ув 589 до Maway on to Darien- Büchlein. Gehrt- und Judachtsbüchlein für die Venehnen den hl. Duttergattes, insbesondere für den Monat Mai eingerichtet. Von einem Priester der Erzdiözese Köln. Mit kirchlicher Genehmigung. Druck und Verlag von H. Riffarth, D.Gladbach und New- York. Gb 589 Univ.- Bibl. Giessen Inhalts- Verzeichniß. Erster Theil. Die gewöhnlichen Gebete eines Christen mit Beziehung auf die heilige Muttergottes. Morgengebet. Beim Aufstehen Gute Meinung Der Glaube ● Die Hoffnung. Die Liebe Aufopferung Abendgebet. Befehlung am Abend. Gewissenserforschung Stoßgebete zu Maria. Meßandacht zu Ehren der allerfel. Jungfrau Maria für alle Tage des Jahres. ◆ Seite 1 1 2 3 3 3 6 1. Von Advent bis Weihnachten. 8 2. Von Weihnachten bis Lichtmeß 45 3. Von Lichtmeß bis Ostern 4. Von Ostern bis Pfingsten. 5. Von Pfingsten bis Advent.. Beichtandacht. IV Vorerinnerung Vorbereitungsgebet Gewissenserforschung Beichtspiegel Gewissenserforschung für solche, welche oft beichten Reue und Vorsatz. Gebet nach der Beicht Begrüßung. Danksagung Aufopferung Bitte.. Communion- Andacht. Vor der Hl. Communion. Nach der Hl. Communion • ● Nachmittags:( Vesper-) Andacht Hymnus. Magnificat. Die Marianischen Schlußantiphonen. C ● Seite 49 . 50 51 55 56 56 60 71 72 74 76 78 78 79 80 82 85 93 94 97 2. Tag. 3. Tag. 4. Tag. 5. Tag. Der Chrenmonat Mariens. Vorbemerkung. 1. Zag., Mariam invoca et ama usque in finem et salvus eris." ,, Maria rufe an und liebe bis zum Tode und du wirst selig werden.".. 104 Von der Maiandacht... 107 Die Macht des vereinigten Rosenkranzgebetes 6. Tag. 7. Tag. 8. Tag. 9. Tag. 10. Tag. 11. Tag. V 12. Tag. 13. Tag. 14. Tag. Zweiter Theil. Seite .. 103 ● . 110 Die Rosenkranzkönigin hilft.. 118 Trage stets deinen Rosenkranz bei dir 121 Der Soldaten liebstes Gebetbuch 123 Trage stets dein Skapulier.. 125 Bekehrung durch das hl. Stapulier 127 Schuß Mariens. 130 Maria, Zuflucht der Sünder. 135 Das Bild Unserer Lieben Frau von der immerwährenden Hülfe 138 Maria hilft in der Noth.. 139 Zum Preise der Unbefleckten, als Heil der Kranken .. Eine Heilung in der Mandschurei durch U. 2. Frau von Lourdes 143 141 VI 21. Tag. 22. Tag. 23. Tag. 24. Tag. 25. Tag. 26. Tag. 27. Tag. Seite 15. Tag. 16. Tag. 17. Tag. Das Marienbild. 18. Tag. Maria belohnt das Almosen, ihr zu Ehren gegeben . 153 19. Tag. Die Trösterin der Betrübten 155 20. Tag. Die Tiroler Landesvertheidiger unter dem Schutzmantel Marias 157 Das rettende ,, Angelus Domini" 161 Maria, die Quelle der Gnaden 163 Die Martyrerpalme als Lohn. 167 Wie ein frommer Verehrer Mariens stirbt .. 169 Wunderbare Macht des Gebetes: O meine Gebieterin u. s. w." 146 11 Memorare. 148 151 Maria, Mutter der Barmherzigfeit, bitte für uns. In Loreto geheilt. Strafgericht an einem Gottesläſterer. 170 172 173 28. Tag. Gott schützt die Ehre Mariens 175 29. Tag. Von Maria zurückgewiesen. 176 30. Tag. Vom Marienlämpchen. 177 31. Tag. Ein Marienblümchen im eisigen Island.. ● 181 VII Dritter Theil. Seite Verschiedene Andachtsübungen zu Maria. Andacht zu Ehren der Muttes Gottes 183 Lauretanische Litanei( lateinisch u. deutsch) 190 Der Rosenkranz. 195 Lieder zur heiligen Mutter Gottes 200 . 83 Crter Sheil. eDie gewöhnlichen Gebete eines Chriften mit Beziehung auf die heilige Muttergottes. Dorgengebet. Beim Aufstehen. m Namen meines gekreuzigten Heilandes Jesu Christi stehe ich auf, derselbe wolle mich segnen, regieren und behüten und zum ewigen Leben führen. Amen. Gute Meinung. Alles meinem Gott zu Ehren, In der Arbeit, in der Ruh'!* Gottes Lob und Ehr' zu mehren,* Ich verlang' und Alles thu'; Meinem Gott allein will geben* Leib und Seel', mein ganzes Leben;* Gib, o Jefu, Gnad' dazu! * - 2- - Dich, Maria, will ich ehren,* Die du uns das Heil gebracht;* Und dein Leben soll mich * Laß lehren,* Was mich ewig selig macht. mich dich recht findlich lieben,* Nie durch eine Sünd' betrüben; Schüße mich bei Tag und Nacht! * * Dich, Schutzengel, auch ich grüße,* Was du willst, das soll gescheh'n. Kreuz und Arbeit mir versüße,* Eile stets, mir beizusteh'n! * Zu dem Guten mich antreibe,* Daß ich Gottes Kind verbleibe,* Bis ich ihn werd' ewig seh'n. * * Dich all' Creaturen loben,* Vater, Sohn und heil'ger Geist!* Engel, Heil'ge, hoch erhoben, Die ihr Gott im Himmel preiſt: Daß auch wir in diesem Leben* Gott allein die Ehre geben,* Gure Hülfe uns erweist! Der Glaube. O mein Gott und Herr! Ich glaube fest, daß Du Ein Gott bist in drei Personen, Vater, Sohn und heiliger Geist, daß Du alles erschaffen hast, daß Du alles erhältſt und regierst, daß die menschliche Seele unsterblich ist, daß die zweite Person in der Gottheit für uns Mensch geworden und am Kreuze gestorben ist, daß Niemand ohne Deine Gnade kann selig werden, daß Du alles richten wirst. Dieses und alles, was Du, o Gott, geoffenbaret haft und durch Deine heilige Kirche uns zu glauben vorstellst, glaube ich darum, weil Du es gesagt hast, der Du nicht fehlen noch lügen kannst, weil Du bist die ewige 3- - Weisheit und Wahrheit. Vermehre, o Gott, meinen Glauben! Die Hoffnung. O mein Gott und Herr! Ich hoffe von Deiner unendlichen Barmherzigkeit, durch die Verdienste Jesu Christi, Verzeihung meiner Sünden, Deine Gnade und endlich die ewige Seligkeit, weil Du dieses alles versprochen hast, der Du in Deinem Versprechen der Getreueste bist, und wegen Deiner Allmacht geben kannst, auch wegen Deiner Güte gern geben willst, was Du versprochen hast. Stärke, o Gott, meine Hoffnung! Die Liebe. O mein Gott und Herr! Ich liebe Dich von ganzem Herzen über alles, weil Du mir so viele Wohlthaten an Leib und Seele erwiesen haft und noch täglich erweisest; am meisten aber liebe ich Dich, weil Du bist das höchste und schönste Gut, welches aller Liebe würdig ist. Aus Liebe zu Dir liebe ich auch meinen Nächsten wie mich selbst, weil auch er Dein Ebenbild nnd zur ewigen Seligkeit berufen ist. Entzünde, o Gott, meine Liebe! Aufopferung. O meine Herrin, o meine Mutter! Dir bringe ich mich ganz dar, und um dir meine Hingabe zu beweisen, weihe ich dir heute meine Augen, meine Ohren, meinen Mund, mein Herz, mich selber ganz und gar. Weil ich also dein bin, o gute Mutter, so bewahre mich, beschütze mich als dein Gut und Eigenthum. Abendgebet. Befehlung am Abend. In dieser Nacht* Sei Du mein Schirm und Wacht,* O Gott, durch Deine Macht* Woll'st mich bewahren* Vor Sünd' und Leid,* Vor Satans List und Neid!* Hilf mir im letzten Streit, In Todsgefahren! * Jesu mein,* Die heil'gen Wunden Dein, * Laß meine Ruhstatt sein,* Mir Frieden geben; In dieser Ruh' Schließ' mir die Augen zu, * Mein Schuß und Schirm sei Du* Jm Tod und Leben! * 4- O gnäd'ge Frau,* Maria, auf mich schau'! * Mein Herz dir anvertrau',* Daß rein es bleibe. Auch schütze mich,* Sankt Joseph, väterlich!* Schußengel, streit' für mich,* Den Feind vertreibe! * Gewissenserforschung. Wie habe ich mich heute verhalten beim Aufstehen, beim Morgengebet, bei der heiligen Messe? Bin ich meinen Vorsägen treu geblieben? Habe ich gefündigt mit - - 1 -51 Gedanken? Habe ich mich freiwillig aufgehalten in eitlen, hoffärtigen, unehrbaren, habsüchtigen, zornigen, neidischen, argwöhnischen, ungeduldigen Gedanken? Habe ich gesündigt mit Worten? Habe ich nicht unnüße, lieblose, unreine Gespräche geführt, oder Lügen, Fluch- und Scheltworte gesprochen? Habe ich das Stillschweigen geübt? Mit Werken? War ich nicht träge und ungeduldig bei der Arbeit, nicht nachlässig in meinen Standespflichten? Habe ich nichts Unehrbares gethan oder zugelassen? Wie war ich im Gebrauche meiner Sinne, meiner Augen 2c.? Wie verhielt ich mich gegen meine Vorgesetzten, meinen Nächsten? im Umgange mit dieser oder jener Person? in dieser oder jener Gelegenheit, Gefahr, Betrübniß und Anfechtung? - - Durch Unterlassung? Habe ich nicht versäumt, diese oder jene Pflicht zu erfüllen, bei allen meinen Werken eine gute Meinung zu haben und Gottes Allgegenwart eingedenk zu sein? Was habe ich heute Gott zu Liebe gethan? Folgte ich dem Rufe meines Gewissens? Habe ich die täglichen Werke mit Vollkommenheit, reiner Absicht und aus übernatürlichem Beweggrunde verrichtet? Durch fremde Sünden? Habe ich nicht ein Wohlgefallen gehabt an der Sünde des - 6 - 1 Nächsten? Habe ich nicht Anderen Gelegenheit zur Sünde gegeben, und Anderer Sünden nicht verhindert, wo ich konnte und sollte? Nach der Gewissenserforschung erwecke man Reue und Vorsatz. Stoßgebete zu Maria. Süßes Herz Mariä, sei meine Rettung! oder: O Herz Mariä, süß und mild, Sei meine Rettung, sei mein Schild! oder: O Mariä süßes Herz, Rett'' mich, zieh' mich himmelwärts! ( 300 Tage Ablaß.) Unbeflecktes Herz Mariä, bitte für uns! ( 100 Tage Ablaß.) Unsere Liebe Frau vom heiligsten Herzen, bitte für uns!( 100 Tage Ablaß einmal täglich.) O Maria, ohne Sünde empfangen, bitte für uns, die wir unsere Zuflucht zu dir nehmen! ( 100 Tage Ablaß einmal täglich.) Dir, o jungfräuliche Mutter, die du niemals von einer Makel der Schuld, weder einer wirklichen, noch der Erbsünde, berührt worden bist, empfehle und vertraue ich die Reinheit meines Herzens an.( 100 Tage Ablaß.) Gepriesen sei die heilige und unbefleckte Empfängniß der allerseligsten Jungfrau Ma - 7- ria! In deiner Empfängniß, o Jungfrau Maria, bist du unbefleckt gewesen; bitte für uns den Bater, dessen Sohn Jesus du vom heiligen Geiste empfangen und geboren hast. ( Für beide Gebete jedesmal 100 Tage Ablaß.) NOTRE ARR IXI Defiandacht zu Ehren der allerseligsten Jungfrau Maria für alle Tage des Jahres. ( Nach dem römischen Meßbuch.) I. Cum Advent his Weihnachten. ( Rorate- Messe.) Staffelgebet. Sacerdos. In nomine et Patris et Filii Spiritus Sancti. Amen. Introibo ad altare Dei. Minister. Ad Deum, qui laetificat juventutem meam. Ps. 42. S. Judica me, Deus, et discerne Priester. Im Namen des Vaters und des Sohnes+ und des Heil. Geistes. Amen. Ich will hintreten zum Altare Gottes. Meßdiener. Zu Gott, der meine Jugend froh macht. Pr. Schaffe mir Recht, o Gott, und causam meam de gente non sancta; ab homine iniquo et doloso erue me. M. Quia tu es, Deus, fortitudo mea: quare me repulisti et quare tristis incedo, dum affligit me inimicus? S. Emitte lucem tuam et veritatem tuam: ipsa me deduxerunt et adduxerunt in montem sanctum tuum et in tabernacula tua. M. Et introibo ad altare Dei, ad Deum, qui laetificat juventutem meam. S. Confitebor tibi in cithara, Deus, Deus meus: quare tristis es anima mea et quare conturbas me? M. Spera in Deo, quoniam adhuc confitebor illi: salutare vultus mei et Deus meus. Marien- Büchlein. - schlichte meine Sache wider unheiliges Volk, vom bösen und argliftigen Menschen rette mich. M. Denn Du, o Gott, bist meine Stärke! Warum doch haft Du mich zurückgestoßen und warum gehe ich betrübt einher, da der Feind mich plaget? Pr. Sende aus Dein Licht und Deine Wahrheit; sie führen und geleiten mich auf Deinen heiligen Berg, in Dein Gezelt. M. Und ich will hins treten zum Altare Gottes, zu Gott, der meine Jugend froh macht. Pr. Lobpreisen will ich Dich mit Saitenspiel, o Gott, mein Gott! und was bist du traurig, meine Seele, und was verwirrst du mich? M. Hoffe auf Gott, denn ihn werde ich noch preiſen:„ Meines Angesichtes Heil und mein Gott." - S. Gloria Patri et Filio et Spiritui Sancto. 10- M.Sicut erat in principio et nunc et semper et in saecula saeculorum. Amen. S. Introibo ad altare Dei, M. Ad Deum, qui laetificat juventutem ● meam. S. Adjutorium nostrum in nomine Domini. M. Qui fecit coelum et terram. S. Confiteor... omnibus Sanctis et vobis, fratres, quia... omnes Sanctos et vos, fratres, orare M. Misereatur tui omnipotens Deus, et dimissis peccatis tuis perducat te ad vitam aeternam. S. Amen. M. Confiteor Deo omnipotenti, beatae Mariae semper virgini, beato Michaeli beato Archangelo, Joanni Baptistae, Pr. Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Hl. Geiste. M. Wie es war im Anfange und jetzt und allezeit und zu ewigen Zeiten. Amen. Pr. Ich will hintreten zum Altare Gottes. M. Zu Gott, der meine Jugend froh macht. Pr. Unsere Hülfe ist im Namen des Herrn. M. Der Himmel und Erde erschaffen hat. Pr. Ich bekenne allen Heiligen und euch, Brüder, daß... alle Heiligen und euch, Brüder, daß ihr. M. Es erbarme sich deiner der allmächtige Gott, er verzeihe dir deine Sünden und führe dich zum ewigen Leben. Pr. Amen. M. Ich bekenne Gott, dem Allmächtigen, der seligsten, allzeit reinen Jungfrau Maria, dem Hl. Erzengel Michael, dem hl. Johannes, dem - 11 sanctis Apostolis Pe-| Täufer, den hl. Aposteln tro et Paulo, omnibus Sanctis et tibi, pater: quia peccavi nimis cogitatione, verbo et opere: mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa. Ideo precor beatam Mariam semper virginem, Michaelem Archangelum, beatum Joannem Baptistam sanctos Apostolos Petrum et Paulum, omnes Sanctos, et te, pater, orare pro me ad Dominum Deum nostrum. beatum Petrus und Paulus, allen Heiligen und dir, Vater, daß ich vielfältig gesündigt habe mit Gedanken, Worten und Werken, durch meine Schuld, durch meine Schuld, durch meine größte Schuld. Darum bitte ich die seligſte, allzeit reine Jungfrau Maria, den hl. Erzengel Michael, den hl. Johannes den Täufer, die Hl. Apostel Petrus und Paulus, alle Heiligen und dich, Vater, daß du für mich betest zu Gott, unserm Herrn. - S. Misereatur vestri omnipotens Deus et dimissis peccatis vestris perducat vos ad vitam aeternam. M. Amen. S. Jndulgentiam, absolutionem et remissionem peccatominus. rum nostrorum tribuat nobis omnipotens et misericors DoM Amen. Pr. Es erbarme sich eurer der allmächtige Gott und verzeihe euch eure Sünden und führe euch zum ewigen Leben. M. Amen. Pr. Verzeihung, Lossprechung und Nachlaffung unserer Sünden ertheile uns der allmächtige und barmherzige Herr. M. Amen. 2* S. Deus, tu conversus vivificabis nos. - M. Et plebs tua laetabitur in te. cum. 12 S. Ostende nobis, Domine, misericordiam tuam. M. Et salutare tuum da nobis. S. Domine, exaudi orationem meam. M. Et clamor meus ad te veniat. S. Dominus vobistuo. M. Et cuin spiritu S. Oremus. Aufer a nobis, quaesumus, Domine, iniquitates nostras: ut ad Suncta Sanctorum puris mereamur mentibus introire. Per Christum Dominum nostrum. Amen. Oramus te, Domine, per merita Sanctorum tuorum, quorum reliquiae hic Pr. O Gott, wende Dich zu uns und belebe uns. M. Und Dein Volk wird sich in Dir erfreuen. Pr. Erzeige uns, o Herr, Deine Barmherzigkeit. M. Und Dein Heil verleihe uns. Pr. Herr, erhöre mein Gebet. M. Und laß mein Rufen zu Dir kommen. Pr. Der Herr sei mit euch. M. Und mit deinem Geiste. Pr.( Beim Hinaufgehen zum Altar.) Lasset uns beten. Nimm hinweg von uns, o Herr, wir bitten Dich, unsere Vergehen, damit wir würdig werden, zum Allerheiligsten mit reinem Herzen einzugehen. Durch Christum, unsern Herrn. Amen. Wir bitten Dich, o Herr, durch die Verdienste Deiner Heiligen, deren Reliquien hier 150. sunt, et omnium Sanctorum: ut indulgere digneris omnia peccata mea. Amen. Introitus. Is. 45. Rorate, coeli, desuper, et nubes pluant justum: aperiatur terra, et germinetSalvatorem. Ps. 84. Benedixisti, Domine, terram tuam: avertisti captivitatem Jacob. Gloria Patri. 13 S. Kyrie eleison. M. Kyrie eleison. S. Kyrie eleison. M. Christe eleison. S. Christe eleison M. Christe eleison. S. Kyrie eleison. M. Kyrie eleison. S. Kyrie eleison. - sind, und aller Heiligen, du wollest mir alle meine Sünden erlassen. Amen. Eingang. Thauet, ihr Himmel, von oben, und ihr Wolken, regnet den Gerechten; es thue sich auf die Erde und sprosse den Heiland hervor! Psalm. Gefegnet hast Du, Herr, Dein Land, abgewendet die Gefangenschaft Jatobs. Ehre sei. Kyrie. Pr. Herr, erbarme Dich unser. M. Herr, erbarme Dich unser. Pr. Herr, erbarme Dich unser. M. Christe, erbarme Dich unser. Pr. Christe, erbarme Dich unser. M. Christe, erbarme Dich unser. Pr. Herr, erbarme Dich unser. M. Herr, erbarme Dich unser. Pr. Herr, erbarme Dich unser. 14 Pater Gloria in excelsis Deo. Et in terra pax hominibus bonae voluntatis. Laudamus te, benedicimus te, adoramus te, glorificamus te. Gratias agimus tibi propter magnam gloriam tuam. Domine Deus, Rex coelestis, Deus omnipotens. Domine Fili unigenite. Jesu Christe. Domine Deus, Agnus Dei, Filius Patris. Qui tollis peccata mundi, miserere nobis. Qui tollis peccata mundi, suscipe deprecationem nostram. Qui sedes ad dexteram Patris, miserere nobis. Quoniam tu solus Sanctus, tu solus Dominus, tu solus Altissimus, Jesu Christe, Sancto Spiritu, in gloria Dei Patris. Amen. cum - Gloria. Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden, die eines guten Willens sind. Wir loben Dich, wir benedeien Dich, wir beten Dich an, wir verherrlichen Dich. Wir danken Dir wegen Deiner großen Herrlichkeit. Herr, Gott, himmlischer König, Gott, allmächtiger Vater! Herr, eingeborener Sohn, Jesus Christus! Herr Gott, Lamm Gottes, Sohn des Vaters; der Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser: der Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, nimm auf unser Flehen; der Du fizest zur Rechten des Vaters, erbarme Dich unser; denn Du allein bist der Heilige, Du allein der Herr, Du allein der Höchste, Jesus Christus, mit dem Hl. Geiste in der Herrlichkeit Gottes des Vaters. Amen. VIRRANDON cum. - 15 S. Dominus vobis- tuo. M. Et cum spiritu Oratio. Deus, qui de beatae Mariae Virginis utero Verbum tuum, Angelo nuntiante, carnem suscipere voluisti: praesta supplicibus tuis, ut, qui vere eam genetricem Dei credimus, ejus apud te intercessionibus adjuvemur. Per eundem Dominum. - Pr. Der Herr fei mit euch. M. Und mit deinem Geiste. Gebet. Gott, der Du auf die Botschaft des Engels aus dem Schooße der sel. Jungfrau Maria dein Wort haft wollen Fleisch annehmen lassen, verleihe den Bitten Deiner Diener, daß wir, die wir sie wahrhaft als Gottesgebärerin gläubig bekennen, durch ihre Fürbitten bei Dir Hülfe finden mögen. Durch denselben u. s. w. Lesung.( Isaias 7, 10-15.) In denselben Tagen redete der Herr zu Achaz und sprach: Begehre dir ein Zeichen von dem Herrn, deinem Gott, es sei in der Tiefe unten oder in der Höhe oben. Und Achaz sprach: Ich will keines begehren und den Herrn nicht versuchen. Da sprach er( der Prophet): So höret denn, ihr vom Hause David! Ist es euch zu wenig, den Menschen lästig zu sein, daß ihr auch meinem Gott lästig seid? Darum wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben: Siehe, die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären, und seinen Namen wird man Emmanuel nennen. Butter und Honig wird er essen, bis er das Böſe zu verwerfen und das Gute zu wählen weiß. Graduale. Ps.23. Tollite portas principes vestras, et elevamini portae aeternales, et introibit Rex gloriae. V. Quis ascendet in montem Domini, aut quis stabit in loco sancto ejus? Innomanibus, et mundo corde. Alleluja, alleluja V. Luc. 1. Ave Maria, gratia plena: Dominus tecum: benedicta tu in mulieribus. Alleluja. cens Vor dem Munda cor meum ac labia mea, omnipotens Deus, qui labia Isaiae prophetae calculo mundasti ignito: ita me tua grata miseratione dignare mundare, ut sanctum Evangelium tuum digne valeam nuntiare. Per Christum Dominum nostrum. 16 - Stufengebet oder Stufenpsalm. Erhebet, Fürsten, eure Thore, erhebet euch, ihr ew'gen Pforten, daß Einzug halte der König der Glorie. V. Wer darf hinan zum Berg des Herrn steigen, wer steh'n an seiner heiligen Stätte? Wer reine Hände hat und lautern Herzens ist. Alleluja, Alleluja. V. Gegrüßet seist du, Maria, du biſt voll der Gnade, der Herr ist mit dir, du bist gebenedeit unter den Weibern. Allel. Evangelium. Reinige mein Herz und meine Lippen, allmächtiger Gott, der Du einst die Lippen des Propheten Isaias mit einem glühenden Stein gereinigt hast; so wolle durch Deine huldreiche Erbarmung mich reinigen, daß ich Dein heiliges Evangelium würdig zu verkünden vermöge, durch Christum, unsern Herrn. M. Amen. Jube, Domine benedicere, Dominus sit in corde meo et in labiis meis: ut digne et competenter annuntiem Evangelium Amen. suum. - 17- - S. Dominus vobiscum. M. Et cum spiritu tuo. S.+ Sequentia sancti Evangelii secundum Lucam. M. Gloria tibi, Domine. In illo tempore: Missus est Angelus Gabriel a Deo in civitatem Galilaeae, cui nomen Nazareth, ad virginem desponsatam viro, cui nomen erat Joseph, de domo David, et nomen virginis Maria. Et ingressus Angelus ad eam dixit: Ave, gratia plena, Dominus tecum, benedicta tu in mulieribus. Quae cum audisset, turbata est in sermone ejus, M. Amen. Segne, o Herr! Der Herr sei in meinem Herzen und auf meinen Lippen, daß ich würdig und geziemend sein Evangelium verkünde. Amen. Pr. Der Herr fei mit euch. M. Und mit deinem Geiste. Pr. Aus dem Evangelium des heil. Lucas. M. Ehre sei Dir, o Herr. Evangelium.( Lucas 1, 26-38.) In jener Zeit ward der Engel Gabriel von Gott gesandt in eine Stadt in Galiläa mit Namen Nazareth, zu einer Jungfrau, die mit einem Manne vom Hause Davids verlobt war, welcher Joseph hieß, und der Name der Jungfrau war Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach: Gegrüßet seist du, voll der Gnade, der Herr et cogitabat, qualis esset ista salutatio. Et ait Angelus ei: Ne timeas Maria, invenisti enim gratiam apud Deum: concipies in utero, et paries filium, et vocabis ejus ecce nomen 18- Jesum. Hic erit magnus, et Filius Altissimi vocabitur, et dabit illi Dominus Deus sedem David, patris ejus: et regnabit in Domo Jacob in aeternum, et regni ejus non erit finis. Dixit autem Maria ad Angelum: Quomodo fiet istud, quoniam virum non cognosco? Et respondens Angelus dixit ei: Spiritus Sanctus superveniet in te, et virtus Altissimi obumbrabit tibi. Ideoque et quod nascetur ex te Sanctum, vocabitur Filius Dei. Et ecce Elisabeth, cognata tua, et ipsa concepit filium in senectute ist mit dir, du bist gebenedeit unter den Weibern! Da sie dies hörte, erschrak sie über seine Rede und dachte nach, was das für ein Gruß ſei. Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, denn du hast Gnade gefunden bei Gott. Siehe, du wirst empfangen und einen Sohn gebären, und seinen Namen sollst du Jesus heißen. Dieser wird groß sein und der Sohn des Allerhöchsten genannt werden: Gott der Herr wird Ihm den Thron Seines Vaters Davids geben, und Er wird herrschen im Hause Jafobs ewiglich, und Seines Reiches wird kein Ende sein. Maria aber sprach zu dem Engel: Wie wird dies gefchehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heil. Geist wird über dich tommen und die Kraft des Allerhöchsten wird 1 19sua: et hic mensis sextus est illi, quae vocatur sterilis: quia non erit impossibile apud Deum omne verbum. Dixit autem Maria: Ecce ancilla Domini, fiat mihi secundum verbum tuum. Nach Verlesung des Evangeliums. M. Laus tibi, Christe. S. Per Evangelica dicta deleantur nostra delicta. dich überschatten: darum wird auch das Heilige, welches aus dir geboren werden soll, Sohn Gottes genanntwerden. Und siehe, Elisabeth, deine Verwandte, auch sie hat einen Sohn in ihrem Alter empfangen, und schon ist ihr, die unfruchtbar heißt, der sechste Monat: denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Maria aber sprach: Siehe, ich bin eine Magd des Herrn; mir geschehe nach deinem Worte. Credo in unum Deum, Patrem omnipotentem, factorem coeli et terrae, visibilium omnium et invisibilium. Et in unum Dominum Jesum Christum, FiliM. Lob sei Dir, Christe. Pr.( tüßt das Evangelium) Durch die Worte des Evangeliums mögen unsere Sünden getilgt werden. Credo oder Glaubensbekenntniß. Jch glaube an Einen Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erde, alles Sichtbaren und Unsichtbaren. Und an 20 um Dei unigenitum. Et ex Patre natum ante omnia saecula. Deum de Deo, lumen de lumine, Deum verum de Deo vero. Genitum, non factum, consubstantialem Patri: per quem omnia facta sunt. Qui propter nos homines et propter nostram safutem descendit de coelis. Et incarnatus est de Spiritu Sancto ex Maria Virgine: et homo factus est. Crucifixus etiam pro nobis: sub Pontio Pilato passus et sepultus est. Et resurrexit tertia die, secundum Scripturas. Et ascendit in coelum: sedet ad dexteram Patris. Et iterum venturus est cum gloria judicare vivos et mortuos: cujus regni non erit finis. Et in Spiritum Sanctum, Dominum et vivificantem: qui ex Patre Filioque Einen Herrn Jesum Christum, Gottes eingeborenen Sohn und aus dem Vater geboren von Ewigkeit her, Gott von Gott, Licht vom Lichte, wahren Gott vom wahren Gott: gezeugt, nicht erschaffen, Einer Wesenheit mit dem Vater, durch den alles gemacht ist; der wegen uns Menschen und um unferes Heiles willen herabgestiegen ist vom Himmel, Fleisch geworden durch den Heiligen Geist aus Maria der Jungfrau, und Mensch geworden ist, auch gekreuziget ward für uns, unter Pontius Pilatus gelitten hat und begraben worden ist. Und auferstanden ist am dritten Tage, gemäß der Schrift, und aufgefahren in den Himmel, sizzet Er zur Rechten des Vaters und wirdwiederkommen mit Herrlichkeit, zu richten die Lebendigen und die Todten, und Seines procedit. Qui cum Patre et Filio simul adoratur et conglorificatur: qui locutus est per prophetas. Et unam, sanctam, catholicam et apostolicam Ecclesiam, Confiteor unum baptisma in remissionem peccatorum. Et expecto sesurrectionem mortuorum. Et vitam venturi saeculi. Amen. cum. - S. Dominus vobis21 tuo. M. Et cum spiritu S. Oremus. Offertorium. Ibid. Ave, Maria, gratia plena, Dominus tecum: benedicta tu in mulieribus, et benedictus fructus ventris tui. Reiches wird kein Ende fein. Und an den Heiligen Geist, den Herrn und Lebendigmacher, der vom Vater und Sohne ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne zugleich angebetet und verherrlichet wird, der geredet hat durch die Propheten. Und Eine heilige, fatholische und apostolische Kirche. Ich bekenne Eine Taufe zur Nachlassung der Sünden und erwarte die Auferstehung der Todten und das Leben der zukünftigen Welt. Amen. Pr. Der Herr sei mit euch. M. Und mit deinem Geiste. Pr. Lasset uns beten. Opferung. Gegrüßet feist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir: du bist gebenedeit unter den Weibern, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes. 1 Bei der Opferung des Brodes. Suscipe, sancte Pater, omnipotens aeterne Deus, hanc immaculatam Hostiam, quam ego indignas famulus tuus offero tibi, Deo meo vivo et vero, pro innumerabilibus peccatis et offensionibus et negligentiis meis, et pro omnibus circumstantibus, sed et pro omnibus fidelibus Christianis vivis atque defunctis: ut mihi et illis proficiat ad salutem in vitam aeternam. Amen. 22. Bei der Vermischung Deus, qui humanae substantiae dignitatem mirabiliter condidisti, et mirabilius reformasti: da nobis per hujus aquae et vini mysterium, ejus divinitatis esse consortes, qui humanitatis nostrae fieri dignatus est particeps, Nimm auf, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott, dieſe makellose Opfergabe, welche ich, Dein unwürdiger Diener, Dir, meinem lebendigen und wahren Gotte, darbringe für meine unzähligen Sünden, Beleidigungen und Nachlässigkeiten, und für alle Umstehenden, aber auch für alle gläubigen Christen, lebende und abgestorbene, damit sie mir und ihnen zum Heile gereiche für's ewige Leben. Amen. des Weines mit Wasser. O Gott, der Du die Würde der menschlichen Natur wunderbar erschaffen und noch wunderbarer wiederhergestellt haſt, verleihe uns durch das Geheimniß dieses Wassers und Weines, an der Gottheit desjenigen theilzunehmen, der sich gewürdigt hat, unserer 23 Jesus Christus, Fili-| Menschheit theilhaftig zu werden, Jesus Christus, Dein Sohn, unser Herr, welcher mit Dir lebt und regiert in Einigkeit des Heil.Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. us tuus, Dominus noster: qui tecum vivit et regnat in unitate Spiritus Sancti Deus per omnia saecula saeculorum. Amen. Bei der Opferung des Kelches. Offerimus tibi, Domine, calicem salutaris, tuam deprecantes clementiam: ut in conspectu divinae majestatis tuae pro nostra et totius mundi salute cum odore suavitatis ascendat. Amen. 1 In spiritu humilitatis et in animo contrito suscipiamur a te, Domine: et sic fiat sacrificium nostrum in conspectu tuo hodie, ut placeat tibi, Domine Deus. Veni, sanctificator, omnipotens aeterne Deus: et beneWir opfern Dir, o Herr, den Kelch des Heiles, indem wir zu Deiner Milde flehen, daß er im Angesichte Deiner göttlichen Majestät für unser und der ganzen Welt Heil mit lieblichem Wohlgeruche emporsteige. Amen. Im Geiste der Demuth und mit zerknirschtem Herzen laß uns, o Herr, bei Dir Aufnahme finden, und unser Opfer werde heute so vor Deinem Angesichte dargebracht, daß es Dir wohlgefalle, Herr und Gott. Komm, Heiligmacher, allmächtiger, ewiger Gott, und segne - + dic hoc sacrificium tuo sancto nomini praeparatum. Beim Lavabo oder Ps. 25. Lavabo inter innocentes manus meas: et circumdabo altare tuum, Domine: Ut audiam vocem laudis, et enarrem universa mirabilia tua. Domine, dilexi decorem domus tuae et locum habitationis gloriae tuae. Ne perdas cum impiis, Deus, animam meam, et cum viris sanguinum vitam meam. In quorum manibus iniquitates sunt: dextera eorum repleta est muneribus. Ego autem in innocentia mea ingressus sum: redime me et miserere mei. Pes meus stetit in directo: in ecclesiis 24 + dieses Opfer, welches Deinem heiligen Namen bereitet iſt. der Händewaschung. Ich wasche mit den Unschuldigen meine Hände und will Deinen Ältar, o Herr, umgeben: Auf daß ich höre die Stimme des Robes und erzähle alle Deine Wunder. Herr, ich liebe Deines Hauses Zier, den Ort der Wohnung Deiner Herrlichkeit. Laß nicht mit den Gottlosen meine Seele zu Grunde gehen, o Gott und nicht mein Leben mit den Blutmenschen. An deren Händen Frevel kleben, und deren Rechte voll ist von Bestechung. Ich aber wandle in Unschuld, erlöse mich und erbarme Dich meiner. Mein Fuß, er stehet auf dem rechten Pfade benedicam te, Domine. Gloria Patri. 25- - in den Versammlungen will ich Dich lobpreisen, Herr. Ehre sei. In der Mitte des Altars. Suscipe, sancta Trinitas, hanc oblationem, quam tibi offerimus ob memoriam passionis, resurrectionis et ascensions Jesu Christi, Domini nostri; et in honorem beatae MaNimman, heilige Dreifaltigkeit, diefes Opfer, welches wir Dir darbringen zum Gedächtniß desLeidens, der Auferstehung und der Himmelfahrt unseresHerrn Jesu Christi und zur Ehre der seligen, allzeit reinen Jungfrau Maria, des heil. Johannes des Täufers, der heiligen Apoſtel Petrus und Paulus und dieser ¹) und aller Heiligen, daß es ihnen zur Ehre, uns aber zum Heile gereiche, und sie im Himmel für uns bitten mögen, deren Andenken wir auf Erden feiern. Durch denselben Christum, unsern Herrn. Amen. riae semper Virginis, et beati Joannis Baptistae, et sanctorum Apostolorum Petri et Pauli et istorum et omnium Sanctorum: ut illis proficiat ad honorem, nobis autem ad salutem: et illi pro nobis intercedere dignentur in coelis, quorum memoriam agimus in terris. Per eundum Christum Dominum nostrum. Amen. S. Orate, fra- Pr. Betet, Brü.tres, ut meum ac der, daß mein und ¹) d. t. der soeben genannten, oder derjenigen Heiligen, deren Reliquien sich im Altare befinden. Marien- Büchlein. 3 - 26- 1 vestrum sacrificium acceptabile fiat apud Deum Patrem omnipotentem. M. Suscipiat Dominus sacrificium de manibus tuis ad laudem et gloriam nominis sui, ad utilitatem quoque nostram totiusque Ecclesiae suae sanctae. S. Amen. Secreta. In mentibus nostris, quaesumus, Domine, verae fidei sacramenta confirma: ut qui conceptum de Virgine Deum verum et hominem confitemur, per ejus salutiferae resurrectionis potentiam ad aeternam mereamur pervenire laetitiam. Per eundem Dominum etc. Praefatio. Vere dignum et justum est, aequum et salutare, nos tibi semper et ubique gratias agere, Univ.- Bibl. Giessen euer Opfer angenehm werde bei Gott, dem allmächtigen Vater. M. Es nehme der Herr das Opfer von deinen Händen an zum Lobe und zur Verherrlichung Seines Namens, auch zu unserer und Seiner ganzen heil. Kirche Wohlfahrt. Pr. Amen. Stillgebet. Befestige, o Herr, in unserm Gemüth die Geheimnisse des wahren Glaubens, damit wir, die wir den, welcher empfangen worden von der Jungfrau, als wahren Gott und Menschen bekennen, durch die Kraft seiner heilbringenden Auferstehung zur ewigen Freude zu gelangen verdienen. Durch denfelben 2c. Präfation. Wahrhaft würdig ist es und gerecht, billig und heilsam, daß wir Dir immer und überall danken, hl. 27 Domine sancte, Pater omnipotens, aeterne Deus: Et te in sollemnitate( Annantiatione, Visitatione, Assumptione, Nativitate, Praesentatione, Conceptione immaculata. Festiet vitate, Veneratione) beatae Mariae semper Virginis collaudare, benedicere, et praedicare. Quae et Unigenitum tuum Sancti Spiritus obumbratione concepit: virginitatis gloria permanente, lumen aeternum mundo effudit, Jesum Christum, Dominum nostrum. Per quem majestatem tuam laudant Angeli, adorant Dominationes, munt Potestates, Coeli, coelorumque Virtutes ac beata Seraphim socia exsultatione concelebrant. Cum quibus et nostras voces ut admitti jubeas deprecamur, supplici confessione dicentes: tre- Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott, und in der Festesfeier( der Vertündigung, Heimsuchung, Himmelfahrt, Geburt, Opferung, unbefleckten Empfängniß, am Feste, in Votivmessen: in der Verehrung) der seligen, allezeit reinen Jungfrau Maria Dich loben, benedeien und preisen; sie, die Deinen Gingeborenen durch Ueberschattung des Hl. Geistes empfangen und in immerwährender Glorie der Jungfräulichkeit das ewige Licht, Jefum Christum, unsern Herrn, der Welt geboren hat. Durch welchen Deine Majestät loben die Engel, anbeten die Gewalten, die Mächte zittern, die Himmel und der Himmel Kräfte und die feligen Seraphim mit einstimmiger Freude sie feiern: Mit ihnen lasse, wir flehen zu Dir, auch unsere Stimmen zu Dir gelangen die wir mit demüthigem Lobpreise sprechen: 3* Sanctus, sanctus, sanctus, Dominus Deus Sabaoth. Pleni sunt coeli et terra gloria tua, Hosanna in excelsis. Benedictus, qui venit in nomine Domini: Hosanna in excelsis. 28 ac Canon. Te igitur clementissime Pater. per Jesum Christum, Filium tuum, Dominum nostrum, supplices rogamus petimus, uti accepta habeas, et benedicas haec dona, haec f munera, haec † sancta sacrificia illibata, in primis quae tibi offerimus pro Ecclesia tua sancta catholica: quam pacificare, custodire, adunare et regere digneris toto orbe terrarum: una cum famulo tuo Papa nostro N. et Antistite nostro N. et omnibus orthodoxis, atque catho- Heilig, heilig, heilig ist der Herr, Gott Sabaoth! Himmel und Erde sind Deiner Gerrlichkeit voll; Hosanna in der Höhe! Gebenedeit sei, der da kommt im Namen des Herrn! Hosanna in der Höhe! Stillmesse. Gott, der Du Dich mitten unter uns durch die heiligen Geheimnisse offenbarst als deren Verwalterin Du unsere Mutter, die heilige Kirche, eingesetzt hast: bei diesem göttlichen Sakramente flehen wir Dich an, alle Hindernisse aus dem Wege zu räumen, welche sich ihrer irdischen Pilgerschaft in dieser Welt entgegenstellen; gewähre ihr Frieden und Einigkeit; führe Du selbst unsern heil. Vater, den Papst, Deinen Stellvertreter auf Erden, lenfe unsern Bischof, der für uns das Band ist, welches - licae et apostolicae fidei cultoribus. 29- 1 uns in Einigkeit verknüpft, und nimm alle rechtgläubigen Kinder der katholischen Kirche in Deine Hut. ( Memento vivorum.) Laß mich, o Gott, Dich anflehen, daß Du insbesondere Deine Fürbitte für die Lebenden. Memento, Domine, famulorum famularumque tuarum N. et N. et omnium circumstantium, quorum tibi fides cognita est, et nota devotio, pro quibus tibi offerimus, vel qui tibi offerunt hoc sacrificium laudis pro se suisque omnibus: pro redemptione animarum suarum, pro spe salutis et incolumitatis suae: tibique reddunt vota sua aeterno Deo, vivo et vero. Communicantes et memoriam venerantes, inprimis gloriosae semper Virginis Mariae, Genetricis Dei et Domini nostri Jesu Christi: sed et beatorum Aber, o Gott, die Darbringung dieses Opfers vereinigt uns nicht nur mit unseren Brüdern, welche noch in diesem Pilgerleben der Prüfung wandeln, es knüpft uns auch mit Apostolorum ac Mar- heiligen Banden an Dir Diener und Dienerinnen segnest, für welche ich eine besondere Verpflichtung zu betenhabe. Laß die Früchte dieses göttlichen Opfers, das im Namen aller dargebracht wird, ihnen zukommen. Suche sie mit Deiner Gnade heim, verzeihe ihnen ihre Sünden und gewähre ihnen alle zeitlichen und ewigen Güter. - 30- 1 tyrum tuorum Petri et Pauli, Andreae, Jacobi, Joannis, Thomae, Jacobi, PhilippiBartholomaei, Matthai, Simonis et Thaddaei, Lini, Cleti, Clementis, Xysti, Cornelii, Cypriani, Laurentii, Chrysogoni, Joannis et Pauli, Cosmae et Damiani; et omnium Sanctorum tuorum: quorum meritis precibusque concedas, ut in omnibus protectionis tuae muniamur auxilio. Per eundem Christum Dominum nostrum. Amen. Hanc igitur oblationem servitutis nostrae, sed et cunctae familiae tuae, quaesumus, Domine, ut placatus accipias: diesque nostros in tua pace disponas, atque ab aeterna damnatione nos eripi, et in electorum tuorum jubeas grege numerari. diejenigen, welche bereits in Deiner Herrlichkeit ruhen. Wir bringen es dar, um das Andenken der glorreichen Jungfrau und Gottesmutter Maria, der Apostel, der Martyrer, der Bekenner, der Jungfrauen, und allerGerechten zu ehren, auf daß sie uns ihre mächtige Fürbitte leihen, damit auch wir, wie sie, dereinst würdig erachtet werden, Deine Herrlichkeit anzuschauen. Nimm, o Gott, dieſe Gabe, welche Deine ganze Gemeinde Dir als Zeichen darbringt, daß sie sich glücklich schäßt, Dir zu dienen und Dir anzugehören, wohlgefällig auf; verleihe uns dafür den Frieden, bewahre uns vor Deinem Zorn und zähle uns zu Deinen Auserwählten, durch - 31 Per Christum Dominum nostrum. Amen. Jesum Christum, unfern Herrn, der unter uns erscheint. Denn der erhabene Augenblick ist gekommen, da dies Brod in Seinen heiligen, zu unserer Nahrung bestimmten Leib, da dieser Wein in Sein heiliges, zu unserem Tranke bestimmtes Blut verwandelt wird; zögere denn nicht länger, uns die Deines Gegenwart göttlichen Sohnes, unseres Heilandes zu schenken. oder Wandlung. Quam oblationem tu, Deus, in omnibus, quaesumus, benetdictam, adscrit ptam, raftam, rationabilem acceptabilemque facere digneris: ut nobis cort pus et santguis fiat dilectissimi Filii tui. Domini nostri Jesu Christi. Consecration Qui pridie quam pateretur, accepit sanctas panem in ac venerabiles manus suas: et elevatis ocutis in coelum ad te, Deum Patrem suum omnipotentem, tibi gratias agens, benet dixit, iregit deditque discipulis suis, dicens: Accipite manducate ex omnes: Hoc est enim corpus meum. et hoc Wenn bei der Elevation ( Erhebung) die heilige Hostie dem Volke gezeigt wird, so schaue voll Glauben und Anbetung auf dieselbe und bete: Sei gegrüßt, o wahrer Leib Jesu Christi, der Du für mich am Kreuze geopfert worden bist. In tiefster Demuth bete ich Dich an. Jesu, Dir leb' ich! O Jesu, Dir sterb' ich! O Jesu, Dein bin ich im Leben und im Tod. - Simili modo postquam coenatum est, accipiens et hunc praeclarum calicem in sanctas ac venerabiles manus suas: item tibi gratias agens, benefdixit deditque discipulis suis, dicens: Accipite et bibite ex eo omnes: Hic est enim calix sanguinis mei, novi et aeterni testamenti, mysterium fidei, qui pro vobis et pro multis effundetur in remissionem peccatorum.. Haec quotiescunque feceritis, in mei memoriam facietis. 32 Unde et memores, Domine, nos servi tui, sed et plebs tua sancta, ejusdem Christi Filii tui, Domini nostri, tam beatae passionis, necnon et ab inferis resurrectionis, sed et in coelos glorioase ascensionis: offerimus - Bei der Erhebung des Kelches Sei gegrüßt, o fostbares Blut Jesu Christi, das Du für mich am Kreuze vergossen worden bist. In tieffter Demuth bete ich Dich an. Jesu, sei mir gnädig! o Jesu, fei mir barmherzig! Jesu, verzeih' mir meine Sünden! Amen. Nach der heiligen Wandlung. Siehe denn hier, o heiliger Vater, das so lange erwartete Lamm! Siehe diesen ewigen Sohn, der gelitten, der glorreich auferstanden, der triumphirend in den Himmel aufgefahren. Dein Sohn ist's, aber er ist auch unser Opferlamm, ein reines, 33 praeclarae majestati| matellofes Opferlamm, tuae de tuis donis acdatis, Hostiam t puram sanctam Hostiam, Hostiam † immaculatam, Panem t sanctum vitae aeternae et Calicem t salutis perpetuae. Supra quae propitio ac sereno vultu respicere digneris: et accepta habere, sicuti accepta habere dignatus es munera pueri tui justi Abel, et sacrificium Patriarchae nostri Abrahae: et quod tibi obtulit summus sacerdos tuus Melchisedech, sanctum sacrificium, immaculatam Hostiam. Supplices te rogamus, omnipotens Deus: jube haec perferri per manus unser Lebensbrod, unfer Trank der Unsterblichkeit! Da haft ehedem das Opfer zarter Lämmer wohlgefällig aufgenommen, das Abel Dir dargebracht, das Opfer, das Abraham mit seinem Sohne Isaak Dir bot, das geheimnißvolle Brod- und Weinopfer des Melchisedech. Empfange hier nun das eigentliche Lamm, das allezeit lebendige Opfer, den Leib Deines Sohnes, der da für uns ist das Brod des Lebens, Sein Blut, welches für uns zugleich ein Trank ist, und ein Opfer, das wir Deiner Herrlichkeit darbringen. Aber, allmächtiger Gott, diese Dir geweihten Gaben ruhen nicht bloß hier auf diesem - 34 - sancti Angeli tui in sublime altare tuum, in conspectu divinae majestatis tuae: ut, quotquot ex hac altaris participatione Filii sacrosanctum tui corfpus et sant guinem sumpserimus, omni benedictione coelesti et gratia repleamur. Per eundem Christum Dominum nostrum. Amen. - nos Memento etiam, Domine, famulorum famularumque tuarum N. et N., qui praecesserunt cum signo fidei et dormiunt in somno pacis. Ipsis, Domine, et omnibus in Christo quiescentibus locum refrigerii, lucis et pacis ut indulgeas, deprecamur. Per eundem Christum irdischen Altare. Sie liegen auch auf dem Altar des Himmels, vor dem Throne Deiner göttlichen Majestät, und diese beiden Altäre find eigentlich nur ein Altar, auf welchem sich das große Geheimniß Deiner Herrlichkeit und unseres Heiles vollzieht. Laß uns, o Gott, am Leibe und Blute diefes erhabenen Opfers theilnehmen, denn aus ihm strömt alle Gnade und aller Segen. Fürbitte für die Verstorbenen( Memento defunctorum). Schließe keinen von Deiner Heimsuchung aus, o Jesus! Dein Anblick erfreut die heilige Stadt mit ihren Auserwählten; unsere sterblichen Augen be trachten Dich, wenn auch durch einen Schleier: verbirg Dich denen unserer Brüder nicht, welche sich im Reinigungsorte befinden. Sei ihnen Erfrischung 35 Dominum nostrum. in ihrer Glut, Licht in ihrer Finsterniß, Friede in ihrem Leiden. Amen. Bitte um die Gemeinschaft der Heiligen. Nobis quoque peccatoribus, famulis tuis, de multitudine miserationum tuarum sperantibus, partem aliquam et societatem donare digneris cum tuis Wir sind Sünder, unendlich heiliger Gott, und doch erwarten wir von Deiner unendlichen Barmherzigkeit, daß Du uns einigen Antheil an Deinem Worte gewähreſst, nicht wegen sanctis Apostolis et unserer Werke, die nur Martyribus: cum Deines Zornes würdig Joanne, Stephano, find, sondern wegen Matthia, Barnaba, Ig- der Verdienste dieses natio, Alexandro, Opfers, das wir Dir Marcellino, Petro, darbringen. Verleihe Felicitate, Perpetua, uns auf die Fürbitte Agatha, Lucia, Agne- Deiner heiligen Apostel, te, Caecilia, Anastasia Deiner heiligen Maret omnibus Sanctis tyrer, Deiner heiligen tuis: intra quorum Jungfrauen und aller nos consortium, non Heiligen Gnade aestimator meriti, sed Theil an der ewigen veniae, quaesumus, Seligkeit, um welche largitor admitte. Per wir Dich im Namen Christum Dominum Jesu Christi, unseres Herrn, Deines Sohnes, anflehen. Denn durch Ihn spendest Du alle Wohlthaten des gegenwärtigen und zukünfund nostrum. Per quem haec omnia, Domine, semper bona creas, sanctitficas, vivi+ ficas, 36- benetdicis et prae-| tigen Lebens, und durch stas nobis. Per ipt sum et cum iptso et in ipfso est tibi, Deo Patri+ omnipotenti, in unitate Spiritus Sancti omnis Jhn, mit Ihm und in Jhm, in Einigkeit mit dem Heiligen Geiste fei Dir allezeit Ehre und Herrlichkeit. honor et gloria, Per omnia saecula saeculorum. M. Amen. Pater noster. - Oremus. Praeceptis salutaribus moniti et divina institutione formati, audemus dicere: Laffet uns beten. Durch heilsame Vorschriften ermahnt und durch göttliche Unterweisung angeleitet, wagen wir zu sprechen: Pater noster, qui es in coelis: sanctificetur nomen tuum: adveniat regnum tuum: fiat voluntas tua sicut in coelo et in terra. Panem nostrum quotidianum da nobis hodie, et dimitte nobis debita nostra, sicut et nos dimittimus debitoribus nostris. Et ne nos inducas in tentationem. M. Sed libera nos a malo. S. Amen. Libera nos, quæsumus, Domine, ab omnibus malis, praeteritis, praesentibus et futuris: et intercedente beata et gloriosa semper Virgine Dei Genetrice Maria, Erlöse uns, o Herr, wir bitten Dich, von allen Uebeln, von den vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen, und auf die Fürbitte der seligen, glorreichen, allzeit jung 37- cum beatis Apostolis| fräulichen Gottesmuttuis Petro et Paulo atque Andrea et omnibus Sanctis da propitius pacem in diebus nostris: ut ope, misericordiae tuae adjuti, et a peccato simus semper liberi. et ab omni perturbatione securi. Per eundem Dominum nostrum Jesum Christum, Filium tuum, qui tecum vivit et regnat in unitate Spiritus sancti Deus, Per omnia saecula saeculorum. M. Amen. M Paxt Domini † sit semper vobistcum. M. Et cum spiritu tuo. Haec commixtio et consecratio corporis et sanguinis Domini nostri Jesu Christi fiat accipientibus nobis in vitam aeternam. Amen. ter Maria, wie auch Deiner hl. Apostel Petrus und Paulus, Andreas und aller Hei ligen, gib gnädiglich Frieden in unseren Lagen, daß wir, durch die Hülfe deiner Barmherzigkeit unterstützt, allezeit von Sünde frei und vor jeder Beunruhigung sicher seien. Durch Jesum Christum, Deinen Sohn, unsern Herrn, welcher mit Dir lebt und regiert in Einigkeit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. M. Amen. Der Friede+ des Herrn sei allezeit mit+ euch. M. Und mit Deinem Geiste. Diese Mischung und Weihung des Leibes und Blutes unseres Herrn Jesu Christi gereiche uns, den Empfängern, zum ewigen Leben. Amen. - Agnus Dei, qui tollis peccata mundi, miserere nobis. 38 Agnus Dei, qui tollis peccata mundi, miserere nobis. Agnus Dei, qui tollis peccata mundi, dona nobis pacem. Domine Jesu Christe, qui dixisti Apostolis tuis: Pacem relinquo vobis, pacem do vobis: ne respicias peccata mea, sed fidem Ecclesiae tuae: eamque secundum voluntameam tem tuam pacificare coadunare digQui vivis et et neris. regnas Deus, per omnia saecula saeculorum. Amen. - Domine Jesu Christe, Fili Dei vivi, qui ex voluntate Patris, cooperante Spiritu Sancto, per mortem O Du Lamm Gottes, das Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser! O Du Lamm Gottes, 2c., erbarme Dich unser! Zur Communion. O Du Lamm Gottes, 2c., schenke uns den Frieden! " 1 Herr Jesu Christe, der Du zu Deinen Aposteln gesprochen haft: Den Frieden hinterlaffe ich euch, meinen Frieden gebe ich euch", siehe nicht auf meine Sünden, sondern auf den Glauben Deiner Kirche, und würdige Dich, sie nach Deinem Willen im Frieden und in der Einheit zu befestigen, der Du lebſt und regierst u. s. w. Amen. Herr Jesu Christe, Sohn des lebendigen Gottes, der Du nach dem Willen des Vaters, unter Mitwirkung des - 39 tuam mundum vivi-| h. Geistes, durch Deinen ficasti, libera me per hoc sacrosanctum tuum ab corpus et sanguinem omnibus iniquitatibus meis et universis malis et fac me tuis semper inhaerere mandatis, et a te nunquam separari permittas. Qui cum eodem Deo Patre et Spiritu Sancto vivis et regnas Deus in saecula saeculorum Amen. Tod der Welt das Leben gegeben haft, erlöse mich durch diesen Deinen hochheiligen Leib und Dein hochheiliges Blut von allen meinen Sünden und von sämmtlichen Uebeln, und mache, daß ich allezeit Deinen Geboten anhange, und lasse nicht zu, daß ich jemals von Dir geschieden werde, der Du mit demselben Gott dem Vater und dem Heil. Geift lebſt u. f. w. Amen. Der Genuß Deines Leibes, Herr Jesu Christe, den ich Unwürdiger zu empfangen wage, gereiche mir nicht zum Gerichte und zur Verdammniß, sondern diene mir nach Deiner Güte zum Schutze der Seele und des Leibes und zur Heilung, der Du lebst und regierst mit Gott dem Vater in Einigkeit des Heiligen Geiftes Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Perceptio corporis tui, Domine Jesu Christe, quod ego indignus suinere praesumo, non mihi proveniat in judicium et condemnationem: sed pro tua pietate prosit mihi ad tutamentum mentis et corporis et ad medelam percipiendam. Qui vivis et regnas cum Deo Patre in unitate Spiritus Sancti Deus, per omnia saecula saeculorum. Amen. Panem coelestem accipiam et nomen Domini invocabo. Corpus Domini nostri Jesu Christi custodiat animam meam in vitam aeternam. Amen. retribuam Quid Domino pro omnibus, quae retribuit mihi? Calicem salutaris accipiam et nomen Domini invocabo. Laudans invocabo Dominum, et ab inimicis meis salvus ero. 40- - Domine, non Herr, ich bin sum dignus, ut nicht würdig, daß intres sub tectum Du eingehest unter meum, sed tantum mein Dach, aber sprich dic verbo, et sanabi- nur ein Wort, so wird tur anima mea.( Ter.) meine Seele gesund. ( Dreimal.) Sanguis Domini nostri Jesu Christi custodiat animam meam in vitam aeternam. Amen. Ich will das Himmelsbrod nehmen und den Namen des Herrn anrufen. Der Leib unseres Herrn Jesu Christe bewahre meine Seele zum ewigen Leben. Amen. Was soll ich dem Herrn vergelten für Alles, was er mir erwiesen hat? Den Kelch des Heiles will ich ergreifen und den Namen des Herrn anrufen. Lobpreisend will ich den Herrn anrufen, und vor meinen Feinden werde ich sicher sein. Das Blut unseres Herrn Jesu Christi bewahre meine Seele ewigen Leben. zum Amen. Quod ore sumpsimus, Domine, pura mente capiamus: et de munere temporali fiat nobis remedium sempiternum. 1 Corpus tuum, Domine, quod sumpsi, et sanguis, quem potavi, adhaereat visceribus meis: et praesta, ut in me non scelerum macula, quem pura et sancta refecerunt sacramenta. Qui vivis et regnas in saecula saeculorum. Amen. remaneat Communio. Isaiae c. 7. Ecce virgo concipiet, et pariet filium: et vocabitur nomen ejus Emmanuel. S. Dominus vobiscum. M. Et cum spiritu tuo. 41- 1 Postcommunio. Gratiam tuam, quaesuMarien- Büchlein. Was wir mit dem Munde genossen, oHerr, laß uns mit reinem Herzen aufnehmen, und aus dieser Gabe in der Zeitlichkeit werde uns ein Heilmittel für die Ewigkeit. Dein Leib, o Herr, den ich genossen, und Dein Blut, das ich getrunken, lafte stets in meinem Innersten und verleihe, daß kein Mafel der Sünde in mir zurückbleibe, den die reinen und heiligen Geheimnisse erquickten; der Du lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Communionvers. Siehe, die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären, und sein Name wird heißen: Emmanuel ( Gott mit uns). Pr. Der Herr sei mit euch. M. Und mit deinem Geiste. Schlußgebet. Wir bitten Dich, o Herr, 4 etc. - mus, Domine, menti-| Du wollest DeineGnade bus nostris infunde: ut qui, Angelo nuntiante, Christi Filii tui incarnationem cognovimus, per passionem ejus et crucem ad resurrectionis gloriam perducaPer eundem Dominum nostrum in unsere Herzen eingießen, damit wir, die wir durch die Botschaft des Engels Christi, Deines Sohnes, Menschwerdung erkannt haben, durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung geführt werden. Durch denselben u.s. w. Pr. Der Herr sei mit mur. euch. M. Und mit deinem Geiste. Pr. Gehet, die Messe ist vollendet. M. Gott sei Dank. cum. S. Dominus vobis42- tuo. M. Et cum spiritu S Ite, missa est. M. Deo gratias. - Aufopferung Placeat tibi, sancta Trinitas, obsequium servitutis meae, et praesta, ut sacrificium, quod oculis tuae majestatis indignus obtuli, tibi sit acceptabile, mihique et omnibus, pro quibus illud ohtuli, sit, te miserante, propitiabile. Per Christum Dominum am Schlusse. Laß Dir gefallen, heilige Dreieinigkeit, die Huldigung meiner Dienstbarkeit und verleihe, daß das Opfer, welches ich Unwürdiger vor den Augen Deiner Majestät dargebracht habe, Dir angenehm sei, mir aber und denen, für die ich es darbrachte, durch Deine Erbarmung zur Versöhnung nostrum. Amen. 43- Pater et Filius Spiritus Sanctus. M. Amen. S. Benedicat vos omnipotens Deus, et Segen. S. Dominus VObiscum. M. Et cum spiritu gereiche, durch Christum unsern Herrn. Amen. Lektes oder Johannes- Evangelium. tuo. S. Initium S. Evangelii secundum Joannem c. I. M. Gloria tibi, Domine. In principio erat Verbum, et Verbum erat apud Deum, et Deus erat Verbum. Hoc erat in principio apud Deum. Omnia per ipsum facta sunt: et sine ipso factum est nihil, quod factum est. In ipso vita erat, et vita erat lux hominum: et lux in tenebris lucet, et teEs fegne euch der allmächtige Gott, der Vater und der Sohn + und der Hl. Geist. M. Amen. Pr. Der Herr sei mit euch. M. Und mit deinem Geifte. Pr. Anfang des hl. Evangeliums nach Johannes. M. Ehre sei Dir, o Herr. Im Anfange war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dieses war im Anfange bei Gott. Alles ist durch dasselbe gemacht, und ohne es ist nichts gemacht, was gemacht ist. In Jhm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. - 44- nebrae eam non comprehenderunt. Fuit homo missus a Deo, cui nomen erat Joannes. Hic venit in testimonium, ut testimonium perhiberet de lumine, ut omnes crederent per illum. Non erat ille lux, sed ut testimonium perhiberet de lumine. Erat lux vera, quae illuminat et omnem hominem venientem in hunc mundum. In mundo erat, mundus per ipsum factus est, et mundus eum non cog novit. In propria venit, et sui eum non receperunt.Quotquot autem receperunt eum, dedit eis potestatem, filios Dei fieri, his, qui credunt in nomine ejus: qui non ex sanguinibus, neque ex voluntate carnis, neque ex voluntate viri, sed ex Deo nati sunt. Et Verbum caro facUnd das Licht leuchtete in der Finsterniß; aber die Finsterniß hat es nicht begriffen. Es war ein Mensch von Gott gesandt, der Johannes hieß. Dieser kam zum Zeugnisse, damit er Zeugniß von dem Lichte gebe, auf daß Alle durch ihn glaubten. Er war nicht das Licht, sondern er sollte Zeugniß von dem Lichte geben. Er war das wahre Licht, welches jeden Menschen erleuchtet, der in diese Welt kommt. Er war in der Welt, und die Welt ist durch Ihn gemacht worden; aber die Welt hat Ihn nicht erkannt. Er kam in Sein Eigenthum, und die Seinigen nahmen Jhn nicht auf. Allen aber, die Ihn aufnahmen, gab Er Macht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an Seinen Namen glauben, welche nicht aus dem Geblüte, nicht aus dem - 45- tum est et habitavit| Willen des Fleisches, in nobis: et vidimus gloriam ejus, gloriam quasi Unigeniti Patre, plenum gratiæ et veritatis. a noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnet, und wir haben Seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voll der Gnade und Wahrheit. M. Gott sei Dank. M. Deo gratias. II. Ann Weihnachten his Lichtmeh. ( Die folgenden Messen sind genau wie die vorhergehende mit Ausnahme der Theile, die im Folgenden geändert sind und in der ersten Messe an den entsprechenden Stellen eingeschoben werden.) Introitus. Ps. 44. Vultum tuum deprecabuntur omnes divites plebis: adducentur Regi virgines post eam: proximae ejus adducentur tibi in laetitia et exsultatione. Ps. ibid. Eructavit cor meum Eingang. Dein Huldantlik fleh'n an die Reichen insgesammt des Volkes: es folgen ihr zum König als Geleit Jungfrauen: ihre Gefährtinnen werden zu Dir hingeführt in Freude und Frohlocken. Ps. Aufwallt mein Herz 1 verbum bonum: dico ego opera mea Regi. Gloria Patri. 46 Oratio. Deus, qui salutis aeternae beatae Mariae virginitate fecunda, humano generi praemia praestitisti: tribue, quaesumus, ut ipsam pro nobis intercedere sentiamus, per quam meruimus auctorem vitae suscipere, Dominum nostrum Jesum Christum Filium tuum: Qui tecum vivit et regnat etc. Lectio Epistolae beati Pauli Apostoli ad Titum. c. 3. Carissime: Apparuit benignitas et humanitas Salvatoris nostri Dei; non ex operibus justitiae, quae fecimus nos, sed secundum suam misericordiam salvos nos fecit per lavacrum regenerationis et renovationis Spi1 von guter Rede; ich fage: Mein Werk( weih' ich) demKönig. Ehre sei. Gebet. Gott, der Du des ewigen Heiles Gnadengabe durch die fruchtbare Jungfräulichfeit Mariens dem Menschengeschlecht verliehen hast, verleihe uns, wir bitten Dich, daß wir ihre Fürsprache erfahren mögen, durch die wir gewürdigt wor den, den Urheber des Lebens zu empfangen, Jesus Christus, DeiSohn, unsern Herrn, der mit Dir lebt 2c. nen Epistel.( Tit. 3, 4-7.) Geliebtester! Es ist erschienen die Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes unseres Heilandes; nicht wegen der Werke der Gerechtigfeit, die wir gethan, sondern nach Seiner Barmherzigkeit hat Er uns gerettet durch das Bad der Wiedergeburt und der Erneuerung des Heiligen Geistes, 47- ritus Sancti, quem effudit in nos abunde per Jesum Christum Salvatorem nostrum: ut justificati gratia ipsius, heredes simus secundum spem vitae aeternae: in Christo Jesu Domino nostro. Graduale. Ps. 44. Speciosus forma prae filiis hominum: diffusa est gratia in labiis tuis. V. Eructavit cor meum verbum bonum: dico ego opera mea Regi: lingua mea calamus scribae velociter scribentis. Alleluja, allel. V. Post partum, Virgo, inviolata permansisti: Dei Genetrix, intercede pro nobis. Alleluja. welchen Er reichlich auf uns ausgegossen hat durch Jesum Christum, unsern Heiland, daß wir, gerechtfertigt durch Seine Gnade, Erben würden gemäß der Hoffnung des ewigen Žebens in Christo Jesu, unserm Herrn. + Seq. sancti Evangelii secundum Lucam. In illo tempore: Pastores loquebantur ad invicem: Transeamus usque BethSchön von Gestalt bist du vor den Menschenkindern: Anmuth ist ausgegossen über deine Lippen. V. Aufwallt mein Herz von guter Rede; ich sage: Mein Werk( weih' ich) dem König. Die Zunge mein ist wie des Schreibers Stift, der hurtig schreibt. Alleluja, Alleluja. V. Nach der Geburt bist du, o Jungfrau, unversehrt geblieben; Mutter Gottes, bitt für uns. Alleluja. Evangelium.( Lucas 2, 15-20.) In derselben Zeit sprachen die Hirten zu einander: Lasset uns bis nach Bethlehem gehen und das sehen, was geschehen ist, und -- 48- lehem et videamus hoc verbum, quod Dominus ostendit et Et nobis. Et venerunt festinantes: et invenerunt Mariam Joseph et infantem positum in praesepio. Videntes autem cognoverunt de verbo, quod dictum erat illis de puero hoc. omnes, qui audierunt mirati sunt: et de his, quae dicta erant a pastoribus ad ipsos. Maria autem conservabat omnia verba haec, conferens in corde suo. Et reversi sunt pastores glorificantes et laudantes Deum in omnibus, quae audierant et viderant, sicut dictum est ad illos. Tractus und Opferung siehe folgende Messe. was der Herr uns angezeigt hat. Und sie kamen eilends und fanden Maria und Joseph und das Kind, das in der Krippe lag. Als fie es aber sahen, fanden fie wahr, was von diesem Kinde zu ihnen geſagt worden war. Und Alle, die es hörten, verwunderten sich über die Dinge, welche die Hirten ihnen erzählt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und überlegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten zurück und priesen und lobten Gott um alles deffen willen, was sie gehört und gesehen hatten, so wie ihnen gesagt worden war. 49- III. Vnn Lichtmeh his Ostern. Wie Nro. V, S. 51, mit Ausnahme des Folgenden. Letzter V. des Graduale: V. Num., 17. Virga Jesse floruit: Virgo Deum et hominem genuit; pacem Deus reddidit, in se reconcilians ima summis. Alleluja. Nach Septuagesima wird, mit Weglassung der Alleluja und des folgenden V., gebetet: Tractus. Gaude, Maria Virgo, cunctas haereses sola interemisti. V. Quae Gabrielis Archangeli dictis credidisti, V. Dum Freue dich, Jungfrau Maria, alle Frrlehren hast du allein vernichtet. V. Die du des Erzengels Gabriel Worten geglaubt hast. V. Da du als Jungfrau den Gottmenschen geboren und nach der perman- Geburt, o Jungfrau, unversehrt geblieben bist. V. Gottesgebärerin, bitte für uns! Opferung. Selig bist du, Jungfrau Maria, und alles Lobpreises überaus würdig, weil aus dir ist aufgegangen Virgo Deum et hominem genuisti: et post partum, Virgo, inviolata V. Jeffe's Reis erblühte, die Jungfrau gebar den Gottmenfchen; den Frieden gab Gott zurück, da Er in sich das Tiefste mit dem Höchsten vermählte. Alleluja. sisti. V. Dei Genetrix, intercede pro nobis. Offertorium. Felix namque es, sacra Virgo Maria, et omni laude dignissima: quia ex te ortus est 1 sol justitiae, Christus Deus noster. 50 IV. Von Ostern bis Pfingsten. Wie Nro. V( mit Hinzufügung der Alleluja in Eingang, Opferung und Communio), das Folgende ausgenommen. Nach der Lesung: Alleluja, alleluja. V. Num. 17. Virga Jesse floruit: Virgo Deum et hominem genuit: pacem Deus reddidit, in se reconcilians ima summis. Alleluja. V. Luc. 1. Ave Maria, gratia plena, Dominus tecum: benedicta tu in mulieribus. Alleluja. die Sonne der Gerechtigkeit, Christus, unser Gott. + Seq. sancti Evangelii secundum Joannem, c. 19. In illo tempore: Stabant juxta crucem Jesu mater ejus et matris ejus, Cleophae, et Magdalene. soror Maria Maria V. Alleluja, Alleluja! Jeffe's Reis erblühte, die Jungfrau gebar den Gottmenschen; den Frieden gab Gott zurück, da er in sich das Tiefste mit dem Höchsten vermählte. Alleluja. V, Gegrüßet feist du, Maria, bu bist voll der Gnade, der Herr ist mit dir, du bist gebenedeit unter den Weibern. Alleluja. Evangelium.( Joh. 19, 25-27.) In jener Zeit standen bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria Kleophä, und Maria Magdalena. Da nun Jefus seine Mutter stehen - 51 Cum vidisset ergo Jesus matrem, et discipulum stantem, quem diligebat, dicit matri suae: Mulier, ecce filius tuus. Deinde dicit discipulo: Ecce mater tua. ex illa hora accepit eam discipulus in sua. Et Offertorium. Beata es, Virgo Maria, quae omnium portasti Creatorem: genuisti, qui te fecit, et in aeternum permanes Virgo. Alleluja. sah, und den Jünger, welchen er lieb hatte, sprach er zu seiner Mutter: Weib, fiehe da deinen Sohn! Dann sprach er zum Jünger: Siehe da deine Mutter! Und von dieser Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. Opferung. Selig bist du, Jungfrau Maria, die du den Schöpfer des Weltalls getragen; du haft den geboren, der dich schuf, und bleibst Jungfrau in Ewigkeit. Alleluja. V. Unn Pfingsten his Advent. Salve, Introitus. sancta parens, enixa puerpera Regem: qui coelum terramque regit in saecula saeculorum. Ps 44. Eructavit cor meum verEingang. Sei gegrüßt, heilige Mutter, die geboren den König, der da Himmel und Erde regiert von Ewigfeit zu Ewigkeit. Ps. Aufwallt mein Herz in guter Rede; ich sage: Mein Werk( weih' ich) dem König. Ehre sei. bum bonum; dico ego opera mea Regi. Gloria Patri. Oratio. Concede nos, famulos tuos, quaesumus, Domine Deus, perpetua mentis et corporis sanitate gaudere: et gloriosa beatae Mariae semper Virginis intercessione a praesenti liberari tristitia, et aeterna perfrui laetitia. Per Dominum nostrum Jesum Christum. 52 Graduale, Benedicta et venerabilis es, Virgo Maria, quae sine tactu pudoris inventa es mater Salvatoris. V. Virgo, Dei Genetrix, quem totus non capit orbis, in 1 Gebet. Verleihe, allmächtiger Gott und Vater daß wir, Deine Diener, uns beständiger Wohlfahrt des Leibes und der Seele erfreuen und durch die glorreiche Fürsprache der feligen, allzeit reinen Jungfrau von der gegenwärtigen Bedrängniß befreit werden und ewige Wonne genießen mögen. Durch Jesum Christum. Lesung.( Sir. 24, 14-16.) Jm Anfang und vor aller Zeit ward ich erschaffen, und werde bis in alle Ewigkeit nicht aufhören: in der heiligen Wohnung diente ich vor ihm. Und so bekam ich eine feste Wohnung auf Sion, in der heiligen Stadt einen Ruheort, und so herrschte ich zu Jerusalem. Ich faßte Wurzel bei einem geehrten Volke, bei dem Antheile meines Gottes, der sein Erbe ist: in der vollen Gemeinde der Heiligen ist mein Aufenthalt. Gebenedeit und verehrungswürdig bist du, Jungfrau Maria, die du makellos erfunden wardst als Mutter des Erlösers. V. Jungfrau, Gottesgebärerin, er, den der ganze Erd - 53 tua se clausit viscera factus homo. Alleluja, alleluja. V. Post partum, Virgo, invipermansisti: Dei Genetrix, intercede pro nobis. Alleluja. olata + Seq. sancti Evangelii secundum Lucam. c. 11. In illo tempore: Loquente Jesu ad turbas, extollens vocem quaedam mulier de turba dixit illi: Beatus venter, qui te portavit, et ubera, quae suxisti. At ille dixit: Quinimmo beati, qui audiunt verbum Dei, et custodiunt illud. Offertorium. Luc. 1. Ave Maria, gratia plena: Dominus tecum: benedicta tu in mulieribus, et benedictus fructus ventris tui. kreis nicht fasset, hat sich, Mensch geworden, in deinen Schooß verschloßen. Allel., Allel. V. Nach der Geburt, o Jungfrau, bist du unversehrt geblieben; Gottesgebärerin, bitte für uns. Allel. den Evangelium.( Buc. 11, 27-28.) In jener Zeit, als Jesus zu Schaaren redete, erhob ein Weib aus dem Volke ihre Stimme und sprach zu ihm: Selig der Leib, der Dich getragen, und die Brüste, die Du gesogen haft. Er aber sprach: Ja freilich sind selig, die das Wort Gottes hören und es bewahren. Opferung. Gegrüßet feist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir, du bist gebenedeit unter den Weibern, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes. - 54 1 Stillgebet. Durch Deine Erbarmung, o Herr, und durch die Fürsprache der seligen, allzeit reinen Jungfrau Maria gereiche uns diese Opferung zum Heile und Frieden jetzt und für die Ewigkeit. Durch Jesum Chriftum. Communio. Beata viscera Mariae Virginis, quae portaverunt aeterni Patris Filium. Postcommunio. Sumptis, Domine, salutis nostrae subsidiis: da, beatae quaesumus, Mariae semper Virginis patrociniis nos ubique protegi; in cujus veneratione haec tuae obtulimus majestati. Per Dominum nostrum Jesum Christum. - Selig der Schooß der Jungfrau Maria, der getragen den Sohn des ewigen Vaters. Schlußgebet. Nachdem wir, o Herr, empfangen die Hülfe unferes Heiles, gib, daß wir vom Schutze Mariens, der seligen, allzeit reinen Jungfrau, allenthalben beschirmt werden, zu deren Verehrung wir dies Opfer Deiner Majestät dargebracht haben. Durch Jesum Christum. M BEBERA Beichtandacht. Borerinnerung. as heilige Sakrament der Buße bringt großen Segen und Nußen. Es werden dadurch die Sünder bekehrt und mit Gott ausgeföhnt, die Unwissenden belehrt, die Schwachen gestärkt, die Unbedachtsamen gewarnt, die Zweifelnden zurechtgewiesen, die Unvollkommenen zur Vollkommenheit geführt, die Betrübten getröstet, die Feindschaften aufgehoben, die Ungerechtigkeiten gutgemacht. Kurz, fast alles, was von wahrer Tugend und Gerechtigkeit in der Christenheit zu finden ist, verdankt man nach dem Ausspruch der allgemeinen Kirchen- Versammlung von Trient diesem Sakramente. Aber es fommt viel darauf an, daß es gut empfangen wird, damit es seine gesegneten Früchte reichlich bringen könne. 56 - Borbereitungsgebet. Vor der Beicht müssen wir Gott um die Gnade bitten, unsere Sünden zu erkennen, zu bereuen und aufrichtig zu bekennen. Wir können uns dazu des folgenden Gebetes bedienen: Oheiligster Gott, der Du immer bereit bist, die Sünder gnädig aufzunehmen und zu verschonen, sieh in Deiner großen Barmherzigkeit auf meine arme Seele herab, die nach vielfachen Verirrungen wieder zu Dir zurückfehrt, um durch den Empfang des heiligen Bußsakramentes Verzeihung zu erlangen. Hilf mir mit Deiner Gnade, mich in gehöriger Weise darauf vorbereiten. Erleuchte meinen Verstand, damit ich meine Sünden erkenne; rühre mein Herz, damit ich sie wahrhaft bereue; leite meine Zunge, damit ich sie alle recht beichten und Verzeihung erlangen möge. Gestatte nicht, daß meine Eigenliebe mich verblende. Heilige Maria, du Mutter der göttlichen Gnade und Zuflucht der armen Sünder, bitte für mich, damit ich dieses heilige Sakrament würdig empfange und durch dasselbe Vergebung sowie die Gnade gründlicher Lebensbesserung erlange. Gewissenserforschung. Erinnere dich und bedenke: 1. Daß deine Beicht ungültig und gottesräuberisch ist, wenn du auch nur eine einzige 57- - Todsünde freiwillig verschweigst oder aus grober Nachlässigkeit bei deiner Gewissenserforschung ausläjjest.¹) 2. Täusche dich auch nicht selbst und halte nicht schwere Sünden für nur läßliche, weil vielleicht die Welt sie als Kleinigkeiten ansieht. Es ist immer eine Todsünde vorhanden, wenn man ein Gebot Gottes oder der Kirche in einer wichtigen Sache freiwillig übertreten hat, obwohl man erkannte, daß man dadurch schwer sündige. 3. Bedenke, daß man nicht allein durch Werke, sondern auch durch Gedanken 2), Begierden und Unterlassungen) schwer fündigen kann. 4. Es ist nicht genug, daß du nur im All1) Wer ohne seine Schuld eine schwere Sünde vergißt, beichtet gültig; jedoch hat er die Pflicht, seine vergesſene Sünde, wenn sie ihm später einfällt, bei seiner nächsten Beicht zu bekennen. 2) Wenn man schwer sündhafte, z. B. unfeuiche, Ge danken sogleich ausschlägt und, wenn sie wiederkommen, standhaft bekämpft, bis man sie überwunden, so sündigt man nicht. Ist man nachlässig und hält sich halb und halb, nicht mit ganz freiwilligem Wohlgefallen bei solchen Ges danken auf, so begeht man eine läßliche Sünde. Verweilt man aber ganz freiwillig in solchen Gedanken und hat daran ein sündhaftes Wohlgefallen, so sündigt man schwer; noch schwerer ist die Günde, wenn man dabei den Wunsch und die Absicht hat, das Böse auch zu thun. 3) Es ist eine schwere Sünde, wenn man etwas unterläßt, wozu man durch eine schwere Pflicht verbunden ist; also z. B., wenn man Sonn- oder Feiertags ohne genügen. den Grund keine heilige Messe hört, wenn Eltern ihre Kin ber nicht zum Kirchenbesuche und zu religiösem Leben anhalten, sündhaften Umgang bei ihnen nicht verhindern zc. Marien- Büchlein. 5 58 gemeinen beichtest: Ich habe Gott nicht geliebt; ich habe mich gegen den Nächsten verfündigt; ich habe Böses gedacht, geredet, gethan; sondern du mußt auch die Art oder Gattung der Sünde und bei schweren Sünden nothwendig auch die Zahl derselben angeben, also wodurch, durch welche Gattung von Sünden du gegen die Liebe zu Gott gefehlt, ob durch Unterlassung des Gebetes, durch Murren gegen ihn und seine Anordnungen u. s. w.; wodurch du dich gegen den nächsten verfündigt, ob durch Feindschaft, Rachgier, Haß, Ehrabschneidung, Verleumdung, Mißhandlung, Diebstahl u. s. w.; ferner, durch welche Gattung böser Gedanken, Worte oder Werke du gefehlt, ob durch neidische, feindselige, unkeusche u. s. w. - sonst fann der Beichtvater weder deinen Seelenzustand beurtheilen, noch dir durch Heilmittel, Rath u. f. w. helfen-, sodann, wie oft du diese oder jene schwere Sünde begangen.¹) — - 5. Bedenke ferner, daß keine Sündenvergebung möglich ist, wenn nicht nach Kräften das ungerechte Gut oder die geraubte Ehre 1) Weißt du die Zahl nicht genau, so sage, wie oft ungefähr im Monat in der Woche, im Tage du die Sünde begangen hast. Bei schweren Sünden ist es durch die allgemeine Kirchenversammlung von Trient aufs neue eingeschärfte Pflicht und Vorschrift, die Zahl anzugeben. - 59 erstattet, die Feindschaft abgelegt, das Nergerniß gutgemacht, die böse Gesellschaft gemieden, die sündhafte Bekanntschaft aufgegeben, die nächste Gelegenheit oder Gefahr entfernt wird. 6. Das Nichtbekenntniß läßlicher Sünden macht zwar die Beicht nicht ungültig; es ist aber sehr heilsam, auch die läßlichen Sünden, soweit man sich ihrer erinnert, zu beichten. Zweifelst du, ob eine Sünde schwer oder läßlich sei, so beichte sie auf jeden Fall, weil man sich leicht selbst täuscht. Erforsche dich also, eingedenk des ernsten Wortes:„ Gib Rechenschaft von deiner Verwaltung", 1) aufrichtig, wie du vor Gott schuldig bist; 2) sorgfältig, jedoch auch ohne zu große Nengstlichkeit; 3) nach einer bestimmten Ördnung, indem du entweder die zehn Gebote Gottes und die fünf Gebote der Kirche, auch die sieben Hauptsünden der Reihe nach durchgehst, oder etwa, wenn du öfters beichtest, dich frägst, wie du dich versündigt gegen Gott, gegen den Nächsten, gegen dich selbst. Rufe aber zuvor inbrünstig den Heiligen Geist an, z. B. durch das Veni, Sancte Spiritus" oder durch ein anderes Gebet; auch empfiehl dich der Zuflucht der Sünder", der allerseligsten Jungfrau Maria, und bete z. B. das Gedenke" oder die ,, Lauret. Litanei". 5* - 60- - Beichtspiegel, oder ausführlichere Anleitung, sein Gewissen zu erforschen. Frage dich zuerst, wann du zum letzten Mal gebeichtet, ob du die auferlegte Buße verrichtet, ob du nicht etwa eine schwere Sünde in einer früheren Beicht ausgelassen hast. Sodann gehe ruhig und der Reihe nach die Gebote Gottes und der Kirche durch und erforsche dich, wie und wie oft du dich dagegen versündigt haft in Gedanken, Worten, Werken oder Unterlassungen. Frage dich, ob du dich fremder Sünden mitschuldig gemacht, ob du dich gegen deine Standespflichten verfehlt hast, und welches deine vorherrschende böse Neigung ist. Erftes Gebot. Gegen den Glauben. 1) Durch freiwillige Zweifel, durch Unglauben und Leugmung von Glaubenswahrheiten, durch Annahme falscher Lehren, Verführung Anderer zum Un- oder Irrglauben; 2) durch Anhörung oder Führung von glaubenswidrigen Reden, Lesung von solchen Schriften, Ausleihen oder Verbreitung irreligiöser Schriften, Umgang mit glaubensgefährlicher Gesellschaft; 3) durch Gleichgültigkeit im Glauben, indem du dich um die Religion nicht befümmerst, alle Religion für gleichgültig gehalten, den dir nothwendigen Religionsunterricht oder die Predigt - 61- - - und Belehrung vernachlässigt haft; 4) durch Verleugnung des Glaubens, indem du ihn förmlich verleugnet hast; endlich, indem du dich deines Glaubens geschämt, oder ihn, wo du solltest, nicht bekannt hast. Gegen die Hoffnung. 1) Durch Verzweiflung an der göttlichen Barmherzigkeit, Mißtrauen und Murren gegen Cott oder gegen die göttliche Vorsehung; 2) durch vermessentliches Sündigen auf die göttliche Barmherzigkeit, freventliches Aufschieben der Buße und Besserung. Gegen die Liebe. 1) Durch Gleichgültigkeit und Abneigung gegen Gott und göttliche Dinge; 2) durch Haß und Widerwillen gegen Gott und seine väterlichen Anordnungen. Gegen die Gottesverehrung. 1) Durch Unterlassung des Gebets, besonders des Morgen-, Abend- und Tischgebetes, durch unandächtige Verrichtung desselben, durch freiwillige Zerstreuung bei demselben, durch Nährung von Widerwillen gegen dasselbe oder den Gottesdienst, durch unchrerbietiges Betragen in der Kirche; 2) durch Aberglauben, Wahrsagerei, Kartenichlagen, Gebrauch abergläubischer Mittel; 3) durch Gottesraub, Verschweigung von Sünden in der Beicht, unwürdigen Empfang der heiligen Communion, oder anderer Sakramente. Hast du liber - 62 - Religion, Frömmigkeit, Ceremonien, kirchliche Gebräuche, Priester, gottgeweihte Personen oder Sachen gespottet, sie lächerlich zu machen geſucht? Zweites Gebot. 1) Durch Mißbrauch des Namens Gottes, der Heiligen oder heiliger Dinge, z. B. der Worte der Heiligen Schrift, aus Leichtsinn oder im Zorn, zum Fluchen; 2) durch Gotteslästerung, Verachtung und Verspottung Gottes, Jesu Christi, Mariä, der Heiligen, der heiligen Sakramente; 3) durch unerlaubtes Schwören, wenn man nämlich a. falsch oder im Zweifel schwört, b. wenn man ohne Noth, aus Gewohnheit schwört oder zu unerlaubtem Schwören verleitet; c. wenn man schwört, Böses zu thun oder Gutes zu unterlassen; d. wenn man einen Eidschwur nicht hält; 4) durch schuldbare Nichterfüllung oder zu lange Aufschiebung gültiger Gelübde; 5) durch Fluchen und Verwünschen. Drittes Gebot. 1) Durch Verrichtung knechtlicher Arbeiten an Sonn- und Feiertagen; 2) durch Versäumung der heiligen Messe an denselben ohne Noth oder ohne genügenden Grund, durch Zuspätkommen, freiwillige Unandacht in derselben, durch Zurückhaltung Anderer vom 63 Gottesdienst; 3) durch sündhafte Vernachlässigung der Predigt oder Christenlehre; 4) durch Entheiligung der Sonn- und Feiertage mit Trunk, Spiel und anderen ärgerlichen Ausschweisungen, durch Herumschwärmen, unanständige Schauspiele, gefährliche Tänze u. s. w. Viertes Gebot. 1) Gegen Eltern( auch Großeltern oder diejenigen, welche die Stelle der Eltern vertreten): durch Unehrerbietigkeit( sie verachten, verspotten, schlecht von ihnen reden, ihnen grob und trotzig begegnen, mit ihnen streiten und schelten), Lieblosigkeit( sie betrüben und erzürnen, ihnen in der Noth nicht beistehen, ihre Gebrechen nicht ertragen, sich ihrer schämen), Ungehorsam( ihnen schlecht oder gar nicht gehorchen, gegen sie murren, sich ihnen widersetzen); Geschwister sollen sich erforschen, ob sie nicht gegen einander sich verfündigt durch Unfrieden, Zank, Streit, Unverträglichkeit, Verführung Bösen zum 1. f. w.; 2) gegen Dienstherrschaften und Meister: durch Ungehorsam und mürrisches Betragen, Untreue, Trägheit, Verleumden und Ausschwätzen, Verleitung der Kinder im Hause zum Bösen u. s. w.; 3) gegen geistliche Vorgesetzte und überhaupt die Diener der Kirche: durch Verachtung, Ver - 64 - spottung, üble Nachreden, durch Stiftung von Parteiungen und Unfrieden, Ungehorsam gegen die A- ordnungen der rechtmäßigen kirchlichen Vorgesetzten; 4) gegen die weltliche Obrigkeit: durch Schimpfen und freventliches Tadeln, verächtliche Beinamen, Haß und Verachtung, Verweigerung der schuldigen Abgaben, Widerseßlichkeit, Empörung, Verrath und Verschwörung. Desgleichen sollen sich hier erforschen: vor allem die Eltern, ob sie ihre Kinder christlich erzogen, sie zur Schule, Kirche und zum Guten angehalten, sie vor Verführung, gefährlichem Umgang, Lesen schlechter Schriften u. f. w. bewahrt, ihre Fehler bestraft, ihnen nicht durch schlechte Reden und Beispiele Aergerniß gegeben haben; Dienstherren, ob sie ihre Dienstboten und Arbeiter milde und christlich behandelt, sie nicht am sonntäglichen Gottesdienst und Empfang der heiligen Sakramente verhindert, vielmehr dazu angehalten, sie gehörig beaufsichtigt, nichts Sündhaftes, fein Fluchen, feinen böjen Umgang geduldet, sittenlose Arbeiter und Dienstboten aus dem Hause entfernt; Vorgesetzte und Obrigkeiten, ob sie ihre besonderen Amtspflichten durch Treue, Eifer für das Wohl ihrer Untergebenen, Gerechtigkeit und gutes Beispiel erfüllt haben. - 65 - Fünftes Gebot. Hast du 1) Anderen am Leben und an der Gesundheit geschadet oder Andere geschmäht, beschimpft, verspottet, sie verflucht, mißhandelt? 2) ihnen den Tod oder andere Uebel gewünscht? Abneigung, Widerwillen, Zorn, Haß, Groll gegen jemand gehabt? 3) in Feindschaft gelebt? mit wie viclen?- seit wie lange? noch jetzt? mit nahen Angehörigen? 4) Anderen an der Seele geschadet durch Anlaß, Gelegenheit oder Verführung zur Sünde, durch böses Beispiel, zum Unglauben? 5) Hast du dir selbst aus Mißmuth den Tod gewünscht, vielleicht sogar den Gedanken oder Willen gehabt, dir das Leben zu nehmen? 6) Warft du grausam gegen Thiere? Sechiftes und Neuntes Gebot. Diejenigen, die vor Gott sich bewußt sind, daß sie alle Unreinigkeit verabscheut und durch Gottes Gnade rein und keusch gelebt haben, sollen bei der Erforschung über dieses Gebot nicht verweilen. Sollten sie jedoch erkennen, daß sie im Geringsten sich durch Gedanken oder irgend etwas wider die Tugend der Reinigkeit versündigt, so sollen sie solches demüthig und reumüthig beichten; denn das ist das sicherste Mittel, die Tugend zu bewahren. Diejenigen, welche in Sünden wider die heilige Reinigkeit gefallen sind, sollen - 66 wohl bedenken, daß alle freiwilligen Sünden dieser Art Todsünden sind, daher aufrichtig und mit Angabe der Zahl, soweit wie möglich, und der Gattung gebeichtet werden müssen. Sei also, wenn du hierin gesündigt hast, starkmüthig und demüthig; bekenne reumüthig deine Sünde, und du wirst Ruhe finden für deine Seele, Befreiung von deinen Leidenschaften, und wenn auch deine Seele noch so befleckt wäre, durch die Gnade Christi wird sie wieder rein und Gott wohlgefällig werden. Prüfe dich also, ob und wie du gesündigt: 1) innerlich, durch freiwilliges Verweilen bei unreinen Gedanken, Wünschen, Begierden, durch Wohlgefallen daran; 2) durch unreine Worte, Gespräche, Lieder; 3) durch unreine Neugierde, Anhören unreiner Gespräche, Lesen unsittlicher Bücher; 4) durch Leichtfertigkeit und Unanständigkeit in Kleidung und Benehmen; 5) durch unreine Blicke, Anschauen oder Sehenlassen unsittlicher Bilder; 6) durch gefährlichen Umgang, Besuch von Orten, welche den guten Sitten gefährlich sind, auch durch Besuche derartiger Schauspiele und Tänze, durch unerlaubte Bekanntschaften; 7) durch unschamhafte Berührungen, unkeusche Handlungen; hast du dergleichen von Anderen an dir zugelassen? Eheleute müssen sich fragen, ob sie etwa die eheliche Keuschheit oder gegenseitige Treue verletzt haben. 67 - Siebentes und Zehntes Bebot. 1) Durch Diebstahl, Annahme oder Kauf gestohlener Sachen, Begünstigung des Diebstahls; 2) durch Nichtzurückgeben geliehener, unerlaubtes Behalten gefundener Sachen, leichtsinniges Schuldenmachen und Nichtbezahlen derselben; 3) durch Betrug, falsches Gewicht, Maß, schlechte Waare, Uebervortheilung, unerlaubte Geschäftsvortheile; 4) durch ungerechte Prozesse; 5) durch Wucher, Bedrückung der Armen, der Arbeiter durch Entziehung ihres Lohnes; 6) durch Brandstiftung und Uebervortheilung der Brandkasse; 7) durch Beschädigung an fremdem Eigenthum, unzerechte Entziehung der Kundschaft, durch Ehrabschneidung; 8) durch Verschwendung, Verlust in leidenschaftlichem Spiel, Vernachlässigung der Pflichten gegen deine Familie; 9) durch sündhaftes Begehren fremden Gutes. Achtes Gebot. 1) Durch Lüge( zum Scherz, zur Entschuldigung, aus Eitelkeit, zum Schaden Anderer); 2) durch Heuchelei; 3) durch Verleumdung, indem man dem Nächsten Fehler andichtet, die er gar nicht hat, oder seine wirklichen Fehler vergrößert; 4) durch Ehrabschneidung, indem man ohne genügenden S 68 - Grund¹) die verborgenen Fehler Anderer bekannt macht; 5) durch Ohrenbläseret, indem man dem Nächsten hinterbringt, was Andere Nachtheiliges von ihm geredet; 6) durch wohlgefälliges Anhören von Verleumdungen, Ehrabschneidungen, Ohrenbläsereien und durch Ausforschung fremder Fehler; 7) durch Beschimpfung und Veripottung Anderer); 8) durch falschen Argwohn und freventliches Urtheil. = Die fünf Gebote der Kirche. Hast du die gebotenen Fast- und Abstinenztage gehalten? ³) die heilige Communion zur österlichen Zeit empfangen? Die fieben Hauptfünden ( d. i. jene Hauptleidenschaften, aus welchen alle anderen Sünden wie aus ihren Wurzeln oder Quellen hervorgehen). Suche hier na1) Die Fehler Anderer wahrheitsgetreu und aus Liebe mitzutheilen, ist dann erlaubt, wenn es geschieht: a. an Eltern oder Vorgesetzte, damit diese den Fehlenden bessern; b. um von uns oder dem Nächsten Schaden abzuwenden. 2) Die Sünden der Verleumdung, Ehrabschneidung, Beschimpfung und Verspottung sind um so schwerer, 1) je größer das Böse ist, das nachgesagt wird; 2) je schlimmer die Absicht dabei; 3) je mehr man der verleumdeten Berfon Ehrerbietung und Rücksicht schuldig ist. Jeder Christ ist vom zurückgelegten 21. Jahre an zum Abbruchsfaften, z. B. in der Fastenzeit, an Qua tembertagen und an Vigilien u. s. w., vom 7. Jahre an zur Abstinenz oder der Enthaltung von Fleischspeisen am Freitag u. 1. w. verpflichtet. - - 69 - mentlich zu erkennen, welche von ihnen deine herrschende Leidenschaft sei. 1) Die Hoffart. Wie die Demuth das Fundament aller Tugend, so ist die Hoffart die Wurzel aller Sünde. Man erkennt sie namentlich an folgenden Fehlern und Zeichen: a. wenn du eitel und stolz bist auf Schönheit, Kleider, Vermögen, Anschen, Familie, Kenntnisse, Talente, Tugenden; b. wenn du gern von dir redest, dich lobst, prahlst, das Lob der Menschen suchst, vor den Menschen heuchelst; c. wenn du Andere verachtest, von ihnen verächtlich redest, dich ärgerst, wenn sie gelobt werden; d. wenn du dich über Tadel, Berdemüthigung, Zurückfeßung übermäßig betrübst; e. wenn du eigensinnig, rechthaberisch, herrschsüchtig, ehrgeizig bist; f. wenn du aus Stolz Beleidigungen nicht verzeihen, eigenes Unrecht nicht eingestehen willst; g. wenn du ungehorsam und trozig gegen Obere, verächtlich und abstoßend gegen Untergebene, rücksichtslos gegen Deinesgleichen dich beträgst; h. wenn du selbst Gott gegenüber hoffärtig bist, indem du aus Stolz nicht glauben, nicht beten, vor Gott dich nicht demüthigen, deine Sünden nicht beichten willst, vielleicht selbst Verachtung und Abneigung gegen die Religion hast, weil sie Demuth fordert. 2) Geiz und Habsucht, d. i. die lleberschätzung des Irdischen und die unordentliche Begierde nach irdischen Gütern. 70 - - Du erkennst die Leidenschaft daraus: a. wenn du Geld und Reichthum als das Höchste ansiehst, unmäßig darnach strebst, wegen deiner Dürftigkeit voll Bosheit, Neid und böser Begierde bist; b. wenn du gegen die Deinigen allzu farg, gegen die Armen hartherzig und ohne alle Freigebigkeit bist; c. wenn du am Gelde sündhaftes Wohlgefallen hast, beständig daran denkst; d. wenn du aus Habgier und Geiz nach fremdem Gute verlangst oder gar Ungerechtigkeiten begehst.- 3) Ünkeuschheit, siehe sechstes Gebot. 4) Neid. Er entsteht meist aus Hoffart und Habsucht. Prüfe dich, ob du über das Wohl des Nächsten dich betrübst und ärgerst, über sein Unglück schadenfroh bist, ob nicht deine übeln Nachreden, Verleumdungen, dein Murren gegen Gott, Klagen u. s. w. im Neide ihren Grund haben. 5) Unmäßigkeit. Prüfe dich, ob du a. naschhaft, zu sehr auf Speise und Wohlgeschmack versessen, unmäßig; b. zum Trunke geneigt oder öfters betrunken bist; c. ob du nicht für Essen und Trinken zu viel ausgibst, deine Zeit zu viel im Wirthshause zubringst u. s. w.- 6) Zorn. Er entspringt aus Stolz und Eigenliebe und hat unzählige Sünden gegen den Nächsten zur Folge. Prüfe dich daher, ob du zornig, rachgierig, empfindlich bist.- 7) Trägheit. Du erkennst sie daraus, daß du aus Unlust und - - 71 - Scheu vor der damit verbundenen Anstrengung a. nicht betest, die Kirche nicht besuchst, nicht öfters beichtest, für dein Seelenheil nichts thust, ganz lau bist; b. deine Standespflichten und schuldigen Arbeiten nicht oder nur schlecht, unter Murren und Widerwillen verrichtest; c. daß du müßig gehst, zu lange schläfft, jede Anstrengung und Selbstüberwindung fliehst. Gewissenserforschung für solche, welche oft beichten. ( Auch allabendlich zu gebrauchen.) Wie habe ich mich versündigt: Gegen Gott: Durch Unterlassungen oder Nachlässigkeiten in den Pflichten der Frömmigfeit, in den Andachtsübungen, im Gebet, der Betrachtung u. f. w.? durch Unehrerbietigkeit in der Kirche, im Gebet? durch freiwillige Zerstreuungen beim Gebet? durch Mangel an guter Meinung, an Reinheit der Absicht? durch Widerstand gegen die göttlichen Einsprechungen, Murren, Mangel an Vertrauen oder Ergebung? Gegen den nächsten: Durch vorschnelle, lieblose Urtheile, Verachtung, Mißgunst, Uebelwollen, Feindschaft, Haß, Eifersucht, Rachsucht, Streitigkeiten, Verwünschungen, Beleidigungen, üble Nachreden, Spott, Schaden an Gut oder Ruf, böses Beispiel, Aerger - 72 - niß, Mangel an Achtung, an Gehorsam, Nächstenliebe, Trene, durch schlechtes Beispiel, ( gegen Untergebene oder Kinder) durch Härte, zu große Nachgiebigkeit, Mangel an Wachsamkeit, Nichtermahnung? Gegen mich selbst: Durch Eitelkeit, Menschenfurcht, Lügen, Unmäßigkeit, unreine Gedanken, Nachlässigkeit in Ausschlagung derselben? durch Begierden, Worte, Handlungen? durch Zorn, Ungeduld, Zeitver schwendung, Trägheit, Verweilen in der bösen Gelegenheit? durch Nachgiebigkeit gegen meine Hauptleidenschaft, welche? oder meinen Lieblingsfehler, welchen? Sehr nüglich und gerathen ist es, bei der Beicht läßlicher Sünden ausdrücklich eine schwerere Sünde aus dem früheren Leben mit herzlicher Reue über dieselbe mit einzuschließen, etwa in der Weise: Ich schließe noch ein die Sünde..., welche ich früher begangen habe", oder:„ Ich schließe aus meinem frühern Leben noch ein alle Sünden des.... Zornes ( oder gegen die heilige Reinigkeit, oder der Ungeduld, oder des Fluchens u. s. w.)." Keue und Borsat. Ciehe zu Deinen Füßen, o unendlich großer Gott, jene treulose Seele, die Dich so oft beleidigt hat, jetzt aber voll Demuth Dich um Verzeihung anfleht. Ein zer 73- - knirschtes und gedemüthigtes Herz wirst Du, o Gott, nicht verschmähen. P₁. 50. Ich danke Dir für die Langmuth, mit der Du mich bis heute erwartet, anstatt mich im Zustande der Todsünde sterben zu lassen. Um der Verdienste Jesu Chrifti willen hoffe ich, daß Du mir bei dieser Beicht alle Sünden vergeben werdest, welche ich begangen habe. Ich bereue sie, o mein Gott, und es ist mir sehr leid, sie begangen zu haben, weil ich durch dieselben Dich, die unendliche Güte, beleidigt habe. Ich liebe Dich, o höchstes Gut, und weil ich Dich liebe, so bereue ich alle Beleidigungen, welche ich Dir zugefügt habe. Ich habe Dich verlassen und die Ehre Dir verweigert, welche Dir gebührt; ich habe Deine Gnade und Deine Freundschaft verachtet und Dich freiwillig verloren. Vergib mir um Jesu willen alle meine Sünden; denn ich bereue sie von ganzem Herzen. Ich bereue und verabscheue nicht nur schweren, sondern auch meine läßlichen Sünden, weil ich auch durch diese Dich beleidigt habe. Ich fasse den festen Vorsatz, Dich in Zukunft nicht mehr zu beleidigen. Ja, mein Gott, lieber sterben, als jemals wieder sündigen! meine Bei jeder Beicht müssen wir einen besonderen Vorsatz gegen jene Sünden richten, in Marien- Büchlein. 6 - 74- die wir häufiger fallen. Auch müssen wir versprechen, alle Gelegenheiten dazu gewissenhaft zu meiden, und den Beichtvater bitten, uns die kräftigsten Mittel zu unserer Besserung zu be zeichnen. Gebet nach der Beicht. O mein liebenswürdigster Jesus, welch' großen Dank bin ich Dir schuldig! Ich hoffe, daß Du mir um der Verdienste Deines Blutes willen meine Sünden vergeben hast. Ich danke Dir dafür von ganzem Herzen und habe das größte Verlangen, die ganze Ewigfeit Deine Barmherzigkeit im Himmel zu preisen. Bis jegt, o mein Gott, habe ich Dich oft verloren; in Zukunft soll mir dieses nicht mehr geschehen. Ich will mein Leben ändern. Weil Du alle meine Liebe verdienst, so will ich Dich auch wahrhaft lieben und niemals wieder von Dir getrennt werden. Ich habe Dir versprochen, lieber zu sterben, als Dich neuerdings zu beleidigen; sieh, ich erneuere dieses mein Versprechen und will es auch halten. So gelobe ich Dir auch, die Gelegenheit zur Sünde zu meiden und zu diesem Zwecke folgendes Mittel anzuwenden: Aber Du kennst meine Schwäche, o mein Gott! Verleihe mir daher die Gnade, Dir treu zu bleiben bis zu meinem Tode und in allen - 75 - Versuchungen meine Zuflucht zu Dir zu nehmen. Hilf mir, o María, du Mutter der Beharrlichkeit! Auf dich sege ich mein Vertrauen. Amen. JIJI Communion- Andacht. Fie beste Communion- Andacht ist die hei lige Meßandacht, da eben die heilige Communion eine Theilnahme am Opfer des Priesters ist, und die Gläubigen eigentlich während der heiligen Messe im Anschlusse an die heilige Communion des Priesters communiciren sollen. Darum bete man an dem Tage, wo man zum Tische des Herrn gehen will, vor dem Herr ich bin nicht würdig" der Meßandacht folgende Andachtsübungen: Glaube. O mein Jesus, ich glaube fest Alles, was Du geoffenbaret hast und durch Deine heilige katholische Kirche mir zu glauben vorstellst; besonders glaube ich, daß Du in dem allerheiligsten Sakramente des Altares mit Fleisch und Blut, mit Leib und Seele, mit Gottheit und Menschheit, wahrt, aft, wirk lich und wesentlich gegenwärtig bist. In die sem Glauben will ich leben und in diesem Glauben will ich sterben. -- 77 1 Hoffnung. O mein Jesus, ich hoffe auf Dich, ich hoffe von Dir zu erlangen kraft dieses heiligen Sakramentes die ewige Seligfeit, sowie auch Alles, was mir dazu nothwendig und nützlich ist, weil Tu, allmächtiger, barmherziger und getreuer Gott, solches versprochen hast. Liebe. O mein Jesus, ich liebe Dich von ganzem Herzen über Alles, weil Du bist das allerhöchste, schönste und liebenswürdigste Gut. Reue. O mein Jesus, alle meine Sünden bereue ich von ganzem Herzen, weil ich dadurch Dich, meinen gütigsten Gott, den ich über Alles lieben sollte, erzürnt und beleidigt habe. Anbetung. O mein Jesus, ich bete Dich an in diesem heiligsten Sakramente als meinen Herrn und Gott, meinen Erlöser und Seligmacher. Demuth. O mein Herr, ich bin nicht würdig u. s. w. Verlangen. O mein Jesus, mein Het land und Erlöser, mein Gott und mein Alles, ich verlange nach Dir, komme, suche mich heim und stärke mich in Deiner Gnade, o Jesus. - 78- 15 godina Nach der heiligen Gommunion greffe man nicht sofort nach dem Gebetbuch, sondern benuße diese kostbaren Augenblicke, um mit seinem Heilande zu sprechen, den man jetzt im Herzen trägt. Man stelle ihn sich vor, wie er in der Krippe liegt, und versenke sich dort in Mariens Herzensempfindungen, oder wie er am Kreuze hängt, wie er seine Apostel lehrt zc. je nachdem es unserer Seelenstimmung entspricht. Erst später bete man: Der Leib unseres Herrn Jesu Christi bes wahre meine Seele zum ewigen Leben. Jesus, Dir lebe ich- Jesus, Dir sterbe ich Jesus, Dein bin ich todt und lebendig. Die Seele Christi heilige mich, der Leib Christi mache selig mich 2c. Begrüßung. O mein Jesus, meine Liebe, mein höchstes Gut, mein Alles! Jch begrüße Dich und danke Dir, daß Du in mein armes Herz ges kommen bist. Aber, o mein Herr und mein Gott, wo befindest Du Dich? Wo hast Du einkehren wollen? Du kamst in dieses Herz, welches viel unreiner ist als der Stall, in dem Du geboren wurdest, in dieses Herz, das voll Anhänglichkeit an das Irdische, voll Eigenliebe und ungeordneter Neigungen ist. Wie war es nur möglich, daß Du in dasselbe 1 79 haft Einkehr nehmen wollen? Mit dem hei ligen Betrus möchte ich Dir zurufen: Weiche von mir, denn ich bin ein sündiger Mensch! Weiche von mir, o Herr! ich vers diene nicht, daß ein unendlich gütiger Gott in meinem Herzen wohne; fehre ein bei jenen reinen Seelen, welche Dir mit inniger Liebe dienen. Doch, was sage ich? Nein, mein Jesus, nein, verlaß mich nicht! Wenn Du mich vers läsfest, so bin ich verloren. Ich umfasse Dich, ich bleibe bei Dir, denn Du bist mein Leben. Ich beging eine große Thorheit, als ich mich aus Liebe zu den Geschöpfen von Dir trennte. Ich bewies mich undankbar gegen Dich, als ich Dich von mir stieß. In Zukunft will ich mich nicht wieder von Dir trennen; mit Dir vereinigt, will ich leben und sterben. Seligste Jungfrau Maria, himmlische Seraphim und ihr Seligen alle, die ihr Jesus mit Innigkeit liebet, bittet ihn, daß er mir eine Liebe schenke, die der euern ähnlich ist. Danksagung. Ich danke Dir, o Herr und Gott, für die große Gnade, welche Du mir diesen Morgen erwiesen hast. Dank jei Dir, weil Du in mein armes Herz hast einkehren wollen, und ich wünschte, daß mein Dank der großen Gnade entspräche, welche Du mir gewährt - 80 haft. Wie wäre es aber möglich, daß ich Aermster Dir auf eine Deiner unendlichen Liebe würdige Weise Dank sagte? Wie die Geisteslehrer sagen, bestände die paffendste Anmuthung einer Seele nach der Communion in einem Acte heiligen Staunens. Ein Gott, sollte sie ausrufen, ein Gott ist zu mir gekommen! Was soll ich dem Herrn geben für Alles, was er mir gegeben hat? Ps. O meine Seele, preise deinen Gott, so gut du es vermagst! Und du, geliebteste Mutter Maria, ihr, meine heiligen Schutzpatrone, heiliger Schutzengel und ihr Alle, die ihr Gott liebet, höret, wie Großes er an meiner Seele gethan hat! Preiset ihn und danfet seiner unendlichen Güte für die unaussprechlich große Gnade, die er mir erzeigt hat. Aufopferung. Mein Geliebter ist mein, und ich bin fein. Hohsl. 2. Wenn ein König einen armen Hirten in seiner Hütte besuchte, könnte ihm der Hirt wohl etwas Anderes anbieten als diese Hütte selbst, damit er dieselbe, so wie er sie findet, in Besitz nehme? Weil Du denn also, mein göttlicher König Jesus Christus, diese arme Hütte, hast heimsuchen wollen, so bitte ich Dich, sie als Dein Eigenthum zu betrachten; ich übergebe mich Dir ganz, ich schenke Dir meine Freiheit und - 81- - meinen Willen. Du hast Dich ganz mir geschenkt, ich übergebe mich Dir ohne allen Vorbehalt. Von heute an, o Jesus, will ich nicht mehr mir angehören, sondern Dein, ganz Dein sein. Ich will, daß Du der Herr meiner Sinne seiest, und daß mir diese nur dazu dienen, Dir wohlzugefallen; denn nichts fönnte mir eine größere Freude bereiten, als das Bewußtsein, daß ich Dir, dem liebevollsten, dem gütigsten und liebenswürdigsten Herrn, wohlgefalle. Alle Kräfte meines Leibes und meiner Seele schenke ich Dir und ich will, daß sie alle Dir auf immer angehören. Mein Gedächtniß soll mir nur dazu dienen, Deiner Liebe und Deiner Wohlthaten eingedenk zu bleiben. Meinen Verstand will ich nur dazu anwenden, um an Dich zu denken, der Du stets nur auf mein Wohl bedacht bist. Meinen Willen endlich will ich nur dazu gebrauchen, Dich, meinen Gott und mein Alles, zu lieben und dasjenige anzustreben, was Du von mir verlangst. So bringe ich Dir denn heute Alles, was ich bin und besitze, zum Opfer dar. Meine Sinne, meine Gedanken, meine Neigungen, meine Wünsche, meine Begierden, meine Freiheit, kurz, meinen Leib und meine Seele lege ich in Deine Hände nieder. Nimm, o unendlicher Gott, nimm das Opfer an, das der undankbarste Sünder Dir 82 - darbringt! Nimm in Gnaden auf denjenigen, der sich Dir bedingungslos hingibt. Verfüge nach Deinem Wohlgefallen über mich. Komme, o verzehrendes Feuer der göttlichen Liebe, und vernichte in mir Alles, was mein ist und was dem reinsten Auge Gottes mißfällt, damit ich von heute an Dir, o mein höchstes Gut, ganz angehöre und künftig nur mehr lebe, um Deine Gebote zu beobachten und alle Deine Wünsche zu erfüllen! Seligste Jungfrau Maria, bringe in deinen fleckenlosen Händen der heiligsten Dreifaltigkeit dieses mein Opfer dar und bewirke, daß Gott es gnädig annehme und mir die Gnade gewähren wolle, bis in den Tod ihm treu zu bleiben. Bitte. Mit was bist du jetzt beschäftigt, meine Seele? Du darfst keinen Augenblick Zeit verlieren; denn jetzt kannst du alle Gnaden erlangen, um welche du bittest. Siehst du nicht, wie liebevoll der ewige Vater auf dich herabschaut, da er in deinem Herzen seinen geliebten Sohn, den Gegenstand seiner ewigen Liebe, wahrnimmt? Verscheuche also jeden anderen Gedanken, erwecke nochmals den Glauben und die Hoffnung und bitte um Alles, was du dir wünschest. Hörst du nicht, wie Jesus selbst zu dir spricht: Was willst du, daß ich dir thue? Sprich, geliebte Seele, was begehrst 83- du von mir? Ich bin gekommen, um dich reich und glücklich zu machen. Bitte mit Vertrauen, und du wirst Alles, was du wünschest, empfangen. - Weil Du denn, o mein süßester Heiland, in mein Herz gekommen bist, um mir Gnaden mitzutheilen, und weil Du wünschest, daß ich Dich darum bitte, so flehe ich denn vor Allen um einen großen Schmerz über das Mißfallen, das ich durch meine Sünden Dir verursacht, und um eine klare Erkenntniß der Eitelkeit dieser Welt. Nicht Erdenfreuden nicht irdische Güter begehre ich; laß mich nur erkennen, wie sehr Du meine Liebe verdienst. Wandle um dieses mein Herz, befreie es von aller Anhänglichkeit an das Zeitliche und verleihe, daß es in Allem Dein heiliges Wohlgefallen suche. Ich verdiene es nicht, daß Du mir diese Bitte gewährest; aber Du, mein Jesus, der Du jetzt in meiner Seele wohnst, hast mir alle diese Gnaden längst verdient. Um Deiner und Deiner heiligen Mutter Verdienste willen und in Anbetracht der Liebe, die Du zu Deinem ewigen Vater hast, erhöre mein Gebet. Hier halte etwas inne und bitte Jesus für dich und den Nächsten um besondere Gnaden. Vergiß nicht der Sünder und der armen Seelen im Fegfeuer. Ewiger Vater, Jesus Christus selbst hat 84 zu uns gesprochen: Ich sage euch, wenn ihr den Vater um etwas in meinem Namen bitten werdet, so wird er es euch gewähren. Joh. 16. Erhöre mich demnach aus Liebe zu diesem Deinem göttlichen Sohne, der jetzt in meinem Herzen wohnt, und gewähre mir, um was ich Dich bitte. Meine süße Liebe, Jesus und Maria, für Euch will ich leben, für Euch will ich sterben; bewirket, daß ich ganz Euch und in nichts mehr mir selbst angehöre. REDPOLY Nachmittags( Vesper-) Andacht. ( Die Besonderheiten an den einzelnen Marienfesten sind so gering, daß diese Vesper für alle Marienfeste gebraucht werden kann.) Pater noster, Ave Maria. V. Deus, in adjutorium meum intende! R. Domine, ad adjuvandum me festina! V. Gloria Patri et Filio et Spiritui sancto: R. Sicut erat in principio et nunc et semper, et in saecula saeculorum. Amen. Vater unser, Ave Maria. V. O Gott, mert auf meine Hülfe! R. Herr, eile mir zu helfen! V. Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Hl. Geiste, R. Wie es war im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen. 1. Antiphona. Dum 1. Ant. Da der Köesset Rex* in accubitu nig auf seinem Lager suo, nardus mea dedit ruhte, gab meine Narde lieblichen Wohlgeruch. odorem suavitatis. Pfalm 109. Dixit Dominus Domino meo:* Sede a dextris meis: Donec ponam inimicos tuos* scabellum pedum tuorum. Virgam virtutis tuae emittet Dominus ex Sion:* dominare in medio inimicorum tuorum. Tecum principium in die virtutis tuae, in splendoribus Sanctorum:* ex utero ante luciferum genui te. et Juravit Dominus, non poenitebit eum:* Tu es sacerdos in aeternum secundum ordinem Melchisedech. 86 Dominus a dextris tuis* confregit in die irae suae reges. Pfalm 109. Es sprach der Herr zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, Bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße. Das Scepter deiner Macht, der Herr entsendet es aus Sion; so herrsch' in Mitte deiner Feinde. Mit dir ist Herrschermacht am Tage deiner Kraft, im Glanz der Heiligen; denn aus dem Schooße hab' ich vor dem Morgensterne dich gezeugt. Geschworen hat der Herr, nicht wird's ihn reuen: Du bist auf ewig Priester nach der Ordnung des Melchisedech. Der Herr zu deiner Rechten zermalmt am Tage seines Bornes Könige. Judicabit in nationibus. implebit ruinas: conquassabit capita in terra multorum. * De torrente in via propterea bibet: exaltabit caput. Gloria Patri. 1. Antiphona. Dum esset Rex etc. 2. Antiphona. Laeva ejus* sub capite meo, et dextera illius amplexabitur me. Pfalm 112. Laudate, pueri, Dominum,* laudate nomen Domini. Sit nomen Domini benedictum,* ex hoc nunc et usque in saeculum. A solis ortu usque ad occasum* laudabile nomen Domini. Excelsus super omnes gentes Dominus, 87 et super coelos gloria ejus. - Gericht hält unter Völkern er, macht voll den Sturz, zerschellt die Häupter weit und breit auf Erden. Vom Bache trinkt er auf dem Wege, darum wird er hoch sein Haupt erheben. Ehre sei. 1. Ant. Da der König 2c. 2. Ant. Seine Linke ist unter meinem Haupte, und seine Rechte umfasset mich. Pfalm 112. Lobet den Herrn, ihr, feine Diener, lobet den Namen des Herrn! Des Herrn Name sei gebenedeit, von nun an bis in Ewigkeit. Vom Sonnenaufgang bis zum Niedergang sei gelobet der Name des Herrn. Erhaben über alle Völker ist der Herr, und seine Herrlichkeit, sie überragt die Himmel. Quis sicut Dominus Deus noster, qui in altis habitat,* et humilia respicit in coelo et in terra? Suscitans a terra inopem,* et de stercore erigens pauperem, Ut collocet eum cum principibus,* cum principibus populi sui. Qui habitare facit sterilem in domo* matrem filiorum laetantem. Gloria Patri. 2. Antiphona. Laeva ejus etc. 3. Antiphona. Nigra sum, sed formosa,* filiae Jerusalem: ideo dilexit me Rex et introduxit me in cubiculum suum. Pfalm 121. Laetatus sum in his, quae dicta sunt mihi:* in Domini ibimus. domum 88 - Wer ist wie unser Gott, der Herr, der in den Höhen wohnt und auf das Nied're schaut im Himmel und auf Erden? Er ist es, der vom Staub empor den Dürft'gen richtet und aus dem Koth erhebt den Armen, Um neben Fürsten ihn zu setzen, neben se.nes Volkes Fürsten. Der wohnen macht im Haus die Unfruchtbare als frohe Mutter vieler Kinder. Ehre sei. 2. Ant. Seine Linke ist 2c. 3. Ant. Ich bin schwarz, aber schön, ihr Töchter Jerusalems; deshalb liebt mich der König und führt mich in sein Gemach. Pfalm 121. Deß freut' ich mich, was mir gesagt wird: Wir gehen in das Haus des Herrn. Stantes erant pedes nostri: in atriis tuis, Jerusalem. 89 Jerusalem, quae aedificatur ut civitas: cujus participatio ejus in idipsum. * Illuc enim ascenderunt tribus, tribus Domini:* testimonium Israel ad confitendum nomini Domini. Quia illic sederunt sedes in judicio,* sedes super domum David, Rogate, quae ad pacem sunt, Jerusalem:* et abundantia diligentibus te. Fiat pax in virtute tua,* et abundantia in turribus tuis. Propter fratres meos et proximos meos * loquebar pacem de te. Propter domum Domini Dei nostri* quaesivi bona tibi. Marien- Büchlein. - Es stehen unsere Füße in deinen Thoren, o Jerusalem! Jerusalem, erbaut als Stadt, drin allefammt Gemeinschaft haben! Denn dort hinauf die Stämme zieh'n, des Herren Stämme( wie's Satzung ist für Israel), des Herren Namen zu lobpreisen. Denn dort sind aufgestellt die Richterstühle, die Stühle über Davids Haus. Erfleht Jerusalem, was ihm zum Frieden dient. Sprecht: Segensfülle denen, so dich lieben! Der Friede wohn' in deiner Feste, und reichlich Glück in deinen Burgen! Um meiner Brüder, meiner Nächsten willen verkünd' ich Frieden über dich. Und um des Hauses uns'res Herrn und Gottes willen wünsch ich dir Heil! 7 - sum etc. - 90 Gloria Patri 3. Antiphona. Nigra 4. Antiphona. Jam hiems transiit:* imber abiit et recessit: surge, amica mea, et veni, Pfalm 126. Nisi Dominus aedificaverit domum,* in vanum laboraverunt, qui aedificant eam. Nisi Dominus custodierit civitatem,* frustra vigilat, qui custodit eam. Vanum est vobis ante lucem surgere: * surgite, postquam sederitis, qui manducatis panem doloris. Cum dederit dilectis suis somnum: ecce haereditas Domini filii, fructus ventris. merces Sicut sagittae in manu potentis:* ita filii excussorum. Ehre sei. 3. Ant. schwarz zc. Ich bin 4. Ant. Der Winter ist schon vorüber, der Regenguß hat aufgehört und ist vergangen; erhebe dich, meine Freundin, und komme! Pfalm 126. Wenn nicht der Herr das Haus erbaut, so mühen sich vergeblich, die es bauen. Wenn nicht der Herr die Stadt behütet, so macht umsonst ihr Hüter. Vergeblich ist es euch, vor'm Morgenlichte aufzusteh'n. Steht auf, nachdem ihr ausgeruht, die ihr das Brod des Schmerzes effet; Da seinen Lieblingen er Schlaf gibt. Sieh! Kinder sind des Herren Erbe, ein Lohn die Frucht des Leibes. Wie Pfeile in der and des Helden, so sind die Kinder der Vertriebenen. - 91 1 Beatus vir, qui implevit desiderium non Dem Manne Heil, der damit sein Verlangen stillt; nicht wird er, wenn er seinen quetur inimicis suis| Feinden Rede steht im in porta. suum ex ipsis:* confundetur, cum loThor, zu Schanden werden. Ehre sei. 4. Ant. Der Winter ist schon zc. 5. Ant. Schön bist du und lieblich in deinen Reizen, o heilige Gottesgebärerin! Gloria Patri. 4. Antiphona. Jam hiems etc. 5. Antiphona. Speciosa facta es* et suavis in deliciis tuis, sancta Dei genitrix. Psalm 147. Lauda, Jerusalem, Dominum:* lauda Deum tuum, Sion, Quoniam confortavit seras portarum tuarum:* benedixit filiis tuis in te. Qui posuit fines tuos pacem:* et adipe frumenti satiat te. -- Qui emittit eloquium suum terrae:* velociter currit sermo ejus. Pfalm 147. Preise, Jerusalem, den Herrn; preise, Sion, deinen Gott. Denn er hat feſt ge macht die Riegel deiner Thore, gesegnet deine Kinder( die) in dir ( wohnen). Er ist's, der deinen Grenzen Frieden gab, und mit des Weizens Mark dich sättigt; Der da sein Wort entsendet zu der Erde, gar schnell eilt seine Rede; 7* Qui dat nivem sicut lanam:* nebulam sicut cinerem spargit. Mittit crystallum suam sicut buccellas: * ante faciem frigoris ejus quis sustinebit? Emittet verbum suum et liquefaciet ea: * flabit spiritus ojus, et fluent aquae. Qui annuntiat verbum suum Jacob:* justitias et judicia sua Israel, Non fecit taliter omni nationi:* et judicia sua non manifestavit eis. 92 Gloria Patri. 5. Antiphona. Speciosa facta etc. Der Schnee wie Wolle gibt, der Nebel gleich wie Asche streut. Ab initio et ante saecula creata sum, et usque ad futurum saeculum non desinam, et in habitatione sancta coram ipso ministravi. B. Deo gratias. Er wirft sein Eis wie Bröcklein nieder; wer kann besteh'n vor seiner Kälte? Er sendet aus sein Wort und macht sie schmelzen; es weht sein Hauch, und sieh', die Wasser rieseln. Er thuet Jakok fund sein Wort, sein Recht und seine Satzungen Israel. Noch keinem Volke hat er so gethan, hat ihnen seine Satzungen nicht offenbart. Ehre sei. 5. Ant. Schön bist du 2c. Kapitel. Von Anfang und vor aller Zeit bin ich geschaffen, und in Ewigfeit werde ich nicht aufhören, und in der heiligen Wohnung diente ich vor ihm. R. Gott sei Dank. F93 Hymnus. Ave, maris stella,* Dei mater alma* Atque semper virgo,* Felix coeli porta. Sumens illud Ave Gabrielis ore, Funda nos in pace,* Mutans Hevae nomen. Solve vincla reis,* Profer lumen caecis, * Mala nostra pelle,* Bona cuncta posce. Monstra te esse matrem, * Sumat per * Qui pro nobis natus,* Tulit te preces, esse tuus. Virgo singularis, Nos culpis solutos Inter omnes mitis, Mites fac et castos. * Vitam praesta puram,* Iter para tutum, * Ut videntes Jesum.* Semper collaetemur. Sit laus Deo Patri,* Summo Christo decus, Spiritui Sancto, Tribus honor unus. Amen. Ave, Stern der Meere,* Gottesmutter hehre, Allzeit Jungfrau, süße* Thür zum Paradieſe! Aus des Engels Munde* Ward die frohe Kunde;* Uns den Frieden spende,* Evas Namen wende. Lös' das Band der Sünden,* Bringe Licht den Blinden,* Unsern Uebeln wehre,* Jeglich Gut bescheere! * Dich als Mutter zeige; Und erhörend neige* Dir sich, der auf Erden* Kam, dein Sohn zu werden. Jungfrau, allzeit reine, Sanft und mild wie feine, Schuldlos laß auf Erden Sanft und keusch uns werden. 94 Woll' ein reines Leben, Sichern Pfad uns geben, Daß in Himmelshöhen Froh wir Jesum sehen. * * Lob sei Gott dem Vater,* Preis dem höchsten Sohne, Und dem Heil'gen Geiste: Jedent gleiche Ehre. Amen. V. Dignare me laudare te, Virgo sacrata. R. Da mihi virtucontra hostes tem tuos. Antiphon zum Sancta Maria,* succurre miseris, juva pusillanimes, refove Hebiles, ora pro populo, interveni pro clero, intercede pro devoto femineo sexu: sentiant omnes tuum juvamen, quicumque celebrant tuam sanctam festivitatem. Magnificat oder Magnificat anima mea Dominum, Et exsultavit spiritus meus* in Deo, salutari meo. V. Würdige mich, dich zu loben, heilige Jungfrau. R. Gib mir Kraft wider deine Feinde. Magnificat. Heilige Maria, foms me zu Hülfe den Glens den, stehe bei den Kleinmüthigen, tröste die Weinenden, bitte für das Volk, verwende dich für die Geistlich feit, lege Fürbitte ein für das gottverlobte Frauengeschlecht; laß Alle deine Hülfe ems pfinden, welche dein heiliges Fest feiern. Lobgefang Mariä. Hoch preiset meine Seele den Herrn, Und es frohlockt mein Geist in Gott, meinem Heilande. 13 ae: Quia respexit humilitatem ancillae su* ecce enim, ex hoc beatam me dicent omnes generationes. * Quia fecit mihi magna, qui potens est, et sanctum nomen ejus. Et misericordia ejus a progenie in progenies, timentibus eum. Fecit potentiam in brachio suo, * dispersit superbos mente cordis sui. 95 Deposuit potentes de sede, et exaltavit humiles. Esurientes implevit bonis, et divites dimisit inanes. Suscepit Israel puerum suum:* recordatus misericordiae suae. Sicut locutus est ad patres nostros,* Abraham et semini ejus in saecula. Gloria Patri. - Denn er hat anges fchen die Niedrigkeit seiner Magd: siehe, von nun an werden mich selig preifen alle Geschlechter. Denn Großes hat an mir gethan, der da mächtig und dessen Name heilig ist. Seine Barmherzigfeit waltet von Ge schlecht zu Geschlecht für oie, so ihn fürchten. Er übet Macht mit feinem Arme, zerstreuet, die da stolzen Herzens find. Die Gewaltigen stürzt er vom Throne und ers höhet die Niedrigen. Die Hungrigen er füllet er mit Gütern, die Reichen läßt er leer ausgehen. Er nimmt sich Israels an, feines Knechtes, eingedent feiner Barmherzigkeit. Wie er zu unseren Vätern gesprochen hat, zu Abraham und seinen Nachkommen auf ewig. Ehre sei. Antiphona. Magnificat etc. V. Dominus vobiscum. R. Et cum spiritu tuo. Oratio. Concede nos, famulos tuos, quaesumus, Domine Deus, perpetua mentis et corporis sanitate gaudere: et gloriosa beatae Mariae semper Virginis intercessione a praesenti liberari tristitia et aeterna perfrui laetitia. Per Dominum nostrum Jesum Christum. V. Dominus vobiseum. R. Et cum Spiritu tuo. V. Benedicamus Domino. R. Deo gratias. per V. Fidelium animae misericordiam Dei requiescant in pace. 96 - Ant. Hochpreiset meine Seele 2c. V. Der Herr sei mit euch. R. Und mit deinem Geiste. Gebet. Verleihe, daß wir, Deine Diener, o Herr und Gott, uns beständigen Wohlfeins an Leib und Seele erfreuen, und laß uns durch die glorreiche Fürsprache der feligsten, allzeit reinen Jungfrau Maria von der gegenwärtigen Trübsal befreit werden und die ewigen Freuden genießen. Durch Jesum Christum. V. Der Herr sei mit euch. R. Und mit deinem Geiste. V. Preisen wir den Herrn. R. Gott sei Dank. V. Die Seelen der Christgläubigen mögen durch die Barmherzigfeit Gottes ruhen im Frieden. R. Amen. Pater noster( secreto.) V. Dominus det nobis suam pacem. R. Et vitam aeternam. Amen. Alma Redemptoris Mater, quae pervia coeli, Porta manes et stella maris, succurre cadenti, Surgere qui curat populo: tu, quae genuisti, Die Marianischen Schlußantiphanen. 1. Von Advent bis Lichtmeh. Natura mirante, tuum sanctum Genitorem. Virgo prius ac posterius: Gabrielis ab ore Sumens illud Ave, peccatorum miserere, 97 V. Angelus Domini nuntiavit Mariae. R. Amen. Vater unser( still). V. Der Herr schenke uns seinen Frieden. R. Und das ewige Leben. Amen. Gütige Mutter des Herrn, du bist die Pforte des Himmels, Und das Meeresgestirn! Hilf deinem fin tenden Volke, Welches Erhebung begehrt; o hilf ihm, die du geboren, Wie die Natur mit Staunen geseh'n, den, der dich erschaffen. Jungfrau zuvor und hernach, aus Gabriels Munde Tönt dir der freudige Gruß; o schenk' uns Sündern Erbarmen! V. Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft. - R. Et concepit de Spiritu Sancto. Oremus. Gratiam tuam, quaesumus, Domine, mentibus nostris infunde: ut, qui, Angelo nuntiante, Christi Filii tui Incarnationem cognovimus, per Passionem ejus et Crucem ad resurrectionis gloriam perducamur: per eundem Christum Dominum nostrum. V. Post partum, Virgo, inviolata permansisti R. Amen. Von der ersten Weihnachts- Besper an bis Lichtmes wird au derselben Antiphon folgendes Gebet verrichtet: V. Nach der Geburt bist du, o Jungfrau, unbefleckt geblieben. R. Mutter Gottes, bitt' für uns. Laffet uns beten. O Gott, der Du des ewigen Heiles Gnadengabe durch die fruchts bare Jungfräulichkeit der seligsten Jungfrau Maria dem Menschens geschlechte verliehen haft: verleihe uns, wir R. Dei genitrix, intercede pro nobis. 98 Oremus. Deus, qui salutis aeternae, beatae Mariae virginitate foecunda humano generi praemia praestitisti: tribue, quaesumus, ut ipsam pro nobis intercedere sentianus, per quam R. Und sie empfing vom Heiligen Geiste. Lasset uns beten. Wir bitten Dich, o Herr, Duwollest Deine Gnade in unsere Herzen eingießen, damit wir, die wir durch die Botschaft des Engels Christi, Deis nes Sohnes, Menschwerdung erkannt haben, durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung geführt werden, durch denselben Christum, unsern Herrn. R. Amen. meruimus auctorem bitten Dich, daß wir ihre Fürsprache ers fahren mögen, durch die wir gewürdigt worden, den Urheber des Lebens zu empfangen, Jesum Christum, Deinen Sohn, unsern Herrn. R. Umen. vitae suscipere, Dominum nostrum Jesum Christum, Filium tuum. 99 R. Amen. 2. Von Lichtmeß bis Gründonnerstag. Ave, Regina coelorum,* Ave, Domina Angelorum.* Salve radix, salve porta,* Ex qua mundo lux est orta. Gaude, Virgo gloriosa, Super omnes speciosa:* Vale, o valde decora.* Et pro nobis Christum exora. V. Dignare me laudare te, Virgo sacrata. R. Da mihi virtutem contra hostes tuos. Oremus. Concede, misericors Deus, fragilitati nostrae praesidium: ut, qui sancAve, du Himmels tön gin,* Ave, der Engel Herrscherin,* Du Wurzel Jesses, Gnadenthor,* Aus dir ging uns das Licht hers vor.* Freu' dich, Jungs frau, reich an Ruhme, Außerles'ne, schönste Blume!* Heil dir, Heis lige, Schöngestalt'te, Christum bittend für uns walte. * V. Würdige mich, dich zu loben, heilige Jungfrau. R. Gib mir Kraft wider deine Feinde. Lasset uns beten. Barmherziger Gott, tomm unserer Schwachs heit zu Hülfe, auf daß tae Dei Genetricis wir durch die Fürbitte memoriam agimus, der heiligen Gottes inte cessionis ejus gebärerin, deren Geauxilio a nostris ini- dächtniß wir feiern, von quitatibus resurga- unseren Sünden aufmus. Per eundem erstehen mögen; durch Christum Dominum denselben Jesum Chriftum, unsern Herrn. R. Amen. nostrum. R. Amen. 100 3. Vom Charfamstagabend bis zum Dreifaltigkeitsfonntag. Regina coeli, laetare, Alleluja. Quia, quem meruisti portare, Alleluja. Resurrexit, sicut dixit, Alleluja. Oro pro nobis Deum, Alleluja. V. Gaude et laetare, Virgo Maria, Alleluja R. Quia surrexit Dominus vere, Alleluja. Oremus. Deus, qui per resurrectionem Filii tui Domini nostri Jesu Christi mundum laetificare dignatus es: praesta, quaesumus, ut per Himmelskönigin, dich freue, Alleluja. Denn du trugst, o Vielgetreue, Alleluja. Siegreich stand er auf vom Tod, Alleluja. Bitte mild für uns bei Gott, Alleluja. V. Freu' dich und frohlocke, Jungfrau Maria, Alleluja. R. Denn der Herr ist wahrhaft auferstanden, Alleluja. Lasset uns beten. O Gott, der Du durch die Auferstehung Deines Sohnes, unseres Herrn Jesu Christi, die Welt zu erfreuen Dich gewürdigt hast, wir 1 101 ejus Genitricem Virginem Mariam perpetuae capiamus gaudia vitae. Per eundem Christum Dominum nostrum. Salve Regina, Mater misericordiae, vita, dulcedo et spes nostra, salve! Ad te clamamus exsules fihi Hevae, ad te suspiramus gementes et flentes in hac lacrymarum valle. Eja ergo, advocata nostra, illos tuos misericordes oculos ad nos converte: et Jesum, benedictum fructum ventris tui, nobis post hoc exsilium ostende. O clemens, o pia, o dulcis Virgo Maria! - R. Amen. 4. Vom Dreifaltigkeitsfonntag bis zum Samstag vor dem ersten Adventssonntag. V. Ora pro nobis, sancta Dei Genitrix. bitten Dich, verleihe uns, daß wir durch feine Mutter, die Jungfrau Maria, die Freud.n des ewigen Lebens erlangen. Durch denselben Christus unsern Herrn. R. Amen. Sei gegrüßt, o Königin, Mutter der Barmherzigkeit, du, unser Leben, Süßigkeit, unsere Hoffnung, sei gegrüßt! Zu dir rufen wir elende Kinder Evas, zu dir seufzen wir Trauernde und Weinende in diesem Thale der Zähren. Eja, unsere Fürspreche rin, wende deine barmherzigen Augen zu uns, und nach diesem Elende zeige uns Jesum, die gebenedeite Frucht deines Leibes. O gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria! V. Bitte für uns, o heil. Gottesgebärerin. 102- R. Ut digni effici- R. Auf daß wir würamur promissionibus dig werden der Verheißungen Christi. Christi, Lasset uns beten. Allmächtiger, ewiger Gott, der Du den Leib und die Seele der glorreichen Jungfrau und Mutter Maria durch Mitwirkung des Heiligen Geistes zu e ner würdigen Wohnung Deines Sohnes bereitet hast, gib, daß wir, die wir uns ihres Gedächts nifs erfreuen, durch ihre Fürbitte vor den drohenden Uebeln und dem ewigen Tode be wahrt werden; durch denselben Christum unsern Herrn. R. Amen. Oremus. Omnipotens, sempiterne Deus, qui gloriosae Virginis Matris Mariae corpus et animam, ut dignum Filii tui habitaculum effici mereretur, Spiritu Sancto cooperante, praeparasti: da, ut, cujus commemoratione laetamur, ejus pia intercessione ab instantibus malis et a morte perpetua liberemur. Per eundem Christum Dominum nostrum. R. Amen. V. Divinum auxilium maneat semper nobiscum. R. Amen. V. Die göttliche Hülfe bleibe bei uns allezeit. R. Amen. Zweiter Ohril. Der Ehrenmonat Dariens. Vorbemerkung. Per Zweck und die Frucht aller MaiAndachten soll darin bestehen, daß die seligste Himmelskönigin Maria immer besser erkannt und das gläubige Volk immer mehr in seinem Vertrauen auf die Macht der Fürbitte dieser mächtigen und gütigen Spenderin der Gnadenschäße Gottes bestärkt werde. Dieses Ziel kann in zweifacher Weise erreicht werden: Erstens durch die Schilderung der Herrlichkeiten und Gnadenvorzüge der Gottesgebärerin, sodann durch die Darstellung der Macht und Güte, die die Mutter Gottes zum - 104 - Heile der Menschheit stets bethätigt hat und immer noch bethätigt. Thatsachen beweisen", und deshalb wird das erwähnte Ziel wohl nicht besser erreicht, als durch die anschauliche Erzählung der Gnadenerweise, mit denen Maria jene beLohnt und erfreut, die vertrauensvoll ihre Zuflucht zu ihr nehmen. ,, Worte bewegen, Beispiele reißen hin", sagt ein bekanntes Wort, und dieses Mittel wollen wir gebrauchen, indem wir, schöpfend aus dem reichen Schatze der wunderbaren Gnadenwirkungen der Andacht zu Maria, auf jeden Tag des Monats vertheilt, Beispiele zur Erwägung und Beherzigung hinstellen, die mit beredtem Munde Maria als die ,, mater admirabilis", als die wunderbare Mütter verkünden, die Hauptarten ihrer Berehrung zur anschaulichen Darstellung bringen und zur Nacheiferung bewegen sollen. 1. Tag. ,, Mariam invoca et ama usque in finem et salvus eris." ,, María rufe an und liebe bis zum Tode und du wirst selig werden." Der berühmte Missionär der Gesellschaft Jesu, der unvergeßliche P. Roh, der in zahl - 105 1 11 losen Städten Deutschlands gepredigt, war ein kindlicher Verehrer der Himmelskönigin. In seinen Predigten war er ein Lobesherold dieser gebenedeiten Jungfrau, in seinen Erholungsstunden sprach er von ihr mit der zärtlichsten Innigkeit. Einige Zeit vor seinem Tode äußerte er einem seiner Freunde gegenüber: Denken Sie, jetzt bin ich schon über 60 Jahre alt und doch brauche ich noch täglich eine Mutter, ohne sie könnte ich gar nicht leben." In seinem Notizbüchlein hatte er mit besonderer Sorgfalt alle die Ereignisse seines Lebens angemerkt, die sich an Marienfeste knüpften. So fanden sich auf dem Titelblatte in farbiger und kalligraphischer Ausführung die Angaben: ,, 14. August am Vorabende des Festes Mariä Himmelfahrt als Marienkind geboren, legte ich am 8. Dezember, dem Feste der unbefleckten Empfängniß, die Gelübde ab, 1840 am Feste Mariä vom Berge Karmel wurde ich zum Subdiakon, am Feste Mariä Namen zum Diafon, 19. September an einem Samstage zum Priester geweiht, am Altare der seligsten Jungfrau fand die Feier meiner Primiz statt; 1847, 15. August, Mariä Himmelfahrt, legte ich die feierlichen Gelübde ab." Nebenan prangte die Inschrift:„ Mariam invoca et ama usque in finem et salvus eris," d. h. Maria rufe an und liebe bis zum Tode und du wirst selig werden. Er ist diesem Marien- Büchlein. 8 1 106 Wahlspruche treu geblieben. Mit Vorliebe hielt er auf den Missionen die Predigt über die Marienverehrung, und wie gern sang und hörte er Marienlieder! Meistentheils war schon bei der ersten Strophe sein großes, seelenvolles Auge, das dann mit innigem Ausdruck an dem Muttergottesbilde hing, mit Thränen gefüllt. Die gütige Himmelsmutter belohnte aber auch ihrerseits die innige Liebe ihres Verehrers mit zahllosen Gnaden, die sie seiner Seele spendete, aber auch mit wunderbarem Schuße in großen Gefahren. Auf einem Schnellzuge kehrte er von der Mission von Hochheim im Naussau'schen zurück. Es war der 23. Mai 1853, und P. Roh betete eben die Vesper des folgendes Tages ( es feiert da die Kirche das Fest Mariä, Helferin der Christen). Soeben betete er die Antiphon beim Magnificat: Sehet, Maria war unsere Hoffnung, zu ihr flüchteten wir um Hülfe, damit sie uns befreiet und sie kam zu unserm Beistande,"- da, ein furchtbarer Schlag, ein gewaltiger Ruck, Jammergeschrei tönte von allen Seiten her der Schnellzug war entgleist, manche wurden verwundet, manche gequetscht, einer blieb todt, P. Roh blieb unverletzt und konnte den Verunglückten zu Hülfe eilen. Der Marienmonat Mai war sein Sterbemonat. Am 17. Mai 1872 hauchte der treue Marienverehrer seine Seele th - 107 sanft und ruhig aus., Mariam invoca et ama usque in finem, et salvus eris," Maria liebe und rufe bis zu deinem Ende beharrlich an, und du wirst selig werden, sei auch dein Wahlspruch, er führt zu einem glücklichen Leben, einem seligen Sterben und einer ewigen Vereinigung mit Gott und Maria im Himmel. ( Eichsfld. Vits.-BI. Nr. 18. 1883.) 2. Tag. Von der Maiandacht. Ein Lehrer erzählt im ,, Katholischen Missionsblatt" folgendes wunderbare Begebniß: 11 Es war im Mai 1870, noch in den Tagen meiner Kindheit. Mein Bruder Hermann und ich hatten in unserm Schlafzimmer ein MaiAltärchen zusammengestellt und verrichteten jeden Abend, bevor wir uns zur Ruhe begaben, vor demselben zur heiligen Mutter Gottes das Achöne Gebetchen Unter deinen Schuß und Schirm zc.', welches wir in der Schule gelernt hatten. Am Abend des 12. Mai - ich weiß es noch so genau, als wenn es gestern geschehen wäre- beteten wir, weil eine unerklärliche Angst unsere jungen Herzen drückte, noch frömmer und inniger als sonst zu Maria, der mächtigen und liebevollen Helferin der Christen. Dann bestiegen wir unser Lager und schliefen bald ein. Mitten 8+ 108 in der Nacht wurden wir durch ein eigenthümliches Geräusch aus dem Schlafe geweckt. Erschrocken fuhren wir auf und fanden, daß unsere Bettdecke mit hohem Staub und allerlei Unrath bedeckt war. Laut riefen wir nach unsern Eltern, die im Nebenzimmer schliefen. Als diese mit einem Lichte gekommen, sahen wir, daß über unserm Bette die Zimmerdecke herabgefallen war, und, o wie wunderbar! große, zentnerschwere Kalt- und Lehmstücke rings um uns herum lagen. Durch den Schutz der seligsten Jungfrau waren wir verschont geblieben und dem fast sicheren Tode entD. Grimm. ronnen." Aus diesem gewiß merkwürdigen Ereigniß fönnen wir drei nüßliche Lehren ziehen: Zuerst ist es eine lösliche Christenfitte, im Monat Mai sich einen Marienaltar im eigenen Hause zu errichten, auf ihm einigen Blumenschmuck zu unterhalten und etwa auch ein Lämpchen brennen zu lassen. Vor demſelben verrichtet man sein Morgen- und Abendgebet und stattet der seligsten Jungfrau jeden Tag einen andächtigen Besuch ab. Unsern lieben Heiland Jesus Christus können wir im heiligsten Altarssakrament finden und besuchen; die Person der heiligen Mutter Gottes aber besitzen wir nicht auf Erden und müssen ihr vor ihren Bildern im Geiste unsere Be - 109 suche abstatten. Es ist dieses eine Uebung, welche von den frömmsten Seelen mit Pünktlichkeit vorgenommen wird. Dann sollen wir es ja nicht unterlassen, täglich ein frommes Morgen- und Abendgebet zu verrichten. Wie manches Unglück wäre bei Tage oder der Nacht nicht geschehen, wenn die davon Betroffenen sich Morgens oder Abends dem Schutze des Himmels anempfohlen hätten! Wie oft hingegen wurde Unheil des Leibes und der Seele durch ein gutes Morgen- oder Abendgebet abgewandt! Eignen wir uns daher die Gewohnheit an, sowohl beim Aufstehen als beim Schlafengehen knieend ein herzinniges Gebet zu verrichten und dadurch den Segen Gottes und seiner heiligen Mutter über uns herabzuflehen. Unterschätzen und verachten wir nicht die inneren Regungen und Gefühle der Freude oder der Trauer, der Hoffnung oder der Angst, des Verlangens oder des Widerwillens, die unser Gemüth zuweilen in unerklärlicher Weise überkommen. Namentlich wenn es sich um die Verrichtung eines guten Werkes oder die Flucht einer Sünde handelt, liegt die Möglichkeit nahe, daß uns Gott eine Gnade zugeschickt hat, mit der wir mitzuwirken, oder daß unser Schußengel uns gemahnt, auf welchen wir zu hören haben. Ohne thörichtem Aberglauben zu verfallen, hüten wir uns vor of - 110 einer glaubenslosen, rein natürlichen Auffassung unserer irdischen Erlebnisse. Die natürliche und die übernatürliche Welt stehen zu einander in ununterbrochener Wechselbeziehung, und sowohl durch gute als böse Mächte wird unser Lebenslauf unsichtbar beeinflußt. In dieser dreifachen Weise denken und handeln wir stets als gläubige Christen, besonders verdienen wir durch Vertrauen und fromme Andachtsübungen uns den Schutz der heiligen Mutter Gottes, und es wird an uns das tiefweise Wort der heiligen Schrift sich bewahrheiten: Denen, die Gott lieben, gereicht Alles zum Besten. Dieses Glückes theilhaftig zu werden, beten wir drei Ave. 3. Tag. Die Macht des vereinigten BosenkranzGebetes. Wie oft hat man doch bereits der heiligen Kirche und dem Papstthum den Untergang prophezeit, ja selbst das Grabeslied gesungen! Doch eitler Wahn; das Papstthum ist noch nicht gestorben. Von den steinigen Abhängen der Apenninen bis zu den rauhen Bergrücken des Himalaya, von den reizenden Städten Liguriens am Meere bis zum Kaiserreiche - 111 von Brasilien, von den einsamsten Schlössern auf den freien Hügeln der Schweiz und Belgiens bis zu den niedrigsten, von dichten Wäldern umgebenen und mit einem Schleier ewigen Nebels bedeckten Hüttchen in den Thälern von Irland und Schottland, von Rom bis Manilla, von Lima bis Berlin ift ein Loblied erklungen, ein gewaltiger Gefang angestimmt, ein lauter Ton von 260 Millionen Stimmen vernommen, von Stimmen, die nur einen einzigen Selang, eine einzige Harmonie, eine und dieselbe Sprache bildeten. Es ist der Preis- und Lobgesang des Grußes an die Königin des Weltalls, welcher den ganzen Monat Oktober hindurch auf den Lippen von Millionen und Millionen Kindern der katholischen Kirche ertönt ist. Es ist der zärtliche Liebesgesang zur heiligen Jungfrau der ewigen Liebe, der Hymnus der Benedeiung und Seligpreisung auf die Gebenedeite unter den Weibern, auf die Mutter der Sünder, auf die unvergleichliche und erhabene Gottesmutter. Es ist der Rosenkranz Mariens, der von himmlischer, keineswegs menschlicher Dichtkunst und Abstammung zeugt, der die Himmel erfreut und die Erdenpilger mit Hoffnungen erfüllt. Wer aber ist doch jener Mann, der die Macht und Kraft besigt, dem Willen und dem Herzen so vieler Millionen Personen zu 112 — gebieten? Es ist ein 86 jähriger Greis, der schwächlichen Körpers und seiner königlichen Besigungen und Herrschaften, aber auch der sonst so gefürchteten Macht der übrigen Könige und Fürsten beraubt ist, ein Mann, der eingeschlossen im Vatikan, unter Teufzen und Beten die Stunde der Barmherzigkeit Gottes erwartend, seine Vaterstimme erhoben hat. Und jene Stimme, die aus den Wunden Christi, dessen Stellvertreter er ist, eine übermenschliche Kraft schöpft, hat Freunde und Feinde des Papstthums derartig aufgerüttelt, daß die Anhänger Luthers, Voltaires und Rousseaus, obgleich ihre Lippen vor Wuth zitterten, dennoch durch ihr Stillschweigen haben bekennen müssen, daß das Papstthum noch nicht gestorben und ebenso wenig die katholische Kirche vernichtet ſei. Es ist wahr, daß man zur Befriedigung des Neides und der Verachtung sich vielfach damit begnügte, nur ein Gebell und Hohnlächeln über diese einzige dem Papste noch gebliebene Waffe, wie die des Rosenkranzes ist, zu erheben. Wir haben das gelesen. Aber wir lesen auch in der Geschichte, daß einst zwei mächtige Fürsten, der stolze Graf Raimund von Toulouse und König Jakob von Aragonien ein ähnliches Lächeln der Verachtung und des Hohnes gegen den milden und friedfertigen Papst Innocenz III. und seinen 1 113 Kreuzzug erhoben haben, als sie an der Spitze von hunderttausend wuthschnaubenden und gottesräuberischen Albigensern das letzte Bollwerk der Kreuzfahrer, nämlich die von der Garonne bespülte Festung Müret, in die jene eingeschlossen waren, belagerten. Aber in der Kirche der Cisterzienser zu Müret befand sich damals der große Apostel seiner Zeit, der erste Prediger des Rosenkranzes, der Mann Gottes Dominikus Guzman. An jenem denkwürdigen Tage, dem 12. September 1213 betete St. Dominikus im Verein mit den Kindern, Greisen und Weibern den Rosenkranz, und mit welch einem Erfolg! Er erlangte mit dem tapfersten Kreuzfahrer, dem wackersten Ritter seiner Zeit, dem ersten Tertiarier der Dominikaner, mit dem edlen Grafen Simon von Montfort jenen berühmten Triumph, den er mit tausend katholischen Rittern über hunderttausend Häretiker davontrug. An einem einzigen Tage wurde der albigensischen Schlange das Haupt abgeschlagen, dem excommunizirten Raimund sein Fürstenthum genommen, während der hartnäckige und verstockte König von Aragonien auf schmachvolle Weise sein Leben verlor. Seit jenem Tage verlachten die Albigenser nicht mehr den Papst, nicht mehr den Rosenkranz. Es lachte ferner mit cynischem Sarkasmus über den Papst und den Kreuzzug des Rosen 11 - 114 franzes der wilde und grausame Selim, als er an der Spitze eines furchtbaren und durch die errungenen Siege übermüthig gewordenen Türkenheeres sich anschickte, in Europa einzudringen, dasselbe in seiner ganzen Ausdehnung zu überschwemmen und dem schändlichen Gesche Muhameds zu unterziehen. Aber der Papst jener Zeit war ein würdiger Sohn des heiligen Dominikus, nämlich der heilige Pius V. Er greift nach der unscheinbaren Waffe des heiligen Rosenkranzes. Er betet denselben mit aller Inbrunst des Herzens und des Geistes, wie nur immer ein Heiliger beten kann, und läßt denselben von allen Bruderschaften in der heiligen Stadt Rom und in den übrigen christlichen Städten beten und erlangte am ersten Sonntage des Oftobers 1571 jenen denkwürdigen Sieg bei Lepanto, einen Sieg, der ganz Europa den Glauben und die christliche Civilisation vor dem barbarischen Joche des Halbmondes rettete. Und das einstige Hohnlächeln über Papst und Rosenkranz wurde durch das furchtbare Schwert eines Marcus Antonius Colonna und eines Johannes von Oesterreich den muhamedanischen Feinden verleidet. Es lachte nochmals mit satanischem Hohngelächter über Papst und Rosenkranz der Großvezier Kara Mustapha, als er an der Spize von dreimalhunderttausend Türken und - 115 mit furchtbaren Artilleriegeschützen alle Städte, die sich seinem Durchmarsch entgegen stellten, niederkämpfte und mit der Absicht, nach Rom zu ziehen und die Kirche des heiligen Petrus zu einer Waffenstätte Muhameds umzuwandeln, das Bollwerk der Christenheit, das katholische Wien, belagerte und stürmte. Aber der Papst jener Zeit war der große und hochherzige Innocenz XI., welcher den Kreuzzüg des Rosenkranzes und der heiligen Jungfrau Maria verkündet hatte. Und jene Rosenkränze erwirften dem König Johannes Sobieski von Polen jenen glorreichen Triumph über die Türken am 12. September 1683, dessen Gedächtniß die katholische Christenheit mit Dank gegen Gott, den Geber aller guten Gaben, gefeiert hat. Seit jenem Tage aber lachten die Feinde des christlichen Namens nicht mehr über den Papst und den Rosenkranz. Diejenigen, welche heut zu Tage den Papst und den Rosenkranz verlachen, sind nicht mehr die Türken und die Albigenser, es sind solche, welche sich noch Christen nennen, es sind entartete Stinder der Kirche Christi. Sie setzen uns überall ihre modernen Gößen und Helden entgegen. Wir kennen diese Helden wohl und wissen sie auch zu schätzen, indeß sind sie Helden ohne Gott, ohne Glauben, nur zu oft Helden, die von persönlichem Interesse und von den niedrigen Arten des Ehrgeizes geleitet werden. - 116 - Wie dem auch immer sein mag, so viel steht feft, wenn sich heut zu Tage die Riesengestalten unserer christlichen Helden, ein Graf von Montfort, ein Marcus Antonius Colonna, ein Johannes Corino, ein Eugenius von Savoyen, ein Johannes von Desterreich, ein Johannes Sobieski und tausend Andere aus ihren marmornen Monumenten erheben würden, in denen sie den Frieden der Jahrhunderte schlafen, sie würden sich nicht schämen, sich den modernen Helden ohne Glauben und ohne Gott vorzustellen und ihnen jene Hand zu zeigen, welche am Tage der Kämpfe das siegreiche Schwert geschwungen und am Abend vorher die Körnchen der Ave Maria am Rosenfranze berührt hatte. Der Rosenkranz ist nicht blos die Waffe für die Niedrigstehenden, für die Ungebildeten und Bauern, nein, er bildet das wesentliche Gebet der heiligen Kirche; er ist der Schild der christlichen Seelen, welche in dem Kriegsdienste dieses sterblichen Lebens kämpfen; er ist das Zeichen des Glaubens an Christus und seine jungfräuliche Mutter. Der Rosen franz ist das Gebet aller Völker, welche sich ehrfurchtsvoll niederwerfen, um ihren Erlöser und die Miterlöserin des menschlichen Geschlechtes, wie die heiligen Väter mit Recht die heiligste Jungfrau preisen, mit einem Lobgefang zu feiern. - 117 Bei den übrigen Gebetsarten sammelt sich der Mensch für sich in der Betrachtung seines Elendes als ein winziges Wesen vor dem unendlichen Wesen; er bekennt sein Nichts und setzt mit dem Vertrauen eines Kindes, das sich zu dem besten Vater wendet, Gott seine Bedürfnisse auseinander. Aber bei dem Rosenkranzgebete sind es ganze Städte, find es durch Sprachen, Abstammung. Farbe, Sitten und Gebräuche, unterschiedene Volksmassen, welche in einer vollkommenen Uebereinstimmung, in ein und derselben Gesinnung der Liebe in einem vielstimmigen, harmonischen Gesange sich zu der Gebenedeiten unter den Müttern, zur Jungfrau der Gnaden, zur Mutter der Sünder wenden. Das Rosenkranzgebet ist der Gesang der Jungfräulichfeit, ist die Lobeshymne eines Erzengels, die von einem Chore von wenigstens 260 Millionen Stimmen wiederholt wird. Dieses Gepräge der Allgemeinheit, welches auch der Rosenkranz besitzt, dieses ihm eigenthümliche Merkmal, das kosmopolitische, nämlich das allgemeine Gebet der Welt zu sein, hat sich mit neuer Pracht und großem Glanze vor den Augen derjenigen entfaltet, welche im verflossenen Monat October kamen, um das noch nicht vollendete Heiligthum des Rosenfranzes in dem Thale von Pompeji zu besuchen. In den Gedanken, in den Herzen 118 - und auf den Lippen Aller, welche erschienen, herrschten nur zwei Jdeen, lebten nur zwei Gefühle, erklangen nur zwei Worte: nämlich Ehrenbezeigungen an Leo XIII., den neuen Bannerträger des heiligen Rosenkranzes für die Welt, und der Ruhm, die Glorie und Verherrlichung für die Königin der Siege. Bildet ja doch dieses Zweifache gerade zwei wesentliche Bestandtheile in der heiligen katholischen Kirche: Liebe und Ehrfurcht zum Papst, Liebe und Ehrfurcht gegen die heilige Jungfrau Maria. Wo diese zwei Pfeiler fehlen, kann von einem Ratholicismus, überhaupt von einem rechten Christenthum, keine Rede mehr sein.( Unth.-Bl. d. Eichsf.- VI. Nr. 2. 1884.) 4. Tag. Die Rosenkranzkönigin hilft! Der hochwürdigste Bischof Herr Pichon, apostolischer Vikar von Süd- Su- Tschuen erzählt in einem Briefe vom 15. August 1863, den er an den Direktor des Werkes der heiligen Kindheit" richtete, unter anderm ungefähr Folgendes: — Revolutionäre wahre wilde Bestien" wie er sie nennt verwüsteten das ganze Land. Sie hatten bereits zum Wenigsten dreihundert Neubekehrte gefangen genommen - 119 oder getödtet. Nicht destoweniger müssen wir Gott von ganzem Herzen Dank sagen für seine große Barmherzigkeit gegen uns. Ich will Ihnen nur ein Ereigniß erzählen, dem selbst die Heiden ihre Bewunderung nicht versagen können. Die Rebellen hatten eine fast ganz christliche Stadt von zehntausend Seelen erobert; aber alle ihre Einwohner hatten mit Gottes Hülfe theils vor, theils nach der Ankunft der Banditen die Stadt verlassen und durch die Flucht sich retten können. Nur eine arme gelähmte Frau, welche unmöglich hatte fortgeschafft werden können, blieb zurück und fiel in die Hände der Barbaren. Sie sette ihr ganzes Vertrauen nächst Gott auf die allerseligste Jungfrau und betete in dieser besonderen Art von Todeskampf fast ununterbrochen während zwei Monate den Rosenkranz. So lange brauchten die Barbaren zur Verwüstung und Plünderung der Stadt. Was geschah nun aber mit unserer franken Frau? Die Bösewichte fügten ihr nicht das geringste Unheil zu; wohl aber verstanden sie sich dazu, sie zu ernähren, ihr Kleidung und alles Nothwendige zu verschaffen. Endlich nach zwei Monaten wurde diese Gegend von der chinesischen Plage befreit, und ein Enkel dieser Frau hatte nach der Rückkehr nichts Eiligeres zu thun, als deren Wohnung zu besuchen. Er dachte nicht im Geringsten daran, sie noch 120 unter den Lebenden zu finden, und war deßhalb nicht wenig erstaunt, als er sie wohlbehalten wiedersah. Ihre Angehörigen hatten vom Bischofe schon ein Seelenamt für sie halten lassen, und in der Freude des Wiedersehens waren sie gern bereit, alle ihre Wünsche zu erfüllen. Sie aber erbat sich nur die Erlaubniß nebst den nöthigen Mitteln zu einer Reise von achtzehn Meilen, die über einen sehr gefahrvollen Fluß führte. Die furchtbaren Ereignisse der letzten langen Wochen und die Freude des ganz unverhofften Wiedersehens hatten die schwachen Kräfte der armen alten Matrone zu sehr in Anspruch genommen; sie fühlte ihr lettes Stündlein nahen und wünschte deshalb, da die Geistlichen noch nicht zurückgekehrt waren, in der ruhigen Bischofsstadt durch den Empfang der heiligen Sterbesakramente ihre Rechnung mit Gott, dem Herrn über Leben und Tod, vollständig in Ordnung zu bringen. Während nun ihre Angehörigen diesen letzten Wunsch mit Freuden zu erfüllen sich anschickten, war schon ein Geistlicher wieder zurückgekehrt. Seine ersten Schritte lenkte er zum Hause der wunderbar geretteten Kranken, welche er mit dem Troste der Kirche versah und in ein glücklicheres Jenseits hinüberleitete. ( Mar. Psalt. 4. Hft. 1881.) 121 - 5. Tag. Trage stets beinen Bosenkranz bei dir. Im Jahre 1808 am 2. Mai brach in ganz Spanien ein schrecklicher Aufruhr gegen die Franzosen aus, welche dieses Land erobert hatten. Schonungslos wurden sie, besonders in der Stadt Madrid, hingemordet. Unter ihnen befand sich damals auch ein Arzt, von Klaubry mit Namen, der, ein eifriger Diener Mariä, gerade an diesem Tage zu Ehren der allerfeligsten Jungfrau in einer ihr geweihten Kapelle die heilige Communion empfangen hatte und hierauf auf seinen Posten sich verfügte. Auf dem Wege wurde er plötzlich von einem wüthenden Haufen, der ihn als französischen Offizier erkannte, angegriffen. Schon zuckten sie ihre Schwerter, um ihn niederzustoßen. In dieser äußersten Gefahr stellte er sich unter den Schutz Jesu und Mariä, und da er hörte, wie die Wütheriche die Franzosen als Gottesschänder und gottlose Ungläubige bezeichneten- wie denn auch viele solche unter ihnen waren da leuchtete ihm plößlich ein rettender Gedanke. - 11 Nein," rief er den Wüthenden zu, ich bin kein Ungläubiger, hier sehet den Beweis!" Bei diesen Worten zog er den Rosenkranz aus der Tasche, den er immer bei sich Marien- Büchlein. 9' - 122 trug, und an welchem eine silberne, von Papst Pius VII. geweihte Medaille hing. Kaum hatten die Spanier den Rosenkranz erblickt, als sie die Schwerter senkten. Einige jedoch waren noch nicht befriedigt, aber da trat ein Mann in ihre Mitte, der wie von Gott gesandt kam, um den Verehrer Mariens zu retten. Es war der Meßner der Kapelle, in welcher der Arzt in der Frühe seine Andacht verrichtet hatte. ,, Thuet dem Manne nichts zu Leide, meine Freunde," sprach er; denn ich selbst habe ihn gesehen, wie er heute der Mutter Gottes zu Ehren die heilige Communion empfing." Kaum hatte der Meßner gesprochen, da überhäuften die kurz zuvor noch so erzürnten Spanier den Arzt mit ihren Liebkosungen, nahmen den Rosenkranz, küßten ihn ehrfurchtsvoll und reichten ihn auch dem Arzte zum Kusse, der ihn mit der innigsten Liebe und Dankbarkeit gegen Maria an seine Lippen drückte. Sie geleiteten ihn nun durch die Straßen in ein sicheres Haus, wo er vor aller Gefahr geschützt war. Als der Arzt nach Frankreich zurückkehrte, erzählte er überall von dem wunderbaren Schuß, den ihm die Königin des heiligen Rosenkranzes hatte angedeihen lassen, und wohnte mit dem herzlichsten Dankgefühle einer neuntägigen Andacht zu Ehren der seligsten 123 Jungfrau bei, welche in einer der Kirchen von Versailles zum Andenken an seine wunderbare Rettung feierlich gehalten wurde. ( Mar. Psalt. 3. Hft. 1882.) 6. Tag. Der Soldaten liebstes Gebetbuch. In den Monaten September und Oktober des Kriegsjahres( 1870) herrschte unter den deutschen Soldaten, welche sich in Frankreich befanden, eine erschreckend große Sterblichkeit. In Folge der äußerst ungünstigen Witterung, sowie der großen Strapazen und des fortwährenden Aufenthalts im Freien hatten sich ansteckende Krankheiten, namentlich Ruhr und Typhus, eingestellt, und richteten nun in den Reihen der deutschen Soldaten größeren Schaden an, als die feindlichen Kugeln in den kurz vorher geschlagenen blutigen Schlachten. Die stärksten und kräftigsten jungen Männer_fielen diesen schrecklichen Krankheiten zum Opfer, und wer einmal davon befallen wurde, war oft schon nach wenigen Tagen eine Leiche. Ein großer Theil unserer hessischen Division hatte zu dieser Zeit das kleine Städtchen Gorze bei Mezz besetzt, und alle größeren Gebäulichkeiten waren daselbst mit Stranken und Verwundeten angefüllt. Obwohl Alles 9* - 124 geschah, was menschliche Hülfe unter den damaligen Umständen leisten konnte, so wurden doch nur die wenigsten der Kranken gerettet. Täglich starben in dem kleinen Städtchen ca. 25-30 deutsche Soldaten und wurden außerhalb der Stadt in großen Gruben, welche 400-500 Leichen fassen konnten, begraben. Es war dieses eine sehr traurige Zeit, wo Jeder ernste Todesgedanken hatte. Niemals werde ich vergessen, wie jeden Tag am frühen Morgen zwei große Bauernwagen durch die Straßen des Städtchens fuhren, an jedem Hause, in welchem Kranke lagen, anhielten, und die Todten ohne Sarg und Kleidung, nur in ein Betttuch gehüllt, aufluden und hinaus an jene Grube fuhren, wo der Geistliche über Alle die üblichen Grabgebete sprach. Doch obwohl damals das Elend so groß war, wie es größer und schrecklicher gar nicht gedacht werden kann, so war diese Zeit auch nicht arm an erhebenden Augenblicken, und Jeder, der diese, in langen Reihen daliegenden franken oder verwundeten Soldaten besuchte, mußte sich an deren Geduld und Frömmigkeit erbauen. Die Nähe des Todes hatte Alle ernst gestimmt, denn oft in wenigen Tagen war ein ganzer Krankensaal ausgestorben und wieder mit neuen Franken gefüllt worden, die ununterbrochen ankamen. Ihr könnt euch denken, daß bei dieser großen Masse von - 125 - Sterbenden von einer langen Vorbereitung keine Rede war, und doch sind die meisten frömmer und besser vorbereitet gestorben, als wenn sie zu Hause krank gelegen hätten. Der Eifer jedes Einzelnen ergänzte, was der Mangel an Zeit und priesterlicher Hülfe wegnahm. Ein Gebetbuch war es, was fast alle Kranken Tag und Nacht in den Händen hielten, und worin sie mit einer Andacht und einem Eifer beteten, der bis zu Thränen rühren konnte; ein Gebetbuch, welches so leicht zu haben, und woraus so leicht zu beten ist. Und dieses Gebetbuch war nichts Anderes, als der Rosenkranz. Jeder Soldat verlangte nach demselben, und wie er es in gesunden Tagen neben seinen übrigen Ausrüstungsgegenständen im Tornister trug, so nahm er es mit auf das Krankenbett und es war auch das Einzige, was man ihm mit in das Grab gab, da ja die Meisten starben, indem sie den Rosenkranz fest in den Händen hielten. ( Erzählt v. Det. Sickinger in seiner Schrift: ,, Marien- Feste", S. 207.) 7. Tag. Trage stets bein Skapulier. Als in einer Erziehungsanstalt ein Jefnitenpater( P. Leblenc) des Abends die Schlafsäle musterte, fand er einen Knaben vor seinem - 126 Bette fnieen. Auf die Frage, warum er noch nicht zu Bette gegangen sei, erwiderte der Kleine: Ich habe dem Pförtner mein Stapulier zum Nähen gegeben, und ich habe es noch nicht bekommen; ich wage es nicht, schlafen zu gehen, aus Furcht, ohne mein Skapulier zu sterben." Fürchte dich nicht, mein Freund," sagte der Pater, man wird es dir morgen geben, geh' nur zu Bett und schlafe ruhig." Mein Vater, ich kann nicht schlafen gehen, ich werde vielleicht noch in dieser Nacht sterben;" dabei brach das gute Kind in helle Thränen aus. Dadurch bewogen, geht der fromme Pater zum Pförtner und bringt dem lieben Kleinen sein Skapulier. Das Kind war nun froh und beruhigt, küßt es innig und schläft ein. Am folgenden Morgen sieht der Pater, daß der Kleine noch nicht aufgeſtanden sei. Er ruft ihm,- keine Antwort. Er nimmt ihn bei der Hand,- diese ist kalt und starr. Das gute Kind war in der Nacht gestorben, es hatte das Skapulier geküßt, bis es eingeschlafen und hielt es noch auf die lächelnden Lippen gedrückt. Nehmen auch wir diese fromme Gewohnheit an, vor dem Schlafengehen das heilige Skapulier andächtig zu füssen und Maria um die Gnade zu bitten, es auch im Tode zu tragen. Legen wir es nie ab es müßte denn nothwendig sein- 127- denn es ist ein unendlicher Vortheil damit verbunden; haben wir ja dadurch als Diener Mariä ein besonderes Anrecht auf ihren Schutz und Beistand. ( Mt. Roj. 2. Hft. 1883.) 8. Tag. Bekehrung durch das heilige Skapulier. Die Umstände, unter denen sich ein berühmter amerikanischer General während des Krieges zwischen den Nord- und Südstaaten sammt seiner Gemahlin zum Katholicismus bekehrte, find so merkwürdig und weisen so deutlich darauf hin, daß sie diese unschäßbare Gnade der lieben Mutter Gottes verdanken, daß sie zur größeren Ehre Gottes und der allerseligsten Jungfrau Maria verdienen, Allen, die noch nicht davon gehört oder gelesen haben, bekannt zu werden. Während nämlich die Kanonen von hüben und drüben erdröhnten und man durch das Gewehrfeuer hindurch die Schmerzensrufe der Verwundeten und Sterbenden hörte, wurde ein von einer Kugel getroffener Soldat zum General geführt. Dieser überzeugte sich, daß eine Kugel das Herz dieses Soldaten getroffen, aber, ohne ihn zu tödten, oder auch nur zu verwunden durch ein von dem Soldaten in frommer Gesinnung 128 getragenes Skapulier, dieses ehrwürdige Kleid guter Marienkinder, war unschädlich gemacht worden. Anders als durch ein Wunder, konnte sich nämlich der General die Sache nicht erklären, und als der Soldat ihm vom heiligen Skapulier mehr erzählte, knüpfte die Gottesmutter daran die Gnade der Bekehrung, so daß der liebe Gott auf Mariens Fürbitte den Verstand des bis dahin eifrigen Protestanten erleuchtete und sein Herz rührte. Noch während des Krieges bereitete er sich durch Gebet und Studium der fatholischen Glaubenslehre vor und trat zur heiligen katholischen Kirche über. Seine Frau wußte davon nichts; sie war gleichfalls eine zwar gläubige, aber keineswegs dem Katholicismus gewogene Protestantin. Der General hatte viel für sie gebetet und besonders die heilige Gottesmutter auch für sie angerufen. Dennoch war er, als er nach beendetem Kriege aus dem Felde nach Hause zurückkehrte, feineswegs ohne bange Sorge, es möchte durch seinen Uebertritt der häusliche Friede gestört werden, so daß er beschloß, Anfangs davon ganz zu schweigen. Als am ersten Sonntage nach seiner Rückkehr in der katholischen Kirche die Glocken zum Anhören der heiligen Messe einluden, verließ der General seine Wohnung und begab sich direct in die katholische Kirche. Hier fniete er in einer ihm angewiesenen - Kirchenbank und vertiefte sich in andächtiges Gebet. Kurz darauf trat eine Dame in dieselbe Kirchenbank, ohne daß der General von seiner Andacht auffah. - 129 Nach vollendetem Gottesdienste erhob sich der General zum Verlassen der Kirche und erblickte nun zu seiner großen, aber freudigen Ueberraschung seine Frau, wie sie Stirn, Mund und Herz mit dem heiligen Kreuze bezeichnete. So waren sie denn beide jetzt katholisch, beide ohne Vorwissen des anderen Theiles zurück zum Ratholicismus gekehrt und beide gleichmäßig bemüht gewesen, einander den geschehenen Rücktritt vorläufig zu verheimlichen. Die Frau war während des Krieges, ohne Zweifel in Folge der Gnade, welche die heilige Mutter Gottes auf das Gebet ihres Mannes ihr erwirkt hatte, plötzlich der katholischen Kirche geneigt geworden und dem Zuge dieser Neigung gefolgt. Wer beschreibt das Glück und die Freude dieser beiden Neubekehrten, als sie Arm in Arm aus der Kirche gingen! Hatten sie früher etwas darauf gehalten, dieselbe Religion zu bekennen, so waren sie jetzt überaus glücklich, beide auf wunderbare Weise zur Erkenntniß der Wahrheit gelangt zu sein und sich im treuen Bekenntnisse der einzig wahren Lehre in Liebe vereint zu sehen. - 130 Hieraus, Leser, lernen wir: Zu schätzen hoch das Skapulier, Daß Jeder ernst die Sünde meid', Der trägt der Mutter Gottes Kleid. ( Eichsfld. Vits.-Bl. Nr. 39. 1884.) 9. Tag. Schutz Mariens. Aus dem Soldatenleben. Der Militär- Geistliche P. Marty erzählte im Jahre 1872 folgendes Ereigniß: An einem Abende des vorigen Winters befand ich mich auf meiner gewohnten Spitalwanderung. Endlich setzte ich mich auf den Rand eines Bettes, worin ein Soldat lag, welcher unter unsäglichen Strapazen seinen Tornister vom Rhein bis an die Loire getragen und in zwölf Schlachten oder heißen Gefechten heldenmüthig gestritten hatte. Nachdem er in Frankreich auch den Typhus durch gefochten, war er als Genefender heimge kommen, d. h. in eine bayerische Garnison und dort in ein bayerisches Kriegsspital. Am Tische neben dem Ofen spielten ihrer sechse mit einem Eifer, als ginge es um's große Loos. Wir waren also ganz ungestört; wir plauderten gemüthlich, als wären wir Sameraden von Jugend auf, wir erzählten von 131 Krieg und Frieden, von der lieben Heimath auf Erden und im Himmel!- Endlich sollte ich gehen; er reichte mir die Hand, und ich bot dem braven Krieger eine Medaille an. „ Ich habe schon eine," sagte er, langte seinen Geldbeutel unter dem Kopfkissen hervor, machte denselben auf und sprach: Da sehen Sie meine Medaille; diese hat mir meine liebe Mutter noch gegeben, bevor wir ausgerückt sind." Warum tragen Sie dieselbe nicht auf der Brust?" bemerkte ich. Ich könnte sie verlieren, und sehen Sie, Herr Kaplan, diese Medaille ist mir lieber als ein Kronenthaler, die behalte ich mein Leben lang als Andenken!"„ Warum doch?"-" Das wollte ich Ihnen schon gestern erzählen, aber ich durfte es nicht recht. Morgen, wenn Sie wieder kommen, muß es heraus, und dann vielleicht noch etwas Anderes auch, das mir jeit Neujahr schon auf dem Herzen liegt. Gute Nacht, Herr Kaplan, ich bitte, kommen Sie doch morgen wieder." - Ich kam wieder, es war um dieselbe Stunde. Im Strankensaal sah es sehr gemüthlich aus: die Nachtkost war vorüber, das Bier war nachträglich auch gekommen, und am Tische saßen wieder die Spieler, die um Pfennige spekulierten, während große Herren die Karten auswarfen um ein Kaiserreich. Die Spieler am Ofen bekamen meinen ersten 132 ff Gruß. Der Krankenwärter kleidete sich an, um in die Stadt zu gehen, dort die Spitalluft außzuathmen und etwas Besseres dafür einzunehmen. Es muß sein, sonst hält ein solcher Krankenwärter nicht lange aus. Dann jezte ich mich wieder zu meinem guten Bekannten, der sein Bett noch nicht verlassen durfte. Nun wollen wir auch etwas plaudern; vor Allem möchte ich also wissen, warum Sie auf Ihre Medaille dort in Ihrem Portemonnaie so viel Werth legen. Sie glauben gewiß, so lange die Medaille darin ist, gehe das Geld nicht aus? Freund, errathen?!" Nicht errathen, Herr Kaplan," sagte er, „ das wäre dummer Aberglaube, nein, die Sache ist so." Er legte sich bequemer zurecht, nahm sein Portemonnaie in die Hand, dann fuhr er fort: - - " Also diese Medaille hat mir meine Mutter gegeben, als wir ausrücken mußten; ich glaub', es war den 1. August. Sie selbst hängte mir die Medaille um, ohne zu sprechen, sie weinte nur. Als ich ging, sagte sie: Ich habe dir oft zugesprochen, umsonst-, jetzt empfehle ich dich der Mutter Gottes. Wenn du mich auch vergessen kannst, vergiß nur diese nicht!' Ich schied und zerdrückte im Gehen eine dicke Thräne, die mir ins Auge getreten war., Wenn du mich auch vergessen fannst, vergiß nur diese nicht!'- das ging - 133 mir im Herzen herum, und ich sage Ihnen, ich habe weder die eine Mutter noch die andere vergessen. Fort ging's in den lustigen Krieg, aus Bayern hinaus, ohne daß ich gebeichtet hätte. Das wollte ich nicht; ich war zu leichtsinnig. Ich sage Ihnen, es war nichts Gutes an mir, als die Medaille der lieben Mutter Gottes. Das ist wahr, die allerseligste Jungfrau habe ich immer gern gehabt; in meiner ärgsten Ausgelassenheit hat ein Gedanke an sie mich ernst gestimmt, in meiner Traurigkeit mich getröstet, in meinem Born mich besänftigt. Ich war sehr zufrieden, daß ich eine Muttergottes- Medaille trug.- Aber nun hören Sie! Bei Wörth ist es heiß hergegangen. Ich gehörte zum 1. bayerischen Corps; zwischen zwei und drei Uhr Nachmittags haben wir tüchtig eingreifen müssen, sonst wär's schief gegangen. Von Langensulzbach gingen wir vor auf Wörth; da wurde ich getroffen von einer Kugel gerade auf der Brust. Betäubt fiel ich zu Boden, während meine Kameraden vorrückten. Als ich zur Besinnung kam, sieh, da fühlte ich nicht den geringsten Schmerz; ich suchte nach meiner Wunde, der Rock, die Weste, das Hemd, Alles war bis auf den Leib durchlöchert, auf der Brust fand ich nur einen blauen Fleck und in meiner Hose die Medaille, die von der Schnur losgerissen war; in dem 134 Stiefel aber fand ich die feindliche Kugel; sie war flach gequetscht, wie ein halber Gulden, und auf der einen Seite sah man deutlich das Bild, der Mutter Gottes und rings um dasselbe herum die verkehrt stehenden Buchstaben der Worte: Maria, sine labe concepta, intercede pro nobis( Maria, ohne Makel empfangen, bitte für uns). Sehen Sie da die Kugel und die Medaille, paßt das Gepräge nicht vollkommen? Diese Medaille hat mir das Leben gerettet; und nun sagen Sie, Herr Kaplan, soll ich die Mutter Gottes vergessen können? oder auch meine Mutter, die mich mit diesem Marienschilde versehen hat?- Diese zwei Dinge bewahre ich auf, sie sollen meinen Stindern noch theuer sein und einst im Leichtsinn der Jugend und in Gefahr des Lebens ihnen zurufen:, Vergesset die Mutter nicht!" Sehen Sie, das hätte ich Ihnen längst gerne erzählt. Jeßt aber noch etwas. Kommen Sie dieser Tage noch ein Mal, ich bitte Sie, Herr Kaplan. Sie sehen, ich habe Vertrauen zu Ihnen, und da möchte ich jetzt ein Mal eine, christliche Beicht machen. Vorige Ostern bin ich nicht absolvirt worden, und da habe ich gedacht: Jetzt beichtest du schon gar nicht mehr! Aber die Mutter Gottes hat mich nicht verlassen, sie hat mir so wunderbar geholfen, und da wäre ich doch gewiß ein 135 - - schlechter Mensch, wenn ich nicht in mich ginge; ich muß ordentlich beichten. Wenn ich wieder hinkomme zur Mutter, dann soll sie sehen, daß ich ein Anderer geworden bin. Ich wollte ihr schon längst schreiben, aber immer hielt mich etwas zurück. Nach der Beicht kann ich besser schreiben, ich weiß das." Acht Tage später war nicht nur eine längere Beicht abgelegt, auch ein langer, herzlicher Brief war geschrieben, und die Mutter unseres Soldaten ging getröstet zur schmerzhaften Mutter Gottes im Herzogspitale zu München, und dort, links vor dem Gnadenaltare an der Communionbank fnicend, dankte sie unter Thränen für die Bekehrung ihres Sohnes. Maria habe durch ihren mütterlichen Schuß ihn wieder zurückgeführt zur Gnade: das war ihre Ueberzeugung. Leichtsinnige Jünglinge, vergesset doch nur die Mutter nicht, sie ist eure Mittlerin bei Gott. Wie Manchen aus euch hat die Medaille der unbefleckten Empfängniß schon gerettet! ( Leo, Stgsbl. Nr. 34. 1882.) 10. Tag. María, Zuflucht der Sünder. Im Jahre 1839 lag im Spital zu Dijon in Frankreich ein Greis von etlichen 70 Jahren dem Tode nahe. Trotz aller Mahnungen wollte - 136 11 er Nichts vom Beichten wissen. Da griff die fromme barmherzige Schwester Gabriele zu einer Medaille der unbefleckten Empfängniß, legte sie heimlich dem Kranken unter das Kissen und bat auf's Neue mit den mildesten Mahnungen. Aber umsonst; ja der Kranke warf die Medaille unter Fluchen auf den Boden. Bitterlich weinend verließ Gabriele das Zimmer, rief dem Kranken aber noch mit lauter Stimme zu: ,, Ich gehe, doch die Mutter Gottes bleibt bei dir."( Hier meinte sie die Marienmedaille.) Diese Worte zündeten wie ein Blitz in der Seele des Sterbenden. Die Mutter Gottes bleibt bei dir," wiederholte der Kranke immerfort, bis er in einen tiefen Schlaf verfiel. Als er nach einigen Stunden erwachte, rief er nach der barmherzigen Schwester und zugleich nach einem Priester, denn, sayte er, die heilige Mutter Gottes erschien mir im Schlafe;- da stand sie- da, ganz nahe bei meinem Bette und weinte; und als ich fragte:, warum, da antwortete fie:, deinetwegen'; und ich mußte auch weinen, wie ein Kind, und es fiel mir wie Schuppen von den Augen; ich sah mein Elend und erkannte meine Sünden. Darum hilf, Schwester Gabriele, hilf, hilf, daß ich beichten fann." Und mit wahrem Bußgeiste empfing er die heiligen Sakramente und starb bald darauf ruhig und mit Gott versöhnt. Wie liebevoll - 137 ist doch diese Königin ohne Makel der Erbsünde empfangen, daß sie weint an dem Sterbebette eines der Verdammniß nahen Sünders, aber auch wie mächtig, daß sie auch einem solchen Verstockten die Gnade der Bekehrung erlangen kann! Dieser Titel: ,, Königin ohne Makel der Erbsünde empfangen", ist also ein würdiger Abschluß der vielen ehrenvollen Namen, unter welchen Maria in der lauretanischen Litanei angerufen wird. So wolle der freundliche Leser diese Litanei recht lieb haben; sie ist, wie du gesehen haben wirst, ein herrliches Lobgebet auf Maria, und da wir bei jedem Titel den Bittseufzer beifügen: ,, Bitte für uns", so ist sie auch ein kräftiges Bittgebet. Maria wird die 46 Ehrentitel, welche du ihr in dieser Litanei beilegst, und die eben so vielen Bittseufzer in mütterlicher Huld aufnehmen, und wenn dann Maria für dich Fürbitte einlegt, dann darfst du zum Schlusse mit desto mehr Vertrauen zu ihrem Sohne, der als Opferlamm für unsere Sünden am Kreuze gestorben, flehen: ,, Lamm Gottes, das Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, erhöre uns, erbarme Dich unser!" ( Mar. Blüt. 12. Heft. 1882.). Marien- Büchlein. 1 10 - 138 - 11. Tag. Das Bild Unserer Lieben Frau von der immerwährenden Hülfe. Das Gnadenbild hatten die Väter Redemptoristen bis zum 26. April 1866 in einer Hausfapelle ihres Klosters aufbewahrt. Am Nachmittage des genannten Tages wurde dasselbe in feierlicher Procession, an der sich ganz Rom betheiligte, durch die Straßen des Stadtviertels del Monti getragen. Rührend und tief ergreifend war auf einer Seite der Jubel und die Freude, welche die Römer bei dieser Feier äußerten, und auf der andern die innige Andacht und heilige Ehrerbietung, die man deutlich auf allen Gesichtern lesen konnte. So viel Liebe konnte Maria nicht unbelohnt lassen. Wie sie sich im Jahre 1499, als sie zum ersten Male unter dem römischen Volke erschien, wunderbar erwies, so wollte sie auch ihre zweite Ankunft im Jahre 1866 durch Wunder verherrlichen. In einem Hause, an welchem die Proceffion vorbeigehen sollte, lag ein vierjähriges Kind schon seit zwanzig Tagen schwer krank darnieder. Ein gastrisches Fieber und heftige Krämpfe hatten es bereits an den Rand des Grabes gebracht. Die tiefbetrübte Mutter faßte Vertrauen und nahm ihre Zuflucht zu Unserer Lieben Frau von der immerwährenden 139 Hülfe. Als das Gnadenbild im Triumphzuge vorüber getragen wurde, hob sie das sterbende Kind aus seinem Bettchen, trug es zum Fenster und rief der mächtigen Jungfrau entgegen: Da, Liebe Frau von der immerwährenden Hülfe, heile mir das arme Kind oder nimm es zu dir in den Himmel auf!- Eine solch' vertrauensvolle Bitte konnte Maria nicht unerhört lassen. Im Augenblicke selbst war das Kind außer Gefahr und schon einige Tage nachher kam es selbst mit seiner Mutter, der himmlischen Wohlthäterin zur Danksagung eine Wachskerze zu opfern. - - 12. Tag. Maria hilft in der Roth. Der einzige Sohn eines christlichen Ehepaares in N. war schwer erkrankt. War dieses den Eltern schon schmerzlich, weil sie fürchten mußten, ihren einzigen Sohn durch den Tod zu verlieren, so steigerte sich ihr Schmerz und ihre Besorgniß bis zum höchsten Grade, als sie sehen mußten, daß ihr Sohn in Folge der Krankheit um das Augenlicht gekommen war. Jeder irdische Trost war jetzt für die Eltern dahin. Selbst der behandelnde Arzt hatte bereits erklärt, an eine Hülfe seinerseits sei nicht mehr zu denken und er halte es für 10* - 140 - gewissenlos, durch weitere Verschreibungen von Arzneien Kosten zu verursachen. In dieser Bedrängniß nahmen die Eltern ihre Zuflucht zu überirdischer Hülfe, und zwar zur allerseligsten Jungfrau Maria. Wochenlang wurde sie angerufen und bestürmt mit Bitten nicht nur von den Eltern, sondern auch von vielen theilnehmenden Freunden. Troß des langen und scheinbar nußlosen Gebetes wankte man nicht im Vertrauen auf die Macht und Güte Mariens. Man verdoppelte die Gebete in einer neuntägigen Andacht zu Maria. Und Maria selbst schien Freude zu haben an dem Vertrauen der eifrigen Beter. Gerade an einem ihr geweihten Festtage zeigte sie in auffallender Weise ihren Beistand. In der Nacht auf das Fest Mariä Reinigung, auch Lichtmeß genannt, kam es einer Anverwandten des Erblindeten im Traume vor, als habe das damals erst zweijährige Knäblein mit dem Finger nach dem Licht gedeutet. Und in der That am Lichtmeßtage selbst ward dem Knaben zum zweiten Male das Augenlicht geschenkt. Alles pries die seligste Jungfrau, die nicht aufhört, für diejenigen eine mächtige Helferin zu sein, die mit Vertrauen und Ausdauer zu ihr ihre Zuflucht nehmen. Der Tag des Ereignisses war der 2. Februar 1845 und derjenige, dem auf die Bitten eifriger Beter die seligste Jungfrau das Augen 141- - licht bei ihrem Sohne erflehte, wirkt jetzt als Seelsorger in einer schlichten Landgemeinde. Laß unter deinem Schilde Mich meine Tage leben; Laß deine Huld und Milde Einst meinen Tod umschweben! Wie glücklich abgeschlossen Wird dann mein irdisch' Sein! Dann geh' ich lichtumsloffen Dort, wo du prangest, ein. Ja, Mutter, dir befehle Ich meine arme Seele. Geleite sie hinan Die steile Himmelsbahn! ( Mar. Blüt. 4. ft. 1882.) 13. Tag. Zum Preise der Unbefleckten, als Heil der Kranken. P. N. aus der Gesellschaft Jesu wirkte vor etlichen Jahren in Quito als Professor der Naturwissenschaften. Bei einem physikalischen Experimente hatte er das Unglück, sich das Gesicht derart zu verlegen, daß die Augen aus ihren Höhlen traten und nur durch eine geschickte Operation wieder in die rechte Lage gebracht werden konnten. Es stellte sich nur zu bald heraus, daß die Sehkraft des einen Auges gänzlich erloschen war, während das 142 andere sehr schwach blieb und nach dem Urtheile der Aerzte ebenfalls über kurz oder lang erblinden mußte, wenn nicht das blinde Auge rechtzeitig ausgeschnitten werde. Hierzu wollte sich der Stranke nicht verstehen. Er hoffte, von europäischen Aerzten besseren Bescheid zu erlangen, und reiste nach Paris. Achtzehn berühmte Augenärzte wurden in Paris consultirt, und alle erklärten ein Ausschneiden des blinden Auges für unerläßlich. P. N. bat seine- Mitbrüder, mit ihm vor dem Feste der unbefleckten Empfängniß der Mutter Gottes eine Novene zu halten; er meinte, sie sei der beste Doktor, bei dem auch dann noch Hoffnung ist, wenn alle Doktoren der Welt nicht helfen können. Einen letzten Versuch wollte er übrigens noch bei dem bekannten Dr. Mooren machen, und reiste also nach Düsseldorf. Dr. Mooren untersuchte ihn lange und sagte dann, nach seiner Ansicht sei für das todte Auge zwar keine Rettung denkbar, doch halte er das Herausschneiden desselben nicht für unbedingt nothwendig für Erhaltung der freilich auch geringen Sehkraft des andern Auges. Der Pater blieb dann einige Zeit in seiner Behandlung und wohnte im Spital der Kreuzschwestern. Es nahte der 8. December und er las des Morgens in der Kapelle die heilige Messe. Als er zur Wandlung kam, sahen die wenigen Anwesenden ihn in 143 - die heftigste Bewegung gerathen. Besorgt eilten einige Krankenschwestern herbei, fanden ihre Hülfe aber unnöthig. Was war geschehen? Während der Pater die heiligen Wandlungsworte aussprach, ging eine heftige Erschütterung durch seine franken Augen, und dann fiel es wie Schuppen von denselben, und er erblickte deutlich und klar mit beiden die Worte auf der Kanontafel. Am Schlusse seiner Novene, am Feste der unbefleckt Empfangenen war er vollständig und gründlich geheilt. Welches Aussehen dieses Ereigniß machte, läßt sich leicht denken. Möge es uns bestärken im Vertrauen zu unserer himmlischen Mutter und im Verlangen, sie möge uns von einem viel größeren Unglücke heilen, woran wir mehr oder minder Alle leiden, von der geistigen Blindheit! ( Mar. Blüt. 12. Heft. 1881.) 14. Tag. Eine Heilung in der Mandschurei durch Unsere Liebe Frau von Lourdes. Der hochw. P. Baguit, apostolischer Missionär, erzählt folgende wunderbare Heilung einer heidnischen Frau in der Mandschurei. Die Wahrheit dieses Berichtes wird vom - 144 hochw. Bischof Dubail, apostolischem Vicar in der Mandschurei, bestätigt. Der Brief ist vom 5. April 1880 datirt. Unsere Leser werden mit Rührung und Freude dessen Inhalt vernehmen: ,, Am Montag nach Weihnachten des Jahres 1879 wurde mir auf meiner Visitationsreise durch den District die Nachricht zugebracht, daß einer heidnischen Frau eine auffallende Gunstbezeigung zu Theil ward; ich ließ eine strenge Untersuchung des Thatbestandes bei Christen, sowie bei Heiden anstellen, deren Resultat Folgendes ist: 11 Die wohlhabende heidnische Familie Léon besteht aus Vater, Mutter, drei verheiratheten Söhnen und einer jungen Tochter. Im Verlaufe eines Jahres ward diese Familie von einer Art Aussatz befallen; am heftigsten jedoch ward davon die Frau des Hauses betroffen. Gegen Anfang December bekam sie auf der rechten Seite der Oberlippe ein Blutgeschwür, und bald erstreckte sich die heftigste Entzündung über den ganzen Mund; die Zunge war so angeschwollen, daß die arme Stranke weder irgend eine Nahrung zu sich zu nehmen, noch ein Wort hervorzubringen im Stande war. ,, Man rief den Arzt. Um die Entzündung zu heben, durchbohrte er mehr als fünfzig Mal die Zunge mit einer Nadel, allein ohne 1 145- 1 Erfolg. Endlich erklärte er, der Kranken nicht helfen zu können. Ein zweiter Arzt wurde geholt, doch ohne günstigeres Reſultat. - ,, Da sagte das junge Mädchen zu ihrer Mutter: Ich sah ein Kind der Christen( die junge Loung), welches im Sterben lag, vom Trunke eines gewissen Wassers auf der Stelle gesund werden; ich weiß nicht, was für ein Wasser es war aber möchtest du nicht ein Wenig davon nehmen? Die Kranke machte ein bejahendes Zeichen, und auch das Haupt der Familie gab hierzu seine Einwilligung; und sofort ließ man die junge Christin Agnes Loung bitten, herzukommen. 11 Dort angelangt, forderte sie die Kranke auf, ihr Vertrauen auf die heilige Jungfrau zu setzen, und gab ihr zwei kleine Löffel Lourdes Wasser zu trinken. Kaum hatte die Leidende das Wasser verschluckt, als sie in einen wohlthuenden Schlaf verfiel, obschon sie seit mehreren Tagen nicht hatte schlafen fönnen. Kurz nach Mitternacht wollten die umstehenden Familienglieder die Genesung beschleunigen und bewogen den anwesenden Arzt, einige Arzneimittel anzuwenden- doch kaum waren dieselben verabreicht, als die Kranke schlimmer wurde denn je bevor und bald darauf in Agonie verfiel. 1 146 Die junge Christin ward nochmals schleunigst herbeigerufen. Sie forderte die Stranke wiederum auf zum Vertrauen auf die Mutter Gottes und gleichzeitig, ein Gelübde zu machen, Christin werden zu wollen, falls sie geheilt würde. Neuerdings trank sie ein Glas LourdesWasser, worauf eine plötzliche und vollständige Heilung eintrat, wofür sie mit lauter Stimme Unserer Lieben Frau Dank sagte; desgleichen ihr Mann. ,, Die Familie wird bald unter die Zahl der Katechumenen gehören. Diese Heilung hat im Districte ungeheures Aufsehen erregt, und Christen und Heiden haben beiderseits in dieser Thatsache das höhere göttliche Walten erkannt." ( Mt. Ros. 9. Hft. 1881.) 15. Tag. Wunderbare Macht des Gebetes: ,, meine Gebieterin n. s. w." Ein junger, angesehener Mann fühlte sich durch eine Predigt des berühmten Jesuitenpaters Zucchi bewogen, demselben seinen traurigen Seelenzustand zu offenbaren. Durch lasterhafte Gewohnheiten gerieth dieser Jüngling in ein solches Elend, daß er nicht mehr den Muth hatte, sich zu erheben und die Gewohnheitsfehler zu meiden. Der gute Pater, - 147 1 gerührt über ein solches Elend, sagte zu ihm: Kommen Sie nur zu mir, wenn Sie das Unglück haben, wieder zu fündigen, ich werde Sie mit Freuden aufnehmen." Der gute Jüngling befolgte diesen Rath, aber- ohne Erfolg. Endlich sagte ihm der Pater: ,, Weihen Sie sich der Mutter Gottes und beten Sie täglich beim Aufstehen zur Ehre ihrer Jungfräulichkeit folgendes Gebet: O meine Gebieterin, o meine Mutter! ich schenke mich Dir ganz und zum Beweise meiner Andacht weihe ich Dir heute meine Augen, meine Ohren, meinen Mund, mein Herz und meine ganze Person. Und weil ich Dein bin, o gute Mutter, so bewahre mich, vertheidige mich als Dein Gut und Eigenthum." Des Abends," fuhr der Pater fort, wiederholen Sie dasselbe Gebet. Und wenn Sie versucht werden, beten Sie:, O meine Gebieterin, o meine Mutter, gedenke, daß ich Dein bin, bewahre mich, vertheidige mich, als Dein Gut und Dein Eigenthum!"" Hocherfreut über ein so leichtes Mittel, ging der Jüngling von dannen. Bald darauf mußte er Rom verlassen. Er ging nicht, ohne sich von seinem Beichtvater den Segen geholt und ihm sein Versprechen erneuert zu haben. Vier Jahre nachher kehrte er nach Rom zurück. Er eilte sogleich zu P. Zucchi und - 148- 1 beichtete. Dem Pater schien es, wie er selbst erzählt, als hörte er die Beichte eines Heiligen. Erstaunt darüber fragte er ihn, wie denn diese Umwandlung vor sich gegangen wäre. Der Jüngling antwortete: ,, Die Gnade meiner Bekehrung verdanke ich dem kleinen Gebetchen; ich habe es nie unterlassen, das felbe zu beten, Maria hat mir geholfen." ( Mt. Ros. 7. Hft. 1883.) 16. Tag. Memorare.*) Als ich noch Soldat war und als Unteroffizier in Stuttgart stand, hatte ich einen guten Freund, einen jungen Chirurgen, der sich auf das höhere Eramen vorbereitete. Er hieß Ferdinand F., war ziemlich wissenschaftlich gebildet, unermüdet thätig, fleißig und sitten*) Am 13. August begeht die tatholische Kirche das sehr trostreiche Fest der feligsten Jungfrau Maria unter dem Titel Zuflucht der Sünder" zur Ermunterung verirrter Seelen, welche auf die mächtige Fürbitte Mariä aus ihrem Sünderleben gerettet werden. Ein gar andächtiges und wirksames Gebet für die Bekehrung der Sünder ist und bleibt immer das bekannte, von Abbé Bernhard verfaßte ,, Memorare" oder" Gedente", welches auch in obiger Erzählung erwähnt wird, und worauf die heilige Kirche folgende Ablässe verliehen hat: jedes Mal 300 Tage und monatlich ein Mal vollkommenen Ablaß unter den gewöhnlichen Bedingungen. ( Pius IX., 11. December 1846.) - 149 - rein. Allgemein beliebt, hatte er einen und gar einen großen Fehler. Er hatte durch das Lesen freigeisterischer Schriften und durch den Umgang mit religionslosen Leuten am Glauben Schiffbruch gelitten. Wir stritten viel in dieser Angelegenheit miteinander, wobei sich zeigte, daß er die fadesten, rationalistischen Ansichten von Gott und dem Jenseits hatte und fund gab. Die phantastischen Phrasen der Logen von einem Weltenbaumeister, von einem ewigen Often und einer allgemeinen Religion der Menschenliebe, das waren die Schlagworte, mit welchen er das Jenseits abthat; und alle Mühe, ihn zum gesunden Glauben zurückzubringen, war vergeblich. Es war zu Anfang des Frühlings 18-, als er schwer erkrankte. Er wurde auf sein Verlangen in das protestantische Diakonissenhaus gebracht, um verpflegt zu werden. Dort besuchte ich ihn täglich; allein für die katholischen Lehren war er unzugänglich, während er hingegen aus Neugierde immer in protestantischen Gebetbüchern las. Ich war äußerst besorgt für ihn und glaubte ihn rettungslos verloren, als seine Krankheit sich sichtlich steigerte, und ich in das südliche Frankreich telegraphirte, an seine dort noch lebende alte Mutter. Eines Tages, ich hatte Ordonnanz bei 150 dem Kriegsminister, traf es sich, daß ich an der katholischen Kirche vorüberkam; ich ging in dieselbe hinein, warf mich vor dem Muttergottes- Altare nieder und betete für die Befehrung meines Freundes das Memorare ( Gedenke, o gütigste Jungfrau). Ich hatte zwar damals selbst die Bekehrung sehr nothwendig; denn hatte ich auch am Glauben nicht Schiffbruch gelitten, so hatte mich doch die Kasernenluft in anderer Beziehung ziemlich stark mit Grundsätzen angesteckt, welche nichts weniger als katholisch und moralisch waren. Ich erkannte auch in meinem Gebete vor der Zuflucht der Sünder" an, daß ich vor Allem selbst einer gründlichen Bekehrung bedürfe; sie möge aber trop meiner Unwürdigkeit mich erhören und sich meines armen franken Freundes in Gnaden erbarmen. Als ich Mittags vom Dienste mich abgemeldet hatte, holte man mich plötzlich zu meinem kranken Freunde in das Hospital. Wie erstaunte ich aber, ihn ganz umgewandelt zu finden! Um zehn Uhr Vormittags, genau zu der Zeit, da ich für ihn betete, war ihm plößlich das Memorare eingefallen, das er einst in glücklicheren Tagen des kindlichen Glaubens so herzlich gern gebetet hatte. Er hatte es gebetet, und von diesem Augenblicke an war der göttliche Gnadenstrahl in sein sonst unverdorbenes Herz gedrungen. Er bat - 1 151 - mich nun unter Thränen, ihm einen Priester zu rufen. Mit großer Freude eilte ich, diesen Auftrag schnell zu erfüllen. Ich traf, wie von Gott gesandt, den hochwürdigen Herrn Vicar Andelfinger, gegenwärtig Priester der Gesellschaft Jesu, der sich auf meinen Wunsch sofort zu ihm begab. Er beichtete und empfing mit großer Andacht die heiligen Sterbesakramente. Fort und fort betete er das Memorare und war glücklich, wieder ein Kind Mariens zu sein. Seine Mutter trat bald darauf in das Zimmer und fand ihren Sohn schwach, aber heiter und freudig und voll seliger Ruhe. Nie im Leben werde ich diesen Augenblick vergessen, wie er sich mit gehobener Stimme als katholischen Christen für Leben und Tod bekannte und alles widerrief, was er je gegen die heilige Kirche gefehlt hatte. Maria war seine Hoffnung; zu ihr richteten sich seine legten Seufzer; unter dem Gebete des Memorare, als er eben Amen sagte, verschied er. ( Mt. Roj. 2. Hft. 1883.) 17. Tag. Das Marienbild. Ueber einen Familienvater waren hintereinander so schwere Schicksale hereingebrochen, - - 152 - daß sein Vertrauen auf Gott und die Menschen von der Verzweiflung überwältigt wurde. Die Verzweiflung ist aber das Allerschlimmste in einem Menschenherzen; denn der Familienvater nahm einen Strick, um sich daran aufzuhängen. Beim Fortgehen wollte er seine Kinder, auch seine Ehefrau nicht mehr ansehen, damit er nicht etwa durch den rührenden Anblick an seinem schrecklichen Vorhaben gehindert würde. Er wählte sich einen vor der Stadt gelegenen einsamen, mit Weidenbäumen bepflanzten Platz zur Ausführung seiner verzweiflungsvollen Gedanken. Da sah er im Hinschleichen im Pfade ein weißes, viereckiges Papier liegen. Er hob es auf und drehte es um- es war ein Muttergottes- Bildchen, worunter die Worte standen: O Maria, ohne Sünde empfangen, bitte für uns, Die wir unsere Zuflucht zu Dir nehmen! Ei, das ist ja eine wunderbare Fügung, dachte er und blieb stehen. Muß ich denn dieses Bildchen gerade jetzt finden, sehen, aufheben und lesen? Er ging weiter, indem er auf die Worte sah: Bitte für uns, die wir zu Dir unsere Zuflucht nehmen. Jetzt blieb er wieder stehen,- es wird ihm plößlich so leicht ums Herz, neue Lebenslust kehrt in seine Brust zurück, er betet: bitte für uns er wendet sich um, er betet: die wir zu - 153 1 Dir unsere Zuflucht nehmen,- er schleudert den Strick weg, er küßt das MuttergottesBildchen und eilt in seine Familie zurück, umarmt sein Weib und seine Kinderchen, bittet sie um Verzeihung, zeigt ihnen das Bild und Alle knieen hin und beten: O Maria, Mutter Gottes, bitte für uns, die wir unsere Zuflucht zu Dir nehmen! Hierauf entdeckte der Mann sein sündhaftes Vorhaben auch seinem Seelsorger, und bald war es mit Gottes Hülfe gelungen, ihn aus der Noth zu retten. Das Bildchen aber bewahrte er heilig, weil er sagte:„ Durch dieses Muttergottes- Bildchen hat mich Gott erhalten!" ( Mar. Blüt. 1. Hft. 1882.) 18. Tag. María belohnt das Almosen, ihr zu Ehren gegeben. Karlo Colce war das jüngste Kind armer Taglöhnersleute zu Siena. Die Eltern konnten demselben nichts geben, als eine sorgfältige Erziehung; namentlich war die Mutter bemüht, ihrem Karlo eine recht innige Liebe zu Maria einzupflanzen. So wuchs das Kind zum Jüngling heran, und er wandte sich, da er gute Anlagen zum Zeichnen und Malen hatte, dieser Kunst zu, welche ihn nur kümmerMarien- Büchlein. 11 154 lich nährte. Da kam er einst nach Florenz, und als er die Straßen dieser großen Stadt durchwanderte, begegnete ihm ein Bettler, welcher im Namen der Mutter Gottes um ein Almosen bat. Tiefgerührt griff Karlo in die Tasche und fand ein einziges Geldstück. Er überlegte, ob er es hergeben sollte, denn es war sein legtes und einziges Geldstück, sein ganzes Eigenthum. Aber der Zeichner dachte bei sich: Er hat mich im Namen Mariä gebeten, und ihr kann ich nichts abschlagen; darum gebe ich es mit Freuden hin, wenn ich auch verhungern muß. Hierauf trat er in eine nahestehende Kirche, kniete vor dem Altare der Mutter Gottes nieder und weinte Freudenthränen, weil er seine Liebe zu Maria durch ein solches Opfer beweisen konnte. In dieser Kirche wurde eben die Decke von den ersten Malern Italiens erneuert. Ihr Meister, Domenico Giotti, saß gerade auf dem Gerüste. Da sah er den jungen Karlo, seine Andacht gefiel ihm und er stieg vom Gerüste; er redete mit ihm, fand in ihm ein gutes Talent zum Malen und nahm ihn zu sich. Noth und Elend hatten ein Ende. Bei diesem guten Meister brachte es Karlo in der Malerkunst bald so weit, daß er der erste Künstler und größte Maler seiner Zeit wurde. Namentlich war er Meister in Muttergottes- Bildern, welche 1 - - 155er mit einer Majestät, Anmuth und Hoheit darstellte, daß Alles davon hingerissen wurde und Alles den Meister pries, der wegen eines Almosens, Mariä zu Lieb gegeben, von ihr so schönen Lohn auf Erden schon erlangte. ( Mt. Rof. 11. Hft. 1883.) 19. Tag. Die Trösterin der Betrübten. Durch Gottes Zulassung kam über Franz von Sales, als er in Paris studirte, eine harte Prüfung. Es überfiel ihn eine tiefe Schwermuth und große Trostlosigkeit, indem er meinte, er könne nimmer selig werden. Dieser quälende Gedanke wollte weder bei Tag, noch bei Nacht von ihm weichen und trieb ihn fast zur Verzweiflung. Sogar seine leibliche Gesundheit welkte dahin, und man hielt ihn allgemein für ein baldiges Opfer der Abzehrung. Was das Uebel fast unheilbar machte, war der Umstand, daß der ganz verzagte und muthlos gewordene Jüngling Niemand den Grund seines Seelenleidens anzuvertrauen wagte. Endlich kam ihm der Gedanke, in jene Seirche sich zu begeben, wo er das Gelübde der Jungfräulichkeit abgelegt hatte. Das Erste, was hier seinem Auge begegnete, war ein Bild der allerjeligsten Jung11* - 156 1 frau Maria. Der Anblick dieses Bildes weckte in ihm wieder sein ehemaliges Vertrauen zu der Trösterin der Betrübten". Er warf sich nun auf seine Sniee nieder und flehte recht inständig zur göttlichen Mutter: sie wolle ihm doch die Gnade erbitten, daß er hienieden wenigstens Gott über Alles lieben könne, da er dies nach seinem Tode nicht mehr vermögen werde, wenn er in die Gesellschaft der Verdammten komme.- Auf ein Mal war es ihm, als werde ein schwerer Stein von seinem Herzen weggewälzt; er fühlte sich wunderbar erleichtert und getröstet, sein voriges Vertrauen auf die Barmherzigkeit Gottes kehrte wieder zurück, und Gemüt und Körper wurden wieder gesund. Der heilige Bonaventura lehrt:„ Schon damals, als die Mutter des Herrn noch in diesem Jammerthale lebte, war sie unsäglich liebreich und barmherzig gegen die Bedrängten; um wieviel mehr wird sie es jetzt sein, da sie glückselig im Himmel herrschet! Jest erst erschaut sie ja die Mühseligkeiten der Menschen um so klarer, und desto mehr gibt sie ihre große Barmherzigkeit durch ihren Beistand zu erkennen. Sie ist ja unsere Mutter; und kann wohl eine Mutter ihre Kinder vergessen?"( Mar. Blüt. 9.$ ft. 1879.) - 157 - 20. Tag. Die Tiroler Landesvertheidiger unter bem Schutzmantel Marias. In Tirol findet der Besucher gar häufig, besonders an Wallfahrtsorten, das Bild der Mutter Gottes mit Schüßenmedaillen verziert, oft mit ganzen Reihen derselben. Gewiß ein schönes und rührendes Zeichen, daß Liebe, Andacht und Vertrauen zu Maria auch in der Brust der Tirolec Schüßen ihren Sig genommen und tiefe Wurzel geschlagen haben. Keinem gläubigen Tirolerherzen dürfte daher die Behauptung zu gewagt erscheinen, daß die glücklichen Erfolge der Landesvertheidigung nicht zum kleinsten Theile dem Schutz der Mutter Gottes zu verdanken sind. Hier einen Beleg dafür. Eine der tüchtigsten und bravsten Compagnieen des Jahres 1866 war unstreitig die erste freiwillige Innsbruck- Sonnenburger Scharfschützen- Compagnie unter dem wackern Hauptmann Zimmeter. Bei ihrem Ausmarsch benützte diese Compagnie den Durchzug durch das Eisackthal zu einer Wallfahrt nach Trens, und verfügte sich vollzählig vor das Gnadenbild der Gottesmutter, um ihrem liebreichen Schußze Weib und Kind anzuempfehlen und Sieg und Segen für den Feldzug zu erflehen. Bei dieser Gelegenheit be 158 schlossen die braven Männer zugleich, nach erfolgter siegreicher Heimkehr einen Dankgottesdienst in der St. Jakobs- Pfarrkirche in Innsbruck abhalten zu wollen.- Wie immer belohnte Maria auch dies Mal das gläubige Bertrauen; denn die segnende Hand der Gottesmutter ruhte augenscheinlich auf den Wegen der Compagnie und rettete sie wiederholt aus drohender Gefahr. Ein paar Beweise hiervon: Am 19. Juli entsendete diese Compagnie eine durch Kaiserjäger verstärkte Streifpatrouille ins Venetianische, das damals schon vom wälschen General Cialdini besegt war. An einer Straßenkrümmung wurden wir( Schreiber dieses war nämlich auch dabei) unversehens von einer Schwadron feindlicher Reiter überfallen; wir bemerkten fie erst, als sie nur noch etwa vierzig bis fünfzig Schritte von uns entfernt waren. Die Straße aber ist beiderseits mit einer Mauer eingefaßt; ehe wir dieselbe übersprungen hätten, wären wir bereits Gefangene gewesen. Aber siehe da! Etliche Schritte vor uns öffnete sich ein Gäßchen, das zu einem abseits stehenden Hause führte, und von dem aus wir unmittelbar die steil ansteigende Berglehne erreichten. Wären die Reiter nur um ein paar Minuten früher oder später auf uns herangesprengt, sicher der größte Theil der Patrouille wäre ihnen 159 in die Hände gefallen. So aber erstiegen wir blitzschnell die Berglehne, wohin die Reiterei uns nicht folgen konnte, es kam zu einem kurzen Feuergefechte, das den Feinden sechs Mann fostete, während unsern Leuten kein Haar gekrümmt wurde. Ringsum begann es nun Sturm zu läuten; in feindlichem Lande, ein und eine halbe Stunde von der Grenze entfernt, die Straße voll feindlicher Reiter, und rings das Geläute der Sturmglocken allerdings keine sehr gemüthliche Lage! Indessen wir famen ohne jeden Unfall ins Feldlager zurück. Am 25. Juli stand die Compagnie von elf Uhr bis vier Uhr Abends im hitzigen Gefechte bei Vigolo im Val Sorda. Die Lage war derart gefährlich, daß man zum voraus auf einen glücklichen Ausgang nicht hoffte, man glaubte Trient nicht mehr retten zu können, und hatte bereits begonnen, die Vertheidigungslinie nach Deutsch- Tirol herauf zu verlegen. Die Sonnenburger Schützen standen vier bis fünf Stunden im Feuer und theilweise im higigsten Feuer. Gleich beim ersten heftigsten Angriff erhielt der tapfere Hauptmann eine Kugel in den Arm. Ein anderer Schüße wäre unfehlbar des Todes gewesen, wenn nicht an seinem Stußenlauf die feindliche Kugel abgeprallt wäre, deren Splitter ihm aber ein Auge fostete. Das - - 160 Gefecht endete siegreich und glänzend mit der Flucht des Feindes; Hunderte von Italienern waren gefallen, während wir nur einen Todten ( Kaiserjäger) und wenige Verwundete zählten. Tausende von Kugeln umsausten uns; daß wir deßungeachtet so gelinde davon gekommen, schrieben wir dankbar dem Schutze der Mutter Gottes zu, und mit Recht sang der Compagniepoet: Wer hat den Kugelregen abgeleitet? Wer baute uns den unsichtbaren Wall? Maria hat den Mantel ausgebreitet Vom Kirchlein her im stillen Eisackthal! Seh'n wir's auch nicht, wir laffen's uns nicht nehmen: Tirolerherz! du brauchst dich nicht zu schämen!" Die Rettung der Patrouille, den Schutz im Kampfe bei Vigolo, die Ehre und Auszeichnung, die der Compagnie widerfahren, und manches Andere verdanken wir gewiß in hohem Maße der Gnadenmutter und dem gläubigen Vertrauen der braven Schützen. Lettere fanden sich denn auch dankbar beim Rückzug im Wallfahrtskirchlein zu Trens wieder ein. Seit Bozen war die Compagnie zerstreut, einige waren gar über Meran und den Jaufen gegangen; aber siehe, in Trens kamen größtentheils Alle wieder zusammen, der Mutter Gottes zu danken. In Innsbruck 161 - wurde dann der gelobte Dankgottesdienst in der St. Jakobs- Pfarrkirche abgehalten. ( Mt. Nof. 1. ft. 1871.) 11 21. Tag. Daş rettende Angelus Domini". Wer kennt nicht das sogenannte AngelusLäuten? Drei Mal täglich hallen über den ganzen Erdkreis, wo immer fatholische Kirchen sich befinden, von den Thürmen derselben die feierlichen Klänge der Glocken dahin, und wo immer echt katholischer Sinn in den Seelen waltet, da wird durch dieselben das dankbare Andenken an die Großthat der göttlichen Liebe, welche sich in der Menschwerdung des Sohnes Gottes vollzog, wach gerufen, und Herz und Mund richtet sich zum Gebete des sogenannten Engel des Herrn". Und da, wo der katholische Glaube in seiner vollen Kraft und Einfalt herrscht, entblößt man beim AngelusLäuten das Haupt, ja knieet nieder, um also den Engel des Herrn" zu beten. So in dem noch fast unvermischt katholischen Spanien. 11 Daselbst war der damalige Stronprätendent Don Carlos besiegt, und sein treuer Anhänger, der vornehme Don Zavala war mit andern Carlisten gefangen genommen worden. Schon eine halbe Stunde nach seiner Gefangen - 162 - nehmung stand er vor dem Kriegsgericht und nach kurzer Berathung rief der Vorsigende des Gerichts: ,, Einen Beichtvater für ihn!" Mit diesen Worten war das Todesurtheil gesprochen. Ruhig vernahm Zavala die Entscheidung und fragte nur: Wann?" Der Richter antwortete: ,, Eine halbe Stunde vor dem Angelus- Läuten!" Der Abend dämmerte. Die Wachen naheten, um Don Zavala zum Tode zu führen; ruhig ging er demselben entgegen. Auf den Straßen wogte die neugierige Menge, welche den gefürchteten Carlisten sterben sehen wollte. Endlich stand Zavala auf dem Richtplatze. Der Ring wurde geschlossen. Die Soldaten, schußfertig, harrten des Kommandos ihres Offiziers. Dieser trat seitwärts und kommandirte: ,, Legt an!" Der Befehl wurde vollzogen und sieben Todesröhren zielten nach Zavalas Herz. Der Offizier öffnete die Lippen, um Feuer!" zu fommandiren, da ertönte die Glocke zum 11 Angelus". Mit dem ersten Schall der Aveglocke aber wird in dem gläubigen Spanien jede menschliche Beschäftigung augenblicklich so lange unterbrochen, bis das Läuten vorüber ist. Mit diesem ersten Schall senkten sich auch die Läufe der Gewehre, aus denen in der nächsten Sekunde der Tod den Verurtheilten getroffen hätte; die Soldaten standen still, der Öffizier entblößte sein Haupt und Zavala sank in die Knie, um noch einmal vor seinem Tode sich der barmherzigen Fürbitte Mariä bei Gott zu empfehlen. Wie er, so that auch die neugierige Menge; sie beugte mit ihm die Kniee und betete mit ihm zusammen. 163 Und wie die Glockentöne verhallten, das Gebet beendet war und Zavala sich wieder erhob, um den Tod zu erleiden, sprengte ein Reiter daher, der ein weißes Tuch emporschwang. Ein froher Jubel brauste aus der gedrängten Volksmasse; Parteiwuth und Rachgier waren im fommen Gebete erloschen. Zavala war begnadigt! Wer sein Retter gewesen, erfuhr er nicht; den Dank aber stattete er vor Allem derjenigen ab, welche er in dem vermeintlichen letzten Augenblicke seines Lebens als die Mutter des ,, fleischgewordenen Wortes" verehrt und angerufen hatte: ,, Gegrüßt seist Du ,. gebenedeit ist die Frucht Deines Leibes..Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jeßt... Amen."( ,, Leo", 1880.) 22. Tag. Maria, die Quelle der Gnaden. Es ist mir so schreibt ein geistlicher Freund unlängst ein Fall vorgekommen, welcher von neuem beweist, welche Gnaden - - - 164 - - durch die Fürbitte der Mutter Gottes zu erlangen sind. - Ein Lehrer in unserer Gemeinde hatte eine protestantische Mutter von bereits mehr als 70 Jahren. Im Altpreußischen geboren, heirathete sie einen Ratholifen, der später in die hiesige Gegend versetzt wurde. Nach dem Tode ihres Mannes nahm ihr Sohn, der erwähnte katholische Lehrer, sie zu sich. Dieser trug natürlich schon lange den stillen Wunsch im Herzen; Möchte meine liebe Mutter doch auch die Gnade haben, zum katholischen Glauben zurückzukehren!" Aus übermäßiger kindlicher Scheu wagte er es jedoch nicht, der Mutter seinen Herzenswunsch zu offenbaren; er fürchtete, die alte Mutter zu beunruhigen. Sie war fast erblindet und hatte vor einiger Zeit noch einen Beinbruch erlitten und mußte daher beständig im Hause sißen. In den letzten größeren Ferien reiste ihr Sohn nach W., um dort die Exercitien für Lehrer mitzumachen. Nachdem er zurückgekehrt war, machte er mir einen Besuch und sagte mir, es läge für mich ein besonderer Fall der Seelsorge vor seine Mutter wolle convertiren( fatholisch werden). Freudenthränen standen ihm dabei in den Augen. Der Lehrer erzählte mir nun, daß er nach den Exercitien, als sich seine Collegen in freudiger Unterhaltung ergingen, in die Wallfahrtskirche zu - 165 - W. sich begeben und dort der Himmelsfönigin seinen Herzenswunsch nochmals angelegentlichst vorgetragen habe. Um diejelbe Zeit habe seine Mutter zu Hause über eine ungewöhnliche Unruhe geklagt und ihre Schwiegertochter gebeten, sie möchte doch den Nachbar und Hausfreund N. rufen lassen. Diesem habe sie dann ihre entsetzliche Unruhe geklagt und dabei zugleich erklärt, sie fühle es, sie müsse katholisch werden. N. habe sie getröstet mit der Versicherung, daß das ja geschehen könne; sie möge ihrem Sohne nach seiner Rückkunst nur sagen, was sie auf dem Herzen habe, und er werde ihr schon gern behülflich sein. Als er( der Lehrer) nun zurückgekommen sei, habe sie ihn in großer Aufregung gefragt, ob er ihr eine Bitte, die sie ihm vorzutragen hätte, gewähren wolle. Nach Bejahung dieser Frage habe sie gesagt, sie müsse katholisch werden, und dazu möge er ihr doch behülflich sein. Voll Freude hätte er ihr geantwortet: O Mutter, auf diesen Wunsch deinerseits habe ich lange ge hofft und gewartet; das kann gewiß geschehen." Nachdem der Lehrer mir dies erzählt hatte, bat er mich, ich möchte doch bald seine Mutter besuchen, um ihr zu sagen, daß ihr Wunsch erfüllt werden könne. Ich begab mich demnächst zu der guten alten Frau, die sonderbarer Weise immer noch gefürchtet hatte, ich - ... 166 - 11 würde sie zur Conversion( Bekehrung) nicht annehmen. Nachdem ich sie begrüßt, kam sie gleich auf ihr Vorhaben und sagte mir u. a.: " Ich bin alt, und was habe ich in meinem Alter?". Weinend fuhr sie fort: ,, Mein Sohn geht nach W. und macht die schönen Exercitien, unsere Frau geht beichten und in die heilige Messe, unser Mädchen empfängt die heiligen Sakramente und ich?" Ich gab ihr Recht bei dieser Klage ihres Herzens und sagte ihr, der Schritt, den sie vorhabe, werde ihr denselben Trost verschaffen, den sie bei ihren Hausgenossen wahrnehme. Sehen Sie, Mutter," sagte ich ihr dann, der Entschluß, den Sie gefaßt haben, ist eine große Gnade; die hat Ihnen Ihr guter Sohn durch die Mutter Gottes erfleht." Darüber fam der Lehrer in die Stube. Ja, Mutter," fiel dieser ein, du mußt nun aber auch beten, daß dir dein Vorhaben nicht wieder leid wird, mußt beten um Beharrlichkeit." ,, Mir wird es nicht leid"- sagte sie- ,, nein, nein, es wird mir nicht leid!" Nach einigen ermunternden und belehrenden Worten verab= schiedete ich mich mit dem Versprechen, bald wieder zu kommen. Die alte Frau war jetzt überglücklich, daß der einleitende Schritt geschehen war. Ihr Sohn nahm nun täglich etwas aus dem Katechismus mit ihr vor, was sie um so leichter faßte, als sie so lange 11 OTS - 1 167 - unter Katholiken gelebt hatte und überhaupt auch recht geweckt war. Nach etwa zwei Monaten war sie so weit vorbereitet, daß sie das katholische Glaubensbekenntniß in meine Hand ablegen konnte. Einige Tage darauf empfing sie die heiligen Sakramente. Die Feier mußte bei dem Alter der Frau in dem Hause vorgenommen werden. Indeß rahm die Gemeinde mit freudiger Rührung an dem frohen Ereignisse Theil und betete unterwegs und im Hause den Rosenkranz. Gelobt seien Jesus und Maria!( Beo. Stgsbl. Nr. 19. 1882.) 23. Tag. Die Martyrerpalme als Lohn. In der lieblichen Weihnachtszeit denken fromme Marienkinder so gerne mit inniger Zärtlichkeit und Vorliebe an die tröstliche Thatsache, daß Maria, die selige Jungfrau, mit dem holdseligen Jesukindlein in den Armen öfter im Leben ihren eifrigen Verehrern mit mütterlicher Liebe und herablassender Milde erschienen sei. Derlei außerordentliche Gnadenerweisungen, Gunstbezeigungen und Erscheinungen finden wir z. B. im Leben eines heiligen Kajetan, Felix, Stanislaus, Joseph Hermann und vieler Anderer. Weniger bekannt dürfte unsern Lesern folgender 1 168- Zug kindlicher Pietät gegen Jesus und Mariä sein, wie er uns im Leben des seligen Livinus erzählt wird. Dieser zarte Marienverehrer befand sich in Sairo, um daselbst den Christen seelsorgliche Dienste zu leisten. Während seiner freien Stunden schrieb er ein Büchlein zum Lobe des Jesuskindes und seiner gebenedeiten Mutter Maria. Aus irgend einem nichtigen Vorwand gab er jedoch diese Arbeit auf und beschäftigte sich nicht weiter damit. Zu der Zeit, als Livinus an diesem Büchlein schrieb, war ihm mehrere Male die liebe Mutter Gottes mit dem Jesukind erschienen; da er aber sein frommes Werk zu Ehren der heiligen Kindheit Jesu unterbrochen, erschien ihm Maria nochmals, jedoch ohne ihren göttlichen Sohn. Bei diesem Anblick rief Livinus kummervoll aus: ,, heilige Mutter, wo hast du denn deinen Sohn, meinen Herrn, gelassen?" Und die seligste Jungfrau sprach: ,, Er entfernte sich von dir, weil du dein zu seinem Ruhme begonnenes Werk verlassen hast! Nimm diese fromme Arbeit wieder auf, und mein Jesus wird sich nicht allein dir aufs neue zeigen, sondern er wird dir dazu noch die Martyrerpalme gewähren, die ja das Ziel aller deiner Wünsche ist." Livinus nahm ohne Säumen sein unterbrochenes Werk wieder auf und vollendete es, worauf er das Verlangen nach dem Martyrer - 169 - tode nur noch heißer in sich flammen fühlte, bis er ihn endlich im Jahre 1345 zu Nairo durch die Hände der Ungläubigen empfing. Eine ernste Strafpredigt für saumselige und laugewordene Marienkinder, die vielleicht gar manches zu thun versprochen, aber wenig oder gar nichts eingehalten haben( Andachtsübungen, Fasten, Wallfahrten, Bruderschaften, Vereine 2c.); eine heilsame Mahnung überhaupt an alle Marienverehrer, für die Ehre Jesu und Mariä nach Kräften zu wirken und thätig zu sein, sei es nun mit der Feder in der Hand, oder wenigstens mit dem heiligen Rosenkranz. ( Mt. Ros. 7. Hft. 1882.) 24. Tag. Wie ein frommer Verehrer Mariens stirbt. Den überaus großen Lohn und reichliche Vergeltung beharrlicher Marienliebe hat unter Anderen erfahren der selige Alexius Falconieri, einer der sieben Stifter des Ser vitenordens, bei seinem so trostreichen Hinscheiden aus dieser Welt. Als dieser durch Herzensreinigkeit und Demuth hervorragende Diener Mariens im 77. Jahre seines Ordenslebens und im 110. seines Alters, der Gewohnheit gemäß, täglich 100 Ave Maria zu beten, an seinem Sterbetage soeben das letzte Marien- Büchlein. 12 - - 170- 1 Ave gebetet und die Umstehenden zur Verehrung und Nachahmung Mariens aufgefordert hatte, erschien ihm unter einer Schaar heiliger Engel der liebreiche Jesus, um ihn mit einem Kranze der schönsten Blumen zu frönen und in den Himmel einzuführen. Strahlend von himmlischem Glanz, sprach der Sterbende bei diesem unerwarteten Anblicke zu den Mitbrüdern und dem Volke, das den Seligen sterben zu sehen herbeigeeilt war, die beherzigenswerthen Worte: Knieet nieder, meine Brüder! fnieet nieder, seht ihr denn nicht meinen Erlöser, Jesum Christum, der meine Schläfe mit dem schönsten Blumenkranze schmückt! O, betet ihn an in Demuth, denn auch euch wird er mit dem ewigen Lohne krönen, wenn ihr, als fromme Diener der seligsten Jungfrau, ihr in der Reinigkeit und Demuth des Herzens nachfolget." ( Mt. Ros. 7. Hft. 1882.) 25. Tag. María, Mutter der Barmherzigkeit, bitte für ung. Wie manchem armen Sünder hat doch schon die liebe Mutter Gottes wieder auf den richtigen Weg, zu einem frommen Leben und einem glückseligen Sterbestündlein ge 171 holfen! So kam unlängst, schreibt P. Gelasius, am letzten Tage der Oktav vom süßen Namen Jesu ein lediger, sehr reicher junger Mann O. in die Kirche zur Heiligen Maria, Mutter der Barmherzigkeit" in Untersteiermark, um die heiligen Sakramente zu empfangen und den Ablaß zu gewinnen. Er ist wohl mehr als vier Stunden weit zu Fuß hergekommen, und zwar auf besondere Mahnung Gottes, der dem armen Sünder noch zur rechten Zeit seine unendliche Barmherzigkeit anbot. In der vorhergehenden Nacht nämlich konnte jener Mann gar nicht schlafen - das Gewissen machte ihm immer bittere Vorwürfe: wie wäre es denn, wenn du jetzt sterben müßtest- würdest du nicht auf ewig verdammt werden? Dies machte ihm viele Aengsten, und er fing an, sein Gewissen zu erforschen. Darauf sprach er zu sich selbst: Ich will aufstehen und zur Beicht gehen, und heute kann ich gerade auch noch den NamenJesu- Ablaß gewinnen; aber ich will zur Heiligen Maria, Mutter der Barmherzigkeit" bei den PP. Franziscanern gehen und dort eine reumüthige Lebensbeicht ablegen. Mit diesem Gedanken steht er auf, kleidet sich feiertäglich an, begiebt sich auf die beschwerliche Reise und kommt gegen 11 Uhr Mittags in besagter Kirche an. Er legte sehr reumüthig seine Lebensbeicht ab, empfing nach 11 J - 12+ - 172 12 Uhr die heilige Communion mit der größten Andacht, zur Erbauung aller Anwesenden, und brachte eine gute Stunde mit Danksagungen und Vorsäßen zu- und wer hätte geglaubt, daß diese seine Andacht eben auch die nächste Vorbereitung zum Hintritte vor das Gericht Gottes wäre? Als er nämlich nach 1 Uhr aus der Kirche in's nächste Haus, in eine Apotheke, geht und sich in derselben auf die Bank niedersegt, sinkt er plötzlich nach und nach zusammen und haucht jeine Seele aus- gerade in der günstigsten Zeit, nachdem er die ihm angebotene Gnade Gottes benützt seine Generalbeicht reumüthig und mit festen Vorsägen abgelegt- den Ablaß gewonnen, und Jesum Christum, seinen göttlichen Richter im Herzen tragend! Oliebe, glorreiche Himmelskönigin, Mutter der Barmherzigkeit, steh' uns bei im letzten Streit! ( Mar. Blüt. 10. Heft. 1881.) - - 26. Tag. In Loreto geheilt. - Markgraf Jakob von Baden wurde bei einem Volksaufstande in Köln durch eine Flinten gel in den Arm dermaßen verwundet, daß er in Todesgefahr gerieth. Er gelobte, wenn er wieder genesen würde, eine Wallfahrt - 173 und ein Weihegeschenk nach Loreto. Er wurde geheilt, aber sein Arm war steif. Jedoch faßte er Vertrauen zur Fürbitte Maria, daß sie ihm auch volle Heilung bewirken könne, und machte sich auf den Weg. In Loreto hielt er zwei Tage lang große Andachten; in der dritten Nacht hatte er einen lieblichen Traum von Unserer Lieben Frau und als er erwachte, konnte er seinen Arm ausstrecken und bewegen gleich dem andern. Voll Dankbarkeit erzählte er seine volle Heilung allenthalben, auch dem damals regierenden Papst Gregor XIII. und kehrte hocherfreut in sein Land zurück. Eine allseitig bestätigte Urkunde, die im Archive zu Loreto aufbewahrt ist, erzählt das Gesagte. ( Dr. Pruner: ,, Maria, unser Vorbild und unsere Mutter." S. 471.) 27. Tag. Strafgericht an einem Gotteslästerer. Vor einigen Jahren starb am 8. December in N. ein alter Herr, Namens X., der in mehr als dreißig Jahren keine Ostern mehr gehalten hatte und sich eine besondere Freude daraus machte, Lästerungen gegen die Mutter Gottes auszustoßen. Einige Wochen vor seinem Tode, als er schon stark vom Husten - 174 geplagt war, machte er einen Spaziergang, wobei er in die Nähe des Wallfahrtsortes N. kam und einem Bauer spöttisch bemerkte, ,, er( X), müsse doch bald auch einmal zur Mutter Gottes gehen." Am 8. December saß er Morgens auf seinem Canapee, als er die Glocken festlich läuten hörte. Er fragte den Krankenwärter, wozu man denn läute. Auf seinen Bescheid, daß heute das Fest der unbefleckten Empfängniß Marias sei, machte er eine so abscheuliche, gotteslästerische Neußerung, daß der Krankenwärter sie nicht zu wiederholen wagte. Raum hatte er aber diese Worte ausgesprochen, als seine Züge sich so verzerrten, daß sein Enkelchen ausrief: ,, Sich einmal da, der Großvater sieht gerade aus wie ein Belzebub!" Und alsogleich war er todt. Da er nicht kirchlich begraben werden konnte, sorgte sein neuprotestantischer Schwiegersohn, daß er mit Musik und anderem Pomp feierlich bestattet wurde. Am Grabe hielt er eine Lobrede auf den verstorbenen ,, Ehrenmann" und sagte zum Schluß, daß, wenn ihm die Kirche auch ihr Gebet verweigere, sie doch im Stillen für ihn beten wollten. Da trat ein anderer akatholischer Gesinnungsgenosse auf und sagte: Nein, für einen solchen Biedermann solle man nicht leise, sondern laut beten, und so fing er an, das Bater unser zu beten, das er mit genauer Not zu - 175 - sammenbrachte; beim Gegrüßet seist du Maria verwickelte er sich jedoch so, daß er nicht zu Stande kam und das Gebet unterblieb. Der Verstorbene verdiente ja auch kein Ave Maria! ( Mar. Blüt. 12. Hft. 1881.) 28. Tag. Gott schützt die Ehre Mariens. Viele auffallende Beispiele aus der Geschichte und täglichen Erfahrung zeigen uns, daß der liebe Gott die Lästerungen gegen seine eigene Majestät oft langmüthig erträgt, während er die Lästerungen seiner Heiligen und namentlich der Königin aller Heiligen, der allerseligsten Jungfrau Maria, fast immer rasch und strenge bestraft. Ein Beispiel dieser Art ist aufgezeichnet auf einer uralten Votivtafel, welche in der westfälischen Stadt Geseke neben dem Muttergottes- Altare der dortigen Stiftskirche aufgehängt ist. Die Votivtafel erzählt in alterthümlicher Sprache und Schreibart Folgendes: ,, Anno 1633, den 29. Octobris, schoß ein hessischer Musketier, Namens Ludwig Sadeler*), aus einem Bürgerhause an der Helwigstraße auf die Statue der schmerzhaften Mutter Gottes, welche in einem *) Es war im dreißigjährigen Kriege die Stadt erobert worden von hessischen Protestanten. - 176 - Heiligenhäuschen aufgestellt war, nachdem er zuvor Lästerungen gegen dieselbe ausgestoßen hatte. Er traf die Statue in die linke Schulter, fiel aber gleich darauf in Wahnsinn, worin er drei Tage verharrte, während welcher Zeit er immer rief: ,, Heilet das Weib! Heilet das Weib!" und hauchte nach drei Tagen schrecklichen Leidens seine Seele aus. Das Bild wurde darauf in die nahe Stiftskirche übertragen und daselbst über dem Muttergottes- Altare angebracht. Zum Gedächtniß dieses Ereignisses wird zu Geseke alljährlich ein kirchliches Fest gefeiert, welchem das Volk den Namen ,, Mariä Schuß" gibt. Die Votivtafel schließt mit den Worten: Undt kann der schuß an diesem Bilde noch gesehen werden; Worbei die Allmacht Gottes erkenne ihn forchte liebe undt durch seine Liebe Mutter hieselbst fleißig Ehre." Amen. 11 ( Mar. Blüt. 1.$ ft. 1875.) 29. Tag. Don Maria zurückgewiesen. Der berühmte P. Segneri erzählt, drei Jünglinge seien zur Nachtzeit einem sündhaften Vorhaben nachgegangen. Auf dem Wege erlöschte das Licht, das sie bei sich - 177 trugen. Da trafen sie an der Straße ein Muttergottes- Bild, vor welchem eine Lampe brannte. Einer von ihnen ging hin, seine erloschene Lampe anzuzünden. Aber kaum bei dem Bilde angekommen, war das Licht verschwunden. Er ging zurück, und sogleich leuchtete das Lämpchen vor Maria wieder, so freundlich wie zuvor. Und so oft er auch den Versuch machte, daran sein Licht zu entzünden, immer begegnete ihm das Nämliche. Da erkannte er in bitterer Reue, wie Maria zwar jeder Zeit uns Allen leuchten wolle, so oft wir uns auf den Weg machen, von der Sünde zurückzukehren, niemals aber, wenn wir auf dem Wege zur Sünde uns befinden. ( Dr. Pruner: ,, Maria, unser Vorbild und unsere Mutter." S. 121.) 30. Tag. Dom Marienlämpchen. Um Mitternacht wurde am Pfarrhause von N. stark geschellt. Eine bejahrte Frau stand an der Thüre und bat den Pfarrer, einem gefährlich Erkrankten die heilige Wegzehrung zu bringen. Sie bezeichnete genau die Straße und das Haus des Kranken und ging voran, indeß der Priester mit dem heiligsten Sakrament folgte. Auf einmal ver - - - 178- schwand sie, und der Pfarrer bemerkte, daß er vor dem bezeichneten Hause stand. Er zog die Schelle, aber Niemand öffnete ihm. Nach längerem Warten bog sich ein alter Herr aus dem Fenster des obersten Stockwerks und fragte, wer denn noch so spät in sein Haus wolle. Der Priester antwortete, er sei gekommen, einem Schwerkranken, zu dem man ihn gerufen, die letzte Wegzehrung zu bringen. Hier im Hause," entgegnete der Herr, ist Niemand frank. Weil es aber regnet, so können Sie heraufkommen, bis es aufhört. Ich leide ohnehin an Schlaflosigkeit." Der Priester nahm das Anerbieten an, und es wurde ihm geöffnet. Als er das Wohnzimmer des alten Herrn betrat, fiel ihm ein großes Marienbild auf, vor dem ein Lämpchen brannte. ,, Da bin ich ja in ein gutchristliches Haus gekommen," sagte der Priester, nachdem er das heiligste Sakrament gebührend niedergeſtellt hatte. Doch nicht," entgegnete der Herr, ,, ich huldige dem Fortschritt, halte auf Bilder und Formen nichts; aber meiner verstorbenen Mutter zu Lieb, welche das Madonnenbild hoch in Ehren hielt, habe ich es aufbewahrt und, denken Sie, ich habe jogar die Gewohnheit beibehalten, jeden Samstag, wie sie gethan, das Lämpchen selbst anzuzünden." 179 — 2.1 Während dieses Gesprächs waren sie in ein Seitenzimmer getreten. Dort hing über dem Schreibtische das Bild einer Frau in der Tracht einer längst vergangenen Zeit. Als der Hausherr bemerkte, daß der Geistliche das Bild aufmerksam betrachtete, sprach er voll Rührung: Das war meine unvergeßliche Mutter. Wie inbrünstig betete sie oft vor dem Marienbilde! Manchmal sagte fie, sie habe auch für mich gebetet. Sterbend stammelte sie noch: O mein unglücklicher Sohn, sollte ich in den Himmel kommen, so will ich um die Fürsprache der Mutter Gottes für dich flehen, bis du bekehrt sein wirst!' So gerne hätte sie mich dem guten Hirten zugeführt, allein"- fügte er bitter lächelnd hinzu mir wollte die Beicht nicht behagen." Im Verlaufe der Unterhaltung kam der Herr auf seine Erlebnisse zu sprechen. Er erzählte mit Offenherzigkeit seine Jugendgeschichte sowie die Begebenheiten seines späteren Lebens, ohne seine Fehler zu verschweigen. Als er sich ausgeredet, nahm der Geistliche das Wort und sagte zutraulich: Sie haben mir jetzt Ihr Inneres in einer Weise erschlossen, daß Ihre Seele unverhüllt vor meinen Augen steht. Ich glaube Ihren Wandel so genau zu kennen, daß ich Ihnen die sakramentale Lossprechung ertheilen könnte." - 180- - ,, Wie, sollten Sie das können!" rief der Herr gerührt aus. Es sind über dreißig Jahre, daß ich die heilige Communion nicht mehr empfangen habe." Dann ergriff er die beiden Hände des Priesters und sprach: Bei dem Andenken an meine fromme, unvergeßliche Mutter nehme ich Sie beim Wort, hochwürdiger Herr! Jetzt wäre ich bereit, eine reumüthige Beicht abzulegen. Können Sie mir wirklich die Lossprechung geben? Und wenn Sie es gethan, dann reichen Sie mir sofort die heilige Communion." Tiefergriffen finieete der Greis nieder, legte eine vollständige Beicht ab, betete das apostolische Glaubensbekenntniß und empfing mit der größten Andacht den Leib und das Blut des Herrn. Nachdem der Priester noch einige Worte der Belehrung an den Büßer gerichtet, verabschiedete er sich. Er wußte nicht, wie ihm war und versant auf dem Heimwege in Gedanken über das in dieser Nacht Erlebte: Wer war die Frau, die ihn gerufen? Warum verschwand sie plötzlich vor dem bezeichneten Hause? Wie hat das Gebet der Mutter auf den Sohn eingewirkt! Lauter Geheimnisse. Hier hat offenbar die Hand Gottes gewirkt. Am folgenden Morgen erfuhr er, daß der alte Herr am Schlagflusse gestorben sei. 181 1 31. Tag. Ein Marienblümchen im eisigen Island. Bekanntlich sträuben sich die Protestanten gegen die Verehrung der heiligen Mutter Gottes und machen den Katholiken daraus einen Vorwurf. Merkwürdig genug! Oder was liegt näher, als daß der, welcher den göttlichen Heiland als den menschgewordenen Sohn Gottes verehrt, diese Verehrung mun auch auf seine heilige Mutter übertrage? Doch wird man bei allen wahrhaft frommen Protestanten, wenn nicht die von ihren Predigern absichtlich und sorgsam genährten Vorurtheile all zu arg herrschen, eine Hinneigung zur Verehrung der heiligen Gottesmutter und eine Verehrung derselben finden. Ein rührendes und einfaches Beispiel für diese Wahrheit findet sich in einem kleinen Begebniß, welches der P. Baumgartner aus seiner Reise erzählt, die er fürzlich nach dem eisigen Norden, in das einsame im ungeheuern Ocean liegende Jsland gemacht hat. Mit zwei Reisegefährten wanderte er durch die Insel und wurde freundlich aufgenommen. Sie übernachteten einmal auf einem protestantischen Bauernhofe, wo sie schlicht und einfach gut aufgehoben waren. P. Baumgartner erzählt weiter: ,, Beim Abschied ließ P. v. Geyer die gute Frau sich aus einigen Düsseldorfer Bildchen eins zum - 182 Andenken wählen: es waren ein Christusbild, ein Bild des guten Hirten, ein Muttergottesbild mit dem Christuskind und ein Schußengel. Die Frau sah sich alle genau an und wählte dann sofort das Muttergottesbild. Wir waren erstaunt. P. v. Geyer fragte sie, ob sie denn auch Maria verehre?, Gewiß, erwiderte sie findlich fromm, sie ist ja die Mutter unsers lieben Herrn! Das rührte mich sehr und bestärkte mich abermals in der Ueberzeugung, daß Hunderte und Tausende braver Menschen sehr leicht zur katholischen Verehrung der heiligen Mutter Gottes zurückkehren könnten, wenn die protestantischen Prediger ihre alten Märchen von MuttergottesAnbetung, Papst- Tyrannei u. s. w. endlich fallen ließen."( Kath. Missionsbl. Nr. 33. 1885.) + Dritter Sheil. -94$ 3 Verschiedene Andachtsübungen zu Daria. Andacht zu Ehren der Mutter Gottes. ( Aus dem Kölner Diöcesan- Gebetbuch.) Herr Jesu Christe, Du ewiger Sohn des himmlischen Vaters, wir erscheinen vor Deinem heiligen Angesichte und preisen Dich von ganzem Herzen, daß Du die seligste Jungfrau Maria zu Deiner Mutter erwählt hast, um durch sie vom Himmel in unser Elend herabzusteigen. Wir danken Dir für alle Gnaden und Vorzüge, womit Du sie über alle andern Geschöpfe erhoben hast, und - 184- - freuen uns über die Ehre und Macht, womit sie von Dir im Himmel gekrönt worden ist. Laß durch sie, unsere Mutter und Fürsprecherin, unsere Andacht Dir wohlgefallen und gib uns die Gnade, sie alle Zeit so zu verehren, daß wir nach ihrem Vorbilde wandeln und durch ihre Fürsprache Erhörung finden, der Du lebest und regierest in Ewigkeit. R. Amen. Vater unser 2c. ( Gesang.) Gegrüßet 2c. Gegrüßet 2c. 1. O seligste Jungfrau Maria, von Ewigfeit her vom Allerhöchsten auserwählt zur Mutter seines Sohnes, den Patriarchen im Bilde gezeigt und von den Propheten der Welt verkündigt, du bist ein Spiegel der Heiligkeit Gottes, ohne Flecken und Makel. Du bist das starke Weib, das der Schlange den Kopf zertreten, die Lilie unter den Dornen, die den Fluch Eva's vernichtet hat. Du bist der Morgenstern, dessen Strahl die ganze Welt erleuchtet, die herrliche Morgenröthe, aus der die Sonne der Gerechtigkeit hervorgegangen, der brennende Dornbuich, der in den Flammen unversehrt geblieben ist. Du bist der Zweig aus der Wurzel Jesse, der die Blume des Himmels getragen. Du bist die Ehre Jerusalems, die Freude Israels, du der Ruhm deines Volfes. - 185 - V. Siehe, eine Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären. R. Und sein Name wird sein Emmanuel, Gott mit uns. Allmächtiger Gott, der Du der seligsten Jungfrau Maria gleich im ersten Augenblicke ihres Daseins alle Gnaden geschenkt hast, die unser Stammvater durch die Sünde verLoren hatte, verleihe uns auf ihre Fürbitte, daß wir die Gnade der Kindschaft, die Du uns barmherzig in der Taufe zurückgegeben haft, nimmermehr verlieren, durch Jesum Christum, unsern Herrn. R. Amen. Vater unser 2c. Gegrüßet 2c.( Gesang.) 2. Mit dem Erzengel Gabriel und allen himmlischen Chören preisen wir dich, o seligste Jungfrau Maria, und freuen uns über die Ehre, die Gott dir durch den Gruß des Engels erwiesen hat. Gegrüßet seist du Maria! In dir hat der Allerhöchste fich seine Wohnung geheiligt. Du bist ganz schön, und keine Mafel ist an dir. Du bist voll der Gnaden! In dir hat die ewige Weisheit sich ihr Haus gebaut. Du bist die auserwählte Tochter des Vaters, die gnadenvolle Mutter des Sohnes, die makellose Braut des heiligen Geistes. Der Herr ist mit dir! Dich haben die Töchter Sions gesehen und dich die Auserwählte genannt. Dich haben Marien- Büchlein. 13 - 186 alle Geschlechter gelobt und selig gepriesen. Du bist gebenedeit unter den Weibern! Du hast als Jungfrau deinen Schöpfer geboren und als Jungfrau nach der Geburt ihn angebetet. Gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus. V. Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft, R. Und sie empfing vom heiligen Geist. Verleihe, allmächtiger Gott, daß wir die unversehrte Jungfräulichkeit der reinsten Jungfrau Maria würdig verehren und durch ihre Fürbitte die Reinheit der Seele und des Leibes erlangen, durch Jesum Christum, unsern Herrn. R. Amen. Vater unser 2c. Gegrüßet 2c.( Geſang.) 3. Selig bist du, o Jungfrau Maria, und alles Lobes würdig. Du hast Gnade gefunden bei Gott. Jungfrau und Mutter zugleich, es ist in Erfüllung gegangen, was dir vom Herrn gesagt ist. Den König der Engel hast du genährt und auf deinen Armen getragen, seine heilige Kindheit gepflegt und alle Mühseligkeiten des Erdenlebens mit ihm erduldet. Die Geheimnisse seines Lebens waren dir fund gemacht, und alle seine Worte hast du in deinem Herzen bewahrt. Alle seine Schmerzen hast du mit ihm getheilt und bist unter dem Kreuze die Königin der Martyrer 187 - geworden. Der Herr hat dich mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen. Dort thronest du jetzt als Königin des Himmels zur Rechten deines Sohnes; dort preisen dich selig alle Chöre der Engel und alle Schaaren der Heiligen. V. Selig bist du, die du geglaubt hast, R. Denn es ist in Erfüllung gegangen, was dir verheißen ward. O Gott, der Du den reinsten Schooß der seligsten Jungfrau Maria Dir zur Wohnung erwählt und sie, von den Banden des Todes befreit, zu Deiner Rechten erhöht hast, gib, daß wir, die nach unsern Werken Dir nicht gefallen können, durch ihre Fürsprache Verzeihung der Sünden und das ewige Leben erlangen, der Du lebest und regierest in Ewigkeit. R. Amen. Vater unser 2c. Gegrüßet 2c.( Gesang.) 4. O Maria, dich preisen wir als die Mittlerin des Heils und danken dir für alle Gnaden, welche wir durch dich von Gott erlangt haben. Durch deine Demuth und deinen Gehorsam hast du den Fluch Eva's von uns abgewendet und bist die Mutter der göttlichen Gnade geworden. Von dir ist ausgegangen das Licht, welches die Finsterniß zerstreut, und das Leben, welches den Tod vernichtet. Durch dich ist der Schlange 13* - 188- - der Kopf zertreten und das Reich des Satans zerstört worden. Du bist die Königin des Himmels und der Erde, die Mutter aller Gläubigen, die Helferin der Christen. Du bist die Zuflucht der Sünder, du die Ursache unserer Freude und das Heil Aller, die dich anrufen. V. Großes hat an dir gethan der Mächtige, R. Dessen Name heilig ist. Allmächtiger und barmherziger Gott, der Du auf wunderbare Weise dem christlichen Volke in der seligsten Jungfrau Maria eine immerwährende Hülfe gegeben hast, verleihe gnädig, daß wir unter ihrem Schuße den guten Kampf kämpfen im Leben, und den Sieg über den bösen Feind erringen im Tode, durch Jesum Christum, unsern Herrn. R. Amen. Vater unser 2c. Gegrüßet 2c.( Gesang.) 5. O allerfeligste Jungfrau Maria, du bist unsere Hoffnung; laß unsere Bitten zu deinem Herzen dringen, und möge Gott auf deine Fürsprache huldvoll gewähren, was wir mit festem Vertrauen erbitten. Deine Reinhett bedecke unsere Schuld, und deine Demuth erlange uns Vergebung unserer Hoffart. Die Gluth deiner Liebe ersege unsere Lauheit, und der Reichthum deiner Verdienste tilge unsere Armuth. Deine mächtige Hand be - 189 schirme uns in allen Gefahren und beschütze uns in der Stunde des Todes; dein mildreiches Herz erbarme sich der armen Seelen und befreie sie aus den Flammen des Fegfeuers. Bitte ohne Unterlaß für das Volk Gottes und errette die Kirche aus allen Bedrängnissen. Zeige dich als Helferin der Christenheit, erbarme dich der Elenden, richte auf die Kleinmüthigen, tröste die Betrübten, bitte für das christliche Volk, flehe für die Priester, halte an für die gottgeweihten Jungfrauen und laß Alle deine Hülfe erfahren, die deinen heiligen Namen verehren. V. In aller Trübsal, Angst und Noth R. Romme uns zu Hülfe, o allerfeligste Jungfrau Maria! Verleihe, allmächtiger Gott, daß Deine Gläubigen, die den Namen der allerseligsten Jungfrau Maria verehren und sich ihres Schußes erfreuen, durch ihre liebreiche Fürsprache von allen Uebeln befreit werden auf Erden, und zu den ewigen Freuden gelangen im Himmel, durch Jesum Christum, unsern Herrn. R. Amen. Vater unser 2c. Gegrüßet 2c.( Gesang.) 1 Kyrie eleison! Christe eleison! Lauretanische Litanei. 190 Kyrie eleison! Christe, audi nos! Christe, exaudi nos! Pater de coelis Deus, R. Miserere nobis! Fili, Redemptor mundi Deus, Spiritus sancte Deus, Sancta Trinitas, unus Deus, Sancta Maria, R. Ora pro nobis!*) Sancta Dei Genitrix, - Sancta virgo virginum, Mater Christi, Mater divinae gratiae, Mater purissima, Mater castissima, 1 Herr, erbarme Dich unser! Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Christe, höre uns! Christe, erhöre uns! Gott Vater vom Himmel, R. Erbarme Dich unser! Gott Sohn, Erlöser der Welt, Gott heiliger Geist, Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, Heilige Maria,- R. Bitt für uns! Heilige Gottesgebärerin, Heilige Jungfrau aller Jungfrauen, Mutter Chriſti, Mutter der göttlichen Gnade, Du reinste Mutter, Du keuschefte Mutter, +) Wenn die Litanei gesungen wird, kann der Zusatz: ,, Maria, Maria! wir bitten dich, verlaß uns nicht in unsrer Noth, o du allerseligste Jungfrau Maria!" beliebig eingeschaltet werden. - 191- Mater inviolata,- Du ungeschwächte R. Ora pro nobis! Mutter,- R. Bitt für uns! Du unbefleckte Mutter, Du liebliche Mutter, Du wunderkarliche Mutter, Du Mutter des Schöpfers, Du Mutter des Erlösers, Du weiseste Jungfrau, Du ehrwürdige Jungfrau, Du lobwürdige Jungfrau, Du mächtige Jungfrau, Du gütige Jungfrau, Du getreue Jungfrau, Du Spiegel der Gerechtigkeit, Du Sik der Weisheit, Du Ursache unserer Fröhlichkeit, Du geistliches Gefäß, Du ehrwürdigesGefäß, Du vortreffliches GeMater intemerata, Mater amabilis, Mater admirabilis, Mater Creatoris, Mater Salvatoris, Virgo prudentissima, Virgo veneranda, Virgo praedicanda, Virgo potens, Virgo clemens, Virgo fidelis, Speculum justitiae, Domus aurea, Foederis arca, Sedes sapientiae, Causa nostrae laetitiae, Vas spirituale, Vas honorabile, Vas insigne devotionis, Rosa mystica, Turris Davidica, Turris oburnea, fäß der Andacht, Du geistliche Rose, Du Thurm Davids, Du elfenbeinerner Thurm, Du goldenes Haus, Du Arche des Bundes, - Janua coeli, Ora pro nobis! - R. Stella matutina, Salus infirmorum, Refugium peccatorum, Consolatrix afflictorum, Auxilium Christianorum, Regina Angelorum, Regina Patriarcha192 rum, Regina Prophetarum, Regina Apostolorum, Regina Martyrum, Regina Confessorum, Regina Virginum, Regina Sanctorum omnium, Regina sine labe originali concepta, Regina sacratissimi Rosarii, Agnus Dei, qui tollis peccata mundi, R. Parce nobis, Domine! Du Pforte des Himmels,- R. Bitt für uns! - Du Morgenstern, Du Heil der Kranken, Du Zuflucht der Sünder, Du Trösterin der Betrübten, Du Helferin der Christen, Du Königin der Engel, Du Königin der Patriarchen, Du Königin der Propheten, Du Königin der Apostel, Du Königin der Martyrer, Du Königin der Befenner, Du Königin der Jungfrauen, Du Königin aller Heis ligen, Du Königin, ohne Erbsünde empfangen, Du Königin des heiligen Rosenkranzes, D Du Lamm Gottes, welches Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, R. Verschone uns, o Herr! - 193 Agnus Dei etc., R. Exaudi nos, Domine! Agnus Dei etc., R. Miserere nobis! Christe audi nos! R. Christe exaudi nos! Kyrie eleison! R. Christe eleison! Kyrie eleison! Pater noster. Ant. Sub tuum praesidium confugimus, sancta Dei genitrix, nostras deprecatiodeprecationes ne despicias in necessitatibus nostris, sed a periculis cunctis libera nos semper, virgo gloriosa et benedicta, domina nostra, mediatrix nostra, advocata nostra; tuo filio nos reconcilia, tuo filio nos commenda, tuo filio nos repraesenta! V. Ora pro nobis, sancta Dei genitrix, Du Lamm Gottes 2c., R. Erhöre uns, o Herr! D Du Lamm Gottes 2c., R. Erbarme Dich unser, o Herr! Christe, höre uns! R. Christe, erhöre uns! Herr, erbarme Dich unser! R. Christe, erbarme Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! Vater unser. Unter deinen Schuh und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesgebärerin! verschmähe nicht unser Gebet in unsern Nöthen, sondern erlöse uns jeder Zeit von aller Gefährlichkeit, o du glorwürdige und gebenedeite Jungfrau, unsere Frau, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin; verföhne uns mit deinem Sohne, empfiehl uns deinem Sohne, stelle uns vor deinem Sohne! V. Bitt für uns, o heil. Gottesgebärerin, 1 194 R. Ut digni efficiamur promissionibus Christi. nuntiante Oremus. Gratiam tuam, quaesumus Domine, mentibus nostris infunde, ut, qui angelo Christi Filii tui incarnationem cognovimus, per passionem ejus et crucem ad resurrectionis gloriam perducamur. Per eundem Christum Dominum nostrum. Amen. V. Ora pro nobis, beatissime Joseph, R. Ut digni efficiamur promissionibus Christi. Oremus. Sanctissimae Genitricis tuae Sponsi, quaesumus, Domine, meritis adjuvemur, ut, quod possibilitas nostra non obtinet, ejus nobis intercessione donetur, qui vivis et - R. Auf daß wir würdig werden, der Verheißungen Chrifti. Gebet. Wir bitten Dich, o Herr, Du wolleft Deine Gnade in unfere Herzen eingießen, damit wir, die wir durch die Botschaft des Engels die Menschwerdung Christi, Deines Sohnes, erkannt haben, durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung geführt werden; durch denselben Chriftum 2c. V. Bitt für uns, o allerseligster Joseph, R. Auf daß wir würdig werden der Verhei Bungen Christi. Gebet. Wir bitten Dich, o Herr, laß uns durch die Verdienste des Bräutigams Deiner heiligsten Mutter geholfen werden, damit, was unser eigenes Vermögen nicht er halten kann, durch - 195 regnas in saecula saeculorum. Amen. - feine Fürbitte uns gegeben werde, der Du lebest und regierest von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. ( Für das andächtige Beten der lauretanischen Litanei jedes Mal 300 Tage Ablaß. Pius VII., 30. Sept. 1817.) Der Rosenkrant*), wie er jetzt üblich ist, hat den heil. Dominikus zum Urheber. Führe den Rosenkranz ein, und er wird das Mittel gegen viele Uebel sein," hatte ihm die allerfeligste Jungfrau gesagt, und er verdankte dieser frommen Uebung die Bekehrung unzähliger Sünder und die wunderbarsten Triumphe über die verirrten Albigenser, welche damals besonders im südlichen Frankreich einen großen Abfall vom Glauben verursacht hatten. Der Rosenkranz", schreibt Papst *) Papst Benedict XIII. hat allen Gläubigen, welche mit reumüthigem Herzen entweder den Psalter( von 15 Gefeßen) oder den einfachen Rosenkranz( von 5 Gesetzen) beten, für jedes Vaterunser und für jedes Ave Maria einen Ablaß von 100 Tagen verliehen. Papst Pius IX. bestätigte diese Ablässe und fügte noch einen andern Ablaß von 10 Jahren und 10 Quadragenen hinzu, den alle Gläubigen ein Mal im Tage gewinnen können, welche mit Andacht zusammen( wenn mehrere zusammen den Rosenkranz beten, so genügt es zur Gewinnung der Abläsſe für Alle, daß der Vorbeter allein sich eines geweihten Rosenkranzes bediene), öffentlich oder nicht öffentlich, zu Hause oder anderswo, den( einfachen) Rosenkranz beten; und denjenigen, welche die Gewohnheit haben, dieses wenigstens drei Mal in der Woche zu thun, bewilligte er unter den gewöhnlichen Bedingungen des Empfanges - 196 - Gregor XVI., ist ein wunderbares Mittel zur Vernichtung der Sünde, zur Wiedererlangung der Gnade und zur Verherrlichung Gottes." Die einzelnen Vaterunfer und Ave Maria, welche die 15 Decaden oder Gesetze bilden, aus denen der eigentliche, vollständige, auch Psalter genannte Rosenkranz besteht, und welche man unter frommen, der Fähigkeit eines jeden angepaßten Betrachtungen über die Hauptgeheimnisse des Lebens, des Todes und der Auferstehung unseres Heilandes betet, werden von der Kirche als ebenso viele Rosen für die Himmelskönigin betrachtet, daher der Name Rosenkranz. Papst Leo XIII., der mehrere öffentliche Rundgebungen, besonders die Encyklika vom 1. September 1883, dem Rosenkranzgebete widmete, spricht den innigen Wunsch aus, daß diese so segensreiche Andachtsübung die fromme der heiligen Sakramente, des Besuches einer Kirche oder öffentlichen Kapelle und des Gebetes nach der Meinung des Papstes für den letzten Sonntag in jedem Monat einen vollkommenen Ablaß. Um diese Ablässe zu gewinnen, muß man einen Rosenkranz haben, der von den PP. Dominitanern oder von einem bevollmächtigten Priester vorschriftsgemäß geweiht ist, und, wie oben gesagt, während man ihn betet, über die betreffenden Geheimnisse betrachten. Für diejenigen, welche nicht fähig sind, zu betrachten, genügt es, den Rosenkranz mit Andacht zu beten. Noch weit zahlreichere Ablässe gewinnen die Mitglieder der Rosenkranz, bruderschaft, wenn sie ein Mal wöchentlich den RosenFranz von 15 Gefeßen beten. Man kann dies in drei oder mehreren Malen thun, wenn man ihn nur am Ende der Woche ganz gebetet hat. Um Mitglied dieser überaus verbreiteten und segensreichen Bruderschaft zu werden, ist nur die Aufnahme durch einen bevollmächtigten Priester erforderlich. 197 Gewohnheit aller Christen werden möge. ,, Dieses einmüthige und demüthige Flehen wird die himmlische Schutzfrau unseres Geschlechtes gerne entgegennehmen, und sie wird leicht bei Gott erbitten, daß die Guten in der Tugend voranschreiten, die Verirrten dagegen zur Be= sinnung kommen und ihr Heil wirken, und daß die drohend erhobene Hand des Herrn statt der gerechten Strafe Erbarmen und Segen spende, von der christlichen Gesellschaft die bes vorstehenden Gefahren abwende und den ersehnten Frieden verleihe." In der That, ein andächtiger Verehrer des Rosenkranzes wird besondere Gnaden empfangen, denn dieses Gebet ist eine mächtige Waffe gegen die Hölle; es entfernt die Sünde, bringt die Tugenden und frommen Werke zu neuer Blüthe, erlangt den Seelen die reichlichste Barmherzigfeit Gottes, bekehrt die Herzen der Menschen von der Weltliebe zur Liebe Gottes, und erweckt in ihnen das Verlangen nach den ewigen Gütern. Nach dem„ Ich glaube an Gott Vater" betet man ein Vaterunser und drei Ave Maria, denen nach dem Worte Jesus" beigefügt wird: Der in uns den Glauben mehre. Der in uns die Hoffnung stärke. Der in uns die Liebe entzünde. Sodann: Ehre sei dem Vater u. s. m. Jedes der nun folgenden Gesetze des Rosenfranzes besteht aus einem Vaterunser und 1. Qui adaugeat nobis fidem. 2. Qui corroboret nobis spem. 3. Qui perficiat in nobis caritatem. zehn Ave Maria, darin nach dem Worte Jesus" jedes Mal eines der nachstehenden Geheimnisse eingeschaltet wird, welche man während des Abbetens fromm erwägen soll. Jedes Gesetz schließt mit Ehre sei dem Vater". 11 Die Geheimnisse des Rosenkranzes: I. des freudenreichen, der besonders vom Advent bis zur Fastenzeit pasſend gebetet werden kann: 1. Quem, Virgo, con- Den du, o Jungfrau, cepisti. vom Heiligen Geiste empfangen haft. Den du, o Jungfrau, zuElisabeth getragen haft. 2. Quem, visitando Elisabeth portasti. 198 3. Quem, Virgo, genuisti. 4. Quem in templo praesentasti. 5. Quem in templo invenisti, 1. Qui pro nobis sanguinem sudavit. 2. Qui pro nobis flagellatus est. 3. Qui pro nobis spinis coronatus est. Den du, o Jungfrau, geboren hast. Den du, o Jungfrau, im Tempel aufge opfert hast. Den du, o Jungfrau, im Tempel wiedergefunden hast. II. des schmerzhaften, besonders in der Fastenzeit zu beten: Der für uns Blut geschwitzt hat. Der für uns ist gegeißelt worden. Der für uns ist mit Dornen gefrönt worden. 1 199 4. Qui pro nobis crucem bajulavit. 5. Qui pro nobis crucifixus est. III. des glorreichen, der besonders von Ostern bis Advent gebetet werden kann:*) 1. Qui resurrexit a mortuis. 2. Qui in coelum ascendit. 3. Qui Spiritum Sanctum misit. 4. Qui te assumpsit. Der für uns das schwere Kreuz getragen hat. Der für uns ist gekreuzigt worden. 5. Qui te in coelis coronavit. Der von den Todten auferstanden ist. Der in den Himmel aufgefahren iſt. Der uns den Heiligen Geist gesandt hat. Der dich, o Jungfrau, in den Himmel aufgenommen hat. Der dich, o Jungfrau, im Himmel gekrönt hat. *) Wer die überaus segensreiche Gewohnheit hat, täglich den Rosenkranz zu beten, dem ist die Art und Weise zu empfehlen, wie dies zu Rom geschieht, wo am Montag und Donnerstag der freudenreiche, am Dienstag und Freitag der schmerzhafte, am Mittwoch und Samstag der glorreiche Rosenkranz gebetet wird. Lieder zur beiligen Mutter Gottes. -44Festgesänge. Maria Empfängniß. Nr. 1. sin Segen hat ergossen* Sich über Davids Haus; Die Blume ist entsprossen,* Das Morgenroth bricht aus. * Die Zeit will sich enthüllen,* Die lang im Dunkel lag;* Das Wort will sich erfüllen,* Das Gott zur Schlange sprach. Er sprach: Aus allen Nöthen* Wird einst mein Volk erlöst;* Ein Weib wird dich zertreten, Dem du mit List nachgehst." » Maria ist empfangen* Von jeder Makel rein;* Von der Propheten sangen,* Die laßt uns benedei'n! 201 Laßt uns den Herren loben* Für so viel Gütigkeit, mit allen Engeln droben und in Ewigkeit! * Jetzt Nr. 2. O Jungfrau ohne Makel,* O schöne Himmelsblum',* Der Gottheit Tabernakel, * Der Gnade Heiligthum:* Du bist die Sonn' mit Strahlen,* Der Mond mit stillem Schein; In deinem Glanz sich malen* Des Himmels Lichter rein. * O Jungfrau, außertoren Aus königlichem Blut,* Ganz unbefleckt geboren,* Ganz sündenrein und gut:* Auf deine Fürbitt' bauen* Wir Sünder allgemein; Auf dich wir fest vertrauen,* Mach uns von Schulden rein! * Hilf, daß wir nicht in Sünden* Unselig sterben hin;* Bei dir ist Hülf' zu finden, O treue Mittlerin!* Hilf, daß uns Gott verzeihe Die Sünd' und Missethat,* Ein sel ges End' verleihe* Nach seiner großen Gnad'. Du wollest dich erbarmen Der ganzen Christenheit, Und sie mit starken Armen* Beschützen jeder Zeit!* Die Obrigkeit regiere,* Dem Volk gib Sicherheit,* Mit Gnad' und Tugend ziere* All', die dein Sohn befreit. * Auch alle armen Seelen* In ihrer Noth und Pein* Wir deiner Hülf' befehlen* Als liebe Kinder dein.* Sie rufen mit Vertrauen * Zu deinem Gnadenthron;* Hilf, daß sie bald anschauen, O Jungfrau, deinen Sohn. * Nr. 3. Maria, o Maria schön,* Du lichter Stern aus Himmelshöh'n! Dir große Gnad' gegeben Marien- Büchlein. * 14 ** ist:* Ohn' Erbsünd' du empfangen bist, Ganz makellos, ganz sündenrein,* O klares Gold, o Edelstein, Du ohne Dorn die schönste Rof', * Die schönste Rof', Entsproffen aus St. Annä Schooß! * - 202 * * Die Sonn' am Himmel ist dein Bild,* Von Anbeginn mit Glanz erfüllt,* Aus reinem Licht von Gott gemacht,* Ohn' alle Finsterniß und Nacht.* So schuf der Herr dich wunderbar, Ganz gnadenvoll, ganz hell und klar;* Kein Erbsünd' ist, kein Makel da,* Kein Makel da * In dir, o Jungfrau Maria! Jungfrau, o, wie gnadenreich,* Dem GottesParadies, dem Himmel gleich! haus, o Gottessaal, Himmel hier im Jammerthal! O gnadenreiche Gottesstadt,* Die Gott sich selbst gebauet hat* Aus reinem Gold, aus Diamant,* Aus Diamant,* Die niemals ihres Gleichen fand. Nun bitten wir, o Jungfrau gut,* Uns Kinder halt in deiner Hut!* Ach, hilf, daß uns durch Gottes Gnad' Nicht Fleisch und Welt noch Hölle schad';* Halt' Leib und Seel' von Sünden rein, Laß uns den Engeln ähnlich sein:* wend' uns zu dein Mutterherz, * Dein Mutterherz,* Und zieh' zu dir uns himmelwärts! * * dind sit and dig Nr. 4. Ros', o schöne Rof* In St. Annä Schooß! * Welche Wunderros* Blüht in diesem Schooß, Füllt mit süßem Duft Allumher die Luft! Keines Frühlings Pracht Jemals hat ge Mariä Geburt. * Als St. Annä bracht Eine solche Ros', Schooß! Selbst das Paradies* Jhr den Vorzug ließ.* Freudenreicher Tag,* Wo St. Anna sprach: ,, Kommt, ihr Kinder all,* Singt mit süßem Schall,* Singt der schönen Rof Auf der Mutter Schooß!" * * * 203 * * * Ros', o schöne Rof'* In St. Annä Schooß! Zweig von edler Art* Bracht' dies Röslein Das, von Gott behüt't, zart, Herrlich aufgeblüht.* Wurzel, so war todt,* Bracht' die Rose roth;* Anna, hochbetagt,* Hat der Welt gebracht Dieses Mägdelein, Matellos und rein,* Das mit Thau der Gnad'* Gott genähret hat.* Kindlein süß und zart,* Sproß von edler Art,* Bitt' für uns, o Ros'* In St. Annä Schooß! * Ros', o schöne Ros' In St. Annä Schooß! * Groß ist deine Kraft, Reiche Gnad' sie schafft.* Rosen- Arzenei* Wirkt gar vielerlei: * Sie erfrischt den Muth,* Kühlt des Herzens Gluth, Macht uns auch bereit* Zu dem letzten Streit.* Ros, o schöne Ros',* Weil dein' Kraft so groß,* Und dein' Arzenei* Wirkt so vielerlei:* Deine Kraft uns send'* Jetzt und an dem End'!* Bitt für uns, o Ros' In St. Annä Schooß! Nr. 5. Die Jungfrau auserkoren,* Erwählt von Ewigkeit, Maria ist geboren,* Jm Mutterschooß geweiht.* Sie tritt aus dunkler Ferne In reinem Licht hervor,* Und gleich dem Morgensterne* Steigt herrlich sie empor. 204 * Die * Die Nacht hat sich verloren,* Die Morgenröthe winkt:* Die Mutter ist geboren, uns den Heiland bringt. Die Rof' ist heut' erschienen,* Die makellose Magd,* Dem Werk des Herrn zu dienen,* Wie er's vorhergesagt. Von Anna voll der Gnade* Und Joachim gepflegt,* Wird sie die Bundeslade,* Die den Messias trägt. Sie soll uns Mutter werden, * Die Mittlerin der Welt;* Jm Himmel und auf Erden* Ist schon ihr Reich bestellt. * Maria, sei gegrüßet* Jm dunkeln Erdenthal,* Durch dich wird uns versüßet* Des Lebens Müh' und Qual!* Du lebst mit uns auf Erden,* Trägst unser Leid und Loos: Hilf, daß wir selig werden* Mit dir im Himmelsschooß! Namen Mariä. Nr. 6. Maria, wir verehren* Dich und den Namen * Soll dein;* Dein Lob all' Zeit zu mehren, uns're Freude fein! R.:: O heilige Maria!: Jung und Alt, Groß und Klein* Stimm' in unser Loblied ein! * Dich, o Maria, nennet* Dein Name: Herrscherin; Die ganze Welt erkennet* In dir die Königin.* R. O heilige Maria! * * Dein Nam' auch kann bedeuten* Das weite tiefe Meer, Drauß fließt zu allen Zeiten Die Gnade reichlich her.* R. Auch läßt dein Nam' uns sehen* In dir den Meeresstern;* Stern aus Himmelshöhen, Leucht Allen nah und fern!** R. 205 -- D Stern, leucht' uns auf Erden,* O Meer, gieß Gnaden aus;* Hilf, daß wir selig werden, Führ' uns in's Vaterhaus! R. Mariä Aufopferung. Nr. 7. Maria, jung und zart,* Geführt zum Tempel ward* Von ihrer Eltern Hand,* Dem Herrn zum Unterpfand. Da sie zum Tempel trat,* Alsbald der Priester naht,* Weiht sie am heil'gen Ort,* Nach des Gesetzes Wort. Das Kind im Tempel blieb,* Dient' Gott mit Lust und Lieb'* Elf Jahr' im Haus des Herrn,* Von ihrer Heimath fern. Als demuthsvolle Magd* Thut sie, was man ihr sagt,* Denkt nur an Gott allein,* Will ganz ihm eigen sein. So wuchs sie alle Zeit* An Gnad' und Heiligkeit; Es ward ihr Herz zum Thron* Geweiht für Gottes Sohn. O süße Jungfrau rein,* Du milder Himmelsschein, Laß durch die Jugend dein* Uns Gott befohlen sein. Mariä Verkündigung. Nr. 8. ,, Ave Maria, gratia plena!"* So grüßet der Engel die Jungfrau Maria,* Da sie im Gebete dem Herrn sich weiht. Maria, du sollst einen Sohn empfangen; * Darnach trägt Himmel und Erde Verlangen, * Daß du die Mutter des Herrn sollst sein." 206 - O Engel, wie soll das geschehen können? * Mein Herz keinen Mann mag jemals erkennen, Ich bleibe als Jungfrau Gott ewig geweiht." * - 11 Der heilige Geist wird, der Allmacht zum Ruhme,* Herab auf dich kommen, wie Thau auf die Blume;* Drum wird auch dein Sohn der Sohn Gottes genannt." Maria dies hörte mit frommem Begehren; * Sie sprach: Ich bin eine Dienstmagd des Herren, Nach deinem Worte soll mir gescheh'n." * * Der Engel stieg auf zu den himmlischen Heeren Und sprach:„ Die Freude wird ewiglich währen, Maria, sie ist die erkorene Braut!" Da tönte der Himmel von neuen Gesängen, * Der Name Maria mit festlichen Klängen* Durch alle die Chöre der Engel erscholl. Nun wollen wir preisen und danken und Loben, Und singen in Freuden mit Engeln dort oben, Daß gnädig der Herr uns erlöset hat. * * Maria, nun wolle zu Gott für uns flehen, Auf daß wir gelangen zu himmlischen Höhen * Und mit dir dort oben uns ewig erfreu'n. Nr. 9. V. Ave Maria,* R. Gratia plena, Dominus tecum,* Benedicta tu in mulieribus.* Alleluja!( In aeternum.) ( Wird drei Mal gesungen. Beim dritten Male wird das Alleluja weggelassen und also fortgefahren:) Et benedictus fructus ventris tui, Jesus. * Sancta Maria, Mater Dei,* Ora pro nobis 207 - peccatoribus* Nunc et in hora mortis nostrae. Amen.* Mortis nostrae. Amen. Nr. 10. Gegrüßt seist du, Maria rein!* R. Bitt' für uns, Maria!* Voll Gnaden ist die Seele dein!* R. Maria! O Maria!* Gelobt sei Gott und Maria! Der Allerhöchste ist mit dir,* R. Bitt 2c. * O Jungfrau aller Jungfrau'n Zier!* R. O Maria 2c. Du, Jungfrau, bist gebenedeit Vor allen Weibern jeder Zeit. ,, Gesegnet deines Leibes Frucht!"* Rief jubelnd aus, die du besucht. Dein lieber Sohn ist Jesus Christ,* Der unser Gott und Heiland ist. Maria, Mutter Gottes rein,* Uns Sündern wollest gnädig sein! Ach, bitt' für uns in dieser Zeit,* Hilf uns im bittern Todesstreit! * Nr. 11. * Ave Maria, klare,* Du lichter Morgenstern!* Dein Glanz, o Wunderbare, Verkündigt uns den Herrn,:,: Erwählt von Ewigkeit::* Zur reinsten Mutter Gottes,* Zum Trost der Christenheit! Ohn' Sünd' bist du empfangen,* Wie es die Kirche lehrt,* Und von der falschen Schlangen* Bliebst du ganz unversehrt.* :: Jungfrau, keusch und rein,:,: Kein Lob auf dieser Erde* Kann deiner würdig sein! * * - 208 - Gin Gruß aus Engels Munde,* Gesandt vom höchsten Thron,* Bracht' dir die frohe Kunde:* Von Gottes ew'gem Sohn*: Du soll die Mutter sein::* Und doch auch Jungfrau bleiben,* Ganz makellos und rein! Gs wird dich überthauen* Des Allerhöchsten Kraft, Gesegnetste der Frauen,* In reiner Jungfrauschaft!*:: Gott selbst, er wird dein Sohn;:* Du sollst ihn Jesus nennen,* Und ewig ist sein Thron! * Da sagte mit Begehren* Aus Lieb' die Jungfrau rein:* Ich bin die Magd des Herren * Und will gehorsam sein;*:,: Ihm dien' ich für und für.:,:* Ich glaub', was er gesprochen, * Dein Wort gescheh' an mir! Maria auserkoren,* O Mutter, unversehrt! * Du hast den Herrn geboren* Des Himmels und der Erd'.*:: Dein Schöpfer ward dein Kind:::* O wunderbare Mutter,* Dergleichen man nicht find't. Nr. 12. Ave Maria zart,* Du Ros' von edler Art, * Du Lilie weiß, ganz ohne Schaden:* Dich grüße ich zur Stund' Mit Gabrielis Mund: * Ave, die du bist voll der Gnaden! Des Allerhöchsten Sohn,* Der kam vom Himmelsthron,* Hast, Gnadenvolle, du getragen; * Du hast in finst'rer Nacht* Den Tröster uns gebracht,* Der mild erhört der Menschheit Klagen. Denn nach dem Sündenfall* Wir waren elend All'* Und sollten ewig sein verloren: 209 * Da wurde Gottes Wort,* Jesus, der Sünder Hort,* Durch dich, o Jungfrau, uns geboren. Durch seinen Opfertod* Sind wir versöhnt mit Gott,* Gestürzt ist die Gewalt des Bösen: * Wir danken inniglich* Und bitten, Jesu, dich,* Daß du uns Alle woll'st erlösen! Mariä Heimsuchung. Nr. 13. Maria ging hinaus* Zu Zachariä Haus, * Sie ging in aller Eil'* Berg auf, Berg ab, biel Meil',* Gen Hebron in die Stadt,* Nach Gottes heil'gem Rath. Sie ging zu Gottes Ehr'* Und scheute kein Beschwer;* Den wahren Gottessohn* Trug sie im Herzensthron, Und eine Engelfchaar * Unsichtbar bei ihr war. Als aus dem Haus sie ging,* Sie das Gebet anfing,* Hat Gott betrachtet viel* Bis an der Reise Ziel,* Wo sie voll Demuth steht* Und grüßt Elisabeth. * ** Elisabeth sogleich Verneigt sich freudenreich,* Erkennt die Gottesbraut, Preist ihre Würde laut:* gnadenreiche Frau!* Wie kommt's, daß ich dich schau'?" O Haus, an Glück so reich,* Dem wahren Himmel gleich!* Der Himmel selbst du bist, * Drin Gott zugegen ist* Mit aller Herrlichkeit * Und Macht und Gütigkeit. Ach, komm, o Jungfrau rein,* Auch in mein Herz hinein,* Bring' mir das höchste Gut,* Gott Sohn in Fleisch und Blut,* Und segne Seel' und Leib,* Und ewig bei mir bleib'! - 210 - Maria Lichtmeß. Nr. 14. Maria ging geschwind* Mit ihrem lieben Kind;* Sie ging von Bethlehem* Zur Stadt Jerusalem,* Und trug zum Tempel ein* Das zarte Jesulein. Das Kind sie opfert dort* Nach des Gesetzes Wort,* Reicht es dem Priester dar,* Von Täublein auch ein Paar* Und löset aus mit Geld* Den Heiland dieser Welt. * Und Simeon, der Greis,* Kam auf des Herrn Geheiß;* Er nahm mit großer Luft Das Kind an seine Brust,* Auf das gehofft er lang.* Jetzt er voll Freude sang: „ O Herr, nun läsfest du* Hinfahren mich zur Ruh';* Mir ward das Glück zu Theil,* Zu schau'n der Völker Heil,* Das Licht in Dunkelheit,* Israels Herrlichkeit! Dies Kind wird in der Welt* Zum Zeichen hingestellt,* Für Viele, die es seh'n,* Zum Fall und Aufersteh'n!* Dein' Seel', o Mutter werth,* Durchbohrt ein scharfes Schwert." Auch kam St. Anna hin,* Die fromme Seherin;* Sie macht mit frohem Mund* Das Kindlein Allen kund.* Herr, komm' und mache so* Uns All' von Herzen froh! berz Mariä- Seft. Nr. 15. Dunbefleckt empfangenes Herz,* R. Herz Mariä!* Bliebst fleckenlos in Freud' und Schmerz,* R. Herz Mariä!* Nimm mein 1 211 Herz, dein soll es sein,* Schließ' in deine Lieb' es ein!* Theile mit ihm Freud' und Schmerz! ächt'ges Herz, güt'ges Herz,* Bitte für mein armes Herz! * Du, der Verirrten sich'res Licht!* R. Herz Mariä! Der Sünder Hülf' und Zuversicht! * R. Herz Mariä!* Nimm 2c. Du aller Herzen Schmuck und Freud'! 2c. * Du süßer Trost im Herzensleid! 2c. Glückselig Herz im Himmelreich!* D wär' mein Herz dem deinen gleich! O Herz voll Freud' und heil'ger Ruh'!* Führ' mich dem ew'gen Frieden zu! Sest der sieben Schmerzen. Nr. 16. Christi Mutter stand mit Schmerzen* Bei dem Kreuz und weint von Herzen,*:: Als ihr lieber Sohn da hing.:,: Durch die Seele voller Trauer,* Ganz versenkt in Todesschauer,* Jetzt das Schwert der Schmerzen ging. * Ach, wie war's der Auserkor'nen,* Da sie sah den Eingebor'nen,* Wie er mit dem Tode rang! Angst und Trauer, Qual und Bangen, Alles Leid hielt sie umfangen,* Das nur je ein Herz durchdrang. Wessen Auge kann der Zähren* Bei dem Jammer sich erwehren,* Der die Mutter Christi drückt? Wer nicht sollte sich betrüben,* Der die Mutter mit dem lieben* Sohn in solcher Noth erblickt? 212 Seines Volkes Schuld zu zahlen,* Sah sie Jefum voller Qualen* Und von Wunden Slutig roth. Sah ihr süßes Kind verlassen,* Ohne Trost am Kreuz erblassen,* Da ihm naht der bitt're Tod. O du Mutter, Brunn' der Liebe,* Daß ich mich mit dir betrübe,* Laß mich fühlen deine Pein! Meine Seel' mit Lieb' entflamme* Zu dem Füßen Gotteslamme,* Daß ich ihm gefall' allein! Heil'ge Mutter, drück' die Wunden,* Die dein Sohn für mich empfunden,* Tief in meine Seele ein! Laß auch mich mit Jesu dulden,* Was er litt für meine Schulden;* Laß mich theilen seine Bein! Laß mich herzlich mit dir weinen* Und mit Christi Schmerz vereinen* Mich, so lang mein Leben währt! Bei dem Kreuz mit dir zu weilen,* All' dein Leid mit dir zu theilen,* Das ist, was mein Herz begehrt. Ddu Krone der Jungfrauen, Wollest gnädig auf mich schauen,* Deine Schmerzen theil' mit mir! Laß mich stets im Herzen tragen* Christi Wunden, Tod und Plagen* Und beweinen sie mit dir! In des Sohnes Schmerz versunken,* Mache mich vom Kreuze trunken* Und von seinem heil'gen Blut! Laß, o Jungfrau, zu den Flammen* Sein 213 Gericht mich nicht verdammen,* Wann die Welt vergeht in Gluth! Laß mich zu der Schaar der Frommen, Herr, durch deine Mutter kommen,* Siegreich aus des Lebens Streit! * Und wenn einst der Leib wird sterben, Laß dann meine Seele erben Paradieses Herrlichkeit! * Nr. 17. Betracht' bei dir, andächtig Herz, Wie großes Weh und bittern, Schmerz* Mariä Herz gelitten, Der, wie ein Schwert von Stahl und Erz* Durch ihre Seel' geschnitten. * * Der erste bitt're Schmerz ihr ward,* Da Simeon ihr offenbart,* Welch Leid ihr würd' geschehen:* Gereichen würd' ihr Kindlein zart Zum Fall und Auferstehen. Bald folgt das zweite größ're Leid,* Als sie von ihrer Heimath weit* Mußt' flieh'n zu fernen Landen,* Und Elend und Verlassenheit * Gar lang' hat ausgestanden. Das dritte Weh' gewesen ist,* Als sie ihr liebes Kind vermißt,* Das sie zum Heil geboren.* Ach! wie viel Thränen sie vergießt! * Sie sucht, was sie verloren. * Den Der vierte Schmerz ihr Herz durchdrang, * Als sie auf blut'gem Leidensgang Sohn das Kreuz sah tragen;* Die Liebe mit dem Schmerze rang Und seufzt' in stillen Klagen. * Den fünften Schmerz sie tief empfand,* Als unter seinem Kreuz sie stand* Und sah 214 - den Sohn verscheiden.* Sie blickte zu ihm unverwandt, Wollt' Alles mit ihm leiden. * * Das sechste Schwert mit tiefem Stoß Ihr Herz durchbohrt, als auf den Schooß Sie Jesu Leib genommen.* Noch niemals ist ein Schmerz so groß* In's Menschenherz gekommen. * Als sie Das letzte bitt're Trauern war, gefolgt der Todtenbahr'* Und sah das Grab verschließen.* Ach Gott, nimm dieser Thränen wahr,* Wann wir abscheiden müssen. * Mariä Himmelfahrt. Nr. 18. Maria, Mutter Jesu Christ, R. Alleluja! Zum Himmel aufgenommen ist. R. AlleAlleluja! Die Gottes Geist beschattet hat, R. Alleluja! * Blieb unversehrt durch seine Gnad'. R. AlleAlleluja! Jhr teuscher Leib, der Gott gebar,* Kein Raub für die Verwesung war. Ihr Sohn, der Tod und Grab besiegt, Er läßt im Grab die Mutter nicht. Die Mutter muß beim Sohne sein,* Führt Engel, sie zum Himmel ein!" Viel Tausend Engel flogen hin* Und führten ihre Königin. D große Freud', o Seligkeit!* Stimm' ein, o ganze Christenheit! Wir haben hoch im Himmelreich* Nun eine Mutter allzugleich. - 215 Im Himmel ist sie Königin,* Auf Erden Schutz und Trösterin. Gelobt sei die Dreifaltigkeit,* Ein ein'ger Gott in Ewigkeit. Nr. 19. Singt heut' in frohen Chören* Der Mutter Christi Lob;* Laßt uns sie hoch verehren,* Die Gott so hoch erhob!* R. O heilige Maria, o heilige Maria,* Sei in deiner Herrlichkeit Hochgelobt in Ewigkeit! * Seligste der Frauen, Du uns're Trösterin,* Wir nah'n dir mit Vertrauen,* Mit findlich frommem Sinn!* R. O heilige Maria 2c. Du stehst an Gottes Throne* Als Himmelskönigin.* Vertritt bei deinem Sohne* Uns dort als Mittlerin!* R. Du bist der Engel Wonne,* Dich schmückt der Glorie Kranz;* Mehr als die Morgensonne* Strahlt deiner Krone Glanz!* R. Sieh' von des Himmels Höhe* Auf uns mit Gütigkeit,* Des Höchsten Huld erflehe* Der ganzen Christenheit!* R. Hilf uns in allen Leiden,* Schüß' uns in Angst und Noth!* Erbitte, wann wir scheiden, * Uns einen sel'gen Tod.* R. Nr. 20. Maria, Maienkönigin!* Dich will der Mai begrüßen;* O segne seinen Anbeginn* Und uns zu deinen Füßen.* Maria, dir befehlen wir,* Was grünt und blüht auf Erden,* D laß es eine Himmelszier* In Gottes Garten werden. R901904 216 Behüte uns mit treuem Fleiß,* Königin der Frauen, Die Herzensblüthen lilienweiß* Auf grünen Maiesauen.* Vor allen find's der Blümlein drei,* Die laß kein Sturm entlauben: * Die Hoffnung, grün und sorgenfrei,* Die Liebe und den Glauben. 6 * - O, laß die Blumen um und um In allen Herzen sprossen,* Und mache sie zum Heiligthum,* Drin sich der Mai erschlossen.* Die Seelen kalt und glaubensarm,* Die mit Verzweiflung ringen,* O, mach' sie hell und liebewarm, Damit sie freudig singen. O, laß sie gleich der Nachtigall* Im Liede sich erschwingen, Und mit der Freude hellstem Schall* Dir Maienlieder singen,* Zu dir sich wenden froh empor,* Wie Blumen zu der Sonne, Und preisen mit dem Engelchor* Dich einst in ew'ger Wonne. Bittgesänge zu Maria. Leben Mariä. Nr. 21. Sei gegrüßt, o Jungfrau rein,* Königin und Mutter mein,* R. Bitt' für uns, Maria! * Du bist ohne Sünd' empfangen,* Rein durch's Leben hingegangen.* R. Bitt' für uns, Maria! Du hast dich im dritten Jahr* Gott gestellt als Opfer dar:* K. Bitt' ic.* Hilf uns auch auf dieser Erden,* Gott ein liebes Opfer werden!* R. Bitt' 2c. 217- 1 Du, o gold'ner Gnadenthron,* Hast getragen Gottes Sohn:* Laß auch uns in Freud' und Schmerzen Tragen ihn in unserm Herzen! * Du geboren haft im Stall'* Den, der herrschet überall:* Hilf, daß wir durch ihn auf Erden Wahre Kinder Gottes werden! Du, o Reinste in der Welt,* Dich zur Rein'gung hast gestellt:* Laß auch uns im ganzen Leben* Gott allein die Ehre geben! Vor Herodes Zorn und Droh'n* Bist in's fremde Land gefloh'n;* Rett' auch uns in den Gefahren,* Hilf uns, Seel' und Leib bewahren! Als dein Sohn im Tempel blieb,* Sucht'st du ihn mit Mutterlieb':* Mutter, such' auch uns nicht minder,* Deine armen Erdenkinder! Welche Freud' sollt' dir entsteh'n,* Als du wieder ihn geseh'n:* Wollst uns All' zu Jesus führen,* Laß uns nimmer ihn verlieren! Du gefolgt bist deinem Sohn* Auch in Leiden, Spott und Hohn:* Laß uns nichts von Jesus scheiden,* Weder Tod noch bitt're Leiden! Du am Kreuz geblieben bist,* Bis sein Geist verschieden ist;* Steh' uns mütterlich zur Seite* In dem bittern Todesstreite! Du den Leib nahmst in den Schooß:* O, der Lieb' und Schmerzen groß!* Laß uns nach den letzten Zügen In dem Schooß des Friedens liegen! * Welche Freud' dein Herz empfand,* Als dein Sohn vom Tod erstand!* Laß uns glorreich auferstehen,* Deinen Sohn und dich zu sehen. Marien- Büchlein. 15 - 218 Du, von Sünde nie entweiht,* Hast vollbracht die Lebenszeit:* Bist von Liebe dann gestorben,* Ew'ge Glorie haft erworben. Groß ist deine Herrlichkeit,* Deine Freud' in Ewigkeit:* Drum wir täglich zu dir flehen, * Uns mit Fürbitt' beizustehen. Kirchen Hymnus. Nr. 22. Ave maris stella etc. Ave, Stern der Meere 2c.( siehe Seite 93.) Ave maris stella. Nr. 23. Stern auf diesem Lebensmeere,* Mutter Gottes, voll der Ehre,* Allzeit Jungfrau, fei gegrüßt!* du fel'ge Himmelspforte,* Du haft seit des Engels Worte* Eva's Namen uns versüßt. Gib den Sündern Gottes Frieden,* Löse uns're Schuld hienieden,* Gib den Blinder Trost und Licht!* Was uns Böses droht, ver hüte, Heil erfleh' nach deiner Güte,* Mutter ach, verlaß uns nicht! Ddu Spiegel aller Tugend,* Hilf den Alter, hilf der Jugend, Mach' uns schuld los, sanft und rein!* Woll' uns Schwacher Hülfe bringen,* Wenn wir mit der Sünde ringen,* Woll' in Noth uns nahe sein! Hilf uns, daß wir christlich sterben,* Führ uns als des Himmels Erben* Einst in deines Sohnes Reich!* Gott der Vater sei gepriesen 219 - * Ehre sei dem Sohn erwiesen* Und dem heil'gen Geist zugleich! Nr. 24. Mein Zuflucht alleine,* Maria, du Reine, * Vor dir ich erscheine,* Dich ruf' ich an: Du woll'st mich regieren,* Mit Gnaden verzieren Und treulich mich führen* Auf rechter Bahn! * Ach, Krone der Frauen,* Ich fleh' voll Vertrauen,* Du wollest anschauen* Die Seele mein.* Befrei' mich Elenden Aus feindlichen Händen, Nicht wolle abwenden* Die Augen dein! * Recht laß mich erkennen,* Mit Freuden dich nennen* Und nie von dir trennen,* Du unser Heil!* Dir darf ich es wagen,* D Jungfrau, zu klagen* All' Elend und Plagen. * Hilf mir in Gil'! In Trübsal und Leiden* Die Stunden hinscheiden,* Und all' meine Freuden* Sie find dahin!* Viel Sünden mich quälen,* Ich kann sie nicht zählen,* Vor Gott nicht verhehlen. Hilf, Trösterin! * Ach, Mutter der Güte,* Jm Kampf mich behüte,* All' Sinn und Gemüthe* Ich dir befehl'. Und muß ich einst sterben,* Laß Gnad' mich erwerben!* Den Himmel hilf erben* Dann meiner Seel'! Salve Regina. Nr. 25. Gegrüßet seist du, edle Königin,* Der Menschen Trost und Helferin,* O Mutter der 15* 220- * Barmherzigkeit,:,: Du Leben, Hoffnung, Süßigkeit!:,: Wir arme Kinder Eva's schrei'n zu dir,* In Trau'r und Weinen seufzen wir,* Vergießen Thränen ohne Zahl*:,: In diesem ird'schen Jammerthal.:,: Eja, du mächtigste Fürsprecherin!* Dein heil'ger Nam' liegt uns im Sinn;* Dein mildes Auge zu uns neig',:: Dein Mutterherz uns Kindern zeig'!:: Nach diesem Elend führ' uns deine Hand * Zu Jesus ein in's Vaterland,* Jungfrau gütig, Jungfrau mild,*:,: Maria süß, von Lieb' erfüllt!:,: Nr. 26. V. Gegrüßet seist du, Königin! R. O Maria! * V. Erhab'ne Frau und Herrscherin. R. O Maria!* V. Freuet euch, ihr Cherubim!* R. Singet Lob, ihr Seraphim!* Grüßet eure Königin!* V. Salve, Salve! Salve Regina! V. O Mutter der Barmherzigkeit, R. O Maria!* V. Sei uns gegrüßt, gebenedeit! R. O Maria!* V. Freuet euch 2c. Du bist des Lebens Süßigkeit,* Der Engel und der Menschen Freud'!" Duns're Hoffnung, sei gegrüßt,* Die du der Sünder Zuflucht bist. Wir Kinder Eva's schrei'n zu dir,* Aus der Verbannung rufen wir. Wir weinen hier im Jammerthal,* Und seufzen zu dir allzumal. O mächtige Fürsprecherin,* Bei Gott sei uns're Mittlerin! - 221- Wir arme Sünder bitten dich,* Ach, schau' auf uns barmherziglich! Dein liebes Aug' nicht von uns wend',* Zeig Jesum uns an unser'm End'! Mutter, reich an Gütigkeit, Voll Milde und voll Süßigkeit! In aller Trübsal, Angst und Noth* Komm' uns zu Hülf' bis in den Tod! Ach, steh' uns bei im letzten Streit,* O Mutter der Barmherzigkeit! Nr. 27. OKönigin, o gnäd'ge Frau, R. D Königin! * Zu uns herab vom Himmel schau!* O Königin:* R. Maria! Maria, o Königin! Mutter der Barmherzigkeit, R. nigin! Bitt' für die ganze Christenheit! ORönigin! R. KöBitt', daß uns Gott barmherzig sei,* Bitt', daß er uns mach' sündenfrei. Bitt', daß uns Gott geb' Kraft und Gnad', * Daß nichts an Leib und Seel' uns schad'. Bitt', daß uns Gott den Frieden geb',* Bitt', daß er Mord und Krieg aufheb'. Bitt' für das Feld und Ackerland,* Behüt' uns All' vor Feu'r und Brand! Halt ab den bösen, jähen Tod* Und bitt' für uns in aller Noth! Ach, steh' uns bei am letzten End',* O Mutter, nie dich von uns wend'! Nr. 28. Maria, Königin,* Mutter und Helferin, * Maria, salve!* Des Lebens Süßigkeit,* Hoffnung, Barmherzigkeit,* Maria, salve. 222 - Ach, wie viel tausend Mal* In diesem Jammerthal* Wir Kinder Evä* Rufen zu aller Stund',* Seufzen mit Herz und Mund: * Maria, salve. Maria, uns bewahr'* Vor Seel- und Leibsgefahr* In unser'n Leben!* Bitt', daß uns wolle Gott* Nach einem sel'gen Tod* Den Himmel geben! Maria, Jungfrau zart,* Nach deiner milden Art* Zu uns dich wende! Zeig' uns dein Kindelein,* Dein liebes Jesulein* Nach unser'm Ende! Maria, süß und mild,* Sei unser Schuß und Schild* In unser'm Sterben,* Daß nicht die bitt're Noth* Und nicht ein böser Tod* Uns einst verderben. Nun singt, ihr Seraphim,* Singt all', ihr Cherubim:* Maria, salve!* Stimmt ein mit füßem Schall,* Jhr Menschen all':* Maria, salve! Nr. 29. Maria, zu dir kommen wir* Und halten bei dir an;*:,: Um Gnad' und Beistand flehen wir,* Denn du hilfst Jedermann.:,: * Versag' uns deine Fürbitt' nicht,* O Himmelskönigin;:: Bring' du vor Gottes Angesicht* All' uns're Bitten hin!:: Gedenk', daß du die Mutter sei'st* Und wir die Kinder dein;*:,: Durch dich wird Gott uns allermeist* Ein gnäd'ger Vater ſein.:,: Er, der an deiner Brust geruht,* Dir nichts versagen kann,:: Da er von dir sein * 223 1 Fleisch und Blut* Als Mensch genommen an.:: Der heil'ge Geist mit Gnadenthau* Dich übergossen hat;*:: Von ihm erfleh', o milde Frau, Uns seine Lieb' und Gnad'!:,: * In deine Hand mit Zuversicht* Legt Jeder seine Noth:*:: Versagst du deine Fürbitt' nicht, So hilft der große Gott!:,: * Drum freuet euch im Jammerthal,* Jhr Pilger wohlgemuth,:,: Fleht durch Maria allzumal Zu Gott, dem höchsten Gut!: Maria wird ganz mütterlich* Jm Tod uns Hülf' erfleh'n,*:: Daß uns ihr Sohn läßt gnädiglich* Zu seiner Rechten steh'n!:: Nr. 30. Maria, wir dich grüßen,* R. O Maria, hilf!* Und fallen dir zu Füßen,* R. O Maria, hilf!* Maria, hilf uns all* In diesem Jammerthal! Voll Zuversicht wir bitten, R. O Maria, hilf!* Durch das, was du gelitten, RO Maria, hilf! 2c. Durch Jesu Kreuz und Sterben* Hilf Gnade uns erwerben! Hilf uns Verzeihung finden* Für uns're vielen Sünden! Die Strafen von uns wende,* Den wahren Frieden sende! Neid, Zwietracht, List und Schande* Halt' ab von jedem Stande! In Trübsal, Angst und Leiden* Gib Trost und Seelenfreuden! - 224 1 Sieh an die Noth der Armen,* Weck' Mitleid und Erbarmen! In Krankheit und Beschwerden* Laß Heil und Hülf' uns werden! Den Wittwen und den Waisen,* Auf Pilgerfahrt und Reisen! Vor Mord und Kriegsgefahren* Woll'st Volk und Fürst bewahren! Vor Theu'rung, Pest und Brande* Gib Schutz dem Vaterlande! Bitt', daß die Frucht der Erde* Gesegnet reichlich werde! Den wahren Glauben mehre,* Tilg' aus die falsche Lehre! Bitt' auch, daß hier bald werde* Ein Hirt und Eine Heerde! Bitt' Gott für uns're Freunde,* Bitt' Gott für uns're Feinde! Im Leben und im Sterben* Hilf uns den Sieg erwerben! Auf daß wir All' dort oben* Mit dir Gott ewig loben! Nr. 31. * Sei gegrüßt viel tausend Male* O Maria, Jungfrau rein! Hilf in diesem Jammerthale: * Du erhörest Groß und Klein.* R. Darum rufe ich zu dir::: Mutter Gottes, ach, hilf mir!:,: Durch das Kind auf deinen Armen* Wirkst du Wunder ohne Zahl,* Fleh' für mich um sein Erbarmen,* Er erhört dich jedes Mal! * R. Darum 2c. - 225 Hier lieg' ich zu deinen Füßen,* Mutter Gottes, hör' mich an!* Ich will meine Sünden büßen, Die ich jemals hab' gethan. * Hilf mir doch in meinem Leide,* Ach, verwandle meinen Schmerz* Bald in lauter Dank und Freude* Durch dein mildes Mutterherz! Wenn sich naht mein Lebensende,* Und mein sterbend Auge bricht,* Du, o Mutter, zu mir wende* Dein liebreiches Angesicht! O Sanctissima. Nr. 32. O du heilige,* Du jungfräuliche,* Süße Jungfrau Maria!* Selig Gepries'ne,* Herrlich Erwies'ne!* Ave, ave Maria! Dir, Begnadigte,* Dir, Gesegnete,* Jauchzen Himmel und Erde;* Himmlische Lieder* Tönen hernieder.* Ave, ave Maria! * O Unschuldige, Geduldige,* Treue Mutter Maria!* Trugst in dem Herzen Leiden und Schmerzen.* Ave, ave Maria! Trenbewährete, Hochverklärete,* Heil'ge Mutter Maria!* Nun bei dem Sohne* Schmückt dich die Krone.* Ave, ave Maria! Sieh uns Zagende, Angst Ertragende,* Hilf uns, Mutter Maria!* Tröste die Herzen, * Lind're die Schmerzen!* ave Maria! Jungfrau, neige dich,* Mutter, zeige dich, * Bitt' für uns, o Maria!* Trägst auf den Armen* Gott voll Erbarmen. Ave, ave Maria! - 226 - Lobgesänge zu Maria. Omni die die Mariae. Nr. 33. Alle Tage sing und sage* Lob der Himmelskönigin!* Jhre Thaten, ihre Gnaden* Preis', o Seel', mit frommem Sinn! Hoch sie achte und betrachte,* Wie der Herr sie hat erhöht;* Preis' fie fröhlich, die glückselig* Ueber allen Engeln steht. Sie verehre und begehre,* Daß sie dich von Schuld befrei',* Und im Streite dir zur Seite* Wider alle Feinde sei. Gotterkoren, hat geboren Sie den Heiland aller Welt,* Der gegeben Licht und Leben* Und den Himmel offen hält. Sie alleine ist die reine* Jungfrau und Gebärerin!* Ihrem Kinde wich die Sünde,* Lob sei dieser Königin! Ihre Ehren zu vermehren,* Sei, o Seele, stets bereit!* Benedeie sie und freue* Dich ob ihrer Herrlichkeit! Ohne Ende zu ihr wende* Dich mit Lieb' und Lobgefang.* Jhr gedenke, zu ihr lente* Allen Sinn dein Leben lang! * Ach, sie gebe, daß ich lebe,* Wie es will ihr lieber Sohn, Daß ich oben ihn kann loben,* Ewig schau'n im Himmelsthron! Nr. 34. O Maria, Jungfrau rein,* Mit dem lieben Kinde dein, Maria!* Sei gegrüßet tausend Mal, Sei gegrüßet ohne Zahl, Maria! 227 111 Edle Himmelskönigin,* Hochgekrönte Herrscherin, Maria!* Aller Menschen Helferin,* Aller Christen Schüßerin, Maria! Dich zu preisen, kommen wir,* Und uns zu befehlen dir, Maria!* Mutter der Barmherzigkeit, Sieh' uns an zu dieser Zeit, Maria! Gib uns allen Trost und Freud',* Wende ab all' Herzeleid, Maria!* Leibes Wohlfahrt uns ertheil',* Mehr noch hilf zum Seelenheil, Maria! Alles Uebel von uns halt,* Theu'rung, Pest und Feindsgewalt, Maria!* Noth und Elend von uns kehr',* Gottes Gnad' für uns begehr', Maria! Bitt', daß Gott der Christenheit* Gebe Fried' und Einigkeit, Maria!* Und die Kirche gnadenvoll* Mehren und erhöhen woll', Maria! Nr. 35. Wunderschön Prächtige,* Hohe und Mächtige,* Liebreich holdselige, himmlische Frau, Der ich mich ewiglich* Weihe herzinniglich,* Leib dir und Seele zu eigen vertrau'.* Gut, Blut und Leben* Will ich dir geben;* Alles, was immer ich hab', was ich bin,* Geb' ich mit Freuden, Maria, dir hin! Schuldlos Geborene,* Einzig Erkorene,* Du, Gottes Tochter und Mutter und Braut,* Die aus der Reinen Schaar* Reinste wie keine war,* Selber der Herr sich zum Tempel gebaut;* Du Makellose, Lilienrose,* Krone der Erde, der Himmlischen Zier,* Himmel und Erde sie huldigen dir! * 228 1 Nr. 36. Maria, Himmelsfreud'!* Dich will in Ewigkeit* Ich findlich lieben;* O süße Mutter mein,* Mir tief in's Herz hinein* Bist du geschrieben! Niemand vergleicht sich dir,* Der Creaturen Zier* Bist du vor Allen;* Du hast von Anbeginn* Durch deinen Himmelssinn* Dem Herrn gefallen! Du schau'st so lieberfüllt,* So süß und muttermild* Auf meine Seele!* Zu dir, zu dir hinauf* In schnellem Liebeslauf* Eilt meine Seele! Oliebste Mutter mein!* Wann werd' ich bei dir sein,* Wann werd' ich sterben?* In meinem letzten Streit* Hilf mir, Barmherzigkeit* Bei Gott erwerben! Nr. 37. Maria zu lieben, ist allzeit mein Sinn,* In Freuden und Leiden ihr Diener ich bin:* Mein Herz, o Maria, brennt ewig zu dir,* In Liebe und Freude, o himmlische Zier! Maria, du milde, du süße Jungfrau, Nimm auf meine Bitte, so wie ich vertrau'!* Du bist ja die Mutter, dein Kind will ich sein, * Im Leben und Sterben dir einzig allein! Ach, hätt' ich der Herzen doch tausend Mal mehr!* Dir alle zu geben, das ist mein Begehr!* So oft mein Herz klopfet, befehl' ich es dir;* So oft ich nur athme, verbind' ich dich mir! Du Trost der Betrübten, zur Hülf' sei bereit!* Du Stärke der Schwachen, beschütz' mich 229 - im Streit!* Wenn wider mich kämpfen Fleisch, Hölle und Welt,* Sei du mir als Zuflucht zur Seite gestellt! Maria, die Königin der Engel. Nr. 38. Wir grüßen dich heute mit frohem Sinn, * Maria, der Engel Königin!* Dich führten die Engel im Erdenthal,* Dir dienen die Engel im Himmelsfaal:* Sei drum uns gegrüßt mit frohem Sinn,* Maria, der Engel Königin! Maria, dich grüßte des Engels Mund,* Die Seligste auf dem Erdenrund.* Du reine, du heilige Himmelsbraut,* Von göttlicher Gnade so reich bethaut:* D blicke auf uns auch gnädig hin,* Maria, der Engel Königin! Es fangen bei Flöten- und Harfenklang* Die Engel den himmlischen Lobgesang,* Da einst in dem Stalle auf deinem Schooß* Der König der Engel lag nackt und bloß;* Drum singen wir heut' und immerhin:* Maria, der Engel Königin! Maria, dich führte der Engel Hand* Aus Bethlehem nach Aegyptenland!* Sie haben im Schlummer mit dir verkehrt* Und himmlische Weisheit dein Herz gelehrt:* Drum leite uns stets als Führerin,* Maria, der Engel Königin! Und als du, an Kummer und Schmerz so reich,* Zum Grabe hinwanktest still und bleich, * Da war es ein Engel im Lichtgewand,* Der leuchtend am Grabe des Sohnes stand: - 230 1 führe auch uns zum Lichte hin,* Maria, der Engel Königin! * Als endlich die Stimme des Sohnes rief, * Und milde dein Aug' im Herrn entschlief, Da kamen die Engel im Jubelchor* Und trugen dich leuchtend zu Gott empor,* Und sangen dir wie im Anbeginn:* Maria, der Engel Königin! Maria, gesell' uns zur Engelschaar,* Die dich nun umschwebt so hell und klar,* O Mutter der Gnaden, Maria du,* Gesell' uns den leuchtenden Engeln zu;* Dann singen wir dir mit frohem Sinn:* Maria, der Engel Königin! Berlag von A. Riffarth, M.Gladbach. Das allerheiligste Altarsgeheimniß und die Fürbitte Mariä. Gebetbuch für alle, welche wirksam beten, fromm leben und einst selig vollenden wollen, von J. Kremer. Das eine Nothwendige. Gebet- und Erbauungsbuch zur Erinnerung an die heilige Mission und die heiligen Erercitien von Peter Diel, Priester der Gesellschaft Jesu. Eucharistische Liebesblumen mit marianischen Rosen. Ein Andachtsbuch für fromme und gebildete Katholiten von J. Kremer. Myrthenkranz. Gebet- und Erbauungsbuch für fath. Christen im Braut- und Ehestande. Muttergottesrosen. Andachtsbuch für fromme Christen und eifrige Verehrer der göttlichen Mutter, von J. Kremer. Troft im Alter. Kath. Gebet- und Erbauungsbuch, von einem Priester der Diözeje Münster. In großer Schrift. Christus mein Vorbild. Gebetbuch für katholische Lehrer und Lehrerinnen von L. Brandenberg. Bu haben in den verschiedensten Ginbänden. Verlag von A. Riffarth, M.Gladbach. Gebet- und Erbauungsbücher zum Gebrauche für verschiedene firchliche Festzeiten und Monate. Für die Monate Februar und März: Die beilige Fastenzeit. Passionsbüchlein. Von P. Baklacher † S. J. Für den Monat März und für die Mitglieder des Vereins der christlichen Familien: Gebet zu Josepb.( Auch in Grobdruck zu haben.) Für die heilige Osterzeit: Communionbücblein für gottliebende Seelen. Für den Monat Mai: Marien- Büchlein. Maria, deine Mutter. Breis dieser Büchlein 25 Bfg. Das Marienkind. start broschiert u. beschnitten. J Für den Monat Juni: berz- Jesu- Büchlein. Aloysiusbüchlein. Für den Monat Angust: Maria- bilf- Büchlein. Antonius- Büchlein. Für den Monat Oktober und für die Mitglieder des Vereins vom lebendigen Rosenkranz: Rosenkranzbücblein. Für den Monat November: Armen- Seelen- Büchlein. Preis sämmtlicher Büchlein in Kalifo gebunden, Marmorschnitt, schöne Pressung, Goldtitel und Goldmittelstück à M. 0,75, mit Goldschnitt à M. 1,25. Inches 1 Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 15 67 3 Farbkarte# 13 Green ¹8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 5 5 13 Magenta 14 ( O 6 15 White 16 17 3/ Color 18 19 8 B.I.G. Black