+ Gb 1600 Univ.- Bibl. Giessen Han burgisches Gesangbuch öffentlichen für den Gottesdienst und dies käusliche Andacht [ nun 1887] ار Ein Stübe Einer Liebe Ein Leben! Mina horyzlichen Machen. zur Aufnätemes in 13. April 1947 on ان را در ایران 96 1600 2MFC EMRYW M JOONIDES DIST Josep Erste Abteilung. Allgemeine Lob- und Danklieder. 1. Die Herrlichkeit Gottes überhaupt. 1. Herr Gott, dich loben Du Herr der Ehren, Jesu wir; Herr Gott, wir danken Christ, der du der Sohn des dir! Dein, Vater, ist von Ewig- Höchsten bist, du wardft, der feit das Reich, die Kraft, die Herrlichkeit! Die Welt, dein Werk und Eigentum, verkündigt deines Names Ruhm; der Engel Heer, die Seraphim, lobsingen dir mit hoher Stimm: Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott, Jehovah Zebaoth! Heiland uns zu sein, ein Mensch, wie wir, doch fündenrein; du haft des Todes Macht zerstört, den Weg zum Himmel uns gelehrt; du herrscheft in des Va. ters Reich, an Majestät und Huld ihm gleich; im Grabe läsfest du uns nicht, du kommst dereinst und hältst Gericht. Dein soll sich unsre Seele freun, dir treu, gehorsam, dankbar sein. Einst laß uns an des Himmels Heil mit allen Selgen haben teil. Hilf deinem Volk, Herr Jesu Christ, und segne, was dein Erbteil ist. Leit uns durch unsre Prüfungszeit den Weg zur frohen Ewigkeit. Die Erd' ist auch dein Eigentum; auch sie erfülle stets dein Ruhm! In dieses Lebens Pilgerschaft sei, Herr, dein Wort 1 Weit, über alle Himmel weit geht deine Macht und Herrlichkeit. Sie, die den Erdkreis wunderbar bekehrten, deiner Boten Schar, der Lehre Jesu Märtyrer, sie preisen ewig dich, o Herr. Auch deine ganze Chriftenheit preift dich auf Erden weit und breit; dich, Vater, auf der Himmel Thron, und deinen eingebornen Sohn nebst deinem Geiste, dessen Kraft in uns ein neues Leben schafft. Allgemeine Lobuns Licht und Kraft. Sei gnädig uns, o treuer Gott, sei gnädig uns in aller Not! laß dein Erbarmen uns erfreun, wenn wir zu dir um Hülfe schrein! Auf dich, o Herr, vertrauen wir, wir leben und wir sterben dir! Amen. Mel. Nun lob, mein Seel, den. 2. Auf, meine Seele, finge; es singe Gott, was in mir ist! Der Herr thut große Dinge an dem, der seiner nicht vergißt. Gern hat er mir vergebeg all meine Missethat, gerettet mich ins Leben nach gnadervollem Rat, gekrönt mit seinem Heile, vom Elend mich befreitid und einst wird mir zu teileil die Ruh der Ewigkeit. 2. Es hat uns wissen lassen der Herr sein Recht und sein Gericht, Erbarmung ohne MaBen dem Frommen, der den Bund nicht bricht. Schnell eilt sein Zorn vorüber, straft nicht nach unsrer Schuld. Der Herr begnadigt lieber, nimmt lieber auf zur Huld. Wer Gott vertraut, ihm lebet, sein Frieden ift mit dem; mit Adlersflügeln schwebet Erbarmung über dem. 3. Wie Väter mit Erbarmen auf ihre jungen Kinder und Danklieder. schaun: so thut der Herr uns Armen, wenn wir nur kindlich ihm vertraun. Er weiß es, wir sind Sünder; Gott weiß es, wir sind Staub, zum Tode reife Sünder, ein niederfallend Laub. Kaum daß die Winde wehen. so ist es nicht mehr da; wir Sterblichen vergehen, ftets ift der Tod uns nah. 4. Jehovahs Gnad' alleine steht fest und bleibt in Ewigkeit. O du, des Herrn Gemeine, die ganz sich seinem Dienste weiht, die, daß sie selig werde, mit Furcht und Zittern ringt, schwing du dich von der Erde hinauf, wo Jubel singt die Schar ftets treuer Knechte und unsrer Toten Toten Schar: Licht, Heil find deine Rechte und ewig wunderbar! 5. Anbetung, Preis und Ehre sei dir, Gott, Vater, Sohn und Geist. Wir singen's in die Chöre der Schar, die dich vollkommner preift. Anbetung, Preis und Ehre dir, der du warst und bist! Wir stammeln's nur; doch höre, hör uns, der ewig ist! Einst tragen wir auch Palmen, du Gott, auf den wir traun; einst singen wir dir Psalmen, einst sterben wir und schaun! Die Herrlichkeit Gottes überhaupt. 7. Danket dem Höchften,:,: 3. Lobet den Herren,:,: denn sein ist aller Segen! Der Brunn er ist sehr freundlich. Es ist sehr köftlich, unsern Gott zu loben;:,: sein Lob ist schön und lieblich anzuhören. Lobet den Herren.:,: 2. Er heilet gnädig:,: die zerbrochnen Herzen; er zählt die Stern' und nennet sie mit Namen.:,: Der Herr ist groß, allmächtig, allbarmherzig. Lobet den Herren.:,: 3. Er tröstet freundlich,:,: die da trauernd gehen; er stößt zu Boden, die ihm widerstehen.:;: Singt unserm Gott mit Harfen und mit Pfalter. Lobet den Herren.:,: 4. Er deckt mit Wolken:,: das Gezelt des Himmels. Er giebt den Regen, wenn er will, auf Erden;:,: er läßt Gras wachsen hoch auf dürren Bergen. Lobet den Herren.:,: 5. Der allem Fleische:,: giebet seine Speise, dem Vieh sein Futter väterlicher Weise,:,: den jungen Raben, wenn sie zu ihm rufen. Lobet den Herren.:,: 6. Er hat nicht Freude:,: an der Streiter Menge; des Menschen Troß kann ihm nicht wohlgefallen.:,: Der Herr ist freundlich denen, die ihm trauen. Lobet den Herren.:,: 3 des Lebens strömt von ihm hernieder,:,: gar hoch vom Himmel her aus seinem Herzen. Lobet den Herren.:,: 8. O Jesu Christe,:,: Sohn des Allerhöchsten, gieb deinen Christen Gnade, Gott zu preisen:,: und seinen Namen zu erheben. Amen! Lobet den Herren.:,: 4. Nun danket alle Gott merzen, Mund und Händen, der große Dinge thut an uns und allen Enden, der uns von Muiterleib und Kindesbeinen s diesen Augenblick un Guts gethan. 2. Der ewig reiche Gott woll' uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben, und uns in seiner Gnad' erhalten fort und fort, und uns aus aller Not erlösen hier und dort. 3. Lob, Ehr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne und seinem heilgen Geist. Er, der vom Himmelsthrone erbarmend auf uns sieht, bleibt, wie er ewig war, unendlich groß und gut. Lob sei ihm immerdar! an zäl, 1* 4 Allgemeine Lob- und Danklieder. 5. Nun dantet all und bringet Ehr dem großen Herrn der Welt, ihm, dessen Lob der Engel Heer im Himmel stets erzählt. Mel. Nun lob, mein Seel, den. 2. Ermuntert euch und singt mit Schall Gott, unserm höch. 6. Man lobt dich in der ften Gut, der seine Wunder überall und große Dinge thut; 3. Der uns von Mutterleibe an gesund und froh erhält und, wo kein Mensch uns helfen kann, sich selbst zum Helfer stellt; 4. Der, ob wir ihn gleich hoch betrübt, doch gnädig bleibt und gut, die Straf' erläßt, die Schuld vergiebt, uns so viel Gutes thut. 5. Er geb' uns stets ein fröhlich Herz, erfrische Geist und Sinn und werfe Furcht und Angst und Schmerz ins Meeres Tiefe hin. 6. Er laffe seinen Frieden ruhn auf unserm Vaterland; er gebe Glück zu unserm Thun und Heil für jeden Stand. 7. Er trag' uns ferner mit Geduld und laß uns heilig sein und seiner väterlichen Huld uns allezeit erfreun. 9. Er drücke, wenn das Herz nun bricht, uns unsre Augen zu und laß' uns sehn sein Angesicht dort in der ewgen Ruh! 8. So lange dieses Leben währt, sei er stets unser Heil; und wenn wir scheiden von der Erd, verbleib' er unser Teil. Stille, du großer, hocherhabner Gott! Des Rühmens ist die Fülle vor deinem Thron, Herr Zebaoth. Du, Herr, bist doch auf Erden der Frommen Zu versicht; in Trübsal und Beschwerden läßt du die Deinen nicht. Drum soll dich stündlich ehren mein Mund vor jeder. mann und deinen Ruhm vermehren, so lang er lallen kann. 2. Es müsse dein sich freuen, wer deine Macht und Gnade kennt, und deinem Dienst sich weihen, wer Jesu Chrifti Namen nennt. Hoch seist du stets gepriesen! Du bist's, der Wunder thut, und haft auch mir erwiesen das, was mir nüß und gut. Nun, das ist meine Freude, zu halten fest an dir, daß nichts von dir mich scheide, so lang ich walle hier. 3. Herr, du haft deinen Namen sehr herrlich in der Welt gemacht. Wenn Schwache zu dir kamen, hast du gar bald an fie gedacht. Du haft mir Gnad' Die Herrlichkeit Gottes überhaupt. erzeiget; nun, wie vergelt' ich's dir? Ach, bleibe mir geneiget; so will ich für und für den Kelch des Heils erheben und preisen allezeit dich, Herr Gott, hier im Leben und dort in Ewigkeit. 4. Seinen Geist, den edlen Führer, giebt er mir in seinem Wort, daß er werde mein Re7. Sollt' ich meinem Gott gierer, meiner Seele Troft und nicht singen? sollt' ich ihm nicht dankbar sein? Seh' ich doch in allen Dingen, wie so gut er's mit mir mein'. Ist's doch nichts als lauter Lieben, was sein treues Herz bewegt, das ohn Ende hebt und trägt, die in seinem Dienst sich üben. Alles Ding währt feine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. Hort; daß er mein Gemüt erfülle mit dem hellen Glaubenslicht, das des Todes Nacht durchbricht und mein banges Herz macht stille. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler sein Gefieder über seine Jungen streckt, so hat alle Tage wieder mich des höchsten Arm bedeckt. Aus dem Nichts trat ich ins Leben auf des Vaters mächtgen Ruf; und das Leben, das er schuf, hat auch stets sein Schuß umgeben. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. Meer, dich umfassen nimmermehr unsre menschlichen Gedanken! Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 3. Seinen Sohn, den Eingebornen, giebt er aus Erbar. mung hin für mich Armen und Verlornen zu des ewgen Heils Gewinn. O du Gnade sonder Schranken, unergründlich tiefes 5. Himmel, Erd' und ihre Heere hat er mir zum Dienst bestellt; wohin ich mein Auge fehre, beut er dar, was mich erhält, Tier' und Kräuter und Getreide; in den Gründen, in der Höh, in den Büschen, in der See, überall ist meine Weide. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 6. Wenn ich schlafe, wacht sein Sorgen und ermuntert mein Gemüt, daß ich jeden neuen Morgen schaue neue Lieb' und Güt. und Güt. Wäre nicht mein Gott gewesen, hätte nicht sein Angesicht mich geleitet, wär' ich nicht aus so mancher Angst genesen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 6 Allgemeine Lob- und Danklieder. 7. Wie ein Vater seinem Kinde niemals ganz sein Herz entzeucht, wenn es gleich, verführt zur Sünde, von dem rechten Pfade weicht, also trägt Gott mein Vergehen, straft gelinde meine Schuld und läßt dann voll Gnad' und Huld mich sein Antlit wieder sehen. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 8. Seine Strafen, seine Schläge sind auch herzlich wohl gemeint; sie sind, wenn ich's recht erwäge, nichts als Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein gedenke und mich von der eitlen Welt, die uns hart gefangen hält, durch die Trübsal zu ihm lenke. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 9. Das weiß ich fürwahr und lasse mir's nicht aus dem Sinne gehn, Christenkreuz hat seine Maße und muß endlich stille stehn. Wenn der Winter ausgeschneiet, tritt der schöne Sommer ein: also wird auch nach der Pein, wer's erwarten fann, erfreuet. Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' in Ewigkeit. 10. Weil denn ohne Ziel und Ende deiner Liebe Gaben sind, o so heb' ich meine Hände zu dir, Vater, als dein Kind, bitte, wollst mir Gnade geben, dir aus aller meiner Macht anzuhangen Tag und Nacht hier in meinem ganzen Leben, bis ich dich nach dieser Zeit lieb' und lob' in Ewigkeit. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 8. Lob, Ehr' und Dank dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüte mit seinem reichen Troft erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt! Gebt unferm Gott die Ehre! 2. Der Himmel Heere danken dir, Beherrscher aller Thronen; auch wir, die wir, o Vater, hier in deinem Schatten wohnen, wir alle preisen deine Macht, die uns erschuf, die uns bewacht. Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten; darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich herrscht macht und Recht und Huld zugleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Not: Vernimm, o Gott, mein Flehen! da half mein Hel Die Herrlichkeit Gottes überhaupt. die Ehre! fer mir vom Tod und ließ sein ist Gott! Gebt unserm Gott Heil mich sehen. Ich danke, Gott, ich danke dir! O danket, danket Gott mit mir; gebt unserm Gott die Ehre! 5. Gott ist bei uns und nimmer nicht von seinem Volk geschieden. Er bleibt des Frommen Zuversicht und giebt ihm Heil und Frieden. Mit Vaterhänden führt er die, die ihm vertraun, und fegnet sie. Gebt 9. Lobe den Herren, den unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Menschen Macht nicht helfen kann, erhört er unsre Klagen. Er nimmt sich unser mächtig an; wir dürfen nie verzagen. Wenn keine Ruh uns mehr erfreut, schafft er uns Fried' und Sicherheit. Gebt unserm Gott die Ehre! 7 7. So lang ich lebe, soll mein Dank dich, meinen Retter, ehren; einst sollen meinen Lobgefang auch deine Himmel hören. Mein Geist, o Gott, erhebe dich; mein ganzes Herz erfreue sich. Gebt unserm Gott die Ehre! 8. 3hr, die ihr Chrifti Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Jhr, die ihr Gottes Macht bekennt, gebt unserm Gott die Ehre! der Sünde Gözen macht zu Spott! Der Herr ist Gott, der Herr 9. Kommt, laßt uns vor sein Angesicht mit froher Ehr. furcht dringen! Bezahlt ihm die gelobte Pflicht und laßt uns fröhlich singen: Gott hat es alles wohl bedacht und alles, alles recht gemacht. Gebt unserm Gott die Ehre! mächtigen König der Ehren! Lob ihn, o Seele, vereint mit den himmlischen Chören! Kommet zu Hauf! Psalter und Harfe, wach auf! Iaffet den Lobgesang hören! 2. Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der dich auf Adlersgefieder so sicher geführet, der dir gewährt, was dich erfreuet und nährt! Dank es ihm innig gerühret. 3. Lobe den Herren, der fünftlich und fein dich bereitet, der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet! In wie viel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet! 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet! Denke daran, was der All 8 Allgemeine Lobmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet. 5. Lobe den Herren und seinen hochheiligen Namen! Lob ihn mit allen, die von ihm den Odem bekamen! Er ist dein Licht! Seele, vergiß es ja nicht; lob ihn in Ewigkeit! Amen! Herrscher von uns allen! laß dir unser Lob gefallen. Deine Gnadenströme läßt du auf uns fließen, ob wir dich schon oft verließen. Demutsvoll, freudig soll unfre Stimm' erklingen, unser Herz dir singen. 2. Jauchzet laut, ihr Himmel, unserm Gott zu Ehren, laffet euer Loblied hören! Preise deinen Schöpfer, Sonne, deren Strahlen dieses große Rund bemalen. Mond und Stern', ehrt den Herrn; ihr, der Allmacht Werke, rühmet seine Stärke. 3. O du meine Seele, finge fröhlich, finge ihm, dem Schöpfer aller Dinge! Was da lebt und webet, falle vor ihm nieder, bringe Dank und Freudenlieder! Er ist Gott Zebaoth; er nur ift zu loben, hier und ewig droben. und Danklieder. Mel. Schwing dich auf zu deinem. 11. Dein, o Gott, foll 10. Wunderbarer König, ewig sein Dank und Preis und 4. Hallelujah singe, wer den Herrn erkennet und in Christo Vater nennet! Hallelujah singe, welcher Chriftum liebet, ihm von Herzen sich ergiebet! Owohl dir! wohl schon hier! Froher wirst du droben ohne Sünd' ihn loben. Ehre; Ruhm und Herrlichkeit ist dein; Erd' und Himmel höre: Heilig, heilig, heilig ist, der uns alles giebet, der die Seinen nie vergißt, fie als Vater liebet! 2. Laß, o Vater, lebenslang uns einander geben du mir Gnade, ich dir Dank; ich dir Lob, du Leben; du dich mir, und ich mich dir; ich dir mein Vertrauen, du mir Mut und Troft dafür, Hoffnung, dich zu schauen. 12. Womit soll ich dich wohl loben, mächtiger Herr Sebaoth? Sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft, mein Gott! denn wie kann mein Lied erreichen deine Huld und Liebeszeichen? Tausend, tausendmal ſei dir, großer König, Dank dafür! 2. Herr, entzünde mein Gemüte, daß ich deine Wundermacht, deine Gnade, Treu und Die Herrlichkeit Gottes überhaupt. Güte stets erhebe Tag und Nacht, geln wunderbar errettet mich; weil dein väterliches Sorgen sich erneut mit jedem Morgen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! schien gleich alles zu zerrinnen, ward ich deiner Huld doch innen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 3. Dent' ich, wie ich dich verlassen, wie ich häufte Schuld auf Schuld, möcht' ich tief beschämt erblassen vor der Lang. mut und Geduld, womit du, o Gott, mich Armen haft ge tragen voll Erbarmen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 4. O wie haft du meine Seele stets gesucht zu dir zu ziehn! Daß ich dich, mein Heil, erwähle, lerne dem Gericht entfliehn, hast du mir durch Christum Leben, Licht und Kraft und Geist gegeben. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 9 7. Fielen tausend mir zur Seiten und zehntausend um mich her, ließest du mich doch begleiten durch der Engel starfes Heer; und der Not, die mich umfangen, bin ich wunderbar entgangen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! 8. Tausendmal sei dir gesungen, Herr, mein Gott, Preis, Lob und Dank, daß es mir bisher gelungen. Ach laß meines Lebens Gang ferner sich an Jesu Händen hin zu deinem Himmel wenden, wo ich, seliger als hier, ewig, ewig danke dir! Mel. Wer nur den lieben Gott. 5. Bald mit Lieben, bald mit Leiden kamſt du, Herr mein 13. daß ich tauſend Gott, zu mir, daß in Schmerzen und in Freuden sich mein Herz ergebe dir, und daß gänzlich mein Verlangen möcht' an deinem Willen hangen. Tausend, tausendmal sei dir, großer König, Dank dafür! Zungen hätte und einen tausendfachen Mund! Mit Engeln stimmt' ich um die Wette aus allertiefstem Herzensgrund ein Loblied nach dem andern an von dem, was Gott an mir gethan. 6. Mich hast du auf Adlersflügeln oft getragen väterlich, in den Thälern, auf den Hit Hü2. O daß doch meine Stimme schallte bis dahin, wo die Sonne steht! o daß mein Blut mit Freuden wallte, so lang es durch 1** 10 Allgemeine Lob- und Danklieder. die Adern geht! ach wär' ein jeder Puls ein Dank und jeder Odem ein Gesang! 3. Ihr grünen Blätter in den Wäldern, bewegt und regt euch doch mit mir! Ihr schwanken Gräslein in den Feldern, ihr Blumen, laßt doch eure Zier zu Gottes Ruhm belebet sein und ftimmet lieblich mit mir ein! 4. Ach alles, alles, was ein Leben und einen Odem in sich hat, soll sich mir zum Gehülfen geben; denn mein Vermögen ist zu matt, die großen Wunder zu erhöhn, die allenthalben um mich stehn. 5. Wer überströmet mich mit Segen? Bist du es nicht, o reicher Gott? Wer schützet mich auf meinen Wegen? Du, du, o Herr, Gott Zebaoth! Du trägst mit meiner Sündenschuld unendlich gnädige Geduld. 6. Auch für das Kreuz will ich dich loben, das du mir auferleget haft. Es zieht den trägen Geist nach oben und ist mir eine leichte Last. Ich frage nicht mein Fleisch und Blut; die Zucht des Vaters meint es gut. 7. Ich hab' es ja, Herr meiner Tage, schon so manch liebes Mal gespürt, daß du mich unter vieler Plage, zwar wunderbar, doch wohl geführt. Ja, in der größesten Gefahr ward ich dein Trostlicht stets gewahr. 8. Wie sollt' ich nun nicht voller Freude mit stetem Lobe dich erhöhn? Wie sollt' ich auch im tiefften Leide nicht triumphierend weiter gehn? Ja, stürzten Erd' und Himmel ein, sollst du doch, Gott, mein Alles sein. 9. Ich will von deiner Güte fingen, so lange sich die Zunge regt. Ich will dir Freudenopfer bringen, so lange sich mein Herz bewegt. Ja, wenn der Mund wird kraftlos sein, so stimm' ich noch mit Seufzen ein. 10. Ach nimm das arme Lob auf Erden, mein Gott, in allen Gnaden hin! Im Himmel soll es besser werden, wenn ich verklärt bei Engeln bin. Da sing' auch ich im höhern Chor mein Hallelujah dir empor. Mel. Jehovah ist mein Licht. 14. Auf, auf, mein Geift, heb an, den Herrn zu loben, auf, auf, erwecke dich und säume nicht; was in dir ist, werd' still und sanft erhoben zu Gott, Jehovah, unsrer Sonn' und Licht. Er ist allein, Lob, Ehre, Preis und Ruhm zu nehmen, würdig stets und überall; erheb ihn hoch Die Herrlichkeit Gottes überhaupt. mit frohem Jubelschall, geh ein her; er ist der Quell, der immer in sein erhabnes Heiligtum. überfließt. 2. Er ist das große Wesen aller Wesen, die höchst' und einige Vollkommenheit; von ihm, durch ihn, zu seinem Dienst erlesen ist alles, was geworden in der Zeit; er hat und kennet seines Gleichen nicht. Wer ist wie er und seine Majestät? vor ihr die Kreatur mit Zittern steht; sein Wohnhaus ist ein unzu gänglich Licht. 3. Man sieht ihn nicht; doch ist er wohl zu sehen. Man gebe nur auf seine Werke acht; da sehn wir ihn vor unsern Augen stehen im reichen Schmucke seiner Gottheitspracht; die Him. mel rühmen ihres Schöpfers Ehr; die Luft, die Erd' und was im Meer sich regt, das alles den zu zeigen sich bewegt, der ist und heißt Jehovah, unser Herr. 11 4. Was Gutes auch nur kann genennet werden, was uns mit Luft und Lieblichkeit anlacht, was in sich faßt der Himmel samt der Erden, der große Bau, von Schönheit und von Pracht, und was dies Rund nur Köftlichs in sich schließt, das kommt aus diesem unerschöpften Meer und dessen unerforschter Fülle 5. Er ist das A und O, Anfang und Ende, der Erste, und wird auch der Letzte sein; er ist zu spüren, wo man sich hinwende, das Heimlichste wird klar in seinem Schein; sein Licht ist nicht vermischt mit Dunkelheit; die Kraft, die in ihm wohnt, wird nimmer schwach; er weiß in sich von keinem Ungemach; er ist und bleibt, wie er war vor der Zeit. 6. Was er verheißt, dem kann man sicher trauen; die That stimmt mit den Worten überein; man darf mit ganzem Herzen darauf bauen, des Herren Ja ist Ja, sein Nein ist Nein; voll Recht und Billigkeit ist sein Gericht, er hat Geduld und übet Langmut aus; mit Heiligkeit hat er geziert sein Haus; er ist die Lieb, der's nie an Lieb gebricht. 7. Wie selig ist doch, der ihn also kennet und zu ihm ,, Abba, Vater" sagen kann, den er auch wiederum den Seinen nennet und ihn als Kind des Hauses fiehet an! Nichts ist so hoch, nichts fann so herrlich sein; der Fürsten Ehr und hocherhabner Stand ist gegen dieſe 12 Allgemeine Lob- und Danklieder. Höhe nur ein Tand und bleibt ein leerer, trügerischer Schein. 8. Herrscher, wie soll ich dich gnug erheben, daß du auch mich haft denen zugezählt, die du in Christo haft gebracht zum Leben und dir in ihm zu Kindern auserwählt? Zwar seh' ich jetzt dich nur im Dämmerlicht; doch weiß ich, es kommt fünftig noch der Tag, da ich dich ohne Decke schauen mag, mein Gott, von Angesicht zu Angesicht. 9. Indes, mein Geist, auf, auf, ihn stets zu loben! wohlan, erwecke dich und säume nicht! was in dir ist, werd' sanft und still erhoben zu Gott, Jehovah, unsrer Sonn' und Licht. Er ist allein Lob, Ehre, Preis und Ruhm zu nehmen würdig stets und überall; erheb ihn hoch mit frohem Jubelschall, bis er dich bringt ins Himmelsheiligtum. 15. Lobe den Herren, o meine Seele! Ich will ihn loben bis zum Tod; weil ich noch Stunden auf Erden zähle, will ich lobsingen meinem Gott. Der Leib und Seel gegeben hat, werde gepriesen früh und spat! Hallelujah, Hallelujah. 2. Fürsten sind Menschen, vom Weib geboren, und sinken wieder in den Staub; ihre Anschläge sind auch verloren, wenn nun das Grab nimmt seinen Raub. Weil denn kein Mensch uns helfen kann, rufe man Gott um Hülfe an. Hallelujah, Hallelujah. 3. Selig, ja selig ist der zu nennen, des Hülfe der Gott Jakobs ist, welcher vom Glauben sich nichts läßt trennen und hofft getroft auf Jesum Christ. Wer diesen Herrn zum Beistand hat, findet am besten Rat und That. Hallelujah, Hallelujah. 4. Dieser hat Himmel, Meer und die Erden, und was darinnen ist, gemacht. Alles muß einmal erfüllet werden, was er uns gnädig zugedacht. Er ist's, der Herrscher aller Welt, welcher uns ewig Glauben hält. Hallelujah, Hallelujah. 5. Zeigen sich Fromme, die Unrecht leiden, er ist's, der ihnen Recht verschafft. Hungri. gen will er zur Speis bescheiden, was ihnen dient zur Lebenskraft. Die hart Gebundnen macht er frei; allen erzeigt er Gnad' und Treu. Hallelujah, Hallelujah. 6. Sehende Augen giebt er den Blinden, erhebt, die tief gebeuget gehn. Wo er kann redliche Herzen finden, die läßt er seine Liebe fehn. Sein Auf Die Herrlichkeit Gottes überhaupt. sehn ist des Fremden Truß; 4. Unendlich reich, ein Meer Witwen und Waisen bleibt er Schuß. Hallelujah, Hallelujah. von Seligkeiten, ohn Anfang Gott, und Gott in ewgen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 7. Aber der Gottesvergeßnen Tritte fehrt er mit starker Hand zurück, daß sie nur machen verfehrte Schritte und fallen selbst in ihren Strick. Der Herr ift König ewiglich; Zion, dein Gott sorgt stets für dich. Hallelujah, Hallelujah. 5. Was ist und war im Him. mel, Erd' und Meere, das kennt er, Gott; und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, du fizest oder geheft; ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöheft so ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rat der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu' und fehle, 16. Gott ist mein Lied! und eilt, mir gnädig beizuſtehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte; schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 8. Rühmet, ihr Menschen, den hohen Namen des, der so große Wunder thut. Alles, was Odem hat, rufe Amen und bringe Lob mit frohem Mut. Ihr Kinder Gottes, lobt und preist Vater und Sohn und heilgen Geist. Hallelujah, Hallelujah. 13 Er ist der Gott der Stärke; hehr ist sein Nam, und groß sind seine Werke, und alle Him. mel sein Gebiet. 2. Er will und spricht's, so sind und leben Welten. Und er gebeut, so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr nichts. 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, und seines Thrones Feste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr, immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde ſein! 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du haft werden lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 14 Allgemeine Lob- und Danklieder. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du, Luft und Meer, ihr, Auen, Thal und Hügel, ihr seid sein Loblied und sein Psalm! 13. Du tränfst das Land, führst uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag, und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen. Sollt' ich mein Herz nicht mit dem Trofte stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 15. Ist Gott mein Schuß, will Gott mein Retter werden, so frag' ich nichts nach Himmel und nach Erden und biete selbst der Hölle Truß! Mel. Allein Gott in der Höh sei. 17. Der Herr ist Gott er Herr ist Gott und keiner mehr. Frohlockt ihm, alle Frommen! Wer ist ihm gleich? wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß, sein Nam' ist groß! Unendlich ist und gren zenlos der Herr in seiner Größe. 2. Er ist und bleibet, wie er ist. Wer strebet nicht vergebens, ihn auszusprechen? wer ermißt die Dauer seines Lebens? Wir Menschen sind von gestern her; eh noch die Erde war, war er, noch eh die Himmel waren. 3. Des Ewgen Thron umströmt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet; ihn fassen alle Himmel nicht, die seine Größ erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, verborgen und auch offenbar in seiner Werke Wundern. 4. Wir sind allein durch seine Kraft das, was wir sind und werden. Er kennet alles, was er schafft, im Himmel und auf Erden. Bei ihm ist Weisheit und Verstand und Kraft und Stärke; seine Hand umspannet Erd' und Himmel. 5. Ist er nicht nah? ist er nicht fern? weiß er nicht aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Umsonst hüllt ihr in Finsternis, was ihr beginnt; er sieht's gewiß, er sieht es schon von ferne. 6. Wer schüßt den Weltbau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich dein Fittig über alle. Du bist voll Freundlichkeit, voll Huld, barmherzig, gnädig, voll Geduld, ein Vater, ein Verschoner. 7. Unsträflich bist du, heilig, gut und reiner als die Sonne. Wohl dem, der deinen Willen Die Herrlichkeit Gottes überhaupt. sichte noch dunkler als die Nacht. thut; denn du belohnst mit sten Lichte, vor seinem Ange Wonne. Du haft Unsterblichkeit allein, bist selig, wirst es ewig sein, du aller Freuden Fülle! 8. Dir nur gebühret Lob und Dant, Anbetung, Preis und Ehre! Kommt, werdet Gottes Lobgefang, ihr, alle seine Heere! Der Herr ist Gott und keiner mehr! Wer gleicht ihm? Niemand ist, wie er, so herrlich, so vollkommen. 15 4. Preist, Menschen, euren Meister, wie ihn der Engel preist, den Vater aller Geister, den allerhöchsten Geist! Auch du bist Gottes Hauch, o Seele, hoch erhoben, ein Geist, um ihn zu loben. Erwäg's und preis ihn auch! 5. Im Geiste bet ihn, Seele, und in der Wahrheit an! den höchsten Herrn erwähle; wie selig bist du dann! Er hat UnMel. Aus meines Herzens Grunde. 18. Schwingt, heilige Ge- sterblichkeit und Seligkeit und Leben; das alles wird er geben dem, der sich ganz ihm weiht. danken, euch von der Erde los! Gott, frei von allen Schranken, ist unaussprechlich groß, ein Geist. Lobsingt, lobsingt vor Mel. Christ, unser Herr, zum. ſeinem Angesichtel Gott wohnt 19. Wo tönt der Pfalm, in einem Lichte, zu dem kein Auge dringt. 2. Kein Sinn kann ihn erreichen, kein endlicher Verstand. Wer darf sich ihm vergleichen? wer hat den Herrn erkannt? Macht euch von ihm kein Bild! Wer kann den Höchsten sehen, ob er gleich alle Höhen und jede Tief' erfüllt? der dich erreicht, dich, Herr, und deine Stärke, die Macht, der außer dir nichts gleicht, die Größe deiner Werke? Wo tönt der festliche Gesang? Laß mich den Jubel hören; laß meines schwachen Liedes Dank mit ihm vereint dich ehren, dein Lob hier wiederhallen! 2. O tönnt' ich, Schöpfer, dich erhöhn, wie meine höhern Brüder, die Engel, die dein Antlitz sehn! verstünd' ich ihre Lieder! So lange schon von dir gewöhnt zu deinem hohen 3. Die Sonn' in hoher Ferne mag strahlenreicher glühn; glänzt heller noch, ihr Sterne! was seid ihr gegen ihn? mit aller eurer Pracht, in eurem schön 16 Allgemeine Lobund Danklieder. gern ein würdig Opfer brächte! ergreife, stärk, entflamme mich, daß ich dich rühmen könne; daß ich, von dir begeistert, dich stets zu verklären brenne! dein Lob sei meine Wonne! Preise, lobsingen sie; ihr Jubel tönt durch aller Himmel Kreise, ein voller Strom des Lobes. 3. Und dennoch, könnt' ich auch, wie sie, mich näher zu dir schwingen, erreicht' ich deine Größe nie, würd' ich zu schwach dich singen. So hoch sich auch ihr Mel. Jesus, meine Zuversicht. Jubel hebt, mit tauſendfachen 20. Jauchz dem Höchsten, Stimmen dich zu erreichen, dennoch strebt hinauf zu dir zu klimmen ihr hoher Flug vergebens. alle Welt! Sein ist Majeſtät und Stärke. Dient ihm so, wie's ihm gefällt, ihr, ihr Zeugen sei. ner Werke! Froh kommt vor sein Angesicht und bezahlt ihm eure Pflicht. 4. Ich kann, mein Gott, wie groß du bist, mehr ahnen nur als wissen. Was ist der Erde Kreis? er ist ein Schemel deinen Füßen; der Himmel, welchen deine Hand ausbreitet, den 2. Er ist Gott. Gebt ihm die Ehr! Er gab uns nicht nur das Leben; seine Gnade thut noch mehr und erhält, was er du fülleft? ein Teppich, um dich gegeben. Unsre Fluren, Glück und her gespannt, darein du dich verhüllest, daß mich dein Glanz nicht töte. Stand blühen unter seiner Hand. 3. Laßt uns seiner Güt' uns freun, die jahrein, jahraus uns 5. Ein heilig Grauen übernähret. Nicht für dieſe Zeit fällt mich, wenn ich in der Höhe auf Sonnen Sonnen, Welt auf Welt emporgetürmet sehe. Wer zählt, wer leitet ihre Schar? wer nennet sie bei Namen? du thust es, Gott! Kein Weltkreis allein, auch in Ewigkeit gewähret seine Huld dem, der ihn ehrt, Freude, die kein Wechsel stört. Mel. Nun danket all und bringet. war; da riefft du: Kommt! fie 21. Nimm deine Pſalter, kamen und lobten ihren Vater. 6. O Stärke Gottes! Macht des Herrn! o meines Gottes Rechte! o Macht der Liebe, der ich Volk des Herrn, und singe deinem Gott! Ihn loben Sonn' und Morgenstern und Element und Tod. Die Herrlichkeit Gottes überhaupt. 2. Sein Nam' ist mächtig, Mel. Wie schön leucht't uns der M. wenn er spricht, und schrecklich, 22. Fleug auf, mein Pſalm, wenn er dräut; er winkt, und eine Welt zerbricht- und steht, wenn er gebeut. mein Lobgefang, Anbetung Gott und Ruhm und Dank vor seinen Thron zu bringen! Er hört auch Menschenlieder gern, wenn gleich die Engel ihrem Herrn erhabner Psalmen fingen. Darum hat er mit den Heeren, die ihn ehren, zu den Stufen feines Throns auch dich gerufen. 3. Ihm leben wir, ihm sterben wir, ihm, der uns Leben gab. Er wog uns Leid und Freude hier mit Vaterhänden ab. 4. Er hilft uns gern und frönt das Jahr mit Segen, er allein, und will, was er den Vätern war, auch uns, auch uns noch sein. 5. Ach nimm den Geist der Freudigkeit, Gott, nie aus unsrer Brust! Nur wer in dir fich findlich freut, hat am Geset auch Luft. 6. Gott, blick auf uns von deinem Thron! Dein Friede frön' das Land. Sei unsern Obern Schild und Lohn, und segne jeden Stand! 7. Erhör uns, Herr! dein Antlit seh' dein Volk, das Amen spricht. Sei allen gnädig, Herr, und geh mit uns nicht ins Gericht! 8. Nimm deine Psalter, Volk des Herrn, und singe deinem Gott! Jhn loben Sonn' und Morgenstern und Element und Tod. 17 2. Wie groß ist Gottes Herrlichkeit! Er sprach zu seinen Himmeln: Seid! und zu dem Erdkreis: Werde! Gleich standen da voll Reiz und Pracht vor ihm, zum Preise seiner Macht, die Himmel und die Erde. Wie er's ausrief, da begonnen tausend Sonnen und erhellten ein unzählbar Heer von Welten. 3. Wie sie so herrlich sind, so schön, einträchtig alle Gott erhöhn und seine Größe preisen! Wie jede Jubel ist und Dant, ein hoher lauter Lobge. sang des Gütigen und Weisen! Ach wie könnt' ich fühllos schweigen, solcher Zeugen Lob verneh. men und doch seines Ruhms mich schämen? 4. Wem blüht das Thal? für wen erhebt sich das Gebirg? 18 Allgemeine Lob- und Danklieder. wem tönt und schwebt der Sän. ger in den Lüften? für wen bevölkert sich das Meer? wem lebt der Tiere zahllos Heer auf jährlich grünen Triften? Mel. Ringe recht, wenn Gottes. Quellen rieseln; Winde wehen; 23. Lobt den Herrn! Er Flüß' und Seen werden Meere mir zum Segen, ihm zur Ehre. 5. Noch strahlt mir ungeschwächt sein Licht; noch weigert die Natur sich nicht, die Welt für mich zu schmücken, hat Freuden noch genug für mich, noch immer schön und jugendlich, mein Auge zu entzücken. Eher werden auch die Werke seiner Stärke nicht veralten, bis er kommt, Gericht zu halten. 6. So hat mein Gott an mich gedacht, hat über sie durch seine Macht zum Herrscher mich er. hoben. Er gab mir meinen Leib und auch die Seele, seines Odems Hauch, gleich Engeln ihn zu lo. ben. Rühm ihn, Seele! jauchzend schalle von dem Halle deiner Lieder Gottes Erd' und Himmel wieder! 7. Das Kind, der Jüngling und der Mann, die ganze Schöp. fung bet' ihn an und seiner Wunder Menge! Strömt hin aus meiner vollen Brust, ftrömt hin, Empfindungen voll Luft, in hohe Dankgesänge! Schöpfer, Vater, dich erhebe, weil ich lebe, meine Seele, meine hochbeglückte Seele. ist die Liebe, er verläßt die Seinen nicht. Blickt auch unser Auge trübe, freundlich strahlt sein Angesicht. 2. Lobt den Herrn! Er ist voll Milde! Nach des Wetters schwüler Nacht glänzen schöner die Gefilde und des Regenbogens Pracht. 3. Lobt den Herrn! Von seinem Regen duftet lieblicher die Au; und erfüllt von seinem Segen steht gebückt die Blum' im Tau. 4. Lobt den Herrn! Auch wenn wir weinen, siehet uns sein Angesicht. Er verlässet nicht die Seinen; Vater! du verläßt uns nicht. 5. Lobt den Herrn! Es fal len Thränen auf des Erdenpilgers Pfad; aber unter stillem Sehnen reift des Himmels ewge Saat! Mel. Dir, dir Jehovah, will ich. 24. Laßt uns den HerrLlichen erheben, den Einzigen, den Die Herrlichkeit Gottes überhaupt. 19 Schöpfer jeder Welt, der uns, der für der Menschen Leben die schöne Erde schuf und uns erhält, uns schönre Wohnungen in seiner Stadt, die über Sonnen steht, bereitet hat! 2. Aus allen Welten tönen Lieder, aus allen Himmeln Jubel ihm empor; ihm hallet jede Tiefe wieder; und wir frohlockten nicht in diesem Chor? Wer fühlt sie ganz, die Würde, Mensch zu sein, und kann nicht Gottes sich lobsingend freun? 3. Und können wir genug ihn preisen, der unaussprechlich groß und herrlich ist, der Welten ruft, in ihren Kreisen die Sterne führt und unser nie vergißt, der immer wacht, stets Segen um sich streut und jedes Leben, selbst den Wurm, erfreut? Mel. Wachet auf, ruft uns die. 4. Wer kann es je genug erheben, was Gott für ihn aus 25. Über Gonnen boch Vaterliebe that, seitdem er aus dem Nichts ins Leben fremd auf den Schauplatz seiner Wunder trat? Wer zählt's? Wem floß nicht Segen, Freud' und Ruh und Hülf' und Trost an jedem Tage zu? 5. Und wessen Lob erreicht, wie weise, wie liebreich Gott sein Schicksal noch regiert, ihn stärkt auf seiner Lebensreise, ihn schüßt, ihn aus der Nacht zum Lichte führt? wie väterlich Gott immer sorgt, um ihn für eine beffre Welt hier zu erziehn? 6. Frohlockt! frohlockt! Wir sind berufen, Bewohner seines Himmels einst zu sein, und wie an seines Thrones Stufen die Engel, seiner uns schon hier zu freun. Welch Glück, voll Preises hier vor ihm zu stehn, wie sie, die mehr von seiner Größe sehn! 7. Drum sei des großen Vaters Ruhme stets unser Herz, oft unser Lied geweiht! Nicht nur in seinem Heiligtume, auch in der Stille der Verborgenheit, auch oft in unsrer Lieben frohem Kreis ertöne feierlich ihm Dank und Preis. erhoben, zu ihm, den alle Sonnen loben, hinauf zu ihm, entzückter Sinn! Herr, ich darf mich unterwinden, mit dir zu reden, zu empfinden, daß ich wohl Erd' und Asche bin, wie meine Väter, Staub des Todes schneller Raub, doch, Erbarmer, schon in der Zeit durch dich geweiht dem Himmel und der Ewigkeit. 20 Allgemeine Lob- und Danklieder. 2. Dieser Geist kann dich erfennen, mein Herz dich liebend Vater nennen, an deinem Herzen selig sein. Preisend kann ich üben, ahnen, was droben auf des Himmels Bahnen die Engel heiliger dir weihn. Noch tönt zu ihrem Chor nur schwach mein Lied empor. Noch nicht, Vater, umglänzt ihr Licht mein Angesicht; doch du verschmähst mein Stammeln nicht. 3. Du, den Würmer tief in Gründen, den hoch Gestirne mir verkünden, wie schwiege, Herr, der Mensch, der Christ! Täglich soll mein Lob erschallen, durch alle Himmel soll es hallen, daß du so groß, so freundlich bist. Wer zählt den Sand am Meer? wer deiner Werke Heer? Hallelujah! du blidcft auf mich so väterlich, und dein Erlöster bin auch ich. 4. Thätig will ich preisen, danken, auf deiner Bahn nicht weichen, wanken, die Kronen mir am Ziel verheißt. Mag die Zeit, das Leben schwinden! das Eine will ich suchen, finden, was keine Zeit, fein Tod entreißt. O rüfte mich mit Kraft, wenn oft mein Mut erschlafft! Vater! Vater! noch fämpf' ich hier mit Welt, Begier; nimm du nicht deinen Geist von mir! Mel. O höchster Gott, o unser. 26. Herr err Gott, du bist die Zuflucht aller Zeiten; denn du bist Gott in allen Ewigkeiten. Du warst es schon, eh Erd' und Himmel ward, eh noch dein Arm sich uns geoffenbart. 5. Nimmer darf ich dann erzittern. Dein Lob ertönt in Ungewittern, dein Nam' ist Liebe hier und dort. Herr, mein Psalm soll an Altären, mein Denken, Thun soll dich verklären, mehr als des Liedes Ton und Wort. Dich preise Freud' und Not, mein Leben und mein Tod! Selig, felig, wer treu hier ringt, dir treu vollbringt, sein Hallelujah droben singt! 2. Die Eigenschaften Gottes. 2. Was bin ich, Herr, und alle Menschenkinder? Staub sind vor dir der Heilige, der Sünder. Wie schnell entflieht das Leben doch von mir! Du, Höchster, du nur bleibeft für und für. Die Eigenschaften Gottes. 3. Du haft vorhin die Erde zubereitet; dein Arm hat, Gott, den Himmel ausgebreitet. Doch sie vergehn, veralten wie ein Kleid; du aber bleibst in alle Ewigkeit. 4. Es werden noch die Himmel und die Erden wie ein Gewand von dir verwandelt werden; du bleibest, wie du bist. Denn welche Zeit umgrenzet wohl, Herr, die Unendlichkeit? 5. Das ist der Trost, die Hoffnung deiner Knechte. Du schüßeft sie durch deine starke Rechte; du läßt ihr Herz sich ewig deiner freun und bleibst ihr Gott, denn sie sind ewig dein. 6. Das sei mein Trost in allen trüben Stunden. Vom Tode selbst werd' ich nicht überwunden. Kein Tod, kein Grab trennt mich, o Gott, von dir. Mein Fels, mein Heil, das bleibst du ewig mir! 21 nicht mehr ist, wenn längst schon Ewigkeiten uns Kämpfer frönen, die wir hier um deinen Himmel streiten. 3. Gott, mit dir unveränderlich wird auch das Wort der Wahrheit sich beschüßen und erhalten, wenn alle Welten, die du schufft, wie ein Gewand veralten. 4. Ob Felsen weichen, Berg' ins Thal sich stürzen, daß von ihrem Fall die Erde weit erzittert, bleibt deiner Liebe Bund mit mir doch ewig unerschüttert. 5. Was zagt denn meine Seel' in mir? Was flag ich ängstlich, daß ich hier kein dauernd Gut genieße, und daß in Unbeständigkeit dies Leben mir verfließe? 6. Was flag ich? Liebeft du mich doch mit aller deiner Liebe noch und wirst mich ewig lieben; hast selber meinen Namen dir in deine Hand geschrieben. Mel. In dich hab ich gehoffet. 7. Ja, ich bin Gottes, Gott ist mein, und ewig, ewig wird 27. Gott, wie du bist, so er's fein; nichts kann von ihm mich scheiden. Die Welt vergeht mit ihrer Lust, nicht Gott und seine Freuden! warst du schon, noch ehe du von deinem Thron sprachst dein allmächtig: Werde! und riefest aus dem Nichts hervor den Himmel und die Erde. Mel. Nun lob, mein Seel, den. 2. Du wirst auch bleiben, wie 28. Kommt, tommt, den du bist, wenn längst die Erde Herrn zu preisen, der groß von Allgemeine Lob Rat ist, groß von That, den Gütigen, den Weisen, der keinen seines Gleichen hat. Der Herr thut große Werke; wer hindert seine Macht? wer seines Armes Stärke, die alles Gute schafft? Er dehnet gleich Gezelten die weiten Himmel aus; er spricht, so gehen Welten aus ihrem Nichts heraus. 22 und Danklieder. Das preisen deine Werke, die deiner Kraft allein sich freun. Wir auch erfreun uns ihrer; ihr Lob sei unsre Pflicht! O Vater, o Regierer, wen hält, wen schüßt sie nicht? Du lebst, du wirkst in allen; dir, dir vertrauen wir! Erhalter, wer kann fallen, getragen, Herr, von dir? 3. Wer, wer gebeut den Wel len: Hieher! nicht weiter! legt euch hie? Er legt in Felsen Quellen; sie rieseln und verfiegen nie. Er füllet Wüsteneien mit seinen Wundern an, heißt Tiere da sich freuen, wo niemand wohnen kann. Wer kann die Sterne führen? Wer kann, als er allein, der Dinge Lauf regieren, verderben und erneun? 4. Herr, dein ist alle Stärke, und alle Hülfe, Gott, ist dein. Mel. O Durchbrecher aller Bande. 2. Er will, und Sonnen flammen; auch drängt in Wolfen, 29. wenn er spricht, das Wasser sich zusammen, und ihre Schläuche reißen nicht. Er ruft den Ungewittern, das Meer wird un gestüm; des Himmels Säulen zittern, die Erde bebt vor ihm. Er will, und Blize zünden Gebirg' an; sie vergehn. Er spricht und ruft den Winden; schnell wird sein Himmel schön. Allmacht, Allmacht! hilf dem Schwachen; kraftlos bin ich ohne dich. Ich kann nichts, du alles machen; Allmacht, stärke denn auch mich! laß mich überall dich spüren! überall bedarf ich dich. Überall wirst du mich führen; Gott der Allmacht, leite mich. 2. Allmacht! nimm von dem Gewissen jeden schweren Vorwurf hin, wenn der Reue Zähren fließen, wenn ich tief gebeuget bin. Für mich ward dein Sohn gegeben; dies hebt mei nen Mut empor. Gieb durch seinen Tod mir Leben; sei mein Vater, wie zuvor! 3. Allmacht! soll ich heilig werden, bilde du mich selbst nach dir, töte jede Lust der Erden, weck die Tugend auf in mir; reinge meines Herzens Triebe, reiche Kraft zum Kampfe her. Die Eigenschaften Gottes. Owenn ich dich innig liebe, wird durch dich mir nichts zu schwer. 4. Allmacht! zünde selbst die lauen Opfer meiner Andacht an, daß kein Zweifel mein Vertrauen auf dein Wort mir schwächen kann; höre mich, so oft ich bete, wo sich nur mein Herz dir naht. Jeder Ort ist Tempelstätte, selbst des Kranken Lagerstatt. 5. Allmacht! stärke mich im Leiden; ach mein Herz ist leidenscheu, glaubt nicht im Genuß der Freuden, daß auch Leiden heilsam sei. Beugt der Schmerz zu tief mich nieder, mäßige dann diesen Schmerz, gieb Geduld, und heile wieder, Allmacht, dann mein blutend Herz. 6. Leite du mein ganzes Leben! du bist Herr von jeder Not; ist mein Herz dir ganz er geben, schaudert mich vor keinem Tod. Schließt am lebten meiner Tage sich des Leidens müder Lauf, Allmacht! Allmacht! o so trage meine Seele himmelauf. Mel. Nun danket alle Gott. 30. Wie groß ist Gottes Die groß ist Gottes Macht! Wie groß sind seine Werke! Wohin mein Auge blickt, erkenn' ich seine Stärke. Des Tages Sonnenglanz, das Sternenheer der Nacht, die ganze 23 Schöpfung ruft: Wie groß ist Gottes Macht! 2. Wie groß ist Gottes Macht! Wie könnt' ich fühllos schweigen, da Erd' und Himmel mir von Gottes Allmacht zeugen? Gelobet sei der Herr, der alles hält und trägt, durch dessen Kraft allein mir jede Ader schlägt! 3. Wie groß ist Gottes Macht! Seht, wie in Ungewittern selbst freche Sünder doch vor Gottes Allmacht zittern. Vor dir mich kindlich scheun, verehren dein Gebot will ich, Allmächtiger, dir treu sein bis zum Tod. 4. Wie groß ist Gottes Macht! Wenn mich der Tod umschwebet, so weiß ich freudig doch, daß mein Erlöser lebet, der selbſt durch Gottes Macht vom Tod einst auferstand. Auch über Grab und Tod siegt meines Schöpfers Hand. 5. Wie groß ist Gottes Macht! Hinweg mit Furcht und Grauen! Wer ihn als Vater liebt, darf auch auf ihn vertrauen. Mein Herz, verzage nicht; denn weise stets und gut ist, was dein Vater schickt, was seine Allmacht thut. 6. Wie groß ist Gottes Macht! wie reich an Trost und Segen! So geh' ich nun dem Grab mit frohem Mut entgegen. Einst noch 24 Allgemeine Lobin höherm Licht werd' ich die Allmacht sehn, wenn ich vor seinem Thron als Selger werde stehn. Mel. Mach's mit mir, Gott, nach. 31. Nie bist du, Höchfter, von mir fern; du wirkst an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Ich leb' und atme nur durch dich, und deine Rechte schüßzet mich. 2. Du weißt, was ich gedenke; du, du prüfeft meine Seele. Du siehst es, wenn ich Gutes thu; du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug' entfliehn, nichts deinen Händen mich entziehn. und Danklieder. 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rat verkehrte Wege wählet; und bleibt auch eine böse That vor Menschen hier verhehlet, so weißt du sie und züchtigst mich zu meiner Bess rung väterlich. 5. Du höreft meinen Seufzern zut, daß Hülfe mir erscheine. Erbarmend, Vater, zähleft du die Thränen, die ich weine. Du siehst und wägest meinen Schmerz und stärkst mit deinem Troft mein Herz. 6. O drück, Allgegenwärtiger, dies tief in meine Seele, daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, mein Herz zur Zuflucht wähle; daß ich dein heilig Auge scheu und dir zu dienen eifrig sei. 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln, und stärke mich dann auch mit Kraft, getroft vor dir zu wandeln. Daß du, o Gott, ſtets um mich seist, dies tröst' und beffre meinen Geist. Mel. Es spricht der Unweisen M. 3. Wenn ich in stiller Einsamkeit mein Herz an dich ergebe 32. 3u Gott, o Seele, und fern von Welt und Eitelkeit den Geist zu dir erhebe, so merkst du gnädig auf mein Flehn und läßt mich Trost und Freude sehn. schwing dich auf und werde Dank und Wonne! Er, der voll Huld der Welten Lauf, den Lauf der milden Sonne, er, der die ganze Schöpfung lenkt, auf jedem Tritt uns Freude schenkt, er ist allgegenwärtig. 2. Wenn sich in stiller Einsamkeit der Geist zu ihm erhebet und voll von seiner Herrlichkeit in heilger Wonne schwebet, dann sieht sein milder Vaterblick mit Wohlgefallen unser Glück. Er fieht's allgegenwärtig. Die Eigenschaften Gottes. 3. Wenn mancher Kummer uns betrübt und Thränen uns entfließen; wenn die, die wir bisher geliebt, nun unsern Fall beschließen, so ist uns Gott mit seiner Kraft, der Gott, der immer Hülfe schafft, im Leid auch gegenwärtig. 4. Und wenn das Auge sterbend bricht, wenn alleSinne schwinden; wenn für die treusten Freunde nicht das starre Herz empfinden, nicht liebevoll mehr schlagen kann, o höchstes Wesen, dann, auch dann, bist du uns gegenwärtig. 5. Dann schwingen wir zu dir uns auf, zu deines Himmels Wonne, beginnen einen neuen Lauf, sehn eine beffre Sonne, sehn ihn, der alle Welten lenkt, im Tod und Leben Freude schenkt. Er ist allgegenwärtig! 2. Er zündet jede Sonne, flammt jedes Sternes Fackel an; strömt Leben, Luft und Wonne durch alles, was empfinden kann. Des Erdgewürms Gewimmel, und was im Meere webt, wer unter seinem Himmel und wer im Himmel lebt, ihr alle, seine Werke, empfindet Tag und Nacht die Nähe seiner Stärke, die Güte seiner Macht. 3. Er giebt von seinem Throne uns, was uns not ist, Lust und Schmerz; giebt Fürsten ihre Krone und lenkt, wie Wafferbäch, ihr Herz. Es müssen sei. nen Willen selbst Volksverderber thun; was er beschließt, erfüllen, bald brausen und bald ruhn; die Welt, wie Sturm, erschüttern und, furchtbar nur durch ihn, wie Laub im Walde zittern und, will er, mutlos fliehn. Mel. Nun lob, mein Seel, den. 4. Allgegenwärtig schauet sein 33. Der Herr ist in den allumfaſſend Aug' umher; und Höhen; auch in den Tiefen ist der Herr! Wo Menschen zu ihm flehen, wo ihn die Engel schaun, ist er; ist, wo ich in Gedanken mich denken mag, mir nah; ist, frei von allen Schran ken, in jedem Raume da; um faßt mit seinen Händen die Welten und umspannt an allen ihren Enden, was je durch ihn entstand. wer nur ihm vertrauet, den decket, den versorget er, hört das Geschrei des Raben, hat für die ganze Welt, hat für den Wurm selbst Gaben, und Schmuck für Thal und Feld. Fehlt dem, für euch zu sorgen, Verzagte, Rat und Macht, ihm, der, auch euch verborgen, euch nah ist, euch ch nah t bewacht? 25 2 26 Allgemeine Lob- und Danklieder. 5. Wie könnt ihr denn, Verbrecher, dem, der so nah euch ift, entgehn? könnt wähnen, er, der Rächer, werd' euer finstres Werk nicht sehn? Eh noch Gedanken werden, von ferne sieht er fie; und alle Nächt auf Erden verhüllen euch ihm nie. Wähnt nicht, daß er's nicht wisse! Mit seinen Schrecken füllt er selbst die Finsternisse, darin ihr euch verhüllt. 8. Gott ist auch nahe denen, die willig thun, was er gebot, hört sie, zählt ihre Thränen, er scheint, verscheucht, was ihnen droht. Sprich, Frommer: Mir zur Rechten, zur Linken hier ist Gott! In meines Kummers Nächten, und wo ich seufz, ist Gott! Wo keinen Freund ich habe, wo niemand hilft, ist Gott! Im Sturm, im Tod, im Grabe und überall ist Gott! 6. Er wird, er wird euch finden; denn in den Höhen herrscht Mel. Straf mich nicht in deinem. der Herr, herrscht in den tief. 34. Such, o Seele, Gott ften Schlünden, an allen Enden herrschet er; hat überall auch Waffen und Plagen mancher Art, den Frevler zu bestrafen, für sein Gericht verwahrt. Und plößlich stürzen Flammen, wenn ihr, Betrogne, glaubt, er schlummre tief, zusammen herab auf euer Haupt. den Herrn! such, und du wirst finden. Er ist keinem von uns fern, kann uns nie verschwinden. Forsche nur! Seine Spur können reine Seelen suchend nicht verfehlen. 2. Such am hohen Firmament! Gottes Klarheit leuchtet. Suche, wo die Sonne brennt, wo der Quell befeuchtet! Fern und nah ist er da als ein Gott der Stärke, groß in jedem Werke. 3. In ihm leben, weben, sind, hoch und niedrig, alle. Vaterliebe führt das Kind, wo es sei und walle. Gott bewacht Tag und Nacht still und ungesehen Tiefen, gleich den Höhen. 4. Sieh ihn, wo er wunderber seine Blumen fleidet, sor7. So schnell die Luft sich rötet, wenn sie des Blizzes Flug durchfleugt, trifft seine Rach' und tötet, wenn des Vertreters Bitte schweigt. Sprich, Sünder: Mir zur Rechten, zur Linken hier ist Gott; am Tag, in allen Näch ten und wo ich bin, ist Gott! Sprich: Wo ich siz' und gehe und liege, hier ist Gott! Im Thal und in der Höhe und überall ist Gott! Univ. Bibl. Giessen Die Eigenschaften Gottes. gend der Geschöpfe Schar, wie Mel. An Wasserflüssen Babylon. ein Hirte, weidet; wo die Au 35. Du, Ewiger, erforscheft glänzt im Tau! Sieh auf reichen Fluren des Erhalters Spuren! 5. Fühl ihn in der Lebens. kraft, die durch alles dringet, tausendfache Wunderschafft, auch im Menschen ringet! Sie entfleußt seinem Geist, strömt durch die Gebilde seiner Kraft und Milde. 6. Horch im innersten Gemüt! Du wirst ihn verneh men, wenn das Herz fürs Gute glüht, Sünden dich beschämen. Hör, er spricht: Sündge nicht! Bändige die Triebe! Bleib in meiner Liebe! mich; nichts kann ich dir verhehlen. Kein Schein, kein Blendwerk täuschet dich; du prüfft der Menschen Seelen. Du siehst mich, wenn ich geh' und ruh'; von ferne schon verstehest du Gedanken, die ich hege. Du schaust bis in des Herzens Grund, weißt jedes Wort in meinem Mund, kennst alle meine Wege. 7. Hör in der entweihten Bruft ihn, den Richter, sprechen! Da verdammt er Sündenlust, will das Böse rächen. Angst und Schmerz füllt das Herz; im Gewissenswehe, da ist Richtersnähe. 8. Such, o Seele, seine Huld, suche sie voll Reue! Er vergiebt auch schwere Schuld, ewig Lieb' und Treue. Sorge nicht! Er verspricht: Wer da fucht, soll fin den, und sein Leid wird schwinden. 9. Such ihn froh in seinem Sohn mit der Gottesfülle! Baue Christo einen Thron in des Herzens Stille! Er giebt Ruh; folge du bis zur Todespforte seinem Gottesworte. 27 2. Zu hoch ist dies Erkenntnis mir; ich kann es nicht erreichen. Ach, Herr, was ist der Mensch vor dir? Wer darf sich dir vergleichen? Du, der du alles kennst und weißt, wo soll ich hin vor deinem Geist? wie deiner Hand entfliehen? Führ' ich gen Himmel, bist du da; im Abgrund selbst bist du mir nah. Nichts kann mich dir entziehen. 3. Allgegenwärtger, deineHand wird überall mich finden. Dir bleibet all mein Thun bekannt auch die geheimsten Sünden. Vor deinem hellen Angesicht find Nächte Tag, ist Dunkel Licht; nichts, nichts kann dir entge. hen. Was ich gethan, gesagt, gedacht, wird einst vor dein Gericht gebracht; da muß ich vor dir stehen. 2* 28 Allgemeine Lob- und Danklieder. 4. Drum mache mich dem Vorfaz treu, daß ich das Böse meide, mich nie mit Sündern fündlich freu, mit Frommen lieber leide, nur liebe, was dir wohlgefällt, den Tadel und das Lob der Welt nicht übermäßig achte, in allem Thun nach deinem Wort mich halte und nur immerfort nach deiner Gnade trachte. 5. Entdecke du mir selbst mein Herz, daß ich's recht kennen lerne, ob es in Freuden, ob's in Schmerz sich auch von dir entferne. Bin ich vielleicht auf bösem Weg, so führe mich den rechten Steg, entreiß mich dem Verderben, daß ich, vom Sündendienste frei, dir angenehm und würdig sei, den Himmel einst zu erben. nimmt kein Ohr, o Chrift, dein banges Sehnen, dein Vater zählt die Thränen. 3. Der Vater kennt dich! Deine Kraft, dein Heil hat er ermessen. Der Freude selbst dem Wurme schafft, er sollte dein vergessen? Nicht wähne fern die Hand des Herrn! Wenn Hülf' und Lust dir frommen, ist seine Stunde kommen. 4. Der Vater kennt dich! Laß die Macht der Sünde nie dich beugen! Gott schaut dich, wo kein Richter wacht; verehre deinen Zeugen! Ihn täuscht kein Lug, kein Frevlertrug. Was Nächte dicht umgeben, es muß ans Licht sich heben. 5. Der Vater kennt dich! Segnest du geheim die Armen, Kran. ken; verklärst du einsam deine Mel. Was Gott thut, das ist wohlg. 36. Der Bater kennt dich! Ruh durch himmlische Gedan. Kenn auch ihn, den Vater kenn, o Seele! Ob finstre Wolken dich umziehn, den höchsten Freund erwähle! Ist er nur dein, bist du nur sein, mag dich die Welt verkennen! Er wird sein Kind dich nennen. ken, dich sieht der Geist, der Vater heißt. Kein stilles Thun, fein Sinnen kann seinem Aug' entrinnen. 2. Der Vater kennt dich! Sei dein Schmerz in deiner Brust verborgen, es weiß um ihn das Vaterherz; ihm klage deine Sorgen! Zu Gott empor! Ver6. Der Vater kennt dich! Sei die Bahn der Zukunft nicht verkündet, des lieben Vaters Blicke sahn, was hier kein Aug' ergründet. Mit frommer Scheu sei ihm getreu! Der einen Liebe Flügel deckt Wieg' und Grabeshügel. Die Eigenschaften Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott. leite mich durch Welt und Zeit bis an das Thor der Ewigkeit. 37. Allweiser Schöpfer aller Dinge, der alles sieht, erfennt, Mel. Gott des Himmels und der. versteht! Nichts ist so groß, 38. Unerforschlich sei mir nichts so geringe, das nicht nach deiner Ordnung geht. Du schreibest der Geschöpfe Chor Ziel, Maß, Gewicht und Regeln vor. immer meines Gottes Weg und Rat, und die Nacht sei ohne Schimmer, die mich hier um. schattet hat; doch ist alles, was er thut, wie's auch scheine, weis' und gut. 2. Die wundervollen, schönen Werke, die unsern Augen fern und nah, stehn alle, wie durch deine Stärke, so auch durch deine Weisheit da. Unendlich, Herr, ist dein Verstand; der ganze Weltbau macht's bekannt. 3. Mit eben diesen Meister händen, mit welchen du die Welt gemacht, regierst du auch an allen Enden, was dein Verstand her vorgebracht. Du brauchst, D unerschaffnes Licht, der Menschen Rat und Beistand nicht. 4. O Weisheit, decke meiner Seele die angeborne Thorheit auf, damit sie dich zum Leitstern wähle in ihrem sonst verwirrten Lauf. Ich weiß den Weg des Friedens nicht; ach gönne mir dein hohes Licht! 5. Du hast mich durch mein ganzes Leben nach deinem weisen Rat geführt. Dir muß ich Dank und Ehre geben, daß du vollkommen wohl regiert. Herr, 29 2. Sollt' ich das von Gott Weisheit seh? Ift's nicht ein nur loben, wo ich Rat und Geschenk von oben, wenn ich seinen Weg versteh? Frevelt der nicht, welcher klagt, daß ihm Gott mehr Licht versagt? 3. Sollt' ein Vater unterlassen, was dem Kinde Thorheit ist? Kühner Tadler! Engel faf. sen das, wo du im Dunkeln bist. Hier sollst du dem Herrn vertraun und nur glauben, noch nicht schaun. 4. Soll er deine Wünsch' erheben zu Regierern seiner Welt? Soll der Heilige dir geben, was den Lüften nur gefällt? Wohl uns, wenn er nie gewährt, was ein thöricht Herz begehrt! 5. Hier in meinem Pilger. ftande sei mein Teil Zufrieden. heit! Dort in meinem Vaterlande wohnt die wahre Seligkeit. 30 Allgemeine Lob. und Danklieder. Führt mein Gang zum Himmel ein, mag er immer dunkel sein. 6. Darum, auch auf rauhen Wegen, Christenseele, flage nicht! Was hier schmerzet, wird dort Segen; was hier Nacht ist, wird dort Licht; und ich fasse Gottes Sinn, wenn ich ganz vollendet bin. Mel. Werde munter, mein G. 39. Gott, vor dessen An. gesichte nur ein reiner Wandel gilt, ewges Licht, aus dessen Lichte stets die reinste Klarheit quillt, deines Namens Heiligkeit werde ftets von uns gescheut; laß fie uns doch träftig dringen, nach der Heiligung zu ringen. 2. Du bist rein in Werk und Weſen; und dein unbeflectes Kleid, das von Ewigkeit gewesen, ist vollkommne Heiligkeit. Du bist heilig; aber wir, großer Schöpfer, sind vor dir ach! be fleckt von vielen Sünden. Wer kann einen Reinen finden? 3. Herr, du willst, daß deine Kinder deinem Bilde ähnlich sein. Nie besteht vor dir der Sünder, denn du bist vollkommen rein. Du bist nur der Frommen Freund, Übelthätern bist du feind. Ach! dies muß uns Sünder schrecken und uns Furcht und Schmerz erwecken. 4. Lindre diese Furcht und Schmerzen! Du bist rein und macheft rein; drum schaff in uns solche Herzen, die, wie du, auch heilig sein. Heile uns, o höchftes Gut! mach uns rein durch Christi Blut! Schenke du Verstand und Willen, deine Rechte zu erfüllen! 5. Gieb, o Vater, unsern Seelen, glaubensvoll auf dich zu sehn, dich zum Vorbild zu erwählen und im Guten fest zu stehn, bis wir dort mit jener Schar der Erlösten immerdar Heilig, heilig, heilig! singen und die reinsten Opfer bringen. Mel. Ich dank dir, lieber Herre. Janomen 40. Gott, meine ganze Seele macht deinen Ruhm befannt. Dir dank' ich und erzähle die Wunder deiner Hand. Du bist auf deinem Throne der Richter aller Welt, der jeglichem zum Lohne sein heilig Urteil fällt. 2. Der Herr hat zum Gerichte sich seinen Stuhl erhöht; vor sei nem Angesichte bleibt nicht, wer widersteht. Ihr kühnen Sünder, zittert, bereut.noch euren Spott! Sein Thron wird nie erschüttert; der Herr bleibt ewig Gott. 3. Der Herr regiert und liebet, was ungerecht ist, nicht. Die Eigenschaften Gottes. Er wägt die Welt und übet parteilos sein Gericht. Die Wage sinkt und steiget, wie sein Geset gebeut, und jedes Land bezeuget des Richters Heiligkeit. 4. Gott ist ein Fels der Armen, ein Fels in jeder Not. Sie traun auf sein Erbarmen, wenn ihnen Unfall droht. Die Thränen, die sie weinen, sind dir bekannt und wert; du, Gott, versäumest feinen, der deinen Schuß begehrt. 5. Jhr Kinder Gottes, preiset, verkündigt in der Welt, wie groß sich Gott beweiset, der, was er zusagt, hält. Er denkt daran und fraget nach des Gerechten Blut. Er hört ihn, wenn er kla get, und stillt der Wetter Wut. 6. Herr, sei mir gnädig; schaue voll Huld auf meine Not! Du bist's, dem ich vertraue; du hilfft auch selbst vom Tod. Nach über wundnen Leiden geh' ich ins Hei ligtum; und voll der Himmelsfreuden, erheb' ich deinen Ruhm. 31 Gott, ob auch die Welt mit frechem Spott, was heilig ist, verachtet, ob auch Gewalt das Recht bezwingt, das Laster kurzen Sieg erringt, im Staube Tugend schmachtet. Du Redlicher, ver. zage nicht! ein Allgerechter hält Gericht. 2. Was macht dich in der Armut reich, in Banden frei, dem Höchsten gleich, wie tief die Welt dich beuge? Was bleibt dir, wenn der Zeiten Flut dir Güter raubt, als höchstes Gut? In dir ist Gottes Zeuge, der dir mit stillem Frieden lohnt, dir zuruft: Ein Gerechter thront! 3. Was ist des Bösen gute Zeit? was feines Kleinods Herr. lichkeit? Es sinkt so bald in Scherben. Sein Fried' ist Ruhe vor dem Sturm; in seinem Her. zen mag der Wurm entschlafen, nicht ersterben. Der Böse schrickt empor, erbebt und zeugt, daß ein Gerechter lebt. 4. Vernehmt ihn, der Bis hierher!" ruft. Die Flamme, die ihr, Frevler, schuft, muß euer Haupt verzehren. Der Trug entweicht, die Wahrheit siegt; des stolzen Drängers Macht erliegt die Unschuld glänzt mit Ehren. Ihm tönt ihr Loblied himmelan, Mel. Ewigkeit, du Donnerwort. 41. Es waltet ein gerechter der stürzen und erheben kann. 5. Er waltet, wenn der Seuche Gift, des Blizes Strahl den Frommen trifft und euer schont, Verbrecher! Entreißt euch Retten, fest und schwer; flieht jauchzend 32 Allgemeine Lob- und Danklieder. über Land und Meer; wähnt ewig fern den Rächer; verbergt euch tief in Mitternacht; weh euch! des Richters Auge wacht. 6. Der Tod, sein Schreckensbote, naht. Wird Ernte hier nicht jede Saat, fie reift in andern Welten. Was Nacht hier war, wird Mittag dort. Erfüllung wird dein ernstes Wort, o Herr: Ich will vergelten! Du rufft, und Gräber öffnen sich. Du richtest Welten, richteft mich. 7. Du schreibst zu meinem Heil und Fluch Gedanken, Thaten auf dein Buch; laß sie mich nicht verklagen! Mit Thränen säen, sei mein Los! die Ernt' ist ewig dort und groß; laß, Vater, mich nicht zagen! Heil mir! es ist kein eitler Wahn: Zu Kronen führt der Treue Bahn. 8.O Wort voll hoher Himmelskraft: Es kommt ein Tag der Rechenschaft! Laß täglich sein mich denken. Wenn Sünde, Luft und Leid mir drohn, laß, Herr, auf deinen Richterthron den ernften Blick mich lenken. Die Welt mit ihrer Luft vergeht; wohl dem, der einst vor dir besteht! Kommt, lasset uns erwägen des frommen Vaters Segen. 2. Eh wir ans Licht geboren, hat er uns auserforen und in sein Buch geschrieben zum Leben und zum Lieben. 3. Sein Wort lehrt uns ihn kennen, daß wir ihn Vater nennen, der freundlich uns bescheret, was Leib und Seele nähret. 4. Uns Sündern, uns Verlornen giebt er den Eingebornen; das Heil uns zu erwerben, läßt er am Kreuz ihn sterben. 5. Dies laffet uns bedenken, wenn uns die Sorgen fränken; wer seinen Sohn uns giebet, wie hat uns der geliebet! 6. Was könnt' er uns versagen, wenn wir's ihm gläubig klagen? Er giebt uns Trank und Speise und sorgt nach Vaterweise. 7. Die Vögel in den Lüften, die Tiere in den Klüften, die Blumen auf den Wegen vertünden seinen Segen. 8. Der sie so treulich heget, so sorgsam ihrer pfleget, sollt' einen Himmelserben er lassen je verderben? Mel. Nun laßt uns Gott, dem H. 9. O Vater, so beschere zu deines Namens Ehre, daß wir 42. Nun last uns Gottes dir stets vertrauen und gänzGüte uns führen zu Gemüte! lich auf dich bauen. Die Eigenschaften Gottes. 10. Wenn wir nur dieses haben, so werden uns die Gaben, die wir zu diesem Leben bedürfen, auch gegeben. 11. Laßt uns die Sorgen haf. sen; er fann uns nicht verlassen. Die Welt muß wohl vergehen; sein Wort bleibt ewig stehen. 33 auf, wenn wir danieder liegen. 4. Herr, aller Augen sehn auf dich, zu deinem Thron gelehret. Du bift's allein, der väterlich, was lebt und webt, ernähret. Du öffnest deine milde Hand, machst satt und froh, was auf dem Land, in Meer und Lüften schwebet. 5. Du meinst es gut und thust uns wohl, auch da wir's oft nicht denken, und doch ist mancher fummervoll, verzehrt sein Herz mit Kränken. Er sorgt und fürchtet Tag und Nacht, Gott lass' ihn gänzlich aus der Acht und habe sein vergessen. Mel. Der Herr ist mein getreuer. 43. Wer ist so freundlich, Herr, wie du? so gnädig im Erdulden? Wer deckt mit solcher Langmut zu so viele schwere Schulden, die aus der ganzen weiten Welt bis zu dem hohen Himmelszelt ohn Ende sich erheben? 2. Es muß ein treues Herze sein, das uns so hoch kann lieben, da wir doch alle, groß und klein, des Guten wenig üben. Gott muß nicht anders sein als gut; daher fleußt seiner Güte Flut auf alle seine Werke. 3. Der Herr ist bis an unsern Tod beständig bei uns allen, er leichtert unsre Kreuzesnot und hält uns, wenn wir fallen. Er fteuert manchem Unglückslauf Mel. Wie schön leucht't uns der M. und hilft uns freundlich wieder 44. Gott, des starke 6. Nein! Gott vergißt der Seinen nicht, er hält uns Bund und Treue; sein Herz bleibt stets auf uns gericht't, daß er zuletzt erfreue. Geht's auch zu weilen wunderbar, ist er doch heilig immerdar, gerecht in seinen Wegen. 7. Gott ist zu helfen stets bereit dem, der ihn kindlich ehret, und wer in Demut zu ihm schreit, der wird gewiß erhöret. Gott weiß wohl, wer ihm hold und treu, und dem steht er allmächtig bei in allen seinen Nöten. Hand die Welt erschaffen hat und noch erhält, ich spüre deine Güte; ich sehe sie und werd' entzückt, wohin auch nur mein 2** 34 Allgemeine Lob- und Danklieder. Auge blickt. So bald ich mein Gemüte auf dich, Höchster, achtsam lenke und dich denke, find' ich Armer dich als Vater und Erbarmer. 5. O zeuch mich über Welt und Zeit zu dir, o Herr der Herrlichkeit, durch deine große Liebe! Auf dich laß mich in allem sehn, für jedes Gute dich erhöhn! Belebe meine Triebe, Vater, Vater, dir ergeben treu zu leben, dein auf Erden und einst selig dort zu werden! 2. Seh' ich den hohen Himmel an, so viel ich davon sehen kann, so schau' ich deine Güte. Der Himmelslichter Lauf und Pracht, sein Sternenheer, das du gemacht, erwecket mein GeMel. Die Tugend wird durchs K. müte, großer Schöpfer, dich 45. Das böchſte Gut ift zu singen, dir zu bringen Ehr und Stärke: Groß sind deiner Hände Werke! iſt lauter Liebe! das rufet alle Kreatur. Gott schuf aus heißem Liebestriebe die ganze herrliche Natur. Sie soll zu ihm hin. auf uns ziehen und Zeuge sein von seiner Kraft, vor der das Dunkel muß entfliehen, die aus dem Nichts ein Weltall schafft. 3. In Ungewittern, Sturm und Wind, die deines Thrones Diener sind, entdeck' ich deine Güte. Das Feuer, wie der Wasser Grund, macht deine große Liebe fund. Mit fröhlichem Gemüte will ich täglich darauf achten und betrachten deine Werke, rühmen deine Huld und Stärke. 2. Durch Lieb' allein ward er bewogen, daß er sein Bild, den Menschen, schuf, und als die Sünd' uns ihm entzogen, uns wieder rief mit heilgem Ruf. So, Seele, sucht er auch noch heute, wie er mit Liebe dich umfah; so oft der Tag sich dir erneute, war er mit neuer Huld dir nah. 4. Dein Erdreich, Gott, das jedermann giebt Brot und Kleider, seh' ich an und schmecke deine Güte. Ich atme, fühl' und höre sie, im Feld und Wald erblick' ich sie; das muß ja mein Gemüte mächtig dringen, ohn Aufhören dich zu ehren und zu loben hier und einst im Himmel droben. 3. Er überschüttet dich mit Segen; er speiset dich mit Him. melsbrot; er ist dein Licht auf deinen Wegen; er führt dich mächtig aus dem Tod; er tränkt Die Eigenschaften Gottes. dich aus den Lebensbächen; er stehet dir in Nöten bei; im Kreuz läßt er dir Heil versprechen, und ftets bleibt seine Liebe neu. einen Vater, der mich nährt, einen Vater, der verwehrt, daß des Unglücks Sturm und Wogen mich nicht in den Abgrund zogen. Mel. Werde munter, mein G. 5. Stets machst du mit uns es beffer, als wir wünschen und 46. Gott, mein König, verstehn. Deine Güte ist viel größer, als die Kraft, dich zu erhöhn. Schallte gleich so hoch mein Dank wie der Engel Lob gesang, doch nicht würde durch mein Loben deine Huld genug erhoben. deine Güte reicht so weit der Himmel ist, und dein väterlich Gemüte ist so ewig, wie du bist. Vor dem Anbeginn der Zeit strahlte deine Freundlichkeit, und durch alle Ewigkeiten wird sie ihren Glanz verbreiten. 35 2. Eh der Erde Grund geleget, hast du schon an mich gedacht. Eh sich Luft und Meer beweget, eh du Sonn' und Mond gemacht, eh der Kreaturen Schar durch dein Wort erschaffen war, hast du, unerschaffnes Wesen, mich zu deinem Dienst erlesen. 3. O wer fann die Güt' ergründen, die du stets an mir gethan? Du trugst, mich von Tod und Sünden zu befrein, dein Heil mir an. Du hast mich zur Seligkeit durch den Taufbund eingeweiht, daß ich durch das Band der Liebe, Gott, in deiner Kindschaft bliebe. 4. In den zarten Jugendjahren warst du meines Lebens Stab, ließest frühe mich erfahren, daß ich einen Vater hab, 6. O so zeuch durch deine Liebe, Herr, mein ganzes Herz zu dir; stärk' und mehre selbst die Triebe wahrer Dankbarkeit in mir! Laß mich ganz dein eigen sein, so mich deines Wohl thuns freun, daß auch mir auf dieser Erde Wohlthun wahre Freude werde! Mel. Wer nicht mit den Gottlosen. 47. Der Herr ift gut, in dessen Dienst wir stehn! Wenn wir nur treu auf seinen Wegen gehn, so dürfen wir ihn unfern Vater nennen, ja er will uns für Kinder auch erkennen. Be. dürfen wir im Kampfe Troft und Mut, so giebt ihn uns das Wort: Der Herr ist gut. 2. Der Herr ist gut und hat mit uns Geduld; an Gnade 36 Allgemeine Lob- und Danklieder. 6. Der Herr ist gut! Er sieht in Gnaden an den schwachen Dienst, im Glauben treu gethan; giebt Gnadenlohn den Knechten, die ihn lieben; kein Wassertrunk ist unvergolten blieben; er giebt dafür die ganze Segensflut. So bleibt es ewig wahr: Der Herr ist gut! reich, will er der Sünde Schuld nicht, wie er könnte, nach der Strenge rächen. Er übersieht der Irrenden Gebrechen. Wir sind versöhnt durch seines Sohnes Blut. Was fehlt uns noch zum Troft? Der Herr ist gut. 3. Der Herr ist gut und teilt sich willig mit. Er geht Er geht uns nach; er merkt auf jeden Schritt und giebt uns gerne, Mel. Wunderbarer König. was wir nötig haben. Sein 48. Unumschränkte Liebel Wesen ist ein Brunnquell guter Gaben. Wo ist ein Herr, der dies an Knechten thut? Jawohl, es ist gewiß: Der Herr ist gut. 4. Der Herr ist gut! In seiner Liebe Schoß trägt er uns all, und ist das Elend groß, so hat er Kraft und Liebe, uns zu stärken; der Geist kann seinen hohen Frieden merken, weil unter seinem Schuß er sicher ruht und sich in ihm erfreut. Der Herr ist gut. 5. Der Herr ist gut! Wer dies im Glauben schmeckt, dem wird erst recht, was Freiheit ist, entdeckt. Er wird aus seinem Dienste nimmer gehen, nein, stets darin mit Lust und Freude stehen. Nichts ist umsonst, was hier der Glaube thut, der immer besser sieht: Der Herr ist gut. gönne blöden Augen, die kaum für die Erde taugen, in die Himmelsstrahlen deiner Huld zu blicken, die den Erdkreis wärmend schmücken und zugleich freudenreich den geliebten Deinen und den Bösen scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplaß deiner Güte. Deiner Langmut Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, o wie breit, über Berg und Hügel streckt sie ihre Flügel! 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag für Tag zu schonen, Tag für Tag zu dulden so viel Millionen Schulden und dabei immer treu lieben, die dich haffen, Herr, wer kann das fassen? Die Eigenschaften Gottes. 4. Du vergiebest Sünde, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen. Deine Rechte dräuet und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder, da sich doch immer noch zu den alten Sünden neue Schulden finden. 5. Herr, es hat noch keiner, der zu dir gegangen, statt der Gnade Recht empfangen. Wer zu deinen Füßen sich mit Thränen senket, dem wird Straf' und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 3. Gerechter Gott, so große Huld bezeigst du frechen Sündern und haft nicht weniger Ge duld mit deinen schwachen Kindern. Sie werden, weil die Luft der Welt hier ihnen häufig Netze stellt, oft sicher, matt und träge. Sie straucheln, sie vergehen sich, fie fallen oft, verlassen dich und deine heilgen Wege. 4. Du, Herr, bist heilig und gerecht; dein Zorn trifft, die dich haffen. Ach solltest du den bösen Mel. An Wasserflüssen Babylon. 49. Getreuer Gott, wie Snecht nicht endlich auch ver. lassen? Doch nein! das kann dein Herz ja nicht, dein Herz, das aus Erbarmen bricht, wenn deine Kinder fehlen. Es hat Geduld, so lang es kann; es nimmt sich ihrer Schwachheit an und wacht für ihre Seelen. 6. König, sei gepriesen, daß du so verschonest und uns nach Verdienst nicht lohnest! Deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret und mit Ruhm den Scepter führet! Fahre fort, treuer Hort, Langmut auszuüben und die Welt zu lieben! 37 Vater, suchst du ihn durch Gnad' und Huld zurückzuziehn, durch Langmut zu bewegen. 2. Wem giebst du nicht zur Buße Raum, dem Fluche zu entgehen? Du läsfest selbst den argen Baum nicht ohne Pflege stehen. Du warteft sein, du fucheft Frucht, und wenn du gleich umsonst gesucht, hörst du nicht auf, zu schonen. Du pflegeft sein von Jahr zu Jahr, und hoffft, er werd nicht immerdar mit Undank dich belohnen. viel Geduld beweiseft du uns Armen! Wir häufen täglich unsre Schuld; du häufest dein Erbarmen! So manches Menschen Lebenslauf ist immerdar von Jugend auf verderbt und dir entgegen; und gleichwohl, 38 Allgemeine Lob- und Danklieder. 5. Drum rufft du ihnen in Gefahr, so oft fie irre gehen, reichst ihnen deine Rechte dar, von Sünden aufzustehen. Du lockest sie mit Vaterhuld, versprichst durch Chriftum, ihre Schuld aus Gnaden zu vergeben, giebst selber Glauben, Geist und Kraft, und nach vollbrachter Ritterschaft ein ewig Freudenleben. 6. Langmut, der nichts gleichen kann, gedenke stets der Sünder! Nimm mit Geduld dich ihrer an, wie deiner schwachen Kinder! Trag uns erbarmend fernerhin; doch gieb uns auch den ernsten Sinn, daß wir das Böse hassen und uns noch in der Gnadenzeit den Reichtum deiner Gütigkeit zum Himmel leiten lassen! Mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. 50. Geht hin, ihr gläubigen Gedanken, ins weite Feld der Ewigkeit! Erhebt euch über alle Schranken der alten und der neuen Zeit. Erwägt, daß Gott die Liebe sei, die ewig alt und ewig neu. 2. Wie wohl ist mir, wenn mein Gemüte hinauf zu dieser Quelle steigt, von welcher sich ein Strom der Güte zu mir durch alle Zeiten neigt, daß jeder Tag sein Zeugnis giebt: Gott hat mich je und je geliebt! d 3. Ich bin, o Herr, viel zu geringe der herzlichen Barmherzigkeit, womit, o Schöpfer aller Dinge, mich deine Liebe stets erfreut; ich bin, o Vater, selbst nicht mein; dein bin ich, Herr, und bleibe dein. 4. Im sichern Schatten deiner Flügel find' ich die ungestörte Ruh. Der feste Grund hat dieses Siegel: Wer dein ist, Herr, den fennest du. Laß Erd' und Himmel untergehn dies Wort der Wahrheit bleibet stehn. 5. Wenn in dem Kampfe schwerer Leiden der Seele Mut und Kraft gebricht, hebst du mein Haupt empor mit Freuden; es tröstet mich dein Angesicht. Da spür' ich deines Geistes Kraft, die in der Schwachheit alles schafft. 6. Die Hoffnung schauet in die Ferne durch alle Schatten dieser Zeit; der Glaube schwingt sich durch die Sterne und blickt ins Reich der Ewigkeit. Da zeigt mir deiner Liebe Hand mein Erbteil und gelobtes Land. 7. Wie sollt' ich dich nicht ewig lieben, der du mich unaufhörlich liebst? wie je mit Undant dich betrüben, der du mir Fried' und Freude giebst? Verließ' ich - Die Eigenschaften Gottes. dich, o Menschenfreund, so wär' ich selbst mein ärgster Feind. 8. Ach könnt' ich dich nur beſser ehren, welch edles Loblied stimmt' ich an! Es sollten Erd' und Himmel hören, was du, mein Gott, an mir gethan. Nichts ist so köstlich, nichts so schön, als, o mein Vater, dich erhöhn. 9. Doch nur Geduld! es kommt die Stunde, da mein durch dich erlöster Geist im höhern Chor mit frohem Munde dich, höchste Liebe, höher preist. Drum eilt mein Herz aus dieser Zeit und sehnt sich nach der Ewigkeit. 39 2. Dir, Gott, ist kein Geschöpf verborgen, nicht eins, vom Menschen bis aufs Tier. Du würdigst alle deiner Sorgen; sie danten Luft und Leben dir. Es mag auch klein und niedrig sein, dir, Gott, ist nichts zu groß, zu klein. 3. Mit frommem, freudigem Gemüte erheb' ich, Gott voll Gnade, dich. Wie herrlich ist nicht deine Güte! wie liebst du uns so väterlich! uns, die wir ohne Furcht und Graun im Schatten deiner Flügel traun. 4. Mit welchem reichen Überflusse erfüllst du diese Welt, dein Haus! Du teilft ihn allen zum Genusse so väterlich, so reichlich aus, und jedes Lebens Quelle fließt aus dir, der du das Leben bist. 5. O unerschaffner Geist, wir schauen in deinem Lichte nur das Licht. Entzeuch den Deinen, die dir trauen, dein gnadenvolles Antlig nicht! Gott, deine Huld sei über die, die dich verehren! Segne fie! Mel. Der du dein Wort mir haft. 51. So weit nur deine Sonnen glänzen, reicht deine 52. Wie groß ist des AllHuld, die uns erhält; reicht über unsers Himmels Grenzen, o Va ter, bis zur fernsten Welt. Gleich ewigen Gebirgen währt die Güte, die dein Volk verehrt. mächtgen Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt, der mit verhärtetem Gemüte den Dank erstickt, der ihr gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen, sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen; vergiß, mein Herz, auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmut mich geleitet? Er, dessen Rat ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? 40 Allgemeine Lob- und Danklieder. Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Ift's nicht sein Arm, der alles schafft? 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist, wo du, mit Herr. lichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du haft ein Mel. Nun lob, mein Seel, den. Recht zu diesen Freuden; durch 53. Gott, du bift die Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein. Liebe! Uns wohlzuthun, ist deine Luft. Drum preist mit frohem Triebe dich unsre dankerfüllte Brust. Ganz ohne Maß und Grenzen ist deine Gütigkeit. So weit die Himmel glänzen, übft du Barmherzigkeit. Du siehst mit Wohlgefallen auf das, was du gemacht und hast auch uns, uns allen, viel Gutes zugedacht. 2. Uns ewig zu beglücken, erschufst du uns und deine Welt, die hier schon zum Entzücken so viele Wunder in sich hält. Noch größrer Güte Proben hat für uns deine Hand im Himmel aufgehoben, der Wonne Vaterland. Dahin uns zu erheben, sandtst du den Sohn herab, der huldreich selbst sein Leben für uns Verlorne gab. 4. Und diesen Gott sollt' ich nicht ehren und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will' ist mir ins Herz geschrieben; sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über alles lieben und meinen Nächsten gleich als mich. 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille; ich soll vollkom. men sein wie er. So lang ich dies Gebot erfülle, stell' ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine Lieb' in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht, und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. O Gott, laß deine Güt' und Liebe mir immerdar vor Augen sein. Sie stärk' in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn; sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen; fie leite mich zur Zeit des Glücks, und sie besieg' in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. 3. Wie groß ist deine Gnade! Wer ist so reich an Huld als du? Auch auf dem Sündenpfade siehst du uns voller Lang. Die Eigenschaften Gottes. 41 mut zu. Du lockest uns zur Buße, und fallen wir gebeugt voll Reue dir zu Fuße, voll Reu, die Bessrung zeugt, so schenkest du uns Armen auch Trost an deiner Huld und tilgest aus Erbarmen die ganze Sündenschuld. Mel. Nun lob, mein Seel, den. 4. Mit jedem neuen Morgen iſt immer deine Güte neu; felbft 54. Mit fröhlichem Ge. unsermFlehn undSorgen kommst du zuvor mit Vatertreu. Du, Ursprung aller Gaben, du weißt, was uns gebricht, und was wir nötig haben, versagest du uns nicht. Wie sind doch unsre Tage von deinem Wohlthun voll! Selbst ihre Last und Plage lenkst du zu unserm Wohl. 5. Wer sollte dich nicht lieben? Du hast uns ja zuerst geliebt und bist stets treu geblieben, wie viel wir wider dich verübt. Mit Gnade uns zu segnen, ist ewig deine Luft; mit Dank dir zu begegnen, sei stets auch unsre Luft. Zu ehren dei nen Willen, uns selbst zum Glück und Heil ihn freudig zu erfüllen, sei unser bestes Teil. 6. Wer hier auf seinen Wegen dein Wort vor Augen hat und hält, den setest du zum Segen schon hier, noch mehr in jener Welt. Du schaffst ihm selbst aus Leiden den herrlichsten Gewinn und führeft ihn zu Freuden, die ewig währen, hin. Wie groß ist deine Güte! Mich ihrer stets zu freun, laß, Gott, auch mein Gemüte zu dir voll Liebe sein. müte dankt, die ihr Christo angehört, dankt Gott, daß seine Güte, sowie sein Leben, ewig währt! Nach so viel tausend Jahren, die durch sie alle reich an Heil und Segen waren, bleibt sie sich immer gleich. Nie hört fie auf zu sorgen und sorget immer treu; sie wird mit jedem Morgen an den Geschöpfen neu. 2. Sie reicht durch Erd' und Himmel, um, was da lebet, zu erfreun. Welch fröhliches Gewimmel in ihrem milden Sonnenschein! Vor ihren heitern Strahlen, wo sie hervorbricht, fliehn auch bange finstre Qualen, wie leichte Wolken, hin. Wer zählt die Millionen, die sie erwärmt und nährt? So weit nur Wesen wohnen, hat sich auch sie verklärt. 3. Süß ist das Licht der Sonne, das täglich jedes Aug' entzückt; weit süßer ist die Wonne, womit uns Gottes Güt' erquickt. 42 Allgemeine Lob- und Danklieder. Erfreulich ist das Leben und schauervoll der Tod; doch besser noch als Leben ist deine Güte, Gott! Wie ist sie uns so teuer! fie, fie verläßt uns nie. Was ist wohl milder, treuer und tröstender, als sie? 4. Zu ihrem Lob erwecke vor allen du dein Herz, o Christ! komm her und sich und schmecke, wie freundlich Gott, dein Vater, ist! Er schenkt den Sohn uns Sündern, erlöset uns durch ihn, erwählet uns zu Kindern, will selbst uns zu sich ziehn. Auf! da in Jesu Namen ihm unser Lob gefällt, lobsingt ihm! Amen, amen! Sein Lob füll' alle Welt. Mel. Lobet den Herren, denn er. 55. Preis und Anbetung Preis und Anbetung sei unserm Gotte, denn er ist sehr freundlich. Weit über Erd' und alle Himmel gehet seine Gnad' und Güte. Laßt uns mit Danken vor sein Antlig kommen und unferm Gotte mit Psalmen jauchzen. 2. Väterlich liebt er uns, seine Kinder. Singt zu seinem Preise; ein Loblied ihm sei unser ganzes Leben! Jhn, ihn laßt uns lieben, der vor der Welt Beginn uns schon geliebt hat! Wer wollte Gott nicht von Herzen lieben? di 3. Zwar fann der Mensch nicht ihn würdig preisen; doch mit Wohlgefallen vernimmt er hoch herab von seinem Himmel unser frohes Danklied und geußt der Freuden viel in unsre Seele, wenn wir ihm danken, dem Gnadenvollen. 4. Schon hier auf Erden quillt Freud' und Leben uns aus seiner Gnade. Doch größre Selig. feit ist dort bereitet denen, die ihn lieben, wenn sie dereinst erneut zu seinem Bilde, verklärt und heilig vom Tod erwacht sind. 5. Laßt unsers Gottes uns ewig freuen! Hallelujah! Amen! O welche Seligkeit ist's, sein sich freuen, hier und einst im Himmel ihm ganz sich heiligen und ganz ihm leben! denn ewig liebt er uns, seine Kinder. me Mel. Wie groß ist des Allmächtgen. 56. Gott ist die Liebe! Ihm zu singen, ist meine Freude, meine Pflicht. Ein Lied, das Dank und Ehrfurcht bringen, verschmäht der Gott der Liebe nicht. Lobt ihn, ihr Himmel! ihn, ihr Meere, und alles, was darin sich regt, und ewig sei es Gottes Ehre, was dankbar froh mein Herz bewegt! Die Eigenschaften Gottes. 2. Wie oft ist mir der Trost erschienen: Dich hab' ich je und je geliebt! Zum Besten muß das Kreuz mir dienen, das Demut stärkt, Vertrauen übt. Gott stäupt, wen er zum Kind' erwählet, und wen er liebt, den züchtigt er. Bin ich von diesem Trost beseelet, geh' ich in Gottes Kraft einher. 43 5. Weicht, Berge, weicht, und fallt, ihr Hügel; doch weicht des Höchsten Gnade nie. Sein fester Bund hat dieses Siegel: Er kennt die Seinen, liebet sie. Wer ist, der seine Huld ermesse? er zeichnet seiner Hand mich ein. Ob ihres Kinds ein Weib vergeffe, so denkt doch mein Er barmer mein. 6. Möcht' ich dich auch stets herzlich lieben, der segnend mich zuerst geliebt, im Wohlthun mich, dir ähnlich, üben, der tausendfache Güter giebt! Die Welt nicht, du nur giebst mir Frieden; du bist die Lieb' und ich bin dein. Das soll mein letztes Wort hienieden, mein erst Gefühl im Himmel sein. 3. Er liebt die reuevollen Sünder, vergißt der Schulden ewiglich. So wie ein Vater über Kinder, erbarmt er über alle sich. Er kennt, was wir für ein Gemächte; er weiß es, Mel. Was frag' ich nach der Welt. daß wir Asche sind und schenkt 57. Gott ift und bleibt dem sterblichen Geschlechte zum Heil sein eingebornes Kind.od 4. Und, Gott, wie wirst du dann beglücken, wenn bald der Tod mich dahin bringt, wo unaussprechliches Entzücken der Selgen ganzes Herz durchdringt! Die Freuden hat kein Ohr vernommen, kein Auge hat sie je gesehn, wozu nach kurzer Nacht die Frommen des Mittlers Leiden dort erhöhn. getreu! Er hört nicht auf zu lieben, pflegt er gleich oft und tief die Seinen zu betrüben. Er prüfet durch das Kreuz, wie rein der Glaube sei, wie standhaft die Geduld. Gott ist und bleibt getreu! 12. Gott ist und bleibt getreu! Er hilft ja selber tragen, was er uns auferlegt, die Laft der schweren Plagen. Er übt oft strenge Zucht und bleibet doch dabei ein Vater, der uns liebt. Gott ist und bleibt getreu! 3. Gott ist und bleibt getreu! Er weiß, was wir vermögen, und nie wird er zu viel uns Schwachen auferlegen. Er macht Allgemeine Lobsein gläubig Volk von Last und Banden frei und rettet aus der Not. Gott ist und bleibt getreu! 4. Gott ist und bleibt getreu! Er tröstet nach dem Weinen und läßt aus trüber Nacht die Freudensonne scheinen. Der schwer sten Trübsal Sturm geht auf sein Wort vorbei. Sei, Seele, nur getrost! Gott ist und bleibt getreu! 5. Gott ist und bleibt getreu! Er stillet dein Begehren; er will dein Glaubensgold in Trübsals. glut bewähren. So nimm den Kreuzeskelch von ihm ohn alle Scheu; der Lebensbecher folgt. Gott ist und bleibt getreu! 44 und Danklieder. Tome Mel. Gott des Himmels und der. Welt! Meinem Gott will ich vertrauen, der, was er gelobt, auch hält. Er, ein Feind der Heuchelei, ist wahrhaftig und getreu. 4. Will die Welt den Frieden brechen, hat sie lauter Krieg im Sinn, Gott hält immer sein Versprechen, jeder Zweifel flieht. dahin. Denn er bleibet immerdar, was er ist und was er war. 5. Mag sein Antlig sich verstellen, ist sein Herz doch treu gefinnt. Tobt, ihr Stürme! brauft, ihr Wellen! ich bin sein geliebtes Kind, dem er beide Hände reicht, wenn auch Grund und Boden weicht. 6. Er will Frieden mit mir halten, wenn sich auch die Welt empört. Ihre Liebe mag erkal58. Weicht, ihr Berge! ten, bleib' ich meinem Gott nur wert. Ob die Sonne sich verhüllt, bleibt er mir doch Sonn' und Schild. fallt, ihr Hügel! Berg' und Felsen, stürzet ein! Gottes Treue hat dies Siegel: Sie will unverändert sein. Laß die Welt zu Trümmern gehn Gottes Gnade muß bestehn. 7. Gott allein will ich vertrauen, will auf diesem Felsen ruhn, will mein Glück auf ihn nur bauen; was er sagt, das wird er thun. Erd' und Himmel mag vergehn Herr, dein 2. Gnade hat er mir versprochen; das ist Gottes Bund mit mir. Dieser Bund wird nie gebrochen; seine Treue bürgt dafür. Er, die Wahrheit, trüget nicht; er erfüllt, was er verspricht. Bund bleibt ewig ftehn! Mel. Wer nur den lieben Gott. 3. Nicht auf Menſchen will 59. Der Herr hat nie ſein ich bauen, wie betrüglich ist die Wort gebrochen. noch seinen Die Eigenschaften Gottes. 45 Lüg' und Falschheit feind! laß stets die Redlichkeit dich führen, die es mit jedem treulich meint! Denn der allein ist Gottes Kind, dem Treu' und Wahrheit heilig sind. Gnadenbund verlegt. Was der Wahrhaftige versprochen, das wird auch stets ins Werk gesetzt. Er haffet Lüge, Trug und List, die eine Frucht der Hölle ist. 2. Gott ist kein Mensch, daß ihn gereue, was er uns zugefaget hat. Mit unveränderlicher Mel. Es ist genug, so nimm. Treue vollführt er ſeinen Gna- 60. Gott ist getreu! Sein denrat. Scheint die Erfüllung gleich noch weit, sie kommt gewiß zur rechten Zeit. 3. Doch wie er denen, die ihn lieben, was er verheißen, nie versagt, so wird auch, wenn wir böses üben, sein Drohwort ganz gewiß vollbracht. Wer sein Gesetz beharrlich haßt, den trifft der Strafe schwerste Last. Herz, sein Vaterherz verläßt die Seinen nie. Gott ist getreu! Im Wohlsein und im Schmerz erfreut und trägt er sie. Weicht, Berge, weicht! fallt hin, ihr Hügel! Mein Glaube hat dies feste Siegel: Gott ist getreu. 4. Drum scheue dich mit from mem Herzen vor dem, was Gott den Sündern dräut. Es ist, o Seele, nicht zu scherzen mit seiner Strafgerechtigkeit. Fleuch, was er zu bestrafen droht; sonst sinkest du in Not und Tod. 2. Gott ist getreu! Er thut, was er verheißt; er sendet mir sein Licht. Wenn dieses mir den Weg zum Leben weist, so gleit' und irr' ich nicht. Gott ist kein Mensch, er kann nicht lügen; sein Wort der Wahrheit fann nicht trügen. Gott ist getreut. 5. Doch halt dich auch mit feſtem Glauben an der VerheiBung Gnadenwort. Nichts laß dir deine Hoffnung rauben; ver zeucht Gott, harre standhaft fort. So wirst du sehn, daß Treu, ihr Wort zu halten, mächtig ſei. 3. Gott ist getreu! Er han. delt väterlich bei allem, was er thut. Sein Liebesschlag erweckt und bessert mich; er straft, doch meint er's gut. Das Kreuz wird mir zur Himmelsleiter; der Kampf macht mich zum guten Streiter. Gott ist getreu. 6. Laß, Mensch, dein Herz die Wahrheit rühren, sei aller 4. Gott ist getreu! Mein Vater, des ich bin, sorgt für mein Seelenwohl; er will, daß 46 Allgemeine Lob- und Danklieder. ich zu meines Heils Gewinn in Jesu leben soll, vergiebt mir gnädig meine Sünden und läßt mich Ruh in Chrifto finden. Gott ist getreut. 5. Gott ist getreu! Mein Herz, was fehlt dir noch, dich stets im Herrn zu freun? Gott ift getreu; sei unverzagt! mag doch die Welt voll Falschheit sein. Der falschen Brüder Neid und Tücke wirkt mit zu Josephs Ehr und Glücke. Gott ist getreu. 6. Gott ist getreu! Vergiß es, Seele, nicht, wie zärtlich treu er iſt. Ihm treu zu sein, sei deine frohe Pflicht, so lang du denkst und bist. Halt feſt an Gott, sei fest im Glauben, laß nichts den starken Trost dir rauben: Gott ist getreu! erliegen, da er gnädig dein ge denkt. Er, der deine Thränen zählt, hat gewiß die Zeit er wählt, da er deine Klagen stillet und dein Herz mit Trost erfüllet. 3. Heben will er dich und tragen, wenn du schwach und hülflos bist. Auch des grauen Alters Klagen hört er, der uns nie vergißt. Die Verheißung steht noch fest, daß er Fromme nie verläßt, nie versäumt, auf die zu schauen, die sich findlich ihm vertrauen. 4. Nun so ruh' in seinen Händen, Seele, die du klagst und wankst! Er wird deine Leiden wenden, daß du ihm noch freudig dankst. Seiner Gnaden Bund allein müsse deine Stärke sein! Halte nur mit festem Mute dich zu Gott, dem höchsten Gute. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 5. Laß mich diese Gnad' er61. Treit ist Gott! das reichen, Herr Gott, meine Zuversicht! Wollen die Verzagten weichen, weicht von dir mein Glaube nicht. Gott der Treue, ich bin dein; du wirst mein Erretter sein, wirst mir, wenn mich Leiden kränken, deines Geistes Beistand schenken. nehmt zu Herzen, Menschen, die ihr jammernd flagt! Hört in allen euren Schmerzen, was sein heiligs Wort euch sagt! Er, der seine Hand euch reicht, macht der Trübfsal Last euch leicht und den Ausgang bittrer Leiden euch zum Anfang ewger Freuden. laim of Mel. Jesus lebt, mit ihm auch. 2. Laß dir an der Gnade gnügen, die dir Gott, dein Bater, 62. ich füüble Dank und schenkt. Nimmermehr wirst du Preis; stille Freudenthränen rin. Die Eigenschaften Gottes. nen. Wahrlich, Gott, dein Lie ben weiß alle Herzen zu gewinnen. Könnten wir nicht fummerfrei täglich sehn: Du bist getreu? 2. Alle Wege, die du gehst, alle Werke, die du schaffest, wenn du beugest und erhöhst, wenn du segneft oder strafest, alles predigt täglich neu deinen Ruhm: Du bist getreu! 3. Jch, der Menschenkinder eins, oft beschämt von meinen Schwächen, weiß vom Anfang meines Seins all die Huld nicht auszusprechen, der ich mich bis heute freu; ich bezeug's: Du bift getreu! 4. Deine Weisheit fehrte mir tausendfache Not zum Besten. 63. Wir glauben all an einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, der sich zum Vater geben hat, daß wir seine Kinder werden. Er will uns allzeit ernähren, Leib und Seel' auch wohl bewahren; allem Unfall will er wehren; kein Leid soll uns widerfahren; er forget für uns, hüt't und wacht.:,: Es steht alles in seiner Macht. 47 Ach wie oft schon halfft du mir, sprachst ein Wort, mein Herz zu trösten! War ein Leiden kaum vorbei, sah ich's schon: Du bist getreu! 3. Gott, Vater, Sohn 5. Ja, du bliebst gerecht und fromm selbst auf meinen Sündenwegen, riefst mir immer zärtlich: Komm!" trugft Vergebung mir entgegen. Dank dir, daß du meine Reu nicht verschmähſt! Du bist getreu! 6. Laß mich nicht von deiner Hand! mache dich mir immer lieber! Hilf mir aus dem Thränenstand in das Vaterland hinüber! Dann rühm' ich, vom Elend frei, ewiglich: Du bist getreu! und heiliger Geist. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist, Gott von gleicher Macht und Ehren; von Maria, der Jung. frauen, ist ein wahrer Mensch geboren durch den heilgen Geift im Glauben; für uns, die wir war'n verloren, am Kreuz storben und vom Tod:,: wieder auferstanden durch Gott. 48 Allgemeine Lob- und Danklieder. 3. Wir glauben auch an den heilgen Geist, Gott mit Vater und dem Sohne, der aller Blöden Tröster heißt, uns mit Gaben zieret schöne. Die ganze Christenheit auf Erden hält in einem Sinn gar eben. Hier all Sünd vergeben werden; das Fleisch soll uns wieder leben; nach diesem Elend ist bereit:,: uns ein Leben in Ewigkeit. 4. O heilger Geist, du Geist von Gott, erleuchte, beffre, tröfte, die Jesus Christ durch seinen Tod zum Dienst des Herrn erlöste! Auf deinen Beistand hoffen wir; verlaß uns nicht, so sind wir hier und auch einst ewig selig. Mel. Kyrie, Gott Vater, in Ewigkeit. 65. Herr und Gott, o Vater in Ewigkeit! groß ist Barmherzigkeit, aller Dinge Schöpfer und Regierer. Erbarm dich, Herr! 2. Christe, aller Welt Trost! uns Sünder allein du haft erlöst! O Jesu, Gottes Sohn, unser Mittler bist du vor Gottes Thron. Zu dir flehen wir aus Herzensbegier: Erbarm dich, Herr! 3. Herr und Gott, o heiliger Geist, tröst, stärk uns im Glauben allermeist, daß wir am letzten End fröhlich abscheiden aus diesem Elend. Erbarm dich, Herr! 64. Allein Gott in der llein Gott in der deine Höh sei Ehr, und Dank sei seiner Gnade. Er forget, daß uns nimmermehr Gefahr und Unfall schade. Uns wohlzuthun ist er bereit; sein Rat ist unsre Seligkeit. Erhebet ihn mit Freuden! Himmelsthron zur Rettung der Verlornen. Du Mittler zwischen uns und Gott, hilf uns im Leben und im Tod! Erbarm dich unser aller! 2. Ja, Vater, wir erheben dich mit freudigem Gemüte. Du herrscheft unveränderlich mit Weisheit und mit Güte. Unendlich groß ist deine Macht, und stets geschieht, was du bedacht. Wohl uns, daß du regiereft! 3. O Jesu Christ, des Höchften Sohn! dich, seinen Eingebornen, dich fandte Gott vom 66. Bater, o allmächt. ger Gott, zu dir rufen wir in der Not. Durch deine große Barm. herzigkeit erbarm dich über uns! 2. Christe, wollst uns erhören! Für uns bist du Mensch geboren Gott, Vater, Sohn und heiliger Geift. und gestorben. Erbarm dich über uns! 3. O heilger Geift! wollft uns geben, dich allzeit herzlich zu lieben und nach deinem Willen zu leben! Erbarm dich über uns! 49 3. Geift des Herrn, o steh uns bei und laß uns nicht verderben! Mach uns aller Sünden frei und hilf uns selig sterben! Durch des Glaubens Licht und Kraft laß ganz auf dich uns trauen, auf deine Hülfe Mel. Gott der Vater wohn uns. 67. Vater, Bater, fteh bauen, bis wir dein Antlit schauen. In der Zeit der Pilgerschaft laß alle deine Christen entfliehn des Satans Listen, mit Waffen Gotts sich rüsten, überwinden durch die Kraft, die du, Herr, giebst. Hallelujah! die Kraft, die du, Herr, giebst. Hallelujah! 2. Jesus Chriftus, fteh uns bei und laß uns nicht verder= ben! mach uns aller Sünden frei und hilf uns selig sterben! Durch des Glaubens Licht und Kraft laß ganz auf dich uns trauen, auf deine Hülfe bauen, bis wir dein Antlig schauen. In der Zeit der Pilgerschaft laß alle deine Christen entfliehn des Satans Listen, mit Waffen Gotts sich rüsten, überwinden durch uns bei und laß uns nicht verderben! mach uns aller Sünden frei und hilf uns selig sterben! Durch des Glaubens Licht und Kraft laß ganz auf dich uns trauen, auf deine Hülfe bauen, bis wir dein Antlitz schauen. In der Zeit der Pilgerschaft laß Mel. Nun danket alle Gott. alle deine Chriſten entfliehn des 68. Gelobet sei der Herr, Satans Listen, mit Waffen Gotts sich rüsten, überwinden durch die Kraft, die du, Herr, giebst. Hallelujah! mein Gott, mein Licht, mein Leben; mein Schöpfer, der allein mir Seel' und Leib gegeben; mein Vater, der mich schützt von Kindesbeinen an, der jeden Augenblick viel Gutes mir gethan! 2. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben; des Vaters liebster Sohn, der sich für mich gegeben, der mich erlöset hat mit seinem teuren Blut, der mir im Glauben schenkt sich selbst, das höchfte Gut! 3. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben; des Vaters heilger Geist, den 3 Allgemeine Lobmir der Sohn gegeben, der mir mein Herz erquickt, mich stärkt mit neuer Kraft, der mir in aller Not Rat, Troft und Hilfe schafft! 50 und Danklieder. Geifte fern, mit Kraft ihn auszurüsten! Du machst uns gläubig, weis' und rein, hilfft uns getroft und siegreich sein im Streit mit unsern Lüften. Leit uns, stärk uns in der Freude wie im Leide, Gott ergeben und der Tugend treu zu leben. 4. Dem wir, mit Dank erfüllt, Gebet und Opfer bringen, und mit der Engelschar das Heilig, Heilig! singen, den lob' und preise stets die ganze Chriften. heit; gelobt ſei unſer Gott in 70. Mein Schöpfer, fteh alle Ewigkeit! 2. Lobsinget Gott! Dank, Preis und Ruhm sei von uns. deinem Eigentum, Herr Jesu, dir gesungen. Du, Mittler zwischen uns und Gott, haft durch Gehorsam bis zum Tod das Leben uns errungen. Heilig, ſelig ist die Freundschaft und Gemeinschaft aller Frommen, die durch dich zum Vater kommen. 3. Lobsinget Gott! Du Geist des Herrn, sei nie von unserm mir bei, sei meines Lebens Licht! Dein Auge leite mich, bis mir mein Auge bricht. Hier leg' ich 69. Lobfinget Gott! Dank, Herz und Glieder vor dir zum Mel. Wie schön leucht't uns der M. Preis und Ehr sei unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke! Von Ewigkeit zu Ewigfeit lebt er und herrschet weit und breit mit Weisheit, Güt' und Stärke. Singet, bringet frohe Lieder! Fallet nieder! Gott ist herrlich, unaussprechlich groß und selig. Opfer nieder und widme bis zum Grabe dir, was ich bin und habe. Du willst, daß ich der Deine sei; mein Schöpfer, fteh mir bei! 2. Mein Heiland! reinge mich durch dein so teures Blut; durch deines Friedens Wort verleih dem Schwachen Mut! Hilf der verirrten Seele, daß sie zum Licht dich wähle, bei dir von Wahn und Sünde die wahre Freiheit finde! Ich bin verloren ohne dich; mein Heiland, reinge mich! 3. Mein Tröster, gieb mir Kraft, wenn sich Versuchung zeigt. Regiere meinen Geist, wenn er zur Welt sich neigt. Lehr mich den Sohn erkennen und meinen Herrn ihn nennen, sein Gnadenwort verstehen, auf Gott, Vater, Sohn und heiliger Geist. seinen Wegen gehen. Du bist's, Mel. Wir glauben all an einen. der alles Gute schafft; mein 72. Wir glauben all an Tröster, gieb mir Kraft! 4. Gott, Vater, Sohn und Geift, dir bin ich, was ich bin. einen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden. Er, aller Vater, Ach drücke selbst dein Bild recht unser Gott, hieß uns seine Kinder tief in meinen Sinn. Erwähle mein Gemüte zum Tempel deiner Güte. Verkläre an mir Armen dein gnadenreich Erbarmen. Hilf mir, daß du mein Alles seist, Gott, Vater, Sohn und Geift! werden. Er will uns auch stets ernähren, jedes wahre Gut gewähren. Er erwog schon, eh wir waren, unsre Rettung in Gefahren. Er ist's, der für uns sorgt und wacht,:,: und alles steht in seiner Macht. Mel. Nun jauchz dem Höchsten. 2. Wir glauben auch an Je fum Chrift, Gottes Sohn, den 71. Preis ihm! Er schuf Eingebornen, den Herrn, der da und er erhält die ganze leben volle Welt. Du sprachst wurden, Herr, auch wir! Wir leben und wir sterben dir! Mensch geworden ist, den Erretter der Verlornen. Er, er achtete sein Leben nicht zu teur, für uns zu geben. Er erstand. herrscht hoch erhöhet in dem Reich, das nie vergehet. Er läßt uns auch im Grabe nicht,:,: und kommt dereinst zum Weltgericht. 2. Preis ihm! Er liebt von Ewigkeit. Er wird ein Mensch, ftirbt in der Zeit. Erlöst, erlöst haft du uns dir! Dir leben und dir sterben wir! 51 3. Preis ihm! Er führt des Himmels Bahn, führt uns den schmalen Weg hinan. Geheiliget hast du uns dir! Dir leben und dir sterben wir! 4. Sing, Psalter! Freudenthränen, fließt! Ja, heilig, hei lig, heilig ist Gott, unser Gott! Jehovah, dir, dir leben und dir sterben wir! 3. Wir glauben an den heilgen Geist, unsern göttlichen Regierer, den Jesus Christus uns verheißt, uns zum Beistand und zum Führer, der in Trübsal seine Christen eilt mit Mut und Kraft zu rüsten, der uns lehrt Vergebung finden und der Tugend Wert empfinden. Er flößet uns im Todesschmerz:,: des ewgen Lebens Trost ins Herz. 3* 52 Allgemeine LobMel. Valet will ich dir geben. von mir nahm, mein Licht, mein Ich glaube, daß mit Seelenleben, mein Führer him. melan, der sich für mich gegeben und aufwärts zog die Bahn. 73. Liebe ein Gott mich schuf und hält. Ob nichts auf Erden bliebe, mein Heil ist feft gestellt; und wenn ich ihn nur habe, wird Segen Freud' und Not, und seines Himmels Gabe mir einst, ein selger Tod. 2. Ich glaube, daß von oben ein Heiland freundlich kam, der, über Sünd' erhoben, die Sünde und Danklieder. Zweite Abteilung. Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. Mel. Wer nur den lieben Gott. 74. Gott des Himmels und der Erden, der du allgegen. wärtig bist, von niemand kannst begriffen werden, da niemand dir verborgen ist, ach ziehe meinen Sinn zu dir und offenbare dich in mir! 3. Ich glaube, daß mit Klarheit ein Stern durch Nächte weist, daß an dem Quell der Wahrheit mich stärkt der heilge Geist, der stets mich aus der Höhe mit Himmelskraft umschwebt, und wenn ich schlafen gehe, gen Himmel mich erhebt. 1. Die Schöpfung. a. Himmel und Erde. 2. Wohin ich Herz und Augen lenke, da find' ich deiner Gottheit Spur. Wenn ich voll Andacht überdenke die wunderreiche Kreatur, so ruft mir alles, alles zu: Wie groß ist Gott! wie klein biſt du! 3. Es zeugen alle Elemente, wie weis' und gut der Schöpfer sei. O wenn das Stumme reden könnte, ihr Ruf ertönte täglich neu: Schaut, Menschen, schaut des Höchsten Pracht! denn euch zu gut sind wir gemacht. 4. Herr Gott, wie groß ist deine Liebe! die Erd' ist deiner Die Schöpfung. Güter voll. O gieb mir deines Geistes Triebe, daß ich dich preise, wie ich soll. Nimm, was ich kann und hab' und bin, zu deinem Dienst auf ewig hin. 5. Mein Leben ist nur eine Reise; kaum leb' ich recht, so kommt der Tod. Drum mache du mich fromm und weise, verforge mich mit Himmelsbrot, und wenn ich ende meinen Lauf, nimm mich in deine Ruhe auf. 75. Die Himmel rühmen seiner Gnade teil! Himmel und Erde. Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun. 5. Sein ist die Kraft, sein ist Himmel und Erde; mit seiner Rechten schüßt er dich. Der alles schuf durch sein mächtiges Werde, Gott bleibt dein Vater ewiglich. 6. Er ist dein Schöpfer, ift Weisheit und Güte, dein Schirm und Schild, dein Hort und Heil. O lieb und ehr ihn von gan. zem Gemüte und nimm an des Ewigen Ehre; ihr Schall pflanzt seinen Namen fort. Ihn rühmt der Erdkreis, ihn preisen 76. M. die Meere; vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort! 2. Wer trägt der Himmel unzählbare Sterne? Wer führt die Sonn' aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet und lacht uns von ferne, und läuft den Weg gleich als ein Held. 3. Vernimm's und siehe die Wunder der Werke, die die Natur dir aufgestellt! Verkündigt Weisheit und Ordnung und Stärke dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du der Wesen unzählbare Heere, den kleinsten Staub fühllos beschaun? Durch wen ist alles? O gieb ihm die 53 Mel. Es ist das Heil uns kommen. Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für alle wacht, anbetend überlege, so weiß ich, von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preift dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn' an ihm erhöht? wer kleidet sie mit Majestät? wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? wer heißt die Himmel règnen? wer schließt den Schoß 54 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. der Erde auf, mit Vorrat uns zu fegnen? O Gott der Macht und Herrlichkeit! Gott, deine Güte reicht so weit, als nur die Wolken gehen. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch, der geringste Wurm, bringt mei nem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet, der Mensch, ein Geist, den sein Verstand dich zu erkennen leitet, der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt' und Größe. Mel. Wachet auf, ruft uns die. 6. Erheb ihn ewig, o mein 78. Unser Gott ist groß Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sei gepreist, und alle Welt sag' Amen! Und alle Welt fürcht' ihren Herrn und hoff' auf ihn und dien' ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? und mächtig, sehr herrlich, schön geschmückt und prächtig, Kraft, Weisheit und Vollkommenheit. O ihr, seiner Allmacht Heere, rühmt mit den Himmeln Gottes Ehre, verkündigt seine Herrlichkeit. Sein Kleid ist reines Licht! Er hält im Gleichgewicht alle Welten. Der Wesen Heer, das weite Meer, den Engel und den Wurm schafft er. 2. Er, der auf den Winden schwebet, er schaut die Erde an Mel. Ich dank dir, lieber Herre. 77. Dich soll mein Lied erheben, dich, Schöpfer der Natur, und frommen Dank dir geben auf jeder stillen Flur. Dir dank' ich jede Freude, dir dank' ich jeden Schmerz, doch mehr als diese beide ein weichgeschaffnes Herz. 2. Ich höre dich im Sturme; ich seh dich auf der Au, im Walfisch und im Wurme, im Regen und im Tau. Es lispelt mir die Quelle, die durch die Wiesen fließt, von dir in jeder Welle, daß du ihr Schöpfer bist. 3. Wenn die erhitzten Lüfte der Abendwind erfrischt und sanfter Blüten Düfte still in einander mischt; wenn dir die Wälderschallen, so hör' ich deinen Ruf und preise dich mit Lallen, der so viel Schönes schuf.id Die Schöpfung. fie bebet; er rührt den Berg und er raucht; speiſt den - Himmel und Erde. entzückt ihn sehn und ewig seinen Ruhm erhöhn. an Vogel, nährt die Herde, verMel. Wie groß ist des Allmächtgen. neuert die Geſtalt der Erde, 79. Ich schau empor zu erfreut, was in ihr lebt und haucht. Mit milder Freundlichkeit giebt er zu seiner Zeit allen Speise, liebt und erhält die schöne Welt und tränkt die Tiere auf dem Feld. Gottes Himmel, zum Heer der Welten über mir. Entrückt dem irdischen Getümmel, hebt sich mein Geist, o Herr, zu dir, finkt tief anbetend vor dir nie. der und fühlt den heiligen Be ruf, zu preisen dich durch hohe Lieder, der ihn und diese Him. mel schuf. 55 3. Der vergänglich Gras bekleidet, die Fische nährt, die Lämmer weidet, Gott sorgt als Vater auch für mich. Für das Glück von fernen Tagen follt' ich, wie Heiden, traurig zagen? Nein, meine Seele, tröste dich! trau deinem Gott, auf ihn wirf alle Sorgen hin! Gott wird sorgen, der mich ernährt, mein Flehn erhört, als Vater, was mir nüßt, gewährt. 4. Dank und Ehre Gott zu bringen, mein Lebenlang dem Herrn zu fingen, soll meine höchste Freude sein. Laut soll ihm mein Lob erschallen; mein Opfer wird ihm wohlgefallen; gerührt will ich mich seiner freun. Sein Lob ist Seligkeit! Zu Himmelsglück erneut, werd' ich droben bei Engeln stehn, 2. Dir, Schöpfer, Preis, der jene Sterne aus seinen Händen warf wie Saat und dort in unermeßner Ferne für alle zeichnete den Pfad! Sie wandeln ihn in höhern Kreisen so friedlich hin wie Freund an Freund, ein großes Chor, das, dich zu preisen, in seinem Fluge sich vereint. 3. Wer nennt, wer nennt die Wesen alle, aus deren Mund das Loblied steigt, das mit der Welten Jubelhalle bis zu des Seraphs Psalmen fleugt? O Preis dir, der auch mich zum Leben, den Geist zum Sternenflug erhob! Nicht mehr von Erdenstaub umgeben, sing' ich einst würdiger dein Lob. Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. b. Das höhere Geisterreich und der Mensch. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Mel. Dir dank ich für mein Leben. 80. Herr, du haft in dei. 81. Wer zählt der Engel nem Reich große Scharen heilger Engel. Diesen bin ich noch nicht gleich; denn mein Herz ist voller Mängel. Ach wann werd' ich auch so rein wie die felgen Engel sein? Heere, die du zu deiner Ehre, o Herr der Welten, schufft? Sie freun fich, deinen Willen gehorsam zu erfüllen, wie Flammen schnell, wenn du sie rufft. 2. Sie eilen, in Gefahren den Frommen zu bewahren in seiner Pilgerzeit; fie freun an deinem Throne sich einst auch seiner Krone, wie ihrer eignen Seligkeit. 56 2. Mich beschwert noch Fleisch und Blut; hilf mir, daß ich geistlich werde! Gieb mir einen Engelmut, der sich löse von der Erde, daß ich, als dein liebes Kind, allzeit himmlisch sei gesinnt! 3. Unsre Welt ist voll Gefahr, voll Versuchung unser Leben. Sende deiner Engel Schar, daß sie schüßend uns umgeben! Schlummern wir ermüdet ein, laß sie unsre Wächter sein! 4. Führe einst mich sanft und froh in das ewge Himmelserbe. Sende mir, wie Lazaro, deinen Engel, wenn ich sterbe, daß er meinen Geist zur Ruh trage deinem Himmel zu. 5. Herr, dein Wille soll geschehn, wie im Himmel, so auf Erden. Deinen Ruhm hier zu erhöhn, Zeugen deiner Macht zu werden, ganz uns deinem Dienst zu weihn, das soll unfre Freude sein. 3. Bekehren sich die Sünder, und werden deine Kinder, die dir dein Sohn gewinnt, dann jauchzen ihre Lieder, daß ihre neuen Brüder dem Fluch der Sünd' entrissen sind. 4. Siejauchzen deinem Sohne, daß du sie ihm zum Lohne für seine Leiden giebst, daß du sie trägft und leiteft, zum Himmel vorbereitest und zärtlich, wie ein Vater, liebst. 5. In solcher Geister Chören dich ewig zu verehren, welch eine Seligkeit! Wer wird sie einst empfinden? Der, der, entwöhnt von Sünden, sich, ihnen gleich zu werden, freut. 6. Wenn du zu ihren Liedern, zu meinen höhern Brüdern, vor Die Schöpfung. Das höhere Geifterreich. deinen Thron mich rufft, will ich empor mich schwingen und Dank und Preis dir singen, daß du für mich auch Engel schufft. Mel. Womit soll ich dich wohl. 82. Nicht nur treue Menschenseelen, Vater, sind dein Heiligtum; alle Himmel, Herr, erzählen deiner Lieb' und Weisheit Ruhm. Höher, selger tönen Psalmen bei des ewgen Friedens Palmen, in verklärter Geister Schar dir, der sein wird, ist und war. 7. Sie, über mich erhoben, Mel. Der du dein Wort mir hast. fie lehren, dich zu loben, mich 83. Es werde Gott von ihren höhern Dank. In deinem Heiligtume wird dann zu deinem Ruhme der ganze Himmel ein Gesang. 2. Weiser, näher dir, verstehen sie die Wunder deiner Macht, schauen, was wir nicht erspähen; ihren Tag hüllt keine Nacht. Reiner, als des Staubes Kinder, lieben dort die Überwinder, leben treuer dem Beruf, dem sie deine Huld erschuf. 57 3. Pilger sind wir, Gäste, wallen zu der Heimat hier empor. Vater, hör auch unser Lallen fern von deiner Himmel Chor! Mach uns freier stets von Mängeln! laß uns, daß wir einst den Engeln Brüder werden, hier schon dein, deiner Menschen Brüder sein! dir erhoben, du, seines Odems Hauch, mein Geist! Sollt' ich nicht meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preift? ihn, der mich schuf, sein Bild zu sein und seiner Liebe mich zu freun? 2. Schön ist der sonnenreiche Himmel, den er zu seinem Stuhle wählt; doch ist der sonnenreiche Himmel gedankenlos und unbefeelt; nur mir gab seine Vaterhand Gefühl, Bewußtsein und Verstand. 3. Anmutig, prächtig zum Entzücken ist um mich her die Körperwelt. Wer zählt die Reize, die sie schmücken, die Wunder, die sie in sich hält? Und dennoch kann sie nicht, wie schön, wie wundervoll sie sei, verstehn. 4. Für Engel nur und nur für Seelen, die Gott zu ihrer Würd' erhob, sind seine Werke groß, erzählen nur Geistern meines Schöpfers Lob. O Seele, jauchze, daß sein Ruf auch dich zu einem Geiste schuf! 3** 58 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 5. Begabt mit wundervollen Sinnen, mit Freiheit, mit Vernunft von dir, sollt' ich nur dich, Gott, lieb gewinnen, dich nur, und nichts gebräche mir. Ach möchte meine Seele dein mit allen ihren Kräften sein! 6. Gott, meine Luft sei, dich zu kennen, dich, Urquell der Vollkommenheit; von deiner Liebe ganz zu brennen, mein Ruhm und meine Seligkeit! Nimm hin mein Herz! Was fehlt mir dann, wenn dein das Herz sich freuen kann? 7. Es werde Gott von dir erhoben, du, seines Odems Hauch, mein Geist! Auch ich will mei nen Vater loben, den jedes feiner Werke preist, ihn, der mich schuf, sein Bild zu sein und feiner Liebe mich zu freun. 4. Dein Pilgrim bin ich ja nur hier; laß mich dies nie vergessen. Nur wenig Tage haft du mir zur Wallfahrt zuge messen. Schnell, wie ein Traum, sind sie vollbracht, und dann wird dieser Erde Pracht auf ewig mir vergeben. 5. Drum laß des Himmels Herrlichkeit mich stets vor Augen haben; laß mich in meiner PrüMel. Es ist gewißlich an der Zeit. 84. Wie wichtig ist doch fungszeit mich um die beſſern mein Beruf, den mir der Herr gegeben! Gott, als mich deine Liebe schuf, da schuf sie mich zum Leben. Zum Leben, welches ewig währt, das weder Leid noch Angst beschwert, willst du uns hier erziehen. Gaben, die mir im Tode nicht entfliehn, am ersten und mit Ernst bemühn, damit ich nicht einst darbe. Hand das Glück uns aufgehoben, das nie ein traurig Ende nimmt; hier sind wir nur von dir bestimmt, uns dazu anzuschicken. 3. O laß mir doch dies große Ziel durch nichts verrücket werden! Was hilft's, wenn ich auch noch so viel von Gütern dieser Erden, von Ehre, Geld und Lust gewinn, wenn ich dabei nicht tüchtig bin, dein Himmelreich zu erben? 2. Nicht hier ist unser Vaterland, allein bei dir, Gott, droben. Da ist der Ort, wo deine 6. Ein Herz, das dich, o Vater, liebt und deines Sohns sich freuet, das durch den Glauben Tugend übt und sich vor Sünden scheuet, ein solches Herz, das wird allein sich ewig deiner Die Schöpfung. Der Mensch. Güte freun und einst dein Antlig schauen. 7. Und solch ein Herz, das wollst du mir, Gott, aus Er barmen geben, damit ich möge auch schon hier nach den Gefeßen leben, die selbst im Him mel gültig sind, bis ich, als dein bewährtes Kind, zu deiner Freud' eingehe. 59 tes Ziel auf ungewissem Pfade? O Gott, ich beuge mich vor dir! Hier bin ich; es geschehe mir nach deiner weisen Gnade! 5. Der Mensch, der aufge blasne Thor, schreibt seinem Schöpfer Weisheit vor, murrt immer, flagt und weinet. Gott liebt ihn mehr, als er sich liebt da seine Huld nicht alles giebt, was jedem nüßlich scheinet. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 6. Er wird auch mein Ver85. Ich fühle, daß ich sterb. forger ſein, und nicht ein irdiſch lich bin; mein Leben welft wie Gras dahin, hinfällig gleich dem Laube. Wer weiß, wie unerwartet bald des Höchsten Wort an mich erschallt: Komm wieder, Staub, zum Staube! Glück allein will mir mein Va ter geben. Dies Leben ist ein Augenblick, ein Frühlingstraum das längste Glück; ich soll un sterblich leben. 2. Wenn mich das finstre Grab verschlingt, ein tiefes Schweigen mich umringt, mich die Verwesung naget, alsdann bleibt alles doch zurück, und hätte gleich ein günstig Glück mir keinen Wunsch verfaget. 7. Gedanke der Unsterblichkeit, der über Erde, Welt und Zeit ein edles Herz erbebet! errege dich in meiner Brust, wenn manche Lockung falscher Lust mich zu verführen strebet! 3. O Thorheit, wenn ich mich verkannt, und nach der Erde Lieblingstand, nach großem Gut gegeizet; wenn mich der Ehre schimmernd Kleid und aller Prunk der Eitelkeit zu niederm Neid gereizet! 4. Verlangt mein leiser Wunsch zu viel? Verfolg' ich ein zu wei8. Verderblich im Genusse sind des Lasters Freuden, die geschwind und stets bereuet fliehen. Ich bin ein Pilgrim in der Zeit; nur Freuden einer Ewigkeit verdienen mein Bemühen. 9. Drum lent, o Ewiger, mein Herz schon hier auf Erden him, melwärts, entreiß es niedern Lüften! Mach andre reich; mich mache du nur weise, nur 60 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. Frommen, die vor ihm hier wandeln, sind die den frechen Spöttern gleich? O komm nur, Tod! ich sterbe drauf: Gott Mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. 86. Ich lebe nicht für dieſe weckt mich zur Vergeltung auf. Erde, für diese niedre Welt allein. Der Tag, an dem ich fterben werde, wird erst des Lebens Anfang sein. Ich bin zu groß für diese Zeit; mein Los ist die Unsterblichkeit. 6. O Troft! ich kenne Jesu Lehre und das, was er für mich gethan. Was ich aus seinem Munde höre, ift Wahrheit, die nicht trügen kann. Ich bin des Heilands Eigentum, erlöft durch ihn zu seinem Ruhm. voll Seelenruh, nur, Gott, zum wahren Christen! 2. Was ist die Welt? was Geld und Ehre? Gesetzt, es wäre alles mein, es bliebe, wenn kein Himmel wäre, für meine Wünsche viel zu klein. Der Geift hat nicht im Staube Ruh; er eilt erhabnern Gütern zu. 7. Mein Jesus lebt! wer will mich töten? wer raubt mir die Unsterblichkeit? Sein Arm reißt mich aus Todesnöten und führt mich hin zur Seligkeit. Wie er, so werd' ich auferstehn und schön verklärt zum Himmel gehn. 8. Ihr Thäler, sinkt, fallt, Berge, nieder! Mein froher Glaube fürchtet nichts. Ich sehe einst den Morgen wieder, den Morgen jenes ewgen Lichts. Dann fängt mein neues Leben an; o Gott, wie selig bin ich dann! 3. Er schuf mich ja, der Gott der Liebe, zu meinem Glück, zu seiner Lust; er pflanzte mir die höhern Triebe mit eigner Hand in meine Bruft. Er, der den Geist mit Sehnsucht füllt, läßt wahrlich sie nicht ungeſtillt. 4. Er ist gerecht, der höchste Richter! Die Tugend wird noch einst gefrönt, wenn gleich ein Haufe Bösewichter sie hier verMel. O Welt, ich muß dich. wirft, verfolgt, verhöhnt. Der 87. Einst selig dort zu werHeuchler, der hier triumphiert, wird drüben vors Gericht geführt. 5. Ist's möglich? kann Gott anders handeln? Wie? gilt kein Recht in seinem Reich? Die den, das ist und bleibt auf Erden mein heiliger Beruf. Gott, dem ich freudig glaube, weckt wieder aus dem Staube mich, den er einst aus Staub erschuf. Die Schöpfung. Der Mensch. 2. Die Erde, da wir wallen, oft straucheln, stehn und fallen, ist nur ein Pilgerland, das uns zum Himmel leitet, zur Ewigkeit bereitet, der Frommen kurzer Prüfungsstand. 3. So soll nicht Luft noch Leiden von meinem Gott mich scheiden, mich, der ich ewig bin. Was ist mein irdisch Leben? wozu ist's mir gegeben? wie lange währt's, so ift's dahin! 4. Einst selig dort zu werden, das ist und bleibt auf Erden mein heiliger Beruf. So sei all mein Bestreben, ganz heilig dir zu leben, dir, der zur Ewigkeit mich schuf. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 88. Schuf mich Gott für Augenblicke? blos für diesen Traum der Zeit? nur zu ihrem eiteln Glücke, aber nicht zur Ewigkeit? Nein! die Seel' ist nicht ein Rauch, nicht ein Funken; ist ein Hauch, den ich von dem Schöpfer habe; den verweht kein Sturm am Grabe. 2. Geist! das ist mein hoher Name. Dieser Leib ist Hülle nur, einst des edlern Leibes Same auf der Auferstehung Flur. Wie ein Samenkorn verdirbt, Frucht zu tragen, also 61 ftirbt auch mein Leib und wird zu Erde, daß ihm dort Verklärung werde. 3. Dieser heiße Durst im Herzen nach der Unvergänglich. keit, dieser Drang in Leid und Schmerzen nach der Heimat aus der Zeit Zeugen, Bürgen sind sie mir, daß ich mich, mein Gott, zu dir, daß ich einst, wohin ich strebe, mich erheb' und ewig lebe. 4. Dankt es Jesu, Gottes Kinder, daß euch keine Zukunft schreckt, daß des Todes Überwinder einst auch unsern Leib erweckt! Wenn ihr sterbet, führt er gleich eure Seelen in sein Reich und will selbst ein beffres Leben euren Leibern wiedergeben. 5. Ewig, ewig werd' ich leben; ficher der Unsterblichkeit, streb' ich, mich empor zu heben über jeden Traum der Zeit. Wandeln will ich fest und still jeden Pfad des Rechts und will, was davon mich locket, hassen, will die Ewigkeit umfaſſen. 6. Aber daß mein Fuß nicht wanke, stärke mich, o Gott, dein Wort und der selige Gedanke: Dort ist meine Heimat, dort! dort ist weder Schmerz, noch Leid, Wonne nur und Herrlichkeit! dort, o Gott, vor deinem 62 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. Throne meines Kampfes Preis und Krone! Mel. Nun lob, mein Seel, den. 89. Gedent, edenk, o meine Seele, daß du für Gott erschaffen bist! Empfind es froh und wähle, was deiner Wünsche würdig ist! Dir müssen Gottes Sonnen, dir seine Sterne glühn; für deine Luft begonnen Gebirg' und Thal zu blühn. Doch sie und alle Gaben, die sie ja nicht für sich, die sie für dich nur haben, sind noch zu arm für dich. 2. Der Mensch darf mebr begehren, als Erd' und Himmel geben kann. Gott will ihm mehr gewähren, beut ihm ein größres Erbteil an. Er führt ihn auf die Erde, daß er in dieser Zeit von ihm erzogen werde zu seiner Seligkeit, bis er mit allen Kräften, gebildet und gewöhnt zu göttlichen Geschäften, nach ihr allein sich sehnt. 3. Dann endet er voll Wonne der Tugend mühevollen Lauf; Gott selbst wird seine Sonne und geht in vollem Glanz ihm auf. Entflohn sind alle Leiden, die Thränen abgewischt, vollkommen seine Freuden, in die kein Schmerz sich mischt. Er jauchzt, er triumphieret und hat durch Gottes Sohn, mit dem er nun regieret, vor Gott auch einen Thron. 4. Schon hier dich, Gott, erkennen, der du mein Herr und Vater bist, von deiner Lieb' entbrennen und thun, was ihrer würdig ist; von Herzen Jesum lieben, der für mich starb, und mich in guten Werken üben aus Ehrfurcht gegen dich; unschuldig, liebreich, allen zum Dienste gern bereit, dem Ziel entgegen wallenSott, welche Seligfeit! 5. Mir, der ich auch im Leiden dir, o mein Vater, teuer bin, fließt so in stillen Freuden die Stunde meiner Wallfahrt hin. Komm früher oder später, o Tod! ich zittre nicht; denn nur den Übelthäter erschrecket dein Gericht. Ich, Gottes inf ergeben, fann froben Mutes sein und seiner mich im Leben und auch im Sterben freun. 6. Dies ist dein Ziel, dies wähle, die du so hoch begnadigt bist, von Gott erlöste Seele! dies ist's, was deiner würdig ist. Dies sei dir gegenwärtig, nach diesem ringe, sei zu allem Guten fertig, bis in den Tod getreu. Dir können keine Welten mit aller ihrer Luft der Sünde Dienst vergelten und dieses HeilsVerlust. Die Schöpfung. Der Mensch. Mel. Der du dein Wort mir hast. 90. Allgütiger, du gabft dem Herzen Gefühl für Erden. glück und Luft; du goffest auch für Gram und Schmerzen Empfindung in des Menschen Brust. Von dir kommt's, daß fie, froh bewegt, sich schneller hebt und stärker schlägt. 2. O Dank dir, daß für tausend Freuden empfindlich ich gebildet bin! und fließen gleich. wenn sie nun scheiden, mehr Thränen auf die Wangen hin: so dank' ich, Vater, doch dafür ſelbst mit bethräntem Auge dir. 3. Nur müß' in meinen frohen Tagen dies leicht bewegte Herz mir nie für Freuden, die du haffest, schlagen; Gefühl für niedre Laster flieh mit seiner wilden Taumelluft auf immer meine reine Brust. 63 für die Ewigkeit, der Menschheit Würde vor mir schwebt, wohl mir. wenn dann das Herz sich hebt! 6. Wenn ich verwandte Herzen finde, die für mich schlagen treu und warm, mein Dasein innig froh empfinde an ihrer Brust, in ihrem Arm, auch dies Gefühl ſei dir geweiht und würdig der Unsterblichkeit. 7. Mit tiefgefühlterem Er barmen durchdringe mich der Brüder Schmerz; es breche bei der Not der Armen mir immer mitleidsvoll das Herz; mein Mit leid werde Troft und Rat und die Empfindung Hülf' und That. 8. Nie müß' ich mich der Regung schämen, die deine Lieb in mir erweckt, von der wir Gnad' um Gnade nehmen; und wenn mich dein Gericht erschreckt verwandle sich die Furcht in mir in findliches Vertraun zu dir. 9. Allgütiger, du gabst dem Herzen Gefühl für Erdenglück und Luft; du goffest auch für Gram und Schmerzen Empfindung in des Menschen Brust. Dir sei, der uns so mild bedacht, auch dafür Preis und Dank gebracht! 4. In dick belaubten Schattenwäldern, auf bunter Au, auf grüner Flur, auf segenvollen Erntefeldern, im großen Tempel der Natur, bei deiner Schöpfung Jubelchor, da schlage hoch mein Herz empor. 5. Wenn ich der Tugend reiche Saaten zum Wohl der Mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. Menschheit ausgeſtreut erblice; 91. 3um Troſt in unſern wenn in edlen Thaten, vollendet Kümmernissen, zum Licht auf 64 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. unsrer Pilgerbahn gab uns der Schöpfer das Gewissen; es zeigt uns jeden Irrweg an, mahnt Sünder noch zu rechter Zeit und schenkt dem Frommen Seligkeit. 2. Hättst du ein Paradies auf Erden und wärst des Unrechts dir bewußt, es würde dir zur Hölle werden; denn Hölle wär' in deiner Brust. Ein Königreich vertauschtest du bei ihren Qualen gern um Ruh. 3. Ob du auch über Meer' entflöheft und einen menschenleeren Ort zu deiner Wohnung ausersäheft, dich straft' ein bös Gewissen dort. Kein Jubel kann es überschrein, kein Bild der Wolluft schläfert's ein. 4. Wohl dem, der in sich selber findet, was ihm die Welt nicht geben kann, sein Glück auf das Bewußtsein gründet, daß er Mel. Jesu meine Freud' und W. nach seiner Pflicht gethan, der 92. Alles Blühende ver. höher, als den Ruhm der Welt, ein freudiges Gewissen hält! 5. In jedem Alter, jeder Lage wird's tröstend ihm zur Seite stehn, die kleinste Freude seiner Tage durch Gottes Beifall weit erhöhn und, wo Versuchungen ihm dräun, sein Führer und sein Retter sein. 6. Sein Trost im Schmerz, sein Freund in Sorgen, o Un schuld, welch ein Schatz bist du! erwachst mit ihm an jedem Morgen, drücft abends ihm die Augen zu; du machst sein hartes Lager weich, im Staub' ihn groß, in Armut reich. 7. Du lehrest, wenn ich schuldlos leide, Geduld mich in der größten Pein; das kleinste Glück, die kleinste Freude muß mir bei dir Entzücken sein. Die Hütte wird mir zum Palast, wenn fie mit mir auch dich umfaßt. 8. Und wenn ich einst vollendet habe, mein letter Schweiß die Stirne deckt, wohl meinem Herzen dann am Grabe, weil mich kein innrer Richter schreckt! Dann, Trost der Unschuld, führe du mit Freuden mich dem Himmel zu. blühet; alles, was gekommen, fliehet, ob sich's noch so mächtig hebt und zum höchsten Ziele strebt; was geboren ist auf Erden, muß zu Staub und Asche werden. 2. Staub sind tausend, welche kamen; wer gedenkt noch ihrer Namen? Ach, ihr moderndes Gebein decket ein vergeßner Stein. Was geboren ist auf Erden, muß zu Staub und Asche werden. Die Schöpfung. Der Mensch. 65 3. Ohne Freund und ohne Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. Frieden, einsam, von der Welt 93. Wenn oft in feier. geschieden, blickt die Treue starr hinab in der Freunde dunkles Grab. Wird, ach wird der Mensch zerstäuben? wird er Erd' und Asche bleiben? 4. Nein, entweicht, des Todes Schrecken! Geister kann kein Grab bedecken, und wie Korn, das voll ersteht, wird der Leib von Gott gesät. Was er sät, wird auferstehen; Glaube läßt nicht untergehen. 5. 6. Menschenfreund, dein from mes Sehnen, abzutrocknen alle Thränen, Liebe, die nicht wieder schilt, die mit Wohlthun Haß vergilt, wahre Tugend wird bestehen. Liebe kann nicht untergehen. licher Stille, vom Todesgraun der Welt entführt, mein Herz in tiefer Wehmutsfülle sich über Zeit und Grab verliert, dann hör' ich, daß es in mir spricht: ,, Gott ist, darum vergeh' ich nicht!" dort!" Die dem Vater aller Seelen findlich ihren Geist befehlen, die, vom Fluch der Sünde Hier ist die Saat, die Ernte rein, sich dem Reiche Gottes weihn, sollten die, wie Staub, verwehen? Hoffnung kann nicht untergehen. 7. Was geboren von der Erden, das kann nur zu Asche werden; ewig lebet, glüht und flammt, was in uns vom Himmel ſtammt. Was der Welt ist, mag vergehen; was aus Gott ist, muß bestehen! 2. Wenn, tief gebeuget von Beschwerde, des Lebens Freude mir entflieht und nirgends auf der weiten Erde mein Herz sich Rat und Troft erfieht, dann tönet mir ein Gotteswort: 3. Wenn in der Nacht, beim Glanz der Sterne, mein Aug' am Grab der Teuren weint, und, Tröstung bietend aus der Ferne, der Liebe Engel mir er scheint, dann steht es hell vor meinem Blick:„ Auch was beweint ward, fommt zurück!" 4.OHimmelshoffnung, weiche nimmer, wenn Luft, wenn Leid das Herz bewegt! das Herz bewegt! umglänze mich wie Morgenschimmer, wenn Nacht auf meinen Pfad fich legt, und drück es tief dem Schwachen ein: Schwachen ein: Was göttlich ist, muß ewig sein." 66 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 2. Die Erhaltung und Regierung. Mel. Danket dem Herrn, denn er. 94. Welch Lob, o Bater, sollen wir dir bringen? Es kann kein Mensch mit Würdigkeit dich fingen. bringen, daß wir so viele Gaben aus seiner Fülle haben. 2. Nur er hat uns das Leben und Seel und Leib gegeben. Er ist es, der sie schüßet, das schenkt, was beiden nüßet. 3. Dem Leibe giebt er Speiſe; die Seele macht er weise, in Reinigung von Sünden ihr wahres Glück zu finden. 4. Ein Arzt ist uns gegeben, der selber ist das Leben; er, der für uns gestorben, hat uns das Heil erworben. 2. Du haft aus nichts den Himmel samt der Erden und alles, was darin ist, heißen werden. 3. Uns Menschen hast du, Vater, dieses Leben und ein unsterbliches dazu gegeben. 4. Von Kindheit an hast du uns stets geleitet und deine Flügel über uns gebreitet. 5. Du speiseft alles Fleisch mit Wohlgefallen und schüßest uns, so lange wir hier wallen. 5. Sein Wort wird uns zum Segen, ein Licht auf unsern Wegen; zu allen guten Werken soll selbst sein Geist uns stärken. 6. Du läsfest uns in deinem Worte lehren, wie wir dir dienen sollen und dich ehren. 6. Da wir denn schon auf Erden so hoch begnadigt werden, 7. Du sendest uns Erlösung Gott, was wird nicht für Gaben für uns dein Himmel haben! von den Sünden und läßt uns dich als Vater wieder finden. 8. Auf ewig, ewig seist du, Herr, gepriesen für jede Gnade, die du uns erwiesen! 9. Sehr groß ist deine Weisheit, Güt' und Stärke und wunderbar sind alle deine Werke! 7. So hilf du nur uns allen die ebne Bahn stets wallen, die, wenn wir sie vollendet, in ewges Heil sich endet. 8. Erhalt uns in der Wahrheit, bis einst in höhrer Klarheit wir preisen deinen Namen durch Jesum Chriftum. Amen. Mel. Nun laßt uns Gott, dem H. Mel. Wo Gott zum Haus nicht. 95. Laßt unserm Gott uns 96. Die Augen heb' ich fingen, ihm Dank und Ehre sehnlich auf und seh' die Berge Die Erhaltung und Regierung. hoch hinauf, bis mir vom Himmelsthron mein Gott wird Hülfe senden in der Not. 2. Es kommt die Hülfe nur vom Herrn; er hilft uns ja von Herzen gern. Der Erd' und Himmel hat gemacht, hält über uns auch Hut und Wacht. 3. Er führet dich auf rechter Bahn, so daß dein Fuß nicht gleiten kann. Ihm traue nur mit Zuversicht; der dich behütet, schlummert nicht. 4. Der treue Gott beschirmet dich vor jedem Unfall väterlich. Im Schatten seiner Huld und Gnad bist du gesichert früh und spat. 5. Kein Übel sei dir fürchterlich; denn Gottes Rechte schüßet dich. Ist deine Trübsal noch so schwer, Gott wendet sie zu seiner Ehr. 6. Herr, segne und behüte mich! Du bist mein Heil, ich hoff' auf dich. Dein Segen folg' aus dieser Zeit mir bis in jene Ewigkeit. mer un bo Mel. Nun danket all und bringet. 67 und Mund, Herr, meines Herzens Luft! Ich fing' und mach' auf Erden fund, was mir von dir bewußt. 2. Ich weiß, Gott, groß von Macht und Rat, daß du die Quelle bist, daraus uns allen früh und spat viel Heil und Gutes fließt. 3. Was sind wir doch, was haben wir auf dieser ganzen Erd, das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd? 4. Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns gesetzt? Wer ist es, der uns unser Feld mit Tau und Regen nett? 5. Wer wärmt uns bei des Winters Frost? Wer schüßt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Öl und Moft zu seinen Zeiten find't? 7. Ach Herr, mein Gott, das kommt von dir! Du, du mußt alles thun. Du hältst die Wach' an unsrer Thür und läßt uns sicher ruhn. 8. Du nährest uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu und stehest uns auch in 97. Ich finge dir mit Herz Gefahr und Nöten gnädig bei. 9. Du trägst uns Sünder mit Geduld und strafft nicht allzusehr, ja endlich nimmst du unsre Schuld und wirfft sie in das Meer. 6. Wer giebt uns Leben und Gedeihn? Wer schenkt mit treuer Hand den Frieden, des wir uns erfreun, in unserm Vaterland? 68 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 10. Oft, wenn der Christ verlassen scheint, hast du ihn schon gestärkt, und keine Thräne, die er weint, bleibt von dir unbemerkt. 11. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was Mel. Ermuntre dich, mein schwacher. ewig ſteht, und führſt uns in 98. Du bist ein Menſch, des Himmels Haus, wenn diese Welt vergeht. 12. Wohlauf, mein Herz, sei froh und sing und habe guten Mut! Dein Gott, der Ursprung aller Ding, ist selbst und bleibt dein Gut. 13. Er ist dein Schatz, dein Erb' und Teil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Trost und Heil, schafft Rat und läßt dich nicht. 17. Ei nun, so laß ihn ferner thun und red ihm nicht darein; so wirst du hier im Frieden ruhn und ewig fröhlich fein. 14. Was kränkst du dich in deinem Sinn und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg' und wirf sie hin auf den, der dich gemacht. 15. Hat er dich nicht von Jugend auf versorget und er nährt? Wie manchen schweren Unglückslauf hat er zurück. gefehrt! 16. Er hat noch niemals was versehn in seinem Regiment; nein, was er thut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End. das weißt du wohl; was strebft du denn nach Dingen, die Gott allein, der Höchfte, soll und kann zustande bringen? Du fährst mit deinem Wiß und Sinn durch so viel tausend Sorgen hin und denkst: Wie will's auf Erden doch endlich mit mir werden? 2. Heb auf dein Haupt, schau überall, hier unten und dort oben, wie Gottes Sorg' auf jeden Fall für dich sich hab' erhoben. Dein Brot, dein Bettlein und dein Kleid war eher noch, als du, bereit; die Milch, die du einft nahmeft, war auch schon, da du famest. 3. Und dennoch soll dein eignes Licht dein ganzes Leben führen; du trauft und glaubest weiter nicht, als deine Augen spüren. Was du beginnft, da soll allein dein blöder Sinn der Meister sein; was der nicht auserforen, das hältst du für verloren. Die Erhaltung und Regierung.co 4. Wie oft bist du in große Not durch eignen Willen kommen, da dein bethörter Sinn den Tod fürs Leben angenommen! Und hätte Gott dir Werk und That gelingen lassen nach dem Rat, in dem du's angefangen, du wärest längst vergangen. 5. Der aber, der uns ewig liebt, macht gut, was wir verwirren, erfreut, wo wir uns selbst betrübt, und führt uns, wo wir irren; und dazu treibt ihn sein Gemüt und die so treue Vatergüt, in der uns arme Sünder er trägt als seine Kinder. 69 7. Gott aber geht gerade fort auf seinen weisen Wegen, er hebt und bringt uns an den Port, da Wind und Sturm sich legen. Hernachmals, wenn das Werk geschehn, dann kann der schwache Mensch erst sehn, was der, der ihn regieret, in seinem Rat geführet.bhd.papie 8. Drum, liebes Herz, sei wohlgemut und laß von Sorg' und Grämen. Gott hat ein Herz, das nimmer ruht, dei Bestes vorzunehmen. Er kann nicht anders, glaube mir! und scheint es auch bisweilen dir, als wäreft du verlassen- Gott kann sein Kind nicht hassen. 9. Thu als ein Kind und lege dich in deines Vaters Arme, bitt ihn und flehe, bis er sich dein, wie er pflegt, erbarme, so wird er dich durch seinen Geist auf Wegen, die du jetzt nicht weißt, nach wohlbestandnem Ringen aus allen Sorgen bringen. 6. Ach wie so oftmals schweigt er still und thut doch, was uns Mel. Alles ist an Gottes Segen. nüßet, da unterdeſſen unſer Will' 99. Meine Seele, laß Gott und Herz in Ängsten fizet, sucht hier und da, und findet nichts, will sehn und mangelt doch des Lichts, will aus der Angst sich winden und kann den Weg nicht finden! walten, der dich kann und will erhalten, der die Seinen gnädig führt. Was dich auch zu Zeiten plaget, trag es ruhig, unverzaget, denn der große Gott regiert. 2. In des Himmels weiter Ferne schau das goldne Heer der Sterne, auf und ab von Gott geführt. Schau das Meer, empört von Winden, sich der Wogen Aufruhr schwinden, weil der höchste Gott regiert. 3. Sollte denn in Menschendingen etwas seinen Lauf voll 70 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. bringen anders, als der Herr es führt? Nein, fürwahr, es muß geschehen, was er für uns ausersehen, denn der starke Gott regiert. 4. Sterben, Leben, Weinen, Freuen muß zum Besten dem gedeihen, den die Liebe Gottes führt. Keine Trübsal kann ihm schaden, denn er ist bei Gott in Gnaden, und der weise Gott regiert. 5. Welche Angst in ihrem Herzen über ihres Kindes Schmerzen eine treue Mutter spürt, solches Mitleid, solch Erbarmen ist bei Gott. Getroft, ihr Armen! denn der treue Gott regiert. 6. Drum, mein Herz, wie es auch gehe, tritt auf deines Felsens Höhe, glaub und lieb, wie sich's gebührt. So wird alles wohl gelingen, und du wirst mit Freuden singen, daß dein Herr und Gott regiert. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 100. Wunderanfang, herrlich Ende, wo die treuen Vaterhände Gottes führen ein und aus! Wunderweislich ist sein Raten, wunderherrlich seine Thaten, und du sprichst: Wo will's hinaus? mania 2. Denke doch, es muß geschehen, was dein Gott hat ausersehen ihm und dir zur Herrlichkeit; ob der Anfang seltsam scheinet, ist das Ende gut gemeinet; Friede folget nach dem Streit. 3. Weil der Herr im Dunkeln thronet und sein Friede da nur wohnet, wo man glaubt, ob man nicht sieht, bleibt vergeblich unser Sorgen; wer nicht warten will auf morgen, dem auch keine Hülfe blüht. 4. Gott muß man in allen Sachen, weil er alles wohl kann machen, End' und Anfang geben frei. Er wird, was er angefangen, laffen solch ein End' erlangen, daß es wunderherr. lich ſei. 5. Drum, o Chrift, laß dir nicht grauen, lerne deinem Gott vertrauen, ſei getroft und fasse Mut! Er fürwahr, er wird es führen, daß du wirst am Ende spüren, wie er dir nur Gutes thut. 6. Deinem Glauben wird's nicht fehlen, du wirst noch der Welt erzählen, daß der Herr die Seinen kennt. Er wird dir dein Kreuz versüßen, und du wirst bekennen müssen: Wunderanfang, herrlich End! to Die Erhaltung Mel. Was Gott thut, das ist wohlg. 101. Gott lebt! wie kann ich traurig sein, als wär fein Gott zu finden? Er weiß ja wohl von meiner Pein, die ich hier muß empfinden. Er kennt mein Herz und meinen Schmerz. Ich kann ihm alles klagen und darf nun nicht verzagen. 2. Gott hört, wenn niemand hören will! Dem Frommen wird's gelingen. Sein Flehn, und seufzt er auch nur still, wird durch die Wolken dringen. Ruf ich empor, so hört sein Ohr; sein Amen schallet wieder, und Hülfe steigt hernieder. und Regierung. verderben. Was hilft mir denn mein steter Harm, als müßt' ich Hungers sterben? Er hat ia Brot; und läßt die mich auch durch Wüsten reisen, so wird doch Gott mich speiſen. tot 6. Gott liebt, kann ich sein Vaterherz auch nicht sogleich entdecken, wenn oft des Lebens Not und Schmerz mir Angst und Gram erwecken! Er bleibt auch hier ein Vater mir, der je und je mich liebet, obgleich sein Kreuz betrübet. 7. Gott lebt! wohlan, ich zage nicht; Gott hört! ich will's ihm flagen; Gott sieht! ich such sein Angesicht; Gott führt! er wird mich tragen. Gott giebt und liebt; nur unbetrübt! Er wird mir endlich geben, auch dort mit ihm zu leben. 4. Gott führt! ſo geb' ich ruhig fort in allen meinen Wegen; und wenn die Welt mir hier und dort will ihre Stricke legen, so wird er zwar mich wunderbar, doch selig immer leiten, daß nie mein Fuß kann gleiten. 5. Gott giebt! und wär' ich noch so arm, doch soll ich nicht 71 3. Gott sieht! wie klaget denn mein Herz, als säh' er nicht mein Weinen? Vor ihm muß auch der tiefste Schmerz ganz offenbar erscheinen. Kein Thränlein fällt, das er nicht zählt. Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein In seinem Buch geſchrieben sind 102. Mein Gott, wie bift alle, die ihn lieben. du so verborgen, wie ist dein Rat so wunderbar! Was helfen alle meine Sorgen? Du haft geforget, eh ich war. Mein Vater, führ mich immerdar nur felig, wenn auch wunderbar! 2. Herr, wer kann deinen Rat ergründen? Dir bleibt allein der Weisheit Preis! Du kannst viel tausend Wege finden, 72 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. wo die Vernunft nicht einen weiß. Mein Vater, führ mich immerdar nur selig, wenn auch wunderbar! 3. Gott, deine heiligen Gedanken sind himmelweit von Menschenwahn; drum führ in deiner Wahrheit Schranken du selber mich die rechte Bahn! Mein Vater, führ mich immerdar nur selig, wenn auch wunderbar! 4. Dir will ich ganz mich überlassen mit allem, was ich hab' und bin. Ich werfe, was ich nicht fann fassen, auf deine Macht und Weisheit hin. Mein Vater, führ mich immerdar nur selig, wenn auch wunderbar! 5. Hilf, daß ich nie von dir mich kehre in Glück und Unglück, Freud' und Leid. Schick alles, Herr, zu deiner Ehre und meiner Seele Seligkeit. Mein Vater, führ mich immerdar nur selig, wenn auch wunderbar! 2. Gott sorgt für mich; ihm will ich trauen. Ich weiß gewiß, was mir gebricht, das kommt von seinen Himmels. auen, und wenn er nur ein Machtwort spricht, so bin ich jetzt und ewiglich gar wohl versorgt. Gott sorgt für mich! 3. Gott sorgt für mich; er speist die Seele in seinem Wort; auf sein Geheiß schmückt sich das Feld mit Korn und Öle und lohnt mir meiner Arbeit Schweiß. Wohl dem, der ihm nur feftiglich vertraut und glaubt: Gott sorgt für mich! 4. Gott sorgt für mich in teuren Zeiten. Auch in der größten Hungersnot reicht seine Güte frommen Leuten, die zu ihm flehn, ihr täglich Brot. Ift's gleich nicht viel, fie trösten sich und glauben feft: Gott sorgt für mich! 5. Gott sorgt für mich, für euch, ihr meinen, die mein durch Blut und Glauben sind. Mel. Wer nur den lieben Gott. 103. Gott sorgt für mich; Er läßt uns seinen Trost er. was will ich sorgen? Er ist ja Vater, ich sein Kind. Er sorgt für heut, er sorgt für morgen, daß alle Tage Zeugen sind, wie Gott die Seinen väterlich regiert und schüßt. Gott sorgt für mich! scheinen, wenn alle Hoffnung sonst zerrinnt. Ergeht es uns auch kümmerlich, o denkt mit mir: Gott sorgt für mich! 6. Gott sorgt für mich in meinen Leiden. Das Kreuz, das er mir auferlegt, verwandelt er Die Erhaltung gar bald in Freuden; und wenn er gleich die Seinen schlägt, so schlägt er doch nur väterlich zu unserm Wohl. Gott sorgt für mich! 7. Gott sorgt für mich in meinem Alter; da hebt und trägt mich seine Hand. Auch dann noch bleibt er mein Erhalter, bei dem so oft ich Hülfe fand. Wie er noch niemals von mir wich, weiß ich auch dann: Gott sorgt für mich! 8. Gott sorgt für mich auch einst im Sterben; zum süßen Schlaf wird mir der Tod. Er heißt mich seinen Himmel erben. Vergessen ist dann alle Not; dann freut mit Selgen selig sich mein Geist und jauchzt: Gott sorgt für mich! und Regierung. wärtig dar. Du, Vater, fiehfi mich aus der Höh und kennft mich, wo ich geh' und steh'. nötig mein 3. Du weißt auch, was ich habe, und giebst mir bescheiden Teil. Das alles ist ja deine Gabe; du sorgest täglich für mein Heil. Wo ich noch gar nicht hingedacht, hast du schon alles gut gemacht. 2. Dein Auge hat mich schon gesehen, als ich noch ungeboren war; und was mir künftig soll geschehen, stellst du dir gegen73 4. Ach solltest du denn nicht erkennen, wenn mich die Angst im Herzen quält? Erbarmer soll ich dich ja nennen; du bist es, der die Thränen zählt. Du haft gesagt: Mir bricht das Herz bei meiner Kinder Angst und Schmerz. 5. So laß mich doch gewißlich glauben, du werdeft meinen Jammer sehn. Laß nichts den süßen Trost mir rauben, es Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. 104. Verborgner Gott, werd' in kurzer Zeit geschehn, daß deiner Augen helles Licht durch meine Thränenwolken bricht. dem nichts verborgen, dem auch die Nacht erscheint wie Licht, was sollt' ich wie ein Heide sorgen, als wüßtest du mein Elend nicht? Verdecket gleich dein Antlit sich, dein Herz meint es doch väterlich. 6. Du wirst dein Wort getreu erfüllen; du hast mir Hülfe zugesagt. Du wirst dein Antlit mir enthüllen, mein Retter sein; drum unverzagt! wird geschehn, ich zweifle nicht, du meines Herzens Trost und Licht! 4 74 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. Mel. Nun danket all und bringet. ftarb, und der zu deinem Gnaden105. Du bist's, dem Ehr thron den Zutritt mir erwarb. 9. Wie sehr liebt Gott der Menschen Wohl! Erheb ihn, Volk des Herrn! Die Erd' iſt seiner Güter voll; er hilft und rettet gern. 10. Er hilft und läßt die Traurigkeit bald vor uns über gehn, will uns nach kurzer Prüfungszeit zu ewgem Glück erhöhn. 11. Vergiß nicht, Seele, deinen Gott, nicht, was er dir gethan. Verehr und halte ſein Gebot und bet ihn ewig an. und Ruhm gebührt, und das, Herr, bring' ich dir. Mein Schicksal hast du ftets regiert, und stets warst du mit mir. 2. Wenn Angst und Not sich mir genaht, so hörtest du mein Flehn und ließest mich nach deinem Rat Hülf und rettung sehn. Er3. Wenn ich in Schmerz und Krankheit sank und rief: Herr, rette mich! so halfft du mir. Mit welchem Dant, mein Gott, erheb' ich dich! 4. Betrübte mich des Feindes Mel. Nun danket all und bringet. Haß, so flagt' ich dir den Schmerz; 106. Noch immer wechseln du halfft mir, daß ich ihn vergaß und gabst Geduld ins Herz. 5. Wenn ich den rechten Pfad verlor und mich verschuldet sah, rief ich zu dir, mein Gott, empor, und Gnade war mir nah. 6. Herr, für die Leiden dank' ich dir, dadurch du mich geübt, und für die Freuden, welche mir dein milder Segen giebt. ordentlich des Jahres Zeiten ab, und früh und spät ergießet fich dein Segen, Gott, herab. 2. Du öffnest deine Vaterhand, Jehovah Zebaoth; du segnest, du erfüllst das Land mit deiner Güt, o Gott! 3. Dein Fußtritt in den Wolken träuft von milder Fruchtbarkeit; die Saat geht auf und blüht und reift, und sättigt und erfreut. 7. Dir dank' ich es, daß die Natur mich nährt und mich erfreut. Ich schmeck' in jeder Kreatur, Gott, deine Freundlichkeit. 8. Ich danke dir für deinen Sohn, der für mich Sünder| reich. 4. Wie fröhlich lächelt jede Flur! Es fließt, sich immer gleich, der Freude Quell, und die Natur ist unerschöpflich Die Erhaltung und Regierung. 5. Wem strömt sie nicht, von dir erfüllt, in tausend Bächen zu? Wer ist so gut, so treu, so mild, so väterlich, wie du? 6. Herr, ohne dich vergingen wir, und wir verdienten's auch, und dennoch leben wir in dir, beseelt durch deinen Hauch. 7. Nicht einem mangelt deine Huld. Wem strahlet nicht dein Licht? Mit welcher Langmut und Geduld verschonest du uns nicht! 8. Ach betet, Menschen, betet an! erwägt's und denket nun: Was hat Gott schon an uns gethan? was will er nicht noch thun? 9. Nicht bloß für diese kurze Zeit, Herr, hießest du uns sein; du schufft uns für die Ewigkeit, uns ewig dein zu freun. 10. Noch tiefer dringet dort mein Blick in deine Wunder ein. O Herr, laß dies erhabne Glück mir stets vor Augen sein! Mel. O Gott, du frommer Gott. 107. Nichts ist von un gefähr! Ein großer Gott regieret, ein Gott, der seine Welt mit reichem Segen zieret. Auch was uns Zufall heißt, ist, eh es noch geschieht, in seinem Plan bestimmt und einer Kette Glied. 75 2. Er sah vor aller Zeit, was künftig werden sollte, und nichts ist, nichts wird sein, als was sein Ratschluß wollte; und alles, was er will,' ist weise, recht und gut. O wohl mir, daß mein Glück in Gottes Händen ruht! 3. Wie dürft' ich mißvergnügt in meinem Stande leben? Kann jemals böse sein, was Gott gefällt zu geben? Der Thor nur klagt und murrt und läſtert Gottes Rat; er hat nicht, was er will, und will nicht, was er hat. 4. Wer wahre Weisheit liebt, der liebt auch den Gedanken: Mein Heil, mein Fels ist Gott, und wenn auch Welten wanken! Ich sollte, was ich bin, nicht etwas andres sein, und mein befondres Los stimmt mit dem Ganzen ein. 5. Mein Unmut ändert nie die Ordnung aller Dinge. Ich quäle nur mich selbst, wenn ich die Hände ringe. Doch folg' ich meinem Gott, so lindert sich mein Schmerz; denn was mich elend macht, ist immer nur mein Herz. 6. Hinweg mit blöder Furcht! Der Herr will mich regieren, mich auch auf rauher Bahn zu meinem Ziele führen. Hier bin 4* 76 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. ich, Herr, mein Gott! O stehe du mir bei, daß selbst in Not und Tod mein Herz dir folgsam sei! Mel. Ich dank dir, lieber Herre. 108. Nimmt Gott, dem wir vertrauen, nicht unsers Werks sich an, will er das Haus nicht bauen, vergebens baun wir dann. Will er die Stadt nicht schüßen, er, groß durch Rat und Macht, was wird der Wächter nüßen? Umsonst ist's, daß er wacht. 2. Jhr wachet spät und frühe und est voll Traurigkeit das Brot der Sorg' und Mühe und häuft euch Leid auf Leid. Was nüßt der bange Kummer, da Gott dem, den er liebt, was er bedarf, im Schlummer und unerwartet giebt? 3. Was zagst du? Gott regiert die Welt, und Gott ist der Allweise. Stets dient der Weg, der ihm gefällt, zum Heil dir, ihm zum Preise. In Finsternis führt er gewiß, oft aus der Nacht der Leiden ins hellste Licht der Freuden. 4. Was zagst du? Gott regiert die Welt und ist allgegenwärtig, wenn sich dein Herz verlassen hält, dir nah, zu helfen fertig. Sein Odem nur trägt die Natur, trägt, wo auch jeder walle, doch allenthalben alle. 5. Was zagft du? Gott regiert die Welt, und Gott ist ein Erbarmer dir sagt's ein teures Lösegeld auch SünMel. Was Gott thut, das ist wohlg. 109. Was zagft du? dern ein Erbarmer. Auf, faſſe Mut! Des Sohnes Blut sagt dir's bei jedem Harme, wie gern sich Gott erbarme. Gott regiert die Welt, und Gott ist ja allmächtig. Den Arm, der alles Fleisch erhält, was macht dir den verdächtig? Wenn Meeresflut, wenn Feuersglut uns schon ereilet hätten, so kann er doch noch retten. geringe. Sollt' ihm dein Schrein verborgen sein? Die Bitte, die du thatest, wußt' er schon, eb du bateft. 2. Was zagst du? Gott regiert die Welt, und Gott weiß alle Dinge. Selbst was der Mensch geringe hält, ist ihm nicht zu - - 6. Nun, Gott, da du die Welt regierst, wie dürft' ich ängstlich zagen? Ein Leid, in welches du mich führst, soll nie mich niederschlagen. Ich hoff' auf dich; du läsfest mich bald deine Hülfe schauen. Dir, dir will ich vertrauen. Die Erhaltung und Regierung. Mel. Nun danket alle Gott. 110. Ich will dem Schöpfer will dem Schöpfer Lob, Lob dem Erlöser fingen; mein dankerfülltes Herz soll sich der Welt entschwingen. Steh wie ein Wandrer still und überfieh die Bahn! Denk, Seele, was Gott thut, und was er schon gethan. 2. Du hast mich wunderbar geschaffen und bereitet; Herr, durch die Lebenszeit hast du mich tren geleitet. Wenn's um mich stürmisch war, bedrohtest du das Meer, dann legte sich die Angst, und still ward's um mich her. 3. Oft, wenn ich unruhvoll an ferne Tage dachte und manche trübe Nacht durchweinte und durchwachte, war's nichts als eitler Wahn, der meinen Geist geplagt. Mein Unglück, nicht mein Glück hast du mir, Herr, versagt. 4. Lob sei für heitre dir und Lob für trübe Stunden! Wer niemals Kreuz gekannt, hat nie sein Glück empfunden. Es war die Bitterfeit des bangen Augenblicks wohl oft schon selbst mein Glück, oft Quelle meines Glücks. 5. Es lehrte mich dein Wort, dich, wie du bist, erkennen, nicht nur dich zitternd Herr, nein, 77 dich auch Vater nennen. So sah ich mein Geschick als Himmels. bürger ein; ich bin nicht, dacht' ich, hier, um ewig hier zu sein. 6. Also hat Gott die Welt und mich in ihr geliebet, daß er mir seinen Sohn und mit ihm alles giebet; sein Kreuz ift mein Gewinn, sein Todeskampf ist mein; ich bin im Leben jetzt und einst im Tode sein. 7. Bald ist des Lebens Bahn, die kurze Bahn, zu Ende. Nimm du, dem ich gelebt, den Geist in deine Hände! Komm, selge Ewigkeit! Ich wart, ich warte dein und stimm' in höhres Lob mit Engelchören ein. Mel. Womit soll ich dich wohl. 111. Bester, weiſefter Regierer aller Welten, Preis sei dir, dir von allen Welten! Führer meiner Tage, Preis von mir! Wer kann dich genug erheben? Millionen gabst du Leben; aller denkst du, denkst auch mein! Könnt' ich dein vergeſsen, dein? 2. Auf der Menschheit hohe Stufe, Herr, erhob mich deine Hand, wo den Schall von deinem Rufe früh ich hörte, früh verstand; und dein ewiges Erbarmen, Vater, zog mit Vater 78 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. armen in der Kindheit mich zu dir, zeigte Jesum Chriftum mir. 3. Ower zählt sie, alle Freuden, die mir deine Güte gab? Jn die Wüste meiner Leiden strömte mir dein Troft herab. O wie manche meiner Klagen in der Prüfung Jammertagen hast du, Vater, schon gestillt, mich mit Kraft und Licht erfüllt! 4. Meiner Trübsal bange Stunden flohen durch dein Wort dahin. Welche Nächte sind verschwunden! Durch dich bin ich, was ich bin. Ewig wirst du wohl es machen. Du bist mächtig in den Schwachen; tausendmal erfuhr's mein Herz. Sende Freude, sende Schmerz! Mel. Ich will dich lieben, meine. 5. Fliehn mich Brüder, fliehn mich Freunde, ist mir jede Freude 112. Wenn ich mit ftumm, und umringen stets mich Feinde, Not und Schwachheit um und um; ob auch alle Tröster weichen Helfer, Retter ohne gleichen! du wirst mein Erbarmer sein; lebend, sterbend bin ich dein. 6. Besser ist als Freud' und Leben, Vater, deine Vaterhuld. Tragen will sie mich, vergeben will sie mir der Sünden Schuld. Jesus Christus starb am KreuzeHeil mir! starb für mich am Kreuze und erstand. Ihn bet' ich an, der auch mich erwecken fann. 7. O der seligsten Verbindung, Allerheiligster, mit dir! Deiner Vaterhuld Empfindung, Vater, gieb sie täglich mir. Täglich bist du mir so nahe. Was ich höre, seh, empfahe, zeige mir, mein Vater, dich, knüpfe fester dich und mich! 8. Jeden Abend laß mich fester, treuer mich im Glauben ſein, näher dir, du Allerbester, deiner herzlicher mich freun. Mach mich jede Stunde reiner, daß in jeder Stunde meiner sich dein Vaterherz erfreu! Mach bis an den Tod mich treu! frommem Ernst die Wege, die, Gott, mich deine Hand geführt, die Lieb' und Weisheit überlege, mit der mein Schicksal du regiert, dann falt' ich meine Hände dir; des Dankes Thrän' entfließet mir. 2. Von deinem hocherhabnen Throne sahst du mit Blicken voller Huld auf mich, der ich im Staube wohne, trugst mich mit Langmut und Geduld. Mit Wohlthat sättigtest du mich, und was ich bin, ward ich durch dich.dk Die Erhaltung und Regierung. 3. Vom Stammeln meiner Kindertage bis zu dem dankenden Gebet, mit dem dich nun für Freud' und Klage, Allgütiger, mein Herz erhöht, verließ mich deine Treue nicht; in Finsternis warst du mein Licht. 4. Dich will ich preisen, dich erhöhen, so lange mich dein Arm erhält, will voll Vertrauen auf dich sehen, auf dich, der, wenn die Welt zerfällt und wenn der Himmel selbst vergeht, doch ewig bleibt und ewig steht. 5. 3war meinen Blicken ist verborgen, was noch der Zukunft Nacht verhüllt. Doch sollt' ich darum ängstlich sorgen? Haft du nicht stets dein Wort erfüllt, das dem, der treu ist seiner Pflicht, auch Hülf' und Schuß von dir verspricht? 6. Du wirst mir Kraft und Weisheit geben, zu thun, was mein Beruf gebeut, den schwachen Mut in mir beleben, mich rüsten zu dem schwersten Streit. Auch wo mein Fuß auf Dornen tritt, geht, Vater, deine Liebe mit. 7. Mein höchstes Gut sei weise Freude, wenn mir des Glückes Sonne scheint; sei Christenmut da, wo ich leide und ungesehn mein Auge weint; sei Glaub' an Gott und Gottes 79 Sohn, sei einst des ewgen Lebens Lohn! Mel. Wie schön leucht't uns der M. 113. Noch fiehet nicht, o Sterblicher, dein dunkler Blick, was Gott, der Herr, im Stillen schon bereitet. Von stiller Größe zeugt sein Gang. Dir dünket wohl der Weg zu lang, auf dem das Gute schreitet. Ruhig, mutig kannst du trauen. Gott wird bauen seinen Garten und den Keim des Guten warten. 2. Es feimt, es feimt, es wächset groß, das Saatkorn, in dem stillen Schoß der Zeit bei Druck und Leiden. Als schönre Pflanze aufzustehn, muß es in die Verwesung gehn, der Hülle sich entkleiden. Doch lebt, doch hebt sich die Fülle, die die Hülle hält verborgen; herrlich steht sie da am Morgen. 3. Die Morgensonne kommt gewiß, muß gleich erst Licht und Finsternis in furzem Kampfe liegen. Ist nur die Dämmerung vorbei, dann wird, von düstern Nebeln frei, der Glanz der Wahrheit siegen. Herrlich hebt sich dann die Sonne, und mit Wonne jauchzen Geister: Preis und Dank dem Weltenmeister! 80 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 4. Verstummend, Vater, preif' ich dich und flehe Vater, höre mich-: Dein herrlich Reich laß kommen! Es kommt, es kommt gewiß, dein Reich! Schon ist es da, mit ihm zugleich Heil allen deinen Frommen. Dein Sohn hat schon es gegründet; einst verbindet freut euch, Brüder!- dort uns Wahrheit, Tugend wieder. Mel. Dir dank' ich für mein Leben. 114. Was auch von bösen Tagen die Unzufriednen sagen, fag' ich doch tausendmal: Die Welt, in der wir leiden, giebt uns auch viele Freuden; die Welt ist doch kein Jammerthal. 2. Der liebe Gott verbindet, weil er's für gut befindet, mit unserm Leben Not, und wahrlich schmecken Freuden am besten nach den Leiden, wie nach der Arbeit Trank und Brot. 3. Die allerbesten Dinge schäßt oft der Mensch geringe, der gute Tage hat; doch nach des Winters Plage wird man der schönen Tage des lieben Frühlings nimmer satt. 4. Man betet recht von Herzen, wenn man nach Not und Schmerzen auch wieder Ruh erhält. So läßt aus Sorg' und Mühen Gott Segen uns erblühen, wenn's seiner Weisheit so gefällt. 5. Zwar giebt's viel arme Leute; es war und ist noch heute die Welt derselben voll. Viel arme Kranke liegen jetzt in den letzten Zügen, und keinem ist beständig wohl. 6. Was aber würd' auf Erden doch aus dem Menschen werden, wenn's anders ging als nun? Wenn jeder Schäße zählte und feinem etwas fehlte, so würde feiner Gutes thun. 7. Es soll die Not auf Erden ein Band der Liebe werden; sie soll es mir auch sein. Seh' ich den Nächsten leiden, so will ich ihm mit Freuden mein Herz und meinen Beistand weihn. 8. Und ist mein eignes Leben mitTraurigkeit umgeben, währt's doch nur kurze Zeit! Dann geht nach allem Jammer mein Leib zur Ruhekammer, mein Geist zur Himmelsherrlichkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott. 115. Groß ist der Herr; die Berge zittern vor seiner Gottesmajestät, wenn er in dunklen Ungewittern, der Heilige, vorübergeht. Doch Liebe strömt Die Erhaltung und Regierung. aus seiner Hand in finstern wirf seiner Huld dich in den Wolken auf das Land. Arm! 81 2. Vom Raum, wo sich der Halm entfaltet, bis zu der letzten Sonn' hinaus herrscht sein Geset; als Vater waltet er durch das große Weltenhaus. Der Leben giebt und Freude schafft, mit Liebe waltet er und Kraft. 4. O schwinge dich empor vom Staube, verfinstern deine Tage sich; zu ihm blick auf und bet und glaube! Versagend auch erhört er dich; doch nie enthüllt die Ungeduld das heilge Dunkel seiner Huld. 5. Vertraue Gottes Vater3. Vermiß dich nicht, mit händen, wenn er den frömmihm zu rechten; mit Demut sten Wunsch versagt! Was hier nahe dich dem Herrn! In noch fehlt, wird er vollenden, trauervollen Mitternächten ist wo dir ein neues Leben tagt. dir der Ewige nicht fern; mit Es ruhn im engen Raum der deinem Frieden, deinem Harm Zeit die Keime deiner Ewigkeit. 3. Der Ratschluß Gottes zu unsrer Erlösung. Mel. Beladner Geist, den Zorn und. Geschlechte, die Ewigkeit vermählt sich mit der Zeit. Das 116. Liebe, die den Leben selbst wird Mensch, wie Himmel hat zerrissen, die sich zu uns ins Elend niederließ, wie viele Not hast du erdulden müssen, die dich dein Mitleid willig tragen hieß! O unerhörter Liebesrat, der selbst des Vaters Wort ins Fleisch geſenket hat! 2. Die Li giebt uns Sündern Kindesrechte, verbrüdert ist uns die Barmherzigkeit; der Himmel naht dem sterblichen wir, der Glanz der Herrlichkeit, das Licht, o Herr, von dir. 3. In ihm wird nun die Menschheit ausgeföhnet, die Reinigkeit der Seelen wiederbracht. Sie wird von Gott mit Ehr und Preis gekrönet, weil sie der Sohn ihm angenehm gemacht. Die Menschheit wird nun ganz erneut und als ein Tempel Gott zur Wohnung eingeweiht. ad co 4** 82 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 4. Die Weisheit wohnt nun wieder auf der Erden, da neu das Paradies im Menschen grünt. Nun können wir aus 117. Gedante, der uns Gott geboren werden, weil die Geburt des Herrn uns dazu dient. Die neugeborne Seele spürt, daß sie ein andrer Geist, von Gott gegeben, rührt. 5. Die Sünde kann uns auch nicht mehr verdammen, weil sie in Chrifto selbst verdammet ist. Sie kann die Seele nicht zur Lust entflammen, in die sich Christi Liebesgeist ergießt. Ich fühle seinen sanften Trieb; er läßt die Seele nicht, er hat sie viel zu lieb. 6. Ich habe nun ein ewig Leben funden; viel Reichtum, Ehr und Freude schenkt er mir. Ich bin mit ihm, er ist mit mir verbunden, den ich in mir im Geist und Glauben spür. Ich bin vergnügt und ganz gestillt, weil mir der lautre Strom aus seiner Liebe quillt. 7. Auf, auf, mein Geist, vergiß die Trauerlieder, erhebe dich aus deiner dunklen Nacht! Des Himmels Kraft und Glanz umstrahlt dich wieder, und das Verlorne ist zurückgebracht. O welch ein herrlicher Gewinn, daß ich in Christo nun Gott wohlgefällig bin! Leben giebt, welch Herz vermag dich auszudenken:„ Also hat Gott die Welt geliebt, uns seinen Sohn zu schenken!" 2. Hoch über die Vernunft erhöht, umringt mit heilgen Finsternissen, füllst du mein Herz mit Majestät und stilleſt mein Gewissen. 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Lauf und Bau ergründen, und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm' empfinden. 4. So kann mein Geist den hohen Rat des Opfers Jesu nicht ergründen, allein das Göttliche der That, das kann mein Herz empfinden. 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ am Kreuze meine Schuld getragen, mein Gott und mein Erlöser ist, so werd' ich angstvoll zagen. 6. Jst Christi Wort nicht Gottes Sinn, so werd' ich ewig irren müssen und, wer Gott iſt, und was ich bin und werden soll, nicht wissen. 7. Nein, diesen Trost der Christenheit soll mir kein frecher Der Ratschluß Gottes zu unsrer Erlösung. Spötter rauben; ich fühle seine Göttlichkeit und halte fest am Glauben. 8. Des Sohnes Gottes Eigentum, durch ihn des ewgen Lebens Erbe, dies bin ich, und das ist mein Ruhm, auf den ich leb' und sterbe. 9. Er giebt mir seinen Geist, das Pfand, daran wir seine Liebe merken, und bildet uns durch seine Hand zu allen guten Werken. 10. So lang ich seinen Willen gern mit einem reinen Herzen thue, so fühl' ich eine Kraft des Herrn und schmecke Fried' und Ruhe. 13. Kann unsre Lieb' im Glauben hier für den, der uns geliebt, erkalten? Dies ist die Lieb, o Gott, zu dir, dein Wort von Herzen halten. 83 11. Und wenn mich meine Sünde kränkt und ich zu seinem Mel. Nun freut euch lieben Christen. Kreuze trete, so weiß ich, daß 118. Auf, Chriften, laßt er mein gedenkt und thut, warum ich bete. 12. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, daß ich, erwecket aus der Erde, wenn er sich zum Gericht erhebt, im Fleisch ihn schauen werde. 14. Erfüll mein Herz mit Dankbarkeit, so oft ich deinen Namen nenne, und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne. 15. Soll ich dereinst noch würdig sein, um deinetwillen Schmach zu leiden, so laß mich keine Schmach und Bein von deiner Liebe scheiden. 16. Und soll ich, Gott, nicht für und für des Glaubens Freudigkeit empfinden, so wirk' er doch sein Werk in mir und reinge mich von Sünden. 17. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt- so laß mich noch im Tode denken wie follt' uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht alles schenken? uns unsern Gott mit frohem Dank erheben! Er hat nicht Lust an unserm Tod, will, daß wir ewig leben. Was uns zum Heile nötig ist, das hat er uns durch Jesum Chrift erbarmungs. voll bereitet. 2. Nach seinem gnadenvollen Rat kam er, sein Sohn, auf Erden, von unsrer Schuld und Missethat ein Retter uns zu werden. Er ward's und hat sein Werk vollbracht und sich nach kurzer Grabesnacht zum Himmel aufgeschwungen. 84 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 3. Wo ist des Todes Herrschaft nun? Hier ist sein Überwinder. Die Furcht des Todes wegzuthun, starb er, das Heil der Sünder. Gebrochen ist uns nun die Bahn, die von der Erd' uns himmelan zur ewgen Wonne leitet. 4. Wie hat uns doch der Herr so lieb, wie sucht er unser Bestes! Er giebt für uns aus freiem Trieb sein Liebstes und sein Größtes. Preis ihm, der so viel an uns thut! Preis seinem Sohn, der uns zu gut sich bis zum Tod erniedrigt! 5. Was er zum Leben uns verschafft, das ist in seinen Händen. Sein ist das Reich, ſein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns erwarb, als er für uns am Kreuze starb. Wohl allen, die ihm trauen! 6. O laßt uns ihm uns anvertraun und seine Stimme hören, auf seine Mittlershülfe baun, ihn mit Gehorsam ehren. Das ist der Weg zum wahren Wohl, der Weg, auf dem man friedevoll auch schon auf Erden wandelt. 7. Herr, leite selbst uns die sen Pfad, zeuch uns zu deinem Sohne, daß Glaub' an ihn auch mit der That in unsern Herzen wohne. So haben wir an seinem Heil zur Freude für uns ewig teil, so preisen wir dich ewig. Mel. Wachet auf, ruft uns die. 119. Herr, wir fingen deiner Ehre. Erbarm dich unser und erhöre, nimm gnädig unser Loblied an! Herr, wir danken voll Entzücken; wo ist ein Gott, der so beglücken, so lieben und so segnen kann? Der Gott, den wir erhöhn, er, deffen Heil wir sehn, ist die Liebe; schon vor der Zeit, in Ewigkeit war Gott die Liebe, wird sie sein. 2. Um zu dir uns zu erheben, hauchst du in unsre Brust das Leben und schenkest uns der Erde Glück. Um zu dir uns zu erheben, entziehst du unsrer Brust das Leben und schenkest uns des Himmels Glück. Du giebst das Leben, Gott, du sendest uns den Tod nur zum Segen, bist liebevoll; nur unser Wohl, nicht unser Elend schaffeft du. 3. Als wir, von der Sünde Plagen gequält, in unserm Elend lagen und Nacht des Todes uns umfing, fern von deiner Wahrheit Pfade, da war es, Der Ratschluß Gottes zu unsrer Erlösung. Gott, als deine Gnade erbarmend vor uns über ging. Da rief der Liebe Blick ins Leben uns zurück; von der Sünde, von ihrer Nacht sind wir erwacht, erwacht, um Gottes Licht zu sehn. 4. Preiset ihn, ihr Jubellieder! Zur Erde stieg sein Sohn hernieder, ward Mensch und starb der Sünder Tod. Christus hat den Tod bezwungen; ein neues Lied werd' ihm gesungen! Uns fegnet und begnadigt Gott. Wir sind mit ihm versöhnt; ihr Lobgesänge, tönt, tönt zum Himmel! erschallt schon hier! einst knieen wir an seinem Thron und beten an. Mel. Wachet auf, ruft uns die. 120. Herr, welch Heil kann ich erringen, in welche Höhn darf ich mich schwingen! Mein Wandel soll im Himmel sein. O du Wort voll heilgen Bebens, voll Wonne, Wort des ewgen Lebens: Im Himmel soll mein Wandel sein! Ich sink' erstaunend hin, empfinde, wer ich bin, wer ich sein kann. Ich trage noch des Todes Joch; im Himmel soll mein Wandel sein! 2. Schwing dich denn in diese Höhen und lern im Lichte Gottes sehen, wer du, versöhnte 85 Seele, bist! Mit dem göttlichsten Entzücken wirst du in diesem Licht erblicken, wer, Seele, dein Verföhner ist. Du, durch sein Opfer rein und stark, dich ihm zu weihn, siehst in Jesu, des Vaters Sohn, des Glaubens Lohn, ihn, unsern Herrn und unsern Gott. 3. Wort vom Anfang! Wunderbarer! o du, der Gottheit Offenbarer! Den Erdkreis deckte Dunkelheit; du erschienst, du, Licht vom Lichte; wir schaun in deinem Angesichte nun deines Vaters Herrlichkeit. Nicht Wahrheit nur, auch Ruh strahlst du uns, Gottmensch, zu, Seelenfrieden! Du hast's vollbracht! Des Irrtums Nacht, der Sünde dunkle Nacht ist hin. 4. Wenn die Seel' in tiefe Stille versunken ist, wenn ganz ihr Wille der Wille des ift, der sie liebt; wenn ihr inniges Vertrauen, ihr freudig Hoffen fast zum Schauen emporsteigt; wenn sie wiederliebt und nun wahrhaftig weiß, dein Kampf und Todesschweiß, Gottversöhner, dein Blut am Kreuz, dein Tod am Kreuz versöhn, o Herr, versöhn' auch sie- 5. O dann ist ihr schon gegeben ihr neuer Nam' und ewigs Leben, im Himmel ist ihr Wandel 86 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. dann. Stark, den Streit des Mel. Wie groß ist des Allmächtgen. Herrn zu streiten, ſieht sie die 122. Was wär' ich ohne Krone schon von weiten, die Kron' am Ziel, und betet an: Preis, Ehr und Stärk' und Kraft sei dem, der uns erschafft, ihm zu leben! Preist, Cherubim und Seraphim! Ruhm und Dank sei ihm! Anbetung, dich gewesen? und ohne dich, was würd' ich sein? Zu Furcht und Ängsten auserlesen, stünd' ich in weiter Welt allein. Nichts wüßt' ich sicher, was ich liebte; die Zukunft wär' ein dunkler Schlund; und wenn mein Herz fich tief betrübte, wem thät' ich meine Sorge fund? Mel. Lobt Gott, ihr Christen all. 121. Singt dem VerSingt dem Ver. 2. Finsam verzehrt von Lieb' söhner, singt ihm Dank! Herr Gott, dir danken wir. Es danket dort der Lobgefang der Überwinder dir. und Sehnen erschien mir nächtlich jeder Tag. Ich folgte nur mit heißen Thränen dem wilden Lauf des Lebens nach. Ich fände Unruh im Getümmel und hoffnungslosen Gram zu Haus. Wer hielte ohne Freund im Himmel, wer hielte da auf Erden aus? 2. Er, welcher schon vom Anbeginn der Welt mein Retter war, wird Fleisch und Blut, wie ich es bin; wie göttlich wunderbar! 3. Der Sünder soll verföhnet sein, und du erbarmest dich und duldest Kreuz und Todes pein für eine Welt, für mich. 4. Es schrecket uns nun fein Gericht und keine Hölle mehr, denn du bist unsre Zuversicht, du bist's, Unendlicher! 5. Im Staube lieg' ich und bet' an! Vernimm den schwachen Dank; einst sagt, was du an mir gethan, ein höhrer Lobgesang. 3. Hat Christus sich mir fund gegeben, und bin ich seiner erst gewiß, wie schnell verzehrt ein lichtes Leben die bodenlose Finsternis! Mit ihm bin ich erst Mensch geworden, das Schicksal wird verklärt durch ihn; durch ihn muß mir im falten Norden ein Paradies im Herzen blühn. 4. Das Leben wird zur Feierstunde, die ganze Welt. haucht Lieb' und Lust. Ein heilend Kraut wächst jeder Wunde, und Der Ratschluß Gottes zu unsrer Erlösung. frei und voll klopft jede Brust. Für alle seine tausend Gaben bleib' ich sein demutvolles Kind, gewiß, ihn unter uns zu haben, wenn auch nur zwei versammlet sind. das Todeswort: Zu Staube werde! verschlang der Hoffnung Überreft. 87 5. O, geht hinaus auf allen Wegen und holt die Irrenden herein, streckt jedem eure Hand entgegen und ladet froh sie zu uns ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden, im Glauben schauen wir ihn an; die eines Glaubens mit uns werden, auch denen ist er aufgethan. 6. Ach, unser Herz war durch die Sünde aus Gottes Angesicht verbannt. Wir irrten in der Nacht, wie Blinde, von Reu und Lust zugleich entbrannt. Der Sinne Luft hielt an der Erde Mel. Valet will ich dir geben. den bebenden Gefangnen feſt; 123. Aus irdiſchem Ge 7. Da kam ein Heiland, ein Befreier, ein Menschensohn voll Lieb' und Macht, und hat ein allbelebend Feuer in unserm Innern angefacht. Nun sahen wir den Himmel offen als unser altes Vaterland; wir konnten glauben nun und hoffen und fühlten uns mit Gott verwandt. 8. Seitdem entschwand bei uns die Sünde und fröhlich wurde jeder Schritt. Man teilte schon dem zarten Kinde als Kleinod diesen Glauben mit. Durch ihn geheiligt zog das Leben vorüber wie ein selger Traum, und ewger Lieb' und Lust ergeben bemerkte man den Abschied kaum. 9. Noch steht in wunderbarem Glanze der heilige Geliebte hier. Gerührt von seinem Dornenkranze und seiner Treue weinen wir. Ein jeder Mensch ist uns willkommen, der seine Hand mit uns ergreift und, in sein Herz mit aufgenommen, zur Frucht des Paradieses reift. tümmel, wo Glück und Luft vergeht, wer zeigt den Weg zum Himmel, wohin die Hoffnung steht? Wer leitet unser Streben, wenn es das Ziel vergißt? Wer führt durchs trübe Leben? Der Weg heißt Jesus Christ. 2. Wenn Irrtum uns befangen, kein Strahl die Nacht durchbricht, wie mögen wir gelangen zu der Erkenntnis Licht? Getrost! es strömt die Klarheit von Gottes ewgem Thron, denn 88 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. Christus ist die Wahrheit, der eingeborne Sohn. 3. Wer schenkt in Not und Leiden, wenn bang das Herz verzagt, die Hoffnung ewger 4. Jesu Sendung und Geburt. Mel. Nun komm, der Heiden. 124. Komm zu deiner Gläubgen Schar, den die Jungfrau uns gebar! Alle Welt erstaunt und rühmt: Solches Werk hat Gott geziemt! 2. Wie die Sonn' aus ihrem Zelt, gehst hervor du, starker Held, eilest freudig auf die Bahn zu dem hohen Ziel binan. 3. Von dem Vater kam dein Lauf, zu dem Vater fuhrst du auf; zu der Gruft stiegst du hinab, auf zum Himmel aus dem Grab. Freuden, daß einst der Morgen tagt? Wer stillt der Seele Beben, gewährt im Tode Ruh? Heil! Jesus ist das Leben, und führt dem Leben zu. 4. Der du bist dem Vater gleich, baue mächtig nun dein Reich, schenk uns deine Gottesfraft, die den Schwachen neu erschafft. 5. Hier aus deiner Krippe bricht in dem Dunkel neues Licht; bei des Glaubens hellem Schein müß' es jede Nacht zerstreun. 6. Lob sei dir, der Jungfrau Sohn! Vater, dir im höchsten Thron! du, des Sohns und Vaters Geist, sei in Ewigkeit gepreist! 125. Laßt uns, Chriſten, hocherfreuet diesen Tag, den Gott geweihet, unsers Heilands Fest begehn! Er, der Völker Heil und Leben, ist vom Vater uns gegeben, und die Erd hat ihn gesehn. 2. Für Geschöpfe, die ihn schmähen, sendet von des Himmels Höhen Gott selbst seinen eignen Sohn. Den der Menschen Aug nicht sahe, und der doch den Menschen nahe, steigt herab von seinem Thron. 3. Wie ein Held kommt er, zu siegen; und vor seiner Macht erliegen Sünde, Tod und Fin sternis. Freudig eilt er, uns zu retten, und erfüllt, was der Propheten und der Seher Mund verhieß. Jesu Sendung und Geburt. Ho reich und seinen lieben Engeln gleich. Gelobt sei Gott! 4. Jesu, unser Heil und Leben, und uns im Himmel mache den der Vater uns gegeben, unser Herz preist dich erfreut. Für dein göttliches Erbarmen sei dir immer von uns Armen Dank und Lob und Preis geweiht. 7. Das hat er alles uns gethan, seine Huld zu zeigen an; des freu' sich alle Christenheit und dank' ihm des in 126. Gelobet feift du, Ewigkeit. Gelobt ſei Gott! Jesu Christ, daß du Mensch geboren bist! Des freuen wir uns Mel. Ein Kindelein so löbelich. immerdar und fingen mit der 127. Wie liebt uns Gott Engelschar: Gelobt sei Gott! 2. Des ewgen Vaters einger Sohn kam herab von seinem Thron. In unser armes Fleisch und Blut verhüllte sich das ewge Gut. Gelobt sei Gott! 3. Den aller Weltkreis nie beschloß, der liegt in Mariens Schoß; er ist ein Kindlein worden klein, der alle Ding' erhält allein. Gelobt sei Gott! 4. Das ewge Licht dringt nun herein, wird der Welt ein neuer Schein; es leuchtet mitten in der Nacht, uns zu des Lichtes Kindern macht. Gelobt sei Gott! 5. Der Sohn des Vaters, Mensch und Gott, fühlt des Pilgerlebens Not; uns Gäst' und Pilger dieser Zeit führt er zu seiner Herrlichkeit. Gelobt fei Gott! 6. Er ist auf Erden kommen arm, daß er unser sich erbarm' so väterlich, uns Sünder, uns Verlorne! Frohlockt, für uns erniedrigt sich sein Sohn, der Eingeborne. Er, der von Gott verheißen war, den eine Jungfrau uns gebar, besieget Tod und Hölle. Lob sei dir, o Jesu Chrift, daß du Mensch geboren bist! Behüt uns vor der Hölle. 2. Wie freudenreich ist diese Zeit. Lobsingt dem Herrn, ihr Frommen! Der Abglanz seiner Herrlichkeit, der Heiland, ist gekommen. Welch eine Huld! Er kam herab, daß er ein Knecht und bis ins Grab für uns gehorsam würde. Schuldlos litt und trug der Sohn, was uns die Geseze drohn und unsrer Strafen Bürde. 3. Gesegnet wird mit Gnad' und Heil, wer nur auf Jesum bauet; der Himmel selbst wird dessen Teil, der gläubig ihm Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. o Jesu, sein? vertrauet. Durch Christum fegnet wohl freundlicher dein Herz, Gott uns nun; denn er ward Mensch, uns wohlzuthun und unser Heil zu gründen. Oder wundervollen Huld, denn er starb für unsre Schuld, für aller Menschen Sünden. 90 4. Jhn preise seine ChristenOst heit für solche große Güte. Sie 129. Ermuntre dich, mein fleh' ihn, daß er allezeit vor Sünden uns behüte. Er wende von uns jeden Wahn, der unsre Seelen blenden kann, damit er uns nicht schade. Dies, Erbarmer, bitten wir, Vater, Sohn und Geist, von dir! Erhalt uns deine Gnade! 5. Heut ist des Paradieses Thor uns wieder aufgethan; der Cherub steht nicht mehr davor. Kommt, kommt und betet an! schwacher Geist und trage groß Verlangen, den Heiland, den der Himmel preist, mit Freuden zu empfangen. Dies ist die Nacht, darin er kam und menschlich Wesen an sich nahm, damit sich seiner Treue die ganze Welt erfreute. 2. Willkommen, Held aus 128. Lobt Gott, ihr Davids Stamm, du König aller Ehren! Willkommen, Jesu, Gottes Lamm! ich will dein Lob vermehren; ich will dir all mein lebenlang von Herzen sagen Preis und Dank, daß du, da wir verloren, für uns bist Mensch geboren. 3. O wie ist deine Huld so groß! ich kann sie nimmer faffen. Du hast dich aus des Vaters Schoß zu uns herabgelassen. Hier wartete dein nichts als Not, Verachtung, Kummer, Schmerz und Tod, und doch kamst du auf Erden, der Menschen Christen, all zugleich auf seinem höchsten Thron, der heut aufschleußt sein Himmelreich und schenkt uns seinen Sohn. 2. Er kommt aus seines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein; er liegt dort elend, nackt und bloß in einem Krippelein. 3. Er äußert sich all sein'r Gewalt, wird niedrig und gering, nimmt an sich eines Knechts Gestalt, der Schöpfer aller Ding. 4. Er wird ein Knecht und ich ein Herr, das mag ein Wechsel sein. Wie könnte doch| Heil zu werden. Jesu Sendung und Geburt. 4. O große That! o WunderMel. Von Gott will ich nicht lassen. nacht, von Engeln felbft be. 130. Mit Ernst, o sungen! du hast den Mittler uns gebracht, der Leben uns errungen. In dir erschien der starke Held, der alles schuf und noch erhält, der Freund der Menschenfinder, des Todes Überwinder. 5. O du, des Vaters einges Kind, du Hoffnung aller Frommen, durch den nun Gottes Kinder sind, die dich, Herr, aufgenommen, komm, Jesu, in mein Herz hinein und laß es deine Wohnung sein. Dahin geht mein Verlangen, dich würdig zu empfangen. 91 6. Du, des fich meine Seele freut, mein höchstes Gut, mein Leben, was soll ich dir aus Dankbarkeit für deine Treue geben? Herr, was ich hab' und was ich bin, das geb' ich dir zu eigen hin; mich soll kein Glück, kein Leiden von deiner Liebe scheiden. Menschenkinder, bereitet euch dem Herrn. Er kommt, das Heil der Sünder, er rettet ſie so gern. Er kommt, den Gott allein aus Gnaden uns zum Leben versprochen hat zu geben; ihr könnt nun selig sein. 2. Kommt, reinigt eure Seelen; seid heilig, seid bereit, was ihm gefällt, zu wählen, zu fliehn, was er verbeut! Eilt willig in sein Reich; verabscheut und verlaffet, was euer König haffet; vertraut ihm, beffert euch. 3. Ein Herz, das Demut liebet, das will der Herr erhöhn; ein Herz, das Hochmut übet, das wird zu Grunde gehn. Ein Herz, das lauter ist und folget Gottes Leiten, das kann fich recht bereiten, zu dem kommt Jesus Christ. 4. Ach mache du mich Armen in dieser Gnadenzeit aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit; zeuch in mein Herz hinein; o komm mit deinem Segen! Ich harre dir entgegen, mich ewig dein zu freun. 7. Lob, Preis und Dank, Herr Jesu Christ, sei dir von mir gesungen, daß du mein Bruder worden bist und hast die Welt bezwungen. O hilf mir deine Freundlichkeit stets preisen in der Gnadenzeit und ewig dich dort oben mit allen 131. Dies iſt der Tag Selgen loben. der Fröhlichkeit, den Gott selbst 92 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. hat erforen; dies ist die gnadenreiche Zeit, da Jesus ward geboren. Drum singen heut wir hoch erfreut: Herr, dir sei Preis in Ewigkeit! 2. Heut hat der Herr den Sündenstand der ganzen Welt gewendet und gnädig zum Erlösungspfand ihr seinen Sohn geſendet. Drum singen heut wir hoch erfreut: Herr, dir sei Preis in Ewigkeit! 3. Wer wollte denn sein Herz wohl heut zur Fröhlich feit nicht lenken? den Anfang seiner Seligkeit mit Andacht nicht bedenken? Drum singen heut wir hoch erfreut: Herr, dir sei Preis in Ewigkeit! 5. Nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom Himmelszelt als dein getreues Lieben, womit du alle Welt in ihren Pie soll ich dich tausend Plagen und großer Jam merlaft, die fein Mund kann aussagen, so feft umfangen haft. 6. Das schreibt in eure Herzen, Betrübte! flagt nicht. mehr; zagt nicht in euren Schmerzen, als ob fein Helfer wär! O sehet auf! ihr habet den besten Helfer nah; der eure Seele labet, der treue Freund ist da. Mel. Valet will ich dir geben. 132. Wie soll ich dich empfangen, und wie begegn' ich| dir, o aller Welt Verlangen, o meiner Seele Zier? O Jesu, Jesu, zünde dein Licht im Herzen an, damit ich recht ergründe, was dich erfreuen kann! 3. Was hast du unterlassen zu meiner Seligkeit, da über alle Maßen mich drückte Schmerz und Leid? Als mir das Reich genommen, da Fried' und Freude lacht, bist du, mein Heil, gekommen und hast mich froh gemacht. 4. Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los. Ich stand in Schmach und Schanden, du kommst und machst mich groß und hebst mich hoch zu Ehren, schenkst große Güter mir, die nimmer sich verzehren und bleiben für und für. 2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin, und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn. Es soll mein Herz dir grünen in stetem Lob und Preis; dir soll es ewig dienen, so gut es kann und weiß. 7. Auch dürft ihr nicht erschrecken vor eurer Sündenschuld. Nein, Jesus will sie si Jesu Sendung und Geburt. decken mit seiner Lieb' und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zum Troft und wahren Heil, schafft, daß bei Gottes Kindern verbleib' ihr Erb' und Teil. 8. Laßt eure Feinde dräuen und weichet nicht zurück. Der Herr wird sie zerstreuen in einem Augenblick. Er kommt, er kommt, ein König, dem alle Macht und List der Hölle viel zu wenig zum Widerstande ist. 9. Er kommt zum Weltge richte, zum Fluch dem, der ihm flucht, mit Gnad' und selgem Lichte dem, der ihn liebt und sucht. Ach komm, ach komm, du Sonne, und führ uns all zugleich zu ewger Freud' und Wonne in deinem Friedensreich! Mel. Nun komm, der Heiden. 133. Gott sei Dank in aller Welt, der sein Wort beständig hält und der Sünder Troft und Rat zu uns her gesendet hat. 2. Was der alten Väter Schar höchster Wunsch und Sehnen war und noch mehr, als sie erbat, ward erfüllt nach Gottes Rat. 3. Hier ist mehr als Davids Sohn; unvergänglich ist sein 93 Thron. Gottes Sohn, o Sünderwelt, hat sich treulich eingestellt. 4. Sei willkommen, o mein Heil! Hosianna, o mein Teil! Richte selbst dir eine Bahn auch in meinem Herzen an. 5. Zeuch, du Ehrenkönig, ein, es gehöret dir allein. Mach es, wie du gerne thust, rein von schnöder Sündenluft. d 6. Wie du voller Sanftmut famst, aller Sünde auf dich nahmst, segne mich auch jeder zeit deine milde Freundlichkeit. 7. Tröste, tröste meinen Sinn, weil ich schwach und hülflos bin, daß ich auf der Glaubensbahn treu dir bleibe zugethan; 8. Daß, wenn du, o Lebensfürft, herrlich wiederkommen wirst, ich dir mög' entgegen gehn und gerecht vor dir bestehn. Mel. Lobt Gott, ihr Christen, all. 134. 134. Jesu Christe, Gottes Sohn, wie kommst du doch zu mir von deinem hohen Himmelsthron? Wie dank, wie dank' ich's dir? 2. Ich bin's nicht wert, daß du mich liebst, o großer Him. melsfürst, mir solche Freud' und Ehre giebst, ja selbst mein eigen wirst. 94 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 3. Ach komm, du edler Gottesheld, komm in mein Herz hinein! du Heiland dieser ganzen Welt, du willst mein Bruder sein. disl stor 4. Sei mir willkommen tausendmal, du werter Freund und Gast, in diesem armen Thränenthal! Du bringst mir Freud' und Raft. 5. Gerechter König, gieb mir doch Licht und Gerechtigkeit; nimm weg von mir das Sündenjoch, Stolz, Erdenluft und Neid! 6. Laß Gnade nun für Recht ergehn, gieb Friede nach dem Krieg, und muß ich einen Kampf bestehn, verleih mir Kraft und Sieg! 7. Mit Demut schmücke du mich fein und gieb mir deinen Sinn! O Herr, ich will dein eigen sein; nimm meine Sünden hin! Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkelheit, und dieses Welt- und Himmelslicht weicht hundert. tausend Sonnen nicht. 2. Schau hier, schau hier, o meine Seele, in Bethlehem dies kleine Haus. Von da, aus dieser dunklen Höhle, ging Licht für alle Zeiten aus. Es treibet weg der Hölle Macht, es strahlt in deiner Leiden Nacht. 8. Auf, machet Bahn, der Held kommt an! Auf, macht die Thore weit. Es danke, wer nur danken kann; jetzt ist es Dankens Zeit. 3. Es strahlt herab von Himmelshöhen und bringt dir Himmelsseligkeit. Wenn Sterne, Sonn' und Mond vergehen, ja durch die ganze Ewigkeit wird dieses Licht mit seinem Schein dein Himmel und dein alles ſein. 4. Laß nur indessen helle scheinen dein Glaubens- und dein Liebeslicht. Mit Gott mußt du es treulich meinen, sonst hilft dir diese Sonne nicht. Willst du genießen ihren Schein, so darfst du nicht mehr dunkel sein. 5. Drum, Jesu, schöne Weihnachtsonne, bestrahle mich mit deiner Gunst. Sei meinem Herzen Licht und Wonne und Mel. Ich will dich lieben, meine. 135. Dies Dies ist die Nacht, lehre mich die selge Kunst, wie da mir erschienen des großen Gottes Freundlichkeit. Das ich, des Weihnachtsglanzes voll, in deinem Lichte wandeln soll. Jesu Sendung und Geburt. Mel. Gottes Sohn ist kommen. 136. Den die Engel droben mit Gesange loben, der ist nun erschienen, liebend uns zu dienen, ja für uns sein Leben in den Tod zu geben. 2. Arm ift er geboren, uns, die wir verloren, mit sich selbst zu füllen, unsre Not zu stillen und mit Himmelsgaben unser Herz zu laben. 3. Freut euch seiner, alle! Singt mit lautem Schalle! Jauchzt, ihr Cherubinen und ihr Seraphinen! Himmel und die Erde seines Ruhms voll werde. 4. Du auch, meine Seele, seinen Ruhm erzähle! Sing ihm Freudenlieder, opfre dich ihm wieder! Preis ihn, den dort oben alle Engel loben! Mel. Lobt Gott, ihr Christen, all. 137. Also hat Gott die Welt geliebt, daß er aus freiem Trieb den eingebornen Sohn uns giebt. Wie hat uns Gott so lieb! 2. Was sein erbarmungsvoller Rat schon in der Ewig. keit zu unserm Heil beschlossen hat, vollführt er in der Zeit. 95 3. Im Fleische wird Gott offenbar Geheimnis hehr Schoße war, den trägt Mariens und groß! Der in des Vaters Schoß. 4. Ich freue mich, mein Heil, in dir! du wirst ein Mensch, wie ich, daß ich mit Gott sei, Gott mit mir. Wie sehr beglückst du mich! 5. Du, Sohn des Allerhöchsten, wirst mir Rat und Kraft und Held, mein Vater und mein Friedefürst, du Heiland aller Welt. 6. Was mir zum Seligsein gebricht, schafft deine Lieb' auch mir, Versöhnung, Leben, Kraft und Licht. Wie viel hab' ich an dir! 7. Dein Mangel wird mein reiches Teil, dein Leiden stillt mein Leid; durch deine Demut, Herr, mein Heil, gewinn' ich Herrlichkeit. 8. Gelobt sei Gott! gelobt sein Sohn, durch den er Gnad' erweist! Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron! Erheb ihn auch, mein Geist! Mel. Wir Christenleut hab'n. 138. Auf, schicke dich, recht feierlich des Heilands Fest mit Danken zu begehen! Lieb' 96 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. ist der Dank, der Lobgesang, durch den wir ihn, den Gott der Lieb, erhöhen. Sprich dankbar froh: Also, also hat Gott die Welt in seinem Sohn geliebet! wer bin ich, Herr, daß du mich so herrlich hoch in deinem Sohn geliebet? 3. Er, unser Freund, mit uns vereint, zur Zeit da wir noch seine Feinde waren, er wird uns gleich, um Gottes Reich und seine Lieb' im Fleisch zu offenbaren. 4. An ihm nimm teil! er ift das Heil; thu täglich Buß und glaub an seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, der Herr, Herr! spricht und doch nicht sucht sein Beispiel nachzuahmen. 5. Aus Dank will ich in Brüdern dich, dich Gottes Sohn, bekleiden, speisen, tränken, der Frommen Herz in ihrem Schmerz mit Troft erfreun und dein dabei gedenken. 6. Rat, Kraft und Held, durch den die Welt und alles ist im Himmel und auf Erden, die Christenheit preist dich erfreut, und aller Knie soll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den Herrn! er hilft uns gern, und wer ihn sucht, den wird sein Name trösten. Hallelujah, Hallelujah! Freut euch des Herrn und jauchzt ihm, ihr Erlösten! Mel. Vom Himmel hoch da komm. 139. Dies ist der Tag, den Gott gemacht; sein werd' in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Chrift im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward; da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder faffen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still; er betet an, und er ermißt, daß Gottes Lieb' unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad' erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit teil, erscheinst im Fleisch und wirft uns Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir! Ich komm, im Buche steht von mir; Gott, deinen Willen thu' ich gern." Gelobt sei, der da kommt vom Herrn! Jesu Sendung und Geburt. 6. Herr, der du Mensch geboren wirft, Immanuel und Friedefürft, auf den die Väter hoffend sahn, dich bet' auch ich, mein Heiland, an. Licht. Gott, der uns nicht ver. stößt, hat uns zum Heil und Leben selbst seinen Sohn gegeben; durch ihn sind wir erlöft. 2. Erlöst! o welche Liebe hat uns der Herr erzeigt, mit wel. chem Vatertriebe sein Herz uns zugeneigt. Von seiner Himmel Thron kommt, Rettung vom Verderben uns Sündern zu erwerben, fein eingeborner Sohn. 3. Er kommt zu uns auf Erden in tiefer Niedrigkeit, nimmt auf sich die Beschwer. den von unsrer Pilgerzeit, ent. hält sich seiner Macht, verleug. net Himmelsfreuden, bis er durch Todesleiden sein großes Werk vollbracht. 4. Er hat's vollbracht! O bringet Gott euren Lobgesang, erlöfte Menschen, finget dem Mittler ewig Dank! Wo niemand helfen kann, da hilft er aus Erbarmen, wird Licht und Trost uns Armen. O nehmt ihn gläubig an. 5. Du Freund der Menschenfinder, verwirf uns, Jesu, nicht. Dein Name, Heil der Sünder, ist unsre Zuversicht. Gieb un Mel. Aus meines Herzens Grunde. 140. Erhebt den Herrn, fern Seelen Ruh; hilf jeden Reiz zu Sünden uns glücklich überwinden, gieb Mut und Kraft dazu! 7. Du, unser Heil und höchftes Gut, vereineft dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Majestät! du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke voller Seligkeit! du bist es, der das Herz erfreut. 9. Durch eines Sünde fiel die Welt; ein Mittler ist's, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schüßt, der in des Vaters Schoße sitzt? 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt, und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied. 11. Dies ist der Tag, den Gott gemacht; sein werd' in aller Welt gedacht! Ihn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. ihr Frommen! Er hält, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Völker Trost und 97 5 98 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 6. Dich wollen wir erheben hier und in Ewigkeit, wo uns ein beffres Leben vor deinem Thron erfreut. Dann sind wir ewig dein, und nichts wird uns mehr fehlen; dann werden unsre Seelen vollkommen selig sein. Mel. Lobt Gott, ihr Christen, all. 141. Er kommt, er fommt, der starke Held voll göttlich hoher Macht; sein Arm zerstreut, sein Blick erhellt des Todes Mitternacht. 3. O Liebe, Liebe, deines gleichen ist in der ganzen Schöpfung nicht. Kein Lobgefang kann sie erreichen, nicht was der Engel Zunge spricht. Des Himmels Herrlichkeit verlassen, um hier verfolgt, erwürgt zu sein, wer kann die Huld, die Demut faffen? So lieben kann der Sohn allein. 4. Ach daß wir ganz in Liebe brennten zu dir, dem Herrn in Knechtsgestalt! Ach daß wir besser danken könnten! die wärmsten Herzen sind zu Mel. Wie groß ist des Allmächtgen. 142. Wie sollen wir dir, falt. O möcht' uns doch dein Geist entzünden, gäbst du uns göttliches Gefühl! Rein Mensch fann würdig fie empfinden, die Liebe ohne Maß und Ziel. Vater, danken? Nein, deine Lieb' ist viel zu groß, ist unaussprechlich, ohne Schranken, du giebst den Sohn aus deinem Schoß. Du sendest uns den Eingebornen von deinem Thron zum Staub herab, zu uns Gefallnen, uns Verlornen und weihest ihn für uns dem Grab. 5. Nun wissen wir, Gott voll Erbarmen, daß ewig du die Liebe bist. Zu deinen offnen Vaterarmen führt uns Erlöste Jesus Christ. Nun fließt von 2. Wer kommt? wer kommt? wer ist der Held voll göttlich hoher Macht? Der Heiland ift's; lobsing ihm, Welt, dir wird dein Heil gebracht! 2. Frohlocket ihm! Er steigt hernieder, ein Mensch, gleich uns ein Mensch zu sein; er nennet Sünder seine Brüder und macht sie von der Sünde rein. Damit wir wieder Gott gefallen, vergießet er sein teures Blut; er bringt Unsterblichkeit uns allen, und Lieb' ist alles, was er thut. 3. Dir, Menschgewordner, singen wir Anbetung, Preis und Dank. An deiner Krippe schalle dir der Erde Lobgesang! Jesu Sendung und Geburt. dir nur Heil und Leben, nur bleibt ewig treu. Einft wird er Himmelsseligkeit von dir. Der Gott, der seinen Sohn gegeben, giebt mit dem Sohn auch alles mir. vom Bösen gänzlich uns erlösen, hier steht er uns bei. Unser Freund, mit Gott vereint, kann nicht seine Brüder hassen, noch fie hülflos lassen. 4. Wenn wir einst ermüden, führt er uns im Frieden in des Grabes Nacht. Unfre toten Glieder giebt die Erde wieder ihm, der sie bewacht. Jesus ruft uns aus der Gruft, er, der selbst den Tod einst schmeckte, den das Grab auch deckte. 6. O habe Dank für deine Liebe; ich lebe dir allein, mein Heil! Wer jetzt, auch jetzt noch Sünder bliebe, Gericht und Elend wär sein Teil. Denn auf den Wolken wirst du kom. men, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, die Sünder richten und die Frommen erhöhn zu dir an deinem Thron. 99 5. Auf dem Richterthrone werden wir im Sohne unsern Retter schaun. Heil und ewig Mel. Jesu, meine Freude. 143. Jesus ist gekom. Leben wird er allen geben, die men! Dankt ihm, seine Frommen, dankt ihm, daß er kam, daß er hier auf Erden, unser Heil zu werden, seine Wohnung nahm! Mensch wie wir erschien er hier, um des Vaters gnädgen Willen an uns zu erfüllen. ihm hier vertraun. Er ward hier versucht wie wir; überschwänglich wird er lohnen und der Schwachheit schonen. 6. Eilet, eilt, ihr Sünder; werdet Gottes Kinder, werdet ſeiner wert. Eilet, eilt, ihr Frommen; seid, wie er, voll. kommen, bleibet seiner wert; preiset ihn, daß er erschien und sich für euch hingegeben durch ein göttlich Leben. 2. Laßt uns niederfallen, danken, daß er allen Freund und Bruder ist. Gott auf seinem Throne liebt uns in dem Sohne, hilft durch Jesum Chrift. Welch ein Heil, an Christo teil, teil an seiner Sendung Gaben, an Gott selbst zu haben. 3. Keine Macht der Leiden kann von ihm uns scheiden, er Mel. Nun lob, mein Seel, den. 144. Vom Grab, an dem wir wallen, soll, Jesu Christ, dein Lobgesang empor 5* 100 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. zum Himmel schallen. Dir opfre jede Seele Dant, und jeder der Gebornen erfreu sich, Mensch zu sein, und jeder der Verlornen rühm' es, erlöst zu sein. Uns ist das Kind gegeben, geboren uns der Sohn; mit ihm erscheint das Leben, mit ihm des Himmels Lohn. dein Volk im Staube bringt. Auch du warst einft auf Erden, was deine Brüder sind, ein Dulder der Beschwerden, ein schwaches Menschenkind. Was du nun bist, das werden einft deine Brüder sein, wenn sie, entrückt der Erden, sich deines Anschauns freun. 2. Kommt, laßt uns niederfallen vor unserm Mittler, Jesu Chrift, und danken, daß er allen Erretter, Freund und Bruder ift. Er, gleich der Morgen. sonne mit ihrem ersten Strahl, verbreitet Licht und Wonne und Leben überall. Durch ihn kommt Heil und Gnade auf unsre Welt herab, er segnet unsre Pfade durchs Leben bis ans Grab. 3. Frohlockt, ihr Mitgenossen der Sünde und der Sterblichfeit! Nicht länger ist verMel. Allein Gott in der Höh sei. schlossen der Eingang zu der 145. Laßt uns mit ehrHerrlichkeit. Zu unsrer Erd hernieder kam Gottes ewger Sohn. Nun hebt er seine Brütder empor zu Gottes Thron. Er ward das Heil der Sünder und der Verlornen Hort, hier find sie Gottes Kinder und Gottes Erben dort. furchtvollem Dank den Gott der Lieb' erhöhen, mit feierlichem Lobgefang des Heilands Fest begehen. Preis sei dem Vater, der ihn gab. Preis sei dem Sohn, er kam herab und ward das Heil der Menschen. 4. O du, dem jetzt die Menge der Engel und Verklärten singt, vernimm die Lobgesänge, die dir 5. Bald sind wir zu dem Lohne der Himmelsbürger dort erhöht. Nah sind wir dann dem Throne und schauen deine Majestät. Nicht mehr aus dunkler Ferne dringt dann der Dank zu dir, weit über Sonn' und Sterne erhaben, jauchzen wir. Dann schallt durch jede Sphäre, Herr, unser Lobgefang: Dem Ewigen sei Ehre, dem Weltversöhner Dank! 2. Ist der ein Chrift, der dieses Heil nicht schäßt und lieb gewinnet? Nimm froh an seiner Liebe teil und werd' ihm Jesu Sendung und Geburt. gleich gesinnet. Wer nicht wie 3. Kinder des Vaters, erer gefinnet ist, der ehrt ihn nicht, ist nicht ein Christ. Der Herr erkennt die Seinen. 3. In Dürftgen laßt uns ihn erfreun, bekleiden, speisen, tränken; ja, laßt uns frohe Geber sein und sein dabei gedenken. Was ihr den Meinen habt gethan, das, spricht er, habt ihr mir gethan. Und er, er will's vergelten. 4. Wer ihn mit treuem Herzen ehrt, den wird sein Name trösten. Vertraut auf ihn, der Flehn erhört, lobsingt ihm, ihr Erlösten. Es freut fich deine Christenheit, Herr, deiner Menschenfreundlichkeit. Dir, dir sei ewig Ehre! 101 koren, ihn liebend zu ehren, haßten mit Bitterfeit sich an der Gottheit Altären. Jesus erschien, und es ward Friede durch ihn, Friede! Singt's laut ihm zu Ehren. 4. Unschuld und Tugend entfeimten des Göttlichen Schritten; Troft und Erquickung trug er in der Weinenden Hütten, ward ihnen Freund, hatte gleich ihnen geweint, hatte gleich ihnen gelitten. 5. Ehre sei Gott in der Höhe! ein ewiges Leben hat er durch ihn uns erbarmend, durch ihn uns gegeben. Bis in das Grab stieg er vom Himmel herab, einst uns zum Himmel zu heben. 6. Selige Aussicht, wenn dort meinen Retter ich sehe, ihn mit den Scharen Vollendeter preifend erhöhe. Danket schon hier, selige Brüder, mit mir. Ehre sei Gott in der Höhe! Mel. Lobe den Herren, den mächtigen. 146. Ehre sei Gott in der Höhe! der Herr ist geboren. Lasset uns fingen, o Brüder, uns hat er erforen, hier schon uns sein, seiner Erbarmung zu freun. Uns ist der Heiland geboren. Mel. Wie schön leucht't uns der M. 2. Schatten und Dunkel be. 147. Es jauchze heut die deckten den Erdkreis; es irrten Völker umher, wie die Schafe, verlassen vom Hirten. Jesus erschien. Nächte verschwanden durch ihn, die auch den Weisen verwirrten. ganze Welt. Ein Mittler kam der Sünderwelt. Gott in der Höh sei Ehre! Froh war der Tag, da er erschien; vom Himmel her besang man ihn:„ Gott in der Höh sei Ehre! Friede, 102 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. Friede soll auf Erden wieder werden; Wohlgefallen bringt der Menschensohn uns allen." 2. O arme Menschheit, die du weinst! das Wort ward Fleisch und wohnte einst hier unter deinen Söhnen. Er sah die Not und sieht sie noch; blick nur auf ihn und nah dich doch zu ihm mit deinen Thränen. Niemand, niemand hat den Willen, sie zu stillen, so im Herzen; er, er heilet deine Schmerzen. 3. Er kam, des Vaters Ebenbild, vom schlichten Pilgerkleid umhüllt, und führet uns mit sanfter Hand, ein treuer Hirt, ins Vaterland. 4. Er, der dort oben herrlich thront, hat unter uns ein Mensch gewohnt, damit auch wir ihm werden gleich auf Erden und im Himmelreich. 5. Einst führet er zur Himmelsbahn uns, seine Brüder, auch hinan und wandelt unser Empor zu Gott, Pilgerkleid in Sternenglanz und Herrlichkeit. Mel. Vom Himmel kam der Engel. 148. Empor Lebenslicht gebracht. Nun leuchtet uns ein milder Strahl wie Morgenrot im dunkeln Thal. mein Lobgefang! Er, dem das Lied der Engel flang, der hohe Freudentag ist da. Lobsinget ihm. Hallelujah! 2. Vom Himmel kam in dunkler Nacht, der uns das 6. Empor zu Gott, mein Lobgesang! Er, dem der Engel Lied erklang, der hohe Freudentag ist da. Ihr Christen, fingt: Hallelujah! 5. Jesu Wandel auf Erden. Mel. Wachet auf, ruft uns die. Vorbild bist du mir; o bilde mich nach dir, du, mein alles! 149. Heilger Jesu, Heil. Jefu, hilf du mir ſelbſt dazu, daß ich auch heilig sei wie du. gungsquelle, wie strahlt dein Glanz so rein und helle, du lautrer Strom der Heiligkeit! Aller Glanz der Seraphinen, die Heiligkeit der Cherubinen ist gegen dich nur Dunkelheit. Ein 2. Stiller Jesu, dessen Leben dem Willen Gottes ganz ergeben, der bis zum Tod gehorsam war, lehr auch mich des Vaters Willen still und ergeben zu and Jesu Wandel auf Erden. erfüllen, ihm zu gehorchen immer tüchtig sei zu deinem Reich. dar! mach dir mich gleich gesinnt, wie ein gehorsam Kind, stille, stille! Jesu, hilf du auch mir dazu, daß ich sei fromm und still wie du. 103 4. Sanfter Jesu, wie geduldig trugst du die Schmach und littst unschuldig und sprachst kein Wort der Drohung aus. Wer kann deine Sanftmut messen, bei der du dennoch nie vergessen den Eifer für des Vaters Haus? Mein Heiland, ach verleih mir Sanftmut und dabei heilgen Eifer. Jesu, bilf du auch mir dazu, daß ich sanft. mütig sei wie du. 5. Jesu, du mein Heil und Leben, du wolleft selbst die Kraft mir geben, zu werden deinem Vorbild gleich. Gieb, daß mich dein Geist durchdringe, daß ich viel Glaubensfrüchte bringe und Ach zeuch mich ganz zu dir und lebe selbst in mir, treuer Heiland! Jesu, hilf du auch mir dazu, daß ich bei dir einst finde Ruh! 3. Gütger Jesu, o wie milde, wie ähnlich deines Vaters Bilde, Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. wie liebreich wareft du gesinnt! 150. Vorbild wahrer Deiner Güte Glanz scheint allen; du richteft freundlich auf, die fallen; du sucheft, die verloren sind. Oneig auch meinen Sinn zur wahren Liebe hin, die nicht wanket. Jesu, hilf du mir selbst dazu, daß ich auch gütig sei Menschenliebe, Jesu, deines Mitleids Triebe zogen dich herab auf Erden, der Verlornen Heil zu werden und für sie sogar dein Leben in den Tod dahinzugeben. Wo ist jemand, der die Größe deiner Lieb' und Huld ermesse? wie du. 2. Über seine Feinde weinen, jedermann mit Hülf' erscheinen, sich der Blinden, Lahmen, Armen mehr als väterlich erbarmen, der Betrübten Klagen hören, sich in andrer Dienst verzehren, auch an Frevlern Wohlthun üben, das heißt Menschen göttlich lieben. 3. Odu Zuflucht der Elenden, wer hat nicht von deinen Händen Segen, Hülf' und Heil genommen, der gebeugt zu dir gekommen? O wie ist dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angesprochen. wie pflegtest du zu eilen, das Erbetne mitzuteilen. 104 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 4. Die Betrübten zu erquicken, zu den Kleinen dich zu bücken, die Unwissenden zu lehren, die Verführten zu bekehren, Sünder, die sich selbst verstocken, liebreich hin zu dir zu locken, war, mit Schwächung deiner Kräfte, stets dein seligstes Geschäfte. 5. Und wie hoch stieg dein Erbarmen, da du, Mittler, von uns Armen Gottes Strafen ab. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund. zuwenden, unter frecher Mörder 151. Dein Leben, Jeſu, Händen Angst und unerhörte Schmerzen litteft mit gelaffnem Herzen, wie ein Missethäter starbeft und uns ewges Heil erwarbest. 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmut und Geduld zu üben, Haß mit Haß nicht zu vergelten, deine Schmäher nicht zu schelten, allen freundlich zu begegnen, die dich lästerten, zu segnen, für der Feinde Schar zu beten und die Mörder zu vertreten. war auf Erden voll Liebe, Liebe jede That. Ein Opfer für die Welt zu werden, war dein erbarmungsvoller Rat. Ihn zu vollziehn, gingst du mit Freuden den Weg des Todes, trugst die Leiden, die dir der Feinde Wut gedroht; warft selbst ein Retter deiner Feinde, ein Beistand deiner schwachen Freunde und liebteft fie bis in den Tod. 2. Selbst in den grauenvollen Stunden, da du den Kelch des Todes trankft und bei der Qual, die du empfunden, bestürzt zur Erde niedersantst, auch da ermanntest du dich wieder, um deiner sorgenlosen Brüder Er. innerer und Schuß zu sein. Du trugft mit Nachsicht ihr Versehen und eilteft, ihnen beizustehen und von Gefahr sie zu befrein. 7. Demut war bei Spott und Hohne deiner Liebe Schmuck und Krone; nie haft du nach Ruhm getrachtet, noch auf Menschenlob geachtet. Deines Vaters heilgen Willen mit Gehorsam zu erfüllen, uns zum Himmel zu erheben, war der Zweck von deinem Leben. 8. Laß mich, Herr, zu meinem Segen deinen Wandel oft erwägen. Laß mich in der Angst der Sünden Trost und Hülfe bei dir finden. Heilge du auch meine Triebe zu rechtschaffner Menschenliebe. Laß mich immer mehr auf Erden ähnlich deinem Bilde werden. Jesu Wandel auf Erden. 3. Mit welcher göttlich großen du weit minder deine Wunden Treue verziehest du dem schwachen und deines Herzens Kümmernis. Freund, als er, gemartert von der Reue, so bitterlich den Fall beweint. Dein Blick voll Majestät und Gnade rief den Verirrten von dem Pfade des Leichtsinns und der Sicherheit. Bei deiner eignen Pein den Schwachen durch sanften Zuspruch stark zu machen, war für dich Troft und Seligkeit. 4. Du hängst am Kreuz. Die Frevler haben, o Heiligster, mit bittrer Wut die Händ' und Füße dir durchgraben, aus allen Adern strömt dein Blut. Doch du, voll Huld in deinen Mienen, flehst laut: Vergieb, mein Vater, ihnen; was sie jetzt thun, verstehn sie nicht! Es strömt auf dich von tausend Zungen das schwarze Gift der Lästerungen, du aber schweigst und rächst dich nicht. 5. Kein Schmerz erstickt die edlen Triebe der Zärtlichkeit in deiner Brust. Im Tode noch bist du die Liebe, und Wohlthun macht dir Pein zur Lust. Der Schächer fleht: Herr, denke meiner! Du hörst sein Flehn, erbarmst dich seiner und öffnest ihm das Paradies. Nun, als ein Sünder Heil gefunden, fühlst 105 6. Durch Angst und Nacht siehst du die Deinen und ihr zerrissnes wundes Herz, siehst sie untröstbar dich beweinen und fühlest ganz der Teuren Schmerz. Du, dessen Qual kein Herz erweichte, dem niemand einen Labtrunk reichte, sprichst Trost noch den Verlassnen ein. Sie fühlen deines Trostes Segen, nun gehst du froh dem Tod entgegen und trägst noch stiller deine Pein. 7. Wunder der Erbarmung! Keiner von deinen Engeln liebt wie du. Von den Erschaffnen auch nicht einer, o Welterlöser, liebt wie du. Des Himmels unnennbare Freuden verlassen, selbst die Todesleiden, des Kreuzes tiefe Schmach nicht scheun, auch sterbend Feinde noch vertreten, um Gnad' und Rettung für sie beten kann eine Liebe größer sein? 8. Mein Herz zur Liebe zu entzünden, erheb' ich mich nach Golgatha, der Feindschaft Trieb zu überwinden, erwäg' ich dann, was dort geschah. Sollt' ich nicht meinen Nächsten lieben? Ach einen nur könnt' ich betrüben, für den du littest, Jesu 5** 106 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. Chrift? Ich wollte nun nicht auch mit Freuden Beschwerden für die Brüder leiden, für welche du gestorben biſt? 9. Seh' ich im Geist dich, Heiland, bluten, denk' ich an deine Todespein, so weck in mir den Trieb zum Guten, den Trieb, ein Menschenfreund zu sein. Hilf mir, wie du, den Feind erquicken, wie du, den Leidenden beglücken, wie du, der Armen Beistand sein. So folgt mir der Erquickten Segen, einft eilen sie mir froh entgegen, sich über meinen Lohn zu freun. Mel. Mach's mit mir, Gott. 152. Du Urbild aller Frömmigkeit, Herr, wer fann dich erreichen? Mit dir, der ganz sich Gott geweiht, ist keiner zu vergleichen. Auf deinem Wandel frei von Schuld ruht, Jesu, deines Vaters Huld. 2. Wer lebte treuer wohl als du für Gottes heilgen Willen? Das war dein Ruhm und deine Ruh, ihn freudig zu erfüllen. Nicht Ehr und Herrschaft war dein Ziel, du suchteft nur, was Gott gefiel. 3. Wenn irgendwo sein Wort geschah, quoll Freud aus deinem Herzen, wenn Irrende dein Auge sah, empfandft du tiefe Schmerzen. So hing an Gott dein ganzer Sinn, und immer sahst du nur auf ihn. 4. Jhn priefest du durch Wort und That vor aller Welt mit Freuden, du warst bereit, nach seinem Rat zu unserm Heil zu leiden, so daß, wie Gott die Liebe ist, du seines Wesens Abglanz bist. 5. Du zeigteft, daß des Frommen Not ihn nie zum Bösen reize, du wardft gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuze. Stets blieb Gott deine Zuversicht, und dein Vertrauen wankte nicht. 6. Auch als du riefft: Mein Gott, mein Gott, wie haft du mich verlassen! auch da wußt unter bitterm Spott dein Herz sich doch zu fassen, und was du hoffteft, ist geschehn Gott ließ dich seine Hülfe sehn. 7. Nun hat dich Gott, dein Gott, erhöht, ein Nam' ist dir gegeben, der über alle Namen geht, voll Kraft und Heil und Leben. Durch alle Himmel tönt dein Ruhm, die Herrschaft ift dein Eigentum. 8. Dort wird auf ewig bei dir sein, wer hier dir nachgewandelt, zu deiner Freude gehen Jesu Wandel auf Erden. ein, die hier, wie du, gehandelt. O laßt uns Gottes Willen thun und ganz in seiner Fügung ruhn. 5. Der Tote richtet, wo er ruft, empor den starren Blick; auf sein Gebot giebt selbst die Gruft den frühern Raub zurück. 6. Ein wilder Sturm empört Mel. Nun danket all und bringet. 153. Wer ist der Mann das Meer, die Woge schäumt voll großer That, voll wunderbarer Kraft, der jedem Dulder, welcher naht, im Elend Hülfe schafft? 2. Wie drängt zu ihm die Menge sich voll Glaubens nah und fern. Und alles ruft: Erbarme dich! und allen hilft er gern. 3. Den Kranken, der um Heilung fleht, heilt sein gewaltig Wort; der Lahme nimmt sein Bett und geht, verjüngt an Kräften, fort. 4. Dem Tauben öffnet er das Ohr, der Stummgeborne spricht; es weicht der Augen finstrer Flor, des Blinden Nacht wird Licht. 107 - und steigt; er dräut da wird es still umher, und Sturm und Woge schweigt. 7. Wer ist der Mann voll großer Kraft, der solche Thaten thut, der jedem Dulder Hülfe schafft und nimmer säumt und ruht? 8. Das ist der Mittler Jesus Chrift, du, der vom Himmelszelt aus Gottes Schoß ge. kommen ist zum Heiland aller Welt. 9. Wir glauben und bekennen nun, daß du der Heiland bist; denn niemand kann die Thaten thun, wenn Gott nicht mit ihm ist. 6. Jesu Leiden, Tod und Begräbnis. 154. An des Mittlers Kreuz zu denken, in das Herz es zu versenken, sei, o Christ, dir heilge Pflicht. Wer mit Ernste seiner achtet und es glaubensvoll betrachtet, wünschet sich das Eitle nicht. 2. An dem Abend wie am Morgen, unter Arbeit, unter Sorgen, in der Freude, in dem Schmerz, in der Einsamkeiten Stille, in dem lauten Weltgewühle, überall faß es ins Herz. 108 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 3. In des Lebens trüben Stunden, bei der Seele tiefften Wunden ist es sichre Arzenei. Wenn dich nichts mehr kann erquicken, wenn dich schwere Fesseln drücken, machet dieses Kreuz dich frei. 8. Unter namenlosen Schmerzen bricht das heiligste der Herzen, und die Seele giebt er auf. Sieh es, Welt, für die er büßet! Fließet, Wehmutsthränen, fließet; nichts ver. hindre euren Lauf! 4. Es ist jeder Tugend Spiegel, ist des höhern Lebens Siegel, führet selbst zum Himmel hin. Gläubger Christen Schmuck und Würde, flößt es unter jeder Bürde Hoffnung ihnen in den Sinn. 9. Ja, mein Heiland, dein zu denken, ganz in dich mich zu versenken, sei mir immer heilge Pflicht. An mein Herz will ich dich drücken, mich an deinem Kreuz erquicken, bis auch mir das Herz einst bricht. Mel. Christus, der uns selig macht. 5. Diesem gnadenreichen Kreuze opfre gern des Eitlen Reize und der Welt Vergnügen 155. hilf, Chrifte, auf. Stets entzünd es deine Triebe zu der allerwärmsten Liebe, bis sich schließt des Lebens Lauf. Gottes Sohn, durch dein bittres Leiden, daß wir dir stets unterthan, all Untugend meiden, deinen Tod und sein Ursach fruchtbarlich bedenken, dafür, wiewohl arm und schwach, dir Dankopfer schenken! 6. Mit der Liebe heißem Sehnen, mit der Wehmut süßen Thränen, Christ, empfinde Chrifti Leid. Schau ihn an, den Mann der Schmerzen, und im tiefge. 156. Lamm Gottes rührten Herzen fühle Freud' in Traurigkeit. 7. Doch woher die harten Plagen? Sieh, für uns ward er geschlagen, für der Menschen Missethat. Wegen unsrer Sün. denschulden mußte Gottes Sohn erdulden, was kein Mensch empfunden hat. unschuldig, am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden geduldig, wie sehr du wurdest verachtet, all Sünd haft du getragen; sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu! 2. O Lamm Gottes unschuldig, am Stamm des Kreuzes ge Jesu Leiden, Tod und Begräbnis. schlachtet, allzeit erfunden geduldig, wie sehr du wurdest verachtet, all Sünd hast du getragen; sonst müßten wir verzagen. Erbarm dich unser, o Jesu! 3. Lamm Gottes unschuldig, am Stamm des Kreuzes geschlachtet, allzeit erfunden geduldig, wie sehr du wurdeft verachtet, all Sünd hast du getragen; sonst müßten wir verzagen. Gieb uns deinen Frieden, o Jesu! 2. Du wirst verspeit, geschlagen und verhöhnet, mit einem Dornen franz zur Schmach gekrönet, gegeiffelt und, von Schmerzen schon entkräftet, ans Kreuz geheftet. 7. O große Lieb, o Liebe, 157. Herzliebster Jesu, kaum zu faſſen! auch mir zum was hast du verbrochen, daß man des Todes Urteil dir gesprochen? Was ist die Schuld? in was für Missethaten bist du geraten? Heil hast du dich martern lassen. Ich lebte mit der Welt in Luft und Freuden, und du mußt leiden. 3. Was ist die Ursach' aller solcher Plagen? Ach! unsre Sünden haben dich geschlagen. Ich, ach, Herr Jesu, habe das verschuldet, was du erduldet. 109 4. Wie wunderbarlich ist doch dieſe Strafe. Der gute Hirte leidet für die Schafe. Der Herr bezahlt die Schuld, er, der Gerechte, für böse Knechte. 5. Der Fromme stirbt, der recht und richtig wandelt; der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt. Der Fürst des Himmels wird am Kreuz geschmähet, der Staub erhöhet. 6. Ich bin verderbt, befleckt von tausend Sünden. Wer kann bei Menschen einen Reinen finden? Was würd' ich, sollt' ich meine Sünden büßen, nicht leiden müssen? 8. Ach großer König, groß zu allen Zeiten, wie kann ich gnugsam deine Treu verbreiten? Kann ich sie dir, Beherrscher aller Welten, wohl je vergelten? 9. Doch dir gefällt's, wenn ich mich selbst bekämpfe, dir folge und des Fleisches Lüfte dämpfe; so sei denn auch forthin mein ganzes Leben nur dir ergeben. 10. Zwar ich vermag es nicht aus eignen Kräften, fest die Begierden an das Kreuz zu heften. Drum gieb mir deinen 110 Gottes Werte und Gnadenwohlthaten. Geift, der mich regiere, zum Guten führe. 11. Dann werd' ich dankvoll deine Huld betrachten, die Luft der Welt zu Liebe dir verachten, mit allem Eifer suchen, deinen Willen treu zu erfüllen. 12. Zu deiner Ehre will ich alles wagen, kein Drohen achten, feine Schmach, noch Plagen; mich sollen auch des bängsten Todes Leiden von dir nicht scheiden. 13. Dies alles, ob's für schlecht gleich ist zu achten, wirst du doch, mein Erbarmer, nicht verachten; du wirst dies Opfer gnädig von mir nehmen, dich mein nicht schämen. 14. Empfang' ich denn der einst vor deinem Throne aus deiner Hand der Überwinder Krone, so soll dich besser unter Engelchören mein Loblied ehren. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 158. Jeju, beine tiefen Wunden, deine Qual, dein bittrer Tod geben mir zu allen Stunden Trost in meiner Seelennot. Fällt mir etwas Arges ein, denk' ich bald an deine Bein; diese wehret meinem Herzen, mit der Sünde je zu scherzen. 2. Will sich an der Wollust weiden mein verderbtes Fleisch und Blut, so gedenk' ich an dein Leiden, dieses dämpft die wilde Glut. Drohet der Versucher mir, ach so eil' ich, Herr, zu dir. Mich schüßt, daß er mir nicht schade, deines Todes Kraft und Gnade. 3. Will die Welt mein Herz verführen auf die breite Sündenbahn, wo so viele sich verlieren und sich dem Verderben nahn, dann denk' ich der Marter Laft, die du ausgestanden hast, daß ich dir getreu verbleibe und die böse Luft vertreibe. 4. Über alles, was mich fränket, trösten deine Wunden mich. Wenn mein Herz an sie gedenket, fühl' ich neue Kraft durch dich. Deines Troftes Süßigkeit mildert jedes bittre Leid. Ewig Heil ist mir er worben, denn du bist für mich gestorben. 5. Auf dich set' ich mein Vertrauen, Jesu, meine Zuversicht. Du vertreibst des Todes Grauen, und sein Stachel schreckt mich nicht. Daß ich an dir habe teil, bringt mir Trost und Schuß und Heil; deine Gnade wird mir geben Auferstehung, Licht und Leben. Jesu Leiden, Tod und Begräbnis. 6. Hab' ich dich in meinem lang für alle deine Schmerzen, Herzen, Brunnquell aller Gütigkeit, so empfind' ich keine Schmerzen auch im letzten Kampf und Streit. Glaubensvoll umfaß ich dich, wer kann da verlegen mich? Wer in Christo Trost gefunden, der hat glücklich überwunden. Erlöser, Lob und Dank, für deine Not und Angstgeschrei, für dein unschuldig Sterben, für deine Lieb und Treu. Mel. Hilf, Gott, daß mir's gelinge. 159. Wenn mich die Sünden kränken, o mein Herr Jefu Chrift, so laß mich wohl bedenken, wie du gestorben bift und aller meiner Schulden Last am Stamme deines Kreuzes auf dich genommen haſt. 2. O Wunder ohne Maßen! Mein Herz, betracht es recht. Es hat sich martern lassen der Herr für seinen Knecht. Selbst seinen eignen Sohn gab Gott für mich verlornen Menschen in Marter, Schmach und Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Fluch, der Sündern droht? Gott sieht auf mich in Gnaden durch Jesu Mittlerstod. Durch ihn bin ich vom Fluch befreit und darf nicht ängstlich fürchten Gericht und Ewigkeit. 111 4. Drum sag' ich dir von Herzen jetzt und mein leben5. Herr, laß dein bittres Leiden mich reizen für und für, mit allem Ernst zu meiden die sündliche Begier. Nie komm es mir aus meinem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, und wär's auch Schmach und Spott, hilf mir geduldig tragen. Gieb, o mein Herr und Gott, daß ich verleugne dieſe Welt und dem Exempel folge, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an andern üben, was an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen jedermann, ohn Eigennuß und Heuchelschein und, wie du's mir erwiesen, aus reiner Lieb allein. 8. In meinen letzten Stunden erquicke mich dein Tod, daß ich, mit dir verbunden, besieg' auch diese Not. Du bist es, Herr, auf den ich trau, stärk meine Seel' im Tode, daß ich dich ewig schau. 112 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 160. Ein Lamm geht hin und trägt die Schuld der abgefallnen Kinder. Es geht und träget in Geduld die Sünden aller Sünder; es geht da. hin, wird matt und krank, folgt seinen Würgern ohne Zwang, begiebt sich aller Freuden; es duldet willig Hohn und Spott und Angst und Wunden, Kreuz und Tod, und spricht: Ich will's gern leiden. groß, du legst den in des Grabes Schoß, vor dem die Felsen beben. 4. So lang ich lebe, will ich dich aus meinem Sinn nicht laffen, dich will ich stets, gleich wie du mich, mit Liebesarmen faffen. Du sollst sein meines Lebens Licht, und wenn dies Herz im Tode bricht, sollst du mein Herz verbleiben. Ich will mich dir, mein höchster Ruhm, hiemit zu deinem Eigentum auf ewig ganz verschreiben. 5. Ich will von deiner Freundlichkeit bei Nacht und Tage fingen, mich selbst auch dir zu aller Zeit zum Freudenopfer bringen. Mein Lebensbach soll sich nur dir und deinem Namen für und für in Dankbarkeit ergießen, und was du mir zu gut gethan, das will ich stets, so tief ich kann, in mein Gedächtnis schließen. 2. Dies Lamm ist Jesus, unser Freund, der Heiland unsrer Seelen; ihn wollte Gott, der Sünde Feind, zum Sünden tilger wählen. Er sprach: Ver föhne sie, mein Kind, die Menschen, die gefallen sind in Sünde und Verderben. Die Straf' ist schwer, das Elend groß, du kannst und sollst sie machen los durch dein Verdienst und Sterben. Mel. Welt, ich muß dich. 3. Ja, ſprachſt du, dies sei 161. Welt, fieb bier unser Bund! mich magst du dein Leben am Stamm des für sie schlagen, mein Wille Kreuzes schweben, dein Heil hängt an deinem Mund, ich finkt in den Tod. Der große will die Sünden tragen. OFürst der Ehren läßt willig Wunderlieb, o Liebesmacht! du kannst, was nie ein Mensch gedacht, des Höchsten Sohn uns geben. O Liebe, Liebe, du bist sich beschweren mit Banden, Schlägen, Hohn und Spott. 2. Tritt her und schau mit Fleiße, mit Blut und Todes Jesu Leiden, Tod und Begräbnis. schweiße ist ganz sein Leib bedeckt, und unnennbare Schmerzen fühlt er in seinem Herzen, er den Kelch des Todes schmeckt. 3. Wer hat dich so zerschlagen, wer ist's, der diese Plagen auf dich geleget hat? Du bist ja nicht ein Sünder, wie andre Menschenkinder, du bist ganz rein von Missethat. 4. Ich bin's, ich sollte büßen, ich hätte leiden müssen, was du gelitten haft. Die Geißeln und die Banden, und was du ausgestanden, war alles meiner Sünden Last. 5. Du stellst dich dar zum Bürgen, ja läfseft dich erwürgen für mich, für meine Schuld; mir läsfest du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen, und leideft alles mit Geduld. 6. Hoch bin ich dir verbunden, mein Heil, zu allen Stunden für deine Angst und Pein. Was Seel' und Leib vermögen, das will ich dankbar legen an deinen Dienst und Ruhm allein. 7. Ich kann zwar nicht viel geben in diesem armen Leben; eins aber will ich thun. es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seel' sich scheiden, mir ſtets in meinem Herzen ruhn. 113 8. Ich will's vor Augen setzen und mich daran ergößen, ich sei auch wo ich sei. Es soll mir sein ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel der Lieb' und unverfälschten Treu. 9. Wie strenge Gott Verbrechen an denen werde rächen, die seine Huld verschmähn; wie schwer die werden leiden, die nicht die Sünde meiden, will ich aus deinen Leiden sehn. 10. Ich will dabei bedenken, wie ich mein Herz soll lenken zu stillem, sanftem Mut, und wie ich die soll lieben, die mich so sehr betrüben mit Werken, so die Bosheit thut. 11. Nie will ich wieder schelten, nie Spott mit Spott vergelten, nie, wenn ich leide, dräun. Selbst Unrecht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden, wie du, von Herzen gern verzeihn. 12. Gerührt von deinen Plagen, will ich mit Ernst entsagen dem, was dir nicht gefällt; was deine Augen hassen, das will ich fliehn und laffen, gefiel es auch der ganzen Welt. 13. Dein heiliges Versöhnen, dein Angstgeschrei und Stöhnen spricht Mut im Tod mir zu; getroft geb' ich am Ende den 114 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. zu prangen mit höchster Ehr und Zier, doch jetzt von Schmach umfangen, gegrüßet seist du mir. 2. Wie viel hast du erduldet, Mel. Wenn mein Stündlein vorh. 162. Ich danke dir für erhabner Menschenſohn, als du deinen Tod, Herr Jesu, und die Schmerzen, die du in deiner letten Not empfandft in deinem Herzen. Laß das Verdienst von deiner Pein ein Labsal meiner Seele sein, wenn meine Augen brechen. so unverschuldet empfingst der Sünder Lohn! Da folgteSchmerz auf Schmerzen, da traf dich Schmach auf Schmach, da lag auf deinem Herzen Angst, die das Herz dir brach. 2. Ich danke dir für deine Huld, die du auch mir erzeiget, da du zur Tilgung meiner Schuld dein Haupt am Kreuz geneiget. Oneig dich auch zu mir, mein Gott, mit Trost in meiner letten Not, daß mich der Tod nicht schrecke. 3. Entblößt von allem Reize, der Menschen wohlgefällt, hingst du an deinem Kreuze, ein Fluch vor aller Welt. Dich flohen deine Freunde, du warst der Leute Spott, dich höhnten deine Feinde: Wo ist denn nun sein Gott? Geist in deine Hände. Du führest ihn zur ewgen Ruh. 4. Nun was du, Herr, erduldet, ist alles meine Last. Ich, ich hab' es verschuldet, was du getragen haft. Schau her, hier steh ich Armer, der Zorn verdienet hat; gieb mir, o mein Erbarmer, den Anblick deiner Gnad! 5. Erkenne mich, mein Hüter; mein Hirte, nimm mich an! Von dir, Quell aller Güter, ist Mel. Herzlich thut mich verlangen. 163. Haupt voll Blut mir viel Guts gethan. Dein Mund hat mich gelabet mit wundervollem Troft, dein Geift hat mich begabet mit reicher Lebenskost. 3. Erhalt in deinem Dienst mich treu, bis Leib und Seele scheiden, daß nicht an mir vergeblich sei dein teuerwertes Leiden. Und wenn mein Lauf vollendet ist, so nimm mich dahin, wo du bist, auf daß ich bei dir lebe. und Wunden, voll Jammer, Schmach und Hohn! O Haupt, zum Spott umwunden mit einer Dornenkron! O Haupt, so wert Jesu Leiden, Tod und Begräbnis. 7. Es dient zu meinen Freuden und thut mir herzlich wohl, wenn ich in deinen Leiden, mein Heil, mich finden soll. Ach möcht' ich einst mein Leben, begnadigt, Herr, von dir, in deine Hände geben, wie wohl geschähe mir. 8. Ich danke dir von Herzen, o du mein bester Freund, für deine Todesschmerzen. Wie gut hast du's gemeint. O gieb, daß ich mich halte zu dir und deiner Treu und, wenn ich einst erfalte, in dir mein Ende sei. 6. Ich will hier bei dir stehen, verwirf du mich nur nicht. Von dir will ich nicht gehen, wenn dir dein Herze bricht. Wenn mein Haupt wird erblaffen im 164. Jeſu, meines Lebens letten Todesstoß, alsdann wollst du mich fassen in deinen Arm und Schoß. Leben, Jesu, meines Todes Tod, der für mich sich hingegeben in die tiefste Seelennot, du, der lieber wollt erblassen, als mich im Verderben lassen, tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 2. Menschenfreund, von Gott gesendet, zu erfüllen seinen Rat, längst hast du dein Wert vollendet, wegzuthun die Miſsethat. Doch in den Gedächtnistagen deiner Leiden, Jesu, sagen deine Teurerlösten dir tausend, tausend Dank dafür! 3. Du betratst, für uns zu sterben, willig deine Leidensbahn; stiegst, uns Leben zu erwerben, gern den Todesberg hinan; trugst, vergessend eigne Schmerzen, deine Menschen nur im Herzen. Tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 4. Meinetwegen trugst du Bande, littest frecher Lästrer Spott, achtetest nicht Schmach noch Schande, mein Versöhner und mein Gott. Mich hast du der Not entrissen, die mich 9. Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir. Wenn ich den Tod soll leiden, so tritt alsdann zu mir. Wenn mir am allerbängsten wird um mein Herze sein, so reiß mich aus den Ängsten kraft deiner Angst und Pein. 115 10. Erscheine mir zum Schilde, zum Trost in meinem Tod, und laß mich sehn dein Bilde in deiner Kreuzesnot. Da will ich nach dir blicken; da will ich glaubensvoll fest an mein Herz dich drücken. Wer so stirbt, der stirbt wohl. 116 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. hätte treffen müssen. Tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 5. Frevler krönten dich zum Hohne; deine Stirne blutete unter einer Dornenkrone, König aller Könige. Das haft du für mich gelitten, mir die Ehrenfron' erstritten. Tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! 6. Du, der tausendfache Schmerzen mir zu Liebe gern ertrug, deinem großmutvollen Mel. Jesus lebt, mit ihm auch. Herzen war mein Heil Beloh. 166. Geh im Geift nach nung gnug. Trost in meinen legten Stunden floß auch mir aus deinen Wunden. Tausend, tausendmal sei dir, liebster Jesu, Dank dafür! Golgatha, Christ, zu deines Heilands Kreuze. Nimm zu Herzen, wie dich da seine Pein zur Buße reize. Härter ist dein Herz als Stein, wenn du hier fannst fühllos sein. 2. Schaue doch das Jammerbild zwischen Erd' und Himmel schweben, wie das Blut in Strömen quillt, wie verrinnt das teure Leben. Jetzt, ach jetzt naht ihm der Tod; Seele, schaue diese Not. 3. O Lamm Gottes ohne Schuld, alles das hab' ich verschuldet, und du haft aus großer Mel. Herzlich thut mich verlangen. 165. Weg, Welt, mit Huld Bein und Tod für mich erduldet. Daß wir nicht verloren gehn, läßt du dich ans Kreuz erhöhn. 7. Ruh im Leben, Troft am Grabe, unaussprechlicher Gewinn, den ich dir zu danken habe, dir, des ich nun ewig bin! Jesu, dir mein Herz zu geben, deiner Tugend nachzuftreben, dir zu traun, zu sterben dir, dies, dies sei mein Dank dafür! deinen Freuden und dem, was dir gefällt! Ich seh jetzt nur die Leiden des, der als Opfer fällt. Weg mit des Fleisches Lüften! Der Herr trägt Qual und Pein. Wie könnte unter Chriften jetzt laute Freude sein? 2. Mag auch die Welt voll Freuden hin zum Verderben gehn, ich will bei Jesu Leiden und seinem Kreuze stehn. O Heiland, deine Liebe trieb dich in Tod und Grab, so sterb' aus gleichem Triebe mein Herz fich selber ab. Jesu Leiden, Tod und Begräbnis. 4. Ich kann nimmer, nimmer- und bis zum Tod am Kreuz mehr diese Plagen dir vergelten. Du verbindest mich zu sehr; alle Güter, tausend Welten würden viel zu wenig sein zur Vergeltung deiner Pein. gehorsam werden, an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen 5. Eins nur, eins weiß ich für dich; ich will dir mein Herz ergeben, dieses soll be ständiglich unter deinem Kreuze leben. Wie du mein, so will ich dein lebend, leidend, sterbend sein. 6. Kreuzige mein Fleisch und Blut, lehre mich die Welt verschmähen. Laß mich dich, du höchstes Gut, immerdar vor Augen sehen. Führ in allem Kreuze mich wunderlich, nur ſeliglich. 7. Endlich laß mich meine Not auch geduldig überwinden. Nirgends müsse mich der Tod als bei deinem Kreuze finden. Wer die Ruhstatt da sich macht, spricht getrost: Es ist vollbracht! 117 3. Welch wundervoll hoch. heiliges Geschäfte! Sinn' ich ihm nach, so zagen meine Kräfte; mein Herz erbebt, ich seh' und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen. Gott ist die Lieb' und läßt die Welt erlösen! Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst danieder. Es stürzt mich tief, und es erhebt mich wieder; lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. O Herr, mein Heil, an deffen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüte in deine Güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken, allein sollt ich darum im Glauben wanken? Mel. Herzliebster Jesu, was haſt. 167. Herr, stärke mich. Ich bin ein Mensch, darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen. 8. Das Größt' in Gott ist Gnad' und Lieb' erweisen; uns kommt es zu, sie demutsvoll zu preisen, zu sehn, wie hoch, 2. Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Erden 118 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. wenn Gott uns Gnad' erzeiget, die Gnade steiget. 9. Du liebtest mich, ich will dich wieder lieben und stets mit Freuden deinen Willen üben. Ogieb zu diesem seligen Ge schäfte, Herr, selbst mir Kräfte. Stimme, die von dem Richtstuhl spricht. Er ist ihr Hohngelächter. Sie drohn mit wildem Ton: ,, Auf uns, auf Söhn' und Töchter komm seines Blutes Lohn!" 5. Zur hohen Schädelstätte trägt er sein Kreuz hinan. Sie freuzgen ihn, o bete, mein Mel. Herzlich thut mich verlangen. 168. Du, desſen Augen Geist, mit Wehmut an! Noch floffen, so bald sie Zion sahn, zur Frevelthat entschlossen, sich seinem Falle nahn; wo ist das Thal, die Höhle, die, Jesu, dich verbirgt? Verfolger seiner Seele, habt ihr ihn schon erwürgt? höhnt in frechen Mienen sein Volk des Dulders Schmerz. Er ruft: Vergieb es ihnen!" und Mitleid bricht sein Herz. 2. Welch jammervolles Klagen seufzt in Gethsemane! Wer ist der Mann der Plagen, der langsam Sterbende? Jst unter Menschenkindern ein Heiliger, wie er? Und doch bebt er gleich Sündern und sinkt und trägt's nicht mehr. 6. Es bricht, und matt von Kummer senkt er sein Haupt zur Ruh; nun schließt des Todes Schlummer sein müdes Auge zu. Am Kreuze schwebt die Hülle, der Geist wird sanft entrückt dahin, wo ihn die Fülle des ewgen Lohns erquickt. 7. O Freund der Menschenfinder, hier liegen wir gebückt. Wie hoch hat uns, die Sünder, wie hoch dein Tod beglückt. Dich ehre unser Glaube, Anbetung sei dein Dank. Hör ihn, vernimm vom Staube den schwachen Lobgefang. 3. Ach! wie er tief im Staube, bedeckt mit Angstschweiß, liegt und doch sein starker Glaube im heißen Kampfe siegt. Schon naht der Mörder Rotte, die kein Erbarmen rührt, die ihn zum Hohn und Spotte, ihn ach zum Kreuze führt. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich. 4. Sein Voll im heißen 169. Um Gnade für die Grimme erweicht sein Anblick nicht, nicht fremden Mitleids Sünderwelt flehst du, mein Heil, am Kreuz gequält von frecher Jesu Leiden, Tod Sünder Rotten. Dir blutet das bedrängte Herz, wenn dein bei deinem Todesschmerz die Frevler grausam spotten. Du siehst mit segenvollem Blick von ihnen weg auf den zurück, den diese Schar in dir entehrt, rufft, daß es Erd und Himmel hört: Vergieb, o Gott, und führe nicht sie ins Gericht, denn was sie thun, verstehn sie nicht! 2. Erstaunend seh ich diese Huld. Wie mitleidsvoll ist die Geduld, die Mördern so begegnet. Jhr, die ihr euren Heiland ehrt, fühlt seiner Großmut hohen Wert, die selbst die Feinde segnet. Er hat durch Thränen und Gebet auch uns ein ewges Heil erfleht, er sagt auch uns zu unsrer Ruh Erbarmen und Vergebung zu. Herr Jesu Christ, Preis deinem Tod! Preis deinem Tod! Gott ist durch dich der Sünder Gott. 3. Daß Gott mit Langmut und Geduld, auch selbst bei sehr gehäufter Schuld, der Sünder dennoch schonet, daß er so liebreich ihrer denkt und ihnen Frist zur Buße schenkt, eh nach Ver. dienst er lohnet; daß ich noch fröhlich sagen kann: Auch mich, mich Sünder, nimmt Gott an, dies Glück hat deiner Fürsprach und Begräbnis. 119 Kraft, mein treuer Heiland, mir verschafft. O Jesu Chrift, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, vertritt du mich bis an den Tod. 4. Ist je mein Geist vom Troste leer, weil meiner Missethaten Heer aufs neue mich erschrecket, o dann versichre mich aufs neu, du stehest mir als Mittler bei, der alle Schuld be. decket. Jch blicke glaubensvoll auf dich und freue deiner Hülfe mich. Und schließt sich meine Pilgerschaft, so stärke mich mit neuer Kraft; der letzte Kampf, Herr Jesu Christ, wird mir versüßt, wenn du mein Trost im Tode bist. 5. Den sanften, liebevollen Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, flöß, Herr, in meine Seele. Gieb, daß bei der Verfolgung Schmerz ich dir des Feindes hartes Herz, dir meine Not befehle. Besänftige mein wallend Blut, und flammt des Zornes wilde Glut mein Herz zur Rachbegierde an, o so erinnere mich daran, wie du, mein Heil, am Kreuz erhöht, durch dein Gebet selbst deinen Mördern Gnad' erfleht. 6. Mich tröste dein Versöhnungstod. Es bilde mich 120 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. dein Geift, mein Gott, daß ich dir ähnlich werde. O zeuch mich, du erhöhter Held, zu dir hinauf von dieser Welt, zum Himmel von der Erde. Du bist das Haupt, wir folgen dir. Zeuch uns dir nach, so laufen wir, so werden wir uns deiner Pein und deiner Fürsprach ewig freun. Herr Jesu Christ, wie selig ist, wie selig ist der Mensch, dem du sein Heiland bist. Mel. Christus, der uns selig macht. 170. Mein Erlöser, Gottes Sohn, der du für mich litteft, und erhöht auf Gottes Thron, jetzt noch für mich bitteft, welche Wohlthat ist für mich dein so bittres Leiden. O wie preis ich würdig dich, Stifter meiner Freuden? 2. Dir, dem Herrn der Herr. lichkeit, war es ja gegeben, ohne Schmerzen, ohne Leid ewig froh zu leben. Aber, o der großen Huld, daß ich selig würde, über. nahmst du in Geduld schwerer Leiden Bürde. 3. Nun kann meine Missethat noch Vergebung finden, denn du starbft nach Gottes Rat für der Menschen Sünden. Unsre Lasten trugeſt du, littst, uns zu erretten, daß wir im Gewissen Ruh, mit Gott Frieden hätten. 4. Was uns Luft zur Beffrung schafft, was zur Tugend leitet, dazu hast du neue Kraft durch dein Kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun mich um Kraft bewerben, Gottes Willen gern zu thun, Sünden abzu sterben. 5. Froh kann ich ins Todes. thal schon im voraus sehen und zu jener Welt einmal ohne Schrecken gehen. Denn du haft aus aller Not Rettung mir errungen und durch deinen Kreuzestod meinen Tod be. zwungen. 6. Herr, was bin ich, daß du mein so dich angenommen? Laß die Frucht von deiner Pein nun auch auf mich kommen. Gieb mir Weisheit, gieb mir Kraft, denn du hast's in Händen, was du mir zum Heil verschafft, gläubig anzuwenden. 7. Strafet mein Gewissen mich, reun mich meine Sünden, o dann laß, gestärkt durch dich, mich den Troft empfinden, daß du auch für meine Schuld bift am Kreuz gestorben und zu Gottes Vaterhuld Zutritt mir erworben. Jesu Leiden, Tod 8. Laß das Wort von deinem Kreuz mich mit Mut beleben, standhaft jeder Sünde Reiz hier zu widerstreben. Treib mich mächtig dadurch an, mich vor Gott zu scheuen, was ich unrecht je gethan, innig zu bereuen. 9. Stärke mich durch deinen Tod auf die letzten Stunden. Wie du deines Todes Not siegreich überwunden, o so hilf dazu auch mir; laß mich fröhlich scheiden! Herr, so dant' ich ewig dir für dein bittres Leiden. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund. 171. Begleite mich, o Chrift; wir gehen zum schmerzensvollen Golgatha, auf dessen fürchterlichen Höhen, was nie ein Engel faßt, geschah. Erwäg an diesem heilgen Orte des sterbenden Erlösers Worte und rufe Gott um Glauben an! Sie können dir den Trost im Leben und einst den Trost im Tode geben, wenn hier dich nichts mehr trösten kann. 2. Schon zeigt der Blutberg sich von weiten; erschrick und zittre, frommes Herz! Sieh deinen Retter, sieh ihn streiten und werde ganz Gefühl, ganz und Begräbnis. 121 Schmerz! Hier hing, den Mördern übergeben, am Holze Gottes Sohn, dein Leben; hier trug er unsrer Sünden Schuld, empfand in jenen bangen Stunden, was nie ein Sterblicher empfunden, und bracht' uns wieder Gottes Huld. 3. Geduldig bei den größten Schmerzen, nimmt er sich seiner Feinde an; er ruft mit sanftmutsvollem Herzen: Sie wissen Der nicht, was sie gethan. Göttliche, der größte Beter, fleht liebreich noch für Missethäter, Werkzeuge seiner Bein und Schmach. O Mensch, den Rach' und Zorn verführen, laß dich durch dieses Beispiel rühren und bete dem Versöhner nach. 4. Welch Beispiel findlich frommer Triebe, als, unter Leiden ohne Zahl, der Herr dem Jünger seiner Liebe die Mutter sterbend anbefahl. Ach, wird mein Aug' einst um die Meinen in meiner lebten Stunde weinen, so soll dies Wort mir Trost verleihn. Der, als der Tod ihn schon umschwebte, die Seinen noch zu schüßen strebte, wird auch der Meinen Pfleger sein. 5. Frohlockt, bußfertige Verbrecher! Wer glaubet, kommt 6 122 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. nicht ins Gericht. Hört, was zu dem gebeugten Schächer der Mund der Liebe sterbend spricht. Du wirst, so ruft er ihm ent gegen, noch heute deines Glaubens wegen mit mir im Paradiefe sein. O Herr, laß vor des Todes Pforte einst diese troftesvollen Worte auch meiner Seele Troft verleihn. 6. Wer kann die hohen Leiden fassen, als Christus an dem Kreuze rief: Mein Gott, wie hast du mich verlassen? Wie beuget ihn die Last so tief, die unfre Sünden auf ihn brachten. Vor Angst und Pein' mußt er verschmachten, war Gott nicht seine Zuversicht. Herr, der für mich zum Tod gegangen, für mich verlassen da gehangen, mein Herr und Gott, verlaß mich nicht! 7. Der Fürst des Himmels und der Erde, von allem was erquidt entblößt, wünscht, daß sein Durst geftillet werde. O Mensch, der dich so teur erlöft, der Heiland rufet dir noch heute aus tausend Armen dir zur Seite, die Hunger, Durst und Mangel drückt. O selig, der den Ruf erfüllet. Denn wer den Durft des Armen stillet, der hat den Heiland selbst erquickt. 8. Nun enden sich die schweren Leiden; der Heiland spricht: Es ist vollbracht. O Wort des Sieges, Wort der Freuden, du nimmst dem Tode seine Macht. Heil uns! wer darf es nun wohl wagen, uns, die Erlösten, zu verklagen? Er starb für uns, und wir sind sein. Gieb, daß am Ende meiner Tage auch ich, o Herr, mit Freuden sage: Es ist vollbracht, ich bin nun dein. 9. Das letzte Wort aus deinem Munde, o Weltversöhner, sei auch mein. Laß es in meiner Todesstunde mir Mut und Zuversicht verleihn. Du riefest: Vater, ich befehle in deine Hände meine Seele, die allen Menschen Heil erwarb. Nun war das große Werk vollendet, wozu der Vater ihn gesendet; da neigt er sanft sein Haupt und starb. 10. Bewein ihn fromm mit stillen Zähren, o Chrift, du haft ihn sterben sehn! Bald wirft du ihn durch Freuden ehren und jauchzend seinen Ruhm erhöhn. Den deine Seufzer jetzt beklagen, der wird als Held nach dreien Tagen vom Grabe fiegreich auferstehn. Den freche Rotten hier entehrten, den wirst du dort bei den Verklärten zur Rechten seines Vaters sehn. Jesu Leiden, Tod und Begräbnis. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid. 172. Am Kreuz erblaßt, der Marterlaft, der Todesqualen müde, findet mein Erlöser nun erst im Grabe Friede. 2. Ein heilger Schmerz durchdringt mein Herz, und Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tief gerühret schlagen. 3. Du rettest mich, und über dich gehn aller Trübsal Wetter; sterben wollteft du für mich, 173. Hin göttlicher Erretter. 4. Du haft's gethan. Dich bet' ich an, du König der Erlöften; dein will ich im Tode mich glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht! riefft du mit Macht; du zeigst, daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich frei für mich hingegeben. 6. Hochheilge That! Des Höchsten Rat will ich voll De mut ehren. Der Erwerber meines Heils wird mir's einst erklären. 7. Allmächtig rief er, der entschlief, den Toten, sie erstanden. Leicht entschwingt der Le bensfürst sich des Todes Banden. 8. Das finstre Thal werd' ich einmal durchwandeln ohne Grauen, denn durch dich, Erlöser, ift's mir der Weg zum Schauen. 9. Ich preise dich! Du liebst auch mich, du siehst es, wie ich's meine; ja du siehst es, wenn ich still meinen Dank dir weine. 123 10. Vergeß ich dein, so werde mein in Ewigkeit vergessen. Herr, ich will, so lang ich bin, deine Lieb' ermessen. Mel. Hilf, Gott, daß mir's gelinge. 173. Hin an dein Kreuz zu treten, in deinen Leiden dich voll Glaubens anzubeten, Verföhner, stärke mich. Laß mich mit Zittern und Vertraun, wie du dich für uns Sünder dahin gegeben, schaun. 2. Wie ist des Besten Seele bis in den Tod betrübt. So brünstig, meine Seele, hat Jesus dich geliebt. In heißen Ängsten schwebt er da, mit unsrer Schuld beladen, dem Opfertode nah. 3. Fallt nieder, bebt ihr Sünder, verhüllt das Angesicht. Jetzt ist für Adams Kinder der Mittler im Gericht. Er leidet unsers Todes Pein, fühlt unnennbare Qualen, uns Menschen zu befrein. 6* 124 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 2001 Mel. Hilf, Gott, daß mir's gelinge. 4. Ach Sünder, nehmt's zu Herzen, bekehrt euch, werdet rein. Der Breis fo vieler 174. Von Furcht dabin so Schmerzen soll eure Rettung sein. O nehmt an seiner Gnade teil; erkennet seine Liebe, verwerft nicht euer Heil. 5. Vernehmt's auch ihr, o Spötter, die ihr den Mittler schmäht. Er ist auch euer Retter, hört für euch sein Gebet: ,, Sie wissen's nicht, was sie begehn! Vergieb, o Vater, ihnen, wenn einst sie zu dir flehn." 6. Ihr, eurer Brüder Feinde, ach schlagt an eure Bruft, seid aller Menschen Freunde, verdammt der Rache Luft. Vergeltet euren Haffern nie; den Feinden, die euch fluchen, vergebt und segnet fie. 7. Noch währen seine Qualen, noch trinkt er ohne Raft der Leiden volle Schalen, trägt unsrer Sünden Laft, durchkämpft für uns die größte Not, und nun ergreift den Müden der letzte Feind, der Tod. 8. Vor seines Todes Schrecken erblaßt der Sonne Licht; die Engel Gottes decken ihr bebend Angesicht. Nun sinkt er in des Todes Nacht. Erbarm, o Gott, dich unser. Er stirbt, es ist vollbracht! gerissen, verleugnet Petrus dich. Bald straft ihn sein Gewissen, da weint er bitterlich. Dein Blick, o Jesu, rührt sein Herz; er fleht zu dir um Gnade, und du stillst seinen Schmerz. 2. Wie wuchs nun deinem Zeugen Beständigkeit und Mut. Furcht konnt' ihn nie mehr beugen; für dich, Herr, floß sein Blut. Dich, seinen Herrn und seinen Gott, verherrlichte sein Leben, verherrlichte sein Tod. 3. Betrübt ist meine Seele, erfüllt mit Reu' und Schmerz. Was hilft's, daß ich's verhehle? Du schauft mir ja ins Herz. Bekennen will ich es vor dir: Ich habe dich verleugnet, vergieb, vergieb es mir. 4. O du, der du dein Leben, du Herr der Ewigkeit, so willig hingegeben für meine Seligkeit, wie undankbar, wie schwach war ich, daß ich den Spott der Sünder mehr fürchtete, als dich. 5. Ach rechne nicht zur Sünde mir diese Schwachheit zu! Die Reu, die ich empfinde, Erlöser, siehest du! Du schenktest Petro feine Schuld; bedeck auch mein Jesu Leiden, Tod und Begräbnis. Vergehen mit deiner Lieb' und Huld. 6. Laß diesen Schmerz der Reue mir unvergeßlich sein. Ich will zu ewger Treue dir meine Seele weihn. Dich zu verleugnen, Herr, mein Gott, das fürchte meine Seele weit mehr, als selbst den Tod. 7. Nichts soll von dir mich trennen, ich will es gern und frei vor aller Welt bekennen, daß ich dein Jünger sei. Einst vor dem Vater im Gericht verleugnest du, mein Mittler, mich, wenn ich treu bin, nicht. 125 für mich gingst du hin zum Leiden und begabst dich willig. lich aller deiner Freuden. Du sahst Banden, Schmerz und Hohn, sahst den Tod von ferne, doch ertrugft du, Gottes Sohn, alle Leiden gerne. 2. Du entflohst nicht der Gefahr, die dem Leben drohte, als die Stund' erschienen war, gingst du gern zum Tode. Mutig übergabft du dich in der Feinde Hände und bliebst unveränderlich treu bis an das Ende. 3. Lehre mich, wie du, so still und getroft zu leiden und, wann Gottes Rat es will, Stärke freudig abzuscheiden. mich, wenn ich einmal sterbend zu dir flehe, daß ich durch des Todes Thal ohne Schrecken gehe. 4. Dank, o Jesu, Dank sei dir für dein bittres Leiden, denn dadurch erwarbst du mir deines Himmels Freuden. Nunmehr weiß ich, daß im Tod ich nicht ewig sterbe, denn ich bin versöhnt mit Gott, bin des Himmels Erbe. Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. 176. Ach, sieh ihn dul. Mel. Christus, der uns selig macht. den, bluten, sterben. O meine 175. Mein Erlöser, auch Seele, fag ihm Dank! Sieh Gottes eignen Sohn und Erben, wie mächtig ihn die Liebe drang. Ja, Dank dir, treufter Menschen. freund, der du's so gut mit mir gemeint. 2. Wie dunkel waren jene Stunden, und welche Lasten drückten dich. Wie quoll das Blut aus deinen Wunden, und ach, es floß zum Heil für mich und ruft auch jetzt mir troftvoll zu, du liebst mich, frommer Dulder, du. 3. So sollt' es sein, du mußteft leiden. Dein Tod macht 126 Gottes Werte und Gnadenwohlthaten. Gottes Huld mir fund. Er ist für mich ein Quell der Freuden, ein Siegel auf den Friedensbund. So wahr dich Gott zum Heiland giebt, so feſte steht's, daß er mich liebt. 4. Dein bin ich nun, bin Gottes Erbe, seh' in sein Vaterherz hinein. Wenn ich auch leide, wenn ich sterbe, kann ich doch nicht verloren sein. Wenn Erd' und Himmel untergehn, bleibt ewig Gottes Gnade ftehn. 5. Ja, mir zum Trost und dir zur Ehre gereicht dein Kampf, dein Kreuzestod. Bestätigt ist nun deine Lehre, ihr trau' ich fest in jeder Not. Ich weiß, der Unschuld Eigentum bleibt auch im Kampfe Preis und Ruhm. 6. O Herr, dein Beispiel soll mich lehren, die Unschuld sei mein Ehrenkleid. Gern will ich deine Stimme hören und thun, was mir dein Wort gebeut. Die Dankbarkeit dringt mich dazu, ach, wer verdient fie mehr, als du? 7. Nie will ich mich an Feinden rächen auch dies lern' ich, mein Heil, von dir nie Gottes Schickung widersprechen, wär sie auch noch so dunkel mir. Auf Dornen gingst - - du vor mir hin, ich folge, bis ich bei dir bin. 8. Was fürcht' ich noch des Todes Schrecken? Du schliefft auch einst im Grab, mein Freund. Mag Staub auch meine Glieder decken, wenn nun des Todes Nacht erscheint. Der dir das Leben wiedergab, wälzt auch den Stein von meinem Grab. 9. Nimm hin den Dank für deine Plagen, mein Retter, den die Liebe bringt. Einst will ich dir's noch besser sagen, wenn dir mein Geist dort oben fingt. Der Himmel selbft soll Zeuge sein, und alle Selgen stimmen ein. Mel. Warum betrübst du dich. 177. Schau hin! Dort in Gethsemane flagt, trauert, bebt der Heiligste und ringt mit Todesqual. O sieh ihn weinen, beten, fnien. Herb ift der Kelch, doch trinkt er ihn. 2. Schau hin! Dort geht er ins Gericht, sein blutbefloßnes Angesicht liegt vor dem Herrn im Staub. Doch fleht der peinlich Leidende: Nicht mein, dein Wille, Gott, gescheh. 3. Schau hin zum Ölberg, wenn die Luft der Eitelkeit in deiner Brust sich gegen Gott Jesu Leiden, Tod und Begräbnis. empört. Ach sieh, die Arbeit jener Nacht hat deine Sünde ihm gemacht. 4. Schau hin, wenn bei des Leidens Schmerz dein mattes, jammervolles Herz in Thränen sich ergießt. Auch in der Nächte dunklem Graun, Christ, lerne deinem Gott vertraun. 5. Schau hin! Nach Labung dürftest du, du wünscheft Heiter keit und Ruh. Er, er errang fie dir. Nun läßt der Richter auf dein Flehn vor dir den Kelch vorübergehn. 6. Schau hin, wenn einst das Grab dich schreckt und falter Schweiß die Stirn bedeckt. Sein Trauern, seine Qual, sein Flehn, sein Ringen mit dem Tod versüßt dir deine letzte Not. deinen Höhen erhebet dankend sich mein Herz. Ich will den Heilgen Gottes sehen in seines Opfertodes Schmerz; ich will für seine Lieb' und Bein ihm meine ganze Seele weihn. 127 2. Wie rührend scheidet der Gerechte, im Tod als Gottes Sohn bewährt. Zwar leidet er den Tod der Knechte, von Frevlern noch am Kreuz entehrt; doch laut zeugt, Herr der Herrlichkeit, dein Tod von deiner Göttlichkeit. 5. Auf die, die weinend um dich stehen, strömst du der Freundschaft Segen aus, sprichst glaubensvoll vom Wiedersehen im Himmel, in des Vaters Mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. 178. Golgatha, zu Haus, strömst hohen Mut und Trost und Ruh den tiefgebeugten Seelen zu. 6. Du siehst auf die vollbrachten Thaten als Aussaat für die Ewigkeit, dankft Gott, durch den dein Werk geraten, der bald dafür den Lohn dir beut, empfiehlst den Geist in seine Hand und gehst getroft ins Vaterland. 3. Nur Segen hast du hier verbreitet, oft Nächte betend durchgewacht, die Sterblichen zu Gott geleitet und treu dein Tagewerk vollbracht. Wie freudenvoll stirbt nun ein Chrift, der, Herr, dein Beispiel nie vergißt. 4. Froh feierst du die große Stunde, da du zu deinem Vater gehst und noch mit schon erblaßtem Munde voll Großmut für die Feinde flebst, den ſterbend segneft, der dich schalt, dein Wohlthun dir mit Haß vergalt. 128 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 7. Erlöser, tausend Fromme schieden auf dein Verdienst mit Freudigkeit, empfanden sterbend Seelenfrieden im Trost, den uns dein Tod verleiht. O schenke diesen Trost auch mir! Dir leb' ich, Herr, und sterbe dir. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 179. Fall auf die Ge meine nieder, Geist, der uns mit Feuer tauft. Alle sind wir Jesu Glieder, all mit seinem Blut erkauft. Füll uns mit der Andacht Glut. Laß der Leidenschaften Flut nicht des Herzens Ruhe stören, denn wir fingen Gott zu Ehren. 2. Stell den Mittler unsers Bundes uns in seiner Schönheit vor, bring die Reden seines Mundes mächtig vor des Sünders Ohr, führ uns nach Geth. semane in das Allerheiligste, wo die Todesnacht ihn schrecket und mit Schweiß und Blut bedecket. 3. Zeig uns dann den Lebensretter unter seiner Mörder Schar, wie er duldete die Spötter um sich her, wie groß er war, wie er falscher Zeugen Hohn, Purpurmantel, Dornen fron, Geißelschläge, Schmerz und Wunden hoch erduldend überwunden. 4. Geh mit uns dem Opferlamme auf dem blutgen Pfade nach, zeig uns an dem Kreuzes. stamme seines großen Todes Schmach. Fließt sein Blut, sein heilges Blut, Geift des Herrn, so schaff uns Mut. Hüll uns ein in deine Flügel auf dem nachtbedeckten Hügel. 5. Seine letzten Worte schreibe uns ins Herz mit Flammenschrift. Stärk uns, Tröster, bleibe, bleibe bei uns, wenn der Tod ihn trifft, wenn:„ Es ist vollbracht, versöhnt ist die Welt!" herunter tönt, wenn wir sehen seine bleiche, falte, blutumfloßne Leiche. 6. du heilige Gemeinde, blick zu deinem Haupt empor, zum Erlöser, deinem Freunde, den zum Retter Gott erfor. Welche Wonn' und Seligkeit schafft die ftille Leidenszeit. Sie entreißt uns dem Getümmel, hebt den Vorhang von dem Himmel. 7. Leiden, wie der Mittler, leiden wollen wir zu Gott gekehrt, sterben wollen wir mit Freuden, weil sein Tod uns sterben lehrt. Sehen werden wir dann ihn. Tod, o Tod, du bist Gewinn, bist ein Aufflug in die Hütten, die der Gottmensch uns erftritten. Jesu Leiden, Tod und Begräbnis. Mel. Jesus lebt, mit ihm auch. ( Gemeine.) 180. Geist der Andacht, gehüllt. senke du dich in unsre Seele nieder! Sie erfülle Troft und Ruh. Im Gesange frommer Lieder, in geweihter Psalmen Chor strebe sie zu dir empor. ( Chor.) 2. Jesu Chrifti Sterbetag sei euch, Christen, ewig teuer! Weiht, was Lieb' und Dank vermag, ihm zu seiner Todesfeier! Eure Seele, still vor Gott, denk an ihres Mittlers Tod! 3. Diese Welt und ihre Müh, dieses Lebens kurze Freuden, eitle Luft vergesse sie. Tief gerührt von seinen Leiden schaue sie zum Kreuz empor; nur der Heilge schweb' ihr vor. ( Gemeine.) 4. Zwischen Erd' und Himmel schwebt blutend er, der nichts verschuldet, für der Brüder Wohl gelebt, Spott und Undank still geduldet, oft die öde lange Nacht im Gebet für sie durchwacht. 5. Nun verschmachtet er und ringt, ach! von aller Welt verlassen. Kein Gefühl des Mitleids dringt in die Seelen, die ihn haffen. Selbst der ewgen Liebe Bild ist in Dunkelheit 6. Aber er, er murret nicht, will des Vaters Rat vollenden, weiß, die Nacht wird doch mit Licht, Schmach mit Herrlichkeit sich enden, hält getroft im Kampfe aus, führt sein großes Werk hinaus. ( Chor.) 129 7. Hocherhabner, Ewiger! vor dir werfen wir uns nieder. Preis dir, Unerforschlicher, daß für uns und unsre Brüder unsers Jesu Todesnacht Troft und Ruh ans Licht gebracht. 8. Du gabst deinen eingen Sohn in den Tod; nun wird das Leben uns als seines Todes Lohn, wenn wir treu sind, auch gegeben. O wie liebst du uns so sehr! Wir erzittern nun nicht mehr. ( Gemeine.) 9. Ja, Erbarmender, wir schaun hoffnungsvoll zu deinem Throne. Du begnadigst uns; wir traun dir und Jesu, deinem Sohne, leben dir und sterben dir. O wie hoch beglückt sind wir! 6** 130 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. Mel. Jesu, meines Lebens Leben. 181. Denkt mein Geift an jene Stunden, da du, Jesu, für mich starbst und durch deine Todeswunden Heil und Leben mir erwarbst; denk' ich, was du noch gesprochen, eh dein liebend Herz gebrochen, dann bet' ich bewundernd an. Möcht' ich thun, wie du gethan! 2. Der du unter Schmach und Schmerzen noch für deine Feinde batst, laß mich mit versöhntem Herzen auch verzeihen, wie du thatft. Gott die Rache überlassen, denen wohlthun, die mich hassen, solche Tugend lernt der Chrift. Selig, wer dir ähnlich iſt! 3. Bessrung laß mich nicht verschieben bis zum letzten Lebenshauch. Laß mich leben, dich zu lieben, dann liebst du im Tod mich auch. Meiner wirst du dann gedenken, mir zum Sterben Gnade schenken und mich mit dem Troft erfreun, ewig dort bei dir zu sein. 4. Eitler Sinnlichkeiten Reize feffeln meine Seele nicht; wird doch unter deinem Kreuze leicht und süß mir jede Pflicht. Herr, dein Vorbild soll mich lehren, Schwachen Hülfe zu gewähren, die Betrübten zu erfreun, der Verlaßnen Schuß zu sein. d 5. Ach, wer kann dein Leiden faffen, als du riefft: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Doch mich tröstet deine Not. Nun eilt Gott mir beizustehen und erhört mein letztes Flehen, wenn die bange Seele spricht: Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! 6. In des letzten Durftes Schmachten, ach wie schwer war deine Pein. Aber deine Feinde brachten dir zum Labsal Effig. wein. Einft, wenn Durft und Angst mich quälen, will ich dir mein Leid befehlen. Du erbarmeft meiner dich, denn du dürftetest für mich. 7. Doch in deinen Todesschmerzen war dir Hülfe zugedacht. Endlich sant dein Haupt zum Herzen, und du riefft: Es ist vollbracht! Vater, Vater, ich befehle deinen Händen meine Seele! Sanft und freudig war dein Tod, und du gingest hin zu Gott. 8. Einst naht auch, von Gott gesendet, der Erlösung Stunde mir. Dann ruf' ich: Es ist vollendet! meinen Geift befehl' ich dir. Und du hörst mein letztes Sehnen, ftillst auf ewig meine Thränen, führst mich nach des Lebens Pein zut des Himmels Freuden ein. Jesut Leiden, Tod und Begräbnis. Mel. Wie groß ist des Allmächtgen. 182. Laß mir die Feier deiner Leiden, o großer Dulder, heilig sein. Sie lehre mich die Sünde meiden und dir mein ganzes Leben weihn; dir, der so Mel. Es ist genug, so nimm. ruhig und entschloſſen für mich 183. Ich bin erlöft! Es die Last des Kreuzes trug, des Herz, als schon sein Blut gefloffen, für mich noch heiß von Liebe schlug. floß des Mittlers Blut, er starb den Kreuzestod. Mit Gott verföhnt, empfind' ich Glaubensmut; ich fürchte keine Not. Die Weisheit hat mein Heil erfunden, die Liebe glorreich überwunden. Ich bin erlöst! 2. In der Betrachtung heilgen Stunden will ich am Leidens. hügel stehn und, Herr, für deine Todeswunden mit Dank und Thränen dich erhöhn; will tief gerührt die Huld ermessen, womit dein Herz die Welt umfaßt, und nie aus Undank es vergessen, was du für mich er duldet haft. 131 Liebe sah. Nach euch will ich voll Andacht schauen, wo mein Erlöser litt und starb, und hoffnungsvoll auf den vertrauen, der mir die Seligkeit erwarb. 3. Mir sollen diese Feierzeiten nicht unbenugt vorüber fliehn, ich will dich an dein Kreuz begleiten und lauten Freuden mich entziehn. Dein Leiden sei mein höchster Segen, dein Tod mein feligster Gewinn. Dir walle sanft mein Herz entgegen, weil ich durch dich gerettet bin. 4. Seid jetzt, seid mir auf immer teuer, Gethsemane und Golgatha, ihr Stätten, wo die Welt die Feier der allergrößten 2. Ich bin erlöst! Es trifft des Donners Spruch vom Sinai mich nicht. Mein Heiland nahm von mir den schweren Fluch, ich fomm nicht ins Gericht. Drum quält mich nicht, bereute Sünden, der Vater läßt mich Gnade finden. Ich bin erlöst! 3. Ich bin erlöst! Was ist noch, das mich schreckt? Licht wird die Todesnacht, aus der mich bald der Herr des Lebens weckt in neuer Schöpfungspracht. Ich ruh, werd' ich ins Grab getragen, nur von den schwülen Prüfungstagen. Ich bin erlöst! 4. Ich bin erlöst! In Frieden fahr' ich hin, ist meine Stunde da. Der Tod wird mir zum seligsten Gewinn, mein Retter Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. ist mir nah, den Geist beim rücken näher die Minuten, wo Abschied von dem Leben ins Land der Engel zu erheben. Ich bin erlöst! nicht mehr meine Wunden bluten, dann ist's vollbracht! 132 Mel. Es ist genug, so nimm. 184. Es ist vollbracht! Des Jammers letter Ton wird lautes Siegsgefchrei. Vorüber ist erlittner Schmerz und Hohn und Angst und Tyrannei. Daß er noch mehr gemartert werde, vermag jetzt nicht die Macht der Erde. Es ist vollbracht! 2. Die höchste Not hat endlich doch ihr Ziel, das sie nicht übersteigt. Der schwülfte Tag wird doch am Abend kühl, der Sturm des Lebens schweigt. Auf seines Elends höchsten Stufen hört Erd' und Himmel Jesum rufen: Es ist vollbracht! 3. An diesem Ziel, vor dem die Stärksten fliehn, wenn's aus der Ferne droht, erbarmet sich ein Engel über ihn, der gute Engel Tod, er nimmt ihn fanft auf seinen Flügel und trägt ihn von dem Marterhügel ins stille Grab. 4. Getroft, getroft! auch wenn des Unglücks Flut mich ohne Rettung faßt, und trüg' ich, Herr, der Leiden heiße Glut, die du getragen hast. Bald Mel. Da Jesus an dem Kreuze. 185. Mit tiefer Ehr. furcht bete ich, am Kreuz, o Jeſu, seh' ich dich für meine Schuld erblaffen. Laß deiner Worte Gottestraft mich tief zu Herzen faffen. 2. Dich traf der Feinde Hohn und Spott, da flehteft du: Vergieb, o Gott, du willst der Sünder Leben. mich treibe deiner Liebe Macht, dem Feind auch zu vergeben. 11 3. ,, Noch heute sollst du dich erfreun, mit mir im Paradiese sein!" sprachst du zum Sünderherzen. Sprich auch zu mir dies selge Wort in meinen Todesschmerzen. 11 4.„ Sieh, Mutter, sich, da ist dein Sohn! Ich bin des Jüngers großer Lohn." O welcher Troft im Leide! Gedenke, Herr, der Meinen auch, wenn ich von hinnen scheide. 5. Wie flehtest du für meine Ruh: ,, Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich, deinen Sohn, verlassen?" In Todes. qualen liebst du treu, drum will ich dich umfassen. Jesu Leiden, Tod und Begräbnis. 6. Mich dürftet!" rufft du in dem Schmerz. Nach mir verlangt dein brechend Herz, ich falle dir zu Füßen. Laß, Herr, wenn meine Zunge lechst, mir deinen Troftquell fließen. 7. Es ist vollbracht!" so sprach dein Mund; versiegelt ist der neue Bund, errungen ist mein Erbe. Ich finge froh: Es ist vollbracht! wenn ich mit dir einst sterbe. 8. Ruf mich zu deinen Siegeshöhn, daß ich mit dir kann freudig flehn an meinem letzten Ende: O Vater, dir befehl' ich nun die Seel in deine Hände!" 9. Wo flieh' ich hin, wenn alles weicht, wenn sich mein Tag des Lebens neigt? Zu dir, zur Gnadenpforte! zum Himmel führeft du mich ein durch deine letten Worte. 10. Wenn sich mein Pfad in Nacht verliert, mich deine Hand in Tiefen führt, den Glauben zu bewähren, laß dieser Worte tröstend Licht mir meine Nacht verklären. Feier nach Gethsemane! Chriftus, der Befreier, trinkt den Kelch voll Weh. Für die Welt zu 133 fterben, ist der Herr bereit, hat schon Himmelserben Leib und Blut geweiht. Herr, erbarm dich unser, erbarm dich unser, Herr, erbarm dich unser! 2. Die er liebt, entschliefen; er, der Eine, wacht. In der Seele Tiefen, um ihn ist es Nacht; doch auch Nacht verkläre dich, du Licht der Welt! Preift ihn, Sternenheere, hoch am Himmelszelt. Herr, erbarm dich unser, erbarm dich unser, Herr, erbarm dich unser! 3. Was betrübt die Seele dir bis an den Tod? schufen eigne Fehle deine letzte Not? Daß uns Friede würde, zagt dein treues Herz. Dein ist unsre Bürde, unser Heil dein Schmerz. Herr, erbarm dich unser, er. barm dich unser, Herr, erbarm dich unser! Mel. Ach wir armen Sünder. 186. Auf zu frommer barm dich unser! 4. Betend finkst du nieder, und dein Engel naht, stärkt und hebt dich wieder. Drohe Mord, Verrat! Kelch der Gegensfülle, Kelch der Todesqual! du bist Vaterwille, bift des Sohnes Wahl. Herr, erbarm dich unser, erbarm dich unser, Herr, er5. Herr, du rufft den Schwachen: Wachet, betet! zu. Hilf uns täglich machen, Heilig 134 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. ster, wie du. Hilf uns betend finden, was uns Frieden schafft, freudig überwinden, Herr, in deiner Kraft! Herr, erbarm dich unser, erbarm dich unser, Herr, erbarm dich unser! 6. Laß in bangen Stunden, in der Nächte Graun deiner Seele Wunden, deine Nacht uns schaun. Mag das Herz uns brechen, laß mit dir uns still und ergeben sprechen: Wie mein Vater will! Herr, erbarm dich unser, erbarm dich unser, Herr, erbarm dich unser! Gottes Heil ist nah. Hier ist Himmelstätte, hier ist Golgatha. Zu des Todes Pforte zieht, der ihn bezwingt. Seine letzten Worte spricht er und vollbringt. Herr, erbarm dich unser, erbarm dich unser, Herr, erbarm dich unser! 3. Ihn auch hüllen Nächte, der das Licht mir schuf. Starr ist seine Rechte, stumm sein Friedensruf. Herz, du brachst in Liebe für die Welt, für mich, und gefühllos bliebe ich, dein Jünger, ich? Herr, erbarm dich unser, erbarm dich unser, Herr, erbarm dich unser! Mel. Ach wir armen Sünder. 187. Meine Seele bete, barm dich unser! 2. Ach ich weiß wohl, Sonne, was den Schein dir raubt. Christus, meine Wonne, hat geneigt sein Haupt. Felsen beben, Gräber; Tote stehen auf. Er, des Lebens Geber, hat vollbracht den Lauf. Herr, erbarm dich unser, erbarm dich unser, Herr, erbarm dich unser! 4. Feinde, Mörder zagen reuig, schuldbewußt, fliehn hinweg und schlagen sich an ihre Brust. Hat, o Herr, mein Leben deinen Tod geehrt? bin ich treu ergeben deines Opfers wert? Herr, erbarm dich unser, erbarm dich unser, Herr, er5. Daß uns Gnade kröne, rufft du: Kommt zu mir! Mittler, du, versöhne uns mit Gott, mit dir, mit dem eignen Herzen, mit des Schicksals Macht, mit des Lebens Schmerzen, mit des Todes Nacht. Herr, erbarm dich unser, erbarm dich unser, Herr, erbarm dich unser! 6. Naht der Geist des Bösen, locken Herz und Welt du fannst uns erlöfen, fiegge schmückter Held! Uns auch Sieg zu schaffen, gieb uns Kraft und Mut, gieb uns Schild und Waffen, stärk uns - Jesu Leiden, Tod und Begräbnis. durch dein Blut! Herr, erbarm dich unser, erbarm dich unser, Herr, erbarm dich unser! 7. Wenn auf heitern Auen Lust der Welt uns droht, laß dein Kreuz uns schauen, deiner Liebe Tod. Wenn wir troftlos weinen, laß du tröstend, mild deinen Kelch erscheinen, deiner Treue Bild! Herr, erbarm 7. Jesu Auferstehung. 188. Chrift ift erstanden von der Marter alle. Des folln wir alle froh sein. Christus will unser Trost sein. Hallelujah! 2. Wär' er nicht erstanden, so wär' die Welt vergangen. Seit er auferstanden ist, loben wir den Herrn Jesum Christ, Hallelujah! 3. Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah! Des solln wir alle froh sein. Christus will unser Trost sein. Hallelujah! 135 dich unser, erbarm dich unser, Herr, erbarm dich unser! 8. Bleib, ob alles schiede, deine Huld uns nah; unsers Todes Friede sei dein Golgatha, unser sei die Krone, die dein Blut erwarb, ewig bei dir wohne, wer dir lebte, starb! Herr, erbarm dich unser, erbarm dich unser, Herr, erbarm dich unser! 2. Herr, der du aus dem Grabe dringst, die Siegesfahne glorreich schwingst, auch mich weckst du zum Leben auf; mein Ostertag ist schon im Lauf. Hallelujah! 3. Lebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, wie herzlich er mich liebt, und stürb' auch alle Welt mir ab, gnug, daß ich ihn zum Freunde hab. Hallelujah! 4. Er nährt, er schüßt, er tröstet mich; sterb' ich, so nimmt er mich zu sich. Wo er jetzt Mel. Erschienen ist der herrlich. 189. Früh Morgens, da lebt, da muß ich hin, weil ſeines Leibes Glied ich bin. Hallelujah! die Sonn' aufgeht, mein Heiland Christus aufersteht. Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Hallelujah! 5. Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt, durch ihn mit Gnad' und Heil gekrönt. Mein banges Herz, ermuntre dich, 136 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. Gott und die Engel lieben mich. Hallelujah! 6. Durch seiner Auferstehung Kraft vollend' ich meine Pilger schaft, freu seiner mich in seinem Reich und bin dort seinen Engeln gleich. Hallelujah! 7. Für diesen Troft, o großer Held, Herr Jesu, dankt dir alle Welt. Wenn wir dereinst dein Antlig sehn, soll dich ein würdger Lob erhöhn. Hallelujah! 190. Laffet uns den Herren preisen, o ihr Chriften, überall. Kommet, laßt uns Dank erweifen unserm Gott mit frohem Schall. Er ist frei von Todesbanden, der zu uns vom Himmel kam, und der Held aus Judas Stamm, Jesus Chriftus, ift er ftanden. Nun ist aus der lange Streit, freue dich, o Christenheit! 3. Grab, wo sind nun deine Schrecken? Hölle, wo ist dein Triumph? Tod, du kannst kein Graun erwecken; deine Pfeile sind nun stumpf. Vor dir beb. ten alle Wesen; doch der starke Gottesheld hat dir deinen Trop gefällt, und wir Menschen find genesen, fiegen nun durch Christi Streit. Freue dich, o Christenheit! 4. Jesus heilet unsre Plagen, wenn wir nirgends Hülfe sehn, läffet uns nach dreien Tagen freudig mit sich auferstehn, bricht hervor in unsern Herzen, über. windet Elend, Tod, Teufel, Welt und Sündennot, giebt uns Troft in unsern Schmerzen, Wonne nach der Traurigkeit. Freue dich, o Christenheit! 5. Meinen Leib wird man begraben, aber doch auf ewig nicht. Neues Leben wird er haben, schön verklärt in Glanz und Licht. Das Verwesliche muß sterben; irdisch wird es ausgefät, bis es himmlisch einst ersteht, um das Reich des Herrn zu erben, ihn zu schauen allezeit. Freue dich, o Christenheit! 2. Christus hat nun überwunden des ergrimmten Todes Macht. Der im Grabe lag ge bunden, hat die Freiheit uns gebracht. Die Verwesung in der Erden sieht der treue Helfer nicht, der des Grabes Ketten bricht. O laßt uns ihm dant. 191. Jesus, meine Zuver. bar werden. Harf' und Psalter, feid bereit, freue dich, o Christenheit! sicht und mein Heiland, ist im Leben. Dieses weiß ich, sollte nicht sich mein Herz zufrieden stolde Jesu Auferstehung. geben, was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht? 2. Jesus, mein Erlöser, lebt. Ich werd' auch das Leben schauen, sein, wo mein Erlöser lebt; warum sollte mir denn grauen? Läßt auch dieses Haupt ein Glied, das es einst nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden, halt' ihn mit des Glaubens Hand fest in meinen letzten Stunden, daß mich auch kein Todesbann ewig von ihm trennen kann. 137 erhöhen. Irdisch wird mein Leib gesät, himmlisch wird er auferstehen, zum Verwesen fällt er ein, dort wird er unsterblich sein. 8. Seid getroft und hocherfreut; Jesus kennt euch, seine Glieder. Christen, wehrt der Traurigkeit. Sterbt ihr, Jesus ruft euch wieder, wenn einst die Posaun' erklingt, die durch alle Gräber dringt. 9. Lacht der finstern Erdenkluft. Blickt hinauf ins beffre Leben. Dorthin wird euch aus der Gruft eures Jesu Macht erheben. Dann liegt Schwachheit und Verdruß ewig unter eurem Fuß. 10. Nur daß ihr den Geist erhebt von den Lüsten dieser Erden und schon hier den Heiland lebt, dem ihr dort vereint sollt werden. Schickt das Herz jetzt da hinein, wo ihr ewig wünscht zu sein. 4. Staub bin ich und muß daher einmal auch zu Staube werden. Dieses weiß ich, doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlich keit bei ihm sein mög' alle Zeit. 5. Dieser Leib, aus Staub gebaut, wird verklärt mich einst umgeben; Gott wird von mir angeschaut dort in einem bessern Leben, und in diesem Leib seh' ich meinen Jesum ewiglich. Mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. 6. Dann werd' ich im hellen 192. Mein Jeſus lebt. Licht seine große Lieb' erkennen und mit voller Zuversicht ihn dann meinen Retter nennen, wenn er von der Sterblichkeit nun auf ewig mich befreit. 7. Mich, der hier noch seufzt und fleht, wird er herrlich dort Mag ich doch sterben, hier steht mein Haupt und triumphiert. Nun muß auch ich das Leben erben, weil seine Macht der Tod verliert. Ich fürchte seinen Fluch nicht mehr. Mein Jesus lebt, sein Grab ist leer. 138 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 2. Mein Jesus lebt. Er hat bezwungen, was mir das Leben rauben kann, er hat mir Heil und Sieg errungen, und alles ist ihm unterthan. Der Hölle tiefster Abgrund bebt, denn sie vernimmt es: Jesus lebt! 3. Mein Jesus lebt. Das Grab ist offen, mit Freuden geh' ich in die Gruft. Nun kann ich auch im Tode hoffen, daß mich sein Wort ins Leben ruft. Wie lieblich schallt die Stimme hier: Ich leb, und leben sollt auch ihr! 4. Mein Jesus bleibe denn Mel. Valet will ich dir geben. mein Leben. Der Tod soll mir 194. Ich geh zu deinem will nicht schrecklich sein, ihm ich mich getroft ergeben, mich seiner noch im Tode freun, weil er auch mich zum Himmel hebt, so wahr er Jesus ist und lebt. Grabe, du großer Lebensfürft, weil ich die Hoffnung habe, daß du mir zeigen wirst, wie man kann fröhlich sterben und fröhlich auferstehn und mit den Himmelserben ins Land des Lebens gehn. Mel. Christus, der ist mein Leben. 193. Willkommen, Held im Streite, aus deines Grabes Kluft. Wir triumphieren heute um deine leere Gruft. 2. Du haft nun überwunden der Feinde Macht und Spott. Wir haben Troft gefunden, mit uns ist unser Gott. flieht. In der Gerechten Hütten schallt schon das Siegeslied. 4. Schwing deine Siegesfahnen auch über unser Herz, und zeig uns deine Bahnen vom Grabe himmelwärts. 5. Wir wollen hier ganz fröhlich mit dir zu Grabe gehn. wenn wir nur dort einst felig mit dir auch auferstehn. 6. Was kann uns nun noch schaden? Des Todes Pfeil ist stumpf. Wir sind bei Gott in Gnaden und rufen schon Triumph! 3. Der Fried' ist nun erstritten; der bange Schrecken 2. Du ruheft in der Erde. Nun ist sie eingeweiht, wenn ich begraben werde, daß sich mein Geist nicht scheut, auch in den Staub zu legen den Staub, der mich beschwert, weil dir doch allerwegen die Erde angehört. 3. Du schläfft in deinem Grabe und drückst, damit ich Ruh im Schoß der Erde habe, auch mir stodia Jefu Auferstehung. die Augen zu. Nun soll mir gar nicht grauen, wenn mein Gesicht vergeht, ich werde den wohl schauen, der mir zur Seite steht. 4. Dein Grab schließt Stein und Siegel, und du bist dennoch frei, auch meines Grabes Riegel bricht deine Macht entzwei. Du wirst den Stein schon rücken, der meinen Staub bedeckt, dann werd' ich dich erblicken, der mich vom Tod erweckt. 5. Du fährst zu Himmelshöhen und reichst mir deine Hand, daß ich dir nach fann gehen ins rechte Vaterland. Dort ist es sicher wohnen, wo lauter Glanz um dich. Da warten Himmelskronen in deiner Hand auf mich. 6. O meines Lebens Leben, o meines Todes Tod! Dir will ich mich ergeben in meiner letzten Not und meine Ruhstatt machen in deiner Liebe Gruft. Da werd' ich einst erwachen, wenn deine Stimme ruft. Mel. Lasset uns den Herren preiſen. 195. Überwint berwinder, nimm die Palmen, die dir Zion heute bringt, das mit frohen Osterpfalmen deinen großen Sieg befingt. Du hast dich emporgeschwungen aus der dunkeln 139 Grabesnacht, haft dein hohes Werk vollbracht und der Feinde Wut bezwungen. An dem Tag, da dies geschah, singen wir Hallelujah! 2. Aus des Todes dunkeln Reichen steigst du siegreich heut' empor. Was kann deiner Krone gleichen? Held und König, tritt hervor. Laß dir tausend Engel dienen. Denn nach harter Leidenszeit ist dein Tag der Herrlichkeit, höchste Majestät, erschienen. Welt und Himmel jauchzen da: Gott sei Dank, Hallelujah! 3. Neige deines Scepters Spiße unsrer Ohnmacht gnädig zu. Schrecken uns des Richters Blige, Gnädiger, so tröste du. Sind zuweilen wir verdrossen, Mittler, so vergieb die Schuld. Herrscher, richte mit Geduld über deine Reichsgenossen. Denn dein Name ruhet da. Gott sei Dank, Hallelujah! AU 4. Teile, großer Fürst, die Beute deiner armen Herde mit, die in froher Sehnsucht heute vor den Thron der Gnade tritt. Deinen Frieden gieb uns allen, o so jauchzet Herz und Mut, weil das Los so wundergut und aufs lieblichfte gefallen. Denn der Ölzweig grünet da. Gott sei Dant, Hallelujah! 140 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 5. Laß, o Sonne der Gerechten, deinen Strahl ins Herz uns gehn, gieb Erleuchtung deinen Knechten, daß sie geistlich auferstehn. Hält der Schlaf uns noch gefangen, o so fördre felbft den Lauf, rufe fleißig: Wachet auf! Denn die Schatten sind vergangen, und der helle Tag ist da. Gott sei Dank, Hallelujah! 6. Zeige, wenn der blöde Kummer über Gruft und Bahre weint, wie die Schwachheit nach dem Schlummer dort in voller Kraft erscheint. Sind wir sterblich hier geboren, o so nimmt das kühle Grab nichts, als nur was irdisch, ab, und der Staub ist unverloren. Unser Hirte hütet da. Gott sei Dank, Hal. lelujah! Mel. Erschienen ist der herrlich. 196. Erinnre dich, mein Geist, erfreut des hohen Tags der Herrlichkeit; halt im Ge dächtnis Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. Gelobt fei Gott! 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir erschien, als spräch' er: Friede sei mit dir! so freue dich, mein Geist, in mir. Gelobt sei Gott! 3. Du, der du in den Him. meln thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst, und du erfüllft einst mein Vertraun, mit meinen Augen dich zu schaun. Gelobt sei Gott! ARE 4. Ich soll, wenn du, des Lebens Fürst, in Wolken gött. lich kommen wirft, erweckt aus meinem Grabe gehn und rein zu deiner Rechten stehn. Ge lobt sei Gott! 5. Vor deinem Thron, in deinem Reich, unfterblich, heilig, Engeln gleich, mit allen From men aller Zeit soll ich mich freun in Ewigkeit. Gelobt sei Gott! 6. Zu welchem Glück, zu wel. chem Ruhm erhebet uns das Christentum. Mit dir ge freuzigt, Gottes Sohn, find wir auch auferstanden schon. Gelobt sei Gott! 7. Nie komm' es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, damit ich mich, in Liebe treu, zu deinem Bilde stets erneu. Ge. lobt sei Gott! 8. Er ist's, der alles in uns schafft, sein ist das Reich, sein ift die Kraft. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. Gelobt sei Gott! dildo Jefu Auferstehung. Leben. Welchen Troft in Todes197. Jesus lebt, mit ihm not wird es meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! auch ich! Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Toten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt! ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd' auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt! wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Chrifto nicht; dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt, sein Heil ist mein! sein sei auch mein ganzes Leben. Reines Herzens will ich sein und den Lüften wider streben. Er verläßt den Schwachen nicht; dies ist meine 3uversicht. 5. Jesus lebt! ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsternis, feine Herrlichkeit, fein Leiden. Er giebt Kraft zu jeder Pflicht; dies ist meine Zuversicht. 141 6. Jesus lebt! nun ist der Tod mir der Eingang in das Mel. Lasset uns den Herren preisen. 198. Auferstanden, auferstanden ist der Herr, der uns versöhnt. O wie hat nach Schmerz und Schanden Gott mit Ehren ihn gekrönt. Dort zu seines Vaters Rechten, über Schmerz und Tod erhöht, herrscht er nun mit Majestät. Freut euch seiner, ihr Gerechten, und ihr, seine Feinde, bebt. Halle. lujah, Jesus lebt! 2. Singt dem Herrn! Er ist erstanden, er, der starb auf Golgatha. Rühmt es, rühmt's in allen Landen; was er uns verhieß, geschah. Wer, wer kann ihm widerstreben? Mächtig dringt der Held empor, im Triumph bricht er hervor, und des Abgrunds Pforten beben, da ihr Sieger sich erhebt. Hallelujah, Jesus lebt! 3. Uns vom Tode zu befreien, sant er in des Grabes Nacht. Uns zum Leben einzuweihen steht er auf durch Gottes Macht. Tod, du bist in Sieg verschlungen, deine Schrecken sind ge 142 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. dämpft, deine Herrschaft ift be. kämpft und das Leben uns errungen. Jauchzt, ihr Sterbenden, ihr lebt. Hallelujah, Jesus lebt! 4. Aus dem Grab uns zu erheben, ging er zu dem Vater hin. Laßt uns ihm zu Ehren leben, dann ist Sterben uns Gewinn. Haltet unter Luft und Leiden im Gedächtnis Jesum Chrift, der vom Tod erstanden ift. Unvergänglich sind die Freuden des, der nach dem Himmel strebt. Hallelujah, Jesus lebt! 5. Freut euch seiner, Gottes Kinder. Er sei euer Lobgesang! Bringt dem Todesüberwinder Ehr und Stärke, Preis und Dank! Rühmt's in der Versuchung Stunden, wenn euch Fluch und Sünde droht, rühmt's in eurer Todesnot und, habt ihr einst überwunden, wenn er euch zu sich erhebt, rühmt es ewig: Jesus lebt! 2. Dein Leben in der Majeftät befestigt unsern Glauben. Wer kann, da dich dein Gott erhöht, den großen Troft uns rauben, daß du haft unser Heil vollbracht und von des ewgen Todes Macht uns Sünder haft erlöſet? 3. Gott selbst, der dich dem Grab entrückt, hat dem, was du gelehret, der Wahrheit Siegel aufgedrückt und dich als Sohn geehret, hat deines Todes hohen Wert der Welt aufs herrlichste bewährt, da er dich auferweckte. 4. Erstandner, ich frohlocke dir; mein ist dein Sieg, dein Leben. Du lebst und herrschest, um auch mir dein ewges Heil zu geben, auch meiner Seele Troft zu sein, zur Tugend Kraft mir zu verleihn und mich zu Gott zu führen. 5. Mein Herr, mein Gott, hilf mir dazu, befreie mich von Sünden; laß mich für meine Mel. Es ist das Heil uns kommen. 199. Bringt Breis und Seele Ruh im Frieden Gottes finden. Erwecke deinen Sinn in mir, damit ich, Gott ergeben, hier als dein Erlöster wandle. Ruhm dem Heiland dar, frohlockt ihm, alle Frommen! Er, der für uns getötet war, ist aller Angst entnommen. Sei hochgelobt, Herr Jefu Chrift, daß du für uns gestorben bist und siegreich auferstanden. 6. Dein ist das Reich, dein ist die Macht, Verstorbne zu erwecken. Du rufft einst, und der Gräber Nacht wird Tote Jesu Auferstehung. nicht mehr decken. Denn wie du auferstanden bist, so werd' auch ich, Herr Jesu Chrift, durch dich einst auferstehen. 7. O laß mich, weil ich hier noch bin, im Glauben an dich wandeln und jederzeit nach deinem Sinn rechtschaffen sein und handeln, daß ich, wenn ich Mel. Nun lob, mein Seel, den. nun aufersteh und dich, bes 201. Lobfinge, meine Todes Sieger, seh, nicht angst. voll vor dir bebe. Seele, dem Welterlöser, bet ihn an! Lobsing ihm und erzähle, was dir zum Heil der Herr gethan. Er hat für dich gerungen; durch seine Macht hat er des Todes Macht bezwungen und seiner Schrecken Heer. Er hat des Grabes Grauen geschwächt, da er erstand. Nun läßt uns Gott einst schauen der Frommen Vaterland. 016 8. Wo du, Herr, bist, da soll auch einst dein Jünger mit dir leben, und du wirst ihn, wenn du erscheinft, zu deiner Freud erheben. Laß einst dies Glück mein Erbteil sein; so werd' ich dein mich ewig freun, du Todesüberwinder. 143 und Lob und Dank dem, der des Todes Macht bezwang und unsern Staub erhöhte. Er über wand, er überwand; Nacht war um ihn, und sie verschwand in helle Morgenröte. Bebet! gebet, stolze Spötter, unserm Ret. ter Preis und Ehre, glaubt an ihn und seine Lehre! Mel. Wie schön leucht't uns der M. 2. Froh führte seine Sonne 200. Triumph, Triumph den festlich hohen Tag herauf. Da stand er, meine Wonne, mein Gott und mein Versöhner, auf. Gedanke, der zu Freuden des Himmels mich erhebt, Gedanke, der im Leiden mit reichem Troft belebt, des höhern Lebens Quelle, mein Schild in jeder Not. Wo ist dein Sieg, o Hölle? wo ist dein Stachel, Tod? 3. Des Felsen Grund erbebet, die Wächter fliehn, das Grab ist leer. Der tot war, sieh 2. Leer ist die Gruft, die ihn umgab; sei mir gegrüßt, mein künftig Grab, du Wohnung ernster Stille. Nur wenig Tage werden's sein, o dann empfängst du mein Gebein in deiner Schat. ten Hülle. Freude, Freude! Diese Glieder werden wieder auferstehen; meinen Heiland werd' ich sehen. 144 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. er lebet. Er lebt und stirbt hinfort nicht mehr. Die schwachen Jünger wanken; er stärkt die Wankenden. Sie sehn ihn, freun sich, danken dem Auferstandenen. Sie sehn empor ihn steigen und gehn, wie er gebot, mit Freuden hin und zeugen von ihm bis an den Tod. 4. Herr, deine Boten siegen, von dir und deinem Geist gelehrt; die Gößentempel liegen; der Erdkreis wird zu Gott be kehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freudenvoll ein Chrift. Ihn bet' ich an im Staube, ihn, der mein Retter ist. Ich werd' ihn ewig schauen, wenn er auch mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen; er starb für mich und lebt! 202. Preis dem Todes. überwinder! Sieh, er starb auf Golgatha. Preis dem Heiliger der Sünder, Preis ihm und Hallelujah! Sieh, er starb auf Golgatha. Singt, des neuen Bundes Kinder aus dem Grab eilt er empor finget ihm in höherm Chor! 2. Laßt des Dankes Harfe klingen, daß die Seele freudig bebt. Laßt uns, laßt uns mächtig singen dem, der starb und ewig lebt, daß das Herz vor Wonne bebt. Preis und Ehre laßt uns bringen dem, der starb und ewig lebt, dem, der starb und ewig lebt! 3. Du, der uns nun nicht verdammet, wie erhebt dein Lob den Geist. Durch die Ewigkeit entflammet, rühmt er, dankt er, jauchzt, entreißt dieser Welt sich. Denn er preift dich, der ihn nun nicht verdammet, weil du starbst und auferstandst, Gott mensch, weil du überwandst. 4. Da, in Morgendämmerungen noch gehüllt, die Erde schwieg, da zu tiefern Anbetungen Gottes Engel niederstieg, aber jetzt noch bebend schwieg, da erstandst du. Engelzungen, alle Himmel sangen dir, Todesüberwinder, dir! 5. Bei den Toten ihn zu finden, ging sie hin, wo Christus schlief. Ach, was mußte sie empfinden, als er sanft Maria! rief, und als sie Rabbuni! rief. Herr, einst werd' auch ich dich finden, wo dein Gott ist und mein Gott, ruft mich nun zu dir der Tod. 6. Wenn ich aus dem Grabe gehe, wenn mein Staub Verklärung ist, wenn ich, Herr, dein Antlig sehe, dich, mein Mittler, Jesu Auferstehung. Jefu Chrift, dich, Verklärter, wie du bist o dann, wenn ich auferstehe, hab' ich, du, der Sünder Heil, ganz an deinem Leben teil. ten, in den mächtigern Gesang lauter ihre Harfen schallten, da ihr Lob zum Throne drang, daß davon der Thron erklang, daß die Himmel wiederhallten, da, da hattest du's vollbracht, da warst du vom Tod erwacht. D 10. Singt demHerrn, singt ihm nun Psalmen. Jesus Christus hat gesiegt. Streut dem Überwinder Palmen, die ihr bang 7. Jetzt, da ich an dich nur glaube, feh ich dunkel noch und 203. Chriftus ift erſtan. fern, ich, der Wanderer im Staube, dich, die Herrlichkeit des Herrn, dich, die Herrlichkeit des Herrn. Dennoch, wenn ich innig glaube, wenn ich dürfte, strömt mir Ruh deines Tods und Lebens zu. den aus des Todes Banden. Sein soll alle Welt sich freun, er will unser Heiland sein. Gelobt sei Gott! 8. Gerne will ich hier noch wallen, Herr, so lange du es willst; knieen will ich, niederfallen, flehn, daß du dich mir enthüllst und mein Herz mit Kraft erfüllst, dein hochheilig Lob zu lallen. Selig war stets, wen dein Lob, Ewiger, zu dir erhob. 9. Da hinauf die Engel wallund weinend schwiegt, als er starb. Er hat gefiegt. Zu der Himmel höhern Psalmen, zu der Überwinder Chor steig, o Lied des Lamms, empor. 145 2. Christus ist erstanden; rühmt's in allen Landen. Unsre Hoffnung ſtehet feſt, die auf Christum sich verläßt. Gelobt fei Gott! 3. Gott sei Preis und Ehre! Nun siegt Jesu Lehre; ewig, ewig sind wir sein, ewig seiner uns zu freun. Gelobt sei Gott! Mel. Wachet auf, ruft uns die. 204. Amen! Amen! Lob und Preis und Stärke sei dem Vollender seiner Werke, dem Todesüberwinder Dank. Seht, der Held ist auferstanden; singt sei. nen Ruhm in allen Landen, und Erd' und Himmel sei Gesang. Jhm, der vom Tod erstand, ihm, der einst überwand, Hallelujah! Sein ist die Macht, er hat's vollbracht. Die Welt ist seiner Ehre voll. 7 146 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 2. Ja, du Land der Gräber, Erde, empor aus deinem Staube, werde ein Land des Lebens und des Lichts. Er, der fiegreich auferstanden, befreit uns von des Todes Banden und von den Qualen des Gerichts. Heil uns! das Grab ist leer. Des Abgrunds Schreckensheer ist bezwungen. Des Todes Nacht, der Hölle Macht, der Gräber Grauen ist besiegt. 3. Was vermag uns zu erschüttern? Der Hölle Sklaven Mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. müſsen zittern vor ihm, der 205. Heil ihm, dem Todesüberwinder! Aus seiner Als Gruft geht er hervor. Retter der verlornen Sünder ewig, ewig lebt. Wir, des Auferstandnen Brüder, wir, Chriften, seines Leibes Glieder, wir freun uns des, der ewig lebt. Für uns fank er in Tod; für uns entrückte Gott ihn dem Grabe. Empörer, bebt! Der Sieger lebt! Er lebt und stirbt hinfort nicht mehr. empfängt ihn nun der Engel Chor, und aller Himmel Jubelton preist ihn, des großen Gottes Sohn. 4. Unser Herz darf nun nicht wanken; die bangen, zweifelnden Gedanken besiegt des Glaubens Zuversicht. Wie ein Fels des Herrn im Meere, steht unerschüttert Jesu Lehre, umglänzt mit Seligkeit und Licht. Des Himmels Bau zerfällt; die Herrlichkeit der Welt wird verschwinden. Doch fort und fort steht Jesu Wort, bleibt Trost und Heil in Ewigkeit. D 5. Wir auch, wir auch wer. den bleiben, mag doch des Leibes Staub zerstäuben, verzehre Moder mein Gebein. Jesus lebt, und meine Glieder belebt einst seine Allmacht wieder, wie er, werd' ich unsterblich sein. In der Verwesung Grab dringt dann sein Ruf hinab, und ich lebe, und ich bin sein, auf ewig sein. Wie wird mir dann, o dann mir sein! 2. Er hat des Grabes Ruh empfunden; doch kurzer Schlummer war sein Tod. Er hat gekämpft und überwunden; dahin ist alle seine Not. Ihm, der das Felsengrab durchdrang, erschallt nun ein Triumphgefang. 3. Das segensreichste seiner Werke, die Rettung einer Menschenwelt, vollendet ist's mit Gottesstärke, die Nacht des Irrtums ist erhellt. Sein göttlich dodildo Jefu Auferstehung. astio Evangelium steht fest zu seines Namens Ruhm. 4. Auf Felsen ruht des Christen Glaube, da sein Erlöser ewig lebt und einst mit Macht aus seinem Staube ihn zur Un fterblichkeit erhebt. Nun wird der Tod an Jesu Hand ihm Hingang in ein beffres Land. 5. Ja Chriften, fingt, er ist erstanden. Singt ihm Triumph und Preisgesang! Entfesselt von der Sünde Banden, dient ihm nun euer lebenlang. Nicht mehr der Welt und Eitelkeit, nein, ihm weiht eure Prüfungszeit. 6. Ein Tag erscheint, erlöfte Brüder, freut euch, es ist ein Wonnetag; dann kommt der Herr von neuem wieder und Engelheere folgen nach. Dann dringet auch in unser Grab des Totenweckers Ruf hinab. daß er in unsrer Mitte schwebt und ewig bei uns ist. 147 2. Nun scheint die Welt dem neuen Sinn erst wie ein Vaterland, ein neues Leben nimmt man hin entzückt aus seiner Hand. 3. Hinunter in das tiefe Meer versank des Todes Graun, und jeder kann nun leicht und hehr in seine Zukunft schaun. s www. 4. Der dunkle Weg, den er betrat, geht in den Himmel aus, und wer nur hört auf seinen Rat, kommt in des Vaters Haus. 5. Nun weine feiner mehr allhie, wenn eins die Augen schließt. Vom Wiedersehn, spät oder früh, wird Trennungsschmerz versüßt. 6. Nun kann zu jeder guten That ein jeder frisch erglühn, denn herrlich wird ihm diese Saat in schönern Fluren blühn. 7. Er lebt und wird noch bei uns sein, wenn alles uns verläßt, und so soll dieser Tag uns sein ein Weltverjüngungsfeſt. - 7. Dann werden wir zum höhern Leben, zum Lohn der Frommen auferstehn und, mit des Himmels Glanz umgeben, an seiner Hand zum Throne gehn, ihm ewig Dank und Ehre weihn Mel. Nun danket all und bringet. und ewig durch ihn selig sein. 207. Das Grab ist leer, Mel. Nun danket all und bringet. das Grab ist leer! Erstanden ist der Held. Das Leben ist 206. jagt es allen, des Todes Herr, gerettet iſt die daß er lebt und auferstanden ist, Welt. 7* 148 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 2. Die Schriftgelehrten hat. ten's Müh' und wollten weise sein, sie hüteten das Grab, und fie versiegelten den Stein. Mel. Ich will dich lieben, meine. 3. Doch ihre Weisheit, ihre 208. daß ich hätte mit Lift zu Spott und Schanden ward, denn Gottes Weisheit höher ist und einer andern Art. 4. Sie kannten nicht den Weg, den Gott in seinen Werken geht, und daß nach Marter und nach Tod das Leben aufersteht. war 5. Gott gab der Welt, wie Moses lehrt, im Paradies sein Wort, und seitdem ging es un. geftört im Stillen heimlich fort; 6. Bis daß die Zeit erfüllet die Himmel feirten schon da kam's zu Tage, da gebar die Jungfrau ihren Sohn. 07. Der Seligmacher, hoch und hehr und Gottes Wesens voll, ging hier in Knechtsgestalt ein her, that Wunder und that wohl; 8. Und ward verachtet und verkannt, gemartert und verflagt, und starb am Kreuz durch Menschenhand, wie er vorher gesagt; 9. Und ward begraben und beweint, als sei er tot. Allein er lebt, nun Gott und Mensch vereint, und alle Macht ist sein. - 10. Hallelujah! das Grab ist leer, gerettet iſt die Welt. Das Leben ist des Todes Herr, erstanden ist der Held. empfunden die Freude, da der Engel kam, und nun nach bangen Trauerstunden die Jünger schar das Wort vernahm: Sucht nicht im Grabe Jesum Chrift, der von dem Tod erstanden ist! 2. O daß ich's hätte mit vernommen, als schwer gebeugt im Gartenland, so ganz allein, so tief beklommen, die trauernde Maria stand, und Jesus rief ihr freundlich zu: Wen sucheft du? was weineft du? 3. daß ich wäre mit ge. gangen den stillen Weg nach Emmaus, wo gleich von himm. lischem Verlangen das Herz entbrennt beim ersten Gruß, und nun beim letzten Sonnenstrahl der Herr sich zeigt am Abendmah!! 4. O daß ich's hätte mit erfahren, als dort die Jünger sorgenschwer in dunkler Nacht beisammen waren und hatten feinen Tröster mehr, und nun ertönte freudenreich die Rede: Friede sei mit euch! 5. O daß ich hätte mit gestanden, als ihn umschloß die treue Schar und Seit' und Jesu Auferstehung. Wunden wiederfanden, sein Bild, so wie's im Herzen war, und Thomas rief voll Heilsbegier: Mein Herr und Gott, ich glaube dir! 6. Welch ein Gefühl muß die durchbeben, die ihren Herrn so 8. Jesu Erhebung zur Rechten Gottes. 209. Chrift fuhr gen Himmel; was sandt' er uns hernieder? Den Tröster, den heiligen Geist, zu Troft der armen Christenheit. Hallelujah! 2. Hallelujah, Hallelujah, Hallelujah! des solln wir alle froh sein; Chriftus will unser Troft sein. Hallelujah! Mel. Nun reut euch, lieben Christen. 210. Auf diesen Tag be denken wir, daß Christus auf gefahren, und flehn zu Gott mit Herzbegier, er woll' uns all bewahren, die wir auf die ser armen Erd' ohn ihn, von Not und Tod beschwert, nicht Troft noch Hoffnung haben. 2. Gott Lob! nun ist der Weg gemacht, uns steht der Himmel offen. Christus schleußt auf mit großer Pracht, vorhin fonnt's niemand hoffen. Wer's glaubt, 149 viel beweint, wenn gnadenreich im neuen Leben der Heiland seinem Volk erscheint. O fei getreu! er naht auch dir, im Schauen dort im Glauben hier. des Herz wird freudenvoll, dabei er sich auch rüsten soll, dem Herren nachzufolgen. 3. Wer nicht folgt und sein Wort nicht thut, dem ist's nicht Ernst zum Herren; der wird sich selbst durch Fleisch und Blut das Himmelreich versperren. Am Glauben liegt's; ist dieser echt, so wird gewiß das Leben recht zum Himmel sein gerichtet. 4. Solch Himmelfahrt fäht in uns an, wenn wir den Vater finden und fliehen stets der Sünden Bahn, thun uns zu Gottes Kinden. Wir sehn hinauf, er sieht herab; an Lieb' und Treu geht uns nichts ab, bis wir zusammen kommen. 5. Dann wird der Tag erst freudenreich, wenn Gott uns zu sich nehmen und seinem Sohn wird machen gleich nach allem Streit und Grämen. Da wird sich finden Freud' und Mut in 150 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. sich. Du, der du huldreich an uns denkst und gern uns deinen Segen schenkst, bist unser Troft. 7. Was uns beglückt, ist dir Mel. Erschienen ist der herrlich. on 211. Wir freuen uns, bekannt und alles ist in deiner Hand. Von keinem deiner Freunde fern, bemerkst du sie, hilfft ihnen gern, Erbarmender. 8. Blick auch auf uns mit Freundlichkeit vom Throne deiner Herrlichkeit. Hilf unserm schwachen Glauben auf und fröne unsern Lebenslauf mit deinem Heil. 9. Gen Himmel fährst du auf als Held; als Herr und Richter aller Welt wird dich dereinst der Erdkreis sehn. Hilf, daß wir dann vor dir bestehn und dein uns freun. Ewigkeit beim höchsten Gut; Gott, hilf, daß wir's erleben! Herr Jesu Christ, daß du er höht gen Himmel bist. O du, den unser Loblied preift, stärk auch im Glauben unsern Geist, der auf dich hofft. 2. Du sißest auf der Himmel Thron, als unser Freund, als Menschensohn. Du schämst auch da dich unser nicht; drum bist du unsre Zuversicht in Ewigkeit. 3. Dein ist die Macht, dein ist das Reich. Wer ist an Majestät dir gleich? Mensch, Engel, jede Kreatur ist dein, Beherrscher der Natur. Gelobt ſeift du! 4. Umsonst, umsonst empören sich, Herr, deine Hasser gegen dich; dein Thron steht fest und wanket nicht, wenn gleich der Frevler widerspricht. Gelobt ſeift du! 5. Du, unser triumphierend Haupt, wie selig ist, wer an dich glaubt! Du bist sein Licht, sein Trost, sein Teil, sein starker Schuß, sein ewges Heil. Gelobt seift du! 6. Herr, unfre Herzen traun auf dich; dein freuet unsre Seele 10. Dann triumphiert der Glaub' an dich, dann jauchzen wir dir ewiglich. Hilf uns dazu, Herr Jesu Chrift! Dir, der du unser Heiland bist, sei ewig Preis! Mel. Allein Gott in der Höh. 212. Auf Chrifti Himmel. fahrt allein ich meine Nachfahrt gründe und allen Zweifel, Angst und Pein im Glauben überwinde. Denn weil das Haupt im Him. mel ist, wird seine Glieder Jesus Christ gewißlich nach sich ziehen. Jesu Erhebung zur Rechten Gottes. werden; er hat die Welt mit Gott verfühnt. 2. Weil er gezogen himmelan und hält, soll nicht verloren und große Gab' empfangen, mein Herz auch nur im Him. mel kann, sonst nirgends, Ruh erlangen. Denn wo mein Heil gekommen hin, dahin steht auch mein Herz und Sinn. Nach ihm mich sehr verlanget. 4. Hoch über alle Vernunft besiegt er ihr Verderben, und seine Lieb' ermüdet nie, ein unvergängliches Glück den Menschen zu erwerben; er heiligte sich felbft für sie. 3. Ach, Herr, laß diese Gnade mich von deiner Auffahrt spüren, daß mit dem wahren Glauben ich mag meine Wallfahrt zieren und darauf einst, wenn dir's gefällt, mit Freuden scheiden aus der Welt. Herr, höre dies mein Flehen. 2. Der Herr, nachdem er das Heil und unvergänglich Leben auf Erden an das Licht gebracht, den Weg zu Gott uns gelehrt, sich selbst für uns gegeben, fährt auf zur Rechten seiner Macht. 151 6. Preift, ihr Erlösten, den 213. Jauchzt, ihr Er. Herrn und rühmet, all ihr löften, dem Herrn. Er hat sein Werk vollendet; des müsse sich der Erdkreis freun. Er fährt verkläret hinauf zu dem, der ihn gesendet, und nimmt die Himmel wieder ein. Frommen. Er fährt gen Himmel als ein Held. In Wolken fährt er hinauf; so wird er wiederkommen, ein Herr und Richter aller Welt. 7. Dies ist des Gläubigen Trost, verklärt ihn einst zu schauen und seiner Liebe sich zu freun. Dies ist des Gläubigen Pflicht, ihm ewig zu vertrauen und sich durch Tugend ihm zu weihn. 3. Sein, sein ist alle Gewalt im Himmel und auf Erden, und uns hat er das Heil verdient. Wer sein Wort glaubet 5. Jauchzt, ihr Gerechten, dem Herrn und preiset seinen Namen! Ihm danken, das ist unsre Pflicht. Wir sind glückselig in ihm. Sein Wort ist Ja und Amen, und Gott ist unsre Zuversicht. 8. Wer des Erlösers fich schämt, des wird auch er sich schämen, den wieder ehren, der ihn ehrt. Laß uns das Leben von dir und Gnad' um Gnade 152 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. nehmen, Herr, dessen Herrschaft ewig währt. 9. Ich bin ein irrendes Schaf; du weiseft mich zurechte und leitest mich nach deinem Rat, machst mich vom Knechte der Welt zu einem deiner Knechte und tilgest meine Missethat. 10. Was ist die Hoheit der Welt? Sie rührt den Christen wenig; du kleideft ihn mit Ruhm und Pracht. Was ist die Hoheit der Welt? Zum Priester und zum König bin ich durch dich vor Gott gemacht. 11. Dank sei dem Heiland der Welt! er hat sein Werk vollführet. Frohlock ihm, Volk der Christenheit! Er sitt zur Rechten des Herrn; er lebet und regieret von Ewigkeit zu Ewigkeit. herrlich macht? Wie groß wirft du dich zeigen! Wenn du auf lichten Wolken einst mit deiner Engel Heer erscheinst und sie vor dir sich beugen, dann sieht die Welt die Majestät, dazu dich Gott, dein Gott, erhöht. 3. Laut tönet dann in jedes Grab dein allmachtvoller Ruf hinab und schafft ein neues Leben. Auf deinen Wink muß Erd' und Meer das ganze zahlenlose Heer der Toten wiedergeben, durch deine Stimme neu beſeelt, gehn sie hervor, und keiner fehlt. Sohn, der du schon längst der Himmel Thron als Herrscher eingenommen, du wirst gewiß zur rechten Zeit in großer Kraft und Herrlichkeit vom Himmel wiederkommen. Gieb, daß dann froh und mit Vertraun dich, Herr, auch meine Augen schaun. 2. Wer faßt, o Heiland, jetzt die Pracht, die deinen Tag einst 4. Da stehen sie vor deinem Thron, erwarten den bestimmten Lohn mit Freuden und mit Beben. Die Sünder trifft nun Schmach und Pein, die Frommen aber führst du ein in das verheißne Leben. Nun zeigt die That, Herr Jesu Christ, daß Mel. Ewigkeit, du Donnerwort. 214. Erhöhter Jeſu, Gottes du der Erde Richter bift. 5. O gieb, wenn nun dein Tag erscheint, daß ich in dir dann meinen Freund und Heiland wiederfinde, daß ich mit Freuden vor dir steh' und mit dir in den Himmel geh, befreit von Fluch und Sünde. Laß mich im Glauben wachsam sein, so kann ich deines Tags mich freun. Jesu Erhebung zur Rechten Gottes. Mel. Erschienen ist der herrlich. 7. Bereitet hast du schon den Ort, wo wir dich schauen fort 215. Auf, Jünger Jeſu, und fort. Nach treu vollbrachfreuet euch! Der Herr fährt auf zu seinem Reich. Er triumphiert; lobsinget ihm, lobsinget ihm mit lauter Stimm. Hallelujah! tem Glaubenslauf nimmst du uns in den Himmel auf. Halle. lujah! 8. Dein Eingang in die Herrlichkeit stärk' uns in unsrer Prüfungszeit, nur dir zu leben, dir zu traun, bis wir dereinst dein Antlig schaun. Hallelujah! 2. Sein Werk auf Erden ist vollbracht; zerstört hat er des Todes Macht. Er hat die Welt mit Gott versöhnt, und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. Hallelujah! Weit, über alle Himmel weit geht seine Macht und Herrlichkeit; ihm dienen selbst die Seraphim. Lobfinget ihm mit lauter Stimm. Hallelujah! 4. Sein sind die Völker aller Welt. Er herrscht als siegge wohnter Held; er herrscht, bis unter seinen Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. Halle lujah! 5. Er schüßet seine Christen heit, erhält sie bis in Ewigkeit; er ist ihr Haupt. Lobsinget ihm, lobsinget ihm mit lauter Stimm. Hallelujah! 153 6. Ja, Heiland, wir erheben dich, und unsre Herzen freuen sich der Herrlichkeit und Majestät, dazu dich Gott, dein Gott, erhöht. Hallelujah! 9. Dann werden wir uns ewig dein, erhöheter Erlöser, freun. Dann singen wir von deinem Ruhm ein neues Lied im Heiligtum. Hallelujah! Mel. Wachet auf, ruft uns die. 216. Über aller Himmel Heere erhebst du dich zum Thron der Ehre, du Mittler unsrer Seligkeit. Hin zu dem, der dich gesendet, gehst du, da hier dein Werk vollendet, mit gött. licher Zufriedenheit. Du haft die Sündenwelt mit deinem Licht erhellt. Preis und Ehre sei, Jesu, dir! Froh sehen wir dir nach in deine Herrlichkeit. 2. Deines Vaters Gnadenwillen auf Erden völlig zu erfüllen, warst du gehorsam bis zum Tod. zum Tod. Sige, Sohn, auf meinem Throne! dir geb' ich meine Welt zum Lohne und 7** 154 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. meine Herrlichkeit, sprach Gott. Wie herrlich ist dein Lohn, erhöhter Gottessohn. Auf, ihr Frommen, folgt treu ihm nach durch Streit und Schmach. Gott, dem ihr dient, belohnt als Gott. zweiflung, Herr, noch fern? Wann kommt er? wann erfreut uns deine Herrlichkeit? Halle. lujah, der Tag ist nah. Ach wär' er da und mit ihm unsre Herrlichkeit! Mel. Wie wohl ist mir, o Freund. 3. Deine trauernden Erlösten, o Herr, zu stärken und zu tröften, 217. Vollendet ift dein kam über sie von dir dein Geist. Er ist's, der auch uns im Leiden mit Troft erfüllt und uns die Freuden der bessern Welt bei dir verheißt. Er lehret uns die Bahn, die wir dich wandeln sahn, und wir wandeln die edle Bahn; bald, bald empfahn wir auch von dir die Kron' am Ziel. 4. Uns die Stätte zu bereiten, um die wir Pilger hier noch streiten, gingst du voran ins Vaterland. Herrlich wirst du wiederkommen; dann führst du alle deine Frommen mit dir hinauf ins Vaterland. Erkauft Erkauft haft du uns Gott und dir durch deinen Tod. Wo du lebeft und Gott mit dir, da sollen wir auch mit dir leben und mit Gott. 5. Welch ein Jubel wird es werden, wenn wir dich wieder sehn auf Erden in aller Majestät des Herrn. Ist der große Tag des Lebens, für deine Feind' ein Tag des Bebens und der VerWerk, vollendet, o Welterlöser, unser Heil. Uns liebet Gott, der dich gesendet, und seine Huld wird uns zu teil. Erheb, erhebe dich vom Staube. Zum vollen Schaun wird nun dein Glaube, o Sieger, himmlisch wird dein Licht. Dich will nach Erdenleid und Thränen dein Gott mit Preis und Ehre krönen vor aller Welten Angesicht. 2. Heil dir, des Himmels Pforten schließen sich auf vor dir, des Ewgen Sohn; die Erde liegt zu deinen Füßen, du schwebst empor zu Gottes Thron. Noch segnest du die Treugeliebten; noch senkst du Trost auf die Betrübten, strömst süße Hoffnung in ihr Herz. Sie sehn's, du bist von Gott gekommen wirft im Triumph dort aufge. nommen, und hohe Wonne wird ihr Schmerz. 3. Ich seh' empor zu dir, Vertreter; dich bet' ich still mit Jesu Erhebung zur Rechten Gottes. Thränen an. Ich weiß, daß auch ein schwacher Beter im Staube dir gefallen kann. Zwar fallen Engel vor dir nieder; doch auch der Engel höhre Lieder verdrängen nicht mein schwaches Lied. Von meinen aufgehobnen Händen wirst du nicht weg dein Auge wenden, du siehst den Dank, der in mir glüht. 4. Gieb meinem Glauben Mut und Leben, sich über Erde, Welt und Zeit mit starken Schwingen zu erheben zu dir und deiner Herrlichkeit. der mich vom Tod errettet, von Erd' und Himmel angebetet, du, 155 in dem sich Gott mit uns vereint, du, aller Welten Herr und Führer, der Geifter ewiger Regierer, du bist mein Bruder, bist mein Freund. 9. Sendung des 218. Nun bitten wir den heiligen Geist um den rechten Glauben allermeist, daß er uns behüte an unserm Ende, wenn wir heimfahrn aus diesem Elende. Erbarm dich, Herr! 2. Du wertes Licht gieb uns deinen Schein, lehr uns Jesum Chrift kennen allein, daß wir an ihm bleiben, dem treuen Heiland, der uns bracht hat zum rechten Vaterland. Erbarm dich, Herr! Idoiab 5. Einst wirst du herrlich wiederkommen. Erlöser, komm! es seufzen hier im Thränenthale deine Frommen; ihr Glaube seufzt nach dir, nach dir. Dann werden auf dem Wolfenwagen dich Millionen Engel tragen; du wirst in deiner Herrlichkeit, Herr, allen, die jetzt zu dir weinen, vom Himmel als ihr Freund erscheinen, und Wonne wird der Erde Leid. heiligen Geistes. 3. Du süße Lieb, schenk uns deine Gunst, laß uns empfinden der Liebe Brunft, daß wir uns von Herzen einander lieben und in Frieden auf einem Sinn bleiben. Erbarm dich, Herr! 4. Du höchster Tröster in aller Not, hilf, daß wir nicht fürchten Schand noch Tod, daß in uns die Sinne nicht verzagen, wenn der Feind wird das Leben verklagen. Erbarm dich, Herr! 156 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 219. Geift, gefandt vom vom Himmelsthrone, Geist Vater und vom Sohne, dem wir unsre Lieder weihn, laß uns würdig dich befingen und in unsre Seelen dringen deiner Gnade hellen Schein. 2. Wie der Nebel vor der Sonne, weicht vor dir, du Licht der Wonne, jedes Irrtums finstre Nacht. Was durch Sünde war entweihet, wird durch deinen Glanz erneuet, du vertreibst der Sünde Macht. 3. Du lehrft uns die Wahrheit sehen und des Friedens Wege gehen, lehrest uns das Gute thun. Herzen, die das Böse wählen, flieheft du; doch frommen Seelen öffnet sich dein Gnadenbrunn. Sonne, die uns nähret, ftrahlet deines Lichtes Blick. 6. Die der Tugend Weg verloren, die Verirreten, die Thoren bringst du auf den rechten Pfad. Schwachen giebst du neue Stärke, Luft zu jedem guten Werke, Mut zur allerschwersten That. 7. Du, der Unberatnen Füh rer, du, der Wankenden Regierer, leit auch uns an deiner Hand. Hilf das Eitle uns verachten und mit heißer Sehnsucht trachten nach dem ewgen Vaterland. 8. Chriftus' Jüngern, den Verzagten, halfft du siegen, und sie brachten selbst das Leben für ihn dar. Laß uns nicht vergeblich flehen; hilf auch uns im Glauben stehen und der ganzen Christenschar. 4. Haben wir dein Licht gefunden, dann ist Dunkelheit 220. Komm, heiliger Geift, verschwunden, es erscheint uns alles neu. Freude wohnet nun im Herzen und von allen Sündenschmerzen fühlt sich das Gewissen frei. Herre Gott! Erfüll mit deiner Gnade Gut deiner Gläubigen Herz, Mut und Sinn, dein brünftig Lieb' entzünd in ihn'n. O Herr, durch deines Lichtes Glanz zu dem Glauben versammlet hast das Volk aus aller Welt Zungen; das sei dir, Herr, zu Lob gesungen. Hallelujah, Hallelujah! 5. War von Sorg das Herz gedrücket wenn es deinen Glanz erblicket, weicht der Sorgen Heer zurück. Nicht wie Feuer, das verzehret, wie die 157 Sendung des heiligen Geistes. Vater recht bekannt und Jeſum, den er uns gesandt. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 2. Du heiliges Licht, edler göttlich Wort, mach uns den Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort und lehr uns Gott recht erkennen, von Herzen Vater ihn nennen. Herr, behüt vor fremder Lehr, daß wir nicht Meister suchen mehr, denn Jesum Chrift mit rechtem Glauben und ihm aus ganzer Macht vertraun. Hallelujah, Hallelujah! 4. O heiliger Geist, o heiliger Gott, du zeigeft uns die Him. melspfort, hilf uns hier kämpfen ritterlich und zu dir dringen seliglich. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 5. O heiliger Geift, o heiliger Gott, verlaß uns nicht in Not und Tod! Wir sagen Lob und Ehr und Dank dir jetzt und unser lebenlang. O heiliger Geift, o heiliger Gott! 3. Du heilige Brunft, süßer Troft, nun hilf uns fröhlich und getroft in deinem Dienft beständig bleiben, die Trübsal uns nicht abtreiben. Herr, durch dein Kraft uns bereit und stärk des Fleisches Blödigfeit, daß wir hier ritterlich rin. Mel. Wie schön leucht't uns der M. gen, durch Tod und Leben zu dir 222. beilger Geift, O dringen. Hallelujah, Hallelujah! fehr bei uns ein und laß uns deine Wohnung sein, o komm, 221. heiliger Geift, du Herzenssonne! Du Himmelso heiliger Gott, du einzger Tröster in der Not, dich hat gefandt vom Himmelsthron der Vater uns durch seinen Sohn. O heiliger Geist, o heiliger Gott! licht, laß deinen Schein in un sern Seelen kräftig sein zu steter Freud und Wonne. Reine Freude, himmlisch Leben willst du geben, wenn wir beten und in Demut zu dir treten. 2. O heiliger Geift, o heiliger Gott, wirk in uns allen fort und fort, entzünd in uns der Liebe Kraft, die Eintracht, Heil und Frieden schafft. O heiliger Geist, o heiliger Gott! 3. O heiliger Geist, o heiliger Gott, erleucht uns durch dein 2. Du Quell, draus alle Weisheit fleußt, die sich in fromme Seelen geußt, laß uns dein Trostwort hören und mit der ganzen Christenheit in wah. rer Glaubenseinigkeit dein gött lich Zeugnis ehren. Laß uns 158 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. alle deiner Wahrheit Himmels klarheit froh erkennen, Jesum unsern Heiland nennen. 3. Steh uns stets bei mit deinem Rat und führ uns selbst den rechten Pfad, die wir den Weg nicht wissen. Gieb Kraft uns und Beständigkeit, dir treu zu bleiben allezeit, auch wenn wir leiden müſſen. Baue, 223. 3euch ein zu deinen baue Zions Mauern; die da trauern, komm zu trösten, zu erquicken die Erlösten. Thoren, mein Herz steht dir bereit, der du mich neu ge. boren und meinem Gott geweiht. Du hochgelobter Geist vom Vater und vom Sohne, o komm und in mir wohne, wie Christi Wort verheißt. 4. Stärk uns mit deiner Gotteskraft, zu üben gute Ritterschaft in Drangsal und Beschwerden, auf daß wir unter deinem Schuß begegnen aller Feinde Truß, so lang wir sind auf Erden. Laß dich reichlich auf uns nieder, daß wir wieder Trost empfinden, alles Unglück überwinden. 2. Beuch ein, laß mich empfin. den und schmecken deine Kraft, die Kraft, die uns von Sünden Hülf' und Errettung schafft. Ent. sündge meinen Sinn, daß ich mit reinem Geiste dir den Gehorsam leiste, den ich dir schul dig bin. doftbil 5. Du Himmelstau, ergieße dich in unsere Seelen fräftiglich und mach uns sanft und milde, daß unser Herz mit Lieb' und Treu dem Nächsten ſtets verbunden sei nach unsers Heilands Bilde. Kein Neid, kein Streit dich betrübe; Fried' und Liebe müsse walten, Freude wolleft du erhalten. 3. Ich glich den wilden Reben, du hast mich gut gemacht. Der Tod durchdrang mein Leben, du riefft, ich bin erwacht. Du wirfest mehr und mehr, daß ich an Chrifto bleibe und edle Früchte treibe zu Gottes Ruhm und Ehr. 6. Gieb, daß in wahrer Heiligkeit wir führen unsre Lebens. zeit, sei unsers Geiftes Stärke, daß uns hinfort sei wohl be wußt, wie eitel ist des Fleisches Luft und seine Sündenwerke. Rühre, führe unser Sinnen und Beginnen von der Erden, bis wir Himmelserben werden.s or Mel. Aus meines Herzens Grunde. 4. Du bist ein Geist, der lehret, wie man recht beten soll; Sendung des heiligen Geiftes. D solch Beten wird erhöret, solch Singen flinget wohl. Es steigt zum Himmel an; es steiget ohn Ermüden, bis Hülfe der beschieden, der allen helfen kann. 5. Du bist ein Geist der Freuden, das Trauern liebst du nicht, erleuchtest uns im Leiden mit deines Troftes Licht. Ach ja, wie manchmal schon hast du in deinem Worte mir aufgethan die Pforte zu Gottes Gnadenthron. 6. Du bist ein Geist der Liebe, ein Freund der Freundlichkeit, willst nicht, daß uns betrübe Born, 3wietracht, Haß und Neid. Der Feindschaft bist du feind; du fügst durch Liebesflammen in Eintracht fest zusammen, was unversöhnlich scheint. 7. Du, Herr, haft selbst in Händen die ganze weite Welt, kannst Menschenherzen wenden, wie dir es wohlgefällt. Leit uns den Friedenspfad, verknüpf in allen Landen mit sanften Liebesbanden, was sich getrennet hat. 8. Hilf allen Obrigkeiten und sei ihr Schild und Lohn. Gieb Glück zu unsern Zeiten; schmück, als mit einer Kron, die Alten mit Verstand, mit Frömmigkeit die Jugend, mit Gottesfurcht und Tugend das Volk im ganzen Land. 159 9. Richt unser ganzes Leben allein nach deinem Sinn; und wenn wir's sollen geben dereinst dem Tode hin, wenn's hier mit uns ist aus, so hilf uns fröhlich sterben und dann das Heil ererben in Gottes Vaterhaus. Mel. Womit soll ich dich wohl. 224. Komm, o Geist, du heilig Wesen, laß uns deinen Tempel sein, den du dir zum Sig erlesen; zeuch in diese Wohnung ein! Wirke selbst in unsern Herzen wahrer Buße selge Schmerzen; wirke Weisheit, Liebe, Zucht als des Glaubens rechte Frucht. 2. Mach uns in der Hoffnung sehnlich, in der Demut Jesu gleich, mach uns in Geduld ihm ähnlich, in dem Beten andachtreich, in der Treu unüberwindlich, in der Gottesfurcht recht kindlich; bilde uns, dein Eigentum, nur zu unsers Mittlers Ruhm! Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 225. Nicht um ein flüch. tig Gut der Zeit, ich fleh' um deinen Geist, Gott, den zu meiner Seligkeit dein teures Wort verheißt. 160 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 2. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, o Vater, lehr' er mich; die Weisheit, die das Herz entflammt tflammt zur Liebe zur Liebe gegen dich. 3. Dich lieben, Gott, ist Selig. feit; gern thun, was dir gefällt, wirkt edlere Zufriedenheit, als alles Glück der Welt. 4. Alsdann hab ich Vertraun zu dir; dann schenket selbst dein Geist das freudige Bewußtsein mir, daß du mir gnädig seist. 5. Er leite mich zur Wahrheit hin, zur Tugend stärk' er mich, beweise, wenn ich traurig bin, auch mir als Tröfter sich. 6. Er schaff' in mir ein reines Herz, versiegle deine Huld, und er bewaffne mich im Schmerz mit Mut und mit Geduld. Mel. Werde munter, mein G. 226. Der du uns als Vater liebest, treuer Gott, und deinen Geist denen, die dich bitten, giebeft, ja, uns um ihn bitten heißt; demutsvoll fleh' ich zu dir: Vater, send ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue und ihn dir zum Tempel weihe! 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Frucht barkeit; und mein Herz bleibt dir entrissen, stets dem Dienst der Welt geweiht, wenn er nicht durch seine Kraft die Gefinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe und zu deiner Ehre lebe. 3. Dich auch kann ich nicht erkennen, Jesu, noch mit echter Treu meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet mir dein Geist nicht bei. Drum, so laß ihn fräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre und auf deine Stimme höre. 4. Emge Quelle wahrer Güter, hochgelobter Gottesgeift, der du menschliche Gemüter besserst und mit Troft erfreust, nach dir, Herr, verlangt auch mich. Ich ergebe mich an dich; mache mich, zu Gottes Preise, heilig und zum Himmel weiſe. 5. Fülle mich mit heilgen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über alles möge lieben, daß ich mit getroftem Mut seiner Vaterhuld mich freu' und mit wahrer Kindestreu ftets vor seinen Augen wandle, christlich denke, christlich handle. 6. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb' und 7 Sendung des heiligen Geiftes. Sanftmut übe, freundlich und versöhnlich bin. Kann ich je ein Friedensband knüpfen, knüpf' es meine Hand. Zur Erleichtrung der Beschwerden hilf mir jedem nüßlich werden. 7. Lehre mich, mich selber kennen, die verborgnen Fehler sehn, sie voll Demut Gott be kennen und ihn um Vergebung flehn. Mache täglich Ernst und Treu, sie zu beffern, in mir neu, zu dem Heiligungsgeschäfte gieb mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick meiner Sünden mein Gewissen nieder schlägt, wenn sich in mir Zweifel finden, die mein Herz mit Zittern hegt, wenn mein Aug' in Nöten weint und Gott nicht zu hören scheint, o dann laß es meiner Seelen nicht an Troft und Stärkung fehlen. 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir, selbst den Trieb haft du entzündet, daß mein Herz verlangt nach dir. O so setze durch dein Wort deine Gnadenwirkung fort, bis sie durch ein selges Ende herrlich sich an mir vollende. 161 Menschen Flehen gern. Wir wollen unser Herz dir geben, o lehre heilig uns leben, rüst uns mit Stärke, Geist der Kraft, der in uns alles Gute schafft, daß nicht die Lockungen der Sünden uns, Christi Jünger, überwinden. Wir traun auf dich, wir traun auf dich.s 2. Du heiliges Licht, starter Hort, laß uns der Wahrheit helles Wort auf dieses Lebens Pfade leiten, daß unsre Füße nicht gleiten. Treib fern von uns des Irrtums Nacht, laß fiegen deiner Wahrheit Macht, daß Jesus Christ der ganzen Erde bekannt und angebetet werde. Erhör uns, Gott, erhör uns, Gott! 3. Laß, freudiger Geift, voll Vertraun in Not auf deine Hülf' uns schaun. Lehr uns, wenn wir zum Vater treten, mit froher Zuversicht beten. Mach uns durch deine Kraft bereit zum Sterben und zur Ewigkeit, daß wir als deine Streiter ringen, zu dir durch Tod und Leben dringen. Hal. lelujah, Hallelujah! Mel. Komm, heiliger Geist, Herre. 196 Mel. An Wasserflüssen Babylon. 227. Hör unser Gebet, 228. Dir, Bater, dankt Geist des Herrn, du hörst der mein Herz und singt, daß du 162 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. den Sohn gegeben, den Sohn, der Heil uns Sündern bringt und unvergänglichs Leben. Ich danke dir, daß du den Geist, der deinen Sohn durch Wunder preift, nach seinem Wort gesen det. Der Geist der Wahrheit kam herab, der deinen Boten Stärke gab, daß sie dein Werk vollendet. 2. Erfüllt von seiner Wunderfraft, gehn fie, die Welt zu lehren, der Geist, der neue Herzen schafft, hilft ihnen fie bekehren. Der ganze Erdkreis hört erfreut die Botschaft unsrer Seligkeit, Vernunft und Wahr heit fiegen. Die Blindheit und das Laster flieht, und wo man Gottes Finger sieht, muß Satan unterliegen. 3. Umsonst, daß er noch wilder tobt, Verfolgung zu erregen. Der Name Jesu wird gelobt, sein Wort ist Kraft und Segen. Die Jünger schreckt nicht ein noch Müh, der Geist der Stärke stärkte sie in Martern und im Tode. Sie blieben ihrem König treu, bekannten seinen Namen frei und lobten ihn im Tode. 4. Noch jetzt bist du der Geist der Kraft, noch jetzt der Menschen Lehrer, der Jesu neue Jünger schafft, in aller Welt Verehrer. In Sündern wirkst du Buß' und Leid, in frommen Seelen Trost und Freud' und Mut im Kampf der Sünden. In bangen Stunden schenkest du, sowie im Tode, Seelenruh, du, du hilfft überwinden. 5. Des Vaters und des Sohnes Geist, du Quelle heilger Triebe, den Jesus Betenden verheißt von Gottes Vaterliebe; wer dich nicht hat, der ist nicht sein. Nimm auch mein Herz zur Wohnung ein, hilf mir im Glauben beten! In bangen Stunden tröste mich und zeige voll Erbarmen dich mir einst in Todesnöten. Mel. Warum sollt' ich mich denn. 229. idoft öchfter Tröfter, komm hernieder. Geist des Herrn, sei nicht fern, stärke Jesu Glieder. Er, der nie sein Wort gebrochen, Jesus, hat deinen Rat seinem Volk versprochen. 2. Geist der Weisheit, gieb uns allen durch dein Licht Unter. richt, wie wir Gott gefallen. Lehr uns freudig vor Gott treten, sei uns nah und sprich ja, wenn wir gläubig beten. 3. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen, gieb uns Mut, Fleisch und Blut, Sünd' und Sendung des heiligen Geistes. Welt zu dämpfen. Laß uns Band, erinnr' uns Pilger dieTrübsal, Kreuz und Leiden, Angst und Not, Schmerz und Tod nicht von Jesu scheiden. ser Zeit stets an das beffre Vaterland. 4. Hilf uns nach dem Besten streben, schenk uns Kraft, tugendhaft und gerecht zu leben. Gieb, daß wir nie. stille stehen, treib uns an, froh die Bahn deines Worts zu gehen. 5. Sei in Schwachheit unsre Stüße, steh uns bei, mach uns treu in der Prüfungshiße. Führ, wenn Gott uns nach dem Leide sterben heißt, unsern Geist in des Himmels Freude. 2. Stärk uns durch deiner Wahrheit Licht, gieb uns ins Herz der Liebe Glut, zum Vater frohe Zuversicht, zur Tugend Kraft und festen Mut. 163 3. Des Lebens Wort, das Gottes Sohn vom Himmel uns herab gebracht, erleuchte jede Nation durch deiner Leitung sanfte Macht. Vereinigt zum Ge Mel. Komm, Gott Schöpfer, heiliger. bete war einst deiner Jünger erste Schar. O wie ihr Mund 230. Komm zu uns, Got dich, Jesu, pries, ihr Herz sich auf dein Wort verließ. tes guter Geist, schaff deiner Menschen Herzen neu. Du kennest dein Geschöpf und weißt, wie jeglichem zu helfen sei. 4. Vereine deine Christenheit durch deines selgen Friedens 5. Gott, unsern Gott, und Jesum Christ recht kennen, dieses ist der Quell, aus welchem ewges Leben fließt, mach dieſe Kenntnis in uns hell. 6. Lob sei dem Vater, Lob dem Sohn, Lob dir, o Tröster, Gottes Geist. Einst fingen wir vor deinem Thron ein Lied, das würdiger dich preist. Mel. Komm, Gott Schöpfer, heiliger. 231. Ve 2. Ein Sturm voll Kraft ging von dir aus, dein Geist durchleuchtete das Haus, und neues Leben drang durch sie, so nah empfanden sie dich nie. 3. Daß du noch lebeft, Jesu Chrift, daß du für sie allmäch tig bist, wie fühlen sie's auf ihren Knien, da ihnen Stirn und Wangen glühn. 4. Der Jünger Schwächster ist ein Held, der Welten sich entgegen stellt. Im selgen Schauen deines Lichts bist alles du, sonst alles nichts. 164 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 5. Wie zeugt ihr Mund, daß Jesus lebt. Der Fromme jauchzt, der Sünder bebt. Den Kranken neue Kraft durchdringt, er fühlt es: Jesus lebt! und singt. 6. Und wer die Zeugen Got tes hört und Gott in ihnen glaubt und ehrt, für wahr hält, was der Herr verheißt, auch der empfängt den neuen Geift. 7. Kein Christentum wär, wärst du nicht. Du riefft: Es werd! und schnell ward Licht. O Geist des Herrn, nur deine Kraft ist's, die uns neue Herzen schafft. 8. Du bist's, der uns zum Guten treibt, uns lehrt, uns ftärket, bei uns bleibt. Du bist's, wenn uns die Welt betrübt, der uns im stillen Dulden übt. 9. Du machst, daß froh die Seele singt, wenn Angst und Elend uns umringt, du machst uns Jesu Christo gleich, bift Pfand uns auf sein himmlisch Reich. 10. O du des Himmels beste Gab, o sente dich ins Herz herab. Nimm dir uns ganz zu eigen hin und schenk uns Jefu Chrifti Sinn. 11. Lehr uns des Vaters Willen thun, in seiner Fügung kindlich ruhn. Erleuchte den Verstand, dein Trieb mach' alles, was Gott liebt, uns lieb. 12. Erquick uns in der Dunkelheit, versichr' uns unsrer Seligkeit, mach uns von jedem Flecken rein und lehr uns, uns des Todes freun. and Mel. Nun bitten wir den heiligen. 232. Nun bitten wir dich, heilger Geist, welchen Jeſus Christus uns verheißt, daß uns deine Gnade zum Guten leite und zur Seligkeit uns zubereite. Erbarm dich, Herr! 2. Du Geist der Weisheit und der Kraft, mach uns glaubensvoll und tugendhaft, hilf uns an ihn glauben, den treuen Heiland, durch ihn leit uns zu dem rechten Vaterland. Erbarm dich, Herr! 3. Du Geist der Lieb' und Einigkeit, mach uns alleſamt dazu bereit, daß wir uns als Christen mit reinen Trieben und von Herzen uns einander lieben. Erbarm dich, Herr! 4. Du höchster Troft in aller Not, stärk uns all im Glauben bis zum Tod. Und kommt einst die Stunde, da wir sterben, laß uns nicht verzagen, nicht verderben. Erbarm dich, Herr! Sendung des heiligen Geiftes.com Mel. Sei willkommen, Jesulein. 233. Geift der Wahrheit, lehre mich aller Wahrheit Urquell kennen, Jefum Chriftum! Nur durch dich kann ich meinen Herrn ihn nennen; du, du mußt ihn mir verklären, ganz mein Herz zu Gott befehren. 2. In des Irrtums Finsternis müßt' ich ohne Führer wanken; du nur machst das Herz gewiß und erleuchtest die Gedanken, offenbareft Gottes Pfade, zeugst von Wahrheit und von Gnade. 3. Tröfter, Tröster heißeft du, überschwänglich kannst du tröften; du erfüllst mit Him melsruh die durch Jesu Tod Erlösten, daß sie, frei von Furcht und Schrecken, Gottes Vaterliebe schmecken. 4. Du vertrittst uns im Gebet. Jenes inbrunstvolle Seh. nen, das mit stillem Seufzen fleht und uns Wonne giebt durch Thränen, Hoffnung und Geduld im Leiden ist dein Werk, du Geist der Freuden. 5. Heiligung und Reinigkeit, ein in Gott verborgnes Leben, höhern Tugenden geweiht, wahre Weisheit kannst du geben. Selig, die an deinen Gaben 165 teil durch Lieb' und Glauben haben. 6. Ich erflehe sie von dir; tot ist noch mein ganzes Wefen. Komm und wohne selbst in mir, und ich leb' und bin geneſen. Dann wird meine Ohnmacht Stärke, und ich wirke Gotteswerke. 7. Nimm mein Herz und mach es rein. Auch die Läuterung durch Leiden soll mir teurer Segen sein, sie wird Gold und Schlacken scheiden, bis ich Jesu Bilde gleiche und des Glaubens Ziel erreiche. Mel. Wachet auf, ruft uns die. 234. 234. Feiert laut, o heilge Chöre, und bringt anbetend seine Ehre an seinem Feft dem Gottesgeist. Auf, besingt, ihr Dankeslieder, des armen Galiläers Brüder, die staunend jetzt die Erde preist. Es ist in Gottes Macht das Gotteswerk vollbracht. Heil der Menschheit! Von Nacht bekriegt, hat sie gesiegt, die Lehre Jesu hat gefiegt. 2. Fröhlich sei von uns gepriesen der hohe Heldenmut, erwiesen im Kampfe für die heilge Pflicht. Schmach und Tod und Martern drohten ringsum 166 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. den schwachen Jesusboten, doch wichen sie und zagten nicht. So ist der Frommen Mut, der jetzt noch Wunder thut. Droht, Gefahren! Wenn Gott gebeut, wird Seligkeit, wovor sonst bang das Herz sich scheut. 3. Kämpfet mit getrostem Mute, es siegt doch endlich alles Gute, wie Jesu Lehre hat gesiegt. Kräftiger nur spricht die Wahrheit, der Glaube glänzt in reinrer Klarheit, je mächtiger man ihn bekriegt. Ob noch so rauh es stürmt, ob sich's wie Berge türmt, Boten Gottes, geht eure Bahn zum Ziel hinan. Wer ist, der's euch entrücken kann? lichkeit, haft deinen Geist gesendet, der uns zu Tempeln Gottes weiht. Er wirkt und gießt noch heute ins Herz uns Licht und Ruh, führt dir, o Herr, als Beute bekehrte Sünder zu, straft ernst die Übertreter, erhellt der Blöden Sinn und lenkt das Herz der Väter zur Kindereinfalt hin. 2. Er geht vorbei den Klugen und giebt Unmündigen sich fund, die selbst sich Wunden schlugen, die Leidenden macht er gesund; streut Salz umher auf Erden, das dem Verderbnis wehrt, und leitet Jesu Herden zur Au, die reichlich nährt. Drum freut euch heut, ihr Frommen, von Lieb' und Dank entbrannt; auch euch ist er gekommen, der Geist, den Gott gesandt. 3. Auf, schmückt das Fest mit Maien, umkränzt mit Blumen den Altar. Laßt uns ein Loblied weihen dem Geiste, der uns neu gebar. Vergeßt heut aller Schmerzen; was irdisch ist, vergeßt; heut ist das Fest der Herzen, der Geister Weihefest. Komm denn, o Geist der Wahrheit, leit uns die Demut fleht's in immer hellre Mel. Nun lob, mein Seel, den. 235. Du haft dein Werk Klarheit und bleibe bei uns vollendet, o Jesu, Herr der Herr- stets. 4. Ja, ein Gott und Herr regieret, und sei's durch Dunkel auch, er führet allmächtig hin ans lichte Ziel. Unerforschte Weisheit schaltet und unbe grenzte Liebe waltet ob all dem irdischen Gewühl. Im heilgen Festgesang erschall auch unser Dank voller Glauben. In Glück und Not, in Nacht und Tod erhalt uns Glauben, Geist von Gott. - Sendung des heiligen Geistes. Mel. Womit soll ich dich wohl. 236. Quell des Lebens! uell des Lebens! heilge Gabe, du, der Seelen Troft und Licht, deines Segens Fülle labe uns, bis unser Auge bricht. Geist, gesandt vom Himmels. throne, vom erhöhten Menschen sohne, Geist der Kraft und Herr lichkeit, unsre Herzen mach bereit. 2. Einst bist du herabgefahren als ein Sturmwind aus den Höhn, ließest dich in wunderbaren Feuerzungen herrlich sehn; aber jezo wehst du stille, ohne Zeichen, ohne Hülle, auf der Erde nah und fern, als ein Odemzug des Herrn. 3. Jhn, den armen Nazarener, der gering auf Erden ging, ihn, den Mittler und Versöhner, der am Kreuz die Welt umfing, allen Herzen zu verklären, ihn, den König aller Ehren, dessen Herz von Liebe flammt, groß zu machen, ist dein Amt. 4. Ja, du nimmst es von dem Seinen, wenn du Lebensworte sprichst, bald uns Wonne schaffst, bald Weinen und der Sünde Ketten brichst. Du bist seines Wesens Spiegel, seiner Werk' und Worte Siegel, Zeuge, daß er lebt und liebt, Zeuge, daß er Leben giebt. 167 5. O du Pfand des neuen Bundes, Geift des Vaters, mild und rein, heilger Odem feines Mundes, zieh in unsre Herzen ein. Wahn und Sünde sinken nieder, und die Toten leben wieder, wo sich deine Gotteskraft einen Siß und Tempel schafft. Mel. Wie schön leucht't uns der M. 237. 237.betet an den Geift des Herrn. Sein Walten ist von uns nicht fern; sein Fest kehrt heilig wieder. Ihn preist des Frühlings Blütenzeit, ihn sei ner Kirche Herrlichkeit. tönt, ihr Feierlieder. Himmel, Erde, seid Altäre seiner Ehre. All ihr Seinen, betet an, ihr Christgemeinen! Ihm 2. Der große Tag der Pfingften war erfüllt, der treuen Jünger Schar einmütiglich beisammen. Da braust es hoch vom Himmel schnell wie Sturm, wie Blige glänzt es hell, und Zungen, Herzen flammen; fremde Worte schallen, loben hoch erhoben Gottes Thaten. Staunend horchen, die da nahten. 3. Das, höchster Geist, ist deine Macht. Du hast die Flammen angefacht, sie ewiglich zu nähren. Du haft der Jünger Geist erhellt; sie ziehn hinaus 168 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. in alle Welt, den Heiland zu verklären. Geißel, Bande, Tod nicht scheuen die Getreuen, weit auf Erden Boten seines Heils zu werden. 4. Wie himmlisch segnend glänzt dein Strahl. Wie wächst der kleinen Herde Zahl durch dich zu Millionen. Auf Siegesbahnen fliegt dein Wort; durch Meer und Länder tönt es fort in Hütten und auf Thronen. Nächte fliehen, Opfer schwinden, Gözen finden keine Stäte; einer nur vernimmt Gebete. 5. Und eines Glaubens Sonne scheint, und einer Liebe Band vereint des einen Vaters Kinder. O Heiliger, du führst im Streit mit Welt und Fleisch, mit Freud' und Leid ans Ziel den Überwinder. Beugen, heben, auf den Bahnen Chrifti mahnen, ftrafen, tröften ist dein Heilswerk an Erlöften. 6. Du Gottesgeift, noch strahlt dein Ruhm, der Chriftuskirche Heiligtum, erhöht auf Felsengründen. Ob Reiche dieser Welt vergehn- fie fteht und ewig wird sie ftehn. Jahrhunderte verkün. den: Glauben, Hoffnung, Troft in Reue, Liebestreue, Todesfrieden, Himmelsheil hast du beschieden. 7. O leit auch uns auf ebner Bahn, verscheuche du den finstern Wahn, zerbrich der Sünde Ketten; Verirrte führe schnell zurück. Gieb fromme Weisheit uns im Glück, gieb Troft auf Sterbebetten. Selig alle, die ergeben dir im Leben, Sterben waren, selig in der Engel Scharen! 10. Christliche 238. Es wolle Gott uns gnädig sein und seinen Segen geben, sein Antlig uns mit hellem Schein erleucht' zum ewgen Leben, daß wir erkennen seine Werk, was ihm gefällt auf Erden, und Jesu Christi Heil und Stärk bekannt den Völkern werden und sie zu Gott bekehren. hadine Kirche. 2. So danken dir und loben dich, Herr Gott, die Völker alle; der ganze Erdkreis freuet sich und singt mit großem Schalle, daß du auf Erden Richter bist und Sünde nicht läßt walten. Dein Wort die Hut und Weide ist, dadurch wir Kraft erhalten, in rechter Bahn zu wallen, d Chriftliche Kirche. 3. Es preise, Gott, und lobe dich dein Volk in guten Thaten, das Land bring Frucht und bessre sich, dein Wort laß wohl geraten. Uns segne Vater, Sohn und Geist, daß Gottes Reich sich mehre. Er, unser Gott, sei hochgepreist, und ihm allein sei Ehre. Nun sprecht von Herzen Amen! 239. Ein fefte Burg ist doch bleiben. aller Not, die uns jetzt hat betroffen. Der alt böse Feind, mit Ernst er's jetzt meint, groß Macht und viel List sein grausam Rüftung ist auf Erd'n ift nicht seins gleichen. 2. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren. Es streit't für uns der rechte Mann, den Gott felbst hat erforen. Fragst du, wer der ist? Er heißt Jesus Chrift, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott, das Feld muß er behalten. uns doch nicht, das macht, er ist gericht't, ein Wörtlein kann ihn fällen. 4. Das Wort sie sollen lassen stahn und kein'n Dank dazu haben, er ist bei uns wohl auf dem Plan mit seinen Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib, laß fahren dahin, sie haben's fein'n Gewinn, das Reich muß uns unser Gott, ein gute Wehr und Waffen. Er hilft uns frei aus 240. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort und steur der Feinde List und Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn, mit aller Kraft zu stürzen drohn. 2. Zeig deine Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist, beschirm dein' arme Christenheit, daß sie dich lob in Ewigkeit. 3. Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt' uns gar verschlingen, so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie saur er sich stellt, thut er 169 3. Gieb, heilger Geist, uns einen Sinn, nimm alle Zwietracht von uns hin, sei mit uns in der letzten Not, führ uns ins Leben durch den Tod. Mel. Christus, der ist mein Leben 241. Ach bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ, daß uns hinfort nicht schade der Feinde Macht und Liſt. 8 170 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 2. Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser wert, daß uns in diesem Horte sei Troft und Heil beschert. 3. Ach bleib mit deiner Klarheit bei uns, du wertes Licht, leit uns in alle Wahrheit, damit wir irren nicht. 4. Ach bleib mit deinem Segen bei uns, du reicher Herr, gieb Wollen und Vermögen zu deines Namens Chr. 5. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, o Herr und Gott. Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Not. 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Drohn erschrecken. Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird euch gewiß bedecken. Der Herr Herr Zebaoth hält über sein Gebot, giebt uns Geduld in Not und Kraft und Mut im Tod. Was Mel. Ein feste Burg ist unser Gott. 242. Wenn Christus seine will uns denn erschrecken? Kirche schüßt, so mag die Hölle wüten. Er, der zur Rechten Spott. Doch ihrer lachet Gott, fie mögen sich empören. wenn er gebeut, steht's da. Er schüßet seinen Ruhm und hält das Christentum. Mag doch die Hölle wüten. 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn, uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widerstehn, wir halten feſt am Glauben. Gelobt sei Jesus Chrift! Wer hier sein Jünger ift, sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. Mel. Wachet auf, ruft uns die. Gottes sist, hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah, 243. Dantet Gott, er2. Gott sieht die Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören, die den Gesalbten, seinen Sohn, den Herrn der Welt, nicht ehren. Sie schämen sich des Worts des Heilands, unsers Horts, sein Kreuz ist selbst ihr hebt ihn, singet Gott, unserm Schöpfer, preift ihn, bringet Gewalt und Lob und Ehr ihm her! In dem Himmel und auf Erden müß' er nur angebetet werden, der Höchste nur und keiner mehr. Der Herr, der Herr ist Gott, es ist kein andrer Gott, als Jehovah! Er ist allein, der war und sein in Ewigkeit wird, der er war. Christliche Kirche. Sal Mel. Mein Jesu, dem die Seraphinen. 2. Welche Lafter, Gott, entweihten des Heidentumes finstre 244. Ich will, ich muß Zeiten, wie hoben sie empor ihr Haupt. Es umhüllten dicke Schatten den Erdkreis; Finster nisse hatten ihn deines Lichts, o Gott, beraubt. Die Erde, Herr, ist dein. Soll's ewig finster sein? ewig finster? Jehovah spricht: Es werde Licht und ihre Finsternis ist Licht. von Jesu singen! Aus Liebe kam er in die Welt. Die Wahrheit flog mit goldnen Schwingen ihm göttlich strahlend beigefellt, als Finsternis der dicksten Schatten noch über allen Völkern lag und auch die Weisen keinen Tag, kaum eine schwache Dämmrung hatten. 3. Zion hört's und sendet Heere Evangelisten Gott zur Ehre, zur Ehre seines Sohnes aus. Und der Mensch erkennt Gott wieder, bricht seiner Gößen Altar nieder, wirft aus dem Tempel sie hinaus. Kein Weihrauch dampft umher, kein Opfer blutet mehr seinen Gößen. Sie sind sein Spott, es ist nur Gott Jehovah, Zions Herr und Gott. 171 4. Zu der Erde fernsten Grenze geh Gottes Herrlichkeit und glänze vom Aufgang in den Niedergang. Alle Völker müssen kommen, ihn anzubeten mit den Frommen; ihm opfre jeder Lob und Dant. Der Vater und der Sohn sei jeder Nation Herr und König, bis Erd und See und Tief und Höh allein ein Tempel Gottes ist. 2. Gott kommt vom Himmel, euch zu lehren. Seht, wie vor ihm die Erde schweigt. Die Heiden drängen sich, zu hören, da sich der große Lehrer zeigt. Er lehret uns die Gottheit kennen und ladet uns zum neuen Bund. Durch ihn darf unser scheuer Mund Gott wieder unsern Vater nennen. 3. Da unser schuldiges Geschlechte dem Tode heimgefallen war, stellt sich der einzige Gerechte zum Opfer der Versöhnung dar. Ich bete, Herr, vor dir im Staube. Du redeſt und ein himmlisch Licht strahlt sieghaft mir ins Angesicht. Du redeft, und ich hör' und glaube. 4. Ja, Herr, du kannst dich nicht verhehlen; aus dir strahlt Gottes Herrlichkeit! Bezeugen's nicht die großen Seelen, die 8* 172 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. Märtyrer der alten Zeit, die sich nach diesem Jefu nannten und mit erhabnem Heldenmut auch auf der Folter, in der Glut getreu noch ihren Gott bekannten? 5. Verehrt, verehrt ihn, alle Lande! Der Jesus, der im Grabe liegt, zerbricht des Todes ehrne Bande, lebt ewig und sein Glaube siegt. Sein Glaube, diese zarte Pflanze, grünt aus verströmtem Blut hervor und hebt im Sturm das Haupt empor mit immer ungeschwächtem Glanze. 6. Was lehnt ihr denn, ihr Nationen, euch gegen Christi Predigt auf? Ihr Völker und ihr auf den Thronen, am Kreuze sammelt euch zu Hauf! Wo sind die Feinde? Schon verschwunden. Und alle Völker müssen sehn, der Mensch kann Gott nicht widerstehn, und Christi Reich hat überwunden. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, kein Werk von Menschenkindern. Drum konnt' auch keine Macht der Welt, Herr, dessen Fortgang hindern. Dir können deine Hasser nie dein Erbe rauben; selbst durch sie wird es vergrößert werden. 3. Weit wollst du deine Herrschaft noch in dieser Welt verbreiten und unter deinem sanften Joch die Völker alle leiten. Vom Aufgang bis zum Niedergang bring' alle Welt dir Preis und Dank und glaub' an deinen Namen. 4. Auch deine Feinde, die dich schmähn, die frevelnd sich em. pören, laß deiner Gnade Wunder sehn, daß sie sich noch bekehren. Laß sie mit uns gen Himmel schaun und unerschüttert im Vertraun auf deine Zukunft warten. 5. Uns, deine Christen, wolleft du fest in der Wahrheit gründen, daß wir für unsre Seelen Mel. Wo Gott der Herr nicht bei. 245. Die Feinde deines Ruh in deiner Gnade finden. Kreuzes drohn, dein Reich, Herr, zu verwüsten; du aber, ftarker Gottessohn, beschüßest deine Christen. Dein Thron bestehet ewiglich, vergeblich wird sich wider dich die ganze Hölle waffnen. Mach unsers Glaubens uns gewiß, vor Irrtum und vor Finsternis bewahr uns, weil wir leben. 6. Ein reines Herz schaff in uns, Herr, ein Herz nach deinem Willen und lehre täglich fertiger adide Chriftliche Kirche. uns dein Geset erfüllen. Gehorsam deiner Vorschrift sein und dann uns deiner Gnade freun, sei unser Heil auf Erden. ewig durch sein Wort besteht. Von ihren Bergen funkelt der Wahrheit Sonnenlicht, das, niemals mehr verdunkelt, durch alle Nebel bricht. So bleibt dem Wahn entrissen die gläubge Schar des Herrn; sie reinigt ihr Gewissen, gehorcht und dient ihm gern. 3. Die Krone der Belohnung winkt jedem Bürger dieser Stadt, der hier sich seine Wohnung erwählt und treu geftritten hat. Errettet vom Verderben, eilt er in hoher Ruh, und freudig selbst im Sterben, dem Vaterlande zu. Da wird er zu den Frommen, die schon des Lohns sich freun, vom Vater auf. genommen, vollkommen selig sein. 4. Frohlocke, Kirche, finge, Mel. Nun lob, mein Seel, den. 246. Feft steht zu Gottes erhebe deines Königs Ruhm! Ruhme die Kirche, die geweihte Stadt, die ihm zum Heiligtume des Menschen Sohn erbauet hat. Bedeckt mit seinen Flügeln, freut fie sich ihres Herrn; er wohnt auf ihren Hügeln, in ihren Tempeln gern. Oft stürmten schon die Wogen des Krieges gegen sie. Umsonst, die Feinde zogen zurück und siegten nie. Breit aus sein Reich und bringe, die draußen sind, ins Heiligtum, daß sie gereinigt werden, daß sie, von dir erhellt, ihm dienen und auf Erden gern thun, was ihm gefällt, bis alle deine Scheuern voll Garben sind und wir, der Ernte Fest zu feiern, vereinigt all in dir! Mel. Die Tugend wird durchs K. 2. Auf Felsengrund erbauet, iſt ſie zur Gottesstadt erhöht, 247. Noch irren viele die ihm allein vertrauet und Nationen, o Quell des Lichts, 173 7. So wird dein Volk dir unterthan und lernt die Sünde meiden; du führest es auf ebner Bahn zu deines Reiches Freu. den, und herrlich wird in dieser Zeit, noch herrlicher in Ewigkeit dein großer Name werden. 8. Voll Zuversicht erwarten dich, o Jesu, deine Frommen. Es kommt der Tag, des freun fie fich, da du wirst wieder kommen. Den Sündern kommst du zum Gericht; uns segnet dann dein Angesicht mit Wonne der Gerechten. Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 174 in Dunkelheit. Uns, die in deinem Lichte wohnen, umzieht die Wolke sündger Zeit. Herr, in der Wolke Nacht und Schauer ist doch ein Funke, der noch glimmt; du haft den Tag, die Nacht, die Dauer von beiden ewiglich bestimmt. 2. Es tön, o Herr, dein Lob die Erde! die Erd' ist auch dein Eigentum. Vom Nordpol bis zum Südpol werde sie deiner Liebe Heiligtum. Des hohen Nordens Bürger lalle sein Lied dem Eisgestade vor; aus Sabas lauen Lüften walle der Hirten völker Dank empor. 3. Es weih' an fernen Meereswogen der Wilde dir sein ftau. nend Herz. Zu dir beim stillen Friedensbogen weis' er die Kind lein himmelwärts. Und eh zur That die Rache schreitet, dämpf' er den tiefen Haß und Groll und geh' als Freund dem Feind zur Seite, verzeihend, sanft und liebevoll. 4. Ich schwinge mich auf öde Hügel, schon seh' ich Blumen drauf erblühn. Im Geist seh' ich die goldnen Flügel der neuen Morgenröte glühn. Der Aufgang und der Abend grüßen und Mitternacht und Mittag sich, und alles sinkt zu Jesu Füßen, lebt selig in ihm ewiglich. Mel. Gott des Himmels und der. 248. Herrlich ist's in deinem Reiche, König der er löften Schar! Jede Lust der Welt entweiche- dennoch beutst du Wonne dar, Wonne, die den Geist erhöht und dem Strom der Zeit entgeht. 2. Was sind Rang und eitle Schätze? Was sind Kronen dieser Welt? Freunde deiner Reichsgesetze sind einst Engeln zugesellt. Fromm zu wandeln ist ihr Ruhm, deine Huld ihr Eigentum. 3. Hier ist Weisheit, hier ist Tugend, wo dein heilger Geist regiert, wo das Alter, wo die Jugend sich mit deinem Sinne ziert. Selbst der Sünder preist sein Glück, eilet er zu dir zurück. 4. Ja, du herrscheft nicht mit Strenge, nur von Liebe wallt dein Herz, und du lockst der Menschen Menge nur hinweg von Angst und Schmerz. Selig, wer dir seine Zeit, seine Kraft, sein Leben weiht. 5. Mag der Krieg die Welt zerrütten Friede schwebt um deinen Thron. In Paläften, in - Chriftliche Kirche. den Hütten, groß ist überall dein Lohn. Jeder, jeder, der dich ehrt, ist und bleibt dir ewig wert. 6. Drohn dir gleich die Frev. ler alle, rüstet sich der Spötter Heer, ach, sie nahen sich dem Falle, toben, spotten bald nicht mehr. Ewig wird dein Reich beftehn, Wahrheit kann nicht untergehn. 7. Reiche dieser Welt verschwanden, Kronen sanken in den Staub, aber seit dein Reich entstanden, ward es nie der Zeiten Raub. Jetzt noch blickt dein Unterthan hoch entzückt zu dir hinan. 8. In den fernsten Himmels strichen glänzt, o Herr, dein mildes Licht. Thoren nur, die dir entwichen, sehen seine Strah. len nicht, doch der Weise bleibt dir treu, und du machst ihn groß und frei. 9. Mehre selbst die Zahl der Weisen. Herr, erweitre dein Gebiet und laß einft auch den dich preisen, der noch blind vor Gößen fniet. Zeig uns allen nach der Zeit deines Reiches Herrlichkeit. 175 den uns der Herr gemacht, mit deinem Glanz zu weihn. Weck auf, was schläft in dunkler Haft, zünd an der rechten Andacht Kraft, uns heilgen Schmuck zu leihen. Frühe ziehe uns nach oben, den zu loben, der allmächtig Sonnen lenket, groß und prächtig. Mel. Wie schön leucht't uns der M. 249. Komm, komm, du Licht in Gottespracht, den Tag, 2. O seht, in hellem Glanze steht die Kirche Christi hoch erhöht, ihr Hoffen ist geschehen. Viel Könige, Propheten viel sahn harrend auf nach solchem Ziel und haben's nicht gesehen. Selig, selig, wer da siehet, was entglühet Gottes Strahle, Himmelslicht im finstern Thale. 3. Verdunkelt stand des Herrn Altar, in Menschentrug begra. ben war das Wort aus Gottes Munde. Wo bleibst du, Licht von Anbeginn? Ach, Hüter, ist die Nacht bald hin, bald da des Aufgangs Stunde?" Singet, finget: Treuer Hüter, Lichtgebieter, du schläfft nimmer! Herrlich kam des Aufgangs Schimmer. 4. Zum Ausertornen dringt der Schein:„ Steh auf, du sollst mein Rüstzeug sein, dich ruft des Reiches König!" Da schallt's: " Die Wahrheit macht euch frei, die Nacht ist hin, der Tag her 176 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. bei" und Jubel hallt viel. tönig. Herr, Herr, Ewger! treu im Halten und im Walten überschwänglich. Gott, dein Licht ift unvergänglich. 5. Es ftritt mit Macht die Finsternis, die Erde bebt, der Vorhang riß, da siegt das Licht vom Morgen. Jahrhunderte find hingeflohn, manch Reich gestürzt und mancher Thron, die Kirche steht geborgen. Jesus Chriftus geſtern, heute und in weite Ewigkeiten. Eilt, sein Lob heut auszubreiten. 6. Tag, den uns Gott erscheinen läßt, dich grüßt, in Lieb' und Glauben fest, die heilige Gemeine, die kämpfend noch hie nieden geht, die triumphierend droben steht, es ist ja doch nur eine. Ein Wort, ein Hort! Jauchzt, Verklärte, jauchz, D Erde, seinem Namen: Heilig, heilig, heilig! Amen. 2. Er ist das rechte Gotteswort, vom Himmel uns gegeben, ein Quell, der quillet fort und fort und fließt ins ewge Leben. Und nimmer dürftet, wer ihn trinkt, und wer ihn trank, viel Früchte bringt, gleich edlen Weinstocksreben. 3. Das Wort von Gott ist wahr und rein, kein Mensch hat es erfunden. Frei zieht es in die Seelen ein, kein Mensch hat es gebunden. Und ob der Feind viel Unkraut sät, der Wächter wachet früh und spät bis zu der Ernte Stunden. 4. Was wagst du, Welt der Finsternis, dich wider Gott zu sträuben? Die Männer Gottes stehn gewiß, das Reich muß uns doch bleiben. Es bleibt und ſteht, wenn alles wankt; dir, Herr der Herren, sei's gedankt von allen, die da gläuben. 5. Führ deine Herd' auf rechter Bahn, daß nimmer sie verderbe. Zünd Glauben, Lieb' und Hoffnung an, daß Christi Mel. Es ist das Heil uns kommen. 250. Ein neues Lied singt Sinn nicht sterbe. Wir folgen dir, wir traun auf dich, hilf deinem Volke väterlich und segne, Herr, dein Erbe. Gott dem Herrn und rühret Zions Saiten. Wohl auf, be grüßt den Morgenstern, den Boten lichter Zeiten. Er geht den frommen Herzen auf, er Mel. Jesus lebt, mit ihm auch. wandelt leuchtend ſeinen Lauf, 251. Eine Herde und ein uns himmelan zu leiten. Hirt. Wie wird dann dir sein, Christliche Kirche. o Erde, wenn sein Tag erscheinen wird? Freue dich, du kleine Herde! mach dich auf und werde Licht. Jesus hält, was er verspricht. 2. Hüter, ist der Tag noch fern? Schon ergrünt es auf den Weiden, und die Herrlich. keit des Herrn nahet dämmernd sich den Heiden; blinde Pilger flehn um Licht. Jesus hält, was er verspricht. 3. Komm, o komm, getreuer Hirt, daß die Nacht zum Tage werde. Ach, wie manches Schäflein irrt fern von dir und deiner Herde. Kleine Herde, zage nicht. Jesus hält, was er verspricht. 4. Sieh, das Heer der Nebel flieht vor des Morgenrotes Helle, und der Sohn der Wüste kniet durstend an der Lebensquelle; ihn umleuchtet Morgenlicht. Jesus hält, was er verspricht. 5. Gräber harren, aufgethan. Rauscht, verdorrete Gebeine, macht dem Bundesengel Bahn; großer Tag des Herrn, erscheine. Jesus ruft: Es werde Licht! Jesus hält, was er verspricht. od dim 177 6. O des Tags der Herrlich. feit. Jesus Christus, du die Sonne und auf Erden weit und breit Licht und Wahrheit, Fried' und Wonne. Mach dich auf; es werde Licht. Jesus hält, was er verspricht. Mel. Womit soll ich dich wohl. 252. Kirche Chriſti, breite, breite deine Grenzen weit hinaus. Söhne, Töchter dir zur Seite wallen still in deinem Haus. Preis sei ewig deinen Thoren. Kinder werden dir geboren, wie der Morgenröte Tau träufelt auf die Frühlingsau. 2. Sieh, schon eilt die Schar der Boten, die du ausgesendet haft, zu den Sündern, geiftlich Toten, abzunehmen Schuld und Last. Selig, die du schon er ledigt. Kirche Christi, ja man predigt Großes, Herrliches in dir; wachse, wachse für und für! 3. O aus aller Völker Zungen werde dir, Herr Zebaoth, Hallelujah stets gesungen, Lob dem treuften Bundesgott. Eine lichte Zeugenwolke sammle dir aus allem Volke. Huldigten doch nah und fern alle dir, dem besten Herrn! 8** 178 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 11. Wort Gottes. Mel. Ich dank dir, lieber Herre. 253. Wohl dem, der Jesum liebet und seinem Himmelswort von Herzen sich ergiebet. Der ruht im sichern Port. Wo Jesus Wohnung findet, da stehet alles wohl, wer sich auf Jesum gründet, der lebet lebensvoll. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 2. Bist du, o Mensch, verirret, fuchst Ruhe hier und dort, hat 254. Herr, öffne felbft dich die Welt verwirret, fomm, hier ist Gottes Wort. Das wird dir klärlich weisen die rechte Tugendbahn, auf welcher du mußt reisen, wenn du willst himmelan. uns Ohr und Herz, daß wir dein Wort recht fassen, in Glück und Leid, in Luft und Schmerz es aus der Acht nicht lassen. Gieb, daß wir Hörer nicht allein, nein, auch desselben Thäter sein, Frucht hundertfältig bringen. 3. Bist du, o Mensch, betrübet, und wirst du fort und fort in Not und Kreuz geübet, fomm, hier ist Gottes Wort. Dies wird dein Herz erquicken, und wenn auch alle Welt dich wollte unterdrücken, behältst du doch das Feld. 5. Hilf, Jesu, daß ich liebe dein seligmachend Wort und stets darin mich übe, hilf, treuer Seelenhort, daß ich's in meinem Herzen bewahr durch deine Huld, damit in Freud und Schmerzen ich Frucht bring' in Geduld. 4. Und wirst du auch geführet an jenen dunkeln Ort, wo Todesnacht regieret, fomm, hier ist Gottes Wort. Dies ist dein Stab und Stecken; halt ihn, so kann dich nicht das Todesthal erschrecken, du gehst durch Nacht zum Licht. 2. Dein Wort laß allewege fein die Leuchte unsren Füßen, erhalt es bei uns klar und rein, daß wir daraus genießen Kraft, Rat und Troft in aller Not, daß wir im Leben und im Tod beständig darauf bauen. 3. Gott Vater, laß zu deiner Ehr dein Wort sich weit verbreiten. Hilf, Jesu, daß uns deine Lehr' erleuchten mög' und leiten. O heilger Geift, dein göttlich Wort laß in uns wirken fort und fort den Glauben, Lieb' und Hoffnung. Wort Gottes. Mel. Liebe, die du mich zum Bilde. 255. Teures Wort aus Gottes Munde, das mein ganzes Herz bewegt, dich allein hab' ich zum Grunde meiner Seligkeit gelegt. In dir treff' ich alles an, was zu Gott mich führen kann. 2. Du, mein Paradies auf Erden, glaubend geh' ich in dich ein. Laß mich täglich weiser werden, daß dein heller Gnadenschein mir bis in die Seele dringt und die Frucht des Lebens bringt. 3. Geist der Gnaden, der im Worte Licht und Wahrheit mir entdeckt, öffne mir des Lebens Pforte, daß mein Geist, durch dich erweckt, frei von allem Menschentand, folg' in Einfalt deiner Hand. 4. Gieb dem Samen einen Acker, der die Frucht nicht schuldig bleibt. Mache mir die Augen wacker; und was Gottes Finger schreibt, präge meinem Herzen ein, laß den Zweifel ferne sein. 5. Was ich lese, laß mich merken; was du sagest, laß mich thun. Wird dein Wort den Glauben stärken, laß es nicht dabei beruhn; schaff auch, daß, von Sünden frei, ihm das Leben ähnlich sei. 179 6. Laß dein Wort, o Herr, mich trösten einst in meiner Todespein; wenn die Not am allergrößten, laß es mir Er quickung sein, daß ich fest im Glauben steh, bis ich dort zum Schauen geh. Mel. Ach Gott und Herr. 256. Gott ist mein Hort, und auf sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräfte schmecken. Laß keinen Spott, o Herr, mein Gott mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt' ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verstünd' ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Wert, Unsterblichkeit und Leben. Zur Ewigkeit ist dieſe Zeit von dir mir übergeben. 5. Gott, deinen Rat, die Missethat der Sünder zu verfühnen, den kennt' ich nicht, wär mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu und Schmerz der Sünden 180 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. nicht verzagen; nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist ein gläubig Abba sagen. gede 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh ver. mag ich's nie; dein Wort giebt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dies Wort. Du haft es uns gegeben. Es sei mein Teil, es sei mein Heil und Kraft zum ergen Leben. Mel. O Gott, du frommer Gott. 257. Soll dein verderbtes Herz zur Heiligung genesen, Christ, so versäume nicht, das Wort des Herrn zu lesen; bedenke, daß dies Wort das Heil der ganzen Welt, den Rat der Seligkeit, den Geift aus Gott enthält. 2. Merk auf, als ob dir Gott, dein Gott, gerufen hätte; merk auf, als ob er selbst zu dir vom Himmel redte. So lies! Mit Ehrfurcht lies, mit Luft und mit Vertraun und mit dem frommen Ernst, in Gott dich zu erbaun. 3. Sprich fromm: O Gott, vor dem ich meine Hände falte, gieb, daß ich dein Gebot für dein Wort ewig halte, und laß mich deinen Rat empfindungsvoll verstehn, die Wunder am Ge set, am Wort vom Kreuze sehn. 4. Er, aller Wahrheit Gott, kann dich nicht irren lassen. Lies, Christ, sein heilig Buch, lies oft; du wirst es faffen, so viel dein Heil verlangt. Gott ist's, der Weisheit giebt, wenn man fie redlich sucht und aus Gewissen liebt. 5. Lies frei von Leidenschaft und ledig von Geschäften und sammle deinen Geift mit allen seinen Kräften. Der befte Teil des Tags, des morgens Heiterkeit, und dann der Tag des Herrn, der sei der Schrift geweiht. 6. Rührt dich ein starker Spruch, so ruf ihn, dir zum Glücke, des Tags oft in dein Herz, im Stillen oft zurücke, empfinde seinen Geist und stärke dich durch ihn zum wahren Edelmut, das Gute zu vollziehn. 7. Um tugendhaft zu sein, dazu sind wir auf Erden. Thu, was die Schrift gebeut, dann wirst du inne werden, die Lehre sei von Gott, die dir verkündigt ist, und dann das Wort verstehn, dem du gehorsam bift. 8. Spricht sie geheimnisvoll, so laß dich dies nicht schrecken. Ein endlicher Verstand kann esti er schmäht, bleibt doch das Wort aus Gott. arstodidoun Wort Gottes, 181 Gott nie ganz entdecken; Gott bleibt unendlich hoch. Wenn er sich dir erklärt, so glaube, was er spricht, nicht was dein Wit begehrt. Mel. O Gott, du frommer Gott. 258. Gelobet feift du, 9. Sich seines schwachen Lichts bei Gottes Licht nicht schämen, ift Ruhm; doch die Vernunft alsdann gefangen nehmen, wenn Gott sich offenbart, ist der Geschöpfe Pflicht, und weise Demut ist's, das glauben, was Gott spricht. Gott, für deines Sohnes Lehre. Gieb, daß ich sie auch gern mit Fleiß und Andacht höre. Ja, mache selbst mein Herz von Vorurteilen rein und laß dein Wort mein Licht auf meinen Wegen sein. 10. Drum laß dich, frommer Chrift, durch keinen Zweifel fränken. Hier bist du Kind; doch dort wird Gott mehr Licht dir schenken. Dort wächst mit 2. Nie müffe mein Gemüt statt Wahrheit Irrtum wählen, und deiner Lehren Sinn leichtsinnig sich verhehlen. Leit, Aller. höchfter, selbst den forschenden Verstand; so wird, was du mich deinem Glück dein Licht in Ewig- lehrst, auch recht von mir erkannt. feit; dort ist die Zeit des Schauns und hier des Glaubens Zeit. 3.1 Dein Wort bleibt ewig wahr. Laß mich's vonHerzen glauben und mir nicht seinen Trost durch Ungehorsam rauben. Wer hier nach deinem Wort gewissen. haft sich hält, der kommt zum wahren Glück hier und in jener Welt. 11. Verehre stets die Schrift, und siehst du Dunkelheiten, so laß dich deinen Freund, der mehr als du sieht, leiten. Ein forschender Verstand, der sich der Schrift geweiht, ein angefochtnes 259. Der du dein Wort Herz hebt manche Dunkelheit. mir haft gegeben, wie preis' ich dich, o Gott, dafür. Nie kann mein Dank dich gnug erheben; durch Christum schenkst du Weisheit mir. Kein Licht, kein Troft erfreute mich, kennt' ich nicht, 12. Halt fest an Gottes Wort! Es ist dein Glück auf Erden und wird, so wahr Gott ist, dein Glück im Himmel werden. Verachte christlich groß des Bibelfeindes Spott; die Lehre, die Jesu Christe, dich.d 182 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 2. Auf ungewissen, finstern Pfaden würd' ich ein Raub des Irrtums sein; mit Sündenschuld undFluch beladen, müßt' ich des Richters Strafe scheun; ich fände keinen Trost in Not; mich schreckte stündlich Grab und Tod. 3. Ja, du hast mich den Finster nissen des Irrtums und der Sünde Macht durch deine Lehre, Herr, entrissen; dein Licht zerftreut des Zweifels Nacht. Du zeigest mir des Höchsten Rat und führst mich auf der Wahrheit Pfad. 4. Ich weiß, wozu mich Gott erschaffen; ich kenne meine ganze Pflicht. Mein Geist wird nicht im Tod entschlafen; wer an dich glaubt, wird im Gericht durch dich, o Heiland, wohl bestehn, und dann verklärt dein Antlig sehn. 5. O Jesu, laß mich deiner Lehre gehorchen stets mit größrer Luft und keines Spötters Wahn zerstöre dein Heiligtum in meiner Brust. Mein ganzes Leben preise dich, dein Heil erfreu' im Tode mich! Dinge, alle Wahrheit kommt von dir zu den Menschenkindern; fie erleuchtet uns, wenn wir selbst ihr Licht nicht hindern. 2. Vorurteil und Finsternis füllen unsre Seelen; unser Blick ist ungewiß, unsre Schlüsse fehlen, aber dein Verstand weicht nicht von der lautern Wahrheit. Was du denkest, das ist Licht, Richtigkeit und Klarheit. 3. Wirf dich, sterbliches Geschlecht, dankend ihm zu Füßen. Seine Wahrheit und sein Recht läßt dein Gott dich wissen. Weit erschallt das Wort des Herrn, das die Welt bèkehret. Glaubt es freudig, folgt ihm gern, Völker, die ihr's höret! 4. Gott, was uns dein Wort verspricht, wird und muß ge. schehen; deine Drohung kann auch nicht leer vorüber gehen. Haben tausende nicht schon, welche vor uns waren, deine Strafen, deinen Lohn dir zum Ruhm erfahren? 5. Seele, wolltest du nicht Gott zuversichtlich glauben? Soll der Leichtsinn, soll der Spott deinen Trost dir rauben? Der Mel. Schwing dich auf zu deinem. 260. Der du felbft die die Himmel aufgebaut, kann der Wahrheit bist, Gott, zu dem ich finge. Gott, den kein Verstand ermißt, Ursprung aller jemals lügen? kann er den, der ihm vertraut, wie ein Mensch betrügen? Wort Gottes. 6. Wehre jedem Wahn, der sich wider Gott empöret, wider seinen Geist, der dich sein Geheimnis lehret. Weh dem Spötter, der sich bläht, mehr, als Gott, zu wissen. Er wird einft, vielleicht zu spät, Gott noch glauben müssen. 7. Erd' und Himmel wird vergehn, Gott, dein Wort wird bleiben. Lasterhafte, die es schmähn, werden's nicht ver. treiben. Könige sind vor dir Staub, wenn sie sich empören, sind des schnellen Todes Raub, sie mit ihren Heeren. 8. Du bist Wahrheit, ewig soll nichts von dir mich trennen, nicht die Welt, von Arglist voll, mich erschüttern können. Sollt' ich hier auch um dein Wort Schmach und Trübsal leiden, so belohnst du mir's doch dort, Gott, mit Ehr und Freuden. 183 2. Wie kräftig ist dein Wort, Gott. Millionen Christen gab deine Bibel Sieg im Kampf mit bösen Lüsten, im Leben frohen Mut, im Kreuz Gelaffenheit, im Alter Trost und Kraft, im Tode Freudigkeit. 3. Der Fromme wird gestärkt, der Sünder tief erschüttert; der Zweifler wird beschämt, des Spötters Seele zittert; dem Christen wird der Tod der Seinigen verfüßt, wenn er vom Wiedersehn im bessern Leben liest. 4. Wer fühlt nicht Gottes Geist sein Innerftes bewegen? wer nicht des Glaubens Kraft und der Erbauung Segen, der mit dem selgen Wunsch nach Licht und Frömmigkeit, mit Ehrfurcht und Gebet der Schrift die Andacht weiht? 15. So kann kein menschlich Buch die Größe Gottes preisen, so faßlich, rührend nicht den Weg zum Himmel weisen; durch keine Redekunst wird so das Herz erMel. Was frag' ich nach der Welt. 261. Von Herzen preis' quickt, zu jedem guten Werk so willig und geschickt. ich dich, Gott, für der Bibel Lehre, die ich als dein Geschenk anbetungsvoll verehre. Sie ist das Glück der elt, der Ruhm der Christenheit, mein Kleinod, Trost und Licht bis in die Ewigkeit. 6. Der Unchrift mag dein Wort mit Spott und Hohn belegen o Gott, mir bleibt es doch mein größter Schatz und Segen. Es soll mein Herz erbaun, mich stärken und erfreun, - 184 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. am Morgen mein Geschäft, am Tag mein Führer sein. 7. Zur Ehrfurcht für dies Buch laß deinen Geist mich rühren, mich seine ganze Kraft an meinem Herzen spüren. Wer deine Lehre hält, fühlt ihre Göttlichkeit. Herr, für dein Lebenswort sei stets gebenedeit! Mel. Ich will dich lieben, meine. 262. Himmelswort, von Gott gegeben, wie bist du meinem Herzen wert. Wie bist du Hoffnung, Troft und Leben dem, dessen Herz dir angehört. Wie bist du eine Kraft gehört. Wie bist du eine Kraft aus Gott, du Ruh im Leben, Ruh im Tod. 2. Zwar seh ich's nur in dunkler Ferne, was Gott den Seinen dort verheißt; doch hebt sich einst hoch über Sterne zu einem hellern Licht mein Geist. Von Angesicht werd' ich ihn schaun, ihn, Jesum Christum, mein Vertraun. 4. Sie ist es, die mich Gott erkennen, mich meinen Schöpfer lieben lehrt. Ich darf getroft ihn Vater nennen, darf sicher sein, daß er mich hört. Der alles kann und alles thut, der große, große Gott ist gut.fi 5. Sie lehrt mich glauben, lieben, hoffen; sie hebt mich über Raum und Zeit. Mir stehen alle Schranken offen; ich lebe für die Ewigkeit. Wenn mir die Sinnenwelt entweicht, dann ist mein erstes Ziel erreicht. 6. Sie ist es, die auf allen Wegen mir Licht verbreitet und mich lenkt; sie ist es, die im Glücke Segen, im Unglück Kraft und Mut mir schenkt; wo nichts, gar nichts mehr trösten kann, da hebt ihr rechter Troft erst an. a but, bes g 7. Ja du, des Lebens reinste Wonne, begleite du mich bis ans Grab; dann strahle du, des Lebens Sonne, vor mir ins Todesthal hinab. Mein erster Laut am Throne dort sei Dank für dich, o Himmelswort. 3. O zeigt mir eine beffre Lehre, ihr Spötter, die ihr sie verhöhnt, die so des Lebens Mel. Nun laßt uns Gott, dem H. Führer wäre, den Menschen so 263. Wer Ohren hat, mit Gott versöhnt; die eine solche Tugend lehrt und solche Hoffnungen gewährt. der höre die reine Gotteslehre, die der, der uns entsündigt, durch Geist und Kraft verkündigt. Wort Gottes. 2. Forscht in der Schrift! Erfahret, wie Gott sich offen baret dem, der ihn sucht und gläubet und in der Liebe bleibet. 2. Dein Wort, Herr, ist ein Flammenschwert, das Felsensinn bezwinget, ein Feuer, das im Herzen zehrt und Mark und Bein durchdringet. O laß dein Wort noch fort und fort der Sünde Macht zerscheitern und alle Herzen läutern. 3. Dein Wort ist uns der Wunderstern für unsre Pilgerreise; es führt auch Thoren hin zum Herrn und macht die Einfalt weise. Dein Himmelslicht verlösch' uns nicht und leucht' in jede Seele, daß keine dich verfehle. 4. Ich suchte Troft und fand ihn nicht; da ward das Wort der Gnade mein Labsal, meine Zuversicht, die Fackel meiner Pfade, es zeigte mir den Weg zu dir und leuchtet meinen Schrit. ten hin zu den ewgen Hütten. 5. Nun halt' ich mich mit festem Sinn zu dir, dem sichern Horte; wo wende ich mich anders hin? Herr, du haft Lebensworte! Noch hör ich dein:„ Komm du bist mein;" du riefst mir Mel. Was Gott thut, das ist wohlg. 264. Dein Wort, o Herr, nicht vergebens dies Wort des 3. Den Blöden und den Schwachen will er sich kennbar machen; nicht nur der Geist der Weisen, auch Einfalt soll ihn preisen. 4. Der Demut stilles Sehnen, der Andacht Inbrunstthränen eröffnen uns die Pfade der Wahrheit und der Gnade. 5. Wir müssen Kinder werden; die Weisheit dieser Erden mit ihren stolzen Höhen mag nicht vor Gott beſtehen. 6. Ein Grundstein ist geleget, der das Gebäude träget; er ist der Weg, das Leben, der Weinstock, wir die Reben. 7. O laßt an ihm uns bleiben, auf daß wir Blüten treiben und Kraft von ihm empfangen, mit edler Frucht zu prangen. 185 ist milder Tau für trostbedürftge Seelen; laß feiner Pflanze deiner Au den Himmelsbalsam fehlen. Erquickt durch ihn, laß jede blühn und in der Zukunft Tagen dir Frucht und Samen tragen. ewgen Lebens. 6. Auf immer gilt dein Segensbund; dein Wort wird nicht vergehen. Nie weich' es uns aus Herz und Mund; hilf uns im Glauben stehen; laß immer 186 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. fort dein heilig Wort in allen Lebenszeiten uns trösten, warnen, leiten. Mel. Meine Seele Gott erhebt. 265. Walte, walte nah und fern, allgewaltig Wort des Herrn, wo nur seiner Allmacht Ruf Menschen für den Himmel schuf. 2. Wort vom Vater, der die Welt schuf und in den Armen hält und aus seinem Schoß herab feinen Sohn zum Heil uns gab. 3. Wort von des Erlösers Huld, der der Erde schwere Schuld durch des heilgen Todes That ewig weggenommen hat. du mich dir zum Eigentum erkaufet, als dein Jünger bin auch ich vormals auf dein Wort getaufet. Stärke mich, wie du zu handeln, als ein wahrer Christ zu wandeln. 4. Kräftig Wort von Gottes Geist, der den Weg zum Himmel weist und durch seine heilge Kraft Wollen und Vollbringen schafft. 5. Wort des Lebens, stark und rein, alle Völker harren dein; walte fort, bis aus der Nacht alle Welt zum Tag erwacht. 2. Laß mich, Herr, den schmalen Weg durch die enge Pforte gehen; laß auf deines Wortes Steg ernstlich Herz und Auge sehen; gieb Geduld in Kreuz 6. Auf zur Ernt' in alle Welt! weithin wogt das reife Feld; klein ist noch der Schnitter Zahl, viel der Garben überall. 12. Heilige Taufe und Bestätigung des Taufbundes. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 266. Mein Erlöfer, der und Leiden, daß sie mich von dir nicht scheiden. 7. Herr der Ernte, groß und gut, weck zum Werke Luft und Mut, laß die Völker allzumal schauen deines Lichtes Strahl! 3. Dieser Erde Gut und Ruhm kann uns nicht im Tode trösten. Nur ein wahres Christentum führt zur Wonne der Erlösten, läßt, wenn wir im Glauben sterben, uns des Himmels Freuden erben. 4. Allem, Herr, was dir gefällt, will ich denn mich ganz ergeben und, entfernt vom Sinn der Welt, als dein treuer Jünger Heilige Taufe und Bestätigung des Taufbundes. 187 5. Gelobt, mein Gott, sei deine Liebe, die mir, noch eh ich dich gekannt, aus freiem väterlichen Triebe schon so viel Gutes zugewandt. Wie huldMel. Wer nur den lieben Gott. 267. Ich bin getauft, reich haft du mein gedacht und für mein wahres Wohl gewacht! leben, daß auch ich, wenn ich einst sterbe, das verheißne Leben erbe. nach Jesu Lehren dich, Vater, deinen Sohn und Geist so zu bekennen und zu ehren, daß Herz und Mund und That dich preist, und dann des Glücks, ein Christ zu sein, mich hier und ewig zu erfreun. 2. Durch diese Stiftung deiner Gnade ward jedes Recht der Christen mein; du weihtest mich in diesem Bade zu deinem Kind und Erben ein und thatest in der Folgezeit an mir noch mehr Barmherzigkeit. 3. Es öffnete mir das Verständnis durchs Evangelium dein Geist. Er leitete mich zur Er fenntnis, wie man dich würdig ehrt und preist, und welches Heil dein gnädger Rat dem, der dich ehrt, bereitet hat. 4. Daß nicht, von Leichtsinn hingerissen, undankbar dich mein Herz vergaß, erinnertest du mein Gewissen an seine Pflicht ohn Unterlaß und wecktest mich zum Tugendlauf durch deine Wahrheit mächtig auf. 6. Wie sollt ich dich denn nicht verehren, nicht dir ein Herz voll Liebe weihn? nicht gern auf deine Stimme hören? nicht findlich dir gehorsam sein? Was dich entehrt, sei fern von mir, geheiligt sei mein Leben dir! 7. O stehe nur mit deinem Geiste, wie du verheißen haſt, mir bei, daß ich, was ich versprech, auch leiste und treulich dir ergeben sei; und fehl' ich, so verwerf mich nicht, mein Gott, von deinem Angesicht. 8. Erwecke mich durch deine Gnade zum fteten Ernst der Besserung, und leite mich auf sichrem Pfade des Glaubens und der Heiligung. Gott meines Heils, sei ewig mein und laß mich stets den deinen sein! Mel. Wer nur den lieben Gott. 268. Du wiesest, Jesu, nicht die Kleinen, die dir die Eltern brachten, ab, erkannteſt sie auch für die Deinen und sahst voll Huld auf sie herab. 188 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. Laßt, sprachst du, laffet sie zu mir und wißt, das Himmel. reich ist ihr! 2. Dir sei auch dieses Kind befohlen! Du nimmst es auf, dein Wort ist wahr. Wir bringen's, wie du selbst befohlen, dir in der heilgen Taufe dar. O segn' es, Vater, Sohn und Geist, wie uns dein teures Wort verheißt! 5. Jch gelobt' es, und dennoch brach ich oft den Bund der Taufe, kämpfte schon und wurde doch schwach im Kampf und matt im Laufe. Dennoch will noch Jesus mein, Gott will noch mein Vater sein. 6. Das ist Gottes Bund mit mir, das hat Jesus mir verheißen; und ich sollte, Sünde, dir, dir sollt' ich mich nicht entMel. Jesus lebt, mit ihm auch. 269. Ewig, ewig bin ich reißen? Ja, ich will, ich will nicht dein, ich will meines Gottes sein. dein, teuer dir, mein Gott, erkaufet; bin auf dich, um dein zu sein, Vater, Sohn und Geist, getaufet. Dessen soll mein Herz sich freun; ewig, ewig bin ich dein. 7. Wachen will ich, flehn um Kraft, daß ich stets auf seinem Wege heilig und gewissenhaft und im Glauben wandeln möge; und er wird mir Kraft verleihn, treu bis in den Tod zu sein. 2. ,, Lehrt die Völker, taufet die, welche gläubig werden wollen, kündigt's allen an, daß sie ewig selig werden sollen!" Jesus sprach's, und er ist mein! Ewig werd ich selig ſein. 3. Durch dieses Siegel deiner Gnade wird jedes Recht der Christen sein. Du weihest es in diesem Bade zu deinem Kind und Erben ein. O felig, kennt es einst den Wert des Glücks, daß es dir angehört! bin, daß ich ihn zum Vater habe, einst von allen Sünden rein, ewig, Vater, ewig dein! 4. Jch, ein Sünder von Natur, ich Gefallner soll auf Erden eine neue Kreatur, kann und soll Gott ähnlich werden. Heilig, heilig will ich sein; Jesus und sein Geist ist mein. 3. Welch ein göttlicher Ge winn, daß ich durch der Taufe Gabe Gottes Kind und Erbe 8. Höre mich! denn ich bin dein, teuer dir, mein Gott, er kaufet, bin auf dich, um dein zu sein, Vater, Sohn und Geist, getaufet. Ewig, ewig laß mich dein, ewig laß mich selig sein! Heilige Taufe und Bestätigung des Taufbundes. 189 weihn. Heiliger Schöpfer, Gott! Heiliger Mittler, Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Stärke sie, die Deinen, im Vertraun auf Jeſu Tod und wahrer Tugend. Mel. Christus, der ist mein Leben. 270. Vater, nimm zum Bunde dies Kindlein gnä. dig auf. Ihm leuchte diese Stunde im ganzen Lebenslauf. 2. Sohn Gottes, sich, wir legen dies Kindlein an dein Herz, du wirst es liebend pflegen in Freuden und im Schmerz. 3. Geist der Wahrheit, bilde sein Herz für Heiligkeit; durch Wahrheit, Reinheit, Milde leit es zur Seligkeit. Mel. Mitten wir im Leben sind. 271. Stärke, Mittler, stärke sie, deine Teurerlöften. Laß sie ihr Vertraun auf dich unaussprechlich trösten. Wach über ihre Seelen. Sie stehn und schwören alle dir: Herr, dein Eigentum sind wir! Hei liger Schöpfer, Gott! Heiliger Mittler, Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie nie vergessen ihren teuren großen Eid bei deinem Namen. 2. Ach, wie viele schwuren auch, fest an dir zu halten, aber treulos ließen sie ihre Lieb' erfalten. Verderben ward ihr Ende. Beständig laß dir diese sein, die sich jetzt dir schwörend 3. Locken wird sie nun die Welt, Herr, zu ihren Lüften. Ach, du wolleft sie mit Kraft aus der Höhe rüsten. Laß ftrei. ten sie und siegen. Die Triebe zu verbotner Lust dämpfe früh in ihrer Brust! Heiliger Schöpfer, Gott! Heiliger Mittler, Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie ihre Feinde, alle Haſser ihres Heils weit überwinden. 4. In der Todesnot laß sie, deine Teurerlöften, daß ihr Glaube standhaft blieb, unaussprechlich trösten. Zähl sie zu deinen Toten. Einst führe fie mit uns zugleich in dein unvergänglich Reich. Heiliger Schöpfer, Gott! Heiliger Mitt ler, Gott! Heiliger Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie nie vergeſsen ihren teuren großen Eid bei deinem Namen! Mel. Der Herr ist mein getreuer. 272. Die hier vor deinem Antlig stehn, sind Jesu Christi Glieder. Blick, wenn vereint Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. Mel. Wer nur den lieben Gott. wir für sie flehn, erbarmend auf fie nieder, gieb ihnen, Bater, 273. Herr, bir gelob' ich Sohn und Geift, das Gute, das dein Wort verheißt, im Leben und im Sterben. 2. Sie kennen, Vater, deinen Sohn und dessen heilge Lehren. Ift Freude, Gott, vor deinem Thron, wenn Sünder sich bekehren, wie groß ist unsre Freude nun, da diese das Gelübde thun, dir treulich anzuhangen. neue Treue und neuen Fleiß im Christentum. Dir, Jesu, geb' ich mich aufs neue zu deinem ewgen Eigentum. Von deinem guten Geist allein will ich hinfort geleitet sein. 2. Nimm, Bundesgott, von deinem Kinde den teuren Eid 3. O laß sie nimmer zum Gericht sich dem Altare nahen. Laß sie in Glaubenszuversicht das Bundesmahl empfahen. Dies stärke sie in aller Not, dies reize fie, des Heilands Tod zu preisen durch ihr Leben. 4. Lacht ihnen bei dem Christenlauf der Reiz der Welt entgegen, hilf ihrem schwachen Glauben auf, wenn dann sich Lüfte regen. Laß sie hinauf auf Jesum sehn, die Welt mit ihrer Luft verschmähn, beharren bis ans Ende. 190 5. Den wichtgen Lohn der Ewigkeit, die Herrlichkeit dort oben, zeig ihnen, die auf alle Zeit jetzt Treue dir geloben. Der Blick müß' ihnen Kraft verleihn. Herr, segne sie, denn sie sind dein; erhalt sie in der Wahrheit. der Treue hin. Versuchet mich hinfort die Sünde, so will ich ihre Netze fliehn, will jung mich schon der Tugend weihn. Sieh, dieser Tag soll Zeuge sein. Hab' ich schon oft das Wort gebrochen, das ich dir in der Taufe gab; hab' ich zwar Bessrung oft versprochen und ließ doch nicht vom Bösen ab; Herr, reuvoll denk ich nun daran, nimm gnädig dies Versprechen an: 4. Nie will ich wieder treulos werden, nie deine guten Wege fliehn. Kein Scheingut, keine Luft der Erden, kein Unglück soll mich dir entziehn. Weich, eitle Welt! weich, Sünde, weich! Gott hört es, jetzt entsag' ich euch. 5. Ja, ja, Gott höret mein Versprechen, tief sieht er in mein Herz hinein. Würd' ich, was ich gelobe, brechen, so würde mein Gewissen schrein, und in Heilige Taufe und Bestätigung des Taufbundes. das schreckenvolle Grab sänk' ich dann ohne Troft hinab. 6. Regiere du, o Gott, mein Leben und mache selbst mein Herz dir treu, daß dir mein Wandel ganz ergeben und deinem Willen folgsam sei, denn ohne dich ist immerdar mein Herz verkehrt und wandelbar. 191 aufs neue zu deinem ewgen Eigentum. Von deinem guten Geist allein will ich hinfort geleitet ſein. 2. Herr, dir gelob' ich neue Treue und neuen Fleiß im Christentum. Dir, Jesu, geb ich mich ( Die Gemeine.) 3. So lang ihr auf der Erde lebt, sei dieser Tag euch heilig, so oft Versuchung um euch schwebt, sei dieser Tag euch heilig. Ihr schwöret heute Gott, dem Herrn. Weicht nicht zurück! 7. Einft werd' ich, Herr, vor deinem Throne mich dieses Tags Nah oder fern reizt euch die Sünde wieder. des Bundes freun; geschmückt mit jener Siegeskrone werd' ich dann ewig selig sein. O welch ein Heil, wie freu' ich mich! Herr, nimm mich hin; dein, dein bin ich! Weicht nicht zurück! Sein Eigentum seid ihr; o lebt zu seinem Ruhm, ihr, seines Leibes Glieder. ( Die Kinder.) Mel. An Wasserflüssen Babylon. ( Die Gemeine.) 4. Nie will ich wieder treulos werden, nie deine guten Wege fliehn. Kein Scheingut, keine 274. Auf, junge Christen, Luft der Erden, kein Unglück ſoll mich dir entziehn. Weich, eitle Welt! weich, Sünde, weich! Gott hört es, jetzt entfag' ich euch. auf zum Streit! der Herr wird für euch streiten; er wird zu seiner Herrlichkeit euch stärken, vollbereiten. Auf, scheuet nicht des Kampfs Gefahr, die Hand des Herrn hilft wunderbar und führt zuletzt zum Lohne. Was ist der Wallfahrt kurze Zeit? was ist der Augenblick im Streit? Ist's nicht der Weg zur Krone? Mel. Wer nur den lieben Gott. ( Die Kinder.) ( Die Gemeine.) 5. So gehet zum Altar hinan, empfangt, empfangt das Leben. Mehr, als die Welt euch geben kann, wird Jesus Christ euch geben. Für euch hing er am Kreuz und starb im heißen Kampfe und erwarb euch, was die Sünde raubte. Euch floß sein Blut; drum kommt ihr nicht, Versöhnte Gottes, ins Gericht. Heil dem, der an ihn glaubte. 192 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. Mel. Nun lob, mein Seel, den. 275. Ach schreib ins Buch des Lebens, o Herr, auch ihre Namen ein und laß sie nicht vergebens dir, Jesu, zugezählet sein. Es lösche nie die Sünde sie aus der Deinen Reihn. O schreib es jedem Kinde recht tief ins Herz hinein, daß teuer seine Seele durch dich erlöset ift, und feiner, feiner fehle im Himmel, wo du bist. Mel. Christus, der ist mein Leben. 276. Wir flehn um deine Gnade, nichts sind wir ohne dich. Leit uns aufrechtem Pfade und schüß uns mächtiglich. 2. Wir flehn um deine Wahrheit in unsers Irrtums Nacht; durch dich nur wird uns Klarheit in unsern Geist gebracht. 3. Wir flehn um deinen Frieden; die Sünde bringt uns Angst. Dein Heil sei uns beschieden, das du am Kreuz errangst. 4. Wir flehn um deine Stärke; du weißt, wie schwach wir sind. Zu jedem guten Werke hilf jedem schwachen Kind. 5. Wir flehn um deinen Segen zum heilgen Bundestag; gieb, daß auf deinen Wegen dir jedes folgen mag.dala din Mel. Wachet auf, ruft uns die. ( Die Gemeine.) 277. Wachet über euren Glauben, laßt nie die Welt ihn wieder rauben; das Wort von Gott sei euer Licht. Schaut, wie viele irre gehen, nicht mehr mit ihm im Bunde stehen; sie beteten und wachten nicht. O betet, kämpft und wacht bis zu der Todesnacht. Er wird kommen, mit ihm sein Lohn; zum Gnadenthron führt uns der eingeborne Sohn. Mel. Aus tiefer Not ruf ich. ( Die Kinder.) 2. Gieb, Herr, uns Kraft durch deinen Tod, getreu dir anzuhangen und, ob uns auch die Welt bedroht, nie vor ihr zu erbangen. Uns bleibe Ruhm die Kreuzesschmach; wir folgen dir, Erlöser, nach. Dem Treuen glänzt die Krone. ( Die Gemeine.) 3. Wachet über eure Liebe! O daß sie stets ein Feuer bliebe, das läuternd flammt in eurer Brust. Nie vermag die Welt zu geben, was Christus giebt, das ewge Leben; die Welt vergeht mit ihrer Luft. O werdet nimmer lau! Er führt zur grünen Au, zu der Quelle, die Heilige Taufe und Bestätigung des Taufbundes. ewig fließt, sich voll ergießt, wo ihr vom Lebensbaum genießt. ( Die Kinder.) 4. Durchs Dunkel führst du uns zum Licht; wie könnten wir verzagen? Wir baun auf dich mit Zuversicht; uns wird der Morgen tagen. Und geht es auch durch Todespein, wir ziehn mit dir zur Heimat ein, uns kann der Tod nicht scheiden. ( Die Gemeine.) 5. Über eure Hoffnung wachet; ob auch der Spötter euch verlachet Gott winket, und er sinkt in Nacht. Wie ein Fels in Ungewittern, steht fest der Christ, wenn Spötter zittern; denn er, der treue Hüter, wacht. Ist doch das Leid der Zeit nicht wert der Herrlichkeit, die dort glänzet. Wir siegen weit in Ewigkeit; du hältst die Stätte uns bereit. ( Die Gemeine und die Kinder.) 6. Gieb du uns Kraft, daß wir bestehn im Kampfe mit den Sünden, daß keiner möge von dir gehn und alle überwinden. Stehst du uns bei, dann siegen wir; drum halten wir uns, Herr, zu dir. Nur du bist unser Leben! 193 Mel. Wie schön leucht't uns der M. ( Die Gemeine.) 278. Tag des Heils! O segne fie, die, Herr, uns deine Huld verlieh, in deinem Himmelsbunde. Hier sind sie, hier ist dein Altar. Hier weihe selbst der Deinen Schar, und heilig sei die Stunde, ewig heilig. Tod und Leben kann sie geben. Heil den Seelen, die das Leben treu erwählen! ( Die Kinder.) 2. Gott, unser du, wir alle dein! Fest soll des Bundes Siegel sein. Wer will von dir uns trennen? Was fromm die Seele glaubt und liebt, in Not und Tod uns Hoffnung giebt, das soll der Mund bekennen. Viele Zeugen wollen hören, was wir schwören; du willst zeugen, du, vor dem sich Engel beugen. 3. Auch Kindern kam die letzte Nacht. Wer hat bis hie. her uns bewacht, bis hieher uns geleitet, gesegnet unsre Blütenzeit, uns frühe seinem Reich geweiht, uns diesen Tag bereitet? Preis dir, höchster Vater droben. Dir geloben wir aufs neue, dir auf ewig Christentreue. 9 194 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 4. Auf ewig dir, du guter Hirt! Was hätten wir, von dir verirrt? was sind der Sünde Gaben? In Freude Schmerz, in Fülle Not, in Ehre Schmach, im Leben Tod. Herr, laß nur dich uns haben. Jesus Christus, o du Treuer, wollteft teuer uns erretten, daß wir Leben, Frieden hätten. 13. Heiliges Abendmahl. ( Die Gemeine.) 5. Flieht, Sünde, Welt! Sie sind des Herrn. Sei schwer der Rampf, die Krone fern, hilf ihnen überwinden. Du Gottesgeist, gieb Schwert und Schild. Laß nimmer dieses Tages Bild aus ihren Herzen schwinden. Warne, tröfte! Keiner falle! Alle, alle führ hienieden segnend zu des Himmels Frieden! ( Beim Hingang zum Altar.) Mel. Gott sei gelobet und gebened. 279. Schaffe in mir, Gott, 281. Gott geb' uns allen ein reines Herze und gieb mir einen neuen gewissen Geist. seiner Gnade Segen, daß wir gehn auf seinen Wegen in rech ter Lieb' und brüderlicher Treue, daß die Speis' uns nicht gereue. Herr, erbarm dich unser! Herr, dein heilger Geist uns nie verlaß, der uns geb zu halten rechte Maß, daß dein arme Christenheit leb' in Fried' und Einigkeit. Herr, erbarm dich unser! 2. Verwirf mich nicht:,: von deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. 3. Tröfte mich wieder:,: mit deiner Hülfe, und der freudige Geift erhalte mich dir. 280. Chrifte, but Lamm Gottes, der du trägst die Sünden der Welt, erbarm dich unser! 2. Chrifte, du Lamm Gottes, 282. Schmücke dich, o liebe der du trägst die Sünden der Welt, erbarm dich unser! 3. Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünden der Welt, gieb uns deinen Frieden! Seele, laß die dunkle Trauerhöhle. Komm ans helle Licht gegangen, fange herrlich an zu prangen, denn der Herr, voll Heil und Gnaden, will zu seinem stod Heiliges Abendmahl. slo Tisch dich laden; der den Himmel fann verwalten, will jetzt Herberg in dir halten. 2. Dürftend nach der Gnade Segen eile deinem Freund entgegen, der mit seiner Liebe Gaben kommt, dich Menschen kind, zu laben. Öffne ihm des Herzens Pforte, sprich: nach deinem Gnadenworte komm' ich, Heiland, dir zu nahen; laß mich deinen Trost empfahen. deinem Tisch zu sehnen. Ach, wie pfleget mich zu dürften nach dem Trank des Lebensfürsten, daß in diesem Brot und Weine Christus sich mit mir vereine. 195 geschloffen durch dein Blut, für uns vergoffen, das uns jetzt fann fräftig tränken, deiner Liebe zu gedenken. 3. Ach, wie hungert mein Gemüte, Menschenfreund, nach deiner Güte. Ach, wie pfleg' Mel. Nun lob, mein Seel, den. ich oft mit Thränen mich nach 283. Dem Worte deines 4. Jesu, meine Lebenssonne, Jesu, meine Freud' und Wonne, Jesu, du all mein Beginnen, Lebensquell und Licht der Sin nen; hier fall' ich zu deinen Füßen, laß mich würdiglich genießen dieser deiner Himmels. ſpeise, mir zum Heil und dir zum Preise. 5. Herr, es hat dein treues Lieben dich vom Himmel her getrieben, daß du willig haft dein Leben in den Tod für uns gegeben und den Himmel auf 6. Jesu, wahres Brot des Lebens, hilf, daß ich doch nicht vergebens oder mir wohl gar zum Schaden sei zu deinem Tisch geladen. Laß mich durch dies Seelenessen deine Liebe recht ermessen, daß ich auch, wie jetzt auf Erden, mög dein Gaft im Himmel werden. Mundes will ich, o Herr, gehorsam sein, beim Mahle deines Bundes dir meine ganze Seele weihn. Die bängste deiner Nächte schwebt meinem Geifte vor; das Brot brach deine Rechte, den Kelch hielt sie empor. Des will ich jetzt gedenken, da du, mein höchstes Gut, mich speisen willst, mich tränken mit deinem Leib und Blut. 2. Wie kann ein Mensch ergründen die Wunder deiner Lieb' und Huld. Du selbst willst dich verbinden mit mir, dem Sünder voller Schuld. Du, der da ewig lebet, du kommst, an Gnade reich, zu mir, der bald verschwebet, dem flüchtgen Schatten 9* 196 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. gleich. Du läffeft dich bernieder, ziehst mich zu dir hinan; was geb' ich, Herr, dir wieder, das dir gefallen kann? 3. Ein Herz, von Reu zerschlagen, das sich an deine Gnade hält, voll Eifers, zu entsagen der Sünd' und aller Lust der Welt, das wirst du nicht verachten, das, Jesu, bring' ich dir. Nach deinem Reiche trachten hilf du nun selber mir und stärke mein Vertrauen, daß ich nach dieser Zeit dein Antlit werde schauen dort in der Ewigkeit. 4. O feliges Genießen! o Himmelsbrot, o Himmelstrank! Gebeugt zu deinen Füßen, sing' ich dir, Jesu, Preis und Dank. Fahr hin, du Weltgetümmel, mit deinem eitlen Tand; ich seufze nach dem Himmel, dem ewgen Vaterland. Dort nur ist wahres Leben, dort werd' ich, Herr, dich sehn, wo Engel dich erheben und dir zur Rechten stehn. ewges Leben giebt, ist auch für mich gestorben. Mein ganzes Herz frohlockt in mir, o Vater, ich lobsinge dir. Gieb, daß ich jeden Tag aufs neu mich deiner Vaterhuld erfreu. Gott meines Heils, sei ewig mein, sei ewig mein und laß mich stets dir dankbar sein. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich. 284. Gelobet feift du, großer Gott; gelobt für unsers Mittlers Tod, der uns das Heil erworben. Wie hast du, Gott, auch mich geliebt. Er, der uns 2. Voll froher Ehrfurcht beug' ich mich vor dir, Sohn Gottes, der du dich für mich dahin gegeben. Es komme nie mir aus dem Sinn, wie viel ich dir, Herr, schuldig bin; dein Tod bringt mir das Leben. Durch deines Opfers ewge Kraft haft du, mein Mittler, mir verschafft, was mich vor dem Verderben schüßt, was meinem Geist auf ewig nüßt. Herr Jesu Chrift, wie liebst du mich, wie liebst du mich! Gieb, daß ich ewig liebe dich. 3. Mit Inbrunst fleh' ich, Herr, zu dir. O wirk ein gläubig Herz in mir, ein kindliches Gemüte. Mich dürftet, gleich dem dürren Land, bei deiner Liebe Unterpfand nach elobet feist du, deiner Gnad' und Güte. Ich fühle, Herr, was mir gebricht; o stärke meine Zuversicht, daß du auch mein Versöhner seist und mich vom ewgen Tod be sindil Heiliges Abendmahl. stion freist. Herr, dieser Trost sei fest in mir, sei fest in mir! so dien' ich voller Freuden dir. 4. Zur Weisheit und Ge rechtigkeit, zur Heiligung und Seligkeit bist du mir ausersehen. Auch mir zum herrlichsten Gewinn gabst du dein Leben willig hin; drum hör auch jetzt mein Flehen: mein Heiland, zeuch mich ganz zu dir, ja durch den Glauben wohn in mir! so nimmt in mir die Seelenruh und meines Herzens Bessrung zu. Mein Herr und Gott, verlaß mich nicht, verlaß mich nicht! so komm ich einst nicht ins Gericht. 5. Zu deinem Himmel hilf du mir! Der Freuden Fülle ist bei dir; laß mich sie einst genießen! Belebe mich mit Mut und Kraft, so meine ganze Pilger schaft zu führen, zu beschließen, daß mir dein Wort stets heilig ſei, daß ich, bis in den Tod getreu, mit Freuden thu, was dir gefällt, und dich auch ehre vor der Welt. O Herr, mein Heil, sei stets mit mir, sei stets mit mir! so komm' ich einst gewiß zu dir. taff Mel. Nun laßt uns Gott, dem H. 285. Jeſu, meine Wonne, du meiner Seele Sonne, 197 du Freundlichster von allen, laß dir mein Lob gefallen! 2. Wie kann ich würdig schätzen dies heilige Ergößen und diese teuren Gaben, die hier die Seele laben? 3. Wie soll ich dir doch danken, o Herr, daß du mich Kranken hier speisest und mich tränteft, ja selber dich mir schenfeft? 4. Ich lobe dich von Herzen für alle deine Schmerzen, für deine Todeswunden, die du für mich empfunden. 5. Dir dank' ich für dein Leiden, den Ursprung meiner Freuden. Dir dank' ich für dein Sehnen und mild vergoßne Thränen. 16. Dir dank' ich für dein Lieben, das standhaft ist geblieben. Dir dank' ich für dein Sterben, das mich dein Reich läßt erben. 7. Jetzt schmecket mein Ge müte, Herr, deine große Güte; dies teure Pfand der Gnaden tilgt meiner Seele Schaden. 8. Du, du hast mich erwählet, den Deinen zugezählet. O Liebe, du mein Leben, was fannst du Beffres geben? 9. Herr, laß 9. Herr, laß mich nie ver geffen, laß täglich mich ermessen, was durch die Himmelsspeise mir deine Huld erweise! 198 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 10. Hilf, Herr, daß meine Seele dich stets zum Leitstern wähle; ftets laß mich mit Verlangen an deiner Liebe hangen! 11. Laß mich die Sünde meiden, laß mich geduldig leiden, mit Andacht beten lernen, mich von der Welt entfernen. 12. So kann ich nicht verderben, so werd' ich selig sterben und freudig auferstehen, o Jesu! dich zu sehen. Licht gebracht; dank ihm für diese Liebe! 4. Halt im Gedächtnis Jesum Christ! Er wird einst wieder kommen, zu richten, was auf Erden ist, die Sünder und die Frommen. Drum sorge, daß du dann bestehst und mit ihm in den Himmel gehst, ihm ewiglich zu danken! 5. Ja, Herr, mein Heiland, dich will ich nicht aus dem Herzen lassen; mit Gegenliebe will ich dich, so lang ich leb, umMel. Es spricht der Unweisen M. 286. Halt im Gedächt. fassen. Dein Abendmahl ver. nis Jesum Christ, den Heiland, der auf Erden vom Himmelsthron gekommen ist, dein Bru der hier zu werden. Vergiß nicht, daß er dir zu gut hat mehr' in mir des Glaubens Kraft, auf daß ich dir mit fester Treue diene! Mel. Mein Herzensjesu, meine Lust. angenommen Fleiſch und Blut; 287. Wie heilig ist die dank ihm für diese Liebe! 2. Halt im Gedächtnis Jesum Chrift! Er hat für dich gelitten, und dir, da er gestorben ist, am Kreuz das Heil erftritten. Errettung von der Sündennot erwarb er dir durch seinen Tod; dank ihm für diese Liebe! Stätte hier, wo ich voll Andacht ftehe! Sie ist des Himmels Pforte mir, den ich jetzt offent sehe. O Lebensthor, o Tisch des Herrn, vom Himmel bin ich nicht mehr fern und fühle Gottes Nähe. 3. Halt im Gedächtnis Jesum Christ, der von dem Tod erstanden und nun zur Rechten Gottes ift! Er hat von Todesbanden und aus der dunklen Grabesnacht Befreiung an das 2. Wie heilig ist dies Lebensbrot, dies reiche Gnadenzeichen, vor dem des Herzens Angst und Not und alle Qualen weichen. O Brot, das meine Seele nährt, o Manna, das mir Gott gewährt, dich will ich jetzt genießen. indie Heiliges Abendmahl. tio 4. Welch Glück und welch ein Ruhm ist mein, welch Heil hab' ich gefunden! Mein Jesus kehret bei mir ein, mit ihm werd' ich verbunden. Wie ist mein Herz so freudenvoll, daß ich in Jesu leben soll und er in mir will leben. 3. Wie heilig ist doch dieser Trank, der mein Verlangen stillet, der mein Gemüt mit Lob und Dank und Himmelsfreud' erfüllet. O Lebenstrant, o heilges Blut, das einst geflossen Mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. mir zu gut, dich will ich jetzt 288. Jeſu, der du vor empfangen. dem Scheiden in deiner letzten Trauernacht das Denkmahl deiner Todesleiden zum Quell des Heiles uns gemacht, nimm unsers Dankes Opfer an für das, was du an uns gethan. 2. So oft wir dieses Mahl genießen, wird dein Gedächtnis bei uns neu. Wir sehen dich dein Blut vergießen, sehn deine ErLieb, im Sterben treu. neuert fühlet unser Herz dein Leiden, deinen Todesschmerz. 3. Es wird dem zagenden Gewissen ein neues Siegel auf. gedrückt, daß unser Schuldbrief ist zerrissen, daß Gott auf uns in Gnaden blickt und uns, durch dich mit ihm versöhnt, als Kinder mit Erbarmen frönt. 4. Das Band wird fester hier geschlungen, das dich und uns zusammenhält. Von Sehnsucht, Herr, nach dir durchdrungen, schwingt sich das Herz zur bessern Welt. Die Liebe, die dich dank bar preist, eint uns mit dir in Sinn und Geift. 5. O wär doch auch mein Herz geweiht zu einer heilgen Stätte, damit der Herr der Herrlichkeit an mir Gefallen hätte. O wäre doch mein Herz der Ort, an welchem Jesus fort und fort aus Gnaden Wohnung machte. 6. Mein Jesu, komm und heilge mich, was sündlich ist, vertreibe, damit ich nun und ewiglich dein Tempel sei und bleibe. Von dir sei ganz mein Herz erfüllt, und laß dein heilig Ebenbild beständig an mir leuchten. 199 tun, du haft himmlisch mich erquickt, du hast dich mir gegeben. In dir, der mich so hoch beglückt, will ich nun immer leben. Laß mich, mein Heiland, allezeit von nun an bis in Ewigfeit mit dir vereinigt bleiben. 200 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 5. Dies Brot fann wahre Mel. An Wasserflüssen Babylon. Nahrung geben, und dieser Kelch 289. Ich tomme, Herr, erquickt den Geist. Es mehrt sich unser innres Leben, wenn unser Glaube dies geneußt. Wir fühlen neue Gotteskraft zur Übung guter Ritterschaft. 6. Wir treten hier in engre Bande mit deines Leibes Gliedern ein, daß wir in einem Gnadenstande ein Herz und eine Seele sein. Wie hier ein Brot uns alle speist, fließt auch zusammen unser Geist. und suche dich mühselig und be laden. Gott, mein Erbarmer, würdge mich des Wunders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getröften. Jch fühle meiner Sünden Müh, ich suche Ruh und finde sie im Glauben der Erlösten. 7. Dein Leib muß uns zum Pfande dienen, daß unser Leib, jetzt schwachheitsvoll, einst herr lich aus dem Staube grünen und unverweslich werden soll, ja daß nach kurzer Pilgerzeit ein ewges Heil uns ist bereit. 8. O Jesu Christ, so edle Gaben hast du in dieses Mahl gelegt. Da wir dich selbst zur Speise haben, wie wohl ist unser Geist verpflegt. Dein Mahl ist unter allem Leid ein Vorschmack jener Herrlichkeit. 9. Dir sei Lob, Ehr und Preis gesungen für solcher Gnade Heiligtum. Dort, wo der Engel reinre Zungen lobsingend preisen deinen Ruhm, dort, wo der Geist dich selber sieht, singt würdiger dich unser Lied. 2. Dich bet' ich zuversichtlich an. Du bist das Heil der Sünder, haft ihre Schulden abgethan, und wir sind Gottes Kin der. Ich denk' an deines Leidens Nacht und an dein Wort: es ist vollbracht. Du haft mir Heil verdienet. Für mich haft du dich dargestellt, Gott war in dir und hat die Welt in dir mit sich verfühnet. 3. So freue dich, mein Herz, in mir. Er tilget deine Sünden und läßt an seinem Tische hier dich Gnad'um Gnade finden. Du rufft, und er erhört dich schon. Getrost, spricht liebreich Gottes Sohn, die Schuld ist dir vergeben; doch du, in meinen Tod getauft, mußt dem, der dich so teur erkauft, von gan. zem Herzen leben. dair Heiliges Abendmahl. 4. Ja Herr, mein Glück ist vereine durch des neuen Bundein Gebot; ich will es treu des Speise auf so wunderbare erfüllen und bitte dich durch dei- Weise. O wer darf sich unternen Tod um Kraft zu meinem winden, dies Geheimnis zu erWillen. Laß mich von nun an gründen? würdig sein, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 290. Müde, fündenvolle Leben zu empfahen. Seele, mach dich auf, erlöste Seele; fomm, Vergebung zu empfangen, denn dein Licht ist aufgegangen, denn der Herr voll Heil und Gnaden hat zu sich dich eingeladen. Deinen Bund sollst du erneuen und dich seines Todes freuen. 2. Wie vom Tod Erlöfte pflegen, eile deinem Arzt entgegen. Daß er dich der Sünd' entlade, schenket er dir Gnad' um Gnade. Komm, es ist des Mittlers Wille; komm und schöpf aus seiner Fülle. Daß er dich der Sünd' entlade, giebt er heute Gnad' um Gnade. 201 3. Herr, ich freue mich mit Beben; laß mich Gnad' empfahn und Leben mit der glaubenden Gemeine, daß mit ihr sich Gott 4. Gottmensch, laß mich wür dig nahen, Leben, Leben zu em. pfahen. Ach wie pflegt' ich oft mit Thränen mich nach deinem Mahl zu sehnen. Ach wie hat mich so gedürftet, Gott, nach dir, mein Gott, gedürftet. Laß, Geopferter, mich nahen, Leben, 5. Du, dem unsrer Toten Scharen, die wie wir auch Sünder waren, Dank und Preis und Jubel singen, daß sie hier dein Mahl empfingen, Sohn des Vaters, Licht vom Lichte, Lamm, dem tötenden Gerichte hingegeben, Heil der Sünder, Retter, Todesüberwinder, 6. König, Hoherpriester, Leh. rer, du mein mächtiger Bekehrer, du für meine Schuld Verbürgter, Gottgeopferter, Erwürgter! hier fall' ich zu deinen Füßen; laß, laß würdig mich genießen diese deine Himmelsfpeife mir zum Heil und dir zum Preise, 7. Zum Gedächtnis deiner Leiden und zum Vorschmack jener Freuden, die du, Gottmensch, mir 9** Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. erftritteft, als du unaussprech- nehmt hin und trinkt zum lich litteft, als dich Todesschweiße deckten, dich die Schrecken Gottes schreckten, als du bluteteſt verlassen, ach von Gott, von Gott verlassen. ewgen Leben. Ererbt, ererbt des Mittlers Reich! Wacht! eure Seele sei bis in den Tod getreu. Amen, amen! Der Weg ist schmal; klein ist die Zahl der Sieger, die der Richter frönt. 8. Deines Heils will ich mich freuen; dir will ich mich ewig weihen. Eng ist deines Lebens Pforte; noch schau' ich in dunklem einst werd' ich dich ganz erkennen, ganz in deiner Liebe brennen. Laß sie mich schon hier empfinden; hilf mir, hilf mir überwinden! Worte 202 Mel. Wachet auf, ruft uns die. 291. Herr, du wollft uns vollbereiten zu deines Mahles Seligkeiten. Sei mitten unter uns, o Gott! Leben, Leben zu Mel. Jesus lebt, mit ihm auch. empfahen, laß uns, o Sohn, 292. Die ihr Cbrifti Laufbahn lauft, teure miterlöfte Brüder, all auf seinen Tod ge. tauft, alle seines Leibes Glieder, kommt, Versöhnte, kommt, erneut euren Bund der Seligkeit! ( Chor.) 2. Nehmt und eßt; das ist sein Leib, in den Tod für euch gegeben. Nehmt und trinkt; das ist sein Blut, er vergoß es euch zum Leben. Schmeckt und sehet hocherfreut eures Mittlers Freundlichkeit. uns würdig nahen, durch dich vergessen Sünd' und Tod. Denn wir sind sündenrein, sind, Mitt ler Gottes, dein, sind unsterblich. Laß, laß uns sehn in deinen Höhn von fern der Überwinder Lohn. 3. Die dein Kreuz in jenen Tagen der Märtyrer dir nachgetragen, verließen oft des Bundes Mahl, vor dem Blutgericht zu stehen, mit dir bis in den Tod zu gehen, voll Freud' in vieler Tode Qual. Sei, Herr, der Deinen Licht und stärk uns, daß wir nicht deines Mahles hochheilig Pfand entweihn, gewandt von dir umkehren in die Welt. ( Chor.) 2. Nehmt und eßt zum ewgen Leben, nehmt hin und trinkt zum ewgen Leben. Der Friede Chrifti sei mit euch! Nehmt und eßt zum ewgen Leben, Heiliges Abendmahl. 3. Die mit voller Zuversicht, Jesu, deines Heils sich freuen, laß sie stets in diesem Licht wandeln, ewig dir sich weihen. Laß ihr Herz vom Stolze rein, voll von deiner Demut sein. 4. Tröfte, die in Traurigkeit über ihre Seelen wachen! hilf, du Herr der Herrlichkeit! Herr, fie glauben; hilf den Schwachen. Die gebeugt von ferne stehn, können unerhört nicht flehn. ( Chor.) 5. Nehmt und eßt; das ist sein Leib, in den Tod für euch gegeben! Nehmt und trinkt; das ist sein Blut, er vergoß es euch zum Leben. Schmeckt und fehet hocherfreut eures Mittlers Freundlichkeit. 6. Hoherpriester, Jesu Chrift, du bist einmal eingegangen in das Heiligtum, du bist an das Kreuz, ein Fluch, gehangen. Also bist du durch den Tod eingegangen, Sohn, zu Gott. 7. Hoherpriester, ja du bist, bift für sie auch eingegangen. Sprich fie los, o Jesu Chrift, wenn sie nun dein Mahl empfangen! Laß sie fühlen: ins Gericht kommen wir nun, Mitt ler, nicht. 203 8. Augenblick voll heilgen Grauns, voller Wonn' und süßen Bebens! Teures Pfand des fünftgen Schauns, Überzeugung jenes Lebens! Schütte deine Gnad' auf sie, alle deine Gnad' auf sie. ( Chor.) 9. Nehmt und eßt; das ist sein Leib, in den Tod für euch gegeben! Nehmt und trinkt; das ist sein Blut, er vergoß es euch zum Leben. Schmeckt und sehet hocherfreut eures Mittlers Freundlichkeit. 10. Jesu Chrifti Mittlertod werd' in aller Welt verkündigt, Jesu Christi Mittlertod, der uns im Gericht entsündigt! Jesus Chrift, mit Preis gekrönt, hat uns Staub mit Gott versöhnt. 11. In das Chor der Himmel schwingt, Herr, sich unser stammelnd Lallen. Wenn, von Seraphim umringt, unfre Toten niederfallen, singet ihr Hallelujah, Mittler, deinen Golgatha. 12. Ausgeschüttet wareſt du, warst, wie Wasser, hingegossen; suchteft, fandeſt keine Ruh; deines Todes Wunden floffen, strömten über, ach, von Blut, deines großen Opfers Blut. 204 fica di rim Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. 13. Jesus rief:„ Mein Gott, mein Gott! warum hast du mich verlassen?" neigte drauf sein Haupt, und Gott hatt' ihn nun nicht mehr verlassen. Jego war's vollbracht; jetzt war Gott im Fleisch ganz offenbar! ( Chor.) 14. Nehmt und est; das ist sein Leib, in den Tod für euch gegeben! Nehmt und trinkt; das ist sein Blut, er vergoß es euch zum Leben. Schmeckt und fehet hoch erfreut eures Mittlers Freundlichkeit. an das Kreuz gebracht. O gieb von deinem Todesschmerz jetzt neuen Eindruck in mein Herz! 4. Laß mich mit Ernst die Sünde scheuen, für welche du, dich opfernd, starbft; mit schnödem Mißbrauch nie entweihen, was du so teuer mir erwarbst. Nie führe mich zur Sicherheit der Troft, den mir dein Tod verleiht. 5. Ich übergebe mich aufs neue, o du, mein Herr und Gott, an dich; ich schwöre dir beständge Treue vor deinem Tische feierlich. Dein eigen will ich ewig sein. Du starbft für Mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. 293. Hier bin ich, Jeſu, mich, drum bin ich dein. 6. zu erfüllen, was du in deiner Leidensnacht nach deinem gnadenvollen Willen zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleih zur Übung dieser Pflicht mir deines Geistes Kraft und Licht! 2. Es werde mir für mein Gewissen dein Mahl ein tröstlich Unterpfand, daß ich, der Sündenschuld entriffen, durch dich bei Gott Vergebung fand; so freuet meine Seele sich in deinem Heil und lobet dich. 3. Bewundernd denk' ich an die Liebe, womit du unser Heil bedacht. Wie stark sind deines Mitleids Triebe, die dich bis Nie will ich mich vor HIGH Spöttern schämen des Dienstes, den man dir erweist; nie mich zu einem Schritt bequemen, den mein Gewissen fündlich heißt. O flöße mir den Eifer ein, wie du, o Herr, gesinnt zu sein! 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben und, wenn er strauchelnd sich versieht, Ver. föhnlichkeit und Sanftmut üben. Nie komm es mir aus dem Gemüt, welch eine schwere Sündenlast du mir aus Huld erlassen haft. 8. Es stärke sich in mir der Glaube, daß ewig meine Seele de in 29 otto Heiliges Abendmahl. lebt, und daß einst aus des Grabes Staube mich dein allmächtger Ruf erhebt, wenn du dich, großer Lebensfürst, den Völkern sichtbar zeigen wirst. 9. Gebeugt lieg ich zu deinen Füßen mit Dank und Lob, Gebet und Flehn. Laß auf mich neue Gnade fließen; mein Heiland, laß es doch geschehn, daß mir zur Stärkung meiner Treu dein Abendmahl gesegnet sei. 205 3. Voll Ehrfurcht will ich stets erwägen, was du für mich erduldet haft, will folgen dir auf deinen Wegen und auf mich nehmen deine Laft. Durch dich, o Herr, von Sünden rein, will ich dir ganz mein Leben weihn. 4. Auch euch, des Leibes Christi Glieder, sei meine Liebe treu geweiht. Er selber nennt euch seine Brüder, und ihn erfreut, was euch erfreut. Wir effen eines Bundes Brot, sind all erlöft durch seinen Tod. 5. Wir trinken all von einem Weine; für alle floß sein Blut dahin. O Herr und Hirte der Gemeine, schenk nun auch allen einen Sinn. Gieb, daß wir eine Seele sein, den Liebenden durch Lieb' erfreun. Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. 294. Nimm hin den Dank für deine Liebe, Erlöser, Mittler, Jesu Chrift! und daß ich standhaft allzeit übe, was dir, Herr, wohlgefällig ist, laß dei nes Todes Angst und Pein mir immerdar vor Augen sein. 2. Dein Brot, o Herr, ward mir gebrochen; ich trant, Herr, Mel. Womit soll ich dich wohl. deines Bundes Wein. Ich hab' 295. Freu dich, Seele, es feierlich versprochen, bis in den Tod dir treu zu sein. Ich schwur's mit Herz und Munde dir; den Schwur zu halten, hilf du mir! 6. Laß deine Lieb' uns feft vereinen, die himmlisch uns das Herz erfreut, und wenn dereinst du wirst erscheinen im Glanze deiner Herrlichkeit, so laß uns all dein Antlig sehn und ewig deinen Ruhm erhöhn. rühm und preise, Christus sei dein Siegsgefang. Sein Leib ist die rechte Speise und sein Blut der rechte Trank, jener Leib, der für dein Leben ward zum Opfer hingegeben, jenes Blut, das Golgatha tief erbebend fließen sah. 2. Allerheiligstes des Sohnes, das vor uns kein Vorhang deckt, sanfter Glanz des Gnaden 206 Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. thrones, Klarheit Chrifti, die nicht schreckt; ja, dir nah' ich, dank' und preise: wahrlich, meiner Seele Speise ist sein Leib, sein Blut ihr Trank. Bring ihm, Seele, Lob und Dank. 3. Immer wunderbar im Geben, giebst du, Herr der Herrlichkeit, mir, dem Todeserben, Leben, Leben deiner Ewigkeit. Mich, der ich verwesen werde, mich erweckst du aus der Erde, daß ich ewig leb' und frei von dem andern Tode sei. 4. Nicht nur, daß ich ewig lebe, sondern auch mit dir vereint, Herr, zu dir mich ganz erhebe, ganz mit dir, der lebt, vereint. Dank, erlöste Seel, und preise: Christus ist die rechte Speise! Sein genieß' ich voll Vertraun, daß ich ihn werd' ewig schaun. 5. Ich will euch in Felsen graben, Worte meiner Zuversicht; meine Seele sollt ihr laben, wenn mein Herz im Tode bricht. Knien will ich und niederfallen, euch in froher Demut lallen; doch einst in der Sieger Chor jauchz' ich euch zu Gott empor. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 296. Jesu, Freund der Menschentinder, Retter der ge fallnen Sünder, auch für mich hast du dein Leben willig in den Tod gegeben. Deinen Tod will ich jetzt feiern und mit dir den Bund erneuern. Tief gerührt von deiner Güte, preift dich dankbar mein Gemüte. 2. Herr, du haft auch mir bereitet, was zum wahren Wohl mich leitet, Licht, den Weg des Heils zu finden, Troft beim Anblick meiner Sünden, Kraft, der Beffrung nachzujagen, Mut, des Lebens Laft zu tragen, und die Hoffnung beffrer Zeiten in dem Reich der Ewigkeiten. 3. O wie sehnt sich mein Gemüte, Menschenfreund, nach deiner Güte. Ewig währet deine Treue, und du kennst mein Herz voll Reue. Ach, so wollst du meinen Zähren deine Tröftung auch gewähren, meiner Schuld nicht mehr gedenken und mir deinen Frieden schenken. 4. Ja, ich hoffe, deine Gnade wird auf dieses Lebens Pfade mit erneuter Kraft zu Werken meiner Heiligung mich stärken; wird mich bessern, leiten, trösten und zum Erbteil der Erlösten, zu des Himmels Seligkeiten, gründen, stärken, vollbereiten. 5. Deine Huld ist unermeßlich; Herr, sie sei mir unvergeßlich. Heiliges Abendmahl. Täglich will ich mich bestreben, folgsam deinem Wort zu leben; deiner will ich stets mich freuen, ganz mich deinem Dienste weihen, gern von dir mich leiten lassen und, wie du, das Böse haffen. 6. Du, dem die verklärten Scharen, die schon hier dein Heil erfahren, Dank und Preis und Jubel singen, daß sie es schon hier empfingen, laß uns alle dahin kommen, wo mit den verklärten Frommen wir dein Antlig ewig sehen, ewig deine Lieb' erhöhen. ( Für Kranke.) Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. 207 5. Laß das Gedächtnis deiner Leiden mir Schwachem Troft und Kraft verleihn; laß es die Quelle höhrer Freuden und deines Himmels Vorschmack sein. Dein 297. Ach könnt' ich doch Leiden, dein Versöhnungstod er. quicke mich in meiner Not. 6. Ich seh, ich seh den Him. mel offen; ich fühle meine Seligfeit. Was kannst du, Seele, Größres hoffen, als was dir hier dein Gott verleiht? Es drohe mir die größte Not; mein Retter und mein Schuß ist Gott. 7. Und naht der Tod mit seinen Schrecken, ich bin getroft und zage nicht. Vom Tode wirft du mich erwecken; ich komme nicht in dein Gericht. Ich bin getroft; dein Leib und Blut giebt auch im Tode selgen Mut. mit deinen Gliedern im Tempel, Jesu, dich erhöhn und freuden. voll mit meinen Brüdern das Denkmahl deines Tods begehn. Doch weil mich Not und Krankheit plagt, ist diese Freude mir versagt. 2. Sieh, hier auf meinem Krankenbette feir' ich dein Abendmahl allein. Doch, Herr, ich weiß, an jeder Stätte haft du verheißen, nah zu sein. Wo je ein Frommer seufzt und weint, da bist du, großer Menschen freund. satto@ 3. Um Trost ist meinem Herzen bange; ich suche, Herr, dein Angesicht. Wie lange schon, ach Gott, wie lange ruf' ich, und du erhörst mich nicht. Ach stärke bei des Leibes Schmerz mein banges und verzagtes Herz. 4. Vielleicht erquickt mich, Herr, hienieden zum letztenmal dein Leib und Blut. Noch einmal gieb dem Herzen Frieden und der verzagten Seele Mut. Noch einmal fleh ich: höre mich, am Rand des Grabes höre mich! 208 meminda Gottes Werke und Gnadenwohlthaten. Irdischen entreißt- wohl mir alsdann. Aus deinem Munde erwartet mein erlöster Geist ein 298. Dant, Dank sei dir frohes Urteil; ewigs Heil ist deiner Auserwählten Teil. für dein Erbarmen, o mein Erlöser, Jesu Chrift, du, der du einst auch für mich Armen Mel. Herzlich thut mich verlangen. den Tod am Kreuz gestorben 299. Wie könnt' ich ſein bift. Nur deine Leiden trösten mich; was wär' ich, Mittler, ohne dich? 2. Du haft mir deinen Leib geschenket; nun weiß ich, ich bin ewig dein. Ich ward mit deinem Blut getränket; dies Blut macht meine Seele rein, befreite mich von Fluch und Schuld, erwarb mir Gottes Vaterhuld. vergessen, der mein noch nie vergaß? Kann ich die Lieb' ermessen, dadurch mein Herz genas? Ich lag in bittern Schmerzen; er schafft mein Leben neu, und stets quillt aus dem Herzen ihm neue Lieb' und Treu. 2. Wie sollt' ich ihn nicht lieben, der mir so hold sich zeigt? wie jemals ihn betrüben, der so zu mir sich neigt? Er, der, ans Kreuz gehoben, getragen meine Schmach, ruft freundlich mir von oben: Romm, folge du mir nach!" 3. Ihn will ich ewig lieben, der mir aus Todesnacht, von meinem Schmerz getrieben, Unsterblichkeit gebracht, der bis zur letzten Stunde mir reicht die treue Hand, daß mich kein Feind verwunde im Lauf zum Heimatland. ( Für Kranke.) Mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. 3. Nun laß mich sterben oder leben; Herr, wie du willst, ich folge gern. Von Schmerz gequält, mit Angst umgeben, freut meine Seele sich des Herrn; durch dich versöhnt, erschreckt mich nicht des Grabes Graun, nicht das Gericht. 4. Im Glauben will ich dich umfassen, gewiß, daß du mein Retter bist. Du wirst mich Schwachen nicht verlassen, mir geben, was mir nüßlich ist. Ein Wink von dir, so endet sich mein Jammer, und ich preise dich. 5. Und kommt sie denn, die ernste Stunde, die mich dem 4. Er giebt zum heilgen Pfande mir seinen Leib, sein Blut, hebt mich aus Nacht und Schande, füllt mich mit Him. Heiliges Abendmahl. melsmut, will selber in mir thronen mit holdem Gnadenschein, bis er, bei ihm zu wohnen, mich führt zum Himmel ein. 5. In Freuden und in Schmerzen durchleuchte mich Dritte Abteilung. Das christliche Leben. 1. Buße. ( Chor.) 300. Nimm Timm von uns, Herre Gott, all unsre Sünd' und Missethat, auf daß wir mit rechtem Glauben und reinem Herzen in deinem Dienst erfunden werden. dein Bild, wie du, o Herz der Herzen, geblutet haft so mild. Mein Lieben und mein Hoffen, mein Dulden weih' ich dir. Laß mir die Heimat offen und dein Herz für und für. 209 3. Erhöre uns, erhör uns, erhöre unser Flehn, Gott Vater, Schöpfer aller Ding. Hilf uns und sei uns gnädig! 4. Erhöre uns, erhör uns, erhöre unser Flehn, o Chrifte, der Welt Heiland. Bitt für uns und sei uns gnädig! 5. Erhöre uns, erhör uns, erhöre unser Flehn, o heilger Tois Geist, du einger Tröster. Er leucht uns und sei uns gnädig! ( Chor.) 6. So wahr ich lebe, spricht Gott, der Herre, ich will nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich befehre und lebe. Amen! 2. Erbarme dich, erbarm dich, erbarm dich deines Volks, o Chrifte, das du erlöſet baft 301. Aus tiefer Not mit deinem teuerbaren Blute. ruf' ich zu dir! Herr Gott, erhör mein Flehen und neig dein gnädig Ohr zu mir, laß, was ich bitt, geschehen. Denn so du willst das sehen an, was Sünd' und Unrecht ist gethan, wer kann, Herr, vor dir bleiben? 2. Nur deine Gnad vermag allein, die Sünde zu vergeben. Es ist doch unser Thun nicht rein auch in dem besten Leben. Das chriftliche Leben. Bor dir sich niemand rühmen kein Mensch, kein Engel, welcher fann; es muß dich fürchten jedermann und deiner Gnade leben. mir aus meinen Nöten helfen kann. Dich ruf' ich an; du bift's, der helfen will und kann. 2. Zwar meine Schuld ist übergroß, doch reut sie mich von Herzen. Erbarme dich und sprich mich los durch deines Todes Schmerzen. Nimmst du dich meiner hülfreich an, wer ist, der mich verdammen kann? Dann werd' ich los der Sündenlaft. Mein Glaube faßt, Herr, was du mir versprochen haft. 3. Dein guter Geift erneure mich zu deines Namens Preise, daß jederzeit mein Glaube sich durch wahre Lieb' erweise. Sei mir in meiner Prüfungszeit ein Helfer voll Barmherzigkeit, und naht die letzte Stunde sich, so stärke mich mit Troft, daß ich soll schauen dich. 4. Preis sei Gott auf der Himmel Thron, dem Vater aller Güte. Preis dir, o Jesu, Gottes Sohn. Dein guter Geist behüte und führ' uns auf der rechten Bahn des wahren Glau302. Allein zu dir, Herr bens himmelan. So preisen wir Jesu Christ, steht mein Vertraun auf Erden. Ich weiß, daß du mein Tröster bist; kein dich hoch erfreut hier in der Zeit und mehr noch in der Ewigkeit. Troft kann sonst mir werden. 303. Herr Jefu Chrift, Es ist kein Retter außer dir, du höchstes Gut, du Zuflucht 210 3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf ihn will ich verlassen mich und seiner Güte trauen, die mir verheißt sein wertes Wort. Das ist mein Trost und treuer Hort; des will ich allzeit harren. 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen; doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht, noch sorgen. So ift's des rechten Christen Art, der aus dem Geift geboren ward und seines Gottes harret. 5. Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist viel mehr Gnade; sein Arm zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, der uns, sein Volk, erlösen wird von allen Sünden. Amen! da Buße. der Erlöften, ich komme mit gebeugtem Mut zu dir, mich dein zu trösten, durch dich zum Vater mich zu nahn, von ihm Vergebung zu empfahn und Kraft zum neuen Leben. 4. Dies ewig teure Wort verheißt Heil allen, die beklommen von Reu' und Schmerz mit bangem Geist im Glauben zu dir kommen und dann, vom Sündenjoch befreit, aus wahrer frommer Dankbarkeit zu deiner Ehre wandeln. 211 2. Wie drückt mich meiner Sünden Last. Nimm sie von meinem Herzen, der du für mich gebüßet haft am Kreuz mit Todesschmerzen, damit ich nicht vor Angst und Weh in meinen Sünden untergeh, nicht ohne Troft verzage. 3. Denn ach, denk' ich mit Ernst zurück an mein geführtes Leben und das von mir verscherzte Glück, was soll dann Troft mir geben? Troft giebt 304. Ach Gott und Herr, mir dein Verdienst allein, ich würde ganz verloren sein, wenn ich dein Wort nicht hätte. wie groß und schwer sind meine vielen Sünden. Wie drückt mich doch des Elends Joch. Wo kann ich Hülfe finden? 2. Flieh' ich gleich weit voll Bangigkeit bis an des Erdreichs Enden, der Angst und Pein befreit zu sein, werd' ich sie doch nicht wenden. 3. Zu dir flieh' ich. Erbarme dich, ob ich's gleich nicht verdienet. Geh mit mir nicht, Gott, ins Gericht, dein Sohn hat mich verfühnet. 4. Soll's ja so sein, daß Straf' und Bein auf Sünden 5. Zu dir flieh' ich auf dein Gebot, Versöhner meiner Sünden. Ach laß bei dir in meiner Not mich Troft und Rettung finden. Erbarme, Herr, dich über mich. Vergieb mir, was ich wider dich von Jugend auf begangen. 6. O schenke mir die Seligkeit, mein Herz vor dir zu stillen, getroften Mut, Entschlossenheit, zu thun nach deinem Willen. O leite mich auf ebner Bahn, daß dir gehorsam ich fortan nur dir zu Ehren lebe. 7. Stärk mich mit deinem Freudengeift in meinen letzten Stunden, wenn sich mein Geist der Erd' entreißt, gieb Troft aus deinen Wunden und nimm mich so, wenn dir's gefällt, im wahren Glauben aus der Welt zu deinen Auserwählten. 212 Das christliche Leben. folgen müssen, so fahr hier fort, nur schone dort, hier will ich gerne büßen. 5. Sonst mach's, wie's dir gefällt, mit mir, du kannst's nicht böse meinen. Nur wollst du mich nicht ewiglich dort schei den von den Deinen. 6. Das thust du nicht, mit Zuversicht kann es mein Glaube hoffen. Durch Christi Tod steht ja, mein Gott, auch mir der Himmel offen. 7. Herr Jesu, du schaffst Troft und Ruh, der du für mich auch starbest, auch mir zu gut mit deinem Blut der Gnade Troft erwarbest. fich beffre in der Gnadenzeit und mit mir leb' in Ewigkeit. 8. Dies stärket mich, und ob auch sich einst Leib und Seele scheiden, so schenkst du mir als dann bei dir des Himmels ewge Freuden. 2. Erwäge, Sünder, was Gott spricht, sei reuvoll, doch verzage nicht. Hier findet deine Seele Ruh, Gott felbft sagt dir Vergebung zu, und zwar durch einen teuren Eid. Wohl dem, den seine Sünde reut. 3. Doch hüte dich vor Sicherheit, denk nicht: es ist noch lange Zeit, ich will mich erst des Lebens freun, und werd' ich deffen müde sein, alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ist es, aus Barmherzigkeit ist er ein Gott, der gern verzeiht; doch fündigst du auf Gnade hin, beharrst in deinem bösen Sinn und sorgst für deine Seele nicht, so trifft gewiß dich sein Gericht. 9. Gott, dir sei Ruhm, dein Eigentum bleib' ich dort, wie auf Erden. Ich zweifle nicht, mein Heiland spricht: Wer glaubt, soll selig werden! is Mel. Vater unser im Himmelreich. 5. Vergebung hat dir zwar dein Gott verheißen durch des Sohnes Tod; das aber sagt er nicht dabei, ob dieser Tag dein letter sei. Daß du mußt sterben, ist dir kund, verborgen ist des Todes Stund. 305. So wahr ich lebe, 6. Heut lebst du, heut bekehre spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; mein Wunsch und Wille ist vielmehr, daß er von Sünden sich bekehr, dich, eh morgen kommt, kann's ändern sich. Wer heut ist stark, gesund und rot, ist morgen frant, vielleicht gar tot. Stirbst 2 Buße. du nun ohne Buße hin, wie willst du dem Gericht entfliehn? 7. Hilf, o Herr Jesu, hilf du mir, daß ich noch heute komm zu dir und mich bekehre unverweilt, eh mich der schnelle Tod ereilt, damit ich heut und jederzeit zu meiner Heimfahrt ſei bereit. Ach, aller Welt Erbarmen giebt feinen Troft mir Armen. 2. Du, Jesu, rufest mir; drum flieh ich, Herr, zu dir. Zu deiner großen Güte kommt mein betrübt Gemüte. Laß du auf mein Gewissen den Trost der Gnade fließen. 213 Mel. Auf meinen lieben Gott. 306. Wo flieh' ich Sün ewig bleibe. der hin, der ich beschweret bin und tief gebeugt von Sünden? Mel. Ach Gott vom Himmel sieh. wo soll ich Rettung finden? 307. Bater der Barm3. Wie groß die Schuld auch sei, du machst von ihr mich frei, wenn ich dein Kreuz umfasse und mich auf dich verlasse. Sprichst du: dir ist vergeben, so fühl ich neues Leben. 4. Zwar viel noch mangelt mir; doch bin ich reich in dir. Von dir kommt jede Gabe, die ich noch nötig habe; der Sünde Reiz zu dämpfen, hilfst du mir siegreich kämpfen. 5. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich. Nun kann ich nicht verderben, dein Reich muß ich ererben; denn du haft mir's erworben da du für mich gestorben. 6. O führe Herz und Sinn durch deinen Geift dahin, das alles stets zu meiden, was mich von dir kann scheiden, daß ich an deinem Leibe ein Glied auf. herzigkeit, ich falle dir zu Fuße und thu' noch in der Gnadenzeit von ganzem Herzen Buße. Was ich nicht recht gethan vor dir, Erbarmer, das verzeihe mir nach deiner großen Güte. 2. Du Geber wahrer Seelenruh, nimm von mir, was mich quälet; durch deine Gnade wirke du, woran es mir noch fehlet. Gieb mir den Geist der Heiligung, daß ich in meiner Besserung mit jedem Tage wachse. 3. Und du, o Jesu, der du dich für uns dahin gegeben, du haft aus freier Huld auch mich erlöft zum ewgen Leben. Mein Seligmacher und mein Gott, erbarm dich meiner Seelennot und gieb mir deinen Frieden. 214 Das chriftliche Leben. 4. Für Sünder floß dein teures Blut zur Rettung vom Verderben. So komm es denn auch mir zu gut im Leben und im Sterben. Es schrecke von des Lasters Pfad, von jeder unerlaubten That mich immerdar zurücke. 5. Geist Gottes, meiner Seele Licht, Regierer der Gedanken, erinnre mich ans Weltgericht, beginnt mein Herz zu wanken, damit ich jede Sünde flieh und Ehrsucht, Geiz und Wollust nie mein Herz beflecken möge, nie 6. Und schlägt die letzte Stunde mir, so hilf mir überwinden, laß meine Seele Troft bei dir, du Gott des Troftes, finden. Belehre mich, daß Schmerz und Not und selbst der letzte Feind, der Tod, mich doch zum Leben führe. empfinden, bleibt ohne deines Geistes Licht blind, fühllos, tot in Sünden; verkehrt ist Will, Entschluß und Thun. Dies Elend wünsch' ich, Vater, nun durch dich zu überwinden. 2. Der Mensch kann ohne dich ja nicht sein Elend recht 3. Gieb Selbsterkenntnis, zeige mir die Blöße meiner Seele. Gieb, daß ich keine Schuld vor dir, noch vor mir selbst verhehle. Laß jede mich mit Ernst bereun, daß ich des Ziels, gerecht zu sein, durch Heucheln nicht verfehle. dad 4. O wie viel Gutes haft du mir an Leib und Seel' erwiesen. Glück, Luft und Ruhm hab' ich von dir.. Wie hab' ich dich gepriesen? Ich hab, ich ungehorsam Kind, mich gegen dich nicht treu gesinnt, nicht dankbar mich bewiesen. 5. Du hast mir's nicht an Unterricht und Warnung fehlen lassen. Wie oft erwecktest du Mel. Aus tiefer Not ruf' ich. 308. Ich will von mei- mich nicht, des Lasters Weg zu ner Missethat mich, Herr, zu dir belehren. Du wolleft selbst durch deinen Rat mich wahre Buße lehren und deines Geistes Hülf' und Kraft, der uns zu neuen Menschen schafft, aus Gnaden mir gewähren. haffen. Du führtest mich zur Tugend an; doch schändlich hab' ich deine Bahn und deinen Bund verlassen. 6. Wie drängen nun die Sünden sich, o Gott, vor mir zusammen. Wie dräuen, wie erschrecken mich nun deines Zornes Flammen. Mich klagt selbst Buße. an mein Gewissen an, dem ich nicht widersprechen kann; ich selbst muß mich verdammen. 7. Ich sprach, weil mich so lange Zeit nicht deine Schrecken trafen, im Wahne meiner Sicherheit: Gott wird sobald nicht ftrafen. So übertrat ich immer mehr, ob seine Pfeile gleich umher so viele Frevler trafen. 8. Ach, hätt' er keinen Vater finn, fein mütterlich Erbarmen, wo flöh' in meiner Not ich hin? wer hülfe dann mir Armen? Ich wende, Gott, zu dir mich hin, denn du haft einen Vaterfinn, ein mütterlich Erbarmen. 9. Nimm meiner dich, o Jesu, an und heile meine Wunden; denn was kein Sünder dulden kann, hast du für mich empfun, den. Wer seine Schuld mit Ernst bereut, der findet Heil und Sicherheit und Trost in deinen Wunden. 10. Nimm hin mein Herz und mach es rein von allen seinen Sünden, und laß es, dir getreu zu sein, wie sehr du liebst, empfinden! Laß aller Lüfte Ty. rannei, damit ich stets der deine sei, mich standhaft überwinden. 215 Sünden Laft; ich bin nicht den Weg gewandelt, den du mir gezeiget haft. Jetzt möcht' ich vor deinen Schrecken gern die bange Seele decken. 2. Aber wohin sollt ich fliehen? du wirst allenthalben sein. Wollt' ich über Meere ziehen, stieg' ich in die Gruft hinein, hätt' ich Flügel, gleich den Winden, den. noch würdest du mich finden. 3. Drum muß ich es nur bekennen: Herr, ich habe mißgethan, darf mich nicht dein Kind mehr nennen. Ach, nimm mich zu Gnaden an, richte nicht der Sünden Menge, Herr, nach des Gesetzes Strenge. 4. Siehe, wie mein Auge thränet über meine Sündenschuld; siehe, wie mein Herz sich sehnet, Gott, nach deiner Vaterhuld! Willst du nicht mein Flehn erhören und mir Gnad' und Troft gewähren? 5. Ja, ich hoffe; hingegeben hat sich Christus in den Tod mir zur Rettung, mir zum Leben, hat mich dir versöhnt, o Gott! Seines Heils darf ich mich trösten mit den Scharen der Erlöften. 6. Laß nun deinen Geist mich 309. Herr, ich habe miß- leiten, stets zu thun, was dir gehandelt, und mich drückt der gefällt; laß mich unermüdet 216 Das christliche Leben. ftreiten mit der Sünde, mit der Welt. Nimmer laß mich wieder wanken; so will ich dir ewig danken. Mel. Schwing dich auf zu deinem. 310. Gott, mein Vater, ich, dein Kind, falle vor dir nieder. Siehe, was mein Herz empfind't, und erbarm dich wie der! Groß ist meine Sündenschuld, die mich innigft reuet; größer deine Vaterhuld, die mich noch erfreuet. vergessen, daß du mir so viel Schuld erlassen. hodim tin 5. Preis sei dem Allgütigen, der mein Seufzen kennet, der dem Gnadesuchenden freien Zu tritt gönnet! Sing es, Seele, vor dem Herrn; fließ von Freuden über! Gott, dein Gott, verstößt nicht gern; er begnadigt lieber. 6. Ewig bist du so gesinnt, Schöpfer meiner Seele. Auch wenn ich, dein ftrauchelnd Kind, noch aus Schwachheit fehle, so gedenkst du, der du weißt, daß mein Herz dich ehret, ich sei Staub, und du verzeihst dem, der wiederkehret. 2. Zwar ich bin's nicht wert, zu dir kindlich aufzusehen; doch du bleibst ein Vater mir, du vernimmst mein Flehen, kennst mein Herz, ermunterst mich, es vor dir zu stillen. Du erhörst mich Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. väterlich noch um Chrifti willen. 311. Hier liegen wir zu 3. Du bist meine Zuversicht; außer dir ist keiner! Dein Geschöpf verwirfst du nicht; Gott, dich jammert seiner. Der du deinen Sohn für mich in den Tod gegeben, sein Erlöster bin auch ich, teur erkauft zum Leben. deinen Füßen, Herr Gott von großer Güt' und Treu! Ach, es verklagt uns das Gewissen; es beugt vor dir uns Scham und Reu. Das Maß der Sünden ist erfüllt; weh uns, wenn du, Herr, richten willt! 2. Du bist gerecht, und wir sind Sünder; wie wollen wir vor dir bestehn? Wir sind die abgefallnen Kinder, die des Ver. derbens Wege gehn. Wir, von gehäufter Schuld beschwert, sind deiner Liebe nimmer wert. 4. Dies, dies soll in jedem Schmerz mein Vertraun erwecken. Vor der Sünde soll mein Herz, nicht vor dir erschreden. Trauen will ich, Bater, dir, stets die Sünde hassen, nie and 3. Doch, Vater, denk an dei nen Namen und neig zu uns dein Vaterherz. Du sahst, wenn Sünder wiederkamen, erbarmend ftets auf ihren Schmerz. Du willst den Tod der Sünder nicht, ach geh mit uns nicht ins Gericht. Buße, hod 4. Wir fliehen hin zu deinem Sohne, der für die Ungerechten starb. Um seinetwillen, Vater, schone, der Heil und Rettung uns erwarb. Verbirg nicht deinen Gnadenschein. Er ist dein Sohn, und wir sind sein. 5. Sein Blut ist auch für uns gefloffen; er hat's zum Opfer dir geweiht. Dies teure Blut, am Kreuz vergossen, ruft zu dir um Barmherzigkeit. Ach, nimm von uns des Fluches Joch und schone gnädig unser noch. 6. Wir flehn, o Gott, laß uns nicht sterben, laß das Gericht vorübergehn, daß wir, errettet vom Verderben, aufs neue deine Hülfe sehn. Entzeuch, Herr, deines Trostes Licht, entzeuch uns deinen Segen nicht. 7. Gieb Fried, o Gott, in deinem Lande. Gieb, was zum Besten uns gedeiht. Gieb Glück und Heil zu jedem Stande und fördre die Gerechtigkeit. Krön unsre Stadt mit deinem 217 Gut. Halt Kirch' und Haus in deiner Hut. 8. Nimm an die Opfer, die wir bringen, und leit uns, Herr, auf ebner Bahn. So soll dein Lob gen Himmel dringen, wir, deine Kinder, jauchzen dann: Der Herr hat sich zu uns gefehrt, der Vater hat sein Volk erhört. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 312. Herr, du kenneſt mein Verderben. Ach, es regt in meiner Brust, wie bei allen Adamserben, sich noch immer böse Luft, die mein Herz, Herr, von dir neiget und viel böse Thaten zeuget. 2. Wie verderbt sind meine Wege, wie verkehrt mein eigner Sinn. Ich empfind' es, Gott, wie träge ich, dir zu gehorchen, bin. Ach, wer wird mich von den Ketten dieses Sündentodes retten? 3. Hilf mir durch den Geift der Gnaden von der angeerbten Not. Heile meiner Seele Schaden durch des Mittlers Kreuzestod. Tilge alle meine Sünden. Laß mich vor di Gnade finden. 4. Schaff in mir ein reines Herze, einen neuen Geist gieb 10 Das chriftliche Leben. mir, daß ich nicht mein Heil der den Sünden uns entreißt, verscherze. Laß der fündlichen Begier mich mit Nachdruck widerstehen und auf deine Hülfe sehen. der uns bringt dein reines Leben, der mit Herzensluft und Kraft alles in und durch uns schafft? 5. Unter Wachen, Beten, Ringen hilf mir selbst mein Fleisch und Blut unters Joch des Geiftes zwingen, bis der Feind doch endlich ruht. Was nicht kann dein Reich ererben, laß in Chrifti Tod ersterben. 6. Reize mich durch jene Krone, die mir droben beigelegt, daß ich meiner niemals schone, wenn die Sünd' in mir sich regt. Hilf mir selber mutig kämpfen, alle bösen Lüfte dämpfen. 218 7. Sollt' ich etwa unterliegen, o so hilf mir wieder auf. Laß in deiner Kraft mich fiegen, daß ich meinen Lebenslauf unter deinen treuen Händen möge ritterlich vollenden. 3. Ach, wann wird die Seele frei über alles sich erheben und in reiner Liebestreu nur nach deinem Willen leben? wann in wahrer Heiligkeit dir sich weihen allezeit? 2. Ach, wo ist der neue Geist, den du willst den Deinen geben, Stund, 4. Komm, du lang ersehnte Stund, komm, du Lebensgeist von oben! O wie sollen Herz und Mund, Jesu, deine Treue loben, wenn mich deines Geiftes Macht, dir zu dienen, frei gemacht. 5. Laß dein Evangelium mir Gefangnen Freiheit schenken. Ich will als dein Eigentum mich in dein Erbarmen senken. Nimmst du ganz die Seele ein, dann wird ihr geholfen sein. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. 313. Mein Erlöser, siehe doch, wie mein armer Geift 314. Aus meiner Not, gedrücket, durch geheime Bande noch hart bedrängt ist und umstricket. Streb' ich auf, so sinkt das Herz bald in Ohnmacht niederwärts. aus meiner Tiefe ruf' ich zu dir, o Herr, allein. Wenn ich zu einem andern riefe, es würde doch vergeblich sein. Mein Flehen steigt zu dir empor; Herr, öffne mir dein gnädig Ohr. Buße. 2. Herr, willst du ins Gerichte gehen, der du unendlich heilig bist, Herr, wer wird dann vor dir bestehen, wenn er auch sonst unfträflich ist? Dein Auge, das nicht fehlen kann, trifft überall noch Flecken an. 3. In deiner Hand steht Tod und Leben; du bist es, den man fürchten muß. Doch, Herr, du kannst und willst vergeben aus deiner Gnaden Überfluß. Dein Wort, das Wort des Lebens, spricht, du willst den Tod des Sünders nicht. 4. Es heißt mich auf das Opfer schauen, das mehr als alle Sünden gilt. Es heißt mich auf den Felsen bauen, aus dem der Strom der Gnade quillt, die alles tilget, was mich quält, und alles giebt, was mir noch fehlt. 219 6. Trifft mich denn hier das Los der Deinen, dein Kreuz, das jeder Jünger trug, o endlich wird dein Tag erscheinen, da du mir rufft: Es ist genug! Nur sei mein Leiter, bis es tagt, mein Troft, wenn alles Trost versagt. 7. Ich hoff' auf dich, du Kraft der Schwachen, auf dich, du Licht in Finsternis, auf dich, mein Hüter, du wirst machen; mein Heil, du kommst und hilfft gewiß, wie bang mir auch die Trübfalsnacht um Hoffnung, Troft und Hülfe macht. 8. Genug, ich bin befreit von Sünden; ich bin von Straf' und Knechtschaft los. O Gnade, nimmer zu ergründen; Erlösung, überschwänglich groß, die aus der tiefsten Not befreit und führt zur höchsten Seligkeit. 9. O Vater, nimm für dein Erbarmen, o Sohn, für dein Versöhnungsblut, o Geift, du Trost der geistlich Armen, für deiner Gaben reiches Gut von Herz und Lippen Dank und Ruhm und mich zu deinem Eigentum. 5. Dein guter Geist will mich erfreuen und sich mein Herz zum Tempel weihn; ich soll den Richter nicht mehr scheuen, aus Gnaden frei und selig sein. O Wort, das durch die Seele Mel. O Gott, du frommer Gott. bringt und Licht in finstre 315. Willst du die Buße Tiefen bringt. noch, die Gott gebeut, verschieben, so schändest du sein Wort und mußt dich selbst nicht lieben. Ist deine Besserung nicht deiner Seele Glück? und wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? 10* 220 Das chriftliche Leben. 2. Allein wie schwer ift's nicht, fein eigen Herz bekämpfen, Begierden widerstehn und böse Lüfte dämpfen. Ja, Sünder, es ist schwer; allein zu deiner Ruh ist auch kein andrer Weg. Und dem entsageft du? 3. Ist deine Pflicht von Gott, wie kannst du sie vergessen? Nach deinen Kräften selbst hat er sie abgemessen. Was weigerst du dich noch? Ist Gott denn ein Tyrann, der mehr von mir verlangt, als ich ihm leisten kann? 4. Sprich selbst, gewinnet Gott, wenn ich ihm findlich diene und, seiner wert zu sein, im Glauben mich erkühne? Wenn du die Tugend übft, die Gott, dein Herr, gebeut, wem dienst du? ringst du nicht nach deiner Seligkeit? 5. Was weigerst du dich noch, das Lafter zu verlassen? Weil es dein Unglück ist, befiehlt es Gott zu haffen. Was weigerft du dich noch, der Tugend Freund zu sein? Weil sie dich glücklich macht, befiehlt sie Gott allein. 6. Gott beut die Kraft dir an, das Gute zu vollbringen. Soll er durch Allmacht dich, ihm zu gehorchen, zwingen? Er gab dir die Vernunft, und du verleugneft sie? Er sendet dir sein Wort, und du gehorchft ihm nie? 7. Sprich nicht: Gott fennt mein Herz; ich hab' es ihm verheißen, mich noch dereinft, mich bald vom Lafter loszureißen; jest ist dies Werk zu schwer. Doch diese Schwierigkeit, die heute dich erschreckt, wächst sie nicht durch die Zeit? 8. Je öfter du vollbringst, was Fleisch und Blut befohlen, je stärker wird der Hang, die That zu wiederholen. Scheuft du dich heute nicht, des Höchsten Feind zu sein, ach wie viel weniger wirst du dich morgen scheun. 9. Ist denn die Buß' ein Werk von wenig Augenblicken? Kann dich kein schneller Tod der Welt noch heut entrücken? Ist ein Geschrei zu Gott, ein Wunsch nach Besserung und Angst der Missethat die wahre Heiligung? 10. Ift's gnug zur Seligkeit, des Glückes der Erlösten, wenn uns der Tod ergreift, sich sicher zu getrösten; ist das Bekenntnis gnug, daß uns die Sünde reut, so ist kein leichter Werk, als deine Seligkeit. 11. Doch fordert Gott von uns die Reinigkeit der Seelen; D Buße. ist keine Seele rein, der Glaub' und Liebe fehlen; ist dieses dein Beruf, Gott dienen, den du liebst, so zittre vor dir selbst, wenn du dies Werk verschiebst. 12. Der Glaube heiligt dich. Ist dieser dein Geschäfte? Ift er's, warum verschmähst du deines Gottes Kräfte? Erschreckt dich nicht sein Wort? Giebt in verkehrten Sinn den Sünder, der beharrt, nicht Gott zuletzt dahin? 13. Hat Christus uns erlöst, damit wir Sünder bleiben und, sicher durch sein Blut, das Laster höher treiben? Gebeut uns Chrifti Wort nicht Tugend, Recht und Pflicht, so ist es nicht von Gott; Gott widerspricht sich nicht. 14. Noch heute, weil du lebst und seine Stimme höreft, noch heute schicke dich, daß du vom Bösen kehrest. Begegne deinem Gott, willst du zu deiner Bein dein hier versäumtes Glück nicht ewig noch bereun. 221 ist nah und stärkt dich durch sein Wort. 16. Ruf ihn in Demut an! er tilget deine Sünden; und läßt dich sein Gesetz erst ihren Fluch empfinden, so widerstreb ihm nicht, denn Gottes Traurigkeit wirkt eine Reu' in dir, die niemals dich gereut. 17. So süß ein Lafter ist, so giebt's doch keinen Frieden; der Tugend nur allein hat Gott dies Glück beschieden. Ein Mensch, der Gott gehorcht, erwählt das beste Teil; ein Mensch, der Gott verläßt, verläßt sein eignes Heil. 18. Die Buße führt dich nicht in eine Welt voll Leiden. Gott kennt und liebt dein Glück; fie führt zu sichern Freuden, macht deine Seele rein, füllt dich mit Zuversicht, giebt Weisheit und Verstand und Mut zu deiner Pflicht. 19. Sprich selbft, ist dies fein Glück, mit ruhigem Gewissen die Güter dieser Welt, des Lebens Glück genießen und mäßig und gerecht in dem Ge nusse sein und sich der Seligkeit schon hier im Glauben freun? 15. Entschließe dich beherzt, dich selber zu besiegen. Der Sieg, so schwer er ist, bringt göttliches Vergnügen. Was zagft du? Geht es gleich im Anfang 316. An dir allein, an langsam fort, sei wacker! Gott dir hab' ich gesündigt und übel 222 Das chriftliche Leben. oft vor dir gethan. Du siehst Mel. An Wasserflüssen Babylon. die Schuld, die mir den Fluch 317. Erbarm dich, Herr! verkündigt; sieh, Gott, auch meinen Jammer an. 2. Dir ist mein Flehn, mein Seufzen nicht verborgen, und meine Thränen sind vor dir. Ach Gott, mein Gott, wie lange soll ich sorgen? wie lang ent fernst du dich von mir? 3. Herr, handle nicht mit mir nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach meiner Schuld! Ich suche dich; laß mich dein Antlig finden, du Gott der Langmut und Geduld. 4. Früh wollst du mich mit deiner Gnade füllen, Gott, Vater voll Barmherzigkeit; erfreue mich um deines Namens willen, du bist ein Gott, der gern erfreut. 5. Laß deinen Weg mich wie der freudig wallen und lehre mich dein heilig Recht, mich täglich thun nach deinem Wohlgefallen; du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. 6. Herr, eile du, mein Schuß, mir beizustehen und leite mich auf ebner Bahn! Er hört mein Schrein; der Herr erhört mein Flehen und nimmt sich meiner Seele an. Mein schwaches Herz, geneigt Freude, bald durch Schmerz sich zu Eitelkeiten, läßt bald durch auf den Irrweg leiten. So wankt ein Rohr, vom Wind regiert. Ich geh, wohin mein Trieb mich führt, freiwillig in die Ketten. Herr, hilf mir! ich auch bin ein Christ. Wenn du, mein Gott, nicht bei mir bist, wer wird, wer kann mich retten? 2. O laß mein Herz nicht fernerhin in seiner Neigung wanten. Erhebe den verirrten Sinn zu himmlischen Gedanken. Dein Wort laß leuchten in der Nacht, zeig in der Schwachheit deine Macht; wie will ich dir lobsingen! Ich halte deinem Geifte still, ich will mich ändern; Herr, ich will! Wirk selber das Vollbringen! 3. Ich such' umsonst der Tugend Bahn, wenn du mich nicht begleitest und mich durch Nebel, Sturm und Wahn zu deiner Wahrheit leiteft. Du haffeft jeden falschen Schein; mit Ernst willst du verehret sein. Herr, hilf um Jesu willen; erhebe den gebeugten Mut; hilf mir I Buße, 40 der Leidenschaften Wut durch deine Gnade stillen! 4. Ich bin ein Mensch- du kennest mich. O Herr, ich bin voll Sünden; doch meine Seele Mel. Herzlich lieb hab' ich dich. hofft auf dich, laß mich Erbar. 318. Ich komme, Friedensmen finden. Ich glaube, bis zum Tod und Grab stiegst du vom Himmelsthron herab und kamst, für uns zu leiden. Die Menschheit hüllt die Gottheit ein; du nahmst auf dich des Lebens Pein, uns giebst du seine Freuden. 5. Mein Gott, mein Gott, gedenke nicht der Sünden meiner Jugend. Wie strenge schien mir oft die Pflicht, wie rauh die Bahn der Tugend, und doch trugst du mich mit Ge. duld. Laß, Vater, laß mich diese Huld nicht undankbar verachten. Dir folgen, ist mein wahres Heil; o laß mich's als mein bestes Teil auch immerfort betrachten. 223 dich doch. Es sei mein lettes Stammeln noch ein Loblied seiner Güte. fürft, zu dir. Erbarmend rufft du ja auch mir, den Frieden zu empfangen. Die Sündenlaft ift mir zu schwer; o laß mein Herz von Trost nicht leer, laß es die Ruh erlangen, die jedem tiefgebeugten Geist, der zu dir fleht, dein Wort verheißt. Wer tröstet mich, als du allein? wer macht mein Herz von Sünden rein? Herr Jefu Chrift, mein Troft, mein Licht, mein Troft, mein Licht, verwirf mein sehnlich Flehen nicht! 2. Anbetend steh ich, Herr vor dir; dein Antlig neige du zu mir und sei mir Sünder gnädig! Wenn mein Vergehn um Rache schreit, so mache aus Barmherzigkeit mich aller Strafen ledig. Der du am Kreuz gelitten haft, du trugft auch meine Sündenlaft, als du zum Heil der Sünder starbst und ihnen Gottes Huld erwarbft. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, befreie mich durch deinen 6. Verzeih, verzeih durch Jesu Blut. Ich glaube, Herr, ich glaube. Gieb, daß mir die sen festen Mut kein Tod, kein Zufall raube. Auch durch des Todes finstres Thal dringt deiner Gnade heitrer Strahl. Sei ruhig, mein Gemüte. Troß Sünd' und Tod, Gott schüßt| Tod! 224 Das christliche Leben. 3. Du, du bist meine Zuversicht. Durch dich entflieh' ich dem Gericht, dem schweren Lohn der Sünden; durch dich kann ich dem Fluch entgehn und mich mit Gott vereinigt sehn, durch dich das Leben finden. Dein Tod ist der Verlornen Heil, gieb mir an seinem Segen teil; er sei auch mir Beruhigung und meines Lebens Heiligung. Herr Jefu Chrift, ich hoff' auf dich, ich hoff' auf dich; in dieser Hoffnung stärke mich! 4. Mein ganzes Leben preise dich. Erlöst, mein Mittler, haft du mich, dein Eigentum zu werden. Bin ich nur dein, so fehlt mir nichts, nichts einst am Tage des Gerichts, nichts jetzt auf dieser Erden. Auf dieser Bahn zum Vaterland entzeuch mir niemals deine Hand; zu deinem Dienste stärke mich und laß mich siegen einft durch dich. Herr Jefu Chrift, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, hilf mir zum Leben durch den Tod! geschätzt, dein Gebot hintangesetzt, dich, der du mich so geliebet, doch so oft und sehr betrübet. 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder sind ja dein, und fie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig sein; doch hab' ich der Eitelkeit unbedachtsam sie geweiht, ja, zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, mein Vater, neu. Von wie manchen schweren Sorgen machtest du das Herz mir frei. Was mir nütte, gabst du mir; aber ach, wie dankt' ich dir? wie hab' ich doch so vermessen deines Wohlthuns Zweck vergessen. 4. Bei dem hellen Licht der Gnaden sollt' ich ja die Sünde fliehn und, von meiner Seele Schaden frei zu werden, mich bemühn. Deine Güte lockte mich oft zur Buße; aber ich floh vor ihrem sanften Locken, suchte selbst mich zu verstocken. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 5. Ich erkenne meine Sünden, 319. Höchfter, denk' ich beuge mich, mein Gott, vor dir. an die Güte, die du mir bisher erzeigt, o so wird mein ganz Gemüte tief zur Wehmut hin. gebeugt. Dich hab ich geringLaß mich bei dir Gnade finden, neige, Herr, dein Ohr zu mir. Ach vergieb, was ich gethan, nimm mich aus Erbarmen an. S J sd Buße. Führe mich vom Sündenpfade auf den selgen Weg der Gnade. 6. Dir ergeb' ich mich aufs neue. Gieb, daß mein gebeugter Geist deiner Vaterhuld sich freue, die dein tröstend Wort verheißt. Was dein Sohn auch mir erwarb, als er für uns Sünder starb, ach das laß auch mich genießen, Fried' und Freude im Gewissen. 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn. Gieb, daß mir's an Kraft nie fehle, folgsam deinem Wort zu sein. Steh mir Schwachem mächtig bei und mach mich auf immer treu; dich zu lieben, dir zu leben, sei mein herzliches Bestreben. Mel. Erbarm dich mein, o Herre. 320. Ich Staub vom Staube, wer bin ich, der Sünder, daß du meiner dich noch ftets, du Heiliger, erbarmst, Weltrichter, meiner dich erbarmst? Zum Glauben und zum Thun zu schwach, giebt oft mein Herz der Sünde nach. Ich kämpf, o Vater, nicht ge nung den ernsten Kampf der Heiligung. 2. Wie schnell ist von der rechten Bahn zum Irrweg oft 225 der Schritt gethan, wie schnell! Mein ganzes Herz erschrickt, wenn es in diesen Abgrund blickt. Die Missethat, wie nah grenzt sie an einen Fehl, den Gott verzich. Herr, Herr, mein ganzes Herz erschrickt; wenn es in diesen Abgrund blickt. 3. Schmal ist der Weg zu Gottes Höhn, und wenige sind, die ihn gehn. Die Pfort' ift eng, und der nur dringt durch sie zu Gott empor, der ringt. Ich lieg' auf meinem Angesicht und fleh' und meine: laß dein Licht mir leuchten. Vater, laß mich dein im Leben und im Tode sein. 4. Der mir in Christo alles gab, mit Gnade blick auf mich herab, auf mich, der Sünde schnellen Raub, den Himmels. erben und den Staub. Sink tief, o Seele, nieder, tief vor dem, des Stimme stets dir rief. Sink in den Staub vor dem hinab, der dir in Chrifto alles gab. 5. Ja, du erbarmeft über mich, mein Vater, mein Verföhner, dich. Vom Leibe dieses Tods befreit, schau ich einst deine Herrlichkeit. Ob Angst des Todes in mir bebt, sterb' 10** 226 Das christliche Leben. ich doch dem, der ewig lebt. Verdammt, verdammt mich auch mein Herz, ist Gott doch größer als mein Herz. Mel. Jesu, der du meine Seele. 321. Vater, heilig möcht' Heiles ficher ſei. ich leben, Rechtthun wäre meine Luft, aber Lüfte widerstreben dem Gesetz in meiner Bruft. Ach, mein Herz ist mir verdächtig, selten bin ich meiner mächtig. Hart drückt mich der Sünde Joch, was ich nicht will, thu ich doch. 2. Ach, ich kann's nicht weiter bringen, meinem Vorsat trau' ich nicht, lockende Begierden dringen zwischen mich und meine Pflicht. Selbst den heilgen Andachtsstunden, da ich, Vater, dich empfunden, nur von Freud' und Liebe sprach, folgten Sünden ftunden nach. 3. O wie oft hab' ich gewei. net, schmerzlich meinen Fall be reut, gläubig mich mit dir ver einet und mich deiner Huld gefreut. Gnädig sahst du zu mir nieder, aber bald vergaß ich wieder meine Thränen, Vater, dich und mein Fleisch besiegte mich. 4. Bater, du nur fannst mich retten, wenn mich niemand - retten kann. Beten will ich, brünstig beten, schau mich mit Erbarmen an. Reiß die Wurzel meiner Schmerzen, reiß die Sünd' aus meinem Herzen, daß ich standhaft dir getreu und des 5. Darum beug' ich meine Kniee, bete, Heiligster, vor dir, flehe, Vater, spät und frühe: schenke höhre Kräfte mir. Schau, mich dürftet nach dem Guten, laß mein Herz nicht länger bluten. Ziehe mich mit Leben an, daß ich alles Gute kann. 6. Vater, böse Väter schenken Brot den Kindern, wenn sie flehn; Vater, und ich sollte denken, du, du könnteſt mich verschmähn? könnteft erst den Sohn uns senden und dein Aug' doch von uns wenden? gäbft nicht auf die Deinen acht, flehten sie gleich Tag und Nacht? 7. Vater, nein, du hörft mein Flehen, meine Thränen sieheft du. Was ich bitte, wird geschehen, du erquicft mein Herz mit Ruh. Ja, ich werde überwinden, und du wirst von meinen Sünden durch den Geist mich ganz befrein. Vater, du wirst Vater sein. Buße. Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. 322. Mein Gott, zu dem ich weinend flehe, erbarme dich, erbarme dich! Noch einmal sieh von deiner Höhe mit gnaden vollem Blick auf mich. Erbarme dich und geh noch nicht mit mir, du Richter, ins Gericht. 2. Wie oft haft du mir schon vergeben, wenn ich zu dir um Gnade bat. Wie oft versprach ich, dir zu leben, zu meiden jede Missethat. Wie feierlich war dann mein Eid des Glaubens und der Frömmigkeit. 3. Ach, aber bald ergriff mich wieder die Sünd; und ihre Luft mit ihr riß meinen ganzen Vorsag nieder und herrschte, wie vorher, in mir. Zum Widerstande viel zu schwach, entfloh ich nicht und gab ihr nach. 4. Wie viele sündenvolle Tage durchlebt' ich, Vater, als im Traum und häufte selbst mir Plag' auf Plage und fühlte dies mein Elend faum. Verwundet blutete mein Herz; betäubt empfand ich feinen Schmerz. 5. Nun bin ich nah dem Untergange, den dein gereizter Zorn mir droht. Um Troft wird meiner Seele bange, um einen Retter in der Not. Mein 227 richtendes Gewissen wacht, und alles um mich her ist Nacht. 6. Zu wem, o Vater, soll ich fliehen? wo findet meine Seele Ruh? wer kann sie aus dem Abgrund ziehen, in dem sie seufzet, als nur du? Mein ganz Vertraun setz' ich auf dich; du Freund des Lebens, rette mich. 7. Für meine wiederholten Sünden floß auch des Weltversöhners Blut. Noch einmal laß mich Gnade finden durch meinen Glauben an sein Blut. Noch einmal, Richter, sage mir: Auch diese Schuld erlaß ich dir! 8. Du höreft mich, Gott, da ich schwöre: Mein Herz soll dir gehorsam sein! Dir, deinem Willen, deiner Ehre will ich mein ganzes Leben weihn. Der Sünde will ich widerstehn und ftandhaft deine Wege gehn. 9. Vergiß nicht wieder, meine Seele, wie oft du schon gefallen bist. Vergiß nicht mehr des Herrn Befehle, nicht mehr, daß er dein Retter ist. Ruf ihn im Glauben täglich an: Erhalt mich, Herr, auf ebner Bahn! 10. Ja, ich bin schwach; wer kann mich stärken? mein Helfer in Versuchung sein, zum Glauben und zu guten Werken mir Kraft und Freudigkeit verleihn? 228 Das chriftliche Leben. Du kannst es, meine Zuversicht; wenn du mich stärkst, so want' ich nicht. gleich mein Widerstand. Ach sie gefiel mir, und geschwinde ergriff sie mich und überwand. Die Luft verschwand mir im Genuß; nun folgten Unruh und Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. 323. Ach, abermal bin Verdruß. ich gefallen mit Überlegung und mit Wahl. Tief, o mie tief, bin ich gefallen, vielleicht noch nicht zum letztenmal. Elender Sünder, der ich bin, in welchen Abgrund eil' ich hin. 2. O die verhaßte Lieblingssünde, o die Gewohnheit böser Luft. Der Hang, den ich zu ihr empfinde, wie wütet er in meiner Brust; wie unumschränkt, wie fürchterlich ist ihre Herrschaft über mich. 3. Längst warnte schon mich mein Gewissen: Mensch, du empörft dich wider Gott; von böfer Luft dahingerissen, Betrogner, eilst du in den Tod, raubst dir den Frieden dieser Zeit und dort des Himmels Seligkeit. 4. Wie oft hab ich mir vorgenommen: nun will ich jede Sünde fliehn; rein und unsträflich und vollkommen zu wandeln, will ich mich bemühn; wie oft, o Gott, hat mein Gebet um Kraft dazu dich angefleht. 5. Bald reizt' aufs neue mich die Sünde; wie schwach war 6. Auch diesmal bin ich übermunden, und abermal fiel ich so tief. Mein Vorsay war noch nicht verschwunden; mein Herz schlug, mein Gewissen rief; Gott Richter, ich gedacht an dich und dennoch, dennoch fündigt' ich. 7. O unbegrenzte Sündenliebe, wie werd' ich endlich frei von dir? wie übermind' ich deine Triebe und dämpfe deine Macht in mir? Gott, mein Erbarmer, hör mein Flehn und lehre mich ihr widerstehn. 8. O pflanze du in meine Seele rechtschaffne Lieb' und Luft zu dir; Gott, was ich denke, was ich wähle, das zeuge durch die That von ihr. Dich lieben als dein Eigentum, sei mein Bestreben und mein Ruhm. 9. Dann werd' ich endlich überwinden und Herrscher meiner Lüfte sein; dann wirst du alle meine Sünden, wenn ich dir lebe, gern verzeihn; und dann, wie selig bin ich hier und dort im Himmel einst bei dir. Buße. Mel. Jesu, der du meine Seele. 324. Ach, wann werd' ich von der Sünde, Gott, mein Vater, völlig frei, daß ich ganz fie überwinde, ganz dir wohlgefällig fei? Noch nicht, ich gefteh's mit Thränen, kann ich mich von ihr entwöhnen. Immer noch ereilt sie mich und versucht mich wider dich. 2. In der Andacht selgen Stunden, wenn ich, Herr, dein Wort gehört, hab' ich oft das Glück empfunden, das die Fröm. migkeit gewährt. Nichts wünscht ich alsdann hienieden mir so sehr, als innern Frieden, als ein Leben, dir geweiht in des Glaubens Seligkeit. 3. Voll von heiligen Entschlüssen schwur ich dann, dir treu zu sein und mit wachendem Gewissen meiner Unschuld mich zu freun; willig wollt ich da mein Leben dir, mein Gott, zum Dienst ergeben, aller Sünde widerstehn, standhaft deine Wege gehn. 4. Aber ach, wie oft empöret sich die Leidenschaft in mir und verführet mich und störet meine Freudigkeit zu dir. Übereilung, Eigenliebe, des verborgnen Stol. zes Triebe, eh ich's merke, ziehen sie mich zur Sünde, die ich flieh. 229 5. O ich Armer, dem zur Treue feste Seelenstärke fehlt, deſsen Herz oft wahre Reue und so oft doch fruchtlos quält. Ach wer wird mich ganz vom Bösen, von des Todes Leib erlösen? Ich Elender, wer befreit ganz mich von der Sündlichkeit? 6. Du verzeihst, Gott, die Ge brechen meiner fündigen Natur. nicht die Schwachheit wirft du rächen, bösen Vorsag strafft du nur. Hätt' ich nicht den Trost, ich würde unter meiner Mängel Bürde ganz erliegen und mich dein, höchftes Gut, nie wieder freun. 7. Stellet mir denn gleich auf Erden lebenslang die Sünde nach; kann ich nicht vollkommen werden, bin und bleib' ich immer schwach, o so segne mein Bestreben, so gerecht ich kann, zu leben, daß ich doch von Heuchelei und von Bosheit ferne sei. 8. Wenn ich falle, laß mich's merken, laß mich streben auf. zustehn; eile, mich, dein Kind, zu stärken, lehre selbst mich fefter gehn. Warne mich, sei mein Begleiter, täglich führe, Gott, mich weiter, bis ich in der Ewigkeit dringe zur Vollkommenheit. 230 Das chriftliche Leben. Mel. Straf mich nicht in deinem. 6. Noch, noch wandelst du, o 325. Sichrer Mensch, noch Chrift, auf des Lebens Pfade; nahe zur Errettung ist dir noch ist es Zeit, aufzustehn vom Schlafe. Nah ist dir die Ewig keit, nahe Lohn und Strafe. Hör, Gott spricht; säume nicht, seinen Ruf zu hören und dich zu bekehren. 2. Noch tönt nicht zum Weltgericht der Posaune Stimme; noch sinkt dieser Erdball nicht vor des Richters Grimme. Aber bald, bald erschallt Gottes Ruf: ZurErden sollst du wieder werden. 3. Kommt nun, ehe du's gedacht, in der Sünde Freuden deines Lebens lette Nacht, was wirst du dann leiden, wenn dein Herz, von dem Schmerz deiner Schuld zerrissen, wird verzagen müssen. 4. Wenn vor deinem Antlig sich jede Sünd' enthüllet; wenn dann jede, jede dich ganz mit Graun erfüllet; dich nichts dann stärken kann, feine deiner Freuden, was wirst du dann leiden. 5. Nah dem Untergang wirft du an des Grabes Stufen, bang um Troft und Seelenruh, dann vergebens rufen: Rette, Gott, mich vom Tod, rette noch im Sterben mich von dem Verderben! Jesu Gnade. Eil ihr zu, du wirft Ruh für dein Herz empfinden und Vergebung finden. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich. 326. Du, Gott, der unfre ler, Jesu Chrift, Gott, heilger Zuflucht ist, Gott, unser MittGeist der Gnaden, Unendlicher, verwirf uns nicht! wir kommen vor dein Angesicht mit Sünden schwer beladen. Nimm von uns unsre Sündenschuld, du Gott der Langmut und Geduld, und merk auf unser heißes Flehn, laß uns dein Heil, Erbarmer, sehn. Herr, unser Gott, verbirg uns nicht dein Angesicht und geh mit uns nicht ins Gericht! 2. Wir haben unsern Bund entweiht, gebrochen unsern teuren Eid und deinen Weg verlaffen; doch sieh, wir kehren voller Reu zurück zu dir, o laß aufs neu' uns deine Rechte faffen; laß sie uns leiten auf den Pfad, den dein Befehl geheiligt hat, daß Irrtum und Versuchung nie uns auf die Bahn des Lasters zieh. Herr, unser Gott, groß von Geduld Buße. 203 vor aller Schuld bewahr uns deine Vaterhuld! 3. Sohn Gottes, der du zu uns famst und unsre Menschheit an dich nahmst, mit Gott uns zu versöhnen, und durch den Tod ins Leben drangst, dich dann zur Rechten Gottes schwangst, wo Ehr und Preis dich krönen, vertritt, o Mittler, uns bei Gott durch deine Leiden, deinen Tod. Stärk uns in unsrer Prüfung Lauf und, wenn wir straucheln, hilf uns auf. Herr, unser Gott, dein Troft, dein Licht verlaß uns nicht im Tod, im Grab, im Weltgericht! 4. Schüß uns vor Irrtum und Gefahr. Erhalte deiner Frommen Schar der Glaubenseintracht Segen! Uns leite, Gott, dein guter Geist, und was dein Wort verspricht und heißt, sei Licht auf unsern Wegen. Laß auch in Lehr' und Wandel rein die Diener deines Wortes sein und bringe zu der Wahrheit Glück, zu dir die Irrenden zurück. Herr, unser Gott, breit aus dein Wort an jedem Ort. Gieb Geist und Kraft zu deinem Wort! 5. Dein Antlig leucht' auf unser Land; ringsum bedeckt von deiner Hand laß es der Ruh 231 genießen; wend ab von uns mit Vaterhut der Wasser und der Flammen Wut, des Krieges Blutvergießen. Sei rettend mit uns, wenn die Not des Mangels und der Seuchen droht, und schüß uns, nicht ihr Raub zu sein; laß Sicherheit das Land erfreun. Herr, unser Gott, das Land ist dein; o laß Gedeihn und Wohlstand unser Land erfreun! 6. Auch unsre Obern leite du, damit wir alle Heil und Ruh durch ihren Schutz genießen; und unsre Liebe lohne sie. Laß bei des Amtes Sorg' und Müh ihr Leben froh verfließen. Der Handel über Land und Meer führ uns den fernen Segen her. O schütte, Herr, auf jedes Haus und sein Gewerbe Segen aus. Herr, unser Gott, in deiner Hand find Stadt und Land; be glück und segne jeden Stand! 7. Vernimm der Leidenden Gebet. Wer in Gefahr und Not dir fleht, dem hilf aus seinen Nöten; gieb Kranken Linderung und Ruh; die Sterbenden erlöse du, erhör ihr letztes Beten. Sei aller Unterdrückten Heil, der Witwen und der Waisen Teil. Vereitle der Verfolger Rat und führ uns 232 ftets den rechten Pfad. Herr, unser Gott, durch alles Leid der Prüfungszeit führ uns zu deiner Herrlichkeit! Das chriftliche Leben. 8. Du thuft weit mehr als wir verstehn, kannst mehr gewähren als wir flehn; laß uns Erhörung finden. O neig auf unser Flehn dein Ohr; heb unser 2. Mel. Jesus lebt, mit ihm auch. 327. Jesus nimmt die Sünder an. Sagt doch dieses Troftwort allen, die, noch fern von seiner Bahn, auf verkehrten Wegen wallen. Hier ist, was sie retten fann; Jesus nimmt die Sünder an. Herz zu dir empor und mach uns rein von Sünden. Laß uns nun ganz dein eigen sein, im Leben und im Sterben dein. Wir sind durch Christi Blut erlöst; o du, der Sünder nicht verstößt, Herr, unser Gott, erbarme dich, erbarme dich. Vergieb uns; leit uns väterlich! Glaube. 2. Keiner Gnade sind wir wert. Dennoch hat in seinem Worte er sich gnadenreich erklärt und des ewgen Lebens Pforte dem, der glaubet, aufgethan. Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ift, suchet es ein treuer Hirte. Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das Verirrte, zeiget ihm die rechte Bahn. Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommet alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder. Jesus rufet euch, und er macht aus Sündern Gottes Kinder. Auf und laßt uns zu ihm nahn; Jesus nimmt die Sünder an. 5. Jch Betrübter komme hier und bekenne meine Sünden. Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden, daß dies Wort mich trösten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 6. Jesus nimmt die Sünder an. Mich auch hat er angegethan, daß ich selig zu ihm nommen und den Himmel aufkommen und noch sterbend rühmen kann: Jesus nimmt die Sünder an. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 328. Der Glaub' ift fefte 3Zuversicht zu Gottes Gnad' und Treue, daß ihn der Tod des Glaube. Sünders nicht, daß ihn sein Leben freue; er ist der Kindschaft sichrer Grund, auf Gottes Wort und seinen Bund in seinem Sohn gegründet. 2. Er richtet auf und giebt mir Mut, zum Vater mich zu nahen, Vergebung durch des Sohnes Blut und Gnade zu empfahen. Was er mir giebt und noch verheißt, mir einst zu geben, sieht mein Geist, als wär's mir gegenwärtig. 3. Er giebt mir Kräfte, daß ich hin zum Unsichtbaren dringe, daß ich in Hoffnung selig bin und nach dem Himmel ringe. Gott ist mein Gott, mein Heil sein Sohn, sein Geist mein Pfand; mein Schild und Lohn ist seine Vaterliebe. 4. Ich fürchte nicht der Hölle Heer noch ihrer Strafen Flammen; ich bin kein Kind des Bornes mehr, Gott wird mich nicht verdammen. Weicht, alle meine Feinde, fort. Ich höre meines Jesu Wort: Die Sünd' ist dir vergeben. 5. Stürmt Sorg' und Unruh auf mich zu, voll zweifelnder Gedanken, so spricht dies Wort mein Herz zur Ruh und läßt mich nimmer wanken. Der Glaube fürchtet keinen Schmerz; 233 er sieht ja Gottes Baterherz in seines Sohnes Wunden. 6. Ist gleich mein Glaube schwach und klein, wenn Trübfal sich erhebet, so muß es doch ein Glaube sein, weil er nach Hülfe strebet. So lange sich die Hoffnung regt, die mich zu Gott in Christo trägt, so ist ein Glaub' im Herzen. 7. Gott übt in solchen Kämpfen mich, um mein Vertraun zu stärken, und so vermehrt er väterlich den Fleiß in guten Werken. Denn meine Hoffnung bleibet fest, daß mich mein Vater nie verläßt, wie hart mein Kampf auch werde. 8. Ich weiß, auf wen ich bauen kann; ich weiß, an wen ich gläube. Auch mich nimmt Gott zu Ehren an, wenn ich nur standhaft bleibe. Die Welt mag um mich her vergehn, ich falle nicht, ich bleibe stehn; ich glaube seinem Worte. Mel. Beschränkt, ihr Weisen dieser. 329. Mein Heiland nimmt die Sünder an. Die unter ihrer Laft der Sünden kein Mensch, fein Engel trösten kann, die nirgend Ruh und Rettung finden, die ernstlich ihre Schuld bereun und in der Sünde Qual 234 Das chriftliche Leben. und Bein vor seinem Zorngericht erbeben, die nimmt er auf; sie sollen leben, sie sollen Heil und Ruh empfahn. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 2. Sein mehr als mütterliches Herz trieb ihn von seinem Thron zur Erden. Ihn drang der Sünder Weh und Schmerz, an ihrer statt ein Fluch zu werden. Er senkte sich in ihre Not und litt für sie den bittern Tod. Nun, da er denn sein eigen Leben zum teuren Opfer hingegeben und uns gezeigt des Himmels Bahn, so heißt's: er nimmt die Sünder an. 3. Nun ist sein aufgethaner Schoß die sichre Zuflucht banger Seelen. Er spricht sie von dem Urteil los und tilget bald ihr ängstlich Quälen. Es wird ihr ganzes Sündenheer ins unergründlich tiefe Meer von seiner Mittlerhuld versenket; der Geist, der ihnen wird geschenket, zeugt, daß sie nichts verdammen kann. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 4. So bringt er sie dem Vater hin in seinen treuen Liebesarmen. Da neiget sich der Vatersinn zu lauter ewigem Erbarmen. Er nimmt sie auf an Kindesstatt; ja, alles, was er ist und hat, wird ihnen eigen übergeben, und selbst die Thür zum ewgen Leben wird ihnen fröhlich aufgethan. Mein Heiland nimmt die Sün. der an. 5. O könntest du sein Herze sehn, wie sich's nach allen Sündern sehnet, sowohl wenn sie noch irre gehn, als wenn ihr Auge vor ihm thränet. Wie streckt er sich nach Zöllnern aus, wie eilt er in Zachäi Haus, wie liebreich stillt er Magdalenen den Strom der bittern Reuethränen und denkt nicht, was sie sonst gethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 6. Wie freundlich blickt er Petrum an, ob er gleich noch so tief gefallen. Nun, das hat er nicht nur gethan, als er auf Erden mußte wallen; nein, er ist ewig, was er war, getreu, barmherzig immerdar, und wie einst unter Schmach und Leiden, so ist er auf dem Thron der Freuden den Sündern liebreich zugethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 7. So komme denn, wer Sünder heißt und wen sein Sündenleid betrübet, zu ihm, der keinen von sich weist, der fich gebeugt zu ihm begiebet. Wie? willst du nicht dein Heil Glaube. verstehn, und ohne Not verloren gehn? willst du der Sünde länger dienen, da er, zu retten dich, erschienen? O nein, verlaß die Sündenbahn. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 8. Komm nur mühselig und gebückt; komm nur, so gut du weißt zu kommen. Wenn gleich die Last dich niederdrückt, Gebeugter, du wirst angenommen. Sieh, wie sein Herz dir offen steht, und wie er dir entgegen geht. Wie lang hat er mit vielem Flehen sich liebend nach dir umgesehen. So komm denn, Bagender, heran. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 9. Sprich nicht: es ist für mich zu spät, ich hab' den Reichtum seiner Gnaden zu lang und wissentlich verschmäht; er hat mich oft umsonst geladen. Wenn du es jetzt nur redlich meinst und deinen Fall mit Ernst beweinst, so sollst du dennoch Gnade finden; er wird dich deiner Schuld entbinden. Er hilft, wenn niemand helfen kann. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 10. Doch sprich auch nicht: es ist noch Zeit, ich muß erst diese Luft genießen; Gott wird ja eben nicht schon heut die 235 offne Gnadenpforte schließen. Nein, weil er ruft, so höre du und eile glaubensvoll ihm zu. Wer seine Gnade heut versäumet, der hat sein Seelenheil verträumet, ihm wird hernach nicht aufgethan. Heut komm, heut nimmt dich Jesus an. 11. Ja zeuch uns selber recht zu dir, Erretter der verlornen Kinder. Erfüll mit sehnender Begier auch uns und alle fichren Sünder. Zeig uns bei unserm Seelenschmerz dein treues, mitleidsvolles Herz; und wenn wir unser Elend sehen, so laß uns ja nicht stille stehen, bis daß ein jeder sagen kann: Gottlob! auch mich nimmt Jesus an. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 330. Ich hoff, o Gott, mit festem Mut auf deine Gnad' und Christi Blut; ich hoff' ein ewges Leben. Du bist ein Vater, der verzeiht, haft mir das Recht zur Seligkeit durch deinen Sohn gegeben. 2. Herr, welch ein unaussprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade teil, teil an dem Himmel haben; im Herzen durch den Glauben rein, dich lieben und versichert sein von deines Geistes Gaben. 236 Das chriftliche Leben. 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt göttliche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns Troft im Elend zu, versüßet dieses Lebens Ruh und stärkt uns in Gefahren. 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort um deines Namens willen. Laß ihn mein Licht auf Erden sein, ihn täglich mehr mein Herz erneun und mich mit Trost erfüllen. Mel. Womit soll ich dich wohl. 4. Wer will nun noch den verklagen, den Gott selbst zum Leben wählt? den noch zu verdammen wagen, den er zu den Seinen zählt? Hier ist Gott! Mich kann nichts schrecken; Gottes Huld will mich bedecken. tin nf War ich gleich der Sünde Knecht- er, mein Gott, macht mich gerecht. 331. Schweiget, bange Zweifel, schweiget. Mein Er barmer ist getreu; und sein Geist in mir bezeuget, daß ich Gott versöhnet sei. Mir drohn keiner Rache Flammen; will mich auch mein Herz verdammen, faff' ich dennoch Mut im Schmerz. Gott ist größer als mein Herz. 3. Mir auch ist sein Sohn gegeben; durch den Glauben ift er mein. Ja ich weiß, ich werde leben und in ihm einst selig sein. Mich sah Gott von seinem Throne; mich erwählt er in dem Sohne, eh noch seiner Allmacht Ruf mich und alle Wesen schuf. 2. Er, der das Verborgne fennet, kennt auch mich und weiß allein, wie dies Herz von Sehnsucht brennet, ganz sich seinem Dienst zu weihn; schaut den Kummer meiner Seele, der mich beugt, so oft ich fehle; und nicht meines Zweifels Wahn, meinen Glauben sieht er an. 5. Teuer bin ich ihm erworben. Seil mir, hier ist Jesus Christ, er, der auch für mich gestorben, auch für mich erstanden ist, der zur Rechten Gottes figet, auf mich sieht, mich mäch tig schüßet, mich vertritt, mich nie verstößt, mich aus aller Not erlöst. 6. Troß der Welt und ihres Spottes, trotz der Höll' und ihrer Wut bleibt mir doch die Liebe Gottes und hält mich in treuer Hut. Was will je von ihr mich scheiden? Nein, ich werd' in allen Leiden mehr als Glaube. bloß geduldig sein, mich vor Gott auch ihrer freun. nach deiner Treue mit Waffen deiner Ritterschaft. Und wenn, daß er mein Kleinod raube, der Feind sich wider mich empört, dann sei dein Wort, dein Geist, dein Glaube mein Schild, mein Harnisch, Helm und Schwert. 3. Ich suche dich, o laß dich finden. Laut seufzt mein dürstend Herz nach dir. Verbirg im Aufruhr meiner Sünden dein Angesicht doch nicht vor mir. Was willst du mit dem Staube rechten? du kennst mein fündiges Geschlecht. Ach, unter allen deinen Knechten ist feiner, Herr, vor dir gerecht. 4. Sollt' ich vor deinem Fluch erbeben? Mich trifft er nicht, denn ich bin rein. Mein Heiland starb, so muß ich leben. Er überwand; der Sieg ist Mel. Die Tugend wird durchs K. 332. Verlaß, wenn ich mein. Was schaden mir der Hölle Flammen? Ich erbe meines Vaters Gut. Ich bin sein Kind; wer will verdammen? Das Heil der Welt vergoß sein Blut. 7. Laßt denn rauhe Wetter ftürmen, alles um mich her sei Nacht. Gott, mein Gott, wird mich beschirmen, der für meine Wohlfahrt wacht. Wenn ich lang auch hülflos bliebe, leitet doch mich seine Liebe in die Wohnungen des Lichts durch die Nacht, drum fürcht' ich nichts. 8. Ich beharr' in meinem Glauben. Nichts, wenn man auch alles raubt, kann mir Gottes Liebe rauben, drum erheb' ich froh mein Haupt. Gnug, daß meiner der gedenket, der mir seinen Sohn geschenket und mich nimmermehr verläßt. Die ser Fels bleibt ewig feſt! dich nicht verlasse, mich nicht, du, meines Lebens Licht. Stärk meinen Arm, daß er dich fasse, o Gott, du meine Zuversicht. Führ mich in meinen Prüfungs jahren den Weg, den ich nicht finden kann. Ich bin, was meine Väter waren, dein Bürger und dein Wandersmann. 237 2. Erhör mich, Gott, zu dem ich schreie, gieb meiner Seele große Kraft! Umgürte mich 5. Komm über mich, du Blut des Sohnes, mit aller deiner Seligkeit. Führ mich zur Rechten seines Thrones ins Erbe seiner Herrlichkeit. Ich mag sie nicht, die Erdentronen; sie sind für meinen Wunsch zu 238 Das christliche Leben. klein, sind Staub. Ich soll bei Jesu wohnen; ich soll wie er unfterblich sein. 6. Unsterblich sein, zum Schauen kommen, den großen Bundesfürsten sehn, verklärt mit tausend, tausend Frommen durch alle Himmel ihn erhöhn; ohn Thränen, Furcht, Gefahr und Leiden mehr Glück genieBen, als ich weiß- Gott, das find deines Reiches Freuden, das ist am Ziel des Kampfes Preis. 7. Gieb mir den Glauben deiner Streiter, der durch die Liebe thätig sei. Mach mich getroft, in Hoffnung heiter, demütig, keusch, versöhnlich, treu, gutthätig, weich bei fremden Schmerzen, heiß im Gebet und still beim Spott, zum Tode reif, voll Ruh im Herzen, arm vor der Welt und reich in Gott. 8. Bald wird, o Herr, der Tag erscheinen, der Tag des Kampfes und der Ruh. Dann lächle mir, wenn Freunde wei nen, die Freude jenes Lebens zu. Dann sei mein Ende wie dein Ende; dann schmück sich meine Seele schön, um im Triumph durch deine Hände zur Himmelswonne einzugehn. Mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. 333. D welch ein Troft für meine Seele, daß, Gott, bei dir Vergebung ist, und daß du, wenn ich Schwacher fehle, mir nicht ein strenger Richter bist. Wie könnt' ich sonst vor dir bestehn und der verdienten Straf entgehn? 2. Ja, deine Gnad' ist für mich Leben; aus ihr fließt Heil und Trost mir zu. Wer ist zum Schonen und Vergeben, o Vater, williger als du? Du, den nur unser Wohl erfreut, erzeigft uns gern Barmherzigkeit. 3. Mit Zuversicht darauf zu hoffen heißt uns, gesandt von dir, dein Sohn. Durch ihn steht uns der Zutritt offen zu deinem ewgen Gnadenthron, wenn wir uns redlich nur bemühn, der Sünde schnöden Dienft zu fliehn. 4. Wohl mir, wenn deine Gnad' und Treue mein Herz zu deiner Liebe rührt, mich über mein Vergehn zur Reue, zur Sorgfalt in der Bessrung führt. Dann hat mein Glaub' in deiner Huld gewiß Verzeihung meiner Schuld. 5. Und o wie wohl ist meiner Seele, wenn ihr dein Friede Glaube. nicht gebricht. Ob dann auch äußres Glück mir fehle, so fehlt mir wahre Ruh doch nicht; und die ist mehr als alles wert, was sonst die Welt für Glück erklärt. 6. Dann bin ich froh und gutes Mutes bei jeder Furcht, in jedem Leid; dann hoff' ich von dir lauter Gutes für meine Zeit und Ewigkeit. Des Himmels Vorschmack hab' ich hier, hab' ich nur Frieden, Gott, mit dir. 7. Gieb, daß ich dies zu Herzen fasse und mich zum Fleiß der Heiligung durch deine Gnade leiten laffe. So fehlt mir nie Beruhigung, und tröstest du mein Herz, o Gott, so halt' ich treulich dein Gebot. 8. Dann komm' ich auch zum innern Frieden, den nie ein Fehltritt unterbricht, und freue mehr noch als hienieden mich in des höhern Lebens Licht des großen Glücks, im Herzen rein und dir, Gott, angenehm zu sein. Mel. Ewigkeit, du Donnerwort. 334. Ich schäme mich des Heilands nicht, vor dem voll froher Zuversicht mein Knie sich dankbar beuget. Gott, welch ein teures wertes Wort: ich, hier 239 dein Kind, dein Erbe dort, wie mir dein Geift bezeuget, ich soll durch Jesum Chriftum rein, durch ihn gerecht und selig sein. 2. Froh fühlt mein Herz die Gotteskraft, die in der selgen Wissenschaft von dem Erlöser lieget, die alle Kenntnis dieser Welt und was sie Reizendes enthält, unendlich überwieget. Mein größtes Glück, mein höchster Ruhm ist Jesu Evangelium. 3. Auf ewig ist's mein bestes Teil; in keinem andern hab' ich Heil und Kraft zum ewgen Leben. Vergebung meiner Sündenschuld, der Beifall Gottes, seine Huld ist mir durch ihn gegeben. Ich steh' im Glauben, bin ein Chrift, an dem nun nichts verdammlich ist. 4. Mir widerfuhr Barmherzigfeit; mit himmlischer Zufriedenheit lohnt Gott mir schon hie nieden. Ich bete voll von Zuversicht, mich schreckt kein Tod und kein Gericht, mein Geist fühlt Gottes Frieden. Gott, ewig ist mein Herz nun dein und ewig deine Gnade mein. 5. Ich weiß, worauf mein Glaube ruht; nichts raubt mir meinen Troft und Mut, nicht Leiden, nicht Gefahren. Durch den ich alles hier vermag, du, Das chriftliche Leben. Gott, wirst bis auf jenen Tag Gute nur zu glühn, die Sünde mein Erbteil mir bewahren. zu bekämpfen, sei ewig mein Ja du, der mich berief, bist Bemühn. tren; hilf, daß ich's auch im Glauben sei. 5. O du, du Geist der Liebe, steh nun mir mächtig bei, daß jeder meiner Triebe von dir geleitet sei. Laß auf des BrutMel. Ich dank dir, lieber Herre. 335. Ich bin der Angst ders Freuden mich schaun mit frohem Blick und meines Nächsten Leiden verwandeln in sein Glück. entnommen; Gott blickt mich gnädig an. Ich darf mit seinen Frommen mich wieder zu ihm nahn. Geheilt sind meine Schmerzen, mein Mittler stillte fie. Gott, solche Ruh im Her zen fühlt' ich auf Erden nie. 240 6. Wankt je auf meinem Pfade mein ungewisser Schritt, so lenke, Geist der Gnade, allmächtig meinen Tritt. Dir, Führer, folg' ich immer, und sei's auch in das Grab. O drum entzeuch mir nimmer den sichern Führerstab. 2. Der Lüfte wild Getümmel schweigt nun in meiner Brust; ich seh den offnen Himmel, ich atme selge Luft. Frei von der Seele Leiden, frei von GewissensMel. Wie nach einer Wasserquelle. pein, trink' ich den Kelch der Freu- 336. Seid geſegnet, beilge Stunden, da mich meine Schuld betrübt, da ich blick' auf Jesu Wunden, fühle, wie er mich geliebt. Dann entweicht der Zweifel Heer; Furcht bedränget mich nicht mehr, und der Geist der Kraft und Wahrheit naht sich mir in Himmelsklarheit. den; könnt' ich wohl selger sein? 3. Gott voll Huld und Treue, was macht mich dir so wert, daß du das Flehn der Reue so gnädig haft erhört? Ich fühl's, ich fühl's im Staube, was dich zur Huld bewog; dein Herz, Gott, und mein Glaube war's, was dich zu mir zog. 4. So sei denn nun mein Leben, Erbarmer, ewig dein. Mein Dichten, mein Bestreben sei, deiner wert zu sein. Der Lüfte Glut zu dämpfen, fürs 2. Dann entwind ich mich dem Staube, schaue sehnend himmelwärts; auf zu Gott schwingt sich mein Glaube; betend öffnet sich mein Herz; Christi Geist durchdringet mich und vertritt nada Glaube. mich fräftiglich. Bald strömt Friede, Heil und Segen mir von Gottes Thron entgegen. 3. Aber der verlornen Tage sind noch immer gar zu viel, wo ich müd' am Abend flage: heute keinen Schritt zum Ziel. Das ist noch der Geist der Welt, der mich so gefangen hält. Diese Knechtschaft, Herr, zerstöre, daß ich ganz dir angehöre. Mel. Wer nur den lieben Gott. 337. Stimmt dankend ein in meine Lieder; ein neues Leben ging mir auf. Zur Schar der Treuen fehrt' ich wieder; Gott stärkt des schwachen Pilgers Lauf; mir ist verziehn, und mit Vertraun darf ich hinauf zum Vater schaun. 2. Ich war sein Kind; mit Liebesarmen umfing er mich von Jugend an; wie Mütter sich des Sohns erbarmen, zeigt' er mir treu die sichre Bahn. Doch sein Gesetz voll Ernst und Huld ertrug ich oft mit Ungeduld. 3. Das Vaterhaus ward mir zu enge, das sanfte Joch ward mir zu schwer; ich sah ein fröhliches Gedränge auf breiten Wegen um mich her, verlor, von eitler Sinnenluft gelockt, den Frieden meiner Brust. 241 4. Ich irrt' umher, doch ohne Führer; ich suchte Ruh und fand sie nicht. Mein treuer göttlicher Regierer verschwand mir und sein himmlisch Licht; vom Schein getäuscht und ohne Rat verlor sich in der Nacht mein Pfad. 5. Da schlug ich in mich; heiß ersehnte ich mir zurück die beffre Zeit, und eine Troftesftimm' ertönte und gab dem Herzen Freudigkeit. Der Heimat zu kehrt' ich den Blick und eilte mun getroft zurück. 6. Die Arme mir entgegen breiten sah ich den Vater schon von fern. Wie schlug mein Herz, als er von weiten erschien, in dunkler Nacht ein Stern. Ich sank ver. trauend ihm ans Herz und weggeschwunden war der Schmerz. 7. Wie wohl ist meinem Geist, entwunden dem Wahn, der Sünden Sklaverei. Auch an der Liebe Joch gebunden, fühl' ich mich im Gehorsam frei. Die Prüfung aus des Vaters Hand ist selbst der Liebe Unterpfand. 8. O felig, wer sie nie empfindet, die Reue, die das Herz zerreißt; doch selig auch, wer wiederfindet, was er verlor, für seinen Geist. Das Kindesrecht ist wieder mein; stimmt, Brüder, in mein Loblied ein! 11 Das chriftliche Leben. 3. Gottseliger Sinn und Wandel überhaupt. 338. Kommt her zu mir, Seel' er ganz vergaß, dieweil er lebt' auf Erden. spricht Gottes Sohn, die ihr, des Vaters Zucht entflohn, mit Sünden seid beladen. Ihr Hohen, Niedern, groß und klein, hört, ich will euer Helfer sein, will heilen euren Schaden. 6. Und wenn er nicht mehr leben mag, dann seufzet er voll Weh und Ach, will sich erst Gott ergeben. Fürwahr, ich fürchte, Gottes Gnad, die er so lang verspottet hat, wird schwerlich ob ihm schweben. di 2. Mein Joch ist sanft, leicht ist die Laft; wer mir nur folgt, sein Kreuz umfaßt, der wird der Höll' entrinnen. Drum werdet nicht verzagt, noch weich. Durch meine Hülf gelingt es euch, den Himmel zu gewinnen. 7. Dem Reichen hilft doch nicht sein Gut, dem Jüngling nicht sein stolzer Mut; er muß aus seinen Freuden. Hätt' einer auch die ganze Welt, vom Tode hilft kein Lösegeld, er muß von hinnen scheiden. 3. Gern wollt die Welt auch selig sein, wenn nur nicht wär des Kreuzes Pein, der Christen Kampf und Leiden. Doch kann es anders ja nicht sein; darum ergebe sich darein, wer ewge Pein ill meiden. 242. 4. Heut ist der Mensch schön, jung und rot; sieh, morgen ist er frank, gar tot. Wie schnell muß er oft sterben. Gleich wie die Blumen auf dem Feld, so muß die Herrlichkeit der Welt in einem Nu verderben. 5. Die Welt erzittert vor dem Tod; liegt einer in der letten Not, dann will er erst fromm werden. Der schaffte dies, der schaffte das, der armen 8. Dem Weisen hilft nicht Wiß und Kunst, dem Hohen nicht der Fürsten Gunst, wir müssen alle sterben. Wer nicht schon in der Gnadenzeit zu seinem Hingang war bereit, muß ewiglich verderben. 9. Drum, die ihr Gott und Christum liebt und Frömmigkeit von Herzen übt, laßt euch die Müh nicht reuen. Stets haltet fest an Gottes Wort; er, euer Troft und höchster Hort, er wird euch schon erfreuen. 10. Sorgt, daß ihr hier unschuldig lebt, nicht Böses je um Böses gebt; laßt euch die Welt Gottseliger Sinn und Wandel überhaupt. nur höhnen. Stellt Gott anheim das Strafgericht und weicht vom schmalen Wege nicht; Gott wird die Seinen krönen. 11. Wenn's ginge nach des Fleisches Mut in Pracht, Ver gnügen, großem Gut, ihr würdet bald erkalten. Drum schickt Gott Trübsal her und Schmerz und will durch Züchtigung das Herz zur ewgen Freud' erhalten. 12. Jhr sollt nach dieser furzen Zeit bei Christo stehn in Herrlichkeit; dahin mögt ihr gedenken. Kein Mensch ist, der aussprechen kann, was dort der Fromme wird empfahn, den Lohn, den Gott wird schenken. 13. Und was der ewig treue Hort versprochen hat in seinem Wort, bezeugt bei seinem Namen, das giebt und hält er auch fürwahr; der helf' uns zu der Engel Schar durch Jesum Christum. Amen! 243 3. Du sagst: Ich bin ein Chrift; denn ich bin ja getaufet auf Christi Tod, der mich mit seinem Blut erkaufet. Ja wohl, doch prüfe dich, wie steht's um deinen Bund, den du mit Gott gemacht in jener Gnadenstund? 4. Hast du nicht ihn vorlängst gar oft und viel gebrochen? haft du als Gottes Kind dich, wie du ihm versprochen, in allem Thun gezeigt? dem Guten nachgestrebt? hat nicht der alte Mensch bisher in dir gelebt? 5. Du sagst: Ich bin ein Chrift, weil ich des Heilands Lehre zu Haus und öffentlich oft les' und fleißig höre. Doch thuft und übst du auch, was Mel. Gott, du frommer Gott. 339. Du fagft: Ich bin dieses Wort dich lehrt? Wer's thut, nicht wer es hört, der ist bei Gott geehrt. ein Christ. Wohl dir, wenn Werk und Leben dir dessen, was du sagst, Beweis und Zeugnis geben. Der liebet Christum nicht, der noch die Sünde liebt, ist auch kein Chrift, obgleich er sich den Namen giebt. 2. Du fagft: Ich bin ein Chrift. Der ist's, der Jesum kennet, ihn seinen Gott und Herrn nicht bloß mit Worten nennet; nein, sondern willig thut, was ihm sein Herr gebeut. Thust du das nicht, so ist dein Ruhm nur Eitelkeit. 1 6. Du fagft: Ich bin ein Christ, laß speisen mich und tränken mit dem, was Chriftus uns im Abendmahl will schenfen. Wohl, aber zeige mir, ob 11* 244 jqundasd Das chriftliche Leben.spilatio Christi Leib und Blut in dir zur Heiligung auch seine Wirfung thut. 7. Du sagst: Ich bin ein Chrift; ich bete, lef und finge, ich geh' ins Gotteshaus; sind das nicht gute Dinge? Sie sind's, wenn man sie thut mit red. 340. Schafft mit Gruft, oping Ernst, lichem Gemüt und so, daß Gott dabei ein reines Herz auch sieht. 8. Bist du ein wahrer Chrift, so mußt du sein gesinnet, wie Jesus Christus war. Wenn reine Liebe rinnet aus deines Herzens Quell, wenn du demütig bift von Herzen, wie der Herr, dann sag: Ich bin ein Chrift. ihr Menschenkinder, schaffet eure Seligkeit! Bauet nicht, wie fichre Sünder, auf die ungewisse Zeit, sondern schauet über euch, ringet nach dem Himmelreich, strebet heilig hier auf Erden und so selig dort zu werden. 2. Selig, wer im Glauben tämpfet; felig, wer im Kampf besteht, wer des Fleisches Lüfte dämpfet und den Reiz der Welt verschmäht. Ohne tapfern Streit und Krieg folget nie Triumph und Sieg. Nur den Sieger schmückt zum Lohne unverwelkt die Himmelskrone. 9. Doch ach, so lange man an deinem Thun verspüret, daß Stolz und Übermut noch deinen Sinn regieret; wenn an der Sanftmut statt sich zeiget Haß und Neid, so bist du ganz gewiß vom Christentum sehr weit. 10. Du sagst: Ich bin ein Christ, und rühmst dich des mit Freuden; doch thust du auch wohl mehr, als manche kluge Heiden? Sie flagen dich viel leicht vor Gottes Thron einst an, daß du auf Erden nicht so viel als sie gethan. 00 11. Ach gieb, mein Gott, mir Kraft, mit Ernst mich zu befleißen, zu sein ein wahrer Christ, und nicht bloß so zu heißen! Denn wer den Namen hat und nicht die That zugleich, gelanget nimmermehr zu dir ins Himmelreich. Mel. Werde munter, mein G. 3. Brünftig beten, allzeit wachen, die Versuchung weislich fliehn, sich die Pflicht zur Freude machen und sich niemals ihr ent. ziehn, selbst beim Spott und Hohn der Welt das nur thun, was Gott gefällt, dieses wollen und vollbringen, das heißt, nach dem Himmel ringen. 4. Drum entreißet euch den Lüsten, die ihr noch gefesselt seid, • Gottseliger Sinn und Wandel überhaupt. und beweiset euch als Chriften, sei, laß mich mir sterben, dir mutig und getroft im Streit. Schont der liebsten Neigung nicht, wär' es auch die schwerste Pflicht, und denkt oft an Chrifti Worte: Dringet durch die enge Pforte! zu leben, und mach in mir, Herr, alles neu. Ach wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christentum. 3. Entreiße du mein Herz der Erde, daß ich, der ich unsterblich bin, zu deinem Bild erneuert werde, und gieb mir meines Heilands Sinn. Ach wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christentum. modr 5. Zittern will ich vor der Sünde und dabei auf Jesum fehn, daß ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu bestehn. Ach mein Heiland, steh mir bei, daß ich wohl gerüstet sei. Gieb mir deines Geiftes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen. 6. Amen, es geschehe, amen! Gott, versiegle dies in mir. Hilf, daß ich in Jesu Namen so den Kampf des Glaubens führ. Ach verleihe Kraft und Stärk' und regiere selbst das Werk, daß ich wache, bete, ringe und also zum Himmel dringe. dumn Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. er weiß, wie nah 5. Gieb mir zum Streite Mut und Kräfte, hilf, daß ich stets dir bleibe treu, ans Kreuz den alten Menschen hefte und mir die Welt gekreuzigt sei. 341. Gieb, Gott, daß ich Ach wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christentum. 6. Laß in mir Glauben, Hoffnung, Liebe lebendig, fest und thätig sein, daß ich bis an mein Sterben übe das Christentum ohn Heuchelschein. Ach wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christentum. dich recht erkenne; gieb, daß ich, frei von Heuchelei, nicht bloß mich Christi Jünger nenne; gieb, daß ich, was ich heiße, sei. Ach wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christen tum. 245 2. Hilf, daß ich, dir allein ergeben, der Sünde abgestorben 4. Regiere du selbst meine Seele, damit ich Chrifto folge nach, daß ich den schmalen Weg erwähle, ja Ehre such' in Chrifti Schmach. Ach wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christentum. 246 qundredi Das christliche Leben.gilsitio auch zuletzt bethöre. Schleuß meine Ohren zu, gieb deinem Worte Kraft, das sagt, du forderst auch auch von Worten Rechenschaft. sd di chie 95. Gieb mir ein frommes Herz, wenn ich die Welt be trachte, daß ich die Eitelkeit und Sündenlust verachte. Es Mel. O Gott, du frommer Gott. 342. Gieb mir ein from. muß ja doch die Welt mit ihrer Luft vergehn, den Frommen aber bleibt der Himmel offen stehn. 6. Gieb mir ein frommes Herz, daß ich dein sei und bleibe, das Werk der Heiligung mit wahrem Eifer treibe. Heut fromm sein, morgen bös, und so in Wankelmut bald recht, bald unrecht thun, stürzt in der Hölle Glut. 7. Gieb mir ein frommes Herz, so wird's mir wohlergehen. Du wirst mein Beistand sein, wenn rauhe Winde wehen. Den Frommen ist ja Gnad' und Hülfe zugesagt, wenn Unmut und Verdruß das Herz der Bösen nagt. 8. Gieb mir ein frommes Herz, so kann ich selig sterben und als dein Kind, o Gott, dein Himmelreich ererben. Ift auch die Frömmigkeit auf Erden oft verhöhnt, im Himmel wird sie einst aufs herrlichſte gekrönt. 7. So hab' ich schon auf dieser Erde, was mich beruhigt und erfreut, wenn ich mit Gott vereinigt werde, schmeck' ich des Himmels Seligkeit. Ach wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christentum. mes Herz, du Geber aller Gaben. Das soll mein Reichtum sein, den ich begehr zu haben; das soll sein meine Zier, mein Glück, das mich ergößt, denn Frommsein wird bei Gott und Menschen hochgeschäßt. ls 2. Gieb mir ein frommes Herz in allem meinem Denken. Wenn sich mein eitler Sinn auch will zum Bösen lenken, so schrecke du mich ab von des Verderbens Steg und führe mich, o Gott, den rechten Himmelsweg. 3. Gieb mir ein frommes Herz. Wenn man mich will verführen, laß deinen guten Geift mein Herz recht kräftig rühren, daß ich dem Heiland nach auf ebnem Pfade geh' und nicht auf Menschenlob und Menschentadel ſeh. medast 4. Gieb mir ein frommes Herz, wenn ich viel Böses höre, daß die Gewohnheit nicht mich Gottseliger Sinn und Wandel überhaupt. 9. Gieb mir ein frommes stets findlich fürchte, was sie Herz; wirst du es, Gott, mir dräun. Wie schwer's auch meinen geben, so will ich dankbar sein Lüften deucht, dein Joch ist sanft, in meinem ganzen Leben; so soll die Laft ist leicht. mein Herz und Sinn sich lenken himmelwärts. Drum bitt' ich noch einmal: Gieb mir ein frommes Herz. sito 35 BUVA 5. Sobald ich deine Stimme höre, so mache Leib und Seel bereit, daß ich mit Folgsamkeit sie ehre und thue, was sie mir gebeut. Ich soll nicht Hörer nur allein, ich soll zugleich auch r Mel. Wer nur den lieben Gott. sed 343. Gott, deinen heiligen Thäter sein. Befehlen will ich, dein Kind, gehorsam sein. Laß mich das beste Teil erwählen; in allem sei dein Wille mein. Du bist mein Herr, ich bin dein Knecht; was du gebeutst, ist gut und recht. 2. Gehorsam ist die beste Gabe, die dein Geschöpf dir opfern kann. Wenn ich ihn dir geopfert habe, welch eine Freud' empfind' ich dann. Nur müff' ich's, dir zum Preis und Dank aus Liebe thun und nicht aus 3wang. 3. Dein Sohn gehorchte dir so gerne; ach hilf, damit ich immerdar dir, Vater, so gehorchen lerne, wie Jesus dir gehorsam war. Er, dir getreu bis in den Tod, erfüllte, was dein Recht gebot. Laß deine heiligen Gesetze mir immerdar vor Augen sein und gieb, daß ich sie nie verletze, 247 6. Gieb endlich mir in Leidenstagen ein Herz, das standhaft dir vertraut. Hilf mir gehorchen, statt zu klagen. Ein Kind, das gläubig auf dich schaut, ruht leidend auch an deiner Brust, und alle Last wird ihm zur Luft. m 344. Wenn zur Vollführung deiner Pflicht dich Gottes Liebe nicht beseelet, so rühme dich der Tugend nicht und wisse, daß dir alles fehlet. Wenn Vorteil, Wolluft, Eigensinn und Stolz dir nur das Gute raten, so thue noch so gute Thaten, du haft vor Gott den Lohn dahin. 2. Sei durch die Gaben der Natur das Wunder und das Glück der Erden beglückeft du die Menschen nur, um von der Welt gesehn zu werden, erfüllt die Liebe nicht dein Herz, so bist du bei den größten Gaben, - 248 tqundsd Das christliche Leben.pilatio bei dem Verstand, den Engel haben, vor Gott doch nur ein tönend Erz. 3. Bau Häuser auf und brich dein Brot, das Volk der Armen zu verpflegen; entreiß die Witwen ihrer Not und sei der Waisen Schuß und Segen; gieb alle deine Habe hin, noch haft du nichts vor Gott gegeben. Wenn Lieb und Pflicht dich nicht beleben, so ist dir alles kein Gewinn. 4. Thu Thaten, die der Heldenmut noch jemals hat verrichten können; vergieß fürs Vaterland dein Blut, laß deinen Leib für andre brennenbeseelet dich nicht Lieb' und Pflicht, bist du die Absicht deiner Thaten, so schüß' und rette ganze Staaten- Gott achtet deiner Werke nicht. ible 5. Läg' ihm an unfren Werfen nur, so könnt er uns, sie zu vollbringen, sehr leicht durch Fesseln der Natur, durch Kräfte seiner Allmacht zwingen. Vor ihm, der alles schafft und giebt, gilt Weisheit nicht, nicht Macht und Stärke; er will die Absicht deiner Werke, ein Herz, das ihn verehrt und liebt. 6. Ein Herz von Eigenliebe fern, fern von des Stolzes eitlem Triebe, geheiligt durch die Furcht des Herrn, erneut durch Glauben zu der Liebe, dies ist's, was Gott von uns verlangt. Und wenn wir nicht dies Herz befigen, so wird ein Leben uns nichts nüßen, das mit den größten Thaten prangt. 7. Drum täusche dich nicht durch den Schein, nicht durch der Tugend bloßen Namen. Sieh nicht auf deine Werk' allein, sich auf den Quell, aus dem sie kamen. Prüf dich vor Gottes Angesicht, ob seine Liebe dich beseelet. dich beseelet. Ein Herz, dem nicht der Glaube fehlet, dem fehlet auch die Liebe nicht. 8. Wohnt Liebe gegen Gott in dir, so wird sie dich zum Guten stärken; du wirst die Gegenwart von ihr an Liebe zu dem Nächsten merken. Die Liebe, die dich schmücken soll, ist gütig, ohne Lift und Tücke, beneidet nicht des Nächsten Glücke; sie bläht sich nicht, ist langmutsvoll. 9. Sie deckt des Nächsten Fehler zu und freut sich niemals seines Falles; sie suchet nicht bloß ihre Ruh, sie hofft und glaubt und duldet alles; sie ist's, die dir den Mut verleiht, des Höchsten Wort gern Gottseliger Sinn und Wandel überhaupt. zu erfüllen, macht seinen Sinn zu deinem Willen und folgt dir in die Ewigkeit. Mel. Werde munter, mein G. 345. Lebre, Herr, mich recht bedenken, was wahrhafte Weisheit sei; meinen Fleiß darauf zu lenken, ftehe mir aus Gnaden bei. Denn die Klugheit, die die Welt ohne Grund für Weisheit hält, fördert nicht mein Wohlergehen und wird nie vor dir bestehen. 2. Weisheit ift's, wenn unsre Seelen sich, Herr, deines Wortes Licht stets allein zum Leitstern wählen und mit fefter Zuversicht diesem Licht sich anvertraun; denn die folgsam darauf schaun, ihre Hoffnung darauf gründen, werden Heil und Leben finden. 3. Weisheit ist es, danach trachten, recht mit sich bekannt zu sein; sich nicht schon vollkommen achten und den Eigendünkel scheun; gern auf seine Fehler sehn, reuig sie vor Gott geftehn; eifrig stets nach Beffrung streben und doch nie sich ftolz erheben. 4. Weisheit ist es, Christum ehren, seiner Mittlerhuld vertraun, so auf seine Stimme hören und auf seinen Wandel 249 schaun, daß man falsche Wege flieht und mit Eifer sich bemüht, seinem Bilde hier auf Erden immer ähnlicher zu werden. 5. Weisheit ist es, alles meiden, was mit Reu das Herz beschwert, und sich hüten vor den Freuden, die der Sündendienft gewährt, eiteln Ruhm, der bald verblüht, Luft, die im Genuß schon flieht, nicht für wahre Wohlfahrt achten, nein, nach bessern Gütern trachten. 6. Weisheit ift es, Gottes Gnade sich zu seinem Ziel ersehn und auf seiner Wahrheit Pfade diesem Glück entgegengehn, gern nach Gottes Willen thun, froh in seiner Fügung. ruhn und, wenn Leiden uns beschweren, hoffend mit Geduld ihn ehren. 7. Weisheit ist es, ftets bedenken, daß wir hier nur Pilger sind, Wunsch undHoffnung dahin lenken, wo die Seele Ruhe find't, feine Augen unverwandt nach dem ewgen Vaterland richten und sich hier bestreben, wie man droben lebt, zu leben. 8. Diese Weisheit ist auf Erden, Höchster, unser bestes Teil; die von ihr geleitet werden, deren Weg ist Licht und Heil. Solche Weisheit kommt 11** 250 Das christliche Leben. von dir; Gott, verleihe sie auch mir, laß sie mich zu allen Zeiten auf den Weg des Friedens leiten. Lands Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 346. Nach meiner Seelen Seligkeit laß, Herr, mich eifrig ringen. Sollt' ich die kurze Gnadenzeit in Sicherheit verbringen? Wie würd' ich einst vor dir beftehn? Wer in dein Reich wünscht einzugehn, muß reines Herzens werden. 2. Erft an dem Schluß der Lebensbahn auf seine Sünden sehen und, wenn man nicht mehr fündgen kann, Gott um Erbarmung flehen, das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht in deinem Wort bezeichnet. 3. Du rufft uns hier zur Heiligung; drum laß auch hier auf Erden des Herzens wahre Besserung mein Hauptgeschäfte werden. Herr, dazu gieb mir Kraft und Trieb, nichts in der Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. Welt fei mir so lieb, als dieje 347. Wer bin ich? welche deine Gnade. 4. Gewönn' ich auch die ganze Welt mit allen ihren Freuden und sollte das, was dir gefällt, o Gott, darüber meiden, was hülfe mir's? Nie kann die Welt mit allem, was sie in sich hält, mir deine Gnad' ersehen. 5. Was führt mich zur Zufriedenheit schon hier in diesem Leben? was kann mir Troft und Freudigkeit in Not, im Tode geben? Nicht Menschengunst, nicht irdisch Glück, nur Gottes Gnad' und dann ein Blick auf jenes Lebens Freuden. 6. Nach diesem Kleinod, Herr, laß mich vor allen Dingen trachboten und alles, was mir hinderlich, mit edlem Mut verachten. Daß ich auf deinen Wegen geb' und im Gericht dereinst befteh, sei meine größte Sorge. 7. Doch was vermag ich, wenn du nicht vor Trägheit mich beschüßeft und mich zur Treu in dieser Pflicht mit Kraft nicht unterstüßeft? O stärke mich, mein Gott, dazu; so find' ich hier schon wahre Ruh und dort das ewge Leben. große Frage! Gott, lehre sie mich recht verstehn, gieb, daß ich mir die Wahrheit sage, um mich so, wie ich bin, zu sehn. Wer sich nicht selbft recht kennen lernt, bleibt von der Weisheit weit entfernt. Gottseliger Sinn und Wandel überhaupt. 5. Wie kann der, der bei allem Wissen des Herzens Zustand sich verhehlt, auf wahre Bessrung sein befliffen, er, der nicht weiß, wie viel ihm fehlt? Sich selbst recht kennen, ist Verstand; drum mache mich mit mir bekannt. 251 2. Ich bin ein Werk von dei nen Händen; du schufft mich, Gott, zu deinem Preis. Dazu mein Leben anzuwenden, das ist dein väterlich Geheiß. Doch leb' ich als dein Eigentum auch, wie ich soll, zu deinem Ruhm? 3. Ich bin ein Christ nach dem Bekenntnis; doch bin ich das auch in der That? Herr, öffne selbst mir das Verständnis, recht einzusehn, ob ich den Pfad, den Jesus mir gewiesen, geh, und ob ich auch im Glauben steh. 4. Du fenneft unsers Herzens Tiefen, die uns selbst unergründ lich sind; drum laß mich oft und ernftlich prüfen, ob ich sei Mel. An Wasserflüssen Babylon. Chrifto gleich gefinnt. Befreie 348. Was hilft es mir, mich vom falschen Wahn, der auch den Klügsten täuschen kann. 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, mein Vater, das entdecke mir. Hab' ich der Wahrheit Weg erwählet, so gieb, daß ich ihn nie verlier! Erleuchte mich mit deinem Licht, so täuschen mich Verführer nicht. 7. Bin ich jetzt von dem sichern Pfade, der mich zum Leben führt, noch fern, so wecke mich durch deine Gnade, daß ich ihn ernstlich suchen lern. Gieb mir zur Bessrung Lust und Kraft; du bist's, der beides in uns schafft. 8. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war und hier gethan. O laß mich's nicht bis dahin sparen, wo Reue nichts mehr helfen kann. Hier mache mich zum Himmel flug und frei von schnödem Selbstbetrug. ein Chrift zu sein, wenn ich nicht chriftlich lebe, nicht heilig, fromm, gerecht und rein zu wandeln mich bestrebe, wenn ich dem seligen Beruf, zu welchem mich mein Gott erschuf, nicht folgsam mich beweise, und den, der mich erlöset hat, in Worten bloß, nicht durch die That und gute Werke preiſe? 2. Was hilft der Glaub' an Jesum Christ, den ich im Munde führe, wenn nicht mein Herz rechtschaffen ist, und ich die Frucht verliere; wenn mich die 252 Das chriftliche Leben.spilshire Eitelkeit der Welt mit ihrer Lust gefangen hält, ich ihre Fesseln liebe und, fühlbar für der Sünde Reiz, Zorn, Hoffahrt, Fleischeslüfte, Geiz in Wort und Thaten übe? bestärken? Denn meine ganze Seligkeit wirkt Glaube und Rechtschaffenheit, der Glaub' in guten Werken. 6. Gott, dieser Hoffnung wert zu sein, hilf, daß ich chriftlich lebe und vor dir heilig, fromm und rein zu wandeln mich bestrebe! Gieb mir Erkenntnis, Kraft und Mut, damit ich Welt und Fleisch und Blut im Glauben überwinde und dann nach wohl durchlebter Zeit den Lohn in jener Ewigkeit für meine Werke finde. 3. Weit ftrafenswürdger bin ich dann, ich, der ich Christum tenne, weiß, was er einst an mir gethan, ihn Herrn und Meister nenne, als der, der in der Finsternis des Irrtums tappt, noch ungewiß, ob er auch richtig wandle. Drum ließ der Herr ein Vorbild hier in seinem Wort und Zeugnis mir, damit ich darnach handle. Mel. Dir, dir Jehovah, will ich. 4. Und ach, woher denn Troft 349. Laß mich, o Herr, und Ruh, wenn Leiden mich bedrücken und mein Gewissen tritt herzu, die Schuld mir vorzurücken? Wo find' ich Troft in jener Not, kommt einst der schauervolle Tod, mein Grab mir aufzudecken, und meine Sünden lagern sich umher, gewaffnet wider mich mit einer Hölle Schrecken? 5. Weh mir, was hilft es mir einst dort, erweckt aus meinem Grabe, daß ich an Christum und sein Wort zum Schein geglaubet habe, wenn keine fromme gute That mein Leben hier bezeichnet hat, den Glauben zu in allen Dingen auf deinen Willen sehn und dir mich weihn. Gieb selbst das Wollen und Voll. bringen und laß mein Herz dir ganz geheiligt sein; nimm meinen Leib und Geist zum Opfer hin; dein, Herr, ist alles, was ich hab' und bin. 2. Gieb meinem Glauben Mut und Stärke; laß ihn durch wahre Liebe thätig sein, daß man an seinen Früchten merke, er sei kein eitler Traum und falscher Schein; er stärke mich in meiner Pilgerschaft und gebe mir zum Kampf und Siege Kraft. Gottseliger Sinn und Wandel überhaupt. 3. Laß mich, so lang ich hier soll leben, auch an dem bösen Tage sein vergnügt und deinem Willen mich ergeben, der mir zum Besten alles weislich fügt; gieb Furcht und Demut, wenn du mich beglückft, Geduld und Trost, wenn du mir Trübfal schickft. 4. Ach hilf mir beten, machen, ringen; so will ich einst, wenn ich den Lauf vollbracht, dir ewig Dank und Ehre bringen, dir, der du alles haft so wohl gemacht. Dann werd' ich heilig, rein, dir ganz geweiht dein Lob verkündigen in Ewigkeit. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 350. Gott will ich die. nen, ihm allein; ich bin sein Eigentum. Ich will mich seiner Rechte freun; Gehorsam sei mein Ruhm. 2. Wie heilig, wie gerecht und gut ist, was mir Gott ge beut. Wohl dem, der seinen Willen thut und gut zu sein fich freut. 3. Web dem, der seine Pflicht vergißt. Er bringt sich selbst in Not; denn nur was bös und schädlich ist, verbeut uns unser Gott. 253 4. Gott ist, wenn er Gesetze giebt, ein Vater, kein Tyrann; er treibt uns nur, weil er uns liebt, ihm gern zu folgen an. 5. Leicht ist die Laft und sanft sein Joch; er stärkt uns selbst zum Lauf; und straucheln, fallen wir dennoch, so hilft er felbst uns auf. 6. Er warnet, drohet und verheißt, legt Heil und Tod uns vor, und ich, erweckt durch seinen Geift, verschlöß' ihm Herz und Ohr? 7. Wie könnte der, der ihn nicht ehrt, sich seiner Kindschaft freun? Die nur sind dieser Würde wert, die seinem Dienst sich weihn. 8. Dir sei denn, Gott, mein Herz geweiht; ich bin dein Eigen. tum. Gieb diesem Willen Festigkeit; Gehorsam sei mein Ruhm. Mel. Jesu, der du meine Seele. 351. Der du uns mit deinem Blute dir zum Eigentum erwarbst und uns Sündern, uns zu Gute büßend an dem Kreuze starbst; ach wie viele deiner Chriften dienen noch den bösen Lüften und vergessen dein Gebot, deine Schmach und deinen Tod. 254 qund Das chriftliche Leben.spilafito@ 2. Ach, wann werden wir's erkennen, wozu du gestorben bist? wann nicht bloß uns Christen nennen, sondern thun, was christlich ist? wann um deines Todes willen, Jesu, dein Gebot erfüllen und den Lüsten wider ftehn, weil sie deine Leiden schmähn. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 3. Wer dich sieht von Gott verlaſſen in der tiefsten Traurig. 352. Gott, ich will mich keit, dich, Erlöser, sieht erblassen nach vollbrachtem schweren Streit und läßt doch zum Dienst der Sünden seine Lüste sich ent zünden, der hat nicht an deinem Heil, nicht an Gottes Gnade teil. ernstlich prüfen, ob ich lauter bin vor dir. Du kennst meines Herzens Tiefen; ach entdecke sie auch mir. Laß durch deinen Geift mich sehn, ob ich kann vor dir bestehn, ob ich auch aus reiner Liebe deinen Willen treulich übe. 2. Vor der schwachen Menschen Augen gnüget äußrer Werke Schein; was vor dir, o Herr, foll taugen, muß aus dir geboren sein. Nicht nur das, was wir gethan, auch die Absicht siehst du an. Deine Liebe muß uns dringen, gute Werke zu vollbringen. 4. Meiden könnt er sein Verderben; Hülfe giebt ihm Gott genug. Aber seht, er selbst will sterben, denn sein Glaub' ist Wahn und Trug. Er be tennet deinen Namen, ohne doch dir nachzuahmen, rühmet seines Glaubens sich, und sein Thun verleugnet dich. 6. Laß auf dich uns immer schauen und auf Welt und Sünde nie; laß dein Beispiel uns erbauen und uns stärken wider sie. Ach, die Absicht deiner Schmerzen präge tief in unfre Herzen, daß wir von der Sünde rein, Heiligster, dir ähnlich sein. 5. Ach, wenn uns der Trieb zur Sünde reizet wider unsre Pflicht, Heiligster, so überwinde uns der Trieb zur Sünde nicht. Lehr uns mutig ihn bekämpfen und die Macht der Lüfte dämpfen. Steh uns in Versuchung bei und erhalt uns dir getreu. 3. Ach, dem Nebel gleich verschwinden meine Tugenden vor mir; denn forsch' ich nach ihren Gründen, so steh' ich beschämt vor dir. Deine Liebe trieb mich nicht zur Erfüllung meiner Pflicht; nichtig ist, was ich voll. Gottseliger Sinn und Wandel überhaupt. brachte, ohne daß ich dein gedachte. 4. Oft nahm schnöde Eigen liebe meine ganze Seele ein; folgend meiner Ehrsucht Triebe, strebt' ich nur nach eitelm Schein. Und was ist nun mein Gewinn? Meinen Lohn hab' ich dahin; auf die Krone jenes Lebens harren Mietlinge vergebens. 5. Herr, vor deinem heilgen Throne gilt nur lautre Frömmigkeit. Ach vergieb in deinem Sohne, was mein Herz so tief bereut. Ich bekenne meine Schuld; decke sie mit deiner Huld. Alles Eigne, Herr, zer störe, daß ich ganz dir angehöre. 6. Gott, laß alle meine Werke Früchte deiner Liebe sein. Sie verleih' mir Kraft und Stärke, Seel' und Leben dir zu weihn, daß ich als dein Eigentum treulich fördre deinen Ruhm und, von deiner Huld getrieben, dich auf ewig möge lieben. 255 2. Selig sind, die Leid empfinden auf des Lebens schmaler Bahn. Ihre Traurigkeit wird schwinden; reicher Troft wird sie umfahn, denn sie wirkt zur Seligkeit Reue, welche nie gereut. 3. Selig sind, die sanften Mutes und in Demut milde sind; sie erfreuen sich des Gutes, das kein Troß und Streit gewinnt. Durch der Sanftmut ftille Macht wird das Schwerste leicht vollbracht. 4. Selig sind, die hier mit Schmachten dürften nach Ge rechtigkeit, die nach Gottes Reiche trachten, nicht nach Gütern dieser Zeit. Wo der Born des Lebens quillt, wird ihr Seelendurft geftillt. 5. Selig sind, die voll Erbarmen auf der Brüder Leiden sehn und den Schwachen, Kranfen, Armen freudig eilen bei. zustehn. Noch vor Gottes Thron erfreut einft auch sie Barmherzigkeit. Mel. Gott des Himmels und der. 353. Selig find die geift. 6. Selig sind die reinen Her lich Armen, denn das Himmel- zen, die nicht Sünd' und Welt reich ist ihr; ihnen öffnet voll Erbarmen Gott der ewgen Gnade Thür. Da wird ohne Maß gewährt, was ihr sehnend Herz begehrt. umstrickt, die mit schnöder Luft nicht scherzen, weil nur Heilges sie entzückt. Einft im reinen Himmelslicht schaun sie Gottes Angesicht. 256 Jaundred Das christliche Leben.splishio 7. Selig sind, die Frieden bringen, Schuld und Kränkung übersehn, Feindeshaß mit Huld bezwingen, für Verfolger seg. nend flehn. Trifft sie auch der Menschen Spott, seine Kinder nennt sie Gott. 4. Ehrfurcht und Demut vor Gott. Mel. O Gott, du frommer Gott. 354. Hinab geht Chrifti Weg; wohin geht dein Beginnen? Du in vermeßnem Stolz willst an des Himmels Binnen? flimmst ungenügsam auf? Dein Heiland stieg herab. Wer mit ihm aufwärts will, muß erft mit ihm hinab. 8. Selig sind, die als Gerechte dulden Kreuz, Verfolgung, Schmach, als des Herrn getreue Knechte bis zum Tod ihm fol. gen nach. Groß ist dort, vor Gottes Thron, seiner Überwinder Lohn. Gott selber schaut hernieder, der doch im Himmel thront; der Stolz ist ihm zuwider. Wer hoch das Auge trägt, sinkt endlich doch ins Grab und wird dem Ärmsten gleich. Darum, mein Aug, hinab. 4. Hinab, ihr Händ, hinab, hier stehen arme Brüder; neigt euch zur Niedrigkeit und labet Chrifti Glieder. Erquickt die Hungrigen, seid der Verlaßnen Stab. Der Himmel lohnt dafür; darum, ihr Händ, hinab. 5. Hinab, mein Herz, hinab; so wird Gott in dir wohnen. Die Demut ist sein Sinn; sie schmücken Himmelskronen. Was ist der Erde Glanz? Herr, wenn ich dich nur hab, so bin ich ewig reich. Darum, mein Herz, hinab. 2. Darum, mein Sinn, hinab, laß dich die Demut beugen; nur Leichtes flieget hoch. Der Quell muß erst sich neigen, der aufwärts wallen soll. Der Fluß mehrt seine Hab, je tiefer er sich senkt. Darum, mein Sinn, hinab. Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. 3. Hinab, mein Aug, hinab, 355. Mein Gott, du wohneft in der Höhe und siehst auf das, was niedrig ist. Gieb mir ein Herz, das deine Nähe und seine Schwachheit nie vergißt. Ach, lenke täglich meinen Sinn zur wahren Christendemut hin! Ehrfurcht und Demut vor Gott. 2. Was bin ich denn? Ein Mensch von Erde, ein Sünder und des Todes Raub. Wer weiß, wie bald ich sterben werde? dann wird mein Leib aufs neue Staub. Das präge meiner Seele ein, so werd' ich gerne niedrig sein. 3. Hätt' ich gleich alle Tugendgaben und hätte doch die Demut nicht, so würd' ich nur ein Blendwerk haben, nur Dampf und Schatten, doch kein Licht. Du liebst das Wesen, nicht den Schein. Wo Tugend ist, muß Demut sein. 4. Hilf, daß ich mich in Demut kleide, daß ich, von Stolz und Hoffahrt frei, die eitle Pracht von außen meide und sanften, ftillen Geistes sei. Du siehst nicht auf das schlechte Kleid; du liebst des Herzens Niedrigkeit. 5. Gieb, daß ich mich nicht überhebe, weil wir ja alle Brüder sind; daß ich dem Kleinsten Ehre gebe er ist so wohl, als ich, dein Kind. Der Tod macht endlich arm und reich, gering und hoch einander gleich. 6. Laß dir mich auch bei jedem Leiden in Demut unterworfen sein. Dort wirst du mich mit Ehren fleiden nach ausgestand. ner Schmach und Pein. Denn - 257 wer sich selbst erniedrigt hier, steht dort gewiß erhöht bei dir. mart Mel. Wer nur den lieben Gott. 356. Dich, Höchfter, ehrer. bietig scheuen, ist unser Glück und unsre Pflicht. Kein Mensch fann deiner Huld sich freuen, scheut er dein heilig Auge nicht. Drum wirke, Vater, selbst in mir durch deinen Geist die Furcht vor dir. 2. Sie leite mich auf meinen Wegen; sie sei mir Weisheit und Verstand und treibe mich, das abzulegen, was ich als unrecht hab' erkannt. Denn wer noch Lust zur Sünde hat, liebt wahrlich dich nicht in der That. 3. Gieb, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du allgegenwärtig bist, und das vor dir zu thun mich schäme, was dir, o Herr, ein Gräuel ist. Der Beifall einer ganzen Welt hilft dem doch nichts, der dir mißfällt. 4. Nie laß mich dein Gericht vergessen, mich nie mit Sündern fündlich freun; nie mutlos, doch auch nicht vermessen, noch stolz in deinem Dienste sein. Nie fül mich zur Sicherheit der Reichtum deiner Gütigkeit. 5. Laß mich mit weiser Vorsicht fliehen, was mich zu Sün 258 to Das chriftliche Leben.d den reizen kann, mich um ein reines Herz bemühen und nimm dich meiner hülfreich an; so meiner in komm ich in der Gnadenzeit durch dich zur wahren Seligkeit. 6. Erhalt in mir ein gut Gewissen, das weder Spott noch Trübsal scheu, und mache von den Hindernissen der wahren Tugend selbst mich frei. Nie störe Furcht und Lust der Welt mich, das zu thun, was dir gefällt. 7. Mit Ehrfurcht laß mich vor dir wandeln und stets, ich sei auch wo ich sei, nach deiner Vorschrift redlich handeln, ent fernt von aller Heuchelei. Du fieheft in das Herz hinein; nichts kann vor dir verborgen sein. 8. In deiner Furcht laß mich auch sterben, so fürcht' ich weder Tod noch Grab; so werd' ich jenes Leben erben, dazu dein Sohn sich für mich gab. Gott, deiner Furcht will ich mich weihn; ihr Lohn wird groß im Himmel ſein. ach wie finster, arm und klein schein ich dann mir selbst zu sein. Wesen, dessen Glanz die Himmel füllt, der du mich haft auserlesen, daß ich sei dein Ebenbild; wenn ich dich, des Lichtes Quelle, mir im Geist vor Augen stelle, 2. Meinem sündigen Gemüte fehlt der ersten Schönheit Spur; lautre Wahrheit, reine Güte sind in mir nicht von Natur; was ich in mir selber finde, ist nur Elend, Tod und Sünde; mein von dir entfernter Sinn neigt sich zum Verderben hin. 3. Was ich Gutes an mir habe, ist ein Werk von deiner Hand, eine reine Gnadengabe, mir durch Chriftum zugewandt. Zu dem Heiligungsgeschäfte giebt dein Geift allein mir Kräfte; nähmest du zurück, was dein ach was würde übrig sein. 4. Selbst die Menge deiner Gaben macht nur meinen Undank fund; denn wie oft hab' ich vergraben das mir anvertraute Pfund. Oftmals hab' ich es verschwendet, selten treulich an. gewendet; o wie häuft sich meine Schuld durch Verachtung deiner Huld. adap d madrile Mel. Jesu, der du meine Seele. udarionet 5. Herr, hier lieg' ich in dem Staube, unter deine Hand ge357. du majeſtätisch beugt; doch mein demutvoller Glaube, der mir den Erlöser zeigt, freut sich findlich deiner Güte, und mein hoffendes Gemüte hebt sich aus des Todes Thor voller Zuversicht empor. Ehrfurcht und Demut vor Gott. 6. Meine Kräfte, meine Glieder stehn zu deinem Dienst bereit. Sieh, hier sink' ich vor dir nieder, voll von Ehrerbietig feit. Deinen Willen thun und leiden, sei der Gipfel meiner Freuden; du, Beherrscher aller Welt, thu mit mir, was dir gefällt. 259 an Macht und Stärke reich! wer ist dir an Gewalt in allen Himmeln gleich? Vor dir erbebet Höll' und Welt; und was dein Arm umschlossen hält, muß deinen Scepter scheuen und sich mit Bittern freuen. ddod 2. Du hast durch deine Kraft gewölbt des Himmels Höh, die Erde festgesetzt, ein Ziel gesteckt der See. Dein Wort bewegt der Berge Grund und stürzt sie in des Meeres Schlund. Willst du zur Strafe ziehen, so kann kein Mensch entfliehen. 3. Wir alle find dein Thon und Werke deiner Hand; Leib, Seele, Gut und Blut hast du uns zugewandt. Du schreibst dem menschlichen Geschlecht Gesebe vor mit höchstem Recht und kannst sein Thun und Denken, wie dir's beliebt, umschränken. 4. Präg deine Gegenwart, Herr, den Gedanken ein; laß mich im Dunkeln auch dein helles Auge scheun. Erinnre mich an deine Macht und an die Pein der langen Nacht, wenn ich es wollte wagen, Gehorsam zu versagen. 5. Doch gieb, daß meine Furcht vor dir nicht fnechtisch befreie mein Gemüt von Mel. O großer Gott von Macht. Wish 358. Erhabne Majestät, Zwang und Heuchelei. Schenk sei; einen findlich freien Geist, der willig thut, was du ihm heißt, und der, bei reiner Liebe, sich im Gehorsam übe. GENTIA 6. Laß, Schöpfer, diese Furcht vor deiner Majestät den goldnen Zügel sein, darin mein Wille geht. Halt ihn damit auf rechter Bahn, treib ihn zu allem Guten an; so wird in dem Gewissen sich Fried' und Freude füssen. Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. 359. Wenn ich vor Gott mein Thun erwäge, sind mir zwei Dinge immer flar: ich bin zum Guten schwach und träge, und Gott allein ist gut und wahr. Nur ihm, nicht mir, gebühret Ruhm; dies fühlen, das ist Christentum. 260 to Das chriftliche Leben.d 2. Ich bin entblößt von Licht und Leben und arm an allem eignen Gut. Er kann und will mir alles geben, der alles hat Mel. Was frag' ich nach der Welt. und alles thut. Je mehr mein 360. Durch dich, o großer Herz sein Nichts bedenkt, je tiefer es in Gott sich senkt. 3. Weg, weg mit allem Heuchel wesen, wobei man sich nur sucht und liebt. Die Tugend hat sich Gott erlesen, die ihm allein die Ehre giebt. Du führst die Demut wohl im Mund; doch wohnt sie auch im Herzensgrund? 4. Man nennt sich arm und voll von Schwächen; wer glaubt es aber in der That? O Mensch, erkenne dein Gebrechen, dann wird für Schmerz und Unruh Rat. Die Demut bringt dir keine Pein, die Demut ist mit Freuden klein. 5. Ganz fromm und heilig möcht' ich werden, nur dir, Gott, angenehm zu sein. Vergessen mag man mich auf Erden, vor Menschen such' ich keinen Schein. Sei du nur, Gott, nur du geehrt, dann ist der Demut Wunsch gewährt. 66. O mach mich heilig schon hienieden; ich bleibe klein in meinem Sinn. Gieb mir des Himmels Glanz und Frieden; ich leg' ihn dir zu Füßen hin. Getrost, mein Vater, sterb' ich mir und gebe freudig alles dir. Gott, durch dich bin ich vorhanden. Die Himmel und ihr Heer sind durch dein Wort entstanden; denn wenn du sprichst, geschieht's, wenn du gebeutst, steht's da. Mit Allmacht bist du mir und auch mit Güte nah. 2. Wem sollt ich sonst vertraun, als dir, du Gott der Götter? wen ehren, als nur dich, mein Schuß und mein Erretter? Wie sanft ist dein Befehl: Gieb mir dein Herz, mein Sohn, und wandle meinen Weg; ich bin dein Schild und Lohn!" 3. Herr, dein Gebot ist Heil; dein Weg ist Fried' und Leben. Wie könnt' ich einem Gott der Liebe widerstreben? Das sichre Laster mag im stolzen Glücke blühn, mich soll es dennoch nicht in seine Nege ziehn. nis no 4. Sollt' ich der Menschen Ruhm stolz zu erringen trach. ten? Nein, Herr, wenn du mich ehrst, mag mich die Welt verachten. Auch wenn kein Mensch mich sieht, will ich die Sünde fliehn; denn du wirst aller Werk vor dein Gericht einst ziehn. Ehrfurcht und Demut vor Gott. 5. Und wenn ich deiner Huld, o Gott, gewürdigt werde, was frag' ich, außer dir, nach Himmel und nach Erde? Du bist es, dem zum Dienst ich Leib und Seele weih. Gieb, daß mein Wandel stets voll deines Ruhmes sei. 11 blagotvor m 361. Was mein Glück und jede gute Gabe? Ein unverdientes Gut. Bewahre mich, o Gott, von dem ich alles habe, vor Stolz und Übermut. 2. Wenn ich vielleicht der Welt mehr, als mein Nächster, nüße, wer gab mir Kraft dazu? und wenn ich mehr Verstand, als er besitzt, besize, wer gab mir ihn, als du? abd Mel. Dir dank ich für mein Leben. as ift mein Stand, 362. Was ich nur Gutes 3. Wenn mir ein größer Glück, als ihn erfreut, begegnet, bin ich dein besfrer Knecht? Giebt deine Gütigkeit, die mich vor andern segnet, mir wohl zum Stolz ein Recht? 261 4. Wenn ich geehrt und groß in Würden mich erblicke, Gott, wer erhöhte mich? Ist nicht mein Nächster oft bei seinem kleinen Glücke viel würdiger als ich? 5. Wie könnt ich mich, o Gott, des Guten überheben und meines schwachen Lichts? Was ich befiz, ist dein. Du sprichst, so bin ich Leben, du sprichst, so bin ich nichts. 6. Von dir kommt das Ge deihn und jede gute Gabe, von dir, du höchstes Gut. Bewahre mich, o Gott, von dem ich alles habe vor Stolz und Übermut. habe, ist deine milde Gabe, du Vater alles Lichts. Mein Da. sein und mein Leben ward mir von dir gegeben und ohne dich vermag ich nichts. 2. Mit Einsicht, Luft und Kräften zu nüßlichen Geschäften begabt mich deine Huld. Sie treibt zu guten Thaten und läßt sie mir geraten. An Feh. lern bin allein ich schuld. 3. Das Glück, des ich mich freue, wer schafft mir's? Deine Treue, du Herr der ganzen Welt. Du ordnest unsre Tage, ihr Glück und ihre Plage, wie's deiner Weisheit wohlgefällt. 4. Soll ich mich denn erheben, wenn mir in diesem Leben viel Gutes widerfährt? Was hat dich, Herr, bewogen, daß du mich vorgezogen? bin ich auch jemals dessen wert? 5. Ich bin viel zu geringe der Huld, Herr aller Dinge, 262 1o Das christliche Leben.d die du mir haft erzeigt. O laß mich's nie vergessen, wenn sich mein Herz vermessen zum Stolz und Eigendünfel neigt.did 6. Das nüßlich anzuwenden, was du mit Vaterhänden mir gütig zugewandt, gehorsam dir zu werden, das sei mein Fleiß auf Erden; dazu gieb Demut und Verstand. Mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. 363. Willst du der Weis. heit Quelle kennen? es ist die Furcht vor Gott, dem Herrn. Nur der ist weis' und klug zu nennen, der alle seine Pflichten gern, weil Gott sie ihm gebeut, vollbringt, wenn gleich dazu kein Mensch ihn zwingt. 2. Lern Gottes Größe recht empfinden und fühle deine Nichtigkeit; so wirst du nie dich unterwinden, mit thörichter Ver wegenheit zu tadeln, was sein Rat beschließt, der wunderbar, doch heilig ist. 3. Wirft du den Höchften findlich scheuen, so wird dir keine Pflicht zur Last; nur das wirst du vor ihm bereuen, daß du sie oft versäumet haft. Wer Gott als Zeugen vor sich hat, der freut sich jeder guten That. 4. Wenn Nacht und Dunkelheit dich decken, die dem Verbrecher Mut verleihn, wird dich die Furcht des Herrn er. wecken, auch dann, was unrecht ist, zu scheun. Denk nur: vor seinem Angesicht ist Finsternis wie Mittagslicht! ishoud 5. Den Höchsten vor der Welt verehren sowohl, als in der Einsamkeit auf des Gesetzes Stimme hören und willig thun, was er gebeut auch das lehrt dich die Furcht des Herrn; auch das thut, wer ihn ehret, gern. 6. Läßt dich die Welt Verachtung merken, wenn du dich fromm von ihr entfernst, die Furcht des Herrn wird dich schon stärken, daß du die Welt ver. achten lernst. Wer Gott, dem Höchften, wohlgefällt, ist glücklich, selbst beim Spott der Welt. 7. Sich stets vor dem Allmächtgen scheuen, giebt Helden. mut und Tapferkeit, wenn uns der Menschen stolzes Dräuen, was Gott mißfällt, zu thun gebeut. Jft Gott mein Schutz, mein Heil und Licht, so beb' ich vor den Menschen nicht. - 8. Laß deine Furcht, Gott, mich regieren, mich stets auf dich, den Höchsten, sehn; laß sie mich zu der Weisheit führen; Ehrfurcht und Demut vor Gott. so werd' ich niemals irre gehn. Wohl dem, der dich stets find lich scheut. Dich fürchten, Gott, ift Seligkeit. Pflicht; stolz sich zu erheben trachten, führt zum Fall, ziemt Chriften nicht. So wie Chriftus allen dienen, auch den Niedrig. ften aus ihnen, ohne bittern TallpStolz und gern, das ist Gnade vor dem Herrn. Mel. Du, o schönes Weltgebäude. 364. Sei nicht stolz, Geschöpf von Erde, sei nicht ftolz und fürchte dich. Gott ift's, der auch dir rief: Werde! der dir sagt: Dein Gott bin ich, alles hab' ich dir gegeben, brauche mir zum Ruhm dein Leben, frage, wozu gab ich's dir? und durch Demut danke mir. 2. O was rühmt ihr eure Werke? Menschen, was erhebt ihr euch? machet ihr euch selbst an Stärke, Weisheit und Vermögen reich? wollt ihr euch des Gebers schämen? Der's euch gab, der kann's auch nehmen. eid nicht sicher, seid nicht fühn, undankbar nicht gegen ihn. 263 sie vergehn. Sünder, die sich selbst vergöttern, werden nicht vor Gott bestehn. Die nur, welche seinen Willen demutsvoll und treu erfüllen, findlich ihn und sein Gebot ehren, haben Ruhm vor Gott. 4. Keinen Bruder zu verachten, sei uns ewig teure 5. Jesu gleich gefinnt zu wer. den, eifrig streben sollen wir. Er erschien bei uns auf Erden, und wie niedrig ward er hier. Der vollkommenste Gerechte starb für uns den Tod der Knechte, doch wie herrlich frönte Gott ihn nach seinem Kreuzestod. 6. Jhn rief Gott hinan zum Throne aus der tiefsten Niedrigkeit, denn er sprach zu seinem Sohne: Herrsche nun in Ewigfeit! Seine Treuen zu belohnen, kommt er einst mit Ehrenkronen und erteilt vor seinem Thron ihnen ihrer Demut Lohn. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 3. Weh den Stolzen, weh den Spöttern, schrecklich werden 365. rühmt euch eurer Weisheit nicht, die ihr euch weise meint. Wißt, daß euch eurer Weisheit Licht einst nicht im Tode scheint. 2. O rühmt euch eurer Stärke nicht, die jetzt euch troßig macht. Wißt, daß es euch an Mut gebricht, sinkt ihr in Todes. nacht. 264 Das christliche Leben.d 3. O rühmt euch eures Reich. tums nicht, des ihr euch heute freut. Wißt, daß er euch nicht Zuversicht in Todesnot verleiht. 4. Sucht darin euren wahren Ruhm, daß ihr Gott wißt und kennt, daß ihr, sein Volk und 5. Liebe und Dankbarkeit gegen Gott. Mel. Was mein Gott will, das. 366. Hier ist mein Herz, Herr, nimm es hin, dir hab' ich mich ergeben. Hinweg, o Welt, aus meinem Sinn mit deinem schnöden Leben. Dein Thun und Tand hat nicht Bestand, des ward ich endlich innen, drum schwingt aus dir sich mit Begier mein freier Geist von hinnen. 2. Gott ist mein allerbestes Gut, nach ihm steht mein Verlangen. Ach könnt' ich doch mit frohem Mut an meinem Gott nur hangen. Ach wäre doch das Sündenjoch mir völlig abgenommen, daß ich einmal auch zu der Zahl der Selgen möchte kommen. Eigentum, ihn gläubig Vater nennt. Ido E 5. Dies ist es, was dem Herrn gefällt, bedenk es stets, o Christ! Er, er regiert in aller Welt, wohl dem, des Ruhm er ist. 3. Ich seh, es kann die ganze Welt mit allen ihren Schäßen, und was den Sinnen wohl. gefällt, die Seele nicht ergößen. Ihr Glanz verschwind't, wie Rauch im Wind und alles muß zerftieben; nur Gott allein wird ewig sein, wohl allen, die ihn lieben. 4. Wie konnt' es doch zuvor geschehn, daß ich gefolgt den Lüften? wie konnt' ich so weit irre gehn, o Welt, in deinen Wüsten? Nun seh ich ein, es war nur Schein, was ich mir Glück ließ dünken, ich lief fürwahr dabei Gefahr, in ewgen Tod zu sinken. 5. Gieb, daß ich meinen Sinn zu dir hinauf gen Himmel schwinge, mit Lieb' und herz. licher Begier nach deiner Gnade ringe und mich allein in dir mag freun, Gott, meiner Seele Leben. Du allermeist kannst meinem Geist die volle Gnüge geben. 6. Drum schwinde hin, was flüchtig ist, ich will es lassen Liebe und Dankbarkeit gegen Gott. fahren. Du, Gott, der du mir alles bist, du wirst mein Herz bewahren, daß es nicht acht' auf Luft und Pracht, nach dir allein verlange, dir, höchstes Gut, mit festem Mut bis in den Tod anhange. 27 109d Mel. Ich will dich lieben, meine. 3. So nimm nun hin, was dir gehöret, das Herz, das sich dir ganz geweiht, und dieser Bund bleib ungestöret von nun an bis in Ewigkeit. Dir geb' ich alles, es ist dein; nie will ich eines andern sein. 265 nichts ist, das meine Seele labe, als du mein Gott, mein Troft und Licht. Rühmt fich die Welt mit ihrer Luft, mir ist ohn dich kein Heil bewußt. 367. Was giebst du denn, o mein Gemüte, Gott, der dir täglich alles giebt? womit vergiltst du seine Güte, die dich von Anbeginn geliebt? Es muß das Best' und Liebste sein; gieb ihm, gieb ihm das Herz allein. 2. Du mußt, was Gottes ist, Gott geben; der Welt gebühret nicht dein Herz. Bei Gott allein ist wahres Leben und bei der Welt nur Angst und Schmerz. Dir, o mein Gott, dir soll allein Mel. Aus meines Herzens Grunde. mein ganzes Herz gewidmet sein. 369. An Gott will ich mein Gott, nur habe, frag' ich nach Erd' und Himmel nicht. 2. Soll Leib und Seele mir verschmachten, ich hoffe doch getroft auf dich. Nichts will ich Schmerz und Plagen achten, dein tröstet meine Seele sich. Und ständ' auch alles wider mich, hab' ich, Allmächtiger, doch dich. 3. Dich haben, Gott, heißt alles haben, was nur die Seele wünschen kann. An dir will ich mich ewig laben; nimm dich nur meiner gnädig an. Dann sprech' ich: Du bist, Herr, mein Teil, bist meines Herzens Troft und Heil. gedenken, denn er gedenkt an mich. Wenn mich die Sorgen kränken, hebt meine Seele fich im Glauben himmelwärts. Dann fliehn die bangen Sorgen, wie Nebel vor dem Morgen, und Ruh erfüllt mein Herz. Mel. Wer nur den lieben Gott. 2. Denk' ich an seine Liebe, werd' ich so hoch entzückt, daß, 368. Ach, wenn ich dich, ist es noch so trübe, mir doch die Sonne blickt. Ich darf mich Gottes freun. Der nie sein 12 266 lo Das chriftliche Leben. Wort gebrochen, der hat mir ja versprochen: Ich will dein Vater sein. 3. Denk' ich an seine Güte, die alle Morgen neu, so freut fich mein Gemüte der großen Vatertreu. Die Laft werf' ich auf ihn; so wird die Arbeit füße, auch wenn ich Schweiß vergieße, denn Gott ist mein Gewinn. men 4. Denk' ich an sein Erbarer schenkt sein eignes Kind zur Rettung für mich Armen. Heißt das nicht treu gefinnt? Gott ift in Chrifto mein. Nun darf ich Hoffnung faffen, er wird mich nicht verlassen, wird stets mein Helfer sein. - 5. Drum will ich an Gott denken. Die Welt mag immerhin den Sinn aufs Eitle lenken; hier ist ein andrer Sinn. Ich trage Gott allein im Herzen und im Munde, und so kann teine Stunde ganz arm an Freude sein. 6. An Gott will ich gedenken, so lang ich denken kann. Wird man ins Grab mich senken, so geh' ich zwar die Bahn, wo mein die Welt vergißt; doch du, Gott, denfft noch meiner, wenn auch auf Erden keiner mein eingedenk mehr ift. Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 370. Habe deine Luft am Herrn, der dir schenket Luft und Leben; so wird dir sein Gnadenftern tausend holde Strahlen geben. Seine Liebe beut dir an, was dein Herz nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eitle Luft, die in Weinen sich verkehret. Wisse, wer in seiner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, findet stets auf seiner Bahn, was das Herz nur wünschen kann. 3. Luft am Herrn erfüllt mit Licht, wenn man ihn durchs Wort erkennet. Luft am Herrn stärkt den zur Pflicht, der von seiner Liebe brennet. Luft am Herrn beut alles an, was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer nur Lust am Höchften hat, hat auch Luft an seinem Willen, suchet ihn durch Wort und That unverdroffen zu er füllen, und so trifft er alles an, was das Herz nur wünschen kann. 5. Ist die Luft nicht ohne Last, trage willig die Beschwerden. Wenn du wohl gelitten haft, wird dir ewge Freude werden, und im Himmel haft du dann, was dein Herz nur wünschen kann. Liebe und Dankbarkeit gegen Gott. Mel. Ich dank dir, lieber Herre. 371. Gott lieben, iſt Gott lieben, ift mein Leben. Was kann doch süßer sein, als ihm das Herz ergeben, sich ihm auf ewig weihn? Unzählig sind die Proben von seiner Gütigkeit; was er noch aufgehoben, erwart' ich mit der Zeit. 3. Es lieben eitle Sinnen nur Ehre, Stolz und Pracht, indes doch ihr Beginnen nur Schmerz und Unruh macht. Ich bin genug geehret, wenn Gott sein Kind mich nennt; mir ist ge nug bescheret, wenn Jesus mich erkennt. 4. Legt aller Menschen Wissen dem klügsten Menschen bei; ich werde dennoch schließen, daß eines besser sei. Die Kunst, den lieb zu haben, der über alles liebt, ist mehr als alle Gaben, die Menschenweisheit giebt. 5. Kein Kreuz ist mir so bitter, die Liebe macht es süß; im trüb267 ften Ungewitter ist sie mein Paradies. Sie steht mir noch zur Seite in letter Todesnot und zeigt mir nach dem Streite des Himmels Morgenrot. 2. Ein andrer liebet Schäße und sammelt armes Geld, dadurch er in die Neße verbotner Lüfte fällt. Ist Gott mein Mel. Alles ist an Gottes Segen. Schatz auf Erden, so bin ich 372. Nun, so will ich reich durch ihn und soll noch reicher werden, wenn ich im Himmel bin. 6. Mein Gott, laß deine Liebe mir immer teurer sein. Geuß dieſe reinen Triebe in meine Seel hinein. Dir sei mein Herz ergeben; zünd es mit Flammen an, bis ich in jenem Leben dich ewig lieben kann. denn mein Leben völlig meinem Gott ergeben; nun wohlan, es ist geschehn. Sünd, ich will von dir nicht hören; Welt, ich will mich von dir kehren, ohne je zurück zu sehn. 2. Ich will meine Augen schließen und hinfort nicht mehr genießen, was die Eitelkeit mir beut. Weg, du kurzes Scheinvergnügen, du sollst mich nicht mehr betrügen; deine Lust wird Laft und Leid. 3. Hab' ich sonst mein Herz geteilet, hab' ich hier und da verweilet, endlich sei der Schluß gemacht, meinem Gott allein zu leben, meine Liebe ihm zu geben, ihm zu dienen Tag und Nacht. 12* 268 to Das christliche Leben. adsi 4. Herr, ich opfre dir zur Gabe auch das Liebste, was ich habe; sieh, ich halte nichts zu rück. Prüfe selber Herz und Nieren. Solltest du noch Fal. sches spüren, tilg es diesen Augenblick. 5. Eines nur will ich betrachten, auf die eitle Luft nicht achten, nur auf deinen Willen sehn; fremd der Welt und ihren Sor. gen, will ich hier, in dir verborgen, als ein wahrer Pilger gehn. 6. Jesu, deinem Himmels. leben will ich gänzlich mich er. geben, tragen deines Kreuzes Pein. Sollt' auch Leib und Seel verschmachten, du bist mein; wie könnt ich's achten? Du bist mein und ich bin dein. mein Leben, Gott, der du mir's gegeben; ich danke dir dafür. Du haft, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen; durch deine Güte bin ich hier. 2. Du, Herr, haft mich be. reitet, mich väterlich geleitet bis diesen Augenblick. Du gabst mir frohe Tage, und selbst der Leiden Plage verwandeltest du in mein Glück. der du mich bewacht. Damit ich, Staub und Erde, auf ewig glücklich werde, hast du schon ewig mein gedacht. 6. Für alle deine Treue, für das, des ich mich freue, lobsinget dir mein Geift. Es ist dein größt Geschenke, daß ich durch 373. Dir dank' ich für ihn dich denke; dein ift's, daß er dich Vater heißt. 3. Ich bin, Herr aller Dinge, der Treu viel zu geringe, mit 4. Du hörtefst schon mein Sehnen und zählteft meine Thränen, eh ich bereitet war; eh ich die Sonne sehen und zu dir konnte flehen, da wogst du schon mein Teil mir dar. 5. Du ließt mich Gnade finden vorher von Ewigkeit. OHöchſter, und sahst doch meine Sünden welch Erbarmen! Du sorgefſt Vater, der verzeiht. für mich Armen und bist ein 7. Daß du mein Leben fristeſt und mich mit Kraft ausrüfteft, dies, Vater, dank' ich dir. Daß du mich liebreich führeft, mit deinem Geist regiereft, dies alles, Vater, dank' ich dir. 8. Was mir in diesem Leben noch nüßt, wirst du mir geben. Du giebst's; ich hoff' auf dich. Dir, Vater, dir befehle ich meinen Leib und Seele. Herr, segne und behüte mich. Liebe und Dankbarkeit gegen Gott. Mel. Nun danket all und bringet. Mel. Es ist genug, so nimm. 374. Wie selig bin ich, 375. Hier ist mein Herz, o Gott, ich geb' es dir, dir, der es gnädig schuf. ,, Entzeuch's der Welt, mein Kind, und gieb es mir!" dies ist dein Vaterruf. Hier ist das Opfer meiner Liebe, ich weih' es dir aus freiem Triebe. Hier ist mein Herz. 2. Hier ist mein Herz, o nimm es gnädig an, ob ihm gleich viel gebricht. Ich geb' es dir, so gut ich's geben kann, verschmäh die Gabe nicht. Es ist mit böser Luft beflecket, mit Sünd' erfüllt, mit Schuld bedecket, mein armes Herz. 3. Hier ist mein Herz, Gott der Barmherzigkeit, erbarme du dich sein. Die ganze Welt, sie stillet nicht sein Leid, du bist sein Troft allein. Es spricht mit kindlichem Vertrauen: Laß dich, o Gott, als Vater schauen, mein hoffend Herz. 4. Hier ist mein Herz, es sucht in Jesu Heil, es naht zum Kreuze hin. O Gottes Sohn, du bist mein höchstes Teil dein Blut ist mein Gewinn. Gieb Friede mir durch deine Wunden, halt ewig es mit dir verbunden, mein gläubig Herz. wenn mein Geist empor zu Gott sich hebt und, weil er seinen Schöpfer preift, des Engels Leben lebt. 2. Wer gleicht ihm? wer ist so geschmückt mit Herrlichkeit und Licht? Er ist der Schönste, wen entzückt des Schönsten Anblick nicht? 3. Ein voller Strom von Wonne quillt aus seiner Wissenschaft, denn er ist selig, er erfüllt mit Freuden, was er schafft. 4. Der Herr ist selig nicht allein, denn er will in der Zeit und Ewigkeit auch uns erfreun durch seine Seligkeit. 5. Er wollt's und schuf, und nun umringt den Seligen ein Heer, das selig ist und ihm lobsingt, das niemand zählt als er. 6. Auch ich und das ist mein Beruf auch ich soll selig ſein. Heil, Seele, dir, die Gott erschuf, um seiner dich zu freun. - 269 7. Schon siehst du durch ein dämmernd Licht, was Engel mehr verstehn. Dort wirst du ihn von Angesicht zu Angesichte sehn. Itol Das chriftliche Leben. 5. Hier ist mein Herz. Geift Mel. Der du dein Wort mir hast. Gottes, mach es rein und schaff es gänzlich neu, weih dir es 376. Dir, Gott, dir will felbst zum heilgen Tempel ein, mach es im Guten treu. Hilf, daß es stets nach Gott verlange, ihn fürchte, lieb' und an ihm hange, mein neues Herz. 270 6. Hier ist mein Herz, es überdenkt gerührt die Hoheit deines Throns. Schenk ihm den Schmuck, der deine Knechte ziert, die Demut deines Sohns. Gieb, daß es Stolz und Hoffahrt fliehe und klein zu werden sich bemühe, mein niedrig Herz. 7. Hier ist mein Herz, lehr es Gelaffenheit. Sein Glück sei stets dein Rat, sein Wahl. spruch sei im Wohlergehn und Leid: Was Gott beschlossen hat! Es glaube feft zu deinem Preise: der Herr ift treu, mein Gott ist weise, mein folgsam Herz. 8. Hier ist mein Herz. Bewahr es, treufter Freund, vor Trug und Heuchelei. Gieb, wenn der Tod, der letzte Feind, erscheint, daß es voll Glaubens sei. Dann laß mich, wenn die Augen brechen, das treue Wort noch fröhlich sprechen: Hier ist mein Herz. ich fröhlich singen, dir, dessen Freude Wohlthun ist; dir will ich Dank und Ehre bringen, dir, der du gut und freundlich bist. Ja, Gott, du bist ganz Gnad' und Treu; gieb, daß mein Herz ganz Freude sei. 2. Dich preisen aller Engel Heere, dir singt der ganze Himmel Dank; dir, Herrscher, brausen Wind und Meere, dir tönt der Wälder Lobgesang. Die ganze Schöpfung ruft mir zu: Wo ist ein solcher Gott wie du? 3. Du hast, o Vater, mein Gemüte durch manche Gnaden. gab' erfreut. O, gieb mir auch, nach deiner Güte, noch ein Ge schent, die Dankbarkeit. Es finge, Herr, was in mir ift, dein Lob, daß du so gnädig bift.dol 4. Wer schuf die Seel' und ihre Kräfte, Gedächtnis, Willen und Verstand? wer segnet mein Berufsgeschäfte? wer stärkt die arbeitsame Hand? wer schenket mir den edlen Freund, der treu mit mir im Kummer weint? 5. Wer friftet meine Lebenstage? wer schmückt und krönet sie mit Heil? Du, Vater, Liebe und Dankbarkeit gegen Gott. thuft's! Drum, Seele, fage: Du, Gott, bleibst ewiglich mein Teil. Von ganzem Herzen liebst du mich, von ganzem Herzen preif' ich dich. 6. Wie kann ich deine Treu vergelten? Ich bin zu arm zu dieser Pflicht. Die Schäß' in Millionen Welten bezahlen deine Wohlthat nicht. Mein schwacher Dank ist viel zu klein, ein würdig Opfer dir zu sein. 7. Dir will ich fernerhin vertrauen, denn stets hast du mir wohlgethan. Auf dich will ich mit Glauben schauen; mich schau mit Vaterblicken an. So geh' ich ruhig durch die Zeit und fröhlich in die Ewigkeit. 3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, kindlich scheuend liebe, wenn ich redlich dein Gebot und mit Freuden übe, o wie ist mir dann so wohl, wie ist mein Gemüte seliger Empfindung voll, voll von deiner Güte. 4. Dann darf ich mit Zuverficht nach dem Himmel blicken; meine Leiden fühl' ich nicht, wie sie mich auch drücken. Hoffnung und Zufriedenheit wohnen mir im Herzen, tröften und erhöhn mich weit über alle Schmerzen. 5. Du bist mein, so jauchz' ich dann; wer ift, der mir schade? Heil mir, daß ich's rühmen kann: mein ist deine Gnade! Dir ist meine WohlMel. Schwing dich auf zu deinem. 377. Deines Gottes freue fahrt wert; der du mir das Leben schenkteft, wirft auch, was mich nährt und erfreut, mir geben. 6. Jesus ist nach deinem Rat in die Welt gekommen; alle meine Missethat hat er weg. genommen. Ihm vertrau' ich, bet' ihn an, glaub' an seine Leiden, folg' ihm treulich, und so kann nichts von dir mich scheiden. dich, dank ihm, meine Seele. Sorget er nicht väterlich, daß kein Gut dir fehle? Schützt dich seine Vorsicht nicht, wenn Gefahren dräuen? Ift's nicht Seligkeit und Pflicht, seiner dich zu freuen? 271 2. Ja, mein Gott, ich hab' an dir, was mein Herz begehret- einen Vater, welcher mir, was mir nüßt, gewähret; der mich durch sein göttlich Wort hier zum Guten lenket und mit Himmelswonne dort meine Seele tränket. 7. Dich, du Troft der Sterblichkeit, Heil des bessern Lebens, himmlische Vollkommenheit, such' Das christliche Leben. sdsig ich nicht vergebens. Wenn mein ich dich, werd' ich's nicht achten; Lauf vollendet ist und vollbracht mein Leiden, ruft mein Mittler Jesus Chrift mich zu seinen Freuden. mir wird deine Lieb' allein mehr als Erd' und Himmel sein. 2. Denk' ich deiner, wie erhebet meine Seele sich in mir, wie getröstet, wie belebet fühl' ich mich, o Gott, von dir. Jeder Blick auf deine Werke, deine Güte, deine Stärke wie entledigt er mein Herz von Bekümmernis und Schmerz. 272 8. Meine Lust an dir, mein Gott, wird dann ewig währen. Noch so furchtbar sei der Tod, er wird sie nicht stören. Willig werd' ich mein Gebein der Verwesung geben; Herr, dein Tag bricht bald herein, mit ihm neues Leben. 9. Gieb mir nur, so lang ich hier in der Fremde walle, das Bewußtsein, daß ich dir, Herr, mein Gott, gefalle. Diese sanfte Freudigkeit, die ich zu dir habe, sei mein Heil in dieser Zeit und mein Trost am Grabe. 10. Laß die Luft zur Sünde nie dieses Heil mir rauben, rüfte selbst mich wider sie, stärke mei. nen Glauben. Gieb mir deinen Geift, der mich und mein Thun regiere, daß ich mein Vertraun auf dich ewig nicht verliere. Mel. Womit soll ich dich wohl. 378. Quelle der Voll. kommenheiten, Gott, mein Gott, wie lieb' ich dich, und mit welchen Seligkeiten sättigt deine Liebe mich. Seel' und Leib mag mir verschmachten- hab' 3. Floß aus deiner Gottesfülle mir nicht reicher Segen zu? Daß ich ward das war dein Wille; daß ich noch bin, das machst du. Daß ich denke, daß ich wähle, dafür dankt dir meine Seele; dankt dir, daß sie dich erkennt und dich ihren Vater nennt. 4. Du erkauftest vom Verderben mich durch deinen Sohn, o Gott, ließeft den Gerechten sterben; mir zum Leben ward sein Tod. Ewig dort mit ihm zu leben, haft du mir durch ihn gegeben, ewig deiner mich zu freun und von dir geliebt zu sein. 5. Sollt' ich dich nicht wieder lieben, der du mich zuerst geliebt, der mit mehr als Vatertrieben so unendlich mich geliebt? Könnt' ich ruhig hier auf Erden ohne deine Liebe werden, ohne Liebe und Dankbarkeit gegen Gott. sie nach dieser Zeit würdig sein der Seligkeit? 6. Heil mir, daß ich es empfinde, wie so liebenswert du bist; daß mein Herz vom Haß der Sünde inniglich durchdrungen ist; daß auf dein Gebot ich achte und es zu erfüllen trachte. Heil mir! du verbirgeft nicht einst vor mir dein Angesicht. 7. Noch lieb' ich dich unvollkommen, meine Seel erkennt es wohl. Dort im Vaterland der Frommen lieb' ich dich, Herr, wie ich soll. Ganz werd' ich dort deinen Willen kennen, ehren und erfüllen. Dann gieb mir vor deinem Thron der voll kommnen Liebe Lohn. ist Mel. Wo Gott zum Haus nicht. 379. Ich bin, ich lebe; Gott, du bist ein Vater, wie kein Vater ist. Wo fang' ich zu erzählen an, was du mir thuft und schon gethan? 2. Gab ich mir Leben, Mund und Hand? ich selbst mir Aug, ich mir Verstand? Ein menschlich Herz wer gab es mir? Was, Vater, was kommt nicht von dir? - 273 der dir; ich gab sie nicht, du gabst sie mir. 4. Ich danke dir mit froher Brust für jede Wohlthat, jedeLuft, für jede Freud' und jedes Glück und jeden Lebensaugenblick; 5. Für deines Wortes Unterricht, für deiner Sonne warmes Licht, für deines Mondes sanfte Pracht, für deinen Tag und deine Nacht; 6. Für Jesum und für seinen Geist; für alles, was er uns verheißt, für alles, was er that an mir wie dank' ich, befter Vater, dir? 7. Ich sterbe bald, doch bleib' ich nicht im Grabe. Jesus Chriftus spricht: Wer an mich glaubt, soll auferstehn. Wie kann ich dich genug erhöhn? 8. Dankt' ich mit jedem Atemzug, ich dankte, Vater, nicht genug; denn dein ist alles, alles fließt von dir, der du die Liebe bift. 9. Ich weiß nicht, wie ich danken soll. Mein Mund ist deines Ruhmes voll, voll Preis mein Herz. Mein Leben sei der Dank für deine Vatertreu. - Mel. Wohl dem, der in Gottesfurcht. 3. Ich danke dir, der alles ſchafft, für jeden Sinn, für jede 380. Ich freue meines Kraft, für Eltern, Lehrer, Brü- Lebens mich und preise, Gott 12** Das christliche Leben. der Liebe, dich. Ich rufe dir mels stille Pracht, durch Wohmit Jubel zu: Mein Schöpfernung, Hülle, Speis' und Trank. und mein Gott bist du! Wo nehm' ich Worte her zum Dank? 2. Wo du bist, Vater, bin ich froh. Wo ist ein Punkt der Schöpfung, wo kein Strahl von deiner Herrlichkeit des Kindes Aug' und Herz erfreut? 9. Von dir ist jeder Geist ein Bild; von dir ist jedes Herz erfüllt; und deiner voll, wie's keiner ist, dein Bild, wie keins, war Jesus Chrift. 3. Der Stern im unermeffnen Raum und jedes Blatt und jeder Baum, der Sonnenstaub, der Sonnenball und alles ruft: Gott überall! 10. Der Gottesliebe Allgewalt erschien in menschlicher Gestalt; wer Jesu glaubt, stirbt fröhlich nun und kann mit Lebenshoffnung ruhn. 4. Wenn aus des Schlummers stiller Nacht zum neuen Tag mein Aug' erwacht, und alles lebt im neuen Licht, wer fühlt, wer fühlt dich, Vater, nicht? 11. Dant, Dank dir, Vater deines Sohns, im Staub am Schemel deines Throns! Was bin ich, Gott, was werd' ich sein? Genug, du bist, und ich bin dein. 274 5. Mein Herz schlägt mäch tiger in mir, strebt es empor, empor zu dir; im Tiefgefühle seines Nichts, wie schöpft es aus dem Quell des Lichts! 6. Ein süßer Fried' erfüllet mich; wohin ich sehe, seh' ich dich, und alles, was ich seh, ist dein, und alles gut und alles mein. 7. Mich fühlet, mich belebt die Luft; mein ist der Frühlings. blume Duft und mein der Bach, der Quell, die See, die Tiefe mein und mein die Höh. 8. Du segneft mich durch Tag hich& und Nacht, durch deines Him12. Gefühl von deiner Herrlichkeit, ein Herz, das ganz sich deiner freut, ein Aug, in dem die Thräne bebt, ein Mund, der täglich dich erhebt- 13. O Vater, dies, dies ist mein Preis, mein Dank, der dir gefällt; ich weiß, auch dies mein schwaches Loblied dringt hinauf, wo dir der Himmel singt. Mel. Womit soll ich dich wohl. 381. Halte dich nicht län. ger, fließe, stille Zähre meines Danks! Meine volle Seel' er Liebe und Dankbarkeit gegen Gott. gieße sich in Ströme des Gefangs. Selig einst vor ihm zu werden, schuf mich Gott, und schon auf Erden seh' und führ' ich's wonnevoll, was ich fünftig werden soll. 2. Jeder Tag gebiert mir Freude, Freude jeder Augenblick; selbst die Schmerzen, die ich leide, segnen mich und werden Glück. Rieseln nicht im Pilgerlande Quellen auch im dürrsten Sande? Immer strahlt die Sonne nicht; aber auch die Nacht hat Licht. - 275 den Seeen segneft du mich und so mild. Jahre, Monden, Tage, Stunden haben wir genug empfunden deiner Vatergüte Macht, aber nie genug bedacht. 6. Ruh und Sicherheit im Lande, Ordnung und Gesetz und Recht, diese starken, festen Bande für das menschliche Geschlecht, auch des Umgangs süße Freuden und der Freundschaft Trost im Leiden, Rat und Hülfe haben wir, milder Vater, nur von dir. 7. Dies gewährst du schon dem Leben in der kurzen Pilger3. Gott, wie viele frohe Tage zeit; was wirst du nicht einft flossen, weil mir nichts gebrach, uns geben, Vater, in der Ewigohne Sturm hin, frei von Plage, keit, wenn wir unsern Lauf wie ein sanfter, klarer Bach. vollenden und aus deines Sohnes Hatt' auch einer Müh und Sor- Händen Wandrer auf der Tugend Bahn ihres Laufes Preis empfahn? gen sie entflohn, und jeden Morgen, wenn ich deine Sonne sah, waren neue Freuden da. 4. Hab' ich nicht aus deiner Fülle, was mein Herz nur wünschen mag, Speis' und Trank und Dach und Hülle, Schuß 2002 und Hülfe jeden Tag? O wie oft kommt nicht dein Segen unerwartet mir entgegen und, wo mir ein Übel droht, Rettung oder Trost in Not. 8. Fließet stärker und ergießet in die Jubel des Gesangs euch in vollern Strömen, fließet, Freudenzähren meines Danks. Selig einst vor Gott zu werden, schuf er mich, und schon auf Erden seh' ich's, fühl' ich's wonnevoll, was ich fünftig werden soll. Mel. Wie schön leucht't uns der M. 5. Aus den Tiefen, von den Höhen, in den Thälern, vom 382. Viel zu gering bin Gefild, aus den Flüssen, aus ich, o Herr, der Huld und Treu, Das chriftliche Leben.ds? womit du mehr als Tausende flehe. Süßes Labsal, sanfter mich segneft. Du wählteft selbst Schlummer, frei von Rummer, dies Los für mich; was ist's, stärkt den Müden; ungestört daß du so väterlich vor andern ruh' ich in Frieden. un neb mir begegneft? Alles, was ich von dir habe, jede Gabe, jeder Segen ftrömt mir unverdient entgegen. 2. Wie ruhig fließt mein Leben hin. Nichts trübet mir den frohen Sinn; faum fennt mein Mund die Klage. Du ftrömst zum fröhlichen Genuß der Gaben reichsten Überfluß auf meine Lebenstage. Monden, Jahre sind wie Stunden mir verschwunden; sie verflossen mir geſegnet, froh genossen. 4. Wenn andre Durst und Hunger quält, wenn ihnen Wärm' und Obdach fehlt, wenn sie im Elend schmachten; wenn ungesehn ihr Auge weint, kein Helfer in der Not erscheint, nicht Menschen ihrer achten- Liebe, Freude krönt mein Leben; es entschweben selbst die Sorgen wie ein leichter Traum am Morgen. 3. Wie mancher hat, von Not gedrückt, durchseufzt die lange Nacht und blickt nach Troft zu deiner Höhe. Die heiße Thräne fleht um Ruh. Was ihm versagt ward, fiel mir zu und wird mir, eh ich 5. Das alles ward mir, Herr, durch dich. Voll Demut, Vater, beuget sich vor dir die Seele nieder. Der Gaben, die du mir beschert, wie werd' ich, Geber, ihrer wert? Ach, was geb' ich dir wieder? Kommt, ihr Armen, kommt, euch labe meine Gabe; mich beglücket Gott, so oft er euch erquicket. 276 6. Vertrauen auf Gott und Ergebung in seinen Willen. 383. Was mein Gott will, Gott, und züchtiget mit Maßen; wer ihm vertraut, feft auf ihn baut, den wird er nicht verlassen. gescheh' allzeit, sein Will' ist stets der beste. Zu helfen ist er dem bereit, der an ihn gläubet feste. Er hilft aus Not, der treue 2. Gott ist mir Trost und Zuversicht; Gott ist mein Licht, Vertrauen auf Gott und Ergebung. mein Leben. Drum was er will, dem will ich nicht vermessen widerstreben. Sein Wort ist wahr; er hat mein Haar auf meinem Haupt gezählet. Er sorgt und wacht, giebt immer acht, daß es an nichts uns fehlet. 3. Ruft einst mich ab von dieser Welt zu sich des Höchsten Wille, auch dann gescheh, was ihm gefällt, ich will ihm halten stille. Dir, Gott, befehl' ich Leib und Seel in meinen letzten Stunden; dein Sohn, o Gott, hat Grab und Tod für mich auch überwunden. 384. Warum betrübſt du dich, mein Herz, bekümmerst dich und trägest Schmerz nur um ein zeitlich Gut? Vertrau auf deines Gottes Rat, der alle Ding erschaffen hat. 2. Er kann und will dich lassen nicht; er weiß auch wohl, was dir gebricht; Himmel und Erd' ist sein. Er ist dein Vater und dein Gott, der dir beisteht in aller Not. 3. Weil du mein Gott und Vater bist, weiß ich, daß du mich nicht vergißst, du väter liches Herz. Ich bin nur Staub und sink' ins Grab; auf Erden keinen Troft ich hab. 277 4. Der Reiche troßet auf sein Gut, ich trau' auf meines Gottes Hut. Ob ich gleich werd' verhöhnt, so weiß ich doch mit Zuversicht: wer Gott vertraut, dem mangelt's nicht. 5. O Gott, so reich bist du noch heut, als du es warst von Ewigkeit; ich trau' auf dich allein. machst du mich an der Seele reich, so gilt mir alles andre gleich. 6. Zeitlicher Ehr ich gern entbehr; das Ewige mir nur gewähr, das du erworben haft durch deinen herben bittern Tod. Das bitt' ich dich, mein Herr und Gott. 7. Was alles man auf dieser Welt für Wollust, Glück und Freude hält, Reichtum und Erdengut, das währt nur eine kleine Zeit und hilft doch nicht zur Seligkeit. 8. Ich danke dir von Herzensgrund, daß du durchs Wort aus deinem Mund mich solches haft gelehrt; verleih mir nur Beständigkeit zu meiner Seelen Seligkeit. 9. Lob, Ehr und Preis sei dir gebracht, daß du's mit mir so wohl gemacht. Dies eine bitt' ich nur: verwirf von deinem Angesicht mich, Herr, mein Gott, auf ewig nicht. 278 Das chriftliche Leben.si 385. Von Gott will ich nicht lassen, denn er läßt nicht von mir, führt mich auf rechter Straßen im Pilgerlande hier. Er reicht mir seine Hand; am Abend und am Morgen weiß er mich zu versorgen, wo ich auch sei im Land. 2. Wenn Menschengunst und Liebe in Kaltsinn sich verkehrt, bleibt er voll Mitleidstriebe, er, der mein Flehen hört. Er hilft in jeder Not, erlöst aus allen Banden, macht frei von Sünd' und Schanden und rettet selbst vom Tod. 3. Auf ihn will ich vertrauen in meiner schweren Zeit. kann mir nimmer grauen; er wendet alles Leid. Ihm sei es heimgestellt; mein Leib, mein Geift, mein Leben sei Gott, dem Herrn, ergeben; er schaff's, wie's ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts gefal. len, als was mir nüßlich ist; gut meint er's mit uns allen; er schenkt uns Jefum Chrift, den eingebornen Sohn, durch den er uns gewähret, was unsre Seele nähret. Lobt ihn im Himmelsthron. 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, ihn, der uns alles schenkt, denn selig ist die Stunde, darin man ſein ge. denkt. Sonst reut uns alle Zeit, die wir verlebt auf Erden; wir sollen selig werden, bestehn in Ewigkeit. 6. Die ganze Welt vergehet mit ihrer Lust und Pracht; nicht Ehr und Gunst bestehet, die werden nach dem Tod tief in Menschen groß gemacht. Wir die Erd begraben; wenn wir geschlafen haben, will uns erwecken Gott. in Gottes Vaterhand; der Leib 7. Die Seel' ist unverloren wird neu geboren zum bessern Vaterland. Wie selig werd' ich sein; mit Gott und allen Frommen soll ich mich da vollkommen, soll ich mich ewig freun. 8. Darum, ob ich schon dulde hier Widerwärtigkeit, wie ich's auch wohl verschulde, kommt doch die Ewigkeit, so großer Freuden voll, die, da ich Chriftum kenne und mich von ihm nicht trenne, mein Erbteil werden soll. 9. Das ist des Vaters Wille, der uns erschaffen hat; aus seines Sohnes Fülle empfahn wir Gnad' um Gnad; er giebt uns seinen Geist, damit er uns regiere, die Bahn zum Himmel führe. Hoch sei der Herr gepreist. Vertrauen auf Gott und Ergebung. Mel. Der Herr ist mein getreuer. 386. Herr, wie du willſt, so schick's mit mir im Leben und im Sterben. Mein Herz verlangt allein nach dir; laß, Herr, mich nicht verderben. Erhalt mich nur in deiner Huld, und wie du's fügst, gieb mir Geduld. Dein Will' ist stets der beste. 2. Zucht, Ehr und Treu verleih mir, Herr, und Lust zu deinem Worte. Behüte mich vor falscher Lehr und gieb an jedem Orte, was mir gedeiht zur Seligkeit; wend ab all Ungerechtigkeit in meinem ganzen Leben. 279 Jesu Chrift, mein Troft du bist in Todesnot und Schmerzen.:,: 2. Ja, wenn mir wär der Höllen Heer und alle Welt entgegen,:,: du bleibst mir treu und stehst mir bei auf allen meinen Wegen.:,: Und wenn ich dich nur hab' um mich mit deines Geistes Gaben, so kann kein Feind, wie bös er's meint, je meiner Seele schaden.:,: hat wohl gebaut im Himmel und auf Erden.:: Wer stets sich fest auf ihn verläßt, dem muß der Himmel werden.:: Drum will auch ich allein auf dich vertraun von ganzem Herzen. Herr 3. Dein tröst' ich mich ganz sicherlich; du kannst mir alles geben,:,: was mir ist not, du treuer Gott, hier und in jenem Leben.:,: Gieb wahre Reu, mein Herz erneu, errette Leib und Seele. Verleih mir, Herr, was ich begehr, daß mir dein Heil nicht fehle.:,: 3. Und wenn ich denn nach deinem Rat von dieser Welt soll scheiden, verleih, o Herr, 388. Auf meinen lieben mir deine nad, daß es gescheh' mit Freuden. Herr, Seel' und Leib befehl' ich dir; ein selges Ende schenke mir durch Jefum Chriftum. Amen! Gott trau' ich in aller Not. Er kann mich allzeit retten aus Trübsal, Angst und Nöten. Mein Unglück kann er wenden; es steht in seinen Händen. 2. Ob mich die Sünd' ansicht, 387. Wer Gott vertraut, verzagt mein Herz doch nicht. Auf Christum will ich bauen, und fest auf ihn vertrauen; ihm will ich mich ergeben im Tode, wie im Leben. 3. Ob mich der Tod nimmt hin, ist Sterben mein Gewinn. Das christliche Leben. Denn Christus ist mein Leben, was sein Rat beliebet, das. dem hab' ich mich ergeben. Ich hab' auch ich allein erkieft. sterb heut oder morgen, die Seel wird er versorgen. 280 4. O mein Herr Jesu Christ, der du so huldreich bist für mich am Kreuz gestorben, du haft das Heil erworben und willst das ewge Leben bei dir uns allen geben. 5. Amen aus Herzensgrund sprech' ich zu aller Stund. Du wollst uns ferner leiten, Herr Chrift, zu allen Zeiten, auf daß wir deinen Namen ohn Ende preisen. Amen. Mel. O Welt, ich muß dich. 389. In In allen meinen Thaten laß' ich den Höchsten raten, der alles kann und hat. Er muß in allen Dingen, soll's anders mir gelingen, mein Helfer sein mit Rat und That. 2. Nichts ist es spat und frühe um alle meine Mühe; umsonst ist Sorg und Kunst. Er mag's mit meinen Sachen nach seinem Willen machen; ich stell's allein in seine Gunft. 3. Es kann mir nichts geschehen, als was er mir ersehen und was mir selig ist. Ich nehm' es, wie er's giebet, und 4. Ich traue seiner Gnade, die mich auf meinem Pfade vor allem Übel schützt. Folg' ich des Herrn Gesetzen, so wird mich nichts verlegen, nichts fehlen, was mir ewig nüßt. 5. Er wolle mich entbinden von aller Laft der Sünden, durchstreichen meine Schuld. Er wird auf mein Verbrechen nicht gleich das Urteil sprechen und noch mich tragen in Geduld. 6. Leg' ich zum Schlaf mich nieder, erwach' ich frühe wieder, zieh' ich von Ort zu Ort, daheim, in fernen Landen, in Schwachheit und in Banden, mich tröstet überall sein Wort. 7. Hat er es denn beschlossen, so will ich unverdrossen an mein unter allen wird je zu schwer Verhängnis gehn. Kein Unfall mir fallen; ich will ihn freudig überstehn. 8. Jhm hab' ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, so bald er mir gebeut. Es sei heut' oder morgen, dafür laß ich ihn forgen; er weiß allein die rechte Zeit. 9. Drum, Seele, sei zufrieden, nimm was dir der beschieden, der dich geschaffen hat. Es gehe, 281 Vertrauen auf Gott und Ergebung. wie es gehe dein Vater in ist ihm bekannt, sein Werk hinder Höhe, der weiß zu allen auszuführen. Er weiß, wann Sachen Rat. Freud, er weiß, wann Leid uns, seinen Kindern, diene, und was er thut, ist alles gut, ob's noch Mel. Was mein Gott will, das. 390. Ich hab' in Gottes so traurig schiene. Herz und Sinn mein Herz und Sinn ergeben. Was böse scheint, bringt mir Gewinn, der Tod selbst ist mein Leben. Ich bin ein Sohn des, der vom Thron des Himmels wohl regieret, der uns zwar schlägt und Kreuz auflegt, doch stets mit Liebe führet. 2. Das kann mir fehlen nimmermehr, mein Vater muß mich lieben. Wenn Wetter toben wild und schwer, so will er mich nur üben und mein Gemüt in seiner Güt' gewöhnen feft zu stehen. Halt' ich dann stand, weiß seine Hand mich wieder zu erhöhen. 3. Jft, was ich bin und habe, mein? gab ich mir selbst das Leben? Sein Werk bin ich; er hat allein mir Seel' und Leib gegeben. Ich gab mir nicht des Geistes Licht, er läßt es in mir scheinen. Wer so viel thut, des Herz und Mut kann's nimmer böse meinen. 4. Bei ihm ist Weisheit und Verstand und löblich sein Regieren. Die Zeit und Stund' 5. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was Fleisch und Blut begehret, als sei mit einer groBen Last dein Leben hier beschweret, hast spät und früh viel Sorg' und Müh' auf selbfterwählten Wegen und denkeſt nicht, daß Nacht und Licht hier wechseln dir zum Segen. i 6. Es kann bei stetem Sonnenlicht das Feld nicht Früchte tragen; so reift auch Menschen. wohlfahrt nicht bei lauter guten Tagen. Wie bitter sei die Arzenei, fie rötet doch die Wangen; so muß mein Herz durch Angst und Schmerz zu seinem Heil gelangen. 7. Ei nun, mein Gott, fo fall' ich dir getroft in deine Hände. Nimm mich und mach es so mit mir bis an des Lebens Ende, wie du wohl weißt, daß meinem Geist daraus das Heil entstehe und deine Ehr sich mehr und mehr vor aller Welt erhöhe. 8. Willst du mir geben Sonnenschein, so nehm' ich's an mit 282 gordas Das chriftliche Leben. Freuden; soll's aber Kreuz und Trübsal sein, will ich's geduldig leiden. Soll mir fortan des Lebens Bahn noch ferner offen stehen, wie du mich führst und führen wirst, so will ich gern mitgehen. 9. Und soll ich einst des Todes Weg im finstern Thale gehen, so zeige du mir Bahn und Steg und laß dein Licht mich fehen. Du bist mein Hirt, der endlich wird mich in den Himmel führen, wo nach dem Leid in Ewigkeit die Deinen triumphieren. Sund Mel. Dies sind die heilgen zehn. 391. Was Gott gefällt, du Gotteskind, nimm fröhlich an. Stürmt gleich der Wind und braust, daß alles kracht und bricht, so bleib getroft. Dir schadet nicht, was Gott gefällt. 2. Er ist der Herrscher in der Höh, auf ihm steht unser Wohl und Weh. Er trägt die Welt in seiner Hand; hinwieder trägt uns See und Land, was Gott gefällt. 4. Der befte Will' ist Gottes Will; in diesem ruht man sanft und still. Ergieb dich all. zeit fröhlich drein; begehre nichts, als das allein, was Gott gefällt. 5. Der flügste Sinn ist Gottes Sinn; was Menschen sinnen, das fällt hin. Ihr Arm wird plößlich müd' und laß, thut oft das Böse, selten das, was Gott gefällt. 6. Der frömmste Mut ift Gottes Mut, der niemand Arges gönnt und thut. Er segnet durch des Kreuzes Last; drum sei zufrieden, wenn du haft, was Gott gefällt. 7. Das treufte Herz ist Gottes Herz; es kennt und lindert unsern Schmerz, beschirmt und schüßt den früh und spät, der stets nur wünschet und erfleht, was Gott gefällt. rsdorur 8. Der höchste Lohn ist Gottes Lohn, dein Erb' an seinem Himmelsthron. Dort wirst du, wie er ift, ihn sehn; dort wird ohn Ende dir geschehn, was Gott gefällt. 3. Der Glaub' ergreift des Höchsten Huld. Vertraun und 392. Warum sollt' ich Hoffnung schafft Geduld; die präge deinem Herzen ein, so muß zum Segen dir gedeihn, was Gott gefällt. mich denn grämen? Hab' ich doch Chriftum noch; wer will mir den nehmen? wer will mir den Himmel rauben, den Vertrauen auf Gott und Ergebung. mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 2. Nackend rang ich, unter Schmerzen, arm und bloß einst mich los von der Mutter Herzen. Nackend muß ich hin auch ziehen, wenn ich werd' von der Erd wie ein Schatten fliehen. 3. Gut und Blut, Leib, Seel' und Leben ist nicht mein, Gott allein ist es, der's gegeben. Will er's wieder zu sich kehren, nehm er's hin, ich will ihn dennoch fröhlich ehren. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angft und Pein, sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wird es wenden, er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergößt, sollt' ich jetzt nicht auch etwas tragen? Gott, mein Vater, schlägt mit Maßen, er, mein Licht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun, als meiner spotten; laß sie spotten, laß sie lachen. Gott, mein Heil, wird in Eil sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen. Wollt' ihn 283 auch der Tod bekriegen, bleibt sein Mut dennoch gut und wird nd wird nicht erliegen. 8. Kann uns doch der Tod nicht töten, er entreißt unsern Geift vielen tausend Nöten, schließt das Thor der bittern Leiden und macht Bahn, daß wir nahn zu des Himmels Freuden. 9. Dort wird sich mit bessern Schäßen Geist und Herz auf den Schmerz ewiglich ergößen. Hier ist kein recht Gut zu finden, was die Welt in sich hält, muß wie Rauch verschwinden. 10. Was sind dieses Lebens Güter? Eine Hand voller Sand, Kummer der Gemüter. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt, Christus, wird mich ohn Ende laben. 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller Freuden, du bist mein, ich bin dein, niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu gut in den Tod gegeben; 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich hin gelan. gen, wo du mich und ich dich ewig werd' umfangen. 284 gudag Das chriftliche Leben. Mel. Was mein Gott will, das. Gott segnet doch, das glaub' ich noch, er hilf ja allen Frommen. 393. Mein banges Herz, 5. Geht's mir bei frommem Leben schlecht und wohl den schlimmsten Leuten, gilt Unrecht oft gleich mehr als Recht- laß mich es christlich deuten. Du ordneft schon den Gnadenlohn, mich einst damit zu zieren. Gott liebt mich doch, das glaub' ich noch, der wird mich selig führen. 6. Nun ich befehl mein ganzes Thun dir, Herr, mein ganzes Leben. Ich lasse Gram und Sorgen ruhn, dir sei es heim. gegeben. Ich bleibe still; nur wie Gott will, mag fünftig alles gehen. Gott hilft mir doch, das glaub' ich noch, sein Wille muß geschehen.de: Batub was zagest du und kränkst dich durch dein Sinnen? Du wirst, sorgst du gleich immerzu, doch nichts dadurch gewinnen. Wird nicht gewährt, was du begehrt, sollst du darum dich grämen? Gott lebet noch, das glaub' ich doch, er wird es auf sich nehmen. 2. Dort oben herrscht der Herr der Welt, der alles wohl regieret, der alles schützet, trägt, erhält und wunderthätig führet. Er sorgt und wacht mit Vorbedacht für aller Menschen Sachen. Gott herrschet noch, das glaub' ich doch und laß ihn weislich machen. old, duit 3. Die Gaben seiner Vatergüt verteilt er nach Gefallen, doch mit gemeßnem Unterschied, er schenkt nicht alles allen. Dort giebt er viel, hier setzt er Ziel und Maß in seinem Geben. Drum glaub' ich doch, Gott schenket noch, was ich bedarf zum Leben. 4. Nur fordert er den rechten Brauch der anvertrauten Gaben und will des Menschen Arbeit auch in seinem Dienste haben. Auf treuen Fleiß zu seinem Preis läßt er Gedeihen kommen. 394. Wer nur den lieben Gott läßt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Not und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf feinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? was hilft uns unser Weh und Ach? was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. Vertrauen auf Gott und Ergebung. 3. Zu Gott sei deine Seele Mel. Herzlich thut mich verlangen. stille, mit ſeinem weiſen Rat 395. Befiehl du deine vergnügt, und warte, was sein guter Wille zu deinem Wohl. ergehn verfügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß am besten, was uns fehlt. Wege, und was dein Herze kränkt, der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt. Der Wolken, Luft und Winden giebt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, die dein Fuß gehen kann. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, weiß, wann ein Glück uns nützlich sei. Wenn er uns nur hat treu erfunden, geduldig, ohne Heuchelei, so so kommt er, eh wir's uns versehn und lässet uns viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drangsalshize, daß du von Gott verlassen seist, und daß ihm der im Schoße site, den alle Welt als glücklich preist. Die Folge. zeit verändert viel und sehet jeglichem sein Ziel. 6. Es find ja Gott sehr leichte Sachen und seiner Allmacht gilt es gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich. Er ist der Herr, der jedermann bald stür. zen, bald erhöhen kann. 7. Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu, und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu. Denn wer nur seine Zuversicht auf Gott setzt, den verläßt er nicht. 285 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, wenn dir's soll wohl. ergehn; auf sein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und selbstgemachter Bein läßt Gott sich garnichts nehmen, es muß erbeten sein. 3. Dein' ewge Treu und Gnade sieht immer ungeschwächt, was gut sei oder schade dem sterblichen Geschlecht. Und was du dann erlesen, das treibst du, starker Held, und bringst zum Stand und Wesen, was deinem Rat gefällt. 4. Weg' hast du allerwegen, an Mitteln fehlt dir's nicht; dein Thun ist lauter Segen, dein Gang ist lauter Licht. Dein Werk kann niemand hindern; dein Arm wird nimmer ruhn, wenn du, was deinen Kindern ersprießlich ist, willst thun. 286 gds Das christliche Leben. 5. Und ob auch Welt und Teufel hier wollten widerstehn, so wird doch ohne Zweifel Gott nicht zurücke gehn; was er sich vorgenommen, und was er haben will, das muß doch endlich kommen zu seinem Zweck und Ziel. 6. Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt, mit großen Gnaden rücken. Erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud. 7. Auf, auf! gieb deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht; laß fahren, was das Herze betrübt und traurig macht. Bist du doch nicht Regente, der alles führen soll; Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl. begeben und sollt'ft du für und für in Angft und Nöten schwe. ben und fragt er nichts nach dir. 10. Wird's aber sich befinden, daß du ihm treu verbleibst, so wird er dich entbinden, da du's am mindften gläubst; er wird dein Herz erlösen von der so schweren Laft, die du zu keinem Bösen bisher getragen haft. 9. Er wird zwar eine Weile mit seinem Troft verziehn und thun an seinem Teile, als hätt' in seinem Sinn er deiner sich 11. Wohl dir, du Kind der Treue, du trägst den Sieg davon. Blick himmelan und freue dich deiner Ehrenkron. Gott giebt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du fingst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 12. Mach End, o Herr, mach Ende mit aller unsrer Not! Stärk unsre müden Hände und laß bis in den Tod uns allzeit deiner Pflege und Treu empfohlen sein. So gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. 8. Jhn, ihn laß thun und walten; er ist ein weiser Fürft und wird sich so verhalten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rat die Sach Mel. In dich hab' ich gehoffet. hinausgeführet, die dich beküm. 396. Sei unverzagt, mert hat. o frommer Christ, der du vom Kreuz belastet bift; befiehl Gott deine Sachen. In Not und Pein vertrau allein auf ihn, er wird's wohl machen. Vertrauen auf Gott und Ergebung. 4. Nicht immer währt der Frommen Leid; Gott tröstet nach der Traurigkeit. Er wird dir Freude geben nach deiner Müh, und ist's nicht hie, doch dort im bessern Leben. 2. Kein Unglück kommt von ungefähr; es kommt von Gott, dem Höchften, her; der hat es außersehen. Darum sei ftill, und was Gott will, das laß du nur geschehen. 3. Erlöscht' auch aller Sterne Schein, und ſtürzte felbft der 397. Gieb dich zufrieden Himmel ein, Gott kann sein Kind nicht haffen. Wer ihn nur liebt, sich ihm ergiebt, den wird er nicht verlaffen. 5. Hab immer frommen Heldenmut! Vertraue Gott, es wird noch gut nach aller Trübsal werden. Gott ziehet dich durchs Kreuz zu sich, zum Himmel von der Erden. 287 6. Es haben ja zu aller Zeit die Heiligen in Traurigkeit hier oftmals wandeln müssen; warum willst du denn stets von Ruh und nichts von Trübsal wissen? 7. Bet, hoff und trau auf deinen Gott in aller deiner Angst und Not; laß, wie er will, es gehen. Sein Will' ist gut; behalte Mut, du wirst noch Wunder sehen. 8. Der du ein Gott des Troftes bift, laß jeden, der hier traurig ist, doch deinen Troft empfinden. Hilf, den du liebst und prüfend übst das Leiden überwinden. und sei stille in dem Gotte deines Lebens. In ihm wohnt aller Freuden Fülle; ohn ihn mühst du dich vergebens. Er ist dein Quell und deine Sonne, die täglich hell dir scheint zur Wonne. Gieb dich zufrieden. 2. Wenn auch nicht einer wär' auf Erden, dessen Treue du darfst trauen, alsdann will er dein Treufter werden und zu deinem Besten schauen. Er weiß dein Leid und heimlich Grämen; er weiß die Zeit, es dir zu nehmen. Gieb dich zu. frieden. 3. Er hört die Seufzer deiner Seelen und des Herzens ftilles Klagen; und was du keinem darfft erzählen, magst du Gott gar tühnlich sagen. Er ist nicht fern von deiner Hütte, hört bald und gern der Armen Bitte. Gieb dich zufrieden. 4. Laß dich dein Elend nicht bezwingen; halt an Gott, so wirst du siegen. Ob alle Fluten 288 Das christliche Leben. dich umringen, kannst du doch nie unterliegen; denn wenn du wirst zu hoch beschweret, hat Gott, dein Fürst, dich schon erhöret. Gieb dich zufrieden.d 5. Was sorgst du für dein armes Leben, wie du's halten wollst und nähren? Der dir das Leben hat gegeben, wird auch Unterhalt gewähren. Des Höchsten Hand, voll aller Gaben, ist reich, um Land und Meer zu laben. Gieb dich zufrieden. 6. Der allen Vögeln in den Wäldern ihr bescheiden Körnlein schenket, der Kraut und Blumen auf den Feldern alle Tage schmückt und tränket, der wird auch dich, den Eingen, nähren und väterlich dem Mangel wehren. Gieb dich zufrieden. Was langsam geht, faßt man gewisser; und was verzieht, ist desto süßer. Gieb dich zufrieden. 9. Es kann und mag nicht anders werden, alle Menschen müssen leiden; was webt und lebet hier auf Erden, kann das Unglück nicht vermeiden. Uns drückt das Kreuz an allen Enden bis in das Grab, da wird sich's wenden. Gieb dich zufrieden! 10. Es ist ein Ruhetag vor. handen, da der Herr uns wird erlösen; er wird uns retten aus den Banden dieses Leibes und vom Bösen. Bald wird der Tod auf schnellen Schwingen aus aller Not uns sämtlich bringen. Gieb dich zufrieden. 11. Er wird uns bringen zu den Scharen der Erwählten und Getreuen, die hier mit Frieden heimgefahren und sich nun im Frieden freuen, da sie, vereint an Lebensbächen, des Ewgen Mund selbst hören sprechen: Gieb dich zufrieden. 7. Sprich nicht: wo find' ich Armer Speise? hier ist nichts, um mich zu trösten. Denn das war immer Gottes Weise, helfen, wenn die Not am größten. Wenn du und ich ihn nicht mehr spüren, so naht er sich, uns wohl zu führen. Gieb dich 398. Sollt es gleich bis. zufrieden. 8. Verzieht die Hülfe auch sehr lange, endlich wird sie dennoch kommen. Macht dir das Harren oftmals bange, glaub, es dient dir zu deinem Frommen. weilen scheinen, als verließe Gott die Seinen, o so weiß und glaub' ich dies: Gott hilft endlich doch gewiß. 2. Hülfe, die er aufgeschoben, hat er drum nicht aufgehoben; Vertrauen auf Gott und Ergebung. hilft er nicht zu jeder Frist, das Grab gnug, Herr, wenn hilft er doch, wenn's nötig ist. ich dich nur hab. 3. Gleich wie Väter nicht bald geben das, wonach die Kin Mel. Wer nur den lieben Gott. der streben, so hält Gott auch 399. Ich lasſe Gott in Maß und Ziel; er giebt, wein und wann er will. 4. Seiner kann ich mich ge. trösten, wenn die Not am allergrößten; er ist gegen mich, sein Kind, mehr als väterlich gefinnt. 5. Trotz den feindlichen Ge. walten! Gott, mein Schuß, wird mich erhalten. Troß dem schweren Kreuzesjoch! Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Troß der Welt und ihren Knechten, die ohn Ursach mit mir rechten! Nein, ich fürchte keinen Feind; Gott im Himmel ist mein Freund. 7. Will die Welt mich nimmer leiden, mag sie höhnen mich und neiden. Mag sie Tod und Rache dräun; Gott, mein Gott, wird Richter sein. dru 8. Will sie mich gleich von sich treiben, muß mir doch der Himmel bleiben. Ist der Him, mel mein Gewinn, geb' ich gern das andre hin. 289 9. Ach Herr, wenn ich dich nur habe, acht' ich keiner andern Gabe. Legt man mich auch in allem walten; er mach' es, wie es ihm gefällt. Ich will ihm gerne stille halten, so lang ich leb' in dieser Welt. Wie er, mein lieber Gott, es fügt, so ift mein Herz auch wohl vergnügt. 2. Geht's gleich nicht stets nach meinem Willen, stürmt gleich ein Unfall auf mich zu, so weiß ich doch mein Herz zu stillen. ,, Gott will es so", das giebt mir Ruh. Ich bin mit allem, was er fügt, von gan. zem Herzen wohl vergnügt. 3. 3ft mir nicht großes Gut beschieden, bin ich nicht reich, noch hochgeschäßt, ich bin mit meinem Teil zufrieden. Wenn andre großes Gut ergözt- ich bin mit wenigem vergnügt, weil Gott nicht mehr für mich gefügt. 4. Ich strebe nicht nach hohen Stufen, viel fichrer ist der Mittelstand; wie mich der Höchfte hat berufen, so folg' ich seiner Gnadenhand, und wie er es mit mir gefügt, so bin ich auch sehr wohl vergnügt. 5. Will mir des Glückes Sonne lachen, es täuscht mich 13 290 Das chriftliche Leben. sich schicken, wenn es anders Gott gefällt. Meine Seele, Leib und Leben hab' ich seiner Gnad' ergeben und ihm alles heimgeſtellt. 5. Er weiß schon nach seinem Willen mein Verlangen zu erfüllen; es hat alles seine Zeit. Ich hab' ihm nichts vorzuschreiben; wie Gott will, so muß es bleiben; wann Gott will, bin ich bereit. 6. Soll ich hier noch länger leben, will ich ihm nicht wider. streben; ich verlasse mich auf ihn. Ist doch nichts, das lang 400. Alles ist an Gottes bestehet; alles Irdische vergehet und fährt wie ein Strom dahin. nicht ihr eitler Schein. Auch laß ich mich nicht zaghaft machen, wenn mir des Unglücks Wetter dräun. Ich bin getroft und hoch vergnügt, wie mein getreuer Gott es fügt. 6. Ich steh' in Gottes Hand geschrieben, der selbst mein Haar gezählet hat, drum kann mich keine Not betrüben, nichts trifft mich ohne Gottes Rat. Ich leb' in allem wohl vergnügt, wie mein getreuer Gott es fügt. Segen und an seiner Huld gelegen über alles Geld und Gut; wer auf Gott die Hoffnung setzet, Mel. Zu Gott in dem Himmel droben. der behält ganz unverletet einen 401. Soll ich denn mich freien Heldenmut. täglich fränken, ängstlich an das Künftge denken? Soll ich nie. mals denn mit Ruh Nachts die Augen schließen zu? Soll es immer vor mir stehen: Wie wird's einst noch mir ergehen?" da die Sorge nur mich quält, und doch ihres Ziels verfehlt? 11 2. Der mich hat bisher ernähret und so manches Glück be. scheret, ist und bleibet ewig mein. Der mich wunderbar geführet und noch leitet und regieret, wird forthin mein Helfer sein. 3. Sollt' ich mich bemühn um Sachen, die nur Sorg und Unruh machen und doch unbe ständig find? Nein, ich will nach Gütern ringen, die dem Herzen Frieden bringen, wie die Welt ihn nicht gewinnt. 4. Hoffnung kann das Herz erquicken, was ich wünsche, wird 2. Gott, der mich bisher er. halten, höret noch nicht auf, zu walten; oder sollt' er jetzt allein seines Waltens müde sein? Wohl, ich will das Sorgen lassen und zu ihm Vertrauen fassen; wie er mich auch führen will, meine Seele bleibet still. 5 Vertrauen auf Gott und Ergebung. 3. Bleib' ich stehn auf niedern Stufen, will ich in das Herz mir rufen, daß ich, vieler Sorgen frei, vor dem Sturz gesichert sei. Doch wenn Gott mich wollt' erheben, will ich ihm nicht widerstreben; er wird mir die Kraft verleihn, im Beruf getreu zu sein. on 291 6. Wird mir Gott Gesundheit geben, will ich eifrig danach streben, daß ich fördre mehr und mehr meines Gottes Ruhm und Ehr. Aber auch in Krankheitstagen möge Gottes Geist mir sagen, daß solch herbe Ar zenei mir zum Heile nötig sei. 7. Soll ich noch viel Jahre zählen, mit des Lebens Not mich quälen- kommt doch auch wohl mancher Tag, da mein Herz sich freuen mag. Aber käm' ich bald hinüber, wär mir solches defto lieber, weil ich käm' aus aller Not hin zu meinem Herrn und Gott. 8. Alles sei Gott heimgegeben, Freud' und Trübsal, Tod und Leben; es geschehe, was sein Rat über mich beschlossen hat. Ich will mich nicht länger krän ken, sondern dies allein bedenken, daß nach Gottes Gnadenschluß Christen alles frommen muß. 4. Will die Armut meiner Hütten er mit Segen über schütten und mit Gütern dieser Welt, sei es ihm auch heimgestellt. Ich will täglich dafür danken und nur beten, nicht zu wanken, daß, bethört von eitlem Wahn, ich mein Herz nicht hänge dran. 5. Doch ift Armut mir be. 402. Meine Hoffnung schieden, bin ich auch damit zufrieden; denn mein Glaube stehet fest, daß mich Gott drum nicht verläßt. Ich will doch ihm freudig fingen und mein täglich Opfer bringen, bis nach dieser armen Zeit folgt die reiche Ewigkeit. ftehet feste, fest auf den lebendgen Gott. Er ist mir der Allerbeste, der mir hilft in jeder Not. Er allein soll es sein; durch den Glauben ist er mein. 2. Sagt mir, wer kann doch vertrauen auf ein schwaches Menschenkind? wer kann feſte Schlösser bauen in die Luft und in den Wind? Nichts besteht; es vergeht, was ihr auf der Erde seht. 3. Aber Gottes Güte währet immer und in Ewigkeit, sie, die Tier' und Menschen näh ret, alles Gute uns verleiht. 13* 292 Das christliche Leben. bedenken. Er ist der beste Arzt und kann nicht Gift für Balsam schenken. Ja, seine Treu ift immer neu, drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann. Ihm will ich mich ergeben in Freud' und Leid; es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter iſt 403. Was Gott thut, nach meinem Wahn, laß' ich das ist wohlgethan; es bleibt gerecht sein Wille. Wie er fängt meine Sachen an, will ich ihm halten stille. Er ist mein Gott, der in der Not mich wohl weiß zu erhalten; drum laß ich ihn nur walten. mich doch nicht schrecken, weil doch zuletzt ich werd' ergößt mit süßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan; sein Wort fann nimmer trügen. Er führet mich auf rechter Bahn; daran laß' ich mir gnügen. Trost und Geduld giebt seine Huld. Er wird mein Unglück wenden, es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er wird mich wohl Luft und Ruh strömt uns zu; o wie gnädig, Gott, bist du! 4. Giebt er uns nicht alles reichlich und mit großem Über fluß? Seine Lieb' ist unvergleichlich, labend, wie ein Regenguß. Sie beschert, was uns nährt; sind wir solcher Huld wohl wert? 5. Dank, o Seele, seiner Treue, die so liebreich sorgt und wacht. Dank ihm und sei ftets aufs neue froh auf seinen Ruhm bedacht. Groß von Rat, stark von That ist, der dich erschaffen hat. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan; dabei will ich verbleiben. Es mag mich auf die rauhe Bahn gleich Not und Elend treiben, so wird doch mich Gott väterlich in seinen Armen halten, drum laß' ich ihn nur walten. Mel. Warum sollt' ich mich denn. 404. Warum willst du doch für morgen armes Herz, voller Schmerz, wie ein Heide 5 Vertrauen auf Gott und Ergebung. sorgen? Wozu dient dein täglich ja, was uns not ist, werden. Grämen? Hoff auf Gott, deine Not will er von dir nehmen. Wer Gott kann im Glauben faffen, dem fehlt nicht Troft und Licht; Gott wird ihn nicht laffen. 8. Wer nach seinem Reiche trachtet und sein Wort fort und fort über alles achtet, wahrlich, den wird heut' und morgen Gott mit Brot, selbst in Not, väterlich versorgen. 9. Nun, Herr Jesu, meine Freude, meine Sonn, meine Wonn, meiner Seelen Weide, hilf das beste Teil mir wählen; so wird mir sicher hier für den Leib nichts fehlen. 10. Ich will dir mit Freuden danken hier und dort und hinfort nicht im Glauben wanken. Lob und Preis sei deinem Namen, und dein Heil sei mein Teil nun und ewig. Amen. 2. Gott hat dir geschenkt das Leben, Seel' und Leib, darum bleib ihm allein ergeben. Er wird ferner alles schenken; trau ihm fest. Er verläßt nicht, die an ihn denken. 3. Frage nicht: was wird mich nähren? Gott ist hier, er wird dir Speis' und Trank bescheren. Frage nicht: wie wird mir's gehen? Solches hat Gottes Rat längst zuvor ersehen. 4. Sieh den Vogel auf den 3weigen! 3ft er wohl sorgen. voll, wer ihm Nahrung zeigen, was er trinken wird und essen? Nein, o nein, Gott allein hat's ihm zugemessen. 5. Sorgst du, wie du dich sollst kleiden? Sorge nicht, Jesus spricht: Solches thun die Heiden. Sieh die Blumen auf den Auen, Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. Salomo war nicht so herrlich 405. Auf, mein Herz, er. anzuschauen. 6. Sollte Gott auf dich nicht achten? Ließ er dich jämmerlich in der Not verschmachten? dich, dem er zum ewgen Leben von dem Thron seinen Sohn gnadenvoll gegeben? 293 7. Ach, der Glaube fehlt auf Erden. Wär' er da, müßt' uns muntre dich, überlaß dich Gottes Willen. Bald wird er und väterlich allen deinen Kummer stillen. Jesus kann's, und seine Huld giebt dir Trost und auch Geduld. 2. Heißt er dich die rauhe Bahn schwerer Leiden standhaft wallen, sei gelassen, denke dann: also hat es Gott gefallen! 294 Das christliche Leben. Glaube feft, daß, was er thut, alles recht sei, alles gut. 3. Halt an Gott dich, sei getreu. Leiden Gottes Kinder Schmerzen, haben sie dennoch dabei Ruh und Freudigkeit im Herzen. Nichts besiegt auf dieser Welt einen Sinn, der Gott gefällt. 5. Kronen folgen auf den Streit; kämpfe nur mit festem Glauben. Jefus ift ja nimmer weit, niemand kann sein Herz dir rauben. Bete, leide, lebe rein; selig wird dein Ende sein. 4. Schicke dich in Gottes Brauch, Christen müssen dulden, hoffen; hat doch deinen Heiland auch manches Ungemach getroffen. O er weiß, wie es dir Mel. Jesus, meine Zuversicht. thut; leide nur mit frohem Mut. 407. Endlich, endlich muß es doch mit der Not ein Ende nehmen, endlich bricht das harte Joch, endlich schwindet Angst und Grämen, endlich reift die Thränensaat, und der Tag der Ernte naht. Mel. Wer nur den lieben Gott. 406. Halt an, mein Herz, in deinem Glauben, Beständig. feit ist Kronen wert. Wer sich den Anfer läffet rauben, der wird im Sturme leicht versehrt; wer aber fest an Jesu hält der steht, wenn Erd' und Himmel fällt. aft ergeben tragen, gewinnen wir des Vaters Huld, da der sich selber nur verletzt, der Gott sich murrend widersetzt. 2. Halt ein mit deines Unmuts Klagen! Der Himmel licbet die Geduld; wenn wir die 3. Halt aus! Die Prüfung währt nicht immer; die Hoffnung sieget ganz gewiß. Auf Sturm folgt folgt heller Sonnenschimmer; der Kreuzweg bringt ins Paradies. Gott führt noch alles wohl hinaus; drum halte an, halt ein, halt aus. 2. Endlich sieht man Kanaan nach Ägyptens Knechtschaft lie. gen, endlich trifft man Tabor an, wenn der Ölberg überstiegen, endlich bricht nach Angst und Pein unsrer Freiheit Tag herein. 3. Endlich o du schönes Wort! du kannst alles Kreuz versüßen; wenn der Felsen ist durchbohrt, läßt er Lebensbäche fließen. Nun, mein Herz, drum merke dies: endlich, endlich kommt gewiß. - Vertrauen auf Gott und Ergebung. Mel. Jesu, meine Freude. 408. Chrift, aus deinem Herzen banne Sorg' und Schmerzen, schöpfe neuen Mut. Wenn schon Kreuz dich drücket, Gott ist's, der erquicket; was er schickt, ist gut. Wenn dich Not ringsum bedroht, Sorgen stets mit dir erwachen, wohl wird's Gott doch machen. 2. Jft der Himmel trübe, wankt der Freunde Liebe, wird die Last dir schwer, stürzt mit jedem Tage eine neue Plage über dich daher nur Geduld! Des Himmels Huld will in allen Stürmen wachen; wohl wird's Gott doch machen. - 3. Ungeduld und Grämen kann den Schmerz nicht nehmen, macht nur größern Schmerz. Wer sich widersetet, wird nur mehr verleget; drum Geduld, mein Herz. Wirf ihn hin, den bangen Sinn. Drücket gleich die Laft die Schwachen, wohl wird's Gott doch machen. 295 deine Pflicht. Werde nicht erschüttert, wenn die Erd' erzit tert und der Himmel bricht. Der steht fest, der Gott nicht läßt. Drum laß alle Wetter krachen; wohl wird's Gott doch machen. 5. Auf die Wasserwogen folgt ein Regenbogen, und die Sonne blickt. So muß nach dem Weinen hell die Freude scheinen, die das Herz erquickt. Harre sein, wenn Angst und Pein mit dir schlafen, mit dir machen, wohl wird's Gott doch machen. 6. Kronen sollen tragen, die des Kreuzes Plagen in Geduld besiegt. Feft an Gott sich halten und ihn lassen walten, das macht recht vergnügt. Sieg als Held! Mag auch die Welt deiner Hoffnung spöttisch lachen, wohl wird's Gott doch machen. 7. Dabei soll's denn bleiben; ich will nie mich sträuben, folg. fam will ich sein. Beides, Tod und Leben, bleibet ihm ergeben; ich bin sein, er mein. Was Gott will ich halt' ihm still. Drum sag' ich in allen Sachen: wohl wird's Gott doch machen. Mel. Warum betrübst du dich. 4. Du führst Chrifti Namen; Chrifto nachzuahmen, das ist 409. Mein Herz, warum betrübst du dich und wallst in mir so ängstiglich, voll Gram und Ungeduld? Ach stille dich und denke doch: es lebt ja unser Herr Gott noch. 296 ander Das chriftliche Leben. 2. Er lebt, und stirbt auch nimmermehr; drum ist kein Leidensjoch so schwer, das er nicht lindern kann. Er prüfet in der bösen Zeit die Hoffnung und Gelassenheit. 3. O wie verkehrt ist unser Sinn. Wir betten uns auf Dornen hin und könnten, wollten wir nur Gott befehlen unser Thun, so sanft in seinen Armen ruhn. 4. Geht's nicht, wie du dir's vorgestellt, so geht's doch, wie es Gott gefällt, und so geht's immer gut. Bulegt erfährt man durch die That, wie treulich er's gemeinet hat. 5. Fürwahr, nicht eine Zähre ist, die aus den trüben Augen fließt er sieht und zählet sie und macht, daß auf den Thränen guß das Licht der Freude schei. nen muß. 8. Was fehlt dir denn, daß du so klagst und dich mit steten Sorgen plagst? Ift's nicht ein Erdengut, und ist das Zeitliche wohl wert, daß es der Christ so heiß begehrt? großer Troft daran, wenn man in Unschuld leiden kann. 7. Es schmerzt wohl, doch ergieb dich drein. Geduld muß hier der Balsam sein, der alle Wunden heilt. Geduld und unverzagter Mut macht endlich alles Böse gut. 9. Du hast ja Gott und Gottes Wort, den teuren Schaß, den starken Hort; bist du denn nicht vergnügt? Wer sich an diesen Reichtum hält, ist reicher als die ganze Welt. 10. Der Himmel ist dir zugedacht; Gott hat mit dir den Bund gemacht, dich ewig zu erfreun. So laß der Welt, was ihr gehört, und halt an dem, was Gott beschert. 11. Ja, harr und hoffe feft auf ihn. Die Hoffnung wird voll Segen blühn, der Leib und Seel' erfreut. Bald rückt der Erntetag heran, da ich ihm fröhlich danken kann. 6. Rein Mensch, er sei auch, wer er sei, ist von Verdruß und Kummer frei; ein jeder hat sein Teil. Doch hängt ein 410. Meine Mel. Wie nach einer Wasserquelle. Meine Sorgen, Angst und Plagen gehen mit der Zeit zu End. Alles Seufzen, alles Klagen, das der Herr am besten kennt, wird gottlob nicht ewig sein; nach dem Re. gen wird ein Schein von viel tausend Sonnenblicken meinen matten Geift erquicken. Vertrauen auf Gott und Ergebung. 2. Weinend streu' ich edle Mel. Der Herr ist mein getreuer. Saaten in das Feld auf Hoff 411. Wie Die Gott mich nung aus. Ist die Frucht dann wohlgeraten, trägt man sie vergnügt nach Haus. Wenn ein Wetter ist vorbei, wird der Himmel wieder frei. Nach dem Kämpfen, nach dem Streiten folgen die Erquickungszeiten. führt, so will ich gehn ohn alles eigne Wählen. Geschieht, was er mir ausersehn, wird mir's an keinem fehlen. Wie er mich führt, so geh' ich mit und folge treu auf jedem Schritt in kindlichem Vertrauen. 3. Unser Weg führt zu den Sternen, ist er gleich mit Nacht umhüllt. Hier mußt du ent. fagen lernen, dort wird jeder Wunsch gestillt. In die Burg der Ewigkeit dringt fein Bilger ohne Streit; die in Salems Mauern wohnen, zeigen ihre Dornenkronen. 4. Wahrlich, es sind alle Frommen, die des Himmels Klarheit sehn, aus viel Trübsal hergekommen; darum siehet man sie stehn vor des Heilands Gnadenthron, prangend in der Ehrenfron und mit Palmen schön gezieret, weil sie glücklich triumphieret. 297 5. Darum trage deine Banden, meine Seel, und leide dich. Gott hilft, du wirst nicht zu Schanden; alle Stürme legen fich. Nach dem Blig und Donnerschlag folgt ein angenehmer Tag; auf den Abend folgt der Morgen und die Freude nach den Sorgen. 2. Wie Gott mich führt, bin ich vergnügt; ich ruh' in seinen Händen. Wie er es schickt und mit mir fügt, er wird's zum beften wenden. Es sei ihm alles heimgestellt; er mach' es, wie es ihm gefällt, im Leben oder Sterben. 3. Wie Gott mich führt, ergeb' ich mich in seinen Vaterwillen. Verdunkelt gleich der Himmel sich, sein Rat wird doch erfüllen, was er in Liebe hat bedacht, eh er mich an das Licht gebracht, ich bin ja nicht mein eigen. 4. Wie Gott mich führt, so bleib' ich treu im Glauben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bei, was kann von ihm mich scheiden? Ich fasse in Geduld mich feft; was er mir widerfahren läßt, muß mir zum besten dienen. 5. Wie Gott mich führt, so will ich gehn durch Wüsten oder 13** 298 da Das christliche Leben.oziv darnach die Sonne schön. Das Öl vermehrt des Feuers Glut; das Kreuz giebt uns zur Liebe Mut. 5. Je größer Kreuz, je mehr Gebete. Im Regen duften Wald und Au'n. Wenn uns kein Leidenssturm umwehte, vergäßen Mel. Wer nur den lieben Gott. 412. Je größer Kreuz, wir, empor zu schaun. Wo kämen Davids Psalmen her, wenn er nicht auch versuchet wär? 6. Je größer Kreuz, je mehr Verlangen. Im Thale steiget man bergan. Wer durch die Wüste ist gegangen, der sehnet sich nach Kanaan. Das arme Herz kommt nicht zur Ruh, drum fleucht es seiner Heimat zu. 7. Je größer Kreuz, je lieber Sterben. Man freut sich recht auf seinen Tod; denn man entgehet dem Verderben, es stirbt auf einmal alle Not. Das Kreuz, das unsre Gräber ziert bezeugt, man habe triumphiert. 8. Je größer Kreuz, je schönre Krone, die Gottes Hand uns beigelegt, und die einmal vor seinem Throne das Haupt der Überwinder trägt. Ach, dieses teure Kleinod macht, daß man das größte Kreuz nicht acht't. 9. Gekreuzigter, zu deinem Kreuze laß meinen Blick gerich. tet sein. Daß mich die UngeAuen. Hier kann ich nicht sein Antlig sehn, dort werd' ich's freudig schauen. Dort seh' ich, daß sein Vaterrat mich treu und wohl geführet hat; dies ſei mein Glaubensanter. je näher Himmel. Die rauhe Bahn führt uns zu Gott. Bei lauter Luft und Weltgetümmel vergißt man Ewigkeit und Tod. O selig ift der Mensch geschätzt, den Gott in Kreuz und Trübsal fest. 2. Je größer Kreuz, je beffre Christen. Gott prüft, uns an dem Probestein. Die Äcker wandeln sich in Wüsten, wenn Pflug und Egg nicht dringen ein. Im Feuer wird das Gold bewährt, der Christ durch Trüb falsglut verklärt. 3. Je größer Kreuz, je stärkrer Glaube. In Stürmen wird die Eiche feft; die Süßigkeit fließt aus der Traube, wenn erst die Kelter sie gepreßt. Im Kreuze wächset uns der Mut, wie Berlen in der bittern Flut.l 4. Je größer Kreuz, je größre Liebe. Man lernt allein auf Gott zu sehn, und scheint auch oft der Himmel trübe, so lacht Vertrauen auf Gott und Ergebung. duld nicht reize, so pflanz ein mir. Dein Segen ist's, der solches Herz mir ein, das Glauben, Liebe, Hoffnung hegt, bis dort mein Haupt die Krone trägt. mir die Nacht zur schönen Morgenröte macht. 5. Nun, deiner Allmacht will ich trauen, die allen Kummer lindern fann; auf diesen Felsen Mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. 413. Mein Gott, ich will ich bauen. Du haft ge wart' auf deine Stunde, ob sie gleich nicht geschlagen hat. Ich steh auf diesem festen Grunde: bei dir ist immer Rat und That. Dein Wort wird endlich sprochen: Ruf mich an! Ich rufe nun, ich hoffe nun; du wirst nach deinem Worte thun. Mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. doch erfüllt, die Stunde komme, 414. Herr, mache meine wann du willt. Seele stille. Bei jedem Leiden, das mich kränkt, geschieht doch nur dein weiser Wille, der alles mir zum besten lenkt. Du bist's, der alles ändern kann, und was du thust, ist wohlgethan. 2. Du führst uns selbst auf rauhen Wegen zu deiner Kinder Seligkeit. Auch Widerwärtigfeit wird Segen für jeden, welcher dir sich weiht. Sieht's gleich der blöde Geist nicht ein, der Ausgang wird doch herrlich fein, ordu 2. Ich bin, mein Gott, in deinen Händen; du weißt am besten, was mir frommt. Ich will mich nach den Bergen wenden, von welchen meine Hülfe kommt. Die Hülfe kommt allein von dir; mein bester Helfer, hilf du mir. 3. Wenn Furcht und Hoffnung in mir streiten, heißt mich der Glaube stille sein. Ich sehe deine Hand von weiten, die wird mir Trost und Kraft verleihn. Bald werd' ich deinen Rat verstehn und Lust an deiner Gnade sehn. 4. Mit Jakob geh' ich dir entgegen, mein Glaube ringt und kämpft mit dir. Ich laß dich nicht, gieb mir den Segen, dein Segen ruh' und bleib' auf 299 3. Laß denn mich stille sein und hoffen, hast du mir Prüfungen bestimmt; dein Vaterherz fteht jedem offen, der seine Zuflucht zu dir nimmt. Wer still in deiner Fügung ruht, mit dem machst du es immer gut. 300 Das chriftliche Leben. 4. Nur du erkennst, o Gott, das Beste, und dies erwählt dein Vaterherz. Mach mich in diesem Glauben fefte, dann überwältigt mich kein Schmerz. Ich duld' ihn mit Gelassen heit, du führst mich ja zur Seligkeit. 5. Die Stunde wird doch endlich kommen, da mich vollkommnes Glück erfreut, denn einmal führst du doch die Frommen zur völligen Zufriedenheit. Und dann wird jedem offenbar, daß, Gott, dein Rat der befte war. 6. Dann ernt' auch ich von meinen Plagen die selgen Früchte ewig ein, dann wird mein Herz, ftatt aller Klagen, voll Freud, o Gott, voll Dankes sein: der Herr hat für mein Heil gewacht, hat alles mit mir wohl gemacht. Mel. Du, o schönes Weltgebäude. 415. Ich bin ruhig und zufrieden; alle Traurigkeit vergeht. Alle Sorgen sind geschie. den, weil mein Schiff im Hafen steht, wo ich jedem Sturm entflohen, wo die Wogen nicht mehr drohen. Meine Hoffnung fehlet nicht; Gott ist meine Zuversicht. 2. Meine Hoffnung grünt dort oben, wo sie immer grünend bleibt; sie hat mich zu Gott erhoben, der die Angst und Qual vertreibt. Ich will gern das Eitle laffen und das höchste Gut umfassen. Meine Hoffnung fehlet nicht; Gott ist meine Zuversicht. 3. Alles Hoffen und Verlangen, das nicht Gott zum Ziel erwählt, ist mit Nichtigkeit umfangen, die der Menschen Herzen quält. Es sind Träume nur im Wachen, die der Seele bange machen. Meine Hoffnung fehlet nicht; Gott ist meine Zuversicht. 4. Meine hoffenden Gedanken werden nimmermehr zu Spott. Meine Hoffnung kann nicht wanfen, meine Hoffnung ruht in Gott. Meine Hoffnung hat die Stunden ihrer Freudigkeit gefunden. Meine Hoffnung fehlet nicht; Gott ist meine Zuversicht. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund. 416. Wie gut ist's doch, in Gottes Armen so sorglos als ein Kindlein ruhn und an der Vaterbruft erwarmen ohn alle Furcht und Ängstlichthun. O Seele, laß dein banges Sorgen, der heute lebt, der lebt auch Vertrauen auf Gott und Ergebung. morgen; sein Herz ist immer gleich gesinnt. Gott ist ein Freund, getreu im Lieben, dein Nam' im Himmel angeschrieben, wo Sorg' und Schmerz vorüber sind. 301 Gott an einer Blume, so stehet feft zu seinem Ruhme, daß er auch dein Begehren stillt. Du haft den schönsten Schmuck gewonnen, weil Gott als Kind dich angenommen und dich mit seinem Geift erfüllt. 5. Die Güter dieses kurzen Lebens sind ja nicht vieler Sorge wert. Dein banges Sorgen ist vergebens; nur eins ist not, wie Chriftus lehrt. Wie mancher quälet sein Gemüte, da doch des höchsten Vaters Güte schon selber an sein Wohlsein denkt und das, was ihm unmöglich scheinet, eh er's ge hoffet und gemeinet, zum höchft erwünschten Ende lenkt. 2. Wie thöricht ift's, gleich blinden Heiden der eitlen Sorg' ergeben sein. Du kannst ja die sen Kummer meiden; dring nur in Gottes Herz hinein. Da wird das Sorgen sich verlieren, dein Herz die sanfte Stille spüren, wenn Chrifti Huld sich dir verklärt, die schon von Ewigkeit geglühet und sich um unser Heil bemühet, und die auch ewig, ewig währt. 3. Was sorgest du doch für dein Leben? Was sorgest du für Trank und Speis? Er, der das erfte hat gegeben, giebt auch das andre deinem Fleiß. Ein Vöglein, welches Gott ernähret, das nichts von Sorg' und Müh' erfähret, beschämt dich, der Gott nicht vertraut. Ift's möglich, daß dein Glaube wanket und Gott nicht unaufhörlich danket für das, was er von ferne schaut? 4. Das kleinste Blümchen auf den Auen ist dir ein Spiegel seiner Macht; es ist viel schöner Mel. O Welt, ich muß dich. anzuſchauen, als Salomo in 417. Kommt, Herz, und seiner Pracht. Thut dies nun lerne schauen auf die, die Gott 6. So ruh denn ohne Sorg und Grämen nur ferner in der Liebe Schoß. Laß deinen Glauben dir nicht nehmen und acht es für dein beftes Los: Gott hat in Chrifto mich erwählet und meine Seufzer längst ge. zählet; er ift's, der meine Schritte mißt. Gott, der mein Leiden abgewogen, und dessen Führung nie betrogen, Gott ist's, der meiner nicht vergißt. 302 prnden Das chriftliche Leben.controll vertrauen; schau, wie es um fie fteht. Ach siehe doch die Wege, die wunderbaren Stege, die Gott mit seinen Kindern geht. 2. Sie sind die Hochgeliebten und doch die Hochbetrübten; sie sind den Ärmsten gleich. Sie flehn oft um Erbarmen mit Lazarus, dem Armen, und erben doch das Himmelreich. 1997. So hält's Gott mit den Seinen; sie gehen hin und wei nen, wenn sie im Kreuze stehn. Das Herz ist voller Sehnen, die Augen sind voll Thränen; doch auf den Regen wächst es schön. 8. Nun, Vater, das gewähre. Hilf mir vertraun und lehre mich deine Himmelsbahn. Ja, Herr, wohl wirst du's machen in allen meinen Sachen; was du thuft, das ist wohlgethan. Suroboyid 3. Gott züchtigt sie als Sünder und liebt sie doch als Kinder. Er macht sie voller Schmerz; er Mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. ſchlägt zu manchen Stunden in 418. Mein Gott, bei dir ihre Seele Wunden und heilt doch ihr zerschlagnes Herz. 4. Sie glänzen wie die Sterne und stehn doch oft von ferne als ohne Glanz und Schein. Sie gehn im finstern Thale und sollen doch im Saale des Himmels lauter Sonnen sein. 5. Sie sind zerbrochne Halme und blühn doch wie die Palme. Sie sind voll Bangigkeit; es muß sich oft voll Zittern ihr ganzes Herz erschüttern, und stehen doch beherzt im Streit. 6. Wie geht es dem Getreide? dem Gräslein auf der Weide? Manch Wetter bricht herein; der Regen drückt es nieder, der Wind erhebt es wieder, und darauf folgt der Sonnenschein. ist alle Fülle, bei mir ist nichts als Dürftigkeit. In dir ist meine Seele stille, in mir empfind' ich Herzeleid. In mir bin ich den Ärmsten gleich, in dir hab' ich ein Himmelreich. 2. Du siehest alles, was mir fehlet; du ſiehst es, und es jammert dich; eh ich mein Leid dir noch erzählet, erbarmst du dich schon über mich. Du denkeft, eh ich rufe, mein; wie sollt' ich dir nicht stille sein? 3. Dir überlaß' ich meine Sachen; in deinem Willen will ich ruhn. Du kannst mich reich an Segen machen; du kannst, du willst, du wirst es thun. Dein teures Wort verheißt mir dies; was du versprichst, erfolgt gewiß. Vertrauen auf Gott und Ergebung. 4. Lebst du, mein Gott, was darf ich zagen? Sorgft du für mich, was trag' ich Leid? Ich darf bei jeder Blume fragen: von wessen Hand hat sie ihr Kleid? Sorgft du für sie so mildiglich, so sorgft du ja viel mehr für mich. 5. Du liebst mich, Vater, mit der Liebe, womit du deinen Sohn geliebt; dies macht, ist alles noch so trübe, mein Herz doch froh und unbetrübt. In deiner Liebe treff' ich an, was alle Welt nicht geben kann. 6. So geh' es denn mir, wie es gehe, ich halte still und ruh' in dir. Ich siz, ich liege oder stehe, so wachst du immer über mir. Drum denk' ich, drückt mich gleich das Joch: lebt doch mein Gott und Vater noch. Mel. Wend ab deinen Zorn, lieber. 419. Der Der Weg ist gut, der durch das Leiden führet. Man findet Gott, wenn man sich selbst verlieret. Gefahr und Not treibt die beherzten Strei ter beständig weiter. 2. Gott, welcher stets nach Lieb' und Weisheit handelt, macht, daß der Mensch durch rauhe Wege wandelt, wenn sein 303 Gemüt das Glück in guten Tagen nicht weiß zu tragen. 3. Gott zieht von dieser Erde nichtgen Freuden den schwachen Geift zurück durch harte Leiden; er selbst erweckt bei Seufzern, Schmerz und Thränen ein himm. lisch Sehnen. 4. O seid gesegnet mir, ihr selge Schmerzen. Dies Sehnen wecket ihr in meinem Herzen; der Geist empfindet, mag der Leib ermüden, des Himmels Frieden. 5. Dann wird den Seelen, die mit Gott verbunden, nichts mehr zu schwer, sie sehn in Leidensstunden nur lauter segensvolle leichte Wege, nur Liebesschläge. 66. So wird das Gold von Schlacken mehr gereinigt, das Herz mit Gott noch inniger vereinigt, die ihm ergebne stille Glaubenstreue stärkt sich aufs neue. 7. Und wenn auch Finsternis den Sinn umdunkelt, erweckt das Kleinod, das von oben funkelt, aufs neu den Mut; die Hoffnung samt dem Glauben läßt sich nicht rauben.d 8. Ja, solltest du auch ohne dein Verschulden um Jesu willen Schmach und Tod erdulden, das 304 Das christliche Leben. Glück ist groß; nah ist dir Gottes Gnade auf diesem Pfade. 9. Ihn ist der Herr des Lebens selbst gegangen, wer mit ihm duldet, wird die Kron' empfangen. Der Herr wird, die ihm alles hingegeben, zu fich erheben. väterlich. Nicht was ich mir ersehe, was Gott beschließt, geschehe. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei deffen Laft wir klagen? Die größte Not hebt einst der Tod; und Ehre, Glück und Habe verläßt uns doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läßt Gott es feinem fehlen; Gesundheit, Ehre, Reichtum, Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Mel. Was Gott thut, das ist wohlg. 420. Auf Gott und nicht Rat vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübfal auch versüßen. auf meinen Rat will ich mein Glück erbauen und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? wie bald ist sie ver. schwunden. Was ist das Leiden dieser Zeit? wie bald ist's überwunden. Hofft auf den Herrn, er hilft uns gern; seid fröhlich, ihr Gerechten, der Herr hilft seinen Knechten! 2. Er sah von aller Ewigkeit, wie viel mir nüßen würde, beftimmte meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Mel. Welt, ich muß dich. Schmerz, der zu des Glaubens 421. Was ist's, daß ich 10. Blick auf die Wolke der verklärten Zeugen, die jetzt vor Jesu Thron die Palmen neigen. Was führte sie zur Fülle jener Freuden? der Weg der Leiden. Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Er fennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ich's bat, gewährt, wenn's seine Weisheit litte. Er sorgt für mich recht| fragt. mich quäle? Harr Gottes, meine Seele, harr und sei unverzagt. Du weißt nicht, was dir nüket, Gott weiß es, und Gott schüßet, er schützet den, der nach ihm Vertrauen auf Gott und Ergebung. 2. Er zählte meine Tage, du ewig dich. Was kann mir mein Glück und meine Plage, widerfahren, wenn du mich eh ich die Welt noch sah. Eh willst bewahren? und du, mein ich mich selbst noch kannte, eh Gott, bewahrest mich. ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. Mel. Welt, ich muß dich. 3. Die kleinste meiner Sor. 422. Ich hab' in guten gen ist dem Gott nicht verborgen, der alles sieht und hält; und was er mir beschieden, das dient zu meinem Frieden, wär's auch die größte Last der Welt. Stunden des Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl. So will ich denn gelassen mich auch im Leiden fassen; welch Leben hat nicht seine Qual? 4. Ich lebe nicht auf Erden, ganz glücklich hier zu werden; die Luft der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein Geist, beſteht. 5. Was dieses Glück vermehret, sei mir von dir gewähret; Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glück verleget, wenn's alle Welt auch schäßet, das bleibe, Gott, mir ewig fern. 6. Sind auch der Krankheit Plagen, der Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott, so harr' ich und bin stille zu Gott; denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh, o Gott. 305 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafft du gelinder, als es der Mensch verdient. Sollt' ich, beschwert von Schulden, kein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh, mein Leben mehr lieben als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen und nicht auf Menschen bauen; du hilfft und du errettest gern. 4. Laß mich nur Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben sein. 5. Wenn ich in Chrifto fterbe, bin ich des Himmels Erbe; was schreckt mich Grab und Tod? 306 Das christliche Leben. Auch auf des Todes Pfade vertrau' ich deiner Gnade; du, Herr, bist bei mir in der Not. 6. Ich will dem Kummer wehren, dich durch Geduld verehren, im Glauben zu dir flehn; ich will den Tod bedenken. Du, Herr, wirst alles lenken, und was mir gut ist, wird geschehn. Mel. Wend ab deinen Zorn, lieber. 423. Ein Herz, o Gott, in Leid und Kreuz geduldig, das bin ich dir und meinem Heile schuldig. Laß mich die Pflicht, die wir so oft vergeſſen, täglich ermessen. 2. Ich bin ein Gast und Pilger auf der Erden; nicht hier, erst dort soll ich ganz glücklich werden. Und was sind gegen euch, ihr ewgen Freuden, dieser Zeit Leiden? 3. Wenn ich nur nicht mein Elend selbst verschulde; wenn ich als Chrifti Jünger leid' und dulde, so kann ich mich der Hülfe der Erlösten sicher getrösten. 4. Ich bin ein Mensch, und Leiden müssen fränken; doch in der Not an seinen Schöpfer denken und ihm vertraun, dies stärket unsre Herzen mitten in Schmerzen, bath 5. Schau über dich! wer trägt der Himmel Heere? Merk auf, wer spricht: Bis hieher! zu dem Meere? Ist er nicht auch dein Helfer und Berater, ewig dein Vater? 6. Willst du so viel, als der Allweise, wissen? Jetzt weißt du nicht, warum du leiden müssen; allein du wirst, was seine Wege waren, nachmals erfahren. 7. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, die Heiligung des Geistes zu empfahen und mit dem Troft der Hülfe, die wir merken, andre zu stärken. 8. Das Kreuz des Herrn wirkt Weisheit und Erfahrung, Erfahrung giebt dem Glauben Mut und Nahrung. Ein starkes Herz steht in der Not noch feste. Hoffe das Beste! Mel. Warum betrübst du dich. 424. Mein Herz, warum betrübst du dich? Ein Heide grämt und ängstet sich, der Gott nur schwach erkennt; für einen Christen ziemt sich's nicht, der Abba, lieber Vater, spricht. 2. Herz, willst du nicht auf ihn vertraun? Wer sieht den Sperling Scheuren baun? Er sät und erntet nicht; und doch 9 Vertrauen auf Gott und Ergebung. 6. Gott hat dich je und je geliebt; er, der dir Trank und Speise giebt, hat mehr an dir gethan, da er den eingen Sohn sogar für dich zu geben willig war. 7. Er hat dir eidlich zugesagt, daß er, wenn dich ein Kummer plagt, dich nicht verlaffen will. Und dieses Wort steht felsenfeſt, wenn dich die ganze Welt verläßt. 8. Wohlan, mein Herz, gieb dich zur Ruh. Gott teilt gewiß dir alles zu, was er für gut erkennt. Der größte Mangel wird zuletzt durch Arbeit und Gebet erfett. 307 9. Nun, weil ich dès versichert bin, so werf' ich allen Kummer hin, der Christen nicht geziemt, und bin vielmehr auf das bedacht, was mich gerecht und selig macht. 10. Bin ich an meiner Seele reich, so gilt mir alles andre gleich. Herr, mach es, wie du willst. Gieb viel, gieb wenig, was es sei ein gut Gewissen nur dabei. wird ihm von Gottes Hand sein Futter täglich zugewandt. 3. Du siehst ja wohl, wie wunderschön die Blumen auf den Wiesen stehn. Wer hat sie so geschmückt? Nicht Menschen hand hat es gethan; Gott selbst zog sie so prächtig an. 4. Kein Königsmantel schimmert so; auch selbst der reiche Salomo trug keine solche Pracht. Ein Blümchen übertrifft ihn weit in aller seiner Herrlichkeit. Du bist ja mehr als alles Mel. O Welt, ich muß dich. 5. das, mehr als ein Vogel, mehr 425. Was sollt' ich als Gras; bedenke deinen Wert, daß du ein Mensch, daß du ein Christ, daß du des Himmels Erbe bist. ängstlich flagen und in der Not verzagen? Der Höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner Seele kein wahres Wohlfein fehle. Genug zum Trost, mein für dich. Herz, für dich. bis of Herz, - 2. Was nüßt es, heidnisch sorgen und jeden neuen Morgen mit neuem Kummer sehn? Du, Vater meiner Tage, weißt, eh ich's dir noch sage, mein Leid und auch mein Wohlergehn. 3. Auf deine Weisheit schauen und deiner Gnade trauen, das, Herr, ist meine Pflicht. Ich will sie treulich üben und findlich stets dich lieben, denn du versäumft die Deinen nicht. 4. Der du die Blumen kleidest und alle Tiere weidest, du Das chriftliche Leben. Schöpfer der Natur, siehst alles, Mel Mez Bott was mir fehlet. Drum, Seele, was dich quälet, befiehl dem 426. Du, Herr, bift Herrn und glaube nur. 308 5. Wenn meine Augen thränen und sich nach Hülfe sehnen, so klag ich's dir, dem Herrn. Dir, Vater, dir befehle ich jeden Wunsch der Seele; du hörst, du hilfft, du segneft gern. 6. Der du mir hier im Leben schon größres Heil gegeben, mir deinen Sohn geschenkt, du wirst mir alles schenken und mir zum besten lenken, was meinen Geist betrübt und fränkt. 7. Du führeft, Herr, die Deinen nicht so, wie sie es meinen, doch stets nach weisem Rat. Ist mir die Aussicht trübe, so leuchtet deine Liebe mir auf des Lebens dunklem Pfad. 8. Wenn ich hier Tiefen sehe und es nicht ganz verstehe, was du mit mir gethan, kann ich doch des mich trösten, einst nimmst du mich Erlösten nach kurzer Schmach zu Ehren an. 9. Dort bei der Frommen Scharen, dort werd' ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Nach überstandnen Leiden bring' ich dir dann mit Freuden den Dank, der ewig dir gebührt. Mel. Was Gott thut, das ist wohlg. meine Zuversicht, mein bester Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Heil und Licht, der sich dir, Herr, ergeben. Du biſt sein Gott, auf dein Gebot wird seine Seele stille, und ihm genügt dein Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun? Du bist des Schwachen Stärke; die Augen, welche auf dich schaun, sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rat und stark von That, mit gnadenvollen Händen wirft du dein Werk vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlassen sehen müssen; du läßt ihn, wenn ihn Not umgiebt, doch deinen Troft genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz; der Sünder eitles Dichten wird einst dein Rat vernichten. 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott. Der Thoren Trost verschwindet, wenn der Gerechte in der Not Ruh und Erquickung findet. Wenn jener fällt, ift er ein Held; er steht, wo jene zittern, ein Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube Vertrauen auf Gott und Ergebung. reichet. Weh denen, die zu Menschen fliehn, weh dem, der von Gott weichet. Dein Heiland ftarb; er, er erwarb auf seinem Todeshügel dir deines Glaubens Siegel. 6. Sei unbewegt, wenn um dich her sich Ungewitter sammeln. Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er; er wägt die Schmerzen und wälzt fie von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht, auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Wohl gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlassen und sich im Kummer faffen? 8. In deine Hand befehl' ich mich, mein Wohlfein und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich; dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlig schaue. 309 dunkler Mitternacht Gewitter um mich blißen, doch zag ich nicht; mein Vater wacht, er wacht, mich zu beschüßen. Die Güte, die mich werden hieß, die den Bedrängten nie verließ, wird mich auch nicht verlassen. 2. Sein Auge schaut auf mei. nen Schmerz, und seine Blicke zählen die Sorgen, die mein armes Herz mit Angst und Kummer quälen. Er sandte mir das Leiden zu, daß nicht mein Herz in stolzer Ruh des Ewigen vergesse. 3. Gesegnet sind die Leiden mir, die mich der Welt entziehen, mich lehren, Gott, allein zu dir nach Troft und Hülfe fliehen. Ich weiß, einst bringst du meinem Blick der Sonne sanftes Licht zurück, das jetzt sich mir verhüllet. 4. Wie will ich dann, von Schmerz befreit, Herr, deine Huld erheben, wie freudig dir selbst für das Leid Lob, Preis und Ehre geben. Wohl denen, die dem Herrn vertraun, die ihre Hoffnung auf ihn baun, nie werden sie zu Schanden. Mel. Valet will ich dir geben. Mel. Der Herr ist mein getreuer. 428. Der Herr ift mein 427. Wenn gleich aus Vertrauen, mein Retter in der Not. Kein Leid erweckt mir Grauen, dich fürcht' ich nicht, Das chriftliche Leben. o Tod! Du dräuft mit zorn- die Reu, die Gott gefällt; allein gem Winke; doch fühl' ich keinen Harm. Ich weiß, wohin ich sinke, sink' ich in Gottes Arm. den Tod gebieret die Traurigfeit der Welt. 310 2. Der Herr ist mein Vertrauen, ein Gott, der gern vergiebt. Ich werd, ich werd' ihn schauen, den Vater, der mich liebt. Den Heiland werd' ich sehen, der mich vom Fluch befreit, mit Psalmen ihn erhöhen durch alle Ewigkeit. 3. Der Herr ist mein Vertrauen. Sein Recht ist meine Luft. Ein Heiligtum ihm bauen will ich in meiner Brust. Der Herr wird gnädig hören auf meiner Seele Flehn und Stärke mir gewähren, auf seinem Pfad zu gehn. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 429. Chrift, alles, was dich fränket, befiehl getrost dem Herrn. Er, der die Himmel lenket, ist auch von dir nicht fern. Erwach aus deinem Schlummer, zu Gott erhebe dich. Er fiehet deinen Kummer und liebt noch väterlich. 2. Sind's Sünden, die dich schmerzen? Ja, fühle deine Schuld. Doch trau von ganzem Herzen auf deines Mittlers Huld. Zur wahren Ruhe führet 3. Trau Gott, nicht deinen Schlüssen die Wahl des Besten zu. Sprich, wer wird's besser wissen, dein Schöpfer oder du? Der Gott, auf deffen Segen dein ganzes Wohl beruht, ist ftets in seinen Wegen hochheilig, weis' und gut. 4. Es mag die Hölle wüten; umsonst empört sie sich, wenn er dich will behüten; und er behütet dich. Wer gleicht ihm? Seinen Winken gehorchen Erd' und Meer. Laß deinen Mut nicht sinken; dein Schirm und Schild ist er. 5. Gott zählet deine Zähren und wird, was gut ist, gern auch deinem Wunsch gewähren. Sei stille vor dem Herrn. Er ist ein Hort der Frommen; hoff unverzagt auf ihn, denn seine Zeit wird kommen und deine Wohlfahrt blühn. 6. Ergieb dich ihm mit Freuden, der stets dein Vater ist; auch in der Nacht der Leiden sei stark im Herrn, sei Chrift; und dann ergreif im Glauben den Trost der Ewigkeit kann dir diesen rauben? allen Gram zerstreut..hìn - wer der Vertrauen auf Gott und Ergebung. Sag, ob Gott nicht immerdar weise, mild:,: und hülfreich war.:,: 7. Sei froh, dein Gott re- auch Freude, Heil und Glück. gieret. Sein Rat ist wunderbar; einst wirst du überführet, daß er der beste war. Du denkst wohl unterdessen: der Herr erbarmt sich nicht, der Herr hat mein vergessen. Doch höre, was er spricht: 4. Widme Gott dein Thun und Leben, trau auf ihn und sorge nicht. Er ist Vater; er wird geben, was zum Leben dir gebricht. Geh getroft zu ihm und sprich: Gott, du kennst:,: und liebeft mich.:: 5. Bet und sei nicht wankel. mütig, nicht des Meeres Wel len gleich. Sei getroft, denn er ist gütig; bist du dürftig, er ist reich. Fürchte nichts; denn der weiß Rat, der auch Kraft:,: zu helfen hat.:,: 6. Vater, ewig reich an Gaben, mächtiger Regent der Welt, täglich bet' ich: laß mich haben, laß mich thun, was dir gefällt. Du bleibst meine Zuversicht. Sorgen, weicht:,: und quält mich nicht.:,: 311 8. Ist auch der Mütter eine, die ihres Sohns vergißt?" Denk an dies Wort und weine die Freudenthrän, o Chrift! „ Und könnt ihn sie vergessen, will ich doch deiner nicht, ich deiner nicht vergessen." Der Herr ist's, der es spricht. Mel. Jesus, Jesus, nichts als Jesus. 430. Weicht und quält mich nicht, ihr Sorgen. Mein Versorger lebt und wacht. Wahr. lich, ihm ist nichts verborgen, was den Christen traurig macht. Was der Herr beschließt und thut, ehret ihn:,: und ist mir gut.:,: Mel. Ich dank dir, lieber Herre. 2. Eh noch Erd' und Himmel 431. Ich bin in dir zuwaren, war mein Schicksal ihm bekannt, und den Lauf von meinen Jahren lenket täglich seine Hand. Nichts geschieht von ungefähr; alles kommt:: von oben her.:,: frieden, Herr, meine Zuversicht. Hier ist mir nichts beschieden, was wahres Glück verspricht. Wohin ich mich nur wende, ist Arbeit, Müh' und Streit, und alles nimmt ein Ende, was auf der Welt erfreut. 3. Zähl, o Seele, deine Tage bis auf die Geburt zurück; zähle Kummer, Müh und Plage; zähl 2. Was ist das längste Leben, wenn's noch so föstlich heißt? 312 und Das christliche Leben.at ein Kampf, ein raftlos Stre. ben nach Ruhe für den Geist. In Hoffnung zu erlangen, was uns die Welt verspricht, sehn wir uns hintergangen und sehn die Ruhe nicht. 3. Bei dir, du Gott der Gnaden, ist, was mein Herz erquickt. Das ist doch nichts als Schaden, was außer dir beglückt. Wer dich besitzt und liebet, der kann gelassen sein. Wenn Not und Kreuz ihn übet, kommst du, ihn zu erfreun. 4. Ein Joseph ist verlassen, wie es vor Menschen scheint; doch wenn ihn Brüder hassen, ist Gott, der Herr, sein Freund. Der Glaube giebt uns Leben, den frommen Hiobssinn: der Herr hat es gegeben, der Herr nehm' es auch hin. 5. Wird meiner Seele bange, wenn Gott zu schlafen scheint, ruf' ich: O Herr, wie lange? dann, dann erwacht mein Freund. Ein Wort stillt Wind und Meere, ftillt meines Herzens Bein. Ach treuer Heiland, lehre mich stark im Glauben sein. Mut. Du führeft selbst durch Leiden zu wahren, sichern Freuden; denn alles, was du thuft, ist gut. 2. Vor dir ist nichts verborgen; was sollt' ich ängstlich sorgen, da du mein Vater bist? Du gabst mir, Gott, das Leben; du wirst auch alles geben, was mir zum Leben nötig ift. 3. Wir streben oft nach Dingen, die, wenn wir sie erringen, sogar zur Last uns sind. Ein Schein, der uns bethöret und unsern Stolz nur nähret, macht uns für beffre Güter blind. 4. Dein Wille sei mein Wille; laß mich in heilger Stille mich deiner Führung freun. Es müſſe, Herr, mir Armen dein Beistand, dein Erbarmen stets mehr als aller Reichtum sein. 5. Erleichtre meine Leiden durch deines Geiftes Freuden, durch Mut und Hoffnung mir. Beugt mich die Laft von Schmer. zen, so sprich zu meinem Herzen: Ich, dein Erretter, helfe dir. 6. Was soll ich mich betrü. ben? Den Menschen, die dich lieben, muß alles Segen sein. Mel. Dir dant ich für mein Leben. 432. Auf deine Weisheit Ich bin ja dein Erlöster; fonft bauen, auf deine Güte trauen, das, Gott, giebt Trost und hab' ich keinen Tröster und keinen Schuß, als dich allein. Vertrauen auf Gott und Ergebung. Mel. Wo Gott zum Haus nicht. 433. Von dir, o Vater, Glück und dankte dir. nimmt mein Herz Glück, Unglück, Freude oder Schmerz, von dir, der nichts als lieben kann, voll Dank und voll Vertrauen an. 2. Nur du, der du allweise bist, nur du weißt, was mir heilsam ist; nur du siehst, was mir jedes Leid für Heil bringt in der Ewigkeit. 3. Ist alles dunkel um mich her, die Seele müd' und freuden leer, bist du doch meine Zuversicht und in der Nacht, o Gott, mein Licht. 4. Verzage, Herz, verzage nie! Gott legt die Last auf, Gott kennt sie. Er weiß den Kummer, der dich quält, und geben kann er, was dir fehlt. 5. Wie oft, Herr, weint' ich, und wie oft half deine Hand mir unverhofft. Oft jammert' ich untröstbar heut, und morgen war ich schon erfreut. 6. Oft sah ich keinen Ausgang mehr; dann weint' ich laut und klagte sehr: ach schaust du, Gott, mein Elend nicht? verbirgst du gar dein Angesicht? 7. Dann hörtest du, o Herr, mein Flehn und eiltest bald 313 mir beizustehn. Du öffneteft mein Auge mir; ich sah mein 8. Sagt's alle, die Gott je geprüft, die ihr zu ihm um Hülfe rieft; sagt's Fromme, wann er das Gebet geduldig Leidender verschmäht? 9. Die Stunde kommt früh oder spät, wo Dank und Freud' aus Leid entsteht, wo Pein, die Stunden nur gewährt, in Freudenjahre sich verkehrt. 10. Du ernteft deiner Leiden Lohn vielleicht in diesem Leben schon; vielleicht, daß, eh du ausgeweint, dir Gott mit seiner Hülf' erscheint. 11. Schau deinen Heiland gläubig an. Wenn niemand dich erquicken kann, so schütte du in seinen Schoß dein Herz aus; seine Huld ist groß. 12. Einst hat auch er, der Menschenfreund, im Thränenthale hier geweint. Auf deine Thränen giebt er acht, und dir zu helfen hat er Macht. 13. Und helfen will er, zweifle Er hält getreu, was er verspricht, du sollest nicht verlassen sein. Dies laß dein sorgend Herz erfreun. 14 314 Das chriftliche Leben.tis Mel. Ach, was soll ich Sünder. 6. Ach vergieb mir, der im Staube dieses Leibes dich noch 434. Ach, wie ist der nicht, Gott, erkennt von Ange sicht. Ach vergieb mir, daß. mein Glaube hier noch wankt und sich nicht fest, wie er sollt, auf dich verläßt. Menschen Liebe so veränderlich, so falt. Wie erstirbt sie doch so bald. Seze nie auf diese Liebe, die nicht hält, was sie verspricht, Seele, deine Zuversicht. 2. Aber deiner Liebe trauen, Höchfter, das gereuet nie; denn ein starker Fels ist sie. Die auf diesen Felsen bauen, wohnen unverletzt und sehn ruhig selbst die Welt vergehn. 3. Täglich sag' ich's meiner Seele: Gott liebt ewig, seine Treu wird mit jedem Morgen neu! Jhn, den Ewigen, erwähle dir zum Freund und jauchze dann, daß kein Feind dir schaden kann. allein, ganz dir mein Vertrauen weihn. Aber ach, die Kräfte fehlen meinem Vorsaz; bald vergißt Fleisch und Blut, wie treu du bist. 7. Täglich laß es mich empfinden, wenn mein Herz auf sie sich stüßt, daß nicht Menschenhülfe nügt. Allen Trost laß mir verschwinden, bis ich wieder flieh' zu dir; und dann, Vater, hilf du mir. Mel. Jesus lebt, mit ihm auch. 4. Und ich will auch dich erwählen, Bater; ich will dir 435. Gottes Wille, Gottes 5. Plößlich überfällt mich wieder Sorge der Vergänglich. keit, irdisch Hoffen, irdisch Leid. Und dann sink' ich mutlos nieder, suche nur bei Menschen Ruh; und mein Helfer wärst doch du. 8. Der du deiner Kinder Flehen, Gott, mein Gott, ſo gern erhörft und sie selbst auch flehen lehrft, laß mich feft im Glauben stehen und erfahren, wie so treu deine Vaterliebe fei. Rat muß auch meinen Willen lenken. Er, der mich erschaffen hat, kann mich, sein Geschöpf, nicht fränken. Wenn er nimmt, und wenn er giebt, ist er Vater, der mich liebt. 2. Willig folg' ich, wie er will, führt er gleich durch rauhe Wege. Ohne Murren halt' ich still, treffen gleich mich seine Schläge; denn er hat noch stets gethan, was mein Heil befördern kann. Vertrauen auf Gott und Ergebung. 3. Wahr und heilig ift sein Wort; was er zusagt, wird er halten. Ihn allein, den treuen Hort, laß ich über alles walten. Wer sich seiner Hülfe freut, schmeckt auch seine Freundlichkeit. 4. Drum, mein Herz, verzage nicht; der im Himmel wird schon sorgen. O sein Troft ift Sonnenlicht bei dem allertrübsten Morgen. Harre mit Gelassenheit; endlich kommt die rechte Zeit. 5. Fällt ohn ihn kein Haar vom Haupt, sollt' er denn mein Glück nicht wählen? Wer in Demut an ihn glaubt, der wird nie des Ziels verfehlen. Ihm vertraun ist süße Pflicht; er vergißt die Seinen nicht. 6. Wein' ich oft vergebens hier, trügt mich oft mein irdisch Hoffen, nur Geduld, einst stehet mir jenes Buch der Vorsicht offen. Dort seh' ich, wie wunderbar Gottes weise Führung war. 7. Alle Leiden dieser Zeit, alle Thränen und Beschwerden sind nicht wert der Herrlichkeit, die dort offenbart soll werden. Herr, du haft, rühm' ich alsdann, Großes stets an mir gethan. Mel. Welt, ich muß dich. 436. Was soll ich troftlos sorgen? Gott scheint mir zwar 315 verborgen; doch seine Hülf' ift nah. Führt er mich dunkle Pfade, doch trau' ich fest der Gnade, die sie zu meinem Heil erfah. 2. Längst wog er die Gefahren, eh Erd und Himmel waren, nach meinen Kräften ab. Er linderte durch Freuden die Tage meiner Leiden, eh er sie mir zu tragen gab. 3. Mir konnt ein Glück der Erden gar leicht zum Fallstrick werden; er nahm es weislich mir. Mich konnt auf Seligkeiten ein Kummer vorbereiten; undGottes Gnade schenkt ihn mir. 4. Vielleicht, wenn Pracht und Ehre mein Teil auf Erden wäre, würd' ich mich fündlich freun, und Unterdrückte würden dann unter ihren Bürden um. sonst zu mir nach Hülfe schrein. 5. Mich könnten Schäße reizen, mehr Schäße zu ergeizen und stolz mich aufzublähn; dann würd' ich Arme hassen und menschenfeindlich lassen vor mei. ner Thüre hungrig stehn. 6. Bald könnt in guten Tagen mein Herz verwegen fragen: ist über mir ein Gott? Dann würd' in Schwelgereien das Lafter mich entweihen und | Tugend wäre mir ein Spott. 14* 316 Das christliche Leben. 7. Gott nahm mir Ruhm und Schäße; er zog mich aus dem Nebe, das oft den Klügsten fällt; daß ich, treu in der Liebe, sein Auserwählter bliebe, entfernt er die Gefahr der Welt. 8. Oft will in bösen Tagen mein Herz zwar furchtsam flagen: wo ist der Herr, mein Licht? warum verzieht mein Retter? Es lachen mein die Spötter, ich ruf- und er ant wortet nicht. 9. Doch, ist um Troft mir bange, nimmt Gott, an dem ich hange, sich meiner herzlich an und führt, den Gram zu stillen, um seines Namens willen den Irrenden auf ebner Bahn. 2. Schwer ist der Kampf der Leiden, schwer. Kaum fühl' ich Mut und Stärke mehr, noch länger fortzudulden. Doch ewig, Vater, zürnst du nicht; du gehst mit uns nicht ins Gericht, strafft nicht nach unsern Schulden. Bald ist der Thränen Maß gefüllt, bald meiner Seele Schmerz gestillt; bald hat Gott all mein Flehn erhört, mich gnug geprüft und mich bewährt. Du Gott der Huld, erhört von dir, Lobsingt in mir dann meine ganze Seele dir. 3. Ach, alle Leiden dieser Zeit sind doch nicht wert der Herrlichkeit, die du wirst offenbaren. Bald wird auch mir der Duldung Lohn; bald steh' auch ich vor deinem Thron mit treuer Mel. Herzlich lieb hab' ich dich. 437. Dir trau' ich, Gott, Kämpfer Scharen und danke und wanke nicht, wenn mir von dann dir, Gott, verklärt, der meiner Hoffnung Licht der letzte Funken schwindet; mein Helfer und mein Gott bist du, durch den mein Herz doch endlich Ruh und Freude wiederfindet. Von jeher hast du mich geführt und meines Wandels Lauf regiert, mit segensvoller Vaterhand so manche Not hinweggewandt. Unendlicher, ich trau' auf dich. Du leitest mich; ich kämpf' und siege, Gott, durch dich! 10. Wenn ich fast unterliege, giebt er mir Sieg auf Siege und bleibet mein Panier. Er stärkt die müden Hände und weicht bis an mein Ende mit seiner Gnade nicht von mir. 11. Preis sei dem Herrn gefungen! Auch in den Züchtigungen liebt er mich väterlich. Mein Glück ist Gottes Wille; sein harr' ich und bin stille und rühme meiner Trübsal mich. Vertrauen auf Gott und Ergebung. jetzt mich prüft, mich dann be währt, daß ich, von allen Leiden frei, ein Seliger des Himmels sei. Barmherziger, fest, ohne Graun will ich dir traun; dereinst werd' ich dein Antlig schaun. 20 Mel. Dir dank' ich für mein Leben. 438. Durch Jesum rein von Sünden, kann ich den Trost empfinden: Gott liebt mich väterlich. Nichts soll den festen Glauben, nichts mir die Hoff nung rauben: mein Gott und Vater sorgt für mich. 2. Der eine Welt regieret und mich bisher geführet, bleibt ferner auch mein Licht. Der mir den Sohn gegeben und mit ihm Heil und Leben, mein treuer Vater läßt mich nicht. 3. Er zählet meine Tage, hört, wenn ich leidend klage, beschüßt mich in Gefahr; schlägt nur mit Vaterschlägen, stärkt mich auf rauhen Wegen und rettet mich oft wunderbar. 4. Schickt er mir Glück und Freuden, so brauch' ich froh, bescheiden und unschuldsvoll die Welt. Doch wählt er Not und Plagen, so will ich findlich sagen: er thue, was ihm wohlgefällt. 317 urch Jesum rein Gottes Güte hoffen und sagen: seine Huld ist mein. 5. Ein ruhiges Gewissen stillt, wenn wir leiden müssen, den allerbängsten Gram. Wenn alle Güter scheiden, so rühm' ich doch voll Freuden: gelobt sei, der sie gab und nahm. 6. Wie köstlich ist's, die Plagen des Leben ruhig tragen, wie föstlich, stille sein, vom schwersten Kreuz betroffen auf 7. Einst werd' auch ich's er. fahren, wie gut die Wege waren, die Gott mich gehen hieß. Gekrönt mit Himmelsfreuden, dank' ich ihm auch die Leiden; denn ihre Frucht ist himmlisch süß. ma Mel. Werde munter, mein G. 439. Wenn der Herr einft die Gefangnen ihrer Bande ledig macht, o dann schwinden die vergangnen Leiden, wie ein Traum der Nacht. Dann wird unser Herz fich freun, unser Mund voll Dankes sein; jauchzend werden wir erheben ihn, der Freiheit uns gegeben. 2. Herr, erhebe deine Rechte, gieb uns einen Vaterblick; aus der Fremde ruf die Knechte in die Heimat bald zurück. Ach der Pfad ist steil und weit, fürze unsre Prüfungszeit; führ uns, wenn wir treu gestritten, in des Friedens stille Hütten. 318 pm Das chriftliche Leben.otall 3. Ernten werden wir mit Freuden, was wir weinend ausgesät. Jenseits reift die Frucht der Leiden und des Sieges Palme weht. Unser Gott auf seinem Thron, er, er selbst ist unser Lohn; die ihm lebten, die ihm starben, bringen jauchzend ihre Garben. dein Weg verliert. Dich leitet Gott. O dent' zurücke, wie gut er immer dich geführt, wie oft, wenn Dunkel um dich lag, aus Nächten selbst das Licht dir brach. 5. Gott, gnädig, wenn du uns erhöreft, oft gnädiger, wenn du den Plan, den unsre Thorheit schuf, zerstöreft, dich, Vater, bet' ich findlich an. Ich hoff' Mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. 440. Entschwinge dich, auf dich mit feſtem Mut; denn was du sendest, ist mir gut. 36. Die Liebe hat den Pfad bestimmet, den ich auf Erden wandeln soll. Ob er sich auch durch Dornen frümmet, ich geh' ihn hoher Ahndung voll. Einst werd' ich in des Himmels Höhn ganz deiner Führung Weisheit sehn. mein Geist, den Nächten, in welche dich die Schwermut hüllt. Willst du mit deinem Schöpfer rechten, daß er nicht jeden Wunsch erfüllt? Fleug auf zu seinem höhern Licht. Du kenneft, was dir gut ist, nicht. 2. In Finsternissen wankt hienieden des Menschen ungewisser Schritt; was Gottes Vorsicht ihm beschieden, was Mel. Jesus lebt, mit ihm auch. ihn erfreute, was er litt, flärt 441. Hoffe, Herz, mur sich am Ziel von seinem Lauf für ihn als gleiche Wohlthat auf. 3. Dort findest du, von Licht umflossen, auch deiner Erden thränen Lohn. Schau, ihre Saat ist aufgeschoffen; sie blüht zur nahen Ernte schon. Im Kummer wird sie ausgeftreut, bald reift sie für die Ewigkeit. mit Geduld, endlich wird die Nacht vergehen. Gott, dein Vater, ist voll Huld; kindlich darfst du zu ihm flehen. Auf dein gläubiges Vertraun wird er gnädig niederschaun. 4. Drum heb empor die trüben Blicke, wenn sich in Nacht 2. Wolken kommen, Wolken gehn; bau auf deines Gottes Gnade. Zu des Himmels lichten Höhn führen stürmisch dunkle Pfade; doch ein treues Auge Vertrauen auf Gott und Ergebung. wacht. Zittre nicht in Sturm Er, des Vaters Huld gewiß, und Nacht. hat sich durch die Finsternis hinauf geglaubt. 4. Droben lebt er stark und reich, führt die Seinen nach. 3. Antre du auf Felsengrund, schwinge dich zu Gottes Herzen; mach ihm deine Leiden kund, sag ihm deine tiefsten Schmerzen. Er ist gütig und erquickt jedes Herz, das Kummer drückt. Ich bin alle Tag bei euch"- der dies ernstlich sprach, bei dir iſt er. Gottes Gnad' und Kindesrecht hat sein gläubiges Geschlecht; was willst du mehr? 4. Faß im Glauben fühnen Mut; Kraft wird dir dein Helfer senden. Mit der Hand, die Wunder thut, wird er deine Leiden enden. Er ist lauter Lieb' und Huld; hoffe, Herz, nur mit Geduld. 319 5. Vater, dem ich, was ich bin, in die Hände leg, nimm den kummerhaften Sinn aus dem Herzen weg. Ich halte dich. Wird der Glaube wieder schwach, läßt der Troft bald wieder nach, so halt du mich. Mel. Seele, was ist Schönres wohl. 442. Seele ruth in jeder 6. Trauen und gehorsam ſein, Nacht still in Gottes Schoß. Was dir so viel Kummer macht, ist dein Denken bloß. Er sorgt ja noch. Glaube, alles, was er thut, scheint es bös, es ist dir gut, o trau ihm doch. ist der Kinder Art; präge das mir täglich ein, scheint dein Weg mir hart. Ich bleib ja Kind, greif nach deiner Vaterhand, denk: du bist im Prüfungs. stand doch treu gesinnt. 2. Sag, erzwingst du dein Geschick, wenn du ihm nicht traust? Ach, weil du mit trübem Blick wenig überschauft, so schau hinauf. Er, dein Gott von Ewigkeit, lenkt durch alle Himmel weit der Dinge Lauf. 3. Arm war einst der reichste Herr, der nur Gutes that; ach, Mel. Christus, der ist mein Leben. nichts Eignes hatte er, feine 443. Mag auch der Lagerstatt nur für sein Haupt. Glaube zagen, ein Tag des 7. Mache du nur mich recht treu und der Hoffnung voll, daß ich sünd- und sorgenfrei einst dich loben soll. Ich eile fort, freu mich auf den Tag des Lichts; Erdenleiden sind dann nichts-- o wär' ich dort. 320 Das christliche Leben. Lichtes naht. Aus Dämmrung muß es tagen; zur Heimat führt der Pfad. 2. Mag auch die Liebe weinen, es kommt ein Tag des Herrn. Nach dunkler Nacht erscheinen muß einft ein Morgenstern. 3. Mag auch die Tugend tämpfen, es fommt ein Ruhetag. Der Sonne Strahl zu dämpfen fein Sturmgewölf vermag. 4. Mag Hoffnung auch er schrecken, mag dräuen Grab und Tod. Die Schlummernden erwecken muß einst ein Morgenrot. Mel. Jesu, meine Freude. 444. Nein, ich will nicht sorgen. Weiß ich denn, ob morgen noch das Licht mir scheint? Der so treu mich führte, immer recht regierte, bleibt mit mir vereint. Geht die Bahn er nur voran, sei sein Weg mir auch verborgen, warum sollt' ich sorgen? 2. Nein, ich will nicht flagen. Sollt' ich denn verzagen, weil der Troft verzieht? Wenn des Herzens Sehnen, wenn die stillen Thränen nur der Vater sieht. Ungeduld wird oft zur Schuld. Was er auflegt, hilft er tragen; follt' ich denn verjagen? 3. Nein, ich will nicht wählen. Ach, ich möchte fehlen, leicht getäuscht vom Schein. Schwach find meine Sinnen, sehn wohl das Beginnen, nicht den Aus gang ein. Meine Wahl ward oft zur Qual; mag sein Plan sich mir verhehlen, Gott fann niemals fehlen. 4. Wie viel tausend Sonnen, seinem Licht entronnen, zeigt er Bahn und Lauf. Aller Wesen Meister wie viel tausend Geister blicken zu ihm auf. Allen hat sein weiser Rat Schmerz und Freuden zugemessen; sollt' er mein vergessen? 5. Ihm will ich vertrauen, Glauben führt zum Schauen, Hoffnung stärkt das Herz. Ift der Himmel trübe, Gott bleibt doch die Liebe; Liebe heilt den Schmerz. Was mich drückt, hat sie geschickt; werd' ich nur in Prüfungsstunden treu bewährt erfunden. 6. Bin ich ganz verlaffen, tann mein Geift nicht fassen, was der Vater will halt' ich auch in Schmerzen mit ergebnem Herzen ihm gehorsam still. Was er thut, ist recht und gut; jede Trübsal dieser Erden soll zum Heil mir werden. 7. Sei mir Kampf beschieden; führet doch zum Frieden mich des Sieges Bahn. Der den Tod - Vertrauen auf Gott und Ergebung. bezwungen, der den Sieg er- Herrn zu weihn, besser sind sie rungen, kämpfte mir voran. Du, o Held, bezwangst die Welt. Wer dir folgt, kann nicht erliegen, mir auch hilfft du siegen. oft als Freuden und des Glückes Sonnenschein. 2. Ob sie noch so schwer dich drücken, sind sie doch für dich Gewinn, Dulden führet zum Entzücken und der Schmerz zur Mel. Ich dank dir, lieber Herre. 445. Was wähnst du Wonne hin. dich verlassen? Blick auf, der Vater wacht; des Vaters Händ' umfassen dich in der Sorgen nacht; der Lilien bekleidet, das Tier des Waldes nährt, des Himmels Sterne weidet, sorgt auch für deinen Herd. 2. Wenn alle Winde stürmen, der Herr in Wettern spricht, sich hoch die Wogen türmen, blick auf, erzittre nicht! Aus Nächten steigt die Sonne, aus finsterm Schoß der Halm, der Seinen Schmerz wird Wonne, ihr Seufzen Jubelpfalm. 3. Blick auf! Nicht banges Sagen errettet aus der Not, läßt heiter es dir tagen, verleiht dir täglich Brot. Blick auf! Wer Gott ergeben und treu das Seine thut, fann arm, nicht elend leben. Der Gute hat es gut. Mel. Ringe recht, wenn Gottes. 446. Dulde, Chrift, des Lebens Leiden, ganz dich deinem 321 3. Duldend lernst du Gott ver. trauen, und die Selgen freun fich dein, lernest andere erbauen und dich selbst dem Himmel weihn. 4. Wie das Gold bewährt durchs Feuer, wird durch Trübsal auch dein Herz. Besser und von Fehlern freier bildet dich des Lebens Schmerz. 5. Du erlangst bei Jesu Gnade, seinen Heilgen wirft gleich, wirst auf dornenvollem Pfade immer mehr an Tugend reich. 6. Flüchtgem Schmerze folgt die Krone, turzen Kämpfen erger Sieg, zu der treuen Zeugen Lohne führet Gott durch Leiden dich. 7. Drum in deinem ganzen Leben hoff auf ihn, sei fromm und rein. Hast du hier dich Gott ergeben, gehst du dort zur Ruhe ein. Mel. Nun lob, mein Seel, den. 447. Mit Gott bin ich zufrieden und blide dankbar himmelan. Genug hat er beschie 14** 322 Das christliche Leben. den, daß ich ihn freudig preisen fann, hat herrlich mich geleitet, durch Freud' und Leid beglückt, mein Haus auch mir bereitet, mit Gütern es geschmückt. Erschien er auch im Wetter, im Sturm der Mitternacht Heil mir! mein Gott, mein Retter hat alles wohl gemacht. 2. An seinem treuen Herzen war ich geborgen immerdar. Den Kelch der Luft, der Schmerzen bot er, der stets mein Helfer war. Wie oft ward, wenn mit Sorgen die müde Seele rang, mein banges Flehn am Morgen vor Abend Preisgesang. Was ich mit Weinen flagte, ward Quelle meines Heils, und was der Herr versagte, Gewinn des besten Teils. 3. Ich bin ein Gast auf Erden, und stündlich mahnt der Glockenschlag: bald wird es Abend werden, das Leben ist ein kurzer Tag. Soll ich ihn mir erschweren durch selbstgeschaffnen Harm? des andern Gut be - gehren, an eignem Gut nicht arm? nur in der Zukunft leben? was jetzt mir ward, verschmähn? Onein, ich will ergeben, wie Gott mich leitet, gehn. 4. Bin ich an Erdengaben, an Hab' und Ruhm nicht andern gleich genug kann ich auch haben; zufrieden, bin ich groß und reich, bin Gottes Kind und singe sein Lob bis an mein Ziel. So groß wird das Geringe, das Wenige so viel. Und ob auch alles schiede er, der mein Vater ist, bleibt mein; mir bleibt mein Friede, mein Heiland Jesus Chrift. 5. Darum getroft, o Seele, in Gott sei fröhlich allezeit! Er ist der Herr. Er wähle, was für den Himmel mir gedeiht; er führe mich durch Auen, durch dürre Wüstenein, in Stürmen, Nacht und Grauen, in Still' und Sonnenschein. Er rette mich hienieden, er rufe mich von hier mit Gott bin ich zufrieden; wär' er es auch mit mir! - 7. Dankbare Liebe und Nachfolge Jesu. Mel. Herr Christ, der einge Gottssohn. 448. Chrifte, Einge borner, von Ewigkeit gezeugt, des Vaters Auserkorner, zu dem sein Herz sich neigt. Mit ihm von einem Wesen, bleibst du, der du gewesen, der Glanz der Herrlichkeit. nads Dankbare Liebe und Nachfolge Jeſu. 2. Für uns ein Mensch ge- Und wenn mein Herz im Tode boren, der feuschen Jungfrau Sohn, zu suchen was verloren, erlittst du Qual und Hohn, ftarbst, daß wir leben möchten, erhubst uns zu Gerechten und Erben deines Reichs. 3. Laß uns stets mehr erkennen, wie hoch du uns geliebt, in solcher Lieb' entbrennen, die Kraft zur Tugend giebt. Laß in des Todes Schrecken uns einst noch sehn und schmecken, wie freundlich, Herr, du bist. 4. Du Schöpfer aller Dinge, steh unsrer Schwachheit bei. Durch deine Lieb' uns dringe zu echter Gegentreu! Hilf, daß uns nichts bethöre, daß nichts von dir uns kehre, nicht Lust, nicht Leid der Welt. 323 5. Laß uns, mit dir begraben, mit dir auch auferstehn, mit dir zu Gott erhaben, nicht auf das Eitle sehn, dich kennen und dich hören, dich, dich allein begehren, dein tot und lebend sein. bricht, bist du doch meine Zuversicht, mein Heiland, der auch mich erlöft, der mich im Tode nicht verstößt. Herr Jesu Chrift, mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, in Schanden laß mich nimmermehr! 2. Es ist ja dein Geschenk und Gab, mein Geist, mein Leib und was ich hab' in diesem armen Leben. Daß ich es deinem Lobe weih, dem Nächsten dadurch nüßlich sei, wollst du mir Gnade geben. Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr und dem Betrug der Sünde wehr. In allem Kreuz erhalte mich, daß ich es trage williglich. Herr Jesu Chrift, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröst meine Seel in Todesnot! 3. Laß deinen Engel bei mir sein, der mich nach überstandner Bein ins Reich der Selgen trage, daß sanft mein Leib und mein Gebein ruh' in des Grabes Kämmerlein bis zu dem jüngsten 449. Herzlich lieb hab' ich Tage. Alsdann erwede, Jeſu, dich, o Herr! Ich bitte, laß mein Herz nicht leer von deiner Gnade Gaben. Die ganze Welt erfreut mich nicht, nach Erd' und Himmel frag' ich nicht, wenn ich nur dich kann haben. mich, daß meine frohen Augen dich verherrlicht sehn, o Gottessohn, dich, meinen Heiland auf dem Thron. Herr Jesu Christ, erhöre mich, erhöre mich, ich will dich preisen ewiglich! 324 Das chriftliche Leben.€ Mel. Wie schön leucht't uns der M. dein Angesicht ich einstens foll erblicken. Du kannst indes durch 450. Wie herrlich strahlt deine Kraft, die Ruh in müden Seelen schafft, mich stärken, mich erquicken. Tröste du mich, Seligmacher, daß ich Schwacher auf der Erde Himmelsfreuden inne werde. der Morgenstern; o welch ein Glanz geht auf vom Herrn! Wer sollte sein nicht achten? Glanz Gottes, der die Nacht durchbricht, du bringst in finftre Seelen Licht, die nach der Wahrheit schmachten. Dein Wort, Jesu, ist voll Klarheit, führt zur Wahrheit und zum Leben; wer kann dich genug erheben? 2. Du hier mein Troft und dort mein Lohn, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, des Himmels großer König, von ganzem Herzen preis' ich dich. Hab' ich dein Heil, so rühret mich das Glück der Erde wenig. Zu dir komm ich; wahrlich keiner tröstet deiner, Brot des Lebens, wenn ihn hungert, sich vergebens. 3. In dir nur kann ich selig sein. Geuß tief, tief in mein Herz hinein die Flamme deiner Liebe, daß in mir nichts als Inbrunst sei, kein Weltsinn deine Leiden scheu, kein Undank dich betrübe. Nach dir, nach dir, den ich faffe und nicht lasse, ewig wähle, dürftet meine ganze Seele. 4. Von Gott strahlt mir ein Freudenlicht, die Hoffnung, daß 5. Und wie, Gott Vater, preis' ich dich? Gott, ewig, ewig haft du mich in deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich dir feft vereint; er selbst, mein König, ift mein Freund; was ist's, das mich betrübet? Seele, wähle ihn, den Besten, ihn, den Größten, dir zum Freunde und dann fürchte keine Feinde. 6. Ihm, welcher Tod und Grab bezwang, ihm müsse froher Lobgesang mit jedem Tag erschallen, dem Lamme, das erwürget ift, dem Freunde, der uns nie vergißt, zum Ruhm und Wohlgefallen. Tönet, tönet, Jubellieder; schallet wieder, daß die Erde voll von seinem Ruhme werde! 7. Wie freu' ich mich, Herr Jefu Chrift, daß du der Erst' und Lette bift, der Anfang und das Ende. Ich gebe, Heiland, meinen Geist, wenn er sich einst dem Staub entreißt, in deine Dankbare Liebe und Nachfolge Jesu. treuen Hände. Ewig werd' ich, Herr, dort oben hoch dich loben, dem ich traue, wenn ich nun dein Antlig schaue. beglücken; du nur fannst mein Herz erquicken. 4. Den, der dich liebt, den liebest du, dem schaffst du für die Seele Ruh und Trost für sein Gewissen. Ob ihn auch 451. Jefu, Jesu, Gottes manche Not hier drückt, so Mel. Wie schön leucht't uns der M. wird er doch durch dich erquickt in seinen Kümmernissen. Endlich wird sich nach dem Leide volle Freude für ihn finden; da wird all sein Trauren schwinden. Sohn, der du, noch eh ich war, mich schon geliebt aus reinem Triebe, vor dir ist alles sonnenklar; mein Herz ist dir auch offenbar; du weißt, daß ich dich liebe. Herzlich such' ich dir vor allen zu gefallen; nichts auf Erden kann und soll mir teurer werden. 2. Das ist mein Schmerz und kränket mich, daß ich, mein Heil und Retter, dich nicht liebe, wie ich wollte. Ach ich empfind' es nur zu sehr, daß ich mit jedem Tag dich mehr und treuer lieben sollte. Laß mich gläubig deine Güte im Gemüte stärker fassen, dir mich ganz zu über laffen. 325 3. Stehst du mit deiner Kraft mir bei, so werd' ich stets mit feftrer Treu und einzig dir anhangen. Nichts, was sonst Menschen wohlgefällt, nicht Luft der Sinne, Ehr und Geld be. friedigt mein Verlangen. Ohn dich kann mich nichts von Schäßen recht ergößen, noch 5. Noch hat kein Aug' es je gefehn, es fann's auch hier fein Mensch verstehn und würdig gnug beschreiben, was denen dort für Herrlichkeit bei dir und von dir ist bereit't, die dir ergeben bleiben. Was hier von dir wird gegeben, unser Leben zu ergößen, ist dagegen nichts zu schätzen. 6. Drum laß ich billig dies allein, o Jesu, meine Freude sein, daß ich dich herzlich liebe und mich in dem, was dir gefällt, je mehr und mehr in dieser Welt nach deinem Worte übe, bis sich für mich jenes Leben wird anheben, wo die Frommen aller Trübsal sind entnommen. 7. Dort werd' ich deine Gütig. keit, die mich schon hier so sehr erfreut, im vollen Umfang ws Das chriftliche Leben.diam3 schmecken; da seh' ich in dem Laßt uns töten, weil wir leben, hellsten Licht dein gnadenvolles durch den Geift des Fleisches Angesicht, auf immer frei von Macht; so wird er aus Grabes. Schrecken. Wohl mir! Preis nacht zu des Himmels Licht dir, der mir droben aufgehoben uns heben. Jefu, fterb' ich- ewge Freuden. Nichts, Herr, fterb' ich dir, daß ich lebe für soll von dir mich scheiden. und für. 326 4. Lasset uns mit Jefu leben; weil er auferstanden ist, muß das Grab uns wiedergeben. Jesu, unser Haupt du bist; wir sind deines Leibes Glieder; wo du lebst, da leben wir. Ach erfenn uns für und für, treuer Freund, als deine Brüder. Jesu, dir nur leb' ich hier ewig dort bei dir. ewig, Mel. Lasset, uns den Herren preisen. 452. Laffet uns mit Jesu ziehen, folgen seinem Vorbild nach, in der Welt der Welt entfliehen, auf der Bahn, die er uns brach, immerfort zum Himmel reisen, irdisch noch, schon himmlisch sein, glauben recht und leben rein, Glauben in der Lieb' erweisen. Treuer Jesu, bleib bei mir. Geh voran, Geh voran, 453. Sch ich folge dir. 2. Lasset uns mit Jesu leiden, willig, seinem Vorbild gleich. Nach dem Leide folgen Freuden; Armut hier macht droben reich. Thränensaat geht auf mit Wonne; Hoffnung tröftet die Geduld. O wie leicht macht Gottes Huld aus dem Regen helle Sonne. Jesu, hier leid' ich mit dir; dort gieb deine Freude mir. 3. Lasset uns mit Jesu sterben. Sein Tod rettet uns vom Tod, von dem ewigen Verderben, das dem sichern Sünder droht. - Ich will dich lieben, meine Stärke, dich, meiner Seele Ruhm und Zier; ich will dich lieben durch die Werke und mit der heiligsten Begier; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herz im Tode bricht. 2. Ich will dich lieben o mein Leben, als meinen allerbesten Freund; ich will dich lieben und erheben, so lange mich dein Glanz bescheint; ich will dich lieben, Gottes Lamm, das für mich litt am Kreuzesstamm. 3. Ach, daß ich dich so spät erkannte, du hochgelobte Liebe du, daß ich nicht früher mein 1 Dankbare Liebe und Nachfolge Jeſu. 327 dich nannte, du höchstes Gut und Gott, dich lieben auch bei und wahre Ruh. O wie ist nun mein Herz betrübt, daß es so spät erst dich geliebt. Schmach und Hohne und in der allergrößten Not; ich will dich lieben, schönstes Licht, bis mir das Herz im Tode bricht. 4. Ich ging verirrt und war verblendet, ich suchte, doch ich fand dich nicht; ich hatte mich 454. Liebe, die du mich von dir gewendet und liebte das erschaffne Licht. Doch nun ist es durch dich geschehn, daß ich im Glauben dich ersehn. 5. Ich danke dir, du wahre Sonne, daß mir dein Glanz das Licht gebracht; ich danke dir, du Himmelswonne, daß du mich froh und frei gemacht; ich danke dir, du Gotteskraft, die neues Leben in mir schafft. 6. Erhalte mich auf deinen Stegen und laß mich nicht mehr irre gehn; laß meinen Fuß in deinen Wegen nicht straucheln oder stille stehn; erleuchte meine Seele ganz mit deinem reinen Himmelsglanz. 7. Gieb meinen Augen selge Thränen, gieb meinem Herzen heilge Glut. Vermehre stets nach dir mein Sehnen, du ein zigs Heil und höchstes Gut; laß meinen Sinn, Geist und Verstand stets sein zu dir durch dich gewandt. 8. Ich will dich lieben, meine Krone, dich lieben, meinen Herrn zum Bilde deiner Gottheit haft gemacht, die du mich so treu und milde nach dem Fall mit Heil bedacht. Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 2. Liebe, die mich einst er. foren, eh ich noch erschaffen war, die für mich als Mensch ge. boren und mir gleich ward ganz und gar. Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 3. Liebe, die für mich gelit. ten und gestorben in der Zeit, die am Kreuz mir hat erftritten ewge Luft und Seligkeit. Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 4. Liebe, die mich ewig liebet, die mich leitet durch das Wort, die den Geist der Wahrheit giebet mir zum Heil und Seelenhort. Liebe, dir ergeb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. 5. Liebe, die mich schüßend decket, wenn des Todes Macht mir dräut, die mich aus der Gruft erwedet und mich führt zur Herrlichkeit. Liebe, dir er 328 Das christliche Leben. 5. Fahre hin, o Wesen, das die Welt erlesen; mir gefällft du nicht. Fahre hin, o Sünde, 455. Jeju, meine Freude, deine Nacht verschwinde; Jeſus meines Herzens Weide, Jesu, meine Zier; ach wie lang, wie lange ift dem Herzen bange, wie verlangt's nach dir. Ich bin dein, und du bist mein; Gottes Lamm, mir soll auf Erden nichts sonst lieber werden. ist mein Licht. Fahre hin, du stolzer Sinn, fahre hin, du Lafterleben; Jesus ist mein Leben. 6. Weicht, ihr Trauergeister, denn mein Freund und Meister kehret bei mir ein. Was mich auch betrübe, wenn ich ihn nur liebe, muß mir Freude sein. Duld' ich schon hier Spott und Hohn; dennoch bleibst du auch im Leide, Jesu, meine Freude. geb' ich mich, dein zu bleiben ewiglich. om 2. Unter deinem Schirmen bin ich vor den Stürmen aller Feinde frei. Laß die Felsen ſplittern, laß den Erdkreis zittern, mir steht Jesus bei. Ob die Welt in Trümmer fällt, ob mich Tod und Hölle schrecken, 456. Meinen Jeſum laß' Jesus will mich decken. 3. Donnert auch im Grimme des Gefeßes Stimme, Jesus stillet sie. Mag der Tod sich nahen, mich das Grab um. faben, Jesus läßt mich nie. Mich schreckt nicht das Weltgericht; freudig, daß ich Jesum sehe, blick' ich auf zur Höhe. 4. Weg mit allen Schäßen, du bist mein Ergößen, Jesu, meine Luft. Weg, ihr eitlen Ehren, die gar leicht bethören, bleibt mir unbewußt. Elend, Not und Schmach und Tod soll, wie viel ich auch muß leiden, mich von dir nicht scheiden. ich nicht, er hat sich für mich gegeben. Sollt' ich nicht aus Dank und Pflicht an ihm han. gen, ihm nur leben? Er ist meines Lebens Licht; meinen Jesum laß' ich nicht. 2. Er, der Welt und mir gefandt, uns zu lehren, uns zu retten, hat sein Blut an uns gewandt, daß wir Gottes Gnade hätten. O wie bin ich ihm verpflicht't. Meinen Jesum laß' ich nicht. 3. Durch ein Herz voll Dankbarkeit, durch Gehorsam, den ich übe gegen das, was er gebeut, halt' ich fest an seiner Dankbare Liebe und Nachfolge Jesu. Liebe, traite dem, was er verMel. Mach's mit mir, Gott. ſpricht, und so laß' ich Jeſum nicht. 457. Mir nach, spricht 4. So ist er mein Teil und Ruhm bis an meines Lebens Ende; ihm geb' ich zum Eigen tum ganz mich hin in seine Hände. Er ist meine Zuversicht; meinen Jesum laß' ich nicht. Christus, unser Held; mir nach, ihr Christen alle. Verleugnet euch, verlaßt die Welt, folgt meinem Ruf und Schalle; nehmt euer Kreuz und Ungemach auf euch, folgt meinem Wandel nach. 5. Wenn mein Auge schon verlischt, Wang' und Lippen sich entfärben, mich fein Labsal mehr erfrischt, alle Sinne mir er sterben und das matte Herz nun bricht, laß' ich meinen Jesum nicht. 6. Dort auch laß' ich Jesum nie, hange stets an seinen Blicken; denn nach dieses Lebens Müh will er ewig mich erquicken. Ewig strahlt mir dort sein Licht; meinen Jesum laß' ich nicht. 7. Nichts auf dieser Erden ift's, was des Herzens Wünsche stillet; du, o Jesu, du nur bist's, du nur, der sie ganz erfüllet. Dich, mein Reichtum, Ruhm und Licht, dich, mein Jesu, laß' ich nicht. 329 8. Dich, mein Jesu, halt' ich feft, laffe nichts von dir mich scheiden. Weh euch, die ihr ihn vergeßt, ihr beraubt euch ewger Freuden. Selig, wer in Wahrheit spricht: Meinen Jesum laß' ich nicht! 2. Ich bin das Licht; euch leuchtet hier mein heilges Tu. gendleben. Wer zu mir kommt und folget mir, darf nicht im Finstern schweben. Ich bin der Weg; ich zeige wohl, wie man wahrhaftig wandeln soll. 3. Mein Herz ist voll Demütigkeit, voll Liebe mein Gemüte; mein Mund strömt über allezeit von Wahrheit und von Güte. Mein Wille sucht nur, was Gott will; mein Geist ist folgsam, fanft und still. 4. Ich zeig' euch das, was schädlich ist, lehr' euch die Sünde meiden und euer Herz von aller List und argem Truge scheiden. Ich bin der Seelen Fels und Hort und führ' euch zu der Himmelspfort. 5. Fällt's euch zu schwer, ich geh voran, ich steh' euch an der Seite; ich kämpfe selbst, ich breche Bahn, bin alles in dem Streite. Dem Krieger Schmach, 330 Das christliche Leben. der mutlos steht, wenn fühn voran der Feldherr geht. 6. So laßt uns denn dem lieben Herrn mit unserm Kreuz nachgehen und wohlgemut, getroft und gern in allen Leiden stehen. Wer nicht gekämpft, trägt auch die Kron des ewgen Lebens nicht davon. Mein Geift will himmlisch werden; im Himmel ist mein Licht. Wo Jesus wird geschauet, da sehn' ich mich hinein; wo Jesus Hütten bauet, da, da ist's gut zu sein. 5. Komm, Jesu, meine Wonne, komm, ziehe mich zu dir, zu deines Himmels Sonne; komm, meiner Seele Bier, und sebe mich aus Gnaden in deines Mel. Ich dank dir, lieber Herre. 458. Schaß über alle Friedens Schoß; ſo kann mir so niemand schaden, so bin ich reich und groß. Schäße, o Jesu, du mein Ruhm, an dem ich mich ergöße, hier sei ein Heiligtum in meinem treuen Herzen dir, Heiland, Mel. Jesu, meines Lebens Leben. zugeteilt, weil du mit deinen 459. Jefu, meiner Seele Schmerzen mir meinen Schmerz geheilt. 2. Ach Freude meiner Freuden, du wahres Himmelsbrot, damit ich mich kann weiden, das meine Seelennot so kräftig lich kann stillen und mich in böser Zeit mit Gutem überfüllen, mit Trost und Seligkeit. Leben, meines Herzens höchste Freud, dir will ich mich ganz ergeben in der Zeit und Ewigfeit; meinen Herrn will ich dich nennen und vor aller Welt beken. nen, daß ich dein bin und du mein. Ich will keines andern sein. 3. Mein Herz bleibt dir er geben, dir dankbar für und für. Mit dir nur will ich leben und sterben nur mit dir, will lieber Mangel leiden mit dir, als ohne dich auf grünen Auen weiden; es wäre Schmach für mich. 4. Herrlichkeit der Erden, dich mag und will ich nicht. 2. Deine Huld hat mich um. fangen gleich, als mich die Welt umfing, mich geweiht, dir anzuhangen, als an Mutterbruft ich hing. Stets hast du mich aufgenommen, wenn ich bin zu dir gekommen. Du bist mein, und ich bin dein, ich will keines andern sein. ich hing. 3. Ach wie oft haft meiner Jugend du die Gnadenhand ge Dankbare Liebe und Nachfolge Jeſu. 331 reicht, wenn von Frömmigkeit an; wenn die Sinne mir verund Tugend sich mein Herz zur Welt geneigt, daß, ob ich schon übertreten, ich doch wieder kam mit Beten. Darum bin ich ewig dein und will keines andern sein. gehen, wenn ich nicht mehr sprechen kann, laß mich deinen Geist vertreten, Geift vertreten, daß ich mög' im Herzen beten: ich bin dein, und du bist mein; ich will feines andern sein. 4. Irr' ich, sucht mich deine Liebe; fall' ich, richtet sie mich auf, stärkt mich, wenn ich mich 460. Ja, ja, mein Herz will dich umfassen; erwähl es, Herr, zu deinem Thron. Haft du aus Liebe einst verlassen des Himmels Pracht und seine Kron, so würdge auch mein Herz, D Leben, und laß es deinen Tempel sein, bis du mich wirst zum Himmel heben, fällt dieses Leibes Bau einst ein. betrübe, tröstet mich in meinem Lauf. Bin ich arm, giebt sie mir Güter; haßt man mich, ist sie mein Hüter. Ich bin dein, und du bist mein; ich will feines andern sein. 5. Dein Geift zeiget mir das Erbe, das mir droben beigelegt, und wenn ich noch heute sterbe, fürcht' ich nichts; dein Engel trägt meine Seele dir entgegen. Mag den Leib ins Grab man legen; ich bin dennoch dein, du mein. Ich will keines andern sein. 6. Drum, ich sterbe oder lebe, bleib' ich doch dein Eigentum. Du bist's, dem ich mich ergebe; du bist meiner Seele Ruhm, meine Zuversicht und Freude, meine Wonne selbst im Leide.. Du bist mein, und ich bin dein; ich will keines andern sein. 7. Hör, o Jesu, noch ein Flehen, diese Bitte nimm noch Alust Mel. Wie groß ist des Allmächtgen. 2. Ich steig hinauf zu dir im Glauben; steig du in Lieb' herab zu mir. Laß nichts mir diese Freude rauben, erfülle ganz mich nur mit dir. Ich will dich fürchten, lieben, ehren, so lang in mir das Herz sich regt, und noch soll meine Liebe währen, wenn einst das Herz mir nicht mehr schlägt. Mel. Der lieben Sonne Licht und. 461. Dem Heiland nach, mein Geist und Herz, auf seinen Dornenwegen. Bekämpfe mutig Leid und Schmerz; dem Siege 332 Das christliche Leben.dl@ folget Segen. Nur fröhlich auf. gefaßt die leichte Liebeslaft. Sind doch die Leiden dieser Zeit nicht wert der fünftgen Herr lichkeit. 2. Du selbst, Herr, gingst zu Ehren ein durch Schmerz und bittres Leiden; wie könnt' ich wohl dein Jünger sein, begehrt' ich nichts als Freuden? Der Himmelslilien Glanz wächst aus dem Dornenkranz; dem, der sein Kreuz hier willig trägt, wird dort die Krone beigelegt. 3. Wie stünd' es um der Gärten Pracht, wenn alle Lüfte schliefen? Nur Sturm und sanftres Wehen macht, daß sie von Balsam triefen. Doch, Herr, im Sturm bist du der Hafen meiner Ruh, die sanft mein müdes Herz umfängt, wenn Angst und Trübsal mich bedrängt. 4. Wohlan, so will ich in Geduld nach deinem Willen leiden; den bittern Kelch füllt deine Huld zuletzt mit süßen Freuden. Mit Jesu hier ge höhnt, mit Jefu dort gekrönt; mit Jesu hier vom Kreuz gedrückt, mit Jefu ewig dort erquickt. Seele doch. Alles sonst, wie es auch scheine, ist doch nur ein schweres Joch, unter dem das Herz sich quälet und der Ruhe stets verfehlet. Nur dies einzige gieb mir, wahren Frieden dort und hier. 2. Seele, willst du dieses finden, such's bei keiner Kreatur. Laß nichts Irdisches dich binden, schwing dich über die Natur. Wo sich Gott und Mensch vereinet, wo der Glanz vom Herrn erscheinet in des Sohnes Angesicht, da ist Friede, da ist Licht. 3. Als dort still Maria hörte, nur bekümmert für ihr Heil, was der Herr die Jünger lehrte, wählte sie das beste Teil. O wie brannt' ihr Herz, die Lehren aus der Weisheit Mund zu hören. Sie vergaß die Welt und sich, hört' und sah nur, Jesu, dich. 4. So steht, Heiland, mein Verlangen ganz und einzig nur nach dir. Laß mich treulich an dir hangen, schenke dich zu eigen mir. Wenn auch viele träg verweilen, lern' ich doch dir nachzueilen, weil dein Wort, o Jesu Christ, lauter Geist und Leben ist. Mel. Du, o schönes Weltgebäude. 5. Aller Weisheit höchste Fülle 462. Eins ist not; o liegt verborgen, Herr, in dir. Herr dies eine lehre meine Hilf mir, daß ich treu und stille Dankbare Liebe und Nachfolge Jesu. auf dich höre für und für, daß die Demut mich regiere, daß mich fromme Einfalt ziere. Ach, wer Jesum kennt und weiß, hat der Weisheit höchsten Preis. 6. Laß mich nur, daß meine Seele sich nach deinem Bild erneut, auf dich schaun, so oft ich fehle. Du bist mir Gerechtigkeit! du haft, da du bift gestorben, Kraft zur Heiligung erworben und Erlösung mir ge bracht aus des Todes tiefer Nacht. 7. Jch, ein Schaf von deiner Weide, habe, Herr, mein Heil, in dir volle Gnüge, Leben, Freude einst vor Gott und auch schon hier. Kann ich dich nur immer haben, acht' ich nicht der Erde Gaben. Wenn ich glaubend dich erblickt, wird mein ganzes Herz entzückt. 8. Ja, mein Jesu, du alleine sollst mein ein und alles sein. Prüf, erforsche, wie ich's meine; tilge allen Heuchelschein. Lenke mich vom bösen Stege, leite mich auf ewgem Wege; hilf mir treu sein bis zum Tod. Dieses eine nur ift not. 333 die verloren, und ihr Licht bift du, Jesu, süße Ruh! Mel. Seelenbräutigam. 463. Wer ist wohl Per ist wohl wie du, Jesu, süße Ruh? Von dem Vater auserkoren, Leben derer 2. Glanz der Herrlichkeit, du bist vor der Zeit zum Erlöser uns geschenket und in unser Fleisch versenket zur erfüllten Zeit, Glanz der Herrlichkeit! 3. Großer Siegesheld, du haft Tod und Welt und der Hölle Macht bezwungen, Heil und Leben uns errungen durch dasLösegeld deines Bluts, o Held! 4. Deine Majeftät, König und Prophet, will ich demutsvoll verehren und auf deine Stimme hören; denn dein Reich besteht, Herr voll Majestät! 5. Laß mich deinen Ruhm als dein Eigentum durch des Geistes Licht erkennen, ſtets in deiner Liebe brennen als dein Eigentum, du, mein schönster Ruhm! 6. 3euch mich ganz in dich, daß voll Liebe sich dir mein ganzes Herz ergebe, in dir froh und selig lebe. Dir ergeb' ich mich; zeuch mich ganz in dich! 7. Deiner Sanftmut Schild, deiner Demut Bild sei mit mir auf meinen Wegen, daß nicht Zorn und Stolz sich regen. Mach mich sanft und mild, wie dein eigen Bild! 334 Das christliche Leben, dan 8. Sucht mein eitler Sinn in der Welt Gewinn, o dann Mel. Wer nur den lieben Gott. lenke die Gedanken, daß ſie nim. 464. Mein Jefu, zeige mer von dir wanken; sei du mein Gewinn, gieb mir deinen Sinn! mir die Wege, die du für mich gegangen bist, und hilf, daß ich auf gleichem Stege dir folge als ein rechter Christ. Laß meinen Gang gerichtet sein allein zu dir, zum Himmel ein. 2. Du kamst vom Himmel auf die Erde, um mich zu führen himmelan; damit auch ich denn tüchtig werde zu wandeln auf der rechten Bahn, laß meinen Gang gerichtet sein zu dir, o Herr, zum Himmel ein. 9. Wecke mich recht auf, daß ich meinen Lauf möge sichren Schritts vollbringen, und die Sünd' in ihren Schlingen mich nicht halte auf. Fördre meinen Lauf! 10. Deines Geistes Trieb in die Seele gieb, daß ich wachen mög' und beten, freudig vor dein Antlig treten. Ungefärbte Lieb' in die Seele gieb! 11. Wenn der Wellen Macht in der trüben Nacht will des Herzens Schifflein decken, wollft du deine Hand ausstrecken. Hab' auf mich dann acht. Hüter in der Nacht! 12. Einen Heldenmut, der da Gut und Blut gern um deinetwillen lasse und des Flei. sches Lüfte haffe, gieb mir, höchstes Gut, durch dein teures Blut! 13. Soll's zum Sterben gehn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Todesthal begleiten und zur Herrlichkeit bereiten; laß mich dann dich sehn, dir zur Rechten stehn! durch das Leben und zeigteft 3. Du gingst, ein Bilgrim, mir, was ich hier bin. Ich will dir folgen treu ergeben, mit ftillem, frommem Pilgersinn. Dann wird gewiß gerichtet sein mit dir mein Gang zum Himmel ein. 4. Du gingst in Demut, Sanftmut, Liebe, Gehorsam und Geduld einher. O daß durch deines Geistes Triebe auch ich auf solchem Wege wär. Dann würde stets gerichtet sein mein Gang zu dir, zum Himmel ein. 5. Du gingst umher in deinem Lande und thateft allenthalben wohl. O daß auch ich in meinem Stande so wandeln Dánkbare Liebe und Nachfolge Jesu. möchte, wie ich soll. Ja, Herr, laß stets gerichtet sein den Gang zu dir, zum Himmel ein. 6. Du gingft freiwillig an dein Leiden, zu tilgen meine Sündenschuld; nun kann ich mich mit großen Freuden getrösten deiner Lieb' und Huld. So muß fortan gerichtet sein mein Gang zu dir, zum Himmel ein. 335 treulich nachzueilen, wollen wir uns nicht verweilen; führ an deiner Hand uns ins Vaterland. 2. Soll's uns hart ergehn, laß uns fefte stehn und auch in den schwersten Tagen niemals über Lasten klagen; denn durch Trübsal hier geht der Weg zu dir. 3. Rühret eigner Schmerz irgend unser Herz, kümmert uns ein fremdes Leiden, o so gieb Geduld zu beiden; richte du den Sinn auf das Ende hin. 4. Ordne unsern Gang, Jesu, lebenslang; halt uns auch auf rauhem Wege stets in deiner treuen Pflege; thu uns nach dem Lauf deinen Himmel auf. 7. Du gingst hervor aus deinem Grabe, ein preisgekrönter Siegesheld. Heil mir, daß ich die Hoffnung habe, mit dir besieg' ich Tod und Welt. Mit dir soll nun gerichtet sein mein Gang zu deinem Himmel ein. 8. Du gingst zum Vater in den Himmel und giebst von da mir alles Heil. Nun weiß auch ich in dem Getümmel der Welt, Mel. Herzlich thut mich verlangen. bort ist mein ewges Teil. Da. 466. Vor Jesu Augen hin soll nun gerichtet sein mein Gang, zu dir, zum Himmel ein. 9. O Herr, du wollest selbst mich führen auf deiner schmalen Himmelsbahn, laß deinen Geist mich stets regieren und nimm mich einst mit Ehren an, so geh' ich frei von aller Pein zu dir, zu deinem Himmel ein. schweben, ist rechte Seligkeit, ist wahres Himmelleben schon in der Erdenzeit. Nichts können und nichts wissen, nichts wollen und nichts thun, als Jesu folgen müssen das heißt im Frie den ruhn. Mel. Seelenbräutigam. 465. Jesu, geh voran auf der Lebensbahn. Dir ge- 2. Gewiß, wer erst die Sünde in Chrifti Tod versenkt und dann gleich einem Kinde getreu. lich an ihm hängt, der wird auch heilig handeln und kann dann anders nicht. Herr Jesu, 336 Das chriftliche Leben.dnb R lehr uns wandeln in deiner wer dich liebt, den stärkeft Augen Licht. du, daß nichts von dir ihn scheide. 4. Du hörft der Deinigen Gebet und endest ihre Plage; du bleibst, bis Zeit und Welt vergeht, bei uns noch alle Tage. Herr, dir sei ewig Dank und Ruhm für dieses Evangelium, für alle deine Liebe. Dir geb' ich mich zu eigen hin; gieb, daß ich mich, so lang ich bin, in deinem Lobe übe. mer Mel. An Wasserflüssen Babylon. 467. Anbetung, Preis und Dank sei dir, o Jesu, unser Leben. Preiswürdig bist du für und für; wer kann dich gnug erheben? Eh noch die Welt ward, warst du schon groß, herrlich und des Höchsten Sohn, ein Erbe seiner Ehre. Dein ist das Reich, die Herrlichkeit, und du beherrscheft weit und breit der Kreaturen Heere. Mel. Wie schön leucht't uns der M. 2. Und dennoch bist du uns 468. Wie groß, wie an. zu gut in diese Welt gekommen und haft selbst unser Fleisch und Blut freiwillig angenommen. Dein Leben gabst du freudig dar, zu retten was verloren war, und wardst ein Knecht auf Erden. O Huld, die sonst nichts Gleiches hat; du starbft für unsre Missethat, ein Heiland uns zu werden. gebetet ist dein Nam, o Heiland Jesu Christ, wie teuer deinem Volke. Welch Licht ging in der Finsternis mit dir der Welt auf, wie zerriß, wie floh des Irrtums Wolke. Als du famest, hörten Taube, und der Glaube half den Kranken; Stumme sangen, dir zu danken. 3. Du wardst es uns und bist es noch jetzt auf der Him. mel Throne, suchst liebreich von der Sünde Joch und ihrem schnöden Lohne, die ihr noch dienen, zu befrein; beschwerter Herzen Troft zu sein, ist deines Herzens Freude. Du giebst den müden Seelen Ruh, und 2. Nur Schwache waren's, die dein Licht verbreiteten, die Weisen nicht. Wo sind sie, wo die Hohen? und wo die Reichen? wo die Macht, vor der des Gößendienstes Nacht und ihre Schatten flohen? Macht nicht, List nicht, deine Gaben, Mittler, haben dich verkläret, uns den Weg zu Gott gelehret. Dankbare Liebe und Nachfolge Jesu. 337 3. Wir werden deinen Ruhm erhöhn, wir werden deinen Himmel sehn, den Preis von deinen Leiden; genießen, was du uns erwarbst, als du für uns am Kreuze starbst, der Engel hohe Freuden. Welche Mel. Ich dank dir schon durch. Gnade, daß wir Sünder Gottes 469. Jesu Chrifte, Kinder werden sollen, wenn wir an dich glauben wollen. 4. Du haft dich deiner Herrlichkeit entäußert eine kurze Zeit, für uns von Gott verlassen. Und nun mit Ehr und Ruhm gekrönt, nun machst du selig, die, versöhnt, der Sünden Gräuel haffen. Ihnen willst du Heil und Leben gerne geben und uns allen helfen, daß wir Gott gefallen. 5. Vom Aufgang bis zum Niedergang erschallet dir der Lobgefang erretteter Gerechten. Unzählbar sind die Scharen schon, die gerne dir vor deinem Thron ein würdig Loblied brächten. Ihrer mehr noch, Jesu, werden schon auf Erden dir lobsingen, Preis und Dank und Ruhm dir bringen. 6. Wie groß, wie angebetet ist dein Name, Heiland, Jesu Chrift, wie herrlich bei den Deinen. Führst du uns einst zu deiner Ruh, o wie weit herrlicher wirst du den Frommen dann erscheinen. Ewig müsſe dir zur Ehre ihrer Chöre Lob erschallen, durch die Himmel wiederhallen. wachs in mir, und alles andre schwinde. Mein Herz sei täg. lich näher dir, entfernter von der Sünde. 2. Laß täglich deine Huld und Macht um meine Schwachheit schweben. Dein Licht verschlinge meine Nacht und meinen Tod dein Leben. 3. Beim Sonnenstrahle dei. nes Lichts laß jeden Wahn verschwinden; dein Alles, Jesu, und mein Nichts laß täglich mich empfinden. 4. Sei nahe mir, werf' ich mich hin, wein' ich vor dir im Stillen. Dein reiner, gottgelaßner Sinn beherrsche meinen Willen. 5. Blick immer herrlicher aus mir voll Weisheit, Huld und Freude. Ich sei ein lebend Bild von dir im Glück, und wenn ich leide. 6. Mach alles in mir froh und gut, daß ich stets minder fehle. Herr, deiner großen Liebe Glut durchglühe meine Seele. 15 Das christliche Leben. 7. Mein eignes eitles, leeres fein mit dir. Einft schauen Ich sei jeden Tag geringer. O würd' ich jeden Tag durch dich dein würdigerer Jünger. 8. Der Glaub' an dich und deine Kraft sei Trieb von jedem Mel. Wohl mir, Jesus, meine Freude. Triebe. O du, der alles Leben 471. Wenn ich nur den schafft, sei du nur meine Liebe. 338 Heiland habe, wenn er nur mein eigen ist, wenn mein Herz nur bis zum Grabe seine Treue Mel. Herzlich thut mich verlangen. 470. Wenn alle untreu nie vergißt, o dann weiß ich nichts von Leide, fühle nichts, als Lieb' und Freude. 2. Wenn ich nur den Heiland habe. laß' ich alles andre gern, folg' an meinem Pilgerstabe treugefinnt nur meinem Herrn; mögen immerhin die andern auf dem breiten Wege wandern. werden, so bleib' ich dir doch treu, daß Dankbarkeit auf Erden nicht ausgeſtorben sei. Für mich umfing dich Leiden, vergingst für mich in Schmerz, drum geb' ich dir mit Freuden auf ewig dieses Herz. meine Brüder auch wieder him. melwärts und sinken liebend nieder und fallen dir ans Herz. 2. Oft muß ich bitter weinen, daß du gestorben bist, und mancher von den Deinen dich lebenslang vergißt. Von Liebe nur durchdrungen hast du so viel gethan, uns ewges Heil errungen; und doch, wer denkt daran? 3. Du stehst voll treuer Liebe noch immer jedem bei, und wenn dir keiner bliebe, so bleibst Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns. du dennoch treu. Die treufte 472. Du, der du alle Liebe sieget, am Ende fühlt man sie, weint bitterlich und schmieget sich kindlich an dein Knie. 4. Ich habe dich empfunden, o lasse nicht von mir, laß innig mich verbunden auf ewig 3. Wenn ich nur den Heiland habe, schlaf' ich sanft und selig ein; ewig wird die höchste Gabe mir sein treues Lieben sein. Mir kann vor dem Tod nicht grauen; jenseit werd' ich Jesum schauen. Schmerzen heilft, den Flehenden zu Hülfe eilst, wie selig ist, wer nach dir strebt; wie selig, der dir, Jesu, lebt. 2. Ach bleib bei uns, du guter Herr. Verlaß uns nicht, Dankbare Liebe und Nachfolge Jesu. du Freundlicher. Der Zeiten Abend dringt herein; wir können ohne dich nicht sein. 3. Kommst du in unser Herz, so bricht der Morgen an, und Mittagslicht scheint, wo du bleibest, hell und klar und macht dein Lieben offenbar. 4. Wie liebst du uns, wie grenzenlos ist deine Huld, wie göttlich groß dein Herz, wie himmlisch sanft und rein, nur strebend, Menschen zu erfreun. 5. Drum floß für uns dein teures Blut; drum trugest du der Feinde Wut, befreitest uns von Sünd' und Tod und führteft uns den Weg zu Gott. 6. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich durch dich, o Jesu, bin; stets leuchte mir in hellem Licht dein gnaden volles Angesicht. 7. Nichts stillet meinen Trieb nach dir. Wann, Jesu, kommst du ganz zu mir? wann werd' ich ganz durch dich erfreut? wann seh' ich deine Herrlichfeit? 8. Komm, du, den meine Seele liebt, der Leben ihr und alles giebt; komm und erfüll ihr heißes Flehn und laß mich deinen Himmel sehn. 339 Mel. Jesu, der du meine Seele. rauernd und mit 473. Trauernd bangem Sehnen wandelt dort ein Jüngerpaar; Jesu fließen ihre Thränen, der ihr Freund und Lehrer war. Doch eh sie's zu hoffen wagen, nahet er, um den sie klagen. Ihr Begleiter ist er schon; schnell ist nun ihr Gram entflohn. 2. Ach, es gehn noch manche Herzen ihrem stillen Kummer nach; sie bejammern voll von Schmerzen ihre Not, ihr Ungemach; manches wandelt ganz alleine, daß es in der Stille weine; aber Jesu tröstend Wort scheuchet jeden Kummer fort. 3. Oft schon hab' auch ich empfunden: Jesus läßt mich nicht allein; in den trüben Unglücksstunden stellt er unverhofft sich ein. Wenn ich traurig mich beschwere, als ob er ferne wäre, o so ist er mir schon nah und mit seiner Hülfe da. 4. Treuster Freund von allen Freunden, bleibe ferner nah bei mir. Sucht die Welt mich anzufeinden, o so wend' ich mich zu dir. Wenn mich Trübfalswetter schrecken, wollst du mächtig mich bedecken. Hab' 15* 340 Das christliche Leben.hen@ ich zum Gefährten dich, ist kein Feind mir fürchterlich. 5. Bin ich traurig und be trübet, dann ruf du mir in den Sinn, daß mich deine Seele liebet und daß ich der Deine bin. Laß in dir mich Ruhe finden, auf dein Wort die Hoffnung gründen: wer die Thränensaat gestreut, erntet einst die Seligkeit. 6. Tröft auch andre, die voll Jammer einsam durch die Flu. ren gehn oder in der stillen Kammer tief bekümmert zu dir flehn. Wenn sie von der Welt fich trennen, daß sie satt sich wei. nen können, so sprich ihrer Seele zu: Zagender, was trauerst du? 7. Wenn es einst will Abend werden, und der Lebenstag sich neigt, wo dem blöden Aug' auf Erden nirgends sich ein Helfer zeigt, bleibe dann an meiner Seite, gieb mir Sieg im letzten Streite, daß ich bis ans Ende treu, jener Krone würdig sei. auf sich nahm. Bleibt bei dem, der einzig bleibet, wenn auch alles untergeht, der, wenn alles auch zerstäubet, fiegend überm Staube fteht. 2. Alles schwindet. Herzen brechen, denen ihr euch hier ergabt, und der Mund hört auf zu sprechen, der euch oft mit Troft gelabt, und der Arm, der euch zum Stabe und zum Schilde ward, erstarrt, und das Auge schläft im Grabe, das euch sorgsam einst bewahrt. 3. Alles stirbt. Das Irdsche findet in dem Irdischen sein Grab; alle Lust der Welt verschwindet, und das Herz stirbt selbst ihr ab. Irdsches Wesen muß verwesen, irdsche Flamme muß verglühn, irdsche Fessel muß sich lösen, irdsche Blüte muß verblühn. 4. Doch der Herr steht überm Staube alles Irdischen und spricht: Stüße dich auf mich und glaube, hoffe, lieb und fürchte nicht. Darum bleibt bei dem, der bleibet, und der Mel. O Durchbrecher aller Bande. 474. Bleibt bei dem, der geben kann, was bleibt, der, euretwillen auf die Erde nieder kam, der, um euren Schmerz zu stillen, tausend Schmerzen wenn ihr euch ihm verschreibet, euch ins Buch des Lebens schreibt. Gebet und Gottesdienst. 8. Gebet und Gottesdienst. Mel. Herr Christ, der einge Gottsſohn. 4. Zeigt sich Gefährlichkeit, 475. Bater aller From so laß mich nicht verzagen; gieb einen Heldenmut, hilf selbst das Kreuz mir tragen. Durch kommen. Was du willst, sei Sanftmut lehre mich besiegen meinen Feind; und wenn ich men, hoch sei dein Nam' geehrt! Dein Reich laß zu uns uns wert. Gieb Brot. Vergieb die Sünden. Hilf Arges Rat bedarf, gieb einen weisen Freund. Reiß uns aus überwinden. aller Not! 476. Gott, du from. mer Gott, du Brunnquell aller Gaben, ohn den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben; gefunden Leib gieb mir, und daß in solchem Leib die Seele unverletzt, rein das Gewissen bleib. 2. Gieb, daß ich thu mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet; gieb, daß ich's thue bald, zu der Zeit, da ich soll; und so gerate mir's durch deinen Segen wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen. Laß kein unnüßes Wort aus meinem Munde gehen; und wenn nach meiner Pflicht ich reden soll und muß, so gieb den Worten Kraft und Nachdruck ohn Verdruß. 341 5. Laß mich mit jedermann in Fried' und Eintracht leben, so weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichtum, Ehr und Glück, so gieb auch dies dabei, daß ich nicht ungerecht, nicht stolz, noch sicher ſei. 6. Soll ich in dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch ins Alter dringen, so gieb mir, Herr, Geduld, vor Sünd' und Schmach bewahr, damit ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 7. Laß mich auf Chrifti Tod einst froh von hinnen scheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; es ruhe sanft der Leib in seiner stillen Gruft, bis ihn dein Allmachtswort ins neue Leben ruft. 8. Gott Vater, dir sei Preis hier und im Himmel oben. Gott Sohn, Herr Jesu Chrift, 342 Das chriftliche Leben. Gottes Angesicht selbst in deinem Kreuz erblicken, und sein Trost wird dich erquicken. 2. Keiner ward noch je zu Schanden, der nur seinem Gott vertraut. Ob auch viele Not vorhanden, haft du wohl auf Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns. 477. Herr Jesu, send ihn gebaut. Scheint es gleich, uns deinen Geist, den uns dein göttlich Wort verheißt, der uns mit seiner Gnad regiert und uns den Weg zur Wahrheit führt. als hört' er nicht, weiß er doch, was dir gebricht. Deine Not mußt du ihm klagen und in keiner Angst verzagen. 2. Von Andacht sei das Herz belebt, wenn unser Mund dein Lob erhebt. Dein Wort erleuchte den Verstand, so wird dein Nam' uns wohl bekannt. 3. Rufen, Flehen, eifrig Beten ist der Christen beste Kunst; allzeit gläubig vor Gott treten findet Hülfe, Gnad' und Gunst. Wer Gott feft vertrauen kann, blickt mit Freuden himmelan; er wird Rettung bei ihm finden und kein Feind ihn überwinden. 3. Einst fingen wir mit deinem Heer das Heilig, Heilig, Heilig, Herr! und schauen dich von Angesicht in ewger Freud' und selgem Licht. 4. Dir, Gott, den Erd' und Himmel preist, dir, Vater, Sohn und heilger Geist, dir, heilige Dreieinigkeit, sei Lob und Preis in Ewigkeit! wir wollen stets dich loben. Gott heilger Geist, dein Ruhm erschall je mehr und mehr. O Herr, dreieinger Gott, dir sei Lob, Preis und Ehr! Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 478. Wenn dich Unglück hat betreten, wenn du leidest Angst und Not, mußt du fleiBig zu Gott beten; Beten hilft Beten hilft in Not und Tod. Bete nur, und zweifle nicht; du wirst 4. Lern auf Gottes Weise merken, die er bei den Seinen hält; er will ihren Glauben stärken, wenn sie Unglück überfällt. Unser Gott, der lebt ja noch; schweigt er gleich, so hört er doch. Ruf getroft ohn alles Zagen, Hülfe kann Gott nicht versagen. 5. Laß dich durch sein Wort regieren; merke, was die Wahrheit lehrt. Laß dich nicht dein Herz verführen; weh dem, der von Gott sich fehrt. Gottes Wahrheit ist dein Licht, giebt J Gebet und Gottesdienst. dir Troft und Zuversicht. Trau nur Gott; er kann nicht lügen. Bete gläubig; du wirst siegen. 479. Liebster Jesu, wir edlen Früchten ſein. sind hier, dich und dein Wort anzuhören. Lenke Sinnen und Begier auf die süßen Himmels lehren, daß die Herzen von der Erden ganz zu dir gezogen werden. 2. Unser Wissen und Verstand ist mit Finsternis umhüllet, wenn der Geist, von dir gesandt, nicht mit Klarheit uns erfüllet. Gutes denken, Gutes dichten mußt du selbst in uns verrichten. 3. O du Glanz der Herrlich keit, Licht vom Licht, aus Gott geboren, mach uns alleſamt bereit, öffne Herzen, Mund und Ohren. Unser Beten, Flehn und Singen laß, o Jesu, wohl gelingen. Mel. Wer nur den lieben Gott. 480. Mein lieber Gott, gedenke meiner im besten jetzt und allezeit; denn außer dir ist nirgend einer, der mich mit Rat und Troft erfreut. Dein Wort macht mich voll Zuversicht und sagt mir, du vergißt mein nicht. 2. Gedenke meiner, wenn ich höre dein teures Evangelium, 343 und mache durch die Himmelslehre mein Herz zu deinem Heiligtum. Laß deinen Samen wohl gedeihn und reich an 3. Gedenke meiner, wenn ich bete, und laß dein Ohr mir offen stehn; wenn ich in Chrifto vor dich trete, laß gnädig, was ich bat, geschehn. Doch gieb mir nichts als das allein, was mir kann gut und selig sein. 4. Gedenke meiner, wenn ich falle, und gieb mich nicht der Sünde hin. Und weil ich, da ich hier noch walle, zum Guten schwach und träge bin, so fördre meinen Gang und Stand durch Kraft und Stärke deiner Hand. 5. Gedenke meiner, wenn ich leide. Wen hab' ich sonst, als dich allein, der bei der Menschen Haß und Neide mein Freund und Tröster könnte sein? Ich habe dich, das giebt mir Mut, auch wenn die Welt mir wehe thut. 6. Gedenke meiner, wenn ich sterbe, und wenn mich alle Welt vergißt, versete mich in jenes Erbe, wo du mein Teil und Leben bist. Bliebst du nicht, Gott, im Himmel mein, so würd' er mir kein Himmel sein. 344 Das christliche Leben. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 481. Ich will beten, Gott wird hören; denn er hat es zugesagt. Mich soll Zweifel nicht bethören, und ich werde nicht verzagt, wenn er nicht zu hören scheint; denn ich weiß wohl, wie er's meint. Es soll die Geduld sich mehren. Ich will beten, Gott wird hören. schaft. Fehlt's an Mut zu guten Werken, will ich beten; Gott wird stärken. 5. Ich will beten, Gott wird heilen; wenn der Leib in Schmerzen liegt, will ich zu dem Helfer eilen, dessen Wort den Tod besiegt. Hülf' und süßen Troft empfäht, wer im Glauben kindlich fleht. Sollte Gott auch lange weilen, ich will beten; Gott wird heilen. 6. Ich will beten; Gott wird retten. Ich will, sinkt mein Lebenslicht, in des Vaters Schoß mich betten mit getrofter Zuverficht. Wer im Sterben beten kann, ist gewiß recht wohl daran und zerreißt des Todes Ketten. Ich will beten; Gott wird retten. 2. Ich will beten, Gott wird geben, denn von ihm kommt alles her, Friede, Licht, Er quickung, Leben, wie aus einem reichen Meer, was für Seel und Leib ist not. Droben lebt der reiche Gott; der hat Segen, Brot und Leben. Ich will beten, Gott wird geben. 3. Ich will beten; Gott wird schonen, wenn mich mein Gewissen quält, weil noch Sünden Mel. Ich will dich lieben, meine. in mir wohnen. Ach wer merkt, 482. Wie lieblich ist es wie oft er fehlt? Gott, der keinem Sünder flucht, wenn er herzlich Gnade sucht, wird mir nach Verdienst nicht lohnen. Ich will beten, Gott wird schonen. in der Stille, wo Gott allein zugegen ist, wo unser Herz in seiner Fülle der süßen Einsamkeit genießt. Da schmeckt man mit Zufriedenheit des Höchften Güt' und Freundlichkeit. 4. Ich will beten; Gott wird ftärten, wenn der Glaube wanten will. Werd' ich Unglückswetter merken, ist Gebet mein Saitenspiel. Beten und des Glaubens Kraft ist der Christen Ritter 2. Wohl dem, der fiets in Gottes Schranken Geist, Herz und Sinne halten kann. Der schwinget sich mit den Gedanken in heilger Luft zum Himmel an; } Gebet und Gottesdienst. der schmecket schon in dieser Zeit in Ehrfurcht vor ihn treten. des Himmels reiche Seligkeit. Gott ist in der Mitte; alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge. Wer ihn kennt, wer ihn nennt, fall' in Demut nieder, geb das Herz ihm wieder. 2. Gott ist gegenwärtig, dem die Cherubinen Tag und Nacht gebeuget dienen. Heilig, heilig, heilig! fingen ihm zur Ehre aller Engel hohe Chöre. Herr, ver. nimm unsre Stimm, wenn auch wir Geringen unser Opfer bringen. bar 3. Wir entsagen willig allen Eitelkeiten, die mit deinem Dienste ftreiten. Hier ist unser Wille, Seele, Leib und Leben, dir zum Eigentum ergeben. Du allein sollft es sein, den wir liebend ehren, dem wir angehören. 3. Was hängt man doch am Tand auf Erden und denkt bald da, bald dort hinaus? Ihr, die ihr wollet selig werden, gedenkt an jenes ewge Haus, das Gottes Huld für euch erbaut, und das ihr jetzt im Glauben schaut. 4. Ergößet euch an Geiftes. schäßen, die schön und unvergänglich sind, die euren Geift in Ruh verseßen, wenn eitle Sinnenluft zerrinnt; geht selbst in euer Herz hinein und sammelt Himmelsgüter ein. 5. Mein Gott, eröffne mir die Pforte, führ in die Stille mich hinein. Ich habe Luft zu deinem Worte, denn dieses ftillet alle Bein. Romm, nahe dich, tilg allen Schmerz und öffne jest mir Schrift und Herz. 345 4. Majestätisch Wesen, laß uns recht dich preisen und im Geist dir Dienst erweisen. Möchten, wie die Engel, wir stets vor dir stehen und dich gegenwärtig sehen. Laß uns dir für und für trachten zu gefallen, heilger Gott, vor allen. Mel. Wunderbarer König. 483. Gott ist gegen. 5. Licht, das alles füllet, drin wir sind und weben, aller Dinge Quell und Leben; Meer ohn Grund und Ende, Wunder aller wärtig, lasset uns anbeten und Wunder, in dich senk' ich mich 15** 6. Mein Glaube sieht den Himmel offen, er schwingt sich auf zu deinem Thron. So kann ich Gnad' und Leben hoffen, ob Sturm und Wetter mich bedrohn. Die Zeit eilt selig mir dahin, wenn ich mit dir alleine bin. 346 Das chriftliche Leben. hinunter. Ich in dir, du in mir, laß mich ganz verschwinden, dich nur sehn und finden. 6. Du durchdringest alles; laß dein Licht uns spüren, fräf. tig unser Herz berühren. Wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten, laß uns so, still und froh, deine Strahlen fassen und dich wirken lassen. dod Isgm) 7. Mach uns nur einfältig, innig, abgeschieden, sanft und ftill in deinem Frieden. Mach uns reines Herzens, daß wir deine Klarheit völlig schaun in Geist und Wahrheit. Laß das Herz himmelwärts wie ein Adler schweben und in dir nur leben. 8. Komm, in uns zu wohnen. Laß schon hier auf Erden uns ein Heiligtum dir werden. Komm, du nahes Wesen, dich in uns verkläre, deine Lieb' in uns vermehre. Wo wir gehn, wo wir stehn, laß uns dein ge. denken, uns in dich versenken. Mel. Allein Gott in der Höh. 484. Dich beten, Gott, die Himmel an, du Schöpfer aller Dinge, und ich auch darf zu dir mich nahn; du hörst, wenn ich dir finge. Du hörst- und wohneft doch im Licht, in das mein blödes Auge nicht vermag hinein zu blicken. 2. Muß selbst der reinsten Geister Heer sich, Gott, vor dir verhüllen, welch eine Furcht muß mich vielmehr vor deinem Glanz erfüllen. Doch du willst mir nicht schrecklich sein; du willst, ich soll mich deiner freun, dich preisen, dich erheben. 3. Ach zeuch mich, o mein Gott, zu dir am Tage deiner Ehre. Gieb, daß ich dann nur dich in mir empfind' und seh' und höre. Laß diesen Ruhetag allein dir, o mein Gott, geheiligt sein zum Besten meiner Seele. 4. Es sehne Leib und Seele fich, hin in dein Haus zu gehen; es hungre, Herr, es dürfte mich, dein Angesicht zu sehen, und mein Gemüt sei freudenvoll, daß ich dein Lob verkünden soll und deine Stimme hören. 5. Nimm hin mein Herz und wohn in mir, damit mich nichts zerstreue, wenn ich dich lob' und mich in dir und deiner Gnade freue. Laß keine Sor gen dieser Zeit die Sorge für die Ewigkeit in meiner Seele stören. 6. Geheiligt laß vor deinem Thron, o Vater, mich erscheinen; geheiligt, Gott, durch deinen Gebet und Gottesdienst. Sohn mein Herz mit dir vereinen. Was deiner Gnade Wort verheißt, gewähre mir dein guter Geist und allen deinen Frommen. 7. Gieb, daß des Wortes Geist und Kraft mein ganzes Herz durchdringe, daß ich mit Fleiß, gewissenhaft und treu dein Recht vollbringe. Mach selbst bis auf den tiefsten Grund mein Herz mir und mein Leben fund, daß mich kein Wahn betrüge. 8. So wird dein Tag, o Vater, mir ein Tag des Heiles werden; so seh' ich und empfind' in dir den Himmel schon auf Erden; so werd' ich nach der Prüfungszeit zur Ruh in deiner Seligkeit, zu deinem Anschaun kommen. Mel. Wie groß ist des Allmächtgen. 485. nicht zu verscherzen, sei wach und nüchtern zum Gebet. Ein Flehn aus reinem, gutem Herzen hat Gott, dein Vater, nie verschmäht. Erschein vor seinem Angesichte mit Dank und Demut oft und gern, und prüfe dich in seinem Lichte und klage deine Not dem Herrn. 347 4. Bet oft in Einfalt deiner Seelen; Gott sieht aufs Herz, Gott ist ein Geist. Wie können dir die Worte fehlen, wofern Dein Heil, o Chrift, dein Herz dich beten heißt? Nicht Töne sind's, die Gott gefallen, nicht Worte, die die Kunst gebeut. Gott ist kein Mensch. Ein gläubig Lallen, das ist vor ihm Beredsamkeit. 5. Bet oft zu Gott und schmeck in Freuden, wie freund. lich er, dein Vater, ift. Bet oft zu Gott und fühl im Leiden, wie göttlich er das Leid versüßt. Bet oft, wenn dich Versuchung quälet; Gott hört's, 2. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden und im Gebet vor Gott zu stehn. Der Herr des Himmels und der Erden, bedarf der eines Menschen Flehn? Sagt Gott nicht: Bittet, daß ihr nehmet? Ift des Gebetes Frucht nicht dein? Wer sich der Pflicht zu beten schämet, der schämt sich, Gottes Freund zu sein. 3. Sein Glück von seinem Gott begehren, ist dies denn eine schwere Pflicht? und seine Wünsche Gott erklären, erhebt dies unsre Seele nicht? Sich in der Furcht des Höchsten stär. ken, in dem Vertraun, daß Gott uns liebt, im Fleiß zu allen guten Werken, ist diese Pflicht für dich betrübt? 348 Das christliche Leben. Gott ist's, der Hülfe schafft. Bet oft, wenn innrer Trost dir fehlet; er giebt den Müden Stärk' und Kraft. 6. Bet oft, und heiter im Gemüte schau dich an seinen Wundern satt. Schau auf den Ernst, schau auf die Güte, mit der er dich geleitet hat. Bet oft, durchschau mit heilgem Mute die herzliche BarmMel. Mein Herzensjesu, meine Luft. herzigkeit des, der mit fei. 486. Gott, deine Bitte Güte nem teuren Blute die Welt, der Sünder Welt, befreit. 7. Bet oft, entdeck am stillen Orte Gott ohne Zagen deinen Schmerz. Er schließt vom Herzen auf die Worte, nicht von den Worten auf das Herz. Nicht dein gebognes Knie, nicht Thränen, nicht Worte, Seufzer, Psalm und Ton, nicht dein Gelübd rührt Gott dein Sehnen, dein Glaub' an ihn und seinen Sohn. 8. Bet oft; Gott wohnt an jeder Stäte, an feiner minder oder mehr. Denk nicht, wenn ich mit vielen bete, so find' ich eh bei Gott Gehör. Doch säume nicht, in den Gemeinen auch öffentlich Gott anzuflehn und seinen Namen mit den Seinen, mit deinen Brüdern, zu erhöhn. - 9. Bet oft zu Gott für deine Brüder, für alle Menschen als ihr Freund, denn wir sind eines Leibes Glieder; ein Glied davon ist auch dein Feind. Bet oft, so wirst du Glauben halten, dich prüfen und das Böse scheun, an Lieb' und Eifer nicht erkalten und stets zum Guten weise sein. reicht so weit, so weit die Wolfen gehen; du krönft uns mit Barmherzigkeit und eilft uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, mert auf mein Wort, denn ich will vor dir beten. 2. Ich bitte nicht um Überfluß und Schäße dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gieb mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du ge. sandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren; des guten Namens Eigentum laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht, und from mer Freunde Liebe. Gebet und Gottesdienst. 4. So bitt' ich dich, Herr Zebaoth, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demut, Mut in Not, das wolleft du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit; laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden. Mel. Wenn wir in höchsten Nöten. 487. Ich komme vor dein Angesicht, verwirf, o Gott, mein Flehen nicht. Vergieb mir alle meine Schuld, du Gott der Gnade und Geduld. 2. Schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz voll Lieb' und Furcht vor dir, ein Herz voll Demut, Preis und Dank, ein ruhig Herz mein lebenlang. 3. Sei mein Beschüßer in Gefahr; ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Übel, das mich schreckt, wenn deine Liebe mich bedeckt? 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand; von dir empfing ich den Verstand. Erhalt ihn mir, o Herr, mein Hort, und stärk ihn durch dein göttlich Wort. 5. Laß, deines Namens mich zu freun, ihn stets vor meinen Augen sein; laß, meines Glaubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thätig sein. 349 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst; das sei mein Glück, daß ich zuerst nach deinem Reiche tracht' und treu in allen meinen Pflichten sei. 7. Gieb von den Gütern dieser Welt, o Herr, so viel, als dir gefällt; gieb deinem Knecht ein mäßig Teil, zu seinem Fleiße Glück und Heil. indepevedi 8. Schenkt deine Hand mir Überfluß, so laß mich mäßig im Genuß und, dürftge Brüder zu erfreun, stets einen frohen Geber sein. 9. Gieb mir Gesundheit und verleih, daß ich sie nüt' und dankbar sei und nie aus Liebe gegen sie mich zaghaft einer Pflicht entzieh. 10. Erwecke ftets mir einen Freund, der's treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rat und Troft und Beiſpiel giebt. 11. Beftimmst du mir ein längres Ziel, und werden meiner Tage viel, so sei, Herr, meine Zuversicht, verlaß mich auch im Alter nicht. 12. Und wenn sich wird mein Ende nahn, dann nimm dich meiner herzlich an und sei durch Christum, deinen Sohn, 350 Das chriftliche Leben. mein Schirm, mein Schild und großer Lohn. 488. Herr, Mel. Jesu, meines Lebens Leben. err, vor dem die Seraphinen mit verdecktem Antlig stehn, darf sich Erd' und Staub erfühnen, dich mit Bit ten anzugehn? Doch dein Wort: ihr sollet beten! heißt mich freudig vor dich treten; und dein Ohr, das alles hört, ist von inir nicht abgekehrt. 2. Mein Gespräch wird dich vergnügen, wenn die Seele selber spricht. Knieend will ich vor dir liegen, aber doch mit Zuversicht. Dies mein seligstes Geschäfte fördern deines Geiftes Kräfte, und des Sohnes Opferblut machet auch mein Räuchwerk gut. 3. Ewiger! sammt Erd' und Meere ist der hohe Himmel dein. Du bist König, Herr der Heere; dennoch willst du Vater sein. Auf dein gütiges Vergönnen will auch ich dich Vater nennen, und die Macht, die schrecken kann, flammet nur mein Hoffen an. 4. Billig muß mein erstes Bitten auf dich selbst, o Vater, gehn. Gieb uns Kraft, durch Lehr' und Sitten deinen Namen zu erhöhn. Laß dein Volk dich würdig ehren; alle Welt laß von dir hören; allen sei der Wunsch gemein: nur der Herr soll herrlich sein. 5. Hat der Feind die Welt verleitet und sich ihr zum Haupt erhöht, so hast du ein Reich bereitet, wo uns Rettung offen steht. Herrsche denn, o Gott, auf Erden, laß uns ganz dein eigen werden, und die Gnade dieser Zeit sammle viel zur Herrlichkeit. 6. Unser Wirken und Ergehen sei nur das, was dir gefällt. Nichts laß glücken noch bestehen, was sich dir entgegen stellt. Billig sind wir wohl zufrieden, ja, der Himmel ist hienieden, wenn nur immer das geschieht, was dein Auge gerne sieht. 7. Schau, dich bitten hier im Leben deine Kinder auch um Brot. Vater, ach dein mildes Geben stille täglich unsre Not. Dieser Wunsch geht nicht aufs weite; gieb nur heute gnug für heute. Morgen wird ein neues Flehn neues Manna fallen sehn. 8. Unser hoffendes Verlangen schreckt die Schuld, die uns be schwert. So viel Böses ist be. gangen, sind wir denn des Guten wert? Vater, laß dich gnädig Gebet und Gottesdienst. finden und vergieb uns alle Sünden. So sei dem, der uns gekränkt, gleichfalls alle Schuld geschenkt. 9. Vater, schau, auf allen Seiten ist uns Neß und Strick gestellt. Mit mir selber muß ich streiten; ja, uns drohet Höll' und Welt. Soll mir dies den Vorwand lehnen, mein Verbrechen zu beschönen? Nein, mein Wunsch ist deine Kraft und der Sieg, den diese schafft. 10. Ach, wer kann das Übel zählen, das uns drücket und bedroht? Schreckt uns nicht nebst stetem Fehlen Unglück, Schmerz, Verlust und Not? Vater, kommen solche Wehen, so laß jede bald vergehen. Schläfre letztlich alle Bein mit uns selber selig ein. 351 11. Nun, wir hoffen, was wir baten. Ja, du hörst, denn du regierst. Leicht kann uns der Scepter raten, den du so gewaltig führst; und dir ziemt, o Gott der Ehren, unser Flehn und dein Erhören. Drum giebt sich mein Herz zur Ruh und spricht Amen, gleich wie du. ben zu dir flehn, und über. schwänglich uns gewähreft, mehr als wir bitten und verstehn, versichre, wenn ich bete, mir: Ich höre dich und helfe dir! 2. Mir fehlt oft Kraft und Lust zu beten; schaff in mir beides, Geist des Herrn, denn durch dein kräftiges Vertreten bet' ich erhörlich, oft und gern. Sprich: Ich will's thun, sei eingeweiht zu des Gebetes Freudigkeit! 3. Mein Heiland lehrt: Wer sucht, soll finden, wer anklopft, dem wird aufgethan. Drum sieh mein betend Unterwinden in Christo, Vater, gnädig an. Sprich: Ich will's thun, du findest hier ein offnes Ohr und Herz bei mir. 4. Kommt, ihr geängsteten Gewissen, wenn Gram und Not am Herzen nagt, legt eure Laft zu Jesu Füßen und seufzt: Herr, hilf, die Seele zagt! Er wird es thun, wird euch erfreun und Not und Gram und Angst zerstreun. 5. Jhr Matten, kommt, kommt her, ihr Kranken, zum Arzt und betet: So du willst, wir hoffen gläubig ohne Wanken, daß du Mel. Wer nur den lieben Gott. 489. Herr, der du gnädig der Deinen Sehnsucht ftillft. uns erhörest, wenn wir im Glau- Er wird es thun, er ist der 352 Das christliche Leben. Herr, von Tod und Krankheit rettet er. 6. Wenn Feind' und Trübsals. wetter stürmen, so flieht zu eurem Fels und Hort. Er wird euch retten, euch beschirmen, denn er ist treu und hält sein Wort. Er wird es thun, in Sturm und Not bleibt er uns Fels und Schuß und Gott. 7. Laß in Versuchung uns nicht sinken, reich uns, wie Petro, Herr, die Hand. Wenn uns die Welt und Lüfte winken, so zeuch uns durch der Treue Band, sprich: Ich will's thun; Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. ihr sollt es sehn und aus dem 491. Zeige dich uns ohne Hülle, ström auf uns der Gnade Fülle, daß an diesem Gottestage unser Herz der Welt entsage, daß, o du, der starb, vom Bösen uns Gefallne zu erlösen, deine glaubende Gemeine mit dem Vater sich vereine. Kampf als Sieger gehn. 8. Führ endlich uns als Himmelserben zu deinem Anschaun aus der Welt; gieb, daß wir sanft und freudig sterben, und unser Haus sei stets be. stellt; sprich: Ich will's thun, ihr seid ja mein, und euer Tod soll selig sein. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 490. Herr, err, vor deinem Angesicht hat die Andacht uns versammelt. Ach, verwirf die Bitte nicht, die dein Volk dir, Höchfter, ftammelt, hör auf unsre schwachen Lieder und sieh gnädig auf uns nieder. 2. Laß das Wort, das hier erschallt, viele gute Früchte bringen und mit göttlicher Ge walt tief in unsre Herzen dringen, jedes Irrtums Nacht zerstreuen und uns unsern Sinn erneuen. 3. Mach uns so dein Wort bekannt, daß wir dessen Vorschrift üben, dich und den, den du gesandt, Jesum Chriftum, herzlich lieben, daß kein Leid und keine Freude uns von dieser Liebe scheide. 2. O daß frei von Erden. bürden und der Sünde Lasten würden unsre Seelen, unser Wille sanft wie diese Sabbathsstille, daß von fern aus Himmelshöhen wir des Lichtes Aufgang sähen, das die Seligen verkläret, wo der Sabbath ewig währet. 3. Was ich strahlen seh' am Throne, ist es nicht der Sieger Krone? was von dort herab ich Gebet und Gottesdienst. 353 höre, sind's nicht überwinder- ich entdecken kann, dann ruf' chöre? Feiernd tragen sie die Balmen; ihr Triumph erschallt von Pfalmen. Herr, du selber wollst mich weihen diesem Sabbath deiner Treuen. 4. Decke meiner Sünden Schande mit dem festlichen Gewande deiner Unschuld, daß am Tage deines Heils ich froh es wage, dort zu wandeln, wo voll Gnaden deine Schar du eingeladen, wo nicht mehr die Streiter ringen, wo sie Sieges. lieder singen. Mel. Ich will dich lieben, meine. 492. Mein bester Troft in diesem Leben ist ein Gebet zu meinem Gott. Dies kann mir Kraft in Schwachheit geben, Geduld und Mut in jeder Not, bei jedem Gram, bei jedem Schmerz ein ruhiges, zufriednes Herz. 2. Wie kann ich Troft und Frieden finden, wenn mein Gewissen mich verklagt, wenn bei der Menge meiner Sünden mein Herz vor seinem Richter zagt? Nichts tröstet mehr als ein Gebet, das bei dem Herrn um Schonung fleht. 3. Und wenn ein Kummer mich verzehret, den niemand ich Gott, der mich erhöret, um Trost in diesem Kampfe an. Ich weiß, wer ihm mit Zuverficht sein Leid klagt, den verwirft er nicht. 4. Ruf' ich Gott an bei dem Geschäfte des Amtes, das er mir verlieh, so fleh' ich nicht umsonst um Kräfte; der Gott der Stärke giebt mir sie; er giebt aus väterlicher Huld mir Segen, Weisheit und Geduld. 5. Wenn, böser Lüfte Macht zu dämpfen, mir Schwachen Mut und Kraft gebricht, dann bitt' ich Gott; er hilft mir kämpfen, er giebt mir Mut zu jeder Pflicht, und stark durch meines Gottes Kraft bezwing' ich jede Leidenschaft. 6. Wenn ich im letzten Kampf des Lebens bei niemand Hülfe finden kann, so ruf' ich Gott doch nicht vergebens um seinen Troft und Beistand an, der, wenn die Sprache mir vergeht, auch meine Seufzer noch versteht. Mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. 493. Wagst du vor Gottes Thron zu treten, so mache dich bereit, mein Chrift, in Geist und Wahrheit anzu. beten den Gott, der Geist und 354 Das christliche Leben. Wahrheit ist. Nichts störe dich in deiner Ruh. Mit wem bedenk es! redest du? 2. Er ist's, dem alle Himmel dienen, der Herr und Schöpfer aller Welt, vor dem das Chor der Seraphinen verhüllt in Demut niederfällt; Jehovah, er, der ewig war und ist und sein wird immerdar. 3. Durch ein verstelltes Hände falten, durch prächtger Worte leeren Laut ist bei dem Herrn nichts zu erhalten, der auf das Herz nur immer schaut. Vor ihm gilt nicht der äußre Schein; man muß nicht scheinen, sondern sein. deine Not dem Herrn. Er wird dein Flehen nicht verachten; er ist allmächtig und hilft gern. Verbirgt er ja sein Angesicht er hilft gewiß, verzage nicht. 6. Mußt du in Angst und Kummer schmachten, so tlage 7. Wenn gute Thaten dir gelingen, preis ihn, der dich als Vater liebt, ihn, welcher Wollen und Vollbringen durch seinen Geist zum Guten giebt; und zuversichtlich rufe dann um diesen Geist ihn ferner an. 8. In guten und in bösen Tagen laß das Gebet dein Labsal sein, so wirst du nie voll Kleinmut zagen und nie dich über mütig freun; in deinem Herzen und mit dir bleibt Gottes Friede für und für. 4. Ein zuversichtlich findlich Lallen, ein wahrer Glaub' an Jesum Christ, der voll Begier, Mel. Ringe recht, wenn Gottes. Gott zu gefallen, durch reine 494. Nicht um Reich. Liebe thätig ist, dies ist's, was durch die Wolken dringt, und Heil und Segen niederbringt. 5. O welch ein Glück, schon hier auf Erden mit Gott im Glauben umzugehn, schon hier den Engeln gleich zu werden, die stets anbetend vor ihm stehn. Mensch, nimm zu deinem eignen Heil an diesem Himmelsglück oft teil. tum, nicht um Ehre bitt' ich, bester Vater, dich. Wenn ich Weltbesitzer wäre ohne Gott, wie arm wär' ich. 2. Nicht um thränenlose Tage, Vater, fleht mein Herz dich an; sende Freude, sende Plage, wenn ich dich nur lieben kann. 3. Weisheit nur, dich zu erfennen, nur ein redlich stilles Herz, Vater kindlich dich zu nennen in der Freude und im Schmerz, Gebet und Gottesdienst. 4. Dankempfindung beim Ge. nießen deiner Gaben wünsch' ich mir, stillen Frieden im Gewissen, Freud' am Guten und in dir; 5. Kraft und Mut und Herzensfreude, allen Menschen wohlzuthun; Troft und Stärke, wenn ich leide, sanft und still in dir zu ruhn; 6. Mut, den Lastern auszuweichen, ihrem Reiz nicht nachzugehn, wenn sie stürmen oder schleichen, unerschüttert feft zu stehn. 7. Nur auf deinen Willen sehen, dich, sonst keine Seele, scheun, fest in deiner Liebe stehen, Vater, dir stets nahe sein, 8. Diesen Wunsch des Herzens ftillen Vater, wer vermag's als du? und um Jesu Christi willen, Gott der Gnad, erfüllst ihn du. Mel. Ich will dich lieben, meine. 495. Noch fing' ich hier aus dunkler Ferne, Gott meines Lebens, dir mein Lied. Wenn einst, weit über alle Sterne, dich mein verklärtes Auge sieht, dann schallet dir im Jubelklang der Überwinder mein Gesang. 2. Wohl mir indes; du schauft hernieder, hörst, was dein Kind nur lallen kann; das Flehn, den 355 Dank der schwachenLieder nimmst du mit Huld als Vater an; und meine Besserung und Ruh nimmt durch ein frommes Lied oft zu. 3. Froh wall' ich hin mit meinen Brüdern zu deines Tem. pels Heiligtum. Da schallt in dir geweihten Liedern des Dankes Stimm zu deinem Ruhm; und dann durchwandelt meine Brust ein frommGefühl von heilgerLuft. 4. Die Kraft von deinen Himmelslehren ergießet sich durch meinen Geist, wenn er, vereint mit heilgen Chören, Gott, deinen großen Namen preift, Anbetung dir und Ehre bringt und Fülle der Empfindung fingt. 5. Oft hab' ich auch in stillen Stunden, wenn ich dir meine Freuden sang, der Andacht reine Glut empfunden, die da durch meine Seele drang. Mein Herz wenn dir mein Lied erscholl, ward seliger Empfindung voll. 6. Ich habe mir die Last der Leiden oft durch ein Trostlied leicht gemacht und statt des Kummers Ruh und Freuden in mein beklommnes Herz ge. bracht; die Hoffnung lebte wieder auf, sang ich zu dir, mein Gott, hinauf. 356 Das christliche Leben. 7. Doch sing' ich noch aus dunkler Ferne. O welche Wonne wird es sein, wenn einst weit über alle Sterne, Gott, mich dein Antlig wird erfreun. Da bin ich ganz dir Lobgefang in aller Himmel Jubelklang. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 496. Deiner Wahrheit reines Licht leuchte jetzt auch unsern Seelen, daß wir ihrem Unterricht folgen und das Gute wählen. Lenke, Herr, Gebet und Lehre uns zum Heil und dir zur Ehre. breiten durch der Schöpfungen Gebiet, Vater, hör mein flehend Lied! vor dir, dich, o Vater, zu verehren und mit Andacht und Begier auf dein heilig Wort zu hören, von der Welt uns zu entfernen und des Lebens Weg zu lernen. 2. Hilf, daß alle Sünder sich durch dein Wort zu dir bekehren, und wir alle, Gott, durch dich gern vollbringen, was wir hören, alle fromm durch dich auf Erden und im Himmel selig werden. 2. Nicht um Güter dieser Erde, des erhabnern Geists Beschwerde, nicht um Goldstaub, der verweht, nicht um Ehre, die vergeht. 3. Schäße, welche nie verstäuben, Tugenden, die ewig bleiben, Thaten, eines Christen wert, sind es, die mein Herz begehrt. 4. Geber aller guten Gaben, festen Glauben möcht' ich haben, wie ein Meerfels unbewegt, wenn an ihn die Woge schlägt; 5. Lieb, aus deiner Liebe Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 497. Wir erscheinen hier stammend, immer rein und im. mer flammend, Liebe, die dem Feind verzeiht und dem Freund das Leben weiht; 6. Hoffnung, die mit hohem Haupte, wenn die Welt ihr alles raubte, hinblickt, wo sie wonnevoll alles wiederfinden soll; 7. Hohen Mut im Kampf des Christen mit des Erdenftaubes Lüften; Sieg dem Geist und, wenn er fiegt, Demut, die in Staub sich schmiegt; Mel. Sollt' es gleich bisweilen. 8. Stärke, dieses Lebens Plagen mit Gelassenheit zu tragen; 498. Urquell aller Selig stilles Harren, bis der Tod mich keiten, die in Strömen sich vererlöft auf dein Gebot; n Gebet und Gottesdienst. 9. Und dann Christenmut im Sterben wenn die Lippen sich entfärben, diesen Seufzer noch von mir: Jesu, nimm den Geist zu dir! nahn. Keiner müsse zum Ver. derben deinen Leib, dein Blut empfahn. Die da schlafen, Herr, erwecke, die dir widerstehn, erschrecke. Mel. Wohl mir, Jesus, meine Freude. 6. Tröste, die mit schwerem Herzen still in deinem Tempel 499. Gottesrube, Sab. ftehn; fieh herab auf ihre 357 bathstille, komm herab vom Himmelsthron. Bring uns reiner Andacht Fülle in das Herz, von Gottes Sohn. Lehr uns hören, beten, fingen, gläubig uns der Welt entschwingen. 2. Mache himmlisch unsre Seelen, dämpfe jede Leiden schaft, wenn uns Erdensorgen quälen, Geist des Herrn, so gieb uns Kraft, Wahrheit, Leben, Licht und Stärke, hinzuschaun auf Gottes Werke. Schmerzen und der stummen Blicke Flehn. Witwen, Waisen, Arme tröste; pflege, Herr, sie als Erlöfte. 7. Wenn wir unsre Händ' erheben für die Obern, für das Land, für der treuen Bürger Leben, für die Werke deiner Hand und für Jesu Christi Glieder, sende dann Erhörung nieder. 8. Wenn wir Vaterunser beten für des franken Bruders Qual, der mit bangen Seelennöten sieht hinab ins Todesthal, ach so laß auf unser Fle. hen seine Qual vorübergehen, 9. Bis wir alle hingelangen hin zu dir, o Lebensfürst, wo du von der Deinen Wangen alle Thränen trocknen wirst, wo wir, Engel Gottes, euern großen Sabbath mit euch feiern. 3. Zieh des Zweifels dunkle Wolke von dem Geistesaug zurück. Jesu, schenke deinem Volke in dein Leiden einen Blick, daß wir mit zu Grabe gehen und im Geist mit dir erstehen. 4. Heilig seien die Gesänge und die Predigt, die uns lehrt, gotterfüllt der Beter Menge und des Sünders Herz bekehrt. Sammle Thränen, die die Deinen in der Glut der Andacht weinen. Mel. Wie schön leucht't uns der M. 5. Gläubig laß des Himmels 500. Sei uns geſegnet, Erben sich dem Liebesmahle Tag des Herrn! Zu Gottes 358 Das christliche Leben. Preise nah und fern erwacht der Christen Menge. Jhr Lobgesang tönt spät und früh, zum Heiligtume wallen sie in feftlichem Gedränge. Froher schallen hier die Lieder, wo die Brüder, anzubeten, sind vereint vor Gott getreten. 3. Hier, wo, beseelt von glei. chem Triebe, ein Lobgefang den andern hebt und alles, voll von deiner Liebe, in einem Geiste lebt und webt wie stärket da und tröstet mich der heilige Gedank' an dich. 4. Enthülle dich aus deinem Worte, Gott, Allerheiligster, uns ganz. Nicht hier allein, an jedem Orte umstrahl' uns deines Lichtes Glanz, daß Geift und Herz nur dir sich weih' und deines Geistes Tempel sei.id 2. Komm, Geist der Andacht und der Ruh, auch unsern Tempel weihe du zu feierlicher Stille. Mach unser Herz vom Irrtum los, uns werde Gottes Name groß, sein Wille unser Wille. Fromme Liebe, Brudertreue müff' aufs neue uns beMel. Komm, heiliger Geist, Herre. leben, dem Erlöfer nachzuftrebent. 502. Laß, Herr, dies Haus Mel. Der du dein Wort mir haft. uns heilig sein und kehr in ihm, kehr in uns ein. Dir 501. Dich preisen, Herr, hat es frommer Sinn erhoben, Gesang und Lieder in tausend Stimmen der Natur, und Erd' und Himmel tönt sie wieder, nicht dir geweihte Hallen nur. Dein Tempel ist die weite Welt, ist jedes Herz, das dir gefällt. dich tausendstimmig zu loben. Dein Segen hat auf ihm geruht, du, aller Welten höchstes Gut. Du haft, o Gott, den wir nicht fassen, dich hier nicht unbezeugt gelassen. Gelobt seift du, gelobt seist du! 2. Doch reicher noch strömt uns der Segen, der auch dem stillen Beter lohnt, in Gnad' und Wahrheit hier entgegen, wo deines Namens Ehre wohnt, wo Greis und Jüngling, Mann und Kind zu deinem Ruhm versammelt sind. 2. Wir nahn uns, Ewger, dankend dir in deiner heilgen Wohnung hier, wo die, die längst hinübergingen, getroften Mut stets empfingen, wo sie, wenn ihre Thräne quoll, zu dir sich wandten glaubensvoll. Wir kommen nach der Väter Weise Gebet und Gottesdienst. mit Dank und Flehn zu deinem Preise; sei, Herr, mit uns, sei, Herr, mit uns! 3. Hier haben wir uns dir geweiht, hier feierlich den Bundes. eid der ewgen Treue dir geschworen, zum Führer Jesum erkoren. Hier sahn wir seines Lichtes Strahl; hier labte uns sein Abendmahl, und wenn des Herzens Mut gefallen, erhob er sich in diesen Hallen zu dir empor, zu dir empor. 4. In diesem heilgen Bau erklang oft tausendfacher Lob. gefang; hier tönten dumpf der Wehmut Lieder am Sarge ent. schlafner Brüder; hier sangen fie, für dich entglüht, einst Bilger noch, ihr Pilgerlied. Hier ftieg und steigt zu deinen Höhen, Allmächtiger, der Schwachheit 359 Mel. O Welt, ich muß dich. 503. Die Herrlichkeit der Erden muß Staub und Asche werden; kein Fels, kein Erz bleibt ftehn. Was uns hier mag ergößen, was wir für ewig schäßen, wird wie ein leichter Traum vergehn. Flehen, von dir erhört, von dir erhört. 5. Hier bauet stets noch, Gott, dein Sohn in unsren Herzen seinen Thron; hier ist er, den du einst gesendet, noch segnend uns zugewendet; hier schwebt er unsern Seelen vor, und unfre Liebe flammt empor. Wir preisen ihn gleich unsern Vätern, den frommen, glaubensvollen Betern. Wir beten an, wir beten an. 6. Laß, Herr, dies Haus uns heilig sein und kehr in ihm, kehr in uns ein. Kein andres Haus sei uns so teuer, als dieses Haus deiner Feier. Hier weile jeder froh und gern voll Seligkeit vor dir, dem Herrn. Hier sorge jeder für die Seele, und feiner der Gerufnen fehle bei dir, dem Herrn, bei dir, dem Herrn. 9. Himmlischer Sinn und Vorbereitung auf die Ewigkeit. 2. Wie viel ist längst vergangen. Wie vieler Menschen Wangen sind heute schon erblaßt, die lange Rechnung machten und nimmer es bedachten: der Mensch ist Fremdling hier und Gast. 3. Was hilft uns alles Wissen? Wir werden hingerissen, der 360 Das christliche Leben. morgen, dieser heut. Was nüßt der Schlösser Menge? Dem hier die Welt zu enge, dem wird ein enges Grab zu weit. 9. Froh wachsen wir auf Erden und hoffen groß zu werden, von Schmerz und Sorgen frei; doch in den schönsten Tagen eh wir noch Früchte tragen, bricht uns des Todes Sturm entzwei. 4. Der Ruhm, nach dem wir trachten, den wir unsterblich achten, ist nur ein falscher Wahn; sobald der Geist gewichen und unser Leib verblichen, fragt keiner, was wir hier gethan. 5. Wie bald wird das zerrinnen, was wir mit Müh ge. winnen, was saurer Schweiß erwirbt. Was Menschen hier befißen, kann vor dem Tod nicht schüßen. Dies alles stirbet, wenn man stirbt. 6. Was sind des Lebens Freuden? wie bald folgt Angst und Leiden und Reue dem Genuß. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. Was ist's, womit wir prangen? 504. Ach, meine Seel wo wirst du Ehr erlangen, die nicht zuletzt verschwinden muß? 7. Was sind selbst alle Throne, da keine Erdenkrone kann unvergänglich sein? Es mag vom Todesreihen kein Scepter dich befreien, kein Purpur, Gold, noch edler Stein. 8. Wie, wenn die Sonn' auf gehet, die Rose blühend stehet in ihrer schönsten Zier, und doch verwelkt sich beuget, eh sich der Abend zeiget, so blühen und verwelken wir. 10. Wir rechnen Jahr auf Jahre; indes wird schon die Bahre vor unser Haus gebracht. Dann müssen wir von hinnen, eh wir uns noch besinnen, und uns bedeckt des Grabes Nacht. 11. Wohl dem, der Gott vertrauet. Nur er hat feft gebauet, und ob er hier gleich fällt, wird er doch dort bestehen und nimmermehr vergehen, weil ihn die Allmacht selbst erhält. kann ihre Ruh im Zeitlichen nicht finden. Gut, Wollust, Ehre muß im Nu, gleichwie ein Dampf, verschwinden. Unsterblich ist die Seel; es muß unsterblich sein, was stets Genuß der Seele soll bereiten. 2. Das alles ist für sie zu klein, was Welt und Erde haben; nur Gott, das höchste Gut allein, kann sie mit Wonne laben. Darum entschwinge dich, mein Herz, der Erde, steige himmelwärts zu Gott, dem ewgen Gute. Himmlischer Sinn. 3. O höchftes Gut, sei hier und dort mein Reichtum, Luft und Ehre. Gieb, daß in mir sich fort und fort das Sehnen nach dir mehre, daß ich dich ftets vor Augen hab, mir selbst und allem sterbe ab, was mich von dir will ziehen. 4. Hilf, daß ich meinen Wan. del führ schon hier im Himmel oben, da ich werd' ewig sein bei dir, dich schauen und dich loben; so kann mein Herz zufrieden sein und findet, Gott, in dir allein die wahre Ruh und Freude. 5. Hiezu gieb mir von deinem Thron, o Vater, Gnad' und Stärke. Zerstör, o Jesu, Gottes Sohn, des Fleisches Luft und Werke. O heilger Geist, steh du mir bei, daß mein Begehren dies nur sei, Gott über alles lieben. 505. Du, o schönes Welt. gebäude, magst gefallen, wem du willt, du haft dennoch keine Freude, die des Herzens Sehn. sucht stillt. Denen, die den Himmel hassen, will ich ihre Weltluft laffen, bin ich nur mit dir vereint, o mein Jesu, bester Freund. 2. Müde, die der Arbeit Menge und der heiße Strahl beschwert, wünschen, daß des 361 Tages Länge werde durch die Nacht verzehrt, daß sie nach so vielen Lasten können sanft und sicher raften. Mich erquickt nur, was mich eint Jesu, meinem besten Freund. 3. Andre mögen mit den Stürmen ringen und durch Meere ziehn, eitle Schätze auf. zutürmen, die im Tode doch entfliehn; ich will mit des Glau. bens Schwingen zu den Sternenhöhen dringen, wo mit dir ich bin vereint, Jesu, du mein bester Freund. 4. Tausendmal pfleg' ich zu sagen und noch tausendmal dazu: Ach, würd' ich ins Grab getragen, o so käm' ich bald zur Ruh; und mein beffres Teil, das würde, frei von dieses Leibes Bürde, ewig ganz mit dir vereint, o mein Jefu, befter Freund. 5. Komm, o Tod, des Schlafes Bruder, komm und führe mich nur fort; löse meines Schiffleins Ruder, bringe mich zum sichern Port. Es mag, wer da will, dich scheuen; mich kannst du vielmehr erfreuen; durch dich werd' ich ja vereint Jesu, meinem besten Freund. 6. Könnt' ich heute noch, entronnen allen Banden Jesu 16 362 Das christliche Leben. Chrift, kommen zu des Himmels Sonnen, wo das Haus des Friedens ist! Da wollt' ich in höhern Weisen deines Namens Ehre preisen, mit den Engeln dir vereint, o mein Jesu, befter Freund. 7. Doch soll ich die felgen Auen und der Himmelssonne Strahl noch nicht, wie ich wünsche, schauen, muß ich hier im Thränenthal noch durchs Meer der Sorgen gehen, will ich doch von Herzen flehen: wär' ich stets mit dir vereint, o mein Jesu, befter Freund. 506. As wie nichtig, Ach ach wie flüchtig ist der Men schen Leben. Wie ein Nebel bald entstehet und auch wieder bald vergehet, so ist unser Leben, fehet! 2. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Tage. Wie ein Strom beginnt zu rinnen und im Laufe nicht hält innen, so fährt unsre Zeit von hinnen. 3. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Freude. Wie da wechseln Stund' und Zeiten, Licht und Dunkel, Fried' und Streiten, so sind unsre Fröhlichkeiten.iano 4. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Schöne. Wie ein Blümlein bald vergehet, wenn der Wind darüber wehet, so ist unsre Schönheit, fehet! 5. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Ehre. Wer noch gestern hoch gesessen, feiner Würden sich vermessen, des ist morgen schon vergessen. 6. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Stärke. Wem das schwerste Werk gelungen, wer mit Löwenmut gerungen, wird zuletzt vom Tod bezwungen. 7. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Wiſsen. Wer der Weisheit Preis gewonnen und manch schönes Werk ersonnen, ist doch nicht dem Tod entronnen. 8. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig ist der Menschen Herrschen. Der durch Macht empor gestiegen, muß troß Herrscherstab und Siegen doch im Grab erniedrigt liegen. 9. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der MenschenSchätze. Es kann Glut und Flut entstehen, daß, eh wir es uns versehen, alles muß zu Trümmern gehen. Himmlischer Sinn. 10. Ach wie nichtig, ach wie flüchtig sind der Menschen Sachen. Alles, alles, was wir fehe das muß fallen und vergehen; wer Gott hat, bleibt ewig stehen. Sterblichkeit? Es muß ja durch. gedrungen, es muß gelitten sein; wer nicht hat wohl gerun gen, geht nicht zur Freude ein. 5. So wandl'ich meine Straße, die zu der Heimat führt, wo mich im reichften Maße mein Vater trösten wird. Mein Vaterland ist droben, wo mit der Mel. Herzlich thut mich verlangen. Engel Schar die Seligen ihn loben, der sein wird, ist und war. 6. Dort schweigt das WeltHier muß ich Unruh haben, getöfe; dort ist die Sehnsucht 507. Ich bin ein Gaft auf Erden und hab hier nicht Bestand. Der Himmel soll mir werden, da ist mein Vaterland. dem Grabe wall' ich zu. Dort wird mein Gott mich laben mit ewger Sabbathsruh. still. Ach, komm, mein Gott, erlöse mein Herz, wenn dein Herz will; fomm, mach ein selig Ende mit meiner Wander-. schaft; und was mich fränkt, das wende durch deine Huld und Kraft. 2. Ich hab' in meinen Tagen von früher Jugend an viel Müh' und Not getragen. So lang ich denken kann, hab' ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zugebracht. 3. So ging's den frommen Alten, die schon des Glaubens Preis aus Gottes Hand erhal ten. Ihr Los war Kampf und Schweiß; ihr Ruhm war Dulden, Tragen; ihr Kreuz war schwer und groß, bis sie gerettet lagen in ihres Grabes Schoß. 4. Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid; was will ich besser leben in dieser 363 7. Du, meines Herzens Freude, du, meines Lebens Licht, du ziehst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht, ins Haus der ewgen Wonne, da ich stets freudenvoll und leuchtend, wie die Sonne, mit Engeln leben soll. 8. Da will ich immer wohnen, und nicht nur als ein Gast, bei denen, die mit Kronen du ausgeschmücket haft; da will ich herrlich singen von deinem großen Thun und, frei von eiteln Dingen, in meinem Erbteil ruhn. 16* 364 Das christliche Leben. Mel. Ich hab mein Sach' Gott. 7. Wie wird mir sein, wenn ich dich seh' und froh zu deiner 508. Wie fleucht dahin Rechten steh? O mein Erlöser, stärke mich, daß eifrig ich bis an mein Ende liebe dich. der Menschen Zeit, wie eilen wir zur Ewigkeit! wie mancher finkt, eh er's gedacht, ins Todes Nacht. O Seele, nimm dies wohl in acht! 2. Dies Leben ist gleich einem Traum; ein Nichts, ein leichter Wasserschaum ist alle seine Herr lichkeit. Der Strom der Zeit reißt schnell uns fort zur Ewigkeit. 3. Nur du, Jehovah, bleibest mir das, was du bist; ich traue dir. Es falle Berg und Hügel hin; mir bleibt's Gewinn, wenn ich dein tot und lebend bin. 4. So lang ich noch auf Erden wohn, erwecke mich, o Gottes Sohn, daß ich mich stets erhalte wach und jeden Tag, eh ich noch sterbe, sterben mag. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 509. Ich lebe, wo ich liebe, ich bin nicht, wo ich bin; mit immer stärkerm Triebe zieht mich's zum Himmel hin. Wo Jesus, der Verklärte, dort wohnt mein ganzes Herz; mein Sinn geht von der Erde nur immer himmelwärts. 2. Ich liebe, was zum Him. mel, nicht was zur Erde führt. Der Erde Luftgetümmel und was das Herz sonst rührt, will ich mit Freuden missen und schwinge mich empor; denn jenes Leben wissen, geht aller Weisheit vor. 3. Hinauf, mein Herz, mit Freuden; dort oben ist gut sein. Geh durch Gefahr und Leiden nur immer himmelein. Laß andre nach dem Triebe der Erdenkinder gehn; ich lebe, wo ich liebe. So leb' und sterb' ich schön. 5. Was hilft die Welt in Todesnot? was Ehr und Reichtum nach dem Tod? Bedenk's, o Mensch, was eilest du dem Schatten zu? bedenk's, du kommst sonst nicht zur Ruh. 6. Weg Eitelkeit, der Thoren Luft; mir ist das höchste Gut bewußt, das such' allein ich für Mel. Mein Jesu, dem die Seraphinen. und für, das bleibet mir. Herr 510. In Thorheit iſt ein Jesu, zeuch mein Herz nach dir. Herz befangen, das außer Gott Himmlischer Sinn. die Ruhe sucht; gejagt von irdischem Verlangen, eilt es umher, wie auf der Flucht. Wer für das Eitle nur entbrennet, bald dies, bald jenes sich erwählt, hat seines wahren Ziels verfehlt, weil er nicht seinen Ursprung fennet. 365 das Schifflein ist dem Sturm entrückt und in dem Hafen angekommen. 5. Es finden unter dem Gefieder der Mutter ihre Küchlein Ruh; das Schäflein kennt den Hirten wieder, er führet es der Herde zu; der Sohn, der thöricht sich verloren und in die Ferne hingewandt, wird von dem Vater froh erkannt und wie von neuem ihm geboren. 6. Drum, Seele, laß nicht ab zu ringen, bis du gefunden diese Ruh. Dein heißer Wunsch wird dir gelingen, sagst du nur Gott die Treue zu. Du schmeckst schon hier den innern Frieden, den dir die Welt nicht geben fann; dort fängt die wahre Ruh erst an, da du von Gott nie wirst geschieden. 2. Du, der du bist von Gott gekommen, ein Hauch und Strahl von seinem Geift, haft nicht der Wahrheit Rufvernommen, wenn du dich mit der Welt noch freuft. Hier auf der Erde willst du finden, was dir allein der Himmel giebt; ach glaube, wer die Welt nur liebt, des Thorheit ist nicht zu ergründen. 3. Dring ein in Gott, verlaß die Sünden; fag ab der Thor. heit dieser Welt. Dann kann dein Herz erst Ruhe finden, wenn dir der Himmel nur gefällt. Die Erde wankt; drum muß Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. man gleiten, wenn man darauf 511. Herr Gott, du ken. zu ruhen meint. Wer aber sich mit Gott vereint, hat Fried' und Ruh zu allen Zeiten. nest meine Tage; du weißt, daß ich, dein schwaches Kind, des Todes Keim in Gliedern trage, die irdisch und zerbrechlich sind. Drum mache du mich allezeit zum Sterben fertig und bereit. 4. Da ruht das Kindlein recht in Frieden gar sanft auf seiner Mutter Schoß; der Wandrer wird, nach dem Ermüden, des Tages Laft und Hiße los; die Fesseln werden abgenommen, die den Gefangnen sonst gedrückt; 2. Hier hab' ich lebenslang zu lernen, mich ganz der Sünde zu entziehn, mich von der Weltluft zu entfernen und um den 366 Das christliche Leben. Himmel zu bemühn, damit dereinst mein Tod beweist, was Christentum und Glaube heißt. 3. Früh will ich nach der Heimat trachten, in der ich ewig bleiben kann, vor allem auf den Himmel achten, den Chriftus mir hat aufgethan; so ist mein Haus in dieser Welt und für die fünftge wohl bestellt. 4. Mein Herz ist nur im Himmel droben. Dort ist der Seele Erb' und Teil; bei Chrifto ist mir aufgehoben der Freuden Fülle. ewges Heil. Der Erde Luft ist mir zu klein; im Him mel soll mein Wandel sein. 5. Wohlan, so will ich täglich sterben und leben so, als lebt' ich nicht. Dann fann die Seele nicht verderben, wenn mir der Tod die Augen bricht. Mein Tod ist süß, ich sterbe dir; denn du, mein Heiland, lebst in mir. 6. So kommt denn, ihr ersehnten Stunden, fomm, eile, mein Erlösungstag, da ich, von aller Not entbunden, zum Leben fterbend dringen mag. Da find' ich in des Höchsten Hand mein Eden, mein gelobtes Land. Mel. Ich bin ja, Herr, in deiner. 512. Mein Leben ist ein Pilgrimsstand; ich reise nach dem Vaterland, nach jenem ewgen Sabbath droben. Ich suche meines Gottes Stadt, die er mir dort erbauet hat; da werd' ich einst ihn selig loben. Mein Leben ist ein Pilgrimsstand; ich reise nach dem Vaterland. 2. Kein Reisen ist ohn Ungemach; mein Lebenspfad hat auch sein Ach! Ich muß entbehren, dulden, streiten. Der Pfad ist schmal und fern das Ziel und überall der Feinde viel, die gern mich wollten irre leiten. Durch öde Wüsten muß ich gehn und kann den Ausweg selten sehn. 3. Du treuer Hüter, Jesu Chrift, der du ein Pilgrim worden bist, du Freund und Führer deiner Frommen; dein Wort bewahre meinen Tritt und lasse mich mit jedem Schritt dem fernen Ziele näher kommen. Mein Leben flieht; ach eile du zu mir und gieb mir Troft und Ruh. 4. Gieb durch den Geist der Heiligkeit im Glauben mir Beständigkeit, den Weg des Heiles treu zu gehen. Ich falle stündlich; hilf mir auf. Zeuch du mich selbst zu dir hinauf, laß fest in jeder Not mich stehen. Laß deinen milden Himmlischer Sinn. Gnadenschein in Finsternis nie ferne sein. 5. Bin ich denn hier, im fremden Land, der eitlen Welt gleich unbekannt, dort sind die Freunde, die mich kennen. Dort werd' ich, selig immerdar, dir dienen mit der Himmelsschar und in der reinsten Liebe brennen. Komm, Herr, und führ mit treuer Hand den Pilger bald ins Vaterland. Mel. Jesus lebt, mit ihm auch. 513. Him immelan geht unsre Bahn; wir sind Gäfte nur auf Erden, bis wir dort nach Kanaan durch die Wüste kommen werden. Hier ist unser Pilgerstand, droben unſer Baterland. 2. Himmelan schwing dich, mein Geist, denn du bist ein himmlisch Wesen, und du kannst, was irdisch heißt, nicht zu deinem Ziel erlesen. Ein von Gott verklärter Sinn geht zu seinem Ursprung hin. 3. Himmelan! ruft Gott mir zu in des heilgen Wortes Lehren; das weist mir den Ort der Ruh, dem ich einst soll angehören. Wähl' ich dies zur Leuchte mir, wandl' ich schon im Himmel hier. 4. Himmelan! Mein Glaube zeigt mir das schöne Los von 367 ferne, daß mein Herz schon aufwärts steigt über Sonnen, über Sterne, denn ihr Licht ist viel zu klein gegen jenen Glanz und Schein. 5. Himmelan wird mich der Tod in die rechte Heimat führen, da ich über alle Not ewig werde triumphieren. Jesus geht mir selbst voran, daß ich freudig folgen kann. 6. Himmelan, ach himmelan, das soll meine Losung bleiben; ich will allen Erdenwahn durch die Himmelsluft vertreiben. Himmelan steht nur mein Sinn, bis ich in dem Himmel bin. Mel. Wie groß ist des Allmächtgen. 514. So bin ich nun kein Kind der Erden, kein Bürger dieser Eitelkeit. Mein Hiersein soll nicht ewig werden; ich walle eilend durch die Zeit. Mein Heimatsland ist in der Höhe, wo mein geliebter Vater wohnt, wo einst ich meinen Heiland sehe, der über Erd' und Himmel thront. 2. Dazu verlieh mir Gott das Leben; dazu bin teuer ich erkauft; dazu ist mir das Recht gegeben, als ich auf Chriftum ward getauft. Der Geist, der mich aus Gott gezeuget, macht meinen Geist gewiß und fest, 368 Das christliche Leben. daß auch bei allem, was mich mich mit Glauben, Liebe und beuget, mein Glaube mich nicht zweifeln läßt. bilde mich nach deinem Bild; entzünde mich mit heilgem Triebe zu leiden, wenn du's haben willt. 3. Nur eins bekümmert meine Seele und macht mein Herz oft forgenvoll, ob mir der rechte Schmuck nicht fehle, wenn ich vor Gott erscheinen soll. Ich weiß, in meines Königs Augen kann nur ein freigewordner Geist, ein gotterfülltes Herz nur taugen, das alles andre Schaden heißt; 7. Hier reich' ich schwörend dir die Hände und sage dir aufs neue zu: Ich will dich lieben ohne Ende, du, meines Herzens wahre Ruh. Ich liebe dich nicht nur in Freuden, wenn du mein Herz durch Wohlthun rührst; ich will dich lieben auch im Leiden, ja, wenn du mich zum Tode führst. 8. So komm' ich glaubend dir entgegen; du nahst in Liebe dich zu mir, führst mich auf deinen Himmelswegen und ziehft mich endlich ganz zu dir. Wann werd' ich dich, mein Heil, um. fangen? und wann, ach wann umfängst du mich? O laß mich bald dazu gelangen, dann lob' und lieb' ich ewig dich. 4. Ein Glaube, der nur ihn erwählet, der still in seiner Gnade ruht, von Lieb' und Dankbarkeit beseelet und seinen Willen findlich thut; der Jesum bis ans Kreuz begleitet, der gerne seine Dornen trägt, der tapfer um die Krone streitet, so oft die Welt ihm Kampf erregt. 5. Nun, mein Erbarmer, du wirst wissen, wie viel mir noch hieran gebricht. Mein Aug' ist noch in Finsternissen, ich Armer kenne mich noch nicht. Doch ift ein inniges Verlangen in mir durch deinen Geist erwedt, o Herr, dir einzig anzuhangen, bis meinen Leib die Erde deckt. 6. Was ich nicht habe, kannst du geben; was ich nicht bin, das bist du mir. Nimm hin mein Herz, es zu beleben; ich überlass' es gänzlich dir. Erfülle Mel. Jesus lebt, mit ihm auch. 515. Herr der Zeit und Ewigkeit, gieb, daß ich bis an mein Ende so, wie mir dein Wort gebeut, flüglich meine Zeit verwende und bei jedem Glockenschlag ihrer Flucht gedenken mag. 2. Ach, wie eilt die Zeit dahin! Sie entfleucht auf schnellen Himmlischer Sinn. Schwingen. Stunden, Tage, Jahre fliehn; niemand kann sie wiederbringen. Keine Thräne führt zurück den entschwundnen Augenblick. 3. Gott, wie ungenügt sind schon manche der verfloffnen Zeiten mir auf immer hier entflohn unter schnöden Eitelkeiten. Thöricht ward die Zeit vollbracht, die mich jetzt bekümmert macht. Mel. O Gott, du frommer Gott. 4. Doch erbarmend schentft 516. Ein weifes, frommes du mir jetzt noch Frist und Raum zur Buße. Herr, ich komm' und falle dir voller Schmerz beschämt zu Fuße. Sei mir gnädig! Ach mich reut meine hier verlorne Zeit. 369 5. Wiederbringen kann ich nicht, was auf ewig mir verschwunden. Doch ich bin der Zuversicht, nüß' ich nur getreu die Stunden, die du mir noch ferner schenkst, daß du gnädig mein gedenkst. gebens. Ewig freut sich seiner Saat, wer hier treulich Gutes that. 8. Gott, laß deinen guten Geist mich zu dieser Weisheit führen und, wie es dein Wort verheißt, meinen Wandel so regieren, daß ich edlen Samen streu' und mich dessen ewig freu. Herz, das sei mein Schaß auf Erden. Sonst alles, nur nicht dies, fann mir entriffen werden; es bleibt im Tod auch mein und folgt mir aus der Zeit zum seligsten Gewinn bis in die Ewigkeit. 2. Wenn dies mir fehlt, was sind die herrlichsten Vergnügen? Nur füße Träume sind's, die unsern Geist betrügen. Drum lenke Gott, den Wunsch vom irdischen Gewinn durch deines Geistes Kraft zu ewgen Gütern hin. 6. Lehre mich die kurze Frist, die du hier mir zugemessen, wie es dir gefällig ist, brauchen und Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. es nie vergeſſen, hier nur ſei 517. Der lette Tag von die Übungszeit zu dem Glück der Ewigkeit. 7. Säen muß ich hier mit Fleiß zu der Ernte jenes Lebens. O wie glücklich, daß ich weiß, dies geschehe nicht verdeinen Tagen, o Mensch, eilt immer mehr herbei. Statt über ihre Flucht zu klagen, erkauf und brauche sie getreu. Nimm mit erkenntlichem Gemüt der nahen Stunde wahr; sie flieht. 16** 370 Das christliche Leben. 2. Getäuscht von tausend Eitelkeiten, versäumst du deines Lebens Zweck, verschiebst dein Heil auf ferne Zeiten und wirfft so sorglos Jahre weg. Und bift du, fühner Sterblicher, des nächsten Augenblickes Herr? 3. Ein ewig Glück einst zu besigen, sollst du des furzen Lebens Zeit als deine Saatzeit weislich nüßen und thun, was dir dein Gott gebeut. Wie ruft er dir so freundlich zu: Nur eins ist not, was säumeft du? 4. Drum eil und rette deine Seele und denke nicht: ein andermal! Sei wachsam, bet und überzähle der Menschentage kleine Zahl! Sei fromm und wandle vor dem Herrn, wär' auch dein Ende noch so fern. 5. Mit jedem dir geschenkten Morgen erwecke dich, gewissenhaft für deiner Seele Heil zu sorgen, und suche Gottes Licht und Kraft. Sprich: O mein Gott, ich will allein mein Leben deinem Dienste weihn. 6. Erleucht und stärke meine Seele, weil ohne dich sie nichts vermag. Gieb, daß ich das, was gut ist, wähle; dazu schenkst du mir diesen Tag. Was ift nicht jede Stunde wert, die deine Langmut mir gewährt. 7. Wohl mir, hab' ich aus allen Kräften hier deinem Reiche nachgestrebt, in dir gefälligen Geschäften die Pilgertage durch. gelebt; dann wohl mir, wenn ich sagen kann: du nimmst mich, Gott, zu Ehren an! 8. Mein sprachlos Flehn an meinem Ende vernimmst du, Herzenstündiger! In deine treuen Vaterhände befehl' ich meinen Geist, o Herr. Er schwingt, wenn seine Hütte fällt, zu dir sich über Grab und Welt. Mel. Hör, liebe Seel, dir ruft. 518. Chrift, erhebe Herz und Sinn. Was hängft du an der Erden? Hinauf, hinauf, zum Himmel hin; ein Christ muß himmlisch werden. 2. Was bist du in der Welt? Ein Gast, ein Fremdling und ein Wandrer. Wenn du kurz hausgehalten haft, so erbt dein Gut ein andrer. 3. Wer Gott erkennt, kann der wohl noch den Sinn aufs Niedre lenken? Nur wer an Gott denkt, denket hoch. So müssen Christen denken. 4. Sieh, Chrift, nie sorgend unter dich, wenn Leiden dich bedrücken. Sieh gläubig in die Himmlischer Sinn. Höh und sprich: Der Herr wird mich erquicken. 5. Du lebst nicht bloß für diese Welt; dein Ziel ist nicht auf Erden. Du sollst, wenn deine Hütte fällt, ein Himmelsbürger werden. 6. Dort ist das rechte Kanaan, wo Lebensströme fließen. Blick oft hinauf; der Anblick kann den Leidenskelch versüßen. 7. Dort oben ist des Vaters Haus; Gott teilt zum Gnadenlohne den Überwindern Kronen aus; kämpf auch um diese Krone. 8. Dort ist's den Engeln süße Pflicht, des Ergen Ruhm zu singen. Freund Gottes, sehnest du dich nicht, ihm auch dein Lob zu bringen? 371 mancher Tag ist schon verschwunden, seitdem ich hier auf Erden bin. Ein großer Teil von meiner Zeit ist schon im Meer der Ewigkeit. 2. Ermuntre dich aus deinem Schlummer; auf, auf, mein Geist, ermuntre dich! dies sei dein Gram, dies sei dein Kummer, daß mancher Tag umsonst verstrich. Der unbenußte Augenblick, o fühl es, nie kommt er zurück. 3. Wie manchem fliehen seine Jahre, eh er des Lebens Wert versteht. Er naht noch früher sich der Bahre, als er den Weg der Tugend geht. Und ach, was ist ein Leben wert, das nicht der Tugend Schäße mehrt? 4. O Mensch, sei Mensch, fang an, zu leben; fang an, ein Glied der Welt zu sein; fang an, der Weisheit nachzustreben und dich der Fröm. migkeit zu weihn, daß, wenn man deinen Leib begräbt, dein Werk und dein Gedächtnis lebt. 5. Sei feinen Teil des Lebens müssig; sieh, daß du deine Pflicht erfüllst. Du hast den Tag nicht überflüssig, den du so Mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. 519. Wo eilt ihr hin, frech verschwenden willst. Wie ihr Lebensstunden? Ach edle Zeit, wo fliehst du hin? Wie kurz, wie koſtbar ist die Zeit, die Gott auf Erden dir verleiht. 9. Dort herrscht dein Heiland, Jesus Christ, der Tilger deiner Sünden; mit dem, durch den du selig bist, muß sich dein Herz verbinden. 10. Hilf, Heiland, daß ich für und für den Geist zum Himmel hebe, und daß ich jetzt und ewig dir zu Ehren denk' und lebe. 372 Das christliche Leben. Seele, sei im Himmel; du eilft dem bessern Leben zu. Nach einer kurzen Prüfungszeit ist Ewigkeit, ist Ewigkeit. 4. Verschiebe niemals deine Pflichten; was jetzt zu thun du schuldig bist, denk nicht erst morgen auszurichten; wer weiß, ob's morgen möglich ist? Mensch, dieser Augenblick ist dein, der fünftge wird's vielleicht nicht sein. 5. So sei denn, Vater meines Lebens, die Warnung: wacht und seid bereit! an meiner Seele nicht vergebens, verloren nicht der Gnade Zeit. Dann führt mich selbst ein Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. 520. Noch leb' ich, ob schneller Tod zu deiner Seligkeit, o Gott. 6. Von jedem deiner Lebens. tage gieb selbst dir treulich Rechen schaft, durchdenk ihn, leg ihn auf die Wage und prüfe, was er dir verschafft; o selig, wer ihn so durchlebt, daß nie sein Herz vor ihm erbebt. 7. Herr meines Lebens, leite, ftärke dein schwaches Kind in feinem Lauf, dann preif' ich dich durch gute Werke; und schwing' ich einst zu dir mich auf, so freu' ich mich in Ewig. keit noch meiner wohl durch lebten Zeit. ich morgen lebe, ob diesen Abend, weiß ich nicht. Höchfter, dem Mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. ich mich ergebe, erinnre mich an meine Pflicht, zu jeder Zeit 521. daß von meinen durch deine Kraft bereit zu sein zur Rechenschaft. 2. Die Blume, die am Morgen stehet, fällt vor der Abend. dämmrung ab. Die Luft, die jest mich angewehet, stürzt mich vielleicht ins nahe Grab. Der Jüngling, eh er sich's versieht, ftirbt und ist noch nicht auf geblüht. 3. Entziehe dich dem Welt. getümmel, hier ist der Kampf und dort die Ruh. Dein Wandel, Lebenstagen doch keiner ganz verloren sei. Verlorne Stun. den, ach, sie nagen zu spät das Herz mit Gram und Reu, und den entflohnen Augenblick bringt fein Gebet, fein Flehn zurück. 2. Laß jeden meiner Augenblicke, o Gott, mir innig teuer sein. Laß mich die Zeit zu meinem Glücke nie durch der Sünde Dienst entweihn, nie durch die Luft der Eitelkeit, die doch zuletzt das Herz bereut. Himmlischer Sinn. 373 3. Stets weiter auf dem Weg zum Ziele, stets näher zur Vollkommenheit! voll von dem himm. lischen Gefühle: ich ward nicht bloß für diese Zeit, weil du mir, Pilger hier und Gast, ein beffer Land bereitet haft! 4. Wenn mich des Tages Hiße drücket, von Arbeitsschweiß die Stirne trieft, das Auge matt nach Ruhe blicket, wenn Undank Mel. Womit soll ich dich wohl. meine Tugend prüft; wenn mir 522. Unser Wandel ist im der Lohn zu lange säumt, zu sparsam meine Aussaat keimt. 5. Dann laß die Hoffnung mich erquicken: einst kommt mein Abend still und kühl; die Last der Arbeit wird Entzücken, Geduld wird Wonn' und Dankgefühl; Ernt' ohne Ende giebt die Saat, die Demut ausge ftreuet hat. Himmel, köstlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Mut und süße Hoffnung zu. Jeder Fußtritt, den ich thue, bringet mich dem Land der Ruhe näher, immer näher zu. Wort, wie hoch er. freueft du! 6. Noch ist es Tag, noch laß mich Werke der Tugend wirken, eh die Nacht, wo niemand wirkt, erscheint; jetzt stärke mich deine Lieb' und deine Macht. Wie viel ist noch für mich zu thun, und ich, ich sollte jetzt schon ruhn? 2. Haltet's feft, ihr teuren Brüder, haltet fest dies werte Wort. Nichts schlag' eure Hoffnung nieder; wallet immer mutig fort. Mutig blicket hin zum Ziele. Viele schon er. griffen's, viele. Wir, so wahr es Gott verhieß, wir erreichen's auch gewiß. 3. Nur, wie fromme Pilger müssen, bleibet wacker, seid nicht laß. Stets des hohen Zwecks beflissen, wacht und kämpft ohn Unterlaß. Feinde stehn an euren Wegen; Stürme toben euch ent. 7. Auf, auf, mein Geist, laß keine Stunde des Lebens unge nügt vorbei, auf, schwör es jetzt mit Herz und Munde und fei dem ernsten Schwur getreu: Dir, Herr der Zeit und Ewigkeit, sei jeder Augenblick geweiht! 8. Dann seh' ich an der Laufbahn Ende getroft auf meine Tage hin, und sage: Herr, durch deine Hände empfing ich, was ich hab' und bin. Hier ist mein Tagewerk; nicht mein, dein ist der Ruhm, die Ehre dein! 374 Das chriftliche Leben. gegen; Nebel, Klüfte, Felsen drohn. Fasset Mut, groß ist der Lohn! 4. Was kein Auge je gesehen, was kein Ohr gehöret hat, was kein Herz hier zu erflehen je sich unterwunden hat, das hat Gott dort dem bereitet, der hier tapfer kämpft und streitet. Drum verlaßt nicht eure Bahn, Jesus selbst ging euch voran. 5. Unser Wandel ist im Himmel, köstlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Welt getümmel, Mut und süße Hoffnung zu. Auf, mein Geist, ermüde nimmer. Schon seh' ich des Zieles Schimmer; wenig, wenig Schritte noch- und getragen ist mein Joch. Mel. Seele, was ist Schönres wohl. Himmelan, nur 523. himmelan soll der Wandel gehn. Was die Frommen wünschen, fann dort erst ganz geschehn, auf Erden nicht. Freude wechselt hier mit Leid; richt hinauf zur Herrlichkeit dein Angesicht. 2. Himmelan schwing deinen Sinn jeden Morgen auf. Flüchtig eilt durchs Leben hin unser Pilgerlauf. Fleh täglich neu: Gott, der mich zum Himmel schuf, präg ins Herz mir den Beruf, mach mich getreut. dein 3. Himmelan hat er Ziel selbst hinaufgestellt; forg nicht mutlos, nicht zu viel um den Tand der Welt. Flieh diesen Sinn. Nur was du dem Himmel lebst, dir von Schäßen dort erstrebst, das ist Gewinn. 4. Himmelan erheb dich gleich, wenn dich Kummer drückt, weil dein Vater, treu und reich, stündlich auf dich blickt. Was quält dich so? Droben in dem Land des Lichts weiß man von den Sorgen nichts; sei himmlisch froh. 5. Himmelan ging Jesus Christ mitten durch die Schmach; eil, weil du sein Jünger bist, seinem Vorbild nach. Er litt und schwieg. Halt dich fest an Gott, wie er; statt zu klagen, bete mehr; erkämpf den Sieg. 6. Himmelan führt seine Hand durch die Wüste dich, ziehet dich im Prüfungsstand näher hin zu sich. Im Himmelssinn, von der Weltluft freier stets und mit ihm vertrauter, geht's zum Himmel hin. 7. Himmelan führt dich zuletzt selbst die Todesnacht. Sei es auch, daß sie dir jetzt kurze Himmlischer Sinn. Schrecken macht; harr aus, harr aus! Auf die Nacht wird's ewig hell; nach dem Tod erblickst du schnell des Vaters Haus. Macht zerstöret, Erdenpilger, ist nicht dein. In des Himmels ewgem Lichte reifen deiner Hoffnung Früchte; dort muß deine Heimat sein. 4. Erde wird zur Erde wieder; in die Nacht des Grabes nieder sinkt dein irdisches Gewand; aber los der alten Bande, rettet aus dem Sinnentande sich dein Geist in Gottes Hand. Mel. Alles ist an Gottes Segen. 5. Aller Glanz der Welt erbleichet, jedes falsche Gut ent524. Von der Erde nie- weichet, wenn dein sterbend Auge bricht. Was die kurze Zeit geboren, gehet in der Zeit verloren, folgt dir einst im Tode nicht. derm Staube heb' ein gott geweihter Glaube oft zum Him mel deinen Geift. Sammle dich in ernster Stille, wo gestärkt ein heilger Wille dich dem Sinnentand entreißt. 6. Nur dein Geist kann sich erheben in der Geister reines Leben, und im Herzen liegt dein Wert. Nur die Weisheit und die Tugend blühn in unverwelkter Jugend, deren Glanz kein Tod zerstört. 7. Eile, dir im Prüfungsleben Himmelsgüter zu erstreben. Eile, flüchtig ist die Zeit. Was du säest hier auf Erden, wird von dir geerntet werden in der reichen Ewigkeit. 8. Hallelujah fingst dann du, wenn du Jesum siehst, unter Jubel ein zur Ruh in den Himmel ziehst. Gelobt sei er! Der vom Kreuz zum Throne stieg, hilft dir aus zu diesem Sieg. Gelobt sei er! 2. Was die bange Sorge stillet, was die Brust mit Ruh erfüllet, was ein festes Glück verspricht, was dich labt mit reiner Freude, was dein Herz erquickt im Leide, findest du auf Erden nicht. 3. Laß dem Staub, was ihm gehöret. Was des Wechsels 375 10. Genügsamkeit, Enthaltsamkeit, Weisheit im Genuß der Freude. 525. Nicht so traurig, nicht so sehr, meine Seele, sei betrübt, daß dir Gott Glück, Gut und Ehr nicht so viel als 376 Das christliche Leben. andern giebt. Sei vergnügt in deinem Gott; hast du Gott, so hat's nicht not. 2. Murre nicht. Du, Menschen kind, haft kein Recht an diese Welt. Alle, die hier wohnen, sind Gäste nur im fremden Zelt. Gott ist Herr in seinem Haus; wie er will, so teilt er aus. 3. Bist du darum doch nicht hier, daß du Reichtum haben sollt. Schau den Himmel über dir, da, da ist dein edles Gold. Da ist Ehre, da ist Freud, Freud' ohn End, Ehr ohne Neid. 4. Der ist thöricht, der sich kränkt um die Güter dieſer Zeit, wenn ihm Gott dagegen schenkt Schäße für die Ewigkeit. Bleibt der Himmel dein Gewinn, fahr die Erde immer hin. 5. Schaue doch die Güter an, die dein Herz für Güter hält, ob wohl eins dir folgen kann, wenn du gehst aus dieser Welt. Alles bleibet hinter dir, trittst du in des Grabes Thür. 6. Aber was die Seele nährt, Gottes Huld und Christi Blut, wird von keiner Zeit verzehrt, ist und bleibet stets ein Gut. Erdengut zerfällt und bricht; Himmelsgut verschwindet nicht. 7. Gott ist deiner Liebe voll und von ganzem Herzen treu. Wenn du wünscheft, prüft er wohl, wie dein Wunsch beschaffen sei. Ist dir's gut, so geht er's ein; ist's dein Schade, spricht er nein. 8. Nun, so richte dich empor, du betrübtes Angesicht; laß dein Seufzen, nimm hervor deines Glaubens Freudenlicht. Das bewahre, wenn die Nacht deines Grams dich traurig macht. 9. Seße als ein Himmels sohn deinen Wünschen Maß und Ziel. Rühre stets vor Gottes Thron deines Dankes Saitenspiel, weil dir schon gegeben ist viel mehr, als du würdig bist. 10. Führe deinen Lebenslauf deines Gottes eingedenk; wie es kommt, nimm alles auf als ein wohlbedacht Geschenk. Geht's durch Trübsal, laß es gehn; Gott und Himmel bleibt dir stehn. Mel. Wer nur den lieben Gott. 526. Ich bin der reichſte Mensch auf Erden; ich hab' genug, drum hab' ich viel. Ein andrer mache sich Beschwerden wie er den Mammon finden will; wer mehr nicht sucht, als Gott beschert, dem ist der größte Schaß gewährt. Genügsamkeit, Enthaltsamkeit zc. 377 4. Wie glücklich ist ein Mensch hingegen, der gerne will genüg sam sein. Giebt mir der Himmel einen Segen, wie herzlich kann ich des mich freun. Ich dente: Gott giebt jeden Tag mehr, als ich ihm vergelten mag. 5. Wird mir mein täglich Brot gewähret auf mein Gebet von Gott, dem Herrn, so nehm' ich, was er mir bescheret, und brauch's in stiller Ruhe gern; Gott leihet mir sein Eigentum zu meinem Glück und seinem Ruhm. 6. So freue ich mich in Gedanken des Glücks, das nicht betrügen kann; und auf der Laufbahn nicht zu wanken, nehm' ich den Spruch zur Losung an: 2. Der Reichtum liegt in den Gemütern; wer sich begnügt, ist nimmer leer. Viel bleiben arm bei großen Gütern, denn ach, sie wollen immer mehr. Wer nur ein äußres Glück besitt, hat nicht das Gut, das ewig nügt. 3. Die Habsucht hat bei ihrem Grämen nicht eine Stunde Fröhlichkeit; sie hat und darf sich selbst nichts nehmen, weil sie sich's Mel. Wer nur den lieben Gott. immer felbft verbeut. So wird 527. Ich gnüge mir in das Herz in Gram verzehrt; dies Glück ist keines Hellers wert. meinem Stande, in den der Höchste mich gesetzt, und rechne mir es nicht zur Schande, werd' ich nicht jedem gleich geschätzt. Mit Gott nicht recht' ich Erden. sohn; verklagt den Töpfer je der Thon? Nicht Reichtum, nicht ein glänzend Los macht uns in Gottes Augen groß. 7. Es führt doch endlich zum Verderben, wenn man nach Geld und Gut nur strebt. Ich aber kann mit Freuden sterben, wenn ich der Weltluft nicht gelebt. Ich fann getroft zum Himmel ziehn, wo ich einst reich an allem bin. 2. Jst mir ein kleines Glück beschieden, so nehm' ich es in Demut an und bin mit meinem Gott zufrieden, der nach Gefallen geben kann. Die Sorge ängstigt nur das Herz; sie bessert nicht, sie mehrt den Schmerz. 3. Was Gott thut, darf mich nicht verdrießen; genug, daß er mich nicht vergißt. Der alles weiß, muß auch wohl wissen, was und wie viel mir nütlich ist. Für manchen ist ein niedrer Stand mehr Glück, als eitler Erdentand. 378 Das christliche Leben. 4. Gott ist dem Menschen seiner Hand fällt nichts zu ja nichts schuldig, er giebt so viel, als ihm gefällt, drum sei mein Herz nie ungeduldig, wenn er, was sein ist, vorbehält. Wohl dem, der mit Zufrieden. heit genießt, so viel ihm Gott verleiht. schwer. Ich darf in Hoffnung fröhlich sein; der Herr macht selbst aus Wasser Wein. 5. Muß mir doch eben nicht auf Erden Glück, Reichtum und Bequemlichkeit in vollem Maß zu teile werden, was Gott nur wenigen verleiht. Das Mel. Herzlich thut mich verlangen. Scherflein, das mir Gott be. 528. Was hat der Mensch schert, ist auch des wärmsten Dankes wert. 6. Mag Gottes Segen spar sam fließen, er giebt mir doch mein täglich Brot. Hab' ich dabei ein gut Gewissen, so leid' ich dennoch keine Not. Das größte Gut ist dem gewährt, der große Güter nicht begehrt. 7. Will Gott das Wenige mir mehren, was seine Gnaden hand mir giebt, will ich dafür ihn herzlich ehren, nicht murren, wenn's ihm nicht beliebt. Die höchste Freude schmeckt der Christ, des Speise Gottes Wille ist. 9. Wohlan, so laß ich Gott nur walten, wie sonst, so jetzt und allezeit; denn er, der mich bisher erhalten, ist es auch stets zu thun bereit. Ich trau des Vaters Fügung fest, der seine Kinder nicht verläßt. 8. Ist mein Vermögen schon vermindert, sind meine Vorratskammern leer, so weiß ich, daß dies Gott nicht hindert, denn auf Erden, der seinen Gott nicht hat? Der muß ihm alles werden; bei dem ist Rat und That. Giebt Gott mir nicht die Fülle, mag es nach Notdurft sein; auch in der dürftgen Hülle kann ich mich seiner freun. 2. Wer seinen Gott befizet, der hat das höchste Gut; dabei wird er geschüßet, das nichts ihm Abbruch thut. Mag Glut und Flut entstehen, mag ihm ein Räuber drohn, sein Gut kann nicht vergehen; Gott ist sein Schild und Lohn. 3. Wie kann der selig werden, der nur auf Reichtum finnt? Und wenn er auch auf Erden den größten Schaß gewinnt, die Seele geht verloren; o schrecklicher Verlust, ist in des Genügsamkeit, Enthaltsamkeit 2c. Todes Thoren ihm sonst kein Trost bewußt. 4. Ich will mich nicht be laden, weil ich zum Himmel geh. Genug, daß ich in Gnaden bei meinem Gotte steh. Wenn andre Sorgen treiben, so folg' ich Gottes Rat und will ein Armer bleiben, der nichts und alles hat. 4. Was hülfe mir die ganze Welt mit allen ihren Schäßen, verblendete mich Gut und Geld, mich dir zu widersehen? Verschmäht' ich, was dein Wort begehrt, was mir ein ewig Heil gewährt, wie elend würd' ich werden. 5. Ach mache mich nur reich in dir. Wenn deines Geistes Gaben mein Leben schmücken für und für, werd' ich nie Mangel Mel. Es spricht der Unweisen M. 529. Gott, du bist über haben. Viel Glaube, Hoffnung und Geduld und die Empfindung deiner Huld, das sind die wahren Schätze. alle reich, und dein sind unsre Güter. Zwar teileft du nicht allen gleich, du treuer Menschen. hüter; doch du bist Herr in deinem Haus, und wie du willst, so teilst du aus. Wohl dem, der sich läßt gnügen. 6. Spricht mich ein Armer flehend an, so laß mich nicht befragen mein Fleisch und Blut, nein, wo ich kann, des Bruders Lasten tragen. Ich zögre nicht, du haft es mir befohlen; darum geb' ich's dir in deinen Glie dern wieder. 2. Dein Segen hat mir mehr beschert, als ich verdienet habe. Das Scherflein auch ist Dankes wert, es ist ja deine Gabe. Drum, weil du es mir zugewandt, so preif' ich deine milde Hand in meinem ganzen Leben. 379 3. Behüte mich vor stolzem Mut, daß ich nicht sicher werde; denn das von dir geliehne Gut ist doch ja nichts als Erde. Nie reiß ein irdischer Gewinn mein Herz zu üppigkeiten hin; sie hindern beffre Sorgen. 7. Den Geiz laß ferne von mir sein, die Wurzel alles Bösen. Er bringet lauter Angst und Pein; kein Gold kann mich erlösen von Sünden und aus Seelennot; und kommt zuletzt der bittre Tod, so muß man alles laffen. 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft! dies laß mich stets erwägen; so brauch' ich, Gott, 380 Das chriftliche Leben. wenn ihn dein Herz zuvor ge nährt. 5. Begierden sind es, die uns schänden, und ohne daß wir sie vollenden, verlegen wir schon unsre Pflicht. Wenn du vor ihnen nicht erröteft, nicht durch Mel. Was sorgst du ängstlich für. 530. Der Wollust Reiz den Geist die Lüfte töteft, ſo rühme dich der Keuschheit nicht. gewissenhaft den mir vertrauten Segen und scheide freudig einst von hier, weil ich im Himmel, Gott, bei dir die wahren Schätze finde. zu widerstreben, dies, Chrift, liebst du dein Glück und Leben, laß täglich deine Weisheit sein. Entflieh der schmeichelnden Begierde; sie raubet dir des Her zens Zierde, und ihre Freuden werden Pein. 2. Laß, ihr die Nahrung zu verwehren, nie Speis' und Trant dein Herz beschweren und sei ein Freund der Nüchternheit. Versage dir, dich zu besiegen, auch öfters ein erlaubt Vergnügen und steure deiner Sinnlichkeit. 3. Der Mensch, zu Fleiß und Arbeit träge, fällt auf des Müßig ganges Wege leicht in das Net des Bösewichts. Der Unschuld Schußwehr sind Geschäfte; ent zieh der Wollust ihre Kräfte im Schweiße deines Angesichts. 4. Erwacht ihr Trieb, dich zu bekämpfen, so wach' auch du, ihn früh zu dämpfen, eh er die Freiheit dir verwehrt. Ihn bald in der Geburt ersticken, ist leicht; schwer ist's, ihn unterdrücken, 6. Erfülle dich, scheinst du zu wanfen, oft mit dem mächtigen Gedanken: die Unschuld ist der Seele Glück. Einmal verscherzt und aufgegeben, verläßt sie mich im ganzen Leben; und keine Reu bringt sie zurück. 7. Denk oft bei dir: der Wollust Bande sind nicht nur dem Gewissen Schande, sie sind auch vor der Welt ein Spott. Und könnt' ich auch in Finster. nissen den Gräul der Wolluft ihr verschließen, so sieht und findet mich doch Gott. 8. Die Wollust kürzt des Lebens Tage, und Seuchen werden ihre Plage, da Keuschheit Heil und Leben erbt. Ich will mir dies ihr Glück erwerben. Den wird Gott wiederum verderben, der seinen Tempel hier verderbt. 9. Wie blühte nicht des Jünglings Jugend; doch er verließ den Weg der Tugend, und seine Genügsamkeit, Enthaltsamkeit 2c. Kräfte sind verzehrt. Verwesung schändet sein Gesichte und predigt schrecklich die Geschichte der Lüfte, die den Leib verheert. 10. Die Wollust raubt dir Mut und Stärke, raubt dir den Eifer edler Werke, den Adel, welchen Gott dir gab; und unter deiner Lüfte Bürde sinkst du von eines Menschen Würde zur Niedrigkeit des Tiers herab. 11. Drum fliehe vor der Wollust Pfade und wach und rufe Gott um Gnade, um Weisheit in Versuchung an. Erzittre vor dem ersten Schritte; mit ihm sind schon die andern Tritte zu einem neuen Fall gethan. 531. Duklagst und fühleft die Beschwerden des Stands, in dem du dürftig lebst; du strebeft glücklicher zu werden und siehst, daß du vergebens strebst. 2. Ja klage, Gott erlaubt die Zähren. Doch denk im Klagen auch zurück: ist denn das Glück, das wir begehren, für uns auch stets ein wahres Glück? 3. Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter dem Menschen die Zufriedenheit. Die wahre Ruhe der Gemüter ist Tugend und Genügsamkeit. 381 4. Genieße, was dir Gott beschieden; entbehre gern, was du nicht haft. Ein jeder Stand hat seinen Frieden; ein jeder Stand hat seine Laft. 5. Gott ist der Herr, und seinen Segen verteilt er stets mit weiser Hand, nicht so, wie wir's zu wünschen pflegen, doch fo, wie er's uns heilsam fand. 6. Willst du zu denken dich erkühnen, daß seine Liebe dich vergißt? Er giebt uns mehr, als wir verdienen, und niemals, was uns schädlich ist. 7. Verzehre nicht des Lebens Kräfte in träger Unzufrieden. heit. Besorge deines Stands Geschäfte und nühe nüge deine Lebenszeit. 8. Bei Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, ein ewig Glück in Hoffnung fehn, dies ist der Weg zu Ruh und Leben. Herr, lehre diesen Weg mich gehn. Mel. Wie groß ist des Allmächtgen. 532. Entebre nicht, mein Herz, mit Klagen den Gott, der dich zum Glück erschuf. Die Müh des Lebens zu ertragen und froh zu sein, ist dein Beruf. Der Christ murrt nicht bei den Beschwerden auf dieser kurzen Lebensbahn; er strebt, daß fie Das christliche Leben. ihm nüßlich werden, und betet sich mein Herz bestreben, den Gottes Fügung an. sorgenvollen Gram zu fliehn. In Demut, Herr, will ich mich üben, stets deiner Güte mich erfreun, dich fürchten, dir vertraun, dich lieben. traun, dich lieben. Wie selig werd' ich dann nicht sein! 2. Gott selbst hat dir dein Los beschieden; nimm's dank. bar an aus seiner Hand. Er fülle jede Pflicht zufrieden, die er mit diesem Los verband. Er giebt dir Munterkeit und Kräfte, erhält und stärkt sie väterlich. Sie brauchen, dies ist dein Geschäfte, und ihr Gebrauch ist Ruhm für dich. 382 3. 3war jenem hat des Himmels Segen mehr Güter anvertraut, als dir; doch soll dies deinen Neid erregen? denk, wer ist Gott, und wer sind wir? Weiß er nicht besser, was dir nüßet, und was dem Nächsten nüßt, als du? Wenn er dich führt, regiert und schüßet, was fehlt dir wohl zu deiner Ruh? 4. Du prangest nicht mit hohen Würden? Beneide nicht der Großen Glück; sie seufzen unter schweren Bürden, und oft stürzt sie ein Augenblick. Dir ward kein Überfluß gewähret? Ihn wünschen ist's nicht ist's nicht Selbstbetrug? Wer gern, was er nicht braucht, entbehret, der ist beglückt und reich genug. 5. Herr, der du mir zum frohen Leben, so viel ich brauch' und mehr verliehn, laß täglich Mel. Liebe, die du mich zum Bilde. 533. Mehr, als für die reichste Habe, danke seinem Gott der Christ, dem die teure Seelengabe, Fröhlichkeit, verliehen ist, der sie nie durch Sünd' entweiht, stets in Unschuld sich erfreut. 2. Wie ein Fels in Ungewittern, der die Wolken überſteigt, wenn die Kreaturen zittern, Klarheit an der Stirne zeigt, blickt bei trüber Zeiten Lauf ruhig er zum Himmel auf. 3. Lasten, die den Weichling drücken, denen Schwermut unterliegt, fühlt er kaum auf seinem Rücken, lebt mit wenigem vergnügt; reicher macht ihn froher Mut, als den Thoren Königsgut. 4. Frohsinn stärket seine Kräfte, stärkt den Trieb zur Thätigkeit; unter nützlichem Geschäfte flieht ihm seine Tageszeit; heitrer glänzt sein Angesicht nach getreu erfüllter Pflicht. Genügsamkeit, Enthaltsamkeit zc. 5. Haucht der Frühling neues Leben in die schlummernde Natur, welche neue Freuden schweben dann ihm über Thal und Flur. Ihn entzücket, was er sieht, auch der Schöpfung kleinstes Glied. 6. Seinen Geist zu Boden schlagen kann die härtste Trüb. sal nie. Nahn sich ihm des Alters Plagen in Geduld erträgt er fie; mitten in der Krankheit Qual lächelt ihm der Freude Strahl. 3. Gieb mir ein fröhlich Herz bei Wünschen, die ich nähre; was deine Weisheit wählt, das, Vater, nur gewähre. Du gabst mir ja bisher, was selig war und gut; wie stärkt dies mein Vertraun, wie hebt dies meinen. Mut. 4. Gieb mir ein fröhlich Herz, zur Arbeit Fleiß, und Treue im irdischen Beruf, dem ich die Kräfte weihe. Mein Tagewerk gedeiht, das Schwerste selbst wird leicht, wenn fröhliches Vertraun der Sorgen Heer verscheucht. 5. Gieb mir ein fröhlich Herz im Kreise edler Freunde; verziehen sei dann selbst im Frohgefühl dem Feinde. Der Eintracht fanftes Band umschling' uns brüderlich, und dankbar weihe Mel. Was frag' ich nach der Welt. 534. Gieb mir ein fröhlich dir, Gott, unsre Freude sich. 6. Gieb mir ein fröhlich Herz in rauhen Lebenstagen. Stets froh in Hoffnung sein, versüßt ja alle Plagen. Auch durch der Stürme Nacht bricht doch der Sonne Licht; so flieh mich selbst im Schmerz der Geist der Freude nicht. 7. Gieb mir ein fröhlich Herz auch endlich noch im Sterben. Zum Leben führt der Tod; den Himmel soll ich erben. O da erst heben sich vollkommne Freu- 7. Doch, ob Hoffnung hier verschwände, ob auch troft- und freudenleer ihm die Welt vor Augen stände Hoffnung winkt von oben her. Heiter geht an ihrer Hand er ins beffre Vaterland. 383 Herz, du Geber aller Gaben, und laß mich meine Lust an deinem Worte haben. So bin ich ganz vergnügt; so flieht der Trauergeist, der meiner Seele oft des Glaubens Troft entreißt. 2. Gieb mir ein fröhlich Herz, so oft ich dein gedenke, und von der Erd' empor den Blick zum Himmel lenke. Der Freuden seligste, die fromme Freud' an dir, die Wonne des Gebets, Gott, die erhalte mir. 384 Das christliche Leben. den an; ihr Vorschmack stärke mich noch auf der Todesbahn. 8. Gieb mir ein fröhlich Herz. Ich will dich findlich lieben, in jeder Pflicht mich treu, mein 11. Frommer Fleiß. Gott und Vater, üben. Dann schwingt voll hoher Luft mein Geift sich himmelwärts; erhört ist dann mein Flehn: gieb mir ein fröhlich Herz. Mel. Dir dank' ich für mein Leben. Mel. In dich hab' ich gehoffet. 535. Du follft in allen 536. Ich weiß, mein Gott, daß all mein Thun und Werk' in deinem Willen ruhn; von dir kommt Glück und Segen. Dein Rat führt uns zwar wunderbar, doch stets auf guten Wegen. 2. Es steht in feines Menschen Macht, daß das gescheh, was er bedacht, und sich des Fortgangs freue; des Höchsten Rat, der macht's allein, daß Menschenrat gedeihe. Sachen mit Gott den Anfang machen; so fordert's deine Pflicht. Wem hast du Dank zu geben für alles Heil und Leben? Nur ihm; von dir entspringt es nicht. 2. Der Mensch mit seinem Dichten weiß wenig auszurich. ten, was gut zu heißen sei. Was will dein eitles Sinnen, du armer Staub, beginnen, steht dir nicht Gottes Hülfe bei? 3. Drum sei nicht zu verwegen auf des Berufes Wegen und such nicht eignen Ruhm. Dir sollst du nicht vertrauen, auf deine Kraft nicht bauen; sie ist ja nicht dein Eigentum. 4. Klopf an die Himmels pforten mit starken Glaubensworten; da bitte Kraft dir aus, daher wird Segen fließen und reichlich sich ergießen auf dich und auf dein ganzes Haus. 3. Oft denkt der Mensch in seinem Mut, dies oder jenes sei ihm gut, und ist doch weit gefehlet; oft sieht er auch für schädlich an, was Gott doch selbst erwählet. 4. So fängt auch oft ein weiser Mann ein gutes Werk mit Freuden an und bringt's doch nicht zu Stande. Er meint, er bau' ein festes Haus, und baut es nur im Sande. 5. Wie mancher ist in seinem Sinn schon über Berg und J Frommer Fleiß. Klippen hin. Doch eh er sich's versiehet, liegt er danieder, und seinFuß hat sich umsonst bemühet. 6. Drum gieb mir Weisheit aus der Höh, o Vater, daß ich nicht besteh' auf meinem Eigen willen. Sei du mein Freund und treuer Rat, was recht ist, zu erfüllen. 7. Regiere mich, und was mir gut, das gieb mir ein; was Fleisch und Blut erwählet, das verwehre. Mein höchstes Ziel, mein bestes Teil sei deine Lieb' und Ehre. 8. Ist's Werk von dir, so gieb mir Glück; ist's Menschenthun, so treib's zurück und ändre mein Beginnen. Was du nicht wirkest, pflegt von selbst in kurzem zu zerrinnen. mir deine Hände, so kommt, was angefangen ist, gewiß zum guten Ende. 385 10. Ist auch der Anfang etwas schwer, und muß ich gleich ins tiefe Meer der bittern Sorgen gehen, so lehre mich, ohn Unterlaß zu seufzen und zu flehen. 11. Wer fleißig betet, dir vertraut, wird alle Not, vor der ihm graut, mit tapferm Mut bezwingen, und bei der schwersten Sorgenlaft wird er das Ziel erringen. 12. Der Weg zum Guten ist zwar wild, mit vielen Dornen angefüllt; doch wer ihn mutig gehet, wird endlich, Herr, durch deinen Geist zu Freud' und Wonn' erhöhet. 9. Tritt du zu mir und mache leicht das, was mir sonst unMel. Dies sind die heilgen zehn. möglich däucht. Reichst du 537. Das walte Gott, 13. Du bist mein Vater, ich dein Kind; was ich bei mir nicht hab' und find, hast du zu voller Gnüge. So hilf nun, daß ich meinen Stand wohl halt' und herrlich siege. 14. Dein soll sein aller Ruhm und Ehr; ich will dein Thun je mehr und mehr aus hocherfreuter Seelen vor deinem Volk und aller Welt, so lang ich leb, erzählen. der helfen kann! Mit Gott fang' ich die Arbeit an; mit Gott allein geht's glücklich fort. Drum ist auch dies mein erstes Wort: Das walte Gott! 2. All mein Beginnen, Thun und Werk erfordert Kraft von Gott und Stärk. Ihn sucht mein Herz zu jeder Stund; drum spricht mit Freuden auch mein Mund: Das walte Gott! 17 386 Das christliche Leben. 3. Wenn Gott nicht hilft, so kann ich nichts; wo Gott nicht Mel. Wo Gott zum Haus nicht. giebet, da gebricht's. Gott giebt 538. Gott, deſſen Hand und thut mir alles Guts; drum sprech' ich auch getroften Muts: Das walte Gott! 4. Will Gott mir etwas geben hier, so will ich dankbar sein dafür; auf sein Wort werf' ich aus mein Neß und sag' in meiner Arbeit stets: Das walte Gott! 5. Der Arbeit Anfang, Mitt' und End stell' ich allein in Gottes Händ. Er gebe, was mir nüglich ist; drum sprech' ich auch zu jeder Frist: Das walte Gott! 6. Trifft mich ein Unglück, unverzagt! ist doch mein Werk mit Gott gewagt. Er steht den Seinen gnädig bei; drum dies auch meine Losung sei: Das walte Gott! 7. Beschenkt mich Gott aus Gütigkeit, so acht' ich feiner Feinde Neid. Mag haffen, wer's nicht lassen kann; ich stimme doch mit Freuden an: Das walteGott! 8. Thu' ich mein Werk mit Gottes Rat, der meine Hülf' ist früh und spat, dann alles wohl geraten muß. Drum sprech' ich nochmals zum Beschluß: Das walte Gott! die Welt ernährt und jeglichem sein Teil gewährt, laß deinen Segen auf mir ruhn und mich mein Werk mit Freuden thun. 2. Hilf, daß ich stets in dieser Welt so lebe, wie es dir gefällt; mich von der Sünde zu befrein, laß meine erste Sorge sein. d 3. Steht's erst mit meiner Seele wohl, dann lehre mich auch, wie ich soll auf meines Leibes Wohlergehn mit wahrer Christenweisheit sehn. 4. Dich ruf' ich an: Verlaß mich nicht! du weißt ja wohl, was mir gebricht. Was du willst geben, gieb du mir und dann Zufriedenheit mit dir! 5. Mit Beten geh' ich an mein Werk; gieb du dem Leibe Kraft und Stärk! Ich streck die Hand mit Freuden aus; komm du mit Segen in mein Haus! 6. Versüße mir den sauren Schweiß und hilf, daß ich mit allem Fleiß das thu, was meines Amtes ist; ich weiß, daß du mein Helfer biſt. 7. Du machst die dürren Berge naß; du kleidest Blumen, Laub und Gras; du speisest alle Frommer Fleiß. 387 Vögelein, sollt' ich denn ohne tert Gram und Kummer und Segen sein? lindert oft den herbsten Schmerz. 3. Er hilft den Hang besiegen zu sündlichem Vergnügen. Was mehr, was stets erfreut Unfren Wohlfahrt schüßen, der Welt und Nachwelt nüßen der das ist das Glück der Thätigkeit. 4. Nie laß uns, Gott, auf Erden im Guten träge werden; du gabft der Kraft uns viel. Dich, unsern Herrn, zu ehren und Menschenglück zu mehren, sei immer unser höchstes Ziel. 8. Ach daß wir unser lebenlang nur wüßten weise, dir zum Dank, mit deinen Gaben um zugehn, so würd' es wohl im Hause stehn. 9. Nun, treuer Gott, erhöre mich, mein Auge fiehet nur auf dich. Hilf, daß ich sorge, wie ich soll; ja, sorge du, so geht mir's wohl. Mel. Dir dank' ich für mein Leben. 539. 3um Fleiße ward das Leben vom Schöpfer uns gegeben und nicht zu träger Ruh. Wie Fruchtbarkeit dem Regen, so folgt dem Fleiße Segen; er strömt uns Glück und Freuden zu. 2. Er mehrt des Leibes Stärke, übt fromme Liebeswerke, giebt uns ein frohes Herz; er schafft uns süßen Schlummer, erleich 12. Strenge Gewissenhaftigkeit in Wort und That. gefichte wird der Gleißner stets zu nichte; denn vor dir sind immerdar alle Herzen offenbar. Mel. Jesu, der du meine Seele. 540. Laß, o Heiliger, mich 5. Wenn andre troftlos klagen, dann werden wir nicht zagen und keinen Tag bereun. Wenn Träge trauern müssen, dann spricht ein gut Gewissen uns Mut und frohe Hoffnung ein. 6. Des treuen Fleißes Saaten laß, Vater, wohl geraten und reich in Garben stehn; hilf, Menschen zu erfreuen, auch Undank uns nicht scheuen und auf des Himmels Ernte sehn. ftreben, stets der Wahrheit Freund zu sein. Zu des Him. mels selgem Leben gehen keine Lügner ein. Ja, vor deinem An2. Daß du, Herr, an jedem Orte Zeuge meines Wandels bist, daß kein einzges meiner 17* 388 Das christliche Leben. Worte deinem Ohr verborgen ist, dies erwecke mein Gemüte, daß ich mich vor Lügen hüte. Redlich sei des Herzens Grund, redlich sprech' auch stets der Mund. Mel. Ich dank dir, lieber Herre. 541. Wohl dem, der dem, der richtig wandelt, der als der Wahrheit Freund in Wort und Werken handelt und das ist, was er scheint; der Recht und Treue liebet und von dem Sinn der Welt, die Trug und Falsch heit übet fich unbefleckt erhält. 2. Wohl ihm, daß sein Gemüte auf Treu und Glauben hält. Ihn führet Gottes Güte mit Ehren durch die Welt. Einft wird ihn Gott erhöhen, wenn in der Wahrheit Licht beschämt die Falschen stehen, entdeckt durch sein Gericht. sinn mich verleiten und nie des Beispiels Macht, als Wahrheit zu verbreiten, was ich selbst ausgedacht. 4. Laß niemals mich versprechen, was ich nicht halten kann, und nie die Zusag brechen, die ich einmal gethan; nie Leicht 5. Doch laß zu allen Zeiten auch deiner Weisheit Licht, Herr, meine Seele leiten, damit ich meine Pflicht mit Klugheit üb' und wisse, wann ich für andrer Wohl und für mich reden müsse, und wann ich schweigen soll. 6. Wenn jemals, mich zu drücken, des Feindes Rat gelingt; wenn er mit bösen Tücken in Kümmernis mich bringt, so stärke meine Seele, daß ich nicht unterlieg' und alles dir befehle; du giebst der Unschuld Sieg. 7. Ein Herz voll Treu' und Glauben, das Trug und Falsch. heit scheut, soll kein Gewinn mir rauben, der sich mir an erbeut. Hier darf getroft ich sehen auf dich; dort reichst du mir, wo Falsche nicht bestehen, der Treue Lohn dafür. 3. Herr, laß alles Lügen doch ferne von mir sein. Nie laß die Lippen trügen, nie sei die Tugend Schein. Erinnre mein Gewissen, du hasfest Heuchelei, Mel. Ewigkeit, du Donnerwort. damit ich stets befliſſen der Treu' 542. Gott, der du Herzensund Wahrheit ſei. kenner bist, Herr, dem die Falschheit Gräuel ist und jede Lüg Verbrechen, kein Wort spricht Allje ein falscher Mund wissender, dir ist es kund; du, 11 Gewissenhaftigkeit in Wort und That. Heilger, wirst es rächen. Laß jederzeit mein ja und nein, wie's Christen ziemt, aufrichtig sein. 2. Gott, wenn ich schwörend vor dir steh, dir feierlich ins Antlitz seh, die Hand gen Him. mel hebe; wenn ich dich Mel. Jesu, der du meine Seele. selbst zum Zeugen ruf, zum Rächer 543. Aller meiner Brüder dich, der mich erschuf, durch den ich bin und lebe, dann sei von Trug und Heuchelei mein Herz und meine Zunge frei. 3. Ach, wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein Heiland ist, dein Himmel nicht mein Erbe; wenn bei den Leiden dieser Zeit dein Troft nicht mehr mein Herz erfreut, dein Troft nicht, wenn ich sterbe welch Elend, welche Höllenpein, dann besser, nie geboren sein. - 389 4. Nein, Ehre nicht, nicht Gut und Geld, kein Fürstentum und keine Welt soll mich so weit verführen. Und drohte mir das schwerste Leid, will ich doch Gott und Seligkeit mutwillig nicht verlieren. Wie klein mein Glück auch immer sei; nur rein das Herz, und Gott dabei. 5. Du, der du selbst die Wahrheit bist, Gott, dessen Wort untrüglich ist, du hast auch mir geschworen. So wahr du Gott teures ich bist, sagst du zu - o Wort, der Seelen Ruh soll nicht sein verloren. Herr, heilig sei mir Bund und Eid; dann find' ich einst Barmherzigkeit. Rechte sollen, Gott, mir heilig sein. Wenn ich sie zu kränken dächte, ihres Kummers mich zu freun, über sie mich zu erheben oder mir allein zu leben, welchen Zorn verdient' ich nicht, welch ein schreckliches Gericht. 2. Könnt' ich, taub bei ihren Klagen, ihnen das aus Eigensinn oder Neid und Geiz versagen, was ich ihnen schuldig bin; könnt' ich ohne Treu und Glauben andern ihren Segen rauben; welchen Zorn verdient' ich nicht, welch ein schreckliches Gericht. 3. Jedes Unrecht will ich haffen, will gerecht sein, kein Tyrann, jedem geben, jedem lassen, was er hat und fordern kann. Lieber will ich Unrecht leiden als begehn; ich will mit Freuden lieber niedrig sein und bloß, als durch Unrecht reich und groß. 4. Sollt' ich, giebst du mir mehr Segen als wohl andern, 390 ind Das chriftliche Leben.ias@ mehr Gewinn, ihnen ungerecht begegnen, weil ich reich und mächtig bin? darum, weil so oft Verbrecher, ohne Furcht vor dir, dem Rächer, fest noch stehn wie ein Ballaft obgleich alle Welt sie haßt? 5. Eines Unterdrückten Thrä. nen, o wie furchtbar sind nicht die. Eh es Ungerechte wäh nen, treffen deine Pfeile fie. Und wenn du nicht eilen solltest, wenn du, Richter, säumen wolltest, harrt denn mein am Grabe nicht ein noch schrecklicher Gericht? 6. Nein, ich will gerecht und billig selbst auch gegen Feinde sein; keinen drücken, lieber willig jedem, der mich fränkt, verzeihn. Hab' ich macht, ich will sie nüßen, die Bedrängten zu beschützen; eilen, wo Verlaßne flehn, ihnen liebreich beizustehn. 7. Sichern will ich meine Rechte, aber fanft und mit Ge duld. Wir sind alle deine Knechte, und wie groß ist deine Huld. Du vergiebst so viele Schulden; sollt' ich denn fein Unrecht dulden, nicht gelind sein, mich nicht freun, wie mein Vater, zu verzeihn? 8. Ungerecht will ich nie handeln, immer billig; ich will gern schonen, dulden und doch wandeln froh die Wege meines Herrn. Er, der Richter aller Welten, wird mein schonen, mir vergelten, wenn er mich vollendet hat, was ich meinen Brüdern that. Mel. Schwing dich auf zu deinem. 544. 544. Herr, ich schwör's mit Herz und Mund: redlich will ich wandeln; ich will halten deinen Bund, will rechtschaffen handeln, fern von Trug und Schmeichelei, Recht und Wahrheit üben, keinen je durch Heuchelei täuschen und betrüben. 2. Redlichkeit ist Christenpflicht; ihr bleib' ich ergeben. Redlich, bis mein Auge bricht, will ich allzeit leben; redlich, wenn die Welt mich sieht, redlich ohne Zeugen. Kann, was sich dem Tag entzieht, Gott die Nacht verschweigen? 3. Finsternis ist ihm wie Licht, Mitternacht wie Morgen. Oft bin ich der Welt, doch nicht meinem Gott verborgen. Was ich denk' und thue, sieht er im hellsten Lichte, und kein Lügen. geift entflieht seinem Straf gerichte. 4. Gott, mein Vater, Geld und Gut kann ich leicht ver. schmerzen; aber einen heitern Mut, Freudigkeit im Herzen, 391 nicht dein Glück. O flieh des Lasters Bande, du kommst sonst nie zurück, 4. Kommst nie zurück zum Frieden, es folgt dir Gram und Not. Von Gott bist du geschieden, dein Leben wird ein Tod. Kaum ist die That geschehen, verläßt dich jede Luft; mit Schauder, Angst und Wehen schlägst du umsonst die Brust. 5. Es glüht, es nagt im Herzen; es droht, es flagt dich an. Mit ewig neuen Schmerzen Mel. Herzlich thut mich verlangen. 545. Du trittst vor Gott, fühlst du, was du gethan. O laß dich warnen, wecken; stehst du noch, wanke nicht. O schaudre, hör mit Schrecken: Ich komme zum Gericht!" Gewissenhaftigkeit in Wort und That. Redlichkeit in Wort und That und ein gut Gewissen, das nur laß auf meinem Pfad nimmer mich vermissen. 5. Hilf mir redlich sein, bis ich einst vollendet habe. Gute Menschen ehren mich dann auch noch im Grabe. Ging ich treu und standhaft hier auf der Wahrheit Wegen, führt der Tod mich hin zu dir, und mir folgt dein Segen. zu schwören; er sieht, er kennet dich. Denkst du, er wird nicht hören, sich kümmern nicht um dich? O Thor, vernimm's und bebe. Des Ewgen Stimme spricht: ,, So wahr ich bin und Mel. Ach was soll ich Sünder. lebe, ich komme zum Gericht!" 546. Wer geht froh durchs 2. ,, Der Unschuld Jammer. thränen und des Verlaffnen Schrein, des Frommen heißes Sehnen, es dringt zu mir herein. Ich will die Unschuld rächen; des Frevlers acht' ich nicht. Mein Arm soll den zerbrechen, der Treu und Glauben bricht." Erdenleben an der Liebe treuen Hand? Der in Chrifto Frieden fand, der sich ganz ihm hat ergeben. Stets sein Eigentum zu sein, hält er sein Gewissen rein. 3. Vor Gott kann nie bestehen, wer Trug und Falschheit liebt; vor Angst muß dort vergehen, wer Unrecht hier geübt. O flieh des Meineids Schande, zerstöre 2. Mag dich auch die Welt verhöhnen spricht dich dein Gewissen frei, bleibst du deinem Herrn getreu, o dann wird er dich auch frönen; er wird dein Vertreter sein. Halte dein Gewissen rein! 392 Das chriftliche Leben. 3. Mußt du kaufen und verkaufen, gieb den Frieden drum nicht hin. Was ist aller Welt Gewinn? Erde sind die Goldes haufen. Kauf die eine Perle ein; halte dein Gewissen rein! 4. Redlich geh auf Gottes Wegen. Unrecht Gut gedeihet nicht; falsches Maß und falsch Gewicht rauben dir nur Gottes Segen. Strebe reich in Gott zu sein; halte dein Gewissen rein! 5. Deines Hauses Schmuck sei Friede; die dir dienen, liebe du, gönne ihnen Sabbathsruh. Sie zu bilden, sei nicht müde, daß sie dort noch Dank dir weihn; halte dein Gewissen rein! 6. Hast du dich zum Dienst verpflichtet, dien dem Hause als dem Herrn. Diene redlich, treu und gern; Gott belohnet, Chriftus richtet. Haffe allen Heuchelschein; halte dein Gewissen rein! 7. Prüfe dich, wenn du sollst schwören, daß des Meineids Frevel nicht dich verklagen im Gericht. Laß die Lust dich nicht bethören; Gott wird schneller Zeuge sein. Halte dein Gewissen rein! Mel. Herr Jesu Christ, du höchstes. 547. Ach Jesu, gieb mir sanften Mut, nach deinem Wort zu leben. Ich bin ein Mensch von Fleisch und Blut und sollte mich erheben zu stolzer Rach' und bösem Zorn? Wie könnte doch ein guter Born wohl bitter Wasser geben? 8. Stürmt es auch in Ungewittern; sinket Not auf dich herab; öffnet sich dir auch das Grab, dennoch wirst du nimmer zittern; Gott wird dir ein Helfer sein, hältst du dein Gewissen rein. 9. Wohl dem Christen, der im Leben Gottes Ruf im Herzen ehrt. Chriftus, der sich ihm verklärt, wird ihm Troft im Tode geben. Halte dein Ge wissen rein, dann gehst du zum Himmel ein! 13. Aufrichtige und thätige Nächstenliebe. 2. Ein Vater hat uns ja gemacht zu seines Hauses Kindern; es hat ein Herr das Heil gebracht uns sonst verlornen Sündern; ein guter Geist uns auch regiert und uns zu einem Erbe führt, wenn wir's nur nicht verhindern. 3. Wie kann ich doch als Gottes Kind den schwachen Aufrichtige und thätige Nächstenliebe. Bruder hassen, da mir so große gieb uns sanften Mut und Schulden sind von meinem Gott erlassen? Soll nicht mein Herz auch sein bereit, in rechter Lieb' und Einigkeit den Bruder zu umfaffen? hilf durch deiner Gnade Gut den Eigenwillen brechen. 4. Komm, Bruder, komm, reich her die Hand. Wir wollen uns versöhnen und uns von dem, was uns entbrannt, von Stolz und Neid entwöhnen. Verzeihn hält zwar die Welt für Schmach; doch wir, wir folgen Jesu nach. Mag doch die Welt uns höhnen. 5. Wir tragen ein gleich sanftes Joch, die wir uns Chriften nennen; wie dürften sich die Glieder doch an einem Leibe trennen? An rechter Lieb' und Freundlichkeit kann man den Christen allezeit als Gottes Kind erkennen. 6. Wir haben alle Gottes Gnad' in einem Herrn zu finden; ein gnadenreiches Wasserbad macht lauter uns von Sünden; uns alle nährt ein Kelch, ein Brot, wie sollte nicht in Freud' und Not uns all ein Herz verbinden? 393 Mel. Wend' ab deinen Zorn, lieber. 548. Hilf, Gott, daß ich den Nächsten redlich liebe, durch lieblos Richten nimmer ihn betrübe, ihn nicht verleumde, noch durch falsche Ränke sein Wohlsein kränke. 2. Gieb, Herr, daß ich, der ich selbst täglich fehle, mit Nachficht seine Fehler gern verhehle und, wenn er fällt, auf mich, der ich noch stehe, mit Vorsicht sehe. 3. Hilf, daß ich flüglich ihn zu beffern trachte und seiner Seele Wohlfahrt teuer achte. Hat doch für ihn, o Gott, dein Sohn sein Leben dahingegeben. 4. Aufrichtig laß mich schätzen alle Gaben, die andre deiner Huld zu danken haben; mein Herz bewahre sich bei ihrer Freude vor allem Neide. 5. An Lieb' und Güte laß mich dir auf Erden stets ähnlicher, mein Gott und Heiland, werden; und gieb, damit ich willig mich drin übe, selbst Kraft und Triebe. odp Mel. Lasset uns den Herren preisen. 7. Dort stehn wir auch vor einem Herrn; der wird es an uns rächen, wenn wir, vom Sinn der Liebe fern, zum Bruder 549. Unter allen großen Racha! sprechen. Drum, Jesu, Gütern, die uns Christus zu 17** 394 sdn Das chriftliche Leben.bhalt geteilt, ist die Lieb' in den Gemütern Himmelsbalsam, der sie heilt; ist ein Stern, der herrlich strahlet, und ein Kleinod, dessen Preis niemand auszusprechen weiß, weil kein Gold es je bezahlet; ist die Macht, die jedermann zwingen und erfreuen kann. 2. Liebe kann uns alles geben, was auf ewig nüßt und ziert; sie kann unsre Seel' erheben; fie ist's, die uns aufwärts führt. Menschen oder Engelzungen, welche Kraft sie auch beseelt, wenn dabei die Liebe fehlt, find noch nie ins Herz gedrungen; nur ein Erz- und Schellenklang ist ihr flüchtiger Gesang. ist von Liebe leer mein Herz, würd' es mir nichts nügen kön. nen. Nur der Liebe reine That ist der wahren Freuden Saat. 5. Glaube, Hoffnung, Liebe leiten uns durch diesen Pilgerstand, ihre Kraft wird uns begleiten bis ans wahre Vaterland; doch der Liebe weite Grenzen reichen in die Ewigkeit; alle, die sich ihr geweiht, werden unaufhörlich glänzen. Glaub' und Hoffnung bleiben hier, Liebe währet für und für. 6. du Geist der reinen Liebe, Geist von Gott, nimm bin mein Herz, laß mich spüren deine Triebe, leite mich in Freud' und Schmerz; laß mich kräftig widerstreben allem, was nicht gut es meint mit dem Freunde, mit dem Feind und mich reizt, nur mir zu leben. Lenke meinen ganzen Sinn, Geist der Lieb, zur Liebe hin. 3. Was ich von der Weisheit höre und von tiefer Wissen schaft, die geheimnisvolle Lehre und des Glaubens Wunderkraft, mächtig, Berge zu versehen, was auch sonst des Preises wert, und was alle Welt verehrt alles ist für nichts zu schätzen, Mel. Herr Jesu Christ, meins 2. wenn sich nicht dabei der Geift. 550. Nur Liebe, rein von der die Liebe wirkt, beweist. 4. Gäb' ich alle meine Habe für die Armen freudig hin, opfert' ich mich selbst dem Grabe meinem Nächsten zum Gewinn, ließ' ich meinen Leib gleich brennen und ertrüge jeden Schmerz, Heuchelei, macht fund, wer neu geboren sei. Sie zeugt von wahrem Christentum; sie ist des Menschen höchster Ruhm. 2. Gott ist die Liebe, und sein Kind ist liebevoll gleich > Aufrichtige und thätige Nächstenliebe. ihm gesinnt. Wer ohne Lieb' ift, fennt nicht Gott, ist noch in seinen Sünden tot. Mel. Vater unser im Himmelreich. 551. Menschenfreund, D Herr Jesu Christ, der du die Liebe selber bist und nichts von Haß und Zorne weißt, der du die Sanftmut selber heißt, du rufest durch dein Wort uns zu, wir sollen liebreich sein wie du. 2. Liebt, sprichst du, liebt, wie ich geliebt, die Feinde, welche euch betrübt. Wünscht keinem Böses, fluchet nie; wenn andre fluchen, segnet sie. Seid duld. fam, freundlich, mild und gut, ertraget sie mit sanftem Mut. 5. Hat dich dein Gott nicht ftets geliebt, Gott, welchen du so oft betrübt? Gleichwohl vergißt er Zorn und Rach; o folge Herzen Zorn und Grimm, der diesem Beispiel nach. 3. Ach, gieb mir Freundlich, keit und nimm aus meinem alle Liebe unterdrückt und alle Glaubensfrucht erstickt. Ver. treibe du durch deine Huld aus meinem Geist die Ungeduld. 3. Kannst du des Nächsten Elend sehn und ungerührt vor. übergehn, so steht's um deinen Glauben schlecht, so ist dein Christentum nicht echt. 4. O sprich nur nicht: Er ist mein Feind; wie kann man sein des Feindes Freund? Der Feind bleibt ja dein Fleisch und Blut; thu, was der Samariter thut. 6. Ein Heide liebt den, der ihn liebt; er giebt dem wieder, der ihm giebt. So schränket sich der Christ nicht ein; auch Feinden wird er gütig sein. 7. Nun, Gott, der du die Liebe bist, gieb, daß ich als ein wahrer Christ nach deinem Bei spiel liebreich sei, aufrichtig, ohne Heuchelei. 395 8. Dann nimm mich nach vollbrachtem Lauf in jenes Reich des Friedens auf, wo dich und jeden Menschenfreund die Lieb' aufs innigste vereint. 4. Gott schenkt, ob wir auch böse sein, uns dennoch seinen Sonnenschein; so laß auch mei. nen Segen ruhn auf denen, die mir Böses thun, und schreib mir tief in Herz und Sinn, wie huldreich ich versöhnet bin. 5. Gieb, daß ich immer hülf. reich sei, selbst Feinde, wo ich kann, erfreu. Gieb Langmut, die ertragen kann, was sie mir zum Verdruß gethan, die auch 396 doll Das chriftliche Leben.!! ben, und für Feinde floß sein Blut. Allen sollt' sein Tod er. werben jenes Lebens höchstes Gut. 4. Jesu, treuster Freund, vereine deine dir geweihte Schar, daß sie's so von Herzen meine, wie's dein letzter Wille war. Jeder reize ftets den andern, rienhelfe gern mit Rat und That, dir, o Heiland, nachzuwandern auf der Liebe selgem Pfad. 5. Du, der seiner Schar geboten, daß sie Liebe üben soll, mehre sie, weck' auf die Toten, mach die Trägen geistesvoll. Laß uns so vereinigt werden, wie du mit dem Vater bist, so daß auf der ganzen Erden kein getrenntes Glied mehr ist. 6. So wird dein Gebet erhöret; durch den Sohn find alle frei, und die Welt wird recht belehret, wie dein Reich so selig fei. Preis dem Vater aller Geister, der in dir der Welt erschien; Preis dir, unserm Herrn und Meister! alle willst du zu dir ziehn. der Sünden Menge deckt, durch Liebe Gegenlieb' erweckt. 6. Du, der du selbst die Her zen lenkst und Wollen und Vollbringen schenkst, o Vater, der du gnädig bist, o Fürst der Liebe, Jesu Chrift, o Geist des Friedens, höre mich; ich will dir's danken ewiglich. allel Mel. O Durchbrecher aller Bande. 552. Herz und Herz ver. eint zusammen, Christen flieht an Gottes Herz; lohnt mit reiner Liebe Flammen eures Heilands Lieb' und Schmerz. Er das Haupt, wir seine Glieder; er das Licht, wir deffen Schein; er der Meister, wir die Brüder; er ist unser, wir find sein. 2. Kommt, des Gottesreiches Kinder, und befestigt euren Bund; schwöret Treu dem Überwinder allesammt aus Herzens. grund. Und wenn noch dem Kreis der Liebe Festigkeit und Stärke fehlt, fleht, bis durch des Geistes Triebe er des Bundes Kette stählt. Mel. Wohl dem, der besfre Schätze. 3. Solche Liebe nur genüget, 553. So jemand spricht: wie in seinem Herzen wohnt, die dem Kreuz sich willig füget, die auch nicht das Leben schont. So wollt' er für Sünder sterIch liebe Gott, und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott und reißt sie ganz danieder. Gott Aufrichtige und thätige Nächstenliebe. ist die Lieb' und will, daß ich den Nächsten liebe gleich als mich. 2. Wir haben einen Gott und Herrn, sind eines Leibes Mel. Herzlich thut mich verlangen. Glieder. Drum diene deinem 554. Nie will ich wieder Nächsten gern, denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich; mein Nächster ist sein Werk, wie ich. 3. Ein Heil ist unser aller Gut. Ich sollte Brüder haffen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch erkaufen lassen? daß Gott mich schuf und mich verfühnt, hab' ich dies mehr, als sie verdient? 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du, Herr von meinen Tagen; ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeihn, dem du vergiebst, und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen hier gethan, dem kleinsten auch von diesen, das siehst du, mein Erlöser, an, als hätt' ich's dir erwiesen. Und ich, ich sollt' ein Mensch noch sein und dich in Brüdern nicht erfreun? 397 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihm flehen. Drum gieb mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist. fluchen, wenn mir mein Hasser flucht; nie dem zu schaden suchen, der mir zu schaden sucht. Ich will ihm sanft begegnen, nicht drohen, wenn er droht; schilt er, so will ich segnen, dies ist des Herrn Gebot. 2. Mein Jesus, der Gerechte, vergalt die Schmach mit Huld; die Wut ergrimmter Knechte ertrug er mit Geduld. Sollt' ich denn wieder schelten, da er nicht wieder schalt? mit Liebe nicht vergelten, wie er dem Feind vergalt? 3. Verleumdung dulden müs. sen, ist schwer; doch diese Pflicht wird leicht, wenn das Gewissen für meine Unschuld spricht. Die will ich treu bewahren; so bessert mich mein Feind und lehrt mich flug verfahren, indem er's böse meint. 4. Ich will die Fehler scheuen, die er von mir ersann; auch die will ich bereuen, die er nicht wissen kann. Durch Huld will ich mich rächen, an ihm das Gute sehn und Gutes von ihm sprechen; wie fönnt' er länger schmähn? 398 Das christliche Leben. 5. Ich will niemals ermüden, ihm thätig zu verzeihn, und als ein Chrift zum Frieden, zu Diensten willig sein. Wenn, mich zu untertreten, ihn Güte mehr erhitzt, so will ich für ihn beten und Gott vertraun, Gott schützt! Mel. Kommt her zu mir, spricht. 555. Gerechter Gerechter Gott, lak deinen Geist zu dem, was recht und billig heißt, stets meine Seele lenken. Nie reiße Habbegier mich hin, nie Stolz und Troß und Eigensinn, ein redlich Herz zu tränken. 2. Kein Bruder seufze über mich; es freue meine Seele sich, dem Nächsten mehr zu geben, als er mit Recht verlangen kann, und nachsichtsvoll mit jeder mann in Einigkeit zu leben. 3. Auf dich, mein Gott, laß ftets mich sehn, so mit dem Nächsten umzugehn, wie ich's von ihm begehre, damit ich feines Menschen Herz durch rauhe Härte je mit Schmerz und Kümmernis beschwere. 4. Herr, mit dem Maß, womit ich hier den Brüdern meffe, wirst du mir dereinst auch wieder messen. Dies reize mich zur Billigkeit und lasse mich zu keiner Zeit der Liebe Pflicht vergessen. Mel. O Welt, ich muß dich. 556. 556. Du, aller Menschen Vater, du gütigster Berater in allem, was uns drückt, die Freuden, die wir haben, sind einzig deine Gaben; du bist's, der unser Herz erquickt. 2. Du läßt dich von uns Sündern durch Undank nicht verhindern, uns segnend zu erfreun; zu ewgen Seligkeiten uns Sterbliche zu leiten, ist Weisheit, Macht und Güte dein. 3. Wie groß ist deine Milde, barmherzger Vater, bilde mein Herz nach deinem Sinn; daß ich der Not der Armen mich willig mög' erbarmen, nimm alle Härte von mir hin. 4. Gieb, daß ich willig gebe, mich wohlzuthun bestrebe so, wie mein Heiland that, der zärtliche Erbarmer, den kein bedrängter Armer vergebens je um Hülfe bat. 5. Erhalt' in mir die Triebe der mitleidsvollen Liebe. Wie du mir Guts gethan, so laß um deinetwillen mich andrer Seufzer stillen, so oft ich sie nur stillen fann. 6. Zum Fleiß in guten Werken laß mich die Hoffnung ſtärken, Aufrichtige und thätige Nächstenliebe. vor dir, dem Herrn der Welt, der frohe Geber liebet, fei, was man willig giebet, ein Opfer, das dir wohlgefällt. 7. O wohl mir, ich gewinne schon hier bei diesem Sinne Troft und Zufriedenheit und einst vor Gottes Throne zum unschäßbaren Lohne die Freuden einer Ewigkeit. Mel. An Wasserflüssen Babylon. 557. Der du die Liebe selber bist und gern die Menschen fegneft, ja selbft dem, der dein Feind noch ist, mit Freundlich feit begegneſt, o bilde meinen Sinn nach dir und laß mich doch, mein Heiland, hier, wie du gewandelt, wandeln. Die können keine Christen sein, die sich nicht andrer Wohlfahrt freun, nicht menschenfreundlich handeln. 399 3. Auch jetzt noch, auf der Himmel Thron, bist du das Heil der Sünder; auch da bleibst du, o Gottes Sohn, ein Freund der Menschenkinder. Du schaffft den Deinen wahre Ruh, und die Verirrten sucheft du auf rechten Weg zu leiten; du hörst der Seufzenden Gebet und braucheft deine Majestät, nur Segen auszubreiten. 4. O laß in meiner Pilgrimschaft mich auf dein Vorbild sehen; erfülle mich mit Luft und Kraft, dem Nächsten beizustehen, betrübter Herzen Troft zu sein, mich mit den Fröhlichen zu freun, mit Weinenden zu klagen und dem, der mir sein Herz vertraut, die Redlichkeit, auf die er baut, nicht treulos zu versagen. 5. Laß mich mit brüderlicher Huld des Nächsten Fehler decken, durch Sanftmut, Mitleid und Geduld zur Bessrung ihn erwecken; und sündiget er gegen mich, so freue meine Seele sich, ihm willig zu vergeben. Also werd' ich dich, Jesu Chrift, der du die Liebe selber bist, aufs würdigste erheben. 2. Dein Leben in der Sterblichkeit war für die Menschen Segen; dir folgten Lieb' und Freundlichkeit auf allen deinen Wegen. Wohin du gingst, ging Wohlthun mit; dein Wort, dein Werk und jeden Schritt be gleitete Erbarmen; du übernahmst die schwerste Pein, uns Mel. O Gott, du frommer Gott. vom Verderben zu befrein, und 558. Gieb mir, o Gott, starbst zum Heil uns Armen. ein Herz, das jeden Menschen 400 Das christliche Leben. liebet, bei seinem Wohl sich freut, bei seiner Not betrübet; ein Herz, das Eigennuß und Neid und Härte flieht und sich um andrer Glück wie um sein eignes müht. 2. Seh' ich den Dürftigen, so laß mich gütig eilen, von dem, was du mir giebst, ihm hülfreich mitzuteilen; nicht aus dem eitlen Trieb, groß vor der Welt zu sein und mich verehrt zu sehn, nein, Menschen zu erfreun. biar sliphs 3. Dies sei mein Gottesdienst, felbft unbemerkt von ihnen, den Brüdern, wo ich kann, mit Rat und That zu dienen. Mich treibe nicht erst Dank zu milder Wohlthat an; nein, was ich Brüdern thu, das sei dir, Gott, gethan. 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienst dem Durstigen begegnet; ein Blick voll Trost, mit dem mein Herz Bedrängte segnet; ein Rat, mit dem mein Mund im Kummer andre stärkt- nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Herr, unbemerkt. 5. Wenn je ein boshaft Herz sucht Zwietracht anzurichten, so laß mich sorgsam sein, der Brüder Zwist zu schlichten. Aus Schmähsucht störe nie mein Mund des Nächsten Ruh; er rühme sein Verdienst, deck seine Fehler zu. 6. Die Rach' ist dein, o Gott; du sprichst: Ich will vergelten! Drum laß mich stille sein, wenn Menschen auf mich schelten. Gieb, daß ich dem verzeih, der mir zu schaden sucht, den liebe, der mich haßt, den segne, der mir flucht. 7. Der Seelen Heil ist mehr, als leiblich Wohlergehen; drum laß beim nächsten auch mir's tief zu Herzen gehen. Was seinen Geift beglückt, das müff' auch mich erfreun, was ihm zur Bessrung dient, mir teur und wichtig sein. 8. Den, der im Glauben wankt, zu leiten und zu stärken; den, der noch sicher ist bei seinen bösen Werken, von der verkehr. ten Bahn des Lasters abzuziehn, dazu verleih mir Kraft und segne mein Bemühn. 9. O heilige du selbst, Herr, meiner Seele Triebe durch deine Lieb' und Furcht zu wahrer Menschenliebe. Wer nicht den Nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein. Laß diese Wahr. heit, Gott, mir stets vor Augen sein. Broll Aufrichtige und thätige Nächstenliebe. Mel. Herzliebster Jesu, was hast. 559. Herr, mein Erlöser, der du für mich litteft und noch zur Rechten Gottes für mich bitteft, erweck in mir, du Muster wahrer Liebe, der Sanftmut Triebe. 2. Wann haft du jemals Haß mit Haß vergolten? du schaltst nicht wieder, da man dich gescholten. Du segneteft mit Wohlthun nicht bloß Freunde, auch deine Feinde. 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen und doch von Rachgier gegen andre bren. nen? ich sollte jemals Haß mit Haß vergelten und wieder schelten? 4. Wie kann ich Vater! zu dem Höchften sagen und Groll im Herzen gegen Brüder tragen? wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeihen, und Rache schreien? 401 Luft der Rache mich strafbar mache. 7. Wenn meine Brüder sich an mir vergehen, so lehre mich ihrUnrecht übersehen und, sollten sie mich auch empfindlich kränken, an dich gedenken. 8. Erwecke dann, o Herr, in meinem Herzen aufs neue das Gedächtnis jener Schmerzen, die du in deinen schweren Leidensstunden für mich empfunden. 9. Laß mich mit Sanftmut meinem Feind begegnen und, so wie du, den, der mir fluchet, segnen. Herr, mache gegen alle, die mich haffen, mein Herz ge lassen. 10. Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, als würd' ich sonst mein ganzes Glück verlieren, o Herr, so laß mich, ihr zu widerstehen, auf dich dann sehen. 11. Du schüßeft den, der redlich vor dir wandelt und überall nach deinem Vorbild handelt; drum laß in allem mich schon hier auf Erden dir ähnlich werden. 5. Wer nicht vergiebt, der wird für seine Sünden auch nicht bei dir, o Herr, Vergebung finden. Dein Jünger ist nur, der, wie du, vergiebet und Feinde liebet. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 6. So heilige denn meiner 560. Allen, welche nicht Seele Triebe, mein Heiland, durch den Geist der wahren Liebe, daß nie die unglückselge vergeben, wirst du, Richter, nicht verzeihn; trostlos werden sie im Leben, trostlos einst im Tode adall Das christliche Leben.biju! sein, unentledigt ihrer Sünden, uns beten, laßt uns kämpfen, nimmer vor dir Gnade finden. alle Rach' in uns zu dämpfen. 2. Wie der Freund der Menschenkinder Böses nie vergolten hat, wie er für die 561. Herr, lehre du mich größten Sünder, selbst für seine Mörder bat, so soll auch der Chrift verzeihen und sich nicht der Rache freuen. deinen Willen mit Kindesfreude treu erfüllen; dein Will' ist lauter Seligkeit. An dir laß meine Seele hangen; sei du mein einziges Verlangen, du Freude mir, die nie gereut. 2. O Liebe, lehre du mich lieben, mit Schwergeprüften mich betrüben, mich jeder fremden Freude freun. Die Liebe ist der Menschheit Ehre. O Jesu Christe, lehre, lehre mein Herz dem deinen ähnlich sein. 3. Mein Herz, das oft fich sträubt und wendet, sich mit dem Schein der Liebe blendet und o wie oft noch haßt und dräut wer wird dies falte Herz entzünden? wer lehrt mich schnell und tief empfinden die Freuden der Versöhnlichkeit? 4. Du kenneft meiner Liebe Schwäche; sie schwebt nur auf der Oberfläche, und doch- das ganze Herz willst du. Die reinste Lieb' ist, Gott, dein Wille; o ströme mir aus deiner Fülle der Liebe Himmelsfreuden zu. 5. O Liebe, lehre mich mit Freuden das Beste thun, das 402 3. Wir geloben's dir mit Freuden: willig wollen wir verzeihn, nie uns rächen, wenn wir leiden, nie zu dir um Rache schrein; wollen vor dein Antlig treten und für unsre Feinde beten. 4. Vater, mach uns, deine Frommen, stark zu dieser schweren Pflicht. Wenn wir in Versuchung kommen, so besiege sie uns nicht. Laß sie uns gerüstet finden, laß uns schnell sie überwinden. 5. Mach in unserm ganzen Leben deinem Sohn uns gleich gesinnt, so stets willig zu vergeben allen, die uns schuldig find, wie wir dich bei unsern Sünden willig zum Vergeben finden. 6. Wohl uns, Gott verzeiht uns Sündern, zürnet mit uns Schwachen nicht, nimmt uns auf zu seinen Kindern, geht mit uns nicht ins Gericht. Laßt EF That Mel. Was sorgst du ängstlich für. - Aufrichtige und thätige Nächstenliebe. Schlimmste leiden und immer frohe Liebe sein. Ja, Liebe, du bist Gottes Leben, denn deine Seligkeit ist Geben und deine Freud' ist still erfreun. 6. O Jesu Christe, das Entzücken der Liebe quillt aus deinen Blicken, aus deinem Herzen Freundlichkeit. O daß mein Herz nur Liebe wäre. O Jesu Christe, lehre, lehre mich dei ner Liebe Seligkeit. Mel. Wohl mir, Jesus, meine Freude. 562. Wohlzuthun und mitzuteilen, Christen, das vergesset nicht. Mitleidsvoll und willig eilen, Armen beizustehn, ist Pflicht, süße Pflicht, die Jesus lehret; Gott selbst wird durch sie geehret. 2. Speiset die, die Hunger leiden, und die Durstigen er quickt; eilt, die Nackenden zu kleiden; tröstet die, die Kum mer drückt; Schwache sucht zu unterstützen, Unterdrückte zu beschützen. 3. Nicht nur die liebt, die euch lieben; rettet nicht nur, die euch flehn. Allen eilt, von Gott getrieben, nach Vermögen bei. zustehn; suchet auf, die ftill sich grämen, Hülfe zu erflehn sich schämen. hi 403 4. O wie lohnt's mit sanften Freuden, der Verlaßnen Helfer sein, sehn, wie sie in ihren Leiden sich, durch uns gestärkt, erfreun. Ein betrübtes Herz erquicken, welch ein himmlisches Entzücken. 5. Heil und Glück auf unsern Wegen, innige Zufriedenheit, Huld bei Menschen, Gottes Segen folgen auf Barmherzigkeit. Was ist Müh, was sind Beschwerden, wenn sie so be. lohnet werden? 6. Laßt uns eilen, unsre Gaben, weil es Zeit ift, auszuftreun. Was wir hier gefäet haben, ernten dort wir reichlich ein. Seid barmherzig, helft den Armen! Gott wird euer sich erbarmen. Mel. Der du dein Wort mir hast. 563. Von dir in dieſe Welt gerufen, stehn, Vater, alle Menschen hier auf niedern und auf höhern Stufen, und was fie haben, kommt von dir. Du machst sie arm, du machst sie reich; doch sind vor dir sie alle gleich. 2. Beglücken und selbst glück. lich werden, ist aller Ruf, ift aller Los. Darum ist dieser hier auf Erden gering und arm, 404 adim Das christliche Leben.nhof der reich und groß; der hat mehr Kraft, der mehr Verstand, und jener braucht, was der erfand. Die stille, die bescheidne Tugend, die eitlen Schimmer nie begehrt. Ja, Demut führt zum Himmelreich, sie macht uns Gottes Engeln gleich. 3. Wer hat mich andern vorgezogen? wer wieder andre menschen mir? Du, Gott, durch Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns. freie Huld bewogen, denn alles 564. Für unsern Nächsten Gute kommt von dir. Ich gab dir nichts zuvor, und ich bin alles, was ich bin, durch dich. beten wir, o Vater, wie für uns, zu dir. Gieb, der du aller Vater bist, gieb jedem, was ihm selig ist. 4. Und ich, ich sollte nicht bescheiden und fern von allem Stolze sein? ich den, der mehr empfing, beneiden, mit ihm mich seines Glücks nicht freun? Hätt' ich auch größres Glück als er, wär' ich drum besser, seliger? 2. Dir opfert unser Lobgefang Anbetung, Ehre, Preis und Dank, daß du auch unsre Brüder liebst und ihnen soviel Gutes giebst. 5. Nein, gerne will ich andre ehren, sie mögen noch so niedrig sein. Sie können meiner nicht entbehren, ich kann mich ohne sie nicht freun. Nähm feiner meines Glücks sich an, wie arm, wie hülflos wär' ich dann. 3. Dank, daß du auch an sie gedenkst, mit Jesu ihnen alles schenkst, zu deinem Himmel sie auch schufft, zum Glauben sie, zur Tugend rufft. 4. Des freun wir uns und danken dir und beten brünstig, Gott, zu dir: laß stets fie deine Kinder sein und ewig deiner Huld sich freun. 6. Wer eitler Ehre gern entbehret und Tugend an Gerin gern gern erkennt und schätet, der verehret der Niedern und der Hohen Herrn. Wohl, wohl ihm, denn Bescheidenheit ist aller Stände Herrlichkeit. 5. Nimm ihrer väterlich dich an und leite fie auf deiner Bahn, und bilde sie für deinen Ruhm zu deinem Erb' und Eigentum. 7. Was schmückt das Alter wie die Jugend? was macht uns Gott und Menschen wert? 6. Verirrte führe, Herr, zurück zu dir, zu ihrem wahren Glück, und wer von dir fich führen Aufrichtige und thätige Nächstenliebe. läßt, den mach im Glauben sie. treu und fest. 7. Entreiß der Lafter Tyrannei die Sünder, Gott, und mach fie frei, daß sie nur deine Pfade gehn und einst dein Vater antlig sehn. 8. Gieb allen in dir frohen Mut. Bewahr ihr Leben und ihr Gut, ihr Haus, ihr bestes Eigentum, des guten Namens Glück und Ruhm. 9. In ihrer Not verlaß fie nie, und sind sie traurig tröste sie. Gieb ihnen hier Zufriedenheit, dort deines Himmels Seligkeit. 10. Wir alle, deinen Engeln gleich, erheben einst in deinem Reich dich ewig; ewig danken wir, o unser aller Vater, dir. - streben, dir an Güte und Wohlthun, Vater, gleich zu sein, und mich mit willigem Gemüte durch ihren Rat und Trost erfreun, mit reichem Segen segne dann, die ich nicht wieder ſegnen kann. 405 Trifft dennoch fie Gefahr und Schmerz, so tröst und heile selbst ihr Herz. 3. Nimm sie zu deines Reiches Erben, wenn sie entschlafen, gnädig an. Erquicke sie in ihrem Sterben, sie haben Menschen wohlgethan, und dort, o Gott, vor deinem Thron sei herrlich einst und groß ihr Lohn. 566. 566. Wie Die königlich ist das Gebot, das du mir vorgeschrieben, aus Liebe gegen dich, o Gott, den nächsten rein zu lieben. Der ich dein Jünger, Jesu, bin, wie könnt ich Brütder hassen, seh' ich nur auf das Vorbild hin, das du auch mir gelassen? Mel. Der du dein Wort mir hast. 2. Von Liebe für die Welt entbrannt, hast du dich hinge565. Wenn Menschen geben. Aus Liebe hat dich Gott gesandt, damit wir möchten leben. O Brüder, liebt uns Gott so sehr, so laßt uns herzlich lieben. Von Gott kommt Menschenliebe her; laßt dies Gebot uns üben. 3. Ein Gott, der uns als Brüder schuf; ein Blut, aus dem wir stammen, ein Geist und einerlei Beruf knüpft uns so fest zusammen- ein Vater, der in allen ist, ein Nachtmahl, 2. Umfange sie mit deiner Güte, mit deiner Huld verlaß sie nie, sei stets ihr Helfer und behüte vor Widerwärtigkeiten dan Mel. Durch Adams Fall ist ganz. 406 dil Das chriftliche Leben. birjal 4. Und keiner aller, welche leben, ist fern, Unendlicher, von dir, in dir, du Vater aller, weben wir all und sind und atmen wir; find all aus dir, durch dich, und du rufft: Such mich, allen Herzen zu. 15. Dem rufft du lauter, jenem leise: Ein Gott ist, welcher dich erschuf. Nur der ist froh und gut und weise, der schweigend horcht auf deinen Ruf, und jeder, der dich findlich ehrt, des Flehen wird von dir erhört. Mel. Wer nur den lieben Gott. 567. Bater aller Gei- 6. Wo ist ein Vater, der dem Lallen des unschuldvollen Kindes dräut? der nicht mit frohem Wohlgefallen sein Aug' und Ohr und Herz erfreut? Wie schwach dies Stammeln immer sei, er lohnet es mit Vatertreu. eine Taufe, ein Glaube an den Herrn und Chrift, ein Ziel nach unserm Laufe. 4. Dich, Gott, der du die Liebe bist, laß mich durch Liebe preisen; durch sie, als Heiliger und Christ, des Glaubens Kraft erweisen. Wenn Hoffnung und wenn Glaube sich im Schauen einst verlieren- die Liebe bleibt; laß sie auch mich zu ewger Wonne führen. ster, Ehre sei dir von deiner Kinder Schar. Dir, Herr der hohen Sternenheere, bring jeder Mund Anbetung dar. O Vater, aller Vater, gieb zu preisen dich uns einen Trieb. 2. Von tausendmal zehntausend keiner verehrt dich, Vater, würdiglich. Wo ist ein Weiser, Guter, Reiner, der sagen darf: Ganz kenn' ich dich; ich ehre, reiner Andacht voll, dich ganz, wie ich dich ehren soll? 3. Und dennoch, Vater, dürfen Sünder sich deinem hohen Antlit nahn; dein Vaterohr hört sie nicht minder als reine Seraphinen an. Dem Schwäch sten lächelt deine Huld; den Stärksten trägst du mit Geduld. 7. Kein Erdensohn hat andre Pflichten, als seinem Lichte treu zu sein; wie könntest du den strenge richten, dem du mehr Licht versagtest? nein, begnadigst du nicht selber den, der's wagte, dir zu widerstehn? 8. Und wir, wir sollten strenge richten? wir lieblos sein, wo du verschonst? die Einfalt und die Tugend richten, die du vielleicht mit Ehre lohnft? den schmähen, der dich anders ehrt, als uns der Väter Glaube lehrt? Aufrichtige und thätige Nächstenliebe. bist so willig, zu verzeihn, und ich kann unbarmherzig sein? 9. Du bist's, den alle Zun- noch meiner Sünden viel. Du gen preisen, und alle Herzen fühlen dich. In tausend Völ. fern, tausend Weisen freun Menschenseelen deiner sich, dein, o du aller Menschen Freund, der alle Seelen einst vereint. 10. Erwecke Fürsten, bilde Lehrer voll weiser Menschenfreundlichkeit; entwaffne schonend den Zerstörer, der lieblos frommer Liebe dräut. Gieb jedem Menschenangesicht der Strahlen mehr von deinem Licht. 11. Daß ein Hirt nur und eine Herde, verknüpft durch deiner Liebe Band, aus allen Gottverehrern werde, steht, Jesu Christ, in deiner Hand. Nur du machst alle Nächte hell; vollend, o Allvollender, schnell. Mel. Ich will dich lieben, meine. 568. Erfülle rfülle mich mit fanften Trieben, o Jesu, höchster Menschenfreund, sie alle, die du liebst, zu lieben, sie alle, die dein Blut vereint. Wer dich nicht in dem Bruder ehrt, ist, Herr, nicht deiner Liebe wert. 2. O laß mich den zu bessern streben, der, Gott, aus deiner Gnade fiel. Wie oft mußt du nicht mir vergeben; wie sind 407 3. Mit Demut laß bei andrer Fehlen mich in mein eignes Innre sehn, gern meines Bruders Schuld verhehlen, ihn nie mit meiner Zunge schmähn. Bin ich deswegen heiliger, weil ich nicht fündigte wie er? 4. Und wenn mein Nächster irre wandelt, kenn' ich ihn ganz? fenn' ich sein Herz? weiß ich's, warum er so gehandelt? ermess' ich seiner Reue Schmerz und wie die That, die er vollbracht, ihn wachsam für die Zukunft macht? 5. Ja, Brüder, gern will ich euch tragen, denn meine Schwächen tragt auch ihr. Wir wollen demutsvoll uns sagen: Ach, alle, alle straucheln wir. Trug nicht der Mittler voller Huld einst auch die Schwachen mit Geduld? 6. Selbst dem, der Kummer mir gebieret, will ich aus Mensch. lichkeit verzeihn. Mein Schweigen und mein Dulden rühret vielleicht ihn noch, mein Freund zu sein. Ich flehe, wie mein Heiland bat: Vergieb, er weiß nicht, was er that. 408 die Das chriftliche Leben. biule Mel. Durchbrecher aller Bande. 569. Menschenfreund, Liebe ist kein Leben, liebend nur folg' ich dem Herrn. 5. Mag man mich auch bitter kränken, o mein Heiland litt Deine nach deinem Bilde bilde fich mein ganzer Sinn. Sanftmut, deine Milde neig' noch mehr. Mag man Arges auch mich zur Liebe hin. Unwert wär' ich, dich zu kennen, von mir denken, dulden will ich es, wie er. Wenn mir jemand Gram bereitet, irrt vielleicht nur liebt' ich nicht, wie du geliebt; fein Verstand, und ich reich' ihm, wenn er gleitet, dennoch liebreich meine Hand. unwert, mich nach dir zu nennen, würd' ein Mensch durch mich betrübt. 2. Jesu, wo du liebend nahteft, folgte Wohlthun deiner Spur; wo du segnend Gutes thatest, in den Hütten, auf der Flur, an dem Lager kranker Brüder, wo du je nur hinge blickt, kehrte Fried' und Hoff nung wieder, und der Dulder ward erquickt. 6. Nimmer soll mein Herz ermüden, reiner Liebe sich zu weihn; es gewährt so hohen Frieden, wohlzuthun und zu erfreun. Wer um Dank und Lohn nur ringet, hat dahin der Erde Lohn; wen die Liebe mächtig dringet, fühlt in ihr den Himmel schon. 7. Zwar der Wehmut Zähr' entfließet dem, der edle Saat gestreut, wenn der Hoffnung Feld nicht sprießet oder wenig Frucht ihm beut; doch des Segens reiner Güte freut er einst sich, wär's auch spät; endlich- Heil uns!- kommt zur Blüte, was der Menschenfreund geſät. 3. O du Gütigster von allen, keinen hast du je verschmäht; wer verirrt war, wer gefallen, wer um Troft zu dir gefleht, hat für alle seine Wunden, Herr, in deiner treuen Hand Rettung, Heil und Troft gefunden, Hülfe, wie er nirgends fand. 4. Brüder, kommt in meine Arme; wer da leidet, ruhe hier. Mel. Wend ab deinen Zorn, lieber. Wenn ich sein mich nicht erbarme, 570. Darf sich der Menſch wende sich mein Gott von mir. Ohne Schonen und Vergeben bleib' ich ewig Jesu fern. Ohne zu richten unterwinden? Wer unter uns ist rein vor Gott zu finden? O hör es, Mensch, Aufrichtige und thätige Nächstenliebe. lein ein zum Edelstein. 4. Schreib nicht in dein Gedächtnisbuch, wann und wie oft du labeft. Ins Buch des Lebens längst schon trug dich Gott, wenn fromm du gabest. Was deiner Rechten sich entwand, das wisse nicht die linke Hand. so spricht der Herr der Welten: Ich will vergelten. 2. Wo ist der Sterbliche, der nicht erschricket, wenn er in seines Herzens Tiefen blicket? und dennoch rügt der Stolze streng und bitter des Bruders Splitter. 3. Verdamme nicht, daß Gott dich nicht verdamme, es lodre nie in dir der Schmähsucht Flamme. Barmherzigkeit und sanfte Schonung übe Gott ist die Liebe! - 409 5. Besiege dich, ist's auch dein Feind, der in der Trauerkammer verlassen mit den Seinen weint. Auf, mindre seinen Jammer. Vergieb, rief Christus Mel. Mach's mit mir, Gott. 571. Chrift, folge deines himmelan, er, deſſen Blut für Sünder rann. Jesu Ruf und ehre deine Würde. Zu segnen deine Brüder, schuf dich Gott, trag ihre Bürde. Denk an der Liebe sanft Gebot und brich dem Hungrigen dein Brot. 6. Mich dürftet! rief am Todespfahl dein Heiland unter Schmerzen. Er rang für dich, und er empfahl, die dürften, deinem Herzen. Ach, mancher lechzt am Todesthal; drum eile, tränk ihn noch einmal. 2. Sing oft ein Lied der Dankbarkeit für deines Gottes Gaben; dies stärke dich zur Fröhlichkeit im Geben, Trösten, Laben. Den frohen Geber hat Gott lieb; drum gieb mit frohem Herzen, gieb. 3. Sprich nicht: der Zeiten Druck fällt schwer; viel kann die Hand nicht reichen." Wer herzlich giebt zu Gottes Ehr, soll auch dem Reichsten gleichen. Legst du auch nur ein Scherf dein Herz macht es 7. Wie sauer wird's dem Zartgefühl des Redlichen, zu nehmen. Und dir gab Gottes Huld so viel; gieb, ohn ihn zu beschämen. Du weißt, daß Geben wie ein Christ weit felger noch als Nehmen ist. 8. Und des Gerechten wird ja schon hier nimmermehr ver gessen. Ein Thränentau welch süßer Lohn wird seinen 18 ads Das chriftliche Leben. istu 410 Hügel nässen. Wer wohlgethan, schläft selig ein, deckt auch sein Grab kein Marmorstein. 9. Siehst du dort überm Sternenfeld das Land gereifter Ähren, wo der dir in die Arme fällt, verklärt in Freudenzähren, dem du auf Erden wohlgethan? Dein Wert, sein Dank stieg himmelan. 10. Hinauf den Blick ins Garbenland, daß du in Hoffnung säest. Streu reichlich aus mit frommer Hand, damit du reich. lich mähest. Auf, segne, eh die Hand dir sinkt, noch heute, Chrift; die Krone winkt! Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 572. Mel. Ringe recht, wenn Gottes. Chrift, du nahſt der heilgen Stäte, wo das Wort 573. Heilge Liebe, Himder Liebe tönt, wo im Liede und Gebete sich der Geist mit Gott versöhnt; deine Lippen fingen, loben, Aug und Hände sind erhoben. melswonne, reinen Seelen nur bewußt, Ausfluß jener ewgen Sonne, sente dich in unsre Brust. 2. Freude, wie sie Selge fühlen, Freude, die die Welt nicht fennt, komm, uns Durftige zu fühlen, einige, was sich noch trennt. 3. Süße Ruhe, Gottesfriede, Gabe, die uns Christus giebt, ach, erquick uns- wir sind müde Schatz, den unsre Seele liebt. 4. Nachsicht, Langmut, stilles Dulden fehre täglich bei uns 2. Doch was deine Worte tünden, heget das auch dein Gemüt? ist kein Haß bei dir zu finden? ist dein Herz in Lieb' erglüht? zürnest du nicht deinen Brüdern? kannst du ihren Gruß erwiedern? Glück. Kannst du liebend nicht vergeben, weiche vom Altar zurück. Gaben willst dem Herrn du reichen? Er verschmäht die äußern Zeichen. 4. Gehe hin, dich zu verföhnen, gieb dem Bruder deine Hand, trockne seines Rummers Thränen; Zorn und Rache sei verbannt. Liebe deckt, ein Friedensengel, Bruderfehl und Erdenmängel. 5. Sei willfährig seiner Bitte, eh sich scheidet euer Pfad; denn vielleicht mit raschem Schritte ist dir schon der Tod genaht. Preise Gott durch Wort und Leben. Selig alle, die vergeben. 3. Prüfe dich, es gilt das Leben, gilt der Seele Ruh und Aufrichtige und thätige Nächstenliebe. ein, daß dem Bruder seine Schilde den, der auch den Feind Schulden wir von Herzen gern verzeihn. umarmt. 5. Schmuck der Frommen, freundlich Wesen, Gottes Über schrift und Bild, laß es Freund und Feinde lesen, was uns Geift und Seele füllt. 7. Fels im Sturme, hoher Glaube, Mut im Kampf und in Gefahr, mach uns treu, heb aus dem Staube uns zu jener Siegerschar. 8. Jesusliebe, Bruderliebe, 6. Güte, Wohlthun, Herzens. töt unheilger Liebe Schmerz; milde, die sich mitleidsvoll erschenk uns deine keuschen Triebe barmt, decke sanft mit deinem und ein unbeflecktes Herz. 411 14. Beständigkeit und Wachstum im Glauben und in der Gottſeligkeit. Mel. Ich dank dir, lieber Herre. mel. Herre Gott, dein göttlich. 574. Laß mich dein fein 576. Sei Gott getren, halt seinen Bund, o Mensch, in deinem Leben und weiche nicht von diesem Grund, bleib standhaft ihm ergeben; dent deiner Tauf' und achte drauf, daß Gott ist treu geblieben bei seinem Eid, in Ewigkeit als Vater dich zu lieben. und bleiben, du treuer Gott und Herr. Von dir laß nichts mich treiben, halt mich bei deiner Lehr. Herr, laß mich ja nicht wanken, gieb mir Beständigkeit. Dafür will ich dir danken in alle Ewigkeit. Mel. Jesu, der du meine Seele. 2. Sei Gott getreu von Jugend 575. Herr, ich glaube; auf, laß dich nicht Luft, nicht hilf mir Schwachen, laß mich ja verzagen nicht. Du, du fannst mich stärker machen, wenn mich Sünd' und Tod anficht. Deiner Güte will ich trauen, bis ich fröhlich werde schauen dich, Herr Jesu, nach dem Streit in der frohen Ewigkeit. Leiden in deinem ganzen Lebenslauf von seiner Liebe scheiden. Sein' alte Treu wird täglich neu; sein Wort kann niemals lügen. Was er verspricht, das bricht er nicht; daran laß dir genügen. 3. Sei Gott getreu in deinem Stand, darin er dich gesetzet. 18* adall Das chriftliche Leben.hin Wenn er dich hält mit seiner daß er dein lieber Vater sei, Hand, wer ift, der dich verleget? Wer seine Gnad zur Schuß wehr hat, dem kann der Feind nicht schaden; wo diese Wehr steht um dich her, da ist dir wohl geraten. wie er dir hat verheißen; und eine Kron zum Gnadenlohn wird dich im Himmel schmücken; da wirst du dich dann ewiglich an seiner Treu erquicken. 412 Mel. Wer nur den lieben Gott. 4. Sei Gott getreu, sein lautres Wort freimütig zu bekennen; 577. Ihm nach, ihm nach steh fest darauf an jedem Ort, laß dich davon nicht trennen. Was diese Welt in Ehren hält, muß alles doch vergehen; sein liebes Wort bleibt fort und fort ohn alles Wanken stehen. auf seinen Wegen, mein Jesus hat die Bahn gemacht. Geh' ich dem Himmel nur entgegen, so schreckt mich nicht des Weges Nacht; und ob er gleich voll Dornen wär, geht doch mein Jesus vor mir her. 2. Getroft, getrost, nicht still gestanden, die Welt muß deinem Blick entgehn. Die, so den Weg nach Zion fanden, erftiegen immer neue Höhn. Dein Wandel muß im Himmel sein, sonst gehst du nicht zum Himmel ein. 3. Hindurch, hindurch, man muß es wagen, mit Gott geht man durch Glut und Flut; er hilft der Erde Kreuz uns tragen und giebt dazu uns festen Mut. Wir müssen durch viel Trübsal gehn, eh wir im Reiche Gottes ftehn. 5. Sei Gott getreu; denn Gott läßt sich stets treu und gnädig finden. Streit unter ihm nur ritterlich und dämpfe Fleisch und Sünden; ergieb dich nie, herrsch über sie; und wär der Fall geschehen, so eil bei Zeit, durch Reu und Leid vom Falle aufzustehen. 6. Sei Gott getreu bis in den Tod; laß nichts von ihm dich wenden. Er kann und wird in aller Not dir treuen Beistand senden; und käme gleich der Hölle Reich mit aller Macht gedrungen, so glaube du: Gott läßt's nicht zu, du bleibest unbezwungen. blu 7. Wirst du also Gott bleiben treu, wird er sich dir erweisen, 4. Hinauf, hinauf, den Kampf erwähle, der Kampf bringt reichen Siegerlohn. Es gilt das beste Teil der Seele, die Beständigkeit und Wachstum im Glauben 2c. Seligkeit an Christi Thron. Ihm nach, getroft, hindurch, hinauf! Gen Himmel führt des Christen Lauf. 2. Schau her, ich fühle mein Verderben; laß mich in Christi Tode sterben. O möchte doch in seiner Pein die böse Luft ertötet sein. 3. Ich fühle wohl, daß ich dich liebe und mich in deinen Wegen übe; jedoch ist von Unlauterkeit die Liebe noch nicht ganz befreit. 4. Ich muß noch mehr auf dieser Erden durch deinen Geist geheiligt werden; der Sinn muß tiefer in dich gehn; der Fuß muß unbeweglich stehn. Mel. Zeuch meinen Geist, triff. 578. Hier legt mein Sinn Neben mich entziehst. sich vor dir nieder; mein Geist sucht seinen Ursprung wieder. Herr, dein erfreuend Angesicht verbirg vor meiner Armut nicht. 5. Ich weiß mir zwar nicht felbft zu raten; hier helfen nicht des Menschen Thaten. Wer macht sein Herz wohl selber rein? es muß durch dich gewirket sein. 6. Doch tenn' ich ja dein treues Lieben, du bist noch immer treu geblieben. Ich bin 413 gewiß, du stehst mir bei und machst mich von mir selber frei. 7. Indessen will ich treulich kämpfen und stets die böse Regung dämpfen, bis du dir deine Zeit ersiehst und diesen 8. In Hoffnung kann ich fröhlich sagen: Gott hat der Hölle Macht geschlagen; Gott führt mich aus dem Kampf und Streit in seine Ruh und Sicherheit. 9. Drum will die Sorgen meiner Seelen ich dir, mein Vater, ganz befehlen; ach, drück es fest in meinen Sinn, daß ich in dir schon selig bin. 10. So wächst der Eifer mir im Streite; ich fasse schon des Sieges Beute und fühle, daß es Wahrheit ist, daß du die Liebe selber bist. Mel. Es kostet viel, ein Christ zu. 579, 579. Es ist nicht schwer, ein Chrift zu sein und nach des reinen Geistes Sinn zu leben. Zwar geht es schwer dem trägen Herzen ein, dem Herrn sich ganz und immer zu ergeben; doch führt die Gnade selbst zu aller Zeit den schweren Streit.:,: 2. Du darfst nur werden wie ein Kind; du darfst ja nur die 414 duol Das christliche Leben.spids leichte Liebe üben. O blöder keinem Sturme zu erschrecken; Geist, wie gut ist Gott gefinnt. ja, siehst du auch von Hülfe Das kleinste Kind kann ja die keine Spur, o glaube mur.:,: Mutter lieben. Drum zage nicht und fürchte nicht so sehr, es ist nicht schwer.:,: 3. Dein Vater fordert nur das Herz, daß er es selbst mit reiner Liebe fülle. Der fromme Gott will ja nicht deinen Schmerz; die Unluft schafft in dir der Eigenwille. Drum übergieb ihn willig in den Tod; so hat's nicht not.:,: 7. So wird dein Licht aufs neu erstehn; du wirst dein Heil in aller Klarheit schauen. Wie du geglaubt, wird dir alsdann geschehn; du darfst dem from. men Vater ganz vertrauen. O Seele, sieh, wie doch ein wahrer Christ so selig ift.:,: 8. Auf, auf, mein Geist, was säumeft du, dich deinem Gott ganz kindlich zu ergeben? Ge4. Wirf nur getroft den Kum- neuß, o Herz, der süßen Himmer hin, der ja das Herz vermelsruh; im Frieden sollst du geblich schwächt und plaget; erwecke nur zum Glauben deinen Sinn, wenn Furcht und Weh an deinem Herzen naget; sprich: bei dem Vater leben. Der Sorgen Last wirf nur getroft und kühn allein auf ihn.:,: 150 Mel. Ringe recht, wenn Gottes. Bater, schau mein Elend gnädig 580. Wer fich dünken an, so ist's gethan.:,: läßt zu stehen, hüte wohl sich vor dem Fall; es umschleicht uns, wo wir gehen, die Ver. suchung überall. 5. Faß nur die Seele in Geduld, wenn du nicht gleich des Vaters Hülfe merkest, und fehleft du noch oft aus eigner Schuld, so sieh, daß du dich durch die Gnade stärkest. Dann ist vor Gott dein kindliches Versehn wie nicht geschehn.:,: 2. Petrus, welcher sich vermessen, bis zum Tode treu zu sein, hat die Warnung kaum vergeffen, so muß er den Fall bereun. 6. Laß nur dein Herz im Glauben ruhn, wenn Nacht und Finsternis dich wird bedecken. Dein Vater wird dir niemals Böses thun, du brauchst vor 3. Ist der Geist auch noch so willig, bleibt das Fleisch doch immer schwach; giebst du nach, so trifft dich billig deiner Feigheit bittre Schmach. Beständigkeit und Wachstum im Glauben 2c. 4. Unser Feind ist stets in Waffen, raftet nimmer, uns zu fahn. Willst im Eifer du erschlaffen, o dann ist's um dich gethan. 5. Wohl dem, der stets wacht und flehet, der sein Heil mit Zittern schafft. Wenn er unbeweglich stehet, wird der Sichre weggerafft. 6. Hüter deiner Menschenherden, der du schläfft und schlummerst nicht, hilf mir täglich wacker werden, wandeln stets in deinem Licht. 7. Stärke du die trägen Sinnen, halte fertig mich zum Streit, daß ich, rufft du mich von hinnen, wachend sei und wohl bereit. Mel. Wachet auf, ruft uns die. 581. Auf, erhebet euch, ihr Christen. Zum Streit müßt ihr euch mächtig rüsten, denn euer hat der Feind begehrt. Wappnet euch mit Gottes Worte, geht mutig durch die enge Pforte; der Tapfre bleibet unversehrt. Ist euch der Feind zu schnell? hier ist Immanuel. Hosianna! er hat als Held be fiegt die Welt; mit ihm behalten wir das Feld. 415 2. Reinigt euch von euren Lüften, besieget sie, denn ihr seid Christen und stehet in der Kraft des Herrn. Stärket euch in Jesu Namen; den Schwachen, welche zu ihm kamen, war seine Hülfe niemals fern. Und wer ermüden will, der schaue auf das Ziel, da ist Freude. Wohlan, so seid zum Kampf bereit; dann frönet euch die Ewigkeit. 3. Streitet recht die wengen Jahre, eh euch empfängt die Totenbahre; kurz, kurz ist unser Lebenslauf. Wenn zu des Gerichtes Schrecken der Herr die Sünder wird erwecken, dann stehen wir mit Freuden auf. Gottlob, wir sind versöhnt; daß uns die Welt noch höhnt, währt nicht lange, und Gottes Sohn hat längstens schon uns beigelegt die Ehrenkron. 4. Jesu, stärke Gottes Kinder und fröne die als Überwinder, die du erkauft mit deinem Blut. Schaff in uns ein neues Leben daß wir uns stets zu dir erheben, wenn uns entfallen will der Mut. Geuß aus auf uns den Geift, durch den die Liebe fleußt in die Herzen; so halten wir getreu an dir in Tod und Leben für und für. 416 Das chriftliche Leben. Mel. O Gott, du frommer Gott. 582. Ach Gott, verlaß mich nicht, reich mir die Gnaden hände. Ach, führe mich, dein Kind, daß ich den Lauf vollende zu meiner Seligkeit; sei du Mel. Nun danket alle Gott. mein Lebenslicht, mein Stab, 583. Gleichwie ein Balmmein Hort, mein Schuß. Ach Gott, verlaß mich nicht! 2. Ach Gott, verlaß mich nicht; regiere du mein Wallen und laß mich nimmermehr in Sünd' und Schande fallen. Gieb mir den guten Geift, gieb Glaubenszuversicht, sei meines Lebens Kraft. Ach Gott, verlaß mich nicht! 3. Ach Gott, verlaß mich nicht, ich ruf aus Herzens. grunde. Ach Höchster, steh mir bei in jeder bösen Stunde. Wenn sich Versuchung naht und Stärke mir gebricht, so weiche nicht von mir. Ach Gott, verlaß mich nicht! Hilf mir, o treuer Gott, recht glauben, chriftlich leben und selig scheiden einst, zu sehn dein Angesicht. Hilf mir in Not und Tod. Ach Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach Gott, verlaß mich nicht, ich bleibe dir ergeben. baum grünt, und wie, vom Sturm umwehet, hoch auf dem Libanon die Ceder kraftvoll stehet, so soll im steten Glück auch der Gerechte blühn, ob harte Stürme schon und Wetter ihn umziehn. 2. Mein Gott, du haft auch mich gepflanzt in deinen Garten; du willst von deinem Baum die süße Frucht erwarten. O hilf denn, daß ich dir ein guter Baum mag sein, der stets mit Fruchtbarkeit dein Auge könn' erfreun. 3. Laß mich in Frömmigkeit beständig blühn und grünen, dem Nächsten segensreich mit Frucht und Schatten dienen, und wenn des Todes Sturm mich endlich bricht entzwei, so pflanze wieder mich im Paradiese neu. 4. Ach Gott, verlaß mich nicht; gieb Wollen und Vermögen und fröne ferner mich mit deinem reichen Segen; die Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht laß, Herr, durch dich ge Mel. Wo Gott der Herr nicht bei. deihn. AchGott, verlaß mich nicht! 584. Mein treuer Gott, dein gutes Werk, das in mir angefangen, laß auch durch Beständigkeit und Wachstum im Glauben 2c. deines Geistes Stärk zu seinem Ziel gelangen, daß ich bis in den Tod getreu in deinem ganzen Dienste sei und standhaft überwinde, elle 2. Den Glauben, den du mir geschenkt, mußt du in mir auch stärken. Die Kraft, die du in mich gesenkt zu wahren guten Werken, die Hoffnung, die du mir verliehn, daß ich des Himmels Erbe bin, mußt du in mir erhalten. 3. Hier hat mein Glaube Kampf und Streit; laß deinen Geist mich schüßen, zum Beten und zur Wachsamkeit mich mächtig unterstützen. Fall' ich, dein armes, schwaches Kind, so eil' er, um mich noch geschwind vom Falle aufzurichten. 4. So bleib' ich dir, mein Gott, getreu, daß keine Lust, kein Leiden, so groß auch die Versuchung sei, von dir mich könne scheiden. Wohl mir, mein gläubiges Vertraun wirst du einst in ein himmlisch Schaun der Herrlichkeit verwandeln. Mel. Aus meines Herzens Grunde. 585. Kommt, Pilger, laßt uns gehen, der Abend bricht herein. Es ist gefährlich stehen, wir müssen wacker sein. Kommt, 417 stärket euren Mut, zur Ewig. keit zu wandern von einer Kraft zur andern; es ist das Ende gut. 2. Es soll uns nicht gereuen der schmale Pilgerpfad. Wir kennen ja den Treuen, der uns gerufen hat. Kommt, folgt und traut auf ihn, und lenkt mit festen Schritten zu jenen ewgen Hütten die Pilgerreise hin. 3. Daß wir die Welt verlassen, ist uns fürwahr nicht leid. Den Himmel zu um. fassen, fliehn wir die Eitelkeit. Nein, Christen, seid nicht bang, verachtet tausend Welten, ihr Locken und ihr Schelten und geht nur euren Gang. 4. Ja, laßt getroft uns gehen, der Vater gehet mit. Er selbst will bei uns stehen auf jedem sauren Schritt. Er will uns machen Mut, mit süßen Sonnen. blicken uns trösten und erquicken. Ach ja, wir haben's gut. 5. Drum, Pilger, laßt uns wandern, wir gehen Hand in Hand. Eins freuet sich am andern in diesem fremden Land. Kommt, laßt uns findlich sein und auf dem Weg nicht streiten, weil Engel die begleiten, die sich der Eintracht weihn. 6. Laßt uns nur munter wandern, der Weg fürzt stets sich 18** 418 Das christliche Leben. ab. Ein Tag folgt schnell dem andern, bald sinkt der Leib ins Grab. Nur noch ein wenig Mut; nur noch ein wenig treuer, von Erdengütern freier, gewandt zum ewgen Gut. 47. Es wird nicht lang mehr währen, halt noch ein wenig aus. Es wird nicht lang mehr währen, so kommen wir nach Haus. Da wird man ewig ruhn. Wenn wir mit allen Frommen daheim zum Vater kommen, wie wohl, wie wohl wird's thun. 8. Drauf wollen wir's denn wagen es ist wohl wagenswert und gründlich dem entsagen, was aufhält und be schwert. Welt, du bist uns zu klein; wir gehn bei Jesu Lei ten zu felgen Ewigkeiten, wir gehn zum Himmel ein. Mel. Durch Adams Fall ist ganz. 586. Oft flagt dein Herz, wie schwer es sei, den Weg des Herrn zu wandeln und täglich seinem Worte treu zu denken und zu handeln. Wahr ist's, die Tugend kostet Müh; sie ist der Sieg der Lüfte. Doch richte selbst, was wäre sie, wenn sie nicht kämpfen müßte? 2. Die, die sich ihrer Laster freun, trifft die kein Schmerz hienieden? sie sind die Sklaven eigner Pein und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüfte dämpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er kämpft, verwandelt sich in Freuden. 3. Des Lasters Bahn ist anfangs zwar ein breiter Weg durch Auen; allein sein Fortgang wird Gefahr, sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist anfangs steil, läßt nichts als Mühe blicken; doch weiter fort führt er zum Heil und endlich zum Entzücken. 4. Nimm an, Gott hätt' es uns vergönnt, nach unsers Fleisches Willen, wenn Wollust, Neid und Zorn entbrennt, die Lüſte frei zu stillen; nimm an, Gott ließ den Undank zu, den Frevel, dich zu kränken, den Menschen. haß, was würdest du von die. sem Gotte denken? 5. Gott will, wir sollen glück. lich sein, drum gab er uns Gefeße. Sie sind es, die das Herz erfreun; sie sind des Lebens Schäße. Er red't in uns durch den Verstand und spricht durch das Gewissen, was wir, Geschöpfe seiner Hand, fliehn oder wählen müssen. Beständigkeit und Wachstum im Glauben 2c. 6. Jhn fürchten, das ist Weis. heit nur, und Freiheit ist's, sie wählen. Ein Tier folgt Fesseln der Natur, ein Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geistes Eigentum? was sein Beruf auf Erden? die Tugend. Was ihr Lohn, ihr Ruhm? Gott ewig ähnlich werden. 7. Lern nur Geschmack am Wort des Herrn und seiner Gnade finden, und übe dich getreu und gern, dein Herz zu überwinden. Wer Kräfte hat, wird durch Gebrauch von Gott noch mehr bekommen; wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen. 419 gelingen. Gott ist es, welcher beides schafft, das Wollen und Vollbringen. Wann gab ein Vater einen Stein dem Sohn, der Brot begehrte? Bet oft; Gott müßte Gott nicht sein, wenn er dich nicht erhörte. 9. Dich stärket auf der Tugend Pfad das Beispiel selger Geister; ihn zeigte dir und ihn betrat dein Gott und Herr und Meister. Dich müsse nie des Frechen Spott auf diesem Pfade hindern; der wahre Ruhm ist Ruhm bei Gott und nicht bei Menschenkindern. 10. Sei stark, sei männlich allezeit; tritt oft an deine Bahre. Vergleiche mit der Ewigkeit den Kampf so kurzer Jahre. Das Kleinod, das dein Glaube hält, wird neuen Mut dir geben. und Kräfte der zukünftgen Welt die werden ihn beleben. 11. Und endlich, Christ, sei unverzagt, wenn dir's nicht immer glücket, wenn dich, so viel dein Herz auch wagt, stets neue Schwachheit drücket. Gott sieht nicht auf die That allein, er sieht auf deinen Willen. Ein göttliches Verdienst ist dein, dies muß dein Herze stillen. Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. 8. Du streitest nicht durch eigne Kraft, brum muß es dir 587. Nicht, daß ich's schon ergriffen hätte, die beste Tugend bleibt noch schwach, doch, daß ich meine Seele rette, jag' ich dem Kleinod eifrig nach. Denn Tugend ohne Wachsamkeit ver. liert sich bald in Sicherheit. 2. So lang ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch ſteht. Auch die bekämpfte böse Luft stirbt niemals ganz in unsrer Brust. 3. Nicht jede Besserung ist Tugend, oft ist sie nur das 420 Das christliche Leben. Werk der Zeit. Die wilde Hiße roher Jugend wird mit den Jahren Sittsamkeit, und was Natur und Zeit gethan, sieht unser Stolz für Tugend an. 4. Oft ist die Ändrung deiner Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhmsucht quälen, und dämpfft sie, doch du wechselst nur. Dein Herz fühlt einen andern Reiz, dein Stolz wird Wolluft oder Geiz. 5. Oft ist es Kunst und Eigenliebe, was andern strenge Tugend scheint. Der Trieb des Neids, der Schmähsucht Triebe erwecken dir so manchen Feind; du wirst behutsam, schränkst dich ein, fliehst nicht die Schmähsucht, nur den Schein. 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der andern Tugend fällt, so werde nichts dein Herz verführen; doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 7. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen. Du scheinst von Rachsucht dir befreit; jetzt sollst du eine Schmach verschmerzen, und sieh, dein Herz wallt auf und dräut und schilt so lieblos und so hart, als nur zuerst gescholten ward. 8. Oft denkt, wenn wir der Ruhe pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Raum lachet uns die Welt entgegen, so regt sich unsre Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach und geben endlich strafbar nach. 9. Du opferft Gott die leichtern Triebe durch einen strengen Lebenslauf; doch opferst du, will's seine Liebe, ihm auch die liebste Neigung auf? Dies ist das Auge, dies der Fuß, die sich der Christ entreißen muß. 10. Du fliehst, geneigt zu Ruh und Stille, die Welt und liebst die Einsamkeit; doch bift du, fordert's Gottes Wille auch dieser zu entfliehn bereit? dein Herz haßt Habsucht, Neid und Zank; flieht's Unmut auch und Müssiggang? 11. Du bist gerecht, denn auch bescheiden? liebst mäßigkeit, denn auch Geduld? Du dienest gern, wenn andre leiden, ver. giebst duFeinden auch die Schuld? Von allen Lastern sollst du rein, zu aller Tugend willig sein. 12. Sei nicht vermessen, wach und streite; denk nicht, daß du schon gnug gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite, Beständigkeit und Wachstum im Glauben 2c. die greift der Feind der Wohl fahrt an. Die Sicherheit droht dir den Fall, drum mache stets, wach überall. mich dein zu freun, von Herzen dich zu lieben; mein Trost, auf deinen Schuß zu traun, und meine Hoffnung, dich zu schaun. 6. Die freche Thorheit dieser 588. Bald oder spät des Zeit soll nie mir meinen Glauben, den süßen Trost der Ewigkeit, des Himmels Hoffnung rauben. Was lindert sonst des Lebens Not, versüßet sonst mir einst den Tod? 421 Todes Raub, wall' ich noch hier auf Erden, ich Sterblicher; doch dieser Staub soll einst unsterblich werden. Und dann, dann ist mein ewges Teil, o Gott, Verwerfung oder Heil. 2. Mit Furcht und Zittern soll der Christ nach seinem Heile ringen, verachten, was auf Erden ist, hinauf zu dir sich schwingen, getroft den Pfad der Trübsal gehn und standhaft in Versuchung stehn. 3. Noch weiß ich, daß ich laufen muß; noch bin ich in den Schranken, noch nicht am Ziele, doch mein Fuß beginnet oft zu wanken. Herr, stärke mich durch deine Kraft auf dieser meiner Pilgerschaft. 4. So lang ich noch als Fremdling hier in diesem Leibe walle, schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz, das dir gefalle, und leite mich auf ebner Bahn durch deinen Geist zu dir hinan. 5. Es sei mein Ruhm, dir wert zu sein, was du gebeutst, zu üben; mein höchstes Gut, 7. Verzagt und schwach sind Fleisch und Blut und eitel unsre Werke. Der Glaub' allein giebt Kraft und Mut, und nur durch Christi Stärke sind wir in Angst und Traurigkeit getroft und überwinden weit. 8. Wohl mir, ich bin sein Eigentum. Nichts soll von ihm mich scheiden, nicht Wollust, Güter oder Ruhm, nicht Schmerz, nicht Tod noch Leiden. Wenn Erd' und Himmel untergehn, werd' ich zum Leben auferstehn. Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. 589. 589. Schön ist die Tugend, mein Verlangen und meiner ganzen Liebe wert. Mit aller Kraft ihr anzuhangen, hat meine Seele oft begehrt. Ach könnt' ich's, wie würd' ich mich freun. Wer heilig ist, muß selig sein. 422 Das christliche Leben. 2. Doch schnell umhüllen Finsternisse mich, wenn ich auch erleuchtet bin. Dann fliehn die heiligsten Entschlüsse, den Morgennebeln gleich, dahin. Bald wähl' ich, was dem Herrn gefällt, bald wieder deinen Dienst, o Welt. 3. Ich Armer, darum kehrt kein Friede in mein verschmach tetes Gebein. Wie bin ich die ses Wechsels müde, wann werd' ich fest im Glauben sein? wann nicht mehr straucheln, allezeit nur deinem Dienste, Gott, geweiht? 4. Unwandelbar ist deine Wahrheit, Herr, aller guten Gaben Quell. Sie leuchte mir in voller Klarheit beständig unbefleckt und hell, daß nie der Sünde Täuscherei gefährlich deinem Kinde fei. 5. O bilde, Vater, meine Seele, nach deinem Willen bilde sie, daß ich das Gute stets erwähle, das Böse immer ernst lich flieh. So reif' ich hier schon, dir geweiht, zu himmlischer Vollkommenheit. my Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu. zen, eile, mir, mein Helfer, beizustehen. Des wahren Glaubens Kraft und Licht, das selige Bestreben, dir zu leben, und Mut zu dieser Pflicht, das wollest du mir geben. 2. Du haft dein göttliches Gebot mir tief ins Herz geschrieben: von ganzer Seele soll ich Gott, wie mich den Nächsten lieben. Wenn ich nach deinem Worte thu, so hab' ich schon hienieden großen Frieden, und welches Heil hast du den Frommen dort beschieden! 3. Laß mich kein Leiden dieser Zeit, kein Weltglück dir entreißen; denn du haft deine Seligkeit den Treuen nur verheißen. Doch könnten wohl durch ihre Müh fie, solche zu verdienen, sich erfühnen? aus Gnaden schenkst du sie, und du erwarbst sie ihnen. 4. Ich kämpf, ermatt' und strauchle oft. Erbarme dich des Schwachen, der nur auf dich in Demut hofft; du kannst mich mächtig machen. In jeder Küm. mernis laß mich bei dir, Herr, Zuflucht finden, Troft empfinden und dann zuletzt durch dich in 590. Herr, mein Erlöser, allem überwinden. nur von dir kann ich mir Hülf' erflehen. Vernimm mein Seuf5. Freund meiner Seele, du bist ihr ein Weinstock, sie dein Beständigkeit und Wachstum im Glauben 2c. Rebe. Gieb du ihr Kraft, damit in dir mein Glaube fruchtbar lebe. Dann werd' ich, bis ich sterben soll, auf deine Gnade bauen, dir vertrauen, an Tugendfrüchten voll dein Antlig ewig schauen. Mel. Jesu, der du meine Seele. 591. Du, der Herz und Nieren kennet, Ewiger, erforsche mich. Ach, ich war von dir getrennet, aber du erbarmteft dich, hörtest mein Gebet, mein Sehnen, sahst die Inbrunst meiner Thränen, schenkteft da mir deine Huld und vergabst mir meine Schuld. 2. Forsche selbst in meinem Herzen. Sieh, es irrt und fehlet noch und mit unruhvollen Schmerzen fühlt es oft der Sünde Joch; wankend, ungewiß und träge geht mein Fuß der Tugend Wege, und zu oft noch sieht mein Blick auf der Laster Bahn zurück. 3. Als zuerst vor meinen Blicken der Verblendung Nebel schwand, und mein Auge voll Entzücken, Gott, dein Antlig wiederfand, wie war da der Reiz der Sünden mir so leicht zu überwinden. Ihre Schrecken sah ich nur, aber keiner Anmut Spur. 423 4. Wenn, von Andacht hinge. rissen, ich den Himmel offen sah, lag die Welt zu meinen Füßen; deinem Thron, Erbarmer, nah, mischt' ich in der Engel Chöre Lobgefang von deiner Ehre, von der Huld, die ewig liebt, Sünden tilget und vergiebt. 5. Welche Ruhe, welcher Friede wohnte da in meiner Brust. Eitelkeit, dein war ich müde; Welt, ich fluchte deiner Lust, ich verschmähte deine Gaben; mir war, Gottes Huld zu haben und ein Herz, das ihn verehrt, mehr als Erd' und Himmel wert. 6. Jhr, dem Beten heilge Stunden, voller Ruhe, voll Gewinn, ach, wohin seid ihr verschwunden? Glut der An dacht, ach wohin? Oft noch such' ich Gott durch Zähren, durch Gebet und Flehn zu ehren; doch der Welt Geräusch zerstreut meiner Andacht Innigkeit. 7. Wenn die Menge der Ver. ächter meines frommen Wandels lacht, aus der Andacht ein Gelächter, aus dem Beten Thorheit macht; wenn sie spöttisch auf mich sehen, mich und meinen Glauben schmähen, dann vergeß' ich meine Pflicht und betenne Jesum nicht. 424 Das christliche Leben. 8. Unter der Verfolger Steinen bebten Gottes Märtrer nie; seine Wahrheit zu verneinen, zwang nicht Drohn, nicht Folter sie. Auf des härtsten Todes Wegen gingen sie dem Lohn entgegen, sahn den Himmel offen stehn, konnten so den Tod verschmähn. 9. Der du sie mit Kraft von oben zu dem Kampfe stark gemacht und zu deinem Lohn erhoben, wo kein Feind mehr ihrer lacht hilf auch mir den Spott bezwingen, hilf auch mir den Lauf vollbringen. Vater, bis ans Ende sei dir mein gan zes Herz getreu. - 10. Wer getreu bleibt bis ans Ende und nicht achtet Spott und Hohn, dem bereiten Gottes Hände eine ewge Siegeskron. Kampf und Mut war nicht vergebens; Gott giebt ihm vom Baum des Lebens, und er kommt nicht ins Gericht, stirbt des ewgen Todes nicht. Mel. Jesu, der du meine Seele. 592. Stärke- denn oft fühnre Bitten wagen. Sinkt mein Glaube, gieße du Öl dem schwachen Lichte zu, 2. Echten Glauben schenk vor allen andern Gnaden, Vater, mir. Wem er fehlt, muß dir mißfallen, wer ihn hat, ist eins mit dir. Er belebe meine Triebe, sei der Stab, die Hand der Liebe. Er besiege, wie ein Held, in mir Sünde, Fleisch und Welt. 3. Glauben, wie wenn ich dich sähe, flöße mir, mein Heiland, ein; im Gefühl von deiner Nähe laß mein Herz sich täglich freun. Jesu, willst du dich nicht zeigen? hörst du mich, wie kannst du schweigen? gieb mir Glauben, nahe dich meinem Geist und stärke mich. 4. Unaussprechlich schwach und flüchtig ist mein leicht verführtes Herz; heut ist mir die Tugend wichtig, morgen mir die Sünd' ein Scherz. Ach, wär nur mein Glaube fester. Stärk ihn, mehr ihn, Allerbester; Jesu, eile, stärk ihn, du; ach, sonst find' ich keine Ruh. Mel. Gott des Himmels und der. will er wanken meinen Glau- ben, Gott, an dich. O wie wird 593. Fern Pern vom Ziel, womein Herz dir danken, wie frohLocken; höre mich! Laß mich nicht an dir verzagen, immer nach ich ringe, fleh' ich, o mein Gott, zu dir. Hilf, daß ich den Lauf vollbringe, wirke Mut und Beständigkeit und Wachstum im Glauben 2c. Kraft in mir; mache täglich Ernst und Treu, mich zu beffern, in mir neu. 2. Ach, ich irr' in Finster nissen, Geist der Wahrheit, ohne dich. Von Begierden hingerissen, täuſcht oft meine Seele fich, suchet Ruh und findet sie in der Erde Gütern nie. 3. Hilf mir nach dem Himmel streben, der den Lohn mir aufbehält; Gott und Jesu laß mich leben, nicht den Lüften dieser Welt. Lehre mich, von Sünden rein, eifrig nur im Guten sein. 4. Leite du mich auf dem Pfade deines Lichts zum Leben hin, und mich stärke deine Gnade, wenn ich schwach und mutlos bin, daß ich näher jeden Tag meinem Ziele kommen mag. 5. Gieb zur Übung guter Werte mir Erkenntnis, Kraft und Luft, und im Kampfe flöße Stärke mir in die verzagte Brust; gieb mir Trost in jeder Not, hilf mir treu sein bis zum Tod. 6. Sei mein Beistand, wenn ich sterbe; zeige meinem Geift von fern das mir aufbehaltne Erbe in der Herrlichkeit des Herrn. Dann, gestärkt durch deine Kraft, end' ich froh die Pilgrimschaft. 425 Mel. Herzlich thut mich verlangen. 594. 594. Ich soll zum Leben dringen, für welches Gott mich schuf, soll nach dem Himmel ringen das, das ist mein Beruf. In einer Welt von Sünden soll ich nur ihm mich weihn, sie fliehn, sie überwinden und dann erst selig sein. - 2. In meiner frühsten Jugend hat Gott mich das gelehrt Schön, göttlich ist die Tugend, des höchsten Eifers wert. Ihr folgen reine Freuden, und wer, was Gott will, thut, hat selbst in seinen Leiden Zufriedenheit und Mut. 3. Und wenn der Pilger Gottes der Sünder Lust verschmäht; wenn er troß ihres Spottes der Tugend Pfade geht, was wird ihm einft zum Lohne nach treu vollbrachter Zeit! O Vater, welche Krone, o welche Seligkeit! 4. Das glaub' ich, mich verlanget, dein Kind, o Gott, zu sein, doch meine Seele hanget noch nicht an dir allein. Ich weiß, ich werde sterben, und liebe doch die Welt. O Herr, welch ein Verderben, das mich gefangen hält. 5. Bald wandl' ich deine Wege mit freudenvollem Sinn, Das christliche Leben. bald werd' ich matt und träge 4. Zeuch, o Herr, uns hin und sinke mutlos hin. Ich lasse nach zu ringen, und doch ist's mein Beruf; ich soll zum Leben dringen, für welches Gott mich schuf. 426 zu dir, zeuch uns nach, die Schar der Streiter. Sturm und Nacht umfängt uns hier; jenseits ist es still und heiter. Hoffnung sieht das Morgenrot schimmern hinter Grab und Tod. 5. Auf denn, Mitgenossen, geht mutig durch die kurze Wüste; seht auf Jesum, wacht und fleht, daß Gott selbst zum Kampf euch rüste. Der in Schwachheit mächtig ist, giebt uns Sieg durch Jesum Christ. Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. Mel. Jesus lebt, mit ihm auch. 595. Steil und dornigt ist der Pfad, welcher zur Voll. 596. Der Glaube fehlt, endung leitet. Selig ist, wer ihn betrat und als Streiter Jesu streitet; selig, wer den Lauf vollbringt, siegend sich zu Jefu schwingt. und darum fehlen dem Schwachen Ruhe, Trost und Licht. So hin. dern sich betrogne Seelen und finden, was sie suchen, nicht. Fragt nicht, was eure Herzen quält; ihr tragt die Schuld- der Glaube fehlt. 2. Überschwänglich ist der Lohn der bis in den Tod Getreuen, die der Lust der Welt entflohn, ihrem Heiland ganz sich weihen, deren Hoffnung unverrückt nach der Siegeskrone blickt. 2. Der Glaube fehlt, weil das Gewissen den Frieden Gottes noch nicht schmeckt. Wer glaubt, wird von Gewissens. bissen nicht mehr so fürchterlich erschreckt; er hofft auf Gott, besiegt die Welt. Ihr nicht? so schließt: der Glaube fehlt. 3. Den wir lieben und nicht sehn, er hat uns den Lohn errungen. Von dem Kreuz zu Gottes Höhn hat, der starb, sich aufgeschwungen. Sieger in des Todes Nacht, sprach er selbst: Es ift vollbracht! 3. Der Glaube fehlt; ihr fürchtet Feinde, Verfolgung oder Spott und Hohn. Kaum sagen 6. Dir seufz' ich anzuhangen, Erbarmer, dir allein; du haft es angefangen, das gute Werk ist dein. Vollende, Gott, voll ende, was mir dein Wort verheißt; in deine Vaterhände befehl' ich meinen Geist. Beständigkeit und Wachstum im Glauben 2c. Welt und falsche Freunde die Liebe auf, so bebt ihr schon. Wenn Gott beschüßt, was will die Welt? wozu die Furcht? der Glaube fehlt. 4. Der Glaube fehlt; sonst wichen Sorgen, Verdruß und bange Angstlichkeit; man grämte sich um künftge Morgen nie sündlich, nie um ferne Zeit. Wenn Gott die Kreatur erhält, warum nicht uns?- der Glaube fehlt. 5. Der Glaube fehlt; woher kommt Zagen vor Tod und Grab und Ewigkeit? woher, daß ihr in bösen Tagen so furchtsam und so traurig seid? was ist's, das euren Mut entseelt? an euch nur liegt's; der Glaube fehlt. - 6. Mein Gott, laß Glauben, Hoffnung, Liebe lebendig, feſt und thätig sein, daß ich sie bis zum Sterben übe und schlafe sanft mit ihnen ein. So lebt, so stirbt der Christ vergnügt, weil Hoffnung stärkt und Glaube siegt. will erringen, wer zum Lohn der bessern Welt will hindurch als Sieger dringen, zeig im Kampfe sich als Held. Hier in feinen Übungstagen muß er 427 alles thun und wagen, um der Hoffnung wert zu sein: einft ist jene Krone mein! 2. Wie hat nicht der Herr geftritten, eh sein Haupt am Kreuze sank. Welche Qual hat er gelitten, als den Todeskelch er trant. Und nun fitt er auf dem Throne, und vor ihm, dem Menschensohne, beugen alle nun ihr Knie, denn er kämpfte treu für fie. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 597. Wer das Kleinod Kampfes Ziel. 3. Kämpften nicht und überwanden seiner Wahrheit Märtyrer? Was fie duldend einst empfanden, fühlt und duldet keiner mehr. Und doch trugen fie mit Freuden der Verfolgung schwere Leiden, achteten nicht Schmach und Not, Bande nicht, nicht Qual noch Tod. 4. Und ich sollte unterliegen? mich die Macht der Finsternis, mich der Reiz der Welt befiegen? ist der Lohn mir nicht gewiß, wenn ich meine Lüfte dämpfe, wenn ich unerschrocken kämpfe? drohn der Feinde noch so viel, herrlich ist des 5. Reiche mir aus deiner Höhe, Herr, die Waffen felbft zum Streit, daß ich unerschüttert stehe, wenn der Feinde Macht mir dräut; daß, lockt 428 ordual Das chriftliche Leben.olidno mich mein Herz zur Sünde, ich mich selber überwinde; daß ich dir, mein Gott, getreu, standhaft in Versuchung sei. 5. Nun so wachet, lämpft und ringet, bleibet wacker im Gebet, bis ihr auf der Höhe steht, wo der Sieg die Fahne schwinget. Wenn der Erde Werk gethan, hebt des Himmels Wonne an. 18 Mel. Ach was soll ich Sünder. 598. Auf, ihr Streiter, durchgedrungen; auf und folgt dem Heiland nach, der durch Mel. Du, o schönes Weltgebäude. Marter, Tod und Schmach fich 599. Du sollst glauben, zum Himmel aufgeschwungen; ringt ihm nach in seiner Kraft; er ist's, der den Sieg verschafft. o du Armer, und du zweifelft? zweifle nicht. Du sollst beten zum Erbarmer, und du magst, du kannst es nicht? Kindlich sollst du hier vertrauen, dort wirst du den Ausgang schauen. Jesu Ausgang ward erst klar, als er auferstanden war. 2. Kein Erlöfter müsse sagen, ihm gebreche Kraft und Mut zu dem Kampf mit Fleisch und Blut. Alles soll der Jünger wagen, denn der Herr ist's, der uns heilt und den Müden Kraft erteilt. - 3. Sind wir schwach- bei ihm ist Stärke; sind wir arm- der Herr ist reich; wer ist unferm König gleich? unser Gott thut Wunderwerke. Sagt, ob der nicht helfen kann, dem der Himmel unterthan? 4. Ja, er kann und will uns schirmen. Höret auf, verzagt zu sein; auf den Feind dringt mutig ein, mag er drohen, mag er stürmen. Nur durch Müh, Geduld und Streit geht man ein zur Sicherheit. 2. Glaube giebt der Andacht Flügel, Glaube hebt zu Gott empor, Glaube bricht des Grabes Siegel, selbst der Ewigkeiten Thor, Glaube geht durch Flamm' und Fluten, ließ die Zeugen Jesu bluten, und sie überwanden weit, sicher ihrer Seligkeit. 3. Glaube hilft in allem fiegen, macht die schwerste Tugend leicht; alles muß zu Füßen liegen, selbst gewohnte Sünde weicht. Ob du auch im Kampf erlageft, schon an Glaubenskraft verzageft, kämpfe stärker, kämpfe mehr, deine Hülfe ist der Herr. Beständigkeit und Wachstum im Glauben 2c. 4. Haft du nicht des Wunder- 3. Sei getreu, und müßteft baren Wunderausgang oft ge sehn? sahst du nicht den Un sichtbaren groß durch Thaten bei dir ftehn? doch zu aller Zeit ihn sehen, seinen Rat sogleich verstehen, gleich dich seiner Hülfe freun- würde dies dein Bestes fein? 5. Glaube dann noch, wenn zum Glauben fast kein Hoff nungsstrahl mehr bleibt. Laß dir nichts sein Machtwort rauben: Selig, selig ist, wer gläubt." Ach, die ersten dort am Throne sahen glaubend ihre Krone, rangen, starben, wankten und empfingen. Sei, nie wie sie! - Mel. Jesus, meine Zuversicht. 600. Sei getren und weiche nicht, weil du mußt auf Erden wallen. Wer da weicht, an dem hat nicht Chrifti Seele Wohlgefallen. Hör es, hör es, Chriftus spricht: Sei getreu und wanke nicht. 2. Sei getreu, wenn du im Herrn Ruh und Seelentroft gefunden; sei dem besten Freund nicht fern, lebe stets mit ihm verbunden. Komm nur oft, ihn anzuflehn; was du bittest, foll geschehn. 429 du Tag und Nächte vor ihm ringen. Endlich führt er dich zur Ruh; endlich wirst du dahin dringen, wo nach kurzer Thränen. zeit Friede strömt und Seligkeit. 4. Sei getreu, will deine Schuld deines Glaubens Licht umdunkeln. Bald läßt freundlich Christi Huld seines Trostes Stern dir funkeln; der die Sünden aller trug, ward ja auch für dich ein Fluch. 5. Sei getreu im Sündenstreit, wie auch böse Lust fich rege. Nah ist Christus und gebeut, daß sich schnell ihr Wüten lege. Sei getreu; Beständigkeit wird gekrönt in Ewigkeit. 6. Treuer Jesu, steh mir bei, daß ich dir mich ganz ergebe. Hilf mir, daß ich fest und treu, heilig, keusch und züchtig lebe. Rufe stets mir zu, mein Gott: Sei getreu bis in den Tod! Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 601. Kämpfend soll ich leben, fterben, kämpfend nur den Himmel erben. Nimmer soll ich weichen, wanken, wo der Schwachen viele sanken; soll in Flammen, Fluten, Ketten 430 Das chriftliche Leben. siegend meine Seele retten. O wer hilft mir mutig ringen, aller Feinde Macht bezwingen? 2. Heiland, treu hast du gerungen, vielgeprüft, doch nie bezwungen, groß am Kreuz und frei in Banden deines Vaters Werk bestanden, über alle Himmel droben dich zu seinem Thron erhoben. Hilf, o Herr, dir nach mir ringen, aller Feinde Macht bezwingen. 3. Gottes Welt ist reich an Wonne; Sünde nur entweiht die Sonne. Unkraut unter edle Saaten streut sie oft in Wort und Thaten, und Verführung raubt hienieden vielen ihren Gott und Frieden. Hilf mir wachen, beten, ringen; hilf mir, Herr, die Welt bezwingen. 4. In dem Herzen willst du wohnen und mit deinem Heil mir lohnen. Doch des Herzens Lüft' empören sich, die Seele zu bethören; dienstbar stürzen ihre Knechte in des Abgrunds finstre Nächte. Hilf mir machen, beten, ringen; hilf mir, Herr, mich selbst bezwingen. 5. Ach, das höchste Glück auf Erden kann der höchste Fluch mir werden. Hoheit, Ehre, Macht und Schäße wurden oft der Tugend Neße, und des Vaters milder Segen führte fern von seinen Wegen. Hilf mir wachen, beten, ringen; hilf mir, Herr, das Glück bezwingen. 6. Selig, die in bösen Tagen Böses fliehen, doch ertragen. Wird die Not mir nie den Glauben, Redlichkeit und Hoffnung rauben? wird kein Unrecht mich versuchen, Thätern wie der That zu fluchen? Hilf mir machen, beten, ringen; hilf mir, Herr, die Not bezwingen. 7. Allen Bösen, allen From. men soll das Ziel der Wallfahrt kommen. Werd' ich, dankbar für das Leben, vor dem Tode nicht erbeben, nicht sein Bild von mir entfernen? werd' ich freudig sterben lernen? Hilf mir wachen, beten, ringen; hilf mir, Herr, den Tod bezwingen. sd 15. Der Friede des Christen. Mel. Mag ich Unglück nicht widerst. die Welt denn meinem Glauben? 602. Ich weiß, daß mein ohn meinen Gott krümmt ſie Erlöser lebt; was widerstrebt fürwahr mir nicht ein Haar, er Der Friede des Chriften. woll' es denn erlauben. Führt Mel. Herzlich thut mich verlangen. mich sein Rat auf rauhem 603. Jft Gott für mich, Pfad durch diese Welt, wie's ihm gefällt, nur daß ich's mög' ertragen. so trete denn alles wider mich. So oft ich ruf und bete, stärkt meine Seele sich. Hab' ich das Haupt zum Freunde und bin geliebt von Gott, was schadet mir der Feinde Verfolgung und ihr Spott? 2. Ich weiß, daß mein Herr Jesus Christ viel größer ist, als alle Macht der Erden. O liebe Seel, was zagest du? gieb dich zur Ruh, es kann bald beffer werden. Aus aller Not hilft dir dein Gott das ist gewiß; trau fest auf dies; im Glauben muß man's faffen. 3. Von Herzen, Herr, vertrau' ich dir. Bleib stets bei mir, du König aller Ehren. Mein Hoffen steht zu dir allein; laß ferne sein, was mich von dir möcht kehren, daß ich dein Wort, du treuer Hort, bekenne frei ohn alle Scheu auch in den größten Nöten. 4. Ich weiß, daß du mein Heiland bift, o Jesu Chrift, drum laß ich mir nicht grauen. Mein Helfer ist des Höchsten Sohn auf Gottes Thron, auf den will ich fest bauen. Lebt er doch noch im Himmel hoch; er wird mich wohl, wenn's werden soll, nach meinem Leid ergötzen. 431 2. Ich weiß und glaub' es feste und rühm's auch ohne Scheu, daß Gott, der Höchste, Beste, mein Freund und Vater sei, und daß in allen Fällen er mir zur Rechten steh' und dämpfe Sturm und Wellen und was mir bringet Weh. 3. Der Grund, drauf ich mich gründe, ist Christus und sein Blut; bei ihm allein ich finde das ewge wahre Gut. An mir und meinem Leben ist nichts, was Heil gewährt; was Christus mir gegeben, das ist der Liebe wert. 4. Nichts, nichts kann mich verdammen, nichts raubet mir mein Herz; ich geh durch Flut und Flammen und fühle keinen Schmerz. Rein Urteil mich erschrecket, kein Unheil mich betrübt, weil mich mit Flügeln decket mein Heiland, der mich liebt. ds nilor adsi Das chriftliche Leben. 5. Sein Geift spricht meinem sieht lauter Sonnenschein. Die Geifte manch süßes Trostwort zu, wie Gott dem Hülfe leiste, der bei ihm suchet Ruh, und wie er hab' erbauet dort eine neue Stadt, wo Herz und Auge Sonne, die mir lachet, ist mein Herr Jesus Chrift; das, was mich freudig machet, ist, was im Himmel ift. ſchauet, was es geglaubet hat. 604. Wie wohl ist mir, 6. Dort ist mein Teil und Erbe, dort strahlt mir Gottes Licht. Wenn ich gleich fall' und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Muß ich mit Thränen feuchten den Weg durch diese Zeit; mein Jesus und sein Leuchten verfüßet alles Leid. 432 7. Die Welt mag mich verlassen, du bleibft mir ewiglich. Kein Drohen, Schmähen, Haffen soll trennen mich und dich; kein Hunger und kein Dürften, fein Mangel, teine Bein, kein Zorn der größten Fürsten soll mir zu schreckhaft sein. 8. Kein Engel, keine Freuden, kein Thron der Herrlich teit, kein Lieben und kein Leiden und keine Fährlichkeit was man nur mag erdenken, es sei klein oder groß, der keines soll mich lenken aus dei. nem Arm und Schoß. 9. Mein Herz schwingt sich nach oben und kann nicht traurig sein, ist voller Freud' und Loben, o Freund der Seelen, wenn ich in deiner Liebe ruh. Ich steige aus den Schwermutshöhlen und eile deinen Armen zu. Da muß die Nacht des Trauerns scheiden, wenn mit so wonnereichen Freuden die Liebe strahlt aus deiner Brust. Hier ist mein Himmel schon auf Erden; dem muß ja volle Gnüge werden, der in dir suchet Ruh und Luft. 2. Die Welt mag sich mir feindlich zeigen; es sei also, ich acht' es nicht. Will sie sich freundlich zu mir neigen, ich flieh' ihr trügend Angesicht. In dir vergnügt sich meine Seele; du bist mein Freund, den ich erwähle; du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht. Der Welt Haß kann mich doch nicht fällen, weil in den stärksten Unglückswellen mir deine Treu den Anker reicht. 3. Will mein Gewissen mich verdammen, blißt auf mich des Gesetzes Wet, drohn mir des Der Friede des Christen. Zorns verdiente Flammen, fo mich Lehn' auf dich. Mich kann schau' ich gläubig in die Höh Welt, Not und Tod nicht zu dir, der du durch deine Wun- quälen, denn du, o Herr, erden für mich den hohen Troft quiceft mich. Mir soll dein erfunden, daß mich kein Fluch- Friede im Gemüte und die ftrahl treffen kann. Tritt alles wider mich zusammen, du bist mein Heil, wer will verdammen? Die Liebe nimmt sich meiner an. 4. Lenkst du durch Wüsten meine Reife, ich folg' und lehne mich auf dich. Du giebst mir Empfindung deiner Güte des Himmels süßer Vorschmack sein. Weg, Welt, mit allen Schmeicheleien; nichts fann, als Jesus, mich erfreuen. O reicher Troft, mein Freund ist mein. aus den Wolken Speise und 605. Seligftes Peligftes tränkeft aus dem Felsen mich. Ich traue deinen Wunderwegen, sie enden sich in Lieb' und Segen. Genug, wenn ich dich bei mir hab. Ich weiß, wen du willst herrlich zieren und über Sonn' und Sterne führen, den führest du zuvor hinab. 5. Der Tod mag andern düfter scheinen; ich blick auf ihn mit heiterm Mut, denn du, mein Leben, läsfest keinen, des Herz und Leben in dir ruht. Wen kann des Weges End' erschrecken, wenn er aus Nächten, die ihn decken, gelangt zu Licht und Sicherheit? O Herr, so will ich auch mit Freuden aus dieser Welt voll Rummer scheiden zur Ruhe deiner Ewigkeit. 6. Wie ist mir denn, o Freund der Seelen, so wohl, wenn ich 433 Wesen, unendliche Wonne, grundlos für jeden erschaffnen Verstand, Va ter des Lichtes, du herrlichste Sonne, bei der nie Ändrung noch Wechsel fich fand; laß mich dich loben, einst soll es droben, wo dich nebst Engeln auch Menschen befingen, meiner verherr. lichten Zunge gelingen. 2. Gönne von ferne mir einige Blicke in deiner Herrlichkeit göttlichen Glanz. Wenn ich dereinst mich, vollendet, erquicke, schau' ich dich selig von Angesicht ganz; dann wird mein Lieben aus reinen Trieben, nie mehr gehindert, ohn Unterlaß fließen, und ich werd dein mit Entzücken genießen. 3. Bebet der Erdkreis und donnert der Himmel, tobet und brauset die zürnende Welt, den19 Das christliche Leben. noch bleibt mitten in solchem aus der Zahl der elendesten Getümmel mir meine Seligkeit Sünder machet der selge Gott fefte gestellt. Denn dein Er selige Kinder.d had and d barmen schüßet mich Armen, weil ich mir dich, o allmächtiges Mel. O Welt, ich muß dich. sdmarks Weſen, einzig zum Felfen und 606. Nun ist das Band Retter erlesen. 4. Leb' ich in Finsternis, giebt mir dein Glänzen selbst in dem Todesthal Hoffnung und Licht. Sink' ich in Ohnmacht und wank' an den Grenzen banger Verzweifelung, läßt du mich nicht. Endlich im Sterben werd' ich ererben durch dich und in dir ein ewiges Leben, das nur das feligste Wesen tann geben. 5. Wird meine Seele im Glauben nun lichte, dank' ich es, feligstes Wesen, nur dir. Wenn ich mein Seufzen zum Himmel hin richte, empfind' ich Freuden des Himmels in mir. Ich seh voll Hoffen jene Stadt offen, wo sich an ewigen herrlichen Schäßen deine begnadig. ten Kinder ergößen. b 6. Bin ich denn selig, Gott, laß es mich merken, schreib mir's durch deinen Geist tief in den Sinn. Dann nimm in Glauben und seligen Werken mich von der Eitelkeit, wenn du willst, hin, daß ich nach Klagen freudig mag sagen: Seht, 434 zerrissen, das ängstliche Ge wissen ist alles Kummers frei. Der Friede ist gefunden, das Herz mit Gott verbunden, sein Geist schafft alles in mir neu. 2. Der eigne Wille wollte lang nicht, wie er doch sollte, in Gottes Willen ruhn. Da war ein Widerstreben; bald wollt' ich Jesu leben, bald wieder meinen Willen thun. 3. Ich mußte lange friegen, was andern ein Vergnügen, war meine größte Laft. Ich mußt' auf beiden Seiten mit Luft und Unluft streiten. Nun aber find' ich Ruh und Raft. 4. Ich spür' ein neues Leben, vom steten Widerstreben der falschen Luft befreit. Ich wandle gottgelassen, entfernt, mir anzumaßen, was er nicht selber mir gebeut. 5. Sein Wille ist mein Wille, ich wohn' in süßer Stille der Sicherheit und Ruh. Was mich zuvor gequälet, das ist nun wie entseelet, der Geist des Friedens spricht mir zu. Der Friede des Christen. 6. Wie fühl' ich mich erhoben, im Geifte Gott zu loben für seine große Gnad, durch die er mich, den Armen, aus herz. lichem Erbarmen von aller Angst entbunden hat. starken Hand, Allmächtger, uns entreißen? Wenn wir gleich hier müssen streiten und zu Zeiten Schmach empfinden, hilfft du uns doch überwinden. 3. Du deckest unsre Schulden zu, schenkst unsern Seelen wahre Ruh und stärkest uns mit Freude. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm; wir sind sein Volk und Eigentum und Schafe seiner Weide. Gutes Mutes sind auf Erden in Beschwerden unsre Seelen; Herr, was kann bei dir uns fehlen? 4. Es bleibet zwar der hohe Wert der Gnade, die uns widerfährt, verborgen hier auf Erden; doch wenn der Herr vor aller Welt in Majestät Gericht Mel. Wie schön leucht't uns der M. 607. Wie groß ist unsre einst hält, dann wird er sicht. bar werden. Alsdann sieht man ihn mit Kronen uns belohnen und die Seinen ewiglich mit sich vereinen. 7. Ich lebe nun im Frieden ganz frei und abgeschieden in einer andern Welt. Des Jammers ist vergeffen; Gott hat mir zugemessen ein Teil, das ewig mir gefällt. 8. Wie ist die Ruh so süße, die ich seitdem genieße nach langem Kampf und Streit, da ich den Herrn nun habe und mich ohn Ende labe an seiner Lieb' und Freundlichkeit. Seligkeit, o Gott, schon in der Prüfungszeit, selbst unter viel Beschwerden, wenn unser Herz sich dir ergiebt und treu in deinem Dienst sich übt; wie groß wird sie einst werden, wenn sich herrlich jenes Leben wird anheben, wo man Freuden erntet von der Saat der Leiden. 435 2. Schon sind wir göttlichen Geschlechts und freuen uns des hohen Rechts, als Vater dich zu preisen. Bei dir ist unser Vaterland, und wer will deiner 5. Wie selig, Gott, sind wir alsdann, wie viel hast du an uns gethan. O laß uns unfre Würde vor Augen haben jeder. zeit, so tragen wir mit Willigfeit der kurzen Leiden Bürde. Herr, gieb den Trieb in die Seelen, dich zu wählen und im Leben uns dir herzlich zu ergeben. 196 mi don 19* 436 Das christliche Leben. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 608. Gott, dich kennt die Welt nicht recht. Ihr stolzer Sinn wähnt sich gerecht, fie täuscht sich bis ans Ende. Fromm will sie leben ohne dich, vergöttert selbstgefällig sich; o daß sie dich doch fände. Widerspruch und keine List; wahr ist sein ganzes Wesen. 6. Dies hatt' ich außer Gott gesucht, nun hab' ich's als des Glaubens Frucht und laß' es niemals wieder. O Gott, von dem ich mich gewandt, den leider ich erst spät erkannt, fomm, senk dich in mich nieder. 5. Der Sturm der Leidenschaften schweigt; der starre Sinn ist ganz gebeugt, das Herz in Gott genesen und nirgends in der Seele 3wift, fein 2. In dir nur ist die Seele still; o Gott, wer dich nicht suchen will, kommt nie zum wahren Frieden. Hat er der Freuden noch so viel, und du, o Gott, bist nicht sein Ziel, bleibt er vom Heil geschieden. 3. Ein unaussprechlich Gut ist da, geheimnisvoll dem FromMel. Nun danket all und bringet. men nah, dem es die Seele 609. Wohl, wohl dem füllet. Er hat es nun im Geist gesehn, bleibt voller Lieb' und Ehrfurcht stehn, beschämt und doch gestillet. indi 4. Vor nichts ist seinem Herzen bang; er übet alles ohne Zwang, Verleugnen, Leiden, Beten. Wie leicht und lieblich ist's ihm nun. Aus Liebe kann er alles thun, was andre niemals thäten. 7. Dann ruht, o Gott, in dir mein Geift, der nicht mehr in der Irre kreist, wie in verlornen Jahren. Du, Gott, genügeft mir allein. Bei dir will ich auf ewig sein und deine Lieb' erfahren. Menschen, der dem Rat der Frevler sich entzieht; dem Men. schen, der den krummen Pfad der Übertreter flieht. 2. Der, wo der Gottheit Spötter lacht, die fromme Seel' entfernt, sich Gottes Recht zur Freude macht und Tag und Nacht es lernt. 3. Er grünet, wie am Bach ein Baum von seinem Segen schwillt, sich hebt und einen weiten Raum mit seinem Wipfel füllt. 4. Er trägt, wenn seine Zeit kommt, Frucht und bleibet Der Friede des Christen. immer grün; er tröstet den, der Schatten sucht, der Wandrer ſegnet ihn. 5. Das ist der Fromme; was er macht, gerät ihm und gedeiht. Staub ist der Sünder, der sein lacht, Spreu, die der Wind zerstreut. 6. Wer frech sich gegen Gott empört, beſteht nicht im Gericht. In der Gemeine, die Gott ehrt, bleibt der Verbrecher nicht. 7. Dir, Höchster, dir gefällt die Bahn, die der Gerechte geht. Du schaust im Zorn den Sünder an; was ihn erfreut, vergeht. 610. Bestz' ich nur ein ruhiges Gewissen, so ist für mich, wenn andre zagen müssen, nichts Schreckliches in der Natur. 2. Dies sei mein Teil, dies soll mir niemand rauben. Ein reines Herz von ungefärbtem Glauben, der Friede Gottes nur ift Heil. 3. Welch ein Gewinn, wenn meine Sünde schweiget, wenn Gottes Geist in meinem Geiste zeuget, daß ich sein Kind und Erbe bin. 4. Und diese Ruh, den Troft in unserm Leben, sollt' ich für Lust, für Luft der Sinne geben? Dies lasse Gottes Geist nicht zu. 437 5. In jene Pein, mich selber zu verklagen, der Sünde Fluch mit mir umherzutragen in diese stürzt' ich mich hinein? - 6. Laß auch die Pflicht, sich selber zu besiegen, die schwerste sein. Sie ist's, doch welch Vergnügen wird sie nach der Vollbringung nicht. 7. Welch Glück, zu sich mit Wahrheit sagen können: ich fühlt' in mir des Bösen Luft entbrennen; doch, Dank sei Gott, ich schützte mich. 8. Und welch Gericht, selbst zu sich sagen müssen: ich konnte mir den Weg zum Fall verschließen; und doch verschloß ich mir ihn nicht. 9. Was kann im Glück den Wert des Glücks erhöhen? ein ruhig Herz verfüßt im Wohl. ergehen dir jeden frohen Augen. blick. 10. Was kann im Schmerz den Schmerz der Leiden stillen, im schwersten Kreuz mit Freuden dich erfüllen? ein in dem Herrn zufriednes Herz. 11. Was giebt dir Mut, die Güter zu verachten, wonach mit Angst die niedern Seelen schmachten? ein ruhig Herz, dies größre Gut. 438 Das christliche Leben. 12. Was ist der Spott, den ein Gerechter leidet? Sein wahrer Ruhm; denn wer das Böse meidet, das Gute thut, hat Ruhm bei Gott. 13. Im Herzen rein, hinauf gen Himmel schauen und sagen: Gott, du, Gott, bist mein Vertrauen! welch Glück, o Mensch, fann größer sein? 14. Sieh, alles weicht; bald wirst du sterben müssen. Was wird alsdann dir deinen Tod versüßen? ein gut Gewissen macht ihn leicht. 15. Heil dir, o Christ, der diese Ruh' empfindet und der sein Glück auf das Bewußtsein gründet, daß nichts Verdammlichs an ihm ist. 16. Laß Erd' und Welt- so kann der Fromme sprechen- laß unter mir den Bau der Erde brechen, Gott ist es, dessen Hand mich hält. Ruh' erquickst, beschatteſt du mich schon in diesem Leben. 2. Fern von der Welt, mit dir allein, o du, der Wesen Wesen, wie ist von aller seiner Bein durch dich mein Herz ge nesen. Der die Welt schuf, der, und der sein wird, er, half mir und war mein Gott; allmächtig half mein Gott und gab mir seinen Frieden. 3. Des Glaubens war ich immer voll laß stets sein Licht mir scheinen gerettet aus der Trübsal soll der Treue Freude weinen. Der mich leiden fah, Gott, Hallelujah! durch den siegt' ich; durch den, der meiner Seele Flehn, selbst mein Verstummen hörte. - 4. Wenn meine ganze Seele fleht, erhoben aus dem Staube; wenn ich im freudigen Gebet, mein Vater, mächtig glaube- zu der Sieger Chor, Gott, zu dir empor steig' ich dann, ruh' in dir; dort bin ich, nicht mehr hier, bin schon durch Hoffnung Mel. Ein feste Burg ist unser Gott. 611. Auf ewig ist der Herr selig. mein Teil, mein Führer und mein Tröster. Er ist mein Gott, mein Licht, mein Heil, und ich bin sein Erlöster. Du verwirfst mich nicht, Gott, selbst im Gericht; mit jenes Lebens 5. Allgegenwärtig hast du mich, auch mich, den Staub, umgeben. Du siehst mich, ich empfinde dich; sehn werd' ich dich und leben. Hier und dort und da ist mein Gott mir nah. Gedanke Der Friede des Chriften. 439 meiner Ruh, wie reich an Heil bist du, wie reich am Trofte Gottes. 6. Ich lebe dir, ich sterbe dir, doch nicht durch meine Kräfte. Bin ich des Herrn, so ist's in mir sein göttliches Geschäfte. Herr, ich lebe dir; Herr, ich fterbe dir. Ja, Vater, Vater, dein will ich auf ewig sein, auf ewig dein Versöhnter. du schaffst mir nach dem Streite Ruh und reichst mir meine Krone. 4. Herr, lente meines Geistes Blick von diesem Weltgetümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigkeit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit vergeht und währt nur kurze Zeit; im Himmel sei mein Wandel. 5. Jeßt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was jene beffre Welt Mel. Nun freut euch, lieben Christen. 612. Ich weiß, an wen gewährt, wo wir Gott heilig mein Glaub sich hält; kein Feind foll mir ihn rauben. Als Bürger einer bessern Welt leb' ich hier noch im Glauben; dort schau' ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir mein Erbteil raubt? es ruht in Jesu Händen. dienen. Dann, wenn mein Auge nicht mehr weint und mein Er. lösungstag erscheint, dann werd' ich's froh empfinden. 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit, und herrlich ist die Krone. Das Glück der ganzen Ewigkeit wird mir zum frohen Lohne. Der du für mich den Tod geschmeckt, durch deinen Schild werd' ich bedeckt; was kann mir denn nun schaden? 6. Jm Dunkeln seh' ich hier mein Heil; dort seh' ich's flar und heiter. Hier ist die Schwach. heit noch mein Teil, dort ist sie es nicht weiter. Hier ist mein Wert mir noch verhüllt; dort wird er sichbar, wenn dein Bild mich einst vollkommen schmücket. 3. O Herr, du bist mein ganzer Ruhm, mein bester Troft auf Erden, in jener Welt mein Eigentum; was fann mir Größres werden? Von fern glänzt mir mein Kleinod zu; 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden; auf deinen Tod bin ich getauft, wer will von dir mich scheiden? Du zeichneft mich in deine Hand, Herr, du bist mir, ich dir bekannt. Mein sind des Himmels Freuden. Das chriftliche Leben. 8. Wie groß ist meine Herr. Ich bin ein Chrift, ich bleib lichkeit, empfinde sie, o Seele. zu Jesu Füßen. Vom Tand der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele. Der Erde glänzend Nichts vergeht; nur des Gerechten Glück besteht durch alle Ewigkeiten. 440 613. Nicht diese Welt, die in ihr nichts vergeht, nicht Güter, die vor ihr als köstlich gelten, nicht eitles Glück hat sich mein Wunsch erfleht. Ich bin ein Christ, ich suche beffre Welten. 2. Ich bin beſtimmt, des Königs Knecht zu sein, vor welchem sich der Erde Fürsten neigen. Die Welt gebeut, mich ihrem Dienft zu weihn; ich bin ein Christ, darf ich mich sklavisch beugen? 3. Es brauft der Sturm, der Tag der Not erscheint, und tausend seh' ich schreckensvoll erzittern. Ich bebe nicht, im Himmel ist mein Freund. Ich bin ein Chrift, mich kann kein Leid erschüttern. 5. Dort naht sich mir des Kreuzes Chrifti Feind; hier locken mich der Spötter freche Rotten. Sie rufen laut, doch mir, mir winkt mein Freund. Ich bin ein Christ, sollt' ich mit ihnen spotten? 6. Zwar thränenvoll ist meiner Wallfahrt Bahn, an Schmerzen reich und arm an Glück und Freuden; doch tröft' ich mich- mein Herzog geht voran. Ich bin ein Christ, ich will mit Chrifto leiden. 7. Wird mich denn einft, nach treu gekämpftem Streit, mein Todestag zur Ruh des Grabes bringen ich fühle nicht des Abschieds Bitterkeit. Ich bin ein Chrift, ich kann den Tod bezwingen. - 8. Und wenn zuletzt der große Tag erwacht, da, die den Herrn verwarfen, angstvoll beben, so tret' ich froh aus meines Grabes Nacht. Ich bin ein Chrift, ich werde ewig leben. Mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. 614. Wenn Denn ich ein gut Gewissen habe, so hab' ich große Seligkeit. Es ist des Himmels befte Gabe, das höchste Glück 4. Mir naht die Schar, die sich von Gott verlor; ich soll 614. mit ihr zu wandeln mich entschließen. Sie lockt und droht, ich schenk' ihr nicht mein Ohr. Der Friede des Christen. jedem giebt, der ihn von ganzer Seele liebt. in dieser Zeit. In Freud' und Leiden giebt es hier die wahre Ruh der Seele mir. 2. Ich bebe nicht, wenn Sünder beben, daß Gott gerecht und heilig ist; mein Herz giebt Zeugnis meinem Leben, daß ich ge wandelt als ein Christ, des göttlichen Berufes wert, der himmlisch uns hier wandeln lehrt. 3. Getrost wag' ich's vor Gott zu treten und ihn voll Glaubensfreudigkeit als meinen Vater anzubeten, der alles Gute mir Mel. O Welt, ich muß dich. verleiht und Heil und Segen 615. Wie sanft fehn wir 4. Mit Mut trag' ich des Lebens Leiden, Verfolgung, Lästrung, Schmach und Hohn, denn des Gewissens innreFreuden sind süßer als der Menschen Lohn. Und was kann höhern Troft verleihn, als ohne Schuld im Leiden sein? 5. 3ft auch mein Herz nicht rein von Sünde doch hab' ich Freudigkeit zu Gott. Von heilgem Schmerz durchdrungen finde ich Trost in des Versöhners Tod. Er, der am Kreuz gelitten that, starb auch für meine Missethat. - 441 6. So eil' ich mit gesetztem Schritte des Lebens letter Stunde zu. Fällt endlich dieses Leibes Hütte, so scheid' ich mit getrofter Ruh, da nun mein Geist, der Gott gelebt zum höhern Leben sich erhebt. 7. O Seele, darum sei beflissen, daß Frömmigkeit und Glaubenstreu dir stets ein freudiges Gewissen im Leben und im Tod verleih. Und du, mein Gott, regiere mich, denn was vermag ich ohne dich? d den Frommen, nun bald der Erd' entnommen, sich seinem Ziele nahn. Wo fich des Lebens Freuden vom frechen Sünder scheiden, da gehn des Christen Freuden an. 2. Bei seiner Wallfahrt Ende hebt er voll Dank die Hände zu seinem Vater auf; gesichert vor Verderben, kann er nun freudig sterben nach einem wohl vollbrachten Lauf. 3. Sein ruhiges Gewissen bebt nicht vor Finsternissen der Bahn, die er nicht kennt; die schreckensvollen Pfade erleuchtet ihm die Gnade des Gottes, den er Vater nennt. 4. Mit fröhlichem Gemüte rühmt er die Macht und Güte, 19** 442 Das chriftliche Leben. die ihn dem Tod entreißt; sein Herz, zu Gott erhoben, empfängt den Trost von oben und Fried' und Freud' im heilgen Geist. 5. Er segnet froh die Seinen, die um sein Lager weinen, er mahnt und tröstet sie, und seiner Treue wegen erfüllt Gott seinen Segen und weichet auch von diesen nie. 6. Die Engel steigen nieder, voll froher Jubellieder die Seele zu empfahn; er ftimmt in ihren Chören zu seines Heilands Ehren nun ein vollkommnres Loblied an. 7. Hilf, Herr, in diesem Leben mir nach dem Sinne streben, der solches Glück erwirbt, damit auch ich als Erbe der Seligkeit einst sterbe, so freudig, wie der Fromme stirbt. Christen? was der Glanz der eitlen Freuden? was des Lebens kurze Leiden, wenn sie deinen Lohn erblicken, der sie ewig wird beglücken, und des Kranzes Wert empfinden, den dort Engel für sie winden? 3. Nun mag Elend auf mich ſtürmen, Gottes Troft wird mich beschirmen. Kurz sind dieses Lebens Pfade; ewig währt der Lohn der Gnade. Mit des Dankes ftillen Zähren will ich Gottes Rat verehren, unter keiner Plage sinken und den Kelch der Leiden trinken. 4. Du haft selbst der Menschen Plagen, Heiland, voll Geduld ertragen, mit dem schwersten Tod gestritten, tausendfach mein Leid gelitten. Laß mich deine Kraft beleben, wenn die matten Hände beben, laß sie mir den Sieg gewähren; trockne, trockne Mel. Schmücke dich, o liebe Seele. 616. Vom Geräusch der meine Zähren. Welt geschieden, schmeck ich des Erlösers Frieden und die Freude, schon auf Erden, Gott, mit dir vereint zu werden; sehe diese Welt der Sünden unter meinem Fuß verschwinden und das Glück von jenem Leben den entzückten Geist umgeben. 2. Gott, was ist der Reiz von Lüften den Gemütern wahrer Mel. Jesu, meine Freude. 617. Wie getroft und heiter, o Gebenedeiter, machst du meinen Geist; der du, die dir trauen, führst zu grünen Auen und so gern erfreuſt. Niemals wird bei dir, mein Hirt und Beruhiger der Seelen, mir Erquicung fehlen. Der Friede des Christen. 2. Deinem Rat ergeben, meiner Not ich nicht hülflos freu' ich mich zu leben; was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher; du, mein Seligmacher, rüstest mich mit Mut. Wenn die Welt erbebt und fällt, wenn Gericht und Hölle schrecken, willst du mich bedecken. 3. Ich kann ohne Grauen Gräber vor mir schauen, mein Erlöser lebt. Ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein Arm erhebt. Todestag, dein Schrecken mag eines Frevlers Herz erschüttern; was brauch' ich zu zittern? 4. Auch in mir ist Sünde; doch ich überwinde sie, mein Hirt, durch dich. Sink' ich oft noch nieder, du erhebst mich wieder, du begnadigst mich. Deine Huld tilgt meine Schuld; nie entziehst du deinem Knechte der Erlösten Rechte. 5. Daß ich Gott erkenne und ihn Vater nenne und mich ewig sein; daß ich hier am Grabe Trost und Hoffnung habe, dank' ich dir allein; daß dein Geist mich unterweist und mich führt auf deinem Pfade, das ist deine Gnade. 6. Der du Blut und Leben für mich hingegeben, daß in 443 bliebe groß ist deine Liebe, stärker als der Tod. Herr, und ich, ich sollte mich deiner Huld nicht dankbar freuen, dir mein Herz nicht weihen? 7. Würdig dir zu leben, dies sei mein Bestreben, meine Lust und Pflicht. Was die Welt vergnüget, o mein Heil. das gnüget meiner Seele nicht. Hab' ich dich, wie gern will ich das, wonach die Heiden trachten, reich in dir verachten. 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde durch Zufriedenheit? sind nicht auch die Ehren, die die Welt be thören, Traum und Eitelkeit? Du erfreuft des Menschen Geist und willst die, die dich verehren, ewig wieder ehren. 9. Deinen hohen Frieden schmeck' ich schon hienieden, und was hoff' ich dort? unbegrenzte Zeiten voller Seligkeiten Hoff' ich auf dein Wort. Sie sind mein durch dich allein. Bleib' ich dir getreu im Glauben, wer kann sie mir rauben? 10. Voll von deiner Güte frohlockt mein Gemüte, Gott, mein Heiland, dir. Dieser Geift der Freuden stärke mich im Leiden, weiche nie von mir. Laß Das christliche Leben. mich so beherzt und froh einft Ewigkeit mit Ruh entgegen durchs Thal des Todes dringen, dort dein Lob zu singen. schaue? Bald ruft mich Gott und ewiglich belohnet und erquickt er mich, weil ich ihm hier vertraue. Bald, bald ver-. schwindet mir mein Schmerz, und Himmelsfreuden schmeckt mein Herz. 444 Mel. Ewigkeit, du Donnerwort. 618. Mein Glaub' ist meines Lebens Ruh und führt mich deinem Himmel zu, o du, an den ich glaube. Ach gieb mir, Herr, Beständigkeit, daß diesen Troft der Sterblichkeit nichts meiner Seele raube. Tief präg es meinem Herzen ein, welch Heil es ist, ein Christ zu sein. 2. Du haft dem sterblichen Geschlecht zur felgen Ewigkeit ein Recht durch deinen Tod er worben. Nun bin ich nicht mehr Asch' und Staub, nicht mehr des Todes emger Raub, du bist für mich geftorben. Mir, der ich dein Erlöfter bin, ist dieses Leibes Tod Gewinn, di 3. Ich bin erlöst und bin ein Christ; mein Herz ist ruhig und vergißt die Schmerzen die ses Lebens. Ich dulde, was ich dulden soll, und bin des hohen Troftes voll: ich leide nicht vergebens. Gott selber mißt mein Teil mir zu, hier furzen Schmerz, dort ewge Ruh. is 4. Was seid ihr, Leiden dieser Zeit, mir, der ich meiner 5. Bin ich gleich schwach, so trag' ich doch nicht mehr der Sünde schmachvoll Joch in mei. nem Lauf auf Erden. Die Tugend ist mir süße Pflicht; doch fühl' ich es, ich bin noch nicht, was ich dereinst soll werden. Mein Troft ist dies: Gott hat Geduld und straft mich nicht nach meiner Schuld. 6. Der du den Tod für mich bezwangst, du haft, o Herr, mich aus der Angst, in der ich lag, geriffen. Dir, dir verdank' ich meine Ruh; du heilteft meine Wunden zu, du stilltest mein Gewissen. Und fall' ich noch in meinem Lauf, so richtest du mich wieder auf. 7. Gelobt sei Gott! ich bin ein Chrift, und seine Gnad' und Wahrheit ist an mir auch nicht vergebens. Sein Wort hilft mir zur Heiligung, die Gnade wirkt Erneuerung des Herzens und des Lebens; ich fühle, daß des Geistes Kraft Der Friede des Christen. den neuen Menschen in mir schafft. 8. Dank sei dir, Vater, Dank und Ruhm, du lehrtest mich das Christentum feft glauben, willig üben; du gabst mir dazu Kraft und Fleiß, ich lieb' es immer noch und weiß, ich werd' es ewig lieben. Jetzt und fort. hin mein lebenlang bring' ich dafür dir Preis und Dank. Mel Seele, was ist Schönres wohl. 619. Seele, fuchft du wahre Ruh, suche sie nicht hier. Eile deinem Ursprung zu, Gott giebt Ruhe dir. Nur er allein. er, der Ewige, gewährt mehr, als was dein Herz begehrt; er fann erfreun. 2. Bist du aller Freuden leer, arm, gedrückt und schwach Jesus ruft: Kommt zu mir her, Seelen, folgt mir nach. Nur meine Huld meine Tröstungen erfreun; mein Blut macht die Herzen rein von aller Schuld. - 3. Amen, ja, ich wähle dich, du bist ewig mein. Sent als einen Reben mich, Jesu, in dich ein. Herr, führe du nach den Leiden dieser Zeit mich zu deiner Herrlichkeit, zur ewgen Ruh. 445 Mel. Wie wohl ist mir, o Freund. 620. Müst' ich auch jahrelang noch weinen und Lei den dulden ohne Zahl; der Tag, der Tag wird doch erscheinen, der Freuden bringt für jede Qual. Der Abend fehlte keinem Tage, und Freude quoll aus jeder Klage, die ich vor meinen Gott gebracht. Es trocknen meiner Arbeit Schweiße, und endlich folget auf die heiße und schwüle Glut die fühle Nacht. 2. Erseufzt, erkämpft ist bald die Stunde, die mir für Thränen Wonne giebt; vertilgt die Narbe jeder Wunde durch den, der züchtigt, weil er liebt. O frohe Aussicht freiern Lebens, Ziel meines täglich heißern Strebens, in jeder bangen Stunde Troft. Hinaus auf deinen schönen Frieden schau' ich, wenn um mich Lebensmüden das Wetter der Verfolgung toft. 3. Fels Gottes, den mein Arm umschlinget, Unsterblichkeit, Unsterblichkeit! Wenn Nacht und Trübsal mich umringet, mich alles drängt, mir alles dräut; soll ich dann still stehn und ermatten? nein, Sehnsucht nach dem kühlen Schatten, nach Gottes Ruh, beflügle mich. Bleib, 446 Das christliche Leben. Herz, getreu ihm bis zum Ziele; dann träufeln lohnend ihre Kühle die Palmen Edens über dich. 4. O, auf des fteilen Berges Höhen, wie alles da den Geist entzückt, wenn fühle Lüfte uns umwehen, die Zung' ein frischer Quell erquickt. Doch schwaches Bild von jenen Freuden, wenn ich, nach ftill durchweinten Leiden, einst, Land der Ruhe, dich erreicht. O dann, dann ist mein Geist genesen und Freiheit, Freiheit all mein Wesen, mein Dasein süß, mein Wirken leicht. dies voll Freuden, wenn Herz und Auge bricht. 2. Ich weiß, an wen ich glaube. Mein Heiland überläßt nicht meinen Leib dem Staube, das weiß und hoff' ich fest. Er wird auch ihn verklären, und wenn der Sünder bebt, dann wein' ich Freudenzähren, denn mein Erlöser lebt. 3. Ich weiß, an wen ich glaube, mein Glaube täuscht mich nicht. O teurer, hoher Glaube, ver laß, verlaß mich nicht, damit ich heilig werde und, von der Sünde frei, schon fröhlich auf der Erde, dort ewig selig ſei. 5. O Jesu Christe, wie dir danken für dieser Hoffnung Herr. lichkeit? Eh löschen Sonnen, Welten wanken, eh deine Liebe 622. dich gereut. Du bist und lebst, ich werde leben. Was Gott dir gab, willst du mir geben; wo du bift, soll ich ewig sein. So nimm denn, Arm der ewgen Treue, dein sterbend Kind einst in die Reihe der höhern Geister gnädig ein. Mel. Lobe den Herren, den mächtigen. 622.„ Alles ist euer!" O Worte des ewigen Lebens! Fühle sie, freudige Seele, voll heiligen Bebens. Alles ist dein. Irdischen Menschen allein tönen die Worte vergebens. 2. Göttliche Würde, entzückende Hoheit des Chriften! Ist er gleich dürftig, ein Waller in traurigen Wüsten; findet er gleich Mel. Herzlich thut mich verlangen. 621. Ich weiß, an wen Thoren geachtet und reich Skla. ven von tierischen Lüften ich glaube, denn ich vertraue Gott. Dies teure Kleinod raube mir feines Lästrers Spott. Es giebt mir Troft im Leiden, Vergebung im Gericht, ein Para3. Bleibt doch sein Auge ge richtet nach heiligen Höhen. Güter der Thoren, sie sieht er im Sturme verwehen; aber er Der Friede des Chriften. faßt ftatt der vergänglichen Laft Güter, die nimmer vergehen. 4. Alles, was Freude gewähret im irdischen Leben, alle Geschenke der Erde, die Menschen erheben, Leben und Tod ist uns auf Gottes Gebot unter die Füße gegeben. 5. Alles ist unser, o Christen! Vom Heiligtum nieder schauet der Heiland auf seine ihm ähn lichen Glieder freundlich und spricht, Frieden und Gnad' im Gesicht:„ Alles ist euer, ihr Brüder." 6. Seid ihr auch elend, verlassen und krank und gefangen, rinnen auch Zähren des Kummers von bleichenden Wangen; droben im Licht- freut euch- da rinnen sie nicht, dort ist das Alte vergangen. Mel. Dir, dir Jehovah, will ich. 623. Der du zu den be glückten Scharen, des Heilands Eigentum, auch mich gesellt, durch ihn schon in der Kindheit Jahren mich treu gelehrt, was dir und ihm gefällt, voll ist das Herz von seiner Selig keit; dir sei mein Lied, mein dankend Lied geweiht. 2. Dich darf ich meinen Vater nennen; von dir, mein Gott, 447 der du die Liebe bift, kann Tod und Leben mich nicht trennen; ich weiß, daß du des Kindes nicht vergißt, das folgsam auf des Vaters Stimme hört und treu vollbringt, was uns dein Sohn gelehrt. 3. Unzählbar sind die Selig. feiten, die mir mein hoher Glaube täglich giebt; zu freuden. vollen Ewigkeiten werd' ich durch Luft und Trübsal vorgeübt. Wer Jesu glaubt, den schrecken Gräber nicht, ein ewig Leben bracht er an das Licht. 4. Er ist mein Troft in Kümmernissen, mein Vorbild auf des Pilgerlebens Bahn; und fühl' ich Kummer im Gewissen, so schau' ich glaubensvoll zu ihm hinan, der von der Furcht mein banges Herz erlöst und mir verbürgt, daß Gott mich nicht verstößt. 5. Gelitten hat er selbſt, geduldet, fennt Not und Elend, weiß von Gram und Schmerz; und ach, er hatte nichts verschuldet, und rein von Sünden blieb im Kampf sein Herz. Nun fann er helfen, weiß, wie dem, der weint, zu Mute sei, der treue Menschenfreund. 6. Wer zählt die Seligkeiten alle, die hier und dort durch 448 Das christliche Leben. ihn sind unser Teil? Preist ihn mit lautem Jubelschalle und fühlt, erlöste Brüder, euer Heil. Ihm danke, wer ihn kennt und wer ihn ehrt; o felig, wer auf seine Stimme hört. Mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. 624. It Gott für uns, was fann uns schaden? wer wagt es, wider uns zu sein? Er kann uns jeder Not entladen, von allen Feinden uns befrein. Und wenn die Welt in Trümmer bricht Gott ist für uns, wir zagen nicht. 2. Jft Gott für uns, wer will verdammen? wer klagt die Auserwählten an? Wir fürchten nicht des Rächers Flammen. Die alte Schuld ist ab. gethan; nur neue fliehen, bleibt uns Pflicht. Gott ist für uns, wir zagen nicht. 3. Jft Gott für uns, wem darf noch bangen, o Tod, vor deiner Bitterkeit? Gott krönt des Gläubigen Verlangen nach feliger Unsterblichkeit. Es komme Tod und Weltgericht- Gott ist für uns, wir zagen nicht. lebt, der, wird der Leib zu Staube, den Geift zu sich erhebt. 2. Ich weiß, an wem ich hange, wenn alles wankt und weicht, der, wird dem Herzen bange, die Rettungshand mir reicht. 3. Ich weiß, wem ich vertraue, und wenn dies Auge bricht, daß ich ihn ewig schaue, ihn selbst, von Angesicht. 4. Er trocknet alle Thränen so tröstend und so mild, und mein unendlich Sehnen wird nur durch ihn geftillt. Mel. Wer nur den lieben Gott. 626. Ein herrlich Los ist mir beschieden. Dir, mein Erlöfer, früh geweiht, eröffnet sich mir schon hienieden ein Himmel voll von Seligkeit. Kaum trat ich in das Leben ein, so ward dies höhre Leben mein. 2. Mir unbewußt auf frommen Armen lag ich, und brünstiges Gebet erflehte Segen und Erbarmen für mich von ihm, dem alles fleht. Da ward dir, holder Kinderfreund, am heilgen Quell auch ich vereint. 3. Wo deine Treuen sich versammeln, wo deine Himmelslehre tönt, da lernt' ich deinen Namen Mel. Christus, der ist mein Leben. 625. Ich weiß, an went ich glaube, denn mein Erlöser stammeln, der mit dem Vater Der Friede des Christen. uns verföhnt. In dir, der Gottheit Ebenbild, ward mir die Gottheit selbst enthüllt. Du 4. Vor deinem Wort, voll ewger Wahrheit, verschwand des Irrtums dunkle Nacht. haft in ungetrübter Klarheit Unsterblichkeit ans Licht gebracht, und Glaub' und Lieb' und Hoff. nung beut durchs Leben mir ein treu Geleit. 6. Er hat ja dich dahin gegeben, den Einzigen, in Not und Schmerz. Verbürgt dein Sterben und dein Leben mir doch sein väterliches Herz. So wird Vergebung, Troft und Heil des Glaubenden gewisses Teil. 7. Wenn ich in meinem Lauf ermüde, fleht mein Gebet zu dir um Kraft; mir wird ein hoher Gottesfriede, der neues Leben in mir schafft. Auch stärkt am heiligen Altar mich dein Gedächtnis wunderbar. 449 5. Ich lerne meinen Ursprung kennen und meines Geistes Vaterland. Es wird, den keine Namen nennen, mein Gott stets Mel. Jesus, meine Zuversicht. beffer mir bekannt, und bleibt 627. Gott ist unfre Zusein Wesen mir zu hoch, so fühl ich seine Liebe doch. versicht, unsre Hülf' in großen Nöten. Darum fürchten wir sie nicht, die den Leib nur mögen töten. Heil uns, daß kein Schwert, kein Bann freie Geister töten kann. 2. Gott ist unsre Zuversicht;. Erd' und Himmel mag vergehen, Jesu Wort vergehet nicht, seine Siegesfahnen wehen. Hochge lobt sei Jesus Christ, selig, wer sein Jünger ist. 3. Gott ist unsre Zuversicht. Weicht, ihr finstern Höllenmächte. Chriftus lebt; fein Trosteslicht leuchtet uns durch Todesnächte. Hoffnung ist des Christen Stab, die verschlingt kein Tod, kein Grab. 8. Je mehr ich mich in dich gestalte, mein Vorbild, wächst mir Mut und Sinn. Je fester ich an dich mich halte, fließt leichter mir das Leben hin; und wie du sie getragen haft, trag' ich auch gern des Tages Last. 9. Kommt einst der Abend ohne Beben werd' ich zum Thal des Todes gehn. Der dunkle Pfad, er führt zum Leben, zur Herrlichkeit, zum Wiedersehn. Der Brüder Lied im frommen Chor geleitet mich zu Gott empor. 450 Das christliche Leben. 4. Gott ist unsre Zuversicht. Fels des Heils, auf den wir bauen, fest in Wahrheit, treu in Pflicht, wollen wir dir ewig trauen. Frommer Christen glaube spricht: Gott ist unsre Zuversicht. 2. Dann mag Gewalt oft fiegen mit stolzem Hohngeschrei. Mein Leib kann nur erliegen, Mel. Herzlich thut mich verlangen. 628. Wenn alle von mir doch bleibt die Seele frei. Dann mag Betrug und Schein des Fleißes Lohn erringen, mein zeitlich Gut verschlingen, das Gute bleibt ja mein. scheiden, so scheidet er doch nicht; auch in der Nacht der Leiden bleibt er mein Troft, mein Licht. Er liebt, so lang er lebet, drum liebt er ewiglich. Heil mir, auch mich erhebet er einst hinauf zu sich. 2. Er liebt, er tröftet, beilet das müde, wunde Herz, und wer zu ihm nur eilet, dem nimmt er allen Schmerz. Den immel hat hienieden, wem er im Herzen wohnt; was wird erst dem beschieden, dem er dort oben lohnt? mich. mich. Wenn ich auch sinten müßte, o Herr, ich habe dich. Halt' ich getreu an dir, wer mag mich dann verderben? In aller Not, im Sterben bist Retter, Freund du mir. Mel. Von Gott will ich nicht laffen. 629. Bist du für mich, so rüste die Welt sich wider 3. Dann mag mein Ruhm auf Erden der Läfterzunge Spott, des Neides Beute werden, du ehrft mich, du, mein Gott. Du bleibst mit mir vereint, wenn Menschen mich verlassen, bis in den Tod mich haffen. Was fann ergrimmt der Feind? 4. Was kann sein Haß mir rauben? Mein Glück, mein Erdenlicht, nicht meinen from. men Glauben, den Seelenfrieden nicht, nicht meiner Hoffnung Stern, nicht meines Himmels Erbe. Ob ich auch lebe, sterbe, Heil mir, ich bin des Herrn. Tod, Auferstehung und Gericht. Vierte Abteilung. Der Hingang des Christen zur Ewigkeit. 1. Tod, Auferstehung und Gericht. 451 630. Mitten wir im Leben sind von dem Tod umfangen. Wer ist, der uns helfen kann, daß wir Gnad' erlangen? das bist du, Herr, alleine. Uns reuet unsre Missethat, die dich, Herr, erzürnet hat. Heiliger Herre Gott, heiliger starker Gott, heiliger barmherziger Heiland! Du ewiger Gott, laß uns nicht versinken in des bittern 631. Tag des Zorns, wenn Todes Not. Erbarm dich unser! Gott einst richtet, rings die Welt in Glut vernichtet, wie Prophetenmund berichtet. 2. Welch ein Graun wird sein, welch Beben, wenn du, Herr, dich wirft erheben, streng zu prüfen aller Leben. 2. Mitten in dem Tod anficht uns der Hölle Schrecken. Wer will uns in solcher Not vor dem Zorn bedecken? das thust du, Herr, alleine. Dich, Vater der Barmherzigkeit, jammert unser großes Leid. Heiliger Herre Gott, heiliger starker Gott, heiliger barmherziger Heiland! Du ewiger Gott, laß uns nicht verzagen vor der tiefen Höllenglut. Erbarm dich unser! 3. Jetzt mit wundervollem Tone ruft Posaunenhall zum Throne, dem zur Strafe, dem zum Lohne. 4. Die Natur, der Tod sieht bebend das Geschöpf der Gruft entschwebend, Rechenschaft dem Richter gebend. 5. Und das Buch wird aufgeschlagen; treu enthält es ein. 3. Mitten in der Höllenangst uns die Sünden treiben. Ach, wo fliehen wir dann hin, da wir mögen bleiben? Zu dir, Herr Christ, alleine. Vergoffen ist dein teures Blut an dem Kreuz auch uns zu gut. Heiliger Herre Gott, heiliger starker Gott, heiliger barmherziger Heiland! Du ewiger Gott, laß uns nicht entfallen von des rechten Glaubens Troft. Erbarm dich unser! 452 Der Hingang des Christen zur Ewigkeit. getragen, des die Welt ist an zuklagen. 6. Furchtbar wird der Richter sigen; Licht wird ins Verborgne bligen, nichts wird vor der Strafe schüßen. Feuerswehen, Milder, laß mich nicht vergehen. 15. Zu den Selgen mich geleite, von den Bösen in die Weite stelle mich zur rechten Seite. vergebens. 11. Richter, der dut Recht wirft sprechen, ach, erlaß mir die Verbrechen, eh der Tag erscheint zu rächen. 12. Sieh, ich seufz' aus tiefen Nöten und vor Scham muß ich erröten; schone, Gott, erhör mein Beten! 13. Du, der schuldfrei sprach Marien, der dem Schächer selbst verziehen, haft auch Hoffnung mir verliehen. 14. Zwar nicht würdig ist mein Flehen, doch in ewgen 7. Was soll dann ich Armer sagen? wen zum Schuß zu rufen wagen, wo Gerechte selber zagen? 8. Hehrer König, Herr der Schrecken, Gnade nur tilgt unsre Flecken; Gnade, Gnade laß mich decken! al 9. Dent, o Jesu, meiner Klage; mir galt deine Last und Plage, schone mein an jenem Tage. 10. Ich war Ziel ja deines Strebens, deines martervollen Lebens, so viel Müh sei nicht 632. Wenn mein Stünd. 16. Wenn die Frevler dann zerstieben, fort zu harter Qual getrieben, rufe mich zu deinen Lieben. 17. Sieh, zerknirscht im Staube wende flehend ich zu dir die Hände; gieb mir, Herr, ein selig Ende! 18. Aller Schuld durch dich entnommen, zu dem Jubel aller Frommen laß auch mich, Erbarmer, kommen. lein vorhanden ist, zu gehn des Todes Straße, so steh mir bei, Herr Jefu Chrift, mit Hülf mich nicht verlasse. Die Seel' an meinem letzten End befehl' ich, Herr, in deine Händ, du wirst sie wohl bewahren. 2. Die Sünde wird mich kränken sehr und mein Gewissen nagen, denn ihr'r ist viel, wie Sand am Meer; doch will ich nicht verzagen. Bedenken will ich deinen Tod, Herr Jesu, in der letzten Not und nur an dich mich halten. dis Tod, Auferstehung und Gericht. 3. Ich bin ein Glied an deinem Leib, des tröft' ich mich von Herzen. Wenn ich mit dir verbunden bleib, so fürcht' ich keine Schmerzen. Wenn ich gleich sterb, so sterb' ich dir; ein ewges Leben hast du mir durch deinen Tod erworben. 453 nach diesen Prüfungsstunden leb' ich bei dir, mein Gott. 4. Weil du vom Tod erstanden bist, werd' ich im Grab nicht bleiben. Mein höchster Trost dein' Auffahrt ist, sie kann die Furcht vertreiben. Denn wo du bist, da komm' ich hin, daß ich stets bei dir leb' und bin; drum fahr' ich hin mit Freuden. 5. So fahr' ich hin zu Jesu Chrift, nach ihm mein Arm sich strecket. So schlaf' ich ein und ruhe fein, bis er mich auferwecket. Denn Jeſus Christus, 634. Gottes Sohn, der öffnet mir die Thüre schon, führt mich zum ewgen Leben. mein Leben, und Sterben mein Gewinn. Ihm hab' ich mich ergeben, im Frieden fahr' ich hin. 2. Dort in des Vaters Wohnung find' ich, der Erde Gast, für meinen Kampf Belohnung, für Müh' und Arbeit Raft. 3. Bald hab' ich überwunden des Lebens Angst und Not; 4. Wenn mir die Augen brechen, mein Atem schwerer wird, wenn ich nicht mehr kann sprechen, mein Geist sich oft verirrt; 5. Wenn Sinnen und Gedanken vergehen wie ein Licht, das hin und her muß wanken, weil ihm die Kraft gebricht, 6. Alsdann fein sanft und stille laß, Herr, mich schlafen ein, wie es gebeut dein Wille, wenn kommt mein Stündelein. 7. Ach, laß an dir mich hangen, wies Kind an Mutterbrust, und ewig dich umfangen in selger Himmelsluft. Ich bin Ich bin ja, Herr in deiner Macht; du hast mich an das Licht gebracht, und du erhältst mir auch das Leben. Du kennest meiner Monden Zahl, 633. Christus, der ist weißt, wann ich dieſem Erdenthal auch wieder Gutenacht muß geben. Wo, wie und wann ich sterben soll, das weißt du, Herr des Lebens, wohl. 2. Wen hab' ich doch, als dich allein, der mir in meiner letten Pein kann Rat und Trost und Hülfe bringen? wer nimmt sich meiner Seele an, 454 Der Hingang des Christen zur Ewigkeit. wenn nun mein Leben nichts mehr kann und ich muß mit dem Tode ringen, wenn allen Sinnen Kraft gebricht- thuft du es, Gott, mein Heiland, nicht? 3. Mich dünkt, schon lieg' ich fraftlos da, dem letzten Augen blicke nah, von höchster Herzens. angst befallen; Gehör und Rede nehmen ab, die Augen sehen nur das Grab, doch kränkt die Sünde mich vor allen; die Stimme des Gewissens spricht: gerecht ist Gott, er hält Gericht. 4. Ich höre der Posaune Ton; ich sehe meinen Richter schon und um ihn alle Völker stehen. Geöffnet liegt vor ihm sein Buch; schon hör' ich des Gesebes Spruch; ihn wendet nicht mein ängstlich Flehen. Ver dammnis ist des Sünders Teil, er hat kein Recht an Gottes Heil. der du die Aug' und Herz, Missethat vergiebest. Den Tod des Sünders willst du nicht; drum schreckt mich nicht dein streng Gericht, weil du auch mich in Chrifto liebeft. Drum fahre Furcht und Zweifel hin, ich weiß, daß ich des Herren bin. 7. Herr Jesu Chrift, dein teures Blut vergoffest du auch mir zu gut, ich weiß, daß ich dir angehöre. Fällt ja in meiner Todespein mir noch ein banger Zweifel ein, so rette deines Leidens Ehre. Du haft so viel an mich gewandt, o laß mich nicht aus deiner Hand! Wer hilft mir sonst in dieser Not, wenn du nicht, Gott, des Todes Tod? in sigs 6. In meiner Seele großem Schmerz heb' ich zu dir mein 8. Nein, nein, ich weiß gewiß, mein Heil, ich hab' an dir auf ewig Teil; du bist im So Tode noch mein Leben. fieg' ich über Angst und Not, ob auch die Hölle und der Tod mit ihren Schrecken mich umgeben. So lang ich lebte, war ich dein, jetzt kann ich keines Fremden sein. 5. Kein Geld noch Gut errettet mich; umsonst erbeut ein Bruder sich, den fündgen Bruder zu erlösen. Ein jeder wird alsdann empfahn den Lohn für das, was er gethan; in dem Mel. Wenn mein Stündlein vorh. Gericht schüßt nichts den Bösen. 635. Komm, Sterblicher, betrachte mich; du lebst, ich lebt' auf Erden. Was du jetzt bist, das war auch ich; was ich bin, mußt du werden. Du folgst, ich ging nur vor dir hin, ach Tod, Auferstehung und Gericht. denke nicht in deinem Sinn, daß du nicht dürfeft sterben. 2. Bereite dich, stirb ab der Welt, denk an die letzten Stunden. Wenn man den Tod für ferne hält, wird er oft schnell gefunden. Es ist die Reihe heut' an mir; wer weiß? vielleicht gilt's morgen dir. O rüfte dich zum Sterben. 3. Sprich nicht, ich bin noch allzu jung, ich kann noch lange leben. O nein, du bist schon alt genung, den Geist von dir zu geben. Es ist gar bald um dich gethan; es sieht der Tod kein Alter an, wie magst du anders denken? 455 wandern. Auf niemand thut der Tod Verzicht, es geht dir, wie den andern. Drum laß dir's eine Warnung sein, dein Auferstehn wird überein mit deinem Sterben kommen. 7. Ach, denke nicht, es hat nicht not, ich will mich schon bekehren, droht eine Krankheit mir den Tod, Gott wird mich wohl erhören. Wer weiß, ob ohne Krankheit nicht der Herr dich ruft vor sein Gericht? wer hilft alsdann dir Armen? 8. Zum Tode mache dich ge. schickt. Gedenk in allen Dingen: würd' ich hierüber hingerückt, sollt' es mir auch gelingen? wie könnt' ich jetzt zum Grabe gehn? wie könnt' ich jetzt vor Gott beftehn? So wird dein Tod zum Leben. 4. So oft du atmest, muß ein Teil des Lebens von dir wehen, und du verlachst des Todes Pfeil? jetzt wirst du müssen gehen. Du zählst zum Grab noch tausend Schritt und haft dazu kaum einen Tritt, den Tod trägst du im Busen. 5. Dein Leben ist ein Rauch, ein Schaum, ein Schnee, ein eitler Schatten, ein Tau, ein Laub, ein flüchtger Traum, ein Gras auf dürren Matten; wenn man's am wenigsten gedacht, so heißt es wohl: Welt, GuteMel. Herzlich thut mich verlangen. nacht, ich bin nun hier gewesen. 636. Bedente, Menſch, das 6. Du seift dann fertig oder nicht, du mußt von hinnen Ende, bedenke deinen Tod. Der Tod kommt oft behende, wer 9. So wirst du, wenn in Herrlichkeit der große Gott wird kommen, von Angst und Sterblichkeit befreit, in Gnaden angenommen. Drum lerne sterben, eh du stirbst, damit du ewig nicht verdirbst, wenn Gott die Welt wird richten. 456 Der Hingang des Christen zur Ewigkeit. heut ift frisch und rot, kann morgen und geschwinder schon 637. Wer weiß, wie weggestorben sein. Drum präge dir, o Sünder, dein Sterben täglich ein. 2. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenke das Gericht. Es müssen alle Stände vor Jesu Angesicht. Kein Mensch ist aus genommen, dem muß ein jeder nahn und wird den Lohn bekommen, nachdem er hier gethan. 3. Bedenke, Mensch, das Ende, der Höllen Angst und Leid, daß dich die Welt nicht blende mit ihrer Eitelkeit. Kurz sind der Sünde Freuden; dort aber wandelt sich die Luft in ewge Leiden. Ach Sünder, hüte dich! 4. Bedenke, Mensch, das Ende, bedenk die Himmelsfreud, damit kein Tand dich wende von jener Herrlichkeit. Dort wird vor Gottes Throne die Seele wohl verpflegt, dort ist die Lebenskrone den Frommen beigelegt. 5. Herr, lehre mich bedenken der Zeiten lette Zeit, daß, sich zu dir zu lenken, mein Herz sei stets bereit. Im Tod und vor Gerichte steh mir, o Jesu, bei, daß ich im Himmelslichte zu wohnen würdig sei. nahe mir mein Ende? die Zeit geht hin, her kommt der Tod. Ach wie geschwind, ach wie behende kann kommen meine Todesnot. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; denn weil ich leb' auf dieser Erden, leb' ich in steter Todsgefahr. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! 3. Herr, lehr mich stets ans Ende denken, und weil ich einmal fterben muß, die Seele früh zu Jesu lenken und nicht versparen meine Buß. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! 4. Laß zeitig mich mein Haus bestellen, daß ich bereit ſei für und für und sagen lern' in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schick's mit mir. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! 5. Versüße mir den Blick Himmel, verbittre mir zum Tod, Auferstehung und Gericht. Ende gut! die Luft der Welt, gieb, daß Blut, mach's nur mit meinem mir hier im Weltgetümmel die Ewigkeit sei vorgestellt. Mein Gott, ich bitt durch Chrifti Mel. Wie nach einer Wasserquelle. Blut, mach's nur mit meinem 638. Liebfter Gott, wann Ende gut! 6. Ach Vater, decke meine Sünde mit dem Verdienste Christi zu, damit ich hier Vergebung finde und dort die längst erwünschte Ruh. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! 7. Du hast mich früh zu dir gezogen, schon durch die Taufe ward ich dein. Du warst von jeher mir gewogen, erwähltest mich, dein Kind zu sein. Mein Gott, ich bitt durch Chrifti Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! 8. Ich habe Jefu Leib gegeſsen, sein Blut hab' ich getrunken hier. Nun kann er meiner nicht vergeffen, ich bleib' in ihm und er in mir. Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, mach's nur mit meinem Ende gut! 9. So komm mein End heut' oder morgen, ich weiß, daß mir's mit ihm gelingt. Was soll ich um die Stunde sorgen, die mich hinauf zu Jesu bringt? Mein Gott, ich bitt durch Christi 457 werd' ich sterben? meine Zeit eilt schnell dahin, und des Erstgeschaffnen Erben, unter denen ich auch bin, haben das zum Vaterteil, daß sie eine kleine Weil kämpfen ihren Kampf auf Erden und dann selbst zur Erde werden. 2. 3war was ist's, daß ich mich sträube, zu beschließen meine Zeit? trag' ich doch in meinem Leibe schon den Keim der Sterblichkeit. Geht doch immer hier und dort einer nach dem andern fort, und schon mancher liegt im Grabe, den ich hier geliebet habe. 3. Aber, Gott, was werd' ich denken, wenn es wird ans Sterben gehn? wo wird man den Leib versenken? wie wird's um die Seele stehn? wer wird in der letzten Bein tröstend mir zur Seite sein? und wie werden meine Lieben sich um meinen Tod betrüben. 4. Doch wozu die eitlen Sorgen? soll ich nicht zu Jesu gehn? Lieber heute noch als morgen; mit ihm werd' ich auf 20 458 Der Hingang des Christen zur Ewigkeit. erstehn. Ich geftatte gern der Welt, daß sie alles hier behält, und bescheide meinen Erben einen Gott, der nicht kann sterben. 5. Herrscher über Tod und Leben, mach einmal mein Ende gut; laß mich dir den Geist ergeben glaubensvoll mit festem Mut. Meinen Leib bewache du, gieb ihm sanfte Grabesruh; den erlöften Geist vereine mit der Seligen Gemeine. führt. Doch wie du willst; gieb nur dabei, daß einst mein Ende selig sei. 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe. Kein Augenblick geht sicher hin. Wie bald zerbricht doch eine Scherbe; die Blume fann ja leicht verblühn. Drum mache mich nur stets bereit hier in der Zeit zur Ewigkeit. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, wie mich des Todes Hand berührt. Dem einen wird das Scheiden herbe, sanft wird ein andrer heimge 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, und welcher Hügel einst mich deckt; doch wenn ich nur den Troft erwerbe, daß mich dein Ruf zum Leben weckt, wo dann mein Grab auch möge fein- die Erd' ist allenthalben dein. Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. 5. Nun, treuer Vater, wenn mich sterbe, so nimm du meinen Geist zu dir. Bin ich durch 639. Mein Gott, ich weiß deinen Sohn dein Erbe, und wohl, daß ich sterbe, ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hier kein bleibend Erbe, das unveränderlich besteht. Drum zeige mir in Gnaden an, wie ich recht selig sterben kann. hab' ich ihn im Glauben hier, so gilt mir's gleich, und geht mir's wohl, wann, wie und wo ich sterben soll. Mel. Jesus lebt, mit ihm auch. 640. Heute mir und morgen dir! so hört man die Glocken klingen, wenn wir die Verstorbnen hier auf den Gottes. acter bringen. Ernst, o Gräber, rufet ihr: Heute mir und morgen dir! 2. Heute rot und morgen tot! Unser Leben eilt auf Flügeln. Ift's nicht der Vernunft Gebot, daß wir uns an andern spiegeln? Ach, es thut uns wahrlich not. Heute rot und morgen tot! tis Tod, Auferstehung und Gericht. 3.7 Eines folgt dem andern nach, gleich vom Wind getriebnen Wellen. Was die Hoffnung auch versprach- kann sie einen Bürgen stellen? Jedem wird sein Schlafgemach; eines folgt dem andern nach. 4. Mensch, es ist der alte Bund. Ach, der Tod zählt teine Jahre. Ob du heute bift gesund, dennoch denk an deine Bahre. Morgen fällt, der heute stund; Mensch, das ist der alte Bund! 5. Ach, wer weiß, wie nah mein Tod? Ich will sterben, eh ich sterbe; dann wird in der letzten Not einst der Kelch mir nicht so herbe. Rüste mich dazu, mein Gott! Ach, wer weiß, wie nah mein Tod? 6. Selig, wer in Chrifto ftirbt, denn ihm wird der Tod zum Leben. Der das Leben hier erwirbt, dem nur wird es einst gegeben. Wer nicht Gott lebt, der verdirbt; felig, wer in Chrifto ftirbt! Mel. Es ist genug, so nimm. ( Chorstimme.) 641. Gedente mein, o Gott, gedenke mein, wenn mich die Welt verläßt. An dich, o Herr, ja, Gott, an dich allein 459 hält sich mein Glaube feft. Ach, laß mich doch dein Heil bald sehen! Du hörst auch noch mein lettes Flehen: gedenke mein! ( Chor oder Gemeine.) 2. Er denket dein, o Chrift, verzage nicht; dein Heiland liebt auch dich. Blick auf sein Kreuz, sein Wort giebt Troft und Licht. Er freut auch deiner sich, denn seine Lieb' ist unermessen; wie sollt' er deiner je vergessen? er denket dein! ( Chorstimme.) 3. Gedenke mein, wenn mich die Welt vergißt auf dieser Todesbahn. Und wenn mein Herz mir bricht, mein Lauf sich schließt, so nimm dich meiner an. Wenn meine matten Augen brechen, und wenn mein Mund nicht mehr kann sprechen, dann denke mein! ( Chor oder Gemeine.) 4. Er denket dein! Nach wohl vollbrachtem Lauf ist dein die Seligkeit; zu ihr, zu ihr nimmt Jesus selbst dich auf, der Herr der Herrlichkeit. Dort sind die Engel deine Brüder, dort finden wir uns alle wieder. Er denket dein! ( Chorstimme.) 5. Gedenke mein! Im Todes. kampfe sei mir Troft und Kraft 20* 460 Der Hingang des Christen zur Ewigkeit. dein Tod. DerGlaub'an dich mach von der Angst mich frei, die dann mich noch bedroht, wenn ich bald ausgelitten habe. Gedenke meiner noch im Grabe! Gedenke mein! ( Chor oder Gemeine.) 6. Er denket dein! Du weißt als Christ ja wohl, daß dein Mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. Erlöser lebt, der deinen Staub 642. Ich sterbe täglich, auch einst erwecken soll, ob man dich gleich begräbt. Er spricht: Ruh sanft im Schoß der Erde, bis ich dich auferwecken werde." Er denket dein! und mein Leben eilt immer zu dem Grabe hin. Wer kann mir sichre Bürgschaft geben, daß ich noch morgen lebend bin? der Tod kommt her, hin geht die Zeit, ach wär' ich täglich doch bereit. ( Chorstimme.) 7. Gedenke mein! Und wer hier um mich weint, wen ich verlassen soll, dem sei du Trost, sein Helfer und sein Freund; du machst ja alles wohl. Nimm dich der Meinen an; mit Freuden verlaß' ich dann die Bahn der Leiden. Gedenke mein! ( Chor oder Gemeine.) 8. Er denket dein! Er führt an seiner Hand, die Heil und Segen giebt, auch die, die hier die Freundschaft dir verband, die dich so treu geliebt. Jhr Thränen, hört nun auf zu fließen, Gott wird die matten Augen schließen. Er denket dein! ( Chorstimme und Gemeine.) 9. So ruhe wohl! Gott hat an dich gedacht und es sehr gut gemacht. Schlaf, müder Leib, schlaf wohl zu guter Nacht, da Jesus dich bewacht. Verschlaf die hier erlittnen Schmerzen; wir graben dich in unsre Herzen. So ruhe wohl! 2. Es schickt der Tod nicht immer Boten; schnell, wie der Baum zur Erde fällt, fährt oft der Mensch ins Reich der Toten. Wohl dem, der Herz und Haus bestellt; denn ewges Unglück oder Glück hängt oft an einem Augenblick. 3. Herr aller Herren! Tod und Leben hast du allein in deiner Hand; wie lange du mir Frist gegeben, das ist und bleibt mir unbekannt. Hilf, daß ich jeden Glockenschlag an meinen Abschied denken mag. 4. Es kann vor Abend anders werden, als es am Morgen mit mir war; wo ich auch wandle hier auf Erden, steht neben mir isl Tod, Auferstehung und Gericht. die Totenbahr. Ein Schritt feiner Jahre viel, der Greis zu nur ist es bis dahin, wo ich des Grabes Beute bin. vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irrtum wahr. 3. Sprich nicht: Ich denk' in Glück und Not im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewig. keit, zu thun, was uns der Herr gebeut, und unsers Lebens kleinster Teil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Ein Seufzer in der letzten Not, ein Wunsch, durch des Erlösers Tod vor Gottes Thron gerecht zu sein, dies macht dich nicht von Sünden rein. 5. Vielleicht kann ich kein Wort mehr sagen, wenn sich am Ziel mein Auge schleußt; drum bet' ich in gefunden Tagen: Herr, dir befehl ich meinen Geist, und wenn ich kaum noch seufzen kann, dann nimm des Heilands Fürsprach an. 6. Kann ich nicht segnen dann die Meinen, so segne du sie, Herr, für mich. Wenn um mich her sie zagend weinen, 0 Vater, so erbarme dich; dann laß auch der Verwaisten Schrein durch deinen Sohn erhörlich sein. 7. Dringt endlich mir der Tod zum Herzen, so schließ mir, Herr, den Himmel auf; verkürz des letzten Kampfes Schmerzen und führe mich zu dir hinauf. Dann sterb' ich ohne Angst und Bein, und selig wird mein Ende sein. Ram Yobt M. Nun laßt uns den Leib begraben. 643. Wie sicher lebt der Mensch, der Staub. Sein Leben ist ein fallend Laub, und dennoch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sei noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch 461 6. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folgt und sich vom Bösen kehrt; ein gläubig Herz, von Lieb' erfüllt, dies ist es, was in Chrifto gilt. 7. Gott alle seine Tage weihn, heißt eingedenk des Todes sein; und Wachsen in der Heiligung ist wahre Todserinnerung. 8. Ach, oft vergaß ich dieser Pflicht. Herr, geh mit mir nicht ins Gericht; präg selbst des Todes Bild mir ein und lehre stets mich wachsam sein; 9. Daß ich auf deinen Wegen geh, der Sünde Lockung widersteh' und endlich in des Glau 462 Der Hingang des Christen zur Ewigkeit. bens Macht mit Freuden ruf: Es ist vollbracht! 5. Denk an den Tod, wenn Ruhm und Ehren, wenn deine Schäße sich vermehren, daß du 644. Was sorgst du ängst. sie nicht zu heftig liebst. Denk an die Eitelkeit der Erden, daß, wird sie dir entrissen werden, du dann dich nicht zu sehr betrübst. 6. Denk an den Tod bei frohen Tagen. Kann deine Luft sein Bild vertragen, so ist ſie gut und unschuldvoll. Sprich, dein Vergnügen zu versüßen: welch Glück werd' ich erst dort genießen, wo ich unendlich leben soll. diaposit 190( m lich für dein Leben? es Gott gelassen übergeben, ist wahre Ruh und deine Pflicht. Du follst es lieben, weislich nügen, es dankbar als ein Glück befißen, verlieren, als verlörft du's nicht. 2. Der Tod soll dich nicht traurig schrecken; doch, dich zur Weisheit zu erwecken, soll er dir stets vor Augen sein. Er soll den Wunsch, zu leben, mindern, doch dich in deiner Pflicht nicht hindern, vielmehr die Kraft dazu verleihn. 3. Ermattest du in deinen Pflichten, so laß den Tod dich unterrichten, wie wenig deiner Tage sind. Sprich: sollt ich Gutes wohl verschieben? nein, meine Zeit, es auszuüben, ist kurz, und sie verfliegt geschwind. 4. Denk an den Tod, wenn böse Triebe, wenn Luft der Welt und ihre Liebe dich reizen, und ersticke sie. Sprich: fann ich nicht noch heute fterben? und könnt' ich auch die Welt erwerben, beging ich doch solch übel nie. da 7. Denk an den Tod, wenn deinem Leben das fehlt, wonach die Reichen streben. Sprich: bin ich hier, um reich zu sein? Wohl mir, wenn ich in Christo sterbe, dann ist ein unbeflecktes Erbe, dann ist des Himmels Reichtum mein. 8. Denk an den Tod, wenn Leiden kommen. Sprich: alle Trübsal eines Frommen ist zeitlich und im Glauben leicht. Ich leide, doch von allem Bösen wird mich der Tod bald, bald erlösen; er ist's, der mir die Krone reicht. fff 9. Denk an den Tod, wenn freche Rotten des Glaubens und der Tugend spotten, und Laster stolz ihr Haupt erhöhn. Sprich HipTod, Auferstehung und Gericht. bei dir selbst: Gott trägt die Frechen, doch endlich kommt er, Recht zu sprechen und plößlich werden sie vergehn. en han 10. Denk an den Tod zur Zeit der Schrecken, wenn Pfeile Gottes in dir stecken, du rufft und er antwortet nicht. Sprich: follte Gott, mein Gott, mich hassen? er wird im Tod mich nicht verlassen, dann zeigt er mir sein Angesicht. 11. So suche dir in allen Fällen den Tod oft lebhaft vorzustellen, so wirst du ihn nicht zitternd scheun, so wird er dir ein Troft in Klagen, ein weiser Freund in guten Tagen, ein Schild in der Versuchung sein. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 645. Meine Lebenszeit verstreicht, stündlich eil' ich hin zum Grabe, und wie wenig ist's vielleicht, was ich noch zu leben habe? Dent, o Mensch, an deinen Tod, säume nicht. denn eins ist not. 2. Lebe, wie du, wann du ftirbst, wünschen wirst gelebt zu haben. Güter, die du hier er wirbst, Würden, die dir Men schen gaben, nichts kann dich im Tod erfreun, diese Güter sind nicht dein. 463 3. Nur ein Herz, das Gutes liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugnis giebt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, giebt zum Tode Freudigkeit. 4. Wenn in deiner letzten Not Freunde hülflos um dich beben, dann wird über Welt und Tod dich dies reine Herz erheben, dann erschreckt dich kein Gericht; Gott ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott und bet und wache. Sorge nicht, wie früh du stirbst, deine Zeit ist Gottes Sache. Lern nicht nur den Tod nicht scheun, lern auch seiner dich erfreun. 6. Überwind ihn durch Ver. traun. Sprich: ich weiß, an wen ich gläube, und ich weiß, ich werd' ihn schaun einst in diesem meinen Leibe. Er, der rief: Es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab oft hin, siehe dein Gebein ver. senken. Sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich selbst bedenken, lehre du mich's jeden Tag, daß ich weiser werden mag. Der Hingang des Mel. Jesus lebt, mit ihm auch. 646. Staub bei Staube ruht ihr nun in dem friedevollen Grabe. Möchten wir, wie ihr, auch ruhn in dem friedevollen Grabe. Ach, der Welt entrannt ihr schon, kamt zu eures Schweißes Lohn. 464 Christen zur Ewigkeit. auferwecken, diese Kraft der bessern Welt laß in unserm Tod uns schmecken. Gieb uns mehr noch, als wir flehn, mehr noch, als wir jetzt verstehn. 7. Wenn wir einst, wie sie, zu ruhn, zu den Toten Gottes gehen, wollst du überschwänglich thun über alles, was wir flehen. Denn was hattst du nicht voll. bracht, als du riefft: Es ift vollbracht! 2. Jesus will's, wir leben noch, leben noch in Pilgerhütten. Alle trugen einst dies Joch, alle, die die Kron' erstritten. Endlich, endlich kommt der Zod, 647. Auferstehn, ja auf. führte sie, führt uns zu Gott. 3. Jesus lebte selber hier, lebte selbst in Pilgerhütten. Ach, viel mehr, viel mehr als wir hat der Göttliche gelitten. Standhaft laß im Kampf uns stehn, stets auf dich, Vollender, sehn. 4. Was ist dieses Lebens Zeit, diese schwüle Mittagsstunde, gegen die Unsterblichkeit? Aber an der kurzen Stunde hängt, du unerforschter Gott, gleich. wohl Leben oder Tod. 5. O du unsre Zuversicht, unser Teil ist einst das Leben. Wenn auch unser Auge bricht, wirst du, Mittler, uns es geben. Gottes und des Menschen Sohn, deinen Frieden gabst du schon. 6. Daß wir dein sind, nicht der Welt, daß du uns wirft erstehn wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh. Unsterblichs Leben wird, der dich schuf, dir geben. Hallelujah! 2. Wieder aufzublühn, werd' ich gesät; der Herr der Ernte geht und sammelt Garben uns ein, uns ein, die starben. Hallelujah! dib abissa 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag, du, meines Gottes Tag, wenn ich im Grabe genug geschlummert habe, erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wird's dann uns sein. Mit Jesu gehn wir ein zu seinen Freuden. Der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann, Tod, Auferstehung und Gericht. lebt' ich im Heiligtume zu seines Namens Ruhme. Hallelujah! Mel. Wie schön leucht't uns der M. 648. Wie wird mir dann, o dann mir sein, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, in ihm entschlafen werde; von keiner Sünde mehr entweiht, entladen von der Sterblichkeit, nicht mehr der Mensch von Erde. Freu dich, Seele, stärke, tröfte dich, Erlöfte, mit dem Leben, das dir dann dein Gott wird geben. 2. Ich freue mich und bebe doch; so drückt mich meines Elends Joch, der Fluch der Sünde nieder. Der Herr erleichtert mir mein Joch; es stärkt durch ihn mein Herz sich doch, glaubt und erhebt sich wieder. Jefu Chrifte, laß mich streben, dir zu leben, dir zu sterben, deines Vaters Reich zu erben. 4. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Toten sammelt. Vielleicht umgiebt mich ihre Nacht, eh ich dies Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Vater, Vater, ich befehle meine Seele deinen Händen, jego Vater, deinen Händen. 5. Vielleicht sind meiner Tage viel; ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit; die Hütte meiner Sterblichkeit, wird sie erst spät zertrümmert laß mich, Vater, gute Thaten, gute Thaten mich begleiten vor den Thron der Ewigkeiten. 6. Wie wird mir dann, ach dann mir sein, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, ihn dort anbeten werde; von keiner Sünde mehr entweiht, ein Mitgenoß der Ewigkeit, nicht mehr der Mensch von Erde. Heilig, heilig, heilig! fingen wir dir, bringen Preis und Ehre, dir, der war und sein wird, Ehre! 3. Verachte denn des Todes Graun, mein Geist, er ist der Weg zum Schaun, der Weg im finstern Thale. Er sei dir nicht mehr fürchterlich, ins Allerheiligste führt dich der Weg im finstern Thale. Gottes Ruh ist unvergänglich, überschwäng. 649. 465 — Mel. Wachet auf, ruft uns die. 649. Wachet auf vom lich; die Erlösten wird sie un- Schlaf, ihr Sünder! Erwacht, aussprechlich tröften. denn euch, ihr Menschenkinder, 20** Der Hingang des Christen zur Ewigkeit. erwarten Tod und Ewigkeit. Mel. Mit Fried' und Freud. Lohn und Strafe, Tod und Leben 650. Getroft und freudig hat Gott in eure Hand gegeben; erwacht, noch ist zur Bessrung Beit. Gerecht ist euer Gott, er hört der Frevler Spott. Frevler, zittert! Wißt, was er spricht, gereut ihn nicht; er kommt gewiß und hält Gericht. geh' ich hin; in Gottes Willen ergeb' ich mich. Er, des ich bin, wird erfüllen, was er gnädig mir verhieß. Der Tod ist mir ein Schlummer. 466 2. Plößlich wird sein Born entbrennen, dann wird der Spötter ihn erkennen, des Vaters eingebornen Sohn. Jauchzet, jauchzt, ihr, seine Frommen, er wird zu eurem Heile kommen; bald kommt er und mit ihm sein Lohn. Euch richtet Christus nicht; er selbst ging ins Gericht für die Sünder. Wir sind versöhnt, mit Gott versöhnt; wer überwindet, wird gefrönt. 2. Erbarmend sprach der Herr zu mir: Dir ist vergeben; mein Heil, mein Friede sei mit dir, du sollst leben. Fürchte nichts, denn du bist mein, ich habe dich erlöſet. 3. Dies ist mein Troft: ich bin erlöst und Gottes Erbe; ich weiß, daß er mich nicht verstößt, wenn ich sterbe. Fürst der Schrecken, dich, o Tod, dich hat sein Arm entwaffnet. 4. Gott ist mein Fels, auf ihn allein will ich vertrauen. Ich sehne mich, bei ihm zu sein; ihn zu schauen dürftet meine Seele lang und dort ihn anzubeten. 3. Seid bereit, ihn mit Verlangen, mit reinem Herzen zu empfangen, denn plötzlich bricht sein Tag herein. Und der Richter wird vom Bösen sein Volt, die Frommen, bald erlösen, von Sünd' und Tode sie befrein. Dann ist vollkommnes Heil in Ewigkeit ihr Teil. Jauchzt, ihr Frommen, seid stets bereit auf Mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. dieſe Zeit und fingt Gott Dant 651. Ich will dich noch in Ewigkeit.. im Tod erheben, am Grabe 5. Im letzten Schlummer soll der Tod mich nur entkleiden. Dann komm, o Tag, bestimmt von Gott, Tag der Freuden. Ganz unsterblich, wonnevoll fall' ich vor ihm dann nieder. Jis Tod, Auferstehung und Gericht. verspricht, so nah am Ziele sink' ich nicht. noch, Gott, dank' ich dir. Zum So nah dem Lohn, den Gott Segen gabst du mir mein Leben, und auch zum Segen nimmst du's mir. Mein Leben sucht' ich dir zu weihn, drum bleib' ich auch im Tode dein. 467 4. Wie sollt' ich vor dem Tode beben, da du, Erlöser, für mich starbft? er ist durch dich der Weg zum Leben, das du am Kreuze mir erwarbst. Wie du ihn gingst, will ich ihn gehn; wie du, werd' ich auch auferstehn. 2. Gott, welche feierliche Stunden, wenn du mich nun der Erd' entziehst, auf mich, den du getreut erfunden, voll schonender Erbarmung siehst. Allmächtiger, in dein Gericht gehst du mit mir Versöhntem nicht. 3. Der Leib wird schwach; die irdsche Hütte, in der mein Geist hier wohnt, zerfällt; schon gehen meine müden Schritte den Weg zu Gott aus dieser Welt. Ich bin getroft und Mel. Herzlich thut mich verlangen. zage nicht; denn Gott ist felbft 652. Die wir bientieden mein Heil und Licht. 5. Laß selbst das Grab in seiner Nähe mir noch die letzten Schrecken dräun; du, Herr, auf den ich hoffend sehe, wirst auch noch dann mein Beistand sein. 6. Du wacheft über meine Seele, wenn ihre Stärke sich verliert, giebst deinem Engel schon Befehle, der sie zu deinen Freuden führt, des Todes Nacht um mich verscheucht und mir des Lebens Krone reicht. 7. Ich will dich noch im Tod erheben, am Grabe noch, Gott, preif' ich dich, denn ewig werd' ich bei dir leben. Wie segneft du, mein Vater, mich. Für mich ist selbst der Tod Gewinn; wohl mir, daß ich erlöset bin. wallen, wir alle ach sind Staub. Wir blühen auf und fallen, des Todes sichrer Raub. Verborgen ist die Stunde, da Gottes Stimme ruft; doch jede, jede Stunde bringt näher uns der Gruft. 2. Getrost gehn Gottes Kinder die schreckenvolle Bahn, zu der verstockte Sünder verzweif lungsvoll sich nahn, wo selbst der frechste Spötter nicht mehr zu spotten wagt, vor dir, Herr, seinem Retter, erzittert und verzagt. 468 Der Hingang des Christen zur Ewigkeit. 3. Wenn diese Bahn zu gehen dein Will' einst mir gebeut, wenn vor mir offen stehen Gericht und Ewigkeit, wenn meine Kräfte beben, und wenn mein Herz schon bricht, Herr über Tod und Leben, ach dann verlaß mich nicht. 4. Hilf, Todesüberwinder, hilf dem in solcher Angst, für den du, Heil der Sünder, selbft mit dem Tode rangst. Und wenn des Kampfes Ende gewaltiger ihn faßt, so nimm in deine Hände, den du erlöset haft. 5. Des Himmels Wonn' und Freuden ermißt fein sterblich Herz. O Troft für kurze Leiden, für kurzen Todesschmerz. Dem Todesüberwinder sei ewig Preis und Dant, Preis ihm, der für uns Sünder den Kelch des Todes tranf. ben fest. Verlaß den nicht an seinem Ende, der ewig sich auf dich verläßt. Du warst mein Gott von Jugend auf, hilf selig enden meinen Lauf. 2. Du hast nach deiner Vatergüte beständig wohl an mir gethan; erhör auch meine lette Bitte: Nimm, Gott, mich dort zu Ehren an. Ach, Vater, ach noch eins ist not, ein gutes End, ein selger Tod. 3. Du hast mich je und je geliebet, versorgt, geschützt, gestärkt, regiert, durch Freud' erquickt, durch Leid geübet, oft wunderbar, stets wohl geführt; wohin ich ging, wohin ich sah, gingst du mit mir, bliebst du mir nah. 4. Tritt jetzt zu meinem Sterbebette, sieh meine Not erbarmend an, erquicke, lindere, errette, nur du bist's, der mir helfen kann. Stärk bis ans End' im Glauben mich, daß treu mein Lauf vollende sich. 5. Komm, Heiland, treib die Furcht zurücke, besiege auch den letzten Feind und lenk im Sterben meine Blicke auf dein Verdienst, o Seelenfreund. Sprich Freude, Trost und Mut mir Mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. 653. Ich fasſe, Bater, deine zu, mach End' und bringe mich Hände und halte sie im Glauzur Ruh. 6. Heil denen, die auf Erden sich schon dem Himmel weihn, die, aufgelöst zu werden, zu jeder Zeit sich freun. Bereit, es ihm zu geben, wann Gott, ihr Gott, gebeut, gehn sie getroft durchs Leben hin zur Unsterblichkeit. alTod, Auferstehung und Gericht. 6. Jhr toten Güter dieser Erden, ihr machet mir den Tod nicht schwer. Hinweg, jetzt soll ich selig werden, ich acht' und brauch' euch nun nicht mehr. Wer einen Himmel erben kann, fieht eitle Dinge nicht mehr an. 7. Ich übergebe dir die Meinen, du Vater der Barmherzig. feit. Laß sie von nun an sein die Deinen und bleib ihr Gott zu aller Zeit. Behüte sie vor Ungemach und bringe sie mir felig nach. Mel. Ich bin ja, Herr, in deiner. 654. Wenn, mittler, meine Pilgerzeit nun ganz durch lebt ist und der Streit des Glaubens endlich ausgestritten, wenn kaum mein sterbend Herz mehr spricht, dann sei mir nah und schweige nicht, o Herr, zu meinen letzten Bitten. Erhöre mich, wenn mein Gebet um Troft zu dir, um Gnade fleht. 2. Wenn mich kein Freund mehr trösten kann, und doch mein Herz bebt, sage dann: „ Die Sündenschuld ist dir vergeben!" Ach, wenn des Todes Schrecken mich ergreifen, sprich dann, Mittler, sprich:„ Nicht sterben sollst du, ſondern leben!" 469 mir gnügt, des Todes Schrecken find besiegt. 3. Nicht sei mir dann dein Angesicht, wie's Miſsethätern ift, Gericht; Erbarmen, Gnade, nicht Verderben. Nicht sterben laß mich, Herr, wie die, die dich verwarfen, die sich nie mit Ernst bereiteten zu sterben. Ach, furchtbar, furchtbar ist der Tod, der ewige Verwerfung droht. 4. Du, Herr, nur machst von Furcht uns frei. Wer dir geweiht ist, dir getreu, für den ist Sterben keine Strafe. Gelobet sei der Herr, mein Licht in jener Nacht; fie schreckt mich nicht, mir wird durch ihn der Tod zum Schlafe. Es ist ein finstrer Weg, doch mir ein Weg zum Leben und zu dir. 5. Gelobet sei der Herr, mein Schild, der mich mit Freudig. teit erfüllt, mit Freudigkeit und Mut zu sterben. Ich glaub' an ihn und bin gewiß, er führt mich aus der Finsternis zu seiner Himmelsfreuden Erben. O, welchen Jubel stimm' ich dann dem Todesüberwinder an. Mel. Christus, der ist mein Leben. 655. Einst geh' ich ohne Ein Wort von dir nur- und Beben zu meinem Tode hin, 470 Der Hingang des Christen zur Ewigkeit. denn Christus ist mein Leben und Sterben mein Gewinn. 2. Ich scheue nicht die Schrecken der freudenleeren Gruft; derd3. Web dann mir in Ewigwird mich auferwecken, der mich zum Grabe ruft. 3. Und rief mich abzuscheiden auch heute schon mein Gott, so folg' ich ihm mit Freuden und sterb' auf sein Gebot. keit, wenn ich deine Gabe, meine Kräfte oft entweiht und gemiß. braucht habe. Weh dann mir, hab' ich hier meine Zeit ver. schwendet, übel angewendet. 4. Des Lebens frische Blüte vermodre nur in Staub; die Wange, die sonst glüte, sei der Verwesung Raub. 4. Laß mir täglich dein Ge. richt, Gott, vor Augen schweben, und mich eifrig, meiner Pflicht treu zu sein, bestreben, daß ich nie thöricht sie außer Augen setze, nie mit Fleiß verlege. 5. Ich hoff' ein beffres Leben, das nie von mir entflieht; ein Leib wird mich umgeben, der nimmermehr verblüht. 5. Lehre mich gewissenhaft meine Zeit verwenden, eingedenk der Rechenschaft jeden Tag vollenden. Gieb, daß ich ernstlich mich täglich und noch heute darauf vorbereite. 6. Gieb, daß mir die Ewigkeit stets vor Augen stehe, damit ich die Gnadenzeit länger Mel. Straf mich nicht in deinem. 656. Herr, ich bin dein nicht verschmähe; eh der Tod mir noch droht, laß mich deinen Willen, Herr, getreu erfüllen. Eigentum, dein ist auch mein Leben. Mir zum Heil und dir zum Ruhm hast du mir's gegeben. Väterlich führst du mich auf der Prüfung Wegen meinem Biel entgegen. 7. Mein Gewissen strafe mich gleich für jede Sünde, daß ich, Mittler, bald durch dich Gnade such' und finde. Rufe du dann mir zu: Alles ist vergeben, Sünder, du sollft leben! 2. Einst kommst du mit großer Kraft zum Gericht auf Erden, dann soll ich zur Rechenschaft dargestellet werden. Dein 8. Dann werd' ich auch im Gericht, Herr, vor dir bestehen, Gericht schonet nicht, Richter aller Welten! Du, du willst vergelten. 6. Dann eil' ich dir entgegen, mein triumphierend Haupt, und seh' entzückt den Segen des Heils das ich geglaubt. tist Tod, Auferstehung und Gericht. und vor deinem Angesicht Freud' 3. Noch einmal blick' ich auf und Wonne sehen. Ewig dein werd' ich sein und mich, dich zu lieben, ewig, ewig üben. zu dir; noch einmal, Gott, empfehl' ich dir mich selbst und all die Meinen. Verlaß, o Gott, verlaß sie nie, still ihrer Seelen Schmerz, wenn sie an meinem Mel. Herzlich lieb hab' ich dich. 657. Noch einmal blick Grabe weinen. Ach leite fie nach deinem Rat, führ sie des Lebens schmalen Pfad, und ist einst ganz vollbracht ihr Lauf, so nimm auch sie mit Ehren auf. Herr Jesu Christ, laß sie und mich, laß fie und mich in deinem Himmel schauen dich! ich auf zu dir; noch einmal, Vater, falt' ich hier vor dir die matten Hände. Gott, nach Erlösung sehn' ich mich; o gieb, daß ich, gestärkt durch dich, den letzten Kampf vollende. Der du der Deinen Flehen hörst und LebenSterbenden gewährst, wenn nun mein sterbend Auge bricht, Mel. Herr Jesu Christ, meins 2. ach dann verlaß, verlaß mich 658. Des Todes Graun, nicht. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, zum Leben führ' mich durch den Tod! 471 2. Noch einmal Vater, preif' ich dich voll Dank, eh meine Lippen sich im Todesschlummer schließen. Mehr Huld und Liebe hast du mir in diesem ersten Leben hier, als ich je faff', erwiesen. So viele deiner Wunder sah ich hier bereits; was werd' ich da für Wunder schaun, wenn nun mein Geist dich nah an deinem Throne preist. Herr Jefu Chrift, bald laß auch mich, bald laß auch mich im bessern Leben preisen dich! des Grabes Nacht flieht, Herr, vor deiner Wahrheit macht; mein Geist, erhellt von deinem Licht, bebt vor des Leibs Zerstörung nicht. 2. Es falle nur die Hütte hin, mit der ich hier umgeben bin; ich selbst, dann freier als zuvor, schwing' aus den Trümmern mich empor. 3. Ein innres mächtiges Gefühl verkündigt mir mein höhres Ziel; dies Sehnen nach Voll. kommenheit ist sichrer Ruf zur Ewigkeit. 4. Dich, Höchfter, hab' ich hier erkannt, voll Liebe Vater dich genannt; in dieser Seelen 472 Der Hingang des Christen zur Ewigkeit. würde liegt ein Hoffnungsgrund, der nimmer trügt. di 5. Dein Wort zeigt mir die beffre Welt, so ist mein Glaube festgestellt. Wie herrlich wird der Menschheit Wert durch Jesu Zusag' aufgeklärt. 6. Glückselge Aussicht auch für mich. Entzückt hebt meine Seele fich; ich seh' im Geist des Christen Lohn, ich sehe meinen Himmel schon. 7. Da find' ich, was dein guter Rat zu meinem Wohl geordnet hat, genieße deines Mel. Jesus lebt, mit ihm auch. Gnadenblicks und der Boll. 659. Geht nun bin und endung meines Glücks. 8. Viel Freude gabst du mir schon hier; o Gütiger, wie dank' ich dir. Stets folgte kleinerm Ungemach die größere Versüßung nach. 9. So hat schon dieser Kindheitstand der höhern Hoffnung Unterpfand; die Liebe, die mich hier beglückt, die bleibt und fegnet unverrückt. 10. Des freudigsten Vertrauens voll erwart' ich, was mir werden soll, wenn ich, von Sünd' und Not befreit, nun reife zur Vollkommenheit. tes Kraft befiegt mein Herz der Krankheit Laft, der Trennung Schmerz. 12. Wenn hier von uns, die Gott vereint, der letzte auch hat ausgeweint, dann wird ein frohes Wiedersehn auf ewig unser Glück erhöhn. 13. Herr unsrer Tage, führe du uns alle diesem Ziele zu, daß uns bei standhaft from. mer Treu des Lebens End' erfreulich sei. Se mit 11. Der Tod darf mir nicht schreckend sein; er führt zum wahren Leben ein. Durch Gotda grabt mein Grab, denn ich bin des Wanderns müde. Von der Erde scheid' ich ab, denn mir ruft des Himmels Friede; denn mir ruft die süße Ruh von den Engeln droben zu. 2. Geht nun hin und grabt mein Grab. Meinen Lauf hab' ich vollendet, lege nun den Wanderstab hin, wo alles Irdsche endet, lege selbst mich nun hinein in das Bette sonder Pein. 3. Die ihr nun in Trauer geht, fahret wohl, ihr lieben Freunde. Was von oben nieder weht, tröstet ja des Herrn Ge. meinde. Weint nicht ob dem leeren Schein, droben nur kann ewig sein. Baby Tod, Auferstehung und Gericht. 4. Weinet nicht, daß nun ich will von der Welt den Abschied nehmen, daß ich aus dem Irrtum will, aus dem Schatten, aus dem Schemen, aus dem Eitlen, aus dem Nichts hin ins Land des ewgen Lichts. 5. Weint nicht, mein Erlöser lebt. Hoch vom finstern Erdenftaube hell empor die Hoffnung schwebt und der Himmelsheld, der Glaube; und die ewge Liebe spricht: Kind des Vaters, zittre nicht! 4. Mit Gott bestell dein Haus noch heut, eh dich der Tod an Tote reiht. Sie rufen: Gestern war's an mir, heut' ist's an dir; kein Bleiben ist, kein Wohnen hier. 5. Vom Freudenmahl zum Reiseftab, aus Wieg' und Bett in Sarg und Grab. Wann, wie und wo? ist Gott bewußt; schlag an die Bruft. Du mußt von dannen, Mensch- du mußt. 6. Da ist kein Siß zu reich, zu arm, kein Haupt zu hoch, kein Herz zu warm; da blüht zu schön kein Wangenrot; im Mel. Ich hab mein Sach Gott. 660. felig, wer das Finstern droht der Tod und überall der Tod. 7. Ach banges Herz im Leichen. thal, wo ist dein Licht, dein Lebensstrahl? du bist's, Herr, der mitGottesmacht ausGräbernacht das Leben hat ans Licht gebracht. 8. Dein Troftwort flingt so hoch und hehr:„ Wer an mich glaubt, stirbt nimaermehr." Dein Kreuz, dein Grab, dein Auferstehn, dein Himmelgehn läßt uns den Himmel offen sehn. 9. Wohl dem, der, Herr, mit dir vertraut schon hier sich ewge Hütten baut. Er sieht das Kleinod in der Fern' und kämpfet gern, und harrt der Zukunft seines Herrn. di Heil erwirbt und in dem Herrn, dem Mittler, stirbt. O selig, wer vom Laufe matt die Gottesstadt, die droben ist, gefunden hat. 2. Was suchst du, Mensch, bis in den Tod? du suchst so viel- und eins ist not. Die Welt beut ihre Güter feil; denk an negu dein Heil und wähl in Gott das beste Teil. 3. Was sorgst du bis zum letten Tritt? nichts brachtest du, nichts nimmst du mit. Die Welt vergeht mit Luft und Schmerz, schau himmelwärts. Da, wo dein Schat, da sei dein Herz! 473 - 474 Der Hingang des Christen zur Ewigkeit. 2. Das et 2. Das ewige Leben und dessen Herrlichkeit. 661. Jerusalem, du heilge 5. Propheten groß, Apoſtel Gottesstadt, ach wär' ich schon in dir. Mein hoffend Herz ist dieser Erde satt und sehnt sich fort von hier; weit über Berg und Thale, weit über Flur und Feld fleugt's auf zum Himmels. saale und eilt aus dieser Welt. hehr und hoch, Blutzeugen ohne Zahl, und wer dort trug des schweren Kreuzes Joch und der Tyrannen Qual, seh' ich dort oben schweben in selger Freiheit Glanz, das edle Haupt umgeben von lichtem Sternenfranz.b 2. O schöner Tag, o selger Augenblick, wann bricht dein Glanz hervor, da frei und leicht zu reinem Himmelsglück sich schwingt die Seel' empor, da ich sie übergebe in Gottes treue Hand, auf daß fie ewig lebe in jenem Vaterland? 3. O Himmelsburg, gegrüßet feist du mir; thu auf die Gnaden- neddon ( Chor.) pfort. Wie lange schon hat mich 662. wie selig ſeid ihr verlangt nach dir, bis ich entronnen dort aus jenem armen Leben, aus jener Nichtigkeit, bis Gott mir hat gegeben das Heil der Ewigkeit. doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekom. men. Ihr seid entgangen aller Not, die uns noch hält gefangen. 4. Was für ein Volk, welch eine edle Schar kommt dort gezogen schon. Was in der Welt von Auserwählten war, bringt mir die Ehrenkron, die Jesus mir voll Gnade entgegen hat gesandt auf meinem letzten Pfade aus jenem Thränenland. 6. Und lang' ich an im schönen Paradies, im Heiligtum des Herrn, dann schaut mein Geift, was er einst glaubend pries, was er gesehn von fern. O welche Jubelklänge hört mein entzücktes Ohr, welch hohe Lob. gesänge von aller Selgen Chor! ( Eine Stimme.) (*) Ja, höchst selig sind wir, lieben Brüder, unser Mund ift voller Freudenlieder. Doch was wir schauen, wird Gott euch gar bald auch anvertrauen.) *) Die in() eingeschlossenen Verse sind nur bei Begräbnissen zu singen. isd Das ewige Leben und dessen Herrlichkeit. Was euch noch quälet, daran hat es uns auch nicht gefehlet.) ( Chor.) ( Chor.) 2. Sanft ruht nun der Leib in seiner Kammer, sicher und befreit von allem Jammer; kein Kreuz noch Leiden trübt in eurem Geist die Himmelsfreuden. ( Eine Stimme.) ihr Lieben, wir auch mußten kämpfen, auch in uns war Sünd' und Tod zu dämpfen. 663. Alle Menschen müſſen 3. Christus trocknet alle eure Thränen; ihr genießt, wonach wir uns noch sehnen; euch wird gesungen, was durch feines Menschen Ohr gedrungen. ( Eine Stimme.) ( Duldet euch nur fort bei euren Thränen, laßt nicht nach, euch himmelan zu sehnen, denn eure Leiden sind die Bürgen der zukünftgen Freuden.) ( Chor.) 4. Ach, wer wollte denn nicht gerne sterben und den Himmel für die Welt ererben? wer möchte weilen, nur mit ihr die eitle Luft zu teilen? 475 ( Eine Stimme.) ( Wohl ift's herrlich, hier bei Christo leben, doch Geduld nur kann das Ziel erstreben. Nur treues Streiten lohnet Christus hier mit Herrlichkeiten.) dl ( Chor.) 5. Komm, o Christe, bald uns zu erlösen von der Erde Last und allem Bösen! Bei dir, o Sonne, ist der frommen Seelen Freud' und Wonne. sterben, ihre Herrlichkeit ver. blüht; keiner kann den Himmel erben, der zuvor den Tod nicht sieht. Dieser Leib muß hier verwesen, soll er anders dort genesen zu der ewgen Herrlich. teit, die den Frommen ist bereit. 2. Darum will ich dieses Leben, wenn es meinem Gott gefällt, gern in seine Hände geben und verlassen diese Welt, bin durch Christi Leiden dort ein Erbe seiner Freu. den, und in meiner letzten Not ist mein Trost des Mittlers Tod. denn 3. Jesus ist für mich geftor. ben, und sein Tod ist mein Gewinn. Er hat mir das Heil erworben, drum zieh' ich mit Freuden hin aus dem eitlen Weltgetümmel in den schönen Gotteshimmel, wo ich in dem reinsten Licht schaue Gott von Angesicht. 476 Der Hingang des Christen zur Ewigkeit. 4. Dort in jenem Freuden leben find' ich Millionen schon, die, mit Himmelsglanz um geben, stehen da vor Gottes Thron, wo die Seraphinen schweben und das hohe Lied anheben: Heilig, heilig, heilig heißt Gott der Vater, Sohn und Geist! 5. Wo die Patriarchen wohnen, die Propheten allzumal; wo auf ihren Ehrenthronen fizet der Apostel Zahl; wo seit vielen tausend Jahren alle Frommen hingefahren; wo das Lob, dem Herrn geweiht. täglich schöner sich erneut. 6. Alle, die ihm nachgewandelt, sehn des Glaubens Dunkelheit dort in Licht und Schaun verwandelt und in Wonne jedes Leid, weihen ihm die neuen Lieder, werfen ihre Kronen nieder vor dem Herrn und opfern Dank ihr unendlich Leben lang. 7. Gottes Stadt, voll ewger Schöne, o wie herrlich glänzest du, o welch lieblich Lobgetöne hört man dort in selger Ruh. O der großen Freud und Wonne, dort geht auf die wahre Sonne; und der helle Tag bricht an, der kein Ende nehmen kann. 8. Ich entbrenne von Verlangen, was ich glaub, im Licht zu sehn, meine Krone zu em. pfangen und verklärt vor Gott zu stehn. Sinke hin, mein Leib, zum Staube, denn ich weiß, an wen ich glaube. Mir ist Sterben ein Gewinn, denn ich geh zu Chrifto hin. 664. Wird das nicht Freude sein, nach gläubigem Vertrauen dort selbst den Heiland schauen in Salems gold. nem Schein? An seinen holden Blicken und Worten sich er. quicken, wird das nicht Freude sein? 2. Wird das nicht Freude sein, wenn, die uns Gott genommen, uns dort entgegen. kommen in seligerm Verein? Wenn fröhlich wir umschließen, was thränend wir verließen, wird das nicht Freude sein? 3. Wird das nicht Freude sein, die Palme sehn errungen und jeden Feind bezwungen? Gott dienen engelrein, von Schmerzen, Kümmernissen und Sorgen nichts mehr wissen, wird das nicht Freude sein? 4. Wird das nicht Freude sein, was unaussprechlich, hören, des Höchften Lob vermehren, mit Engeln stimmen ein, wenn sie mit süßem Klingen ihr dreimal Das ewige Leben und dessen Herrlichkeit. 477 Heilig fingen, wird das nicht größten Freund, sind wir ewig Freude sein? dann vereint. 5. O das wird Freude sein. Weg, Güter dieser Erden, ihr Ehren voll Beschwerden, du eitler Freudenschein! Gehabt euch wohl, ihr Lieben; will euch mein Tod betrüben- denkt, dort wird Freude sein! 4. O wer sollte sich nicht fehnen, aufgelöst und da zu sein, wo, nach ausgeweinten Thränen, ewge Güter uns er freun; wo sich unser Kreuz in Palmen, unser Klagelied in Psalmen, unsre Last in Luft verkehrt und das Jauchzen ewig währt? 5. Sei, o Seele, hoch erfreuet über das erhabne Glück, das dir einst dein Gott verleihet. Richte deines Glaubens Blick oft nach jener Stadt der Frommen mit dem Ernst, dahin zu kommen. Trachte, weil du hier noch bist, nur nach dem, was droben ist! Mel. Womit soll ich dich wohl. 665. wie fröhlich, o wie selig werden wir im Himmel sein. Da, da ernten wir unzählich unsre Freudengarben ein. Gehen wir hier hin und weinen, dort wird uns die Sonne scheinen. Dort ist Tag und keine Nacht, Gott hat alles neu gemacht. 2. Da wird Gott sich unsern Seelen offenbaren, wie er ist. Keine Wonne wird uns fehlen da, wo alles Wonne ist. Zu vollkommnen Seligkeiten wird uns dort der Mittler leiten, der, als er am Kreuze starb, uns dies Himmelsglück erwarb. 3. Da wird deiner Frommen Menge ein Herz, eine Seele Mel. Wie wohl ist mir, o Freund. ſein, Dienſt und Dant und 666. Es ist noch eine Lobgesänge dir, erhabner Gott, zu weihn; dir und dem, der selbst sein Leben willig für uns hingegeben. Mit ihm, unserm 6. Ohne Heiligung wird kei ner, Herr, in deinen Himmel gehn. O so mache täglich reiner hier mein Herz, dich einst zu sehn; hilf du selber meiner Seele, daß sie nicht den Weg verfehle, der mich sicher dahin bringt, wo man ewig dir lobsingt! Ruh vorhanden; auf, müdes Herz, und werde Licht. Du seufzeft hier in deinen Banden, und deine Sonne scheinet nicht; Der Hingang des Christen zur Ewigkeit. 478 fieh auf den Heiland, der mit Freuden dich wird auf seinen Auen weiden, wirf hin die Laft und eil ihm zu. Bald ist der heiße Kampf geendet, bald ist der schwere Lauf vollendet, so gehst du ein zu deiner Ruh. 2. Die Ruhe hat Gott auserforen, die Ruhe, die kein Ende nimmt; es hat da noch kein Mensch geboren, die Liebe sie uns schon bestimmt. Der Heiland wollte darum sterben, uns diese Ruhe zu erwerben; er lodt, er rufet weit und breit: Ihr müden Seelen und ihr Frommen, versäumet nicht, heut' einzukommen zu meiner Ruhe Lieblichkeit. 3. So kommet denn, ihr matten Seelen, die manche Last und Bürde drückt. Eilt, eilt aus euren Kummerhöhlen, geht nicht mehr seufzend und gebückt. Ihr habt des Tages Last ge tragen; dafür läßt euch die Liebe fagen: Ich felbft will eure Ruhstatt sein. Ihr seid mein Volk, der Erde müde, geht ein zu eures Herrn Friede; feid zu eures Herrn Friede; nur getroft und gehet ein! seid nur ein Lager haben und sanft von Schmerzen ruhen kann, wenn dieser sich darf niedersehen, an einem frischen Trunk ergötzen, wie sind sie beide hocherfreut. Doch dies sind kurze Ruheſtun. den, es ist noch eine Ruh er. funden, und diese währt in Ewigkeit. 5. Da wird man Freudengarben bringen, da ist die Saat der Thränen aus. O welch ein Jubel wird erklingen, das Kind kehrt in des Vaters Haus. Schmerz, Seufzen, Tod und banges Leiden wird dann auf ewig von uns scheiden; wir werden den Erlöser sehn. Er wird uns nach dem Kampf erfrischen, die Thränen von den Augen wischen und mit uns ein zur Freude gehn. abre 6. Da ruhen wir und sind im Frieden und leben ewig forgenlos. Ach, faſset dieses Wort, ihr Müden; kurz ist die Müh, der Lohn ist groß. Ach, Flügel her, wir müssen eilen; nur Trägheit kann sich noch verweilen; dort wartet schon die frohe Schar. Wohlauf, mein Geist, zum ewgen Lohne erkämpfe deine Siegestrone! Auf, auf! es kommt das RuheBas mag wohl einen Kranken laben und einen müden Wandersmann? wenn jener jahr. Das ewige Leben und dessen Herrlichkeit. Mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. Tugend ganzen Wert empfinden, den unaussprechlich großen 667. Nach einer Prüfung Wert; den Gott der Liebe werd' ich sehn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn. jus di med dent 6. Da wird der Vorsicht heilger Wille mein Will' und meine Wohlfahrt sein, und lieblich Wesen, Heil die Fülle am Throne Gottes mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich selig bin. 7. Da werd' ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah, das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier geschah. Da denkt mein Geift mit Preis und Dank die Schickung im Zusammenhang. 8. Da werd' ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart, ein Heilig, heilig, heilig! singen dem Lamme, das erwürget ward, und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd' ich in der Engel Scharen mich ihnen gleich und heilig sehn, das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn. Da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd' ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg kurzer Tage erwartet uns die Ewigkeit. Dort, dort verwandelt sich die Klage in himmlische Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und jene Welt reicht ihr den Preis. 2. Wahr ist's, der Fromme schmeckt auf Erden schon manchen felgen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm noch unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusche dieser Welt; bald kämpft in seinem eignen Herzen ein Feind, der öfter siegt als fällt; bald finkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 479 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Lafter öfters glücklich ist, wo man den Glücklichen beneidet und des Bekümmerten vergißt, hier kann der Mensch nie frei von Bein, nie frei von eigner Schwachheit sein. find 5. Hier such' ich's nur, dort werd' ich's finden. Dort werd' ich, heilig und verklärt, der 480 Der Hingang des Christen zur Ewigkeit. mich gehen hieß und ihn zu millionenmalen noch segnen, daß er mir ihn wies. Da find' ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft o möchte Gott es geben auch mir vielleicht ein Selger zu: Heil sei dir, denn du haft mein Leben, die Seele mir gerettet, du. Gott, wie muß dies Glück erfreun, der Retter einer Seele sein. 3. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne scheint uns alsdann. Er ist uns Sonne, der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn. Heil, nach dem wir weinend rangen, nun bist du, Heil, uns aufgegangen, nicht mehr im Dunkeln, nicht von fern. Nun weinen wir nicht mehr, das Alt' ist nun nicht mehr. Hallelujah! Er sank hinab, wie wir, ins Grab. Er Mel. Wachet auf, ruft uns die. 668. Selig find des Him. ging zu Gott, wir folgen ihm. mels Erben, die Toten, die im Herren sterben, zur Auferstehung eingeweiht. Nach den letzten Augenblicken des Todes. schlummers folgt Entzücken, folgt Wonne der Unsterblichkeit. Im Frieden ruhen sie, los von der Erde Müh. Hosianna! Vor Gottes Thron, zu seinem Sohn begleiten ihre Werke sie. 12. Was seid ihr, Leiden dieser Erden, doch gegen jene Herrlichkeit, die offenbart an uns soll werden von Ewigkeit zu Ewigkeit? Wie nichts, wie gar nichts gegen sie ist doch ein Augenblick voll Müh. 90 ewig, ewig Ehre sei dir, Versöhner, Jesu Chrift. Jhr, der Überwinder Chöre, bringt Dank, Anbetung, Preis und Ehre dem Lamme, das geopfert ist. Er sant, wie wir, ins Grab, wischt unsre Thränen ab, alle Thränen. Er hat's vollbracht; nicht Tag, nicht Nacht wird an des Lammes Throne sein. 2. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, Mel. Wie schön leucht't uns der M. 669. Mein ganzer Geift, Gott, wird entzückt, wenn er hinauf gen Himmel blickt, dahin dein Rat uns leitet, wo deine milde Vaterhand aus neuen Wundern wird erkannt, die du da haft bereitet. Mächtig fühl' ich mich getrieben, dich zu lieben, der zum Leben, das dort ist, mich will erheben. Das ewige Leben und dessen Herrlichkeit. Kein Neid, kein Streit hemmt die Triebe reiner Liebe unter Seelen, die dann weiter nicht mehr fehlen. 2. Was sind die Freuden Luft an deiner großen Güte. dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden? Du stellft uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar, daß wir sie froh empfinden; doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben; dort nur ist vollkommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab, dort wischest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, kein Geschrei, denn du, o Herr, machst alles neu, das Alte ist vergangen. Hinfort sind dort für Gerechte, deine Knechte, keine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In deinem höhern Heiligtum erschallet deines Namens Ruhm von lauter frohen Zungen. Da strahlt die Herrlichkeit des Herrn, da schaut man sie nicht mehr von fern, da wird sie neu besungen. Heller, schneller, als hienieden, ohn Ermüden sehn wir droben, Gott, wie hoch du bist zu loben. 5. Mit neuer Inbrunst lieben wir dich. Vater, dann und dienen dir mit fröhlichem Gemüte. Nichts stört den Frieden unsrer Brust und unsre tausendfache 481 6. Gott, welche Schar ift dort vereint! Die Frommen, die ich hier beweint, die find' ich droben wieder. Dort sammelt deine Vaterhand, die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd' ich, frei von Mängeln, selbst mit Engeln mir zum Segen da die reinste Freundschaft pflegen. 7. Wo ist mein Freund, des Menschen Sohn, der mich geliebt? wo glänzt sein Thron? in jenen Himmelshöhen. Da werd' ich dich, Herr Jesu Chrift, der du der Deinen Wonne bist, auch mit Entzücken sehen. Dann wird, mein Hirt, nichts mich können von dir trennen; ohn Aufhören werd' ich bei dir sein, dich ehren. 8. Wie herrlich ist die neue Welt, die Gott den Frommen vorbehält; kein Mensch kann sie erwerben. O Jesu, Herr der Herrlichkeit, du hältst die Stätt' auch mir bereit; hilf fie auch mir ererben. Laß mich eifrig danach streben und so leben auf der Erde, daß mir dort dein Himmel werde. 21 482 Der Hingang des Christen zur Ewigkeit. Mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. 670. Es ist noch eine Rub vorhanden für jeden gottergebnen Geist, wenn er sich dieses Leibes Banden nach Gottes Willen einst entreißt und nun nicht mehr so eingeschränkt, als hier auf Erden, lebt und denkt. 2. Die, Herr, zu dieser Ruhe fommen, wie selig find doch alle die. In deinen Himmel aufgenommen, ruhn sie von dieses Lebens Müh. Nach aller Last, die sie gedrückt, wird ewig nun ihr Herz erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kinder tröften, ſo tröstet deine Gütigfeit mit Himmelswonne die Erlösten nach überstandner Prüfungszeit. Dann wird es ihnen offenbar, wie gut ſtets deine Führung war. 4. Da schweigen alle ihre Klagen; da bringt mit frohem Lobgefang selbst für die ausgestandnen Plagen dir ihre Seele Preis und Dant. Da jauchzen sie: es ist vollbracht; der Herr hat alles wohlgemacht! 5. Auf ewig trifft sie dann fein Leiden, kein Schmerz und feine Schwachheit mehr; Gott führt sie zu vollkommnen Freuden und frönet sie mit Preis und Ehr. O unaussprechlich süße Ruh; wie herrlich, Höchſter, fegneft du! 6. Wer kann, Herr, deine Gnade faffen? du willst den, der dich redlich liebt, nicht ewig in der Unruh laffen, die dieses Leben noch umgiebt. Das flöße Mut und Kraft mir ein, im Leiden auch dir treu zu sein. 7. Mein Heiland, der du selbst auf Erden der Leiden Joch getragen haft, will ich des Lebens müde werden, und fühl ich dieser Tage Laft, so stärke mäch. tig meinen Geist, daß er dem Unmut sich entreißt. 8. Gieb, daß in Hoffnung jener Ruhe, die Gottes Volk verheißen ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du darin mein Vorbild bist; so folgt auf meine Prüfungszeit gewiß vollkommne Seligkeit. Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. 671. Warum erbebst du, meine Seele, bei dem Gedanken an das Grab? nicht dich um. schließt einst seine Höhle, nur deine Hütte sinkt hinab. Sie schuf der Allmacht Hand aus Staub, drum wird sie der Verwesung Raub. Das ewige Leben und dessen Herrlichkeit. 2. Du, zur Unsterblichkeit erlesen, schwingft dich empor zu Gottes Licht und schaust den Ursprung aller Wesen von Angesicht zu Angesicht, bewunderst deines Gottes Macht in jener Welten Bau und Pracht. 3. Dann, Seele, wirst du das verstehen, was dir kein Sterblicher erklärt, was hier vollkommen einzusehen, der Weiseste umsonst begehrt; dann täuscht dich Wahn und Irrtum nicht und selbst die Finsternis wird Licht. 4. Dann wirst du den, o den erblicken, den hier allein der Glaube sieht, den, der, dich ewig zu beglücken, Verbrechern gleich am Kreuz verschied. Dann jauchze, daß kein Wahn, kein Spott dich hier getrennt von deinem Gott. 483 2. Für seines Reiches Erben hat Jesus mich erklärt; was fürcht' ich mich zu sterben, wie er mich sterben lehrt? Mir ist der Tod Gewinn. Daß ich ganz glücklich werde, entschwing' ich mich der Erde und eil zum Himmel hin. 3. Nicht mich, nur meine Bürde, verschließt die finstre Gruft; mich hebt zu höhrer Würde mein Vater, der. mich ruft. Er ruft mich durch den Tod. Der reißt der Sünde Glieder, den trägen Leib, danie der; mich selbst führt er zu Gott. 4. Ich, der Gefahr entronnen, geh' aus dem Kampf hervor. Hoch über alle Sonnen hebt mich mein Glaub' empor. Da tret' ich in die Reihn der Engel, meiner Brüder; in ihre frohen Lieder stimmt mein Triumph. lied ein. 5. Gott schaut von seinem Throne mit Huld auf mich herab, dem er in seinem Sohne Mel. Aus meines Herzens Grunde. 672. Der letzte meiner das Recht der Kindschaft gab. Tage ist mir vielleicht nicht fern. O dann wird meine Klage ein Lobgesang dem Herrn. Voll bracht ist dann mein Lauf; ich trete zu dem Throne, und Gott setzt mir die Krone der Über winder auf. In seiner Ewigkeit wird er mit größern Freuden die Auserwählten weiden, die hier sich ihm geweiht. 6. Die Leiber seiner Frommen sind Saat, von ihm gesät; die Freudenzeit wird kommen da reif die Ernte steht. Dann wird der Erntetag ein neues ewges Leben auch meinem Staube geben, der tief im Tode lag. 21* 484 Der Hingang des Christen zur Ewigkeit. 7. Mit dir steh' ich im Bunde, Herr, meines Lebens Fürst, der du mir einst die Stunde des Todes senden wirst. Erhalt mich stets bereit im Glauben deiner Frommen, bis einst die Zeit wird kommen, die mich und sie befreit. 8. Dann geh' ich, frei von Kummer, des Todes dunkle Bahn; mir bricht nach kurzem Schlummer ein ewger Morgen an. Heil mir, er ist nicht fern, der letzte meiner Tage; er kommt, und alle Klage wird Lobgesang dem Herrn. Mel. Wer nur den lieben Gott. 673. Ich sehe meinen Himmel offen und singe mein Vollendungslied. In Schaun verwandelt sich mein Hoffen; das Pilgerthal, die Erd, entflieht. Mir öffnet sich das Land der Ruh, ich eile seinem Schoße zu. 2. Wie heilig ist doch diese Stäte, ruft mein entzückter Geist schon aus. Unsterblich Land, das ich betrete, du bist des großen Vaters Haus. Zu seiner Freude geh' ich ein; 0 Heil mir, hier ist gut zu sein. 3. Gefilde, wo nach Todesleiden er thront, mein Leben, Jesus Christ, hier rühm' ich, daß mit meinem Scheiden der letzte Feind bezwungen ist. Ich segne nun die dunkle Bahn; sie hob zum Licht mich himmelan. 4. So manches Rätsel meines Lebens, das wie im Spiegel vor mir stand, strebt' ich zu fassen, doch vergebens; nur Stückwerk blieb es, was ich fand. Der Himmel löst die Rätsel mir, und staunend dank' ich selig hier. 5. Sei nun zufrieden, meine Seele, auf ewig thut der Herr dir wohl. Endlose Freuden winken; wähle, und werde seines Ruhmes voll. Dich einzuführen sind bereit die Bürger der Unsterblichkeit. 6. Wer seid ihr, Engel, die die Thränen mir wonnelächelnd trocknen ab? Es ist kein Traum, tein süßes Wähnen; Lieblinge find's, die Gott mir gab. Verklärte, kommt ans treue Herz, nun bricht's nicht mehr im Trennungsschmerz. 7. Wer wandelt dort auf Freudenwegen? Vollendete, kommt, fegnet mich. Euch, Seelenfreunde, euch entgegen! die frommen Geister kennen sich. Was dort den Weg zum Herzen fand, reicht sich auch hier die Bruderhand.stodia chimer as Das ewige Leben und dessen Herrlichkeit. 8. Ich werfe meine Krone nieder und beuge mein verklärtes Haupt. Ihr Selgen, leiht mir eure Lieder, er ist's, an den mein Herz geglaubt, mein Herr, mein Retter, Jesus Chrift, durch den der Himmel mein nun ist. 485 9. Dem Vater, seinem Geist und Sohne durch alle Himmel Preis und Dank! Ström aus, mein Geist, an Gottes Throne den dreimal heilgen Lobgesang. Die Himmelschöre stimmen ein; mein Dank soll ewig, ewig ſein. Fünfte Abteilung. Lieder in Beziehung auf besondere Stände, Zeiten und Vorfälle. 12. Gieb unserm Rate und aller Obrigkeit Fried' und gut Regiment, daß wir unter ihnen ein geruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottselig keit und Ehrbarkeit. Amen. 1. Auf besondere Stände. a. Obrigkeit und bürgerliche Gesellschaft. 674. Verleih uns Frieden Herrn, dem alles unterthänig, gnädiglich, Herr Gott, zu unsren Zeiten. Es ist ja doch kein andrer nicht, der für uns könnte streiten, denn du, unser Gott, alleine. allwaltend nah und fern, Herr in des Himmels Höhn, du fetest Obrigkeiten, die unter deinem Leiten auf Recht und Ordnung sehn. 2. Es zeugen deine Knechte, daß keine Obrigkeit als nur durch deine Rechte und deine Macht gebeut. Du haft fie hoch geschätzt; wer ihr zuwider lebet, der trott und widerstrebet dem, was du selbst geſeßt. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 3. Du redeft, Herr, wir 675. Jehovah, Herr und hören. Hilf uns durch deinen König der Fürsten und der Geist, die Obern stets zu ehren, 486 Lieder in Beziehung auf besondere Stände. wie es dein Wort uns heißt. Sie tragen ja dein Bild; laß uns Gehorsam üben und sie mit Ehrfurcht lieben, von Furcht vor dir erfüllt. 4. Die, die uns hier regie ren, o Herr, regiere du, laß deinen Geist sie führen, dein Rat sprech' ihnen zu. Du herrscheft selbst im Land; das Herz der Obrigkeiten kannst du wie Bäche leiten, es steht in deiner Hand. 5. Send ihnen, Gott der Güte, dein heilig Recht und Licht, gieb Treue dem Gemüte und Weisheit zum Gericht. Laß stets durch ihr Bemühn die Frommen sicher stehen, der Bösen Rat vergehen und alle Stände blühn. 6. Gieb, daß durch ihr Regieren wir in Zufriedenheit ein stilles Leben führen in wahrer Frömmigkeit. Herr Gott, du segneft gern; o walte du hienieden, gieb deinem Volke Frie den durch Jesum, unsern Herrn. Mel. Nun freut euch, lieben Christen. 676. Aus deiner milden Segenshand, du Geber aller Gaben, muß jedes Volt, muß jedes Land des Segens Zufluß haben. Mit großer Weisheit hältst du Haus und breitest deine Wohlthat aus zum Flor und Glück der Völker. 2. Von dir stammt Kunst und Wissenschaft, wodurch die Länder blühen. Du schenkest jeglichem die Kraft, sich nüßlich zu bemühen, giebst jedem Amt, Beruf und Stand, dazu dein Rat ihn tüchtig fand, zum Besten mitzuwirken. en mi 3. Du zeigst als milder Geber dich dem Volk in jedem Lande, verknüpfst die Völker unter sich durch deines Segens Bande. Vom fernen Oft, vom fernen Nord strömt deines Segens Quelle fort zum Westen und zum Süden. 4. Du giebst den Schiffen ihren Lauf auf Strömen und auf Meeren und hilfft dem Flor der Handlung auf, viel Tausende zu nähren. Zur Notdurft, zur Bequemlichkeit ver teilst du deine Gaben weit durch manche Handlungszweige. 5. Du segnest auch des Künstlers Fleiß zum Nußen seiner Brüder. Was er nur Gutes kann und weiß, das kommt von dir hernieder. Was deine Huld uns zugewandt, das fließet stets aus deiner Hand durch nütliche Gewerbe.fun and pino? Obrigkeit und bürgerliche Gesellschaft. 6. Herr, unser Gott, wir 7. Hilf auch, daß jeder redlich preisen dich mit dankbarem Gemüte. Du herrscheft unveränderlich mit Weisheit und mit Güte. Geuß deinen Segen ferner aus auf unsre Stadt, auf jedes Haus zu deines Namens Ehre. b. Predigta mt. Mel. Wie schön leucht't uns der M. 677. Jesu, Herr der Herrlichkeit, du König deiner Christenheit, Hirt deiner großen Herde; du siehst auf die erlöste Welt, regierst sie, wie es dir gefällt, sorgft, daß sie selig werde. Owie troftvoll sind die Lehren, die wir hören. Heil und Leben willst du, Herr, durch sie uns geben. 2. Wohl deinem Volk, daß du es liebst, nach deinem Sinn ihm Hirten giebst, die es zum Himmel führen, die auf des Lebens rechter Bahn nach deinem Vorbild gehn voran und deine Lehre zieren. Treue Hirten laß den Seelen niemals fehlen und die Herden mit den Hirten selig werden. 3. Wir nehmen hier von deiner Hand den Lehrer, den du uns gesandt; Herr, segne seine Werke. Die Seelen, die 487 sei in seinem Thun und Handel, rechtschaffen, brüderlich, getreu in seinem ganzen Wandel. Mit Lust, o Vater, wendest du dem Lande deinen Segen zu, das folch ein Volk bewohnet. sich ihm vertraun, durch Lehr' und Leben zu erbaun, gieb Weisheit ihm und Stärke. Steh ihm mächtig stets zur Seite, daß er streite, bet' und wache, sich und andre felig mache. 4. Herr, deinen Geift laß auf ihm ruhn, laß ihn sein Amt mit Freuden thun, nichts sei, das ihn betrübe. Wenn er uns deine Wahrheit lehrt, gieb uns ein Herz, das folgsam hört, ein Herz voll treuer Liebe. Stärke Lehrer und Gemeine, laß fie deine Treue sehen und den Weg zum Himmel gehen. 5. Wenn einst dein großer Tag erscheint, laß unsern Lehrer, unsern Freund uns dir entgegen führen. Die Seelen sind ihm zugezählt, o gieb, daß dort ihm feine fehlt, laß keine ihn ver. lieren. Vor dir, Richter, werden Lehrer dann und Hörer hoch 488 Lieder in Beziehung auf besondere Stände. sich freuen und dir Jubellieder weihen. 6. Sei uns gesegnet, Knecht des Herrn, du kommst im Namen unsers Herrn, in Jesu Chrifti Namen. Sei Führer uns, sei unser Freund, fest ist das Band, das uns vereint. Gott mit dir! Amen, amen! Segne, Höchster, diese Stunde; hilf dem Bunde treu uns leben, bis wir uns zu dir erheben. Schar. Schar. Du rufft zu neuem Bunde für Zeit und Ewigkeit; o segne, Gott, die Stunde, die uns den Lehrer weiht. Du hast auf seinem Pfade mit treuer Huld gewacht, sein Werk gekrönt mit Gnade, bis hieher ihn gebracht. 3. Du mahnft ihn, du: Beginne getroft die neue Bahn mit mir, für deinen Gott gewinne dein Kleinod Christenfeelendir. Ihm heilig forsche, lebe, ihm weihe Mund und Mel. Nun lob, mein Seel, den. 678. Lobfingt! Den Herrn Herz, ihn anzubeten, hebe die Andacht himmelwärts. Dem Schwachen beut die Rechte, bekämpfe Sünd' und Tod, erhelle seine Nächte dem Dulder in der Not. illon 4. O Vater, sei dein Segen mit ihm, den uns dein Ruf verlieh. Ihm komme Lieb' entgegen, sein köstlich Amt erfreue fie. Hilf uns mit ihm vollbringen in deinem Licht und Geist, uns allen hilf erringen, was uns kein Grab entreißt. Sein Wort, sein Vorbild lehre, bis einst, wo Christus thront, die Krone deiner Ehre dem treuen Diener lohnt. verkündet der Christuskirche Heiligtum. Er hat sie feſt gegründet ist immerdar ihr Schuß, ihr Ruhm. O daß sein Geist uns bliebe, dann glänzt uns rein sein Licht, und Glaube, Hoffnung, Liebe, sie scheiden segnend nicht. Dann wandeln fromm die Seinen an frommer Lehrer Hand; ihm folgen fie, dem einen, in seiner Heimat Land. 2. Du riefft ihn, der hienieden, o Herr, uns dein Verkünder war, zu deines Himmels Frieden, zu seliger Verklärten - us] Hausstand. c. Hausstand. Mel. Nicht so traurig, nicht so sehr. 679. Voller Wunder, voller Kunst, voll von hoher Weisheit Preis, voller Gnade, Huld und Gunst, Labsal bei des Lebens Schweiß, ja, des reinsten Glückes Grund ist der teuschen Liebe Bund. 2. Die sich nach dem Angesicht niemals je zuvor gekannt, auch fonft im geringften nicht mit Gedanken zugewandt, deren Herzen, deren Hand knüpft Gott in ein Liebesband. 3. Hier wächst ein geschickter Sohn, dort ein' edle Tochter zu; eines ist des andern Kron, eines ist des andern Ruh; eines ist des andern Licht, wissen's aber beide nicht- 4. Bis so lang es dem beliebt, der die Welt im Schoße hält und zur rechten Stunde giebt jedem, was ihm wohlgefällt; da erscheint in Werk und That der so tief verborgne Rat. 5. Jeder findet, jeder nimmt, was der Herr ihm ausersehn; was im Himmel ist bestimmt, muß auf Erden auch geschehn, und was Gottes Rat bedacht, das ist stets sehr wohl gemacht. 489 d 6. Oftmals denkt man, das und dies hätte können besser sein, aber wie die Finsternis nicht erreicht den Sonnenschein, also geht auch Menschenfinn hinter Gottes Weisheit hin. 7. Laß zusammen, was Gott fügt; der weiß, wie's am besten sei. Unser Denken fehlt und trügt, sein Gedank' ist mangel. frei. Gottes Werk hat feften Fuß, wenn sonst alles fallen muß. 8. Siehe frommen Kindern zu, die im heilgen Stande stehn, wie so wohl Gott ihnen thu, wie so schön er lasse gehn alle Werke ihrer Händ' auf ein gutes selges End. 9. Jhrer Tugend schöner Ruhm dauert stets in voller Blüt, wenn sonst aller Liebe Blum' wie ein Schatten sich verzieht; und wenn aufhört alle Treu, 087 ist doch ihre Treue neu. 10. Ihre Lieb' ist immer frisch und verjüngt sich fort und fort. Liebe zieret ihren Tisch und versüßet alle Wort. Liebe giebt dem Herzen Raft unter Müh' und Sorgenlast. 11. Geht's nicht allzeit, wie es soll, ist doch diese Liebe still, 21** 490 Lieder in Beziehung auf besondere Stände. 2. Unser Flehn haft du er. höret, haft sie väterlich beschüßt, fie erhalten, sie ernähret, ihre Schwachheit unterstüßt. Overlaß, verlaß sie nie, segne und behüte sie, daß sie dir zum Wohlgefallen früh schon deine Wege wallen. 3. Wie viel drohende Gefahren warten ihrer in der Welt, und wer könnte sie bewahren, wenn nicht deine Hand sie hält? Ach, in ihrer eignen Brust schlummert die verbotne Luft. Hilf, daß fie fie fstets bekämpfen, jeden Reiz der Sünde dämpfen. 4. Zu des Himmels selgem Reiche riefst du fie durch deinen Sohn, o daß keines von dir weiche, wenn Verführer sie bedrohn. Wer aus deiner Gnade fällt, was hilft dem die ganze Welt? Nie kann sie mit ihren Schäßen ewgen Heils Verlust ersetzen. Mel. Werde munter, mein G. 5. Gieb auf ihrer Lebensreise, wie's dein Liebesrat be680. Sorge du für unsre dacht, das nur, was sie fromm Kinder, Vater, der mit Gnade krönt. Zwar auch sie sind vor dir Sünder, doch durch Jesum dir versöhnt, dir, den unser Glaube preist, Vater, Sohn und heilger Geift, durch die Taufe übergeben, dein zu sein und dir zu leben. had li und weise und zum Himmel reifer macht. Wenn ein böser Tag erscheint, wenn ihr Auge zu dir weint, o dann laß es ihren Seelen nie an Trost und Stärkung fehlen. d) jus fum 6. Der Triumphtag der Ge rechten sei auch uns ein Freudenhält sich in dem Kreuze wohl, denkt, es sei des Herren Will, und versichert sich mit Freud' einer fünftig beffern Zeit. 12. Unterdessen geht und fleußt Gottes reicher Segensbach, speift den Leib und tränkt den Geist, stärkt des Hauses Grund und Dach, und was klein, gering und bloß, macht er mächtig, viel und groß. 13. Endlich, wenn nun ganz vollbracht, was Gott hier in dieser Welt frommen Kindern zugedacht, nimmt er sie ins Himmelszelt, und drückt sie mit großer Luft selbst an seine Vaterbruft. 14. Nun so bleibet voller Kunst, voll von hoher Weisheit Preis, voller Gnade, Huld und Gunst, Labsal bei des Lebens Schweiß, ja, des reinsten Glückes Grund bleibt der keuschen Liebe Bund. Hausstand. tag. Hilf, daß zu des Richters Rechten keins von ihnen fehlen mag, daß wir jauchzen: Richter, fieh, sieh, hier sind wir, hier find die, die der Vater uns verliehen, sie zum Himmel zu erziehen. 2. Uns alle, die dir flehn, verbindet des Blutes und der Freundschaft Band, und unser Dant, o Gott, empfindet die milde Leitung deiner Hand. Er preift dich, großer Menschen. freund, der uns durch dieses Band vereint. 5. Wohl denen, deren Haus. genossen die Furcht des Herrn vor Augen schwebt, daß jeder Mel. Ich will dich lieben, meine. 681. Im Stillen wollen treu und unverdroſſen nach sei. wir dich ehren, dich, Gott, der frommen Wandel liebt und Bittenden, was sie begehren, was ihnen nüßt und wohlthut, giebt. Schon oft sind wir erquickt, erhört von deinem Thron zurückgekehrt. ner Pflicht Erfüllung strebt, wenn Eintracht und Zufrieden. heit ein Haus zum Siz des Segens weiht. 6. Ja, denen, die dich scheun und ehren, o Vater, strömt dein Segen zu. Sie wandeln folgsam deinen Lehren und traun auf dich und finden Ruh und finden Freuden, deren Wert und Dauer keine Zeit zerstört. 3. Wohl dem, der in der Ehe Bunde in fester Lieb' und Eintracht lebt. Ihm wird so manche Lebensstunde mit Selig keit und Lust durchwebt; er blickt mit Ruh' und heiterm Sinn auf Pfad und Ziel der Wallfahrt hin. 491 4. Wohl dem, dem frommer Kinder Segen der Ehe Bund noch schöner macht, wenn sie im Herzen Tugend begen, wenn in den Blicken Unschuld lacht, wenn sie der Eltern Beispiel rührt und auf den Weg des Lebens führt. 7. Zwar oft wird auch der Kelch der Leiden den Deinen, Herr, von dir gesandt. Oft muß die Tod und Trennung scheiden, die Blut und Treue fest verband; oft stört des Grams und Unfalls Wut, oft Krank. heit ihren heitern Mut. 8. Sie trinken doch den Kelch gelassen, den du, ihr Vater, eingeschenkt. Du zürnst nicht ewig, fannst nicht haffen, du Gott, der seiner Kinder denkt, und wenn ihr Glaube stand 492 Lieder in Beziehung auf besondere Stände. haft ringt, durch Leiden sie zur Wonne bringt. 9. Mag doch des Todes Arm uns trennen, wir werden einst uns wiedersehn, vor Gottes Thron die Unsern kennen, mit ihnen dankend vor ihm stehn. Da, wo kein Tod mehr trennen kann, stehn wir vereint und beten an. 10. Wir preisen ewig dann die Güte, die unaussprechlich uns geliebt, dem gottgeheiligten Gemüte schon hier des Himmels Vorschmack giebt, durch Freundschaft uns zur Ewigkeit, zur Wonne der Verklärten weiht. Mel. Nun danket all und bringet. 682. Auf euch wird Got tes Segen ruhn, er hat ihn euch gewährt. Geht hin und macht durch frommes Thun euch dieses Segens wert. 2. Ihm heiligt nun Beruf und Stand, ihm heiligt euer Herz und folgt der Leitung seiner Hand durch Freuden und durch Schmerz; 3. Bis ihr den Lauf der Pilgerzeit nach Gottes Willen schließt und in des Himmels Herrlichkeit der Treue Lohn genießt. d Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht. 683. Auf, erwachet, meine Lieder, singet Preis und Dank dem Herrn. Gott sieht auf den Staub hernieder, hört der Men. schen Loblied gern. Sollt' ich ihn nicht froh erheben? floß aus seiner Vaterhand, eh mein Stammeln ihn genannt, mir nicht Freude schon und Leben? Alles, alles, was ich bin, bin und ward ich nur durch ihn. 2. Doch was wären Freuden. tage, lebt' ich öd' und einsam hier? und wie trüg' ich Not und Plage, teilte niemand sie mit mir, wär' ich wie in Wüsteneien, wär' ich wie in fremdes Land auf die Erde hingebannt, müßt' ich ohne Freund mich freuen, ohne Freund ein Dulder sein? Vater, Preis und Dank sei dein! 3. Dank dir, Herr, für jede Stunde, die an treuer Freunde Hand, in der Tugend heilgem Bunde, froh genossen mir ver. schwand. Für die reinen süßen Freuden, die mir fromme Liebe gab, gern bereit, bis an das Grab mit zu sorgen, mit zu leiden, mich zu heben, wenn ich sant, Preis dir, Geber, Preis und Dank! Abadiad Hausstand. 4. Dir geheiligt sei die Freude, die mir aus der Liebe quillt, sei mir Tröftung, wenn ich leide, immer schuldlos, sanft und mild. An des Frommen reiner Seele läutre sich mein schwaches Herz, daß ich unter Luft und Schmerz nur, was dir gefällt, erwähle; sucht mein Sinn ein falsches Glück, rufe mich sein Wink zurück. 5. Wo auch die Geliebten wallen, die dein Auge mir ersah, laß mein Flehn dir wohl gefallen, fegne sie, sei ihnen nah. Ihrer Seelen stilles Sehnen, ihres Herzens fromm Gebet, das vielleicht für mich jetzt fleht, ihre Sorgen, ihre Thränen, ihre leifefte Begier, alles, Herr, befehl' ich dir. 493 684. felig, wer zufrieden mit dem, was Gott beschieden, den Weg durchs Leben geht, von Herzen ihm vertrauet, nicht auf das Eitle bauet, nichts wünscht, als was vor Gott besteht. 2. O felig, wenn die Herzen, gefaßt auf Freud' und Schmerzen, vereint durch einen Sinn, sich liebend hier verbinden, das wahre Gut zu finden, den ewig dauernden Gewinn.e 3. Es wohnet schon hienieden des Himmels süßer Frieden bei frommer Häuslichkeit. Der Liebe reiner Seelen kann keine Freude fehlen, fein Segen der Zufrie. denheit. 4. Da teilt man alle Freuden, da teilt man Gram und Leiden, da wallt man Hand in Hand durchs kurze Pilgerleben, geht mit vereintem Streben den Weg ins beffre Vaterland. 6. Hebe, wenn der Tod die Bande unsrer Liebe hier zerreißt, zu der Freundschaft Vaterlande, zu dem Himmel unsern Geiſt. Laß uns dort uns wieder 685. Die Grd' ist überall finden wo, hoch über Grab und des Herrn. Er ruft: Zieh freu. Tod keine Trennung mehr uns dig weiter! Sei mir das Land droht, wo wir reiner uns verbinder Heimat fern, der Herr ist den, keine Abschiedsthräne fließt und die Freundschaft ewig ist. Mel. Dir dank' ich für mein Leben. mein Begleiter. Und blieb' ich an dem fernsten Meer, auch dort sind Tempel seiner Ehr und Engel seiner Liebe. ( Für Verreisete.) Mel. Es ist das Heil uns kommen. 2. O feiner, feiner wandert aus, den Gottes Rechte leitet. Sein Himmelsdach, sein Vater 494 Lieder in Beziehung auf besondere Stände. haus ist überall bereitet, und freundlich glänzt sein Angesicht mir in des Monds, der Sonne Licht, in vielen Brüdern, Schwestern. 3. Ist Wandern nicht des Menschen Los, ein Fremdling sein auf Erden? Auch in der Heimat Mutterschoß soll keiner heimisch werden. Was Erde war, wird Erde sein. Bald sinkt das Haus der Heimat ein und früher sein Bewohner. 4. Ich weiß, daß ich ein Bil grim bin, will täglich es bedenken und mehr, als auf der Welt Gewinn, mein Herz auf Güter lenken, die nicht des Räubers Hand entringt, die Flamme nagt, das Meer verschlingt, die mir nach oben folgen. 5. Wie Gott mich leitet, will ich ziehn. Hab' ich auf allen Wegen vor Augen und im Herzen ihn, wird alles ja mir Segen. In Nächten, in der Sonne Glut, in Wüsten, auf empörter Flut weiß er den Weg zu bahnen. 6. Die Erd' ist überall des Herrn. Er sei mit euch, ihr Meinen, wie glücklich sah ich einst den Stern der Liebe bei euch scheinen. Doch trenne Land und Meer uns nun die Her. zen sind vereint und ruhn an einem Vaterherzen. - 7. Wohin er leitet, will ich gehn. Soll ich der Kindheit Auen, der Heimat Haus und Tempel sehn, euch, ihr Geliebten, schauen? Wohl mir! Am heimischen Altar soll ihn, der mein Erretter war, ein froher Psalm erheben. 8. Doch ruft er: Lege deinen Stab auf fremdem Boden nieder! ich gebe freudig, was er gab, in seine Hände wieder und traue seinem Vaterwort; wir finden hier, wir finden dort uns wieder in der Heimat! handa 2. Auf besondere Zeiten. a. Jahreswechsel und Folge des menschlichen Alters. ist der Herr der Zeit, hat ihren Mel. Aus meines Herzens Grunde. 686. Helft Gottes Güte Lauf regieret, bisher uns gut ge führet und jetzt das Jahr erneut. preisen, stimmt, Christen, mit mir ein. Uns dankbar zu erweisen, soll unsre Freude sein. Er 2. Mit Ernst laßt uns betrachten den Reichtum seiner Jahreswechsel und Folge des menschlichen Alters. 495 Gnad, das nicht geringe achten, Mel. Nun laßt uns Gott, dem H. was seine Treue that. Er war's, 687. Nun laßt vor Gott der Stadt und Land, der unser Leben schützte; er gab un, was uns nütte, mit väterlicher Hand, d uns treten mit Singen und mit Beten, vor Gott, der unferm Leben bis hieher Kraft gegeben. 2. Wir, seine Pilger, wandern von einem Jahr zum andern; die schnelle Flucht der Stunden wird faum von uns empfunden. 3. Er hat sein Wort erhalten, der Kirche Schutz gewährt, die Jugend samt den Alten gepfleget und ernährt; hat stets mit milder Hand viel Freuden ausgespendet, viel Unfall abgewendet, viel Segen zugewandt. 4. Er hat uns noch verschonet aus unverdienter Huld und hat uns nicht gelohnet nach unsrer Sündenschuld. Es ist Erbarmen bloß, daß wohlverdiente Strafen uns nicht vorlängst betrafen, denn unsre Schuld ist groß. 5. Er gönnt mit Vatertreue uns noch zur Bessrung Frist; und wenn bei wahrer Reue wir traun auf Jesum Christ, ihm uns zum Dienste weihn, so will er uns vergeben und zum rechtschaffnen Leben selbst unser Bei. stand sein. 6. Sei, Vater, hoch gepriesen für alle Gütigkeit, die du an uns bewiesen in der verfloffnen Zeit. Sei ferner unser Gott, versorg uns und bewahre uns auch im neuen Jahre und hilf aus aller Not. 3. Und diese Wandertage sind nie ganz frei von Plage; auf forgenvollen Wegen gehn wir dem Grab entgegen. 4. Doch gleich den treuen Müttern verbirgt Gott in Ge wittern die Seinen, vor Gefahren sie gnädig zu bewahren. 5. Ach Hüter unsers Lebens, wir sorgten nur vergebens, wenn du uns nicht beschüßteft, mit Kraft nicht unterstüzteft. 6. Lob sei dir, Gott, aufs neue für deine Vatertreue. Lob sei den starken Händen, die alles Unglück wenden. 7. Hör ferner unser Flehen und eil uns beizustehen in un. serm Kreuz und Leiden, du Brunnquell aller Freuden. 8. Gieb uns und allen denen, die sich nach Hülfe sehnen, zu dir in Not und Schmerzen vertrauensvolle Herzen. 496 Lieder in Beziehung auf besondere Zeiten. 9. Herr, wehre du den Kriegen, laß Menschenliebe siegen und nach den Thränengüssen die Freudenströme fließen. 10. Dein reicher milder Segen folg' uns auf unsern Wegen; laß Großen, Herr, und Kleinen die Gnadensonne scheinen. 11. Sei der Verlaffnen Vater, der Irrenden Berater, der Unversorgten Gabe, der Armen Gut und habe. 12. Hilf gnädig allen Kranken; gieb fröhliche Gedanken den fummervollen Seelen, die sich mit Schwermut quälen. 13. Vor allem, Herr, verleihe uns deinen Geist aufs neue, der uns mit Tugend ziere und so zum Himmel führe. 14. Das wollest du uns geben, o unsers Lebens Leben; so wallen wir im Segen der Ewigfeit entgegen. 2. Herr, der da ist und der da war, von dankerfüllten Zungen sei dir für das verflossne Jahr ein heilig Lied gesungen, für Leben, Wohlfahrt, Troft und Rat, für Fried' und Ruh, für jede That, die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dies Jahr gesegnet sein, das du uns neu gegeben. Verleih uns Kraft- die Kraft ist dein in deiner Furcht zu leben. Du schüßeft uns und du vermehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche streben. 4. Gieb uns, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh und Freuden; doch schadet uns das Glück der Welt, so gieb uns Kreuz und Leiden. Nur stärke mit Geduld das Herz und laß uns nicht in Not und Schmerz die Glücklichern beneiden. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder. Er. 688. Gott ruft der Sonn' barme der Verlaffnen dich und der bedrängten Glieder. Gieb Glück zu jeder guten That und laß dich, Gott, mit Heil und Rat auf unsre Obern nieder. und schafft den Mond, das Jahr danach zu teilen. Er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen. Er ordnet Jahre, Tag und Nacht. Auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Dank erteilen. allegejshpir - 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit stets gute Thaten Lohne, und Tugend und Zufriedenheit in unsern Häusern Jahreswechsel und Folge des menschlichen Alters. 497 wohne, daß Treu und Liebe reitet. Von ganzer Seele preis' bei uns sei, dies, lieber Vater, ich dich; aufs neue übergeb' dies verleih in Christo, deinem ich mich, Gott, deiner weisen Sohne. Führung. Mel. Allein Gott in der Höh. 689. Du u bist, o Vater. 5. Vergieb mir die gehäufte Schuld von den verfloffnen Tagen und laß mich deine Vaterhuld in Chrifto ferner Herr der Zeit und Herr der Ewigkeiten. Laß mich auch jetzt tragen. Laß mich in deiner mit Freudigkeit dein hohes Lob verbreiten. Ein Jahr ist aber mal dahin; wem dank' ich's, Gott, daß ich noch bin? nur deiner Gnad' und Güte. Gnade ruhn, und lehre lebenslang mich thun nach deinem Wohlgefallen. 2. Dich, Ewiger, dich bet' ich an, dich, den Unwandelbaren, dich, den kein Wechsel treffen kann. Wir werden, sind und waren; wir blühen und vergehn durch dich, nur du bist unveränderlich; du warst und bist und bleibest. 3. Herr, ewig währet deine Treu, mit Huld uns zu be gegnen; an jedem Morgen wird fie neu, mit Wohlthun uns zu segnen. Ich kenne keinen Augenblick, da nicht von ihr stets Heil und Glück mir zugefloffen wäre. 4. Du haft auch im verfloffnen Jahr mich väterlich geleitet und, wenn mein Herz voll Sorgen war, mir Hülf' und Troft be6. Gieb neue Lust und neue Kraft, vor dir gerecht zu wandeln. Laß, Herr, mich stets gewissenhaft mit mir und andern handeln. Dein Geist belebe Herz und Mut, dich, o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt zu lieben. 7. Die Welt vergeht; dies treibe mich, die Lust der Welt zu fliehen. Um beffre Freuden müsse sich mein Geist schon jetzt bemühen. Hier ist ja nur mein Prüfungsstand, im Him. mel ist mein Vaterland; dahin, Herr, laß mich streben. 8. Olehre selbst mich meine Zeit mit Weisheit auszukaufen. Laß mich die Bahn zur Ewig. feit mit heilger Vorsicht laufen. Der Tage Laft erleichtre mir, bis meine Ruhe einst bei dir kein Wechsel weiter störet. 498 Lieder in Beziehung auf besondere Zeiten. - Mel. Christe, der du bist Tag und. 690. Unwiederbringlich schnell entfliehn die Tage, die uns Gott geliehn. Ein Jahr tritt ein und eilt davon; entschwunden ist auch dieses schon. 2. Dank sei dir, o barmherzger Gott, für deinen Beistand in Mel. Nun freut euch, lieben Christen. der Not, für tauſend Proben 691. Heut öffnet ſich die deiner Treu, denn deine Huld war täglich neu. 3. Dank dir, wenn jetzt voll Heiterkeit das Herz manch guter That sich freut. Wes war die Kraft, wer gab Gedeihn? Dir, Herr, gebührt der Ruhm allein. neue Bahn auf meines Lebens Reise. Froh tret' ich meine Wallfahrt an nach frommer Pilger Weise. Herr, mit Gebet und mit Gesang beginn' ich mutig meinen Gang, du wirst mich sicher leiten. 4. Oft fehlten wir und merkten's nicht; verzeih uns die verletzte Pflicht. Du fiebst, Erbarmer, unsre Reu; um Christi willen sprich uns frei. 5. Wir eilen mit dem Strom der Zeit stets näher hin zur Ewigkeit. Herr unsers Lebens, mache du uns selber recht geschickt dazu. 6. Du läßt, uns länger zu erziehn, uns Wochen, Monden, Jahr entfliehn; doch an dem Ziel der Pilgrimschaft kommt unsre große Rechenschaft. entscheiden soll, so führ uns aus der Prüfungszeit zu deiner frohen Ewigkeit. 8. Da sind wir unsers Heils gewiß, da wechseln Licht und Finsternis nicht mehr, wie hier. Du ewges Licht, Herr, unser Gott, verlaß uns nicht. 7. Ist einst die Zahl der Stunden voll, die unser Los 2. Mich schrecke nicht der Zukunft Nacht, die meinen Pfad umbüllet. Wer weiß, ob nicht durch deine Macht einst Licht aus Nächten quillet? Jetzt faff' ich deinen Ratschluß nicht; doch einst, verklärt in deinem Licht, werd' ich ihn ganz verstehen. 3. Rauh oder eben sei mein Pfad, ich will ihn freudig gehen. Ich weiß, dein ewig weiser Rat hat ihn für mich ersehen. Was du verhängst, Glück oder Not, es sei auch Leben oder Tod, muß mir zum besten dienen. 4. Mein Ziel sei nahe oder fern, das soll mein Herz nicht Jahreswechsel und Folge des menschlichen Alters. 499 nur, auch Güter mehrt, die ewig ihn belohnen. Jesus Christus, treuer Leiter, hilf uns weiter täglich wallen, schaff ein Jahr des Heils uns allen. quälen. Dir, meiner Lebenstage Herrn, dir will ich es befehlen. In deiner Hand steht meine Zeit, laß mich den Weg zur Ewigkeit nur selig einst vollenden. 4. Die Tage fliehn, wie Strom und Wind, und mancher, der das Jahr beginnt, wird enden, eh es endet. Wohl dem, Mel. Wie schön leucht't uns der M. 692. Mit ihm, der sein der nimmer morgen" ſpricht, 11 wird, ist und war, mit Gott vollendet ist das Jahr und nimmer kehrt es wieder. Anwo heute deine Huld das Licht zu treuem Wirken sendet. Hilf uns, Vater, hilf uns Schwachen betend blickt zu Gott hinauf. täglich machen, als am Tage, daß er Himmelsfrüchte trage. Mit ihm beginnt den neuen Lauf, ihm heiligt eure Lieder, neue Hoffnung, neues Streben, ihm zu leben, zu erwerben, was die Zeit nicht raubt, kein Sterben. 2. Ein Jahr ruft es dem andern zu: O Vater, freundlich waltest du, daß Gutes uns nicht fehle. Du haft auch auf vollbrachter Bahn die milde Hand uns aufgethan, gesegnet Leib und Seele. Dankt ihm alle; Niedre, Hohe, Dulder, Frohe, Kinder, Greise, blickt hinauf zu Gottes Preise! 3. Errungen ist des Jahres Ziel, doch unvollbracht des Guten viel, und fern noch sind die Kronen. Wohl dem, der dein Erbarmen ehrt, nicht Jahre 5. Auf Kirch' und Haus, auf Stadt und Land, auf jedes Alter, jeden Stand sieh gnadenvoll hernieder. Sei, wenn des Glückes Sonne lacht, sei nah in jeder Leidensnacht, Verirrte bringe wieder. Vater, höre! Hilf, wenn Herzen Todesschmerzen bang' empfinden, selig, selig überwinden. 6. Die Zukunft, Herr, ver hülle sich- du halfft bis hieher väterlich, wirst alles herrlich lenken. Du bleibest ewig, wie du bist. Das Höchste gabft du, Jesum Christ, wirst mit ihm alles schenken. Preis dir, Vater! Wir vertrauen ohne Grauen deinen Händen, du, des Jahre nimmer enden. 500 Lieder in Beziehung auf besondere Zeiten. ( An Geburtstagen.) Mel. Ich dank dir, lieber Herre. 693. Die Morgensterne priesen den Herrn im Jubelton; ihm grünten Wald und Wiesen viel tausend Jahre schon. Es glänzten Berg und Fläche, die Sonne kam und wich; der Mond beschien die Bäche noch aber nicht für mich. 2. Es weckte mich kein Morgen; es schien kein Erdentag ins Dunkle, wo verborgen der Ungeborne lag. Noch klang der Psalmen keiner mir mit der Andacht Ruf; doch er gedachte meiner, der Sonn' und Mond erschuf. 3. Er winkte mir ins Leben, er weihte mich zur Lust, zum ersten Wonneleben an meiner Mutter Brust. Es war an ihrem Herzen mein Bettlein mir gemacht; fie trug mit füßen Schmerzen mich eine kurze Nacht. 4. Da grüßt' ich sie mit Weinen und schwieg in ihrem Schoß, sah Mond und Sonne scheinen, und Treue zog mich groß. Mit Gottes Segen frönte sich Anger, Busch und Feld; mein Lobgesang ertönte zum Vater dieser Welt. 5. Der Tag kann nun ver. gehen, der Morgen wieder graun; wo Gottes Lüfte wehen, da will ich sicher traun. Und wenn ich schlafen werde die zweite kurze Nacht, dann wird in seiner Erde mein Bettlein mir gemacht. 6. Im Sterben Hoffnung geben mag Erdenweisheit nicht; jedoch bei dir ist Leben, ist Liebeskraft und Licht. Du siehst der Schöpfung Enden; und was dich Vater heißt, das ruht in deinen Händen. Empfange meinen Geist! Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht. 694. 694. Sandte dich mein Gott mir wieder? Preise, Tag des Segens, ihn, Tag, an dem auf mich hernieder einst zuerst die Sonne schien. Heil mir, mich auch schuf sein Werde; seine Liebe war mir nah, als ich noch die Welt nicht sah, nicht den Himmel, nicht die Erde. Vater, nimm des Danklieds Schuld an dem Denkstein deiner Huld. 2. Mich zum Himmel zu erheben, gabst du mir der Erde Licht. Schwach begann ich, Herr, mein Leben, fremd, doch unter Fremden nicht. Herzen schlugen mir entgegen väterlich Jahreswechsel und Folge des menschlichen Alters. 501 und mütterlich, priesen, höchfter ich im Beruf froh empfing und Vater, dich, für des neuen um mich schuf. Daseins Segen. Eh ich Liebe noch empfand, pflegte mein der Liebe Hand. ed. adi 3. Ehe dich mein Geift erkannte, ehe betend dich mein Mund, meine Seele Vater nannte, knüpftest du mit mir den Bund, weihtest mich dem Reich der Frommen, als ich noch bewußtlos schlief. Heil mir! Jesus Christus rief: Laßt die Kindlein zu mir kommen! Alles war für mich bereit. Heil in Zeit und Ewigkeit. 4. Längst entschwunden, goldne Tage meiner Kindheit, preist den Herrn. Jedes, jedes Alter fage: Gott, mein Gott, du warst nicht fern, du, mein Schöpfer, mein Erhalter seit des Lebens Morgenrot, Retter oft in Todesnot, täglich mein Vertraun, mein Psalter. Großes hat auf meiner Bahn deine Huld an mir gethan. 5. Alles, alles kam von oben, was den Leib, das Herz erfreut; jede Kraft, durch dich erhoben, jedes Frühlings Herrlichkeit, jede hohe Feierstunde auf der Andacht Himmelsflur, in dem Tempel der Natur, in der Vielgeliebten Bunde, alles, was 6. Eilten Freuden oft, wie Schatten, nichtig auf der Zeiten Flucht, andre kamen; Wüsten hatten edle Blüten, edle Frucht. Wo du nahmst, da warst du Geber, warst mein Stab, mein Friedensstrahl, Vater, auch im finstern Thal, auf der Stätte teurer Gräber. Dankbar zeugt die bängste Nacht: alles haſt du wohlgemacht! 7. Jahre kamen, Jahre schwanden- deine Gnade schwand mir nie. Oft gefallen, oft erstan. den, treuer Vater, pries ich sie. Heut auch fühlt es meine Seele. Viel ist unvollendet, viel, fern mein Kleinod, fern mein Ziel. O vergieb mir alle Fehle; näher winkt dein Bote mir, näher führe mich zu dir. 8. Hilf mir wuchern mit den Tagen, oft im Geist den letzten schaun, fromm genießen, fromm ertragen, meine Zukunft dir vertraun. Heil mir! An des Todes Thoren end' ich freudig dann den Lauf, und zu Seligen hinauf schweb' ich selig neu geboren. Unter Himmelsbürgern preist ewig, ewig dich mein Geist. 502 Lieder in Beziehung auf besondere Zeiten. Mel. Ermuntre dich, mein schw. 695. Ich trete vor dein Angesicht, du Schöpfer meiner Jugend. Verwirf mein kindlich Flehen nicht um Weisheit und um Tugend. Mein ganzes Leben dank' ich dir. Erbarmer, weiche nie von mir, damit ich meine Wege unsträflich gehen möge. 2. Mein Herz, noch unverführt, noch rein, doch jung und unerfahren, wie leicht, geblendet durch den Schein, stürzt es sich in Gefahren. Ach mache mich mir selbst bekannt. Herr, gieb mir Weisheit und Ver. stand, stets auf dein Wort zu schauen und nie mir selbst zu trauen. 3. Du pflanzteft, Herr, in meine Brust die Triebe zum Vergnügen. Ach stärke mich, den Hang zur Luft der Sünde zu besiegen. Dein unausbleibliches Gericht vergesse meine Seele nicht; o lehr mich, fromme Freuden von eitlen unterscheiden. 4. Von dir, o Gott, werd' ich bewacht, bin stets von dir umgeben; vor dir bedeckt nicht Mitternacht noch Einsamkeit mein Leben. Die Sünde, die im Finstern schleicht, verbirgt vor Menschen sich vielleicht; vor deinem Angesichte steht sie im hellen Lichte. 5. Den Leichtsinn, der mich oft verführt, das Böse zu erwählen; den Ehrgeiz, der den Stolz gebiert, das Merkmal schwacher Seelen; die Trägheit, die den Geist verzehrt, so leicht den Trieb zum Laster nährt, und jeden Reiz der Sünden, Gott, lehr mich überwinden. 6. Wenn sich auf meiner Jugend Bahn, mich in ihr Net zu ziehen, Verführer meiner Seele nahn, so laß mich flüg. lich fliehen. Ihr süßes Locken lente nicht mein Herz von dir und meiner Pflicht; ihr Spotten und ihr Lachen laß nie mich wankend machen. 7. Der Glaub' an Jesum bleibe mir, o Gott, unendlich wichtig, denn er macht mich gerecht vor dir und meine Steige richtig. Nicht Zweifel, die ein Herz erzeugt, das sich zur Sündenliebe neigt, noch Luft zu widersprechen, laß meinen Glauben schwächen. 8. Der Tugend heilige mich ganz mein Schöpfer und Er halter. Sie werde meiner Jugend Glanz und einst mein Trost im Alter. Erhalte mein Gewissen Jahreswechsel und Folge des menschlichen Alters. rein, laß keinen meiner Tage mich, Gott, dein Segen, auch sein, der nicht zu deiner Ehre geschmückt mit Tugend wäre. selbst im schwersten Leidenslauf. 2. Oft hatt' ich große Sorgen, doch wie ein heitrer Morgen durch dunkle Nächte bricht, so hab' ich's ftets erfahren, du weißt uns zu bewahren und führst durch Finsternis zum Licht. 3. War Menschenrat vergebens, so warst du, Herr des Lebens, mein Licht auf dunkler Bahn. Dich ließ ich thun und raten, denn du thust große Thaten und nimmst dich unser 9. Ach, lehre mich den Wert der Zeit, daß ich sie nie verschwende, daß ich mit fluger Thätigkeit auf Weisheit sie verwende. Gott, meiner Jugend Fleiß und Müh laß nicht um sonst sein, segne sie, laß auch durch mich auf Erden dein Werk gefördert werden. Mel. Mein Herzensjesu, meine Lust. 696. Herr, mein Gott, hülfreich an. ich bitte dich um Weisheit und um Tugend. Regiere du mich väterlich in meiner frühen Jugend. Laß deinen Segen auf mir ruhn, nur das zu lieben und zu thun, was mir dein Wort befiehlet. 2. Gieb, daß sich meine Eltern freun, mich tugendhaft zu sehen. Laß ihre Zucht an mir gedeihn zu meinem Wohlergehen. Das Gute, was sie mir gethan von meinem ersten Odem an, o das vergilt du ihnen! 503 4. Bis zu des Alters Tagen will ich dich heben, tragen und dein Erretter sein"- dies haft du mir versprochen und nie dein Wort gebrochen, des will als Greis ich auch mich freun. 5. Du wirst in meinem Alter mein Stab sein, mein Erhalter, nach deiner Vatertreu. Bin ich gleich schwach und müde- bei dir ist Troft und Friede, du stehst den Schwachen mäch. tig bei. Mel. O Welt, ich muß dich. 6. Noch wenig bange Stun. den- so hab' ich überwunden, 697. Du, Herr von mei. ich bin dem Ziele nah, dem Ziele aller Leiden. O welche hohe Freuden erwarten meine nen Tagen, haft mich voll Huld getragen von meiner Jugend auf, auf allen meinen Wegen umgab| Seele da! 504 Lieder in Beziehung auf besondere Zeiten. 7. Ich harre froh und stille, bis meines Gottes Wille mich nach dem Kampfe krönt. An b. Jahreszeiten, Witterungslauf, Saat- und Erntezeit. Mel. Der du dein Wort mir hast. 698. Gott, den Erd' ehren, von dir kommt aller Welten Pracht. Was wir nur Schönes sehn und und Himmel hören, hat deine Hand hervorgebracht. Du bist es, der durch seine Kraft die Herrlichkeit des Frühlings schafft. 2. Daß Flur und Garten sich verjüngen und alle Welt ein Leben fühlt, die Bäume Laub und Blüten bringen, das Feld mit tausend Farben spielt, das alles kommt von dir, o Herr! Du willst so wird's, Allmächtiger. - meiner Laufbahn Ende sink' ich in Jesu Hände, durch ihn bin ich mit Gott versöhnt. 4. Sie sieht nicht nur die bunten Felder, nicht nur der Quellen Silberlauf, die Pracht der neubelaubten Wälder, sie schwingt die muntern Sinne auf; sie hört, wie die verklärte Luft: ,, Der Herr ist groß und gütig," ruft. 5. Was lehrt das Heer von tausend Sternen, das durch der Nächte Dunkel bricht? Bei ihrem Glanze soll ich lernen, du, Gott, feist das vollkommne Licht. Ja, du bist nichts als Heiterkeit, und Licht und Strahlen sind dein Kleid. 6. O Schöpfer, heilge meine Blicke, daß ich in allem dich nur seh, daß deine Schönheit mich entzücke, mein Wandel deinen Ruhm erhöh. Einst führe, wenn mein Auge bricht, mich zu des ewgen Frühlings Licht. Mel. Warum verstößt du uns. 3. O wie erquickt der Menschen Herzen des frischen Frühlings holder Schmuck! Ein Blick darauf giebt Troft in Schmerzen, 699. Kommt, laßt uns ist Labsal bei der Sorgen Druck. Die Seele fühlt zu dieser Zeit, groß ist des Höchsten Freundlichkeit. gehn aufs neu belebte Feld; laßt uns besehn des Frühlings Pracht und Freude, o Gott, dein Werk, die Erd' im neuen Kleide. Es grünt, es blüht; dir jauchzet alle Welt. 2. Der Vöglein Schar singt lustig Tag und Nacht; das Jahreszeiten, Witterungslauf, Saat- und Erntezeit. 505 ftalt, Geruch und Farben hoch gepriesen und bringe dir die ganze Pracht zurück. 8. Die Nachtigall singt Hal. lelujah dir, bewundernd diesen neuen Schmuck im Grünen; so will auch ich Herr, höre mich! dir dienen, und deine Liebe jauchz' allein aus mir. 9. Die Lerche trägt dein Lob, so hoch sie kann; so möcht' in dir als meiner Luft ich schweben, dich, selges Gut, mit höchstem Lob erheben. Doch wer erreicht's? ich sink, ich bete an! Bienlein sammelt ein beim hellen Wetter. Wie süß bestrahlt die Sonne Blum' und Blätter. Du bist's, mein Licht, das alles fröhlich macht. 3. Im Herzen du, da draußen die Natur. Ich liebe dich in deinen Schildereien und muß mich ja herzkindlich drüber freuen. Wie schön, wie schön ist deine Kreatur! 4. Das kleinste Blatt, das feinste Gräfelein rühmt deine Kunst; was grünt und blüht und lebet, ein liebend Herz entzückt zu dir erhebet. Wie schön, wie groß muß nicht der Künstler fein! 5. Des Himmels Rund, wie tausendfältig schön, wie im Triumph stets neue Wunder grünen! Du lebst, du wirkst. und alles soll uns dienen ich kann's entzückt in tausend Bildern sehn. 6. Die Sonne lockt der Blüte Knospen aus; die Erde trägt den Schoß voll Erstlingsgaben, Gras, Kraut und Korn zum Nähren und zum Laben. Hier bring' ich's dir, als Priester, in dein Haus. 7. Ich schaue dort mit süßem Andachtsblick der Blumen Zier in Gärten und in Wiesen, Ge- Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht. 700. Höher hebt sich Gottes Sonne, länger strahlt uns nun ihr Licht. Alles Leben atmet Wonne, Wonn' ist jedes Angesicht. Lachend senkt der Lenz sich nieder in die Wälder, auf die Flur. Die erstorbene Natur lebet auf und wirket wieder. Opfre meinem Schöpfer Dank, preis ihn fröhlich, mein Gefang! 2. Munter zu der Arbeit wallet nun der Landmann hin ins Feld, und sein herzlich Lied erschallet hoffnungsvoll dem Herrn der Welt. Er vertraut die Saat der Erde, ehrt durch fromme Zuversicht seinen Gott 22 506 Lieder in Beziehung und zweifelt nicht, daß sie wohl geraten werde. Opfre meinem Schöpfer Dank, preis ihn fröh. lich, mein Gesang! auf besondere Zeiten. traun in deinem Sohne. Opfre meinem Schöpfer Dank, preis ihn fröhlich, mein Gesang! 5. Dieser Frühling, wie ge schwinde wird er, kaum begrüßt, verblühn. Gleich der Spreu, verweht vom Winde, wird auch seine Pracht entfliehn. Aber dort vor deinem Throne wird ein ewger Frühling sein; ewig wird er die erfreun, die dir 6. Diese Herrlichkeit der Erde ist nur Schatten von dem Licht, das ich ewig schauen werde dort vor Gottes Angesicht. Dieses holden Frühlings Leben ist ein Morgenrot gegen schwaches jenen, den mir Gott dort verheißen hat zu geben. Opfre meinem Schöpfer Dank, preis ihn ewig, mein Gesang! 3. Seht, wie in die weiten Felder freudenvoll die Herden ziehn, wie dort durch belaubte Wälder schnelle Scharen Wil des fliehn. Hört der Vögel sanfte Chöre, hier der lauten Nachtigall, dort der Lerche süßen Schall. Alles bringt dem Schöpfer Ehre. Bring auch du ihm Lob und Dank, preis ihn fröhlich, mein Gesang! Mel. Sei willkommen, Jesulein. 4. Glänzend und im Feier. 701. Unire Aussaat segne fleide prangt die blütenreiche Flur. Jede Blume lächelt Freude, preist den Schöpfer der Natur, der den Tau schafft, den sie trinket, daß sie nicht zu bald verblüh, der ihr Samen giebt, wenn sie endlich sterbend niedersinket. Bring auch du ihm Lob und Dank, preis ihn fröhlich, mein Gesang! Gott, wo des Himmels Lüfte Auf sein mächtiges wehen. Gebot soll sie sterbend auferstehen. Gott allein verjüngt die Auen; unser Werk ist ihm vertrauen. 2. Vater aller Gütigkeit, dich erheben unsre Lieder. Was wir einfach ausgeftreut, zehnfach giebst du uns es wieder. Du erhörst Gebet und Flehen und thuft mehr als wir verstehen. 3. Ja, wir hoffen, Herr, auf dich. Für dies arme Erdenleben wirst du ferner väterlich, was uns nötig ist, uns geben, bis wir einst im Himmelslichte ernten ewge Segensfrüchte. Jahreszeiten, Witterungslauf, Saat- und Erntezeit. 507 Mel. Wie wohl ist mir, o Freund. 702. Rings um mich her Wie segnet unser Gott so gern. Mir sagt das Murmeln heller Fluten: Gott ist allein der Quell des Guten. Der Bach sagt lispelnd: Lobt den Herrn! ist nichts als Freude und Anmut und Zufriedenheit. Wie schön ist dieses Weltgebäude, für mich zum Wohnhaus eingeweiht. Wie heilig ist mir jede Stäte! Wohin ich seh, wohin ich trete, bist du mir, großer Schöpfer, nah. steheft, Gott, auf allen Fluren, in allen deinen Kreaturen all gegenwärtig vor mir da. Du 2. Dort prangt die Flur im bunten Kleide und lockt die Welt zur Munterfeit. Seht, in dem Vogel hüpft die Freude, aus ihm singt die Zufriedenheit. Der Schöpfer lehrt ihn seine Lieder; er singt sie euch, ihr Menschen, wieder und lehret euch die heilge Pflicht: entehrt Gott nicht durch eure Klagen, erfreut euch; doch in frohen Tagen vergeßt des milden Schöpfers nicht! 3. Das Rauschen von beredten Bäumen ruft: Freudig müßt ihr Gott erhöhn. Die Zeit in Schwermut zu verträumen, ift, Menschen, diese Welt zu schön. Mir sagt, beglänzt vom Morgentaue, die Flur, der Garten und die Aue: 4. Wie beugen sich der Saaten Spizen, wie schwellen sie vom Segen an, daß kaum der Halm die Ähre stüßen, die reiche Last kaum tragen kann. Der Düfte fühle Lieblichkeiten, die Wälder um sich her verbreiten, hat Gott für dich, o Mensch, gemacht. Die Rosen lächeln, dich zu schmücken; dein Herz, dein Auge zu entzücken, blüht dir der Blumen zarte Bracht. 5. Gott, groß an Weisheit, Lieb' und Stärke, wie huldreich hast du uns bedacht. So groß, so viel sind deine Werke, so schön, so wundervoll gemacht. Hier sammeln wirtschaftliche Bienen, sie sammeln emsig, uns zu dienen, die Süßigkeit den Blumen ab. Du lehrst die Seidenwürmer weben; sie sterben, schöner aufzuleben, und spinnen sich ihr kostbar Grab. 6. Wo ist, der würdig dich erhebet, dich, der du väterlich uns liebst? Es wartet alles, was da lebet, daß du ihm gebeft; und du giebst. Du giebst 22 508 Lieder in Beziehung auf besondere Zeiten. mit reichem Überfluffe. Es dankt der Mensch dir beim Genuſſe, daß du so viel ihm zugewandt. Die aufmerksamen Tiere holen zur Stunde, da du es befohlen, auch ihre Speis' aus deiner Hand. 7. Rings um mich her ist nichts als Freude und Anmut und Zufriedenheit. Wie schön ist dieses Weltgebäude, für mich zum Wohnhaus eingeweiht. Laßt, Menschen, euer Lob erschallen. Der Herr hat an euch Wohlgefallen, in jedem Werk ist er euch nah. Lobsingt in der Geschöpfe Chöre, bringt seinem großen Namen Ehre! Gelobt sei Gott! Hallelujah! 3. Und Leben strömt mit deiner Sonne in jeden Halm, in jede Bruft. Sie giebt den Blütenthälern Wonne und giebt dem Vogel seine Luft. Belebt durch ihren milden Strahl lacht Hain und Flur und Berg und Thal. 4. Auf unsre Saaten träufelt Segen, o Gott mit jedem Morgentau. Erfrischt durch deinen sanften Regen, steht jugendlich die Blumenau. Dein Bach, der aus dem Berge quillt, erquickt den Wandrer und das Wild. 5. Es stehn die Zeugen deiner Milde hier in der Schöpfung Heiligtum. Weit durch die goldnen Korngefilde tönt him. melan, o Gott, dein Ruhm, Mel. Wer nur den lieben Gott. 703. Allgütiger, dir will und die Geschöpfe, fatt durch dich, freun deiner Vatergüte sich. 6. Auch du frohlocke, meine Seele; sei Andacht, Inbrunst und Gefühl. Von deines Schöpfers Macht erzähle entzückt dein frommes Saitenspiel. Vom Aufgang bis zum Niedergang erschalle, Gott, dein Lob. gefang. ich singen im Glanz der blumenvollen Flur; dir will ich frohe Lieder bringen, allmächtger Schöpfer der Natur. Vom Aufgang bis zum Niedergang preist dich ihr hoher Lobgesang. 2. Du bist der Geber aller Freude, des Segens Urquell bist du, Gott. Den Herden giebst du ihre Weide und deinen Menschenkindern Brot. Der Mel. Ich dank dir schon durch. Wurm im Staub, die Raup' 704. Du sendeſt, Herr, am Blatt wird durch dich lebensfroh und satt. ads aus deiner Höh uns Sonnenschein und Regen; du sendest Jahreszeiten, Witterungslauf, Saat- und Erntezeit. 509 Du sendest Tau und Regen, giebst milden Sonnenschein; du eilst, mit deinem Segen uns alle zu erfreun. O lehr uns dich erheben, stets kindlich dir vertraun und dir zu Ehren leben, bis wir dich ewig schaun. Nebel, Reif und Schnee, und alles uns zum Segen. 2. Und ob auch, Herr, auf dein Geheiß die Fluren traurend stehen du bist es, der zu helfen weiß, du hörst der Bangen Flehen. 3. Den irdischen Verlust willst du zu höherm Heile lenken, Mel. Nun laßt uns Gott, dem H. willst uns nach Kummer wieder 706. Erschallt, ihr Freuden. Ruh, nach Thränen Freude schenken. lieder! Sie scheint, sie strahlet wieder! Wir sehn sie- welche Wonne die lang verhüllte Sonne. 4. Wie denn des Himmels Antlig sei, wir bleiben frohes Mutes. Du, Herr, bist weise, mächtig, treu, von dir kommt nichts als Gutes. 2. Uns drückten bange Sorgen an jedem neuen Morgen, so oft sich Wolken türmten und Regenwetter stürmten. Mel. Nun lob, mein Seel, den. 3. Da drang zu deinen Höhen, 705. Ein milder Regen Gott, unsers Herzens Flehen. Du hörtest. was wir baten, und schüßtest unsre Saaten. sinket erquickend auf die dürre Flur. Wie labt sie sich, wie trinfet ihn die verschmachtete Natur. Wie wallen nun die Ähren vom Mark der Erde voll, das Vieh und Menschen nähren, das uns erfreuen soll. Auf, preiset Gottes Milde! Er ist's, der Regen schickt, das lechzende Gefilde mit Vater huld erquickt. 4. Schon senkten sie sich nieder; doch du erhobst sie wieder. O Herr der milden Sonne, du giebst uns neue Wonne. 5. Wir preisen deine Güte mit fröhlichem Gemüte; ja, unser ganzes Leben sei kindlich dir ergeben. 2. Erhalter unsers Lebens, Herr, dem wir dankend jetzt uns nahn, o laß uns nicht vergebens die Gaben deiner Hand empfahn. - Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 707. Der Der hohe Himmel dunkelt sich ein Wetter Gottes dräut. Ich bebe nicht; 510 Lieder in Beziehung auf besondere Zeiten. do ich freue mich, Herr, deiner Herrlichkeit. 2. Du zürnest, wenn du donnerst, nicht; du bist der Menschen Freund. Nicht bläffer sei mein Angesicht, wenn uns dein Blit erscheint. 3. Dem Sünder nur, der dich nicht kennt, dem bist du fürchterlich; dem aber, der dich Vater nennt, zeigst du als Vater dich. 4. Uns Segen ist der Sonne Licht, uns Segen Wolkennacht, der Strahl, der durch das Dunkel bricht, des Donners hehre Pracht. 5. Dein Bliz kann töten; doch es scheut der Christ nicht dein Gericht. Wer deiner Gnade sich erfreut, bebt vor dem Tode nicht. 6. Dein sind wir, Gott, und bleiben dein, ob Sturm und Wetter droht. Weg, Furcht! wir lieben. Furcht hat Pein; du bist die Liebe, Gott! Erntegaben, die wir dir zu danken haben. 2. Ach, wir haben's nicht verdienet, daß du so uns heimgesucht. Wie auch unser Feld gegrünet, brachten wir doch wenig Frucht. Wolltest du nach Früchten fragen, ach, was sollten wir dir sagen? 3. Vater, der du aus Erbar. men auch der bösen Kinder denkst, der du Reichen, der du Armen deinen Segen gütig schenkst, sei auch reichlich nun gepriesen, daß du so viel Guts erwiesen. 4. Du hast früh und spät den Regen uns zur rechten Zeit geschickt, und man hat an allen Wegen Auen voller Korn erblickt; Berg' und Thäler, Tief' und Höhen sahen wir im Segen stehen. 5. Als das Feld nun reif zur Ernte, schlugen wir die Sichel an; und da man erst fennen lernte, was dein großer Arm gethan, wurden bei des Segens Menge unfre Scheuren fast zu enge. M. Wohl mir, Jesus, meine Freude. 6. Ach, wer ift, der solche 708. Herr im Himmel, Güte dir genug verdanken kann? Gott auf Erden, der uns schuf und uns erhält, laß den Mund voll Lobes werden und dich preisen alle Welt für die reichen Nimm ein dankbares Gemüte für die große Wohlthat an. Alle Felder sollen schallen: Du machst satt mit Wohlgefallen! Jahreszeiten, Witterungslauf, Saat- und Erntezeit. 511 weil er uns liebt; laßt uns in Demut schweigen und vor dem Herrn uns beugen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Wer darf sein Walten richten, wenn er, noch eh man ernten kann, den Segen will vernichten? Weil er allein der Schat will sein, so nimmt er andre Güter und bessert die Gemüter. 7. Gieb nun, daß wir deinen Segen, den du freundlich haft beschert, also suchen anzulegen, daß der Fluch ihn nicht verzehrt. Bleiben wir in alten Sünden, kann das Gute leicht verschwinden. 8. Schent uns stets vergnügte Herzen; Stolz und Geiz laß ferne sein; Hülfe bei des Armen Schmerzen sei der Dank für solch Gedeihn; laß uns jetzt und künftig haben, dürftge Brüder zu begaben. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Es geht nach seinem Willen. Läßt es sich auch zum Mangel an, weiß er ihn doch zu stillen. Obgleich das Feld nicht viel enthält, er kann die magern Ähren durch seinen Segen mehren. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan, das Feld mag traurig stehen; wir gehn getrost Mel. Was Gott thut, das ist wohlg. 709. Was Gott thut, auf seiner Bahn und wollen ihn erhöhen. Sein Wort verschafft uns Lebenskraft; es nennt uns Gottes Erben, wie können wir verderben? 9. Laß dein Wort auch Früchte bringen, daß man täglich ernten kann. Fröhlich wollen wir dann singen, wie du uns so wohl gethan, und dereinst in höhern Weisen dich, den Herrn der Ernte, preisen. das ist wohlgethan, so denken Gottes Kinder. Wer auch nicht reichlich ernten kann, den liebt er doch nicht minder. Er zieht das Herz doch himmelwärts, obgleich wir oft auf Erden beim Mangel traurig werden. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Im Nehmen und im Geben sind wir bei ihm stets wohl daran und können ruhig leben. Er nimmt und giebt, 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan, so wollen wir stets schließen. Ist gleich bei uns kein Kanaan, wo Milch und Honig fließen, so wird doch Gott uns unser Brot zur Notdurft stets bescheren, wenn wir ihn gläubig ehren. 512 Lieder in Beziehung auf besondere Zeiten. do Mel. Der du dein Wort mir hast. 710. Dir, milder Geber aller Gaben, Herr, dir gebühret Ruhm und Dank. Du hörst das Schrein der jungen Raben, du hörst der Lerche Lobgesang. O neige jetzt dein Ohr zu mir; du forderst Dant, ich danke dir. 2. Die kleinste deiner Kreaturen macht deine Weisheit offenbar. Man siehet deiner Güte Spuren und deine Macht von Jahr zu Jahr. Ein jedes Gräschen lehret mich: wie groß ist Gott, wie klein bin ich! 3. Du forgst nach treuer Väter Weise für alle Werke deiner Hand. Du giebest allem Fleische Speise, beschirmft und fegneft jedes Land; du liebest unveränderlich, der Bösen selbst erbarmst du dich. Zur Aussaat giebst auch du allein dem Landmann Kraft, Zeit und Gedeihn. 6. Du machst den Schoß der Erde schwanger; du machst des Ackers Furchen naß; du schmückest Wiesen, Flur und Anger mit Blumen, Sträuchen, Laub und Gras; du träufelft mit dem kühlen Tau die Fruchtbarkeit auf Feld und Au. 7. Was dürr ist, feuchtest du mit Regen; was talt ist, wärmt dein Sonnenschein; du teilst die Zeiten, wie den Segen, zu unserm Besten weislich ein. Bei Wärme, Hiße, Kält' und Frost grünt, wächst und reifet unsre Koft. 8. Kommt, laßt uns bei den vollen Scheuern dem Herrn der Ernte dankbar sein. Laßt uns den Bund mit Gott erneuern, laßt ihm, was er uns gab, uns weihn. Kommt, laßt uns seine macht erhöhn; der Herr ist gut, sein Lob ist schön! 4. Der Erdkreis ist von deiner Güte, von deiner Weisheit ist er voll. Herr, unterweise mein Gemüte, wie ich dich würdig loben soll; gieb, daß mein Herz dich freudig liebt, wenn mir dein Herz so freudig giebt. Mel. Nun jauchz dem Höchsten. 5. Das Saattorn wird in 711. Herr, unser Gott, deinem Namen auf Hoffnung in das Feld gestreut; Allgütiger, du gabst dem Samen, da du ihn schufft, die Fruchtbarkeit. wir danken dir. Herr, unser Gott, dich loben wir. Im Staube beten wir dich an für das, was du an uns gethan. Jahreszeiten, Witterungslauf, Saat- und Erntezeit. 513 über Land und Meere, Gott nimmt der Wandernden sich an, bezeichnet ihnen ihre Bahn und sättigt ihre Heere. 3. Uns, seine Menschen, will er hier im Winter selbst ver. sorgen, und seiner Huld vertrauen wir, die neu wird jeden Morgen. Er schafft, daß wir in Sicherheit der ungestümen Monden Zeit beginnen und vollenden. Nichts trägt die Erde; doch gewährt er uns, was unser Leben nährt, mit väterlichen Händen. 4. Wie sind schon unsre Kammern voll von seiner Güte Gaben, vom Segen, der uns Mel. An Wasserflüssen Babylon. 712. Früh, mitumwölktem nähren soll, vom Vorrat, uns Angesicht, geht schon die Sonne nieder, und spät erscheint ihr schwächres Licht am trüben Himmel wieder. Das schöne Jahr ist nun entflohn. Die rauhen Stürme rauschen schon durch die entfärbten Felder. Die lette Blume neigt ihr Haupt, des Herbstes falter Hauch entlaubt die schattenreichen Wälder. zu laben. Vorsehend ließ uns unser Gott das Land schon für den Winter Brot, dem Vieh sein Futter geben, und Wein, der unser Herz erfreut und unsers Lebens Kräft' erneut, trieft aus der Frucht der Reben. 5. Ach, unser Leben auch verblüht, wie jetzt das Feld, im Alter. Getroft, Gott ist, ob es verblüht, ein mächtiger Er 2. Verlassen steht die öde Flur, entblößt von ihrem Segen, enthalter. Er trägt die Müden, kräftet siehet die Natur der Winterrub' entgegen. In Scharen abgeteilt, entfliehn die Vögel vor der Kält' und ziehn weit er beschützt die Schwachen; seine Rechte stüzt, die nah am Grabe wanken. Gebeugt vom Alter werden wir von ganzem Herzen 22** 2. Auch dieses Jahr hat unser Land gesegnet deine Vaterhand. Der Same, den wir streuten hin, schoß auf, ward herrlicher Gewinn. 3. Du, der du Saat und Ernte giebft, du zeigst, wie herzlich du uns liebst. Was lebt und webt und Odem hat, wird, Vater, froh durch dich und satt. 4. Gieb uns ein Herz voll Dankbarkeit, ein Herz, das jede Sünde scheut, ein weises Herz, das nie vergißt die Ernte, die noch künftig ift. b d 514 Lieder in Beziehung auf besondere Zeiten. dennoch dir, Gott unsrer Jugend, danken. 6. Wohl allen, die dein Angeficht im Lenz des Lebens scheuen. Die wird einst ihre Jugend nicht im Herbst des Lebens reuen. Wohl dem, der redlich sich bemüht, weil seiner Jahre Kraft noch blüht, der Tugend Frucht zu tragen. Ihm wird das Alter Jugend sein, und göttlich wird er sich noch freun in seinen letten Tagen. Schnee. Alles ruht; auf dein Geheiß wird der Wasserstrom zu Eis. Herr der Welt, dessen Hand die Himmel hält, zu der Sonne sprichst du: Lauf! gehe unter, gehe auf! 2. Du nur bist und bleibst dir gleich, gut und unerschöpflich reich gut nicht nur, wenn voller Pracht Feld und Wald und Wiese lacht; 3. Deine Macht und Herrlichkeit leuchtet auch zur Winterszeit in der wolkenvollen Luft, in den Flocken, in dem Duft. 4. Du streust auf die Tief' und Höh, Hütten und Palläste 5. Du bewahrst der Erde Kraft, sparst der Bäume Nah. rungssaft; thust, wofür der Landmann bat, deckst und wärmest seine Saat. 6. Der des Sperlings nicht vergißt, sorgt noch mehr für dich, o Christ. Gott sei dir in Hiz' und Frost Freude, Zuversicht und Trost. Mel. Nun komm, der Heiden. 7. Bleibe du, mein Herz, nur warm. Ist ein Bruder 713. Großer Schöpfer, nackt und arm, brich ihm liebe. voll dein Brot, lindre freundlich seine Not. 8. Nach des Winters falter Nacht lebet alles, alles lacht; Bäume, Wiesen, Wälder blühn, und die dürre Welt wird grün. 9. Also blüht nach kurzer Zeit aus dem Staub Unsterblichlichkeit; neu und umgeschaffen einst sind wir, wenn du, Herr, erscheinst. 10. Eile, Freudentag, heran, dem kein Winter folgen kann; Sonne, die nie untergeht, ſei gelobet und erhöht! 300 Tageszeiten. Am Morgen. c. Tageszeiten. aa. Am Morgen. 714. Gott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist, der du Tag und Nacht läßt werden, Sonn' und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt, und was drinnen ist, erhält. Jai 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen treu behütet und bewacht und bei aller meiner Schuld mich noch trägst mit Vaterhuld. 3. Laß die Nacht auch meiner Sünden jetzt mit dieser Nacht vergehn. Jesu Christe, laß dich finden, laß dein Herz mir offen ftehn. Nur bei dir ist Troft und Rat, Herr, für meine Missethat. 515 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; sei und bleibe du auch heute mein Beschüßer und mein Hort. Unter deinem Schuß allein kann ich froh und sicher sein. 6. Deinem Schuße sei ergeben alles, was ich hab' und bin. Dir vertrau' ich Seel' und Leben, werf' auf dich die Sorgen hin. Herr, mein Heil, mein Schild und Ruhm, segne mich, dein Eigentum. 7. Deinen Engel zu mir sende, der am Tage, wie bei Nacht, jeden Unfall von mir wende und mich halt' in guter Acht, der auch endlich mich zur Ruh trage nach dem Himmel zu. 8. Höre, Gott, was ich begehre, Vater, Sohn und heilger Geist. Meine Bitten mir ge währe, der du selbst mich bitten heißt. So will ich dich hier und dort herzlich preisen fort und fort. 4. Hilf, daß ich an diesem Morgen geistlich auferstehen mag und für meine Seele Mel. Nun laßt uns Gott, dem H. sorgen, daß ich, kommt dein 715. Wach auf, mein großer Tag, meines Richters Antlig dann ohne Schrecken schauen kann. Herz und finge dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, dem treuen Menschen. hüter. 2. Du, höchster Schutz der Müden, sprachst zu mir: Schlaf im Frieden und laß vor nichts 516 Lieder in Beziehung auf besondere Zeiten. dir grauen; du sollst die Sonne schauen. 3. Dein Wort, Herr, ist geschehen; ich kann das Licht noch sehen. Du machst, daß ich aufs neue mich meines Lebens freue. 4. Du willst ein Opfer haben; was bring' ich dir für Gaben? Ich fall' in Demut nieder und bring Gebet und Lieder. 5. Das wirst du nicht verschmähen. Du kannst ins Herz mir sehen; du weißt, daß ich zur Gabe kein beffres Opfer habe. 6. Du wollst dein Werk vollenden, mir deinen Engel senden, der mich an diesem Tage auf seinen Händen trage. 7. Sprich, ja" zu meinen Thaten und laß sie wohl geraten; den Anfang, Mitt' und Ende, ach Herr, zum besten wende! 8. Mit Heil mich überschütte; mein Herz sei deine Hütte; dein Wort sei meine Speise, bis ich zum Himmel reise! 716. Die goldne Sonne, voll Freud' und Wonne, bringt unsern Grenzen mit ihrem Glänzen ein herzerquickendes liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder, sie lagen danieder; aber nun steh' ich, bin munter und fröhlich hebe zum Him. mel mein Herz und Gesicht. 2. Mein Auge schauet, was Gott gebauet zu seinen Ehren und uns zu lehren, wie sein Vermögen sei mächtig und groß, und wo die Frommen dann sollen hinkommen, wenn sie mit Frieden von hinnen geschieden aus dieser Erde vergänglichem Schoß. 3. Laffet uns fingen, dem Schöpfer bringen Güter und Gaben; was wir nur haben, Gott sei es alles zum Opfer geweiht. Die besten Güter sind unsre Gemüter; Lieder der Frommen, vom Herzen gekom. Opferrauch, der ihn am meisten erfreut. men - 4. Abend und Morgen sind seine Sorgen; Segnen und Mehren, Unglück verwehren, sind seine Werke und Thaten allein. Wenn wir uns legen, so ist er zugegen; wenn wir aufstehen, so läßt er aufgehen über uns seiner Barmherzigkeit Schein. 5. Ich hab' erhoben zu dir hoch droben all meine Sinnen; laß mein Beginnen ohn allen Anstoß und glücklich ergehn. Laster und Schande und schmähliche Bande, feindliche Tücke treib ferne zurücke; laß mich auf deinen Geboten bestehn. C Tageszeiten. Am Morgen. 6. Laß mich mit Freuden, ohn alles Neiden, sehen den Segen, den du wirst legen auf meines Bruders Gewerbe und Haus; geiziges Brennen, unchristliches Rennen nach Gut mit Sünde, das lösche geschwinde aus meinem Herzen und tilg es ganz aus. 7. Menschliches Wesen, was ift's? gewesen! in einer Stunde geht es zu Grunde, so bald das Lüftlein des Todes drein weht. Alles in allen muß brechen und fallen; Himmel und Erden, die müssen das werden, was sie gewesen, eh Gott sie erhöht. 517 10. Willst du mir geben, womit mein Leben ich kann er. nähren, so laß mich hören all. zeit im Herzen dies heilige Wort: Gott ist das Größte, das Schönste und Beste, Gott ist das Süßste, das Allergewißste, von allen Schäßen der edelste Hort. 11. Willst du mich fränken, mit Wermut tränken und soll von Plagen mein Teil ich ke tragen, wohlan, so mach es, wie dir es beliebt. Was uns ersprießlich, du weißt es gewiß. lich, wählst die Geschicke und lenkst sie zum Glücke, haft nie. mals jemand zu bitter betrübt. 12. Trübfal und Zähren nicht ewig währen; nach Meeres. brausen und Windessausen leuchtet das Antlig der Sonne verklärt. Freude die Fülle und felige Stille darf ich erwarten im himmlischen Garten; dahin sind meine Gedanken gekehrt. 8. Alles vergehet; Gott aber stehet ohn alles Wanken. Seine Gedanken, sein Wort und Wille hat ewigen Grund. Sein Gnaden schimmer verdunkelt sich nimmer, heilet im Herzen die tötlichen Schmerzen; zeitlich und ewig erhält er gefund. 9. Mel. Gott, der du selber bist das. Gott, meine Krone, vergieb und schone, laß in Gr. 717. Nun tret' ich wieder barmen die Schuld des Armen aus deinen Augen sein ganz abgewandt. Sonst mich regiere, mich lenke und führe, wie dir's gefället; ich habe gestellet alles in deine wohlthätige Hand. aus der Ruh' und geh dem schweren Tage zu, wie Gott mir's auferleget. Zwar weiß ich nicht, was mir den Tag für Plag' und Not begegnen mag. allein ich weiß, mich träget mein treuer Gott in seiner Hut; dies machet mir getroften Mut. 518 Lieder in Beziehung auf besondere Zeiten. 2. Wird meine Bürde täglich neu, so ist mein Gott auch täglich treu; er träget meine Sorgen. Wer ist, der vor der Nacht vernimmt, was ihm den Tag hindurch bestimmt? Es bahnet mancher Morgen uns einen Weg zu neuer Pein; der muß mit Gott erstiegen ſein. 3. Ach wär doch, hab' ich oft gedacht, auch dieser Tag bereits vollbracht mit seinen Mühn und Plagen. Des Abends hab' ich dann geſpürt, daß mich sein Gnadenarm geführt und alles helfen tragen, daß mir auf meinem Kreuzespfad sein Gnadenlicht geleuchtet hat. 4. Weil ich denn des versichert bin, so zögre nicht, ver. zagter Sinn, die Bürd' auf dich zu legen. Trag, was du fannst. Gott träget mit; er folget dir auf jedem Schritt mit Gnade, Kraft und Segen; mit diesem gehe frisch daran und scheue keine Leidensbahn. 5. So freuet sich mein frischer Mut, weil ich mich in des Höchsten Hut kann eingeschlossen sehen; doch, daß mein Glaube standhaft sei, muß ich, vom Sündendienste frei, auf Gottes Wegen gehen. Mein Gott geht nimmer meinen Steg, ich wandle denn auf seinem Weg. 6. Drum führ mich, Gott, auf deiner Bahn, daß ich dir willig folgen kann, und läutre mich von Sünden. So streit' ich als ein fühner Held mit Sorg' und Not, mit Fleisch und Welt, denn du hilfst überwinden. So tret' ich mutig an den Tag und scheue nicht, was kommen mag. Mel. Meinen Jesum laß' ich nicht. 718. Morgenglanz der Ewigkeit, Licht vom unerschöpften Lichte, send in dieser Morgenzeit deinen Strahl uns zu Gesichte und vertreib durch deine Macht unsrer Sorgen dunkle Nacht. 2. Deiner Güte Morgentau fall' auf unser matt Gewissen. Laß die dürre Lebensau lauter füßen Trost genießen und verleih uns, deiner Schar, deinen Frieden immerdar. 3. Gieb, daß deiner Liebe Glut jede Luft der Sünde töte, und erweck uns Herz und Mut bei erstandner Morgenröte, daß, noch eh wir schlafen gehn, wir im Geiste auferstehn. 4. Leucht uns selbst in jene Welt, du verklärte Gnadensonne. di Tageszeiten. Am Morgen. daly Führ uns durch das Thränen. feld in das Land der süßen Wonne, wo, zum selgen Schaun erhöht, unsre Freude nie vergeht. 4. Kann meine Harfe lieblich klingen, wenn sie dein Finger nicht berührt? kann ich zu dir empor mich schwingen, wenn nicht dein Arm mich aufwärts führt? kann ich ein reines Opfer werden, wenn nicht dein ( Am Sonntage.) Mel. Die Tugend wird durchs K. 719. Beschwertes Herz, Feuer auf mich fällt, in mir verzehrt die Luft der Erden und mich belebt für jene Welt? leg ab die Sorgen, erhebe dich, gebeugtes Haupt. Es kommt der angenehme Morgen, da Gott zu ruhen uns erlaubt. Die Ruhe hat er vorgeschrieben und selbst den Feiertag geweiht. Auf, auf, des Herrn Gebot zu üben, zu seinem Dienft sei gern bereit. 2. Auf, laß die Welt aus deinem Sinne, dein irdisch Werk muß ferne stehn. Du sollst zu höherem Gewinne in deines Gottes Tempel gehn, ihm zu bezahlen deine Pflichten, froh zu vermehren ſeinen Ruhm, in 720. Licht vom Licht, 519 tieffter Demut zu verrichten dein geistlich Werk und Priestertum. 3. So will ich, Gott, vor dir erscheinen und flehn um deines Geistes Kraft. Wie kann ich nahen mit den Deinen, wenn er nicht in mir wirkt und schafft? wie soll ich freudig vor dich treten, wenn er nicht stillt der Sünden Schmerz? wie kann ich gläubig zu dir beten, wenn er nicht stärkt mein blödes Herz? 5. Erkauft hat Jesus mich so teuer, zu seinem Tempel mich geweiht. Hier sei dein Herd, hier sei dein Feuer, die Fülle deiner Herrlichkeit. Vollführe, was du angefangen, neig auch zu mir dein Angesicht, dann ist der Seele aufgegangen des Sabbaths rechtes Freudenlicht. ( Am Sonntage.) Mel. Jesus, meine Zuversicht. erleuchte mich in der Andacht heilgen Stunden. Es erhebt die Sonne sich, und das Dunkel ist verschwunden. Hilf, Herr, daß mir dieser Tag neues Leben bringen mag. 2. Urquell aller Seligkeit, laß mir deine Ströme fließen; mache selbst mein Herz bereit, deiner Gnade zu genießen; streu das Wort mit Segen ein, laß es reich an Früchten sein. 520 Lieder in Beziehung auf besondere Zeiten. 3. Zünde selbst das Opfer an, das dir Mund und Herz bereitet. Sei mir Weisheit, Licht und Bahn, daß kein Irrtum mich verleitet und kein fremdes Feuer brennt, welches dein Altar nicht fennt. 4. Laß mich heut und allezeit heilig, heilig; heilig! singen und mich in die Ewigkeit mit des Geistes Flügeln schwingen. Gieb mir einen Vorschmack ein, wie es wird im Himmel sein. 5. Du in mir und ich in dir. Bau ein Paradies im Herzen und verkläre dich in mir, fache meiner Andacht Kerzen hell und immer heller an, trage selbst mich himmelan. 6. Dieser Tag sei dir geweiht, weg mit allen Eitelkeiten. Ich will deiner Herrlichkeit einen Tempel zubereiten, nichts sonst wollen, nichts sonst thun, als in deiner Liebe ruhn. 7. Weisheit dieser Erde nicht, deine Weisheit laß mich hören. Selig, Herr, in deinem Licht, will ich tiefgebeugt dich ehren, bis das Licht der Ewigkeit mich in vollem Glanz erfreut! ihn, meine Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang, lobsing ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, lag ich und schlief im Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß und schüßt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, Herr und Gott der Welt, und dein ist unser Leben. Du bist es, der es uns erhält und jetzt uns neu gegeben. 6. Gelobet seist du, Gott der Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tags erfreue. 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr, auf dich hofft meine Seele. Sei du mein Retter Mel. Ich dank dir schon durch. 721. Mein erst Gefühl sei Preis und Dank. Erheb fehle. Cein erst Gefühl in Gefahr, ein Vater, wenn ich Tageszeiten. Am Morgen. 9. Gieb mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb' und Ruhe; ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn' und willig thue, 10. Daß ich als dein getreues Kind nach deinem Reiche strebe, gottselig, züchtig, gut gefinnt durch deine Gnade lebe; 11. Daß ich, dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue; 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße und meinen Lauf mit Freudigkeit, wann du gebeutst, beschließe. 521 3. Von dir ist mir gegeben, Herr, was ich hab' und bin; doch dies mein irdisch Leben eilt schnell zum Tode hin. Bald ist sie ganz verschwunden, der Wall. fahrt kurze Zeit; doch hängt an ihren Stunden das Heil der Ewigkeit. 4. O süßer hoher Glaube, ich werd' einst auferstehn; mein Leib nur wird zu Staube, mein Geist wird nicht vergehn. Laß mich dies nie vergessen; der heilgen Hoffnung voll, laß täglich mich ermessen, was ich einft werden soll. 5. Sollt' ich nach Reichtum trachten? er täuschet nur das Herz nach Ehr und Weltluft schmachten? ihr Lohn ist Reu und Schmerz. Hienieden schon auf Erden soll meine Seele rein, ein Tempel Gottes werden, ganz ihm geheiligt ſein. 6. Getroft, mein Geist, ermüde in deinem Kampfe nicht! Dich stärket Gottes Friede mit Kraft und Zuversicht. Ermuntre dich und streite, des Sieges Lohn ist nah. Getroft, vielleicht ist heute des Kampfes Ende da. - Mel. Ich dank dir, lieber Herre. 722. Lob sei Gott, der den Morgen uns sendet nach der Nacht. Wir schliefen ohne Sorgen, weil er für uns gewacht. Er, der die Erde schmücket und, was da lebt, erfreut, hat uns im Schlaf erquicket und unsre Kraft erneut. 2. Der Engel heilge Heere erhöhn ihn mit Gesang. Auf, fingt in ihre Chöre, in ihrer Jubel Klang; ertönet, Harf und Psalter, ins Lied der SeMel. Wie schön leucht't uns der M. raphim; dem Schöpfer, dem 723. Dich seh' ich wieder, Erhalter ertönt, lobsinget ihm! Morgenlicht, und freue mich der 522 Lieder in Beziehung auf besondere Zeiten. edlen Pflicht, dem Höchsten zu lobsingen. Ich will, entbrannt von Dankbegier, o mildester Erbarmer, dir der Andacht Opfer bringen. Schöpfer, Vater, deine Treue rührt aufs neue mein Gemüte; froh empfind' ich deine Güte. merke neue Stärke; dich erhebe meine Zunge, weil ich lebe. 3. Verleih, o Gott der Lieb' und Macht, daß Sünd' und Gram, wie diese Nacht, auf ewig von mir fliehe, daß ich die kurze Lebenszeit in chrift licher Zufriedenheit zu nüßen mich bemühe. Prüfe, siehe, wie ich's meine; dir ist keine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht, verborgen. deine Liebe zu betrachten, über alles dich zu achten. 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was wär' ich, hättest du nicht dich so hülfreich mir bewiesen? Zu meinem Leben setest du jetzt einen neuen Tag hinzu; sei hoch dafür gepriesen. Mel. Warum betrübst du dich. Durch dich bin ich, und ich 724. Dir, ber das Licht 4. Ich bin ein Christ; o Herr, verleih, daß ich des Namens würdig sei. Mein Ruhm ist deine Gnade; denn ach, was bin ich ohne dich? ein irrend Schaf. Erhalte mich, mein Hirt, auf deinem Pfade. Stärk mich, daß ich stets mich übe, 5. Auch im Geräusch der Welt soll mich der heilige Gedank' an dich oft still zu dir erheben. Im dunklen Thale wall' ich hier; einst nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und höhern Leben. Auf dich hoff' ich! Herr, ich werde mich der Erde gern entschwingen, ewig dort dein Lob zu fingen. entstehen hieß und mich gefund erwachen ließ, sei Preis und froher Dank. Des neuen Morgens Heiterkeit sei dir, mein Gott, zuerst geweiht. 2. Sieh, Herr, ich unterwinde mich, mit dir zu reden. Staub bin ich, von deinem Hauch beseelt. Gleich einem Toten lag ich da; du bist's, durch den das Licht ich sah. 3. Dich, dem ich nichts vergelten kann, dich, Vater, bet' ich findlich an. Ich opfre dir mein Herz; ein Herz voll Dank und Zuversicht verwirfst du, Allerhöchster, nicht. 4. O du, den meine Seele preist, erwecke mich durch deinen Geist zur Übung meiner statis Tageszeiten. Pflicht. Er helfe meiner Schwachheit auf, bis ich vollende meinen Lauf. 5. Ein gut Gewissen sei mein Teil. Dies wirk in mir, D Herr, mein Heil, und segne meinen Fleiß. Dir ist, was ich bedarf, bekannt, und alles steht in deiner Hand. Am Morgen. da 3. Daß ich gern sie vor mir sehe, wenn ihr letter nun erscheint, wenn zum dunkeln Thal ich gehe und mein Freund nun um mich weint. Lindre dann des Todes Pein; laß mich dann den Stärksten sein, daß ich ihn zum Himmel weise und dich, Herr des Todes, preise. 6. Die Blume kleidest du mit Pracht, nährst jeden Vogel, Gott 726. der Macht. Bin ich nicht mehr denn sie? Ich werfe meine Sorg' auf dich; du, mein Erbarmer, sorgft für mich. 2. Gieb, daß keiner meiner Tage, Geber der Unsterblichkeit, dir einst, meinem Richter, sage: richte, denn ich ward entweiht. Auch noch heute wacht' ich auf. Dank sei dir. Zu dir hinauf führ mich jeder meiner Tage, jede Freude, jede Plage 523 Mel. Aus meines Herzens Grunde. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 725. Wenn ich einst von Herzen floß. jenem Schlummer, welcher Tod heißt, aufersteh' und, befreit von jedem Kummer, jenen schönern Morgen seh, o dann wach' ich anders auf, schon am Ziel ist dann mein Lauf. Träume find des Pilgers Sorgen, großer Tag, an deinem Morgen. Allmächtiger, ich hebe mein Aug' empor zu dir. Preis dir, durch den ich lebe, und neuer Dank dafür. Herr, deine Huld ist groß, und niemals hat das Lallen des Dankes dir mißfallen, das aus dem 2. Daß nicht in tiefem Schlummer des Lebens Tocht verlischt, und daß mich, frei vom Kummer, ein sanfter Schlaf erfrischt, dies dank' ich deiner Macht und deiner Vatertreue. Durch fie bin ich aufs neue mit hei term Mut erwacht. 3. Beschüber meiner Seele, ich traue stets auf dich. Was ift's, das ich mir wähle? o wähle du für mich. Gieb, was mir nüßlich ist. Du, dem ich alles danke, mein freudigster Gedanke sei, daß du um mich bift. 524 Lieder in Beziehung auf besondere Zeiten. 4. Er stärke mich, mit Freuden zu thun, was dir gefällt; er tröfte mich im Leiden, und will die Luft der Welt mich jemals nach sich ziehn, helf' er mein Herz bewahren, helf' er mir die Gefahren der Sünde sehn und fliehn. 5. Beglücke du die Meinen nach deiner Gütigkeit. Verlaß der Armen keinen, wend alles Herzeleid. Du willst zwar gern erfreun, eilft, allen beizustehen; doch soll der Liebe Flehen dir auch gefällig sein. 6. Gott, dem ich angehöre, dein Friede rub' auf mir. Mein Seufzen, meine Zähre, Erbarmer, ist vor dir. Des soll mein Herz fich freun. Wer dir nicht traut, der bebe; ich sterbe oder lebe so bin ich ewig dein. - 5. Soll ich die Laft noch länger tragen? ich halte deiner Fügung still. Dein Will geschehe, will ich sagen; Herr, wie du willst, nicht wie ich will. So, Vater, laß bei jeder Bein 727. Der Morgen tommt, geduldig mich, wie Jeſus, ſein. 6. Hab' ich des Tages Plag' empfunden, so rückt der Abend doch herbei. Dann hab' ich ewig überwunden und bin von aller Trübsal frei, und ich empfang vor Gottes Thron den mir verheißnen Gnadenlohn. 7. Gestärkt durch diesen hohen Glauben, tret' ich auf meinen ( Für Leidende.) Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. tere Beschwerde zu Klagen und zu Thränen zwingt. Noch immer fleh' ich unerhört um Stärkung, die mein Herz begehrt. und meine Klage wird auch mit diesem Morgen neu. Wie traurig eilen mir die Tage in mei ner Pilgerschaft vorbei. Der Sonne neugeschenktes Licht er heitert meine Seele nicht. 2. Noch immer bin ich auf der Erde, wo mich Gefahr und Not umringt und täglich här3. Herr, eile doch, mir beizustehen; verlaß den müden Wandrer nicht. O neige, Vater, auf mein Flehen zu mir dein freundlich Angesicht. Gieb mir Geduld und bei dem Schmerz ein hoffend und gelafsnes Herz. 4. Mir ist mein Schicksal noch verborgen, das diesen Tag mich treffen soll. Doch bin ich ohne Gram und Sorgen; du, Vater, kennst mein wahres Wohl. Und was dein Rat beschließt und thut, ist heilig, ist gerecht und gut. Tageszeiten. Am Morgen. di Leidenspfad. Herr, stärke, stärke meinen Glauben auch dann, wenn sich der Tod mir naht. Vielleicht erscheint er heute mir; wohl mir, ich leb' und fterbe dir. Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 728. Ohne Kummer, ohne laben. Sorgen legt' ich gestern mich zur Ruh; und nun strömt mir dieser Morgen neue Lebensfreuden zu. Drum, mein Geist, versäume nicht dein Gelübde, deine Pflicht; danke Gott, der dir das Leben auch an diesem Tag gegeben. 2. Ja, wer sollte dich nicht preisen, großer König der Natur? dich ja rühmt in frohen Weisen dankend jede Kreatur. Jeder Vogel in der Luft und das Wild in seiner Kluft, alles, auch der Baum, die Blume, spricht ein Wort zu deinem Ruhme. 3. Siehe, Herr, auch ich erscheine voll von deinem Lobe hier, sing' im hellen Morgenscheine Dank- und Freudenlieder dir. Du hast in der finstern Nacht väterlich für mich gewacht, haft mir Schwachem neues Leben, neue Stärk' und Kraft gegeben; 525 4. Haft an deiner Hand die Meinen mir aufs neue zugebracht, ließest keinen, auch nicht einen, treuer Vater, aus der Acht, knüpfft mit deiner Segenshand fefter unser Liebesband, willst mit tausend edlen Gaben heut uns alle wieder 5. Kommet denn, ihr Lieben alle, schließt mit mir den frohen Kreis. Rühmet Gott mit lautem Schalle, ihm gebühret Ruhm und Preis. Seine Liebe, seine Macht hat bis hierher uns gebracht. Laßt uns ihn mit heilgen Trieben innig preisen, findlich lieben. 6. Laffet uns in dieser Stunde unser ganzes Herz ihm weihn und geloben, diesem Bunde ewig, ewig treu zu sein. Seines Armes Kraft ist groß, sicher ist sein Vaterschoß, und kein Übel kann uns schrecken, wenn uns seine Flügel decken. 7. Ja, hier knie ich mit den Meinen, die mir deine Huld verlieh; zähl sie alle zu den Deinen, unser Bund zerreiße nie. Täglich knüpfe deine Hand fest und fester dieses Band, bis wir einst im Lichte droben Hand in Hand dich ewig loben. 526 Lieder in Beziehung auf besondere Zeiten. Mel. Jesus lebt, mit ihm auch. ( Für Schulen.) Mel. Werde munter, mein G. 729. Kommst du, süßes Morgenlicht? wedst du zum Ge. 730. Lieblich ist die Morgen. fang mich wieder? Wenn dein Strahl durch Wolken bricht, singen Vögel ihre Lieder, und die ganze Schöpfung preist ihren Herrn, des Lichtes Geist. 2. Aus des hohen Himmels Zelt neigt das Licht sich zu der Erde, daß Gewässer, Wald und Feld, alles Leben lichtvoll werde. Keime lockt das Licht hervor, Seelen zu dem Licht empor. 3. Jft das Erdenlicht so schön, allbelebend, stark und milde, ſpiegelt sich aus lichtern Höhn in dem unvollkommnen Bilde einer mächtgern Sonne Schein, welch ein Licht muß droben sein! 4. Jst mein Geist nicht auch ein Strahl, auch ein Licht, aus Licht geboren, aus der Wesen reicher Zahl für das Reich des Lichts erforen? Trug nicht Christus, Licht vom Licht, auch ein menschlich Angesicht? 5. Heil mir! mein Erlöser zeigt mir das Reich, wo jede Klage einst im heilgen Schauen schweigt, lehrt mich wandeln als am Tage. Jeder neue Morgen spricht: glaube, liebe, werde Licht! stunde, wenn man sie mit Gott beginnt. Freud'im Herzen, Dant im Munde ziemet einem Christenkind, das nach einer sanften Nacht in des Schöpfers treuer Wacht ohne Gram und ohne Sorgen aufgewacht zum hellen Morgen. 2. Lasset uns gen Himmel schauen, wo die Sonne glänzend steht und auf Berge, Thal und Auen Licht und Leben niedersät. Aber mehr denn Sonnenlicht strahlet Chrifti Angesicht. Heil und Friede, Gnad' und Wahrheit leuchten hier in ewger Klarheit. 3. Wie die Frühlingsblumen blühen in der Sonne mildem Glanz, also will er uns erziehen sich zu einem Blumenkranz. Segnend lockt und rufet er alle Kindlein zu sich her, alle sollen ihn erkennen, Heiland ihn und Bruder nennen. 4. Heut auch will er uns begleiten, auch zur Schule mit uns gehn, will das Herz zur Weisheit leiten und uns treu zur Seite stehn, daß uns diesen Tageszeiten. ganzen Tag keine Sünde fällen mag, daß wir unter seinem Segen abends uns zur Ruhe legen. 5. O wie wird durch seine Gnade alles Lernen süß und leicht, wenn er auf dem Jugendpfade freundlich uns die Hände reicht. O wie selig ist ein Kind, das mit ihm den Tag beginnt, das Verstand, Gemüt und bb. Am Mel. Der du dein Wort mir hast. 731. Gott, von dem Gott, von dem wir alles haben, die Schöpfung ist dein großes Haus, und in ihm theilst du deine Gaben mit Vaterhänden freundlich aus. Dein Segen macht uns alle reich; ach treuer Gott, wer ift dir gleich? Am Morgen. 2 Triebe heiligt durch des Mittlers Liebe. 527 6. Komm denn, Herr des ewgen Lebens, tritt in unsern Kreis hinein. Hilf, und laß uns nicht vergebens deines Wortes Schüler sein. Nimm des treuen Lehrers wahr, segne deiner Kinder Schar, so wird alles wohl. gedeihen und dein Herz fich unser freuen! Mittage. des Himmels Tau, der Sonne Strahl sind deine Diener allzumal. 4. Und also wächst des Menschen Speise, der Acker selbſt wird ihm zu Brot, es mehrt sich wunderbarer Weise die Saat, erstanden aus dem Tod, bis in der Ernte Jung und Alt erlangen ihren Unterhalt. 2. Wer kann die Menschen alle zählen, die deine milde Hand ernährt? Die Gaben, die uns not find, fehlen dem nie, der kindlich sie begehrt. Du schaffeft, daß ein jedes Land sein Brot bekommt aus deiner Hand. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung fäet und endlich auch die Frucht genießt; der Wind, Mel. Meine Seele Gott erhebt. der durch die Felder wehet, die 732. Guter Geber, Dant Wolke, die das Land begießt, sei dir! Du belebst, drum leben 5. Laß uns denn deiner nicht vergessen, wenn wir uns deiner Gaben freun, laß, wenn wir trinken, wenn wir effen, uns teuer deine Güte sein. sei für Speise, sei für Trank, für alles Gute Preis und Dank. Dir 528 Lieder in Beziehung auf besondere Zeiten. wir. Du giebst Speise uns und Trank, dir gebühret unser Dank. 2. Du, du fegneft Müh' und Fleiß, alles ist auf dein Geheiß, alles, was nur Odem hat, jeder Halm und jedes Blatt. 3. Jeder Tropfen Wassers ist Zeuge, daß du Vater bist. Du legst Brot auf unsern Tisch, du machst munter uns und frisch. 4. Deine Gaben nehmen wir, Vater, fröhlich nun von dir und was du giebst, und preisen dich. Mel. Singen wir aus Herzensgrund. 733. Dant dem milden Vater, Dank! Unser froher Lobgesang rühme den, den alles preist, der uns segnet, der uns speist. Wie er Tier' und Vögel nährt, hat er alles uns beschert, was Erquickung uns gewährt. 2. Gott zu loben, säumet nicht. Es ist Seligkeit und Pflicht, zu empfinden, wie er liebt, wie viel Gutes er uns giebt, wie er unser Leben schüßt, uns in Schwachheit unterstüßt, reichlich alles giebt, was nüßt. 3. Dankvoll schauet um euch her, Gott erfüllet Land und Meer; willig giebt auf sein Gebot euch die Erde Wein und Brot. Flur und Gärten blühn für euch, Berg' und Thäler sind so reich, Menschen, und für wen? für euch! 734. Werde munter, mein Gemüte; hebe, Herz, dich himmelan! Preisen will ich Gottes Güte, die er hat an mir gethan, da er dieses Tages Zeit 4. Unſer Bater, der uns liebt, der uns, was uns gut ist, giebt, sorgt' auch heut für Speis' und Trant. Lobt den Vater, sagt ihm Dank. Aller Segen kommt vom Herrn; dankt ihm und gehorcht ihm gern; liebt ihn, freuet euch des Herrn! 5. Danken, danken wollen wir dir, o milder Vater, dir; dir zu dienen, Gott, uns freun, willig auch zur Arbeit sein, bis in deiner Seligkeit, nach durchlebter Pilgerzeit, uns dein Anschaun selbst erfreut. CC. Am Abend. vor so manchem schweren Leid durch sein gnadenvolles Walten mich beschirmet und erhalten. 2. Lob und Dank sei dir gesungen, Vater der Barmherzig Am Abend. decke mich mit Segen zu. Ich befehle deiner Hut Leib und Seele, Hab' und Gut. Freunde, Feind' und Hausgenossen sein in deinen Schuß geschlossen. 3. Dieser Tag ist hingegangen, und die Finsternis bricht ein, 7. Ach bewahr uns doch vor Schrecken, schüß uns, Herr, vor Überfall; laß uns keine Krankhin ist deiner Sonne Prangenheit wecken, halte fern des Krieund ihr freudenreicher Schein. Drum, o Vater, fleh' ich dir: Deine Klarheit leuchte mir! Tiefes Dunkel herrscht auf Erden, laß es hell im Herzen werden. ges Schall. Wende Feur- und Wassersnot, Pestilenz und schnellen Tod. Laß in Sünden keinen sterben, noch an Seel' und Leib verderben. 8. O du großer Gott, erhöre, was dein Kind gebeten hat. Jesu, den ich stets verehre, bleibe du mein Schutz und Rat, und du, werter heilger Geift, der du Freund und Tröfter heißt, höre doch mein sehnlich Flehen. Amen, ja, es soll geschehen. Tageszeiten. keit, daß mein Werk mir ist gelungen ohne Pein und Herze. leid. Deiner Wohlthat ist so viel, sie hat weder Maß noch Ziel; ja, du hast mich so geführet, daß kein Unfall mich berühret. 4. Bin ich gleich von dir gewichen, stell' ich mich doch wie der ein. Jesus, der am Kreuz erblichen, stillet des Gewissens Bein. Ich verleugne nicht die Schuld, aber deine Gnad' und Huld ist viel größer als die Sünde, die ich stets noch an mir finde. 5. O du Licht der frommen Seelen, o du Glanz der Ewigkeit. Dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und allezeit. Bleibe du, mein Gott, bei mir und erhalte mich in dir; decke mich mit deiner Liebe, daß kein Jammer mich betrübe. 6. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanfte, süße Ruh. Alles Übel laß verschwinden, 529 735. Nun sich der Tag geendet hat, die Sonne nicht mehr scheint, schläft, was von Arbeit müd' und matt, und was zuvor geweint. 2. Nur du, mein Gott, wirkst ohne Raft, du schläfft noch schlummerft nicht; ob uns die Finsternis umfaßt, bleibst dut doch unser Licht. 3. Gedenke, Herr, nun auch an mich in dieser dunklen Nacht, 23 Lieder in Beziehung auf besondere Zeiten. und halte du mich gnädiglich 2. Die Sonne, Mond und in deiner Hut und Wacht. Sterne, was in der Näh' und 4. Jch fühle zwar der Sün- Ferne nur Schönes wird geden Schuld, die mich bei dir verklagt, doch hat mir deines Sohnes Huld Vergebung zugesagt. fehn, was sich im Wasser reget, was Luft und Erde heget, soll mit mir deinen Ruhm erhöhn. 530 5. Er hat für mich genug gethan, als er am Kreuze starb; ich nehm den Troft im Glauben an, den mir sein Tod erwarb. 6. Drauf thu' ich meine Augen zu und schlafe fröhlich ein. Mein Gott wacht über meine Ruh, wer wollte traurig sein? 7. Weicht, nichtige Gedanken, hin, hemmt nicht der Andacht Lauf, ich baue jest in meinem Sinn Gott einen Tempel auf. 8. Soll diese Nacht die letzte sein in diesem Erdenthal, so führ mich, Herr, zum Himmel ein, zur auserwählten Zahl. 9. Und also leb' und sterb' ich dir, o Herr Gott Zebaoth; im Tod und Leben hilf du mir aus aller Angst und Not! Mel. O Welt, ich muß dich. 736. Wenn sich die Sonn' erhebet, die dieses Rund belebet, so grüß' ich dich, mein Licht. Wenn sie sich wieder neiget, mein Herz vor dir sich beuget; dich preisen, ist mir füße Pflicht. 3. Mit den viel tausend Chören der Selgen, die dich ehren, stets deinem Throne nah, und mit der Engel Scharen will ich mein Loblied paaren und rufen froh Hallelujah! 4. Vor dich mit Ehrfurcht treten, dich loben, dich anbeten, ja, davon lebet man. dem, den du erlesen, du seligWohl machend Wesen, daß er zu dir so nahen kann. 5. Die Zeit ist nur verschwendet, die man dir, Herr, entwendet, bei dir nur hat man's gut. Du haft uns Herz und Leben allein für dich gegeben, das Herz allein in dir auch ruht. 6. Nun sich der Tag geendet, mein Herz sich zu dir wendet und danket inniglich. Dein freundlich Angesichte zum Segen auf mich richte, erleuchte und entzünde mich. 7. Daß du mich stets umgiebeft, daß du mich herzlich liebeft und rufft zu dir empor, daß du allein den Frieden mir Am Abend. 2 531 mich im Stillen oft ein Blick auf Gott gerühret? erfreut' ich mich des Herrn, der unser Flehn bemerkt? und hab' ich im Ver traun auf ihn mein Herz gestärkt? 5. Dacht' ich bei dem Genuß der Güter dieser Erden an den Allmächtigen, durch den sie sind und werden? verehrt' ich ihn im Staub? empfand ich seine Mel. O Gott, du frommer Gott. 737. Der Tag ist wieder Huld? trug ich das Glück mit Dank, den Unfall mit Geduld? hin; und diesen Teil des Lebens, wie hab' ich ihn verbracht? verstrich er mir vergebens? hab' ich mit allem Ernst dem Guten nachgestrebt? hab' ich vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht gelebt? Tageszeiten. geben kannst hienieden, das stelle früh und spät mir vor. 8. Ein Tag, der sagt's dem andern, mein Leben fei ein Wandern zur großen Ewigkeit. OEwigkeit, du schöne, mein Herz an dich gewöhne; ich bin nicht heim in dieser Zeit. 2. War's in der Furcht des Herrn, daß ich ihn angefangen? mit Dank und mit Gebet, mit eifrigem Verlangen, als ein Geschöpf von Gott der Tugend mich zu weihn, und züchtig und gerecht und Gottes Freund zu sein? 3. Hab' ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer und durch Fleiß ihn, diesen Gott, gepriesen? mir und der Welt genützt und jeden Dienst gethan, weil ihn der Herr gebot, nicht weil mich Menschen sahn? 4. Wie hab' ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? hat 6. Und wie genoß mein Herz des Umgangs süße Stunden? fühlt' ich der Freundschaft Glück? sprach ich, was ich empfunden? War auch mein Ernst noch sanft, mein Scherz noch unschuldsvoll? und hab' ich nichts geredt, das ich bereuen soll? 7. Hab' ich die Meinigen durch Sorgfalt mir verpflichtet, sie durch mein Beispiel still zum Guten unterrichtet? war zu des Mitleids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? ein Glück, das andre traf, war's mir auch angenehm? 8. War mir der Fehltritt leid, sobald ich ihn begangen? bestritt ich auch in mir ein unerlaubt Verlangen? und wenn in dieser Nacht Gott über mich gebeut, bin ich vor ihm zu stehn auch willig und bereit? 23* Lieder in Beziehung auf besondere Zeiten. 9. Gott, der du alles weißt, 4. Ich weiß, an wen ich was könnt' ich dir verhehlen? ich glaube, und nahe mich im fühle täglich noch die Schwach- Staube zu dir, o Gott, mein heit meiner Seelen. Vergieb Heil! Ich bin der Schuld entdurch Christi Blut mir die ver- laden; ich bin bei dir in Gnaletzte Pflicht; vergieb, und gehe den, und in dem Himmel iſt du nicht mit mir ins Gericht. mein Teil. 5. Bedeckt mit deinem Segen, eil' ich der Ruh entgegen; dein Name sei gepreist. Mein Leben und mein Ende ist dein, in deine Hände befehl' ich, Vater, meinen Geist. 532 10. Ja, du verzeiheft dem, den seine Sünden kränken; du liebst Barmherzigkeit und wirst auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist du der Wächter über mir; leb' ich, so leb' ich dir; sterb' ich, so sterb' ich dir. Mel. Welt, ich muß dich. Mel. Dir dank' ich für mein Leben. 739. Die Sonne fintet 738. Herr, der du mir das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet' ich findlich an. Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich finge, und die du heut an mir gethan. nieder, die stille Nacht kommt wieder und mit ihr Schlaf und Ruh. Sie schenkt uns neue Kräfte, beschließt des Tags Geschäfte und drückt des Müden Augen zu. 2. Noch wach' ich und erzähle mit tiefgerührter Seele, was Gott an mir gethan. Seidankbar, mein Gemüte, sing deines Schöpfers Güte; er hört dein frommes Loblied an. 2. Mit dankendem Gemüte freu' ich mich deiner Güte, ich freue mich in dir. Du giebst mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn, auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn. 3. Von ihm kommt jede Gabe, das Leben, das ich habe, die Ruhe dieser Nacht. Er ist der Quell der Güter, mein Schuß und mein Behüter, der, wenn ich schlummre, für mich wacht. th Tageszeiten. Am Abend. 4. Er läßt es finster werden und hüllt den Kreis der Erden in tiefe Dunkelheit. In Städten und in Wäldern und auf des Landmanns Feldern herrscht tote Stille weit und breit. 5. Er führt aus dunkler Ferne den Mond und tausend Sterne mit Majestät herauf. Sie leuch ten ihm zur Ehre hoch über Erd' und Meere, und seine Hand lenkt ihren Lauf. 6. Voll Ordnung, Pracht und Stärke stehn lauter Wunderwerke in seiner Schöpfung da. Sobald er rief: Es werde, gleich standen Meer und Erde und alle Welten herrlich da. 7. Herr, deinen Ruhm zu fingen, dir täglich Dank zu bringen, sei meine liebste Pflicht. Du kennst das Herz der Deinen; du weißt es, wie wir's meinen, und unser Lob mißfällt dir nicht. 8. Dir wird mein kindlich Lallen einst ewig wohlgefallen, wenn mein verklärter Geist, vom Körper losgerungen, zum Lichte durchgedrungen, mit allen Se ligen dich preift. 533 Augen zu. Die von Arbeit matten Glieder sehnen sich nach Schlaf und Ruh. Aber du versäume nicht, meine Seele, deine Pflicht, dich zu Gott noch zu erheben, seinem Schuß dich zu ergeben. 2. Prüfe dich mit Ernst, und frage: Nüßte ich auch meine Zeit? wär' ich schon an diesem Tage, vors Gericht zu gehn, bereit? Ach, erwäg es, eins ist not, denk an Gott und an den Tod. Willst du ewig selig werden, mußt du heilig sein auf Erden. 3. Herr, ich muß es dir geftehen: Oft vergaß ich meine Pflicht. Ach, dein Auge hat's gesehen, aber schon und richte nicht. Mein Vertrauen gründet sich nur auf deinen Sohn und dich, der du seinetwegen schonest und nicht nach Verdienste lohneſt. 4. Richter über Tod und Leben, du willst nicht des Sün. ders Tod; willst die größte Schuld vergeben denen, die dich suchen, Gott; ach, ich komm' und suche dich, Herr. Mein Mittler spricht für mich; darum Mel. Werde munter, mein G. 740. Nacht und Stille laß mich Gnade finden und schließen wieder unsre müden vergieb mir meine Sünden. 534 Lieder in Beziehung auf besondere Zeiten. 5. Leb' ich morgen, ach so leite meinen Gang auf deine Bahn; halte mich, daß ich nicht gleite; nimm dich meiner Mel. O Welt, ich muß dich. Schwachheit an. Gieb zu mei- 742. Der Mond ist auf. ner Pilgrimschaft deines guten Geistes Kraft, fröhlich geb' ich dann am Ende meine Seel' in deine Hände. Mel. O Durchbrecher aller Bande. 741. die stillen Abendftunden köstlich, herrlich sind sie mir. Vater, dich hab' ich empfunden, Vater, still geweint vor dir und aus deiner Gottesfülle Troft geschöpft und neue Kraft. Oder unschäßbaren Stille, die mir solche Freude schafft. 2. Im Gewirre der Geschäfte, in dem lärmenden Gewühl wie gehemmt sind meine Kräfte, wie verschlossen mein Gefühl. Selbst der Kreis von guten Seelen giebt mir selten neuen Schwung; tausend kleine Freuden ftehlen mir die beste Sättigung. 3. Nur die Einsamkeit umschattet sanft mit Kühlung meinen Geift, wenn er dürftend und ermattet sich Geliebten selbst entreißt. Du nur, Stille, kannst mir geben, was mir kein Vertrauter giebt, Selbstgenuß und - - neues Leben und Gefühl, daß Gott mich liebt. gegangen; die goldnen Sterne prangen am Himmel hell und klar. Der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar. 2. Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold, wie eine stille Kammer, darin ihr euren Jammer verschlafen und vergeffen sollt. 3. Seht ihr den Mond dort ſtehen? er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, die wir getroft belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn. 4. Wir stolze Menschenkinder sind eitel arme Sünder und wissen gar nicht viel. Wir spinnen Luftgeſpinnste und suchen viele Künste und kommen weiter von dem Ziel. 5. Gott, laß dein Heil uns schauen, auf nichts Vergänglichs trauen, uns nicht des Eitlen freun. Laß uns einfältig werden und vor dir hier auf Erden, wie Kinder, fromm und fröhlich sein. Tageszeiten. Am Abend.ds? 6. Wollft endlich sonder Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod, und wenn du uns genommen, laß uns in Himmel kommen, du lieber, treuer, frommer Gott. 7. So legt euch denn, ihr Glieder, in Gottes Namen nieder, kalt ist der Abendhauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen und laß uns ruhig schlafen und unsren kranken Nachbar auch. ( Für Leidende.) Mel. Nun sich der Tag geendet hat. Mel. Welt, ich muß dich. 744. Die Ruhe fenkt ſich wieder auf unsre Erde nieder in stiller, dunkler Nacht. Mit ungezählten Leiden und unge743. Auch diesen Tag zählten Freuden ist abermals ein Tag vollbracht. hab' ich vollbracht mit aller seiner Not. Nur deiner Vaterlieb' und Macht verdank' ich es, mein Gott. 2. Wärst du nicht meines Lebens Kraft, mein Retter und mein Heil, so würd' in meiner Wanderschaft kein Trost mir je zu teil. 3. Ach ohne dich, Allgütiger, verging' ich in der Not, von Freudigkeit und Hoffnung leer wär' ohne dich mein Tod. 535 4. Doch welche Stärkung fühlt mein Herz, du bist, du bleibst mein Gott, dein Wort verfüßt mir jeden Schmerz und lindert jede Not. 5. Froh kann ich mich dem Schlaf vertraun, auch schlafend bin ich dein. Vor keinem Unfall soll mir graun, du wirst mein Retter sein. 6. Und sollt, o Vater, diese Nacht für mich die letzte sein, wohl mir, mein Lauf ist dann vollbracht, vollbracht des Lebens Pein. 2. Mir sind des Tages Stunden nicht freudenleer verschwunden. Du liebe Vaterhand, du hast mich treu geleitet, viel Freuden mir bereitet und Schmerz und Kummer abge wandt. 3. Drum preif' ich deine Güte mit fröhlichem Gemüte, mit demutsvollem Dank. Ja, Herr, mein ganzes Leben sei fortan dir ergeben, sei dir ein fteter Lobgefang. 4. Hab' ich gefehlt, verzeihe dem Reuigen, verleihe zur Bessrung Kraft und Mut, auch ich will Schuld erlassen, 536 Lieder in Beziehung auf besondere Zeiten. will denen, die mich hassen, verzeihen chriftlich mild und gut. 5. Gieb nun, zu guten Werken aufs neue mich zu stärken, des Schlafes Wohlthat mir. Mein Vater, ich empfehle mein Leben, Leib und Seele und alle meine Lieben dir. 6. Sei freundlich allen, denen dein Ratschluß Schmerz und Thränen zu ihrem Lose gab. Herr, lindre ihren Kummer und gieße sanften Schlummer auf jeden Leidenden herab. 7. So schlaf' ich denn im Frieden. Wie labend ist dem Müden die Ruh in stiller Nacht. Mein leßter Feierabend, sei er mir auch so labend, wenn alles Tagwerk ist vollbracht. 6. Der Sonne Licht entwich aus unsern Grenzen, so laß dein Licht in Finsternis uns glänzen, o Lebenssonne, wie dich in den Höhen die Engel fehen. Mel. Wend ab deinen Zorn, lieber. 7. Dein denk die Seele wachend auch im Schlummer. 745. Du Quell des Lichts, Vergessen sei die Sorge und der Kummer, nur das sei unsre Sorge, Herr, vor allen dir zu gefallen. 8. Reusch übergeben wir dem Schlaf die Glieder, gestärkt erwecke sie der Morgen wieder, und deines Geistes Kraft regier' in ihnen, dir stets zu dienen. 9. Noch dauert unser Werk. tag hier auf Erden. Einft kommt die Zeit, da wird es Sabbath werden, dann weck in dem das Licht wir sehen, o neige, Herr, dein Ohr zu unserm Flehen, damit von dir erleuchtet unsre Seelen das Gute wählen. 2. Du hast des Lebens Kraft in uns gesenket, haft ewges Heil durch Jesum uns geschenket, wie sollten wir nicht freudig auf dich schauen und dir vertrauen? von fern des Himmels Pforte, es ziehet uns zu dir mit heilgem Triebe die ewge Liebe. 4. Geendet sind nun dieses Tags Geschäfte. Du, Herr, verliehst uns Schuß, Gedeihn und Kräfte. Vernimm den Dank, den dafür hoch erfreuet das Herz dir weihet. 5. Doch ach, auch dieser Tag zählt seine Sünden laß uns bei dir, o Herr, Vergebung finden. Du, Gnädiger, vertilg aus unsern Herzen der Sünde Schmerzen. 3. Es hält der Glaube sich an deine Worte, die Hoffnung sieht sibito Tageszeiten. uns aus dem Grab, o Lebenssonne, zur ewgen Wonne. ( Am Sonntage.) Mel. Sollt' es gleich bisweilen. 746. Lieblich ist des Abends Schweigen, wenn empor die Sterne steigen; deinen Tag, in dir vollbracht, frönet eine heilge Nacht. 2. Alle Chöre sind verklungen, die dein Lob, o Herr, gesungen; stille flehn im Kämmerlein deine Kinder, groß und klein. 3. Doch wie laut in dieser Stille, in des heilgen Dunkels Hülle, du mein Richter und mein Hort, spricht in mir dein kräftig Wort. oll 4. Rügend jede meiner Sünden, lehrt's dein Vaterherz mich finden, spricht dem Reuevollen zu: Zage nicht, mein Kind bist du. 5. Drum an deines Tages Ende heb' ich findlich meine Hände auf zu deinen lichten Höhn, hör, o Vater, hör mein Flehn! Am Abend. dal 16. Vater, was ich bin und habe, ist nur deiner Gnade Gabe. Heilig sei dein Name mir überall und für und für. 7. Nimm ihn hin, des Kindes Willen. Nur was du willst, zu erfüllen, deinem Reich mich ganz zu weihn, soll mein selig Tagwerk sein. 537 8. Daß ich kann in meinem Leben fröhlich wirken. reichlich geben, schent mir Kraft zu jeder Zeit, Segen und Genüg. samkeit. 9. Herr, von allen deinen Gaben bin ich keine wert zu haben. Ach vergieb mit Vaterhuld, schüße mich vor neuer Schuld! 10. Lehr mit Demut mich vergeben, gern mit allen friedlich leben, führ aus allen Übeln du mich zu deines Reiches Ruh! 11. Dein, nur dein ist Macht und Stärke, Vater aller deiner Werke. Dir sei unser Lob ge. weiht jetzt und bis in Ewigkeit! 3. Auf besondere Vorfälle. a. In allgemeiner Not. 747. Wenn wir in höch- finden Hülfe nicht und Rat, sten Nöten stehn und könob wir gleich sorgen früh und ſpat, fpat, da nen keinen Ausgang sehn und 23** 538 Lieder in Beziehung auf besondere Vorfälle. 2. So bleibt dies unser Trost allein, du, Höchster, du kannst uns befrein. Wir fliehn zu dir, du treuer Gott, du einzger Helfer in der Not. 3. Wir heben unser Aug' und Herz zu dir mit Reue, Scham und Schmerz und bitten um Begnadigung, um aller Strafen Linderung. 4. Solch Heil versprichst du gnädiglich, Herr, allen, die nur traun auf dich, durch unsern Heiland Jesum Christ, der unser treuer Mittler ift. 5. Drum kommen wir, Herr, unser Gott, und klagen dir all unsre Not; wir stehen nun verlassen gar in großer Trübsal und Gefahr. 6. Ach, unsre Sünde, Herr, ist groß, sprich uns davon aus Gnaden los. Steh uns in unserm Elend bei, mach uns von allen Plagen frei. 7. Dann danken und lobsingen wir mit freudevollem Herzen dir; gehorsam deinem teuren Wort, Herr, preisen wir dich hier und dort. Mel. Von Gott will ich nicht lassen. 748. Du reicher Troft der Armen, Gott, Schöpfer aller Welt, du Vater voll Erbarmen, der ewig Treue hält, du, du erhörft Gebet; so hör, was unser Glaube zu dir jetzt aus dem Staube in unsern Nöten fleht. 2. Ach, unser fündhaft Leben verklagt vor dir uns hart, doch Schonen und Vergeben ist ja der Väter Art. Du treuer Vater, du bist gut vor allen Vätern und neigst selbſt Übertretern dein Herz bald wieder zu. 3. Erbarme dich und wende der Zeiten schweren Lauf, thu deine milden Hände, den Schat der Allmacht, auf. Was nur ein Leben hat, nährst du mit Wohlgefallen; o schaffe denn uns allen bei unserm Mangel Rat. 4. Herr, der du uns auch schufest, hör unser Angstgeschrei. Allmächtiger, du rufest dem Nichts auch, daß es sei. Uns helfen ist dir leicht; du kannst dem Mangel wehren, in Teurung uns ernähren, ob's uns unmöglich deucht. 5. Erhör uns! Kröne, fröne das Jahr mit deinem Gut und unser Herz gewöhne zu still ge laffnem Mut. Lehr es sich deiner freun, zu dir Vertrauen haben und deine Segensgaben durch Mißbrauch nie entweihn. allo In allgemeiner Not. i odsl 539 Sinn, auf dich zu sehn, und da, wo Schwache troftlos zagen, mit Zuversicht zu dir zu flehn, weil Menschenhülfe doch nicht nüßt, wenn deine Hand uns nicht beschüßt. 3. Nicht blinder Zufall herrscht auf Erden; du bist es, der die Welt regiert. Drum laß auch Mel. Ach Gott und Herr. 749. Wir sind in Not; jetzt uns inne werden, daß deine laß uns, o Gott, die Flut nicht überschwemmen. Ach, wenn uns ißt dein Arm nicht schüßt, wer kann die Wogen hemmen? Hand das Ruder führt. Es rüſte sich der Feind zum Krieg dein Wille nur bestimmt den Sieg. 4. Dir werfen wir uns in die Arme, dir, Vater der Barmherzigkeit. Es flehen Kind und Greis: Erbarme dich über uns zur bösen Zeit, beschüße gnädig Stadt und Land vor Blutvergießen, Raub und Brand. 5. Doch findet dein allweiser Wille noch härtre Prüfungen uns gut, so fassen wir in frommer Stille auch dann selbst noch getroften Mut. Wir sind gewiß, zur rechten Zeit bist du 6. Allgütiger, wir hoffen auf dich und deine Treu. Oft hat uns Not getroffen; doch standest du uns bei. Du hilfft, du rettest gern. So sei denn unser Leben dir fröhlich übergeben, dir, unserm Gott und Herrn. 2. Errett uns, Herr, Allmächtiger, um deiner Gnade willen. Du, du allein kannst uns befrein, kannst Sturm und Wellen stillen. 3. Erbarme dich, hilf väter lich, schüß unser Gut und Leben, daß wir dich, Gott, nach Angst und Not mit frohem Dank erheben! Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. 750. Gott, des Krieges zu helfen uns bereit. bange Wetter ziehn über unserm Haupt einher. Doch bist du unser Schuß und Retter, so beben wir vor keinem Heer, wie sehr es auch Gefahr und Not den Völkern und den Ländern droht. 2. Gieb, Herr, in diesen bangen Tagen uns nur den - 6. Froh werden wir einst rühmen müssen: Du, Herr, haft wohl an uns gethan; du brachft nach unerforschten Schlüssen durch Jammer uns zum Heil die Bahn; schien uns auch deine Hülfe fern- du halfft uns doch. Lobsingt dem Herrn! 540 Lieder in Beziehung auf besondere Vorfälle. Mel. In dich hab' ich gehoffet. Troft erscheinen. Streck aus die Hand und laß das Land 751. Du, Gott, bist unsre nicht länger hülflos weinen. Hülf' und Macht. Wenn uns dein Auge nicht bewacht; wer wacht? wer hilft uns Armen? Erretter, dir, dir flehen wir, du wollest dich erbarmen. 7. Sei mit den Sterbenden, daß sie dein Antlig schaun, und alle, die noch leben, die bewahre. Lindr' ihren Schmerz, daß bald ihr Herz, wie gern du hilfft, erfahre. 2. Der Seuchen Gift verbreitet sich weit um uns her; erbarme dich, laß uns nicht plöglich sterben; entzeuch dem Tod uns, der uns droht, entreiß uns dem Verderben. 3. Du bist ein Gott, der gern verzeiht; o laß uns noch Barmherzigkeit vor deinem Throne finMel. Auf meinen lieben Gott. den, und dein Gericht vertilg'uns 752. Es züchtigt deine nicht in unbeweinten Sünden. 4. Rein Reichtum schüßt, kein Stand, kein Ort; hier weinen Witwen, Eltern dort und dort verwaiste Kinder. Die Seuch' erreicht auch den, der fleucht, den Frommen wie den Sünder. Hand, o Höchster, jetzt das Land. Zu deinem Vaterherzen erhebt in bittern Schmerzen sich das Geschrei der Armen; vernimm es mit Erbarmen. 5. Des alles sind wir wert; doch wir beweinen's, Gott, und flehn zu dir, du wollest uns vergeben. Dein Volk will gern dir, unserm Herrn, gehorchen, dir nur leben. 6. Für uns auch gabst du deinen Sohn. Um seinetwillen duld und schon und laß uns 8. Das ganze Volk frohlockt dir dann und betet dich, Erretter, an und preiset deine Gnade. Dann wandeln wir, o Gott, vor dir mit Freuden deine Pfade. 2. Du siehst des Landes Not; sie kam auf dein Gebot. Du kannst mit starken Händen fie lindern, kannst sie enden. Ein Wort aus deinem Munde verändert Zeit und Stunde. 3. O Herr, wir murren nicht. Gerecht ist dein Gericht bei allem, was wir dulden; denn groß sind unsre Schulden. Du züchtigst stets noch minder, als wir's verdient, wir Sünder.d In allgemeiner Not. 4. Ja, Vater, deine Huld ist größer als die Schuld. Gedenke denn der Deinen, die reuvoll vor dir weinen; laß tief gebeugten Seelen nicht Troft und Hoffnung fehlen. 5. Verkürze, gnädger Gott, die Dauer unsrer Not, laß, die voll Angst dir flehen, Troft und Erleichtrung sehen; verwandle alle Leiden in neue Lebensfreuden. 6. Doch wenn, Herr aller Welt, es dir noch nicht gefällt, die Trübsal zu entfernen, so stärk uns, daß wir lernen mit ehrfurchtsvollem Schweigen vor dir uns findlich beugen. 7. Herr, deine Züchtigung leit' uns zur Besserung. Laß sie die Sichern schrecken, die 541 2. Wo wend' ich mich um Hülfe hin? zu dir, o Jesu, steht mein Sinn, weil stets mein Schläfrigen erwecken, auf dein Gebot zu merken und Redlichfromme stärken. id 8. Wenn dich das Herz nur liebt, so wird, was uns betrübt uns doch zum Heil gedeihen. Wer deiner sich kann freuen, dem wird auch deine Gnade zum Licht auf dunklem Pfade. 9. So stärke denn das Herz, daß selbst im größten Schmerz es nie an Mut uns fehle; o sprich zu unsrer Seele: Getrost, dich soll kein Leiden von meiner Liebe scheiden. 10. Schließt einst sich unser Lauf, dann klärt sich alles auf, dann wird die Aussicht heiter, dann thränt kein Auge weiter; dann finden unsre Herzen nur Wonne nach den Schmerzen. b. In persönlicher Trübsal und Kümmernis. Herz noch Hülf' und Rat und Mel. Vater unser im Himmelreich. 753. Ach Gott, wie Troft bei dir gefunden hat; noch feiner je verlassen ist, der feft vertraut auf Jesum Chrift. manches Herzeleid bekümmert mich in dieser Zeit. Der schmale Weg ist trübfalsvoll, den ich zum Himmel wandeln soll. Der Lohn ist ewig; aber ach, zum Laufen fühl' ich mich zu schwach. 3. Mein Herr und Gott, ich komm zu dir; wie lieblich klingt dein Name mir. Es kann kein Jammer sein so schwer- dein süßer Nam' erfreut viel mehr. Und müßt' ich noch so elend sein, dein Name lindert jede Pein. 542 Lieder in Beziehung auf besondere Vorfälle. 4. Verschmachten Leib und Seele mir, ich acht' es nicht; ich hang' an dir. Hab' ich nur dich, so hab' ich wohl, was ewig 754. Schwing dich auf mich erfreuen soll. Du bist mein rechter, treuer Hirt, der ewig mich behüten wird. 5. O Jesu, du mein Heil, mein Ruhm, des Herzens Schatz und Eigentum, wer macht wohl deine Güte fund? Vergebens ringt mein schwacher Mund; wer Glaub' und Lieb' im Herzen hat, der wird's erfahren in der That. 6. Hätt' ich nicht meine Lust an dir, zu sterben, Jefu, wünscht ich mir. Könnt' ich mich deiner nicht erfreun, so möcht' ich nicht geboren sein; denn wer hat dich, wer liebt dich, Herr, und wird nicht immer seliger? 7. Wenn ich mein Hoffen ftell zu dir, so fühl' ich Freud und Trost in mir; wenn ich in Nöten bet' und sing, so wird mein Herz recht guter Ding. Dein Geist bezeugt, daß solches frei des ewgen Lebens Vorschmack ſei. 8. Drum will ich, weil ich lebe noch, gern tragen deines Kreuzes Joch. Gott, mache mich dazu bereit. Es dient zum besten allezeit. Erhalt mein Herz im Glauben rein; so leb' und sterb' ich dir allein. zu deinem Gott, du betrübte Seele. Flieh zu ihm in Angst und Not, daß kein Trost dir fehle. Reines Feindes Macht und Lift soll dir deinen Glauben und das Heil, das Jesus Chrift dir erworben, rauben. 2. Stürmt die Welt und stürmt der Tod, wer ist, der mir schade? Deckt mich doch in meiner Not Gott mit seiner Gnade; der Gott, der mir seinen Sohn hat geschenkt aus Liebe, daß ich selbst bei Spott und Hohn mich doch nicht betrübe. 3. Was ist unterm Himmelszelt, was im tiefsten Meere, was ist Gutes in der Welt, das nicht gut mir wäre? wem erglänzt das Sonnenlicht? wozu ist gegeben Luft und Wasser? dient es nicht mir und meinem Leben? 4. Wem doch wird das Erdreich naß von dem Tau und Regen? wem ergrünet Laub und Gras? wem erfüllt der Segen Berg' und Thale, Feld und Wald? Wahrlich, mir zur Freude, daß ich meinen Aufenthalt hab' und meine Weide. In persönlicher Trübsal und Kümmernis. 5. Meine Seele lebt in mir durch die süßen Lehren, so die Christen mit Begier alle Tage hören. Gott eröffnet früh und spat meinen Geist und Sinne, daß sie seines Geistes Gnad freudig werden inne. 6. Ich bin Gottes, Gott ist mein; wer ist, der uns scheide? Dringt die Prüfung auch herein mit dem bittern Leide; laß sie kommen, kommt sie doch von geliebten Händen. Schnell zerbricht des Kreuzes Joch, wenn es Gott will wenden. 7. Kinder, die der Vater soll ziehn zu allem Guten, die geraten selten wohl ohne Zucht und Ruten. Bin ich denn nun Gottes Kind, warum will ich fliehen, wenn er mich von meiner Sünd will zum Guten ziehen? 8. Es ist herzlich gut gemeint mit der Christen Plagen. Wer hier zeitlich wohl geweint, darf nicht ewig klagen. Die, des Glaubens sich bewußt, treu im Kampf beharrten, haben auch vollkommne Lust endlich zu erwarten. 9. Gottes Kinder säen zwar traurig und mit Thränen; aber endlich bringt das Jahr, wonach sie sich sehnen. Denn es kommt die Erntezeit, da sie Garben 543 binden; dann muß Sorge, Furcht und Leid ewiglich verschwinden. merit Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. 755. Ich ch armer Mensch, ich armer Sünder, steh hier vor Gottes Angesicht. Ach Gott, ach Gott, verfahr gelinder und geh mit mir nicht ins Gericht! Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 2. Wie ist mir doch so herzlich bange, Herr, wegen meiner großen Sünd. Ach, daß ich Gnad vor dir erlange, ich armes und verlornes Kind. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 3. Ach, höre doch mein sehnlich Schreien, du allertreustes Vaterherz. Wollst alle Sünde mir verzeihen und lindern mei. ner Seele Schmerz. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 4. Wie lang soll ich vergeblich klagen? hörst du denn, Gott, mein Flehen nicht? soll ich in meiner Not verzagen? hör, was der arme Sünder spricht: Er. barme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 5. Wahr ist es, übel steht der Schade, den niemand heilt als du allein. Ach aber, Vater, 544 Lieder in Beziehung auf besondere Vorfälle. Gnade, Gnade, laß mich doch nicht verloren sein. Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 6. Nicht, wie ich's hab verschuldet, lohne und handle nicht nach meiner Sünd. O treuer Vater, schone, schone und nimm mich wieder an zum Kind. Er barme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 7. Sprich nur ein Wort, so werd' ich leben; sprich, daß der arme Sünder hör: ,, Geh hin, die Sünd' ist dir vergeben; nur fündige hinfort nicht mehr!" Erbarme dich, erbarme dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! 8. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret; mein Glaube sagt's mir, daß ich's bin. Der Trost, der sich im Herzen mehret, der neue dir geweihte Sinn bezeugt mir's: du erbarmest dich, Gott, mein Erbarmer, über mich! dein Vater, trau nur ihm, erhört er doch der Raben Stimm. 3. Bin ich auch kraftlos, krank und schwach, und ist nichts da, denn Weh und Ach so tröstet Jesus noch und spricht: Ich bin dein Arzt, drum weine nicht. - 4. Vertreibt mich des Verfolgers Hand, gönnt man mir feinen Sig im Land, ruft Jesus in mein Herz und spricht: Dein ist der Himmel, weine nicht. 5. Reißt mir der Tod das Liebste hin, sagt Jesus: Weine nicht, ich bin, der's wieder giebt; gedenke dran, was ich zu Nain hab gethan. 6. Muß ich selbst ringen mit dem Tod, ist Jesus da, ruft in der Not: Ich bin das Leben, weine nicht, wer glaubet, kommt nicht ins Gericht. 7. O süßes Wort, das Jesus spricht in allen Nöten: Weine nicht. Erklinge stets in meinem Sinn; so fähret alles Trauern hin. Mel. Herr Jesu Christ, meins 2. 756. füßes Wort, das Mel. Was sorgst du ängstlich für. Jesus spricht zur armen Witwe: Weine nicht! Es kommt mir 757. Du klagft, o Chrift, nie aus meinem Sinn, zumal, wenn ich betrübet bin. 2. Wenn Not und Armut mich anficht, spricht doch mein Jesus: Weine nicht! Gott ist in schweren Leiden und seufzeft, daß der Geist der Freuden von deinem Geist gewichen ist. Du klagst und rufft: Herr, wie so lange? und Gott verzeucht und In persönlicher Trübfal und Kümmernis. dir wird bange, daß du von Zeugen beffrer Herzen, als jetzt Gott verlassen bist. 2. Sind meine Sünden mir vergeben, hat Gott Begnadigung und Leben in seinem Sohne mir verliehn, wo sind denn seines Geistes Triebe? warum empfind' ich nicht die Liebe und hoffe nicht getroft auf ihn? das deine dir erscheint. Wie könntest du dich so betrüben, daß dir die Kraft fehlt, Gott zu lieben, wär nicht dein Herz mit ihm vereint? 3. Mühselig, sprichst du, und beladen hör' ich den Trost vom Wort der Gnaden, und ich empfind' ihn dennoch nicht, bin abgeneigt vor Gott zu treten; ich bet' und kann nicht gläubig beten; ich denke Gott, doch ohne Licht. 4. Sonst war mir's Freude, seinen Willen von ganzem Herzen zu erfüllen; sein heilig Wort war mir gewiß. Jetzt kann ich's nicht zu Herzen fassen, und meine Kraft hat mich verlassen, und meinen Geist deckt Finsternis. 5. Oft fühl' ich Zweifel, die mich quälen, seufz' oft vor Unruh meiner Seelen, und meine Hülfe bleibt doch fern. Ich suche Ruh, die ich nicht finde; in meinem Herzen wohnt nur Sünde, nur Unmut, keine Furcht des Herrn. 6. Zag nicht, o Christ, denn deine Schmerzen sind sichre 545 7. Kein Mensch vermag Gott zu erkennen, noch Jesum einen Herrn zu nennen, regiert ihn nicht der heilge Geist. Haft du nicht diesen Geist empfangen? Er ist's, der dich nach Gott verlangen und sein Erbarmen suchen heißt. 8. Vertrau auf Gott, er wohnt bei denen, die sich nach seiner Hülfe sehnen; er kennet dich und will dein Glück. Er höret deines Weinens Stimme, verbirgt er gleich in seinem Grimme sich einen kleinen Augenblick. 9. Gott ließ so manchen seiner Frommen in dies Gefühl des Elends kommen und stand ihm dennoch mächtig bei. Du sollst dein Nichts erkennen lernen, sollst das Vertraun auf dich entfernen und sehn, was Gottes Gnade sei. 10. Vor Sicherheit dich zu bewahren, läßt er dich seine Streng' erfahren; er schickt dir diese schwere Last. Er reinigt dich wie Gold im Feuer, macht Lieder in Beziehung auf besondere Vorfälle. 11. So wie ein Vater über Kinder, erbarmet Gott sich über Sünder, die seinen Namen kindlich scheun. Dein Seufzen ist ihm nicht verborgen. So fern der Abend ist vom Morgen, läßt er von dir die Sünde sein. dir das Heil der Seele teuer, da mich der Jammer drückt. damit du haltest, was du hast. Ach sende mir in Finsternis dein Licht, daß es mein Herz erquickt. Ich liege tief vor dir im Staube; bald wankt, bald siegt mein schwacher Glaube; verlaß mich nicht! 12. Zwar ist um Trost dir jetzo bange, denn alle Züchtigung, so lange sie da ist, scheinet sie uns hart. Doch nachmals wird fie friedsam geben Frucht der Gerechtigkeit und Leben dem, der durch sie geübet ward. 2. Verlaß mich nicht, Herr, sieh mein Ungemach; erhör mein Angstgeschrei. Mein Schmerz ist groß, und meine Kraft ist schwach; Herr, steh mir hülfreich bei. Dir, Gott, der Wunden mir geschlagen, nur dir will ich mein Leiden klagen; verlaß mich nicht! 13. Fahr fort zu beten und zu machen. Gott ist noch mächtig in dem Schwachen, Gott ist die Liebe für und für. Laß dir an seiner Gnade gnügen. Sein Wort ist wahr und kann nicht trügen: Ich stärke dich, ich helfe dir. 546 14. Auf, faffe dich in deinen Nöten. Sprich: wollte mich der Herr auch töten, so harr' ich dennoch standhaft sein. Mir bleibt das Erbteil der Erlöften; und will mich Gott nicht eher trösten, wird er mich doch im Tod erfreun. 3. Verlaß mich nicht. Herr, du bist's, dessen Hand die Lasten auf mich legt; dir war es schon, eh ich noch war, bekannt, wie viel ein Schwacher trägt. Eh ich der Mutter Brust gesogen, hast du mein Kreuz mir zugewogen; verlaß mich nicht! 4. Verlaß mich nicht. Wenn mich der beste Freund, den du mir gabft, verläßt, und wenn mein Herz verlorne Treu beweint, so halte du mich fest. Wenn du mein Liebstes von mir trennest. so zeige, daß du trösten könneft. Verlaß mich nicht! Mel. Es ist genug, so nimm. 758. Verlaß mich nicht, 5. Verlaß mich nicht. Wenn mein Gott, verlaß mich nicht, du nur bei mir bist, so hab' ich In persönlicher Trübsal und Kümmernis. Hülf' und Mut. Der bittre Kelch wird mir durch dich verfüßt; dir lebt, dir stirbt sich's gut. Wenn, die zum Heil mir lebten, sterben, so laß mich deinen Segen erben. Verlaß mich nicht! Mel. Jesu, der du meine Seele. 759. Ach wie hat mein Herz gerungen, wie gefleht am Gnadenthron. Noch von deiner Angst durchdrungen, siegst du, meine Seele, schon? oder säumt des Helfers Rechte stets noch? werden meiner Nächte, meiner Leiden immer mehr? immer meiner Thränen mehr? 2. Nah ist meines Helfers Rechte, sieht sie gleich mein Auge nicht. Weiterhin im Thal der Nächte ist mein Retter und mein Licht. Ja, dort wird mir Gott begegnen; dort wird mich sein Antlig segnen. Jetzt, jetzt ist die Prüfungszeit; jetzt sei, Seele, stark zum Streit. 3. Was empfand des Helden Seele, Abrams, der's vom Herrn empfing und nunmehr von Mamres Höhle nach dem Opfer. berge ging? Tief war seiner Seelen Wunde, heiß der Prüfung bange Stunde nicht erst - 547 künftig; sie war da, nah des Knaben Tod, ganz nah. 4. Konnt' er dessen Rat ergründen, der das Opfer ihm befahl. Reinen Ausgang konnt' er finden; überall war Nacht und Qual. Dennoch traut' er dir, o Retter, dir, Jehovah, Gott der Götter: er führt mich die dunkle Bahn, er, der Staub erwecken kann. 5. Abraham! so scholl die Stimme in des Überwinders Ohr. O du, jener Gnade Stimme, ruf auch meine Seel' em. por. Schau, Herr, wie ich lieg' und flehe und vor Trauer fast vergehe. In der trüben Stunde Graun lehre mich gen Himmel schaun. 6. Fast zu denen hin versammelt, die im Herrn entschlafen sind, hab' ich sonst dein Lob gestammelt; Vater warst du, ich dein Kind. Aber jetzt, von dir erschüttert, schmachtet meine Seel' und zittert. Den. noch, Vater, harr' ich dein; dennoch wirst du Vater sein. 7. In der Christen ersten Tagen ward des Mund zum Lobgesang, der, umringt von bängern Plagen, zeugend mit dem Tode rang. Selten bracht' ein schnelles Ende sie in ihres 548 Lieder in Beziehung auf besondere Vorfälle. Vaters Hände. Viele dunkle Tage lang starben sie, scholl ihr Gesang. 8. Schaue dieser Helden Glau ben, meine Seele, glaubend an. Nichts laß deine Krone rauben; leid und klimm zu ihr hinan. Keiner Trübsal Tiefen scheiden, weder Tod, noch Leben scheiden, nichts, was jetzt und künftig ist, scheidet mich von Jesu Chrift. Mel. An des Mittlers Kreuz zu. 760. Fortgekämpft und fortgerungen, bis zum Lichte durchgedrungen muß es, bange Seele, sein. Durch die tiefsten Dunkelheiten kann dich Jesus ficher leiten; Mut spricht er dem Schwachen ein. 2. Bei der Hand will er dich faffen. Scheinst du gleich von ihm verlassen glaube nur und zweifle nicht. Bete, kämpfe ohne Wanken. Bald wirst du voll Freude danken; bald umgiebt dich Kraft und Licht. 3. Bald wird dir der Morgen funkeln; hoffe, harre, glaub im Dunkeln, nie gereut ihn seine Wahl. Deinen Glauben will er üben; er, die Liebe, kann nur lieben; bald wird Wonne deine Qual. 4. Weg von aller Welt die Blicke. Schau nicht seitwärts, nicht zurücke, nur auf Gott und Ewigkeit. Nur zu deinem Jesu wende Aug' und Herz und Sinn und Hände, bis er himmlisch dich erfreut. 5. Aus des Jammers wilden Wogen hat dich oft herausgezogen seiner Allmacht treue Hand. Nie zu kurz ist seine Rechte; wo ist einer seiner Knechte, der bei ihm nicht Rettung fand? 6. Schließ dich ein in deine Kammer; geh und schütte deinen Jammer aus in Gottes Vaterherz. Kannst du gleich ihn nicht empfinden, Worte nicht, nicht Thränen finden, klage schweigend deinen Schmerz. 7. Kräftig ist dein tiefes Schweigen; Gott wird sich als Vater zeigen. Glaube nur, daß er dich hört, daß er Schweigende verstehet, daß dein Mittler für dich flehet, und daß Gott sein Flehn gewährt. 8. Nun, so will ich nicht verzagen, mich vor Gottes Antlig wagen, flehen, ringen fort und fort. Ja, ich werde überwinden. Wer ihn sucht, der wird ihn finden; er beschwört's in seinem Wort. In persönlicher Trübsal und Kümmernis. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund. 761. Klag nicht, mein Herz, wenn alle Freuden des Lebens ferne von dir fliehn; nicht, wenn dir Angst und schwere Leiden zuweilen allen Troft entziehn. Erhebe dich vom Staub der Erde, umfaffe Gott im Geist und werde wert jener hohen Herrlichkeit, die er, der auch für dich gestorben, bei seinem Vater dir erworben. Ein Traum doch nur ist diese Zeit. 2. Wirst du gekränkt und um den Glauben an Gott und Jesum gar verlacht, sei stark und laß ihn nichts dir rauben. Ein Gott ist doch, der dich gemacht, ein Jesus, der trotz alles Spottes unsterblich sitzt Rechten Gottes und aller Frommen Zuflucht ist; ein Herr und Richter aller Welten, bereit, dir's ewig zu vergelten, wenn bis zum Tode treu du biſt. zur zur 3. Verachten dich der Tugend Feinde, wenn du in Einfalt Tugend übst; verlassen selbst dich deine Freunde, weil du Gott mehr als Freunde liebst, sei standhaft! laß dich nur verachten! vor allen, die dich hier verlachten, wirst du von Gott geehre: sein; einst wird dich 549 Jesus doch erkennen, dich seinen Freund und Bruder nennen, dich ewig lieben und erfreun. 4. Bemühst du dich, der Deinen Segen, des Vaterlandes Glück zu sein; steht dir die ganze Welt entgegen, laß dein Bemühn dich nicht gereun. Laß weder List noch Spott von Sündern dich je am weisen Wohlthun hindern; es ist ein Himmel, Seele, dort wird jede Treu, geübt auf Erden, zehn. tausendfach vergolten werden. Drum sei beherzt und fahre fort! 5. Fahr fort, wenn man dich Heuchler nennet, wenn deine Tugend Laster heißt. Der in der Höh' ist's, der dich kennet, Gott, der dir ewges Heil verheißt. Er wird von deiner Unschuld zeugen; und deine Lästrer werden schweigen, wenn er für redlich dich erklärt. Sei ſtill! Dem Herrn gehört die Rache; er kennt und führt der Unschuld Sache; er ehrt den ewig, der ihn ehrt. 6. Mußt du mit Leidenschaf ten ringen, trifft des Versuchers Pfeil auf dich; bist du zu schwach, dein Fleisch zu zwingen, empört in dir die Sünde sich. Wahr ist's, dies ist dem bessern Herzen die Quelle un 550 Lieder in Beziehung auf besondere Vorfälle. zählbarer Schmerzen; doch bete! Gott hilft. Bet und streit! Hier ist der Kampfplay; streit und leide, erkämpfe dir des Himmels Freude; Gott hilft, ergreif die Ewigkeit! 7. Sei stark, mein Geist, in jedem Leiden; dein Glaube tämpfe ritterlich. Sei redlich, Sünden stets zu meiden; der herbsten Trübsal rühme dich. Sei stark! Gott nennt die Überwinder an jenem Tage seine Kinder, setzt sie auf seines Sohnes Thron. Kein Engel kann die Freuden denken, die Jesus wird dem Sieger schen. fen. Sei stark! Gott selber ist dein Lohn. Mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. 762. Nicht mehr, als meine Kräfte tragen, Barmherziger, legst du mir auf. Der Schmerz wird mich nicht end. los nagen, es folgt gewiß Erquickung drauf. Auf meinem Krankenlager hier lobsing' ich, naher Helfer, dir. 2. Weil mich die Welt zu sehr zerstreute, rufft du mich in die Einsamkeit; weil ich den Kampf zu ängstlich scheute, führst du mich mitten in den Streit und übft durch körper. lichen Schmerz ein der Geduld entwöhntes Herz. 3. Den Kelch der Trübsal soll ich leeren? ach Herr! du weißt, der Mensch ist schwach. Vergieb, wenn eine Flut von Zähren aus meinen matten Augen brach. O stärke, Gott voll Vaterhuld, mein Herz zu Glauben und Geduld! 4. Der Schmerz, der meine Glieder schwächte, beraubet mich der fanften Ruh; ich bring, o Gott, die langen Nächte oft stöhnend auf dem Lager zu. Der Menschen Hülf' ist schwach und klein; du aber wirst mein Helfer sein. 5. Dein Wille mag allein entscheiden, wie lang die Prü fungsstunde währt; und wenn sich auch im Kampf der Leiden ganz meine Lebenskraft verzehrt, wenn auch mein Herz im Tode bricht- du, Herr, bleibst meine Zuversicht! Mel. Ach Gott vom Himme, sieh. 763. Wie ist mein Herz so fern von dir, von dir, du Quell des Lebens. Mein Geist bekümmert sich in mir, sucht Ruh und sucht vergebens Ver In persönlicher Trübsal und Kümmernis. laß mich, Gott, mein Vater, nicht. Verbirg mir nicht dein Angesicht, du, aller Geister Wonne! 2. Ringsum ift Dunkelheit um mich. Wie strebt mein Geist mit Beben nach Licht und Trost und ängstet sich, doch fruchtlos ist sein Streben. Der Sünden täglich neuer Streit, die Bürde meiner Sterblichkeit beugt in den Staub mich nieder. 3. Ich bin zu schwach, aus eigner Macht zu dir mich auf zuschwingen, zu schwach, durch diese dunkle Nacht der Anfechtung zu dringen. Wirst du nicht meine Stärke sein, wo 551 find' ich Trost? Zu dir allein, o Gott, steht mein Vertrauen. 4. Mit starkem Glauben an dein Wort will ich dich mächtig fassen; ich will von dir, mein Fels, mein Hort, nicht wanken, dich nicht lassen. Wie viel auch meiner Fehle sind, bin ich durch Jesum doch dein Kind, du mein versöhnter Vater. 5. Wohl mir, so fürcht' ich feinen Streit. Du kannst mich fieghaft machen; du giebst den Bangen Freudigkeit und Kraft und Mut den Schwachen. Du, Gott, bist meiner Seele Licht; hab' ich nur dich, so frag' ich nicht nach Himmel und nach Erde. c. Nach überstandenen Gefahren und Leiden. Mel. Es ist das Heil uns kommen. 764. Wir kommen, Helfer, es dünkt' uns jeder Augenblick der letzte unfres Lebens. dir Gesang und Ruhm und Preis zu bringen; des ganzen Volkes lauter Dank soll, Vater, dir lobsingen, daß du uns in der höchsten Not so treu beschütet, daß der Tod uns nicht dahin. geriffen. 2. Ach allenthalben waren wir unfangen vom Verderben; wir schen dort und sahen hier so viele Brüder sterben. Nichts trieb des Würgers Macht zurück; 3. Zu dir, du Menschenretter, schrien der Deinen bange Herzen. Du hörtest uns die Seuchen fliehn; du heileft unsre Schmerzen. Erbarmungsvoll hat deine Hand das Übel von uns ab. gewandt, uns väterlich geschonet. - 4. Wir wollen, der du uns befreist, o Gott, dich ewig loben. Sei ewig, Vater, Sohn und Geist, von deinem Volk erhoben. Es bete dich, Erretter, an; es 552 Lieder in Beziehung auf besondere Vorfälle. wie gut ift's, aller Sorg' entladen, Herr, unter deinen Flügeln ruhn. Ihr goldnen Seile treuer Liebe, zieht uns zu un. ferm Schöpfer hin. Ihm weihen wir des Herzens Triebe; geheiligt sei ihm unser Sinn! 4. So fliehn wir der Verächter Pfade, die sich von Gott zur Welt gewandt, vergessen nimmer seiner Gnade, die Heil und Rettung uns gesandt, und er Herr ist gut. werden noch in fernen Zeiten danke, wer nur danken kann, und fürchte deinen Namen. 5. Auch durch des Lebens Angst und Not willst du zu dir uns ziehen; so hilf fortan uns, heilger Gott, das Böse standhaft fliehen. Nie blend' uns mehr die Lust der Welt; nur das zu thun, was dir gefällt, sei unsres Herzens Freude. Mel. Wie groß ist des Allmächtgen. 765. Der Herr ist gut. Ihr Himmel, höret und jauchzt uns nach: Der Herr ist gut. Er hat das Leid in Luft verkehret; Gott ist's, der große Dinge thut. Zu ihm, von dem Mel. Wachet auf, ruft uns die. wir alles haben, ging unſser 766. Hallelujah, Preis Flehn in tiefer Not, als große Wasser uns umgaben und keine Hand uns Hülfe bot. 2. Verderben wollt' uns schon verschlingen, vor Menschen war's um uns gethan; doch er sah im Gebet uns ringen und nahm sich gnädig unser an. Er ließ die Fluten grausend schwellen und rettete mit starker Macht uns mitten durch die schwarzen Wellen, durch alle Schrecken banger Nacht. 3. Gott ist mit uns. Was kann uns schaden? was kann uns Staub und Asche thun? des großen Helfers in der Not, des weisen Vaters Lob verbreiten, das Lob des Gottes Zebaoth. und Ehre! Die Tempel schmückt, weiht die Altäre ihm, der uns großes Heil gesandt. Singt dem mächtigen Erretter aus voller Brust, dem Gott der Götter! Er sendet Ruh auf Meer und Land. Der Schlachten Donner schweigt; der Friedensbogen neigt sanft sich nieder. Gott hielt Gericht, und herrlich bricht aus langer Nacht hervor das Licht. 2. Seid gesegnet, Wonnetage! Der stille Schmerz, die laute Klage löst sich in Freudenthränen auf. Sprosset fröhlich, reiche Nach überstandenen Gefahren und Leiden. 553 Saaten. Die wütend euch zu Boden traten, gehemmt ist ihr verhaßter Lauf. Wie ist die Welt verjüngt. Ein Lebensgeist durchdringt alle Seelen. Hell wird der Blick; es kehrt das Glück zur Hütt' und zum Palast zurück. 3. Endlich, endlich ist errungen, was nah und fern in allen Zungen die hart Bedrängten heiß erfleht. Gnädig haft du, Mel. Wachet auf, ruft uns die. Herr, vernommen die ftillen 767. Gott mit uns! SinSeufzer deiner Frommen, erhört die Thränen, das Gebet. Den Kampf haft du verkürzt, der Thronen baut und stürzt. Dir die Ehre! dein Wink gebeut, da ruht der Streit, die Welt schaut Gottes Herrlichkeit. 4. Freiheit kehrt den Völkern wieder, des Segens Fülle strömt hernieder, und sicher steht, was Eintracht baut. Nicht entreißt mehr ohn Erbarmen des Krieges Wut des Vaters Armen den Sohn, der Mutter und der Braut. Ruh' euch, die ihr gekämpft, mit Gott den Feind gedämpft; Friedenspalmen entblühen schon der Gruft, und Lohn wird euch vor des Vergelters Thron. 5. Herr, der Frieden uns gegeben, hilf auch den höhern uns erstreben, der unser Innerstes durchdringt. Herrscht in uns dein heilger Wille, so wandelt sich in Ruh und Stille, was feindlich in uns kämpft und ringt. In Frömmigkeit und Recht erblüht ein neu Geschlecht dir zum Ruhme; zu dir hinauf führt so der Lauf, und ewger Friede nimmt uns auf. auf, ihr Psalter, zu Gott, dem Retter, dem Erhalter! Er lenkt der Stern' und Völker Bahn. Er nur schafft des Sieges Kronen; lobfingt! an uns, an Millionen hat großes einst der Herr gethan. Mit unserm Gott erstand das freie Vaterland. Hallelujah! du große Zeit, durch ihn geweiht, verkünde seine Herr. lichkeit. 2. Gott mit uns! Er sah die Thränen, vernahm der Völ. fer banges Sehnen und bot die treue Hand uns dar. Als mit ihm die Land' erwachten in Flammen, Winterfrost, in Schlachten erschien der Retter wunderbar. Er stillt die wilde Flut, gebeut den Stürmen: Ruht! Hallelujah! Der Retter sprach, und unsre Schmach 24 554 Lieder in Beziehung auf besondere Vorfälle. ward Ruhm, und unser Joch zerbrach. 3. Gott mit uns! An seiner Rechten stieg glorreich uns aus bangen Nächten des Friedens Mel. Singen wir aus Herzensgrund. goldnes Licht empor. Freudig 768. Auf den Nebel folgt jauchzten Länder, Meere, die Herzen wurden Dankaltäre und alles Volk ein Jubelchor. Der Väter Ruhm und Glück, die Freiheit, kam zurück. Hallelujah! Mit seiner Macht ist's wohl vollbracht, mit ihm der Tag des Heils erwacht. die Sonn, auf das Trauren Freud' und Wonn, auf die schwere bittre Bein stellt sich Trost und Labsal ein. Meine Seele, die zuvor sank bis an des Todes Thor, steigt gen Him. mel nun empor. 2. Gott läßt feinen traurig stehn, noch mit Schimpf zurücke. gehn, der sich ihm zu eigen schenkt und ihn in sein Herz versenkt. Wer auf Gott die Hoffnung setzt, fiegt und findet doch zuletzt, was ihm Leib und Seel' ergößt. 3. Rommt's nicht heute, wie man will, sei man nur ein wenig still, ist doch morgen auch ein Tag, da die Wohlfahrt kommen mag. Gottes Zeit hält ihren Schritt, wenn sie kommt, kommt unsre Bitt' und die Freude reichlich mit. 4. Gott mit uns! Noch glänzt in Wonne, wie einst, uns seine Friedenssonne, noch preist den Herrn der Lobgesang. Freundlich blickt er auf uns nieder, und Liebe baute schöner wieder, was einst der Flamme Wut verschlang. Noch zeugt der Jahre Ruf: Gott schüßte, was er schuf. Hallelujah! Er, groß von Rat und stark von That, gab Ernteluft nach Thränensaat. 5. Gott mit uns! Triumph und Frieden hat, Herr, uns deine Huld beschieden, verleih uns Frieden auch mit dir. Frei sind wir durch dich erstanden; mach auch die Seele frei von Banden, von Wahn und sündlicher Begier. Wohl dem, der mutig ringt und sieggekrönt einst singt: Hallelujah! Herr, führe du durch Kampf der Ruh in deinem Friedensreich uns zu. 4. Als ich furchtsam und verzagt mich mit schwerem Gram geplagt, als ich manche liebe Nacht mich mit Wachen krank gemacht, als mir aller Mut entfiel, gabst du, Gott, der Nach überstandenen Gefahren und Leiden. Not ein Ziel, schenkteft mir der Freuden viel. 5. Nun, so lang es Gott gefällt, daß ich lebe in der Welt, soll mir seiner Wunder Schein stets vor meinen Augen sein. Ich will all mein lebenlang meinem Gott mit Lobgesang dafür bringen Ehr und Dank. 6. Ich will gehn in Angst und Not, ich will gehn bis in den Tod, ich will gehn ins Grab hinein und doch allzeit fröhlich sein. Wem der Stärkste will beistehn, wen der Höchste will erhöhn, der kann nicht zu Grunde gehn. Mel. Wachet auf, ruft uns die. 769. Heil mir, von der Krankheit Banden bin ich mit meinem Gott erstanden. Entzückte Seele, himmelan! Preis ihm, der von Sterbebetten allmächtig, wunderbar erretten und neues Leben schenken kann! Wer hilft in banger Nacht, wenn nicht sein Auge wacht? Vater, Retter! du dachtest mein, du halfft allein. O sei mein Dank, mein Leben dein! 2. Als mein Herz in Ängsten zagte, Erquickung mir der Schlaf versagte, da ward Erquickung, Herr, von dir. Als an meiner 555 Schmerzen Stäte die Liebe: ,, Hilf, Erbarmer!" flehte, da warst du schon Erbarmer mir. Erlöschen sollte nicht der Augen mattes Licht. Vater, Retter! auf dein Gebot entfloh die Not, vorüber ging an mir der Tod. 3. Dein ist der Genesung Wonne. Wie grünt die Au, wie glänzt die Sonne mir in verjüngter Herrlichkeit. Nun empfind' ich neue Stärke, mein Gott, zu neuem Tagewerke, nun flieht mir köstlicher die Zeit. Nun teilt der Meinen Bruft mit mir des Dankes Luft. Vater, Retter! am Grabesrand hat deine Hand beschüßt der Lieb' und Freundschaft Band. 4. Neu geboren ist mein Leben. Was kann ich dir vergeltend geben? gedenken will ich deiner Huld, treu dir mein Gelübde zahlen, will mehr, als vor der Seuche Qualen, erzittern vor dem Gift der Schuld, will wirken, Herr, als Chrift, so lang es Tag mir ist. Vater, Retter! o steh mir bei, daß fräftig, frei von Seuchen meine Seele sei. 5. Mag dann einst der Tag erscheinen, wo Kunst und Lieb' umsonst sich einen, und brechen mag des Müden Herz, mag, 24* 556 Lieder in Beziehung auf besondere Vorfälle. was sterblich war, verwesen, ich bin ja selig dort genesen, erlöst von allem Erdenschmerz. Du nimmst die Deinen auf d. Bei Sterbefällen und Begräbnissen. M. Nun laßt uns den Leib begraben. ( Gemeine.) 770. Begrabt den Leib in seine Gruft, bis ihn des Richters Stimme ruft. Wir säen ihn, einst blüht er auf und steigt verklärt zu Gott hinauf. ( Chorstimme.) 2. Grabt mein verwesliches Gebein, o ihr noch Sterblichen, nur ein. Es bleibt im dunklen Grabe nicht, denn Jesus kommt und hält Gericht. ( Gemeine.) 3. Aus Staube schuf ihn einst der Herr. Er war schon Staub und wird's nur mehr; er liegt und schläft, doch er erwacht dereinst aus dieser Todesnacht. ( Chorstimme.) nach treuem Pilgerlauf. Vater, Retter! dein Himmel lohnt, wo Christus thront und wechsellos Gesundheit wohnt. 4. Du wirst mein aufgelöst Gebein, o du Verwesung, bald zerstreun. Gezählt ist, wie des Hauptes Haar, mein Staub; Gott weckt mich wunderbar. ( Gemeine.) 5. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie aus aller ihrer Not, aus aller ihrer Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. ( Chorstimme.) 6. Gott ist barmherzig und verstößt im Tode nicht, die er erlöst, die nicht, für deren Missethat sein Mittler sich ge. heiligt hat. ( Gemeine.) 7. Er wandelt' hier im finstern Thal; er duldete viel Schmerz und Qual. Du trugest Jesu Christi Joch, entschlummertest und lebest noch. ( Chorstimme.) 8. Bei euch hat Trübsal mich gedrückt; nun hat mich Gottes Ruh erquickt. Im finstern Thale wandelt' ich; doch führte Gottes Rechte mich. ( Gemeine.) 9. Er litt vielmehr, der uns versöhnt' und himmlisch seine Sieger krönt. O Lohn, o Lohn für wenig Pein! Dann wird's wie Träumenden uns sein. ( Chorstimme.) 10. Jch trug sein Joch bis an mein Grab, nun wischt er Bei Sterbefällen und Begräbnissen. meine Thränen ab. Was sind die Leiden jener Zeit, Gott, gegen deine Herrlichkeit? ( Gemeine.) 11. Nun, du Erlöster, schlaf in Ruh! Wir gehen unsern Hütten zu und machen zu der Ewigkeit mit Freud' und Zit. tern uns bereit. ( Chorstimme.) 12. Ja, lasset mich in meiner Ruh und gehet euren Hütten zu. Schafft, daß ihr selig werdet; ringt, bis ihr euch auch der Erd' entschwingt. ( Gemeine.) 13. Ach Gottgeopferter, dein Tod stärk' uns in unsrer letzten Not! Laß unsre ganze Seele dein und freudig unser Ende sein. 557 der Schöpfer hat dich mir nur für die Welt geliehn. Die Zeit ist hin, darum befiehlt er dir, jetzt wieder fortzuziehn. Zeuch hin! Gott hat es so versehen; was dieser will, das muß ge. schehen. Zeuch hin, mein Kind! 3. Zeuch hin, mein Kind, im Himmel findest du, was dir die Welt versagt. Denn nur bei Gott ist Trost und wahre Ruh, kein Schmerz, der Seelen plagt. Hier müssen wir in Ängsten schweben, dort fannst du ewig fröhlich leben. Zeuch hin, mein Kind! 4. Zeuch hin, mein Kind, wir folgen alle nach, sobald es Gott gebeut. Du eileft fort, eh größres Ungemach dich in der Welt bedräut. Wer lange lebt, bleibt lang im Leide; wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude. Zeuch hin, mein Kind! 5. Zeuch hin, mein Kind, die Engel warten schon auf deinen frommen Geist. Da siehest du, wie Gottes lieber Sohn dir selbst die Krone weist. Wohl dir! die Seel' ist nun entbun. den; du haft im Herren über. wunden. Zeuch hin, mein Kind! Mel. Es ist genug, so nimm. 771. 3euch hin, mein Kind, denn Gott selbst fordert dich aus dieser eitlen Welt. Ich leide zwar; dein Tod betrübet mich, doch weil es Gott gefällt, so unterlaß' ich alles Klagen und will mit stillem Geiste sagen: Zeuch hin, mein Kind! Mel. Was Gott thut, das ist wohlg. 2. Zeuch hin, mein Sind, 772. Was Gott tbut, das ist wohlgethan, er giebt und nimmt auch wieder. Bald sieht er uns in Gnaden an, bald beuget er uns nieder. Aus 558 Lieder in Beziehung auf besondere Vorfälle. frohem Dank wird Grabgesang, aus Wiegenliedern Klagen, aus Hoffnung banges Zagen. 2. Doch was Gott thut, ist wohlgethan; wer darf die Weisheit meistern? Ruft er mein Kind nun himmelan zu Zions reinen Geistern, und will mein Herz bei diesem Schmerz vor banger Wehmut brechen, kann ich ihm widersprechen? 3. Gott thut's, und so ist's wohlgethan; er macht es bald vollkommen. Er hat es von der Dornenbahn in seinen Schoß genommen. Was Gott gefällt, darf in der Welt nicht allzulange weinen. Er eilet mit den Seinen. 4. Thut's Gott, so ist es wohlgethan; die Welt kann leicht verführen. Dort oben trifft es Rosen an, daran kein Dorn zu spüren. In Gottes Hand ist dieses Pfand ganz sicher aufgehoben, wenn hier die Stürme toben. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; ich will mich ihm ergeben. Dort ist das wahre Kanaan, hier nur ein Pilgerleben. Zeuch hin, mein Kind, wo Sonnen sind, die niemals untergehen und stets im Glanze ſtehen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Ein Chrift steht fest im Glauben, daß er uns wiedergeben kann, was Grab und Tod jetzt rauben. Wie freu' ich mich, mein Kind, auf dich. Dort will ich dich umfassen und nimmer von dir lassen. 7. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Du sammlest meine Thränen; ich aber schaue him. melan mit Seufzen und mit Sehnen. Ach, daß ich dort bei dir, mein Hort, mein Kind bald möchte sehen! Ja, ja, es wird geschehen. Mel. Wer weiß, wie nahe mir mein. 773. Ihr Eltern, gebet euch zufrieden und stillet eurer Thränen Flut! Ist euch ein liebes Kind verschieden, ihr wißt nicht, warum Gott es thut; doch wißt ihr, daß sein harter Schluß zu eurem Besten dienen muß. 2. Zwar sollte nicht das Herz euch brechen, wenn ihm das Herz im Tode bricht? Wer euch will völlig Unrecht sprechen, ach, der kennt Elternliebe nicht. Wer könnte bei so herber Pein wohl kalt und unempfindlich sein? 3. Doch müssen wir auch Christen bleiben und in dem Bei Sterbefällen und Begräbniſſen. Leid als Chriften thun, dem Höchsten nicht Gesetze schreiben, in seinem Willen findlich ruhn und mitten in der Trauerzeit doch hoffen auf die Ewigkeit. 4. Wozu die kummervollen Thränen? betrübte Eltern, denket nach. Hebt euer unermeßlich Sehnen denn irgend euer Ungemach? Begehrt ihr aus dem Himmelsfaal eur Kind in dieses Thränenthal? 5. Seht nicht so ängstlich nach der Leichen, starrt nicht so traurig in das Grab. Die Blumen können bald erbleichen, die Blätter fallen leichtlich ab. Ihr wißt. daß alles Fleisch nur Heu und wie das Gras im Felde sei. 559 raubt. 7. Der Vater hat sein Kind umfangen, das Lämmchen nahm der Hirt zu sich. Die Blume wird einst wieder prangen, die hier den ersten Tag verblich. Der Kirchhof muß der Acker sein, solch Weizenkorn hinein zu streun. 8. Was könnt ihr euren Kin dern geben, wenn ihr auch noch so sorgsam seid? Der Eltern und der Kinder Leben ist beides nichts als Eitelkeit und, wenn es je am besten war, doch nur voll Sorgen und Gefahr. 9. Gesetzt, ihr brächtet sie zu Ehren im Himmel stehn fie oben an. Ihr sucht die Güter zu vermehren, dadurch das Kind verderben kann. Und was ist dem des Goldes Preis, der seinen Schat im Himmel weiß? 10. Drum, ihr betrübten Eltern, füffet die Hand, die euch geschlagen hat. Ob ihr, was Gott thut, jetzt nicht wisset dereinst erfahrt ihr seinen Rat. Es kommt die Zeit, wo euch erscheint, wie gut er es mit euch gemeint. 6. Getroft, denn euer Kindlein lebet, es ging hinauf zu Jefu Chrift. Sebt, wie es dort mit Engeln schwebet und selbst ein kleiner Seraph ist. Es träget schon sein zartes Haupt Mel. Mitten wir im Leben sind die Krone, die kein Feind ihm 774. Stärke, die zu dieſer Zeit, da wir, Herr, dir singen, müde, stumm im falten Schweiß mit dem Tode ringen! Du nur fannst sie erquicken. Sie liegen da und sehn hinab in das schauer, volle Grab. Heiliger Schöpfer Gott! heiliger Mittler Gott! heiliger, barmherziger Tröster, du ewiger Gott, laß fie nicht 560 Lieder in Beziehung auf besondere Vorfälle. versinken in des Todes letzter Angst. Erbarm dich ihrer! 2. Wer mit einem Wassertrunk der geringsten einen deiner Treuen labt, soll froh im Gericht erscheinen. Wir labten, Herr, sie gerne, allein fein Trunk mehr fühlet die. Darum beten wir für sie: Heiliger Schöpfer Gott! heiliger Mittler Gott! heiliger, barmherziger Tröster, du ewiger Gott, laß sie nicht erliegen, Herr, Herr, Herr Gott, im Gericht, erbarm dich ihrer! 3. Ach, weil Jesus Christus selbst diesen Kelch getrunken und, von viel mehr Qual umringt, in das Grab gesunken, um seines Todes willen hör unser thränenvoll Gebet, das für sie um Gnade fleht. Heiliger Schöpfer Gott! heiliger Mittler Gott! heiliger, barmherziger Tröfter, um Gnade für sie! Laß fie sanft entschlummern. Trodne, trockn' in jener Welt all ihre Thränen! Mel. Wachet auf, ruft uns die. 775. Hallelujah, amen, amen! entschlaf in jenem großen Namen, vor dem sich Erd' und Himmel beugt. Sieh, an deiner Laufbahn Ende bist du! er nimmt in seine Hände die Seel' auf, die der Erd' entfleucht. Hör, o erlöster Geift, der bald am Thron ihn preist: Jesus Christus hat dich versöhnt; von ihm gekrönt, empfähst du nun der Erben Lohn. 2. Ob dich deine Sünd' auch schreckte und dir der Gnade Troft verdeckte was dich verdammt, ist nur dein Herz. Bald wird sie nicht mehr dich schrecken, nicht mehr die Gnade dir verdecken; er ist viel größer als dein Herz. Ach mehr, als du verstehst und weinend von ihm flebst, wird er geben. Er hat's vollbracht; die dunkle Nacht des Todes und der Sünd' ist hin! 3. Welcher Glanz wird dich umfangen, ist dir der Tag nun aufgegangen des Lebens nach des Todes Nacht. Sei geſeg. net! Amen, amen! entschlaf in Jesu Christi Namen, denn auch für dich hat er's voll. bracht. Nicht du, der Herr allein macht dich von Sünden rein, und du sündigst nun bald nicht mehr. Der Brüder Heer, der himmlischen, nimmt nun dich auf. 4. Noch ein Segen soll dich lezen; daß du verwesest, dies Entsetzen verfinstre deine Seele nicht. Zwar wir wandeln hin Bei Sterbefällen und Begräbnissen. und säen dich irdisch aus; doch auferstehen sollst du mit jenes Tages Licht. Geh ein zu deiner Ruh, der Herr schleußt nach dir zu. Auferstehen, nach kurzer Ruh, du Toter du, wirst du zum Leben auferstehn. Mel. Kommt her zu mir, spricht. 776. Ach hier nicht mehr, ach fern von mir bist du, ich sehe nichts von dir, du liebe treue Seele! Entflohn aus meinen Armen weit bist du vom Thal der Sterblichkeit, o befte treuste Seele. 2. Der Freundschaft Labsal ist dahin, dein Trost, wenn ich verlassen bin, dein Mitleid, wenn ich leide. Mir fehlt, mir fehlt die treue Hand am Weg ins beffre Vaterland, dein Blick voll Ernst und Freude. 3. Ja, weinen darf ich, Gott, vor dir, daß du die fromme Seele mir so früh schon haft entrissen. Die Wunde blutet sehr, und ich, ich flag, geliebtes Herz, um dich; Gott hat dich mir entriffen. 4. Doch ruhst du nicht in Gottes Schoß? so sei mein Schmerz denn noch so groß, ich will vor Gott mich beugen. Nein, Teure, keinen Augenblick 561 wünsch' ich dich in den Staub zurück. Geduldig will ich schweigen. 5. Der Leichnam ruht im fühlen Grab; Gott nahm ihm seine Schmerzen ab und jede Last der Leiden. Empor schwang sich vom Staub der Geist zu dem, der Liebe, Liebe heißt, genießt nun Gottes Freuden. 6. Die Seele, die hier heilig war, feirt dort mit der ver. klärten Schar den Sabbath der Erlösten; ist Wonne, Liebe, Dank und Licht und lebt und schaut. Das sollte nicht beim Trennungsschmerz mich trösten? 7. O Troft, o hoher Troft für mich! Mein banges Herz, erheitre dich und stille deine Klagen. Erlöst von ihres Leibes Joch, lebt die geliebte Seele noch; und ich, ich sollte zagen? 8. Nein, stille will ich Gott vertraun. Wer Jesu glaubt, wird dort ihn schaun, wird Seligkeit empfinden. Ich weiß, ring' ich vom Staub empor, so werd' ich, was ich hier verlor, im Himmel wieder finden. 9. Zwar hört, wenn einst mein Auge bricht, mein Ohr von dir, o Teure, nicht Gebet, nicht Trost und Segen; doch wenn, auf Gottes Wink, mein Geist sich im Triumph der Erd' 24** 562 Lieder in Beziehung auf besondere Vorfälle. entreißt, so eilst du mir entgegen. 10. Ja, Jubeltag, du kommst heran, wo ich verklärt Gott schauen fann mit dir, geliebte Seele, mit dir, mit dir werd' auf erstehn, mit dir durch alle Himmel gehn, o mir entriffne Seele. 11. Gedanke der Unsterblichteit, erheitre jede Dunkelheit, gieb Mut mir, wenn ich wanke! Ersticke jede Leidenschaft, erfülle mich mit Heldenkraft, hochheiliger Gedanke! Mel. Wie nach einer Wasserquelle. 777. Ruben sie in Gottes Frieden, sie, die hier begrüßet kaum, frühe schon hinüber schie. den aus des Lebens Morgentraum, und die erst nach langer Qual aus der Erde dunklem Thal mit zerrissnem Herzen schieden. All ihr Seelen, ruht im Frieden! 2. Die nach Irdischem nicht ftrebten, ewges Glück in Hoffnung sahn, treu der ernsten Pflicht nur lebten trotz der dornenvollen Bahn und, wie groß das Opfer war, doch es freudig brachten dar, ungern drum vom Wirken schieden, ruhn sie in des Lohnes Frieden! 3. Die sich still nach Liebe sehnten, wie der Mensch dem Menschen giebt einsam ihren Pfad bethränten, ach, verkannt und ungeliebt, und von deren treuen Hand kaum ein Herz den Druck verstand, die doch Liebend, segnend schieden, ruhn, o ruhen sie im Frieden! 4. Die nicht Glück noch Ruhe kannten auf des Kampfes offnem Feld, aber Mut und Stärke sandten in die tiefentschlafne Welt, die die Geister aufgeweckt, nie durch Menschenfurcht ge. schreckt, die noch lehrend, bessernd schieden, ruhn sie in gerechtem Frieden! 5. Alle Geister, die voll Klarheit, ftreitend für das Heiligtum, wurden Märtyrer der Wahrheit, suchten nicht des Streites Ruhm, die auf ihrem Pfad im Licht hin fich opferten der Pflicht und als Sieger Gottes schieden, ruhen sie in Gottes Frieden! 6. Ruht auch ihr, o teure Seelen, die ihr meiner Tage Glück bei des Lebens Drang und Quälen trugt in eurer Liebe Blick. Dort noch, in des Vaters Reich, mit euch selig, dank' ich's euch; ach daß ihr dahin geschieden! Ruht in Gottes heilgem Frieden! ishte All Bei Sterbefällen und Begräbniſsen. Mel. Alle Menschen müssen sterben. 778. Trocknet eures Jam. mers Thränen, heitert euren trüben Blick, denn es bringt kein banges Sehnen die Entschlafenen zurück. Ach die holde Stimm' und Rede und der Lieblichkeiten jede und das fröhliche Gesicht ruht im Grab und fehret nicht. umher. 2. Gleich des Feldes Blumen schwindet, was da lebet rings Trauernd sucht der Freund und findet den geliebten Freund nicht mehr. Wie der welke Greis am Stabe, sinkt der Jüngling und der Knabe; und das schauervolle Grab zieht zuletzt auch uns herab. 3. Gleich des Feldes Blumen werde, was geboren ward, zerstäubt. Nur der Erdenleib wird Erde; aber sein Bewohner bleibt. Ihr Geliebten, ja, ihr schwebet über Sternen, ja, ihr lebet noch voll Liebe für den Freund, der an eurem Grabe meint. 4. Diese Kräfte, dieses Trachten aufwärts zur Vollkommen. heit, dieses Vorgefühl, dies Schmachten nach der Unvergänglichkeit, dieſer Geist, der Welten denket, würde mit ins Grab 563 gefenfet? und geſchaffen hätte Gott dieses alles für den Tod' 5. Nein. o Vater, nicht ver gebens schufst du uns zu deinem Weisheitsvoll hast du Bild. des Lebens edlen Geist in Staub gehüllt. Diese Hülle wird zer trümmert, und die freie Seele schimmert zu der höhern Geister Chor immer herrlicher empor 6. Auf, von Moder und Ver wesung blicke dort hinauf, mein Geist, wo im Friedensthal Geneſung alles Erdenjammere fleußt; wo nicht Kriege, Wasser fluten, Hunger, Pest und wilde Gluten, wo nicht Trennung mehr noch Tod liebenden Ge liebten droht. 7. Ach des Wonnetags, der wieder, was am Grabe hier ge weint, Eltern, Kinder, Schwe stern, Brüder, Freund und Gatten fest vereint; wenn, gelehrt von Himmelsweisen, wir des Vaters Liebe preisen, der aus Irrtum Schmach und Gram uns in seine Ruhe nahm. 8. Bald vielleicht, ach, bald verschwunden ist auch unsre Lebenszeit, und wer weiß? von unfren Stunden kommt die letzte wohl schon heut. O laßt Got tes Weg uns wandeln, findlich glauben, redlich handeln, daß 564 Lieder in Beziehung auf besondere Vorfälle. wir, wenn der Vater ruft, freudig sinken in die Gruft. Mel. Welt, ich muß dich. 779. Mein ein banges Herz, ſei stille, es war des Vaters Wille; des Vaters Will' ist gut. Was seine Hand geliehen, darf sie das nicht entziehen, und darfst du tadeln, was sie thut? schwindet, was Herz an Herzen bindet, das letzte Band der Tod zerreißt. 4. Des Lebens Freud' und Kummer löst sich in sanften Schlummer des Todes endlich auf. Der Tod kommt, uns zu retten von allen unsern Ketten; frei steigt der Geist zu Gott hinauf. 5. Schwer ist der Trennung Stunde, tief ist der Seelen Wunde. Ach, es erliegt der Geist, wenn alles nun ver6. Doch konnt'es ewig dauern? es mußte einer trauern; denk, daß Gott dich erfor. Gehorsam seinem Willen fühl deinen Schmerz im Stillen und schaue gläubig dann empor. 2. Es blute nur die Wunde, schon naht der Heilung Stunde, vertrau, sie ist nicht weit. Was dir der Tod 7. Sprich: Was du mir gegeben, Herr über Tod und Leben, es war mein höchstes Glück. Doch blieb es ja das Deine; ob ich auch flag' und weine, sollst du nicht ewig miſſen; auf, geb' ich's doch willig dir zurück. freu dich der Unsterblichkeit. 3. Wer wohl den Lauf vollbrachte, dem kommt, oft eh er's dachte, des Kampfes Ruh am Ziel. Er ruht in Vaterhänden; ihn herrlich zu voll. enden, entrückt ihn Gott dem Weltgewühl. 8. 8um Himmel früh erforen, feid ihr uns nicht verloren, um die die Thräne fließt. Hier trübten unsre Freuden doch Sorgen oft und Leiden; wir suchen nur, was ihr genießt. 9. In jenen selgen Chören wird uns kein Mißlaut stören, uns keine Täuschung nahn. Des Erdenlebens Schwächen, die Mängel, die Gebrechen sind dort auf ewig abgethan. 10. Wer weiß, wie bald zum Scheiden von allen Erdenfreuden für uns die Stunde schlägt? Drum trocknet, Wehmutszäh ren; es wird nicht lange währen, daß man auch uns zur Ruhe trägt. Bei Sterbefällen und Begräbnissen. immer weggegangen, und des ( der) Schlummernden Gebein segnen wir voll Wehmut ein. Mel. Jesus lebt, mit ihm auch. 780. Tiefe Trauer ruft uns her; Thränen fließen von den Wangen. Er( Sie) beMel. Valet will ich dir geben. grüßet uns nicht mehr, iſt auf 781. Der Herr der Ernte 2. Doch, was Gutes er( sie) gethan, was in Freundschaft uns verbunden, was wir liebend an ihm( ihr) sahn, nein, das ist nicht mit verschwunden; denn wie schnell das Leben eilt Gutes bleibt und Liebe weilt. ist jeduiz 3. Schrecke denn uns nicht sein( ihr) Tod, tön' ihm nicht die bange Klage; Todesnacht bringt Morgenrot von dem ewgen Frühlingstage. Seine( Jhre) neue Wohnung steht, wo fein Sturm der Erde weht. 4. Flucht an eines Engels Hand, Rettung vor den Ungewittern, Heimgang in das Vaterland darf der Christ wohl davor zittern? rufet er nicht da vielmehr: O daß ich bald droben wär? 565 5. Laßt uns oft den ernsten Blick in die Nacht der Gräber senken. Laßt uns liebevoll zurück an geliebte Tote denken, daß wir in Bereitschaft stehn, mutvoll ihnen nachzugehn. winket, die reife Garbe fällt. Die Abendsonne sinket, der Wandrer sucht sein Zelt. Dein Knecht geht reif an Jahren, o Herr, zur stillen Raft; laß ihn im Frieden fahren, wie du gefaget haft. 2. Er hat wohl viel getragen, sein Lauf war lang und schwer; nun fühlt er von den Plagen des Lebens feine mehr. Sein Abend ist gekommen, vollendet ist sein Thun; wie wird er bei den Frommen nun sanft und selig ruhn. 3. Dein Rat hat ihn geleitet, o Herr, wie wunderbar! Dein Schuß hat ihn begleitet, wo auch sein Fußtritt war. Mit deines Geistes Stärke haft du sein Thun gelenkt, zum langen Tagewerke ihm Kraft und Frucht geschenkt. 4. Du hast im Erdgetümmel dich still zu ihm geneigt und Christi Weg zum Himmel dem Gläubigen gezeigt. Nun rief er, fest im Hoffen, doch matt vom Erdenlauf:„ Ich seh den 566 Lieder in Beziehung auf besondere Vorfälle. Himmel offen; Herr Jesu, nimm mich auf!" 5. Wohl dir! du wirst ihn sehen, den liebend du umfaßt. Wohl dir! dir ist geschehen, wie du geglaubet haft. Der Herr bringt dir entgegen der Treue Gnadenlohn. Uns bleibt dein Werk; dein Segen und dein Gebet am Thron. 6. O Schöpfer und Erhalter! o führ auch uns so treu, und steh uns noch im Alter mit deiner Hülfe bei. Ja, führ uns, bis wir sterben, auf deines Sohnes Bahn, und endlich nimm als Erben uns dort mit Ehren an. in öden Hallen: Wie bist du, schöner Kranz, entlaubt! Des Hauses Krone ist gefallen, ge. fallen mit des Vaters Haupt. Verlassne gehen aus und ein; er starb ach wer wird mit uns sein? 2. Der mit der Liebe treuem Wachen den Kreis der Liebenden umgab wo ist fortan der Schutz der Schwachen, des Weibes Hort, der Kinder Stab? Ohört es beide groß und - klein: Er starb! doch ihr seid nicht allein. Mel. Mein Jesus lebt, was soll ich. 5. Hirt der vaterlosen Herde, der Glieder Haupt an 782. Es flagt der Schmerz seiner statt! du führst hinaus, was der Verklärte in Lieb' und Treu begonnen hat. Denn Witw' und Waisen sind ja dein. Er starb, du wirst ihr Vater sein. 3. Aus Erdennacht zur lichten Höhe sah scheidend noch des Frommen Geist. Für euch rief er im Trennungswehe zu dem, der ewig Vater heißt. Und gläubig segnend schlief er ein: Ich sterb, doch Gott wird mit euch sein." 4. Sein letztes Flehn hat Gott vernommen. Erhörend grüßt er euch und spricht: Getrost, du einsam Haus der Frommen! des Vaters Segen weichet nicht. Im Frieden ruhet sein Gebein; er starb, ich will dein Helfer ſein. 6. Getroft! die Hülfe mangelt nimmer; o Weib, dein Glaube wird zum Schaun. Getrost! sank auch das Haus in Trümmer, Gott wird den Kindern Häuser baun. Getrost! ihr bleibt in Armut reich, seid ihr mit Gott und Gott mit euch. Bei Sterbefällen und Begräbnissen.2 567 7. So geht, im Glauben, 4. Ein Festschmuck ist der Hoffen, Lieben vereint, der ewgen Heimat zu. So haltet feft, was euch geblieben, und segnet des Entschlafnen Ruh. Dort in des Lichtes selgem Reich dankt ihr mit ihm und er mit euch. Särge Tuch, ein Siegeszug der Leichenzug. Triumph! Der Herr macht gute Bahn, sein Kreuz voran, das winkt und deutet himmelan. 5. Ihr Glocken, tönt hochfeftlich drein und läutet hell den Sabbath ein, der nach des Werktags turzer Frist durch Jesum Chrift für Gottes Volk vorhanden ist. 8. Du thuft, o Vater, überschwänglich mehr, als wir bitten und verstehn. Die Freudenernt' ist unvergänglich für Fromme, die mit Thränen sä'n. Wir find getroft und harren dein; Herr, du wirst ewig mit uns ſein. Mel. Ich hab mein Sach Gott. 783. Wohlauf, wohlauf zum letzten Gang. Kurz ist der Weg; die Ruh ist lang. Gott führet ein, Gott führet aus; wohlauf, hinaus. Kein Bleiben ist im Erdenhaus. 6. Nun öffne, Thor des Friedens, dich, hier schließt des Pilgers Wallfahrt sich. Dort oben ist die Stätte schon am Gnadenthron bereitet ihm durch Gottes Sohn. 7. Sein ist das Reich mit Allgewalt; er zeugt und spricht: Ich komme bald. Ja, komm, Herr Jesu, führ uns ein, wir harren dein; dein laß uns ewig, ewig sein. 2. Du Herberg in der Wanderzeit, du gabeft Freuden, gabst Mel. Alle Menschen müssen sterben. auch Leid. Schließ nur getroft 784. Weinet nicht mehr die Pforte zu; was trauerst du? Dein Gaft geht in die ewge Ruh. 3. Tragt sanft ihn in sein Schlafgemach. Ihr Lieben, folgt ihm segnend nach. Hab gute Nacht! Der Tag war schwül im Weltgewühl. Hab gute Nacht! Die Nacht ist fühl. um die Frommen, die der Tod euch hat geraubt. Zu dem Herrn sind sie gekommen, dem sie liebend hier geglaubt. Er hat sie hinaufgezogen aus den Stürmen, aus den Wogen; in das ewge Friedensland führte sie die Vaterhand. 568 Lieder in Beziehung auf besondere Vorfälle. 2. Kämpfen war ihr Los hienieden; Müh' und Arbeit war ihr Teil. Ringend strebten sie nach Frieden, strebten nach des Himmels Heil. Ach wie manche heiße Thränen flossen hier im frommen Sehnen. Um Erlösung flehten sie von des langen Kampfes Müh. 3. Nun ist ihr Gebet erhöret; von den Banden sind sie frei. Ihre Liebe ist verkläret, und belohnt wird ihre Treu. In das Grab sank nur die Hülle; doch ihr Geift trinkt aus der Fülle, die von Gottes Throne fließt und der Erde Leid verfüßt. 4. Ewig, ewig folgen ihnen ihres Glaubens Früchte nach; nun ist jene Ernt' erschienen, die des Heilands Wort versprach. Ihre reifen Saaten stehen glänzend in des Himmels Höhen, und im jauchzenden Verein bringen sie die Garben ein. 5. Weinet nicht mehr um die Teuern, die der Tod euch hier entriß. Sie, die ihre Siege feiern, sind des ewgen Heils gewiß. Herrlich prangen ihre Namen in dem Buch des Lebens. Amen! Ihres Dankes Jubelton schallt ohn End vor Gottes Thron. 6. Bald erscheint die selge Stunde, die euch zu den Lieben bringt, wo ihr in der Engel Bunde würdiger dem Herrn lobsingt. Dann seht ihr die Schwestern, Brüder, Gatten, Eltern, Kinder wieder. Nach der Trennung lettem Schmerz finkt ihr an ihr liebend Herz. 7. Führ uns, Herr, in jene Chöre, zeuch uns den Verklärten nach. Preis sei dir und ewig Ehre, der die Bahn zum Himmel brach. Lehr uns beten, wachen, ringen, daß auch wir zum Himmel dringen. Bring uns all auf Siegerhöhn zu der Lieben Wiedersehn! Cand Register. Register. A. Nr. Ach abermal bin ich 323. B. Münter Ach bleib mit deiner Gnade 241. J. Stegmann Ach Gott und Herr, wie 304. V. 1-5 M. Rutilius( 1604) und V. 7-9 J.Groß( vor 1627), Bollifofer Ach Gott, verlaß mich nicht Ach Gott, wie manches Ach hier nicht mehr, ach Ach Jesu, gieb mir sanften Ach könnt' ich doch mit Ach, meine Seel kann Ach schreib ins Buch Ach sieh ihn dulden, bluten Ach wann werd' ich von Ach wenn ich dich, mein Ach wie hat mein Herz Ach wie ist der Menschen Ach wie nichtig, ach wie Alle Menschen müssen Allein Gott in der Höh Allein zu dir, Herr Jesu Verfasser. 582.? S. Franck 753. M. Moller nach d. Lat. v. Bernhard, Abt von Clairvaux, † 1153, 776. 3. C. Lavater 547. J. Maukisch 297. C. C. Sturm 504. D. Denicke 275. Unbekannter Verf. 176. J. A. Hermes 324. B. Münter 368. B. Schmoldk 759. F. G. Klopstock 434. B. Münter 506. M. Franck 663.? J. G. Albinus( Diterich 1780) 64. N. Decius( nach e. uralt. lat. Orig.) 1525, Diterich 302. J. Schneefing oder Conr. Hubert vor 1542, Neander 1766, Diterich 569 *) 1774 1629 1766 1714 1587 1771 1656 1780 vor 1652 vor 1813 1780 1774 1704 1769 1772 vor 1656 1652 1780 1780 1772 Allen, welche nicht verg. Aller meiner Brüder Alles Blühende verblühet 560. B. Münter 543. J. A. Cramer 1780 92. 3. 6. Jacobi 1795, veränd. 1822 Alles ist an Gottes Segen 400. Unbekannter Verf. vor 1676 *) Die Lieder in den einzelnen Unterabteilungen dieses Gesangbuches sind thunlichst nach der Zeitfolge geordnet. Die den Namen der Verfasser beigefügten Zahlen bezeichnen meistens das Jahr, in welchem die Lieder zuerst im Druck erschienen sind; mitunter bezieht sich diese Jahreszahl auf die Abfassung des Liedes, wenn das Jahr der Abfassung nachweislich ein früheres ist, als das des ersten bekannten Druckes. Ein Fragezeichen deutet an, daß die betreffende Angabe nicht ganz gewiß ist. Wo bei einem Liede mehrere Namen angegeben sind, da bezeichnen der zweite und dritte den oder diejenigen, welche dasselbe neu bearbeitet oder erweitert haben. 570 Alles ist euer Allgütiger, dir will ich Allgütiger, du gabst dem Allmacht, Allmacht, hilf Allmächtiger, ich hebe Allweiser Schöpfer aller Also hat Gott die Welt Am Kreuz erblaßt Amen, Lob und Preis An des Mittlers Kreuz An dir allein, an dir An Gott will ich gedenken Anbetung, Preis und Auch diesen Tag hab' ich Auf, auf, mein Geist Auf, Christen, laßt uns Auf Christi Himmelfahrt Auf deine Weisheit bauen Auf den Nebel folgt die Auf diesen Tag bedenken Auf, erhebet euch, ihr Auf, erwachet, meine Auf euch wird Gottes Auf ewig ist der Herr Auf Gott und nicht auf Auf, ihr Streiter, durchg. Auf, Jünger Jesu, freuet Auf, junge Christen, auf Auf, mein Herz, ermuntre Auf, meine Seele, finge Auf meinen lieben Gott Auf, schicke dich, recht Auf zu frommer Feier Auferstanden, auferstanden Auferstehn, ja auferstehn Aus deiner milden Aus irdischem Getümmel Aus meiner Not, aus Aus tiefer Not ruf' ich Register. Nr. Verfasser. 622. C. F. D. Schubart 703. C. C. Sturm 90. A. H. Niemeyer 29. R. G. Reiber 726. C. F. Neander 1774 37. J. J. Rambach 1720 und 1735 137. H. C. Hecker( Diterich 1765) 1730 172. C. F. Neander 204. C. C. Sturm 154. Bonaventura, † 1274. A. d. 1766 1779 1784 1780 1785 1810 Lat.überf.v.A.J.Rambach 1817 1757 316. C.F. Gellert 369. B. Schmolck 1704 467. Diterich 1765, nach Hiller 1729 743. C. C. Sturm 1780 14. 3. A. Freylinghausen 118. 3. S. Diterich 1659 1770 1656 vor 1536 1714 212. J. Wegelin 1636, veränd. von J. Gesenius 432. J. F. Mudre 768. P. Gerhardt 210. 3. Zwick 581.? W. E. Arends 683. A. H. Niemeyer 682. 3. 3. Eschenburg 611. F. G. Klopstock 420. C. F. Gellert 598. J. S. Buchka 1735, veränd. 1810 215. E. Alber 1549, Diterich 1765 274. C. C. Sturm 1776 1782 1779 1758 1757 405. B. Schmolck( Cramer 1780) 1704 2. J. Graumann( nach Pf. 103) 1714 1780 1540, Klopstock 388.?S. Weingärtner 138. C. F. Gellert 186. W. N. Freudentheil 198. 3. F. Danneil 1762, Lavater 1776, Sturm 647. F. G. Klopstock 676. H. E. Heeren 123. C. J. Asschenfeldt 314. P. G. Werlhof 1781 1758 1778 1819 1749 301. M. Luther( nach Pf. 130) 1524 1758 vor 1609 1757 1842 B. Bald oder spät des Todes Bedenke, Mensch, das Befiehl du deine Wege Begleite mich, o Christ Begrabt den Leib in seine Christ, alles was dich Christ, aus deinem Herzen Christ, du nahft der Christ, folge deines Jesu Christ führ gen Himmel Christ ist erstanden Christe, du Lamm Gottes Christus, der ist mein Christus ist erstanden Register. D. Dank, Dank sei dir für Dank dem milden Vater Nr. Beschwertes Herz, leg ab 719. C. Wegleiter Besiz' ich nur ein ruhiges 610. C. F. Gellert Bester, weisester Regierer 111. Nach J. C. Lavater Bist du für mich, so rüste 629. W. N. Freudentheil Bleibt bei dem, der 474. K. J. P. Spitta Bringt Preis und Ruhm 199. 3. S. Diterich C. Verfasser. 588. G. B. Funk 636. S. Liscov 395. P. Gerhardt 171. 2. H. Bachoff von Echt 770. Die Verse für die Gemeine M. Weiß 1531, die Verse für die Chorfstimme G. Neumark 1653; beide verändert Klopstock 188. Unbekannter Verf. 280. Nach e. uralt. lat. Origin. übersetzt 633. Unbekannter Verf. 203.( Bearbeitung von Nr. 188) Nach C. F. Neander 571 429. C.F. Neander( nach Nr. 395) 1766 408. B. Schmold 1704, Schlegel 1772 572. C. 3. Asschenfeldt 571, J. K. G. Mann 209. Unbekannter Verf. 1823 298. Unbekannter Verf. 733. Unbekannter Verf. 1568, 3. A. Cramer 1760 1686 1656 1765 1758 1701 1817 nach 1400 vor 1300 1757 1780 1832 1833 1765 1528 1609 1774 1787 1780 1764 1787 1812 1714 1697 1757 1780 Danket Gott, erhebt ihn Darf sich der Mensch zu Das Grab ist leer 243. J. A. Cramer 570. Š. G. Bürde 207. M. Claudius Das höchste Gut ist lauter 45. J. G. Wolf Das walte Gott, der 537. Joh. Betichius 485. C. F. Gellert Dein Heil, o Christ, nicht Dein Leben, Jesu, war Dein, o Gott, soll ewig 151. Lavater 1771, Sturm 11. Aemilie Jul., Gräfin zu Schwarzburg- Rudolstadt, 1685 572 Dein Wort, o Herr, ist Deiner Wahrheit reines Deines Gottes freue dich Dem Heiland nach, mein Dem Worte deines Den die Engel droben Denkt mein Geift an jene Der du dein Wort mir Der du die Liebe selber Register. Dich soll mein Lied erheben Die Augen heb' ich Die Erd' ist überall des Verfasser. Nr. 264. C. B. Garve 496. 3. S. Diterich 377. B. Münter 461. W. C. Deßler 283. J. Rist 1842 136. 3. A. Freylinghausen 1714, A. J. Rambach 181. C.C.Sturm( Wegleiter 1703) 1785 259. Zollikofer( Diterich 1780) 1766 557. 3. S. Diterich 1765, nach P. F. Hiller 1730 und C. C. Sturm 1825 1780 1774 1692 1651 1764 1772 1765 1772 623. A. H. Niemeyer 1785 328. J.H. Schrader 1731, Cramer 1780 596. J. G. Schöner 1790 226. D. Bruhn 351. B. Münter Der du selbst die Wahrheit 260. B. Münter Der du uns als Vater Der du uns mit deinem Der du zu den beglückten Der Glaub' ist feſte Der Glaube fehlt und Der Herr der Ernte Der Herr hat nie ſein Der Herr ist Gott und Der Herr ist gut, ihr Der Herr ist gut, in dessen 781. Neuffer 1820, Sachse 1822 59. J. J. Rambach 1727 und 1735 17. J. A. Cramer 1764 765. J. P. Uz 1768 47. J. Rambach Der Herr ist in den Höhen 33. A. Cramer Der Herr ist mein Vertr. Der hohe Himmel dunkelt Der letzte meiner Tage Der letzte Tag von deinen Der Mond ist aufgegangen Der Morgen kommt und Der Tag ist wieder hin Der Vater kennt dich Der Weg ist gut, der durch Der Wollust Reiz zu Des Todes Graun, des Dich beten, Gott, die Dich, Höchster, ehrerbietig Dich preisen, Herr, Gesang 501. Dich seh' ich wieder, Morg. 723. 1727 1780 1766 1780 1772 1766 1778 1780 1757 1829 428. 3. D. Schiebeler 707. J. C. Lavater 672. B. Münter 517. C. F. Neander 742. M. Claudius 727. C. C. Sturm 737. C. F. Gellert 36. W. N. Freudentheil 419. F. C. von Moser 530. C. F. Gellert 658. 3. 3. Spalding 1780 1791 484. Schrader 1731, Cramer 1780 356. B. Schmolck 1734, Diterich 1765 J. G. Pfranger, † 1790, C. F. Neander( nach einem älteren Liede vor 1676) 77. G. E. von Rüling 96. C. Becker( nach Pf. 121) 685. W. N. Freudentheil 1752 1757 1766 1773 1602 1842 Die Feinde deines Kreuzes Die goldne Sonne Die Herrlichkeit der Erden Die hier vor deinem Die Himmel rühmen Die ihr Christi Laufbahn Die Morgensterne priesen Die Ruhe senkt sich Die Sonne sinket nieder Die mir hienieden wallen Dies ist der Tag, den Gott Dies ist der Tag der Dies ist die Nacht, da Dir dank' ich für mein 2. Dir, der das Licht entst. Dir, Gott, dir will ich Dir, milder Geber aller Dir trau' ich, Gott, und Dir, Vater, dankt mein Du, aller Menschen Vater Du bist ein Mensch, das Du bist, o Vater, Herr Du bist's, dem Ehr und Du, der du alle Schmerzen Du, der Herz und Nieren Du, dessen Augen floffen Du, Ewiger, erforscheft Du, Gott, bist unsre Hülf' Du, Gott, der unfre Du hast dein Werk Du, Herr, bist meine Du, Herr von meinen Du flagst, o Christ, in Du flagst und fühleft die Du, o schönes Weltgeb. Du Quell des Lichts Du reicher Trost der Armen Du sagst, ich bin ein Christ Register. Verfasser. Nr. 245. B. Münter 716. P. Gerhardt 503. A. Gryphius 272. G. von Hippel 75. C. F. Gellert 292. F. G. Klopstock 693. J. G. Jacobi 744. J. C. Fröbing 739. 6. F. Schröder 652. G. B. Funk 139. C. F. Gellert 131. V. Thilo 135. C. F. Nachtenhöfer 373. C. F. Gellert 724. C. F. Neander 376. E. Liebich 710. E. Liebich 437. J. J. Eschenburg 228. 3. C. Lavater 1766 und 556. 3. S. Diterich( nach P. F. Hiller 1730) 98. P. Gerhardt 689. Freylinghausen 1714, J.S. Diterich 573 fled 1772 All 1666 1643 1772 1757 1758 1781 1797 1771 1767 1757 1642 1684 1757 1766 1768 1768 1779 1771 326. 3. J. Eschenburg 235, S. G. Bürde 1765 1656 1765 1757 105. C. F. Gellert 472. Unbek.( Nach d. Lat. desi Bernhard vonCI., † 1153) 1810 591. J. J. Eschenburg 1766 168. Ramler 1760 u. Niemeyer 1785 35. Nach H. Vogtherr( Psalm 139) 1527 und Denicke 1648 751. J. A. Cramer 1780 1779 1818 426, C. C. Sturm 1764 697. J.F.Feddersen 1772, Diterich 1787 1757 757. C. F. Gellert 531. C. F. Gellert 505. Joh. Franck 1757 1649 745. A. J. Rambach( nach dem Lat. des Alcuin, † 804) 1817 748. Hiller 1731, J. A. Schlegel 1772 339. 3. A. Haßlocher 1698 574 Nr. 704. J. S. Diterich 599. R. G. Reiber 535. A. Tscherning 545. 2. F. A. von Cölln 152.( Rambach 1735, Diterich 1765.) Nach Diterich Du wiefeft, Jefu, nicht 268. C. F. Neander Dulde, Christ, des Lebens 446. A. J. Rambach( nach dem Lat. des Thomas von Kempen, † 1471) Du sendeft, Herr, aus Du sollst glauben, o du Du sollst in allen Sachen Du trittst vor Gott zu Du Urbild aller Frömm. Durch dich, o großer Gott Durch Jesum rein von Register. Ehre sei Gott in der Ein feste Burg ist Ein herrlich Los ist Ein Herz, o Gott, in Ein Lamm geht hin und Ein milder Regen sinket Ein neues Lied singt Gott Ein weises frommes Herz Eine Herde und ein Hirt Eins ist not, ach Herr Verfasser. 360. Gellert 1754, Diterich 438. F. W. Loder Einft geh' ich ohne Beben 655 A. Schlegel C. C. Sturm Einst selig dort zu werden 87. G. B. Funk Empor zu Gott, mein Endlich, endlich muß es Entehre nicht, mein Herz Entschwinge dich, mein Er kommt, er kommt, der Erbarm dich, Herr, mein Erfülle mich mit sanften Erhabne Majestät Erhalt uns, Herr, bei Erhebt den Herrn, ihr Erhöhter Jesu, Gottes Erinnre dich, mein Geift Ermuntre dich, mein Erschallt, ihr Freudenl. Es ist nicht schwer, ein 1787 1810 1642 1804 148. F. A. Krummacher 407. B. Schmolck 1780 1774 1785 1529 1814 1757 1648 146. A. H. Niemeyer 239. M. Luther 626. A. H. Niemeyer 423. C. F. Gellert 160. P. Gerhardt 705. B. Münter 250. C. F. H. Sachse 516. Diterich 1765, nach Gellert 251. F. A. Krummacher vor 1821 462. 3. H. Schröder 1697, 3. 1774 1817 1754 1817 1765 1781 1766 1772 vor 1780 1810 1704 532. B.F. Köhler 1762, Zollikofer 1766 440. F. von Köpfen 141. D. Schiebeler 1790 1766 317. J. F. von Cronegt, † 1758, 1761 568. R. G. Reiber 1784 358. J. J. Rambach 1735 240. M. Luther 1542 140. Diterich( V. 1 nach Schirmer) 1765 214. C. S. Ulber 1763, Diterich 1765 196. C. F. Gellert 129. J. Rist 1757 1641 706. C. 2. Wiß, † 1778, 1780, J. W. Reche 579. C. F. Richter 1800 1714 Es ist noch eine Ruh vorhanden, auf Es ist noch eine Ruh vorhanden für Es ist vollbracht, des Es jauchze heut die Es flagt der Schmerz Es waltet ein gerechter Es werde Gott von dir Es wolle Gott uns gnädig Es züchtigt deine Hand Ewig, ewig bin ich dein F. Fall auf die Gemeine Feiert laut, o heilge Fern vom Ziel, wonach Feft steht zu Gottes Fleug auf, mein Pfalm Fortgekämpft und fortger. Freu dich, Seele, rühm Früh mit umwölktem Früh Morgens, da die Für unsern Nächsten beten $. Gedanke, der uns Leben Gedenk, o meine Seele Gedenke mein, o Gott Geh im Geist nach Golg. Geht hin, ihr gläubigen Geht nun hin und grabt Geist der Andacht, senke Geist der Wahrheit, lehre Geist, gesandt vom Gelobet sei der Herr Gelobet seist du, Gott Gelobet feist du, großer Gelobet seist du, Jesu Gerechter Gott, laß deinen Getreuer Gott, wie viel Register. Nr. Verfasser. 666. 3. S. Kunth 670. v. Moser 1763, Diterich 184. 3. C. Hohnbaum 147. J. G. Schöner 782. C. F. H. Sachſe 41. W. N. Freudentheil 83. J. A. Cramer 1730 1765 1807 1810 1822 1842 1764 238. M. Luther nach dem 67. Pf. 1524 752. D. Bruhn 1780 269. 3. A. Cramer 1780 179. C. F. D. Schubart 234. C. G. Sonntag 593. Unb. Verf. 1692, Sturm 246. J. A. Cramer 22. 3. A. Cramer 760. 3. C. Lavater 295. F. G. Klopstock 712. B. Münter 189. J. Heermann 564. 3. A. Cramer 575 117. C. F. Gellert 89. J. A. Cramer 641. B. Schmolck 166. B. Schmoldk 50. J. C. Hermann 659. E. M. Arndt 180. A. H. Niemeyer 233. S. G. Bürde 219. Adam v. St. Victor, † 1177. 1779 1810 1780 1780 1780 1771 1769 1774 1630 1780 1757 1780 1704 1715 1742 1819 1785 1787 68. J. Olearius Übers. v. A. J. Rambach 1817 1671 258. Von Diterich verändert 1765 284. Rift 1654, J. S. Diterich 1765 126. V. 1 unbekannt, vor 1500.com V. 2 ff. von M. Luther 1524 555. Hiller 1730, Diterich 1765 49. 3. C. Zimmermann 1740 576 Getroft und freudig geh' Gieb dich zufrieden und Gieb, Gott, daß ich dich Gieb mir ein fröhlich Herz Gieb mir ein frommes Gieb mir, o Gott, ein Gleich wie ein Palmbaum Gott, deine Güte reicht Gott, deinen heiligen Gott, der du Herzensk. Gott des Himmels und Gott, dessen Hand die Gott, du bist über alle Gott geb' uns allen seiner Gott, ich will mich ernstlich Gott ist die Liebe, ihm Gott ist gegenwärtig Gott ist getreu, fein Gott ist mein Hort Gott ist mein Lied Gott ist und bleibt getreu Gott ist unsre Zuversicht Gott lebt, wie kann ich Gott lieben ist mein Leben Register. Gottes Wille, Gottes Gottesruhe, Sabbathstille Groß ist der Herr, die Großer Schöpfer, Herr Guter Geber Dank sei Verfasser. Nr. 650. C. F. Neander 397. P. Gerhardt 341. Unbekannter Verf. 534. J. K. G. Mann( nach Neumeister 1705) 1766 1666 vor 1714 1806 1723 1765 1722 1757 1780 1779 1643 1737 1524 529. J. H. Hävecker, † 1722, vor 1733 281. M. Luther 352. B. Münter 56. F. W. Loder 483. 6. Tersteegen 60. E. Liebich 256. C. F. Gellert 16. C. F. Gellert 57.? J. C. Wilhelmi 627. 3. K. G. Mann 101. B. Schmolck 371. B. Schmolck 342. 3. F. Starck 558. Gellert 1754, Diterich 583. 3. Herrmann, † 1716,? 486. C.F. Gellert 343. B. Schmolck 1733, Cramer 542. 3. D. C. Bickel 714. H. Alberti 538. G. Wimmer 1772 1781 vor 1727 1768 1757 1757 1695 1817 1704 1723 Gott, mein König, deine 46. P. B. Sinold, gen. v. Schütz, ( Creußberg) Gott, mein Vater, ich dein 310. C. Titius 1664, C. F. Neander Gott, meine ganze Seele Gott mit uns! hinauf Gott ruft der Sonn' und Gott sei Dank in aller Gott forgt für mich, was Gott, vor dessen Angesichte Gott, wie du bist, ſo Gott will ich dienen, ihm 1720 1774 1842 40. J. A. Cramer, nach Ps. 9, 1755 767. W. N. Freudentheil 688. C. F. Gellert 133. H. Held 103. J. C. Wezel 39. 3. C. Zimmermann 27. B. Münter 350. G. 3. Zollikofer 1766, J. A. Cramer 435.? J. W. B. von Hymmen 499. C. F. D. Schubart 115. Ch. A. Tiedge 713. 3. C. Lavater 732. 3. C. Lavater 1757 1643 oder 1659 1722 1740 1772 1780 1772 1781 1807 1775 1780 Herr Gott, du bist die Herr Gott, du kennest Herr, ich bin dein Eigent. Herr, ich glaube, hilf mir Herr, ich habe mißgeh. Herr, ich schwör's mit Herr Jesu Christ, du Herr Jesu, send uns dein. Herr im Himmel, Gott Herr, lehre du mich dein. Herr, mache meine Seele Herr, mein Erlöser, der Herr, mein Erlöser, nur Register. $. Habe deine Lust am Hallelujah, amen, amen Hallelujah, Preis und Halt an, mein Herz Halt im Gedächtnis Halte dich nicht länger Heil ihm, dem Todesüb. Heil mir, von der Krankh. 769. W. N. Freudentheil Heilge Liebe, Himmelsw. 573. Unbekannter Verf. Heilger Jesu, Heilgungsq. 149. B. Craffelius Helft Gottes Güte preisen 686. P. Eber Herr, der du gnädig uns 489. J. F. Danneil Herr, der du mir das 738. C.F. Gellert Herr der Zeit und Ewigk. 515. 3. O.( unbekannt) Herr, dir gelob' ich neue 273. C. C. Sturm Herr, du hast in deinem Herr, du kennest mein Herr, du wollst uns vollb. Herr Gott, dich loben wir Herr, öffne selbst uns Herr, stärke mich, dein Herr und Gott, o Vater Herr, unser Gott, wir Herr, vor deinem Angesicht Herr, vor dem die Nr. Verfasser. 370. B. Schmolck 775. F. G. Klopstock 766. A. H. Niemeyer 406. B. Schmolck 286. C. Günther( † 1704) 381. J. A. Cramer 205. C. G. 2. Miester 80. C. Neumann 312. 2. A. Gotter 291. F. G. Klopftock 1. Das alte Te Deum. Aus d. 1757 vor 1737 1776 um 1700 1714 1758 26. J. S. Diterich 511. 2. R. von Senfft zu Pilsach 656. B. Münter 575. J. Riſt 309. Joh. Franck 577 Lat. übers. v. M. Luther 1529 Veränd. von Klopstock 1758 1765 1704 1769 1814 1704 1714 1783 1781 1833 1829 1700 1565 1762 544.? Schaller 1799 303. B.Ringwaldt 1588, Diterich 1780 477. Wilhelm II. von Sachsen711. C. 2. Wiß( † 1778) 490. D. Schiebeler 488. 3. 3. D. Zimmermann 25 1715 1774 1641 1648 Weimar 1638 1721 708. B. Schmolck 561. J. C. Lavater 1776 414. E. Neumeister 1717 Diterich 1765 559.(?) J. S. Diterich 1765 590. Unbef. Verf. um 1530. C. F. Neander 1766 254. D. Denicke 167. C. F. Gellert 1646 oder 1659 1757 65. Uralt. Aus d. Lat. überf. um 1542 1780 1769 1756 578 Herr, welch Heil kann ich Herr, wie du willst, so Herr, wir singen deiner Herrlich ist's in deinem Herz und Herz vereint Herzlich lieb hab' ich dich Herzliebster Jesu, was Heut öffnet sich die neue Heute mir und morgen Hier bin ich, Jesu, zu Hier ist mein Herz, Herr Hier ist mein Herz, o Hier legt mein Sinn sich Hier liegen wir zu deinen Hilf, Gott, daß ich den Himmelan geht unfre Himmelan, nur himmelan Hin an dein Kreuz zu Hinab geht Chrifti Weg Höchster, denk' ich an die Höchster Tröster, komm Hoffe, Herz, nur mit Geduld Höher hebt sich Gottes Hör unser Gebet J. Ja, ja, mein Herz will Jauchz dem Höchsten Jauchzt, ihr Erlöften Ich armer Mensch, ich Ich bin der Angst Ich bin der reichste Mensch Ich bin ein Gaft auf Ich bin erlöst, es floß des Ich bin getauft, nach Ich bin ja, Herr, in deiner Ich bin, ich lebe, Gott Ich bin in dir zufrieden Ich bin ruhig und Register. Nr. 120. F. G. Klopstock 386. C. Bienemann 119. 3. J. Eschenburg 248. J. W. Reche 552. N. 2. Graf von Zinzendorf Verfasser. 1725 ut. 1731 1571 oder 1567 1630 1784 1716 1765 1645 1768 1704 1712 449. M. Schalling 157. J. Heermann 691. C. C. Sturm 640. B. Schmolck 293. D. Bruhn 366. Seb. Franck 375. E. Liebich 578. C. F. Richter 311. B. Schmolck 548. 6. Hoffmann 1710, Diterich 1765, Cramer 513. B. Schmold 523. J. G. Schöner 173. 6. B. Funk 354. A. Ingolftätter 319. 3. S. Diterich( nach F. Fabricius 1688) 229. E. Liebich 1760 1574 1766 1800 1780 1731 1806 1766 1673 1765 1768 441. S. A. Mahlmann 1806 700. B. Münter 1774 227. G. B. Funk nach Nr. 220 1766 460. W. C. Deßler 1692 20. C.F. Unger nach Pf. 100 1770 1757 213. C. F. Gellert 755. C. Titius 1663 1797 1704 1666 335. J. Ch. Fröbing 526. B. Schmolck 507. P. Gerhardt 183. 3. C. Wagner nach einem älteren Orig. 1807 267.( J.J.Rambach 1734) Diterich1780 634. S. Dach 379. 3. C. Lavater 431. J. F. Mudre 415, P. B. Sinold, gen. von Schüß,( Creußberg) vor 1648 vor 1780 1770 1720 Register. Nr. Ich danke dir für deinen 162.-J. Scheffler Ich fasse, Vater, deine 653. E. Liebich Ich freue meines Lebens 380. J. C. Lavater Ich fühle, daß ich sterblich 85. Nach J. P. Uz Ich geh zu deinem Grabe 194. B. Schmoldk Ich glaube, daß mit Liebe 73. J. F. Möller Ich gnüge mir in meinem 527. Unbekannter Verf. Ich hab' in Gottes Herz 390. P. Gerhardt Ich hab' in guten Stunden 422. C. F. Gellert Ich hoff, o Gott, mit 330. C. F. Gellert Ich komme, Friedensfürst Verfasser. 318. C. E. Sturm( nach Freylinghausen 1714) 289. C.F. Gellert 487. C.F. Gellert 399. 6. Neumark 86. J. A. Hermes 509. B. Schmolck 334. F. W. Loder 79. Nach F. von Köpfen 673. 3. K. G. Mann 97. P. Gerhardt 594. 3. A. Cramer 320. F. G. Klopstock 642. B. Schmolck 695. B. Münter Ich komme, Herr, und Ich komme vor dein Ich lasse Gott in allem Ich lebe nicht für dieſe Ich lebe, wo ich liebe Ich schäme mich des Ich schau empor zu Gottes Ich sehe meinen Himmel Ich finge dir mit Herz Ich soll zum Leben dringen Ich Staub vom Staube Ich sterbe täglich, und Ich trete vor dein Ich weiß, an wen ich glaube, denn ich Ich weiß, an wen ich glaube, denn mein Ich weiß, an wen mein Ich weiß, daß mein Erlöser Ich weiß, mein Gott, daß 621. C.W.Kindlebn1779, Cramer 1780 625. A. H. Niemeyer 612. C. C. Sturm 602. C. Bienemann 536. P. Gerhardt 110. T. G. von Hippel Ich will beten, Gott wird 481. 6. Gottschling Ich will dem Schöpfer Ich will dich lieben, meine Ich will dich noch im Ich will, ich muß von Jesu Ich will von m. Missethat Je größer Kreuz, je näher 412. B. Schmolck Jehovah, Herr und König 675. Ph. F. Hiller Jerusalem, du heilge Jesu, deine tiefen Wunden 661. J. M. Meyfart 158. I. Heermann 579 1667 oder 1772 und 1657 1768 1780 1766 1715 1822 1711 1648 1757 1757 25* 23 1764 1757 1757 1675 1787 1704 1781 1785 1817 1653 1780 da 1769 1720 1772 453. J. Scheffler 651. 3. J. Eschenburg 244. J. P. Uz 308. Louise Henr. Kurf. von Brandenb. 1653, Cramer 1780 1715 1729 1626 bin 1644 1814 1763 1573 1656 1720 1772 1657 1766 1768 580 Nr. Verfasser. Jesu, Freund der Menschent. 296. Lavater1771, Diterich1777 u.1780 Jesu, geh voran 465. N. 2. Graf von Zinzendorf 1721 Jesu, meine Freude 455. J. Franck 1655, Schlegel 1766 459. Ch. Scriver Jesu, meiner Seele Leben Jesu, meines Lebens Leben 164. Homburg( C. F. Neander 1774) Jesus ist gekommen Jesus lebt, mit ihm auch Jesus, meine Zuversicht Jesus nimmt die Sünder Ihm nach, ihm nach auf Ihr Eltern, gebet euch Im Stillen wollen wir In allen meinen Thaten In Thorheit ist ein Herz Ist Gott für mich, so Ist Gott für uns, was K. Kämpfend soll ich leben Kirche Christi, breite Klag nicht, mein Herz Komm, heiliger Geist Komm, Herz, und lerne Komm, komm, du Licht Komm, Geist, du heilig Komm, Sterblicher Komm zu deiner Gläubgen Komm zu uns, Gottes Kommst du, süßes Kommt her zu mir, spricht Kommt, kommt, den Herrn Kommt, laßt uns gehn Kommt, Pilger, laßt uns L. Register. Laß, Herr, dies Haus Laß mich dein sein und DG 91011675 143. B. Münter 197. C. F. Gellert 191. Louise Henr.Kurf.v.Br.1653, Klopstock 1758, Diterich 1773 1718 1704 327. E. Neumeister 577. B. Schmolck 773. 6. B. Scharf 681. 3. J. Eschenburg od 389. P. Fleming 510. U. B. von Bonin 603. P. Gerhardt 624. C. A. H. Silber, † 1797. 601. W. N. Freudentheil 252. C. A. Döring 761. J. C. Lavater 220. V. 1 aus dem Lat. uralt. V. 2 u. 3 von M. Luther 1659 1774 1757 1727 1779 1633 1714 1656 1800 1842 1830 1771 502. 3. H. C. Hengstenberg 574. N. Selnecker 1524 1732 417. G. Kleiner 249. C. F. H. Sachſe 1817 224. P. F. Hiller 1730 Knapp 1837 635. G. W. Sacer vor 1665 124. Ambrosius, Bisch. v. MaiÜbers. land, † 397. von A. J. Rambach 1817 230. Das alte Veni creator. 1823 vor 1530 Luther 1524, C.F.Neander 1774 729. F. A. Köthe 338. 6. Grünwaldt 28. J. A. Cramer 699. G. Tersteegen 585. G. Tersteegen 1769 1738 1738 1825 1572 Laß mich, o Herr, in allen Laß mir die Feier deiner Laß, o Heiliger, mich Lasset uns den Herren Lasset uns mit Jesu ziehen Laßt uns, Christen, hoch Laßt uns den Herrlichen Laßt uns mit ehrfurchtsv. Laßt unserm Gott uns Lehre, Herr, mich recht Licht vom Licht, erleuchte Liebe, die du mich zum Lieblich ist des Abends Lieblich ist die Morgenst. Liebster Gott, wann werd' Liebster Jesu, wir sind Lob, Chr und Dank dem Lob sei Gott, der den Lobe den Herren, den Lobe den Herren, o meine Lobet den Herren, denn Lobsinge meine Seele Lobsinget Gott, Dank Lobsingt, den Herrn verk. Lobt den Herrn, er ist Lobt Gott, ihr Christen M. Register. Mehr als für die reichste Mein banges Herz, sei Mein banges Herz, was Mein bester Trost in dies. Mein Erlöser, auch für Nr. Verfasser. 349. H. K. v. Gersdorf 1725, G. J. Zollikofer 182. C. G. 2. Meister 540. G. M. Weiler 1720 und Diterich 1765 it. 190. J. Rist 452. S. von Birken 125. Unbekannt, a.d. Mittelalter. Aus dem Lat. übers. von A. J. Rambach 24. 3. C. Wagner 145. C. F. Neander 95. 2. Helmbold 345. D. Bruhn( nach Freyling. hausen 1714) 720. B. Schmoldk 454. 3. Scheffler 746. J. F. Bahnmaier 730. A. Knapp 638. C. Neumann 479. T. Clausniher 8. J. J. Schüß 722. G. B. Funk 9. J. Neander 15. 3. D. Herrnschmid nach 69. Unbek. Verf. 678. W. N. Freudentheil 23. F. A. Krummacher 128. N. Hermann Mag auch der Glaube Man lobt dich in der Stille 6. J. Rist 443. F. A. Krummacher 533. W. F. H. Reinwald 779. A. H. Niemeyer 393. Ch. von Birken 492. 175. 581 Pf. 146 1714 3. Unbek. Verf.( n. Pf. 147) um 1568 201. G. W. Sacer 1665, C. F. Neander C. C. Sturm 1766 1790 1780 1641 1652 1765 1715 1657 vor 1837 1817 1807 1773 1575 1829 um 1690 1667 1673 1766 1679 J. B. Müller( nach J. W. W. Breithaupt 1767) 1766 911698 1827 1807 vor 1560 1810 1654 1794 1790 TOT 1655 1772 1777 582 Mein Erlöser, der du Mein Erlöser, Gottes Mein Erlöser, siehe doch Mein erst Gefühl sei Mein ganzer Geist, Gott Mein Glaub' ist meines Mein Gott, bei dir ist Mein Gott, du wohnest Mein Gott ich wart' auf Mein Gott, ich weiß Mein Gott, wie bist du Mein Gott, zu dem ich Mein Heiland nimmt die Mein Herz, warum betrübst du dich, ein Mein Herz, warum betrübst du dich, und Mein Jesu, zeige mir die Mein Jesus lebt, mag Mein Leben ist ein Pilgr. Mein lieber Gott, gedenke Mein Schöpfer, steh mir Mein treuer Gott, dein Meine Hoffnung stehet Meine Lebenszeit verstr. Meine Seele bete Meine Seele, laß Gott Meine Sorgen, Angst Meinen Jesum laß ich nicht Register. Nr. Verfasser. 1765 266. Werenberg 1702, Diterich 1765 170. 3. S. Diterich 313. 6. Tersteegen 721. C. F. Gellert 669.? A. Fritsch 1668, J. S. Diterich 1729 1757 1765 1772 1741 618. B. Münter 418. 3. S. Hoffmann 355. B. Schmolck 413. B. Schmoldk 639. B. Schmolck 102. Sal. Franck 322. B. Münter 329. 2. F. F. Lehr 424. C. S. Ulber( nach Semper) 1763 409. E. Neumeifter 464. E. Ch. Philippi 192. B. Schmolck 512. F. A. Lampe 480. C. Neumeister 70. J. J. Rambach 584. 3. J. Rambach 402. J. Neander 645. C.F. Gellert 187. W. N. Freudentheil 99. M. Kramer 410. Unbekannter Verf. 456. Chr. Keimann 1656, 3. A. Schlegel A. H. Niemeyer Menschenfreund, nach 569. 130. V. Thilo Mir nach, spricht Chriftus 457. 3. Scheffler Mit Ernst, o Menschenk. Mit fröhlichem Gemüte Mit Gott bin ich zufrieden Mit ihm, der sein wird Mit tiefer Ehrfurcht bete Mitten wir im Leben sind 1712 1716 1704 1711 1772 1733 1705 1712 191 1704 1726 isl 1705 1727 1735 1679 1757 1842 1683 1708 1766 1790 1668 1642 54. 3. A. Schlegel 1769 1842 447. W. N. Freudentheil 692. W. N. Freudentheil 185. W. Hülsemann 1842 1835 630. V. 1( lat.) Notter, † 912. e Deutsch vor 1500, V. 2 u. 3 M. Luther 1524 Morgenglanz der Ewigkeit 718. C. Knorr von Rosenroth 1684 Müde, sündenvolle Seele Müßt' ich auch jahrelang N. Nach einer Prüfung furzer Nach meiner Seelen Nacht und Stille schließen Nein, ich will nicht sorgen Nicht daß ich's schon ergr. Nicht diese Welt, die in Nicht mehr als meine Nicht nur treue Menschens. Nicht so traurig, nicht Nicht um ein flüchtig Nicht um Reichtum Nichts ist von ungefähr Nie bist du, Höchster, von Nie will ich wieder fluchen Nimm deine Psalter Nimm hin den Dank für Nimm von uns, Herre Nimmt Gott, dem wir Noch einmal blick' ich Noch immer wechseln Noch irren viele Nationen Noch leb' ich, ob ich morgen Noch siehet nicht, o Noch sing' ich hier aus Nun bitten wir den Nun bitten wir dich Nun danket all und Nun danket alle Gott Nun ist das Band zerr. Nun laßt uns Gottes Nun laßt vor Gott uns Nun sich der Tag geendet Nun so will ich denn Nun tret' ich wieder aus Nur Liebe, rein von Register. Nr. Verfasser. 290. 3. Franck 1648, Klopstock 620. 3. C. Lavater 667. C. F. Gellert 346. 3. S. Diterich 740. J. Frand 1650, Sturm 444. A. H. Niemeyer 587. C. F. Gellert 613. C. C. Sturm 762. S. G. Bürde 82. W. N. Freudentheil 525. P. Gerhardt 107. 3. P. Uz 1760, Reche 31. C.C.Sturm 1764, D.Bruhn 554. Gellert 1757, Diterich 21. J. F. Löwen 294. G. J. Zollikofer 1766, Lavater 225. P.F.Hiller 1730, C.F.Neander1774 494. 3. C. Lavater 113. 3. 3. H. Hahn 495. H. E. Heeren 218. V. 1 unbekannter Verf. um V. 2 ff. von M. Luther 232. J.S.Diterich( nach No. 218) 583 5. P. Gerhardt 1643 oder 4. M. Rinfart 606. Unbekannter Verf. 42. J. M. Dillherr 687. P. Gerhardt 735. J. F. Herzog 372. 6. Tersteegen 717. Anton Ulrich, Herzog von Braunschweig, 1758 1776 550. Ch. Pressow 1757 1765 1775 1814 1757 1764 1787 1831 1648 1776 300. Uralt. A. d. Lat. übers. vor 1560 108. J. A. Cramer( nach Pf. 127) 1764 657. C. L. Wiß, † 1778, 1780 106. J. A. Cramer 1758 1791 247. F. 2. Graf zu Stolberg 520. T. G. von Hippel ( Diterich 1787) 1776 1800 1765 1780 1770 1772 1793 1778 1200 1524 1780 1648 1644 1712 1645 1653 1670 1737 1667 1719 584 D. D betet an den Geist des O Christ, erhebe Herz O Christe, Eingeborner O daß ich hätte mit O daß ich tausend Zungen O daß von meinen Leb. O die stillen Abendstunden Odu majestätisch Wesen O Golgatha, zu deinen O Gott, den Erd' und H. O Gott des Himmels O Gott, des Krieges O Gott, des starke Hand O Gott, dich kennt die O Gott, du bist die Liebe O Gott, du frommer Gott O Gott, von dem wir O Haupt voll Blut und Oheilger Geist, kehr Oheiliger Geist, o O Herr, mein Gott, ich Ohilf, Christe, Gottes O Himmelswort, von O ich fühle Dank und Jesu Christe, Gottes Jesu Christe, wachs Jesu, der du vor dem Jesu, Herr der O Jesu, Jesu, Gottes Jesu, meine Wonne O Lamm Gottes unschuldig Liebe, die den Himmel O Menschenfreund, Herr O rühmt euch eurer O sagt es allen, daß Oselig, wer das Heil O selig, wer zufrieden O süßes Wort, das Jesus O Tag des Heils, o Vater aller Frommen Register. Nr. Verfasser. 237. W. N. Freudentheil 518. E. Liebich 448. Elisabeth Cruciger 1524, J. A. Schlegel 208. J. F. Möller 13. 3. Menger 521. A. H. Niemeyer 741. J. C. Lavater 357. Unbekannter Verf. 178. F. W. Loder 698. D. S. Georgii 1842 1768 1766 1822 1704 1782 1776 1735 1781 1728 74. Unbekannter Verf. 1728 od. 1734 750. Nach E. S. J. Borchward 1765 44. Unbekannter Verf. 608. 6. Tersteegen um 1680 1737 53. E. Lange 1711, 3. S. Diterich 1765 476. J. Heermann 731, C. Neumann 1630 1700 163. P.Gerhardt n.B.v.Clairvaux1656 222. M. Schirmer 221.? B. Helder 696. H. E. Heeren 155. M. Weiß 262. J. O. Thieß 62. J. G. Schöner 134. J. Pauli 469.J. C. Lavater 288. 3. J. Rambach 677. 3. D. C. Bickel 451. J. Heermann 285. J. Rist 156. N. Decius nach uralt. lat. Tert 116. C. F. Richter 551. P. F. Hiller 365. H. E. Heeren 206. F. 2. von Hardenberg 660. C. F. H. Sachse 684. Unbekannter Verf. 756. J. Höfel 278. W. N. Freudentheil 475. Unbekannter Verf. einem 1640 1638 1778 1531 1782 1810 vor 1672 1780 1719 1779 1630 1654 1531 1714 1730 1778 1801 1822 1790 1634 1842 vor 1582 O Vater aller Geister O Vater der Barmherzig. O Vater, nimm zum O Vater, o allmächtger O welch ein Troft für Welt, sieh hier dein O wie fröhlich, o wie selig O wie selig seid ihr doch Oft klagt dein Herz Ohne Kummer, ohne P. Preis dem Todesüberw. Preis ihm, er schuf und Preis und Anbetung ſei D. Quell des Lebens, heilge Quelle der Vollkommenh. R. Rings um mich her ist Ruhen sie in Gottes S. Sandte die mein Gott Schaffe in mir Gott ein Schafft mit Ernst, ihr Schatz über alle Schäße Schau hin, dort in Schmücke dich, o liebe Schön ist die Tugend Schuf mich Gott für Schweiget, bange Zweifel Schwing dich auf zu Schwingt, heilige Ged. Seele, ruh in jeder Seele, suchst du wahre Sei getreu und weiche Sei Gott getreu, halt Sei nicht stolz, Geschöpf Register. Verfasser. Nr. 1782 567. J. C. Lavater 307. D. Denicke 1647, Neander 1774 270. W. Hülsemann 1835 66. Uralt. Aus dem Lat. überf. 1545 333. 3. S. Diterich 1765 it. 1780 161. P. Gerhardt 665. B. Schmolck 1648 1726 662. S. Dach 1635 und J. Baumgarten 586. C. F. Gellert 728. 3. C. Fröbing 202. F. G. Klopstock 71. F. G. Klopstock 55. G. B. Funk 236. Nach A. Knapp 378. B. Münter 585 702. 3. A. Schlegel 1744 und C. C. Sturm 777. Nach J. G. Jacobi 600, C. A. Döring. 576. M. Franck 364. B. Münter 1714 1757 1791 1769 1758 1775 1829 1774 1775 1776 1842 694. W. N. Freudentheil 279. Pf. 51, V. 12-14 340. 2. 2. Gotter 1714, Zollikofer 1766 458. S. Liscov 1672 1781 177. C. C. Sturm 282. J. Franck 1648 1764 1780 589, J. A. Cramer 88. J. A. Cramer 331. 3. A. Schlegel 754. P. Gerhardt 1769 1653 18. J. A. Cramer 442. 3. 6. Schöner 619. C.G. Göz( nach J. C. Schade 1692) 1765 1810 1776 1821 vor 1657 160 1774 25** 586 Register. Nr. Sei uns gesegnet, Tag 500. A. H. Niemeyer 336.? S. G. Bürde 668. F. G. Klopstock 353. C. B. Garve Sei unverzagt, o frommer 396.? D. Denicke Seid gesegnet, heilge Selig sind des Himmels Selig find die geistlich Seligstes Wesen, unendl. Sichrer Mensch, noch ist Singt dem Versöhner So bin ich nun fein So jemand spricht: ich So wahr ich lebe, spricht So weit nur deine Soll dein verderbtes Soll ich denn mich täglich Sollt' es gleich bisweilen Sollt' ich meinem Gott Sorge du für unsre Kinder Stärke, denn oft will er Stärke, die zu dieser Stärke, Mittler, stärke Staub bei Staube ruht Steil und dornicht ist der Stimmt dankend ein in Such, o Seele, Gott T. Teures Wort aus Gottes Tiefe Trauer ruft uns Trauernd und mit Verfasser. Treu ist Gott, das Triumph, Triumph und Trocknet eures Jammers U1. über aller Himmel Über Sonnen hoch erh. Überwinder, nimm die Um Gnade für die Sünd. Unerforschlich sei mir Unser Gott ist groß und Tag des Zorns, wenn Gott 631. Thomas v. Celano 1785 1661 vor 1813 1758 di 1825 1779 1772 605. A. Hinckelmann, † 1695, 1704 325. C. C. Sturm 121. T. G. von Hippel 514. 2. F. F. Lehr 553. C. F. Gellert 305. J. Heermann 1736 1757 13 1630 51. J. A. Cramer( nach Pf. 36) 1755 257. C. F. Gellert 401. Ph. J. Spener 398. C. Titius 1757 1676 1663 7. P. Gerhardt 1656 1724 1776 1758 680. L. H. Schlosser, † 1723, 592. J. C. Lavater 774. F. G. Klopstock 271. B. Münter 646. F. G. Klopstock 595. S. B. Bürde 337. A. H. Niemeyer 1772 1758 1787 1814 34. 3. H. C. Hengstenberg 1825 Übers. v. Silbert u. Döring um 1250 1820 ut. 1821 255. B. Schmolck 1723 780. S. A. Mahlmann nach 1803 473. J. Neunherz 1690 od. 1698, 2. E. S. Müller 61. J. F. Mudre 200. D. Schiebeler 778. J. H. Voß 216. B. Münter 25. W. N. Freudentheil 195. Ch. 2. Taddel 169. C. C. Sturm 38. J. A. Cramer 78. F. W. Loder 1804 1770 1766 1784 1774 1842 1751 1765 1768 1781 Unser Wandel ist im Unsre Aussaat segne Gott Unter allen großen Güt. Unumschränkte Liebe Unwiederbringlich schnell Urquell aller Seligkeiten V. bl Vater, heilig möcht' ich Vater, Vater, steh uns Verborgner Gott, dem Vereinigt zum Gebete Verlaß mich nicht, mein Verlaß, wenn ich dich Verleih uns Frieden Viel zu gering bin ich Vollendet ist dein Werk Voller Wunder, voller Vom Geräusch der Welt Vom Grab, an dem wir Von der Erde niederm Von dir in diese Welt Von dir, o Vater, nimmt Von Furcht dahin ger. Von Gott will nicht Von Herzen preis' ich Vor Jesu Augen Vorbild wahrer Menschenl. W. Wach auf, mein Herz, u. Wachet auf vom Schlaf Wachet über euren Glaub. Wagst du vor Gottes Walte, walte nah und Warum betrübst du dich Warum erbebst du, meine Warum sollt' ich mich Warum willst du doch Was auch von bösen Register. Verfasser. Nr. 522. J. E. Fröbing 701. Nach J. W. 2. Gleim 549. E. Lange 48. 3. I. Rambach 690. E. F. Neander( nach einem älteren Liede vor 1680) 1774 498. C. F. D. Schubart 1780 321. 3. C. Lavater 67. Uralt. Veränd. v. M. Luther 1771 1525 und F. G. Klopstock 1758 1731 587 1797 1772 1711 1729 1780 104. B. Schmolck 231. 3. C. Lavater 758. E. Liebich 332. A. G. 2. Hering 1768 1770 674. M. Luther aus dem Lat. 1532 382. A. H. Niemeyer 217. 3. C. Lavater 679. P. Gerhardt 616. 3. J. Eschenburg 144. C. C. Sturm 524. Ch. 2. Neuffer 563. 3. A. Cramer 433. 3. C. Lavater 174. B. Münter 385. L. Helmbold 261. F. W. Loder 466. N. 2. Graf von Zinzendorf 150. 3. 3. Rambach V. 2 unbek. Verf. Vor 1573 1785 1776 1666 1766 1779 1817 715. P. Gerhardt 649. G. B. Funk 277. W. Hülsemann 493. 2. H. Bachoff von Echt 265. 3. F. Bahnmaier 384.? Hans Sachs; polnisch befannt seit 671. D. Schiebeler 392. P. Gerhardt 404. 2. Laurenti 114. Unbekannter Verf. 1780 1771 1774 1563 1781 1731 1735 1648 1760 1835 1771 1827 1559 1766 1653 1700 1801 588 Was giebst du denn Was Gott gefällt, du Was Gott thut, das ist wohlgethan, er Was Gott thut, das ist wohlgethan, es Was Gott thut, das ist wohlgethan, so Was hat der Mensch auf Was hilft es mir, ein Was ich nur Gutes habe Was ist mein Stand Was ist's, daß ich mich Was mein Gott will Was soll ich troftlos Was sollt' ich ängstlich Was sorgst du ängstlich Was wähnst du dich Was wär' ich ohne dich Was zagst du? Gott Weg, Welt, mit deinen Weicht, ihr Berge, fallt Weicht und quält mich Weinet nicht mehr um Welch Lob, o Vater Wenn alle untreu werden Wenn alle von mir Wenn Christus seine Wenn der Herr einst Wenn dich Unglück hat Wenn gleich aus dunkler Wenn ich ein gut Gew. Wenn ich einst von Wenn ich mit frommem Wenn ich nur den Heil. Wenn ich, o Schöpfer Wenn ich vor Gott mein Wenn mein Stündlein Wenn Menschen streben Wenn mich die Sünden Wenn Mittler, meine Wenn oft in feierlicher Register. Verfasser. Nr. 367.? C. F. Lochner 391. P. Gerhardt 772. B. Schmolck 403. S. Rodigast 709. B. Schmolck 528. B. Schmoldk 348. C. F. Weiße 362. J. S. Diterich 361. C. F. Gellert 421. C.F. Gellert 383. Albrecht der Jüng., Markgraf zu Brandenburg, 470. F. L. von Hardenberg 628. C. A. Döring 1673 1653 1716 1675 1720 1723 1556 1775 1763 436. J. G. Krah 425. C. C. Sturm 644. C.F. Gellert 445. W. N. Freudentheil 122. F. 2. von Hardenberg 1757 1817 1801 109. 3. A. Schlegel 1772 165. Unbekannter Verf.? vor 1712 58. B. Schmold 1705 430. E. Liebich( Cramer 1780) 1768 784. W. Hülsemann 1829 94. Unbekannter Verf. 1558 242. C. F. Gellert 439. S. G. Bürde 478. J. Olearius 427. D. Schiebeler 614. C. F. Weiße 725. F. G. Klopstock 112. 2. F. Krauß 471. F. L. von Hardenberg 76. C.F. Gellert 359. 6. Tersteegen 632. N. Hermann, † 1561 565. J. A. Cramer 159. J. Gesenius 654, J. A. Cramer 93. Unbekannter Verf. 1766 1765 1757 1757 1801 1821 1757 1787 1671 1766 1766 1769 1786 1801 1757 1737 1562 1780 1646 1769 1810 Wenn sich die Sonn' Wenn wir in höchsten Wenn zur Vollführung Wer bin ich? welche Wer das Kleinod will Wer geht froh durchs Wer Gott vertraut, hat Wer ist der Mann voll Wer ist so freundlich Wer ist wohl wie dit Wer nur den lieben Gott Wer Ohren hat, der höre Wer sich dünken läßt, zu Wer weiß, wie nabe mir Wer zählt der Engel Werde munter, mein Wie fleucht dahin der Wie getroft und heiter Wie Gott mich führt, so Wie groß ist des Allm. Wie groß ist Gottes Wie groß ist unsre Seligt. Wie groß, wie angebetet Wie gut ist's doch, in Wie heilig ist die Stätte Wie herrlich strahlt der Wie ist mein Herz so Wie königlich ist das Wie könnt' ich sein verg. Wie lieblich ist es in Wie liebt uns Gott so Wie sanft sehn wir den Wie selig bin ich, wenn Wie sicher lebt der Mensch Wie soll ich dich empfangen Wie sollen wir dir, Vater Wie wichtig ist doch mein Wie wird mir dann, o Wie wohl ist mir, o Willkommen, Held im Register.ee Verfasser. Nr. 736. 6. Terfteegen 1738 1757 1765 747. P. Eber(? vor 1552) vor 1560 344. C.F. Gellert 347. 3. S. Diterich 597. 2. F. Krauß 546. W. Hülsemann 387. V. 1 Joachim Magdeburg 1794 1835 1571, V.2 u. 3 unbek.Verf. 1597 SHUG) 1820 153. Ch. 2. Neuffer 1704 43. P. Gerhardt nach Pf. 145 1666 463. J. A. Freylinghausen 394. 6. Neumarf 263. S. G. Bürde 580. Unbekannter Verf. 637.? Aemilie Juliane, Gräfin zu Schwarzburg- Rudolstadt, 81. J. A. Cramer 734. 3. Rift 508. J. Neander 617. C. F. Neander 411. 2. Gedicke 52. C. F. Gellert 589 566. F. W. Loder 299. 6. C. Kern, † 1835, 482, M. Günther 127. V. 1 uralt. V. 2 bis 4 vor Verändert von Cramer 615. C. F. Weiße 374. J. A. Cramer 643. C. F. Gellert 132. P. Gerhardt 142. 3. C. Lavater 84. J. S. Diterich 648. F. G. Klopstock 604. W. C. Deßler 193. B. Schmolck 1640 1787 1714 1757 30. Unbekannter Verf. vor 1831 607. J. E. Schmidt 1714, Diterich 1765 468. 3. A. Cramer 1769 416. U. B. von Bonin um 1720 287. V. E. Löscher 450. Ph. Nicolai 1598, Schlegel 763. G. B. Funk 1686 1780 1642 1679 1766 1711 1702 1766 vor 1769 1781 1837 1720 1539 1780 1766 1764 1757 1653 1771 1765 1758 1692 1712 590 Willst du der Weisheit Willst du die Buße noch Wir erscheinen hier vor Wir flehn um deine Wir freuen uns, Herr Wir gläuben all an einen Wir glauben all an einen Wir kommen, Helfer, dir Wir sind in Not Wird das nicht Freude Wo eilt ihr hin, ihr Wo flieh' ich Sünder Wo tönt der Psalm der Wohl dem, der Jesum Wohl dem, der richtig Wohl, wohl dem Menschen Wohlauf, wohlauf zum Wohlzuthun und mitzut. Womit soll ich dich wohl Wunderanfang, herrlich Wunderbarer König 3 Zeige dich uns ohne Hülle Zeuch ein zu deinen Zeuch hin, mein Kind Zu Gott, o Seele, schwing Zum Fleiße ward das Zum Trost in unsern Register. Verfasser. Nr. 363. Chr. F. Weisse 315. C. F. Gellert 497. 3. A. Cramer 276. C. A. Döring 211.? Chr. Fischer 3. S. Diterich 63. M. Luther 72. C. F. Neander 1766 1757 1780 id 1821 vor 1618 1765 1524 1774 764.? C. Gensch v. Breitenau vor 1687 J. A. Cramer 1780 749. Unbet. Vor 1735, Cramer 1780 664. H. C. von Schweinig 1697 519. E. Liebich 1768 306. J. Heermann 1630, Neander 1774 1780 1768 Diterich 19. J. A. Cramer 253. Anna Sophie, Landgräfin zu Hessen- Darmstadt, 1658 541. D. Bruhn 1765 609. J. A. Cramer( nach Pf. 1) 1755 783. E. F. H. Sachſe him 562. J. L. Paulmann 12. 2. A. Gotter 100. H. A. Stockfleth 10. J. Neander 081822 1779 0 1697 491. F. G. Klopstod 223. P. Gerhardt 771. 6. Hoffmann 32. Ch. E. C. v. d. Recke 539. 6. D. Hartmann, † 1775, 91. 3. 6. Pfranger, † 1790, 1691 1679 1769 1653 1693 1778 1785 1791 Verzeichnis der Melodien. Melodienverzeichnis. Mit Angabe der Anzahl der Gesänge, für die eine jede Melodie im Gesangbuche angegeben ist. 1. Melodien mit Parallelmelodien.*) Dreizeilig. Besitz' ich nur ein ruhiges. 1. Gott ist mein Lied. 1. sto 591 Vierzeilig. Nun komm, der Heiden Heil. 3. Meine Seele Gott erhebt. 2. ( Lobt Gott, ihr Christen all'. 5. Nun danket all und bringet. 11. ( Nun sich der Tag geendet. 6. JHör, liebe Seel, dir ruft. 1. Ich dank dir schon durch. 3. ( Christe, der du bist Tag. 1. Erhalt uns, Herr, bei dein. 1. Herr J. Christ, dich zu uns w. 3. Herr J. Christ, meins Lebens. 3. Komm, Gott Schöpfer, heil. 2. Nun jauchz dem Höchsten. 2. Nun laßt uns den Leib begr. 2. Vom Himmel hoch da komm. 1. Vom Himmel kam der Engel. 1. Wenn wir in höchsten Nöten. 2. Wo Gott zum Haus nicht. 4. ( Wohl dem, der in Gottes. 1. Herzliebster Jesu, was hast. 3. Wend ab deinen Zorn, lieber. 5. Fünfzeilig. Da Jesus an dem Kreuze st. 1. In dich hab' ich gehoffet. 4. Dies sind die heilgen zehn. 2. Erschienen ist der herrlich. 4. Sechszeilig. ( Jesus lebt, mit ihm auch. 18. Jesus, meine Zuversicht. 7. ( Meinen Jesum laß ich nicht. 6. Liebster Jesu, wir sind. 5. Sei willkommen, Jefulein. 2. ( Gott des Himmels und. Jesus, Jesus, nichts als. ( Liebe, die du mich zum. Herr, ich habe mißgehandelt. 4. Wohl mir, Jesus, meine F. 4. ( Alles ist an Gottes Segen. 6. An des Mittlers Kreuz. 2. ( Laßt uns, Christen, hocherfr. 1. 6. 1. 3. *) Bei der mit möglichster Sorgfalt getroffenen Auswahl der Melodien ist anzunehmen, daß die für jeden einzelnen Gesang bestimmte Singweise dem Inhalte desselben am angemessensten sei. Da indes die eine oder die andere manchem unbekannt sein könnte, so giebt, zwar nicht für alle, aber doch für die Lieder, die nach einerlei Silbenmaß gedichtet sind, das gegenwärtige Verzeichnis einen Nachweis, welche bekanntere oder leichtere Melodie allenfalls statt der vorgeschriebenen gebraucht werden kann. 592 Verzeichnis der Melodien. JDir dank' ich für mein Leben. 10. O Welt, ich muß dich lassen. 18. ( Bald oder spät des Todes. 1. Dies ist der Tag der Fröhl. 1. Mach's mit mir, Gott. 4. ( Wohl dem, der beffre Sch. 1. Der du dein Wort mir. 11. Ich will dich lieben, meine. 11. Mein Jesus lebt, was. 27. Wer nur den lieben Gott. 28. ( Wer weiß, wie nahe mir. 27. Siebenzeilig. 3. ( Ach Gott, vom Himmel sieh. 2. Allein Gott in der Höh. 6. Aus tiefer Not ruf' ich. Der Herr ist mein getreuer. 5. Es ist das Heil uns kommen. 9. Es ist gewißlich an der Zeit. 3. Es spricht der Unweisen. 3. Herr J. Christ, du höchstes. 2. Mein Herzensjeſu, meine. 3. Nun freut euch, lieben Chr. 5. Wenn mein Stündlein vorh. 3. Wo Gott der Herr nicht bei. 2. Achtzeilig. ( Christus, der uns selig. 3. Schwing dich auf zu d. 6. Werde munter, mein G. 10. Wie nach e. Wasserquelle. 14. 3weizeilig. Danket dem Herren, denn. 1. ( Alle Menschen müſsen sterb. 4. Du, o schönes Weltgebäude. 5. Jesu, der du meine Seele. 11. Jesu, meines Lebens Leben. ( Womit soll ich dich wohl. 12. ( Nun danket alle Gott. Dreizeilig. Christe, du Lamm Gottes. 1. Tag des Zorns, wenn Gott. 1. 5. 5. 19. O Gott, du frommer Gott. 12. ( Was frag' ich nach der Welt. 4. JAus meines Herzens Gr. Von Gott will ich nicht. ( Herzlich thut mich verl. Ich dank dir, lieber Herre. 13. Balet will ich dir geben. 6. ( Gott, der du selber bist das. 1. 10 Ewigkeit, du Donnerw. 5. Durch Adams Fall ist ganz. 2. O Herre Gott, dein göttlich. 1. Was mein Gott will. 4. ( Wer Gott vertraut, hat. 1. Die Tugend wird durchs K. 4. Wie groß ist des Allmächtg. 11. Neunzeilig. JChrift, unser Herr, zum J. 1. Es wolle Gott uns gnädig. 1. 2. Melodien ohne Parallelmelodien. Vierzeilig. An dir allein, an dir. Christus, der ist mein 2. Die Himmel rühmen. Du klagst und fühlest. Gedanke, der uns Leben. Zehnzeilig. Lasset uns den Herren pr. 5. Sollt' ich meinem Gott n. 4. 1. 8. 1. 1. 1. Verzeichnis der Melodien. Nun laßt uns Gott, den. 7. O höchster Gott, o. 1. 1. O wie selig seid ihr. Ringe recht, wenn. 5. 3. Sollt' es gleich bisweilen. Warum verstößt. 1. Zeuch meinen Geist, triff. 1. Fünfzeilig. Ach wie nichtig, ach wie. Auferstehn, ja auferstehn. Christus ist erstanden. Gelobet feist du, Jesu. Ich hab mein Sach Gott. Lobe den Herren, den. Nicht diese Welt, die. Oheiliger Geist, o. Traurigkeit. Warum betrübst du. Sechszeilig. Ach Gott und Herr. Ach, was soll ich. Auf meinen lieben Gott. Beladner Geist, den Zorn. Dir, dir, Jehovah, will. Gottes Sohn ist kommen. Jauchzt ihr Erlöften. Jesu, meine Freud' und. Kommt ber zu mir. Mit Fried' und Freud. Nicht so traurig, nicht. Nun bitten wir den. 1. 1. 1. 1. 3. 3. 1. 1. 1. 5. 3. 3. 3. 1. 3. 1. 1. 1. 6. 1. 2. 2. 2. Seelenbräutigam. Vater unser im. 3. Was ist mein Stand, mein. 1. Was sorgst du ängstlich. 4. Wer nicht mit den Gottl. 1. Wir Christenleut. 1. T Siebenzeilig. Es kostet viel ein Christ. 1. Gieb dich zufrieden und sei. 1. Herr Chrift, der einge. 2. 1. Hilf Gott, daß mirs gelinge. 3. Lobe den Herren, o meine. Meine Hoffnung stehet. O Lamm Gottes. 1. Singen wir aus Herzensgr. Wird das nicht Freude. Achtzeilig. Der lieben Sonne Licht. Die goldne Sonne. Erbarme dich, mein. Ermuntre dich, mein. Ich bin ja, Herr, in. Jehovah ist mein Licht. Lobet den Herren, denn. Mein Jesu, dem die Ser. O Durchbrecher aller. Seele, was ist Schönres. Seligstes Wesen. Straf mich nicht. Warum sollt' ich mich. Was Gott thut, das ist. Wenn zur Vollführung. Zu Gott in dem Himmel. 593 Neunzeilig. Allein zu dir, Herr Jesu. Ein feste Burg ift. Es ist genug, so nimm. Ich ruf zu dir, Herr. Jesu, meine Freude. Zehnzeilig. 1. 2. 1. LLLLici 1. 1. 1. 3. 3. 2. 5. Ogroßer Gott von Macht. 1. Preis dem Todesüberwinder 1. Schmücke dich, o liebe S. 1. 2. 7. 3. 1. 3. 3. 9. 1. 1. 1. 3. 7. 1. 5. An Wasserflüssen Babylon 11. Beschränkt ihr Weisen. 1. 1. Ein Kindelein so löbelich. Gott sei gelobet und geben. Jerusalem, du beilge G. Komm, heilger Geist. Mein Schöpfer, steh mir. 1. 1. 1. ܢܕ ܚܕ ܟܘ. 3. 594 Verzeichnis der Melodien. Wie schön leucht't uns der. 21. Wie wohl ist mir, o. Wunderbarer König. 9. 3. Elfzeilig. Ach, wir armen Sünder. Mag ich Unglück nicht. Zwölfzeilig. Nun lob, mein Seel. Wachet auf, ruft uns. Wir glauben all an. Dreizehnzeilig. Herzlich lieb hab' ich. 2. 1. 16. 18. 2. 7. Vierzehnzeilig. de Gott, der Vater, wohn' uns. 1. Mitten wir im Leben. 3. Ohne bestimmte Zeilen. zahl. Christ fuhr gen Himmel. Christ ist erstanden. Herr Gott, dich loben wir. 1. 1. 1. Kyrie, Gott Vater. 1. Nimm von uns, Herre Gott. 1. O Vater, o allmächtger. 1. Schaffe in mir, Gott. Verleih uns Frieden. 1. 1. Das gewöhnliche Kirchengebet nach der Predigt. 595 Das gewöhnliche Kirchengebet nach der Predigt. nach deinem Willen und Wohl. gefallen zu regieren, auf daß Gerechtigkeit und Tugend verbreitet, die Bosheit geſtrafet werde, und auch wir in stiller Ruhe und gutem Frieden, als Christen gebühret, unser Leben zubringen mögen. Du wollest dir unsere Stadt, unsere Bürgerschaft, Handlung, Schiffahrt, Nahrung und Ge werbe gnädiglich lassen befohlen sein, dem Segen gebieten, daß er mit uns sei in allem, das wir Gutes vornehmen; Landplagen hingegen, als da sind Erdbeben, Krieg, Aufruhr, ansteckende Krankheiten, teure Zeit, Feuersbrünste, Viehsterben, in Gnaden abwenden und uns vor einem unseligen Tode bewahren. Zu dieser Absicht wolleft du unsere Herzen beständig zur Buße neigen, mit wahrem Glauben an deinen Sohn Jesum Christum erfüllen und uns ge. schickt machen, nach deinen Geboten zu leben und dir in Heiligkeit und Gerechtigkeit zu dienen. Barmherziger, gnädiger Gott und Vater unsers Herrn Jesu Christi, wir danken dir von Grunde unsers Herzens, daß du dein heiliges Wort bisher unter uns hast erhalten, auch dasselbe rein und lauter vortragen lassen. Wir bitten dich, du wollest dies teure Geschenk uns und unsern Nachkommen ferner bewahren, getreute Arbeiter in deine Ernte senden, und die du gesandt hast, im heilsamen Wort und heiligen Leben erhalten; deine christliche Kirche durch deinen heiligen Geist regieren, daß sie durch rechtschaffene Lehre deines lebendigen und kräftigen Wortes erbauet, dem Unglauben, Aberglauben und allen Sünden gewehret, der Irrende und Verführte zurück gebracht, der Glaube in uns gestärket werde und die Liebe zu dir und den Menschen in uns wachsen und zunehmen möge. Deiner väterlichen Fürsorge empfehlen wir auch alle christlichen Kaiser, Könige und Obrigfeiten, vor allen den deutschen Kaiser, sowie die Fürsten und Regierungen unseres deutschen Vaterlandes, insbesondere den Senat dieser Stadt, unsere ordentliche Obrigkeit, unter deren Schuß du uns gesetzet hast. Verleihe ihnen Segen und Gnade, Gesundheit und langes Leben, dazu Weisheit und Kraft, dein heiliges Wort über alles zu lieben und zu befördern, diellnterthanen Laß dir auch, o Gott, unsere Schulen befohlen sein. Gieb Glück und Segen zur Kinder. zucht. Regiere die Jugend mit deinem heiligen Geiste zu allem Guten. Laß sie wachsen und zu nehmen an Weisheit, Alter und Gnade bei dir und den Menschen. Alle die, welche in Trübsal, Armut, Krankheiten, Kindesnöten und Anfechtungen sind, auch die, welche um des heili. 596 Das gewöhnliche Kirchengebet nach der Predigt. gen Evangelii und der Wahrheit willen angefochten und gefangen sind oder sonst Verfolgung leiden, wollest du trösten mit deinem heiligen Geiste, daß sie solches alles für deinen väterlichen Willen aufnehmen und erkennen, den Verfolgern und Lästerern wollest du vergeben und sie bekehren. Und weil wir das tägliche Brot allein aus deiner väter lichen Hand nehmen, so gieb, daß wir es mit Danksagung empfahen. Laß die Früchte der Erde, zur leiblichen Notdurft gehörig, mit fruchtbarer Wachfung geraten und gedeihen. Behüte uns vor schädlichem Gewässer, Ungewitter, großer Dürre und tobenden Winden. Auch bitten wir um alles, darum du, ewiger Gott, gebeten sein willst. Verleihe uns solches aus Gnaden, durch das bittere Leiden und Sterben deines lieben Sohnes, unsers Herrn und Heilandes, Jesu Christi, wel cher mit dir und dem heiligen Geiste lebet und regieret, wahrer Gott, in alle Ewigkeit. Amen. Gebet in den Betstunden. Allmächtiger, ewiger, barmherziger Gott, du Vater unsers Herrn Jesu Chrifti, wir arme sündhafte Menschen treten vor dein heiliges Angesicht, zu beten. Erhöre uns, denn du bist nicht ferne von einem jeglichen unter uns. In dir leben, weben und sind wir. O so neige denn dein Vaterherz zu uns, um deines lieben Sohnes, Jesu Christi, willen. Dir, dem allgütigen Gott, fagen wir von Grund unserer Herzen Lob und Dank für deine vielfältigen großen Wohlthaten, die du uns aus väterlicher Liebe erzeiget hast. Du haft uns erschaffen zu deinem Ebenbilde. Durch den Tod deines lieben Sohnes hast du uns von Sünden und ewiger Verdammnis erlöset. Durch die Predigt deines heiligen Evangelii haft du uns zur christlichen Kirche berufen. Du sorgest für uns, wie ein Vater für seine Kinder, und giebst uns alles, was zur Nahrung und Notdurft dieses Lebens gehöret. Du hast unser Gebet erhöret, und uns bisher im Frieden erhalten. Für solche und alle andern Wohlthaten danken wir deinem heiligen Namen. Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen! Deine Güte iſt es, daß wir nicht gar aus sind, und deine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß. Mit unsern Sünden haben wir zwar viele und große Strafen verdienet. Das Tichten und Trachten unserer Herzen ist nur immerzu böse von Jugend auf. Wir irren alle mannichfaltig; wir haben viel böser Werke des Fleisches und der Finsternis begangen, deiner Gnade und Ge. Gebet in den Betstunden. schenke haben wir vielfältig gemißbraucht und den Reichtum deiner Güte und Langmütigkeit verachtet. Solche unsere Missethat aber ist uns herzlich leid und reuet uns sehr. Wehe uns, daß wir wider dich, unsern Herrn und Gott, also gefündiget haben! Wir trösten uns aber des heiligen Verdienftes und der kräftigen Fürbitte deines lieben Sohnes, Jesu Christi, der uns mit seinem Blute teuer erkaufet hat. Gott, sei uns gnädig nach deiner Güte und tilge unsere Sünde nach deiner großen Barmherzigkeit. Strafe uns nicht in deinem Zorn und züchtige uns nicht in deinem Grimm. Gedenke nicht unserer Missethat und Übertretung, sondern gedenke unser nach deiner großen Barmherzigfeit, um deiner Güte willen. Laß dir unsere Kirche befohlen sein. Erhalte uns dein Wort rein und lauter mit den gnadenreichen Sakramenten bis auf unsere Kinder und Nachkommen. Sende treue Lehrer und Arbeiter in deine Ernte, gieb deinen Geist und Kraft zum Worte, wehre allen Ärgernissen, Spaltungen und Sekten, bringe wieder alle Frrende und Verführte, tritt den Satan unter unsere Füße. Wir befehlen dir auch unsere liebe Obrigkeit; gieb ihr den Geist der Weisheit und des Verstandes, gieb heilsame friedliche Ratschläge, daß in unserm Lande Ehre wohne, daß Güte und Treue, Gerechtigkeit und Friede unter uns 597 herrsche. Gieb uns auch das tägliche Brot; segne unsre Handlung, Schiffahrt, Nahrung und Gewerbe. Gieb uns Regen und fruchtbare Zeit vom Himmel, erfülle unsre Herzen mit Speise und Freude. Segne und be. wahre die Früchte auf dem Felde, daß unser Land sein Gewächs gebe. Laß alle Werke unserer Hände in dir gesegnet sein. Gieb Glück und Segen zur Kinderzucht in unsern Schulen und in unsern Häusern, und regiere die liebe Jugend mit deinem heiligen Geist zu allem Guten. Hilf, daß sie wachse und zunehme an Weisheit, Alter und Gnade bei dir und den Menschen. Laß dir auch Stadt und Land zu deinem väterlichen Schuß befohlen sein. Nimm deinen Frieden nicht von uns, und bewahre uns, daß wir mit groben wissentlichen Sünden denselben nicht von uns stoßen. Behüte uns vor Krieg und Blutvergießen, vor äußerlichen Feindfeligkeiten und vor innerlicher Unruhe und Zwietracht. Behüte uns auch vor der Pest und andern ansteckenden Krankheiten, vor Hagel und Ungewitter, vor Mißwachs, Viehsterben und teurer Zeit, vor Feuers- und Wassersnot, vor Erdbeben, verderbenden Sturmwinden, vor einem bösen schnellen Tode. Sende zu uns deine heiligen Engel, die sich um uns her lagern, uns bewahren auf unsern Wegen und auf ihren Händen tragen, daß unsere Füße nicht anstoßen. 598 Gebet in den Betstunden. Vor allen Dingen aber be hüte uns vor jeder geistlichen Not und Gefahr. Hilf, daß wir mit festem Glauben und andächtigem Gebet, mit Wachen und nüchternem Leben den Feinden unserer Seligkeit widerstehen. Und weil wir nicht tüchtig sind von uns selber, als von uns selber, etwas Gutes zu denken oder zu vollbringen, so bitten wir dich, o du barmherziger Gott, du wolleft uns tüchtig machen zu allem Guten. Erleuchte unsern Verstand, heilige unsern Willen, reinige unsere Herzen, wirkte in uns rechtschaffene Buße. Hilf, daß wir von Sünden abstehen und uns von ganzem Herzen zu dir bekehren. Das gute Werk des Glaubens, welches du in uns angefangen haft, wollest du hinausführen bis auf jenen großen Tag. Gieb uns deines Geistes Gnade, daß wir rechtschaffene Früchte der Buße bringen und unsern Glauben mit guten Werken erweisen. Hilf, daß wir in Liebe und Friede, in Sanftmut und Demut, in Reuschheit und Nüchternheit leben und im Guten bis ans Ende verharren. Und wenn zuletzt unser Ende kommen wird, daß wir aus dieser Welt werden scheiden müssen, so stehe uns bei mit deiner Gnade; reiß uns mit deiner allmächtigen Hand aus der Todesnot. In unserer letzten Stunde, am jüngsten Gericht, hilf uns, lieber Herre Gott. Gieb, daß wir im Glauben und Gebet entschlafen und unsere Seele zu dir im Frieden von hinnen fahre. Führe uns dereinst am jüngsten Tage ins Reich der Herrlichkeit, daß wir dein heiliges Angesicht mit Freuden auschauen, mit allen Engeln und Auserwählten dich loben und preisen und ewiglich bei dir wohnen und bleiben mögen. Erhöre dies unser Gebet, barmherziger Gott und Vater, um deines lieben Sohnes, Jesu Chrifti, willen, welcher mit dir und dem heiligen Geist lebet und regieret, hochgelobet in alle Ewigkeit. Amen. Ermahnung an die Kommunikanten. Meine Allerliebsten! Uns wird stets durch die Predigt des Evangelii Christi vorgehalten, daß wir von Natur unwissende, arme Sünder und in diesem Zustande verloren sind, auch durch eigene Einsicht und Kraft unmöglich von dem strengen Gericht Gottes und von dem gesammten schrecklichen Verderben der Sünde uns befreien können. Gott aber hat unser Unvermögen besser erkannt, denn wir, und hat, als ein gnädiger Vater, seinen eingebornen Sohn, Jesum Christum, für uns ge geben, daß wir, durch sein Evangelium erleuchtet und durch seinen Tod von unsern Sünden erlöset, Kinder Gottes und Erben Ermahnung an die Kommunikanten. der ewigen Seligkeit würden, so wir das glaubten. Solches läßt er uns stets predigen. Auf solchen Glauben und zu solcher Seligkeit werden wir auch getauft. Darin sollen wir stets bleiben, so bleiben wir in Chrifto und Christus in uns. So essen wir ohne Unterlaß geistlicher Weise, durch den Glauben, den Leib Christi und trinfen sein Blut, das heißt, wir werden mit Christo aufs genaueste vereiniget dadurch, daß wir uns das persönlich zueignen, daß er seinen Leib für uns in den Tod gegeben und sein Blut für uns am Kreuz vergossen hat zur Vergebung der Sünden. Darauf verlassen wir uns zur Seligkeit wider alle falsche Lehre, wider alle Sünde, Anfechtung und Not. Aus dieser Wohl that Christi lernen wir auch, welche Liebe und Geduld wir üben sollen gegen unsern Näch-| ften, selbst gegen unsere Feinde. Was wollten wir mehr? Doch, damit wir dessen nicht vergessen oder träge werden möchten, als wir leider oft werden, zu solchem Glauben an die Menschwerdung und den Tod Christi, so hat er uns ein befondres Gedächtnis und eine feierliche Verkündigung seines Todes, so oft wir wollen, befohlen, daß wir auch äußerlich im Sakrament, der Vernunft verborgen, allein dem Glauben aus den Worten Christi bekannt, essen sollen seinen Leib und trinken sein Blut, auf daß wir 599 ja nicht zweifeln sollen, sein Tod und Blutvergießen sei unsere gewisse Seligkeit. Diese heilige Handlung, o Erlösete, helfe euch Gott anjetzt mit wahrer Andacht verrichten. Ihr müsset schon durch Gebet und Selbstprüfung dazu vorbereitet sein, und mit unverstellter Reue über eure Sünden, mit aufrichtigem Verlangen nach der Barmherzigkeit Gottes in Chrifto Jesu und mit dem ernstlichen Entschluß, an der Besserung eures Herzens und Lebens zu arbeiten, hier an dem Tisch des Herrn erscheinen. Dann werdet ihr der seligen Teilnehmung an allen Früchten des Leidens und Todes Jesu Christi durch den Genuß des Abendmahls versichert werden, und die euch widerfahrne Wohlthat, Gott zum Preise, euren Seelen zum Trost und euren Brüdern zur Erbauung, freudig rühmen und dankbar anwenden, nach dem Befehl Christi: Solches thut zu meinem Gedächtnis. Wer denn nun würdig will effen und trinken, der soll zwei Dinge thun. Er soll glauben, was Christus sagt, und thun, was er gebeut. Er sagt: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das ist mein Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden; solches follet ihr glauben. Er gebeut aber: Nehmet hin und effet, trinket alle daraus und gedenket mein; solches sollet ihr thun nach seinem Gnadenwort und Befehl. Amen. 600 Kollekten an Sonn- und Festtagen. Kollekten, die in den hamburgischen Kirchen an den Sonnund Festtagen gesungen werden. Am Sonntage. 1. Lasset uns beten: Herr Gott, himmlischer Vater, laß uns dein heilsam Wort mit Andacht hören und verleih uns allen Gnade, die göttliche Kraft desselben zu erfahren, damit wir dein Heil immer ernstlicher suchen, auf deine Barmherzigkeit in Demut hoffen und in kindlicher Furcht und Liebe vor dir wandeln, durch unsern Herrn, Jesum Christum. Chor. Amen! 2. Lasset uns beten: Allmächtiger, ewiger Gott, der du das Wollen und Vollbringen des Guten in uns schaffest und alle, die deinen Namen ehren, mit Heil und Gnade krönest, laß uns deine Barmherzigkeit reichlich widerfahren, daß wir dein heiliges Wort von Herzen lieben und alles, was du uns darin gebietest, durch deine Kraft vollbringen, durch unsern Herrn, Jesum Christum. Chor. Amen! Kollekten an Sonn- und Festtagen. 3. Lasset uns beten: Barmherziger Gott und Vater, der du den Irrenden das Licht der Wahrheit leuchten läsfest und sie dadurch auf den Weg des Lebens zurückführst, lehre auch uns dein seligmachend Wort lebendig erkennen, und mache es uns zu unsers Herzens Freud' und Wonne, damit wir alles, was dir mißfällt, ernstlich meiden, und im Gehorsam das Gute standhaft vollbringen, durch unsern Herrn, Jesum Chriftum. Chor. Amen! [ 1] 4. Gott, gieb Fried' in deinem Lande. Chor. Glück und Heil zu allem Stande. Lasset uns beten: 601 Herr Gott, himmlischer Vater, der du ein reines Herz in uns schaffest und zur Übung guter Werke uns stärkeſt, gieb, daß dein göttlicher Friede uns erfreue und unsere Herzen und Sinne allezeit bewahre, damit wir stets an deinen Geboten hangen, ein geruhiges und stilles Leben führen und als deine Kinder mit Glück und Heil von dir gesegnet werden, durch unsern Herrn und Heiland, Jesum Chriftum. Chor. Amen! Roy [ 2] An den Festtagen. In der Adventszeit. sid. day main Daran ist erschienen die Liebe Gottes, daß er seinen Sohn gesandt hat. Chor. Daß wir durch ihn leben sollen, Hallelujah! Lasset uns beten: Wir danken dir, lieber himmlischer Vater, daß du dich unser so gnädig angenommen und deinen eingebornen Sohn uns zum Erretter gesandt haft. Gieb uns diese unendliche Wohlthat heilsam zu erkennen und stärke uns durch die Kraft deiner Gnade, daß wir für deine erbarmende Liebe dich dankbar preisen und mit reinem Herzen dir allezeit dienen, durch denselben, deinen lieben Sohn, unsern Herrn, Jesum Chriftum. Chor. Amen! 26 602 [ 3] This Chor. [ 4] dus ens Chor. [ 5] Sub Rolleften an Festtagen.llo Am heiligen Weihnachtsfeste. 12150 Ein Kind ist uns geboren. Hallelujah! Ein Sohn ist uns gegeben. Hallelujah! o m oder 8 god Chriftus kommt her aus den Vätern nach dem Fleisch. Hallelujah! Welcher ist Gott über alles, gelobt in Ewigkeit. Hallelujah! Lasset uns beten: [] Barmherziger Gott und Vater, der du deinen lieben Sohn in die Welt gesandt hast, damit wir durch ihn gerecht und Erben des ewigen Lebens würden, wir danken dir für deine unaussprechliche Gabe. Sei uns allen gnädig und hilf uns, daß wir an deinen Mensch gewordenen Sohn von Herzen glauben, und in diesem Glauben der himmlischen Güter teilhaftig werden, die uns allen sind erworben worden durch ihn, unsern Herrn, Jefum Chriftum. Chor. Amen! Am Neujahrstage. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich. Hallelujah! Chor. Und seine Güte währet ewiglich. Hallelujah! Lasset uns beten: Wir danken dir, allgütiger Gott und Vater, daß du uns im verfloßnen Jahre allmächtig beschüßet und erhalten, auch deine Gnade und deinen Segen uns reichlich erzeigt haft. Walte auch in diesem Jahre über uns mit väterlicher Güte und erwecke unsere Herzen, daß wir dich allezeit dankbar preisen und die hineilenden Tage unsers Lebens dir heiligen durch unsern Herrn, Jefum Chriftum. Chor. Amen! Am Feste der Erscheinung Christi. Wie am Weihnachtsfefte. Am Feste der Reinigung Mariä. Wie am Weihnachtsfeste, [ 6] [ 7] Kollekten an Festtagen. Am Feste der Verkündigung Mariä. i dat Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat. Hallelujah! Lasset uns freuen und fröhlich darin sein. Hallelujah! 603 Chor. Lasset uns beten: Dank und Anbetung sei dir, allmächtiger, gnädiger Gott, daß du uns das gottselige Geheimnis von deines Sohnes Menschwerdung geoffenbaret hast. Gieb, daß wir es in Demut gläubig annehmen und uns dadurch ermuntern lassen, alles ungöttliche Wesen zu meiden und dem zu Ehren zu leben, der uns zum Segen Mensch ward, unserm Herrn, Jesu Christo! Chor. Amen! [ 8] In der Passionszeit. Christus ist um unsrer Missethat willen verwundet. Chor. Und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Lasset uns beten: Barmherziger, ewiger Gott, der du deinen eingebornen Sohn für uns alle dahin gegeben, daß er unsre Sünde am Kreuz tragen sollte, wir danken dir für dieses Wunder deiner Liebe und bitten dich herzlich, du wolleft uns im Glauben an das Verdienst deines Sohnes stärken und uns des Segens seiner Erlösung teilhaftig machen, damit wir, der Sünde abgeſtorben, der Gerechtigkeit leben, durch unsern Herrn, Jesum Christum. Chor. Amen! Am heiligen Osterfeste. Christus ist um unsrer Sünde willen dahin gegeben. Hallelujah! Chor. Und um unsrer Gerechtigkeit willen auferwecket. Hallelujah! Lasset uns beten: Allmächtiger Gott und Vater, der du Jesum Christum, den großen Sieger über Tod und Sünde, auferwecket und durch feine Auferstehung uns überzeugt hast, daß er dein Sohn und unsere Erlösung durch ihn vollbracht sei, und daß auch wir einst auferstehn und ewig leben sollen, erhalte uns in diesem Glauben 26 Kollekten an Feſttagen. und in dieser Hoffnung und stärke dadurch unsre Herzen, daß uns nach deinem Heil sehnlich verlange und wir uns in deinem Dienste stets erfinden lassen, durch denselben deinen lieben Sohn, unsern Herrn, Jesum Christum. Chor. Amen! 604 [ 9] Am Feste der Himmelfahrt Christi. [ 10] Chriftus fann selig machen immerdar, die durch ihn zu Gott kommen. Hallelujah! Chor. Und lebet immerdar und bittet für sie. Hallelujah! Lasset uns beten: Wir bringen dir Lob und Anbetung, du hocherhöhter Heiland unsrer Seelen, der du in deiner Herrlichkeit nun ewig lebeſt und über alles, was im Himmel und auf Erden ist, allmächtig herrschest und regiereft. Verleih uns deine Gnade, daß unser Geist sich von den Lüften dieser Welt zu dir erhebe und uns nur nach dem, was himmlisch ist, verlange, damit wir deine Herrlichkeit einst schauen und dann, mit Ruhm und Preis gekrönt, in Unschuld und in ewiger Seligkeit dir dienen. Chor. Amen! Chor. Am heiligen Pfingstfeste. Herr, lehre uns thun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist unser Gott. Dein guter Geist führe uns auf ebner Bahn. Laffet uns beten: Herr, unser Gott und Vater, der du durch deinen guten Geist zur Wahrheit und zur Heiligung uns führest, wir bitten dich von Herzen, du wollest ihn auch zu uns senden, daß wir dich und dein Wort heilsam erkennen, an Jesum, unsern Herrn, recht glauben lernen und so durch ihn zum Guten gestärket und in aller Not mit seinem Troft erquicket werden, um deines lieben Sohnes, Jesu Chrifti, willen. Chor. Amen! Am Feste der heiligen Dreieinigkeit. [ 11] fuis Chor. modul Wir loben dich, Herr Gott Vater, Sohn und heiliger Geist. Hallelujah! Und rühmen dich von nun an bis in Ewigkeit. Hallelujah! Idomusd.d.d Rolletten an Festtagen. still 605 Lasset uns beten: Anbetungswürdiger, heiliger Gott, dessen unerforschlich Wesen niemand ergründet, wir danken dir, daß du uns selbst gelehrt hast, wie wir dich, den einigen wahren Gott, als Vater, Sohn und Geist anbeten sollen. Gieb, daß wir dieses göttliche Geheim. nis gläubig annehmen und uns dadurch erwecken lassen, dich, den Unendlichen, in Demut zu verehren und mit der That und Wahrheit dich zu preisen, der du allein lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Chor. Amen! Am Feste Johannis. Bereitet dem Herrn den Weg. Hallelujah! Chor. Machet eine ebne Bahn unserm Gott. Hallelujah! Lasset uns beten: Allmächtiger, ewiger Gott, der du auch uns das Heil erkennen läsfest, das in Vergebung unsrer Sünden bestehet, erhöre unfre Bitte und hilf uns, daß wir auch dieses Heils teilhaftig werden, damit wir unser lebenlang dir findlich dienen und so, wie dir's gefällt, gerecht und heilig wandeln, um deines lieben Sohnes, unsers Herrn, Jesu Christi willen. Chor. Amen! [ 12] [ 13] Am Feste der Heimsuchung Mariä. Gottes Barmherzigkeit währet für und für! Chor. Bei denen, die ihn fürchten. Hallelujah! Lasset uns beten: Wir danken deinem heiligen Namen, barmherziger Gott und Vater, daß du in deinem Sohn dich unsrer gnädiglich erbarmt hast. Laß uns den Reichtum deiner Liebe recht erkennen, und gieb uns deines Geistes Beistand, daß wir mit Herz und Mund dich, unsern Gott, erheben, der du so große Dinge an uns gethan hast, durch unsern Herrn und Heiland, Jesum Christum. Chor. Amen! [ 14] Chor. Am Michaelisfeste. Der Herr hat seinen Engeln befohlen über dir. Hallelujah! Daß fie dich behüten auf allen deinen Wegen. Hallelujah! 26** 606 Rollette n. d. Betstunden, am Bußtage u. n. d. h. Abendmahl. Laffet uns beten: Herr Gott, himmlischer Vater, der du durch deine Engel uns beschüßest, wenn Sünd' und Welt uns mit Gefahren drohen, wir bitten deine Barmherzigkeit, du wolleft diesen Schutz uns gnädiglich erhalten und uns durch deinen heiligen Geist regieren, daß, wie im Himmel, also auch auf Erden dein Wille allezeit geschehe, damit wir einst dein Angesicht mit allen Engeln schauen und dich mit allen Auserwählten ewig preisen, durch unsern Herrn, Jesum Chriftum. Chor. Amen! Kollekte nach den Betstunden und am Bußtage. [ 15] Herr, handle nicht mit uns nach unsern Sünden. Chor. Und vergilt uns nicht nach unsrer Missethat. Lasset uns beten: Herr Gott, himmlischer Vater, der du nicht Luft haft an der armen Sünder Tode, läsfest sie auch nicht gern verderben, sondern willst, daß sie bekehret werden und leben, wir bitten dich herzlich, du wollest die wohlverdienten Strafen unserer Sünden gnädiglich abwenden und zu unserer Besserung deine Barmherzigkeit verleihen, um Jesu Christi, deines lieben Sohns, unsers Herrn willen. Chor. Amen! Kollekte nach dem heiligen Abendmahl. Lasset uns beten: Wir danken dir, allmächtiger Herre Gott, daß du uns durch diese heilsame Gabe des Leibes und Blutes deines lieben Sohnes haft erquicket, und bitten deine Barmherzigkeit, daß du uns solches gedeihen lasseft zur Stärkung unsers Glaubens und zu feuriger Liebe unter uns allen, durch Jesum Christum, deinen lieben Sohn, unsern Herrn. Chor. Amen! Verzeichnis der Bibelterte. Verzeichnis der zum abwechselnden Gebrauche*) verordneten evangelischen und epistolischen Bibeltexte. 1. Am 1. Sonntage des Advents. JEv. Joh. 1, V. 15 bis 18. Ep. Röm. 13, V. 11 bis 14. JEv. Matth. 3, V. 1 bis 6. 2. Ep. Jerem. 31, B. 31 bis 34. 36. 2. 1. Am 2. Sonntage des Advents. JEv. Luk. 21, V. 25 bis 1. Ep. Röm. 15, V. 4 bis 13. JEv. Matth. 3, V. 7 bis 12. Ep. Ephef. 1, V. 3 bis 6. Am 3. Sonntage des Advents. JEv. Matth. 11, V. 2 bis 15. Ep. 1. Kor. 4, V. 1 bis 7. JEv. Matth. 10, V. 32 bis 42. Ep. 1. Kor. 3, V. 11 bis 17. Am 4. Sonntage des Advents. Ev. Joh. 1, V. 19 bis 28. Ep. Phil. 4, V. 4 bis 7. JEv. Luk. 17, V. 20 bis 24. ( Ep. 1. Tim. 1, V. 12 bis 17. 2. 1. 2. 1. Am 1. Weihnachtstage. JEv. Luk. 2, V. 1 bis 14. Ep. Tit. 2, V. 11 bis 14. JEv. Joh. 1, V. 1 bis 14. Ep. Ebr. 1, V. 1 bis 6. 2. 1. 2, 607 Am 2. Weihnachtstage. ( Ev. Luk. 2, V. 15 bis 20, oder Matth. 23, V. 34 bis 39. Gal. 4, V. 1 bis 7. ( Ep. JEv. Luk. 19, V. 10. Ep. 1. Joh. 4, V. 9 bis 11. 1. Am Sonnt. nach Weihnacht. JEv. Psalm 62, V. 6 bis 13. Ep. 2. Kor. 4, V. 15 bis 18. JEv. Psalm 90, V. 1 bis 12. Ep. Judä V. 17 bis 21. 2. Am Neujahrstage. ( Ev. Lut. 2, V.21, od. fr. Tert. 1. Ep. Ebr. 10, V. 35 bis 39, oder freier Tert. 2. JEv. Psalm 111 od. fr. Tert. Ep. Ebr.13, V.14, od.fr.Text. Am Sonntage nach Neujahr. JEv. Luk. 2, V. 33 bis 40. Ep. Tit. 3, V. 4 bis 7. 1. 2. JEv. Matth. 16, V. 1 bis 4. ( Ep. Jak. 4, V. 13 bis 17. *) In dem Kirchenjahre 1888/89 werden die alten( nur hie und da veränderten oder erweiterten) Texte, die mit Nr. 1 bezeichnet sind, zum Grunde gelegt, und zwar so, daß der vorangehende evangelische Text für die Hauptpredigt, der darauf folgende epistolische für die Nachmittagspredigt dient. Von Advent 1889 an wird über dieselben Texte, aber in umgekehrter Ordnung, gepredigt, vormittags über die Epistel, nachmittags über das Evangelium. Mit Advent 1890 treten die neuen mit Nr. 2 bezeichneten Abschnitte ein, und zwar das Evangelium für die Hauptpredigt, die Epistel für die Nachmittagspredigt; von Advent 1891 aber umgekehrt für jene die Epistel und für diese das Evangelium. Auf solche Weise entsteht für beide Predigten ein vierfacher Wechsel, der sich regelmäßig alle vier Jahre erneuert. 608. Verzeichnis der Bibelterte. 1. Am Fefte der Erschein. Christi. JEv. Matth. 2, V. 1 bis 12. ( Ep. Jes. 60, V. 1 bis 6. Jef. 42, V. 1 bis 8. Ep. Jes. 55, V. 3 bis 11. JEv. 2. 1. 2. Am 1. Sonnt. nach Epiphanias. JEv. Matth. 2, V. 13 bis 23. Ep. Röm. 12, V. 1 bis 6. JEv. Matth. 3, V. 13 bis 17. Ep. 1. Petr. 2, V. 1 bis 4. Am 2. Sonnt. nach Epiphanias. ( Ev. Lut. 2, V. 41 bis 52. Ep. Röm. 12, V. 7 bis 16. JEv. Mart. 6, V. 17 bis 29. Ep. Ephef. 4, V. 11 bis 16. 1. 2. 1. Am 3. Sonnt. nach Epiphanias. JEv. Job. 2, V. 1 bis 11. Ep. Röm. 12, V. 17 bis 21. JEv. Mark. 1, V. 14 bis 22. Ep. Ephef. 2, V. 4 bis 10. 2. 1. Am 4. Sonnt. nach Epiphanias. JEv. Matth. 8, V. 1 bis 13. Ep. Röm. 13, V. 8 bis 10. JEv. Joh. 1, V. 43 bis 51. Ep. 1. Tim. 6, V. 6 bis 11. 2. 1. Am Tage der Reinigung Mariä. JEv. Luk. 2, V. 22 bis 32. Ep. Mal. 3, V. 1 bis 4. JEv. Matth. 19, V. 13 bis 22. ( Ep. Psalm 103, V. 1 bis 13. 2. 1. Am 5. Sonnt. nach Epiphanias. JEv. Matth. 8, V. 23 bis 27. Ep. Kol. 3, V. 12 bis 17. Ev. Matth. 10, V. 16 bis 31. ( Ep. 2. Kor. 6, V. 14 bis 18. 2. 1. Am 6. Sonnt. nach Epiphanias. Ev. Matth. 17, V. 1 bis 9. Ep. 2. Petr. 1, V. 16 bis 21. JEv. Luk. 9, V. 57 bis 62. 1Ep. Ebr. 3, V. 12 bis 19. 2. berbniebl 1. 2. 1. 2. 1. Am Sonntage Septuagefima. JEv. Matth. 20, V. 1 bis 16. Ep. 1. Kor. 9, V. 24 bis 27. JEv. Luk. 10, V. 38 bis 42. Ep. Röm. 5, V. 1 bis 5. Am Sonntage Seragesima. JEv. Luk. 8, V. 4 bis 15. Ep. 2. Kor. 12, V. 1 bis 10. JEv. Matth. 11, V.25 bis 30. Ep. 2. Petr. 1, V. 2 bis 9. Am Sonntage Estomihi. ( Ev. Lut. 18, V. 31 bis 43. Ep. 1. Kor. 13, V. 1 bis 13. JEv. Matth. 16, V. 21 bis 27. Ep. Ebr. 2, V. 9 bis 18. Am Sonntage Invotavit. JEv. Matth. 4, V. 1 bis 11. Ep. 2. Kor. 6, V. 1 bis 10. JEv. Lut. 20, V. 9 bis 20. Ep. 1. Kor. 1, V. 18 bis 25. Am Sonntage Reminiscere. JEv. Matth. 15, V. 21 bis 28. Ep. 1. Theff. 4, V. 1 bis 8. JEv. Lut. 7, V. 36 bis 50. Ep. 1. Petr. 4, V. 1 bis 5. 2. 1. 2. 1. 2. 1. Am Sonntage Ofuli. JEv. Luk. 11, V. 14 bis 28. Ep. Ephef. 5, V. 1 bis 9. JEv. Luk. 13, V. 1 bis 9. Ep. 1. Petr. 1, V. 13 bis 25. 2. 1. Am Sonntage Lätare. JEv. Joh. 15, V. 1 bis 14. Ep. 2. Kor. 5, V. 17 bis 21. Ev. Joh. 12, V. 42 bis 50. Ep. 1. Tim. 6, V. 12 bis 16. 2. 1. Am Sonntage Judika. JEv. Joh. 8, V. 46 bis 59. Ep. Ebr. 9, V. 11 bis 15. JEv. Joh. 8, V. 28 bis 36. ( Ep. Röm. 8, V. 31 bis 39. 2. Verzeichnis der Bibelterte. 2. Am Tage der Verkünd. Mariä. 1. Ev. Luk. 1, V. 26 bis 38. Ep. Jef. 9, V. 6 und 7. JEv. Matth. 1, V. 18 bis 23. Ep. Jerem. 33, V. 14 bis 18. Am Sonntage Palmarum. JEv. Matth. 21, V. 1 bis 9. Ep. Phil. 2, V. 5 bis 11. JEv. Joh. 12, V. 23 bis 33. Ep. Ebr. 12, V. 1 bis 6. 1. 2. 1. Am Gründonnerstage. JEv. Joh. 13, V. 1 bis 15. Ep. 1. Kor. 11, V. 23 bis 32. JEv. Luk. 22, V. 14 bis 23. Ep. 1. Kor. 10, V. 16 bis 22. 2. 1. Am ersten Oftertage. JEv. Mark. 16, V. 1 bis 8. Ep. 1. Kor. 5, V. 6 bis 8. JEv. Matth. 28, V. 1 bis 10. Ep. 1. Petr. 1, V. 3 bis 9. 2. 1. 2. 1. 2. Am zweiten Oftertage. JEv. Luk. 24, V. 13 bis 35. ( Ep. Ap.Gesch.10, V.34bis41. JEv. Joh. 20, V. 11 bis 18. Ep. 1. Kor. 15, V.12 bis 22. Am Sonnt. Quasimodogeniti. JEv. Joh. 20, V. 19 bis 31. Ep. 1. Joh. 2, V. 1 bis 6. JEv. Joh. 11, V. 25 bis 27. Ep. 1. Kor. 15, V. 50 bis 58. Am Sonnt. Miserikord. Dom. JEv. Joh. 10, V. 12 bis 18. Ep. 1. Petri 2, V. 11 bis 18. JEv. Lut. 24, V. 36 bis 47. Ep. Röm. 10, V. 9 bis 17. Am Sonntage Jubilate. JED. Joh. 16, V. 16 bis 23. Ep. 1. Petr. 2, V. 19 bis 25. JEv. Joh. 21, V. 1 bis 14. Ep. 2. Kor. 4, V. 6 bis 11. 1. 2. 1. 2. 609 1. Am Sonntage Kantate. JEv. Joh. 16, V. 5 bis 15. Ep. Jak. 1, V. 13 bis 21. JEv. Joh. 21, V. 15 bis 19. Ep. 1. Joh. 2, V. 14 bis 17. 2. Am Sonntage Rogate. JED. Joh. 16, V. 23 bis 33. 1. Ep. Jak. 1, V. 22 bis 27. JEv. Joh. 21, V. 20 bis 25. Ep. Jak. 1, V. 2 bis 12. 2. 1. Am Feste d. Himmelf. Christi. JEv. Mark. 16, V. 14 bis 20. Ep. Ap. Gesch. 1, V. 1 bis 11. JEv. Luk. 24, V. 49 bis 53. Ep. Kol. 3, V. 1 bis 4. 2. 1. Am Sonntage Exaudi. JEv. Joh.15, V.26b.K.16, V.4. Ep. 1. Petr. 4, V. 8 bis 11. JEv. Mark. 4, V. 26 bis 32. Ep. 1. Joh. 5, V. 9 bis 15. 2. 1. Am ersten Pfingsttage. JEv. Joh. 14, V. 23 bis 31. Ep. Ap. Gesch. 2, V. 1 bis 13. JEv. Ap.Gesch.2, V.38 bis41. Ep. Ephef. 1, V. 9 bis 14. 2. 1. Am zweiten Pfingsttage. JEv. Joh. 3, V. 16 bis 21. Ep. Ap.Gesch.10,3.42bis48. JEv. Ap.Gesch.2, V.42 bis 47. Ep. Ephef. 2, V. 19 bis 22. 2. 1. Am Sonntage Trinitatis. JEv. Joh. 3, V. 1 bis 15. Ep. Röm. 11, V. 33 bis 36. JEv. Matth. 28, V. 16 bis 20. Ep. 1. Kor. 2, V. 7 bis 14. 2. 610 Verzeichnis der Bibelterte. 1. Am 1. Sonnt. nach Trinitatis. JEv. Luk. 16, V. 19 bis 31. 1. Ep. 1. Joh. 4, V. 16 bis 21. JEv. Ap.Gesch. 4, V. 1 bis 12. Ep. Jak. 2, V. 8 bis 13. 2. 1. Am 2. Sonnt. nach Trinitatis. JEv. Luk. 14, V. 16 bis 24. ( Ep. 1. Joh. 3, V. 13 bis 18. JEv. Ap.Gesch.4, V. 13bis 21. Ep. Jat. 2, V. 14 bis 24. 2. 1. Am 3. Sonnt. nach Trinitatis. JEv. Luk. 15, V. 1 bis 10. ( Ep. 1. Petr. 5, V. 6 bis 11. JEv. Matth. 19, V. 3 bis 9. Ep. Jak. 4, V. 1 bis 10. 2. 1. Am 4. Sonnt. nach Trinitatis. JEv. Luk. 6, V. 31 bis 42. Ep. Röm. 8, V. 18 bis 23. JEv. Luk. 4, V. 16 bis 21. Ep. 2. Tim. 3, V. 12 bis 17. 2. 1. Am Tage Johannis d. Täufers. ( Ev. Luk. 1, V. 57 bis 80. ( Ep. Jef. 40, V. 1 bis 8. JEv. Joh. 3, V. 23 bis 30. Ep. Ap. Gesch. 19, V.1 bis 6. 2. 1. Am 5. Sonnt. nach Trinitatis. JEv. Luk. 5, V. 1 bis 11. Ep. 1. Petr. 3, V. 8 bis 15. JEv. Luk. 12, V. 15 bis 21. Ep. Gal. 2, V. 16 bis 21. 2. 1. Am Tage der Heims. Mariä. JEv. Luk. 1, V. 39 bis 56. ( Ep. Jef. 11, V. 1 bis 5. 2. Ev. Zeph. 3, V. 14 bis 17. Ep. Psalm 33, V. 1 bis 12. Am 6. Sonnt. nach Trinitatis. JEv. Matth. 5, V. 17 bis 26. Ep. Röm. 6, V. 3 bis 11. JEv. Joh. 4, V. 5 bis 24. Ep. 1. Theff. 4, V. 9 bis 12. 2. 1. Am 7. Sonnt. nach Trinitatis. JEv. Mark. 8, V. 1 bis 9. Ep. Röm. 6, V. 19 bis 23. JEv. Ap.Gesch.5, V.34 bis42. Ep. 1. Petr. 2, V.5 bis 10. 2. 1. Am 8. Sonnt. nach Trinitatis. JEv. Matth. 7, V. 15 bis 29. Ep. Röm. 8, V. 12 bis 17. JEv. Luk. 17, V. 7 bis 10. Ep. 1. Tim. 4, V. 1 bis 9. 2. 1. Am 9. Sonnt. nach Trinitatis. JEv. Luk. 16, V. 1 bis 12. Ep. 1. Kor. 10, V. 1 bis 13. JEv. Ap.Gesch.8, V.14 bis 24. Ep. 2. Tim. 2, V. 3 bis 13. 2. 1. Am 10. Sonnt. nach Trinitatis. Ev. Luk. 19, V. 41 bis 48. Ep. 1. Kor. 12, V. 1 bis 11. JEv. Ap. Gesch.8, V.26 bis 39. Ep. Röm. 1, V. 16 bis 21. 2. 1. Am 11. Sonnt. nach Trinitatis. JEv. Luk. 18, V. 9 bis 14. Ep. 1. Kor. 15, V. 1 bis 10. JEv. Luk. 9, V. 49 bis 56. Ep. Röm. 3, V. 23 bis 31. 2. 1. Am 12. Sonnt. nach Trinitatis. JEv. Luk. 19, V. 1 bis 9. Ep. 2. Kor. 3, V. 1 bis 11. JEv. Ap. Gesch. 9, V.1 bis 20. Ep. Phil. 2, V. 12 bis 18. 2. Verzeichnis der Bibeltexte. 1. Am 13. Sonnt. nach Trinitatis. JEv. Luk. 10, V. 25 bis 37. Ep. Röm. 6, V. 12 bis 18. 2.( Ev. Lut. 15, V. 11 bis 19. Ep. Phil. 2, V. 1 bis 4. 1. 2. 1. Am 14. Sonnt. nach Trinitatis. JEv. Luk. 17, V. 11 bis 19. Ep. Gal. 5, V. 16 bis 24. JEv. Luk. 15, V. 20 bis 32. Ep. Phil. 3, V. 8 bis 16. Am 15. Sonnt. nach Trinitatis. JEv. Matth. 6, V. 24 bis 34. Ep. Gal.5, V.25 b.K.6, V. 10. JEv. Ap.Gesch.14, V.8 bis 20. Ep. Röm. 14, V. 1 bis 12. Am 16. Sonnt. nach Trinitatis. JEv. Luk. 7, V. 11 bis 17. Ep. Ephef. 3, V. 13 bis 21. JEv. Ap.Gesch. 16, V.16 6.34. Ep. Röm. 14, V. 13 bis 23. 2. 1. 2. 1. 2. 1. 2. Am Tage Michaelis. JEv. Matth. 18, V. 1 bis 11. Ep. Offenb. Joh.12, v.76.12. JEv. Psalm 103, V. 15 bis 22. Ep. Ebr. 1, V. 13 b. K. 2, V.8. Am 17. Sonnt. nach Trinitatis. ( Ev. Luk. 14, V. 1 bis 11. Ep. Ephef. 4, V. 1 bis 6. JEv. Ap.Gesch.17, V.16b. 28. Ep. Röm. 7, V. 18 bis 25. Am 18. Sonnt. nach Trinitatis. JEv. Matth. 22, V. 34 bis 46. Ep. 1. Kor. 1, V. 4 bis 9. JEv. Mark. 10, V. 35 bis 45. Ep. Röm. 13, V. 1 bis 7. Am 19. Sonnt. nach Trinitatis. JEv. Matth. 9, V. 1 bis 13. Ep. Ephes. 4, V. 22 bis 32. JEv. Ap.Gesch.19, V.23 b. 40. Ep. Kol.3, V.17 b. K. 4, V.1. 1. 2. 1. 2. 611 1. 2. 1. 2. 2. 2. Am 20. Sonnt. nach Trinitatis. JEv. Matth. 13, V. 24 bis 30. Ep. Ephef. 5, V. 15 bis 21. JEv. Ap.Gesch.20, V.17 b. 38. Ep. Jaf. 3, V. 13 bis 18. Am 21. Sonnt. nach Trinitatis. JEv. Joh. 4, V. 47 bis 54. Ep. Ephes. 6, V. 10 bis 17. JEv. Ap.Gesch.21, V.8 bis 14. Ep. 1. Joh. 3, V. 1 bis 3. Am 22. Sonnt. nach Trinitatis. 1. Ev. Matth. 18, V. 23 bis 35. Ep. Phil. 1, V. 3 bis 11. JEv. Ap.Gesch.24, V.24 b. 27. Ep. 2. Theff. 3, V. 6 bis 13. Am 23. Sonnt. nach Trinitatis. 1. Ev. Matth. 22, V. 15 bis 22. Ep. Phil. 3, V. 17 bis 21. JEv. Mark. 12, V. 38 bis 44. Ep. Phil. 1, V. 21 bis 30. Am 24. Sonnt. nach Trinitatis. JEv. Matth. 9, V. 18 bis 26. Ep. Kol. 1, V. 9 bis 14. JEv. Luk. 20, V. 27 bis 40. Ep. 2. Tim. 4, V. 1 bis 8. Am 25. Sonnt. nach Trinitatis. JEv. Matth. 25, V. 14 bis 30. Ep. 1. Theff. 4, V. 13 bis 18. JEv. Joh. 14, V. 1 bis 6. Ep. 2. Kor. 5, V. 1 bis 10. Am 26. Sonnt. nach Trinitatis. JEv. Matth. 25, V. 31 bis 46. Ep. 2. Petr. 3, V. 3 bis 15. JEv. Matth. 24, V. 42 bis 51. Ep. Offenb.Joh.21, V.1bis7. Am 27. Sonnt. nach Trinitatis. JEv. Matth. 25, V. 1 bis 13. Ep. 1. Theff. 5, V. 1 bis 11. JEv. Matth. 5, V. 8 bis 12. Ep. Ebr. 12, V. 22 bis 25. 1. 2. 1. 2. 1. 2. 1. 2. Über die im Register angegebenen Verfasser der Lieder ist ein besonderes Büchelchen unter dem Titel: Kurzgefaßte Nachricht von den Verfassern der Lieder im Hamburgischen Gesangbuch. Von Dr. A. J. Rambach, Senior des Hamburgischen Ministerii, im Verlage von Joh. Aug. Meißner erschienen. Anhang zum Hamburgischen Gesangbuche. Mel. Aus meines Herzens Grunde. gedacht. Nun wird nicht 785. Auf, auf, ihr Reichs. Angst noch Pein noch Zorn hinfort uns schaden, dieweil uns Gott aus Gnaden läßt seine Kinder sein. genossen, der König kommt heran, empfangt ihn unverdrossen auf seiner Wunderbahn; ihr Christen, eilt herbei, laßt uns vor allen Din gen ihm Hosianna singen in heilger Lieb' und Treu. 2. Auf, ihr verzagten Herzen, der König ist gar nah. Hinweg all' Angst und Schmerzen, der Helfer ist schon da. Der Herr will in der Not mit reichem Troft euch speisen, er will euch Hülf' erweisen, ja töten gar den Tod. 3. Frisch auf in Gott, ihr Armen, der König sorgt für euch. Er will durch sein Erbarmen euch machen groß und reich; der über alles wacht, der wird auch euch ernähren; was Menschen nur begehren, das steht in seiner Macht. 4. Frisch auf, ihr Hoch betrübten, der König kommt mit Macht. An uns, die Herzgeliebten, hat er schon längst 5. Auf, eilt mit schnellem Schritte, den König selbst zu sehn. Er kommt in eure Mitte stark, herrlich, sanft und schön. Nun tretet all' heran, den Heiland zu begrüßen, der alles Kreuz versüßen und uns erlösen kann. 6. Der König will bedenfen uns, die er herzlich liebt, mit föstlichen Geschenfen, als der sich selbst uns giebt in Wort und Saframent. Ja, König, hoch erhoben, wir wollen freudig loben dich bis an unser End. 7. Nun, Herr, du giebst uns reichlich, wirst selbst doch arm und schwach; du liebest unvergleichlich, du gehst den Sündern nach. Drum woll'n wir insgemein die Stimmen lassen klingen, dir Hofianna singen und ewig dankbar sein. Johann Rist. 1651. Mel. Nun dantet all' und bringet Ebr. 786. Auf, Seele, auf und säume nicht! Es bricht das Licht herfür; der Wunderstern giebt dir Bericht, der Held sei vor der Thür. 2. Gieb acht auf diesen hellen Schein, der aufgegangen ist; er führet dich zum Kind hinein, das heißet Jesus Chrift. 5. Halt dich im Glauben an das Wort, das feft ist und gewiß; das führet dich zum Lichte fort aus aller Finsternis. 3. Er ist der Held aus Davids Mel. Allein Gott in der Höh sei Ehr. Stamm, der alle Feinde schlägt, 787. Bis hieher hat mich er ist das teure Gotteslamm, das unsre Sünde trägt. 4. Drum mache dich behende auf, befreit von aller Laft, und laß nicht ab in deinem Lauf, bis du dies Kindlein hast. 6. Drum sinke nur vor seinem Glanz in tiefste Demut ein und laß dein Herz erleuchten ganz von solchem Freudenschein. 7. Bring willig ihm zum Opfer dar dich selbst mit Leib und Seel' und singe mit der Engelschaar: Hier ist Immanuel. 9. Hier fallen alle Sorgen hin, zur Luft wird jede Pein. Es wird erfreuet Herz und Sinn, denn Gott ist wieder dein. 8. Hier ist das Ziel, hier ist der Ort, wo man zum Leben geht; hier ist des Paradieses Pfort, die wieder offen steht. 10. Der zeigt dir einen andern Weg, als du vorhin gekannt, den stillen Ruh- und Friedenssteg zum ewgen Vaterland. Michael Müller. 1700. Gott gebracht durch seine große Güte; bis hieher hat er Tag und Nacht bewahrt Herz und Gemüte; bis hieher hat er mich geleit't, bis hieher hat er mich erfreut, bis hieher mir geholfen. 2. Hab Lob und Ehre, Preis und Dank für alle deine Treue, die du, o Gott, mir lebenslang bewiesen stets aufs neue! In mein Gedächtnis schreib' ich an: Der Herr hat große Ding' gethan an mir und mir geholfen. 3. Hilf fernerhin, mein treuer Hort, hilf mir zu allen Stunden, hilf mir an all' und jedem Ort, hilf mir durch Jesu Wunden, hilf mir im Leben und im Tod, durch Chrifti Blut bilf mir, mein Gott! Hilf mir, wie du geholfen. Amilie Juliane, Gräfin v. Schwarzburg- Rudolstadt. 1714 Mel. Herzlich thut mich berlangen 4. Hier gehen wir und streuen die Thränensaat ins 788. Das Jahr geht ſtill Feld, dort werden wir uns zu Ende, nun sei auch still, mein Herz. In Gottes treue Hände leg' ich nun Freud' und Schmerz und, was dies Jahr umschlossen, was Gott der Herr nur weiß, die Thränen, die geflossen, die Wunden, brennend heiß. freuen im felgen Himmelszelt; wir sehnen uns hienieden dorthin ins Vaterhaus und wiſsen's, die geschieden, die ruhen dort schon aus. 2. Warum es so viel Leiden, so furzes Glück nur giebt? Warum denn immer scheiden, wo wir so sehr geliebt? So manches Aug' gebrochen und mancher Mund nun stumm, der erst noch hold gesprochen du armes Herz warum? 3. Daß nicht vergessen werde, was man so gern vergißt: daß diese arme Erde nicht unsre Heimat ist. Es hat der Herr uns allen, die wir auf ihn ge. tauft, in Zions goldnen Hallen ein Heimatrecht erkauft. 789. - 3 Dein 5. O das ist sichres Gehen durch diese Erdenzeit, nur immer vorwärts sehen mit selger Freu. digkeit; wird uns durch Grabeshügel der klare Blick verbaut, Herr, gieb der Seele Flügel, daß fie hinüberschaut. 6. Hilf du uns durch die Zeiten und mache fest das Herz; geh selber uns zur Seiten und führ uns heimatwärts. Und ist es uns hienieden so öde, so allein, o laß in deinem Frieden uns hier schon selig sein. Eleonore Fürstin Reuß, geb. Gräfin zu Stolberg. 1859. König fommt in Hüllen, ihn trägt der nie last barn # 1855. # dern Ef'- lin E Fül- len, be em# H lem! Trag ihm ent ge= gen S pfang ihn streu den Pfad mit so ist's dem 2. O mächtger Herrscher ohne Heere, gewaltger Kämpfer ohne Speere, o Friedensfürst von großer Macht! Es wollen dir der Erde Herren den Weg zu deinem Throne sperren, doch du gewinnst ihn ohne Schlacht. 3. Dein Reich ist nicht von dieser Erden, doch alle Erdenreiche werden dem, das du gründeſt, unterthan. Bewaffnet mit des Glaubens Worten zieht deine Schar nach den vier Orten der Welt hinaus und macht dir Bahn. 4. Und wo du kommst dahergezogen, da ebnen sich des Meeres Wogen, es schweigt Her froh, Je · ru- sa. Friedens pal. men, . grünen Hal = men: . ren an ge nehm. F der Sturm, von dir bedroht. Du kommst, auf den empörten Triften des Lebens neuen Bund zu stiften, und schlägst in Fesseln Sünd' und Tod. 5. O Herr von großer Huld und Treue, o komme du auch jetzt aufs neue zu uns, die wir sind schwer verstört. Not ist es, daß du selbst hienieden kommst, zu erneuern deinen Frieden, dagegen sich die Welt empört. 6. O laß dein Licht auf Erden siegen, die Macht der Finsternis erliegen und lösch der Zwietracht Glimmen aus, daß wir, die Völker und die Thronen, vereint als Brüder wieder wohnen in deines großen Vaters Haus. Frieduch Ruckert. 1824. Mel. Nun sich der Tag geendet hat. 790. Der du noch in der er du noch in der letzten Nacht, eh du für uns erblaßt, den Deinen von der Liebe Macht so schön gezeuget haſt. 2. Erinnre deine kleine Schaar, die sich so oft entzweit, daß deine letzte Sorge war der Glieder Einigkeit. 3. Bezwing doch unsern stolzen Sinn, der nichts von Demut weiß, und führ ihn in die Liebe hin zu deiner Liebe Preis. Nikolaus Ludwig v. Zinzendorf. 1725. Mel. Valet will ich dir geben. 791. Der du zum Heil erschienen der allerärmsten Welt und von den Cherubinen zu Sündern dich gesellt, den sie mit frechem Stolze verhöhnt für seine Huld, als du am Marterholze versöhnteft ihre Schuld! 2. Damit wir Kinder würden, gingst du vom Vater aus, nahmst auf dich unsre Bürden und bau. 5 test uns ein Haus. Von Westen Norden, Süden und Morgen, ohne Zahl, sind Gäste nun beschieden zu deinem Abendmahl. 3. Im schönen Hochzeitskleide, von allen Flecken rein, führst du zu deiner Freude die Völkerscharen ein; und welchen nichts verkündigt, kein Heil verheißen war, die bringen nun entsündigt dir Preis und Ehre dar. 4. Und siehe, tausend Fürsten mit Völkern ohne Licht stehn in der Nacht und dürften nach deinem Angesicht! Auch sie hast du gegraben in deinen Priesterschild, am Brunnquell sie zu laben, der dir vom Herzen quillt. 5. Drum kann nicht Ruhe werden, bis deine Liebe siegt, bis dieser Kreis der Erden zu deinen Füßen liegt, bis du im neuen Leben die ausgeföhnte Welt dem, der sie dir gegeben, vors Angesicht geſtellt. 6. So sprich dein göttlich Werde", laß deinen Odem wehn, daß auf der finstern Erde die Toten auferstehn, daß, wo man Gößen fröhnet und vor den Teufeln kniet, ein willig Volk versöhnet zu deinem Tempel zieht. 11 7. Wir rufen, du willst hören; wir fassen, was du sprichst; dein Wort muß sich bewähren, womit du Fesseln brichst. Wie 792. & Dir, Dir denn ach du? zu, dir, Je will ich wo ist gieb mir } daß ich es S 6 S ho va . ne mei. viele sind zerbrochen! wie viele sind's noch nicht! O, du, der's uns versprochen, werd aller Heiden Licht! Albert Knapp. 1822. doch ein dei- nes thư im 2. Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zieh' zu dir; dein Geist in meinem Herzen wohne und meine Sinne und Verstand regier', auf daß ich deinen Frieden schmeck' und fühl' und dir darob im Herzen sing' und spiel'. 3. Verleih mir, Höchster, solche Güte, so wird gewiß mein Sin totswan will ich Lie= der 1690. sin- gen; brin gen; Gott, wie solcher Geistes Kraft daNa men Je su · S Christ, so wie es dir durch ihn ge fällig ist. gen recht gethan; so flingt es schön in meinem Liede, und ich bet dich in Geist und Wahrheit an; so hebt dein Geist mein Herz zu dir empor, daß ich dir Psalmen sing' im höhern Chor. 4. Denn der kann mich bei dir vertreten mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind; der lehret mich recht gläubig beten, giebt Beugnis meinem Geist, daß ich dein Kind, daß ich vom Fluche des Gesetzes frei und ein Miterbe Jesu Christi sei. 5. Wohl mir, daß ich dies Zeugnis habe! Drum bin ich voller Trost und Freudigkeit und weiß, daß alle gute Gabe, die ich von dir erbeten jederzeit, die giebst du und thust überschweng. lich mehr, als ich verstehe, bitte und begehr'. 6. Wohl mir! ich bitt' in Jesu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt. In ihm ist alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glauben bitt'. Wohl mir! Lob dir jetzt und in Ewigkeit, daß du mir schenkest solche Seligkeit! Bartholomäus Crasselius. 1697. 7 3. Heiland, deine größten Dinge beginnst du stille und geringe; was sind wir Arme, Herr, vor dir? Aber du wirst für uns streiten und uns mit deinen Augen leiten; auf deine Kraft vertrauen wir. Dein Senfkorn, arm und klein, wächst endlich ohne Schein doch zum Baume, weil du, Herr Chrift, sein Hüter bift, dem es von Gott vertrauet ist. 4. O Herr Jesu, Ehrenkönig, Mel. Wacht auf, ruft uns die Stimme. 793. Einer ist's, an dem die Ernt ist groß, der Schnitter wenig; drum sende treue Zeugen aus! Sende du auch uns in Gnaden, viel frohe Gäste einzuladen zum Mahl in deines Vaters Haus. Wohl dem, den deine Wahl beruft zum Abend. mahl im Reich Gottes! Da ruht der Streit; da währt die Freud' heut, gestern und in Ewigkeit. Albert Knapp. 1824. wir hangen, der für uns in den Tod gegangen und uns erkauft mit seinem Blut. Unsre Leiber, unsre Herzen gehören dir, o Mann der Schmerzen, in deiner Liebe ruht sich's gut. Nimm uns zum Eigentum; bereite dir zum Ruhm deine Kinder. Ver birg uns nicht das Gnadenlicht von deinem heilgen Angesicht. 2. Nicht wir haben dich erwählet; du selbst hast unsre Zahl gezählet nach deinem ewgen Gnadenrat. Unsre Kraft ist schwach und nichtig, und feiner ist zum Werke tüchtig, der nicht von dir die Stärke hat. Drum brich den eignen Sinn; denn Armut ist Gewinn für den Himmel; wer in sich schwach, folgt, Herr, dir nach und trägt mit Ehren deine Schmach. 794. GJJJ 31 e: dun Ei- nes Se lig F dern, dern, un- ver en, grau ਚੰਡ sant - wenn dies . en 8 wünsch ich mir vor al- lem läßt's im Thränen- that sich ei.• ne Speise ei- ne rückt auf ei. S 2. Ewig soll er mir vor Augen stehen, wie er, als ein stilles Lamm, dort so blutig und so bleich zu sehen, hängend an des Kreuzes Stamm, wie er dürftend rang um meine Seele, daß fie ihm zu seinem Lohn nicht fehle, und dann Chr. Gregor. 1735. früh und mit uns der mit blut gem Schweiß und To- desauf sein Ant lig - nen Mann zu schau. I spät. geht: an- wan- und den Kelch des Va ters . nie- dertrant. auch an mich gedacht, als er rief: Es ist vollbracht! 3. Ja, mein Jesu, laß mich nie vergessen meine Schuld und deine Huld. Als ich in der Finsternis gesessen, trugest du mit mir Geduld, hattest längst nach deinem Schaf getrachtet, eh' es auf des Hirten Ruf geachtet, und mit teurem Lösegeld mich erkauft von dieser Welt. 4. Ich bin dein! Sprich du darauf ein Amen. Treuster Jesu, du bist mein! Drücke deinen süßen Jesusnamen brennend in mein Herz hinein. Mit dir alles thun und alles lassen in dir leben und in dir erblassen, das sei bis zur letzten Stund' unser Wandel, unser Bund. Albert Knapp. 1823. Mel. O daß ich tausend Zungen hätte. 795. Ein neuer Tag, ein neues Leben geht mit der neuen Woche an; Gott will mir heut aufs neue geben, was mir sonst niemand geben kann; denn hätt' ich seine Gnade nicht, wer gäbe mir sonst Troft und Licht? 2. Ich grüße diesen lieben Morgen; mich schüßte deine Vaterhand, die diese Nacht so manche Sorgen in Gnaden von mir abgewandt. Ach Herr, was bin ich Armer doch? Du sorgst für mich, ich lebe noch. 3. Nun, das erkenn' ich, Herr, und gebe mich freudig dir zum Opfer hin; doch, 9 weil ich hier, solang ich lebe, mit Not und Tod umgeben bin, so weich auch heute nicht von mir; die Hülfe steht allein bei dir. 4. Mein Glück in dieser neuen Woche soll nur in deinem Namen blühn; ach laß mich nicht am Sündenjoche mit meinem Fleisch und Blute ziehn; gieb deinen Geist, der mich regier' und nur nach deinem Willen führ'. 5. Soll ich mein Brot mit Kummer effen, so laß es doch gesegnet sein, und was du sonst mir zugemessen, das richte mir zum Besten ein; ich bitte nicht um Überfluß, gieb mir nur, was ich haben muß. 6. Du thust, mein Gott, gewiß das Deine, laß mich denn auch das Meine thun! Behüte beide, Groß' und Kleine, daß sie in deiner Gnade ruhn, und hilf, daß jeder diesen Tag in dir vergnügt beschließen mag. Benjamin Schmold. 1715. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 796. Es fennt der Herr die Seinen und hat sie ſtets gekannt, die Großen und die Kleinen in jedem Volk und Land. Er läßt sie nicht verderben, er führt sie aus und ein, im Leben und im Sterben sind sie und bleiben Sein. 2. Er kennet seine Scharen am Glauben, der nicht schaut und doch dem Unsichtbaren, als säh' er ihn, vertraut; der aus dem Wort gezeuget und durch das Wort sich nährt und vor dem Wort sich beuget und mit dem Wort sich wehrt. 3. Er fennt sie als die Seinen an ihrer Hoffnung Mut, die fröhlich auf dem Einen, daß er der Herr ist, ruht. In seiner Wahrheit Glanze sich sonnet frei und fühn die 797. Fah 3i-- on dei- ▪ nen Lie be . S re fah- re 10 nicht, wunderbare Pflanze, die immerdar ist grün. 4. Er kennt sie an der Liebe, die seiner Liebe Frucht, und die mit lautrem Triebe ihm zu gefallen sucht; die andern so begegnet, wie er das Herz bewegt, sie segnet, wie er segnet, sie trägt, wie er sie trägt. 5. So hilf uns, Herr, zum Glauben und halt uns feſt dabei. Laß nichts die Hoffnung rauben, die Liebe herzlich sei. Und wird der Tag erscheinen, da dich die Welt wird sehn, so laß uns als die Deinen zu deiner Rechten stehn. Karl Johann Philipp Spitta. 1843. fort, fort im Licht! TO fah re Leuchter hel. le, laß die HJ su che S stets die fort, 1704. Ma che " er. fte Lebens. ( quel. le. Zi- on Pfort! Fah 2. Leide dich, leide dich, Zion, leide ohne Scheu Trübsal, Angst mit Spott und Hohne! Sei bis in den Tod getreu, siehe auf die Lebenskrone! Zion, fühlest du der Schlange Stich, leide dich, leide dich! re Gro- Ber Vor dir bringe 3. Dringe ein, dringe ein, Zion, dringe ein in Gott! Stärke dich mit Geist und Leben, sei nicht wie die andern tot, sei du gleich den grünen Reben. Zion, in die Kraft ohn' Heuchel. schein dringe ein, dringe ein! 798. 11 durch die wir Gott, neigt die fort, fah fort! 4. Brich herfür, brich herfür, Zion, brich herfür in Kraft! Weil die Bruderliebe brennet, zeige, was der in dir schafft, der als seine Braut dich fennet. Sion, durch die dir gegebene Thür brich herfür, brich herfür! Herr, wir prei sen dei und be- wun. dert dei 5. Halte aus, halte aus, Zion, halte deine Treu! Laß doch ja nicht lau dich finden, auf, das Kleinod rückt herbei; auf, verlasse, was dahinten! Zion, in dem letzten Kampf und Strauß halte aus, halte aus! Johann Eusebius Schmidt. 1704. en. D re . ge . Peter Ritter. 1792. lo ben. dich, Er de sich ne Stärke.} ne Wer te. · 6 이 Wie du so bleibst dut 2. Heilig, Herr Gott Zebaoth, heilig. Herr der Kriegsheere, ftarter Helfer in der Not, Himmel, Erde, Luft und Meere sind erfüllt von deinem Ruhm; alles ist dein Eigentum. warst vor 3. Sieh dein Volk in Gnaden an, hilf es, fegne, Herr, dein Erbe; leit es auf der rechten Bahn, daß der Feind es nicht verderbe; wart und pfleg es in der Zeit, heb es hoch in Ewigkeit. 4. Alle Tage wollen wir dich und deinen Namen preisen und zu allen Zeiten dir Ehre, Lob und Dank erweisen. Rett aus Sünden, rett aus Tod, sei uns gnädig. Herre Gott. 5. Herr erbarm, erbarme dich! Auf uns komme. Herr, dein Segen; deine Güte zeige sich allen der Verheißung wegen. Auf dich hoffen wir allein, laß uns nicht verloren sein! 12 Das Te Deum laudamus ( Wien 1744). in = O al & " · fer wig · Zeit, feit! Mel. Liebe die du mich zum Bilde. 799. Halleluja, schöner morgen! schöner als man denken mag. Heute fühl' ich feine Sorgen; denn das ist ein lieber Tag, der durch seine Lieblichkeit recht das Innerste erfreut. 2. Süßer Ruhetag Ruhetag der Seelen, Sonntag, der voll Lichtes ift, heller Tag in dunkeln Höhlen! Zeit, in der der Segen fließt! Stunden voller Seligkeit, ihr vertreibt mir alles Leid. 3. Ach, wie schmec' ich Gottes Güte recht als einen Morgentau, die mich führt aus meiner Hütte zu des Vaters grüner Au: da hat wohl die Morgenstund' edlen Schaß und Gold im Mund. 4. Ruht nur, meine Weltgeſchäfte! Heute gilt's ein anderes Thun; denn ich brauche alle Kräfte, in dem höchsten Gott zu ruhn. Heut schickt keine Arbeit sich als nur Gotteswerk für mich. 5. Ich will in der Zionsstille heute voller Arbeit sein; denn da sammle ich die Fülle von den höchsten Schäßen ein, wenn mein Jesus meinen Geist mit dem Wort des Lebens speift. 6. Herr, ermuntre meine Sinne; wirke selbst in meiner Brust, daß ich Lehr' und Troft gewinne; gieb zu deinem Manna Lust, daß mir deines Wortes Schall tief im Herzen wiederhall. 7. Segne deiner Knechte Lehren, öffne selber ihren Mund, mach mit allen, die dich hören, heute deinen Gnadenbund, daß, wenn man hier fleht und singt, solches in dein Herze dringt. 8. Gieb, daß ich den Tag beschließe, wie er angefangen ift. Segne, pflanze und begieße, der du Herr des Sabbaths bift, bis ich einst auf jenen Tag ewig Sabbath halten mag. Jonathan Krausſe. 1739. 2. Es ist das ewige Er barmen, das alles Denken übersteigt; es sind die offnen Liebesarme des, der sich zu den Sündern neigt, dem alle. mal das Herze bricht, wir kommen oder kommen nicht. 3. Wir sollen nicht verloren werden, Gott will, uns soll geholfen sein; deswegen kam der Sohn auf Erden und nahm hernach den Himmel ein, deswegen klopft er für und für so stark an unsers Herzens Thür. 4. Abgrund, welcher alle Sünden durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunden recht verbinden, da findet kein Verdammen statt, weil Christi Blut beständig schreit: Barmherzigkeit, Barm. herzigkeit! 5. Darein will ich mich gläubig senken, dem will ich mich getroft vertraun, und wenn mich meine Sünden kränken, nur bald nach Gottes 800. Ich habe nun den Herzen schaun; da findet sich zu aller Zeit unendliche Barmherzigkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott läßt walten. 13 Grund gefunden, der meinen Anker ewig hält. Wo anders als in Jefu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt, der Grund der unbeweglich steht, wenn Erd und Himmel untergeht. 6. Wird alles andre weggerissen, was Seel und Leib erquicken kann, darf ich von keinem Troste wissen und scheine völlig ausgethan, ist die Errettung noch so weit: mir bleibet die Barmherzigkeit. 7.110 Beginnt das Irdische zu drücken, ja, häuft sich Kum. mer und Verdruß, daß ich mich noch in vielen Stücken mit eiteln Dingen mühen muß, werd ich dadurch oft sehr zerftreut, so hoff ich doch Barmherzigkeit. 8. Muß ich an meinen besten Werken, darinnen ich gewandelt bin, viel Unvollkommenheit bemerken, so fällt wohl alles Rühmen hin, doch ist auch dieser Trost bereit: Ich hoffe auf Barmherzigkeit. 9. Es gehe mir nach dessen Willen, bei dem so viel Erbarmen ist; er wolle selbst mein Herze stillen, damit es dies nur nicht vergißt; so stehet es in Lieb und Leid in, durch und auf Barmherzigkeit. 10. Bei diesem Grunde will ich bleiben, so lange mich die Erde trägt, das will ich denken, thun und treiben, solange sich 14 ein Glied bewegt; so sing ich ein. stens hoch erfreut: O Abgrund der Barmherzigkeit! Johann Andreas Rothe. Vor 1728, Mel. Nun freut euch lieben Christen g'mein. 801. Ich Ich steh an deiner Krippe hier, o Jesu, du mein Leben! Ich stehe, bring und schenke dir, was du mir haſt gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn; Herz, Seel und Mut, nimm alles hin und laß dir's wohl gefallen. 2. Du hast das Herz mir ganz erfüllt mit deiner Lieb' und Güte; dein schöner Glanz, dein lieblich Bild liegt stets mir im Gemüte. und wie mag es auch anders sein? Wie könnt' ich dich, o Herze mein, aus meinem Herzen lassen? 3. Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt, erkoren. Eh ich durch Gottes Hand gemacht, da hast du schon an mich gedacht, wie du mein wollteft werden. 4. Ich lag in tiefer Todesnacht, du wurdest meine Sonne, die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben, Freud' und Wonne. O Sonne, die den werten Schein des Glaubens 15 schickt ins Herz hinein, wie schön sind deine Strahlen! Mel. Wie schön leucht't uns ber Morgenstern. 5. Ich sehe dich mit Freuden 802. Ich und mein Haus, an und kann nicht satt mich sehen, und weil ich nun nicht weiter kann, so bleib ich finnend stehen. Odaß mein Sinn ein Abgrund wär' und meine Seel ein weites Meer, daß ich dich möchte fassen! 6. Wenn oft mein Herz vor Kummer weint und keinen Trost tann finden, rufft du mir zu: Ich bin dein Freund, ich tilge deine Sünden; was trauerst du? bin ich doch dein; nun sollst du guten Mutes sein: ich heile deine Wunden. 7. Du fragest nicht nach Lust der Welt noch nach des Lebens Freuden; du hast dich bei uns eingestellt, an unsrer Statt zu leiden, suchst meiner Seele Trost und Freud' durch dein selbsteignes Herzeleid; das will ich dir nicht wehren. 8. Eins aber, hoff' ich, wirst du mir, mein Heiland, nicht versagen, daß ich dich möge für und für in meinem Herzen tragen. So laß es deine Wohnung sein, tomm, komm und kehre bei mir ein mit allen deinen Freuden. Paul Gerhardt. 1653. wir sind bereit, dir, Herr, die ganze Lebenszeit mit Seel' und Leib zu dienen. Du sollst der Herr im Hause sein, gieb deinen Segen nur darein, daß wir dir willig dienen. Eine kleine, fromme, reine Hausgemeine mach aus allen; dir nur soll sie wohlgefallen. 2. Es wirke durch dein kräftig Wort dein guter Geift stets fort und fort an unser aller Seelen! Es leucht' uns wie das Sonnenlicht, damit's am rechten Lichte nicht im Hause möge fehlen. Reiche gleiche Seelenspeise auch zur Reise durch dies Leben uns, die wir uns dir ergeben. 3. Gieß deinen Frieden auf das Haus und alle, die drin wohnen, aus; im Glauben uns verbinde. Laß uns in Liebe allezeit zum Dulden, Tragen sein bereit, voll Demut, sanft und linde. Liebe übe jede Seele; keinem fehle, dran man kennet den, der sich den Deinen nennet. 4. Laß unser Haus ge gründet sein auf deine Gnade ganz allein und deine große Güte. Auch laß uns in der Nächte Graun auf deine treue Hülfe schaun mit kindlichem Gemüte, felig, fröhlich selbst mit Schmerzen in dem Herzen dir uns lassen und dann in Geduld uns faffen. 5. Giebst du uns irdsches Glück ins Haus, so schließ den Stolz, die Weltluft aus, des Reichtums böse Gäfte; denn wenn das Herz an Demut leer und voll von eitler Weltlust wär, so fehlte uns das Beste: jene schöne, tiefe, ftille Gnadenfülle, die mit Schäßen einer Welt nicht zu ersetzen. 6. Und endlich flehn wir allermeist, daß in dem Haus kein andrer Geist, als nur dein Geift regiere, daß er, der alles wohl bestellt, der gute Zucht und Ordnung hält, auch alles lieblich ziere. Sende, sende ihn uns allen, bis wir wallen heim und oben dich in deinem Hause loben. 16 derstern, der aus Jakob ift erschienen, meine Seele will so gern dir an deinem Feste dienen: nimm doch, nimm doch gnädig an, was ich Armer schenken kann. 2. Nimm das Gold des Glaubens hin, wie ich's von dir selber habe und damit beschenket bin; so ist dir's die liebste Gabe. Laß es auch bewährt und rein in dem Trübfalsfeuer sein. 3. Nimm den Weihrauch des Gebets, laß denselben zu dir dringen! Herz und Lippen sollen stets ihn als Opfer vor dich bringen. Wenn ich bete, nimm es auf und sprich Ja und Amen drauf. 4. Nimm die Myrrhen bittrer Reu: ach mich schmerzet meine Sünde. Aber du bist fromm und treu, daß ich Trost und Gnade finde und nun fröhlich sprechen kann: Jesus nimmt mein Opfer an. Erdmann Neumeister. 1711. Mel. Alles ist an Gottes Segen. Karl Johann Philipp Spitta. 804. Jesus Christus herrscht als König; alles wird ihm unterthänig, alles legt ihm Gott zu Fuß. Jede Zunge soll Mel. Meinen Jesum laff' ich nicht. 803. Jesu, großer Wun. bekennen, Jesus sei der Herr zu nennen, dem man Ehre geben muß. 2. Fürstentümer und Gewalten, Mächte, die die Thronwacht halten, geben ihm die Herrlichkeit. Alle Herrschaft dort im Himmel, hier im irdischen Getüm. mel ist zu seinem Dienst bereit. 3. Mit dem Vater gleicher Ehren thront er unter lichten Chören über allen Cherubim. Erd' und Himmel, aller Enden hat er alles in den Händen; denn der Vater gab es ihm. 4. Nur in ihm o Wunder gaben! können wir Erlösung haben, die Erlösung durch sein Blut. Hört's: das Leben ist erschienen, und ein ewiges Ver fühnen kommt in Jesu uns zu gut. 5. Gebt, ihr Sünder, ihm die Herzen; flagt, ihr Kranken, ihm die Schmerzen; sagt, ihr Armen, ihm die Not! Er kann alle Wunden heilen; Reichtum dolg - 805. & - Macht hoch die weit! Es kommt der 17 weiß er auszuteilen, Leben schenkt er nach dem Tod. 6. Eil! Es ist nicht Zeit zum Schämen. Willst du Gnade? Du sollst nehmen. Willst du leben? Es soll sein. Willst du erben? Du wirst's sehen. Soll der Wunsch aufs höchste gehen: willst du Jesum? Er ist dein. 7. Jauchz' ihm, Menge heilger Knechte, rühmt, vollendete Gerechte und du Schar, die Palmen trägt, und ihr Märt'rer mit der Krone und du Chor vor seinem Throne, der die Gottesharfen schlägt! 8. Ich auch auf der tiefsten Stufen, ich will glauben, reden, rufen, ob ich schon noch Pilgrim bin: Jesus Christus herrscht als König, alles sei ihm unter. thänig, ehret, liebet, lobet ihn! Philipp Friedrich Hiller. 1757. AF Thür, die Herr der 1704. Thore Herr lich. teit, or f ein reich, ein bringt; der König live gleich, der Heil und · Hei- land hal. ben fingt: Gelo. bet P reich 18 3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt, so diesen König al · al. ler Le ben # ler sei mein von König. Welt Nat. mit jauchzt, mit Freu. den मन Gott, zu. fich Schöpfer, 2. Er ist gerecht, ein Helfer| bei sich hat! Wohl allen Her. wert, voll Sanftmut er sich zu uns kehrt, sein Königstron ift Heiligkeit, sein Scepter ist Barmherzigkeit. All' unsre Not zum End'er bringt, derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Heiland, groß von That. zen insgemein, da dieser König ziehet ein! Er ist die rechte Freudensonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Ge. lobet sei mein Gott, mein Tröfter früh und spat. mein 4. Macht hoch die Thür, die Thore weit! Das Herz zum Tempel macht bereit; die Zweige der Gottseligkeit steckt auf mit Andacht, Luft und Freud: so kommt der König auch zu euch, ja, Heil und Leben mit zugleich. Gelobet fei mein Gott, voll Rat, voll That, voll Gnad. 19 5. Komm, o mein Heiland. Jesu Christ, des Herzens Thür dir offen ist. Ach zeuch mit deiner Gnade ein, dein Freund lichkeit auch uns erschein; dein heilger Geist uns führ' und leit' den Weg zur ewgen Seligteit. Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr! Georg Weissel. 1623. 4. Der Leib eilt nun zur Ruhe, legt Kleider ab und Schuhe, das Bild der Sterblichkeit; die zieh' ich aus, da. gegen wird Christus mir anlegen das Kleid der Ehr' und Herrlichkeit. 5. Das Haupt, die Füß' und Hände sind froh, daß nun zu Ende die Arbeit kommen sei. Herz, freu dich, du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Laft der Sünden frei. 202 Mel. O Welt, ich muß dich lassen. 6. Nun geht, ihr matten 806. Nun ruhen alle Glieder, geht hin und legt euch Wälder, Vieh, Menschen, Städt' und Felder, es schläft die ganze Welt. Ihr aber, meine Sinnen, auf, auf! ihr sollt beginnen, was eurem Schöpfer wohlgefällt. nieder, der Betten ihr begehrt; es kommen Stund' und Zeiten, da man euch wird bereiten zur Ruh' ein Bettlein in der Erd. 2. Wo bist du, Sonne, blieben? Die Nacht hat dich vertrieben, die Nacht, des Tages Feind; fahr hin, ein' andre Sonne, mein Jesus, meine Wonne, gar hell in meinem Herzen scheint. 3. Der Tag ist nun ver. gangen, die güldnen Sternlein prangen am blauen Himmels. faal; also werd' ich auch stehen, wenn mich wird heißen gehen mein Gott aus diesem Jammerthal. 7. Mein' Augen stehn ver. drossen, im Nu sind sie ge schlossen, wo bleibt dann Leib und Seel? Nimm sie zu deinen Gnaden, sei gut für allen Schaden, du Aug' und Wächter Israel. 8. Breit aus die Flügel beide, o Jesu, meine Freude, und nimm dein Küchlein ein. Will mich der Feind verschlingen, so laß die Englein fingen: Dies Kind soll unverletet sein. 9. Auch euch, ihr meine Lieben, soll heute nicht betrüben fein Unfall noch Gefahr; Gott laff' euch ruhig schlafen, stell' euch die güldnen Waffen ums Bett und seiner Helden Schar. Paul Gerhardt. 1648. Mel. Die Tugend wird durchs Kreuz geübet. 807, daß doch bald dein Feuer brennte, du unaus. sprechlich Liebender, und bald 808. #E 1740 · 20 · du fröh.li. che, gna den bringen de . Welt ging ver die ganze Welt erkennte, daß du bist König, Gott und Herr! Erwecke, läutre und vereine des ganzen Christenvolkes Schar und mach in deinem Gnadenscheine dein Heil noch jedem offenbar. " 2. Schmelz alles, was sich trennt, zusammen und baue deinen Tempel aus, laß leuchten deine heilgen Flammen durch deines Vaters ganzes Haus. Beleb, erleucht, erwärm, entflamme doch bald die ganze weite Welt und zeig dich jedem Völkerstamme Friedefürst und Held. als Heiland, Johann Ludwig Frider. Bor 1766. C Sizilianische Volksweise. freue dich, freu- e dich, o 510 dut se. li. ge, Weih- nachts zeit! loren, Christ ward ge Chri- sten · · bo- ren; I · heit! 21 2. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weih nachtszeit! Christ ist erschienen, uns zu verfühnen; freue dich, freue dich, o Christenhenheit! 3. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! Himmlische Heere jauchzen dir Ehre; freue dich, freue dich, o Christenheit! Johannes Daniel Falk. Bor 1826. 809. Durchbrecher aller Bande, der du immer bei uns bist, bei dem Schade, Spott und Schande, stets Gewinn und Ehre ist, übe ferner dein Gerichte wider unsern Fleischessinn, bis dein treues Angesichte uns führt aus dem Kerfer hin. 2. Ist's doch deines Vaters Wille, daß du endest dieses Werk. Hiezu wohnt in dir die Fülle aller Weisheit, Lieb' und Stärk, daß du nichts von dem verlierest, was er dir geschenket hat, und es aus der Unruh führest zu der selgen Ruhestatt. 3. Schaue denn auf unsre Ketten, da wir mit der Kreatur seufzen, um Erlösung beten von der fündigen Natur, von dem Dienst der Eitelkeiten, der uns noch so hart bedrückt, wenn schon unser Geist zu zeiten sich auf etwas Beffres schickt. 4. Ach erheb die matten Kräfte, reiß die Bande doch entzwei, daß auch unterm Weltgeschäfte unser Sinn stets himmlisch sei! Heb uns aus dem Staub der Sünden, treib die Lust der Welt hinaus, laß uns wahre Freiheit finden, Freiheit in des Vaters Haus! 5. Wir verlangen keine Ruhe für das Fleisch, wir sind bereit; wie du's nötig findest, thue noch vor unsrer Abschiedszeit. Aber unser Geist, der bindet dich im Glauben, läßt dich nicht, bis er die Erlösung findet, die dein treuer Mund verspricht. 6. Herrscher, herrsche! Sieger, siege! König, brauch dein Regiment! führe deines Reiches Kriege, mach der Sklaverei ein End'! Ach, die Last treibt uns zu rufen, alle flehen wir dich an: Zeig doch nur die ersten Stufen der gebrochnen Freiheitsbahn! 7. Laß, die teuer dir erworben, nicht der Menschen Knechte sein! Denn bist du für uns gestorben, mußt du uns auch machen rein, rein und frei und ganz vollkommen, ähnlich deinem heilgem Bild. Der hat Gnad' um Gnad' genommen, welchen deine Füll' erfüllt. 8. Liebe, zeuch uns in dein Sterben, laß mit dir gefreuzigt sein, was dein Reich nicht fann ererben; führ ins Paradies uns ein! Doch wohlan, du wirst nicht säumen, laß uns nur nicht lässig sein! Wird's doch sein, als ob wir träumen, wenn die Freiheit bricht herein. Gottfried Arnold. 1697. Mel. Valet will ich dir geben. 22 810. tomm du Geist der Wahrheit und fehre bei uns ein, verbreite Licht und Klarheit, verbanne Trug und Schein. Gieß aus dein heilig Feuer, rühr Herz und Lippen an, daß jeglicher getreuer den Herrn bekennen kann. 2. O du, den unser größter Regent uns zugesagt, komm zu uns, werter Tröster, und mach' uns unverzagt. Gieb uns in dieser schlaffen und glaubensarmen Zeit die scharf geschliffnen Waffen der ersten Christenheit. 3. Unglaub' und Thorheit brüsten sich frecher jetzt als je, darum mußt du uns rüsten mit Waffen aus der Höh; du mußt uns Kraft verleihen, Geduld und Glaubenstreu, und mußt uns ganz befreien von aller Menschenscheu. 4. Es gil ein frei Ge ständnis in dieser unsrer Zeit, ein offenes Bekenntnis bei allem Widerstreit, trotz aller Feinde Toben, trotz allem Heidentum zu preisen und zu loben das Evangelium. 5. Fern in der Heiden Lande erschallt dein kräftig Wort, sie werfen Satans Bande und ihre Gözen fort; von allen Seiten kommen sie in das Land hinein; ach, soll es uns genommen, für uns verschlossen sein? 6. O wahrlich, wir verdienen solch strenges Strafgericht; uns ist das Licht erschienen, allein wir glauben nicht. Ach laffet uns gebeugter um Gottes Gnade flehn, daß er bei uns den Leuchter des Wortes laſse stehn. 7. Du heilger Geist, bereite ein Pfingstfest nah und fern, mit deiner Kraft begleite das Zeugnis von dem Herrn. O öffne du die Herzen der Welt und uns den Mund, daß wir in Freud' und Schmerzen das Heil ihr machen kund. Karl Johann Philipp Spitta. 1833. 811. wo nom B tom F Je $ su lieb- ste dir ent men, du men, du E al- ler gen und se lig Haus, wo . un- ter al- len 1 Chrift, bist, J ge S Au gen freudig ● 23 wah, rer der ge al. le $ wo gen schla F F F Claude Goudimel. 1565. auf ge S man dich Gästen, die da See len = fei ert R. • al ler . # gen und Lip pen dein Ge bot S auf dich sehn, freund, Herr ste und 6 # Her zen . al- ler er B ro fra. deines Wints ge wärtig stehn. 2. O selig Haus, wo Mann| feiner im Glaubensgrunde an. und Weib in einer, in deiner Liebe eines Geistes sind, als beide eines Heils gewürdigt, ders ist gesinnt, wo beide un. zertrennbar an dir hangen in Lieb' und Leid, Gemach und Ingemach, und nur bei dir zu bleiben stets verlangen an jedem guten wie am bösen Tag. 4. O selig Haus, wo Knecht und Magd dich kennen und wissen, wessen Augen auf sie sehn, bei allem Werk in einem Eifer brennen, daß es nach deinem Willen mag geschehn, als deine Diener, deine Hausgenossen, in Demut willig und in Liebe frei, das Ihre schaffen froh und unverdrossen, in kleinen Dingen zeigen große Treu. 24 3. O selig Haus, wo man die lieben Kleinen mit Händen des Gebets ans Herz dir legt, du Freund der Kinder, der sie als die Seinen mit mehr als Mutterliebe hegt und pflegt, 812. stille Flur, zum wo sie zu deinen Füßen gern sich sammeln und horchen deiner süßen Rede zu und lernen früh ein Lob mit Freuden stammeln, sich deiner freun, du lieber Heiland du! Tempel werde, und fülle dich mit Lobgesang! Dem Herrn des Himmels und der Erde erschall des Erntefestes Dank! Hier wo wir uns're Saaten streuten, wo Gott den Segen uns beschied, wo sich im Schweiß die Schnitter freuten, hier steig empor Gebet und Lied. 5. O selig Haus, wo du die Freude teileft, wo man bei feiner Freude dein vergißt; o selig Haus, wo du die Wunden heileft und aller Arzt und aller Tröster bist, bis jeder einst sein Tagewerk vollendet, und bis sie endlich alle ziehen aus dahin, woher der Vater dich gesendet, ins große, freie, schöne Vaterhaus. Karl Johann Philipp Spitta. Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen Gute. 2. Ja Lob, Anbetung, Preis und Ehre, ihm, ihm, dem Herrn der Au und Flur! Ihm opfern heilge Himmelsheere, ihm spen. det Weihrauch die Natur. Ihn pries der Sämann, seine Lieder sang ihm des frohen Schnitters Mut, und auf der Tenne hallt es wieder: Lob, Ehr und Preis dem höchsten Gut! 3. Das Feld ist leer, die Blätter fallen; so steht einmal nach kurzem Traum bei uns, die wir hienieden wallen, ent blättert unsers Lebens Baum; 25 o Herr der Ernte, dem wir feiern, verleih, verleih durch Jesum Christ, daß uns vor deinen ewgen Scheuern ein Erntefest zukünftig ist! Heinrich Sengelmann. 1863. 813. Ringe recht, wenn Gottes Gnade dich nun ziehet und bekehrt, daß dein Geist sich recht entlade von der Laft, die ihn beschwert. 2. Ringe, denn die Pfort' ift enge, und der Lebensweg ist schmal, hier verliert sich im Gedränge, was nicht strebt zum Himmelsfaal. 3. Kämpfe bis aufs Blut und Leben, dring hinein in Gottes Reich; will das Fleisch widerstreben, werde weder matt noch weich. 4. Ringe, daß dein Eifer glühe und die erste Liebe dich von der ganzen Welt abziehe; halbe Liebe hält nicht stich. 5. Ringe mit Gebet und Flehen, halte brünstig damit an; laß den Eifer nicht vergehen, seße Tag und Nacht daran. 6. Nimm mit Furcht ja deiner Seele, deines Heils mit Zittern wahr; hier in dieser Welt voll Fehle schwebst du täglich in Gefahr. 7. Halt ja deine Krone feste, halte männlich, was du haft; recht beharren ist das beste, Rückfall ist ein böser Gast. 8. Wahre Treu führt mit der Sünde bis ins Grab beständig Krieg, gleichet nicht dem Rohr im Winde, sucht in jedem Kampf den Sieg. 9. Wahre Treu liebt Chriſti Wege, steht beherzt auf ihrer Hut, weiß von feiner Fleischespflege, hält sich selber nichts zu gut. 10. Wahre Treu kommt dem Getümmel dieser Welt niemals zu nah; ist ihr Schaß doch in dem Himmel, drum ist auch ihr Herz allda. 11. Dies bedenket wohl, ihr Streiter: streitet recht und fürchtet euch, dringet alle Tage weiter, bis ihr kommt ins Himmelreich. Johann Joseph Windler. 1714, Mel. Jesus, meine Zuversicht. 814. Seele, was ers müd'st du dich in den Dingen dieser Erden, die doch bald verzehren sich und zu Staub und Asche werden? Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 2. Sammle den zerstreuten Sinn, laß ihn sich zu Gott auf. schwingen; richt ihn stets zum Himmel hin, laß ihn in die Gnad eindringen. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 26 3. Du verlangst oft füße Ruh, dein betrübtes Herz zu laben; eil der Gnadenquelle zu, da kannst du sie reichlich haben. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 4. Geh in Einfalt stets ein. her, laß dir nichts das Ziel verrücken; Gott wird aus dem Liebesmeer dich, den Kranken, wohl erquicken. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 5. Schwinge dich recht oft im Geist über alle Himmels höhen; laß, was dich zur Erde reißt, weit von dir entfernet stehen. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 6. Nahe dich dem lautern Strom, der vom Thron des Lammes fließet und auf die, so keusch und fromm, sich in reichem Maß ergießet. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. 7. Laß dir seine Majeſtät immerdar vor Augen schweben; laß mit brünftigem Gebet fich dein Herz zu ihm erheben. Suche Jefum und sein Licht. alles andre hilft dir nicht. 8. Sei im übrigen ganz ftill, du wirst schon zum Ziel gelangen; glaube, daß ſein Liebeswill stillen werde dein Verlangen. Suche Jesum und sein Licht, alles andre hilft dir nicht. Jakob Gabriel Wolf. 1714. Mel. Gott des Himmels und der Erden 815. Thut mir auf die schöne Pforte, führt in Gottes Haus mich ein; ach wie wird an diesem Orte meine Seele fröhlich sein! Hier ist Gottes Angesicht, hier ist lauter Trost und Licht. 2. Ich bin, Herr, zu dir gekommen, komme du nun auch zu mir. Wo du Wohnung hast genommen, da iſt lauter Himmel hier. Zieh doch in mein Herz hinein, laß es deinen Tempel sein. 3. Laß in Furcht mich vor dich treten, heilige du Leib und Seel, daß mein Singen und mein Beten sei ein Opfer ohne Febl; beilige du Mund und Mel. Vom Himmel kam der. Ohr, zieh das Herz zu dir 817. Vom Himmel hoch, empor. 4. Mache mich zum guten Lande, wenn dein Same auf mich fällt; gieb mir Licht in dem Verstande und, was mir wird vorgestellt, präge meinem Herzen ein, laß es mir zur Frucht gedeihn. 5. Stärk in mir den schwachen Glauben; laß dein teures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rauben; halte stets dein Wort mir für, daß es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen grünt. 6. Rede, Herr, so will ich hören, und dein Wille werd' erfüllt. Nichts laß meine Andacht stören, wenn der Brunn des Lebens quillt; speise mich mit Himmelsbrot, tröste mich in aller Not. Benjamin Schmold. 1734. Mel. Liebster Jesu, wir sind hier. 816. Unsern Ausgang segne Gott, unsern Eingang gleichermaßen, segne unser täglich Brot, segne unser Thun und Lassen, segne uns mit selgem Sterben und mach uns zu Himmelserben. 27 Hartmann Schent. 1677. da komm' ich her, ich bring' euch gute neue Mär, der guten Mär bring ich so viel, davon ich sing'n und sagen will. 2. Euch ist ein Kindlein heut geborn von einer Jungfrau auserkorn, ein Kindelein so zart und fein, das soll eur Freud' und Wonne sein. 3. Es ist der Herr Chrift, unser Gott, der will euch führn aus aller Not. Er will eur Heiland selber sein, von allen Sünden machen rein. 4. Er bringt euch alle Selig. feit, die Gott, der Vater, hat bereit, daß ihr mit uns im Himmelreich sollt leben nun und ewiglich. 5. So merket nun das Zeichen recht, die Krippe und die Windeln schlecht, da findet ihr das Kind gelegt, das alle Welt erhält und trägt. 6. Des laßt uns alle fröhlich sein und mit den Hirten gehn hinein, zu sehn, was Gott uns hat beschert, mit seinem lieben Sohn verehrt. 7. Sei uns willkommen, edler Gast! Den Sünder nicht verschmähet haft und kommst ins Elend her zu mir, wie soll ich immer danken dir? 8. Ach mein herzliebster Jesu Christ, mein's Herzens Thür dir offen ist, mach du es ganz von Sünden rein und laß mich deine Wohnung sein. 9. Lob, Ehr' sei Gott im höchsten Thron, der uns schenkt seinen eingen Sohn! Des freuet sich der Engel Schar und singet uns solch neues Jahr. Martin Luther. 1535. der ersten Zeugen, der Wächter, die auf Zions Mauern stehn, die Tag und Nächte nimmer schweigen und die getroft dem Feind entgegengehn, ja, deren Schall die ganze Welt durchdringt und aller Völker Scharen zu dir bringt. 28 Mel. Dir, dir, Jehova will ich singen. 5. Ach daß die Hülf' aus 818. Wach auf, bu Geift Zion käme! O daß dein Geiſt, sowie dein Wort verspricht, dein Volf aus dem Gefängnis nähme! O würd' es doch nur bald vor Abend licht! Ach reiß, o Herr, den Himmel bald entzwei und komm herab zur Hülf' und mach uns frei! 2, O daß doch bald dein Feuer brennte! O möcht' es doch in alle Lande gehn! Ach Herr, gieb doch in deine Ernte viel Knechte, die in treuer Arbeit stehn! O Herr der Ernte, siehe doch darein: die Ernt' ist groß, die Zahl der Knechte klein. 3. Dein Sohn hat ja mit flaren Worten uns diese Bitte in den Mund gelegt. O fiehe, wie an allen Orten sich deiner Kinder Herz und Sinn bewegt, dich recht inbrünstig hierum anzuflehn; drum hör, o Herr, und sprich: Es soll geschehn. 4. So gieb dein Wort mit großen Scharen, die in der Kraft Evangelisten sei'n; laß eilend Hülf' uns widerfahren, brich in die Heidenwelt mit Macht hinein. Obreite, Herr, auf weitem Erdenkreis dein Reich bald aus zu deines Namens Preis! 6. Ach laß dein Wort recht schnelle laufen! Es sei kein Ort ohn dessen Glanz und Schein! Ach führe bald dadurch mit Haufen der Heiden Füll zu allen Thoren ein! Ja, wecke doch auch Ifrael bald auf und also segne deines Wortes Lauf! 7. O beff're Zions wüste Stege, und was dein Wort im Laufe hindern kann, das räume bald aus jedem Wege; vertilg, o Herr, den falschen Glaubens wahr und mach uns bald von jedem Mietling frei, daß Kirch' und Schul' ein Garten Gottes sei. Karl Heinrich v. Bogatty. 1750. 2. Zion hört die Wächter singen, das Herz thut ihr vor Freude springen, sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig, von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig, ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werte Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all' zum Freudensaal und halten mit das Abendmahl. 29 819. Wachet auf, ruft uns die Stimme der Wächter sehr hoch auf der Zinne, wach auf, du Stadt Jerusalem! Mel. Durchbrecher aller Bande. Mitternacht heißt dieſe Stimde, 820. Wandle leuchtender sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid ihr klugen Jungfrauen! Wohlauf, der Bräut'gam kömmt! Steht auf, die Lampen nehmt! Halleluja! Macht euch bereit zu der Hochzeit: ihr müsset ihm entgegengehn. 3. Gloria sei dir gesungen mit Menschen und mit Engel zungen, mit Harfen und mit Cymbeln schön. Cymbeln schön. Von zwölf Perlen sind die Thore an deiner Stadt; wir stehn im Chore der Engel hoch um deinen Thron. Kein Aug' hat je gesehn, fein Ohr hat je gehört solche Freude. Des jauchzen wir und singen dir das Halleluja für und für. Philipp Nicolai. 1598. und schöner, Oftersonne, deinen Lauf, denn dein Herr und mein Versöhner, stieg aus seinem Grabe auf! Als das Haupt er sterbend beugte, bargst du dich in nächtgem Flor. Doch jetzt komm hervor und leuchte, denn auch er stieg längst empor! 2. Erde, breite dich in Frieden unter deinem Himmel aus, denn dein Herr ist nicht geschieden, er zerbrach des Todes Haus. Deine starken Felsen bebten, als er seinen Geist verhaucht; grüße nun den Neubelebten, wonnevoll in Licht getaucht. 3. Doch du selber, meine Seele, fag, wie feierst du den Tag, da der Herr des Grabes Höhle mit gewaltgem Arm durchbrach? Feierst du sein Auserstehen auch in rechter Ofter freud? Kann man an dir selber sehen, welch ein hoher Festtag heut? 4. Du bist mit ihm auf erstanden aus der Sünde Todes. nacht? Hast du dich von ihren Banden losgerungen, frei gemacht? Oder liegst du noch verborgen und in deinen Sünden tot? Kündet deinen Ostermorgen noch kein helles Morgenrot? 6. Sieh, er reicht dir hilfreich, gnädig die durchbohrten Hände hin, macht dich der Betäubung ledig, weckt mit Liebesruf den Sinn. Keine Strafe sollst du scheuen, darum bleibe nicht zurückt; raff dich auf, dich zu erfreuen an des neuen Lebensglück. 30 7. Steig empor zum neuen Leben, denn du schliefest lang genug; Kraft zum Leben wird dir geben, der für dich den Tod ertrug. Fang nur an erst auf zustehen, fühlst du dich auch noch so matt; der wird dir zur Seite gehen, der dich auferwecket hat. 5. O dann laß dich nicht bedecken länger mehr die finstre Nacht. Sieh, dein Herr ist, dich zu wecken, von dem Tode auferwacht. Komm, vom Schlaf dich zu erheben, komm, der Fürst Mel. Mach's mit mir Gott, wie. des Lebens ruft; wache auf zum 821. Wenn Sorg' und neuen Leben, steig herauf aus deiner Gruft! 8. Sieh, dein Herr ist auf. erstanden, daß du könnteft auf. erstehn, aus der Sünde Haft und Banden in die schönste Freiheit gehn. Willst du ihm dich nur ergeben, streift er deine Ketten ab, und du siehst dein altes Leben hinter dir als leeres Grab. Karl Johann Philipp Spitta. 1833. Gram dein Herz erfüllt, wenn Herz und Auge weinet, wenn jede Aussicht sich verhüllt und nirgend Hülf' erscheinet, dann fragt der Herr und spricht zu dir: Hast du mich lieb? Vertraust du mir? 2. Wenn anders, als dein Herz begehrt, der Herr dein Los bereitet, wenn er den liebsten Wünschen wehrt, dich andre Wege leitet, dann fragt er dich und spricht zu dir: Hast du mich lieb? Gehorchst du mir? 3. Wenn dem Geräusch der Welt entflieht der Seele tiefes Bangen, wenn mit geheimer Macht dich zieht sehnsüchtiges Verlangen, dann fragt der Herr und spricht zu dir: Hast du mich lieb? Zieht dich's zu mir? 4. Wenn, die der Herr zum Trost dir giebt, in schwerer Prüfung leiden, wenn sie, die deine Seele liebt, aus deinen 822. m Zwei Hän de sich hal- ten heil ger nim- mer. F Stät- te mehr sich J ei- ne an S 81 " Armen scheiden, dann fragt der Herr und spricht zu dir: Hast du mich lieb? Giebst du sie mir? 5. Wenn dir das irdsche Licht erbleicht, dein Geist sich ihm entwindet, wenn dir dann alles, alles weicht, was dich ans Leben bindet, dann fragt der Herr und spricht zu dir: Hast du mich lieb? O komm zu mir! Friedrich August Roethe. 1849. wol- len treu und faf las Se gen sich auf die heu- te in nig EL " S fest zu ziehn solch Lie bes band soll hel- fen S S · S eu ren 1 sen, sen; s A. W. Bach. sich an lich und BE dre Hand, soll Got tes Hand zum doch le- gen. 2. 3wei Bungen wollen heut ein Wort, ein heilig Ja fich Mel. Wacht auf, ruft uns die Stimme. geben; das furze Wort, o fling 823. 3ieht in Frieden es fort durchs ganze lange Leben! Doch daß dies Ja geſegnet sei, ertöne noch ein Ja dabei, erschall aus Gottes Munde das Ja zu eurem Bunde. 32 3. Zwei Herzen brennen fröhlich heut in einer Liebe Flammen und halten fest in Leid und Freud' von heute an zusammen; doch daß da bleibe Herz an Herz, so haltet fleißig himmelwärts zum Vaterherzen droben die eurigen erhoben. Karl Gerok 1849. eure Pfade! Mit euch des großen Gottes Gnade und Seiner heilgen Engel Wacht! Wenn euch Jesu Hände schirmen, geht's unter Sonnenschein und Stürmen getrost und froh bei Tag und Nacht. Lebt wohl, lebt wohl im Herrn! Er sei euch nimmer fern, spät und frühe! Vergeßt uns nicht in Seinem Licht, und wenn ihr sucht Sein Angesicht. Gustav Knaat. 1840. Gedruckt bei Lütce& Wulff, E. H. Senats Buchdruckern. TIT Inches Centimetres Blue ¹2 3 4 Cyan 2 15 14 ¹6 17 Farbkarte# 13 3 Green 8 Yellow 19 10 Red 11 12 LO 5 13 Magenta 14 6 O) 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black CO