaubst, du babst sie wohl bedacht, Wenn du sie reich, wie dich, gemacht. 418. 9. Du haft ein richterliches amt; und du wirst dich erfrechen, Die sache, die das recht verdammt, Aus habsucht recht zu sprechen: Und selbst der tugend größter seind Erkauft an dir sich einen freund. 10. Gewinnsucht raubt dir mutb und geist, Die wahrheit frei zu lebren; Du schweigst, wenn sie dich reden heißt; Ehrst, wo du nicht sollst ehren, und wirst um ein verächtlich geld Ein schmeichler, und die pest der welt. 11. Erhalte mich, o gott, dabei, Daß ich mir g'nigen lasse; Geiz ewig, als abgötterei, Von mir entfern' und basse. Dich lieben, herr, mit frohem muth, Sey meines lebens größtes gut. 20) Vom rechten Gebrauch des Lebens. Rel. Wer nur den lieben gott 2c. u gabst mir, ew'ger dieses leben Nicht für den augenblick der zeit; Du hast es mir, o gott, gegeben Zur saatzeit für die ewigkeit: Hier ist der vorbereitungsort, Belohnung und bestrafung dort. 2. Du schenktest mir verstand und willen, Die wahrheit zu erkennen licht; Kraft, deinen willen zu erfüllen, Und lehrtest selbst mich meine pflicht; Zur tugend gabst du mir gefühl, Und reiheit, wie ich wählen will. 3. Der leib ist oft der seelen blirde; Doch schmüldtest du, herr, dies ihr haus, Daß sie durch ihn auch fröhlich würde, Mit vielen fähigkeiten aus: Und wie viel lust giebst du nicht hier Durch jeden meiner sinne mir! 4. Du hast mich aber lassen wissen, Das dies mein irdisch haus zerbricht; Ich soll zwar diese welt genießen, Doch, als genöß ich ihrer nicht; Ich soll der sinnen lüfte Aliebn, Wenn sie mich zu dem bösen ziehn. 20. Vem rechten Gebrauch des Lebens. 5. Dein unterricht sei nicht vergebens: Gieb, vater, daß ich ihm getreu Und beim genusfe dieses lebens, Zu dir zu kommen würdig sey. Vollfommne freude wohnt nicht hier, Wohnt nur im himmel, gott, bei dir. 6. Wohl mir, wenn ich es redlich wage, Der großen freude werth zu seyn, Und diese kurzen übungstage Nur dir und meiner pflicht zu weihn; Wenn nie mein fuß den pfad verliert, Der mich zu deinem himmel führt. 7. Wohl mir, wenn ich den hang zur sünde, All' böse lust in dieser welt, Und jede lockung überwinde, Die macht, daß sünde mir gefällt: Dann bin ich schon ein sieger hier, Werd' dort gewiß gekrönt von dir. 8. Gieb du mir deines geistes stärke, Der du in schwachen mächtig bist, Mir, der zu diesem großen werke Gar oft zu schwach und sinnlich ist; Laß mich, das böse zu verschmähn, Stets auf mein ewig fleinod sehn. 9. Laß gott, schon in gesunden tagen, Im geist, mich oft zum grabe gehn, Und stets bei freuden und bei plagen, Auf dich und jene zukunft sehn; Daß ich, stets meinen pflichten treu, Des höheren lebens fähig sey. Mel. Wer weiß, wie nahe mir 2c. oder: Du weiser schöpfer zc. 419. G 8 eilt der letzte von den tagen, Die du hier lebst, o mensch, herbei. Erkauf die zeit! und statt zu klagen, Sie sey zu kurz, gebrauch sie treu; Nimm mit erkenntlichem gemüth Der nahen stunde wahr; fie flieht. 2. Getäuscht von eitlen kleinigkeiten Verlierst du deines lebens zweck, Verschiebst dein heil auf ferne zeiten, Und wirfst leichtsinnig jahre weg. Bist du, verwegener sterblicher! Des nächsten augenblickes herr? 3. Ein ewig glück einst zu besitzen, Sollst du des kurzen lebens zeit, Als deine saatzeit weislich nützen, und thun, was dir der herr gebeut. Er ruft dir menschenfreundlich zu: Sieb, eins ist noth! was säumest du? 191 4. Drum eil', errette deine seele, Und denke nicht: ein andermal. Sey wacker, bät' und überzähle Der menschen tage kleine zahl. Gesetzt, dein ende wär auch fern: So wandle du doch vor dem Herrn. 5. Sa, gott, mit jedem neuen morgen Erwecke mich zu dieser pflicht, Denn dir, o herr ist nichts verborgen, Ich bin vor deinem angesicht, Und will, mich deiner huld zu freun, Mein leben gern der tugend weihn. 6. Erleucht' und stärke meine seele Weil ohne dich sie nichts vermag. Du gönnst, daß ich mein heil erwähle, Aus gnaden mir noch diesen tag. Was ist nicht eine stuude werth, Die deine langmuth mir gewährt. 7. Wohl mir! wenn ich aus allen träften Nach gottes beifall hier gestrebt; In gottgefälligen geschäften Die pilgertage durchgelebt, Und einst im glauben sagen kann: Du nimmst mich, herr! zu ehren an. 8. Mein sprachlos flehn bei meinem ende Vernimmst du herzenstündiger! In deine treuen vaterhände Befehl' ich meinen geist, o herr! Er schwingt sich über grab und welt Zu dir, wann seine hütte fällt. Mel. Jesus, meine zuversicht ic. err der zeit und ewig420. daß ich bis ans ende, So wie mir dein wort gebeut, Klüglich meine zeit verAuf der welt beschieden hat. wende: Die mir noch dein weiser rath 2. Wie ein traum, so schnell entfliehn Jahre, zeiten, tag und stunden, Das, womit wir uns bemühn, Ist mit ihnen nicht verschwunden. Der vergeltung ewigkeit Folgt auf diese arbeitszeit. 3. Gott, wie thöricht hab' ich schon Hier so manche meiner zeiten, Die bereits mir sind entflohn, Unter schnöden eitelkeiten, Und auf solche art verbracht, Die mich jetzt bekümmert macht! 4. Doch erbarmend schenkst du mir Jetzt noch zeit und raum zur buße; Herr, ich tomm', und falle dir Bittend Zweite Abtheilung. 192 und beschämt zu fuße; Sei mir gnädig! fieh, mich reut Meine hier verlorne zeit. 5. Wiederbringen kann ich nicht, Was mir einmal ist verschwunden; Doch bin ich der zuversicht, Nitt' ich nur getreu die stunden, Die du mir noch ferner schenkst, Daß du gnädig mein gedenkst. 6. Lehre mich, die furze frist, Die du mir hast zugemessen, So wie es dein wille ist, Brauchen, und es nie vergeffen: Hier nur sey die ibungszeit Zu dem glück der ewigkeit. 7. Säen muß ich hier mit fleiß Bu der erndte jenes lebens. O wie glücklich, daß ich weiß, Dies geschehe nicht vergebens. Ewig freut sich seiner faat, Wer hier treulich gutes that. 8. Gott, laß deinen guten geift Dich zu dieser weisheit führen, Und, wie es dein- wort verheißt, Meinen wandel fo regieren, Daß ich gutes hier ausftreu' Und mich dessen ewig fren'. 21) Von der Tel. In allen meinen thaten 20. 422. Dir hab' ich mich ergeben, Mein gott, im ganzen leben, Im unglüd wie im glück! Dir bank ich meine freuden; Dich preis' ich auch im leiden, Bis an den letzten augenblick. eb' ers gedacht, Ins todes nacht! O feele, nimm dies wohl in acht? 2. Du bist's, der für mich wachte, Noch eh' ich war, und dachte. Du haft mit treuer hand Mich huldvoll stets geleitet, Auch da mir glüc bereitet, Wo ich nur schmerz und leiden fand. 2. Dies leben ist gleich einem traum, Gleich einem leichten wasserschaum Ift alle seine herrlichkeit. Der strom der zeit Reißt schnell uns fort zur ewigkeit. 3. Nur du, mein gott, du bleibeft mir Das, was du bist; ich traue dir Es falle berg und hügel hin! Mir bleibts gewinn, Wenn ich dein tobt und lebend bin. Mel. Ich hab' mein sach' gott 20. 7. Wie wird mir seyn, wenn ich dich 421. Wie flieht dahin der men- seh', Und froh zu deiner rechten steh? schen zeit! Wie eilen mein erlöser, stärke mich, Daß eifrig wir zur ewigkeit! Wie mancher sinkt, ich Bis an mein ende liebe dich. 4. So lang' ich noch auf erden wohn', Erwecke mich, o gottessohn! Verborgen ist mein todestag; Gieb, daß ich wach), Und wann er fommt, bereit seyn mag. 5. Was hilft die welt in todesnoth? Was ehr' und reichthum nach dein tod? Bedenk's, o mensch, was eilest du Dem schatten zu? Rein irdisch glück giebt wahre ruh. 6. Das eitle schafft nur kurze luft; Mir ist ein beßres gut bewußt; Dahin geht stets mein hauptbegier, Das bleibet mir. Herr jesu, mich verlangt nach dir. Zufriedenheit. gen mich gereun. Nur einen wunsch von allen Laß dir, o herr! gefallen, Zufrieben allezeit zu seyn. 5. Wenn ich verlaffen scheine, In leiden zag' und weine, Was wünscht mein banges herz? Ach, hilf es mir befiegen! Es wünschet sich vergnügen, Und was es wünscht, wird oft sein schmerz. 6. Drum will ich findlich schweigen, Zufrieden mich bezeigen Mit allem, was du giebst. Du kannst uns nicht verlaffen, Die dir vertrau'n, nicht haffen; Weil du die frommen ewig liebst. 7. Nicht das, warum ich flehe, Dein wille nur geschehe, Und was mir selig ist. Ich will dir ganz ergeben, Getroft und ruhig leben, Bis einst 4. Was helfen meine sorgen? Ist mir mein glück verborgen, So ist's doch dir, herr, nicht. Dir will ich mich empfehlen, Du weißt, was meiner feelen und meinem leibe hier gebricht. 4. Warum ich heute flehe, Das möchte, wenns geschähe, Schon mor- der tob mein auge schließt. 21. Ben der Zuversicht. el. Ermuntre dich, mein schwacher 26. Met. Wie groß ist des ic. u bist ein chrift, was 424. Die beschwerden Des Und stand's, in dem dn mühsam lebst; Du strebest glücklicher zu werden, Und siehst, daß du vergebens strebst. Ja, flage, gott erlaubt die zähren; Doch denk' im flagen auch zurück. Ift denn das glück, das wir begehren, Für uns auch stets ein wahres glück? 2. Nie schenkt der stand, nie schenken gülter Dem menschen die zufriedenheit. Die wahre ruhe der gemüther Ist tugend und genügsamkeit. Genieße, was dir gott beschieden, Entbehre gern, was du nicht hast. Ein jeder stand hat seinen frieden, Ein jeder stand auch seine last. 423. D quälst du dich, sorgft schon heut für morgen? Nur blinde heiden quälen sich Mit tausend bangen sorgen. Dein vater lebt, dein gott regiert; Drum sey vergnügt, wie er dich führt. Willst du durch gram und plagen Dir selbst dein glück versagen? 2. Wer hat gesorgt, wer hat gewacht Im anfang deiner tage, Da noch dein leib in finstrer nacht Dir selbst verborgen lage? Wer hat da schon dein heil bedacht? Was thät da alter menschen macht, Da geist und sinn und leben Dir ward von gott gegeben? 193 3. Den leib schuf gottes weise hand, Ein Wunder seiner Werke; Gab jedem 3. Gott ist der herr, und seinen glied den rechten stand und ange- segen Bertheilt er stets mit weiser meßne stärke. Er fügte bei dem wunderbau Ein glied ans andre ganz genau; Gab jedem seine träfte Und jedem sein geschäfte. hand; Nicht so, wie wirs zn wünschen pflegen, Doch so, wie ers uns heilsam fand. Willst du zu denken dich erfülhnen, Daß seine liebe dich vergißt? Er giebt uns mehr, als wir verdienen, Und niemals, was uns schädlich ist. 4. Ist dir dein vorzug nicht befannt, Die hoheit deiner seele? Der schöpfer gab ihr den verstand Und willen, daß sie wähle. Sie schauet ja mit ihrem blick Auf heut', die zukunft, und zurück, Geschehenes zu wissen Auf das, was kommt, zu schließen. 7. Gott, ich kann überdenken nicht Die größe deiner güte; Drum setz ich meine zuversicht, Mit ruhigem gemüithe, Zu aller zeit, auf dich, den herrn; Du forgeft und du hilfft uns gern. Ich will stets mit vertranten Auf deine hülfe bauen. Evang. lutb 4. Verzehre nicht des lebens fräfte Sn träger Unzufriedenheit; Besorge deines stands geschäfte Und nittze deine lebenszeit. Bei pflicht und fleiß fich gott ergeben, Ein ewig glück in hoffnung sehn; Dies ist der weg zu ruh und leben. Herr, lehre diesen weg mich gehn! 5. Hat gott dich nicht von jugend auf Mit seiner macht getragen? Durch dente deinen lebenslauf, Kannst du es anders sagen? Du athmest seine luft in dich; Sein boden trägt und nähret bich, Und seine gnab und trene Wird alle morgen neue. Mel. Herzliebster Jesu, was hast 2c. oder: Ist auch ein gott? 2c. 6. Kannst du, was gott an dir 425. Gott kann allein das beſte gethan, Die wohlthat alle zählen? Fang' bei der frühsten findheit an, Und wenn dir zahlen fehlen, So zähle erst der sternen heer, Und dazu auch den sand am meer, lind nimm dann diese zahlen Zu millionen malen. für uns wäblen. Wie thöricht handeln unzufriedne seelen! Sie quälen sich und machen ihren herzen Bergeblich schmerzen. 2. Was helfen uns die ängstlich bangen sorgen für den noch ungewissen andern morgen? Der uns doch, daß wir uns umsonst gegrämet, Schon oft beschämet. 3. Es ist umsonst: wir werdens nicht erzwingen, Wenn wir auch nächte durch) mit fummer ringen, Und tag bor tag mit ängstlichen gefäften Den leib entfrästen. 13 mo Zweite Abtheilung. 194 4. Mein glück beruht, o gott! auf beinem segen. Vertrau ich dir und geh auf deinen wegen, So wirst du mir, auch ohne sorg' und fränken, Was gut ist, schenken. 5. Bin ich getreu mit dem verliehnen harr ich nur der Mel. Wer nur den lieben gott ze. rechten fegensstunde; So kommt fic, 126. Szufrieden, herr, und und dann werden meine thaten Zum glück gerathen. dem, was du zum theil An glück und 6. Drum fördre selbst die werke leiden mir beschieden: Dein weiser meiner hände. Gesegnet sey der an rath sucht stets mein heil; Ob er fang und das ende! Gieb guten rath, gleich wunderbar oft scheint, Doch damit, was ich vollbringe, Mir weiß ich, daß er's treulich meint. 2. Du weißt allein, wodurch auf wohl gelinge. erden Mein glück und wohlfahrt für und für Muß fester und vollkommner werden: Dies zeiget deine weisheit mir; Drum bin ich ruhig und vergnügt mit allem, was bein rath, herr, fügt. 7. Hilf mir mit treue meine pflicht erfüllen; Und dann mein herz mit froher hoffnung stillen. Sollt ich mit dem, was bu, herr, mir beschieden, Nicht seyn zufrieden? 9. Dann werd' ich auch, o gott, mit allen frommen Zu dem genuß der himmelsgüter kommen; Dann wird mein wunsch, den irdisch gut nie stillet, Völlig erfüllet. 8. Kann ich den leib nicht so, wie andre laben, So gieb mir nur zufriedenheit, und gaben, Die mehr, als alles irdische erquicken, Uns stets beglücken. 3. Wird mir die freudensonne scheinen, So dank ich's fröhlich deiner huld; Muß aber ich in trübsal weinen, So nehm ich's auch an mit geduld. Denn das, was deine weisheit thut, Ist alles ewig recht und gut. 22) Von der Geduld. hörest meine flage; Du frönst mich einst, wenn du erscheinst, In deinem heiligthume Mit wonne, preis und ruhme. 5. O, dann wird alle traurigkeit Aus meiner brust verschwinden; Vergessen werd ich ganz mein leid; Und nur dein heil empfinden. Mein lobgesang, Voll preis und dank, Wird dir zum wohlgefallen, Durch deinen himmel schallen. 427.D der ich hier Nach Mel. Was gett thut, das ist: c. ie bahn ist rauh, auf meiner heimath eile. Wie viel gefahr seb' ich vor mir! Wie drobt fie meinem heile! Gott, wärst du nicht, Mein troft und licht, Mein heil in finstern tagen, So müßt ich längst berzagen. 2. Vor bir darf ich mein traurig herz, Erbarmer, nicht verhehlen; Darf meinen kummer, meinen schmerz Vertraulich dir erzählen; Dann schaffest du Mir trost und ruh Aus deiner legensfülle; Und meine seel' ist stille. 3. Du lebrest mich den hohen werth Der trübsal, die ich leide; Daß sie mich dir vertrauen lehrt, Mich führt zu wahrer freude. Ich würde dein Mich minder freun, Nur dieser welt be gehren, Wena keine leiben wären. 4. Dein wort giebt mir die zuverFicht Du sorgft für meine tage, Dein auge schläft und schlummert nicht, Du erlösen! 6. Mich, den vollendeten, darf dann Nicht mehr die sünd' entweihen; Mit unschuld steh' ich angethan In der verflärten reihen. Und ewiglich Erfreust du mich, Daß ich, der mensch von erde, Gleich deinen engeln werde! 7. Drum will ich dieses lebens schmerz, Mein gott, geduldig tragen; Beruhigen soll sich mein herz, Nicht mehr voll unmuth flagen. Du bist bereit, Zur rechten zeit, O gott, von allem bösen Mich herrlich zu 22. Von der Geduld. Mel. In allen meinen thaten it. u fühlst, o christ! das 428. D leiden, Daß nun der geist der freuden Von dir gewichen ist. Du rufft: herr, wie so lange; Gott schweigt, und dir wird bange, Daß du vont gott verlassen bist. 195 11. Es jammert gott der fünden, Wie väter ihre finder, Wenn sie ihn findlich scheun. Er läßt sich gnädig finden, Und schuld und straf' der fün den Von ihnen weit entfernet seyn. 6. Christ, fasse muth! die schmerjen Sind zeugen beff'rer herzen, Als dir das deine scheint. Wünsch'st du recht, gott zu lieben, Wie kannst du dich betrüben? Du bist gewiß mit ihm vereint. 2. Ist meine sünd vergeben( Klagst bu) und heil und leben Durch christum mir verschafft: Warum fühl' ich die liebe, Und seines geistes triebe, Und hoffnung nicht in voller fraft? 3. Mühselig und beladen Hör' ich das wort der gnaden, Und ich empfind es nicht; Vin träg', vor gott zu treten, und kann nicht freudig beten, Und fühle keine zuversicht. 4. Mir, der ich seinen willen Treu suchte zu erfüllen, War sonst sein wort gewiß. Setzt kann ich's nicht recht fassen; Sein licht will mich verlassen, Mich decket gleichsam finsterniß. 5. Sonst konnte ich die sünden Weit besser überwinden. Und ich bestritt fie zern. Jetzt ist die fiind geschäftig, 424. Ein herz, o gott, in leid ihre reizung heftig. feine fraft vom herrn. 12. 3war ist dir jetzo bange, Denn züchtigung, so lange Sie da ist, scheint uns hart; Doch nachmals wird sic geben Friedsame frucht und leben Dem, der durch sie geübet ward. 7. Bermagst du gett zu kennen, Und Jesum herrn zu nennen, Als nur burch gottes geift? Den hast du ja empfangen; Er ist's, der gott- verlangen Und seine gnad' dich suchen heißt. 13. Fahr' betend fort zu machen. Stark ist gott in den schwachen, Und gütig für und für. Sein ausspruch fann nicht trilgen! Er heißt: laß dir genügen An meiner gnad'; ich helfe dir. 8. Trau gott! er wohnt bei denen, Die sich nach hülfe sehnen; Er kennt und will dein glück. Er höret deine stimme Und schweigt, doch nie im grimme, Nur einen kleinen augenblick. 9. Gott ließ schon manchen frommen In dies gebränge fommen, Und stand ihm dennoch bei. Du sollst dich kennen lernen, Von hochmuth dich entfernen und sehn, was gottes gnade sey. 10. Die sicherheit zu hindern, Schickt gott oft seinen findern, Auch dir jetzi biefe laft. Er reinigt dich im feuer, Macht bir dein heil jetzt theuer, Das mit du taltest, was du haft. 14. Du willst in diesen nöthen Mich, herr, also nicht tödten: darum harr' ich ferner dein. Du wirst mich, den erlösten, Einst schon noch völlig trösten, Da werd' ich dein mich ewig freun. Rel. Herzliebster Jesu, was haſt it. eder: Ist auch ein gott? wer C. Das bin ich dir, gott, meinem heile schuldig. Laß mich die pflicht, die wir so oft vergessen, Doch recht ermessen. 2. Bin ich nicht staub, wie alle meine väter? Bin ich vor dir, herr, nicht ein übertreter? Thu ich zu viel, wenn ich die schweren tage, Etandhaft ertrage? 3. Wie oft, o gott, wenn wir das böse dulden, Erdulden wir nur unsrer therheit schulden, Und nennen lohn, den wir verdient bekommen, Trübsal der frommen! 4. Doch selbst, o gott, in strafen unsrer sünden Läßt du den weg zu unserm heil uns finden, Wenn wir sie uns, die missethat zu hassen, Erwecken lassen. 5. Streb' ich nur nach dem frieden im gewissen, Wird alles mir zum besten dienen müssen. Du, herr, regierst, und stets gewährt dein wille Gutes die fütüle. 6. Ich bin ein gast und pilger auf der erben, Nicht hier, erst dort soll ich ganz glücklich werden; Und was sind gegen euch, ihr ew'gen freuben, Dieser zeit leiden? 13* 196 Zweite Abtheilung. 7. Wenn ich nur nicht mein elend 5. Wenn ich in christo sterbe, Bin felbst verschulde, Wenn ich als mensch, ich des himmels erbe: Was schreckt als christ, hier leid' und dulde; So mich grab und tod? Auch auf des todes kann ich mich der hülfe der erlösten pfade Bertrau ich deiner gnade; Du, Sicher getrösten. herr, bist bei mir in der noth. 8. Ich bin ein mensch, und leiden müssen fränken; Doch in der noth an seinen schöpfer denken Und ihm vertraun, dies stärket unsre herzen Mitten in schmerzen. 6. Ich will dem fummer wehren, Dich durch geduld verehren, Im glauben zu dir flehn; Ich will den tod bedenken; Du, herr, wirft alles lenken, Und was mir gut ist, wird geschehn. 9. Schan liber dich: Wer trägt der himmel Heere? Mert auf! wer spricht: bis hieher! zu dem meere? Ist er nicht auch dein helfer und berather, 10. Willst du so viel, als der allweise, wissen? Jetzt weißt du nicht warum du leiden müssen; Allein du wirst, was seine wege waren, Nachmale erfahren. dich ein kummer plagt. Befiehl gott deine sachen. In aller pein Vertrau allein Auf ihn, er wird's wohl machen. 2. Kein leiden kommt von ohngefähr; Die hand des höchsten schickt es her; Sein rath hats so ersehen. Drum sey nur still, Was dein gott will, Laß immer gern geschehen. 3. Erwedt dir gleich das leiden pein. So solls dir doch nicht schädlich seyn; Gott kann sein kind nicht haffen. Wer ihn recht liebt, Sich ihm ergiebt, Den wird er nicht verlassen. 4. Wie lange währt der frommen leid? Nicht ewig, herr! nur kurze zeit, Nach überstandnem leide ErRel. In allen meinen thaten 2. c 430. bab' in guten stun- quickeſt du Ihr herz mit ruh, Und den Des lebens ew'ger empfunden, Und freuden ohne zahl! So will ich denn gelassen Mich auch im leiden faffen; Versüßen durch geduld die qual. 11. Er zichtigt uns, damit wir zu ihm nahen, Die heiligung des geistes zu empfahen, und mit dem trost der hülfe, die wir merken, Andre zu stärken. 12. Das kreuz, o gott! wirft weisheit und erfahrung, Und diese giebt dem glauben muth und nahrung. Drum stehe ich in meinem glauben feste; Gott thut das beste! Mel. In dich hab' ich gehoffet zc. 431. Sey, seele! stark und unverzagt, 2. Ja, herr, ich bin ein fünder, Und stets strafft du gelinder, Als es der mensch verdient. Sollt' ich, beschwert mit schulden, Kein zeitlich weh erbulden, Das doch zu meinem besten dient? 5. Drum hab', o seele! guteu muth: Vertraue gott! es wird noch gut Nach aller trüibsal werden. Er ziehet dich Durch freuz zu sich Zum himmel von der erden. 6. Gott ist dein gott, er ist getreu, Und stehet dir als vater bei In aller noth auf erden. Der leiden heer Wird nie zu schwer Durch ihn dem christen werden. 3. Dir will ich mich ergeben, Und weder ruh' noch leben Mehr lieben, als den herrn. Dir, gott, will ich vertrauen, Und nicht auf menschen bauen; Du hilfft und du errettest gern. 4. Laß mich nur gnade finden, Mich alle meine fünden Erkennen und bereu'n. Jetzt hat mein geist noch kräfte; Mein heil laß sein geschäfte, Dein wort mein treft und führer seyn. einst erhöhen. 7. Es haben ja zu aller zeit Die heiligen in traurigkeit Hier oftmals wandeln müssen. Warum willst du Hier nur von rub, lind nichts von trübsal wiffen? 8. O bet und sieb auf deinen gott In aller deiner angst uns noth! Laß, wie er will, es gehen. Sein will ist gut; Vehalte muth! Gott wird dich 22. Von der Geduld. 197 9. Der du ein gott des trostes| der mich nicht bassen kann, Voll dank bist, Laß jeden, der hier traurig ist, Doch deinen trost empfinden. Hilf, den du liebst, Durch trübsal übst, Den unmuth überwinden. Mel. Was gott thut, das ist 26. 432. est glaub ich, daß, was mir geschieht, Zu meinem heil mir diene. Gut ist, was mir mein gott beschied, Wenns noch so traurig schiene. Höchst heilsam, ist Was gott beschließt. Allweisheit, so wie guade, Sind alle seine pfade. 2. Schon hat, seit erd' und himmel stehn, Sein herrlich reich gewähret, Und niemals hat noch ein versehn Dasselbe je entehret. Nein! was er thut, Sst alles gut, Ist seines namens ehre, Wenns noch so dunkel wäre. 3. Sehr herbe zwar, doch reich an frucht, Sind gottes züchtigungen. Was güte selbst umsonst versucht, Ist wohl durch sie gelungen; Oft wird das herz, Durch ihren schmerz, Recht frei von den gebrechen, Die leicht den glauben schwächen. 4. Ich weiß, was auch für trübsal dräut, Daß der doch meiner schone, Der mich zu seiner herrlichkeit Berief in seinem sohne. Wie könnte der, Der mich so sehr Hienieden wollen lieben, Zum schaden mich betrüben? 5. Gott, führe denn mich, wie du willst, Dir bleib' ich stets ergeben. Wenn du dich schon in dunkel hüllst, Will ich doch niemals beben. So wunderbar der weg auch war, So hat mich doch geführet Dein rath, und wohl regieret. 6. 3war schien der weg, den ich erlas, Mir besser: doch ich fehlte. Bald pries ich selbst dich über das, Was erst mein herz nicht wählte; Drum faß ich muth. Ja er ist gut, Der freuzpfad, den ich gehe, Wenn ichs schon nicht verstehe. und voll vertrauen an. 2. Du, der du selbst die weisheit bist, Du kennest, was mir heilsam ist: Nur du siehst, was mir jedes leid Für heil bringt in der ewigkeit. 3. Sst alles dunkel um mich her, Die seele müd und freudenleer, Bist du doch meine zuversicht, Bist in der nacht, o gott, mein licht. 4. Verzage herz, verzage nie! Gott legt die fast auf, gott fennt sie. Er weiß den kummer, der dich quält, Und geben kann er, was dir fehlt. 5. Wie oft, herr, weint ich, und wie oft, Half deine hand mir unverhofft! Oft jammert ich untröstbar heut, und morgen ward ich schon erfreut. 6. Oft sah id) keinen ausgang flagte sehr: Wo bist du, gott? wie, mehr; Dann weint ich laut und schauest du, Dann meinem elend ruhig zu? 7. Dann hörtest du, o herr, mein flehn, Und eiltest, bald mir beizustehn, Du öffnetest mein auge mir: Ich sah mein glück und dankte dir. Die ihr zu ihm um hülfe rieft; 8. Sagts alle, die gott je geprüft, Sagts, fromme, ob er das gebät Geduldig leidender verschmäht? 9. Die stunde kommt früh oder spät, Wo dank und freud' aus leib entsteht; Wo pein die stunden nur ge= währt, Sn freudenjahre sich verkehrt. 10. Du ernteft deiner leiden lohn Vielleicht in diesem leben schon; Vielleicht, daß, eh du ausgeweint, Dir gott mit seiner hülf' erscheint. 11. Schau deinen heiland gläubig an; Wenn niemand dich erquicken kann, So schütte du in seinen schooß Dein herz aus; seine huld ist groß. 12. Einst hat er auch, der menschenfreund, Im thränenthale Hier geweint. Auf deine thränen giebt er acht, Und dir zu helfen hat er macht. 13. Sa, gott, du hilfst, ich zweifle nicht; Denn jesus, mein erbarmer, el. Wenn wir in höchsten 2c. 433. Von bir, o vater, nimmt spricht: Folg' treulich mir, ich rette dich, Sey frohes muthes, glaub an mein herz, Glück, unfall, freuden oder schmerz, Von dir,| mich. 198 Zweite Abtheilung. Defannte Melodie. 434. W arum betrübst du dich, mein herz, Und quäJeft dich mit bangem schmerz, Blos um ein zeitlich gut? Vertraue bem nur, der die welt Erschaffen hat, und noch erhält. 2. Dich lassen will und kann er nicht; Auch weiß er wohl, was dir gebricht, Die ganze welt ist sein. Er ist dein vater und bein gott, Und hilft dir gern in aller noth. 3. Weil du nun, gott, mein vater bist, So weiß ich, daß mich nie vergist Dein väterliches herz; Sch, staub und asche, habe hier Ja teinen troft, als nur bei dir. 4. Ach gott, so reich bist du noch heut, Als du es warst von ewigkeit; Zu dir steht mein vertrauen. Mach mich an meiner seele reich, So gilt mir alles andre gleich. 5. Mir mangle reichthum, ruhm und pracht; Wenn jesus mich nur felig macht, So bin ich reich genug. Der erde glück währt kurze zeit, Und schenkt mir nicht die seligkeit. geben, Nehm ers hin; Mein gewinn Bleibt ein ewigs leben. 4. Schidt er mir ein freuz zu tragen, Dringt herein Angst und pein, Sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wirds auch wenden; Er weiß wohl, Wie er soll Au' mein unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten tagen Oft ergötzt, Sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? Liebt er mich doch drum nicht minder. Nie zu schwer Züchtigt er Seine treuen kinder. 6. Stolz, haß, neid und ihre rotten Können mir nichts mehr hier Thun, als meiner spotten. Laß fie spotten, laß sie lachen! Gott, mein heil, Wird in eil' Sie zu schanden machen. 7. Unverzagt und ohne grauen Soll ein christ, Wo er ist, Stets sich lassen schauen. Was sollt er zu schredlich finden? Auch den tod Hilft ihn gott Freudig überwinden. 8. Denn er fann den leib nur töbten: Und danu reißt Er den geist Aus viel tausend nöthen; Endigt dieses lebens leiden, Und giebt mir Einst dafür Dauerhafte freuden. 9. Dann wird sich an bessern schätzen Geist und herz Auf den schmerz Ewiglich ergößen. Hier ist fein recht gut zu finden; Was bie welt In sich hält, Muß wie rauch verschwinden. 6. Dir, jesu, gottes sohn, sey preis, Daß ich aus deinem worte weiß, Was ewig selig macht; Gieb, daß ich nun auch fest und tren Im glauben und im guten sey. 7. Lob, ehr' und preis sey dir. 10. Was sind dieser erden gliter? gebracht, Daß du es immer wohl Unbestand, Eitler tand, Lasten der gemacht! Du bist höchst weis' und gemüther. Dort, dort sind die edlern gut; Das zeigst du uns in dieser zeit, gaben, Da mein hirt, Chriftus, wird Und noch mehr in der ewigkeit. Mich ohn' ende laben. 11. Herr, mein heil, quell aller freuden! Du bist mein, Ich bin dein, Niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein leben Und dein klut, Mir zu gut, In den tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dic fasse, Und dich nicht, mein licht, Aus dem herzen lasse. Laß mich, laß mich hingelangen, Wo du mich, Und ich dich Ewig werd umfangen. Mel. Fröhlich soll mein herz c. arum sollt' ich mich 435. W denn grämen? Hab ich doch jesum noch, Wer will mir den nehmen? Wer will mir den himmel rauben, Den mir schon Gottes fohn Beigelegt im glauben. 2. Arm und bloß kam ich ins leben, Da es mir Ward von dir, Herr, zuerst gegeben; Nichts nehm ich auch von der erde, Wann ich sie, Nach viel mlih, Einst verlassen werde. Bekannte Melodie. 436. W as gott that, das ist 3. Was ich hab', leib, seel' und wohlgethan, Gut ist leben, Ist nicht mein, Gott allein Hat und bleibt sein wille. Er nimmt sich es mir gegeben. Soll ich es ihm wieder stets der seinen an; Drum halt ich 22. Von der Geduld. ihm auch stille. Er ist mein gott, Der in der noth Mich wohl weiß zu erhalten; Durm laß ich ihn nur walten. 2. Was gott thut, das ist wohl gethan, Sein wort fann ja nicht trügen; Er führet mich auf rechter bahn, Drum laß ich mir genügen An seiner huld, Und hab' geduld: Er wird mein unglück wenden, Es steht in seinen händen. 3. Was gott thut, das ist wohl gethan, Er wird mich wohl bedenfen, Zu dem, was ich von selbst nicht kann, Mir licht und kräfte schenken: Denn seine treu Ist täglich neu; Drum will ich auf ihn bauen, Und seiner güte trauen. 4. Was gott thut, das ist wohl gethan, Er ist mein licht und leb.n, Der mir nichts böses gönnen fann; Ihm will ich mich ergeben In freud' and leid; Es kommt die zeit, Da es gewiß erscheinet, Wie gut ers mit uns meinet. 5. Was gott thut, das ist wehlgethan! Muß ich gleich bittres schmefken, So nehm' ich's doch geduldig an und lasse mich nicht schrecken; Weil er zuletzt Mich doch ergötzt Mit süßem trost im herzen; Da weichen alle schmerzen. 199 3. Du stärkst mir unter aller plage, gott, auf mein gebät, den muth Daß ich gelassen sie ertrage, Und machst zuletzt doch alles gut. Auf kummer folgt zufriedner bank, Auf klagen froher lobgesang. 4. Was bist du denn, o meine seele! In deiner noth so fummervoll? Du weißt ja wehl, daß goit nur wähle, Was dir zum besten dienen soll, Einst dankst du ihm nach der gefahr. Daß er dein gott und retter war. 5. Er wird es seyn, ruf in gefahrs ren Ihn, als den besten helfer, an. Er weiß dich mächtig zu bewahren, Und da, wo niemand helfen kann, Fehlt ihm die kraft zum helfen nicht. Dies stärke deine zuversicht. 6. Empfehl' dich seiner vaterpflege; Hoff' und vertrau ihm allezeit. Auch auf dem allerrauhsten wege Sieh fröh lich hin zur ewigkeit, Da wirst du, frei von aller pein, Ganz selig, ganz zufrieden seyn. Mel. Ber nur den lieben gott zc.. eder: Du weiser schöpfer ic. 6. Was gott thut, das ist wohlgeel. In allen meinen thaten 26. than, Darauf will ich stets bauen; 438. Was ist's, daß ich mich wenn er will, die Betreten ohne grauen: Denn da wird mich Gott väterlich In seinen armen halten! Drum laß ich ihn nur walten. quäle? Harr' gottes, meine seele, Harr' und sey unverzagt! Du weißt nicht, was dir nüßet! Gott weiß es, und gott schützet; Er schützet den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine tage Mein glück und meine plage, Eh' ich die welt noch 437. Was ist mein leben auf ſah. Eh' ich mich selbst noch kannte, der erde? Ein wechsel ist's von lust und leid. Hier stört Eb ich ihn vater nannte, War er mir schon mit hülfe nah, Die sanfoft unruh und beschwerte teste zufriedenheit. Hier noch in einer welt, Die kommnes glück enthält. 3. Die kleinste meiner sorgen Ift dem gott nicht verborgen, Der alles sieht und bält; Und was er mir beschies den, Das dient zu meinem frieden, Wär's auch die größte last der welt. 2. Weß soll ich mich, o herr, denn trösten? Nun beiner huld, du bist mein heil. Und bleibst, wenn auch die noth am größten, Doch meines herzens trost und theil, Und stehst, nach deiner vatertreu, Mir stets mit rath und hülfe bei. 4. Ich lebe nicht auf erden, Ganz glücklich hier zu werden; Die lust der welt vergeht. Ich soll mein glück hier gründen, um dort ein heil zu finden, Das ewig, wie mein- geist, beſteht. wohn' ich fein voll7. So laß mich), gott, stets dahin schauen, Und dann mit starkem muth auf dich, Auch in der größten noth vertranen. Du bist bei mir; das stärke mich. Wer dessen stets versichert ist, Der lebt und stirbt getrost als christ. Zweite Abtheilung. 200 5. Was dieses glück vermehret, Sey mir von dir gewähret; Gott! du gewährst es gern. Was dieses glück verleiset, Wenns alle welt auch schäßzet, Sey von mir jetzt und ewig fern. 6. Sind auch der frankheit plagen, Der mangel schwer zu tragen, Noch schwerer haß und spott: So harr' ich doch in stille; Denn nicht mein eigner wille, Dein wille nur gescheh', o gott! 7. Du bist der müden stärke, Und aller deiner werke Erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, Wenn du mich willst bewahren? Und du, mein gott, bewahrest mich. In voriger Melodie. 439. Will ill mich, o gott! hienieden Des lebens last ermüden, So stärke meinen geist Wenn mich die leiden fränken, So laß mich wohl bedenken; Auch das sev gut, was trübsal heißt. 2. Nicht ewig soll sie währen; Oft werden unsre zähren Auch hier schon abgewischt: Und seufzen wir: wie lange Ist unsrer seelen bange? So wird das her; mit trost erfrischt. vorgeschrieben: Euren nächsten sollet ihr, Als euch selbst, von herzen lieben! Christen, was gott hier gebeut, Sey uns heilig allezeit. 2. Wir find bürger einer welt, Kinder eines vaters, brüder, Die er buldreich all' erhält; Alle eines leibes glieder, Die sein weiser allmachtsruf All' zum ew'gen glück erschuf. 3. Du wendest solche burden, Die uns erbrücken würden, Gott! gnädig von uns ab. Du siehst bei unsern plagen Auch auf die kraft zu tragen, Die deine hand uns selber gab. 3. Eine sterbliche natur Hat er jedermann gegeben, Und auch eine hoffnung mur, Hoffnung auf ein beßres leben; Wenn wir hier in dieser welt Redlich thun, was ihm gefällt. 4. Dein väterlich bemühen Will uns, als finder, ziehen, zu thun, was dir gefällt; Will eignen willen brechen, Die macht der sünde schwächen Und uns entwöhnen von der welt. 23) Von der Liebe des Nächsten. 4. Und wir sollten uns entzwein? Lieblos uns einander hassen? Und, zu unsrer eigenen pein, Stolz und neid 5. Es sind nur liebesschläge, Wenn ich es recht erwäge, Voll gnad' und voller huld. Du willst den eifer mehren, Gehorsam dich zu ehren Mit glauben, hoffnung und geduld. 6. Was will uns, herr, auch sichei den Von dir und jenen freuden, Die du für uns ersehn? Wir leben oder sterben, So wird uns, deinen erben, Doch einst der himmel offen stehn. 7. 3u jenem bessern leben Willst du auch mich erheben; Der tod iſt mein gewinn. Muß gleich mein leib verwesen, Wir doch mein geiſt genesen; Er eilt zu seligkeiten hin. Mel. Jesus, meine zuversicht. beherrschen lassen? Wer fein freund 440. 2 weer berr dies mensch, fein chriſt. filen menschen und auch des nächsten ist, Ist fürwahr fein 8. drücke meinen herzen Bei allen seinen schmerzen Dies doch aufs tiefste ein: Es kann der, der dich liebet. Auch wenn er wird betrübet, Doch niemals unglückselig seyn. 5. Was mir auch aus gottes hand 3um voraus vor andern haben: Ansehn, reichthum, hoher stand, Leibesfräfte, geistesgaben, Alles dies befreit uns nicht von der menschenliebe pflicht. 6. Selbst der gaben unterschied Dient zum allgemeinen besten, Wenn nur jeder sich bemüht, Von dem kleinsten bis zum größten, Andern und nicht sich allein, Nützlich, wie er fann, zu seyn. 7. Darum gieb uns, gott, ein herz, Boll von wahrer menschenliebe, Das an andrer freud' und schmerz Antheil nehm', und gern das übe, Was der liebe pflicht begehrt, Wie sie uns bein sohn erklärt. 201 Alle dir recht ähnlich werden, Daß 442. Gherz, das jeden men. 8. Laß uns, großer menschenfreund! Mel. D gott, du frommer gott 2. Rieb mir, o gott! ein wir, hier mit dir vereint, Nach vollbrachtem lauf auf erden, Einst auch emig bei dir seyn, Deiner lieb' uns ganz zu freun. schen liebet; Bei seinem wobl fich freut, Bei seiner noth betrübet; Ein herz das eigennutz Und neid und härte flieht, Und sich um andrer glück, Wie um sein glück bemüht. 2. Seh' ich den dürftigen, So laß mich liebreich eilen, Von dem, was du mir giebst, Ihm willig mitzutheilen! Nicht aus dem eitlen trieb, Groß vor der welt zu seyn Und mich verehrt zu sehn; Nein, menschen zu erfreun. 21. Von der Liebe bes Nächsten. 441. Mei Ein Lämmlein geht, und zc. er du die liebe selber bist, Und gern die menschen segnest, Sa selbst dem, der dein feind noch ist, Mit freundlichkeit begegnest: O bilde meinen sinn nach dir, Und laß mich doch, mein heiland, hier, Wie du gewandelt, wandeln! Die können feine christen seyn, Die sich nicht andrer wohlfahrt freun Und menschenfeindlich handeln. 2. Dein leben in der sterblichkeit War für die menschen segen; Dir folgten leib' und freundlichkeit Auf allen deinen wegen. Wohin du gingst, ging wohlthun mit; Dein wort, dein werk, und jeden schritt Begleitete erbarmen; Du übernamst die schwerste pein, Uns vom verderben zu befrein, Und starbst zum heil uns armen. 3. Auch jetzt noch auf der himmel thron Bist du das heil der sünder; Auch da bleibst du, o gottes sohn, Ein freund der menschenfinder. Du schaffst den deinen wahre ruh Und die verirrten suchest du Auf rechten weg zu leiten; Du hörst der seufzenden gebät, Und brauchest deine majestät, Nur segen auszubreiten. 4. Olaß in meiner pilgerschaft Mich auf dein vorbild sehen! Erfülle mich mit lust und kraft, Dem näch sten beizustehen; Betrübter herzen trost zu seyn, Mich mit den fröhlichen zu freun, Mit weinenden zu flagen, Und dem, der mir sein herz vertraut, Die redlichkeit, auf die er baut, Nicht treulos zu versagen. 5. Laß mich mit brüderlicher huld Des nächsten fehler decken; Durch sanft muth, mitleid und geduld Zur beßrung ihn erwecken; Und fündiget er gegen mich, So freue meine seele sich, Ihm willig zu vergeben; So werd' ich dich, herr jesu christ, Der du die liebe selber bist, Auf's würdigste erheben. 3. Dies sey mir gottesdienst! Auch unbemerkt von ihnen, Den nebenmenschen gern Mit rath und that zu dienen. Mich treibe nicht erst dank Zu milder wohlthat an; Nein! was ich andern thu, Das sey dir, gott, gethan. 4. Ein trunf, mit dem mein dienst Dem durstigen begegnet; Ein blick voll trost, mit dem Wein herz bedrängte segnet; Ein rath, mit dem mein mund Sm fummer andre stärkt; Nichts bleibt, so klein es ist, Von dir, herr, unbemerkt. 5. Eilt wo ein boshaft herz, Unfrieden anzurichten; So laß mich sorgsam seyn, Der brüder zwist zu schlichten. Aus schmähsucht störe nie Mein mund des nächsten ruh; Er rühme sein verdienst, Deck seine fehler zu. 6. Die rach' ist dein, o gott! Du sprichst: ich will vergelten. Drum laß mich stille seyn, Wenn menschen auf mich schelten. Gieb, daß ich dem berzeih, der mir zu schaden sucht; Den liebe, der mich haff't: Den segne, der mir flucht. 7. Doch laß mich nicht allein Auf zeitlich wohlergehen Mit eingeschränktem blick Bei meinem nächsten sehen. Noch stärker müsse mich Sein ewig gllick erfreun; Noch mehr sein seelenheil Mir angelegen seyn. 8. Den, der im glauben wanft, zu leiten und zu stärken; Den, der noch sicher ist Bei seinen bösen werken, Von der verkehrten bahn Des lasters abzuziehn: Dazu verleib mir kraft, Und segne mein bemilhn. 9. heilige du selbst, Herr, meiner seelen triebe, Durch deine lieb' und 202 Zweite Abtheilung. furcht, zu wahrer menschenliebe. Wer[ Ihn nicht verläumde, nicht durch nicht den nächsten liebt, Geht nicht züm himmel ein. Laß diese wahrheit, gott, Mir stets vor augen seyn. Mel. Nun ruhen alle wäider 20. err! neige mein gemüthe Durch deine große güte, Mich fremden glücks zu freun; Und fern von meinem herzen Laß, bei des nächsten schmerzen, Doch alle schaden freude seyn. 2. Wer sich des guten freuet, Was deine huld verleihet, Er find' es, wo ers find't; Der ist nach deinem bilde Barmherzig, gütig, milde llnd menschenfreundschaftlich gesinnt. 443.5 falsche ränke Sein wohlseyn fränke. 2. Gieb, daß ich nachfichtsvoll des nächsten fehle, Wenn's meine pflicht erlaubt, der welt verhehle, Und, wenn er fällt, auf mich, der ich noch stehe, Mit vorsicht sehe. 3. Hilf, daß ich ffiiglich ihn zu bessern trachte, lind seiner seele wohlfahrt theuer achte. Wie viel hast du für sie in todesbanden Selbst ausgestanden! 4. Laß mich aufrichtig schätzen andrer gaben, Die sie doch auch von deiner güte haben; Es müsse nie mein herz des nächsten freuden Und glück beneiden. 5. Gieb, daß ich nie zum zorne leicht entbrenne, Nie auch dem feinde etwas ütbels gönne; Und allen zu beweisen gilt und treue, Mich herzlich freue. 6. Laß mich, mein heiland, immer mehr auf erden, An lieb' und gütigfeit dir ähnlich werden. Gieb kraft dazu, so schmeck' ich schon hienieden, Herr, deinen frieden. 3. 3war wird mit hindernissen Mein geift oft kämpfen müssen Bei übung dieser pflicht; Denn scheint's, daß fremde gaben Für mich viel nachtheil haben, Alsdann gefallen sie mir nicht. 4. Dann schöpft, versucht vom neide, Mein herz nicht lust und freude Aus andrer wohlergehn; Dann regen sich die triebe Der stolzen eigenliebe, Des nächsten glück nicht gern zu sehn. 5. Doch, da hilfst du mir fämpfen, Die böse neigung dämpfen, Die mich Nel. Machs mit mir, gott 2c. zum neid reißt hin; Wenn ich nur dei: 445. So iemand spricht: ich nem triebe, In meinem leben folgsam bin. 6. Gott, dein sind ja die gaben, Die ich und andre haben; Mit weisheit hältst du haus, Und theileft unter allen, Nach weisem wohlgefallen, Die gilter deines hauses aus. 7. Dich selbst, den allerhöchsten, Wenn ich beneid' den nächsten, Greift ja mein tadel an. O, welche schwere fünde! Wenn ich mich unterwinde, zu tadeln, was dein rath gethan. 8. Sch spür' an meiner seele, Daß ich mich selbst nur quäle, Herrscht neid in meiner brust. Drum mach, o herr! dies laster Mir immer mehr verhaßter: Des nächsten glück sei meine lust! gott, doch seine brilder, Der treibt mit gottes wahrheit spott, Und handelt ganz darwider, Gott ist die lieb', und will, daß ich Den nächsten liebe, gleich als mich. 2. Wer dieser erben gilter hat, Und sieht den nächsten leiden, und macht den hungrigen nicht satt, Läßt nackende nicht fleiden: Der übertritt die erste pflicht, und liebt den gott der liebe nicht. 3. Wer seines nächsten ehre schmäht, Und gern sie schänden höret; Frohlockt, wenn sich sein feind vergeht, Und nichts zum besten kehret, Berläumdern niemals widerspricht; Der liebet feinen nächsten nicht. 4. Wer, wenn er auch mit rath Mel. Herzliebster jesu. was hast 2. und schutz Den nächsten unterstüßet, oder: Ist auch ein gott? 1. Doch nur aus stolz und eigennut, ilf, jesu, daß ich meinen Aus weichlichkeit ihm nützet; Nicht nächsten liebe; Durch aus gehorsam, nicht aus pflicht; Auch lieblos richten ihn ja nicht betrübe, der liebt seinen nächsten nicht. 444. 24. Von der Gerechtigkeit und Billigkeit. 203 5. Wer nur dem hilft, der sehr 10. Wir haben einen gott unb gebüct Vor seinem stolz erscheinet; herrn, Sind eines leibes glieder. Wer nie den Dürftigen erquickt, Der Drum diene beinem nächsten gern; heimlich vor ihm weinet, Wer färglich Denn wir sind alle brilder. Gott schuf giebt dem, dem's gebricht: Auch der die welt nicht blos für mich; Mein liebt seinen nächsten nicht. nächster ist sein find, wie ich. 6. Wer andre, wenn er sie beschirmt, Mit härt' und vorwurf quälet, Und chne nachsicht straft und stürmt, sobald sein nächster fehlet: Wie bleibt bei solchem ungestüm Des nächsten liebe wohl in ihm? 7. Wer für der armen heil und zucht Mit rath und that nicht wachet; Dem übel nicht zu wehren sucht, Das oft fie dürftig machet; Nur sorglos ihnen gaben giebt: Der hat sie wenig noch geliebt. 8. Wahr ist es, du vermagft es nicht, Etets durch die that zu lieben; Doch bist du nur geneigt, die pflicht Getreulich auszuüben, und wünschest dir die kraft dazu, Und sorgst dafür: so liebeft du. 9. Ermattet dieser trieb in bir, So such, ihn zu beleben; Denk oft: gott ist die lieb', und mir Hat er sein bild gegeben. Das, was ich habe, ist nicht inein: Sollt' ich, wie er, nicht gütig seyn? 11. Sein heil ist unser aller gut. Ich sollte brilder hassen, Die gott durch seines sobnes blut So theu'r erkaufen lassen? Daß gott mich schuf, und mich versühnt, Hab' ich dies mehr, als sie, verdient? 12. Du schenkst mir täglich so viel schuld, Du, herr von meinen tagen! Ich aber sollte nicht geduld Mit meinen bribern tragen? Dem nicht verzeihu, dem du vergietst, Und den nicht lieben, den du liebst? 13. Was ich den menschen hier gethan, Dem kleinsten auch von diesen, Das siehst du, mein erlöjer, an, als hätt' ich dirs erwiesen. Und ich, ich sollt' ein mensch noch seyn, Und dich in brüdern nicht erfreun? 2. Gerechter gott! laß deinen geiſt Zu dem, was recht und billig heißt, Stets meine seele lenken: Nie komm' es mir doch in den sinn, Aus schnöder habsucht, um gewinn, Des nächsten recht zu fränken. 14. Ein streng und höchst gerecht gericht Wird über den ergehen, Der liebreich seinen nächsten nicht In noth eilt beizustehen; Drum gieb mir, gott, durch deinen geist, Ein herz, das dich durch liebe preist. 24) Von der Gerechtigkeit und Billigkeit. schaden sucht, und andre fränkt: Wie Mel. Kommt Her zu mir, spricht ze. o 446. Du liebst, gott! ge- kann das brilder lieben? rechtigkeit, fest den, der sie entweiht, Am nächsten unrecht libet. Du bist's, der jedem seinen lohn, Ohn' alles ansehn der person, Nach seinen werken giebet. Und has- 4. Nie seufze jemand wider mich), Mein ganzes herz bestrebe fich., Dem nächsten gern zu geben, was er mit recht verlangen fann; Und immerfort mit jedermann In einigkeit zu leben 5. Laß mich beständig dahin sehn, Mit jeglichem so umzugehn, Wie ich's von ihm begehre; Damit ich feines menschen herz, Durch meine härte, je mit schmerz Und fümmerniß beschwere 3. Pflanz redlichkeit in meine brust Und laß mich stets mit wahrer lust Der liebe pflichten üben. Ein herz, das gern auf unrecht denkt, Gern zu keiner zeit Der liebe pflicht vergessen. 6. Herr! mit dem maaß, damit ich hier Dem nächsten messe, wirst du mir Dereinst auch wieder messen. Dies reize mich zur billigkeit; So werd' ich auch Zweite Abtheilung. 204 Mel. Erhalt uns, herr, bei deinem 2c. oder: Wenn wir in höchsten: c. 447. 7. Das haus des diebes ist verzeit von aller ungerech- flucht, Wird hier auch schon oft heimtigkeit; Wie könt ich gottes freund sonst gesucht, und dort trifft vollends bein seyn, und seiner gnade mich erfreun.gericht Den ungerechten bösewicht. 2. Wer seines nächsten rechte fränkt, Auf seinen schaden boshaft denkt, Verlegzet des gewissens pflicht, und ehrt den gott der liebe nicht. 8. Darum, mein gott, bewahre mich Vor allem unrecht väterlich; Beging ich's je, so sey mir's leid Und zum ersatz mein herz bereit. 3. Du schriebst in jedes herz, o gott, Tief ein das heilige gebot: Was dir mißfällt, wenn dir's geschicht, Das thue du auch andern nicht. 9. Wer andern schaden einst gethan, Und irgend ihn erstatten kann, Doch deff sich weigert, findet nicht Vor dir erbarmen im gericht. 4. Wenn ich dies billige gesets Durch ungerechtigkeit verletz', Verurtheil ich ja selber mich Als übertreter wider dich. 5. Dein wort, das- sündern strafe droht, Schärft mir dies heilige gebot, Frei von unrechtem gut zu seyn, Mit noch viel größerm ernste ein. 10. Er kann nicht wahre buße thun, Dein segen kann nicht auf ihm ruhn, Eh' er das böse, das er that, Nach möglichkeit ersetzet hat. 11. Gieb, herr! daß ich dies wohl bedenk, Und nie durch unrecht andre 6. Es drohet jedem deinen fluch, tränk. Die habsucht, auch die armuth Der seinen nächsten durch betrug, nicht, Berleite mich von meiner pflicht. 25) Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. Met. Herr, ich habe mißgehandelt: c. zu vergeben; Denn, wenn ihnen wir 448. Allen, welche nicht ver- verzeihn, Läsfest du uns gnade finden geben, Wirst, du rich- Auch für unsre eignen sünden. ter, nicht verzeihn; Trostlos werden fie im leben, Trostlos einst im tode seyn, Unentladen ihrer sünden, Nimmer vor dir gnade finden. Durch dieberei, an seinem gut Und seiner habe schaden thut. 3. Wir geloben dir mit freuden: Willig wollen wir verzeihn; Nie uns rächen, wenn wir leiden, Nie zu dir um rache schrein; Vielmehr vor dein antlitz treten, Und für unsre feinde beten. 2. Wie dein herz mit jedem sünder Väterliches mitleid hat; Wie der freund der menschenkinder Selbst für seine mörder bat: So soll auch der Mel. Sollt' ich meinen gott ze. christ verzeihen, Und sich nicht der 449. Gott, der du die menſchen liebest, Der du ein strenges recht, Sondern lauter gnade übest An dem sündlichen geschlecht, Laß mich deinen geist beleben, Daß ich, vater, als bein kind, Liebreich sey, wie du gesinnt. Herr, du wollst den sinn mir geben, Der bei fehlern nachsicht zeigt, Und mit sanftmuth spricht und schweigt. 4. Vater, stärk' uns, deine from men, Tren zu bleiben dieser pflicht! Wenn wir in versuchung kommen, So besiege sie uns nicht: Laß uns sanftmuth dann empfinden, Um sie schnell zu überwinden. 5. Laß in unserm ganzen leben Uns dir gleichgesinnet seyn, Billig feinden 6. Wohl uns! gott verzeiht uns sündern, Geht nicht mit uns in's gericht, Nimmt uns auf zu seinen findern, Strafet uns dann ewig nicht. Laßt uns beten, laßt uns kämpfen, Rachsucht in uns stets zu dämpfen. 2. Laß mich meines nächsten schonen, Willig tragen seine last; Und, so lang' ich hier soll wohnen, Bleibe zantsucht mir verhaßt! Auch das ist, o gott, dein wille, Und die eintracht liebest du; O, so bilf mir auch dazu. 25. Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 205 5. Vergieb mir, herr, und wende mein verderben! Bei wildem zorn läßt sich dein reich nicht erben; Und jener tag vergilt nach ftrengem rechte Dem harten fnechte. 6. So hilf dir denn die rachbegier ersticken! Laß sich dein bild in meine seele drücken! So werd ich mich versöhnlich finden lassen, Nicht wieder baffen. Gieb ein herz mir, das die stille Und den frieden sucht und liebt, Das, statt rache, sanftmuth übt. 3. O, wie wird das herz beschweret Durch des zornes leidenschaft! Zanfsucht, rachgier, haß verzehret Nach und nach des lebens kraft; Kürzt das ziel von unsern jahren, Macht zum himmel ungeschickt. Herr, der auf mich schwachen blickt, Ach, du wollest mich bewahren, Daß des jähzorns raserei Nie des Herzens meister sey. 4. Wer mir flucht, den will ich segnen, So wie mein erlöser that, Und dem nachsichtsvoll begegnen, Der zum zanken neigung hat; Für die feinde will ich beten, lind vor dich, du friedensfürst, Wenn du menschen richten wirst, Mit dem schmuck der liebe treten. Gott des friedens, stärke du mich mit deiner fraft dazu! 5. Ewig heil ist dem beschieden, Der nach eintracht strebt. Höchfter, gieb mir deinen frieden, Der zur sanftmuth uns erhebt. Er regiere herz und sinnen; Denn, wenn er bas herz regiert, Wird, was zu der zwietracht führt, Niemals übermacht gewinnen, Bis einst in der herrlichkeit Ew'ger friebe uns erfreut. Mel. Herzliebster jesu, was hast: c. oder: Ist auch ein gett? wet ic. err, deine sanftmuth Und noch zur rechten gottes für mich bittest: Erweck' in mir, du muster wahrer liebe, Der sanftmuth triebe. 2. Wann hast du jemals haß mit haß vergolten? Du schaltst nicht wieder, da man dich gescholten, Du segnetest mit wohlthun nicht blos freunde, Auch deine feinde. 3. Und ich, herr, sollte mich den deinen nennen, Und doch von rach450. mit haß vergelten, Und gier gegen andre brennen? Ich sollte Wie viel hast du vergeben und vergeffen! Ach, führe mir doch deine große güte Recht zu gemüthe. 2. Du segnetest mitleidig, die dir fluchten; Du heiltest selbst, die dich zu fangen suchten; bu zeigtest stets bei deiner feinde toben Der sanftmuth proben. 3. Ach, glich ich dir, o heiland! ich bekenne, Daß ich noch oft von schnellem zorn entbrenne, Und mich vor dir manchmal, durch eigne rache, Berwerflich mache. 7. Flucht mir mein feind, so gieb, daß ich ihn segne, Und seinem grimm mit freundlichkeit begegne; Daß mich das böse, das ich dann empfinde, Nicht überwinde. 8. Verleih mir das, um deiner sanftmuth willen; So erb' ich auch, im lande deiner stillen, Die seligkeit, wozu sie ienes leben Einst wird erheben. 4. Dir, herzenskündiger, dir muß ich's flagen, Wie wenig fann mein stolzes herz vertragen; Wie schwer weiß ich, wenn andere mich haffen, Mich recht zu affen! In voriger Melodie. 451. Herr, mein erlöfer, der mich wieder scheiten? 4. Wie kann ich vater zu dem höchsten sagen, llnd groll im herzen gegen brüder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeihen, Und rache schreien? 5. Wer nicht vergiebt, der wird für seine sünden Auch nicht bei dir, o herr, vergebung finden. Dein jünger ist nur, der, wie du, vergiebet, und seinde liebet 6. So heilige denn meiner seelen triebe, Mein heiland, durch den geist der wahren liebe; Daß nie die unglückseelge lust der rache Mich strafbar mache. 7. Wenn meine brüder sich an mir vergehen, So lehre mich ihr unrecht übersehen, Und, sollten sie mid Zweite Abtheilung. 206 auch empfindlich fränken, An dich gebenfen. 8. Erwecke dann, o herr, in meinem Herzen Aufs neue das gedächtniß jener schmerzen, Die du in deinen schweren leibensstunden Für mich empfunden. 9. Laß mich mit sanftmuth meinem feind begegnen, und, so wie bu, ben, der mir fluchet, segnen. Herr, mache gegen alle, die mich hassen, Mein Herz gelassen. 10. Will zu der rachsucht mich die furcht verführen, Als wird' ich sonst mein ganzes glilck verlieren: So zeig mir, herr, dies sey mein glück auf erben, Dir ähnlich werden. 11. Denn du beglückest den, der chriftlich handelt, und überall nach deinem vorbild wandelt; Drum las in allem mich schon hier auf erden Dir ähnlich werden. chrift, zum frieben, 3u bienften willig seyn. Wenn mich zu untertreten, Ihn güte mehr erhitzt, So will ich für ihn beten Und gott vertrau'n; gott schlitzt! Mel. Herzlich thut mich verlangen ic. 452. ie will ich wieder fluchen, Niewi Wenn mir mein haffer flucht; Nie dem zu schaden suchen, Der mir zu schaden sucht. Ich will ihm fanft begegnen, Nicht drohen, wenn er broht, Schilt er, so will ich fegnen. Dies ist des herrn gebot. 2. Mein jesus, der gerechte, Bergalt die schmach mit huld; Die wuth ergrimmter fnechte Ertrug er mit geduld. Sollt' ich denn wieder schelten, Da er nicht wieder schalt, Mit liebe nicht vergelten, Wie er dem feind vergalt? Mel. Ach, was soll ich sünder sc. 153. Sollten menschen, meine Mir, mein gott, nicht theuer seyn? Sollt' ich sie nicht gern erfreun? Sind nicht alle chriften glieder Dessen, der für alle starb, Allen gottes huld erwarb? 2. Alle sind wir eines stammes, Gleich an dürftiger natur; Allen hilft ein opfer nur Des unschuld'gen gotteslammes. Und dieselbe seligkeit Ist für alle gleich bereit. 3. Verläuindung bulden müssen, Ist schwer; doch diese pflicht Wird leicht, wenn das gewissen Für meine unschuld spricht. Dies will ich treu bewahren: So bessert mich mein feind, Und lehrt mich flug verfahren, Indem er's böse meint. 4. Ich will die fehler scheuen, Die er von mir ersann; Auch die will ich bereuen, die er nicht wiffen kann. Durch huld will ich mich rächen, An ihm das gute sehn, Und gutes von ihm sprechen: Wie? tönnt' er länger schmäh'n? 5. Ich will niemals ermiben, Ihm thätig zu verzeih'n, Unb, als ein 3. Kinder gottes follt' ich hassen, Lieblos, unbarmherzig seyn? Meinem feinde nicht verzeihn? Keine schulden ihm erlassen? Gott, nicht fürchten dein gericht? Dein erbarmen achten nicht? 4. Herr, der du für übelthäter Um vergebung batst, die laft, Welche du getragen haft, War die laft der übertreter; Doch warst du von rache fern, Duldeteft, vergabest gern. 5. Wenn mein herz, vom hang zur fünde Hingeriffen, dich verkennt, Und zu haß und rach' entbrennt: Hilf dann, daß ich überwinde Meinen baß, und laß mich sehn In den tod für uns dich gehn. 6. Wie dir deine thränen flossen, Alls bein aug' um mich geweint; Wie du, großer menschenfreund, Auch für mich dein blut vergoffen, Wie du litt'st, mich zu erfreun: Das laß mir vor augen seyn. 7. Gieb es mir so zu erkennen, Daß ich thu, wie du gethan. Wer nicht liebt, geht dich nicht an; Ift kein glied von dir zu nennen; Ist dem gott der lieb' ein gräu'l Und verscherzt sein eignes heil. 8. O so bilf mir, daß ich übe, Was dein wille mir gebeut, Nachsicht, sanftmuth, gütigkeit; Daß ich, wie du liebest, liebe, Snnig liebe, milde, treu, Sanft, und leicht versöhnlich sey. 9. Ja, ihr meines hauptes glieder, Christi, der für alle starb, Allen gnab 26. Von der Dienstfertigkeit, Barmherzigkeit zc. 207 und huld erwarb, Lieben will ich 5. Ihm folgen, ist dein wahrer euch, ihr brüder! Für euch beten, ruhm. Beleidigern verzeihn Ist ehre euch erfreun, Wohlthun, dulden und für dein christenthum; Sich ihres falls verzeihn. nicht freun. Nicht den, der dich schmäht, wieder schmäh'n, Gereicht dir selbst zum wohlergehn. 6. niemand ernstlich el. Mach's mit mir, erbitt're gott, cc. dein leben 454. Venit, chrift, burch nach, Was gott gefallen sollte. Die rache selbst vermehrt die schmach, Die man bestrafen wollte. Kein schimpf wird ungeschehn gemacht, Wenn deine rachgier wild erwacht. 7. Die rachgier reißt gerechtigkeit, Reißt glauben aus dem herzen, Stört des gemilths zufriedenheit Und straft mit bittern schmerzen. Sie hindert dank, gebet, vertraun Und raubt den muth, auf gott zu baun. 8. Durch sanftmuth( übe nur die pflicht!) Wirst du den feind besiegen. raube deiner seele nicht Dies göttliche vergnitgen. Dann wird der herr auch dir verzeihn, Dein vater und vergelter seyn. 9. Laß mich aus liebe, gott, zut dir Das unrecht nicht selbst rächen. Du wirst, verzeih' ich gern, auch mir Ein gnädig urtheil sprechen. Von dir kommt auch der sanftmuth sinn; Nach deiner gnade gieb mir ihn. Barmherzigkeit und eigne rache; Verzeihen ist des christen pflicht, Vergelten gottes sache. Die fanfimuth, die sein wort gebeut, Liebt feinde, segnet und verzeiht. 2. Wahr ist's, empfindlich ist der schmerz, Bon menschen unrecht leiden; Und dennoch soll des christen herz Am zorne sich nicht weiden, Soll nicht sein eigner richter seyn; Soll alles unrecht gern verzeihn. 3. So widrig diese pflicht dir scheint, So mußt du sie doch ütben; Sonst bist du nicht des heilands freund, Der sie dir vorgeschrieben. Empört dein Herz dawider sich, So sieb' auf ihn; bestege dich. 4. Wer hat wohl größern widerspruch Von sündern hier erduldet, Als er, der herr, der schmach und fluch Von andern nie verschuldet; Und dennoch will er langmuthsvoll, Daß teiner ewig sterben soll. 26) Von der Dienstfertigkeit, Leutseligkeit. Mel. In allen meinen thateu: c. heiland that, Der zärtliche erbarmer, 455. Du, aller menschen vater, Den kein bedrängter armer Vergebens je um hüllfe bat. Du giltigster berather In allem, was uns drückt! Die freuden, die wir haben, Sind einzig deine gaben; Du bist's, der unser herz erquickt. 5. Erhalt' in mir die triebe Der mitleidsvollen liebe; Wie du mir guts gethan, So laß, um deinetwillen, Mich andrer seufzer stillen, So oft ich sie nur stillen kann. 2. Du läßt dich von uns sündern Durch undank nicht verhindern, Uns täglich zu erfreun; Zu ew'gen seligfeiten Uns sterbliche zu leiten, Wird immer dein vergnügen seyn. 3. Wie groß ist deine milde! Barmherz'ger vater, bilde Mein berz nach deinem sinn. Daß ich der noth der armen Mich willig mög erbarmen; Nimm alle bärte von mir hin. 4. Gieb, baß ich willig gebe, Mich wohlzuthun bestrebe, So, wie mein 6. 3um fleiß in guten werken Laß mich die hoffnung stärken: Vor dir, dem herrn der welt, Der frohe geber liebet, Sey, was man willig giebet, Ein opfer, das dir wohlgefällt. 7. O wohl mir! ich gewinne Schon hier, bei diesem sinne, Trost und zufriedenheit, Und einst vor gottes throne Zum unschätzbaren lohne, Die freuden einer ewigkeit. lumpe 208 Zweite Abtheilung. Mel. Wer nur den lieben gott 2c. 456. Nicht icht mürrisch, finster, ungesellig Ift, wer ein chrift zu seyn sich freut; Ist ohne schmeichelei gefällig; Vereinigt ernft und freundlichkeit; Ist traurig mit den traurigen, Und fröhlich mit den fröhlichen. 2. Es liegt in feinem seiner blicke, Als wie in einem hinterhalt, Auflauread schadenfrohe ticke, und haß in lächelnder gestalt. Sein blick, kein blick der heuchelei, Ist liebreich, offen, gut und frei. 3. Sein antlitz, heiter, wie der morgen, Wird trüb und seine freud' entflieht, Wenn es bekümmerniß und sorgen In seines bruders auge sieht; Und strahlt in neuer heiterkeit, Wenn ein getrösteter sich freut. 4. Bescheiden, sittsam, ehrerbietig Sft, wer ein jünger jesu ist; Nie sclavisch; auch nicht übermilthig, wenn er vor andern glücklich ist. Er ist, weil er, wie jesus, liebt, In allem, was erfreut, gelibt. 5. Er schleicht, für fromm erklärt zu werden, Nicht traurig, heuchlern gleich, einher; Doch sündenreizende geberden Haßt, wie sein gott ihn haßt, auch er; In seinem blick auch keusch und rein, Stets fröhlich, ohne frech zu seyn. menschen freude werden, Dir, heiland, immer ähnlicher; So werdeit wir uns ewig freun Und gottes wahre finder seyn. 457. Schen, höret, hört das Mri. Herr, ich habe mißgehandelt 20. barmherzig! menheilige gebot, Das uns jesus christus lehret: lehret: Sevd barmherzig! seyd's, wie gott! Gebt, so wird ench auch gegeben, Was euch noth ift, heil und leben! 2. So viel menschen, so viel britder, Denn ein gott ist's, der uns schuf. Wir sind alle christi glieder; Allgemein ist gottes ruf. Seine sonne läßt er scheinen Auch den bösen, wie den seinen. 3. Gleicht dem vater im erbarmen! Sehb barmherzig, seyd's, wie er! Gebt den dürftigen und armen; Was ihr gebt, empfängt der herr! Helft und eilt, auch ungesehen, Euern brildern beizustehen! 4. Hillfreich zu bedrängten eilen, Sie beschützen und erfreun, Kummer lindern, wunden heilen, Wohlthun, trösten und verzeihn, Und dies ohne stolz verrichten: Das sind jedes christen pflichten. 5. Herr, wir geben von dem deiWas wir geben; laß uns nie Fühllos seyn, wo brüder weinen! Unser mitleid tröste sie; Daß, wenn wir zu dir uns nahen, Wir auch troft und hulf empfahen. 6. Durch liebliches gespräch erheitert Er auch des blöden angesicht; Und jedes Herz fühlt sich erweitert Und freubenvoller, wenn er spricht: Denn, was er sagt und was er thut, Ist wohlgemeint, ist wahr und gut. Mel. O gott, du frommer gott ze. 7. Er muß gefallen, er gebiete, Er warn', er firaf auch; er gebent, Er 458. Wie selig lebt ein mensch, er straft aus Mit ernst, und doch mit freundlichkeit; Und tröftet er: wie leicht vergißt Sein nächster, was sein kummer ist. Der dienstbegierde fennet, und andern wohlzuthun Aus menschenliebe brennet! Der, wenn ihn auch fein eid 3um dienst der welt verbind't, Beruf und eid und amt Schon in sich selber sind't. 8. Nicht rauh, noch hart, noch menschenfeindlich, Nein, eifrig, jeden zu erfreun, Und sanft, und anmuthsvoll, und freundlich, Soll jeder jünger jesu seyn. Ach wären wir's! ach glichen wir, vorbild aller liebe, dir! 2. Dir, höchster, ahmt er nach, Im wohlthun dir zu gleichen, Durch dienstvefliffenheit Sucht er dies zu ertreichen: Er hält für eignes wohl Sich 9. In allen morten und geberden, nicht allein gemacht; Er hält fich für Sn allen thaten faß, oberr! Uns aller die welt Von dir hervorgebracht. 27. Von der Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit. 209 ergehen Sind mittel, die er braucht, Behülflich gern zu sein, Und einen leidenden Mit troste zu erfreun. 6. Was andrer nothdurft heischt, Das reizet seine triebe, Auch ohne ruhm und lohn, Zur wahren menschenliebe. Kein stolz, noch eigennutz Wirkt seine gütigkeit. Er sieht auf seinen gott, Der liebe ihm gebeut. 7. So laß mich auch gesinnt, Mein gott, durch christum werden! Voll regen eifers sey Mein leben hier auf erden, So nüßlich, als ich kann, Dem nächsten stets zu sein! Dann geh ich einst zu dir Ine reich der 3. Er denkt, die welt hat recht Auf meinen dienst und kräfte, Ihr nützen ist für mich Ein seliges geschäfte. Als glieder schuf uns gott, Als bürger einer welt, In der des einen hand Die hand des andern hält. 4. So denft der menschenfreund; Und das ist sein bestreben, So treu, als er fich lebt, Zum wohl der welt zu leben. Ihm wird des nächsten heil Sein eignes himmelreich; Er fühlet fremde noth, Als träf ihn selbst der ftreich. 5. Er eilt, dem, ders bedarf, Mit hülfe beizustehen; Sein ansehn und fein freund, Sein stand, sein wohl liebe ein. 27) Von der Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit. Mel. Alle menschen müssen sterven 2c. verborgen ist: Dies erwecke mein ge459. dar Daß ich mich vor ав nach streben, Stets der wahrheit freund zu sein. 31 des himmels frohem leben Geht kein frecher lügner ein, Und vor deinem Denn du liebst den wahrheitsfreund Und bist allem falschen seind. Rel. Befiehl bu deine wege: c. angefichte Werden sie, beschämt, zu 460. Wohl dem, der richtig vor dir sind immerdar Aller herzen offenbar. 2. Andern zu gefallen litgen, Leeren schwätzern gleich zu seyn, Heuchelnd brüder zu betrügen, Herr, das falle mir nicht ein! Wahrheit leit an allen orten Mich in werken und in worten; Reblich sey des herzens grund, Redlich sprech' auch stets der mund. wandelt, als ein wahrheitsfreund In wort und werken handelt, Und das ist, was er scheint; Der recht und treue liebet, Und von dem sinn der welt, Die trug und falschheit übet, Sich unbefleckt erhält. 3. Die der falschheit sich ergeben, Sind vor dir, o gott, ein greu'l Und ein unglückselig leben 3ft gewiß ihr fünftges theil. Hier schon trifft verdiente schande Sie bei redlichen im lande! Denn ein jeder menschenfreund Sft der falschheit ränken feind. 2. Wohl dem, der litgen haffet, Und der, so oft er spricht, So seine reden fasset, Daß er die wahrheit nicht mit vorbedacht verletzet, Und der an jedem ort Eich dies vor augen setzet: Gott merkt auf jedes wort. 4. Schmäht mich, ohne mein ver. schulden Der verläumber lästermund, 3. Wohl ihm, wenn sein gemülthe, Gott, so die wahrheit übt; Ihn leitet deine güte, Er wird von dir geliebt. Du wirst ihn einst erhöhen, Wenn in der wahrheit licht Beschämt die falschen stehen, Geschreckt durch dein gericht. so laß michs still erdulden! Einst wird doch die wahrheit fund. Darf ich ja nicht länger schweigen, Meine 4. Herr, drücke diese sache Mit unschuld zu bezeugen; So verleihe, tief ins herze ein, Daß ich's zur daß dabei Herz und mund voll sanft- pflicht mir mache, Der ligen feind muth sey. zu seyn; Erinnre mein gewissen, 5. Daß du, herr, an jebem orte, Du hasfest heuchelei, Damit ich Zeuge meines wanbels bist, Daß kein stets beslissen Der treu unb wahreinz'ges meiner worte Deinem ohrheit sey. 14 Evangel- luth. Zweite Abtheilung. 210 5. Laß niemals mich versprechen, Was ich nicht halten kann, Auch nie zusagen brechen, Die ich einmal gethan; Nie mich den stolz verleiten Und nie des beispiels macht, Als wahrheit auszubreiten, Was ich doch selbst erdacht. 7. Wenn jemals, mich zu drücken, Des feindes rath gelingt, Wenn er mit bösen tücken In kümmerniß mich bringt: So stärke meine seele, Daß sie nicht unterlieg', Und alles bir befehle; Du giebst der unschuld sieg. 8. Ein herz voll treu und glauben, 6. Doch laß zu allen zeiten Auch Das, gott, dein ange scheut, Das deiner wahrheit licht, Herr, meine soll mir niemand rauben; So kann seele leiten, Damit ich meine pflicht mit freudigkeit Ich hier zit dir aufMit flugheit üb' und wisse Wann sehen, und dort vergilist du mir, ich für andrer wohl Und für mich reden Wenn falsche nicht bestehen, Mit müsse, Und wann ich schweigen soll. wonn' und preis dafür. 28) Von der Rel. Nun banket all', und ic. 461. Das glück ist groß, das wohlseyn fehlt. gott mir schenkt In einem wahren freund! Der als ein christ rechtschaffen denkt, Und treu es mit mir meint. 2. Man schätzt den freund in jederWar er auch nicht ein christ. Doch ganz unschätzbar ist er dann, Ist er auch wahrer christ. 4. Ich schmeck' des lebens süßigkeit In doppelt starker kraft, Wenn mich das edle glitck erfreut, Das so ein freund verschafft. 5. Manch leid umwölket mein gemüth; Ich flag' es meinem freund, Fühl, daß schon halb der fummer flieht, Wenn er nur mit mir weint. 6. Oft lindert mir sein guter rath Des leidens herben schmerz. Oft hilft er mir auch mit der that; Und froh dankt ihm mein herz. 7. Freimüthig ohne bitterkeit Straft er mich, wenn ich fehl, Und eigne unvollkommenheit Hält er vor mir nicht hebl. Freundschaft. glück der ewigkeit, Nichts mehr an 3. Als wahrheits- und als tugendfreund Besitzet er mein herz. Ich Mel. Nuein gott in der höh sey) zc. theil mit ihm, der's reblich meint, 462. Welch glitd, o gott, ift glück und meinen freundschaft hier, diesem pilgerleben! Sie kann im unglück und im glück Uns trost und freuden geben. Sie ist der tugend starkes band; Es führet ihre fromme hand Uns ab vom sündenwege. 2. O jesu, befter menschenfreund, Der du uns jinder liebtest, Nur das, was groß und edel heißt, Uns hier zum beispiel übtest; So göttlich lieb reich für uns starbst, Selbst gottes freundschaft uns erwarbst, Uns ewig zu beglücken. 8. Manch wort, zu unsers gottes ruhm, Theil ich mit ihm vertraut; Und werd' in meinem christenthum Oft sehr durch ihn erbaut. 9. Ich freue mich mit ihm der zeit, Da uns, in jener welt Verklärt zum 10. Da wir, vor gottes throu vereint, Bon allen mängeln rein, Ihn sehn, den allerhöchsten freund, Mit ihm uns ewig freun. 11. O gott, mein gott, wie dank ich dir, Benn so ein freund mich schätzt! Ich bitte dich, erhalte mir Dies glitct stets unverletzt. 3. Schent mir auch einen frommen freund( Kur du kannst ihn mir geben), Der edel und rechtschaffen denkt, Der mir in meinem leben Ein reizend tugendmuster sey, Und bei mir standhaft und getreu Im glück und unglück stehe. 4. Der meine unvollkommenheit Mit sanfter schonung trage, Mir fehler ohne bitterkeit, Nur mich zu bessern, sage; Der mich vor slinden 211 29. Von der Glückseligkeit wahrer Christen. immerdar, Vor irrthum, schaden und leugnet, menschen treu Und redlich gefahr An leib und seele warne. seyn und bleiben? 5. Doch laß mein herz vorsichtig seyn, Mit wem es freundschaft machet. Kein spötter der religion, Der über tugend lachet; Kein wollüftling, kein stolzes herz, Wer fühllos ist bei andrer schmerz, Sey niemals mein vertrauter. 6. Ein mensch, vom laster angesteckt, Wird mich auch leicht anstecken; Laß mich ihn fliehn als eine pest, Mich nicht durch ihn beflecken, Und wie kann der, der ohne scheu Stets gott ver7. Doch hab ich einen wahren freund Von dir, o gott, erhalten; So laß denn auch mein warmes herz Nie gegen ihn erkalten, Laß mich verschwiegen, redlich seyn, Neid, falschheit, argwohn, schmeichelein Und eigennutz stets fliehen. 8. Gott, präge du der liebe sinn So freunden ein als feinden. Auch die, die meine feinde sind, Die mache mir zu freunden. Bild unser herz zur einigfeit; Lehr uns, daß jene seligkeit Sey wahre lieb' und freundschaft! 29) Von der Glückseligkeit wahrer Christen. Mel. In allen meinen thaten 2c. men: ich bin dein; Im glauben der 463.& in ruhiges gewissen erlösten, sich deiner huld getrösten: Welch glück, mein gott, kann größer seyn? Laß, herr! mich stets genießen. Denn hab ich dieses nur, So ist für mich in tagen, Wo andre ängstlich zagen, Nichts schreckliches in der natur. 2. Wenn meine schuld mich benget, und dann dein geift bezeuget, Daß ich begnadigt bin; Wenn mich troft erquicket, So oft mich triibsal drücket: Wie unschätzbar ist mein gewinn. 3. Sollt ich solch ruhig leben Für lust der sünde geben, und dann die innre pein, Mich selber zu verklagen, 8. Läßt du mich im gewissen Einst diesen trost genießen, Wenn alles von mir weicht; Kann ich dann, voll vertrauen, Auf dich noch, vater, schauen, So wird mir selbst das sterben leicht. 9. O laß zu allen zeiten Mich deine weisheit leiten, und mache selbst mich treu! 3um fleiß in guten werfer Laß mich die hoffnung stärken, Dal groß der lohn im himmel sey. Mel. Wer nur den lieben gott 2c. In meinem busen tragen? Gott, laß 464. Gott, beine guad' ift dies ferne von Sie schafft uns heil und seelenruh. Dein ists, die fünden zu vergeben, Und willig ist dein herz dazu. Du nimmst die siinder gnädig an, Die sich voll reue zu dir nahn. 4. Sein eignes herz bekämpfen, Und seine neigung dämpfen, Ist freilich schwere pflicht; Doch, wenn wir uns besiegen, Welch himmlisches vergnilgen Gewährt die überwindung nicht! 5. Nichts kann im wohlergehen So unser glück erhöhen, Als ein geruhig herz. Das schafft uns innre freuden, Und mildert auch im leiden Durch seinen trost den größten schmerz. 2. Uns, uns verlorne zu erretten, Gabst du für uns selbst deinen sohn, Er litt, damit wir friede hätten, Für uns den tod, der fünde lohn. gott! wie hast du uns geliebt! Welch ein erbarmen ausgeiibt! 6. Die freuden zu verachten, Wornach die fünder schmachten, Was giebt 3. Dank, ewig dank sey deiner uns dazu muth? Was tröstet gottes treue, Die niemand g'nug erheben kinder Beim spotte frecher fünder? kann! Nun nimmst du jede wahre Ein rubig herz, das beste gut. reue Um christi willen gnädig an. Wohl dem, der sich zu dir bekehrt, und gläubig seinen mittler ehrt. 14* 7. 3u dir gen himmel schauen, gott, und mit vertrauen Sich rüh 212 Zweite Abtheilung. 4. Den, herr, befreist du von den mit dem tobe streiten: Dann hilft er plagen, Die dem gewissen furchtbar der schwachheit auf, und erleichtert find; Der kann getroft und freudig tampf und lauf. fagen: Gott ist für mich, ich bin sein tind; Hier ist der, welcher für mich fitt, und mich noch jetzt bei gott vertritt. 3. Wenn uns stolze sünder meiben, Weil wir ihre freuden fliehn, Dann giebt er uns seine freuden; Unser herz empfindet ihn. Kann ich größres glück begehren? Ewiger, hat dich mein herz: O so wird es ohne schmerz Den besitz der welt entbehren. Alles andre wird mir klein Gegen deine gnade seyn. 4. Wenn mich leiden niederdrücken, Nehm ich sie als wohlthat an Von der hand, die nur beglücken, Aber niemals schaden kann. Du belohnst mir meine schmerzen Mit der seele heiterfeit, Und versüßest alles leib Durch die sanfte ruh' im herzen, Die mich stets mit muth belebt, Ueber alles leid erhebt. 5. O herr, wie selig ist die seele, Die so sich deiner gnare freut! Ob auch greß irdisch gut ihr fehle, Fehlt ihr doch nicht zufriedenheit; Gott, deine hulb ist weit mehr werth, Als alles, was die welt gewährt. 6. Dein friede stärkt mit frohem muthe Das herz auch in der größten noth; Giekt hoffnung zu dem ew'gen gute, und macht getrost selbst in dem tod; Wer diesen frieden hat, genießt Luft, die des himmels anfang ist. 7. Laß, vater, denn in diesem frieden Auch meine seele freudig ruhn. Auch mir hast du dies glitc teschieden; Denn aud für mich genug zu thun, Ward sterbend der am freuz ein fluch, Der aller menschen fünden trug. 8. Dlaß mich dies im glauben faffen, Und mich mit starker zuversicht Auf beine vatertreu verlassen; Wenn alles wankt, wankt sie doch nicht. Wohl dem, der sich auf dich verläßt! Sein heil steht unbeweglich fest. Del. D ewigkeit, bu bonnerwort: c 9. Lobfingend will ich dich erheben, 466. Mein glaub ist meines Mich ewig deiner gnade freun, Und deinem dienst mein ganzes leben In findlichem gehorsam weihn; Denn du vergabst mir meine schuld; Nie, nie vergeß ich diese huld. lebens ruh, Und führt mich deinem himmel zu, D du, an den ich glaube! Ach gieb mir, herr, beständigkeit, Daß diesen troft der sterblichteit Nichts meiner feele raube. Tief präg es meinem herzen ein: Welch glüc es sey ein chrift zu seyn! 2. Du haft dem sterblichen geschlecht Zur seel'gen ewigkeit ein recht Durch deinen tod erworben. Nun wird mein leib zwar asch' und staub, Doch nicht des tobes ew'ger raub; Du bist für mich gestorben. Mir, der ich dein erlöster bin, Sst, daß ich sterbe, nun gewinn. 3. Ich bin erlöst und bin ein christ; Mein herz ist ruhig, und vergißt Die schmerzen dieses lebens. Sch bulde, was ich dulden soll, Und bin des hohen troftes voll: Ich leide nicht vergebens. Gott selber mißt mein theil mir ju, Hier kurzen schmerz Mel. Eout' ich meinen gott zc. 465. Gott ott, durch welchen alle dinge Sind und wir 5. Von gefahr und noth umgeben, Ueber diesen rauhen pfad Geh ich, vater, in dein leben, Das nicht leid, nur wonne hat. Sollten mich der erde freuden, Sollte mich der finder spott Und das elend und der tod, Herr, vou deiner liebe scheiden? Raubt ich meine krone mir! Nein, ich leb', ich sterbe dir. fen und vergehn, Stärk' mich, daß ich dich befinge; Lehre mich, dein lob er höhn! Laß mich dich im stillen loben, Mich, den du voll lieb' und huld Aus den tiefen seiner schuld Zu des christen glück erhoben! Dich erheb ich immerdar, der mich schuf und neu gebar. 2. Könnt ihr die gestirne zählen: Gottes grade zählt ihr nicht. Er errettet unsre seelen, Ist ihr freude, trost und licht. Wenn wir mit den eitelfeiten, Mit versuchungen der luft, Dit dem feind in unsrer brust, Wenn wir dort ew'ge ruh. 29. Von der Glückseligkeit wahrer Christen. 213 4. Was seyd ihr leiden dieser zeit Bringt eine noth mich ins gebränge, Mir, ber ich jener herrlichkeit Mit ruh' So hab' ich doch den trost an dir, entgegen schaue? Bald ruft mich gott, Daß du auch leiden dieser zeit Stets und ewiglich Belohnet und erquickt er lenkst zu meiner seligkeit. mich, weil ich ihm hier vertraue; Bald, bald verschwindet aller schmerz, Und himmelsfreuden schmeckt mein herz. 4. Froh seh' ich deinem höhern segen, Den deine hand in jener welt Den deinen aufbewahrt, entgegen; Und wenn mein leib in staub zerfällt, So zagt mein herz doch darum nicht: Denn du bist meine zuversicht. 5. Bin ich gleich schwach, so trag' ich doch nicht mehr der sünde schändlich joch In meinem lauf auf erden. Die tugend ist mir süße pflicht! Und wenn ich gleich hienieden nicht Ganz frei von fehlern werde, So ist mein trost: gott hat geduld Und straft nicht meiner schwachheit schuld. 5. Mein heil steht blos in deinen händen, Und dein ist, vater, alle macht, Mir jedes gute zuzuwenden, Das deine huld mir zugedacht; Nur du vollführst stets deinen rath. Wohl dem, der dich zum freunde hat. 6. Der du den tod für mich bezwangst, Du hast mich, mittler, aus der angst, Die ich verdient, gerissen. Dir, dir verdank' ich meine ruh; Du heilest meine wunden zu, Du stillest mein gewissen; Und fall' ich noch in meinem lauf, So richtest du mich wieder auf. 6. Dies ist das glück der reinen seelen, Die sich mit ernst vor sünden scheun, Nur dich zu ihrem trost erwählen, und vor dir, recht zu thun, sich freun. Wer dich mit solchem sinn verehrt, Der ist dein freund, der is dir werth. 7. Der hat dich auch in allen fällen Gewiß zum trost, und kann sein herz Durch dich, o gott, zufrieden stellen Bei jedem gram, in jedem schnerz! Den wird zum ew'gen wohlergebn Unjehlbar deine huld erhöhn. 7. Gelobt sey gott! ich bin ein christ, Und seine gnad' und wahrheit ist An mir auch nicht vergebens. Sch wachs' in meiner heiligung, Ich spülre täglich besserung Des herzens und des lebens. Ich fühle durch des geistes fraft Mich, herr, getroft und tugendhaft. 8. Dank sey dir, vater, dank und ruhm! Du lehrtest mich das christenthum Fest glauben, reblich iiben; E3 macht mich ruhig und erfreut, Führt mich zur wahren seligkeit; Wie, sollt' ich es nicht lieben? Erhalte stets mein Herz dabei, So preis' ich ewig deine treu'. 8. So hilf denn, daß ich, weil ich lebe, Um deiner gnade mich zu freun, Nach einem reinen herzen strebe, Und präg' es mir aufs tiefste ein: Kein größres glück sey auf der welt, Als wenn man dir, gott, wohlgefällt. Rel. Klein gott in der höh' sey ic. Mel. Wer nur den lieben gott zc. 468. welch ein unschätzbares gut Ist doch ein gut 467. Mit bir, o böchster, gewissen! Hab' ich nur das, so hab' friede haben, und ich muth, Wenn andre zagen müssen. deiner huld versichert seyn, Das ist die Dann zittert meine seele nicht; Mich größte aller gaben, Die jedes menschen schreckt fein tod und fein gericht Herz erfreun, Das bleibt auch in der Denn ich hab' gott zum freunde. ewigkeit die quelle der zufriedenheit. 2. Wovor darf meiner seele grauen, Wenn du mir, gott, nicht schrecklich bift? Kann ich getrost auf dich nur schauen, Dem alles unterworfen ist: So seh' ich auch mit heiterm sinn Auf alles andre ruhig hin. 2. Bin ich mir dessen, gott, be= wußt, Und steh' bei dir in gnaden, So wohnet ruh' in meiner brust Und wer will dann mir schaden? Ich seh' auf dich in aller noth, Womit die zukunft mich bedroht; Mich tröftet deine liebe. 3. Beschämt mich meiner fehler menge: Du, vater, du verzeibst sie mir. 3. Trifft mich auch hier zuweilent noch Das gift der lästerungen; Wird 214 Zweite Abtheilung. meines herzens ruhe doch Dadurch ich gutes nur allein; Such' ich, vater, nicht ganz bezwungen. Weiß sich nur mehr als allen, Such' ich stets dir mein gewissen rein. Und flieb' ich zu gefallen, So sind ew'ge freuden auch den bösen schein, Wirst du mich mein. schon beschützen. 4. Ich sehe mit zufriedenheit Der Hinft'gen welt entgegen; Sie giebt inir muth und freudigkeit Auf allen meinen wegen. Denn dort macht selbst, o herr, dein mund Den hohen werth des christen kund; Da wird der fromme siegen. 5. So bilf denn, daß ich mir zum heil, Ein unverletzt gewissen, Des lebens allerbestes theil, zu haben sey beflissen. Mit dir, gott, ausgeföhnt zu seyn: Dein heilig recht nicht zu entweihn: Das sey mein größter eifer. 6. Des richtigen gewissens spruch Laß mich stets folgsam ehren, Und immer aufmerksam genug, Auf seine warnung hören. Erinnerts mich an 5. Kann ich, wenn mich menschen hassen, Mich auf dich nur, gott, verlaffen, Und verdammt mein herz mich nicht: O, so bin ich voller freude, und verlier', auch wenn ich leide, Nicht den muth zu meiner pflicht. 6. Laß den reiz der eitelkeiten Nie von dir mein herz ableiten, Bleib du mir mein höchstes gut! Hilf mir den betrug der sünden Sehn und standhaft liberwinden; Gieb mir dazu fraft und muth. 7. Lenke, vater, mein bestreben Hin zu einem bessern leben; Lehre mich schon in der zeit An dem ewigen ergößen, Hier den werth der dinge schätzen, Wie einst in der ewigkeit. Me. Wer nur den lieben gott zc. meine schuld, so laß mich, water, 470. Wer burch dein wort ist deine Voll und glauben suchen. neu geboren, 7. Mit deiner gnade tröste mich Und stärke meine seele, Daß sie vor sünden hüte sich, Und nie aus vorsatz feble: denn wer nur reines herzens ift, Hat immer dich durch jesum christ, Allgiltiger, zum troste. 4. Friede werd' ich im gewissen, Und ben himmel hier genießen, Lieb' und von dir empfängt Ein herz, das dich zum heil erforen, Der sind' ent sagt, nnd göttlich denkt, und heilig lebt; wie selig ist Ein solcher mensch, ein wahrer christ! 2. Befreit von seinen finsternissen Und von der slinde sclaverei; Begnadigt, ruhig im gewissen, von strafen des gesetzes frei; Sieht er in dir, Mel. Alles ist an deinem: c. 469. Vater, den mein Herz mit dir vereint, den vater und den besten verehret, mein leben angeböret, Heilig sey mir dein gebot: Ueber alles dich zu lieben, Deinen willen gern zu üben, und dir treu zu seyn, o gott! 2. Ohne dich ist doch kein friede; Und die seele quält sich müde Um das blendwerk dieser zeit. Shren durst kannst du nur stillen, Und du willst ihn gern erfüllen Hier und auch in ewigkeit. 4. Zum sichern siege deine stärke, Und deinen geist der heiligung, 3u 3. Gieb, herr, daß das glück der einem jeden guten werfe; Im leiden erde Nie filr mich verführung werde; trost und finderung; Und selbst, in Deine huld sey mehr mir werth. Sie dieser Uebungszeit, den vorschmack nur ist das glück der seelen, Und das jener herrlichkeit. werd' ich nicht verfehlen, Wenn mein herz dich findlich ehrt. 3. Er darf, o gott, von dir verlangen, Was ihm dein eigner sohn erwarb; er wird es auch von dir. empfangen, Weil er auch ihm zum heile starb; Verständniß, so wie muth und kraft, zum kampf in seiner pilgrimschaft. 5. In seinem findlichen gebäte Sft er der frohen zuversicht, Daß ihn dein sohn vor dir vertrete, Und du beschämst dein find auch nicht: Ja, 29. Von der Glückseligkeit wahrer Christen. 215 beine vaterhuld gewährt Ihm immer| zu bereun; Sucht gnad und strebt noch mehr, als er begehrt. mehr Der tugend tren zu seyn. 4. Getreu in seinem stand, Genießt er gottes gaben Vergnügt, wenn andre gleich mehr glück und ansehn haben. Mit dem, was gott ihm giebt Zufrieden, frei von neid, Von habsucht und von geiz Von stolz und eitelkeit. 6. Bereit zu helfen und zu trösten, Lenkst du mit väterlicher huld Zum besten alles dem erlösten, Und hast, wenn er auch fehlt, geduld. Hilfft ihm in seiner schwachheit auf, Und förderst seinen tugendlauf. 47. Er wandelt gern auf deinen wegen, Liebt alle menschen brüderlich; Sein thun, o herr, wird endlich segen, Auch freut er deines beifalls sich; Wenn alle sünder ihn verschmähn, Bleibt doch sein trost und glück bestehn. 8. Er, sicher, daß er selig werde, Zufrieden stets mit seinem loos, Ist für die schnöde lust der erde Zu glücklich schon, zu reich, zu groß. Ein zeitlich glück ist ihm zu flein; Denn er wird ewig glücklich sein. 9. Er sieht den Tod von ferne kommen, Und zittert nicht, er ist sein freund; Von dir zum erben angenommen, Frohlockt er, wenn der tod er scheint; Er endet fröhlich seinen lauf Und schwinget sich zu dir hinauf. 10. Wie selig, wer so neu geboren, Ein frommes herz von dir empfängt, Und dich zum eigenthum erforen, Der sünd' entsagt, und göttlich denkt, Und heilig lebt: wie selig ist Dein find, dein eigenthum, der christ! 5. Schenkt gottes hand ihm viel, So wird er vielen nüßen: Des freundes glück erhöhn, Verlaßne tugend schützen; Auch selbst beleidiger Wird er in noth erfreun; Gut, wie sein gott gesinnt, Und milde wird er seyn. 6. Er fränkt den nächsten nie, Echützt seinen ruhm, sein leben: Er trägt ihn mit geduld, Ist willig, zu vergeben: Und übereilt ihn auch Der zorn, so faßt er sich, Und denket bald: wie oft Verschonet gott auch mich. 7. Er suchet jedes herz Sm guten zu bestärfen; Und jeden reizet er Zu allen guten werken: Mit allen suchet er Ein herz und sinn zu seyn, Mit ihnen eines herrn Und theils sich einst zu freun. 2. Er merkt auf seinen gang, Geht ihn mit festem muthe; Wird in der schwachheit stark, Liebt immer mehr das gute. Ihn machet gottes geist Durch sein wort tugendhaft, Und er nimmt immer zu An kenntniß und an fraft. 8. Das heil der ewigkeit, Das hier der fromme schmecket, Erhält ihn so getrost, Daß ihn kein unfall schrecket! Es schafft ihm frohen muth, Und stillet seinen schmerz: Im tode selbst frohlockt Sein gottergebnes herz. Mel. Wie groß ist des allmächt'gen. Mel. D gott, du frommer gott. 471. er gottes wege geht, 42. Wie mächtig spricht in Nur der hat wahren frieben. Wie herrlich ist sein glückt Ihm selbst von gott beschieden: Boll glaubens widersteht Er jeder bösen Inst, Sft seiner tugend sich Froh vor dem herrn bewußt. deine stimme voller huld! Du schonest meiner, wenn ich fehle; Zürnst nicht; hast väterlich geduld; Echickst deinen geist, mich zu regieren; Sprichst meinem herzen freundlich zu; Wirst niemals milde, mich zu führen, Und sorgst für meine wahre rub. 2. Erbarmer deiner freaturen! Liebreicher herr der ganzen welt! Die deiner gitte reiche spuren In jedem sonnenstaub enthält: Zu groß sind sie, daß ich ermesseir Die wunder deiner liebe fann. Nie will ich undankbar vergessen, Was du zu meinem heil gethan. 3. Gott hat er allezeit Vor augen und im herzen; Wacht über sich und scheut Sich vor der sünde schmerzen; 3. Colit' ich nun noch den gott Er eilet, wenn er fällt, Den fall gleich mit willen Beleidigen, der mir ver 216 Dritte Abtheilung. Wie freudig kann ichs dann empfinden, Daß christus mein erlöser ist! giebt? Der mir, gebote zu erfüllen, Die weder mensch noch engel büßt; Begeben hat, weil er mich liebt; Der die erfüllung meiner pflichten Aus lauter güte mir vergilt? Und der, anstatt mich streng zu richten, Mein herz mit trost und freud' erfüllt? 5. Den großen tröstenden gedanken Geb ich für alle welten nicht. Wahr bleibt er, wenn auch thronen wanken, 4. Sein dienst ist glück für meine Fest steht er, wenn die welt auch feele; Gehorsam meine seligkeit! Wie bricht. Es mögen fündigen und zitfindlich wein' ich, wenn ich fehle, tern, Die finder des verderbens sind! Vor ihm, dem vaier, der verzeiht! Gott wird der erde grund erschüttern; Ich fühl die schwere meiner fünden, Sch bebe nicht, ich bin sein kind. Dritte Abtheilung. Lieder für besondere Zeiten, Stånde und Vorfälle. 1) Bei dem öffentlichen Gottesdienste. a. Beim Anfange desselben. bringe, Und daß es uns mächtig stärke Zur vollbringung guter werke. 2. Laß es uns seyn trost und licht, Herr, auf allen unsern wegen; Unfre starke zuversicht, Wenn sich noth und trübsal regen; Es vermehre unsre freuden Bis wir von der welt einst scheiden. Mel. Vom himmel hoch, da zc. oder: Wenn wir in höchsten 2c. 473. Grör uns, gott, wir flehn um licht, Versage deinen geist uns nicht, Laß uns dein heilig wort verstehn Und freudig deine wege gehn. 2. Erleuchte unsre seelen nun, Stärk' uns, und lehr' uns redlich thun Nach deinem wohlgefallen, gott; Denn wir ſind dein jetzt und im tod. 475. Heicht Sind wir hier, In voriger Melodie. err, vor deinem 3. Mach uns im glauben stark und frei Von trägheit und von heuchelei; Zu dienen dir die lebenszeit Sn christ ficher rechtschaffenheit. dich anzubeten; Laß uns ohne andacht nicht, Nicht ohn ernst dein haus betreten; Gieb uns herzen, die dich ehren, Christlich flehn, aufmerksam hören. 4. O höchster! unser lobgesang Gefalle dir und unser dank, Bis wir vor deinem throne stehn Und dann vollkommner dich erhöhn. 2. Laß dein seligmachend wort Viele gute früchte bringen, Und uns seine fraft sofort Tief in unsre seelen dringen; Laß es unsern sinn erneuen Und Mel. Liebster jesu, wir sind hier sc. 474. Gieb, herr, daß dein theu- bes irrthums nacht zerstreuen. res wort Unsern geist heut so durchdringe, Daß es dann auch immerfort Frucht in unserm leben 3. Daß, mit deinem wort bekannt, Wir, was du befohlen, üben; Dich und den, den du gefandt, Jesum 1. Fei dem öffentlichen Gottesdienste. 217 christum herzlich lieben! Daß kein leid Daß ich mit Meiß gewissenhaft Und und feine freud Uns von dieser liebe treu dein wort vollbringe! Auch mache scheide. mir bis auf den grund Mein herz mein ganzes Leben fund, Daß ich nie heucheln möge! 3. Gieb alles, was dein sohn verheißt, Und send' uns kraft von oben, Damit wir dich mit einem geist Aus einem munde loben! Laß unser lob und unser flehn, Auch unsern dank von herzen gehn, Und dir, o berr, gefallen! 4. Dann sehen und empfinden wir Schon deine huld auf erden; Dann wird auch unsre andacht hier Recht heilsam durch dich werden; Dann werden wir, nach dieser zeit, Zur ruh in jener seligkeit Dereinst unfehlbar kommen. In bekannter Melodie. 476. eu chriſte, wir ſind hier, Um dein göttlich wort zu hören: Giek uns andacht und begier Nach der wahrheit theuern leb ren, Daß die herzen von der erben Ganz zu dir erhoben werden. 2. Ohne dich ist der verstand Sehr mit finsterniß umgeben, Drum so mach' uns recht bekannt, Was uns dient zum frommen leben. Gutes denken, gutes üben, komt von deines geistes trieben. 3. Deines wortes göttlich licht Leuchte jetzt so unsern seelen, Daß wir seinem unterricht Folgen und das gute wählen. Lenke du gebät und lehre Uns zum heil und dir zur ehre. In bekannter Reiebie. 477. Domm, heiliger geist! Erfüll' die herzen dei ner gläubigen, Und entzünd' in ihnen 2. Stärk' unsern glauben und verDas feuer deiner göttlichen liebe; Der stand: Mach' deine lehr' uns recht du durch mannigfaltigkeit Der zun- bekannt; Treib auch zur heiligkeit gen, Die völker Der ganzen welt ver- uns an, Und führ' uns auf der tusammelt hast, Sn einigkeit des glau- gend bahn. bens. Halleluja, Halleluja. 3. Mach' uns geschickt, den engeln gleich, Zu preisen dich in deinem reich, Und dich zu sehn von angesicht In heiliger geist! laß uns ew'ger freud' und sel'gem licht. 4. Dir, gott, den erd' und himmel preist, Dir, vater, deinem sohn und geist, Dir, der mit hülf' uns gern erfreut, Sey lob und preis in ewigkeit. Mel. Ach bleib' bei uns, herr ic. 478. wort hören heut und ferner fort, Daß sich auch stets durch deine lebr', Glaub', lieb' und hoffnung in uns mehr'. 2. Erleucht' uns huldvoll durch dein licht, Versag uns deinen beistand nicht; Tröst' uns in aller unsrer noth, Gieb kraft zum guten bis in tod. Rel. Nuein gott in der höh' sey zc. 479. berr, wenn deine lehren mir Den weg zum himmel zeigen: So laß die seel' empor zu dir In stiller andacht steigen; Erleuchte mich und gieb verstand, Daß mir dein wille recht bekannt, Und ich stets weiser werde. kel. Herr jesu christ, dich ic 480.vater, send' uns deinen geist, Den uns dein göttlich wort verheist, Daß er uns stärke, tröst, regier', Und uns den weg zur wahrheit führ'. 2. Gieb, daß des mortes geist und kraft Mein ganzes berz durchbringe, Mel. Liebster jesu, wir sind sc ir erscheinen heut' bor 481. Wi dir, Dich, o vater, zu verebren, und in deinem bause hier Dein hochheilig wort zu hören; Vom geräusch uns zu entfernen Und, was uns begllickt, zu lernen. 2. Gieb uns deinen geist, o gott! Und durch ihn fruchtbaren glauben; Nicht der welt list, macht und spott Laß uns diesen jemals rauben; Gieb vielmehr muth, licht und stärke Uns zu jedem guten werfe. 218 Dritte Abtheilung. 3. Hilf, daß alle fünder sich Durch gen, was wir hören: Daß wir alle bein wort zu dir bekehren, Und wir fromm auf erben Und dereinst auch alle, gott, durch die Treu vollbring- selig werden. b. Beim Schlusse desselben. Rel. Jesus, deine tiefe rounden: c. 4. Um dies alles recht zu wissen, 482. Gett, durch den wir sind Sey bein wort uns recht und licht. und leben! Höre wie der christ dich preist, Daß du uns dein wort gegeben, Das uns heilsam unter weist, Das uns unsre pflichten lehrt, Warnt, ermahnet, strast, bekehrt, und, wenn uns ein leiden drücket, Uns mit reichem troft erquicket. Laß uns trost daraus genießen, Wenn es uns an trost gebricht. Es versüß' uns jede noth; Es erquid' uns auch im tod, Durch die Hoffnung, nach dem leiden Dort zu schmecken himmefsfreuden. 2. Gieb, daß wir dein wort recht lieben, Ernstlich chne heuchelschein Mel Liebster Jesu, wir sind hier z Daß wir uns im guten üben, und nicht 483. Trener gott, wir danken bloße hörer seyn; Denn wer deinen willen weiß, und ihn doch nicht thut mit fleiß, Der ist ärger als die beiden Und wird doppelt streiche leiden. dir, Daß du uns dein wort gegeben: Hilf uns ferner, daß auch wir Nach demselben heilig leben: Gieb dem glauben solche stärke, Daß thätig sey durch werke. 3. Darum drückt', was wir vernomer men, Tief in unsre seelen ein; Laß uns zur erkenntniß kommen Und des wortee thäter seyn; Dein geist treibe stets uns an, Daß dich von uns jeder mann Recht erkenne, ehr' und liebe, Und mit sünden nicht betrübe. 2) Von der Feier des Sonntags. Mel. Wer nur den lieben gott 2c. 484. Den höchsten öffentlich verehren Und in sein haus mit freuden gehn, Um andachtsvoll sein wort zu hören Und ihn lokpreisend zu erhöhn, Ist eine pflicht, wozu der chrift, So lang' er kann, verbunden ist. 2. Denn billig ist's, das höchste wesen, Durch das der mensch ist, lebt und denkt, Den herrn und richter aller wesen, Den, der uns jede wohlthat schenkt, Mit lob und preise zu erhöhn, um neue huld ihn anzuflehn. 2. Uns, o vater, lehrest du, Was wir thun und glauben sollen; Schenk uns deine kraft dazu; Gieb zum wissen auch das wollen. Und zum wollen das vollbringen, So wird alles wohl gelingen. 3. Wenn du nur in der still' ihn ehrest Und jesum deinen heiland neist; Doch ihn nicht öffentlich verehrest, Shu nicht auch vor der welt bekennst: Bist du dann sein? bist du ein chrift, Der seinem heiland dänkbar ist? 4. Wer sich dem dienst des herrn entziehet An dem dazu beſtimmter tag, Aus leichtsinn die versammlung flieht, Und nicht mit andern beten mag: Der, der verletzet seine pflicht, Verachtet gott, ehrt jesum nicht. 5. Auch deinen nächsten zu erbauen, Mußt du zum hause gottes gehn; Wie viele sind, die auf dich schauen. Die sehr auf andrer beispiel sehn; Wenn einer durch dich träge wird, Bist du es nicht, der ihn verführt? 6. Und selbsten uns in unsern pflichten, Und von der bahn zur seligkeit, noch immermehr zu unterrichten, In dieser vorbereitungszeit: Wie nöthig ist dies nicht, o christ, Der du geneigt zu fehlern bist! 7. Der gottesdienst ist ein geschäfte, Dazu aus lieb' uns gott verband; Er 2. Von der Feier des Sonntags. stärfet unsere geiftes träfte, Giebt mehr erkenntniß und verstand; Er ist ein mittel, das uns kraft Zum glauben und zur tugend schafft. 8. Haft du nicht auch oft trost empfunden, Wenn du das wort des 8. Dein tag set mir ein denkmal herrn gehört? Sind dir nicht lieb die frohen stunden, Da man gott öffentlich verehrt, Und um das ewige bemüht, Sich dem geräusch der welt entzieht? deiner gilte, Er bring' mir heil, und lente mein gemüthe Auf jenes glück, Das du der welt erworben, Da du gestorben. 9. Was gleicht dem himmlischen entzücken, das hier ein frommes herz belebt, Wenn es in stillen augenblicken mit andern sich zu gott erhebt, Und, voll des glücks, das es genießt, Von dank und freuden überfließt. 10. Kommt dann, o christen, theure brilder! Vereint im geist vor gott zu stehn; Kommt, wir sind eines leibes glieder; Kommt, unsern vater zu erhöhn! Frohlockend preiset jesum chrift, Der unser herr und heiland ist. 219 7. O, laß auch heute deinen geift mich lehren, Vom weg, der dir mißfällt, mich abzukehren: Er leite mich, daß meine ganze seele Zum troft dich wähle. Mel. Herzliebster Sesu, was hap ic. oder: Ist auch ein gott. 485. Dies ist der tag, an wel chem deine frommen, Herr, in dein haus, dich anzubeten, kommen: Mit lob, gebet und dant dich zu verehren, Dein wort zu hören. 2. Er sey nun auch, o heiland, dir geweihet, Ihn feiert gern, wer deines heils sich freuet. O laß auch mich mit freuden vor dich treten, Dich anzubeten! 3. Dich preist der lobgesang der him melsheere, Auch unser tempel schall von deiner ehre! Auch unser dank und unsrer ehrfurcht flehen Soll dich erhöhen. 4. Wie freu ich mich, die stätte zu begrüßen, Wo durstigen des lebens bäche fließen, lind wo bein heil von der erlösten jungen Froh wird besungen. 5. Mich lockt die welt umsonst zu ihren frenden, Mein geist soll sich an beiner lehre weiden; Dein himmlisch wort, das deine boten lehren, Das will ich hören. 6. Mit andacht will ich heute vor dich treten: Ich weiß, du hörft, die findlich zu dir beten. Der menschen glück, die sich der fünde freuen, Kann nicht gedeihen. 9. Dich bet ich an, du todesilberwinder! An diesem tag hast du zum heil der finder, Die fern von gott in todes schatten saßen, Dein grab verlassen. 10. Es fei're dankbar diesen tag die erde, Daß jedes land voll deines ruhmes werde! Lob sey, erlöser, deinent großen namen Auf ewig, amen! Mel. D jesu christ, mein's lebens 2c. 486. gott, du bist mein preis und ruhm, Mein herz sey ganz dein eigenthum, Laß mir den sonntag heilig seyn, Und gern ihn meinem glücke weihn. 2. Gieb, daß ich mein gemülth bewahr', Wenn ich mit deiner christenschaar Zu deines heuses stätte geh'; Und so mit andacht vor dir steh'. 3. Erinnre selber meinen geist, Daß du mir gegenwärtig seyst, Damit ich deines geistes lehr' Begierig und mit nutzen hör'. 4. Drück alles tief ins herz hinein, Und laß mich nicht blos hörer seyn; Steh' mir mit deiner gnade bei, Daß ich der lehre thäter sey. 5. Hilf, daß ich deinen ruhetag Zu meinem segen feiern mag; Bewahr' mich vor dem geist der welt, Der diesen tag verächtlich hält. 6. Was dein wort heute in uns. schafft, Behalt die ganze woche kraft; Daß jeder tag und allezeit Sey deinem lob und dienst geweiht. 487. Whert, die stätte, Wo Mel. Wer nur den lieben gott 26. ie heilsam ist doch, beines namens ehre wohnt; Ogieb, daß ich sie gern betrete, Weil da bein segen die belohnt, die deiner lehre sich erfreun, Sich feierlich dir ofte weihn. BU Dritte Abthellung. 220 2. Wohl dem, der dich in deinem tempel, Gott, zu verehren, ernst beweist! Du hörst sein lob, und sein exempel Stärt auch des nebenmenschen geist, Daß er auf deiner wahrheit bahn Rechtschaffen vor dir wandeln kann. 3. Dein wort bleibt niemals ohne fegen, Wenn mans nur recht zu herjen nimmt; Es giebt uns troft auf trübsalswegen, Die du zu unserm heil bestimmt; Es giebt im kampf uns muth und kraft, So wie es sieg und freude schafft. 4. O, laß auch mir dein licht heut scheinen! Dein tag, herr, bring' auch mir gewinn, Wenn andachtsvoll ich mit den deinen Vor dir an beilger stätte bin. Laß dir das lob, das wir dir weihn, Ein angenehmes opfer seyn. 3) Bei der Katechismuslehre. 3. So gieb denn jetzt zu deinen lehren Auch bei uns allen das gedeihn; Laß uns mit lehrbegierde hören, Und auch der lehre thäter seyn. O pflanz' dadurch zu deinem ruhm In uns das wahre christenthum. 5. Du bist der vater aller frommen, O segne heute deine Lehr'! Erhör', wenn wir zusammen kommen, Der frommen wunsch zu deiner ehr': Wir suchen nur, herr, deine gnad', Ach, leit' uns auf der tugend pfab! Ref. Wer nur den lieben gott 2c. 3. Lehr' uns den heiland kennen, 488.Du läffeft, herr, uns unter Gieb, daß, wenn wir ihn nennen, weisen, Durch deiner tebre helles licht. O gieb, daß wir dich dafür preisen! Und segne jetzt den unterricht An uns, aus unsers lehrers mund! Mach' dich recht unsern seelen fund! Sich unser herz erfreut! Hilf, daß wir an ihn gläuben, Und ihm gehorsam bleiben; Mach' unser herz ihm recht getreu. 2. Hier wird dein same ausgestreuet, Der künftig früchte tragen soll. Wer sich dir in der jugend weibet, Legt grund zu seinem wahren wohl. Aus jugendlicher frömmigkeit Quillt segen unsrer fünft'gen zeit. Mel. Nun ruhen alle wälder 20. 489. Kommt, finder, anzubeten; Laßt uns zum vater treten, der aller vater, heißt; Er ist's, der uns das leben, und seinen sohn gegeben; Er schenk uns auch den heil'gen geist. 2. Fehlts uns in unsrer jugend, An weisheit und an tugend, Und tennen wir dich nicht: So mach uns, dir jum preise, O herr, doch fromm und weise Durch deines thenern wortes licht. 4. Präg deine beilgen febren, Die wir anheute hören, Tief in die herzen ein; Gieb, daß wir sie, zum segen, Behalten und erwägen, Laß uns des wortes thäter seyn. 5. Hilf unsern guten trieben, Die eltern recht zu lieben; Gieb fleiß und folgsamkeit; Mach leichtsinn und das laster Uns täglich mehr verhaßter; Laß uns thun, was dein wort gebeut. 6. Wir sind schon jetzt als finder, vater, vor dir fünder, Ach, geh nicht ins gericht; Gott! sey uns gnädig, schenke Uns unsre schuld; gedenke Doch unsrer jugend fehler nicht! 7. Wir sind noch unerfahren, Uns reißt in jungen jahren Der leichtsinn oft dahin; Laß uns die lust der sünde, Daß sie uns nicht entzünde, Als tödtend gift der schlangen fliehn. 8. Herr! laß zu allen zeiten Uns deine gnade leiten, Auf jeder guten bahn; Führ' uns in früher jugend Durch gottesfurcht und tugend Zum glück des ew'gen lebens an. 4) Bei der Confirmation junger Christen. Met. Wer nur den lieben gott.. Herr, nimm mich hin; dein, dein err! dir gelobt mein bin ich! herz 490. Her bie treue! Und Mel. Allein gots in der höh' sey 20. nenen fleiß im christenthum. Dir, jesu! ich mich neue nem ew'gen eigenthum. Bon deinem 491. Herr, unfer gott! erbarme chriſto guten geift allein Will ich hinfort geleitet seyn. 2. Nimm, treuer gott! von deinem tinde Den theuern eid der treue hin. Reizt mich in zukunft noch die fünde, So will ich ihre neße fliehn; Will jung mich schon der tugend weihn; Sieh, dieser tag soll zeuge seyn. 3. Oft hab' ich schon das wort gebrochen, Das ich dir in der taufe gab; Oft hab' ich besserung versprochen, und ließ doch nicht von fehlern ab; Nun, heute fehr' ich ganz zu dir, Ich will mich bessern, hilf du mir. 4.- Nie will ich bierin treulos werden, Nie beine guten wege flieh'n. Kein scheingut, keine lust der erden, Kein unglück soll mich dir entziehn; Weich, fünde, o unglaube, weich! Gott hört es, jetzt entsag' ich euch. 5. Sa, ja, gott höret mein versprechen; Tief fieht er in mein herz hinein; Sollt' ich's in zukunft treulos brechen, So wird er einst mein richter seyn: Gewissensangst und ew'ge pein Wird meiner falschheit strafe seyn. 6. Darum regiere du mein leben, Und mache jelbst mein herz dir treu, Daß ich, o höchster, dir ergeben, Stets heilig, fromm und weise sey! Denn ohne dich ist immerdar Mein herz verkehrt und wandelbar. 7. So werd' ich, herr, vor deinem throne Mich dieses heil'gen tages freun; Geschmückt mit jener fiegestrone, Werd ich dann ewig selig seyn. O welch ein heil, wie freu' ich mich! 221 fünder, Und sieh auch jetzo gnädiglich Auf diese unsre finder; Du nahmst sie schon bei ihrer tauf' Durch deinen sohn zu findern auf Und erben deines himmels. 2. Zu ihres glaubens rechenschaft, Zu ihrem angeloben, Gieb, vater, deines geistes fraft, Daß sie des glaubens proben, Voll eifer für das christenthum, Zu ihrem heil und deinem ruhm Im ganzen leben zeigen. 3. 3war wird wohl einst in ihrer brust Auch fünde sich empören: Sie werden oft zur bösen lust Gefährlich locken hören: An sie wird der versuchung macht, Die nur zu ihrem schaden wacht, Sich unvermerkt einst wagen. 4. Allein es kann doch deine gnad" In größesten gefahren, Auf achter tugend ebnem pfad, Sie unverrückt bewahren; Erbarme dich, steh' ihnen bei, Daß ihre lebenszierde sey Beständigkeit in guten. 5. Sie nahen sich zu dir, o gott! Dir heilig zu versprechen: In freud' und leid, bis in den tod Den taufbund nie zu brechen; Gieb ihnen doch durch deine fraft, Die alles gute in uns schafft, Das wollen und vollbringen. 6. Uns selbsten, herr, verlasse nie, Die wir es freudig wagen, Für uns zu bitten, und für sie: Du wollst uns liebreich tragen; Ja, nimm dich aller gnädig an Und leit' uns auf die tugendbahn, Die zu dem himmel führet. 5) Für die Obrigkeit und Unterthanen. Rel. Kus tiefer noth schrei ich 18. werden; Verleih ihr weisheit, trieb 492. Erhalt uns, herr, die obrigkeit, Die du uns und kraft, Was wahres wohl dem lande schafft, mit sorgfalt wahrzunehmen. gabst auf erden, Mit wohlstand und 2. Gieb, daß fie, deinem vorbild mit ficherheit Durch fie beglückt zugleich, Uns väterlich regiere, Ilns ftete 222 Dritte Abtheilung. an huld und weisheit reich, Die herr- 7. Um seinen stuhl sey immerdar schaft glücklich führe, Daß sie ein schutz Recht und gerechtigkeit; Und dann ber unschuld sey, Den reblichen im land beschiltz ihn in gefahr, Wenn ihm erfreu, Dem unrecht frästig steure. und uns sie dräut. 3. Laß uns, durch ihren schutz bewacht, Des frietens glück genießen, Und ruhig unter ihrer macht Das leben uns verfließen. Hilf, daß sie in gott seligkeit Dir diene, und in unsrer zeit Wir frucht davon empfinden. 4. Beschirme sie durch deinen schutz, Daß, die ihr übels gönnen, mit ihrer lift und ihrem trutz Ihr niemals schaden können. Nie fehle jeder guten that, Die unser glid zur absicht hat. Dein segnendes gedeihen! 5. Gieb denen eifer, fleiß und treu, Die ihr sind untergeben, Daß jedermann beslissen sey, Nach seiner pflicht zu leben. Erleichtre ihr des lebens milh, Mit deinem segen fröne ste, Und sey ihr lohn auf ewig. 6. Laß sie mit uns beslissen seyn, In deiner furcht zu leben: Uns deiner oberherrschaft freun, Mit ihr dein lob erheben; Daß so vor deiner majestät, Die über alle hoheit geht, Regent und volt sich beuge. 8. Er wünsche nie der helden ruhm; Doch zeucht er in den frieg, Zu schützen recht und eigenthum, folg' ihm muth und sieg. 3. Sehr groß und schwer ist seine pflicht, Und er ein mensch, wie wir; Wie sehr braucht er vor andern licht Und rath und traft von dir. 9. Auch ihm hast du bestimmt das ziel, Das er erreichen soll; Laß werden seiner tage viel, Und jeder segensvoll. 10. Sein werd in jedem flehn zu dir Mit lieb' und dank gedacht. Erhör' uns, gott! so jauchzen wir Und preisen deine macht. Mel. Nun danfet all' und 20. 38 493. Es freu' der first des lan- gelten kann. des Gott, beiner allezeit! Sein auge sebe stets auf dich; Sein herz sey dir geweiht. 2. Begnadiget mit deiner fraft, Und deines geistes voll, Gedenk' er stets der rechenschaft, Die er dir geben soll. 4. Verleih ihm das, wenn er begehrt, Dir ähnlich, gott, zu seyn; Und laß ihn, in bein bild verklärt, Sein volt, wie du, erfreun. 5. Er zeig' in seinen thaten sich Als deinen treusten sohn; Den lastern fey er fürchterlich, Der tugend schutz el. Nun kommt der beiden heil: c. 494. Wer gehorcht, der that's mit der sich wohl bewußt, Daß er nicht regieren kann, Sey ein guter unterthan. 2. Bist du niedrig, bist du groß, Sey vergnügt mit deinem loos, Schäm' dich deines standes nicht; Nützlich ist doch jedes pflicht. 3. 3ur gemeinen wohlfahrt fer Dem gesetze stets getreu; Gott will das von jedermann, Der es dir ver6. Beglückter völker liebe sey Sein edelster gewinn; Und fein gerechter feufier schrei Um rache wider ihn. 4. Schaue jesum christum an; Er war auch ein unterthan. Thu, wie er, ohn' zwang und noth Deiner obrigkeit gebot. 5. Gieb den ruhm, dem ruhm gebührt; Schoß und zoll dem, der regiert. Gieb, als gäbst du's gott dem herrn, Was du schuldig bist, stets gern. 6. Ordnung und gerechtigkeit, Schutz und fried' und sicherheit Ist ein glück, das man nur hat Durch der obern rath und that. 7. Leben wir gewissenhaft, Eingedenk der rechenschaft; So wird gott, der höchste herr, Uns dies geben mehr und mehr. 8. Obrigkeit und unterthan, Betet drum den höchsten an; Fürchtet ihn: denn sein gericht Wird gerecht seyn, fündigt nicht. 6) Bei der Einführung eines neuen Predigers. Mel. Liebfiter Jesu, wir sind hier it. 3. Ruf' ihm zu: so hab' nun acht 495. He err, bier stehet unser Auf dich selbst und auf die heerde; hirt, Der sein amt nun angetreten, Der uns fünftig weiden wird; Höre sein und unser beten; Sein gebet uns, recht zu lehren, Unser flehn, ihn recht zu hören. Daß, wenn er für andre macht, Er nicht selbst verwerflich werde; Daß er nicht die frucht der lehre Durch den wandel selbst zerstöre. 2. Gieb ihn fraft, nach seinem flehn, Das verwundete zu heilen, Den verirrten nachzugehn, Den bestürzten zu zueilen, Frevler heilsam zu erschrecken Und die trägen zu erwecken. 4. Legt er endlich in das grab Lebenssatt die matten glieder, Und auch seinen hirtenstab Nach der sauren arbeit nieder: Herr! so gieb ihm dort zum lohne Die verheißne gnadentrone. 7) Bei Einsegnung neuangehender Eheleute. Tel. Erhalt' uns, herr, bei deinem 2c. 496. D¹ u hast gestiftet, herr, die eh, Schau auf dies paar aus deiner höh', Das vor dir steht, den festen bund Hier vor dir schließt mit herz und mund. 3. Laß sie einander inniglich Stets lieben, doch nicht mehr, als dich; Bon untreu fern, im herzen rein, Keusch auch in wort und thaten seyn. 4. Mach sie in heil'ger einigkeit Zu deinem lob und dienst bereit; Zum beten und zur freud' an dir Geschickt und eifrig für und für. 5. Was ihnen ihr beruf gebeut, Das laß sie thun mit munterfeit; Und so geling' ihr treuer fleiß Zu ihrem wohl und deinem preis. 2. Mit gnade schau auf sie herab, Daß sie zusammen bis ins grab VerMel. Vom himmel hoch da, komm' 2c. ober: Wenn gott zum haus nicht ic. träglich, freundlich, gleichgesinnt, Bor 497. gott! bes gnadenvolallem ler rath ehstand eingesetzet hat, Der du ihn segnest, schützest, liebst, Und ihm glück, heil und gnade giebſt. 6. Und wenn des lebens last und müh Auch sie beschwert, so lente sie, Daß jedes an dem sauern tag Des andern birde hülfreich trag. 223 7. Willst du durch finder sie erfreun, So gieb zu deren zucht gedeihn; Laß fie sich christlich treu bemühn, Dem himmel solche zu erziehn. 8. Wenn freuz, nach deinem rath, fie drückt, Laß sie darin nicht unerquidt; Gieb beitre tage nach dem leid, und leite sie zur seligkeit. 9. Und trennet dann auch sie der tod: So wissen wir, dass unser gott, Die tugendhaft sich hier geliebt, Einander ewig wiedergiebt. 2. Gieb diesem neuen paare heut' In deinem dienst einmüthigkeit; Und laß, so oft sie zu dir flehn, Ihr thun beglückt von statten gehn. 3. Auch wenn sie freuz und fummer drückt; So zeige, daß du es geschickt; Hilf bald, und gieb, daß sie zulegt Dein gnadenreicher trost ergötzt. 4. Laß böses beispiel stehts sie fliehn, Wenn sie einst tinder auferziehn, Daß durch sie gottes furcht und treu Mit jedem tage werde neu. 5. Gieb treuen fleiß in ihrem stand, Auch segen, herr, durch deine hand; Laß sie stets beinen willen thun, Und unter deinem schußze ruhn. 6. Und so sey ihre lebenszeit Durch dich stets voll glückseligkeit, Bis dich, gott vater, sohn und geist, Ihr froher dank dort ewig preist. dillig 224 Dritte Abtheilung. 8) Für Eltern und Kinder. Met. Aus meines herzens grunbe. 498. Aus freudigem gemüthe gend, zucht und frömmigkeit. Sing ich zu gott hinauf; Es zeugt von seiner gute Mein ganzer lebenslauf. Von dir, mein gott! von dir Kommt jede gute gabe, Kommt alles was ich babe, Andh finder gabst du mir. 2. Laß mich stets überlegen, Daß du ihr vater bist, Und daß auch ihrentwegen Dein sohn gestorben ist. Verhüte, daß ich die Nichte ärgre, nicht verachte, Die christus selig machte: Ach, dies gescheh' ja nie! 3. Dir, vater! dir zum preise, Wollt' ich sie gern erziehn, O! mache du mich, weise, Und segne mein bemühn. Dies fey mein augenmert, Dir, gott, fie zuzuführen, und keines zu verlieren: Welch großes, wicht'ges werk. 4. Zu schwach sind meine fräste, 3u schwach ist mein verstand; Die finder zucht geschäfte Steht unter deiner hand: Gott! drum bitt' ich dich, um jesu christi willen.( Du wollft die bitt' erfüllen!) Regiere sie und mich. Und sich befleißen jederzeit Der tuMel. Herr jesu christ, mein c. ie finder, deren wir 499. Di uns freuen, Sind alle, gott und vater, dein; Sind deine beste gab', o herr! Bewahre sie, barmherziger! 2. Wenn treuer eltern liebe sucht Sie aufzuziehn in deiner zucht: So steh', damit sie glücklich sey, Mit deiner weisheit ihnen bei. 3. Gieb allen kindern lehrbegier, Zum guten luft und lieb' zu dir; Und laß sie meiden ohne zwang Troß, eigenfinn und milssiggang. 4. Gesegnet sey ihr unterricht! Laß fie durch deines wortes licht. Dich recht erkennen; laß sie nie Gefährlich irren; leite sie. 5. Im glauben mache sie gewiß; Bewahre sie vor ärgerniß Und wider der verführung list, Weil jesu ihr erlöser ist. 7. Daß wir in ihnen christen sehn, Die frendig deine wege gehn, Und menschen einst, voll luft und muth, zu thun was edel ist und gut. 8. O hilf uns, water, sohn und geist, Bis man dich dort im himmel preist! Dann danken noch vollkommner wir mit allen unfern findern dir. Met. Jesus, meine zuversicht 10. 500. Gott, bir sey mein danf geweiht, Heilig dir mein ganzes leben. Denn aus freier mildigkeit Hast du selbst es mir gegeEs durch Eltern mir verliehn, zur tugend mich erziehn. 2. Hilf, daß gegen sie mein herz Kindlich sey und nicht blos scheine; und daß ich, trifft sie ein schmerz, zu dir fromme thränen weine, Für ihr glück dir dankbar sey Und mich ihrer wohlfahrt freu. 3. Laß auf ihre winke mich Kindlich und mit sorgfalt achten; Sa, selbst ihren wünschen mich Noch zuvorzukommen trachten: Gern was sie vergnügt, vollziehn; Stets, was ihnen misfällt fliehn. 6. Hilf, daß fie dich) an jebem ort Bor augen haben unb bein wert ben; Die 4. Sesus stelle mir sich dar, Er, bas beispiel frommer finder. Der der herr vom himmel war, Gottes sohn, das heil der fünder; Er war doch von findbeit an Seinen eltern unterthan. 5. Freude sey es dann auch mir Folgsam seyn, denn das ist billig, und gefällig, gott! vor dir. Mach du selbst dazu mich willig. Wohl mir dann! es wird auch mein Dein verheißner segen seyn. Rel. Xus tiefer noth schrei ich zc. 501. berr, mein gott! ich S bitte dich Umm weisheit und um tugend. Regiere du mich väterlich In meiner frühen jugend. Laß deinen Segen auf mir ruhn, Nur bas zu lieben und zu thun, Was dir, mein gott gefällig. 9. Für Herrschaften und Gesinde. 225 2. Gieb, daß sich meine eltern freun, wohlergehen. Das gute, was sie mir Mich tugendhaft zu sehen. Laß ihre gethan Von meiner ersten findheit zucht an mir gedeihn zu meinem an, O das vergilt du ihnen. 9 Für Herrschaft und Gesinde. Mel. Mach's mit mir, gett, zc. 502. Durch dich, gott, bin ich was ich bin, und es ist deine gabe, Daß ich, als herr, so viel gewinn von meinen brüdern habe: Sie leihen ihre kräfte mir; Dies, höchster herr! verdank' ich dir.| gebot. 2. Mich zu beglücken, dienen sie, 3. Bewahre mich vor bittern flaVerzehren ihre kräfte, Und dulden gen, Lehr' mich mein joch gelassen gern des lebens müh' In meinem tragen, Und stets auf deinen willen Hausgeschäfte. Laß diejes vorrechts sehn. Herr! lehr mich reden, lehr' fromm mich freun, ie hart, nie mich schweigen, Mich unbeweglich stolz, nie lieblos seyn. treu erzeigen, Und nur gerade wege gehn. 4. Der herrschaft alit joll mich erfreuen, Laß jeden fehler mich be reuen, Und frömmer werde stets mein herz. Bewahre mich vor stolz und neide, Bor ungeduld, herr, wenn ich leide; Sey du mein trost in jedem schmerz. 3. Auch der geringste diener ist Bestimmt zum ew'gen leben. Für ihn und mich hat jesus christ Sich in den tod gegeben. Vor deinem richtstuhl hat mein knecht Mit mir dereinst ein gleiches recht. 4. Gott! präg dies meinem herzen ein. Als bruder ihn zu lieben, Laß immer mich beslissen seyn. Wie sollt' ich den betrüben, Der über meine grausamkeit Um rache still gen himmel schreit? 5. Laß mich ihm seine saure pflicht Durch lindigkeit versüßen. Er joll, wenn hüllfe ihm gebricht, Sie stets von mir genießen. Ihn tragen will ich, ihm verzeihn, Und wird er krank, ſein pfleger seyn. 2. Du heißest mich den menfchen bienen; Und dir nur folg' ich, bien' ich ihnen, Mit fleiß und trene, herr mein gott! Drum hilf mir, meiner herrschaft willen, Gewissenhaft und froh erfüllen, Als deinen willen, tein Mel. Was sergst du zc. 503. Gott! deſſen weisheitsvollen willen, Ein jeder mensch hier soll erfüllen, Laß meine pflicht mir heilig seyn; Laß ireu mich alle meine fräfte Sich gern und willig dem geschäfte, 3u dem du mich beriefest, weihn. Evangel. luth. 5. O! gieb mir weisheit, mich zu schmiegen, Gehorsam, herr, seh mein vergnügen, und frende sey mir jede pflicht. Ich bin ja, wo ich geh' und wandle, Bei allen, was ich ihr und handle, herr! vor deinem angesicht. 6. Du bist der treure, der gerechte, Der herr der herren und der fnechte, Der armen wie der reichen heil. Der allerniedrigste auf erden kann groß in deinem reiche werden, Hat dort an ew'gen ehren' theil. 7. Ja, du wirst ewig mich belohnen, In deinem himmel werd' ich wehnen, und mich mit deinen engen freun. Ach, herr! laß mich dies recht ermeffen, Nie bein und beines reichs vergessen; So werd' ich ewig glüdlich seyn. 23 24 15 util 226 Dritte Abtheilung. 10) Für Alte, Jünglinge, Jungfrauen, Witwen und Waisen. Mel. In allen meinen thaten ze. ott hat in meinen ta504. Gott gen Mich väterlich getragen, Von meiner jugend auf; Hat mich auf meinen wegen Geleitet und zum segen Gelenket meines lebens lauf. 2. Ich hatt' oft große sorgen: Doch wie ein heit'rer morgen Durch duntle nächte bricht, So bab' ich stets erfahren: Der herr weiß zu bewahren, Und führt durch finsterniß zum licht. 3. War menschenrath vergebens, So kam der herr des lebens Und half und machte bahn. Ich ließ ihn thun und rathen, Denn er thut große thaten, Und nimmt sich aller mächtig an. 4. Bis zu des alters tagen Will ich dich beben, tragen, Und dein erretter seyn, Dies hat mir gott versprochen; Hat nie sein wort gebrochen; Deff' will ich auch als greis mich freun. Er wird in meinem alter Mich tragen; mein erhalter Ist gütig und getreu. Bin ich gleich schwach und milde: Bei ihm ist trost und friede; Er steht auch meiner schwachheit bei. 2. Du pflanzest, herr, in meine brust Verlangen nach vergnütgen; Laß mich den hang zu jeder luft. Die du verbeutst, bestegen! Dein unausbleibliches gericht Vergeffe meine seele nicht; Und weder glüd noch leiden Laß, herr, von dir mich scheiden. Mel. Ermuntre dich, mein schwacher it. 2 komme vor dein an505. gesicht, Du schöpfer meiner jugend! Berwirf mein kindlich fleben nicht Um weisheit und um tugend. Mein ganzes leben dank ich dir; Erbarmer, weiche nicht von mir, Damit ich deine wege Unfträflich wandeln möge. 3. Wenn, vater, sich auf meiner bahn, Mich in ihr netz zu ziehen, Verführer meiner seele nahn, So laß mich flüglich fliehen. Ihr beispiel, herr, entferne nicht mein herz von dir und meiner pflicht; Shr spotten und ihr lachen Laß nie mich wantend machen. 4. Der tugend heilige mich ganz, Mein schöpfer und erhalter! Sie werde meiner jugend glanz Und einst mein troft im alter. Erhalte mein gewissen rein; Laß keinen meiner tage seyn, Der nicht zu deiner ehre Von mir geheiligt wäre. 5. Ach, lebre mich den werth der zeit, Daß ich sie nie verschwende; Daß ich mit weiser thätigkeit zum guten fie verwende. Laß meiner jugend fleiß und mith Umsonst nicht seyn, und segne fie; Laß auch durch mich auf erden Dein werk gefördert werden. In voriger Melodie. ch 6. Nach wenig bangen stunden Hab' ich ganz überwunden: Ich bin dem ziele nab; Dem ziele meiner leiden; 506. will in stiller einErwarten hohe meiner seele da! 7. Id barre froh und stille, Bis meines gottes wille Mich nach dem tampfe frönt. An meiner laufbahn ende Sint ich in jesu hände; Denn er hat mich mit gott versöhnt. zu dir erheben; Nur deinem dienste seps geweiht, Dir ewig, gott ergeben. Vernimm, o vater, mein gebät, Das stets um licht und stärke flebt, Ganz deinen guten willen Mit treue zu erfüllen. 2. Preis dir und dant, mein schöpfer, gott! Du gabst mir meine seele, Preis dir und dant, mein mittler, gott; Du starbst für meine seele. Preis sey dem geiste dank und lob, Der mich zu seinem licht erhob, Der mich zur wahrheit führet, Érleuchtet und regieret. 3. Ich bin, o herr, mein gott, dein tind; Mein beil ist's, dich zu 10. Für Alte, Jünglinge, Jungfrauen. 227 Mel Wenn wir in höchsten tc. lieben. O mache mich dir gleichge sinnt In allen meinen trieben; Laß lich Der witwen und meine ſeele keusch und rein, Stets 507. gott, erbarme väterdeiner liebe wohnung seyn, Und der waisen dich! Sey ihr versorger; suchen, dir vor allen, O vater, zu laß sie nie Verzagen; schütz' und gefallen. segne sie. 4. Vor eitler selbstgefälligkeit Bewahre meine jugend; Stets sey ihr schmuck bescheidenheit Und ihre schönbeit tugend. Kein schmuck gefalle mir, wie sie, Den gieb mir, gieb, daß ich mich nie Für unbescheidne blicke Um sie zu reizen, schmücke! 5. Die lust zur eitelkeit laß nicht Mein junges herz entzünden; Sie streitet wider meine pflicht, Und locket mich zu sünden. Was hilft das prangen vor der welt, Wenn, gott, mein herz nicht dir gefällt? Drum will ich mich bescheiden In zucht und demuth fleiden. 6. Auch sey mein auge, wie mein herz Unsträflich; nie entzünde Ein freier unsittsamer scherz Geheime luft zur sünde, Die unschuld sey mein liebster ruhm; Ein guter ruf mein eigenthum, Den jeder gern mir gönne Und niemand lästern könne. 7. Gieb, daß in stiller häuslichkeit Ich eitle zeitvertreibe Stets gern entbehr', und allezeit Im guten thätig bleibe! Der umgang, der verführung droht, Sey mir mehr schrecklich als der tod; Laß seine wilden freuden, Wie eine pest, mich meiden. 2. Sey selbst ihr vater, trost und rath. Die witwe, welche finder hat, Soll dir sie zu erziehn, sich freun; Keusch, sittsam, still, untadlich seyn. 3. Fromm, lehrreich, nur geschwäzzig nicht Sey jede; sey ein scheinend licht Für ihr geschlecht, sanft, voll geduld, Und hoffnung, herr, auf deine huld. 4. Es nehme, wer ihr dienen kann, Sich ihrer mild und liebreich an, Wohl dem, der sie beglückt und ehrt! Denn er ist dir und menschen werth. 5. Hilf ihnen! sey der waisen gott, Früb lehre diese dein gebot, Fleiß! demuth, dienstbeflissenbeit, 3ur tu gend lust und willigkeit. 6. Bewahre sie vor ärgerniß, Und mach' auch ihren gang gewiß Auf deinen wegen, leite fie; Verlaß fie in versuchung nie. 7. Daß, wer sie sieht, sich ihrer freu, Und gern ihr rath und beistandsey; Daß sie, bier glücklich, sich auch dein, O gott, in deinem bimmeí freun. Mel. Herr jesus christ, meins lebens. 508. So frith bringt, gott, mich 8. Mit wahren frommen müss' ich mich Durch frömmigkeit verbinden; Und, ihrer liebe werth, durch dich lauf des lebens an. Der freundschaft glück empfinden. einen fummervollen stand! Und ach! auf einer dunklen bahn Tret' ich den des lebens an. 9. Ach jende deine hülfe mir, Dies gern zu thun! erböre Mein brünstiges gebät zu dir, Daß ich dich ewig ebre. Dir weib' ich gott, mein lebenlang Der unschuld und der tugend dank; Und will, zu dir erhoben, Dich einst vollfommner loben. 2. Ich fasse deinen rathschluß nicht: Laß diesen umgang sanft und rein, Doch sey es, vater, meine pflicht, Mir lehrreich durch ihr beispiel seyn, Im dunkeln auch auf dich zu sehn, Daß mich, wenn ich mich freue, tie Und willig deinen pfad zu gehn. mein vergnügen reue. 3. Wie treulich du mit mir es meinst, Dies, o mein gott, erfahr' ich einst; Vielleicht noch in der prütfungszeit, Gewiß in deiner ewigkeit. 4. Gieb stärke, daß ich dir getreu In meinem frühen leiden sey! Laß nur der tugend weg mich gebn Und ftets auf deine hülse sehn. 15* 228 Das Dritte Abtheilung. 11) Neujahre Lieber. Mel. Es ist das heil uns 2. treu vollenben. Der tage last erleichtve 509. D, gott, du bist der mir, Bis meine ruhe einst bei biz herr der zeit, Und ein wechsel weiter störet. auch der ewigkeiten! Laß mich auch Dein hohes lob erbreiten. Ein jahr ist abermal baz 510. Sie erben Durch ihren Gigener Meiobic. err, den die 2.6 und hin, Wem dant' ich's, gott, daß ich noch bin? Nur deiner gnad' und güte. 2. Dich, ewiger, dich bet' ich an, Dir hab' ich mich ergeben! Dir, den fein wechsel treffen kann, Bertrau' ich froh mein leben. Wir blühen und vergehn durch dich; Nur du bist unveränderlich; Du bleibst den frommen gnädig. bau voll pracht erhöhu! Durch dessen machtwort welten werden, Und welten wieder untergehn! Ferr, den durch frohe lobgesänge Der freaturen ganze menge Und aller zeiten lauf erhob; Der engel chöre nachzuahmen, Danft unser herz stets deinem namen, Und unsern mund erfüllt dein lob. 3. Herr, ewig währet deine treu, Mit huld uns zu begegnen; Und jeden morgen wird sie neu, Mit wohlthun uns zu segnen. Ich kenne keinen augenblick, Da nicht von ihr stets nenes glück Uns zugeflossen wäre. 4. Du haft auch im verfloßnen jahr Uns väterlich geleitet; Und wenn das herz voll sorgen war, Uns hülf' und trost bereitet. Von ganzer seele preis' ich dich. Auf's neue, gott, ergeb' ich mich Ganz deiner weisen führung. 2. Wie deine fraft die welt bewahre, Berfündiget der tag der nacht. Ein jahr erzählt dem nächsten jahre Die großen wunder deiner macht. Dein throu, o gott, bleibt ervig stehen. Du bleibst derselbe; wir vergehen. Wie schnell verströmet unsre zeit! Schon wieder ist ein jahr vom leben, Das deine huld uns hat gegeben; Sm abgrund der vergänglichkeit. 5. Vergieb mir die bereute schuld Von den verfloßnen tagen, Und laß doch deine vaterhuld Mich liebreich ferner tragen. Laß mich in deiner gnade ruhu, Und lehre lebenslang hat. Nur wandelt treu auf seinen mich thun Nach deinem wohlgefallen. 3. Kommt! dies sey uns ein tag des bundes! Bleibt gott, dem höchsten, ewig treu; Und den gelübden unsers mundes Stimm' unverstellt das herz auch bei; O land! gelobe, gott zu dienen; Und du wirst wie ein garten grünen, Den er sich selbst gepflanzet wegen; Und aus der fülle seiner segen Macht uns dann seine gnade satt. 6. Gieb nene luft und neue kraft, Vor dir gerecht zu wandeln. Laß mich, herr, st ts gewissenhaft Mit mir und andern handeln. Dein geist belebe herz und muth, Dich, o du allerhöchstes gut, Und sünde nicht, zu lieben. 4. Gott, schau herab von deinen höhen; Du! der du deine menschen liebst! Erhöre unser findlich flehen, Weil du uns gerne gutes giebst; Gieb unserm fürsten langes leben, Laß huld und weisheit ihn umgeben Allzeit auf seinem fürstenthron! Laß ihn auf recht und tugend schauen, Stets seines landes wohlfahrt bauen, Und dann sey du sein schutz und lohn. 7. Die welt vergeht; dies reize mich, Die böse luft zu fliehen. Ulm beßre freuden müsse sich Mein geist schon jetzt bemühen. Denn hier ist nur mein pilgrimstand; Sm himmel ist mein vaterland, Dahin, herr, laß mich trachten. 8. mache mich geschickt, die zeit Recht weislich anzuwenden. Laß mich den lanf der ewigkeit Mit versicht 5. Tritt den gewaltigen zur feite, Die um den stuhl des fürsten ſtehn, Daß ihren anschlag glück begleite, Und sie des volfes wohl erhöhn. Auf alles, was das land kann bauen, Laß sie mit wahrer forgfalt schauen, Sie, 11. Neujahrs- Vieder. 229 bie des fürsten Hüffe sind. Der un- 3. Du hast uns dies jahr gegeben: schulb flehn, des land's begehren, Laß Gieb, daß dirs geheiligt sey! Laß uns fte mit wahrer sorgfalt bören, Sie, fromm und christlich leben, Reblich, die das ohr des fürsten find. ohne heuchelei, Und voll nächstenliebe seyn, Auch den feinden gern verzeihn, Daß wir glücklich hier auf erben, Und dort ewig selig werden. 4. Im vertraun auf deine liebe, Gehn wir dann getrost dahin; Was ist, das uns noch betrübe, Bei dem dir ergebnen sinn? Lebend, sterbend find wir dein, Du wirst uns stets gnädig seyn, und uns, wenn wir zu dir treten, Schützen, segnen und erretten. 6. Scbent weisen eifer unsern feb rern Für deiner lebre fauterfeit; Mach sie zu redlichen verehrern Der sänftmuth, lieb' und frömmigkeit. Hilf ihnen, berr, daß ibre lebren Nie obne früchte wiederkehren; Wir ganz der gottesfurcht uns weihn. Laß deinen fegen auf uns fließen, Denn, herr, fie pflanzen und begießen, von dir fommt aber das gedeihn. 7. Die obrigkeiten dieses landes Mach doch, herr, ihren pflichten treu, Daß uns die wohlfahrt jedes standes und unsers fleißes frucht erfreu. Bild auch das herz der zarten jugend, und hilf, daß weisheit, fleiß und tugend Sn allen unsern schulen blüb. Des landes hoffnung laß gerathen, Daß man da blirger für die staaten, erzieb. Mel. Nun laßt uns gehn und 20. Und für den himmel selbst 512. Mit freuden laßt uns treten Vor gott, ihn anzubeten! Denn er hat unserm leben Bisher noch kraft gegeben. 8. A, keinen laß sein heil verscherzen, Mach für ihr heil die fünder flug! Gieb troft und kraft bedrängten herzen, Und unsern armen brod genug. Dies unser flehn sey ja und amen Durch jejum; denn in jeſu namen Giebst du, was unser berz begehrt. Auch dies jabr segne, dir zum preise! O vater, auch an uns beweife, Du sey'st es, der gebät erhört. 5. O, so laß uns fröhlich enden Dieses angefangne jahr! Leit' uns, herr, mit vaterhänden, Schlitze uns doch in gefahr. Steh uns bei in aller noth, Auch verlaß uns nicht im tob. Dann, so können wir mit freuden Auch dereinst von hinnen scheiden. Mel. Werde munter, mein gemüthe 2c. 511. ilf, herr, laß es wohl gelingen, Hilf, das neue jahr geht an; Laß es neue kräfte bringen, Neuen segen jedermann. Unsern leib, seel', bab und gut Nimm in deine vaterhut; Neues glück und nenes leben Wollst du uns aus gnaden geben. 2. Wir erdenpilger wandern Von einem jahr zum andern; Die schnelle flucht der stunden Wird kaum von uns empfunden. 3. Und diese wandertage Sind nic ganz frei von plage; Wir gehn auf rauhen wegen Der ewigteit entgegen. 4. Doch du bist voll erbarmen Und wirst mit vaterarmen In nöthen und gefahren uns schützen und bewahren. 5. Erhalter unsers lebens, Wir sorgen ja vergebens, Wenn du uns nicht beschüßzest, Mit fraft nicht unterstlitest. 6. Lob dir, o gott, dem treuen, Durch den wir uns erfreuen; Lob deinen vaterhänden, Die so viel noth abwenden. 7. Hör' ferner unser flehen, Und eil' uns beizustehen; Gieb mäßigung in freuden, Geduld und trost im leiden. 2. Laß dies seyn ein jahr der gna den, Habe ferner noch geduld; Denn wir sind mit schuld beladen, Ach, erlaß fie uns aus huld! Wirke wahre 8. Gieb uns und allen denten, Die reu und leid, Dann laß aus barm- sich von herzen sehnen zu thun, herr, berzigkeit Uns vergebung aller silnden deinen willen, Auch fraft, ihn zu In dem blute jesu finden. erfüllen. 230 Dritte Abtheilung.- 11. Neujahrs- Lieder. 9. O, wehre du den friegen, Laß der augenblick, Der einst, o herr, menschenliebe fiegen, Und wo nur aus dieser zeit Une führt zu deiner thränen fließen, Sich deinen troft herrlichkeit. ergießen. 10. Gieb deinen reichen segen Zu allen guten wegen. Laß großen, herr, und kleinen Die gnadensonne scheinen. 11. Sey der verlaßnen vater, Der irrenden berather, Der unversorgten gabe, Der armen hülf' und habe. 12. Hilf gnädig allen tranken; Gieb fröhliche gedanken Den fummervollen seelen, die sich mit sorgen quälen. 13. Vor allem, herr, verleihe Uns deinen geist aufs neue, Der uns mit tugend ziere, Und so zum himmel führe. 14. Das wollest du uns geben, Du herr von unserm leben; So gehen wir im segen Der ewigkeit entgegen. Mel Bem himmel hoch da komm: c. 513. Verfloffen ist das alte jahr, Das uns ein jahr der gnade war; Herr jesu, freubig bringen wir Dir unsern frohen dank dafür. 2. O gottes eingeborner sohn, Wir nahen uns zu deinem thron, Und bitten um barmherzigkeit Für deine ganze christenheit. 3. Erhalte doch an jedem ort, Zum unterricht und trost dein wort; Erhalt uns, deinem dienste treu, Von sünd und aberglauben frei. 4. Laß uns dem bösen widerstehn, Und freudig deine wege gehn; Bestrafe dann durch dein gericht Des alten jahres sünden nicht. 5. Beweis' in diesem jahre dich An uns aufs neue väterlich; Wach' über unser ganzes land, Und segne huldreich jeden stand. 6. Dem leib gieb sein bescheiden theil, Den seelen stets mehr licht und heil, Und laß dies jahr, das wir dir weihn, Ein gnadenreiches jahr uns seyn! 8. Dann danken und frohlocken wir Mit allen engeln ewig dir. O trener heiland, laß uns dein Im leben und im tobe seyn. Rel. Nuein gott in der höh' sey ic. 514. Wer er schuf die sonne und den mond, Uns licht und freud' zu geben? Gott ist es, der uns noch verschont, Und noch erhält im lesen; Er sorget für uns tag und nacht; Auf, laßt uns seine gült' und macht, Voll frohen danke, erheben! 2. Herr, der da ist, und der da war! Von dankerfüllten zungen Sey dir für das verfloßne jahr Ein heilig lied gesungen; Für leben, wohlfahrt, troft und rath, Für fried' und ruh, für jede that, Die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dies jahr geſegnet ſeyn, Das du uns nen gegeben. Verleih uns kraft, denn sie ist dein, In deiner furcht zu leben. Du schützest uns und du vermehrst Der menschen glück, wenn sie zuerst Nach deinem beifall streben. 4. Gieb uns, wofern es dir gefällt, Des lebens ruh und freuden; Doch schadet uns das glück der welt, So gieb uns freuz und leiden. Nur gieb zugleich ein freudig herz, Und laß uns nicht in noth und schmerz Die glücklichern beneiden. 5. Hilf deinem volke väterlich In diesem jahre wieder. Erbarme der verlaßnen dich, Nähr' unsre armen brüder. Gieb glück zu jeder guten that, Und laß dich, gott, mit heil und rath Auf unsern fürsten nieder. 6. Daß weisheit und gerechtigkeit Auf seinem stuble throne; Daß tugend und zufriedenheit In unserm lande wohne; Daß treu' und liebe bei uns sey; Dies, herr und vater, dies verleih In chrifto, deinem 7. Laß fromm uns leben, uns zum glück; Dann schreckt uns nicht sohne. 12) Von den vier Jahreszeiten. a. Vom Mel. Collt' ich meinen gott 2c. 515. och am himmel steht die sonne, Länger strahlt uns nun ihr licht. Alles leben athmet woñe, Wonn ist jedes angesicht. Pracht des frühlings senkt sich nieder In die wälder, auf die flur. Die erstorbene natur Lebet auf und wirket wieder. Opfre meinem schöpfer dank! Preis ihn fröhlig, mein gesang! 2. Schreckenvolle stürme heulen Nun nicht durch die luft daher, Und die vollen segel eilen Ruhig wieder hin aufs meer. Nicht mehr strömen regengüsse, Deren fluth das thal erfüllt, Und fein dicker nebel hüllt Stadt und land in finsterniffe. Opfre meinem schöpfer dank! Preis' ihn fröhlich, mein gesang. 3. Munter zu der arbeit wallet Nun der landmann hin ins feld, Und sein fröhlich lied erschallet Hoffnungsvoll dem herrn der welt. Es vertraut die saat der erde, Ehrt durch fromme zuversicht Seinen gott und zweifelt nicht, Daß sie gut gerathen werde. Opfre meinem schöpfer dant! Preis' ihn fröhlich, mein gesang! 4. Seht, wie in die weiten felder Freubenvoll die heerden ziehn; Fröhlich wandern durch die wälder Satter thiere schaaren hin. Hört der vögel b. Vom Frühling. sanfte chöre; Hier der lauten nachtigall, Dort der lerche frohen schall! Alles bringt dem schöpfer ehre! Bring, auch du ihm lob und dank! Preif' ihn fröhlig, mein gesang! 5. Duftend und im feierfleide. Brangt die blüthenreiche flur; Jede blume lächelt freude Vor dem schöpfer der natur, Der mit thau die erbe tränfet Und sie wärmt, bis ihre saat, Wenn sie sich entwickelt hat Sich von früchten schwer nun senfet. Bringe meinem schöpfer dank! Preis' ihn fröhlich, mein gesang! 6. Dieser frühling, wie geschwinde, O mein gott, wird er verblühn! Wie ein schiff vom stoß der winde Fortgeführt, wird er entfliehn! Aber dort vor deinem throne Wird ein ew'ger frühling sein; Ewig wird er die erfreun, Die dich ehr'n in deinem sohne. Opfre meinem schöpfer bank! Preis' ihn fröhlich, mein gesang! 7. Diese herrlichkeit der erde Ist ein schatten von dem licht, Das ich ewig schauen werde Dort' vor gottes angesicht; Auch das freudenvollste leben hier auf erden, ist nur tobt Gegen jenes, das mir gott Dort verheißen hat zu geben. Opfre meinem schöpfer dank! Preis ihn ewig, mein gesang! Sommer. Mel. Ulein gott in der höh sey zc. 516. gott! fo bald der tag erwacht, Erfreuft du, was da webet; Und abends danket deiner macht, Was auf der erbe lebet. Voll segens machst du unser land, Und schenfest uns mit milder hand Die frucht, die uns ernähret. 231 2. Du giebst uns regen früh und spät, Und jeder grashalm zeuget Von dir, vor desfen majestät Die volle ähr' sich neiget. Daß flur und auen sich erneun, Dazu giebt deine huld gedeihn Durch sonnenschein und regen. 3. Du frönst mit unerschöpfter hand Das jahr in sommerzeiten, Und schütteft auf das ganze land Des segens lieblichkeiten. Es trieft von ihrem milden guß nun über berg und thal dein fuß. Wir freun uns seiner spuren. 4. Das forn, von deinem segen schwer, Bedecket nun die felder; Die freude breit't sich weit umher, Auf wiesen und durch wälder, In jedem thier, das du ernährst, Und dem du überfluß gewährst, Mit freuden satt zu werden. 5. Der fromme landmann bringt dir dank Für deinen milden segen. Dir schallt sein froher lobgesang Aus voller brust entgegen. Wir stimmen in sein lied mit ein, Und wollen dir, herr, dankbar sein Für so viel reiche gaben. Mithi Dritte Abtheilung. c. Vom Herbst. Mel. Erhalt' uns, herr, bei zc. 4. Bald wird ersterben die natur; 517. Du gott und vater aller Jedoch sie schläft und ruhet nur, Emwelt! Du herrscheft, wie es dir gefällt; Doch theilest du die jahreszeit Mit weiser unpatbeilichkeit. 2. Der nahen glanz und pfängt zum neuen leben kraft, Das deine hand ihr wieder schafft. Hat uns nun freud' und brød verschafft; Nun eilt sie andern brüdern zu: So weis und gnädig herrscheft du. 3. 3war flieht uns jetzt die sommerlust, Dafür erfreust du unsre brust Mit dieses jahres speis' und trant: O dafür sagen wir dir dank! 232 5. Snmittelst segne uns, o gott! Erleichtre allen ihre noth, Die in der rauhen jahreszeit Rein obdach so wie uns, erfreut. St d. Vom 6. Der armen- biitten decke du Mit deinem segen, vater, zu. Wenn frost, wenn hungersnoth sie dritekt, Schaff bülfe, welche sie erquickt. Winter. Mel. Auf christenmensa! auf! 2c. 4. O zaudre, zaudre nicht, mein 518. Des jabres schönheit ist herz, Ihm liebreich znzueilen! Fühl nun fort! Wie trau rig stehn die triften! Es stürmt ein ungeftümer nord Ausschwer beladnen lüften. Die erde starrt vom froste nun, Und ihre nahrungskräfte rubn. 2. Wohl mir bei dieser rauhen seinen jammer, seinen schmerz, Dein brod mit ihm zu theilen; Wer seiner brüder noth vergißt, Verdient nicht, daß er glücklich ist. 5. Vor tausenden bist du beglückt, zeit! Ich darf vor frost nicht beben. Die in der stille klagen, Da wärm' Mich schützt mein dad), mich wärmt mein kleid, und brød erhält mein leben. Auf meinen betten schlaf' ich ein Und fann mich sanfter ruhe freun. und nahrung dich erquickt In diesen rauhen tagen. Lobsinge, frohes herz, in mir, Und bringe gott den bant dafür. 3. So bats der arme bruder nicht, 6. Sieh nicht auf das, was dir Dem brod und kleidung feblet, Den, noch fehlt, Und mancher mehr besitzet: wenn es sehr daran gebricht, Frost Nein; auf die noth, die andre quält, oder bunger quälet. Und dreifach, Auf gott, der dich beschüßzet. Ach fühlt er seine pein, Wenn frankheit vater! lindre jeden schmerz, Und gieb plagt und finder schrein. mir ein zufriednes herz. 13) Morgen- Lieder. kel. Aus meines herzens grunde. 519. Almächtiger, ich hebe beitrem muth erwacht. Mein aug' empor zu dir., Preis dir, durch den ich lebe, Und neuer dank dafür! Herr, deine bulb ist groß, Und niemals hat das lallen Des dankens dir mißfallen, Das aus dem herzen floß. Durch fie bin ich auf's nene Mit 3. Beschützer unsrer seelen, Sch traue stets auf dich. Was soll ich für mich wählen? O wähle du für mich! Gieb, was mir nützlich ist. Gott, dem ich alles dauke, Mich stärke der gedanke: Daß du stets um mich bist. 2. Daß nicht in tiefem schlummer Des lebens licht verlischt, Und daß 4. Er stärke mich, mit freuden Zu mich, frei von fummer, Ein fanf- thun, was dir gefällt; Er tröste mich ter schlaf erfrischt: Dies dank ich deiner macht und deiner vatertreue. im leiden; Und will die lust der welt Mich jemals nach sich ziehn, Helf' er 13. Morgen- Lieber. 233 mein herz bewahren, Helf er mir die| den ganzen tag Mich so vor dir, herr, gefahren Der finde sehn und fliehn. wandeln, Daß ich nicht blos fromm 5. Beglücke du die meinen Nach handeln, Nein, auch from denken mag. deiner gütigkeit. Verlaß der armen keinen, Wend' alles herzeleid. Du willst zwar gern erfreun, Eilst allen beizustehen: Doch soll der liebe flehen Dir auch gefällig seyn. 6. Gott, dem ich angehöre, Dein segen ruh auf mir. Mein seufzen, meine zähre, Erbarmer, ist vor dir; Deß soll mein herz sich freun: Wer dir nicht traut, der bebe! Sch sterbe oder lebe, So bin ich ewig dein. Mel Gott des himmels und der zc. 520. De er du alle deine werke Liebtest, gott, von ewigkeit, Du bist auch mit huld und stärke Shnen nahe in der zeit. Deine güt' und reine tren' 3st mit jedem morgen neu. 2. Unter vielen millionen Siehst du fiebreich auch auf mich; Sicher läsfest du mich wohnen, Und beschirmst mich) väterlich. Dafür preist mit neuem dank Dich mein froher lobgesang. 3. Darf ich, erd' und staub, es wagen, Heut' zu dir empor zu sehn? Meinen fumer dir zu klagen? Kindlich frei dich anzuflehn? Ja durch christum habe ich Dieses zutraun gegen dich. 4. Du läßt meine fümmernisse, Sin ich redlich fromm, entfliehn. So wie alle finsternisse, Da die morgensonn' erschien. Keine sorge raubt dann mir Meine freudigkeit zu dir! 5. Du gewährst mir neue stunden Zur vollbringung meiner pflicht, Werd ich da nur treu befunden, So bin ich voll zuversicht, Wenn mein richter nun erscheint, Der erhabne menschenfreund. 6. Stärke du mich schwachen; leite Mich mit deinen segnungen. Ich ergebe mich auch heute Deinen weisen fügungen. Herr, mich sieht dein vaterblick: D, wie groß ist dies mein glück! 2. Fromm laß mich, doch gesellig; Klug, doch von falschheit rein; Freimüthig, doch gefällig; Und stark zur tugend seyn; Auch standhaft in der noth; Kein zorn schwäch' meine liebe, Kein ernst der sanftmuth triebe, Stein scherz die furcht vor gott. 3. Was dein gebot verletzet, Laß nie mit lust mich schaun; Wenn es die welt ergößzet, Erwed' es mir doch graun. Schnell wirkt des lasters gift. Nichts, nichts jey mir verhaßter; Doch daß mein haß das laster, Nicht meinen nächsten trifft. 4. Des nächsten ehre schnälern, Entehrt mein christenthum. Ein ruhui aus fremden fehlern Sst schande und kein ruhm. Laß mich das richten fliehn; Nie schlimm, was gut ist, deuten, und seh ich andre gleiten, Es jedem aug' entziehn. 5. Bei fleiß und arbeit schleiche Rein geiz sich in mein herz, Und fremde noth erweiche Mich leicht zu edlerm schmerz. Rein glück, das andern blühet, Empöre mich zum neide; Und fein genuß der frende Verzärtle mein gemüth. 6. Bewahr' an diesem tage Mich vor gefahr und leid, Und trifft mich eine plage, So gieb gelassenheit; Nur hilf, o vater, mir, Daß ich sie nicht verschulde, Nicht murre, christlich dulde, Voll zuversicht zu dir. 7. Wie bald ist überwunden Das leiden dieser zeit; Auf wenig bange stunden Folgt glück in ewigkeit: Dies stärket mich in noth, Daß ich nicht ängstlich zage; Am letzten meiner tage- Gieb dies mir mutb im tod. 8. Der tod fomm, willst du, beute; Denn da ich dein, herr, bin, So giebst du, daß er leite Gewiß zu dir mich hin; Und wenn er kommen soll, Soll er mich frei von sünden, Dir wohlgefällig finden: Dann vater, sterb' ich wohl. Mel. Aus meines Herzens grunde. 521. Des morgens erste stunde Will ich, mein Mel Wie schön leuchtet uns der 2. vir weihn. Mein herz ſtimmt mit dem 522. Dich seh ich wieder, mormunde Zu deinem lobe ein. Ja, laß mich der edelit pflicht, Dem höchsten genlicht, und freue 234 Dritte Abtheilung. 4. Vergoffen haft du mir zu gut, lobzufingen. Ich will voll frommer dankbegier, milbefter erbarmer, Sohn gottes, bein so theures blut! dir Preis und anbetung bringen. Schöpfer, vater! Deine treue Rührt aufs neue Mein gemüthe. Froh empfind ich deine gilte! Du bists, der liebreich für mich starb, Und mir des vaters huld erwarb. 5. Du starbst ja auch zu meinem heil, Durch dich hab' ich am himme! theil; Ich kann durch dein verdienst allein Hier ruhig und dort selig seyn. 6. Gott, heil'ger geist, du, deffen fraft In uns ein nenes leben schafft: Das gute, was ich hab' an mir, Kommt durch dein wort, kommt ganz von dir. 7. Durch dich erkenn ich, als ein christ, Daß gott mein treuer vater ist; Und daß mein herz ihn findlich ehrt, hat mich dein theures wort gelehrt.. 8. Dies wort ist meiner seelen licht, Dies giebt mir kraft und zuversicht In aller trübsal, aller noth, Und endlich auch gewiß im tod. 2. Du warst auch diese nacht um mich. Was wär ich, hättest du nicht dich So hilfreich mir bewiesen? Zu meinem leben setzest du Jetzt einen neuen tag hinzu; Sei hoch dafür gepriesen! Durch dich Bin ich, Und ich merke Nene stärfe; Dich erhebe Herz und mund, so lang ich lebe! 3. Verleih, o gott der lieb' und macht, Daß sünd und gram, wie diese nacht, Auf ewig von mir fliehe! Daß ich die kurze lebenszeit In chrift licher zufriedenheit 3u nützen mich bemühe. Prüfe, Siehe, Wie ichs meine, Dir ist keine Meiner sorgen, Auch die fleinste, nicht verborgen. 4. Ich bin ein christ; o herr, verleih, Daß ich des namens würdig sei! Mein ruhm sey deine gnade. De: n ach, was bin ich ohne dich? Ein irrend schaaf; erhalte mich, Mein hirt, auf deinem pfade. Stäif mich, Daß ich Stets mich übe, Deine liebe zu betrachten, Uleber alles bich zu achten. 5. Auch im geräusch der welt soll mich Der heilige gedank' an dich Oft still zu dir erheben. Im dunkeln thale wall ich hier; Einst nimmst du mich hinauf zu dir, Zum licht und höhern leben. Auf dich Hoff ich. Herr, ich werde Mich der erde Gern entschwin gen, Dir dort ewig lobzufingen. Mel. Vor deinen thren tret' zc. Du u schbufft, von vater523. buld erfüllt, Mich gott, nach deinem ebenbild; Ich bin und leb allein durch dich, Du nährst, erhältst und schüßzeft mich. 2. Wie oft warst du mit hülfe nah, Wenn ich den tod fast vor mir sah! Wie oft sank ich in meinen lauf, Und du halfft väterlich mir auf. 9. Drum preis' ich dich zur morgen-( mittags-, abends-) zeit, Dreieiniger, Voll dankbarkeit, Für deine langmuth und geduld, Für alle proben deiner huld. 10. Sen auch nun ferner, herr, mein schutz, So biet ich jedem unfall trutz: Leib, seel' und leben, haab und gut Befehl ich deiner vaterhut. 3. Gesundheit, leben und verstand Empfing ich, herr, aus deiner hand, Ein chriftlich herz, das gern vergiebt, Und alles gute redlich liebt. 11. Verleih, o herr, zu deinem ruhm, Daß immerfort mein christenthum Aufrichtig und rechtschaffen sey, Nicht augenschein, noch heuchelei. 12. Dann wird mein ende selig seyn; Und bricht dein großer tag herein, So wecke und verkläre mich! Dann preis' ich ewig, ewig dich. In bekannter Melodie. 524. Gott bes himmels und und heil ger geift! Der es tag und nacht läßt werd n, Sonn' und mond uns scheinen heißt; Dessen starke hand die welt Und was drinnen ist, erhält. 2. Gott, ich danke dir von herzen, Daß du mich in dieser nacht Vor gefahr, angst, noth und schmerzen Haft ſo gnädiglich bewacht, Und bei aller meiner schuld, Mich noch trägst mit vaterhuld. 3. Ich gedent an meine fünden, An die strafen, die mir drohn; Laß mich trost und gnade finden! Denn ich glaub 13. Morgen- Lieder. 235 an deinen sohn, Der für meine misse-| 5. Obu, den meine seele preift! Erthat Sich am freuz geopfert hat. 4. Dir will ich an diesem morgen Ganz zu deinem dienst mich weihn; Will für meine seele sorgen, Will dir treu, gehorsam seyn: Dann werd' ich erschrecken nicht, Wenn erscheinet dein gericht. 5. Auf der bahn der tugend leite Du mich selbst, verlaß mich nicht; Und verleihe mir auch heute Muth und kraft zu jeder pflicht. Dein geschert, die gnadenzeit, Werde nie von mir entweiht. 6. Deinem schußze sey ergeben Alles, was ich hab' und bin. Dir vertrau' ich ſeel' und leben, Werf auf dich die sorgen hin. zu ruhm, Denn ich bin dein eigenthum. 7. Hülfe wollest du mir senden, Wenn gefahr und noth mir droht; Alles mir zum besten wenden, Es sey leben oder tod. Sterb' ich, herr, so bringe du Mich zu jener himmelsruh. 8. Höre, gott, was ich begehre: Gieb mir, was bein wort verheißt! Dir sey preis und dank und ehre, Dir, o vater, sohn und geist; Du erhörst gebet und flehn; Ewig will ich dich erhöhn. Mcl. Warum berübst du dich zc. 525.me hm, der das licht entstehen hieß, Und mich gesund erwachen ließ, Sey preis und froher dank! Ihm bring' ich dieses opfer heut; Ihm sey mein ganzes herz geweiht. 2. Sieh, herr, ich unterwinde mich, Mit dir zu reden, obgleich ich Zum theil nur asche bin. Gleich einem tobten lag ich hier, Daß ich noch lebe, dank ich dir. 3. Ein jedes gut, deff' ich mich freu, Empfang' ich jetzo wieder neu Aus deiner milden hand. Mein auge wird, wohin es blickt, Von wundern deiner huld entzückt. 4. Dich, dem ich nichts vergelten tann, Dich, vater, bet ich findlich an; Ich opfre dir mein herz. Ein herz, voll lieb' und zuversicht, Ein dankbar herz verwirfst du nicht. wede mich durch deinen geist Zur Übung meiner pflicht; Er helfe meiner schwachheit auf, Bis ich vollende meinen lauf. 6. Ein gut gewissen sey mein theil, Dies wirk' in mir, o herr, mein heil, Und segne meinen fleiß. Dir ist, was ich bedarf, bekannt, Und alles steht in deiner hand. 7. Die blume fleidest du mit pracht, Nährst jeden vogel, gott ber macht! Bin ich nicht mehr denn sie? Ich werfe meine sorg' auf dich, Du. mein Erbarmer, sorgst für mich. Mel. B.fichl du deine wege ic. 526. Lobt gott am frohen morgen, in ber nacht, Da wir ganz ohne sorgen Sanst schliefen, für uns wacht. Der uns im schlaf erquicket, Und unsre kraft erneut; Für uns die erde schmüktet, Uns jeden tag erfreut. 2. Ihn preift der engel heere Mit hohem lobgesang; Auf, singt in ihre chöre, Auch euern frohen dank. Wer sollte gott nicht loben, und ihm nicht dankbar seyn? Da seiner güte proben Sich jeden tag erneun. 3. Dir will ich mich ergeben, Durch den ich leb' und bin; Denn dies mein irdisch leben Eilt schnell zum tode hin; Bald ist es ganz verschwunden: Doch hängt an dieser zeit, An ihren schnellen stunden, Das glild der ewigkeit. 4. Dies reize meine seele Zum fleiß im guten an, Daß ich nichts denk' und wähle, Was dir mißfallen kann: Dann kann ich nicht verderben; Sch fürchte nicht den tod: Ich werde selig sterben, Denn ich bin dein, o gott! 5. Dann tröstet mich der glaube: Ich werd' nicht ganz vergehn! Ich werd' erweckt vom staube Zum himmel auf erstehn. Dies will ich nicht vergessen, Und dieser hoffnung voll, Will täglich ich ermessen, Was ich dann werden soll. 6. Durch dies gestärkt ermüde Ich in der tugend nicht. Mich stärket gottes friebe Mit kraft und zuversicht. Ich siege in dem streite, Des sieges lohn ist nah. Getroft! vielleicht ist heute Des fampfes ziel schon da. B HITS 236 Dritte Abtheilung. Mel. Ich dank' dir schon durch zc. 527. Mein erst geschäft sey preis und dank! Er bebe gott, o feele! Der herr hört deinen lobgefang, Sobfing' ihm meine seele. 2. Mich selbst zu schützen ohne macht, Lag ich, und schlief in frieden. Wer schafft die sicherheit der nacht, Und rube für die milden. 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, Mein leben zu bewahren? Wer stärkt mein blut in seinem fleiß, Und schützt mich vor gefahren? 4. Wer lehrt das auge seine pflicht, Sich sicher zu bedecken; Wer ruft dem tag und seinem licht, Uns wieder anfzuwecken? 5. Du bist es, gott und herr der welt, Und bein ist unser leben. Du bist es, der es uns erhält, und mir's jetzt neu gegeben. 6. Gelobet sebst du, gott der macht! Gelobt sey deine treue, Daß ich nach einer sanften nacht Mich dieses tags erfreue. 7. Laß deinen segen auf mir ruhn, Mich beine wege wallen, Und lebre du mich selber thun Nach deinem wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr: Auf dich hofft meine secte. Sey mir ein retter in gefahr; Ein vater, wenn ich fehle. 9. Gieb mir ein herz voll zuversicht, Erfüllt mit lieb' und rube; Ein weises herz, das seine pflicht Erkenn' und willig thue. 10. Daß ich, als bein gehorsam kind, Dir zu gefallen strebe: Dir treu ergeben, gut gesinut In deinem reiche lebe. 11. Daß ich, dem nächsten beizustebn, Nie fleiß und arbeit schene, Mich gern an andrer wohlergehn, Und ihrer tugend, freue. 12. Daß ich das glück der lebenszeit In deiner furcht genieße, Und meinen lauf mit freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe. erwachen meine sorgen, Jedoch, auch mein vertraun zu vir. Ich werfe meinen fummer hin, Auf dich, durch den ich leb' und bin. Mel. Wer nur den lieben gutt 2c. 528. Mein gott, auch dieser Hindigt deine gnade mir. Mit mir 2. Ich bin noch immer auf der erde, Wo alles wohl sich mischt mit web, Und ich, zu größerer beschwerbe, So manchen fehltritt noch begeb. Gott, der mich schützet und ernährt, Wär ich doch deiner liebe werth. 3. Laß den entschluß mein herz erfüllen, Stets gern zu thun, was dir gefällt. Es gebe mir nach deinem willen, Oweiser herrscher aller welt! Schließ mich in deine vorsicht ein, Dein will ich tod und lebend seyn. 4. Vergieb mir, vater, alle fünde. Vergieb, was ich nicht recht gethan. Nimm mich zu deinem gnadenkinde Und meines mittlers willen an. In feinem namen bitt' ich dich! Er litt und starb ja auch fitr mich. 5. Hilf du in allen sachen rathen; Ich bin mir selbsten nicht genug. Behüte mich vor missethaten, Vor böser menschen list und trug; Erhalt mich auf der tugend bahn; Was ich dann thu, sey wohlgethan. 6. Bewahre mir leib, feel' und leben, Verwandte, freunde, ehr' und gut. Willst du mir freuz zu tragen geben, So stärke mich mit troft und muth; Und willst du mich mit glück erfreun, so laß mich dir auch dankbar seyn. Rel. Christus, der ist mein leben 529. Noch läßt der berr mich leben! Mit fröhlichem gemüth Eil' ich, ihn zu erheben, Er bört mein frohes lied. 2. Zu ihm ruft mich jetzt wieder Der morgensonne pracht, Sch falle vor ihm nieder, Der sie und mich gemacht. 3. Du herrscher aller welten Nimmst dich auch meiner an; Wie soll ich dir vergelten, Was du an mir gethan? 4. Wirst du nach opfern schauen? Sie gelten nichts vor dir. Du forderst nur vertrauen und liebe, gott, von mir. neue morgen Ver- 5. Drum will ich dir lobsingen, Mich deines namens freun, Rach 13. Morgen- Lieder. deiner gnade ringen, Mein ganzes herz bir weihn. 6. tilger meiner finden, Mein heiland, jesu christ! Laß mich den troft empfinden, Daß du mir gnädig bist. 7. Dir hab' ich mich ergeben, Ich freue mich in dir. Viel köstlicher als leben, Ist deine güte mir. 8. O führe mich auch heute Auf wahrer tugend pfad. Du, ewigweiser! leite mich selbst nach deinem rath. Mel. Werde munter, mein gemüthe zc. 531. Wenn ich einst von jenem schlummer, Welcher tod heißt, aufersteh; Und erlöst von allem fummer, Senen schönen morgen seh; O dann wach ich anders auf. Schon am ziel ist dann mein lauf. Sorgen, die mich ängstlich machten, Werd ich dann fülr träume achten. 2. Hilf, daß keiner meiner tage, Geber der unsterblichkeit, Im gericht mich einst verklage, Er sey ganz von mir entweiht. Auch noch jetzt bin ich erwacht, Dank sey deiner gült und macht; Laß mich heilig und im fegen Jeden tag zurücke legen. 3. Daß ich froh gen himmel sehe, Wenn mein letzter tag erscheint, Wenn zum dunkeln thal ich gehe, Und mein freund nun um mich weint. Lindre dann des todes pein; Laß mich da am stärksten seyn, Daß ich ihn zumt In bekannter Melodie. 530. Wach auf, mein herz, himmel weiſe, und dich, herr des und pfer aller dinge, Dem geber aller güter, Des treuem hüter. Meit göttlichem erbarmen Be- 532. 3acht, Drum bring' u deiner bin ich decktest du mich armen; Und stärktest mein vertrauen, Der sonne ficht zu schauen. der ich ruhm und preis Dir, gott, durch die ruth' der nacht Uns zu erquicken weiß. 3. Und dies, herr, ist geschehen: Ich kann das licht noch sehen. Du 2. O vater, deine giltigkeit Ist alle machst, daß ich aufs neue Mich meines lebens frene. morgen neu. Du thust uns wohl zu aller zeit, Und groß ist deine tren. 4. Du mußt ein opfer haben; Hier bring' ich meine gaben: Mein leib, mein feel' und leben Sey dir, herr, ganz ergeben. 3. Jetzt schenfst du mir zu meinem heil Von neuem einen tag. Gieb, daß ich davon jedes theil Mit weisheit nützen mag. 5. Hör meinen dank, mein flehen: Du kannst ins herze sehen, Und weißt, daß ich zur gabe Für dich nichts bessers habe. 6. Du wollst in meinen tagen Mich ferner huldreich tragen: Mir deinen segen senden; Dein werk an mir vollenden. 9. Noch eins laß mich erflehen: Das christlich weise herz, Auf dich stets aufzusehen In freuden, wie im schmerz. 10. Laß mich am ersten trachten Nach dem, was dir gefällt: Wiehr deinen beifall achten, als allen ruhm der welt. 11. Laß mich dir findlich trauen, Das gute redlich thun, Getrost gen himmel schauen, In deinem willen ruhn: 237 7. In allen meinen thaten Wollst du mir selber rathen; Mich stets zum besten leiten; Zum himmel auch bereiten. 8. Auf allen meinen wegen Begleite mich dein segen: Dein wort sey meine speise Auf meiner pilgerreiſe. 12. Daß frei vom dienst der fünde, Getroft und glaubensvoll, Der tob alsdann mich finde, Wenn ich einst sterben soll. Mel. Nun danket all': c. 4. Die zeit, in deinem dienst vollbracht, Bringt ewigen gewinn, So fließe vor dir, gott der macht, Auch dieser tag mir hin! 5. Gieb, daß ich fern vom müssiggang, In meinem stande treu, Und wem ich kann, mein lebenlang Bereit zu dienen sey. Dritte Abtheilung. 238 6. In allem, was ich denk' und thu', Sey dein gebot vor mir; Und wenn ich von geschäften rub', So sey mein her; bei dir. 7. Was du mir zum vergnügen giebst, Vermehr in mir die lust, Ganz dein zu seyn, der du mich liebst Und so viel gut's mir thust. 8. Wenn sorg' und fummer mi befällt, So laß mich auf dich schau'n, Und deiner vorsicht, herr der welt, Mit frohem mutbe trau'n. 9. An deiner gnade g'nlige mir! Sie ist mein bestes theil; Mein troft und meine zuflucht bier, Und dort mein volles beil. 14) Abend- Lieder. Rel. Werde munter, mein gemüthe 2c. oder tod Uns im sichern schlafe drobt, 533. Auf, o feele! werde mun- Schickst du aber schnelles sterben, So gescheb's nicht zum verderben. ter! Lob ist immer deine pflicht: Denn die sonne geht zwar unter, Aber gottes güite nicht, Heut' auch hat sie mich genährt; Heut' auch freud' und trost gewährt, Vor gefahren mich beschüßet, Meine schwachheit unterstützet. 7. Höre, vater, ach erböre, Was dein kind von dir begehrt. O sohn gottes, dir zur ehre Werd es mir durc dich gewährt. Heil'ger geist! verlaß mich nicht, Gieb mir fraft und zuversicht. Hör', dreieiniger! mein flehen. Amen! ja! es wird geschehen. 2. Stets verehret, hochgepriesen Sey mein treuer gott von mir, Was du gutes mir erwiesen, Dankt mein ganzes Mel. Nun ruhen alle wäder 2. leben dir. Du haſt, war ich's schon nicht 534. Befreit von allem fumnun in werth, gebät erhört, Das ich heut', als ich erwachte, Dir durch jesum glaubig brachte. 3. Gott, da ich voll danks erzähle, Wie so groß dein wohlthun war; Stellen sich auch meiner seele Die begangnen sünden dar. Ihre zahl ist gar nicht klein. Denn nicht wort und werk allein: Nein, gedanken und geberden können mir zu sünden werden. süßem schlummer Ein theil der müden welt. Auf, sammelt euch, ihr kräfte! Zum seligsten geschäfte, Zu einem dank, der gott gefällt. 2. Lobsinge, seel'! und sage, Wie auch an diesem tage Mein gott mir wohlgethan. Durch jesu blut versöhnet, Mit gnad und heil gefrönet, Bet ich dich, vater, findlich an. 3. Dein ist's, daß ich noch lebe, Setzt deine treu' erbebe, Mich deiner liebe freu'. Zu jeglichem geschäfte Verliebst du mir die fräfte, Und 4. Doch, von ernster reu' durchbrungen, Wag' ich's, gott, mich dir zu nah'n. Sieh nicht die beleidigungen, Sieh den tod des mittlers an. Sprech mich frei von straf und schuld; Schenk standest mir auch segnend bei. mir ferner deine buld; Laß vergebung 4. Zwar wank' ich oft und gleite. aller sünden Mich durch meinen mitt- Sch weiß, mein gott, auch heute ler finden. Sind meiner febler viel; Doch du 5. Gieb nun bis zum frohen morgen hast mich geleitet, Und, wenn mein Meinem leibe sanfte rub, Durch dich fuß gegleitet, Es nicht gestattet, daß schlaf' ich ohne sorgen, Wenn ich ich fiel. schlafe, wachest du. Seel' und leib befehl ich dir; Walt' allmächtig über mir. Sey auch du der gott der meinen; Laß sie ruben als die deinen. 6. Ach laß uns kein banges schrecken, Weder raub noch feuersgluth, Plötzlich aus dem schlafe wecken: Halt uns, herr, in deiner but. Hilf, wenn frantheit 5. Umsonst sinnt mein gemüthe, Wie es, berr! deine gute Noch wirdig preisen soll. Doch hab' ich sie empfunden, Denn jede meiner stunden Ist, vater, deines wohlthuns voll. 6. Stets bist du hoch zu lober. Von deiner liebe proben Zeugt nicht der tag allein; Gott! deine liebe wollte, 14. Abend- Lieder. Daß selbst die nacht auch sollte Für une reich an erquicung seyn. 7. Wenn wir die Augen schließen. Im schlaf nichts von uns wissen, Bewahret uns dein schutz. Willst du mich nun beschirmen, So biet' ich allen stürmen Und aller lift der bosbeit trut. 7. Hab' ich die meinigen Durch 8. Ich darf nicht ängstlich beben, sorgfalt mir verpflichtet? Sie durch Denn der bewahrt mein leben, Der, mein beispiel still Zum guten unterselbst der mir es gab. Bis ich die richtet? War zu des mitleids pflicht wallfahrt schließe Und ewig sein ge Mein herz nicht zu bequem? Ein nieße, Ziebt er von mir die hand glück, das andre traf, War das mir nicht ab. angenehm? 9. Nun, vater, ich befehle Dir alles, leib und seele, Und schlaf" in sicherer rub. Sch trau' auf deine gnade. Was ist wohl, das mir schade? Allmächtiger, mein schutz bist du. 239 6. Und wie genoß mein herz Des umgangs süße stunden? Fühlt ich der freundschaft glück? Hab' ichs mit dank empfunden? War stets mein ernst auch sanft, Mein scherzen unschuldsvoll? Und hab' ich nichts gered't, Das ich bereuen soll. 4. Wie hab' ich diesen tag( dieses jahr) Mein eigen berz regieret? Hat mich im stillen oft Ein blick auf gott gerühret? Erfreut ich mich des berrn, Der unser flehn bemerkt? Und bab' ich im vertraun Auf ihn mein herz gestärkt? Mel. Nun danket alle gott zc. 535. Der tag( das jahr) ist wieder bin; Und diesen theil des lebens, Wie hab' ich ihn vollbracht? Verstrich er mir vergebens? Hab' ich mich allem ernste Dem guten nachgestrebt? Hab' ich vielleicht nur mir nicht meiner pflicht gelebt? 2. Hab' in der furcht des herrn Jch ihn auch angefangen? Mit dank und mit gebät, Mit eifrigem verlangen, Als ein geschöpf von gott, Der tugend mich zu weihn, Und züchtig und gerecht, Und gottes freund zu seyn? 3. Hab' ich in dem beruf, Den gott mir Durch und Mel In dich fleiß Sbn, meinen gott, geprieſen? 536. Gott vater, sohn und hab' ich gehoffet ic. alle Ihn, Mir und dienst gethan, Weil ihn der herr gebot, Nicht weil mich menschen sahn? beil'ger geist! Ihr bin ich zu geringe. Vernimm den dank, Den lobgesang, Den ich dir kindlich singe. 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, Hast großes heut' an mir gethan, Mir mein gebät gewähret; Haft väterlich Mein haus und mich Beschützet und ernähret. 5. Dacht ich bei dem genuß Der güter dieser erden An den allmächtigen, Durch den sie sind und werden? Verehrte ich ihn recht? Empfand ich feine huld? Trug ich das glück mit bank, Den unfall mit geduld? 8. War mir mein fehltritt leid, Sobald ich ihn begangen? Bestritt ich auch in mir Ein unerlaubt verlangen? Und wenn in dieser nacht ( diesem jahr) Gott über mich gebeut, Bin ich, vor ihn zu flebn, Auch willig und bereit? 9. Gott! der du alles weißst, Was könnt ich dir verbehlen? Ich fühle täglich noch Die schwachheit meiner seelen. Vergieb durch christi blut, Mir die verletzte pflicht; Vergieb und gebe du Nicht mit mir ins gericht! 10. Ja, du verzeibest dem, Den seine sünden tränken; Du liebst barmherzigkeit, Und wirst auch mir sie schenken. Auch diese nacht( dieses jahr) bist du Der wächter über mir. Leb' ich, so leb' ich dir! Sterb' ich, so sterb ich dir! 3. Herr, was ich bin, ist dein geschenk; Der geist mit dem ich dein gedent, Ein ruhiges gemüthe. Was ich vermag, Bis diesen tag, Ist alles deine güte. 4. Sey auch, nach deiner lieb' und macht, Mein schutz und schirm in 240 Dritte Abtheilung. dieser nacht; Vergieb mir meine füin- 5. Du führst aus dunkler ferne ten. Und kommt mein tod, Mein herr Den mond und tausend fterne Mit unb gott, So laß mich gnade finden. majestät herauf: Sie leuchten, bir zur ehre, Hoch über erd' und meere, Und deine hand lenkt ihren lauf. 537. He Wel. In allen meinen thaten 20. err, der du mir das leben Bis diesen tag gegeben, Did bet ich findlich an! Ich bin viel zu geringe Der treu, die ich besinge, Die du bisher an mir gethan. 2. Mit dankendem gemüthe Fren' ich mich deiner gitte; Sch freue mich in dir. Du giebst mir kraft und stärke, Gedeih'n zu meinem werfe, Und schaffst ein reines herz in mir. 3. Gott! welche rub' der seelen Nach deines worts befehlen Einher im leben gehn; Auf deine gitte hoffen, Im geist den himmel offen, Und dort den preis des glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, Und nahe mich im staube, Zu dir, o gott, mein heil; Ich bin der schuld entladen, Ich bin bei dir in gnaden; Und in dem bimrael ist mein theil. 5. O leite mich im segen Dem großen ziel entgegen, Dahin dein wort mich weist. Mein leben und mein ende Ist dein, in deine hände Befehl ich, vater, meinen geist. 2. Noch wach ich und erzähle Mit tiefgerührter feele, Was du an mir gethan; Sey dankbar, mein gemüthe! Besing des schöpfers gülte! Stimm' ihm ein frohes loblied an. 6. Groß, wenn der morgen grauet; Groß, wenn der abend thauet; Groß in der stillen nacht; Sm sonnenschein und sturme, Am menschen und am wurme; Groß zeigst du, vater! deine macht. 3. Von dir kommt jede gabe; Das leben, das ich habe, Die sicherheit der nacht, Anch alle andre güter Verdant ich, treuer hüter, Blos deiner vaterhuld und macht. 4. Du läßt es finster werden und hüllst den freis der erden In schwarze dunkelheit. Doch auch in dunkler stille Wohnst du mit deiner fülle und zeigst uns beine herrlichkeit. 7. Boll ordnung, pracht und stärke Stehn deiner hände werke In deiner schöpfung da. Wie kann ich dirs vergelten? Du gott und herr der welten Warst auch mit deiner hald mir nah. 8. Wem kann ich ohne grauen Mich froher anvertrauen, Allmächtiger, als dir? Ja, vater! dir befehle Ich daruin leib und seele, Verherrliche dich auch an mir. 9. Dir dafür ruhm zu singen, Und ferner danf zu bringen, Sey meine liebste pflicht. Ich leg' nun meine glieder( etrost und freudig nieder: Du wachst für mich, ich sorge nicht. 10. Soll mir der schlaf zum leben Noch neue fräfte geben, So schlaf id) fröhlich ein: Soll er mein leben enden, So wirst du mich vollenden Und auch mein gott im tode jehn. Mel. Nun ruhen ate wäder: c. 539. S Debt fintt die sonne nie538. Je der. Die stille nacht fommt wieder, Und schlaf und ruh' mit ihr. Sie schenkt uns nene fräfte Für jedes tags geschäfte, Das dan ten wir, o vater! dir. el. Werde munter, mein gemüthe. int' ich einst in jenen schlummer, In des todes finstre nacht, Wo fein frommer mehr zum tummer Dieser zeitlichkeit erwacht: O dann schlaf ich anders ein; Weg aus dieses lebens pein Eil ich hin zu deren hütten, Die vordem auch standhaft litten. 2. Jetzt hoff ich noch auszuwachen Aus dem schlaf für diese zeit. Laß mich doch stets fertig machen, Bater! zu der ewigkeit, Daß ich, als ein wandrer, sey Wacker, tugendhaft und frei von den listen dieser erde, Wenn ich abgerufen werde. 3. Laß mich meine tage zählen; Wie ein strom verlaufen sie; Laß das beste theil mich wählen, Daß ich, nach des lebens müh, Ruhe, frende, sicherheit, Wonne, ew'ge seligkeit, Dort vor deinem thron genieße, So wird mir mein sterben süße. 14. Abend- Lieder. 241 el. Nun sich der tag geendet hat. eder: Nun danfet all', unb: c. 5. Zwar ich erfenne Mit reue fühl' ich sie; meine schuld, Doch, mein 540.So fliehen unsre tage verſöhner, deine huld, Wie trostvoll nicht mehr. Die nacht, der müden trösterin, Eilt wieder zu uns her.. 2. Nur du, herr! bleibest wie du bist, Du schläfst und schlummerst nicht; Die finsterniß, die uns umschließt, Ist deinem auge licht. 3. Voll zuversicht befehl' ich mich Dir auch in dieser nacht; Ich bin getrost, ich trau' auf dich; Mich schützet deine macht. 4. Hab' ich an deiner gnade nur och theil, o herr, mein gott! So fürcht' ich keine freatur, Und schene nicht den tod. b. Abend- Lied In voriger Melodie. 541. Nun bricht die finſtre nacht herein: Die ruhe wünschen wir; Doch ehe wir noch schlafen ein, Spricht unser herz mit dir. 2. vater, gott und herr der welt! Den niemand sehen kann, Du siehst, wer dir zu füßen fällt, Sieh' uns auch gnädig an. 3. Der tag, den wir nunmehr vollbracht, Der war, o höchster, dein, Dir sollt' er auch bis in die nachí Von uns geheiligt seyn. 4. Doch ach! wir müssen's nur gestehn, herr! daß fleisch und blut Auch heute manches hat versehn, War gleich der wille gut. 5. Drum schenk' uns gnad' von deinem thron; Sieh' unsre schuld nicht an, Und denke, daß dein theurer sohn Für uns genug gethan. 6. Ich eil' im glauben au dir hin, Und weiß, wie sicher ich Sm schatten deiner flügel bin; Du wachest über mich. von 7. Flieht, bange sorgen, weit mir, Du, jesu! wohn allein In meinem herzen, weih' es dir Zu deinem tempel ein! Mel. Wenn wir in höchfien 2r. UT 8. Ist dies vielleicht die letzte nacht In meiner pilgrimszeit; So führe mich durch deine macht Zum licht der ewigkeit. 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, Dein bin ich auch in tod! Du, mein erretter! bist bei mir, Und hilfft aus aller noth. am Sonntage. 6. Echreib' das, was du uns heut' gelehrt, In unsre herzen ein, Und lasse uns, die wir's gehört, Dir auch gehorsam seyn. 7. Gieb, daß stets fruchtbar sey dein wort, Und thu' uns ferner wehl; Damit wir dir auch immerfort Treu dienen, wie man soll. 8. Nun suchen wir, gott! unsre ruh; Steh' deinen kindern bei, Und laffe feinem übel zu, Daß es uns schädlich sey. 9. So stehen wir, wenn dir's gefällt, Froh morgen wieder auf; Und wir vollbringen in der welt Dann glücklich unsern lauf. 10. Und dann führst du uns, wenn es zeit, Auch in den himmel ein. Da wird in deiner herrlichkeit Für uns stets freude seyn. c. Am Ende der Woche. 542. 2. Dank dir, du ewig treuer gott! nwiederbringlich schnell Für deinen beistand in der noth. Für entflieh'n Die tage, tausend proben deiner tren': Denu die uns gott verlieh'n. Die woche deine huld war täglich neu. kommt( Das jahr tritt ein) und eilt davon! Vergangen ist auch diese( die ses) schon. 3. Wenn unser herz von schuld befreit Sich mancher guten that er= freut: Weß war die fraft? wer gab 16 Evang. luth. BUIND 242 Dritte Abtheilung. gebeihn? Dir, herr! gebührt der Uns selber recht geschickt dazu, Daß ruhm allein. nicht, indem wir sicher sind, Der tod uns unbereitet find't. 4. Oft fehlten wir und merkten's nicht, Verzeih' uns die verletzte bflicht. Du siehst, erbarmer! unsre reu: Um chrifli willen sprich uns frei. 5. Wir eilen mit dem strom der zeit Stets näher bis zur ewigkeit. Du hast die stunden zugezählt, Die lette weislich uns verheblt. 6. Herr unsers lebens! mache du 15) Bei Mel Herzlich thut mich verlangen tc. 543. Dich bitte ich, gott, beweise, Wie gut du's meinst mit mir; Beglüce meine reise, Denn ich vertraue dir. Auf allen meinen wegen Begleite väterlich Mit deinem schutz und segen, Mit deiner hülfe mich. 2. Ich bin in deinen händen, Deß soll mein herz sich freun; Denn du tannst rettung senden, Wo mir gefahren dräun. Bin ich bei dir in gnaden, So fürcht' ich nichts, o gott! Du webrest allem schaden, Mein retter in der noth.. a. Vor der Reise. b. Nach glücklich Mel. Wer nur den lieben gott: c. 544. Dank sey bir, vater meines lebens, Du hast mich freh zurüidgebracht; 3ch flehte nicht zu dir vergebens, Du hast mich väterlich bewacht: Durch deine gnade bin ich hier, Dein schutz und schirm war über mir. 2. Gesundheit hast du mir verliehen und schaden von mir abgewandt; Du hast gesegnet mein bemühen Durch deine milde vaterhand; 7. Ist einst die zahl der stunden voll, Die jeder hier durchleben soll: So führ' uns aus der übungszeit Zu jener frohen ewigteit. 8. Da sind wir unsers heils gewiß: Da wechseln licht und finsterniß, Wie hier auf erden, ferner nicht; Herr, unser gott! verlaß uns nicht. 16) Vor und Reisen. 3. So will ich denn mein leben Getroft und wohlgemuth, Dir, vater! übergeben, und deiner treuen huth: Erhalte meine kräfte; Beglüide meinen fleiß und meiner pflicht geschäfte, Zu deinem ruhm und preis. 4. Laß dir auch meine lieben Zum schutz empfohlen seyn; Nichts müsse uns betrüben, Dein troft uns stets erfreun. Und sehen wir uns wieder In ruh und wohlergehn, Wie sollen unsre lieder Dann deine buld erhöhn! vollbrachter Reise. Auch meiner seelen wandtest du, O berr, so manches gute zu. 3. Nun kann ich wieder mit den meinen Mich deiner gut und hülfe freun; Mit ihnen mein gebät vereinen, und dir des dankes opfer weihn; Daß du mit deiner vaterhand Gefahr und schaden abgewandt. 4. Sey ewig, gott, sey hochgepriesen Für alles gute, das du mir Auf meiner reise hast erwiesen; Mein frohes lob gefalle dir: Dir will ich mun mich ferner weihn, Dein lebend und im tobe seyn. bei der Erndte. In voriger Melodie. bilhret ruhm und dank. Du hörst das 545. Dir, milder geber aller schrei'n der jungen raben, und aller gaben, ge vögel bein ohr 16. Vor und bei der Ernte. 243 zu mir! Du sorderst dank; ich danke 3. Bater, bu hast aus erbarmen, bir. Uns unwürdige ernährt. Du hast 2. Die kleinste deiner freaturen reichen, du hast armen Milder gaben Macht deine weisheit offenbar. Man viel gewährt. Gott, der uns viel siehet deiner gilte spuren Und deine guts erwiesen, Sey gelobt und hochmacht von jahr zu jahr. Ein jeder tag belehret mich: Du seyst mein gott; drum preif' ich dich! 3. Du sorgst nach treuer väter weise Für alle werke deiner hand; Und allem fleische giebst du speise, Beschirmst und segnest jedes land; Du liebest unveränderlich; Der bösen selbst erbarmst du dich. 4. Der erdkreis ist von deiner güte, Von deiner weisheit ist er voll. Herr, unterweise mein gemüthe, Wie ich dich würdig loben soll; Gieb, daß mein herz dich freudig liebt, Dich, der mir so viel gutes giebt. 5. Das saamkorn wird in deinem namen Auf hoffnung in das feld gestreut; Allgütiger, du gabst dem saamen, Da du ihn schuffft, die fruchtbarkeit, Zur aussaat giebst du auch allein Dem landmann kraft, zeit und gedeihn. 6. Was dürr ist, feuchtest du mit regen; Was falt ist wärmt dein sonnenschein; Du theils die zeiten, wie den segen, Zu unserm besten weislich ein. Bei wärme, hitze, kält und frost Grünt, wächst und reifet unsre kost. 7. Kommt, preist des schöpfers huld und stärke, Bringt seinem namen ehre dar! Groß ist der herr, und seine werke Sind herrlich, groß und wunderbar! Kommt, laßt uns seine macht erhöhen! Der herr ist gut! sein lob ist schön! bin Eigene Melodie. 546. Sett im himmel und auf erden, in der ganzen welt; Laß das herz voll preises werden, Da man dir zu fuße fällt, Fitr den nahen erndtesegen Dank und opfer darzulegen. 2. Herr! dir jauchzen feld und auen, Wald und bügel zeugt von dir; Ueberall läßt du dich schauen: Und undankbar schwiegen wir, Gleich als ob zu deiner ehre Feld und an so schön nicht wäre! gepriesen. 4. Du bast sonnenschein und regen Uns 3nr rechten zeit geschickt, Daß man deinen vatersegen Allenthalben hat erblickt. Berg und thäler, tiefen, böben Lassen deine huld uns sehen. 5. Ach! wer ist, der deine gülte Dir genug verdanken kann? Nimm ein dankbares gemüthe Für die große wohlthat an; Unser mund soll stets erschallen: Gott macht fatt mit wohlgefallen. 6. Hilf uns, herr, daß trant und speise, Die uns deine huld gewährt, Sa nicht, nach der finder weise, Werd zu unserm fluch verzehrt: Bleiben wir in alten finden, Kann das gute leicht verschwinden. 7. Schenk uns auch vergnügte herzen; Stolz und geiz laß ferne seyn; Laß den undank nichts verscherzen; Gieb uns ferner dein gedeihn. Willig laß mit deinen gaben uns die dürftigen zu laben. 8. Laß es deinem wort gelingen, Daß auch wir zu deiner ehr', Hier schon reichlich früchte bringen: Stärke du uns immer mehr. Schenk' uns auch, nach allem leide, Droben mehr als erntefrende. Mel. Nun danket all', 2c. 547, Gott sorgt für uns! o singt ihm dank, Ihr christen, singt ihm gern! Vom aufgang bis zum niedergang Trägt uns die huld des herrn. 2. Vom menschen bis zum kleinsten wurm Reicht seine gnad' und macht; m sonnenschein, so wie im sturm, Ist er auf heil bedacht. 3. Mit froh gerührter seele bringt Ein herz voll dank ihm dar! Die ähre, die vom segen sinkt, Sst sein gott frönt das jahr. 4. Ja, höchster! wir verehren dich Mit findlich frohem dank; Du nährst 16* 244 Dritte Abtheilung. uns und giebst mildiglich Auch mehr Viel gute frucht zu bringen: So will als speis' und trank. ich dir Dereinst bafür In ewigkeit lobsingen. 5. Fried' und gesundheit, kraft, gedeihn zu unser hände fleiß: Auch das giebst du, und dir allein Gebührt dafür der preis. Mel. Wer nur den lieben gott 2t. 6. Laß deines segens überfluß Uns 549., daß bech bei der reidhen erndte, Womit nun auch nützlich seyn; Und hilf uns, du, höchster, uns erfreuft, Ein jeder daß wir beim genuß Uns dessen froh empfinden lernte, Wie reich du, mäßig freun. uns zu segnen, seyst; Wie gern dur unsern mangel stillst, Und uns mit speis' und freud' erfüllst. 7. Vermehr in uns die zuversicht, Dir ewig zu vertraun, Bis wir der einst in deinem licht Des glaubens erndte schaun. 2. Du siehst es gern, wenn deiner güte, vater! unser herz sich freut; Und ein erfenntliches gemüthe Auch das, was du für diese zeit uns zur Mel. In dir hab ich gehoffet: c. 548. Liebreicher gott, dein se- erquickung haft beſtimmt Mit dant aus deinen händen nimmt. genswort Erzeiget sich noch immerfort In seiner kraft auf erden, Daß unser feld Mit nut bestellt und angebaut kann werden. 2. In hoffnung streun wir saamen aus; Doch segnest du nicht seld und haus, So ist die müh vergebens. Nur deine fraft und güte schafft Uns unterhalt des lebens. 3. Co fommt denn, gottes huld zu feiern, Kommt christen, laßt uns seiner freun; Und bei den angefüllten scheuern Dem herrn der erndte dankbar seyn. Ihm, der uns stets versorger war, Bringt neuen dank zum opfer dar. 4. Nimm gnädig an das lob der liebe, Das unser herz dir, vater, weiht. Dein segen mehr in uns die triebe Zum thätgen dank, zur folgsamkeit; Daß preis für deine vatertren Auch unser ganzes leben sey. 5. Du nährest uns blos aus erbarmen, Dies treib auch uns zum wohlthun an. Nun sei auch gern ein troft der armen, Wer ihren mangel stillen kann. Herr! der du aller vater bift, Gieb jedem, was ihm nüßlich ist. 3. Laß unsre saat gesegnet seyn; Gieb regen, wind und sonnenschein. Das wachsthum und gedeihen Uns spät und früh, Nech sorg und müh', Einst wiederum erfreuen. 4. Bewahre sie das ganze jahr Vor so vielfältiger gefahr, Die sie leicht kann verletzen, Und den, den heut Sein feld erfreut! In tummer bald versetzen. 5. Bei solcher saat seh'. ich allhier. Zugleich manch tröstlich bild von mir. Denn unter sturm und winden Erhebt sie sich: So muß auch ich Beim treuz den himmel finden. 6. Und wie das förnlein erst verdirbt, und in der erde gleichsam stirbt um neue frucht zu bringen; So werd', o gott! Sch durch den tob Ins beßre leben bringen. 6. Thu deine milden segenshände, Uns zu erquicken ferner auf. Versorg uns bis an unser ende, Und mach' in unserm lebenslauf Uns dir im kleinsten auch getreu; Daß einst uns größres glück erfreu. 7. Bewahr uns den geschenkten segen; Gieb, daß uns sein genuß gedeih, Und unser herz auch seinetwegen Dir dankbar und ergeben sey. Du, der uns täglich nährt und speist Erquick auch ewig unsern geift. 7. Auf diesen seligen gewinn Freut sich bereits mein herz und sinn; Muß ich bei trüben fällen Die thränensaat, Nach deinem rath, Gleich öfters hier bestellen. In voriger Melodie. 8. Nur mache mich, o gott; be- 550. Wir fingen, herr, von deinen segen, Wiereit Im glauben und gottseligkeit wohl sie nicht zu zählen sind. Du giebst 16. Vor und bei der Erndte. uns sonnenschein und regen, Frost, hitze, donner, thau und wind; So blüht und reifet unsre saat, Nach deinem wundervollen rath. 245 uns, sind wir es gleich nicht werth, Die frucht der erde reichlich nährt. 5. Bewahre ferner unsre faaten, Und unsre häuser, hab und gut, Bewahre uns vor missethaten; Vor wollust, geiz und übermuth; Weil sonst im reichsten überfluß, Die seele doch verderben muß. 2. Der himmel träufelt lauter güte, Die erd' ist deiner schätze voll: Damit ein achtsames gemüthe Dich finden und bewundern soll, Dich, der durch seine weise macht Das alles bat hervorgebracht. 3. So sey die liebe denn gepriesen, Gepriesen sey die wunderkraft, Die auf den feldern, auf den wiesen Den erdbewohnern nahrung schafft. Du nähreft uns, wir werden satt; Du giebst's, daß man noch übrig hat. 6. Ja, wenn wir, vater, dein vergessen, Der du so liebreich an uns denkst, So muß der fluch den segen fressen, Mit dem du feld und haus beschenkst. Wird auch der vorrath nicht zerstreut, So mangelt doch zufriedenheit. 7. So wollen wir denn hier auf erden, Des guten saamens auszu4. Du schüttest deines segens fülle streun, Nie müde, nie verdrossen werHerab, die wir doch nicht verdient. den, Und uns vielmehr der erndte freun, Es ist allein dein guter wille, Daß Die einst nach dieser zeit der saat, feld und au und garten grünt, Und Dein rath für uns ersehen hat. 551. Mel. Was gott thut, das ist 2c. reist, christen, mit zufriedenheit, Preist gott! den berrn der erndte, Daß sich nicht ganz die fruchtbarkeit Von au und feld entfernte. Noch stets erhält Er seine welt; Was nöthig ist zum leben Will er uns alles geben. 2. Es ist der herr; in seiner hand Ist, was die erde bringet. So sehr auch menschenfleiß das land Baut, pflegt und bedünget: Kommt doch allein Von ihm gedeihn. Nur er, er läßt die saaten Blühn, reifen und gerathen. 3. Oft sehn wir froh in hoffnung schon Der reichsten erndt' entgegen, Und plötzlich ist er uns entflohn, Der uns gezeigte segen. Gott nimmt und giebt, Was ihm beliebt, Daß er als berr der erde Von uns verehret werde. 4. Zeigt auch gleich nicht so sichtbar sich Der reichthum seiner gaben; So Bei sparsamer Erndte. giebet er doch sicherlich, So viel wir nöthig haben; Sst stets bedacht, Voll gnad' und macht, Die seinen zu er halten, Die ihn nur lassen walten. 5. Und, o, was ist's für ein gewinn, An dem sich g'nügen lassen; Was da ist, und mit heiterm sinn Das feste zutraun fassen, Daß, der die welt Regiert und hält, Auch uns, so lang wir leben, Was nöthig ist, wird geben. 6. Ja, höchster, wir verehren dich In allen deinen wegen, Und trauen unveränderlich Auf deinen milden segen. Auch unser brod Wirst du uns, gott, Bon zeit zu zeit gewähren, Wenn wir dich findlich ehren. 7. Wir beten demuthsvoll dich an, Der alles weislich füget, Deß vorsicht niemals irren kann, Deß wohlthun niemals trüget. Froh danken wir, Erhalter, dir, und preisen deine güte Mit g'nügsamen gemüthe. 17) In allgemeiner Noth. Mel. Auf meinen lieben gott C. bittern schmerzen Sich das gebät der 552. szüchtigt deine hand armen; Erhör' es mit erbarmen. G jetzt das land. Zu deinem vaterberzen Erhebt in 2. Du siehst des landes noth, Sie tam auf dein gebot. Du kannst mit 246 to Dritte Abtheilung. mächt'gen hänben Sie lindern und heiligster, mit deinem wort, Wie mit auch enden. Ein wort aus deinem munbe Verändert zeit und stunde. 3. O heer, wir murren nicht; Ge recht ist bein gericht Bei allem, was wir dulden; Denn groß sind unsre schulden, Und du bestrafft uns minder, Als wir's verdient, wir fünder. 4. Doch, vater, deine huld Ist größer, als die schuld. Gedenke an die deinen, Die reuend vor dir weinen; Gedenke mit erbarmen An die gebeugten arment 5. Verkürze doch, o gott, Die dauer unsrer noth! Laß, die voll angst dir flehen, Trost und erleicht'rung sehen; Verwandle alles leiten In neue lebensfreuden. 6. Doch wenn, herr aller welt, Es dir noch nicht gefällt, Die trübsal zu entfernen: So stärt uns, daß wir lernen, Mit ehrfurchtsvollem schweigen, Vor dir uns findlich beugen. 7. Sa, deine züchtigung Leit' uns zur besserung; Laß sie die sichern schrecken, Die schläfrigen erwecken, Auf dein gebot zu merken, Und redlich fromme stärken. 8. Wenn unser Herz dich liebt, So wird, was uns betrübt, Uns doch zum heil gedeihen, und uns zuletzt erfreuen; So wird uns deine gnade Zum licht auf dunklem pfade. 9. So stärke denn das herz, Daß auch im größten schmerz Es nie an muth uns fehle; O sprich zu unsrer seele: Getroft; dich soll kein leiden Von meiner liebe scheiden. der fünde scherzen; Und wilde fittenlosigkeit, Gestärkt durch falsche ficherheit, Kennt oftmals keine grenzen. 3. Wir flehnt, allmächtiger, zu dir, Du wollft dem übel wehren; Noch mancher kann, das hoffen wir, Zu dir sein herz bekehren. Nur beispiel, schein und luft der welt Ist, was ihn in ver blendung hält, Daß er dem bösen folget. 4. Erbarme dich, getreuer gott, Der tiefgefallnen seelen, Die jetzt verführt, in sünden tod, Shr wahres wohl verfehlen. Der wahrheit licht erleuchte sie, Und furcht der strafe schrecke die, Die nicht die liebe bessert. 5. Die aber thun, was dir gefällt, Erhalt in deinem segen; Gieb ihnen kraft, trotz aller welt, zu gehn auf rechten wegen. Laß deine treue vaterhand Seyn deinen findern wohlbekannt, Daß sie dir treu verbleiben. 6. Ein vater und ein hirte meint Es treulich mit den seinen; Mehr bist du, größrer menschenfreund, Du fannst's nicht böse meinen; Drum trau'n wir dir, und bitten dich: Erhalt' uns ferner väterlich In deiner furcht und liebe. 7. Dir treu zu seyn, ist freilich schon Gewinn für dieses leben; Dod wirst du einstens größern lohn Den treugebliebnen geben. Dann wandeln wir in deinem licht! Dann wird uns sel'ge ferner nicht Des lasters anblick fränken. Tel. Wenn wir in höchsten 2c. 10. Am schluß von unserm lauf, 554. Sehn wir nun trübfal um Dann klärt alles Dann wird die aussicht heiter; Dann thränt kein auge weiter; Und dieses lebens leiden Verwandeln sich in freuden. uns her, Und wissen feinen ausgang mehr, und finden weder schutz noch rath, Ob wir auch sorgen früh und spat: R. Kus tiefster noth schrei C. 2. Dann ist es unser trost allein, 553. Herr, beine langmuth ist Daß wir uns deiner noch erfreun, sehr Wer kann Und fliehn zu dir, du trener gott, g'nug ermessen? Lebt gleich so mancher Du bester helfer in der noth. zügellos, Und seiner pflicht vergessen; Doch schonst du seiner lange zeit, Und trägst ihn mit barmherzigkeit: Und willst nicht sein verderben. 3. Wir heben unser aug' und herz Hinauf zu dir in unserm schmerz Und flehn dich um begnadigung Und aller strafen linderung. G 2. Der leichtsinn herrschet immerfort In der verkehrten herzen, Die, 4. Nach deiner gnade sagest du Sie allen, die drum bitten, zu Durch 18. Witterungs- Lieber. 247 ben, ber unser mittler ist, Durch Vergelt nach unsrer schuld uns nicht, unsern heiland, jesum christ. Steh' uns in allen nöthen bei Und mach' uns aller plage frei. 5. Drum kommen wir, herr unser gott, Und klagen dir all' unsre noth. Ach, deine vateraugen fehn, Wie so verlaffen wir da stehn! 7. Dann danken und lobsingen wir Mit freud' erfülltem herzen bir: Gehorfam deinem theuren wort, Herr, preisen wir dich hier und dort. 6. Nur du bist unsre zuversicht, 18) Witterungs- Lieder. a. Um Regen. AE In bekannter Melodie. Hilf uns im elend! bu allein Kannst 555. In unserm tummer fom- helfer und erretter ſeyn. wir Bebeugt, doch 6. Ach, gieb uns noch zu rechter glaubensvoll zu dir; Wir rufen dichzeit Den regen, der das land erfreut, im himmel an, Daß er für uns Der die zerborstne erde tränft Und werd' aufgethan. sich in ihre tiefen senkt. 2. Die felder sind ein dürres land, Ven langer hitze ausgebrannt; Sieh, es verdorret immer mehr, Send einen milden regen her. 3. Betäubt und mit gebeugtem haupt, Der hoffnung und des trost's beraubt, Schaun wir das feld und sind betrübt, Weil es uns sein gewächs nicht giebt. 4. Entkräftet steht fast alles ba, Dem gänzlichen verderben nah. Die hoffnung, die das feld uns gab, Nimmt jeden tag zusehens ab. 7. Straf' unsre sünden nicht, o gott, Mit theurung und mit hungersnoth; Vergieb uns gnädig unsre schuld, Du gott voll liebe voll von huld. 8. Sen gnädig uns durch deinen sohn, Der mit dir herrscht auf deinem thron; Er ist's, der liebreich für uns spricht, Drum wende, herr, doch dies gericht. 9. Wir wollen dir gehorsam seyn Und dir nur unser leben weihn. Tröst' 5. Wir alle schrei'n aus tiefer noth; uns, o herr, verlaß uns nicht Und Nimm uns nicht unser täglich brod: stärk' uns selbst in jeder pflicht. b. Nach erhaltenem Regen. 4. Mit freud' im angesichte Sieht man jetzt flur und feld, Erquickt hat gott die früchte, Der vater dieser welt. Mel. Ach bleib' mit deinem: 0. 5. Nun wird die jaat, die ähren 556.& in milder regen sinket Bon gottes fegen voll, Der feine Erquickend auf die flur, menschen nähren, Und sie erfreuen Wie labt sie sich, wie trinfet Ihn soll. freudig die natur! 2. Die sanften ströme fühlen Der lüfte weites meer, Und die geschöpfe fühlen Nicht mehr sich träg' und schwer. 6. Auf, preiset gottes milde! Er ist's, der regen schickt, und lechzendes gefilde Voll vaterhuld erquickt. 7. Du sendest, vater, regen, Giebst milden sonnenschein; Du eilst, mit deinem segen Uns alle zu erfreun. 3. Gott spricht, das seufzen schweiget, Und hitz' und dürre flieh'n; Der frommen danklied steiget Hinauf und preiset ihn! 8. Ach, laß uns nicht vergebens Doch diese huld empfahn, Erhalter unsers lebens, Zu dem wir dankbar nah'n. 9. Laß keine huld vergebens Uns je von dir empfahn, Und nimm, herr unsers lebens, Dich unser ferner an. 248 Dritte Abtheilung. c. Um Sonnenschein. Mel. Nus tiefer noch schrei' ich ic. 557. gott, bu kannst den himmel ganz Mit wolken überziehen; Doch müssen vor der sonnen glanz Sie, wenn du willst, entfliehen; Halt' doch den regen jetzt zurück und laß der sonne frohen blick Uns wiederum erfreuen. 2. Die felder trauern weit und breit, Die frichte leiden schaden; Sie sind von vieler feuchtigkeit Ertränkt und überladen. Dein segen, den du uns gezeigt, Der sich betrübt zur erde neigt, Scheint nahe dem verderben. 3. Herr! unsre sünd' und missethat Hat dieses wohl verdienet; Jedoch erzeig' uns deine gnad', Weil uns dein auf erden. 2. Wir reizen freilich dich Gar oft mit unsern sünden, und gleichwohl läsfest du Uns huld und gnade finden: Wenn du den arm auch schon zu strafen ausgestreckt, und der gedrohte schlag Die menschen beilsam schreckt. d. Nach erlangtem Sonnenschein. 3. Herr, dein erbarmen fann Kein menschensinn erreichen; Wer ist dir, höchster, gleich? Wenn berg und hügel weichen, Wenn erde, sonn' und mond Aus ihrem laufe gehn: Bleibt deine gnade doch Stets unbeweglich stehn. sohn verfühnet. Wir nahen dir voll reu' uns nun, Wir wollen ernstlich buße thun Und unser leben bessern. Mel. D gott, du frommer gott 2c. 4. Durch wolfen ließest du Das 558. Mein gott! du bist sonnenlicht bedecken: Wind, regengerecht, Und auch dabei voll liebe, Selbst, wann es dir gefällt, Daß leiden uns betrübe; Scheint's gleich, als dächtest du, Bei unsrer sündenschuld, Nicht mehr an uns, dein volk, Mit vatertreu' und huld. wetter, sturm Erfüllten uns mit schrecken, Weil man den himmel nicht, Nur stetes regnen, jab, Und unsers landes frucht War dem verderben nah. Und laß uns hülfe sehen; Mach' 4. Gedenk', o gott! an deine treu' deine gnade bei uns nen, um die wir findlich flehen; Entzeuch uns deine freundlichkeit Doch nicht bei dieser trauerzeit, Du bist ja unser vater! el. Nun ruhen alle mälder 2c. 5. Gieb uns, o du liebreicher gott, Den heitern schein der sonne, Und überschütt' uns nach der noth Mit freude, lust und wonne; Und zeig' uns jetzt nach deiner treu', Daß außer dir kein segen sey Sm himmel und 559. jammervolle tage, Da Uns bart betroffen bat. Ein großes 5. Doch, herr, auf deinen wink Erschien die sonne wieder; Das trauern ist vorbei; Wir singen freudenlieder, unser flehn, Bei unsrer kümmerniß, Und preisen deine huld, Daß du auf Erbarmungsvoll geſehn. 19) Lieder bei Feuersnöthen. a. Für Abgebrannte. 6. Ja, herr, wir preisen dich Mit freudigem gemüthe. O sorg' auch fernerhin Für uns mit vatergite; Gieb uns zu rechter zeit Thau, regen, sonnenschein: Wir wollen dir dafilr Von herzen dankbar seyn. maaß von thränen Sft bei dem bangen sehnen Jetzt unsre speise frith und spat. 2. Drum fallen wir in buße Dir, höchster gott, zu fuße, Erkennen unsre 20. Beim schuld. Erbarme dich der fünder, Verstoß nicht deine finder, Erzeug' uns wieder gnad' und huld. 3. Gedenk an deine treue, Wir fleben voller reue, Ach, mert auf unser flehn! Du bist ja unser vater, Erhalter und berather, Laß uns nicht gänzlich untergehn. 4. So groß der sünder schade: So ist doch deine gnade Noch größer, als die schuld. Du kannst uns nicht verder ben: Denn christi blut und sterben Erwarb uns deine gnad' und huld. 5. Wir flehn durch seine wunden, Wo wir stets heil gefunden: Ach! gieb uns trost und heil. Laß sich um deren willen Doch unser elend stillen, Gieb uns an deiner gnade theil. 6. Es soll dir leib und leben zu b. Nach der Rel. Wenn wir in höchsten: c. 560. Gott, beffen macht des feuers kraft Zum segen und verderben schafft: Mit welcher schrecklichen gewalt Berwüstet's! und wie leicht, wie bald! 2. So manche häuser hat's verzehrt; So mancher menschen glück zerstört! Auch dies hat deine hand gethan; Wir weinen, herr, und beten an. 3. Wir weinen; doch verehren wir Auch deine huld; sie half auch hier, Und hielt der flammen schnellen lauf, Der übrigen zu schonen, auf. 4. Mit unsern brüdern seufzen wir In ihrem jammer, gott, zu dir! Laß fie nicht hülflos; tröste die, Die du gebeugt hast, segne sie. Gewitter. 249 deinem dienst ergeben lind aufgeopfert seyn. Dein geist, herr, soll uns führen Und jederzeit regieren: Dein wort, o herr! soll uns erfreun. Tel. Herzliebster Jesu, was haft zc. oder: Ist auch ein gort ic. 561. K Pommt, laßt uns gott und seine größ' erheben; Und nicht vor seinem donner heidnisch beben, und nicht( denn er kann segnen und uns schützen) Vor seinen blitzen. 2. Sie können tödten uns und unsre heerden: Zerstörer seyn, und auch wohlthäter werden; Soll aber dann, 7. Indessen gönn' uns armen, D vater! dein erbarmen, Und steh' uns mächtig bei; Daß künftig neuer segen Auf allen unsern wegen, Nach deiner huld, stets bei uns eb. 8. Ersetze, was zusammen Wir durch die wuth der flammen So schleunig eingebüßt. Erfülle dies begehren; Du wirst uns, gott, gewähren, Was unsrer wohlfahrt dienlich ist. 9. Erbaue, was zerstöret, Und was die gluth verzehret; Steu'r fünftig allem brand; So wollen wir von neuem Uns deiner güte freuen, Und ehren dankbar deine hand. Feuersgefahr. 5. O gieb, daß, wer verschonet ward, nicht vergesse seiner schönsten pflicht, Der pflicht, betrübte zu erfreun, Barmherzig und auch mild zu seyn! 6. Was du uns nimmst, das kannst du, gott, Auch wieder geben; jede noth In heil verwandeln; weis' und gut Sst alles, was dein wille thut. 7. Gieb unterwerfung und geduld, Daß wir nie deiner vaterhuld Verlustig werden: voll vertraun, Dich, wo kein leid ist, einst zu schaun. 8. Echiltz unser ganzes vaterland Vor mangel, seuchen, frieg und brand! Gieb, weil du unser vater bist, Uns allen, was uns selig ist! 20) Beim Gewitter. wenn sie die welt erschüttern, Der fromme zittern? 3. Ist gottes absicht, daß sie beben sollen, Wo donner unter seinem throne rollen; Und daß, wo blitze flammen, dann zur rache Sein zorn erwache? 4. Sie zeugen ja, wie alle deine werke, O gott! von deiner weisheit buld und stärke. Gleich berrlich ist im sturm und in der stille Dein rath und wille, TOUR Dritte Abtheilung. 250 5. Bón tiefer ehrfurcht, herr, vor bir burchbrungen, Sehn wir in der natur erschütterungen, Auch güte, die fie schmücker und belebet, Selbst wenn fie bebet. 6. Furchtbarer wird sie dann, wie beine frommen, Geprüft zu werden, oft in tribsal kommen. Wir leiden, burd) gebulb in eblen werken Uns mehr zu stärken. 7. Dann reifen fröhlicher der tugenb saaten 3u mannigfaltigern und schönern thaten. Sie werden, wenn die tritbsal fie bewähret, Nur mehr verfläret. 8. So strahlt, wenn donner die natur erschüttern, In größrer schönheit fe nach ungewittern, Als schmüldte sie nun eine neue sonne Mit neuer wonne. 9. entfliehn, und ſeuchen, Dre uns und unfern heerden drohn, entweichen; Auch athmen wir, von leichter luft um geben, Mehr fraft, mehr leben. 10. So steigt, wenn einst am größten aller tage Für fromme nicht mehr seyn wird leid und flage, Empor nach jenes weltgerichts getilmmel Ein neuer himmel. 11. Wir werden dann zu einem neuen leben Hervorgehn, werden dir entgegenschweben, In diesen neuen himmel aufgenommen Mit allen frommen. 7. Und sollte dieser sturm Dir etwa schaden bringen, So suche christlich stark Die nuruh zu bezwingen. Es fann dir nichts geschehn, Als was durch ihn geschicht; Und das ist alles gut, Begreifst du es schon nicht. 8. Doch, weil so fester muth In unsrer macht nun stehet, Und man sich nur durch dich zu dir, o herr f erhöhet: So stehe ich zu dir, Der alles gute schafft, Gieb mir, dir zu vertraun, Muth, willigkeit und fraft. 9. So oft mir blitzen sehu, So oft wir donnern hören, Laß uns durch hoffnung dich Und auch durch ehrfurcht Mel, Nun tanfet alle Gett 20. 562. höchster! dessen kraft ehren, hat deine gülte schon Den blitz Luft, meer und erde hervorgebracht, So ist sein strahl doch auch Ein werkzeug deiner macht. 12.. Weil wir noch hier sind, sey von uns erhoben! Dann werden wir mit neuer fraft dich loben; Dir bringen, herr, für alle deine werke, Breis, dank und stärke. träget; Der erbe, luft und meer Durch einen wint beweget: Sch trane deiner güt', Und ehre deine macht, Obschon bei deinem blitz Der donner schreckend fracht. 3. O allmacht unsers herrn O güte, der nichts gleichet! weisheit, die kein witz Der sterblichen erreichet! Laß deine größe uns In deinen werten sehn, Und selbst im wetter auch uns beine huld verstehn. 4. Denn, wenn darüber gleich Luft, erd' und meer erschüttern, So darf ein frommes herz Doch darum gar nicht zittern. Schreckt dich des schöpfers macht; So denke froh dabei, Daß sie auch groß genug zu deinem schußze sey. 5. Du ehrst, o chrift! ihn nicht, Wenn du nur fnechtisch bebest, Bei jedem donnerschlag In ängsten troftlos schwebeft: Sieh deinen starken gott Doch nicht so machtlos an, Daß er im wetter dich nicht auch beschützen kann. 6. Es wirket seine macht Ein furchtsvolles grauen; Doch dieſe macht wirkt auch Bei frommen das vertrauen. An uns liebt unser gott Zwar ehrerbietigkeit, Doch mehr noch zuversicht, Mehr noch gelaffenheit. 2. Du führest väterlich, Der saat zum reichen segen, In wolfen über uns Den oft gewünschten regen Durch wind und wetter her, Machst durch der blite brand Die luft von dünften rein Und tränfft das bürre land. 10. Was ist's, das dir dein nichts Mehr fühlbar machen könte. O mensch! als dieser sturm Empörter elemente? Er predigt, sterblicher, Der oft so trotzig ist, Mit lauter stimme dir, Wie klein, wie schwach du bist! 11. Gott, der die wolken lenkt, Erbarme dich aus gnaden, Laß dies gewitter doch, O bater! uns nichts schaden; Gieb, daß der feuerstrahl, 21. 3n Wassersnoth. 251 Wind und der schloßen beer Uns nicht lieb' und macht Bedecken und beschir an leib und gut, Allmächtiger versehr. 12. Ach, laß in der gefahr, Bei donner, blitz und stürmen, Uns deine Nach dem Mel. Wer nur den lieben gott 2c. 563. So Zo ist nach gottes rath und wille, Dies wetter glücklich nun vorbei, Und bei der angenehmen stille Lebt alles auf und lebt auf's neu. Herz! fordert dies nicht deinen dank! Und deinen frohen lebgesang? 2. O seele preise den erretter; Der seine große fraft bewies: Den starken gott! der sich im wetter So majestätisch hören ließ; Der selbst des blizzes strahlen lenkt, Und stets an uns in gnaden denkt. 3. Wann die erhitzten dünste glühen, So, daß die menschen und das vieh Den odem matt und schmachtend ziehen, Wie froh, wie munter werden sie, So bald nur in die schwille luft Der donner fühle winde rust. men! Vor allem aber gieb, Wenn die gefahr vorbei, Daß bir für schut und huld Auch jeder dankbar sey. Gewitter. 4. Wie lieblich hebt fich bas getreide, Getränket durch den regenguß! Und wie vergnügt betritt die weide Der neu belebten thiere fuß! Der muntern vögel frohes heer Singt froher des erhalters ehr'. 5. O gott, es bringt uns manchen segen Der blitz und donner deiner hand, Er bahnt den weg wohlthät'gem rec gen, Uud fruchtbarkeit strömt auf bas land. Drum wird dir, wann der frevler zagt, Vom chriften freudig dank gesagt. 6. Jetzt sprichst du zwar nicht mehr aus wettern, Doch heilig bleibst bu für und für; Dein blitz droht nicht mehr zu zerschmettern, Doch bleib ich ehrfurchtsvoll vor dir; Du bleibst stets meine zuversicht, Ich liebe dich, und zage nicht. 21) In Wassersnoth. 2. Ach hilf uns, herr, Allmächtiger! Um jesu chrifti willen! Ach du allein Kannst uns befrein, Kannst sturm und wellen stillen! Erbarnie dich; Hilf väterlich; Beschütz' uns gut und leben! Dann wollen wir Dir, gott! dafür Dank, preis und Mel. Was mein gott will, das:(. 564.W ir find in noth! Laß uns, o gott, Die fluth nicht überschwemmen! Nimm uns in acht; Wehr' ihrer macht; Du kannst die wogen hemen. Verbirg jetzt nicht Dein angesicht; Gedenk an uns in gnaden. Gott, wen uns jetzt Dein arm beschützt: ehre geben. Was kann die fluth uns schaden? Nach geendigter Wassersnoth. Mel. Nun denfet alle gott ic. Daß du von herzen doch Die menschen 565. Lob, ehr und dank sey dir, O großer gott! nie betrübst, Und im betrülben auch Sie, als ein vater, liebst. gesungen, Daß du durch deine macht 3. Nun ist der sturm vorbei, Die fluth Die wilde fluth bezwungen. Es tobete der wind, Das wasser schreckte sehr, Die wellen rauschten schon Fast über uns daher. hört auf zu toben. Gott! bu haft fie bedroht, Mit starker hand von oben. Die wasser laufen ab, Der mensch wird wieder froh, Der voll von furcht und angst, Nach hohen orten floh. 2. Doch mitten in der fluth Bewieseft du erbarmen, Und halfft uns väterlich. Du zeigtest an uns armen, 4. So sey denn nun gepreist, O vater aller gitte! Nimm an, was juline Tumme 252 Dritte Abtheilung. wir dir jetzt Aus dankbarem gemüthe zur ebre leben, und nicht mehr, wie Für deine große treu Zum opfer bringen bar: Selbst unser herz soll seyn Der lob- und danfaltar. bisher, Mit sünden widerstreben: So halt denu ferner auch mit deinen strafen ein, Und laß in deiner hand Uns eingezeichnet seyn. 7. Erfreue nun das land, Das bu bisher betrübet! Erquice, berr! dein volt, Das sich dir, herr, ergiebet 3u ewig treuem dienst; Gieb neue frucht. barkeit, Und schent' auf diese fluth Uns segensvolle zeit. 5. Wir rithmen deine macht; Denn die gebot den wellen, Daß sie sich legeten, Und uns nicht konnten fällen; Du sprachest nur ein wort: Bis hier ber sollt ihr gehn! Da konnten wir uns gleich Frei und errettet sebn. 6. Wir wollen dir hinfort Allein 22) In Kriegszeiten. Mel. Ach gott vom himmel ic. 7. O herr! wir fallen dir zu fuß 566. A gott! wir treten bier Und bitten um erhörung. Sieb wabvor dich Mit trauri- ren ernst zur wahren buß Und eifer gem gemüthe; Wir bitten dich demü- zur bekehrung; Damit wir nicht an thiglich: Rett' uns durch deine güte. unserm theil Durch neue sünden unser Schau, wie die große kriegsgefahr beil, Den frieden, selbst verhindern. Sich zu uns naht und auch sogar Uns zu verderben drohet. 8. Breit' wieder über unser land Die flügel deiner gnaden. Beschütz' und segne jeden stand. Laß nichts uns weiter schaden. Wir wollen solche gültigkeit Und vatertreu zu jeder zeit Mit dankbarkeit erheben. 2. Gedenke, vater! doch nicht mehr, Daß wir's verschuldet baben. Gedenke nicht, daß wir so sehr Die uns verliehnen gaben Oft schändeten, und lange zeit Zur wollust, pracht und ficherheit Undankbarlich mißbrauchten. Rel. Wer nur den lieben gott 20. 3. Oft ward, der unser nächster 567. Es ziebt, o gott! ein krie8 über ist, betrogen; schein des rechts, gewalt und list Das seine ihm entzogen. Drum drückt uns deine schwere band. Die sünde, die wir nie erkannt, Wird öffentlich vergolten. 4. Verzeib uns alle missethat Um jesu christi willen. Da er für uns gelitten bat, kannst du dies unglück stillen. Dein sohn, der unsre sünden trägt, Die du ihm selber auferlegt, Ist ja auch unser mittler. unser haupt einher. Doch, bist du unser schutz und retter, So fürchten wir uns nicht so sehr, Wie beftig auch gefahr und noth Den völkern und den ländern droht. 2. Gieb, vater, in so tritben tagen Uns nur den finn, auf dich zu sehn, Und da, wo andre troftlos zagen, Mit zuversicht zu dir zu flebn; Weil nie doch menschenbülfe nützt, Wenu deine rechte uns nicht schützt. 5. Um seinetwillen schone du Und 3. Kein blinder zufall herrscht auf stille unsre flagen, Verleib' uns wie- erden; Du bist es, der die welt regiert. der fried' und ruh', Und wehre allen Ein jeder wird schon inne werden, plagen. Erbarm', o berr! erbarme Daß deine hand die welt regiert. Drum dich, Und rette uns doch gnädiglich wollen wir, berr, voll vertrau'n, Auf Von krieg und kriegsbeschwerden. deinen schutz und hilfe bau'n. 6. O gott! bu fannst der fürsten herz, Wie wasserbäche, lenten. Ach! laß sie doch der völker schmerz Recht väterlich bedenken. Präg' ihnen und den räthen ein, Was heißt, der länder väter seyn; Damit sie frieden lieben, 4. Wir fallen gern in deine arme, Ovater der barmherzigkeit! Und fleben demtuthsvoll: erbarme Dich über uns, zu dieser zeit! Laß gnade nur für recht ergehn, So bleiben wir noch aufrecht stehn. 22. In Kriegszeiten. 253 5. Und findet, herr, bein weiser unfrer noth erbarmst du dich. Wir wille Noch ferner züchtigungen gut; sollen nur durch angst und pein GeSo faffen wir in fommer stille Den- läutert und gereinigt seyn. noch zu dir den frohen muth: Daß du gewiß zur rechten zeit Uns zu erretten seyft bereit. 7. Froh werden auch wir rühmen müssen, wenn du uns wieder wohlgethan: Gott brach nach uns verborgnen schlüssen, Zum heil uns auch durch not die Fahn. Du bleibest unsre zuversicht. uns wirst du nicht ganz verlaffen; Und Barmherziger, verlaß uns nicht. 6. Du züchtigest doch stets mit maßen Und meinst es immer väterlich; Auch Nach erlangtem Frieden. In veriger Melodie. 7. Nimm, vater, unfers danfes 568. Gelobt, gelobt seyst du lieder Auch jetzt mit wohlgefallen an! mit freuden, Gott, der du liebreich an uns denkst, Und nun auch nach des frieges leiden Des friedens wonne wieder schenfft! Du heißeft die verwüstung fliehn, Und sicherheit und segen blühn. Froh unsre Von dir, der uns so wohl gethan. Herr, unser gott, dich loben wir! Herr, gott, wir danken, danken dir! Mel. Sei lob und ehr' dem sc. 2. Herr, das thust du; was bu 569. Gott, unser froher lobbir behüteft, dem darf sich kein zerstörer nahn. Wenn du, allmächtiger, gebieteft, Sft alle zwietracht abgethan. Auch über uns hast du gewacht! Auch uns die ruh zurückgebracht. 3. O christen! fühlt das ganze, und preiset Frohlockend hin, der uns erfreut, Der seines armes macht beweiset, Und bei der macht barmherzigkeit! Der uns auf gnadenflügeln trägt, Und wunden heilet, die er schlägt. 4. Breist ihn durch freudiges vertrauen; Shr seht, was seine hülfe fann. Er läßt sie uns auch ferner schauen Und nimmt sich unsrer mächtig an. Wo wir nichts können, nichts verstehn, Wird, was uns nicht, durch ihn geschehn. 5. Preist ihn durch wohlthun und erbarmen, Wo ihr der brüder noth erblickt, Daß ihr die leidenden und armen Speist, tränket, fleidet und erquickt; Damit sich alles, alles freu, Und durch den frieden glücklich sey. 6. Preist, preist ihn durch ein frommes leben; Dies ist der beste lobgesang. So viel ist uns von ihm gegeben! So sehr verdient er diesen dank! Olaffet herz und wandel rein Und ihm ein würdig opfer seyn. zum preise! Vernimm gerührter herzen dank, Daß du nach vaterweise Uns wieder haft so wohl gethan, Und alle zwietracht abgethan, Der völker dich erbarmet. arun 2. Wie sehr ward nicht so manches land Von friegeslast beschweret; Bon der zum streit erhobenen hand Geängstigt und verheeret! Nur du haft größerm leib gewährt, Du haft gebät und flehn erhört; Auch diese noth geendet. 3. Wo furcht und angst die herzen brach, Wo mordgewehre schreckten, Wo zucht und ordnung niederlag, Das feld erfchlagne dedten: Da kehrte zu rück die goldne zeit, Erholung, rube, sicherheit, Und deines jegens fülle. 4. Der landmann sammelt ungestört In ausgeleerte scheuern, Was gott, ihm deine hand bescheert, Froh deine huld zu feiern. Gerechtigkeit und güt' und treu Begegnen wieder sich auf's neu, Der länder glück zu bauen. 5. Gott, unser vater, sey gepreiſt, Daß du die herzen lenkest, Und in der herrscher sinn und geist Die friedensliebe senkest! Herr, dir gebühret unser dank, Und dich preist unser lobge= sang; Der du so gern erfreueft. 254 Dritte Abtheilung. 6. Wehr ferner nun, nach deiner In mißbrauch nicht verkehren, Und tren, Wehr mächtig allen kriegen nicht durch stolz, durch üppigkeit Daß uns der friede lang erfreu'; Laß Durch leichtsinn, ungerechtigkeit Uns menschenliebe siegen! Beschütze du mit eigne noth bereiten. starker hand Des fürsten stubl, das ganze land, Und jedes standes wohlfahrt. 8. Erhebt, erhebt gott immerdar, Den geber aller gitter! Er ist und bleibet, wie er war, Der menschen freund und hüter. Gleich herrlich, so von rath als that, Hilft er, wie er geholfen 7. Wir trauen auf dich, nur wollst du auch Uns wahre weisheit lehren, Daß wir des friedens rechten brauch hat. Ihm sey allein die ebre. 23) In Theurung. Mel Bon gott will ich nicht: c. 570. Du befter trost der armen, Beherrscher aller welt! Du vater, voll erbarmen, Der ewig glauben hätt! Du unsre zuversicht, Zu dem wir alle stehn, Auf den wir findlich sehen, Verlaß, verlaß uns nicht! 2. Erbarmender, ach wende Der zeiten schweren lauf; Thu deine milden hände, Uns zu versorgen, auf! Was irgend leben hat, Nährst du mit wohl gefallen. Nähr uns auch! schaff uns allen, Bei unserm mangel, rath. 3. Herr, der du auch uns schufest, Steh uns mit hülfe bei. Allmächtiger, du rufest Dem nichts, damit es sey; Zu helfen ist dir leicht, Du kannst dem mangel wehren, In überfluß ihn kehren, Wenns uns unmöglich däucht. bein auge nicht bewacht: Wer wacht, wer hilft uns armen? Erretter, dir, Dir flehen wir; Du wollest dich erbarmen. 2. Der seuchen gift verbreitet sich Weit um uns her; erbarme dich; Laß uns nicht plötzlich sterben! Entzeuch dem tod Uns, der uns droht; Entreiß uns dem verderben. 4. Die früchte laß gerathen, und deine billf uns sehn; Erquicke du bie saaten, So oft sie traurig stehn. Herr, baue selbst das land, Tränk' es mit than und regen, Und füll' es an mit segen Aus deiner milden hand. 3. Du bist ein gott, der gern ver zeiht; Laß uns denn noch barmherzigkeit Vor deinem throne finden; Und dein gericht Vertilg uns nicht In unbeweinten fünden. 5. Erhör uns, vater, fröne Das jahr mit deinem gut, Daß sich das herz gewöhne zu wohlgefaßtem muth. Lebr' es, sich deiner freun; Stets zutraun zu dir haben, und deine segensgaben Durch mißbrauch nie entweihn. 24) Bei gefährlichen Seuchen. Mel. In dich hab' ich gehoffet 26. 4. Kein reichthum schützt, kein stand, 571. Du, gott, bist unsre hüilf' kein ort; Hier weinen witwen, eltern und macht. Wenn uns dort, Und da verwaiste finder. Die feuch' erreicht Auch den, der fleucht, Den frommen, wie den finder. 5. Deß alles sind wir werth! doch wir Beweinens, gott, und flehn zu dir, Du wollest uns vergeben! Wir wollen gern Dir, unserm Herrn, Gehorchen, dir nur leben. 6. Allgütiger! wir hoffen Auf dich und deine treu. Oft hat uns noth betroffen, und da stand'st du uns bei Sprich nur dein mächtig wort! Das wird den mangel heben: Wir werden froher leben, Dich preisen hier und dort. 6. Auch glauben wir an deinen sohn, Um jesu willen duld' uns schon' Und laß uns trost erscheinen! Streck aus die hand, Und laß das land Nicht länger hüflos weinen. 7. Sey mit den sterbenden, daß sie Dein antlitz schaun und alle die Noch 25. In Krankheiten. 255 leben, die bewahre; Trost in dem damn, Und betet dich, erretter, an, schmerz, Daß bald ihr herz, Wie gern Und preifet deine guade; Dann wandu hilfft, erfahre. deln wir, O gott, vor bir, Mit freuden deine pfade. 8. Das ganze volks frohleckt dir Krankheiten. 25) In Mel. Wer nur den lieben gott ic. mit 572. A ch! könnt' ich deinen gliedern 3m tempel, jesu, dich erhöh'n, Und freudenvoll mit deinen brüdern Das denkmal deines tod's begebn; Doch weil mich noth und krankheit plagt, 3st diese freude mir versagt. 2. Sieh, hier auf meinem frankenbette Feir' ich dein abendmahl allein. Doch herr, ich weiß, an jeder stätte Hast du verheißen, nah zu seyn. Wo je ein frommer seufzt und weint, Da bist du, großer menschenfreund. 3. Um troft ist meinem herzen bange; Ich suche, herr, dein angesicht. Um deine hüllfe, gott, wie lange Ruf' ich! und du erhörst noch nicht! Ach, stärke bei des leibes schmerz Mein banges und beklemmtes herz! Mel. Kus tiefer noth sheet' ich ic. 573., lieber gott! ich bitte dich! Hilf mir und andern kranken, Und segne jeden doch, wie mich mit heiligen gedanken, Gieb uns gelassenheit und rub; Und unser bester arzt sey du, In schmerzen unser tröster. 4. Vielleicht, o herr! empfang ich heute Zum letzten mal dein leib und blut; Drum gieb dadurch dem herzen freude, Und der verzagten seele muth. Noch einmal, jesu, flehe ich; Ach tröste und erfreue mich! 2. Belohne, trener vater, die, Die liebreich meiner pflegen: Für ihre treue segne sie mit deinem reichen segen. Gieb gegen sie mir freundlichkeit, Laß mich aus unzufriedenheit Sie nie durch murren fränken. 3. Soll diese frankheit tödtlich seyn, Soll ich die welt verlaffen; So laß von sündenlieb' mich rein Im glauben dich umfassen. Gieb lust und fraft zu jeder pflicht, Lehr' mich, im glauben ans gericht, Die liebste fünde haffen. 4. Doch willst du, bester bater, mir Gesundheit wieder schenken; So fleht mein herz dankbar zu dir, Es allzeit so zu lenken, Daß ich in meiner pilgrimszeit Mit neuer treu' und redlichkeit Auf deinen wegen wandle. 5. Laß das gedächtniß deiner leiden 5. Du weißt, wie wenig ich vermag, Mir schwachen trost und kraft ver- Du wollest selbst mich leiten; und recht leihn. Laß es die quelle sanfter freu- auf meinen sterbetag Durch frömmigden Und jenes lebens vorschmact seyn. teit bereiten: Daß über alles, alles Dein leiden, dein versöhnungstod Erich Dich lieb', und dankvoll gegen quicke mich in meiner noth. dich, Dir lebe, gott, dir sterbe. 6. Ich sehe schon den himmel offen: Ich tröst' mich meiner seligkeit. Was tannst du, seele, größres hoffen, Als was dir da dein gott verleiht? Nun 574. Auch dieſen tag hab' ich tomm' ein neues Mein Herz erbebt davor nicht mehr. 7. Und naht der tod mit seinen schrecken, Ich bin getrost und zage nicht. Vom tode wirst du mich erwecken, Ich fürchte, herr, nicht dein gericht. Ich bin getroft, dein leib und blut Giebt mir im tobe trost and muth. Die, Run fich ber tag gender 2. oder: Run danfet all': c. seiner noth. Nur deiner vaterlieb' und macht Verdank' ich es, o gott. 2. Wärst du nicht meines Lebens kraft, Mein retter und mein heil; So wird' in meiner pilgrimschaft Kein troft mir je zu theil. 3. Ach, ohne dich, allgütiger, Verging ich in der noth; Von freudig 256 Dritte Abtheilung. feit und hoffnung leer Wär' ohne| mein herz; zum himmel sey Gerichtet dich mein tod. mein bestreben. 4. Doch welchen troft fühlt nun mein herz: Du bist und bleibst mein gott! Dein wort verfüßt mir meinen schmerz, Und lindert meine noth. 5. Froh kann ich mich dem schlaf vertraun, Auch schlafend bin ich dein, Vor feinem unfall soll mir graun, Du wirst mein helfer seyn. 6. Und sollt', o vater, diese nacht Auch fommen selbst der tod: Wohl mir, dann ist mein lauf vollbracht, Geendigt alle noth. 7. Ach, jeden, jeden augenblick, Laß mich, mein gott, dir weihen! Zieh' von der erde mich zurück; Laß nichts den geist zerstreuen; Kein glück der welt, kein traum der zeit, Gott, und das glück der ewigkeit, Sey meine höchste freude. 8. Ach, zum gebäte schenke mir Noch munterfeit und stärke; Mein herz wird sonst entfernt von dir, Und träg zum guten werke. Will gleich mein geist, der leib ist schwach: Hilf deinem finde, vater, mach', Daß deine fraft ich spüre. Mel. Wenn mein stündlein:(. 575. ein wille, herr und vater, ist, Daß ich jetzt schmerzen leide: Doch weiß ich, daß du bater bist, lind dies ist meine freude. Dir ist die frankheit wohl bekannt; Mein leben steht in deiner hand, Du zählest meine tage. Mel. Wer nur den lieben gott it. u mir, gott, dies glück, das ich so 576. Demeine flage Wird auch 2. Wenn in mir manchen augenblick Gesundes blut Eo schenktest du oft genoffen. Oft war ich frei von jedem schmerz, War gutes muths; drum, o mein herz, Leid' jetzt auch unverdrossen. er morgen und mit diesem morgen neu, Wie traurig eilen mir die tage Der bangen pilgrimschaft vorbei! Der sonne neugeschenktes licht Erheitert meine seele nicht. 3. Nein, bester vater, gieb nicht zu, Daß ungeduld mich fränke; Gieb deinen geist mir, der mir ruh Für meine seele schenke! Den geist, der stark in schwachen ist; Damit ich als ein wahrer chrift Dies leiden willig trage. 4. Vergessen laß mich's, vater, nie, Du seyst und bleibst die liebe. Gieb nicht zu, daß mein herz doch je Ungläubig sich betrübe. Trug jesus nicht auch meine schuld? Ist grenzenlos nicht deine huld, Nicht ewig deine liebe? 5. Das eilen meiner lebenszeit, Laß mich, mein gott, erwägen: Der todesnacht, der ewigkeit, Flieg' ich stets mehr entgegen. Erst dann, wenn dies mein geist bedenkt, Sich recht zu dir, zum himmel lenft. Wird mir mein schmerz zum segen. 6. Voll hoffnung wend' ich mich zu dir, Dir will ich mich ergeben; Schent' wahren ernst und weisheit mir, Wie du befiehlst, zu leben. Bewahre nur vor heuchelei, D gott, 9. Laß nicht zu, daß der frankheit pein zu groß mir schwachen werde; Laß deine gnade mich erfreun Und mildre die beschwerde. Du, vater, weißt, was jeden tag Dein schwaches find ertragen mag. Hilf mir, erbarm' dich meiner. 2. Noch immer bin ich auf der erde, Wo mich gefahr und noth umringt, Wo täglich härtere beschwerde Zu flagen und zu thränen zwingt: Noch immer fleh ich unerhört Um rettung, die mein herz begehrt. 3. Herr, eile doch, mir beizustehen, Verlaß den schwachen pilger nicht! Oneige, vater, auf mein flehen Zu mir dein gnädig angesicht; Gieb mir geduld, und bei dem schmerz Ein hoffend und zufriednes herz. 4. Mir ist mein schicksal noch verborgen, Das diesen tag mich treffen soll. Auf dich, gott, werf ich meine sorgen: Du kennst und suchst mein wahres wohl; Und was dein rath beschließt und thut, Ist immer höchst gerecht und gut. 5. Soll ich die last noch länger tragen. Ich halte deiner fügung still. Wit In Krankheiten. 257 dir zufrieben, will ich sagen: Herr, bersauf; Mein bester freund und wie du willst, nicht wie ich will; So Laß mich ohne falschen schein Gedul big, wie mein heiland, seyn tröster, Ach fiehe! dein erlöfter Siegt jetzt nach deinem willen frant.p 2. Wie viel gesunde stunden Sind wie ein strom verschwunden! Wie schnell versloß ein jahr! Du, herr, hast mich gestärket; Sch hab es kaum gemerket, Daß ich gesund und glücklich war. 3. Jetzt, da ich schmerz empfinde, Denk' ich an meine finde mit wahrer 7. Gestärkt durch diesen frohen glan- ven und leid. Du hast mich stets ben Vollend' ich meinen leidenspfad. geliebet llnb treu' au mir geüber; Herr, stärke, stärke meinen glauben Doch liebte ich dich nicht allzeit.. 1 Auch dann, wann sich der ted mir naht. 4. Sch warf mich nicht in demuth Vielleicht erscheint er heut'; mohl mir! Dir lebt' ich! Und dann sterb' ich dir. nad tas bhs just der sie Rel. Aus tiefer noth schrei ich 30. Und nicht in wahrer wehmuth Vor dir, erbarmer, hin. Jetzt wirfst dul meine glieder Auf's tranfenbette nieder, Und lehrst mich, daß ich erbe bin. 577. gott, Die ich jetzt an mir ſpüre, Bezeugt mir, daß ich meinen tod Stets in und bei mir führe; Sa, jede stunde, jede zeit Erinnert mich der sterblichkeit Und spricht: dent' an dein ende. Sch wandte meine stets zum hauptgeschäfte, Nicht stets zur tugend an. Das fühl ich jetzt mit reue, Gelob' dir wahre trene, Dieweil ich gutes denken kann. 6. Wie oft bin ich beim beten Obn' ernst vor dich getreten, Wie laulicht sucht' ich dich! Setzt lernt mein herz nun ringen Und ernstlich zu dir dringen, Sept ruf' ich zu dir flehentlich. 7. So hilsst du, herr, in gnaden Und heilst den seelenschaden, Wenn du den törper stänpst. Mein leiden wird mir jegen! Auch auf den rauhen wegen Seh' ich, daß du die liebe bleibst. bem 6. Nad allen leidensvollen stan den Rüldt einst mein ende doch her bei: Dann hab' ich ewig überwunden, Und bin von aller tribsal frei; Und ich empfang vor deinem throu. Den mir verheißnen gnadenlohn. 2. Du hast die schmerzen auferlegt, Die meine glieder tragen; Doch da mich deine liebe schlägt, Willst tu mir damit sagen: Des todes ursach' ift in dir, Dein leben aber kommit von mir und steht in meinen häuden. 3. Ja wahrlich! deine vaterhand Will mich durch leiden rühren, Und mich von allem eiteln tand zu edlern sorgen führen. Wenn ich gleich ſehr entkräftet bin, Wird doch dein treuer vaterfinn Mir, wo es dienlich, helfen. 4. Beschlösfest du in deinem rath, Ich solle länger leben; So kannst du leicht auch in der that Den mitteln kräfte geben. Ist aber dies dein weiser schluß, Daß ich nunmehro sterben muß, So bin ich auch zufrieden. 5. Dies eine bitt' ich: beile nur Die wunden meiner feelen, Wenn gleich im leiblichen die fur Und alle mittel fehlen. Den leb' ich fromm vor dir, o gott! So werd' ich auch bis in den tod Stets deine wege preisen. 8. Bernimm mein gläubig fleben, Laß mich doch hülfe sehen, Verbirg dich nicht vor mir. Mein bester helfer, eile, Erquice, lindre, heile, Denn meine hoffnung steht zu bir. 9. Bermindre meine plage, Berlängre meine tage, Wenn es mir müglich ist. Im neugeschenkten leben Will ich mich dir ergeben, und rithmen, daß du hülfreich bist. 578. Mein ieju, 10. Doch soll ich bald erblaſſen Uns diese welt verlaffen, So waffne mich mit muth. Laß mich mein haus bestellen, Und mach's in allen fällen Mit mir und mit den meinen gut. Jonat ADURI Mel. Nun ruhen alle wälder 20. Mel. Wer weiß, wie nahe mir zc. ber ein jesu, der voll voll 579. 579, Sie kommt, fie fommt, bie schmerzen Und matt letzte stunde! Schon ist am leib und herzen Am ölberg nie- der richter vor der thir! Was für Evangel, luth. 17 num 258 Dritte Abtheilung. Bestimmt mein ewig schickjal mir?„ komm, bu 580. 3ou schmerz und ungeMel. Befiehl du deine wege zc. eit, die zähle, du Voll gesegneter, herein!" Ach! oder: geh' zur höllenpein." = 9:00 2. Herr, zeige mir noch vor dem grabe, Lehr' mich recht, wie mein berz es meint, Und was ich zu erwarten habe, Wenn jesus zum gericht erscheint. Bin ich noch nicht auf rechter bahn, So nimm dich, vater, meiner an. mach! Betrübt ist meine seele, Und fraft und odem schwach; Fast jeder morgen mehret Besorgniß mir und schmerz, Doch gott will seyn geehret; Ehr' ihn auch nun, mein herz. 2. Was zieht dich noth und plage Von freud' und danken ab? Gedent' der ersten tage, Die dir dein vater gab. D tage! reich an freuden, An tausend jegen reich! Was sind nun diese leiden, Vergleich ich sie mit euch? 3. Daß ihr mich einst beglücktet, Wem dank' ich's? gottes huld! Daß krankheit mich jetzt drücket, Wem dank' ich's? meiner schuld! Nun muß mir schmerz beweisen, Was leichtsinn oft vergißt, Daß unser leib nicht eisen, Sein bau nicht ewig ist! 4. Mein gott! in tiefer reue Mir meiner schuld bewußt, Komm'ich, der ungetreue, Und schlag' an meine brust! Laß mich nur gnade finden; So duld' ich demuthsvoll, Was mich von meinen sünden Zum guten leiten soll. 5. Denn du lenkst unsern herzen Selbst plagen zum gewinn; Zeigst mir in großen schmerzen, Wie schwach, wie nichts ich bin; Und läss'st mich innen werden, Daß diese ganze welt, Und alles gut der erden nicht trost für mich enthält. 3. Allwissender, ist mein vertrauen Auf jesum auch von rechter art? Nicht, wie auf ibn die heuchler bauen, Bei denen er zum spotte ward; Die niemals auf sein beispiel sehn, Nie folgsam seine wege gehn. 4. Hat auch mein glaube dank und liebe, Vor dir, mein gott, in mir erzeugt? Entflammte er, der demuth triebe, Damit ich findlich mich gebeugt, Wenn du mich als ein vater trugst, Wenn du mich als ein vater schlugst? 5. Du willst, ich soll die sünd' verlassen: Thu' ich es treu und mit geduld? Vergab ich denen, die mich hassen, Mit hand und herzen ihre schuld? That ich auch einem menschen leid, Der über mich noch rache schreit? 6. Empfahl ich dir auch recht die meinen? Hab' ich auch treu für sie gewacht? Darf ihrer feiner darum weinen, Daß ich nicht als ihr freund gedacht; Und sterb' ich in der zuversicht: Der herr verläßt die meinen nicht? 7. Such' ich in deinem wort erquiffung, Wenn mir um trost jetzt bange wird? Sehnt sich mein herz nach der entzückung, Die mir der berr, mein guter hirt, Erworben, und in jener welt, Am quell des lebens, vorbehält? 6. Du machst mich los von sünden, Dämpfst meinen übermuth, Und läsfest mich empfinden, Das leiden sey mir gut. Du zeigst mir in der nähe Tod, ewigkeit, gericht. Wenn ich nun in mich gehe, Verstößest du mich nicht. 7. O gott! dein weg ist güte, Und 8. Mir sagt dein wort und mein ewig wird er's seyn. Drüc* tief in gewissen, Daß ich ein übertreter bin. mein gemüthe Mir diese wahrheit Laß ich auch fromme thränen fließen ein. Daß in den tiefsten nöthen Sch Und fliebe betend zu dir hin? Bleib' doch von dir nicht lass', Und scheint's, ich getrost durch christi tod, Auch du wollst mich tödten, Ich dich im glauben fais'. wenn des grabes schrecken droht? stop 9. Gott! richter! bater! schone, schone! Weil er den telch des leidens trank. Gieb traft mir zu der siegestrone, Die er dem frommen christ errang; Dann sag'ich durch des glaubens macht Getrost und frob: es ist vollbracht! 8. O, schenk' mir licht und guade! Lebendig einzusehn, Es sey für mich fein schade, Den trilbfalsweg zu gehn; Damit die last ich trage In siegender geduld, Und nimmermebr verzage An dir und deiner bulb. 16. In Todesnöthen. 259 9. Nun, so gescheb dein wille; Ge-| Wovor sollt' ich erbeben? Du bist, o treuer gott! zu dir 3ft meine seele gott, mein theil; Im tode, wie im stille: Denn täglich bilfft du mir. leben Bist du mein licht und beil. Nach der Genesung. Mel. Aus meines herzené grunde. 18 zen Die seele fast versank, Und nun aus vollem herzen Mein flehn zum himmel drang: Da börte gott mein flehn; Der trene, der erbalter! Mun joll auch den erhalter Mein dank und lob erhöhn. 2. Herr über tod und leben, Du meiner väter gott! Wie soll ich dich erheben, Mein heil, mein herr, mein gott? 3u wenig ist mein dank; Wer hat dich g'nug erhoben? Zu schwach ist, dich zu loben, Der engel lobgesang. ewigkeit. 26) In Todesnöthen. Mel. Nun last uns den leib zc. 582. Des es todes graun, des grabes nacht Fliebt, herr, vor deiner wahrheit macht; Mein geist, erhellt von deinem licht, Bebt vor des leibs zerstörung nicht. 2. Es falle nur die hütte hin, Mit der ich hier umgeben bin; Ich selber, lebend, wie zuvor, Schwing aus den trimmern mich empor. 3. Ein innres mächtiges gefühl Verkündigt mir mein höb'res ziel; Dies streben nach der ewigkeit Erhebt mich über erd' und zeit. 3. Und doch von dir zu schweigen, eine Ich will's, ich will's bezeugen, Wie gott errettet hat. Hört's, menschen! gott nur tann Vergeben und erretten. Ach, wenn wir gott nicht hätten, Wer hülf' uns armen dann? 4. Dir will ich nun ganz leben, Und seyn dein eigenthum, Mein fünftiges bestreben Sey deiner gnade ruhm: Dir weih' ich meine zeit; Vor dir will ich stets wallen, Dir dienen und gefallen In alle 4. Dich, höchster, bab' ich hier er kannt, Voll liebe vater dich genannt; In dieser seelenwürde liegt Ein hoffnungsgrund, der nimmer trügt. 5. Dein sohn zeigt mir die bess're welt; Nun ist mein glaube festgestellt. Wie herrlich wird der menschheit werth Durch jesu zusag' aufgeklärt. 6. Glücksel'ge aussicht auch für mich! Entzückt hebt meine seele sich; Ich seh' im geist des christen lohn, Sch sehe meinen himmel schon. 8. Viel freude gabst du mir schon bier, O gütiger, wie bank ich's dir? Stets folgte kleiner'm ungemach Die größere versüßung nach. 9. So hat schon dieser findbeitsstand Der höhern hoffnung unterpfand; Die liebe, die mich hier beglüdt, Die bleibt und seguet unverrückt. 10. Des freudigsten vertrauens voll, Erwart' ich, was mir werden soll, Wenn ich, von sind' und noth befreit, Nun reife zur vollkommenheit. 11. Der tod darf mir nicht schrefkend seyn; Er führt zum wahren leben ein. Durch gottes traft besiegt mein herz Der frankheit last, der trennung schmerz. 12. Wenn hier von uns, die gott vereint, Der letzte auch bat ausgeweint, Dann wird ein frohes wiedersehn Auf ewig unser glück erhöhn. 13. Herr unsrer tage, führe du Uns alle diesem ziele zu, Daß uns, bei standhaft frommer treu, Des lebens end' erfreulich sey. 7. Da find' ich, was dein guter rath zu meinem wohl geordnet hat: 583. licht," Mein trost und Mel. D jesu chrift, mein's lebené ic. err meines lebens Genieße deines gnadenblicks Und der sollendung meines glütfs. meine zuversicht! Tief beugt mich meis 17* 110 smoto 260 ner leiben last; Ach! ich faft. Dritte Abtheilung. unter ihr erlieg| Wohin ich ging, wohin ich sah, War mir stets beine glite nah. 2. Mein gett, wo nehm ich träfte ber? Der gang zur ewigkeit ist schwer. Nimm deinen pilgrim an der hand, Und führ' ihn in das vaterland. 3. In mir tobt jetzt des todes schmerz, Voll ist davon mein armes herz; Es schreiet sehnsuchtsvoll in mir: Nimm mich, o herr, nimm mich zu dir! 4. 3ch seh zu deinem freuz empor, Und halte mir dein sterben vor, Denn nichts fann, selbst in tobespein, Mir tröstender, als dieses seyn. 5. Wenn dann mein sterbend haupt sich neigt, Und sich mein grab mir traurig zeigt; So sey dein wort: es ist vollbracht! Mein licht in meiner todesnacht. 6. Mit. sieg gekrönt gingst du in's grab, Ich folge dir getroft binab. Sch geh zu gott mit freuden bin, Und jauchze, daß ich selig bin. 7. Ich traue, herr, cuf deinen tod, In meiner letzten todesnoth; So schließ ich meinen lebenslauf, Und du nimmst mich im bimmel auf. 4. Auch jetzt auf meinem sterbebette Sieh meine noth mit mitleid an; Erquicke, lindere, errette! Denn du bist's, der mir helfen kann. Stärk' mich im guten bis ans end', Damit ich treu den lauf vollend'. 5. Mein heiland, treib' die furcht zurücke, Besiege meinen letzten feind; Lenk auch im sterben meine blicke Auf deinen tod, o seelenfreund! Sprich mir trost, muth und freude zu, Mac ende, bringe mich zur ruh! 6. Shr, meine güter bieser erben, 3hr machet mir den tod nicht schwer; Denn jebund werd' ich selig werden, Drum brauch ich eurer nun nicht mehr. Du, gott, bist's, wenn das eitle weicht, Der mir des lebens frone reicht. 7. Ich übergebe dir die meinen, Du vater der barmherzigkeit; Laß ihnen stets dein troftlicht scheinen, Und bleib ihr gott zu aller zeit. Behütte sie vor ungemach, Und bringe fie mir selig nach. 8. Am jüngsten tag erweckst du Tel. Wer nur den lieben gott: c. mich, Da sieht mein auge froh auf dich: 585.ch will dich, gott, im du Selbst jenes mich, deinen freund, ja nicht. 9. Unsterblich werd' ich auferstehn, Verklärt werd' ich den vater sehn, Und du machst mich in deinem reich Auf ewig deinen engeln gleich. am grabe dank ich dir. Zum segen gabst du mir mein leben, und auch zum segen nimmst du's mir. Mein leben sucht' ich dir zu weihn; Drum bleib ich auch im tobe bein. 2. Gett, welche feierliche stunden, Wenn du mich nun der erd' entziehst, Auf mich, den du getreu befunden, Voll schonender erbarmung siehst! Allmächtiger, in dein gericht Gehst du mit mir, erlösten, nicht. Mel. Wer weiß, rote nahe: c. 2h fasse, vater, deine 584. hände Und halte sie im glauben fest; Verlaß den nicht an seinem ende, Der ewig sich auf dich verläßt; Du bist mein gott von jugend auf, Hilf glücklich enden meinen lauf. 2. Du hast nach deiner vatergüte Beständig wohl an mir gethan; Er hör' auch meine letzte bitte: Nimm, gott, mich dort zu ehren an! Ach! vater, ach! noch eins ist noth: Ein gutes end', ein selger tod. 4. Wie? sollt' ich vor dem tode beben, Da du, erlöser, für mich starbst? 3. Du hast mich je und je geliebet, Er ist durch dich der weg zum leben, Versorgt, gestärkt, geschützt, regiert, Das du am freuze mir erwarbst, Mich oft erquickt, durch leid gelibet, Wie du ihn gingst, will ich ihn gehn, Oft wunderbar, stets wohl geführt. Wie du, werd' ich auch auferstehn. 3. Der leib wird schwach, die morsche hütte, In der mein geist hier wohnt, zerfällt; Schon gehen meine müden schritte Den weg zu gott aus dieser welt. Ich bin getrost und zage nicht; Denn gott ist selbst mein heil und licht. 26. In Todesnöthen. 5. Laß auch das grab in seiner nähe mir noch bie letzten schrecken bräun, Du, herr, auf den ich hoffend fehe, Wirst auch noch dann mein beistand seyn. So nah' dem fohn, den gott verspricht, So nah' am ziele jag' ich nicht. 6. Du wacheft über meine seele, Wenn sie ihr haus, den leib, verliert, Giebst deinen boten dann be feble, Der sie zu deinen freuden führt, Zu denen der rechtschaffne chrift Durchführe. lesu tod berechtigt ist. 7. Ich will dich noch im tod erheben, Selbst nah' am grabe preif' ich dich; Denn ewig werd' ich bei dir leben, und da erfreu' ich ewig mich; Für mich ist selbst der tod gewinn. Wohl mir, daß ich erlöset bin! 261 6. Wie wird mir dann zu muthe seyn, Wenn alle tobten, groß und flein, D jesu! vor dir stehen! Wenn du mich dann beim namen nennst, Bor gott und engeln mich bekennst, Sch ewig dich soll sehen. 8. Ich, ich, der jetzt noch thränen weint, 3d werde, wenn der herr erscheint, Dann leuchten, wie die sonne! 3ch sinder werd von sünden rein, Ich sterblicher, unsterblich seyn, Ich, gottes bild und wonne! 9. Befreit und ewig fern von qual; Erquickt mit freuden ohne zahl, Gott immer, immer näher: Dann steigt Mel. Kommt Her zu mir, spricht zc. 586. Noch walte ich im thrä- mit jedem augenblick Der seele unaussprechlich glück Noch unanssprechlich höher. nenthal, Gedrückt von fummer, müh' und qual, Doch nur noch wenig tage; Dann eile ich aus biefer zeit Hinüber in die ewigkeit, Weit weg von jeder plage. 2. Dann sinkt der leib ins tithle grab, Der staub zu allem staub herab, Nicht sterblich mehr zu leben: Mit freiem flug und frohem blick Kehrt der entbundne geist zurück zu dem, der ihn gegeben. 3.. Wohl meinem geist, wenn er dann ruht, Wenn er rechtschaffen, from: n und gut, Wenn thaten ihn begleiten! Wenn er vereint mit jeju christ, Unsträflich, rein und fähig ist Zum glück der ewigkeiten. 7. Wann ich in jener großen stadt, Die gottes hand gegründet hat, Im anschau'n mich verliere! Wann ich in deinem himmelreich, Den engeln und dir selber gleich Ein neues leben 5. Doch erst am tag des auferstehns, Am tag des frohen wieder fehns! Wenn neu wird diese erde; Am tag, wo gottes wunderkraft Mich ganz verklärt und neu erschafft! Was ich erst dann seyn werde! 10. Und aller seraphinen schaar, llnd wer auf erden heilig war, Sind alle meine brüder; Sind alle nur ein leib mit mir, Und fingen ewig, jesu, dic Aus frohem munde lieder! 11. Wie sind der freuden, herr, so viel! O freuden ohne maaß und ziel, Hoch über alles sehnen! O ewigkeit! O ewigkeit! Was ist das leiden dieser zeit? Wie nichts find alle thränen. 12. Sey start! sey freubenvoll mein geist! Gott lebt, gott hält, was er verheißt! Gott ist der gott der frommen! Glaubs nur, nichts ist fitr dich zu groß, Für dich, zu dem aus gottes schooß Der eigne sohn gekommen. 4. D hohes glück, vor gott zu stehn! Ofrende, jesus, dich zu sehn, Und mit dir deine glieder! Zu ſehen dich in deinem licht Von angesicht zu angesicht, Dich, größter aller 587. Wann, heiland, meine mel. D croigkeit, du donnerwert ic. brüder; pilgerzeit Nun ganz durchlebt ist, und der streit Des glaubens ausgestritten! Wann kaum mein sterbend herz mehr spricht: Dann jesu komm und schweige nicht zu seinen letzten bitten; Erhöre mich, wann mein gebät Um trost zu dir, um gnade fleht. Dritte Abtheilung. 262 2. Wann mich fein freund mehr trösten kann, und doch mein herz bebt, fage dann: Die sünd' ist dir vergeben! Ach, wann des todes schrecken mich Ergreifen, dann, mein heiland, sprich: Ich leb' und du sollst leben! Dies wort von dir nur, und mir g'nügt; Des tobes schrecken sind besiegt; 3. Dann dreh' mir nicht dein angesicht, Gleich missethätern, das gericht, Und laß mich nicht verderben. Nicht sterben laß mich, herr, wie die, Die dich verwarfen, die sich nie Bereiteten zu sterben! Was ist so furchtbar, als der tod, Der ewige verwerfung droht? 4. Ach, sterben, sterben wird den tod, Der ewige verwerfung droht, Wer, herr! dein heil verachtet! Wer nicht in deinen blute rein, Sich boshaft weigert, fromm zu seyn, Mit vorsatz dich nicht achtet; Ach, den ergreift der tod, der tod, Der ewige verwerfung droht. Mel. Ich hab' mein sach' gott 2c. u wollst erhören gott, 588. gerichte mit ihm gehn, Der jego deiner ewigkeit Sich naht, befreit Nun bald von dieser eitelkeit. 2. Des lebens und des todes herr! Nun ist für ihn die zeit nicht mehr! Du hast gezählt des hauptes haar, Sein todesjahr Bestimmt, als feine zeit noch war. Fürbitte für einen 3. Erfüllt ist seiner leiden zahl; Er leidet jetzt das letztemal! Ach! sey in seiner todesnoth Sein freund und gott! Ein schlummer sey für ihn der tod. 4. Vollende, vater, seinen lauf, Nimm ihn zu deinem frieden auf! Verlaß ihn, wenn sein herz nun bricht, Verlaß ihn nicht, Herr! herr! mit deinem gnadenlicht. 5. Von angst des todes ist der frei, Der dir geweiht ist, dir getreu; Ihm ist er feine strafe. Gelobet sep der herr, mein licht; Des todes nacht schreckt mich ja nicht: Mir wird er nur zum schlafe. Es ist ein finstrer weg; doch mir Ein weg zum leben und zu dir. 5. Erleichtre ihm den letzten schmerz! Von dir erquicket, rub' sein herz! Durch jesu todesschweiß und blut, So ihm zu gut Vergossen, stärke seinen muth. 6. Gelobet sey der herr, mein schild, Der mich mit ruh' und trost erfüllt, Mit willigkeit zu sterben! Ich glaub' an ihn, und bin gewiß, Er führt mich aus der finsterniß Zu seiner freuden erben. welchen jubel stimm' ich dann Dem todesüberwinder an! 7. Gieb deinen frommen, jesu, kraft, Den schwersten schritt der pilgerschaft Getrost, wie du, zu enden. Sprich zu den schwachen seelen: ich Bin euer heiland; freut euch! sprich: Ich will euch nun vollenden! Erquicke sie und nach dem streit Erhöhe sie zur seligkeit. Sterbenden 6. In ihm vermehre deine ruh! Sein armes herz erquide du, Geist gottes, laß ihn im vertraun, Auf jesum schaun, Und so entgehn des todes graun. 7. Mach ihn getrost, o geist des herrn! Zeig' ihm den gnadenlohn von fern; Laß ihn den himmel offen sehn, Und jesum stehn, Bereit, ihn gnädig zu erhöhn. 8. Ach gnade, gnad' ergeb' für recht! Denn von dem, menschlichen geschlecht Sst selbst der heiligste nicht rein! Wer kann wohl dein, Gott! ohne deine huld sich freun? 9. Sey, richter! ihm nicht fürchterlich; Erbarme seiner seele dich! Auch aus der tiefe rufet sie; Erhöre sie; Erlöse, gott! erlöse fie! 10. Behüte ihn in seinem tod; Ihn segne, segne, segne gott! Wenn nun sein auge sterbend bricht, Leit' ihn dein licht; Tröft' ihn vor deinem angesicht! Bei Begräbnissen. 27) In voriger Meloble. Mel. Nun last uns den leib c. 589. Begrabt ben leib in feine 590. Grabt mein verwesliches gruft, Bis des richters stimme ruft. Wir säen ihn: einst blüht er auf und steigt verklärt ¡ u gott hinauf. gebein, ihr noch sterblichen, nur ein? Es bleibt, es bleibt im grabe nicht: Denn jesus kommt und hält gericht. 263 2. Aus staube schuf ihn einst der herr. 2. Du wirst mein aufgelöst geEr war schon staub, und wirds nur mehr. Er liegt, er schläft, verwest, erwacht Dereinst aus dieser todesnacht. 3. Des frommen seele lebt bei gott, Der sie aus aller ihrer noth, Aus aller ihrer miſsethat Durch seinen sohn erlöset hat. bein, du verwesung, weit verstreun; Allein gezählt ist, wie mein haar, Mein staub, gott weckt mich wunderbar. 4. Hier hat ihn trübsal oft gebrückt; Nun wird er, gott, von dir erquict. Hier trug er jesu sanftes joch; Entschlief im tod und lebt doch noch. 5. Gott blieb er treu bis an sein grab, Nun wischt gott seine thränen ab. Was sind die leiden dieser zeit, Gott, gegen deine herrlichkeit? 7. Ach, jesu christ! dein bitt'rer tob Stärt uns in unsrer letzten noth! Laß unsre ganze seele dein, Und selig unser ende seyn. 3. Gott ist barmherzig, und verstößt Im tobe nicht, die er erlöst, Die nicht, für deren missethat Der mittler sich geheiligt hat. 4. Bei euch hat tribsal mich gedrückt, Nun hat mich gottes ruh' erquickt: Ich trug des heilands erquict: Ich trug sanftes joch, Entschlief im tod, und leb' doch noch. 5. Ihm blieb ich treu bis an mein 6. Nun, du erlöster, schlaf in rah'. grab; Nun wischt er meine thränen Wir gehn nach unsern hütten zu, Und ab. Was sind die leiden jener zeit, machen zu der ewigkeit Durch glaub' Gott, gegen deine herrlichkeit? und tugend uns bereit! 6. Nun laffet mich in meiner ruh' Und geht nach euern hütten zu; Schafft, daß ihr selig werbet; ringt Bis ihr euch auch der erb' entschwingt. Iniising 264 Register der Gesänge, nach dem Alphabet, und auf die Nummer der Bieder eingerichtet. Ach gott vom himmel fieb 216 Chrift, alles, was sich 566 Chrifte, bu lamm gottes 572 573 Dank sey dir, vater meines 119 Ach, gott! wir treten d Ach! fönnt ich doch mit deinen Ach, lieber gott! ich bitte dich Ach, fieb ihn dulden, bluten Ach, wann werd' ich von Ach wider dich, mein gott Allein gott in der höh' sey Allein zu dir, herr jesu christ Alle menschen müssen sterben Allen menschen und auch mir 276 Das glitd ist groß, das Das grab ist leer; deß Daß ich mich, mein gott Dein bin ich, gott; dein ist Deine leiden, gottes sobn Deines gottes freue dich 448 Dein heiland lebt 440 339 Allen, welche nicht vergeben Alles ist an deinem segen Allmächtiger, ich bebe Allmächtig- großer gott Dein heil hat heut, volf Dein heil, o christ, nicht zu Dein reich, o gott, ist herrlich Dein sind wir, gott, in Dein wille, herr und water Dein wort, o böchfter, ist n Den höchsten öffentlich Der am freuz ist meine liebe Der du alle deine werke Allwissender vollkommner geist Als in der krankheit schmerzen Also bat gott die welt geliebt Am freuz erblaßt, der marter Anbetung, lob und preis Anbetungswürd'ger gott An dich, mein gott, zu denfen Auch diesen tag hab ich Auf, christen, bringet preis Auf, christen, laßt uns unsern Auf, christen, preist mit mir Auf christi himmelfabrt allein Auf deine weisheit schauen Auf gott und nicht auf Auf, jesu freunde! frenet Auf meinen lieben gott Auf, o seele! werde munter Auf, schicke dich recht feierlich Aus deiner milden jegenshand Aus einem tief vor dir Aus freudigem gemitthe Befiehl du deine wege Befreit von allem fummer Begleite mich nach golgatha Begrabt den leib in seine Beherrscher himmels und der Bewahre mich, herr, daß der Bringt preis und ruhm dein 277 31 278 226 519 54 14 581 77 140 157 1 331 574 363 66 364 158 341 Der herr hat alles wohl 340 Der herr ist gott und keiner Der letzte meiner tage 159 342 533 82 Der du die liebe selber bist Der du selbst die wahrheit bist Der du uns als vater liebest Der du uns das heil errungen Der du uns mit deinem blute Der freuden füll' ist, gott 409 279 498 Der morgen kommt: und Der spötter strom reißt viele Der tag( das jahr) ist wieder Der woilust reiz zu widerstr. Des jahres schönheit ist nun Des leibes warten und ihn Des morgens erste stunde Des todes graun, des grabes 343 Dich bet' ich an, erstandner 534 Dich bitt' ich, gott, beweise 130 Dich bitt' ich, heiland alter 589 Dich, herr und vater35 Dich, höchster, ehrerbietig 308 Dich seh' ich wieder 142 Die auf der erde wallen 344 115 544 461 143 399 55 103 334 144 94 355 40 227 575 182 484 131 520 441 183 165 78 309 268 145 2 228 576 184 335 405 518 406 521 582 146 543 96 371 328 522 229 Die bahnt ist rauh, auf der Die feinde deines krenzes Die ihr christi jünger seyd Die linder, der wir uns Die krankheit, du gerechter Dir dank ich fitr mein leken Dir gott, dir will ich fröhlich Dir gott, sey preis und dank Dir hab ich mich ergeben Dir, milder geber aller gaben Dir, unserm gott, ist niemand Dir, vater, der du deinen Dies ist der tag an welchem Dies ist der tag den gott Du, aller menschen vater Du bester trost der armen Du bist ein christ, was Du bist, o unermeßlicher Du bist's, dem ehr und ruhm Du, der frommen beste Du, der lein böses thut Du, der menschen heil und Du, der voll blut und Du fühlst, o christ! das leiden Du führer, der mit treuer Du gab'st mir, ew'ger, dieses Du, gott, bist unsere Hülf' Du, gott, der unsere zuflucht Du, gott, du bist der berr Du gott und vater aller welt Du hast geſtiftet, herr Du hast, mein vater und Du, herr, bist meine zuversicht Du, herr der seraphinen Du, herr haft aus Du, herr und vater meiner Du flagst und fühlest die o Du läsfest, herr, und Register. 427 Ein milder regen sinfet 217 Ein ruhiges gewissen 199 Eins ist noth; o berr, dies 499 Ein starker schuß ist unser 577 Erbarm dich, berr! mein 372 Erbabner gott, was reicht 23 Erhalt uns, berr, bei d Erhalt uns, herr, die 56 422 Erhebt den herrn, ihr from. 545 Erhöhter jesu, gottes sobn Erbör uns, gott, wir fleben Erinnre dich, mein geist Er ist erstanden, jesus Er fommt, er kommt zum 455 Erlöser, der im staube 570 Ermuntere, feele, dich und 423 Es eilt der letzte von den 19 Es freu' der fürst des landes 373 Es ist noch eine ruh vorhanden 168 G8 ist vollbracht! ruft nach 61 E8 lag die ganze welt 105 Es wolle gott uns gnädig 132 Es zieht, o gott! ein kriegesw. 428 Es züchtigt deine hand 167 Ew'ge liebe mein gemütbe 418 571 Fern sev mein leben d Du liebst, o gott, gerechtigkeit Du, o herrscher, stiegst Durch dich, gott, bin ich Durch dich, o großer gottis Du schusst, von baterbuld Du stelltest dich zum mittler Du, vater deiner menschenk. Du weiser schöpfer aller wesentliches ebenbild Du willst, es herr, mein Du wollft erbören, gott 41 166 485 83 488 446 Geist vom vater und vom Gelobet seyst du jesu 382 Gelobt, gelobt jeyst du 502 Gelobt sebst du, berr 374 Gerechter gott! vor dein 523 Gern will ich mich ergeben 2 73 Getreuer gott, wie viel 332 Getrost und freudig geb ich 16 Geweiht zum christenthume 100 Gieb, gott wenn ich dir 400 Gieb, berr, daß bein theures 588 Gieb mir, o gott, ein berz Gott deine gnade sey gepreist Ein frembling bin ich in 269 Gott, deine gnad' ist unser Ein herz, o gott, tin 429 Gott, deine güte reicht Ein lamm gebt hin und trägt 120 Gott, deine weise macht 265 556 463 383 218 310 3 219 492 67 261 473 147 148 262 116 311 419 493 270 133 99 220 567 552 68 447 432 149 295 Fest glaub ich, daß, was 509 Freu dich! des herren 517 Freiwillig bast du dargebracht 496 Froblocke, mein gemütbew 345 Freblockt, ihr christen 346 Für alle güte sey gepreist Fürwahr, du bist, o gott 51 200 babil 230 Gedanke, der uns leben giebt 69 424 Gehorsam ist die beste i 337 169 84 568 201 20 231 30 232 198 393 474 442 106 151 536 42 85 464 356 43 min 266 Gott, dein unsichtbares wesen Gott, der an allen endeniu Gott, der du die menschen Gott, der du für uns beinen Gott der wahrheit dessen Gott res himmels und Gott, dessen hand die welt Gott, dessen macht des feuers Gott, deffen nam' ist wie Gott, dessen starte hand Gott, deffen weisheitsvoller Gott, dir gefällt kein gottlos Gott, dir sey mein dank Gott, du bist heilig und1 Gott, du bist von ewigkeit Gott, du hast in deinem sohn Gott, durch den wir sind Gott, durch welchen alle Gottes sohn ist fommen hoa Register. 95 Herr, der bu mir das leben 44 Herr, ber bu willig ale 449$ err der zeit und ewigkeit 70 Herr des himmels! starter 347 Herr, dir gelobt mein herzo 524 Herr, dir sey preis! ich glaub' 410 Herr, du bist meine zuversicht 560 Herr, du erforschest mich 357 Herr, du fährst mit glanz und 36 Herr, du hast in deinemsim 503 Herr, du tenneft mein 312 Herr, dit wollst sie vorbereiten Herr gott, did loben wir Herr gott, du bist die zuflucht Herr, hier siehst du uns Herr, hier steht unser hirt 482 Herr, höre mein gebät 465 Herr, ich bin bein eigenthum 86 Herr, ich bitte, stärke 71 Herr, ich hab' aus deiner Herr jesu christ, du höchstes Herr jesu christ, mein herr 546 Herr jesu, deine angst und 185 Herr jesu, gnadensonne 411 Herr jesu, meines lebens 425 Herr, laß mich doch Gott, hätte dein geliebter Gott hat in meinen tagen 504 Gott, heilig sey dein nam' und 324 Gott im himmel und Gott ist mein herr! auf Gott ist's, der das vermögen Gott kann allein das beste Gott, mache du mich selbst Gott, meine ganze seele Gott, mein vater, beine ( Sott forgt für uns Gett, unser frohe lobgesang Gott vater, an erbarmen Gott, vor dessen angesichte Gott werbe stets von dir Grabt mein verwesliches Großer gott, erhabnes Großer mittler, der zur Groß ist des höchsten güte Gut und heilig ist dein wille Heil deinem volte, dem Heil uns! aus unsrer Held aus davids stamm Herr, allerhöchster gott Herr, an dir hab' ich gesündigt Herr, deine allmacht reicht Herr, deine langmuth ist sehr Herr, deine rechte und Herr, deine sanftmuth ist Herr, dein gesetz, das du Herr, den die sonnen und Herr, der du alles giebst Herr, der du feinen je 500 62 11 170 163 384 Hilf mir, mein gott, hilf 297 Hoch am himmel steht die 280 Höchfter, denk' ich an die 18 Höchster tröster, komm 553 Hör unser gebät, geift des 189 450 Jauchzt unserm gott, er ist 190 510 394 Sch bin getauft, nach jesu 194 3 bin ja, herr, in deiner 537 202 ch armer mensch db bin ein christ, gott ifto 420 123 490 186 152 234 281 235 107 314 583 414 415 348 401 451 187 4 Herr, laß nach eitler ehre 45 Herr, mache meine seele stille 375 Herr, meiner seele großen 547 Herr, mein erlöser, der 569 Herr, mein licht, erleuchte 358 Herr, neige mein gemüthese 443 21 Herr, ohne glauben kann 57 Herr, sen gelobet, daß 590 Herr, stärke mich, dein Herr, unser gott, erbarme 160 Herr, vor deinem angesicht 376 Herzlich lieb' hab ich dich 338 Hier bin ich, jesu, zu 298 212 104 491 475 385 204 Hier ist mein herz, herr, 335 191 Silf, herr, laß es wohlgelingen 511 72 Silf, jesu, daß ich meinen 444 15 161 52 64 203 365 12 195 495 313 263 233 315 515 282 171 172 24 283 316 196 236 Ich bin mit deiner huld Ich bin, o gott, dein eigenth.. Ich denk' an bein gerichte Ich erhebe mein gemüthe Ich faffe, vater, deine hände Ich flehe, gott, von ewig m Ich freu mich der frohen zeit Ich freue mich, mein Ich fühle, daß ich sterblich Sch geb' einst ohne beben Ich glaub' an gott, den Ich hab' in gottes herz und Ich hab' in guten stunden Ich hoff', o gett mit festem Ich komme, friedensfürst, zu Ich komme, herr und Ich komme vor dein angesicht Ich komme vor dein anges., du 505 Ich preise dich, o herr Ich finge dir mit Herz und Ich finge meiner seelen Ich weiß, an wen mein glaub' Ich weiß, mein ende nahet Ich weiß, mein gott, daß Ich weiß, und bins gewiß Ich will dich, gott, im Ich will in stiller einsamkeit Jesu christ, durch deine Jesu christe, dessen wunden Jesu christe; wir sind Jesu, freund der menschenk. Jesu, meine freude Jesu, meiner seelen licht Jesu, meines Lebens leben Jesus christus hat sein leben Jesus lebt, mit ihm auch Jesus meine zuversicht Seßt sinkt die sonne nieder Ihm, der das licht entstehen In allen meinen thaten In unserm tummer fommen Ist auch ein gott? wer Ist gott für mich, so trete Ist nun auch meine stunde Kein lehrer ist dir, jeſu Klag nicht, mein herz Köstlich, o mein heiland Komm auf uns, o geist Komm betend oft und Komm, heiliger geist, erfüll' Komm, o komm, du geist Komm, schöpfer, komm Register 426 Kommt, Kinder, anzubeten 58 Kommt, laßt uns gott und 264 Kommt und laßt euch jesum 284 584 Laß deinen geift mich stets 285 Laß doch in meines 254 Laß doch, o jesu, laß bein 336 Laß mich des menschen 237 Laß mich doch nicht, o gott 255 Laß mich doch), o mein gott 32 Laß mich, höchster, darnach 349 Laß mich), o herr, in allen 430 Laß, vater, deinen guten 299 Laßt uns doch christo dankbar 300 Laßt unserm gott uns singen 205 Laßt uns mit ehrfurchtsvollem 359 Laßt uns unsern gott lobfingen Lebt christus, was bin Cho 206 366 Liebreicher gott, dein segensw. Liebster vater, ich, dein 46 Lob, chre, preis und dank Leb, ehr' und dank sey Lob sey dem allerhöchsten 301 238 47 Lobsinge gott, o christenheit 302 Lobsinge gott! dank, preis 585 Lobfinge gott, er schuf 506 Lobsinget gott und betet an 113 Tobt den höchsten, jesus 125 Lobt gott am frohen morgen 476 Lobt gott, ihr christen 207 386 Mache dich, mein geiſt 108 Mache doch der spötter 134 Man lobt dich in der stille 208 Mein auge sieht, o gott 153 Meine lebenszeit verstreicht 256 Meinen jejum laß ich nicht 538 Mein erlöser, gottes john 525 Mein erst geschäft sey preis 48 Mein ganzer geist, gott 555 Mein geist erstaunt, allmächt. 5 Mein glaub ist meines 303 Mein gott, auch dieser neue 239 Mein gott, dir ist bewußt Mein gott, du bist gerecht 101 Mein gott, du weißt am 317 Mein gott, du wohnest zwar 192 Mein gott, erschaffen hast 173 Mein gott, ich weiß wohl 360 Mein heiland, deine größe 477 Mein heiland lebt, er hat 174 Mein herz, ermuntre dich 175 Mein jefu, der voll schmerzen 267 489 561 318 109 329 221 395 416 286 459 319 176 117 377 87 88 154 548 287 174 565 89 79 33 37 25 155 526 90 402 304 367 49 240 387 110 527 271 378 466 528 65 558 350 325 403. 241 75 257 379 578 268 Mein jesu, du hast unsre Mein jesu für dein herz Mein jesus ist mein leben Mein jesus lebt, mach ich doch Mein jefum triumphiret Mein leben steht in gottes Mein schutz ist gott, ihn Mein bater und mein gott Mit dir geb' ich an mein Mit dir, o höchster friede Mit freuden laßt uns treten Nun habe dank für deine Nun ist der tag der seligkeit Nun ist alles wohlgemacht christenheit, sey hocherfreut O, daß doch bei der D, der du einst gestorben du, mein mittler und O gott, aus deinen werken D gott, bei dir ist heil und Register. 209 91| O jesu christe, gottes famm 126 jesu, bir sey ewig dank and 214 242 O jeju, jefu, gottes sohn yd 388 156 O jesu, wahrer frömmigkeit 162 D fönnt' ich dich, mein gott 243 lamm gottes, unschuldig 389 368 118 273 289 272 404 nelle der vollkommenheit 456 452 Nach deinem rath, o gott Nach dir verlanget mich Nach einer prüfung furzer Nach meiner seelen seeligkeit Nicht mürrisch, finster Nicht um ein flüchtig gut Nie will ich wieder fluchen Nimm gott, den wir Noch läßt der herr mich Schiltze die deinen, die nach Noch nie hast du dein wort Noch walle ich im thränenthal 586 Schwingt, heilige gedanken Nun bitten wir den heil'gen Nun bricht die finstre nacht Nun danket alle gott 177 Scaffet, schaffet, menschenk. Schicke dich, erlöfte 50 Schon ist der tag von gott 529 22 Seele, fomm zum golgatha Sebn wir nur trübsal gott, des gnadenvoller D gott, du bist die liebe O gott, du bist mein preis O gott, du frommer gott O gott, du kannst den himmel gott, erbarme väterlich gottes sohn, herr jeju D gott, ich preise deine O gott, sobald der tag erwacht D großer gott, du reines heil'ger geist, kehr' bei beil'ger geist, laß uns O herr, mein gott! ich D herr, wenn deine lehren O höchster, dessen kraft Djammervolle tage, da 351 O schrecklichs leid der ewigkeit 320 bater der barmherzigkeit 412 bater send' uns deinen geiſt welch' ein unschäßbares 467 512 O welt, siehe hier bein leben Dwie unaussprechlich selig 413 288 Preist, christen, mit 178 541 380 Sehr groß, herr, ist die 98 139 Seht, welch ein mensch! ach 213 Seht, welch ein mensch, wie Selig, gott! sind die, die Selig find des himmels erben e Seyd barmherzig, menschen 92 Sey hochgepriesen, herr 549 Sey lob und ehr' den höchsten 244 Seb, seele, stark und $ 11 121 Sey, weltversöhner, seynd 6 Sey zufrieden, mein 197 Sich'rer mensch, noch ist es 497 Sieh, gott und herr, wir in 26 Sie fommt, sie kommt, die 486 Singt unserm gott ein frohes 321 Sint ich einst in jenen 557 So fliehen unsere tage hin 507 So früh bringt, gott, mich 305 So gehst du, jesus, willig 59 Sohn, der uns verheißen war 516 Sohn gottes, eingeborner 179 So jemand spricht: ich liebe 180 So ist nach gottes rath und 478 So lang ich athme, gott 501 Sollten menschen, meine 479 Sollt' ich jetzt noch, da mir 562 So wahr ich lebe, spricht 559 So weit nur deine sonne 480 468 135 274 551 000 290 210 265 222 136 554 223 127 128 245 246 457 111 369 431 181 38 291 137 579 8 539 540 508 124 80 76 445 563 370 453 390 292 27 Wer durch dein Wort ift neu Wer gehorcht, ber thu's mit Wer gottes wege geht Wer gottes wort nicht hält Im gnade für die fünderwelt 138 Wer ist wohl wie du, Stifter Unendlicher, den keine zeit 13 Wer kann doch, großer gott Wer kann, gott, je was Wer nur den lieben gott Wer schuf die sonne und den Wer weiß, wie nahe mir Wer zählt der engel heere Wie flieht dahin der menschen 413 Wie getrost und heiter 224 Wie groß ist des allmächt'gen 211 Wie groß, wie angebetet iſt 381 Wie grundlos sind die tiefen 93 Wie heilsam ist doch, herr 433 Wie herrlich, jesu, starker 352 Wie mächtig spricht in meiner 102 Wie mannigfaltig find Tag, den mir der herr Trener gott, wir danken Unerforschlich sey mir immer Unschuld'ger jesu, was hast du Unwiederbringlich schnell Bat ater, den mein herz Berbittre dir dein leben nicht Berfloffen ist das alte jahr Verleih uns frieden gnädiglich Boller ehrfurcht, dank und Voll freud' und frommer Vom himmel ward der engel Bon dir, o vater, nimmt Bon gott will ich nicht lassen Borbild wabrer menschenliebe Register. Wach auf, mein herz, und Wacher auf! ruft einst Wachet auf vom schlaf, ihr Wann einst mein sterbend Wann, heiland, meine Wann ich einst von jenem Wann ich, gott, meinen geist Warum betrübst du dich Warum erbebst du, meine Warum sollt' ich mich denn Was gott thut, das ist Was hilft es mir, ein Was ich nur gutes habe Was ist der mensch, deff' Was ist mein leben auf der Was ist mein zeitlich Was ist's, daß ich mich quäle Was kann ich doch für dank Was soll ich ängstlich flagen Was sorgst du ängstlich für Weh' dem, der leugnet Welch glück, o gott, ist Wenn christus seine firche Wenn einst in meinem grabe Wenn ich auf gottes wegen Wenn ich, o gott, von dir Wenn ich, o schöpfer, beine Wenn mich die sünden Wer bin ich? wichtig ist vie 215 483 17 129 542 469 454 Wie sanft sehn wir den 530 Wie selig bin ich, wenn 258 Wie selig lebt ein mensch 266 Wie soll ich dich empfangen 248 Wie theuer, gott, ist deine 587 Wie ungewiß ist, herr 531 Wie viele freuden dant id 9 Wie wichtig ist doch der 434 Wie wird mir dann, mein 259 Wie wohl thust du, mein 435 Will mich, o gott, hienieden 436 Willst du der weisheit quelle 322 Wir, der erde pilger, find 396 Wir erscheinen heut vor dir 112 Wir freuen uns, herr jesu 437 Wir glauben an den eingen 407 Wir menschen sind zu dem 438 Wir sind in noth, laß uns 296 Wir singen, herr, von deinen 353 Wo find' ich gott, den meine 247 Wohlauf, mein herz, verlaß 10 Wohl dem, der beff're schätze 462 Wohl dem, der richtig 225 Wort, aus gottes munde 260 Wo soll ich fliehen hin 267 397 3eit, die ich seufzend zähle 39 Zu deiner ehr' bin ich erwacht 114 Zu dir, mein gott, der du 398 3ur grabesruh, entschliefeft 269 470 494 471 305 391 323 361 354 514 249 53 421 307 28 392 122 487 163 472 408 250 326 458 81 293 251 29 60 252 275 439 330 253 481 164 34 188 564 550 327 97 417 460 193 294 580 532 362 141 270 ONA NU 07 A 37 : da odbrodop 104 1907 300 301 Einige Gebete. 2008 1) Morgengebete. a. Längere Morgen- Andacht. and ads fest P₁.5, 4. Herr, frübe wollest du meine Stimme bören? frühe will ich mich zu dir schicken, und darauf merken. deine Gnade habe ich wieder biesen Tag erlebt, und mit dankbarem Herzen erkenne ich auch darin, wie viel ich dir schuldig bin. Daß ich mich durch den Schlaf erquickt, an meinen Kräften jetzo von neuem gestärkt, und durch den Anblick des Tageslichts und der sichtbaren Natur erfreuet finde: das ist dein Werk. O gieb, daß ich das mit Aufmerksamkeit bedenke, und ja deiner nie vergesse, dem allein ich mein Leben und dessen Erhaltung zu danken habe. Dein allmächtiger väterlicher Schutz war über mir, da ich, meiner selbst nicht bewußt, in unbesorgter rube lag: und nun stellest du mich in deine Welt bin, daß ich dich in deinen Werken sehen und bewundern und mit wiederhergestellter Munterfeit meine Geschäfte wahrnehmen kann. So läsfest du mich auch an mir selbst erfahren, daß deine Güte alle Morgen nen, und deine Treue groß ist. Nimm dafür, o mein Gott, das demüthige freudige Lob meiner Seele an. 190 Erhalte mich auch heute bei dem einigen, daß ich dich stets auf die rechte Art vor Augen habe, daß ich der christlichen Frömmigkeit und Tugend unverrückt treu bleibe, da ich doch auf feinem andern Wege ein wirklich zufriedenes Herz und wahres dauerhaftes Glück finden kann. ilf mir immer mehr zu einer richtigen leben digen Erkenntniß dessen, was zu meinem Besten dienet. Befestige in mir den I S Joubt omista Glauben an Jesum, meinen Heiland, feine Erlösung und Lehre, die so zu verlässig meine Seele, wenn sie darauf achtet, weise und gut macht. Stärke meinen Vorsatz, auch diese mir auf's neue geschenkte Zeit meines Lebens mit und treuem dir zu heiligen und die Bewahrung eines unverleßten Gewissens höher zu achten, als alles Irdische, was ich mir durch die Sünde verschaffen könnte. Entferne von mir alle gefährliche Versuchungen, zu welchen mein Beruf, mein Umgang, meine Verbindung mit Andern, auch selbst meine eigene nàtürliche Gemüthsart mir Gelegenheitgeben könnten; und wenn solche Versuchungen mir nahe kommen sollten, so stehe mir bei, o Gott! und unterstüße meine dann vielleicht wantende Seele durch den großen Gedanken deiner Gegenwart, deiner Wohltbaten und deiner Vergeltung; damit ich nicht von dir abweiche, nicht in Sünden gerathe, und mich nicht der tröstlichen Berubigung eines guten Gewissens und deines Beifalls beraube. mispi Gieb dein Gedeihen zu einem jeden dir wohlgefälligen Vorhaben, womit ich heute zu thun haben werde, und verleihe mir Muth und Kräfte, das recht auszurichten, was in meinem Stande und Berufe mir obliegt. Bewahre meine Gesundheit, mein Vermögen und meinen guten Namen vor Schaden. Walte mit deiner gnädigen Beschirmung über meine Angehörigen, daß uns der freudige Genuß deiner wohlthätigen Güte durch feinen Unglücksfall gestört werde. Soll ich aber auch, nach deinem Rath, beute meinen Antheil an den Bitterfeiten des Lebens empfinden und von Widerwärtigkeiten 1. Morgengebete. und Bekümmerniß befallen werden: so waffne mein gemülth mit der christlichen Standhaftigkeit und Ergebung in deinen Willen, mit dem findlichen Vertrauen auf dich, und mit der getrosten hoffnung einer bessern Zukunft, durch welche das Gefühl der Leiden so sehr gemildert, und ihre Last um so vieles erträglicher gemacht wird. Führe du mich, Herr, wie es dir wohlgefällt; denn du weißt beffer, was mir gut ist, als ich selbst. Zu dir, liebreicher Vater aller Menschen, der du auen gültig bist, und dich aller deiner Werke erbarmest, zu dir bete ich auch für alle diejenigen, die neben mir von deiner Gülte leben. Erfüille die Welt mit deinem Segen, der alles erfreuet. Segne unsern Landesherrn, sein Haus und seine Regierung, jur Sicherheit und zum Wohlergehen so vieler Tausenden. Breite über alle Stände und alle Ordnungen meiner Nebenmenschen deine Wohlthätigkeit aus, und wirke dabei die Gesinnungen in ihnen, daß sie darin deine Baterhand erkennen und desto dankbarer gegen dich werden mögen. Und so gehe ich, mein Gott und Bater, an die heutigen Pflichten meines Lebens, mit einem dir geweihten Herzen. Sey du mit mir, so werde ich sicher bleiben, und kein Uebel fürchten. Dies hoffe ich von dir nach deiner Barmherzigkeit, und nach der Verheißung, die du mir durch Sesum Christum gegeben hast. Amen! Klagl. Jerem. 3, 23. 24. Die Barmherzigkeit des Herrn ist alle Morgen neu, und deine Treue, o Gott, ist groß. Der Herr ist mein Theil, spricht meine Seele; darum will ich auf ihn hoffen. om b. Kitrzeres Morgengebet. Pf. 63, 7. Wenn ich erwache, so rede ich von dir. 271 Herzen für die Gnade, daß du mich auch diesen tag bast erleben lassen. Du bast mich die Nacht über beschützt und durch den Schlaf erquickt; und von dir habe ich die Munterfeit, mit welcher ich nun abermals die Vollbringung der mir obliegenden Pflichten übernehmen kann. Gieb mir dies so zu erkennen, daß es mir nie aus dem Sinn komme, wie ich dir ganz angeböre, und wie viel ich dir schuldig bin. Leite mich nun auch an diesem beutigen Tage mit deiner Gnade auf lauter guten Wegen. Bewahre mich vor aller Ungerechtigkeit und Sünde, die doch am Ende nichts anders, als das äußerste Elend nach sich ziehet. Mache mich wachsam und stark gegen die Versuchungen, die mir heute vorkommen könnten, damit ich nicht am Abend Vergebungen gegen dich, und Untreue gegen mein Gewissen, mit bitterm Schmerze zu bereuen habe. Gieb meinen rechtmäßigen Geschäften und Unternehmungen einen guten Fortgang, da ohne dein Gedeihen doch alle unsere Arbeit vergebens ist. Wende Gefahr und Unglück ab von mir und von denen, die mir angehören. Erbarme dich auch nach deiner väterlichen Güte aller Menschen, die mit mir deine Kinder sind, und laß die Welt deines Segens voll werden. Dir, mein Gott, übergebe ich also auch für heute mein Herz, mein Leben und meine Schicksale. Erhalte mich in deinem Wohlgefallen und in deiner Liebe, und laß dann alles, was mir begegnen soll, zu meinem Besten dienen. Du wirst mich gnädig erhören, wie du durch Jesum Christum mir verbeißen hast. Amen. Pf. 73, 23. 24. Ich bleibe stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, und leitest mich nach deinem Rath, und nimmst mich endlich mit Ehren an. Mehrere gute Gebete am Morgen sind in den Morgenliedern dieses Gesangbuchs von Nummer 519 bis Herr, mein Gott, du Erhalter und Wohlthäter meines Lebens, dir danke ich jego wieder mit erfreuetem 532 enthalten. 1. Morgengebete. 272 c. An Sonne und Festtagen, bei dem Morgengebete hinzuzufügen. Berleihe mir auch insonderheit, v Gott, die Gnade, daß ich mir den heutigen Tag nach deiner Absicht und zu meinem eignen Besten recht zu Nutze mache. Es ist Wohlthat für meine Seele, daß eigene Zeiten verordnet und bestimmt find, an welchen das Andenken an dich und die Sorge für mein geistiges Woh! stärker und feierlicher erweckt werden soll. Mache also den Eindruck davon in meinem Gemüthe auch heute so lebendig, daß ich mich von allen irdischen Zerstreuungen mehr, als sonst, losreiße; mit ernsthafter Ueberlegung meine Gedanfen zu diesem wichtigen Geschäfte sammle; den öffentlichen Unterricht aus deinem Worte mit Aufmerksam feit höre und annehme; bei der gemeinschaftlichen Anbetung mit meinem Nebenchriften mein herz, so viel lebhafter gerührt, zu dir erhebe; und in meinen eigenen Andachtsübungen und Betrachtungen ein ernstliches Nachdenfen auf mich selbst und auf meine wei tere Befferung richte. Laß mich auf solche Weise von diesem Tage wahren Segen erfahren, dessen ich mich in dem Wachsthum meiner Erkenntniß, in der Ermunterung meiner Gottseligkeit und 5) Ich will, so viel es sich thun läffet, in der Stärkung meines Vertrauens und meiner Hoffnung noch auf meine solche Gesellschaften, Verbindungen und Unternehmungen vermeiden, wo folgende Lebenszeit erfreuen könne. entweder ein äußerliches Vergnügen Heilige mich ganz dir und deiner zu leicht mein Gewissen betäuben, oder Berehrung, so werde ich glücklich eine Absicht auf zeitlichen Gewinn zu seyn und dir kafür danken in Ewig- leicht mein Herz verblenden, und mich feit. Amen. verleiten könnte, etwas zu reben oder zu thun, was mich hernach bittere Gott; darum ist es für mich höchst notha wendig, denselben nach seinem Willen und zu den Absichten zu gebrauchen, zu welchen er ihn mir gegeben hat. 1) Vor allen Dingen will ich mir deßwegen jego wieder den Gedanken tief und lebendig ins Gemüth prägen, daß Nechithun und Gottgefallen der Hauptzweck meines Lebens ist, weil ich pabei allein ein ruhiges Herz und eine freudige Hoffnung durch Jesum Christum, meinen Heiland, haben kann. 2) Ich will mich hieran diesen Tag über, so oft ich kann, auch während meiner Geschäfte, und unter den Umständen, worin ich mich etwa befinder mag, wenigstens mit einem kurzen ernstlichen Gedanken, zu erinnern suchen, damit es mir ja nie ganz aus dem Sinn komme, wezu ich in Welt lebe. Morgen. f. 25, 4. 5. Herr, zeige mir deine Wege, und lehre mich deine Steige. Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich; denn du bist der Gott, der mir bilft. Ich habe alles, und also auch die sen neuen Tag meines Lebens, von samkeit bedenken, was für Gelegenhei 3) Ich will zum voraus mit Aufmerk ten zu Verfündigungen in meinem Be rufe und in demjenigen, was ich mit andern Menschen zu thun habe, mir heute aufstoßen möchten! und ich will auf meiner Hut seyn, daß ich mich nicht zu etwas Bösem hinreißen lasse. 4) Besonders will ich über die Neigung meines Gemüths wachen, von welcher ich weiß, daß sie am meisten. in mir herrscht und am leichtesten mich übereilet. d. Nöthige Entschließungen am Neue kosten würde. 6) In den Verrichtungen meines Berufes will ich mit Treue und Fleiß arbeiten; nicht allein um meines eigenen Vortheils willen, sondern auch vernämlich aus der Betrachtung, daß es Gottes Ordnung und Wille ift, der mich zu dem Ende in diesen meinen Stand gesetzt hat, daß ich darin thätig und nützlich jepn soll. 1. Morgengebete. 7) Jeder Betrug in meinen Geschäften, jede Berückung meines Nächsten, jedes unrechtmäßige Mittel des zeitlichen Erwerbes, oder irgend einer andern zeitlichen Absicht, soll mir ein Abschen seyn, so sehr auch etwa das Urtheil und die Gewohnheit meines Gleichen solches, als etwas Erlaubtes, zu rechtfertigen scheinen mag. Denn Gott sieht mich, und ihm muß ich Rechenschaft davon geben. 273 12) Bei allem aber was mir Erfreuliches und Glückliches widerfähret, auch bei den gewöhnlichsten täglichen Wohlthaten der Gesundheit, der Ernährung, des Genusses von Speise und Trant, der Gemächlichkeiten des Lebens, die ich etwa genieße: bei dem allen will ich es mir immer mehr zur Gewohnheit machen, mit danfbarem Herzen an Gott, den gütigen Geber desselben, zu denken, weil das an sich selbst so billig ist, und weil zugleich dadurch meine Freude an solchen Gaben so viel reiner und rührender wird. 8) Bei allen meinem Verfahren gegen meinen Nebenmenschen soll mir die große heilige Regel vor Augen schweben: ihnen das zu thun, was ich mit Billigkeit will, das sie mir thun möchten. 9) Wenn mir heute ein Hülfsbedürftiger bekannt, oder in Erinnerung gebracht wird, so will ich mit herzlicher Willigkeit nach meinen Umständen und nach dem Maaße meines Vermögens, und durch eigene Mildthätigkeit, oder durch Fürsprache, Rath und Trost die Liebe an ihm beweisen, die ich, als Mensch und als Christ, ihm schuldig bin. 10) Sch will mich sorgfältig hüten, daß ich meinen Angehörigen, Hausgenossen, Freunden oder Anderen, mit welchen ich sonst umgehe, durch Worte oder Thaten keinen Anstoß gebe, damit ich nicht die schwere Verantwortung auf mich lade, ihnen eine Ursache zur Sünde und zum Berderben geworden zu seyn. Bielmehr joll es mir mit Ernst am Herzen liegen, wo ich kann, und wo irgend ein guter Erfolg davon zu hoffen ist, meinem Elende. Elende. Ich will mit durch meine Reden, Ermahnungen und Vorstellungen, wenigstens durch mein eigenes gleichförmiges, gewissenhaftes Verhalten meinem Nächsten zu seiner Besserung oder Befestigung im Guten beförderlich zu seyn. 14) Auch dies Heute wird bald nicht mehr seyn, und ist dann, was seine Dauer betrisst, unwiderruflich und auf ewig verschwunden. Nur die Folgen und Früchte davon, wie ich diesen Tag angewendet habe, die bleiben; es sey nun zum Guten, ober zum Bösen; zu meinem Glück, oder Gottes Hülfe dafür sorgen, daß es fein verlorner Tag, kein Tag des fünftigen Vorwurfs und eines schrekkenden Andenkens für mich seyn möge. 11) Vielleicht soll mich heute auch noch eine Noth und Plage befallen; und dann will ich mein Gemüth in Geduld und Gottergebenheit faffen, mit der festen Ueberzeugung, daß mein Vater im Himmel das, woran ich nicht durch eigene Thorheit und Sünde schuld bin, gewiß auch für mich zu etwas Gutem lenfen werde. Evangel. luth. 13) lleberhaupt will ich den seligen Gedanken von der beständigen Gegenwart meines Gottes so feste zu halten, und in meinem Gemüthe immer so nahe zu haben suchen, daß er bei jeder Gelegenheit bald in mir mertlich und rege werde, daß er mich in Gefahren der Versuchung warne und stärke! daß er mein Vergnügen reinige und erhöhe, daß er die Last der Leiden mir erleichtere, und daß ich also, gleichsam in seiner steten Begleitung, den ganzen Tag über so viel sicherer und froher wandele. Und du, allwissender und heiliger Gott, bist Zeuge dieser meiner Vorsäge; sey du aber auch mein Beistand sie zu erfüllen. Lehre mich thun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. Amen! $ ₁. 119, 5. O, daß mein Leben deine Rechte mit ganzem Ernst hielte. 18 innung ROHRID 274 91dspron 2) Abendgebete. usht a. Längere Abend- Andacht. 1. Sam. 7, 12. Bis hierher hat uns der Herr geholfen. das wahre Glück meines Lebens zerGieb störet oder vermindert habe. nicht zu, guter und heiliger Gott, daß ich unwissend und gleichgültig Stelle mir darüber hinweg gehe. vielmehr mein Unrecht so flar vor Augen, daß es einen tiefen, danernden Eindruck in meine Seele mache, und daß ich mit Rene und Schaam das betrachte, wodurch ich dir mißfällig und meiner eigenen Wohlfahrt schädlich geworden bin. Vergieb mir dann, nach deiner väterlichen Erbarmung die von mir begangenen Fehltritte, und laß den seeligen Trost des Glaubens an Jesum Christum, meinen Heiland, und an die Verheißungen seiner heiligen Lehre in mir lebendig werden, daß redliche Bereuung und thätige Umkehrung zu dir, für Niemand vergeblich seyn soll. Aber laß dann auch diese ernstliche Em pfindung meiner Schuld und deiner Gnade bei mir zu einem fräftigen Antriebe werden, immer treuen Eifer in meiner Besserung und Gottseligfeit zu beweisen; damit ich mich fa nicht zu meinem eigenen Schaden, in unfruchtbaren Abbitten berubige, du sondern vielmehr in den folgenden Wäre doch nur auch dieser Tag Tagen meines Lebens wirklich Früchte in allen Stücken so von mir ange- meiner Neue und meines besseren Vorwendet, daß ich mich deshalb mit saßes zeige. Mach mich aufmerksam einem ganz reinen und zuversicht auch auf die Mängel, die mir gerin lichen Herzen vor bir darstellen ger scheinen möchten; und lehre mich dürfte! Du, o Herr, kennest mich und so über mich selbst wachen, daß ich alle meine Wege. Du hast heute aus eigener glilcjeliger Erfahrung jeder Requita in meinem Gemüthe, jeder Absicht bei meinen UnternehVerhalten zugesehen, und untrüglich mungen, jedem Schritte in meinem Barmherziger Gott, ich komme erkannt, was darin gut oder böſe jetzt am Ende dieses Tages wieder ist: und also sind dir in dem hellsten mit Dank und mit Gebet vor dich, Lichte auch alle die Vergehungen und der du mir bis hierher geholfen, und Fehler offenbar, deren ich mich schulauch heute deine wohlthätige Güte dig gemacht, und wodurch ich, in so mannigfaltig bewiesen hast. Dein größerem oder geringerem Maaße, Auge hat über mich gemacht und deine Hand hat mich geleitet, daß ich vor Unglück bewahrt geblieben. Von dir ist mir Gedeihn und Fortgang in meinen Verrichtungen gekommen, indem du meine Gesundheit und meine Kräfte erhalten, mir Muth und Freudigkeit zu meinen Berufspflichten gegeben, und auch die äußerlichen Umstände zu meinen Rußen gelenfet hast. Dir allein habe ich auch jede angenehme Stunde und Empfindung zu danken, deren ich heute in dem Genusse der Gaben der Natur und in der Verbindung mit der menschlichen Gesellschaft froh geworden bin. Selbst die erquickende Ruhe des Schlafes, der ich mich jetzo überlassen will, ist deine Wohlthat, um mich durch erneuerte Kräfte zu demjenigen, was ich morgen zu thun habe, so viel geschichter zu machen. So sichtbar wird mir in dem allen, wenn ich es nur recht bedenken will, deine liebreiche Fürsorge: Und so viel Ursache habe ich, mit dankbarer Seele mich beffen zu freuen, was du an mir thust. Ja, mein Gott, dir will ich danken und deinen Namen lobsingen, der du so gnädig biſt. 2. Abendgebete. inse werbe, wie sehr jeder Wachsthum in der Lauterkeit und Unschuld des Herzens auch meine Zufriedenheit und Freude durch Jesum Christum vergrößert. Wer weiß, wie viel Zeit mir noch zu diesem Wachsthum im Guten übrig seyn mag! Ein Theil derselben ist auch schon mit dem heutigen Tage wieder vorbei; und so komme ich mit jedem zurückgelegten Schritte meiner irdischen Wanderschaft näher, wo die gegenwärtige Vorbereitungszeit auf höret und die vergeltende Ewigkeit anfängt. Gott, verleibe mir die Weisheit, das zu bedenken, und also auf die mir verborgene Etunde bereit zu seyn, da ich dir von dem Gebrauche meiner Tage Rechenschaft geben und die Folgen desselben erfahren soll. Erinnere selbst mich daran, wie leicht ein jeder Tag für mich der letzte seyn fann, und bewahre mich dadurch vor bent gefährlichen Aufschub der Sorge für meine Seele und voraller Verwahrlosung dieser meiner wichtigsten Angelegenheit. 275 P₁. 4, 4. Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; denn du, Herr, bilsest mir, daß ich sicher wohne. b. Kürzeres Abendgebet. B₁. 63, 7. Wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich att dich. Gnädiger Gott, unter deiner Beschützung und Leitung ist nun auch dieser Tag wieder von mir zurückgelegt; und ich beschließe ihn mit dem innigsten Danke gegen dich, für alles das Gute, welches du mir an demselben hast widerfahren lassen; für die mir erhaltene Gesundheit, für die Abwendung so manches, sonst möglichen Unglücks, für den gesegneten Fortgang meiner Geschäfte, und auch für die Wohlthat, daß ich mich nun einer erquickenden Ruhe überlassen kann. Das erkenne ich mit gerührtem Herzen, und freue mich deiner Glite. Siehe du aber auch mit Langmuth auf die Fehler, mit welchen ich an dem heutigen Tage mein Herz und mein Leben etwa befleckt habe und mache sie in meinen eigenen Augen so offenbar, daß ich sie mit ernstIn dieser Gesinnung und in dem licher Empfindung bereue, und mit Bertrauen auf deine Barmherzigkeit treuer Gewissenhaftigkeit fürs tünfsuche ich nun die leibliche Rube. Du, tige vermeide. Laß mich dann mit Allmächtiger und Allgütiger, wachest Freudigkeit Antheil haben an der über mich während der Zeit, da ich Vergebung der Sünden und an deizu meiner Beschüßung selbst nichts ner Guade, welche auch mir dein vermag. Nimm mich auch diese Sohn Jesus Christus, durch seinen Nacht über in deine väterliche Auf- Tod verschafft, und durch seine heilige sicht und Beschirmung. Wende Ge- Lehre versichert hat. fabr, Schrecken und Unglücksfälle ab von mir und von den Meinigen, von diesem Orte und von allen Menschen. Laß einen sanften gesunden Schlaf mir zu meiner Erholung und Erquickung gereichen; und laß mich morgen mit neuem Danke gegen dich, mit neuen Vorsätzen zur christlichen Rechtschaffenheit und mit neuer Thätigkeit zu meinen Geschäften fröhlich wieder ermachen. Deine Gnade sey mit mir jetzt und immerdar. Amen! Gieb mir, da wieder ein Tag dahin ist, hierdurch einen neuen lebendigen Eindruck von der schnellen Flucht meiner Lebenszeit, und hilf mir, einen jeden Theil derselben ſo anzuwenden, daß ich auch vor dem letzten meiner Tage, der vielleicht bald und unvermuthet kommen mag, nicht erschrecken darf. Darauf lege ich mich nun auch jetzt getrost zur Ruhe und übergebe mich, die Meinigen und alle Menschen deinem allmächtigen väterlichen Schuße. Wache du über mich mit deiner Liebe, so wird kein Verderben mich treffen; und wenn ich morgen erwache, soll mein Herz wieder mit 18* 276 Freuden deines Preises voll seyn. Segne mich, mein Gott und Bater nach deiner ewigen Güte, um Jesu Christi, meines Erlösers, willen. Amen! Pi. 40, 12. 3. Tägliche Erweckung zum frommen Sinn Laß deine Güte und Treue mich alle Wege behüten. a. Zur Prüfung am Abend lese man das Lied in diesem Gesangbuch Nr. 535: Der Tag ist wieder hin zc. Auch mehrere gute Abendgebete find enthalten in den Abendliedern dieses Gesangbuchs von Nr. 533 bis 542. 4202 3) Tägliche Erweckung zum frommen Sinn and Wandel vor Sott. Vertrauen auf Gott und rechtmäßige Gesinnung gegen ihn. meiner Seele, zuläsfest, daß ich nac so unermeßlichen, unaussprechlichen, unzähligen Wohlthaten, die du mir erwiesen hast, in irgend eine vorsätzBarmherziger Vater und Schöpfer liche Sünde gegen dich falle; oder der Menschen, von dir allein muß daß meine Andacht und Christentuich alles, was zur Nahrung, Be- gend einige Abnahme leide: so nimm kleidung und Erhaltung meines Lei- mir lieber, so bitter und peinlich es bes und Lebens, und überhaupt zu mir auch immer seyn mag, meine Gemeinem ganzen Glücke in Zeit und sundheit, meine Bequemlichkeit, mein Ewigkeit nothwendig und ersprießlich irdisches Vermögen( meine Ehrenstelist, erwarten; und ich kann dies len in der Welt); und belege mich auch, nach deiner gnädigen Zusage, dagegen mit schmerzhafter, langwiebei einem redlichen Gehorsanı gegen riger Krankheit, bitterer Armuth, deine( esetze erwarten. In deine unschuldiger Berachtung, und andern allmächtigen treuen Vaterhände lege Leiden dieses bald, bald vorübereiich daher alles, was du mir von lenden Lebens. Nur bitte ich dich irdischen Gültern, an Bequemlichkeit, inbrünstig, laß mich nicht meine Lei Vergnügen und Ehre verliehen hast, den etwa durch Unmäßigkeit, durch in Demuth nieder. Dank sey dir, Lieblosigkeit, oder sonst eine VerBater! für den fröhlichen Genuß, letzung meiner Pflichten selbst verurden du mir davon bisher, wider alles sachen. Und wenn dann ein Leiden mein Verdienst, geschenkt bast. Durch aus deiner Hand über mich fommt, deine Gnade will ich mich bereit hal- oder auch etwa durch meine Schwachten, dies alles, wenn du es befiehlst, heit verursacht würde: so laß es freudig wieder hinzugeben. Ja, ich mich, nach deiner váterlichen Absicht, bitte dich herzlich, laß mir alle meine in der Beherrschung aller unordentirdischen Vortheile nicht einen Augen- lichen Begierden, in dem himmlischen blick länger, als es mit Bewahrung Sinn, in der allerseligsten Kunst, und Stärkung meines Glaubens und deinem Willen schlechterdings zu dem guten Gewissens bestehen kann. Laß meinigen zu machen, befestigen und feinen meiner Wünsche, wovon du, stärken, und meiner Seele die himmnie irrende Weisheit! einsiehest, daß lischen Früchte einer festgegründeten er thöricht ist, und meiner unsterb- und geübten Tugend geben. Laß lichen Seele zum Fallstrick und Ver- mich auch auf den Fall vorbereitet derben gereichet, erfüllt werden; son dern vereitele sie alle. Ehe du, o Vater seyn, wenn du von mir, für den Dienst der Wahrheit und der Tugend und Wandel vor Gott. 277 b. Demuthsübung. meine irdischen Vortheile( meine Gü- nen Wünschen und Hoffnungen, bei ter, mein Amt, meine Ehrenstellen, allem meinem Thun und Bornehmen und selbst mein Leben) zum Opfer mit meinem Erlöser sage: Gott, nicht fordern, und mich in die Umstände mein, sondern dein Wille geschehe! führen sollteft, wo ich, um ein un- daß ich allzeit und unter allen Umberlegtes Gewissen zu bewahren, ständen dich findlich fürchte, liebe und meine Vorzüge und Beqeuemlichkeiten dir vertraue, und mit deiner väteraufgeben, und mich drückenden Um- lichen Regierung immer zufrieden, ständen blosstellen müßte.- So soll ruhig und dankbar bin. Amen. denn von nun an alles, was irgend einer Verdrießlichkeit oder mürrischen Klage über deine Regierung| ähnlich sieht, mir abscheulich und aus meinem Herzen und Munde ver- Durch deine Gnade, du heiligstes bannet seyn. Dagegen will ich mich und vollkommenstes Wesen, will ich es treulich bestreben, alle Mühseligkeiten stets zu meinen Hauptgeschäfte madieses Lebens, die Beschwerden eines stechen Leibes, und was du mir sonst an andern Trübsalen hinzufügen möch teft, nicht allein mit demüthiger Ergebung in deinen Willen, sondern auch als Erhörung meiner frommen Gebete, und als wahre Wohlthaten mit einem dankbaren und heitern Herzen zu tragen, und zu meiner immer größern Reinigung und Bes serung anzuwenden. Auch will ich mich befleißigen, ein aufgeräumtes freundliches Wesen im Umgange mit meinen Nebenmenschen immer mehr anzunehmen, um dadurch deiner göttfichen Regierung in der Welt Ehre, und meinen Nebenmenschen Freude zu machen. Wie viel tausendmal habe ich dir, mein Gott! zu danken Ursache gehabt, daß du ehedem diejenigen Wünsche vereitelt, diejenigen Absichten mich nicht hast erreichen lassen, die mir damals so angenehm waren, und mir zu meinem Wohl unentbehrlich schienen! Hättest du mich das vermeinte Glück erlangen lassen, Das ich so ängstlich und rastlos suchte; hättest du mir die Vortheile gewähret, die ich als mein Glück so sehnlich wünschte; so wäre mein gan zes irdisches und ewiges Wohl zernichtet. Dies seh ich jetzo ein, da der Ausgang deiner weisen und gütigen Führung vor mir liegt. D! dies stärke mich; daß ich schlechterdings keinen anderen Willen habe, als den deinigen; daß ich bei allen mei dhen, meine Seele von allem Unflat des für mich so thörichten, und dir so abscheulichen Stolzes zu reinigen. Ach! noch immer ist in meinem Herzen ein so trauriger lleberrest dieser schändlichen und schädlichen Gemüthsart und der ehemaligen bösen Gewohnheit und Fertigkeit, vorhanden, der mich an der Ausübung der Tugend so sehr hindert, und mich in so manche, und selbst grobe Fehltritte stürzt. So will ich denn( du Gott, einziger Geber aller meiner Kraft zum Guten, wirst mir helfen!) so will ich denn mir die Betrachtung und Empfindung immer gewohnter, geläufiger und kräftiger zu machen suchen, daß ich alle meine Kräfte und Gaben nur von dir empfangen habe: daß ich sie nur dazu empfangen habe, um dadurch Vergnüigen, Ruhe und Wohlfahrt in deiner Familie, unter meinen Nebenmenschen auszubreiten, und daß ich folglich ein schändlicher Rebelle in deinem liebevollem Reiche werde, wenn ich eine deiner Kräfte und Gaben dazu mißbrauche, irgend einen deiner Menschen ohne Noth und Recht zu fränken, zu betrüben, zu beleidigen und zu beschädigen. Ich will es oft erwägen, daß ich nur eine gar sehr geringe Brauchbarkeit in deinem Dienste habe, vielleicht auch durch Nachlässigkeit und Trägheit schuld daran bin; und daß hingegen so viele hundert meiner Nebenmenschen viel 278 3. Tägliche Erweckung zum frommen Sinn meines Herrn, ach, diese Zierde meiner Seele, und diese Grundlage aller meiner Tugenden, laß immer mehr mein Eigenthum werden. Dave um bitte ich dich um Jesu Christi größere Kenntniße und Geschicklich| sonders berer, die sich mit mir um feiten besitzen, und deinem Reiche einerlei Sache und Vortheile bewerweit mehrere und wichtigere Dienste ben, fliebe; so wie die übergroße leisten. Ich will es nie vergessen, Begierde nach Ruhm und Beifall vor daß der Tabel und die Widersprüche, der Welt; damit sie alle Regungen die ich von Andern erfahre, in dei- eines gebieterischen und auffahrenden ner Hand Segnungen werden, und Wesens, sogleich mit unerbitterlicher Mittel sind, meine Einsichten zu Strenge aus meiner Seele verbanne. berichtigen, meine Handlungen zu O Vater! jene uneingeschränkte, une beffern und manche Tugenden zu verbrüchliche Unterwerfung unter dich, üben. Oft will ich es meinem Ge- jene bescheidene Meinung von mir müthe vorhalten, daß die wahre Ehre selbst, und jene liebevolle Beurthei nicht in den meist leichtsinnigen, ver lung und aufrichtige Werthschätzung änderlichen und nichts bedeutenden meiner Nebenmenschen erhalte und Urtheilen der Welt, sondern nur in vermehre täglich in mir; jene chriftdem Ruhme vor dir, und in deinem liche Gelaffenheit bei den auch unge Beifall besteht: und insbesondere soll rechten und bittern Widersprüchen es mir nie aus dem Sinn kommen, und Tadel Anderer; jener sanfte, daß ich durch mein ehemaliges sünd- nittliche menschenfreundliche Gebrauch liches Leben, und durch meine noch aller meiner Kräfte und Gaben; diese immer fortdauernde große und vielächte Demuth deines Sohnes und fältige Mängel, Schwachheiten und Fehltritte, von dir nicht allein gar nichts Gutes, sondern vielmehr Strafe verdiene. Ach, wie würde es mit mir stehen, wenn du mit mir nach Gerechtigkeit, ohne Erbarmung ver- willen. Amen! fahren wollteft! Herr mein Gott! thue du durch deine allwaltende Vorsehung, sollte es mich auch die tränkendsten Urtheile und Verachtung meiner Nebenmenschen kosten; thue alles, so bitter und peinlich mir es immer seyn mag, um diesen Unter der Aufsicht deiner schützenStolz, den ich hasse, aber doch noch den Vorsehung, mein Gott und immer so sehr in mir fühle, zu Bater, und unter dem Einfluß deischwächen und allmählich mit der ner herzlenfenden, bessernden Kraft, Wurzel auszurotten. Gieb jenen Be- will ich zu allen Zeiten meine christe trachtungen die Kraft in meinem liche Mäßigkeit und Keuschheit zu Herzen, daß ich dadurch alle Re- bewahren und zu stärken trachten. gungen der Unzufriedenheit bei den Alle Gelegenheit zu jenen unwür Trübsalen meines Lebens, alle Re- digen, schimpflichen, viehischen- gungen einer aufblähenden Meinung sten; alle neugierigen Anblicke, und von meinen Einsichten, Gaben und allen unvorsichtigen Genuß der Nah Vorzügen; oder einer verächtlichen rung will ich mit aller Sorgfalt, Meinung von meinen Nebenmen- aber auch mit aller christlichen Klugschen, und insbesondere von denen, heit zu vermeiden suchen. Da, wo die mit mir in einerlei Geschäften ich diesen Gelegenheiten und Gefah( oder Amte) arbeiten, mit Ernst ren nicht ausweichen kann, ohne unterbrücke; die Unleidlichkeit bei mich in Nengstlichkeit, Muthlosigkeit, den Widersprüchen und dem Tadel Bestürzung und öftere Versuchung zu Anderer, und alle verächtliche Beur- setzen, oder irgend eine meiner Pflich theilung meiner Nebenmenschen, be- ten zu vernachlässigen oder zu über c. Um Keuschheit und Mäßigkeit. und Wandel vor Gott. 279 treten! ba will ich ihnen getroft und Borsicht, Selbstbeherrschung und Ents muthig entgegen geben, und suchen, mich daran zu gewöhnen, und die gefährlichen Eindrücke davon auf meine Seele zu verringern. Du, allwissender Bater! der du weißt, daß ich es nicht aus Selbstvermessenheit oder Kühnheit thue, sondern in der frommen Absicht, deinen Willen desto beffer, leichter und freudiger zu üben: du wirst mich gewiß mit deiner Gotteskraft da nicht verlassen, und mich der Sünde zur Beute nicht hingeben. Mit einem demüthigen herzlichen Danke nehme ich zu meiner Stärkung die trostvolle Zusage deines Evangelii an, daß du die unwillkürlichen Regungen dieser und anderer mir abscheulichen Gedanken und Begierden, die ich hasse, bekämpfe, und zu verhindern suche, mir um Jesu Christi willen gar nicht zu rechnest; hingegen jeden treuen Kampf bawider mit einem höhern Grade deines Beifalls und Baterliebe belohneft. Hierdurch gestärket, will ich alle muthlose Furcht und Aengstlich feit ihrentwegen verbannen, und sie übersehen und verachten; aber auch burdh deine Guade, mein Gott, ibnen nicht den geringsten Aufenthalt in meiner Seele gestatten, sondern sie augenblicklich durch Gebet, durch Nachdenken und Betrachtung, oder auch durch heilsame Beschäftigung, mit Haß und Abschen in ihrer ersten Geburt ersticken; und diesen treuen, eblen, christlichen Glaubenskampf, mit unverbrüchlicher Trene fortsetzen, erquickt und gestärkt durch das fröh liche Bewußtseyn: daß du der liebevolle Zeuge und Richter desselben bist. Und so will ich mich von ganzen Herzen bestreben, daß ich dir heute und jederzeit mit einer ganz unbefleckten Reinigkeit der Seele, der Rede und des Wandels diene, und dir durch Jesum Christum wohlgefalle. Auch bitte ich dich um die Gnabe, mich so zu regieren, daß ich die Speisen, den Trank und die Nahrungsmittel, die deine Baterliebe mir schenken wird, jederzeit mit aller baltsamkeit zu mir nehme, damit ich ia nicht deine Geschenke schändlicher weise mißbrauche, noch meine christliche Arbeitsamkeit, Andacht, Keuschheit, und andere Tugenden deines Gesetzes, hindere und mir selbst Mit solcher christlichen erschwere. Mäßigkeit will ich denn trachten, dein fostbares Geschenk, meine Gesundheit und Leben, zu erhalten und zu benutzen. Ich will dir meine herzliche Dankbarkeit für deine väterliche Fürs sorge zu beweisen, und meine Andacht und christliche Tugenden auf eine eble Art zu bewahren und zu üben suchen. Lehre mich, Vater, eben solche Mäßigkeit auch in dem Gebrauche aller deiner andern irdischen Güter, aller auch unschuldigen Vergnügungen des Lebens, die bu mir gönnest. Ich will fie besitzen und genießen mit dem lebhaften Gefühl der Geringfügigkeit und Vergänglichkeit aller, auch der besten irdischen Güter, und mit der standhaften Entschlossenheit, sie auf deinen Befehl in deine wohlthätige Baterhand gern zurück zu geben. Ich will fie besitzen und genießen als ein Christ, der unendlich bessere Güter kennet, und für eine selige Ewigkeit arbeitet. Stehe du mir dazu bei, um Jesu, meines Erlösers, willen. Amen. d. Um brüderliche Liebe, Mitfreude und Mitleid. Liebreicher und gnädiger Gott und Schöpfer deiner Menschen, unendlich gültiger und wohlthätiger Regent der ganzen Welt! jedes rechtmäßige Vergnügen meiner Nebenmenschen ist ein Geschenk deiner allgemeinen Vaterliebe: Neid, Mißgunst, schadenfrohes Wesen machen mich folglich zu einem Rebellen in deinem liebevollen Reiche. Durch diese feindseligen Leidenschaften werde ich den niedrigsten und unwürdigsten Geschöpfen, ja dem Teufel und seiner höllischen Gesellschaft ähnlich, und 280 3. Tägliche Erweckung zum frommen Sinn. in den allerunseligsten Zustand gestürzt, besonders derer, die mit mir einerlei wo ich, ohne Gotteslästerung, von dir Stand, Amt und Vortheile haben, als keine Gnade und Antheil an dem Ver- mein eigenes Vergnügen mitFreuden zu dienste deines Sohnes erwarten kann. empfinden: vornemlich aber da, wo es Weit, weit größere Ehre und Freude meinen eigenen irdischen Ruhm und schaffet es mir, wenn ich mit Selbst- Ehre verdunkelt, und meine irdischen überwindung das Vergnügen meiner Vortheile verringert. Auch da will ich Nebenmenschen empfinde, als wenn ich mich bestreben, ihr Bestes auf alle mir den glänzendsten Rubin, und den lau- mögliche Art zu suchen, zu befördern, testen Beifall der ganzen Welt erhielte. durch gelegentliche, rühmliche Urtheile, Und je mehr Selbstüberwindung mir Warnung vor Schaden, und Vereitlung diese Tugend fostet, desto edler und böser Anschläge gegen sie, oder durch wichtiger ist sie, nach deiner liebreichen nützliche Rathschläge, Nachrichten und Schätzung; und allen den Verlust, den Empfehlungen, oder auf andere mir ich je an eigenem irdischen Ruhme, Be- mögliche Art und Weise; auch wenn quemlichkeit, und andern Gütern der das Gespräch hierauf in Gesellschaft Erde leiden kann, ersetzet sie mir durch fällt, so will ich durch gefliffentliche den höhern Grad deines Beifalls und Fortsetzung desselben meinen Neid zu Baterliebe unendlich. Durch diese Be- fränken, und meine brüderliche Ge trachtung gestärkt, will ich mir denn mithsart zu stärken suchen. Herr, mein jene höllischen Leidenschaften, Reid, Gott! bilf mir auch hierin die trauriMißgunst und Schadenfreude, immer gen Ueberreste meines ehemaligen bösen verhaßter und abscheulicher machen, und unchristlichen Lebens immer mehr versie, wenn sie sich in meiner Seele regen, nichten. Gieb mir Gegenwart des Gemit aller Macht daraus verbannen. müths und Weisheit, daß ich dieſe Hingegen will ich mich immer mehr an Christen- Tugend nicht blos zur Hälfte eine zärtliche, christlich- brüderliche ausüibe; nicht blos mein Herz vom Theilnehmung bei der Noth meiner Ne- Neide reinige, sondern auch die, noch benmenschen zu gewöhnen suchen; sie so sehr schwache, zärtliche Mitfreude als die meinige ansehen und fühlen, sie stärke, und die Mittel dazu immer auf alle mir mögliche Art, mit Geld, besser erkenne, und treuer anwende. durch thätigen Beistand, und vornerlich| Um Sesu Christi, deines Sohnes, des mit meinen Kräften und Gaben, zu größten Menschenfreundes willen, bitte erleichtern oder zu endigen suchen; und ich dich hierum. Amen. mich in die Bereitschaft. versetzen, fie ihnen, wenn es deiner Weisheit so gefiele, abzunehmen, und an ihrer Stelle zu tragen. Zu diesem Ende will ich, so viel immer möglich ist, keinen Armen, der sich an mich wendet, gehen lassen, ohne ihn selbst zu sprechen. Kann ich ihm gleich nicht helfen, so kann ich ihm doch vielleicht Muth und Troft einsprechen; oder er hilft mir durch diesen Anblick seiner Noth, daß ich dankbarer gegen dich, meinen wohlthätigen Bater, der du mich, ohne mein Verdienst, mehr als ihn beglücket hast, und mitleidiger gegen deine Menschen werde. Insbesondere aber will ich mich, weil mir dies am schwersten wird, immer mehr befleißen, jedes rechtmäßige Vergnügen meiner Nebenmenschen, e. Um Nachsicht, Sanftmuth, reutseligkeit und Langmuth. Wo ist ein solcher Gott, wie du bist, der mit den Sündern nicht nach Verdienst verfährt, und die so oft wiederholten Fehltritte und Schwachheiten der Menschen mit unbegreiflicher Geduld und Schonung trägt! O laß mich doch, mein Gott! durch die dankbare Erinnerung des unermeßlichen Reichthums deiner Langmuth, Batertreue, Nachsicht, Herablassung, Leutseligkeit und Freundlichkeit, welche du mir um Jesn Christi willen immerfort schenfest, erweckt und gestärkt werden, mich von aller auffahrenden Heftigkeit, Ungeftilm und Wandel vor Gott. 281 und Hitze zu reinigen, die einem Unter- Kleinigkeiten zu bemerken, und mit aller than und Kinde des so herablassenden freundlichen Gottes, und einem Erlöjeten des so sanftmüthigen Heilandes äußerst, äußerst schimpflich ist. Laß mich täglich erwedt und gestärkt werden, diesen bösen Regungen mit aller Wachsamkeit den Eingang in meine Seele zu verschließen; und wenn sie sich da einfinden, mir alsdann keine Rede und That eher zu erlauben, bis ich die Sache dir im Gebet vorgetragen, und mir da eine dir gefällige Art des Verfahrens vorgeschrieben habe. Ja, mein Gott! unter deinem Beistand will ich mich als ein Christ befleißigen, sowohl bei den Unordnungen und Bergehungen derer, die mir untergeben sind, als auch bei allem dem, was mir an meinen Nebenmenschen muangenehm und verbrießlich ist, mich an eine immer gröBere Nachsicht zu gewöhnen. Ich will mich bemühen, die nöthigen Erinne rungen, Verweise oder Bestrafungen, die ich Ändern zu geben habe, mit einem sanften und leutseligen Wesen zu geben; und in der Belehrung und Besserung der Irrenden und Fehlenden nie zu ermüden; aber ich will auch, so viel immer möglich, die sanften Mittel den strengen vorziehen; und überhaupt so sanft gegen andere seyn, als strenge gegen mich selbst. Dazu bilf mir durch dein Beispiel und dein Wort um deiner unendlichen Güte willen. Amen! Treue und Lust ins Werk zu richten; und dies will ich thun, nicht etwa aus Schmeichelei und Menschengefälligkeit, sondern durch die edle Begierde, dir, mein Gott, ähnlich zu werden; und deine Menschen aufs möglichste zu vergnügen, will ich mich antreiben und erwecken lassen, nicht allein in großen und wichtigern Dingen, sondern auch in Kleinigkeiten giltig, sanft und freundlich zu seyn, und andern wohlzuthun auf die gefälligste Weise. Dies soll raich antreiben, die Ehre meiner Nebenmenschen mit der größten Zärtlichfeit zu behandeln, und allezeit wobl eingedenk zu seyn, welche schmerzende Kränkungen Andern durch die Verletzung ihrer Ehre und guten Namens verursacht werden; den großen Zweck, zu vergnügen und wohlzuthun, will ich stets vor Augen haben. Das, das ist Ehre, Ruhm und Glück für mich, einen Christen, der berufen ist, Segen von dir zu empfangen und Segen unter deine Menschen zu verbreiten. O Gott! laß mich dies bei feiner Gelegenheit vergessen, und erböre mich um Jesu Christi willen. Amen! f. Um christliche Gefälligkeit und Freundschaft. Alles das, mein Gott! was irgend einem meiner Nebenmenschen, ohne Noth und Recht, nur einen mißvergnügten Augenblick verursacht, will ich mir immer verhaßter und abscheulicher zu machen, und alles mürrische, verdrießliche und unfreundliche Wesen immer mehr und mehr abzulegen juchen. Dagegen will ich mich( hilf du mir felbst dazu!) immer mehr gewöhnen, alles, was irgend einem meiner Rebenmenschen ein rechtmäßiges Vergnügen und unschuldige Freude macht, auch in g. Um christliche viebe gegen Feinde. Sollten mir auch, o Gott, unter deiner allwissenden und väterlichen Vorsebung, Beleidiger, auch grobe Beleidiger und Feinde begegnen: o so will ich aus herzlicher Dankbarkeit für deine ganz unermeßliche Gnade, auch meinen ärgsten Feinden sogleich und von ganzem Herzen vergeben, da du mir solche Beleidigungen um Jesu Christi willen vergeben hast, gegen welche auch die gröbsten Feindseligkeiten der ärgsten Bösewichter gegen mich wie nichts zu rechnen sind. Ich will auch meinen ärgsten Feinden aus eben dieser Ursache alles Gute aufrichtig gönnen und anwünschen: jeden mir möglichen Dienst ihnen gerne leisten; und nach dem Muster meines Herrn Jesu Christi, durch Wohlthun und Liebe sie zu bestegen trachten. Diese 282 3. Tägliche Erwedung zum fremmen Sinn Gesinnungen, barmherziger und verzei-| will ich wachsam auf den Beruf und die hender Gett! Verleihe, erhalte und Gelegenheit seyn, bie du mir giebst, befestige in mir, zur Ehre deines Naver der Welt ein dankvolles Bekenntniß mens und deiner heiligen Religion, meiner unendlichen Verpflichtung gegen und zu meiner eigenen Ruhe und deine Religion, und das göttliche, ewig Seligkeit. Amen! i theure Verdienst meines gefreuzigten Heilandes abzulegen. Bei allen schicklichen Anlässen will ich es meinen Nebenmenschen sagen, daß ich alle meine Gewissensruhe, alle meine Kraft, Licht und Stärke zum Anfange in der Tu gend, alle Freuden dieses Lebens, allen Trost im Tode, alle frohe Aussichten jenseits des Grabes nur dem Verdienste Jesu zu danken habe; und hierdurch will ich suchen mich und meine Neben menschen immer mehr zur ehrfurchtsvollen tiefen Werthschägung und treuen Ausübung dieser ewig, ewig ersprießlichen Religion zu erwecken. Verleihe mir dazu Kraft und Gnade, Gott der Wahrheit und meines Heils! um Jesu Christi willen. Amen! h. Um Heiligkeit der Reden und des ganzen Betragens. Laß mich, o Gott, stets bedenken, daß auf mein Verhalten im Umgange mit andern Menschen so viel ankommt, und daß üble Reden nicht selten, eben so viel Unheil stiften als üble Thaten. Gieb! daß ich mich daher bei meinen Reden und in meinem ganzen Betragen sowohl bei den Geschäften meines Standes( und Amtes), als im Umgange mit Andern, einer sorgfältigen Ueberlegung immer mehr befleißige. Laß mich da, nach dem Mufter deiner Treue und Wahrhaftigkeit, die allerstrengste christ liche Aufrichtigkeit üben, und mir nicht Vergebungen, Thorheiten und Laster meiner Nebenmenschen. das geringste unwahre Wort gestatten. i. Um christlichen Gebrauch der Laß mich auch über mein Herz fleißig wachen, daß nicht etwa der Anfang der Heuchelei sich bei mir einschleiche, das zu scheinen, was ich nicht bin, oder es mehr zu scheinen, als ichs bin. Ja, unter deinem Beistand fasse ich hiermit die feste Entschließung: allenthalben soll mich der christlich liebevolle Geist in der Beurtheilung meiner Nebenmen schen so regieren, daß ich nie eine Unwahrheit, nie etwas erdichtetes Böses oder Nachtheiliges von ihnen sage; daß ich ihre Mängel, Fehler und Verge hungen auf jede rechtmäßige Art unter drücke und verberge; daß ich davon nie ohne Noth, nie anders, als zu irgend einer guten Absicht, und immer mit einem innern Widerwillen, immer mit dem Wunsche, das Gegentheil sagen zu können, spreche. Die allgemeine Menschenliebe, diese große und heilsame Pflicht des Christen, soll mich vielmehr antreiben, daß ich aller anderer Menschen rühmliche Eigenschaften und Hand lungen sorgfältig bemerke, und diese zum liebsten Inhalte meiner Interredungen und Gespräche mache. Auch Wenn ich Thorheiten, Bergehungen und Laster von meinen Nebenmenschen sehe oder höre; so laß, o mitleidsvoller und barmherziger Gott! diese trauri gen Erfahrungen meine Menschenliebe gegen sie nicht schwächen; und verhindre dies in mir durch die erweckenden Lehren deiner Religion. Denn diese überzeugt mich, daß auch dem ärgsten Bösewicht, in jedem Augenblicke, der Zutritt zu deiner Gnade eröffnet ist, um durch fie gebessert, geheiliget, begnadiget und zu deiner Freundschaft wieder aufgenommen zu werven: und daß böse Neigungen und Handlungen bei meinen Nebenmenschen Unwissenheits- und Schwachheits Sünden seyn können, welche bei mir den Verlust des Gnadenstandes unausbleiblich verursachen. würde, weil ich mehr Erkenntniß und Mittel zur Besserung habe. Dann aber laß mich auch eben diese traurigen Er fahrungen von den Thorheiten, Ver gehungen und Lastern nach der Belehen nud Wandel vor Gott. 283 rung deines Wotes, als ein Chrift| hierdurch die Erhaltung meiner Chrigebranchen. Laß mich sie anwenden, mich zur Demuth zu erwecken und zu stärken, indem ich mich dadurch an mein eigenes ehemaliges Sündenleben, und an die noch fortwährenden großen Mängel und Flecken meiner Tugend erinnere. Laß mich sie anwenden, meine Dankbarkeit gegen dich zu erweden und zu stärken durch die Erinnerung deiner unermeßlichen Gnade, die mich aus dem Abgrunde des Lasters und des Unglülds herausgerissen, und mich vor so manchen großen Sünden bewahret hat. Laß mich sie zur Erweckung und Stärtung meiner eigenen Vorsicht und Wachsamkeit gebrauchen, durch die Betrachtung, daß ich selbst den Saamen zu allen solchen und andern Lasteru in mir trage, und meine Tugend ohne Vorsicht und Wachsamkeit jeden Augen blick gleichen tödlichen Gefahren aus gesetzt seyn kann. Laß mich endlich dadurch zum christlichen Mitleiden und zur Wohlthätigkeit erweckt und gestärkt werden, daß ich dies allergrößte Elend meiner Nebenmenschen mit herzlicher Theilnehmung empfinde, und, anstatt sie durch Verachtung, Haß und harte Begegnung zu erbittern und in das Elend noch tiefer hinein zu stürzen, vielmehr alle Gelegenheiten sorgfältig bemerke und treulich gebrauche, um durch ihre Besserung ein Wohlthäter sowohl an ihnen, als an deinem ganzen Reiche auf der Erde zu werden. Laß mich auch hierin das Beispiel meines menschenfreundlichen Erlösers stets zum Muster und zur Nachfolge vor Augen haben, und erhöre mich um dessent willen. Amen. stentugend mir so sehr erleichtert und mir mein Leben heilsam, und nützlich für mich und andere gemacht wird. Ich preise dich, guadenvoller Gott, daß du mir bisher dies Leben, diese Kräfte und Munterfeit meines Leibes und Ge müths, den fröhlichen Gebrauch meiner Augen und anderer Sinne, meiner Vernunft und Sprache, und andere irdische Gaben anvertraut hast, und mir dadurch das ehrenvolle Zeugniß giebst, daß du mich in deinem Reiche noch nützlich findest. Aber nicht blos mein Mund, sondern auch mein Herz und Wandel soll dir dafür danken, indem ich diese deine Geschenke als ein treuer Haushalter gebrauche. Durch deine Gnade will ich die Geschäfte in dem Stande und Berufe( in dem Amte und Posten), den du mir in deiner Welt, angewiesen haft, weil sie einen Haupttheil meines Christenberufs hier in dies ser Vorbereitungszeit ausmachen, zu vörderst ausrichten mit aller Treue, mit Anstrengung aller meiner Kräfte, und nöthiger Selbstüberwindung in gewiss senhafter Hintansebung der mir angenehmern Beschäftigungen. Ich will fie stets mit freudiger Unverdroffenheit, als einen christlichen Gottesdienst, verrichten; ich will dabei mit einem findlichen Vertrauen dich ehren, und deswegen die Beschwerden, als beine Anordnung geduldig tragen, die mir etwa meine eigene Schwachheit des Leibes oder andere Zufälle dabei verursachen, und ich will zufrieden seyn, wenn ohne meine Schuld der gute Erfolg meiner Geschäfte mißlingen sollte. Ich will vielmehr ohne alle ängstliche lleberlegungen und unruhige Bestrebungen, den Fortgang n. Ausgang davon lebiglich deiner weisen und väterlichen Vorjehung überlassen. Insbesondere schente mir, Bater meiner Seele, deine Guade, daß ich die Geschäfte meines Berufs immer mehr mit einer recht christlichen Lauterkeit ausrichte. Reinige mich von der großen Anhänglichkeit an dem irdischen Lobe und Beifalle, und von aller übertriebenen Begierde, dadurch mir zeitliche Vortheile zu erwerben. Setze k. Um christlichen Gebrauch der Zeit, Kräfte und Gaben Gottes. Mit herzlichem, ehrfurchtsvollem Dante erkenne und rühme ich deine Gnade, mein Gott, daß du mich hier auf der Erde in ein arbeitsames Leben, in einen solchen Stand und Verbindung gesetzt hast, wo mich eine Arbeit nach der andern beschäftigen muß, und eben 284 3. Tägliche Erweckung zum frommen Sinn doch deswegen mein Herz, durch die| licher Freimüthigkeit mich dir zu nahen, Liebe zu dir und durch die christliche sorgfältig benutzen; ich will das bestänHoffnung jenes ewigen Lebens, immer dige Andenken an dich in mir erhalten; mehr in die allerfeligste Verfassung, daß meine Seele mit öfteren gottjeligen ich alle meine Geschäfte, wo möglich Empfindungen, Betrachtungen oder o mein Gott! nur ganz allein in der auch Seufzern und Gebeten für mich edlen Absicht thue, dadurch dir zu und meine lieben Nebenmenschen, zu gefallen, deinen Befehl auszurichten, dir empor schwingen, und mich also in deinem Reiche nützlich zu werden, und die christliche Gesinnung des bestänfür die selige Ewigkeit heilsam zu ar- digen Gebets immer mehr zu versetzen beiten. Wie vernünftig, wie edel, wie suchen. Freund und Vater meiner heilsam ist es doch für mich, wenn ich Seele! hilf du mir zu der Gegenwart bei solchem Herzen und Leben, es dir des Gemüths, daß meine Pflichten, lediglich überlasse, ob, und wieviel nebst den großen Bewegungsgründen irdische Ehre, Beifall und andere zeitli- und den schicklichen Mitteln, sie zu che Güter du mir durch meine Geschäfte erfüllen, mir zu jeder schicklichen und schenken willst. Durch deine Gnade bequemen Zeit einfallen, und mich zu will ich mich aber auch bereit hal- allen jenen guten, edlen, seligen Thaten ten, die andern menschenfreundlichen stärken. Schaffe tu selbst in mir, was Handlungen, wozu ich in dem Laufe dir wohlgefällt. Ewig sey dir Ehre eines jeden Tages Gelegenheit und und Anbetung gebracht. Amen! Kräfte finde, mit aller Treue und Luft auszurichten. Wo ich meinen lieben Nebenmenschen mit Belehrung und gutem Rathe zu statten kommen, liebreichen freundlichen Umgang mit ihnen pflegen, thätige Unterstützung, Erquickung, Erfreuung, Aufmunterung zum Guten, oder etwa dergleichen ihnen geben oder durch Andere verschaffen kann; dann will ich nie vergessen an ihrer Wohlfahrt und an der Wohlfahrt deines Reichs, o Gott, zu arbeiten. Die Wohlthaten, die du mir selbst an Leib und Seele erzeigen wirst, will ich mit frohem dankbarem, unschuldigem, zufriednem Herzen genießen. Ich will darin deine Baterliebe schmecken und empfinden, mich über dich freun, und durch solche Freude meine Dankbarkeit und willigen Gehorsam gegen dich zu stärken suchen. Jede Freude, die mir auf dem Wege durch dieses Leben begegnet, laß mich mit einem solchen Herzen voll von Zärtlichkeit gegen dich und voll Liebe zu deinen Menschen, so ganz und inniglich genießen. Denn du, Vater der Freude! gieb sie uns nur dazu, daß wir uns so freuen sollen; und sie so freudig genießen, ist Gehorsam gegen dich. Ich will endlich die allerfeligste Erlaubniß, die du mir durch Jesum geschenket hast, in jedem Augenblicke mit kind1. Aufmunterung zu solchem Wandel vor Gott. So vor dir, mein Gott, zu wandeln; so vor dir als ein Christ zu machen, zu kämpfen, zu beten, zu denken, zu wollen, und zu handelu, soll mich ermuntern: 1) Die findliche Liebe und Dankbarkeit gegen dich. Ganz unzählich und unermeßlich sind deine Wohlthaten, womit du mich durch das Verdienst Jesu Christi erfreuet hast, und noch immerfort erfreuest. Jeder Tag, jede Nacht sind mit neuen Gunstbezeigungen bezeichnet. Der sanfterquickende Schlaf, den du mir schenkest! dieser fröhliche Gebrauch meiner Augen, Ohren und anderer Sinne, meiner Vernunft und Sprache; die Verrichtung meiner dir wohlgefälligen und der Welt heilsamen Geschäfte; mein zeitlicher Wohlstand; meine Gemüths- und Leibeskräfte; die gnädige Erlaubniß, zu dir zu beten: diese neue Nahrung für meine Seele.Doch, Herr! mehr als Haare auf meinem Haupte, mehr als Sandkörner an dem Ufer des Meers, mehr als Strahlen aus der Sonne seit dem Anfang der Welt gefahren sind, sind die Gunstbezeigungen, die du mir bisher und Wandel vor Gott. 285 und in allen Stücken meiner erhabenen Würde gemäß zu denken, zu begehren und zu handeln. erwiesen hast, und noch immerfort durch Freunde und Bater, ähnlich zu werden, alle Ewigkeiten erzeigen willst. Gott! wie äußerst schändlich und strafbar wird für mich jede Sünde! wie stark und viel sind die Bande der Liebe und Treue, womit ich dir zum findlichen Gehorsam verbunden bin! O, ich müßte der allerniederträchtigste, schändlichste Mensch, ein rechtes Scheujal und Schandfled in deiner Schöpfung seyn, wenn ich mich nun noch von irgend einer Sünde wollte sclavisch beherrschen, und durch irgend etwas in deinem Dienste muthlos und verdrossen machen lassen. Gott, mein Vater! gieb mir Weisheit und Kraft, daß ich in dem Laufe eines jeden Tages deine vorzüglichen Liebesproben sorgfältig bemerke; mein Herz zu dir, dem so liebreichen, so großmüthigen und freundlichen Wohlthäter, durch innige Empfindungen oder auch Seufzer und Gebete des Ruhms und Dankes empor hebe, und dadurch dieser meiner noch so sehr schwachen Liebe und Dankbarkeit gegen dich neue Nahrung und Stärke verschaffe. So laß denn auch heute meine Seele immer mehr mit der allertiefsten Ehrfurcht und Anbetung deiner unermeßlichen Majestät, und mit einer recht zärtlichen Liebe gegen dich, mein Vater, angefüllet werden; und hierdurch neue Gotteskraft zum Hasse und ewigen Kampf wider alle Sünde, und zu einem ungetheilten recht willigen freudigen Gehorsam gegen alle deine, auch noch so bittern Schickungen, und gegen alle deine, auch noch so schweren Befehle empfangen. Ich ermuntere mich zu diesem fromen Wandel 2) durch die christliche Ehrbegierde, durch die Betrachtung der Größe, der Vorzüge und Glückseligkeit, die ich als ein Christ besitze und dereinst noch besitzen werde. Diese edle Empfindung meiner allererhabendsten Würde um Jesu willen dein Freund und Kind zu seyn, soll mich mit Ekel und Abschen gegen alle Sünde, als die aller äußerste Schande anfüllen; mir Ehrfurcht gegen mich selbst, und ein demüthiges Selbst gefallen einflößen, und dadurch ein fräftiger Antrieb werden, daß ich aus aller Macht dahin strebe, dir, meinem Ich ermuntere mich dazu 3) durch die christliche erleuchtete Selbstliebe. Zum Ruhme deiner Barmherzigkeit muß ich es bekennen, daß dein redlicher Dienst bisher, aller seiner vielen und großen Mängel und Flecken ungeachtet, eine so göttliche Ruhe, Zufriedenheit, Heiterkeit und so manche himmlische Freuden in meiner Seele verbreitet hat. Nur die Sünde allein ist der einzige Feind und Störer meines Glücks. Diese will ich daher von ganzem Herzen hassen und fliehen, und alle meine Kräfte darauf richten, daß ich die Zahl meiner christlichen, gottseligen Gesinnungen und Thaten immer vermehre, und dadurch neue göttliche Ruhe und Freude in meine Seele leite. Ich ermuntere mich 4) dazu durch das lebhafte Andenken an deine Allgegenwart. In alle Ewigkeit kann ich dir die allerfeligste Belehrung, die mir deine Religion giebt, nicht genug verdanken, daß du, mein allmächtiger, allwissender, unendlich liebreicher Gott und Vater, mir allenthalben und zu allen Zeiten, im Hause und außer dem Hause, bei meinen Arbeiten und Ergötungen, in meiner Einsamkeit und in meinen Gesellschaften, bei meinen Leiden und Freuden, unmittelbar zugegen, und der allwissende liebevolle Zeuge meiner Handlungen, Reden, Begierden, und der geheimsten Gedanken meiner Seele bist. So weiß ich denn, daß mich keine zu schwere Versuchung befallen, und es mir nie an Kraft zum Guten fehlen kann; denn deine Macht ist mir stets zur Seite. So weiß ich auch, daß nicht das Geringste von allen deni, was ich in deinem redlichen Dienste unternehme, verloren ist. Sede gottselige Ergebung in deinen Willen, womit ich die Wübseligkeiten bei meinen Arbeiten, die Trübfale dieses Lebens, die Krankheiten und Beschwerden eines fiechen Leibes, die du mir etwa auflegen möchtest, ertrage, tennest du; jede Selbstüberivindung, die ich mir bei dem 286 Gebete für die, welche zum heiligen Genusse der Nahrung und erlaubter die Beschwerden und Mithseligkeiten Bergnügungen, oder bei ben Beleidi- dieses Leibes und Lebens mich niedergungen anderer, bei ben Regungen schlagen; wenn zie Peinlichfeiten bei des Stolzes, oder bei andern Gelegen- den Kämpfen wider die Sünde mich heiten, aus Gehorsam gegen dich an- muthlos und verdrossen machen wolthue, ist dir nicht verborgen; jeder treue len; ober wenn die Wilhe, die mein verKampf, den ich gegen die Unmäßig- dorbenes Herz mir bei der Ausübung felt, Heftigkeit, Zorn, und andere Rei- und Befolgung deiner Gebote verurzungen führe; jede fromme auch blos fachet, mir eine Last werden will! innere Bestrebung, womit ich dir wohl alsdann laß die fröhliche Erwartung zugefallen trachten werbe, siehst du, des fiinftigen bessern, durch die vollAlwissender; ja, jeben Kummer, jede kommenste Tugend und feurigste AnSehnsucht, jeder Seufzer, den mir die dacht ewig beglückten Lebens, und die Empfindung meines geistigen Unver- Erinnerung, daß mich jeder Augenmögens, und das Andenken der bessern blick tabin einführen kann, meine Anewigen Welt auspresset: dies alles, so fer, meine Stüte, mein Labjal werden. schuldig, so unvollkommen und wenig Da will ich dann meine Glaubensblicke bedeutend es auch ist, wird von bir, in jene ewige Welt richten, fie an mein meinem Gott, mit Gnade bemerkt; Baterland heften, und mich dadurch bleibt, wenn ich es selbst schon lange göttlich stärken. Du bist meine Hülfe. vergessen habe, deinem allwissenden So will und so werde ich heute, mein Verstande ewig gegenwärtig; wird mir Gott, und in der folgenden Zeit meivon dir um Jesu willen mit deinem Bei- ner Tage leben, daß ich in jedem Augenfalle und größern Liebe belohnt; mir blicke mit Zustimmung meines Gewisein Denkmal vor dir im Himmel, und sens und mit Uebereinstimmung meines wird mich noch nach Jahrhunderten in ganzen Lebens, jagen kann:„ ich habe deinem Himmel ergötzen. Dies soll mir den edlen Glaubenskampf gekämpfet, neue Lust und Stärke einflößen, allent- ich habe den Lauf vollendet, ich habe halben nur nach gläubigen edlen Wer- Treue gegen mich bewahret. Drum ten, und hierdurch nach dem ewigen liegt nun auch die Krone der TuLeben mit Geduld zu trachten. gend für mich bereitet da, welche bu, Herr, mein gütiger Richter, mir und allen den vielen tausenden geben wirst, die dich von Herzen lieb haben." Amen! Amen! " P Endlich 5) laß mir das große Ziel aller christlichen Wünsche, Hoffnungen und Bestrebungen, die selige Ewigfeit nie aus dem Gesicht femmen. Wenn 4) Gebete für die, welche zum heiligen Abendmahl gehen wollen. und Nußen des heiligen Abend mahls. a. Nachdenken über den Zweck unterlassen darf, wenn ich ein Chrift seyn will. Vielmehr lege ich durch diesen Gennß ein feierliches Bekenntniß ab, daß ich ein Christ bin, daß ich es Das heilige Abenömahl, das von Sefu für eine Ehre und Glück halte, ein Christo gestiftet und eingesetzt, und Christ zu feyn und daß ich mich meines dessen Genuß mir und allen Bekennern Erlösers vor Gott und aller Weltrühme seiner heiligsten Religion anbefohlen ist, und freue. Und will ich von diesem ist eine gottesdienstliche Handlung, die Genuffe Jugen haben, so bin ich nicht ich eben so wenig, als die übrigen An- nur verbunden, mich desselben oft zu ordnungen seiner Religion vorsätzlich bedienen, und den Genuß fleißig zu Abendmahl gehen wollen. 287 wiederholen; sondern mir auch richtige| empfinde ich, wenn ich in mein boriBegriffe davon zu machen, und mit ges Slindenleben zurück sehe! Mehr bem Gebrauche desselben die rechten als Cand am Meer sind seine GnaAbsichten und eine schickliche christliche den! An dies alles erinnert mich das Gemüthsverfassung zu verbinden. Gedächtniß meines Erlösers, in welchem und durch welchen mir alle diese Gnaden wieverfahren sind und noch wiederfahren! und dies soll, dies muß mich nothwendig zur aufrichtigsten innigsten Dankbarkeit, Verehrung und Liebe gegen Gott, meinen höchsten Wohlthäter und treuesten Freund, erwecken. Dieser Genuß des heiligen Abendmahls aber soll mir 1) ein demüthiges und herzliches Lobopfer für die unermeßliche Gnade meines Gottes seyn, daß er mir durch Sesum Christum die Mittel zu meiner Besserung, Begnadigung und Seligkeit geschenkt, und mir so unzählige, schändliche und strafbare Sünden vergeben hat. Welch eine Der Genuß des heiligen Abendunaussprechliche Wohlthat ist es, daß mahls soll mir 2) eine dankbare ErGott der Welt und mir einen Erlöser innerung und Verherrlichung des am geschenkt, der mir durch seine heiligste ftreuze gestorbenen Erlösers seyn. Lehre den deutlichsten und zuverlässig- Jesus, der Sohn Gottes, der allersten Unterricht von dem Willen meines erhabenste, der Gegenstand des allerSchöpfers, von meiner Bestimmung, höchsten Wohlgefallen Gottes, stirbt von meinen Pflichten, von dem Wege am Kreuze aus Geborsam gegen seinen zu meiner Glückseligkeit, und dabei die himmlischen Vater! Was für Begriffe troftreiche Versicherung gegeben hat, daß giebt mir diese Unterwerfung von seiner er für meine Sünden gestorben sey, da- erhabenen Seele! mit welcher Ehrmit ich durch ihn Gnade, Vergebung, furcht muß ich ihn nicht preisen und Unsterblichkeit und ewiges Leben er verehren! Wie muß mir nicht dieser langen sollte! Ach, was würde aus Anblick die Wahrheit tief einprägen, mir geworden seyn; wo wollte ich daß nichts als liebevoller Geborsam Ruhe des Gewissens, Muth und Kraft gegen Gott, uns vor ihm theuer zum Anfange und Fortgange in der und werth mache! Dies soll meinen Tugend, bernehmen, wenn ich nicht himmlischen Sinn mit neuer Stärke die Wahrheiten der Religion und das beleben. Nicht in den Gütern dieVerdienst meines Heilandes bätte! jer Welt, nicht in den Beifalle und Welch eine unaussprechliche Liebe Got- Ruhme, dem Ansehen, dem Gelde tes, die so viel für mich gethan, mir und der Macht der Erde; sondern so viel vergeben hat! Was thut Gott in dem Besitze der durch Jesum, den nicht noch an mir, indem er mir den Gefreuzigten, uns erworbenen göttGenuß dieser Gnade noch immer fortlichen Gnade und Seligkeit im Himsetzet; mich in der Theilnehmung an mel, soll ich von nun an mit verstärkder christlichen Religion und der tem Eifer mein Ein und Alles suchen. Erlösung Jesu noch immer bleiben Ich soll mich dabei 3) des Heilanläßt; mir tägliche Erweckungen, täglich des dankbar erinnern, der für unsre Hülfsmittel zur christlichen Frömmig- Sünde gestorben ist. Welch ein ein feit schenkt; mir jede Stufe der Hei- leuchtender schrecklicher Beweis des ligung erleichtert; mir die Versuchun heiligsten Hasses Gottes gegen alle gen für Sünde überwinden, und die Sünde, und seiner allervollkommensten Hindernisse auf dem Wege der Tugend Strafgerechtigkeit! Dies soll denn auch besiegen bilft! Welche unermeßliche meinen Haß und Abschen gegen alle Reichthümer von Langmuth, gärt- und jede Sünde verstärken. Keine licher Batertreue, Sorgfalt und Be- einzige Sünde darf ich begen. Jede mühung für meine Besserung, welche soll ich verabscheuen, ewig bassen Barmherzigkeit, Wohlthätigkeit und und verbannen. Auch alles Glüc Freundlichkeit Gottes erblicke und der Welt soll mir nichts werth, soll Gebete für die, welche zum heiligen 288 mir schrecklich seyn, wenn ich es durch Sünden erkaufen muß. Dies aber soll auch meinen Glauben, mein Vertrauen auf Gott durch Jesum Christum stärken und neu beleben. Durch seinen Tod sind nun alle meine Sünden versöhnet; auch alle meine noch fortdauernden Mängel u. Schwachheiten gut gemacht. Nun kann mein Glaube in Gott einen idigen Gott anbeten, zuversichtlich seinen ununterbrochenen Beistand zu allem Guten bis an meinen seligen Tod erwarten, und freudig nach dem bessern, in Tugend und Andacht vollfommnen Leben aussehn. Dies soll endlich meine treueste, dankbarste, zärtlichste Gegenliebe gegen meinen Erlöser, an welchen und durch welchen Gott solche Wunder einer unermeßlichen Liebe bewiesen hat, stärken und mit neuer Kraft Beleben. Endlich 4) soll mir dieser Genuß eine dankbare Erinnerung und Lobpreisung des Heilandes seyn, der für alle Men schen gestorben ist. Wie theuer, wie unermeßlich theuer ist also ein Mensch in den Augen meines Heilandes und meines Gottes! und ich, ich sollte den nicht ehren, dem nicht wohlwollen, den nicht herzlich lieben, für den Jesus sein Leben gelassen, für den Gott seinen Sohn dahin gegeben hat? Ja, hier im Abendmahle überzeuge ich mich auf neue von meiner Pflicht einer allgemeinen Menschenliebe, und wiederhole dazu meine heiligsten Gelübde. dem Brode, von dem ich in Gesellschaft mit meinen vornehmen und niedrigen, mit meinen reichen und armen Nebenmenschen esse; bei dem Freundschaftsbecher, aus welchen ich mit ihnen allen trinfe; bei diesem Ehren- und Freudenmahle des Menschengeschlechts, zu dem ich geladen werde, bei dem Leibe und Blut meines Bruders und Herrn, gelobe und schwöre ich: ,, Neid, und Groll, und Haß, und Lieblosigkeit sollen meine ärgsten Feinde; jeder ,, Mensch, auch der niedrigste Knecht, ,, auch mein ärgster Feind, soll ein Bei Gegenstand meines Wohlwollens; ,, Andern Vergnügen machen und Wohl ,, thun soll meine Freude seyn!~ b. Selbstprüfung vor dem Ge nusse des heiligen Abendmahls. Dies soll die Absicht, dies soll der Nutzen, dies sollen die Gesinnungen und die Gemüthsfassung seyn, womit und weswegen ich mich bei dem Tische des Herrn für seinen Jünger und Nachfolger erkläre, und durch diese heilige Handlung es jedermann sage, daß ich mich glücklich schätze, Gemeinschaft mit ihn zu haben, und sein Verehrer, sein Erlöster, sein Unterthan zu seyn. Aber habe ich diese Absicht wirklich? Habe ich die Eigenschaften an mir, bie wahre Christen haben müssen?- Halte ich Sesum Christum für denjenigen, der er wirklich ist? Verehre ich ihn als den Sohn und Gesandten Gottes, als den Herrn und König der Welt? Weiß ich, was er zum Besten der Menschen gethan und gelitten hat, und empfinde ich den Werth seiner großmüthigen, alles für uns aufopfernden Liebe? Habe ich eine hinlängliche, eine zu meiner Besserung und Beruhigung hinlängliche Erkenntniß von der Lehre, die er vom Himmel gebracht und uns durch seine Boten kund gemacht, und von den Regein des Verhaltens, die er mir vorgeschrieben hat? Halte ich diese Lehre für wahr und göttlich? Sehe ich diese Vorschriften als Gesetze an, denen ich allen Gehorsam schuldig bin? Verlasse ich mich auf seine Verheißungen als auf Zusagen Gottes, die mich unmöglich täuschen können? Ehre ich ihn also mit wahrem Glauben, mit dem festen Zutrauen, daß ich unter seiner Anführung und in seiner Nachfolge nicht irre gehen, und des Ziels der Vollkommenheit nicht verfehlen kann? Bin ich durch Jesum wirklich selig geworden? Genieße ich wirklich, we nigstens dem Anfange nach, die Freis heit, die er den Menschen zu verschaffen in die Welt gekommen ist? Bin ich frei von dem heidnischen Aberglauben und der jüdischen Aengstlichkeit, in Absicht auf Religionssachen und gottesdienstliche Gebräuche? frei von allen knechtischen Gesinnungen gegen Gott, und von allen feindseligen Gesinnungen gegen Abendmahl gehen wollen. 289 die Menschen? frei von der Herrschaft| Vater verehrte? Ziehe ich, gleich ihm, der Sünde und des Lasters? von der Tyrannei unordentlicher Begierden und Leidenschaften? von der sklavischen Furcht vor dem Tode und der Hölle? Bemühe ich mich insbesondere, um immer mehr ein Christ, und dadurch immer seliger zu werden? Bemühe ich mich ernstlich, meinen Sinn und mein Verhalten ganz nach dem Sinne und dem Berhalten Jesu Christi einzurichten? Dies, dies ist ja das wesentlichste Kennzeichen des wahren Christen. Mein Heiland selbst sagt mir: Wer mein Jünger seyn will, der verläugne sich selbst, und nehme sein Kreuz auf sich, und folge mir nach. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thun sollt, wie ich euch gethan habe. Das ist mein Gebot, daß ihr euch untereinander liebet, gleichwie ich euch geliebet habe. Und seine Boten rufen mir allenthalben zu: Ein jeglicher sey gesinnet, wie Jesus Christus gesinnt war! sehet auf Jesum, das höchste Muster der Treue und Standhaftigkeit; wer in ihm bleibt, wer seiner Gemeinschaft sich rühmen will, der soll auch wandeln, gleich wie er gewandelt hat. Kommt denn wohl Bin ich ferner so gegen meine Nemeine Gesinnung und Denkungsart, benmenschen gesinnt, wie Jesus gegen kommt mein Verhalten mit dem Sinne die Menschen gesinnt war? Verhalte und dem Verhalten meines Herrn über- ich mich so gegen sie, wie er sich gegen ein? Könnte wohl derjenige, der die sie verhielt? Er liebte sie alle als Geschichte Jesu läse, und dann ein unbemerkter Zeuge meiner Gesinnungen und meiner Handlungen wäre, den richtigen Schluß daraus ziehen, daß ich mir die Person, deren Geschichte er gelesen, zum Muster vorgejetzt hätte, und daß sich eine merkliche Aehnlichkeit zwischen ihr und mir zeigte? seine Gunst und sein Wohlgefallen allen Gütern und Freuden dieser Erde, dem Beifall der ganzen Welt vor? Ist es mir, gleich ihm, vornehmlich darum zu thun, seinen Willen zu erfüllen, die Absichten, weswegen er mich auf den Erdboden und in den Stand, worin ich mich befinde, gesetzt hat, zu erreichen; die Gaben und Kräfte, die er mir verliehen, auf die nützlichste Art anzuwenden, und seine Ehre durch ein heiliges Leben zu befördern? Richte ich, wie mein Heiland that, meine Gedanken und mein Herz auf Gott, um ihm alles Gute, als unverdiente Wohlthaten, zu verdanken, und alles Böse, als weise, gütige Schickungen seiner Vorsehung, von seiner väterlichen Hand anzunehmen? Finde ich, gleich meinem Heilande, ein inniges Vergnügen daran, mich mit meinem Geiste zu ihm zu erheben; mich mit seiner Anbetung und Lobpreisung zu beschäftigen; ihn öffentlich und gemeinschaftlich mit meinen Brüdern zu verehren, und durch dies alles Gemeinschaft mit ihm zu haben, und mich seiner nähern Gemeinschaft immer fähiger zu machen? Bin ich so gegen Gott gefinnt, wie Jesus Christus gegen seinen himmli schen Bater gesinnt war? Wird mein Herz von den Empfindungen der Ehrfurcht, der Liebe, des Gehorsams, der Unterwerfung, der Dankbarkeit, des Vertrauens gegen dieses erhabenste Wesen belegt, wie Jesus zu allen Zeiten und unter allen Umständen seinen Evang. luth. seine Brüder, als Kinder seines Vaters, und schloß selbst seine Feinde und Verfolger nicht von seiner Liebe aus. Er suchte ihnen allen nittlich zu werden, that gerne allen Gutes und ließ sich auch durch ihren größten Undank nicht abhalten, solches zu thun. Er war gegen jedermann gerecht, billig, freundlich, gütig, herablassend; bewies sich gegen alle demüthig, sanftmüthig, geduldig, versöhnlich; ob er gleich die größten Vorzüge vor allen besaß, und niemanden die geringste Ursache gegeben hatte, ihn zu beleidigen, oder ihm mit Verachtung zu begegnen. Nie vergalt er Böses mit Bösem, oder Scheltworte mit Scheltworten; nie rächte er sich selbst, ob er 19 INI!! 290 Gebete für die, welche zum heiligen gleich die Macht dazu in Händen hatte,| wissen und meiner Pflicht aufzuopfern, und das Unrecht allemal ganz allein wenn ich sie nicht behalten kann, ohne auf der Seite seiner Beleidiger war. diese zu verletzen? Wollte ich lieber Enthaltsamkeit, Selbstverleugnung, noch so arm, noch so verachtet, in Aufopferung, Leiden, Reden, Thun, den Augen der Welt noch so elend alles war dem Besten seiner Brüder, seyn, als daß ich vorsätzlich Böses dem Heile der Menschen, gewidmet. thun, und die Gesetze meines Gottes Ist dies auch die Art, wie ich alle übertreten sollte? Suche ich hingegen meine Nebenmenschen ansehe; wie ich in der Erkenntniß der Wahrheit, in sie liebe, wie ich mit ihnen umgehe, wie der Ausübung der Tugend, in einem ich ihre zeitliche und geistliche Glückse- frommen, wohlthätigen, gemeinnütziligkeit suche und befördere? Sind gen Leben meinen größten Gewinn dies die Regeln, denen ich in meinem und meine ganze Ehre, wenn ich gleich Verhalten gegen sie folge, ich mag es vor der Welt unbekannt und wenig mit Niedrigen oder mit Vornehmen, geachtet und unbelohnt bleibe? Gemit Armen oder mit Reichen, mit währet mir jeder Sieg, den ich über Klugen oder Einfältigen, mit Fein- mich selbst erhalte; jede gute That, den oder mit Freunden zu thun ha- die ich verrichte; jeder Schritt, woben? Denke und empfinde, und ar- durch ich mich der christlichen Vollbeite und lebe ich eben sowohl und kommenheit nähere, mehr wahres Vernoch mehr für Andere, als für mich gnügen, als der glückliche Fortgang selbst? Welche Vortheile, welche Ver- meiner irdischen Geschäfte?-Betrachte gnügungen, welche Bequemlichkeiten ich mich, gleich meinem Erlöser, als opfere ich ihnen wohl auf?- Strebe einen Gast und Fremdling hier auf ich wenigstens ernstlich und unablässig Erden, der seine höhere Bestimmung darnach, mir diesen demüthigen, ver- stets vor Augen hat, nach dem Hause söhnlichen, gemeinnützigen, großmü- seines Vaters eilet, und schon jetzt thigen Sinn Jesu recht zu eigen zu mit seinen vornehmsten Gedanken un machen, und darin meine Ehre und Begierden da ist, wo er ewig zu seyn Glückseligkeit zu suchen, wenn ihn auch gedenket? Sind Tod, Gericht und alle Welt für Schwachheit, für Nie Ewigkeit, sind die Schicksale, die in derträchtigkeit, für Mangel des Muths der zukünftigen Zeit auf mich warund der Empfindlichkeit halten sollte? ten, meinem Geiste oft gegenwärtig, Bin ich endlich so gegen die gegen- und gewöhne ich mich daran, stets so wärtigen und zukünftigen Dinge ge- zu denken, zu urtheilen, zu handeln, sinnet, wie Jesus Christus gesinnet wie ich dereinst wünschen werde, gewar? Beurtheile ich die Güter, die dacht, geurtheilt und gehandelt zu Vorzüge, die Vergnügungen der Erde haben? jo, wie er sie beurtheilte? Halte ich Ach, welche wichtige, viel in sich fie, gleich ihm, für Dinge, die keinen fassende Fragen! wie kann ich mit großen Werth haben, deren Besitz Ueberzeugung und Beruhigung darwir nie zum letzten Ziele unseres Be- auf Ja antworten! vielleicht ist mir strebens allein machen, die wir nicht manche darunter noch ganz fremd; als Endzwecke, sondern als Mittel, vielleicht habe ich über manche davon unsre Kräfte und unsere Tugend zu noch nie ernstlich nachgedacht! und üben und andern wohlzuthun, schätzen| doch ist keine einzige darunter unnö und lieben dürfen? Suche ich in dem thig. So soll, so muß ich seyn, wenn Besitze und in dem Genusse dieser ich ein Christ seyn, wenn ich mich bei Dinge eben so wenig meine ganze dem Genusse des heiligen Abendmahls höchste Glückseligkeit, als er sie darin meines Gottes und meines Erlösers suchte? Bin ich, gleich ihm, bereit, dankbar freuen will. Denn wer Christi alle diese Dinge, ja mein Leben selbst, Sinn nicht hat, der ist nicht sein. fahren zu lassen, und sie meinem Ge- Wer sich nicht aufrichtig und unnach Abendmahl gehen wollen. 291 großen Heils gebracht. Auch mir bietest du, auf die billigsten Bedingungen, Vergebung der Sünden, Gnade, Leben und Seligkeit an. Auch mir willst du von diesemn allen die feierlichsten Pfänder und Versicherungen mittheilen, wenn ich mit wahrer Bußfertigfeit, mit lebendigem Glauben, und mit dem aufrichtigen Vorsatze, ein heiliges Leben zu führen, zu dir nahe. lässig bemühet, in allen Stücken so digen hast du zur Erkenntniß dieses wie er, gesinnet zu seyn, und sich so, wie er, zu verhalten: dem wird der Name, den er trägt; die Lehre, die er bekennt; das Abendmahl, das er bält: dem werden alle äußeren Merkmale, Vorzüge und Uebungen eines Christen nichts helfen. Ich kann es nicht leugnen, ich bin noch weit, noch immer weit von der Vollkommenheit dieser Christengesinnung und dieses Christenwandels entfernt. Was will ich also thun? Um mich bei dem heiligen Abendmahle nicht mit Heuchelei für einen Christen auszugeben; um mich da mit gegründe ter Zuversicht der Seligkeiten zu getrösten, die mir mein Gott durch Jesum verheißen und bereitet hat, will ich von nun an meine tägliche Beschäftigung daraus machen, meinem Gott, meinem Erlöser immer ähnlicher zu werden, und bei dem heiligen Abendmahle meine Vorsätze und Entschließungen zum Guten stärken und befestigen, und mir Gottes Kraft zu ihrer Ausübung erbitten. Gott! wie wollte ich dem Verderben entrinnen, wenn ich eine solche Seligkeit nicht achtete, wenn ich mich durch diese Beweise deiner Güte nicht zur Buße und zur Dankbarkeit leiten ließe! Nein, ferne sey es von mir, mich eines solchen Verbrechens schuldig zu machen! Ich empfinde dent Werth deiner Gnade. Ich bewundere die Größe deiner Barmherzigkeit und Menschenliebe. Ich wünsche sehnlich an den Früchten der Erlösung, die durch Christum geschehen ist, Theil zu haben, und durch ihn gerecht und selig zu werden. Ich bin willig und bereit, alle Bedingungen, unter welchen du mir alle diese unschätzbaren Vortheile anbietest, zu erfüllen. O Gott! verzeihe mir, daß ich bisher meinen Verpflichtungen so oft zuwider gehandelt; daß ich mich nicht dankbarer und gehorsamer gegen dich, meinen unendlichen Wohlthäter, bewiesen habe. Meine Sünden ha ben mich von dir entfernt; aber siehe, ich komme wieder zu dir, Herr, mein Gott. Mein Herz sagt mir von deinetwegen: Shr sollt mein Antlitz suchen. Ich suche es, o Herr! verbirg dein Angesicht nicht vor mir. Deinem Dienste, o Gott, und dem Gehorsam deiner Gebote soll mein ganzes übriges Leben gewidmet seyn. Ich entsage in deiner Gegenwart allen Sünden, und dein heiliger Wille soll von nun an die einzige Richtschnur meines Verhaltens seyn. Ach schenke mir selber Kraft und Stärke, mein Gelübde zu erfüllen! Laß die Betrachtung deiner unendlichen Liebe; laß den Genuß der Pfänder derselben, die ich an dem Tische meines Herrn c. Um Vergebung der Sünden. Herr, Herr Gott, barmherzig, gnädig, geduldig, von großer Güte und Treue! der du Gnade beweisest, und vergiebst Missethat, Uebertretung und Sünde: dich bete ich an als den einigen wahren und lebendigen Gott, als den Gott und Vater unseres Herrn Jesu Christi, und in ihm als den Vater der Barmherzigkeit und den Gott alles Trostes demilthigst an. Dir danke ich mit gerührtem Herzen für die außerordentlichen Beweise, die du uns durch Christum von deiner mehr als väterlichen Liebe gegeben hast. Du haft ihn, deinen Sohn, für uns in die Welt gesandt, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Du haft ihn für uns in den Tod dahingegeben, und willst uns mit ihm und um seinetwillen alles schenken, was wir zu unserer wahren und ewigen Glückseligkeit nöthig haben. Auch mich, barmherziger Gott, auch mich UnwürPHƯỢT 292 Gebet nach dem heiligen Abendmahl. empfangen werde; laß die Hoffnung ich nicht der Undankbarste, der Nieder zukünftigen Herrlichkeit, die du derträchtigste unter allen Sterblichen mir vorhältst, so gesegnete Eindrücke seyn, wenn ich dein vergäße, wenn auf mich machen, daß ich alle Ver- ich mit Kaltsinnigkeit und Gleichgülsuchungen zum Bösen mit neuem tigkeit an dich gedächte; wenn ich mich Muthe bestreite, alle Pflichten meines weigerte, dir die Ehre und den Dank himmlischen Berufs mit neuer Sorg- zu geben, die dir gebühren? Nein, falt erfiille, und dir bis in den Tod göttlicher Erlöser! ich folge deiner getreu bleibe. Amen! liebreichen Einladung mit Begierde und mit Freude. Ich komme, mich öffentlich für deinen Sünger und Verd. Vor dem Gebrauch des hei- ehrer zu bekennen, und es jedermann ligen Abendmahls. Göttlicher Erlöser, Herr Jesu Christ! du hast ein Gedächniß der Wunder deiner Liebe gestiftet. Nur wenige Stunden vor deinem Leiden setztest du das heilige Abendmahl zum Troste deiner Verehrer, und zur Stärkung ihres Glaubens ein: und du läsfest mich auch noch jetzt einladen, diese feierliche Handlung gemeinschaftlich mit meinen Nebenchristen zu begehen. Wie glücklich bin ich, o Herr, daß ich dich, den einigen und vollkommnen Mittler zwischen Gott und Menschen, daß ich deine Lehre und dein Heil kenne; daß ich dich meinen Herrn und Erlöser nennen, mich deiner seligen Gemeinschaft rühmen, und zu deinen Erlös'ten und Freunden zählen darf! O, wie viel habe ich dir, meinem Heilande, zu danken! Wie unwissend, wie verderbt, wie trostlos, wie elend würde ich ohne dich und deine Gnade seyn! Wie unerträglich würde mir die Laft meiner Sünden, wie fürchterlich die Erwartung der damit verdienten Strafen, wie schreclich der Anblick des Todes und des Grabes seyn, wenn du uns nicht selbst den gnädigen Willen Gottes bekannt gemacht, wenn du dich nicht zum Opfer für unsre Sünden dahingegeben und uns durch deinen Tod Gnade, Leben und ewige Seligkeit erworben hättest! Ja, alles Licht, das mich erleuchtet; aller Trost, der mich) erquicket; alle Hoffnung, die mich belebet, find Geschenfe deiner unverdienten Liebe. Wie theuer soll mir denn nicht dein Gedächniß seyn! Würde zu sagen, daß ich es fiir mein größtes Glück und meinen höchsten Ruhm halte, dein zu seyn. Ich komme, als ein mühseliger und beladener Sünder, Ruhe für meine Seele zu suchen, und ergreife mit bußfertigem Glauben die Gnade, die du mir anbietest, und das große Heil, das du gestiftest hast. Sch komme, dir für dein Leiden und Sterben feierlich zu danken, mich dir zum Eigenthum aufzuopfern, und den heiligen Vorsatz zu erneuern, nicht mehr mir selber, sondern nur dir zu leben, der du für mich gestorben und auferstanden bist. Sch komme, meine Gemeinschaft mit allen Gläubigen zu unterhalten, und mich aufs neue zu einer aufrichtigen und brüderlichen Liebe gegen sie und alle Menschen zu verpflichten. O Herr, laß mein Vorhaben gesegnet seyn! Erlaube nicht, daß ich blos mit den Lippen zu dir nahe, aber mit dem Herzen ferne von dir sey. Sende mir dein Licht und deinen Geist, und laß den Gedanken, daß du Herzen und Nieren prüfest, alle Falschheit und Verstellung aus meiner Seele vertreiben. Laß mich die Wunder deiner Barmherzigkeit so bedenken, daß Glaube, Liebe und Hoffnung dadurch in mir gestärkt, und ich auf das kräftigste bewogen werde, die Versprechungen, die ich dir thue, mit unverbrüchlicher Treue zu halten. Amen! e. Nach dem heiligen Abendmahle. So habe ich mich denn feierlich dem Dienste Gottes, meines gnädigen 5. Gebete für Kranke und bei Sterbenden. 293 Vaters und Wohlthäters, gewidmet.| dankbar gegen dich, und so feindselig So habe ich mich verpflichtet, als ein gegen mich selbst handle. Sey dit in Jünger und Nachfolger meines hoch- meiner Schwachheit mächtig. Befegelobten Erlösers zu leben, und ihn stige meine guten Entschließungen, und mit meinem Geiste und meinem Leibe, verleihe mir Gnade, an der Ausfühdie beide sein Eigenthum sind, zu rung derselben unverzüglich und unerpreisen. Wie heilig sind diese Ver- müdet zu arbeiten. Schenke mir nene pflichtungen! Wie undankbar, wie Kraft deines Geistes, und leite mich unglücklich würde ich nicht seyn, wenn durch ihn zu allen Tugenden, damit ich diese Zusagen vergäße, wenn ich ich meine Heiligung treu und redlich diese Versprechungen nicht hielte! Welch vollende. Bewahre mich vor allzugeeine Verantwortung, welch ein Ge- fährlichen Versuchungen; stärke mich, richt würde ich zu erwarten haben, allen Reizungen zum Bösen zeitig zu wenn ich nun noch der Sünde diente; widerstehen, und laß mich die ewige wenn ich nicht alle Fehler, alle böse Seligkeit, zu welcher du mich durch Gewohnheiten, die ich an mir habe, Christum berufen und erlöset hast, nie ernstlich bestritte; wenn ich eben so aus den Augen verlieren. So werde träge und nachlässig im Guten wäre, ich den guten Kampf kämpfen, den als ich es ehemals gewesen bin! So Glauben behalten, und meinen Lauf würde ich mich ja aller Vorrechte und glücklich vollenden. So werde ich Seligkeiten, die ich als ein Christ dereinst die Krone der Gerechtigkeit besitze, verlustig, und meine Verdamm- aus deiner Hand empfangen, und niß um so viel schwerer machen. Ach dir Lob und Ehre bringen in EwigGott! laß es nicht zu, daß ich so un- feit. Amen. 5) Gebete für Kranke Demüthigung vor Gott in Krankheit. Nun erfahre auch ich es in der That, mein Gott! was der Mensch ist, wie hinfällig und wie leicht seine Gesundheit und Kraft dahin ist! aber Dank sey dir, daß ich weiß: du köunest nie deinen schwachen Geschöpfen zu viel auflegen, du habeft auch jede Last der Krankheit gemäßiget, daß sie erträglich sey, und du werdest auch diese Veränderung mir zum Besten dienen lassen. Was sollt ich also unruhig klagen oder ängstlich sorgen? Was kann ich besseres thun, als zu dir aufzusehen, dem Gott, der da hilft, und der es nie böse meinen fann. Du hast mich bisher so väterfich geleitet, mir so manche Freude geschenket, und mehr Gutes an mir gethan, als ich bitten und verstehen fonnte. Auch mit alle dem, was mir jedesmal Leid, Unruhe oder Schmerz a. und bei Sterbenden. verursachet hat, hast du es immer weislich gewendet. Gott, das alles erfennt meine Seele wohl! Ich bin zu geringe aller deiner Barmherzigkeit, und meine Seele ist stille zu dir, ohne dessen Willen und Leitung mir nichts begegnen kann! Auch das wirst du wohl machen. Stärke mich in diesem dankbaren, dir ergebenen und vertrauenden Sinn. Füge sonst es mit der Dauer und mit dem Ausgang meiner Krankheit, wie es dein väterlicher Wille ist. Ich weiß nicht, welches besser für mich und meine Ver. bindung in der Welt seyn möchte, ein langes oder kurzes Krankenlager, das Leben oder der Tod. Wähle du für mich! Auf dich traue ich! Nur lehre mich in meiner vielleicht noch ganz furzen Lebenszeit, meine Seligkeit mit ganzem Ernst schaffen. Wie ich diese Zeit bisher angewendet habe; wie ich mit den mir verliehenen Kräften und Gelegenheiten zum Guten umgegan 294 5. Gebete für Kranke und bei Sterbenden. gen bin; wie ich gegen alle meine sind, die Friedfertigen, die SanftNebenmenschen gesinnet gewesen bin; milthigen, die ein aufrichtiges Verwie ich mein Herz und mein Leben langen haben, gut zu seyn, und so rein von lasterhaften Neigungen und nach der Gerechtigkeit hungern und Gewohnheiten zu bewahren gesucht dirsten! Das erwecke mich, mein Herz habe; wie werth mir die Religion von allem dem loszureißen, was es gewesen, und wie treu ich in ihrer noch an das Irdische fesselt, noch so Erkenntniß und Uebung gewesen bin; viel Gutes zu thun, als ich kann, und das ist die ernstliche Uleberlegung, die allen um mich her durch Geduld, ich jetzt anzustellen habe. Gieb, daß durch Ergebung in deinen Willen, ich sie weder scheuen, noch leichtsinnig durch frohe Erwartung des Zukünfdamit zu Ende eilen, und mir die tigen erbaulich zu werden. Dann Tröstungen des Evangelii Jesu Christi fälschlich zueignen möge. Auch für mich ist freilich bei dir viel Vergebung; auch mir willst du Barmberzigkeit widerfahren lassen. Es ist doch aber auch gar zu gewiß, daß ich mit den Gesinnungen, die ich mit mir aus dieser Welt nehme, in der zu fünftigen fortleben werde, und wie meine Aussaat ist, so auch die Erndte für mich seyn wird. Stets sey mir also der Zuruf Jesu Chrifti erinnerlich: Selig sind, die reines Herzens tröste mich, o Gott, deine Liebe; dann sey mir die Nacht des Grabes nicht fürchterlich; dann laß mich in der ruhigen, freudigen Gesinnung beharren. Herr, ich marte auf dein Heil! Amen. b. Gebet bei Sterbenden. Siehe in diesem Gesangbuche das Lied Nr. 588, wo auch noch mehr gute Gebete für Krante von Nr. 572 bis Nr. 587 anzutreffen sind. ( 11 Verzeichniß der Gebete. 1. Morgengebete. 2. Abendgebete. a. Längere Morgen- Andacht b. Kürzeres Morgengebet. 271 c. An Sonn- und Festtagen, bei dem Morgengebet hinzuzufügen 272 d. Nöthige Entschließungen am Morgen 272 a. Längere Abend- Andacht b. Kürzeres Abendgebet 3. Tägliche Erweckung zum frommen Sinn und Wandel vor Gott. a. Vertrauen auf Gott und rechtmäßige Gesinnung gegen ihn b. Demuths- Uebung. c. Um Keuschheit und Mäßigkeit. d. Um brüderliche Liebe, Mitfreude und Mitleid e. Um Nachsicht, Sanftmuth, Leutseligkeit und Langmuth f. Um christliche Gefälligkeit und Freundschaft g. Um christliche Liebe gegen Feinde h. Um Heiligkeit der Reden und des Betragens. ● • 5. Gebete für Stranke und bei Sterbenden. a. Demüthigung vor Gott in Krankheit b. Gebet bei Sterbenden • 4. Gebete für die, welche zum heiligen Abendmahl gehen wollen. :: i. Um christlichen Gebrauch der Vergebungen, Thorheiten und Laster unserer Nebenmenschen.. .. k. Um christlichen Gebrauch der Zeit, Kräfte und Gaben Gottes 1. Aufmunterung zu solchem Wandel vor Gott.. 1 274 275 . ♦ Seite 270 ● a. Nachdenken über den Zweck und den Nutzen des heiligen Abendmahls.. . 286 b. Selbstprüfung vor dem Genusse des heiligen Abendmahls 288 c. Um Vergebung der Sünden 291 d. Vor dem Gebrauche des heiligen Abendmahls 292 e. Nach dem heiligen Abendmahle 292 276 277 278 279 280 281 281 282 282 283 284 294 293 lung Evangelien und Episteln auf alle Sonn- und Festtage. Am 1. Sonntage des Advents. Evangelium, Matth. 21, 1-9. a fie nun nabe bei Jerusalem kamen, gen Bethphage an den Delberg, sandte Jesus seiner Jünger zwet, und sprach zu ihnen: Gebet bin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Ehelin finden, angebunden, und ein Füllen bei ihr; löset sie auf, und führet sie zu mir. Und so euch Jemand etwas wird sagen; so sprecht: Der Herr bedarf ihrer; so bald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propbeten, der da spricht: Saget der Tochter Zions: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmüthig, und reitet auf einem Esel, und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger gingen bin, und thaten, was ihnen Jesus befohlen hatte; und brachten die Eselin und das Füllen, und legten ihre Kleider darauf, und setzten ihn darauf. Aber vieles Volk breitete die Kleider auf den Weg; die andern bieben Zweige von den Bäumen und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nachfolgte, schrie und sprach: Hosianna, dem Sohne Davids; gelobt sey, der da fommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! Epistel, Röm. 13, 11-14. wir wissen, nämlich die Zeit, daß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlafe( sintemal unser Heil jetzt näher ist, denn da wir es glaubten); die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbet gekommen; so laßt uns ablegen die Werke der Finsterniß. und anlegen die Waffen des Lichts. ( Ev. Luth.) Laßt uns ehrbarlich wandeln, als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid; sondern ziehet an den Herrn Jesum Christum, und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. Um 2. Sonntage des Advents. Evangelium, Luc. 21, 25-36. Yesus sprach zu seinen Jüngern: werden an der Sonne, und Mond, und Sternen; und auf Erden wird den Leuten bange seyn, und werden zagen, und das Meer und die Wasserwogen werden brausen, und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die da kommen sollen auf Erden, denn auch der Himmel Kräfte sich bewegen werden. Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in den Wolfen mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wann aber dieses anfängt zu geschehen, so sehet auf, und hebet eure Häupter auf, darum, daß sich eure Erlösung nabet. Und er sagte ibnen ein Gleichniß: Sebet an den Feigenbaum und alle Bäume. Wenn sie jetzt ausschlagen, so sebet ihr es an ihnen, und merket, daß jetzt der Sommer nabe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles sebet angehen, so wisset, daß das Reich Gottes dies Geschlecht wird nicht vergeben, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht. Aber bütet euch, daß eure Herzen nicht beschweret werden mit Fressen und Saufen und mit Sorgen der Nahrung und komme dieser Tag schnell über 1 Am 2., 3. und 4. Sonntage des Advents. 2 euch: Denn wie ein Fallstrick wird er fommen über Ulle, die auf Erden wohnen. Go send nun wacker allezeit, und betet, daß ihr würdig werden möget, zu entfliehen diesem Allen, das geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn. Epistel, Röm. 15, 4:13. Lieben Brüder: Was aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Geduld und Troft der Schrift poffnung haben. Gott aber der Geduld und des Troftes gebe euch, daß ihr einerlei gesinnet send unter einander nach Jesu Christo. Auf daß ihr ein müthiglich mit einem Munde lobet Gott und den Vater unsers Herrn Jesu Christi. Darum nehmet euch unter einander auf, gleichwie euch Chriftus hat aufgenommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jesus Christus sey ein Diener gewesen der Beschneidung um der Wahrheit willen Gottes, zu bestätigen die Verheißung den Vätern geschehen. Daß die Heidenafür halte uns Jedermann, námaber Gott loben um der Barmherzig: keit willen, wie geschrieben stehet: Darum will ich bich loben unter den Heiden, und deinem Namen fingen. Und abermal spricht er: Freuet euch, ihr Heiden mit seinem Volk. Und aber mal: Lobet den Herrn, alle Heiden, und preiset ihn, alle Völker. Und abermal spricht Esaias: Es wird seyn die Wurzel Jeffe, und der auferstehen wird zu herrschen über die Heiden, auf den werden die heiden hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Friede im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habet durch die Kraft des heiligen Geistes. Um 3. Sonntage des Advents. Evangelium, Matth. 11, 2-10. D a aber Johannes im Gefängniß die sandte Blinden sehen und die Lahmen gehen die Ausságigen werden rein, und die Zauben hören, die Todten stehen auf, und den Armen wird das Evangelium gepredigt. Und selig ift, der sich nicht an mir árgert. Da die hingingen, fing Jesus an zu reden zu dem Volk von Johannes: Was seyd ihr hinaus: gegangen in die Wüste zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her wehet? Oder was feyd ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häusern. Oder was sevd ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist, denn ein Prophet. Denn dieser ist es, von dem geschrieben stehet: Siehe ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. Epistel, 1 Cor. 4, 1-5. er seiner Jünger zwei, und ließ ihm sagen: Bist du, der da kommen soll, oder sollen wir eines andern warten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin, und saget Johannes wie: der, was ihr sehet und höret; die lich für Chrifti Diener und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun sucht man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß fie treu erfunden werden. Mir aber ist es ein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde, oder von einem menschlichen Tage; auch richte ich mich selbst nicht. Sch bin mir wohl nichts bewußt, aber darinnen bin ich nicht gerechtfertiget; der Herr ift es aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr komme, welcher auch wird ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rath der Herzen offenbaren; alsdann wird einem Jeglichen von Gott Lob wiederfahren. Um 4. Sonntage des Advents. Evangelium, Joh. 1, 19-28. und dies ist das Zeugniß Johannis, da Juden sandten von Jerusalem Priester und Leviten, daß fie ihn fragten: Wer bist du? Und er bekannte, und leugnete nicht; und er bekannte: Ich bin nicht Christus. Und sie fragten thn: Was denn? Bist du Elias? Er sprach: Ich bin All Am 1. und 2. heiligen Christtage. es nicht. Bist du ein Prophet? Und| ließe mit Marta, seinem vertrauten er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn? Daß wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben: Was sagst du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Richtet den Weg des Herrn, wie der Prophet Esaias gesagt hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharisäern, und fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen, und sprach: Ich taufe mit Wasser, aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht fennet. Der ist es, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, deß ich nicht werth bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Dies geschab zu Bethabara, jenseits des Jordans, da Johannes taufte. Epistel, Pbil. 4, 4-7. in Herrn allewege, und abermal fage ich: Freuet euch! Eure Lindigteit lasset fund seyn allen Menschen. Der Herr ist nabe! Sorget nichts; sondern in allen Dingen lasset eure Bitte im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, welcher böher ist, denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu. Um heiligen Christtage. Evangelium, Luc. 2, 1-14. s begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Augusto ausging, daß alle Welt geschäget würde. Und diese Schazung war die allererste, und geschab zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und Jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein Jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das die da heißet Bethlehem, darum, daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war; auf daß er sich schäßen zur 3 Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären soate. Und sie gebar ihren ersten Sohn, und wickelte ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe, denn sie batten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Heerde. Und siebe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um ste; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht, siebe, ich verkün- dige euch große Freude, die allem Velk wiederfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen, ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da lischen Heerschaaren, die lobten Gott und sprachen: Ehre sey Gott in der Höhe und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen. Epistel, Tit. 2, 11-14. Es ist erschienen die beilsame Gnade und züchtiget uns, daß wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen, und die weltlichen Lüste und züchtig, gerecht und gottseelig leben in dieser Welt, und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des groBen Gottes, und unsers Heilandes Jesu Christt. Der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlösete von aller Ungerechtigkeit, und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigenthum, das fleißig wäre zu guten Werken. Um 2. Christtage, oder am Tage St. Stephani. Evangelium, Matth. 23, 34-39. Der Herr sprach zu den Phariund Obersten der Juden: Siehe, ich sende zu euch Propheten, und Weise, und Schriftgelehrte, und derselben werdet 1* Um Tage St. Johannis des Evangelisten. 4 thr etliche tödten und freuzigen, und etliche werdet ihr geiffeln in euren Schulen, und werdet sie verfolgen von einer Stadt zu der andern; auf daß über euch komme alle das gerechte Blut, das vergossen ist auf Erden, von dem Blute an des gerechten Abels, bis auf das Blut Zacharias, Bacha: rias Sohn, welchen ihr getödtet habt zwischen dem Tempel und dem Altar. Wahrlich ich sage euch, daß solches alles wird über dies Geschlecht kommen. Jerusalem, Jerusalem, die du tödteft die Propheten, und steinigest, die zu dir gefandt sind! wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt. Siehe, euer paus soll euch wüste gelassen werden. Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen bis ihr sprecht: Gelobet sey, der da kommt im Namen des Herrn. Lection, Upoft. Gesch. 6, 8-15 und 7, 55-59. tephanus aber, voll Glauben und Kráfte, that Wunder und große Zeichen unter dem Volk. Da standen etliche auf von der Schule, die da heißt der Libertiner und der Cyrener, und der Alexanderer und derer, die aus Cicilien und Asien waren, und befragten sich mit Stephano. Und fie vermochten nicht zu widerstehen der Weisheit und dem Geist, aus welchem er redete. Da richteten sie zu etliche Männer, die sprachen: Wir haben ihn gehört låsterworte reden wider Mosen und wider Gott. Und bewegten das Volk, und die Weltesten und die Schriftgelehrten; und traten herzu, und rissen ihn hin, und führten ihn vor den Rath; und stellten falsche Zeugen dar, die sprachen: Dieser Mensch höret nicht auf zu reden Lästerworte wider diese heilige Stätte und das Geseg. Denn wir haben ihn hören sagen: Jesus von Nazareth wird diese Stätte zerstören, und åndern die Sitten, die uns Moses gegeben hat. Und sie sahen auf ihn Alle, die im Rath saßen, und sahen sein Ungesicht, wie eines Engels Ungesicht. Als er aber voll heiliges Geistes war, sah er auf gen Himmel, und sahe die Herrlichkeit Gottes, und Jesum stehen zur Rechten Gottes, und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen, und des Menschen Sohn zur Rechten Gottes stehen. Sie schrien aber laut, und hielten ihre Ohren zu, und stürmten einmüthiglich zu ihm ein, und stießen ihn zur Stadt hinaus, und steinigten ihn. Und die Zeugen legten ab ihre Kleider zu den Füßen eines Jünglings, der hieß Saulus. und steinigten Stephanum, der anrief und sprach: Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Er knieete aber nieder, und schrie laut: Herr, behalte ihnen diese Günde nicht! Und als er das gesagt, entschlief er. Um Tage St. Johannes des Apostels und Evangelisten. Evangelium, Joh. 21, 15:24. hatten, ſpricht Jeſus zu Simon Petro: Simon Johanna, hast du mich lieber, denn mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Lämmer. Spricht er zum andernmale zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Schaafe. Spricht er zum drittenmal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Petrus ward traurig, daß er zum drittenmal zu ihm sagte: Hast du mich lieb? Und sprach zu ihm: Herr du weißt alle Dinge, du weißt daß ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schaafe. Bahrlich, wahrlich, ich sage dir: Da du jünger warest, gürtetest du dich selbst, und wandeltest, wo du hin wollteft; wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein Underer wird dich gürten, und führen, wo du nicht hin willst. Das sagte er aber zu deuten, mit welchem Tode er Gott preifen würde. Und da er das gesagt, spricht er zu ihm: Folge mir nach. Petrus aber wandte Um Sonnt. n. d. Christtage. Um Neujahrstage. 5 bar werden. Und es war eine Prophetin, panna, eine Tochter Phanuels, vom Geschlechte Usser, die war wohl betagt, und hatte gelebt sieben Jahre mit ihrem Manne, nach ihrer Jungfrauschaft, und war nun eine Witwe bei vier und achtzig Jahren, die kam nimmer vom Tempel, diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Dieselbe trat auch hinzu zu derselben Stunde, und pries den Herrn, und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung zu Jerusalem warteten. Und da sie es alles vollendet hatten, nach dem Gefeß des Herrn, lehrten sie wieder nach Galiläam, zu ihrer Stadt Nazareth. Aber das Kind wuchs, und ward stark im Geift, voller Weisheit, und Gottes Gnade war bei ihm. Epistel, Galater 4, 1-7. olches der S den Herrn fürchtet, und wer fich fage aber: So lange der Erbe an Gottes Wort hålt, der findet sie. Und sie wird ihm begegnen, wie eine Mutter, und wird ihn empfangen, wie eine junge Braut. Sie wird ihn speisen mit Brod des Verstandes, und wird ihn tránken mit Wasser der Weisheit. Da durch wird er stark werden, daß er fest stehen kann; und wird sich an sie halten, daß er nicht zu Schanden wird. Sie wird ihn erhöhen über seinen Nächsten, und wird ihm seinen Mund aufthun in der Gemeinde. Sie wird ihn frönen mit Freude und Bonne, und mit ewigem Namen begaben. Aber die Narren finden sie nicht, und die Gottloser: fönnen sie nicht ersehen. Denn sie ist ferne von den Hoffärtigen, und die Heuchler wissen nichts von ihr. ein Kind ist, so ist unter ihm und einem Knechte kein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter: sondern er ist unter den Bormündern und Pflegern, bis auf die bestimmte Zeit vom Vater. Also auch wir, da wir Kinder waren, waren wir gefangen unter den äußerlichen Sagungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Beibe, und unter das Geset gethan; auf daß er die, so unter dem Geset waren, erlösete, daß wir die Kind= schaft empfingen. Weil ihr denn Kinder seyd, hat Gott gefandt den Geist feines Sohnes in eure Herzen, der schreiet: Ubba, lieber Vater! Also ift nun hier kein Knecht mehr, sondern eitel Kinder. Sind es aber Kinder, so find es auch Erben Gottes durch Chriftum. sich um, und sahe den Jünger folgen, welchen Jesus lieb hatte, der auch an seiner Brust am Abendessen gelegen, und gesagt hatte: Herr, wer ist es, der dich verráth? Da Petrus diesen sahe, spricht er zu Jesu: Herr, was soll aber dieser? Jesus spricht zu ihm: So ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was gehet es dich an? Folge du mir nach. Da ging eine Rede aus unter den Brüdern: Dieser Jünger stirbet nicht. Und Je: sus sprach nicht zu ihm: Er stirbet nicht, sondern: so ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was gehet es dich an? Dies ist der Jünger, der von diesen Dingen zeuget, und hat dies geschrieben, und wir wissen, daß sein Zeugniß wahrhaftig ist. Lection, Sirach 15, 1: 8. Um Sonnt. nach d. Christtage. Evangelium, Luc. 2, 33-40. Und nd sein Vater und Mutter wunUm Neujahrstage. Evangelium, Luc. 2, 21. derten sich deß, das von Jesu Und da acht Tage um waren, daß das geredet ward, und Simeon segnete sie, und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser wird gefeßt zu einem Fall und Auferstehen vieler in Israel, und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird. Und es wird ein deine Seele dringen, auf daß vieler Herzen Gedanken offen: sein Name genannt Jesus, welcher genannt war von dem Engel, ehe denn er im Mutterleibe empfangen waró. Epistel, Gal. 3, 23-29. Ehe denn aber der Glaube kam, wurden wir unter dem verwahrt, und verschlossen auf den 6 Um Sonnt. n. d. Neuenjahr. Um Fest Epiphania. Glauben, der da solite offenbaret wer- Um Fest Epiphaniá, oder der den. Also ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würErscheinung Christi. Evangelium, Matth. 2, 1-12. den. Nun aber der Glauben gekom- a Jeſus geboren war zu Bethmen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seyd alle Got tes Kinder, durch den Glauben an Christum Jesum. Denn wie Biele eurer getauft sind, die baben Chriftum angezogen. Hier ist kein Jude noch Grieche, bier ist kein Knecht noch Freier, hier ist kein Mann noch Weib; denn ihr seyd allzumal einer in Chrifto Jesu. Send ihr aber Christi, so seyd ihr ja Abrahams Saamen, und nach der Verheißung Erben. lebem im jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodes, siebe, da kamen die Weisen vom Morgenlande gen Jerufalem, und sprachen: Wo ist Wir haben seinen Stern geseben im der neugeborene König der Juden? Morgenlande, und sind gekommen, Herodes hörte, erschrack er, und mit ihn anzubeten. Da das der König ihm das ganze Jerusalem. Und ließ versammeln alle Hohepriester und Schriftgelehrten unter dem Volk, und erforschte von ihnen, wo Christus ihm: Zu Bethlehem im jüdiſchen Lansollte geboren werden. Und sie sagten de; denn also stebet geschrieben durch den Propbeten: Und du Bethlebem im jüdischen Lande, bist mit nichten die kleinste unter den Fürsten Juda; denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Herr sey. Da bertef Herodes die Weisen beimlich und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre. Und wies sie gen Bethlebem, und sprach: Ziehet bin, und forschet fleißig nach dem Kindlein, und wenn ihr es findet, so sagt mir es wieder, daß ich auch komme, und es anbete. Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie bin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen batten, ging vor ihnen bin, bis daß er kam, und stand oben über, da das Kindlein war. Da sieden Stern saben, Da a aber erschten die Freundlichkeit wurden sie boch erfreuet; und gingen und Leutseligkeit Gottes unsers in das Haus und fanden das KindHeilandes, nicht um der Werke willen lein mit Maria seiner Mutter, und der Gerechtigkeit, die wir gethan fielen nieder und beteten es an. Und batten, sondern nach seiner Barm- thaten ihre Schätze auf, und schenkten berzigkeit, machet er uns selig durch ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. das Bad der Wiedergeburt und Er- Und Gott befabl ibnen im Traum, neuerung des heiligen Geistes, wel-/ daß sie sich nicht sollten wieder zu chen er ausgegossen bat über uns reichlich durch Jesum Christum unfern Heiland, auf daß wir durch Epistel, Tit. 3, 4-7. Herodes lenken, und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. Um Sonntage n. d. Neuenjahr. Evangelium, Matth. 2, 13-15. Da a die Weisen aus Morgenland aber hinweg gezogen waren, stebe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traume, und sprach: Stehe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und fliehe nach Egyptenland, und bleib allda, bis ich dir sage; denn es ist vorhanden, daß Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzubringen. Und er stand auf, und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich bei der Nacht, und entwich nach Egyptenland. Und blieb allda bis nach dem Tode Herodes. Auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Propbeten gesagt bat, der da spricht: Aus Egypten babe ich meinen Sohn gerufen. besselben Gnade gerecht und Erben fepn des ewigen Lebens nach der Hoffnung, das ist je gewißlich wahr. Lection, Jes. 60, 1-6. pache auf, werde Licht, denn Main Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir. 7 Denn siebe, Finsterniß bedecket das Erdreich, und Dunkel die Völker. Aber über dir gebet auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und die Heiden werden in deinem Licht wandeln, und die Könige im Glanz, der über dir aufgebet. Hebe deine Augen auf, und siehe umber, alle versammelt kommen zu dir. er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab, und kam gen Nazareth, und war ibnen unterthan. Und seine Mutter behielt alle dieſe Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade, bei Gott und den Menschen. Epistel, Röm. 12, 1-6. ermabne lieben diese auf werden von ferne tom- durch die Barmberzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber begeber zum Opfer, das da lebendig, beilig und Gott woblgefällig sey, welches sey euer vernünfti ger Gottesdienst. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich; sondern verändert euch durch Verneuerung euers Sinnes, auf daß ibrprüfen möget, welches da sey der gute, der wohlgefällige, und der vollkommene Gottes Wille. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, Jedermann unter euch, daß Niemand weiter von sich balte, denn sichs gebührt zu halten; sondern daß er von ihm mäßiglich halte, ein Seglicher, nachdem Gott ausgetheilt bat das Maaß des Glaubens. Denn gleicher Weise, als wir in Einem Leibe viel Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte baben, also sind wir viele ein Leib in Christo, aber unter einander ist einer des anderen Glied, und haben mancherlet Gaben, nach der Gnade, die uns gegeben ist. Um 1. u. 2. Sonnt. n. men, und deine Töchter zur Seite erzogen werden. Dann wirst du deine Lust sehen und ausbrechen, und dein Herz wird sich wundern und ausbretten, wann sich die Menge am Meer zu dir bekehret, und die Macht der Seiden zu dir fommt. Denn die Menge der Kameele wird dich bedecken, die Läufer aus Midlan und Epha. Ste werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen, und des Herrn Lob verkündigen. Am 1. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Evangelium, Luc. 2, 42-52. Da a Jesus zwölf Jahr alt war, gingen sie hinauf gen Jerusalem, nach Gewohnheit des Festes. Und da die Tage vollendet waren, und sie wieder zu Hause gingen, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem, und seine Eltern wußten es nicht. Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagereise und suchten ihn unter den Gefreundten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wiederum gen Jerufalem, und begab dret Tagen, fanden sie ihn im Tempel sigen, mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zubörete und sie fragte, und alle, die ihm zuhörten, verwunderten Ach feines Verstandes und seiner Antwort. Und da sie ihn saben, entsegten fie fich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Stehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ibnen: Was ist's, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich seyn muß in dem, das meines Vaters ist? Und sie verstanden das Wort nicht, das d. Erscheinung Christi. Um 2. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Evangelium, Job. 2, 1-11. nd am dritten Tage war eine zu Cana, in und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jefu zu ihm: Sie haben nicht Wein. Jesus spricht zu ibr: Welb, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern. Was er euch saget, das thut. Es waren aber allda sechs steinerne Wasserkrüge gesegt, nach der Weise der jüdischen Reinigung, und gingen je in einen zwei oder drei Maaß. Jesus spricht zu ihnen: Füllet die Wasserkrüge mit munlad diun 8 Am 3. Sonnt. n. d. Erscheinung Christi. Wasser. Und sie fülleten sie bis oben| Und siebe, ein Aussätziger kam und an. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet betete ihn an, und sprach: Herr, so nun und bringet es dem Speisemeister. du willst, kannst du mich wohl reinigen. Und sie brachten es. Als aber der Und Jesus streckte seine Hand aus, Speisemeister kostete den Wein, der rührte ihn an, und sprach: Ich will Wasser gewesen war, und wußte nicht, es thun, sey gereinigt. Und alsbald von wannen er kam( die Diener aber ward er von seinem Aussay rein. Und wußten es, die das Wasser geschöpfet Jesus sprach zu ihm: Siehe zu, sage batten), da rufet der Spetsemeister es Niemand; sondern gehe bin, und den Bräutigam, und spricht zu tbm: zeige dich dem Priester, und opfere Jedermann giebt zum ersten guten die Gabe, die Moses befohlen hat zu Wein, und wenn sie trunken geworden einem Zeugniß über sie. Da aber find, alsdann den geringeren; du bast Jesus einging zu Capernaum, trat den guten Wein bisber bebatten. Das ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn, ist das erste Zeichen, das Jesus that, und sprach: Herr, mein Knecht liegt geschehen zu Cana in Galiläa, und zu Hause, und ist gichtbrüchig, und offenbarte seine Herrlichkeit. Und bat große Qual. Jesus sprach zu ihm: feine Jünger glaubten an ihn. Ich will kommen, und ihn gesund Epistel, Röm. 12, 6-16. machen. Der Hauptmann antwortete Lieben Brüder: Wir haben mancher- und sprach: Herr, ich bin nicht werth, let Gaben nach der Gnade, die daß du unter mein Dach gehest, sonuns gegeben ist. Hat Jemand Weissa- dern sprich nur ein Wort, so wird gung, so sey sie dem Glauben ähnlich. mein Knecht gefund. Denn ich bin ein Hat Jemand ein Amt, so warte er Mensch, dazu der Obrigkeit unterdes Amts. Lehret Jemand, so warte than, und habe unter mir Kriegser der Lehre. Ermahner Jemand, so frechte; noch wenn ich sage zu einem: warte er des Ermahnens. Giebt Je- Gehe hin; so gebet er; und zum anmand, so gebe er einfältiglich. Re- dern: Komme her; so kommt er. Und gieret Jemand, so sey er sorgfältig. zu meinem Knechte: Thue das; so Uebet Jemand Barmherzigkeit, so thue thut er's. Da das Jesus börete, verers mit Lust. Die Liebe sey nicht falsch. wunderte er sich, und sprach zu denen, Haffet das Arge, hanget dem Guten die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich an. Die brüderliche Liebe unter ein- fage euch, solchen Glauben habe ich ander sey herzlich. Einer komme dem in Israel nicht gefunden. Aber ich sage andern mit Ehrerbietung zuvor. Seyd euch: Viele werden kommen vom Mornicht träge, was ihr thun sollt. Seyd gen und vom Abend, und mit Abrabrünstig im Geist. Schicket euch in bam und Isaac und Jacob im Himdie Zeit. Seyd fröhlich in Hoffnung, melreich sitzen. Aber die Kinder des geduldig in Trübsal, baltet an am Reichs werden ausgestoßen in die Gebet. Nehmet euch der Heiligen Noth- äußerste Finsterniß hinaus, da wird durft an. Herberget gerne. Gegnet, seyn Heulen und Zähnklappern. Und die euch verfolgen; segnet und fluchet Jesus sprach zu dem Hauptmanne: nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen, Gehe bin, dir geschebe, wie du geund weinet mit den Weinenden. Habt, glaubt hast. Und sein Knecht ward einerlei Stan untereinander. Trachtet gesund zu derselben Stunde. nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. Um 3. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Evangelium, Matth. 8, 1-13. a Jesus aber vom Berge herab ging, folgte ihm viel Volks nach. Ha Epistel, Röm. 12, 17-21. altet euch nicht selbst für flug. Vergeltet Niemand Böses mit Bösem. Fleißiget euch der Ehrbarkeit gegen Jedermann. Ist es möglich, so viel an euch ist, so babet mit allen Menschen Frieden. Rächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Um 4., 5. und 6. Sonnt. Raum dem Zorn; denn es steht geschrieben: Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr. So nun deinen Feind hungert, so speise thn; dürstet ihn, so tränke tbn. Wenn du das ihust, so wirst du feurige Koblen auf sein Haupt sammeln. Luß dich nicht das Böse überwinden, son dern überwinde das Böse mit Gutem. n. d. Erscheinung Christi. 9 kam sein Feind, und säete Unkraut zwischen den Waizen, und ging davon. Da nun das Kraut wuchs, und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater, und sprachen: Herr, bast du nicht guten Saamen auf deinen Acker gesäet? Woher hat er denn das Unkraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der Feind gethan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, daß wir bingehen, und es ausgäten? Er sprach: Nein, auf daß ihr nicht zugleich den Waizen mit ausraufet, so ihr das Unkraut ausUm 4. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Evangelium, Matth. 8, 23-27. Und Jesus trat in das Schiff und seine Jünger folgten ihm. Und fiebe, da erhob sich ein großes Unge- gätet. Lasset beides mit einander stüm im Meer, also, daß auch das Schifflein mit Wellen bedecket ward, und er schlief. Und die Jünger traten zu ihm, und weckten ihn auf und sprachen: Herr bilf uns, wir verder ben. Da sagte er zu ihnen: Jbr Kleingläubigen, warum seyd ihr so furchtsam? Und stand auf und bedrobete ben Wind und das Meer; da ward es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist? wachsen, bis zu der Erndte; und um die Erndtezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuvor das Unfraut, und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne; aber den Watzen fammelt mir in meine Scheuern. Epistel, Röm. 13, 8-10. denn daß ihr euch untereinander liebet; denn wer den andern Itebet, der hat das Gesetz erfüllet. Denn das da gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht tödten; du sonst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugniß geben; dich soll nichts gelüsten; und so ein ander Gebot mehr ist, das wird in diesem Wort verfasset: Du fost deinen Nächsten lieben, als dich selbst. Die Liebe tbut dem Nächsten nichis Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. Epistel, Coloff. 3, 12-17. o ziebet nun an, als die Auserwählten Gottes, Heilige und Geliebte, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demuth, Sanftmulb, Geduld; und vertrage einer den andern, und vergebet euch untereinander, so Jemand Klage bat wider den anben hat, also auch ibr. Ueber alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede Gottes regtere in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen send in einem Leibe, und seyd dankbar. Lasset das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisbett, lehret und vermabnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen, und geistlichen lieblichen Liedern, und singet dem Herrn in eurem Herzen. Und alles, was ihr thut, mit Worten, oder mit Werken, das thut alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott und dem Vater durch ihn. Um 5. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Evangelium, Matth. 13, 24-30. Resus legte ihnen ein ander Gleichmelreich ist gleich einem Menschen, Am 6. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Evangelium, Mattb. 17, 1-9. der guten Saamen auf feinen Acker und nach sechs Tagen nahm Jezu Am Sonntage Septuagesima. 10 und Johannem, seinen Bruder, und führete sie betseits auf einen hohen Berg. Und ward verkläret vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete, wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß, als ein Licht. Und siehe, da erschienen ihnen Moses und Elias, die redeten mit ihm. Petrus aber Um Sonntage Septuagesima. Evangelium, Matth. 20, 1-16. antwortete, und ſprach zu Jeſu: Jefus fprach zu feinen Süngern: ist gut seyn, du, so wollen wir hier drei Hütten machen, dir eine, Mesi eine, und Elias eine? Da er noch also redete, siebe, da überschattete sie eine lichte Wolfe, und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe, den sollt ihr hören. Da das die Jünger hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und erschracken sehr. Jefus aber trat zu ihnen, rührte sie an, und sprach: Stebet auf, und fürchtet euch nicht. Da sie aber ihre Augen aufbuben, saben sie Niemand, denn Jesum alleine. Und da sie vom Berge herabgingen, gebot ihnen Jesus, und sprach: Ihr sollt dies Gesicht Niemand sagen, bis des Menschen Sohn von den Todten auferstanden ist. Das Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der am Morgen ausging, Arbeiter zu miethen in seinen Weinberg. Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg. Und ging aus, um die dritte Stunde, und sahe andere an dem Markte müsstg stehen, und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch bin in den Weinberg, ich will euch geben, was recht ist. Und sie gingen bin. Abermal ging er aus um die sechste und neunte Stunde, und that gleich also. Um die eilfte Stunde aber ging er aus, und fand andere müssig steben, und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hier den ganzen Tag müssig? Ste sprachen zu ihm: Es hat uns Niemand gedinget. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, und was recht seyn wird soll euch werden. Da es nun Abend ward, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Schaffner: Rufe die Arbeiter, und gieb ihnen den Lobn und bebe an, an den letzten bis zu den Ersten. Da kamen die um die eilfte Stunde gedinget waren, und empfing ein Seglicher seinen Groschen. Da aber die ersten famen, meinten sie, sie würden mehr empfangen, und sie empfingen auch ein Jeglicher seinen Groschen. Und da sie den empfingen, murrten sie wider den Hausvater, und sprachen: Diese legten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hiße getragen haben. Er antwortete aber, und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht unrecht; bist du nicht mit mir eins worden um einen Groschen? Nimm was dein ist und gehe hin. Ich will aber diesen letzten geben, gleich wie dir; oder habe ich nicht macht zu Epistel, 2. Petr. 1, 16-21. W ir baben nicht den klugen Fabeln gefolget, da wir euch fund gethan haben die Kraft und Zukunft unsers Herrn Jesu Christi; sondern wir haben seine Herrlichkeit selber gesehen, da er empfing von Gott dem Vater Ehre und Preis, durch eine Stimme, die zu ihm geschab von der großen Herrlichkeit dermaßen: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Und diese Stimme baben wir gehöret vom Himmel gebracht, da wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. Wir haben ein festes prophetisches Wort, und ihr tbut wobl, daß ihr darauf achtet, als auf ein Licht, das da scheinet in einem dunkelen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgebe in euren Herzen. Und das sollt ihr für das erste wissen, daß keine Weissagung in der Schrift geschiebt aus eigener Auslegung. Denn es ist noch nie keine Weissagung aus menschlichem Willen bervorgebracht, sondern die heiligen Menschen Gottes haben geredet, getrieben von dem beiligen Geist. Um Sonntage Seragesima. thun was ich will, mit dem Meinen? fiehest du darum scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die Legten die ersten, und die Ersten die Letzten seyn. Denn viele find berufen, aber wenig sind auserwählet. 11 trug bundertfältige Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat, zu hören, der böre. Es fragten ihn aber seine Jünger, und sprachen: Was dieses Gleichniß wäre? Er aber sprach: Euch ist es gegeben zu wissen den andern aber in Gleichnissen, daß das Geheimniß des Reichs Gottes, fie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht verstehen, ob sie es schon bören. Das ist aber dies Gleichnis: Der Saamen ist das Wort Gottes. Die aber an dem Wege sind, das sind, die es bören; darnach kommt der Teufel, und nimmt das Wort von ihrem Epistel, 1 Cor. 9, 24. 27. u. 10, 1-5. W iffet ihr nicht, daß die, so in den Schranken laufen, die laufen alle, aber einer erlanget das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein Jeglicher aber, der da kämpfet, enthält sich alles Dinges: Jene also, daß sie eine vergängliche Krone empfangen, wir aber eine un- Herzen, auf daß sie nicht glauben und vergängliche. Ich laufe aber also, selig werden. Die aber auf dem Fels, nicht als auf das Ungewisse: Ich sind die, wenn sie es hören, nehmen ste fechte also, nicht als der in die Luft das Wort mit Freuden an, und die Atreichet. Sondern ich betäube met- haben nicht Wurzel, eine zeitlang nen Leib, und zähme ihn, daß ich glauben sie, und zu der Zeit der Annicht andern predige, und selbst ver- fechtung fallen sie ab. Das aber unter werflich werde. Ich will euch aber, die Dornen fiel, sind die, so es hören, lieben Brüder, nicht verbalten, daß und gehen bin, unter den Sorgen, unsere Väter sind alle unter der Wolken Reichthum und Wollust dieses Lebens, gewesen, und sind alle durch das Meer und ersticken, und bringen keine gegangen, und sind alle unter Mosen Frucht. Das aber auf dem guten getauft, mit der Wolke und mit dem Lande, sind, die das Wort hören und Meere; und haben alle einerlei geist- behalten in einem feinen guten Herliche Spetse gegessen, und haben alle zen, und bringen Frucht in Geduld. einerlei geistlichen Trank getrunken; fie tranten aber von dem geistlichen Fels, der mitfolgte, welcher war Chri. an vielen Gott keinen Wohlgefallen, denn sie sind niedergeschlagen in der Wüste. D Am Sonntage Seragesimå. Evangelium, Luc. 8, 4-15. a nun vieles Volk bei einander war, und aus den Städten zu Jesu eilten, sprach er durch ein Gleichniß: Es ging ein Säemann aus zu säen seinen Saamen, und indem er fäete, fiel etliches an den Weg, und ward vertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen es auf. Und etliches fiel auf den Fels, und da es aufging, verdorrete es, darum daß es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dornen, und die Dernen gingen mit auf, und erstickten es. Und etliches fiel auf ein gutes Land, und es ging auf, und Epistel, 2 Cor. 11, 19-33. u. 12, 1-9. Nieben Brüder: Ihr vertraget gern Narren, Ihr vertraget, so euch Jemand zu Knechten machet, so euch Jemand schindet, so euch Jemand nimmt, fo euch Jemand tropet, so euch Jemand in das Angesicht stretchet. Das sage ich nach der Unebre, als wären wir schwach geworden. Worauf nun Semand fühn ist( ich rede in Thorheit), darauf bin ich auch fühn. Sie sind Ebräer; ich auch. Sie sind Siraeliten; ich auch. Sie sind Abrahams Samen; ich auch. Sie sind Diener Christi( ich rede thörlich), ich bin wohl mehr. Ich habe mehr gearbeitet, ich habe mehr Schläge erlitten, ich bin öfter gefangen, oft in Todesnötben gewesen. Von den Juden habe ich fünfmal empfangen vierzig Streiche, mentger eins. Ich bin dreimal gestäupet, einmal gesteiniget, 12 Um Fastnachts- Sonntage. dreimal habe ich Schiffbruch erlitten,| Jemand mich höher achte, denn er Tag und Nacht habe ich zugebracht in der Tiefe( des Meers). Ich babe oft gereiset, ich bin in Fährlichkeit gewesen zu Wasser, in Fährlichkeit unter den Mördern, in Fährlichkeit unter den Juden, in Fährlichkeit unter den Heiden, in Fährlichkeit in den Städten, in Fährlichkeit in der Wüste, in Fährlichkeit auf dem Meer, in Fährlichkeit unter den falschen Brüdern, in Müb und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße. Obne was sich sonst zuträgt, nämlich daß ich täglich werde angelaufen, und trage Sorge für alle Gemeinden. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert, und ich brenne nicht? So ich mich je rühmen soll, will ich mich meiner Schwachheit Gott und der an mir siebet oder von mir böret. Und auf daß ich mich nicht der boben Offenbarung überbebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe, dafür ich dreimal dem Herrn geflebet babe, daß er von mir wiche. Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in Darum den Schwachen mächtig. will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi bei mir wohne. Um Fastnachts: Sonntage. Esto mihi oder Quinquagesimă genannt. Evangelium, Luc. 18, 31-43. Vater unsers Herrn Jefu Chrifti, Jesus nahm zu sich die Zwölfe, und sprach zu ihnen: Sebet, wir ge welcher sey gelobet in Ewigkeit, weiß, ben hinauf gen Jerusalem, und es tas ich nicht lüge. Zu Damascus wird alles vollendet werden, das geder Landpfleger des Königs Areta, schrieben ist durch die Propheten von verwahrte die Stadt der Damasker, des Menschen Sohn. Denn er wird und wollte mich greifen; und ich überantwortet werden den Heiden ward in einem Korbe zum Fenster und er wird verspottet, und geschmäaus durch die Mauer niedergelassen, bet und verspeiet werden. Und sie und entrann aus seinen Händen. Es werden ihn geiffeln und tödten, und ist mir ja das Rühmen nichts nütze; am dritten Tage wird er wieder aufdoch will ich kommen auf die Ge- erstehen. Sie aber vernahmen der sichte und Offenbarungen des Herrn. Keines, und die Rede war ihnen verIch kenne einen Menschen in Christo, borgen, und wusten nicht, was das vor vierzehn Jahren( ist er in dem gesagt war. Es geschab aber, da er Leibe gewesen, so weiß ich es nicht, nabe zu Jericho kam, saß ein Blinder oder ist er außer dem Leibe gewesen, am Wege, und bettelte. Da er aber so weiß ich es auch nicht. Gott weiß börete das Volk, daß durchhin ging, es). Derselbe ward entzückt bis in forschte er, was das wäre? Da verden dritten Himmel. Und ich kenne| fündigten sie ibm, Jesus von Nazadenselben Menschen( ob er in dem Leibe oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht, Gott weiß es). Er ward entzückt in das Paradies, reth ginge vorüber, und er rief und sprach: Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Die aber vorne an gingen, bedrobeten ibn, er sollte und hörte unaussprechliche Worte, i schweigen. Er aber schrie vielmehr: welche kein Mensch sagen kann. Da-| Du Sohn Davids, erbarme dich meivon will ich mich rübmen, von mir ner! Jesus aber stand stille, und ließ selbst aber will ich mich nichts rüb- ihn zu sich führen. Da sie ihn aber men, obne meiner Schwachbeiten. nahe bei ihn brachten, fragte er ihn Und so ich mich rühmen wollte, thäte und sprach: Was willst du, das ich dir ich darum nicht thörlich, denn ich thun soll? Er sprach: Herr, daß ich wollte die Wahrheit sagen. Ich ent- seben möge. Und Jesus sprach zu tým: balte mich aber deß, auf daß nicht Sey sehend, dein Glaube bat dir gehol Um 1. Sonntage in der Faften. 13 Epistel, 1 Cor. 13, 1-13. me Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet batte, hungerte ihn. Und der Versucher trat zu ibm, und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brod enn ich mit Menschen- und mit werden. Und er antwortete, und Engelzungen redete, und hätte sprach: Es stehet geschrieben: Der der Liebe nicht, so wäre ich ein tönen Mensch lebet nicht vom Brod allein, des Erz, oder eine klingende Schelle. sondern von einem jeglichen Wort, das Und wenn ich weissagen könnte, und durch den Mund Gottes gehet. Da wüste alle Geheimnisse und alle Er- führte ihn der Teufel mit sich in die hetfenntniß, und hätte allen Glauben, lige Stadt, und stellte ihn auf die Zinne also, daß ich Berge versetzte, und hätte des Tempels, und sprach zu ihm: Bist der Liebe nicht, so wäre ich nichts. du Gottes Sohn, so laß dich hinab'; Und wenn ich alle meine Habe den Ar- denn es stehet geschrieben: Er wird men gäbe, und ließe meinen Leib bren-| seinen Engeln über dir Befehl thun, nen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mir es nichts nütze. Die Liebe ist langmüthig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibet nicht Mutbwillen, sie blähet sich nicht. Sie stellet sich nicht ungeberdig, sie suchet nicht das ihre, sie lässet sich nicht erbittern, fie trachtet nicht nach Schaden, sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, fie freuet sich aber der Wahrheit; fie verträgt alles, sie glaubet alles, sie boffet alles, ste duldet alles. Die Liebe bört nimmer auf, so doch die Weissagungen aufhören werden, und die Sprachen aufhören werden, und das Erkenntniß aufhören wird. Denn unund sie werden dich auf den Händen tragen, auf daß du den Fuß nicht an einen Stein stößeft. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht versuchen. Wiederum führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg, und zeigte ihm alle Reiche der Welt, und ihre Herrlichkeit; und sprach zu ihm: Dies alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan, denn es stehet geschrieben: Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm allein dienen. Da verließ ibn der Teufel, und fer Wissen ist Stückwerk, und unser| stebe, da traten die Engel zu ihm, und Weissagen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein dienten thm. Kind, und war klug wie ein Kind, und hatte kindische Anschläge; da ich aber ein Mann ward, that ich ab, was kindisch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunkeln Wort, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenn ich es stückweise, dann aber werde ich es erkennen, gleich wie ich erkennet bin. Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei. Aber die Liebe ist die größeste unter ihnen. fen, und alsbald ward er sehend, und folgte ihm nach, pries Gott, und alles Volk, das solches sabe, lobte Gott. Um 1. Sonntage in der Fasten, Invocavit genannt. Evangelium, Matth. 4, 1-11. award Jesus vom Geist in die Wüsten geführt, auf daß er von dem Epistel, 2 Cor. 6, 1-10. Lieben Brüder, wir ermahnen euch, als mithelfer, daß ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfanget, denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret, und habe dir am Tage des Heils geholfen. Sebet, jezt ist die angenebme Zett, jetzt ist der Tag des Heils. Lasset uns aber Niemand nirgend ein Aergerniß geben, auf daß unser Amt nicht verläßtert werde. Sondern in allen Dingen lasset uns beweisen, als die Diener Gottes, in großer Geduld, in Trübfalen, in Nöthen, in Nengsten, in Schlägen, in Gefängnissen, in Aufruhren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Keuschheit, in Erkenntniß, in Langmuth, in Freundlichkeit, in dem heiligen Geiste, Mitin Um 2. und 3. Sonntage in der Fasten. 14 in ungefärbter Liebe, in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit, zur Rechten und zur Linken, durch Ehre und Schande, durch böse Gerüchte und gute Gerüchte, als die Verführer und doch wahrhaftig, als die Unbekannten, und doch bekannt, als die Sterbenden, und siehe, wir leben; als die Gezüchtigten, und doch nicht ertödtet; als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Urmen, aber die doch Viele reich machen, als die Nichts inne haben, und doch Ulles haben. Um 2. Sonntage in der Fasten, Reminiscere genannt. Evangelium, Matth. 15, 21:28. nd Jesus ging aus von dannen, und Und entwich in die Gegend Tyrus und Sydon. Und siehe, ein Cananáisches Weib ging aus derselben Grenze, und schrie ihm nach, und sprach: Uch Herr, du Sohn Davids, erbarme dich meiner; meine Tochter wird vom Teufel übel geplagt. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß fie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er aber antwortete und sprach: Ich bin nicht gefandt, denn nur zu den verlorenen Schaafen von dem Hause Israel. Sie fam aber, und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, hilf mir. Über er antwortete und sprach: Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Brod nehme, und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja, Herr; aber doch essen die Hündlein von den Brosamen, die von ihrer Herren Tische fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: O Weib, dein Glaube ist groß, dir geschehe, wie du willst. Und ihre Tochter ward gesund zu derfelben Stunde. Epistel, 1 Thess. 4, 1: 7. eiter, lieben Brüder, bitten wir Weiter euch, und ermahnen in dem Herrn Jesu, nachdem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollt wandeln und Gott gefallen, daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wisset, welche Gebote wir euch gegeben haben, durch den Herrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei, und ein Seglicher unter euch wisse sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Luftfeuche, wie die Heiden, die von Gott nichts wissen; und daß Niemand zu weit greife, noch vervortheile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist Racher über das alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeugt haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung. Um 3. Sonntage in der Fasten, Oculi genannt. Jefus Evangelium, Luc. 11, 14 28. Resus trieb einen Teufel aus, der war stumm. Und es geschah, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme, und das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibet die Teufel aus durch Beelzebub, den obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn, und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er vernahm aber ihre Gedanken, und sprach zu ihnen: Ein jeglich Reich, so es mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fället über das andere. Ist denn der Satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? dieweil ihr saget, ich triebe die Teufel aus durch Beelzebub. So ich aber die Teufel durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter seyn. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so kommt je das Reich Gottes zu euch. Wenn ein starker Gewapp= neter seinen Palaft bewahrt, so bleibt das seine mit Frieden; wenn aber ein stärkerer über ihn kommt, und überwindet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ und theilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Wenn der unsaubere Geift von dem Menschen ausfähret, so durchwandelt er dürre Stätten, suchet Ruhe und Um 4. Sonntage in der Fasten. findet sie nicht; so spricht er: Sch will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin; und wann er kommt so findet er es mit Besemen gekehret und geschmückt. Dann geht er hin, und nimmt sieben Geister zu sich, die årger sind, denn er selbst; und wenn sie hineinkommen, wohnen sie da, und wird hernach mit demselben Menschen årger, denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhob ein Beib im Volk die Stimme, und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen hast. Er aber sprach: Ja, selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Epistel, Ephes. 5, 1-9. So o fend nun Gottes Nachfolger, als die lieben Kinder, und wandelt in der Liebe, gleich wie Christus uns hat geliebt, und sich selbst dargegeben für uns, zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hurerei aber und alle Unreinigkeit, oder Geiz, lasset nicht von euch gesagt werden, wie den Heiligen zustehet; auch schandbare Werte und Narrentheidinge, oder Scherz, welche euch nicht ziemen, son dern vielmehr Danksagung. Denn das follt ihr wissen, daß kein Hurer noch Unreiner, oder Geiziger( welcher ist ein Gögendiener), Erbe tat an dem Reiche Chrifti und Gottes. Last euch Niemand verführen mit vergeblichen Worten; denn um dieser Willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum seyd nicht ihre Mitgenossen. Denn ihr waret weiland Finsternis, nun aber seyd ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht des Geistes ist allerlei Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit. Am 4. Sonntage in der Fasten, Låtare genannt. Evangelium, Joh. 6, 1= 15. Meer an der Stadt Tyberias in Galilda, Und es zog ihm vieles Volk nach, darum, daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken that. Sesus aber 15 ging hinauf auf einen Berg, und segte sich daselbft mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern, der Juden Feft. Da hob Jesus seine Augen auf, und sieht, daß vieles Volk zu ihm kommt, und spricht zu Philippo: Bo kaufen wir Brod, daß diese effen? ( Das sagte er aber, ihn zu versuchen, denn er wußte wohl, was er thun wollte.) Philippus antwortete ihm: 3wei hundert Pfennige werth Brodes ist nicht genug unter sie, daß ein Seglicher unter ihnen ein Wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Sünger, Undreas, der Bruder Simonis Petri: Es ist ein Knabe hier, der hat fünf Gersten= Brode und zivei Fische, aber was ist das unter so Viele? Jesus aber sprach: Schaffet, daß sich das Volk lagere. Es war aber viel Gras an dem Orte. Da lagerten sich bei fünftausend Mann. Jesus aber nahm die Brode, dankte und gab sie den Jüngern, die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten; deffelben gleichen auch von den Fischen, wie viel er wollte. Da sie aber fatt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammlet die übrigen Brocken, daß nichts umkomme. Da sammelten sie, und füllten zwölf Körbe mit Brocken, von den fünf Gersten Broden, die überblieben denen, die gespeiset worden. Da nun die Menschen das Zeichen sahen, das Jesus that, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die B eit kommen soll. Da Jefus nun merkte, daß sie kommen würden und ihn haschen, daß sie ihn zum Könige machten, entwich er abermal auf den Berg, er selbst allein. Epistel, Gal. 4, 21:31. aget mir, die ihr unter dem Gefo wollt, ihr das Gefeß nicht gehöret? Denn es stehet geschrieben, daß Abraham zwei Söhne hatte, einen von der Magd, den andern von der Freyen. Aber der von der Magd war, ist nach dem Fleisch geboren, der von der durch die Berheißung geboren. Die Worte bedeuten etwas. Denn das sind die zwei Testamente, eins von dem Berge Sinat, das zur Knechtschaft gebieret, welches ist 16 Um 5. und 6. Sonntage in der Fasten. die Agar. Denn Agar heißt in Arabien| mich selber ebre, so ist meine Ehre der Berg Sinai, und langet bis gen Jerusalem, das zu dieser Zeit ist, und ist dienstbar mit seinen Kindern. Aber das Jerusalem, das droben ist, das ist die Freie, die ist unser aller Mutter. Denn es stebet geschrieben: Sey fröblich du Unfruchtbare, die du nicht gebiereft; und brich hervor und rufe, die du nicht schwanger bist; denn die Einsame hat viel mehr Kinder, denn die den Mann hat. Wir aber, lieben Brüder, sind Isaaks, nach der Verbeißung Kinder. Aber gleich wie zu der Zeit, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgeten den, der nach dem Geist geboren war, also gebet es jett auch. Aber was spricht die Schrift? Stoß die Magd hinaus mit ihrem Sohne; denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohne der Freien. So sind wir nun, lieben Brüder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freien. nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, welchen ihr sprecht, er sey euer Gott, und kennet ihn nicht; ich aber kenne ihn. Und so ich würde sagen, ich kenne ihn nicht, so würde ich ein Lügner, gleichwie ihr seyd. Aber ich kenne ihn, und balte sein Wort. Abraham, euer Vater, ward frob, daß er meinen Tag seben sollte, und er sabe ihn, und freute sich. Da sprachen die Juden zu ibm: Du bist noch nicht funfzig Jahr alt, und bast Abrabam gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe denn Abrabam ward, bin ich. Da boben sie Steine auf, dağ fic aufthnwürfen. Aber Jejus verbarg sich, und ging zum Tempel hinaus. Am 5. Sonntage in der Fasten Judica genannt. Jefu Evangelium, Job. 8, 46-59. esus sprach zu den Juden: Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeihen? So ich euch aber die Wabrbeit sage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der böret Gottes Wort: darum böret ihr nicht, denn ihr seyd nicht von Gott. Da antworteten die Juden, und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist, und bast den Teufel? Jesus antwortete, ich habe keinen Teufel, sondern ich ebre meinen Vater, und ihr unebret mich. Ich suche nicht meine Ebre; es ist aber einer, der sie suchet und richtet. Wahrlich, wahrlich, ich fage euch: So Jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht seben ewiglich. Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel bast. Abraham ist gestorben, und die Propheten, und du sprichst: So Jemand mein Wort bält, der wird den Tod nicht schmecken ewiglich. Bist du mehr, denn unser Vater Abraham, welcher gestorben ist, und die Prophe. ten Was du aus dir selbs? Jesus antwortete! So ich Epistel, Hebr. 9, 11-15. Christus aber ist gekommen, daß er sey ein Hoherpriester der zukünftigen Güter, durch eine größere und vollkommenere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebauet ist; auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern er ist durch sein eigenes Blut einmal in das Hellige eingegangen, und bat eine ewige Erlösung erfunden. Denn so der Ochsen und der Böcke Blut, und die Asche von der Kub gesprenget, belliget die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit, wie viel mebr wird das Blut Christi, der sich selbst ohne allen Wandel durch den hetligen Geist Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den todten Werfen, zu dienen dem lebendigen Gott? Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Uebertretungen, die unter dem ersten Testament waren, die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfangen. Um 6. Sonntage in der Fasten. Palmarum genannt. Evangelium, siehe am ersten Sonntage des Advents. Epistel, Philipp. 2, 5-11. Ein Jeglicher sey gefinnet, wie Jeob er wohl in göttlicher Gestalt war, Um 1. und 2. heiligen Ostertage. 17 bielt er es nicht für einen Raub, Gott feget den alten Sauerteig aus, auf gleich seyn; sondern außerte sich selbst, daß ihr ein neuer Teig seyd, gleichwie und nahm Knechtsgestalt an, ward ihr ungefäuert seyd. Denn wir haben gleich wie ein anderer Mensch, und auch ein Osterlamm, das ist Christus, an Geberden als ein Mensch erfun- für uns geopfert. Darum laffet uns den. Er erniedrigte sich selbst, und Ostern halten, nicht im alten Sauerward gehorsam bis zum Tode, ja zum teige, auch nicht im Sauerteige der Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Bosheit und Schalkheit, sondern in dem Gott erhöhet, und hat ihm einen Na- Süßteige der Lauterkeit und Wahrheit. men gegeben, der über alle Namen ist: Daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Kniee, die im Himmel und auf der Erde, und unter der Erde find; und alle Zungen bekennen ſollen, Jesus Christus der Herr Ehre Gottes, des Vaters. Um heiligen Oster- Tage. Evangelium, Marc. 16, 1: 8. nd der kauften Maria Magdalena, und Maria Jacobi, und Salome, Specerei, auf daß sie kámen und Jesum salbten. Und sie kamen zum Grabe an einem Sabbather sehr frühe, da die Sonne aufging. Und sie sprachen unter einander: Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzet war; denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab, und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sigen, der hatte ein langes weißes Kleid an; und sie entsegten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entseget euch nicht; ihr suchet Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten; er ist auferstanden, und ist nicht hier. Siehe da die Stätte, da sie ihn hinlegten. Gehet aber hin, und sagt es feinen Jüngern und Petro, daß er vor euch hingehen wird in Galiláa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. und sie gingen schnell heraus, und flohen von dem Grabe, denn es war sie Bittern und Entsegen angekommen, und sagten Niemand nichts, denn sie fürchteten sich. Epistel, 1 Cor. 5, 6: 8. Cuer uer Ruhm ist nicht fein. Wisset ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig den ganzen Teig versäuert? Darum ( Ev. Luth.) Um zweiten Oster- Tage. Evangelium, Luc. 24, 13-35. nd siehe, zwei aus den Jüngern des Herrn gingen an demselben Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechszig Feld- Weges weit, deß Name heisset Emmahus. Und sie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es geschah, da sie ander, nahete Jesus zu ihnen, und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht kannten. Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterwegs, und send traurig? Da antwortete einer mit Namen Kleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen darinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten, vor Gott und allem Volk. Wie ihn unsere Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zur Verdammniß des Todes und gekreuziget. Wir aber hoffeten, er sollte Israel erlösen. Und über das alles ist heute der dritte Tag, da solches geschehen ist. Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der Unsern, die sind frühe bei dem Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie haben ein Gesicht der Engel gesehen, welche sagen, er lebe. Und etliche unter uns gingen hin zum Grabe, und fanden es also, wie die Weiber sagten, aber ihn fanden fie nicht. Und er sprach zu ihnen: O, ihr Thoren und tráges Herzens, zu 2 MAUTHA 18 Um 1. Sonntage nach Ostern. glauben allem dem, das die Propheten| gehänget. Denselben hat Gott aufer: geredet haben; mußte nicht Christus folches leiden, und zu seiner Herrlichkeit eingehen? Und fing an von Mose und allen Propheten, und legte ihnen alle Schriften aus, die von ihm gesagt wa ren. Und sie kamen nahe zum Flecken, da sie hingingen, und er stellte sich, als wollte er weiter gehen. Und sie nöthigten ihn, und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da wecket am dritten Tage, und ihn lassen offenbar werden, nicht allem Volk, sondern uns, den vorerwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden ist von den Todten. er mit ihnen zu Tiſche ſaß, nahm er das Brod, dankte, brach es, und gab es ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet, und erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen untereinander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie standen auf zu derselben Stunde, kehrten wieder gen Jerusalem, und fanden die Eilfe versammelt, und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden, und Simon erschienen. Und sie erzählten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wåre, an dem, da er das Brod brach. Lection, Up. Gesch. 10, 34-41. Per etrus aber that seinen Mund auf und sprach: Nun erfahre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansiehet; sondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm. Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Israels gesandt hat, und verkündigen lassen den Frieden durch Jesum Chriftum, welcher ist ein Herr über Alles, die durch das ganze jüdische Land geschehen ist, und angegangen in Galiláa, nach der Taufe, die Johannes predigte; wie Gott denselben Jesum von Nazareth gesalbet hat mit dem heiligen Geiste und Kraft, der umher gezogen ist, und hat wohl gethan, und gesund gemacht Ulle, die vom Teufel überwältiget waren, denn Gott war mit ihm. Und wir sind Brugen Alles deß, das er gethan hat im judischen Lande, und zu Jerufalem. Den haben sie getödtet, und an ein Holz Um 1. Sonntage nach Ostern, Quasimodogeniti genannt. Evangelium, Joh. 20, 19:23. [ m Abend aber desſelben Sabbaths, da die Jünger versammelt, und die Thüren verschlossen waren, aus Furcht vor den Juden, kam Jesus, und trat mitten ein, und spricht zu ihnen, Friede sey mit euch! Und als er das sagte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Jefus abermal zu ihnen: Friede sey mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an, und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist. Welchen ihr die Sünde erlasset, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Epistel, 1 Joh. 5, 4:10. lles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Weit überwindet, oder der da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn ist? Dieser ist es, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Christus; nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. und der Geist ist es, der da zeuget, daß Geist Wahrheit ist. Denn drei sind, die da zeugen im Himmel: der Vater, das Wort und der heilige Geist; und diese drei sind Eins. Und drei sind, die da zeugen auf Erden: Der Geist, und das Wasser, und das Blut; und die drei sind beisammen. So wir der Menschen Beugniß annehmen, so ift Gottes Zeugniß größer; denn Gottes 3eugniß ist das, das er gezeuget hat von ſeinem Sohne. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugniß bei ihm Am 2. und 3. Sonntage nach Ostern. Am 2. Sonntage nach Ostern, Misericordias Domini genannt. Evangelium, Joh. 10, 12-16. ch bin ein guter Hirte: Ein guter Hirte läsfet sein Leben für die Schaafe. Ein Miethling aber, der nicht Hirte ist, deß die Schaafe nicht eigen sind, stehet den Wolf kommen, und verlässet die Schaafe und flieht; und der Wolf erbaschet und zerstreuet die Schaafe. Der Miethling aber fliebt, denn er ist ein Miethling, und achtet der Schaafenicht. Ich bin ein guter Hirte, und erkenne die Meinen, und bin befannt den Meinen, wie mich mein Vater fennet, und ich kenne den Vater und ich lasse mein Leben für die Schaafe. Und ich habe noch andere Schaafe, die sind nicht aus diesem Stalle. Und die selben muß ich berführen, und sie werden meine Stimme hören, und wird Eine Heerde und Ein Hirte werden. Epistel, 1 Petr. 2, 21-25. enn dazu feyd ihr berufen, sintemal auch Christus gelitten hat für uns, und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; welcher keine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden; welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht drobete, da er litte; er stellete es aber dem heim, der darecht richtet; welcher unsere Sünden selbst geopfert bat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunden ihr seyd heil geworden. Denn ihr waret wie die irrenden Schaafe; aber thr seyd nun bekebret zu dem Hirten und Bischoff eurer Seelen. 19 ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? Da sprachen sie: Was ist das, daß er faget, über ein kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fragt ihr untereinander, daß ich gesagt habe: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht seben, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen; tbr aber werdet traurig seyn, doch eure Traurigkeit soll in Freude verfebret werden. Ein Weib, wenn sie gebäbret, so hat sie Traurigfeit, denn ihre Stunde ist gekommen; wenn sie aber das Kind geboren bat, denkt sie nicht mehr an die Angst um der Freude willen, daß der Menschh zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit; aber ich will euch wieder sehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll Niemand von euch nehmen; und andemselbenTage werdet ihr mich nichts fragen. Epistel, 1 Petr. 2, 11-20. eben Brüder, ich ermabne euch, als die Fremdlinge und Pilgrimme: Enthaltet euch von fleischlichen Lüsten, welche wider die Seelestreiten; undführet einen guten Wandel unter den Heiden, auf day die, so von euch afterreden, als vonllebelthätern, eure guten Werke jeben, und Gott preisen, wenn es nun andenTag kommen wird. Seydunterthan aller menschlichen Ordnung, um des Herrn willen, es sey dem Könige, | als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm, zur Nache überdiellebelthäter, und zu lobe Am 3. Sonntage nach Ostern, den Frommen. Denn das ist der Wille Jubilate genannt. Evangelium, Joh. 16, 16-23. Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die Unwissenbeit der thörichten Menschen, als die Freien, und nicht ein nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich seben, denn ich gebe zum Vater. Da sprachen Etliche unter seinen Jüngern unter einander: Was ist das, daß er fagetzu uns: Ueber werdet mich als Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ebre Jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ebret den König. Ihr Knechte seyd unterthan mit aller Furcht den Herren, 2* 20 Um 4. u. 5. Sonntage nach Ostern. nicht allein den Güttgen und Gelinden,| zeuget nach seinem Willen durch das sondern auch den Wunderlichen. Denn das ist Gnade, so Jemand um des Gewissens Willen zu Gott das Uebel verträgt und leidet das Unrecht. Denn was ist das für ein Rubm, so ihr um Missethat willen Streiche leidet? Aber wenn ihr um Wohlthun willen leidet und erbuldet, das ist Gnade bei Gott. Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erftlinge seiner Kreaturen. Darum, leben Brüder, ein jeglicher Mensch sey schnell zu bören, langsam aber zu reden, und langsam zum Zorn. Denn des Menschen Zorn thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum so leget ab, alle Unsauberkeit und alle Bosbett, und nehmet das Wort an mit Sanftmuth, das in euch gepflanzt ist, welches fann eure Seelen selig machen. Um 4. Sonntage nach Ostern, Cantate genannt. Evangelium, Job. 16, 5-15. Nun un aber gebe ich bin zu dem, der mich gesandt hat, und Niemand unter euch fraget mich: Wo gehest du pin? Sonderndieweil ich solcheszueuch Evangelium, Job. 16, 22-30. Wo ihr den Vater etwas bitten Wab abrlich, wahrlich, ich sage euch: So geredet habe, ist euer Herz voll Traurens geworden. Aber ich sage euch die werdet in meinem Namen, so wird er Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich es euch geben. Bisber habt ihr nichts hingehe. Denn so ich nicht hingebe, so gebeten in meinem Namen. Bittet, so kommt der Tröster nicht zu euch. So werdet ihr nehmen, daß eure Freude ich aber bingehe, will ich ihn zu euch vollkommen sey. Solches habe ich zu senden. Und wenn derselbe kommt, der euch durch Sprichwort geredet; es wird die Welt strafen, um die Sünde, kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr und um die Gerechtigkeit, und um das durch Sprichwort mit euch reden werGericht. Um die Sünde, daß sie nicht de, sondern euch fret heraus verkündiglauben an mich. Um die Gerechtigkeit gen von meinem Vater. An demselben aber, daß ich zum Vater gebe, und thr Tage werdet ihr bitten in meinem Namich hinfortnichtsebet. Um das Gerich- men. Und ich sage euch nicht, daß ich te, daß der Fürst dieser Welt gerichtet denVater für euch bitten will. Denn er ist. Ich habe euch noch viel zu sagen, selbst, der Vater, bat euch lieb, darum, aber ihr könnet es jetzt nicht tragen. daß ibr mich liebet und glaubet, daß Wenn aber jener, der Geist der Wahr- ich von Gott ausgegangen bin. Ich heit, kommen wird, der wird euch in bin vom Vater ausgegangen, und gealle Wahrheit leiten. Denn er wird kommen in die Welt; wiederum vernicht von sich selbst reden, sondern was laffe ich die Welt und gebe zum Vater. er hören wird, das wird er reden, und Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, was zukünftig ist, wird er euch ver- nun redest du fret heraus, und sagest fündigen. Derselbe wird mich ver- kein Sprichwort. Nun wissen wir, flären, denn von dem Meinen wird I daß du alle Dinge weißt, und bedarfst er es nehmen, und euch verkündigen./ nicht, daß dich Jemand frage, darum Alles, was der Vater bat, das ist mein; glauben wir, daß du von Gott ausgedarum habe ich gesagt: Er wird es gangen bist. von dem Meinen nehmen, und euch verfündigen. Epistel, Jak. 1, 17-21. Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben berab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung noch Wechsel des Lichts undFinsternis. Er hat uns geUm 5. Sonntage nach Ostern, Rogate genannt. Epistel, Jak. 1, 22-27. Send aber Thäter des Worts, und nicht Hörer allein, damit ihr euch selbst betrüget. Denn so Jemand ist ein Hörer des Worts, und nicht ein Thäter, der ist gleich einem Manne, der sein leibliches Angesicht im Spiegel beschauet. Denn nachdem er sich be Am Fest der Himmelfahrt Christi. Um 6. Sonnt. n. Oftern. 21 scauet hat, gehet er von Stund an davon, und vergißt, wie er gestaltet war. Wer aber durchschauet in das vollkommene Geseß der Fretheit, und barinnen beharret, und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Thäter, derselbige wird selig seyn in seiner That. So aber sich Jemand unter euch läßt dünken, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Zaum, sondern verführt sein Herz, deß Gottesdienst ist eitel. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott dem Vater ist ber: Die Waisen und Witwen in ihrer Trübsal besuchen, und sich von der Welt unbefleckt behalten. nommen ward, nachdem er den Aposteln ( welche er batte erwählt,) durch den. heiligen GeistBefehl gethan hatte, welden er sich nach seinem Letden lebendig erzeiget hatte, durch mancherlei Erweisungen, und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ibnen vom Reiche Gottes. Und als er sie versammelt batte, befabl er ihnen, daß sie nichtvonJerusalemwichen, sondern warteten auf die Verbeigung des Vaters, welche ihr habt gehöret( sprach er) von mir. Denn Johannes bat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem hetligen Geistgetauftwerden, nichtlang nach diesen Tagen. Die aber, so zusammen gekommen waren, fragten ihn, und sprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Er aber sprach zu ihnen: Es gebühret euch nicht zu wissen Zeit oder Um Fest der Himmelfahrt Christi. Evangelium, Marc. 16, 14-20. Die offenbarte sich der Herr und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigkeit, daß sie nicht geglaubt hatten denen, die ibn gesehen hatten auferstanden. Und er sprach zu ihnen: Gebet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubet und getauft wird, der wird felig werden, wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: In meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Töbliches trinken, wird es ihnen nicht schaden. Auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wird es besser mit ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel, und sizzet zur rechten Hand Gottes. Sie aber gingen aus, und predigten an allen Orten. Und der Herr wirkte mit ihnen, und bekräftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen. Lection, Ap. Gesch. 1, 1-11. te Die erste Rede habe ich zwar gethan lieber von das Jesus anfing, beides, zu thun und zu lehren, bis an den Tag, da er aufgevorbehalten hat: sondern ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen seyn zu Jerusalem, und in ganz Judäa und Samaria, und bis an das Ende der Erde. Und da er solches gesagt, ward er aufgeboben zusehends, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsaben gen Himmel fahren, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr, und sebet gen Himmel? Dieser Jesus, welcher ven euch ist aufgenommen gen Himmel. wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. Um 6. Sonntage nach Ostern, Eraudi genannt. Evangelium, Joh. 15, 26-27 unb 16, 1-4. enn aber der Tröster kommen wird, welchen ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrbeit, der vom Vater ausgebet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen, denn ihr seyd von Anfang bet mir gewesen. Soches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Mitt 22 Um heiligen Sie werden euch in den Bann thun. Es kommt aber die Zeit, daß, wer euch tödtet, wird meinen, er thue Gott einen Dienst daran. Und solches werden sie euch darum thun, daß sie weder meinen Vater noch mich erkennen. Aber solches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Zeit kommen wird, daß ihr daran| gedenket, daß ich es euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt, denn ich war bei euch. Epistel, 1 Petr. 4, 8:11. o send nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine brünstige Liebe; So denn die Liebe decket auch der Sünden Menge. Seyd gastfrei unter einander, ohne Murmeln. Und dienet einander, ein Jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnaden Gottes. Jemand redet, daß er es rede, als Gottes Wort. So Jemand ein Umt hat, daß er es thue als aus dem Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott gepreiset werde, durch Jesum Christum, welchem sen Ehre und Gewalt, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Umen. Je Um heiligen Pfingst- Tage. Evangelium, Joh. 14, 23-31, esus antwortete, und sprach zu ihm: Wer mich liebet, der wird mein Bort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen, und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, der hålt meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Solches habe ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewesen bin. Aber der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbe wird es euch alles lehren, und euch erinnern alles deß, das ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt giebt. Euer Herz erschrecke nicht, und fürchte sich nicht. Ihr habt gehöret, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin, und komme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch Pfingsttage. freuen, daß ich gesagt habe: Ich gehe zum Bater; denn der Vater ist größer, denn ich. Und nun habe ich es euch gesagt, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es nun geschehen wird, daß ihr glaubet. Ich werde hinfort mehr nicht viel mit euch reden, denn es kommt der Fürst dieser Welt, und hat nichts an mir. Uber, auf daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe, und ich also thue, wie mir der Vater geboten hat. Stehet auf, und lasset uns von hinnen gehen. Lection, Upost. Gefch. 2, 1:13. und als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren alle bei einander. Und es geschah schnell ein Braufen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes, und erfüllete das ganze Haus, da sie saßen. Und man sahe an ihnen die Zungen zertheilt, als wären fie feurig; und er segte sich auf einen Jeglichen unter ihnen. Und wurden Alle voll des heiligen Geiftes, und fingen an zu predigen mit andern 3ungen, nach dem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Månner, aus allerlei Volk, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschahe, kam die Menge zusammen, und wurden bestürzt, denn es hörte ein Seglicher, daß sie mit seiner Sprache redeten. Sie entsegten sich aber Ulle, verwunderten sich und sprachen untereinander: Siehe, sind nicht diese Alle, die da reden, aus Galiláa? Wie hören wir dann ein Jeglicher seine Sprache, darinnen wir geboren sind? Parther und Meder, und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamien, und in Judda und Cappadocien, Ponto und Asien, Phrygien und Pamphilien, Egypten und an den Enden der Lybien, bei Cyrene, und Ausländer von Rom, Juden und Judengenossen, Ereter und Uraber! wir hören sie mit unsern Zungen die großen Thaten Gottes reden. Sie entsegten sich aber Ulle, und wurden irre, und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Die andern aber hatten es ihren Spott, und sprachen: Sie sind voll süßen Weins. Am 2. heiligen Pfingsttage. Um zweiten Pfingst- Tage. Evangelium, Joh. 3, 16:21. Resus sprach zu Nicodemo: Also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß Ulle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gefandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet, denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist; und die Menschen liebten die Finsterniß mehr, denn das Licht. Denn ihre Werke waren böse. Wer Urges thut, der hasset das Licht und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestrafet werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden, denn fie sind in Gott gethan. D Lection, Ap. Gesch. 10, 42-48. er Herr hat uns geboten zu predigen dem Volk, und zu zeugen, daß er ist verordnet von Gott, ein Richter der Lebendigen und der Todten. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen Alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen suilen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geift auf alle, die dem Worte zuhörten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petro gekommen waren, entsegten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen werde. Denn sie horten, daß sie mit 3ungen redeten, und Gott hoch priesen. Da antwortete Petrus: Mag auch Jemand das Wasser wehren, daß diese nicht getauft werden, die den heiligen Geist empfangen haben, gleichwie auch wir? Und befahl sie zu taufen im Namen des Herrn. Am Sonntage Trinitatis. 23 mus, ein Oberster unter den Juden. Der fam zu Jefu bei der Nacht, und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer von Gott gekommen; denn Niemand kann die Zeichen thun, die du thust, es ſey denn Gott mit ihm. Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sey denn, daß Jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nicodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen, und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sey denn, daß Jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dich es nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müßt von neuem geboren werden. Der Wind blåset, wo er will, und du höreft sein Sausen wohl, aber du weißt nicht, von wannen er kommt, und wohin er fährt. Also ist ein Jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. Nicodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehn? Jefus antwortete, und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel, und weißt das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, das wir wissen, und zeugen, das wir gesehen haben, und ihr nehmet unser Zeugniß nicht an. Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und Niemand fährt gen Himmel, dennder vom Himmel hernieder gekommen ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn erhöhet werden, auf daß Alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Am Sonntage Trinitatis, oder, am fest der heil. Dreifals tigkeit. Evangelium, Joh.3, 1:15. Es war aber ein Mensch unter den s war aber ein Mensch unter den Pharisäern, mit Namen NicodeEpistel, Röm. 11, 33:36. D welch eine Tiefe des Reichthums, beide der Weisheit und Erkennt= niß Gottes! Wie gar unbegreiflich find seine Gerichte, und unerforschlich seine 24 Am 1. und 2. Sonntage nach Trinitatis. Wege! Denn wer bat des Herrn Sinn ibnen ginge, so würden sie Buße thun. erkannt? Oder, wer ist sein Rathgeber gewesen? Oder, wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm und durch ibn, und in ihm sind alle Dinge. Ihm sey Ehre in Ewigkeit, Amen. Er aber sprach zu ihm: Hören sie Mosen und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, obJemand von den Todten auferstünde. Epistel, 1 Job. 4, 16-21. in Liebe bleibt, der bleibt in Gott, und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts; denn gleichwie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibet die Furcht aus; denn die Furcht hat Pein. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Lasset uns ihn lieben, denn er bat uns erst geltebt. So Jemand spricht: Ich liebe Gott, und basset seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er stebet, wie kann er Gott lieben, den er nicht siehet? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebet, daß der auch seinen Bruder liebe. Um 2. Sonntage nach Trinitat. Evangelium, Luc. 14, 16-24. Es war ein Mensch, der machte ein Um 1. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luc. 16. 19-31. 8 war aber ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und köstlicher Leinwand, und lebte alle Tage berrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer, mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwären, und begehrte sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen; doch kamen die Hunde, und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb, und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schoos. Der Reiche aber starb auch und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, bob er seine Augen auf, und sahe Abraham von ferne, und Lazarum in feinem Schoos, rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich met- großAbendmabl, und lud Viele daner, und sende Lazarum, daß er das zu. Und sandte seinen Knecht aus zur Neußerste seines Fingers ins Wasser Stunde des Abendmahls, zu sagen den tauche, und kühle meine Zunge; denn Geladenen: Kommt, denn es ist Alles ich leide Pein in dieser Flamme. Abra- bereitet. Und sie fingen an, Alle nach ham aber sprach: Gedenke Sohn, daß einander sich zu entschuldigen. Dererste du dein Gutes empfangen hast in dei- sprach zu ihm: ich habe einen Acker genem Leben, und Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun aber wird er getröstet, und du wirst gepeiniget. Und über das Alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestiget, daß die da wolten von binnen binab fahren zu euch, können nicht, und auch nicht von dannen zu uns berüber fabren. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, daß du ihn sendest in meines Baters Haus; denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an die sen Ort der Qual. Abraham sprach zu ihm: Ste baben Mosen und die Propbeten; laß sie dieselben bören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham; sondern wenn einer von den Todten zu fauft, und muß hinausgeben, und ihn besehen; ichbittedich, entschuldigemich. Und der Andere sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft, und ich gebe jetzt hin, sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der Dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen, darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kam, und sagte das seinem Herrn wieder. Daward der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knechte: Gebe aus bald auf die Straßen und Gassen der Stadt, und führedte Armen, und Krüppel, und Lahmen und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr es ist geschehen, was du befohlen hast, es ist aber noch Naum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gebe aus an Um 3. und 4. Sonntage nach Trinitatis. 2 lieret, die nicht ein Licht anzünde, und kehre das Haus, und suche mit Fleiß, bis das sie ihn finde? Und wenn sie ihn gefunden hat, ruft sie ihren Freundinnen und Nachbarinnen, und spricht: Freuet euch mit mir, denn ich habe meinen Groschen gefunden, den ich verloren hatte. Ulso auch sage ich euch, wird Freude seyn Epistel, 1 Joh. 3, 13-18. Verwundert euch nicht, meine Bei vor den Engeln Gottes über einen thut. ob die Welt hasset. Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben kommen sind, denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebt, der bleibt im die Landstraßen, und an die 3dune, und nöthige sie herein zu kommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Månner feiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. haffet, der ist ein Todtschläger; und ihr wisset, daß ein Todtschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat, und wir sollen auch das Leben für die Brüder laffen. Wenn aber Jemand dieser Welt Güter hat, und siehet seinen Bruder darben, und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibt die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, lasset uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zunge, son: dern mit der That und mit der Wahrheit. Epistel, 1 Petr. 5, 6:11. o demüthiget euch nun unter die gewaltige daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werfet auf ihn, denn er forget für euch. Seyd nüchtern und wachet, denn euer Widersacher, der Teufel, gehet umher wie ein brüllender Lówe, und suchet, welchen er verschlinge. Dem widersteht fest im Glauben, und wisset, daß eben dieselben Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit, in Christo Jesu, derselbe wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stårken, kräftigen, gründen. Demselben sey Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Umen. Um 3. Sonntage nach Trinitat. Evangelium, Luc. 15, 1:10. s naheten aber zu Jesu allerlei 3öllner und Sünder, daß sie ihn höreten. Und die Pharisder und Schriftgelehrten murrten und ſprachen: Dieſer nimmt die an, und mit sagte aber zu ihnen dies Gleichniß, und tet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichsprach: welcher Mensch ist unter euch, tet. Verdammet nicht, so werdet ihr der hundert Schaafe hat, und so er der auch nicht verdammet. Vergebet, ſo eines verlieret, der nicht lasse die neun wird euch vergeben. Gebet, so wird euch und neunzig in der Wüste, und hingehe gegeben. Ein volles, gedrücktes, genach dem verlornen, bis daß er es finde? rütteltes und überflüssiges Maas wird Und wenn er es gefunden hat, so legt er man in euren Schoos geben; denn eben es auf seine Uchseln mit Freuden. Und mit dem Maas, da ihr mit messet, wird wenn er heim kommt, ruft er seinen man euch wieder messen. Und er sagte Freunden und Nachbarn, und spricht ihnen ein Gleichniß: Mag auch ein zu ihnen: Freuet euch mit mir, denn ich Blinder einem Blinden den Weg weihabe mein Schaaf gefunden, das ver- sen? Werden sie nicht alle beide in die loren war. Ich sage euch: Also wird Grube fallen? Der Junger ist nicht auch Freude im Himmel seyn über einen über seinen Meister; wenn der Jünger Sünder, der Buße thut, vor neun und ist wie sein Meister, so ist er vollkommen. neunzig Gerechten, die der Buße nicht| Was siehest du aber einen Splitter in bedürfen. Oder, welches Weib ist, die deines Bruders Auge, und des Balkens zehn Groschen hat, so sie der einen ver in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Um 4. Sonntage nach Trinitat. Evangelium, Luc. 6, 36:42. arum send barmherzig, wie auch euer Vater ist. 26 Am 5. und 6. Sonntage nach Trinitatis. Oder, wie kannst du sagen zu deinem| ziehen. Und sie kamen und fülleten beide Bruder: Halt still, Bruder, ich will Schiffe voll, also daß sie sunken. Da den Splitter aus deinem Auge ziehen, das Simon Petrus sahe, fiel er Jesu zu und du siehest selbst nicht den Balken in den Knieen, und sprach: Herr, gehe deinem Uuge? Du Heuchler, ziehe zuvor von mir hinaus, ich bin ein sündiger den Balken aus deinem Auge, und be- Mensch. Denn es war ihn ein Schrecken fiehe dann, daß du den Splitter aus dei angekommen, und alle, die mit ihm wanes Bruders Auge ziehest. ren, über diesen Fischzug, den sie mit: einander gethan hatten, desselbigen gleichen auch Jakobum und Johannem, die Söhne Zebeddi, Simonis Gesellen, und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht; denn von nun an wirst du Menschen fangen. Und sie führten die Schiffe zu Lande, und verließen alles, und folgeten ihm nach. Epistel, Róm. 8, 18:23. enn ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht werth sey, die an uns soll offenbaret werden. Denn das ángstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sintemal die Kreatur unterworfen ist der Eitelkeit ohne ihren Willen, sondern um deßwillen, der sie unterworfen hat auf Hoffnung. Denn auch die Kreatur frei werden wird von dem Dienst des vergånglichen Wesens, zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Krea= tur sehnet sich mit uns, und ångstet sich noch immerdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlinge, fehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft, und warten auf unsers Leibes Erlösung. Am 5. Sonntage nach Trinitat. Evangelium, Luc. 5, 1:11. S$ 8 s begab sich aber, da sich das Volk zu Jesu drang, zu hören das Wort Gottes, und er stand am See Genezareth und sahe zwei Schiffe am See stehen; die Fischer aber waren ausgetreten, wuschen ihre Nege. Da trat er in der Schiffe eines, welches Simonis war, und bat ihn, daß er es ein wenig vom Lande führte. Und er seßte sich und leh rete das Volk aus dem Schiffe. Und als er hatte aufgehört zu reden, sprach er zu Simon: Fahre auf die Höhe, und werfet eure Neße aus, daß ihr einen Epistel, 1 Petr. 3, 8:15. endlich aber send alleſammt gleich sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen, aber auf dein Wort will ich das Neg auswerfen. Und da sie das thaten, beschlossen sie eine große Menge Fische, und ihr Netz zerris. Und sie winkten ihren Gesellen, die im anderen Schiffe waren, daß sie kámen, und hülfen ihnen gefinnet, mitleidig, barmherzig, freundlich. Vergeltet nicht Böses mit Bosem, oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern dagegen segnet, und wisset, daß ihr dazu berufen seyd, daß ihr den Segen beerbet. Denn wer leben will, und gute Tage sehen, der schweige seine 3unge, daß sie nichts Boses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich rom Bösen, und thue Gutes: er suche Friede und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren auf ihr Gebet; das Ungesicht aber des Herrn sieht auf die, die da Böses thun. und wer ist, der euch schaden könnte, so ihr dem Guten nachkommet? Und ob ihr auch leidet um der Gerechtigkeit euch aber vor ihrem Troßen nicht, und willen, so send ihr doch selig. Fürchtet erschrecket nicht. Heiliget aber Gott den Herrn in eurem Herzen. Um 6. Sonntage nach Trinitat. Evangelium, Matth. 5, 20:26. sey denn eure Gerechtigkeit beſſer, denn der und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehdret, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht tödten; wer aber tödtet, der soll des Gerichts schuldig seyn. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig. Ber aber zu seinem Bruder saget: Racha! Es Und und Am 7. und 8. Sonntage nach Trinitatis. 27 seine Jünger zu sich, und sprach zu ihnen: Mich jammert des Volks, denn sie haben nun drei Tage bei mir verharrt und haben nichts zu essen. Und wenn ich fie ungegessen von mir heim ließe gehen, würden sie auf dem Wege verschmachten, denn Etliche waren von ferne gekommen. Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Bred hier in der Wüsten, daß wir sie fåttigen? Und er fragte sie, wie viel habt ihr Brode? Siesprachen: Sieben. Und er gebot dem Volk, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brode, und dankte, und brach sie, und gab sie seinen Jüngern, daß sie dieselben vorlegten; und sie legten dem Volk vor. Und hatten ein wenig Fischlein; und er dankte und hieß dieselben auch vortragen. Sie aßen aber und wurden satt, und hoben die übrigen Brocken auf, sieben Körbe. Und ihrer waren bei viertausend, die da gegessen hatten; und er ließ sie von sich. der ist des Raths schuldig. Wer aber faget: Du Narr! der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum, wenn du deine Gabe auf den Altar opferst, und wirft allda eingedenk, daß dein Bruder etwas wider dich habe: So laß allda vor dem Altar deine Gabe, und gehe zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann komm und opfere deine Gabe. Sey willfährig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermateinst über antworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und wer: dest in den Kerker geworfen. Ich sage dir wahrlich: Du wirst nicht von dannen herauskommen, bis du auch den legten Heller bezahleft. Epistel, Róm. 6, 3:11. isset ihr nicht, daß alle, die wir in Jesum Chriftum getauft sind, die find in seinen Tod getauft? so sind wir nun mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleichwie Christus Epistel, Rom. 6, 19:23. Ich ist auferweckt von den Lodten, durch muß menschlich davon reden, um der die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber sammt ihm gepflanzt werden zu gleichem Tode, so werden wir auch der Auferstehung gleich seyn. Die weil wir wissen, daß unser alter Mensch sammt ihm gekreuziget ist, auf daß der sündliche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist gerechtfertiget von der Sünde. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden, und wissen, daß Christus, von den Todten erwecket, hinfort nicht stirbet, der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Denn, daß er gestorben ist, das ist er der Sünde gestor ben, zu einem mal, daß er aber lebet, das lebeter Gott. Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben send, und lebet Gott in Chrifto Jefu, unserm Herrn. willen eures Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder begeben habt zum Dienst der Unreinigkeit, und von einer Ungerechtigkeit zu der andern: also begebet auch nun eure Glieder zum Dienst der Gerechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knechte waret, da waret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht? welcher ihr euch jest schámet; denn das Ende derselben ist der Tod. Nun ihr aber seyd von der Sünde frei, und Gottes Knechte geworden, habt ihr eure Frucht daß ihr heilig werdet; das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünden Sold, aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben, in Christo Jesu unserm Herrn. Ich Am 8. Sonntage nach Trinitat. Evangelium, Matth. 7, 15-23. Um 7. Sonntage nach Trinitat. Sehet euch vor, vor den falschen in Evangelium, Marc. 8, 1-9. 3⁰ u der Zeit, da vieles Volk da war, und hatte nichts zu essen, rief Jesus zu euch kommen; inwendig aber sind sie reißende Wölfe. Un ihren Früchten. sollt ihr sie erkennen. Kann man auch himme 28 Am 9. Sonntage Trauben lesen von den Dornen, oder Feigen von den Disteln? Also, ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte; aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringst, wird abgebauen und in das Feuer geworfen. Darum, an ibren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht Alle, die zu mir sagen: Herr, Herr, in das Himmelreich fommen; sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Es werden Viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, baben wir nicht in deinem Namen geweissaget? Haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viel Thaien gethan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt, weichet alle von mir, ihr Uebelthäter. Epistel, Nöm. 8, 12-17. o find wir nun, lieben Brüder, Schuldner, nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo thr nach dem Fleisch lebet, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tödtet, so werdet ihr leben. Denn welche der Gottes die We Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtlichen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet; sondern ihr babt einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Der felbe Getst gtebt Zeugniß unserm Geist, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben, und Miterben Christt; so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden. Um 9. Sonntage nach Trinitat. Evangelium, Luc. 16, 1-9. Es 8 war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter, der ward vor hm berüchtiget, als hätte er ihm seine nach Trinitatis. Güter umgebracht. Und erforderte ihn, und sprach zuibm: Wiehöreich dasvon dir? ThueRechnung von deinem Haushalten? denn du kannst hinfort nicht mehr Haushalter seyn. DerHaushalter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir, graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Amt geſetzt werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner feines Herrn, und sprach zu dem ersten: Wieviel bistdu meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert TonnenDels. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, seße dich, und schreibe flugs funfzig. Darnach sprach er zu dem andern: Du aber, wie viel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Weizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, und schreibe achtzig. Und der Herr lobete den ungerechten Haushalter, daß er flüglich gethan hätte. Denn die Kinder dieser Welt sind flüger, I denn die Kinder des Lichts in ibrem Geschlecht. Und ich sage euch auch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. Epistel, 1 Cor. 10, 6-13. as ist uns zum Vorbild gescheaber wir uns nicht gelüften lassen des Bösen, gleichwie jene geLüftet hat. Werdet auch nicht Abgötttsche, gleichwie jener Etliche worden, als geschrieben stehet: Das Volk setzte sich nieder zu essen und zu trinken, und stand auf zu spielen. Auch last uns nicht Hurerei treiben, wie Etliche unter fenen Hureret trieben, und fielen auf einen Tag dret und zwanzig tausend. Lasset uns aber auch Christum nicht versuchen, wie Etliche von jenen ihnversuchten, und wurdenvonden Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleichwie jener Etlichemurreten, und wurden umgebracht durch den Verderber. Solches alles widerfuhr ihnen zum Vorbilde; es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt kommen ist. Darum, wer sich Um 10. und 11. Sonntage nach Trinitatis. läßt dunken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine, denn menschliche Versuchung betreten. Aber Gott ist getreu, der euch nicht läßt versuchen über euer Vermögen, sondern macht, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr es könnet ertragen. Um 10. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luc. 19, 41-48. Und Ind als er, der Herr Jesus, nahe hinzu kam, sahe er die Stadt an, und weinete über sie, und sprach: Wenn du es wüßtest, so würdest du auch bedenken zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dienet. Aber nun ist es vor deinen Augen verbor: gen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern, und an allen Orten ångsten, und werden dich schleifen, und keinen Stein auf dem andern lassen, darum, daß du nicht erkennet haft die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Und er ging in den Tempel, und fing an auszutreiben, die darinnen verkauften und kauften; und sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus, thr aber habt es gemacht zur Mördergrube. Und er lehrte täglich im Tempel. Uber die Hohenpriester und Schriftgelehrten, und die Vornehmsten im Volk, trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten, und fanden nicht, wie sie ihm thun und fanden nicht, wie sie ihm thun follten; denn alles Volk hing ihm an, und hörete ihn. Epistel, 1 Cor. 12, 1:11. Mon den geistlichen Gaben aber will ich euch, lieben Brüder, nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden fend gewesen, und hingegangen zu den stummen Gögen, wie ihr geführt wurdet. Darum thue ich euch kund, daß Niemand Jefum verfluchet, der durch den Geift Gottes redet; und Niemand kann Jesum einen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist. Es find mancherlei Gaben, aber es ist ein Geift. Und es sind mancherlet Hemter, aber 29 es ist ein Herr. Und es sind mancherlei Kráfte, aber es ist ein Gott, der da wirket Ulles in Ullen. Ja einem Jeg= lichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nußen. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem Undern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß, nach demselbigen Geift; einem Undern der Glaube, in demselbigen Geist; einem Undern die Gabe gefund zu machen, in demselbigen Geist; einem Undern Wunder zu thun; einem Undern Weissagung; einem Undern Geister zu unterscheiden; einem Undern mancherlei Sprachen; einem Undern die Sprachen auszulegen. Dies aber Ulles wirkt derselbige einige Geist, und theilt einem Jeglichen seines zu, nachdem er will. Um 11. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Luc. 18, 9= 14. er herr sagte zu Etlichen, die sich selbst vermaßen, daß sie fromm waren, und verachteten die Undern, ein solches Gleichniß: Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel zu beten, einer ein Phärisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharifäer stand, und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser 3öuner. Ich faste zweimal in der Woche, und gebe den Zehnten von Allem, das ich habe. Und der Zöllner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel; sondern schlug an seine Brust, und sprach: Gott, sey mir Sünder gnådig! Ich sage euch: Dieser ging hinab gerechtfertiget in sein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. Epistel, 1 Cor. 15, 1-10. ch erinnere euch aber, lieben Brüder, des Evangelii, das ich euch ver= kündigt habe, welches ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch stehet; durch welches ihr auch selig werdet, welcher Gestalt ich es euch verkündige. habe, so ihr es behalten habt; es wäre denn, daß ihr es umsonst geglaubt hát Um 12. und 13. Sonntage nach Trinitatis. 30 tet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sen für unsere Sünden, nach der Schrift; und daß er begraben sey, und daß er aufer: standen sey am dritten Tage nach der Schrift; und daß er gesehen worden ift von Kephas, darnach von den 3wölfen. Darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünf hundert Brüdern auf einmal, derer noch viele leben, Etliche aber sind entschlafen. Darnach ist er gesehen worden von Jacobo, darnach von allen Aposteln. Um legten nach Allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen worden. Denn ich bin der Geringste unter den Uposteln; als der ich nicht werth bin, daß ich ein Apostel heiße, darum, daß ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe. Aber von Gottes Gnade bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe vielmehr gearbeitet, denn sie Alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Um 12. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Marc. 7, 31-37. Und da der Herr Jeſus wieder ausging von den Grenzen Tyri und Sidon, kam er an das Galiläische Meer, mitten unter die Grenze der zehen Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volk besonders, und legte ihm die Finger in die Ohren, und spüßte, und rührte seine 3unge, und sahe auf gen Himmel, seufzete, und sprach zu ihm: Hephata! das ist, thue dich auf. Und alsbald thaten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los, und redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten es Niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten. Und verwunderten sich über die Maaße, und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Zauben macht er hörend und die Sprachlosen redend. Epistel, 2 Cor. 3, 4= 9. ein solches Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott. Nicht, daß wir tüchtig sind von uns selbst, etwas zu denken, als von uns selbst, sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott; welcher uns auch tüchtig gemacht hat, das Umt zu führen des neuen Testaments, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tödtet, aber der Geist macht lebendig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben tödtet, und in die Steine ist gebildet, Klarheit hatte, also, daß die Kinder Israels nicht konnten ansehen das Ungesicht Mosis, um der Klarheit willen seines Angesichts, die doch aufhörte. Wie sollte nicht vielmehr das Umt, das den Geist giebt, Klarheit haben? Denn so das mt, das die Verdammniß predigt, Klarheit hat, vielmehr hat das Umt, das die Gerechtigkeit predigt, überschwengliche Klarheit. Um 13. Sonntage nach Trinitatis. Je Evangelium, Luc. 10, 23:37. Resus wandte sich zu seinen Jungern, und sprach insonderheit: Selig sind die Augen, die da sehen, das ihr sehet. Denn ich sage euch: Viele Propbeten und Könige wollten sehen, das ihr sehet, und haben es nicht geschen; und hören, das ihr höret, und haben es nicht gehöret. und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn, und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Geses geschrieben? Wie liesest du? Er antwortete, und sprach: Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften, und von ganzem Gemüthe, und deinen nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; thue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen, und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Náchster? Da antwortete Jesus, und sprach: Um 14. Sonntage nach Trinitatis. 31 Es war ein Mensch, der ging von Jeru-| Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht falem hinab gen Jericho, und fiel unter die Mörder; die zogen ihn aus, und fchlugen ihn, und gingen davon, und ließen ihn halb todt liegen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester dieselbige Straße hinabzog, und da er ihn sahe, ging er vorüber. Desselben gleichen auch ein Levit, da er kam bei die Stätte, und sahe ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reifete, und kam dahin, und da er ihn sahe, jammerte ihn seiner, ging zu ihm, verband ihm seine Wunden, und goß darein Del und Wein, und hob ihn auf sein Thier, und führete ihn in die Herberge, und pflegte seiner. Des andern Tages reiſete er, und zog heraus zwei Grond es begab sich, da Jeſus reifete eines einigen Mittler, Gott aber ist einig. Wie? ist denn das Geset wider Gottes Verheißung? Das sey ferne. Wenn aber ein Geseß gegeben wäre, das da könnte lebendig machen, so káme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Gefeße. Uber die Schrift hat es alles beschlossen unter die Sünde, auf daß die Verheißung káme durch den Glauben an Jesum Christum, gegeben denen, die da glauben. Evangelium, Luc. 17, 11 19 gab dem sprach zu ihm: Pflege seiner, und so du was mehr wirst darthun, will ich dir es bezahlen, wenn ich wieder komme. Welcher dúnkt dich, der unter diesen dreien der Nächste sey gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm that. Da sprach Jefus zu ihm: So gehe hin und thue desgleichen. gen zog er mitten durch Samaria und Galliläa. Und als er in einen Markt kam, begegneten ihm zehn ausfähige Männer, die standen von ferne und erhoben ihre Stimme, und spra= chen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser. Und da er sie sahe, sprach er zu ihnen: Gehet bin, und zeiget euch den Priestern. Und es geschah, da sie hingingen, wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, da er sahe, daß er gefund worden war, kehrete Lieben Brüder, ich will nach mensch- er um, und pries Gott mit lauter Epistel, Gal. 3, 15:22. auf sein Angesicht zu seinen Füßen und dankte ihm, und das war ein Samariter. Jesus aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein geworden? Wo sind aber die neune? hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umfehrete, und gåbe Gott die Eyre, denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin, dein Glaube hat dir geholfen ist reden: Verachtet man doch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestätiget ist, und thut auch nichts dazu. Nun ist ja die Verheißung Abraham und seinem Saamen zugesagt. Er spricht nicht, durch die Saamen, als durch viele, sondern als durch einen, durch deinen Saamen, welcher Christus. Ich sage aber davon: das Testament, das von Gott zuvor beståtiget ist auf Chriftum, wird nicht auf: gehoben, daß die Verheißung sollte durch das Gefeß aufhören, welches gegeben ist über vierhundert und dreißig Jahr nachher. Denn so das Erbe durch das Gesez erworben würde, so würde es nicht durch Verheißung gegeben; Gott aber hat es Abraham durch Verheißung frei geschenket. Was soll denn das Geseg? Es ist dazu fommen um der Sünde willen, bis der Saame fáme, dem die Verheißung geschehen ist, und ist gestellt von den Engeln, durch die Hand des Um 14. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Gal. 5, 16-24. Rieben Brüder: wandelt im Geist, so werdet ihr die Lüfte des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist, und den Geift wider das Fleisch. Dieselbige sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollet. Regieret euch aber der Geist, so send ihr nicht unter dem Gesege. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, unreinigkeit, Unzucht, Abgötteret idlin Am 15. und 16. Sonntage nach Trinitatis. 32 Bauberei, Feindschaft, Hader, Neid, 3orn, 3ant, 3wietracht, Rotten, Haß, Mord, Saufen, Fressen und derglei= chen, von welchen ich euch habe zuvor gesagt, und sage noch zuvor, daß, die solches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gútigkeit, Glaube, Sanftmuh, Keuschheit. Wider solche ist das Geseß nicht. Welche aber Chriftum angehören, die kreuzigen ihr Fleisch, fammt den Lüften und Begierden. Um 15. Sonntage nach Trinitatis. nach dem Reich Gottes, und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Darum forget nicht für den andern Morgen, denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe. Epistel, Gal. 5, 25 u. 6, 1- 10. o wir im Geiſte leben, ſo laßt uns im uns nicht eitler Ehre geizig seyn unter einander( uns) zu entrüsten und zu hassen. Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehler übereilet würde, so helfet ihm wieder zurecht mit sanft: müthigem Geist, die ihr geistlich seyd. Und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versucht werdest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gefeß Christi erfüllen. So aber sich Jemand láßt dúnken, es sey etwas, so er doch nichts ist, der betrüget sich selbst. Ein Seglicher aber prüfe sein selbst Werk, und alsdann wird er an ihm selber Ruhm haben, und nicht an einem andern. Denn ein Jeglicher wird seine eigene Last tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unters richtet. Irret euch nicht, Gott låst sich nicht spotten. sich nicht spotten. Denn was der Mensch sået, das wird er erndten. er auf sein Fleisch fået, der wird von dem Fleisch das Verderben erndten. Wer aber auf den Geist sået, der wird von dem Geist das ewige Leben erndten. Laßt uns aber Gutes thun, und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch erndten ohne Aufhören. Uls wir denn nun Zeit haben, so laffe, uns Gutes thun an Federmann, allert meist aber an des Glaubens GenoffenEvangelium, Matth. 6, 24-34. Nien iemand kann zweien Herren dienen, entweder er wird einen haffen, und den anderen lieben, oder wird einem anhangen, und den andern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen, und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr, denn die Speise? Und der Leib mehr, denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an; sie såen nicht, fie erndten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen, und euer himmlischer Vater nähret sie doch. Seyd ihr denn nicht viel mehr denn sie? Wer ist unter euch, der seiner Länge eine Elle zuseßen möge, ob er gleich darum forget? Und warum forget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller feiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als derselben Eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet und morgen in den Ofen geworfen wird; follte er das nicht vielmehr euch thun? ihr Kleingläubigen! Darum sollt Evangelium, Luc. 7, 11-17. ihr nicht sorgen und sagen: Was werden und es begab sich darnach, daß Was werden wir Womit werden wir uns kleiden? Nach solchem allen trachten die Heiden; denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr deß alles bedürfet. Trachtet am ersten Jesus mit Namen Nain ging, und seiner Jünger gingener viel mit ihm, und vieles Bolk. Wind er aber nahe an das Stadtthor far ch siehe, da trug man einen Todten heraub: Um 16. Sonntage nach Trinitatis. Um 17. Sonntage nach Trinitatis. 33 der ein einziger Sohn war seiner| såer, auf einen Sabbath, das Brod Mutter, und sie war eine Witwe, und zu essen; und sie hielten auf ihn. Und vieles Volk aus der Stadt ging mit ihr. siehe, da war ein Mensch vor ihm, Und da sie der Herr sahe, jammerte ihn der war wassersüchtig. der war wassersüchtig. Und Jeſus derselben, und sprach zu ihr: Weine antwortete, und sagte zu den Schriftnicht! Und trat hinzu, und rührte den gelehrten und Pharifåern, und sprach: Sarg an, und die Tråger standen. Und Ist es auch recht auf den Sabbath er sprach: Jungling, ich sage bir, stehe heilen? Sie aber schwiegen stille. Und auf. Und der Todte richtete sich auf, er griff ihn an, und heilte ihn, und und fing an zu reden. Und er gab ihn ließ ihn gehen. Und antwortete, und seiner Mutter. Und es kam sie alle Und es kam sie alle sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, eine Furcht an, und priesen Gott, und dem sein Ochse oder Esel in den Brunsprachen: Es ist ein großer Prophet nen fällt, und er nicht alsbald ihn unter uns aufgestanden, und Gott hat heraus zieht am Sabbathtage? Und sein Volk heimgesucht. Und diese Rede sie konnten ihm darauf nicht wieder von ihm erscholl in das ganze jüdische Antwort geben. Er sagte aber ein Land, und in alle umliegende Lånder. Gleichniß zu den Gästen, da er merkte, wie sie erwählten oben an zu figen, und sprach zu ihnen: Wenn du von Jemand geladen wirst zur Hochzeit, so sege dich nicht oben an, daß nicht etwa ein Ehrlicherer, denn du, von ihm geladen sey; und so dann kommt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem! und du müssest dann mit Schaam unten an sigen. Sondern, wenn du geladen wirst, so gehe hin, und seße dich unten an, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, spreche zu dir: Freund, rücke hinauf; dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sigen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der soll erhöhet werden. Epistel, Ephes. 3, 13:21. Lieben Brüder, darum bitte ich, daß ihr nicht müde werdet um meiner Trubsal willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Kniee gegen den Vater unsers Herrn Jesu Christi, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe nach dem Reich thum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen und Christum, zu wohnen durch den Glauben in eurem Herzen, und durch die Liebe eingewurzelt und gegründet zu werden, auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sey die Breite, und die Långe, und die Tiefe und die Höhe; auch erkennen, daß Christum lieb haben, viel besser ist, denn alles Wissen, auf daß ihr erfüllt werdet mit allerlei schwänglich thun kann über Alles, das wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirket, dem sey Ehre in der Gemeinde, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Um 17. Sonntage nach Trinitatis. uffit Evangelium, Luc. 14, 1:11. nd es begab sich, daß Jesus kam in Ev. Luth.) Epistel, Ephes. 4, 1.6. o ermahne nun euch ich Gefangener in wie es sich gebühret eurem Beruf, darin ihr berufen seyd, mit aller Demuth und Sanftmuth, mit Geduld, und vertraget Einer den Undern in der Liebe, und seyd fleißig zu halten die Einigkeit im Geist, durch das Band des Friedens. Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seyd auf einerlei Hoffnung eures Berufs. Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott, und Vater( unser) Aller, der da ist über euch Alle, und durch 3 filliy 34 Am 18., 19. und 20. Sonntage nach Trinitatis. Um 18. Sonntage nach Trinitatis. Um 19. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 22, 34-46. aber daß Jesus den Sadducäern das Maul gestopft hatte, versammelten sie sich. unter Schriftgelehrter, versuchte ihn, und sprach: Meister, welches ist ras vornehmste Gebot im Gesetz? Jefus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüthe. Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. In diesen zwet Geboten hanget bas ganze Gesetz und die Propheten. Da nun die Pharisäer bet einander waren, fragte sie Jesus, und sprach: Wie dünft euch um Christo? Weß Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn denn David im Geist einen Herrn? da er sagt: Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Sezze dich zu meiner Rechten, bis das ich lege deine Feinde zum SchemeldeinerFüße? Sonun David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und Niemand konnte ihm ein Wort antworten, und durfte auch Niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. Epistel, 1 Cor. 1, 4.9. ch danke meinem Gott allezeit eudie euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr seyd durch thn in allen Stücken reich gemacht an aller Lehre, und in aller Erkenntniß, wie denn die Predigt von Christo in euch kräftig worden ist, also, daß ihr keinen Mangel habt, an irgend einer Gabe, und wartet nur auf die Offenbarung unsers Herrn Jesu Christi. Welcher auch euch wird fest behalten bis ans Ende, daß ihr unsträflich seyd auf den Tag unsers Herrn Jesu Christi, Denn Gott ist treu, durch Evangelium, Matth. 9, 1-8. und herüber D a trat er, der Herr Jesus, in das und kam in feine Stadt. Und ſiehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sabe, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sey getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Und siehe, Etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Jesus thre Gedanken sahe, sprach er: Warum denket ihr so arges in euren Herzen? Welches ist leichter zu sagen; Dir sind deine Sünden vergeben, oder zu sagen: Stehe auf und wandele? Auf daß ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn macht habe auf Erden die Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gichtbrüchtgen: Stehe auf, hebe dein Bette auf, und gehe heim. Und er stand auf und ging heim. Da das Volk das sahe, verwunderte es sich, und preisete Gott, der solche Macht den Menschen gegeben hat. Epistel, Ephes. 4, 22-28. o leget nun von euch ab, nach dem vorigen Wandel, den alten Menschen, der durch Lüste in Irrthum sich verderbet. Erneuert euch aber im Geiste eures Gemüths, und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffner Gerechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget die Lügen ab, und redet die Wahrheit, ein jeglicher tereinander Glieder sind. Zürnet und fündiget nicht, lasset die Sonne nicht über eurent Zorne untergeben. Gebet auch nicht Raum dem Lästerer. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sonbern arbeite, und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben dem Dürftigen. Um 20. Sonntage nach Trinitatis. welchen thr berufen seyd zur GemeinEvangelium, Matth. 22, 2.14. schaft ſeines Sohns Jesu Christi, ashimmelreich ist gleich einem KBunsers Um 21. Sonntage nach Trinitatis. machte. Und sandte seine Knechte aus, daß sie den Gästen zur Hochzeit rufeten, und sie wollten nicht kommen. Abermal fandte er andere Knechte aus, und sprach: Saget den Gästen, siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Dch sen und mein Mastvieh ist geschlachtet, und alles bereit, kommet zur Hochzeit. Aber sie verachteten des und gingen hin, einer auf seinen Ucker, der andere zu sei ner Handthierung. Etliche aber griffen seine Knechte, höhneten und tödteten sie. Da das der König hörete, ward er zornig, und schickte seine Heere aus, und brachte diese Mörder um, und zündete ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereitet, aber die Gäste warens nicht werth. Darum gehet hin auf die Straßen, und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. und die Knechte gingen aus auf die Straßen, und brachten zusammen, wen sie fanden, böse und gute, und die Tische wurden alle voll. Da ging der König hinein, die Gäste zu besehen, und sahe allda einen Menschen, der hatte kein ochzeitlich Kleid an, und er sprach zu ihm: Freund, wie bist du hereingekommen und hast doch kein hochzeitlich Kleid an: Er aber verstummete. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werfet ihn in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird seyn Heulen und Zähnklappen. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählet. Epistel, Ephes. 5, 15-21. So o sehet nun zu, wie ihr vorsichtiglich wandelt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen. Und schicket euch in die Zeit, denn es ist böse Zeit. Darum werdet nicht unverständig, sondern verständig, was da sey des Herrn Wille. Und saufet euch nicht voll Weins, daraus ein unordentlich Wesen folget, sondern werdet voll Geistes. Und redet unter einander von Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singet und spielet dem Herrn in eurem Herzen. Und saget Dank allezeit für alles, Gott und dem Vater in dem Namen unseres Herrn Jesu Chrifti. Und seyd unter einander unterthan in der Furcht Bottes. Um 21. Sonntage nach Trinitatis. 35 Evangelium, Joh. 4, 47-5%. 1nd es war ein Königischer, deß Sohn- lag krank zu Capernaum. Dieser hörte, daß Jesus kam aus Judda in Galilda, und ging hin zu ihm, und bat ihn, daß er hinab káme, und hülfe seinem Sohne; denn er war todtkrank. und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. Der Königische sprach zu ihm: Herr, komme hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebet. Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm fagte, und ging hin. Und indem er hinab ging, begegneten ihm seine Knechte, verkündigten ihm und sprachen: Dein Kind lebet. Da forschte er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm geworden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebet. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause. Das ist nun das andere Zeichen, das Jeſus that, da er aus Judáa in Galiláa kam. Epistel, Ephef. 6, 10- 17. ulest, meine Brüder, send stark in dem Herrn, und in der Macht sei= ner Stärke. Ziehet an den Harnisch Gottes, daß ihr bestehen könnet gegen die liftigen Untáufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsterniß dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deßwillen, so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr an dem bösen Tag Widerstand thun, und alles wohl ausrichten, und das Feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit, und angezogen mit dem Krebs der Gerechtigkeit; und an Beinen ge= ftiefelt, als fertig, zu treiben das Evangelium des Friedens, damit ihr bereitet seyd. Vor allen Dingen aber Zute Um 22. und 23. Sonntage nach Trinitatis. 36 ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnet alle feurige Pfeile des Bösewichts und nehmet den Helm des Heils und das Schwerdt des Geistes, welches ist das Wort Gottes. Um 22. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 18, 23:35. as Himmelreich ist gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehn tausend Pfund schuldig. Da er es nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen, ihn, und sein Weib und seine Kinder, und alles, was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder, und betete ihn an, und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Dajammerte den Herrn desselbigen Knechts, und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derselbe Knecht hinaus, und fand einen seiner Mitknechte der war ihm hundert Groschen schuldig, und er griff ihn an, und würgte ihn, und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder und bat ihn, und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin, und warf ihn in das Gefängniß, bis daß er bezahlte, was er schuldig war. Da aber seine Mit knechte solches sahen, wurden sie sehr betrübt, und kamen, und brachten vor ihren Herren alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich, und sprach zu ihm: Du Schalksknecht, alle deine Schuld habe ich dir erlassen, dieweil du mich batest; solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig, und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlte alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von euren Herzen, ein Jeglicher seinem Bruder seine Fehler. Epistel, Phil. 1, 3:11. Ich danke eurer gedenke( welches ich allezeit thue in allem meinem Gebet für euch Ulle, und thue das Gebet mit Freu: den), über eurer Gemeinschaft am Evangelio, vom ersten Tage an bisher. Und bin desselben in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird es auch vollführen, bis an den Tag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von euch Ullen halte; darum, daß ich euch in meinem Herzen habe, in diesem meinem Gefängniß, darinnen ich das Evangelium verantworte und bekräftige, als die ihr Alle mit mir der Gnade theilhaftig seyd. Denn Gott ist mein 3euge, wie mich nach euch Ullen verlanget von Herzensgrund in Jesu Christo. Und darum bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntniß und Erfahrung; daß ihr prüfen möget, was das Beste sey, auf daß ihr seyd lauter und unanstößig, bis auf den Tag Christi, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jesum Christum geschehen ( in euch), zur Ehre und Lobe Gottes. Um 23. Sonntage nach Trinitatis. D Evangelium, Matth. 22, 15:22. a gingen die Pharisder hin, und hielten einen Rath, wie sie Jesum fingen in seiner Rede. Und sandten zu ihm ihre Jünger, sammt Herodes Dienern, und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lehrest den Weg Gottes recht, und du fragest nach Niemand, denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. Darum fage uns, was dúnkt dich: Ist es recht, daß man dem Kaiser 3ins gebe oder nicht? Da nun Jesus merkte ihre Schalkheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versuchet ihr mich? Weiset mir die 3insmünze. und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Weß ist das Bild und die Ueberschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaiſers ist, und Gott, was Gottes ist. Am 24. und 25. Sonntage nach Trinitatis. Da sie das höreten, verwunderten sie sich und ließen ihn, und gingen davon. Epistel, Phil. 3, 17:21. olget mir, lieben Brüder, und sehet uns habet zum Vorbilde. Denn viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe, nun aber sage ichs auch mit Weinen, die Feinde des Kreuzes Chrifti, wel: cher Ende ist die Verdammniß, welchen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die irdisch gesinnt sind. Unser Bandel aber ist im Himmel, von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi des Herrn, welcher unsern nichtigen Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verklärten Leibe, nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. Um 24. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 9, 18-26. a Jeſus folches mit ihnen redete, fie: he, da kam der fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, meine Tochter ist jegt gestorben, aber komm, und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus stand auf, und folgte ihm nach, und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahr den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm, und rührte seines Kleides Saum an. Denn sie sprach bei sich selbst: Moch: te ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wandte sich Jesus um, und sahe sie, und sprach: Sen getroft meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gesund zu derselben Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam, und sahe die Pfeifer und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weichet, denn das Mágdlein ist nicht todt, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Volk aus: getrieben war, ging er hinein, und er griff sie bei der Hand, da stand das Magdlein auf. Und dies Gerücht er scholl in dasselbige ganze Land. 37 Epistel, Coloff. 1, 9:14. erhalben auch wir, von dem Tage an, da wir es gehöret haben, hören wir nicht auf für euch zu beten, und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet allerlei geistlicher Weisheit und Verstand: daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allem gefallen, und fruchtbar send in allen guten Werken, und wachset in der Erkenntniß Gottes, und gestårket werdet mit aller Kraft nach seiner herrlichen Macht in aller Geduld und Langmüthigkeit mit Freuden. Und danksaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbtheile der Heiligen im Licht. Welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsterniß, und hat uns verseßt in das Reich seines lieben Sohnes. Un welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden. Um 25. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 24, 15:28. Menn ihr nun ſehen werdet den Banten, Greuel der gesagt ist durch den Propheten Daniel, daß er stehet an der heiligen Stätte ( wer das lieset, der merke darauf!). Alsdann fliehe auf die Berge, wer im jüdischen Lande ist. Und wer auf dem Dache ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen. Und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um, seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangern und Sáu: gern zu der Zeit. Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter, oder am Sabbath. Denn es wird als: dann eine große Trubsal seyn, als nicht gewesen ist, von Anfang der Welt bisher, und als auch nicht werden wird. Und wo diese Tage nicht wurden verkürzet, so würde kein Mensch selig; aber um der Auserwählten willen werden die Tage verkürzet. So alsbonn Je= mand zu euch wird sagen: Siehe, hier ist Christus, oder da, so sollt ihr es nicht glauben. Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten auffie 38 Um 26. Sonntage nach Trinitatis. hen, und große Zeichen und Wunder| Böcken scheidet. Und wird die Schafe thun, daß verführet werden in den Irrthum( wo es möglich wäre) auch die Auserwählten. Stehe, ich habe es euch zuvor gesagt. Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Stehe, er ist in der Wüste; so gehet nicht hinaus. Stehe, er ist in der Kammer; so glaubet es nicht. Denn gleichwie der Blitz ausgehet vom Aufgang, und scheinet bis zum Niedergang, also wird auch seyn die Zukunft des Menschen Sohns. Wo aber ein Aas ist, da sammeln sich die Arler. Epistel, 1 Theff. 4, 13-18. W ir wollen euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten von dener, ble ta schlafen, auf daß ihr nicht traurig seyd, wie die Andern, die keine Hoffnung haben. Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, also wird Gott auch, die da entschlafen sind durch Jesum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch, als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der Zukunft des Herrn, werden denen nidt ror. kommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feld. geschret und Stimme des Erzengels, und mit der Posaune Bottes hernieder fommen vom Himmel; und die Torten in Christo werden auferstehen zuerst. Darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerückt werden in den Wolken, dein Herrn entgegen in der Luft, und werden also bet dem Herrn seyn allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten unter einander. Um 26. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 25, 31-46. We enn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle heilige Engel mit ihm, dann wird er sigen auf dem Stuhi seiner Herrlichkeit; und werden vor ihm alle Völker versammelt werden. Und er wird sie von einarder scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den zu seiner Rechten stellen, und die Böcke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommet her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeist. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherberget. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin frank gewesen, und ihr habt mich besuchet. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seyd zu mir gekommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten, und fragen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen, und haben dich gespeiset? Oder durstig, und haben dich getränket? Wann haben wir dich einen nackt, und haben dich bekleidet? Wann Gast gesehen, und beherberget? Oder haben wir dich krank or er gefangen gesehen, und sind zu dir gekommen? Und der König wird antworten, und Was ihr gethan habt einem unter diesagen zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: sen meinen geringsten Brüdern, das er auch sagen zu denen zur Linken: Dann wird Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und Engeln. Ich und ihr habt durstig bin hungrig gewesen, mich nicht gespeiset. Ich bin gewesen, und ihr habt mich nicht getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und thr habt mich nicht beherberget. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich nicht bekletdet. Ich bin frank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besuchet. Da werden sie ihm auch antwor ten, und sagen; Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig, oder durstig, oder einen Gast, oder nackt, oder krankt, oder gefargen, und haben dir nicht gedient? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht gethan habt etnem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben. 11 Um 27. Sonntage nach Trinit. Um Tage Mar. Rein. 39 Epistel, 2 Theff. 1, 3:10. Wir ir sollen Gott danken allezeit um euch, lieben Brüder, wie es billig ist, denn euer Glaube wächset sehr, und die Liebe eines Jeglichen unter euch Ullen nimmt zu gegen einander; also, daß wir uns eurer rühmen unter den Gemeinden Gottes, von eurer Geduld und Glauben, in allen euren Verfolgungen und Trühsalen, die ihr duldet; welches anzeigt, daß Gott recht richten wird, und ihr würdig werdet zum Reiche Gottes, über welchem ihr auch leidet; nachdem es recht ist bei Gott, zu vergelten Trubsal denen, die euch Trúbsal anlegen. Euch aber, die ihr Trubsal leidet, Ruhe mit uns, wann nun der Herr Jesus wird offenbaret werden vom Himmel, sammt den Engeln seiner Kraft, und mit Feuerflammen, Rache zu geben über die, so Gott nicht erkennen, und über, die, so nicht gehorsam sind dem Evangelio unsers Herrn Jesu Christi; welche werden Pein lei den, das ewige Verderben von dem Ungesicht des Herrn, und von seiner herrlichen Macht; wenn er fommen wird, daß er herrlich erscheine mit feinen Heiligen und wunderbar mit allen Gläubigen. durch sein Wort gesparet, daß sie zum Feuer behalten werden am Tage des Gerichts und Verdammniß der gottlosen Menschen. Eins aber sey euch unverhalten, ihr Lieben, daß Ein Tag vor dem Herrn ist, wie tausend Jahre, und tausend Jahre wie Ein Tag. Der Herr verziehet nicht die Verheissung, wie es Etliche für einen Verzug achten; sondern er hat Geduld mit uns, und will nicht, daß Jemand verloren werde, son: dern daß sich Jedermann zur Buße kehre. Es wird aber des Herrn Tag fommen als ein Dieb in der Nacht, in welchem die Himmel zergehen werden mit großem Krachen, die Elemente aber werden vor Hiße zerschmelzen, und die Erde, und die Werke, die darinnen sind, werden verbrennen. So nun das alles soll zergehen, wie sollt ihr denn geschickt seyn mit heiligem Wandel und gottseligem Wesen, daß ihr wartet und eilet zu der Zukunft des Tages des Herrn, in welchem die Himmel vom Feuer zergehen, und die Elemente vor Hige zerschmelzen werden? Wir warten aber eines neuen Himmels, und einer neuen Erde, nach seiner Verheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnet. Am 27. Sonntage nach Trinitatis. Evangelium, Matth. 17, 1-9. Siehe oben am 6. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel, 2 Petri 3, 3-13. Lieben Brüder: wiſſet das aufs Erste, in kommen werden Spitter, die nach ihren eigenen Lústen wandeln, und sagen: Wo ist die Verheißung seiner Zukunft? Denn, nach: dem die Våter entschlafen sind, bleibet es Alles, wie es von Anfang der Kreatur gewesen ist. Uber Muthwillens wollen sie nicht wissen, daß der Himmel vor Zeiten auch war; dazu die Erde aus Wasser, und im Wasser bestanden durch Gottes Wort; dennoch ward zu der Zeit die Welt durch dieselbigen mit der Sundfluth verderbet. Also auch der Himmel jegund und die Erde werden Und Um Tage Marià Reinigung. Evangelium, Luc. 2, 22:32. nd da die Tage ihrer Reinigung nach dem Geses Mosis kamen, falem, auf daß sie ihn darstellten dem brachten sie das Kind Jesu gen JeruHerrn.( Wie denn geschrieben steht in dem Gesetz des Herrn: Allerlei Mannlein, das zum erſten die Mutter bricht, dem geheiligt daß sie gåben das Opfer, nach dem gesagt ist im Geseß des Herrn: Ein Paar Turteltauben, oder zwei junge Tauben. Und siehe, ein Mensch war zu Jerufalem, mit Namen Simeon, und derselbe Mensch war fromm und gottesfürchtig, und wartete auf den Trost Israels, und der heilige Geist war in ihm. Und ihm war eine Antwort geworden von dem heiligen Geiste, er sollte den Tod nicht sehen, er håtte denn zuvor den Chrift des Herrn gesehen und kam aus Unregen des Geistes in den tume Um Tage der Verkündigung Mariä. 40 Tempel. Und da die Eltern das Kind Jesus in den Tempel brachten, daß sie für ihn thåten, wie man pfleget nach dem Geset; da nahm er ihn auf seine Urme, und lobte Gott, und sprach: Herr, nun låsfest du deinen Diener im Frieden fahren, wie du gesagt haft; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, welchen du bereitet haft vor allen Völkern, ein Licht, zu erteuchten die Heiden, und zum Preis deines Volks Israel. Lection, Maleach. 3, 1-4. iehe, ich will meinen Engel senden, der vor mir her den Weg bereiten soll. Und bald wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht, und der Engel des Bundes, deß ihr be: gehrt. Siehe, er kommt, spricht der Herr Zebaoth. Wer wird aber den Tag seiner Zukunft erleiden mögen? Und wer wird bestehen, wann er wird erscheinen? Denn er ist wie das Feuer eines Goldschmiedes, und wie die Seife der Wå scher. Er wird sigen und schmelzen, und das Silber reinigen; er wird die Kinder Levis reinigen und läutern, wie Gold und Silber; dann werden sie dem Herrn Speisopfer bringen in Gerechtigkeit, und wird dem Herrn wohlgefallen das Speisopfer Judas und Jerusalems, wie vorhin und vor langen Jahren. Um Tage der Verkündigung Marià. Evangelium, Luc. 1, 26-38. lind im sechsten Monden war der Engel Gabriel gesandt von Gott, in eine Stadt in Galiláa, die heißt Nazareth, zu einer Jungfrau, die vertrauet war einem Manne, mit Namen Joseph, vom Hause Davids, und die Jungfrau hieß Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein, und sprach: Gegrüßet seyst du Holdselige, der Herr ist mit dir, du Gebenedeyete unter den Weibern. Da sie ihn aber sahe, erschrack sie über seine Rede, und gedachte, welch ein Gruß ist das? Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, du haft Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden im Leibe; und einen Sohn gebåren, des Namen sollst du Jesus heißen. Der wird groß, und ein Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Stuhl seines Vaters David geben, und er wird ein König seyn über das Haus Jacobs ewiglich, und seines Kónigreichs wird kein Ende seyn. Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen? Sintemal ich von keinem Manne weiß. Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich über: schatten; darum auch das Heilige, das von dir geboren wird, wird Gottes Sohn genannt werden. Und siehe, Elisabeth, deine Gefreundete, ist auch schwanger mit einem Sohn, in ihrem Ulter, und gehet jest im sechsten Monden, die im Geschrei ist, daß sie unfruchtbar sey. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt haft. Und der Engel schied von ihr. Lection, Jes. 7, 10-16. Und der Herr redete abermal zu Uhas, und sprach: Fordere dir ein Zeichen vom Herrn, deinem Gott; es sey unten in der Hölle, oder droben in der Höhe. Aber Ahas sprach: Ich will es nicht fordern, daß ich den Herrn nicht versuche. Da sprach er: Wohlan! so höret ihr vom Hause Davids: Ist es euch zu wenig, daß ihr die Leute beleidiget, ihr müsset auch meinen Gott beleidigen? Darum, so wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger, und wird einen Sohn gebåren, den wird sie heißen Immanuel. Butter und Honig wird er essen, daß er wisse Böses zu verwerfen, und Gutes zu erwählen. Denn ehe der Knabe lernet Boses verwerfen, und Gutes erwählen, wird das Land, dafür dir grauet, ver: lassen seyn von seinen zween Königen. titumor UNE IN Tag MINI SIMP fifif 125 *** WWWX 2 ********* ***** A... 1711 ***** va mtumm INITIH nches 1 Centimetres Blue , 1 2 3 Cyan 1121131 15 Farbkarte# 13 Green 4 mp J 17 OFERIM blan THERM H 8 Yellow 9 4 10 Red 3031 11 12 LO 5 13 Magenta 14 CO 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8